Die Zeitung„Das Volk“ erscheint an jedem Wochentage abends Bestellungen sind bei dem entsprechenden Postamte(Nr. 7728 der Zeitungsliste) oder beim Landbriefträger anzubringen. Bestellungen für Siegen nimmt außer der Post die Geschäftsstelle entgegen Preis vierteljährlich für die Stadtabonnenten M. 1.25 frei ins Haus 40 Pig. mehr, für alle Postabonnenten M. 1.35 frei ins Haus 40 Pfg. mehr. Stegen: Schriftleitung und Geschäftsstelle: Sandstraße 18. Fernsprech=Anschluß Nr. 200. Agentur: NW Klopstockstraße 7. (D. v. Oertzen.) Durch die Zeitung„Das Volkfinden Anzeigen weiteste Verbreitung im kauffähigen Publikum des ganzen Reiches. Preis der 5 gespaltenen Petitzeile für die Provinzen Rheinland und Westfalen, Hessen=Nassau und das Großherzogtum Hessen 10 Pfg.; für das übrige Reich 25 Pfg. Aufträge sind gefälligst der Geschäftsstelle oder durch ein Anzeigen=Vermittelungs=Geschäft zu erteilen. An die Arbeit! Beim Beginn des Winterhalbjahres, wo das Lesebedürfnis in jeder Familie gesteigert ist, bietet sich den christlich=sozialen Parteigenossen und„Volk=Freunden die beste Gelegenheit dem„Volk neue Abonnenten zu werben und unserer großen Sache neue Anhänger zuzuführen Sollen wir vorwärts kömmen, sollen die christlich=sozialen Gedanken in das Volk eindringen und überall festen Fuß fassen, so ist in erster Linie nötig, daß man unsere Arbeit und Bestrebungen mehr kennen und verstehen lernt. Dies geschieht am wirksamsten durch Verbreitung unserer Schriften iusbesondere des Parteiorgans „Das Volk Jeder Christlich=Soziale kann und muß dazu mitwirken in seinem Bekanntenkreise. Das ist geringe Mühe, die großen Lohn und Erfolg und Sieg verspricht. Die„Volk“Auflage muß mit jedem Vierteljahr wachsen Der Monat September eignet sich vorzüglich für eine ausgedehnte Agitation und kräftige Werbearbeit. Die Geschäftsstelle des„Volk sendet das Blatt Interessenten gerne 8 bis 14 Tage lang täglich gratis und franko unter Krenzband zu. Keiner unserer Freunde sollte es unterlassen, für das„Volk zu werben. Es handelt sich darum, unsere gute und gerechte Sache ihrem Ziele näher zu bringen. An allen christlich und deutsch Gesinnten liegt es, die guten, in christlichem Sinne geleiteten Tageszeitungen zu unterstützen gegenüber der schlechten, volksvergiftenden jüdisch=liberalen Presse und sonstiger verderblicher Lektüre und Schundlitteratur. Um unserer Partei und Sache willen rufen wir zur allseitigen Beteiligung und rührigen Mitarbeit auf. Es gilt den Sieg der christlichen Sozialreform, die allein zur inneren Hebung, Gesundung und Wiedergeburt unseres Volkes und zu einer gedeihlichen Gesamtentwickelung und glücklichen Zukunft den Weg weist. Darum nochmals: Mutig und frisch an die Arbeit Papst Doch muß auch uns ein Oberhaupt nicht sehlen, Wir wollen einen Papst erwählen. Ihr wißt, welch eine Qualität Den Ausschlag giebt, den Mann erhöht. Goethe(Faust, Kellerszene.) I. Herr Ströbel ist Redakteur des„Vorwärts“ Das ist ein Posten mit unangenehmen Seiten, die Leser verlangen starke Würze und stete Aufregung der Staatsanwalt aber studiert auch den„Vorwärts“. Aber es ist doch eine hohe Stellung. Wie Herrn Ströbels Pinsel malt so sieht die Welt in 100.000 Köpfen aus. Wenn ein ständiger„Vorwärts=Leser einmal ein anderes Blatt vornimmt muß er meinen, in einer anderen Welt zu leben. Er hatte doch gedacht jeder Rechtschaffene begeistere sich mit dem Berliner Sozialistenblatt für die Boxer und bemitleide den armen Bresei. Nun, die Lösung ist einfach alle Blätter werden von erkauften Kapitalistensklaven bedient, nur in der Beuthstraße ist der Born der WahrheitWohl werden hier Versamihlungsberichte retbuchiert, wie kein anderes Blatt es wagen dürfte wohl werden hier selbst Kaiserreden durch Auslassungen redigiert— thut nichts der„Vorwärts“ ist doch das einzige Blatt, das der Arbeiter lesen soll. Welche Macht über die Geister hat der Redakteur, der seinen Lesern jeden Morgen die geistige Kost serviert Der Papst mit seinen Enchkliken und Baunstrahlen beherrscht seine Herde weit weniger, als Herr Ströbel die seinige Und nun wegen Arbeiter, die man beim besten Willen nicht als Pfaffenknechte oder als Lohndrücker verdächtigen kann, einen Angriff auf den Vatikan in der Beuthstraße Die Buchdrucker empören sich gegen die Oberhoheit der sozialdemokratischen Presse über die Gewerkschaftspresse und noch immer nicht kann verkündigt werden Herr Rexhäuser hat sich löblich unterworfen Dabei giebt es keinen Stand, der so gut organisiert wäre, wie dieser(über die Bildhauer fehlt die genaue Ziffer der Berufsangehörigen Von 10.982 Augestellten im Alter von 18 bis 60 Jahren sind 26 344, also 66 3/8 Prozent im Verband organisiert Die Jahreseinnahme dieser Organisation wird von keiner anderen auch nur entfernt erreicht, auch nicht von den weit stärterern Maurern und Metallarbeitern Eine Organisation mit1 580 098M. Jahreseinnahme und 999.503 M. Jahresausgaben ist in der That eine Größe, die nicht ignoriert werden kann. Und der Kassenbestand in der Höhe von 2724 101 M. ist auch respektabel. So viel wie die 26344 Buchdrucker haben alle anderen 553.829 Gewerkschaftter in allen ihren Kassen zusammengenommen Ueber die Buchdrucker hat Herr Ströbel zu Gericht gesessen. Am 21 August dekretierte er in einem Vortrage über die Geschichte der englischen Arbeiterbewegung im IV. Berliner Wahlkreise nach dem Bericht des„Korrespondenten für Deutschlands Buchdrucker vom 4 September: Der Buchdruckerverband ist reaktionär in ihm ist jede Politik und Wissenschaft verpönt. Geistige Anregung durch politische und wissenschaftliche Vorträge in Versammlungen erhalten die Büchdrucker nicht, daher sind sie so mndifferent und suchen in Chautans und ähnlichen Lokalen Anregung Ein schöner Wint fürdie Prinzipale bei einer eventuellen Lohnforderung bemerkt Dazut der####e onden Wie kann Herr Ströbel bei solchen Anschauungen für das neueste Ching=Ausstattungsstück eines Metropoltheaters Reklame machen, wie er es in der Nummer vom 4. September thut, fragen# Am 13. September erschien dann eine Einsendung von Herrn Ströbel im selben Korresponden in der er erklärt, in derartig drastischer Form habe er nicht gesprochen habe aber ähnliches gesagt der„Korrespondent habe den Orig#nal tert geschickt redigier Doppelt interessant ist nun daß Her Ströbel diejenigen Worte nicht berichtigt, die einem Beobachter des geistigen Lebens die interessantesten sein müssenPapst Ströbel zurnt: In der Buchdrucker=Bibliothek findet man neben der ausgesprochenen=Parteilitteratur, auch solche von bürgerlichen Sozialpolitikern. Im Zukunftsstaat will Redner dieses gelten lassen, denn in demselben haben die Arbeiter die nötige Zeit und Vorbildung, die verschiedenen Meinungen zu verdauen, heute aber noch nicht. Durch Lesen der verschiedenen Meinungen werden die Arbeiter verwirrt und wissen dann nicht, was sie sollen, daher müssen wir (Redner) die Litteratur für die Massen aussuchen. Habe der Arbeiter die Parteilitteratur studiert, dann sei er gewappnet gegen den Feind. Hiernach werden wir also demnächst von dem Vatikan in der Beuthstraße einen Index librorum prohibitorum(Verzeichnis der verbotenen Schriften) zu erwarten haben; die Gewerkschaften werden sich beeilen, ihre Bibliotheken von ketzerischem Gift zu säubern und Auto=da=Fe veranstalten. Kommt erst die Diktatur des Proletariats, so wird Rexhäuser zur Strafe mit der Ketzerhaube und dem Büßerhemd gekleidet das Feuer schüren müssen und dann wird er zeitlebens im Irrenhause untergebracht— denn Strafanstalten sind ja künftig von der Aufklärung hinweggeschwemmt. Wir möchten Papst Ströbel empfehlen, im Inder drei Kategorien zu unterscheiden. Die erste umfaßt die Erzletzer, als da sind Schmoller Sohm Stöcker Wagnet. Sämtliche Schriften derselben, auch künftig erscheinende sind den Arbeitern verboten. Natürlich ist auch die Bibel ein verbotenes Buch ein feierliches Damnamus wir verurteilen treffe jeden, der eine Gewerkschaftsbibliothek anne Bibel für unvollständig erachtet. Wie können Arbeiter durch dies leider unausrottbare Buch verwirrt werden Es giebt genug Beispiele daß die ganze Parteilitteratur nicht hinreicht, einen Menschen vorurteisto zu machen, der von der Bibel nicht lassen mag(Schluß folgt.) Die Stellungnahwe der Machte zum russischen Räumungsvorschlage wird in einem Petersburger Bericht der Londoner Daily Mail in folgender Weise gekennzeichnet Deutschland habe zuerst geantwortet und sein lebhaftes Bedauern ausge#chen daß#8. die msische Aufasg ben die Nützlichleit der Räumung nicht teilen konne vielmehr einstlich besorge daß infolge der Rähtmung neue Unruhen entstehen und Tausende von Christen niedergemetzelt werden könnten. Dagegen sei Deutschland bereit, die diplomatischen Verhaudtungen nicht in Peking, sondern in Tientsi führen zu lassen Erheblich später sei die englische Antwort eingerroffen, die den russischen Vorschlag ablehne solauge nich ein klares Einvernehmen mit China hergestellt sei Alich Japau habe sich geweigert, die Gesamtheit seiner Truppen aus Peling zurückzuziehen, dessen internationale Besetzung es für nötig erachte Von Oesterreich und Italien seien noch keine amtlichen Antworten eingegangen doch glaube man nicht, daß sie zustimmend lauten wurden. Zustimmend habe überhaupt nur Frankreich geantwortet während es noch nicht klar sei, in welchem Siune die Entschließung Amerikas ausfallen werde Imn allgemeinen dürfte diese Meldung die Stellungnahme der Michte sichtig stizzien#n nur sind inzwischen wahrscheinlich guch die amtlichen Antwborten von Oesterreich und Italien eingegangen Die Hamburger=Nachrichten geben in einem langen Leitartikel der deutschen Polt#ik den weiselhaften Rat sich einfach nach Rußland zu richten seinen Vorschlag anzunehmen und nuter Zurückbeorderuug der###ppen von Pering Friedensverhandlungen anzuknupfen. Gegen diesen Rat wendet such die Kblnische Volkszeitung inden ste schei Wie ftagen jeden Politiker welcher Partei er auch augehöre ob es möglich ist, daß die dentschen Truppen sich jetzt imn Gefolge der#uffischen Kolonnen ohne Sang und Klang zurückziehen nechdem sich in den Verhältnissen nichts Wesentliches geander hate der Kaiser seinen Sruppen ächte sie ollten die deutschen Fahnen siegreich auf Periugs Manern Pflanzen er wolle eine Nache nehmen wie sie die Weltgeschichte noch nicht gesehen Ehing solle zu„Boden geworsen werden bis die Chinesen auf den Knieen um Gnade slehen der jetzige Zeithunt sei für uns ein historischer Augenblick und ein Markstein in der Geschichte uuseres Volles Das sind des Kaisers ueigene Worte und die Hamb. Nacht, werden sich selbst sagen welchen Eindruck es in deutschen Volle und der ganzen Welt machen würde wenn von einem so laut und feierlich proklamierten Programm guch nicht ein Blichstabein Sefllung ginge Der Patriot hat zu erwägen, ob nicht eine empfindliche Schwächung des monarchischen Ansehens die Folge wäre, wenn man einfach den in Hamburg empfohlenen Weg einschlüge. Zür Gesamtlage liegen folgende Drahtberichte vor: Berlin, 15. Sept. Frau v. Kerteler ist mittels Hausboots unter deutschem Geleit und Bedeckung von Tungtschou nach Tientsin gebracht worden, wo sie gestern ankam. Sie wird in einigen Tagen auf einem deutschen Schiff nach Japan weiterreisen. 1b. Sept. Vor seiner Abreise nach dem Norden hat gestern Lihunatschana in Shanghai uuserm Gesandten v. Mumm noch einen Besuch gemacht, wobei er Gelegenheit gesunden haben wird, dem deutschen Vertreter seine Ansichten über die Wiederherstellung des Friedens auseinanderzusetzen. Berlin, 15 Sept. Nach Privatnachrichten aus Aden he der Reichspostdampfer„Sachssen auf dem sich Graf Waldersee befindet, im Roten Meer unter einer ganz ungewöhnlicher Hi##e zu leiden gehabt, die dadurch noch verschlimmert wurde, daß ein leichter in der Richtung der Fahrt wehender Wind den durch die eigene Geschwindigren des Schiffes verursachten Lustzug völlig aufhob. Die Folge davon waren eine ganze steihe von Hitzschlägen, von denen zwei tötlich verlausen sind. Die andern Kranken, die zum großen Teil dem Heizerpersong angehoren befinden sich auf dem Wege der Besserung Graf Waldersee soll die geradezu furchtbare Hitze mit Ausdauc und guten Humer enagen haben. Londo####5 Sept. Nach hier eingegangenen Nachrichten ist es unrichtig, daß Sir Robert Hart sich als einer der chinesischen vollznächtigten an den Friedensverhandlungen beteiligen soll. Weder Prinz Tsching noch Li=Hung=Tschang sind mit Weifungen über eine Mitarbeit des Sir Robert Hart versehen und sie erklären beide, daß sie allein zur Führung von Verhandlungen ermächtigt seien. 