1. Blatt Nr. 187.— 6. Jahrgang Gelsenkirchener 2• Dienstag, den 11. August 1908. Amtliches Kreisblatt für den StadtGeneral= und für den Landkreis Gelsenkirchen. Geschäftestelle Munckelstraße 16/18(beim Amtsgericht). Geöffuet täglich von 8 Uhr vorm. bis 8 Uhr abends. Bezugspreis für den Monat 65 Pfg. mit illustr. Unterhaltungsblatt. Anzeigenpreis 15 Pfg. die Petitzeile. Reklamen 40 Pfg. die Zeile. Ausw. Inserate 20 Pfg. die Zeile. Beilage=Gebühr pro 1000 Mk. 5. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Anzeiger. Probenummern 10 Tage lang kostenfrei verlange man durch Postkarte von der Geschäftsstelle Munckelstr. 16 18. Fernsprecher: Nr. 173. Telegrammadresse: Bertenburg= Gelseukirchen. Offizielles Organ für Militär=, Gerichts=, Eisenbahn=, Post=, Handelskammer= u. Knappschaftswesen. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Festtage. Aufruf. Das deutsche Volk für unsern Grafen Zeppelin! Die große, von der ganzen Welt bewunderte Dauerfahrt des Grafen Zeppelin hat mit einer furchtbaren Katastrophe geendet. Trümmern liegt das stolze Luftschiff, dessen genialer Erfinder das Problem der Lenkbarkeit und Landungsfähigkeit vollständig gelöst hat. Das Fahrzeug wurde ein Raub der Elemente, gegen die der Mensch wehrlos ist. Tiefbewegt hat das deutsche Volk die schreckliche Kunde vernommen. Allgemein ist die Teilnahme an dem harten Geschick des Erfinders, der die Luft bezwang. Graf Zeppelin ist und bleibt trotz des jüngsten Mißgeschickes der populärste Mann Deutschlands. Darum hat auch die Kunde von dem verhängnisvollen Ereignis in Echterdingen wie eine nationale Trauerbotschaft gewirkt. Eigenschaft der Deutschen aber war es von jeher, im Unglück nicht zu verzagen, das muß und wird sich auch jetzt zeigen. Der Mann, der uns den Ruhm verschaffte, das beste lenkbare Luftschiff der Welt zu besitzen, darf auch in der Stunde der Not nicht verlassen werden. Sein durch elementare Tücke zerstörtes Werk muß von neuem erstehen und die Erfahrungen der letzten Tage müssen dazu beitragen, es in noch vollendeterer Weise herzustellen. Es ist eine Pflicht der Dankbarkeit, daß das deutsche Volk hierbei dem schwergeprüften Erfinder Mann für Mann zur Seite steht. Ohne Rücksicht auf die Schritte, die die Reichsregierung ohne Zweifel baldigst tun wird, ist es eine Ehrenpflicht des deutschen Volkes, hier selbständig vorzugehen und helfend einzugreifen mit einer nationalen Ehrengabe für den erfolgreichen Bezwinger der Lüfte. Neues Leben soll erblühen aus den Ruinen des zerstörten Ballons! Wir richten deshalb an jeden Patrioten die Aufforderung, recht bald sein Scherflein zu dem edlen nationalen Zwecke zu spenden. Jede. auch die kleinste Gabe ist willkommen. Beiträge nimmt die Expedition der„Gelsenk. Allgemeinen Zeitung“, deren Verlag heute die Sammlung mit einer Beisteuer von 200 Mark zu der Ehrengabe beginnt, gerne entgegen. Ueber die eingelaufenen Beträge wird in unserer Zeitung öffentlich quittiert. Redaktion und Verlag der Gelsenk. Allgemeinen Zeitung. Bisher eingegangen: Laut Quittung in unserer Montag=Nr. Mk. 625.60 T. S.„ 1.50 „—.50 Kgl. Bergrevier=Bureau, hier 28.— C. Eversz. hier 5.— Blumbach, hier 6.— Liste Restaurant Vesper, Bochumerstraße: Gust. Vesper 5.— Wewer„ 5.— Steni„ 10.— Falkenroth 1.— Dr. Thiemann 50.— Dr. Thomas 10.— Seitler„ 5.— Carl Fischer 2.— G.„ 2.— Brans„ 2.— Klostermann 3.— Köhnen 1.— * Lenz„ 6. Dr. Keller 5.— „Doppelkopp“.„ 1.25 Bl. 2.— L. K. Bergwerksdirektor Raderhoff, hier„ 50.— Hemmann, hier. 0 Ost= u. Westpreußischer ev. Arbeiterverein Schalke=West, Heßler„ 11. Männergesangverein Sängerkreis: Rudolph—.50 Rotle„— Bültmann—.90 „„ 2 0 9 M„— 20 K. De.„„„„„„„„„„ Schulte am Hülse Hollenberg 0 Hartmann, Joh. Hensche, F. H. J. Gentz, hier 9 00„ 10.— e„„„„„„„„„**** Alfred Wimmelmann Evang. Arbeiterverein Bismarn Insgesamt Mt. 882.05 Weitere Spenden werden gern entgegengenommen und hier anittiert. Ueber die weiter eingelaufenen Beiträge werden wir in den nächsten Tagen quittieren Listen zum Umlaus in Bureaus, Wirtschaften 2e. sind auf selephonischen Anruf(Nr. 173) kostenlos von unserer Geschäftsstelle zu erhalten. Das Ende des Berliner Vertrages. * Im Jahre 1878 kamen in Berlin die Vertreter der Großmächte zusammen, um nach dem russisch-türkischen Kriege die Verhältnisse auf dem Balkan neu zu ordnen. In dem Präliminarfrieden von San Stefano waren Rumelien und Mazedonien dem neuen Fürstentum Bulgarien zugedacht worden. Aber England protestierte und drohte mit Krieg. Fürst Bismarck als„ehrlicher Makler“ stellte das europäische Gleichgewicht wieder her. Die Türkei erhielt Maz=donien und Ostrumelien zurück, aber sie verpflichtete sich, Reformen zum Schutze der christl. Bevölkerung einzuführen. Die Aufsicht und Kontrolle der Großmächte erstreckte sich ebenso aus die Reformtätigkeit in diesen Provinzen wie auf die türkischen Finanzen. Dreißig Jahre lang hat der Berliner Vertrag die Grundlage des Verhaltens der Großmächte gegenüber der Türkei gebildet. Zahlreiche Reformprojette sind in diesem Zeitraum ausgearbeitet worden, gelegentlich wurde auch e,ge oder die andere Maßregel verwirklicht. Im ganzen aber ist wenig oder nichts gebessert worden. Noch immer bekämpfen sich in Mazedonien die Nationalitäten bis aufs Blut, noch immer steht die christliche Bevölkerung unter einem harten Steuerdruck, der Willkür der Behörden preisgegeben. Oder es war doch so bis zur Proklamation der Verfassung. Die Reformaktion der Großmächte wurde eben durch gegenseitige Eisersüchteleien gehemmt; keine Macht gönnte der anderen eine Steigerung ihres Ansehens und Einflusses auf der Balkanhalbinsel. So schöpften die Großmächte Wasser in ein Faß ohne Boden. In dieser Tätigkeit aber waren sie unermüdlich. Gerade in diesem Frühjahr sollte bekanntlich etwas Durchgreifendes geschehen. Nach der Ausschaltung des Mürzsteger Programms hatten sich England und Rußland von Frankreich sekundiert, über ein neues gemeinsames Vorgehen verständigt. Da kam wie ein Blitz aus heiterem die Proklamation der türkischen Verfassung. Es war bezeichnend für die Schläfrigkeit der europäischen Diplomatie, daß sie von diesem Umschwunge völlig überrascht wurde; sie hatte am grünen Tische neue Beglückungsvorschläge ausgearbeitet, ohne von der wirklichen Stimmung der Bevölkerung und zumal von den in der türkischen Armee lebendigen Tendenzen auch nur eine blasse Ahnung zu haben. Jetzt sehen die reformlüsternen Großmächte plötzlich ihre Felle fortschwimmen. Aber was sollten sie tun? Es bliev ihnen nichts übrig, als gute Miene zu dem unerwarteten Spiel zu machen. England und Frankreich haben denn auch bereits den Sultan zur Einführung der Versassung amtlich beglückwünscht und damit den neuen Zustand der Dinge anerkannt. Die russische Regierung hat zwar ihr Resormprojekt den russischen Vertretern im Auslande zur Kenntnisnahme übersandt aber sie hat gleichzeitig dazu bemerkt, daß sie sich im gegenwärtigen Augenblick jeder Einmischung enthalten wolle. Das Reformprojekt bleibt also auf dem Papier stehen. Der Grund für diese Zurückhaltung liegt nahe: So lange die Türkei despotisch regiert wurde, war sie schwach und ein Spielball der Mächte. Jetzt aber wird von den türkischen Reformern erklärt, daß sich die Türkei keine Einmischungen, weder in ihre äußere, noch in ihre innere Politik gefallen lassen könne. Und diese Erklärung wird von den Großmächten notgedrungen respektiert. Der Berliner Vertrag besteht zwar formell weiter, hat aber materiell keinen Einfluß mehr auf die Türkei. Das würde natürlich nur so lange dauern, als die türkische Verfassung dauert und als damit auch die türkische Armee neues Leben erhält. General a. D. Goltz ruft dem türkischen Heere zu:„Seid stark, und man wird gerecht gegen euch sein!“ Er weist damit der Türkei den Weg zur Freiheit und Kraft. werden solle, und daß dem Vereine das Recht zustehen müsse, seine eigenen Ansichten über die Weiterentwickelung der deutschen Flone zur Geltung zu bringen. * In einer sehr zahlreich besuchten Versammlung der nationalliberalen Partei im Reichstagswahlkreise Siegen=Wittgenstein=Biedenkopf wurde an Stelle des bisherigen Kandidaten Herrn Jakob Kreutz in Siegen als Reichstagskandidat der Berghaupimann a. D. Vogel in Köln, ein gebürtiger Siegerländer, nahezu einstimmig nominiert. * Dem„Hamb. Fremdenbl.“ geht„aus zuverlässiger katholischer Quelle" die Mitteilung zu, daß mit Bischof Dr. Voß=Osnabrück wegen der Nachfolgeschaft Stablewskis zwischen dem Vatikan und der preußischen Regierung verhandelt werde, und daß der Nachfolger des Dr. Boß wahrscheinlich Prinz Max von Sachsen sein werde. * Wie die„Berl. N. Nachr.“ melden, werden die katholischen Studentenverbindungen der süddeutschen Hochschulen am Anfang Oktober zu einer außerordentlichen Konferenz zusammentreten. Die Konferenz wird den Verzicht auf jedes fernere Zusammengehen mit dem Ultramontanismus aussprechen. * Bezüglich der Meldung, daß Kaiser Wilhelm mit dem Herzog von Cumberland zusammentreffen wird, berichtet die„Augsburger Volkszeitung“ angeblich auf Grund von Mitteilungen von bestunterrichteter Seite, daß diese Zusammenkunfi, wenn auch erst im nächsten Jahre, so doch bestimmt erfolgen soll. Die Vereinbarung, daß Prinz Ernst August, der zweite Sohn des Herzogs von Cumberland, nach einer mehrjährigen Dienstzeit im ersten bayrischen schweren ReiterRegiment die Thronfolge in Braunschweig antreten werde, sei schon im Monat Mai in Wien anläßlich des dortigen Besuches der deutschen Bundesfürsten besprochen worden. Der Prinzregent von Bayern und der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand hätten dabei als Vermittler fungiert. Die deutsche Staatsangehörigkeit. * Berlin, 10. Aug. Eine hiesige Korrespondenz teilt mit, daß die Novelle betr. Abänderung des Gesetzes über Erwerb und Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit im Reichsamte des Innern so weit gefördert ist, daß sie im kommenden Winter dem Bundesrat und Reichstag wird vorgelegt werden können. Größere Schwierigkeiten waren im Kriegsministerium bei den Vorarbeiten der Novelle zu überwinden, namentlich betreffs der Frage der Militärpflicht und des eventuellen Nachdienens der ehemaligen Deutschen, die nach Inkrafttreten der Novelle wieder deutsche Staatsangehörigkeit erwerben. Diese Personen werden bei Wiedereintritt in den deutschen Staatsbürgerverband und im allgemeinen militärfrei sein. Unseres Wissens hat diese Frage die größten Schwierigkeiten bei der Feststellung des Entwurfs gemacht, oder macht sie noch, und man wird die nähere Formulierung der Bestimmung über den Militärdienst abwarten müssen. Für alle Deutschen, die nach dem Inkrafttreten der Novelle ins Ausland geyen, fallen die Bestimmungen der periodischen Meldungen bei deutschen Konsulaten zwocks Erhaltung der deutschen Nationalität fort. Es bleibt jedem überlassen, wie lange er im Auslande weilen will; auch bei längerer als zehnjähriger Abwesenheit behält er die deutsche Nationalität. Betreffs der Wehrpflicht bestehen für ihn aber die gleichen Bestimmungen wie für Insandsdeutsche. Der Auslandsdeutsche hat sich also bei Eintritt des militärpflichtigen Alters in der Heimrt oder in näher zu bestimmenden Kolonien zu stellen. Im übrigen verfolgt die Novelle die Tendenz, den Verlust der Staatsangehörigkeit zu erschweren und den Wiedererwerb der Staatsangehörigkeit für frühere Deutsche zu erleichtern. Kurze politische Meldungen. In einer Entschließung auf der Hauptversammlung des Rheinischen Flottenvereins wurde ausgesprochen, daß die Hauptversammlung des Deutschen Flottenvereins für die Rheinprovinz unbedingt auf dem Boden der Danziger Resoluti on stehe. Die Versammlung begrüßt die Erklärung des Präsidenten, daß die Unabhängigkeit des Vereins in jeder Weise gewahrt Vom Grafen Zeppelin. Graf Zeppelin gibt über den ...„ Unfall bei Echterdingen folgenden Bericht aus: Friedrichshafen, 10. August. In die große Begeisterung, welche die Fahrt am 4. und 5. d. M. überall hervorgerufen hat, kam der Unfall, den das Fahrzeug auf der Filder=Ebene erlitt, geradezu überwältigend und unfaßlich. Natürlich glaubten viele der Zuschaue#, daß entweder durch Unterlassung der Anbringung weiterer Sicherheitsvorkehrungen oder durch mangelhafte Handhabung der Bewachung des Fahrzeugs die Katastrophe verursacht worden sei. Diese Vermutungen kommen auch in den Tagesblättern zum Ausdruck. Die darin erhobenen Beschuldigungen erheischen folgende Darlegung der Verankerungsvorkehrungen: Nachdem das Fahrzeug in glattester Weise gelandet war, durfte es nur so verankert werden, daß es sich mit der Spitze in den Wind einstellen konnte. Zu diesem Zwecke mußten sämtliche Anker und Halteleinen in einem Punkte, der Ballonspitze, zusammenlaufen. Dies wurde durch folgende Vorkehrungen bewerkstelligt: Der zur Landung ausgeworfene Kettenanker wurde in der Fahrzeugrichtung in den Grasboden eingedrückt und mit doppelt genommenen Ankerseilen nach dem Versteifungsträgerende, dem Ausgangspunkse der Ankerseile, bezw. der vorderen Gondel, geführt. Um ein seitliches Schwenken der Spitze zu verhindern, wurden quer zur Fahrzeugachse zwei Pfähle eingetrieben und die mehrfach genommenen Seitenseile an diesen befestigt. Als weitere Verankerung wurde ein zirka 4 Quadratmeter großer Segeltuchsack, von dessen Rändern Seile ähnlich wie beim Fallschirm in einen Knoten zusammenlaufen, mit Erde gefüllt in der Fahrzeugrichtung voraus in den Boden eingegraben und mit dem Ballon verbunden. Mit zwei weiteren kürzeren Handleinen, die zum gesthalten durch Menschen angebracht wurden, waren die Seile und Ankervorräte, die das Fahrzeug bei sich führte, erschöpft, da bei der Landung in Oppenheim einige Reseweseile und ein weiterer Anker ausgegeben und dafür Wasserballast eingenommen worden war. Während der Zeit von der Landung bis zum Einsetzen der Gewitterbö änderte der Wind mehrfach seine Richtung erheblich und schwenkte das Fahrzeug dadurch, daß Seile von den Mannschaften an der hinteren Gondel entlastet wurden, leicht in die neue Windrichtung ein. Die Ausschwenkungen waren so groß, daß für das Fahrzeugende der große, freigehaltene Platz nicht mehr ausreichte, und die Zuschauer noch mehr zurückgedrängt werden mußten. Bei den Drehungen standen die seitlichen Haltepfähle nicht mehr qnerab von der Spitze, und es mußte deshalb eine größere Anzahl weiterer Pfähle eingetrieben werden, um bei noch größerer Drehung die seitlichen Halteseile in der entsprechenden Richtung neu anfesseln zu können. Der mehrfach geäußerten Bitte um Beschaffung weiterer Seile konnte nich“ Folge geleistet werden, da in der Umgegend Seile von entsprechender Länge und Stärke nicht aufzutreiben waren. Als mm die verhängnisvolle Gewitterbö das Fahrzeug urplötzlich auf der Breitseite traf, begann die hintere Gondel im ersten Moment einzuschwenken. Sogleich jedoch wurde das ganze Lufschiff dadurch, daß sich der Wind zwischen das Fahrzeug und den Boden einkeilte, so stark angehoben, daß die an den Gondeln postierten Mannschaften nicht mehr im Stande waren, das Fahrzeug tief zu halten. Der seitlich und aufwärts gerichteten Zugkraft hielten die Pfähle nicht stand, sondern sie wurden aus dem Boden gerissen. Dasselbe geschah, nachdem eine Querabbewegung eingetreten war, mit den beiden anderen Verankerungen. Nachdem di= mechanischen Ankervorrichtungen nicht mehr stand hielten, war auch den Mannschafter trotz verzweiselter Anstrengungen nicht mehr möglich, die Leine festzuhalten, und diese entglitt den Händen, vielfach Brandwunden zurücklassend. Nach diesen Ausführungen dürfte es wohl für jedermann klar sein, daß sowohl die ortsanwesende technische Leitung als auch die Mannschaften ihne volle Pflicht getan haben Graf Zey Allgemeine Zeitung. Dienstag, den 11. August. Ein Telegramm des Kronprinzen. Friedrichshafen, 10. Aug.(Tel.) Dem Grasen Zeppelin ist vom deutschen Kronprinzen folgendes Telegramm eugegangen:„Melde Euerer Exzellenz, daß eine Hilfsaktion großen Stiles im Gange ist, an deren Spitze zu stehen ich die Ehre habe. Seine Majestät der Kaiser hat bereits eine große. Gumme gezeichnet. Ich werde, wenn irgend möglich, Sie in den nächsten Tagen besuchen. Eure Exzellenz werden auch diesen Schlag erhobenen Hauptes überstehen und am Ende den Sieg behalten. Viele Grüße." Von der Dauerfahrt. Friedrichshafen, 10. Aug.(Tel.) Oberingenieur Dürr äußerte, daß sofort mit dem Bau eines neuen Luftschiffes begonnen wird. Als wichtigste Lehre aus der Dauerfahrt habe zu gelten, daß die zur Fortbewegung des Luftschiffes dienenden Motore bei gleicher Leistungsfähigkeit weit kräftiger gebaut werden müßten. Das schwerere Genicht, das sich dadurch ergebe, soll durch eine anderweitige Gewichtsersparnis ausgeglichen werden. Die Pferdekraftstärke der Motore habe sich als ausend erwiesen. Stuttgart, 10. Aug.(Tel.) Wie der„Schwähische Merkur“ aus Friedrichshafen hört, sind die photographischen Aufnahmen, die vom Zeppelinschen Ballon während der großen Fahrt gemacht worden sind, ausgezeichnet gelungen. Es handelt sich dabei allerdings nur um die Aufnahmen bis Mannheim. Die übrigen Aufnahmen scheinen bei der Katastrophe von Echterdingen vernichtet worden zu sein. Die Hilfe der Nation. Schwelm, 10. Aug.(Tel.) In einer außerordentlichen Sitzung beschloß der Magistrat dem Grafen Zeppelin als Ehrenspende heute 1500 Mark zu bewilligen. Krefeld. 10. Ang.(Tel.) Die Stadtverordneten bewilligten für den Grafen Zeppelin 5000 Mark. Aachen, 10. Aug.(Tel.) Für die Zeppelinspende bewittigten die Stadtverordneten 10 000 Mark. Ludwigshafen a. Rh., 10. Aug. Die Arbeiter des städ. Eschen Gaswerkes haben in einer Betriebsversammlung beschlossen, din Grafen Zeppelin in seinem Unglück durch werktätige Arbeit zu unterstützen. Jeder Mann wird, wie die„Franks. Zig.