cen. feure usW. iter Preis. würtelt, 13.95 15.50 Mk 2.75 14.25 m. 2, 525, 08 90, 185, 30 Pig. Stück 1U Pig turk,. 68 big e ahl 5.90 MI. ocher 7.9. 4.45 M 3. 173. 98 Pig 88, Ss. 09 P 1. Blatt, Nr. 125.— 6. Jahrgang. Amtliches Kreisblatt für den General= Geschäftsstelle Munckelstraße 16/18(beim Amtsgericht). Geöfsnet täglich von 8 Uhr vorm. bis 8 Uhr abends. ü: den Monai 65 Pfg. mit illustr. Unterhaltungsblatt. Anzeigenpreis 15 Pfg. die Petitzeile. Reklamen 40 Pfg. die Zeile. Ausw. Inserate 20 Pfg. die Zeile. Beilage=Gebühr pro 1000 Mk. 5. Fernsprecher: Nr. 173. und für den Landkreis Gelsenkirchen. Anzeiger. Probenummern 10 Tage lang kostenfrei verlange man durch Postkarte von der Geschäftestelle Munckelstr. 16/18. Telegrammadresse: Bertenburg= Gelsenkirchen. Offizielles Organ für Militär=, Gerichts=, Eisenbahn=, Post=, Handelskammer= u. Knappschaftswesen. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Festtage. Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Fallières in Tondon. * Mtt königlichen Ehren ist der Präsident der französischen Republik Fallières in England empfangen worden; seine Fahrt vom Bahnhof zum St. James=Palast gestaltete sich zu einem Triumph. König Eduard holte ihn persönlich vom Bahnhof ab, der Prinz und die Prinzessin von Wales stellten ihm ihre Kinder vor und das Volk jubelte ihm zu. Der gute Papa Fallières hat sich vielleicht nie träumen lassen, daß er jemals zum Gegenstande begeisterter Ovationen eines ganzen Volkes werden könnte. Das ofsizielle Festmahl im Buckinghampalast brachte eine schmeichelhafte Fortsetzung dieser Huldigungen. Eduard VII. bestätigte nicht bloß die entente cordiale zwischen beiden Nationen, sondern er sprach den Wunsch aus, daß aus ihr eine entente permanente, ein immerwährendes Einverstandnis, werden möge. Fallières konnte darauf nur mit der Bemerkung antworten, daß die Zukunft das herzliche Einvernehmen immer inniger gestalten möge. Gerade weil es sich hierbei nicht um Improvisationen handelt, sondern weil diese Tischreden in ihrem Wortlaut genau festgelegt worden sind, muß der freundschaftliche Ton auffallen, von dem sie durchweht sind. Es liegt nahe, zum Vergleich auf den Besuch des deutschen Kaisers in England während des vorigen Herbstes hinzuweisen, bei dem es an äußerlicher Prachtentfaltung gewiß nicht gefehlt hat, der aber gerade bei den offiziellen Reden die wärmere Tonart vermissen ließ. Wir dürfen uns nicht darüber täuschen, daß die Stimmung auch heute noch wie schon seit einer Reihe von Jahren in England mehr zu Frankreich als zu Deutschland neigt. Wir können ebensowenig darüber hinwegsehen, daß Eduard VII. die Drähte in dieser Richtung mit großem Geschick gezogen hat. Dabei darf man nicht vergessen, daß es einige Mühe gemacht hat, diesen Wechsel der Stimmung in England hervorzurufen. Die Faschodaaffäre liegt ja noch nicht so lange zurück. Damals standen Frankreich und England unmittelbar vor einem Kriege. Jetzt liegen sie sich in den Armen. Jeder Tag fast bringt ein neues Zeichen der entente cordiale zwischen beiden Nationen. Eduard VII. konnte in seiner Tischrede auch auf die französtsch=englische Aus stellung hinweisen, die in der vorigen Woche eröffnet worden ist, fretlich ohne auch nur annähernd fertig zu sein. Aber sie sollte eben die Vertreter beider Nationen auf einem Platze zeigen, der dem wirtschaftlichen Austausch zwischen beiden Ländern gewidmet ist. Hier liegt vielleicht eins der stärksten Motive für den engeren Zusammenschluß zwisch. Frankreich u. England; man sucht nach einer Ausdehnung der geschäftlichen Beziehungen unter einander und vielleicht ist der Augenblick nicht fern, wo auf die Ausstellung ein französtsch=englischer Handelsverrrag gesetzt wird, der beiden Teilen größere Erleichterungen als bisher schafft, um auch auf wirtschaftlichem Gebiet ein dauerndes Einvernehmen herbeizuführen. Aber die Wirtschaftspolitik ist dabei doch nicht die Hauptsache Hinter ihr erhebt die weltpolitische Frage drohend ihr Haupt. Beide Vertreter ihrer Nationen haben die Aufrechterhaltung des Friedens als das Glück der ganzen Welt gepriesen. Sie sind gewiß üb rieugt, daß sie es ehrlich meinen. Und doch wird man im Volke diesen Ueberschwung von gegenseitiger Bartlichkeit nicht ohne Sorge betrachten können, zumal wenn man berücksichtigt, daß bereits der Kaiser von Rußland als dritter im Bunde im Hintergrunde steht. Mehr als je ist für uns Wachsamkeit und Zurückbaltung nötig, um uns weder überraschen noch herausfordern zu lassen. Paris, 27. Mai.(Tel.) Der„Temps“ erörtert anläßlich der im Buckinghampalast gehaltenen Trinksprüche die Beweggründe der Entente cordiale und schreibt sodann u. a.: Der Beistand der französischen Armee in einem europaischen Kriege, worin England verwickelt würde, hat für die Londoner Regierung einen unschätzbaren Wert. Hat der Beistand Englands in einem europäischen Kriege, in den Frankreich verwickelt wäre, für letzteres den gleichen Wert? Diese Frage, die ernsteste, die sich ein französischer Staatsmann stellen kann, muß mit aller Aufrichtigkeit beantwortet werden. In der gegenwärtigen Lage ist die diplomatische Unterstützung Englands für Frankreich vor einem Krieg außerordentlich nützlich, aber sobald ein Krieg einmal begonnen wäre, würde eine Unterstützung Frankreich nur wenig helfen. Die Seesiege Englands würden an der französischen Grenze nicht eine einzige Kanone, nicht einen einzigen Mann aufhalten, England könne Frankreich in keinem Maße die Dienste leisten, die gegenwärtig die russische Armee Frankreich allein leisten kann. Mit einem Worte: die französisch=englische Allianz würde für Frankreich in militärischer Hinsicht nur einen äußerst geringfügigen Nutzen haben. London, 27. Mai. Die Arbeiterpartei setzte eine Denkschrift auf, in welcher der Bitte Ausdruck gegehen wird, daß der Besuch des Königs beim russischen Kaiser nicht statt finden möge. Sobald die Denkschrift eine möglichst große Zahl von Unterschriften erhalten hat, soll sie dem Staatssekretär Grey überreicht werden. Zum Fall Eulenburg. Der Stamberger Milchhändler Riedel, einer der wichtigsten Belastungszeugen in der gegen den Fürsten Ohilipp zu Eulenburg schwebenden Strafsache wegen Meineides, hat vor einigen Tagen, wie die„U. G. a.,“ erfährt, ein sehr seltsames Schreiben erhalten, das die Adresse trug:„Herrn Milchhändler Riedel, Hauptzeuge des Fürsten Eulenburg, München.“ Das Schreiben lautet wörtlich folgendermaßen: „Herrn Riedel Wohlgeboren. Wir haben wiederholt von Ihnen betreffs der Affäre Fürst Eulenburg gelesen, daß Sie wohl Ihr Geschäft aufgeben müßten, weil Sie die meisten Runden verlören. In der heutigen Dolkszeitung lesen wir wieder wörtlich, daß Sie wohl Ihren Milchhandel aufgeben müßten, weil Sie die besseren Aunden losgeworden wären. Es tut uns wirklich leid, daß Ihnen dies angetan wird und möchten wir Ihnen folgenden Dorschlag machen. Wir haben die Absicht, ein größeres Unternehmen anzufangen, mit welchem wir von Stadt zu Stadt ziehen und zwar im In= und Auslande und für dieses Unternehmen möchten wir Sie wohl als Geschäftsführer und Herrn Jakob Ernst als Repräsentanten engagieren. Der Erfolg unseres Unternehmens bleibt nicht aus und wollen wir Ihnen beiden ein Anfangsgehalt von monatlich 500 Uik. und freier Station zahlen. Wenn Sie sowohl wie herr Jakob Ernst geneigt sind, unsere Mitarbeiter werden zu wollen, so möchten wir Sie höflich hitten, uns umgehend Nachricht zu geben. Jedenfalls bitten wir Sie, mit herrn Jakob Ernst in dieser Angelegenheit Rücksprache nehmen zu wollen. Ihrer geneigten Rückantwort entgegensehend, zeichnen hochachtend“ Aufgegeben ist der Brief in einer ryeinischen Orovinzialstadt. Der Empfänger hat sich begnügt, das Schreiben der zuständigen Stelle zu übergeben. Es mag bei dieser Gelegenheit erwähnt sein, daß der Milchhändler Riedel vor dem Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Dr. Schmidt in München ausgesagt hat: der Fürst(damals noch Graf) Philipp zu Eulenburg habe ihn mindestens zweiyundertmal zu„Schmutzereien“ verleitet! Moltke=Harden. Die neue Verhandlung gegen Maximilian harden wegen Beleidigung des Grafen Auno Moltke wird, wie die„N. G. C.“ mitteilt, aller Wahrscheinlichkeit nach wiederum vor der vierten Strafkammer des Berliner Landgerichts I in Berlin vor sich gehen, also vor derselben Rammer, die den Herausgeber der „Zukunft“— hauptsächlich auf Grund der eidlichen Aussagen des Fürsten Eulenburg und des Grafen Moltke— der Beleidigung des letzteren für schuldig erachtete und zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten verurteilte. In juristischen Kreisen Berlins erhält sich übrigens mit aller Bestimmtheit das Gerücht, Landgerichtsdirektor Lehmann, der die Verhandlung gegen Harden leitete, werde den Dorsitz der vierten Strafkammer nicht mehr lange führen. Ob es sich hierbei um eine Versetzung, event. Beförderung des Herrn Lehmann und um seinen eigenen Wunsch, von dem Dorsitze der vierten Strafkammer zurückzutreten, handelt. entzieht sich unserer Renntnis. Vom Grafen Moltke. Graf Auno Moltke, der sich während des Winters unter dem Oseudonrm„Aarl Martens“ in Egypten aufhielt, ist nach Deutschland zurückgekehrt und hält sich gegenwärtig bei seinem Reffen, dem Grafen Heinrich Dankelmann, auf dessen Gute Groß=Krutschen im Areise Crebnitz in Schlesien auf.— Die soeben erschienene preußische Rangliste für 1908 meldet übrigens auf Seite?(militärisches Gefolge des Kaisers), daß die Generaileutnants Graf von Moltke und Graf von Hohenau im abgelaufenen Jahre mit Dension zur Disposition gestellt wurden. Kurze politische Meldungen. In Bavern sollen den Münchener Neuesten Nachrichten zufolge Jugendgerichtshöfe nicht nur bei den Schöffengerichten, sondern auch bei den Strafkammern eingeführt werden. * Ueber einen Zwischenfall in Czernichow wird gemeldet: Ein Anabe sischte unbefugterweise am Bache und wurde vou Gendarmen angehalten und verhaftet. Die Mutter des verhafteten Knaben wollte die Arretierung hintertreiben und alarmierte das Dorf. Die Bewohner sammelten sich an. Der Förster des Gutsnachbars Grafen Korytowski wollte die Menge zerstreuen und gab einen blinden Schuß ab. Catsächlich flohen die Leute. Hutleich auer gaben die Gendarmen noch eine Salve ab. Außer neun Coten blieben noch 15 Oersonen schwer verletzt 15. S. 38 M. tsposten. zebot teure. eneformen# P1. er Preis 9, 0 Preis 15, 0 F. 29 r 1. P. 38, 24 P. en. Pormen amp; Pr, durchweg 0 ris Preis 22, 14 Ple Preis 19, 14 P Preis 2a. 22 Pie . P. 24. 22 A 9 55 38 S 15 50 10 NE Die Rokokodame. 55 Roman von Ernst v. Waldow. (Nachdruck verboten.) Dann verfiel Maud wieder in ihren apathischen Zustand. Am nächsten. Tage kam Professor Leidesdorff selbst, um nach seiner Patientin zu sehen, und seine Miene deutete an, daß er deren Zustand ziemlich besorgniserregend sand. Er ließ sich genau über alles berichten, verschrieb eine Medizin und sagte dann zu Frau Moorland, die angstvoll zu ihm aufschaute: „Die ärztliche Kunst ist solchen Umständen gegenüber ziemlich machtlos. Trachtes E#e danach, die Kranke aus ihrer Apathie zu erwecken und sei es selbst durch eine Nachricht, welche ihre Nerven erregen könn: Te##en Sie ihr mit, daß der junge Mann, mit dem sie sich berioben wollte, abgereist ist und beobachten Sie genau, welche Wirkung das auf die Patientin übt. Ich werde trochten, morgen wieder zu kommen.“ Als der Prosessor sich entfernt, begab Frau Moorland sich zu Mand. Diese saß im Bette auf, hatte die Hände gefaltet und blickte starr vor sich hin, ohne die mindeste Notiz von Margaretens Anwesenheit zu nehmen. Die treue Pflegerin beugte sich über das bleiche Mädchen und das seidenartige Haar mit sanfter Hand ordnend, sagte sie leise: „Es hat also vorgestern einen Konflikt gegeben zwischen Ihnen und Herrn Winterselt, denn dieser ist bereits abgereist.“ „Daran hat er wohl getan,“ erwiderte gleichmütig die Kranke, wieder in ihr altes Brüten zurücksallend. Sonst war sie lenksam wie ein Kind, nur wenn Margarete sie mit Fragen nach dem Vorgeallenen quälte, ward sie fieberhaft erregt und einmal waren sogar die Lachkrämpse wieder eingetreten. Seitdem ließ Frau Moorland die Kranke in Ruhe mit ihren Fragen, so gern sie auch das Geheimnis ergründet hätte. Wäre Katharina Forstenberg im Hause gewesen, dann hätte Margarete es sich nicht nehmen lassen, daß irgend eine Intrigue angesponnen worden sei zum Zwecke, das Verlöbnis auszulösen. Wie die Dinge log#n, war ein solcher Verdacht völlig ausgeschlossen. Die Sache blieb ein Rätsel, das nur die Zukunft lösen konnte, wenn Maud bei ihrem Schweigen verharrte. Herr Forstenbeg hatte im Lause des zweiten Tages nach der Nichte Erkrankung Maud allerdings einen kurzen Besuch abgestattet, aber keinerlei Fragen an sie gerichtet. Schließlich hatte er ja nur mit dm Faktum zu rechnen, daß diese ihm unbequeme Verlobung ausgehoben worden— warum dies geschehen, das ließ ihn ziemlich gleichgültig. Anders war es mit Edi. Mit wirklicher Bestürzung hatte er, von Baden zurückgekehrt, von Winterfelts Austritt aus dem Geschäft und dessen plötzlicher Abreise vernommen. Natürlich gab er Maud alle Schuld an dem Bruche und sagte dann, seinem Vater in Erinnerung bringend, daß es dessen Wunsch gewesen, Maud Layard zur Schwiegertochter zu bekommen:„Siehst du, Papa, daß ich recht hatte, mich nicht um die verrückte„Gred!“ zu bewerben, die ist nicht geeignei, einen Mann glucklich zu machen. Der arme Teufel, der Winterfelt war noch dazu sterblich in sie verliebt, aber schließlich mag er es doch satt bekommen haben, Mauds Launen zu ertragen, hat das Geld und die Braut im Stiche gelassen und ist seiner Wege gegangen; schade um ihn!“ Hery Forstenberg zuckte die Achseln.„Wer weiß, was die Leutchen gehabt haben, er wollte nichts verraten und so viel ich erfehren, bewahrt auch Mand harinäckiges Schweigen über alles— bei Frauenzimmern eine Seitenheit.“ „O, ich werde schon etwas von ihr erfahren, ich habe ja auch ein Recht dazu, um diese Dinge zu fragen, denn der arme Ulrich war mein Freund.“ „Gut— versuche dein Glück und dann magst du die Neuigkeit der Mama und Gusti mitteilen— die werden sich wundern. Vielleicht beschleunigt das ihre Ruckkehr, denn es wäre wahrhaftig die höchste Zeit, daß die Strohwitwerschaft aufhörte, man fühlt sich nicht mehr daheim im eigenen Hause.“ So redliche Mühe sich auch Edi gegeben, die Ursache der Trennung von Maud zu erfahren, so war es ihm nicht gelungen, mehr aus ihr herauszubringen, als abgebrochene Worte und die Bitte, sie mit Fragen zu verschonen. „Trug er die Schuld?“ fragte nichtsdestoweniger Edi „Das Schicksal— das Verhängnis hat es gewollt“— erwiderte Maud, sich abwendend. Edi entfernte sich verdrießlich, in der festen Ueberzeugung, daß Maud auf dem besten Wege sei, vollständig verrückt zu werden, und in diesem Sinne faßte er auch das Schreiben' an die Mutter ab. * * Katharina Forstenberg saß allein mit Gusti in deren kleinem Plauderstübchen und sprach mit ihr von der künftigen Einrichtung, als ihr die Postsachen hereingebracht wurden. Zuerst erbrach sie Edis Brief und stieß einen Ausruf des Erstaunens aus, als sie den Inhalt überflogen. Gusti, die an einer Schutzdecke häkelte, blickte erstaunt in der Mutter erregtes Gesicht. „Was ist dir— doch kein Unglück?“ „Für uns nicht, Kind— aber es ist etwas Unerwartetes geschehen— Mand hat ihr Verlöbnis gelöst.“ „Unmöglich!“ „Da lies selbst— überzeuge dich. Der Brief ist von Edi.“ Das Schutzdeckchen, für die neue Hauseinrichtung bestimmt, flog auf einen Stuhl, der zierliche Häkelhaken folgte, Gusti riß den Brief an sich, ihr Herzschlag stockte, alles Blut war aus ihren Wangen gewichen. Richtig, da stand es, schwarz auf weiß: Miß Mand hat wieder einen Geniestreich gemacht. Ganz ebenso unvermittelt, wie ihre Verlobung mit Ulrich Winterselt gewesen, hat sie das Verhältnis ausgeheben, ohne auch nur einen vernünftigen Grund für ihre Handlungsweise anzugeben. Der arme Kerl, der Winterselt, hat sich die Geschichte so zu Herzen genommen, daß er Knall und Fall aus dem Geschäft getreten und in die weite Welt gegangen ist— wohin?