14. Sept. Von der ostasiatischen Nachrichtenexpedition des Deutschen Flottenvereins wird berichtet: Eine starke Boxerabteilung hat Kiantschou angegrifßen und ist nach heftigem Kampfe zurückgeschlagen worden. Die Voxer haben 40 Tote. Peking, 8. Sept. Die Vernehmung des Mörders des Gesandten v. Ketteler wurde heute wieder aufgenommen. Der Gefangene wurde mit Cordes konfrontiert, welcher den Gesandten begleitete, als dieser ermordet wurde. Der Gefangene gab zu, daß er Unteroffizier sei, und erklärte, daß er auf die Befehle eines hohen Beamten gehandelt habe, alle Fremden zu töten. Er behauptet, nicht gewußt zu haben, wen er tötete. Paris, 15. Sept. Dem„Siécle" zufolge hat die Regierung berechnet, daß die Kosten der chinesischen Expedition, falls die Truppen bis Ende dieses Jahres in China bleiben müßten, an 70 Millionen betragen würden, und daß sie deshalb genötigt wäre, gußer dem bereits von dem Parlament und dem Staatsrat bewilligten Kredit noch weitere 20 Millionen zu verlangen. Es sei wahrscheinlich, daß Frankreich gleich den anderen Mächten außer einer Entschädigung für die den französischen Staatsangehörigen zugefügten Schäden auch noch eine Kriegsentschädigung von China verlangen werde. ld. Sept. General Voyron ist hier angekommen und nahm die Revue über die französischen Truppen ab. Washington, 16. Sept. Gutem Vernehmen nach wird in der Antwort der Vereinigten Staaten auf den Vorschlag Rußlands bezüglich der Räumung Pekings keineswegs versichert, daß die amerikanischen Truppen sofort nach dem Rückzuge Rußlands die Stadt räumen würden. Die Beurteilung der Lage würde einsach vom Staatsdepartement auf Chaffee übergehen, welcher mit den übrigen Befehlshabern die Einzelheiten des Rückzugs zu beraten haben würde. London, 1v. Sept. Reuter meldet aus Hongrona vom 14. de., der deutsche Kreuzer„Bussard“, der hier eingetroffen ist, überbringt folgende Nachrichten aus Canton: Die rohen Elemente der Bevölkerung werden immer seindseliger gegen die Fremden. Sonst ist alles ruhig 6 fremde Kanonenboote liegen vor Schamien. Von einer Thätigkeit in den Bomforts ist nichts zu sehen. Die 3. indische Brigade ist beordert, sofort nach Wai=hei=wai abzugehen. Krieg in Südafrika. Deaus den Herren Fischer Wessels und Wolmerans bestehende Sondergesandtschaft der sudafrikanischen Republiken veröffentlicht folgenden Aufruf: Der den sudafrikanischen Republiken aufgezwungene Krieg, der Krieg, den die Republiken auf alle mögliche Weise auch durch ein augebotenes Schiedsgericht zu vermeiden versuchten dauert fort unter Schändung aller Rechte und gegen alle zivilisierte Kriegsgebräuche folgt eine Proklamation der anderen auf dem Fuße Großbritannien erklärte durch das Wort seines ersten Ministers keine Gebietserweiterung zu beabsichtigen,— eitele Worte, die gesprochen wurden um gebrochen zu werden— auch die Annexion der sudafrikanischen Republik ist proklamiert worden, zur Unterwersung aber wird und kann sie nicht führen, ebenso wenig wie dies vor Monaten der Fall mit dem Oranjefreistaat war: das mächtige Großbritcanten weiß es aus Erfahrung. Dies ist ja auch vorerst nicht der Zweck. Die Proklamation wurde erlassen, um den Kieg an unmenschliche Art und Weise fortzusetzen allen Prinzipien des Völkerrechts zum Hohn. Die beitischen Befehlshaber wünschen, die bereits schon so zusammengeschmotzene Bevölkerung der südafrikanischen Republiken die zuerst als kriegführende Partei anerkannt worden war er als Rebellen behandeln zu können sie zu verfolgen bis daß die ermatteten Streiter erschöpft zu Boden sinken. Dies ist der eigentliche Zweck der Proklamation, aber mit Gottes Hilfe wird dies nicht erreicht werden, die Bürger der Republiken werden den Kampf fortsetzen solange noch ein Funke von Kraft in ihnen b##eiht Haben sie sich der Erhaltung ihrer Freiheit ihres Vaterlandes nicht würdig gezeigt: Wird die Welt es zulassen, daß sie niedergehauen werden Den formell durch die Mächte anerkannten Prinzipien, Blutvergießen und die Greuel eines Krieges zu vermeiden, ist vor nicht zu langer Zeit gehuldigt worden bis zum heutigen Tag sind aber die Mächte in sudafrikanischen Krieg nicht dazwischen getreten. Wie schmerzlich auch dies Verhalten für unser Volk gewesen sein mag es war vielleicht begreiflich, so lang es sich um einen regstrechten Krieg handelte aber wird denn das Wort zu eister Friedensvermittelung überhaupt nicht mehr gesprochen? Alich jetzt nicht vo Großbritannien durch seine theoretische Annexion jedes Prinzip des Völkerrechts mit Füßen trit um sich auf diese Weise den Weg zu bahnen zur Ausübung von Gewalt und wenn möglich zur völligen Ausrottung eines freien Volkes? So wenden wir uns denn im Namen der Gerechtigkeit, im Namen der Menschlichkei an alle Völker, deren Herz für uns schlägt unserem Volke noch in dieser Stunde beizustehen unsen Vaterland zu retten und wir vertrauen zu Go daß unsere Stimme nicht ungehört verhallen wird. Das ist der schmerzliche Hilferuf eines vergewaltigten Volkes. Wird er ein Echo finden? Werden die Großmächte den Mut haben England daran zu erinnern, daß es eine Gerechtigkeit, ein Völkerrecht giebt, das man nicht mit Füßen treten dauf glauben es nicht. So wird also das Burenvöltchen guch sernerhin auf menschliche Hilfe nicht rechnen können Aber welche Saat der Rache hat England durch seine jüngsten aller Menschlichkeit und allem Völkerrecht hohnsprechenden Proklamationen ausgestreut Glaubt England, daß die 15.000 Buren, die es gefangen hat, diese Behandlung ihre Stammesgenossen vergessen werden? Glaubt es, den übrigen Buren, die es nun einmal nicht alle erschießen lassen # den alten Geist, die alten Erinnerungen austreiben zu B Zur Kriegslage liegen heute folgende Drahtmeldungen vor: Lissabon, 15. Sept. Die portugiesische Regierung richtet an den Gouverneur von Mozambique ein Telegramm, worin die Abreise des Präsidenten Krüger aus Lourenco Marquez nach Europa gestattet wird. Der Gouverneur werde sich aber versichern müssen, daß Krüger dieses Reiseziel einhalte, und alle Vorsichtsmaßregeln treffen müssen, um bis zu der Einschiffung Krügers für dessen Sicherheit und ehrerbietige Behandlung Gewähr zu leisten. Bloemfontein, 15. Sept. Macdonald sing am 13. ds. zwischen Winburg] und dem Vetflusse eine Streitmacht von 700 bis 800 Buren mit drei Kanonen ab und erbeutete 32 Wagen, 270 Zugochsen, 6500 Patroen und eine große Menge Vorräte. Die Buren steckten drei andere Wagen in Brand, um deren Wegnahme zu verhindern. Ladybank(Schottland), 15. Sept. In der liberalen Vereinigung sprach Asquith namens der Mehrzahl der Führer der liberalen Partei und erklärte, die Annektierung der südafrikanischen Republiken sei unwiderruflich. Dieselben müßten und werden dem Reiche unwideruflich einverleibt werden. Der Krieg habe England die Augen geöffnet hinsichtlich der Gefahr, in der es schwebte, Südafrika zu verlieren. London, 15. Sept. Der„Standard“ meldet aus Machadodorp vom 13. September: General Freuch traf in Barberton ein; er fand dort 3000 Frauen und Kinder, die aus Pretoria und Johannesburg geflüchtet waren. Die Buren haben zwischen Helvetig und Schoemannsdrift einen Wagen der englischen Telegraphensektion mit Bullers Postsachen erbeutet. 15. Sept. Der„Standard“ meldet aus Kapstadt: Es verlautet aus guter Quelle, daß die englische Regierung beabsichtige, demnächst zu erklären, daß in Südafrika wieder Friedenszustand herrsche und in einer Proklamation die Buren aufzufordern, halb einer gewissen Frist die Wassen niederzulegen, widrigenfalls sie als vogelfrei behandelt würden. der Reichshauptstadt. (Von unserer Agentur.) Berlin, 15. Sept. Die erste elektrische Vollbahn Deutschlands, diejenige auf der Wannseebahn ist nunmehr beinahe zwei Monate, wenn auch nicht ununterbrochen, in Betrieb. In der„Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure erläutert Ingenieur Richard Rinkel von der Firma Siemens und Halske, die den Betrieb eingerichtet hat, die Ergebnisse dieses Versuches. Der elektrische Versuchszug fährt täglich mehrere Male die Strecke zwischen Zehlendorf und Berlin hin und zurück. Es handelt sich darum, den elektrischen Betrieb auf einer Vollbahnlinie in einen normalen Dampfbetrieb einzufügen außerdem um eine ganze Anzahl technischer Neuerungen, so um den Antrieb des langen Zuges durch zwei Motorwagen, deren einer vorn den Zug zieht während der zweite ihn von hinten schiebt. Es ist ungleich schwieriger, den elektrischen Betrieb in einen Dampfbetrieb einzugliedern, als einen ganz neuen elektrischen Betrieb zu schaffen. Der Versuch soll zeigen, daß der elektrische Betrieb auch auf den großer Strecken, die die Eisenbahnen zu durchfahren haben möglich ist, denn ohne diesen Nachweis ist an eine Umgestaltung unseres Eisenbahn netzes vom Dampfbetrieb zum elektrischen Betrieb nicht zu denken. Nach den bisherigen Erfahrungen erscheint der Nachweis vollauf geglückt, unter den allerschwierigsten Verhältnissen. Schon der Versuchszug stellte der Technik besondere Aufgaben. Er sollte aus zehn Wagen der normalen Wannseebahnform mit einem Leergewicht von 193 Tonnen einschließlich elektrischer Einrichtung bestehen. Mit der Lokomotive käme ein solcher Zug auf 215 bis 218 Tonnen Leergewicht. Der Zug enthält vier Wagen 2. Klasse vier Wagen 3. Klasse und die beiden Motorwagen, zu denen auch die gewöhnlichen Wannseebahnwagen verwandt wurden Die elektrische Förderung eines solchen Zuges von 193 Tonnen Leergewicht und mindestens 210 Tonnen Vollgewicht durch Motorwagen war nicht nur für die ausführende Firma etwas völlig Neues, sie ist überhaupt in dem ganzen elektrischen Bahnwesen neu. Annähernd, aber auch nur annähernd große Zuggewichte weist die amerikanische Bahnlinie Hartford=Bristol=Berlin auf auf welcher fünf Anhängewagen von 21 Meter Länge durch einen Motorwagen gezogen werden. Die Höchstleistung des Zuges beziffert sich auf 700 Pferdekräfte, d. i. nahezu der dreifache Betrag der Leistung bei voller Fahrt Diese Leistungen waren nur durch Anwendung zweier Motorwagen zu erzielen. Beide nehmen gleichzeitig und gleichmäßig an der Zugbeförderung teil und werden von dem jeweilig vordem Führerstande aus gesteuert Es wurde anfänglich mit Rücksich auf die große Zuglänge, acht Zwischenwagen befürchtet, daß die beiden Motorwagen da der eine ziehl und der andere schiebt, nicht gleichmäßig arbeiten würden sodaß ein Zerren und Stoßen eintreten könnte. Die Versuche haben jedoch gezeigt daß diese Besorgnis unbegründet war, es teitt nicht das geringste Zucken im Zuge auf. Durch die Anordnung der beiden Motorwagen an den Zugenden wird das Umrangieren auf den beiden Endstationen vermieden und damit an Motorwagen Zeit Betriebskraft sowie Bedienungsmannschaft gespart. Der Zug wird in derselben Weise wie die Dampfzüge durch die Westinghouse=Bremse gebremst. Er wird durch elektrische Glühlampen erleuchter die an die den Zug durchlaufende Stromabnehmerkeitung augeschlossen sind, und soll im Winter mit Dampf geheizt werden eine Heizung die auch in elektrische Heizung umgewandelt werden kann. Die Leitungsanlage ist bei derartigen Bahnen selbstredend das Kind besonderer Sorge sie ist es auch bei der Wannseebahn gewesen Sie wurde zwischen den Geleisen angeorduet damit die Bahnarbeite beim Herannahen eies Zuges schuell beiseite treten können Außerdem wurde aues gethan, um hinreichend große Sicherhei gegen gleichzeitige Berührung der Plus= und Minusseite zu erzielen, sodaß##zschlüsse n böswillig hervorgerufen werden tonnen. Es ist das allerdings schon geschehen aber die Zeit wird dieses Uebel wohl heilen Die für den Betrieb erforderliche Kraft wird in dem werte der Groß=Lichterfelder Straßenbahnen erzeugt An der Stromlieferung#uind drei Kraftstellen beteiligt, die Donaniomähschin eine Zehlendorfer Vatterie und eine Berliner Batterie Die drei Kraftstellen beteiligen sich an der Stromlieferung in der Weise, daß zwischen Steglit und Berlin die Bertier Batterie den größten Teil des Anfahrstrams liefert während die Maschine den Rest hergiebt und die Zehlendorser Batterie ie nach ihrem Ladezustande mehr oder wveniger aufladet. Läuft der Zug zwischen Steglitz und Zehlendorf so auschen die Vatterien ihre Rollen aus. Mit der Einführung der elektrischen Beförderung auf Vollbahnen eröffne sich für die Eisenbahnverwaltungen eine ganz neue Aera der Reformen in der Beforderung in den Tauisen, in der Schnelligkeit der Züge und eine Aera der Ersparnisse, die nicht am wenigsten dazu beitragen dürste, der neuen Betriebskraft die weiten Wege der deutschen Eisenbahnen zu erschließen Insbesondere dürften für die Umwandlung zmächst die Stadt= und Vorortbahnen in Frage kommen, da hier Schnelligkeit und Häufigkeit der Zuge Rauchfreihei und Geräuschlosigkeit sowohl für das fahrende Publikum wie die Anwohner gußerordentlich wertvoll sind. Der„Westfalische Merkur wirst die Frage auf „Warum so biele nicht=organisierte Handwerker?