1. Blatt, Nr. 2.— 6. Jahrgang ∆ Gelsenkirchener Freltag, den 8. Jannar 1908. en Amtliches Kreisblatt für den StadtGeschäftsstelle Munckelstraße 16 18(beim Amtsgericht). AM1TALN Gebfnet täglich von 8 Uhr vorm. bis 8 Uhr Rens. Oester Bezugbbreie für den Monat 65 Pfg. mit illustr. Unter haltungsblatt. Anzeigenpreis 15 Pfg. die Petitzeile. Reklamen 40 Pfg. die Zeile. Answ. Inserate 90 Pfg. die Zeile. Beilage=Gebühr rro 1000 Me. 5 Fernsprecher: Nr. 173. und für den Landkreis Gelsenkirchen Probenummern 10 Tage lang kostenfrei verlunge man zeiger durch Postkarte von der Geschäftsstelle Munckelstr. 1618. Telegrammadresse: Bertenburg. Gelsenkirchen. Offizielles Organ für Militär=, Gerichts=, Eisenbahn=, Post-, Handelskammer= u. Knappschaftswesen. Erscheint toglich mit Ausnahme der Konn= und Festtage. Die heutige Nummer umfaßt& Seiten. Das Wirtschaftsjahr 1907. * R e i c h w i e w e n i g e a n E r e i g n i s s e n u n d a n E n t t ä u s c h u n g e n i s t das Jahr 1907 gewesen. Mit der vollen Zuversicht der Fortdauer der glänzenden Konjunktur trat der größte Teil der Geschäftswelt in das neue Jahr, zumal ziemlich allgemein erwartet wurde, das außerordentliche Anziehen des Diskontsatzes— Reichsbankdiskont 7 Proz., Darlehnszinssuß 8 Proz.— würde rasch wieder einem flüssigeren Geldstand weichen. Dies war nun schon einmal nicht der Fall, denn unter 5½ Proz. ist der Wechselzins in diesem Jahr überhaupt nicht gegangen und unter einem normalen Zinsfuß versteht der deutsche Geschäftsnionn 4 Proz. Sehr verhalten zwar gebraucn, aber doch schrn geprägt war in den letzten Monaten des Jahres 1906 das Wort: „Uebenmspannun““. Und als sich im ersten Monat des Berschtsjahres die Zinsrate nur sehr zögernd nach abwärts bewegte, die Kurje der tonangebenden Industriepapiere an den Hauptbörsen an manchen Tagen bedenkliche Rückgänge erfuhren, auch die deutschen Staatsfonds eine Neigung nach abwärts zu hegen zeigten, die dem Finanzmann als ein Zeichen der Zeit galt, den mittleren und kleinerer Kapitalisten ader sehr erschreckte, ta galt fast überall außer in den Fabrikantenkreisen es als sicher, daß der Gipfel der Hochkonjumktur überschritten ist, wenn sich auch fürs erste der Kampf auf der Obersläche halten würde. Die Frueressen glühten zwar noch durch Monate in unverminderter Helle sozusagen über den ganzen Erdball, aber es bildete sich eine Preissteigerung erst der Rohmaterialien und schließlich aller Ledensbedürfnisse heraus, daß zuletzt eine Verteuerung der Lebenshaltung sich geneno michte, wie wir sie in diesem Maße seiten, wenn üderhaupt je in den letzten 30 Jahren in Deutschland gesehen haben. Aus diese Weise hat sich in den Monaten Mitte März bis Mitte Oktober auh ein internationaler Konjunkturumschwung vollzogen, der eken jetzt erst recht in vollster Entwicklung begriffen ist, in den wir mit aller Kmft hineimiezogen und gerutzelt wurden, ohn: jedoch von underer Stärke allzuviel zu verlieren, von unserer Widerstandsfähigkeit das Beste die Zähigkeit, einzubüßen. Die Warnung, die im März die Deutsche Bank in ihrer ordentlichen Generalversammlung ergehen lief und die auf„Einschränkung und Sparsamkeit“ hi rauslief, ist beherzigt worden und hatte zur Folge, daß die deutsche Kapitalkraft den schweren Stürmen des Herbstes und Winters besseren Widerstand zu leisten vermochte. Ullerdings haben Kurskorrekturen nach unnen stattgefunden wie wir sie bis jetzt nur in der Zeit der schweren Krisis von 1901 gesehen haben, we Ueberspekulation und Ueberproduktion ihre Urfachen waren. In der diesmaligen kritischen Zeit, die ja auch heute noch besteht, kann von beiden keine Rede sein. Wir haben teilgenommen an der Weltwirtschaft, wer haben daraus den Gewinn gezogen und haben nun auch mit den Schaden zu erleiden. Es hat eine Ueberanspinnung der Kräfte, der Kapitalien und der Kredite stattgesunden. Diese Ueberanspannung mußte in dem Lande der ungeordneim Geldverhältnisse zur vorübergehenden Zersetzung aller Handelsgepflogenheiten führen und so ist Amerika wieder einmal zu einer Gesohr für Europa geworden. Die rapiden Goldentziehungen durch Amerika haben in allen Hauptländern Europas heillose Verwirrung angerichtet und speziell Deutschland ware wahrschein lich jetzt schon mit der geübten Sparsamkeit und Einschränkung aus den Kalamitäten heraus, die durch eine etwas zu weit gegangene Expansion aus industruellem Gebiet hervorgerufen wurde, wenn der amerikanische Kupßerschwindel, die leichtsinnige Wirtschaft vieler Trustgesellschaften, kurz, die echt amerikanische Gewissenlosigkeit, nicht den internationalen Geldmarkt aufs äußerste irritiert hätte. Eine wirkliche Wendung zum Bessern wird in Amerika wie überall erst dann eintreten können, wenn noch für einige Zeit. auch im Weltverkehr, Enthaltsamkeit und Sparsamkeit geübt wird. Bei uns hai man den Sturm, der über das Wirtschaftsieben hereinbrauste, sehr ernst genommen und deshalb sind wir der Ueberzeugung, daß eine Klärung der Verhältnisse jetzt schon in voller Vorbereitung ist. In dei Hüttenindustrie wird durch Preisabschläge der veränderten Lage Rechnung zu tragen gesucht. Es sind, zum Teil wenigstens, bereits jetzt Preisgrundlagen geschaffen, auf denen sich wieder eim Belebung des Geschäfts entwickeln kann. In den letzten Tagen des alten Jahres zeigte sich bereits auch, daß der Geldmarkt einer Erkeichterung entgegengeht, aber man wird trotzdem nicht ungeduldig werden dürfen. Wir haben es ja weniger mit einer Spekulationskrise, als mit einer Art Vertrauenskrise zu tun. Das Vertrauen kehlt und aus diesem Grunde wird sich der Geldmarkt auch nur langsam erholen, zumal zu befürchten stehl, daß die amer kanische Konsolidierung noch manche Rückfälle, wenn auch nicht mehr sehr schlimmer Art, durchzumachen haben wird. Was würde die Welt dazu sagen, wenn an der Börse von London oder Berlin Bargeld ein Spezialagio bedänge und reguläre Zinsen mit Schuldverschreibungen bezahlt würden! Also muß man immerhin zugeben, daß die Krankheit, die den Korper der Börse heimsuchte, sehr schwerer Art war, und ihre Heilung Zeiterfordert. Und wir in Deutschland haben zu erwarten, daß das Jahr 1908 voraussichtlich weit weniger glänzend ausfallen wird, als das Jahr 1907 trotz allem immerhin noch ausgefallen ist. Wir werden weniger einzunehmen, aber auch weniger auszugeben haben. Die enormen Wechtelkredite werden eingeschränkt werden und Geld wird sich wieder ansammeln, zumal es ja nicht vom Erdboden verschwunden ist, auch in Amerika nicht. Die bedeutenden Summen, die hinüberzegangen sind, werden zum Teil ihren Weg wieder nach Europa und somit neue fruchtbringende Verwertung finden. Flucht machte, läßt die Vermutung begründet erscheinen, daß mit dem Geständnis Göbens noch nicht die ganze Wahrheit über den Vorgang in der Mordnacht enthüllt worden ist. Vielleicht bringt die weitere Untersuchung und die Verhandlung vor dem Kriegsgericht einen genaueren Einblick in die psychologischen Beweggründe der Tat. So viel freilich ist schon jetzt deutlich, daß es sich um die Zertrümnerung dreier Menschenleben handelt, und daß auch noch die beiden Kinder des Schönebeck'schen Ehepaares unter der schweren Verfehlung der Mutter zu leiden haben werden. Der Hauptmann v. Göben, dem eine glänzende Zukunft zu winken schien, ist bürgerlich tot, auch wenn er sein verfehltes Leben weiter schleppt. Trotzdem sind die Allensteiner Vorgänge psychologisch in gewissem Sinne verständlich. Eine lebenelustige Frau, um 20 Jahre jünger als ihr Gatte, in Berlin geboren und aufgewachsen, findet in der Einförmigkeit des kleinstädtischen Lebens keine Befriedigung. Die häuslichen Aufgaben feiseln sie nicht, die Sorge für ihre Kinder füllt ihr Leben nicht aus, so sucht sie als„unverstandene Frau“ nach unerlaubten Sensationen. Daß der Hauptmann v. Göben in ihre Netze fiel, oder doch daß beide sich schnell fanden, ist nicht weiter verwunderlich, da der vom Leben umhergetriebene Hauptmann sich in die Enge der Kleinstadt schwerlich eingewöhnen konnte. Auf einem großen verantwortungsvollen Posten hätte Göben vielleicht dem Vaterlande nützliche Dienste geleistet; im ergen Geleise des täglichen Dienstes ging er zu Grunde. Schuld häufte sich auf Schuld, bis der Ehebrecher zuletzt— vielleicht in halber Notwehr— den Revolver gegen den betrogenen Ehemann abbrückte. Das Drama von Allenstein. * Der letzte Tag des alten Jahres hat wenigstens elwas Licht auf die blutige Tat fallen lassen, die in der Nacht vom ersten auf den zweiten Weitmachtsfeiertag im Hause des Majors v. Schönebeck begangen wurde. Hauptmann v. Göben, der von der Volksstimme gleich von Anfang an mit dem Mord in Verbindung gebracht wurde, hat, wie berichtet, ein Geständnis abgelegt, und unmittelbar darauf ist die Frau des Majors unter dem Verdacht der Anstiftung zum Morde verhaftet worden.„Ich bin der Mörder,“ so erklärte Hauptmann v. Göben am Schluß eines längeren Verhörs. Ob er damit die volle Wahrheit gesagt hat, ob er nicht, um die geliebte Frau zu schonen, einen größeren Teil der Schuld auf sich genommen hat, als ihm zukommt, das ist noch fraglich. Nach allem, was man über die Schicksale und den Charakter Göbens erfährt, ist er ein Mann von ungewöhnlicher Energie, für den der Tod keine Schrecken hat. Er hat im Burenkriege mit höchster Bravour gefochten, er hat in Mazedonien sein Leben wieder und wieder aufs Spiel gesetzt, ist mehrfach schwer verwundet worden, ohne sich in der Verfolgung seiner Ziele irremachen zu lassen: ein solcher Mann hätte, wenn es sich wirklich um seine alleinige Schuld handelte, schwerlich die Verhaftung abgewartet. Er hatte noch mehr als eine Kugel im Revolver und konnte sich deshalb rechtzeitig dem irdischen Richter entziehen. Daß er es nicht eat, daß er ebenso wenig den Versuch einer Farden erkrankt. Vertagung des Prozesses. Berlin, 2. Jan. Bei Eintritt in die heutige Prozeßverhandlumg teilt Justizrat Bernstein mit, daß Harden gestern abend sehr##wer erkrankt sei und zu seinem größten Bedauern nicht in der Lage sei, heute tor Gericht zu erscheinen. Der Hausarzt Prof. Eisenberg sei zugegen und werde das bestätigen. Prof. Eisenberg besthiggt, daß Harden den gestrigen Tag über sehr krank geweson sei, er habe nachts elf Ohnmachtsanfälle erlitten und könne sich nicht aufrichten. Heute worgen habe er noch Schmerzen im Kopfe und liege schweißerhabet im Bett. Er sei in einem Zustand völliger Erschlaffung, jedem Veranwalt Isenbiel gibt darauf zunächst eine Erklärung für den Fürsten Eulenbarg ab, der sich nach wie vor nicht scheue, sich Leuten, die ihn Schmutzereien bezichtigten, vor Gericht zu stellen. Der Prasident stellt fest, daß diese Erklärung nicht zur Sache gehöre. Der Overstaatsanwaltbantiagl alsdann, Harden durch den Gerichtsarzt und den Professor Zwingenve## in seiner Wohnung unte suchen zu lassen. Sollte er vernehmungssähig sein, so solle das Gericht in seiner Wohnung den Schlußvortrag entaggennchmen, und zwar in Gegenwart so vieler Personen, als die Räume zuließen. Der Oberstaatsanwalt mecht hazu gestend, daß Harden kranken Leuten gegenüber sehr mitleidlos zu sein pflege. Als Fürst Eulenburg schtver erkrankt hier nicht habe erscheinen können, sei Horden geftagt worden, ob es ihm gleichgültig sei, wenn der Furst gezwungen würde und winn er dann io hier zusammenbieche. Herr Harden habe mit einem kalten„ja“ geanwortet. Gegenüber einem solchen Manne dürfe man in Berücksichtigung einer Krankhei: wohl ziemlich schroff sein. Justizrat Bernstein erwidert, daß ihm der Vorschlag der Staatsanwaltschaft prozessual bedenklich erscheine, und auf die Frage, warum das der Fall sei. anwortet 122 N. 5#m 51n A.157. 43 Mädchenlose. Roman von Hanna Aschendach (Nachdruck verboten.) Zweiundzwanzigstes Kapitel. Ueberredet von ihren Freunden, beschloß Frau Huber, den Winter donnernd brachen— eine um die andere. Da stand sie dann lange, lange, und im gewaltigen Pulsschlag der See meinte sie den leisen, unhörbaren der Zeit zu spüren, der sie Sekunde um Sekunde dem Glücke näher führte. Zweimal auch war sie aus dem Saleve gewesen. Sie hatte sich auf ihre Bitren einem Pensionat junger Mädchen anschließen dürfen. Man war sehr lustig gewesen, die Aussicht herrlich, doch Minne kam „„„„„„„„„ 1 Ueberretet von ihren Freunden, beschloß Frau Huvel, den Wiielirungee se7 W1•S#. M: 7 g, T m.. in Geuf zu verleben. Mkinne war es gern zufrieden. Da man doch unbefriedigt zurück. Im Wachen und Traumen sah sie das Nebelmeer „„„„ 2 ihr norn im svöftlichten in vor Augen, wie es lautlos wallte und wante, wie die silberschimmernkeinen eigenen Herd mehr besaß, war es ihr noch iim tröftlichsten, in der Stadt Weihnachten zu feiern, die ihr, abgesehen von ihrer Schönhei, durch das Wiedersehen mit dem Geliebten teuer geworden war. Irau Huber„alte ihre Villa, die ja doch die meiste Zeit des Jahres e: Hann lnnr norwilhft-m: des Rettelchen gefiel 1o1 vor Augen. wie es lautlos wallte und wegte, wie die silberschimmernden Eisriesen daraus emportauchten und die Sonne sarbige Lichter darüber streute, und dann meinte sie Jahre ihres Lebens darum geben Frauu Huber halle ihre Itugk, pie ja vochl die meiste Hen uis Fahles zu fönnen, var wullhr ivoue Schauspiel nuch einmal zu schen— allein leei stand, sehr vorreilhaft verkauft; das Reiseleben gefiel ior außer— sie ganz allein aus einsamer Bergeshöhe. erdentlich, und daß es ihr nicht schlecht bekam, bewies die zunehmende! Und nun war der Winter schon sast wrüber. Man sprach bereits Rundung ihrer Gestalt. 1vom Abreisen, nur war Frau Huber noch ientschlossen, weichem Teile Man war in eine elegante Fremdenpension am Kai des Eaux= der Gesellschaft sie sich anschließen sollte. Die Geschvister Steigmeyer vives übergesiedelt, wo sich der kleine, genußfrohe Kreis durch einiges und einige andere wollten zum Frühjahrsrennen nach Baden=Baden, scharmaute" Personen vergroßert hatte. dagegen hatte sich eine Gruppe Russen für Italien entschieden. Die UMILPEPUIT EP EIAYTTAE 8.9S“ jeder Stunde bei der Hand sein mußte. Jetzt konnte sie wenigstens liegen bleiben, und es war schließlich gar nicht notig, dem endlosen Wortschwalle zu folgen. Ihre Meinung blieb doch stets dieselbe; sie stimmte für Baden=Baden, die„scharmante Russin" wachte ihr einen weifeshaften Eindruck, und sie sprach diese Ansicht offen gegen ihre Herrin aus. Die lachte freilich darüber und meinte, das Mienchen habe eben keinen Blick fürs Vornehme, das möge sie nur ihr überlassen. chließlich entschied ein Brief von Mietz zugunsten Deutschland#t Sei Minne fühlte sich glücklicher denn je in den Jahren der Dienstbarkeit. Sie konnte über manch freies Stündlein verfügen, wenn die lebenslustige Herrin in froher Gesellschaft davongeslattert war, das Haupt schüttelnd über das„dumme Mädel“, das ger nicht einfah, wie gut maan es mil ihm memnte, wenn man es an allen Verznugungen teilnehmen lassen wollte. CENUETP IRT.E. Fsl Penf. Wrepe- Wrer—T•c—e..-.— Deutschen waren gemütlicher, die Russen vornehmer; mit ersteren konnte man heimatlich plauschen, mit letzteren radebrechte man deutschfranzösisch, und das mußte im fremdsprachigen Lande Italien entschieden Effekt machen. Und außerdem, in Gesellschaft einer Gräsin zu reisen— welche Perspektive! Frau Huber sacte sehr oft Frau enmen lassen wollte.