1. Blatt, Nr. 58.— 6. Jahrgang Gelsenkirchener Montag, den 9. Mürz 11 Eüs Neu PnniiseP Urreirolntt sue Ven Stnel*— Geschäftsstelle Munckelstraße 16/18(beim Amtsgericht). Geöffnet täglich von 8 Uhr vorm. bis 8 Uhr abends. General= Bezugspreis für den Monat 65 Pfg. mit illustr. Unter haltungsblatt. Anzeigenpreis 15 Pfg. die Petitzeile. Reklamen 40 Pfg. die Zeile. Ausw. Inserate 20 Pig. dis Zeile. Beilage=Gebühr pro 1000 Mt. 5. Fernsprecher: Nr. 173. 21 11 U 50 50 2 den Landkreis GETT Anzeiger. Probenummern 10 Tage lang kostenfrei verlange man durch Posttarte von der Geschäftsstelle Munckelstr. 16/18. Die heutige Nummer umsaßt 12 Seiten. Dee Priet an Tacb Tenaabon#tt. Der Prirs un Lord Ewrrombuih. * Die englische Jingopresse hat wieder ihre Sensation. Ein Schreiben des Kaisers an den ersten Lord der Admiralität ist ganz geeignet, die Segel der schiffbrüchigen„Times“ neu zu füllen. Auch die imperialistische Opposition wird sich die Hände reiben. Ihr war es ohnehin schon unangenehm genug, daß die Radikalen im Unterharse immer energischer auf eine Verminderung der Rüstungen hindrängten und immer bestimmter eine Verständigung mit dem Deutschen Reich sorderten. Ein solcher Brief des Kaisers, von dem natürlich nur in dunklen Andeutungen gesprochen wird, ist ganz geeignet, die allmählich friedlich gewordene Stimmung in England neu aufzupeilschen und mit einem Schlage wieder umzuwersen, was von den Friedensfreunden diesseits und jenseits der Nordsee in mühsamer jahrelanger Arbeit errichtet worden ist. Man hat ohnehin noch nicht das Telegramm an Ohm Krüger vergessen, das von antideutscher Seite immer wieder dazu mißbraucht wurde, die deutschenglischen Beziehungen zu vergiften. Schon um den Brunnenvergiftern das Handwerk zu legen, ist es nolwendig, daß ihre Arbeit durch eine Verössentlichung des Briefes des Kaisers und der vom Lord Tweedmouth erteilten Antwort so schnell als möglich durchkreuzt wird. Tatsächlich beabsicht gi auch di englische Regiernna dem Parlamente schin am kommenden Montag über diesen Vorgang Auskunft zu geben. Schon jetzt aber ist ohne weiteres anzunehmen, daß der deutsche Kaiser nicht im entferntesten daran denkt, sich in die inneren Angelegenheiten Englands einzumischen oder gar den für die englische Flotte verantwortlichen Minister in deutschem Interesse zu beeinslussen. Wenn die„Timer" ihre Enthüllung unter der Ueberschrift bringt:„Unter welchem König?“, wenn sie also sich stellt, als ob England eigentlich vom deutschen Kaiser regiert werde, so ist das abgeschmackt. Vollends aber überschreitet sie die erlaubten Grenzen, wenn sie andeutet, daß man eigentlich dem Kaiser den Ehrentitel eines englischen Admirals entzichen müsse. Solange man den Inhalt des kaiserlichen Schreibens nur aus den gehässigen Andeutungen der„Times“ kennt, wird man ja mit dem Urteil zurückhalten müssen, auch wenn man selsenfest davon überzeugt ist, daß es nichts enthält, was die künstlich gemachte Entrüstung des Citnblattes rechtfertigen könnte. Aber schon jetzt muß man die Frage aufwersen, ob die berusenen und verantwortlichen Ratgeber des Kaisers in dieser Angelegenheit gehört worden sind und ob sie pflichtmäßig ihre Bedenken geltend gemacht haben. Offenbar ist der Brief des Kaisers eine Foige der persönlichen Bekanntschaft mit Lord Tweedmouth, die er während seines letzten Aufenthalts auf englischem Boden gemacht hat. Man muß auch zugeben, daß bei uns die Oefsentlichkeit schwerlich Sturm läuten würde, wenn etwa König Eduard an Herrn v. Tirpitz schreiben wollte. Aber ein vorausschauender Staatsmann muß auch die englische Empfindlichkeit in seine Rechnung einstellen. Unsere auswärtige Politik ist durch impulsive Schritte des Kaisers mehr als einmal sehr energisch und nicht immer zu unserem Vorteil beeinflußt worden. Schon aus diesem Grunde war eine Warnung vor einer schriftlichen Kundgebung am Platze, die gewiß gut gemeint war, aber wie Figura zeigt, leicht mißverstanden werden konnte. Wir müssen froh sein, wenn die ärgerliche Geschichte ohne dauernden Schaden aus der Welt geschafft wird, Vortei! ist von solchen Briefen nicht zu erwarten. Loudon, 7. März. Bei Schluß der gestrigen Sitzung des Unterhauses gab Staatssekretär Asquith folgende Erklärung ab: Es ist Talsache: daß Lord Tweedmonth am 18. Februar vom deutschen Kaiser einen Brief erhielt. Es war eine rein private und personliche, in durchaus freundlichem Geiste abgefaßte Mitteilung. Lord Tweedmouths Antwort war gleichsalls privat und nicht förmlich gehalten, und weder Brief noch die Antwort war bekannt oder dem Kabinett mitgeteilt. Ich möchte im Hinblick auf gewisse Vermutungen, die, wie es scheint, daran geknüpft werden, fügen, daß das Kabinett schon vor Ankunft des Briefes zu seiner endgiltigen Entscheidung über den Marinevoranschlag des Jahres gelangt war.(Allgemeiner Beifall.) London, 7. März. Die konservativen Abendblätter melden, in offiziellen Kreisen werde erklärt, die britische Regierung habe versucht, eine gegenseitige Beschränkung des Baues von Kriegsschissen durch direkte Verhandlung mit Kaiser Wilhelm zu erlangen. London, 7. März. DieVeröffentlichungen der„Times“, insbesondere der Leitartikel, mit dem das Blatt die scharfen Ausführungen seines militärischen Mitarbeiters begleitet, erregen hier in allen ernst zu nehmenden politischen Kreisen großen Unwillen. Der „Star“ bezeichnet den Artikel der„Times“ als durchsichtigen Versuch, die öffentliche Meinung zugleich gegen Deutschland und gegen die Politik der Einschränkung in den Fiottenausgaben aufzuhetzen. Das Blat: schreibt: Gibt es jemand, außer einem Wahnsinnigen, der glaubt, daß der deutsche Kaiser so kolossal dumm ist, daß er versuchen sollte, den für unser Flottenbudget verantwortlichen Minister im Interesse Deutschlands zu beeinflussen. Wir wissen wohl, daß unsere deutschfeindliche Presse so dumm ist, aber wir haben nicht geglaubt, daß ihre Dummheit so eit ginge. London, 8. März. Die Zwecdmouth=Angelegenheit hat sich zu einem großen politischen Ereiguis ausgewachsen. Die Anfregung ist groß. Die Stellung des Lord Twecdmouth gilt durch den Briefwechsel als ernstlich erschüttert. Fast die gesamte Presse ist sich darin einig, daß der Schriftwechsel besser nuterblieben wäre.„Dailn News“ verlangen Aufklärung darüber, wie ein Privatbrief Twecdmonihs zur Kenntnis der„Times“ komme.— Die„Times“ nehmen heute in einem Leitartikel nochmals zur Tweedmouth=Angelegenheit Stellung. Sie sagen: Wir haben niemals behauptet, daß der Brief des deutschen Kaisers tatsächlich den englischen Marinertat beeinfinßt habe, wir Lerben nur behauptet, daß der Brief einen solchen Einfluß anszuüben vermochte, und daran halten wir auch jetzt noch fest.— Der Berliner Vortreter des„Standard" telegraphiert seinem Blatte, in Berliner politischen Kreisen sei man der Ansicht, daß der Kaiser nicht in seiner amtlichen Eiernschaft an Tweedmanth geschrieben hebe, sondern wie ein Gentleman an einen andern, mit dem er freundschaftliche Beziehungen unterhält. Ferner erklärt man, daß der Kaiser das gute Recht habe, an die Minister befreundeter Staaten Briefe zu richten. Monarchenbegegnungen. Es ist nunmehr, wie einer unserer Berliner Mitarbeiter zuverlässig hört und zur Richtigstellung anderslautender Meldungen mitteilt, als feststehend zu betrachten, daß Kaiser Wilhelm während seiner Frühjahrsreise sowohl den Kaiser Franz Josef von Oesterreich, wie auch den König Viktor Emanuel von Italien sehen wird. Wahrscheinlich wird der König von Italien um die Zeit der Reise Kaiser Wilhelms nach Korfu in der Gegend von Venedig sein und in Venedig selbst mit Kaiser Wilhelm zusammentrefsen, ehe dieser das Schiff besteigt. Die Rückreise wird Kaiser Wilhelm über Triest nehmen und bei dieser Gelegenheit dem Kaiser Franz Josef in Wien einen Besuch abstatten. Es ist der Wunsch unseres Kaisers, beide Begegnungen ihrem wahren Charakter entsprechend aufgesaßt zu wissen, nämlich als private Besuche, die sich aus dem freundschaftlichen Verhältnis ergeben, in dem er perionlich zu den Herrschern Oesterreich-Ungarns und Italiens steht. vir Ueberlebenden aus gröter Zeit. Am heutigen Montag, den 9. März, sind zwanzig Jahre vergangen, seit jenem Tage, an welchem Kaiser Wilhelm I., des neugeeinten Dutschen Reiches erster Herrscher, für immer die Augen schloß und überall, wo Deutsche wohnten, tiese Trauer in die Herzen einzog. Zwei Jahrzehnte— eine kurze Zeit und doch, wie lang ist der Zug des Todes in ihr gewesen! Einer nach dem andern ist ins Grab gesunken von den Männern, die mit der Tat und dem Rat dem Kaiser beistanden, als es galt, das Reich zu begründen und zu festigen. Fürst Bismarck folgte dem kaiserlichen Herrn, dessen treuen Diener er sich noch im Tode nannte, ein Jahrzehnt später nach. Von den neun preußischen Ministern, die am 9. März 1888 im Amte waren, weilen nur noch zwei, Dr. Lucius(jetzt Freiherr Lucius von Ballhausen), der Landwirtschaftsminister, und Dr. v. Scholz, der Finanzminister, unter den Lebenden, beide längst im Ruhestande. Von den 12 Oberpräsidenten der preußischen Provinzen ist nur noch Graf Zidliz-Trusschler, damals Oberpräsident von Posen, jetzt von Schlesien, im Amte. Tot sind die Kabinettschefs des alten Kaisers, perr von Wiimowöki und Generai von Albevyll svon cem die Leutnants sagten:„Wie Gott will— und Abedyll!") Tot des Kaisers Leibärzte von Lauer und Leuthold, tot sein vertrauter Korrespondenzsekretär Geheimrat Bork. Von denen, die am 9. März 1888 die höchsten Würden des preußischen Hofes innehatten, lebt einzig noch der Oberstschenk, Fürst von Haßseld, jetzt auch Herzog von Trachenberg genannt, und von den Oberhoschargen(man unterscheidet hier zwischen „Oberst" und„Cbr“) nur noch der Oberzeremonienmeister Graf Oi„". 14 fE.„"„"„"" 1 f.f. f.-Reris un). Loin Ahgust Wutenoura. ein füft siebzighsahriner Gieis, und stn Vorgänger als Oberhofmarschall Graf Fritz Perponcher, der sich bis an die Schwelle des 87. Lebensjahres eine erstaunliche Frische und Lebensfreude bewahrt hat. Tot sind sämtliche Generaladjutanten, zwanzig an der Zahl, des alten Kaisers— bis auf einen, den Generaloberst Freiherrn von Loe, der am 9. September 80 Jahre alt wird und 1888 das 8. Armeekorpsin Koolenz kommandierte. Auch die meisten der Generäle, die, als der Kaiser Wilhelm I. starb, an der Spitze eines Armeckorps oder einer Division standen, schlummern schon unter dem Rasen. Zu den Ueberlebenden zählen u. a.: der Feldmarschall von Hahnke, 74jährig, doch noch rüstig wie ein Leutnant, der die 2. Garde=Insanterie=Division kommandierte; General von Schlichting, der die 1. Gorde-Insanterie=Division befehligte und „sern von Madrid“, 78 Jahre alt, im badischen Lande den Ereignissen der Welt zuschaut; General Bronsart von Schellendorf, damals Kommandeur der 17. Division in Schwerin, später Kriegsminister und gegenwärtig Gutsbesitzer auf Marienhof bei Hoppenrade in Mecklenburg,— in Berlin nur noch selten zu sehen; sowie der 81jährige General der Kavallerie Graf Hermann von Wartensleben, 1888 Kommandierender des 8. Armeckorps in Berlin. Von den Diplomaten, die fremde Staaten in Berlin vertraten, wirkt kein einziger mihr in gleicher Stellung, und auch von ihnen schlufen die allermeisten den ewigen Schlaf; unter den Botschaftern von 1888, die noch leben, sind der greise Graf Schuwalow und Sir Edward Malet zu nennen, die beide längst die politischen Geschäfte gegen ein„otium cum dignitate“ vertauscht haben... Der (Nachdruck verboten.) 16 Roman von H. Abt. Und wußte doch, es gab kein Fort für sie, sie mußte bleiben, bei dem Manne bleiben, gegen den mit jedem Atemzuge wilder der Haß in ihr emporsching. Fort—fort— nach der Oberau zurück als davongelaufene Frau, auf die sie alle, die ihrem Hochmut die Schande gönnten, mit Fingern zeigen würden, wenn sie's erfuhren— warum's die Schulzenliesbei gar so eilig gehabi, unter die Haube zu kommen— „Lump— Lump!“ Daß sie die Fäuste ihm nicht ins Gesicht geschlagen, das hämische Lachen erschlagen, mit dem er seinen Worten noch nichtswürdigeren Sinn gegeben! Und daß er's wußte— wußte! Und wie er's erfahren— erraten— gesehen— voer vielleicht gehört—? Vielleicht von ihm selber gehört— von ihm, der sich so für den Hohn und Schimpf, den sie ihm angetan, gerächt hatte.— Nein, nein— nicht von ihm selber— nicht von ihm! Er war kein Lump— er nicht!„ Aber sie hatten ja Augen und Ohren im Dors, es konnte ja einer gesehen haben, vielleicht vor seiner Hütte gehört—— Und wenn ihr eigener Mann es laut hinaus— „Verspie“ Dir Dein Leben nicht, Liesbei“—-— Widd hält sie die Arme von sich gestreckt— nicht hören— die angstvoll beschwörende Stimme nicht hören! Und es nicht immer sich im Nacken fühlen wie eine Hand, keine gewaltsam zupackende, die jählings zermalmt, eine leise giertende, die heimlich zermürbt. Hoch auf reckt sie plötzlich den Körper, biegt den Kopf zurück. „Glucklich wiu ich sein!“ hat sie an ihrem Hochzeitstage rrn ihrem Mann gefordert. Nun spricht sie laut, als biete sie dem Schickal Trotz: will nicht unglücklich werden!“ Als Werlitz nach dreitägiger Abwesenheit wieder heimkehrte, beegnete seine Frau ihm mit fremder Kälte und wich ihm aus, so oft ie das vermochte. Er tai, als bemerke er es nicht, suchte ihr seine Gegenwart nicht auszuzwingen, sondern ließ voll einer zur Schau getragenen, fidelen Geschäftigkeit die häuslichen Dinge eine Weile gehen wie sie wollten, in der Vorausjetzung, daß an der Langeweile des stoten Alleinseins ihr feindliches Trotzen sich am ehesten brechen werde. Und endlich schien's ihm an der Zeit, einen Wechsel zu bringen. „Heut' abend ist Harmoniegesellschaft. Halt' Dich um acht dazu pangt.: Sie antwortete nicht, zog nur die Brauen hoch. „Und zieh' Dich sein an,“ fügte er noch hinzu.„Sie machen viel Stoat dort.“ „Ich geh' nicht mit Dir hin.“ Kurz und schroff war es gesagt. Er drehte den Schnurrbart auf.„Wie Du willst. Ich geh’. Wenn's Dir Pläsier macht, Dein Leben in der Einsamkeit zu vertrauern, und Dich vielleicht von den Leuten dieserhalb bedauern zu lassen— in Gottesnamen.“ Sie blieb stumm, doch ihr Kopf zuckte heftig empor. Da sagte er noch einmal: „Also um acht halte Dich sertig.“ Und sie hatte sich sertiggemacht, hatte ihr bestes Kleid angezogen, das weißseidne Brautgewand, hatte sich blutrote Neiken ins schwarze Haar gesteckt und mit einem harten Lachen sich im Spicgel beschaut— „Genießen will ich mein Leben, nicht vertrauern.“ „Donnerwetter!“ sagte Werlitz, als sie in die Stube trat, wo er wartend stand. Dann bog er die eigne stattliche Gestalt in lachender Selbsigefälligkeit heraus und tral, als woüe er sich messen mit ihr, an ihre Seite. „So ein schönes Paar, das wär' doch auch ein Jammer, wenn das nicht in schöner Eintracht miteinander sich des Daseins freuen wollte. Hast Du Dir das auch überlegt?“ „Ja, ich hab's mir überlegt,“ gab sie zurück und ihr Blick wurzelte eiskalt in den seinen. Aber ihre dunklen Augen begannen zu leuchten und zu glühen und ihre roten Lippen lachten, als sie dann in der Harmoniegesellschaft beim Tanz von einem Arm in den andern #ag. Mit heimlichem Verwundern beobachtete Werlitz seine Frau. Wie gut sie es verstand, sich in die städtischen Verhältnisse hineinzupassen, sodaß ihre bäuerische Abstammung sich in nichts auffallend hervortat. Der Hochmut war es, der ihr dabei zu Hilfe kam, der es den andern geradezu aufzwang, sie für nichts Geringeres zu nehmen als sich selber. Wohl dabei befand sie sich nicht. Es war ein künstliches sich vorwärts peitschen und betäuben wollen, war der Schrei ihrer heißen Jugend: Nicht unglücklich werden! Das Leben genießen, sich des Daseins freuen! Und anders noch, als sie das in den ersten Wochen ihrer Ehe getan. Sie war ja doch schön und es gab ihrer genug, die ihr das gerne gesagt hätten, wenn sie ihnen nur dazu die Erlaubnis zugestanden. Und warum sollte sie's hinfort nicht zugestehen? Warum sich den Spaß versagen, zuzusehen, wie andere an ihren schwarzen Augen sich verbrannten, während sie selbst in lachender Kälte der Narren spottete? Da war ja gleich so ein Narr bei der Hand, der reiche Herr Rudolf Steinert, ein schneidiger Junggejeue so um die Vierzig geium, Kompagnon in einer der Gewehrfabriken, der ihr schon auf der Straße ein naarmal mit sehr unverhahlenem Wahlgefallen ins Gesicht gesehen und ihre Bekanntschaft gesucht, kaum daß sie den Harmoniesaal betreten. Nun wich er nicht von ihrer Seite, tanzte fast nur mit ihr, hielt sie dabei mit heimlich feurigem Druck umschlungen, nannte sie einmal übers andere„schöne Frau“— und rief es Hugo Werlitz entgegen, als er jetzt daherkam: „Das Unglück ist fertig, ich bin sterblich in Ihre Frau verliebt.