KR•2.— 71. Jahrgang. Erste Ausgabe. * Sonntag, den 2. Oktober 1898. Erscheint wöchentlich zwölfmal. Vierteljährliche Bezugsgebühr 2 M. 25 Pf., durch die Post bezogen 2 M. 50 Pf. Ankündigungs-Gebühren Die einspaltige Grundzeile im Allgemeinen 20 Pf., für Arbeitsmarkt und Wohnungs=Nachweis 15 Pf. verbunden Oermnunder Amtliches Kreisblatt für den mit dem Anzeigen=Annahme: Wesersraße 2# Druckerei und Geschäftsstelle: Mönchenwordt 2. ger. Bmmmien fächenr Ark brsch Stadt= und Landkreis Dortmund. 4Lotzuck eigan. beide zu Dortmund. -•••. Sonntags=Beilage:„Für Haus und Hof“, Blätter für Unterhaltung, gewerbliches und soziales Leben, Haus= und Landwirtschaft. Fernsprecher Nr. 181. Füir Ausbsenahrung und Rücsendung uverlangt eingsandter Manustripte, sapi. dur. die Tostokme v. u, Hdo ccttt....... Vonteinngs=Preisiste 20483 0 i t i n Keontmotna sberemnten Hierzu eine zweite Ausgabe, sowie das„Illustrirte Untergutih. gr an Nr. 40. Deutschrand. Berlin, 30. Sept. Buschs Tagebuch. Der„Voss. geschrieben:„Ueber das Tagebuch Moritz Buschs findet sich schon in den Briefen Viktor Hehns an den Musiker Hermann Wichmann in Rom, die dieser allzu voreilig noch in Hehns Todesjahre(1890) erscheinen lassen, eine Bemerkung. Am 29. Oktober 1882 schreibt Hehn seinem römischen Freunds, an lehe in größter Zurückgezogenheit„und fliehe die Menschen, von denen doch nichts zu holen“ sei.„Nur dem Schriftsteller Moritz Busch bin ich zwei= bis dreimal die Woche verschrieben; er hält mich trotz alles Sträubens und Zappelns fest am Schopfe. Gleiche religiöse und politische Lebensansicht, vor allem der aleiche Kultus des Genius(Bismarck) und die tiefe Verehrung des vulgären politischen Geredes Führter aus zusammen; nur für seinen Hang zur Mystik,(Schelling, Jakob Böhme, Angelus Silesius) finde ich in meinem Innern kein Echo. Er hat Momoiren geschrieben oder vielmehr Tagebuchblätter von dem gußerstez,„ bistorischen Interesse, die aber erst nach einem Menschenalter gedruckt werden können; von den Lehenden bin ich der einzige, der sie gelesen hat.— Nicht lange zuvor waren die beiden mit einander bekannt, geworden, und Moritz Busch war es auf dessen dringenden Rat sich Hehn entschloß, Bruchstücke seiner Gedanken über Goethe in den„Grenzboten“ zu veröffentlichen. Busch war, wie sich Hehn einmal ausdrückte, so eine Art Redakteur der„Grenzboten“ in absentia, und rechnete sich es zum Verdieust an, den und Zögern sich an den Schreibtisch setzenden Hehn zu litterarischer Produktion angetrieben zu haben. Innerlich hatten die beiden nichts miteinander Verwandtes. Hehn war eine durch und durch vornehme Natur, fein und voller Rücksicht. Die täpgrobe Art von Busch war ihm ein Greuel, was jeder bestätigen kann, der nur einmal mit beiden an einem Tisch gesessen hat. Oft kam es vor, daß, wenn Busch unsaubere Geschichten erzählte, Hehn ihn verwies. Eine Sympathie zwischen Hehn und Busch bestand nicht, aber„politisch auf den Namen Vismarck getauft“, wie Hehn einmal schrieb konntesernicht genug sich über Bismarck, was er gethan, was er geäußert hatte, was im Reichskanzlerpalais vorging, von Busch, den er den „Evangelisten Bismarcks“ nennt, berichten lassen. Aber durchschaut hat Hehn den„Freund“ Moritz Busch ebensowenig, wie Bucher ihn ganz gekannt hat. Er konnte sich auch des zudringlichen Busch nicht recht erwehren und nicht verhindern, daß dieser sein zweibändiges Werk:„Unser Reichskanzler“, dieses so unendlich öde und langweilige Machwerk.„seinem lieben und verehrten Freunde Viktor von Hehn" widmete. Aber immer war es Hehns Gutmütigkeit, die den klehrigen Busch nicht abschütteln mochte, und auch die litterarische Verbundenheit von den„Grenziu“ her. Es sind freilich auch ein vaor d dann wohl boten der. Es sind freilich auch ein paar Briefe Hehns an Busch durch Schiemanns Biographie Hehns bekannt geworden, und Hehn nennt ihn darin seinen lieben und werten Freund, aber es waren doch nur Antworten auf Briefe von Busch, den durch Schweigen nicht verletzen mochte. Ein Bedürfnis, mit Busch im Briefwechsel zu stehen, bestand für ihn nicht. In dem berüchtigten englischen WBexks. herichtet Busch(Bd. 8 S. 310), daß er Hehn hatte. Es war Fürst Bismack zu ihm bemerkte, er wolle seinen Abschied nehmen, das sei nur eine Frage von drei Tagen oder villeicht von drei Wochen, aber gehen würde er sicher Nur wäre er besorgt um seine„Papier“. Er fragte Busch, ob er ihm die schicken dürfe. Busch antwortete, er könne nur weniges und nur das wichtigste mit sich nehmen, nur einige kleine Pakete auf einmal er wolle sie aber an Hehn schicken und dann vielleicht nach Leipzig. Der Fürst sagte: „Hehn? Wer ist das?“ Vusch erzählte ihm von Hehn und daß er außerordentlich zuverlässig wäre. Bismarck schien einverstanden zu sein. Aber schon am 21. März 1890 war Hehn tot, und so konnte er denn nicht weiter in Betracht kommen.“ in Westfalen schreibt die„Köln. Zeitung“: Noch vor einigen Jahren würde man es als reine Phantasterei betrachtet haben, wenn jemand Rugeüichte derftarsest ginmapseialen gesprochen hätte. Angesichts der starken Einwanderung polnischer Arbeiter zu. diese urdeutschen Bezirke und ihrer erfolgreichen Absonderung von den dortigen Deutschen kann aber das Vorhandensein einer solchen nicht mehr geleugnet werden. Die unglaubliche Herausforderung, die hierin uudin dern Erscheinen polnischer chaupinistischer Blätter vi,„Wenraten Liegt, scheint, denn auch manchen Kathotiren, die sonst für die polnische Propaganda oft eine beklagenswerte Nachsicht und Entschuldigung haben, zu viel geworden zu sein. Wenigstens beklagt sich der Fichsinende„WPiarus Polski“ in folgender Weise über die Haltung der Katholiken gegenüber den eingewanderten Polen: "„Daß gewisse katholische Kreise in der Fremde danach trachten daß die Germanisirung des polnischen daselbst sobald, wie möglich durchgeführt werde, ist allgemein bekannt. Es gibt auch viele, die nicht wünschen, daß die Polen die geistliche Fürders snsicht. daßz bis prache genießen, denn sie sind der sich werdeatia##en ohne eine solche um so eher sich verdeutschen werden. Leute der Art sträubten sich mit Händen und Füßen gegen die ständige Anstellung polnischer Kapläne.“ sie rechnelen eben folgendermaßen. Alten sterben aus, die„Jungen, verdeutschen, folglich wird es nach einigen Jahren keine Spur mehr von ben:„Wenn die polnische Einwanderung in Westfalen etwas gutes hat, so wird man es nur darin finden können, daß die dabei zutage tretenden ErscheiWBeisthetschg 4“ ales andere geignet sind, den in Westdeutschland lebenden Anhängern des Zentrums die Augen darüber zu öffnen, wie es eigentlich mit der vom Zentrum bisher leider so verhätschelten polnischen zt. Die Verquickung von polnisch und die zum mindesten bei den westlichen Katholiken zumteil auf mangelnder Kenntnis des Wesens der polnischen Frage beruht, hat das Zentrum in eine sehr beklagenswerte Politik hineingedrängt, obgleich die offene Aufsässigkeit der Polen gegen die hohe Geistlichkeit im Osten, sobald diese der ertremsten polnischen Forderung nicht entsprach, ihm hätte zeigen können, daß es sich den Polen viel weniger um die katholische Religion als um nationale Bestrebungen handelt, in deren Dienst die katholische Kirche eingespannt werden soll. Wenn jetzt katholische Kreise angesichts der Einwanderung der Polen im Westen zu der Ueberzeugung kommen, daß man hier der Bildung pelvischer, Centren entgegentreten und zum mindesten die Polonisirung dieser Gegenden nicht fördern dürfe, so werden sie aus dieser Erfahrung hoffentlich die weitere schöpfen, daß auch die auf Erhaltung der deutschen Nationalität im Osten gerichteten Bestrebungen ihre volle Berechtigung haben. Aus Deutsch=Südwestafrika. Einem Bericht der „Kreuzztg.“ aus Windhoek vom Juli d. J. entnehmen wir folgendes: Mit dem Wörmann=Dampfer„Melitta Bohlen“ ist nach etwa zehnmonatlicher Abwesenheit vom diesseitigen Schutzgebiete der Gouverneur Major Leutwein aus Deutschland wieder hier eingetroffen. Rsindhr Seskenstgdt Swakopmund die ihm zu Ehren Fulich geschmückt war, hatten sich die Vertreter der Behörden, unter diesen der stellvertretende Gouverneur Reg.=Rat v. Lindquist, sowie alle Bewohner des Ortes zum Empfange eingefnnden. Bei dem darauf stattfindenden Festessen seitens der Bürgerschaft und der Bereine wurde mit lebhaftem Danke der Verdienste des Gefeierten gedacht, der sich selbst während seines Erholungsurlaubes in den Dienst für das Wohl unserer jungen Kolonie gestellt hatte. In den nächstfolgenden Tagen wurde die im Bau begriffene Eisenbahn, von der zurzeit etwa 60 Kilometer fertiggestellt und dem Betriebe übergeben sind, besichtigt und für durchaus dem Zweck entsprechend gefunden. Wo sonst schwerbeladene Ochsenwagen, von 20 und noch mehr bemitleidenswerten Tieren gezogen, unendlich langsam durch den tiefen Sand schlichen, gleiten nun, von kleinen Lokomotiven gezogen, die Waggons mit Kaufmannsgütern auf dem etwa 65 Zentimeter breiten Schienenwege flott dahin. An Stelle des reitenden Boten zur Beförderung von Botschaften ist jetzt der Telegraph getreten, und bequem kann man sich mit den Stationen durch Telesasces sceheischseresece e. ecsceice leiten zwei Offiziere der Eisenbahnbrigade. Zu ihrer Verfügung stehen Unteroffiziere derselben Truppe, sowie eine erkleckliche Anzahl von Zivilbeamten und Arbeitern. Im ganzen Lande ist die Bahn mit Freude begrüßt worden, gedoch durch sie die Kolonisation ein ganz anderes Ansehen, und dies wird noch mehr der Fall sein, wenn erst die Landungsverhältnisse im Hafen durch Bau einer Mole einer erheblichen Besserung entgegengehen, ein Umstand, dessen Verwirklichung wohl in nächster Zeit erhofft werden darf. Von Rössingen aus nahm der Gouverneur in Begleitung seines Stellvertreters und einer kleinen Abteilung Berittener seinen Weg nach Windhoek über Spitzkoppin, eine im besten Zustande befindliche Farm der Kolonialgesellschaft und über die Plätze Omarurn und Okahandja. Angeschlossen hatte sich ferner der Expedition der ehemalige Gouverneur von Ostafrika, v. Wißmann, der, von Madeira kommend, einige Zeit sich bei uns auf Jagden begeben will. gegannten Plätzen fand ein Besuch der Häuptlinge Manasse und Samuel Maharero statt, denen, man, deutlich die Freude über die Rückehr rihres Majors“ anmerken konnte. Am 20. ds. Mts. fand der Einmarsch in die Nesidenz Windhoek statt. den Saumerman. Dürgerschaft für den den Gouverneur kennzeichnete sich in dem reichen Schmucke von Ehrenpforten und Guirlanden. Von allen Häusern herab wehte das deutsche Banner und brausend klang das„Hurra dem Gouverneur“ von den spalierbildenden Vereinen und sonstigen Korporationen. Sichtlich gerührt, hielt der Genannte in seiner kernigen, schlichten Weise eine Ansprache an die paradirende Feldtruppe und die Zivilbevölkerung, die in ein mit Enthusiasmus aufgenommenes Hoch klang Selbstverständlich wuege de Volonie, ausPirsch'sche Schneider=Atademie, .s Verlin C, Rothes Schloß 2. Prämiirt Dresden 1874 und Berliner GewerbeAusstellung 1879. Neuer Erfolg: Prämürt mit der golde und Henene an nen Medaille in Frank, Medaille in England 1897. — Größte, älteste, besuchteste und einzig preisgekrönte Fachlehranstalt der Welt. Gegründet 1859. Bereits über 25,000 Schüler ausgebildek. Kurse von 20 Mi. an beginnen am 1. und 15. jeden Monats. 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Das Haus, wo Anna wohnen sollte, mußte weiter oben im Dorfe liegen, so hatte Mrs. Wood es ihm bescheseben...—, Mrd, Bood es ihr Er kam an einem kleinen Wirtshause vorbei und beschloß im stillen, dort später einzukehren und einen Imbiß zu nehmen, bevor er seine Rückreise antrat. Da tauchte aus dem Nebel plötzlich ein Leichenwagen auf. der die Fahrstraße herunter, ihm entgegen kam, und zu gleicher Zeit vernahm er das langgezogene GlockenDorfkirche, welche das Herannahen des Trauerwagens verkündete. Das traurige, schwarze Gefährt machte einen doppelt melancholischen Eindruck in dieser verschneiten Weltabgeschiedenheit. Jetzt kam es näher und näher, und endlich fuhr es an John vorüber— ein Sarg, mit ein paar armseligen Kränzen bedeckt, stand darin; Gefolge gab dem Toten das letzte Geleit. John blieb eine, Reile mit entblößtem Haupte stehen; dann ging Endlich hatte er das Häuschen erreicht, wo er Anna Ainden hostig, nach langem, mühseligem Suchen zu Eine alte Frau mit verweintem Gesicht, von dem die Thränen trocknete, öffnete ihm und fragte nach seinem Begehr. Soh sshut bier,„Frau Gonnermann?“ wiederholte John seine gewohnte bange Frage. krom aus uund Thränenpun ist sie tad uuh..“„Sie hat hier gewohnt; nun ist sie tot und eben ist sie begraben; ach, Sie an#senis ein Verwandter von ihr und kommen nun in Vem. Gesichte destschrak über die Veränderung sich bei biefer pieders, Fremden, denn John verfärbte sich bei dieser niederschmetternden Botschaft und starrte mit entsetztem Ausdruck die Sprecherin an, als wäre ihm diese Nachricht unglaublich. „Kommen Sie doch herein“, bat die Frau, indem zu ebener Erde lag,ohustübchens öfnete, das dleich Mechanisch folgte ihr John in das Zimmer und den rächsten Sritze mus ia, völig anßer sich, auf L: Trantane### che beehren sich den Empfang der neuesten Hekost= und Winterstoffe anzuzeigen. f 16492 Dortmund, Reinoldistr, 23. Fernsprecher 435. 16. Kapitel. lie. trippelte unruhig hin und ber, sich bald am Ofen, bald. am Tische etwas zu schaffen machend, denn sie wußte nicht recht, was sie mit dem Fremden anfangen sollte, der mit einem gänzlich ratlosen Gesichte immer noch stumm auf dem Stuhle saß. „Wann ist sie gestorben?“ fragte er endlich. „Vor drei Tagen— letzten Mittwoch früh“, entgegnete die Wirtin.„Ach Gott, nun hat das arme junge Ding ja Ruhe, Herr; sie hat schwer leiden müssen! Es heißt ja, wen Gott lieb hat, den züchtigt Siumenhe“ lieber Herr, es darf nicht zu schlimm Tagen!“ dachte John erbittert:„man sollte verrückt werden“, murmelte er vor sich hin,„da sie gesucht, wie unsinnig, und nun— nun 1ralles vergebens, womöglich mein ganzes Ziel ver. Ja, sehen Sie“, fuhr die Alte fort.„sie kam hiergec aus dem Krankenhause— Mrs. Wood, was meine Freundin ist, bat mich, sie in Kost zu nehmen. Ich that es gern, lieber Herr,— ach und es war so ein sanftes, liebes Geschöpf, und so blaß und schwach: „die sieht schon aus, wie ein Engel“, dacht ich und gab ihr oben meine beste Stube. Da hinein zog sie denn auch, es mögen jetzt wohl vierzehn Tage sein. Und sie war mir so dankbar und meinte, hier könnte sie wohl gesund werden. Ach, das wäre sie vielleicht geworden, aber— aber— man ließ ihr is keine Ruhe, nicht einmal auf diesem Fleckchen——“ Wieder übermannte das Schluchzen die gute Alte. „Wer ließ ihr keine Ruhe?“ fragte John, der sich an jede Aussage über die Verstorbene wie an einen Faden klammerte, der ihn vielleicht auf irgend eine Spur leiten konnte. „Es kam ein paar mal ein Meusch zu ihr hinauf, ein großer, finsterblickender Mensch, der mir jedes mal Angst einjagte. Und da ich merkte, daß sie stets, wenn er sie verlassen hatte, noch stiller und gedrückter war und auch häufig verweinte Augen hatte, da faßte Maumi gir„iders, und fragte sie, was es mit dem Manne für eine Bewandtnis habe. unclüichtichue Frau“, sagte sie, und dabei sah sie so tammetten aus, daß es mich bis in die Seele hinein jammerte:„ich habe großes Leid erfahren durch diesen Mann, aber sagen kann ich es Ihnen nicht; wenn Gott mir gnädig ist, dann läßt er mich sterben.“ 1„So sagte sie, Herr. und ließ sich auch nicht trösten; ich zerbrach mir den Kopf, was dieser Mann ihr anhaben konnte und woher er ihren Aufenthalt erfahren hatte! Da, eines Abends, kam er wieder, grüßte mich, als er mir hier unten auf dem Flur begegnete, mürrisch, und tappte mit lauten Schritten die Treppe erfaßte die Furcht— er hatte so unausgesehen, und so schlich ich ihm nach und stellte, mich vor die Thür, um aufzupassen, ob er ihr Feötz31 Leide thun würde. Zuerst sprachen sie beide lebhaft miteinander, dann wurde er immer lauter und heftiger. die beiden?“ unterbrach John die „Ich habe nicht viel verstanden, Herr, ich kann zi% opi deutsch, obwohl ich früher ein paar Jahre in Deutschland gewesen bin; nur einmal, als sie ansing zu jammern, hörte ich die Worte von ihr: Ich Zir nichts geben—.— dann schlug er auf den h, vaß es krachte, und es schien mir, als ob er wild fluchte. —„Gleich darauf stürzte er aus der Thür in heller Wut, stürmte, ohne mich zu bemerken, die Treppe hinunter an mir vorüber, und als ich ihn glücklich das verlassen hörte, atmete ich erleichterk auf. Dann schlich ich mich in das Zimmer, um nach der armen arss Posensias iecher Gott, se sah zun Erbarmen Saxi, Fotsnteus, und dabei hatte sie einen sonderbaren Blick— ich kann es nicht beschreiben, just wie sie außer sich und rang „Herr des Himmels! „Der Brief ist fort“, rief die Hände. „Ist fort!“ wiederholte John. der ist gestohlen!“ „Das Schubfach ist erbrochen“, fammerte die Frau, „ich hatte es verschlossen und den Schlüssel abgezogen hier ist er“. Und zum Beweise hielt sie dem aufgeregten Manne den Schlüssel entgegen. „Das Schubfach ist erbrochen!“ rief John voller Wut,„von jenem Schuft, jenem Menschen, der hier 11d. gutz au mitz, wie immer. Nur, als ich ihr redete, sich niederzulegen, sagte sie erst müßte sie schreiben, darauf bestand sie ganz fest. Ich gine deur.n“ ##ch ging dann von ihr, und als ich spät Abends noch einmal nach ihr sah, schrieb sie noch immer und versprach mir, sich dann schlafen zu legen. Ach, und am anderen Morgen lag sie wieder im heftigen Fieber maßs nszert nich lange: die arme Seie kounte es starb bet mehr aushalten— schon am vierten Tage „Wissen Sie etwas von dem Schreiben?“ „Jawohl“, erwiderte die Alte eifrig,„sie hatte mir ja in ihren letzten Stunden gesagt, lch möchte das Schreiben an die Adresse besorgen. Es liegt oben in der Kommode eingeschlossen.“ ie Fragle Fohon,(dem Tode noch einmal hier „Allerdings; sie war eben gestorben, da polterte er nicht einmal im Tode gönnte er ihr Frieden. Er blieb aber nicht lange dort, sondern ging bald wieder fort und—“ „Zeigen Sie mir vor allen Dingen das Schreiben,“ gerichter Jae“ 2ich möchte sehen, an welche Adresse es Die Frau ging hinauf, um Johns Befehl nachzukommen. Es verstrich aber eine lange Zeit, ohne daß sie wieder erschien und dem ungeduldigen John wurde das Warten ungeduldig. Er sprang endlich auf und folgte der Wirtin in das obere Stockwerk. Als er das Zimmer der VerPestierzungrt fund ar dite guts Frau in großer nach Frau Gonnermanns Tode eingedrungen ist.“ „Warum haben Sie ihm den Zutritt nicht verwehrt?“ „Ach, behüte“, stammelte die alte Frau ängstlich, „der hätte mich wohl zu Boden geschlagen, wenn ich ihm irgend etwas vermehrt haben würde!“ „Zch muß nun meinem Mann seinen Grog brauen,“ seufzte sie nach einer wehmütigen Pause.„der kümmert sich nicht viel darum, daß das arme Ding heut zum erstenmale da draußen in der kalten Erde schlafen muß:— „Lhn, merkte aus dieser Rede, daß seine Gegenwart #####en unbehaglich wurde; auch hatte er augenblicklich nichts mehr hier zu thun, und so schickte er sich zum Fortgehen an. Er hatte in dem Aufruhr, den dieses neue Ereignis in ihm hervorgerufen hatte, nicht beachtet, daß das Unwetter draußen immer heftiger tobte. Als er, sich von der alten Frau verabschiedend, die Hausthür öffnete, schlug ein eisiger Wind ihm die prickelnden Schneeflocken ins Gesicht. Dann fiel die Thür krachend ins Schloß, und John arbeitete sich durch den Schneesturm der Schenke zu. Er gedachte, dort zu übernachten. Es schien ihm nicht unmöglich, daß jener verdächtige Mensch, der unzweifelhaft das Schreiben an sich genommen hatte, sich noch in dieser Gegend aufhielt. Außerdem sagte ihm eine unbestimmte, doch starke Ahnung, daß der Mann in die Schicksale Marthas verwickelt sein mußte; was hätte ihn sonst dazu veranlaßt, sich des Briefes, den Anna Gonnermann oben in ihrem Zimmer niedergelegt hatte, zu bemächtigen, wenn nicht lein Interesse an dessen Inhalt ihn dazu trieb? Endlich hatte er die Schenke erreicht. Auf dem kleinen Hausflur flackerte ein trübes Oellämpchen, welches in der Thür zum Schenkzimmer befestigt war, Er drückte auf die Klinke und trat ein. Das Zimmer war in der Art altenglischer Schenkstuben eingerichtet, bescheiden, fast primitiv, aber von einer peinlichen Ordnung und Sauberkeit. Jeder Tisch war mit einem reinen, weißen Tuche bedeckt: in dem Kamin esteschese ue erehiche el is cäcer deckt, welcher wahrscheinlich seiner Stammgäste wartete. (Fortsetzung folgt.) Dortmund, 20. September 1898. Bekanntmachung. Die dreijährige Wahlperiode für die im Jahre 1895 gewählten Abgeordneten und Stellvertreter der Gewerbesteuer=Ausschüsse der Klassen III und IV des Landkreises Dortmund läuft mit dem Rechnungsjahre 1898/99 ab. Zur Vornahme der Neuwahl für die Wahlperiode 1899/1900 bis einschließlich 1901/1902 habe ich Termin anberaumt 1. für die Klasse III: auf den 4. October er., Vormittags 9½ Uhr, 2. für die Klasse IV: auf den 4. October er., Nachmittags 2½ Uhr, im Kühnschen Gasthause zu Dortmund. Es sind zu wählen: a) für Klasse III 5 Abgeordnete, 5 Stellvertreter, b) für Klasse IV 9 Abgeordnete, 9 Stellvertreter. Wählbar sind nur solche männliche Mitglieder der betreffenden Klasse, welche das 25. Lebensjahr vollendet haben und sich im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befinden. Von mehreren Inhabern eines Geschäfts ist nur einer wählbar und zur Ausübung der Wahlbefugniß zu verstatten. Actien= und ähnliche Gesellschaften üben die Wahlbefugniß durch einen von dem geschäftsführenden Vorstande zu bezeichnenden Beauftragten aus; wählbar ist von den Mitgliedern des geschäftsführenden Vorstandes nur eines. Minderjährige und Frauen können die Wahlbefugniß durch Bevollmächtigte ausüben, wählbar sind letztere nicht. Wahlberechtigt sind sämmtliche zur Zeit der Wahl zur Gewerbesteuer veranlagten Gewerbetreibenden des Veranlagungsbezirks in ihrer Klasse. Die Wiederwahl der Mitglieder des Steuerausschusses sowie der Stellvertreter ist gestattet. Wer jedoch 8 Jahre lang eines dieser Aemter bekleidet hat, kann die Wiederwahl für die nächsten 8 Jahre ablehnen. Die Steuerpflichtigen der betreffenden beiden Gewerbesteuerklassen lade ich zur Wahrnehmung des Termins unter der Verwarnung ein, daß, wenn die Wahl der Abgeordneten und Stellvertreter seitens einer Steuergesellschaft verweigert oder nicht ordnungsmäßig bewirkt, oder die Gewählten die ordnungsmäßige Mitwirkung verweigern, die dem Steuerausschuß zustehenden Befugnisse für das betreffende Steuerjahr! auf den unterzeichneten Vorsitzenden übergehen. Behufs Prüfung der Legitimation wolle jeder Wähler den Steuerzettel mit zur Wahl bringen. Ohne Steuerzettel erscheinende Personen werden zur Wahl nicht zugelassen.: Der Vorsitzende der Steuerausschüsse der Gewerbesteuerklassen III u. IV. — J..: von Rynsch, Regierungs=Assessor. Verdingung. Die Arbeiten und Lieferungen zur Herstellung der Fundamente zu einem Stellwerkgebäude auf Bahnhof Dortmunderfeld sollen vergeben werden. Die Entwurfstücke und Bedingungen sind in unserem Bureau zur Einsicht ausgelegt. Angebothefte können zum Preise von 50§ durch Herrn Eisenbahn=Secretair Staugnowski in Dortmund, HamburgerSaSct SoIOssecs raße 30, bezogen werden. Angebote für die Ausführung sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Montag, den 3. Oktober 1898. Vormittags 11 Uhr, zu welcher Zeit die Oeffnung derselben stattfinden wird, einzusenden. Zuschlagsfrist 2 Wochen.... s 6168 4 Königliche Eisenbahn=Betriebs=Iuspektion Dortmund 3. .900000000 Wilh. Maeß, optisches Institut, feinmechanische Werkstatt, empfiehlt sich zur Installation von elektrischen haus=Telegraphen, Telephonen. Rlitz=Ableiter= und SicherheitsAnlagen 211010 jeder Art, unter Garantie für tadelloses Funktionieren. Feinste Referenzen von Privaten, Werken und Behörden. 