1. Blatt, Nr. 109.— 6. Jahrgang Gelsenkirchener Samstag, den 9. Mai 11 Allgemeine Zeitung Amtliches Kreisblatt für den General= Geschäftsstelle Munckelstraße 16/18(beim Amtsgericht). Seöffnet jagug von 8 Uhr vorm. bis 8 Uhr abends. Bezugspreis für den Monat 65 Pfg. mit illustr. Unterhaltungsblatt. Anzeigenpreis 15 Pfg. die Petitzeile. Reklamen 40 Pfg. die Zeile. Ausw. Inserate 20 Pfg. die Zeile. Beilage=Gebühr pro 1000 Mk. 5. Fernsprecher: Nr. 173. und für den Landkreis Gelsenkirchen. ATATTATTAZ Brobenummern 10 Tage laua kostenfrei verlange man Cstzeider: durch Postkarte von der Geschäftsstelle Munckelstr. 16 18. Telegrammadresse: Bertenburg= Gelsenkirchen. Offizielles Organ für Militär=, Gerichts=, Eisenbahn=, Post=, Handelskammer= u.Knappschaftswesen. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Festtage. Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten. Barden über den Fall Eulenburg. In einer Unterredung mit dem Mitarbeiter eines Berliner Viaties hai Maximilian Harden seine Auffassung von dem gegenwärtigen Stande der durch ihn ins Rollen gebrachten Angelegenheit des Fürsten Eulenburg folgendermaßen ausgesprochen: „Die Königliche Staatsanwaltschaft am Landgericht 1 hal, wie ich noch in den letzten Apriltagen öffentlich voraussagte, die Eröffnung der Voruntersuchung beantragt. Der Chef dieser Behörde, Herr Oberstaatsanwalt Dr. Isenbiel, der durch die seit Jahrzehnten bekannten Künste kluger Menschenbehandlung getäuscht worden ist, war gewiß sehr froh, als er die leidige Sache an einen unabhängigen Richter abgeben konnte. Jetzt schwebt also seine„Strafsache gegen den Fürsten Philipp zu Eulenburg und Herteseld wegen Meineids“. Die Untersuchung führt Herr Landgerichtsrat Schmidt, der früher Staatsanwalt war, unter seinen Kollegen als ein energischer und gescheiter Mann gilt und entschlossen scheint, weder von dem Gedanken an den Rang und die äußerlich glanzvolle Vergangenheit des Angeschuldigten noch vom Vorurteil öffentlicher Meinung sich leiten zu lassen, sondern diese Strafsache zu behandeln wie jede andere. Das hätte vielleicht schon früher geschehen sollen; die Justiz fähri nie gut wenn sie sich von einem der Politik entlehnten Motor treiben läßt. Der Untersuchungsrichter ist in seinem Bereich souverän; er hat das Recht und die Pflicht, für die Sicherung aller Beweismittel zu sorgen, im Fall Eulenburg auch insbesondere zu erwägen, ob und wann er den Haftbefehl, über den er mindestens seit Dienstag sicher verfügt. rnn C„hia benth wall. Ma wbill. Hert Tandgerichtsial=Schmiel weig, Weiche wortlichkeit auf ihm lastet, und darf fordern, daß man bis zum Abschluß der Voruntersuchung(auf den dann die Entscheidung darüber zu felgen hat, ob das Hauptverfahren vor dem zuständigen Schwurgericht eröffnet werden soll) seine Kreise, seine ungemein große Arbeit nicht störe. An diese Rechtslage erinnere ich Sie, um zu erklären, warum ich über die Strafsache selbst heute nichts sagen möchte. Die öffentlicht Debatte darüber sollte mit einiger Vorsicht geführt werden. Schon die stete Betonung des Selbstverständlichen, daß Fürst Eulenburg nicht anders behandelt werden darf, als irgend ein doppelten Meineides dringend verdächtiger=Bürger im Reichsstrafgebiet, setzt unsere Rechtspilege namentlich im Ausland Kommentaren aus, die den Patrioten nicht erfreuen können.“ Ueber seine Rolle als Zeuge befragt, erwiderte Harden: „Da die Protokollierung meiner Aussage tagelang gedauert hätte und diese Zeit für den Untersuchungszweck fruchtbarer ausgenutzt werden kann, ist mir gestattet worden, meine Aussage sogleich schriftlich einzureichen. Der größere Teil, ein viele Folioseiten füllendes Schriftstück, ist seit Montag in den Händen des Herrn Untersuchungsrichters. Fortsetzung und Schluß folgen bis Freitag. Das Material, das sich seit Jahren bei mir aufgehäuft hat, ist außerordentlich groß und ich bin verpflichtet, es vollständig und geordnet dem Gericht vorzilegen, trötzdem für die Ueberführung des Angeschuldigten schon die Zeugnisse des Fischermeisters Jakob Ernst aus Starnberg und des Milchhändlers Georg Riedel aus Feldafing genügen könnten. Dem Zeugen Ernst, dessen Beziehungen zum Fürsten mir seit ungefähr sechs Johren bekannt sind, wäre Eulenburg schon gegenübergestellt worden. wenn der Fürst zu der ersten(schöffengerichtlichen) Hauptverhandlung in der Privatklagesache Moltke wider Harden gekommen wäre. Ernst, Riedel und eine andere Gruppe süddeutscher Zeugen hatte ich dann zu der zweiten Gerichtsverhandlung vor das Landgericht geladen, sie sind nicht vernommen worden. Jetzt hat der Untersuchungsrichter Ernst und Riedel telegraphisch zur Vernehmung geladen(die das Münchener itzungsprotokoll, ein Muster objektiver und blarer Darstellung. wesentlich erleichtern wird) und ich zweisle nicht, daß es der kriminalistischen Erfahrung des Herrn Landgerichtsrats Schmidt gelingen wird, auch den sehr zahlreichen anderen Zeugen, die ich benannt habe (darunter solche aus neuester Zeit) die Zunge zu lösen“ Harden fuhr dann weiter fort:„Ich bedauere aufrichtig, daß es st weit gekommen ist, daß alle Versuche, die ich unter Opferung meines persönlichen Interesses gemacht habe, um die Sache im stillen zu erledigen, erfolglos geblieben sind. Wenn Fürst Eulenburg, wie er mündlich und schriftlich(in einem Briefe, der mir vergelegt werden sollte und vorgelegt worden ist) freiwillig zugesagt hatte, im Winter 1906 sich aus dem Lichtkreis deutscher Politik entfernt und seinen französischen Intimus ersucht hätte, seiner Betätigung unter südlicherem Himmel ein neues Feid zu suchen(was dieser Herr, Haupiziel meines Kampfes, ja schließlich doch zu tun gezwungen war) dann wäre es nie zu einem Skandal gerommen. Ebensowenig wenn er und seine Freunde nach dem wohltätigen Eingriff des Kaisers geschwiegen hätten. War damals im Mai 1901 die Situation nicht besser als heute, besser für das Land und für die einzelnen Personen? Die Herren waren schon in der Zeit des Moltkeschen Ehezwistes von einem Strategen beraten, dessen Kunst nur für die Vorbereitung kleiner Scharmützel ausreicht und der schon deshalb in jeder entscheidenden Stunde vor der Gefahr schlimmeren Irrtums sicht, weil er sich selbst nie aufs Schlachtfeld wagt, Persönlichkeit und Taktik des Gegners also nicht aus eigener Anschauung kennen lernt Was ist mit dem ganzen Treiben bewirkt worden? Politisch: eine sicte Beunruhigung des Landes. Prozessual: die schöffengerichtlichen Jeststellungen, die durch die Eide des Fürsten Eulenburg entkräftet werden sollten, stehen wieder auf unangetastetem Fundament. Meine Schuld ist es nicht, daß es so kam. Wer mit unbefangenem Auge sieht nas ich geschrieben und vor zwei gerichtlichen Instanzen gesagt habe, muß zugeben, daß ich die Sache nicht mit behutsamer Zurückhaltung behandeln konnte. Der verhängnisvolle Fehler der Gegner war, daß sie diese Zurückhaltung durch Mangel an Beweismaterial, persönlichem und dokumentarischem, bewirkt glaubten. Ich bin jahrelang bei dem Entschluß geblieben, mich in dieser Sache von Schritt zu Schritt drangen zu lassen und nie mehr zu sagen, als die Notwendigkeit der Stunde unbedingt forderte. Im Jahre 1903 habe ich zwei Vertrauensmännern der Herren gesagt, der schon damals beschrittene Weg müsse zu einem der größten politischen Skandale führen, die Deutschland je erlebt hat(das war auch Bismarcks Warnung) und dringend ersucht, diesen Weg zu verlassen. Vor dem Schöffengericht habe ich gesagt, ich wolle die Herren schonen, nicht in ihrer privaten Existenz schädigen, vor dem Landgericht habe in, die Reserve viel weiter getrieben, als mit der Wahrnehmung meiner Interessen vereinbar war Das tat ich gegen den Wunsch meines Verteidigers Bernstein nur in politischer Erwägung. Es war der letzte Versuch. Man ließ ihn nicht gelingen. Jetzt ist's zu spät.„Notwendigkeit befiehlt, der Zweifel fneht". Daß er noch länger Schonung übe, kann kein Verständiger einem Privatmanne zumuten. Das Geschwür muß weg. Geht's nicht mit dem Messer, dann muß es ausgebrannt werden. Pflaster verbergen dem Auge nur das Symptom.“ „Sie haben immer betont, daß Sie nicht als Moralprediger. sondern als Politiker kämpfen. Welchen Ertrag hoffen Sie nun von diesem Kampf?“ „Für mich keinen. Was liegt daran? Ich werde froh sein, wenn ich mit der eklen Angelegenheit, die seit anderthalb Jahren all meine Kraft in Anspruch nimmt, nichts mehr zu tun habe und zu der Betrachtung politischer und künstlerischer Vorgänge zurückkehren kann, zu der stillen Arbeit, mit der ich auf meine Art der deutschen Macht und Kulturbildung an bescheidener Stelle dienen zu können glaube. Dem Lande aber wird diese Blutreinigung nützen. Wir sind in langer Friedenszeit eines mit Treibhausgeschwindigkeit wachsenden Wohlstandes zu wehleidig geworden. Wir fürchten immer, man könne uns geringer einschätzen als andere Nationen, wenn wir irgendeine schwache lelle entblößen. Wer so denkt, unterschätzt unsere Kraft. Haben nicht auch andere Länder Skandale erlebt? Aerger als wir. Sind nicht auch in anderen Ländern, der höchsten Gesellschaft Angehörige in Schande herabgesunken? Oefter als bei uns. Beispiele will ich hier nicht anführen. Und hat's diesen Ländern geschadet? Fast immer genützt. Daß auch im Staate des Großen Fritzen etwas faul sein lenne, hat nie ein Ernsthafter bezweifelt; der König selbst gewiß nicht Daß unser Adel als Stand, unser Offizierkorps als Volksbildnergemeinschaft für die Verirrungen einzelner nicht verantwortlich ist, liaucht nur dann bewiesen zu werden, wenn dieser Stand und diese Gemeinschaft sich um die Verschleierung der Sünden bemüht hätten. Das ist nicht geschehen. Trotz allen Fehlern, die von schlecht Informierten gemacht worden sind, muß der nicht blind gegen deutsches Wesen Voreingenommene bekennen: Deutschland hat diese schwere Probe gut bestanden. Und die innere Tüchtigkeit des deutschen Volkes bürgt dasür, daß es auch mit den Nachwehen ohne dauernde Gesundheitsschädigung fertig werden wird. Ist nicht schon wesentliches dadurch erreicht, daß der Glaube(nennen Sie es meinetwegen einen Aberglauben) beseitigt ist, zwischen Volk und Kaiser habe sich eine trennende Luftschicht gelagert? In den ernsten Kämpfen, die uns bevorstehen, konnte solcher Glaube, mochte er noch so unbegründet sein, höchst gefährlich werden. Fürs erste ist seine Wurzel nun gelockert. Das mag sich auch das Ausland merken. Dessen Urteil haben wir nicht ängstlich zu scheuen. Lassen Sie mich heute mit Worten schließen, d.e ich im Oktober 1907 vor dem Schöffengericht gesprochen habe und dic, Gott sei Dank, nicht veraltet sind:„Das Ausland, wenn es gerecht und verständig ist, kann nur sagen: Deutschland ist ein Land wie andere und hat wie andere auf einer gewissen Entwicklungsstufe gewisse Skandale; das Ausland muß aber sagen: Da drüben geht's doch rechtschaffen zu; der erste, der eingegriffen hat, war der Kaiser, und der ihn dazu angeregt hat, war sein erstgeborener Sohn. Da kann draußen und drinnen keiner die Nase rümpfen.“ Die Konfrontation in Liebenberg. Berlin, 8. Mai. Die schon angekündigte Gegenüberstellung der Zeugen Riedel und Ernst mit dem Fürsten Eulenburg hat gestern nachmittag 5 Uhr im Schlosse Liebenberg stattgefunden. Die Konfrontation war, wie wir hören, sehr eingehend und zog sich bis in die zehnte Abendstunde hin, sodaß die Kommission nur mit vieler Mühe den letzten fahrplanmäßigen Zug nach Berlin erreichte. Als markantestes Ergeknis der Gegenüberstellung ist die Tatsache zu verzeichnen, daß Fürst Eulenburg bestreitet, die Zeugen zu kennen und daß Kriminalkommissar Nasse mit seinen Beamten nicht wieder zurückreiste, sondern zur Ueberwachung des Fürsten im Schloise blieb.— Ueber den Verlauf der Konfrontation werden folgende Einzelheiten gemeldet: Die Zeugen im Münchener Hardenprozeß,, Fischermeister Ernst und Mischhändler Riedel sowie der Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Schmidt und Kriminalkommissar Nasse trafen in Löwenberg um 4 Uhr nachmittags ein. Am Bahnhof standen zwei Wagen bereit, die den Landgelichtsrat, den Kommissar und die beiden Zeugen nach dem Schlosse Liebenberg brachten. Dieses steht unter Beobachtung von Berliner Kriminalbeamten, die Mittwoch Abend in 39 Die Rokokodame. Roman von Ernst v. Waldow. (Nachdruck verboten.) Obgleich Frau Forstenberg sich daran gewöhnt, daß Mand in ihren Umgangsformen höchst„originell“ war, so überstieg doch diese an den jungen Buchhalter gerichtete Einladung in ihren Augen das Maß des Erlaubten und sie sagte in verweisendem Tone:„Du bist ein wenig selbstsüchtig, mein Kind, wenn auch Herr Winterfelt nicht tonzen will, so soll er sich doch hier mit der munteren Jugend unterhalten und, wie man zu sagen pflegt, fröhlich sein mit den Fröhlichen. Statt dessen willst Du ihn in einen Raum isolieren, den unsere Fursorge weit eher für das ruhebedürftige Alter hergerichtet hat. Aber Maud, viel zu 2— noch, um Frau Katharinens wahre Absicht zu durchschauen, lächelte überlegen, als sie erwiderte: „Und ich bin sicher, daß Herr Winterfelt viel lieber mit mir Papas Kupferstich=Mappe durchblättert, als hier dem Tanzen zu schaut. Ist es nicht so?“ „Ganz sicher, Fräulein Layard.“. aen 1 „Ich kenne ja Ihren Geschmack und weiß, daß Sie von den sogenannten Vergnügungen ebensowenig halten als ich. Was diese Leute für Anstrengungen machen, und wie wenig ästhetisch sind diese wilden Rundtänze! Gehen wir,“ fügte sie in ihrer kurzen energischen Weise hinzu,„dieses Zusehen ist kein Genuß, es langweilt mich und warum sollten wir den Staub schlucken, den jene mit ihren Schleppen aufwirbeln." Frau Forstenberg ward durch einen Diener abgerufen, der eine Auskunft von ihr wünschte, die Erfrischungen betreffend, welche nun kald herumgereicht werden sollten, und da sie nicht wohl, ohne die Sache auffallend zu machen, die Nichte verhindern konnte, ihren Plau zu führen, beschloß sie, Tante Julie hinauf zu beordern Die Erscheinung des schönen Mädchens war nicht unbeachtet geblieben. Mand hatte den Reiz des Fremdartigen, Außergewöhnlichen Einige der jungen Herren zischelten sich zu, daß sie eine Erbin, eine junge Engländerin, sehr extravagant, mit dem Spleen behaftet, aber enorm reich und daß Forstenberg, ihr Onkel und Verwalter, jetzt mit den Millionen der Miß Layard an der Börse spekuliere. „Aber warum hat Edi sich den Goldfisch entgehen lassen?" fragte der Honvedleutnant seinen Nachbar in der eben eingetretenen Tanzrause. „Bah, sie wird ihm einen Korb gegeben haben. Man verliebt sich nicht in einen Cousin, den man täglich im Familienkreise, gleichsam im Negligee sieht, das nimmt alle Illusionen.“ „Aber wer ist der hübsche Blondin, der die kleine Millionärin hinwegführt? Wahrscheinlich ein Landsmann, er sieht sehr vornehm aus——“ „Behüte, ein Angestellter des Hauses Forstenberg, ein simpler Buchhalter.“ „Merkwürdig, ich hätte darauf geschworen, Baron Wedding, daß er zu uns gehört.“ „Man kann sich irren," erwiderte der kleine magere Wedding, an seiner weißen Krawatte zupfend, und dabei erinnerte er sich, daß ihn im Vorjahre auf dem Konkordia=Balle die dicke Frau des Bankiers Gutmann für einen Kellner gehalten und Gefrorenes bei ihm bestellt hatte. Inzwischen hatte Maud und ihr Begleiter, verfolgt von manchem kritischen Blicke der Gäste, den Salon verlassen, und als eine Viertelstunde später auch Tante Julie„ganz zufällig" das„Buen Retiro“ im Oberstock aufsuchte, fand sie die jungen Leute vertieft in die Betrochtung einer Anzahl bunter Kupferstiche, die George Layard gesommelt und die sehr wertvoll waren, weil es sich um sehr seltene Exemplare handelte. Wie zwei Kinder, welche Bilderbogen besehen, so einträchtig und unbesangen saßen sie neben einander, die blonden Köpfe über die bunten Bilder geneigt, eifrig sprechend, und um die Lippen spielte jenes köstliche Lächein, in den Augen, wenn sie den Blick hoben, leuchtete jenes reine Feuer, das dem Seelenkenner kündet: hier ist die Liebe siegreich eingezogen mit allen Wonnen des Erdenglücks, das aber noch gleich Frühlingsahnungen die jungen Herzen erschauern läßt. 2. Buch. Schneeflocken wirbelten in tollem Tanze hernieder und drohten auch die Papierrosen und Goldketten der Christbäume„Am Hof“ in ein weißes Leichentuch zu hüllen. Weihnachten war nahe und der Winter war bereits als strenger Herrscher aufgetreten, ohne den Tag seines offiziellen Kalender=Einzuges abzuwarten. Am Fenster des Wohnzimmers stand Auguste und blickte trüben Auges durch die Spiegelscheiben auf das Schneetreiben; um ihre Lippen lag ein Zug von Härte gebreitet, der etwas Neues war in dem jugendlichen Mädchengesicht. Jetzt wendete sie das Haupt nach ihrer Mutter, de eben eine Frage an sie gerichtet, und erwiderte fest: „Ja, Mama, ich begleite Edi nach Triest, wie wir beschlossen.“ „Aber Kind, bei diesem abscheulichen Wetter, ich bin besergt um Deine Gesundheit!“ „Bah— es lohnt auch der Mühe, gesund zu bleiben, um sich später langsam zu Tode grämen zu können!“ „Kindereien!“ „Wenn mir das Herz bricht!“ Du wirst vernünftig werden, Gusti, und Dein Mädchenstolz wird Dir dazu verhelfen. Man stirbt nicht an unerwiderter Liebe.