“ „Ich auch,“ sagte Werlitz, saßte die Liesbet um die Schulter und ie zärtlich an sich. zog sie zärtlich an.. Steinert schnitt eine Grimasse und kniff die Augen zu, als könnt er den Anblick nicht ertragen.„Das ist Tierquälerei. Wenn einer schon ein Glückspilz ist, soll er damit nicht auch noch vor andern armen Teufeln prapen.“ „Und warum soll er nicht protzen?“ lachte hellauf die Liesbet „Mit Dicktun hat sich schon mancher durch die Welt gebracht und hat sich als Glückspilz aufgespielt, wenn er vielleicht selber ein armer Teufel ist."„„„ Auch Werlitz lachte hell hinaus.„So ist sie nun. Gut Kirschen essen ist nicht mit ihr und sein Herrenrecht muß sich bei der einer zu wahren wissen.“ NSAE Zeitung Montag den 1. März 1908. Preußischer Landtag. Abgeorductenhaus. (Telegraphtscher Bericht.) ** Berlin, 7. März. Au Ministeriische: Minister Sreitenbach. Fortsetzung der zweiten Beratung des Eisenbahnetats. Abg. Volt(natl.) wendet sich gegen den gestern begründeten Antroy Kern. Die Angrisse auf das Kohlensondrkat und die OberKohlenkomentien seien unberechtiat. Die Kodlensreche seien bis jetzt an einer maßvollen Höhe gewesen. Die Kalamität der letzten Jahre beruhte auf einer vorübergehenden Kohlenknavpheit. Man solle keine staatlichen Maßnahmen ergreifen, sondern den Privatbergbau gewähren lassen. Nur wo man die Kräfte sich frei entsalten lasse, sei eine wirtschaftliche Entwickelung möglich. Abg. Gyßling(freis. Bpt.] meinte: Der Antrag Kern sei zu allgemein gehalten, um ihm unbedingt zustimmen zu können. Gößling beantragt Verweisung des Antrages an die Budgetkommission. Graf Kanis(kons.] dankt dem Minister für die Aufhebung der Ausnahmetarife fur Ausfuhrlohle. Während die Kevlenpreise steigen, sinken die Viehpreise. Ein stärlerer Schud gegen die Kartelle sei nortg. Der Schwerpunkt der Kalamität sei die Entblößung des Landes von D Sbernseni Arbeitskrästen. Richt wenige uis 96 00 Arbeiter im westsälischen Koblendistrikt stammten aus den östlichen mit Ausnahme der demnächst ausrangierten— das hängende nah Gasglühlicht einzusuh einzufuhren. Nur in den D-Zügen gibt es sog.„Zusatzbeleuchtung“ in Form von Leselampen, die eine große Annehmlichkeit für den Fahrgast, der lesen will, bieten. Gee können ohne weiteres von dem Fahrgast ein= oder ausgeschaltet werden.— Gegenüber den von mehreren Stellen vorgebrachten Bedenken, daß der Gasbeleuchtung eine größere Gefahr als der elektrischen Beleuchtung innewohne, berief sich die Eisenbahnverwaltung darauf, daß bei allen größeren Eisenbahnunsällen Gasexplosionen nicht vorgekommen seien. Zwar habe sich das ausströmende Gas entzündet und die Stichflamme Brände hervorgerufen, aber inden. entstan außschließlich für den Execzier= und Schietzdienst sowie für die handlung der Munition verfügdar werden. Die Marineverwaltung deabsichtigt daher, eine besondere Laufbahn für Aktilleriemechanzt. zu gründen. Dem betreffenden Prrsonn.——. bis jezi teils vom Maschinenpersonal versehenen Arbeiten a den maschinellen und elektrischen Einrichtungen der Artillerieanlagen ob. liegen. Da dem Vernehmen nach das bisher vorhandene Büchsen, macherpersonal als Personalstock mitübernommen werden soll, so eine Explosion in den Gasbehältern sei nirgends dürfte es sich für jüngere Wassentechniker, Elektrotechniker, Mechaniker und Kunstschlosser schon jetzt empfehlen, sich zum freiwilligen Eintritt IP ET MTEEMETPP - Zusammenlegung der Bohnhöfe in Lan# d. J. werden die Personenbahnhöse Langend gendreer. Vom 1. April Nord r. I. werden die Personenbahnhöse Langendreer-Nord und Langendreer Süd für den Personen=, Gepäck=; Eilgut= und Tierverkehr ausgehoben und dafür eine neue Personenstation Langendreer(Gemeinschaftssation für die Strecken Mülheim(Ruhr)=Spesdors=Bochum=NordDortmund=Süd, Duisburg=Essen H.=B.=Bochum=Süd=Dortmund, Langendreer=Witten=West und Langendreer=Witten-Ost für diesen Verohr erattnat Der Vortonentunstahrnian A= Strecken Bochum=Nordleibt unverändert. Für die Strecken Bochum=Süd=Dortmund und Langendreer=Witten=West tritt eine Fahrplanänderung ein, die auf den Eisendahnstationen ausgrchungi ist. ** Die Einfuhr von deutschem Heu und Stroh in England verProvinzen. Redner trat dann für den Antrag Kern ein, der Leein boten. Die großbritannische Regierung hot zur Verhütung der Ein a den wirtschaftlichen Zuständen abzudetfen und wünscht ebenfalls chleppung der Maul= und Klauenseuche die Einfuhr von Heu und Stroh aus Deutschland nach Großbritannien vom 9. März d. J. ab verboten. Ausgenommen von dem Verbot ist zu Packmaterial bereitetes Strob. das nicht zur Fütterung verwendet werden kann, loses der Stroh, sei. den wirtschaftlichen Zuständen abzudeff Verweisung desselben an die Budgetkommission. Abg„pirsch(nat! führ: us: Bei der enormen der Selbstkosten, den hohen Löhnen und den stets wachsenden Auswendungen für Wohlfahrtseinrichtungen könne die Kahlenindustub gich! ui: den Preisen zurückgehen, wie es der Antrügsiellet wünsche. Im vergangenen Johre sei eine Million Tonnen Kohle weniger ausgeführt als im Vorjahre. Mit dem baldigen Rückgange der Kohlenpreise könne nicht gerechnet werden. den 70er Jahren habe eine regellose Produktion in Kodlen geberrscht Die Konku;renz sei immer zügelloe: gewölden. Nach unendlichen wemühungen und der Ueberwindung des größten Uebelstandes sei es gelungen, Organisationen zu schaffen, die der steigenden Konfunktur langsam folgen. Diese Organisarionen hätten durchaus segensreich gamrkt. Pan solle sich deder hüten, diese Wirhsamkeit durch gesetzgeberische Maznahmen zu stören. Aba. Hager(Zeutr.) erwiderte: Die Allgemeinheit stehe auf einem anderen Standpunkte. Nach einer Blättermeldung habe das Kohlensetzt. Was für das Ausland mogverlangt werden. Die Koblennot Eemtichen Interesse ern. Redner wünschte schließlich Kommissionsberatung. Minister Brektenbach erklärte: Eine zeiwweilige Sistierung der Auslandstransporte sei auf Grund des deutschen Gesetzes allerdings möglich, aber das internationale, durch Staatsvertrag vereinbarte Uebereinkommen widerspreche dem Abg. Heodweiler(natlib.) Antrog Korn aus. Dieser wurde dann an die Budgetkommission verwiesen. Bei dem Titel Heu oder * vor dem 9. März zum Versand an Bord gebracht worden ist. p 45, l#### dessen Benutzung zu anderen Zwecken als zur FütteSilch der iettbezeichneten Art, das hierfür zu schaffen. Auf diese Weise würde gleichzeitig die wünschene. werte Entlastung des jetzigen Feuerwerkspersonals erreicht und dieses .. 4 kür dan Execzier= und Schietzdienst sam. in. s63 nition verfügdar werden. Die iher, eine besondere Laufdahn für Artilleriemechautter Dem betreffenden Personal wird die Ausführung der sprach feine Zustimmung zu dem I dicht vor dem Abich boffe, sie zeitig vor Ostern an das Haus bringen zu können, g, daß sie auch dann noch beroten werden kann, wenn vor Ostern gung geschlossen werden sollte. Nach Maßgabe der dafür auf gestellten Bedingungen sind die Adonnenten der „Gelsenk. Allg. Zeitung“ in bobe von 300 Mark pro Person versichert und zwar für den Fall des Todes, infolge Unfall. Reder Unfall mut innersald be:: Tagen, jeder Todessall innerhalb 24Stunden bei dem unterzeich neten Verlag zur Anzeige gebracht werden. Die Versicherungsbedingungen stehen jedem Adonnent zur Versügung. Verlag der Gelsenk. Allg. Itg., Munckelstr. 16/18. ## Aba. Heine(natlih dab bei don Ranten#.= Eisenbabn. verwaltung ausländische Steine verwendet würden. Abg. Quast(kons.) wies auf die Gefahren hin, die bei dem Bahnübergang bei Neustadt a. d. Desse bestehen. Der Minister tan eine Prüfung zu. Abg. Macco(natlib.) wies auf die Vorteile bin, die eine Erhöhung der Bahnsteige biete. Bes den Ausgaben für Betriebsmittel beschwerte sich A#t Meze:=Diephoß jnaklib.), daß die Güter auf ven Nebenbahnen zu langsam befördert würden. Aba. Campe(natlib.) fragte, ob die elektrischen Motorwagen bald im Beiriebe verwendet würden und bat, solche auch auf der Strecke Hannoven=Hildesheim einzuführen. Minister Breitenbach erwiderte, daß im Laufe dieses Jahres dir Motorwagen eingeführt werden sollen, auch auf der gewünschten Strecke. Die Zwanziztonnenwagen hätten sich für den Massenverkehr besser bewährt als die amerikanischen mit größerer Tragweite. Auf die Ausführungen des Abg. Franken=Gelsenkirchen, bemerkte der Minister, daß er den Beschädigungen von Gütern, die sich aus dem gesteigerten Verkehr namentlich auf den Rangierbahnhöfen ergeben, mit allen Mitteln entbemübt sei. Kontrolle werde sergfältig geübt. Die dauernden Ausgaben werden darauf bewilligt. Bei den außerordentlichen Ausgaben fragt Abg. Macco(natlid.], ob die Sekundärbahnvorlage noch rechtzeitig vor Ostern an das Haus kommen werde Minister Breitenbach: Die Vorlage steht „„„* 4 Sig. die Tagung gese Es sprechen weiter die Abga Graf Moltke(freikons.), Hoff(reVv.], v. Veltheim=Schönfließ(kons.], Eckert(freikons.), Rosenow(frei Vul Lüdicke(freikons.), von Savigny(Zentrum), Hammer(kons.) un Baensch=Schmidtlein(freikons.). Zur Geschäftsordnung befürwortete Abg. Friedberg(natlib. daß die Interpellation über die Verzögerung der Beamtenaufbesserung zugeben, von jeder Schul- bezw. Klassenschließung de für den Montag auf die Tagesordnung gestellt werde. bei der zuständigen Regierung unverzüglich Meldung Präsdent 3. Krscher iecier mit, daß der Eizeprasident des! kr. Mit erfrorenen Hönden und Füßen auf Staatsministeriums sich bereit erklärt habe, die Anfrage am Mittwoch zu beantworten. Abg. Friedberg findet diese Hinausschiebung wenig rücksichtsvoll. Nächste Sitzung am Montag. Lokale Nachrichten. Gelsenkirchen, den 9. März 1908 * Gasglühlicht in den Personenwagen. Die preußisch-hessische Eisenbahnverwaltung hat sich entschlossen, für die gesamten PersonenMit scherzhaftem Zwang hielt er sie plötzlich um die Taille grfaßt und wirdette mit ihr nach den Klängen der Tanzmusik davon. Herr Rudolf Steinert drückte sich den goldenen Kneifer fester und sah den beiden nach. Endas Kurioses haue in diesem ehrsichen Hin und Her gelegen, wie wenn ein Paar wilde Katzen miteinander spielen, die sich ebensogut im nächsten Augenblick an die Kehlen fahren können. Doch die Möglichkeit, daß hier vielleicht eine Ehe war, in der nicht alles von eitel Honigseim triefte, verminderte sein Interesse an der Liesbet keineswegs und noch energischer als zuvor ging er im weiteren Verlauf des Abends mit seinen Galanterien bei ihr ins Zeug. Ihr Mann bekundete keinerlei Eifersucht darüber, im Gegenteil, als beim Lebewohl Steinert die Hoffnung auf ein haldiges Wiedersehen aussprach, beieuerte Hugo Werlitz, daß auch er sich eines soichen freuen werde und erkundigte sich, oo Herr Steinert einen gediegenen Rehbraten im häuslichen Kreise zu schätzen wisse. Für diesen Fall werde es seiner Frau gewiß ein Vergnügen sein, am nächsten Sonntag noch einen Teller mehr aufzusetzen. „Würde Ihnen das wirklich ein Bergnügen sein,“ fragte Rudolf Steinert die Liesbet, und sie zog die Schultern hoch und ließ ihre Augen blitzen— „Ob's mir wirklich eins sein wird, das mein' ich, käm' erst mal auf Sie an.“ Da warf der Herausgeforderte sich in die Brust.„Das ist an der Ehre gepackt und in dem Punkte habe ich noch immer meinen Mann gestanden. Also auf einen vergnügten Rehbraten.“ FFortsetzung solgt.] * Aufenthaltsort gesucht. Im Regierungsamtsblatt erbittet A. Neumann in Königsberg(Ostpr.) 3. Fließstraße 16 gegen Zusicherung einer Belohnung Nachricht über den jetzigen Aufenihaltson des 48 Jahre alten Maurers Ed. Mandel aus Königsberg, welchem eine frohe Mitteilung zu machen sei. Im vergangenen Jahre habe Mangel sich im Westen ausgehalten. *= Schließung von Schulen bei ansteckenden Krankheiten. Der Minister des Innern und der Kultusminister haben sich damit einverstanden erklärt, daß die in der Anweisung zur Verhutung übertragbarer Krankheiten durch die Schüler vorgesehene Befugnis zur Schließung von Schulen oder einzelnen Schulklassen von den Schulabteilungen der Regierungen ein für alle mal auf die Landröte, in Stadtkreisen aus die Bürgermeister übertragen werden darf. Falls dies geschieht, ist gleichzeitig den Landräten oder Bürgermeistern aufder Schulabteilung zu erstatten. der Straße aufgefunden wurde der 7jährige Knabe Theodor B. von hier. Er mußte nach ärztlichem Befunde dem Krankenhause zugeführt werden. m. Die hiesige städtische Pfandleihanstalt ist vom 1. April ab von 9—12 Uhr vorm. und von 2—5 Uhr nachm. geöffnet. ** Im Deutschen Sprachverein wird der Herr Dr. Terner, Oberlehrer der Oberrealschule, am nächsten Dienstag im„Monopol“ für die Mitglieder und eingeführte Gäste einen Vortrag über das deutsche Bolkslied halten. Wir weisen auf diesen biermit empfehlend hin, zumal da der Vortrag noch ergänzt wird durch einige herrliche Volkslieder, die ein kleiner Männerchor zu Gehör bringen wird. ** Stadttheater. Herr Heinz Uehr, der erste Liebhaber unserer Theaters, hatte sich zu seinem Benefiz am Freitag abend das bekannt: Volksstück„Mein Leopold“ von L'Arronge gewählt. Insofern der Benefiziant damit seiner Verehrung für den Dichter anläßlich bessen gestrigen 70 Geburtstages Ausdruck geben wollte, kann diese Wahl nur gebilligt werden. Andererseits hatte Herr Uehr damit auf den Löwenanteil der Aufführung, der bei derartigen Anlässen meistens dem Benefizianten zufällt, verzichtet und mußte sich mit den bescheidenen Aufgaben des„Rudolf Starke“ im zweiten und fünften Bisd begnügen. Das Publikum schien indes von den Eindrücken des Abende recht befriedigt zu sein und spendete reichen Beifall. Der Benefiziant wurde durch eine Blumenspende und einige Geschenke besonders geehrt tt Durch glimmendes Holz im Backosen war gestern abend in einem Hause in der Kirchstraße während der Abwesenheit der Bewohner die ganze Wohnung von Rauch erfüllt worden. Als die zurückgekehrten erschreckten Hausleute die Geschichte sahen, alarmierten sie ofort die Feuerwehr, die aber nicht in Tätigkeit zu treten brauchte, da bereits der Rauch durch ein geöffnetes Fenster davongezogen war. X Messerheld. Weil mehnere angetrunkene Burschen in einer Wirtschaft auf der Hochstraße Streit anfingen, wurden sie an die Luft gesetzt. Auf der Straße artete dieser Streit in eine Schlägerei aus, wobei der Bergmann d. einen Messerstich in den Kopf erhielt. Die später am Tatort erschienene Polizei beschlagnahmte das dolchartige Messer und stellte die Namen der Raufhelden fest. * A r t i l l e r i e m e c h a n i k e r. D i e k o m p l i z i e r t e n m a s c h i n e l l e n u. e l e k t r. Einrichtungen der stetig sich vergrößernden Artillerieanlagen an Bord der modernen Schiffe stellen an das zu ihrer Instandhaltung bestimmte Personal so hohe Anforderungen und verlangen so eingehende Fachfenntnisse, daß es nowwendig erscheint, ein bestimmtes Bersonal jetzt empfehl für die Buchsenmacherlaufbahn zu melden. Anmeldungen werden jederzeit bei der 1. Werftdivision in Kiel oder bei der 2. Werftdivision in Wilhelmshaven entgegengenommen. R. Essener Strafkammer vom 7. März. Unter Ausschluß der Oeffentlichleit nahmen auf der Anklagebank Platz die Bergleute Josef Rataiczak, Stanislaus Adamski und Stanislaus Schlunky, sämtlich aus Rotthausen. Während allen drei Angeklagten gemeinschaftliche Körperverletzung zur Last gelegt war, hatte Rataiczack sich außerdem wegen schwerer Kuppelei zu veraniworten. Das Urteil lautete gegen R. aus sieben Monate und gegen Sch. auf zwei Monate Ge. sängnis. A. wurde freigesprochen. ** Königl. Preuß. Lotterie. 