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Unter den politischen Damen der hohen europäischen Aristokratie dürfte die eben heimgegangene Königin Luise von Dänemark die geistig bedeutendste gewesen sein. Sie war in weiblicher Linie ein Sproß des 1863 im Mannesstamme erloschenen alten dänischen Königshauses, und ein gutes Teil von dessen skrupelloser Rührrigkeit war auf sie übergegangen. Am 7. September 1817 zu Kassel als Tochter eines Landgrafen von Hessen und einer Schwester des späteren Königs Christian VIlI. von Dänemark geboren, war die Landgräfin Luise also die Cousine des letzten Königs vom alten oldenburgischen Stamm, Friedrichs VII. Als solche war sie nicht erbberechtigt, vielmehr ging ihr ihr jüngerer Bruder, Landgraf Friedrich, voran, und die am 28. Januar 1844 erfolgte Vermählung dieses Prinzen mit der Großfürstin Alexandra, einer Tochter Kaiser Nikolaus., sollte dieser Thronfolge den mächtgen russischen Schutz sichern. Aber am 10. August desselben Jahres starb die jungvermählte Landgräfin plötzlich im 20. Lebensjahre und damit war das Interesse des Zaren an dieser Kombination erschöpft. Der Landgraf Friedrich heiratete in zweiter Ehe die preußische Prinzessin Auna, eine Tochter des Prinzen Karl, und die Verhältnisse der Landgräfin Luise traten in den Vordergrund. Man bearbeitete den Landgrafen zu dem Ende, auf die dänische Erbfolge zu verzichten, und im Hinblick auf seine Eigenschaft als präsumtiver Thronfolger von Kurhessen willigte der wohlwollende Herr in diesen Verzicht zu gunsten seiner Schwester und ihrer Deszendenz aus der am 26. Mai 1842 geschlossenen Ehe mit dem Prinzen Christian von Holstein=Glücksburg. Man hat später wohl behauptet, daß nicht nur bei den deutschen Einwohnern der alten Monarchie, sondern auch bei einem großen Teil der dänischen Aristokratie der Landgraf beliebter gewesen wäre als seine früh für ehrgeizig geltende Schwester. Auf jeden Fall gingen die Thatsachen über diese Wünsche hinweg; das Thronfolgegesetz vom 31. Juli 1853 sanktionirte die Nachfolge des genannten Prinzen und seiner Dynastie, nachdem schon vorher am 8. Mai 1852 das londoner Protokoll diesen Sieg der russischen Politik über die Rechte der holsteinischen Agnaten und die Wünsche der schleswig=holsteinischen Bevölkerung formulirt hatte. Wie dann die geniale Staatskunst des Fürsten Bismarck jene gänzlich verfahrene Frage im deutschen und preußischen Interesse löste, ist ebenso bekannt, wie daß er diese fast in den Anfang seiner ministeriellen Laufbahn gefallene Angelegenheit stets für die schwierigste der ihm gewordenen Aufgaben erklärt hat. Der ihm seitdem in Kopenhagen gewidmete Spezialhaß war, wie die„Magdeb. Ztg.“ ausführt, ganz natürlich und nahm sich auch nicht eben die Mühe der Verschleierung. Davon, daß man dem großen Staatsmann seine Aufgabe zum teil selbst erleichtert hatte, wollte man natürlich nichts wissen. Aber es steht fest, daß die Unterzeichnung der dänischen Novemberverfassung mit der Einverleibung Schleswigs in das„Königreich“, am 18. November 1863 durch den neuen König Christian IX. am meisten unter dem Einfluß seiner Gemahlin erfolgt ist, die im Hinblick auf ihre deutschen Verwandtschaften und Informationen ihm diesen Schritt als völlig ungefährlich darzustellen wußte. Erst hierdurch wurde im europäischen Bewußtsein Dänemark trotz vieljähriger Provokationen ausreichend in das Unrecht gesetzt, um Herrn v. Bismarck die Handhabe zum Angriff auf die neue Thronfolge zu bieten. Das Gleiche soll auch hinsichtlich der Aufhebung der nordschleswigschen Klausel im prager Frieden von 1866 der Fall gewesen sein. Diese Klausel ging nur Deutschland und Oesterreich etwas an; Deutschland aber brachte die wiener Politik zum Verzicht auf diesen Vorbehalt, und that dies angeblich wegen der Vermählung der Prinzessin Thyra von Dänemark mit dem welfischen Prätendenten Herzog Ernst August von Cumberland. Die Vermählung fand am 21. Dezember 1878 statt und der österreichische Verzicht auf jene Klausel datirt vom 11. Oktober desselben Jahres, indes dürfte die Vermählungsabsicht schon längere Zeit vorher in Berlin bekannt gewesen sein. Auf jeden Fall hat die dänische Oppositionspresse wiederholt einen derartigen Zusammenhang behauptet. Auch die übrigen Vermählungen in der zahlreichen Nachkommenschaft des neuen dänischen Königshauses waren überwiegend politischer Natur. Ueber die englische und russische Heirat der beiden älteren Töchter braucht nichts weiter gesagt Deutsche Kaiser im Morgenlande. Von Feodor von Köppen. —(Nachdruck verboten.) 1 Sieben Jahrhunderte sind beinahe vergangen, seitdem Jerusalem, die alte heilige Stadt der Juden, Christen und Moslem in Palästina, zum letzten male einen deutschen Kaiser in ihren Mauern gesehen hat. Das war zu der Zeit, als die gesamte Menschheit im christlichen Abendlande von der Idee ergriffen ward, welche die Fürsten mit ihren Kriegsscharen. Ritter mit ihren Gefolgschaften, ja, die ganze Kraft des christlichen Abendlandes nach dem Morgenlande führte, um die Stätten, wo nach dem Glauben der Christen ihr Heiland gewandelt hatte, und das Grab, wo seine Gebeine ruhten, aus den Händen der Ungläubigen zu befreien und der Christenheit zurückzugeben. Diese Idee fand nirgends lebendigeren Anklang, als in den Herzen der großen deutschen Kaiser aus dem Hohenstaufengeschlechte, deren hochsinniges Streben nach idealen Zielen mit dem Dichten und Träumen der deutschen Volksseele so nahe verwandt ist. Als gegen Ende des Jahres 1187 durch das Abendland die erschütternde Kunde lief, Jernsalem, die heilige Stadt, die neunzig Jahre vorher Gottfried von Bouillon und seine Gottesstreiter mit ihrem Blute gewonnen hatten, sei wieder in die Hände der Ungläubigen gefallen, da weckte der Wunsch, seine ruhmund thatenreiche Regierung durch ein Gott wohlgefälliges Werk— denn für ein solches galt eine Kreuzfahrt nach den Begriffen jener Zeit— zu krönen, in dem Herzen des alten Kaisers Friedrich I. Rothbart eine Begeisterung, ähnlich derjenigen, die ihn als Jüngling zu seinen ersten großen Thaten trieb. Denen, die ihm rieten, er möge doch nur seine Söhne nach dem heiligen Lande senden und bei seinem hohen Alter selbst der verdienten Ruhe pflegen, entgegnete der Kaiser:„Trotz meiner siebenundsechszig Jahre fühle ich Kraft genug, um mich als rechter Kaiser an die Spitze der Christenheit zu stellen.“ In der Fastenzeit des Jahres 1188 nahm der Kaiser auf einem großen Reichstage zu Mainz das Kreuz, das zwei Bischöfe ihm auf die Schulter heftete, Seinem Beispiel folgten sein zweiter Sohn Friedrich Herzog von Schwaben, sowie viele Fürsten und Ritter, Grafen und Edle und unzähliges Volk aus allen Gegenden Deutschlands. Im Mai 1190 setzte sich der Zug von Regensburg in Bewegung, die Donau hinab durch Oesterreich, Ungarn und Griechenland und erreichte im März des folgenden Jahres den Hellespont. Sechs Tage dauerte die Ueberfahrt. Dann durchzogdas Heer unter Mühsal und Beschwerden aller Art viele Tage lang Wüstezu werden. Der jüngste Sohn Prinz Waldemar ist bekanntlich mit einer Prinzessin von Orleans vermählt und der Kronprinz Friedrich hat die einzige Tochter weiland König Karls XV. von Schweden und Norwegen heimgeführt, was die Aufmerksamkeit auf neue Möglichkeiten einer dynastischen Union in Skandinavien gelenkt hat. König Oskar ll. und seine Söhne stehen indessen dieser Kombination im Wege, und trotz offizieller Herzlichkeit dürfte man in Stockholm und Kopenhagen einander politisch stets sehr sorgfältig im Auge halten. Auch die an die Vermählungen nach Petersburg und London geknüpften Erwartungen sind nur sehr teilweise in Erfüllung gegangen und der weltpolitische Gegensatz dieser beiden Mächte hat die Vermittelungskunst der„europäischen Schwiegereltern“ wiederholt auf eine harte Probe gestellt. Daß in der inneren dänischen Politik die Königin Luise stets auf seiten des verfassungswidrigen Regiments stand und deshalb von der Demokratie ihres Landes deutscher Regierungsmaximen beschuldigt wurde, ist wohl als bekannt vorauszusetzen; ebenso, daß ihr persönlicher Einfluß dem Eindringen freieren Geisteslebens in die stickige Atmosphäre des hochorthodoxen dänischen Altluthertums stets entgegengearbeitet hat. Eine für diesen Hof höchst bezeichnende litterarische Kontroverse ist während des vergangenen Frühjahrs in London durchgefochten worden. Anläßlich der halbhundertjährigen Erinnerungen an den März 1848 veröffentlichte Professor Max Müller in Oxford eine Studie über die weiland schleswig=holsteinische Frage, worauf im Auftrage der Prinzessin von Wales der seitdem verstorbene dänische Reichsarchivar A. D. Jörgensen antworten mußte. Was dort über die dynastischen Rechte geäußert wurde, kann jetzt gleichgültig sein; bezeichnend aber war der Eiser in dem versuchten Nachweis für die dänische Nationalität des kopenhagener Königspaares. Dabei war die Königin eine hessische Landgräfin und der König auf Schloß Gottorff in der Stadt Schleswig als Nachkomme einer langen Reihe preußischer Generale aus der damals Holstein=Beck geheißenen holsteinischen Seitenlinie geboren. Sein direkter Urgroßvater männlicher Linie ist im siebenjährigen Krieg als General des großen Preußenkönigs gefallen. Welch ein Grad von innerer Unwahrhaftigkeit in der systematischen Verläugnung des Deutschtums vonseiten jener Dynastie vorlag, ergibt sich daraus von selbst. Aber den gehofften politischen Lohn hat sie nicht gefunden. Deutschland. Berlin, 29. Sept. Die Wasserscheuen. Die bei der Eröffnung der neuen Hafenanlagen in Stettin vom Kaiser gehaltene Ansprache hat der„Deutschen Tageszeitung“, dem Organ des Bundes der Landwirte, sehr mißfallen. Das Blatt meint:„Es ist... nicht ausgeschlossen, daß die Ansprache etwas anders gelautet haben kann. Wir möchten das annehmen, da, wenn unsere Zukunft wirklich auf dem Wasser liegen sollte, wir für zalle Zukunft ein Reich zweiten oder dritten Ranges bleiben würden.“ Und weiter schreibt die„Deutsche Tagesztg.“:„Wie das Wasser im allgemeinen keine Balken hat, so hat es im besonderen keine ausreichenden Tragbalken für unsere kunft.“ Die Stimmung, die im Organ des Bundes der Landwirte damit zum Ausdruck gelangt, ist durchaus verständlich; diese Worte des Kaisers lassen sich in ihrer Konsequenz nur als ein Programm deuten, das dem reaktionäreagrarischen Programm durchaus entgegengesetzt ist. Preist der Kaiser die Energie, welche die Hafenanlagen neu erschuf, so bekennt er sich damit zu dem Grundsatz, daß Deutschland ohne einen großen und sich mehr und mehr ausbreitenden auswärtigen, überseeischen Handel nicht zu bestehen und wirtschaftlich zu gedeihen vermag. Ein solcher großer, internationaler Handel, der unsere Häfen mit den Schiffen aller Nationen füllt und der uns aus allen Zonen Waren zuführt, ist aber nur unter einer Bedingung denkbar: wir müssen mit der übrigen Welt gesicherte Handelsbeziehungen haben; der internationale Warenaustausch muß Deutschland offen gehalten werden, und das ist nur möglich durch Handelsverträge. Und wiederum lassen sich nur Handelsverträge für uns abschließen, wenn auch wir nicht unsere Grenzen den fremden Staaten sperren. Die Worte des Kaisers sind also unmittelbar ein Zeugnis für die Notwendigkeit der Handelsvertragspolitik, die der Bund der Landwirte gegenüber dem Grafen Caprivi auf das heftigste bekämpft hat und die er seitdem nicht aufgehört hat zu bekämpfen. Graf Caprivi sagte: Wir müssen Waren exportiren oder Menschen; und weil wir die Menschen behalten wollen und daher eines gesicherten Exportes von Waren bedürfen, so müssen wir Handelsverträge haben. Und wenn der Kaiser sagt, unsere Zukunft liegt auf dem Wasser, so ist das derselbe Gedanke nur in eine etwas andere Form gekleidet: denn unsere Zukunft liegt nur darum auf dem Wasser, weil wir ersticken würden ohne die offene wirtschaftliche Verbindung mit der übrigen Welt. Gerade aber von einer solchen Politik will der Bund der Landwirte nichts wissen, eine solche Politik soll„keinen ausreichenden Tragbalken für unsere Zukunft" haben. Die deutsche Zukunft beruht in der That darauf, daß unsere Produkte sich in einem weiten Umfang den Weltmarkt zu erobern vermögen, daß wir über die Meere hinaus unsere wirtschaftliche Kraft gebrauchen. Nur dies kann die Politik sein, die Deutschland zu einer immer weiteren Entfaltung verhilft; und es ist gut, daß recht oft sich erweist, wie die agrarische Reaktion einer solchen Entwicklung feindlich und grollend sich gegenüberstellt. Heinrich von Treitschke war ja in seinen letzten Lebensjahren in mancher Hinsicht ein Protektor der Agrarier. Was würde er wohl aber zu ihrer jetzigen, dem Wasserverkehr so feindseligen Haltung sagen? So fragt die„Weser=Ztg.“ heute, indem sie zugleich aus seiner Politik folgende Stelle zitirt über die Bedeutung des Meeres für die Entwickelung seines Volkes:„Man kann behaupten, daß eine große Staatsentwickelung ohne das Meer auf die Dauer unmöglich ist. Jeder Staat großen Stiles, der darnach trachtet, auf eigenen Füßen zu stehen, muß eine Küste haben. Dadurch erst wird er wirklich frei. Dies ist so deutlich, daß man ganze Epochen der Geschichte aus diesem einen Verhältnis heraus erklären kann. Der Gegensatz von Polen und Deutschland hat hier seinen Schlüssel. Da die deutsche Kolonisation an der Küste soweit nach Osten gezogen war, das Hinterland aber slawisch blieb, so ergab sich eine Todfeindschaft, die niemand hindern konnte. Polen mußte danach trachten, die Mündungen seiner Ströme für sich zu gewinnen, die Deutschen ihrerseits konnten das nicht zulassen. Damit war ein geographischer Gegensatz gegeben, der sich garnicht ändern ließ. Jedes jugendliche, aufstrebende Volk drängt unbarmherzig vorwärts nach der Meeresküste. Sobald die Ungarn den Dualismus durchgesetzt hatten, 1867, war es das erste, daß sie das alte Küstenland für sich forderten und von der Schwäche Oesterreichs auch erlangten; so hatte Ungarn seinen Hafen Fiume. In alledem liegt ein Naturdrang. Das Meer wirkt stärkend auf alle Sitten eines Volkes ein; bei seefahrenden Nationen kann vollständige Unfreiheit nur ausnahmsweise aufkommen. Es gibt kaum einen menschlichen Beruf, der alles Untüchtige ausstößt, wie der des Seemanns; daher kann hier die menschliche Kraft so frei gedeihen. Er erzeugt eine wesentlich demokratische Anschauung, die allein nach der Leistung fragt und urteilt. Wenn man Sparta und Athen vergleicht, so sieht man deutlich, wie die Seemacht Athens auf den ganzen Charakter des Staates zurückgewirkt hat, im Gegensatz zu dem binnenländisch verhockten Sparta, das nie einen geistig freien Horizont gewann. Unsere verstockten Verhältnisse in Deutschland hat vor allem die reine Binnenlandspolitik des Hauses Habsburg verschuldet. Wie ein Meteor erscheint hier Wallenstein, ein genialer Kopf, der schon den Gedanken faßte, aus dem Jadebusen einen deutschen Seehafen zu machen und einen Kanal zwischen Nord= und Ostsee zu graben. Von der Natur ist Deutschland allerdings stiefmütterlich bedacht. Die Ostsee trägt überwiegend den Charakter des Binnenmeeres. Das kann man erkennen daran, daß die Einwirkung der See auf die anwohnenden Menschen sehr gering ist. Man ahnt ein paar Stunden von der Küste in Pommern gar nicht, daß man an der See ist. Die Nordsee hat in Deutschland die denkbar schlechteste Küste durch die Watten. Das alles ist so ungünstig wie möglich; aber auch hier kann man sehen, wie der Mensch natürliche Hindernisse zu überwinden vermag. Dieses Deutschland mit seiner widerwärtigen Küste ist einst doch die erste Seemacht gewesen und soll es, so Gott will, wieder werden. Zum Stande der Apothekengesetzgebung wird der „Deutschen Tageszeitung“ berichtet, daß ein im preußischen Kultusministerium aufgestellter Entwurf zur Neuregelung der Apothekenbesitzverhältnisse den Charakter der Unverkäuflichkeit für alle Apotheken einführen und die Erledigung der Frage der Entschädigung für die Aufgabe des Veräußerungsrechtes den Einzelstaaten überlassen will. Die Medizinal=Abteilung des preußischen Ministeriums habe für die Regelung dieser Entschädigungsfrage den Plan eine Amortisationsverfahrens in Aussicht genommen, nach welchem die Apotheker die Entschädigung für die Aufgabe der eigenen Rechte aus der eigenen Tasche aufbringen sollten. Dieser Plan habe im preußischen Finanzministerium schlechthin ein Lächeln erweckt. Da aber die allgemeine Aufhebung der freien Verkäuflichkeit der Apotheken nicht ohne die Frage der Entschädigung gelöst werden kann, so sind dem fraglichen Gesetzentwurf nachträglich auch im Schoß der preußischen Regierung starke Gegner entstanden und deshalb dürfte die gesetzgeberische Regelung des Apothekenbesitzrechtes auf grund jenes Entwurfes keine Aussicht auf Durchführung haben. Vielmehr dürfte diese Regelung weiter hinausgeschoben werden. Berlin, 29. Sept. Ein künftiger italienischer Thronerbe. Zwischen Italien und dem Vatikan hat sich eine neue Schwierigkeit erhoben, die den Politikern der Kurie große Sorge bereitet. Die junge Herzogin von Aosta, Prinzessin Helene von Orleans, sieht einem freudigen Familienereignis entgegen. Angesichts der Tatsache, daß nach zweijähriger Dauer die Ehe des Kronprinzen noch kinderlos ist, kann dieses Ereignis vielleicht eine bedeutende aynastisch=politische Tragweite erlangen; es ist vielleicht ein Erbe der italienischen Königskrone, der dort zur Welt kommt. Bei dieser Sachlage hat man angeregt, die Prinzessin im Quirinal Wohnung nehmen zu lassen, damit der eventuelle Thronerbe auf römischem Boden geboren würde. Er würde der erste savoyische Prinz sein, der dort das Licht der Welt erblickte, während einer seiner Vorfahren, der savoyische Herzog Amadeus VIII., als Papst Felix V. einmal in Rom residirt hat. Natürlich aber ist die vorerwähnte Möglichkeit der Kurie im höchsten Grade unangenehm, und sowohl bei der italienischen Königsfamilie wie besonders bei den Orleans werden von ihr Schritte gethan, um die Prinzessin von der Uebersiedelung nach Rom abzuhalten. Die notörische große Feindseligkeit Leos XIII. gegen den Vater der Prinzessin, den vor einigen Jahren verstorbenen Grafen von Paris, macht den Zwischenfall noch pikanter. Zur Dreyfus=Angelegenheit erhält die„Nat.=Ztg.“ folgende Zuschrift aus der Provinz: Gestatten Sie einem langjährigen Abonnenten Ihres geschätzten Blattes zu einer kurzen Bemerkung das Wort: Wenn man die Vorgänge in Frankreich verfolgt, so wird man sich nicht der Sorge erwehren können. Lassen doch die augenblicklichen Verhältnisse jede, auch die schlimmste Lösung befürchten. Ungemein beunruhigend wirkt aber dabei der Gedanke, daß all diese Verwickelungen dem mißbrauchten Inhalt eines Papierkorbes zu verdanken sind! Wenn man bedenkt, daß aus achtlos fortgeworfenen Papierfetzen geschickte Hände und findige Köpfe kompromittirende oder sonstige unheilstiftende Schriftstücke wieder zusammenfügen können, also daß jedes dieser Fetzchen Mitwirker einer falschen Urkunde wird, so begreift man nicht den Gebrauch eines Papierkorbes auf Botschaften oder anderen wichtigen Aemtern! Nur was nicht ist, kann nicht mehr schaden; darum Vernichtung alles dessen, was seinen Zweck erfüllt oder verfehlt hat.— Man ersetze den Papierkorb durch einen Kamin oder Ofen — und keine menschliche Kraft ist mehr imstande, einen Funken durch mißbrauchte Reste wichtiger Aktenstücke ins Pulverfaß zu schleudern.“ In der Oktobernummer der„National Review“ heißt es in einem Aufsatz über die Dreyfus=Angele. genheit:„In Berlin glaubt man, daß zweimal in der deutschen Botschaft in Paris eingebrochen wurde, um Beweismaterial gegen Dreyfus zu bekommen. Das erstemal gelang der Raub. Schriftstücke wurden gestohlen, kopirt und dann zurückerstattet. Beim zweitenmale wurden die Diebe unglücklicherweise gefaßt. Ihre Geständnisse verwickelten hochstehende Persönlichkeiten, die sich sonst nicht mit Einbrüchen zu befassen pflegen. Deutsches Gebiet war verletzt worden. Eine kampflustige Macht hätte einen„casus belli“ darin gefunden. Aber Deutschland ist friedliebend.“ Was diese Enthüllungen betrifft, so sind sie durchaus nicht ganz neu, sondern im wesentlichen schon längst bekannt. Berlin, 29. September. Das Pamphlet über den „Cobdenklub". Ein hiesiges Blatt hat die Bemerkung gemacht, durch Buschs Werk„Some pages etc.“ sei festgestellt, daß ein vor Jahren viel besprochenes Pamphlet,„Der Cobdenklub", das im Jahre 1881 während der Verhandlungen über die Erneuerung des englisch=französischen Handelsvertrages anonym in Berlin bei H. Bahr und gleichzeitig in französischer Uebersetzung bei Sandoz und Fischbacher in Paris erschien, den verstorbenen Lothar Bucher zum Verfasser gehabt habe. Um das festzustellen, hat es des Zeugnisses des Herrn Busch nicht erst bedurft. neien und wasserlose Einöden. Der alte Kaiser blieb getrost und ungebeugt. Als ihm die Schwächung des Heeres durch die Flucht vieler der Seinen gemeldet wurde, die das Heer wegen der herrschenden Not und des Maugels verlassen hatten und zu den Türken gegangen waren, rief er unverzagt:„Die Flucht dieser Gottlosen ist eine erwünschte Reinigung des Heeres. Wie konnten wir in solcher Gesellschaft den Sieg erwarten!" Von der Not der Kreuzfahrer unterrichtet, ließ der türkische Feldherr dem Kaiser durch einen Abgeordneten das Auerbieten machen:„Wenn Ihr 300 Zentner Gold oder für jeden Kreuzfahrer einen Byzantiner bezahlt, so sollt Ihr Frieden haben und Lebensmitel erhalten.“ Der Rotbart antwortete:„Es ist nicht Sitte in unserm Reiche, noch Sitte bei den Kriegern des Kreuzes, sich den Weg mit Gold zu öffnen. Mit dem Schwerte werden wir uns Bahn brechen unter dem Beistande unseres Herrn Jesu Christi.“ Am folgenden Tage kam es nahe bei Ikonium, dem Sitze des türkischen Sultans, zur Schlacht(18. Mai). Von allen Seiten drangen die Türken auf die Kreuzfahrer ein. Mit dem Wachsen der Gefahr schien den Türken die Kraft des greisen Führers sich wunderbar zu verjüngen. Mit mächtiger Stimme mahnte er die Seinigen:„Was zagt ihr? Was zögert ihr? Kommt, meine Mitstreiter, die ihr aus eurer Heimat ausgezogen seid, um mit eurem Blute das Himmelreich zu erwerben! Jetzt ist die rechte Zeit, folgt mir! Christus siegt!“ Mit diesen Worten stürzte der Rotbart wie ein Löwe auf die Türken, die einem Kampfe mit dem Kaiser auswichen. Im folgten seine Mannen. In diesem Augenblicke gewahrte man auf den Zinnen von Ikonium die gelbe Fahne mit dem Reichsadler, die Herzog Friedrich, des Kaisers Sohn, aufgepflanzt hatte. Auf dem Schlachtfelde, wo 10000 Türken erschlagen lagen, begrüßte der greise Heldenkaiser seinen siegreichen Sohn. Von Ikonium wandten sich die Kreuzfahrer nach den weiter südlich gelegenen Landschaften Kleinasiens. Bald erblickten sie an den Wegscheiden das tröstliche Zeichen des Kreuzes; sie waren auf christlichem Gebiete angekommen, und die Gesandten des christlichen Fürsten Leo von Armenien geleiteten die Kreuzfahrer nach Seleukia am Kalykodnus oder Saleph. Von Tag zu Tag wuchs Friedrichs Ruhm, alle seine früheren Thaten wurden durch diesen Kreuzzug überstrahlt und verklärt. Jerusalem war das hohe Ziel, das der Seele des Kaisers und seiner Kreuzfahrer vorschwebte und sie mit heiliger Begeisterung erfüllte. Mit der Einnahme von Jerusalem hoffte der greise Kaiser sein Lebenswerk würdig abzuschließen. Da fand er vorher den Markstein seines Lebens. Herzog Friedrich von Schwaben führte den Vortrab des Heeres, der Kaiser befand sich bei dem Hintertreffen. Nur eine schmale Brücke führte über den reißenden Bergstrom Saleph, sodaß das Heer nur langsam vorwärts kam. Während die Hauptmasse des Heeres noch teils im heißen Sonnenbrande über die Felsen zum Strome hinabzog, teils über die Brücke vorwärts drängte, gedachte der Kaiser den Weg abzukürzen und die Fluten zu Rosse schwimmend zu durchsetzen. Frohgemut sprengte er hoch zu Rosse in den Strom hinein, allein die Wogen rissen Roß und Reiter mit sich fort, schlugen über seinem Haupte zusammen und legten weiter unterhalb die Leiche des geliebten Kaisers an das Ufer. Das geschah am 10. Juni 1190, einem Sonntage. Unbeschreiblich war der Schreck und Schmerz des Heeres, das sich so plötzlich seines verehrten Oberhauptes beraubt sah.