“ Ein Blutstrom färbte Gustis Wangen, dann sagte sie mit unterdrückter Heftigkeit:„Das ist nicht richtig ausgedrückt. Ich beweine nicht etwas, das ich nie besessen, einen Traum, eine Illusion— sondern ich traure um geraubtes Glück. Ja, dieses Mädchen, das mir zum Unglück in unserem Hause Aufnahme gefunden, welches damit begann, in den Räumen die Herrin zu spielen, die ich früher mein genannt, es endet damit, sich in den Besitz des Mannes zu setzen, den ich liebe und der auch mich geliebt hat.“ Frau Forstenberg zuckte die Achseln.„Diese Neigung, an die Du glaubst, hat somit die Probe schlecht genug bestanden, denn sie erkaltete sondls Es gibt eine Verirrung des Geschmacks, die nur dadurch einigermaßen zu erklären ist, daß eine Art von Bezauberung stattgefunden ausgehend von dem einen, sehr willensstarken Individuum und das andere, schwächere untersochend. So allein erkläre ich mir den Allgemeine Samstag, den 9. Mai 1908. später Stunde mit der Bahn in Liebenberg eintrafen. Diese Maßregel hängt wohl damit zusammen, daß sich der Verdacht des Meineides gegen den Fürsten noch verstärkt hat. Um 2 Uhr nachmittags traf auch Fritz Eulenburg, der Sohn des Fürsten, mit seiner Gemahlin, hier ein und fuhr zum Schloß. Am Mittwoch war im Schlosse angefragt worden, ob der Fürst vernehmungsfähig ware und als das bejaht wurde, gestern die genannten Personen ein und fuhren nach dem Schloß. Der Fürst hatte eine leidliche Nacht gehabt und morgens eine Weile außerhalb des Bettes zugebracht. Er hatte seinen ärztlichen Berater, Sanitätsrat Dr. Gennrich, kommen lassen, während der Untersuchungsrichter den Gerichtsarzt, Medizinakrat Dr. Hoffmann. mitbrachte. Riedel ist ein rüstiger, stämmiger Mann mit leicht ergrautem Haar und dunkelblondem, etwas rötlich schimmernden Schnurrbart, Ernst, der größer und schlanker ist, etwas gebückt und ehr angegriffen. Vom Schloß ist seit Sonntag früh die fürstliche (Standarte nievergebolt. Sämtliche Zugänge tragen ein weit sichtbares Schild, das den Eintritt verbietet. Am Mittwoch Abend fuhren um 10 Uhr 20 Minuten acht Berliner seriminalbeamte nach Löwenberg und gingen noch in der Nacht nach Liebenberg, um das Schloß zu bewachen. Zutritt erhietten sie nicht. Wenn die Beobachtung und Ueberwachung des Schlosses aber den Zweck haben soll, eine Flucht des Fürsten unter allen Umständen zu verhinvern, so genügt das aber durchaus nicht. Während der Gerichts- und der Hausarzt den Kranken untersuchten, warteten die Zeugen im Vorrimmer. Nach längerem Verweilen erschten der Gerichtssekretär Pohl aus Zehdenik und rief zuerst den Zeugen Ernst herein. Die Gegenüberstellung erfolgte im Schlafzimmer des Fürsten im ersten Stock, die Vernehmung und Protokollierung im Speisesaal. Die Vernehmung dauerte bis zur zehnten Abendstunde. Für'st Eulenburs der im Lause des Abends wieder zusammenklappte, blieb im Schloß. Ebenso sein ältester Sohn Fritz, der fonst in einem besonderen Bau in einiger Entfernung vom Hauptschloß wohnt. Im Schloß blieb aber auch Kriminakkommissar Nasse mit seinen Beamten, der auch den übrigen schon am Mittwoch Abend eingetroffenen Kriminalbeamten seine besonderen Weisungen gab. Daraus muß wohl geschlossen werden, daß der Untersuchungsrichter den Haftbefehl gegen den Fürsten ausgesprochen hat, daß aber die Bewachung einstweilen im Schloß stattfindet, weil Fürst Eulenburg zurzeit nicht transportfähig ist. Die Zeugen fuhren mit Landgerichtsrat Schmidt und Medizinalrat Dr. Hoffmann mit dem Zuge, der kurz vor 10 Uhr Liebenberg verläßt, nach Berlin zurück. Auf dem Stettiner Bahnhof gab ihnen, weil der Kriminalbeamte, der sie nachmittags begleitet hatte, jetzt fehlte, der Untersuchungsrichter selbst Auskünfte, damit sie ihre Quartiere finden konnten. Was der Zeuge Riedel erzählt. Einem Mitarbeiter des Berliner Lokalanzeigers, der abends Gelegenheit hatte, den Zeugen Riedel nach seiner Rückkehr nach Berlin zu sprechen, berichtete Zeuge Riedel, er sei seit Dienstag in Berlin, das ihm sehr gut gefalle. Am Mitkwoch Abend ist er vom Landgerichtsrat Schmidt vernommen worden und gestern seit acht Uhr morgens bis halb 2 Uhr mittags. Dann ging es unter Führung eines Kriminalbeamten nach dem Stettiner Bahnhof und nach Liebenberg. Dort fand die Konfrontation statt. Es waren zugegen: der Fürst, im Bette liegend, Landgerichtsrat Schmidt, der Gerichtsarzt und der Hausarzt, sowie ein Gerichtsschreiber und die beiden Zeugen Ernst und Riedek. Riedel erzählte in unverfälschtem oberbayerischem Dialekt in größter Erregung, daß Fürst Eulenburg alles leugne, was die beiden Zeugen im Münchener Prozeß ausgesagt, was sie gestern und heute in aller Ausführlichkeit wiederholten. Der Fürst Eulenburg behauptet, die beiden Zeugen gar nicht zu kennen, sie nie gesehen zu haben. Riedel sagte:„Aber Herr Fürst, ich kenne Sie doch sehr gut und habe alles, was ich heute hier aussage, schon achtmal wiederholt, da ist doch nichts daran zu ändern. Ich kann dies doch nicht aus der Luft greifen.“ Darauf habe der Untersuchungsrichter dem Fürsten Eulenburg ebenfalls vorgehalten, daß Riedel gestern und heute das Gleiche ausgesagt habe und daß er ihm unbedingt Glauben schenken müsse. Riedel erzählt ferner, daß der Fürst wohl im Bette läge, ob er aber krank sei, könne er nicht sagen, das müsse der Arzt wissen. Er halte alles aufracht mas er in München ausgelagt habe. Die demnächst stattfindenoe Verhandlung wird schon alles an den Tag bringen. Der Kriminalbeamte, welcher die beiden Zeugen nach Liebenberg geleitete, mußte in Liebenberg zurückbleiben. Nach Riedels Erzählung befinden sich dort mindestens 30„verdeckte“ Schutzleute, sodaß der Fürst so gut wie verhaftet ist. Riedel bedauerte noch, daß er die Unterhaltung zwischen dem samen Seelenzustand, in welchem Ulrich Winterselt sich allemal zu befinden scheint, wenn jenes Geschöpf in seiner Nähe weilt.“ Ein Seufzer hob Frau Katharinens gepreßten Busen, als sie vor sich hin murmelte:„Jawohl, ein Zauber und noch dazu ein gar mächtiger— die Liebe!“ So leise die Worte auch gesprochen worden, Gustis seinem Ohr waren sie nicht entgangen, sie zuckte zusammen. „Ich will Dir sagen, Mama, warum ich nach Triest gehe, es geschieht dies wahrlich nicht, um Papas Wunsch zu erfüllen und Theobald wiederzusehen: aber wenn wir beide fart sind dann gibt“#einen Vorwand, die jungen Leute aus dem Bureau zu einem Hausball einzuladen, wie es sonst geschah. Miß Maud tanzt nicht und so wird sie sid, mit der Gesellschaft älterer Leute begnügen müssen, denn nicht wahr, Mama, Du versprichst es mir, daß Du mir zu Liebe Ulrich Winterfelt nicht einladen willft?!“ „Das will ich Dir gerne versprechen, Kind, denn ich würde es ohnehin nicht getan haben.“ „Dank, Mama! So reise ich leichteren Herzens" Gusti wollte das Zimmer verlassen, um noch einige kleine Vorkehrungen zu treffen, als die Mutter sie zu sich heran winkte. „Gott behüte Dich, mein Liebling, und kehre von Triest als die alle, muntere Gusti zurück, die der Sonnenstrahl unseres Hauses war.“ Der dunkle Lockenkopf schmiegte sich an die Brust der Mutter, und dort weinte die arme Gusti ihre Schmerzen aus, still, wortlos. Frau Forstenberg ließ sie gewähren und dachte bei sich: Glücklich, wer noch weinen kann, das ist nicht das schlimmste Leid, welches sich in T#änen löst. Mand stand allein unter dem Tannenbaum im Festsaal des Hauses, sie atmite voll Behagen den würzigen Dust, den das Tannenarun ausströmie und der untermischt war mit dem Geruch der verglimmenden Wachskerzen. Weihnachtsstimmung war über sie gekommen, und wie durch Zauberschlag fühlte sie sich in die Kindheit zurückversetzt, wo Margarete Moorland es nie versäumt hatte, ihrem Liebling am Christfest der Tannenbaum nach deutscher Sitte zu schmücken. Aus dem Nebengemache tönten das Geklapper der Teelassen und die Stimmen der Gäste herein in den Saa., wo die Weihnechtsbescherung stattgehabt. Herr Forstenberg war noch im Burcau und hatte vor einer Stunde den Diener geschickt mit der Meldung, daß wichtige Geschäfte ihn ganz unvorhergesehener Weise länger in der Stadt zurückhielten. Man möge, ohne Rücksicht darauf, die Kerzen em Baum anzünden und den Leuten ihre Bescherung zuleil werden lossen; er würde erst zum Souper heimkommen. (Fortsetzung folgt.) Fürsten Eulenburg und Landgerichtsrat Schmidt nicht verstehen konnte, denn die sprachen„Berlinerisch". Morgen wird er seine Zeugengebühr erhalten und dann wird er froh sein, Berlin mit den vielen Elektrischen und„dö Automobilen“, die ihn„ganz narre!" machen, verlassen zu können, um wieder an die Arbeit zu gehen. Riedel äußerte sich über das Verhalten Eulenburgs bei der Vernehmung mit den Worten: Er hat einen kolossalen Kopf auf“, womit er sagen wollte, daß er sehr energisch sich gegen die Aussagen der Zeugen gewehrt habe. Fischermeister Ernst war schon seit drei Tagen in Berlin und wohnte hier in einem Hotel. Sein Sohn ist seiner Krankheit wegen mitgekommen. Der herzkranke und angegriffene Mann sieht sehr blaß aus. Im Gegensatz zu ihm ist Riedel ein gesunder und strammer Mensch. Riedel war sehr erkost darüber, daß ein anonymes Schreiben an die Staatsanwaltschaft gerichtet wurde. indem er und der Zeuge Ernst a:S unglaubwürdig hingestellt würden. Er will alles daran setzen, die Urheber dieses Schreibens zu ermitteln. Der Zug, mit dem der Untersuchungsrichter, der Gerichtsarzt, der Gerichtsschreiber und die beiden Zeugen Riedel und Ernst, sowie ein Sohn des letzteren fuhren, kam nach 10¾ Uhr auf dem Stettiner Bahnhof an. Landgerichtsrat Schmidi war augenscheinlich bemüht, zu verhindern, daß die beiden Zeugen mit irgend jemandem sprachen und hielt sie dicht bei sich. Zusammen verließen sie den Bahnhof, schritten an den wartenden Droschken vorbei und begaben sich zuerst nach einem Automobilomnibus, den aber nur Riedel bestieg. Kategorisch forderte der Untersuchungsrichter die anderen auf, ihn zu begleiten. Sie bogen in die Invalidenstraße ein, wo sie eine Droschte aufnahm, die von Herrn Schmidt angerufen wurde. Er ließ den alten Ernst, dessen Sohn sich schon auf dem Bahnsteig entfernt hatte, auf dem Mücksitz Klat gehmen und setzte sich neben ihn. Ihnen gegenüber setzte sich der Gerichtsschreiber und der Arzt. Dann fuhren sie in scharfem Tempo davon. Fürst Eulenburg in Haft. Wohl unter dem Einfluß der Ergebnisse der Konfrontation in Liebenberg hat sich die Staatsanwaltschaft entschlossen, ohne Berücksichtigung des Gutachtens der Sachverständigen, über den Fürsten Culenburg die Untersuchung zu verhängen. Einer solchen gleichbedeutend ist nämlich die nun erfolgte Ueberführung in das Berliner Chariteekrankenhaus, wo kranke Untersuchungsgesangene untergebracht zu werden pflegen. Wir erhalten hierüber folgende Meldung: Berlin. 8. Mai.(Telegr.) Gestern abend wurde über den Fürsten Eulenburg die gerichtliche Untersuchungshaft verhängt. Er wurde heute nachmittag im Krankenautomobil als Untersuchungsgefangener der Charitee zugeführt. Verderben, gehe deinen Gang! * Berlin, 8. Mai.(Priv.=Tel.) Der Milchhändler Riedel wurde heute vormittag 9 Uhr vom Untersuchungsrichter nochmals eingehend vernommen, ebenso der Zeuge Ernst. Letzterer sagte aus, es sei in Starnberg schon seit Jahren bekannt gewesen, daß er Beziehungen zu dem Fürsten Eulenburg gehabt habe. Trotzdem sei er persönlich nicht aus seiner Reserve herausgetreten. Während in Berlin die bekannten Vorgänge des Hardenprozesses sich abgespielt haben, habe er sich an die Brust geschlagen und sich gefragt:„Wie kann Fürst Eulenburg nur solch einen Eib schwören?“— Soeben krifft die Nachricht ein, daß aug die andern Zeugen zur Gegenüberstellung mit dem Fürsten Eulenburg nach Berlin geladen worden sind. seststellen konnten. Vor allem bedauerlich erscheint es, daß die Oberder interessiorten Innungen die Reiter der Fachschulen und Lokale Nachrichten. Gelsenkirchen, den 9. Mai 1908. Nationalliberale Wählerversammlung. ** Wir verfehlen nicht, noch einmal auf die morgen nachmittag halb 6 Uhr im Germaniasaale(Arminstraße) stattfindende nationalliberale Wählerversammlung hinzuweisen, in der der Landtagskandidat der nationalliberalen Partei, Herr Professor Bindel, sein Programm entwickeln wird. Zu der Versammlung sind alle Wähler, Anhänger und Freunde der Partei im Stadt= und Landkreise Gelsenkirchen freundlichst eingeladen. X Der gestrige Wochenmarkt fiel in Folge des anhaltenden Regenwetters nicht zu Gunsten der Geschäftsleute aus. Bei den wenigen Marktbesuchern fehlte die Kauflust. Im Durchschnitt zahlte man nachfolgende Preise: Tomaten(Liebesäpfel) die ersten 1 Pid. 00—40 Pfg. Gurken 1 Stück 00—40 Pfg. Salat, Blatt......... 1 Kopf 10—00 Pfg. Feldsalat(Rapunze) p. Pfd. 00—30 Pfg. Spinat............ p. Pfd. 00—15 Pfg. Endivien v. Pfd. 00—25 Pfg. Blumenkohl..... 1 Blume=1 Kopf 00—40 Pfg Rosenkohl.... 1 Psd. 00—00 Pfg. Kohl, Wirsing...... 1 Kopf 30—40 Pfg. „ blau.. 1 Kopf 00—30 Pfg. „ weiß 1 Kopf 00—30 Pfg. Steckrüben.......... p. Stück 00—10 Pfg. Grünkohl....... 1 Pfd.=1 Bund 00—25 Pfg. Stielmus 1 Pfd.=1 Bund 00— 5 Pfg. Sellerie p. Knolle 30—40 Pfg. Petersilie......... per Wurzel 5—10 Pfg. Zwiebeln........... 1 Pfd. 00—10 Pfg. Kollrabie 1 Stück 5—10 Pfg. Rettige(Butter) 1 Stück—10 Pfa. Mohrraben.... 1 Bd. 0—15 Pfg. Bohnen(zum Kochen)..... 1 Pfd. 18—20 Pfg. Apselsinen......... 3 Stück— 5 Pfg. Aprikosen p. Pfd. 00—00 Pfg. Birnen(zum Kochen) p. Psd. 00—00 Pfg. Pflaumen, getrocknete,..... 1 Pfd. 40—55 Pfg. Aepfel(zum Kochen).... p. Pfd. 00—30 Pfg. Aepsel(Tafel) p. Pfd. 40—45 Pfg. Pilze(getrocknete) p. Psd. 00—00 Pfg. Weintrauven......... v. Pfd. 40—00 Pfg. Kartoffeln(neue 1908er).... 1 Psd. 20—25 Pfg. Landbutter......... p. Psd. 110—00 Pfg Tasel=Butter la. p. Pfd. 180—135 Pfg. Knick=Eier.......... p. Dtd. 50—55 Pfg. Trink=Eier la. p. Dtd. 70—80 Pfg. Rindfleisch.......... p. Pfd. 00—55 Pfg. Schweinefleisch........ v. Pid. 60—70 Pig Kalbfleisch.......... p. Pfd. 00—65 Pfg Hammelfleisch........ p. Pfd. 00—65 Pig ** Die Modell=Ausstellung der Sommer= und Ferienhäuser aus dem Wettbewerb der Woche wird, wie uns geschrieben wird, Sonntag 10 Uhr abends geschlossen. Der Eintrittspreis, der von vornherein schr niedrig gestellt und den hiesigen Verhältnissen angepaßt war, um jedem die Möglichkeit des Besuches zu geben, wird für Sonntag auf 1° Pfg. für die Person festgesetzt. Es wird so oft Klage darüber geführt, daß die Großstadt Gelsenkirchen so wenig biete, und diese Klage alt Entschuldigung dafür vorgebracht, wenn unsere Gelsenkirchener ihre Erholung und Anregung auswärts suchen. Die kleine Veranstallung in der Stadthaue isi bisher erst in 7 der größten Städte Teutschlands vorgeführt worden, also schon dadurch eine Veranstaltung, die das allgemeine Interesse verdient und auch durchaus rechtfertigt. Wenn nun alle diejenigen, die ihre Freude an den entzückenden kleinen Bauten gehabt, die nicht nur den architektonischen Aufbau betrachtet, sendern auch die reizende Kleinarbeit der Aufstellung bewundert haben, onregend und vermittelnd gewirkt, angespornt hätten zu einem Besuch, und zwar nicht nur bei den Fachleuten, sondern auch bei den Frauen und Kindern, so würde die Zahl der Besucher sicher näher herankommen an diejenige, welche wir für andere große Städte bewundernd für die höheren Klassen der Volksschulen sowohl, wie für die städtischen höheren Schulen hätte sich sicher ein Weg gesunden, nicht um das Unternehmen zu unterstüßen— venn dud ist durch die Tiberalttät wehlwollender Gönner gesichert— sondern ihren Schülern einen ethischen und ästhetischen Genuß zu bereiten. X** Großverkehr aus dem Rhein=Weserkanal. Wir erhalten solgende Zuschrift: Die„Allgemeine Zeitung" bringt in ihrer Ausgobe vom 18. April d. J. Nr. 92 unter der Ueberschrift„Großverkehr auf dem Rhein=Weserkanal“ folgenden Artikel:„Bei den bisher geplanten Kanalabmessungen wird das zukünftige Kanalschiff die Tragfähigkeit von 1000 To. überschreiten. Die zulässige Breite der Kanalschiffe wird 9 Meter. ihre Länge 80 Meter betragen können Damit erreicht man eine Ladesähigkeit von 1000 To. bis 1200 To. Von den Schifsen der Rheinslotte werden auf diese Weise 90 Proz. auch den Rhein=Weserkanal passieren können. Nur einige ganz große Rheinschiffe, die zum geringeren Teile nach Duisburg, zum größeren Teile nach Mannheim gehören, also außerpreußisch sind, werden nicht im Stande sein, in den Kanal einzulaufen. In der letzten Sitzung des Zentralwasserstraßenbeirates hat denn auch kein Vertreter des Westens mehr, selbst kein Mitglied der ihm angehörigen Reedereifirmen des Rheins seine Stimme für anderweite Kanglabmessungen erhoben.