“ meldet, einen vollen Tag arbeiten und den Verdienst dieses Tages für ein neues Luftschiff dem Grafen zuwenden. Es wird dadurch ein Betrag von ungefähr 260 Mark erzielt. Berlin, 10. Aug.(Priv.=Tel.) Reichskanzler Fürst v. Bülow hat das Präsidium des deutschen Reichskomitees zur Aufbringung einer Ehrengabe des deutschen Volkes für den Grafen Zeppelin übernommen. Berlin, 10. Aug.(Tel.) Dir Motorluftschiffstudiengesellschaft trat dem unter dem Ehrenpräsidium des Kronprinzen stehenden Reichsverdand für Zeppelin bei. Die Gesellschaft wird die von ihr begonnene Sammlung durch Ausgabe von Zeppelinmarken weiterführen, wozu ihr der Reichsverband die Unterstützung zusicherte. * Newyorl. 10. Aug. Die deutschen Geschäftsleute in Brooklyn haben die Sammlung eines Fonds zum Bau eines neuen ZeppelinBallons angeregt. tagen die Versammlungen in der Friedenskirche abgehalten werden, finden am Sonntag die Festversammlungen im Stadtaartensaale in Gelsenkirchen statt. Das inhaltsreiche Programm verspricht den Teilnehmern reichen Genuß.(Näheres siehe Inserat.) kr Aufgegriffen wurde hier ein etwa zweisahriger Knabe und vorläufig in der Familie Klamm, Bismarckstraße 161, untergebracht. Er trug ein weiß=blau gestreiftes Kleidchen, eine gelbe Schürze, gelbgestreifte Strümpse und gelbe Knopfschuhe. Das Haar ist blond. R. Essener Ferienstrafkammer vom 10. Aug. Durch Urteil des Schöfsengerichts in Buer wurde der Bergmann Matthias Hermanns aus Gladdeck wegen Diebstahls eines Fahrrades zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil legte H. Berufung ein mit der Begründung, daß er sich bei Begehung der Tat in einem total betrunkenen Zustande befunden habe und mithin für seine Tat nicht verantwortlich gemacht werden könne. Das Gericht bielt den Elnwand des Angeklagten für widerlegt und erkannte daher auf Verwerfung der Berufung.— Unter Ausschluß der Oefsentlichkeit verhandelte das Gericht gegen den gewerblosen Linnstadt aus Stoppenberg wegen Sittlichkeitsverbrechen aus§ 1760 des Str. G. B. Die Verhandlung endete mit der Verurteilung des Angeklagten zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis. ** Der Bund vaterländischer Arbeitervereine hält am 5. und 6. September zu Waldenbung in Schlesien seine zweite Hauptversammlung ab. Die Erfahrungen des ersten Vereinsjahres sollen ausgetauschi, kräftige Maßnahmen zur Ausbreitung des Bundes und zur Befestigung seiner Einrichtungen getroffen werden. Die Tagesordnung ist außerordentlich reichhaltig. Eingeleitet wird die menkunft durch einen Begrüßungsabend am Freitag, den 4. September. Am Sonntag, den 6. September, nehmen die Vereinsvertreter an dem Lokale Nachrichten. Beiträge aus unserem Leserkreise nehmen wir jederzeit gern entgegen und werden solche auf Wunsch honoriert. Besonders wichtige Nachrichten wolle man uns auf telephonischem Wege übermitteln. Gelsenkirchen, den 11. August 1908 Die Zeppelin=Spende der Stadt Gelsenkirchen. ** Die städtische Finanzkommission hat in ihrer gestrigen Sitzung für Graf Zeppelin eine Spende von 10 000 Mark bewilligt. * Die Veteranen der Provinz Weftfalen und aus den benachbarten Kreisen der Rheinprovinz hatten sich am Sonntag in Altena eingefunden, um Beratungen darüber zu pflegen, wie das Los der hülfsbedürftigen Kriegsteilnehmer besser gestaltet werden könne. Die Verhandlungen gestalteten sich zum Teil recht lebhaft. Durch die Ausführungen aller aus den verschiedensten Teilen der Provinz stammenden Redner ging trotz aller patriotischen Begeisterung als Grundon eine große Unzufriedenheit über die Art und Weise des Verfahrens bei Gewährung der Veteranenbeihülfe. Ein Redner aus Singen trat dafür ein, wenn das Reich nicht genügend Geld habe, um die Veteranen ausreichend zu unterstützen, dann möge man eine Wehrsteuer einführen, um die erforderlichen Geldmittel zu erhalten. Uebereinstimmend äußerten sich aber alle Redner dahingehend, daß, um die hervortretenden Uebelstände zu beseitigen, man weniger eine andere Handhabung bei Gewährung der Veteranenbeihülfe anftreben müsse, als vielmehr die Gewährung eines Ehrensoldes für sämtliche Veteranen; es stände ja dann im Ermessen der begüterten Veteranen, ihren Ehrensold bedürftigen Kameraden zukommen zu lassen. Das Ergebnis der Beratungen toar der Beschluß, eine Veteranen=Vereinigung für die ganze Provinz Westfalen ins Leben zu rufen g Das Opfer eines rohen Scherzes. Der von zwei Gefteinshauern, durch Einführung von Kompreßluft in den Körper schw.rverletzte jugendliche Bergmann ist seinen qualvollen Leiden erlegen. ** Die Eröffnungsfeier der diesjährigen Jahresversammlung des Jugendbundes der evang. Gemeinschaft findet am Donnerstag, den 1d. August, vorm. 9 Uhr, in der Friedenskirche, Industriestraße 27 statt. Im Verlauf des Tages werden auswärtige Prediger über wichtige Thematas reforieren. Zahlreicho Vertreter der Vereine des Bundes haben ihr Erscheinen angemeldet. Während an den WochenJeder Abonnent unseres Blattes vergesse nicht die Abonnemenis-Quittung eigenhändig zu unterschreiden. Die Unterschrift ist bei einem tödlichen Unfall in erster Linie maßgebend zur Feststellung, ob der Verunglückte Abonnent der„Gelsenk. Allg. Ztg.“ war. Jeder Bote hat die Verpflichtung, die für die Versicherung maßgebenden Bedingungen auf Wunsch jedem Abonnenten zuzustellen. Dieselben können auch direkt von der Geschäftsftelle, Munckelstraße 16/18, Fernruf 115, bezogen werden. Jedem Leser unseres Blattes empfehlen wir ein Abonnement auf den wöchentlich erscheinenden„Volksgarten“, sowie die „Romanzeitung“(die pro Nr. je 10 Pfa. kesten), durch welches er eine Versicherung von 1000 Mark gegen Unsall mit tödtlichem Ausgang besitzt. Bestellungen nehmen unsere Boten, sowie die Geschäftsstelle jederzeit entgegen. Zucker auch auf Grund der Bestellscheine abgeholt, jedoch, wie sich später herausstellte, bei den Bestellern nie eingegangen, weswegen sich diese dann weigerten, die eingegangenen Rechnungen zu begleichen. Am Montag kamen zu der Firma zwei Jungen und wiesen einen Bestellschein auf einen Sack Zucker für einen Kaufmann auf der Dessauerstraße lautend vor. Der Zucker wurde auf das mitgebrachte Pserdefuhrwerk verladen und— von Angestellten der Firma heimlich begleitet. Weil aber die Fahrt nicht nach dem auf dem Bestellschein angegebenen Kaufmann nach der Dessauerstraße, sondern nach dem Alten Markt, wo gerade Wochenmarkt abgehalten wurde, ging und weil hier der Sack Zucker auf einen Handkarren verladen wurde, kam die Polizei und hielt den Transport an. Nun erzählten die Jungen, ein Mann habe ihnen den Auftrag gegeben, den Zucker zu holen, und vom Alten Markt aus mittels Handkarren nach der Weidenstraße zu fahren. Der Auftraggeber hatte sich aber verduftet. Die Angestellten der geprellten Firma konnten den Zucker wieder mitnehmen. Wie wir hören, fahndet die hiesige Kriminalpolizei schon lange nach dem unbekannten Zuckerbesteller. * Wem gehören die Sachen? Am Sonntag nachmittag wurde der Arbeiter A. aus Wattenscheid hier auf der Bahnhofstraße verhaftet, weil er im Verdacht stand, einem Wirte aus seiner Gaststube auf der Bahnhofstraße eine werwolle Brille gestohlen zu haben. Auf der Polizei=Hauptwache wurde der Fesigenommene einer Leibesvisitation unterzogen, bei der zwar die verschwundene Brille sich nicht wiederfand, wohl aber mehrere andere, diverse Sachen, die A. von einer unbekannten Person gekauft haben will. Bei der Durchsuchung wurden ein Schraubenzieher, 1 Bund Schlüffel, 1 Paar getragene gelbe Damenschuhe,. 1 Vaar blaue und 2 Paar schwarze getragene Damenstrümpfe, 1 Brennscheere, 1 Waschschwamm und zwei Kämme zutage gefördert. Der Dieb und die Sachen wurden von der Polizei in Verwahr genommen. ** An der Königlichen Maschinenbau= und Hüttenschule zu Duisburg sand Freitag und Samstag unter Vorsitz des Geh. Regierungs. rats Professor Richter die mündliche Reiseprüfung statt. Von derselben wurden auf Grund ihrer Klassenseistungen sowie des Ergehnisses der schriftlichen Prüfung 24 Abiturienten befreit; sämtliche Prüflinge(45) erhielten das Reisezeugnis. Aus hiesigen Bezirken bestanden das Eramon: Linnemann=Köninssteele, Lübbering=Gelsenfirchen, Schmidt=Gelsenkirchen, Schrader=Wattenscheid, Straßburger. Gelsenkirchen, Winke=Gelsenkinchen, Diesing=Schonnebeck. Das neue Semester beginnt für die Tagesschule am 1. Oktober, Für die Abendund Sonntagsschuls am 5. Oktober. In die erstere werden nur solche jungs Leute aufgenommen, die mindestens 4 Jahre in her Werkstatt tätig gewesen sind; für die letztere fällt diese Bestimmun: weg. Der Vampyr. Roman von Fergus Hume. Autorisierte Bearbeitung von Clara Wezner. 7)(Nachdruck verboten.) „Warten Ese, oh, warten Sie!" nef Olga, als Herbert mit ernstein,####biassem Gesicht auf die Tür zuschritt„Fagen Sie es mir, Herr Branz. Isch habe ja so viel für Sie gewazt. So en Sie mir, wo Sie waren.“ Herbert ergriff ihre beiden Gände und hielt sie so fest umklammert, daß sie vor Schmerz sast aufschrie.„Ich kann nicht!" stieß er mit heiserer Stimme hewvor.„Ich kann es niemanden sagen! Aber ich schwöre bei allem, was mir heilig ist: ich bin unschuldig!“ Darauf ließ er sie jäh los und verließ das Zimmer, gefolgt von dem wachsamen Feldern. Oiga barg das Gesicht in den Händen und schluchtte laut auf. Sie begriff das Benehmen Herberts nicht. Warum sechtfertigte er sich nicht, wenn er es vermochte? Was konnte ihm teurer sein, ale ein Leben? Wenn er sie liebte, hätte er seine Unschuld schon altein um thretvillen beweisen müssen! Olga war es, als stürze die Welt um sie her in Trümmer. Drake machte einen undeholfenen Versuch, sie zu erösten. „Lassen Sie es sich nicht so nahe gehen, Fräulein; er ist es nicht wert. Ein Mann, der so lügt, ist ein schlechter Mensch.“ „Er ist kein schlechter Mensch!“ brauste das junge Mädchen mit blitzenden Augen auf.„Ich glaube ihm jedes Wort! Er lügt nicht!“ „Und ich glaube blos meinen eigenen Augen," versetzte der Beamte hartnäckig.„Habe ich nicht vorhin schon gesagt, daß er in jener Nacht stehen hlieb und mich ansprach? Jawohl, und er schenkte mir sogar eine Zigarette. Ich habe sein Gesicht sofort wiedererkannt, vor allem das kleine Mal, das habe ich damals ganz genau gesehen.“ Diga rang verzweifelt die Hände.„Hier waltet irgend ein geheinmnisvoller Irrim ob“, ächzte sie. Verbandsfest der reichstreuen Knappenrs#eine teil. Freunde der Sache sind als Gäste herzlich willkommen. Anmeldungen zur Teil nahme find bis Sonntag, den 28. August, an die Geschäftsstelle des Bundes, Berlin SW. 11., Schönebergerstraße 16, zu richten. ** Das 28. Rheinisch=Westfälische Volkswettturnen sand am Sonntag auf dem Harkortberge zu Wetter a. d. Ruhr statt. Zu dem turnerischen Sechskamps, der aus Weitspringen, Siabhochspringen, Schnellhangeln, Steinstoßen, Gewichtheben und 100-Meter=Laufen bestand, traten 417 Turner an, von denen aber infolge der gestellten hohen Anforderungen und der mannigfachen Schwierigkeiten, die der von der Gemeinde Wetter kürzlich erst neu angelegte Turnplatz bot, nur 74 den Siegeskranz mit mindestens 80 Punkten errangen. Joseph Krämer vom Ueckendorfer Turnverein wurde 2. Sieger mit 108 Punkten; ferner erhielten vom Turnklub Geffenkirchen Heinrich Knoop den 13. Kranz mit 88 Punkten und Mar Pieper den 91. Kranz mit 80 Punkten. Außerdem wurde der Turner Heinrich Knoop 1. Sieger im Ringen. Im 600-Meter=Eilbotenlauf belegte die Mannschaft des Turnklubs Gelsenkirchen(Faust, Jungbluth Pieper, Zenker, Lauterbach, Knoop) unter scharfer Konkurrenz den 2. Platz in der guten Zeit von 76,1 Sekunden. = Fahrraddsebstahl. Gestohlen wure vorgestern abend dem Arbeiter Johann Schmesens ein Rad. Ech. hatte das Rad mit mehreren anderen im Hose Hochstraße 1 untorgebracht. Als er nach kurzer Zeit weiter fahren wollte, war es verschwunden. Das Rad trägt die Morke„Deutschland“ und die Nummer 464 141. Von dem Diebe e S p u r ∆ Dunkle Geschäfte. Wiederholt waren bei einer hiesigen Firma Bestellungen auf Zucker für hiesige Geschäftsleute eingegangen, der K Nach kurzer Zeit kehrten Brand und Feldern aus dem anstoßenden Zimner zurück. Der so schwer Angeschuldigte trug eine schwarze Reisetasche und war mit Paletot und Hut bekleidet. Er war ausgerüstet für die Reise. die im Gefängnis anden sollte. Als sie in das Zimmer traten, berührte Feldern Drate am Arm und sagte: „Fbumen Sie mit hinaus. Ich möchte Herrn Brand noch eine kkeine private Unterhaltung mit der Dame gestatten" Aber das ist doch nicht in der Ordnung", erwiderte der Polizist ängstlich. „Lassen Sie nur, ich nehme die Verantwortung auf mich, kommen Sie.“ „Na, das ist aber doch sonderbar!“ knurrte Diake, während sie sich entfernten.„Mir kommt es vor, als wenn Sie garnicht an seine Schuld glaubten.“ „Vielseicht haben Sie recht“, gab Feldern zurück.„Wir Menschen alle sind Irrtümern unterworfen. Als die heiden Beamten das Zimmer verlassen hatten. blickte Olga, die den Woxtwechsel gehört, gespannt auf Herbert. „Haben Sie dem Mann eine Erklärung gegeben?" fragte sie. Brand schüttelte traurig den Kopf. „Ich kann keine Erklärung geben“, versetzte er.„Ich habe ihm nichts gesagt, ich kann nichts sagen. Ich bat Feldern, mich einen Augenblick mit Ihnen allein zu lassen, und er willigte ein, wenn auch widerstrebend, da sich dies mit seinen Pflichten eigentlich nicht verträgt. Ich möchte mit Ihnen sprechen.“ „Sie wollen mir sagen. wo Sie in jener Nacht waren?“ „Nein.“ Denn in Ihrer Herzensgüte würden Sie es dem Detektiv verraten und er dars es nicht erfahren.“ „Warum nicht?“ „Meine Ehre zwingt mich zum Stillschweigen“ „Aber Sie setzen dadurch Ihr Leben aufs Spiel!“ schluchzte Olga von neuem auf. „Vielleicht— vielleicht auch nicht. Ich weiß es noch nicht.“ „Aber Sie sind unschuldig?“ „Bostkommen unschuldig. Ich befand mich in jener Nacht nicht Vereins- und Vergnügungs-Anzeiger. X Gärtner=Fest, Der Gärtnerverein„Vinca" des deutschnationalen Gärtneiverbandes, Mitglied des Gesamtveibandes der christlichen Gewertschaften Deutschlands, felerte am Sonntag in den Räumen des Bahnhofshotels sein 8. Stiftungsfest. Sehr zahlreich waren die Mitglieder mit ihren Damen erschienen und zahlreich war die Schar der Kinder. Doch für alle hatten Festausschuß und Vorstand in Uebenswürdigster Weise gesongt. Der Nachmittag brachte das stark besuchte Gartenkonzert. In freundlicher Weise hatte sich die einer überaus großen Beliebtheit ersweuende Gesangabreilung des wangelischen Arbeitervereins Ueckendorf in den Dienst der guten Sache gestellt. Die unter der Dirigentschaft des Herrn Lehrers Dreier stehende Sängerschar war fast vollzählig erschienen und eröffnete den Gesangsreigen mit dem Char:„Das ist der Tag des Horrn". Der reiche Beffall zwang die Sänger zu manchen Zugaben im Laufe des Tages. Die Verlosung verlief unter der geschickten und erprobten Leitung einiger Freunde aufs schönste, und piele schöne Blümlein wird mancher Gewinner in der nächsten Zeit pflegen, als Andenken an das Fest. Die Saalfeier begann um 9 Uhr mit dem Gesangvortrag:„Zu Manrua in Banden". Der Vorsitzende, Herr Strodach begrüßte sodann die Erschienenen. Insbesondere dankte er den Handelsgärtnern und Stadtgärtnern für ihr Erscheinen und die Blumenspenden. Als Festredner war Herr Kabisch aus Essen erschienen. Redner führte u. a. aus: Es ist sonst nicht üblich im Gärtnerverein, Feste zu feiern. Wir haben als wirtschaftliche Organisation höhere Aufgaben zu erfüllen, haben zu arbeiten an der Hebung der wirtschaftlichen und sozialen Lage unseres Berufes. Doch einmal im Jahre muß auf saure Wochen ein frohes Fest folgen. Da erholen wir uns für kurze Zeit von der Verbandsarbeit. Es ist bei solchem Feste sicher am Platze, einmal auf das vergangene Jahr einen Rückblick zu werken. Da müssen wir uns sagen: Es war eine Zeit, überreich an Arbeit, schwere Aufgaben harrten der Erfüllung und Lösung. Ist es schon schwer, überhaupt die wirtschaftliche Organisation zu fördern, so ist dieses doppelt schwer im Gärtnerberuf. Wir aber wollen heute getrost m die Zukunft blicken und wieder uns geloben, für den Verband tätig zu sein. Das Eichenblatt in unserem Verbandszeichen mahnt uns an Beharrlichkeit, die schwarz=weiß=rote Farbe an das Land, in dem wir leben. In Treue zu Kaiser und Reich, in Treue zum Verband. Das am Schluß an unsern Kaiser ausgebrachte Hoch fand reichen Widerhall. Ein Festball schloß die Feier. Ostpreußischer evangelischer Arbeiterverein Schalke. In der am Sonntag nachmittag im Saale des Herrn Wikke unter der Leiin der Stadt. Ich habe Kirby nicht gesehen. Ich weiß nicht, wie der Türkisenschlüssel in seine Hand geriet.“ „Aber, mein Gott, warum wollen Sie sich nicht verteidigen— Ihretwillen— ja, um meinetwillen!“ GHerbert saßte ihre beiden Hände und sah ihr in die flehend au ihn gerichteten Augen.„Um Deinetwillen würde ich vieles tun— denn ich liebe Dich über alles!“ „Oh Gott, sprechen Sie in dieser furchtbaren Stunde nicht von Liebe.“ „Welche Stunde wäre geeigneter hierzu, Olga? Die Zeit fur salsche Scham und falsche Bescheidenheit ist vorüber. Laß uns offen miteinander sprechen. Ich siebe Dich, aber ich wollte von melnet Liebe nicht eher reden, als bis ich die Ueberzeugung gewonnen hatct. wiedergcliebt zu werden. Daß Du heute hierhergekommen— daß Du gekommen bist, um mich zu retten— gibt mir den besten Beweis dafür. Du liebst mich, Olga? Nicht wahr, Du siebft mich?“ „Ja“, gestand sie schlicht und ließ sich an seine Bruft ziehen „Ich liebe Dich, warum sollte ich es leugnen?“ „Jetzt hin ich stark, weil ich Deine Liebe besitze. Du glaubst mir. Olga, Du mußt mir glauben! In dieser Stunde, wo sch mich in einer so gefahrvollen Lage befinde, würde ich es nicht wagen, ein falsches Wort zu sprechen. Sage, daß Du mir glaubst, Olaa!