„An dieser Stelle und bei diesem traurigen Bericht versagt unser Griffel und verstummt unsere Rede“, sagt eine unserer Quellen. Herzog Friedrich von Schwaben, die„einzige Hoffnung der deutschen Ritterschaft und der Schreck der Sarazenen“, führte die Kreuzfahrer über Antiochien, wo die Gebeine des Kaisers in einem Marmorsarkophage vor dem Hauptaltar der Peterskathedrale beigesetzt wurden, nach Palästina zu dem Könige Guido, der mit den christlichen Rittern Syriens und den abendländischen Kreuzfahrern die Grenzfeste Akkon belagerte, fand aber hier seinen Tod an einer verheerenden Seuche, nachdem er noch die Gründung des deutschen Ordens, wohl der wichtigsten dauernden Frucht dieses Kreuzzuges, eingeleitet hatte. Kaiser Friedrich l. Rotbart war aus dem Leben geschieden, ohne das Ziel seiner Sehnsucht, Jerusalem, erreicht zu haben, aber er hatte sich auf dem Kreuzzuge zu einer idealen Gestalt erhoben, wie noch kein Fürst des Morgen= und des Abendlandes, und er hatte das römisch=deutsche Kaisertum und das Reich deutscher Nation im fernen Morgenlande mit einem Glanz und einem Ansehen umgeben, wie sie noch nie gehabt hatten und welche später seinem Enkel die Bahn öffneten nach Jerusalem. II. Zwanzig Jahre nach dem Auszuge Friedrichs 1. blühte von dem mächtigen Geschlechte der Hohenstaufen nur noch ein junges Reis. Dies war der Enkel des Rotbart, Friedrich UI., ein freisinniger, geistreicher und vorurteilsfreier Fürst, der am 24. Juli 1215 vom Erzbischof von Mainz unter Zustimmung des Papstes zum König der Deutschen gesalbt und auf den Stuhl Karls des Großen erhoben worden war. Schon damals hielt der Papst es für nötig, das Versprechen seines ferneren Beistandes für den Hohenstaufen an gewisse Bedingungen zu knüpfen. Dahin gehörte das Gelübde zu einem Kreuzzuge, das Friedrich leisten mußte; denn der Papst sah in einem Kreuzzuge das sicherste Mittel, um seine eigene Macht und seinen Einfluß zu erweitern und zu stärken. Friedrich U. mußte dasselbe Gelubde erneuern, als er am 22. November 1220 zu Rom vom Papste die Kaiserkrone des römischen Reichs deutscher Nation erhielt. Der Kreuzzug war für Friedrich U. gewissermaßen schon durch die Ueberlieferungen seines Hauses vorgeschrieben, und er dachte nicht daran, sich der Erfüllung seines Gelübdes zu entziehen; aber er wollte nicht als bloßes Werkzeug der Geistlichkeit dienen und durch seinen Kreuzzug dazu beitragen, allein die päpstliche Macht zu steigern und zu stärken, sondern er wollte als selbständiger Gebieter im Morgenlande auftreten. Auch wollte Friedrich vor dem Auszuge nach dem Morgenlande seine Macht in seinen Erbstaaten wider alle Wechselfälle sicher stellen und schob deshalb den Kreuzzeug einstweilen noch hinaus. Als er endlich Anstalten dazu traf und das Heer der Kreuzfahrer in Unteritalien sammelte, da brachen in seinem Lager, durch die Gluthitze des Sommers erzeugt, ansteckende Krankheiten aus und nötigten die Flotte der Kreuzfahrer, die trotzdem die Anker gelichtet hatte, nach wenigen Tagen wieder zur Umkehr. Der Kaiser, der selbst von dem bösartigen Fieber befallen ward, beschloß, zunächst in den Heilquellen von Puzzuolt seine Gesundheit herzustellen, bevor er den Kreuzzug antrat. Jetzt brach der Papst, der die Krankheit des Kaisers für trügliches Vorgehen hielt, in heftigen Zorn aus. Er hielt zu Anagni(29. Sept. 1227) eine donnernde Predigt gegen den Kaiser über das Textwort: „Es muß ja Aergernis kommen, aber wehe dem Menschen, durch welchen Aergernis kommt!" Zum Schlusse hielt er zween Fackeln zu Boden, daß sie erloschen, warf sie von der Kanzel und sprach den Bannfluch über den Kaiser. Trotzdem war Kaiser Friedrich jetzt entschlossen, den Kreuzzug zu unternehmen und sich selbst durch den päpstlichen Bannstrahl nicht davon abschrecken zu lassen. Am 28. Juni 1228 schiffte sich der Kaiser zu Brindisi ein. Der Gebannte, dem sich die Thüren der Gotteshäuser in die Heimat verschlossen, zog dahin, um Jerusalem und die heiligen Stätte der Christen zurückzugewinnen. Er sah ohne Schmerz den Raum zwischen seinem Schiffe und dem heimatlichen Ufer wachsen; denn er wußte wohl, daß ihm mehr Unheil von dem Gegner drohte, der in Rom zurückblieb, als von demjenigen, den er im fernen Morgenlande zu bekämpfen ging.(Schluß folgt.) wper wirklich trotz der nicht zuvorkommenden Schreibweise noch Zweifel über den Urheber hätte haben können, dem hätten sie schwinden müssen, als die Schrift mit Zusätzen, die sich aus einer in dem Nachlasse Lothar Buchers vorgesundenen Niederschrift ergeben, mit in die Sammlung von kleinen Schriften politischen Inhalts ausgenommen wurde, die der Bruder Buchers nach dessen Tode 1898 bei Krabbe in Stuttgart erscheinen ließ. Die russenfreundliche Politik des Kardinalstaatssekretärs Rampolla ist unterdes auf eine neue Probe gestellt worden. Die katholischen Priesterseminarien von Sandomir, Sejui und Wlocawek sind durch die russischen Behörden geschlossen worden, weil die Priesterzöglinge durch ihre geistlichen Vorgesetzten den Unterricht statt in russischer in polnischer Sprache sopfingen. Bei der einmal festgesetzten europäischen Kurie indes mussen. eapfingen. Bei der einmal festgesetzten europ Politik des 88jährigen Papstes wird die Kurie diesen Zwischenfall wohl zum übrigen legen Provinzielles. *e Dortmund, 1. Oktober. Zu dem GrubenUnglücke auf Zeche„General Blumenthal“. In einigen Blättern war berichtet worden, der Maschinen= wärter Pasing, dem die Schuld an dem Unglücke beigemessen wird, habe zurzeit des Vorfalles die Fördermaschine nicht bedient, hätte die Führung vielmehr einem Lehrlinge, einem etwa 16 Jahre alten Jungen, anvertraut. Diese Nachricht ist nicht richtig, Pasing bediente die Maschine selbst. Allerdings befand sich ein solcher Junge in dem Maschinenraume, er hatte aber weiter nichts zu thun, als die Maschine zu ölen und zu putzen. Obschon es keine oberbergamtliche Vorschrift ist, daß ein 2. Maschinenwärter anwesend sein soll, der einfolls dom eingn etmas possirt so hat die Rache Geuetritt, faus dem einen etwas passirt, so hat die Zeche„General Blumenthal“ doch Vorsorge getroffen, daß bei der Menschenförderung stets zwei Maschinenwarter zurstelle sind. Wie schon erwähnt, war gerade bei dem Schacht III, auf dem das Unglück statthatte, bezüglich der Fördereinrichtung mit außerordentlicher Sorgfalt verfahren worden. Nach menschlichem Ermessen war es ausgeschlossen, daß ein Korb unter die Seilscheibe gezogen werden konnte. An einer Zeigervorrichtung, nie sich übrigens in jeder Fördermaschineustube befindet, kann der Maschinist jeden Augenblick sehen, wo sich die Körbe im Schachte befinden. Der Maschinist weiß also, wann es Zeit ist, den Dampfzutritt zu vermindern. Außerdem war außer anderen sinnreichen Einrichtungen der sogenannte Römersche Apparat angebracht. Dieser funktionirt selbstthätig; sobald der aufgehende Korb eine bestimmte Höhe erreicht hat und nur ein wenig über den Anschlag hinausgehen sollte, tritt er in Wirksamkeit, sperrt den Dampfzutritt völlig ab und schließt die Dampfbremse, sodaß die Maschine sozusagen sofort zum Stillstande gebracht werden muß. Der Apparat hat auch gewirkt und doch ist das Unglück vorgekommen! Wie uns von Sachverständigen mitgeteilt wurde, ist solches nur dadurch möglich gewesen, daß der Maschinist die Maschine hat zu schnell gehen lassen und den Dampf zu pät abgesperrt hat. Die in Bewegung befindliche kraft des aufgehenden Korbes ist deshalb eine so gewaltige gewesen, daß sie selbst den Widerstand der völlig geschlossenen Dampfbremse überwunden hat. Der Vorgang ist gerade so gewesen wie bei einem zu rasch einfahrenden Eisenbahnzuge, der trotz des schärfsten Bremsens über das Ziel hinausschießt. Es wird auch von Zeugen des Vorganges angegeben, der ganze Maschinenraum habe sozujagen voll Feuer gestanden, das durch das Wirken der Dampfbremse erzeugt worden war. Der sonst sehr zuverlässige Maschinist muß einen Augenblick die Maschine außer acht gelassen haben, ehe er das Versehen gut machen konnte, war das Unglück schon geschehen. Es ist schon erwähnt, daß eine obervergamtliche Verfügung, die die Anwesenheit eines zweiten Maschinenwarters fordert, nicht besteht. Es mag vielleicht gut sein, einen zweiten Mann hinzustellen; die Gegner sagen aber, durch die Anwesenheit eines zweiten Wärters würde gerade die Gefahr vermehrt, denn es sei zu natürlich, daß zwei nebeneinander stehende Leute mit einander sprechen würden, hierdurch könne aber sehr wohl die Aufmerksamkeit nachlassen und ein Versehen eintreten, das die schlimmsten Folgen haben könne. Jedenfalls hat diese Annahme etwas für sich, wie auch die Postirung zweier Maschinisten als recht zweckmäßig bezeichnet werden kann. r Landtagswahl. Direkte Staats= und Gemeindesteuern, welche außerhalb der Gemeinde im Königreich Preußen von Urwählern entrichtet werden, können gemäß§ 3 des Wahlreglements vom 18. September 1898 bei Aufstellung der Wahllisten zur Anrechnung gebracht werden. Bezügliche Anträge sind vom 3. bis 5. d. M. im Stadthause, Zimmer 45, unter Vorlegung der Steuerzettel anzubringen. Nach Ablauf der Einspruchsfrist kann eine Berücksichtigung nicht mehr eintreten. Personalnachricht. Am gestrigen Tage— 30. September— waren zwölf Jahre verflossen seit Herr Oberbürgermeister Schmieding als Oberhaupt unserer Stadt von dem damaligen Regierungs=Präsidenten Herrn v. Rosen in sein Amt eingeführt wurde. Die Einfuhrung erfolgte damals in der Aula der hiesigen Realschule. Herr Oberburgermeister Schmieding ist also nunmehr in seine zweite Wahlperiode eingetreten. I§ Konferenz. Am gestrigen Nachmittage fand, wie wir hören, im neuen Magistrats=Sitzungssaale eine Kouferenz beteiligter und interessirter Kreise statt, welche die Einführung von sogenannten Notirungs= Kommissionen an größeren Schlachtviehmärkten zum Gegenstande hatte. Den Vorsitz führte Herr Oberbürgermeister Schmieding, während der Herr Regierungs=Präsident den Regierungs=Assessor Herrn von der Osten aus Arnsberg als Kommissar entsendet hatte. Außerdem war das Metzgergewerbe, die Metzger= Junung, die Landwirtschaft, der Viehhandel und die Handelskammer durch Mitglieder vertreten. Die Angelegenheit, bei der es sich wohl vorzugsweise darum handelte, ob sich die Preis=Notirungen für geschlachtetes Vieh auf dessen Lebend= oder Schlachtgewicht beziehen sollen, wurde in eingehendster Weise besprochen. e Fahrrad gestohlen. Gestern abend wurde an der Oberpostdirektion ein Fahrrad gestohlen. Dasselbe ist schwarz lackirt, mit Schmutzblechen, Laterne und Bremse versehen. Auf der unteren Verbindungsstange steht die Firmenbezeichnung:„H. Zumziel, Höxter". Der Dieb soll ein junger Bursche mit schwarzem Anzug und Hut sein. m Der Verginvalide Ruther aus der Schäferstr., der den Vergmann Bönninghaus erschossen hat und kürzlich auf freien Fuß gesetzt worden war, ist gestern auf Anordnung des Herrn Untersuchungrichters wieder in Haft genommen worden. ** Der Betrieb bei der Straßenbahn beginnt von heute ab erst um 7 Uhr, anstatt um halb 7 Uhr, wie es bisher geschah. —' Ueber eine hier abgehaltene Sitzung des Gesamt=Vorstandes und der Vertrauensmänner des „Allgemeinen deutschen Handwerkerbundes", Provinzial=Bundes=Amt für Westfalen, wird berichtet: Die Mehrzahl der westfälischen Städte war vertreten; an der Versammlung nahm auch der Abgeordnete Euler teil. Der Vorsitzende F. Möller teilte mit, daß von der königlichen Regierung an ihn und andere Handwerksmeister Anfragen(betreffs Errichtung der Handwerkerkammern) ergangen seien, ob es nicht zweckmäßiger sei, für die Provinz Westfalen eine Handwerkerkammer mit mehreren Unterabteilungen zu gründen. Die betreffenden Herrn haben dem gegenüber ablehnend geantwortet und den ersten Vorschlag der Regierung, wonach Westfalen vier Handwerkerkammern erhalten soll, zwei der Regierungsbezirk Arnsberg und je eine die Regierungsbezirke Münster und Minden, als den besseren bezeichnet. Die Versammlung pflichtete dem bei. Folgende Resolution fand hierauf einstim migs Annahme:„Zur Errichtung der Innungsbildung empfiehlt die Versammlung die Bildung von Kreisvereinen selbständiger Handwerker und in Kreis=Versammlungen die Bildung und Abgrenzung der zu bildenden Innungen festzulegen. Ueberall, wo noch keine Vereine stelbständiger Handwerker bestehen, sind solche möglichst bald zu gründen und zu Kreisvereinen auszugestalten, um in diesen Vereinen den Handwerkern das Wahlrecht zur Handwerkerkammer zu sichern, soweit sie nicht in Junungen korporirt sind. Die Vereinsmitglieder sind dem allgemeinen deutschen Handwerkerbunde zuzuführen, damit derselbe seine Aufgabe, die Rechte des Handwerks zurückzugewinnen und die zügellose Gewerbefreiheit zu beseitigen, erfüllen kann. ** Gestern abend wurde vor dem„Römischen Kaiser“ ein Mädchen von einem Kutschwagen überfahren, doch kam es zum Glück ohne Verletzungen davon. § Asseln, 30. Sept. Ein Schadenfeuer entstand in vergangener Nacht gegen 2 Uhr beim Bergmann Rüpping am Eck, zum Glück wurde dasselbe auf seinen ursprünglichen Herd beschränkt, ein größerer Schaden also verhutet. a Dorstfeld, 30. Sept. Eine wildgewordene Kuh kam heute auf dem Bahngleise von Dortmund nach hier gerannt. Mehrere Personen wollten sie aufhalten, dabei wurde aber ein 11 Jahre alter Knabe eines Bahnwärters von dem Tier auf die Hörner genommen und über eine Einfriedigung geworfen, wodurch ihm die Kleidung fast vom Leibe gerissen und er am Beine verletzt wurde. Schließlich gelang es, das Tier einzufangen. Die Kuh, welche vielleicht in Dortmund gekauft worden, hat rote Farbe und die Zeichen E. B. * Lütgendortmund, 30. September. Auf einem hiesigen Neubau stürzte diesen Morgen ein Handlanger aus der zweiten Etage und fiel auf einem andern, der mit einer Trage Wasser die Kellertreppe heraufstieg. Der Stürzende riß die Eimer mit sich und fiel bis in den Keller. Völlig durchnäßt kam er in kurzer Zeit in der zweiten Etage wieder an und meldete sich mit den Worten:„Da bin ich wieder!“ Merkwürdigerweise war auch der zweite Handlanger mit dem Schrecken davongekommen. m Barop, 29. Sept. Nach dem Beschlusse der hiesigen Gemeindevertretung soll der von Dortmund nach hier projektirte Weg von der Emscherbrücke bis zur Baroperheide bei der Sobbeschen Besitzung mit einer Abzweigung nach Klein=Barop chausseemäßig ausgebaut werden. Die Kosten werden etwa 30000 Mark betragen. m Hombruch, 29. Sebtr. Herr Wirt Wilbrand, der vor kurzem seine in der Wilhelmstraße belegene Besitzung an einen Herrn aus Bochum verkaufte, erstand zum Preise von 85000 M die an der Bahnhofstraße belegene Wirtschaft des Herrn Johann May hier. Herr W. wird schon im November diese Wirtschaft übernehmen und das Gebäude großen baulichen Aenderungen unterwersen. p Schanze, 29. Septbr. Verhaftet wurde hier von dem Gendarmen Irrgang ein männliches Mitglied einer hier einige Tage herumlungernden Zigeunergesellschaft, welches im Verdacht steht, den bei dem Wirt Schwarze hier verübten frechen Diebstahl verübt zu haben und zudem seit Jahren schon steckbrieflich verfolgt wird. Möge man doch an zuständiger Stelle einmal dafür sorgen, daß die Zigeunerplage hier endlich einmal ein Ende nimmt, kommt doch manchmal der Fall vor, daß wir innerhalb einer Woche mehrmals von diesem Gesindel heimgesucht werden. s Annen, 30. September. Den Pächtern der Kruppschen Ländereien hinter den Kruppschen Häusern in der Königstraße sind dieselben gekundigt mit dem Bemerken, daß dieselben bis spätestens zum 1. Oktober geräumt sein müssen, da nach dieser Zeit auf den Grundstücken mit den Ausschachtungsarbeiten für Arbeiter= und Beamtenwohnhäuser begonnen werden solle und zwar soll von der rheinischen Bahn aus nach der Steinstraße zu ein Weg gelegt werden, welcher an beiden Seiten bebaut werden soll.— Nachdem die untere Rüdinghauserstraße nunmehr erbreitert und fast ausgebaut ist, hat Herr Landwirt Theodor Beckhoff seinen alten Privatweg, welcher an genannter Straße zur bergisch=märkischen Eisenbahn fuhrt, eingezogen und dafur einen neuen Weg freigelegt, welcher in gerader Richtung auf die Bahn zuläuft, sodaß dadurch eine Menge schöner Bauplätze freigelegt sind. Da nun auch auf dieser Straße, welche nach Rüding= hausen führt, die elektrische Straßenbahn gebaut werden soll, so gewinnen die Plätze hierdurch an Wert und da fernerhin im nächsten Jahre daselbst ein neues Gleis der bergisch=märkischen Eisenbahn, sowie ein Güterschuppen angelegt werden soll, so wird diese Gegend wohl bald bebaut werden. p Unna, 30. Sept. Der Wechsel in den Wirtschaften wird in hiesiger Stadt mit jedem Jahre starker. Gestern ist die Wirtschaft des Wirts Adolf Gädecke hierselbst zum Preise von 62000# von dem Bottchermeister Josef Köster hierselbst angekauft worden.— Für die bevorstehende Landtagswahl ist der Stadtbezirk Unna in 8 Wahlbezirke eingeteilt und sind im ganzen 48 Wahlmänner gegen 42 Wahlmänner bei der Wahl vor 5 Jahren zu wählen. Die Urwahllisten liegen zurzeit zur Einsicht offen.— Der Verkehr auf dem hiesigen bergisch=märkischen Bahnhofe hat in den letzten Jahren derart zugenommen, daß die Abladegleise und der Güterschuppen nicht mehr ausreichen, die ankommenden Guter aufzunehmen. Ein neues Abladegleise ist inzwischen hergestellt. Die Arbeiten und Lieferungen zur Erweiterung des Güterschuppens sind durch die Eisenbahn=Bauinspektion zu Hagen bereits ausgeschrieben. Der Bahnbau Fröndenberg=Unna schreitet rustig voran. Die Packlage wird in nächster Zeit fertig und auch die Legung der Gleise schreitet rustig voran. Es ist bestimmt zu erwarten, daß die Strecke Fröndenberg=Unna mit ende Dezember dem Betrieb wird übergeben werden können. Auch die Strecke Unna=Camen wird wahrscheinlich im nächsten Monat in Angriff genommen werden. Eine Kantine zur Aufnahme der am Bahnbaue beschäftigten Arbeiter wird hierselbst am Mühlenwege erbaut. Bochum, 30. Sept. Gestörtes Spiel. Am Mittwoch= Abend wurde, wie der„M. Spr.“ berichtet, in einer Wirtschaft in der Nähe des Bahnhofes Süd eine spielergesellschaft von auswärt aufgehoben, deren Mitglieder: Kaufleute, ein Theaterunternehmer, ein Dachdeckermeister u. s.., sich in verschiedenen Städten, so in Dortmund, Essen, Elberfeld, Hagen Rendezvous gaben. Es wurde um bedeutende Beträge gespielt, und einzelne Teilnehmer sollen ganz erheblich haben bluten mussen; so hat ein Kaufmann aus Witten nicht weniger als 20000 u in einigen Monaten verloren. Man war dem verbotenen Zirkel längst auf der Spur; aber obschon die Polizei sich alle erdenkliche Mühe gab, die Leute bei der„Arbeit“ zu überraschen, gelang dies bisher nicht. Am Mittwoch=Abend erschien nun gegen 10 Uhr in dem obenerwähnten Restaurant ein Gendarm aus Ehrenfeld, der die Vögel bei den Karten abfing. Man hatte eben„Meine Tante, Deine Tante“ gelegt. Die Bank enthielt etwa 150 K Natürlich wollte keiner der Bankhalter gewesen sein; schließlich bekannte sich ein Herr aus Dortmund dazu. Die Kasse wurde in Beschlag genommen und die Namen der Spieler wurden zur Bestrafung notirt. Aus der Morgenpost. Berlin, 30. September. Aus dem Haag wird dem londoner„Daily News“ gedrahtet, der trausvaalsche Gesandte Dr. Leyds, welcher bekanntlich Berlin verlassen mußte, ohne den Kaiser gesprochen zu haben, sei in Abwesenheit des Staatssekretärs von Bulow vom wirklichen Geheimrat von Derenthall empfangen und zwar mit folgenden Worten:„Namens Seiner Majestät habe ich Ihnen den dringlichen Wunsch Regierung zum mindesten aufhören sollten, in deutschen Vorwurf ein, aber Derenthall zuckte die Achseln und antwortete kühl, er habe sich seines Auftrages entledigt und könne weiter nichts thun. Sowelt die „Daily News“. Wir haben guten Grund, die vorstehende Meldung im großen ganzen für zutreffend zu halten. * Berlin, 30. September. Wie das„Militär= Wochenblatt“ meldet, ist Freiherr von der Goltz, Premier=Lieutenant vom 1. Garde=Regiment zu Fuß, unter Stellung à la suite des Regiments, vom 1. Okt. d. J. ab zum Militärgouverneur des Kronprinzen des deutschen Reiches und Kronprinzen von Preußen ernannt, ferner der Hauptmann à la suite des Königin Augusta=Garde=Grenadier=RegimentsNr.4, v. Gonhard, vom 1. Oktober ab zum Militürgonverneur des Prinzeu Eitel Friedrich ernannt, ferner der Premier= Lieutenant von Rauch à la suite des 1. Garde=Regiments zu Fuß vom 1. Oktober d. J. ab zum Militärgouverneuer der Prinzen August Wilhelm und Oskar von Preußen ernannt. h Berlin, 30. Sept. Die Nachricht der„Mil.=Pol. Korr.“, daß einzelne Teile des deutsch=englischen Vertrages dem im nächsten Monat zusammentretenden Kolonialrat mitgeteilt werden sollen, wird von der „Post“ als unbegründet bezeichnet. Das Blatt weist darauf hin, daß beide Kontrahenten die Geheimhaltung des Uebereinkommens verabredet haben, und daß der Zeitpunkt der Veröffentlichung noch garnicht bestimmt werden kann, weil er von dem Eintritt gewisser Umstände abhängt. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe wird heute in Berlin wieder eintreffen. Ueber die formellen Antworten der Mächte auf * Jokohama, 30. Septhr. Wie aus Söul telographisch gemeldet wird, ist der Krouprinz von Koren ernstlich an der Ruhr erkrankt. ind r8 Frachrichten. (Wolffs Telegraphen=Bureau.) * London, 1. Oktober. Wie das„R..“ aus Kingston(Jamaika) meldet, sind die Meldungen über Unruhen, die unter den dortigen Mestizen ausgebrochen sein sollen, unrichtig. Wahrheit ist nur, daß 100 Mestizen in Charleston in die Besitztümer eingedrungen sind, welche sie für sich in Anspruch nahmen, aber versprochen haben, von ihrem Unternehmen abzulassen, nachdem sie auf die Ungesetzlichkeit ihres Unternehmens hingewiesen waren. Gewaltthätigkeiten sind nicht vorgekommen. * Kopenhagen, 1. Okt. Die Leiche der Königin wurde gestern abend im Schlosse Bernstorff in den Sarg gelegt. Hiernach versammelte sich die königliche Familie im Trauerzimmer und schmückte den Sarg mit Rosen, worauf die Verlötung erfolgte. * Rom, 1. Oktober. Die„Tribung“ meldet: Die französische und englische Regierung stimmte dem Vorschlage der italienischen Regierung, eine Konferenz zur Beratung von Maßnahmen gegen die Anarchisten einzuberufen, zu. Somit ist die Zustimmung aller Regierungen erfolgt. * Madrid, 1. Oktober. Die Regierung hat bei den Amerikanern Schritte gethan, um zu erreichen, daß die Armee sich von Manila nach den Viscaya-Inseln begeben, könne, um der Ausdehnung des dortigen Aufstandes entgegen zu treten. Infolge davon sei es, das Rundschreiben des Grafen Murawiew verlautet wig Sagasta erklarte, unzutreffend, daß von Spanien in Petersburg, nach Berichten die die Kreuzzeitung" Vataillone entsandt werden sollten. Gewerbliche und Verkehrszeitung. ** Dortmund, 30. September. Ineeinem Artikel überschrieben: Wollen die Ruhrbergleute streiken? sagt die„Bergarbeiter=Zeitung" u..: *. Auf dem helmstedter und dortmunder Bergmannstag bezeichneten wir einen Durchschnittslohn 2 von 4 4 für die deutschen Bergleute als Mindest* forderung. Heute ist der Durchschnittslohn des Ruhrbergmannes aller Klassen erst 3,69##. Wir 8haben also eine Lohuerhöhung für alle RuhrbergFleute von 10 Prozent anzustreben! Wenn wir die as asseroedenüich gintlig Zeit vritrichen klassen, ohne mindestens den Versuch gemacht zu haven, bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen, dann soegehen wir ein großes Unrecht an uns und unseren Angehörigen. Das allermindeste, was zu fordern ist, ist die Festlegung der heutigen Löhne! Kameraben im Ruhrgebiet! Wir fordern Euch auf. Euch alle dem Verbande anzuschließen! Wenn wir jetzt Linig und besonnen vorgehen, dann können wir schünle Erfolge erzielen. Das erwähnte Organ spricht sich weder für, noch #n eisten Streik aus, es lassen aber die Aeußerunin Pelersburg, nuch Berichten die die„Krenzzeilung von dort erhalt, daß diese Antworten seitens der— meisten Mächte schon angelangt oder angekündigt sind und zwar im Sinne der Kundgebungen sympathischer Art, mit deuen der Appell des Zaren sofort erwidert worden war. Berlin, 30. September. Dem Vernehyen der „Berl. Polit. Nachr.“ zufolge, wird die vom Grafen Posadowsky im Reichstage angekündigte Gesetznovelle weitere Ausführungen der Vorschriften des bürgerlichen Gesetzbuches und des Handelsgesetzbuches enthalten, die insbesondere die Verhältnisse der Handlungsgehülfen regeln, und auch Erleichterungen der Konzessionirung gewerblicher Anstalten enthalten. * Berlin, 30. Sept. Wie die„Nordd. Allg. Ztg.“ meldet, wird das vom Reichsschatzamt ausgearbeitete Schema des neuen Zolltarifs voraussichtlich in den ersten Tagen der nächsten Woche den Bundesregierungen zur Prüfung zugesandt werden. * Köln, 30. Sept. Der„K..“ wird aus Madrid telegraphiert: Die Lage auf den Riscaga=Inseln ist infolge der Landung der Tagalen bedeutend verschlimmert. Die Tagalen schifften sechs Kanonen und viele Munution aus. Sie ermordeten verschiedene Offiziere nebst ihren Familien. Die spanischen Beamten flüchteten. Die Regierung beschloß, durch den französischen Gesandten Cambon einen energischen des Kaisers auszudrücken, daß Sie und en sollten, in deuise Zeitungen gegen das anglo=deutsche Abkommen zu agitiren“. Leyds legte Verwahrung gegen diesen Protest nach Washington zu richten. * Frankfurt a.., 30. Sept. Der„Frankf. Ztg.“ wird aus Belgrad gemeldet: Die aus deutschen Industriellen, Kaufleuten und Journalisten bestehende Reisegesellschaft, welche gestern abend in Belgrad angekommen ist, wurde von einem Regierungskomitee und der Bürgerschaft festlich empfangen. Die Gesellschaft beabsichtigt, Risch und das eiserne Thor zu besuchen. Die belgrader Zeitungen widmen den deutschen Gästen warme Begrüßungsartikel. * München, 30. Septbr. In Bestätigung anderweitiger Mitteilungen will die„Allgemeine Zeitung“ erfahren haben, daß der vom Kaiser in der beynhauser Rede angekündigte Gesetzentwurf nicht in einer Aenderung der Gewerbe=Ordnung, sondern in spezialisirten Bestimmungen zum Schutze der persönlichen Freiheit auf dem Gebiet des allgemeinen Strafgesetzes bestehen werde. * Wien, 30. September. Die Abendblätter betrachten den Rücktritt des Handelsministers Dr. v. Bärnreither als feststehende Thatsache und bezeichnen als Grund des Rucktritts die sich immer mehr steigernde Spannung zwischen der Regierung und der Linken. Bezüglich des Nachfolgers überwiegt in den Blättern die Annahme, der Sektionschef im Handelsministerium Frhr. von Weigelsperg werde die Leitung des delsministeriums übernehmen. h Wien, 80. Sept. Im weiteren Verlauf der heutigen Reichsratssitzung erzielten die Oppositionspar= teien einen überraschenden Erfolg. Der von dem verfassungstreuen Großgrundbesitz gestellte und von Thun kategorisch abgelehnte Dringlichkeitsantrag, die Regierung solle dem Hause die Abmachung bekannt geben, die Ungarn getroffen, falls der Ausgleich auf parlamentarischem Wege nicht stattfinden könne, wurde mit 172 gegen 162 Stimmen angenommen. Die nächste Sitzung findet am Montag statt. h Wien, 30. September. Nachdem betreffs der Einteilung der Tagesordnung die Behandlung der Dringlichkeitsanträge zwischen der Rechten und der Oppositionsparteien heute mittag ein Kompromiß zustande gekommen ist, begann die heutige ReichsratSitzung in wesentlich beruhigter Stimmung. Die erste Lesung der Ausgleichsvorlage ist nunmehr gesichert, und werden die Obstruktions=Bestrebungen der Schönerer=Gruppe vorläusig von keiner Partei Unterstützung finden. h Budapest, 30. Sept. Die Identität des unter dem Verdachte eines Attentats auf das rumänische Königspaar stehenden, in Orsova verhafteten Individuums ist nunmehr festgestellt. Derselbe ist ein beschäftigungsloser Photograph Namens Georg Bosco= witsch aus Belgrad. Er leugnet jedoch jede verbrecherische Absicht. h Haag, 30. Sept. Hier geht das Gerücht von der bevorstehenden Verlobung der Königin mit dem Prinzen zu Wied. h Paris, 30. Seckt. Außer den Erdarbeitern werden jetzt auch die Maler und Anstreicher in den Ausstand eintreten. Ein diesbezuglicher Entschluß soll in den nächsten Tagen gefaßt werden.