“ Diese Angaben entsprechen durchaus nicht den Tatsachen und verlangen eine Euviderung. Nach dem Rheinschiffahrtsregister für das Jahr 1906(16. Ausgabe nebst Nachträgen) sind fast ¾(72 Proz.] aller derjenigen Rheinschleppkähne, die eine größere Tragfähigkeit als 600 To. haben, breiter als 9 Meter. Schon im Jahre 1901 umfaßten aber die mehr als 600 To. großen Schiffe über die Hälfte der Tragfähigkeit der gesamten Rheinschleppkahne. Da die Reedereien sich aber seither immer mehr den Größen über 1000 To. mit 10 bis 11 Meter Breite, insbesondere den Größen von etwa 1500—1600 To. mit einer Breite bis zu 11,50 Meter zuwenden— im Jahre 1901 waren 595, im Jahre 1904 752 und im Jahre 1905 schon 890 Schiffe mit mehr als 1000 To. Tragfähigkeit vorhanden— so darf man annehmen, daß zur Zeit mindestens die halbe Tragfähigkeit auf Schiffe entfällt, die breiter als 9 Meter sind. Es würden also nicht, wie in dem Artikel der„Allgemeinen Zeitung" steht, 90 Proz. der Rheinflotte den Rhein=Weserkinal passieren können, vielmehr würde mehr als der halben Rheinflotte der Verkehr auf dem Rhein=Weserkanal überhaupt unmöglich gemacht. Vorteile aus dem Kanal wird bei den geplanten geringen Almessungen der Schleusen einzig und allein das Ausland ziehen. Denn es ist ganz auffallend, wie stark in den kleinen Gesäßgruppen bis zu 1600 To. die Ausländer, insbesondere die Holländer, an der Rheinschiffahrt beteiligt sind, wie sehr sie dagegen im Besitze von Schiffen über 1000 To. Tragfähigkeit hinter den Deutschen zurückstehen. Am Rheinschiffahrtspark bis zu 1000 To. Tragsähigkeit sind laut Rheinschiffahrtsregister, Jahrgang 1906, die Ausländer mit 4040 Schiffen mit zusammen rund 1 114000 To., die Deutschen dagegen nur mit 867 Schiffen mit zusammen rund 502 000 To., also mit noch nicht ½ der Gesamttragfähigkeit, beteiligt. Von Schiffen zwischen 1001 und 1500 To. verfügen dagegen die Ausländer nur über 125 mit rund 160000 To., die Deutschen dagegen über 406 mit 496000 To., also über mehr als das Dreifache der Tragfähigkeit. Unrichtig ist auch die Augabe, daß Schiffe mit einer Breite von 9 Meter eine Tragfähigkeit b.5 zu 1200 To. besitzen. Die Tragfähigkeit der Schifse mit einer Breite von 9 Meter reicht bis höchstens 1000 To., während eine Tragfähigkeit von 1200 To. eine Breite ven 9,75 Meter bis 10,50 Meter bedingt, sodaß solche Größen für die geplanten engen Schleusen überhaupt nicht in Frage kommen. Bleibt es bei den bislang in Aussicht 5 wird. Schließlich hat in der Sitzung des Zentralwasserstraßenbeirats ein Vertreter des Westens seine Stimme für eine anderweitige Kanalabmessung nicht erhoben, weil diese Frage überhaupt nicht auf der Tagesordnung stand und deshalb auch nicht diskutabel war. Unfall. Auf einer hiesigen Möbelfabrik geriet ein Schreiner mit der rechten Hand in das Getriebe einer Kreissäge, wodurch ihm zei Finger, der Daumen und Zeigefinger, so arg verstümmelt wur# d a ß e r ä r z t l i c h e H ü l f e i n A n s p r u c h n e h m e n m u ß t e. ** Königl. Preuß. Lotterie. Hiesige Kollekten. 2. Tag. Gewinn zu 500 Mk.: Nr. 129377. Gewinne zu 240 Mk.: Nr. 80 015; 91 223; 114 216, 273, 303, 45, 52; 141 352; 212 714; 245 830. I Außer Lebensgefahr. Der Verwaltungsgehilfe Hohermann von hier, der sich am Mittwoch abend im hiesigen Stadtgarten in selbstmörderischer Absicht mit einem Rasiermesser die Pulsader am Handgelenk durchschnitten hatte und auf Veranlassung des Parkwächters im evangel. Krankenhause Aufnahme fand, befindet sich außer Lebensgefahr. X. Durchgehende Pferde. Von einem durchgehenden Bierfuhrwerk wurde auf der Wilhelminenstraße eine Straßenlaterne angefahren und demoliert. Unweit der Wörthstraße konnten die Pferde zum Stehen gebracht werden. Die durchgehenden Pferde wurden durch den Uebermut des Lenkers eines anderen Fuhrwerks in die Flucht getrieben, indem dieser mehrere Male mit der Peitsche nach den Tieren schlug. X. Frecher Diebstahl. Einem an der Reichsstraße wohnenden Bergmann wurde aus dem an der Außenwand der Parterrewohnung hängenden Vogelkorb in den Vormittagsstunden am Donnerstag eine wertvolle Schwarzdrossel gestohlen. ** Volksspiele werden im Stadtteil Ueckendorf jeden Sonntag nachmittag von 3—5 Uhr auf dem Spielplatze zuischen den beiden Kirchen veranstaltet. ** Vom Deutschen Werkmeister=Verbande. Am 10. Mai findet eine außerordentliche Delegierten=Versammlung des Deutschen Werkmeister=Verbandes in Düsseldorf statt, die von Delegierten aus allen Teilen des Reiches besucht wird. Neben anderen steht auf der Tagesordnung der Antrag der Verwaltung auf Bau eines Verbandshauses in Erbbaurecht auf städtischem Grund und Boden mit einem Kostenaufwand von rund 300000 Mk. Die Versammlung ist nicht öffentlich. Der Zutritt ist nur Mitgliedern gegen Legitimation gestattet. * Turnlehrerkurse für Bewegungsspiele und volkstümliche Uebungen. Wie die„National-Ztg.“ erfährt, beabsichtigt der Kultusministe., die bisherigen fünfmonatigen akademischen Winterkurse zur Ausbildung von Tumlehrern durch einen etwa vierwöchigen Sommerkursus zu erganzen, der zur Ausbildung in der Leitung von Spielen und volkstumlichen Uebungen dienen soll. Die Zulassung zu den neuen Kursen soll sich nicht nur auf Studierende beschränken, die sich für die Winterkurse verpflichten, der Minister erachtet es im Gegenteil für erwünscht, schon im Interesse einer möglichst weiten Verbreitung gesunder Leibesübungen unter der studierenden Jugend, daß an den Sommerkursen sich Studierende aller Fakultäten beteiligen und hierdurch befähigt werden, auf diesem Gebiete später an der Fürsorge für die schulentlassene Jugend erfolgreich mitzuwirken. Durch Messerstiche am Kopfe schwer verletzt wurde in der Nacht zum Freitag der Arbeiter Emil Behrens. Er hatte nachmittags mit dem Gelegenheitsarbeiter Broschk und einer unbekannten Frauensperson eine Maipromenade nach dem Nienhauser Busch unternommen. Dort will er wegen der Frauensperson mit seinem Kumpel Streit bekommen haben, in dessen Verlauf sein Gegner ihn mit einem Messer schwer verletzte. Er wurde in das evangel. Krankenhaus gebracht. Die Geflügelausstellung des Geflügelzuchtvereins der Altstadt findet nicht, wie uns irrtümlich mitgeteilt wurde, im Restaurant zum Deutschen Kailer, sondern im Restaurant zum Deutschen Haus statt ** Der Reichsverbaub der Vereine der nationallideralen Jugend verbreitet folgende Entschließung seines Vorstandes: Am 15. Mai tritt das neue Reichsvereinsgesetz in Kraft. Nach diesem Blatt. Nr. 109.— 6. Jahrgang Allgemeine AA Amtliches Kreisblatt für den StadtGeneral Geschäftsstelle Munckelstraße 16/18(beim Amtsgericht). Geöffnet täglich von 8 Uhr vorm. bis 8 Uhr abends. für den Monat 65 Pfg. mit illustr. Unterhaltungsblatt. unzeineupreis 15 Pfg. die Petitzeile. Reklamen 40 Pfg. die Zeile. Ausw. Inserate 20 Pfg. die Zeile. Beilage=Gebühr pro 1000 Mk. 5. Jernsprecher: Nr. 173. und für den Landkreis Gelsenkirchen. Anzeiger. Probenummern 10 Tage lang kostenfrei verlange man durch Postkarte von der Geschäftsstelle Munckelstr. 1618. Telegrammadresse: Bertenburg= Gelsenkirchen. Offizielles Oraan für Militär=, Gerichts=, Eisenbahn=, Post=, Handelskammer= u. Knappschaftswesen. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Festtage. Kurze politische Meldungen. Die Stettiner Kreissynode bat mit 81 gegen 12 Stimmen bei drei Stimmenthaltungen das königliche Konsistorium um Uebermittlung einer Resolutior' an den Oberkirchenrat, in der um Kultusfreiheit für Feuerbestattungen gebeten wird. * Die staatswissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen ernannte den Staatssekretär Dr. Nieberding anläßlich seines 70. Geburtstages zum Ehrendoktor. Verschiedene Blätter hatten aus München gemeldet, daß Professor Schnitzer aus seinem schon einmal verlängerten Urlaub nicht mehr ans seinen Lehrstuhl zurückkehren werde und„daß der Gelehrte einem auf klerikalen Einfluß zurückzuführenden, letztinstanziellen weltlichen Druck gewichen sei“. Wie aus bester Quelle verlautet, ist an diesen Meldungen kein wahres Wort. * Aus Paris wird gemeldet: In der Sorbonne veranstalteten eine Anzahl Studenten eine Kundgebung gegen Professor Andler, den Fichrer der französischen Studenten, die vor kurzem Deutschland besuchten. Die Manifestation war von nationalistischen Publizisten veranlaßt worden. In einer Gegenkundgebung der sozialistischen Studenten kam es zu einem unerheblichen Zusammenstoß. Größere Ausschreitungen wurden durch das Einschreiten der Polizei verhindert. Zum Andenken an die Proklamation des Königs von Portugal im Staatsrat unter dem Vorsitz des Königs Manuel wurde ein Dekret unterbreitet, betreffend die Amnestie für politische Vergehen, mit Ausderer die mit dem Königsmord in Verbindung stehen Der Fall Hau und die Presse. Beleidigungsklage des Fräulein Olga Molitor gegen die„Badische Presse“. (Von unserem Korrespondenten.) Karlsruhe, 8. Mai. Vor dem hiesigen Landgericht begann gestern der Beleidigungsprozeß, den die Staatsanwaltschaft in Karlsruhe ex officio gegen die Redakteure Albert Herzog und Alfred Graf angestrengt hat. Die Ursache der Klage bilden mehrere Artikel, die im August vorigen Jahres in der„Badischen Presse“ in Karlsruhe und im„Badischen Landsmann“ in Ettlingen erschienen und gegen Fräulein Oiga Molitor Stellung nahmen. Den Vorsitz in der Verhandlung führt Landgerichtsdirektor v. Woldeck, die S#atsanwaltschaft vertritt der Ankläger im Hauprozeß, Staatsanwalt Dr. Bleicher, während den beiden Angeklagten Justizrat Max Bernstein(München) und die Karlsruher Rechtsanwälte Oppenheimer und Voegele— der letztere war bekanntlich Zeuge im Hauprozeß— zur Seite stehen. Fräutein Olga Molitor, die sich dem staatsanwaltlichen Verfahren als Nebenklägerin angeschlossen hat, hat, wie im Prozeß gegen den falschen Freiherrn v. Lindenau, die Rechtsanwälte v. Pannwitz(München) und Schaeffer(Baden=Baden) zu ihren Rechtsbeiständen gewählt. Die inkriminierten Artikel der„Badischen Presse“ waren dem Ettlinger„Landsmann“ entnommen und gingen dahin, daß sich der VVerdacht, Fräulein Olga Motitor sei die Täterin, auf Grund neuer Tatsachen verstärkt habe. Diese und andere Mitteilungen druckte die „Badische Presse“ mit Quellenangabe ab. Ferner, machte sie Mitteilung von angeblichen Anzeigen gegen Fräulein Molitor wegen Körperverletzung mit Todeserfolg, wegen fahrlässiger Tötung usw. und gab Notizen auswärtiger und ausländischer Zeitungen wieder, daß Fräulein Molitor ständig einen Revolver bei sich trage und daß sie auch heimliche Rendezvous mit Karl Hau gehabt habe. Für die Verhandlung waren schon wiederholt Termine angesetzt, sie mußten jedoch, teils um neue Zeugen zu laden, teils wegen Erkrankung des Fräulein Olga Molitor vertagt werden. Der Zuhörerraum ist stark überfülli. Der Aufruf der erwa 90 geladenen Zeugen und Sachverständigen nimmt tängere Zeit in Anspruch. Unter den Zeugen befinden sich außer Olga Molitor Oberstleutnant Zachelin. Luise Molitor, Fanny Molitor, Rechtsanwalt Karl Hau. Die Zuchthausverwaltung in Bruchsal hat jedoch ein dienstliches Schreiben gesandt, wonach dieser Zeuge durch seinen Aufenthalt im Zuchthause am Erscheinen verhindert ist. Ferner sind geladen Freifrau von Reitzenstein, Fräulein Eisele, Rechtsanwalt Dr. Döller, Rechtsanwalt Dr. Dietz, Prof. Dr. Aschaffenburg(Köln), Chefredakteur Röder(Wiesbaden), Bankdirektor Hau(Bernkastel), Staatsminister Exzellenz Fr. v. Dusch (Karlsruhe), und der falsche Freiherr von Lindenau. Lindenau hat jedoch im Gefängnis in Freiburg den Wunsch ausgesprochen, daß ihm das Erscheinen an Gerichtsstelle erspart werden möchte. Die Gefängnisverwaltung hat deshalb von der Auslieferung Lindenaus Abstand genommen. Unter den geladenen 12 Sachverständigen befinden sich Büchsenmacher Andrae(Karlsruhe), Geh. Medizinairat Dr. Neumann (Baden=Baden), Professor Dr. Mende(Zürich) und zahlreiche Waffensachverständige.— Der inkriminierte Artikel des„Badischen Landsmann“ ist lediglich ein aus Karlsruhe vom 7. August datiertes Telegramm, wonach„in der Affäre Hau der Verdacht, daß OlaoMolitor die Täterin sei, sich seit gestern verstärkt habe.“ Von der„Badischen Presse“ sind zwei Artikel unter Anklage gestellt. Der eine Artikel, überschrieben„Die Wendung im Fall Hau“ glossiert die Bekundungen des Freiherrn von Lindenau. Im Anschluß daran wird die Meidung des„Badischen Landsmann“ wiedergegeben. Der zweite Artikel gibt Gerüchte aus juristischen Kreisen wieder, wonach die Verteidigung Lindenaus Anzeige gegen Fräulein Olga Molitor wegen Tötung erstattet habe.„Ueberhaupt,“ so wird in dem Artikel weiter ausgeführt,„sei die ganze Schußaffäre noch nicht genügend geklärt. Nach dem Urteil von Jagern und Sachverständigen könne ein Schuß. der solche Verbrennungsmerkmale zeigte, wie sie hier vorliegen, nur aus nächster Entfernung abgegeben sein, sodaß Olga Molitor den Täter habe sehen müssen. Weder in der Verhandlung noch in der Voruntersuchung sei dieser Punkt ausgiebig erörtert worden. In der Voruntersuchung sei sogar rasch darüber hinweggegangen worden. Fräutein Olga Molitor, so heißt es dann weiter, pflege stets einen Revolver bei sich zu tragen. Sie sei wohl an jenem Abend etwas ängstlich gewesen, habe den Revolver gezogen und so sei der Schuß losgegangen, der ihre Mutter getroffen habe. Aus Anast habe sie dann später das nicht zugeben wollen. Auch soll das Verhältnis des Fräulein Molitor zu ihrer Mutter nicht so kindlich gewesen sein, wie es hingestellt wurde.“ Nach Verlesung dieser inkriminierten Artikel wird in die Vernehmung der Angeklagten eingetreten. DDer Angeklagte Graf gibt an, daß er jene Meidung vom Bürgermeister von Ettlingen erfahren habe und sie dann, weil er an ihrer Richtigkeit nicht zweifeln konnte, wiedergegeben habe. Im übrigen sei er im„Badischen Landsmann“ stets für Fräulein Olga Molitor eingetreten. Er habe die Nachricht für unwahr gehalten, sie aber doch wiedergegeben, da er durch sie so gut wie verblüfft war. Er war verplex darüber, daß er in seiner Ansicht getäuscht sein sollte. Wenn darin eine Beleidigung liegen solle, bedaure er das. Er habe über die Aufnahme der Notiz schon wiederbolt sein Beoauern ausgesprochen.— Vert. Rechtsanwalt Trunk. der den Angeklagten Graf verteidigt, hebt hervor, daß in derselben Nummer, in der diese Meldung steht, in einem Artikel gegen Lindenau Partei genommen wird, und daß der„Landsmann“ überhaupt stets für Fräulein Molitor Partei genommen habe.— Rechtsanwalt v. Pannwitz fragt den Angeklagten, ob er sich an der Führung des Wahrheitsbeweises beteiligen wolle.— Vert. Trunk verneint das. Es wird dann in die Vernehmung des Angeklagten Redakteur Herzog eingetreten. Er erklärt: Ich habe weder die Absicht noch das Bewußtsein gehabt, Fräulein Olga Molitor zu beleidigen. Für mich handelte es sich in dieser Frage lediglich darum, in einer Angelegenheit, die Gegenstand des allgemeinen Interesses war, die Tatsachen wiederzugeben, die mir bekannt wurden. Als solche Tatsachen stellte sich mir dar, daß Personen auftraten, welche vorgaben, entweder zurzeit des Schusses am Orte der Tat gewesen zu sein, oder welche gesehen hatten, wie der angebliche Täter schon vor dem Ertönen des Schusses im Wagen davon gefahren sei. Es waren auch Sachverständige aufgetreten, welche auf Grund ihrer kangjährigen Erfahrung und ihrer speziellen Nachprüfung in diesem Einzelfall zu der festen Ueberzeugung kamen, daß Schußrichtung und Schußhöhe es unmöglich erscheinen ließen, daß Hau der Mörder sein konnte. Es müßte der Täter eine kleinere Person gemosen sein. Es kamer weitert Zeugen, die beyaupteten, das Verhältnis zwischen Fräulein Molitor und ihrer Mutter sei zurzeit ein ganz anderes gewesen, als es sich in der Verhandlung darstellte. Dann ließ Lindenau in einer Vernehmung in Mannheim sich dahin aus, daß seiner festen Ueberzeugung nach der sogenannte Rendezvous=Brief, der ihn nach Baden=Baden gerufen haben soll, von Fräulein Olga Motitor geschrieben sein mußte. Er glaubte, das an der Handschrift erkannt zu haben. Ich hob sofort bezüglich dieser Meldung meine Bedenken hervor, wie ich überhaupt niemals in der Zeitung behauptet habe, daß diese von mir mitgeteilten Nachrichten, Tatsachen und Gerüchte an sich wahr seien. Ich bin selbst verständlich von der Unterstellung ausgegangen, daß meine Leser sich genau sagten, daß alle solche Zeugenaussagen erst vor Gericht auf ihren wahren Wert hin geprüft werden müssen. Im übrigen habe ich es für meine Pflicht und Aufgabe als Leiter einer Zeitung angesehen, mitzuwirken an der Aufklärung dieses Falles Hau, der auch nach der Verurteitung Hor's für Tausende und Abertausende verworren, rätselhaft und unklar geblieben war wie vorher. Das Urteil ist gewiß gesprochen nach bestem Wissen und Gewissen, treffliche Männer haben es abgegeben. Aber es gründet sich auf einen Indizienbeweis, der durchaus nicht schlüssig war. Von diesem Standpunkt aus habe ich die zwei Artikel geschrieben und gab die Meldungen wieder, die mir zugingen. Ich habe nichts weiter getan, als das registriert, was an Meldungen in allen Zeitungen zusammenlief. Ich bin nicht skrupellos vorgegangen, sondern habe alles genau geprüft, ehe ich es in die Zeitung gab.Dagegen haben sich Untersuchungsrichter und Staatsanwalt vor der Verhandlung in ausgiebigem Maße der Presse bedient. Der Untersuchungsrichter ließ uns mitteilen, daß wir alles veröffentlichen könnten, was die„Badische Korrespondenz“ schrieb; dieser würde er alle Nachrichten geben. Dagegen verlangte er, daß alles, was wir selbst veröffentlichten, ihm vorgelegt werden müßte. Sowohl der Untersuchungsrichter, wie Staatsanwalt Bleicher, kamen wiederholt auf unsere Redaktion und verlangten die Aufnahme von Notizen. Wir lehnten das aber ab, da wir das als Beeinflussung der öffentlichen Meinung ansahen. Ich weiß aus einer Unterredung mit Staatsminister Busch, daß auch er, das Verhalten der Staatsanwaltschaft im Falle Hau nicht in allen Punkten billigte. In einer Audienz bat er mich, von dem Falle Eisele nichts mitzuteilen, damit die Oeffentlichkeit endlich einmal zur Ruhe komme. Ich versprach ihm das, es stellte sich aber dann heraus, daß die Aussage der Zeugin Eisele so wichtig sei, daß sie dem Publikum mitgeteilt werden mußte. Nun nahmen die Dinge ihren Lauf. Es kam die Eruierung des Zeugen Lindenau hinzu und ich stind wieder wor der Frage: Was soll ich machen? An den Staatsanwalt konnte ich mich nicht mehr wenden, ich wandte mich daher, trotzdem