[Gräfin, und es war ihr eine hohe Ehre, hie und da für die vornehme Minne wußte Besseres als die geräuschville, oberflächliche Bekanntschaft den Beutel ziehen zu dürfen. Mein Gott, die Gräfin Unterhaltung des Kreises, in dem Frau Huber sich wohl fühlte wie war daran gewöhnt, sich einen Reisemarschall zu halten— daher kam ein Zisch im Wasser. Der in solchen internationalen Pensionen es, daß sie so oft vergaß, ihre Börse einzustecken. Ja, Frau Gräfin berrschende Weltton weitester Aufsassung stieß sie ab. Gie#hlte sich war eine scharmante Frau, und der galante Priatier hob sich trotz einlm und unverstanden, und iihre durch die niue Liedeshoffnung seines sieblichen Embonponts ziemlich beeh in seiner Wagschale, wenn reichbeschäftigte Seele gas sich nicht die Mühe, durch die leichtiebige die beroo dernd: Fussin gepctte, in der anderen Platz zu rehmen. Cberfiäche ihrer Ungebung zu dringen. Gewit hätte sie neden Frau Huher###wankte hin und her m ihren Entschlüssen, beHäckiel und Soreu manch gutes Körnlein entdeckt, hoc wer nicht sucht, senders des Nachts, wenn das schwierige Prohlem sie aus dem Schlafe fin auch nicht. So ludte sie denn mehr wie je ihr trärmerisches schrech und sie diese „„„„„„„„*„** RA auch nicht. So##te ne venn mehr wir Fen klaumerisahen faltrur und sie diese Muzestzeinden veunnte, ihrem GesestschaftsfräuInnenleben, korrespondierte fleißig mit den Lieben in der Heimat und lein zum hundertundeinten Wale alle Gründe=für und gegen klarzulas zwller Andacht an medizinischer Lektüre, was sie aufstöbern konnte legen. Minne härte gedudig zu.“ Sie war an Nachtwachen gewöhnt Ost arch wanderte sie hinaus euf die Molen, wvo die Wogen sich worden während der langwierigen Krankheit ihrer Herrin, wo sie zu Dieser Brief, vielmehr ein Briefpaket, hatte folgenden Inhalt: „Hurra Viktoria, alte Herzensminne, ich hab's, nämlich mein erstes=nzert! Wie das klingt! Großartig— nein Konzert! Vorhin habe ich Onkels Zitinver aufgesetzt— er steht mir scheußlich— und ihn dann sehr ehrerbietig vor mir abgezogen. Ad Minne, schüttle nicht Dein Philisterhaupt; ich din schließlich gar nicht so leichtfertig als es scheint; aber siehst Du, weni ich nicht tausen Narrenpossen treibe, muß ich heulen— wirklich, so ist mir's um Herz— und einmal angerangen, gäbe es kein Ende. Darum lache ie# und lache ich und schlucke die Tränen hinunter, daß mir's schon ganz salzig im Magen wird. O Minne, meine Musik, meine Musik! Was bin ich, unter Tausenden den Weihekuß erhalten habe? Wie verdiene ich die unbeschreibliche Glückseligkeit, die in mir aufquillt, wenn der Lieden born in meinem Herzen sich öffnet, wenn süße Zauberklänge mich durchbeben, daß ich erschüttert darauf lauschen muß! Und dann ich zu Feder und Papier, um sie festzuhalten für die anderen Merschen. Manchmal gelingt mir's aber nur teilweise, und wenn ich's dann spiele, freuen sie sich und loben mich— als od ich erwas dofür. kennte— aber es ist nie das, was mir meine Seele gesungen, das wor viel größer, viel süßer, viel ergreisender! Und siehst Du, da komn es wieder über mich, das glühende Verlangen, zu lernen, immer mehr in lernen, um ein besserer Dolmetsch zu werden, um alle, alle, alle Menschen an meinem Glücke voll teilnehmen lassen zu können. O Minne, und nun ist das erste Ziel erreicht: Ich gebe ein Konzert in Frankfurt am Main im Palmengarten, schon in zein Tagen. Mein Professor, der nach dort an die Akodemie eillgemeine Zeitung. Freitag, den 3. Jakuar 1903 Justizrat Kleinholz, daß die Wohnung Hardens in einem andern gangig Soibaver werden zu allen Badezeiten während des gan= befriedigende Resultate ergeben, auf den 15. d. M. Gerichtsbezirk liege. Es wird jedoch festgestellt, daß eine einfate Jahres ver#bfolgt.(g0t auf der ganzen ca. 15 Kilbmeter tungen Strece. Nach on 2.## Anzeige beim Amtsgericht des Grunew#### gemuge, um die Verhand"“ Zuchtviehmärkte. Anregungen aus Züchterkreisen folgend, hat zentrale in der Nähe von Eickel gehi bis Hahin ihrer Vollendung entginnen müsse, wenn der Prozeß bis Samstag nicht beendet werde. Der Vertreter des Nebenklägers Justizrat Sello macht den Ver- Jur Beachtu Konfirmiert wurden 93 Kinder. 51 Päare wurden getraut. ngen 1755 Personen und zuar 798 Nach dem gestrigen Haupigoitesdienst stsalen zu Mimster i. W., Schorlemerstraße 6, bezogen werden, wurden die neugewahlten Herren Rennier Grollmann, Schulve=Steinerwidert, der Hausarzt wahre das persönliche, der Gerichtsarzt das Zuchtttuglichleit geprüft und nur diejenigen Tiere zur Auktion zuge= gezauft. Konfirmiert wurden 9# öffentliche Interesse. Er müsse auf seinen Antrag bestchen bleiben, lassen, welche den Anforderungen genügen. Die näheren Bestimmun= Zum heiligen Abendmachle gin um so mehr, weil die ganze Veihandlung wieder von vorn be können kostenfrei von der Landwirtschaftskammer für die Provu.z“ Mäuner und 957 Frauen. 1 hinnen müste menn der Prozeß hié Samatg nidtt heendet werde" Sameimn zu Manister i 90 Scharlemerstrane 8 heinoen werden.mu mittlungsvorschlag, Harden durch den Hausarzt und den Gerichts- 1908 auf den großen Exerzierplatz stattfindet, und daß die aufzu arzt untersuchen zu kassen. Nach burzer Berutunn beschließ der Gewollen wir bemerken, daß der Markt am 20. März ber###nd Kaufmann Linnert in ihr Amt als Gemeinde=Aeltesten in feicnlicher Weise eingeführt.— Infolge der starken Zunahme der se richtshof, zur sofortigen Untersuchung von Hardens Gejundyntszustand den Gerichtsarzt Medizinalrat Hoffmann und Herrn Geheimat Gulenburg, der als Sachverständiger im Prozeß vernommen werden war, nach Hardens Villa zu entlenden. Justizral Bernstein: Ich teile die Ansicht der Vorsitzenden, daß die Erklärungen des Oberstaatsanwalts im gegenwärtigen Nugenblicke przessual bedimnklich sind, u. fühle mich deshalb in Bezug auf den #rrsten Eurlenburg veronlaßt zu erwidem: Für mich ist Fürft Tulenburg ein Zeuge, wie alle anderen; er hat etwas ausgesagt. Ein Teil dieser Aussagen mußte von der Verteidigung bezweifelt werden, und die Verleidigung mußte Gegenbeweise gegen einen Teil der Aussagen anbieten. Das hat sie gemn, in der Envartung, daß dann das Gericht sie würdigen würde. Alles weitere kann die Verteidigung nicht kimmmern. Was das vom Herrn Staatsanwalt wiederholt gebrauchte Wort Abbitte betrifft, so betone ich, daß der Oberstaatsanwalt seinerseits in Bezug flaube ich kein u zu bemerken erlaubt ist, muß auch der Verreidigung zusichen. Es sei dabei ganz gleichgiltig, ob es sich dabei um eine Durchlaucht oder um eine alte Dame handelt. Was die angebliche Arußerung des Herrn ienbri stellenden Tiere sämtlich bis zum 1. Marz 1908 bei der oben genann= hiesigen Bevölkerung mußte zum 1. Januar ein neuer Knappschafis#chaftsttelle anarmeide: werden mussen, di nicht annemestete bezirk geme werden. Als Aritester wurde der Bergmann Emamrei Tiere zum Markt nicht zugelassen werden. Meyer, Moltkestraße be, gewahlt. Ihm wurde nun dei Exge#l###### * Zur Warnung der Fernsprechteilnehmer möge folgender Vor= zugeteilt. Derselbe umsaßt die Bismarck=, Daniel=, Diedrich=, fall dienen: In Bad Ceynhausen hat kürzlich ein Schwindler Gustav=, Hof-, Kirch=, Kurze=, Markt=, Motike=, Roon- und Wanenzu prüfen, icheiderstraße ganz, sorner Heinrichstraße von der Marktstraße bis zur eilnehmers alten Icheinischen Baln, Maikpplatz und Schulstraße von Nr. 10 bis Schluß. Dem Bazirk des Knuppschaftsälresten Georg Fischer ver lie unter dem Vonrande, er sei beauftragt, die Fernsprechstelle es versucht, zu dem Femsprechanschluß eines dortigen Te zu gelangen. Seine Absichl, die anscheinend auf die Entendung der Ciemente gerichtet war, scheit Femtprechteitnehmers, r, scheiterte jedoch an der Vorsicht der Frau den bleiben die Bach=, Bahn=, Feld-, Friedrich=, Füsilier=, Gelsen,„ indem sie, dem Unbekannten mißtrauend, zu=kinhener=, Roland= und Römerstraße ganz, sowie 2. Kolonie Plu#o, nättst seine Augaben am Fernsprecher vom Postamte bestätigen lassen die Hemrichstraße nordwestlich der alten Rheinischen Bahn, die Plutoauf die Frau von Heyden gesagt hat,„der Zeugin glo Wort.“ Was dem Staatsanvall in Bezug auf die Zei Horden betrifft, es sei ihm gleichgiltig, ob jemand tot zusammenbricht, so weiß ich von solcher Acußerung nichts und überlasse es Herm Harden, sich hierzu z äußern. Aber ich muß ditten, zu Protokoll zu nehmen, daß der Oberstaatsanwalt das Wort ergriffen hat, und diese seine Aeußerung gemacht hat. Ich lege Wert darauf, daß protokollarisch sichergestellt wird, daß der Oberstaatsanwalt die Erklärung abgegeben ha. Um 1 Uhr wird die Sitzung wieder ausgenommen. Der Medizinalrat Prof. Eulenburg bekundet, er habe Harden in einem Zustande völliger nervöser Erschöpfung vorgefunden, der normale Befund sei nicht verändert gegen früher. Auch sei kein Fieber vorhanden. Es bestehe deshalb die Hoffnung, daß der Angeklagte morgen wieder vernehmungsfähig sein würde, namentlich wenn ihm, die Morgenstmiden über, Gelegenheit geboten würde, sich auszuruhen, und die Verhandlung erst um 11 Uhr begänne. Herr Harden habe erklärt, er wolle unbedingt morgen an Gerichtsstelle erscheinen, nachdem ihm die Zusicherung gemacht worden sei, daß die Verhandlung erst### 11 Uhr anfangen solle. Daraufhin wird, nac ddem Medizinalia! Dr. Hoffmann die Aussagen Eulenburgs bestätigt hat, die Verhandiung auf morgen um 11 Uhr vertagt. Berlin, 2. Jan.(Priv.=Tel.) Wie das B. T. von gut unterrichteter Seite erfährt, dürfte Graf Kuno Moltke sofort nach der Urteilsfällung reaktiviert werden. Der Kaiser beabsichtigt, den Grafen Moltke durch eine ganz besondere Ehrung auszuzeichnen und ihn auf einen der höchsten militärischen Posten zu berufen. Es soll sich dabei um eine Stellung in der unmitteldaren Umgebung des Kaisers handeln. Nachrichten. Gelsenkirchen, den 3. Januar 1908. m. Die Verlegung einzelner Bureaus innerhalb des Rathauses hat vor einigen Tagen stattgesunden, und zwar befindet sich jetzt das Militärburean auf Zimmer 14 und das Bureau für Stadtausschußsachen in der 2. und dus Finanzbureau in der 2. Emge. Das Zimmer des Herrn Bürgermeisters Heinroth befindet sich ebenfalls in der 2. Elage. ** Städt. Badeanstalt. Im Monat Dezember war die Benutzung derselben folgende: Es wurden genommen: 3787 Schwimmbäder, un zwar 3143 männliche und 644 weibliche, 2351 Wannenbäder, 1615 männliche und 736 weidliche, 2498 Brausebäder, 2382 männliche und 111 weibliche, 446 Heilbäder, 367 mannliche und 79 weibliche, zu. zusammen 9077 Bäder, 7507 männliche, 1570 weibliche. In den Mo naten Jannac und Fedruar ist die Kasse geöffnet an Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 3 bis 8 Uhr[Samstags bis 8½ Uhr), an Sonntagen von 8 dis 12 Uhr. Die Heilbäder(als Heißluft=, Dampf=, Massage-, Touche-, elektr. Licht= und Wasserva###. nungo-, Kohlensäure- und Sandbäder) sind den Frauen Dienstag vormittags und Freitags nachmittugs, zu allen übrigen Badczeiten den Männem zuwollte. Ehe es jedoch soweit kam, hatte sich der Fremde mit dem Bemerken entsernt, er habe nicht viel Zeit und wolle an einem späteren Tage wiederkommen. Es sei nochmale darauf hingewiesen, daß die amtsseitig mit der Prüfung der Fernsprechanlagen betrauten Personen Ausweiskarten besitzen, die für das Jahr 1908 im OberPostdirektionsbezirk Dortmund braune Farbe haben. et Ueberfallen und tödlich verletzt durch einen Schlag auf den Kopf mit einem stumpfen Instrument wurde am Dienstag abend zwischen 40 und 11 Uhr in der Nähe des evangelischen Friedhofes in Bismarrk der etwa 24 Jahre alte Bergmann Ernst Schneider aus der Kronenstraße 8. Schneider konnte sich nach der Ta: noch zum Arzt zum Anlegen eines Notverbandes begeben und dann seine Wohnung aufsuchen. Hier angelangt, teilte er seinen Angehörigen mit, daß er geschlagen worden sei, worauf er bewußtlos zusamnrenbiach. Seine Angehörigen brachten ihn zu Bett. Am heutigen Morgen war ei, ohne das Bewußtsein wiedeverlangt zu haben, seinen Verletzungen erlegen. Anscheinend wurde ihm die Schädeldeche zertrümmert. Von den Tätem fehlt jede Spur. x. Kirchliches. In der evangelischen Filialgemeinde Hepier haben im vorigen Jahr an der Feier des hl. Abendmahls 895 Personen teilgenommen. Taufen fanden in demselben 194 statt, davon waren Knaben 102 und Mädchen 92. Beerdigungen haben 72, Trauungen 88 stattgefunden. t1 Böswilliger Alarm. In der Neujahrsnacht wurde die Berufsfeuerwehr wieder einmal böswillig alarmiert und zwar vom Melder Kaiserpiatz aus. Der Täter ist unerkannt entkommen. tt Die„schlagfertigen“ Schlafkollegen. In der Nacht zum Neujahrstage bei einer Schlägerei durch Messerstiche schwer verletzt wurde der Fakrikarbeiter Felix Heuser aus der Wannerstraße. Nachdem in der gemeinsamen Wohnung ordentlich gezecht worden war, geriet Heuser mit seinen Schlafkollegen in Streit, in dessen Verlauf er unter anderen einen Messerstich in den Rücken erhielt. Nach Anlore eines Notverbandes wurde H. dem Krankenhause zugeführt. Der Täter ist ermittelt und in Haft oenommen. tt Rasch tritt der Tod den Menschen an! Vom Schlage betrossen wurde vorgestern abend gegen 9½ Uhr die etwa 50 Jahre alte Chefrau des Bergmanns Josef Kösters aus der Florastraße 88, als sie in Begleitung ihres Mannes die Ringstraße passierte. Die Frau klagte plötzlich über Unwohlsein, als sie auch schon ohnmächtig zu. sommenbrach. Mit dem schnell herbeigerufenen Krankenwagen konnte die Bedauernswerte noch lebend zum kathol. Krankenhause gebracht verden, wo sie jedoch gleich nach der Einlieferung, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, verschicd. st Das Ende einer Kneiperei. Der Arbeiter Franz Nicolaiczack datte mit guten Freunden in deren Wohnung in der Westfalenstraße is in den späten Whend gezecht, als plötzlich das bisher gute Einstraße bis zur Bochumerstraße, die Schulstraße von 1 bis 9, ferner die Seidlitz-, Tiefenbruch= und Wannerstraße. Beim Bezirk des Knappschaftsaltesten Thuddäus Stwwarz verbleiben die BlucherBachumer=, Graben-, Habbon-, Hedwigs-, Verbindungs-, Violin= und V#ichelmsstraß ganz, die Heinrichstraße von der Bochumer= bis zur Manktstraße, die Königsgruberstraße von 1 bis 17, die Plutostraße von der Bochumerstraße bis Ende und die Kolonie Pluto 1.