“, und kommt zu dem Schluß: Mag die Einführung der vollen Gewerbefreiheit auch ein großer Fehler in der Wirtschaftspolitik gewesen sein, so ist es doch andererseits durchaus verfehlt, die heutige Staatsregierung für alles das verantwortlich machen zu wollen, was aus jener irrigen Polikik entsprungen ist. Nachdem die heutige Staatsregierung ehrlich bestrebt ist, das Handwerk wieder zur Blüte zu bringen— wenn sie auch noch nicht alle berechtigten Wünsche des Handwerks erfüllt hat—, so ist es doch nunmehr am Handwerker, nicht wie ein trotziger Knabe schmollend im Winkel zu stehen, sondern fest mit zuzugreifen und von neuem an dem Wiederaufbau des Handwerks zu arbeiten. Jeder Handwerker, der ehrlichen Willens ist, hat vor sich selbst und seinem Gewissen die Pflicht, nach Kräften zu helfen. Oder wirft man etwa z. B. nach einem großen unverschuldeten Brande den letzten Rest der verbliebenen Habe auf den Trümmerhaufen und vergrößert somit noch sein Elend? Durch hoffnungsloses Klagen ist dabei nichts zu erreichen, sondern nur durch zielbewußtes Arbeiten und Einigkeit. Hierin aber liegt eine dritte Ursache, welche den Wiederaufbau, die Organisation des Handwerkes, im Rahmen der neuen Zeitläufte bisheran verhindert hat. Parteiwesen, Neid und Uneinigkeit sind es. Sie haben das zum Teil mit verursacht. In kleinlichen Zänkereien zerreibt man gegenseitig seine Kräfte, stolpert über Zwirnsfäden und verliert zur Freude der Gegner der Handwerks=Organisation das Hauptziel; die wirtschaftliche Hebung des Standes aus den Augen. Die vierte Hauptursache liegt nicht zum geringsten in dem Mangel an Kenntnis derjenigen Mittel, welche die heutige Gesetzgebung und Entwickelung dem Handwerke darbietet, um sich wieder emporzuarbeiten Viele Handwerker sind leider in betrübender Unkenntnis der Mittel befangen, welche ihnen die neuere Gesetzgebung bietet, um die erdrückende Uebermacht des Kapitals eben durch dasselbe Mittel— durch Kapital und zwar durch das Kapital der Gesamtheit in Genossenschaften zu bekämpfen. Alle diese aufgezählten Uebelstände bilden zusammen die Grundursache der mangelhaften Organisation und des hier und da mangelhaften Innungswesens An den Handwerkern selbst ist es, die Uebelstände systematisch zu beseitigen. Aber auch die außerhalb des Handwerks stehenden Kreise, denen daran gelegen ist, einen der Hauptfaktoren unseres Staatslebens, das Handwerk wieder zu heben, sind zur Mitarbeit hierbei berufen Neben den einsichtigen Meistern sind das aber gerade die Geistlichen sowie die Beamten, namentlich die Herren Bürgermeister und Lehrer. Sie alle müssen mitwirken an dem soziglen Werke, das Handwerk in seinem großen wirtschaftlichen Kampfe zu unterstützen. Im Fall Dullo sind die Königsbeiger Stadtverordneten nicht gesonnen sich dem Verfahren des Ministers des Inne# zu fügen der zwei freisinnige Kommunalbeamten in Königsberg angeklagt verurteilt, das Urteil vollstreckt hat, ohne ihre Rechtfertigung gehört zu haben, ohne ihnen Gelegenheit zur Verteidigung zu geben und norh Schweigen alferlegt über das was ihnen geschehen Nach der Hart. Zig hat die Vorwahlkommission der Königsberger Stadtvererdnetenversammlung beschlossen den Direktor Dr. Dullo und zwar als alleinigen Kandidaten für die Stelle eines besoldeten Stadtrats wieder verzuschlagen.— Dabei wird spohl nicht viel herauskommen Ein Konsistorialrat a. 2 Frauck hatte behauptet, man könne als Christ auch Sozie demobrat sein. Darüber vom„Reichsboten zur Rede gestellt erwidert er nun folgendes Kann ein Chrift Sozialdemoktat sein Ueber dieses Thema bin ich von den Führer der hiengen sozialdemokratischen Gruppe gebeten worden, ihnen einen Vortrag zu halten Mau wünschte also ein Gutachten von mir, ob die Bestrebungen der Sozialdemoktatte dem Christentum widerstritten oder nicht. Eine soiche Bitte durfte ich als Geistlicher nicht ablehnen. Ich wurde sie gegebenen Falls auch den Angehörigen jeder anderen Partei gewährt haben. Für ein solches Gutachten bedueste es aber nicht einer Erbrteruug der unter den Sozialdemokraten heerschenden Teligicsen Anschanngen auch nich einer Darlegung des Wesens des Christenums. Denn daß die naturalistische Weltanschauung unter den Sozialdemokraten eben wie auch in anderen Parteien weit verbreite#is bildet kein Hindernis fün den Christen Sozialdemoktat werden, da bekchmütlich diese Denschattug iu das sozialdenokratische Partei=Programm nicht ausgenommeni Es bedurste für mein Theua uur des Nachweises daß die Bestrebungen der Sozialdenokratte, allso ihne veltswierschaftlichen Grundsätze dem Christentm nich midece Diesen Beweis habe ich geführ durch kurze Zuzammenstellung der soziglen Gebote Jesu und der Apostel. Daraus ergab sich von selbst die Antwort Ein Christ kann sehr wohl Sozialdemokrat sein „Was ist in den Mann gefahren uft da der„Reichsbote aus Aber hatte der Her Verfasser des Artikels, anstatt eine Predigt von mir über eine Spruch den ich im Vorttage gar nicht berührt habe, heranzuziehen sich die he genommen,# einen flüchtigen Blick in die sozialen Zeitpredigten zu werfen die ich unter dem Titel Friede Erden S88 herausgegeben habe, dann hätte er gefunden daß ich schon vor zwöl Jahren auf Grund der Worte Jeiu dieselben Gedanken ausgesprachen habe wie im Vortrage Mit der Verkündigung dieser Gottesgedanten aus Jein Munde verwiere ich nich die Gewissen Aber alle die welche in ihre Scheiftauslegung und#entlichen Verkündigung stets das verschweigen, was den Reichen und Mächtigen mißfällt, die der ihnen verhaßten Parte Bestrebtingen unterschieben, die sie nich hat so die verwirren die Gewissen O. Franck Konststorialen D Wenn Dr. Frank gesagt hätte, daß ein Christ die wirtschaftlichen Forderungen des sozialdemokratischen Programns für richtig halten könne, so hatte er recht. Aber Programm und Partei sund zweierlei Die Partei als folche ist eine Partei der Auflehnung gegen alle göttliche und menschliche Autorität eine Organisation der Mächte von unten Man muß den Doktringrismus wirtlich sehr weit treiben um lebendiges Christentam damit vereinbar zu halten 18. Sept. Am Sonntag den 23. September nachmittags 2 Uhr soll im Evangelischen Johannesstift zu Plöctzensee das Erntedankfest gefeien werden. Festgottesdienst in der Anstaltskirche von 2 bis 3 Uhr, Predigt Herr Hosprediger Schniewind Darauf findet der Erntefestzug, sowie Spiele der Austaltszoglinge statt. Nachfeier auf dem Feswplatz, bei ungünstigem Wetter in der Kirche bezw. im Turnsagl Ansprachen Herr Pastor Lahnsen Herr Reichstagsund Landtagsabgeordneter Generalsekretar Henning und der Anstaltsvorsteher Herr Pastor Phllpp#, abwechselnd mit Chorgesängen und Deklamationen. Ein Fackelzug der Anstaltszöglinge soll den Schluß des Erntefestes bilden Alle Freunde der Anstalt sind, auch ohne besondere Einladung, herzlich willkommen. Berlin, 16. September. — Der Reichs=Anz veröffentlicht eine Bekanntnachung betreffend die Beschrantung der Ein und Durchfuhr aus Glasgow Danach werden nachstehende Vorschriften am Tage der Verkündigung in Vollzug gesetzt. Die Ein= und Durchfuhr von Leibwäsche alten und getragenen Kleidungsstücken, gebrauchten Bettzeugs Hadern und Lumpen jeder Art aus Glasgow ist verboten. Auf Leibwäsche Bettzeug und Kleidungsstücke, welche die Reisenden zum Gebrauch mitführen oder die als Umzugsgut eingeführt werden, findet das Verbot keine Anwendung, jedoch kann die Gestattung der Einfuhr von der vorherigen Desinfektion abhängig gemacht werden. Der Reichskanzler ist ermächtigt, Ausnahmen zuzulassen. — Die Firma Kuhn, Löb& Co. meldet, daß die Verhandlungen betreffend die Uebernahme eines Teiles der Deutschen Anleihe in den Vereinigten Staaten zum Abschluß gekommen seien. Die Firma sagt, daß kein Syndikat, sondern Bankiers die Anleihe übernehmen, und zwar aus eigener Initiative. Die Ausgabe derselben wird in Deutschland sowohl, wie in Amerika erfolgen. Die Bezahlung der Anleihe wird auf eine erhebliche Periode verteilt werden und lediglich durch Wechsel bewerkstelligt. Die New=York Life Insuranca Company machte einen Abschluß auf 5 Millionen Dollars. Die New=York Evening Post sagt, es sei dies eine von den größten auswärtigen Anleihen, welche durch amerikanische Finanzinstitute je gemacht wurden. Das Geld ist sofort zur Hand, und das sichert den Erfolg der Anleihe. Stuttgart, 15. Sept. Der kommandierende General des 13. Armeekorps, Generalleutnant v. Falkenhausen ist zum General der Infanterie befördert. Stettin, 15. Sept. Auf der Werft des Vulkan fand heute der Stapellauf des für die Hamburg=Amerika=Linie erbauten Doppelschrauben=Reichspostdampfers Kiantschon statt. Von dem Aussichtsrat und der Direktion empfangen, fanden sich die geladenen Gäste, darunter Staatssekretär v. Podbielski mit Gemahlin, Oberpräsident Frhr. v. Maltzahn Regierungspräsident Günther der kommandierende General v. Langenbeck und Admiral Hollmann ein. Der Staatssekretär vollzog den Weiheakt. Das Schiff glitt schnell und glücklich ins Wasser. Stettin, 16. Sept. Der Kaiser hat auf die Meldung des Staatssekretärs v. Podbielsli, daß der Reichspostdampfer „Ktautschou glücklich vom Stapel gelaufen ist, folgenden telegraphischen Glückwunsch gesandt: Es gereicht mir zur großen Freude, dem Vulkan und der Hamburg=Amerika=Linie zu dem heute glücklich verlaufenen Stapellauf meinen Glückwunsch senden zu können. Möge der Reichspostdampfer Kiautschon als Beweis deutscher Arbeitskraft und seemännischer Tüchtigkeit stets mit Glück dem Verkehr zwischen dem Vaterlande und dem fernen Osten dienen. Ich war leider durch Anhäufung der Geschäfte verhindert dem Stapellauf beizuwohnen. Wilhelm I. R. Aus dem Auslande. Italien. Rom, 16 Sept. Unter dem Titel„Quid agendum! veröffentlicht Sonnine in der Nuova Antologia einen Artikel, worin er der Regierung rät, sie solle im Interesse des Landes die parlamentarischen Parteien und Gruppen ersuchen, untereinander einen Gottesfrieden abzuschließen damit die von jedermann als notwendig erkannten Reformen auf administrativem sozialen und finanziellem Gebiet erwogen und ins Leben gerufen werden könnten. Die Konstitutionellen dürften sich augesichts der Bestrebungen der extremen Parteien und der unvermindert feindlichen Politik des Vatikans nicht in zwei verschieden organisierte Parreien teilen, die einander in der Regierung ablösen, sonst werde jede dieser beiden Parteien ein Opfer der ihr zunächst stehenden extremen Partei— nämlich die Linke das Opfer der Umstürzler und die Rechte das der Klerikalen. Der Artikel schließt mit einem Appell an das Parlament, objektive und positive Reformarbeit zu thun, statt ein Ministerinm zu schaffen, abzuschaffen und wieder einzusetzen. Kirche, Schule und Mission. Krombach 16 Sept. Herr cand. theol G. Rünter aus Herford wird Ansang Oktober als Lehrvikar hier eintreten. Soziales. Im Buchbindergewerbe dauert in Berlin, Leipzig und Stuttgart die Arbeiteraussperrung bezw. der Streik fort. Da die von den Arbeitern in ihrem neuen Lohntarif geforderte Lohnerhöhung nur eine geringe ist(Erhöhung der Wochenlöhne von 21 auf 22 M.) und ein Teil der Unternehmer diese Forderung bereits bewilligt hat, sind die Arbeiter recht siegesgewiß. Der Buchbinderverband verfügt für vier Wochen über die nötigen Unterstützungsgelder eventuell soll genügende Unterstützung der gesamten gewerkschaftlich organisierten Arbeiter Deutschlands sicher zu erwarten sein, da es sich zugleich um die Existenz des Gewerkschaftsverbandes der Buchbinder handle. Die Buchbindergehilfen klagen über die große Ausdehnung der Frauenarbeit in ihrem Gewerbe. Während die weiblichen Arbeitskräfte früher nur zum Falzen und Heften verwendet worden seien ziehe man sie jetzt auch zum Pressen heran, so daß die Existen der männlichen Arbeiter ernstlich in Frage gestellt werde In Berlin führen die Arbeiter Beschwerde über zahlreiche polizeiliche Sistierungen und Maßnahmen gegen Ausgesperrte oder Streitende Es würden keine Streikposten geduldet Eine Versammlung der Ausgesperrten hat in einer Resolution gegen das Vorgehen der Polizei protestiert und die Lohnkommission beauftragt, das Material zusammenzustellen es der Oeffentlichtei zu unterbreiten und auch den Vertretern der Arbeiter im Reichstage zugestellen. In Leipzig sind rund 3600 männliche und weibliche Arbeiter ausständig oder ausgespern. Aus Berlin und Stuttgart liegen genaue Ziffern noch nicht vor. Die Ausgesperrten beziehen vorläufig folgende Unterstützung ledige Arbeiter 10.50 M. verheiratete 13,50 M. und für jedes Kind1 M. pro Woche Arbeiterinnen erchalten##50 M. pro Woche Vorläusig verrät der junge Verband der Buchbindereibesitzer wenig Neigung, mit den Arbeitern zu verhandeln Hamburg, 18. Sept Der Vorstand des Deutschen Metallarbeiterverbandes hatte zu heute vormittag eine öffentliche Versammlung der Werstarbeiter nach Tutges Etablissement einberufen, die äußerst zahlreich besucht war Folgende Resolutron gelangte zur Annahme.