ich 12 Jahre nicht mehr mit ihm gesprochen hatte, an Rechtsanwalt Dietz. Dietz erßählte mir, wie er mit Rechtsanwalt Gönner in Mannheim gewesen sei. Lindenau sei ein wirtschaftlich niedergebrochener Mann, aber vor dem Eide würde er Stich halten. Rechtsanwalt Dietz war völlig überzeugt, daß Lindenau die Wahrheit sagte. Hierauf schrieb ich den ersten inkriminierten Artikel:„Wendung im Fall Hau". Als ich fertig war, brachte man mir den„Badischen Landsmann". Ich fand in ihm mir fetter Schrift und in großen Buchstaben die Nachricht aus Karlsruhe, daß der Verdacht gegen Olga Molitor sich verschärft habe. Das war etwas so außergewöhnliches bei dem„Landsmann“, der bisher auf Seiten des Fräulein Molitor gestanden hatte, daß ich glaubte, den Kehmen zu mussen, Wub ben zweilen urtitel antangt In sind die darin enthaltenen Tatsachen der„Badischen Korrespondenz“ entnommen. Zu dieser Veröffentlichung war ich also gewissermaßen von dem Untersuchungsrichter autorisiert. Er sagte, wir dürften abdrucken, was die„Badische Korrespondenz“ bringt, sagte aber nicht, an welchem Tage wir halt machen sollten. Ich habe niemand beleidigt, aber ich durfte an keiner Person korbeigehen. Ich kann nur bedauern, wenn die beiden Artikel einem Unschuldigen wehe geran haben sollten. Rechtsanwalt Bernstein: Die Verteidigung steht auf dem Standpunkt: Das Urteil gegen Karl Hau ist gefällt auf Grund eines Indizienbeweises. Herr Herzog hat mit viel andern tausend Leuten die Ansicht geäußert, daß dieser Indizienbeweis nicht geschlossen erscheint. Es wird unsererseits nur behauptet, daß das zum Beweise der Schuld des Hau vorgelegte Tatsachenmaterial. von dem ich ohne Weiteres zugebe, daß es schwere Verdachtsmomente enthält, nicht ausreicht, um zu einer wirklich begründeten Verurteilung Haus zu kommen. Das meint Herr Herzog, wenn er sagt, in dieser Sache schein ihm ein non liquet vorzuliegen. Was den Wahrheitsbeweis anlangt so wollen wir nicht behaupten, daß Fräulein Olga Molitor eine Mörderin ist. Aber wir wollen beweisen, daß Gutachten und Zeugen vorhanden waren, die das bekundet haben, was Herr Herzog behaupte: hat. Im Uebrigen kann der Verteidigung das Recht, Zeugen zu laden, nicht durch irgend eine Gefänanisordnung genommen werden DiVerteidigung kann daher auf die Vernehmung des Zeugen Hau nicht verzichten. Es ist juristisch unhaltbar, wenn eine solche Zeugenladung durch einen Gefängnisdirektor oder durch eine Hausordnung illusorisch gemacht Von Drinnen und Draußen. * Just um dieselbe Zeit, um die unsere Reichsboten in Berlin das Gebäude am Königsplatz verließen, traten unsere Stadtväter zusammen, um über eine Tagesordnung zu beraten, von der zwei Punkte großes Interesse in der Bürgerschaft erregten und die für den Werdegang Gelsenkirchens von großer Bedeutung sind, ich meine den Neubaueines Gymnasiums und die Errichtung eines Schlacht= hofes. Pan hatte für beide Punkte eine lange Debatte erwartet, aber mit einer Einigkeit, die wohltuend für alle war, die mit der Stadtverordnetensitzung etwas zu tun haben, bewilligte man die immerhin nicht geringen Kosten von einer halben Million, und das war recht so. Für unsere Jugend sind die besten Schulen gerade noch gut genug, und zwar in jeder Beziehung, was Lehrkräfte anbetrifft ebenso sehr wie kezüglich der Lehrräume, die allen hygienischen Ansprüchen entsprechen müssen. Auch an ein Schlachthaus müssen hygienische Bedingungen gestellt werden, denn gute Volksernährung erhöht die Volksgesundheit. Ueber das Schlachthaus waren die Meinungen jedoch sehr geteilt, weniger im Stadtrat als zwischen Metzgern und Stadterwaltung. Die Metzger wollten durchaus auf dem Terrain an der Kohlendestilation den zukünftigen Schlachthof erstehen sehen, wenn sie überhaupt einen neuen Schlachthof bekommen sollten, dem sie im Anfang höchst unsympathisch gegenüber standen. Die Verwaltung hatte zwei Gelände in Aussicht genommen, um allen gerecht zu werden. Auf der Orientirungskarte war das eine mit rot, das andere mit blau bezeichnet, und auch das Pienum teilte sich in blau und rot, wie bei den großen Manövern, wo die rote und blaue Armee sich gegenüberstehen. Die blaue Armee trug bei der Abstimmung den Sieg davon, die rote war „einstimmig“ unterlegen. Diesen Verhandlungen über den Schlachthof ging ein heißes Ringen der Metzger mit der Stadt voraus, das fast ein halbes Jahr dauerte, und bald wird man einsehen, daß der Schlachthof südlich der Emschertalbahn auch den Metzgern zur Freude gereichen wird. Ein heißes Ringen findet auch jetzt abends im Barbarossasaale statt, wo um die Meisterschaft gekämpft wird. Der eine ringt der Erde die Kohle ab, der andere dem Boden die Frucht, ein anderer ringt mit dem Unverstand, wieder ein anderer mit seinem Mitmenschen: de gustibus non est disputandum. Ueber den Geschmack läßt sich nicht streiten. Ein wahres Wort, das in seiner verwegensten Bedeutung in der„Sutome“, die jetzt auch hier eine Aufführung erlebt, besonders klar wird. Die perverse Prinzessin Salome, die durchaus Jochanaans Mund lüssen will, den Mund des Propheten, der schon wochenlang in einem Brunnen auf Befehl des Königs Herodes sein Dasein fristen muß. Der asketische Jochanaan will mit der „Tochter der Sünde“ nichts zu tun haben aber Salome, die„bleich ist wie der Mond“ läßt nicht ab von ihrer Forderung und durch den Schleiertanz erkauft sie sich von dem betrunkenen König das Haupt des Propheten. Das Stück ist schon deswegen aktuell, da es von einem Dichter stammt, der in Deutschland Gefühlsgenossen hat, die in letzter Zeit viel von sich reden machen. Pervers wie Oskar Wilde selbst ist auch die„Salome“, aber man kann dem Stück künstlerische Eigenschaften nicht absprechen, die noch durch die Entfaitung orientalischer Pracht eine wirksame Folie erhalten. Mit einer Prachtentfaltung, wie in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts die Fürsten in Frantfurt a. M. tagten, wird auch der deutsche Fürstentag in Wien gefeiert, wo sich eine stattliche Anzahl deutscher Bundesfürsten vereinigt hat, um persönlich dem greisen Franz Joseph zu seinem 60jährigen Regierungsjubiläum zu gratulieren. Gratuiieren kann sich der kühne Nordvolfahrer Frithiof Nansen, wenn sich die Nachricht bestätigt, daß ihn König Eduard als Schwiegersohn akzeptieren will. Der kein Hindernis scheuende Polarforscher hat wahrscheinlich das Eis schmelzen machen, welches das stolze Herz der schönen Prinzessin Viktoria umgab. Wenn die Gerüchte auch nicht zutreffen, so ist deren Auftauchen doch dadurch verzeihlich, daß das englische Königspaar mit seiner dritten Tochter bei seiner Anwesenheit in der norwegischen Hauptstadt in Nansens Villa zum Besuche weilte, daß ferner Nansen täglich mit den königlichen Gästen verkehrte und nicht zuletzt durch den ungewöhnlichen Umstand, daß König Eduard Nansen gestattete, ihm das Abberufungsschreiben in Christiania zu überreichen, was sonst in Engsand zu geschehen pflegt. Schließlich ist Nansen ein Mann, der Weltruf genießt, U(n. T BFW w bessen Kume vol zehn Fahren in aulet Munde war, bessen Kühnheit und Energie ihm allgemeine Bewunderung eintrug. Wenn er auch nicht König Eduards Schwiegersohn wird, so ist er doch des Königs Freund, und das ist auch etwas wert. Ein alter Freund, der uns schon verlassen hatte, soll wieder kommen, der schon so oft und viel besungene Taler. Allerdings nicht unter derselben Firma, sondern lediglich als Scheidemünze als Dreimaristück, also nicht mehr so, daß man 1000 Taler in Zahlung geben kann, vorausgesetzt, daß man so viel hat, sondern das neue Geldstück wird eigentlich nur Wechselmünze. Der alte Taler, den unsere Großeltern dreimal umdrehten, bevor sie ihn ausgaben, und der von der leichtsinnigen Generation so oft ohne vorherige Umdrehung angefeuchtet wwurde, kommi also doch nicht ganz so wieder, schon, um die seit Oktober rein durchgeführte Goldwährung nicht zu durchbrechen. Man muß also mit dem Engländer, der die deutsche Sprache nicht ganz beherrschte, sagen: Lebt wohl ihr Berge, ihr geliebten Triften, Ihr traulich, stillen„Taler" lebet wohl. J. B Sügemeine Zeilung. Samstag, den 9. Mai 1908. v. Pannwitz: auf den Widerspruch hinweisen, der zwischen dem Schlußsatz der Ver teidigungsrede des Angeklagten und dem Wahrheitsbeweis besteht Uebrigens ist es Fräulein Olga Molitor herzlich gleichgiltig, was Herr werzog über die Schuld oder Nichtschuld Haus denkt. Für sie handelt es sich lediglich darum, daß sie die gesetzliche Sühne sich verschaffen nill für die schweren gegen sic erhobenen Vorwürfe. Zu Beginn der Nachmittaassitzung kommt Rechtsanwalt Dr. 5. Panum:s, der Vertreter der Rebenklägerin Olga Motitor. auf die Schlußsätze in der Verteidigungsrede des angeklagten Herzog zurück: Es liegt den Vertretern der Nebenklägerin daran, zu wissen, was der Angeklagie eigentlich will. Hat er die Erklärung ernst gemeint, daß er bedaure, eine Unschuldige gekränkt in haben oder war das nur ein lapsus linguae? Wir haben hier nicht über ein Wiederaufnahmeverfahren gegen Karl Hau zu entscheiden. Wir werden uns mit allen Kräften dagegen wehren, daß dieses Wiederaufnahmeverfahren etwa durch eine Hintertür wieder eingeschmugheit wird. Für uns handelt es sich lediglich darum, daß meiner Klientin der Vorwurf des Muttermordes und des Meineides gemacht worden ist. Wie sucht der Angeklagte Herzog den Widerspruch aufzuklären zwischen dem ungeheuren Aufgebot von Zeugen und Sachverständigen und seiner Eraarung am Schlusse seiner Verieidigüngsteds. Uns kommt es nur darauf an, Fräulein Olga Molitor die entsprechende Sühne für die Beleidigung zu verschaffen. Jedem das Seine, auch dem verurteilten Karl Hau. Er hat das Gesetz, er hat seine Verteidigung, er weiß genau, wie man ein Wiederaufnahmeversahren betreibt, uver für diesen Prozeß gilt das Wort: Türen geschlossen für das Wiederaufnahmeverfahren!— Vert. Justizrat Bernstein(München): Seitens der Verteidigung ist kein Wort von einem Wiederaufnahmeverfahren gesprochen worden. Dieser Prozeß dreht sich in der Tai nur um die angeblichen Beleidigungen des Beklagten gegen Fräulein Olga Moliter. Dafür ist es aber von Bedeutung, ob Fräulein Molitor der Ansicht ist, daß das Todesurteil gegen Karl Hau richtig ist oder ob sie das Urteil nur als ein auf iegale und gesetzliche Weise zustandegekommenes dinnimmt. Sie wirh die Artikei des Angeklagten Ge##### anders beurteilen, wenn sie das Todesurteil gegen Karl Hau nicht für richtig hält als wenn sie glaubt, daß Karl Hau damals mit echt zum Köpfen bestimmt worden Ist. Im Uebrigen hat der Angeklagte Herzog sein non liquet nicht inbezug auf die Frage gesprochen, ob Fräusein Molitor ihre Mutter erschossen hat, sondern nur inbezug auf die Verurteilung des Hau.— Siaatsanwalt Dr. Bleicher: Aus der Verleidigungsrede des Angeklagten Herzog hätte der Schluß gezogen wer en mein ch wollte lediglich Neigungen.— Vert. Boegele: Die„Badische Presse“ hat niemals chlußsatz der Ver- die Behauptung aufgestellt, daß Fräulein Molitor ihre Familie mit unanstandiger Lekture versorgte.— Zeugin Frau Professor Forschner(Baden=Baden) war Teilnehmerin am Kaffeekränzchen dei Frau Engelhorn Sie bekundet, daß sie es hätte sehen müssen, wenn Fräulein rofessor ForschEngeihorn Sie verundet, daß sie es hatte sehen mussen, wenn Fraulein Molitor einen Revolver getragen hätte. Auch sie weiß, daß Fräulein Molitor Möricke und Goethe liebte und Muttatuli las.— Zeugin Freifrau v. Reitzenstein wiederholt die Bekundungen aus dem au= und Lindenau=Prozeß, die dabin geben, daß sie am Abend des v. November auf der Kaiser Wilhelmstraße in Baden=Baden einem den können, als ob mir von seiten meiner vorgesetzten Behörbe wegen meines Berhaltens im Falle Dau eine Rüge erteilt worden. Ich lelle fest, daß das nicht der Fall gewesen ist.— Rechtsanwalt von Pannwitz: Ich bitte erneut um Aus unft darüber, ob der Wahr 5 heitsbeweis des Angeklagten dahingeben soll, daß Fräulein Oiya Mo sitor meineidig und eine Muttermörderin Ich berufe mich auf das, was meine Verteidiger gesagt haben.— Rechtsandv. v. Pannwitz: Dann bitte ich, den Verteidiger zu fragen — Justizrat Bernstein: Wir wollen den Beweis dafür führen, daß das gegen Karl Hau gefällte Urteil nicht hätte gefällt werden sollen, weil die gegen ihn vorliegenden Tatsachen unserer Meinung nach nicht ausreichten, um das Todesurteil zu fällen. Wenn wir das beweisen, wird es dem Angeklagten nicht weiter verargt werden können, wenn er gesagt hat, daß die Frage nach der Täterschaft weitergeprüft werden müsse.— Vert. Dr. Oppenheimer: Der Vertreter der Nebenilägerin arbeitet darauf hin, daß der Angeklagte erklären soll, er halte Olga Molitor für die Mörderin ihrer Mutter. Dazu liegt für uns aber nicht der geringste Anlaß vor. Wir behaupten nur, daß die Tatsochen, die der Angeklagte in der„Badischen Presse“ verzeichnet da sich wirklich zugetragen haben, daß es Zeugen gibt, die das bekunden und Sachverständige, die das angenommen haben. Niemand hätte ein Interesse daran, und vor allen Dingen niemand ein Recht, zu verbindern, daß die Wahrbeit an den Tag sommt.— Außer wer sie fürchtet. Das von der Gegenseite anzunehmen, wage ich nicht. Es wird hierauf als erste Zeugin Fräulein Olga Molitor vernommen. Sie schildert eingehend die bekannten Vorgänge, vor und an dem 6. November, dem Tage der Tat.— Vors.: Haben Sie jemals Schußwaffen bei sich getragen?— Zeugin: Niemals.— Vors.: Ist das ganz sicher?— Zeugin: Ganz sicher!— Vors.: Wenn Sie also nlemals Schußwaffen bei sich gehabt haben, ist es auch ganz ausgeschlossen, daß Sie den Schuß abgegeben haben.— Zeugin: Ganz ausgeschlossen. Die Zeugin schildert dann weiter ihre Reise nach Paris, das mysteriöse Telegramm, das ihre Mutter nach Paris lockte und die plötzliche Abfahrt aus Paris.— Vors.: Wann haben Sie Karl Hau kennen gelernt? — beuain: Im Jahre 1903 in Asaccio, wo ich mich mit meiner Mutter und meiner Schwester Lina längere Zeit aufhielt. Nach einiger Zeit fuhr Karl Hau zusammen mit meiner Schwester Lina uns einem bekannten Ehepaare üder Genug nach Florenz. Ich seibst fuhr mit meiner MMutter nach Montreux. Dort hielten wir uns einige Tage auf und Karl Hau kam uns nachgereist. Von Montreux fuhren wir nach Baden=Baden.— Vors.: Kam er auch einmal zu Ihnen nach BidenBaden zu Besuch?— Zeugin: Ja, er besuchte uns, und beim Abschiednehmen sagte ich ihm: Kommen Sie doch auch einmal wieder, wenn Schwester Lina da ist.— Vors.: Was sagte er darauf?— Zeuzia: Er sagte, wenn ich nochmal dieses Haus betrete, bin ich ein Schuft! Ich konnte mir gar nicht erklären, was das heißt. Die weitere Vernehmung der Zeugin ergibt die bekannten Vorgange: die Flucht Lina Molitors mit Karl Hau nach der Schweiz, ihre dochzeit in Mannheim und die schließliche Uebersiedelung nach Amerika. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob sie zu Hau in irgend welchen näheren Beziehungen gestanden habe, antwortet die Zeugin mit einem bestimmten Nein.— Vors.: Ist es in Ajaccio zu irgend welchen näheren Beziehungen zwischen Ihnen und Korl Hau gerommen, und hat er in Montreux, wo Sie ohne Lina waren, wie man zu sagen pflegt, Ihnen den Hof gemacht.— Zeugin: In keiner Weise. Wir verkehrten mehr kameradschaftlich untereinander, unterbie#ten uns lange und angeregt und machten gemeinschaftliche Ausflüge. Ich fand ihn sehr belesen, es imponierte mir sehr, daß er so viel wußte. Ick interessierte mich gewiß für ihn, aber über dieses Interesse kam ick F Lo dus Waer. OD.nf. 1 CThoad-alomaf 9. lüßte er Ihnen die Hand oder drückte er Ihre Hand so auffällig, daß Sie eine besondere Zuneigung merken sollten?— Zeugin: Niemals. Die Zeugin bekundet weiter von der Eisersucht ihrer Schwester, die ständig versicherte:„Ich bin 6 Jahre älter, wie mein Mann. Ich sie ihn mir wegnehmen.“ Die er ganz grundlos. Die Ansicht von bei ihrer Schwester verstärkt, nachdem sie nach Manipulationen Haus Renommierte nicht Hau agte er nicht einmal zu aben!“— Zeugin: Ja, regen serteidigung eingehende Fragen an die beiden Zeuginnen richtet, pklärt Rechtsanw. v. Pannwitz: Wenn wir uns so in alle kleinen Details hier einlassen, sitzen wir noch drei Wochen. Der Gesundheitszustand meiner Klientin ist infolge der Angriffe während der letzten Monate ein derartiger geworden, daß sie morgen oder übermorgen zusammenbrechen kann. Ich müßte, wenn so weiter verhandelt wird, die Aussetzung der Verhandlung beantragen.— Justizrat Bernstein protestiert gegen diese Vorgriffe. Die Verteidigung suche nur die Wahrheit zu ermittein. Ohne jede sachliche Unieriage habe Herr v. Pannwitz diese Angriffe erhoben, die er entschieden zurückweise.— Zeuge Wachtmeister Bebringer macht eingehende Angaben über die ersten polizeilichen Ermittelungen nach der Täterschaft.— Vert. [Oppenheimer: In dem Lindenauprozeß sagie Frautein Oiga Molitor. am 6. November abends habe ein Mitglied der Badener Polizei ihr mitgeteilt, daß der Täter nur in der Fomilie gesucht werden könne. Waren Sie vielleicht derjenige, der Fräulein Molitor diese Mitteilung machte?— zeuge: Jawohl! Ich habe am Abend des 6. Noomber Fräulein Molitor auf den Kopf zugesagt, daß Hau der Tater gewesen sein müsse. Es kam mir vor, als ob ich ihr mit dieser Mitteilung schon zu nahe getreten wäre.— Vert. Oppenheimer: Worauf gründen Sie Ihre Ansicht?— Fune: rich wußte bereits von der mysteriösen Depesche.