— Herr Lehrer Käse überninnn am 1. April die Stelle eines Tursehrers am Progymnasium zu Wanne. Die Bestätigung durch das Provinzialschuktollegium ist erfolgt ** Höntrop, 1. Jan. Am Sonnian den 29. Dezember veranstaltete der hiesige National=Stenographen=Verein ein Preisschreiben. Preise erhielten: a) schönschriftliche Arbeiten: F. Pahlke sen., b) Wettschreiben: 60 Silben: Fritz Pahlke(8 Jahre alt] und Otto Kramer, 80 Silben: H. Vorderstraße, 100 Silben: Jenn Lippert, 160 Silben: W. Bannasch, c. Schön= und Korrektschreiben: Fritz Kramer. Aus der Umgegend. ** Kotthansen, 2. Jan. Im Monai Dezember gelangten auf dem hiesigen Standesamte zur Anmeldung 108 Geburten, 8 Torgeburten, 37 Sterbefälle, darunter besanden sich Kinder unter 1 starben an Scharlach 3, Masein 2, Diphieritis 2, Tuberkulose 2, Lungenkatarrh 2, Lungenenrzundung 3, Mugen= und Darmkatarrh 6, davon Kinder unter 1 Jahre 4, Krämpse 7, Altersschwäche 2, Lebensschwräche 4, Geschunst 1, an andoren Krankheiten 5. Ehen wurden 10 geschlossen. Die Zahl der im Jahre 1907 angemeldeten Geburten betung 1282 gagen 1166 im Jahre 1906, als totgeboren wurden 31 (1906 24) angemeldet. Sterbefälle gelangten 422 zur Anmeldung, zehrn 386 im Jahre 1906. Eheschließungen sanden im Jahre 1907 235, im Jahre 1906 199 statt. ho. Krav, 2. Jan. Auf dem an der Steinhalde der Zeche Vonfarius gelegenen Teiche, der bei der jetzigen kalten Witterung zugefroren war, vergnügten sich eine Anzahl Kinder mit Schlittschuhlausen. Plotzlich drach die Eisdecke, die noch nicht widerstandsfähig genug war, an einigen Stellen ein, wobei mehrere Kinder versanken. Unter Zuhuisenahme einiger ermachsener Peisonen konnten die Kinder wieder aus dem Wasser grzogen werden. Eins der Kinder, ein enwa 12 Jahre almes Mädchen, war an einer besonders tiesen Stelle eingebrochen und stte bereits eine Menge Wasser und Schmutz verschluckt, ene es aus seiner gefährlichen Lage befreit weiden konnte. ho. Kraz, 2. Jan. Die nächtlichen Dirbereien nehmen in letzter Zeit wieder i erschrrckerdem Maße zu. So wurden in den letzten Nachten einer in der Bonifacius=Kolonie wohnenden Familie vier vernchmen, eines Mädchens wegen, in Schlägerei ausartete. Nico-lwersvolle Briefmmben aus verschlossenem Taubenschlage gestohlen. aiczack erhielt hierbei mit einem scharsen Gagenstand eine lebensgefährliche, große Rassrude Wunde am Kopf, sodaß seine schleunigste Ueberführung in ein Krankenhaus, nachdem ein Notverband angeleg: worden, angeordnet weiden mußte. Von den Dieben schlt jede Spur. bo. Krah, 2. Jan. Im Jahre 1907 nunden in der hiesigen evangelischen Gen einde getauft 271 Kinder. Konfirmiert wurden 100 Kinder gegen 90 im Vorjahre, darunter 51 Knuben und 49 Mädchen. ** Stenographisches. Im Hotel„Zur Post“ findet am Sonntag Trauungen wurden 61 vollzogen, darunter 4 in gemischter Ehe, gegen den 12. Januar der 1. diesjährige Bezirkstag des Westfälischen Be Trauungen, darunter 14 in Mischehen, in 1906. Es starven 91 zirks für National-Stenographie statt. Mit der Tagung ist eine Persone öffentliche stenographische Ausstellung verbunden rsonen und zwar 67 Kinder und 24 Enwachsene, gegen 81 Porsonen und zuar 63 Kinder und 15 Erwachsene im Vorjahre. Das AbendSonnenfinsternis. In der Nacht von 3. zum 4. Januar— michl emfingen 1871 Personen, 613 Männer und 758 Frauen, außer— kommt für unserescem 39 Privote und 139 Masuren, gegen 1122 Personen und 17 und zwar von 8 Uhr 8 Min. bis 1 Uhr 23 Min.— tomm sür n. Erde eine wiale Sonnenfinsternis in Betracht. Leider winkt das Privatkommunionen in Jahre 1906. Die Secienzahl der evangeli Glück, dieser seltenen Erscheinung beiwohnen zu können, nicht uns, sondem unsern Antipoden. Denn wir liegen bekanntlich zu genannter Zeit unbesonnt in den Fidern, um den Schiaf des Gerechten zu chiasen, während den farbigen Südseeinsulanern und den wenigen in der Südsee befindlichen Europäern resp. Weißen, die Mittagssonne marck=Archipel) wurde, hat es vermittelt. Du weißt, er war stets goldig lieb zu mir, und es scheint, man vergöttert ihn dort. Die Billets sind schon vergrifsen, wie er mir schreibt; natürlich gilt das seinem Namen. hal kein Hehl kuraus gemacht, daß der Erfolg dieses Konzertes sein Herzenswunsch ist, und soweit es die Portemonnaies angeht, erfüll: man ihn dem geschätzten Maestro gern. Und dann ist man natürlich neuer um Beiwohnun riesig gespannt auf das unternehmende Protegee, auf das nascweise Kücken, das ein Konzert zu geben waat, ganz allein— der Meister will es so— ohne Mitwirkung, die Begleitung abgerechnet. Uebri1s, Kar. übernimmt sie, Karl, die treue Seele! Er spielt herrlich, scheint. Sehr gut wird die totale Sonnenfinsternis von den Christmas=, Samoa= und Marquchasinseln bei klarem Wetter wahrzunehmen sein. Dabei können die Bewohner Mittelamerikas eine woiale Austraetztere Bis. e und ich habe mir in den Kam gesetzt, ihn zu lancieren, so gut wie mich mein Professor lanciert. Ja, Du, ich habe gloße Rosinen m Kopi. Aber wie Uebrigens bin ich wieder einmal vom abgeirrt. Abendsonnen= und die Bewohner des nordöstlichen Teils von Austra lien eine totale Morgensonnenfinsternis beobachten. Die 1 kommt auch für unser deutsches Schutzgebiet im Stillen Ozean hipel) in Betracht. Wir haben also alle Ursache, die Poly einer bedeutenden Zimmelserscheinung schen Gemeindeglieder stieg von 6035 im Jahre 1906 im venlosselen Jahre auf 6530.— Der Jahreswechsel hat sich diesmal recht laut vollzogen. Auf den Straßen und in den Lokalitäten war es sehr lebhaft. Der Unfug des Neufahrsschießens wurde besonders im Mittelpunkt stark betrieben. x. Caternberg, 2. Jan. Verletzung im Rücken erlitt im Grubenbetriebe durch Steinfall aus dem Hangenden der hier wohnende Hauer Hebel, der mittels Krankenwagens in seine Wohnung überfuhrt wurde.— Eine Verletzung an der Hand zog sich der Bergmann Va#tmeier zu. um Bewwocnung einer ocheutenden Himmelverscheinung si be: den Wilden jedenfalls hächstes Erstaunen oder abergläubische Furcht hervorr#en wird zu deneiden. Schrlsach. Herr Lehrer Slatmann von der Friedrich= schule wurde zum Lehrer an der höheren Mädchenschule in Herne ge wählt und erhiett von der Kgl. Regierung zu Arnsberg zum 1. April eine Gestätigung kr. Ein roher Ehemann ist der Bergmann Ludwig R., Haferes auch in mit aussicht! Die Gedanken tanzen den reinen Cancan. kampstraße, der vorgestern seine Frau mit einem Stock so schwer mißAlso gespannt ist man riesig in Frankfurt. Der Meister schreibt handelt hatte, daß die Polizei einschreiten und ihn zur eigenen Sicher Aüs MMKTNIP AEC Wrusulen und Dr heinann! Drr Ahlinplbbiäj. mit's selbst. Die ernen schwyafeln von einem Wunderkind von vierzehn Jahren, die anderen zucken mitleidig die Achseln und meinen, daß der gute Prosessor sich reizend blamieren werde. In den Zeitungen soll ich auch schon stehen— hu, mir gruselt! Weißt Du, offen gesagt, das Auftreten selbst ist nicht mein Geschmack. Wenn es wenigstens im verdunkelten Raume sein könnte! Alle Sinne müssen schlummern bis auf das Gehör, wenn Musik in ihrer ganzen Heiligkeit und Tiefe zum Herzen sprechen soll. Mir selbst wird Lichterglanz heit einsperren mußte. m. Ein hohes Alter erreicht. Eine der ältesten Bewohnerinnen unserer Stadt, die Witwe Louise Zaunbrecher, Industriestraße 25 wohnend, ist im Alter von 90 Jahren gestorben. dem Tandkreis Gelsenkirchen. * Bochum, 1. Jan. Der Handelsminister bat den stenggraphischen Bericht über die letzte Generalversammlung des Allgemeinen Kuappschaftovereins ingefordert, nachdem Geheimer Regierungsrat Steinbrurt ausfuhrlich über den Ausgang der Versammlung Gerian erstatte: hat. * Minden, 1. Jan. Erschossen wurde in letzter Nacht infolge leichtsinnigen Umganges unt einem Redolver die 15jährige Schwagerin des Bäckermeisters Wulbrandt. Der 19 Jahre alte Knecht Spönemann haue auf der Straße geschossen, glaubie dann die Waffe ganz entaden zu haben und legte im Hause im Scherz auf das Mädhen an. Dabei entlud sich die Wasse und das Mädchen sank, in die Stirn getroffen, leblos zu Boden. Sp. wurde festgenommen. * Düren, 1. Jon. Der Vorstand der hiesigen Ortsgruppe des Deutschen Flottenvereins hat folgende Resolntion angenemmen:„Der Vorstand der Ortsgruppe des Deutschen Flottenvereins erklärt es einstimmig für erforberlich, daß General a. D. Keim das zur Zeit rn Klavier und sechs Gesang, und lies und halte sano sie Aufmchme im Kranienisause, wo die Kuger entsernt wurt: von Trendelkamp erfolgte heute früh in der fünften Stunde. wahrmich nicht für wahnsinnig: sechs Suchen sind eigene Komposition!]. Beim Schulecher Stinissen, hroch#stern gond anf ungutsglärte scheinlich durch eine in die wen....uwve. wao Aos grish, uih ensien sch rer. schfahte aeie gich n Tüshsels gullnieg, De Schar, Ke actsenz e sosher, a. Seasia, sietetates= Tehtiste ie Letlengnlsdagewesener Aufsassung. unethedlich.— In einer hiesigen Wirtschaft fand gestern abend und die Budne des Saales durchschlug und auf der Bühne arge Ver(zwischen angetrunkenen Gästen eine binkige Schlägerei statt. Die wüstungen anrichtete. Verletzt wurde niemand rohen Burschen zeuschmetterten auch noch einen Teil des Moviliars. — Das hiesige landwirtschaftliche Kasino tritt Sonntag beim Wirt Lippler zu einer Jahresversammlung zusammen. außergewöhnlicher Technik, noch nach nie dagewesener... Wir haben uns ja bei Deinem vorjährigen Besuch darütber ausgesprochen; erinnerst Du Dich, am letzten Abend auf der Moosbank im Garten, die unterer Anny Lieblingsplätzchen war. Ich suchte Dir die gründe meines Strebens zu offenbaren, und ich alaude,„n. I. □.."— r wurden gestört, doch als Du gingst, küßlesti“ Wattenscheid, 2. Jan. Die„Inbetriebnahme der neum der Mischeimerstraße m Styrum ein Mann, der im angetrun 5, ich war im l ctreßerdahn Raukan=Han###n— Kommmal=Straßenbahngeseu= Ausimür dus Straßenbahngleis als Schsafstötte dernnte. sdhaaft des Landkresses Gellenkirchen", wir sie dic offizielle Ausschrift und imer verletzt. Dem Unglücklichen mußten beide Beine Du verstandest mich Du mich besonders innig; geli. Schu ——— Essen, 2. Jan.(Tel.) Auf der Zeche Gras Beuist kam ein Arbeiter per Transmission zu nahe und wurde sofort getotet. * M ü l h e i m= R u h r, 2. 9— I n d e r S i l v e s t e m a c h t w i n d e a u f lonem ∆ A P„„ b Amauf den Wagen trägt— ist mm endgültig, nachdem die Probesahrten tiert werher. Der Verletzte ist gestern seinen Verletzungen erlegen. 2. Blatt, Nr. 2.— 0. Jahrgang. Gelsentirchener 19 Freltag, den 8. Jannar 1908. 4 TE Amtliches Kreisblatt für den Staoi# Geschäftastelle Munckelstraße 16 18(beim Amtesericht). Ocoffnei laglich von 8 Uhr vorm. bis 8 Uhr abende. GesteralBezugsbrets sur den Monat 65 Pfg. mit illustr Unterhaltungsblatt. Anzeigenpreie 15 Pfg. die Petitzeile. Reklamen 40 Ufg. die Zeile. Anew. Inserate 0 Pfg. die Zeile Beilage=Gebühr vro 1000 Mr. 5 Fernsprecher: Nr. 173. und für den Landkreis Gelsenkirchen. Anzeiger. Prodennmmern 10 Tage lang kostenfrei verlauge man durch Bosttarte von der Geschäftsstelle Munckelstr. 16.18. Telegrammad resse: Bertendurg= Gelsenkischen. Offizielles Organ für Militär=, Gerichts=, Eisenbahn=, Post=, Handelskammer= u. Knappschaftewesen. — Erscheint teglich mu Ausnalme der Sonn- und Festtage. Wahnknn aus Methode. Die sonderbarste Rolle im Harden=Prozeß hat zweifellos der Leizer des wissenschaftlich=humanttären Komitees, Dr. Magnus Hirschfeld, gespielt. Im ersten Prozeß erklärte er den Grafen Moltke für homosexuell, im zweiten Prozeß widerrief er dieses„wissenschaftliche“ Urteil glatt, ohne mit der Wimper zu zucken. Wie es mit der Wissenschaftlichkeit des Herrn Hirschfeld steht, beweist auch ein Buch, das ein Freund Hirschfelds über„Richard Wagner und die Homosexualität“ verfaßt hat. „Von Goethe wird darin erzählt, er müßte nicht der allumfassende Geist gewesen sein, den wir bewundern, wenn er nicht die Macht und Allgewalt der gleichgeschlechtlichen Liebe am eigenen Leibe erfahren hätte. Auch„Erlkönig“ ist homosexuell. Denn er flüstert dem Knaben zu: Ich liebe Dich, mich reizt Deine schöne Gestalt, Und bist Du nicht willig, so brauch' ich Gewalt. Richard Wagner ist natürlich„Zwischenstufe". Auch der nordische Gott Lok: ist homosexuell. Dito König Marke im„Tristan“. Es wird auch ein Schriftsteller zitiert, der in jedem Künstler zu der Zeit, wo seine Phantasie sehr erregt ist, ein weibliches Element findet und danach von einer Homosexualität des Künstlers redet. Ja, so widerwärtig und ungeheuerlich es ist, selbst vor dem strahlenden Bilde Christi haben die Gelehrten der Homosexualität nicht Halt gemacht. Im Jahrbuch des Herrn Dr. Magnus Hirschfeld findet sich in einem Aufsatz über den § 176 des Strafgesetzbuchs eine Betrachtung, gewürzt mit Gedichten des Herrn Adolf Brand und ausgestattet mut Hinweisen auf zahlreiche Stellen in den Cvangelien. Der eine Autor will„noch keine übereilten Schlüsse ziehen“, und der andere, der ihn zitiert, fügi vorsicht hinen:„Auch ich will weitere Schlüsse nicht ziehen, so verlockend es auch ist, die göttliche Liebe Christi zu dem Jünger Johannes menschlich näher ahnungsvoll zu betrachten.“ Es ist gerade empörend und wahnwitzig genug, den Namen Christi mit diesen Dingen auch nur zusammen zu nennen.“ Das genügt ja wohl, um ein Treiben zu kennzeichnen, das sich mir einem ehrbar wissenschaftlichen Mäntelchen gar kunstvoll dravierte, während es im Gegenteil in allerunwissenschaftlichster Oberflächlichkeit beflissen war, leere Vermutungen zu Tatsachen zu stempeln und harmlose Tatsachen so zweiselhaft umzudenten, daß sie in ein höchst anfechtbares System hineinpaßten. Es ist die erfeulichste Errungenschaft an den unerfreulichen Sensationsprozessen der letzten Monate, daß diese Afterwissenschaft sich auf alle Zeit selber kompromittiert hat. Die Sprachenfrage in Böhmen. Der Sprachenstreit in Böhmen ist, wie der„Osld. Korr.“ aus Wien geschrieben wird, in ein neues Stadium getreten. Das Egerer Kreisgericht hai in Sachen einer gegen den Spruch des dortigen Bezir tsgerichts eingebrachten Berufung entschieden, daß im Egerei Gerichtssprengel die deutsche Sprache die ortkübliche und deshalb auch die Gerichtssprache sei. Da die Entscheidungen beider Gerichtsstellen im Wesen gleichlautend sind, gibt es dagegen keine weitere Berufung. Damit ist fürs erste der neuerliche Versuch der Tschechen, die interne tschechische Amissprache bei rein deutschen Gerichten einzuschmuggeln, gescheitert. Von Bedeutung ist aber auch, daß das Egerer Kreisgericht in der Begründung seiner Entscheidung erklärte, daß die Berufung anf die Stremoyersche Sprachenordnung unzulässig sei, da diese Verordnung keine gesetzliche Kraft habe, weil die Maicrie, von der sie handele, im Staatsgrundgesetz ausdrücklich in den Wirkungskieis des Reichsrats verwiesen worden, dieser allein also berusen sei, In Bezug auf die Zivilprozeßordnung rechtsgültige und bindende Verfügungen zu nessen. Dami: isi zweisellos allen deutschen Gerichten in Böhmen der Weg vorgezeichnet, den sie gegenüber weiteren Versuchen, die tschechische Sprache bei ihnen einzuführen, zu gehen haben. Die Sprachenfrage in Böhmen, so weit sie sich auf die Gerichte bezieht, wäre damit zugunsten der Deutschen endlich entschieden und der Zustand vor der Stremayerschen Sprachenverordnung wiroer heigesteilt, wenn man wirklich sicher wäre, daß alle deutschen Gerichte daselbst gegebenenfalls in diesem Sinne entscheiden würden. Allein diese Garantie besteht insefern nicht, gis der Beamtenstand in den deutschen Grenzbezirken Behmens immer noch stark von Tichechen durchsetzt ist, und da zeigt sich wieder das Gefährliche des gegenwärtigen Zustandes, d. h. des Fehlens eines geschlossenen deutschen richterlichen Beamtenstatus in Deutschböhmen. Da die erwähnte Entscheidung des Egerer Kreisgerichts nur für den Gerichtsbezirk Eoer gilt, so ist es natürlich moglich, daß in einem andern deutschen Gerichtsbezirke Böhmens, wo ein oder der andere tschechische Richter amtiert, eine andere Entscheidung gefällt wird. Daraus ergibt sich aber die Notwendigkest für die Deutschen, unter allen Umständen darauf zu bestehen, daß der Grundsatz:„Für deutsche Gerichte und Behörden nur deutsche Richter“ vollkommen durchacführt werde, selbst um den Preis der Nichtberücksichtigung privater Interessen. Bereits bei den letzten und vorletzten Richterernennungen in Bihmen stichte die Regierung dieser Fordenung gerecht zu werden, allein es ergab sich, daß nicht die genügende Zahl deutscher war, da einerseits die deutsche akodensische aus Böhmen in einer sehr mißverstandenen Auffassung ihres nationalen Berufes in den letzten zwei Jahrzehnten den Staatsdienst oeflissentlich annieden hat und, wo sie sich dach dem juristischen Berufe midmete, vor allem die Bersetzung aus Bihhmen in die Alpensänder anstredte. Man wirv alto, wenn man die Richterfrage in Böhmen #sen wil, zu einer Art Revatriierung deurtschhöhmischer Richter schreiten munen, um so des Manko zu decken, das der deutsche Richterstand in Böhmen ausweist. Kurze politische Meldungen. Aus Brüssel wird uns berichtet: Ministerpräsident De Trooz ist gestorden.