„Die öffentliche Werstarbeiterversammlung hei Kenntnis von dem Schreiben des Verbandes der Eisenindustriellen Hamburgs genommen Getreu den bereits früher gefaßten Beschlüssen, ist auch die heutige Versammlung der Ansicht, daß durch eine mündliche Verhandlung eine Beilegung der Disserenzen möglich ist. Da auch der Verband der Eisenindustrie Hanburgs zur mündlichen Aussprache geneigt ist, wählt die heutige Versammlung eine Kommission von 13 Personen, die die nötigen Verhandlungen nit dem Verband der Eisenindustrie Hamburg zu pflegen hat Das Bureau der Versammlung wird beauftragt, diese Resolution dem Verband der Eisenindustrie bekannt zu geben und die Arbeitgeber zu ersuchen baldmöglichst den Ort und die Zeit der Verhandlungen mitteilen zu wollen. Alsdann erfolgte die Wahl von 13 Vertretern, die den verschiedensten Kategorien der Arbeiter angehören. Kopenhagen, 1d. Sept. Vor einer hiesigen Maschinenfabrik, in der ein Ausstand ausgebrochen ist, hatte sich gestern abend eine große Menschenmenge angesammelt, um die trotz des Ausstandes arbeitenden Former zu erwarten. Infolge der Verhaftung eines Betrunkenen nahm die Menge gegen die Polizei eine bedrohliche Haitung ein und bewarf sie mit Steinen. Drei Polizeibeamten wurden schwet verletzt. Nachdem Verstärkungsmannschaften herbeigezogen worden waren, wurden 6 Verhaftungen vorgenommen. Parteinachrichten. An Mitgliedsbeiträgen gingen ein aus Freudenberg von L. K., A. H. H. S. A. und R. W. je 3 M., C. G., W. F. W. N., I. S. N. R., M. Sch., C. St., W. B., H. M. und A. G. je 1 M. H. K. 1,50, W. R. S. 5 M., F. H. und C. M. je 2 9. F. K. 50 Pfg. und D. J. 5 M. M. in Nauholz 1 M., B. in Netphen 3 M., Dr. med. P. K. in Halle a. S. 3.05 M. Besten Dank mit der Bitte an die Vertrauensmänner allerorten, nun auch ihrerseits die Beiträge zu sammeln und mir einzusenden. Der Parteitag beginn am 9. Oktober, morgens 8½ Uhr, mit einer gemeinschaftlichen Sitzung des Vorstandes und Arbeitsausschusses der christlich=sozialen Partei und des Vorstandes und Aussichtsrates der Westdeutschen Verlagsanstalt, unter dem Vorsitz des Reichstagsabgeordneten Stöcker. Mittaas 12 Uhr gemeinsames Mittagessen im Hotel Kaltwasser am Bahnhof, an dem auch die anderen Parteimitglieder teilnehmen können, die dann mittlerweile mit den Morgenzügen angekommen sein dürften Nachmittags findet der geschlossene Teil des Parteitags statt, an dem der Abstimmungen wegen nur Mitglieder der Partei Zutritt haben Dieselben bekommen von mir vorher Mitgliedskarte und Programm, die mitzubringen ist und freien Eintritt ermöglicht. Die Tagesordnung am Nachmittag ist. 1. Unsere Presse. Referent Herr D. v. Oertzen, 2. Anträge von Mitgliedern. 3. Die Gewerkschaftsfrage. Referent perr Ziegler Ellerkamp, Geschäftsführer des Christl Ziegler=Gewerkvereins im Fürstentum Lippe. An jedes Referat schließt sich Diskussion. Abends 8 Uhr findet eine öffentliche Volksversammlung statt. Thema: Die Bekämpfung der Sozialdemokratie und das Festhalten an der gesetzlichen Reform, ein Lebensinteresse des Arbeiterstandes selbst. Referenten sind Reichstagsabgeordneter Stöcken, 2. Geschästsführer des Ziegler=Gewerkvereins Ellerkamp=Lage, 3. Lie. WeberM.=Gladbach. Die Tagesordnung am Mittwoch den 16. Oktober, an welchem Tage jeder freien Zutritt hat, ist 1. Begrüßung des Präsidenten Abg. Stöcker. 2. Jahres= und Kassenbericht des Parteisekretäts. 3. Decharge der am Tage vorher zu wählenden Revisionskommission. 4. Vortrag über Christentum und Weltpolitik. Referent Herr Dietr von Oertzen. Diskussion. Gemeinsames Mittagessen. Nachmittags Vortrag des Herrn Reichstagsabgeordneten Storcke über die bevorstehenden Handelsverträge und Vortrag des Herrn Landwirt Hufendick aus Tödtheide bei Bracke in Westfalen über die Handelsverträge und die Lage des Kleinbauernstandes Diskussion. Abends würden dann die Teilnehmer wieder in ihre Heimat abreisen können. Ich werde das Programm mit näheren Angaben der Lokale 2c. nächstens veröffentlichen, wenn alles in Ordnung ist Ich bitte schon Anmeldungen betr. Logis und Mittagessen an mich ergehen zu lassen. Die Mitgliedskarten und Programm versende ich, sobald alles gedruckt ist. Hoffentlich können es viele ermöglichen am Parteitage teilzunehmen. Vorher halten Herr von Oertzen und ich Versammlungen vom Samstag ab in den benachbarten Kreisen ab. Godesberg Der Parteisekretär Dr. Burckhardt. Aus dem Kreise Altenkirchen, 16. Sept. Die christlichsozialen Versammlungen in unserem Kreise waren beide sehr gut besucht Nachmittags entspann sich ebenso wie abends nach dem Vortrage unseres Parteisekretärs eine Diskussion mit dem als Polizeibeamter die Aussicht führenden Herrn Bürgermeister von Altenkirchen. In ersterer Versammlung brachte derselbe die von der Wahl her bekannten üblichen Angriffe auf die Christlich=Sozialen. Pfarrer Naumann sei stüher christlich=sozial gewesen und jetzt Sozialdemokrat. Dr. Burckhardt antwortete, daß Naumann nie zur christlich=sozialen Partei gehört hätte, auch kein Sozialdemokrat sei. Wenn dem aber auch wirklich so wäre, so bewiese ein einzelner Fall nichts. Die Sozialdemokraten seien aus dem liberalen Lager hervorgegangen Dr. Burckhardt zeigte besonders wie Landwirten und Handwerkern nach dem christlich=sozialen Programm zu helfen sei und zwar in beiden Versammlungen. Der Herr Bürgermeister sagte abends, sichtlich in Verlegenheit gesetzt, daß seine Kampfmittel schon erschöpft waren, Dr. Burckhardt habe jetzt eine ganz andere Rede gehalten, als nachmittags. Die Nationalliberalen und Konservativen wollten ganz dasselbe, als die Christlich=Sozialen Dr. Burckhardt antwortete, daß die Nationalliberalen überhaupt kein Parteiprogramm besäßen, die Landwitte bisher keine den Worten entsprechende Thaten gesehen hätten. Wenn aber die nationalliberale Partei unser christlich oziales Programm als das ihrige betrachten wolle, so stehe ja dem nichts im Wege und sei eine Besserung immer erfreulich Dr. Burckhardt zeigte aber aus der Vergangenheit, was von der nationalliberalen Partei, die eine rein großkapitalistische sei, zu erwarten war. Der Herr Bürgermeister erwiderte verschiedentlich und ging unter anderen auch auf den Bergarbeiterstreit ein. Die Arbeiter verdienten schweres Geld, hätten 4 M.(Alle? Die Red.) täglich verdient und seien noch nicht zufrieden, für die Arbeiter sei so viel geschehen, daß jetzt Landwirten und Handwerkern geholfen werden müßte, letztere könnten nicht mal Gesellen bekommen. Ob dies die nationallib. Partei bessern kann ist sehr die Frage.— Im übrigen betonte Dr. Burckhardt schon in seinem Vortrag, daß es das Bestreben der Christlich=Sozialen sei, Landwirten und Handwerkern zu helfen. Mit einem Hoch auf den Kaiser wurden beide Versammlungen geschlossen. an die Vorstände sämtlicher Junungen und Handwerkervereine denselben empfohlen, von den Diensten des Sekrelariats recht oft und angelegentlich Gebrauch zu machen, wie auch die Vorstandsmitglieder und der Sekretär jederzeit bereit wären, allen wichtigen Versammlungen innerhalb der Innungen beizuwohnen Auch ist den Innungen das „Neue Deutsche Handwerkerblatt“ in Wiesbaden empfohlen worden. Ferner sind die Innungen ersucht worden, der Handwerkskammer diejenigen Lehrlinge namhaft zu machen, welche ihre Gesellenprüfung mit gutem Erfolge bestanden oder über den Besuch der Fortbildungsschule gute Zeugnisse aufweisen können, da der Kammer zur Prämüerung solcher Lehrlinge ein größerer Betrag zur Verfügung stände. Siegen, 14. Sept. Der neue Bezirkskommandenr Herr Major Knobbe, ist hier eingetroffen und hat mit seiner Familie einstweilen in Kattwinkels„Hotel zum Deutschen Kaiser Wohnung genommen. □ Siegen, 17. Sept. Heute früh wurde der Untersuchungsrichter telegraphisch nach Kreuzthal gerufen. Wie verlautet, hat dort in der vergangenen Nacht eine arge Messerstecherei stattgefunden, wobei einer der Beteiligten so schwer verletzt wurde, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. St. in K. Der betr. Vers ist der letzte des Liedes:„Ich höre deine Stimme, mein Hirte...“ und sein Verfasser ist Karl Johann Philipp Spitta. Es findet sich in der Sammlung Psalter und Harfe", erschienen in der Buchhandlung des nassauischen Kolportage=Vereins zu Herborn. 2. Aufl. 1894 auf S. 120 unter der Ueberschrift; Der Herr ist mein Hirte. stud. th. St. H. H. in W. Der Artikel mußte Raummangels wegen einige Tage zurückgestellt werden. Er kommt in den nächsten Tagen zum Abdruck. Siegen, 17. Sept. Die Handwerkskammer zu Arnsberg, zu der bekanntlich auch unser Siegerländer Bezirk gehört, hat in einer Eingabe an die Königliche Regierung die Bitte ausgesprochen, den sämtlichen unteren Verwaltungsbehörden im Bezirke der Handwerkskammer strengstens anzuempfehlen, in Gemäßheit der Bestimmung des§ 128 der Gewerbe=Ordnung fortgesetzt darüber zu wachen, daß seitens der Handwerksmeister nur eine im Verhältnis zu dem Umfange oder der Art des Betriebes stehende Zahl von Lehrlingen gleichzeitig ausgebildet wird. Sodann hat die Kammer in einem Rundschreiben Klafeld=Geisweid, 15 Sept. Bekanntlich wurde am 22. Juli einem Schuhmachergesellen in der Holzhauerschen Badeanstalt zu Hammerhütte=Siegen eine silberne Remontoiruhr und ein Portemönnaie mit Inhalt entwendet. Der Thäter wurde später am Bahnhofsperron ergriffen und gab an, in Geisweid als Maurer in Arbeit zu stehen. Auf dem Wege zur Polizei häudigte der Dieb die Uhr dem Eigentümer ein, ergriff aber dann die Flucht. Der Verdacht lenkte sich auf einen Maurergesellen, der bald nach dem erwähnten Vorfalle seinem Kostwirte in Klased durchging und ihn um ungefähr 30 Mark Kostgeld prellte. Unterdessen wurde in Weidenan eine ganze Reihe von Einbruchsdiebstählen verübt, ohne daß es den rastlosen Bemühungen der Polizei gelang, der Thäter habhast zu werden. Am 30. August nun erschien der mehrerwähnte Maurergeselle in der in Klafeld belegenen Ziegelei des Herrn Albert Schleifenbaum aus Weidenau und erbat sich die Erlaubnis in der darauf folgenden Nacht in der Ziegelei schlafen zu dürfen. Aus Mitleid wurde der Bitte entsprochen, vor Tagesanbruch verschwand aver der Bursche und stahl verschiedene Kleidungsstücke und ungefähr 70 Mt. Alsdann folgte der Einbruch in das Fabrik=Comptoir der Siegener Eisenindustrie vorm. Hesse& Schulte in Weidenau, wobei der Spitzbube auf der Flucht den Hut verlor. Dieser Hut wurde von Heren Polizeiwachtmeister Kornelius in Klafeld bestimmt als derjenige des gesüchten Maurergesellen erkannt. Natürlich wurde die Spur des letzteren mit allem Eifer weiter verfolgt und zwar bis in die Heimat desselben, nach Wolzhausen imise Biedenkopf Dort ist er in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in das Dienstzimmer des Bürgermeisters Michel und bald darauf in das Gastzimmer der Thomeschen Wirtschaft eingebrochen. Es wurde festgestellt daß der Thäter Adam Brechwall heißt und im Hinterlande wegen seiner Diebereien sehr berüchtigt ist. Am Freitag den September wurde derselbe, wie die Siegener Zeitung mitteilt, im Walde ergriffen und in das Amtsgerichtsgefängnis in Biedenkopf eingeliefer. Dieser mehrsach vorbestrafte Mensch ist also erwiesenermaßen dieselbe Person, welche sowohl den Uhren und Gelddiebstahl in Siegen, wie die Einbrüche in Weidenau und den Diebstahl in der Ziegelei in Klafeld verübte. Aus Minden=Navensberg und Umgegend, 1#. Sept. Das 2 Jahre alte Kind des Plättereibesitzers Ellerbrock in Herford stürzte in einem unbewachten Augenblick in die Werre und ertrank.— In einer in Minden stattgehabten von ca. s0 Geschäftsleuten besuchten Versammlung sprach man sich für den Neun=Uhr=Ladenschluß aus.