“ Sie blickte in sein ernstes Antlitz.„Ich glaube an Dich“, sagte sie schlicht. Während sie so schweigend in inniger, stummer Umarmung standen, klopfte es an die Tür.„Es ist Zeit“, rief Felderns Stimme. „Lebewohl mein Lieb!“ Herbert umschlang sie innig. „Lebewohl. Ich rette Dich— auch gegen Deinen Willen. Is begreife nicht, weshalb Du zögerst, Dich zu verteidigen. Aber d# es nun einmal so ist, muß es wohl auch so bleiben. Mich jedoch bindet kein Ehrenwort und von diesem Moment an soll es meine Lebensaufgabe sein, Dein Leben zu retten. Lebewohl, Herbert.“ (Fortsetzung falat.) V 2. Blatt Nr. 18..— 6. Jahrgang. den 11. August 1908. Gelsenkirchener Amtliches Kreisblatt für den Geschäftsstelle Munckelstraße 16/18(beim Amtsgericht). ppt. Geöffnet täglich von 8 Uhr vorm. bis 8 Uhr abends. Oester Bezugspreis für den Monat 65 Pfg. mit illustr. Unterhaltungsblatt. Anzeigenpreis 15 Pfg. die Petitzeile. Reklamen 40 Pfg. die Zeile. Ausw. Inserate 20 Pfg. die Zeile. Beilage=Gebühr pro 1000 Mk. 5. Fernsprecher: Nr. 173. und für den Landkreis Gelsenkirchen. Probenummern 10 Tage lang kostenfrei verlange man o durch Postkarte von der Geschäftsstelle Munckelstr. 16/18. Telegrammadresse: Bertenburg= Gelsenkirchen. Offizielles Organ für Militär=, Gerichts=, Eisenbahn=, Post=, Handelskammer= u.Knappschaftswesen. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Festtage. Fürktinnen als Chefs deutscher Regimenter. Das pommerische Füsilier=Regiment Nr. 34, zu deren Chef der Kaiser bekanntlich die Königin Viktoria von Schweden ernannt hat, ist aus dem schwedischen Leibregiment„Königin“ gebildet worden, das 1815 bei der Uebernahme von Neuvorpommern durch Preußen an dieses kam. Es tragen noch heute das erste und zweite Bataillon des Regiments und sämtliche Offiziere auf dem Helmadler die Inschrift: „Für Auszeichnung des vormaligen, Königl-Schwedischen Leibregiments„Königin". Das 34. preußische Füs.=Regt., das am 1. Oktober v. J. aus Bromberg in seine alte Garnison Stettin zurückgekehrt ist, hat zum Gründungsjahr das Jahr 1720, kann also in 12 Jahren auf ein 200jähriges Bestehen zurückblicken. Der erste Chef des Regiments war der General der Infanterie von Schachtmeyer, die Königin Viktoria von Schweden ist der zweite. Mit der Königin Viktoria ist die Zahl der weiblichen in= und ausländischen Fürstlichkeiten, die in dem preußischen Heere eine Chefstelle bekleidet haben, bezw. noch bekleiden, auf 25 gestiegen; außerdem wird die Herzogin Maria von Sachsen-Koburg und Gotha a lo suite des Alexander=Regts. geführt. Verstorben sind: die Königinnen Luise, Elisabeth, Augusta und Viktoria von Preußen, die Prinzessinnen Karl, Friedrich Karl und Albrecht von Preußen, die Königin Viktoria von England, die Großherzogin Alexandrine von Mecklenburg=Schwerin, die Prinzessin Luise der Niederlande. Niedergelegt hat ihre Chefstelle die frühere Großherzogin von Hessen, Viktoria Melitta. Zur Zeit haben Chefstellen inne 13 weibliche Fürstlichkeiten: die Kaiserin, die Kronprinzessin von Griechenland, Erbprinzessin von Sachsen-Meiningen, Prinzessin Adolf von Schaumburg=Livpe, Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, Kaiserin Alexandra von Rußland, Königin Emma der Niederlande, Königin Wilhelmine der Niederlande, Großherzogin Luise von Baden, Großherzogin Alexandra von Mecklenburg=Schwerin, Großherzogin Eleonore von Hessen und die Herzogin von Connaught. Die Gesundheitsverhältnille im deutschen Heere. Der warmen Fürsorge unserer Heeresverwaltung in Verbindung mit der gewissenhaften, andauernden Ueberwachung der Mannschaften durch die Vorgesetzten aller Grade und mit der aufopfernden Tätigkeit unseres Sanitätspersonals ist es zu danken, daß es kaum ein erfreulicheres Bild gibt als den steten Fortschritt des Gesundheitszustandes der deutschen Armee. Mit Genugtuung können wir feststellen, daß seit 60 Jahren die preußisch-deutschen Einrichtungen auf dem Gebiete der Gesundheitspflege den anderen Heeren gegenüber den ersten Rang einnehmen und ihnen als Muster gedient haben, welches sie bemüht waren, der Eigenart ihrer besonderen Verhältnisse anzupassen. Als Grundgedanken bei der Entwicklung der preußischen Sanitätseinrichtungen, welche die Frucht jahrelanger Beobachtungen und Erprobungen sowie die Ergebnisse reicher Friedens= und Kriegserfahrungen sind, müssen bezeichnet werden: Schaffung eines vorzüglichen Sanitätspersonals, sowohl der Aerzte selbst wie auch der Hilfskräfte, steter Weiterausbau des Lazarettwesens für den Friedens= und Feldbedarf unter Dienstbarmachung aller Errungenschaften der Wissenschaft und schließlich das Bestreben, durch Maßnahmen auf rein militärischem wie auf militärärztlichem Gebiete Erkrankungen vorzubeugen. Das Wort des berühmten französiichen Marschalls Turenne: „Mein kostbarstes Gut ist die Gesundheit meiner Soldaten“ wurde in keiner Armee so beyerzigt wie bei uns. Daß die Frucht dieser Erkenntnis nicht ausgeblieben ist, das ergeben die Zahlen, welche in den Sanitätsberichten der Kriegsministerien ein Bild des Krankenstandes aufweisen. Die Berichte ersche#inen in zwei gesonderten Teilen, der eine gemeinsam für Preußen, Sachsen und Württemberg, der andre für Bayern und zwar betreffen die letzterschienenen das Jahr von Oktober 1904 bis September 1905, woraus hervorgeht, daß die Sichtung und Verarbeitung des umsangreichen Stoffs gut zwei Jahre erfordert hat. Der preußische Bericht(einschließlich Sachsen und Württembern zeigt folgendes Bild: Von der Kopfstärke 525 711 haben sich 339 000 Mann in Lazarett= oder Revierbehandlung befunden. Die höchste Krankenzahl weist das Gardekorps mit 28 929, die geringste das 19, (2. Kgl. sächs.) Korps mit 10 615 auf. Im Durchschnitt waren täglich 13 665 Mann krank, was auf 1000 Mann täglich 26 Kranke bedeutet. Die Beteiligung der drei Hauptwaffen betrachtet, zeigt sich die Infanterie trotz der hohen Inanspruchnahme der körperlichen Kräfte des einzelnen Mannes günstiger stehend, als die berittenen Waffen. Sie zählt auf 1000 Mann 613,4 Erkrankungsfälle, die Feldartillerie 662,2, die Kavallerie 664,1. Im bayerischen Kontingent betrug die Erkrankungsziffer 46 418 bei einer Kopfstärke von 64 653 Mann, das heißt von 1000 Mann kommen 713,8 in ärztliche Behandlung, im Jahre vorher dagegen 855,8, so daß das letzte Berichtsjahr einen wesentlichen Fortschritt zeigt. Interessant ist es, zu verfolgen, wie im preußischen Heere die Erkrankungen in den letzten 50 Jahren abgenommen haben Es kamen auf 1000 Mann der Ist=Stärke im Jahre 1861 in Behandung 1450 Mann. Diese Zahl ging allmzählich zurück, so daß sie im Dienstjahre 1873/74 1311,8. im Jahre 1883/84 845 betrug und 1904/05 auf 630,8 gesunken ist— fürwahr ein glänzendes Zeugnis für die Fortschritte der vorbeugenden Gesundheitspflege und die den Mannschaften gewidmete Fürsorge! Neben der geringeren Krankenzahl ist auch ein erfreuliches Heruntergehen der Sterblichkeitsziffer festzustellen. Der Hauptfeind, welcher früher die meisten Opfer forderte, der Typhus, ist dank den Vorsichtsmaßregeln und den Fortschritten der medizinischen Forschung, welche sein Wesen erkannt und seine Bekämpfung in die richtigen Bahnen geleitet hat, jetzt nur noch selten zu finden, und dann meist mit Erfolg zu behandeln. Eine das erste, allerdings hierin ungünstig stehende ostpreußische Armeekorps betreffende Zusammenstellung für die zehn Jahre von 1850—59 ergab neben der Zahl von 2000 Erkrankungen auf 1000 Mann, so daß also jeder=Lann zweimal täglich behandelt wurde, die betrübende Tatsache, daß von 1000 Mann der Ist=Stärke 17,6 gestorben waren. Dann aber folgt ein glänzender Ausschwung. Der Durchschnitt für das preußische Heer betrug, das gleiche Verhältnis zugrunde gelegt, 1873/74 6,7 Todesfälle, 1904/05 deren nur 2, eine Zahl, welche auch in Bayern mit 2,05 ungefähr erreicht wird. Hervor#cheben ist,„daß diese Zahlen so oering geworden sind, trotz der mancherlei mit der Eigenart des Militärdienstes verbundenen Fährlichkeiten. Diesen ist es zuzuschreiben, daß äußere Erkrankungen, Verletzungen und die vom Einfluß der Witterung herrührenden Erkältungen obenanstehen, während die ansteckenden Krankheiten in den Hintergrund treten. Letzteres ist nach einer Schrift des Stabsarztes Dr. Schwiening auch hinsichtlich der geschlechtlichen Erkrankungen der Fall. Alles in allem zeigt die bevorstchende Betrachtung, daß das deutsche Volk auch auf die Entwicklung dieses Teiles unseres Heerwesens stolz sein und seine Söhne ohne Befürchtung für ihr körperliches Wohl dem bunten Rock anvertrauen kann. 31. Generalversammlung des Verbandes katholischer kaufmännischer Vereinigungen. * Trier, 9. August. In der gestern fortgesetzten Beratung wurde die Frage der Sonntagsruhe behandelt. Die an das Reichsamt des Innern beschlossene Eingabe verlangt, abgesehen von einzelnen Ausnahmefällen, vollständige Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. Die Sonntagsruhe soll sich auf den Verkauf von Tabakfabrikaten in Wirtschaften und den Bahnhofsbuchhandel erstrecken. Ein von Essen ausgehender Antrag, eine Stellenlosenversicherung einzurichten, wurde einer Kommission überwiesen. Zu dem Runkschreiber] des bayerischen Metalsl industriellenverbandes, der einen Austritt der Angestellten aus den Organisationen verlangt, wird folgende Resolution angenommen: Die zur 31. Generalversammlung des Kath. Kaufm. Verbandes Deutschlands versammelten Vereine sprechen den durch den engherzigen Erlaß des bayerischen Metallindustriellenverbandes angegriffenen kaufmännischen und technischen Verbänden in deren Haltung gegen den kürzlich erfolgten Angriff auf die Koalitionsfreiheit ihre volle Sympathie aus und verurteilen auf das entschiedenste den Angriff des bayrischen Metallindustriellenverbandes auf das gesetzlich gewährleistete Vereinigungsrecht der kaufmännischen Gehilfen und Techniker. Sie sprechen die Erwartung aus, daß der genannte Verband durch Zurückziehung des Erlasses dazu beitragen wird, die Ruhe in den beteiligten Kreisen wieder Platz greifen zu lassen, um das von den Arbeitgeberverbänden so sehr gewünschte gute Verhältnis zwischen Prinzipal und Angestellien nicht ganz zu zerstören. Zu einer heftigen Debatte kommt es bei der Beratung der Verbandsangelegenheiten, ob der Verband auf seiner bisherigen reltgiösen, paritätischen Grundlage bestehen bleiben soll oder ob er auf wirtschaftlicher gewerkschaftlicher Grundlage ausgebaut werden soll. Mit Entschiedenheit tritt man für den reitgiösen Charakter ein, man verwahrt sich dagegen, den Verband zu einem national-katholischen zu stempeln. Der nächstjährige Kongreß wird in Hamburg abgehalten. Ein erfolgreicher Flugversuch. Wir haben bereits in unserer gestrigen Nummer über einen gelungenen Aufstieg des amerikanischen Flugtechnikers Wriaht kurz berichtet. Hierzu werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Paris, 10. Aug Der gestvige Aufstieg der Wrichtschen Flugmaschine wird von der gesamten Presse als erfolgreich angesehen. Einige Aviatiker sprechen sich dahin aus, daß mit den Versuchen Wrights eine neue Aera für den Maschinenflug in Frankreich begonnen habe und daß sie alles bisherige im Vergleich zu den Gebrüdern Wright als Spielerei betrachten müssen. Es unterliege keinem Zweifel mehr, daß die Amerikaner schon im Jahre 1905 alle Flüge ausgeführt hatten. Die Auffassung, der Bau und die Handhabung des Apparates seien gleich wunderbar. Man wisse nicht, was man mehr anstaunen solle, den Start, den Flug oder die leichte Landung. Zwei russische Offiziere, die als Vertreter ihrer Regierung erschienen waren, erklärten, daß sie manchen Flug im Auslande gesehen, aber niemals so außerordentliches gesehen hätten. Der Apparav scheine schon jetzt für militärische Zwecke verwendbar. „Archdcakon“ meinte, die Maschine habe ihre Leistungsfähigkeit erwiesen, der Versuch sollte schon am Nachmittag stattfinden, doch ließ Wringht seinen Apparat nicht eher aus dem Schuppen holen, bis die anwesenden Photographen erklärten, diesmal noch keine Aufnahme zu machen. Die Maschine wurde nun auf die Sturtschiene gebracht, wobei bei einem der voratschobenen Rollen=Searlschiffe die Leinwand der unteren Tragfläche zerriß. Wrinah besserte den Schaden aus, indem er einen Fleck auflegte. Bei der Betätigung der Schraube durch den Motor erhielt dieser Kurzschluß, der indessen bald abgestellt wurde. Da völlige Windstille herrschte, wurde der Apparat durch das vom Gerüst herabfallende Gewicht angetrieben. Er ging erst 15 Meter über die Schiene, erhob sich dann, unter der Einwirkung des Steuers sich beugend, sofort 10 Meter hach in die Luft, worauf Wright Die Detektiv-Tante. Eine heitere Geschichte von Alwin Römer(Dresden). Nachdruck verboten. Trotz der funkelnagelneuen Uniform sah man es Paul Greiner auf den ersten Blick an, daß er zur Reserve gehörte. Sein Gang war nicht ganz so stramm, wie ihn die vollgültigen Kameraden aufwiesen, und sein Umfang war schon ein bißchen zu erheblich. Das kam aber vom Verheiratetsein. Seine junge Frau pflegte ihn zu gut. Daran lag es. Sie war überhaupt ein Engel, den er in Anbetracht seiner etwas lockeren Vergangenheit gar nicht verdiente. Und darum war es doppelt unrecht, daß er sich trotz allen Sträubens schließlich doch auf ein Wiedersehen eingelassen hatte. Mit Georgette nämlich, die ihm während seiner vorjährigen Uebung als Vizefeldwebel manchmal Gesellschaft geleistet hatte! Aber sie war nicht zu bewegen gewesen, von diesem Wunsche eines letzten Zusammenseins abzusehen. Entweder sollte er seine Briese von damals, die sie sataler Weise gesammelt hatte, selbst von ihr in Empfang nehmen oder sie wollte sie seiner kleinen Frau nach Harzburg schicken, wo sie eine Sommervilla hatten. Und da er sich ein bißchen schuldbewußt fühlte, weil er der kleinen Schauspielerin beim Abschied damals ein Rendezvous in Berlin versprochen hatte, was durch sein etwas heftiges und schnelles Verlieben, Verloben und Verheiraten natürlich zu Wasser geworden war, so gab er endlich nach und schrieb ihr, daß er sie gegen sieben in seiner Wohnung erwarten wollte. Natürlich nur, um seine Briese zurück zu erhalten. Eine Untreue zu begehen, wäre ihm geradezu absurd erschienen. Und nun kam er aus dem Kasino, wo er sich Mut angetrunken hatte, und schritt seiner Leutnantswohnung zu, um schweren Herzens sein Wort zu halten. Just an der letzten Straßenrcke rief ihn eine nur zu bekannte weibliche Stimme ganz unvermutet an. Er bekam einen wahnsinniden Schrecken. Das war Frau Aurelie Stimmler, die aralistige Tante seiner kleinen Frau, deren Detektiv=Augen immer auf Spürwegen maken. Sie hatte damals im Familienrat ganz entschieden gegen seine Werbung gestimmt. Seine holdselige Irene hatte es ihm unlängst verraten. Welche teuflische Verstrickung führte sie just heute in seine Uebungsgarnison? Und ließ sie auch noch zehn Schritt vor seiner Haustür mit ihm zusammentreffen? Goethes schreckliche Behauptung, daß alle Schuld sich auf Erden räche, schwirrte ihm durchs Hirn, das sich vergeblich nach irgend einem plausiblen Grunde abmarterte, der sie verhindern sollte, mit in seine Wohnung zu kommen. „Das trifft sich ja herrlich, lieber Paul!“ keuchte sie indessen. Sie war nämlich stark asthmatisch.:„Ich habe da ein Dutzend Taschentücher für Sie in meiner Handtasche. Die kann ich oben wohl gleich auspacken!“ „Wollen Sie sich wirklich die Mühe machen und die steile Treppe hinaufklettern?“ fragte er abmahnend.„Geben wir doch lieber ins Hotel oder in ein Cafee. Ich nehme das Pakeichen##— schon mit!“ Aber das wollte sie nicht. Sie war neugierig wie immer und brannte darauf, sein Zimmer durchzuschnüffeln. Es war eine Situation zum Blutschwitzen. Laut redend schritt er endlich voran. Wenn Georgette nicht ganz auf den Kopf gesallen war, mußte sie merken, daß er nicht allein kam, und sich bei Zeiten einen Ausweg suchen Und richtig: als er die Tür zu seinem Wohnzimmer geöffnet und dazu in einem wahren Kommandoton gerufen hatte:„Bitte ganz ergebenst einzutreten, gnädige Frau Tante!“, war die Luft bis auf eine leise Welle von Ylangylang rein. Georcette hatte sich anscheinend noch rechtzeitig aus dem Staube machen können. Aber dieser Parfümdus: rcizte die Nerven der zerau Aurelie in einer ganz unheimlichen Weise. Und während ihr Schwiegerneffe sich in Fragen nach daheim erschöpfte, grübelte sie darüber nach wie sie diesen offenbaren Leichtkittel auf ein paar Minuten entfernen könnte, um seine Wohnung einer eingehenden Besichtigung zu unterwerfen. Zunächst versuchte sie es mit Selterswasser. Aber danach sandte er den Burschen aus, der ihr übrigens genau so„gerissen“ wie sein Herr vorkam. Er war ein Barbiergehilfe, den sich Greiner seines diffizilen Kinnbartes wegen um so lieber engagiert hatte. Als er glücklich von ihr beseitigt worden war, wußte sie plötzlich nicht, oo ihr Handköfferchen mit ins Hotel gekommen oder im Couvecnetz liegen geblieben sei. Es half ihm nichts: der arme Paul mußte im Restaurant nebenan telephonieren gehen. Kaum aber war sie allein im Zimmer, als sie sofort auf Entdeckungsreisen ausging. Nach flüchtiger Durchsicht von ein paor interesselosen Briefen und Karten öffnete sie Pauls Schlafzimmer, aus dem heraus sie zuvor einmal etwas Seufzerähnliches hatte klingen hören. Und tmiumphierend holte sie zwischen Zimmerwand und Kleiderschrank alsbald Fraulein Georgette ans Licht. „Wie kommen Sie hierher, mein Fräulein?" fragte sie streng, Georgette sah sie einen Augenblick lang prüfend an, ehe sie antwortete. Dann zuckte sie die Achseln und entgegnete verschämt: „Ich... ich mußte mich doch wohl verstecken! Sonst wäre ich Ihnen ja auf der Treppe begegnet!