—„Petite republique“ meldet, Jaures werde morgen abend einen Vortrag über die Dreyfusangelegenheit und den Sozialismus halten. h Paris, 80. Sept. Esterhazy erklärt in der„Libre Parole“, er habe Frankreich verlassen, um erstens in England wegen der Veröffentlichung seiner Memoiren zu unterhandeln, zweitens, weil er eingesehen habe, daß man ihn in amtlichen Kreisen ins Verderben stürzen wolle.„Gaulois“ sagt, wenn die Broschüre Esterhazys Mitteilungen enthielte, welche die Sicherheit des Staates gefährdeten, werde die Regierung Maßregeln zur Hintertreibung von deren Veröffentlichung treffen. h Paris, 80. Septbr. In Regierungskreisen wird versichert, daß die französische mit der englischen Regierung demnächst einen Meinungsaustausch wegen freundschaftlicher Beilegung der Inschoda=Angelegenheit eingehen werde. * Madrid, 30. Sept. Die Zahl der zur Zivilbevölkerung gehörenden Spanier, welche, um der Herrschaft der Amerikaner zu entgehen, Kuba und Portoriko verlassen wollen, übersteigt 200000. * Lissabon, 80. September. Auf Vorschlag österreichischer, deutscher und schweizer Journalisten beantragte Professor Koch, daß der Kongreß für das Jahr 1901 in Karlsbad, für das Jahr 1902 in der Schweiz und 1903 in Heidelberg abgehalten werde. * Genf, 30. Sept. Die tessiner Polizei verhaftete dieser Tage einen gewissen Ugo Ramboni, welcher angeschuldigt wird, an der Ermordung der Kaiserin Elisabeth mitschuldig zu sein. Ranboni wurde heute nach Genf eingeliefert. * Chabarowsk, 30. Septhr. Prinz Heinrich von Preußen traf an Bord des Kreuzers„Deutschland“ am 24. d. M. in Nowo Kiewsk ein, ging am 25. d.., abends, nach Possiet und setzte von dort am 26. d.., früh, die Reise in See fort. gegen genz darauf schließen, daß demnächst wieder Forderungen auf Lohnerhöhung gestellt werden sollen.— Am Oktober finden Bergarbeiter=Versammlungen statt, in denen über die Frage verhandelt werden dürste. *Dortmund, 1. Okt. Hörder Bergwerks= und Hütten=Verein. Die Verwaltung wird bei der General= versammlung die Erhöhung des Aktienkapitals um 1½ millionen Mark Stamm=Prioritätsaktien La. A. behufs Aukaufs des L. v. Voruschen Hohofenwerks beantragen. 62 Die Auskunftei W. Schimmelpfeng eröffnet am 1. Oktober in Zürich ihre 23. Zweigniederlassung, die die Auskunftsbeschaffung über Firmen der Schweiz und Italiens übernimmt. * Wagengestellung für den Kohlen= und Kokesverkehr im Ruhrrevier. Essen, 30. Sept.(Kgl. Eisenbahn=Direktion.) Für Freitag, den 30. Sept., waren 14 381 Wagen à 10 Tonnen angefordert, gestellt 14381, gefehlt haben keine Wagen.— Dortmund, 30. Septbr. (Dortmund=Gronau=Enscheder Eisenbahn.) Für den 30. Sept. wurden angefordert 492 Wagen à 10 Tonnen, gefehlt haben keine Wagen. r Bövinghausen, 30. September. Der in hiesiger Gemeinde belegene neue Schacht Zollern II war bis auf 31 Meter abgeteuft. Bei Wegnahme eines Ringes behufs weiterer Ausmauerung des Schachtes, setzte sich die Erdmasse in Bewegung und in weniger Zeit war der Schacht zusammengefallen. Der Schachtturm, dem große Gefahr drohte, einzustürzen, ist nach kräftigem Stützen erhalten geblieben und wird wohl seinen Zwecken fernerhin dienen können. Die Abteufung des Schachtes muß aber von neuem begonnen werden. Fachmänner glauben, daß die Fertigstellung der Anlage durch den Unfall um nur einen Monat verschoben worden sei. Ein Glück ist noch, daß keine Menschenleben zu beklagen sind.— Die Anlage eines neuen Schachtes übt schon jetzt ihre Wirkung auf die Gemeinde Bövinghausen aus. Schon in diesem Jahre sind verschiedene größere Neubauten entstanden. Für das nächste Jahr sind bis jetzt fünf größere Bauten. geplant, andere werden noch folgen. k Langendreer, 29. September. In heutiger General=Versammlung der Bierbrauerei Gebr. Müser (Aktien=Gesellschaft) waren 11 Aktionäre anwesend, welche 1789 Aktien vertraten. Auf die Verlesung des Geschäftsberichtes, welcher sich bereits gedruckt in den Händen der Aktionäre befand, wurde verzichtet und dem Aufsichtsrate, sowie dem Vorstande Entlastung erteilt. Es gelangt eine Dividende von 12 Prozent zur Verteilung, welche am 1. Oktober kr. zahlbar ist. Das nach dem Turnus ausscheidende Aussichtsratsmitglied, Herr Landgerichtsrat a. D. Th. Schmieding, wurde einstimmig durch Zuruf wiedergewählt, ebenso als Rechnungsprüfer für das Geschäftsjahr 1898/99 die Herrn Konsul F. W. Müser in Brüssel und Bauunternehmer F. W. Maiweg in Langendeeer. p Unna, 30. September. Die hiesigen Schneider, sowie die Schreiner, Bürstenmacher, Böttcher haben die Gründung einer Zwangsinnung beschlossen. * L o n d o n, 3 0. S e p t b r. K u p f e r f e s t, 5 2 P f d. S t. 6 sh. 3., 8 Mt. 52 Pfd. St. 10 sh., Makler=Schlußpreis 52 Pfd. St. 5 sh. bis 52 Pfd. St. 10 sh., best selected 55 Pfd. St. 12 sh. 6., strong scheets 62 Pfd. St. Zinn stetig, Straits 74 Pfd. St. 3 sh. 9., 3 Mt. 74 Pfd. St. 8 sh. 9., engl. 77 Pfd. St. 5 sh. Blei stetig, span. 12 Pfd. St. 18 sh. 9., engl. 13 Pfd. St. 1 fh. 3 d. Zink ruhig, gewöhnl. Marken 21 Pfd. St. 18 sh. 9., bes. Marken 22 Pfd. St. 5 sh., gewalz. schles. 24 Pfd. St. 15 sh. New=Yorker Schlußkurse.(Telegramm.) Petrose.ra finirte Petrol in New=Dork erol i. Philadetphlo Mehl Mais Sept. Weizen Sept. " Ottbr. Tendenz ruhig. Weigen Sept. " Dezbe. X0. 65 3. G. Di 29%/ 31 1/3 Gerichtliche Entscheidungen. Bochum, 30. Sept. Ein unredlicher„Volksanwalt“. Daß Rat, auch wenn er nicht gut ist, doch teuer sein kann, hat ein Versicherungs=Inspektor in Essen erfahren müssen. Der Mann befand sich in finanzieller Bedrängnis und wünschte die eheliche Gütertrennung herbeizuführen. Er wandte sich in dieser Angelegenheit an den früher in Bochum, jetzt in Herne wohnhaften„Volksanwalt“ Theodor Sch.— der, nebenbei bemerkt, im Januar 1897 wegen Beihülfe zum betrügerischen Bankerott zu einjähriger Gefängnisstrafe, verurteilte wurde, dann einen Urlaub benutzte, um nach Diedenhofen zu entfliehen, dort aber wegen neuer Vorkommnisse ausgewiesen wurde und so wieder in die 1 Söul televon Roren k..“ aus dungen über izen ausgest nur, daß ztümer einspruch nahInternehmen lichkeit ihres tthätigkeiten der Königin torff in den die könighmückte den erfolgte. meldet: Die te dem Voronferenz zur Anarchisten imung aller hat bei den reichen, daß caya-Inseln es dortigen avon sei es, on Spanien — ung, tem Artikel, se streiten? nder Bergschnittslohn Is Mindestttslohn des 69 2. Wir Ruhrberg= inn wir die verstreichen gemacht zu haffen, dann und unsevas zu forLöhne! ordern Euch zen! Wenn dann können er für, noch e Aeußeruneder Forden sollen.— sammlungen delt werden verks= und der General= apitals um tien La. A. soofenwerks eröffnet am lassung, die der Schweiz und Kokes. (Kgl. Eisensept., waren stellt 14381, 30. Septbr. ) F ü r d e n 10 Tonnen, in hiesiger II war bis ines Ringes ichtes, setzte peniger Zeit Schachtturm, st nach kräfwohl seinen steufung des nen werden. der Anlage verschoben e Menscheneines neuen auf die Geiesem Jahre inden. Für zere Bauten! eutiger. Geebr. Müser e anwesend, rlesung des ruckt in den rzichtet und Eutlastung 12 Prozent zahlbar ist. ussichtsratsSchmieding, ählt, ebenso ahr 1898/99 el und Baueer. Schneider, tcher haben lossen. 2 Pfd. St. kler=Schluß= 10 sh., best ets 62 Pfd. 9., 3 Mt. 5 sh. Blei gl. 13 Pfd. ken 21 Pfd. sh., gewalz. Hände der hiesigen Polizei stel. eg wr Cb. 1 AO 68 3/8 65 4* de .10 61/ .15 7½ 291 29 3/ 31⅜ 8.. 29 1/8 29%/ 31 1/ anwvalt“. teuer sein Essen ernanzieller trennung ngelegenie wohn. nebenbeizum begnisstrafe, um nach ener Vorer in die sände der biesigen Bgsize, lel. damit ihm dieser Weg angebe, auf dem vie Gutertrennung zu erreichen sei. Sch. riet dem Versicherungs=Inspektor. eine Bescheinigung des Gerichtsvollziehers zu beschaffen, welche besage, daß er nicht über pfändbare Gegenstände verfüge: mit diesem Zettel in der Hand werde er im Rheinlande zum Ziele kommen. Für diese Auskunft verlangte der„Volksanwalt“ fünsundzwanzig muntere Märklein. Der Fragesteller mußte ferner eine auf den Namen der Ehefrau Sch. lautende Schuldverschreibung ausstellen, von welcher Sch. nach seiner Versicherung keinen Gebrauch machen wollte. Als er aber das Dokument in Händen hatte, erwirkte er einen vollstreckbaren Zahlungsbefehl, auf grund denen er dem Versicherungs=Inspektor einen Tisch pfänden ließ. Der Auktionserlös wurde ihm jedoch nicht ausgehandigt, sondern gerichtlich, hinterlegt. Der Antrag auf Ausschließung der Gütergemeinschaft hat auch im Rheinlande keinen Erfolg gehabt. Sch. hatte sich wegen seiner Handlungsweise vor der bochumer Strafkammer zu verantworten, die ihm eine Zusatzstrafe von 8 Monaten Gefängnis zudiktirte. Standesamtliche Nachrichten. Anmeldungen vom 30. September 1898. Aufgebote. Dreher August Rehfeuter mit Elfriede Schweppe. Fabrikarbeiter Ferdinand Berger mit Auguste Gröger. Schmied Heinrich Trümper mit Maria Fiedler. Bergmann Johann Marx mit Hermine Emmerich. Maschinenbauschüler Karl Kallies mit Maria Bornemann. Fabrikarbeiter August Kleinmann mit Wilhelmine Huntebrink. Fabrikarbeiter Louis Möritz mit Ida Jacobi. Fabrikarbeiter Friedrich Bogumil mit Anna Golembek. Eheschliefzungen. Obermaschinist Hermann Weber mit Maria Hausberg. Fabrikarbeiter Friedrich Spurgat mit Emilie Lotties. Fabrikarbeiter Aug. Steffke mit Christine Tenhoff. Geburten. 1 Sohn: Schlosser Wilhelm Linnhoff, Düppelstr. 80. Oberpostassistent Karl Buchholz, Prinz Wilhelmstr. 8. Straßenbahn=Wagenführer Michael Skowronski, Kurfürstenstr. 3. Prakt. Arzt Dr. Joh. Fabry, Balkenstr. 6. Maschinist Karl Janning, Burgweg 70. Apothelenbesitzer Ludwig Reeb, Bornstr. 47. Schuhmacher Heinrich Kothenschulte, Westerbleichstraße 79.— 1 Tochter: Briefträger Ludwig Budde, Gutenbergstr. 72, Schlosser Heinrich Flothkötter, Holzhofstr. 49. Bergmann August Kördel, Burgweg 70. Fabrikarbeiter August Boese, Friedrichstr. 7. Fabrikarbeiter Wilhelm Zimmermann, Burgholzstr. 38. Fabrikarbeiter Josef Jumpertz, Lambachstr. 9. Kamminmacher Ernst Brüning, Kuckelke 6. Photograph Heinrich Schulte=Heuthaus, 1. Kampstr. 99. Todesfälle. Johanna Kämper, Union=Vorstadt =Str. 88, 1 J. Margaretha Horn, Baumstraße 16, 2 M. Berthold Speer, Märkischestr. 21, 1 T. Fabrikarbeiter Anton Voigt, Oesterholzstr. 13, 24 J. Ewald Wegmann, Paulinenstr. 28, 8 M. Fabrikarbeiter Joh. Bielinski, Kesselstr. 77, 88 J. Fabrikarbeiter Johann Sauerland, Westerbleichstr. 81, 65 J. Gesch. Ehefrau Strothmann, Luise geb. Lange, Courlerstraße 18, 28 J. Sprechsaal. (Für Artikel unter dieser Rubrik ist die Redaktion gegenüber dem Publikum nicht verantwortlich.) In der Morgen=Ausgabe vom Mittwoch, den 28. September, befinden sich einige Zeilen über die Knappschaftsältesten=Versammlung in Bochum. Es ist ganz bestimmt, daß sämtliche Bergleute mit allen Punkten der Versammlung einverstanden sind. Eine Ausnahme kann wohl ein Aeltester machen, der auf der Zeche ein Pöstchen hat.— Ein anderer Punkt. Wenn die 40000000 M angesammelt sind, dann sollen die Beiträge zur Kasse nicht heruntergesetzt werden. Das ist auch nicht der Wunsch der Bergarbeiter. Die Beiträge müssen dann bestehen bleiben, wie bisher, aber Kranken= und Invaliden=, Witwen= und Kindergeld soll man erhöhen, damit dic Bergarbeiter besser in kranken Tagen leben können.— Daß die Mehrzahl der alten Aeltesten nicht wiedergewählt wird, das ist doch selbstredend. Wenn so viele Bergarbeiter den Versammlungen fernbleiben, so ist das nur der Lauheit der Bergleute zuzuschreiben, und die meisten sagen sich, wir bekommen ja doch unser Recht nicht. Das ist aber eine grundsätzlich falsche In Mengede sind als Aeltesten in der Versammlung Recht Anscho chauung. aufgestellt als Kandidat: Fritz Jörgens, Beisitzer: H. Götz, Th. Lenze. Mengede, den 29. September. Wilh. Hülsmann. Apollo=Theater. Nachdem nunmehr mit dem heutigen Tage die Wintersaison in ihre Rechte getreten ist, eröffnet auch das unter der Direktion des Herr H. Kappert stehende Apollo=Theater ihre Pforten, um seinen zahlreichen Freunden und Gönnern Stunden der Freude und Erholung zu bieten. Wie uns Herr Kappert mitteilt, ist es ihm unter Auferlegung bedeutender Kosten gelungen, äußerst tüchtige und hervorragende Kräfte zu engagiren, wovon bereits ein Teil am Samstag=Abend, an welchem die Eröffnungs=Vorstellung stattfindet, Zeugnis ablegen soll. Hoffentlich werden die Bemühungen des Herrn Kappert durch zahlreichen Besuch gekrönt sein. Jubiläum. Kirchlinde. Am Samstag, den 1. d.., sind es 25 Jahre, daß Herr Markenkontrolleur Streicher der Gelsenkirchener Bergwerks=Aktien=Gesellschaft seine Dienste in treuer Pflichterfüllung gezollt hat. Möge es dem biederen Jubilar noch recht lange vergönnt sein, den Dienst in voller Gesundheit und Rüstigkeit vollziehen zu können. Statt besonderer Anzeige! Heute Morgen starb plötzlich in Folge von Schlaganfall unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester und Tante, die Wittwe Heinr. Beintmann, geb. Lorenz, im Alter von 74 Jahren. Um stille Theilnahme bitten Marten, den 30. September 1898. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Montag, den 8. October, 8 Uhr Nachmittags, vom Sterbehause aus statt. Bekanntmachung, Landtagswahl betreffend. Nach§ 8, Absatz 4, des Reglements vom 18. September 1893 über die Ausführung der Wahlen zum Hause der Abgeordneten können direkte Staats= und Gemeindesteuern, welche außerhalb der Gemeinde im Königreich Preußen zu entrichten sind, auf Antrag des betreffenden Urwählers bei Aufstellung der Wahllisten zur Anrechnung kommen, wenn der Betrag derselben der zuständigen Behörde spätestens innerhalb der vorgeschriebenen Einspruchsfrist glaubwürdig nachgewiesen wird. Die aufgestellten Urwählerlisten liegen in der Zeit vom 3. bis einschl. 5. October d. Is., vormittags von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 8 bis 6 Uhr im Verwaltungsgebäude Olpe 1, Zimmer 45, zur Einsicht aus und sind bezügl. Anträge während dieser Zeit an angegebener Stelle unter Vorlegung der Steuerzettel pro 1898/99 anzubringen. Dortmund, den 27. September 1898. Dee Magistrat: Schmieding. Berlin., 24. September 1898. Bekanntmachung. Postpacketverkehr mit Bolivien. Von jetzt ab können Postpackete ohne Werthangabe und ohne Nachnahme bis zum Gewicht von 3 kg nach Bolivien auf dem Wege über Hamburg und Chile versandt werden. Die Postpackete müssen frankirt werden. Die Taxe beträgt 4+ für jedes Packet. Ueber die Versendungs=Bedingungen ertheilen die Postanstalten nähere Auskunft. Der Staatssekretär des Reichs=Postamts. von Podbielski. Gestern Morgen 3 Uhr entschlief nach kurzem. schwerem Leiden, unsere liebe Mutter, Schwester, Schwiegerin und Tante, Prau Wwe. P. Pautz, geb. Eickhoff. im Alter von 85 Jahren. Freunden und Bekannten diese Trauernachricht mit der Bitte um stille Theilnahme. Lütgendortmund, den 30. September 1898. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 2. Octbr., Nachmittags 2½ Uhr, vom Sterbehause aus statt.! Steckbriefs=Erledigung. Der gegen den Schreinergesellen Ernst Meier, geboren am 28. September 1865 zu Tannenbergsthal, Kreis Auerbach, zuletzt in Dortmund, Hövelstraße Nr. 11 wohnhaft gewesen, unterm 7. Sept. 1898 behufs Strafvollstreckung erlassene Steckbrief wird als erledigt zurückgenommen.: C 305—97 4 Dortmund, den 27. Sept. 1898. Königliches Amtsgericht. Der gegen den Schlosser Josef Dols, geboren am 2. Januar 1861 zu Schönfeld in Holland, zuletzt in Dortmund, Zinkstraße 9 wohnhaft gewesen, unterm 15. Septbr. 1898 wegen Diebstahls erlassene Steckbrief ist erledigt und wird zurückgenommen. Dortmund, den 29. Sept. 1898. Königliches Amtsgericht. Ein neuer Break für Metzger od. Bäcker, ein Faschenwagen, sowie mehrere gebrauchte Wagen u. eine 4zöllige Sturzkarre stehen zum Verkauf.: Zimmerstraße 13. — und Wohnungsnachweis der„Horrmanderap.* Bräderer„* für Köln a. Rh. gesucht von energ. repr. Kaufmann, bisher Wirth, der mit Platzverhältnissen vertraut. 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Zig. k Pflasterer, Rammer und Landlanger erhalten sofort lohnende Beschäftigung bei Pflastermeister Hutaus, Bochum. 170857 —6 Austreichergehülfen werden gegen hohen Lohn und Winterarbeit gesucht von s 6208 4 Anstreichermeister Wilh. Venhoff, Herne. Tüchtige Schneidergehülfen sucht Ernst Hümmel * Betenstraße 21. Schneidergeselle gesucht. f s1. Kampstr. 102. Isolirer, auf Korkstein= und plastische Masse eingearbeitet, sofort gesucht. Schriftliche Angebote unt. 17313 an die Dortm. Ztg. erb.“ kam Häuer X und Stheerer gesucht. Westwall 42. 2 Zimmerleute gegen hohen Lohn gesucht. L. Kinkeldei& Co., 17086 Barmen. Ein tüchiger Schreiner für Waschbretter sind. sof. dauernde und lohnende Beschäftigung bei Schürmann, Beurhausstr. 49.= Zimmerleute bei hohem Lohn sofort gesucht. Meldungen Platz Ritterstr..“ Maschinist f. Eismaschine gesucht. Quellen=Brauerei Schüren b. Hörde. Lehrling für Bäckerei u. Conditorei gesucht. Lütgebruckstraße 4. S Ein schulfreier Knabe gegen guten Lohn als Laut bursche gesucht.„17097 August Lock, Märkischestr. 18.— Laufbursche gesucht. Westenhellweg 56. 8 Laufjunge gesucht. Ch. Garms'sche Buchhandlung, Betenstraße 20. 17812 Eine tüchtige. Verkauferin auf sofort gesucht.— 17113 Heinrich Zentini, Schweinemetzgerei, Sittschestrupe 1 ält., ev. Dienstmädch. wird ges. Eintritt kann sofort erfolgen. H. Lüdecke, 171345 Lübeckerstraße 10. Ein tüchtiges Tagesmädchen auf sofort gesucht.„. Tcätenst Lessingstr. 50, a. d. Schützenstr.! Der Ein tüchtiges Dienstmädchen per sof. ges. Hch. Meier=Ebert, Oestermärschstraße 21. Ein ord. Mädchen per 15. Oktober oder 1. November gesucht. Nordstraße 48. 8 Rheinischestraße 5. Ordentl. Bäckergeselle gesucht. Kaiserstraße 14. S Ein ord. Schnhmacher findet gute Stell. Th. Hüser, Grafenhof 18. 8 Ein durchaus zuverlässiger, unverheiratheter 17135 Kutscher gesucht. Nur solche mit guten Zeugnissen wollen sich melden. Heiligerweg 46. Ein ord., zuverl. Knecht gesucht. C. Diedrich, Oestermärschstr. 70. S Zwei Arbeiter zur Aushülfe gesucht. 17351“ Schmitz, Fabrik technischer Oele und Fette, Bremerstraße. Ein Sattler=Lehrling]!„ W0 gesucht bei sofortigem Verdienst. 16944 F. W. Joh. ie Claire, Westenhellweg 8. k Handlanger gesucht.###r Gutenbergstr. 68.* suchen einen Lehrling mit guten Schulkenntnissen. Gebrüder Wolff, 173255 Bournstr. 26, Colonialwaaren en gros. K Ein hiesiges Holzgeschäft sucht z. sofortigen Eintritt einen Lehrling mit guter Schulbildung. Schriftliche Angebote unter 16972 an die Dortm. Ztg. Ein Metzgerlehrling von ord. Eltern gesucht. Herm. Heß, Stubeugasse. 1 Hausbursche gesucht. Eine durchaus erfahrene, selbstständige Köchin und ein in Hausarbeit und Bügeln bewandertes Zweitmädchen b. hoh. Lohn zum 1. Nov. gesucht. Frau Oberbergrath Leybold, 17055 Arndtstraße 25. Ein Mädchen, welches kochen kann und alle Hausarbeiten versteht, für einen kleinen Haushalt gesucht. Gutenbergstraße 54. k Ein ordentl., evangelisches Dienstmadchen mit guten Zeugn. zum 15. Oktober, event. früher oder später gesucht. Heiligerweg 49, 1. Et. k Grerwartertit für Anfang November gesucht. Gefl. Angeb. unt. 17347 befördert die Dortm. Ztg. k Zum 1. November suche ich ord., evangelisches 173487 Dienstmädchen. Frau August Mellmann, —— Ostenhellweg 42. Ordentliches, properes Mädchen für Küche und Hausarbeit, in bess., kleinen Haushalt zum 1. November gesucht.„.„ 1 17367 Bruverweg 57, 2 Tr. Ein mit guten Zeugnissen verseh. braves Mädchen, welches kochen., wird zu einer alleinst. Dame nach Brühl am Rhein sofort gesucht. Anmeld. Poststr. 38, 1. Et. Ein braves, fleißiges Mäuchen gesucht..„ 17109 Zu erfragen in der Dortm. Ztg. Ges. Amme, Küchen= und Zweitmädchen, Mädch., d. melk. kön., Ackerkn., Viehw. u. Jungen erh. St. Frau Sievers, Weberstr. 18. Suche zum 1. Nov. ein ordentl. Zweitmädehenz. Frau Carl Meyer, Hoherwall 10,.“ Ein sauberes Morgenmädchen gesucht. 17366 Rosenthal 18. Auf sofort ein Morgen= oder Tagesmädchen zur Aushülfe ges. Hohenzollernstr. 21. Junges Morgenmädchen sof. ges. Lütgebrückstr. 34. Ein Morgenmädchen sofort gesucht. Jakobstr. 15.“ Maschinenstrickerin gesucht. Paulinenstr. 23° 1 Ein gebild., sol., verh. Mann, gedient als Kavall. b. Leibgardehus.= Regt.(als Unteroff. abg.), durchaus erf. in Landwirthschaft, Fuhr=, Spediteur= und Kohlengeschäft, sucht Stellung als Verwalter, Kutscher, meister, Portier oder Diener nur bei feinerer Herrschaft. Schriftl. Angeb. unter 17333 an die Dortm. Zig. erbeten. Ein Maschinenmeister, m. d. Eismasch.= u. Brauereibetrieb, sowie Dynamo durchaus vertr., sucht, gest. a. gute Zeugn. u. Refer. anderw. Stell. a. Maschineumstr. od. 1. Maschinist. Schr. Ang. u.'S 17361 an d. D..; Kilerrnechte, Kuhschweizer suchen Stellen. Frau Bohnekamp, f Steinstr. 34. Achrer. Tamen im Alter von 15 bis'25 Jahren, mit schöner Handschrift, in kaufm. 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Journal, Berlin 50. 1 Ein schwarz und weiß getigerter Jayalund, mit schwarzem Rücken und zwei schwarzen Kopfhälften, auf den Namen„Nero“ hörend, entlaufen. Wiederbringer Belohnung, vor Ankauf wird gewarnt. 17346 Sunderweg 87. Reste Seidenplüsch, Wollplusch, Leinenplusch, für Stickereien, in größter Auswahl billigst. W. Geitz, Ostenhellweg 62. Dritte Ausgabe. Nr. 272.— 71. Jahrgang. Drucker und Verleger: C. L. Krüger(G. Krüger) in Dortmund. Amtliches Kreisblatt für den Stadt= und Landkreis Dortmund. Sonntag, den 2. Oktober 1898. Verantwortlicher Redakteur: Rudolf Versen in Dortmund. Hierzu ein viertes Blatt. Deutschland. Berlin, 30. Sept. Sofort nach dem Eintreffen des Telegramms, welches dem Kaiser das Ableben der Königin Luise von Dänemark meldete, sandte der Kaiser von Rominten aus an den König Christian ein in den herzlichsten Worten abgefaßtes Beileidstelegramm. Der Aufenthalt in Rominten ist bis zum 6. Okt. in Aussicht genommen. Das kaiserliche Hoflager im neuen Palais wird beim Antritt der Palästinareise! aufgelöst werden. Das Kaiserpaar nimmt schon nach der Rückkehr von Rominten im Marmorpalais Wohnung, da die Bewohnbarkei: des neuen Palais durch den schon im Frühjahr unangenehm vermerkten hohen Grundwasserstand beeinträchtigt wird. Aus Kiel wird telegraphirt: Prinzessin Heinrich kehrt am 16. Oktober von Livadia zurück. Vor ihrer Abreise nach Kiautschou macht sie einen mehrtägigen Abschiedsbesuch am Kaiserhofe. Beim Festmahl, das vorgestern in Hamburg auläßlich der Besichtigung des umgebauten Reichsbankgebäudes durch den Reichsbankpräsidenten Dr. Koch vom Präsidenten der hamburger Handelskammer, Laeisz, gegeben wurde, hielt Herr Dr. Koch eine erst heute hier veröffentlichte bemerkenswerte Rede. Er erinnerte daran, daß die alte hamburger Girobank am 1. Januar 1876 auf die Reichsbank übergegangen sei, und führte hierzu folgendes aus: Der anfänglich widerstrebende Senat habe an der neuen Einrichtung selbst mitgewirkt. Von den alten bewährten Formen sei allmählich manches den Bedürfnissen der Neuzeit entsprechend abgeändert. Die hamburger Girobank sei einem genialen Gedanken entsprungen, der gewissermaßen in dem Giroverkehr der Reichsbank fortlebe. Aber das Alte falle, es ändere sich die Zeit. Im Vergleich mit der alten Bank repräsentire die Reichsbankhauptstelle die Neuzeit— bei sorgfältiger Schonung alter bewährter Normen doch große Erweiterung des Arbeitsfeldes, stete Fühlung mit dem Pulsschlage der Zeit, wie sie Halle in seiner Schrift über die Girobank anerkenne. Eine ähnliche Stimmung klinge aus der Rede Laeiz. In Hamburg habe die Reichsbank Verständnis gefunden. Das, was ein beredter Hamburger auf dem letzten Handelstage über die Reichsbank gesprochen— ihre Bestimmung, Verfassung, Thätigkeit, über die Angriffe gegen sie und die Vorschläge zu ihrer Umwandlung— könne er fast Wort für Wort unterschreiben. Auch ein anderer Hamburge habe, wenngleich im einzelnen abweichend, lichtvoll über die Reichsbank geschrieben. Wie ein englischer Bimetallistenführer gesagt, die Landeswährung könne nicht ohne Zustimmung der Sachverständigen im Lande, der Vertreter der großen Handelswelt, geändert werden, so werde— so wenig wie die festbegründete Goldwährung— auch die Reichsbankverfassung ohne Zustimmung der einsichtigsten Teile unseres Handelsstandes keine„wesentliche" Aenderung erfahren können. In der„Post“ liest man: Das deutsch=englische Abkommen muß wieder einmal Stoff zu einer neuen Erfindung abgeben. Eine hiesige Korrespondenz will nämlich erfahren haben, daß einzelne Teile des Vertrages dem im nächsten Monat zusammentretenden Kolonialrat mitgeteilt werden sollen. Soweit wäre also der Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits bebin as Dem gegenüher weisen wir nochmals darauf hin, vaß beide Kontrahenten die Geheimhaltung des Uebereinkommens verabredet haben, und daß der Zeitpunkt der Veröffentlichung noch garnicht bestimmt werden kann, weil er von dem Eintritt gewisser Umstände abhängt. Aus diesem Grunde hat auch eine Vorlegung des Vertrages im Kolonialrate noch nicht ins Auge gefaßt werden können. Zum Artikel der„Hamb. Nachr.