1. Tag der 3. Klasse. Hiesige Kollekten. Gewinne zu 300 Ml.: Nr. 114 232, 319. Gewinne z 44 Ml.: Nr. 114 822, 408. 129 399. 208 506. 235 997. 255 347. tt Blinder Alarm. In der Nacht zum Sonntag wurde die Be.rufsfeuerwehr durch den Feuermelder Wilhelmstraße gegenüber der Grünstraße blind alarmiert. Der Bergmann Rudakowsky aus der Wilhelmsstraße 187 war in der Trunkenheit anscheinend gefallen und hatte sich eine Verletzung am Hinterkopf zugezogen. Hieraus schlug er den Feuermelder ein und gab bei Ankunft der Wehr an, daß er überfallen worden sei. Rudokowsky wurde der Wache des 4. Polizeibezirks zugeführt. Eine strenge Bestrafung für den Unfug wird nich ausbleiben. J'. Von einem Streßenbahnwagen ersaßt. Der Fabrikorbeiter L. Barkowski aus der Vogelheide Nr. 2 wurde anscheinend durch eigene Unvorsichtigkeit in der König Wilhelmstraße durch einen herankommenden Straßenbahnwagen ersaßt und umgeworsen, wodurch B. einen Bruch des linken Oberschenkels erlitt. Nur der Umsicht und Geistergegenwart des Wagenführers hat B. es zu verdanken, daß er nicht unter den Wagen geriei und noch schwerere Verletzungen davontrug. Nach Anlegen eines Notverbandes wurde er dem kothol. Krantenhause zugeführt. ** Schulamtliches. Endgültige Anstelhmgen im Schuldienste er hielten der evangel. Lehrer Karl Budde aus Gelsenkirchen### Wassermaus, der evangel. Lehrer Albert Liesegang aus Neddeaverbergen zu Röhlinghausen, die evangel. Lehrerin Wilhemine vom Hagen aus Stiepel zu Eppendorf. # Wieder ein Handläschchen entrissen. Am 9. d. M. nachm. 8,10 Uhr ist einer Näherin auf der Zuhnhafstraße von zwei unbeannten Personen ein Handtäschchen im Werte von 5 Mar! vorden. In demselben besanden sich 2 Taschentücher, 1 Parfümläschhen und 8 Mork bares Geld. Eine diedischs Elster. In den Monaten Januar u. Februar wurden einem Metzger in der Haidenstraße von seinem früheren Dienstmädchen eine Uhr, Nummer unbekannt. und sonstige Sachen m Gesamtwerte von 160 Mark entwendet. „!“ Jahrraddiebstahl. Am 3. d. M. ist einem Fabrikarbeiter in einer Wirtschaft in der Dessauerstraße ein Fahrrad, Nr. 32 159, Marke Anker“, im Werte von 60 Mark gestohlen worden. () Mittels Eindruchs wurden am 28. Februar einem Goten aus einer verschlossenen Wohnung bezw. aus einem Schließkorb eine Uhr, Kette, Siegelring usw. im Gesamiwerte von ca. 35 Mark gestohlen. ):) D i e„ w e r t v o l l e“ H o s e a m o f f e n e n F e n s t e r. I n d e r N a c h t v o m 27. zum 28. Februar wurde einem Schaffner der elektrischen Straßenbahn in der Olgastraße aus seiner Wohnung ein Geldsäckchen mit 50 Mark Kleingeld entwendet. Das Geld besand sich in einer Arbeitshose, die an einem etwas geöffneten Fenster hing. ** Knappschaftsältestenwahl. Die aus den 28. März d. J. anbenrumte Aeltestenwahl für den Sprengel 228 findet nicht im Gasthof „Zum grünen Jäger“, sondern in dem Resiaurant Wilbelm Böcke in Günnigfeld statt. ** Der 100 000=Mark=Gewinn in der Preußischen Klassenlotterie. In der Samstags=Ziehung der Königl. Preuß. Klassenlotterie siel ein Gewinn von 100 000 Mark auf die Nr. 193000. R. Essener Schwurgericht. In der am Montag den 9. d. M. beginnenden dritten diesjährigen Schwurgerichtsperiode werden folgende unseren Leserkreis interessierende Strafsachen zur Aburteilung gelangen: Mittwoch den 11. März gegen den Bergmann Gustav Burdensky aus Wanne und den Bergmann Karl Nowatka aus Gelsenkirchen wegen Straßenraubes, Mittwoch den 18. März gegen den Bergmann Georg Melchert aus Steele wegen Körperverletzung mit Todeserfolg.— Das Geschworenenamt werden u. a. folgende Herren ausüben: Bureauvorsteher Heinrich Humpertz=Ueckendorf, Rentner August Aldenhoff-Erle, Kaufmann Naul Halbeisen=HorstEmscher, Kaufmann Gustav Küllenberg=Gelsenkirchen, Direktor Friedrich Wetekamp-Königssteele, Landwirt Franz WiebringhausHassel, Techniker Wilhelm Stallmann=Bulmke. Aus dem Landkreise Gelsenkirchen. Stadt und Amt Wattenscheid. O. Wattenscheid, 9. März. Gestern nachmittag 5 Uhr hielt der nationalliberale Bürgerverein im„Kaisersaa!“ eine zahlreich besuchte Versammlung ab. Als Redner war Herr Prof. Dr. Moldenhauer aus Köln gewonnen worden. Der Parteivorsitzende in Wattenscheid, Herr Fr. Kampmann, eröffnete die Verammlung und begrußte mit herzlichen Worten im Namen der nationalliberalen Partei den aus der Ferne herbeigeeilten alten, treuen Kämpen der Partei, den Vorkämpfer des nationalen Prinzips, der iberaien Weitanschauung. In jugendlicher Frische und Lebhaftigteit rat nun, von elementaren Beisallsausbrüchen begrüßt, Herr Pros. hauer ans Rednerpult. Der Redner begann seinen Vortmag über die Blockpolitik mit der Entwicklung des Parteilebens in unserem Vaterland und die heutige Parteikonsteüntien. Weiter kam der Vortragende auf die Reichstagsauflösung und deren Gründe zu hierbei besonders die oppositionellen Parteien Zentrum und demokratie gründlich beleuchtend. Den weitaus größten Teil des Vortrages nahm der Block und dessen Politik in Anspruch. Aus den Ausführungen des Redners über diese Runkte konnte man deutlich entnehmen, daß der Block einesteils aus einer inneren Notwendigten geboren, andernteils aber auch große Leistungen zu volldringen imstande sei. Die im Vordergrund stehenden Hauptaufgaben, die durch die Blockpolitik zu lösen seien, sei die Schaffung des mit libenalem Geiste ausgestatteten Reichsvereinsgesetzes, eine zielbewußte Fortführung der Sozialpolitik, eine gtündliche Justiz= und Börsenreform. Im letzten Teil des Vortrages behandelte der Redner die nationaliderale Partei und ihre Prinzipien und empfahl der zahlreichen I#hörerschaft, für dieselbe in ihren Kreisen zu wirken, denn sie dienten damit nicht nur der Partei, sondern dem Vaterland. Richt wollender Beifall folgte dem überaus klaren, von wohltuender getragenen Vortrag. Den zweiten Teil füllte ein Vortrog mit Lichtbildern über Norwegen und Spitzbergen aus. Ein Reihe woblgelungener Bilder zeigte die Nordlandschaften in ihrer eigari#aen Schönheit, Eismeer und Gletscher durchsetzt mit gewaltigen gebirgen. Den begleitenden Vortrag hielt Herr Fr. Kampmann, dei die Landschaften aus eigener Anschauung kennt. Ihre Befriedignng über das Gehörte und Gesehene gaben die Zuhörer durch reichen rs 1908. die wünschenseicht und dieses ne für die irmeverwaitung Veriemechantter lusführung der beiten an den erieanlagen obndene Büchsen. serden soll, so ker, Mechaniker illigen Gintritt dungen werden 2. Werftdivision Ausschluß der erbhu Jete sämtlich n gemeinschaftczack sich außerUrteil lautete n Monate Ge. Gewinne zu 5 997. MK 04 Vter. top Ue!. wurde die Begegenüber der owsky aus der id gefallen und Hierauf schlug hr an, daß er des 4. Polizeifug wird nich Fabrikorbeiter no durch eigene herankommenurch B. einen n und Geisteser nicht unter vontrug. Nach antenhause zuSchuldienste erelsenkirchen g aus Nedde. ilhemine vom d. M. nachm. on zwei unbeMari Estriffen r, 1 Parfüm1. Februar früheren ar u. nem früheren mnstige Sachen #r#karbeiter in 92 159, Marke em Goten aus korb eine Uhr, r! gestohlen. der Nacht vom chen Straßendsäckchen mit in einer Arrz d. J. anbeb1 im ilhelm chen Klassenteuß. Klassen. 193000. 9. d. M. beerden folgende urteilung gemann Gustav a aus Gelsenrz gegen den derletzung mit u. a. folgende rtz=Ueckendorf, lbeisen-Horstmn. Direktor Liebringhausselt der * 6rne Prof. teidor. e Vernatiotreuen 9, der ftgkeit Pros. ortg gieren VorTicen., Sotale i des u den eutlich Zunten 2. Blatt, Nr. 55.— 6. Jahrgang. Amtliches Kreisblatt für den StadtGelsenkirchener Montag, den 9. Mtm 1932 #. a5113 Neue Mungeinrabe 19119(beim Amtsaeria! M T BATAET Seoffnel täg11c von 8 Uhr vorm. dis 8 Uhr abends. Gezugspreis für den Monat 68 Pfg. mit Mustr. Unterhaltungsblatt. Anzeigenpreis 15 Pfg. die Petitzeile. Reklamen 40 Pfg die Zeile Ausw. Inserate 20 Pfg. die Zeile. Beilage=Gebühr pro 1000 Mk. 5. Hernspreder: Nr. 179. und für den Landkreis Gelsenkirchen. # U***• A*4 Anzeiger. Drebenummern 10 Taas laus foßenfre. durch Posttarte von der Seichdftaftelle Muuckelstr. 1014. Telegrammadresse: Bertendurg= Gelsenkirchen. Offizielles Organ für Militäre, Gerichts=, Eisenbahn=, Post=, Handelskammer= u. Knappschaftswesen. Erschein: toglich mit Ausnahme der Sonn= und Festtage. Kurze politische Meldungen. Als erste Frau ist in Deutschland auf Grund des neuen meiningVolksschulgesepzes in den Schulverstand gewählt worden Frau h1sdi rektor Bock in Meiningen. * Der nationalliberale Landtagsabgeordnete Witting will, wie geweldet, nicht wieder kandidieren. Nach den Insormationen der „Rational-Zeitung“ ist der Entschluß des Herrn Witting unter anderem auch auf die Vorgänge zurückzuführen, die innerhalb ver natisnallideralen Fraktion bei den Erörterungen über die Enteignungsfrage sich abgespielt haben. Herr Witting, der bekanntlich früher Oberbürgermeister von Posen war und als ein besonders genauer Kenner des Ostmarkenprodlems gelten dars, soll den Standpunkt, den der Abz Dr. Friedberg bei der ersten Lesung im Abgeordnetenhause vertrat, keineswegs geteilt haben. * Für den Landtagswahlkreis Melle=Iburg wurde von seiten der Nationalliberalen der Reichstagsabgeordnete Wachhorst de Wente als Kandidat aufgestellt. Jetziger Abgeordneter ist Reinhard(Zentrumj. Die Einführung der allgemeinen geheimen Spezial und direkten Wahl haben die Mitglieder des Koburgischen Speziallandtags in den gemeinsamen Landtag für Koburz=Gotha abgelehnt. Der Antrag ist damit gefallen. Dem„Berliner Lokalanzeiger“ zufoige wurden alle italienischen Arbeiter, die bei dem Erweiterungsbau des Bahnhofs in Weimar beschäftigt waren, wegen vorgekommener Ausschreitungen entlassen. * 2. jan-Toihkiugen, Unter dem Tirel:„Knüssengeheimnisse aus orr Schweig ein Nasallenstaat Deutschlands“ hat der durch seine früheren„Enthüllungen" bekannt gewordene ehemalige Straßburger Kriminalkommissar Alfred Stephany soeben zwei neue Bände erscheinen lassen. Sie sind bei L. Sandres in Paris gedruckt, da, wie der Versasser bemerkt, die Drucklegung in Deutschland nicht möglich war. Der erste Band behandelt neben einer Lebensdarstellung des Autors die Kapite!„Germanisationswerk" und„Behördliche Gesinnungsschnüsseleien"; der zweite Band ist in der Hauptsache eine Zusammenstellung der Kritiken über die frühere Broschüre sowie eine Wiedergabe seines Prozesses, beides durch einen vorerst gar nicht übersehbaren Wust von Keitungs- und Parlamentsberichten in die Breite gezogen. Die Sensationslust, die in der früheren Broschüre reichlich Befriedigung fand, dürfte bei dem jetzt vorliegenden Erzeugnis kaum auf ihre Kosten kommen. * Der Rücktritt des englischen Premierministers Campbell Bannerman ist nach der„Magdeb. Zig.“ fest beschlossen. Campbell erbält die. Pairswürde. Weiter sind mehrere andere Veränderungen im Kabinett geplant. Die Polizei in Newyork behauptet, in der Wohnung eines früheren deutschen Angestellten der Bliß=Torpedo=Fabrik, namens Esser, Briefe des deutschen Marineamts, sowie anderer Marineämter gefunden und viele Zeichnungen und Modelle entdeckt zu haben. Die Bliß Company konstruiert Torpedos für die Bundesregierung. Die deutsche Regierung bewirkte, wie sich herausstellt, Essers Verhaftung, indem sie der amerikanischen Regierung mitteilte, dieser offeriere fremden Regierungen Torpedogeheimnisse. II. Hauptversammlung des Preußischen LandesVerbandes der Haus- und Grundbesitzer-Vereine. (Von unserem Korrespondenten.) = Berlin, 6. März. In diesen Tagen hält der Preußische Landesverband der Hausund Grundbesitzervereine im Burgersaale des Rathauses seine diesjährige(11.) Hauptversammlung ab, auf deren Tagesordnung eine Reihe wichtiger Fragen zur Eriedigung siehen. Der Verband zühli 137 Vereine mit 168136 Mitgliedern. In dem Jahresbericht wird u. a. ausgeführt: Von einer Besserung der wirtschaftlichen und rechtlichen Lage des Preußischen Hausbesitzes kann auch im Berichtsjahr 1907 keine Rede sein. Die Tendenz, die Sonderlasten des Hausbesitzes beständig zu erhöhen und auf ihn immer wieder als auf den hauptsächlichsten Steuemahler zurückzugreisen, ist in der zunehmenden Einführung der Wertzuwachs- und Grundwertsteuer hervorgetreten. Die Konkurrenz der mit Reichs=, Siaats= und anderen öfsentlichen Mitteln unterstützten Baugenossenschaften hat in der Berichtszeit nicht abgenommen. Die Bemühungen der Hausbesitzer, durch Schaffung von Pfandbriefinstituten den Realkredit zu verbilligen und auf diese Reise sich der mit außergewöhnlich billigem Kredit unterstützten Konkurrenz der Baugenossenschaften zu erwehren, haben leider auch im Berichtsjahre keine Erfolge erzielt. Eine Eingabe auf Verleihung der Mündelsicherheit für die Pfandbriefe der bereits bestehenden Pfandbriefinstitute für städtische Hausgrundstücke ist erfolglos geblieben. Dabei droht noch immer die Erschwerung und Verteuerung des Realkredits durch den Sparkassengesetzentwurf, der doch nur als vorläufig zurückgrzogen betrachtet werden kann. Schlimmer ader als dies wirkte aus vieie Hausbesißzer die Geidherteuerungein. Die Automobilfahrt von Newyork um die Welt bietet bisher Schwierigkeiten, mit welchen verglichen die Automobilfahrt von Peking nach Paris als wahres Kinderspiel erscheint. mit man hauptsächlich zu kämpfen hat, sind der Schnee und die Kälte. Dazu kommen aber noch andere Umstände, welche das langsame Vorwärtskommen und weiter erklären, wie es kommt, daß der amerikanische Wagen bisher die Führung behalten hat. Signor Antonio Scarsoalio, der mit dem Deutschen Müller und Signor Satori im Züst=Wagen fährt, schildert in der„Daily Mail“ außerordentlich lebhaft, was es zu überwinden gilt. Alle Augmnblicke gerät man in Schneewehen, die es auszuschauseln gilt. Trifft man auf Leute, oder kommt man in ein Dorf und bittei um Hilse, so wird dies mit einem behaglichen Lächeln verweigert; macht man Vorstellungen, so erklären die guten Leute ganz offen, daß sie nicht daran denken könnten, auch nur einen Finger zu rühren, um den„Fremden“ gegen den amerikanischen Motor zu helsen. Scarfoglio sagt dann weiter:„Und das sind Männer, die erklärten, daß sie allen Mitbewerbern gleichmäßig beistehen würden. Für uns ist es geradezu schrecklich. Wir müssen mit unseren, von der Kälte erstarrten Händen unseren Wagen oft tragen und die ganze Fahrt wird so zu einer Via Dolorosa. Dabei ist sie entsetzlich eintönig. Stunde um Stunde immerfort dieselbe Landschaft, dieselben Häuser und Hütten und Menschen. Alles wie über einen Leisten geschlagen, niemals eine Abwechslung, niemals etwas Erquickliches. Wir sind am Ende mehr gelangweilt als erschöpft. Beständig dieselben Hindernisse, dieselben Anstrengungen, dieselben Leiden, während die Dorsbewohner uns umstehen und mir Hehagen zusehen, wie wir und piaggen. Sie sa##n und pfeisen. Man sagt mir, daß dies die Zeichen des amerikanischen Enthusiasmus sind. Wir kommen nur schrittweise vorwärts, und die ganze Dorfschaft ziehl uns nach, um sich an unseren Schwierigkeiten zu ergötzen. Bleiben wir stecken, so bleiben sie stehen und sehen zu, wie wir gegen Schnee und Eis ankämpfen. Am Donnerstag hatten wir glücklich von früh bis drei Uhr nachmittags sieben Meilen zurückgelegt. Fünf Stunden hatten wir mit dem Ausschaufeln des Weges zugebracht und dann hörte der Wege überhaupt auf. Es blieb und nichts anderes übrig, als über Feld zu fahren. Mit unseren Beilen demolierten wir die hölzernen Einzäunungen und kommen auf das Feld. Müller schreitet voran und fühlt mit einer Stange, wo wir passieren können. Es geht nur langsam vorwärts. Wir winden uns durch zwischen Bäumen. übersetzen eisbedeckte Flüßchen und Bäche und bleiben oft im Schnee stecken. Oft kommen wir mitten unter Herden von Pferden, die dann, wenn unser Wagen sich bewegt, nach allen Richtungen auseinanderstieben. Ueberall die Neugierde und Teilnahmslosigkeit der Leute.