“ „Sehr richtig!... Hm.. Sie sind also seine Geliebte, was? ... Leugnen Sie es nur nicht!“ „Nein doch, gnödige Frau!“ „Ah, Sie geben es also zu? „Gewiß!“ „Schämen Sie sich denn gar nicht. Sie leichtsinnige Person?“ „Ach Gott, gnädige Frau, er will mich doch heiraten!“ erklärte Georgette treuherzig. Dem guten Sommerleutnant, der inzwischen zurückgekehrt war, stand das Herz still, als er im Vorzimmer diese Stimme vernahm, noch dazu mit einer so waynsinnigen Behauptung. Mochte nun werden, was wollte: er ging vorläufig nicht in den„Verhandlungssaal“ hinein. Es war genug, wenn er seine Schande von hier draußen hörte. „Heiraten?“ schrie Frau Aurelie drinnen schrill auf und schlug ein höhnisches Gelächter dazu an.„Und das haben Sie ihm geglaubt, Sie dumme Pute?“ „Er wird schon Wort halten!" versicherte Georgette vertrauensvoll.„Ich bin ja von ganz gutem Herkommen. Mein Vater hat eine große Färberei, und von meinem Onkel erb' ich auch mal!“ „Armes, verführtes Kind!“ seufzte Tante Aurelie darauf mitleidsvoll,„das hilft Ihnen alles nichts.“ „Ja, weshalb denn nicht?“ fragte sie naw. „Weil der schlechte Mensch schon verheiratet ist!“ erklärte der Familiendetektiv zerschmetternd. „Das ist nicht wahr! Das ist nicht wahr!— Das glaub ich Ihnen nicht!“ jammerte Georgette in echten Herzensqualen. „Das ist leider nur zu wahr!“ rief die Tante tragisch. Jllormeine Zeitung. Dienstag, den 11. August. eine halbe Wendung beschrieb. dung beschnied. Der Anblick war prächtig. Die Zuschouer brachen m begeisterte Ruse aus. Der weiße Vogel erreichte 15 Meter Höhe. Er setzte beim Wenden über einige kleine Tannen und kehrte dann zu seinem Ausgangspunkt zurück. Er beschrieb dann einen zweiten Kreis mit außerordentlich schorfen Kurven, wobei der Apparat sich fast ganz auf die Seite legte und landete endlich sicher und sanft in der nächsten Nähe des Ausstiegpunktes. Wriaht wurd: allgemein beglückwünscht. Er erklärte aber, er sei nicht ganz zuirieden. Er habe während des Fluges mindestens zehnmal Mißgrisse begangen, da er der Handhabung des Fliegers etmas Bei dem nächsten Versuch am Montag wisse er den Vermischtes. schwindigkeit zu befördern. Der Erfinder glaubt, daß der Ballon mit einem Steuerruder versehen werden kann, um die Lust zu durchschnel Kostbhare Rezepte. Das nette kleine Vermögen von 25.000 Dolden und so an den Ort zu gelangen, an dem man ihn zu kente„lars wurde unlängst bei einer Auktion in Vondon für ein Pillenrünscht.“ So verknüpft sich die Hoffnung auf die Lenkbarkeit bereits Rezept bezahlt. Freilich hatte diese besondere Pille ihren Erfinder mit dem allerersten praktischen Versuch mit einem Lustballon. Der und früheren Fabrikanten zum Millionär gemacht. Verschiedene andere Ballon, der später in der Luft zerplatzte, siel etwa vier Meilen von patencierte Arzneirezepte haben die glücklichen Besitzer für noch erhebParis zur Erde nieder. Die erschreckten Bauern hielten ihn für ein lich größere Summen verkaufen können. Auch eine jener jo beliebten, gräßliches Fabeltier und auch der Pfarrer, der die Bollonreste prüste, stharf gemürzten, kalten Souren, keater ,hant., Jet borch den Vertegt zu handhaben. Wrights Flugmaschine besteht in seinen Hauptteilen aus zwei Parallelen, unten liegen konkave Leinewandtrasflächen von 1250 Meter Länge und etwa zwei Meter Breite, die mit Holzleisten verbunden in einem Abstand von 2,40 Meter übereinander angeordnet sind. Vorn befindet sich ein zweiflächiges horizontales Tiefensteuer und hinten ebenfalls ein zweiflächiges vertikales Richtungssteuer, mit dem hinten ebenfalls ein zweiflächiges das Gerüst abschließt, denn der Flieger besitzt keinen Motor ist ein vierzylindriger P. S. Der Auszug aus dem Gefängnis. (Von unserem Mitarbeiter.) #5 Der Erlaß der türkischen Verfassung und die jähe Umwälzung die sich sofort daran anschließend im öffenlichen Leben des osmanischen Reiches vollzogen hat, führte bekanntlich auch zu einer Amnestie Sultans, die ursprünglich sich nur auf die polttischen Gefangenen erstreckte. Pierre Giffard, der zur Zeit m Uesküb im Herzen von Mazedonien weilende Korrespondent des Figaro, hat der Freilassung der dortigen Gefangenen beigewohnt und gibt eine lebendige Schilderung des Vorganges. Die Amnestie kam zwar vom Sultan, allein Apparat bessers eines giftigen Tieres. In Paris beftete sich der Aberglaube an dos). ängsich von einem armen indischen Händler für wenige Rupien Unerklärliche und allerlei wunderliche Gedanken tauchten auf, die des rstanden. Für die sogenannte Brandenburger Methode des SchinkenGeheimnis des aufgeblähten Ballons zu lösen suchten.„Man glaubt, pökelns zahlte eine englische Räucherwarenfirma 50 000 Dollars. Die so schreibt der Italiener,„daß das Gas aus einem animalischen gleiche Summe gab ein französischer Branntweinaorikani Stoffe gewonnen wird, wie aus den Eingeweiden von Ochsen, Häm=seur das Originalrezept zum Absynthdestillieren. Sein Erfinmeln oder anderen verwandten Tieren.“ Als dann Montgolfier der hatte es einst um 100 Dollars veräußert. Auf einen Wert von in Versailles in Gegenwart des Königshofes seinen ersten Aufstleg mehr als eine Million Dollars schätzt das Orforoer Presseiyndikat die vollbringt, knüpft die Menge an das Geschehnis die abentenerlichsten„Formel,“ nach welcher es das dimne, zähe Papier zum Druck seiner m. er. N.aren umm n Mant. Kat ui. ap.r. 5. umaa#### IBibeln herstellt. Die Erfindung und Voivollkommung des Verfahrens Vorstellungen.„Man glaubt, daß die Maschine des Herrn Montaol. 1"/belu(,#z 2. 2hjährige, mühevolle Arbeit und weit über 10.000 fier in der Luft die Wolken vertreiben kann die den Hagel und den ollags in harem Gelde gekoster Wahrscheinlich noch werwoller dürfte Regen bringen.“ Aber zugleich tauchen auch schon Bedenken politi= dao Fabrikationsgehrimnis des britischen Banknotenpopiers sein, scher Natur auf.„Man sagt, daß diese Maschine von der Regierung woraus dessen Erfinder und Eigentümer schon viele Jahrzehnte hinverboten werden könne, weil sie zur Nachtzeit an den Grenzen des dunc bedeutendes Kapital schlagen. Das leuchtende Scharlachtuch der Staates dazu mißbraucht werden könnte, Waren ins Land zu Kardinalsroben liefert seit Generationen dieselbe Firma in Burtscheid Schwanz, der schmuggeln.“ Experimentelle Chiromantie. (Eigener Bericht.) X Alfred Binet, der bekannte Psychologe an der Sorbonne, das jungtürkische Komitee interpretierte sie nach seiner Weise und.##in, Ansaßl febe intensstantee aurininmt.. u. umttenntantim Erinn 9lau: Dentralfamites fam nach llcatiig har ein Anzahl sehr interessanter Experimente mit einer Jüngerin im weitgreifendsten Sinne. Besehl, alle S Vom Zentralkomitee kam nach Uestüb der Befehl, alle Strafgefangenen ohne Ansehen ihrer Schuld und ohne Ausnahme sofort in Freiheit zu setzen. Ich wurde eingeladen, der heremonie beizuwohnen. Es sind gegen 1200 Strafgefangene, darunter einige 60 bereits zum Tode Verurteilte, die nun den Segen der neuen türkischen Freiheit erfahren sollen. Man zeigt mir einen alten, kleinen Bulgaren, einen 75jährigen Greis, der vier Mohammedaner hingemordet hat. Aber was tut's. Das Komitee hat belegraphiert: alle freilassen, und in Uesküb läßt man alle frei. Schon am Abend vorher hat man die meisten Gefangenen von ihrer bevorstehenden Freilassung verständigt. Sie umarmen ihre Wärter, nehmen Abschied und sagen Lebe wohl oder auf Wiedersehen. Dann werden sie je nach ihrer Relision den verschiedenen Geistlichen zugewiesen. Ich weile bei den Popen. In Gruppen von 6 zu 6 nimmt er die Freiheitskandidaten vor und läßt sie ihre Hände auf das Evangelium legen. Es sicht aus, als gelte es ein Tischrücken. Und dann erhebt der Geistliche seine Stimme und ruft den Gesellen zu:„Das Volk ist jetzt Herr seines Schicksals. Um die Herrschaft des souveränen Volkes einzuleiten, hat es sich entschlossen, Euch allen zu verzeihen. Trotz Eurer Verbrechen schenkt es Euch die Freiheit. Gehet hin, Ihr seid wieder Eure eigenen Herren. Nicht einer von Euch wird heute Abend noch im Gesängnis sein. Aber schwört auf das Evangelium, daß Ihr nie wieder einen Diebstahl begehen werdet.“„Wir schwören“, klingt das Echo des Chores.„Auch keine Brandstiftungen?"„Wir schwören,“ tönt es wieder.„Arch keine Mordtaten, auch keine anderen Verbrechen?“ Und wieder kommt bereitwilligst im Chor die Antwort:„Für schwören alles.“ Dann fährt der Pope fort:„Im Namen Gottes, von jetzt ab werdst Ihr nicht mehr Bulgaren sein, nicht mehr Griechen, nicht mehr Serben, sondern alle nur gute osmanische Brilder?“„Bei Gott, wir werden nur gute osmanische Brüder sein.“„Auch bei Christus?“ „Auch bei Christus, wir werden nur noch gute osmanische Brüder sein.“ „Wenn Ihr einen Meineid leistet, so werdet Ihr sofort und ohne Urteil aufgehängt, wißt Ihr das?"„Wir werden nicht gehängt, denn wir jangen nicht mehr an.“„Mso schön, nun rust mit mir: Es lebe das Volk!“. Und laut und dröhnend kommt das Echo:„Es lebe das Volk!“ Dann fluten die Befreiten hinaus in die Straßen von Uesküd, und neugieria schauen ihnen die Bewohner nach. Ein Teil kehrt zurück In seine Dörfer, wo vielleicht nicht alle erbaut sein werden, die##angenen wiederzusehen. Die anderen verschwinden m den ärmlicheren Karawansereien. Der französische Korrespondent sieht in dieser Massenfreilassung der Verbrecher ein großes Wagnis, aber die tür kischen Offiziere lächeln, und einer sagt ihm:„#r wollen, daß die Freiheit der Türken sich aufbaue auf der Verzeihung der Elenden.“ Was sich ja, als ein Klang von Worten, sehr gut anhört Aus Priefen über die erkten Ballonauffahrten. (Von unserem Mitarbeiter.) In der Bibliothek Vittorio Emanuele in Rom, im„Fondo gesultico“, befinden sich einige interessante italienische Briefe, die aus der Zeit stammen, da vor nunmehr 125 Jahren in Paris die ersten Luftballons aufstiegen, und die einen bezeichnenden Einblick geben in die Vorstellungen und die Erwartungen, die die damalige Laienwelt mit den neuen„Maschinen“ verknüpfte. Die Revue Hebdomadaire veröffentlicht einen Passus aus einem dieser Briefe, der unmittelbar nach dem ersten Versuch in Paris, dem Aufstieg des ersten Ballons auf dem Marsfelde, im August 1783, geschrieben wurde.„Man hält,“ so heißt es in dem interessanten Schreiben,„diese Erfindung für sehr bedeutend. Sie wird den Physikern zu zahlreichen Betrachtungen Anlaß geben. Man glaubt auch, daß diese Erfindunng dazu dienen wird, Kuriere übers Meer zu senden und Nachrichten mit höchster Ge Jetzt stieg der Bursche, mit dem Sester#swasser in der Hand, di nseliunweit Aachen. Vom Vater auf den Sohn vererbt sich das bishei ausschließliches Geheinmis der Framilie gebliebene Rezept, das dieser wohl kaum um ein halbes Dutend Millionen seil kein dürfte. Die höchste Summe aber, für die je ein Rezeptzeheimnis den Besitzer mechselbe, ist an die Mönche der„Flopen Kartause“ entrichtet worden, uris sie vor etwa vier Jahren Frankreich verlassen mußten. Zwei Millionen Dollars wurden den Ausgewiesenen für ein Büchlein von hundert Seiten gezahlt, das allein die Herstellung der weltberühmten Zwillings=Liköre gelber und grüner Chartreuse ermöglicht. Im Vereine unzahl sehr interessanter Experimente mit einer Hungena t#h. En Wmnmnannen nanen die Monche immer neue Ingredten der Handnahrsagerkunst und mit anderen Personen angestellt, und er“. Zusammenstellungen entdeckt und verzeichnet, so daß schließlich das legt das Ergebnis seiner Untersuchungen in einem Artikel„Versuch über ehemals auf einem Streifen Percament niedergeschriebene Rezept zu experimentelle Chiromantie“ in„L' Annee psychologque“ nieder. Erleinem ganzen Band mit 137 Aufzeichnung hat in seinem Laboratorium in der Sorbonne die berühmte Pariser jede einzelne großen Wert hat. Handwahrsagerin Mme. Fraya, die im festen Vertrauen auf ihre! Die Bibel in 412 Sprachen. Aus London wird verichte###e Purst sich als sehr entgegenkommend erwiet, nicht zu komnvitzierten VI), Lichsichrsetzungen bei der britschen und ausländtschen Bibese. Charakterdeutungen aus der Hand, wie sie es bei ihren Kunden oder feffschaft in Händen gehabt hat, ist jetzt von seinem Amte zurückgetreten. Kundinnen gewöhnt ist, aufgefordert, sondern ihr ganz einfach die Auf=Bes diesem Anlaß machte er über seine Tätigkeit einige interessante gabe gestellt, von Schülern aus zwei verschiedenen Schulen den Grad Mitteilungen. 1880. als er sein Amt antrat, war die Bibel in 238 Schiler weder...8 zue 5. noch immer außerordentlich viel zu tan; gibt es doch a. B, auf demn Schüler weder sehen noch hören, sondern konnte nur die Hand der malavischen Archivel mehr als 100 Sprachen, an die sich noch kein Ueberhinter einem Vorhang Verborgenen prüfen. Es waren zwei Gruppen setzer gewagt hat. Bei dem Nupe=Stamme am Riger in Afrika kann e von intelligenten Kindern und einel ein Wer## verschiedene Bedeutungen haben, je nach dem verschiedenen von geistig sehr zurückgebliebenen. Es fanden zwei Sitzungen statt, Tonfau, in dem es gesprochen wird. wgzggnt im denen 18 Mödchen und 18 dhah Oils uano 1 a.1——° Wort vorliegt. Eine der schwersten Aufgaben hat die Bibelgesellschaft in denen 18 Mädchen und 15 Knaben im Alter von 8—14 Jahren ge=gerade jetzt vor. Ein Missionar in Süd=Laos bei Annam hatte mit prüft wurden. Mme. Frapa, die bereitwilligst lange Erörterungen außerordentlicher Mühe Teile der Bibel in die Eingeborenensprache über die verschiedenen Formen der Finger und ihre Beziehungen zu den übersetzt und sandte seine Arbeit zum Druck nach London. Die Schriftkompliziertesten Eigenschaften machte, täuschte sich trotzdem recht er zeichen waren derart, daß besondere Typen hergestellt werden mußten. bei der Beantmartung bes eint-nis mnsu#. mi### chließlich wurden die Korrekturbogen doch fertig; aber als sie nach : Seantwortung der einfachen Frage, die Binet Ihr###gos kamen, waren sowohl der Missionar nie seine Frau, die sie hätten stellte. Und zwar machte sie 12 falsche Angaben und 19 richtige;li##en können, an der Cholera gestorben. Seit der Gründung der Bibelsieben ausgesprochen geistig Zurückgebliebene hielt sie für hervor- geseckschaft im Jahre 1804 sind über 209 Millionen Bibeln in aller Welt ragend intelligent. Im ganzen waren 63% ihrer Antworten richtig. verbiestet, worden Binet aina darauf zu anderen terperimentes ann n., 7### gon 4! Ein eigentümlicher Gebrauch der Eheschließung besteht bei den Ein#### everen Experimenten über. Er ließ von je geborenen der Philippinen. Wenn zwei Seelen sich dort gefunden haben Knaben und Mädchen Handrücken und Hanbfläche mit möglichster und entschlossen sind, sich zu heiraten, so gehen die Eltern und Freunde Schärfe photographieren, wobei wieder von den im Alter von 10—13 auf die Suche nach zwei jungen Palmenbäumen, die schlank, gerade, Jahren stehenden Kindern zur Hälfte intelligente, zur Hälfte unbe eina gleich groß, und in angemessener Entfernung von einander gegabte ausgesucht wurden. Diel- Rhotnoranhien murhen ie 10 dehre###wachsen sein müssen. Hai man die Bäume gesunden, so werden die sgesucht wurden. Diese Photographien wurden je 10 Lehrern Brausleute verständigt, und am Hochzeitstage begeben sich diese, von den und Lehrerinnen, deren Alter von 28—53 Jahren schwankte, vorgelegt, Eltern und Freunden gefolgt, zu den beiden Bäumen. Auf ein gegebenes die über jede einzelne Photographie ein Urteil über das Geschlecht Zeichen beginnen Braut und Bräutigam jeder an einer der Palmen einund die Intelligenz der Besitzer der betreffenden Hand abgeben soll- vorzuklettern. An der Krone angelangt, streckt der künstige Gemahl ten. Er erhielt vo im Ganzen 400 Urteile. Ueber das Geschle#### den Arm aus nach dem andern Baum und versucht ihn herüberzuziehen. O.„„(Dies Experiment wird wiederholt, bis es ihm gelingt, den andern Palgaben die Lehrer 72% richtige Antworten, die Lehrerinnen 69%, man menbaum so wen zu sich herüberzuziehen, daß er mit seiner Stirn die kann also mit einiger Wahrscheinlichkeit das Geschlecht eines Kindes] Stirn der Braut berühren kann, die ihrerseits natürlich nach Kräften von 10—13 Jahren aus der Hand bestimmen. Das Urteil über diel sich bemüht, dem Bräutigam die Aufgabe zu erleichtern. Gelingt es Intelligenz war sehr viel unsicherer; bei den Männern waren 60%gich so erklart der alteste der Anwesenden oder der Höchste im Antworten richtig, bei den Frauen 48%. Allerdings ist dabei zu be Das Monocle der Damen. Aus London wird berichtet: Die elemerken, daß die Lehrer nicht gewöhnt sind, die Hände ihrer Schüler zu ganten Damen der englischen Hauptstadt durchsuchen eifrig die Antijeobachten, während Mme. Fraya, die den Lehrerinnen so überlegen ist, quitätenläden, um den Anforderungen der neuesten Mode gerecht zu gerade darin eine große Uebung hat; in beiden Fällen waren die##edens, der des Monocles.„Das Einglas wird freilich nicht nach männ. Hände jedenfalls gleich ausdrucksvoll, die Versuche beweisen, daß arbeiteten kostbaren Halter, mit dem man das Glas in der Art einer wirklich eine genisse Beziehung zwischen der Intelligenz und der Form Lorgnette von Zeit zu Zeit vor das Auge führt, wenn etwas besonders der Hand besteht, die zu erkennen allerdings schwierig und das Ergeb- Interessantes die Aufmerksamkeit der Schönen fesselt. Reicher Juwenis reicher Erfahrung ist. Das zeigte sich besonders, als Binet Antworten der zweiten Versuchsreihe nach einer andern Methode, der„Majoritätsmethode“, analysierte. Sie besteht darin, daß von sein ziselierten Silberstäben oder auch auf besonders erlesenen Stücken den Urteilen über einen Gegenstand nur das Urteil der Majorität kostbaren Schildvatts. Wie die Lorgneite, wird auch das Einglas an ischeig Picde venn7 Prsonen z einer Hand Ontellgerz, Ptz3. 