— Das Wohnhaus des Gutsbesitzers W. Klöpper in Werl ist bis auf die Umfassungsmenern niedergebrannt.— In Kunsebeck wurde Herr Stritwer in Halle einstimihig zum Gemeinde=Einnehmer igewählt.— Der von dem Kaußann S. Windmüller in Beckum vor etwa 3 Monaten angekaufte Scheffelsagt große, Graefesche Hof in Steinhagen ist in einzelnen Parzellen weiterverkaust. Der Resthof von etwa 200 Scheffelsagt mit Hofgebäuden wurde von dem Brennereibesitzer H. W Schlichte in Steinhagen angekauft.— In=Lage nimmt die Zucker=Kampagne ihren Anfang. Am 29. Sept findet auf der dortigen Zuckerfabrik die Postenverteilung statt.— In Obernbeck brannte das erst vor einigen Jahren neuerbaute Leibzuchtshaus bis auf die Umfassungsmauern nieder. Das Mobiliar ist größtenteils gerettet worden— An dem vergrößerten Bahnhof in Bünde entwickel sich eine rege Banthätigkei Verschiedene industrielle Anlagen werden erweitert und neue Wohnhauser und Fabrikgebäude erichtet. Der Obstertrag von den Kreischausseen im Kreise Lübbecke war in diesem Jahre im Etat zu 5000 M. veranschlagt worden. Die vor einigen Tagen stattgefundenen ObstAuktionen an den Kreisstraßen haben aber derartige hohe Erträge geliefert, daß der obige Voranschlag um das Doppelte überschritten werden wird. Auch das im Eigentum der Stadt Lübbecke stehende Ohst vor den Thoren der Stadt und an den Feldwegen ist sehr gut bezahlt worden. Es sind circa 800 M. erzielt worden; das ist ein ziemlich hoher Betrag wenn man berücksichtigt, dar die Obstbäume an den Separationswegen noch recht klein sind.— Der Bezirksausschuß in Osnabruck hat eine für die Radfahrer bemerkenswerte Entscheidung getroffen, indem er die durch den dortigen Magistrat erlassene Polizeiverordnung für Radfahrer aufhob, welche u. a. den Nummernzwang vorschreibt. Dem Vernehmen nach wird sich der=Magistrat mit dieser Entscheidung nicht zufrieden geben, sondern den Klageweg beschreiten.— Eine Belohnung von 1000 M. hat die städtische Wasserwerksdirettion in Iserlohn auf die Ermittelung derjienigen Personen ausgesetzt, welche in verstossener Woche die gußeiserne Wasserleitung zum Otterloch zerstört haben. Die Thäter haben ein schweres Brecheisen benutzt und ist das Wasser aus der Hauptleitung in den Lägerbach abgestossen, was ein sast vollständiges Leerlaufen des Hochbehälters im Gefolge hatte.— Seit einiger Zeit vermißte der Bäcker und Wirt G. in Recke größere und kleinere Geldbeträge, ohne daß er sich den Verbleib der entwendeten Gelder enträtseln konnte. Vor einigen Tagen nun wollte die Ehefrau des G. Zwirn gebrauchen und da sie gerade keinen im Hause hatte, suchte sie solchen im Koffer eines ihrer Dienstmädchen. Wie erstaunt war die Frau, beim Suchen nach Nähgarn auf eine größere Geldschicht zu stoßen und zwar auf en 400=500 M. Runmehr war das Geheimnis über den Verbleib der entwendeten Beträge aufgeklärt, und das seit einigen Jahren im Hause bedienstete Mädchen erhielt ihren Lauspaß Von einer Anzeige hat G. Abstand geoe Todes gestorben.— In Steinach hat eine fünfzehnjährige Dienstmagd bei ihrer Herrschaft Brandstiftung begangen, um aus diesem Arbeitsverhältnis zu kommen.— In Waldau stürzte eine 21 jährige Gastwirtstochter in die Düngergrube und sand darin ihren Tod durch Ersticken.— Der auf dem Boden der Stadtkirche in Egeln beschäftigte 69jährige Dachdecker Hellmann stürzte so unglücklich von einem Balken, daß er das Genick brach und sofort tot war.— In Eisleben ist wiederum eine gewaltige Erderschütterung in der Zeißingstraße und den angrenzenden Straßen wahrgenommen worden.— In Althaldensleben ist die Steingutfabrik von Schmelzer und Gericke von einem Brandunglück betroffen worden. Es sind viele Mühlen vernichtet worden.— Die Bestrebungen der Geistlichen der Provinz Sachsen, ein Heim für bedürftige und vereinsamte ältere Pfarrtöchter zu gründen, haben jetzt ihr Ziel erreicht In Grölers bei Halle ist ein Grundstück von fünf Morgen angekauft worden. Auf demselben liegen mitten in einem schönen Park zwei große stattlich gebaute Villen, jede mit elf heizbaren Zimmern und Zubehör. Den Pfarrtöchtern der Provinz ist ein schönes Heim bereitet, in welchen sie so billig, wie sonst nirgends, werden wohnen können. Der Preis des Grundstücks ist 36.000 M. Die Hälfte ist bisher gesammelt worden. Vorsitzender des Vereines ist Superinsendent Jeep in Stendal. Schutzmittel gegen Obstdiebstahl. Vom Lande wird berichtet, wie man sich vort gegen den ärgerlichen Obstdiebstahl zu schützen sucht. In einer Ortschaft, in welcher am verflossenen Sonntag Kirmes gefeiert wurde, klagte der Lehrer schon seit Jahren, daß ihm aus dem freiliegenden Schulgarten in der Regel an den Kirmestagen das Obst gestohlen werde, ohne daß es ihm bis jetzt gelungen sei, einen der Diebe zu ertappen. Er kam nun auf einen sonderbaren Einfall. Die schönsten Früchte seiner Spalierbäume, die bequem zur Hand hingen und vom Wege ohne Anstrengung zu erreichen waren, bestrich er im Laufe der letzten Woche mehrmals mit— RicinusTinktur, und stehe, schon in der Nacht vom Samstag zum Sonntag waren die meisten davon verschwunden. Bis Mittag aber hatte er schon in Erfahrung gebracht, daß drei der Burschen, die er schon früher im Verdacht gehabt, wegen heftigen Bauchgrimmens und dessen Folgen zu Bette lägen und daß ihnen aller Kirmesappetit mangle. Der Lehrer darf hoffen, daß sie sobald nicht in seinen Garten zurückkehren, wenn sie auch am dritten Kirmestage wieder hergestellt waren. Metalle und Mineralien. Amsterdam 18 Sept. Bankazinn 8 11/ London, 13 Sept Chili=Kupfer 73½ per 3 Monate 74⅛ Glasgow 13. Sept(Schluß Roheisen Mixed numbers warrants 76 sh. 6 d. Warrants Middlesborough III 71 fh. 7½ New=York, 13. Sept. Kupfer 16,75 17, Zinn 30.— und Dresden, 17 Sept. Prinz Albert von Sachsen fuhr gestern abens nach Wolkau bei Nossen. In Wolkau verunglückte der Prinz infolge Durchgehens der Pferde durch einen Stur, aus dem Wagen Der Prinz starb im Laufe der Nacht. Die Leiche wird nach Dresden in das Palais des Prinzen Georg übergeführt. München, 16. Sept. Prinz Heinrich v. Hessen ist heute vormittag gestorben. Nachen 17. Sept. Die 72. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte ist gestern durch ein Festmahl eröffnet worden. Eine große Anzahl hervorragender 8 Aus Thüringen und Sachsen, 14. Sent ein kleines dreijähriges Mädchen in Gotha hatte die Beeren des schwarzen Nachtschattens gegessen und ist trotz ärztlicher Hilfe eines sehr schmerzhaften Gelehrte, darunter Professor Virchom=Berlin, sind erienen Heute Vormittag tagte der allgemeine Verein Schiilgeundheitspfliege. Rambouillet, 16. Sept. General Baldissera überreichte dem Präsidenten Loubet ein Schreiben des Königs von Italien, worin dieser seine Thronbesteigung anzeigt. Er brachte zugleich die Gefühle der hohen Achtung des Königs für den Präsidenten zum Ausdruck und versicherte dem Präsidenten, es sei die feste Absicht des Königs, die guten Beziehungen der beiden Länder immer herzlicher zu gestalten. Präsident Loubet ersuchte in seiner Antwort, dem Könige den Ausdruck seiner Verehrung zu übermitteln und ihn zu versichern, daß er den lebhaften Wunsch hege die fteundschaftlichen Beziehungen der beiden Nationen möchten immer inniger werden. 16. Sept. Fust Ferdinand von Bulgarien hat Szell und dem Ackerbauminister Durany einen Besuch abgestattet und wird sich heute abend nach Sofia begeben. Petersburg, 16 Sept. Der Generalsuperinten dent von Livland Hollmann, ist in Wall gestorben. Petersburg, 16. Sept. Der Rossig wird aus Port Arthur gemeldet, daß am 14 ds. dort an Bord der Moskwa Prinz Jaime von Bourbon eingetroffen und dem Stabe des Vizeadmirals Alexejew attachiert worden ist. Rom, 16 Sept. Der Herzog der Abruzzen ist mit dem Korvettenkapitän Cagni heute vormittag hier eingetroffen und wurde von dem Minister den Spitzen der Behörden, Vereinen und einer überaus großen Menschenmenge empfangen Der Herzog begab sich sogleich nach dem Pantheon, um am Sarge des Königs Humburt einen Kranz Rüchessenen Madrid, 16. Sept. Der Ministerrat beschloß, die konstitutionellen Garantien in Madrid wieder herzustellen. London, 15. Sept. Prinz Heinrich von Preußen ist heute abend von Vlissingen hier eingetroffen und nach Balmoral weitergereist. New=Vork, 17. Sept. Der Ausstand in dem An thrazitkohlengebiet hat gestern begonnen. Die Gesamtzahl der Ausständigen kann erst morgen festgestellt werdenKrieg in Südafrika. London, 17. Sept. Die„Times“ melden aus Kapstadt vom 16. September Präsiden Krüger erklärte die e e etzte beiden on Lord Roberts für ungültig. bubliken seien noch nicht erobert. Die des redaktionellen Teils. Schnee-weisse Wäsche erhalten Sie bei Anwendung von Lettermann's Salmiak-Terpentin-Tettlaugenmehl oder Lettermann's Wasch-Extract„Wasch-Bär“ unter grösster Schonung der Stoffe, à Packet 15 Pf. Kaufmännische Auskünfte über in und ausländische Firmen erteilen die Auskunftei W. Schimmelpfeng(27 Bureaus in Europa mit über 900 Angestellten) und The Bradstreet Company (98 Bureaus in Amerika und Australien) Jahresbericht und Tarif postfrei durch die Auskunftei W. Schimmelpseng in Dortmund, Süswall 33. Die Lieferung der Steinkohlen fur den kommenden Winter für die Volksschulen und das Realgymnasium soll öffentlich vergeben werden. Es wird hierzu Termin auf Montag den 24. September vorm. 11 Uhr, im Zimmer Nr. 14 des Nathauses anberaumt. Bewerber sind eingeladen. Siegen den 12. September 1900. Der Bürgermeister. J. V. Lübeck. Wegen auswärtiger Revisionen ist das städtische Aichamt am 1. 18. 1b. und 20. d. Mts. geschlossen. Siegen, den 15. September 1900. Der Miagisteat. Lübeck. Versschule Der Unterricht an der Bergschule zu Siegen beginnt Montag, den 1. Okt. kr. morgens 8 Uhr. Die Prüfung derjenigen jungen Bergleute, welche sich zur Aufnahme in die Bergschule angemeldet haben findet Freitag, den 28. September er, morgens 8 Uhr, in der Bergschule im unteren Schlosse Nr. 8, statt. Anmeldungen zur Aufnahme werden bis zum 22. d. Mts. vom Unterzeichneten entgegen genommen. Siegen den 8. September 1900. Gerlach Geh. Bergrat. ebeln Kaufleute Unter dem Schweinebestande des Jak. Roch zu Rinsdorf ist die Rothlaufhe festgestellt worden. lnsdorf, den 14. Septeinber 1900. Der Amtmann. Braach Beigeordneter. Ev. Gesellen=Verein. Posaunen-Cher. Die regelmäßigen Proben beginnen wieder nächsten Freitag Abend. Der Vorstand: ChhristI Junger # Bureaubeamten In Mittwoch, den 19. September er. abends 8 Uhr: im Koufirmandenhaus. Jeder Berufsgenosse ist herzlichst eingeladen. Der Vorstand Dienstag Vereins abend. Zeitungs=Makulatur zu haben. Sandstr. 18. 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Inhalts=Verzeichnis: Rückblick aufs vorige Jahrhundert.— Volkslasten im vorigen Jahrhundert.— Der christliche Sozialismus im vorigen Jahrhundert.— Die Aufgaben im neuen Jahrhundert: a Staats= und Privatbetriebe, b Eisenbahnarbeiter, c Gewerbegerichte, d Arbeiterkammern e Genossenschaften, f Berufsorganisation, a Gewerkschaften, h Kolonien und Flotte, i Mittelstandspolitik,&k Landwirtschaft Kleinbahnen, m Handwerk.— Aufgaben in sittlich=religiöser Hinsicht.— des Reichstagsabgeordneten Stöcker im Reichstag am 20. Jannar 1900.— Verkehrsfreiheit.— Das deutsche Handwerk im Mittelalter.— Wo sind die Freunde des Volks?— Programm der christlich=sozialen Partei. Preis: 1 Exemplar 13 Pfg., 10 Exemplare 90 Pfg. 50 Exemplare 3,50 Mk., 100 Exemplare 6,00 Mk. franto. Das Christlich=soziale Handbuch ist zu beziehen durch die Westdeutsche Verlagsanstalt Siegen i. Westf., Sandstraße 18, oder den Parteisekretär Dr. Burckhardt in Godesberg. In Berlin bei dem Berliner Parteisekretär Wartenberg, Gräfestr. 76, in Elberfeld in der Vuchhandlung der ev. Gesellschaft, in Barmen in Hugo Kleins Buchhandlung, Bahnhofstraße, in Erfurt in der Buchhandlung von Villaret, Bahnhofstr., in Dillenburg bei C. F. Heidkamp, in Gießen bei Professor Dr. Bindewald, in Altendorf (Rheinland) in der Buchhandlung von Alfred Haas, in Kassel in der Buchhandlung von Ernst Röttger, in Bonn Falkenroths Buchhandlung, in Gütersloh Dr. Waltemath. Frankfurt a Hötel Kölner Hof. Christlich deutsches Haus. Gegenüber dem Hauptbahnhof. 60 Zimmer. Elektrisches Licht. Restaurant.— Mäßige Preise. Das„Volk" liegt auf. Geldschränke, Weitere Niederlagen werden auf Wunsch vergeben. billige Bezugsquelle. Gustav Wilmking, Güterslo. Verschwendet wird noch vieles Geld durch Ankauf teurer Tabake. Ich sende jetzt franko 10 Pfd.=Beutel Rippentabak von Mk. 1.80, Ml. 2,50 und Mk. 3— ferner Bes. i 16ch.= Natonns=ohot 95. halb Canaster=„„ 9„ kräft. Armee= 9„ aromat. 