“ In den Städten jedoch empfängt man die kühnen Reisenden mit lauten Beifallskundgebungen und übt die größte Gastfreund. schaft. So erging es ihnen auch in Chicago, wo sie am Samsiag eintrafen, nachdem sie durch Frost und Schnee furchibar gelitten hatien. Aus der Geschichte des Meininger Theaters. (Eigener Bericht.) 5) Das Meininger Hoftheater, der würdevolle griechische Säulenbau in dem lauschigen Park, dem„Englischen Garten“ der stillen tb#ringischen Residenz, ist ein Raub der Flammen geworden. Die traditionsumwobene Stätte, von der in den siebziger Jahren jeire Revolutionierung der deutschen Theaterkunst ausging, die den Namen Meiningen für immer in die Bühnengeschichte eingegraben, ist veinichtet. Beinabe achtzig Jahre hindurch hat der Gau der Kunst ein HHeim geboten, in den ersten dreißig Jahren allerdings nur wandernden Schauspielertruppen, die das rege Interesse der Meininger Fürsten oft llängere Zeit an ihre Residenz zu fesseln wußte: Oper und Schauspiel wechselten in bunter Folge, bis ein Jahr vor dem Rücktritt Laubes in Wien der Fürst den Thron bestieg, unter dessen Leitung das kleine Meininger Hoftheater auf Jahrzehnte hinaus allen deutschen Bühnen ein Vorbild werden sollte, dessen segensreiche und gefährliche Wirkungen sofort zu Tage traten, überall tiefgehenden Widerhall fanden und auch heute noch nicht vollkommen überwunden sind. Es war eine Zeit im deutschen Bühnenleben, die wie kaum eine andere nach einer entschlossenen Tat verlangte, die Tage, da Richard Wagner an der Erweckung des Dramas verzweifelte, da Laube in souveräner Verachtung der Oekoration den Glanz eines„Ziesko“ in ein nüchtern kahles Gemach einfangen zu können wähnte, da das Virtuosentum das Drama auf die schauspielerische Einzelleistung stellte und Eduard Devrient in seiner Geschichte seines zu neuem Selbstbewußtsein erwachenden Standes nicht vor der Andeutung zurückschreckte, daß der Dichter um des Schauspiekers willen wirke und schaffe. In aller Stille begann damals der junge Herzog Georg, den seine begeisterte Liebe für alles, was mit dem Wesen des Theaters zusammenhing, in rege Geistesbeziehungen mit der geistreichen und talentvollen Schauspielerin Helene Franz, der jetzigen Freifrau von Heldburg, brachte, seine rastlose Arbeit. Er erkannte, daß jene nüchtern rhetorischen Darstellungen der Klassiker, die damals die deutschen Theater veröden ließen, nicht#mentDas Einfamilienhaus. Von Oslar Wiener(Prag). (Kachoruc der Die moderne Großstadt mit dem rastlosen Getriebe, mit der atemlosen Hast ihrer Klenschen kennt kein behagliches Nebeneinander. Alles jagt und tollt dort durch die endlosen Straßenzüge dem Verdienste nach, und der erbitterte Kampf ums Dasein läßt nicht das Verlangen aufkommen, nach einer geruhsamen Stunde. Wie in einem Bienenkorb ist es, oder in einem Ameisenhaufen, und wie die Menschen leben, so wohnen sie auch: die Großstadt steht im Zeichen der Zinskaferne. Diese mächtigen Miethäuser aber sind häßlich und wissen nichts von der stillen Wohnlichkeit, dem Frieden einer Behausung, welche mit eine Bürgschaft ist für das Glück der Familie. Hier in der lärmenden Umgebung, in dem Wirrwarr des städtischen Getriebes vermag der Mensch nicht einmal innerhalb seiner vier Wände die ruhige Abgeschlossenheit zu erlangen; ein Nachbar schaut dem andern ins Fenster, man muß mit halber Stimme spiechen, weil die Wände dünn sind und Ohren haden; und tausend Rücksichten aus die anderen im Hause führen dazu, alles zu unterdrücken, was in uns anders ist, als bei jenen. Diese Abhangigkeit von Fremden hat in jüngster Zeit eine Bewegung gezeitigt, die angetan ist, das Dasein in der Großstadt lebenswerter zu gestalten und menschenwürdiger. Erst haben nur die Reichen, die es müde wurden, mit anderen, ihnen gleichgitigen Leuten im nämlichen Hause en wohnen— erst haben nur die Vermögenden für sich und die Ihren ein eigenes Haus gebaut, draußen an der Stadtgrenze, wo es grünende Wiesen gibt und Bäume, die im Frühling blühen. Dann hat irgend ein Uluger Kopf erkannt, daß es die Zinsen ernes beträchtlichen Kapitals sind, deren er bedarf, um die hohe Jahresmiete für seine Wohnung in der häßlichen und nüchternen Stadtkaserne zu bezahlen. Und er hat sich aus dieser Erwögung heraus dies Kavital ausgeborgt, wenn er soviel Vertrauen fand. Und er hal mit diesem gelichenes Geide ein kleines, bescheidenes Häuschen gebaut, mit einem Gärtlein umhegt, und es war Raum darin für ihn und sein Weib und seine Kinder. Und sie waren glücklich dort und nicht belästigt von den Blicken und der Neugier mißgünstiger Nachbarn. Und die Kinder konnten lustig sern und lärmen draußen im Freien. Die Frau war wie eine Königin im eigenen Reich, und der Mann ging früh den Geschäften nach, fuhr vielleicht mit der Stadtbahn den weiten Weg, abends aber konnte er im Kreise der Seinen ungestörten Frieden seiern. Dies Beispiel des einen, diese tapfere Tat eines Rechnenden, der erkannt hatte, daß es praktischer sei, einem Großlapitalisten Zinsen für das geliehene Geld zu zahlen, als einem Hausherrn die hohe Wohnungsmiete, und daß man dabei noch die zum Bau geborgte Summe bequem amorsisieren konnte— dies kluge Vorgehen fand Nachahmer. So entstanden in vielen Städten dort, wo das Häusermeer aufhört und die grünen Fluren beginnen, schmücke, aber bescheidene Häuschen, wo Beamte, üerzte, Kaufleute und sonst Leute von einem gesicherten, aber nicht übergroßen Einkommen ihr behagliches Heim aufschlugen; so entstanden die Einsamilien häuser. Bald bemächtigten sich Geldinstitute, Kreditanstalten und Banken dieser dankbaren und nützlichen Aufgabe. Ganze Ländereien an der Peripherie der Stadt wurden angekauft, parzelliert und gegen Ratenzahlungen an vertrauenswürdige Personen abgegeben. Natürlich wurde TREEA. L-TMET 9#L der Grung von der beiteisenden Duni grandbachlich denunn and mal baute sie auch dem Käufer gleich das ganze Haus hin mit ihrem Gelde. So sind viele Villenviertel enrstanden, anmutige Quartiere eines bürgerlichen Behagens, die jeder Stadt zum Schmucke gereichen. Die Architektur hat im Einfamilienhaus eine neue, dankbare Aufgabe gefunden. Anfangs berrschte da die Vorliebe für den sogenannten „Schweizer=Stil“, man sah einstöckige steinerne Häuschen mit einer nüchternen Fussade, aber mit reichen Holzschnitzereien auf dem Giebelwerk und Dachsirst. Auch der Balkon und die meist außen angebrachte, doch unpraktisch geformte Stiege war mit Holzschnitzereien oft überreich„geschmückt“. Aber dieser Schweizer=Stil war eine Lüge, er glich dem Salontiroler Deffreggers, der nichts von einem Tiroler hat, nur die kurzen Hosen, die grünen Strümpse und die schweren Stiefel des Aelplers. Solche Billen, deren Bau man für„schweizerisch“ ausgab, hatten natürlich nichts mit dem Aussehen ihrer Vorbilder gemein: sie waren eine verlogene Mode, eine unehrliche Sentimentalität. Man net ihrer oft noch. aber sie sind endlich als das erkannt worden. Man hat für das Einfamilienhaus neue, passendere was sie verdienen Formen gefunden. Der moderne Baumeister lieh seiner Phantasie edle Schwingen und hat so Werke von einer behaglichen und reizvollen Bescheidenheit geschaffen, die geeignet sind, für das beschauliche Leben einer deutschen Familie den richtigen Rahmen zu geben. Aber alle Bemübungen der Baukünstler müßten immer vergeblich bleiden, wenn nicht der Same des guten Geschmacks nicht schon in jene gelegt wäre. für die die Architekten arbeiteten. Sie sind im letzten Grunde verantwertich für das Aussehen ihres Wohnhauses, und man wird mitsiecht sagen können: Wie das Haus, so der Herr. Wie lächerlich wirkt beispielsweise die protzige Fassade eines winzigen Häuschens, das für dee Aufnahme eine: bürgerlichen Familie errichtet wurde und dabei Formen eines Fürstenschlosses zeigt. Die Grundebdingungen des Einfamilienhauses, sein Gegensatz zum Mietgebäude, aber auch zum Palaste des Grandseigneurs sessen in der nicht verschwenderischen und nicht betteldafter Art seines Wesens, kurz: im Maßvollen. Ganz richtig sagt da ein Fachmann:„Ein Wodnhaus erfüllt die ersten Bedingungen, welche man an dasselbe stellt, sobald es dauerhaft aufgerichtet und alle möglichen Bequemlichkeiten bietet, und jenen Nutzen gewährt, den es gewähren soll.“ Was überflüssig ist, bleibt von Uebel. Daber#ud alle Türme, Zacken und Zinnen zu vermeiden und jede übertriebene Lhantastik. Schlichtheit sei das Hauptgebot. Die Engländer mit ihren Cottageanlagen und dem Pleasure=grund, den schön gepflegten Rasenflächen ringsum ein helles Bauwerk, das nicht mehr sein will, als es soll, das in seiner klugen Zurückbaltung auf praktische Behaglichkeit mehr Gewicht legt, als auf eine unziemliche Pracht — die Engländer waren uns hierin vorbildlich. Worin liegt nun eigentlich der Untenschied zwischen einem gewöhnlichen Mietbaus und dem Einfamitienhause? Der Gegensatz liegt in der Teilung der Räume. Dann erst in zweiter Linie im Aeußeren In einem gewöhnlichen Wohnhause ist die Teilung der Räume für die Familie und Dienerschaft, diese Trennung nie so deutlich durchgeführt wie in dem kleinsten Herrenhaase. Gewöhnlich liegen hier die Küche und die Dienstbotenzimmer zu ebener Erde und mindestens auch der Speiseraum, der die Familienmitglieder bei den Hauptmahlzeiten vereinigt. Eine fluge Hausfrau wird darauf bedacht sein, auch ihr Zimmerchen im Parterre unterzubringen, einen gemütlichen Raum, der einen Blick in den gepflegten Garten gestattet, dabei aber auch nicht Sägeseins Zeitung. Mostaz den 3. Miärz 1908. serntesten die grohen Wirkungsmöglichletten erschöpften, die ungeboben in den Meisterwerken schlummerten. Der Zengatst noch der Errichtung des neuen Reiches drängte unadwenddar zum Bruch mit der kahlen Aermlichkeit. Delaroches und Gallaits große Geschichtsmalereten, die Wirkungen der Pilotyschule, Makarts Berufung nach Wien, all das bolelicle den Boden für die Saat, die in Meiningen gestreut wurde. Und es sehltr nicht an Vorbildern, von deuen es galt, mit Blick das Gute zu übernehmen und die Fehler zu meiden. Schon im Jahre 1850 hatte m London der Sohn des großen Edmund, Charkes Kean jenen Shalesdearezyklus geschaffen, bei dem schließlich 17 Werke des großen Briten in völlig neuem, prunkvollem und farbenfrohem Gewande ihre Wiederberstellung feierten, und die Resignation Goetbes überwanden, der sich im Stillen bereits mit dem Gedanken abgefunden, daß Sdalespeares Werke einmal von der Bühne verschwinden würden. WDos: in Bondo# eboo man zum ersten Maie jene Forderung nach historischer Treue, deren dogmatische Innehaltung später den Meiningern zur Gefahr wurde; dort lehnte man sich zuerst auf gegen jenen Kulissenpuritanismus, jene Farben= und Dekorationsfeindschaft, die in hartnäckiger Einsertigkeit in der Rhetorik die alleinige Waffe der Bühnenwirkung sah. Aber wie alle Umwälzungen zunächst ins gegenteilige Extrem umschlagen, so begann auch Kean sein Wirken auf Kosten des Dichters. Kein Prunk, keine szenischen Neuerungen— beim Krönungszug Heinrich VIII. schritt man sogar zur Anwendung einer Wandeldekoration— konnten ihren Zweck erfüllen, wenn sie erkauft wurden Koseen Syalcspeoten, dessen Dramen bis zur Unkenntlichkeit zusammengeschnitten wurden, um dem neuen Regisseur die Entfaltung neuer Mittel zu ermöglichen. Herzog Geory kannte die Londoner Aufführungen, aber er erkannte auch deren Fehler und deren entwicklungs2yigen Keim. Nicht bie Kulisse allein konnie der Reiter werden. Als im Jahre 1874 im Berliner Friedrich Wilhelmstädtischen Theater die Meininger ihr erstes Gastsviel gaben, zeiate es sich, wie man in Meiningen die empfangenen unregungen sortzubilden verstanden hatte. Sie begannen mit dem, was die seit der Zeit Schillers und Dalbergs allzeit theaterbegeisterten Pfälzer ein„Säutestück“ zu nennen pflegten, weil die Handluno sich gewöhnlich in einer erbärmlich gemalten Säukenhalle abspielte, mit dem Julius Cäsar. Der gewaltige Eindruck, den diese Vorstellung hinterließ, hatte ungleich tieferellrsachen, als die liebevolle Ausgestaltung der szenischen Momente oder die dogmatische Treue der historischen Gewänder. Hier sah man zum ersten Male wieder eine Mehrheit von Menschen, die restlos in einem Gedanken ausgingen: Shalespeare darzustellen. Hier zeigte sich zum ersten Male die Möglichkeit, eine Masse lebensgerecht zu individualisieren, ohne die Massenwirkung aufzuheden. Hier zeigte sich zum ersten Mal der Segen jenes Meiningischen Grundprinzipes, das da hieß: „Immer ledendig, immer lebendig“, desselben Prinzips, das in seiner späteren Ueberbildung auch die Schranken der Meininger Kunst aufzeigte und in seinem Streben zum wahrheitsgetreuen Detail nicht selten das Wesentliche erstickte. Vor allem aber zeigte sich das, was erst die Meininger der deutschen Bühne wahrhast eroventen: die Wirkungen des stummen Spieles. Was vordem nur als seltener Einzelfall vorkam, ein Darsteller, der nicht nur zu sprechen, sondern auch zuzuhören wußte, war bier gegeben. Die mükig posierenden Choristen wurden zu leidenschaftlich bewegten, teilnehmenden, handlungstreibenden Menschen. snd als an der Bahre Cäsars jener Volksaufstand ausbricht. der Rom und den Erdkreis erschüttern sollte, erhob sich die Massenerregung zu einer Suggestiokraft, der kein Publikum sich entzog. All das, was die Meininger außerdem in der Pflege des Szenischen brachten, fällt gegenüber dieser ins Subtilste gehenden Abtönung des Einzelnen zum Ganzen weniger schwer in die Wagschale. Den geschlossenen Bübnenraum hatte schon Schröder in seinen Hamburger Tagen verwendet, die Ersetzung der Soffiten durch einen wahrheitsgemäß abschließenden Plafond, war den Franzosen schon geläufig, und der Forderung nach bistorischer Treue hatte 24 Jahre früher schon Charles Kean nachgespürt. Der straffe Zusammenschluß aller Mitwirkenden aber, die Unterordnung des Einzelnen unter das Ganze, das waren die lebensstarken Gedanken des Meiningertums und der erste Schriti zur Wiedereroberung Shakespeares und der Klassiker. 