8o. ganz bimne seise Keiten„an zerieser, seschiester gedrückt finden und 13 der gegenteiligen Meinung sind, so wird das Gliederung werden außerordentliche Preise gezahlt. Alte GoldschmiedeErgebnis als das Urteil einer Kollektivperson, daß es die Hand eines arbeit wird dabei am meisten gesucht und die Antiquare haben ihre unintelligenten Kindes sei registriert. Es hat sich nun gezeigt, daß Not, alle Wünsche ihrer Kundinnen zu befriedigen. diese Kollektivperson, sich weniger häufig täuscht als die Gesamtheit der##. nus den Erlebnissen eines Kinderarztes. Die meisten meiner eden, gester Verisch helten lch sl. y..—, u.es Pishe de. skrei che oder 1ch meczr wein, Fruntzagen, Ein Frintegschen, Doi bei dem zueiten Versuch hielten sich die Urteile uver drei Hände die wich besonders in ihr Herz geschlossen hat uund mir immer die wichtiWage; berücksichtigte man über die 17 anderen Hände nur die Majo-igen Ereignisse ihres Kinderdaseins erzählt, kann es heute gar nicht rität, so ergab sich, daß die Kollektivpersonen sich nur 4 mal getäuscht, abwarten, während sie gerade sitzen und tief Luft holen soll. Endlich also 75% richtige Urteile gezählt wurden. als ich fertig bin, erzählt sie eifrig und vergnügt:„Du Onkel, mir hat heute ein Floh gebissen, ich hab aber gar nichts gehört!“— Eine andete, 5jährige Freundin, überaus zierliche Person, begrüßt mich jedesmit einem Kuß. Als ich einmal über diese unverdiente ZärtlichTreppe hinauf. Der unselige Leumant hatte sich so lange hinter die Kleidergarderobe gesteckt, um von dem Burschen nicht gesehen zu werden. Wie sollte er bloß diese verflixte Geschichte wieder in ein sicheres Gleis brinren?“ Aber da hörte er plötzlich drinnen einen Aufschrei. Ordentlich zum Gruseln war es, wie Georgette jetzt rief: „Da bist du ja, du elender Schurke!" Und es klang gar nicht unnatürlich, als Scheibel drauf ächzend erklärte: „Was habe ich denn... schon.. wieder ausgefressen?" „Du bist verheiratet und willst mir weiß machen..“ schrie das wackere Madel. „Ich wär' verheiratet?“ rief nun Scheibel wiedet, der sich an scheinend schnell in die Situation gefunden hatte.„Aber Anna! Und das hast du geglaubt?“ „Ja, was... sind... ich denke, Sie... also das ist Geliebter?“ erkundigte sich Tante Aurelie inzwischen canz verdußt und schnappte sast bei jedem Wort Luft. „Er ist es nicht mehr, wenn... verkündigte Anna Georgette mit finsteren Blicken.„Wissen Sie es auch ganz genau, gnädige Frau daß er——?“ „Um Gottes Willen.... nein!... Es ist ja ein Irrtum! jappste Frm Aurelie in schrecklicher Verlegenheit über die unerwartete Wendung.„Ich dachte doch... ich meinte...“ In diesem Augenblick trat Paul Greiner rasch ein. Er hielt es für richtig, die wechselseitigen Erörterungen möglichst abzukürzen. Denn wenn auch Scheibel sich bisher über Erwarten klug benommen tat verkündete. Denn nun sah er erstaunt eine seinem Zimmer, stutzte, ging ein paar dann Tante Aurelie fragend an, wandte Burschen hinüber und fragte endlich mit einer leichten Verneigung: gerecmet, der mir, mit seinen Fäustchen mannhaft und echt ritterlich „Mit wem habe ich die Ehre?" die Schwester beschützend, zu Leibe geht. Die Verstimmung mit KleinGeorgette lächelte verschämt und sah Scheibel an; Scheibel aber Gretchen ist aber bald überwunden, und als ich ihr, während die Mutmachte sein kläglichstes Gesicht und stotterte mit waschechter Beklom=Iter den Jungen ankle det, beim Anziehen behilflich sein will, gibt sie menheit:„Se ist meine Braut, Herr Leutnant!" Ignädig ihre Erlaubnis dazu. Ich muß aber doch ihren Erwartungen „Deine Braut?“ sorschte Paul Greiner und zog die Stirn in nicht entsprochen haben, denn bald zieht sie mit einem überlegenen mißtrauische Falten.„Hm... Scheibel, was sind das für Sachen?? Lächeln und einem sehr geringschätzigen„Das kannst du ja doch nicht,“ Wie kommst du dazu, sie hier in meine Wohnung... Uihr Füßchen aus meiner Hand. Bald ist sie wieder in Zwist mit dem „Ich wußte doch nicht, daß der Herr Leutnant heute so früh..“. Priiderchen und wendet muir vore Gunst zu:„Dem kannste mal einen murmelte Scheibel. Und dann war sie ja auch...“ 1 Jahn ziehen,“ sagte sie, auf den Bruder deutend,„der Junge äraer „E- liegt da ein kleines Mißverständnts vor, lieber Paul!"mich., Sie hat ihre Sommerfrische unterbrochen, um sich mir wiemischte sich Tante Aurelie eifrig ein.„Ich erzähle es Ihnen schon## eitmgl vorzustellen, und soll morgen zurück zu den Großester nachher im Hotel. Lassen Sie das 9 jung. Das werden wir nicht ändern!..... r.nn H.. m.* was zu essen bekomme, sterbe ich noch vor Hunger!" meinem Bett.“ Verwandtenbesuch hat dem Dämchen einmal die TugerSofort stehe ia zu Ihrer Verfügung!“ rief der gerettete Ehe= Hxuzigttnen und sie, zur Großmutter ins Bett gebrych,# Preyr gaen ud der dur Lenwkane mion den Vrn, sie Kinaunsgnbor Hdse Piasher guil den leigen Vesdeaztet, des ermischen, Vier gaei. ist im Sprechzimmer, während die Kleine brav und artig im Wartehatte, so war eine Entgleisung doch immer zu befürchten. „Ihr Koffer steht wohlbehalten im...“ Das„Hotel" blieb hm nicht ohne Talent in der Kehle stecken, als er sein Telephonresul- fügung in das Ensemble des Schwankes gegen die„Detektiv=Tante" mit einuner:, Mußsohl“ drohte er im raum sitzt. Als ich einmol durch das Wartezimmer hindurch muß blickt sie vorwurfsvoll an mir empor und sagt leise:„Mein Junge schreit...“ Streik im dänischen Buchdruckereigewerbe. Aus Kopenhagen erhalten wir unter dem 10. 8. folgendes Telegramm: Entgegen den Beschlüssen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist heure in den dänischen Druckereien die Arbeit eingestellt worden. Mit Ausnahme einiger sozialdemokratischer Tiatter erschienen heute keine Zeitungen. Hinausghen seinem Burschen.— Als er ein paar Stunden darnach erleichtert zurückkehrte, fand er unter seinem Kopfkissen Gemacttes Briefpaket mit einem lustigen Ab schiedsworte. Sie ging in ein Encagement nach Oesterreich. Und er nahm sich vor, ihr dorthin ein„Honorar“ zu senden für ihre heutige Talentprobe. „Mußjöh“ aber bekam eine Doppelkrone für die glückliche EinDetektiv-T. Dienstag, den 11. August 1908. 3. Blatt Nr. 187.— 6. Jahrgang Gelsenkirchener Amtliches Kreisblatt für den Stadt- und den Landkreis Ein Charakterbild des Sultans, das sehr interessante einzelne Züge enthält, entwirft die englische Wochenschvift M. A. P. Kein(Herrscher, so heißt es da, ist so vie! geschmäht worden, wie der Sulian. Trotz seines schlechten Rufes aber hat er nun über dreißig Jahre remert. Abdul Hamid ist eine der feltsamsten Mischungen von Tapferkeit und Feigheit, von Verschlagenheit und Einfalt, die man sich denken kann; es ist schwer, sich ein Bild von seinem wahren Charakter zu machen, weil so viel Widersprechendes über ihn geschrieben worden ist. Wie alle absohurten Herrscher schwebt er in ständiger Furcht vor Ermordung, und es wird behauptet, daß er fabelhafte Summen für seine Bewachung ausgibt Einmal hat diese Sorge für sein Leben zu einem heiteren Zwischenfall geführt. Als der Sultan mit seinem Gefolge aus dem Wege zur Moschee war, bemerkte er, daß eine neue Linie von Telegraphendrähten über die Straße hinwegging. Voller Besorgnis ließ er den Zug halten, bis die Drähte abgeschnitten und die Pfähle umgehauen waren. Unter keinen Umständen durfte die neue Telegraphenlinie wieder hergestellt werden. Für seine Herrschsucht ist folgender Zug bezeichnend: Der Sultan hat einen Papagei gekauft, den er sehr lieb gewann, we sich das Tier als äußerst gelehrig erwies und die Stimme seines Herrn täuschend nachzuahmen lernte. Eines Tages hing der Papagei in seinem Käfig im Privatzimmer des Sultans, als er plötzlich den Namen eines Günstlings Abdul Hamids rief. Als dieser wirklich kam, geriet der Sultan in eine leidenschaftliche Erregung. Er riß den unglücklichen Vogel aus seinem Käsig, tötete ihn auf der Stelle und herrschte den zitternden Günstling an:„Merke Dir, hier hat nur meine Stimme zu befehlen!" Jedoch hat der Sultan auch sanftere Seiten, die besonders die zu rühmen wissen, die ihn näher kennen gelernt haben. Seine eigene Furcht vor körperlichen Leiden hat in ihm das Gefühl für die Leiden anderer erregt; deswegen hat er ein großes Krankenhaus aus seinen Privatmitteln gebaut, das hauptsächlich zur Aufnahme von Frauen und Kindern bestimmt ist. Diese und auch männliche andere Personen, ja selbst Ausländer, werden hier vollständig kostenlos verpflegt. Ueber die diplomatischen Fähigkeiten d.e Suttans sind die Ansichten geteilt, was wohl hauptsächlich daran liegt, daß di: orientalische Diplomatenkunst an sich von der europäischen unterschieden ist. Das beweist das Erlebnis eines europäischen Gesandten, der in den Straßen Konstantfnopels einen sorgsam verschlossenen Wagen des Hofee bemerkte. Er war indiskret genug, zu versuchen, in Innere zu sehen; die Folge davon war, daß er plötzlich für seine Zudringlichkeit von einem Hofbeamten eine Ohrfeige erhielt. Voller hat er den Sultan um eine Audienz, die ihm auch gewährt wurde Der Sultan hörte die Beschwerde des Gesandten ruhig an, und sagt dann sächelnd:„Wenn ich die Angelegenheit sorgsam durchdenke, kamme ich zu folgendem Ergebnis. Sie sind ein europäischer Gentleman, und daher ist es unmöglich, daß Sie sich einen solchen Verstoß gegen die guten Sitten haben zu schulden kommen lassen. Es ist also ausgeschlossen, daß irgend ein Beamter Sie dafür geschlagen hat, und die ganze Angelegenheit muß auf einer Täuschung Ihrerseits beruben Wir wollen nicht weiter darüber reden." Der Gesandte soll nichts weiter dazu gesagt haben... Die Jaad nach dem Kinde. (Von unserem Korrespondenten.) * Nach vierzehnjährigem rastlosem Suchen steht eine Mutter jetzt am Vorabend des Tages, der ihr ihr einziges Kind wiedergeben soll. Am Donnerstag haben die Newyorker Gerichte sich mit dem romantischen Fall beschäftigt. Es handelt sich um eine Russin, die vor beinahe 20 Jahren als völlig mittellose Einwanderin nach Amerika kam, und nach langer, entsagungsvoller Arbeit ein kleines Vermögen von ein paar tausend Mark sich zusammensparte. Sie heiratete dann einen Mann, der sie hald darauf verließ. In einem Trambahnwagen gab sie dem ind das Leben, das sie nun endlich wird ihr eigen nennen können. Der Mann kehrte wieder zurück, sie wurde krank, kam ins Hospital, und als sie schließlich entlassen wurde, war ihr Mann samt dem Kinde verschwunden. Eine leidenschaftliche Sehnsucht erfaßte die vereinsamte Frau, und all ihre Kraft raffte sie zusammen, um die Mittel zu erringen, ihr Kind wiederzufinden. Sie arbeitete, sie sparte, unternahm eine kleine Spekulation, die glücklich verlief, kaufte Grundbesitz, verkaufte es mit Nutzen, das Glück blieb ihr hold, und heute ist die arme Einwanderin von damals eine reiche Frau, die über ein Vernögen von 4 Millionen verfügt. Ihre ganze Kraft und all ihre Gedanken, ihr Vermögen und ihr Leben waren nur der Suche nach dem Kind gewidmet. Vor fünf Jahren nahm sie den Antrag des Fabrikanten Klugmann an, der ihr gelobte, an der Erfüllung ihres Lebenswunsches mitzuarbeiten. Aber alle Arbeit, Ressen und Ausgaben, sie waren umsonst. Endlich, vor einem Monat, fand sie die erste Spur. Ein alter Bekannter, den sie durch Zufall traf, erzählte ihr, daß ihr einstiger Gatte in Bronx lebe, verheiratet und Vater von sechs Kindern pare. Sofort suchte sie ihn auf; von ihm erfuhr sie, daß ihr Kind seiner Zeit in ein Findelhaus gebracht wurde. Dort verweigerte man ihr die Auskunst, weil das Kind von reichen Leuten adoptiert worden war, und man ihm Verwickelungen ersparen wollte. Aber die Mutteriebe war nicht gesonnen, vor solchen Erwägungen zu kapitulieren; sie appellierte an das Recht und die Gerichte haben den Vorstand des Findelhauses jetzt vorgeladen, damit sie über den Verbleib des so lange gesuchten Kindes der schwergeprüften Mutter Auskunft geben. Aus dem Landkreise Gelsenkirchen. Stadt und Amt a WWattenscheid, 10. Aug. In der Nacht von Samstag den * zo. Sonntag den 9. v. Mts. gegen ½2 Uhr zogen die Bergleute Hermann B., Rudolph, Gustav, Johann und Wilhelm L., sowie Otto 2k., Withelm Sch. und Heinrich B. singend und brüllend über die Südstraße, bei welcher Gelegenheit mehrere Fensterscheiben des Propsteigebändes durch Steinwürfe zertrümmert wurden. Obgleich die Rowdis sofort nach der Tat durch die Nachtpatrouille gestellt wurden, konnten diejenigen derselben, welche sich an der Sachbe hadigung beteiligt hatten, nicht ermittelt werden.— Der Sachjenund Thüringer=Verein feiert am Sonntag, den 16. d. Mts., in der Kaiser=Wilhelmsyalle(Wwe. Recke) sein Stiftungsfest.— In der vergangenen Nacht riß sich der von einem Polizeibeamten festgesommene Beramann F. Sch. in der Nahe des Rathauses los und bunschte dem Beamten, indem er die Flucht ergriff, einen guten bend. Der Polizeihund„Wolf“ nahm sofort die Verfolgung des sichtigen auf und stellte ihn in kurzer Zeit. Sch. wurde alsdann in Nr. Sicher abgeführt.— Heute abend wurde der Maurer Johannes L., Vorstadtstraße, festgenommen, weil er eine Anzahl noch guter Bleirohre von der städtischen Gasanstalt entwendet hat. Ein Teil der Rohre wurde zerstuckelt im Keller vorgesunden. W. Wattenscheid, 10. Aug Gestern nachmittag hielt der Krieger= und Landwehrverein im Hotel Dieckmann, unter dem Vorsitze des Wirtes Kupper eine Versammlung ab. Der Verein hat sich ebensalls an der Zeppelin=Sammlung beverligt und hierfür einen Betrag von Mk. 26.— bewilligt. In der Versammlung, welche gut besucht war, fanden vier Neuaufnahmen statt. Ferner wurden Mk. 89,— an Beitragsgeldern eingenommen.— Der Fuhrknecht Wilh. Grewe aus Leithe geriet am Freitag unter sein eigenes Fuhrwerk und wurde so schwer verletzt, daß er dem Krankenhause zugeführt werden mußte. Grewe ist inzwischen seinen Leiden erlegen.— Gestern nachmittag sand im Restaurant Rörig eine General=Versammlung des Kriegerbundes statt, die sehr gut besucht war. Es wurde über die Feier des Sedanfestes beraten und beschlossen, im Herbst einen Familienabend und im nächsten Frühjahr einen Ausflug mit Preisschießen nach Heven bei Witten zu veranstalten. Nach Beendigung der Versammlung war gemütliches Beisammensein. B. Wattenscheid, 10. Aug. Herr Bürgermeister Wibberding trat gestern seinen Urlaub an.— Die Volksbibliothek ist von heute bis zum 1. September geschlossen. Die nächste Bücherausgabe erfolgt am 2. September.— Der Gelsenkirchener Bankverein, Zweigniederlassung Wattenscheid, verlegte sein Geschäftslokal vom Kaiserplatz nach der Wilhelmstraße.— Der kath. Hauptlehrer Dolle wurde zum Rektor befördert.— Der hiesige evangelische Arbeiterverein nimmt an der Fahnenweihe des evangelischen Arbeitervereins in Westenfeld am 27. September d. Is. teil. b. Wattenscheid, 10. Aug. Das Winterhalbjahr der städtischen höheren Mädchenschule beginnt am 15. September. Anmeldungen nimmt die Vorsteherin, Oberlehrerin M. Sasse, am Montag, den 14. September, von 4—6 Uhr im Schulhause entgegen.— Die festgesetzte Kultussteuer=Hebeliste der Synagogen=Gemeinde für das Rechnungsjahr 1908 liegt vom 6. d. Mts. acht Tage lang auf der hiesigen Stadtfasse zur Einsicht der Beteiligten offen.— In der Woche vom 1. bis 7. August wurden standesamtlich annemeloer: 7 männliche und 9 werbliche Geburten. 3 Aufgebote und 15 Sterbefälle b. Wattenscheid, 10. Aug. Die„Sängervereinigung des nationalliberalen Bürgervereins“ hält heute abend 8 Uhr im Lokale des Herrn August Walter, Hochstraße, eine Gesangsprobe ab. Aus der Amgegend. S Buer, 10. Ang. In unserer Gemeinde sand gestern das Kreisfest der evangelischen Arbeitervereine des Landkreises Recklinghausen statt. Nachdem die einzelnen Vereine vormittags am Gottesdienst teilgenommen hatten, sand gegen 12½ Uhr der Empfang der auswärtigen Vereine statt. Um 2½ Uhr fand gemeinschaftlicher Festgottesdienst statt. Gegen 31 Uhr marschierten die Vereine durch die mit Fahnen geschmückten Straßen zum Festlokal bei Kaldewey. Das ganze Fest nahm einen glänzenden Verlauf. Dem Buerschen Bruderverein, der alles aufgeboten hatte, um den auswärtigen Gästen den Aufenthalt in ver demnächstigen Stadt Buer so angenehm wie möglich zu machen, gebührt lobende Erwähnung. N S Buer. 10. Aug. Hier fand am Sonnabend die Einweihung des neuen Gymnasial= und Realschulgebändes statt. Nach der Aufführung eines Festspieles„Kolberg" durch die Schüler am Vorabend fand am Sonnabend vormittag 9 Uhr ein feierliches Levitenamt in der kathol. Kirche statt. Gegen 10,30 Uhr waren in der Aula des Gymnasiums die Herren Provinzialschulrat Prof. Dr. Norrenberg-Münster, Landrat Graf von Merveldt, Baurat Schulz, die Geistlichkeit beider Konfessionen, die Herren des Kuratoriums usw. erschienen. Herr Amtmann de la Chevallerie begrüßte die erschienenen Gäste und Herr Direktoc Weber gab einen Rückblick über die Entstehung der Anstalt und betonte dabei, daß vor nunmehr 50 Jahren hier eine Rektoratschule gegründet sei und daß durch den Segen des Bergbaues die Gemeinde sich entwickelt und heute einer Vollanstalt Raum gebe. Bei dem Festessen brachte der Landrat das Kaiserboch aus, die einzelnen Herren toasteten auf die Schule, auf die Lehrer und die Gemeinde. Die Feier nahm einen schönen Verlauf. ∆ Horst, 10. Ang. Ein auf dem Felde arbeitender Mann schickte sein 3½jähriges Töchterchen nach Haus, um seine Weste und Taschenuhr fortzubringen. Unterweas ist dem Kinde die Uhr von einer noch nicht ermittelten Person abgenommen worden. S Bottrop, 9. Aug. Vollständig blutüberströmt erschien gestern abend der Bergmann Sch. im Amtshause, wo er überall Blutspuren hinterließ. Er war derartig##chlagen worden, daß ihm die linke Wange wie ein Lappen vom Kopfe hing. Er wurde schleunigst zu einem Arzt geschafft.