— Zeuge Koch Stricker war die erste Person, die am Tatort erschien. Er hat außer Fräulein Olga Molitor niemand gesehen. Fräulein Molitor selbst war sehr erschrocken und machte sich um ihre Mutter zu schaffen. Zeuge hat dann mitgeholfen. die Leiche in die nächste Villa zu tragen.— Vert. Voegele: Hat man Versuche gemacht, durch Einspritzungen Frau Molitor wieder ins Leben zu rufen?— Zeuge: Nein.— Vert. Voegele: Hat man Versuche an der Wunde gemacht?— Zeuge: Nein. Nach weiteren unwesentlichen Zeugenaussagen wurde die weitere Verhandlung auf Freitog früh 9 Uhr vertagt. Die Erpreslerasfäre gegen Kardinal Kopp. Breslau, 8. Mai.(Privat=Tel.) Die zweite Breslauer Steafkammer verhandelte heute gegen den Agenten Wilhelm Weiß, den Dekorateur Max Zimmermann und den Installateur Wolff wegen Erpressungsversuchs und verleumderischer Beleidigung gegen Kardinal Kopp, außerdem noch wegen Betrugs und Unterschlagung. Es sind 25 Zeugen und zwei medizinische Sachverständige geladen. Die Oeffentlichkeit ist während der ganzen Verhandlung wegen Gefährdung der Sittlichkeit ausgeschlossen, nur der Vertreter des Kultusministers und der Vertreter des Regierungspräsidenten durften der Verhandlung beiwohnen. Kardinal Kopp fuhr eine Stunde nach dem Beginn des Termins beim Landgericht vor und wurde in das Zimmer des Landgerichtspräsidenten geführt, um dort seine Vernehmung abzuwarten. Breslau, 8. Mai. Die zweite Strafkammer verurtellte den Agenten Weiß wegen versuchter Erpressung und Unterschlagung zu vier Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust, den Dekorateur Zimmermann wegen versuchter Nötigung und Beleidigung zu dier Monaten Gefängnis und 300 Mark Geldstrafe und den Installateur Wolff zu 300 Mark Geldstrafe. glaube, eines schönen Tages werden sisersucht der Schwester war aber der Schuld Haus wurde ihr dem Tode der Mutter von au den fi der 2 Kenntnis erhielt.— Rechtsanw. v. Pannwi Erf Lina die Tatchen mitgeteilt, wie sie lagen. Darauf beate Lina keinen Zweisel ehr an der Schuld ihres Mannes.— Die Vernehmung der Zeugin uß hier abgebrochen werden, da sie sich völlig erschöpft fühlt. mit seinen Erfolgen bei den Weibern? seiner Frau:„Das Olgale kann ich jederzeit so etwas hat mir meine Schwester erzählt. Auf eine Frage des Justizrats Bernstein erklärt die Zeugin:„Wir haben nach dem Tode der Mutter unserer Schwester Li sachen mitgeteilt me mu Nächste Zeugin ist Frau Kunstmaler Engelborn(BadenBadenl. bei der das Kaffeekränachen am 6. November stattfand.— Vors.: Halten Sie es für möglich, daß Fräulein Olga Molitor einen Revolver bei sich getragen hat?— Zeugin: Nein, Fräulein Molltor war sehr ängstlich und fürchtete sich wie die meisten Tamen vor Schutzwaffen.— Zeugin Frau Kunsimaler Koch Baden=Buden) weiß evenfalls nichts devon, daß Olga Molitor einen Revolver bei sich zu tragen pflegte.— Rechtsanw. v. Pannw is: In verschiedenen Zeitungen und Broschüren ist auf Grund einer aus dem Zusammenhang rissenen Mitteilung der Iran Lina Hau die Behauptung aufgestellt worden, daß Fräulein Olza Motitor pikante und ververse Lektüre siebte und iore Familie damit versorgie. Wissen Sie, was Fräusein Olga Molitor zu lesen pflegte und haben Sie irgend welchen Anhalt dafür, daß sie ihre Familie mit unanständiger Lektüre versorgte. Zeugin: Fräulein Molitor pfiegte deutsche und auch alte Klassiker zu lesen. Sie liebte Möricke und las ferner viel von Mictaluli. Sie hatte eine sehr reichhaltige gute Bibliothek, aus der wir uns gern Bücher lieben. Von pilanter Lektüre weiß ich nichts.— v. Pannwin: Wissen Sie, welche Bücher es waren, die Lina Hau nach idrer Verheiratung als pikant und pervers bezeichnete?— Zeugin: Das weiß ich nicht.— v. P.: Es waren Ibsen und Ellen Key.— Zeugin Engelhorn: Auch ich kann bekunden, daß Fräulein Molitor nur gute und anständige Bücher las. Es verband sich bei ihr eine gesunde Gentimentalität mit schöngeistigen Die zweite württembergische Kammer und das Stuttgart, 8. Mai.(Tel.] Die 2. Kammer beriet heute vier von der Volkspartei, der deutschen Partei, dem Zentrum und den Sozialdemokraten zum Vereinsgesetz gestellte Anträge, die eine möglichst liberale Gestaltung der Vollzugsverfügung zu dem neuen Gesetz bezwecken. Nach der Begründung der Anträge durch die Abgeordneten Elsas(Vpt.), Dr. Hieber(natl.), Dr. v. Kiene(Zentrum) und Keil (Soz.) erklärte der Minister des Innern von Puschek, er komme nach Abwägung der Vorteile und Nachteile des Reichsvereinsgesetzes zu dem Ergebnis, daß die freiheitlichen Verbesserungen überwiegen. Die Regierung habe die Absicht, in der Vollzugsverfügung und in der Praxis die Anwendung des Vereinsgesetzes so zu gestalten, daß das Volk einen erheblichen Unterschied gegen bisher nicht finden werde. Die Beratung wird morgen fortgesetzt. Glückwunschtelegramm des Reichstages an Kaiser Tranz Josef. Berlin, 8. Mai.(Tel.) Die Nordd. Allgem. Zeitung meldet: Auf Grund der vom Reichstage erteilten Ermächtigung richtete der Prästdent Graf Stolberg an den Kaiser folgendes Telegramm nach Schloß Schönbrunn:„Die Vertretung des deutschen Volkes, das ohne Unterschied der Partei die freundschaftlichen, vertrauensvollen Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und der österreichisch=ungarischen Monarchie, sowie das mitteleuropäische Bündnis als ein Unterpfand des Friedens und der Wohlfahrt der Völker betrachtet, vereinigt ihre Wünsche mit denjenigen, die Euere Majestät Seiner Majestät dem Kaiser und König Franz Josef darbringen.“— Gestern nachmittag ging folgendes Antwort=Telegramm des Kaisers ein:„Euerer Exzellenz danke ich für die Mitteilung über die Kundgebung des Reichstages, die bezeugt, daß der Reichstag und das deutsche Volk mit ihren Wünschen für Seine Majestät den Kaiser und König Pranz Josef hinter den deutschen Fürsten stehen.“ hübsche Landgut bei Laporte von 100 Morgen. Hier heiratete sie vor fünf Jahren zum zweitenmal. Ihr zweiter Gatte wurde mit von einer Axt gespaltenem Schädel im Keller gefunden. Mrs. Guinneß, deren Schönheit und gewinnendes Wesen stets allen Verdacht beseitigte, erklärte, die Axt sei ihrem Manne auf den Kopf gefallen, und die Totenschau=Jury nahm diese Erklärung an. Hierauf begann Mrs. Guinneß Heiratsannoncen in die Blätter zu setzen. Von den sich meldenden Kandidaten berschwund eines nach dem anderen, mer, Suinnes berg: tete sie entweder oder tötete sie mit einer Axt, die Leichen wurden zerstückelt in Säcke gen'äht und vergraben. 1906 verschwand ihre von ihr aufgezogene Adoptivtochter Jenny von 18 Jahren, Mrs. Guinneß sagte, daß ne nach Los Angelos in Pension geschickt sei. Jetzt hat man ihre zerstückerte Leiche ausgegraben. Die Verbrechen wurden auf folgende Weise entdeckt: Die Nachricht vom Abbrennen des Landhauses der Mrs. Guinneß cam einem Farmer Holdgreen in South Dakota zu Ohren, dessen Bruder Andrew Holdgreen die Mrs. Guinneß im Januar auf ihre Heiratsannonce bin mit 12000 Mark in der Tasche besucht hatte und seitdem verschwunden war. Mrs Guinneß hatte erklärt, er sei nach Norwegen gegangen. Holdgreen stattete Bericht an die Polizei ab, welche darauf die Nachgrabungen begann. Man fand Holdgreens Leiche in zwölf Stücke zersägt und in einem vier Fuß tiefen Loch vergraden. Auch das Abbrennen des Hauses vor einer Woche ist in Dunkel gehüllt. Man entdeckte unter den Trümmern die Leichen der drei kleinen Kinder der Mrs. Guinneß und einen kopflosen Rumof, den man für Mrs. Guinneß Leiche hielt. Der Inspektor der Farm Ray Lamphere wurde unter dem Verdacht die Mrs. Guinneß aus Eisersucht ermordet zu haben, verhaftet. Jetzt ist es zweiselhaft geworden, ob die gefundene Leiche Mrs. Guinnes ist, und ob diese nicht sich ihrer Kinder durch Verbrennen entiedigte, eine andere Frauenleiche verbrannte und entfloh, da sie eine Entdeckung ihrer Verbrechen befürchtete. So hat sich auch herausgestellt, daß sie große Kisten aus Chikago zu erhalten pflegte; man glaubt, daß sie mit dortigen Mörderbanden in Verbindung stand, die ihr Leichen zur Verbergung zuschickten. Die Untersuchung wird eifrig fortgesetzt; aus ganz Amerika reisen Leute nach Laporte, welche die Erwordung Angehöriger durch Mrs. Guinneß vermuten. Aus Wektfalen und der Rheinprovinz. ** Dortmund, 8. Mai. In der Kaiserstraße war die Tür eines Transformators infolge Nichtachtsamkeit eines Arbeiters offen gelassen worden. Der 10jährige Hermann Runkelmann geriet in den Raum hinein, berührte die Leitung und wurde durch einen elektrischen Strom aus der Stelle getötet. ** Dortmund, 8. Mai. In Marten versuchte der Zechenbeamte Pleimann seine Frau zu erschießen, verletzte sie aber nur leicht. Hierauf richtete er die Waffe gegen sich selbst und erschoß sich. Der Grund zur Tat soll in einem Rückenmarkleiden Pleimanns zu suchen sein. ** Heeren, 8. Mai. Auf der Zeche Königsborn, Schacht 3, in Heeren wurden in der vergangenen Nacht bei Ausführung von Reparaturarbeiten drei Bergleute durch Abstürzen des Gehänges verschüttet. Einer der Leute konnte mit schweren Verletzungen gerettet werden, die beiden anderen blieben tot. **Oberhausen, 8. Mai. Auf der hiesigen Gutehoffnungshütte ist ein Arbeiter von einem Gerüst so unglücklich abgestürzt, daß er sofort tot war. * Mülheim=Rhein, 8. Mai. Hier ging nach Mittag ein Arbeiter zur Arbeitsstätte; er wurde von einem Kollegen eingeholt, der scherzend ihm die Nachricht überreichte, er habe in der Lotterie gewonnen. Lachend nahm der Adressat das Telegramm entgegen. Danz brach er jäh zusammen und verstarb. Lakonisch meldete das Telegramm: Mutter tot! * Trier, 8. Mai. Von einem wütenden Rinde aufgespießt und getötet wurde in Ruwer ein 8jähriger Knabe. ** Trier, 8. Mai. Zehn junge Leute aus Neumagen a. d. Mosel sind wegen Meineidsverdachts in das hiesige Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden. Es handelt sich um widersprechende Aussagen in einem Bagatellprozeß vor dem Neumagener Amtsgericht. Die Anklage lautete auf groben Unfug. Elberfeld, 8. Mai. Der verantwortliche Redakteur der„Freien Presse“, Arthur Molkenbuhr, wurde von der hiesigen Strafkammer wegen Beleidigung von Telephonbeamten des hiesigen Telegraphenamis zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Staatsanwalt hatte 500 Mark beantragt. Die Beleidigung wurde in einem Artikel gefunden, den der Angeklagte nach dem großen Brandunglück auf dem Hofkamp, bei dem bekanntlich drei Personen den Tod fanden, in seinem Blatte veröffentlicht hatte. Es war gesagt worden, daß eine Person, welche telephonisch die Feuerwehr herbeirufen wollte, keinen Anschluß bekommen hätte. *; Elberfeld, 8. Mai. Beim Fensterputzen stürzte eine 22jährige Schwester im Bethania=Krankenhause in den Saal und trug hierbei so chwere Verletzungen davon, daß sie kurze Zeit nach dem Unfall verchied. Spori. Telegramm aus Leipzig 3. Mai 1908. Bei den heutigen Radrennen wird das Haupt= und Prämienfahren auf Brennabor von dem einheimischen Fahrer O. Fuchs gewonnen. Bus in Züpölik. Die Ermittelungen, die jetzt nach dem Abbrennen des Landhauses der Mrs. Gninneß in Laporte(Indiansa) über das verbrecherische Treiben dieser Frau angestellt werden, haben geradezu furchtbare Einzelheiten aus Tageslicht gefördert. Zahllose Morde, Brandstiftungen und Betrügereien hat das entmenschte Weib auf dem Gewissen, das angeblich beim Brande ihres Hauses den Tod gefunden haben soll. Es werden jedoch St mmen laut, die Hehaupten, Mrs. Guinneß jede noch und habe sich längst in Sicherheit gebracht. Einzelheiten berichte: folgende Nachricht: London, 8. Mai. Nach Telegrammen aus Newyork hat man bereits 12 zerstückelte Leichen auf dem Grundstück der Mrs. Guinneß, in Laporte ausgegraben, die meisten sind Erwachsene. Mrr. Guinneß' erster Gatte starb an Gift, sie erhiel: 340 000 Mark von der Lebensversicherung. Bald danach brannte ihr hoch versichertes Haus ab. Mit diesen Geldern kaufte sie einen Laden in Chikago, der ebenfalls hoch versichert abbrannte. Mit dem Erlds kaufte sie dann das „Ein größer, starker, gesunder Junge.“ In den folgenden Zeilen wird jede Mutter schätzenswerte Winke finden, wie ein gedeihliches Wachstum der Kleinen begünstigt und gefördert wird: Leipzig, Mittelstraße 21, den 16. August 1906 „Bei meinem jetzt 4jährigen Walter habe ich Scotts Emulsion bereits mehrere Male mit ausgezeichnetem Erfolg gebraucht. In seinem ersten Lebensjahr war der Kleine sehr schwach und nahm zusehends ab. Der Gebrauch von einigen Flaschen Scotts Emussion kräftigte ihn jedoch so bedeutend, daß sich sein Zustand bald völlig änderte, und im Lause der Zeit ist er nun ein groper, Ktarker und gesunder Junge asmarden. Nur im letzten Winter hatte ich wieder Veranlassung, wegen seines Befindens besorgt zu sein, aber auch da hat ihm Scotts Emulsion bald Besserung gebracht; der Husten löste sich viel leichter, und das Kind ist dabei nicht von Kräften gekommen, sondern ist jetzt gesund und munter. (gez.) Frau Anna Franz Worin liegt diese bemerkenswerte Nährkraft von Scotts Emulsion? Sie ist einzig den bei Herstellung zur Verwendung gelangenden erstlassigen Rohmaterialten— nur der allerbeste Lofoten(Norweger) Dampftran ist in Scotts Emulsion enthalten— zuzuschreiben, und diese sind im Scottschen Verfahren zu einer rahmartigen, wohlschmeckenden Emulsion verarbeitet. uns ausschletzlich im großen verkauft, und zwar nle lefe nach gut in verstegetten Originat Keices mn Karten mit unserer Schuhund Schensntaes ie t, Kliedel li.ch, Otomn eramst Emuigton ant Zlat, Macti: Samstag, den 9. Mai 1908. Amtliches Kreisblatt für den Stadt Geschäftsstelle Munckelstraße 16/18(deim Amtsgericht). A# Geössnet taglich von 8 Uhr vorm. bis 8 Uhr abendi. Oesterar und für den Landkreis Gelsenkirchen Iuzetdon Prodenummern 10 Tage lang kostenfrei verlange ma Antzeiger: durch Postkarte von der Geschäftsstelle Munckelstr. 16 18 Bezugsbreis für den Monat 65 Pig. mit ist##tr. Unterbeit: Offizielles Organ für MilitärGerichts=, Eisenbahn=, Post=, Handelskammer= u. Knappschaftswesen. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Festtage. Telegrammadresse Bertenburg= Gelsenkirchen. Fernsprecher: Nr. 173. Anzeigenpreis 15 Pfg. die Petitzeile. Reklamen 40 Pfg. die Zeile. Ausw. Inserate 20 Pfg. die Zeile. Beilage=Gebühr pro 1000 Mk. 5. Wert bis 16.00 M Der reelle Wert dieser Hosen ist wesentlich höher Heinrich Sieburg. Schalkerstrasse 147 Allgemeine Samstag, den 9. Mai 1908. Die Wiener Festlichkeiten. Der weitere Verlauf der Festlichkeiten in Wien anläßlich des Besuches der deutschen Fürsten bei Kaiser Franz Josef reihte sich den Veranstaltungen, über die wir bereits berichtet haben, würdig an. Bei der Festtafel in Schönbrunn brachte Kaiser Franz Josef, wie uns der Draht meldet, folgenden Trinkspruch aus: „Der Besuch, den mir meine treuen Alliierten, Eure kaiserliche und königliche Majestät, Seine königliche Hoheit der Prinzregent, Ihre Königlichen Majestäten, die durchlauchtigsten Fürsten, sowie der Vertreter der freien Hansestädte, heute abstatten, hat mich mit der großten Freude erfüllt. Ich heiße Sie herzlichst in unserer Mitte willkommen. Sie haben durch Ihre Hierherkunft den Gefühlen wahrer Freundschaft anlaßlich der Erreichung meines 60. Regierungsjahres in einer Weise Ausdruck geben wollen, die meinen innigsten Dank wachruft und in mir die Ueberzeugung festigt, daß die so engen zwischen uns bestehenden Beziehungen uns allen ein wahres Herzensbedürfnis sind. Von dieser Zuversicht durchdrungen, moge es mir gestattet sein, dieses Glas auf Ihr Wohl, sowie auf unsere unerschütterliche Freundschaft und Bundesgenossenschaft zu leeren, und dabei auszurufen: Meine erlauchten und hohen Gäste leben hoch!“ Auf den Trinkspruch erwiderte Kaiser Wilhelm mit einem kurzen Toast, in welchem er seinen herzlichen Dank aussprach und mit einem Hoch auf Kaiser Franz Josef schloß.— Nach dem Galadiner sand eine Serenade des Niederösterreichischen Sängerbundes und der vereinigten Kapellen der Militärmusiken der Garnison Wien stott. Im Parkett vor der Gloriette hatte sich ein zahlreiches Publikum angesammelt, auch außerhalb des Schlosses, sowie in den Zujahrisstraßen bildete eine nach Tausenden zählende Menschenmenge träger senkten die Fahnen, und die Sänger, sowie das Publikum brachen in begeisierte Hoch= und Heilrufe aus, wofür die Majestäten wiederholt dankten. Der Kaiser äußerte sich gegenüber dem Vorstand und dem Dirigenten des Sängerbundes, daß ihn die Huldigung tief gerührt habe.— Am Donnerstag um 9 Uhr 20 Min. fuhren Kaner Wilhelm, die Kaiserin und Prinz August Wilhelm nach Verabschiedung vom Ehrendienst vom Penzinger Bahnhof nach Donaueschingen. Prinzessin Vittoria Luise reiste um 10 Uhr 5 Min. vom Nordbahnhof nach Wildpark ab. Ein Wagenunfall des Großherzogs von Baden. Wien, 8. Mai. Der Großherzog von Baden hatte gestern um zwei Uhr, als er mit seinem Ehrenkavalier FML. Versbach ins Augartenpalais fahren wollte, in der Postgasse einen Wagenunfall. In dieser Gasse werden zur Zeit Erdarbeiten gemacht. Von einem Erdhaufen rollten Steine den Pferden des Hofwagens zwischen die Beine. Tadurch wurde das Handpferd scheu, sprang über die Deichsel und zerbrach diese. Nun scheute auch das zweite Pferd und beide jagten die Gasse hinab zum Franz=Josef=Kai und warfen einen Arbeiter nieder, dem der Wagen über die Schulter fuhr. Auf dem Donaukai warf sich den flüchtigen Pferden ein beherzter Mann entgegen und brachte sie zum Stehen. Durch den Ruck wurde der Leibjäger vom Bock geschleudert, erlitt ober nur leichte Beschädigungen. Der Großherzog, der vollige Ruhe bewahrte, setzte die Fahrt mit seinem Begleiter in einem Fiaker fort. Wien, 8. Mai. Der König von Italien und Kaiser Franz Josef wechselten anläßlich der Wiener Festlichkeiten herzlich gehaltene Telegramme. Sport. ** Dortmunder Rennen. Nach den Dispositionen, welche die Rennställe für den 10. Mai getroffen haben, müssen die Rennen in Dortmund gut besetzte Felder und recht anregenden Sport bieten. Es finden an diesem Tage fünf Herren=Reiten statt. Außer denn es werden in demselben vertreten sein die 12. Dragoner, die 7. Artillerie, die 3. Husaren, die 4. Kürassiere, die Leib=GardeHusaren, die 59. Artillerie, die 21. Dragoner und die 8. Husaren. In dem von Romberg=Memorial=Ehrenpreis und 5000 Mark werden siarten: Herrn M. Klonnes Wild Girl, Rittmeister von Knesebecks Villikins, von Krackers Hochmeister und Royal Bow II, von Rombergs Akela, Herrn A. Webers Pavli und vielleicht E. Brummes Angelika.