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Volk“ hat durch seine eigene Agentur in Berlin eine unsuittelbare Berichterstattung aus der Reichshauptstadt. bringt stets wörtlich die Reden des Reichstagsabgeordneten Stöcker, unterrichtet über alle wichtigen Vorkommnisse im Reich und in den Provinzen „Das Volk“ bringt Lokal=Nachrichten aus Rheinland=Westfalen, Hessen=Nassau und Großherzogtum Hessen. „Das Volk“ enthält die vollständigen Ziehungslisten der König lich Preußischen Staatslotterie. Der Abonnementspreis beträgt trotz dieser Reichhaltigkeit für die Stadtabonnenten 1 Mark 25 Pfeunig für alle Postabonnenten 1 Mark 35 durch den Briefträger oder Boten frei ins Haus 40 Pfennig mehr. „Das Volk“ ist in christlichem Geiste jedigiert, der Unterhaltungsteil so, daß das Blatt in jeder Familie mit Interesse gelesen wird. „Das Volk“ will nur das Wohl des ganzen Volkes, aller Stände, keine einseitige Interessenpolitik, es will den sozialen Frieden herbezuführen mitwirken. Unsere Freunde bitten wir aber herzlich, uns durch Zuweisung von Inseraten, Drucksachen und Werbung von neuen Abon neuten zu unterstützen. Wir bitten rechtzeitig zu bestellen, damit in der Zustellung der Zeitung keine Verzögerung eintritt und die vielen Nachbestellungen vermieden werden. Probenummern überallhin kostenfrei. Geschäftsstelle des Siegen, Sandstraße 18. Vereinin Jeden Montag abend: Versammlung im Restaurant des Evangelischen der Tagesfragen. Alle Freunde der christlich=sozialen Sache werden hierurch freundlichst eingeladen und um zahlreiches EErscheinen gebeten. Stets vor Gottes Augen schweben Das ist erst ein selges Leben, Da man, wo man immer ist, Dein gedenkt, Herr Jesu Christ. Tersteegen. Die Liebe einer Frau. Von Christiane Dalsgaard. Antorisierte Uebers. von G. Johanns. Nachi verhoten Warming schwieg und ging ein paarmal in starker Gemütserregung auf und nieder; dann stand er wieder vor Helga still und fuhr fort„Aber das Gefühl, welches ich für Fanny nährte ist niemals wahre Liebe gewesen, das weiß ich jetzt, da ich die Liebe kennen gelernt habe. Jetzt weiß ich, daß dasjenige, was in tiefer Liebe einen Mann zu dem Mädchen zieht, das er zu seiner Frau zu machen wünscht, nicht ein Verliebtsein in ihr hübsches Gesicht und bezauberndes Lächeln ist, sondern eine tiefe Seelensympathie, Vertrauen zu ihrem Charakter Ehrerbietigkeit vor ihrem geistigen, unvergänglichen Wesen. Dies Gefühl kenne ich jetzt, es ist sozusagen mit mneinem eigenen Seelenleben verwachsen, daher weiß ich, daß es mich niemals verlassen wird.— Helga!“ rief er mit hervorbrechender Heftigkeit aus. „Wenn ich daran denke, daß ich Sie kannte, bevor ich mich verlobte, bin ich nahe daran, wahnsinnig zu werden Halten Sie inne Herr Doktor!“ sagte Helga und erhob sich.„Sie haben kein Recht so mit mir zu sprechen, und ich darf Sie nicht anhören Bedenken Sie, daß Sie an eine andere Frau gebunden sind Sie vergessen, daß ich die Separationserlaubnis habe In drei Jahren wird meine unglückliche Ehe ganz aufgehoben sein, und ich bitt ein steier Mann Helda, sagen Sie, daß Sie mich lieben, daß Sie zu jener Zeit meine Frau werden wollen und die drei Jahre werden mir vergehen, wie ein Tag, weil ich Sie liebe. Er wollte ihre Hand ergreisen sie aber wich zurück und bedeckte ihr glühendes Gesicht mit den Händen Einen Augenblick war es, als wirbelte alles vor ihren Augen ein unüberwindlicher Jubel durchstromte sie bei dem Gedanken, von ihm geliebt zu werden, dem einzigen Manne, für den ihr Herz geschlagen hatte Sie fühlte eine tiefe Sehnsucht sich in seine Arme zu werfen, um so nur ein einziges Mal an seiner Brüst zu ruhen, ihre Liebe auszuatmen in einem einzigen Kuß Ihr erregtes Herz schlüg ihm noch ehense warm entgegen wie in ihren Jugenwschsen Aber mit einer fast übermenschlichen Kraft wurde sie wieder ihrer selbst Herr und als sie die Hände von ihrem Gesicht zurückzog, verriel auch nicht eine Miene ihre Gefühle „Schweigen Sie Havon, Doktor Warming, bar sie, „Sie zwingen mich, Ihr Haus zu verlassen. Ich werde in diesen drei Jahren schweigen, dann aber bin ich vollkommen von meiner Ehe gelöst und nach dem Gesetze ein freier Mann, das müssen Sie doch zugeben. „Ja, nach den Gesetzen der Menschen, anwortete Helga 53. Hauptversammlung des Gustau L#ch Königsberg, 13. Sept.(3 Tag). In der nicht öffentlichen Versammlung von gestern nachmittag wurden für den ausgetretenen Geh Kirchenrat Professor O. Fricke in Leipzig, Geh. Kirchenrat Professor Dr. Rietschel=Leipzig und für den verstorbenden Herrn Karl Vörster der italienische Konsul Max Krause für die Zeit von 1903—1906 gewählt Ferner und zwar bis zum 6 November 1969 wurden gewählt Geh Kirchenrat Superintendent O. Pank, Geheimer Rat Oberbürgermeister Dr. Georgi und Senatspräsident an Reichsgericht Dr. Freiesleben, sämtlich in Leipzig sowie fünf außerhalb Leipzigs wohnende Mitglieder Konsistorialrat Fikenscher=Anspach(für den Oberkonsistorialrat Burger=München) Konsistorialrat Professor D. HauptHalle(für P. Terlinden=Quisburg), Sup. Karmann in Schwetz(Westpreußen)(für den Oberkonsistorialrat Koch=Berlin), Wirkl. Geh. Oberpostrat Dr. Spilling in Berlin(für den Hosprediger D. Rogge) und den Superintendentialvikar Dr. Tausch in Großscheuern(für Bischof Müller in Siebenbürgen). Endlich wurde noch Oberpräsiden von Maltzahn=Gültz=Stettin bis 1903 gewählt. In den Abendversammlungen sprachen Redner aus Böhnen, Belgien, Lothringen u. a. Die zweite öffentliche Hauptversammlung begann in der schön mit Grün geschmückten reformierten Burgkirche um 9¼ Uhr. Von D. Fricke vom Handelskaumerpräsidenten Zweiniger vom Verband der protestantisch=kirchlichen Hilfsvereine in der Schweiz, vom Central= ausschuß für innere Mission in Berlin, von der ungarisch=evangelischen Hilfsanst alt(Bischof Baltik) sind Begrüßungen eingelaufen Der akademisch=theologische Studentenverein in Königsberg hat seine Liebe zur Sache durch einen kräftigen Salamander bekundet.(Heiterkeit.) Die Besprechung des Jahresberichts gab dem Oberbibliothekar Dr. WeilBerlin Anlaß vor dem wilden Geben zu warnen, wie im vorigen Jahre vor dem wilden Sammeln gewarnt werden mußte. In Oesterreich haben sich viele neue Gemeinden gebildet, deren einige viel genannt werden und nun von allen Seiten Unterstützung erhalten, während die anderen Not leiden. Man müsse diese Uebelstände durch angemessene Organisation beseitigen. Dem Wunsch den Jahresbericht künftig zu kürzen, tritt Redner entgegen Der Centralvorstand bittet die Hauptvereine, ihm zum Ausgleich Mittel für die neuen osterreichischen Gemeinden zu senden. Hosprediger O. Rogge macht Mitteilungen vom wilden Sammeln Einzelne Gemeinden haben Bittzirkulare in 35.000 Exemplaren verschickt. Superintendent Stürzebein beantragt im Anschluß an den Kassenrevisionsbericht Entlastung und Dank für Rechnung und Buchführung besonders an den Schatzmeiste Konsul Krause in Leipzig Die Entlastung wurde erteilt und der Dank ausgesprochen. Es folgte der Hauptvortrag des Morgens: Die deutsche evangelische Diaspora in Brasilien von Pfarrer Pechmann aus Novo Hamburgo. Er kommt aus der Synode Rio Grande do Sul und bringt auch Grüße aus allen Gemeinden Südamerikas, aus Chile Uruguay, Argentinien Er dankt für die bisher gewährte Hilfe des Gustav Adolf=Vereins, die nicht ohne Frucht geblieben sei und erzählt von der Bewahrung der Glaubensgenossen in den Urwäldern und der Rettung verlorener Posten. Rio Grande do Sul, der südlichste der brasilianischen Staaten, sei mit seinen 43.000 Quadratkilometern größer als die Schweiz, größer als die Niederlande dreimal so groß als Baden doppelt so groß als Württembero Es sei ganz mit Deutschen besetzt Die 13.013 Familien mit ihren 105.000 Seelen haben 41 ordinierte Geistliche in 93 Gemeinden und 13 Parochien Den 22 ueligionslosen Regterungsschulen im Bezirke stehen 66 evangelische Privatschulen gegenüber, die allerdings meist sehr klein, sehr vernachlassigt sind, je von 8 30 Kindern besucht werden und oft sehr minderwertige Lehrer haben(verkrachte Kaufleute, Beamte). Die Synode lenkt also ihre Aufmerksamkeit auf Hebung der Schule. In Sa. Eruz ist deshalb eine Schulanstalt mit Pensionat begründet, die 230 Kinder und 30 Pensionäre zählt. In Novo Hamburgo hat die Synode eine Töchterpension mit 52 Jusassen. Aber Rio grande do Sul ist guch das Arbeitsfeld der Jesuiten, die mit großen Mitteln und billigeren Sätzen große Pensionate erbleichend, aber nicht nach Gottes Gesetz Sprechen Sie nicht mehr davon, ich kann doch niemals die Ihrige werden. „Sie lieben mich nicht, Helga rief er zweifelnd aus. Gott weiß, Sie haben mir niemals Anlaß gegeben, dies zu glauben, aber dennoch— ich weiß selber nicht warum— hoffte ich, daß Sie mich liebten meine Liebe ist so tief und stark, däß ich deswegen wohl glaubte, Gegenliebe finden zu müssen. Sagen Sie mir die Wahrheit Helga lieben Sie mich nicht Sie preßte ihre Hand gegen die Brust wieder kämpfte sie mit sich selber, aber ihre Wahrheitsliebe siegte. „Nicht so, daß ich Sie Gottes Gebor könne übertreten lassen ohne dies soweit es in meinen Kräften steht, zu verhindern antwortete sie langsam. Vor Gott sind Sie der Gemahl einer andern Frau und werden es bleiben, wenn das Band auch nach menschlichen. Gesetzen gelöst ist Lassen Sie uns Gott danken, daß das einzige, was Ihre Ehe auch nach Gottes Gesetz hätte losen können, nicht existiert denn wie große Fehler Fanny auch hat untien in der That ist sie Ihnen nicht gewesen, Doktor Warming. führ sie mit ziternder Stimume fort, lassen Sie mich die bisher zu Ihnen aufsehen können lassen Sie meine=Achtung vor Ihnen nicht verletzt werden. Er sah ihr in die thränenfeuchten Augen und der Ausdruck derselben offenharte ihm deutlicher als Worte ihre tiefe, entsagende Liebe und ihren reinen starken Willen „Helga tiefe aus, indem er auf die Knie sank und ihre Hand an seine Lippen führte. Ich will mich Ihrer Liebe würdig erzeigen Helga mein Gewissen mein guter enge Hinter Helge fauchte in diesem Augenblick ein Kon im Garten auf und ein Päar große neugierige Nugen blickten durch das offene Feuster verschwanden aber sogleich wieder Weder Helge noch Warming hatte es bemerkt, ebensowenig wie sie Ninas und Annas Zurufe und Lachen hörten, als diese in wildem Jagen sich jetzt wieder vom Hause entfernten Ich habe jetzt nur eine Bitte an Sie, Fräulein Helga, fuhr der Doktor so# indem er sich erhob und einen Schritt zurücktrat„Wollen Sie hier im Hause bleiben als Aufseherin und als Mutter meiner kleinen Tochters Gehen Sie nicht von uns ich kann Sie nicht entbehren. Sie ahnen nicht welch ein Segen Sie für mich sind Es bereitet mir eine wahre Herzensangst zu denken, daß eine andere als Sie Ninas Erziehung leiten sollte, nur Sie können die Kleine lehren, die Frau zu werden, die ich wünsche und hoffe, daß sie werden soll. Ich weiß sehr wohl, daß es Selbstsucht ist, die mir diese Bitte diktiert, aber dennoch— ich kann sie nicht zurückdrängen. Es ist nicht minder Selbstfucht von mir, diese Bitte z erfüllen antwortete Helga leise„Von Ihnen und der kleinen Nina zu scheiden würde mir große Schmerzen bereiten. Ich bleibe mit Freude und Dank, denn nicht wahr, Herr Doktor, Sie werden mir in dem Kampfe helfen, sodaß wir uns als Bruder und Schwester lieben können. Bei Gott wollen#i Starke suchen ei vird uns sowohl darin für 300 Knaben, 300 Mädchen una. leiten. Ein anderer Feind der kirchlichen evangelischen Arbeit sind die Pseudopfarrer, die das Amt üben, ohne dazu vorgebildet zu sein und die zum Teil recht ungeeignet dazu sind. Wohl die schlimmste ihrer Ausschreitungen sie liegt allerangs schon Jahrzehnte zurück, scheint die gewesen zu sein, daß der republikanische Pseudopfarrer seiner kaiserlich gesinnten Gemeinde im Bürgerkriege die Häuser über dem Kopf anzündete. Die Gemeindeglieder in der Synode leisten jetzt übrigens ihrerseits was sie können für arrgehälte und Kirchbauten. Den einzelnen Gemeinden Bittgesuche aus Deutschland zu bewilligen, könne er nicht befürworten, weil sie in das Gebiet der wilden Sammlungen gehören. Man möge alle Sendungen und Gaben durch die Synode vermitteln lassen(Beifall.) Oberkonsistorialrat D. Koch ergänzt den Vortrag durch Mitteilungen über die Pflege der überseeischen Diaspora durch den französischen Oberkirchenrat in Berlin dem aus der dafür eingesammelten Kollekte dafür jährlich 25.000 Mk. zur Verfügung stehen In Chile, Argentinien, in Brasilien, in Caracas, in Südafrika, China kurz fast überall hat er seine Pfleglinge. Aber ohne den Gustav Adolf=Verein stände es schlecht. Dieser hat für überseeische Gemeinden im letzten Jahre 68.585 Mk. bewilligt # v#undigt der Vorsitzende des Ostpreußischen Hauptvereins, Pros Dr. Benrath unter großer Spannung das übliche Gastgeschenk des bewirtenden Vereins. Es belause sich, Dank einer schon seit dem vorigen Jahre beobachteten vorsichtigen Geschäftsführung und Dank der Opferwilligkeit der Provinz auf 42.000 Mark.