— wurs Le Trooz war 1857 in Löwen glboren und tnat frühzeitig in die mesitische Beweguns. Den Vorsitz im Rabinet übernahm er im Mai 1907 nach dem Rucktritt de Emei de Racyers. Das Ministerium wurde damal? fast ganz neugelsi det. Ais sein Nochfolger wird der Kammerpräsident Schollaert genannt. „ Aus i=tersburg wird berichtet: Alle wegen des Wiborger Aufrufs Angeklagten wurden zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, woraus der Verlust der politischen Rechte, das heigt des Dumawahlrechts, sich ergibt. Nur zwei Angeklagte wurden freigesprochen. ###amischwill wurde die Voruntersuchungshaft angerechnet. Nach der Verkündigung des Urteils wurden die Verurteilten mit Blumen und Lerbeer überschüttet. Muromzew wurden in der Wandethalle begeisierte Ovationen bereitet. Ein Mord in Haunover. Hannover, 1. Jan. Am Neujahrsmorgen fand die Hauswirtin des Hauses Roßmühle 1 in Hannover die Parterre=Wohnung des Hauses verschlossen und an der Wohnungs- und Haustür Blutspuren. Die herbeigerufene Kriminalpolizei ließ die Wohnung öffnen. Den Eintretenden bot sich ein schrecklicher Anblick. Auf dem Bette in der Kammer lag mit durchschnittenem Halse und einer Schnittwunde in der rechten Hand die 58 Jahre alte Ehefrau Alma Schulze, die seit 20 Jahren von ihrem Ebemann, dem früheren Fabrikbesitzer und spöteren Reisenden Schulze geschieden ist. Das mit Blut besudelte Oberbett lag an der Erde. Die Ermordete war nur mit einem Hemd und den Strümpfen bekleidet. Im Zimmer zeigten sich überall Blutstropfen, ebenso an einer Tischschublade. Auf dem Tische lag ein sauberer Kragenschoner und hinter dem Ofen ein stark mit Blut getränkter Herrenschlipps. Von dem Täter fehlt sonst jede Spur. Die Schulze calt als liederlich, sie unterhielt einen regen Verkehr mit Männern. Leute, die sie kennen, wollen sie um halb 2 Uhr nachts noch auf der Straße gesehen haben. Hausbewohner wollen zwischen halb 6 und 6 Uhr morgens einen Hund im Hause laut bellen gehört und einen gellenden Schrei vernommen haben. Da die Schulze in sehr bescheidenen Verhältnissen lebte, scheint ein Mord und kein Raubmord vorzuliegen. Die Kriminalpolizei vermutet, daß das Opfer mit dem Mörder erst vorher einen Kampf bestanden hat, denn die Blutspuren am Tische und an den Türen lassen darauf schließen, daß der Täter an der rechten Hand eine schwere Verletzung davongetragen hat. Am Nachmittag hatte die Schulze noch der Hochzeit ihres Sohnes beigewohnt. Ihr Mann ist seit 20 Jahren von Hannoner fort und hat leit dieser Zeit irgendwelchen Verkehr mit ihr nicht gepflegt. Verdachtgründe gegen irgendwelche Personen liegen bislang nicht vor. Die rhein.=wellf. Tlora und Faung. Die beiden Schwesterprovinzen in der Nordwestecke Deutschlands haben nicht nur in geographischer Beziehung viele gemeinsame Züge. sondern auch in bezug auf ihre Bodenverhältnisse und die in ihnen beimische Tier- und Pflanzenwelt. Aber auch darin gleichen beide sich, daß letztere unter dem Drucke der immer meyr sich ausbreitenden Industrie zu leiden haben, die die einst so klaren Gebirgsbäche unbewohnbar macht, Wälder und Felder unter ihren Schlackenbergen begräbt und Tiere und Pflanzen, die sich ehedem frei und undehnbert entwickeln konnten, durch den Rauch ihrer tausend Schlote, das Sausen der Maschinen and die Menschenmengen, die sie fortwährend nach sich zieht, Holzdiebe. ** Stizze von Anton Karlgren. Autorisierte Uebersetzung von Frida C. Vogel. (Nachdruck verboten.) Diebe im Wald! Onlel Ivan, der Nachtwächter, kommt zeitig von der Morgentour heimgeschwankt, so schnell die alten, gebrechlichen Beine ihn tragen können, und verkündet, daß der Wald voller Holzdiebe wäre. Es herrscht ein beständiger Streit zwischen dem Verwalter des Adelsgutes, Pavel Pablowitsch und diesen unwillkommenen Gästen. Der Wald des Gutes ist nicht groß, ein kleiner Hain bloß, aber der Wald der Bauern ist noch kleiner, und das kann nun ein für alle mal den Bauern nicht begreiflich gemacht werden, daß es nicht ihr gutes Recht ist. etwas Brennmaterial von dem Grund und Boden des Gutsbeir## zu holen, wenn die Lälte dazu drängt und ihnen eigenes Holz fehlt. Werden sie festgenommen, lassen sie sich geduldig und still einige Wochen einsperren. Weshalb, ja, das wissen sie kaum, aber das muß nun mal so sein, und Gott dat eben gewollt, daß es übel ablaufen soll. Dann kommen sie wieder los und fahren aufs Neue fröhlich in den Wald, um das unterbrochene Geschäft sortzusetzen Oben aus dem Herrenhof wird es sedendig. Pferde werden anzesponnt und wir fahren fort, füns Mann doch, um die Missetäter abzufassen. Vorwärts geht es in sausender Fahrt über Felder und Wiesen: den Pferden sind die Schellen abgenommen, damit sie die Diebe nicht vor der Zeit aufmerksam machen; fast lautlos gleiten wir über den glitzernden Schnee. Doch es ist zu spät! Als der Forst hinter einem kleinen Feldhügel auftaucht, sehen wir schon, wie Kaninchen aus dem Bau, an zehn Schlitten nach verschiedenen Richtungen daraus herausfahren: sie sind sedoch zu weit entfernt, als daß wir die Kutscher wiedererkennen können. Als die Diede den Herrschaftsschlitten bemerken, winken sie uns bergnügt mit den Mützen und geden den Pferden einen kräftigen Peitchenschlag, vermutlich dekrenzigen sie sich auch einige Male und danken Gott, der ihnen selbst dieswal geholsen hat. Im Walde drinnen sind kreuz und quer Spuren von Schlttten. füihren sie jedoch schließlich zu derselben Stelle; die Bauern haben niat einmal versucht ihr Vorwärtsdringen zu verwischen oder mal hier. mal de einen Baim zu nehmen: alle haben einander freundschaftlich an ein und derselben Stelle geholsen, und da, wo sich noch gestern ein:„Gott bewahre mich! Weshalb denn in aller Welt?“ prachtvolles Stück Wald erhob, findet man nun eine abgeholzte kleine"„Ja, wir wollen den Starosten"] holen, und dann bokommst### Lichtung. Wohl dreißig nackte Stümpfe ragen aus dem Schnee, und Arrest!" die abgehanenen Zweige liegen rings herum verstreut. Es. ist die alte]„Was? Arrest! Gott behüte Euren Verstand, Pavel Pavlovitsch! Geschichte: es wird nicht geknausert in Rußland, wenn es zu stehlen gilt, Wenn io eiwas verbrochen hätte, wurde ich mich gern in Arrest setzen man nimmt hier alles im großen Stil. llassen. Aber so!— Laß mich gehen, Batinschka; ich habe keine Zeit, ich Aber sieh, sieh! Ein Schlitten steht ja noch da, mit dem prächtig-Imuß noch zum Bazar nach der Stadt fahren.“ sten Holz angefüllt. Nur der Kutscher scheint spurlos verschwunden: er! Petruschkas Naivität— sie mag nun gespielt oder ehrlich sein— ist überrascht worden, der Arme, und liegt wohl hinter irgend einem hilft ihm jedoch keineswegs. Er wird in unsern Schlitten gesetzt, ein anderer bemächtigt sich des seinigen und so geht es los, in Prozession nach Hause. Als wir uns der Stadt nahern, fängt Petruschka an reuig zu werdes und legt sich aufs Bitten. Sei wie ein Vater gegen mich, Pavel Pavlovitsch, sei wie ein leinMach . daar Stückchen Holz!“ Und er zeigt auf den Schlitten, der uns nachfolgt und der so schwer beladen ist, daß das Pferd alle mögliche Mühe bat, ihn vorwärts zu schleppen. Doch der Verwalter bleibt unerbittlich und Petruschka fügt sich schließlich resigniert. Die Schlitten biegen in die Dorfstraße ein. Die andern Holzdiebe sind längst auf Umwegen nach Haus gekommen. Unsere Ankunft wird voll Spannung erwartet: überall we wir vorbeifahren, spähen neugierige Gesichter heraus. Vor seiner Hütte wartend, würdig und prächtig und mit strengster Amtemiene, der Gerechtigleil böchster Wärter im Orte der Starost selbst. Er schüttelt den Loot und sieht mißbilligend aus den Verdrecher, und als wir bei ihm „Aber begreifst Du denn nicht, daß es Diebstahl ist, wenn man auf anhalten, donnert er in seinem strengsten Ton: „Daß Du Dich nicht schämst, Piorr Nikolatevitsch, daß Da Dich ich nicht schömst. Dich an fremdem Eigentum zu vergreifen! Pfui! Ein: Beumstamm und horcht Toch als nun Pavel Paolowitsch das Pferd losschirren läßt und Miene macht, nach Hause zu fahren und Pferd und Fuhre als seine Beute mitzunehmen, knack es sofort in dem umliegenden Gebüsch und ein junger Bauer kriecht servor. Es ist ein großer, blühender, hübscher Bursche von ungeföhr 171licher Vater und laß mich los! Bei Gott, es ist das erste Mai! Jahren. Sein Haar in uppig und lockig, die blauen Augen lebhaft und imich nicht unglücklich, Batinschka, wegen dieser lumpigen voar beweglich, die Backen sind von dem frischen Morgenwind noch rorer un gewöhnlich gefärbt. Er ist in einen neuen, gutsitzenden Schafspelz gekleidet, dessen gelbe Farbe sich noch nicht in das übliche Schmutzbraun verwandelt hat. Die Zipfel eines rot-blau=grünen Halstuchs hängen lang auf seine Brust herunter Er nimmt die sorglojeste Miene von der Welt an, und bricht fast entzückt aus: „Guten Tag— ei, guten Tag, Pavlovitsch!“ „Tag, Perruschka! So, so, Du bist auch draußen und fährst schon so früh am Morgen?“ „Wohl, wohl. Pavel Pavlovitsch! Das Holz war alle und ich mutte neues holen.“ dem Boden eines Andern Brennholz haut? Ach, was kann das r ein? Wenn nachts gekommen mare, ja, dann wäre es erwas anderes gewesen, aber Schande ist es für uns andere, so einen wie Dich im Dorfe zu boden! nun dier so, mitten am hellen Tage! Psui! Schon seit meiner Geburtj... Ja, ich komme sofort Pavel Paolooitsch, fahren Sie nur zu! Ich hade ich niemals gestodlen; niemals im Tranme habe ich daran gedacht, will bloß den#echatnil““) mit mir nehmen, und dann komme ich auf und nun kommen Gie und sagen, daß ich steble! Ueberlegen Sie sichs die Minute. Wir werden Protokoll hierüber aufnehmen, Petruschke mal selber, Povel Poviovinch, ist es für uns Bauern wohl mözlich, im börst Dus? Wie werden Protokoll aufnehmen. Winter ohne Brennvolz zu leben?" Weiter gedi die Fahrt. Als wir uns der Kirche nähern, nimmt Und er steht mit seinen großen Augen den Verwalter ganz ren#eirnichla andächtig die Wide ab, und wädrend der ganzen Leit. wr herzig an.— „Schön, aber nun bist Du wohl so gnt und setst Dich auf meinen; Schlitten, damtt wir zu uns zurückfahren, ja“" **) Gendarmen. Bügrmeine Zeitung. immer weiter zurückdrängt und schließlich ganz vernichtet. Ein Ende dieser Bewegung ist nicht vorauszusehen, und somit erscheint es als eine wichtige, schnelle und planmäßige Arbeit verlangende Aufgabe aller Naturfreunde, zu retten, was noch geborgen werden kann, und zu beobachten und in seinem Bestande festzustellen, was noch nicht von den Polypenarmen der Industrie ergriffen und zerdrückt worden ist. Ein solches planmäßiges Arbeiten auf biologischem Gebiet haben der vor kurzem gegründete Zoologische und der Botanische Verein für Rheinland-Westfalen sich zur Aufgabe gemacht; dasselbe erstrebt der Geologische Verein auf seinem Forschungsgebiete; alle drei werden am 4. Januar in Köln in den Räumen des Die Durktschlacht bei Groß-Rabas in den ersten Januartagen des Jahres 1905. Einer der schwersten Kämpfe, die unsere Truppen in Südwestafrika zu bestehen hatten, ist das mehrtägige Gefecht bei Groß=Nabas. Die vom Großen Generalstabe herausgegebene Geschichte dieses Kriedes berichtet da rüber unter anderem. Ende Dezember des Jahres 1904 hatte Oberst Deimling den Entschluß gefaßt, sich mit der gesamten ihm unterstellten Truppenmacht auf Hendrik Witboi zu wersen, der sich zu Ende des Jahres im Auobgebiete mit Simon Kopper vereinigt hatte und so über mehr als 1200 Gewehre verfugte. Er war also zur Zeit Stapelhäcses ihre Versammlung abhalten, und zwar im Anschluß der gefährlichste Feind, mu dem in erster Lime abgerechnet werden mußte. Am 28. Dezember teilte Oberst Deimling seine Streitmacht in drei Kolonnen, die Abteilungen Meister, Ritter und Lengerke, und gab ihnen den Besehl, konzentrisch zum Angriff auf die Witboi gegen Gochas vorzumarschieren, den wichtigsten Platz des Auobtales. Durch diese umfassende Bewegung hoffte man, den beweglichen Feind, der jeder Entscheidung auswich, zum Kampfe zu stellen und seine Widerstandskraft zu brechen. Am 1. Januar war die Abteilung Ritter, bei ihr Oberst Deimling, von Gibeon aufgebrochen. Am 3. kam es zum Gefecht bei Haruchas, in dem es der kleinen Abteilung in sechsstündigem schweren Kampfe gelang, die Absicht des Feindes, die Deutschen hier vereinzelt zu schlagen, zu vereiteln. Am Abend des 4. war auch die Abteilung Lengerke bei Haruchas eingetroffen, nachdem sie eine zweitägige Durststrecke bei glühender Hitze mit größter Anstrengung überwunden hatte. Die vereinigten beiden Abteilungen hatten am 5. das äußerst heftige Gefecht bei Gochas, das wiederum mit einem Siege der Deutschen und mit dem Zurückjagen des Feindes endigte. Freilich lostete dieser Sieg den deutschen Abteilungen vier Tote und 14 Verwundete. Am 6. be setzten die deutschen Truppen dann, ohne weiteren Widerstand zu fin den, Gochas. Dort hatte nach dem allgemeinen Plane die Abreilung Meister schon am 8. früh eintreffen sollen. Und doch hatte man keiner. lei Kunde von ihr, hatte auch niemals Artilleriefeuer gehört. Dies rief große Bestürzung hervor; man hegte die schlimmsten Befürchtungen Während man aber ursprünglich damit gerechnet hatte, der Feind werbe sich mit seiner Hauptmacht gegen die beiden Abteilungen Ritter und Lengerke wenden, war Hendrik auf die Nachricht vom Anmarsche der Kolonne Meister bieser mit seinen Witboi bis Stamprietsontemn entgegengerückt. Major Meister hatte am Nachmittag des 31. Dezember 1904 den Vormarsch auf Stamprietfontein angetreten. Dort kam es noch am Abend zu einem Gesecht, infolgedessen aber erst im Laufe der Nacht der Feind zurückging. Ein schweres, mit#gewaltiger Kraft sich entladendes Gewitter mit strömendem Regen und heftigem Donner ging nieder Verfolgung des Feindes war unmöglich.„Die Truppen blieben während der sehr kalten Nacht in Schützenlinien aufgelöst, alles völlig durchnäßt, vor Kälte zitternd, Gewehr im Arm.— So erwartete man den Feind um das Jahr 1905!