— Die Equipagen, die zum Rennplatz wollen, haben von jetzt ab die neuausgebaute Knappenbergerstraße zu fahren; vor dem Bahnübergang ist ein Halteplatz für Droschken und Hauderer geschaffen. Köln, 8. Mai. Fruchtmarkt. Heu 8,00—10,00. Maschinen= stroh(Roggen) 3,70, Richtstroh(Flegeldrusch) 4,00. Krummstroh 3,40. Neuß, 8. Mei. Fruchtmarkt. Weizen Ia 21,70, IIa 20,70 Mk. Roggen Ia 19,60, IIa 18,60 Mk. Haser Ia 16,70, IIa 15,70 Mk. für 100 Kg. Kartoffeln 3,00—3,50 Mk. Heu 3,70—4,20 Mk. Luzerner Heu 4,60 Mk. für 50 Kg. Krummstroh 17,00, Breitdruschstroh 19,00 -— WUalbeite jür 100 Kg 108,00 Mk. Kleicn 6,60 Mk. für 50 Kg. Mk. für 500 Ka. Rüböl 74,50, satzweise 70.220, geleinigirs Rübkuchen 105,00 Mk. für 1000 Kg., in kleineren Partien Ziehung 5. Klasse 218. Kgl. Preuß. Klassenlotterie. Berlin, 8. Mai. In der heute vormittag fortgesetzten Ziehung der Königlich Preußischen Klassenlotterie fielen 10 000 Mark auf Nr. 77 538, 5000 Mark auf Nr. 154 535 204 192, 3000 Mark auf Nr. 850 1043 1968 5080 8816 9260 18 126 23 665 24 465 25 964 26 430 30123 31 619 32 115 32333 34 282 35 497 46 976 61 429 68 398 68 797 69 961 72144 74 789 75 181 86 008 87 265 97388 98 353 107 905 114 116 117535 118 167 119 242 120 272 145 981 155 948 164 712 171 144 177 454 177 664 191 320 192 435 199 418 203 104 206 326 206 373 227 185 235 097 257 457 270 008. Die kleine Luxemburger Schweiz, mit Echternach als Mitielpunkt, welche sich nachbarlich an das Eiselgebiet anlehnt und sich mit diesem in die herrlichsten Naturbilder des wildromantischen Sauertals teilt, wird allmählich von der Touristenwelt mehr gewürdigt und von Sommerfrischlern als Aufenthaltsort besucht. Dieselbe darf wohl als eine der reizendsten Gebirgsgegenden westlich des Rheines bezeichnet werden. Die nächste Umgebung Echternachs enthält eine so wilde, bezaubernde Romantik in den wunderbarsten, oft großartigen Steingebilden, daß es der Feder nicht gelingt, wiederzugeben, was hier eine herrliche Natur dem Auge bietet.— Die schaurige Wolfsschlucht mit iüren turmhohen Felswänden, das Aesbachtal mit seinen großartigen Jelsengruppen, der Hallerbach mit seinem plaudernden Waldwasser, die Goldfralay, die Kohlscheuer und die Eulenburg bei Consdorf mit ihren unzähligen labyrinthähnlichen Gängen und Schlüffen, Berdorf mit seinen Felsschluchten und Grotten, der Prümfluß mit seinen rrißenden Fällen, Befort mit seiner romantischen Burgruine, bieren dem Touristen einen angenehmen und lohnenden Aufenthalt. Von dieser Gegend schreibt Joseph Görres:„Dieser Strich darf neben dem Rhein in all seiner Pracht und Herrlichkeit nicht zurückstehen. Das Städtchen Echternach hat eine r##zende Lage am rechten Sauerufer(gute Fischerei, schöne Flußbäder, Kahnfahrten) und gehört zu vein geschichtlich interessantesten Städten des Luxemburger Landes. Die Anderr gearmndele Benevillinerabte basilika ist ein wahres Prachtbauwerk. Auf dem Gebiete der Flora finden wir eine Anzahl jeiiener Pslanzen. Unter dem schattigen Laubdache des Waldes und am Fuße der mächtigen, epheuumrankten Felskolosse entfalten sattgrüne Farne ihre zierlichen Wedel und in feuchten dunklen Spalten schmiegt sich das in Europa äußerst seltene Hymerophillum tunbridgense an die Felswand an. Beinahe alle Arten Orchideen sind vorhanden. Dem Wanderer sind die schattigen Spaziergänge durch praktische und bequem angelegte Promenadenwege mit vielen Ruhebänken, durch Wegweiser und deutliche Wegebezeichnung erleichtert.— Die Gasthöfe sind gut; die Preise mäßig.— Siehe Anzeige. Hals= u. Lungenleidende welche den weltberühmt gewordenen und tausendfach bewährten„Johaunistee" noch nicht kennen sollten, werden in ihrem eigenen Interesse darauf aufmerisam gemacht, daß wir in den nächsten Tagen eine große Anzahl kostenfreier Proben hiervon an alle Interessenten zur Verteilung bringen werden, die uns ihre Adresse einsenden und ihrem Briefe 20 Pfg. für Porto usw. beifügen. Jeder derartigen kostenfreien Probesendung wird eine ausführliche Broschüre(keine bloße Reklamebroschüre, sondern auch wertvoll für jeden, der zurzeit eine andere Kur gebraucht) ebenfalls durchaus unentgeltlich beigefügt. In dieser Broschüre sind nicht nur die Erfahrungen verschiedener angesehener Aerzte mit dem. Johannistee, sondern auch zahlreiche, von den Patienten selbst gemachte Beobachtungen zum Abdruck gebracht. In vielen Fällen hat der Johannistee geradezu verblüfsend gewirkt., Nicht selten sind Fälle, die jahrelang jeder Behandlung trotzten, lediglich durch Anwendung des Tees in kürzester Zeit zur Heilung gebracht worden. Ueberraschend wirkt der Tee bei fast allen, die an altem Husten, chron. Verschleimung, chron. Heiserkeit, chron. Bronchialkatarrh, Asthma usw. leiden. Schon nach kurzem Gebrauch tritt in den meisten Fällen eine wesentliche Besserung ein; die Hustenanfälle, der Auswurf usw. hören nach und nach ganz auf, und ein besserer Appetit stellt sich ein. Mehr als alle Worte überzeugt aber ein selbstgemachter Versuch, und aus diesem Grunde bitten wir jeden, der sich für die Sache interessiert, um Einsendung seiner Adresse, damit wir ihm eine der obenerwähnten kostenlosen Proben zustellen können. Er wird den Versuch nie bereuen, sondern uns stets dankbar sein, daß wir ihn auf das Mittel aufmerksam gemacht haben. Westdeutsche Johannistee-Vertriebsgesellschaft Köln a. Rh. 2. Ziehung 5. Kl. 218. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziebung vom 7. Mai 1908. vormittags. Nur die Gewinne über 240 Mark eind den betreffenden Nummern in Klammera beigefügt. (Ohne Genähr.)(Nachdruck verboten.) 158 360(500] 429(1000) 748 932 1319 403 70 92 528 2405 43 47 90 562 729(500] Zire 690 771 4235 613 1000] 4o 48 844 912 5139 338 502 64 793 6510 33(3000 762 861 951 7012 16 260 633(1000] 763 76 8871 430 44 541 843 74(1000] 960 9118 265 371 82 431 516 832 73 76 3000 972 10007(1000] 149 743(1000) 996 11107 14 271 323 661 952 83 12278 810 421 757 846 13081(10001 50 118 age 499 90 501 a 810 823 32 962 14075 407 91 610 807 1000) 15019 167 364 75 406 610(500) 42 953 86 16026 170 63 234 63(500) 8S 311 67 824 77 17103 97 453 612 10001 as 741 18096 1500] 144 335 44 464 08 600( 1000) *(500) 776 19213 901 20147 239 94 503 21 604 1: 21134 273 306 455 551 22006 44 349 432(3000] 505 23090 116 39 60 79 256 568 81 663 832 907 24035 660 719 37 25005 12 159(1000) Pl 830 632 50 800 916 26.91 330 414(300) 521 5001 812 49 27157 393 565 646 co; 28102 211(3000) 43 321 51 466 683 616 713 885 983 29093(3001 307 521 621 S48 938(500 30091 173 429 95 559 613(5001 822 23 5e 92 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S à 40 000. 15 K 30 000. 2 2.15 000. 7 à 10 000, 145 a 5000, 2106 d 3000. 3271 „ 1690. 5997 à 500. 2. Ziehung 5. Kl. 218. Kgl. Preuss. Lotterle. Ziebung vom 7. Mai 1908. nachmittage. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffende Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verboten.) 29 178 234 1000] 48 350(5001 802 6e 964 1050 447 94 93 556(500) 79 720 23 64 75 976 2027 157 399(1000) 418 97 953 3070 99 126 522 509 22 839 5s 4248 90 860(3000) 402 501 619 734 821 1000] 943 55(3000) 5020 347 61 f500 eo7(1000l 61:0(30001 se7 51 479(500) 697 730(3000] 41 804 21 32 75 985(1000) 7065[300) 7R 118 51 232 517 28 756 804 8034 15001 126 422 581 961 88 9331(500] 549 70 5001 s19 15001 723 34 62 10111 332 6e 420 831(1000] 908 11053 aS 136 843 469 638 84 762 967 12255 629(1000] 13055 197 541 723 849 5001 14019 28 Sf 99(10001 132 202 358 506 63(9000) 765 845 a50 1K059 9000] 2Es 492 580 16036 60 212 780 aoß 910 38 71 17102 ss4 81(3001 18013 275 557 782 19126 263 15001 sos 10001 457 751(300) 20255 70 402 65s 999 21468 761 22109 592 621 830 5001 23020 K52 995 as[5001 24016 225 363 355(500) 62 93 721 892 937 2.5025 60 435 510 614 711 339 20306 108 n2s 27097 128 665 97 710 823 40 57 28016(5000] 45 559 82 876 946 70 29014 133 419 8S 932 30028 54(3000] 60 255 419 86 519 31939 902 S 32008 106 74 77 422 509 as(1000) as2 713 918 49 33020 30 158 240 380 414 523 869 34072 86 149 244 315 64 411 f2 546 54 914 35019 81 251 329 459(90001 62 95 591 790 675 36066 191 92 249(s000) ss 314 26 700 44 800 39 37243(10001 750 842 929(3000] 38002 125 391 93 405 570 681 39113 614 76(n000] ze(500] a0 913 63(3000 40009 90 252 306 441 70?(30001 41024(500] 149 10001 218 367 656 85 97 4 2097 258 1000] 350(3000) 466 846(3000) 914 77 93 43040 59 105 279 570 757 44023 946(3000] 817 29 645 841 45150 421 900 36 46017 65 os 127 340 71 72 410 sn(1000] gs[500] 524 883 970 82 47130 77 264 aus 180001 44(500) 64 586 92 852 819 921 48230 410 531 837 490S9 335 66 430 603 814(500) s2 915 5038s 75#10001 soo 12 15001 733 810(500) 50 KT117 865 881 52141 R43(10001 2o3 507 731 es 819(1000! 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Bezirk: Bochumerstraße 167 bis Schluß, Centrumstraße, Georg=, Heide=, Hammerstraße, Pulverstraße; 9. Bezirk: Bochumerstraße 77—156; 8. Bezirk: Bechumerstraße 1—76, Carlstraße, Hochstraße 91 bis Schluß, Hofstraße; 4. Bezirkt Bernhard=, Bismarck=, Moltke=, Roonstraße; 5. Bezirk: Elisabeth=, Günnigfelder=, Querstraße; 6. Bezirk: Park=, Sommerdellenstraße; 7. Bezirk: Albert=, Johannis=, Sedan=, Vödestraße 65 bis Schluß; 8. Bezirk: Kaiserplatz, Schul-, Vödestraße 1—64, :: K a i s e r a t z, S c h u l=, V ö d e s t r a ß e 1 Wasserstraße; 9. Bezirk; Friedrichstraße, Hochstraße 1—80, Wilhelmstraße; 10. Bezirk: Bahnhof-, Chaussee=, Kaiser=, Oftstraße; 11. Bezirk: Heinrich=, Helenen=, Hüllerstraße 1—13, Marien=, VorstadtKamp=, Schlachthofstraße; 14. Bezirk: Feld=, Hohenstein=, Otto= Südstraße; 15. Bezirk: Gertrudis=, Weststraße; 16. Bezirk: Brink=, Hermann=, Leithe=, Steelerstraße. In den ersten 15 Wahlbezirken werden je 6 Wahlmänner gewählt, in dem letzten Wahlbezirk nur 8 Wahlmänner. B. Wattenscheid, 8. Mai. Versammlungen halt ½ Uhr nationalliberale Bezirksverein 3 heute abend 8½ lten ab: Der bei W. Best; Rest Armeekorps Sonntag nachmittag von 2½ Uhr ab Preisschießen im Restaurant Schäfer; der Turnverein(D. T.) Samstag abend 8 Uhr im Vereinslokal Koch. B. Wattenscheid, 8. Mai. Zu dem am Sonntag im Reinoldushof zu Dortmund tagenden westfälischen Parteitage werden Einteittskarten an die Parteifreunde im Parteibureau, Freiheitsstraße 13 II, ausgegeben. Ohne Karte ist der Zutritt nicht gestattet. W. Wattenscheid, 8. Mai. Von einigen gewissenlosen Burschen wurden auf dem alten Friedhose am alten Markte ein paar alte Grabmäler zertrümmert und einige Bäume abgebrochen. Leider gelang es noch nicht, die Schandbuben zu fassen. B. Westenfeld, 8. Mai. Der Unterstützungs=Verein für Westenfeld und Umgegend feiert am Sonntag den 10. Mai im Saale Schmidt hier sein Stiftungsfest durch Konzert und Ball. d. Eickel, 8. Mai. Die Sperrzeit für Tauben im Landkreise Gelsenkirchen ist vom 1. Mai bis zum 1. Juni fesigesetzt.— Unter achdecker hiesigen evangelischen Kirche ein Festgottesdienst und im Anschluß hieran ein Festzug durch unsere Gemeinde statt. Nach Beendigung des Festzuges beginnt alsdann im Kaisersaale(Wächter) die Hauptfeier. N 111 Zurücklassung ihrer Kostschuld sind einem hiesigen Da ganger durchgebrannt. Eine der Frau gehörige Taschenuhr im Wert von 00 Mark ließen dieselben mit sich gehen.— Am 1. Juni finde im hiesigen Amtsbezirk eine Viehaufnahme statt. d. Eickel, 8. Mai. Da die Räumlichkeiten der hiesigen pari tätischen Töchterschule sich bis jetzt im kleinen Bau und einer Baracke am Eingang zum alten Kirchhof befinden, ist in Aussicht genommen, die Töchterschule in einem Flügel der Lutherschule unterzubringen. Das Bauamt, sowie das Polizeiamt müßten dann anderweitig untergebracht, oder die Lehrerwohnungen im andern Flügel müßten geraumt werden. Auch beabsichtigt man, dann sofort eine Turnhalle zu bauen, di genügend Platz für die Halle und für Turn- und Spielplatz übrig bleibt. Dieser Plan hat aber die eine Bedingung zur Voraussetzung, daß für das Bau= und Polizeiamt ein Neubau oder Anbau am alten Amtshaus geschaffen würde. r. Eickel, 9. Mai. Morgen(Sonntag), abends 8 Uhr, findet im Saale Bönnebruch eine nationalliberale Versammlung statt, in der ein Vortrag über„Bismarck und das Landtagswahlrecht“ gehalten wird Ais zweiter Punkt wurde auf die Tagesordnung„Landtagswahl“ gesetzt. Alle Parteifreunde sind willkommen. d. Holsterhausen, 8. Mai. Im Saale Dingebauer wurde eine geschlossene Versammlung der Vorstandsmitglieder und Vertrauensmänner des Bezirks Herne=Castrop des Gewerkdereins christlicher Bergarbeiter abgehalten, die von etwa 100 Personen besucht war.— Auf ein Neubau stürzte aus einer Höhe von 5 Meter der Arbeiter V. Seine Verletzungen waren so stark, daß er im Krankenhaus untengebracht werden mußte. Aus der Amdegend. * B u e r= R e s s e, 8. M a i. A m D o n n e r s t a g m o r g e n u m 1 1 U h r wurde auf der Hedwigstraße, in der Nähe ihrer elterlichen Wohnung, ein zweijähriges Mädchen von einem Lampensommler=Wagen überfahren und derartig am Kopfe verletzt, daß os in das St. Hedwighispital gebracht werden mußte. v. Buer=Erle, 8. Mai. Der nationale Volksverein hält am Tenntan den 10. Mai nachmittags von halb 6 Uhr ab im Saale des Wirts Ecke eine Bismarckgedächtnisfeier ab. Alle Mitglieder des Vereins mit ihren Damen sind dazu eingeladen. *“ Rotthansen 4. Mai. Am vergangenen Sonntag hielt der Garde=Verein im Vereinslokal Nienkämper eine außerordentliche Ceneral=Versammlung ab. Der 1. Vorsitzende des Vereins, Kamerad Wegerhoff, eröffnete die Versammlung, welche gut besucht war, hu obigem Stiftungsfest sind die Brudervereine aus der Nachbarschaft eingeladen worden und haben eine ganze Anzahl dieser Vereine auch bereits ihr Erscheinen zugesagt.— Am kommenden Sonntag den 10. Nai wird Pfarrer Middendorf aus Höntrop bei Bochum, der ich um die von der hiesigen evangelischen Kirchengemeinde ausgechriebene zweite Pfarrstelle beworben hat, im Hauptgottesdienst um ½½ Uhr eine Probepredigt halten.— An Stelle des Herrn Heinrich wernler, ibricher jeßi dem Presbisterium angehöri, surde der Bergmann Herr H. Jöllen dea zum Mitglied der größeren Vertretung der hiesigen evangelischen Kirchengemeinde gewählt. be. Kray, 8. Mai. In das Uhren= und Goldwarengeschäft von G. an der Hauptstraße kam in diesen Tagen ein junges Mädchen, um sich einige Ohrringe zu kaufen. Als ihm das Ladenfräulein einige einfache und bessere Sorten zur Auswahl vorlegte, entschied sich das Mädchen für ein paar billige Ohrringe. Bei dieser Gelegenheit ließ es auch ein paar wertvolle Ohrringe verschwinden. Der Verlust wurde erst später wahrgenommen, nachdem die Diebin bereits unerkannt entkommen war.—. An der kath. Schule 1 am Kiwitt hatten Kinder die im Keller lagernden Papiermengen angezündet, wodurch sich ein ungeheurer Qualm entwickelte. Die sofort alarmierte Feuerwehr war alsbald zur Stelle und konnte das Feuer im Keim ersticken, bevor größerer Schaden entstehen konnte.— Der Fahrsteiger Ant. Stute der Zeche Friedrich Joachim feierte in diesen Tagen sein 25jähriges Jubiläum als Beamter im Dienste der Gesellschaft. Vernaltung und Kollegen ehrten den Jubilar durch Ueberreichung schöner Geschenke.— Desgleichen beging der Bauführer Gutting auf Zeche Bonifacius sein 25jähriges Jubiläum. Die Verwaltung überreichte dem Jubilar ein namhaftes Geldgeschenk, während die Beamten ihrem Kollegen eine goldene Uhr überreichten. F. Steele, 8. Mai. Die Täter des in der Nacht zum Sonntag beim Kaufmann Kaufmann in der Berlinerstraße verübten Einbruchsdiebstahls sind ermittelt und befinden sich hinter Schloß und Riegel. Es uno dieses die Bergleute Jakob Stritzkl, Aug. Skopp und Albert Held von hier, bezw. Königssteele. Die Genannten sollen auch an einem Einbruchsdiebstahl in Rotthausen beteiligt sein. Ekopp und Held wurden in Essen dabei abgefaßt, als sie den Raub veräußern wellten.— Beim Kartenspiel wurde einem Bergmann ein Geldbetrag von 65 Mk. aus der Tasche gestohlen. Die Untersuchung ist eingeleitet. — Der Wochenmarkt findet neuerer Bestimmung nach am Samstag und Dienstag auf dem Brinkerplatz statt. Königssteele, 8. Mai. Gestern nachmittag ist aus der Wohnung des Lokomotivführers St. in der Klarastraße 1 Kassette mit 400 Mark Bargeld, einer Anzahl Sparkassenbüchern, Schmucksachen und Ausweispapieren gestohlen worden. Der freche Spitzbube hat in der Nachmittagszeit, in der die Familie zu einem Spaziergange die Wohnung verlassen hatte, die Korridortür mit einem Nachschlüssel geöffnet und hat dann zu den Behältnissen ungehinderten Zutritt gefunden. Man glaubt, dem Täter in einer mit den Verhältnissen vertrauten Person auf der Spur zu sein. ∆ Königssteele, 8. Mai. Gestern abend wurde auf der Berlinerstraße ein 11 Jahre alter Knabe von einem Hunde des Kaufmanns D. angefalten und am Arm erheblich gebissen. Golch bissige Bestien sollten doch an der Kette liegen. Uhr Kirchentaufen. 