“ in Sachen Busch bemerkt der konservative„Reichsbote": Hiernach könnte es scheinen, als sei Busch mehr für die Arbeiten im, Bureau herangezogen gewesen, thatsächlich aber hat er lange Jahre hindurch, wie das aus seinen Büchern hervorgeht, sehr viel in persönlichem Verkehr mit dem Fürsten Bismarck gestanden. Man hat als den Beweggrund der Veröffentlichungen Buschs vielfach lediglich Geldgier angesehen; Busch habe sich so beeilt mit der Herausgabe seiner Schriften, um möglichst ch viel Geld herauszuschlagen und anderen Veröffentlichungen zuvorzukommen. Diese Absicht des Geldgewinnes mag gewiß obgewaltet haben, allein man darf doch auch die andere sehr breit hervortretende Tendenz seiner Veröffentlichungen nicht aus dem Auge lassen, und diese geht offenbar darauf hinaus, aus Verehrung für den Fürsten Bismark auf alle Personen, mit denen Bismarck politisch zusammengearbeitet hat, mehr oder weniger starke Schatten zu werfen und dagegen die Leistungen Bismarcks in das beste Licht zu stellen. Diese Tendenz spricht geradezu aufdringlich aus all seinen Veröffentlichungen, von der ersten Veröffentlichung des Entlassungsgesuches bis zu seinem letzten Buche mit all den darin mitgeteilten und demgemäß zusammengestellten Aeußerungen des Fürsten Bismarck. Busch hat damit offenbar dem verstorbenen Reichskanzler einen Dienst erweisen wollen, und die Absicht, diese Tendenz ungestört durch naheliegende Rücksichten der deutschen Buchhändler ganz und voll zur Ausführung zu bringen, mag wohl auch einer der Hauptgründe gewesen sein, die ihn bestimmten, jene Bücher in England zu veröffentlichen. Allein er hat das alles zu plump und ungeschickt angefangen und hat gerade dadurch das Gegenteil bewirkt und erreicht, wie aus der Presse aller Parteien, und namentlich auch der englischen, hervorgeht. * Berlin, 30. September. Die„Nationalliberale Korrespondenz“ schreibt: Es ist nicht unsere Art, ohne Not zu provoziren, ebensowenig aber auch, eine nötige Antwort schuldig zu bleiben. Eine solche wünscht wieder einmal der alte Gönner der Nationalliberalen in der„Post“, der auf den kommenden Wahlaufruf der Freikonservativen mit Ausfällen auf die Nationalliberalen vorbereiten zu müssen glaubt, nämlich so: Gegenüber der Thatsache, daß selbst in dem eben erst bei der Reichstagswahl den Polen zu gunsten der Nationalliberalen abgenommenen Wahlkreise Grandenz Nationalliberale und Freisinnige sich zur Bekämpfung der bisherigen Abgeordneten, deren einer der konservativen, der andere der freikonservativen Partei angehört, verbunden haben, ist es bare Heuchelei, wenn die„Nationalliberale Korrespondenz“, gegen die Bekämpfung einiger nationalliberaler Kandidaturen in Hannover durch agrarische konservative Kandidaten das nationale Interesse festen Zusammenhaltens gegen das Welfentum ins Feld führen will. Was dem einen recht, ist dem andern billig; und wenn die Nationalliberalen selbst in den von der großpolnischen Gefahr bedrohten Landesteilen zum Angriff gegen die bisherigen Vertreter aller Deutschen vorgehen, so können sie sich nicht darüber wundern, wenn an anderer Stelle der Spieß umgekehrt wird. Daß es im nationalen Interesse im höchsten Grade unerwünscht ist, wenn Parteien, welche bei den Reichstagswahsen auf einander angewiesen sind, bei den Landtagswahlen auseinandergehen, unterliegt keinem Zweifel. Es mag gewissen Leuten daran gelegen sein, die in anbetracht der dreisten, direkt gegen die preußische Krone gerichteten welfischen Kundgebungen so maßlos kurzsichtigeUluterwühlung der nationalgesinnten Wählerbestände Hannovers auf irgend eine Art zu beschönigen. So, wie es in dem vorliegenden Fall vom Osten her versucht wird, geht es aber nicht. Zwei Beispiele: In Schwetz wurde im ersten Wahlgang der freikonservative Abgeordnete Holtz=Parlin gewählt, und nur darum im ersten Wahlgang, weil die Freisinnigen in diesem Wahlkreis fast bis auf den letzten Mann wie die Nationalliberalen ihre nationale Pflicht thaten und den früheren polnischen Abgeordneten hinauswarfen. In Bromberg ist gewählt worden der konservative Abgeordnete Tiedemann; die Nationalliberalen haben ihn gleich unterstützt, die Freisinnigen thaten es dann auch. Ohne diese war auf Sieg nicht zu rechneu. Das ergibt sich auch daraus, daß den Freisinnigen in Bromberg von der Rechten,— und Freikonservative waren mit dabei,— zur Belohnung für ihr nationales Verhalten eines der drei Landtagsmandate zugesichert worden ist. Und nun Grandeuz=Straßburg. Hier hat der nationalliberale Abg. Sieg das Mandat errungen und die Freisinnigen haben in diesem Wahlkreis ebenfalls ihre Pflicht als Deutsche erfüllt wie alle anderen; sonst war der Erfolg nicht möglich. Wir haben an den Freisinnigen genug auszusetzen, namentlich an der Haltung, die ein Teil wieder auf Druck von Berlin aus in Posen einnehmen will. Aber wo sie ihre nationale Pflicht erschaften zur Beschlußfassendie bezüglichen Arbeiten des füllt haben, da soll es auch anerkannt werden, und dazu wären doch wohl in allererster Linie verpflichtet, die davon Nutzen gezogen haben. Gleichviel wie sich in den genannten Kreisen die deutschen Wähler gruppiren, entscheidend bleibt, daß kein Pole Vorteil davon hat: die nationalen Aufgaben kommen darüber nicht zu kurz. In Haunover aber, wo Welfen und überdies Sozialdemokraten gegen die Nationallieberalen Hand in Hand gehen, da kann es sich mit den oben erwähnten Versuchen nur darum haudeln, die Widerstandskraft nationaler Kreise, welche als erprobte Träger einer gesunden preußischen Staatspolitik sich erwiesen, leichtsinnig zu schwächen. P Berlin, 30. Sept. Das Schema des neuen Zolltarifs, das im Reichsschatzamt ausgearbeitet ist und in den nächsten Tagen den Bundesregierungen zur Prüfung zugehen wird, enthält vorläufig nur die einzelnen Warenpositionen. Es unterscheidet sich vom geltenden Zolltarife nicht nur in der Anordnung der Warengruppen; die einzelnen Gruppen sind auch in weitem Umfang spezialisirt worden. Ehe aber die Zollsätze hineingesetzt werden, und daran gedacht werden kann, den Zolltarif den gesetzgebenden Körperschlußfassung vorzulegen, müssen erst ezüglichen Arbeiten des wirtschaftlichen ausschusses zur Vorberatung der Handelsverträge entsprechend zefördert sein. WNI. Aus Westfalen, 1. Okt. Zu den Landtagswahlen. Bis jetzt stehen in der Provinz Westfalen die folgenden nationalliberalen Landtagskandidaturen fest: Wittgenstein=Siegen: Ingenieur Macco in Siegen. Gegenkandidat ist der freikonservative Laudrat Schepp in Siegen. Bisheriger Vertreter Minister a. D. von Achenbach(freikonservativ).— Altena=Iserlohn: Kommerzienrat Herbers in Iserlohn und Landrichter Noelle in Elberfeld. Bisherige Vertreter dieselben.— Hagen=Schwelm: General=Sekretär Dr. Beumer in Düsseldorf und Gutsbesitzer Schulze=Henne in Lohne. Gegenkandidaten sind die Reichtagsabgeordneten Eugen Richter und Reinhart Schmidt. Bisherige Vertreter Dr. Beumer und Dr. Lohmann.— Bochum=Dortmund: Landgerichtsrat a. D. Schmieding in Dortmund, geh. Bergrat Dr. Schultz in Bochum und Ehrenamtmann Westermann in Lütgendortmund. Bisherige Vertreter Schmieding, Dr. Schultz und SchulzeVellinghausen.— In Herford=Halle=Bielefeld, Minden=Lübbecke und Hamm=Soest schweben die Verhandlungen noch. Herford=Halle=Bielefeld war in der verflossenen Legislaturperiode vertreten durch den Reichstagsabgeordneten Möller und zwei Konservative, Minden=Lübbecke durch den früheren Hofprediger Stöcker und einen Konservativen, Hamm=Soest durch den Reichstagsabgeordneten Schulze=Steinen und den freikonservativen Landrat v. Bockum=Dolffs. Der Abgeordnete Möller hat die ihm in seinem Reichstagswahlkreise Duisburg angetragene Kandidatur angenommen, der Hofprediger a. D. Stöcker wird in Minden=Lübbecke nicht wieder aufgestellt. r Von der Emscher, 1. Okt. Falsche Vorstellungen. In der„Nationalzeitung“ wurde dieser Tage geschrieben:„Die seit einiger Zeit sich einbürgernde Gewohnheit, daß manche Arbeitgeber sich förmlich dazu drängen, die Führung zu übernehmen. sobald Maßregeln instehen, welche thatsächlich in weiten Kreisen der frage Arbeiter als Deutsche Kaiser im Morgenlande. Von Feodor von Köppen. —(Nachdruck verboten.) (Schluß.) Am 8. September nahte das Schiff mit der kaiserlichen Flagge der kleinasiatischen Küste bei dem Hafen von Akkon. Als das Schiff in den Binnenhafen einfuhr, läuteten alle Glocken und dröhnten große eherne Bauken der Willkommengruß der Stadt. Unter einem zuvelgeschrei das bis zum Himmel stieg, setzte der Kaiser unter dem ihn beschattenden Baldachin seinen Fuß auf den Boden des gelobten Landes. Sein Antlitz leuchtete vor Freude, als er die Führer der Christenheit und die Volksmenge sah, wie sie niederknieten und begeistert die Hände erhoben, um ihn als Kaiser als ihren Retter zu begrüßen. Ebenso groß wie die Freude der Christen war der Schrecken der Muhamedaner über die Ankunft des Kaisers. Es war nicht die Größe des Kreuzheeres, das er mit sich führte, sondern die Hoheit seines Namens, die Macht seiner Persönlichkeit, die auch die kühnsten unter den Gegnern mit Sorgen erfüllte. Sie kannten Friedrichs ernsten, festen Willen, seine Beharrlichkeit, sie wußten, wie er zuverlässig war gegen Freund und Feind und wie er erfahrene Untreue erbarmungslos rächte. Sein vornehmer Stolz, sein prachtvolles Wesen, seine Großmut und Festigkeit erweckten ihm Ehrfurcht und Scheu unter den Gegnern. Der Sultan Alkamil oder Kamel, in dessen Händen sich Jerusalem und die heiligen Stätten befanden, trat mit Friedrich II. in Unterhandlung, um ihm Jerusalem ohne Blutvergießen zu übergeben. So waren die Aussichten für den Erfolg des Kreuzzuges außerordentlich günstig. Aber dem ergrimmten Papste lag jetzt mehr an der Vernichtung des gebannten Kaisers, als an der Befreiung des heiligen Grabes. Auf einer großen Versammlung geistlicher und weltlicher Herren, die der Kaiser zur Beratung über den Feldzug nach Akkon berufen hatte, verkündigte der Patriarch von Jerusalem, daß eine Botschaft des heiligen Vaters an die Versammlung angekommen sei. Zwei Franziskanermönche traten an und überreichten knieend das päpstliche Schreiben. Feierlich las darauf der Patriarch, daß Gregor IX. allen Geistlichen und Laien des Kreuzheeres verdiete, dem eidbrüchigen und gebannten Kaiser, dem nach seinem ersten Ungehorsam die Pilgerreise versagt worden und der in ungehorsamem Trotze dennoch gefahren sei, irgendwelchen Gehorsam zu leisten. Totenstille herrschte in der Versammlung. Dann Veter von Mbantagugs Tempelherrenordens, Peier von Montague, und erklärte hochfahrend, die „erüder vom Tempelherrenorden seien nur dem Gevermöchten nich mnit im Rate zu sitzen und in einem Lager zu dienen mit einem weltlichen Fürsten, den der ##### gebannt habe. Gleiches erklärte darauf der Großmeister der Johanniter. Schweigend, mit stolzer Ruhe, vernahm der Kaiser den Abfall der beiden gegen diese gerichtet gelten, scheint uns für den sozialen Frieden, fur das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitern im allgemeinen höchst nachteilig.“ Erfahrene, im praktischen Leben stehende Leute bekommen immer ein leichtes Gruseln, wenn sie über die hier berührten Verhältnisse in berliner Redaktionsstuben aburteilen hören. Wir würden es ehrlich gesagt auch lieber sehen, wenn bei Repressivmaßregeln gegen die sozialrevolutionären Gefahren ausschließlich die Regierung die„Führung" übernähme. Aber wer ihr die Notwendigkeit gelegentlich immer wieder wird vor Augen führen, wer die Bereitwilligkeit, da bei mitzuhelfen, gegebenenfalls immer wieder wird erklären müssen, das werden stets und allemal, ob es ihnen Freude macht oder nicht, diejenigen Kreise zu sein haben, die diesen Verhältnissen am nächsten stehen. Es ist auch ganz falsch, zu meinen, daß in der Frage eines schärferen Anfassens der Sozialdemokratie unsere Arbeiterwelt durch die Bank im Gegensatze sich befinde zu den Anschauungen ihrer Arbeitgeber. Wie in Wahrheit die Gesinnung unserer Arbeiterschaft ist, das hat vor einigen Tagen sehr treffend das Rhein.= Westf. Tageblatt ausgeführt, indem es schrieb: „Unsere gutgesinnten Arbeiter, die heutzutage dem Uebermute, der Beschimpfung, dem Spotte und der Chikane ihrer sozialdemokratischen Kameraden bis zur Unerträglichkeit schutzlos ausgesetzt sind. vermissen nichts so sehr, als feste und entschlossene Maßnahmen, die nach jeder Richtung hin geeignet sind, den sozialdemokratischen Terrorismus in den gebotenen Schranken zu halten und jedem treugesinnten Arbeiter Schutz angedeihen zu lassen. Es ist heutzutage soweit gekommen, daß die vaterländisch gesinnten Arbeiter es kaum noch wagen, ihrer Ueberzeugung Ausdruck zu geben, weil sie sich durch nichts gegen die Brutalität gewisser Genossen geschützt wissen. Für diese braven Leute würde es eine Erlösung bedeuten, wenn Regierung und Parlament ihnen mit entschlossenen Maßnahmen zu Hülfe eilen wollten. Uns, die wir fast allabendlich im Kreise von Arbeitern verkehren, ist es oft gesagt worden:„Wir haben zur Regierung gehalten; aber wir sind in unserer Arbeitsstelle die Unterdrückten, die den Mund nicht aufthun dürfen; hält eben zu wenig zu uns.“ Also Festigkeit, Entschlossenheit, zielbewußtes Vorgehen! Damit schreckt man nicht unsere besseren Arbeiter, sondern man macht ihnen damit Mut.— Daß diese Darstellung der Wirklichkeit entspricht, wird jeder bestätigen, der mit der Arbeiterwelt Umgang pflegt. Die berliner Stubengelehrten irren, wenn sie glauben, daß man mit generellen Maßnahmen gegen die bösen Elemente unter den Arbeitern auch die gutgesinnten Arbeiter verletzen würde. Ganz im Gegenteil. Ausland. Paris, 30. September. Die„Libre Parole“ hatte den Redakteur Boisandre nach London zu Esterhazy geschickt. Esterhazy hat auch ihm gegenüber natürlich die Enthüllungen des„Observer" dementirt und erzählt, wie der pariser Korrespondent des„Observer", Strong, ihn in die Falle gelockt habe. Außerdem hat er gesagt, weshalb er Paris verlassen habe. Während seiner Untersuchungshaft habe er im Gefängnis den Beweis erhalten, daß man ihn verderben wolle. Man habe ihn nur aus den Händen des Untersuchungsrichters Bertulus gerettet, weil er zu verstehen gegeben habe, welche schwere Kousequenzen seine Verurteilung haben würde. Sein Verteidiger Tezenas habe ihm gesagt:„Diese Leute retten Sie heute, weil es in Ihrem Interesse liegt, aber sie sind entschlossen, Sie durch alle möglichen Mittel zu vernichten". Tezenas habe ihm geraten, schleunigst Frankreich zu verlassen. Provinzielles. — Dortmund, 1. Oktober. Warnung vor englischen Geldverleihern. Der„Reichs=Anzeiger“ veröffentlicht folgende Bekanntmachung: Seit geraumer Zeit erscheinen in der deutschen Presse, insbesondere auch in Lokalitäten, von London aus Inserate, wonach Personen, die sich in augenblicklicher Geldverlegenheit befinden, lediglich auf ihre Unterschrift hin Darlehen angeboten werden. Diese Inserate gehen von einer Schwindlergesellschaft aus, vor der schon wiederholt in der deutschen Presse gewarnt worden ist. Trotzdem gelingt es den Schwindlern noch immer, neue Opfer zu finden, was wohl teilweise dem Umstande zuzuschreiben ist, daß sie in kurzen Zwischenräumen stets Namen und Adressen ändern. Die angegebenen Adressen dienen den Schwindlern lediglich zum Empfang von Briesen; ein Geschäftslokal haben sie selbst dort nie. Da sich in London viele kleine Geschäftsleute gewerbsmäßig mit der Annahme von Briefen beschäftigen, so bietet sich den Schwindlern steis Gelegenheit, neue Adressen zu finden und von den alten Adressen, wo ihrer vielleicht Unannehmlichkeiten harren, im geeigneten Moment zu verschwinden. Die zahllosen Adressen, die von den Schwindlern innerhalb kurzer Zeit benutzt worden sind, verteilen sich über die verschiedensten Stadtteile Londons; die Namen, die sie sich beilegen, sind meist solche, die, wie z. B. Waller, Taylor, King, Cole, Brook, Lloyd, zahlreich in Londen vertreten sind. Manchmal wird dem Namen des besseren Klanges wegen noch ein Zusatz wie a. Sons oder g. Ko, beigefügt. Das Verfahren ist das folgende: Den Darlehnsuchern, die sich auf die Inserate hin Orden, die die Hauptstützen der Kreuzfahrer bei dem Zuge wider die Ungläubigen bilden sollten. Seine Blicke ruhten vertrauensvoll auf den Rittern des deutschen Ordens, vor allen auf ihrem ehrwürdigen Hochmeister Hermann von Salza, seiner treuesten Stütze sowohl im Felde als im Rate. Und dieses Vertrauen des Kaisers sollte nicht getäufcht werden. Die Deutschherren und die deutschen Kreuzritter hielten sich zum Kaiser, als die Welschen ihn verließen. Freilich an eine Eroberung Jerusalems mit den Waffen konnte unter diesen Umständen nicht mehr gedacht werden. Umsomehr eilte Kaiser Friedrich, die Unterhaltung mit dem Sultan Kamel zum Abschlusse zu bringen, ehe dieser von der Uneinigkeit unter den Christen hörte. Um diese Zeit ereignete sich ein Vorfall, der dem Kaiser den Edelmut seiner Feinde in besserem Lichte zeigte, als die Treue seiner Glaubensgenossen. Es war bekannt geworden, daß Friedrich nach dem Jordan wallfahren wollte, in dessen geweihten Fluten fromme Pilger sich damals von dem Staube der Welt und von ihrer Sündhaftigkeit rein zu baden dachten. „Einige fränkische Herren, vielleicht Vertraute des Patriarchen",— so schreibt der Araber Dehebi— „die dem Kaiser nach dem Leben trachteten, gingen so weit, daß sie dem Sultan die Absicht des Kaisers verrieten, damit er sich seiner Person bemächtigen könne. Unbewaffnet, in langem Mönchsgewande und breitkrämpigem Muschelhute, die Kürbisflasche über die Schulter, hatte der kaiserliche Pilger mit wenigen Begleitern seine Wallfahrt nach dem heiligen Flusse angetreten. Da überraschten ihn sarazenische Reiter und überbrachten ihm im Auftrage ihres Herrn, des Sultans Kamel den Brief, in welchem die welschen Ritter ihm die Pilgerfahrt des Kaisers verraten hatten. Wo hatte der Kaiser nun seine wahren Feinde zu suchen, im Lager der Ungläubigen, von wo ihm diese Warnung zukam, oder im Lager der Christen, die ihn verrieten? Vielleicht trug dieses Verhalten des Sultaus zu einem günstigen Fortgang der Unterhandlungen zwischen dem Sultan und dem Kaiser bei. Am 18. Februar 1229 kam ein Waffenstillstand zwischen beiden auf 8557 Jahre zustande. In diesen wurden Jerusalem, Stsschem, Nazaretb mit ihren Gevieten, sowie alle Städte und Landschaften von Jerusalem bis zur Burg Joppe und bis zum Gestade an die Christen abgetreten,„damit die Pilger künftig eine freie und sichere Straße zum Grabmal des Herrn hatten.“— Die in den abgetretenen Landschaften wohnenden Muhamedauer sollten aber ungefährdet, die Moscheen unverletzt bleiben. Den Sarazenen sollte der Zutritt zu dem von ihnen am höchsten verehrten Tempel in Jerusalem verstattet sein, jedoch nur unbewaffnet, auch sollten sie nicht in der Stadt, sondern nur außerhalb herbergen dürfen. Nachdem dieser Vertrag geschlossen war, führte der Kaiser das Heer nach Jerusalem. Am 17. März sahen die Kreuzfahrer die Mauern und Kuppeln der heiligen Stadt, in die sie ohne Blutvergießen einziehen sollten. Das waren dieselben Stätten, dieselbe Landschaft, die der Heiland gesehen hatte. Ein Schauer frommer Begeisterung durchfuhr die Seelen der ermatteten Krieger. Die Pilger warfen sich zur Erde, küßten den Boden, schlugen die Brust, weinten und zogen unter Buß= und Lobgesängen in ungeheurer Prozession in die Stadt ein. Am folgenden Tage, einem Sonntag, begab sich Kaiser Friedrich im kaiserlichen Schmucke in die Kirche des heiligen Grabes und bestieg die Stufen des Hochaltars, auf dem die Krone des christlichen Königreichs Jerusalem lag. Ein Geistlicher durfte nicht den Gottesdienst halten, da Friedrich im Baune war. Friedrich ergriff den goldenen Reif und setzte ihn im Bewußtsein seiner Selbstherrlichkeit ohne die priesterliche Weihe unter dem lauten Jubelgeschrei des zahllos zusammengeströmten Volkes auf sein blondes Haupt. Darauf trat Hermann von Salza, der Hochmeister des deutschen Ordens vor, den langen weißen Mantel mit dem schwarzen Kreuz um die Schultern geschlagen, sonst, wie die Sitte des Ordens es erforderte, von Kopf bis Fuß in glänzenden Stahl gekleidet und las im Namen des Kaisers den Bischöfen und Herren eine Anrede vor. In dieser sprach Kaiser Friedrich sich mit großer Mäßigung über das Verfahren des Papstes aus, indem er darlegte, daß die Ursache seines Streites mit dem Papst nur auf Mißverständnissen beruhe und daß der Papst, wenn er seine— des Kaisers— wahre Absichten kenne, ebenso für ihn sein würde, wie er jetzt gegen ihn zu sein scheine; er selbst werde alles thun, um etwaige Versehen gegen die Kirche wieder gut zu machen, damit die Feinde wie die falschen Freunde Christi, die sich über seinen Zwist mit dem Papst freuten, zu schanden würden. Er wolle sich nicht überheben, noch auf die Hoheit trotzen, die ihm von oben übertragen, sondern, wie Gott ihn erhöht, so wolle er sich auch vor ihm demütigen und, um des Höchsten willen, auch vor dem, den er als seinen Stellvertreter auf Erden eingesetzt habe. Unbeschreiblicher Jubel folgte der Verlesung dieser würdigen und versöhnlichen Ansprache des Kaisers. Das große Ziel, um das so viele Ströme Blutes vergossen worden, war erreicht, der Friede zwischen den beiden Häuptern der Christenheit schien wiederhergestellt. Alles atmete auf in der Hoffnung auf bessere Zeiten. Da geschah das Unglaubliche. Infolge des Bannes, der auf Friedrich ruhte, belegte der unversöhnliche Patriarch alle Stätten, die der Gebannte betrat, die heilige Stadt Jerusalem selbst und die Kirche, die das Grab des Erlösers umschloß, mit dem Interdikt. An den Stätten, die durch den heiligen Frieden, den der Heiland hier zurückgelassen hatte, geweiht waren, wurde der christliche Gottesdienst verboten. Nicht von den Andersgläubigen drohte den Christen im Morgenlande Gefahr, sondern von den Christen, die die christliche Liebe in ihrem Herzen verleugneten. Da beschloß der Kaiser seine Heimkehr aus dem mit dem Interdikte belegten heiligen Lande, und es war die höchste Zeit dazu, wenn er seine Erblande behaupten wollte. Schon war in seiner Heimat das Gerücht verbreitet, daß Friedrich U. im Morgenlande, gleich seinem Großvater, dem Rotbart, den Tod gefunden habe. Der Papst hatte Truppen geworben und war in die italienischen Erblande des Genannten eingefallen. Da erschien der gebannte Kaiser plötzlich mitten unter seinen Gegnern in Italien. Was auch diese versucht hatten, um ihm dem Volke als Ketzer und als Verfolger der Kirche zu verdächtigen, der Ruhm seiner Thaten und Erfolge im fernen Morgenlande erhöhte den Eindruck seiner mächtigen Persönlichkeit und machte die Verleumder schweigen. Auch der Papst hielt es für zweckmäßig, den Kampf jetzt nicht auf das Aeußerste zu treiben. Durch die Vermittelung des weisen Hochmeisters Hermann von Salza wurde am 28. August 1230 zwischen Kaiser und Papst der Friede von Sau Germano geschlossen. Der Papst sprach den Kaiser in Gegenwart der Fürsten und des Volkes feierlich vom Banne los und erkannte ihn als König von Jerusalem an. In den Jahrhunderten, die seitdem verflossen sind“ hat sich in der Welt und in der Weltgeschichte vieles geändert. Jerusalem, die heilige Stadt, ist bereits um die Mitte des 13. Jahrhunderts in die Hände der Türken zurückgefallen; das heilige Grab ist von türkischen Horden zerstört worden. Auch das heilige römische Reich deutscher Nation ist auf seinen Trümmern erstanden als eine Schutzmacht der Freiheit und des Friedens in Europa. Der römisch=deutsche Kaiserthron ist gestürzt, das mächtige deutsche Kaisergeschlecht der Hohenstaufen erloschen; ein neuer Kaiserthron ist für das deutsche Fürstengeschlecht der Hohenzollern inmitten des deutschen Reiches errichtet worden. Heute zieht kein Kreuzheer mehr nach dem Morgenlande zu dem Kampfe gegen Türken und Sarazenen. Friedlich zieht in unseren Tagen ein deutscher Hohenzollernkaiser, begleitet von seiner hohen Gemahlin und von vielen Fürsten des Reiches, gen Jerusalem, um dort ein neues protestantisches Gotteshaus einzuweihen und um den dort unter Muhamedanern, Israeliten und andersgläubigen Deutschen, welchen Glaubens sie immer sein mögen, durch sein Erscheinen mitten unter ihnen kundzuthun, daß sie unter dem Schutze eines Reiches stehen, das stark und einig in sich, auch mächtig genug ist, um für die Rechte und Interessen der außerhalb der politischen Grenzen des deutschen Reiches wohnenden Deutschen einzustehen, wo es immer nötig werden sollte. Die ganze deutsche Nation begleitet ihn auf seiner Fahrt dahin mit ihren Gebeten und Segenswünschen und mit ihrem Friedensgruß an die deutschen Landsleute in dem fernen Morgenlande. Möchte das Erscheinen des deutschen Kaisers dort unter Christen, Inden und Muhamedanern dazu beitragen, dem Fundamentalsatze Geltung zu schaffen, der als erster und höchster uber den Glaubens= und Lehrsätzen aller Religionen steht, dem Satze:„Wir glauben alle an einen Gott und die Liede vereinigt uns alle.