— das weiß der liebe Herrgott! Jetzt beliebt Miß Layard die Gekränkte, die Nervenieidende zu spielen, möglicherweise haben auch die Aerzte recht, die behaupten, daß es schlimm mit ihr stehe. In jedem Falle war Winterfelt ein Narr, sich so verzweifelt zu geberden, daß ihm die Partie entgangen ist. Auch die Prätensionen einer Erbin haben ihre Grenzen. Ich kann nicht mehr nach Triest kommen, dich abzujwien, Mama, Ullgemeine Zeitung. Freitag, den 29. Mai. 1008. am Olatze. Der Obmann des Oolenklubs in Wien, Glombinsk erhielt dagegen vom Bezirksausschusse in Carnopol eine Oepeschedaß die Gendarmen und die Forstwache leidenschaftlich angegriffen wurden und die Gendarmen, da sie sich in Lebensgefahr befanden, von der Schußwasse Gebrauch machen mußten. * Auf der Maria=Cheresiastraße in Innsbruck kam es zu großen Demonstrationen der freisinnigen Studenten, weil die katholischen Studentenverbindungen mit Lampions umherzogen. Letztere flüchteten in ein Gasthaus, vor dem sich eine große Menge ansammelte. Die Wache zerstreute die Demonstranten und nahm mehrere Derhaftungen vor. * Aus Daris erhalten wir folgendes Orivattelegramm: Ein gewisser Ebner beschädigte das unter dem Citel„Dision de Rennes" im Salon ausgestellte Gemälde Renouards. Bei seiner Derhaftung erklärte Edner, er sei als Nationalist von Entrüstung übermannt worden vor dem Gemälde, das den Prozeß von Rennes darstellt und auf dem man die Gestalt Esterhazrs erblickt, wie er in seinen Armen den erdrosselten Oberst Henrr hält. Lokale Nachrichten. Gelsenkirchen, den 29. Mat 1908. ** Neue Wahlvorsteher für den 11. und 23. Urwahlbezirk. Laui einer Bekanntmachung des Oberbürgermeistres in der heutigen Nummer wird anstelle des Gusbesitzers Herbert der Bücherrevisor Eberhard Lafeld als Vorsteher für den 11. Urwahlbezirk und anstelle des Kaufmanns August Marien der Metzgermeister Friedrich Schwartz als Vorsteher für den 23. Urwahibezirk eimm. he Die diesjährige Frühjahrs=Delegiertenversammlung des Verbandes der evangelischen Gesellenvereine für Rheinland und Westfalen fand am Sonntag im Schmidtschen Lokale in Rotthausen statt. Es waren vertreten die Vereine von Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Essen=West, Gelsenkirchen=Ueckendorf, Gelsentirchen=Schalte, Hattingen, Herne, Königssteele, Kray, Mulheim, Recklinghausen, Wattenscheid und Wanne. Der Ehrenvorsitzende des Rotthausener Vereins, Rektor Emmerich, begrüßte die zahlreich Erschienenen. Alsdann teilte Verbandssekretär Klein aus Mülheim mit, daß der erste Vorsitzende des Verbandes, Pastor Goldberg aus Dortmund, auf eine 10jährige Tätigkeit als Vorsitzender des Verbandes evangelischer Gesellenvereine zurückblicken könne, und daß aus diesem Grunde der Verbandsvorstand beschlossen habe, Herrn Pastor Goldberg ein großes, prachtvolles Gemälde, Koiser Wilhelm II. darstellend, zum Geschenk zu machen. Pastor Goldberg dankte mit herzlichen Worten für die ihm zuteil gewordene Ehrung und versprach, auch weiterhin seine Kräfte in den Dienst des Verbandes zu stellen. Alsdann wurde bekannt gegeben, daß der langjährige erste Schriftführer des Verbandes, Rektor Fischmeyer aus Dortmund, vor einiger Zeit plötzlich gestorben ist. Die Versammlung ehrte den Verstorbenen durch Erheben von rhren Sitzen. Der Vorsitzende gab dann einen kurzen Jahresbericht. Die Mitgliederzahl ist von 1660 auf 2200 gestiegen. Ferner sind neu in den Verband ausgenammen, die neu gegründeten Vereine Rotthausen, Kray und Wanne. Der erste Kassierer erstattete alsdann den Kassenbericht. Die Gesamteinnahmen betrugen bei einem Kassenbestand von 270,98 Mk. insgesamt 1459,54 Mk., dem eine Ausgabe von 1434,75 Mk. entgegensteht, so daß ein Kassenbestand von 24,79 Mf. verbleibt. Dem Kassierer wurde Entlastung erteilt. Ferner wurde auf Antrag verschiedener Vereine beschlossen, die Verbandsbeiträge von 0,35 Mk. auf 0,50 Mk. pro Mitglied zu erhöhen. Sodann wurde die Ersatzwahl des Vorstandes für die ausscheidenden Mitglieder vorgenommen. Es wurden durch Zuruf neu bezw. wiedergewählt: Zum ersten Vorsitzenden Pastor Goldberg aus Dortmund, zum ersten Schriftführer Lehrer Koper aus Mülheim a. Ruhr und zum Beisitzer Verwalter Lindner aus Essen, Herr Koch ausDortmund zum Kassierer der Verbandssparfasse. Das diesjährige VVerbandssest findet am Sonntag den 19. Juli in Recklinghausen statt. Als Ort der diesjährigen Hervstdelegierten=Besammlung wurde Nray gewähll. m Der Zweigverein vom Roten Krenz für den Stadt= und Landkreis Gelsenkirchen zählt jetzt 973 Mitglieder. Für das Jahr 1907 sind 1754,87 Mk. für hilfsbedürftige Personen verausgabt. kr Verlängerter Geschäftsverkehr. Gemäß§ 105b der Reichsgewerbeordnung ist es gestattet, am künftigen Sonntag, 31. Mai, auch nochmittags von 2 bis 7 Uhr in allen Zweigen des Handelsgewerbes Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter zu beschäftigen und das Handelsgewerbe in offenen Verkaufsstellen auszuüben. ** Statistische Ermittelungen bei der Wahlmännerwahl. Gemäß Erlaß des Ministers des Innern haben die Wahlvorsteher bei der am 3. Juni stattfindenden Wahlmännerwahl für die Landtagswahl einen Fragebogen auszufüllen, in dem auch die politische Parteistellung der Wahlmannskandidaten anzugeben ist. Diese Ermittelungen dienen nur stattstischen Zwecken.(Siehe auch die Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in der heutigen Nummer.) *° Personalnotiz. Der Magistratsassesson Krua in Gelsenkirchen wurde zum zweiten besoldeten Beigeordneten in der Stadt Herne gewählt. Landtagswähler. Nationalliberale Partei Gelsenkirchen=Neckendorf. Die nationalliberalen Oarteifreunde Aeckendors? werden zu einer wichtigen Versammlung auf heuse, Freitag den 29. Mai cr., abends 7 Uhr 30 Min., in das Lokal des Herrn Fritz Dieckhöner, Ueckendorferstraße, ergebenst und dringend eingeladen. Tagesordnung]: Aufstellung der Mahlmänner. Der Lehrbriefe und 809 Arbeitsbriefe vom Verbande ausgestellt. Zu den verschiedensten Berufs= und Standesfragen wurde entsprechend Stellung genommen, u. a. zur Frage der Bäckereiverordnung, der Sonntagsruhe im Bäckereigewerbe, in Sachen der Ruhezeit usw. Dem Rechenschaftsberichte ist zu entnehmen, daß der westfälische Zweigverband über ein Vermögen von 3060,90 Mark verfügt. Zu Rechnungsprüfern wurden Schlenkhoss=Wattenscheid, Nieswandt=Gelsenkirchen und Leiterhold=Bieleseld gewählt.— Folgende Resolution sand einstimmige Annahme:„Der in Gütersloh versammelte Bäcker=Zweigverband Westfalen spricht sich einstimmig gegen die rückwirkende Kraft der mit dem 1. April 1909 für die Provinz Westfalen in Kraft tretenden neuen Bäckereiverordnung aus, da die rückwirkenden Bestimmungen für bestehende Bäckereien geeignet sind, diesen schwere Schädigungen zuzufügen. Die Handwerkskammern der Provinz Westsalen werden ersucht, dem Zweigverbande nach dieser Richtung die vollste Unterstützung zuteil werden zu lassen.“— Obermeister Fltegenschmidt=Linden begründete eine von der Lindener Innung eingedrachte Resolution:„Der Zweigverband wird beauftragt, die Provinzialhandwerkskammern zu ersuchen, bei der königlichen Regierung dahin zu wirken, daß bei den Revisionen der Backstuben seitens der Polizeiorgans stets ein Fachmann hinzugezogen wird.“ Die Resolution wurde angenommen.— Von der Gründung einer Fachzeitschrift soll vorläufig Abstand genommen werden. Ein Beschluß darüber, ob eventuell die Westdeutsche Bäcker= und Konditor=Zeitung zum Verbandsorgan erhoben werden soll, wurde bis zur nächstjährigen Versammlung ausgesetzt.— Dem Kassierer und den übrigen Vorstandsmitgliedern wurde einstimmig Entlastung erteilt. Der Vorstand wurde wiedergewählt. Der nächste Verbandstag findet in Herne statt. *° Manl= und Klauenseuche. Da an verschiedenen Stellen des ** Der Verhand Westfälischer Verkehrs=Vereine mit dem Voror: Dortmund, der seit Ende vorigen Jahres auf Anregung des VerkehrsVereins Dortmund ins Leben gerufen ist, hielt kürzlich in Dortmund seine zweite Vorstandssitzung ab. Abgesehen davon, daß zur Zeit schon 40 Mitglieder sich dem Verbande angeschlossen haben, geht das Interesse für den Verband weiter daraus hervor, daß beide Vorstandssitzungen von allen 12 Mitgliedern besucht waren. Der Sitzung lag eine umfangreiche Tagesordnung zu Grunde, fodaß die eingehende Beratung derselben volle 4 Stunden in Anspruch nahm. Unter anderem wurde die Frage erörtert, ob neben den vielfachen Provinzialverbandsgründungen noch der Bund Deutscher Verkehrs=Vereine ein Arbeitsfeld hätte. Man bejahte die Frage nur für den Fall, wenn der Bund in Berlin oder in größter Nähe Berlins, statt wie bisher in Leipzig, seinen Sitz habe, um zur wirksamen Vertretung der Angelegenheiten, welche von allgemeinem Interesse sind, ohne daß große Reisespesen entsteben, mit den zuständigen Reichsbehörden, Abgeordneten in stetiger Fühlung sein zu können. Auch fand bezüglich der schwerwiegendsten Fragen eine Besprechung einiger Vorstandsmitglieder des weftfälischen und rheinischen Verbandes in Düsseldorf statt, in der in allen Fragen gegenseitige Zustimmung erzielt wurde. Der Verband bevollmächtigte zu seiner Vertretung auf der Hauptversammiung des Bundes vom 9, bis 13. Juni in Landsbut, den Schriftführer, Herrn Dr. jur. Kuckuck, Dortmund. Auf Sonnahend den 27. Juni beabsichtigt der Verband seine Mitglieder nach dem schönen Volmarstein im mittleren Ruhrtal einzuladen, um hier durch gemeinsame Aussprachen und gegenseitige persönliche Bekanntschaft das Interesse für den Verband immermehr zu steigern. Hoffentlich entschließen sich auch die dem Verbande noch fern stehenden, die weitere Entwickelung abwartenden Gemeinden und sonstigen Korporationen zum baldigen Eintritt, zumal der jährliche Beitrag gering demessen ist. n Bestrafte Unterbietung In eine gewiß nicht unverdiente Lage gerietn Ge häftsmann, der hei der Submission der Lieferungen für einen Neubau der Mindestforderde blieb. Die von ihm gelieferten Arbeiten e##prechen dem Umstande, daß sie eben die billigsten waren, derart, daß jetzt ein anderer Meister auf Erfordern der Behörde dieselben Arbeiten noch einmal herstellt, und zwar auf Kosten des betreffenden Meisters, der sie so billig übernommen hatts.— Vorsicht bei Sudmissionen! cd Westfäli cher Bäckertag in Gütersloh. s. Verhandlungstag. Im abgelaufenen Berichtsjahre wurden 289 Regierungsbezirks Arnsberg laut einer Bekanntmachung des Oberhürgermeisters in heutiger Nummer die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist, wird hiermit angeordnet, daß Mager-, Buttermilch und Molken, aus Sammelmolkereien nur nach Abkochung oder nach Erhitzung auf 90 Grad Celsius ¼ Stunde hindurch, abgegeben werden darf. Telephonisches. Vom 26. ab ist der Sprechverkehr zwischer Gelsenkirchen und Kaiserslautern eröffnet, Die Gesprüchsgebühr beträgt 1 Mark. ** Königl. Preuß, Lotterie. Hiefige Kollekten, 18. Tag, Gewinne zu 240 Mark: Nr. 114379; 129392; 171108; 208513; 212730; 81; 94; 223320; 333. 8 Unsall. Durch Herabfallen eines schweren Eisenträgers von einem Stapel erlitt der auf einem Schalker Werke beschäftigte Arbeiter Karl Wolk einen Bruch des rechten Unterschenkels. Nach Anlegen eines Notverbandes wurde der Verunglückte dem wvangel. Krankenhause zugeführt. +t Böswilliger Alarm. In der Nacht zum Mittwoch wurde die Berufsfeuerwehr von dem Feuermelder an der Ecke der Heßler-Kanzlerstraße aus, döswillig glarmiert. Der Täter ist unerkannt entkommen. * Jeuer entftand in der Nact in einom aus Heßler Gebiet liegenden, zum Kanalbau gehürenden Schuppen, in dem sich eine Wasserpumpe besand. Der Schuppen ist vollständig niodergebrannt. Das Arbeitsgerät, das in dem Schuppen aufbewahnt wurde, ist ein Raub der Flammen geworden, ** Alle Privat=Pfandleihinstitute müssen nach einer kürzlichen Verfügung des preußischen Ministers des Innern die hinterlegten Pfänder gegen Einbruchsdiebstahl versichern; die Kosten trägt der Verpfänder. ** Westfälische Bismarckstiftung. Wir teilten bereits kürzlich mit, daß der westfälische Bisarckbund zur dauernden Erinnerung an dem 100. Geburtstage des großen Kanziers eine Stiftung ins Leben rufen will, deren Mittel einem nationalem Zwecke dienen sollen. Wir können mitteilen, daß dieser Plan in allen Teilen der Provinz Westfalen auf das Freudigste begrüßt worden ist. Die von dem westfälischen Bismarckbunde eingesetzte vorbereitende Kommission hat inzwischen verschiedene Sitzungen abgehalten und einen Teil der notwendigen Arbeiten erledigt. Vielleicht wird schon in der nächsten Zeit sich der Bismarckbund mit einem Aufrufe an die Gesinnungsgenossen in Stadt und Land wenden. Wir dürfen hafsen, daß er überall empfängliche Herzen und offene Hände finden wird. denn dis wir Ersatz, für Winterfelt haben, muß ich tüchtig dran, es ist zudem gerade setzt viel im Geschäft zu tun. Papa meint, daß es Zeit sei für die Damen Forstenberg, heim. gesommenz es wäre wiertlich hübsch, wenn Gusti bich bezbailate, wir en eben große Sehnsucht nach Euch, und Papa ist permanent übler ne. Brief an Mizi loge ich bei. Tausend Grüße. Tante Julie mie duu Gtüge anf, dir Huie God Writls— Bür g-•.— in Tränen— handelt es sich doch um eine unglückliche Liebes. geschichte, und das ist ihr Genre! Als Krankenpflegerin ist die Moorland, schrieb Edi weiter, übrigens viel tüchtiger, ich mag die Person zwar nicht leiden, sie ist mir unsympathisch mit ihren puritanischen Manieren, aber sie plagt sich ehrlich mit dem verzogenen Püppchen ab und bat mich, dir zu schreiben, daß du so bald als zunlich heimkehren mögest, Frau Moorland heift, daß es dir gelingen werde, Maud zum Sprechen zu bringen. Langsam faltete Gusti den Brief zusammen, während sie murmelte:„Merkwürdig— jetzt ist er frei— und ich gebunden!“ „Und möchtest du deine Liebe, den Gefuhlsreichium einer ersten Neigung für die Aschonreste geben, die von der Flamme übrig geblieben sind, die einer anderen geweiht war?“ „Nein, Mutter—“ „Das wußte ich ja, denn ich kenne meine Tochter, die zu stol; ist, eine Gabe anzunehmen, welche jene verschmähte. Zudem schreidt Edi, daß Winterfelt tödlich getrossen sei durch diesen Schlag. Es war also nicht bloß eine verfehlte Spekulation, er hat Mand geliebt.“ „Hast du dir Edis Vorschlag uverlegt, ich finde ihn sehr vernünftig.“ „Ich soll dich begleiten— soll heimkommen—“ Nun, jetzt könnte dich wenigstens nichts mehr peinlich berühren im Vaterhause, da Ulrich Wien verlassen hat.“ „Nein, Mutter, laß mich noch hier, ich fürchte—“ „Aber mas fürchtest du denn?" fragte Frau Forstenberg ungeduldig, da Gusti schwieg. „Ich fürchte die Erinnerungen, weiche mich dom in der bekannien Umgebung, wo ich meine unglückliche Neigung gropgezogen, bestürmen würden.“ „Gusti— ich habe dich für verständiger gehalten!“ „Auch ich wähnte mich geheilt— die Wunde schmerzt, wenn sie berührt wird. Ulrich verdient mein Mitleid zwar nicht, aber ich kann es ihm nicht vorenthalten und fühle, daß es besser für mich ist, se wenig als möglich von diesen Dingen zu hören. In sich das nicht vormeiden.“ „Gut, du sollst deinen Willen haben, aber trachte wenigstens danoch, dich recht zusammenzunehmen und ruhig zu werden. Beim Mittagstische wird die Sache zur Sprache kommen; ich will selbst hinübergehen und Mizi den Brief Edis bringen, so bleibi dir Zen.“ „Danke, liede Mama, du sollst mit mir zufrieden sein.“ Letzteres war wirklich der Fall, denn Gusti hielt sich brap, auch waren alle so erstaunt über die seltsame Neuigkeit, daß sie kaum auf Gusti achteten. Nur Theobalds Bliche ruhten zuweilen mit dem Ausdruck peinvoller Spannung auf dem Antlitze der Braus, * Der Bahnzug brauste über die Sandebene der Mark. Mit Sturm und Regen hatte der Frühling hier seinen Einzug gehalten und dabei keine Rücksicht genommen auf den im Kalender bestimmten Tag seines Erscheinens. Den ersten warmen Tagen war dann wieder richtiges Aprilwetter gefolgt. Die Reisenden beklagten sich über den Wind und die Kälte, das Kupee war schwach besetzt, man rückte näher zusammen und da man doch nicht schlasen konnie bei dem heulenden Sturme, begann man zu plaudern. Nur ein Herr, dem Anscheine nach jung, nahm an dieser Unterhaltung keinen Teil. Mit geschlossenen Augen in eine Eche gedrückt, saß er da und schien zu schlasen. Dem war indessen nicht so, er hatte nur die Augen zugemacht, weil er es kaum vermochte, die bleischweren Lider offen zu halten, und dann wollte er sich auch ungestört seinen guälenden Gedanken hingeben, wie er seit so vielen Stunden geton, die ihm eine Ewigkeit dünkten. Seit der surchtbaren Szene mit Mand hatte Ulrich Wintersolt keinen Schlafgfunden. Der Schmerz über den Verlust der Geliebten und oas Grauen über die Art, une### sir der#o########i, dielten einander die Wage. Heftiges Fieber tobte in seinen Adern, er fühlte sich krank und hatte nur einen dringenden Wunsch: fort— weit sort von ihr, die ihn virstoßen, die ihn für einen Dieb, einen Mörder gehalten. Fort übers Meer, nie ihren Namen hören, nie sie wiederschen, die ihm so wehe, so unaussprechlich wehe getan!“ Als Ulrich in Wien den Schnellzug bestiegen und dieser sich in Bewegung gesetzt, atmete er anfangs erleichtert auf, bald aber legie es sich aus seinr Brust wis ein dumpfer Druck bei dem Gedanken: jetz: ist alles vorbei— alles verloren, ein Abgrund gähnt zwischen dir und ihr auf und erweitert sich mit jeder fliehenden Sekunde. Re schneller der Zug dahin brauste, je peinvoller wurden seine Gedanlen, en das Schnauben der Lokomotive, das Stoßen der Räder mischte sich, für sein Ohr nur verständlich, der Klagelaut: Vorbei vorbei— alles aus und vorbei. Da schien as ihm, als ob eine gewaltige, unsichtbare Macht, der er gehonhen müsse, ihn fortführe, weit und weiter von ihr und höhnend kreischte die Stimme des Windes, der den Zug umsauste; Fort mit dir— fort von ihr— holla hoh GFortsetzung folgt.) ** Bismarckseier auf der Hohensyburg. Seit mehr als einem Jahrzehnte versammeln sich tausende von Verehrern und Verehrerinnen des großen Einigers unseres Vaterlandes auf der alten Wittekindsbeste zum treuen Gedächtnis des treuen Eckardts, dem wir es verdanken daß das deutsche Reich machtgebietend unter den Völkern der Erde dasteht. Immer mehr ist dem patriotischen Teile der westfätischen Bevölkerung jene Bismarckfeier ans Herz gewachsen, das bekundet nicht nur der begeisternde Verlauf jener Veranstattungen, sonvern auch die von Jahr zu Jahr sich steigernde Ziffer der teilnehmenden Gesinnungsgenossen. In diesem Jahre finder der Bismarckstag am Sonnabend, den 20. Juni, statt. Der Vorstand hat das Programm festgestellt und auch dafür Sorge getragen, daß das Trompeterkorps der westfälischen Kürassiere wieder zur Stelle ist. Also auf zur Hohensyburg! ** Der Haus= und Grundbesitzer=Verein für den Stadt= und Landkreis Gelsenkirchen hielt am Donnerstag(Christi Himmelfahrt seine Generalversammlung ab die außerordentlich gut besucht war. Herr Stadtverordneter Boden eröffnete als 1. Vorsitzender des Vereins die Versammlung mit herzlichen Gegrußungsworten und widmete sodann den verstorbenen Mitgliedern einen warmen Nachruf. Hierauf wurde in die Tagesordnung eingetreten. 