2 Uhr Kindergottesdienst. 2 Uhr 45 Min. Kirchentrauungen.— Mittwoch 6 Uhr Bidelstunde im Konfirmandensaal und in der Beisenschule.— Haustausen und Trauungen: Pastor Rüter. Beerdigungen: Pastor, Ptohlfing. Schonnebeck. Sonntag 9 Uhr Abschiedsandacht in dem Bersaal Pfarrer Klingenburg=Mülheim(Ruhr), früher erster Pfarrer von Caternberg=Schonnebeck. Halb 10 Uhr Festgottesdienst in der neuen Kirche: Weiherede und Vollziehung der Einwelhung durch Herrn Gen.= Sup. D. Umbeck, Rede des Präses der rhein. Provinzialsynode D. Hackenberg, Festpredigt des Ortsgeistlichen Pfarrer Schneider(Koll. indet statt für unsere neue Orgel).— Freitag 5 Uhr Vorbereitung zum heil. Abendmahl nur für die Konfirmanden und die Eltern derselden. Stoppenberg. Sonntag 9 Uhr Gebetsvereinigung im Konfirmandensaale. Halb 10 Uhr Predigt, Pastor Hützen(Kollekte für die Blödenanstalt Hephata in M.=Gladbachs. 10 Uhr 45 Min. Taufen und Tranungen. 2 Uhr Kindergottesdienst.— Dienstag 5 Uhr Bibelstunde in Frillendorf.— Mittwoch 5 Uhr Bibelstunde im Konfirmandensaale.— Donnerstag 5 Uhr Bibelstunde in der Rahmstraße.— itung für den Kin Freitag 5 Uhr Vorbereitung für den Kindergottesdienst.— Samstag 7 Uhr Gebetsstunde in der Rahmstraße; 8 Uhr Gebetsstunde im Konfirmandensaate. Kraz. Halb 8 Uhr Paster Krüssenberg. Halb 10 Uhr Pastor Middendorff=Höntrov.(Kollekte für die Blödenanstalt Hephata in M.=Gladbach). 11 Uhr Kindergottesdienst. 12 Uhr Kirchentaufen. Nachmittags 3 Uhr Past. Beck(Jahresfest des Ostpreußischen Arbeitervereins). Caternbera. Halb 8 Uhr Pastor Denkhaus=Essen. Halb 10 Uhr Pastor Holtey=Weber.(Kollekte für die Anstalt Hephata in M.=Gladbach.) 10 Uhr 45 Min. Kirchentaufen. 11 Uhr Kirchentrauungen. 2 Uhr Kindergottesdienst für Knaben. 2 Uhr Gebetstunde für masur. Gemeindeglieder im Gemeindehause.— Dienstag 6 Uhr Gebetstunde. — Donnerstag 5 Uhr Bibelstunde, Pastor Holtey=Weber. Amtswoche hat Pastor Holtey=Weber. Essen. Marktkirche. 9 Uhr 15 Min. Pastor, Zander.“) 11 Uhr Konfirmandengottesdienst für Knaben. Pastor Hasse. Halb 8 Uhr Pastor Fischer. Halb 4 Uhr Taufhandlung, Pastor Fischer. " Gnadenkirch e. Halb 10 Uhr Pastor Johannsen.“) 11 Uhr Kindergottesdienst. Pastor Johannsen. 12 Uhr Taufhandlung, Pastor Johannsen. Pauluskirche. 8 Uhr Pastor Klingemann. 10 Uhr Pastor Schilp.“] Halb 12 Uhr, Taufhandlung, Pastor Schilp. Nachmittags 2 Uhr Kinbergottesdienst, Synodalvikar Graeber. Rirchliche Nachrichten. eines Kameraden ein Sterbegeld von 200 Mk. erhalten. Dieser Punkt Mitglieder in den Verein aufnehmen, darunter 2 Veteranen. Es Fure wünschenswert, wenn sich alle Gardisten von Rotthausen in diesen Verein aufnehmen ließen, speziell schon wegen der günstigen Sterbelasse. Ferner wurde der Beschluß gefaßt, am 28. und 24. Mai an im Garde=Appell vor den Kronprenzen und seiner Gemachlin in Düffeldorf tettzunehmen. Als Delegierter zum Abgeordnetentage des Gau=Verbandes warde der Vorsitzende des Vereins Kamerad Wegenhoff, gewählt. Um 1 Uhr schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem Hoch auf den Verein. he. Kray, 8. Mai. Auf einer Zeche siel dem jugendlichen Bergmann Sch. von hier ein schwerer Stein auf den Fuß, wodurch er bedeutende Verietzungen davoniruß, sodaß er nach Aniezung eines Verhandes dem Laurentins=Hospital in Steele überwiesen werden mußte. be. Kray, 8. Mal. Der im vergangenen Jahre in unserer Gemeinde neu gegründete ostpreußische edangesische Arbeiterverein feiert am kommenden Sonntag den 10. Mal sein erstes Stiftungsfest bunden mit Fahnenweihe. Nachmittags um 3 Uhr findeti verin der Sonntag, den 19. Mai 1908. (Kollekte für das Dialonissenhaus in Witten.) Gelsenkirchen. 7 Uhr Pastor Bönnebruch. 8 Uhr Pastor Voswinckel. Hald 10 Uhr Pastor Leich. 11 Uhr masurtscher Gottesdienst, Pastor Mückeley. 11 Kinbergotiesdienst in der Neustadt, Pastor Bönnebruch. 2 Uhr Kindergottesdienst, Sup. Deutelmoser. 7 Uhr Kirchl. Gemeinschaftsstunde im Vereinshause.— Mittwoch 5 Uhr masurische Bibelstunde, Pastor Mückeley. 8 Uhr Bibelstunde im Vereinshause der Altstadt. Tranungen und Beerdigungen sind für die Altstadt bei Pastor Leich, für die Neustadt bei Pastor Mückeley anzumelden. Bismarck. 8 Uhr Pastor Krahl. 9 Uhr Beichte, Pastor Krahl. Halb 10 Uhr Hauptgottesdienst mit Abendmahrsfeier, Pastor Bruns. 11 Uhr Kirchentaufen. 2 Uhr Kindergottesdienst(Sammlung für die Eiskellergemeinde).— Dienstag 7 Uhr Bibelstunde in West=Bismarck, Rastar Schumacher.— Mittmach R Uhr Ridelstunde auf dem Haferkamp, Pastor Peter.— Donnerstag 6 Uhr Bibelstunde in Ost=Bismarck. Pastor Schumacher. Amtswoche hat Pastor Schumacher. Bulmke. 8 Uhr Pastor Emde. 10 Uhr Pastor Schmidt. Hald 2 Uhr Kindergottesdienst. Halb 3 Uhr Taufen, Pastor Schmidt.— Mittwoch 8 Uhr Bibelstunde. Hüllen. Samstag 5 Uhr Vorbereitung zum Abendmahl.— Sonnrag 8 Uhr Pastor Kirchberg., Halb 10 Uhr Pastor Torhorst(Feier des beil. Abendmahls). 11 Uhr Sonntagschule. Haib 3 Uhr Taufen. 5 Uhr Gemeinschaftsstunde.— Donnerstag 8 Uhr Bidelstunde.— Freitag 8 Uhr Sonntagschulvorbereitung. Amtswoche hat Pastor Torhorst. Ueckendorf. 8 Uhr Pastor Krämer. 10 Uhr Pastor Hußmann. 10,15 Uhr Krankenhaus. Pastor Krämer. 11,15 Uhr Kirchentaufen. 9 Uhr Jugendgottesdienst, Pastor Hußmann. Amtswoche hat Pastor Krämer. Schalle. Friedenskirche. 8 Uhr Pastor Menzel. 9 Uhr 45 Min. Pastor Daber. 2 Uhr Kindergottesdienst. 3 Uhr Taufen.— Kronzkirche. 10 Uhr Pastor Barlen. 8 Uhr Kindergottesdienst. 8 Uhr Taufen.— Donnerstag 8 Uhr Bibelstunde, Viktoriastraße 100. Amtswoche hat Pastor Barlen. Heßler. 9 Uhr Festgottesdienst anläßlich des Jahresfestes der Kreisverbindung Gelsenkirchen der Jünglingsvereine, Pastor Auf der Heide aus Barmen. Halb 11 Udr Kinbergotresdienst. Hald 12 Uhr Taufen.— Donnerstag 5 Uhr Bibelstunde. Alle Amtshandlungen sind dei Pastor Mittorp anzumelden. Wanne. Halb 8 Uhr Pastor Engel. 10 Uhr Pastor Winter. Uhr Jugendgottesdienst.— Antswoche hat Pastor Winter FFriedrich= straße Huyssen stift. Vormittags 10 Uhr Synodalvikar Graeber. Kreuteskirche. 8 Uhr Pastor Treichel. Halb 11 Uhr Pastor Wahl.“) 2 Uhr Kindergottesdienst, Pastor Huyssen. 3 Uhr Taufhandlung.— Mittwoch abends 8 Uhr 15 Min. Pastor Wahl. *) Kollekte für die Blöden=Anstalt Hephata in München=Gladbach. Methodistengemeinde, Neustraße 1. Halb 10 Uhr Predigt von Pred. J. Schmeißer. 11 Uhr Sonntagsschule. Halb 3 Uhr Singstunde. 4 Uhr Predigt.— Donnerstag abend 8 Uhr Bibelstunde.— In Lohrbeide Nr. 19 Mittwoch abend 8 Uhr Predigt.— Jedermann ist freundlich eingeladen. Apostolische Gemeinde Gladbeck, Bismarckstraße. Jeden Sonntag nachmittags 4 Uhr und Donnerstag abends 7 Uhr Gottesdienst.— Jedermann ist herzlich willkommen. Eintrin frei. Evangelische Gesellschaft. Wilhelminenstraße 100. 6 Uhr Bibelstunde.— Montag halb 9 Uhr Jungfrauenverein.— Dienstag 8 Uhr Bibelstunde.— Mittwoch 4 Uhr Frauenverein.— Donnerstag 8 Uhr Ueben des Gem. Chors.— Freitag 8 Uhr Gebetstunde. Erangelische Gesellschaft. Sonnteg 9 Uhr Jahresfest der Stadtmissionen Gelsenkirchen und Wattenscheid im Gemeindehaus Ueckendorf. Es werden mitwirken 3 Gemischte, 1 Männer= und 1 Jungüberfrauenchor. Die Festrede hat Herr Pastor Keeser aus Jastor Keeser aus Düsseldorf nommen; außerdem wird noch ein Pastor der Gemeinde Ueckendorf und Stadtmissionar Neuhaus=Wattenscheid sprechen.— Mittwoch halb 9 Uhr Jungfrauenverein.— Donnerstag 8 Uhr Bidelstunde.— Samstag 8 Uhr Gebetstunde. Evangelische Gemeinschaft. Friedenskirche, Industriestraße 27. Sonntag morgen halb 10 Uhr Predigt. Halb 2 Uhr Sonntagschule. 4 Uhr Jungfrauenverein. 5 Uhr Predigt. Halb 7 Uhr Männer= und Fünglingsverein.— Donnerstag 8 Uhr Bibelstunde. Vereinshaus Bismarck, Marschallstraße 31. Halb 10 Uhr Predigt. 2 Uhr Sonntagschuie 5 Uhr Predigt, Halb 7 Uhr Männerund Jünglingsverein.— Mittwoch halb 8 Uhr Bibelstunde. Röhlinghausen. 8 Uhr Pastor Ersting. 10 Uhr Pastor Tiages. 11 Uhr 15 Min. Kirchentaufen. 2 Uhr Jugendgottesdienst, Pastor Erfling. Günnigfeld. Halb. 10 Uhr Gottesdienst. 2 Uhr Kindergottesdienst. — Donnerstag 5 Uhr Bibelstunde im Vereinshaus, Kirchstraße 36. Eickel. 7 Uhr Synodalvilar Blase. 10 Uhr Pastor Engeling. 2 Uhr„Jugendgottesdienst in der Kirche. Kindergottesdienst im Gemeindehaus.— Amtswoche hat Pastor Engeling. Crange, 10 Uhr Gottesdienst. 11 Uhr 15 Min. Kirchentaufen. 2 Uhr Kindergottesdienst. Hordel. Halb 10 Uhr Gottesdienst. 2 Uhr Kindergottesdienst.— Donnerstag 8 Uhr Bibelstunde in der 1. Schulklasse. Rotthausen. Sonntag 8 Uhr Postor Rüter. 9 Uhr 45 Min. Past Rüter(Kollekte für die Blödenanstalt Hephata in M.-Gladbach). 1 Ein mappes Jahr ist erst verflossen, seitdem eine geniale Erfindung den Hausfrauen das neue Wasch= und Gieichmittei„wersl" bescheerte Wenn heute tron dieser kurzen Soanne Zeit der Name„Verstl“ nicht nur allgemein bekannt, sondern in den beteiligten Kreisen damit gleichzeitig der Begriff müheloser Wäsche und dlendender Reinheit verbunden ist, so geht daraus am besten die epochemachende Bedeutung dieses einzig dastehenden modernen Waschmittels hervor. Aber auch abgesehen von seiner ganz enormen Wasch= und Reinigungskraft, durch die die schmutzigeste Wäsche in fabelhaft kurzer Zeit sich gewissermaßen von selbst dlendend weiß wäscht, sowie alle Obst=, Wein=, Blut-, Cacav= und Tintenflecken spielend entfernt, wird beim„Perstl“ vor allem seine absolute ünschädlichkeit und Ungefährlichkeit rühmend anerkannt. Versil" besitzt eben keine ätzenden Stoffe, wie Chlor oder Chlorverbindungen irgend welcher Art, noch greift es irgendwie das Gewebe an. Dadurch, daß bei Anwendung von„Persil“ weder Waschdrett. noch Reiben oder Bürsten erforderlich ist, wird die Wäsche begreiflicherweise bedeutend mehr geschont, wie bei allen anderen Waschmethoden, sodaß sie viel länger hält, was sich besonders auch für seine Damenwäsche, Blusen, Unteröcke, itzen usw. angenehm bemerkbar macht. Dieses haben die Hausfrauen erkannt und schwören auf„Perstl“ sobald sie es einmal gebraucht haben. zumal dessen Anwendung Außerst einfach ist und für jede Waschmethode patk. Erwähnt sei noch, daß die Fabrikanten Henkel&a Co., Düsseldorf, — die auch die weltbekannte Henkel's Bleich=Soda fabrizieren,— für absolute Unschädlichkeit des„Perstl“— selbst bei falscher Anwendung— volle Garantie leisten. Nur einmal blüht Im Jahr der Mai, es auch in der Wohnung wieder neu aussehen muß: der Hauspud, das Groß=Reinemachen wird vorgenommen. Nichts hat sich seit Jahren dabei besser bewährt, wie der in ganz Deutschlans bekannte Luhns Wasch=Extrakt mit Rotband, weil dieser eine sehr milde, schonende, sparsame Abwaschlauge ergibt, mit welcher man jedes Teil schnell und gut reinigen kann. Wo man erwa Luhns nicht, sondern dafür anderes auszuhändigen versucht, schreibe man direkt an Luhns Seifenfabrik in Barmen, welche Ihnen sofort die nächste Verkaufsstelle mitteilt. Morgen Sonntag, vormittags 10 Uhr und nachmittags 8 Uhr Geisenkirehen, Hohenzollernstr. 33, Saal im Hef: Christliche Versammlung für Jedermann zur Erweckung und Vertiefung biblischen Glaubenslebens Eintritt frei! Sintritt froi! Gott dem Allmichtigen bat es in seinem uner sorechlichen Katschlusse gefallen, Mittwoch abend 8 Uhr unsere liebe Tochter, Schwester. Schwägerin u. Tante ialhausf. innendekoration I„ TIg 4 Tigges, Gelsentirchen, I/# Hildegard Höstermann #nsollernstr. 55, Fernepr###n Spesialhausf. Innendekoretion Rob Hohensol 1419.— Aussteilung komp: Mustersimmer.— Besichtig. gerne gestattet.— Kosten anschläge und Zeichnungen auf Wunsch gratis. Pfandverkauf. Diejenigen Pfänder der städt Leihanstalt, welche innerhalb der im§ 11 des Statuts bestimmten Frist und nach Ablauf der im Pfandscheine angegebenen Zeit nicht eingelöst sind, sollen am Mittwoch, 15. Mai von morgens 9½ Uhr ab im Leihaust(Rathaus) Ahstraße, öffentlich an den Meistbietenden verkauft werden. Es kommen zum Verkauf die Pfandstücke Nr. 25397—26285 bestehend in goldenen und silbernen Herren= und Damen= Taschenuhren, Wanduhren, Gold- und Silbersachen, Wäsche, Betten, Manner=, Frauen= und Kinderkleidern, Nähmaschinen, Fahrrädern usw. 4167 Die beim Verkauf erzielten Ueberschüsse können binnen 14 Tagen vom Verpfänder bei der hiesigen Leihhauskasse erhoben werden. Nach Ablauf der 14= tägigen Frist werden die nicht abgehobenen Beträge bei der Ortsarmenkasse hinterlegt. Diejenigen Geldbeträge, welche nicht binnen Jahresfrist von den Berechtigten in Anspruch genommen sind, gehen in das Eigentum der Armenkasse über. Gelsenkirchen, 7. Mai 1908. Der Oberbürgermeister. Straßensperrung. Von Dienstag, den 12. Mai ab wird die westliche Straße am Schalker Markt wegen auszuführender Kanalisations= arbeiten für durchfahrendes Fuhrwerk bis auf weiteres gesperrt. 4547 Gelsenkirchen, 7. Mai 1908. Die Polizei=Verwaltung. Straßensperrung. Die Grenzstraße ist zwischen Schalker= und Herbertstraße wegen 9 flasterung bis auf weiteres für den durchgehenden Fuhrverkehr gesperrt. Gelsenkirchen, 8. Mai 1908. Die Polizei=Verwaltung. Bekanntmachung. Der Arbeiter Valentin Trikowski, geboren am 19. Januar 1662 zu Gnesen, Kr. Posen, zur Zeit unbekannten Aufenthalts, entzieht sich der Sorge für seine Kinder, sodaß öffentliche Armenhülfe eintreten mußte. 4549 Ergebenst wird ersucht, uns den zeitigen Aufenthalt des Gesuchten mitzuteilen, wenn er bekannt werden sollte. Gelsenkirchen, 30. April 1908. Städt. Armenverwaltung Klose. Bekanntmachung. Nachdem Einwendungen gegen die Festsetzung der Straßenbau= Fluchtlinien und Höhenlagen der Grundstraße von der Schonnebecker Gemeindegrenze bis zur KölnMindener Eisenbahn, sowie in deren Verlängerung nach Kreuzung der Provinzialstraße bis zur Stadtgrenze von Gelsenkirchen=Heßler nicht erhoben worden sind, werden die Pläne hierdurch in Gemäßheit des§ 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 förmlich festgesetzt. Die Pläne liegen zu jedermanns Einsicht im Gemeindelandmesserbureau offen. Rotthausen, d. 4. Mai 1908 Der Gemeinde=Vorstand: Hohoff. Bürgermeister. nech langem, mit grosser Geduld ertragenen Leiden, im festen Glauben an ihren Eriöser. m Alter von 19 Jahren zu sich in die Ewigkeit absurufen. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Gelsenkirchen, den 8. Mai r0o8. Die Beerdigung findet am Sonntag nechm. 2¾ Uhr. vom Trauerhause Crillostr. g0, aus statt. 20245 Handelsregister B des Kgl. Amtsgerichts zu Gelsenkirchen. dem Betriebsleiter Hans Korth zu Wanne für die Firma Wanner Cementwarenfabrik Meter& Co., Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu Wanne, erteilte Prokura ist am 28. April 1908 gelöscht. sofort gesucht. Gebrüder Kaufmann, Gelsenkirchen. Schneider zum Bügeln von Herrengarderobe sofort gesucht. 20250 Färberei Kunze, Höchstrasse 22. Bekanntmachung. Die Urwählerlisten für die Wahlen zum der Abgeordneten liegen am 14., 15. und 16. Mal 1908 öffentlich aus und zwar a. für die Gemeinde Wanne im Amtshause hier, Zimmer No. 9, d. für die Gemeinde Röhlinghausen im Polizeikommissariat daselbst während der Dienstsiunden von 8—12 Uhr vormittags und von 2—6 Uhr nachmittags Innerhalb dreier Tage, nachdem die Auslegung begonnen hat und diese Bekanntmachung erlassen ist, können gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Listen bei dem Unterzeichneten bezw im Polizeikommissartat in Röhlinghausen Einsprüche schriftlich angebracht oder zu Protokoll gegeben werden. Der Amtmann. In Vertretung: Weiberg. Verdin Die Plutostraße und ein Teil der Moltkestraße hierselbst sollen mit Kleinpflaster versehen und die Ausführung in zwei Losen vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen können auf dem Amte, Zimmer Nr. 28, eingesehen oder gegen Einsendung von 1 Mk. Schreibgebühr pro Los von dort bezogen werden. Verschlossene Angebote mit entsprechender Aufschrift sind bis zum Eröffnungstermin am 16. Mai, vormittags 11½ Uhr, dem Amte einzureichen. Die Eröffnung der Angebote erfolgt alsdann in Zimmer Nr. 30 im Beisein der etwa erschienener Anbieter. Wanne, den 7. Mai 1908. Der Amtmann. I. V.: Lieder. Bekanntmachung. An Stelle des nach Wanne verzogenen Trichinenschauers Clemens Schulten, ist der Friseur August Reising von hier als Trichinenschauer für den Bezirk der Gemeinde Eickei unter Vorbehalt jederzeitigen Widerrufes angestellt und verpflichtet worden. 4542 Eickel, den 5. Mai 1908. Der Amtmann: Berkermann. 1 Schneidergehülfe für dauernde Arbeit sof. gesucht. H. Untiet, Günnigfeld. Landtagswahl. Die Urwählerlisten der Bürgermeisterei Rotthausen für die am 3. Juni 1908 ab zuhaltenden Wahlen der Wahlmänner für die Wahl zum Hause der Abgeordneten liegen am 11., 12. und 13. Mai d. Js. zur Einsichtnahme in Zimmer Nr. 9 des Rathauses offen. Innerhalb der Offenlegungs= frist steht es Jedem frei, gegen vie Richtigkeit oder Vollständigkeit der Listen bei dem Unterzeichneten seine Einwendungen schristlich anzubringen oder au Protokoll zu geben. 6434 Potthausen, d. 6. Mai 1908. Der Bürgermeister: Hohoff. Sofort zwei tüchtige Sattier u. Pülsterer für dauernde Beschäftigung gesucht. 20105 Jak. Rörsch, Sattlerei und Möbelhandlg., Bochumerstr. 