— Der gestern vom Dache gestürzte Dachdeckermeister Wilhelm König ist infolge schwerer innerer Verletzungen gestorben.— Es sei darauf hingewiesen, daß der nächste Viehmarkt am Donnerstag, den 13. d. M., hier stattfindet. Da die infolge Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche verhängte Sperre aufgehoben ist, kann auch Rindvieh- und Schweinemarkt stattfinden. S. Bottrov. 10. Aug. Der Reichsinvalide Heinrich Juhr, 72 Jahre alt, ist am Freitag abend gegen 0 Uhr in eine für Kanalisierung hergestellie Oeffnung der Sterkrader Straße gefallen und hat dabei so schwere Verletzungen erlitten, daß er infolge derselben gestern abend starb. be. Stoppenberg, 10. Aug. Die für die Turmuhr in der Gemeinde abgehaltene Hauskollekte ergab einen Betrag von 002,95 Mark. Infolge dieser reichlichen Gaben ist die Kirchturm=Uhr sofort bei der Firma Wenste in Bestellung gegeben worden.. Die Gemeindebibliothek bleibt bis Ende September geschlossen. Ausgeliehene Bücher sind zurückeugeben. Von Oktober ab findet nur am 1. und 3. Sonntag jeden Monats die Bücherausgabe statt. h1. Stoppenberg, 10. Aug. An Zeche Zollverein Schacht 1/2 verunglückte der ledige Beramannan: Bader. Der Verunglückte wurde im sogenannten blinden Schachte zwischen Förderkorb und Schachtholz toi aufgefunden. ht. Kray. 10. Aug. Der hiesige Eisenbahnbeamten- und Arbeiterverein feierte gestern in den Gartenanlagen des Herrn Heihoff sein diesjähriges Sommerfest, bestehend aus großem Konzert, verbunden mit Unterhaltungsspielen im Freien, Kinderbelustigung usw. Bei Eintritt der Dunkelheit sand eine Illumination des Gartens statt. wobei ein mächtiges Feuerwerk abgebrannt wurde. Ein kleines Tanzvergnügen bildete den Schluß der in allen ihren Teilen wirklich schön verlaufenen Veranstaltung. hi. Kray, 10. Aug. Unter dem Vorsitz des Pfarrers Beck fand gestern vormittag im evangelischen Gemeindehause eine Sitzung der großeren evangelischen Kirchenvertretung statt, zu der insgesamt 28 Herren erschienen waren. Nach längerer Beratung wurde beschlossen, das Kommunalgrundstück an der Otto= und Leythestraße von der Kommunalgemeinde Krav zu einem Gesamtpreise von 10 759 Mark zu erwerben. Ein weiterer Punkt der Tagesordnung betraf die Herbeiführung eines Beschlusses betreisend Pensionsfähigkeit der persönlichen Zulagen für beide Pfarrer. Nach den bisherigen Bestimmungen bezogen die Pfarrer außer ihrem Gehalt die Stollgebühren in Hohe von 400 Mark pro Jahr, sowie jährlich 300 Mark persönliche Zulagen. Diese Gelder von zusammen 700 Mark waren jedoch nicht pensionsfähig. Es wurde von der größeren Kirchenvertretung ein Beschluß gesatt, wonach die Stollgebühren von jegi ab nicht mehr den Pfarrern zufallen, sondern in die Kirchenkasse fließen sollen. Dahingegen erhalten die Pfarrer von jetzt ab eine pensionsberechtigte persönliche Zulage in Höhe von 600 Mark pro Jahr. wahrend die restlichen 100 Mt. nicht pensionsberechtigt sind und auch von Jahr zu Jahr von der großeren Kirchenvertretung neu bewilligt werden müssen. F. Steele, 10. Aug. Der Betrüger Stüwe ist am Sonntag in Königssteele festgenommen worden. Er soll aus Dortmund sein, halte aber seine Tätigkeit nach hier verlegt, um ungestört arbeiten zu können. Bekanntlich hat er auswärtige Großfirmen betrogen, indem er Ware, hauptsächlich Säcke, bahnlagernd nach hier schicken ließ. Die spater folgenden Rechnungen konnten dem Schwindler nicht zugeschickt werden. Der Mann wurde abgefaßt, als er wieder einmal eine Sendung aus Steele=Nord in Empfang nehmen wollte. Er wurde dem Gerichtsgefängnis eingeliefert.— Mittels Schnapsflasche schwer verletzt wurde gestern abend der Arbeiter D. von hier von dem Kostgänger B. Letzterer soll mit der Frau des O. zusammenleben und ist es bereits einmal zu einem Zusammenstoß zwischen dem betrogenen Ehemann und dem B. gekommen. Bei dem gestrigen Renkontre trug der O. schwere Kopfverletzungen davon und mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Der Tater nurde verhaftet. Er hat sich außerdem auch noch des Hausfriedensbruches schuldig gemacht. h. Steele, 10. Aug. Für das am 30. August cr. hier stattfindende Pferdewettrennen wurde dem Meistbietenden, Wirt K. Diem hier die Wirtschaft zum Preise von 400 Mark übertragen.— Für Zeppelin wurden im Hotel„Zur Post“ hier am Donnerstag abend von der mmtischgesellschaft und einer in den oberen Räumen tagenden Gesellschaft 100 Mark gesammelt.— Das Schülerfest der evangelischen Gemeinde sand hier in herkömmlicher Weise am Donnerstag nachmittag statt. Ull#e. Vor ntritt einer Musikkapelle marschierten die Schüler und Schülerinnen beider Systeme mit ihren Angehörigen zu den Sommerlokalen von W. Plückthun und zum Tierpark. Hier wurde der Kaffee eingenommen und es fanden patriotische Veranstaltungen statt Um Uhr abends gings wieder heim. Am Kriegerdenkmal hielt Herr Hauptlehrer inen eine der Bedeutung des Tages entsprechende Ansprache.— Ein mißglückter Einbruchsversuch fand in der gestrigen Nacht in dem Sommerlokale von K. start. Spitzbuben haben sich am Schankgebäude zu schaffen gemacht und mit Beil und Stemmeisen versucht, die Tür zu erbrechen. Diese hat aber allen Versuchen getrotzt und jo mußten die Täter unverrichteter Dinge wieder abziehen Bestohlen worden ist in letzter Zeit wiederholt die Inhaberin eines Buttergeschäftes in der Berlinerstraße. Man hai an hellichtem Tage aus dem Keller ein Kübel Süßrahmbutter, etwa 10 Flaschen Wein und verschiedene Sorten wase entwendet. Nur ein mit der Oertlichkeit sorschungen an.. au ührr haben. Die Polizei stelt Nach Aus Westfalen und der Rheinprovinz. äörign Nohnschtaste= Guust 4.) Hier wurde gestern abend der 19. jahrige Bahnschlosser Kroll von seinem früheren Freunde, dem Fürsorgeerziehungs-Zögling Genske, der bei einem hiesigen Schuhmachermeister in die Lehre gebracht worden war, auf offener Straße mit einem Schustermesser erstochen. Der Tat ging ein erregter Wortwechtel voraus, jedoch hatte Geuske schon vor längerer Zeit geäußert, dem Kroll eins auswischen zu wollen. Der Täter ist flüchtig. Koln, 15. uug. Eine große Panik entstand gestern abend 10 Uhr auf einem den Verkehr zwischen dem rechten und linken Rheinuser vermitlelnden Fährdampfer, der hauptsächlich Frauen und Kinder an Bord führte, als er auf das Schlepptau eines mit Anhängeschiffen rheinaufwärts fahrenden Schlemdampfers auffuhr, Das Fayrboot neigte zur Seite, worauf ein Schleppkahn gegen das Boot anjuhr und diesem ein Leck beibrachte. Auf das gellende Hilfegeschrei der in Lebensgefahr schwebenden Passagiere eilten Schiffe und Nachen zur Rettung herbei. Unterdessen hatte sich der Anter des sinkenden Schifses in einer Kerte des Schleppkahns gefangen, so daß es gelang, alle Passagiere an das Deck des Schleppkahns zu ziehen während ein Dampfboot der Düsseldorfer Gesellschaft das sinkende Schiff in den Hafen bugsierte, wo es vollständig sank. Die Passagiere wurden später an Land gebracht. * Gummersbach, 10. Aug. Bei dem Wettbewerb zur Erlangung eines bergischen Liedes im Volkston, den der Verband bergischer Verkehrsvereine ausgeschrieben hatte, sind 188 Gedichte eingegangen einige darunter mit Komposition. Ein„Dichter" hat das bekannte Uhlandsche Gedicht:„Ich bin vom Berg, der Hirtenknab“, als eigenes Produkt mit Kennwort zum Preisbewerb eingeschickt. Das Preisrich terkollegium, bestehend aus den Herren Otto Hausmann=Elberfeld. Rudolf Herzog-Berlin und Freiherr Karl von Perfall=Köln wird in nächster Woche zur Prüfung der Arbeiten zusammentreten. Die hohen Fleischpreise sind Sorge jeder Hausfrau! Hier ersetzen die Mondamin Milchspeisen nanchen teuren Fleischgang und sind in heißen Tagen erfrischend und nahrhaft. Kochen Sie schon morgen Mondamin=Milch=Flammeri, mit geschmortem Obst. Erprobte Rezepte im„B“=Büchlein gratis und franko von Brown& Polson Berlin C. 2. Ge lohnt sich, darum zu schreiben. Die Gefahren des Sommers für den Säugling. Ein großer Prozentsatz aller Sterbefälle unter den Säuglingen ist auf die Sommerkrankheiten zurückzuführen. Die gefährlichste unter diesen ist die DLiarrhoe, der Magen- und Darmkatarrh, der oft ein Kind binnen wenigen Tagen dahinrafft. Hervorgerufen wird der Magen= und Darmkatarrh besonders durch die in der frischen Kuhmilch vorkommenden Bakterien, die bei sommerlichen Temperaturen sich ungemein schnell vermehren und die frische Milch in Zersetzung bringen. Vielfach ist die frische Kuhmilch selbst dann schon zur Säuglingsernährung nicht mehr geeignet, wenn Veränderungen noch gar nicht bemerkbar sind und dieselbe tadellos frisch und gut erscheint. Will nun die sorgsame Mutter ihren Liebling vor Verdauungsstörungen schützen, so greise sie mit Vertrauen zu dem seit über 40 Jahren altbewährten Nestle'schen Kindermehl, welches sich auch schon bei vorhandenen Brechdurchfällen gianzend bewährt hat. Allgemeine Zeitung. Dienstag den 11. August. Verding von Bauarbeiten. Zum Neubau eines Beamtendoppelhauses für die Kommunale Straßenbahn Landkreis Gelsenkirchen in Eickel sollen 1. die Erd=, Maurer= und Zimmererarbeiten, 2. die Eisenbetonarbeiten vergeben werden. Angehotsformulare sind gegen Erstattung der Schreibgebühren in Höhe von 1 Mark durch das Bauamt in Eickel zu beziehen. Zeichnungen und Bedingungen liegen daselbst zur Einsicht offen. Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 22. ds. Mts. bei der unterzeichneten Gesellschaft einzureichen. Eickel, den 8. August 1908. Die Betriebddirektion der Kommunalen Straßenbahn=Gesellschaft Landkreis Gelsenkirchen. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Gelsenkirchen belegenen, im Grundbuche von Gelsenkirchen Band 5, Blatt Nr. 223, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Maurermeisters Ernst Hähner zu Gelsenkirchen eingetragenen Grundstücke Flur 11 Nr 498,124, 2,28 ar groß, Hofraum mit Wohnhaus, Ahstraße 29, 2100 Mark Nutzungswert, Flur 11 Nr. 503/124, 0.18 ar groß, Garten, Ahstraße, 0,7 Thaler Reinertrag, am 7. Oktober 1908, vormittags 10 Uhr. durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle— Overwegstraße— Zimmer Nr. 32— versteigert werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 24. Juni 1908 in das Grundbuch eingetragen. Gelsenkirchen, den 30. Juni 1908. Versteigerung. Am Mittwoch, den 12. ds. Mts., vormittags 10 Uhr anfangend werde ich im Saale des Wirts E. Eickelkamp hier, Arminstraße 8, die Versteigerung für Bartelsheim fortsetzen. Es kommen zum Verkauf: 100 Paar Herren- und Damen-ZugSchnürstlefel und Zugstiefel. Hermann Braenner, Auktionator, Gelsenkirchen, Josefstr. 27. Bekanntmachung. Die Urliste derjenigen Personen, welche zu dem Amte eines Schöffen oder Geschworenen berufen werden können, liegt vom 12. bis 19. August auf Zimmer 32 des Rathauses zur Einsicht offen. Gegen Richtigkeit oder Vollständigkeit der Liste kann innerhalb dieser Frist schriftlich oder zu Protokoll Einspruch erhoben werden. Gelsenkirchen, 10. August 1 908. Der Oberbürgermeister. I. B.: Klose. Konkursversteigerung. Am Mittwoch den 12. ds. Mts, vormittags 10 Uhr anfangend, lasse ich im Lokale des Gemeinschuldners Kirchstraße 21 hierselbst die zur Konkursmasse Schuhmacher Johann Rode gehörigen Warenbestände bestehend in: Leisten, Hanf u. Doppelgarnzwirne, Wachs, diverse Bürstenwaren, Schuheisen, Schuhriem., Sohlen aller Art, Knöpfe, Handwerkszeug f. Schuhmacher, Plüschband, Seide, Nägel, Stifte, Fette, sowie andere Schuhmacherbedarfsartikel, sowie große Posten Schaf, Mastkalb, Rindbox und andere Sorten Sohlleder öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern. Günstige Gelegenheit für Schuhmacher und Wiederverkäufer Hub. Duesberg, Konkursverw Bekanntmachung. In der Konkurssache Winterscheid soll die Schlußverteilung erfolgen. Die nach Klasse 6 zu berücksichtigenden Forderungen betragen Mk. 23991,73 während über einen Barbestand von Mk. 1678,21 zu verfügen ist. Hiervon sind als bevorrechtigt zu berücksichtigen Mr 174,71, wozu jedoch noch die noch nicht festgesetzten Gebühren d.Gläubigerausschusseskommen. Schlußverzeichnis u. Schlußrechnung liegen von heute ab zur Einsicht für die Beteiligten auf der Gerichtsschreiberei des Königl. Amtsgerichts osfen. Jac. Cegall, Konkursverwalter Schlachthof I. Mittwoch, den 12. August von 6 Uhr morgens ab wird auf der Freibank das Fleisch von drei gut genährten, tuber kulosen Kühen das Pfund 45 Pfg., sowie das gedäm Fleisch einer tuberkulosen das Pfund zu 35 Pfg verkauft Die Schlachthosverwaltung Suche per sofort ein tücht., erfahrenes Mädchen. Weidenstraße 26, part. Junges, properes Mädchen zum Verwahren eines Kindes gesucht. 7267 Schalke, Gewerkenstr. 53. Maschinenfabrik im Ruhrkohlenrevier sucht zum mögl. baldigen Eintritt eine in jeder Beziehung perfekte 21832 Stenotypistin, die längere Zeit auf industriellen Werken der Eisenbranche tätig gewesen sein muß. Bewerbungen von Anfängerinnen sind zwecklos. Gefl. Off. mit Zeugnisabschr., Angabe der Gehaltsansprüche, Ref. u. des früh. Eintrittsterm. unter E. Y. 1599 an die Annoncen-Expedit. B. Dickmann, Gelsenkirchen. Junger Mann, Mitte Sept. militärfrei, Hufschmied und Wagenbau gelernt, Prüfung gut bestanden, sucht Stellung. Schriftl. Offerten unt. 21839 an die Exp. d. 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Protokollverlesung. 3. Vortrag. 4. Wahl der Delegierten zur Kunstausstellung. 5. Verschiedenes Zu dieser Versammlung werden sämtliche Maler und Anstreicher, die selbständig Arbeiten ausführen und noch nicht der Innung angehören, aufgefordert zu erscheinen und sich als Mitglieder eintragen zu lassen. 21887 Der Vorstand. Junger Mann, 24 Jahre, evgl., mit gutem Einkommen, sucht die Bekanntschaft einer häusl. erzogenen Dame im Alter von 19—22 Jahren zwecks späterer Heirat. Off., wenn mögl. mit Bild und Angabe der näheren Verhältnisse unter A. W. 522 an die Exp. d. Ztg. Für Radfahrer! Welcher solide Herr beteiligt sich an einer 6=tägigen Reise nach dem Teutoburger Wald? Adresse unter A. H. 556 an die Exped. d. Ztg. erbeten. Unserer Gesamtauflage liegt ein Prospekt der Firma R. Wolf, Magdeburg=Buckau bei, worauf wir besonders aufmerksam machen. Königl. Maschinenbau- u. Hüttenschule in Dulsburg. Am 1. Oktober 1908 werden neue Lehrkurse eröffnet 1. Für Naschinenbau und Elektrotschnik 2. 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Die bei dem gestrigen Eisenbahn= Zusammenstoß getöteten Personen sind: Schuhmachermeister Klische, Heueragent Swendsen, Frau Katharina Lorenzen, Frau Amussen, Uhrmacher Augustin, Fräulein Herzfeld, Frau Petersen und Frau Michelsen vermutlich aus Heltingen, während alle übrigen aus Flensburg sind. Die Schwerverletzten sind in die Diakonissenanstalt gebracht worden. Die beiden Schuldigen, ein Lokomotivführer und ein Angestellter, haben die Schuld eingestanden, weshalb der Staatsanwalt von der sofortigen Verhaftung vorläufig Abstand genommen hat. Die Strecke ist wieder betriebsfähig. Ausführlich wird uns noch berichtet: Flensburg, 10. Aug.(Prip.=Tel.) Das Eisenbahnunglück ereignete sich 300 Meter hinker dem Dorse Groß=Tarop. Das Personal des Personenzuges hatte genaue Anweisung, in Groß=Tarop zu warten. fuhr aber trotzdem weiter. wodurch das Unglück herbeigeführt wurde. Zwei Wagen deo Personenzuges türmten sich aufeinander, die Passagiere unter sich begrabend. Von den Schwerverletzten liegen zwei hoffnungslos darnieder. Die Unfallstelle liegt an einer scharfen Kurve, die mit Bäumen bewachsen ist und eine Uebersicht nicht gestattet. Erst nach Stunden kam die erste ärztliche Hilse, Gleichzeitig erschien auch die Feuerwehrmannschaft und die Roten Kreuzler aus Ilensburg. Auf Bahren wurden die Verletzten ins Krankenhaus gebracht. Die Schald an dem Unfall trifft den Lokomotivführer Strecker. und den Angestellten Flogt. Die beiden hatten in Groß=Tarop den verkehrenden Zug passieren lassen. Beide gestanden unter Tränen ihre Schuld dem Direktor. Trotz ihrer schweren Verwundungen beteiligten ste sich an den Rettungsarbeiten. Der Staatsanwalt, der am Unfallorte anwesend war, nahm infolge des leidenden Zustandes der Schuldigen von der Verhaftung Abstand. Die meisten Toten und Verletzten befanden sich auf einer Sonntagstour. Sämtliche Getötete mit Ausnahme einer Frau sind aus Flensburg. Westf. Provinzialverband des Deutschen Flottenvereins. Dortmund, 10. Aug. Der westfälische Provinzialverband des Deutschen Flottenvereins empfiehlt laut Rh.=W. Ztg. den ihm angeschlossenen Ortsgruppen, vorerst eine abnartende Stellung einzunehmen und vornehmlich Austekttserklärungen entgegenzuwirken. Gleich nach der Mitteilung über den Verlauf der Provinzialversammlung trat der geschäftsführende Vorsitzende des Präsidiums des deutschen Flottenvereins, Konteradmiral z. D. Weber, mit dem gechäftsführenden Ausschuß des westsäl. Provinzialverbandes in Verbindung, um megen der Stellungnahme des Provinzverbandes und über diejenigen Voraussetzungen zu verhandeln, unter denen der westfälische Provinzverband eine gedeihliche Mitarbeit im Verein für möglich hält. Bei diesen Besprechungen wurde zum Ausdruck gebracht, daß der Rücktritt derjenigen leitenden bayrischen Vertreter verlangt werden müsse, die in der Münchener Landesversammlung gleich nach der Danziger„Tagung und ohne daß der Fürst zu Salm eine Erklärung über die Annahme seiner Wahl zum Vorsitzenben abgegeben hatte, gegen die Danziger Beschlüsse auftraten. Es wurde erklärt, daß man keineswegs Gegner des jetzigen Präsidiums sei und daß sich die Opposition lediglich gegen das Auftreten der bayrischen Führer richte. außer Konkurrenz, 8 Meter weit 1,60 Meter doch, Tauziehen: Essener Turnerbund gegen Duisburger Spielverein unentschieden, Stabdochsprung(Rekord 3,01 Meter) Fr. Piedboeuf-Ruhrort 2,65 Metey, 8000 Meter Staffeite: Duisburger Preußen 8,54 Min. Die Tennismeisterschaft des 3. Bezirks konnte heute noch nicht entschieden werden. Rennen zu Köln a. Rh., 9. Aug. 1. Habenichts=Rennen. 