7 Mitglieder wurden neu ausgenommen. Sodann verlaß Herr Geschäftsführer nisen das Piatokoll der letzten Generalversammlung. Auf die Verlesung des Geschäftsbericht wurde verzichtet, es seien nur einige wichtige Punkte hervorgehoben: Der Reichsbankdiskont erreichte den nie dagenesenen Satz von 7½ Prozent. Co ist es denn kein Wunder, raß die Spariassen dee Hinssuß auf 4½, 45 ja sotzer 5 Prozent erhöhlen, daß abor neue Beleitungen nur selten und auch dann nur unter schweren Opsern der Hausbesitzer zustande kamen. So mide z. B. von Banken, wenn es sich bloß um Stehenlassen eines gewährten Darlehns handolte, nicht allein für 10 Jahre ein Zinssuß von 45 Prozent, sondern auch noch eine besondere Provision von 2—3 Prozent des Darlehns beansprucht. Jedenfalls hat diese Geldvericuerung vieie Hausbesitzer in große Bedrängnis und manchem den Untergang gebracht, Unleugbar steht aber auch fest, daß die Hausbesitzer an solchen Zeiten bei den Hypothekenbanken keine Hilfe finden, Die Kehrsette einer solchen Geldverteuerung kommt allerdings auch in einer entsprechenden Einschränkung der Wohnungs=Produktion zum Ausdruck. Diese ist denz auch eingetreten, aber infolge des großen Vornats an Wohnumgen aus den früheren Jahren, ohne volkswirtschaft iche nachteilige Folgen zu hinterlassen. So ist aes wenigstens dem Häusbestz erspart geblieben, reben der Geldverteuerung nach die Belastungsprebe einer maßlosen Wohnungsitberproduktion und einer entsprechend scharfen gegenseitigen Konkurrenz auszuhalten. Gerade ein Wirtschaftsjahr, wie das vergangene, läßt den Segen einer unkündbaren Amortisationshypothek für den Hausbesitzer wie auch fur den Mieter, also für die Allgemeinheit erkennen. Leider ist in Rei. 1008. ausgestellt. n wurde entder Bäckereie, in Sachen ist zu entin Vermögen ern wurden t=Gelsen ilgende Resoitersloh verh einstimmig ril 1909 für Bäckereiver= gen für beschädigungen ig Westsalen Richtung die Obermeister ener Innung beauftragt, ei der könign Revisionen n Fachmann enommen.— ufig Abstand wentuchl die rbandsorgan in Versammn Vorstands. Der Vorstand a findet in n Stellen des ng des Oberuenseuche ausuttermilch und oder nach Eregeben werden erkehr zwischer achsgebühr beTag, Gewinne 12730; 81: 94; senträgers von iftigte Arbeiter Nach Anlegen ngel. Krankendoch wurde die unerkannt enter Gebiet lieh eine Wasserebrannt. Das ist ein Raub iner kürzlichen ie hinterlegten sten trägt der ts kürzlich mit, Ppites an Nem is Leben rufen sollen. Wir Provinz Westim westfälischen hat inzwischen r notwendigen n Zeit sich der iossen in Stadt I empfängliche ehr als einem Verehrerinnen en Wittekindsr es verdanken kern der Erde estfätischen Bebekundet nicht noern auch die en Gesinnungsim Sonnabend, festgestellt und er westfälischen yburg! n Stadt= und Himmelfahrt st besucht war. orsitzender des gsworten und warmnen Nach7 Mitglieder Geschäftsführer ilung. Auf die ien nur enige u erreichte den n kein * git d hing.“ auch dann nur ten. So wulde eines gewährZinssun von ision von 2—3 diese Geldvermanchem den aß die Hausbe* Hilfe finden. allerdings auch igs-Produktion er infolge des sen, ohne volksst es wenigstens rieuerung noch produktion und auszuchalten. en Segen einer sitzer wie auch Leider ist in 2. Blatt, Nr. 125.— 6. Jahrgang, Gelsenkirchener Freitag, den 29. Mai 1900. Offizielles Organ für Militär=, Gerichts=, Eisenbahn=, Post-, Handelskammer= u. Knappschaftswesen. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Festtage. Fernsprecher: Nr. 173. Telegrammadresse: BertenburgGelsenkirchen. Geschäftsstelle Munckelstraße 16/18(beim Amtsgericht). Geöffnet täglich von 8 Uhr vorm. bis 8 Uhr abends. General. Amtliches Kreisblatt für den Stadtund für den Landkreis Gelsenkirchen. Anzeiger. Probenummern 10 Tage lang kostenfrei verlange man durch Postkarte von der Geschäftsstelle Munckelstr. 16/18. Bezugspreis für den Monat 65 Pfg. mit illustr. Unterhaltungsblatt. Anzeigenpreis 15 Pfa. die Petitzeile. Reklaien 40 Pfg. die Zeile. Ausw. Inserate 20 Pfg. die Zeile. Beilage=Gebühr pro 1000 Mk. 5. Schulpolitik. Man schreibt uns aus Leserkreisen: Der kommende Landtag hat ungemein wichtige Aufgaben zu erledigen, von denen die Wahlrechts= und Schulfrage die hervorragendsten sein werden. Wenn wir auf letztere an dieser Stelle besonders eingehen, so leitet uns nur das Ziel, über die Bedeutung derselben aufzuklären. Die breite Masse nimmt an, daß die Schulfrage eine Frage sei, die nur Wert habe für Kreise, die berufen sind, in der Schulstube ihre Werkstatt zu sehen: die Lehrer. Wohl ist die Lehrerschaft in hohem Grade daran interessiert; es kann ihr nicht gleichgültig sein, wer Herr über die Schule ist, und für wen die Arbeit darin geleistet wird. Doch in der Hauptsache sind es Lebenspulse der Nation, die in und mit der Schule schlagen, und darum muß ein Volk es wissen, oo die Lehrer und Erzieher seiner Jugend ihre hohe Aufgabe in freudiger Tätigkeit zu erreichen suchen oder ob sie mit Seufzen und bangen Sorgen in passiver Resistenz der Arbeit eben nachgehen. Leider ist in den verflossenen letzten Jahren viel geschehen, was in der Volksschullehrerschaft Unzufriedenheit, ja Erbitterung erregen mußte. Wir erinnern nur an folgende Tatsachen: Bremserlaß, harte, bureaukratische Aufsichtsbestimmungen, Nichtbeachtung der Wünsche in der Besetzung der Schuldeputationen, Nichtbewilligung von dringend erforderlichen Teuerungszulagen und dergl. Eine gewisse Mißstimmung in Lehrerkreisen ist deshalb begreiflich, aber politisch kurzsichtig wäre es unter allen Umständen, deshalb die Flinte in das Korn zu werfen. Es würden vielmehr dadurch Lebensfragen der Schule und des Lehrerstandes auf Jahre zurückgedrängt oder zu beider Nachteil gesetzlich entschieden. Wir leben in der Zeit der Kompromisse und nicht mehr in einer Zeit, in welcher der Liberalismus allein die Schulfrage als Kultur= und Nationalfrage zur Entscheidung bringen konnte. Als im Jahre 1892 das bekannte Zedlitzsche Schulgesetz, das in seinen Grundzügen im Schlosse des pommerschen Edelmannes, des reaktionären Abgeordneten von Kleist=Retzow auf Hieckow, entworfen war, die Schule in kirchliche Fesseln legen wollte, brauste ein Entrüstungssturm durch das ganze deutsche Vaterland. Baden mit seinem national denkenden und liberal gesinnten Großherzog war der Herd dieses Sturmes. Alle Blätter politisch liberaler Richtung, Blätter der modernen Kunst und Wissenschaft und endlich Schriften satirischen Inhal's, voran die„Jugend“, geißelten das Machwerk, das geeignet war. den Staat in seinen Grundfesten zu erschüttern, der Schule und damit dem Volke den Weg nach Rom vorzuschreiben und der Hierarchie eine Herrschaft zu geben, wie wir sie in Spanien, Portugal und andern romanischen und slavischen Staaten finden. Germanien in seinem Freiheitsgefühl erkannte die Gefahr und der Führer des germanischen Volkes, der König von Preußen, verweigerte die Sanktionierung des Gesetzes. So hatte der Liberalismus einen glänzenden Sieg errungen zum Heile des Vaterlandes, zum Segen des heranwachsenden Geschlechts. Für alle Parteien ist die Schulfrage heute eine Machtfrage geworden, die zu lösen, einen heftigen Kampf herbeiführen wird. Das Zentrum weiß genau, daß es nur durch die Herrschaft der Kirche mit ihren Kaplänen und Priestern über die Schule die Zügel in der Beherrschung der Massen behält, daß dadurch der Weg nach Rom freigelegt wird und das Volk durch einseitige Bildungsziele vor Aufklärung und Selbständigkeit bewahrt bleibt. Freiheit des Volkes und Aufklärung desselben in seinen breitesten Schichten ist ihm, wie eklatante Fälle der Neuzeit beweisen, verhaßt. Nicht denken und Gehorsam der Kirche, das sind seine Ziele für die Bildung des Volkes. Die konservative Partei sieht in der Herrschaft der Kirchen über die Schule ebenfalls einen Selbsterhaltungstrieb. Aufklärung, Bildung der Massen und deren Befreiung von geistigem und geistlichem Druck erscheint ihr staatsgefährlich. Der Lehrer soll nur Diener des Geistlichen und gehorsamer Untertan des gnädigen Herrn Barons sein. Zum Kartoffelhacken, Rübenziehen und Schweinehüten ist intensive Schulbildung„der Leute“ nicht erforderlich; sie erzieht die Arbeiter zur Unbotmäßigkeit, zum Ungehorsam und zur Unzufriedenheit. Wer viele Jahre wie wir in den östlichen Domänen des konservativen Junker gelebt hat, wird uns beipflichten. Zentrum und Konservative haben in ihrer Schulpolitik so viele gemeinsame Ziele, daß sie in derselben Hand in Hand gehen werden. Die Sozialdemokratie zeigt in jüngster Zeit ebenfalls ein lebhaftes Interesse an der Schulfrage, da sie erkannt hat, daß, wenn sie die Jugend gewinnt, ihr eine Zukunft gesichert erscheint. Deshalb fordert sie im Gegensatz zu den obigen Parteien Aufklärung und nochmals Aufklärung. Aber zu welchem Zwecke? Vor allen Dingen kommt es ihr darauf an, schon in die Kinderherzen Klassenhaß zu pflanzen, den Sohn des sparsamen Arbeiters, des schaffenden Bürgers aufzuwiegeln gegen den Segen der Arbeit, das ehrlich erworben und mit Schweiß gekrönte Kapital und Vaterlandsliebe, Treue zu Kaiser und Reich, die höchsten Güter des Deutschen, als Luftgespinst hinzustellen und verächtlich zu machen. Die Schule soll Tummelplatz wüster Agitation sein gegen alles, was wir ererbt von unsern Vätern haben, was uns teuer und heilig geworden ist. Der Gott, der das Eisen in unseren Bergen wachsen ließ, der den schwarzen Diamanten in unsere Gefilde legte, er soll herausgerissen werden aus der Menschen Herz und Brust. Wehe solcher Schule, solcher irregeführten Jugend. Der Freisinn verfolgt im großen und ganzen eine gesunde Schulpolitik. Da er sich aber fortwährend selbst zerfleischt durch Festhalten und Neuaufstellen doktrinärer Grundsätze und infolgedessen an Bedeulung im parlamentarischen Leben verliert und verlieren muß, ist er nicht in der Lage eine fruchtbare Schulpolitik durchzuführen. Seine liberale Schulpolitik in ländlichen Kommunen und städtischen Gemeinwesen hat meistens versagt und große Enttäuschungen hervorgerufen. Die nationalliberale Partei hat in ihren Abgeordneten Schiffer, Friedberg u. a. Männer gefunden, welche die Aufgabe der Schule und Lehrer in ihrer ganzen Bedeutung erkannt haben. Sie betrachten die Schule als Domäne einer nationalen Bildungsarbeit, die jedem Kinde die Kenntnisse beizubringen hat, welche dasselbe in jeder Lage des Lebenskampses befähigen, die Arbeit mit Verstandeskräften anzufassen, um den höchstmöglichen Lohn zu erringen. Die Partei will die Schule und ihre Lehrer befreien von jeglichem Druck, sei es in geistigem, sei es in materiellem Sinne. Die Herrschaft der Kirche über die Schule soll auf das Mindestmaß, Aufsicht über den Religionsunterricht, beschränkt und die Aufsicht über die andern Unterrichtsfächer, sowie die Leitung des Schulbetriebes erprobten Schulmännern übertragen werden. Begabten unbemittelten Kindern soll durch den Staat Gelegenheit zur weiteren Ausbildung ermöglicht werden und die Lehrer vor materieller Not bewahrt bleiben. Einschnürender Bureaukratismus, wie er sich in den letzten Jahren in Masse gehäuft hat, ist zu beseitigen. Patriotismus, Bereitwilligkeit des Einzelnen, für das angestammte Herrscherhaus und das Vaterland mit Begeisterung dea letzten Blutstropfen hinzugeben, die Religion der Väter zu erhalten und zu pflegen, sind ethische Ziele der Schutzpolitik dieser Partei. Wir stehen vor der Wahl. Wer eine Besserung des ganzen Schulwesens ernstlich will und die Lösung der Schulfrage als nationale Tat erkannt, kann sich nach unserm Dafürhalten nicht lange besinnen, wem er seine Stimme zu geben hat. Fortschritt im nationalen und wirtschaftlichen Sinne führt zu des Reiches Größe und Machtstellung, daran läßt sich nicht drehen und deuteln. Helfe jeder an seinem Teile durch Unterstützung der nationalliberalen Partei, daß Deutschland und in ihm Preußen durch eine zielbewußte, gesunde Schulpolitik das wird, wozu es berufen ist: das Land der praktischen Denker zu sein! L. Mtr. Vom rheinisch-westfälischen Eisenmarkt. Die vorliegenden Auftragsmengen sind überall stark zusammengeschmolzen und die Oreise haben nachgerade einen Ciefstand erreicht, der selbst den gemischten Werken einen nennenswerten Gewinn nicht mehr erbringt. Das Ausfuhrgeschäft hat stark unter ausländischem Wettbewerb zu leiden; trotz der Unterstützungen durch die Ausfuhrvergütungen bleibt das Exportgeschäft völlig unlohnend. Der Roheisenmarkt weist alle der Schwäche auf; Räufe auf längere Zeit erfolgen wenig oder garnicht, weil die Hütten bei den vorhandenen Beständen jederzeit in der Tage sind, jedes gewünschte Quantum zu liefern. Dabei geht englisches Roheisen noch immer in ganz beträchtlichen Mengen ein. Das Halbzeuggeschäft ist anhaltend sehr ruhig. Die Derbraucher haben sich zwar zum größten Teil für das zweite Quartal gedeckt, rufen aber nur in ganz kleinen Oosten ab. Für die Ausfuhr ist einiges Geschäft hereingekommen, allerdings zu wenig guten Oreisen. Obwohl man eine Besserung der Bautätigkeit für die nächste Zeit erwartet, ist die Nachfrage nach Trägern sehr beschränkt; der handel ruft nach wie vor nur für den unmittelbaren Bedarf ab. Entsprechend der verringerten Beschäftigung der Ronstruktionswerkstätten ist auch die Nachfrage für Formeisen für diese Zwecke geringer geworden. Selbst in wisenbahnmaterial neigt sich das Geschäft zur Schwäche, nachdem die Eisenbahnverwaltung Aufbestellungen vorgenommen hat. Das Exportgeschäft hat stark unter der Oreisdrückerei der ausländischen Ronkurrenz zu leiden. Stabeisen liegt sehr gedrückt; da die Werke für ihre Erzeugnisse nach Absatz suchen, der Markt aber nicht aufnahmefähig ist, erscheint jede Erholung der Oreise einstweilen als ausgeschlossen. Der Beschluß der Vereinigung der Schweißeisenwerke, vorläufig mit Rücksicht auf die Höhe der Rohstoffpreise keine Ermäßigung der Notierungen eintreten zu lassen, steht lediglich auf dem Dapier, da die Oreise längst unterboten werden. Für Bandeisen besteht verhältnismäßig gute Nachfrage, trotzdem können die Oreise der Vereinigung nicht immer aufrecht erhalten werden. In Keinblechen ist die Nachfrage etwas besser geworden, aber das Suchen nach weiterer Beschäftigung bleibt anhaltend groß Sehr zu wünschen übrig läßt die Beschäftigung in Grobblechen. Der Verkehr in Walzdraht ist im Inlande ruhiger geworden, im Auslandsgeschäft muß man sich mit sehr schlechten Oreisen begnügen. Der Köhrenmarkt liegt ungleichmäßig, im allgemeinen ist man aber mit der Beschäftigung noch zufrieden. Vermischtes. Die Jahrhundertfeier der Leibhusaren in Danzig=Lang= fuhr begann mit einem Appell der alten Mannschaften zu dem sich über 1600 ehemalige Leibhusaren eingefunden hatten. Der kommandierende General des 17. Armeekorps v. Mukensen schritt die Fronten der alten Mannschaften ab und übergab unter einer Ansprache den Vereinen ehemaliger Leibhusaren zu Königsberg, Danzig und Breslau, die bisher noch keine Standarte besaßen, drei von dem Kaiser verlichene Standarten. Diese trafen, wählend die Chienscho###on Die Werbung des Telephon-Arbeiters. Novellette von Franzis Gardiner. Einzige autorisierte Bearbeitung. (Nachdruck verboten.) „Wallo! Hallo! Zentrale dort?“ „Ich höre Sie!“ „Nun, dann ist wohl auch die Linie wieder in Ordnung! Halt, ich muß noch etwas fragen! Würden Sie jetzt vielleicht sich eines armen Wesens erbarmen, das hier ohen in den Schwarzfußbergen auf einer Telegraphenstange sitzt?“ Die kleine Telephonistin wurde rot, aber das sah höchstens die Katze, die ihr im Amt Gesellschaft leistete. „Ich komme jetzt hinein; vielleicht gib“'“ auf dem Wege noch etwas tun,“ tönte es jetzt wieder aus dem Hörrohr.„Jedenfalls erscheine ich nicht vor einer Stunde, also haben Sie bis dahin Zeit, sich die Sache nochmals zu überlegen und mir dann Antwort zu geben!“ „Lesen Sie, bitte,§ 37!“ antwortete die Telephonistin, dann brach sie schnell die Verbindung ab. Es war nun gerade ein halbes Jahr her, daß der nette, junge Telephonarbeiter um sie angehalten. Sie befanden an einem schönen Vintertage sich allein zusammen in der Zentrale. Hätte er ihr damals mehr oder vielleicht weniger von sich erzählt, wer weiß wie ihre Antwort gelautet. So aber sagte sie bloß:„Ich soll also einen Mann heiraten, der früher Student war, und seitdem nicht mehr aus sich gemacht hat als einen Telephonarbeiter? Sie hätten doch viel mehr erreichen können und haben es nicht getan!“ Der Mann vor ihr war leicht errötet.