16 Jahre lang, von 1874—1890, hat das vom Herzog Georg erzogene Ensembie Meiningens Ruhm durch die Welt getragen und in 86 Städten insgesamt 2591 Vorstellungen gegeben, 830mal konnte Julius Cäfar in Szene gehen, 233mal das Wintermärchen, 223mal der Tell, und wie diese Werke, so konnten neben der Hermannsschlacht, dem Wallenstein, Was Ihr wollt und den Räubern noch eine lange Reihe klassischer Meisterwerke ihre Neuerstehung feiern. Aber auch den zeitgenösstschen Dichtern ist man in Meiningen mit Verstehen gegenübergetreten; schon im Jahre 1670 erledte ein Werk von Börnson, das Trauerspiel„Hulda“ in Meiningen seine erste Aufführung, und als elf Jahre später Wildenbruch mit seinen Karolingern bei allen Theatern verschlossene Türen fand, waren es die Meininger, die ihn willkommen hießen und seine Werke auf die Bühne brachten. allzu fern von der Küche siegt. Oben im ersten Stockwerk liegen die Schlaf= und Wohnstuben und das Studio des Hausherrn. Die Lage der Hauptfront sollte gegen Süd oder Südost gerichtet sein; sie hat das gute, daß zufolge des Sommerstandes der Sonne deren Strahlen nicht mehr in die Gemächer zu bringen vermögen, während sie im Winter nurr mislVammen wah Ramell-bänes--4IIA K-ac östlich gelegen, sind diel zu kalt im Winter, ja selbst im Spätherbst schon unangenehm; die westliche und südwestliche Position ist aber zu sehr den Stürmen und dem Regen ausgesetzt, sowie den grellen Abendsonnenstrahlen. Moncher daut gern sein Haus auf eine Anhöbe, weil dies eine hübsche Aussicht verdürgt, doch ist es nicht ratsam, da solch ern Gebäude allzu sehr den Wetterschäden preisgegeben und auch sonst mancherlei Schwierigkeiden ausgesetzt ist: man denke nur im Winter an den beschwerlichen Wey und an die Wassernot. Schließlich ist auch so ein Haus schwerer verkäuflich, wenn man gezwungen ist, eo zu veräußern. Darum hübsch im Tale geblieben oder höchstens in einer feuchten Gegend auf einem niederen Vorhügel, denn der sichert die Trockenheit des Wohnhauses. Das Familienhaus ohne Veranda ist nur ein halbes Paradies. Sie dient dem Gebäude nicht nur als willkommener architektonischer Schmuck, sondern ist in den Zeiten des Hochsommers ein Ort der Zuflucht für jung und alt. Entweder ist dieser Andau mit dem Wohnhause eng verbunden, als Eutree, läuft auch manchmal rings um das ganze Gebäude herum, oder solche Veranden sind selbständig und erscheinen dann als offene Lauben oder Arkaden. Ein hübsches Holzgitterwerk b#ldet ihr Gefüge; umrankt von Schlinggewächsen findet man es draußen vor dem Gärtchen wieder, wo es Fremden und Unberufenen den Blick in das kleine Paradies der Familie verwehrt, in den Hort do Frieden: Rütungen zur Sportsaison. (Von unzerom Korrespondenten.) Dieser unwirsche Winter, Berlin, 7. März der dem verflossenen Sommer an Gisregionen St. Moritz Tummelplätze ersten Ranges zu besitzen, auf denen Schnee und Eis zu hundertfältigen Sportfreuden locken, so wäre das Fazit dieses Winters für den Sport recht mäßig gewesen. Berbin ist in dieser Eissaison ganz um die Freuden gekommen, die Garde der internationalen Schlittschuhläufer bei sich zu sehen, die von Davos nach Troppau, von Klagenfurt wieder nach Davos und dann nach ##t d so me ue anr soemn mni.1.fun sen mmrurcar1.. eee nan Meisterschaftslaufen meiden mußte, weil das Eis nicht kommen wollte. Die Berliner sind also buchstäblich auf das Trockene gesetzt worden. Um so sehnsüchtiger wird der Eröffnung der pferdesportlichen Rennsaison entgegengesehen und schon wird in den Trainingquartieren von Hoppegarten und Karlshorst langsam zum Beginn der Kampagne gerüstet, die diesmal wieder Mitte März in Straußberg eingeleitet werden soll. Es wird ein heißes Ringen geben. Aus zwei Gründen. Einmal haben die deutschen Rennklubs eine wahre Goldflut an Rennpreisen ausgeworsen, nach denen unser Volldlut die schlanken Leiber strechen kann und dann ist die Zahl der Rennbahnen und der Konkurrenzen immer gröber gewarden, weit gröber als im Verhältnis die Schar der galoppierenden Vierbeiner gewachsen ist. Nicht nur der tonangebende Unionklud streut das Geld mit vollen Händen aus und wird für Rennen auf der Fiachbahn weit über eine Million Mark unter die Rennleute bringen, auch sein jüngerer Bruder, der Hindernidrennorrein, leisiei sich ein Miltionenbudget und hat sich nach jührrlangem Zaudern endlich dazu verstanden, den Großen Preisvon Karlshorst zum wertvollsten deutschen Hindernisrennen zu stempein, indem er die klingende munze, die er bisher zu vergeben hälie, von 86 000 auf 50000 Mark hinaufsetzte. Dieses hübsche Kapital ist schon des Schweißes edlen Vollbluts wert und wird nicht nur die beste Klasse der europäischen Steepler, sondern auch die schneidigsten Rennreiter in die Berliner Wuhlheide locken. Die kommende Rennsaison wird auch wieder einen Reiter im Lattel sehen, der ein Jahr lang als Büßer vor geschlossenen Türen hatte stehen müssen und nichts von der fetten Krippe des grünen Rasens hatte genießen dürfen: Willi Warne. Dieser Champion unter den englischen Berufsreitern, die auf Deutschlands Bahnen und in erster Linie in Hoppegarten Vollblut steuern, ist zweiselios eniel der geschicktesten und taktisch überlegtesten Jockeys, selbst gemessen an den ersten eoglischen, amerikanischen und französischen Renngrößen. Aber da gewisse Ritte Warnes die wünschenswerte„Klarheil“ vermissen ließen und dunklen Andeutungen Tür und Tor öffneten, so kam es garnicht überraschend, daß am Schluß der Rennsaison von 1906 die rechnische Kommission des Unionklubs, die über das Wohl und Wehe unserer Jockeys zu entscheiden hat, dem braven Warne einen zarten Wink mit dem Zaunpfahl zugehen ließ. Das heißt, Warne beward sich garnicht erst um eine Reit=Lizenz für die Rennkampagne von 1907, denn das sichere Gefühl sagte ihm, daß die Herren des Unionklubs inm die Erlaubnis, Rennen zu reiten, kaum geben würden. Ehe er sich also einem Korbe aussetzte, verzichtete er freiwillig darauf, sich um eine Lizenz zu bewerhen, trotzdem er die schwarz=weiße preußische Rennjacke trug. Denn er war bis dahin, wenn auch nur kurze Zeit, wohlbestallter, mit einem Jahreseinkommen von 12000 Mk. angestellter Stalljockey des königl. preußischen Hauptgestüts Graditz, hatte also in erster Linie die„königlichen Pferde“ zu reiten. Inzwischen haben sich die Stimmungen gewandelt, und nachdem Altmeister Warne ein Jahr lang sich damit hatte begnügen müssen, wie ein Stalljockey gewöhnlichen Schlages Rennpserde in der Morgenarbeit zu reiten, aber nicht in össentlichen Renngalopps, hat ihm die Sonne des Unionklubs wieder geschienen. In der letzten Sitzung der technischen Kommission wurde der„Fall“ behandelt, und Meister Warne, der diesma eine Lizenz nachgesucht hatte, erhielt sie nach langem Oebattieren zugesprochen. Allerdings nicht wie gänzlich einwandfreie Jockeys eine volle Lizenz, sondern nur eine bedingte. Denn Warne darf nur für die vier sogenannten„Patrone“ in den Sattel steigen, die ihre Pferde dem Hoppegartener Trainer G. Lung zur„Bearbeitung“ anvertraut haben, das sind die Herren Dr. Lemcke, Graf Seidlitz=Sandreczky, Mr. Ray(Psendonym für einen höheren Regierungsbeamten) und der Vorsitzentde der besagten technischen Kommission des Unionklubs, Oberregierungsrat U. von Oertzen. Mit den Vollblütern dieser vier Rennstallbesitzer wird Meister Warne keine allzugroßen Sprünge zu machen imstande sein. Es ist daher erklärlich, daß er seine wiedergewonnene Reiterlaubnis mit einem nassen und einem trockenen Auge ausgenommen hat. In den letzten Tagen hat die Rennchronik den Eingang eines königlichen" Pferdes zu verzeichnen gehabt, königlich nicht nur deswegen, weil es im Besitz von Eduard VII. von England war, sondern weil es auch den Stolz des Pferdegeschlechtes bildet, das in dem DreiInselreiche heimisch ist. Der große Persimmon ist eingegangen. So mancher Laie, der diesen Namen hört, wird sich dessen erinnern, daß es die Bezeichnung Versimmon auf allen möglichen und unmöglichen Dingen eine Zeit lang zu lesen gab, es gab Perfimmon=Hüte und Persimmon=Stoffe, türkische Zigaretten und seidene Krawatten, die alle unter der Flagge„Persimmon“ segelten. Und das alles, nachdem jener Hengst, der im Jahre 1893 von dem damaligen Prinzen von Wales selbst gezogen wurde, als Dreijähriger im englischen Derby FanAE GIP TEmm S* K. Aeoicherragen Hunte. Vur dem mennen parte kein Mensch ernstlich damit gerechnet, daß der Hengst des Prinzen von Wales dem heißen Favoriten St. Trusquin den Weg zum Siege verlegen könnte, und während die Buchmacher wahre Berge Goldes für Trusquin einsteckten, gab es nur einige Eingeweihte, die dem Tip Persimmon ihr Geld anvertrauten. Aber wenige hundert Meter vor dem Ziele war es klar, daß nur Persimmon und St. Trusquin für den Ausgang des größten aller Rennen in Betracht kommen konnten. Die Gerade herunter entspann sich Zoll um Zoll zwischen den beiden ein erbittertes Duell, dis endlich unter tosendem Hallo Persimmon gerade im Ziel den Hals zuerst vorstrecken konnte und so den denkwurdigen Derbysieg für den Prinzen von Wales landete, der glückstrahlend unter rauschenden Ovationen Persimmon am Zügel zur Wage zurück geleitete. Noch manchen großen Rennsieg und noch manche Hunderttausende konnte Persimmon dem königlichen Stalle eintragen, bis er, ein Fünfjähriger, als Pascha im königlichen Gestüt Sandringhem stationiert wurde; hier entsaltete er eine fruchtbare Tätigkeit, und auch auf deutschen Bahnen lausen heute mehrere Vollblüter, in deren Adern Persimmons edles Blut fließt. v. L. Aus Westfalen und der Rheinprovinz. * Herne, 7. März. Gestern abend wurde hier die 60jährige Frau des Kaufmanns Pfennig von einem Straßenbahnwagen überfahren und so schwer verletzt, daß sie kurz darauf starb. ** Bochum, 7. März. Im hiesigen Stadttheater sollte gestern abend eine Novität von Oskar Wilde gegeben werden. Statt dessen wurde 20 Minuten nach der festgesetzten Zeit dem überraschten Publikum die Mitteilung gemacht, daß wegen der in der Garderobe herrschen. den Kälte die Schauspielerinnen sich weigerten, zu spielen und die Vorstellung deshalb ausfallen müsse. Nach dem Bericht des„Boch Anz“ herrschte aum im Gaal eine Kälte, die kaum im Paletot## er, tragen war. * D o r t m u n d, 7. M ä r z. E i n R a n d a u s a l l w u r d e g e s t e r n a u f d e n Iuwelier Wagner auf dem Westenhellweg in seinem Geschäftsloka ausgefuhrt. Zwischen 8 und 9 Uhr abends erschien in dem Geschäft ein junger Mann, der sich von dem Inhader eine größere Anzatl von Ringen zur Auswahl vorlegen ließ. Plötzlich warf der Freude dem Juwelter eine Handvoll gemahlenen Pfesser in die Augen, raffte die auf dem Ladentisch liegenden Ringe zusammen und stürzte auf die Straße. Auf die Hilferuse des Wagner hin eilten Passanten dem Räuber nach und übergaben ihn der Polizei. Es handelt sich um den stellenlosen Arbeiter Jux. Wagner erhielt die geraubten Ringe zurück. ** Dortmund, 7. März. Auf der Hütte Union stürzten die 5=3== Arbeiter Neeus und Jaug: in einen mit drühend heitzem Wasser gefüllten Behälter, wodurch sie so schwere Verletzungen erlitten, daß sie bald nach der Einlieferung ins Krankenhaus starben. * L ü d i n g h a u s e n, 7. M ä r z. E i n e m h i e s i g e n G u t s b e s i t z e r w u r d seit mehreren Jahren eine große Anzahl von 20 bis 30jährigen aus dem Forste gestohlen, ohne daß es gelang, die Täter zu ermitteln. Als jetzt bei starkem Nebel 16 Stämme von den Dieben abgeholz wurden, führte der Zufall zu der überraschenden Entdeckung, daß ein vermögender, dem Bestohlenen befreundeter Gutsbesitzer mit seiner Frau im Dunkeln der Nacht die Forstdiebstähle ausgeführt haben, Beide sind geständig. Hilchenbach, 7. März. Der seit einigen Tagen vermißte Sohn des Seminaroberschrers Mevius ist gestern bei Brachthausen in liefem Schnee erfroren ausgefunden worden. ** Duisburg, 7. März. In der letzien Nacht wurde der Arbeiter Nod auf dem Kruppschen Werte in Friemersheim von einem Zuge überfahren und sofort getötet. * Bonn. 7. März. In der gestrigen Stadtperordnerensitzung brachte die liberale Fraition eine Anfrage wegen der Vorgänge im Kessenicher Schulbad ein, die Professor Schmidt begründet. Schulgemachten Mittellungen, Die Versammiung stellte sich mit überwiegender Mehrheit auf den Standpunkt der Schulkommission und lehnte ein Eingehen auf die sittlichen Bedenken des Poppelsdorfer Pfarrers ab. * Mörs, 7. März. Hier sind 59 von 86 Seminaristen des hiesigen Seminars an Jufluenza erkrankt. Der Unterricht an der Ansiali wurde daher ausgesetzt. * Elberfeld, 7. März. Wie erst jetzt bekannt wird, haben am Morgen des Aschermittwochs gegen 2 Uhr maskierte Personen einen Mordversuch auf eine Schwester der Diakonissenanstalt Bethesda verübt. Als die beiden Täter, die anscheinend von einem Maskenballe kamen und von denen einer stark angetrunken war, die Schwester erblickten, riefen sie schon von weitem:„Wir wollen das Luder kaputt machen“, haben sie dann überfallen, gewürgt und schwer mißhandelt. Nur durch die Hilserufe der Ueberfallenen sind die Täter von der Ausführung ihrrs Vorhabens abgehalten worden. Bis jetz: konnten sie noch nicht ermittelt werden. Handel und Industrie. E—PEPTETP EITT Don der Gelliker Gorst, Die Zeiten ändern sich, und auch an der Börse spürt man deutlich schehen ist. Früher galt diese Veröffentlichung gewissermaßen als eine Offenbarung; man konnte die Zeit kaum erwarten, wo das kreu gehütete Geheimnis der Bilanzziffern endlich gelüftet werden sollte. hüte Heu te kümmert sich niemand mehr darum, ob die Liquidität etwas er oder schlechter geworden ist, ob an Dividende ein Prozent mehr oder weniger verteilt wird. Allerdings liefern die Bilanzen noch immer ein interessantes Gesprächsthema, indem sie Gelegenheit bieten, den Bankdirektoren ein Zeugnis über ihre Geschäftsführung auszusprechen. Aber man weiß auch ganz gut, daß das, was uns in den Bilanzen prüsentiert wird, nur ein knapper Auszug aus den Büchern ist, deren Studtum erst einen genauen Ueberdlick über das Unternehmen gewähren würde, und deshalb ist es verständlich, wenn die Börse davon nur wenig Notiz nimmt und eine Kursveränderung ohne Hilse der interessierten Kreise kaum zustande kommen kann. Immerhin bildeten die Bankbilanzen noch das einzige Interessante unter allen, den Verkehr betreffenden Ereignissen, die in den letzten Tagen zu verzeichnen waren. Sogar der Geldmarkt scheint sich nach der langen Anspannung seiner Kräfte nach wohlverdienter Ruhe zu sehnen; man hatte auf eine Diskontermäßigung für diese Woche im Anschluß an das Vorgchen der Bank von England ziemlich sicher gehofft, aber die Reichsbank hat der Börse noch immer nicht diesen Gefallen getan, und die Zinssätze des offenen Marktes rühren sich kaum von der Stelle. Gewiß schreitet die Erleichterung am Geldmarkt fort; nur ist das Tempo ein sehr langsames, so daß man die Hoffnung schon aufgegeben hat, in diesem Jahre noch wirklich normale Sätze verzeichnen zu können. In wie geringem Maße die flüssigen Mittel dem Markte wieder zuströmen, läßt die Entwickelung des Rentenmarkies deutlich erkennen. Die Börse war zeitweilig recht verstimmt darüber, daß der Rentenmarkt noch immer eine schwache Tendenz aufweist und daß die Anlagekäuse, die man schon vor einigen Monaten erwartet hatte, sich nur in sehr geringem Umsange einstellten. Darin liegt tatsächlich ein ehr beachtenswertes Symptom für die Beurteilung unseres Wirtschaftsmarktes; einerseits ist mit Genugtuung festzustellen, daß die Beschäftigung der Industrie nicht in einem krisenhaften Umfange nachgelassen hat, anderseits muß es aber bedenklich stimmen, daß für die besten deutschen Papiere selbst in einer Zeit, wo die industriellen Werte eine Abnahme des Ertrögnisses erwarten lassen, keine Käufer zu stnden sind. Die Unternehmungslust beschränkte sich im allgemeinen wieder auf die Tätigkeit der berufsmäßigen Börsenkreise, wogegen sich das Anlagen suchende Publikum nach wie vor fernhielt. Diese Vorsicht der außenstehenden Kreise wird noch bestärkt durch allerlei Momente, die rocht unsanft daran erinnern, daß der wirtschaftliche Rückschlag immer deutlicher in die Erscheinung tritt. Preisermäßigungen für englisches Haivzeug, für Hämatit und Roheisen und die bekannten Beschlüsse des Kohlensyndikats bewirken, daß die deprimierte, nervöse Stimmung immer noch nicht schwinden will. Während Hütenwerte unter dem Einfluß dieser schlechten Nachrichten zumeist weiter nachgeben mußten, konnten sich Kohlenaktien verhältnismäßig gut behaupten, da der Kohlenversand im Februar gegen das Vorfahr noch gestiegen ist und die oberschlesische Kohlenkonvention ebenso wie das Syndikat an den bisherigen Preisen festzudalten sichtigt. Schiffahrtswerte fielen noch vorübergehender Erholung wieder im Hinblick auf die wenig ermutigenden Ausführungen im Geschäftsbericht der Hamburg=Amerika=Linie. Ohne daß die Unlust der Spekulation zu neuen Geschäften sich gehoben hätte, kann der Kassaindustriemarkt eine etwas festere Tendenz aufweisen. Weniastens war den Kursrückgängen ein Ziel gesetzt; es kamen nur geringe Beträge en den Markt, denen allerdings ebenfalls nur eine höchstens ganz unbedeutende Verstärkung der Aufnahmefähigkeit gegenüberstand. Die Beobachtung, daß das Angeboi nachgelassen hat, aub der Speinlation Zitwesse den Anlaß, in verschiedenen Werten einige Käufe vor: iunehmen. Doch ist dabei zu bemersen, daß solche Kursbewegung immer nur wenige Tage andauert. Berlin, 7. März. Die Reichsbank ermäßigte heute ihren kont um ½ Prozent auf 5½ Prozent. v 1906. Paletot m ergetern anf den Geschäftsloka! dem re Anzahl von * Fremde dem gen, raffte die basge en die nten dem mndelt sich um raubten Ringe ten die beisen heitzem Wasser erlitten, daß besitzer wurde ährigen Eichen zu ermitteln. eben abgeholz ckung, daß ein r mit seiner eführt haben. vermißte Sohn rachthausen in e der Arbeiter i einem Zuge ronetensitzung Vorgänge im indet. Schulne eingehende ch vollkommen Versammlung nkt der SchulBedenken des sten des hiesim der Ansial rd, haben am lerionen einen talt Bethesda nem Maskendie Schwester Luder kaputt r mißhandelt. säter von der jetz: konnten man deutlich Vor weniöffentlichung diesmal geßen als eine das treu geerden sollte. idität etwas rogent mehr lanzen noch nheit bieten, rung auszuuns in den den Büchern das Unter, w e n n d i e derung ohne nn. 