“ Am 1. Jannar wurde der Marsch auf Groß=Nabas angetreten, ohne jedoch zum Zusammenstoß mit dem Feinde zu führen. Am Morgen des 2. Januar dagegen erhielt die Spitze heftiges Feuer auf nahe Entfernung. Es wurde sofort erkannt, daß der Gegner in großer Ausdehnung gegenüberstand. Major Meister entwickelle sofort seine drei Kompagnien, worauf der Feind seine Stellung räumte, aber nur, um in eine zweite festungsartig verschanzte zurückzugehen, wo er nun einen klippenreichen, in der Front fast sturmfreien Höhenzug, der sich von dem höheren Dünengelände nach dem Flußtal allmählich herabsenkte, besetzt hielt. Er zählte im ganzen etwa 1000 Gewehre mit reichlicher Munition und war den Deutschen um das Fünfsache überlegen. Hier galt es, einen ernsten Widerstand zu brechen. Die Kom pagnien richteten sich hinter felsigem Geröll, so gut es ging, ein und erwiderten das Feuer. Die feindliche Linie dehnte sich im Laufe des Tages auf 4—5 Kilometer aus und drohte, durch ihre Uebermacht di kleine deutsche Schar zu erdrücken. Während es tagsüber noch gelungen war, die Truppe mit frischem Wasser zu versehen, begann im Laufe des Nachmittags das Wasser auszugehen. Auch die Hoffnung, daß ein am Abend heraufziehendes Gewitter den sehnlichst erwarteten Regen bringen würde, erwies sich als trügerisch. Die Nacht vom 2. zum verbrachten die Truppen, das Gewehr im Arm, in der Schützenlinie; der brennende Durst ließ aber nur wenige den ersehnten Schlaf finden. Der 3. war wieder ein glühend heißer Tag. Der brennend heiß gewordene Dünensand bereitete den Kämpfern die furchtbersten Schmerzen. Schon in den ersten Morgenstunden wurden einzelne Leute vor Schmerzen, Erschöpfung und Durst in der Schützenlinie de an eine Hauptversammlung des Rälurhistorischen Vereins der preußischen Rheinlande und Westfalens, der, seit mehr als 60 Jahren im Mittelpunkt des naturwissenschaftlichen Lebens der beiden Provinzen stehend, die Organisation der gesamten Arbeit in die Hand genommen hat. Wie der Schriftführer dieses Vereins, Projessor Walter Voigt in Bonn, in dem soeben erschienenen Bericht hervorhebt, kann wirklich fruchtbare Arbeit aus dem genannten großen Gediete nur dann geleistet werden, wenn zwischen all denen, die aus Liede zur Heimat mitzuarbeiten gewillt sind, und den Vereinen, die demselben oder einem ähnlichen Ziele zustreben, ein gewisser Zusammenhalt besteht zu einer planmäßigen gegenseitigen Unterstützung. Ein solcher Zusammenschluß ist nunmehr erreicht, da heute schon eine ganze Reihe naturwissenschaftlicher Vereine unter voller Wahrung ihrer eigenen Selbständigkeit der Organisation beigetreten sind, so daß der Naturhistorische Verein heute 510 ordentliche und über 2300 außerordentliche Mitglieder zählt. Die ausgedehnte Bibliothek des Vereins, seine umfangreichen Sammlungen stehen den Mitgliedern der angeschlossenen Vereine für wissenschaftliche Zwecke ebenso bereitwillig zur Verfügung, wie die von ihm herausgegebene Vereinsschrift zur Aufnahme von Mitteilungen und Beobachtungen aus dem Gehiete der heimischen Flora und Fauna bereitstelt. Die Leitung der gemeinsamen Arbeiten soll in den Händen eines Kuratoriums liegen, in dem außer bewährten Fachleuten auch jeder Verbandsverein von mehr als 100 Mitgliedern Sitz und Stimme hat. Das Arbeitsgebiet auf dem planmäßig vorgegangen werden soll, umsaßzt das rheinische Schiefergebirge, mit seiner Umgebung und die niederrheinische Tiesebene, und seine geographischen Grenzen bilden etwa im Westen die Flüsse Maas, Sauer und Saar, im Süden Glan, nade und Mein, im Osien Weiter, Fulda und Weser, und im Norden eine Linie, die die nördlichen Ausläuser des Wiehengebirges und Teutoburger Waldes umfaßt und von da bis zu dem Punkte verläuft, wo der Rhein sich in seine Arme zu teilen beginnt. Da in den diesen Grenzen benachbarten Gebieten ähnliche Arbeiten wie die gleich zu bezeichnen#en bereits ausgeführt oder doch geplant wurden, wird auf diese Weise eine planmäßige Durchforschung der biologischen Verhältnisse der Nordwestecke unseres Vaterlandes in die Wege geleitet. Diese Arbeiten bestehen nicht nur darin, daß das Vorkommen und die Verbreitung der für dieses Gebiet charakteristischen Tier= und Pflanzenformen festgestellt wird, bevor sie der immer dichter werdenden Besiedlung zum Opfer fallen, sondern es sollen auch Maßnahmen zum Schutze der rheintsch=westfälischen Naturdenkmäler getrossen werden, zur Erhaltung seltener Tiere und Pflanzen in beiden Provinzen, die i Gefahr sind ausgerotiet zu werden. Diese Aufgabe ist um so wichtiger, als der Zoologie und Botanik kein solches Institut helfend zur Seite steht wie die Geologische Landesanstalt es für die Erjorschung der heimischen Bodenverhältnisse darstellt. So wurde bereits vom Naturhistorischen Verein eine Parzelle auf einem Waldabhang bei Walddöckelheim angekauft zur Erhaltung seltener Pflanzen, die durch die Umwandlung des Grundstücks in einen Weinberg bedroht waren, ferner soll das einzige Vorkommen von Erica einerea durch die Schaffung des Hohenzollernwaldes in der Nähe von Dollendorf bei Bonn dem rheinischen Schiefergebirge erhalten werden, und im Wolbecker Gehölz bei Münster ist auf Anregung von Professor Zopf ein Bestand von Laubbäumen mit seltenen Flechten durch die Forsterwaltung vor dem Untergang geschützt. Ferner harren noch allerlei Sammlungen aus dem gemeinsamen Arbeitsgebiet, die sich in Händen von Privatleuten oder Vereinen befinden, der Durcharbeitung, es sind Tauschvermittlungs- und Bestimmungsstellen eingerichtet worden, für die sich eine große Anzahl Fochleute in den Dienst der guten Sache gestellt haben, endlich sollen Unterrichtssammlungen geschaffen und den Lehrern zur Verfügung gestellt werven. Wie man aus diesen und andern dorerst nur ins Auge gefaßten Plänen sieht, ist das Arbeitsgebiet der neuen Vereine außerordentlich umfangreich, und jeder ist zur Teilnahme freundlichst aufgefordert. Ueber alles Nähere gibt der Schriftführer des Naturhistorischen Vereins der dreußischen Rheinlande und Westfalens, Professor Dr. W. Voigi in Bonn, gern Auskunft; Einladungen sind auch— soweit der Vortal tticht— durch den Leiter des Kolner Museums für Naturkunde. Dr. Janson, zu haben. wir daran vorbeifahren, verrichtet er fromm seine Andacht, bekreuzt sich und verbeugt sich, so oft es der knappe Platz im Schlitten gestattet. Zu Hause wird er in die Küche geschickt. Wahrend wir fort waren, hat Grischka, der Knecht, sich hinunter in die Stadt geschlichen und Brannkwein gekauft; nun liegt er oben auf dem Ofen und schnarcht. Von dem Gevolter geweckt, steckt er den Kopf über den Ofenrand, sieht lange und schläfrig auf Petruschka und nurmelt zuletzt mit tiessinniger Piene: Groß-Nabas war genommen. Es war ein Kampf ausgefochten worden, wie er schwerer und aufreibender, aber auch ruhmvoller wohl selten je zuvor von deutschen Soldaten gekämpft worden ist. Jener Sturmanlauf mit den halbverdursteten, durch ein 54stündiges Gesecht erschöpften Truppen ist eine Tai, die ihresgleichen in der Kriegsgeschichte sucht. Am Mittag des dritten Tages erst konnte die Truppe frisches Wasser und einige Nahrung zu sich nehmen. Freilich waren auch die Opfer äußerst schwer gewesen, 4 Offiziere und 18 Mann hatten ihr Leben auf dem Schlachtfelde lassen müssen, 3 Mann wurden vermißt, 5 Offiziere und 42 Mann waren verwundet. Fast 32 v. H. der Abteilung waren außer Gefecht gesetzt, 148 Pferde und Maultiere waren tot. Der Feind hatte 70 Tote in der Siellung zurückgelassen, also ohne Zweifel starke Verluste gehabt. Am 7. Januar hatten die Abteilungen unter Oberst Deimling ein siegreiches Gefecht bei Zwartsontein. Am Morgen des 8. gelang es endlich, Verbindung mit der Abteilung Meister aufzunehmen; am 10. fand dann die Vereinigung der drei Kolonnen bei Stamprietfontein statt. Sam Truppen hatten die größten Strapazen mit kühnem Mut ertragen. Nur durch die außergewöhnliche Hingabe und Ausdauer der Truppe und die überlegene Taikraft der Führung war es moglich geworden, allen unüberwindlich scheinenden Hindernissen zum Trotz, den Sieg an die deutschen Fahnen zu fesseln. Wahrlich, das deutsche Vaterland kann stolz sein auf seine tapferen Söhne! So lange es noch solche Männer gibt im deutschen Heer, kann das Vaterland ruhig sein! Niemand soll es aber unternehmen, den Ruhm der Braven zu schmälern. Ewig wird sie eine glanzvolle Tat bleiben, die dreitägige Durstschlacht von Groß=Nabas. N. bußtlos. Die Lage wurde immer ernster, das feindliche Feuer immer % fe.— „Un, sa, Wi. din Non kingesauen, Hfols Kitblasebilich! „Ja, das bin ich,“ antwortet Petruschta trunsetig. dreht sich auf die andere Sette und schläft weiter. Retruschka kriecht wie ein Bundel vor dem Osen zusammen, um sich nach der morgendlichen Expedition zu wärmen und versinkt in Träumereien.———— Aber der Starost läßt auf sich warten. Schon ein paar Stunden haust#r Delinquent unruhig und stumm auf derselben Stelle, wo er sich zuerst niedergelassen hat, degesessen. Der Mittog kommt: Petruschka ißt Kohl mit den Andern, und durch ein guswilliges Uebereinkommen mit Grischka darf er dann den Schlasplatz mit ihm auf dem Ofen keilen Und noch immer lein Starost und kein Deschatnik. Pavel Paviovitsch fährt schließlich wieder in den Ort herein, um sie zu holen. Sie seien fortgefahren, wird geantwortet, niemand wisse wohin. Da die Pserde nun schon mal angespannt sind, hat der Verwakter den Einfall, einen neuen Abstecher nach dem Walde zu machen, um zu relognoszieren. Wieder gehi es in rascher Fahrt dorthin— und wirklich, als wir näher kommen, dören wir deutlich#xtschlage verauzschallen. Wir fahren vorsichtig und langsam nach der Lichtung. Da ist die Arbeit in vollem Gang: zwei Gestalten steden mit dem Rücken gegen uns und hauen, daß die Späne fliegen. Als wir näher kommen, drehen sie sich um,—— Tableau! Ee ist ber Starost in eigener, hober Person, freundlichst unterstützt von dem Deschatni.. hefriger; die Verluste nahmen zu. Einzelne Leute wurden vor Durst wahnsinnig. Höhnend hielt der Feind seine eigenen wohlgefüllten Wassersäcke den Halbverdursteten entgegen. Im Laufe des Nochmittags versuchten die Hottentotten, sich der Geschütze zu bemächtigen, wurden aber zurückgeworfen. Endlich ließ der Kampf an Heftigkeit an beiden Seiten nach. Ein Zustand fast bewußtloser Erschöpfung trat ein. Auch gelang es nach vielen Mühen, aus einer im Auobtale entdeckten Wasserstelle Wasser herbeizuschaffen. Aber dieses war bald ausgetrunken, und eine Umgehungsbewegung der Hottentotten im Rucken der Deutschen machte das Heranholen von mehr Wasser unmöglich. Die Lage wurde äußerst heikel; nur der Mut der Verzweiflung hielt die kleine Schar aufrecht. Den ganzen Tag über hatte man gespannt nach Süden ausgeschaut, woher man den Anmarsch der Abteilungen des Obersten Deimling erhoffte. Endlich mit Einbruch der Dämmerung hörte man aus weiter Ferne Kanonenbonner. alles schöpfte neue Hoffnung. Trotzdem douerte das wieder heftiger werdende dis gegen Mitternacht. Am Morgen des 4. erkannten die Deutschen, daß Teile des Gegnets von ihnen abgezogen waren. Dieser hatte sicher auf den Rückzug der Deutschen gerechnet und wollte sich ihnen mit Teilen an einer anderen Stelle vorlegen. So kamen auch Teile des Feindes in den Rücken der Deutschen, deren Lage sich dadurch noch verzweiflungsvoller gestaltete. Da faßte der kühne Führer den äußersten Entschluß, die Wasserstelle Groß=Nabas zu stürmen, koste es, was es wolle. „Allein, hieß es nicht Uebermenschliches verlanges, war es nicht ein wahnwitziges Unternehmen, mit dieser bis zur Willenlosigkeit erschöoften Truppe, die in einem mehr als 50stündigen Kampfe unsagbare Leiden hatte ausstehen müssen und die so schwere Verluste erlitten hatte, die feindliche Stellung, die von einem überlegenen, völlig unerschütterken, entschlossenen Gegner verteidigt wurde, mit stürmender Hand nehmen zu wollen?! Es war der feste Wille einer Schar von Helden, lieder einen schnellen, ehrenvollen Soldatentod zu erseiden, ais mit den Tobesqüclen des Verdursters längsam und rühmlos hinzusterben.“ Die Ernte des Todes im Jahre (Nachdruck, auch im einzelnen, untersagt.) Heer ans Marine. nuar: 3. v. d. Lannitz, russ. General, Stadthauptmann von St. Petersburg, 1(ermordet) St. Petersburg.— 9. Gustav Maentell, preuß. Generalleutnant a. D., f Berlin, 86 J.— 17. Wilhelm von Grote, preuß. Generalleutnant a. D., f Liegnitz, 82 J.— März: 19. Bernhard v. Werder, preuß. General, f Köln, 88 J.— 25. Friedrich v. Rauch, preuß. Generalleutnant a. D., f Schwerin, 79 J.— Avril: 4. Baron v. Stoffel, franz. Oberst, ehem. Militärattachee, Paris, 84 J.— 1v. Kuri Lampe, Wirkl. Ech. Kriegsrat, 1 Breslau, 77 J.— 19. Friedrich Frhr. v. Fischer, österr. Feldmarschalleumant, Wien, 80 J.— 27. Wilhelm Graf v. Schlieffen, preug. Generalmasor a. D., 1 Görlin 9 J.— Bernhard v. Gelien, preuß. General, f Potsdam. 76 J.— Mai: 18. Oskar v. Rohrscheidt, preuß. Genetalleutnant a. D. und Inspekteur der Kriegsschulen, 1 Berlin, 58 J. — 22. Frido v. Blume, bayer. Generalleutnant a. D.,* München, 75 J.— 28. Frhr. Günther v. Ramberg, preuß. Oberst, Kommandant des Truppenübungsplatzes Döberitz, Spandau, 57 J.— v. Hartmann, preuß. Generalleutnant a. D., f Blankenburg(Harz) 85 J.— Juni: 1. Jean Baptiste Billot, ehem. franz. Kriegsminister, 1 79 J — 15. Hermann=v. Liebermann, preuß. Generalleutnant a. D., v Breslau, 73 J.— 17. Moritz v. Bornhard, bauer, Generalleutnant a. D., k Ebenhausen bei München, 69 J.— 22. Franz v. Porembsky, preuß. Generalleutnant a. D., 1 Rudolstadt, 66 J.— Juli: 2. Kurt Frhr. v. Lützow, preuß. Generalmajor a. D., k Schwerin, 70 J.— 4. Mar Dieckmann, preuß. Generalleutnant a. D.,* Berlin, 61 J. — 25. union Ritter v. Pilreich, österr. Feldzeugmeister, 1 Klagenfurt, 69 J.— August: 9. Stanislao Mocenni, ehem. ital. Kriegsminister, * Siena, 70 J.— 10. Alfred v. Keßler, preuß. General z. D., ehem. Generalinspekteur des Militär=Erziehungs- und Bildungswesens, 1 Vullay, 74 J.— j. C. Bluntschli, schweiz. Oberst, 1 Zürich, 73 J.— September: 1. Richard v. Klitzing, preuß. General a. D., f Berlin. 65 J.— 4. Gustav v. Schubert, sächs. Generalleutnant a. D., Militärschriftsteller, Heidelberg, 83 J.— II. H. G. J. Staus, ehem. norw. Kriegsminister,* Christiania.— 13. Ernst v. Legat, preuß. Generalleutnant a. D.,* Berlin, 78 J.— Mirri, ital. General, ehem. Kriegsminister, F Bologna, 78 J.— Nölle, Kapitänleutnant, Lehrer und Instrukteur im Artillerie. und Torvedowesen,# Ouethal bei Lüdenscheid.— Oktober: 12. Adolf v. Bülow, preu Venem! 4 Ratham. 71 J.— 19. Dr. Albert v. Pnster, preu# almajor a. D. und Schriftstaller* Trassingen, 68 J.— 24. Drn v. Catinelli, österr. Feldzeugmeister, 1 Görz.— November: Lskar Kleusa, Kontreadmiral, 1 Lübeck, 58 J.— 14. Graf Karl von und zu Pappenheim, bayer. General, f München, 91 J. Parlamentarier.— Politiker.- Publizisten. Journalisten. tagsabgeordneter, f Mainburg, 61 J.— 17. v. Polenz, chem. Reichstagsahgeordueter, 1 Niederlößnitz, 69 J.— Schaffner, preuß. Landtagsabgeordneter(ältestes Mirolied), 1 Dieß, 84 J.— Feoruar: Adolf Saber, ehem. Reichstagrabgrordneter, f Frankfurt a. M., 64 J.— März: 20. Franz Ludwig Prinz von Arenberg, Reichstags- und preuß. Landtagsabgeordnetet, f Haus Pisch bei Osterath, „. J.— 2.. Tr. Gregor B. Jollos, Dumaabgevidneter, f sermorder Moskau.— Wilhelm Rapp, deutsch=amerikanischer Journalist, Chicago, 79 J.— April: 1. Dr. Eduard Gregr, ehem. Fuhrer der Jungtschechen, f Prag, 80 J.— 10. Ignaz Aner, sozialdem. Reichstagsabgeordneter, f Berlin, 63 J.— 21. Andreas Graf v. BerustorffStintenburg, ehem. Reichstagsabgeordneter, f Berlin, 68 J.— Mai: 1. Ferdinand Frhr. v. Zeolitz und Neukirch, enem. preuß. Landtagsabgeordneter, f Kynau, 74 J.— 4. Dr. Ignaz Mandl, österr. Politiker, f Wien, 74 J.— 17. Hesse, preuß. Landtagkadgeordneier, 1 Verden(Aller), 76 J.— 17. Dr. Hugo Jux Edler von Volkwart, österr. Reichsratsabgeordneter,* Wien, 63 J.— 28. Dr. ündreas Deinhard, ehem. Renystags##geordneter,# Oeidesheim, 61 J.— 81. Kan Bünd, alter Achtundvierziger, f Hampstead dei London, 80.— Juai: S. Todias Nißler, Reichktagsabgeordneter, Aisrrohousen, 54 J.