4000 Mark. 1200 Meter. 1. Schamrock(Shaw), 2. Brigant. Tot.: 15: 10. Platz 12, 13: 10. 2. Damenpreis, Ehrenpreis und 6050 Mark. 1000 Meter. 1. Götterbote, Dr. Riese, 2. Don Carlos, 8. Hochzeit. Tat. 50: 10, Platz 20, 37. 85: 10. 3. Rheinisches Zucht=Rennen. Ehrenpreis im Wert von 3000 Mark und 27.000 Mark 1000 Meter. 1. Fervor, W. O-Connor, 2. Peking, 3. Palmarum Tralarum. Tot. 13: 10, Platz 12. 20, 17: 10. 4. Jubiläumspreis, Ehrenpreis im Werte von.6000 Mark und 29.000 Mark. 1600 Meter. 1. Faust, W. OTonnor. 2. For Ever, 3. Bajazzo. Tot.: 17: 10, Platz 13, 15: 10. 5. Rheinisches Jagd=Rennen. 7000 Mark. 5200 Meter. 1. Kourgan(Dr. Riese), 2. Sonnenstrahl, 8. Etaliere. Tot. 46: 10, Platz 11, 10, 12: 10. 6. Preis der Stadt Köln. 7800 Mark. 2400 Meter. 1. Reichsstern(J. Reif), 2. Perchant, 3. Dünkelberg. Tot. 49: 10, Platz 14, 12: 10. ort. ** Gelsenkirchener Gieger bei den olympischen Spielen in Hamm. Die gelegentlich des Bezirksfestes des 4. Bezirks im Westdeutschen Spielverbande veranstalteten olympischen Spiele haben eine außerordentlich rege Beteiligung gefunden. 29 Sportvereine Westfalens hatten ihre Vertreter zu den Spielen entsandt, zu denen insgesamt 182 Meldungen vorlagen. Nechstehend geben wir die mit Preisen bedachten Gelsenkirchener Sieger in den einzelnen Kämpfen bekannt: 100 MeterLauf: Erster A. Liborius. Spiel- und Sport=Schalke, 11 3/8 Sek. 400 Meter=Lauf: Erster A. Lihorius-Schalle, 54 3/8 Sek. Krickettball=Weitwurf: Erster Sieger Wilke, Spiel= und Sport=Schalke, 3000 MeterGehen: Zweiter Franzmann=Schalle. 8000 Meter=Staffette: Dritter Spiel und Sport=Schalke. Ringen: Schwere Klasse: Dritter WilkeSchalke. Tennis: Sieger im Einzelspiel Matthäi=Hamm, im Doppelspiel R. Schmidtmann und R. Sohn, Spiel= und Sport=Schalke. * Duisburg, 9. Aug. Der 8. Bezirk des Westdeutschen Spielverbandes veranstaltete heute auf den Spielplätzen des Duisburger Spielvereins seine diesjährigen olympischen Spiele, zu denen sich 13 Vereine Westdeutschlands gemeldet hatten. Es wurden folgende Resultate erzielt: 110 Meter Hürdenlaufen(Meisterschaft) nerwer=Duisburg 18 4/ Sek., Schleuderballweitwurf(Rekord 52.58 Meter) Mockewitz=Essen 39,31 Meier, 100 Meter=Lauf: Breynk=Duisburger Preußen 11 3/8 Gek., Speerwerfen: W. A. Trieloff=Duioburger Preußen 48.20 Meter, Weitsprung: Th. Piedboeus-Ruhrort 5,71 Meter, Standesamts-Nachrichten. Königliches Standesamt 1. Vom 21. Juli bis 1. August 1900. Geboren: Sohn: Bergmann Friedr. Brenda. Bahnwärter Gustav Jeromin. Bergmann Fritz Smotlich. Bergmann Johannes Geurts. Bergmann Gottlieb Dignas. Bergmann Ferdinand Zerlin. Reisender August Golüke. Bergmann Franz Adamski. Bierkutscher Kaspar Sauer. Bergmann Adam Dudda. Bergmann Wenzel Hulla. Bergmann Anton Vorsutzki. Maurer Anton Zielonka. Schreiner Heinrich Wauter. Käsehändler Friedrich Kahneri. Bergmann Karl Giesa. Gerichtsvollzieher Wilhelm Riemann.— Tochter: Bäckermeister Hartmann gut. Schulte. Fabrikarbeiter Gustav Wentzer. Gerichtssekretär Alois Vahle. Werkmeister Heinrich Schmedt. Bergmann Gottlieb Lukas. Stuckateur Albert Heiligers. Bergmann Friedrich Lorenz. Bergmann Heinrich Lunk. Bahnarbeiter Paul Fischer. Bergmann Franz Grablewski. Krankenpfleger August Froemer., Fabrikarbeiter Gottlieb Rogalla. Koksarbeiter Franz Gurzynskl. Leitungsaufseher Friedrich Strack. Arbeiter Wilbelm Kröger. Heiraten: Baupolizei=Assistent Jander mit Fräulein Margareta Günther. Bergmann Josef Löbbers mit Fräulein Ida Podszus. Sterbefälle: Berginvalide Karl Kettner, 65 Jahre. Kind Katdarina Elisabeth Kunze, 6 Mon. Kind Walther Thiemann, 8 Monate. Ehefrau Gertrud Heuser geb. Schäfer, 70 Jahre, Berginvalide Ferdinand Heise, 77 Jahre. Kind Gertrud Wolff, 9 Monate. Kind Beriha Seiskowski, 4 Jahre. Kind Katharina Hickertz, 8 Mon. Kind Maria Königliches Standesamt 4. Vom 19. bis 24. Juli 1908. Geburten= Sohn: Fabrikarbeiter Johannes Kirchner, Bergm. Gottfried Kuballa, Fabrikarbeiter Andreas Siemienski, Eisenbah Hilfsschaffner Friedrich Reidegeld, Prediger Karl Heinrich Göb Bergmann Thomas Poloszek, Bergmann Gottlieb Kuß, Bergman Heinrich Reiners, Fabrikschlosser Johann Stollenwerk, Bergmann Friedrich Kensp.— Tochter: Bergmann Vinzenz Slawinski, Bergmann Johann Katschmarek, Bergmann Wilhelm Spork, Bergmann Heinrich Goßling, Bergmann Franz Niedballa, Fabrikarbeiter Heinrich Schmitz, Fabrikmaschinist Heinrich Kaisers, Bergmann Vinzenz Sobczynski, Bergmann Christoph Olschenski, Bildhauer Christian Hundertmark. Eheschließungen: Bergmann Wilhelm Buthmann mit Elisabeth Hantke; Fabrikarbeiter Peter Heitger mit Josephine Buthmann; Bei mann Ignaz Szymanowski mit Maria Ratajczak. Bergmann Gustav Kiparski mit Ottilie Kozik. Sterbefälle: Josephine Weichert, 8 Mon. Hermann Krämer, 3 Mon. Josephine Ida Klein, 1 Jahr. Johanna Hansen, 1 Jal Vinzenz Sobczak, 1 Jahre. Hedwig Kelich, 3 Mon. Elisabeth Oden dahl, 1 Mon. Luise Tolega, 4 Mon. Otto Rasch, 1 Jahr. Marth Rudachowski, 2 Mon. Elisabeih Gollab, 5 Mon. Franziska Nittner, 7 Mon. Witwe Maria Trompeter geb. Valtin, 72 Jahre. Heinrich Miktor, 7 Mon. Königl. Standesamt 4(Bismarck) Gelsenkirchen. Vom 26. Juli bis 1. August 1908. Geburten: Sohn: Zechenmaschinist Andreas Vogel, Bergmann Ernst Schulg, Bergmann Ludwig Neumann, Fabrikarbeiter August ETR LTGRmPAP ENUAT geb. Meresz, 47 Jahre. Kind Maria Skowronek, 6 Mon. Witwe Maria Schneider geb. Voigs, 54 Jahre. Kind Anna Drost, 8 Mon in Rotthausen. Berginvalide Peter Harren 62 Jahre Kind Wilh Mozden, 1 Jahr. Kind Anton Podjaski, 10 Mon. Kind Josef Bracht, 9 Jahre. Königliches Standesamt 2. Vom 26. Juli bis 1. August 1908. Geboren: Sohn: Bergmann Ernst Schult. Bergmann Johann Vorholt, Bergmann Karl Baran. Fabrikarbeiter August Gorba Bergmann Karl Schlankies Bergmann Gustav„Wierczioch. Fabrikorbeiter Karl Schiekerski. Bergmann Konrad Sternberg, Maurerpolier August Krah. Werkmeister Friedrich Niggemann. Vorarbeiter Johannes Berens. Bergmann Reinhold Fritz. Bergmann Gustav Krischak.— Tochter: Schreiner Ernst Lind. Bergtagearbeiter Ludwig Patz. Dreher Wilhelm Schroer. Maurer Hermann Bender. Maurer Wilhelm Meldau. Schleifer Gustav Lohoff. Bergmann Johann Materna. Drechsler Paul Breßler. Bergmann Laurenz Enßen. Bergmann Johann Hanekrad. Bergmann Franz Thimm. Bergmann Wilbelm Heine. Heiraten. Witwer Bergmann Johannes Altmiks und Witwe Anna Imberg geb. Wieners. Fabrikarbeiter August Lingnau u. Anna Bahr. Bergmann Karl Kann und Anna Nern. Bergmann Stanislaus Kauch und Anna Michalski. Fabrikarbeiter Hermann Heinrich und Henriette Kleber. Bergmann Emil Berg und Wilhelmine Krischik Sterbefälle. Karl Fahn, 23 Tage. Irmgard Hegenberg, 6 Mon. 20 Tage. Johann Grothe, 6 Monate 27 Tage. Witwe Wilhelmine Engelsberg geb Neuhaus, 78 Jahr 6 Mon. Margareta Teschke, 1 Mon. Hildegard Hegenberg, 6 Mon. 22 Tage. Hedwig Maczuk, 1 Jahr Josephine Materna, 9 Stunden. Hedwig Wiese. 1 Jahr? Mon. Engelbert Ruhl, 1 Jahr 38 Mon. Ehefrau Therese Böhm geb. Thieffe. 56 Jahr 2 Mon. Elisabeth Hesse, 5 Mon. Paul von Malszycki. 1 Jahr 1 Mon. Lehrerin Emilie König, 19 Jahr 2 Mon. Johann Lutomski 7 Mon. Anna Buttgereit, 6 Mon. Emilie Hastenteufel, 8 Mon. Känigliches Standesamt 3. Vom 20. Juli bis 1. Auaust 1900. Geboren: Sohn: Rottenarbeiter Friedrich Wilhelm Krause. Schneider August Höhle. Bergmann Franz Fischer.— Tochter. Bergmann Heinrich Ludwig Wenz. Bergmann Wilhelm Rimek. Eheschließungen: Bergmann Adolf Majewski mit Martha Wilhelmine Pieszeck. Sterbefälle: Johanna Hämmerich, 21 Tage. Heinrich Wilhelm Kowalewski, 11 Mon. Johanna Gisela Fellner, 2 Mon. Anna HämWbiebersisr aH=bder Lte Be 1.d Petes ach Blrmisakasctstskr. 1ch. Gach, 2 Johr. Franziäke Sura, Arich Wagl, Belhmann Johann=Tribuleit.— Tochter. Wergm. ranz Libowitzki, Bergmann Joseph Urban. Bergmann Karl Zienz, Bergmann Karl Kays, Fuhrmann Emil Werth, Bergmann Heinrich Ortwein. Eheschließungen: Stallknecht Johann Röhring mit Johanna Kondring; Bergmann Eberhard Leister mit Elisabeih Kübel, Bergm. Anton Fort mit Maria Selitsch: Techniker Julius Franken mit Alma Hoffmann; Bergmann Adam Hack mit Frida Sauerwald. Sterbefälle: Hedwig Kowalczyk, 2 Mon. Hedwig Schat, 5 Mon Joseph Zaradnik, 2 Mon. Anton Owczarczak, 3 Mon. Marta Hemig Jahre. Anton Lasicki, 1 Jahr. Karl Menge, 7 Mon. Margaret Weber, 2 Mon. Ernst Steffens, 25 Toge. Anton Scharfenstein 2 Mon. Franz Lüken, 2 Mon. Emilie Bleckmann, 8 Mon. Gusta Plewka, 1 Mon. Königliches Standesamt 7. Vom 19. bis 25. Juli 1908. Mahurten: Sohn: Bergmann Jakob Reiter, Bergmann Johan Stelmaszyk, Bergmann Josef Siegmund. Bergmann Franz Schaumann, Bergmann Johann Ewenowski, Bergmann Wilhelm Möckel, Maurer Heinrich Düker, Betriebsassistent Johann Weber, Bergmann Adolf Hallwaß, Bergmann Josef Gorczynski, Bergmann August Stanislaw, Bergmann Friedrich Buzan, Bergmann Johann Sz manski.— Dochter: Bergmann August Rapp, Bahnarbeiter Johann Keuler, Bergmann Franz Tomasczewski Beromann—* Westerhold, Bergmann Gusta Bergmann Johann Machholz, mann Gustav Bronnert. „ Heiraten: Bergmann Friedrich Schumacher, Röhlinghausen mit Johanna Brüning, Gelsenkirchen. Bergmann August Halm mit BSonise, e##. eisenkirchen. Bergmann August Poekka mit Anna Kosenfeld,„Gelsenkirchen. Stellmacher Karl Bogumil mit Auguste coßzmannek. Gelsenkirchen. Bergmann Friedrich Wolff mit Kle Walter, Gelsenkirchen. Sterbefälle: Ehefrau Anna Rutkonski geb. Hube, 65 Jahre Bürenheide, 2 Jahre. Emma Rohmann, 1 Mon ######d te. ,6 Mon. Heinrich Bernard Gebracht. 15 MeSeranie P/1g Fgerschle, 2 Jahre. Christine Bünger, 2 Jab Switg.„Jay." Joyanna Elisabetb Boenke, 16 Vom 26. Juli bis 1. August 1908. Gehurten..##hn: Bergmann Michael Kowalbki. Bergmann Brand, Bergmann Thomas Wronkowski, Bergmann August GSrein, Bergmann August Biendarrn Serm Wrggr Zitnex, Bergmann Stanislaus Pecja, Erdarbeite. parm de Vries, Luise Doge, Bergmann Friedrich Marr. Klempner Ludwig Trecker, Bergmann Wilhelm Dornbusch, Verkäuferin Julie Torwesten, Bergmann Franz Auch.— Tochter: Dreher Hermann anu. Gustge Clogrer, Fabrikarbeiter Wilhelm Krolzi Engelhardt, Bergmann Wilhelm Blum, Bergmann Jobanz, Heinlein, Bergmann Hubegt, Igelski, Bergmann Dirk We Jarob Lehmann, Maurer Heinrich Meyer, Bergm Joyann Ruschinzik, Anstreichemeister Heinrich Hardick, Bergmann ReaniiPöre meve, Maschinernchrieg pranz, Zakrzewski, Wiwe Anna Maria Tyhaar. Bergmann Fritz Bojarski, Bergmann Leo Grob Koster, Bergmann Bronislaus Olk. Bergmann Nikolaus Hambu, Bergmann Wilbelm Lenschen. „. Heiraten: Bergmann Adam Krzyzanowski mit Haushälterin ryia Blachowski geb. Mojewski. Anstreicher Wilbelm Hoffmann m.: oienstmagd Gerrrud Maria Metzger. Steiger Friedrich Junga m Jovanng Schwirblat. Versandgehilfe Ernst Hermann Ludwig Neus mit Anna Pauline Ero Belm Einkauf MAGGI“ Bouillon-Würfeln achts man darauf, daß jeder Würfel eingewickelt let und auf der Umhüllung den Namen MAGGI, sowie die Schutzmarke (Krouzstern) trägt. Königliches Nordseebad Größtes deutsches Nordseebad Saison vom 1. Juni bis 10. Oktober.— 1907 Prequenz 36700. Prospekte kostenfrei durch den Gemeindevoratand und die Könlaliche Badeverwaltung. FTI .7 schafft der Genuss einer Tasse E Haemacolads! Hacmacolnde ist das rationellste Nährmittel, das völl“ kommenste Frühstücksgetränk, das je existierte! Gesundheit and Wohlbehagen Schaflt ein gesunder Magen. Seint dem Mogen Niaemacoindo vor, Er ist dann gesunder wie je zuvor." 1 Pfund Haemacolade ergibt 40 Tassen.“ 1 Pfund 2.— M. Ausser in den Apothek, u. Drogerien in den Kolonialwarenhdig.“ w. die bekannt. 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Eröffnungs-Feier. Nacht von Pr Fromann=Hamburg.— T 10 Uhr Vorstände-Versammlung Schuler=Friedrichroda.— Thema: A Vortrag von Pr. Donnerstag vormittag 9 Uhr Lebens?“ Abends 8 Uhr: Vortrag 1 Freitag vormittag 8 Schrifterkenntnis“; Vortrag von Pr. Thema:„Lebensbild von G. Williams.“ Abends 8 Uhr Samstag vormittag 8—10 Uhr: Vorstände-Versammlung. 10 der Jugend.“ Nachmittags: Ausflug nach Schloß Am Sonntau: Fest-Versammlungen im Stadtgartensaale in Gelsenkirchen ogramme à 30 Psg. an der Kasse. vormittags 9 mittags 3½ 1 Jedermann ist freundlichst eingeladen Vaillant’s Patent-Gas-Badeöfen und automat. Heisswasserapparate Grösste u. bedeutendste Special-Fabrik für Gas-Badeöfen— Varkauf nur durch die Installationsgeschäfte.— Katalog kostenloe und portofre BRILLANT BRILLANT FARRIK-MARKE. FARRIX MARE. Joh.Valllant Remscheld. ebrüder Vexler-Nicker-Messer „Corona“ Neu! Gesetzl. geschützt. Neu! Noch nie dagewesen. Bei keiner Konkurrenz, In keinem Laden, Nur bei uns zu haben. No. 1908. 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Unter anderem wurde, um die Mitglieder der Partei mit ihren Angehörigen personlich näher zu bringen, beschlossen, am Sonn tag, den 18. Oktober einen Familienabend un Saale des Herrn Raub zu veranstalten. Nach jeder Richtung hin soll an dem Tage für Unterhaltung usw. gesorgt werden. Die nötigen Vorarbeinen sind einer gewählten Kommission übertragen worden. ** Verein ehemal. Südwestafrikaner. In der Sitzung am Sonntag wurde beschlossen, falls sich genugend Teilnehmer der ehem. Chinakämpfer finden, den Verein in einen ehem. China- und Afritakämpfer umzuwandeln. Zu diesem Zwecke findet am Freitag, den 14. d. M., abends 8 Uhr im Vereinslokals, Restauration Schilling, hier, Indetrichtu#ße 42, une Versammlung statt, in welcher der Vorsitzende der Vereinigung ehem., China= und Afrikakämpfer Deutschlands, Ulrich Jenzen aus Görlitz(ehem. Chinakrieger), einen Vortraa halten wird. Der Vorstand teilte ferner mit, daß im Oktober die Vorsitzende des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft, Freifrau von Lilien cron, zwacks Gründung einer Ortsgruppe des genannten Frauenbundes nach Gelsenkirchen kommen wird. Nähere Auskunft erteilt der Schriftführer, Albert Grabe, hier, Mühlenstraße 16. S. Der epang. Ost= und Westpr. Arbeiterverein Schalke=West und Heßler hielt am Conntag Nachmittag seine nonatliche Versammlung ab, die gut besucht und vom ersten Vorsitzenden mit einem dreimaligen Hoch auf den Kaiser eröffnet wurde. Gegen das vom Schriftführer verlesene Protokoll der letzten Versammlung war nichts einzuwenden. Nach Zahlung der Beiträge und Austeilung der Geschenle wurden ein Ehrenmitglied und zwei neue Mitglieder ausgenommen. Das Kinderfest wird am 80. August in den Räumen des Vereinswirts Laarmann veranstaltet werden. Der Antrag des Kameraden Tau bert, die Vorstandsmitglieder bei Nichterscheinen in den Sitzun gen mit einer Strafe zu belegen, wurde nach langer Diskussion ab gelehnt. Am Schlusse gedachte der Vorsitzende des Grafen Zeppelin, Zugleich wurde aus der Kasse und von verschiedenen Mitgliedern eine Geldsumme zusammengebracht und der Geschäftsstelle der„Allgem. Zeitung" übergeben. Die Versammlung wurde gegen 8 Uhr geschlossen. Die nächste Versammlung findet am 6. September, nachmittags um 4 Uhr statt. X Evang. Arbeiterverein Bismarck i. W. Am Sonntag nachmittag tagte im Saale des Herrn Schulz die monatliche Versammlung des Vereins, die recht gut besucht war. Der 2. Vorsitzende, Herr Pfarrer Peter, eröffnete und leitete die Versammlung. Nach Zahlung der Beiträge nahm Herr Pfarrer Peter das Wort. Er gedachte zunächst in ehrenden Worten des greisen Grafen Zeppelin. So wie unser Kaiser, wollen auch wir ihm die Stange halten und helfen an dem Wiederaufbau des Luftschiffes, diesem herrlichen Ergebnis deutschen Fleißes und deutscher Arbeit. Genade die deutschen Arbeiter sollen durch ihre bescheidenen Gaben zeigen, daß auch sie ein tiefes Empfinden habon für das tragische Mißgeschick des greifen Mannes. Auf der herumgereichten Lifte zeichneten sich alle Anwesenden ein. Der Antrag des Posaunenchors um Beschaffung einer Pauke wurde geneh mgt. In eingehender Weise reserierte sodann der Vorsitzende über die geplante Beschaffung eines Vereinshauses. An der Diskussion hierüber beteiligten sich mehrere Herren. Ein Beschluß wurde nicht gesaßt, doch soll die Sache in der Oktoberversammlung noch mat erörvert werden. Gewerkverein christlicher Bergarbeiter Deutschlands, Zahlstelle Ueckendorf. Die am Sonntag morgen im Saale des Herrn Serres stattgefundene Versammlung der Zahlstelle wurde von dem 1. Vorsitzenden, Herrn Wehner, eröffnet. Redner begrüßte die erschienenen Kameraden aufs herzlichste. Er bedauerte es, daß angesichts der gegenwärtigen kritischen Lage die Versammlungen nicht besser besucht würden. Nachdem das letzte Protokoll verlesen und genehmigt war, führte der Vorsitzende aus, daß es jetzt unbedingt nötig sei, auch hier Aufklärung über die gelben Gewerkschaften zu schaften. Er lege großen Wert darauf, im Verein zu betonen, daß innerhalb des Gewerkvereins keinerlei Politik getrieben würde, der Gewerkverein sei politisch völlig neutral. Außerhalb des Gewerkvereins sei jedem Mitglied die Betätigung in einer der bürgerlichen Parteien, wo sie ihre Interessen glauben vertreten zu sehen, sehr zu emniehle Als Reserent über das Thema:„Gelbe Gewerkschaften“ war Arbeitersekretar Nick erschienen. Einleitend führte Redner aus, daß= christliche Arbeiterbewegung die gelbe Bewegung von Anfang an mit Argusaugen betrachtet hätte. Man unterscheide in den„Gelben“ die sogenannten vaterländischen Arbeitervereine, den Bund derselben und die Werksvereine. Herübergekommen aus Frankreich, faßten sie zunächst festen Fuß in Süddeutschland, in Augsburg, später Magdeburg, Hannover usw. Eingehend ging Redner auf die Ziele derselben ein, hierbei besonders die finanziellen Verhältnisse derselben klorlegend. Was die christlichen Gewerkschaften gegen die Gelben voraus haben, das ist der hohe Gedanke, der in der christlichen Arbeiterbewegung liegt, mit allen Kräften. Einer für Alle, Allo für Einen, zu kämpfen für van sozialen Fortschritt in unserem Vaterland. Wir treten für Kaiser und Reich in Liebe und Treue ein, wir helfen unseren Kameraden in wirtschaftlichen Kämpfen, Wir werden unentwegt den befilwittenen Weg weiter gehen, zum Wohle der deutschen Arheiterschaft. Die Aufklärung in alle Kreise zu bringen, ist Sache jedes Einzelnen. Dadurch stärken wir die chriftliche nationale Arbeiterbewegung am besten. Roicher Beifall dankte dem Redner. In der Distussion stellten sich zwei Kameraden auf den Standpunkt des Referenten. Nach einem Schlußwort des Vortragenden und Besprechung einiger Vereinsangolegenheiten schloß der Vonsitzende die Versammlung mit einem Hoch auf die christlich=nationale Arbeiterbewegung g Der Evang. Arbeiterverein Heßler veranstaltete am Sonnta. In den Gartenanlagen des Restaurants Kaiserhain ein Konzert seines Posaunenchors, das sich eines überaus regen Besuches zu ersreuen hatte. Die trefflich zu Gohör gobrachten Musilvorträge, sowie die veranstalteten Kinderbelustigungen gewährten dem Besucher einige fröhliche Stunden. b. Der Kriegerverein ehemaliger 16er(Hackeißuer) hielt am vergangenen Sonntäg im Vereinsheim beim Wirt Schwiefering seinen dicsmonatlichen eippell ab, der vom Vorsitzenden Poschedag eröffnet und geleitet wurde. Zunächst gelangte das Protokolle des letzten Appells zur Verlesung, woran sich die Zahlung der Beiträge schloß. An Beiträgen wurden 25 Mark eingenommen. 