53. Für einen gewandten, auch polnisch sprechenden 20249 Reisenden der Arbeiter=Kundschaft besuchen soll, findet sich Gelegenheit für guten Nebenverdienst. Zu erfragen in d. Exp. d. Z. Ordentlicher Lehrling für Metzgerei gesucht. 4535 Franz Lehrmann, Hochstr. 93. Sohn achtbarer Eltern, sofort in die Lehre gesucht. 20247 Alb. Reisener, Röhlinghausen, Plutostraße 23. Ein ordentliches ** 4552 von 15—17 Jahren auf sofort gesucht. Gewerkenstr. 18(Hutgesch. Suche für sofort einige volilnnng aus ordentlicher Familie. 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Meinem lieben Manne, unserin guten Vater, dem Herrn Hugo Boos zu seinem heutigen Geburtstage die herzlichsten Glück= und Segenswünsche. Als ich heute früh aufwachte, und an Dich lieber Mann dachte, fiel mir der Gedanke ein, daß heut Dein Geburtstag sei. Was sollen wir schenken, Rosen Kund Nelken die verwelken. Eisen und Stah. bricht, aber unsere Liebe zu Dir nicht. Gewidmet von deiner Frau und deinen dankbaren Kindern Den Eheleuten Herrn 4561 Gg. Möller u. Prag Wilhelmine geb. Häbert zu ihrem am Sonntag, 10. Mai stattfindenden silbernen Hochzeitsfeste die herzl. Glück= und Segenswünsche. Gewidmet von Familie H. Ransch. Accepttausch Colonlalw., Ldsprod., Ge treide sucht solv Firma. Näh. unt. J. F. 3430 an Rudelf Mosse, Köln a. Rb. Habe mich in Gelsenkirchen als 4487 Hebamme niedergelassen und wohne Schalkerstrasse 45. Frau Vordihn, Hebamme Wohne jetzt Josefstraße 27 und halte mich zum Abhalten von Versteige#nugen bestens empfohlen. 11950 Herm. Bracuner, Anktionator. 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Daß r traffen hatte, erst wurde das führt. Der die biblische G jeuem unglückli die uns hier a rungen an die leugnen. Die sa abstoßend. innerer Wert zweite Stück:„ von Moliere. in beiden Stück Anfang, so daß wäre zu wünsch gostierte. Verei Konzert de Sängerkreisen Schalke veranst Schalke sein die 5#er aus Wese ammengestellt. und Rebbert ver vin M. Neuma den äußerst scht Aug. sind, so kann ei ** Der W morgen nachmit ein Frühjahrsko ** Der Ver sein erstes Stift# Bihnhofshotel. um 8 Uhr. So statt: dazu die 2 der übrig gebliel Land 3: im Ger national eingelad Mai 1908. gezieferUngeziefer Ver radikal vertligt. Wohnungen. " Aufragen und ad den General karte genügt. 3 kauf. Gelsenkirchen kathause, nachmerkten Spottd zwar: und 20 Mt. 26 u. 35 MIk., Sosas 32 Ml., 38 u. 46 Mt. roßer geschlift rank 28 Mk.. k., Lehnebank Ledersosa u Lieferung frei. einige Zeit auf chen, dem Rathause Allgemeine Zeitung Samstag, den 9. Mai 1908. Gesetz ist in Zukunft den Frauen das lang vorenthaltene Recht gegeben, Mitglieder politischer Vereine zu werden. Deswegen richten wir an unsere Vereine das dringende Ersuchen, die deutschen Frauen aufzufordern, sich uns anzuschließen. Wir müssen den Frauen zu erkennen jeben, daß wir Jungliberale auf ihre Betätigung in unseren Organiationen großen Wert legen. Zur Erreichung dieses Zweckes fordern wir unsere Vereine auf, am 15. Mai in öffentlichen Versammlungen zum Reichsvereinsgesetz und dessen Folgerungen bezüglich der Frauen Stellung zu nehmen und den§ 3 der Vereinssatzungen dahin abzuändern, daß in Zukunst auch Frauen als ordentliche Mitglieder aufgenommen werden können. ** Internationale Ringkampf=Konkurrenz. Um den großen Preis von 8000 Mark kämpfen z. Zt. im Barbarossasaal eine Anzchi bestbekannter Ringer. Bis jetzt nehmen an der Konkurrenz tei!: Weltmeister im Leichtgewicht Massimo Roberti Raicevitch (Talmatien); der fürchterliche Peyrouse, der„Löwe von Valencia“; der Weltmeister Madrali(Türkei); der gewandte Neger Anglio u. a. In den bisherigen Kämpfen taten sich besonders hervor der im griechisch=römischen Ringkampf sehr routinierte Gelsenkirchener Amateur Herm. Balzweit, Schoppe, der„Tiger von Hannover“, ein vielversprechender Ringer, und der bekannte Essener Weltrekordstemmer Auaust Gottschalk.— Am gestrigen Abend rangen als erstes Paar Gottschalk(Essen) und Geißler(Sachsen). Die beiden kurzen stämmigen Gestalten gehen mit großer Energie gegeneinander vor. Gottschalk versucht durch Halbnelson und Nackenhebel den in der Unterlage befindlichen Geißler zu drehen. Der Sachse leistet kräftig Widerstand. Nach 3 Minuten 10 Sek. gelingt dem Essener ein Schulterdrehgriff und er drückt unter gewaltigem Applaus den Professional auf beide Schultern.— Der zweite Kampf isi sche inieressant. Der vorzügliche Balzweit=Gelsenkirchen besitzt eine vorzügliche Technik und große Ruhe. Er hat den Berliner Meisterringer Hoffmann zum Gegner. H. ist für B. ein zu schwerer Gegner, weshalb sich der Amateur auf die Verteidigung beschränken muß. Der Berliner dreht durch Armschlüssel B. herum. B. beut eine Brücke, die das Publikum in Erstaunen versetzt, der schwere Heffmann drückt nach 5 Minuten 10 Sek. die Brücke ein.— Jetzt messen sich der befühmte Reger=Champion Analio und der Hamburcer Schoti. Die beiden Riesen kämpfen eine Weile im Stand und suchen sich gegenseitig parterre zu bringen. Endlich fallen beide nieder, Schott ist in der Unterlage, der Neger sucht ihn zu drehen und arszuheben, vergebens. Den zähen Widerstand des Hamburgers vermag der rtesenstarke Anglio kaum zu brechen. Erst ein Halbnelson veranlaßt Schott zur Pirouette, die der Mohr absängt, wodurch er den Gegner nach 9 Minuten 40 Sek. auf beide Schultern drückt.— Als letztes Paar treten an der schöngebaute Le Conde(Lothringen,, ein sehr eleganter Ringer und der furchtbare Peyrouse, genannt der„Löwe von Valencia". Der Spanier spielt mit dem Lothringer, dieser ist nur auf seine außergewöhnliche Gewandtheit angewiesen und sucht sich so gut wie möglich zu verteidigen. Aber der unheimlichen Kraft des„Löwen“ vermag er nicht zu widerstehen; seine großartige Brücke nach zweimaligem Ueberwurf drückt der Spanier ein noch 3 Minuten. h. Stadttheater Gelsenkirchen. Von Mitgliedern des Essener Stadttheaters wurde hier gestern im Weißen Saale ein Gastspiel gegeben. Daß man in der Auswahl der Stücke die richtige Wayl getroffen hatte, zeigte der ungemein starke Besuch der Vorstellung. Zuerst wurde das einaktige Drama„Salome“ von Oskar Wilde aufgeführt. Der Inhalt des Stuckes ist bekannt. Ihm zugrunde gelegt ist die biblische Geschichte vom Tod des Johannes(Jochanaan). Gleich jeuem unglücklichen homosexuellen englischen Dichter sind die Gestalten, die uns hier auf der Bühne begegnen. Daß deshalb große Anforderungen an die Nerven des Publikums gestellt werden, ist nicht abzuleugnen. Die perversen Gestalten Wildes wirken auf uns widerwärtig, ja abstoßend. Trotzdem ist dem vortrefflichen Stücke ein großer innerer Wert beizumessen. Eine angenehme Abwechselung bot das zweite Stück:„Der eingebildete Kranke", Lustspiel in drei Aufzügen von Moliere. Hier wurde nach Herzenslust gelacht. Gespielt wurde in beiden Stücken recht flott. Zu bemängeln ware vielleicht der späte Anfang, so daß die Vorstellung erst nach 11 Uhr beendet wurde. Es wäre zu wünschen, daß dieses Essener Ensemble öfter in Gelsenkirchen costierte. ** Versammlungen der christlichen Gewerkschaften. Bergarbeiter Gelsenkirchen-Hullen: morgen vormittag 11 Uhr bei Nachbarschulte, Vereins- und Vergnügungs-Anzeiger. Konzert des Männergesangvereins„Einigkeit“ Schalke. Der in Sängerkreisen allgemein bekannte Männergesangverein„Einigkeit" Schalke veranstaltet am morgigen Sonntag im Wilhelmsgarten zu Schalke sein diesjähriges Frühjahrskonzert unter Mitwirkung der 5#er aus Wesel. Das Programm ist reichhaltig und geschickt zusammengestellt. Es enthält neben Volksliedern von Neumann, Thelen und Rebbert verschiedene größere Chöre, u. a.„Die Toten der Haide“ vin M. Neumann,„Mein Heimatland am Rheine“ von Ullrich und den äußerst schwierigen Chor„Erwachen der Liebe im Walde“ von Aug. Thelen. Da die Leistungen der„Einigkeit" als gut bekannt sind, so kann ein Besuch des Konzerts nur empfohlen werven. ** Der Männergesangverein Germania=Bismarck veranstaltet morgen nachmittag, wie bereits berichtet, im Saale des Herrn Linden ein Frühjahrskonzert. ** Der Verein ehem. 67er feiert am Sonntag den 10. Mai d. J. sein erstes Stiftungsfest, bestehend aus Konzert, Theater und Ball, im Vuhnhofshotel. Beginn des Konzerts 5 Uhr, des Theaters und Balles um 8 Uhr. Sonntag vormittag 11 Uhr findet eine Vorstandssitzung siatt: dazu die Veranügungskammission und Abgabe des der übrig gebliebenen Karten.(Näheres siehe Inserat.) irchen-Hull Gelsenkirchen 6: vormittags 11 Uhr bei Urlaub, Bochumerstraße, Ueckendorf: vormittags 11½ Uhr bei Serres, Schalle B: nachmittags 4 Uhr bei Schmittmann, Fürstinnenstraße, Wattenscheid: nachmittags 5 Uhr öffentliche Versammlung bei Maier, Bochumerstraße; Bauhandwerker: heute abend 8 Uhr Versammlung sämtlicher Bauhandwerker mit wichtiger Tagesordnung; Meiallarheiter: Hüllen: morgen vormittag 11 Uhr bei Nachbarschulte, mit wichtigem Vortrag, Bulmke: morgen nachmittag 4 Uhr Mitgliederversammlung mit Frauen bei Meschede; Schneider: Montag abend 8½ Uhr bei Dirkes; Maler und Anstreicher: Dienstag abend 8½ Uhr bei Dirkes. ** Im Stadtgarten findet am Sonntag nachmittag ein Konzert der Stranßkapelle statt.(S. Ins.) ** Im Restaurant zum Tannus findet am Sonntag großes Konzert der lustigen Rheinländer statt.(S. Ins.) ** Im Restaurant zum Bahnhof Heßler findet am Sonntag eine humoristische Abendunterhaltung statt.(S. Ins.) ** Auf Schloß Berge ist am Sonntag Konzert der Willy Straußschen Kapelle.(S. Ins.) Das Kaiserpaar beim Fürsten von Fürkenberg. Donaueschingen, 8. Mai. Der kaiserliche Sonderzug mit den Majestäten und dem Prinzen August Wilhelm ist um 2 Uhr hier eingetroffen. Am Bahnhofe waren zum Empfange erschienen der Fürst und die fürstliche Familie. Nach herzlicher Begrüßung begaben ssich die Herrschaften, im ersten Wagen der Kaiser mit dem Fürsten, im zweiten Wagen die Kaiserin mit der Fürstin, und im dritten Wagen Prinz August Wilhelm mit dem Erbprinzen. nach dem Jagdbrunnen, der von den kaiserlichen Herrschaften besichtigt wurde. Hier hatten sich die fürstlichen Hofbeamten in Galauniform aufgestellt; der Jägerchor trug einige Lieder vor. Donaueschingen, 8. Mai.(Tel.) Auf dem Wege vom Bahnhof zum Schloß hatten die Schulen, Vereine und Gruppen von Mädchen in Landestracht Aufstellung genommen. Die Stadt ist reich geschmückt. Das Publikum bereitete den Majestäten einen begeisterten Empfang. Nach der Besichtigung des vor dem Schloß zur Erinnerung an den Aufenthalt der Majestäten im Jahre 1904 aufgestellten Jagdbrunnen, vom Bildhauer Sauer, nahmen die Majestäten im Schloß den Tee ein. Die Kakserin und Prinz August Wilhelm reisten um 3 Uhr nach Straßburg ab, vom Fürsten und der Fürstin von Fürstenberg zur Bahn geleitet. Deutsch-französische Interellen. Belfort. 8. Mai.(Tel.) Der Generalrat des Bezirks Belfort forderte die Regierung auf, gegen die geplante Bahnverbindung Bussang—Weßerling Stellung zu nehmen und sobald wie möglich einen Durchstich durch den Elsässer Belchen in die Wege zu leiten, um dadurch den Lötschbergtunnel, der für die Konkurrenz in Deutschland von Vorteil sein werde, auch den französischen Interessen nutzbar zu machen. Aus Marokko. Paris, 8. Mai.(Tel.) Die Regierung bevollmächtigte General Liautey, seine oberste Polizeigewalt dauernd auf alle Stämme, von den äußersten Franzosenposten bis zum Mulujagebiet und den Abhängen des Atlas auszudehnen, und zwar so, daß diese Gebiete nicht dem Namen nach unter französische Oberhoheit gelangen, aber außerstande sind, anderen als französischen Interessen zu dienen, Liautey's neue Einflußsphäre reicht demnach von Ain-Chair bis zum Mittelmeer. Hamburg, 8. Mai. Die Abgesandten Muley Hafids sind mit dem Dampfer„Oldenburg“ hier eingetroffen. Letzte Telegramme. Der Transport Eulenburgs nach der Charitee. Berlin, 8. Mai.(Tel.) Um halb 7 Uhr nachmittags ist Fürst Eulenburg in der Charitee eingetroffen. Kriminalkommissar Nasse war um 1 Uhr 15 Min. mit dem großen Automobil einer hiesigen Firma in Liebenberg angelangt. Der Fürst bat vor der Abfahrt, noch etwas zu sich nehmen und einige geschäftliche Angelegenheiten ordnen zu dürfen. Um halb 4 Uhr erfolgte sodann die Abfahrt mit der Fürstin, dem Leibdiener und dem Arzt. Der Fürst ist vollständig gebrochen. Er litt große Schmerzen, weshalb sehr langsam gefahren und oft angehalten werden mußte. In den Wagen mußte er von der Dienerschaft getragen werden. Die Fahrt ging über Löwenberg, Nassengrund und Oranienburg. Der begleitende Arzt hatte sich mit allerhand Beruhigungsmitteln ausgerüstet. In der Charitee waren alle Vorkehrungen zur Aufnahme getroffen. Die Aerzte empfingen den Fürsten am Eingang. Die Krankenwärter trugen ihn sofort in das für ihn bestimmte Zimmer über der Kinderklinik und betteten ihn dort. Die Fürstin wohnt vorläufig in einem hesigen blieben in Liebenberg. Sotel. Der Sohn und die Tochter des Fursten 35 Jahre Zuchthaus. Königsbera. 8. Mai.(Privat=Tel.) Die Strafkammer verurteilte den mit 20 Jahren Zuchthaus vorbestraften Händler Kneckstieg, der die Geistlichen Ostpreußens im vorigen Sommer durch zahlreiche Einbrüche in die Pfarrhäuser in Unruhe versetzte, wegen 28 vollendeter und vier versuchter schwerer Diebstähle zu 15 Jahren Zuchthaus. Ein Kanonier von einem Zündkörper zerrissen. Königsberg, 8. Mai.(Privat=Tel.) Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich heute vormittag in dem Barackenlager auf dem Schießplatz Thorn. Trotz des strengen Verbots hatte ein Kanonier des Artillerieregiments 15. das zurzeit auf dem hiesigen Schießplatz Uebungen abhält, einen Zündkörper an sich genommen. Der Zündkörper explodierte, zerriß den Kanonier in Stücke und verletzte einen daneben stehenden Kanonier schwer an den Händen und Armen. Ein Stich ins Herz. Innsbruck. 8. Mai. Auf dem Wege von Kufstein nach Niederedorferberg verwundete der mit mehreren anderen Burschen von einer Unterhaltung heimkehrende Schweizer Thomas Buchaue im St## einen seiner Kameraden durch Messerstiche lebensgefährlich. Die Braut des Verwundeten, die ihn schützen wollte, erhielt einen tödlichen Stich ins Herz. Der Täter wurde verhaftet. Halevy f. Paris, 8. Mai. Der Schriftsteller Ludovic Halepy, Mitglich der Akademie, ist gestorben. Aufstand auf Guinea. Lissabo n. 8. Mai. Amtlich wird bekannt gegeben, daß die vortugiesische Expeditionskoionne auf Gninea einen heftigen Angriff der Papeis zurückwies, die mit Schnellfeuergeschützen bewaffnet waren. Der Kampf dauerte 9 Stunden. Die Eingeborenen erlitten große Verluste; ihr Lager wurde zerstört. Die Potugiesen hatten zwei Tote, darunter einen Offizier, und mehrere Verwundete. Die„Times“ wegen Beleidigung verurteilt. London. 8. Mai. Der Verlag Murray erzielte gegen die Times ein Strafmandat von 7500 Pfund Sterling wegen Beleidigung, die in einem von der Times veröffentlichten Brief gefunden wurde. In dem Brief wird der Verlag kritisiert, weil er für die Briefe der Königin Viktoria einen Erpresserpreis gefordert haben soll. Gegen das Urteil ist Berufung eingelegt. Acht Geschäftshäuser eingeäschert. Atlantia(Georgia), 8. Mai. Eine große Feuersbrunst vernichtete sechs Geschäftshäuser und zwei Hotels im Geschäftszentrum der Stadt. Der Schaden wird auf 1 250 000 Dollars geschätzt. Das Feuer droht, sich über die gesamte Geschäftsstadt auszubreiten. Die Tätigkeit der Feuerwehr wird durch den niedrigen Wasserstand behindert. Die Besatzung des Viermasters„Peter Rickmers“ gerettet. Newyork. 8. Mai. Der vor einer Woche bei Long(Island) gestrandete deutsche Viermaster Peter Rickmers ist gänzlich zum Wrack geworden; doch gelang es heute, die Besatzung des Schiffes, die in Lebensgefahr schwebte, zu retten. teile ien aus Dankbarkeit durcheus unentgeltlich(lediglich gegen Einsendung des Portes) mit, wie ich durch ein ebenso einfaches wie billiges und dabei doch so überaus erfolgreiches Verfahren von meinem lang. wierigen Leiden(Husten, Auswurf, Nachtschweise, Abmagerung etc.) befreit wurde, nachdem ich vorher nach einer schtwöchentlichen Kur aus einer Lungenheilstätte els ungeheilt entlassen worden war. Anna Walter. Magdeburg Stefansbrücke 21, III. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Chefredakteur M. Gerhäuser, für den Anzeigente! Louis Cwald, beide in Geisenkirchen. Rotationsdruck und Verlag der„Gelsenkirchener Allgemeinen Zeitung"(Carl Bertenburg jun.) Landtagswahl für Stadt und Land. Zu der nationalliberalen Wählerversammlung, die Sonntag, den 10. Mai, nachmittags 5½ Uhr, im Germaniasaale(Arminstraue) stattfindet, werden alle Wähler, Anhänger und Freunde der nationalliberalen Partei im Stadt= und Landkreise Gelsenkirchen hiermit freundlichst und dringend eingeladen. Der Wahlausschuss. Schalke Schalker Markt D billige Woche EEEEHEE! Hnol Schalke Schalker Markt E für Damen-Konfektion, Kleiderstoffe, Kattune u. Damenhüte. Beginn des Verkaufs Samstag morgen, d. 9. Mai, 8 Uhr. Potthoff’s billige Wochefür Kleiderstoffe. Kleiderstoffe uni reinwollene Cheviots und Satins, in allen Farben, zum Aussuchen. Potthoff’s billige Kleiderstoffs-Woche. Potthoff’s Damen-Konfektion zu Schleuderpreisen. Ein wirklich seltenes Angebot. Frauen-Paletots in schwarz und farbig Serie I für 14.50 Serie III ar 24.00 in allen Grössen Berie II tür 18.50 Serie IV ür 30.00 Während der billigen Woche: Staubmäntel, Kostümröcke, Damenblusen und Damenhüte zu ermassigten Preisen. Kleider-Kattune und Mousseline: Partie 1 Meter nur Pfg. 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