„Wenn ich nun mal Telephonarbeiter werden wollte, warum soll mir das meine Erziehung verdieten?“ entgegnete er.„Ich will mein Leben für mich allein leben, und es gibt auch darin Dinge, die ebenso vernünftig und ehrbar wie der Ehrgeiz sind!“ „Ich möchte nicht, daß Sie Ihre Lebensweise meinetwegen ändern sollen,“ sagte sie kühl. Binnen einer Woche hatte der hartnäckige Werder die zweite abschlägige Antwort auf seine Frage erhalten, ja sogar noch in verschärfter Auflage durch die in merklich ärgerlichem Ton hervorgestoßenen Worte:„Und mehr als das noch,— ich wünsche ein für allemal, daß Sie dies Thema in meiner Gegenwart nicht mehr berühren!“ „Nun gut!“ antwortete er,„aber verstehen Gie mich recht,— aufgeben werde ich Sie doch nicht!“ Damit war er gegangen.— „Ich will nicht mehr in ihrer Gegenwart davon reden,“ sprach der Arbeiter vor sich hin,„aber sie soll mich trotzdem anhören!“ Mit einem eigentümlichen Lächeln, das ihm recht gut stand, nahm er sein Handwerkszeug und ging seines Weges. Am nächsten Tage, als er meilenfern oben in den Bergen auf einer 12 Meter hohen Stange saß und ein eisiger Schneesturm ihn fast von dort herunterfegte, rief er lustig in sein tragbares Telephon hinein: „Miß Jones, ich befinde mich jetzt nicht in ihrer Gegenwart. Darf ich Sie also, Ihrem Wunsche gemäß, fragen, welcher Tag Ihnen am passendsten wäre?“ Zunächst ließ sie diese„Annäherungs“=Versuche des jungen Mannes unbeachtet, aber nach und nach fand sie doch Wohlgefallen daran und fand sogar eine nicht geringe Befriedigung in dem Gedanken, daß es wahrscheinlich kein zweites Mädchen in Colorado gäbe, das am Taz durchschnittlich fünf Liebesanträge durchs Telephon erhielt. Gespräche führte nur er,— sie, die kleine, hartherzige Telephonistin, hatte vorläufig nur die eine stereotype Antwort für ihn:„Lesen Sie lieber den§ 37 durch!“ Als auch das nicht half, schickte sie ihm in einem Briefe den Paragraphen abgeschrieben zu, und darin heißt es:„Telephonarbeiter und sonstige Angestellte, die Gelegenheit haben, die Leitungen zu benutzen, dürfen keinesfalls dadurch in die Rechte der Teilnehmer eingreifen, daß sie sich in unnötige Unterhaltungen einlassen.“ Als an einem heißen Sommertage der letzte Antrag vom Schwarzfußberge herabkam, gab es nicht viel im Amt zu tun, und so hatte die Telephonistin ihr Schaltbrett verlassen und sah aus dem Fenster nach der Biegung der Straße, um die ein gewisser Jemand kommen mußte, der sich eine gewisse Antwort holen wollte. Die kleine Telephonzentrale lag hart am Rande eines breiten, immer trockenen Flußbettes. Zu beiden Seiten stiegen die grünschimmernden Hänge der Berge auf, an denen, von der Ferne gesehen, die Häuser und Anpflanzungen wie Pilze und Flechten angewachsen schienen. Den gelben Sandstreifen, der das schon erwähnte Flußbett andeutete, konnte man mehrere Kilometer weit mit dem Auge verfolgen, bis er weit oben in den dunklen Bergen verschwand. Wasser gab es darin nur bei starker Schneeschmelze oder wenn ein Wolkenbruch oben niederging. Sonst hielt eine mächtige Talsperre, etwa 18 Kilometer entfernt, jeden Tropfen des kostbaren Nasses zurück, das durch ein großartig angelegtes Berieselungssystem den tieferen Regionen zum Segen zugeführt wurde. Da rief das Ticken einer herabfallenden Klappe das Mädchen ans Schaltbrett zurück. Ehe sie noch die erste übliche Frage tun konnte, hörte sie schon eine Stimme, die das Mikrophon ganz besonders ängstlich und erregt zu gestalten schien, hastig rufen:„Oberhalb des Großen Bärenbergs ging ein Wolkenbruch nieder, das Wasser kommt wie der Niagara herunter! Benachrichtigen Sie alles,— und schnell! Berstanden?“ „Ich verstehe!“ antwortete die Telephonistin. Sie wußte, was zu tun war. Wenn ein Wolkenbruch ungeheure Wassermassen die Dämme überschwemmen und das alte Flußbett hinabrauschen läßt, hängt oft das Leben vieler an einem dünnen Telephondraht. Bleich wie der Tod und mit bebender Stimme rief die Teu sonistin ein Haus nach dem anderen an. Viele Worte brauchte sie nicht. „Ein Wolkenbruch ist niedergegangen, das Wasser kommt!“ Das genügte vollauf. Sie wußte, daß sie ihrer Pflicht genügt hatte, und jetzt zum ersten Male dachte sie an ihre eigene Rettung. Während die warnenden Botschaften auf dem blinkenden Drah: das Tal unten durchflogen, kam ein junger Mann eiligen Schrittes Allgemeine Zeitung. Mittwoch, den 27. Mai 1908. **** bei den betreffenden Vereinen ein. Der Führer der alten Soldaten, Eisenbahnoberassistent Knobloch dankte namens der Kameraden. Nach einem Parademarsch vor dem kommandierenden General zogen die ehemaligen Husaren unter Vorantritt der Musik des 1. Leibhusarenregiments nach Langfuhr in das reich geschmückte Kasernement der Brigade ein. In der zu einer Festhalle umgewandelten doppelten Reitbahn wurden die alten Mannschaften als Gäste der Brigade bewirtet. Nach Musikvorträgen der Kapelle folgte ein Prolog, gedichtet vom Major von Russer. Aktive Unteroffiziere und Mannschaften führten zwei Einäkter aus der Geschichte der Brigade auf. Auf dem großen Exerzierplatz von Langfuhr sand am Mittwoch eine Parade der Brigade und der alten Leute statt, der der Kaiser beiwohnte. An der Spitze der Brigade ritt nach der Parade der Kaiser in Danzia ein. Der Hauptmann von Köpenick hat aus dem Tegeler Gefängnis in einem vom 17. Mai dieses Jahres datierten Briefe von einer Königshütter Zeitung rund 25 700 Mark Schadenersatz verlangt für Nachdruck seiner in der Untersuchungshaft verfaßten Selbstbiographie, welche die Wiener„Neue Freie Oresse“ veröffentlicht hatte. Voigt hat das unter dem Ausdruck des Bedauerns getan, daß die Strafverfolgung wegen Nachdrucks verjährt sei. Der Brillantschmuck im Kehricht. Eine Dame in Kreuznach vermißte einen Brillantschmuck im Werte von 18,000 Mark. Da ein Diebstahl ausgeschlossen erschien, nahm sie an, der Schmuck könnte unter den Kehricht geraten sein, der bereits abgefahren war. Sie ersuchte den Abfuhrunternehmer um Nachforschung, und wirklich fand man auch den Schmuck unter dem Kehricht. Von den suchenden Arbeitern bekam jeder 100 Mark Belohnung. Wegen Bankraubes verurteilt. Aus Nevey wird uns telegraphisch gemeldet: Die Strafkammer verurteilte in dem Prozeß wegen Bankraubes den Angeklagten Ewugorky zu lebenslänglichem Gefängnis, zu lebenslänglichem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und zu zwei Drittel der Kosten, den Angeklagten Dubowsky zu 20 Jahren Gefängnis, zu lebenslänglichem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und zu einem Drittel der Kosten. Unter dem Verdachte des Raubüberfalls verhafter. Aus Berlin wird uns gemeldet: Unter dem Verdachte am 5. Januar den Raubüberfall auf den Kassierer der Schillingschen Hofkonditorel verübt zu haben, wurde der Schlächter Hormann Bibel und der Konditor Naruhn verhaftet. Die Verhaftung erfolgte auf Grund einer Aussage des Bruders des Naruhn in Königsberg. Zahlreiches Belastungsmaterial wurde aufgesunden. Der Wiener Millionendefraudant Dr. Quittner ist in Konstantinopel verhaftet worden. Das Verfahren zu seiner Auslieferung und Ueberführung nach Wien ist bereits eingelettet. Dr. Qutttner hatte schon seit längerer Zeit mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, und seine Unterschlagungen datieren schon lange zurück. Ende März fand er sich bei einem befreundeten Advokaten ein und bat ihn um eine Unter redung in einer sehr wichtigen Angelegenheit. Dem Advokaten, der von den Betrügereien Quittners keine Ahnung hatte, fiel das erregte Wesen seines Kollegen auf Nachdem sich Dr. Quittner beruhigt hatte, teilte er dem Freunde Folgendes mit: Er fühle sich in seiner Gesundheit sehr herabgekommen und krank. Er wolle, wenn er eines Tages plötzlich sterde, seine Angelegenheiten geordnet haben und geregelte Verhältnisse zurücklassen. Deshalb deponiere er das Vermögen seiner Kinder bei seinem Freunde. Mit diesen Worten übergab Quitt= ner dem Advokaten ein Aktenkuvert, vierfach versiegelt, mit der Aufschrift:„Das Vermögen meiner Kinder". Der Advokat beruhigte Dr. Quittner und nahm das Ruvert in Empfang, das er in seiner Kasse verwahrte. Nach der Flucht Quittners wurde es nun geöffnet. Es enthielt drei Anweisungen auf Lose und 26 Lose der Staatslotterie, auf die bei der vor einigen Tagen stattgefundenen Ziehung kein Creffer entfallen ist. Dr. Quittner mag gehofft haben, daß vielleicht eines der Lose gezogen werden würde; der Treffer sollte seinen Kindern zufallen. Streite mit einem Jagdgewehr erschossen In Siegenbura in Niederbayern setzte der Hausbesitzer Huber dem zahlungsrückständigen Mieter, dem Unterhändler Hutmann, die Möbel auf die Straße und erschoß dann den Aufgebrachten und Erbitterten im Streite mit einem Jagdgewehr. Liebesroman einer deutschen Prinzessin. Aus Wien wird gemeldet: Die Orinzessin Amelie zu Fürstenberg ist am Samstag früh in Begleitung des Dragonerleutnants der Reserve Roczian und dessen Mutter nach Mannheim gereist und hat von dort nach mehrstündigem Aufenthalt die Reise nach London angetreten. Orinzessin Amelie ist am s7. März d. J. majorenn geworden. Die Orinzessin lornte Roczian während ihres Aufenthalts in Karlsruhe kennen, wo die fürstliche Familie ein Automobil der Firma Canz, deren Vertreter K. war, benutzte. Weiter wird berichtet: Die Orinzessin Amelie zu Fürstenberg, eine Schwester des Fürsten Egon zu Fürstenberg, hat mit dem Leutnant der Reserve und jetzigen Vertreter einer rheinischen Automobilgesellschaft Gustav Roczian Wien verlassen und sich nach England begeven, um sich dorl mit ihm trauen zu lassen. Schweselsäure im Meßwein. Aus Rom wird uns telegraphisch gemeldet: In der Kirche Sankt Fernando in Reggio wurde der Kanonikus Albanese beim Zelebrieren der Messe von heftigen Schmerzen ergriffen. Ein den Meßwein kostender Sakristan, welcher die Erkrankungsursache feststellen wollte, teilte sein Los. Die Polizetärzte ermittelten, daß Schwefelsäure in den Meßkelch geschüttet worden war. Der Tat dringend verdächtig ist der Amtsbruder des Kanonikus, Naso, verhaftet worden. Vier Kinder verbrannt. In Bichlberg bei Straubing verbrannten die 4 Kinder des Oekonomen Wiechselberg. Die Eltren waren zur Kirche gegangen und hatten die Kinder eingeschlossen. Der Hof wurde gänzlich eingeäschert. Hurchtvare Verheerungen durch Wolkenbrüche. taate Oklahoma richteten andauernde Wolkenbrüche große Verhierungen an. Diele Städte, unter ihnen auch die Hauptstadt, haben unter der Ueberschwemmung gelitten. Die Stadt Guthrie steht teilweise unter Wasser. Der Derkehr stockt. Man befürchtet, daß viele Oersonen umgekommen sind, und im Cottonwoodflusse, der streckenweise 25 Mkeilen breit ist, wurden schon mehrere in den Wellen treibende Leichen bemerkt. Tagung des Roten Kreuzes. Dresden, 28. Mai. Die Konferenz der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz verhandelte in ihrer gestrigen Sitzung über eine Revision des Uebereinkommens vom 20. April 1869 betrefend die Gesamtorganisation der Deutschen Vereine zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger. Nach dem Referat des Ministerialdirektors von Geyer=Stuttgart und längerer Debatte wurde die Neuorganisation einstimmig en bloc angenommen. Nach dem neuen Uebereinkommen sollen die gemeinschaftlichen Angelegenheiten durch ein Zentralkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz mit dem Sitze in Berlin erle digt werden. Der Gesamtorganisation gehören 26 Landesvereine mit 60 Stimmen an; es entfallen davon auf Preußen 17, Bayern 6, Sachsen und Württemberg je 4. Baden und Hessen je 3, Mecklenburg und Braunschweig je 2, Elsaß=Lothringen 3 und die übrigen Vereine je eine Stimme. Heute nachmittag fand beim König im Schlosse Pillnitz eine Tafel stat:, zu der eine große Anzahl Delegierter Einladungen erhalten hatten. Den Gästen wurde zur Fahrt nach Pillnitz ein Sonderdampfer zur Verfügung gestellt. Pest, 27. Mai. Das Schwurgericht beendete heute nach ein monat,i,ger Dauer einen Prozeß gegen eine aus 17 Mitgliedern bestehende Zigeunertruppe, die vor einem Jahre in der Danoser Pußta die aus drei Personen bestehende Familie eines Gastwirtes und einen Gast in unmenschlicher Weise ermordete und das Gasthaus in Brand setzte. Den Geschworenen lagen 337 Schuldfragen vor. 5 Männer und eine Frau wurden des Mordes, der Schändung und der Brandstiftung, die übrigen anderer Verbrechen schuldig gesprochen. Ueber die ersten dürfte die Todesstrafe verhängt werden. Das Urrteil wird en den nächsten Tagen verkündet. Mastenaussperrung in Schweden? Stockholm, 27. Mai. Der Zentralarbeitgeherverband beschloß, daß, falls bis zum 6. Juni im Baugewerbe und anderen Zweigen ein: Einigung nicht erzielt sei, am 9. Juni von sämtlichen dem Arbeitgeber verband angehörenden Firmen die Aussperrung der Arbeiter proklamiert werden soll. Von der Aussperrung würden über 50000 Arbeiter betroffen. Aus Westfalen und der Rheinprovinz. * Münster, 27. Mai. Ueber einen rätselhaften Raubanfall berichtet der Münst. unz.: Ein in der Bauerschaft Krmper Bahnwärter war am Sonntag abend Zeuge, wie vier noch unbekannte Männer einem Knecht Uhr und Portemonnaie raubten, ihn noch weidlich durchprügelten und ihm die Stiefol auszogen. Bis jetzt fehlt nicht nur von den Räubern, sondern auch von dem Beraubten noch jede Spur. * Essen, 27. Mai. Gestern ist hier die Deutsche Gesellschaft für Volksbäder zu ihrer diesjährigen Tagung zusammengetreten. Um 10 Uhr wurde unter reger Teilnahme im städtischen Saalbau die Hauptversammlung eröffnet. Der ganze Tag war vor allem geschäftlichen Angelegenheiten gewidmet. * Essen, 27. Mai. Der Reichstagsabgeordnete Molkenbuhr, der heute abend in Essen=West in einer sozialdemokratischen Versammlung prechen wollte, ist heute nachmittag, als er von Berlin kam, in Elbereld von einem Schlaganfall betrosfen worden. Er mußte sofort in eine Wohnung geschafft werden. * Vorbeck, 27. Mai. Ueber den bereits gemeldeten Brudermord, der sich hier zugetragen hat, ist noch folgendes zu berichten: Der Bergmann Albert Adamczyk war früher Kostgänger bei seinem Bruder „Ignaz und schuldete ihm noch einen Betrag von 38 Mark. Samstag abend trasen sich die beiden auf der Prosperstrußr. Inng stellte seinen n der Kostschuld zur Rede und verlangte sofortige Ber ihm tsalls er ihm das Fahrrad, das Albert Adamczyk mit nehmen werde. Hiergegen wehrte sich Albert A., worBruder wegen zahlung, ander——.—.—„. sich führte, fortnehmen werde. Hiergegen wehrte sich auf sein Bruder ein Messer zog und seinem Gegner einen Stich ins Gesicht beibrachte. Als der Gestochene jetzt aus seiner Tasche einen Eummischlauch zog, warf sich der andere auf ihn, riß ihn zu Boden und stach unablässig auf ihn ein. Er ließ erst ab, als Leute herbeikunen. Albert Adamczyk verschied nach wenigen Minuten. Der Mörder haute die Flucht ergrifsen, wurde aber in Bottrop verhaftet. Ter Erstochene war 24 Jahre alt und unverheiratet, während der 29jährige Mörder auch noch Frau und sechs Kinder ins Unglück gerissen hat. * Düsseldors, 27. Mai. Im rheinisch=westfälischen Industriegebiete sind sämtliche organisierten Fließenieger infolge Lohndifferenzen in Ausstand getreten. Ein Riesenprozetz gegen eine Zigennertruppe. * D ü s s e l d o r f, 2 8. M a i. A m 4. J u n i f i n d e t h i e r e i n e T a g u n g niederrheinisch=westfälischen Gauverbandes der Deutschen Kolonial= Ribnich Einem Glchndemten Anleresse Behlegnenr echh euf ar ren esser. licher Vortrag des verdienten Kolonialpolitikers und Schulmannes Prosessor Breitenbach aus Lüdenscheid über den Betrieb des kolonialen Unterrichts in den Schulen gehalten wird. Köln, 27. Mai. In letzter Nacht kam es auf dem Heumarkte zu einer wüsten Schlägerei zwischen einem Schiffer und mehreren jungen Leuten. Der Schiffer feuerte mehrere Revolverschüsse ab und verletzte einen jungen Mann tödlich, einen anderen erheblich und schoß dann auf den Schutzmann, der ihn festnehmen wollte. Die Kugel ging jedoch sehl, aber nur nachdem der Schutzmann von seinem Säbel Gebrauch gemacht hatte, gelang es ihm, den Revolverheiden zu verhafien. Köln, 23. Mat. Der Kölner Männergesangverein trat gestern mit dem Zuge 8.42 in einer Stärke von 150 Mann seine Konzert=Tournee nach Belgien und land an. Als Solisten begleiten den Verein die hiesige Opernsängerin Frl. Angele Vidron und der frühere Kölner Konzertmeister Herr Willy Heß(Violine). Heute abend wohnt der Verein einem Konzert der Deutschen Liedertafel in Antwerpen bei. * Aachen, 27. Mai. Ueber die Ermordung der Laura Klinkenberg herrscht noch völliges Dunkel. Die Staatsanwaltschaft erhöhte deshalb die ausgesetzte Belohnung von 1000 auf 3000 Mark. * Trier, 27. Mai. In Deutsch=Oth in Lothringen erstach ein Huussierer den Grubensteiger Wagner, weil dieser ihm nicht gestatten wollte, im Zechenhause seine Waren zum Verkauf anzubieten. Trier, 27. Mai. Das Rutschen der Weinberge im mittleren nnähernd 11 30 000 Sticke umfassender Veinoerg. Unter hestigem Getös stürzen Pfahle, Mauern und Geröll und Reben in die hochgchende Masel. Die Straßen längs der Weinberge sind hoch mit Trümmern und Goröll bedeckt. Sport. Der Ballon„Abereron“ disqualifiziert. * Köln, 25. Mai. Wie wir nach dem vor 14 Tagen in Kölr stattgefundenen Ausscheidungsrennen berichteten, hatte Dr. Niemeyer mit dem Ballon„Abercron“ den Sieg in der Dauerfahrt errungen und sich damit als dritten deutschen Führer für das Gordon=BennnettWettfliegen qualifiziert. Jetzt kommt aus Köln die Nachricht, daß der Ballon„Abercron" ebenso wie andere Preisträger der Wettfahrt wegen Verstöße gegen das internationale Regiement hat disqualifiziert werden müssen und daß Dr. Ladenburg mit dem Ballon„Kegler“ das Ausscheidungsrennen gewonnen hat und somit den dritten deutschen Ballon im Gordon=Bennett=Wettfliegen führen wird. Es wird darüber berichtet: Die Jury für das Ausscheidungsrennen zum GordonBennett=Wettfliegen hat wie folgt entschieden: Sieger ist Ballon „Segler“, Führer Dr. Ladenburg vom Berliner Verein für Luftschifffahrt. Den Preis des Kölner Klubs hat Ballon„Bamler", Führer Mensing, davongetragen. Den Preis für die größte zurückgelegte Kilometerzahl hat„Bezold“ unter Führung von Stabsarzt Flemming errungen. Den Preis für die Weitfahrt der außer Konkurrenz gefahrenen drei Ballons hat„Köln“ unter Hiedemann heimgebracht. Die nach den ersten Meldungen als Preisträger genannten Balkons sind wegen Verstöße gegen das internationale Reglement disqualifiziert worden. Dieses Ergeknis ist noch provisorisch, da erst zwei Drittel der Jury geurteilt haben. Im wunderschönen Monat Mai ist die günstigste Zeit für den Hausputz, und die meisten Hausfrauen sind auch jetzt dabei, alles, was überhaupt gereinigt werden kann, vorzunohmen. Wie viel schnoller und leichter würde manche Frau aber mit der Arbeit sertig sein, wenn sie die gute Wirkung von Luhns Salm.