(Bewegung.) Von den in Westfalen als Kohlenarbeiter beschäftigten Masuren sind dazu 1100 M gesammelt. Die Salzburger Ostpreußen haben 00 M. abgeliefert Die Lehrer und Lehrerinnen an den Präparandenanstalten und Seminaren haben 860M gestiftet, die dem österreichischen Schulfonds sowie der Lehrerbildungsanstalt in Bielitz zugewendet werden sollen. Den 50 dem Hauptverein besonders zugewiesenen Gemeinden bittet der Geber je 200 M. von der Gastgabe zuzuwenden, wodurch mit einigen anderen besonderen Verfügungen und einer Gabe von 9000 M. für die Gustav Adolfglocke in Speyer 23.600 M. festgelegt werden und zur freien Verfügung des Centralvorstandes 18400 M. bleiben. D. Pank Wir waren in der That gespannt auf die Gabe. Gott segne sie und die Geber. Pastor Gundel=Königsberg brachte darauf an der Spitze einer kleinen Deputation von Konfirmandinnen noch eine Sondergaben der Konfirmanden von 4000 M., über deren Bestimmung ein Mädchen durch ein Gedicht Ausschluß gab. Der gkademisch=theologische Missionsverein in Königsberg überbrachte eine Altarbibel. Wirkl. Geh. Oberpostrat Dr. Spilling=Berlin 500 M für Reporter in Ostpreußen und Generalsuperintenden D. Döblin=Danzig aus Westpreußen 1537 M. Er bekannte dabei, an der vom Hofprediger D. Rogge getadelten Sammlung einer einzelnen Gemeinde beteiligt gewesen zu sein. Es war Grünthal in Westpreußen und die Sammlung hat sogar Mark eingebracht Seines Wissens verstoße das nicht gegen die Braunschweiger Beschlüsse und es sei auch gut, wenn die dem Gustav Adolf=Verein fremden Kreise ebenfalls zu Opfern herangezogen würden. D. Pank dankt für die Gabe, bittet aber die Braunschweiger Beschlüsse besser zu studieren. Die Einzelsammlungen könnten doch recht bedenkliche Folgerungen haben. Pastor Meyer=Antwerpen beleuchtete darauf die traurigen beigischen Kirchenverhältnisse Rom herrsche dort unbeschränkt. Es giebt in dem kleinen Lande 1784 Klöster und 30.000 Ordensleute. Die nationale vlämische Bewegung entbehre jeder religiösen Motive.— Ein alter Freund der Gustav Adolfsache hat ihm wieder 10.000 M. eingehändigt. Nunmehr reseriert Generalsuperintendent D). Hesekiel=Posen über die drei zur großen Liebesgabe vorgeschlagenen Gemeinden. Es sind dies Lianno in Westpreußen, Mundenheim in Rheinbayern, Turn in Böhmen Alle drei stehen vor der allerdringlichsten Notwendigkeit des Kirchenbaues, der für sie eine Lebensfrage ist. In Mundenheim einer Vorstadt von Ludwigshafen mit start angewachsener Industriebevölkerung beträgt die Zahl der Gemeindeglieder 1600 gegen 300 vor drei Jahren unter 6000 Katholiken. Zu dem auf 100·000 M. veranschlagten Kirchenbau fehlen noch 20.000 M. Turn in Böhmen wird die Genehnigung zur tichlichen Steuererhöhung nur erhalten, helfen als auch darin, Ihr Kind recht zu erziehen. Für die Kleine wollen wir leben und wirken Mit einem festen und ruhigen Druck gab die ihm die Hand und verließ dann das Zimmer „Jetzt ist unser neues Krankenhaus fertig und eingerichtet, sagte Warming eines Tages spät im Herbst Helga Das ist ja herrlich antwortete sie und sah mit interessiertem Blick auf. Ja, Gott sei Dank, daß wir das erreicht haben es war hoch nötig, denn das alte war in schlechtem Zustande. Ich habe es ja auch erreicht, daß dieses Haus nach meinem Wunsche und den guten Ratschlägen, die Sie mir gegeben haben eingerichtet ist Besonders freue ich mich über den Operationssaal, derselbe ist ganz den Bedürfnissen der Zeit entsprechend eingerichtet Haben Sie nicht Lust, das Haus mit mir anzusehen, bevor es dem Publikum geöffnet wird.“ Danke, das werde ich gerne thun Ich bin sogleich fertig. Bald darauf gingen sie beide durch die Stadt nach dem neuen Krankenhause. Dort gehr Dokter Warming mit Fräulein Brock, sagte eine Dame, die bei der Frau Bürgermeisterin, welche Kaffeegesellschaft hatte, am Feuster sah „Nun, gehen sie jetzt auch zusammen spazieren? ist mehr, als man den Doktor und seine Frau thun sah äußerte eine andere Dame. „Es sind schreckliche Geschichten, die man von dem Hause hört fiel eine dritte ein Ichfinde es im höchsten Grade anstößig, daß Fräulein Brock dort bleibt, sagte die Wirtin mit großer Würde. „Wenn es nicht ihre Cousine wäre, mit welcher der Doktor verheiratet war, aber nun ist es ja eine wirkliche Demonstration es ist fast, als wolle sie aller Welt zeigen, daß der Doktor der beleidigte Teil ist. Gott muß wissen, wie dies eigentich zusammenhing. weiß, was ich weiß sagte ein alteres Fräulein und nickte feierlich. Ich weiß doch nicht recht, ob Frau Warming wirklich so liebenswürdig war wie sie schien, sagte die Frau des Apothekers in zweifelndem Tone„Mein Mann, ja, alle Männer waren in sie verliebt, aber— mir gefiel sie doch nicht recht. „Sie war grenzentos gefallsüchtig, ja, das war sie!“ ertönte es jetzt im Chor „Der Doktor hat gewiß viel bei ihr gelitten „Ja, das glaubte man, sagte Fräulein Wiether,„aber nach dem, was man jetzt von den Verhältnissen dort im Hause hört, kann es doch sein, daß sie mehr hat leiden müssen als er Es war gewiß nicht umsonst, daß Frau Warming nicht nach hier zurück wollte sie hat natürlich etwas davon gemerkt.“ „Wovon“ fragte Frau Knudsen etwas scharf; sie hatte sich bisher an der Unterhaltung nicht beteiligt. wenn die Bausumme für die Kirche gedeckt ist, wozu noch 20000 M. fehlen. Es stehen zur Verfügung für die siegende Gemeinde 14932,60 M., die von Königsberg aus auf 20000 abgerundet werden. Für die erste unterliegende Gemeinde 6441,50 M. und für die zweite unterliegende Gemeinde 6541,50 M. Die Abstimmung ergiebt für Lianno 27, für Turn 75, für Mundenheim 101. Letzteres hat also gesiegt. Der Vorsitzende empfiehlt auch die beiden anderen Gemeinden der wärmsten Teilnahme der beiden Hauptvereine. Konsistorialrat Wagner=Speyer spricht seinen tiefgefühlten Dank aus Professor O. Löscher=Wien bringt den Gruß des österreichischen Hauptvereins und der evangelisch=theologischen Fakultät in Wien und betont die Notwendigkeit der Ausbildung österreichischer evangelischer Geistlicher, da die Einführung reichsdeutscher Geistlicher nur ein nicht ganz gesunder Notbehelf sei und auch durch Versagung der Gewährung des österreichischen Bürgerrechts vollkommen legal verhindert werden kann. Dekan Herfurt spricht namens des Hauptvereins Siebenbürgen und erzählt von dem in Siebenbürgen eingerichteten Diasporaheim zur Ermöglichung evangelischen Schul= und Religionsunterrichts. Er giebt interessante Vergleiche zwischen der ebenfalls von den deutschen Rittern begründeten Kolonie des Deutschtums in Ungarn und Königsberg, erinnert an die dortige Marienburg, an Hermann von SalzaHermannstadt. Pastor Fliedner=Madrid, der Sohn des Alten, berichtet von den Evangelischen in Spanien und bedauert, daß der Centralvorstand die sonst bewilligte Gabe diesmal gestrichen habe sionskirche. Die nächste Hauptversammlung wird in Köln a. Rh. stattfinden. Geh. Kirchenrat D. Pank dankt allen Beteiligten Hofprediger D. Rogge=Potsdam spricht das Schlußgebet. Um 4 Uhr fand ein Festmahl statt Eine Festfahrt an Haff und Ostsee wird morgen, Freitag, veranstaltet. Im Dom findet heute die Ausstellung der reichen und prächtigen Gaben für die einzelnen Gemeinden statt, bestehend in Antependien Kanzel= und Altardecken, Abendmahlsgeräten Leuchtern Kruzifixen, Agenden und Bibeln. Noch einmal Freiwillige vor“ Unser Vaterland gewährt in den letzten Wochen einen erhebenden Anblick! Als unser Kaiser Freiwillige aufrief zum chinesischen Feldzuge, haben sich wohl 1½ Hunderttausend Jünglinge fröhlich gestellt, um freiwillig in das ferne Land zu ziehen, wo ihnen Not Gefahr und Tod in mehr wie einer Gestalt drohten und als unser Brüder haus Nazareth vor einigen Wochen die Aufforderung erhielt eine Anzahl unserer Brüder für den Dienst der Barmherzigkeit an den Verwundeten und Kranken unserer hinausgezogenen Krieger zu stellen, und wir um Freiwillige baten, um die hier entstandenen Lücken auszufüllen, da hat sich mehr als die 30 fache Zahl solcher Jünglinge angeboten obwohl ihnen ausdrücklich gesagt war, daß sie nicht nach China ziehen könnten, sondern nur hier an Ort und Stelle den Dienst der Barmherzigkeit übernehmen sollten. Wie steht es nun mit der gleichen Bereitwilligkeit bei den Jungfrauen?— Wie unser Brüderhaus, so hat auch unser Schwesternhausmit dem deutschen Verein für verwundete und erkrankte Krieger das Abkommen getroffen, daß, sobald unser eigenes Vaterland in einen Krieg verwickelt ist, wir nicht nur unsere sämtlichen Käume, soweit sie irgend frei zu machen sind, sondern auch unsere sämtlichen Schwestern soweit sie durch Freiwillige ersetzt werden können, in den Dienst des Vaterlandes stellen müssen. Noch ist der Krieg gegen China zwar nicht erklärt, aber es ist doch jetzt schon offenbar, daß wir nicht etwa nur gegen eine Rotte von Aufständigen sondern gegen die Kaiserin selbst und gegen das ganze Volk im Kampfe stehen, und es ist mehr als wahrscheinlich, daß uns noch schwere Kämpfe bevorstehen, wie denn auch soeben eine neue Division deutscher Krieger zum Ausbruch sich rüstet. — Da gilt es nun auch, bei Zeiten zum weiteren Dienst der Barmherzigkeit sich rüsten damit wir, wenn der Ruf an unser Diakonissenhaus kommt, auch frisch zufahren und die von uns geforderten Streiterinnen stellen können. Aber wenn dieser Ruf auch nicht kommen sollte so haben wir doch ein gutes Recht, mit ganzem Ernst allen am Markte stehenden Jungfrauen, die niemand gedinget het zuzurufen Freiwillige vor Kommt in den Weinberg der Barmherzigken und heist uns Als nach dem Kriege 1870 zum erstenmale die evangelischen Diakonissenhäuser in Kaiserswerth zusammen traten, schrieben wir unserm großen Heldenkaiser, daß zwar der Krieg mit Pulver und Blei zu Ende gebracht, daß aber der Krieg der Barmherzigkeit nicht ruhte, wir hatten alle Zeit einen weiten Kampsplatz voll Kranker, Verwundeter und Sterbender vor uns Er möchte darum unsere sämtlichen Diakonissen doch als Kriegsleute ansehen, die fortwährend im Felde stehen und uns darum auch die Rechte der Soldaten zusprechen, die mit erleichterten Eisenbahnpreisen von einem Ort zum anderen eilen dürfen, wo immer die Not der Kranken winkt— und der hochherzige alte Kaiser hat uns diese Bitte gewährt.— Nun gilt es abe auch, uns dieser Gunst würdig zu erweisen. Wir sind ja weit davon entfernt allen Dienst der Barmherzigkeit nur den geordneten Diakonissenhäusern aufladen zu wollen. Wir dringen vielmehr beständig darauf, daß jeder Christin seinem Stande und Beruf auch seinen Teil Liebesarbeit am Nächsten übernimmt, aber für die außerordentlichen Nöte bedar es doch auch des geordneten Dienstes der Diakonie Und ach für diesen Dienst fehlt es schmerzlich an ausreichenden Arbeiterinnen Unse Bielefelder Mutterhausleidet insonderheit dadurch Not, daß im Ravensberger Lande unserem Hauptrekrutierungsgebiete fün den Dienst der Barmherzigken nicht nur die zunehmende Tertlindustie sondern noch viel mehr die Tabatinousteie die Mehrzahl unsere sonst freistehenden Jungftauen uns wegnmmt, indem dieselben verpflichtet sind ihren Eltern zu helfen, die Tausende und Abertausende von kleinen Besitzungen abzuzahlen, die sich dieselben erworben haben So wächst unsere Net täglich Ueber 50 Schwestern liegen gegenwärtig krank danieder große Lücken sind geeissen in schon bestehenden Arbeitsstätten und wie viele dringende Bitten um Besetzung einer Arbeitsstelle müssen wir unerhort lassen Es ist doch wirklich nich schön wohl bereit zu sein, wie dies vielfach der Fall ist, im fernen China deutsche Krieger zu pflegen wobei es möglicherweise vor den Augen aller Welt Ehre und Rühm zu ernten giebt—, über hier in der Heimal an den armen Ver„Neu., haben Sie das nicht gehört. Die ganze Stadt weiß es doch Das Verhältnis zwischen dem Doktor und Fräulein Brock ist nicht, wie es sein sollte Ich kann schwerlich etwas Unvorteilhaftes#n lein Brock glauben sagte Frau Kundsen, die sich als Kranke unter Helgas n befunden hatte und von der an große Dankbarkeit gegen sie nährte Das sich auf einen Irntich, auf ein Mißzverstandnis gründen. ist kein Gerucht, sondern leider eine Thatsache meine liebe Frau Knudsen.