“ melden, pflegen nach einiger Zeit verschiedene Druck= Rechnungsjahres auf 100000 herab zu bringen, sachen, und zwar gewöhnlich eine kurze, vier Oktav= sodaß doch endlich mal das Ende dieser traurigen bhandlung mit dem Titel:„Warum Geschichte abzusehen ist. An einen Ertrag aus der Anleihen gemacht werden“. sowie ein„Kapital=Vor= Sparkasse deren Garantieverband die Stadt Herne schuß=Formular“ aus London unter einem von dem und die Aemter Baukau, Eickel und Wanne bilden, Namen des Inserenten verschiedenen Namen übersandt ist, laut der„Herner Ztg.“, für deren Kassen allerAusfüllung durch den dings nach Tilgung der ganzen Schuld immerhin in Totreipondert. aiussegens von 350.·4 für den ersten—8 Jahren noch nicht zu denken, da dann zurückzusenden. Demnächst erst der gesetzmäßige Reservefonds aus den Uebererhält der Gesuchsteller von derselben oder einer dritten schüssen wieder angesammelt werden muß. Recklinghausen, 30. Sept. Das Uinglück auf Person eine Mitteilung, wonach das Darlehen bePligt und ein Kostenvorschrec Darleh be porag Zie gLiest nach eiter kuzen. Krnngengs= das obere Dritel des Kordes frei belam. Die Veraufzuhören und der gung der Leichen ist bis heute morgen noch nicht gesich klar, daß er betrogen ist. lungen. Es hatten sich dem Absümpfen des Wassers Zögert der Darlehnssucher etwa mit der Einsendung unvorhergesehene Schwierigkeiten entgegengestellt. Die des Vorschusses, so wird gedroht, die Darlehnsbe= vorhandene Pumpe war laut„R. Ztg.“ nicht imstande, Sechesrusd SSchereiheie en.. verschiedenen Druck= das Walser bis zur nächsten Sohle hochzubringen. Es Fecztschreisiud nerfaßel haltem Stil und ist aber bereits eine andere Pumpe eingebaut und an der SerierP siter Rud in neieites Zeifswiegs der geschil= fraglichen Sohle,ein Dammaufgeworfen. Gegen 9sz Uhr derten Art sind in neuester Zeit wieder verschiedene konnte in Anwesenheit des Betriebsdirektors Drißen Personen um nicht unerhebliche Summen betrogen mit dem Absümpfen begonnen werden. Es wird nicht der Dämmerktunde Gett ma Li. Böhgas Jayr gepumpt, sondern von den unten befudlichen "—“ In der Dämmerstunde. Jetzt, wo die Abende Mannschaften aus das Wasser mit Eimern abgetraimmer länger werden und die Dimmerung immer gen. Das Masser mird hinter den Damm gebracht der Ikändig verzietet und der Abbruch des Chalons versetzt, worden. das Lager von Abeschaice lch Arbeiten bedeutend Bogen ist vollständig Gerüstes, der mit de Hand geht, wird in 635 Bie“ Phre des guart für die Armee und Jaures 28. Sept. Der Rentner Barschen in wird ihm infolgedessen bei seiner Rückkehr ein großartiges Festessen darbieten. Helenabrunn hat dem hiesigen Krankenhause 20.000 4 geschenkt. Die Zinsen dieser Summe sollen alten und hülfsbedürftigen Leuten aus der Pfarre Helenabrunn zugute kommen. Helenabrunn Sonntag ein ntag ein großes Meeting angekündigt hatte, läßt durch Maueranschläge bekannt machen, daß er Kassel, 28. Septbr. Im Streit erschlagen. Zwei das Meeting auf spätere Zeit verschiebe, um Sahsishr gus Fuhrmngzn und Salzmann, die beim sagt, das revolutionäre Meeting, welches de Bre Kanalbau in der Schutzenstraße beschäftigt waren, ge= und die Sozialisten abhalten werderieten in Streit. S. hatte zum Messer gegriffen, wo= gegen die Armee gesprochen w xauf Ibu.., mit der Spistacke abwehrend derart über swarten.— gesbrochen werde uf ihn.., mit der Spitzhacke den Kopf schlug, daß S. folgenden Tages an den erhaltenen Verletzungen starb. immer länger werden und die Dämmerung immergen. Das Wasser wird hinter den Damm gebracht, liegt für piele die Gefahr nahe, der demselben den Weg des Abflusses anzeigk. Man sich das Augenlicht zu verderben. Die Abende sind hofft bis gegen Mittag die Toten bergen zu können. bereits zu kühl, um sich im Freien aufzuhalten, so bleibt Bestimmt ist dies aber nicht, da man noch nicht arbeit Dder Besen uon. 1. Z5 die Zeit durch Hand= wissen kann, welche Arbeit der festsitzende Korb, auf## s3 in der Dömmerstunde„ besw zwischen dem sich die Toten befinden, verursachen D# ist es in der Dammerstunde noch zu hell, zum lesen wird. Die Beerdigung, der unglücklichen Opfer der Iuster Hubsahlv. 168. oder arbeiten aber wieder zu dnnkel. Dessenungeachtet Katastrophe findet wahrscheinlich am Montag oder Harogerk arsareihe 130,10li. können sich viele von ihrer Beschäftigung nicht trennen: Dienstagstatt; der Zeitpunkt wird erst genau bestimmt, Bochum, Gußsaplf. 246.— Srceind noch angebti Fels ause noch fort, als wenn die Toten geborgen sind. Die Untersuchung eetozerhabggezenl. Vt..,(atürlich rächt sich diese über das Entstehen des Unglücks nimmt ihren Fortgang. Vonisaeiug nunft. Die Folgen stellen sich in einer Weise Gevelsberg, 29. Sept. Mit Schuellzugsgeschwin= Consolidation wie er Presseuse rden, worin nur werden wird, abzumubizcar 1“toder. Anschlagzettel laden das der Wiöbel Josag 12 d6. Mis, zur Versteigerung ein. Dieselben wurden für den Schätzwert von 30.000 Franks gepfändet. „Figaro“ meldet aus Cayenne, Dreysus wisse von Gerlin. 1. Dot dusitestemt Tir: a. I ui, Islern, was angenbicklich vorgebe, uoch nicht. Die Berlin, 1. Okt.(Mitgeteilt vomk, Doxtmunder Briefe, welche ihm zugehen, würden von dem GouverBank=Verein“.) 1neur strengstens geprüft, und nicht die geringste AuBerliner Börse. Distonta. Gatamnis..40..10, Diskonto=Gesellsch 198— 197,10 Hibernio 3orim. Hu., Berein 1g6 10 187.10 nur Unvernunft Sese e esch aise ene Kehich e ce Keshale lece. die Keaie an e dehesert denn daa Zwiesicht Käagzueruns.n0ch nichts einem mit Sand beladenen, Wagen und schrie aus gebessert, denn das Zwielicht schadet noch mehr. Das Leibeskräften:„Bahn frei!“ Die Lokomotive fuhr 17050 12545 2968.75 159.— 104.— 96.25 16190 ircger Lulian— Eschwoeiler Be gwert 201.— Cellenkirchen 19125 Harpen 17 25 905 176.20 126,30s9 294.90 158— 104.65 9512162.40 201.— 189.— Tneux. urenostens geprüft, und nicht die geringste Au##o,(spielung auf die jetzigen Ereignisse dürften sich darin Söbgnie..„###g, 955 befinden. Hörder Vorzus L. A. 169 90/169.50„Soir“ richtet an den Kolonial=Minister folgende „Ja oder Rein?„Ist. Dreysus von der König Gilb. conv. 225 75 Pp,[Teufelsinsel nach Cayenne verbracht worden und beSts9rios 338) 2130 wohnt er jetzt letztere Stadt? PSnige vauray jz0 js5 Heute morgen 11½ Uhr findet zwischen den Abg Louise Tiefbau, Akt.—— 73.101 Pgzilmiex und Durot ein Duell wegen der bekannten dto. St.=Prior. 108.— 107.50 Affaire statt. Moni.=Ind. 14415 j3175 5 Marseille, 1. Oktober. Morgen trift mit dem Vorottrn Bergwert—.— 207.10 Lampfer„Arcadia“ der amerikanische General MerWt=rigr B6550 3350 ritt aus Manila hier ein. Der General wird sofort sslie. 1333 1A.- nach Pariz, weitgreisen, um an den UnterhandlurSchalter Gerbn 358,75 359,— gen des spanisch=amerikanischen Friedensausschusses Sade-Reisea De: Peid aitl s azsn. 3 put g bo., Hrigea, 1. Braobe Kuszezetz. zu betrachten, die Körper und Geist nur zum Im Rangirgleise der Hauße stießen die Wagen auf grehitsnustal:: Lrt.(Mitgeteilt von der„Esener sKönigs Leopold hat sich bedentend gehossert. E. p Mil dem dantiamr Tag Loo#... seinem mit Kies Heladenen Wagen, daß dieser aus dem Kredit=Anstalt“, Dorimund. täßt heute Fai hat sch bedentend gebessert, FrverSe öladter wecher sine, Fes um Vesr, Prsteser Giese sgang, Delsbeiter au densalben haten 66 Kassakurse. uscher aia deude und eist un f ücr u. Seie. Ködt. Vealchale heneil falkeia den haslestogd, Pr der( grbe, purch einen Srung gerztzte, Der brau u. lgte sich in den Sandlugedeulich Meiche. schon imittellen, sand am Feitag= Ein Busser war obgebrochen und übrigen ver:Ppizis: Reichsauzg galssusthlseu au.=2jsod Zechnat. Die Arbeiter=Obnänner aler belgschen Nachmitag„in, der Untersuchungssache gegen den bogen. Zum Glück find keine Menschenleben zu be Ptpoprevs KLonsols 101.6b 101.4) vtten er in der Schäferstraße Lokaliermin klagen. 3% preuß. Lonsols 94.30 94.25/König Wilb Zu der„niedlichen Peptilst, Kalt. [Maodeburger Bow. statt. Hierbei wurden auf Anordnung des Herrn] Heynhausen, 30. September. Du der„niedtzea— Leuische Baak, sP 1P10), Brior Atten Unsersuchungsrichters durch Herrn Photograph, Weck Manövergeschichte“, die auch wied= Esen Arien t4.— 14.-—Luise Fiesdau eunge phokographische Aufnahmen gemacht. Die be= wurde, erhält die„Hild. Allg. Zta.“ von dem Super Kational=Bank Kelchbe Seiecise Lein Keie aise haise oie heich bes osen Sochalsald; Deugesandte Klacdags Panrzit—— ug iug Auch der Angellagte Rüther wurde Phztographirk zud sierk. Die toale Entiellug des wirtichen Piseudsia 846B A1 Schuß abgegeben hat. Die Aufnahnen solen als Gemahlim, erählien uns kurs nach dem Vorfol die Bog, Ban. 1a. 4. dic).al. 9 254.— 249.— 253.25 294,00 156,50 158.— 1 7 75..30 . 2 Der Metger und Wirt Emil Brinkhoff aus es ist morgens etwa 4 Uhr. Die Häuser mußten mit Kölner Bergw. Bommern bei Witten hatte hier in Dortmund am Rücksicht auf die(in Alarm=Quartieren liegenden) Consolideu„E B. gezeichnetesub Truppen über Nacht offen stehen. Da wachte der Hourl osos 250 u gekauft und mittags den Vieh= Apotheker auf und hörte jemand in sein Schlafzimmer Dorimktictnscher treiber Gustav Franke von hier mit dem Fortbetrieb eintreten. Er fährt ihn an:„Das geht mir denn doch der Kuh nach dem Schlachthause in Witten beauftragt. zu weit, sind Sie denn verrückt?“ Der so Angeredete Hortm. Union L. C. Beder. Franke, goch die Fub sind in Witen bisher war der Regent von Mecklenburg. Dieser autwortete Verm aA. Braueret), nd nimmt Brinkhoff Untreue vonseiten etwa folgendes:„Entschuldigen Sie, ich habe ange=!= Hermoniades Franke an. Die Kuh ist wahrscheinlich auswärts klopft, aber es wurde nicht berein gerufen. Dürfen ünionzerkauft Franke ist an einem Rasendefekte leicht wir auf Ihren Balkon? Uehrigens Se. Majestät kommt Hießnegzer 197.- T1.— kenntlich... Jeder Teigr. schon, die, Freppe berguf:—„Frau, heraus!“ rief st, ben=PBergp. 19—. 1568, Wintermann unter eine lange eiserne Schiene und wurde mer, die Iönt dahei der rechte Kian mer, die Sachen konnten ihr noch eben nacherpedirt rym bage per rechte Ringsinger total zerschmettert. werden und der Herr Doktor in seine Hose fahren, §§ Besitzwechsel. Das Geschäftshaus Hohestr. 36, da tritt Seine Majestät mit einem Gefolge von etwa welches erst unlängst auf dem früheren Lindemann= vierzig Offizieren ein, um durch das Schlafzimmer schen Kampe von Herrn Bauunternehmer Klein erbaut zum Balkon zu gelangen.„Gest la guerre! Herr wurde, ist für 45.000 4 von der Witwe des verstorbe= Doktor, nehmen Sie es nicht übel“, sagte er,„den nen Brandmeisters Karl Föriter erworben. Regenten von Mecklenburg haben Sie aber freundlich ###### Personalnachricht. Der langjährige Leiter begrüßt, das wußte ich noch garnicht, daß er verrückt des Schienenwalzwerks des Stahlwerks Hösch, Herr In= wäre.“ Eine Stunde mögen die hohen Herrschaften genieur Martin Böhme, verläßt diese Stelle, um die oben verweilt haben. Von Kaffeekochen und derDirektion der Rombacher Hütte in Lothringen zu gleichen konnte natürlich nicht die Rede sein. Beim übernehmen. Der Nachfolger des Herrn Böhme ist Abschied sagte der Kaiser zu dem Doktor:„Gnädige Ssche e Hartener Sibernig Das Befinden des „„W Ietrifft um 11 Uhr in Brüssel 27.0,.10. Bergen(Mons), 1. Oktober. Morgen findet in 168.— 169,0) Frameries der Kongreß der belgischen GrubenarbeiArheiter„Okmänner allar belaischen Zechen werden an dem Kongresse teilnehmen, um die 281.50,230,— wichtige Frage der Lohuerhöhung und vielleicht des w. 115# allgemeinen Ausstandes für diesen Winter zu beraten. 21325 21570 Pau(Pyrenden), 1. Oktober. Gestern fiel hier 7550 78.10 eine große Menge Schnee nieder. Die Temperatur ist eine sehr kalte. Magdeburger Bom Barcelona, 1. Oktober. Die Folterstrafe ist in Märkisch,; aschbau. 147,75 147.75 Montjuich gegen die kürzlich verhafteten Anarchisten Massener(144.80 144— wieder angewendet worden Es ist festgestellt, daß der Anarchist Gwai auf Befehl und im Beisein des Polizeichefs Tressolo gebunden und alsdann blutig geschlagen worden ist. Mit blutüberströmtem Gesicht wurde er wieder in seine Zelle abgeführt. London, 1. Oktober. Die Delegirten englischer Grubeuarbeiter=Vertreter von 317600 Bergarbeiter, nahmen gestern mit großer Mehrheit folgende Vor14750145— schläge der Grubenbesitzer an: 1. zweieinhalb Prozent Lehzerhöhung vom 1. Januar 1898 bis 1. Jannar 3350 3g.— 1899. 2. vom 1. Januar 1899 bis zum 1. Januar 1901 202 25 240.— werden die Löhne nach beiderseitigem Uebereinkommen festgestellt. * Venedig, 1. Oktober. Gestern Nachmittag“ trat — hier die Jacht„Hohenzollern“ ein, welche das Kaiser—.— paar nach Palästina bringen wird. Die Jagd warf im Markusbassin Anker. Menden Schwerter, „Prior. Akt. Menden=Schwerter= St, te 92.10. Nordd. Lloyd 111.40 111,10 0Nordstern Bgw.=Akt. 213.— 219.— Phönix Bgw..s..175.— 180,75 a.#bgenr. 175.— 18074 Plüto, St.=Akt.[333.— 338.50 #s. Prior.[33.— 8855, .50, Rhein. Bergbau 181,90 182, 40, Rhein. Stahlwerke 9890, S5 25 Schalter Grub. Schulz=Knaudt 2825 22/73 Treber Alkt. Truß Dynamit Pulcan Duisburg Wasserwerkf.d nördl, Kohlenrevier Pestf. Stahlwerte Wittener Gubs. Ahsenbeck 177.25 174,10 Poch. Viktoria=Br. 185 40 19525Hagener Guß 343.— 217.25 219.50 155.— 189.— 120.— Draht=Nachrichten. (Wolffs Telegraphen=Bureau.) Wetteraussichten für Sonntag, den 2. Oktober: Kühler und dunstig, zunächst etwas Regen, später aufklarend, Nordwestwind. Budapest,.Oktober. In dem Hochverratsprozeß Vermischtes. Brasilien sind Fälle von außerordentlich hohem Alter der Eingeborenen garnicht selten. Meist aber ist das Los, über ein Jahrhundertlang zu leben, Negern oder Mulatten beschieden. Vielleicht ist die Lebenszähigkeit eine Eigenschaft der schwarzen Rasse, vielleicht tragen aber auch die geistige Unthätigkeit und fruggles Leben dazu bei. In einer kleinen Ortschaft Herr Ingenieur Lichthardt von hier. Frau ist wohl sehr erschrocken. Ich hoffe, mich Ihnen Muzsik und Genossen wurde heute das Urteil ver g. S: Baulo starb vor einiger Zeit eine Regerin im Doppelsubiläum be= irgendwie erkenntlich zeigen zu können.“ Einige Tage kündet, Muzsik wurde wegen Verbindung zum Zwecke Giaff, vos, 145 Jahrerz, und zwar, weil sie sich„mit Firmen der Kolonial= darnach bekam die Frau Doktor aus dem Dipilkgkinett eines auf Majestäts=Beleidigung gerichteten Perhre Passern ** Dortmund, 1. Okt. Ein Doppeljubiläum begeht heute eine unserer ersten Firmen, der Kolonialwaxenoranche, nämlich die Firma Volle 25 Jahre sird heute va-Kosse Wassermelonen den Magen verdorben hatte. Jetzt eine alte Mulattin bei der kleinen Stadt in Parana, die schon 125 Johre zählt. Seit 110 Jahren gehört diese Alte der kirchlichen Brudermen der Kolgnigl: darngch bekam die Frau Doktor aus dem Zivikabinett eines auf, Maistäts=Beleidigung gerschteten Verbre= segze SosergPshn gete gurns, Köster&ap Somar.] Sr. Pegjesigt, das Bild des Kaisers mit der Inschrift: geis, iu fünf Jahren Zechthaus, Hartmazn, 130 Ko Morreies Teschsösehaßer ind beztseperslossen, seit die berden.Zur freundlichen Erinnerung an den Ueberfall in patsek wegen desselden Verbrechens zu je 2 Jahren! Harmala Tichersay Leschäft begründeten, das in dem der Nacht,vom./10. September 1898. 4 Uhr. Wil= Juchthaus, verurteilt.„ 44Zohren gebärt diese Alte der kirchlischen Brude, damals Fischerschen Hause auf, dem Westenhellwegs helm I. R“ Das ist der wahre, Sachverholt, den Sie] Paris, 1. Oktbr. Die„Agrore“ veröffentlichtschaft ,Pom.., zzeneoirte an. Maria Monindo, se neben der C. L. Krügerschen Buchhandlung infolge nach Belieben verwerten mögen.“ zwei Briefe Esterhazys an den Journalisten Strong, 1 beißt, sie, geht täglich in den Straßen spazieren, besorgt der„Intelligenz und Umsicht der Inhaber bald zu! WI Haunover, 20. Sept. Der von den internatio es heißt darin, Esterhazy werde sich nun verteidi an. alle ihre Einkäufe selbst und ist sofort bereit, wachsen degann, se, daß es nach einigen Jahr alte große Rittershaussche wege und der Karlstraße verlegt n erfolgte dann der Neubau der der Firma in der Karlstraße. Seit Begründung des sein 75. Lebensjahr in seltener Rüstigkeit vollendet, hofes erklärte einem Mitarbeiter des„Main“, der grbeitet noch fleißig in der Pflauzung Zwei auch zu denselben Herr Vonrobert Der, Kanalverein für Niedersachsen“ desen Auschuß= Kasationshof werde behufs grigdlicher Prüfug der Maria Moitluaho kann weder 0 osen. Verdgatrig, das se shasgee“, bede Hisehe), Jo, Jubiar,Zeit langen Jahren ik,. sat, 41s(reich zurücktecher und hier verhört werge. Iuuu geistiges deten gest nicht sibte, Zar engen Gris der von den Wächtern wurde geistiges Leben geht nicht über täglichen Bedürfnisse hinaus. „„„—— W, eee ise vilang, Kürzlich starb in einer Stadt Rio Grandes ein Neger im Alter von 110 Jahren. Dieser war früher als Sklave von seinem Herrn immer gut behandelt worden, vor einem Men4 ia. fet richt er. eSchwurzgx. V cHäaidier gage Kondsnitglieder Seuaher Laurat Walkechz und) Paudoa 1. Bisder Konien Hernam, Kon.) schrnsune aut bertadtet worden ur einen Ver Sertenber., Den, Händier, Josei Ingenieur Fritz Geck überweisen lassen. Aber auch wmandeur des Mittelner=Geschwaders, hielt nach Ve.(geitrenlich bei der sie und dr. 9r 4o dder Aite2 Srings, iF.Do7, Kterseugseguge die Konzeston zum von anderer Seite wurde der durch seine zündenden sendiggung der Manöver eine Ansprache, worinersagte, stien.stzes Gartit= gud den Nautomnen leiue“ Ausschank von Selterswasser in einer neben seinem Reden überall heliebte, stets heitere jugendliche Greis der Widerstreit der internationalen Interessen trete alten Besitzers. Die Anhänglichkeit freigelassener sember. Dem Hone Haus Seiterswasser in einer neben seinem Reden überall beliebte, stets heitere jugendliche Greis der Widerstreit, der internationalen Interessen trete Stlapen an shre ir Anhäuglichztzit„freigelassener Bude erteilt worden. 1geehrt. So ernannte ihn der„Wesideutsche Fluß= scharf hervor. Die Möglichkeiten, welche binnen kurzem gleich Fihr auffälig ist der Uuterich. aas estoke schnesePtdr. In der henligen Eitzung und Kanalverein“ und der Kirchenrepräsentanten Merkens ist, der hiesigen evangelischen Gemeinde wurde beschlossen, nahme des zwecks Ausstattung des neuen Gemeindesaales mit lungen zwar nicht mehr äußerlich sichtbar gewesen, Möbeln u. f. w. 900 K und zur Verschönerung des der aber noch nicht ausgelöst ist. zum Ehren=Vor Sha murbe wurde m Bashe aus aer de Sase derei Sboldongent hondten selder Vesdause on den Verest shaus un Gheig). mit ihrer ganzen Einnahme zur Kirchensteuer heran= mitglied, ernannt. Außerdem wurde dem Jubilars Kang=Zu=Wei ist an Bord des Dampfexs„Vallorad, Anders sind die hier geheeteven. eaum. V- Gheci. 1. Broher. Der vor nicht gan, Jahrea.beteins in Pszigesbesdenichen Männer=Ghesung shier eingenosen, wdlichen Krener Vonaventur, Ksonbers be 4a6“4 Sie Kouote“ un de teit uach Aisad engiete bishge, Relter Lart itlwuichen Hereisg u Sühzgeg,augetzoenk,Al hurch Palselsche Oberausche eeheaud ge it de Aa, Se e c Kondon. I. Bitober. Daiy Mals wied aus Hongkong, 30. Sept. Der chinesische Nachkommen. Der Aftikaner vergist bei eiten guten Her5f.nidt bloß seine Heimat, sondern auch die Mißzalen bei dem Raube und der nd hält in kindlicher Einfalt ir dem gewohnten Hause bis zu seinem Tode aus. Er begreift vielleicht in seinem Alter den Unterschied zwischen„Freiheit und seinem Stlavenleben kaum. — laut dem Bök9Ptrt Hortf seinem Beruf zum Opfer gefallen. nd Lobei voch mahr aubeit Die lind aufgeigeckter und ige, Neuzgr, Horg u weicgheg, Werkens vor etwa 12 Jahren gelegentlich uutergebrace in der Polizeklaserzgz Findet man schon bei den ganz schwarzen Rotßkommen anf gräßliche Art seiner Kanalreise nach dem„Eisernen, Thor; glückliche uutergeprache. Bei dem Insichtkommen von zwei) der Afrikaner, zjemliche Dasis Leschrf. d(0 EI.„Derselpe wolle Stunden verlebte und mit dem erseidem Beziehungen Hinesischen Kreuzern, welche ihreg Kurs auf Höng=swissenlosgkeit, so steigert sich dieser gedacht. Möge es dem munteren Adoxtig=Sohn Tsaition inaugurierten„Reformen und geschieden sein, daß er auf dem den Männern, welche sie vertraten, gxisnot#ch. auf. H9 P, derh Hanzaner eke er- E#=Kgnal von Köln nach., Pering,stze Gesandte g, shgtgn der der num, puair„oie#romilie(Figag, uund Kinder), Haxuover und Magdehurg fahren kann. rühere,„Hauszische, Lesandte in Washingzgg, der als weiche nun, weit von der Heimat, iyren Ernährer be ernen, 30. Sept. Betreffs des herüchtigten Bis Schszzgnesgetgrsg Regzierizosiubilchuu der *r Berghofeg, 1. Cktober. Die unterm 26 August schreibt das Abein.=Wesit. ummer brachten, ents.Lt unztoria gu Lonvon weilte, ist aller Remter 1898 gethätigte Wobl Schulvorsteh Landrats gefunden. wesentige zu und exrlart, haß sie selbst, das abge1. Susher Steuntenmee Buag brichte Gedich eradschen, Michioer Kür 4 de 1898 gethätigte Wahl des Herrn Gutsbesitzers schwiegene Schulze=Holzwickede zum Schulvorsteher und Herrn Laudwirts Lünschermann zum Schulvorsteher Gasexplosion, wobei gen. Horn aus dem Kanal hinaus in herzlichster Weise gedacht. Möge es dem munteren und etwa zwanzig Meter weit geschleudert, wurde,„wo alten Kanalfreunde beschieden sein, daß er auf dem er dann schrecklich zugerichtet und tot liegen blieb. fertiggestellten Rhein=Weser=Elbe=Kanal von Köln nock Zu, Hedauern ikt die Fagisse(Erau. znd Finder), Hazugper zud. Magdeturg fahren kann.00 lche nun, weit von der Heimat, iyren Ernährer be= Essen, 30. Sept. Betreffs des berüchtigten Bis1. Prtober. Oi. unzan an gau, marcksgedichtes, das wir in letzter Nummer brachten. Konigin Viktoria in London weilte, ist aller Serohofen, 1. Erover. Die unterm 26. August schreibt das„Rhein.=Wests. Tabl.“ noch: Die„Essener entsenr und nach Kuldscha verbannt worden. ##. getpätzigie Seag., des, Hergn. Eduard Brieke zumif Pozkszig,“ giht die Richtigkeit unserer Mitteilungen ser=erehlregreigt der evangelischen Schul= aus dem intimsten ultramontanen Parleilager„I neinde Berghofermark bat die Bestätigung des wesentlichen zu und erklärt, daß sie selbst 49924 8 * Lai (Hirsch Telegraphen=Bureou. uregn.) * Wien, 1. Oktober. Sämtliche liberalen und Seseaer eace seine ie sestente en Keialealk Di. Aeiser GKhailit Vis=ächtacse Sesk i. eict Ae Saiasen Tiche eisel-schatlcke id Lad Ze Kesieunen. zu.shtastseächen an e ei. b. c beches eacie eaeiche Alschliche ieshcheh Rivera gestorben ist. Rivera ist ein kleines Städichen der Republik Uruguay und liegt an der Grenze von Rio Grande. Nur eine Straße trennt Rivera von der brasilischen Stadt Livramento, wo jener Reger bis vor wenigen Jahren gewohnt. Er hat volle 150 Jahre gelebt. Ein anderer. ein Mulatte von 115 Jahren, verspricht durch seine Rüstigkeit auch ein sehr hohes Alter zu erreichen. In einem Dorfe des Staates Rio lebt dieser Mann, namens Manoel Vernardo de Sa. Am 2. August kam der Vischof von Petropolis durch das Dorf S. Pedro, wo Manoel wohnt, und wurde auf der Weiterreise von dem des Weges kundigen Alten begleitet. Beim Durchreiten eines Flusses strauchelte das Pferd des Bischofs und der Kirchenfürst stürzte ins Wasser. Der starke Strom riß den Bischof sogleich mit fort, Manoel abes sprang in den Fluß und schwamm ihm nach. Esge lang dem rüstigen Greise auch bald, den schon be wußtlosen Bischof ans Ufer zu bringen. Erst nach längerer Zeit kam dieser wieder zu sich und setzte mi der Schar seiner Begleiter die Reise fort. Dem heldenmütigen Alten schenkte darauf ein reicher Nachba: ein stattliches Haus, andere lassen ein Oelgemälde nac seinem Bildnis machen und dieses soll in der Haupt kirche neben dem des Bischofs seine Stelle finden. Eine ergötzliche Latschowsky, mit einem Messer ins linke Ohr gestochen Beschichtz, die mit der Art und Weise zusammenhaugt, hat, sodaß das Messer abbrach. Der Angeschuldigte wie in Persen Schulden und Almosen eingezogen wurde zu 1½/ Jahren Gefängnis verurteilt, da sein werden, weiß der in Tiflis erscheinende Kaukasusbote! Einwand, er habe in Notwehr gehandelt, sich als nicht zu erzählen. Wenn der persische Gläubiger entschlossen stichhaltig erwies. ist, sein Geld zu bekommen, mahnt er seinen Schuld=] Kleine Unredlichkeiten hat sich die Dienstmagd ner in aller Frühe und entfernt sich nicht eher, als Emilie Sehr bei dem Wirte Matschis hier zu schulden bis er befriedigt ist. Er bringt seinen Teppich in dos kammen lassen sie wurde#ieserhalb, da Diebstahl im rteilt. bend * egenoig. 