=Terp.=Kernseise schon erprobt hätte. Wer Luhns Salm.=Terp.=Kernseife einmal gebraucht hat, läßt sie nicht wieder aus dem Haushalt, weil man aus ihr eine billige, sparsame und milde Abseiflauge macht, wie sie jede tüchtige Hausfrau gerne hat. Deshalb ist auch jetzt in zeorm beiseten Geschüft echte Luhns zu huben. die Höhe vom Schwarzfußberge herunter. Auf dem Rücken trug er seinen Relaisapparat; ein paar Steigeisen, die an der Seite hingen, klangen bei jedem Schritt hell aneinander. Am Gürtel angebracht war verschiedenes Werkzeug, eine Rolle Draht. Isolatoren, eine Axt und ern rurzes Beil. Als er um einen Ausläufer des Berges bog, der ihm bisher den Blick auf das Tal verwehrt hatte, erregte ein seltsamer Laut, der von der Richtung der Talsperre herkam, seine Aufmerksamkeit, und er sah einen Moment wie gekannt auf ein dunkles Ungetüm, das in schwindelnder Eile herabrollte und das helle Kiesband zu verschlingen schien. Dann warf die unheimliche Erscheinung ihre Maske ab: eine kochende, weiß schäumende Flut schoß unter stetig zunehmendem Rauschen und Tosen hinunter. Die Flut war hoch genug, die meisten Häuser im Tale zu erreichen und sie wie Spielzeug mit sich fortzureißen. Die Augen auf das kleine Telephonamt geheftet, rannte der junge Mann jetzt, des gefährlichen Bergpfades nicht achtend, die Talsenke hinab. Berwundert sahen ihm die Leute nach, die nach der Höhe strebten, um dem Verderben unten zu entgehen. Er stürzte mit gierig aus. gestreckten Armen auf das Häuschen zu, während das Donnern des entfesselten Elements die Luft ringsum erfüllte. Als er die Tür aufritz, verließ die kleine Telephonistin gerade das Schaltbrett.„Schnell!“ schrie eine bekannte Stimme ihr zu.„Wir müssen sort!“ Ohne auf ihre Antwortzu warten, packte er sie am Arm und zog sie hinaus. Zur Flucht auf die Höhe war es zu spät. Die Wasseriawine war nicht mehr als hundert Meter entfernt und mußte sie gleich erfassen. Es gab nur eine Rettung,— und er mußte alles wagen! Dicht bei dem Hause stand eine besonders starke und hohe Telegraphenstange mit eisernen Sprossen, an der er seine Kletterkünste am häufigsten auszuüben hatte. „Da hinauf“ rief er wieder.„Schnell, ehe es zu spät ist!“ So klommen sie hastig fünfzehn Fuß hinauf, während gerade unter ühnen die wilden Wasser wirbelten und den starken Stamm trotz seiner Verankerung erzittern und leise hin und her schwanken ließen. Dann schlang er den einen Arm um das Mädchen und preßte es gegen das Holz; seine Hände und Füße schienen sich mit dem Eisen zu verklammern. Er sah kaum hin, als das arme Häuschen neben ihnen sich zuerst nach vorn neigte, dann wie im Krampf um sich selbst drehte, um gleich darauf von einem trichterförmigen Abgrund verschlungen zu werden. Der Stamm hielt. Im vollen Anprall der Wogenmasse wäre er freilich wie ein Kohr geknickt worden, aber da er nahe ihrer äußeren Grenze stand, konnte sie ihm nichts anhaben. So hieß es denn abwarten, bis sich die Flut verlaufen. Er band seine Gefährtin an den „Strohhalm“, wie er später den Retter in der Not scherzhaft benannte, fest, und sah sich nun ruhiger um. Die Häuser, die er vor kurzem noch in der Nähe gesehen, waren spurlos verschwunden; bei den entfernteren, etwas höher stehenden strömte das Wasser durch die zertrümmerten Fensterläden der unteren Stockwerke. Auf den Höhen ringsum standen die Menschen in erregten Gruppen. Das Mädchen neben ihm war sehr blaß geworden; er fühlte deutlich, wie es zitterte. Es mußte etwas geschehen, um seine Gedanken abzulenken, und so erzählte er ihm allerlei, auch scherzhafte Sachen. Dana ging die Sonne hinter den Bergen unter; es wurde dunkel, das gelbe Wasser unter ihnen färkte sich schwarz. Er sprach immer weiter, und dazu gab das gurgelnde, brodelnde Wasser, das an dem Stamm rüttelte, eine gar eintönige Begietung ab, so daß er recht oft bezwefelte, daß sie ihn überhaupt verstanden hatte. Als der Morgen graute, war die Flut schon beträchtlich gesunken, und als der erste Sonnenstrahl den neuen Tag begrüßte, war der Boden am Fuß des Pfostens frei von Wasser. Eine Woche nach diesen Ereignissen saß die kleine Telephonistin vor ihrem neuen Schaltbrett und keantwortete den Anruf eines, der wieder einmal„prüfen“ wollte, ob die Leitung denn auch wirklich tadel los sei. Sie hatte ihn seit dem Morgen nicht wiedergesehen, wo er sie die Telegraphenstange hinab und über den schsammbedeckten Boden ans feste Land getragen, und nun wartete sie, ob ihr Anbeter mit dem alten, vertrauten Ton wieder seine Werdung andringen würde. Aber es geschah nichts Derartiges, auch nicht in den nächsten Tagen, und ihr weihlicher Instinkt sagte ihr bald, daß er keinen Nutzen aus dem Umstande ziehen wollte, ihr das Leben gerettet zu haben. So kam es, daß, als der Telephonmann ihr die Beendigung seiner allerletzten Reparatur angekündigt und Lebewohl gesagt hatte, weil er nun sein Amt niederlegen wolle, sie ihn nochmals an das Hörrohr bannte. „Wenn Sie mich jetzt fragen wollen, brauchen Sie§ 37 nicht mehr zu keachten!" Was die beiden sich nun noch sagten, hat nur das Schaltbrett vernommen. Als sie am Abend an dem schon lange wieder ausgetrockneten Flußbett entlang wanderten, fragte er:„Und du willst nun doch einen Telephonarbeiter heiraten?“ „Hättest du mir damals gleich gesagt, daß du das geworden bist, weil es dir die Aerzte deiner Gesundheit wegen angeraten, so—“ „Ich konnte es dir eigentlich schon früher verraten, aber wer weiß, ob du es geglaubt hättest!“ lachte er. „Ich habe ja allerdings oft selbst nicht glauben wollen, daß mich die Herren Aerzte schon vor fünf Jahren aufgegeben hatten. Und dann wollte ich doch, daß du mich in meiner Eigenschaft als Telephonmann nehmen solltest!“ „Ja, das ist nun schlecht möglich,“ meinte die kleine Telephonistin schelmisch lächelnd,„du hast mir ja deinen ganzen Lebenslauf erzählt „Das tat ich?“ fragte er zweiseind. „Als wir nachts auf unserem„Strohhalm“ saßen, hast du mich fün Stunden lang nur von deiner Person unterhalten!“ „War denn die Geschichts einigermaßen interessant?“ fragte er „Nun, ich möchte nicht, daß sie anders geklungen hätte!“ antworte!“ die kleine Telephonistin. 9. Blatt, Nr. 125.— 6. Jahrgang Gelsenkirchener eine Freitag, den 29. Mai 1908. Amtliches Kreisblatt für den Stadt= und den Landkreis Gelsenkirch An ru Die Teibhusarenbrigade. Mai. Die Kabinettsorder, welche Seine Majestät der Kaiser bei der Parode verlaß, hat folgenden Wortlaut: An die Leibhusaren=Brigade. Als meines in Gott ruhenden Herrn Urgroßvaters Königs Friedrich Wilhelm III. Majestät, ein gedenk der ausgezeichneten von dem Husaren=Regiment v. Prittwitz in dem Kriege von 1806/1807 bei jeder Gelegenheit bewiesenen Tapferkeit, dieses Regiment am 7. September 1808 zu seinem Leibhusaren-Regiment ernannte, sprach er die zuversichtliche Erwartung aus, daß dies brave Regiment durch diese Auszeichnung sich ermuntert fühlen würde, ich auch in Zukunft bei allen Vorfällen seiner Gnade und Zufriedenheit wert zu beweisen. Meinen Leibhusaren, heute, wo die Jahrhundertfeier dieser Gnadenerweisung begangen wird, vor meinem ganzen Heere bezeugen zu können, daß sie das Ihnen gezollte Vertrauen durch musterhaftes Verhalten allerorten im Kriege wie im Frieden zu rechtfertigen gewußt haben, gereicht mir zur wahren Genugtuung und aufrichtigen Freude. Mit Stolz gedenke ich ihrer Taten in dem unvergeßlichen Befreiungskampfe und in den Kriegen des großen Kaisers, ihrer Tapferkeit und ihres Heldenmutes. Diese ruhmvolle Vergangenheit ist mir Bürge für die Zukunft. Möge der Geist unerschütterlicher Treue, Opserwilligkeit und Hingebung an mich, mein Haus und das Vaterland in meinen Leibhusaren bis in die fernste Zukunft lebendig bleiben, möchten die Söhne es den Vätern immerdar gleich tun in allen Kriegertugenden, in echtem Husarentum! Das ist der Wunsch, den ich aus der Tiefe meines Herzens der Leibhissoren-Brigade am heutigen Tage ausspreche. Langfuhr, den 27. Mai.(Siehe auch„Vermischtes" d. Red.) Danzig, 28. Mai.(Tel.) Für die Mannschaften der Leibgardehusarenkrigade wurde gestern abend ein Fest in der doppelten Reitbahn gegeben, wo ein Prolog gesprochen und ein Festspiel, ähnlich wie das gestrige, von Unteroffizieren aufgeführt, zur Darstellung gebracht wurde. Der Kaiser besuchte mit den Offizieren dieses Fest, kehrte dann nach dem Offizierkasino zurück, wo die Kapellen beider Husaren=Regimenter spielten. Die Abreise des Kaisers erfolgte 10,90 Uhr ab Bahnhof Langfuhr, die Ankunft in Wildparkstation morgens 8.10 Uhr, wo er von der Kaiserin und der Prinzessin Viktoria Luise empfangen wurde und nach dem Neuen Palais fuhr. Nationalliberale Wählerversammlungen. ** Der Nationalliberale Volksverein in Hüllen hielt am Mittwoch abend im Reitemeyerschen Saale eine sehr gut besuchte Wählerversammlung ab, die von Herrn Lehrer Siepmann erössnet wurde. Nach Worten der Begrüßung wies er auf die augenblickliche Situation hin und zog zur Reichstagswahl die Parallele. An Schärfe und Erbitterung würde aller Voraussicht nach der Landtagswahlkampf dem verflossenen Reichstagswahlkampfe kaum nachstehen. Zum Schlusse forderte er die Anwesenden auf, zum Dank dafür, daß Herr Professor Aindel die Versammlung mit seinem Besuche beehrt habe, sich von den Sitzen zu erheben. Hierauf legte unser Kandidat sein politisches Belenntnis ab und wickelte in längeren(Ausführungen sein Programm ab. Reicher Beifall sohnte Herrn Prof. Bindel für seine ehrlichen Worte. Als letzter Redner sprach Herr Redakteur Kaspareck, der die Kandidatur Bindel empfahl und es als Pflicht der Dankbarkeit erachtete, energisch für die Wahl Bindels Sorge zu tragen, der in 15=jähriger Tätigkeit der Partei große Dienste geleistet habe. Sodann kritisierte er das Flugblatt der Sozialdemokraten und wies an der Hand des Flugblattes die Fälschungen nach, die angetan sind, das Volk irre zu leiten und die Massen zu verwirren. *“ Der nationalliberale Volksverein der Ortsgruppe Bismarck hielt gestern vormittag bei Schultz eine gut besuchte Wahlerversammlung ab. Diese wurde von Rektor Kattwinkei eröffnet, der es bedauerte, daß die Christlich=Sozialen und die Freisinnige=Vereinigung Stimmenthaltung proklamiert hätten, da dies der nationalen Sache nur schaden würde. Darauf hielt der nationalliberale Landtagskandidat, Herr Professor Bindel, seine bekannte Programmrede, für die ihm reicher Beifall gezollt wurde. Herr Rehn sprach sodann in längeren Ausführungen über die Gegner bei der diesjährigen Landtagswahl. Hier heiße es jetzt: Einig sein, einig und geschlossen den Wahlkampf zu führen! Vor drei Jahren noch habe sich die Sozialdemokratie auf den Standpunkt ihres alten Führers Liebknecht gestellt, der da sagte, sie wollten den Landtag verfaulen lassen; jetzt habe sich das Blatt gewendet. Wo sie praktische Arbeit leisten sollten, haben sie immer versagt. Es ist zweifellos dringend nötig, daß in den Landtag Leute hineinkommen, die offene Augen und Verständnis haben. Wem von der Partei das Vertrauen gegeben wurde, Kandidat zu sein. dem stimmt man ohne weiteres zu. Redner spricht dann eingehend über die Sozialdemokratie in ihren Flugblättern und Versammlungen und über die Ansichten der alten Führer der Sozialdemokraten, dabei vielfache Beispiele anführend. Besonders müsse man den von der Sozialdemokratie aufgestellten Satz verurteilen: Wir Arbeiter haben kein Vaterland. Die Scholle, auf der man groß geworden sei und wo man geboren ist, dort ist unsere Heimat und diesem Lande soll man helfen, daß es ihm wohlergeht. Die Sozialdemokraten sagen, die Arbeiter hätten nichts zu verlieren durch die Aufgabe des Vaterlandes, sondern nur die Welt zu gewinnen. Hören wir uns aber die Notschreie der deutschen Auswanderer an. Sie sehnen sich zurück nach dem deutschen Vaterlande. Die Sozialdemokratie will einen Staat haben, in dem alle gleich sind, mit gleichen Rechten und Pflichten, niemand soll Herr sein. Demgegenüber führt Redner die Ausführungen Kautskys auf der Erfurter Tagung an, daß die Arbeiter im Gegenwartsstaate größere Rechte hätten als in einem Zukunftsstaate; jetzt könnten sie noch den Herrn wechseln, was aber später unmöglich sei. Solchen Kindereien können vernünftige Menschen kein Vertrauen entgegenbringen. Nachdem Redner noch das Flugblatt der Sozialdemokraten an die Frauen einer scharfen Kritik unterzogen hatte, ging er zu dem anderen Gegner, dem Centrum über und widerlegt dessen Behauptung, die Nationalliberalen wollten die Religion aus der Schule verdrängen. Dann lobt er, daß der größte Teil der evangelischen Arbeiter vernünftigerweise an der Kandidatur Bindel festhalte. Pastor Peter bekennt sich als Mitglied der deutsch=sozialen Partei. In Bismarck haben die„Freie Vereinigung nationaler Wähler“ und die Christlichsozialen beschlossen, für den nationalliberalen Kandidaten einzutreten. Eine Einigung ist dahingehend erzielt, daß auch von diesen beiden Parteien Wahlmänner aufgestellt werden. Redner schließt mit der Bitte, am 3. Juni tatkräftig für Professor Bindel einzutreten, zum Wohle für das preußische Vaterland. Nach einem kurzen Schlußwort schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem Hoch Professor Bindel. aus 18. Ziehung 5. Kl. 218, Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehuag vom 26. Nai 1908, vormittags. Nu die Gewiane über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verboten.) 99 144 327 440 544 677 755 890 98 1096 170 274 626 205S 148 291 469 640 u7 921 Joes 921 4229 45 344 60 425 645 930 5141 578 707 839 65 g0 G030 as(5001 145 63 85(10001 soc 463(3000) asi 91 993 500) 7193 274 841 423 S1 727 824 50 8029 33 119 74 308 563 74(3000) 86i Bois(500) 135 83 60 817 600 85s 10070 245 551 714 92 807 42 11035 565 720 44 840 12113 514 21 30 65 62 659 849 13235 342 92 662 935 94(300) 14121 200 519 733 15075 188 231 366 438 75 350 912 17 54 92 16210 60 360 500) 507 767 883 904 171nt 21 50 64 525 607 27 97 751 868 903 18377 507 71 673 95 roe 44 sri 19223 841(3000) 99 472 90 502 50 20105 364(300) 563 65 789 814 66 926 21191 361 844 22231 333 544 705 15(500) 72 95 800(500) a2 960 23359 495 627 790 13000] 967 24278 592 689 25000 269 414 36 535(3000] 722 822 85 901 53 26096 312 13 574 618 879 971(10001 27227 91 443 753 926 28116(1000) 811 31 76 529 629 97 718 47 48 830 29089 311 40 526 821 996 30080 be 831 79 79 425 885 31067 131 201 19 312 1000) 541 6s 650 839 923(10001 32252 64 411 588 790 943 53 87 33219 96 304(3001 a1 547 936 34141 89 227 385(300) 941 69 35199 966 309 603 790 24 36030 dO 137 83 346 630 37030 213 29(3000] 41 34 469 789 500] 863 38:23 302 409 523 39006 40 51 135 400 35 a35(300) se:(300) 4.0005 129 300 19(3000) abr 364(30001 690 S13 41164 en(100 0001 an 400 520 886 956 84(500] s1 42108 67 de 743 43017 325 7 416 315(10001 ao 812 74 44193 9e2 490 310 90 633 41 773 921 s7 4 5000(1000) 214 488 v04 ses 46123 93 568 23 667 804 966 91 47047 149 5000 71 242 51 60 97 363 511 655 48099 117 574 737 924 49038 24 246 62 621 703 30(900) 58 30063 145 250 397 497 529 aso S51113 223 343 417 843 67 52004 109 446 700 4s(10001 846 53069 73 122 300 78 754 54044 85 119 423 59 675 741 Sé5 85174 300 964 56127 488 648 824 71 5700e(500) 49 292 317 483 721 58648 174(3000) e1(300) 264(1000] 82 6e7 bss 59200 300 338 er 393 801 91 752 306 953 90 81 60106 54 854 61359 488 366 74 80 642 781(1000 GR17t 426 522 627 Hf 61 816 86 76 95(10001 904 63021 131 230 59 93 95 409 11 66 64 614 722 64060 124 64 206; 300) 549 os 65175 200 316 96 442 68 564 arb 93e 66007 den gen und 63•7056 64 180 652 717 79 958 68250 61 623 30(500) 90 706 807 S8 912 76 60005 80 882 444 TT 514 91 eos(1000) 766 850 58 7 0080 128 439 617 51 730 71486 531 70 948 83 927 72181 907 406 302 10 20(300] 50(1000] 650 910(1000 95(5001 74 952 73065 111 73 532 84(1000) 82 90 839 956 74132 54 66 395 499 75582 658 821 76101 7 To aT1 832 81:(300] an 927 77394 390 537 78133 217 81 308 428 50 563 714 92 813 st(3000) 43 79091 117 303 63 87 80296 314 13(1000] 463 604 92 733 9r0 S1312 50 445 681 3o3 82011 44s 3000) 542 56 600 4(300) 72 77 79 828(3000) ss 900 83081 296 390 606 938 51 84082 97 138 e7 on 83 374 3r0 930 85284 343 523 861(300) 950 863se(500) 424 570 800 S7034 93(300) 326(300) so 428 586 an e1 66e 730 88020 70(9001 404 505 610 91 C1ooo1 vor 14 89043 119 Sv1 91 631 70 90087 329 46 60 97 525 48 796(3000) 921 24 O1133 97 296 an7 647 9v0 a1 9S 92020 90 111 S4 201 S4 479 825 abe 66 750 S305i 127 236 431 90 313 33 244 94933 279 330 337 696 o9 naf 95030 a9 117 30 296 309 22(1000 476 96142 2000) 8ab 61 523 24 25 645 723 948 30 97244 329 61 781 DOO BOND 18 STN0, W•8. 