— 12. John T. Morgan, amerik. Poliniker, Washington, 88 J.— 25. Jalob Gotthelf, Politiker,* Munchen, 82 J.— 29. Gms Peier Heyden, ehem. Reichs=Dumaabgeordneter, Moskau, 67 2— Dr. Friedrich Dörr, Publizist, 1 Schlachiensee, 77 J.— Juli: 5. Dr. Hermann Eckels, preuß. Landtagsabgeordneter, f Göttingen, 68 J.— 18. D. Wilko Graf Winzingerode, Begründer des Evangel. Bundes, ehem. Reichstags= und preuß. Landagsabgeordneter, f Schloß Bodenstein, 74 J.— 19. Dr. Heinrich Merck, ehem. Politiker, Achtundvierziger, Gründer des Bürgerlichen Brauhauses in München, 1 Tegernsee, 84 J.— 20. Christoph von Tiedemann, Regierungspräsident a. D., ehem. Reicht#agubgeordneter, k Berlin, 71 J.— Franz Höllriegl, Schriftsteller und Jvurnalist, t Wien, 71 J.— Wilhelm v. Kardorff, Reichstagsabgeordneier, 1 Niederwabnitz, 80 J.— August: 4. Dr. Ludwig Brandt, preuß. Landtogsabgeordneter, F Ragaz, 58 J.— 19. Philipp Ritier, ehem. hess. Landtagsabgeordneter, F Pfaffenbeerfurth. 58 J.— 22. Wilhelm Schmidt, ehem. sozialdem. Reichstagsabgeordneter,* Franksurt a. M., 55 J.— 25. Patrik Oskar v. Reuterswärd, ehem. schwcd. Reichstagsabgeordneter, 1 Stockholm, 86 J.— 27. R. Morliere, chem. Vigeptäsident der franz. Kummer. Laval. 68 J.— Gentemder: 4. Platen, Stadtschulrat in Magdeburg, ehem. preuß. Nach einem letzten, starken Feuer auf die Rehen des Gegners Landtagsabgeordneter, f Magdedurg.— 5. Markus Pflüger, chem. wurde das Seitengewehr aufgepflanzt und zum letzten Sturmanlauf Neichstagsahgeordgeter,# Lörrach, 83 J.— 10. Dr. Anton Ritter geschritten. Trotz mörderischen Feuers des Gegners gelang es deri#n# Pteini, österr. Reichsratsadgeordneter, 1 Prag, 76 J.— 17. Georg ##rmenscht ichen Anstrengung der todesmutigen Schar, den Gegner####PSei er 2. aus dovonsagenden an Allgemeine Zettung. Prettag, den 8 Jessar 1301. uß. * n. ich 1 * * * —* 22. * ord. * Dasbach, Reichstags= und preuß. Landtagtabgeordneter,# Bonn, 61 J.— 13. Baron Friedrich v. Poomaniczky, ungar. Politiker, Budapest. 88 J.— 26. Dr. Emanuel#agel, osterr. Porlamenturter, Karlsbad, 63 J.— 26. Heinrich Kramer, ehem. Reichstagsabgeordneter, f Kirchen(Sieg), 64 J.— 31. Leo Beigelsberg, Chefredakteur des Pester Lloyd, f Budapest, 63 J.— Ludwig Schrader, Parlamentarter, 1 Lubeck 91 J.— November: I. Dr. Gusoo Konrad Mosing, Achrundvierziger, f Wien, 84 J.— 9. Dr. Wilhelm Schrader, Achtundvierziger, ehem. Kurator der Universität Halle,# Halle, 91 J.— 11. Hugo Barbeck, ehem. Reichstagsabgeordneter, v Nürnberg, 55 J.— 18. Schickhardt, ehem. württ. Landsagsabgeordneier, f Bezingen, 59 J.— 22. Dr. Friedrich Haußmann, ehem. Reichstags- und wirkt. Landagsad##roneter, Stuttgart, 60 J. Forts. folgt.) standen und hauftragte den Vorsitzenden, die von den Industriegemeinden des cheinisch=westfältschen Industriegediet an die geleggebenden Kormischiften in S#hen der Einfuhrung der Koniglichen Polizei gerschiete Petition im Nauten dei Gemeinde zu vollziehen. Gemeinderatsützung in Rotthausen. - Rotthausen, 31. Dez. Zu der gestrigen, unter dem Vorsitze des Herrn Burgermeisters Hohoff stattgehabien Gemeinderatssitzung naren 29 Herren erschienen. Auf Anfrag der Lehrpersonen wurden die Gehaltsbezuge derselben mit Wirkung vom 1. Januar 1908 ab erhoht und zoar: das Jahresgehalt der einstweilig angestellten Lehrer und Lehrerinnen um je 50 Mark, die Grundgehälier der Retioren, Hauptlehrer und enogultig angestellten Lehrer um je 100 Mark und die Grundgehälter der endgültig angestellten Lehrerinnen um je 50 Mark; außerdem die Mietsentschädigung für sämtliche Rektoren, Hauptlehrer und Lehrer um se 50 Mark. Die bisherige Besoldungsordnung wurde nebst sämtlichen Nachträgen aufgehoden und der Erlaß einer neuen Ordnung deschlossen. Weiter bewilligte Gemeindere##6 Hauptlehrern eine persönliche nicht pensionsberechtigte Zulage von je 100 Mark. An der Beisenschule soll zum 1. April 1908 eine Schuldienerstelle eingerichtet und dem Schuldiener eine der am genannten Tage an der zenannten Schuls freiverdenden Lehrenrohnungen übenviesen werden. Der Wegebauctat für 1908 wurde durchberaten und an insgesamt 85 718,50 Mark festgesetzt. Weiter wurde die Errichtung einer Verwalterstelle für das Gemeindeversorgungshaus zum 1. April 1903 beschlossen. Die Stelle soll mit einem Gehalte von jährlich 800 Mark, steigend um jährlich 50 bis zum Höchstgehalt von 1000 Mark, neben freier Wohnung, Heizung und Beleuchtung und freier Station für Mann, Frau und die Kinder unter 14 Jahren ausgestattet werden: die Anstellung wird im Beamtenverhaltnts unter Zugrunde##gung der für die Potizeibeamten geltenden ortsstatutarischen Vorschriften enom.; für die Pensionierung und Hinterbliedenenersorgung wirr den die Naturalbezüge mit 1000 Mark bewertet. Mit den Vorbereitungen für die Kaisersgeburtstagsseier, welche im Lokaie von Termeer stattfinden soll, wurde die im Vorjahre gewählte Kommission betraut. Nach Mitteilung einer Verfügung des Herrn RegierungsPräsidenten beschloß Gemeinderat die Errichtung einer Sparkasse für die Bürgermeisterei Rotthausen und ersuchte den Vorsitzenden baldmöglichst einen Statutenennwurf vorzulegen. Nach Genehmigung einiger Etate überschreifungen bezw. Bewilligung weiterer Kredite für das lausende Rechnungsjahr, nahm Gemeinderat von der Entscheidung des vorläufigen Vorstandes der Emschergenossenschaft, wonach der Einspruch der Gemeinde gegen die erste ordentliche Veranlagung mAckgewiesen ist, Kenntnis. Zu Punkt 10 der Tagesordnung, veer. Antrag auf Aufhebung der für die Durchlegung der Schalkerstraße s. Zt. endgültig festgestelkten Baufluchtlinie, nahm Gemeinderat nach einachender Erlämemma des Sachverhalts durch den Herrn Vor sitzenden von einer weiteren Beschlußfassung Abstand. Zu Punkt 11 wurden nach§ 66 der Gemeindeordnung zum Mitvollzuz solcher Be schlußaußfertigungen, welche Urkunden bei Jahr 18 2 #fertigungen, welche Urkunden beigefügt werden, für das 1908 die Herren Ostermann und Kremerskothen und als deren Siellvertreier dir Herren Hüsgen und Kronshage gewählt. Die Kosten der Verrretung für die erkrankte Lehrerin Passens, sowie die Miei zur Gewährung einer Entschädigung für Ueberstenden an verschiedene Leyrpersonen der Gartenbruchschule wurden bew.llig.; ebenso die Kosten der Herrichtung einer Einfriedigung an der östlichen Seite der(a#l=Meyerstraße von der Eisenbahndienstwohnung bis zur Eisenda####berfuhrung und die Kosten für die Errichtung eines Stalles für das Gemeindeversorgungshaus. Der von einem Schuldiener gestellte Antrag auf Erhöhung der Entschädigung für Lieinigung und Heizung wurde abgelehnt; jedoch dem Vorschlage der Baukomm'ssion, wonach die Auszahlung der Entschädigung anderweit geregelt werden soll, zugestimmt. Vom 1. April 1908 ab soll dem an der Gartenbruchschule bestellten Schuldiener auch die Lieferung der erforderlichen Feuerungsmaterialien, welche bisher durch die meinde erfolgte, nach den für die Schuldiener festgestellten Vergürungssätzen übertragen werden. Zum Schlusse war Gemeinderat mit Uebertragung der Lieferung der Möbel für das Versorgungshaus an den Schreinermeister Hoffmann als Mindestfordernden einverVereins- und Vergnügungs-Anzeiger. 2. Silvesterfeier der evangelischen Gemeinde Heßler. Im evangelischen Gemeindehause des Bezirks Heßler sand am Dienstaa eine Silvesterseier der Gemeinde statt. Vom Posaunenchor des Junglingsvereinz wurde dieselbe eingeleitet. Von Kindern vor getragene Leklamationen werhselten mit Ansprachen einiger Herren, in weichen des nunmehr vergangenen Jahres Envähnung geian wurde, ab u. Der evangelische Arbeiterverein Heßler beging am Neujahrstage sein Weitnachtsfest. Von der Festersammtung getungene Lieder, sowie Deklamationen von Kindern wechselten in gut gewahlter Reihenfolge mit trefflich gespielten Musikvorträgen des Posaunenchors ab. Die Bescherung der Kinder, sowie die Vorlouug eines großen Nikolauskerls bildeten den Schluß der erhedenden Feier. ** Der Verein der Sachsen und Thüringer hielt am Sonntag im Lokale des Wirtes Oppenländer eine Kinderbescherung ab. Um 5 Uhr wurde die Feier durch eine Ansprache des stellvertreienden Vorsitzenden eröffnet. Sodann wuide unter dem brannenden Lichterbaum das Lied: Stille Nacht. deilige Nacht, gesungen. Beonders erwahnenenen ist dnbei die vorzügliche Detoraion des Saales seitens des Wirtes und des Vereins. Letzterer hatte alle Wappen sämtlicher Thürinaischen Staaten mit zur Dekoration verwandt. Nach dem gemeinsamen Gesange: O du frötliche solate die Bescherung der Kinder und eine Verlosung. Bei der Verlosung waren das Christkindchen, Knecht Ruvorecht und der Nikolaus aufgestellt und wurden mit drei kleinen Mädchen, die Engel darstellten, als lebendes Bild in bengulischer Beleuchtung dargestellt, was mit großem Beifall aufgenommen wurde. Es murdr dann noch eine Verlosung nützlicher Gegenstände veramstaltet, die in shr interessamer und unterhaltender Weise verlief. Nach deren Beendigung blieben die gemüttichen Sachsen noch einige Stunden in feuchtfröhlicher Stimmung beieinander. ** Populär=wissen shaftlicher Vortrag. Ueber die Verhutung von rantenleiden wird am kommenden Montag(hl. Dreikönige) die NaturHeing Johanna Berg aus Bockurm im Saale des Vereishauses am Elisabechplatz auf Veranlassung des hiesigen Vereins für naturgemäße Lebens- und Heilweise einen Vortrag für Frauen halten. Es ist dieses ain sehr ernstes Thema, da die Krankheiten der Frauen, die meistens durch Unachtsamkeit oder Untennmis der zu beobachtenden Lebensnegeln entstehen, immer mehr und mehr in die Erscheinung treten, sodaß man heute schon die Behauptung aufstellen hören kann, wir häten überhaupt keine gesunden Frauen mehr. ** Der edangelische Männer= und Jünglingsverein der Altstadt feierte am Neujahrstage mii der klrchlichen Gemeinschaft sein Wochnachts- und Neujahrssest. Nachdem der Posaunenchor(Dirigent Herr Lchrer Hülsnann) die Feierlichkeit unt einem Gloria eröffnete und gemeinsam dus Lied:„Jauhzei ihr Himmel“ getungen wurde, begrußte der Lersitzende des Männer= und Junglingsvereins, Herr Pfarrer Voswinckel, die Anwesenden und wunschte allen viel Glück im neuen Jahre. Nach einem Siteren Eingangswori und Gebet, und n#chdem eine Daine eine Deflamamon vorgetragen hatte, hien Herr Pfarrer Leich die Weihnachtsansprache. Alsdann wurde der Baum angezumndet und gedämpft klangen, vom Posaunenchor vorgerragen, die Weisen„Suille Nacht“ und dann wieder etwas fröhlicher„O du frohliche" durch den Saal. Von Mitzliedern des Vereins wurde in trefflicher Weise„Pechsieders Weihnachtsabend" vorgeführt. Nach einer Pause emns Herr Pfarrer Cürlis ans Essen das Wort memer biblischen Ansprache über den 90. Psalm. Es wechselten sodann gemeinsame Gesänge, Wechselgespräche, Deklamationen sowie Vorrräge des Posaunen= und des gemischten Chors miteimander ab. Mit einem Schlußgebei der Stadimissionars Warstadt und mit dem Liede„So niman denn meine Hände“ murde die aufs heite verlafene Reier ge. —"*— schlossen. ** Oberbayerisches Baverntheater. Am 4., 5., 6. und 9. Januar hält, wie wir vor einigen Tagen mitgereilt haben, due in hiestger Stadt aus dem vorigen Jahre her noch wahlbetannte oderdanerische Bauernheater unter der Direktion von Michl Dengg aus Schliersee m Theatertokal Barbarossa 4 Gastspiele ab. Zur Aufführung gelangen: am 4. Januar der„Gewissenswurm“, Bauernkomödie in 4 Akten mit Gesang und Tanz von Ludwig Anzengruber, am 5. Junuar „D' Welt acht unter“, Bauernschwank in 8 Akten von Bulh. Jutoby und Hans Werner, am 6. Januar„Sündige Liad“, Charaktergemä de aus dem Bauernleben mit Gesang und Tanz in 3 Akten von Weiner, am 9. Januar„Im Pfarrhaus“, Ernstes und Heiteres aus dem Leben eines Dorfpsarrers in drei Abteilungen von Hans Werner. Im übrigen verweisen wir auf das Inserat der vorliegmden Nummer Bekanntmachung. Warenhaussteuerberenlegung fur das Steuerjahr 1906 Auf Grund des 6 9 des Gesetes, dettessend die Warendaussteuer vom 18. Juli 1900(Gesetzsammlung S. 294) wird hiermit jeder dereit## zur Warenhaussteuer veranlagte Steuerpflichtige in dem Regierungsbe zick Arusberg aufgesordert, die Sieuererslarung über den steuerpflichtigen Jahresumsatz nach dem vorgeschriebenen Formuler in der Zeit vom 25. Januar bis 10. Februar dem Unterzeichneten schriftlich oder zu Protokoll unter der Versicherung abzugeben, daß die Angaben bestem Wissen und Gewissen gemacht sind. Die oben bezeichneten Steuerpflichtigen sind zur Abgabe der ich bestem Wissen und Gewissen gemacht sind Die oben bezeichneten Steuerpflichtigen Steuererklärung verpflichtet, auch wenn ihnen eine besondere Aus sorderung wei ein Formular nicht zugegungen ist. Auf Verlangen werden die vorgeschriebenen Formulare, denen zugleich die maßgebenden Bestimmungen beigefügt sind, von heute ab in dem Amtslokal des Unterzeichneten sowie des Vorsitzenden jedes Steuerausschusses der Gewerdesteuerklasse 4 kostenlos verabfolgt. Die Einsendung schriftlicher Erklärungen durch die Post ist zulässig, geschieht aber auf Gefahr des Absenders und deshald wweckmäßtr mittelst Einschreibebriefes. Mündliche Erklärungen werden von dem Unterzeichneten in seinem Dienstzimmer der Königl. Regierung von 11 bis 1 Uhr vormittogs zu Protokoll entgegengenommen. Die Versäumung der odigen Frist hat gemaß§ 11 des Gesetzet detreffend die Warenhaussteuer, den Verlust der gesetzlichen Rechtsmittel gegen die Einschätzung für das Steuerjahr zur Folge. Wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben oder wissentliche Verschweigung von steuerpflichtigem Umsatz in der Steuererklärung sind mit Strafe bedroht. Arnsberg, 7. Dezember 1907. Der Vorsitzende des Steuerausschusses der Gewerbestenerklasse 1. Haxter, Regierungsrat. Bekanntmachung Auf dem am 20. d. M. adgehaltenen Kreistage ist die Rechnung der Kreiskommunalkasse des Landkreises Gelsenkirchen für 1906 abgenommen, in Einnahme auf 295 171,10 Mark, in Ausgade auf 242 171,10 Mark. festgestellt und der Rechnungsleger entlastet worden. In Gemäßheit des§ 74 der Kreisordnung bringe ich nachstehend einen Auszug aus jener Rechnung zur öffentlichen Kenninis. A. Einnahmen. Titel 1: Reste— Mr Titel 2: Ueberschüsse aus dem Vorjahr 3000,— Mt Titel 3: Zinsen vom Kreisvermögen 1015,— Mt. Litel 4: Einnahmen des Kreises 18555.— Mi Titel 5: Einnahmen des Kreisausschusses 4835,68 Mi. Litel 6: Kreishaus 1990.— Mer. Litel 7: Zuschüsse der Gemeinden für Provinz und Tiiel 5. Jusgemein und durchlaufende Posten 18 863,70 Der Kreis 246 911,72 Mk. Titel Titel Titel Titel Titel Titel Titel Titel Titel Titel Eiter 11 Summo der Einnahmen: 295 171,10 Mi B. Ausgeden 1: Reste— Mr 2: Kreishaus und Kreishausschulden 12086,41 8: Kreis-Chausseewalze 75.— Mk. 4: Kreisbeamte 11 617.— Mt 5: Kreisausschuß„ 4343.96 Mk. 6: Bibliothek und Inventar„ 2080,15 Mt 7: Impfgeschäft 2387,77 Mi 8: Beihilfen des Kreises 22 424,77 Ml. 9: Kanaldosen Wanne=Gelsenkirchen=Land 30 000.— Mk. 10: Für Unterrichts- und andere Zwecke. 