16. Er bring. seinen Teppich in bas Frommen lassen, sie wurde bieserhald, da Diebstahl n Haus mit sich, setzt sich im Schlafzimmer seines Rückfalle vorlag, zu 4 Monaten Gefängnis verurteil Schuldners nieder und ißt, trinkt, raucht und schläft Einen Stich in die linke Brust brachte am Abdort so lange, bis er bezahlt ist. Vor einer des 7. A. Reihe von Jahren hatte ein Perser eine Schuldforde=Hennes dem Bergmann Wilhelm Gehde bei, infol rung an das englische Amt oder bildete sich wenigstens dessen dieser an den Rand des Grabes gebracht wurde. ein, eine solche zu haben. Eines Tages reiste er von Die schlimme Verletzung ist aber gut geheilt, Gehde Teherau ab, und nachdem er viele Abenteuer bestan= konnte nach Verlauf von fünf Wochen schon als geheilt den hatte, langte er glücklich in London an, rolltes entlassen werden. Hennes hatte aus purer Rauflust seinen Teppich zusammen und begab sich in aller Ge=gehandelt; er trat auf der Straße an Gehde heran mütsruhe nach dem„Foreign Office“— das er für und versetzte diesem ohne weiteres eine Ohrsei aiue Veson hieltl—, un die Vestiedigung beiterser vot eiteten guesckeahseltz vun sasten sch Schuld zu ersitzer in gutem Humor Staatssekretär, schickte nach einem Polizisten.— Auf zu 2 Jahren Gefan viel originellere Weise ist neuerdings, ein russischer Des schweren Tsplomat in Teyeran, Graf„Kolomeisow, mit der horene Schuler Hermann Stork hier schuldig gemacht Mutter sandte ihn verschiedentlich ebstahls soll sich der 1885 gezenartigen persischen Titz: fertig geworden. Ger dorene(bsiler. Hermann Stork hier schuldia genacht eigenatuigen Perfischen Sille fernig geworden. Ge=shaben. Seine Mutter sandie ihn verschibennich aus, s legentlich eines großen Festtages besuchte ihn ein Bettel=sum einen Eimer Kohlen zu kaufen. Der Junge verderwisch und verlangte eine ziemlich hohe Summe naschte jedoch das Geld und entwendete die Kohlen als Almosen; das Geld wurde ihm aber von aus dem Keller des Hausnachbarn. Das ist zu fünf dem„Schuldner“, so sehr er sich durch die hohe Ein=verschiedenen malen geschehen. Die Verhandlung schätzung geschmeichelt fühlte, verweigert. Ganz ge=sergab, daß nicht schwerer Diebstahl(mittelst Erbrechens mütlich ließ sich nun der Derwisch vor dem Arbeits=seines Behältnisses) vorlag, der Junge kam deshalb zimmer des Diplomaten nieder und erhob unzählige mit sechs Wochen Gefängnis davon. Wenn das male am Tage, aber auch des Nachts ein gräßliches Bürschlein sich in Zukunft gut führt, dann dürfte ihm Geschrei und blies noch dazu auf einer Trompete, als!wohl die Strafe im Gnadenwege erlassen werden. Tag erschienen sei. Der Graf, der sich! Weil sie kein Unterkommen finden konnten, hatte anfangs, in seiner Ruhe nicht stören ließ, beschloß der Bergmann Allewelt in Brücherhof den Eheleuten schließlich voch, sich des Derwisches ohne Zuhülfenahme Platzarbeiter Ernst Höller eine Wohnung überlassen, der Polizei zu entledigen. Angerührt darf der Manns obgleich dieselben schon anderweitig vermietet war. nicht werden. Der Graf ließ daher Maurer kommen Als der neue Mieter einziehen wollte, hatten die sehe und den heulenden Bettler mit einer Mauer umgeben. Höllers keine Lust, auszuziehen. Dieselben haben soAnfangs sab er gelassen zu wie die Mauer wuchs, gar am 25. April den Allewelt gemeinsam mißhandelt, als er aber merkte, daß die Sache ungemütlich wurde, weshalb sie sich heute wegen Körperverletzung zu versprang er über den niedrigsten Teil der Mauer und antworten hatten. Höller, der schon mehrfach bestraft rannte wie ein Besessener davon. list, wurde zu sechs Monaten Gefangnis verurteilt, die — Wie oft muß man auprobiren? Wie wir in Frau kam mit zwei Wochen Gefängnis davon. lesen, hat das Gericht] Des Betruges angeklagt war der frühere FabriDerselbe bezu Unna robiren zus eine Fabrik in Emaillewaren, doch hat es ihm an dem Geschäft und rnötigen Betriebskapital gefehlt. Deshalb geriet er in Geldverlegenheit, der Gerichtsvollzieher verkehrte oft wollte ein ausgestelltes Kostüm kaufen. Sie war auch bald handelseinig, als man ihr vorschlug, sich ein Kostüm nach Maß machen zu lassen. Die erste Anprobirung erfolgte, aber das Kleid paßte nicht: die Taille war zu eng, auch der Schritt im Rock beengt, hielt von ihm ein Akzept über 300# unter dem Vi die Arme teilten das gleiche Schicksal— kurz, es geben, es sei an ihn eine Partie Waren abgesandt. ohne duß das Kleis paßie. Da Pagroviruus statt, Peagtz,sgei Tagen kam ein Kommis des Bisinger zu Annahme verweigerte, Heldverlegenheit, der Gerichtsvollzieher verkehrte in seinem Hause. Ein Abnehmer größerer Warenpartien war der Kaufmann Marcus in Gelsenkirchen. Zu diesem begab sich Bissinger am 81. Juli und erhielt von ihm ein Akzept über 300 unter dem Vorzen abgesandt. Vinngger zu auf Beiahlusgngigert ude es von dem Geschäft Waren für ihn zur Abnahme bereit, Mareus gab auch Kleides verklagt. Die Beklagte hierauf ein Akzept über 100# Als nun die Waren, mußte sich einer neuen Anprobirung unterziehen, deren die in Wirklichkeit garnicht abgesandt waren, nicht in ####tat war, daß das Kleid nicht passe. Die ge=Gelsenkirchen anlangten, reiste Marcus selbst nach ate# Sechrachien Z demselben, Resul= Unna zur Fabrik, wo ihm abermals ein Akzept abpiuscht sei und beiein davin vaß die Taiue ver geknöpft wurde, so daß er schließlich 840 4 zu ans„einer Schneiderin bezw. einem sordern hatte. Es wurde ihm eine Menge„Waren rung zur Anprobe zu folg als dreimel, der Aufforde, gezeigt, die sämtlich für ihn bereit lägen. Die Vergu Apesug gu wbigen habe. Wenn die auf spackung auf einen Waggon sollte sofort geschehen. wal sich das Kleid habe““““ dams mehr als,dreiz, Ziliunger veranlaßte den Mareus, währenddem das gesessen so habe se austehen lassen, oyne daß es sronzert in Rönigsborn zu besuchen, als sie von dort muten eöune; ein wieied: gethaltzgls man ihr zu= zurückkamen, war der betr. Raum leer, der Wagen Sefic 5, bielsuch auprvoirtes Kleid gleiche mit den Sachen angeblich bereits zur Bahn gebracht. nicht mehr entiernen sietzen, e sich die, Nadelstiche Vergnügt und heiter reiste Mareus nach Gelsenkirchen Das Urteil des Gerichts zurück; die Emaillewaren bekam er aber immer noch berwor, daß die Laitatt“ au, namentlich hob es nicht, er wartet noch heute darauf. Dieselben waren hervor, baß die Taiule, die dem weiblichen Körper gar nicht abgeschickt, vielmehr nur in einen andern in sich eine Dame nicht gefallen zu lasse hervor, daß, die Taille, die dem ivorm zu geben habe, sitzen musse; Flickarbeit brauche Raum gebracht worden. Ehe Marcus Wind ssen, denn sie wolle dem Vorgange bekam, hatte der Gerichtsvollzieher die ideal erscheinen. Sachen für andere Forderungen gepfändet, ersterer Abnahme des Kleides wurde deshalb hatte das Nachsehen. Der wegen Betrugs angeklagte zurückgewiesen. Kaufmann Bissinger gab heute zu, nicht korrekt gegen Marcus gehandelt zu haben, die Not habe ihn dazu veranlaßt. Der Angeschuldigte wurde zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. die vier Klassen aber abgespielt, können Sie ruhig von dem Vertrage zurücktreten. Büchertisch. UUntenstehende Werke sind in der C. L. Krügerschen Buchhandlung vorrätig oder durch dieselbe zu beziehen.) „.— Dr. Karl Rußz,„Die sprechenden Papazeien“ Ein Hand= und Lehrbuch. Dritte, reich illustrirte Auflage. Creutzsche Verlagsbuchhandlung. Magdeburg 1898. Preis geheftet Mark 4,50, gebunden Mark .50. Das Buch bietet außer der naturgeschichtlichen Peschzeibung und Sch den Vögel prazhich. träglichste Ernahrung überhaupt, In einem und Schilderung aller hierher gehöreniktische Ratschläge sowohl für die zu.und bestmöglichste Verpflegung t, als auch für die Zähmung und Abrichtung. „#einem der wichtigsten Abschnitte gewährt es sodann unleitung zur Erkennung, Feststellung und wennmöglich Heilung der Krankheiten. Die Namen aller beschriebenen Papageien in den Sprachen der vier Läuder(Deutschland, England, Frankreich und Holland), in denen die Haupteinfuhr dieser Vögel stattfindet sind auch hier gegeben, und so ermöglicht das Werk also den vorteilhaftesten Einkauf bei allen Händlern. Die Ausstattung der dritten Auflage ist wiederum eine vorzügliche: sie ist unter anderm durch zwei künstlerische Aquarelldrucke und 32 Vollbilder in Schwarz= druck geschmückt worden, sodaß der Preis als ein sehr bescheidener erscheinen muß. Dies irae. Erinnerungen eines französischen Offiziers an Sedan. Von Karl Bleibtreu. Mit Illustrationen von Robert Haug. 8. Auflage. 21. bis 80. Tausend. Geh. 1 4, geb. 2#. Verlag von Karl Krabbe in Stuttgart.„Dies irae“ hat eine Verbreitung gefunden wie wenige deutsche Bücher. Diesen Erfolg verdankt es nicht den nur aufangs darin vermuteten authentischer Enthüllungen, sondern der anschaulichen Lebendigkeit und hohen dichterischen Kraft, womit darin ein grandioses Gemälde der großen Sedan=Katastrophe entrollt und alle inneren Ursachen auf französischer Seite klargelegt werden. Auch die Franzosen selber haben sich dem Eindruck nicht entziehen können, wie die vielen Auflagen der französischen Uebertragung beweisen.„Dies irae“ wird niemals seine Wirkung auf empfängliche Gemüter verfehlen. In einem soeben erschienenen„Gravelotte“ hat Bleibtreu ein farbenglühendes Seitenstück geliefert, das lich die seelischen und materiellen Faktoren bei beiden kämpfenden Parteien in klares Licht rückt. — Der neue 62. Jahrgang des„Volksbote“(Preis 50 4) gelangte bereits zur Ausgabe. Er enthält, wie 5nn ens 1ch. Fülle„ 0* ff Yeben ernsten patriotischer Hauch weht uns auch aus viesem Jayrgange entgegen; das ahr 1848 und seine Vorgeschichte, sowie die Entstehung des„Kladderadatsch“ finden eine interessante Darstellung aus der Feder des Herausgebers. Anknüpfend an die erhebende Feier des letzten Jahres bietet der„Volksbote“ Mitteilungen über die erste deutsche Flotte 2c. —„Deutscher Soldatenhort“, Illustrirte Zeitschrift für das deutsche Heer und Volk. Herausgeber: Gene50 4) gelangte bereits zur Ausgabe. Er enthält, seine Vorganger, eine reiche Fünle von Lesestoff. Ne anziehenden Erzählungen bietet er Gedichte ern und heiteren Inhalts. Ein warmer patriotischer Ha ral=Lieutenant z. D. H. v. Below. Preis pro Quartal .80 M Verlag von Karl Siegismund, Berlin SW., Dessauerstraße 18. X. Jahrgang, Nr. 1, erschien soeben und enhält: Eine Hofintrique. Historische Erzählung von Mar Hiltl.— Der Schmied der deutschen Einheit. (Bildertert.)— Viel Lärm um nichts. Militärhumoreske von Josef Maertl.— Vom Uebungsplatze des bei Kenne an der Oberspree. (Mit Abbildungen.)— Dienst im Kriege. *.— Dienst im Kriege, Von Geueral d. Inf. z. v. v. Kretschman.— Unser Fähnrich. Kriegserinnerung von v. Schimmelpsennig v. d. Ope. Blüchers Unfall bei Ligun, 16. Juni 1815.(BilderVolkspoesie in Kriegszeiten. Von Pastor — Bilder aus dem Manöverleben. (Mit Abbildungen.)— Die Dressur des Reitpferdes zum Anpürschen und sonstigem Schießgebrauch. Von Vorherbestimmen von Witterungsverhaltnissen nach Beobachtungen aus der Natur. Zusammengestellt von..Geßmann.— Der Elisabeth= Frauen=Orden in Oesterreich=Ungarn.— Vaterländische Gedenktage.— Neue Bücher.— Vermischtes.— Splitter und Funken.— Briefkasten.— Inserate. (Eingesandt.) In Remscheid findet am., 2. und 3. Oktobet das 5. Bundesfest des rheinisch=westfälischen PrivatTheater=Verbandes statt. Auch der dramatische Verein„Nördlicher Dilettanten=Bund Dortmund“ hat hierzu einen Delegirten gestellt und ihren Vorsitzenden, Herrn Emil Neuhaus. Gleichzeitig vertritt dieser Herr dortselbst die dortmunder Gauvereinigung, welcher 6 dramatische Vereine angehören. Der Tierschutz=Verein veranstaltet am Sonntag, den 2. Oktober einen milien=Ausflug nach Herdecke, wozu um rege Beteiligung gebeten wird. Die Abfahrt erfolgt um 1 Uhr 18 Minuten mit der rheinischen Bahn. 30jähriges Dienstjubiläum. Am Samstag, den 1. Oktober, sind es 30 Jahre, daß der Seiler Heinrich Dustmann, Seilerstr. 39, bei der Firma C. L. Neufeld thätig ist. Möge es dem biedern Jubilar noch lange vergönnt sein, den Dienst in voller Gesundheit und Rustigkeit vollziehen zu können. Von„F. A. Lauges Geschichte des Materi alls mus und Kritik seiner Bedeutung in der Gegenwart", wohlfeile Ausgabe, 68 Bogen, Preis 4 10.—, ist soeben die sechste Auflage erschienen. Langes berühmtes Werk, die Spezialität des Wirkens einer Persönlichkeit, wie sie in solcher Rundung geistiger und sittlicher Vorzüge äußerst selten in die Schranken tritt;— ein Werk, das zu dem Besten seiner Art zählt und dessen Art selten gezählt wird, begeguet heute, über zwei Dezennien nach dem Heimgange seines Verfassers, noch dem gleichen Interesse des tiefer Gebildeten, wie bei seinem ersten Erscheinen; denn jedem ernster Gesinnten muß es heute mehr wie je am Herzen liegen, die Bedeutung des Materialismus für die Gegenwart zu verstehen. Gerichtliche Entscheidungen. Erste Strafkammer. * Dortmund, 1. Oktober. Explosion schlagender auf Wetter ereignete sich am 9. März dieses Jahres Zeche„Bickefeld=Tiefbau“, es erlitten drei Ber### Verletzungen, der Bergmann Karl Jungkontze sogar derart schwere Verbrennungen, daß er an den Folgen derselben gestorben ist. Der Bergmann Wilhelm Nuhn hat ebenfalls schwere Verbrennungen davongetragen, er ist heute noch nicht wiederhergestellt. Gegen denselben ist außerdem noch Antlage wegen fahrlässiger Tötung erhoben worden, er soll durch Vernachlüssigung seiner Pflichten den Tod des Jungkontze verursacht haben. Nuhn fungirte vor dem betr. Orte als Ortsältester, außerdem warer auch als Wettermann Bericht über thatsächlich erzielte Getreidepreise jahres ans g... in der Prapinz Westfalen. Bergleute! Preis in Mark für den Doppelzentner oder 200 Pfd. sogar Freitag, den 30. Septbr. 1898. r Lampe zu untersuchen, ob Wetter vorhanden seien uno, faus sich solche zeigten, zu veranlassen, daß die Arbeit nicht eher aufgenommen wurde, bis eine bessere Ventilation hergestellt und die Wetter beseitigt waren. Dieses hat Nuhn nicht gethan, er hat selbst die Arbeit aufgenommen, wahrscheinlich in der Meinung, das geringe vorhandene Wetterquantum werde nicht gefährlich werden. Es wäre wahrscheinlich auch nichts („Westfale“.) Musikalisches. In Zieglers Wintergarten eröffnet Herr Kapellreister Merkert Sonntag, den 2. Oktober, die WinterFalnssonge, die herabsiel.. di Lampe des zerten Se“e- Pagsaume putin wären., anschließen. Zur Ausführung kommen unter anderen Bohn mit Richicht. gen die Ouverturen zu„Stradella und„Lustige Weiber., perr Stamtsanwalt Pymppi heantragte der Tahlässiateit dre gu den schlimmen Erfolg sthantasie aus„Cavalleria rustieana“ und Soli für as euungrent, prei Monate Gestingnis,„Zer Ge. Vigine, Flöte und Trompete. Urteil verkündet wurde, laut auf. Aus dem Gutachten des Revierbeamten Herrn Vergrat Pommer ging hervor, daß derartige fahrlässige Handlungen von Bergleuten wohl deshalb begangen werden, weil sie fürchteten, materiell geschädigt zu werden; da sie im Gedinge arbeiteten nähmen sie an, sie würden für die Zeit, während der sie des Vorhandenseins von Schlagwettern die Arbeit ruhen lassen müßten, Entschädigung erhalten.— Neben Nuhn keine Konzert statt. Herr Kapellmeister Merkert hat dazu ein außerst interessantes Programm aufgestellt. Briefkasten der Redaktion. Abonnent S. Wenn im Kontrakte nichts ausgemacht ist, hat der Mann gar nichts zu wollen. Lassen Sie ihn ruhig mit der Polizei drohen. A. W. Gesetzlich steht da nichts fest, sondern das meiste beruht auf häufig geänderten Ministerial=Verfügungen.„Im übrigen kommt es ganz, darauf an, wie kaschinen u s. w. sind, wie intensiv der Bestand auf der Anklagebank der Betriebsführer jener Zeche, Nelken, wegen Uebertretung der Bergpolizei= alt die Masan“ verordnung betreffend die Anstellung von Wetterkon= trieb tralleuren. Herr Bergrat Pommer hält es nämlich sern ist die Amorik die Abnutzung u. k. w. Vei HäuRietelshstrgslise dar der Lrisälteste gleichzeiig alssgedach:— Der Beuu,=hschzhrer Geschsso sahre Wetterkontralleug für den betreffenden Ort verpflich=Im.) bed;“ zu uue hat.sich Ihrer Geschafts=Ordtet werde; die Kontrolle solle eine doppelte sein. zu. rugen, sonst hatte er sich varher Todes-Anzeige. Es hat dem Herrn gefallen, gestern Abend gegen 12 Uhr meinen lieben Mann, unsern guten Vater, den Invaliden Karl Remmert, im Alter von 74 Jahren, nach kurzem Leiden in die Ewigkeit abzurufen. Freunden und Bekannten diese Trauernachricht mit der Bitte um stille Theilnahme. Dortmund, den 1. October 1898. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Dienstag Morgen 9 Uhr vom Sterbehause, Klosterstrasse 18, aus statt. Veranntmachung. die Landtagswahl betr. Für die bevorstehenden Wahlen zum preußischen Landtage werden!— Urwählerlisten der Stadt Dortmund 8 Tage lang und zwar Stan Jeder besonderen Anzeige: Gestern Nachmittag wurde uns unser kleiner Liebling Cari. im Alter von 1 Jahr, nach schwerem Leiden entrissen. Dortmund, 1. Octbr. 1898. Wilh. Wiegerig u. Frau, Wilhelmine geb. Tünkler. Auf ein Geschäftshaus, welches einen Werth von 36=—40000 M hat, werden zur Vergrößerung des Geschäfts und um die darauf lastenden Schulden von K 16 500 zu tilgen, Ak. 19- bis 20 000 an erster Stelle zu leihen gesucht. Event. kann doppelte Sicherheit geboten werden. Gefl. schriftliche Angebote unter F F 17378 an die Dortm. Ztg. 1 Wir empfehlen: Montag, den 3. October, Dienstag,„ 4.„ und Mittwoch.„ 5. während der Dienststunden von—12 Uhr Vormittags und—6 Uhr Nachmittags im Verwaltungsgebäude, Olpe 1, Zimmer 45 zur Einsicht offen liegen. Jeder selbstständige Preuße, welcher das 24. Lebensjahr vollendet und nicht den Vollbesitz der burgerlichen Rechte in Folge rechtskräftigen richterlichen Erkenntnisses verloren hat, ist in der Gemeinde, worin er seit sechs Monaten seinen Wohnsitz oder Aufenthalt hat, stimmberechtigter Urwähler, sofern er nicht aus öffentlichen Mitteln Armen=Unterstützung erhält. Einwendungen gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Listen Taschenfahrplan für die Direktionskönnen an den genannten Tagen während der angegebenen Zeit unter bezirke Elberfeld und Essen. 30 J. Vorlegung der Legitimationspapiere und des Steuerzettels für das Rechnungsjahr 1898/99 bei uns angebracht werden. Dortmund, den 27. September 1898. Der Magistrat: Schmieding. 20initerWe Piant vom 1. Oct. 1898. Herren-Maass-Geschaft. Den Empfang von Neuheiten in Herbst- u. Winterstoffen zeigen ergebenst an unter Zusicherung tadelloser eleganter Ausführung Phil. Pagendarm, Weiherstraße 58, früher Zuschneider der Firma Wegmann& Gildehaus. Taschenfahrplan für Nord=, Süd=, Mittel= und Westdeutschland, Holland, Belgien und Schweiz. 50+. Hermann's Fahrpläne für Nord=, West= und Mitteldeutschland 2c. 50+. Westdeutsches Eisenbahn=Kursbuch. 50 4. Storm's Kursbuch fürs Reich mit Hotelpreisanzeiger. 50 J. Westdeutsche Fahrpläue mit Anschlüssen nach allen Richtungen, von Baedecker. 40 J. C. L. Krüger'sche Buch= und Musikalienhandlung in Dortmund, Westenheliweg 43. GFessor,„Filmann von hier, der ebenfalls als Gutachter gelaven war, vermochte eine Uebertretung der betr. Vergpolizeiverordnung nicht zu finden, zumal auch esche eice besch eich e cich weshalb der als Wetterkontrolleur verpflichtete und dafür besonders bezahlte Ortsälteste nicht auch das eigene Ort zweimal nach Weitern untersuchen A. K. 11 in an str—# Schüren. Das kommt ganz darauf an, vo es in beleidigendem Tone oder in beleidigender Absicht gesagt ist. Sonst nicht. den fiche Wibbegieriger. In welcher Wirtschaft die geutsche=Kolonial=Zeitung“ ausliegt, wissen wir augenzweimal nach Weitern untersuchen persönlich.* hefafign niewer vir uns mit so solle. Lafür, daß er als Weiterkontrolleur früher irgend jemand. Soitzuamen.... einfahren müsse, werde der Mann besonders bezahlt. igen# Feipnamen„Karline führt. FraZefahren.g, zaperde der Mann besonde...; gen. Ei ihn doch seldn. Herr Bergra. vommer blieb bei seiner Ansicht, daß! L. F. Soviel wir wisse die Kontrolle von zwei verschiedenen ausgefuhrt wer= G. 30. Nein; ein derarti#### deu. müssei im übrigen stellie er dem angeschuldigten nicht, auch kein Jägerbatailo Ser ccerustäurer das beste Zeugnis aus; derselbe habe; I Baray I. gestorben. verüruiges Regiment gibt es lon. die er in ganz vernachlässigtem Zustande hören dir Kreise Dort übernommen, in die Höhe gebracht. Seitens der Land, Hörde, Gelsen! gegen Nelken beantragt, der Gerichtshof erkannte jedoch auf Freisprechung; die betr. Bergpolizei=Verordnung sei in ihrem Wortlaute nicht klar, sie schließe eine Verpflichtung des Ortsältesten als Wetterkontroleur nicht aus. ver ss gpurde dann die am vergangenen Donnerstag von Saasr ache gegen.ven Anstreichergesellen Börger Lamoli“,#u ende geführt, der, wie mitgeteilt, den fuligen Freier seiner Mutter, den Schachtmeister " B. Durop. Zu unserem Landtags=Wahlkreise geförer die Preise Dortmund und Bochum, Stadt und Srisenkirchen und Hattingen, resp. die zu diesen gehörigen Aemter. Alter Abonnent, Union=Vorstadt. Das würde nur auf dem Prozeßwege zu entscheiden sein. Wahrscheinlich ist aber, daß der Verpächter sich gedeckt hat, und Sie verlieren würden, zumal Sie über die Verhandlungen im Termine ja überhaupt nicht unterrichtet sind. Abonnent., Rheinischestraße. Wenn der Mann mit Ihnen in der preußischen Lotterie spielt, hat er ein Aurecht auf den Gereinn, wenn er auch mit der Beitragszahlung im Rückstande geblieben ilt. Sind W 4 UBERNARME AUSARBEITUNG „Angoggen- Aufträgen umzm-Hraffe Schmns ur V. Su. Satiggen, eler Lästenf für dius vallenel Erbasere insertions-Aufträge zu äussersten Pauschalpreisen. Zehungscatalon und weltere Auskunft gratis. Vertreter Ed. Nese Nachfolger Inh.: H. Gutbler), Roobbandlung. Dortmund. Obstverwerthungs-Genossenschaft Soest in Socst i. 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Maschin.=Bausch.“ Für Stellensuchende empfiehlt es sich, die Zeugnisse nur abschriftlich den durch uns zu vermittelnden Bewerbungsschreiben beizufügen, da wir für die Wiedererlangung der bezüglichen Papiere keinerlei Bürgschaft leisten können Die Geschäftsstelle der„Dortmunder Zeitung“. Vierte Ausgabe. Nr. 272.— 71. Jahrgang. Drucker und Verleger: C. L. Krüger(G. Krüger) in Dortmund. 