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S K 13 000, 20 à 10 000, 85 à 5000, 579 à 3099. 233 à 1000, 1379 A 500 18. Ziehung 5. Kl. 218. Kg., Preuss. Lotterle. Ziehung vom 26. Mai 1908. nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind dea beireffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewöhr.)(Nacbdruck verboten.) 250 70 443 327 639 71 725 1053 61 236 729 2000 93 644 848 35S 95 3190 202 42 427 606 71 734 359 910 90 4017 48 181 80(5001 713 soe(300] 12 902 5119(300) 90 234 991(1000) 6131 325 469 520 739 968 7000 317 51 50 663 5001 84 89 710 99 368 8327(3000) 569 791 72 9647 797 1007s(2000] 344(500 öss 617 91 941 971 33 1106: 153 97 306 610 711 906(500) 12132 293 306(300] 59: 729 65 7p 13195 294 360 513 639 48 851 14256 59 843 435 52e 643 814(1000] as 917 15084(3000) 121 207 19 433 641 16036 323 82 459 667 351 170e7 95 237 403 730 48 916 18011 1300) 277 450 757 833 64 71 19113(1000) 76 20076 272 569 690 847(3000) 351 79 21005 718 19 22110 S7 223 679 784 919 23105 62 335 468 606 723 24018 193 471 91 733 849(3000) 79 25080 241 50 91 500) 61: 64(300) 772 74 26036 53 144 253 530 775 815 90S 27131 64(1000) 300 491 791 28254 317 90 427 514 34 600 65 925 29063 191 252 326 59(500) 67 472 571 629 29 748 963 40154 94 99 414 713 31137 666 79 736 61 927(1000) 91 32019 163 353 60 93 1000) 400 35 512 41 640 39 908 33094 159 231 386 435 564 l 1000) 637 41 34152 53 65 224 485 697 741 903 96 35147 215 40 324 712 13(1000) s13 3611s b 1000 117 37170 450 847 973 36 38370 479 92 519 705 803 39095 274 401(1000) 97 749 816 31 11000] 322 65 13001 431 760 840(500) 41241 l1000) 59 13000) sos 7s(5001 524 s7 42005 500) 300 13 669 349(300) 43031(3000) 262 330 66(1000] 550 99 719 94 359 952 44376 95: 4.5060 305 61 693 819 46134 92 211(3o0) 392 497 55s 610 71 794 925 94 47064 83 S4 106 400 601 vi7 13000) 9s3 4.8005 43(300) 33 P306 134.1 334 ul 43: 699 13001 390 bes 4.9089 500sb(5001 9t 160(30001 259 329 425 501 4 79 657 874(300) 952 51030(300) 105 3000) 24 207 26 335 51 68 300] 565 610 54 67 702 52110 90 297 390 431 713 94 53001 84 94 230 77 473 89 986 54042 99 122 429 584 726 976 55141 293(300] 310 r70 56011 101 99(300) 313 34 419 685 700 85s 951 76 570es(5001 sp 140 418 70 541 700 79 831 74 935 58637 74: 59115 214 23 343 516 726 38 60:0: 31 773 be7 500) 6113n 945(3001 664 1 3000 312 911 s7 62166(3001 764 92 300 642 744 890 913 89101 K. 530 Cueis(5enj 32 49 410 67 70 743 975 92 65066 300) 123 235 664 939 73 66111 49 e2 9: 810“. 24 33 s07(500) o13(3001 55 67134 68 31: 92 443 57 805 94 ses 68133 913 i7 463 873 793 55(300) s21 904(500 69076 195 231 59 312 437 396 691 963 70095 145 213 65 320 161 3S 670 71144(3001 507 99 720 70 72195 434 72 698(3000) 73120 47 748 826 74218 99 308 29 453 553 75196 312 431 622 866 79 900 2 23 76033 150 271 77 u7(1000] 833 77125 79 230 716 78624 s7 754 79039 103(500) 732 400 11 91(3000) 331 831 769 910 67(3000 80073(3000) 136 243 407(500) 81002(1000) 201 449 981 82025 292 615 827 79 83133 521 671 84134 s3(1000 963(5001 es 767 72 85300 66 452 319 637 51 70(300) 794 86213 339(500) 65 95 525 77 983(500] 87015 48 29) 90 999 332 31 414 73 109 800 919 88029 290 316 639 869 91 1aS 848 499 364 704 65 892 919 93 90110 301(3000] 42 603 27 s0s(30001 19(sc0) 91129 319 69 697 816 92012 339 693 93157 426 94007 13S 372 576 703 57 60 922 48 64 95045 141 6s 324 46 30 545 825 33 99 949 96121 269 757 812 33 74 983 97172 250 673 719 98010 45: 605 71 99017 294 300 flbs 71 833 883 100079 332(1000 rus ses(500! 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Mai 1908. Gott dem Allmächtigen nat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, heute morgen 4½ Uhr meinen lieben Mann, unsern guten Vater, Bruder, Schwager und Onkel, Herrn Wilhelm Vogt im Alter von 30 Jahren nach kurser schwerer Krankheit zu sich zu nehmen. Dieses seigen mit der Bitte um etille Teilrahme an Die trauernden Hinterbliebenen. Gelsenkirchen, Leithe. Wattenscheid, Godenroth, Chumdchen, den 27. Mai 1000. Die Beerdigung findet Samstag, den zo. Mai, nech mittags a½ Uhr, vom Sterbehausc, Ueckendorferstr. 60. auls statt. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nach richt zugegangen sein sollte, diene dieses als solche. Maria Schopp nach längerem, schweren, mit christlicher Geduld ertragenen Leiden, vorher gestärkt durch den andächtigen Empfang der heil. Sterbesakramente der röm.-kath. Kirche, zu sich in ein besseres Jenseits zu nehmen. Um ein Gebet für die Seele der lieben Verstorbenen bittet Namens der trauernden Binterbliebenen: Friedrich Begemann. Gelsenkirchen, Borbeck, Altstaden und Sieglar, 27. Mai 1908. Die Beerdigung fiudet am Samstag morgen 8½ Uhr vom katb. Kranken hause aus statt; gleich darauf das feierliche Levitenamt in der Propsteikirche. Allen, denen aus Versehen keine besondere Einladung sugehen sollte, diene dieses als solche. Versteigerung. Heute Freitag, 29. Mai cr., vormittags 10 Uhr, werde ich in der Wirtschaft Eickelkang, hier, Arminstraße 8: 15 Mille Clgarren auf Grund handelsgesetzlicher Bestimmungen, öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern. 20471 Hohenstein, Gerichtsvollzieher, Kaiserstraße 30. Herren aller Stände, auch Bergwerksinvaliden bietet sich Gelegenheit, beim provisionsweisen Verkauf eines gut einhrten Futterkalkes an Händler oder Private sichere Existenz zu gründen. Kapital unnst erforderlich. Provision wird wöchentlich 2 mal ausgezahlt. Meldungen erhill. Hacml Proiere Rathitrrans Soft 9— Uhr. Jul. Mosbach, Ringstraße 50. Zuverlässiger 6721 Bäckergeselle gesucht. Gustav Pabet, Overhofstraße 77. Mohroro tüchtige Nioton Wonrore Mönnge Wietel für Nietkolonnen für dauernde Beschäftigung auf sofort gesucht. Gewerkechaft Orange Gelsenkirchen=Bulmike Tüchtiger Schneidergeselle gesucht. H. Nierhaus Gelsenk. III, Ueckendorserstr. 74 Einseifjunge für Samstags und Sonntags gesucht. Kirchstraße 33 Sohn achtbarer Eltern, der Lust hal, die Bäckerei zu erlernen, sofort gesucht. Wanne, Moltkestr. 20 Bekanntmachung. In Ergänzung meiner Bekanntmachung vom 20. d. M. wird hiermit bekannt gemacht, daß an Stelle der Herren Gutsbesitzer Heinrich Herbert und Kaufmann August Marten zu Wahlvorstehern für die Wahl der Wahlmänner zur Wahl eines Landtagsabgeordneten am 3. Juni 1908 ernannt sind: 1. Bücherrevisor Eberhard Lafeld, Kaiserstraße 28, für den 11. Urwahlbezirk, 2. Metzgermeister Friedrich Schwartz, Bochumerstr. 26 28, für den 23. Urwahlbezirk. Gelsenkirchen, 27. Mai 1908. Der Oberbürgermeister: Machens. Schlachthof I. Heute, Freitag den 29. Mai, von 6 Uhr morgens an wird auf der Freibank das Fleisch von 5 tuberkulosen Kühen das Pfd. zu 45 Pfg. verkauft. 6777 Die Schlachthofverwaltung KAINNENN. Zugeransen. tund. Der Eigentümer wird hier mit aufgefordert, innerhalb 14 Tagen sein Eigentumsrecht bei der unterzeichneten Behörde geltend zu machen. Gelsenkirchen, 20. Mai 1908 Die Polizeiverwaltung. Berichtigung. In der Bekanntmachung des Bürgermeisteramtes Wattenscheid betr. Urwahlbezirke muß es im 16. Bezirk nicht Brück=, sondern Brinkstraße heißen. Zwangsversteigerung. Samstag, den 30. Mai 18, vormittags 11 Uhr, werde icn in der Wirtschaft Unterschemann zu Wanne grössere Partie Anzug- und Ueberzieherstoffe. sowie 1 Bandoneon Osfentlich meisthietend gegen Barzahlung versteigern. Hohenstein, Gerichtsvollzieher, Kaiserstr. 30. Am a7. blai ist unser liebes Vorstandsmitglied des II. Bataillons, Kamerad Wilhelm Vogt zur grossen Armce abberufen. Zum letsten Ehrengeleite tritt das Regiment Samstag, den jo. Mai, nachmittags punkt 2¼ Uhr, im Vereinslokal des II. Balaillons, Hotel Brüggemann, Bochumerstrasse, an. Um zahlreiche Beteiligung wird ersucht. Der Regimenta-Voraitzende. K Bekanntmachung. Meine Bekanntmachung vom 14. ds. Mts. wird dahin ergänzt, daß es der im§ 5 des Reichsvereinsgesetzes vom 19. April 1908 vorgeschriebenen Anzeige für Versammlungen, die öffentlich bekannt gemacht worden sind, bis auf weiteres nicht bedarf, wenn die betreffenden Bekanntmachungen vorschriftsmäßig und rechtzeitig durch eine der nachfolgend beeeichnoten Deitupon perüffentlicht morber. 7..5 brgrichieten HAithügen 2erossemlicht wUiDen sind. 1. Gelsenkirchener Allgemeine Zeitung(Amtliches Kreisblatt) zu Gelsenkirchen. 2. Gelsenkirchener Zeitung daselbst, 3. Wattenscheider Zeitung zu Wattenscheid, 4. Wattenscheider Volkszeitung daselbst, 5. General=Anzeiger zu Waune, 6. Westdeutscher Herold daselbst, 7. Volksblatt zu Bochum. Gelsenkirchen, den 25. Mai 1908 Der Königsiche Landrat: Dr. zur Nieden. Bekanntmachung. Da an verschiedenen Stellen des Regierungsbezirks Arnsberg die Maul= und Klauenseuche ausgebrochen ist, wird hiermit angeordnet, daß MagerButtermilch und Molken aus Sammelmolkereien nur nach Abkochung oder nach Erhitzung auf 90° Celsius ¼ Stunde hindurch, abgegeben werden darf. Gelsenkirchen, den 25. Mai 1908. Die Polizei Verwaltung. Der Overbürgermeister. V.: Antoni. Bekanntmachung. Gemäß Erlaß des Herrn Ministers des Innern haben die Wahlvorsteher bei der am 3. Juni 1908 stattfindenden Wahlmännerwahl für die Landtagswahl einen Fragebogen auszufüllen, in welchem auch die volitische Parteistellung der Wahlamtskandidaten anzugeben ist. Ich weise ausdrücklich darauf hin, daß diese Ermittelungen einzig und allein zu statistischen Zwecken dienen. Gelsenkirchen, den 27. Mai 1908. Der Oberbürgermeister: Machens. Versteigerung. Samstag, den 30. Mai 08, vormittage 10 Uhr. werd ich in der Wirtschaft E. Nettebeck, hier, Schalkerstraße 57 1 dunkelbraun. Wallach starkes Wagenpferd, 6=jährig) auf Grund handelsgesetzlicher Bestimmungen öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern. Hohenstein, Gerichtsvollzieher, Kaiserstr. 30. Grosser Verkauf. Verkauf. Nur noch einige Tage dauert der Verkauf Ahstraße 25(gegenüber Rathaus) dann geht das Geschäft ganz ein und werden daher die noch übrig geblieb. Kleiderschränke, Betten, moderne Schlafzimmer, Küchen, Sofas, Spiegel, Wohnzimmer und sonstige Möbel zu wirklichen Spottpreisen gegen bar ausverkauft. — Mau überzeuge sich.— Lieferung frei Carl Dudt. Am Freitag, 29. ds. Mts., verkaufe ich in meiner Wohnung Gelsenkirchen, Möckerstr. 2, den Nachlaß meiner verstorbenen Eltern, als: Frau 0. Casper. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, heute morgen 8¼ Uhr unsere liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante, die Jungfrau Erangel. Arbeiler-Verein Schalke. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratichlusse gefallen, unser Vereinsmitglied, aus diesem Leben abau rufen. Die Beerdigung ündet am Freitag. 25. Mai, nachm 3½ Uhr, vom Sterbehause I. Sophienaustr. 11, auls statt. Die Mitglieder versammeln eich um 3 Uhr im Vereinslokal. Umrege Beteiligung bittet Der Vorstand. Kleiderschrank, 2 Glaserschranke, Kochmaschine mit Zubehör, 2 Tische, Lehnbank. 8 Stühle, 2 Bettstellen, Matratzen, Oberbetten, Küchenschrank, Kommode, Nähmaschine u. s. 10 Die Sachen sind gebraucht, aber gut erhalten. 4991 Wilh. Lenechen. Versteigerung. Wegen Fortzug und Aufgabe des Haushalts werde ich am Freitag, den 29. Mai, vormittags 10 Uhr anfangend, in meiner Wohnung, Weidenstraße 37 zu Gelsenkirchen folgende gebrauchte Sachen: 1 weißer Herd mit Zubehör, Küchengeschirr, Porzellan, Tische, Stühle, Kleiderschrank, Bettstelle mit Matratze, Feder betten, Sofa, Mantelosen, Vertikow, Glasschrank, Nähmaschine, Bücher, Romane, Gas Badevfen, Plüschgarnit., gr. Majolika-Hängelampe u. dergl. mehr, meistbietend gegen bar verkaufen. Der Verkauf findet bestimmt statt Selbst ist die Frau und allein maßgebend in allen Dingen, die den Haushalt betreffen. Darum aber, verehrte Hausfrau, lassen Sie sich nichts vorreden, prüfen Sie Reeses Backpulver selbst und bilden Sie sich so Ihr eigenes Urteil. 1 Paket Reeses Backpulver, welches nur 5 Pfg.— allo die Hälfte— kostet, genügt zu jedem Backrezept, auch dann, wenn ein 10 Psg=Backpulver oder Hefe vorgeschrieben ist. Versuchen Sie auch Reeses Sparpuddinges gibt ohne Zuckerzusatz deltkate Puddings. Reeses Bauillinzucker ersetzt die teure Schoten=Vauille. Reese Gesellschaft, Hameln. Dienstmädchen zum 1. Juli gesucht. 20499 Frau Gerold. Grillostr. 43 Zuverl. Einkassierer sucht sofort Stellung, eventuell auch anderen Vertrauensposten, Kaution kann gestellt werden. 4970 Offerten unter A. K. 341 an die Erned. dieser Zeitung Erfahr. Kaufmann, 37 J. geeign. z. selbst. Leitung eines mittl. Betr. od. Vertr. d. 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Der Termin zur Vornahme der Wahlmännerwahl für die Wahlen zum Abgeordnetenhause ist auf Mittwoch, den 3. Juni 1908 sestgesetzt worden. Indem ich nochmals darauf hinweise, daß die Wahlmännerwahlen in den Gemeinden Röhlinghausen und Wanne in der Form der Fristwahl stattfinden, wird hierdurch gemaß§ 14 Abs. 1 Satz 2 des Gahlreglemente angeordnet, daß in sämtlichen Urwahlbezirken dieser Gemeinden zuerst die 2. Abteilung, darauf die 3. Abteilung und zuletzt die 1. Abteilung zu wählen yat. Die Zeit der Wahl wird wie solgt festgesetzt: Für die 2. Abteilung von 8½ bis 10½ Uhr vormittags. Für die 3. Abteilung von 11 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags. Für die 1. Abteilung von 6½ bis 71 Uhr nachmittags. Nach den vorstehend angegebenen Schlußzeiten wird keine Stimme mehr entgegengenommen. Eine etwa notwendig werdende Stichwahl wird auf Freitag, den 5. Juni, in der gleichen Zeit und Reihenfolge festgesetzt. .. Sie Urwähler werden zur Wahl hierdurch eingeladen mit dem Hinweise, daß die Wahlvorsteher berechtigt sind, von jedem Wahler die Wahlvorlag#e eines Ausweises zu sordern. Es wird dah Schwierigkeiten empfohlen, bei der Wahl den Steuerzettel vorzulegen. Das Stimmrecht kann nur in Person ausgeübt werden. Die Urwähler sind unter derjenigen Hausnummer in der Wahlliste eingetragen, wo sie am 15. Oktober 1007 gewohnt haben. Verzeichnis der Urwahlbezirke. Wahlvorsteher, Stellvertreter und Mahllokale. Wanne, den 22. Mai 1908. Der Amtmann: I. V.: Weiber g. Achtung! Sofort billig zu verkaufen: 17 Bände Brockhaus Konvers.=Lerikon JJubil.=Ausg. 8 Bände Helmholt's Weitgeschichte, 24 Bände Junstrierte Klassiter(MinervaAusgabe), 5 Bande Weltall u. Menschheit. Die Werke sind vollständig und neu. Refl. belieben Off. u. Bücher Nr. 68 a. d. Exp. ds. Bl. einzusenden. Ein Kinderwagen billig zu verkaufen. 4996 Almastraße 9. Ein Faß Trank zu verkaufen. 4999 Grabenstr. 27. 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Etg. rechts Schwein um Weiter füttern zu verkaufen 4022 Vereinsstraße 27 # Mrh Weicher gleichgesinnte Herr, der einen Landaufenthalt dem wveräusch der modernen Kuranstalten 2c. vorzieht, schließt sich. ab Anfang Juni zu einem mehrwöchigen Erholungs= Aufenthalte in stiller, herrlicher, waldreicher Gebirgsgegend(unweit Cassels) an? Volle Verpflegung inkl. Zimmer mit gutem Bett, je nach Ansprüchen, 3—4 Mk. pro Tag. Interessent, belieben Näheres unter A. O. 845 in der Ge 84/ est. d. Zig. niederzulegen Einlagenbestand Ende 1907 auf 3946 Bücher 6261 654,91 Mk. Betrag des Reservefonds am Schlusse des Rechnungsvorjahres. 59514,29„ am Schlusse des Rechnungsjahres.. 80 604,86„ Betrag der Zinsüberschüsse des Rechnungsjahres 18 710,05„ Von den Beständen der Sparkasse einschl. des Reservefonds im Gesamtbetrage von. 6286 245,91„ sind zinsbar angelegt: in Hypotheken oder Grundschulden auf städtische Grundstücke 772 200.— Mk. auf ländliche Grundstücke.. 5088 607,—„ in Inhaberpapieren..... 143826,25„ auf Schuldschein mit Bürgschaft 5 800,—„ gegen Faustpfand...... 16000.—„ in sonstigen Anlagen.... 