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Es sind die beiden Zuchthausler Max Waleck aus Schwientochlowitz und Robert Fabig aus Wilhelminen(Oberschlesien). Beide trugen Anstaltskleider. Betrügerischer Gerichtsvollzieher. Aus Stuttgart wird uns telesraphisch gemeldet: Die Stadtgemeinde Heilbronn, die durch Unterschlagungen des früheren Gerichtsvollziehers Thumm, der sich selbst entleibte. um 6000 Mark geschädigt wurde, beschloß, beim Justizministertum um teilweisen Ersatz des Schadens nachzusuchen, mit dem Hinweis auf die unhalibare Weise, in der in Württemberg das Gerichtsvollzieherwesen zur Zeit geregelt ist. 12 Personen bei einer Zugentgleisung getotet. aus Samara erdalten wir folgende telegraphische Meldung: Zwischen den Stationen Oscherpotter und Karanso entgleiste ein Postzug aus Taschkent. Der Postwogen stürzte die Böschung herab. Zwölk Personen wurden getötet, verwundet, darunter 36 schwer. Die Schweiz liefert nicht aus Aus Gern meldet uns der Draht bigendes: Der schweizer. Bundesrat verweigerte die Auslieferung der beiden hierselbst verhafteten, in die Tiflisaffäre verwickelten Russen an Nutzland. Beide wurden heute freigelassen und nicht ausgewiesen. Die dielumworbene Kantinenwirtin. Die frühere Kantinenirhm Hofer, die bekanntlich im vorigen Jahre das große Los der Preksotierte im Betrage von einer Million Francs gewann, hat stch jetzt mit einem früheren Offizier der Garnison Sedan, der seinen Abschied eingereicht hat, verheiratet. Aus der Amgegend. s. Erle=Middelich, 8. März. Ein Bergmann von hier hatte durch Skandalieren ruhestörenden Lärm verurlacht wohlrssamn avom amipgericht in Buer zu 6 Mark Geldstrase oder evtl. 2 Tagen Haft verurteilt wurde.— Wegen Hausfriedensbruchs und Mißhandlung erhielten von dem gleichen Gericht die Gebrüder Philipp, Peter und Andreas B. von hier zwei, drei und vier Wochen Gefängnis. s. Erle=Middelich, 8. März. Seitens der Geistlichen der evangelischen Kirchengemeinde sind Sprechstunden eingerichtet, um den Gemeindemitgliedern die Gewisheit zu geben, bei Anliegen an die Pfarrer diese anzutreffen und zwar von 9—10 Uhr vorm. und 2—= Uhr nachm. In dieser Woche im Pfarrhaus bei Pfarrer Volbening — Jetzt beginnen wieder die Passionsgottesdienste, am Mittwoch 5 Uhr nachm. der masurische, Donnerstag nachm. 5 Uhr der deutsche Gottesdienst. s. Erle=Middelich, 8. März. Die vom edangelischen Kirchenchor abgehaltene Generalversammlung im Saale Ecke wurde vom ersten Vorsitzenden Steinmann eröffnet. Letzterer gedachte m Beginn des so jäh verstorbenen passiven Mitgliedes Lehrer Johannaber, zu dessen Ehren sich die Versammlung von den Sitzen erhoo. Hell verlas den Jahresbericht. In Abwesenheit des Kaffierers gab der Vorsitzende den Kassenbericht. Trotzdem ein ganzes Jahr keine Beiträge bezahlt wurden, enthält die Kasse doch einen festen Bestand von 68,36 Mark. Gegen beide Berichte sand sich nichts einzuwenden. Dem Kassenführer wurde Entlastung erteilt. Der folgende Punkt der Tagesordnung betraf die Wahl des Vorstandes. Einstimmig als erster Vorsitzender wurde Anstreichermeister Steinmann wiedergewählt, desgleichen Gattlermeister Dietz als zweiter Vorsigender. Als Schriftführer wurde Lehrer Eagertnen- und als Stellvertreter Lehrerin Fräulein Hell wiedergewählt. Ebenfalls wiedergewähli wurde der langjährige Kassenwart Bohlmeyer, dem in Fräulein M. Steblgens eine Stellvertreierin gegeben wurde. Das Amt eines 1. und 2. Bücherwarts versehen die Herren Mast und Mauermann. Zugewählt zum Vorstande wurden aus den Reihen der Damen Frau Maiwea und Frau Iserloh. Der Beitrag wurde wied auf 20 Pig. sesigesepi. Dieser soll rückwirkend vom Januar an erhoben werden. Die Proben sollen wie bisher jeden Mittwoch abend um 8 Uhr beginnen. Des weiteren wurde der Gedanke eines einheitlichen Vereinsabzeichens angeregt, der vom Vorstand näher erörtert werden soll.— Der Chor, der durch Erkrankung des Dirigenten, Rektor Hell, längere Zeit gestundet war, hat sich seit seinem neuen Inkrafttreien vor einigen Wochen schon sehr gut entwickelt. Da aber ünfere evangelische Kir=gemeinde über 8400 Seelen zählt, dürfte er noch viel stärker werden, und wenn nur 1½ Prozent der Seelenzahl dem Chore angehörte, so zählte er schon über 120 Kräfte, hiervon Pteiligen sich dann 1 Prozent aktiv, gleich 84 Sänger und Sängerinnen. Erle=Middelich, 8. März. Durch Unachtsamkeit wäre bald auf Zeche Graf Bismarck, Schacht 5, eine große Betriebsstörung einge groß e längere Steeider Seilscheibe zertrümmert und wäre selbst auch wohl stark beschädigt worden. Dadurch wäre eine Förderung auf diesem Schachte## Zeit unmöglich gewesen. So aber konnte nach einigen Arbeit die Förderung wieder aufgenommen werden. Von morgens ½6 Uhr bis gegen 10 Uhr morgens dauerte die Wiederherstellung s. Erle=Middelich, 8. März. Eine außerordentliche Versammlung hielt der Schützenverein am Freitag abend beim Wirt Ecke#ao. Der einzige Punkt der Tagesordnung betraf die Nenvahl des Vereinslofases. Es wrrde die Wirtschaft Holy als solches gemäblt.— Rach Montag den 9. März 1908. an der Wilhelmstraße lange Zeit die Bordsteine umhergelegen haben, ist man jetzt mit Setzen derselben beschäftigt. Die alten Schmutzgräben haden Röhren erhalten und sind nun zugeworsen, ein großer gesundheitlicher Fortschritt für diesen Teil. s. Buer, 8. März. Am Dienstag den 10. März finden hier die Nenwahlen für das Gewerbegericht statt. * G l a d b e c k, 8. M ä r z. Z w e i S c h u l k n a b e n i m A l t e r v o n 1 3 u n d 14 Jahren hatten in der Wohnung des einen einen Revolver entdeckt und begannen damit zu hantieren. Plötzlich entlud sich die Waffe und der eine von den beiden Knaben sank in den Hals getrossen zu Boden. Die Kugel war neben dem Kehlkopf eingedrungen und hatte ihren Mea bis zum Halswirhel genammen. Schwerverletzt wurde der Junge zum Krankenhaus geschafft. Dies ist in wenigen Tagen der dritte Fall, wo Kinder durch Schußwassen verletzt worden sind.— Unter dem Vorsitz des Landrats, Grafen von Merveldt, fand eine zemeinsame Sitzung der Gemeindevertretungen von Gladbeck und Horst statt, um über die Frage der Kosten für Pflasterung der Chaussee zwischen Gladbeck und Horn zu verhandeln. Die genannte Chaussee soll bei der Gleislegung gepflastert und die Kosten teilweise von den beiden Gemeinden übernommen werden. Nach längerer Debatte erklärten sich die Vertretungen bereit, einen Teil der Kosten zu übernehmen. Standesamts-Nachrichten. Königliches Standesamt 1. Könial: Sohn: Fabrikarbeiter Joseph Honnef; Eisenbahn 5 Murch: EinkasLudwig Lethmate; Buchhalter Georg ster. Tochter: Diakon Geburten. Lokomotivheizer Peter Ecker; Fabrikarbeiter Andreas jerer Heinrich Henkel; Architekt Ludwig Lethmate;* Köster. Wildelm wicann. Bergmann Bergmann Michael Rehberger, Maler und Anstreicher Fi reich, Bergmann Samuel Nickel. Kellner Joseph Menke. ramann Johann witz, Flaschenbierhändler Julius Schuster, Zigarrenmacher Johann Eve, Malermeister Franz Pusch, Fabrikarbeiter August Kuckut, Kaufmann Richard Feistkorn, Lehrer Moritz Hanisch. Heiraten. Bergmann Franz Czaika mit Auguste Pistolla geb. Grzalla.— Maurer Karl Grozan mit Elisabeth Rogalski.— Bergmann Julian Pilanz mit Bertha Kordalski.— Bergmann Lambert Gietmann mit unna Sauerland geb. Smolka.— Fabrikschlosser Wilh. Bräutigam mit Maria Bürger.— Bergmann Wilhelm Reick mit Maria Klaphecke.— Bergmann Wilhelm Kurtscheid mit Helene Klavhecke.— Bergmann Anton Naschen mit Wilhelmine Schwedtmann.— Fabrikarbeiter Adalbert Marcziniak mit Franziska Malecki.— Bergmann Wilhelm Bäumer mit Gertrud Beine.— Metzger, Bernhard Rittenbruck mit Christine Dreisbach.— Stadtmissionar Karl Lenke## mli Mariha Gräfmann.— Kaufmann Philipo„Stumpf mit Amanda Feller.— Postschaffner Heinrich Stracke mit Martha Beich. Beramann Johann Witeck mit Balbina Wojeichowiez. Gestorben. Ehefrau Wilhelmine Goßmann geb. Becker 58 Jahre. —. Ehefrau Marie Krafzik geb. Bascheck 34 Jahre.— Adelbeid Heinzel geo. Fiebring 57 Jahre.— Ehefrau glexa Nickel geb. Ziegel 36 Jahre. — Ehefrau Margaretbe Banaert aeb. Esser 68 Jahre.— Ehefrau Klarg Schans geb. Jäschki 37 Jahre.— Witwe Elisabeth Valczikowöli gen Fenohr 67 Jahre.— Witwe Henriette Kuschub geb. Neumann 78 Jahre. — Bergmann Franz Beja 51 Jahre.— Bureaulehrling Karl Schwan 16 Jahre.— Bergmann Joseph Hollstein 20 Jahre.— Schlosser Karl Kwittek 23 Jahre.— Reviersteiger Heinrich Wittköpper 43 Jahre.— Johanna Papa 4 Jahre.— Johanna Giesebus 16 Monate.— Paul Ulrich 1 Jahr.— Elisabeth Appelhaus 16 Tage.— Anna Schier 5 Monate.— Heinrich Derkum 2 Jahre.— Maria Faßbender 5 Monate.— Emma Glitza 1 Monat.— Albert Haustein 1 Jahr.— Anna Strätner 4 Monate.— Elisabeth Voat 2 Jahre.— Antonie Kuballa 10 Jahre.— Theodor Jadkowski 2 Monate. Königliches Standesamt 4. Vom 23. bis 29. Februar. Geburten. Sohn: Beramann Samuel Stank.— Fahrikarbeiter Ludwia Falbfleisch.— Bergmann Michael Kaczmarek.— Steiger Wisdelm I#ermann.— Bergmann Karl Schmidt.— Steiger Gustav Hohendahl.— Bergmann Friedrich Tonk.— Bergmann Wilhelm Puczich.— Bergmann Joseph Mettlicki.— Bergmann Johann Reintses.— Bergmann Kasimir Desch.— Bergmann Wilhelm Boruttn.— Fabrikarbeiter Stanislaus Przybylski. Tochter: Eisenbahnrangierer Wilhelm Eifert.— Landwirt Jofeph Grothoff.— Bergmann Michael Regulski.— Bergmann Jakob Hoffmann.— Motorwärter HHeinrich Aupke.— Bergmann Emil Zeiler. — Jabrikarbeiter Johann Borggreve.— Bäckermeister Heinr. Grimberg.— Eisenbahn=Bureaugehilfe Friedrich Olschewski.— Bernmann Karl Kizina.— Bergmann Gottlieb Puzicha.— Bergmann Gottlieb Klossek.— Bergmann Franz=Czychy.— Bergmann Joseph Krysik.— Zechenmaschinist Hermann Prause.— Eisenbahn=Lokomotivheizer Ludwig Neuhaus.— Bergmann Bernhard Liegmann.— Zechenschmied Paul Steude.— Bergmann Karl Sakowski. Heiraten. Bergmann Heinrich Reiners mit Anna Hülsmann. — Ingenieur Heinrich Bruns mit Kläre v. Eberstein.— Bergmann Robert Kotzur mit Theodora Morsbach.— Fabrikarbeiter Joseph Hövels mit Maria Schumacher.— Bergmann Johann Odendahl mit Elih Holtkamp.— Bergmann Emil Döring mit Maria Plieste.— Bergmann Friedrich Czaka mit Luise Kulikowski.— Schreiner Joseph Gerigk mit Martha Krieschik.— Fabrikarbeiter Heinrich Sawitzki mit [Theresia Alles.— Fabrikarbeiter Hermann Biermann mit Anna Burghardt. Gestorden. Maria Theise 7 Jahre.— Bergmann Johann Steimel 65 Jahre.— Anna Klein 3 Monate.— Else Poth 8 Monate.— Eherau Dorothea Rennat geb. Markolwitz 55 Jahre.— Eisenbahninvalide Wilhelm Stricker 59 Jahre.— Witwe Maria Tollkowski geb. Wiatrowski 78 Jahre.— Fabrikarbeiter Franz Krause 55 Jahre. Königl. Standesamt 5. Vom 16. bis 29. Februar. Geburten. Sohn: Bergmann Wilbelm Olbricht.— Monteur Heinrich Hensing.— Bergmann Eduard Bock.— Bergmann Gustav Waschil.— Fabrikarbeiter Valentin Weincka.— Fabrikarbeiter Joseph Cielecki.— Bergmann Richard Griegel.— Schreiner Wilhelm Kevenhörster.— Fuhrmann Gerhard Rarei.— Bergmann Jakob Augustin. Lehrer, Diedrich Middeler.— Former Karl Amend.— Bergmann Friedrich Rinke.— Bergmann Eduard Lindenau.— Bergmann Gustav Schorinski.— Bergmann Johann Wiwianka.— Fabrikarbeiter Heinrich Joachimmeyer.— Bergmann Wilhelm Leber.— Bergmann Heinrich Landau.— Bergmann August Bosk.— Fabrikarbeiter Franz Pulkowski. Tochter: Bergmann Johann Laskowski.— Bergmann Jos. Tomalla.— Bergmann Anton Kais.— Platzarbeiter Joseph Nadgrabski. Bergmann Jakob Kuspiel.— Maurer Paul Förster.— Hilfsarbeiter Martin Scheidemann.— Bergmann Heinrich Dehmer.— Hilfsarbeiter August Sontopsky.— Bäckermeister Karl Schwarz.— Bergmann Mich Kochmann.— Schmied Leo Krajewski.— Fabrikarbeiter Anton Fotschki.— Bergiaann Wilhelm Orzessek.— Küfer Johann Reitemeyer. — Schmied Rudolf Sontowski.— Schuhmachermeister August Krause — Former Heinrich Muthig.— Pflasterer #siewicz.— Be eer Hermann Tanzius. n Joha Bergmann Johann Bohne.— Hbeschlosser Adolf Weichert.— Bergmann Bergmann Julian Belkiew arbeiter Joseph Setznagl. Jakob Andrzepzak. Heiraten. Fabrikarbeiter Johann Hempowicz mit Hedwig Mikolajczak.— Bergmann Michael Jozefowski mit Ludwina Wojciech. — Schlosser Wilhelm Schröder mit Elfriede Krohm.— Schreiner Johann Masiak mit Rosalia Schiwon.— Bergmann Karl Wondzinski 18 CIT RIIIAN m* i. Jod Ehaschoug,— Berumann Ivhank=Botlowett mit Emmi Ganady.— Fabrikarbeiter Valentin Ratajczak mit Franziska Walkowiak. Gestorben. Wilhelm Dongowski 10 Monate.— Elisabeth Laslowski 6 Tage.— Ehefrau Bronisl. Seroczynski 33 Jahre.— Ehefrau Franz Sprang 56 Jahre.— Schneider Daniel Borowski 71 Jahre.— Schießmeister Eduard Wemhöner 42 Jahre. Königliches Standesamt 6. Geburten. Sohn: Fabrikarbeiter Paul Szelinski.— Bergmann Johann Lodika.— Bergmann Valentin Borowski.— Bergmann Wilhelm Sadlowstn— Bergmann Wilhelm Philipp.— Bermann Johann Lopaczyl.— Bergmann Karl Franz Wesse.— Fabrikarbeiter Joseph Sablotny.— Fabrikarbeiter Anton Dohniak.— Beramann Franz MaSelwland.— Dreher Gustav Burgmann.— Bergmann Robert Quen — Schlosser Hermann Berndt.— Maurer Karl Erwin.— Beram Joseph Krause.— Bergmann Bernhard Hönisch. Tochter: Steiger Matthäus Erbeck.— Schmied Joseph Gerlitzf; — Bergmann Franz Tomaszewski.— Wirtschaftsverwalter Gerbard Lümmen.— Bergmann Wilhelm Meiners.— Bergmann Johann Bro, nak.— Schreiner Johann Franz Vogt.— Direktor Christian Dütinig — Maurer Johann Traud.— Schmied Julius Kitzki.— Maurer Jg. hann Lorkowski.— Bergmann Wilhelm Totzek.— Bergmann August Pattkowski.— Bergmann Karl Stehl.— Maschinist Wilhelm Martin Heiraten. Bergmann Johann Majewski mit Anastasia Krainik.— Wilhelm Reinties mit Bertha Schäfer.— Aufseher Menzel mit Henriette Vesper.— Bergmann Joseph Woelki mit Rung Lingnau.— Bergmann Johann Wozniak mit Julianna Jaauszewsr — Bergmann Bronislaus Falkowski mit Apollonia Klosowski.—“ borant Jakod Wobedo mit Emma Geister.— Kutscher August Ramp mit Johanna Schmülting.— Bergmann Mathias Müller mit Bern harding Krautscheid.— Bergmann Friedrich Schmitz mit Anna M., thias.— Schmied Franz Wilger mit Franziska Brinkmann.— Kuscher Wilbelm Mohn mit Ferdinandine Weißenfels.— Beram. Gotlieb Masannek mit Auguste Zapnik.— Bergmann Wilbelm Hoffmanx mit Auauste Gayk— Fabrikarbeiter Anton Ostrowski mit Aung towski.— Fabrikarbeiter Franz Szalecki mit Antonie Olszewski.— Bureauassistent Anton Heppner mit Elisabeth Erdmanski. Gestorden. Kasimir Pluta 11 Monate.— Edmund Johannes Seidel 5 Jahre.