448r Heirn!.. Sonntag, den 2. Oktober 1898. Verantwortlicher Redakteur: Rudolf Versen in Dortmund. Amtliches Kreisblatt für den Stadt= und Landkreis Dortmund. Deutschland. I. Berlin, 30. September. Der„Wahlaufruf der konservativen Fraktionen des preuszischen Landtags“, dessen Hauptpunkte wir gestern hervorgehoben, ergeht natürlich offiziell für die konservative Partei allein; die Freikonservativen werden ihren Aufruf Anfang nächster Woche veröffentlichen. Der Aufruf bewegt sich, wie bereits bemerkt, in sehr allgemeinen Wendungen, vermeidet vor allem jede Bezugnahme auf die letzten Landtagsarbeiten, iritt auch bezüglich der künftigen Aufgaben nicht bestimmt heraus und schweigt über die Ziele der konservativen Wahlbewegung völlig. Umsomehr Bedeutung gewinnen unter diesen Umständen die„Ausführungen“, womit das offizielle Organ der konservativen Parteiführung den Wahlaufruf„begleitet". Diese ziehen eine konservative Mehrheit in den Kreis der Berechnungen, und suchen die Sorge der Wähler vor einer solchen Mehrheit damit zu bannen: daß doch die Konservativen, auch wenn sie die Herrschaft in einem Parlament besäßen, diese niemals in so einseitiger Weise ausgenützt hätten, wie der Liberalismus,„sofern dieser in der Mehrheit war". Der Hinweis darauf, wie sehr eine konservative Mehrheit von den Konservativen erstrebt wird, ist so bedeutsam, daß wir der Versuchung wiederstehen, an der Hand der Geschichte weiter nachzuweisen, was an Einseitigkeiten eine solche Mehrheit zu vollbringen imstande war. Zudem sind die Erinnerungen an die Vorgänge der letzten Legislaturperivde noch stark genug. Und soweit, wie die„begleitenden Ausführungen“ mit recht hervorheben, Eindrücke zu schnell wechseln und das Erinnerungsvermögen schwächen, hat der nationalliberale Aufruf wenigstens dafür gesorgt, daß das Gedächtuis in den entscheidenden Fragen ausreichend gestärkt bleibt. Dem vom eigenen Standpunkt aus begreiflichen Zwecke, eine konservative Mehrheit den Wählern auf jede Weise schmackhaft zu machen, muß zum Schluß folgende Vorhaltung dienen: Es würde schlimm sein, wenn es den„Intrignen des demokratischen Zentrumsflügels“ gelänge, die Konservativen so zu schwächen, daß eine Mehrheit des Zentrums mit der Linken möglich wäre; dann wäre Zentrum allerwegen„Trumpf“. und das sollten die Wähler sehr wachsam ins Auge fassen. Diese Sorge mutet recht eigenartig an, denn von einem so großen Gegensatz zum Zentrum weiß der offizielle Wahlaufruf garnichts. Weiter aber, soweit an der Linken die Nationalliberalen beteiligt sind, hatte das Zentrum mit dieser schon jetzt die Mehrheit. Wie wenig es aber darum„Trumpf“ war, hat sich bei den Kultusdebatten gezeigt, und wie nützlich bisweilen selbst diese Mehrheit gewirkt, beim Assessorenparagrapben und Vereinsgesetz. Sind die Nationalliberalen aber nicht zur Linken gerechnet, dann hätte der „wachsame Wähler" davor auf der Hut zu sein, daß die freisinnigen Parteien für sich mit dem Zentrum eine Mehrheit zu bilden vermöchten; Zahlen dafür gesetzt: die freisinnige Vereinigung und Volksportei müßten mindestens hundert Mandate hinzugewinnen! Jetzt haben sie zwanzig. Bei aller Sorge, die im konservativen Lager im Grunde bestehen mag, eine solche Möglichkeit kann doch nur als Scheuche benutzt werden, um scheues Wild ins Garn zu jagen. Wir stellen daher diesem Grund im besonderen und den ganzen Ausführungen im allgemeinen die Zahlen gegenüber, wie sie der nationalliberale Rechenschaftsbericht gruppirt und lassen sie sprechen: Rechte 215, liberale Mitte 84, Linke 20, klerikale Mitte 95, Protestparteien 19, macht zusammen 433. Also sieben Stimmen nach rechts herüber, und das übrige kann sich jeder sagen, der„Erinnerungsvermögen“ hat. C Berlin, 30. Sept. Die Ergebnisse der preußischen Schulstatistik für 1896 lauten für die Ostseeprovinzen, insbesondere die gemischtsprechigen Bezirke, nicht erfreulich. Einerseits das Vordringen des Polentums, das sich in dem prozentuellen Rückgang der deutschen unnd der prozentuellen Zunahme der polnischen Familien= sprache bekundet, andererseits aber die stellenweise unerträgliche Ueberfüllung der Schulklassen haben der Regierung, wie wir hören, seit langer Zeit schon Anlaß gegeben, sich mit dieser Seite der Aufgaben des preußischen Staates im Osten in besonderem Maße zu beschäftigen. Es besteht die Absicht, schon in der nächsten Session dem Landtage bezügliche Forderungen zu unterbreiten und planmäßig weiter vorzugehen. Daß die Regierung dabei auf die Unterstützung der Volksvertretung in vollem Umfang rechnen kann, bedarf wohl keiner Versicherung. p Biedenkopf, 29. Septbr. Aus dem hessischen Hinterland. Unter dem Titel„Vorderland“ erscheint hier vom 1. Oktober ab eine neue, wöchenlich zweimal herauskommende, für den Kreis Biedenkopf bestimmte Zeitung gemäßigt=liberaler Tendenz. Neuen Zeitungs= gründungen stehen wir im allgemeinen etwas skeptisch gegenüber. Hier im Kreise Biedenkopf aber hat es an der Vertretung unabhängiger Gesinnung in unserer Ortspresse bezw. an der Möglichkeit, sie in einem Lokalblatt zum Ausdruck zu bringen, bisheran so vollständig gefehlt, daß dem neuen Unternehmen ein günstiges Horoskop gestellt werden kann. Hält das Blatt, was es in seinem flott geschriebenen, weit über das Durchschnittsmaß sich erhebenden Einführungsartikel verspricht, dann wird es eine Lücke ausfüllen, die in unserm Kreise seit langem ganz allgemein und oft recht drückend empfunden worden ist. Vereins=Nachrichten. m Dortmund, 30. September. Die„Freiwillige Bürger=Feuerwehr“ hielt gestern abend unter dem Kommando des Hauptmanns Kentzler eine GesamtUebung ab, die von der Steiger= und Spritzenmannschaft sehr zahlreich besucht war; von der Aufsichtsmannschaft waren nur einzelne gekommen. Auch hatten sich einige Vorstandsmitglieder der dorstfelder Wehr eingefunden, die der Uebung vom Anfang bis zum Schluß beiwohnten. Die Uebung beschränkte sich zuerst auf Exerzitien und Standrohrsetzen an den Hydranten. was auf verschiedenen Straßen geschah. Hierauf wurde die Wehr scheinbar alarmirt, in der Augenklinik des Herrn Dr. Hallermann an der Silberstraße sei ein größerer Brand ausgebrochen, und zwar in den obersten Stockwerken. Nach einigen Augenblicken war die ganze Mannschaft auf der Brandstätte; ganz vorzügliche Dienste leistete hierbei die große mechanische Leiter. Nach der Uebung versammelte sich die Mannschaft im Keggemannschen Lokale, wo Hauptmann Kentzler über die Uebungen seine vollste Befriedigung aussprach. Gleichzeitig teilte er mit, daß die Wehr zwei diensteifrige Mitglieder verliere und zwar die Herren Berenberg und Tausch: der erstere ist zum städtischen Brandmeister, während der andere seinen Wohnsitz nach Gütersloh verlegt. Beiden Scheidenden wurde ein begeistertes„Gut Schlauch“ ausgebracht. Herr. Berenberg erwiderte, daß er die„Freiwillige Burger=Feuerwehr“, nie vergessen werde; im Gegenteil würde er bestrebt sein, daß dieselbe immer mehr wachse, blühe und gedeihe. § Dortmunder Wohlthätigkeits=Verein(Korporation). In den Monaten August und September erhielten sieben Personen an Darlehen und Unterstützungen 132,39 M, die Rückzahlungen auf ältere Darlehen betrugen 222,30 Fünf mittellose durchreisende Personen, erhielten an Reise= und Zehrgeld 4,60 A Die vom Verein unterhaltene Verpflegungsstation, welche unbemittelten wandernden Handwerksburschen u. s. w. gegen entsprechende Arbeitsleistung Verpflegung gewährt, wurde im August und September von 367 Personen in Anspruch genommen, für welche die„Herberge zur Heimat“ an Verpflegungskosten 264,10 M erhielt. 23 minder arbeitsfähige ortsangehörige Personen sowie die vorgenannten Durchreisenden (ausschließlich der an Feiertagen verpflegten) wurden auf dem Holzhofe beschäftigt. An Arbeitslöhnen empfingen die Erstgenannten 887,70#, der Verkauf des zerkleinerten Brennholzes ergab 1642,75 M4. Für Rechnung des Vereins befanden sich in den städtischen Bewahranstalten drei Kinder, für deren Beaussichtigung und Verpflegung 22,75# gezahlt wurden. An vierzehn hedürftige Krauf= wurden auf arund ärztlicher Ve bepütftige Kranke wurden auf grund ärztlicher Verorgnung.285 Liter Milch verabfolgt. An Geschenken und sonstigen Zuwendungen gingen ein: Von Fräulein Marie Overbeck 50 cs; von Herrn Rechtsanwalt Mausen 50 M.(Sühnegeld aus einer Privatklage); desgl. vom Herrn Rechtsanwalt Ellerbeck 10 M; ebenso vom Herrn Rechtsanwalt Bohnert 10## Den freundlichen Gebern besten Dank. Weitere Gaben sowie Mitgliederanmeldungen sind erbeten und werden entgegengenommen Olpe 1, eine Treppe. Gewerbliche und Verkehrszeitung. i Dortmund, 1. Okt. Man schreibt uns: Ein Schaden von 500000 Mark erwächst den Mitgliedern des allgemeinen Knappschaftsvereins, weil das neue Statut infolge der Weiterungen der Gegner desselben erst mit dem 1. Jan. 1899 in kraft treten kann. Der Bundesrat, der dem Statut zuzustimmen hat, tritt erst in diesem Monat zusammen, es können demnach die neuen Satzungen erst mit dem 1. Januar 1899 in Wirksamkeit treten, während solches schon zum 1. Okt. hätte geschehen können. Da infolge der neuen Bestimmungen an Invaliden=, Kinder=, Witwen=, und Krankengeld jährlich etwa 2 millionen Mark mehr ausgegeben, die Empfänger also um diese Summe besser gestellt werden, so macht dieses für das eine Vierteljahr, um welches die Einführung der Satzungen verzögert wird, die Summe von 500000 Mk. aus. Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerts MontCenis in Sodingen i. W. Nach dem Geschäftsberichte für 1897 98 beträgt die gesamte söhlige Ausrichtung 6143 M, diejenige durch seigere Aufbrechen 166 A. Durch die unvermindert betriebene Erweiterung der Wetterwege wurden die Wetterverhältnisse bedeutend verbessert. Die Kohlenförderung betrug 400,227 t gegen 268,612 t im Vorjahre. Die Erhöhung beträgt somit 131,625 t oder 49 Prozent. Die Ausfälle infolge Wagenmangels betrugen auf Schacht! 15 ⅝8, auf Schacht II 157/8 Schicht. Die Leistung pro Mann und Schicht betrug 0,891 t gegen 0,831 t, die Selbstkosten 664 M gegen.67 K. und der Verkaufspreis 8 4 gegen 794 M im Vorjahre. Die Durchschnittszahl der Belegschaft hat betragen 1623 gegen 1147 Mann. An Abgaben und Lasten kommen auf das Geschäftsjahr zusammen 129 394 0 oder 32 für jede Tonne des geförderten Quantums gegen 37 4 im verflossenen Geschäftsjahre. Laut Bericht für 1896/97 waren am 1. Juli vorhandene Bankschuld (Mehrausgabe) 438 428 J, ferner waren erfordersich für Schacht 1 107000 M, für Schacht II 392.000 und für Arbeiterkolonie und Beamtenwohnungen 148000 M. insgesamt 1085 774 R. Hierauf sind inzwischen zusammen 913 611 U gezahlt, hierzu kommen noch für Abstoßung einer Hypothek auf fünf Arbeiter= wohnhäuser von 450004 M, sowie für diverse Anlagen Wegeban, Zinsen 2c. insgesamt 1257494 M. Diese Ausgabe wurde durch den Betriebsüberschuß sowie durch Zubuße gedeckt. Die noch nötigen Ausgaben sollen in den nächsten Monaten durch Betriebsüberschüsse bestritten werden, vom Beginn des nächsten Jahres hofft man an die Gewerken eine regelmäßige Ausbeute verteilen zu können. Neusz, 30. Sept. Frucht=Markt. Weizen neuer kleiner 17,10, engl. la. 16.60, do. lla. 15,60 MK. Roggen neuer la. 13,60, do. Ila. 12,60 M, Hafer 15,60 Rüböl 50.00, do. faßweise 51,50, gereinigtes Oel 53,00 M für 100 kg. Heu 2,00—3,00, Luzerner Heu .70 A die 50 kg. Preßkuchen 95,00 M für 1000 kg. Kleien 4,80 0 für 50 kg. Raps la. 22,50, lla. 19,50, Aveel(Rübsen) la. 21,00, Ua. 18,50 J die 100 kg. Neuer Hafer 12,50# Saarlonis, 29. September. Ein Schacht der Grube „Kleinrosseln“ mit 750 Arbeitern stellte die Arbeit wegen Waggonmangels ein. Sämtliche Stapelplätze der Grube sind übersüllt. Bremen, 30. Septbr.(Börsen=Schluß=Bericht.) Raffinirtes Petroleum.(Offizielle Notirung der Bremer Petroleum=Börse.) Loko 6,70 Br. wissenschaften, als die umfangreiche auswärtige un russische Litteratur, welche sich mit der Idee des Welt=„.. Sprechsaat. friedens beschäftigt. Ein angesehener russischer Schrift=(Fur Artikel unter dieser Rubrik ist die Redaktion steller, I. S. v. Blioch, hatte zu aufang des Jahres; dem Nuhlikum egenüber nicht verentwort'ich) ein Werk von acht dickleibigen Bänden über den„ZuGemeinderat. h. Asseln, 28. Sept. Unter dem Vorsitze des Amtmanns Enser faßte die Gemeindeversammlung heute folgende Beschlüsse: Der Hörder Bergwerks= und Hüttenverein beabsichtigt den Bau einer Kolonie bei Zeche„Holstein" und bietet zur Regelung der vermehrten Gemeinde=, Schul= und Kirchenlasten eine einmalige Abfindung von 20000 K an. Nach längerer Beratung wurde diese Offerte mit Stimmenmehrheit abgelehnt, da der angebotene Betrag zu den erforderlich werdenden Ausgaben in durchaus keinem Verhältnisse stehe, und zu erwarten sei, daß die beiden Kirchengemeinden für sich die ihnen erwachsenden Mehrausgaben voll in Anspruch nehmen würden. Um jedoch dem hörder Verein entgegen zu kommen, erklärt die Versammlung, gegen den Koloniebau dann keine Einwendungen mehr zu erheben, wenn für jedes schulpflichtige Kind der projektirten und später zu erweiternden Kolonie eine jährliche Abgabe von 10# in vierteljährlichen Teilzahlungen postnumerando an die beiden Schulgemeindekassen gezahlt werden. Voraussetzung ist hierbei, daß die in betracht kommenden beiden Schulgemeinden ihre Zustimmung geben. Die Abfindung mit den Kirchengemeinden bleibt dem hörder Verein überlassen.— Ferner wurde die revidirte Gemeindekassenrechnung für 1897 98 vorgelegt und festgestellt in Einnahme auf 60 248,74+, in Ausgabe auf 52 647,63 K.— Beschlossen wurde dann noch, die Restbauschuld des Courlerweges aus dem Kassenbestande abzutragen, und die Beiträge für die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft später vorschußweise aus der Gemeindekasse zu zahlen. X Castrop, 30. Sept. In der gestrigen Sitzung des hiesigen Gemeinderats wurde u. a. beschlossen, die jetzt fertiggestellte neue Straße durch die Siebenhöfe soll den Namen Kaiser Friedrich=Straße erhalten.— Die seitens des Schlachthausverwalters gewünschte Hülfskraft soll erst dann angestellt werden, wenn das neu anzulegende Kühlhaus in Benutzung genommen wird. Bis dahin darf der Verwalter den Gehülfen Maas in vermehrtem Umfange zu den nötigen Arbeiten heranziehen. Die Unterhaltung der gärtnerischen Anlagen vor dem Amtsgerichtsgebäude soll auf Tagelohn vergeben werden. Vermischtes. Zur Vorgeschichte der Friedenskundgebung des Zaren wird den„Münch. Neuest. Nachr.“ aus Petersburg geschrieben: Der junge Zar studirte schon als Thronfolger bei weitem nicht so emsig die Kriegskunftskrieg“ vollendet und in Druck gegeben. Der Druck wurde vom Kriegsminister inhibirt, angeblich, weil es gegen das russische Interesse ginge, den Krieg in der vom Verfasser beliebten Art als verdammenswert und die Folgen eines europäischen Krieges als vernichtend für alle Staaten, auch für Rußland, darzustellen. Der Verfasser, der den Titel Exzellenz trägt, erlangte darauf eine erste Audienz beim Zaren, dem er sein Material vorlegen und erläutern durfte. Es ist durch einwandfreie Zeugen bestätigt, daß der Kaiser das reichhaltige Material sofort in angestrengte Arbeit nahm und den Vorträgen des Verfassers eine sehr gnädige Aufmerksamkeit schenkte. Derselbe wurde in wiederholten langen Audienzen noch später sowohl vom Kaiser als der Kaiserin empfangen. Persönlich eröffnete der Zar dem Kriegsminister, er stimme mit den Grundsätzen und Schlußfolgerungen des Verfassers überein und befehle die Drucklegung des Werkes. Es ist denn auch vor einigen Wochen in Petersburg erschienen. v. Blioch ist katholischer Pole, sein Schwiegersohn der bekannte deutsche Reichstagsabgeordnete Herr v. Koscielski. Der gestreuge Pseudochef. Aus Wien erzählt das„Illustrirte Extrablatt": Dem Markeur Jean, der seit langen Jahren in einem hiesigen Kaffeehause bedienstet ist, passirte dieser Tage ein Malheur. Er stolperte und warf einem Gaste eine Tasse Kaffee in den Schoß. Der Fremde, dessen Kleider arg beschädigt waren, war wütend und wollte sich beim Besitzer des Kaffeehauses beschweren. Jean sollte diesen herbeirufen. Der Chef hielt in seiner Wohnung im ersten Stock sein Mittagsschläfchen, und war es an und für sich nicht rätlich, ihn zu wecken, so war von seiner bösen Laune das Schlimmste zu befürchten, wenn es anläßlich der Beschwerde eines Gastes gegen das Personal geschah. Da hatte Jean in seiner Verzweiflung eine großartige Idee. Er begab sich in das Spielzimmer und bat den dort kiebitzenden Stammgast Herrn., dem Fremden gegenüber auf einige Minuten den Chef zu spielen. Der gutmütige Herr B. erklärte sich auch gleich bereit, den armen Jean zu retten. Er ging zu dem Gaste, hörte dessen Klagen an, vernichtete den zerknirscht dastehenden Jean förmlich mit seinen drohenden Blicken und kündigte schließlich dem ungeschickten Markeur auf der Stelle. Das wollte der Gast aber auch nicht und legte für Jean ein gutes Wort ein. Herr B. ließ sich erweichen und verzieh dem Markeur, nachdem er ihm eine lange Strafpredigt gehalten hatte. So endete der Fall zur beiderseitigen Zufriedenheit. Der Gast war zufrieden, daß der Markeur die verdiente Zurechtweisung erhalten hatte und Jean war zufrieden, daß diese vom Psendochef und nicht vom wirklichen ausgegangen war. — Bekanntlich war der vormalige Staatssekretär im auswärtigen Amte, Irhr. v. Marschall, vor seiner Berufung kein eminentes Sprachentalent. Aber auch, als er schon die auswärtige Politik des Reiches leitete, passirte ihm mancher Lapsus. So läßt Busch in seinen„Geheimen Blättern“ den Fürsten Bismarck erzählen: Marschall schreibt ein schlechtes Französisch, auch in offiziellen Aktenstücken, so schrieb er einmal in einem Communiqué an die italienische Regierung: „’empereur et’empereuse“.— Heute, nachdem der jetzige Botschafter am goldenen Horn schon so lange im diplomatischen Dienst thätig ist, werden ihm derartige kleine scherzhafte Fehler nicht mehr unterlaufen. —„Berliner Pflanzen". Zwei Jungen spielten im Hof einer berliner Mietskaserne. Plötzlich schreit der eine zu einem geöffneten Küchenfenster des vierten Stocks hinauf: Mutter, Mutter, kiek doch mal runter! Mutter(aus der Küche rufend): Ach wat, laß mich zufrieden, ick habe keene Zeit!— Junge: Ach. kiek doch mal en eenzigen Oogenblick runter!— Mutter (ärgerlich am Fenster erscheinend): Na, wat willste denn?— Junge(grinsend): Ick wollte blos mal Fritzen zeigen, wie sehr daß De schielen thust! —.Vater Kulicke(zu seinem Erstgeborenen): Kiek mal, Fritze, det is Dein neuet Schwesterken, wat der Storch heute nacht jebracht hat.— Fritz Kulicke(vier Jahre alt, verächtlich auf das Linnenknäuel blickend): Hat se Beene? — Mutter(erzählend):... Und wenn Du artig bist, schickt der liebe Gott in der Nacht die lieben Engel, sie setzen sich zu Dir aufs Bettchen——— Fritzchen(unterbrechend): Die sollen nich kommen, die drücken mir blos. — Humor des Auslandes in der„Münchner Jugend". Dame: Möchten Sie nicht einmal den Walzer etwas anders probiren?— Junger Herr: Wie meinen Sie das, gnädiges Fräulein?— Dame: Sie könnten mir gelegentlich mal auf meinen linken Fuß treten, der rechte ist schon halb zerquetscht. dem Puolitum gegenüber nicht veräutwornich.) Leise Aufrage. Wievielmal jährlich muß die Wasserleitung gereinigt werden? Vom Hauptrohr ist bei uns Schluß am Hellwege in Oespel. S#„ Ein alter Abonnent. " Dorstfeld, 30. Sept. Dem Herrn Einsender des Sprechsaalartikels vom 18. kr. in dieser Zeitung diene zur gefl. Entgegnung, daß dem unterzeichneten Bürgerverein die in der hiesigen Gemeinde herrschenden Uebelstände keineswegs entgangen sind. Die Erfahrungen, die der Verein seit seinem Bestehen gemacht hat, lassen leider erkennen, daß dessen Bestrebungen bei der Gemeindevertretung bisher auf unfruchtbaren Boden gefallen sind. Selbst durch Bürger, die vielleicht interessirt sind, sich die Gunst des Gemeinderats zu erhalten, ist der Verein nicht von Gehässigkeiten verschont geblieben. Der Verein wird sich jedoch nicht abhalten lassen, unentwegt auf sein Ziel loszusteuern, im Interesse und zum Wohle der Allgemeinheit der Gemeinde zu wirken. Diese Aufgabe würde ihm um so leichter gemacht werden, je größer die Beteiligung an dieser Arbeit wäre, und ist es deshalb wünschenswert, wenn der Herr Einsender des beregten Artikels den Eingesessenen Dorstfelds durch Beitritt in den Verein mit gutem Beispiele voranging. Die nächste Versammlung findet am Mittwoch, den 5. Oktober kr., bei dem Wirt Varlemann hierselbst statt. Der Bürgerverein Dorstfeld. Brackel, 30. Sept. Es ist in der Volksversammlung Stellung genommen worden gegen die Art und Weise, in welcher die Gemeindevertretung Kontrakte abschließt, auch in der Straßenbahnangelegenheit. Die Gemeindevertretung hat, soweit das brackeler Bürgertum überhaupt etwas erfahren konnte, dem Herrn Overweg den Bau der Straßenbahn zugesagt, ohne, daß Herr Overweg irgendwelche schriftliche Zugeständnisse gemacht hat. Herr Overweg ist doch, wie die Gemeindevertretuzug selbst sagt, bereits zwei Jahre am unterhandeln und sollte man doch annehmen, daß ein solch gewiegter Geschäftsmann wie Herr Overweg mit bündigen, klaren, schriftlichen Verträgen an die Gemeindevertretung herantreten würde, oder aber man hätte mit einem Herrn, welcher vorgibt, nicht informirt zu sein, nicht unterhandeln sollen. Ist Herr Overweg der Unternehmer selbst, dann gibt es uns wunder, daß derselbe, so wenig imstande war, der Gemeindevertretung irgendwelche schriftliche Zugeständnisse zu machen; oder aber sollte die Gemeindevertretung sich wirklich wieder mit Versprechungen abspeisen lassen. Wir erinnern dabei an die Abmachungen der Gemeindevertretung mit dem unnaer Wasserwerk; wofür heute und vielleicht für immer die Wasserkonsumenten für die Kurzsichtigkeit der Gemeindevertretung der: Beutel ziehen mussen. Weshalb nicht auch andere Gesellschaften zur Konkurrenz zugelassen werden, ist den Bürgern unverständlich, dabei wäre doch für die Gemeinde nur ersprießliches herausgekommen. Oder soll Herr Overweg die Bahn absolut bauen? Daß es nicht möglich ist, hundert von Interessenten unter einen Hut zu bringen, ist jedem klar, es ist aber auch den Bürgern Brackels klar, daß außer den Grundbesitzern noch andere Steuerzahler von Brackel wohnen, die ihre Interessen vertreten wissen wollen und welche ein Recht haben, mitzureden und nie und nimmer geben wollen, daß hinter verschlossenen Thüren verhandelt werden soll. Das letzte Wort in diesen Angelegenheiten ist noch lange nicht gefallen. Musikalisches. § Wie wir bereits mitteilten, werden Frau Teresa Carrenuo und Fräulein G. Tilly auf Veranlassung des Besitzers der Köppenschen Buchhandlung am 10. Oktober im„Kölnischen Hofe“ ein Konzert veranstalten. Wir unterlassen es nicht, auf die Bedeutung dieser musikalischen Aufführung ganz besonders hinzuweisen. Frau Teresa Carrenno ist unbestritten die bedeutendste Pianistin der Gegenwart, sie ist eine ganz eigenartig interessante Erscheinung. Nicht das elegische und tändelnde, die gewöhnlichen Domänen weiblicher Kunst, sind ihr Element; ein von heißer Leidenschaft überwallendes Herz malt sich im Spiel dieser so ruhig am Instrumente sitzenden schönen Frau. Mit mächtigem, dabei weiblich elastischem Anschlag beherrscht sie die Tongewalt ihres Flügels, der unter ihren Händen Leben zu erhalten scheint, und wenn das lodernde Feuer ihres Temperamentes über die Tasten wie Sturmwind dahinbraust, dann werden alle Zuhörer voll Begeisterung fortgerissen. Dabei überschreitet die Virtnosin niemals die Grenzen des künstlerisch Schönen. Technische Schwierigkeiten scheinen für sie nicht zu existiren. Selbst dann, wenn sie die schwierigsten Passagen im schnellsten Tempo vorträgt, geht kein einziger Griff daneben und bei den bewegtesten Stellen herrscht völlige Klarheit. Frau Carrenno verhält sich zu den Pianistinnen gewöhnlichen Schlages wie eine Brunhilde zu einem wohlerzogenen Backfisch unserer Zeit. In der Seele dieser Frau scheint etwas ganz ungewöhnliches vorzugehen, das auf eigenartige Weise zu musikalischem Ausdruck gelangt.— Fräulein Gustave Tilly ist unserem dortmunder Publikum längst gut bekannt. Sie hat sich durch ihr bisheriges Auftreten einen so großen Kreis von Verehrern ihrer Kunst geschaffen, daß das Wort, ein Prophet gelte nichts in seinem Vaterlande, in diesem Falle keine Anwendung findet. Leider hatten wir in letzter Zeit nicht oft Gelegenheit, diese Sängerin zu hören. Um so freudiger ist es zu begrüßen, daß Frl. Tilly bei diesem Konzert wieder an die Oeffentlichkeit tritt. Frl. Tilly wird folgende Lieder singen: Lassen,„Die helle Sonne leuchtet— Schumann,„Im wunderschönen Monat Mai“— ferner„Aus meinen Thränen" und„Die Rose, die Lilie“ von demselben Komponisten— Viardöt,„la Marquise“— Schumann „Ueberm Garten“— Massenet,„Ouvre tes yeux bleus“ — Weber,„Frage mich immer". Frau Carrenno spielt Sachen von Bach, Beethoven, Chopin, Schumann und Schubert. ..„(Eingesandt.) " Der Verein der Stellmacher, Schmiede, Sattler und Lakirer=Meistern von Dortmund und Umgegend hielt am Sonntag=Nachmittag im Lokale der Witwe Keggemann eine außerordentliche Versammlung ab, zu der sämtliche Meister eingeladen waren. Dieselbe wurde um 3½ Uhr von dem 1. Vorsitzenden, Herrn Fromholz, eröffnet und geleitet. Es fanden erst innere Angelegenheiten des Vereins ihre Erledigung. Punkt 2 der Tagesordnung war Besprechung der neuen Gewerbe= Ordnung. Zu diesem Punkte hatte der Vorstand obigen Vereins den Herrn Schneidermeister und Stadtverordneten Möller eingeladen. Derselbe hatte dann in seinem 2 Stunden langen Vortrage Uebelstände, die den Handwerker drücken, ins richtige Licht gestellt, und gezeigt, daß nach unserer Gewerbeordnung ein jeder Handwerks=Meister verpflichtet ist, sich einer Korporation anzuschließen, damit von da aus die Handwerkerkammer-Wahlen ausgehen, und daher die richtige Vertretung bekommen können u. s.., u. s. m. Nachdem der Herr Redner geendet, sprach der Herr Vorsitzende, im Einklang mit der gutbesuchten Versammlung für den belehrungsreichen Vortrag seinen wärmsten Dank aus. Das Schlußwort in dieser Sache hatte der Schriftführer des Vereins, Herr Gerber. Derselbe bat dringend. doch den jetzigen Zuständen Einhalt zu thun, und sich doch für eine Zwangsinnung zu entschließen, da dieselbe mehr Freiheit biete, wie eine freie Innung. Er verlas alsdann noch einen Aufruf von berliner Innungs Vorständen, worin dringend gebeten wurde, sich doch für ZwangsInnung zu entscheiden, damit das Handwerk die ihm zustehende Rechte bekomme u. s. w. Es wurde alsdann zur Abstimmung geschritten, bei der sämtliche Anwesende sich für Zwangs=Innung erklärten. Mit der weiteren Handhabung dieser Angelegenheiten wurde der Altmeister Herr Rogge betraut und werden dann die Listen jedem einzelnen Meister zur Unterschrift durch eine Kommission zugehen. Der herannahende Herbst mit seinen Regenschauern, seinen kalten Nächten und sausenden Stürmen läßt eine Frage dringend an die Hausfrau herantreten, die Frage, wo bekomme ich einen sparsam brennenden, schön ausgestatteten und nicht zu teueren Ofen, der mir den Aufenthalt in meiner Wohnung, wührend des Winters eisige Nacht draußen herrscht, zu einem angenehmen macht. Einen solchen Ofen, der bei rechtzeitigem Auflegen den ganzen Winter über in Brand bleibt, welcher Kosten und Mühe für die tägliche Aufeuerung erspart, sein ganzes— wenn gutes— Brennmaterial in Asche auflöst und keine Schlacken zurückläßt, einen Ofen, der so fein regulirt werden kann, daß es möglich ist, ihn vom gelindesten Brande bis zum denkbar stärksten ganz nach Belieben zu stellen, fabrizirt seit langen Jahren die Firma Gebrüder Gienauth Eisenberg, Eisenhüttenwerke Eisenberg. Die anerkannten Vorzüge dieser Dauerbrand=Oefen in hervorragender Ausstattung und hoher technischer Vollendung der Firma Gebr. Gienauth Eisenberg, Eisenhüttenwerke Eisenberg, sind kurz folgende: Stetige Ventilation der Zimmerluft, Erwärmung der Fußbodenluft durch die Wärmezirkulation im hohlen Sockel, fortwährende unwillkürliche Kontrolle des Feuers durch die Micascheiben, kein Erglühen der Eisenteile, daher niemals schädliche Gasausdünstung. Einfachste Regulirung mit nur einem Griff. 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