9209.26 Mi 11: Beistüngen an die Provinz seinschließlich Armenpflegekosten 165 248,02 M! Titel 12: Ersatzkommission, Zeugengebüdren und Reisekosten 2497.08 M Titel 18: Insgemein und durchlaufende Posten 40 202.28 M“. Summa der Ausgaden 292 171,10 Mk. Gellenkirchen, den 28. Dezember 1907. Der Vorsitzende des Kreisausschusses. Landrat: J. V.: Stern Kreisdevutierter Aus Friedberg in Hessen berichtet man uns, daß daselbst kürzlich wiederum die Ingenieur=Hauptprüfungen in den 4 Abteilungen der Gewerbe=Akademie mit gutem Erfolg, vor der dazu bestimmten Prüungskommission, unter dem Vorsitz eines städtischen Prüfungs=Kommissars(Geh. Baurat] abgehalten worden sind. Den sämtlichen 54 Prütungskandidaten konnte diesmal das Reifezeugnis erteilt werden und zwar bestanden 1 Kandidat die Prüfung„mit Auszeichnung“ 8 Kandidaten mit„sehr gut“, 21 Kandidoten mit„gut“, 24 Kandidaten mit„bestanden“. Es steht zu hoffen, daß die nächsten Hauptprüfungen im neuen Studtum=Gehäude abgehalten werden können. Dieser Nummer liegt ein Prespekt über den soeben beginnenden neuen Jahrgang der„Gartenlaube“ bei, welcher mit dem neuesten fesselnden Roman von W. Heimburg„Ueber steinige Wege“ er#ffnet wird. Wir empfehlen den Prospekt unseren geehrten Lesern zu besonderer Beachtung. Abonnements auf die„Gartenlaube“ nehmen alle Buchhandlungen und Postanstalten entgegen Theaterlokal Barbarossa, Gclatnmrenen. 4., 5., 6. und 9. Januar 1908: 30 Oberbayern als Gäste. Grosses oberbaxrisches Bauern-Theater Direktion: Michl Lengg aus SchliersseSamstag den 4. Jannar 18016, abenos 8 Uhr: Der Gewissenswurm von Anzengruber Sonntag, den 5 Januar:## Weli gene##lc: Jakoby und Hans Werner. Montag, den 6. Januar: Gündige Lieb von Hans Werner Donnerstag, den 9. Januar: Im Psarrhaus v. Hans Werner, Abschieds-Vorstellung. Züber-Vorträge des Pirtposes-Ouariek, Schuhplallerlauz. Gesang etc. etc. Preise der Pläye: Im Vorverkauf bis abends 6 Uhr, Sperrnz Mk. 1.25, I. Play nummeriett 80 Ufg Abendkasse Sperrsitz Mk. 1.50, 1. Platz Rk. 1.—, 2. Platz 75, Galerte 00 Pfg. Der Billettverkauf befindet sich bei den Herren H llebrand, Zigarrengeschäft, Bahnhofstraße; Waiter Welland Bahnunterführung und im Theaterlokal. 11878 Kassa-Eronfnund 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Ende 10½ Uhr Wit verbürgen Ihnen interessante, heitere Abende im Bardarossa. Dengg Bauerntheater spielt ohne Souffleur. Unwiderruflich! Nur noch bis 15. Januar. Wunderbar! Sthunenerregend Alles kommt, hört und ethunt! ", Wer lichtet das Dunkei der Zukunlt? Wer lüfter den Schleier der Vergangenheit? Wer gibt eine scharte Kritik des Charakters? Die Jand Madame de Ferrand, des Glockes. Phrenologin, Niegenzebefflich gerüdete Hepf. und Nandlssaria, bourtollf Cbaradfer, Fähigkeit, bowie Leudnemnut Siner joden Per won. Sprochstunden von nachmitlage# pre 10 UAr abends, aucn Sonatag: Sprechstunden Gsiseakirchen Badnbofstr. 4z. Z. Elage, Elndang in der Glasoassage. Restbestand n neuen und getragenen Heute lebendtrisch eingetroffen Großle holl. Angel-Schellfische. Kleine Schellfische Pfund 10 Pfg. E. Overdyk, Uerkendorferstr. 132. — Daselbst trische hiesige Landeler.— Stadtmissions-Kospir Gelsenkirchen. Knlestr. 7—9. ges-res Ungier- u. speischausVorrugl Mittag. u Abendtiach Mittas de Pig. 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Statt Karten! b Die glückliche Gebart eines 100011 kräftigen Jungen zeigen hocherfreut en Bisnarek-(GelsenLirchen) den 31. Dez. 1907. Pastor Peter u. Fran Helene geb. Claassen. -Stammhalter. Stadtbaumeister## Haneke und Frau. Sonderburg. L Bekannimachung. Au Grund des§ 40 Abs. 2 der Jagdordnung vom 15. Juli 1907 ist für den Umfang des Regierungs=Bezirks Arnsberg der Beginn der Schonzeit für Birk=, Hasel= u. Fasanenhennen auf den 18. Januar 1908 festgesetzt. urnsberg, 23 Dez. 1907. Namens des Bezirksausschusses Abteilung 1 und II Der Vorstand. In Vertletung: gez. Germershausen. Wird veröffentlicht! Seisenkirchen, 31. Drz. 1307 Die Polizei=Verwaltung. Der Oberbürgermeister. J. B.: Antoni. Bekannimachung. Mit Rücksicht auf den auf Montag, 6. d. Mts. fallenden katholischen Feiertag— Heilige drei Könige— fälli der Wochenmarkt im Stadtbezirk Gelsenkirchen aue Gelsenkirchen, 2 Jan. 1908. Die Polizeiverwaltung Oberbürgermeister J. B.: Antoni. Zügelausen 1 Hund. 17 Der Eigentümer wird hiermit ausgefordert, innerhalb 14 Tagen sein Eigentumsrecht bei der unterzeichneten Behörde geltend zu machen. Gelsenkirchen, 31. Dez. 1907. Die Polizeiverwaltung. das Amtaa Wanna. Die Sitzungen des Vorstandes der Amtssparkasse Banne finden im Jahre 1908 an folgenden Tagen statt: 4017 13. Januar 13. Juli. 10. Februar 10. August 9. Marz 14 Septbr. 13. April 12. Oktober 11 Mai 9. November 15. Juni 14. Dezember. Wanne, 81. Dez. 1907. Die Gparkassenverwaltung. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlosse gefallen Dienstag, den 31. De. emter 19 7 nschm 77, Uhr meine inmestgeliebte attin unsere gute Mutter. Tochter, Schwester Schwägerin, Tante u Ku-ine, die wohlachtare Frau Marie Erbe geb Fdora nach kur em. mt grosser eduld ertrauenem Leiden, nach dem Empfang des heil. Abendmahles im Alter von 24 Jahren 5 Monaten u sich in die Ewigkeit zu nehmen Sie starb im fest: lauben an ihren Erlöser. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Kinterbliebenen. Röhlinghausen,#elsenkirchen Berlin, den 2. Junuar 1908 Bürger-Sterbekasse Gel enklrchen I. Sonntag, 5. Januar 1908, nachmittags 4 Uhr, findet im Vereinslokale Schaten(H. Schwietering) Georgstr.: Ordentliche Mitglieder-Versammlung statt. Tages=Ordnung: 4022 1. Berichterstattung der Kassen=Revuoren. 2 Beschlusfassung über§ 17 Absaz 5 und 34 des Statuts. 3. Vorstandswahl 4 Vereinsangelegenheiten. 5. Aufnahme neuer Mitglieder. 6. Zah ung der monatlichen Beiträge. Hierzu ladet ein Der Voretand. Bestellungen auf Lose =20, ¼ 10, 1 194 Mk. werden Jetzt angenommen. 10087 Wannerstr. 18. Die Beerdigung Giud t am Samstag, den 4. Janua, nachm 3 Uhr. vom Sterbehause, Hernric str 6, aus statt.— Allen, denen aus Versehen keine besondere Einisdung zugegangen sein sollte, ciene dieses als solche. ##ng S. S. S.E * Statt besonderer Anzelge! Gott dem Allmächtigen hat es gefall-n, am Neuahrsmorgen 5 Uhr unser innigstgeliebt. Töchterchn Gertrud nach Jurzem, schweren Leiden im Alter von 2 J. 4 M. su sich su nehmen Dieses seigen tiefbe trübt an 21 Adolf Smolenski und Frau. Gelsenkirchen. 1. f. 1000. Die Beerdigung findet am Samatag den 4 lan nachmittags a½ Uhr vom katb. Krankenbaus aus statt. Suche auf sofort ein 11639 tüchtiges Mädchen mit guten Zeugnissen SA.lorftr 147 Eine Gr.Hoftr *—..—..*.—„— Anständige. brave 11690 Mädchen suchen sofort Stellung. Witwe Kröckert, Stellenvermittlerin, Rotthausen, Karl Meyerstr. 3. Ein zuverlässiges, properes Mädchen erbeif af sanze Tage gesucht. Schalke, Bittoriastraße 88, part. Tuchtiger Anstreichergehülse sofort gesucht. 14 G. Worch, Mönungplatz 8. Vertrauensposten! Ordentlicher, zuverlässiger, junger Mann zum Einkassieren sofort gesucht. kaution muß gestekkt werde:. Indalide bevorzugt. Lgerten mit Lohnansprüchen unter 2. 100 an die Exped. d. Ztg. erbeten. KItRTT Staftic Platzarbeiter sofort gesucht. 10016 Elsenlager Markmann& Moll, Bahnhof Gelsenk=Wattenscheid. 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Arbeiter-Veren Gelsenkirchen. Sonntag, 5 Jannar 1908, nachmittags 4 Uhr: General-Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Zahlung d. m natl. Beiträge. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Gericht der Kassenrevisoren. 4 Wahl eines 2. Schiftführers. 5. Neuwahl der Beisitzer 6. Wahl der Fahnensektion, 1 Krankenkontrolleur u. Kassenrevisoren. 7. Besprechung über KaisersGeburtstagsfeier. 8. Verschiedenes. 9. Auszahlung d.Krankengeldes. Um recht zahlreiches Erscheinen bittet 4024 Der Vorotand. Krieger- und Landvehrverein Teekendorf au Gelsenkireben Conntag, den o. Jan. er., nachmittags 4 Uhr: Appell im Lokale der Vereinswirtin Wwe. Anton Gauckmann. Tagesordnung: 1 Zahlung der mon Beiträge. 2. Aufnahme von Mitgliedern. 3. Kaiser geburtstagsseier. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. NB. Nach der Versimmlung findet Ausschiehen von Hasen statt. 4019 K 0 Abt. Freitag. d. 3. Unserm lieben Vater, dem perrn K. Oeon zum 38. Geburtstage ein dreifaches Hoch, das bis nach Rheinelbe schallt und bei Braun wider hallt. 25 F. Ossa. Brautpaar sucht per 1. Fedr. Wohnung ir Exp. v. Et. 42 3 Wegen Umzug ist ein wellles Schaf billig zu verkaufen 35 Wilhelm Barteinees zu seinem heutig 26. Geburtstage die herzl. Glück= u. Gegenswünsche. Gew. von seinen Eltern. 20 Strebsamer Geschäftsmann, ansehnliche Erscheinung, 33 J., ev., sucht die Bekanntschaft einer Dame zwecks Heirat. Veimittler zwecklos. Zuschrift erbeten unt. 41 an die Exp. d. Bl. Gründl. Unterricht in Genang und Kiavier erteis Frau Amalie Menze, geb. Gerardt, Gelsenkirchen, Schalkerstr. 92, 2. Erage. Erhalte jede Woche gute hannoversche Faselschweine, wesche Fr. Thomay& Sohn, denstrage 77. Freiwillige städtische Feuerwehr Gelsenkirchen Abt. I. Freitag, d. 8. Jan. 1908, abends 8 Uhr: Saal-Uebung. Nach derselben: Monalliche Versammlung im Lokale des Kameraden 1. Chef. Bochumerst. aße 58. Kablreiches and pünktliches Erscheinen erwart: Der Chef. Privat-TanzLehr-Institut Hochstr. 62, Haltestelle der elektr. Straßen.∆ bahn Wanne und Buer. Winter= Kursus beginnt am Donnerstag, den 2. Jannar abends 8 Uhr Ungenierter Einzelunterricht auch für altere Perionen täglich von vormitt. 10 bis 10 Uhr abends Das Nichterlernen ist ausgeschlossen. Reldhetrag nefunden Cobug Helunden. Näheres in der Milchhandlung von W. Heimsald. Wannerstraße 13. 24 18 Eim Trauring gefunden. Weidenstraße 54 Klgemeine Zeitung ** Oberhausen, 2. Jan. Auf dem Antonioreich in Osterfeld verügten sich gestern gegen abend 8 schon der Schule entwachsene Knaben und Mädchen mit Schlittschuhlaufen. Dabei brachen sämtliche ein. 5 wurden gerettet, o ertranken und zwar 2 17jährige Mädchen und ein 15jähriger Knabe. ** Krefeld, 2. Jon.(Priv.=Tel.) Nach einem soeben eingegangenen Privattelegramm aus Aachen hat der Arbeitgeberverband der deutschen Textilindustrie zu Berlin und Aachen nach genauer Kennmisnahme der gegenwärtigen Streiklage in Krefeld die Berechtigung des Standpunktes der hiesigen Unternehmerschaft anerkannt und seinem Mitgliede, dem Arbeitgeberverbinde der rheinischen Er#idemindüstrse, dn Felamten S#ug des den ba#des der Zeginbustrie voll und ganz zur Verfugung gestellt. * S o l i n g e n, 1. J o n. D e r v o r e i n i g e n T a g e n s e i t e n s d e s S o l i n g e r Industriearbeiterverbandes über die Firma Hugo Linder, Fabrik in Garten=, Reben= und Geflügelscheren, verhängte Streik ist heute abend von einer Versammlung aller Branchen des Industriearbeiterverhandes auf Grund von Vereinbarungen, die gestern zwischen der Firma und dem Industmearbeiterverbande under Mitwirkung des Arbeiggeberverhandes getrofsen wurden, aufgehoben worden. ** Neviges, 2. Jan. Heute früh kam in der großen Mobeltischlerei von Heinecke ein Großfeuer aus, wodurch die Fabrik zerstört wurde. Die bergische Kleinbahn, deren Leitungsdrähte an der Fabrik vorbeifihren, nrußte, um einer größeren Gefahr vorzubeugen, auf der Sirecke Werden=Neviges-Elberfeld den Strom ausschalten und insosordessen den Betrieb einstellen. Erst gegen Mitternacht konnte der Betrieb wieder ausgenonmnen werden. ** Goch, 2. Jan. Als dene fruh der Sohn des Ehevaares Andtots eine Eltern wecken wollte, fand er den 72jährigen Vater tot, die 79jährige Mutter dem Sterben nahe vor. Die alten Leute hatten in dem kleinen Schlafzimmer die ganze Nacht den Ofen und das Licht breunen lassen. Die Frau wurde ins Hospital gebracht; an ihrem Aufkommen wird gezweifelt. ** Neuß, 2. Jon. Gestern nachmittag ertranken im Stadtgraben im benachbarten Zons zwei Knaben beim Schlittschuhlausen. * Asla, 2. Jan. In der Kanditgret Schumscer auf beer da: straße brach infolge der Explosion einer Petrolenmlampe ein Zimmerbrand aus, wobei ein Ladenfräulein derartig schwere Brandwunden erlitt, daß es alsbald verstarb. ** Köln, 2. Jan. Gestern abend verletzte in einer Wirtschaft in der Fallstraße der Schuhmacher Danenhauer aus Nivves den 80 Jahre alten Arbeiter Schwenk aus Nivpes im Verlause eines Streites durch Messerstiche in den Oberschenkel so schwer, daß Schwenk nach wenigen Minuten storb. Frechen, 1. Jan. Der vierzehnjährige Vollsschüler Schiefer ist beim Schlittschuhlaufen so unglücklich gefallen, daß er das Genick brach und tot aufgehoben wurde. Bluttat am Neujahrsmorgen. * Barmen, 2. Jan. Mit einer verhängnisvollen Bluttat wurde hier das neue Jahr begonnen. Im Mittelpunkte der Stadt ertönte gegen halb 4 Uhr des Neujahrsmorgens plötzlich, nachdem Passanten und der in geringer Entfernung diensttuende Polizeibeamte einen kurzen, lauten Wortwechsel gehört hatten, ein Schuß, dem unmittelbar ein gellender Schrei folgte. Sofort eilte der Beamte hinzu und sand den 24 Jahre alten Kommis Fritz Schmitz, Sohn des bekannten und wohlhabenden Bäckermeisters Schmit aus der Karlstraße, in der Gemarkeruferstraße, dem Biophontheater gegenüber, auf der Erde liegen. Sein Gesicht zeigte Spuren eines Kampfes und aus einer kleinen, kreisrunden Kopfwunde sickerte unaufdörlich Blut. Neben dem Bewußklosen stand, den noch rauchenden Revolver in der Hand, der Reisende und Händler Mattheo aus Elberfeld, der mit Solinger Stahlwaren von Wirtschaft zu Wirtschaft bausieren gebt. Sofort wurde der Besinnungslose der Krankenwagen ins städtische Krankenbaus geschafft und Matthey verhaftet. M., ein 42 Jahre alter, verheirateter Mann, machte einen sehr ruhigen Eindruck und erklärte sofort, daß er nur in seiner höchsten Not zu der Waffe gegriffen habe. Er sei von dem stark angerrunfenen Schmit angerempelt, deleidigt, bedroht und soger schließlich ungestüm angegriffen worden und er habe, als er sich schließlich nicht mehr anders zu helfen gewußt, auf den hartnäckig mit seinem Stock auf ihn eindringenden Angreifer gefeuert. Er hätle, was er unumwunden erklärte, noch mehrmals auf Schmitz geschossen, wenn der erste Schuß nicht den Angreifer kampfunfähig gemacht habe und das hätte an seiner Stelle jeder getan. Matthey wurde vorläufig in Haft behalten. Der Verletzte ist bisher nicht vernehmungsfähig, da seine Verwundung eine derartig schwere und lebensgefährliche ist, daß die Aerzie jede Hoffnung auf Wiederberstellung ausgeben. Da sonstige Augenzeugen bisher sich nicht gemeldet haben, so kann die Darstellung des Verhafteten nicht widerlegt werden. Den Angehörigen des dem Tode Geweihten wird allseitig das innigste Beileid entgegengebracht. Lund und Willenschaft. Ausstellung für christliche Kunst. Düsseldorf 1908. Die Aussichten für eine glonzvolle Gestaltung der zu August geplanten Ausstellung sind dis heute durchaus gunstige gewesen. Zahlreiche Anmeldungen zu stimmungsvollen Einrichtungen und künstlerischen Detorationen von ganzen Kirchenteilen und Kapellen gingen ein und auch die Beschickung mit neuzeitlichen Kunstwerken der Malerei, der Blastik und des Kunstgewerdes aus dem In= und Auslande schien einen groperen Umfang anzunehmen, wie anfänglich übersehen werden konnte. Leider bat nun die Stadt den Kunstpalast dis Mitte Juni an einen teverhund zur Aohaltung einer Fachausstellung, die überdies noch in letzter Zeit eine Verlängerung ihrer Dauer erfahren dai, vergeden. Dadurch ist die dis zur Eröffnung der Ausstellung für christl. Kunst verbleibende Frist verart gekürzt worden, daß sich die Unmöglichkeit der Durchführung des Programms in seinem vollen Umfang berausgestellt hat. Dei Funstausschuß sab sich deshalb, um nicht zu einer Einschrankung seiner Pläne schreiten zu müssen, genötigt, die Ausstellung zu verschieden; er beabsichtigt aber, Umfang und Dauer der Veranstaltung nunmehr so einzurichten, wie es bei den bisherigen großen Ausstellungen der Fall war. Es steht außer Frage, daß das interessante Unternehmen dadurch außerordentlich gewinnen unv daß Dusseldorf eine Ausstellung erhalten wird, wie sie in ähnlichem Umfange auf diesem Gebiete noch nicht gezeigt worden ist und die ohne Zweifel infolge ihres geschlossenen Charakters von großem Eindruck und von nachhaltiger Wirkung auf die künstlerische Beiatigung sein wird. Gelbswerständlich ist auch die finanzielle Sicherstellung des Unternehmens durch die Ausdehnung auf die Monate Mai bis Oktober eine bedeutend günstigere geworden. Feuer im Schlafzimmer des Prinzen Eitel Friedrich. Aus Berlin wird uns telegraphisch gemeldet: Im Schlafzimmer des Prinzen Eitel Friedrich im Schlosse Bellevue brach gestern vormittag Feuer aus, das die Gardinen und einen Teil des Fußbodens ergriff. Die Feuerwehr löschte den Brand in kurzer Zeit. Bilderfälscher. Aus München wird mitgeteilt, daß man dort Bilderfälschungen auf die Spur gekommen ist. Offizios wird mitgereilt, daß nich“ nur hunderte Lenbach-Bilder, sondern auch in einer jast gleich großen Zahl Bilder von Bocklin, Defregger, Grützner gesälschi wurden. Die Bilder und Namenszüge auf diesen sind so täuschend nachgeahmt, daß auch angesehene Kunsthändler in München, Berlin, Wien, Prag, Paris, Brüssel, Frankfunt a. M. usw., getäuscht wurden. Die Fälscherbande hat, soweit bis jetzt ermitrelt werden konnte, ihr Haupiquartier in Oesterreich und Filialen in Berlin, München und Wien. Einbruch in eine Goldwarenfabrik. Wir erhalten folgendes Tele#camm: Schwäbisch=Gemünd: In der Goldsvarensebrik Huge Böhm wurden Goldsachen, Ringe, Uhren und Nadeln im Werte von 40000 Mark von Einbrechern geraubt. 