10 Kameraden wurden als Mitglieder des Vereins neu aufgenommen. Aus dem Bericht des Kassenprüfers ging hervor, daß die Kasse jetzt über einen hübschen Bestand verfügt. Dem Kassierer wurde für seine sorgsame Kassenführung der Dank der Versammlung ausgesprochen. Gewählt wurden Eggeri 1 und Bärninkel 2. Schriftführer, Drüge, Beisitzer, Behufs Teilnahme an dem Feste in Dortmund machte der Vorsitzende bekannt, daß die Abfahrt am 16. ds. Mts. vormittags 8.20 Uhr ab Hauptbahnhof zu erfolgen habe. Die Mitnahme der Spielleute gegen eine angemeffene Entschädigung wurde beschlossen. Nach dem Appell fand gemütliches Zusammensein statt. ** Der Kriegerverein Graf Barfuß, Regiment 17, hiest am Sonntag in seinem neuen Vereinslokal, Wwe. Baumeister, seinen Monatsappell ab, der zahlreich besucht war. Nach Eröffnung der ersammlung verlas Kamerad Herrmanns ein Schreiben des Ehrenvorsitzenden, General von Rodewald. Mehrere Kameraden wurden in den Verein neu aufgenammen. Das Stiftungsfest, das am 13. September im Bahnhofshotel stattfindet und zu dem mehrere Vereine ihre Mitwirkung zucsagt haben, verspricht den bisherigen Anordnungen zufolge eine schöne Feier zu werden. An den Genera Rodewald wurde ein Dankes=Telegramm gesandt. Zum Schlusse sterachte noch der Vorsitzende, Kamerad Herrmanns, mit warmen Worten des Grafen Zeppelin. Durch freiwillige Beiträge der Mitglieder wurde der gesammelte Betrag der Nationalspende für Zeppelin überwiesen. ** Der Junggesellen=Schützenbund Ueckendorf errang am letzten Sonntag auf dem Schützenfest des Vereins Freischütz=Bochum durch folgende Mitglieder Preise: Heinrich Lusebrinck, Andr. Tolksdork, Karl Krafko den 3. Preis. Heinrich Lusebrink erhielt als bester. Schutze den 1. Ehrenpreis. Ferner erhielt der Verein für Stellung der meisten Mannschaften den Massenpreis. Zur bevorstehenden Monarchenbegegnung. Cronbers, 10. Aug.(Tel.) Der Kaiser ist heute vormittag 10,40 Uhr mittels Sonderzug auf dem hiesigen Bahnhof eingetroffen. Zur Begrüßung waren außer dem Prinzenpaar Friedrich Karl von Hessen und der Kronprinzessin Sophie von Griechenland anwesend der Landrat des Obertaunuskreises Dr. Ritter v. Marx, Bürgermeister Pitsch von Cronberg, Hoschef Freiherr von Flotow. Im Anschluß an die Begrüßung erfolgie die Auffahrt zum Schloß in Automobilen durch die prächtig geschmückte Stadt unter den brausenden Hochrufen der zahlreich versammelten Menge. Die 1. Kompagnie des 80. Regiments hatte die Schloßwache bezogen. Auf dem Schlosse wehte die Kaiserstandarte. Das Wetter ist prächtig. Im Gefolge des Kaisers befinden sich Oberhofmarschall Graf zu Eulenburg, Generaladjutant von Plessen, die Flügeladjutanten Oberleumnant Friedel und Major v. Senden, Stabsarzt Dr. Niedner, der Staatssekretär des Auswärtigen v. Schön und Gesandter Freiherr v. Jehnisch. Falkenstein, 10. Aug.(Tel.) Gegen 2 Uhr traf der Kaiser im Automobil von Cronberg mit dem Prinzen und der Prinzessin Friedrich Karl, der Prinzessin von Griechenland, den Herren des Gefolges, Pros. Jakobi und Landrat Ritter v. Marx hier ein. Der Kaiser nahm aus den Händen der Töchter des Hoflieferanten Scheveler=Frankfurt a. M. Blumensträuße entgegen und besichtigte unter Führung des Bauinspektors Weiß die soeben im Rohbau fertig gewordenen Gebäude des Offiziersgenesungsheims eingehend. Um drei Uhr verließ der Kaiser kenstein unter den Hurrarufen der Einwohnerschaft und der Bauarbeiter. London, 10. Aug.(Tel.) König Eduard ist heute nachmittag 4 Uhr von hier abgereist, um sich nach Cronberg zu begeben. Der Prinz von Wales und der deutsche und österreichisch=ungarische Botschafter sowie der Admiral John Fisher waren bei der Abreise auf dem Bahnhof zur Verabschiedung erschienen. Homburg v. d. Höhe, 10. Aug.(Tel.] Kurz nach 5 Uhr traf der Kaiser mit dem Prinzen und der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen und der Kronprinzessin von Griechenland vor der Erlöserkirche ein. Oberpfarrer Dekan Holzhausen empfing die Herrschaften. Gegen Uhr fuhr der Kaiser zum Bahnhofe. Am Fürstenbau waren die Verreter der Eisenbahndirektion zum Empfange erschienen. Nach einer rurzen Besichtidung begaben sich die Herrschaften nach der Villa des Regierungspräsidenten v. Meister, um daselbst den Tee einzunehmen. Kurz vor 7 Uhr fuhr der Kaiser mit Begleitung und Gefolge in Automobilen nach Schloß Friedrichshof. Berlin, 10. Aug.(Tel.) Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung breibt: In Schloß Friedrichshof, dem Lieblingssitz der verewigten Kaiserin Friedrich, werden am 11. Se. Majestät der Kaiser und Se. Majestät der König von England verweilen. Die Zusammenkunft wird den beiden Monarchen eine gleich erwünschte Gelegenheit für eine freundschaftliche Auesprache bieten. Ein ungetrübses Verhältnis zwischen den Oberhäuptern zweier so mächtiger Reiche wie Deutschland u. Großbritannien wird auch von ihren Völkern gewünscht, die trotz aller Hetzversuche ihre Aufgaben für die Weltkultur in Frieden und Einiracht nebeneinander erfüllen wollen. Wir entbieten Sr. Majestät dem Konia Eduard auf deutschem Boden ehrerbietiges Willkommen und wunschen angenehme Eindrücke. Befinden des Fürken Eulenburg. Berlin, 10. Aug.(Priv.=Tel.) Das Befinden des Fürsten Eulenburg ist schlechter, als es bei seiner Einlieferung in die Charitee war, aber besser als kurz nach der Verhandlung. Die Besserung des Gesamtbefindens und das Schwinden der besorgniserregenden Avathie sind auf den Fortfall der kontinuierlichen Aufregungen zurückzuführen, mit den Verhandlungen des Schwurgerichtsperfahrens verknüpft gewesen sind. Die Trombose ist im Rückgang begriffen, dagegen besteht die Bronchitis, deren Ursache noch nicht völlig klar ist, unverminder: fort. Letzterer bildet zusammen mit dem Herzfehler bei einem Manne im Alter des Fürsten den Gegenstand steter Sorge. Von einer Verhandlungsfähigkeit kann jetzt und für die nächste Zeit gar keine Rede sein. Es läßt sich auch nicht annähernd bestimmen, wann der Fürst wieder verhandlungsfähig sein werde. Betriebseinschränkung der deutschen Werften. Stettin, 10. Aug. Von der erfolgten Aussperrung durch die Stettiner Eifenindustriellen sind insgesamt 4000 Arbeiter betroffen, also 2400 ausgesperrt. Die bevorstehende Aussperrung durch deutsche Schiffswerften betrifft etwa 45 000 Arbeiter. Eine eventuelle allgemeine Aussperrung durch den Verband der Metallindustriellen Deutschlands würde rund 300000 Arbeiter betreffen. Hamburg, 10. Aug. Auf den Hamburger und Altonaer Werften wird durch Anschlag bekannt gemacht, daß wegen des Konflikts des Vulkans mit den Nietern vom 12. August ab der Betrieb bis auf weiteres eingeschränkt wird. Hamburg, 10. Aug. Ein Verband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie bewirkte, daß Angehörige der nationalen Gewerkschaften von der Aussperrung der Hamhurger Wirsten nicht betroffen werden sollen. Lübeck, 10. Aug. Die Lübecker Maschinenbaugesellschaft und die Kochsche Schiffswerft geben bekannt, daß sie wagen des Kampfes auf dem Stettiner Bulkan am Mittwoch ehenfalls ihre Arbeiter aussperren werden. Die türkischen Wirren. General von der Golt über die türkische Armee. In der„N. Fr. Presse“ veröffentlicht General Freiherr v. d. Goltz einen Artikel:„Die junge Türkei und ihre Armss“. Der Artikel schildert die Lage der Türkei, der türkischen Armee und ihres Offizierkorps vor der jetzigen Umwälzung. Die türkische Armee habe unendlich viel mehr durchgemacht, als die Oeffentlichseit wisse, Während die Augen Europas auf die große friegerische Entwickelung in Ostafien gerichtet waren, habe sich im Yemen ein Drama von unerbörter Tragik vollzogen. Es seien von den Truppen Leiden überstanden worden, von denen man sich keine Vorstellung mache. Man habe überall gefährliche Anzeichen von einem Beginne von Militärverschwörungen zu sehen geglaubt, und das Denunziantenwesen habe jede Benegung der Truppen verdächtigt. Felddienst und Schießen fielen mit der Zeit aus dem regelmäßigen Dienstbetrieb ganz aus. Das Bewußtsein begann zu erwachen, daß die alte ruhmreiche Armes im nächsten Priege trotz aller Tapferkeit den aur sie gesetzten Erwartungen nicht mehr werde entsprechen können. Dies hat vornehmlich zu dem Entschlusse beigetragen, dem bestehenden Zustande ein Ende zu machen. Freiherr v. d. Goltz erhofft von der Umwälzung eine Kräftigung der Armee. Jetzt sind die Schranken gefallen, und die Bahn ist im Augenblick frei. Damit tritt zugleich die schwerste Prüfung an die junge Türkei heran. An Stoff für Arheit fehlt es nicht. Alles Streben des Offizierkorps ist jetzt darauf zu richten, einen regelmäßigen Dienstbetrieb in moderner kriegsmäßiger Ausbildung zu beginnen und die Politik zu vergessen. Ist einmal das Interesse der Truppe für den modernen militärischen Dienst und Soldatenberuf vorhanden, so kann das Spiel als gewonnen gelten. Vor allen Dingen sind die höheren Befehlshaberstellen im allgemeinen mit jüngeren Generälen zu besetzen, die die europäische Methode der Heeresansbildung kennen. Hand in Hand damit muß die Jürsorge für die Truppen gehen. Die Heranziehung der nicht mohammedänischen Reichsangehörigen zum Heeresdienst ist ein Gebot der Selbsterhaltung für das mohammedanische Volkselement. Die materielle Lage der Truppen, ihre Ernährung, Bekleidung bedarf der Verbesserung. Vor dem türkischen Offizierkorp## liegt gegenwärtig ein reiches schönes Arbeitsfeld, dessen Anblick das Herz des Soldaten erfreuen kann. Der Artikel schließt mit den Worten: „Seid stark, und man wird gerecht gegen euch sein! Die Mahnung, die ich vor kurzer Zeit an meine türkischen Freunde richtete, kann ich heute nur wiederholen.“ Nach der Entfernung der Hofgünstlinge scheint der Sultan auch Sel T ischeftels in der frübere Wiener Botschafter Hm=puscha in Aussicht genommen, für den Petersburger Posten Turkhan=Pascha Dazu meldet uns der Draht: Paris, 10. Aug.(Tel.] Der türkische Botschafter Munir Paschhat der Aufforderung des türkischen Ministers des Auswärtigen, Paris sofort zu verlassen und nach Konstantinopel zurückzukehren, nicht stattgegeben, mit dem Hinweis, daß sein Gesundheitszustand zur Zeit eine Kur in einem europäischen Bade unabweisbar mache. Zu einer späteren Zeit werde er der Aufforderung, nach Konstantinopel zurückzuehren, nachkommen und sich dem Minister zur Verfügung stellen. Halisax(Neu=Schottland), 10. Aug.(Tel.) Das deutsche Schulschiff Freya traf von Fayal kommend hier mit der Nachricht ein. es ei mit dem Fischerschuner Maggie and May aus Gloueester auf den Bänken von Neufundand im dichten Nebel zusammengestoßen. Der Schuner sei innerhalb zwei Minuten= gesunken. Von der dreizehn Mann zählenden Besatzung seien nur vier geretret, da das Vordersege beim Keutern neun Mann im Wasser bedeckte und es so der deutschen Rettungsmannschaft unmöglich machte, zu den Ertrinkenden zu gelangen. Von diesen neun kam nur einer mit dem Leben davon, die anderen drei Geretteten hatten sich auf der andern Seite des sinkenden Schiffes befunden. Der dichte treibende Nebel hatte es unmöglich gemacht, die Richtung, aus der die Nebelsignale ertönten, zu erkennen daher glaubte Freya den Schuner, dessen hintere Lichter nicht zu sehen waren, auf Backhordseite, während sie ein oder zwei Augenblicke später schon mit ihm zusammenstieß. Letzte Telegramme. Der neue Chef des Zivilkabinetts. Berkin, 10. Aug. Der Staatsanzeiger meldet: Regierungspräsident von Valentini wurde zum Geh. Kabinettsrat ernannt und demselben die Leitung des Zivilkabinetts übertragen. Graf Witte in Berlin. Berlin, 10. Aug.(Priv.=Tel.) Gestern abend 11 Uhr ist der Präsident des russischen Reichsrats, Graf Witte, von Petersburg kommend. in Berlin eingetroffen und im Hotel Kaiserhof abgestiegen. Ofsiziell verlautet zwar, Graf Wite sei nicht in politischer Mission, sondern lediglich zu seiner Erholung auf Reisen gegangen. Aber die Tatsache, daß er schon heute vormittag 11 Uhr eine Konferenz mit dem Seniorchef der Firma Mendelssohn, Geh. Rat Mendelssohn=Bartholdy, führte, spricht dafür, daß es sich um eine finanzielle Aktion handelt. Nach dem Genusse von Tollkirschen gestorben. München, 10. Aug.(Priv.-Tel.) In Thurnthenning hat 78jährige Beerensammlerin durch Tollkirschen eine Anzahl Kinder nutal Sie hatte Bienous Rohni-u W.HALIAARIEEN eine der Fiaheine Geerensaumierin durch Tonhirschen eine unzahl Kinder der. giftet. Sie hatte Beeren, darunter auch Tollkirschen„gesammelt und gab den Kindern davon zu essen. Vier Kinder sind bereits gestorben. Ausschreitungen ausständiger Kohlenarbeiter. FZankfurt a. M., 10. Aug. Wie die Frankfurter Zeitung aus Newyork meldet, hat der mehrwöchige Kohlengrubenstreik in Alabama nunmehr zu ernsten Ausschreitungen geführt. Bei Brocton wurde eine Gewehrsalve auf einen mit Arbeitswilligen besetzten Zug abgegeben. Drei Arbeiter blieben tot, elf wurden schwer verletzt, acht Personen wurden verhaftet. Die Miliz wurde aufgeboten. Meuternde Matrosen. London. 10. Aug. Der Marinekorrespondenz der„Pall Moll Gazette" berichtet, daß die Mannschaft eines Toxpedobootszerstörers während der Flottenmanöver bei Granten an Firth of Ferth aus Unzufriedenheit darüber, daß sie einen Monat lang knappe Schiffsrationen erhalten hatten, die Geschützvisiere und Signalbücher über Bord warfen. Die meuternden Matrosen seien verhaftet worden und würden dem Vernehmen nach vor ein Kriegsgericht gestellt werdem. Quisburger Getreidebörse. Duisburg, 10. Aug. Weizen inl. 21,00—21,20 Mk., Donau—.— Ml., Schwarzmees 23,50—24,00 Mk Azow 23,50—24,00 Mk., Amerikaner 23,00—23,75 Mk.. Roggen inländ. 18.30—18.50 Mok., Donau—.— Ml., Schwargmeer 20,75.— 91.30 Mi Azow 20,75—21,50 Ml., Amerikaner—.— Mk. Hafer inländischer 16,.60—16,80 Mk., Donau 16.75—19,50 Ml., russischer 16,75—19,60 Mi., Amerikaner 16,76—17,00 Mk., Futtergerste russische 13,50—14,00 Mr rumänische—.— Ml. Mais amerikanischer 16,00—16,26 Ml., La Plata # Der. Lonau 16.00—16.25 Mt., Cinquante 17,25—17.50 Mi., russischer—.— Mk., Buchweizen 22,00—22,60 Mk., Weizenmeh! Nr. 000 Nr. 00 2.,25—28.75 Mk., Roggenmehl Nr. 0 26.75 0/1 26,00—96,50 Ml., Vollmebl 18,50—14,00 Mr Grand 11,00—11,50 Ml., Kleie 11.00—11,50 Mi. „Frugtmarkt. Heu neues 7.00—8,00 altes . s en ron Sol fie wttgen) 5.20, Rlichtstrod(Glegeldrusch) 8.60. 10. Aug. Fruchtmarkt. Weizen neuer la 21,00, 2a Mi es%88 Keser 14.18,24. ga 17.20 Ml., Hafer la 10.50. 24 15,00—. fur„00 Kilogr. Kartoffeln neue 2.70—8,20 Ml., Heu 2.60 #503 B. R., Lu. erger. Heu 3.40 Mi. für 50 Kllogr. Krummstroß druschstrob 17.00 Mk. für 500 Kilogr. Gerste 1a 14,00 M“ 290, 2 2.,0 Mil. für . Coldene Medaille! Der Firma Dr. Mellinghoff& Cie. Bückeburg wurde auf der ersten großen Fachausstellung des Der schen Brogisten=Verbandes, welche vom 17.—24. Juni 1908 Cognac=, Likör-, Limonaden= u Punsch=Essenzen usw. die„Goldene Medaille“ zuerkannt Der Firma Dr. Mellinghoff& Cie. Tuchhandlung Dickampstr. 6. gegenüher der " Städt. Badeanstalt. Reichh. Lager in deutschen und engl. Neuheiten. Reelle Bedienung.— Billige Preise.— Kleiderabonnement. 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Zinsenguthaden bis Ende 1907 einschließlich Zinsenreste.. 3941,63„ Bei der Reichsbank niedergelegt..... 1000,00„ Barbestand 58387,78„ 4 728 707.91 Mk. Passiva. Betrag der Einlagen am Schluß des Vorjahres 3760346,43 Mk. Im Jahre 1907 sind eingelegt einschließlich der zugeschriebenen Zinsen........ 1818198,10„ Im Jahre 1907 sind zurückgezahlt 5578544,93 8498 6,62 Passivkapitalien Ende 190........ 4728707,91 Der Reservefonds betrug Ende 1907 32332,07 Mk. Wanne, den 8. August 1908. Der Amtmann: Winter. Bügeleisen u. Glanzeisen in verschied. Ausführungen empfiehlt billigst Keinrich Preute, Bahnhofstraße 30. Prima neue holländische Vollheringe angekommen, welche zu dem billigsten Tagespreise abgebe. Frau Gerwes, Liboriusstr. 116. Telefon 1186. Po### Die diesjährige letzte Sendung Sportwagen ational-Dteuographie! Am Freitag, den 14. August, abends 8 Uhr, beginnt in Gelsenkirchen im Lokale des Herrn L. Schuhmacher, Wilhelminenstrasse 87, ein Kursus in National-Stenographie. Dauer 4—5 Stunden. 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