259 812,66„ Zusammen wie vor: 6 286 245,91 Mk. Die Einlagen wurden im Rechnungsjahre mit 4% verzinst. Eickel, den 20. Mai 1908 Der Amtmann I. V.: Der Beigeordnete Vogelsang. Zu dem am 28. und 20. Juni d. Is. in einem großen Festzelte stattfindenden Fahnenweibfest dee Krieger=Bundes„Kaiser Wilhem II“, 3. Bat., Gelsenkirchen=Viemarck, sollen die Olätze für Der kaufsbuden vergeben werden. Reflektanten wollen sich am 30. Mai, nachm 4 Uhr bei dem Vereinswirt Gustav Haltern, Biemarck, Wilbelm= und Grünstraßen=Ecke, einfinden. Bekanntmachung. Anläßlich der in den Kreisen Arnsberg, Soest u. Hattingen aufgetretenen Erkrankungen an Pocken und der dadurch bedingten Gefahr einer Uebertragung der Seuche auch auf hiesige Gebiete mache ich darauf aufmerksam, daß nach§ 23 der Anweisung des Bundesrats zur Bekämpfung der Pocken vom 28. Januar 1904 und den dazu erlassenen preußischen Ausführungsbestimmungen vom 12. September 1904 jede Erkrankung und jeder Todesfall an Pocken Blattern), sowie jeder Fall, welcher den Verdacht dieser Krankheit erweckt(also auch Windpocken) der für den Aufenthaltsort des Erkrankten oder den Sterbeort zuständigen Polizeibehörde unverzüglich mündlich oder schriftlich anzuzeigen ist. Wechselt der Erkrankte den Aufenthaltsort, so ist dies unverzüglich bei der Polizeibehörde des bisherigen und des neuen Aufenthaltsortes zur Anzeige zu bringen. Zur Anzeige sind verpflichtet: 1. der zugezogene Arzt, 2 der Haushaltungsvorstand, 3. jede sonst mit der Behandlung oder Pflege des Erkrankten beschäftigte Person, 4. derjenige, in dessen Wohnung oder Behausung der Erkrankungs= oder Todesfall sich ereignet hat, 5. der Leichenschauer. Die Verpflichtung der unter Nr. 2 bis 5 ge“ nannten Personen tritt nur dann ein, wenn ein früher genannter Verpflichteter nicht vorhanden ist Für Krankheits= und Todesfälle, welche sich in öffentlichen Kranken=, Entbindungs=, Pflege=, Gefangenen- und ähnlichen Anstalten ereignen, ist der Vorsteher der Anstalt oder die von der zuständigen Stelle damit beauftragten Personen ausschließlich zur Erstattung der Anzeige verpflichtet. Zuwiderhandlungen werden nach§ 327 des Strafgesetzbuches mit Gefängnisstrafe geahndet. Wattenscheid, den 12. Mai 1908. Der Amtmann: misch. Suche bessere Kunden für Monogrammflickerei und Ausfestonieren Frau Heinrich Brodt, Augustastr. 14, 1. 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Sind engere Wahlen erforderlich, so werden dieselben sofört vorgenommen Wahlkommissar ist Herr Oberbürgermeister Machens in Gelsenkirchen. 1. 2. 3. 16. 17. Benennung des Wahlbezirks. Der Wahlbezirk besteht aus Name des Wahlvorstehers des Stellvertreters Wahllokal Eppendorf 1. Eppendorf 2. Eppendorf 8. Günnigfeld 1. Günnigfeld 2. Günnigfeld 3. Günnigfeld 4. Günnigfeld 5. Höntrop 1. Höntrop 2. Höntrop 3. Höntrop 4. Leithe. Sevinghausen. Westenfeld 1. Westenfeld 2. Westenfeld 3. Aabach-, Bach=, Bärendorfer=, Chaussee=, Karl=, Engelsburger=, Ewald=, Feld=, Friedrich=, Heinrich=, Hellweg=, Holzstr. 3 u. 10, Hektor=, Höntroper-, Husacker=, Krupp=, Tal=, Wald-, Weitmarerund Kaiserstraße 1—90 einschl. Adolf=, Bernhard=, Julius=, Ring=, Garten=, Winkel=, Gustav=, Quer=, Mark=, Hestern=, Vogel=, Kolonie=, Holzstr. von 61—Schluß, und Munscheiderstr. von 4—45 einsch! 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Heinrich=, Wilhelm-, Hauptstr. 1—35 einschl. Haus Nr. 41, 43, 45, 47, 49 und 51, Hauptstr. 52—Schluß und Nr. 36, 44a, 46, 48, Bahnhofstr. 65— Schluß, Friedrich=, Morgensonne=, Mühlen=, Centrum=, Grün=, Berg=, Schul= und Höntroperstr. 2—5 einschl., Höntroperstr. von 6—Schluß, Süd=, Ost=, Bernhard=, Winkel=, Heide=, Karl=, Stephan=, Hellweg=, Vieting=, Busch= u. Chausseestr. Von den zur Wahl erscheinenden Personen kann die Vorlage einer Legitimation verlangt werden. Wattenscheid, den 25. Mai 1908. Der Amtmann: Emisch. Pionier-Verein Geleenkirchen. Sonntag, den 31. Mai 08, nachmittags 5 Uhr monatliche Versammlung im Vereinsheim Bismarckhalle. Tagesordnung: Preisschießen. Der Vorstand. Kirchliche Gemeinschaft Gelsenkirchen=Alstadt. Sonntag, den 31. Mai 08, nachmittags 3 Uhr, im evang Gemeindehause(Elisabethplatz) Familientest und Abschiedsfeier für Herrn Gemeindehelfer Warstat durch Ansprachen der Herren Pastor Rummeld=Werne, Pastor LeichGeisenkirchen, Pastor MuckeleyGelsenkirchen, Herrn Warstat u. Gallinat aus Unna, Zitbervorträge, Deklamationen, Sologesänge, unter freundl. Mitwirkung des Posaunenchores des Jungiingsvereine, Aitstadt und des Gemischten Chores der Gemeinschaft. Gemeinsames Kaffeeteinken. Programme sind bei den Mit gliedern, sowie an der Kasse zu haben. Eintritt 50 Pfg. Der Vorstand Krieger- und LandwebrVerein„Schalke“ zu Gelsenkirchen. Sonntag, den 31. Mai er., vormittags 11 Uhr Appel — im Vereinslokale.— Leithe u. Scbonnebeck in Kray. Conntag, den 31. Mai, nachm. 2 Uhr. im Gemeindehause: Antreten zur Teilgahme am Jubelfeste des Brudervereins Königssteele Abmarsch punkt 2¼ Uhr mit Musik, Vereinsabzeichen sind anzulegen. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten Karten zum Preise von 15 Pfg. sind beim Schriftführer Aug. Brückner, Bahnhofstr. 4, zu haben. 5002 Der Vorstand Tages=Ordnung: 1. Zahlung der Beiträge. 2. Anmeldung neuer Mitglieder. 3. Ausgabe der Nummern für das Preisschießen. Es werden 2 Schießklassen gebildet. 4. Ausgabe d. Fahrkarten für den Extrazug nach Carnap 5. Verschiedenes Nachmittags 2,10 Uhr Abfahrt nach Cornap zum Preis-Schiessen. Abends 8½ Uhr Preisverteilung und Konzert im Vereinslokal. Auch in diesem Jahre findet wieder Preisschießen für Damen statt. Fahrkarten für den Extrazug sind nur während des Appells zu haben. An dem Schießen können nur die Kameraden teilehmen, die ihre Betträge bis 1. Mai bezahlt haben. Der Vorstand. Aufertigung nach Mass. □ Blau-Kreuz-Verein Schalke. Feler des X. Jabresfestes Im Wilhelmsgarten (Eversloh) Oststrasse am Sonntag, den 81. Mai er., nachmittegs 8½ Uhr, unter Mitwirkung des Possunenebors vom er. Manner- und Junglinge-Vereis Sebelke, des Barmer Seatels„Friede“ und des eigenen Cbores. Ausprachen halten Herr Pastor Hackemann, Langerfeld b. Bermen, Genereisebretär Lehrer Göbel, Barmen, Paster Barlen, Schalte und Paster Hellbardt. Düsseldorf. — Eintrittepreie 0,25 Mk.— Programme, welche sum Eintritt berechtigen, bei den Mitgliedern und an der Kasse erhältlich. 20492 Rusik-Instrumente& Saiten aller Art empfichlt Aug. Richard Gelsenkirchen, Behnhofstr. 52 Oigere Roparatoernorkater Großer Preisabschlag. — Hochfeine Molkerei-Süssrahmbutter 120 Pfg., bei s Pfund 115 Pfg. à Pfund. — Alle anderen Sorten sehr billig.— Ostfriesische Butterhandlung. Kirchstr □ 6 □ 8 Mertens-Drecker Korsett-Fabrik Gelsenkirchen Zentrale: M.=Siadbatz. Bahnhofstr. 60. Teleson 1562. Filiale: Suisburg. S Erstes und größtes Spezialhaus für Korsetts. Großartige, von keinem anderen Geschäft gebotene Auswahl in jeder Form und Preislage. 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(Ohne Gewähr.)(Nachdruek verbeten.) 100(500] 230 45 315 29(300) 592 651 98 946 1263 916 525 92 612 88 745 949 2089 215 693 763 858(500) 71 ers 15091 S10s 500 704 un0 lip0] 413: 424 794 5229 30001 451 509 626 BS 992 B3 Gasi anf 760 87 bd 913 7020 255(500] 90 876 428 678 07 919 8223 442(1000) 524 742 872 a1s 9070 309 a9 410 11 506 645 851 991 10030 211 91 490 97 542 791 806 14 948 11071 96 152 324 72 69 522 76 743 45 856 921 es(3000) 12314 472 1000] 534 874 13212 312 421 52 752 887 922 14043(500) 187 93 524 80 706 e7 1 5030 127 272 449(10001 73 620 747 16019 21 75 122 233 562(1000] 535(3006] bes 1 7896 646 18154 13000] 288 586 726 71 80 801 19041 96 253 336 773 83: 20106 343(5001 431 30 60 94 691 21197 227 353 410 87 bss 3000] zur 914 25(5001 22196(500) 303 54 1000] abr 745 23•02 95 321 421 91 680 8e3 34 89(500 24115 37 55 458(3000) 25009(3000) 113 324 424 504 673 773 26119 254 55 362 72 414 532 713 910 27065 199 1000] 230 430 302 87 28325 38 554 709 29019 354 85 1300 30066 82 761 836 31240 710 52 815 32003 507(500) 793(500) 909 29 74 33012 50 155 327 419 601 993 34039 9s 171 362 510 20 684 967 652 35040 161 205 643 71 770 840 923 36174 255 464 1500) 577 633 777 95 823 920 37029 104(1000) 23 200 59 347 542 638 852 80 93: 38030 193 3000) 97(5001 240 6s 366 469 640 821 89033 256 64 421 933 400fl 471 ser 41211 8s s6e( 1000] 570 729 42•23 504 961 1500) se 43085 1hb 206 323 415 44104 293 800 a2 404 71 bis(1000) 917( 1000] s0(500) 59 45023 975 24 46931 S4 173 313 son 1000) 54 753 395 47016 270 eS 349 433(500) 623 34 45 823 984 4.8567 639(5000] 818 3000) 49166 97 398 407 652 715 65 894 923 49 78 50005 7 199 270 338 59 363 64 70(500) 719 919 51076 285 323 426 an: an00) ran 90e 90 52315 84 525 1500) 666 727 69(5001 53182 208(300) 11(500) 73 538 758 as: 994 54000 147 593 692 729 61 88S 943 1000] 55056 67 133 222(1000) 27 505(1000) 810 921 23(1000] 42 56 56595 718 974 l3000) 57027 93 95 273 372 58056 199 202 491 511 655 e64 S9066 ff 80(3000) 90 355 730 60123 226(10001 zns 425 617 700 61 ese 61048 338 401 19 72 630 55 891 92 62030 53 1000) 324 628(500) 63018 247 421 522 6c)(1000) 701 933(500) G4o77 141 900 92 316 588 607 791 933 56 65151 01 247 309 519 612 85 876 66092 152 208 551 6S 842 925 67016 135 86 213 91 9S 911 18 433 785 843 71 941 68070 611 745 864 69005 143 54 845 58 431 42 553 702(1000] ## 18S 210 53 342 70 762 929 71113 16 606 870 (300) ss6 72170 814 aos un 73066(10001 77 252 501 50 890 74167 315 490 535 769 ana Tsconl aft WEe7g s? 2## os 3ö 555 76625 5i 317 35 f1 575 bät 650 57 v05 o5 77045 230 382 543(500] 669 800 945 78116 S1 492 700 ab 806 940 71 s0 7900: 527(5001 681 806 80116 76 206 20 405 81126 77 83(500) er 91 706 (3001 309 82369 533 o6 609 95 83127 202 79 77 376 91 465 509 b1 725 84112 493 511 52 759 807 94 926 85273 300) ese 14001 so1 86102 f0 484 691 98 voS 87117 P9 341 72 95 579 608 88154 10001 a97 71 661 730 ss1(300) 8900. 261 90 612 17 31 854 933(300) 90095 als 695 700 a5 91 434 v9i a1 92033 194 be 919 Ber 4e5 842(500] 706 S 31 6S9 93405 17 503 719 49 925 64 908 94054 176 236 49 465 509 703 40 mn aT3 95144 256 M0 313 494 Gan(sc0j vos 9a3 96110 b1 309 Ny 542 696 719 873 34 908 97034 554 08155 20001 a2s 75 800 99162 901 4%3 49 770 208 v19 40(1000 pe a-ar 5 Ka 11 491 543(2001 Si1 7i9 b09 10111: ve sei 6a1 102014(5001 se ani bnn a1e ans 103106 63 So: 29 MN 209 917 d42 z2 104123 308(1000] 4n0(3000 76S 83 904 105087 123 296(10001 74 13001 301 74 79 435 516 63 a40 ans 900 an(3000] 10605e 157 476 54s 850 19%P. 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(Ohne Gewäbr.).(Nachdruck verboten.) 5s 160(500] sös 301 64 521 853 95: 1332 431 83 627 759 1000] 991(1000) 2019 230 78 341(1000) 66 437 722 38 833 3207 399 434 l3000) 594 614 871(3000) 4224 1500) 359 565 877 931 500“ 412 68 506(500) 6337 471 7134 225 50 673 790 869 8289 95 485 845 1500) 911 9237 361 439 85 684 676 11000) 924 44 1 0031 304 29 429 36S 856(3000 11015 76 214 81 519 396 12034 140 239 311 564 608 500) 724 13014 f2 484 540 14235 418 53 693 812 974 15105 526 98 744 UT 283 932 (320 16143 319 301 602 745 79 837 913 33 40 1709: 127 500] 213 50(2000) 94 515 676 659 18340 420 44 530 319 19010 ie(3000] 170 es 216 67 855 20164 560 607 13( 1000) 34 21063 67 195(30001 239 544 65 454 100 25 833(500) 930 22007 42 66 200 90 592 901 st 23000 118 57 261 417 24075 160 675 893 961 25016 K5 l5c0) 213 s3 321(1000) 83 512(1000) 6:1 715 80(3000 26002 672 f8 845 36 27136 237 409 44 516(500] 683 743 500) 876 921 28046 470 l500] 571 85 61s 42 859 29021 333 527 53 900 30314 402 16 50 630 791 935 31351 l3000] 5n(3001 94 510 77 86 861 32201 324 41 405 755 830 932 96 33134 63 as(300) 395 415 13001 71 521 25 71 75 a71 979 34147(2000 75 223 38 39 66 388 96 401 611 749 259 35272 256 533 629 36175 587 743 867 973 82 37212 356 622 734 882 89 38036 147 407 86 634 63 00 762 917 39003 28 58 276 356 512 629 1000] 40 61 40106 511 61 648( 1000] 67 ab 13000) 784 90 82: 94 41260 931 42184 263 95 465 602 4e 787 43030 100 322 32 85 463 581 15001) 44103 324 85 428 97 602 732 362(500) 924 1000] 45303 462 507 672 719 876 990 46242 626 795 837 990 47001 487 35 507 33 60 663 48336 417 26 71 550 94(1000] s10 4: 703 43(3001 ss(300) 840 85 49130 650 944 12000 500fn 431 ers fia 11000] 51arS 198 462 a9e(300) 957 61(3000) 52022 60 105 21 S12 76 422 44(1000) 509 10 reo 84 82 sei 1500) 9ös 53297 1000) 309( 1000] 527 d2 612 851(1000) u31 54433 51n ex 870 93 94 906 55183 336 10 461 90s 56500 615 931(500) 570se 192 1000) 904(300 403 36s u1 710( 1000) 6s 60 836 58 63 58124 234(1000) 810 71 f72 907 1300) 76 93 97 59537 626 817 55 60033 1200) 143 441 736( 1000] s27 944 49 61198 1000 97 n1 vio 923(1000] ans 87 62037 ans 91 419 275 1300) 6302s 201 404 1300] s: 13000) Sa7(300) 711 S4 10 as: 64231 313 824 929 65167 236(500) 521 670 764 66367 475 302 87 611 66 728 Ay1en 225 12c0! 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Mai. 1900. Allgemeine Zeitung. den maßge Realknadit## zu billigen kannt word Genn 2 taatseinko und des Ko und 27) kei ordentlichen trieben won darin forn! die Steuero genwehr der wo neben d 0 chwerste b. teuern. zuwachses di lungt aber wenn bei d eine Wertzu ligkeit entsp ins Auge## verde treffen sein. Gewinne an andenen Kor Wertzumae sitze Liegende Einführung schlietzlich m kein. Wertzu gedwie en! reinsverm von 88 889,1 hältnisse des betrug am 3 Gelsenkirchen Bulmbe 117, Die Geschäft benutzt. Die 2911. Nicht die Versend. Eingänge wi erster Linie der HausKehlenrevier dem Bureau werden. 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Aenderungen des Vorjahres bezüglich des taatseinkommensteuergesetzes, der Kreis= und Provinzialbesteuerung und des Kommunalabgabengesetzes(Aenderung der§§ 58 und 7, 20 und 27) keine erheblichen Vorgänge zu verzeichnen. Mit ganz außerordentlichem Eiser ist die Einführung der Wertzuwachssteuer betrieben worden. Es geinnt den Anschein, als ob sich die Gemeinden darin förn kich den Rang ablaufen wollten, mit solcher Eile werden die Steuervorlagen eingebracht, durchberaten und trotz hefeiger Gegenwehr der Hausbesitzer auch angenommen. In allen den Orten, wo neben der eingeführten Wertzuwachssteuer auch noch die Umsatzsteuer besteht, wie z. B. in Gelsenkirchen, sind die Hausbesitzer aufs schwerste belästet, denn sie haben den Wertzuwachs doppelt zu besteuern. Die Umsatzsteuer stellt bereits eine Besteuerung des Wertzuwachses dar. Sie setzt die Erzielung eines Gewinnes veraus, gelangt aber trotdem aud dann in allen den Fällen zur Erhebung, wenn bei dem Besitzwechsel ein Gewinn nicht erzielt wird. Soll eine Wertzuwachssteuer den Anforderungen der Gerechtigkeit und Billigkeit entsprechen, so darf sie nur den unverdienten Wertzuwachs ins Auge fassen. Die Feststellung aber darüber, was beim Hausbesitz verd entc; oder unverdienter Wertzuwachs ist, wird— wenn überhaupt möglich— mir unter den größten Schwierigkeiten zu treffen sein. Es muß ferner gefordert werden, daß nicht nur die Gewinne an Grund und Boden besteuert werden, sonder auch alle anderen Konjunkturgewinne des mobilen Kapitals. Weiter dürfte die Wertzuwac aeur nemals zu den anderen, schon auf dem Grundbe# sitze(iegenden Lasten hinzutreten, sondern Hand in Hand mit ihrer Einführung müßte die Aufhebung anderer Steuern gehen. Und schließlich müßten auch die Grundbesitzer in allen den Fällen, wo kein. Wertzuwachs, sondern eine Wertminderung eingetreten ist, in gendwie entschädigt werden. Im vergangenen Jahre hat sich das Vereinsvermögen wieder wesentlich erhöht. Dasselbe ist gestiegen von 88 889,15 Mark auf 35 953,71 Mark, sodaß die finanziellen Verhältnisse des Vereins die denkbar günstigsten sind. Die Mitgliederzahl betrug am 31. Dezember 1907 1434 Mitglieder, davon entfallen auf Gelsenkirchen 468, Schalke 284, Bismarck 197, Ueckendorf 138, Bulmbe 117, Hüllen 52, Heßler 66, Röhlinghausen 97. Auswärts 15. Die Geschäftsstelle wird nach wie vor noi der Mitgliedern rege benutzt. Die Cingunge betrugen im Jahre 190 2232, die Ausgänge 2911. Nicht mitgenechnet sind bei letzteren die Ausgänge, welche durch die Versendung des Jahersberichtes bedingt waren. Daß sowohl Eingänge wie Ausgänge nicht die vorjährige Höhe erreichten, ist in erster Linie darauf zurückzuführen, daß die bisher für den Verband der Haus= und Grundbesitzervereine für das rheinisch=westfälische Krhlenrevier mitgeleifteten Arbeiten, vom 1. Januar 1907 ab von dem Buregu des Verbandsvorsitzenden Herm Justizrat Greve erledigt werden. Die von der Geschäftsstelle speziell in Steuer= und Verwaltungsstreitsachen erzielten Erfolge sind ganz beachtenswert; z. B. wurde in einer Verwaltungsstreitsache wegen Werizuwachssteuer die veranlagte Steuer von 1883 Mark, nachdem der Einspruch von der Verwaltung zurückgewiesen und Klage beim Bezirksausschuß hatte erhoben werden mussen, auf 253 Mark ermäßigt. Für das betrefsende Mitglich wurden somit 1630 Mark gerettet. Für ein anderes Mitglied sonnte durch sachgemäße Bearbeitung der noch im Jahre 1905 feftgesetzte Ein kommonsteuersatz 300 Mark auf 70 Mark herabgebrückt werden. Auch in den höchsten Instanzen sind mannigfache Erfolge erzielt worden. Es ist in Aussicht genommen, mehrere Versammlungen im Jahre abzuhalten und in denfelben Voyräge über vie Hausbesitzer interessierende Fragen halten zu lassen. Die im Berichte 1905 und 1906 erwähnten Klagen gegen die Gültigkeit der erlassenen Ortsgesetze betr. Kanal= und Müllabfuhr=Gebühren sowie Umsatz(Wentzuwachs)steuer haben ihre Erledigung gefunden. Das Ortsstatut betr. die Müllabsuhrgebühren wurde vom Oberverwal die Kanalgebührenordnung wurde allerdings gewonnen, weil dem der Veranlegung zu de. Gebühren zu Crundo liegende Prozentsatz des Gebäudsteuernutzungswertes nicht die Gnehmigung des Bezirksausschusses erteilt worden war. Das Oberverwaltungsgericht sprach in seinem Erkenntnisse aus, daß der§ 3 der Gebühren=Ordnung nicht einwandfrei sei, insosern er alle Grundstückseig ntümer, welche