159 Nadein verschluckt. Aus Newyork wird berichtet: Weil sie von ihrem Manne verlassen worden war, hat die Frau Molly Dreßler vor 18 Monaten 150 Nadeln verschluckt. Durch Anwendung eines Magnets gelang es, aus dem Leib, dem Becken, den Händen und den Fußen der Unglücklichen im Laufe der Zeit 134 Nadeln zu entfernen odaß nur noch 16 Nadeln in ihrem Körper verblieben. Davon ist eine ins Herz gedrungen und an dieser Verletzung ist die arme Frau jetzt gestorben. Freitag, den 8. Januer 1900. das Cffizierkoros der Garnsson. Um 2,15 Uhr eras der Kaiser In Generalsuniform mit dem Band des Schwarzen Adlerordens über dem Mantel, Prinz Heinrich und Gefolge ein, darunter Gencrel s. Keim. Auf der Fahri zum Trauerdause wurde der Kaiser von einer großen Menschenmenge ehrtucchtsvoll begrußt. Vor dem Trauerdause wurde der Kaiser von Ditfurth empfangen. Im Trauerhause begrußte der Kaiser die Tochter des Entschlafenen, die Familie und die Trauerversommlung und legte selbst am Sarge einen Kranz gieder. Ebenso Prinz Heinrich. Pastor Forster von der ceformierten Gemeinde bielt die Gedachtnisrede, der er den Psalm 121:„Ich bebe meine Augen auf zu den Bergen. von welchen mir Hilfe kommt", zu Grunde legte. Er zeichnete ein Charakterbild des Entschlafenen, der els unnergeßliche: Erzieher, Lehrer, treuer Freund and bewahrter Ratgeber des Kaiser: und dessen Bruder stets ein offenes Auge für alles Schöne, Gute, Wahre und Edle und für die sozialen Fragen und die Nöte des Volkes gehabt habe und das Verständnis dafür auch bei anderen habe wecker können. Er rühmte seinen Christenglauben, Pflichttrene, Willenskraft, Selbstlosigkeit und Menschenkennines und gedachte des ganz eigenartigen, wunderbar schönen persönlichen Verhältnisses zwischen ihm und seinem hohen Zögling, der ihn mu Würden und Ehren überhäufte, sowie mit zahllosen zart-innigsten Aufmerssamkeiten bis zu dem letzten Weibnachtsfest. Unter Gesang und Glockengeläute wurde der Sarg auf den Leichenwagen gehoben und der Leichenkondukt setzte sich nach dem Friedhofe in Bewegung, wo die Beisetzung erfolgte. Der Kaiser schritt mit dem Prinzen Heinrich ein Stück des Weges binter dem Leichenwagen und bestieg dann ein bereitstedendes Automobil und begab sich zum Bahnhof. Er verließ Bielefeld bald nach 3 Uhr. Die Ankunft des Kaisers in Berlin auf dem Lehrter Bahnhof ist für 9.15 Uhr vorgesehen ##erlin, 2 Jan.(Telegr.) Der Kaiser kam von Bielefeld um 9 Uhr 15 Min. hier an. Handel und Industrie. Vom rheinisch=westfälischen Kohlenmarkt Der Kohlenmarkt zeigi nach wie vor dasselbe Bild der Festigkeit wie in der vorhergehenden Zeit und ist am Schlusse des Jahres von dem Rückgang in der Konjunktur noch nicht stärker betroffen worden. Sieht man von der letzten Woche ab, in der wegen der Feiertage der Verkehr sich in den allerengsten Grenzen hielt, so bleibt der Absatz auf stattlicher Höhe, wie das aus den täglichen Gestellungsaiffern ch hervorgeht. Im allgemeinen gestaitete sich m ietzter Zeit der Wagenmangel nicht mehr so drückend wie im November, obwohr die täglichen Verladungen durchweg um mehr als 10 000 To. über diejenigen des Vorjahres hinausgehen, ein Beweis dafür, daß sich die Forderung ganz erheblich gesteigert hat. Bei einem Mannschaftsstande, welcher 300 000 Mann nicht unbeträchtlich überschreitet, kann Las freilich nicht überraschen, zumal da gerade in der letzten Zeit Klegen des bevorstehenden Weihnachtsfestes und auch wegen der sinkenden Konjunktur eifriger gearbeitet wurde. Wenn bislang das Nachlassen in der Beschäftigung der industriellen Werke auf dem Kohlenwarkte noch nicht merklich in die Erscheinung getreten ist, so darf alleidings nicht übersehen werden, daß dabei der völlige Mangei an Vorräten auf den Werken eine gewisse Rolle spielt. Dieser Mange! (st besonders um die jetzige Jahreszeit für die Betriebe mißlich; denn trit: plötzlich Frost und Schneewetter ein, so ist der Versand auf der Eisenbahn. schweren Störungen ausgesetzt. Um sich also einige Vorair zu sichern, haben die Verbraucher ziemlich große Mengen abgekusen. Aber nach Ablauf einer gevissen Zeit werden voraussichtlich die Vorräte wieder auf die gewünschte Höhe gebracht sein, und dann allt ein Grund für den bisherigen außerordentlich flotten Verkehr sort. Die Verkaufstätigkeit ist bislang recht flott vonstatten grgngen. Doch bewegten sich die Auslandsverkäufe zu recht engem Nahmen, obwohl eigentlich niemand sogen kann, ob nicht schon in ab(hbarer Zeit eine lebhaftere Ausfuhr im Interesse der Beschäftigung Jechen enwünscht wäre. Der süddeutsche Markt ist infolge unzureichender Iufuhren noch sehr aufnahmefähig in allen Sorten und nochte noch große Mengen an sich ziehen. Was den Absatz der einseinen Sorten anbelangt, so ging bis jetzt noch die gesamte Förderung eüne Schwier### in den Verbrauch über. Auch der Absatz von Ko#s läßt kaum etwas Neu erschienen sind: Frauennovellen(„Hausbücherei“ Band 22— Novellenbuch Band 5). Verlag der Deutschen Dichter=GedächtnisStiftung in Hamburg=Großborstel. 198 Seiten. Preis gebunden 1 Mork.— Kindheitsgeschichten(„Hausbücherei“ Band 23— Novellenbuch Band 6). Verlag der Deutschen Dichter=Gedächtnis-Stiftung in Jamburg=Großborstel. 199 Seiten. Preis gebunden 1 Mark.— Karl Immermann: Preußische Jugend zur Zeit Napoleons.(„Hausbücherei“. Band 27). Verlag der Deutschen Dichter=Gedächtnis=Stiftung in Hamburg-Großborsiel. Herausgegeben und eingeleitet von Dr. Wilhelm Bode. 171 Seiten. Preis gebunden 1 Mark.— Diese Bucher können nur bestens empfohlen werden. Eltern und Lehrer können wir garnicht eindringlich genug auf eine neue Jugendbibliothek hinweisen, die sabelhaft billig, jeder abgeschlossene Band kostet nur 20 Pfg., doch das denkbar Beste bietet. Es ist dieses die Sammlung„1001 Erzählungen für Jung und Alt“, welche Hermann Hilger(Berlin W. 9). der Nachsolger Joseph Kürschners, begründet hat und über deren ersten Band„Der Held von Cmaruru“ von Ferdinant Runkel wir neulich berichteten. Als zweiten Band bringt diese neue 20 Pfg.=Bücherei ein abgeschlossenes Bändchen des bekannten englischen Schriftstellers Rudyard Kipling unter dem Titel „Die Totenstadt". Die Taue in Marokks. Paris, 2. Jan.(Tel.) Nach einem Telegramm des Admirals Philibert setzten sich die Truppen mit geringen Verlusten gestern vomittag in den Besitz von Kasbah der Mediunas und richten sich dort jeßzt ein. Die Veipflegung ist troß der schwierigen Geldverhäunisse sichergestellt.— Fünf Meilen lüdlich von Casablanca isi, wie Admira Philibert meldet, der Transportdampfer„Nioc“ mit etwa 100 Mann und einem Pferdetransvort gestrandet. Der Kreuzer„Desaix“ wurde von Tanger zu Hilfe geschickt und stellte mil dem Dampfer die Verbindung her. Paris, 2. Jan.(Tel.) Da die Operationen gegen die Beni Snassen als beendigt angesehen werden, wird die Rückbeförderung der Truppen, welche an denselben teilgenommen haben, nach der Heimat sofort stattfinden. Letzte Telegramme. Der neue deutsche Gesandte in Teheren. Berlin. 2. Jan. Die Norddeutsche Allgem. Ztg. hört: Der bisherige kaiserliche Generalkonsal in Kalkutta, Legationsrat Graf von Quadt=Ahkradt=Isug ist für den durch die Ernennung des Wirklichen Geh. Legationsrates Stemrich zum Unterstaatssekretär im Auswärtigen Ami freigewordenen Posten eines kaiserlichen Gesandten in Teheran in Aussicht genommen. Der neue Gesandte wird in allernächster Zeit sich auf seinen neuen Posten begeben. Sitzung des Staatsministeriums. Berlin, 2. Jan. Das Staatsministerium hielt heute unter dem Vorsitz Bulows eine Sitzung ab. Besichtigung des Militärluftschiffes. Berlin, 2. Jan. Das neue Militärluftschiff wurde heute mittag von den in Berlin anwesenden kommandierenden Generalen besichtigt. In der Gondel nahmen Platz als Führer Hauptmann von Sperling. Oberingenteur Busenach und Prinz Rupprecht von Bahern. Das Luftschiff stieg auf und manövrierte über dem Schießplatz, veränderte die Héhenlage, beschrieb allerlei Kurven und kam dann wieder zu Boden, werauf an Stelle des Prinzen General von Bernhardy die Goudel bestieg. Nachdem das Luftschiff von neuem gelandet war. trat es einen Ausflug über Berlin an, von dem es erst in den Nachmittagsstunden landete. Briefkasten. (Wir erteilen unseren Abonnenten gern jeden gewünschten Rat, ausgenommen ärztlichen. B. A. 100. Die gerichtliche Entscheidung wird nicht anders lauten. Wenn Sie sich dayer vor unnotigen Kosten bewahren wollen, ehen Sie von der Herbeiführung einer gerichtlichen Entscheidung ab. Innius M. Genaue Angabe de. Maßes in Zentimctern ist nicht müglich. Man weiß nur, dag er zwei Meter erreicht gatte. L. G. in M. Der Fall ist uns nicht bekannt geworden. Wir glauben auch nicht, daß ein Beschluß im angegebenen Sinne vorliegt. Reservist in W. Die Anfrage ist an der Spitze dieser Rubrik beantwortet Ahonnent seit Bestehen. Anonyme Einsendungen warvern grundsätzlich in den Papierkorb. 100. Der Hausherr hat das Recht, unter allen Umständen die Miete zu beanspruchen. Wenn Sie Zwischenhandlungen vornehmen, braucht er sich darum nicht zu kümmern. Ein spät entdeckter Mord. Berlin, 2. Jan.(Priv.=Tel.) Erst mehrere Wochen nuch begangener Tat ist heute ein Mord in Berlin=Often entdeckt worden. In dem Hause Memelerstraße S wurde der greise Tischiermeister Peier Jeskes, der seit dem 19. vorigen Monats nicht mehr gesehen worden war, unter verdächtigen Umständen tot in seiner Behausung aufgefunden Das Drama in Allenstein. Allenstein. 2. Jan.(Priv.-Tel.) Aus ausgefundenen Briefen aus.: letzten Zeit vor der Mordaffäre geht ganz zweisellos hervor, daß Hauptmann d. Göben sich in dieser Zeit in einem Zustande wahnsinniger Nervenüberreizung defunden hatte. Ob er im strafgerichtlichen Zinne unzurechnungsfähig gewesen ist. kann von nicht gesegt werden Aan 39n Sma“ is nach#ct ihre Laussszieß schwer ubsieti und Morphinistin.(Siehe den des. Artikel an anderer Stelle. D. Red. Zum Tode Binzpeters. Veränderungen im italienischen Kriegsministerium. Rom, 3. Jan. Der König dat das Entlassungsgesuch des Unterstaatssekretärs im Kriegsministerium, Balleris, genehmigt und zu seinem Nachfolger den General Segate ernannt. 3 zu wünschen übrig, doch ist es jetzt dem Syndikat Kols am Lager z nehmen. Beiketts erfreuen sich malich sue wers un Tulrtn nunn fer Nadtrane die tmr# Bng achfrage, die nicht#urr: befnedigt wei den kann. Betse# Bielefeld, 2. Jan.(Telegr.) Anläßlich der Trauerfeier der Beisetzung des Wirkl. Geh. Rats Dr. Hinzveter flaggten alle öffentlichen und viele Privathäuser Halbmast. Die Stadt hai am Bahnhof beflorte Bannermasten und vor dem Trauerhause, Oberwallstraße 14. einen Trauerbaldachin errichten lassen. Auf dem Wege vom Trauerhause nach dem Johannisfriedhofe sind die drennenden Laternen umflort. Auf dieser Strecke bilden Krieger= und andere Vereine Spalier. Bielefeld. 2. Jan.[Telegr.) Im Trauerhause ist im Sterbezimmer der Sarz unter Biattpflanzen, von Kandelabern umgeben, aufgebahrt: die Ordenskissen ruhten auf dem Sarg, eine Fülle von Kränzen war aufgehäuft, auch noch im Vorgarten der Villa sind solche niedergelegt. Außer der trauernden Familie Hinzpeter und v. Ditfurtd versammelte sich eine zablreiche Trauergemeinde, aus der genannt seien: Oberdräsident v. d. Recke v. d. Horst. Regierungspräsiden: Dr. Kruse, Oberbürgermeister Geb. Rat Bunnemann. Erzellene Nieolat als Vertreter der Großherzegin Luise von Baden, ehemenger Handeisms#ter v. Möller. Görz=Schlitz. Prinz Wittgerstein, Pastor v. Brdeöchwingd und seitungs-Katalog 1908 der unnoncen-Cxpedition Dause H., Köln a. Rh., Hobestraße 148-150, zum Versand. alten Kataloge für das Jahr 1907 sind längst nicht da die Ende 1906 einsetzende und fast bis zum Schluß Sehr zur rechten Zeit kommt diesmal wieder der uns soeben zugegangene neue Zeitungs=Katalog 1908 der Annoncen-Expedition Daube u. Co. G. m. d. H., Köln a. Rh.,# Die vorliegenden mehr maßgebend, des 1. Quartals 1907 andauernde sehr heftige Steigerung der Inseratpreise ungezahlte Notierungen überdolte. Die bereits für den letzten Daube=Katalog gewählse Dreiteilung hat sich wohl bewährt, denn auch die neue Ausgabe präsentiert sich wieder als ein dreibändiges, recht voluminöses Werk, das uriffbereit in einem handfesten Gestell Platz gefunden hat und auch eine Zierde für jeden Arbeitstisch bildet.— Band 1 führt in gewohnter sorgsamer Bearbeitung die deutschen Tageszeitungen aus. Band 2 bringt die ausländischen Tageszeitungen und in Bund 3 sind die in- und ausländischen Fachzeitschriften vereinigt. Dementsprechend ist auch der übliche Inserotenanhang auf drei Bände vertcilt und die Aufgabe den Katalog far den täglichen Gebrauch möglichst praktisch einzurichten, in glücklichster Weise gelöst worden. Der neue Daube=Katalog dürfte der Annoncen= Expedition Daube u. Co. wieder neue Freunde werden. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Chefredakteur M. Gergauser, fur den Anzeigenteil Louis Ewold, beide in Gelsenkirchen. Rotationsdruck und Verlag der„Gelsenkirchener Allocmeinen Zeitung"(Cerl Berteudurg inn.) 2347 1 Au M A Allgemeine Zeitung Breitag, den 3. Januar 1908. u. Plagel i# altbewährter Güte, IBACH · PIANOLA PIANOS d. b. 1 PACH Pianine: mit eingebauten Klavter spielapparat. Pisnolss mit Themodist und Metrostyle, sowieliermonium:, empfie blt in reicher Auswehl zu bequemen Bedingungen Rud. IBAUH Sobn Kais. u Konig Hof-Flügel- u. Piscino-Fabr gegr. 1794 Barmen Neuerweg 40. Bei Kauf, Miete. Umtausch. 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