— Berginvalide Wilhelm Büttner 54 Jahre.— mann Johann Golla 23 Jahre.— Helene Orlowski 12 Tage. Königliches Standesamt Krap. Vom 24. Februar bis 1. März. Geburten. Sohn: Fabrikarbeiter Johann Dusza.— Bergmann Johann Pferdekamp.— Steiger Bernhard Graute.— Fabrikarbeiter Franz Blaschek.— Bergmann Heinrich Wiegmann.— Bergmann Theodor Steinmann.— Bergmann Peter Minz.— Rangierer Friedrich Koch.— Bergmann Ferdinand Schilling. Tochter: Fabrikarbeiter Johann Mus.— Bergmann Bernhard Jasper.— Bergmann Johann Goerke.— Bergmann Friedrich Dorsch — Bergmann Johann Heimannsberg.— Bergmann Joserh Stiens. — Bergmann August Lehmann. Heiraten. Bergmann Heinrich Schmülling mit Witwe Auguste König geb. Stiens.— Bergmann Friedrich Wilhelm Maletz mit Hedwig Olga Hesse. Gestorben. Peter Golinski 3 Jahre.— Johann Joseph Cloos 18 Jahre.— Heinrich Wilhelm Schul, 2 Monate.—. Maria Wlodarczak 6 Monate.— Johann Friedrich Mühlenstädt 69 Jahre. tala.— Bergmann Marian Jankowski.— Wlewka.— Febrikarheiter Jakob Noskiewie: Slaminaf Saishrtts Wo Jaft Gf — Inrkardener August Glazes. schweda.— Fabrikarbeiter Anton Szostak.— Bergmann Karl Fron tzek.— Bergmann Gottlieb Grzeszik.— Bergmann Johann Freinik. — Kaufmann Wilhelm Kruska.— Bergmann Ludwig Holm.— Former Andreas Maly. Tochter: Fabrikarbeiter Karl Fechtner.— Schreinermeister Hermann Pilarim.— Bergmann Michael Niedrich.— Fabrikarbetter Johann Kaziaka.— Kaufmann Anton Ostermann.— Bergmann Wilhelm Börchers.— Bergmann Friedrich Fischer.— Fabrikarbeiter Adolf Sendatzli.— Bergmann Karl Labs.— Bergmann Clemens Leonard. — Fabrikarbeiter Gustav Grudzewski.— Bergmann Adam Zubel.— Fabrikarbeiter Adolf Jagarzewski.— Bergmann Gustav Pentza.— Fabrikarbeiter Ferdinand Rostel.— Bergmann Joseph Boenke. Heiraten. Bergmann Franz Kowalewski mit Emilie Posdziech. — Bergmann Heinzich Weder mit Therese Zakkan.— Beramann Jos. Brotzki mit Maria Mankowski.— Fabrikarbeiter Franz Grevien mit Maria Mai. Gestorden. Michael Rasch 2 Jahre.— Ernst Paul Ganski 1 Monat.— Walter Buschbach 1 Jahr.— Anna Auguste Gerlach 2 Jahre. Martha Maronga 2 Monate.— Martha Niedrich 16 Tage. Königliches Standesamt 7. Vom 23. bis 29. Februar. Geburten. Sohn: Maurer Hermann Derenville.— Berzmann Ignatz Schametzki.— Bergmann Heinrich Korb.— Bergmann Joh. Gustav Ludzey.— Stadtbote Otto Buchberger.— Bergmann Anton Gwiasdowski.— Bergmann Joseph Struckmeier.— Bergmann Gustav Lehmert.— Schmied Joseph Hald.— Färbermeister Johann Franz Bla Bergmann Friedrich Ha Mnutorher cj.— Bergmann Chrisioph Königliches Standesamt Rotthausen. Vom 10. bis 18. Februar. Geburten. Sohn: Schlosser Michael Naujok.— Erdarbeiter Karst de Vries.— Kesselwärter Johann Kuhrmann.— Bergmann Johann Koslowski.— Bergmann Johann Czychowski.— Bergmann Johann Lorenz.— Bergmann August Knicia.— Beramann Heinrich Hennertes.— Bergmann Friedrich Weber.— Bäckermeister Friedrich Quick — Bergmann Christian Effers.— Berginvalide Heinrich Steinmeyer vin □anfVeignann Halfns=PP=schänte. To# ochter. Anstreicher August Gebartskv.— Bergmann Anton Gill.— Bergmann Julius Marohn.— Bergmann Samuel Kroll.— Schreiner Bernhard Bernsmann.— Bergmann Thcodor Elshoff.— Berzmann Fricdrich Wcolätz.— Tugesarbeiter Bartholomaus Reck — Berzmann Karl Zymcka.— Bergmann Friedrich Sdunowsk.— Bergmann Karl Czaplowski.— Erdarbeiter Natrinus„Schonewille.— Bergmann Martin Jeromin.— Bergmann Franz Obitz.— Gemüsehändler Wilhelm Awater. Heiraten! Bergmann Rudolf Kreß mit Maria Grewe geb. Gierkg. Bergmann Karl Brey mit Gertrud Schulte=Hordelhoff.— Bergmann Heinrich Dudeck mit Martha Piechottka.— Tagesarbeiter Wilhelm Kroll mit Anna Schultz. Gestorben. Andreas Kotlinski.— Ludwig Stephan Hampe.— Bergmann Hermann Breuer.— Bergmann Wennemar Gesemann.— Bernhardine Herlug.— Friedrich Wilhelm Glaß.— Bertha Tomczyk. — Maria Aetmann.— Ferdinand Hennerkes.— Anna Fortkamp.— Witwe Franziska Sosinski geb. Tomowiak.— Bertha Hilse. Bekanntmachung. Einstellung von Dreijährig=Freiwilligen. Zum 1. April 1908 werden bei der 4. Matrosen=Artillerie=Abteilung Kuxhaven noch eine größere Anzahl Dreijährig=Freiwilliger angenommen. Mindestgrößenmaaß: 1,67 Meter, ferner kräftiger Körperbau. Gesuche sind unter Beifügung eines Meldescheins zum freiwilligen Eintritt, welche unter Vorlage einer Geburtsurkunde, einer handschriftlichen, bezw. mündlichen Einwilligungserklärung des Vaters bezw. Vormundes, eines polizeilichen Führungszeugnisses, von den Zivilvorsitzenden der Ersatzkommissionen(Landrat, Magistrat pp.) zu erhalten sind, zu richten an das Kommando der vierten Matrosen=Artilberie=Abteilung Kurhaven. Das von uns in Elberfeld gekaufte Konkurswarenlager ist eingetroffen und kommen sämmtliche Sachen, um das Warenlager schnell zu räumen von Montag, den 9. bis Dienstag, den 16. März zum Verkauf. Bei den vielen Artikeln ist es uns unmöglich, sämtliche Waren hier mit Preisen anzuführen und bitten daher das geehrte Publikum, den Weg nach Wannerstrasse 143 nicht zu scheuen und sich das Warenlager anne Kautzwang anzusanen. Der Verkauf der Konkurswaren geschieht mit 35 bis 50 Prozent uuter dem sonsugen Wert. * * Emmel& Comp., nur 143 Wannerstrasse 145, an uer Bulmker Ausweiche. Allgemeine Zeitung Gelsenkirchen Hochstrasse 12. #EE sämtlicher Manufakturwaren zu bedeutend herabgesetzten Preisen als: Tuche, Buckskins. Kleider- und Blusenstoffe in Seide, Sammet. Wolle, Fiancii u. Kartun, Kieider- u. Schürzen-Siamosen, Woil- u. Saumw.-Fianeiie, Tischdecken Teppiche, Läufer und Verlagen in Linoleum. Wollteppiche in Velours, Tapestry etc., sowie Läufer u. Vorlagen. — Besätze aller Art in grosser Auswahl. Korsetts, Schirme, sowie Unterröcke, Umschlagtücher, schwarze Schürzen, seidene Halstücher und Schälchen, Schlipse, Handschuhs und Hosenträger. Günstige Einkaufs-Gelegenheit für Konfirmanden u. Kommunikanten. Pfandverkauf. Diejenigen Pfänder der städt. Leihanstalt, welche innerhalb der im R 11 des Statuts bestimmten Frist und nach Ablauf der im Pfandscheine angegebenen Zeit nicht eingelöst sind, sollen an Mittwoch, 11. März von morgens 9½ Uhr ab im Leihamt(Rathaus) Abstraße, öffentlich an den Meistdietenden verkauft werden. Es kommen zum Verkauf die Pfandstücke Nr. 18893—20370 bestehend in goldenen und silbernen Herren= und DamenTaschenuhren, Wanduhren, Gold= und Silbersachen, Wäsche, Betten, Männer=, Frauen= und Kinderkleidern, Nähmaschinen, Fahrrädern usw. 880 Die beim Verkauf erzielten urberschüsse können binnen 14 Tagen vom Verpfänder bei der hiesigen Leihhauskasse erhoben werden. Nach Ablauf der 14= tägigen Frist werden die nicht abgehobenen Beträge bei der Ortsarmenkasse hinterlegt. Diejeigen Geldbeträge, welche nicht hinnen Jahresfrist von den Berechtigten in Anspruch genommen sind, gehen in das Eigentum der Armenkasse über. Gelsenkirchen, 7. März 1908. Der Oberbürgermeister. Bekanntmachung. Der venezolanische Konsul Diogenes Escalante in Liverpool ist anstelle des Dr. Domingo B. Castillo zum venezolanischen General=Konsul für das Deutsche Reich(außer Bayern) mit dem Amtssitz in Hamburg ernaunt borden. Gelsenkirchen, 6. März 1908. Die Polizei=Verwaltung. Der Oberdürgermeister. J. B.: Antoni. Steckbrief-Erledigung. Der gegen den Rekruten Heinrich Lörges, geboren 3. Oktober 1885 zu Gelsenkirchen. unter dem 23. Oktober 1907 erlassene Steckbrief wird, weil erledigt, hierdurch zurückgeslommen. Gelsenkirchen, 6. März 1908. Königl Bezirks=Kommando: Grote, Oberstleutnant z. D. und Bezirks=Konmandeur. Bekanntmachung. Am Dienstag, den 10. d. M., früheren Amtshause Schalke Wolfsspitz, 70 cm grod, öffentlich meistdietend gegen Barzahlung versteigert. Gelsenkirchen, 6. März 1908. Die Polizeiverwaltung Der Oberbürgermeister: J. B. Anioni. Bekanntmachung. Für die demnächst stattfindenden Kaufmannsgerichtswahlen ist seitens der Kaufleute aus dem Wahlbezirk Wanne Vorschlügliste Eingerricht, die folgende Namen enthält: I. Kaufmann Heinrich Brüser 2. Kaufmann Rob. Mönninghoff 3. Drogist Karl Bodenstab 4. Brennereibesitzer Ernst Hacker: v. kaufmann Karl Kanarek. Wanne, den 5. März 1908. Das Kaufmannsgericht. Nacke. Nebenerwerb an jeder#mnann überall sof zu vergeb. Für II. Lager genügen Mt. 15.00. Berghof& Grothaus, Handels-Register 4 des Kgl. Amtsgerichts zu Gelsenkirchen. Bei der unter Nr. 219 eingetragenen Firma Grewer& Co. Hach= u Künstdruckerei zu Saieräberg miit Zibeigliebertasunn. Rotthausen(Inhaber der Kaumann u. Buchdrucker Johann Heinrich Grewer zu Caternberg) ist am 26. Februar 1908 eingetragen worden: Die Firma ist erloschen. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Wanne belegenen, im Grundbuche von Bickern, Band 8, Artikel 28, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen der Ehefrau Richard Bürger zu Wanne eingetragenen Grundstucke: Flur 14 Nr. 474.26. groß 10,83 er, Hofraum mit *) Wohnhaus Königstraße 14 und Hausgarten, 1500 Mark Nutzungswert, b) Wohnhausanbau, 480 Mark Nutzungswert, c) Stall, d) Pferdestall mit Waschküche, 42 Mark Nutzungswert, e) Backhaus, 150 Mark Nutzungswert, Flur 14 Nr. 475/28 rc., groß 0,38 ar, Hofraum, an der Königstraße, am 29. April 1908. vormittags 10 Uhr. durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle— Overwegstraße— Zimmer Nr. 32, versteigert werden. Der Versteigelüngsvermerk ist am 21. Fedruar 1908 in das Grundbuch eingetragen. Gelsenkirchen, den 29. Februar 1908. 5305 Qänialiches Amtsgericht Versteigerung. Am Dienstag, den 10. d. M. nachmittags 3 Uhr anfangend, werde ich im Lokale Eickelkamp, Arminstraße 8, folgende Gegenstände wie: 4 sitziges Schrelbpult, 2 Schreibtische, 2 Gasarme, 2 Gasöfen, 1 Dauerbrenner, 1 irischen Ofen. 1 Fahrrad, grössere u. kleinere Tische, 12 Rohrstühle, 2 Registraturen, 2 Bände Bürgerl. Gesetzbuch und div. Karten, sodann nachmittags 5 Uhr im Central=Hotel, August Baumeister, Bohwinkelstraße: verschiedene gute Hypotheken auf zweite Stelle öffentlich meistbietend gegen bar versteigern. Paul Pfordte, 11108 Auktionator, Karistraße 19 Ferner: 1 grossen Zeichentisch mit Zubehör für Architekten. HAE Rührigen Vertreter sucht leistungsfähige Käsefabrik. Angeb. unt. F. u. 4188 bef. Rudolf Mosse, Kassel. Schreinergeselle sucht C. Darmstädter, Gelsenk.=Neustadt, Muhlenstr. Ein Kutscher gesucht. 1690 Metger noopmann, Ueckendorf, Südstraße 52. Ein Arbeiter geeucht. L. Mitje, Gemeinde=Friedhoisgärtner, Rotthausen. 1682 Tüchtiger Lagerarbeiter sofort gesucht. 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Am Mittwoch, den 11 März nittags 4 Uhr, findet die General-Versammlung im Vereinslokale des evangel Frauenvereins hierselbst statt, wozu die Mitglieder gebeten werden recht zahlreich zu er scheinen. 11100 Der Vorstand. Kälken gut u. billig mit Ausschmieren M. Schreiner, Grenzstraße 50. 1715 Hinterhaus, rechts u. Anstreicherarbeiten werden sauber ausgeführt Heiur. Hardiek, Anstreicher= meister, Ueckendorferstr. 121. GALLENSTEINE! Herrn Apotheker Ringler, Nürnberg. Bayern Ihre Gallensteinkur hat eich sehr gut bewährt, bin ga slich bergestellt und Ihnen für das Mittel sehr verpflichtet; möchte würschen, dast aile Gallensteinkranke bewogen werden, dasselbe an suwenden. Mühlhauseni. E., Syphonsteden! Frau Lehrer Werch. Zahllose Kurerfolge, keine Be rufsstörung. Wirkuag verblüffend, — ärstlich viel empfohlen. Broschüre kostenloe durch Hermane Rug er, Erkrath(Raeial.) Erhalte an Mittwoch eine Partie Hasei schweine. Aug. 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März 1908 Beisall kund.(Aus den Vortrog des Herrn Pros. Dr. Moldenhauer kommen wir in der nächsten Nummer ausführlich zurück. D. Wattenscheid, 9. März. Gestern nachmittag hielt der evangetische Arbeiterverein im Ahlmannschen Saale seine Generalversammlung ab. Beschlossen wurde, den ca. 30 Jubiloren bei Gelegenheit des am 16. und 17. Mai stattfindenden Jubelfestes silberne Sträußchen und ein Diplom zu überreichen. Zu dem Feste ist die Kavelle des Hermn Wols-Wattenscheid gewonnen worden. Angemeldet haben sich bereits eine größere Anzahl Vereine, sodaß das Jubelfest eine große Schar evangelischer Arbeiter in unseren Mauern vereinigt. Die neue Fahne wird von der Fahnenfabrik Mommen in Essen geliefert. Das Fest wird in den Sälen der Herren Koch(Kaisersaal) und Ahlmann (Germaniasoal) gefeiert. B. Wattenscheid, 9. März, Gestern abend wurde auf der Strecke Wattenscheid=Gelsenkirchen ein Straßenbahnwagen desekt, wodurch eine kolossale Verkehrsstörung verursacht wurde. Die Konfusion führte soweit, daß sich die folgenden Wagen aus offener Strecke trafen, und wieder zurück in die Weichen mußten. Natürlich waren die Fahrgäste sehr ungehalten über die lange Dauer der Fahrt. * Wattenscheid, 8. März. Bei dem diesjährigen Musterungsgeschäft für die hiesige Stadt wurden von ca. 600 Gestellungspflichtigen 220 gezogen. Hiervon wurden geschrieben zur Insanterie 183, Artillerie 84, Garde 8, Seebataillon 19, und zu anderen Wassengattungen 28 junge Leute. * Westenfeld, 8. März. Der Neubau der evangel. Volksschule im Vogelspott geht seiner Vollendung entgegen. Die Einweihung der Schule soll noch vor den Osterferien stattfinden; und zwar in dem Getchude selbst. Hier werden die Schulkinder des Rektors Reute: den feierlichen Schuiaki ausführen. Nach der Feier findei im Saale d#s Restaurateurs Schmidt eine kleine Nachseier statt, wobei die Schul. kinder mit Kassee und Kuchen bewirtet werden. D. Höntrop, 9. Män. Der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter bielt gestern bei H. Knavomann eine Versammlung ab, in der Her Keldenich einen beifällig ausgenommenen Vortrag hielt. Die Versammlung war gut besucht. * Baunt, 7. Marz. Die neu errichtete kathosische Viorrstrüe m Wanne-Nord ist durch den Bischof von Paderborn dem bisherigen Kaplan Paul Thelen in Witten a. d. Ruhr verliehen worden. ** Röhlingbausen, 7. März. Man schreibt uns: Wie schon verschiedentlich an dieser Stelle hingewiesen, bildete sich vor ca. sechs Wochen hierselbst unter den Bürgern eine Karnevalsgesellschaft, welche am Rosenmontag im närrisch dekorierten Peterschen Saale ein Kostümfest veranstaltete, von dem alle Besucher nur eines Lobes waren. So ein Fest hat Röhlinghausen noch nicht gesehen. Für angenehme Unterhaltung war für jeden in possender Weise gesorgt. Die Gesellschaft hat weder Müben noch Kosten gescheut, um das Fest glanzvoll und ertragreich zu gestalten. Der Reinertrag wurde an die hiestgen Armen verteilt: der ev. Frauenverein sowie die Schwestern des St. Josefheims erhielten je 75 Mork, musammen 150 Mark, sodaß den Armen der Gemeinde inkl. Lustbarkeits= und Zugsteuer ein von 212,50 Mark zufiel. Somit ist auch den Herren, welche der guten Sache und dem Verein wegwersend entgegentraten, gezeigt, daß auch ohne solche Nörgler großartige Feste geseiert werden können. Wie schon verlautet, soll im künftigen Jahre die Veranstaltung noch ordeutend großartiger werden. Nationalliberaler Antrag zur preußischen Beumtrübrsoldung. Da es festzustehen scheint— bereits vor Beratung der Interpellationen—, daß die Besoldungsvorlagen in dieser Session nicht mehr zu erwarten sind, hat die nationalliberale Fraktion des Preußischen Abgeordnetenhauses die Initiative ergriffen, um die Beamten, Geistlichen und Lehrer wenigstens einigermaßen schadlos zu halten für die bedauerliche Verzögerung, die die in der Thronrede angekündigte Aufbesserung von seiten der Regierung erfahren hat Für die zweite Beratung des Grats des Finanzministeriums ist zu den„Dauernden Ausgaben“, Kapitel 68, Titel 6, folgender Antrag, der eine Gehaltszulage ins Auge saßt, gestellt worden: Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: die königliche Staatsregierung zu ersuchen: für den Fall, daß die in der Thronrede angekündigte Aufbesserung der Gehälter der Beamten, Geistlichen und Lehrer in dieser Session nicht mehr durchgeführt werden sollte, eine einmalige Gehaltszulage nach folgenden Grundsätzen zu gewähren: 1. Jeder am 1. April 1908 vorhandene unmittelbare Staatsbeamte mit Ausnahme der Staatsminister erhält für das Etatsjahr 1908 eine einmalige nichtpensionsfähige Gehaltszulage. Die Zulage beträgt: bei höheren Beamten 10 vom Hundert, bei mittleren Beamten 12,5 vom Hundert, bei den Unterbeamten 15 vom Hundert des am des Wohnung die höheren, mittleren oder Unterbeamten ist der Wohnungsgeldzuschuß maßgebend, für die biätarischen Beamten die etatsmäßige Stelle, in die sie bestimmungsgemäß zuerst einrücken. 