Abwässer unmittelbar oder mittelbar in die städtischen Entwässerungsanlagen ableiten, gebühranpflichtig machen will. Eine Gebühr kann nur von demjenigen gefordert werden, welcher eine Gemeindeanstalt benutzt, und in der mittelbaren Zuführung von Abwässern liegt nicht immer eine Benutzung des städtischen Kanals. So findet z. B. eine Benutzung im Sinne des Gesetzes nicht statt durch einen Grundstücks Rosrinkseigentümer, der Abwässer einem zu der Aufnahme verpflichteten dritten zuführt, auch wenn dieser, der sehen muß, wo er mit den Abwässern bleibt, sie in die Anlagen der Gemeinde leitet. Sodann erklänt das Oberverwaltungsgericht für ungewöhnlich, daß die Gebührenordnung für die Bemessung der Abgabe als zweiten Maßstab (neben dem des Gebäudenutzungswertes) die Frontlänge der Grundstücke bestimmt. Hinsichtlich der Zahl der Breite der Grücken über den Rhein=Herne=Kanal hat der Vorstand sich mit den Nachbar=Vereinen zu veranlassen gewußt. Einem an die Stadtvermaltung gerichteten Antrage auf Namhaftmachung der historischen Straßen wurde entsprochan und die Zusagt gegeben, uns die für die Folge ausgestellten Anträge regelmäßig zugehen m sassen. Die Kenntniis der histovischen Straßen ist von großer Bedeutung, indem unter Umständen unnütze Prozesse vermieden werden können, andeverseits aber auch den Mitgliedern durch die Geschäftsstelle Auskunft über diejenigen Straßen erteilt werden kann, bei deren Bebauung Anliegerbeiträge nicht zur Erhebung gelangen. Auch mit der Erhöhung der Mieten hat sich der Vorstand befaßt und ist zu der Ansicht gelangt, daß in andetrocht der vennehrten Ausgaben eine Erhöhung am Platze war. Der diesbezügliche Beschluß ist durch die Tageszestungen den Mitgliedern bekannt gegeben worden. Endlich sei noch der Klagen aus dem Typhus=Prozeß erwähnt. Trotzdem in 1. Instanz der Prozeß verloren gegangen war, gelang es im Lause des verfkossenen Jahres dem Rechiebeestand der Kläger Herrn Dr. Heinemann, Essen, uner Assistenz des Vereinsvorsitzenden, der keine Mühe und Arbeit gescheut hat, einn Vergleich zustande zu bringen, dem alle Kläger ihre Zustimmung erteilten. So st auch diese Angelegenheit wiederum zu gunsten## Mit#lede; um Abschluß gebracht; konnten doch ca. gun Mart an die Geschädigten zur Auszahlung gelangen. Beim Rachnungsabschluß waren für das Rechnungsjahr 1907 zu verzeichnen: an Einnahrner: 40 548,52 Mark, an Ausgaben: 5545,29 Mark, mithin Kassenbestand 35 003,23 Mark, bestehend aus: Auf Sparkassen=Konio belegte Gelder 33 773,45 Mark, auf Bankkonto belegte Gelder 11•//,75 Mark, Kassenvesland am 31. Dezember 1907 42,03 Mark. Das Vereinsvermögen setzt sich aus folgenden Posten zuhumen: Bar 85 0011.73 Mark, Mebilien 475,98 Mark, Bestand an Dietverträge: 295.20 Mart E##nins Sucherunnen shu an 00.—: O m.u 4WP Mgis, Sonstige Forderungen 206.80 Mark. Der Vorstand besteht aus folgenden Mitgliedern: Stadtverordneter Joh. Boden, Gelsenklrchen=Schalte, 1. Vorsitzender. Schlossenmeister, Ecorg Brockhoff, Ge senktrchen=(Alt), 2. Vorsitzender. Wirt Wilh. Frining, Gelsonkirchen-Schalte, 1. Schristführer. Bauunternehmerrn, Tmmmermann, Gelsenkirchen=(All), 2. Schriftführer. Lehrer Siepmann Geisenkirchen=Hüllen, 1. Kassierer. StadtverordRentner Ang. Stadtverordneter Friedi neter Carl Vorberg, Geifenkirchen=(Alt), 2. Kassiener. Gelsenkirchen=Schalle, Beisiver, Stadtvert Zeisitzer., Inva'ide Heinr. Kläurchen=Bismarc, Beisitzer. Ziegeleidositzer Heinr. Hülsmonn, Gelsenkirchen=Bismarck, Beisitzer. Wirt Friedr. Dieckhöner, Gelsenkirchen=Ueckendorf, Beisitzer. Kaufmann Peter Hülpisch, Gelsenkirchen-Busmke, Beisitzer. Stadtverordneter Frz. Bielefeld, Gelsenkirchen=(All, Be sitzer Wirt Friedr. Buchmüller, GelsenkirchenBismarck, Beisitzer. Wirt, Wilh. Kreter, Röhlinghausen, Beisitzer. Der Vortrag des Herrn Redakteurs Ecker=Essen über„Staat, Grund= und Hausbesitzer“, fand großen Beifall. Ferner traten noch als Redner aif Herr Verleger Schulte=Essen, der über die Hausbesitzer und Presse sprach und Herr Justizrat Greve=Geisenkirchen, der einm Vortrag über die„Verpflichtung der Anlioger in Bezug auf die Bürgersteige“ hiel:. Nach B sprechung verschiedener interner Angelegenheiten wiirde d#e Generalversammlung vom 1. Vorsitzenden, Herrn Boden, geschlossen. Aus der Amgegend. bo. Kray, 25. Mai. Der evangelische Arbeiterverein für Kray, Lepthe und Schonneberck hielt gestern nachmittag um 3½ Uhr im evangelischen Gemeindehause seine monatliche Generalversammlung ab, welche vom ersten Vorsitzenden, W. Wandse, eröffnet und geleitet wurde. Zunächst verlas Schriftführer Meyer die Protokolle über die letzten Verhandlungen, gegen deren Fassung die Versammlung nichts einzuwenden hatte. Die Versammlung beschloß, den Einladungen der Brudervereine von Königsteele und Rotthausen zu deren Stiftungsfesten Folge zu leisten. Demgemäß beteiligt sich der Verein am kommenden Sonntag, den 31. Mai mit einer Musikkapelle(BonifaziusKapelle) an dem Stiftungsfest des Brudervereins Königssteele und am Sonntag, den 17. Juni an dem 20jährigen Juhelfest, verbunden mit der Feier des ersten Kreisverbandsfestes des neu gegründeten Kreisverbandes evangelischer Arbeitervereine an der unteren Ruhr, in Rotthapsen. Einer gleichzeitig eingegangenen weiteren Einladung des Ostpreußischen evangelischen Arbeitervereins in Gelsenkirchen-Bulmke zu deren am Sonntag, den 12. Juli stattfindenden Jahresfeste konnte nicht stattgegeben werden, weil der hiesige Verein am genannten Tage selbst sein Stiftungsfest seiert. Da das Vereinsmitglied Landwehrmann seine Wahl zum Mitglied des Familienbeirats endgültig abgelehnt hat, muß eine Neuwabl stattfinden. Es wurde beschlossen, diese Neuwahl jedoch erst in der nächsten Jahresversammlung im Juli vorzunshmene. Nach Erledigung einiger interner Vereinsangelegenheiten wurde die Versammlung, nachdem auch die Kassengeschäfte ihre Erledigung gefunden hatten, gegen 5 Uhr durch den ersten Vorsitzenden geschiossen. eg. Caternberg, 25. Mai. Am 4. Juni d. Is. findet die feierliche Grundsteinlegung für den Neubau der höheren Knabenschule statt. Die Festteilnehmer werden sich um 4¾ Uhr nachmittags im neuen Sitzungssaale des Polizeigebäudes versammeln, um sich dem von der Marienschule zur Baustelle sich bewegenden Zuge der Schüler der Anstalt anzuschließen. Auf der Baustelle wird sodann die Grundsteinlegung durch Musikvorträge, Schülergesang, Ansprache des Vorsitzenden des Kuratoriums, Vorlesung der Grundsteinurknde, die üblichen Hammerschläge usw. in würdigster Weise begangen werden. cg. Caternberg, 25. Mai. Das„Hausorchester Caternkerg“, ein aus 13 Lehrern bestehender Musikverein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, nur wirklich gute und klassische Musik zu treiben und der Bürgerschaft zu bieten, veranstaltete am Sonntag ein InstrumentalKonzert in dem großen Saale des Herrn Wenner. Keine Mühen und Ausgaben waren gescheut, das Konzert zu einem großartigen zu gestalten, infolgedessen war der Besuch auch ein ausgezeichneter und der Saal bis zum letzten Platz besetzt. Dem reichhaltigen Programm entnehmen wir nur einiges. Sehr ansprechend und klangvoll wirkte das hübsche Andante favori von Mozart. Ebenso exakt und ausdrucksvoll vorgetragen wurde die Overtüre, Rükezahl von Flotow. Reichen Beifall erntete der Verein durch den vorzüglichen Vortrag des Sextuor von Fouconier. Zeigte doch dieses Konzertstück so deutlich, daß jeder Mitspieler nicht nur sein Instrument beherrscht, sondern geradezu Künstler darauf geworden ist, tretene doch in dem Sextuor durch die Solopartieen die Einzelinstrumente in so klarer, feiner und ausdrucksvoller Weise hervor. So verdient also das Hausorchester für die vorzüglichen Leistungen und Darbietungen ungeteiltes Lob. Nicht minder vorzüglich aber waren die Darbietungen der Solisten. Fräulein Eckermann, Schülerin des Königl. Konservatoriums in Köln, die vielen vom letzten Kirchenkonzert her bekannt war, erntete herzlichen Dank. Der Wohlklang ihrer Stimme, dabei das umfangreiche und kräftige Organ, worüker Fräulein Eckermann verfügt, reißt einen jeden mit fort. Nach dem neckischen„Waldteufel“ von Bohm mußte sie sich zu einer Zuggbe verstehene, die nicht minder hübsch war. Vielen mochte auch von Essen her Herr Kapellmeister Anger bekannt sein, aber auch die ihn bisher nicht kannten, sind von seinem warmen. ausdrucksvollen Cellospiel entzückt. Der volle und weiche Ton, den er seinem herrlichen Instrumente zu emlocken wußte, wirkte bei feiner, sachkundiger Begleitung am Frlügel geradezu bezaubernd für jeden andächtigen Zuhörer. 1* Steele, 26. Mai. Rauslustige Brüder schlimmster Sorte sind die Gebrüter D. von er. Ihr Feld scheint jetzt au' der Isinzerstraße zu liegen, wo sie erst in der Nacht zum Soanieg einen geideutarm pe####ts##n und mit Stöcken die Blendladen der umliegenden Häuser verarbeiteten, sodaß auch Sachschaden entstand. Am Sonntag mieteten sich die Beiden eine Droschke, mit der sie eine Lustfahrt machten. Als es ans bezahlen gehen sollte, fielen die Rowdies über den Kut'cher her und schlugen ihn blutig. Einer von ihnen versuchte sogar dem Manne die Augen auszudrücken, was aber von einem Straßenpassonten verhindert werden konnte. Die Raushelden trugen bei der Affaire ebenfalls blutige Köpfe davon.— Angerempelt wurde in der Chausseestraße ein Radfahrer von einem aus einer Wirtschaft kommenden Manne. Der Radler stürzte, er verstand aber keinen Spaß, sondern walkte den Anrempler dermaßen durch, daß dieser mit blutendem Kopfe einen Arzt aufsuchen mußte.— Der evangelische Arbeiter= und Bürgerverein hat seinen Jahresbericht bekannt gegeben. Wir entnehmen demselben Folgendes: Der Venein der ungefähr 200 Mitglieder zählt, hat sich im vorigen Jahre der Bundessterbekasse angeschlossen. Diese zahlt 100 Mark Sterbegeld, zu dem der Verein deim Tade von Mitgliedern und deren Frauen nach 50 Mk. aus eigenen Mitteln hinzulegt. Auch die Kassenverhältnisse sind sehr günftig. Von den Vereinsdamen ist ein prachtvolles Fahnenband gestiftet worden. t Steele, 27. Mai. Schöfsengericht. Verurteilt wurden: Bergm. Jos. Krzysko=Kray wegen gefährlichen Körperverletzung und Beleidigung zu 25 Mark ept, 5 Tage Gefängnis, Arbeiter Wilh. Nocklaß, Kreis Ortelsburg, wegen Unterschlagung zu 5 Mark evt. 1 Tag Gefängnis. Bergmann Anton Kwiatkowski in Horst=Ruhr, wegen Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung, Beleidigung und Widerstandsleistung zu 3 Wochen Gefängnis. Bergmann Heinrich Duhr aus Ueberruhr wegen Nichtbeschaffung eines Unterkommens zu drei Tage Haft. Bergmann Karl Sarimsti=Konigsstcele wegen Entziehung der Unterhaltungspflicht zu 9 Tage Haft. Vereins- uüd Vergnügungs-Anzeiger. ** Die kirchl. Gemeinschaft Gelsenkirchen=Altstadt seiert am Sonntag, den 31. Mai ein Familienfest, gleichzeitig auch Abschied des Gemeindehelfers Warstat, im ev. Vereinshause, Elisabethplatz, nachmittags 3 Uhr.(Siehe Ins.) ** Der Blau=Krenz=Verein Schalle seiert sein diesjähriges Jahresfest am Sonntag, den 31. Mai im Wilhelmsgarten, Oststraße. Als Festredner ist Pastor Hackemann aus Langerfeld bei Barmen gewonnen. Weitere Ansprachen werden halten Generalickretär GoebelBarmen, Pastor Barlen=Schalle und Paster Hellbarn=Düsseidorf. Für den musikalischen und gesanglichen Teil sorgen der Posaunenchor des evangel, Männer= und Jünglingsvereins Schallke, das Barmer Sextet„Friede“ und der„Gemischte Chor" des Vereins. k. Der Verein ehemal. Jäger und Schützen wurde nach einer Mitteilung in der„Parole“ in der Sitzung des Preußischene Landeskriegerverbandes in den Kreiskriegerverband Gelsenkirchen(Stodt) aufgenommen. Centralkomitee z. Bekämpfung d. Tungenschwindsuch Berlin. 28. Mai. Das unter dem Protektorat der Kaiserin stehende deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Lungenschwindsucht hielt heute die 12. Generalversammlung im Sitzungssaale des Reichstages ab. Anwesend waren Staatssekretär von Bethmann=Hollweg, Generalstabsarzt Schierning, der Präsident des Reichsgesundheitsamtes Geheimrat Bumne usw. Beihmann=Hollweg eröffnete die Versammlung, wies auf die großen Fortschritte hin, die das Komitee namentlich auch im vergangenen Jahre gemacht habe, und gedachte dankbar der hohen Verdienste seines Vorgängers, des Grafen Posadewsky, der auf seinem Vorschlag zum ersten Ehreumitgliede ernannt wurde. Darauf wurde mitgeteilt, daß die Kaiserin an den Grafen Posadowsky ein Handschreiben gerichtet hat, in dem sie ihm für seine Tätigkeit im Komitee dankt und ihn bittet, sich auch ferner an dem Werie zu beieiligen. Tallieres in London. London, 28 Mai.(Tel.) In der Guildhall fand zu Ehren des Präsidenten Fallieres ein Frühstück statt, woran auch der Prinz und die Prinzessin von Wales teilnahmen. Die vorher verlesene Adresse der Stadt an den Präsidenten nimmt Bezug auf den im Jahre 1903 erfolgten Besuch des Präsidenten Loubet in der Guildhall und betont, daß die Gefühle herzlicher Freundschaft zwischen Frankreich und Enzland sich immer mehr befestigten und eine fortdauernde Bürgschaft für den Fortschritt der Zivilisation und den Weltfrieden bildeten. (Siehe auch den Leitartikel. D. Red.) London, 28. Mai.(Tel.) Beim Frühstück in der Guildhall erwiderte auf einen Trinkspruch des Lord Mayors Präsident Fallieres, er fühle sich glücklich, in London zu weilen. Er sei angenehm berührt davon, daß die Erinnerung in ihm wachgerufen worden sei, wie in demselben Saale sein Vorgänger Loubet die Entente mit feierlichem Worten besiegelt habe, die für die Interessen der beiden Nationen so segensvoll sei und deren Bande sich seitdem noch nicht gelolkert hätten. Die Gemeinsamkeit dieser Interessen habe nunmehr ihren Ausdruck in der glänzenden Ausstellung gefunden, deren sicherer Erfolg die beiden Nationen einigen werde, nach den nämlichen Idealen der Arbeit, Eintracht und Frieden zu streben. Windsor, 28. Mai.(Tel.) Präsident Fallieres und Minister Pichon trafen heute nachmittag zur Besichtigung des Schlosses hier ein. Beim Besuch des Mausoleums legte der Präsident einen Kranz am Grabe der Königin Viltoria nieder. London, 28 Mai.(Tel.) Minister Pichon stattete heute nachmittag dem Auswärtigen Amte einen Besuch ab und hatte mit dem Staatssekretär eine einstündige Unterredung über alle bedeutenden politischen Fragen zwischen beiden Ländern. Die Unterredung hat eine vollständige Uebereinstimmung mit den beiden Kabinetten ergeben. Letzte Telegramme. Prozeß Peters gegen die„Münchener Post“. München, 28. Mai. Wie die„Münchener Post“ meldet, hat die erste Strakammer des Landgerichts I den Termin für die Berufungsverhandlung im Prozeß Dr. Peters gegen den verantwortlichen Redakteur der„Münchener Post“, Gruber, auf den 4. Juli anberaumt. Ein neues lenkbares Luftschiff. Rom, 28. Mai.(Priv.=Tel.) Der Luftschiffer de la Grange unternahm vor dem König und einer Kommission von Offizieren des Luftschifferkorps eine Probefahrt mit seinem Aeroplan, die völlig gelang. Der Luftschiffer stieg dreimal auf. Alle Auf= und Abstiege vollzogen sich in befriedigender Weise. Schiffszusammenstoß. London, 28. Mai. Nach einer Lloydmeldung aus Boston ist dort der amerikanische Schooner„Fame“ mit dem englischen Dampfer „Boston“ zusammengestoßen. Der Schooner ist gesunken. Von den an Bord befindlichen Personen sind 16 ertrunken. Die englische Flotte. London, 28. Mai. Die englische Flotte wird bis zum 30. Juni vollständig mobil gemacht. Darauf werden die Kriegsschiffe in See gehen, um in der Nordsce wichtige Manöver vorzunehmen. Ein aufsehenerregendes Duell. Petersbur.g, 28. Mai.(Priv.=Tel.) Gestern hat hier ein Duell zwischen dem Prinzen Louis Napoleon Murat, Rittmeister im Garderegiment zu Pferde und zwei Marineoffizieren, und zwar den Brüdern Plehn, stattgefunden. Das erste Duell war resultatlos, beim zweiten wurde der Leutnant Paul Vlehn durch einen Schuß in die Lunge tötlich verletzt. Prinz Murat blieb unverletzt. Die deutschen Pastoren in England. Southampton, 28. Mai. Die deutschen Pastoren sind an Bord des Dampfers Kronprinzessin Cecilie hier eingetroffen, wurden von dem Mayor der hiesigen Geistlichkeit vorgestellt und zum Frühstück eingeladen. Alsdann setzten sie, begleitet von dem Schriftsteller Stead, ihre Reise nach London fort. Sport. Auf der kleinen Berlin=Treptower Bahn sand am letzten Sonntag ein Zweistunden=Rennen hinter Motorführung statt Aus demselben ging der in dieser Saison sich in vorzüglicher Form befindliche Berliner Arthur Stellbrink als Sieger hervor. Er verbesserte bei dieser schnellen Fahrt 13 Bahnrekords und legte auf seinem Brennabor=Riade 141,510 km zurück. Ich gehe durch einen grasgrünen Wald 9 6 aber die Böglein hör ich kaum singen, da mich ein abscheulicher Husten guclt. Die ganze Brust tnt mir weh und der Hals ist mir ordentlich roh. Wenn ich nach Hause komme. versuch ich's auch einmal mit Fays ächten Sodener Mineral=Pastillen— die sollen ja beauen Erkältungen, bei Husten und Verschleimungen ausgezeichnet wirken Von anderen Mitteln hab ich übergenug und ich mag sie nicht mehr sehen.— Hays ächte Sodener sind seit beinahe einem Vierteljahrhundert erprobt gegen alle katarrhalischen Erscheinungen des Halses und der Atmungsorgane. 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