2. Beamte, die erst im Laufe des Etatsjahres 1908 in den unmittelbaren Staatsdienst und in den Genuß einer Besoldung eintreten, erhalten die einmalige Zulage(1) nach dem Verhältnis des noch nicht verstrichenen Teils des Eiatsjahres 3. Die unter(1 und 2) für 1908 gewährten einmaligen Zulagen kommen bei der demnächst für alle Beamtenklassen einzubringenden, in ihrer Wirkung aus den 1. April 1908 zurückzudatierenden planmäßigen Besoldungsvorlage und bei der Vorlage über eine anderweite Regelung des Wohnungsgeldzuschusses auf die darin gewährte Erhöhung antsprechend in Anrechn 4. Geistliche und Lehrer erhalten unter sinngemäßer Anwendung der vorstehenden Grundsätze die ersteren eine einmalige nichtpensionsfähige Gehaltszulage von 10 vom Hundert, die letzteren von 15 vom Hundert. 7. März 1908. Bochmann und Genossen. diese Dorstellung und fügt hinzu, daß der Dries des Kalsers den Vermerk„Privat“ trage.—(Siehe Leitartikel. D. Red.) Die Verantallung des Kaiserbriefes. London. 8. März. Ueber den Brief Kaiser Wilheims wil die „Duly Mail“ folgendes erfahren haben: Die Veranlassung vazu hat Cord Effew Bries an die Gründer der neuen Navigate League gegeben, in dem dieser erklärte, in Deutschland würde jedermann, der Kaßser an der Spitze, den Sturz Sir John Fishers willkommen heißen. Der Kasser hat, hirrdurch verletzt, einen persönlichen Brief an den ihm intim bekannten Lord Tweedmouth gerichtet. Mehrere hohe öffentliche Beamte hätten schon die Ehre gehabt, Briefe vom Kaiser zu erhalten, doch diese bedielten sie für sich. Tweckdmouth leider nüht. Er zeigte In verschiedenen Führern beider Parteien und hohen Persönlichkeiten Gesellschaft. In dem Briefe, der im Unterhaltungstone gehalten ei, habe sich der Kaiser ziemlich deutlih über Lord Efferts ausgeProchen. Dies bei ofsenbar der Grund, daß es Lord Tweedmouth Spaß gemacht habe, den Brief zu zeigen. Schließlich haben auch Damen der Getellschrt: Konnents von dem Briefe erhalten, und da sei es mit dem Geheimuts vorbei gewesen. Die einzige Bezugnahme auf die britische Glettenpolitik ist in einer Verauthese, werin der Kaiser erklärt, er sonne, nenn er wolle, beweisen, daß die britische Flotte füufmal io vert lei als dir dentsche.— Ein informierter Gewährsmann bestätigt Die Taufe des Linienschiffes„Rallan“. Wilhelmshaden, 7. März. In Gegenwart oes Kaisers. des Großherzogs und der Großherzogin von Baden, sowie des Prinzen Heinrich der Niederlande lief das Linienschiff„Ersaz Bavern“ um 11 Uhr glücklich vom Stapel. Die Großherzozin taufte das Schiff „##isau“. Der Oberpräsident von Hessen=Rassau, Hengstenberg, hhielt die Festrede. Von dem Kaiser wurde nach dem Taufakt im Offizierkasino ein Frühstück gegeben. Im Verlaufe des Mahles brachte der KKaiser folgenden Trinksoruch aus: „Erbeben Sie Ihre Slafer, meine Herren! Ich bringe ein Hoch aus auf unsere Gäste! Seine Königliche Hoheit, den Prinzen Heinrich der Niederlande, Seine Königliche Hoheit den Großberzog von Boden und vor allen Dingen auf die Allerdurchlauchtigste Patin, Ihre Königliche Hoheit, die Großherzogin Prinzessin von Nassau! Hurra! Hurral Hurra! Der Großberzog von Baden erwiderte darauf: „Mit Eurer Majestäl Allergnädigster Erlaudnis bitte ich im Namen des Prinzen Heinrich der Niederlande und in unser aller (Namen den allerwärmsten und herzlichsten Dank aussprechen zu dürhen für die gnödige Einladung, die Eure Majestät an uns haben ergeben dassen und für dre so guckdigen Worte, die Eure Majestät an und gerichtet haben. Es ist uns allen eine sehr große Freude gewesen, am heutigen, für Eurer Majestät Marine so hochbedeutsamen Tage hier erscheinen und uns freuen 2n Lännen an dem weiteren großen Schritt, den Lure Majestät Marine damtt macht. Wir fassen alle Gefühle, die uns gegenwärtig bewegen, in dem Rufe zusammen: Seine Majestät der Kasser Hurra! Hurrs Burra!“ Der Kaiser begleiten nach dem Frühstück die badischen Herrschaften vum Badndof. Wilhelms#ade, 8. März. Der Kaiser fuhr heute nachmittag halb 5 Uhr an Bord der„Deutschland" noch Helgoland av. Der Kreuzer „Berlin" begleitete die„Deutschland". Wilhelmshaven, 8. März. Bei dem beute um 1 Uhr stattgebabten Frühstück waren die Darsteller der Aufführung bei dem gestrigen Herrenessen auf der„Deutschland“ eingeladen. Prinz Heinrich der Niederlande ist heute früh, Admiral Tirpitz heute mittog bgereist Wilhelmsbaden, 8. Mörz Der Kauler überreichte bei seinem Besuch dem Wersokupferschmied Tostoehr die diesem verliehene Rettungsmedaille. Adolf TArronge. Gestern feierte Adolf L'Arronge in Berlin seinen 70. Meburts= tag. L'Arronge ist in Hamburg als Schauspielerkind geboren: er widmete sich zunächst der Musik, und seine erste Stellung wer die eines Kapellmeisters am Stadttheater in Köln. Von da kam er an das Krollsche Theater in Berlin. Nunmehr fing er an, mit kleinen dramatischen Scherzen literarisch tätig zu werden, bis ihm im Jahre 1873 in dem Vollsstück„Mein Leopold“ der große Wurf gelang. Lanach folgten„Düsemanüs Töchter“,„Doktor Klaus“,„Der Kompagnon“, Werke, die einen glänzenden Siegeszug über die deutschen Bühnen hielten. Allein je mehr L'Arronge danach strebte, aus dem Volksstück in das seinere Lustsviel hinüber zukdmmen und sich zum Kritiker der Gesellschaftsmoral und der Zeitsitten zu machen, desto mehr verlor er die Gunst des Publikums. Das war sehr bedauerlich, denn auf dem Gediete des humoristischen Volksstückes kam bekanntlich nichts Besseres nach sondern geschmackloser Blödsinn gewann statt dessen die Oderband Mochten die Schöpfungen L'Arronges immerhin einen spießbürgerlichen Zug haben, so enthielten sie doch auch einen urgesunden Humor, und da es ihm selbst nicht gelang, auf die Dauer sich erfolgreich zu halten, so hätte man sehr gern einen würdigen Nachfolger für ihn geseden, denn es ist für die Kultur viel wichtiger, als mancher gespreizte Literaturjüngling vielleicht glaubt, wenn wieder Volkshumor auf dem Theater vertreten ist. LArronge spielte dann noch einmal eine bedeutende Rolle, als er das Deutsche Theater in Berlin gründete, das dem königl. Schauspielhause gegenüber eine frischere Tätigkeit im Spielplan entwickeln sollte. Er gründete zu diesem Zwecke nach dem Muster der Comedie Francaise eine sogenannte Societät mit hervorragenden Bühnenkünstlern, wie Förster, Barnay, Haase. Aber es gelang nicht, dll Einigkeit unter diesen Bühnensternen aufrechtzuerchalten, und L'Arronge behielt das Theater allein und verpachtete er dann an den Schriftsteller Brahm, der es nun zur Hauptstätte der naturalistischen Kunst machte. Damit, und namentlich wit dem übermächtrren Einflusse Gerhart Hauptmanns war L'Arronge nicht einverstanden, er schloß keinen weitern Vertrag mit Brahm, und heute befindet sich das Deutsche Theater bekannklich in den Händen des Direktors Reinhart. Adolf L'Arronge hat zu seinem 70. Geburtstage den deutschen Bühnenkünstlern das Geschonk einer großberzigen Stiftung gemacht. In der deutschen Theatergeschichte nimmt er einen ehrenvollen Platz ein, denn er hat zwar nichts Großes geleistet, aber doch viel Gutes getan, indem er die Herzen der Menschen erfrischte und auf gesunde Weise erbeiterte. * Stuttgart 7. März. Der König verlieb dem Dichter, Professor Adolf L'Arronge in Berlin das Großkremz des Ordens der wurtembergischen Krone. Deutscher Verein für Kunstwillenschaft. Frankfurt a. M., 8. März. Der im Novrmber begründete Deutsche Berein für Kunstwissenschaft trat gestern im Hörsaale der Senckenbergischen Stistung zu seiner ersten Sitzung zusammen. Den Vorsitz führte Generaldirektor Bode=Berlin. Zugegen waren E####enz Althoff und zahltriche Hochschullchter. die Versammlung wurde vom Oberbürgermeister Dr. Adickes namens der Stadt Frankfurt begrüßt. Er gab der Freude daruber Ausdruck, daß nach dem monumenta Germaniae historica in Frankfurt auch die monumenta artis Germanige begründet werden sollte. Den Beratungsgegenstand bildete sodann die Aufstellung der Satzungen. Als Zweck des Vereins wurde bezeichnet: Förderung des kunstgeschichtlichen Wissens und damit die Hebung des künstlerischen Lebens in Deutschland. Eisenbahndirektionspräsident Kieschke F. * Essen, 8. März. Der Eisenbahndirektionspräsident Dr. Kieschkezist gestern m Mentone, wo er seit 8 Tagen weilte, gestorden. Er war seit dem Juli krank und weilte u. a. sochs Wochen in issingen zur Heilung. Ein arbeitsreiches Leben hat, so schreibt die„Rh.=Wests. Zig.“, mit dem Tode Kieschkes seinen Abschluß gefunden. In den drei Jahren seiner Wirksamkeit im Eisenbahndirektionsbezirk, Essen harrte seiner eine Fülle von Aufgaben. Mit unermüdlichem Pflichteiser und geradezu peinlicher Pünktlichkeit suchte er den schweren Anferderungen seines Berufes gerecht zu werden, und wenn er in diesem Bestreben auch oft mit einer üderaus weitgel riebenen Kontrolle über alle Einzelheiten verfuhr, so war doch sein ganzes Schaffen getragen von dem einzigen Gedanken, der Gesellschaft und dem Staate mit allen Kräften zu dienen. Für Klagen aus der Oeffentlichkeit hatte Dr. Kieschke stett ein wil ig# Chr, und er rubte nicht, wenn es galt, Mißstände zu beseitigen und Erleichterungen zu schaffen. Sein besonderes Augenmerk richtete Dr. Kieschke auf die Verbesserung der Bahnverbindungen und Bahnhöfe. So erhielten durch eine Befürwortung Mülheim a. d. Ruhr und Langendreer neue Bahnhöse, er brach eine Lanze für die Bestrebungen, auf der Strecke Österfeld.-Heißen„Rüttenscheid—Steele—Hattingen den elektrischen BahnEisenbahndirektionspräsident Dr. Kieschke in 67 Jahre alt geworden. Am 1. Mai 1905 kam er nach Essen, als Nachfolger des Wirkl. Geh. Oberregierungsrats Becher. Vorher war Dr. Kieschke Direktionsmitglied bei der Eisenbahndirektion Hannover, von 1895 dis Ckrober 1903 Vortragender Rat im Ministerium, um dann bis 1. Mai 1905 den Posten als Eisenbahndirektionspräsident in Posen zu bekleiden. Das ehrengerichtliche Urteil gegen Hohenau. Berlin, 8. Marz. Das Ehrengericht verurteilte den General= lerinant z. D. Grafen v. Hohenau zur Eutfernung aus dem Osfiziersstande unter Absprechung der Orden und Ehrenzeichen. Des Urteil ist bereits vom Kaiser bestätigt worden. Graf Hohenau bezieht demzufolge die Pension eines Geuctalientnants weiter, und zwar deshalb, weil diese ihm ehrengerichtlich nicht abgesprochen werden kann. Dagegen ist Graf Hohenau nicht berechtigt, seinen bisherigen militärischen Titel weiter zu führen. Bestialische Verbrechen Würzburg, 8. März. Hier wurde der Schmied Höfling verhaftet, der jahrelang zu seinen beiden Stieftöchtern Johanno und Charlotte Nickel in unerlaubten Beziehungen stand. Dem Verkehre mit Johanne entsprengen vier und dem mit Charlette zwei Kinder. Von dden Kindern Johannas ermordete Höfling gemeinschaftlich mit dem Mädchen drei Kinder, von den Kindern Charlottes eines. Die Leichen hatte er im Keller vergraben. Ein japanisches Ultimatum. Peking, 7. März. Japan überreichie gestern dem Leiter des chinesischen Auswärtigen Amts ein Ultimatum in Sachen der Beschlagnahme d#s Dampfers„Tatsn=Marn“. Das Auswärtige Amt tritt heute zur Beratung darüder zusammen.— Das Minimum der japanischen Ausprüche ist die Wiederherstellung des Dampfers und der Ladung und Zahlung einer vollgültigen Entschädigung innerhalb einer angemessenen Zeit. Im Falle der Unteriassung oder Verzögerung wird Japau. enisprechend den im Ultimatum gestellten Bedingungen, unverzäglich entsprechende Maßregeln ergreifen. Japan erwartet bis morgen Antwort und lehnt das Anerbieten Chinas, eine Untersuchung anzustellen, ab, und besteht auf Geungtnung für das Niederholen der japanischen Flagge auf dem Tatsa=Marn. Es wird eine Vermittelung nicht annehmen, da es den Standpunkt vertritt, China sei unzweifelhaft im Irrtum. Bei der Ueberreichung des Ultimatums übermittelte Vicomte Hayaschi China den Ausdruck der Sympathie Japans in Angelegenheit des Waffenschmaggeis, erklärte aber, China könne eine Vermittelung nicht erwarten, solange es die Beteiligung Portugals an derselben nicht zulasse. Letzte Telegramme. Verhafteter Brundstifter. Berlin, 8. März. Der Kriminalpolizei in Schöneberg gelang es gestern, einen Brandstifter, den Dekorgteur Otto Bauer auf frischer Tat zu ermppen. Er wurde überwältigt und festgenommen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß man es mit dem vermutlichen Brandstifter zu tun hat, der in den letzten Wochen mehrere Brände legte. Wilheimine Adamowiez im Irrenhause. Wien, 8. März. Wilhelmine Adamowicz, die geschiebene Frat. des Leopold Wölfling wurde heute in die psochiatrische Abteilung eines hiesigen Krankenhauses gebracht. Sie kaufte sich gestern einen Revolver, bedrohte damit ihre Schwester, ihren Rechtsbeistand and Leopeld Wölfling. In einem Anfall von Tobsucht machte sie einen Selbstmord. dersuch, wurde aber von der Rettungsgesellschaft gefesselt und in Sicherheit gebracht. Explosion in einer Naphthagrube. Bordsluw(Galizten), 8. März. Gestern abend fend in Tustamowice in einer der galizischen Firmo Luszez gehörenden Naphthagrube eine Explosion statt. Der Schacht wurde eingesschert, der Bohriurm zerträmmert. 2 Arbeiter erlitten schwere, einer erlitt leichte Brandwunden. Zur Lage in Morofte. Marsellle, 8. März. Der Gesandte Reigneßlt ist heute uar Tenger abgereist. Nach Schluß der Revaktion eingetrossen. * Dortmund, 8. März. Ein schweres dem Hüttenwerk„Union" hierselbst. Die drei und Sablotzki, die im Stahlwalzwerk der glitten bei der Arbeit aus und sielen in einen mit heißem Was Aten Behälter. Schrecklich verbrüht wurden sie aus dem gezogen. Braune und Lange sind nach burzer Zeiz ihren schweren letzungen erlegen, während Sablotzki mit dem Tode vingend im Krankenhause liegt. a sind, Kocer: inder. mehl Krankankost. Nervorragene bewährts Nahrung. Die Kinder gedelhen vorrüglich aaft u. Jeiden Rieht an Verdauungsstörung Einst und Jetzt. In den Schaufenstern der Zirme W. Huro# Wwe. Gochumer= und Weidenstraßen=Ecke ist sett einigen Togen eine originelle Dekoration ausgestell:, die den Kontrast zwischen Einst und Jetzt vor Augen führt. Auf der einen Seite eine Waschfrau am Faß und daneben ein Fräulein, lnstig ihre Schwungradwaschmaschine drebend und dabei gemütlich die Woche lesend. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Chefredakteur M. Gerhänser, fur den Anzeigenteil Louis Ewald. beide in Gelsenkirchen. Rota.ionsdruck und Verlag der„Gelsenkirchener Allgemeinen Zeitung"(Cerl Bertenburg Inn.) Allgemeine Zeitung. den 9. Mkárz 1908 Die verehrte Kundschaft wird gebeten, da bei diesem Anlass der Andrang an den Nachmittagen ein sehr grosser ist, auch die Vormittagsstunden zum Einkauf zu benutzen. Bahnhofstraße 41 Gelsenkirchen Bahnhofstraße 41. Die in dleser Woche gekauften Gardinen werden von geübten Dekorateuren auf Wunsch jetzt oder später kostenlos an7 gebracht. e Cardinen-Woche für den Umzug 1908. Dieser grosse Verkauf ist umfassend vorbereitet worden, und boten sich uns, veranlasst durch die fallende Konjunktur, günstigste Gelegenheiten, grosse Fabrikläger auf unseren persönlichen Einkaufsreisen erheblich unter Wert zu erwerben, die wir jetzt zu Einheitspreisen zum Verkauf ausgelegt haben. 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