“ „Ja es ist wirklich wahr siel das Fräulein eistig ein denn das Mädchen hat selber gesehen, daß er vor ihr auf den Kuieen gelegen und sie geküßt auch hat sie gehört, daß sie von Liebe gesprochen. Nun frage ich hat denn eine Frau, die sich von einem verheirateten Manne küssen läßt, wenn es niemand sieht, sich dadurch nicht selber von der ordentlichen Gesellschaft ausgeschlossen Es ist natürlich nicht das erste Mal; ich bin davon überzeugt, daß die arme Frau Warming Zeugin ähnlicher Szenen gewesen ist.“ „Ich darf nichts sagen äußerte die Wirtin. Ich selber habe nichts bemerk aber Fräulein Brock ist stets eine merkwürdig zurückhaltende Person gewesen der man nicht leicht auf den Grund kommen kann. Sie hat bei weitem nicht das einnehmende Wesen ihrer Cousine. „Nein, gewiß nicht. Sie ist so ruhig und kalt, so überlegen in ihrem Wesen als fühlte sie sich besser als andere ihr kann man sagen, daß Hochmut vor dem Fall kommt.(Fortsetzung folgt) wundeten und Kranken unseres Volkes und an den vielen Tausenden, auf den Gassen und Straßen der großen Städte gefährdeten Kindlein vorüber zu gehen, und wie der Priester und Levit seine Augen von solcher Not abzuwenden und sich beide Ohren fest zuzustopfen bei dem lauten Notschrei: Komm doch und hilf uns!— Wen die Liebe Christi nicht dringt, hier in der Heimat in aller Verborgenheit und Stille zu dienen und zu helfen, den kann man gewiß nicht übers Meer senden. Allen Jungfrauen, denen das Herz bei diesem schmerzlichen Ruf um Hilfe bewegt wird, senden wir gern zur näheren Ueberlegung die Bedingungen, unter denen sie hier unentgeltliche Ausbildung finden können. Sarepta bei Bielefeld, August 1900. F. v. Bodelschwingh, Pastor. NB. Diese Bitte gilt übrigens nicht nur für Sarepta, sondern auch für alle andern Diakonissenhäuser, welche ebenso dankbar sein werden wie wir, für rechte Freiwillige. D. O. Bericht der Handelskammer über die gewerbliche Entwickelung des Siegerlandes von 1849 bis 1899, sowie Jahresbericht für 1899. XIII. Allgemeines. Die geschäftliche Lage in den meisten Kulturstaaten war im abgelaufenen Jahre eine günstige. Nur in einzelnen Staaten welche entweder durch schlechte Ernten zu leiden hatten, wie dies in Rußland der Fall war, oder welche durch die Nachwirkung schwerer politischer Unruhen beeinflußt waren, wie in Spanien lagen die Verhältnisse ungünstig. Im allgemeinen trug aber die günstige Lage auf dem internationalen Markte dazu bei, die schon seit 1895 in Deutschland bestehende gute Konjunktur noch weiter zu steigern und dadurch Preise hervorzurufen, welche ungewöhnlich hoch gegen die vorhergehenden mäßigen Preissteigerungen erscheinen und damit die Befürchtung hervorrufen mußten, daß man sich dem Höhepunkt der Konzunktur nähere. Der Außenhandel des Deutschen Reiches zeigt eine Vermehrung in seinen wichtigsten Teilen keineswegs aber eine so starte Vermehrung wie sie in anderen Staaten zur Erscheinung kommt. Begründet ist dies durch den unverändert starken Bedarf des inländischen Marktes ein Bedarf der auch heute noch trotzdem die allgemeine Lage viel weniger günstig geworden ist, nur mit geringen Abschwächungen anhält. Die stärkste Vermehrung des ausländischen Handels insbesondere in der Ausfuhr zeigten im vergangenen Jahre wiederum die Vereinigten Staaten. Die schon mehrfach von dieser Stelle ausgegangene Warnung vor der kommenden starten Konkurren; Nordameritas hat sich in vollem Umfange als richtig erwiesen. Nachden mit Anfang des lausenden Jahres sich der inländische Markt in Nordamerika als im Ruckgang begriffen zeigte, und dieser Rückgang im Lause der letzten Monate sich weiter verstärtt hat, ist zu erwarten, daß der Wettkampf welchen dieses Land dem europäischen Handel und Gewerbe macht sich weiter verschärfen wird.Naturgemäß zeigt sich die verstättte Einsuhr nordamerikanischer Artikel in den gewerblich entwickelten Ländern am stärksten welche nicht oder nur wenig durch Einfuhrzölle geschuß sind Infolgedessen leidet zunächst die uralte englische Eisenindusttie und andere Gewerbe daselbst am stättsten unter dieser Thatsache Ob dieselbe dazu führen wird, die Handelspolitik dieses Landes zu andern bleibt abzuwarten, jedenfalls legen diese Erschemungen der deutschen Nation die Pflicht nahe vor Abschluß der neuen Handelsvertrage den deutschen Zoutaris so zu gestalten, daß wir zunächst in allen wichtigeren Artikeln Herren des eigenen also des inländischen Marktes sind. Es ist eine eigene Erscheinung daß gerade diejenigen Nationen, welche die große Einsuhr nach Deutschland besitzen, es sind dies Rußland und die Vereinigten Staaten, sich selbst sowohl durch hohe Schutz zölle als auch durch sonstige erschwerende Einfuhrmaßregeln vor der deutschen Ausfuhr zu schützen wissen. Die vor uns liegende neue Zollgesetzgebung wird die Grundlage für Handel und Gewerbe wie au für Landwittschaft für lange Zeit bilden. Die ausgezeichneten Vorarbeiten, von welchen die Produktions=Stas für das Jahr 1897 bis jetzt ihren Abschluß gesunden hat und welche in dem augenblicklich in Beanbeitang befindliche Entwurf eines neuen Zolltarifs ihren wetteren Ausduuck finden lassen erhossen daß es dem Deutschen Reiche möglich ist, mit genügender Vorbereitung in die Verhandlungen über die neuen Handelsverträge einzutreten und damit den maßgebenden Teilen unserer Bevölkerung, der Landwirtschaft und dem Gewerke eine gunstige Entwickelung für längere Zeit zu sichern Gelingt es inzwischen den bestehenden Studikgten den Verkehr einigermaßen zu regulieren und vor Ueberstürzungen zu bewahren, so dürste die denische Geschäftswell mit Vertrauen in die Zukunf sehen (Fertsetzung folgt.) Briefkasten. P. A. L. in W. Sie machen uns auf einen Drucksehler aufmerksam den wir gerne berichtigen. Aus der zweiten Seite des Beiblattes von Nr. 215 ist in dem Bericht aus Barmen Zeile 20 von oben zu lesen,„daß man aues verlieren müsse, um alles zu finden". Hanau, 14. Sept. Wie man dem„Franks. Gen.=Anz.“ mitteilt, ist in dem Strafverfahren gegen Molliere und Genossen die Zurückziehung des Strafantrages lediglich mit Rücksicht auf die Familie des Beklagten und seine früheren Dienste als Werkmeister geschehen. Molliere soll seine Schuld schriftlich eingestanden, bereut und sich zur Zahlung einer hohen Buße, welche der Arbeiterunterstützungskasse der Firma Leopold Casella u. Ko. in Mainkur zufließt, verpflichtet haben. Vom Westerwald, 12. Sept. Wenn man täglich in den Zeitungen die Klagen über Kohlennot liest und kennt die schönen Kohlenlager des Westerwaldes, so kann man nicht begreifen, warum die letztere so wenig beachtet bleiben. Die Westerwälder Braunkohle ist eine harte Lignitkohle, die sehr viel Heizkraft besitzt und das Feuer lange anhält. Sie ist ein sehr schönes Heizmaterial und müßte billig zu fördern sein, wenn moderne Anlagen geschaffen würden. Dabei sind Arbeitskräfte leicht zu haben. Hunderte von Westerwälder, die jetzt im Ruhrgebiet arbeiten und getrennt von ihren Familien leben, würden gewiß lieber in der Heimat arbeiten. Wenn sie hier auch einen geringeren Verdienst hätten, würden sie doch mehr erübrigen als jetzt. Außerdem würden die Familienverhältnisse geordnet sein, wenn der Mann und Vater daheim bleiben könnte. Es sind Braunkohlenbergwerke vorhanden, die in kurzer Zeit zu einem großen Betriebe ausgestaltet werden könnten, wenn nur das nötige Anlagekapital vorhanden wäre. Warum erwirbt nicht irgend eine Genossenschaft oder Gemeinschaft sich ein solches Bergwerk? Vermischtes. Zur Pariser Weltausstellung erschien ein interessantes Album der Maggiwerke, die in Berlin, Singen, Kempttal und Paris ihre Hauptniederlassungen haben. In 32 Bildern werden die Fabrikanlagen, die Fabrikation der allbeliebten Maggischen Spezialitäten, die Geschäftshäuser und Bureaus an den genannten Orten vorgeführt. Die Schlußbilder zeigen die Stallungen und die Rinderherden der Firma in Kempttal. Aus dem schön ausgestatten Album erhält man einen überraschenden Ueberblick über die große Ausdehnung und Mannigfaltigkeit der rühmlichst bekannten Werke der Firma Maggi. Berlin, 15. Sept. Die Festsetzung der Dividende der Laurahütte auf 16 Prozent befriedigte nicht und bewirkte einen ansehnlichen Rückgang in den Aktien dieses Unternehmens. Eisen= und Kohlenaktien erlitten im weiteren Verlaufe stärkere Kurseinbußen. Banken gleichfalls schwächer Fonds still. In der zweiten Börsenstunde ruhte das Geschäft auf den meisten Verkehrsgebieten— Privatdiskonto 4 3%— Ansangs waren: Kreditaktien 207.25, Diskonto=Komm 173,60, Deutsche Bank 188,10, Dresdner Bank 145,60, Darmstädter Bank 131,50, Handelsgesellschaft 146, Staatsbahn 42 Lombarden 26,10, Marienburger 72, Gotthard 140.40, Schweizer Central 145,10, Schweizer Nordost 89.50, Jura=Simplon 89.60, Prince Heuri 110,70, Bochumer 181,50, Dortmunder 89.20, Laura 19 7,80 Gelsenkirchener 196, Harpener 178,30, Hibernia 199.50, 3proz. Reichsanleihe 86,10, Italiener 94,10, 6proz. Mexikaner—.—. Türkenlose 109.50, Spanier—.—, Northern 72.25. Produktenmärkte. Verlin, 15. Sept. Auf wenige anregende Depeschen von Nordamerika waren die Käufer vorsichtiger und konnten sich im Lieferungshandel in Weizen und Roggen etwas billiger versorgen Die Ermäßigungen haben jedoch Mark selten übertroffen. Haser ungefähr behauptet. Rüböl reger begehrt und höher 70er Spiritus 51 M. Umsatz 6000 Liter. Wetter Schön. Berlin, 15. Sept. Weizen per Sept. 155,25, per Okt. 156.50, per Dez 160.50. Roggen per Sept. 144,75, per Okt. 144.25, per Dez 144.50 Hafer per Sept. 131, per Okt. 131.— Mais, amerik Mixed loco, niedrigster Preis 119.50, do. höchster Preis 117.— per Sept. per Dez.——. nuvol per Okt. 62, per Mät 61— Spiritus 7der 51. Wetter Schön. Köln, 15. Sept.(Fruchtmarkt.) Roggen neuer M. 14,30.— Heu M. 7,70 bis 9, Maschinenstroh(Roggen=) M. 3.— Richtstroh (Flegeldrusch) 4,20, Krummstroh 2,00 die 100 Kilo. Neuß, 15. Sept.(Fruchtmarkt.) Neuer Weizen, 1. Sorte M. 16,50, 2. 15.— 3. 14.— Neuer Roggen, 1. Sorte M. 14.40, 2. 13.—, 3. 12,— Hafer I. Sorte M. 15, 2. Neuer Haser, 1. Sorte M. 12,80, 2. 11,80. Alles die 100 Kilo. Neue Kartoffeln M. 2.30 bis 3, Heu M. 3.40 bis 3,90, Luzernenheu M. 4,40 die 50 Kilo. Maschinenstroh M. 12, Flegeldrusch M. 15, die 500 Kilo. Kleie M. 5.20 die 50 Kilo. Preise unverändert. 1 Ziehung der 3. Kasse 203 Rongl Preut Lotterie. Ziehnug vom 15 September 1900 vormittags. Nur die Gewinne über 160 Mart####nd den beirenenden Nummern in Klammern beigesngt (Ohne Gewähr. 29 45 144 67 240 49 92 423 48 579 710 7 24 82 871 969 1173 241 48 67 315 40 69 430 575 638 724 48 2179 89 250 50 300 53 758 61 880(300) 3054 169 1200) 254 736 4232 450 834 927 5200 80 395 464 84 578 92-686 809 53 6227 359 417 57 684 991 7037 151 203 53 74 664 756 894 8008 299 348 54 499 652 725 69 9036 49 65 165 303 410 605 78 30 977 79 10010 255 364 436 92 553 62 11205 55 97 302 424 509 92 718 71 823 45925 12170 213 22 61 352 440 52 577 769 858 87 903 30 13027 55 59 92 172 243 655 71 80 14075 91 162 395 493 524 621 58 718 43 62 70 820 62 958 67 15 20 60 52 391 515 30 604 5 50 76 6137 88 93 727 200 59 823 59 17009 159 250 51 593 739 52 866 911 1815 59=97 572 622 703 31 860 19074 f14 24 538 756 87 90. 882 999 29182 295 378 446 524 83 638 707 92 921 36 21 198 205 42 68 347 489 589 843 50 200 921 52 63 22007 153 24 338 913 61 23211 44 64 84 347 500 483 548 61 601 71 24449 77 274 534 57 620 51 86 711 865 25022(200) 342 542 84 641(300 43 946.55 26119 254 333 541 66 88 600 50 805 27052 82 112 311 49 86.443 49 59 94 99 603 70 879 971 28003 157 245 91 408 67 78 554 816 901 29007 105 224 45 395 470 762 83 85 1500 984 90 30176 288 94 572 621 29 30 749 807 58 77 922 31023 97 115 277 314 561 826 32008 333 665 91 742 92 909 40 83 33215 32 58309 456 689 717 70 894 986 34006 68 236 47 424 50 547 660 906 62 72 95062 133 59 234 308 425 93 576 760 827 37 38071 113 396 482 568 653 750 806 93 37028 326 56 444 602 S13 968 38096 206 61 96 330 435 513 697 732 39010 110 62 372 442 54 543 66 73 620 955 40032 92 687 759 943 88 41330 456 881 902 42051 52 93 206 209 37 67 446 97 556 669 722 62 915 43102 47 63 293 431 62 4 4001 8 60 241 484 629 56 805 45037 165 90 93=251 56 377 434 526 708 800 24 46138 203 67 488=614 1300) 65 736(1000 47167 348 71 73 81 458 501 7 950 75 76 48102 32-71 374 95 541 48051 94 759 931 38 49037 5019996 0 96 90 51167 248 68 326 434 80 62170 412 77 841 52028 109 87 220 340 76 470 501 769 883 94 53099 124 99 201 27 769 54008 371 98 594 705 20 827 1200) 93 903 64 55062 113 62 65 307 425 542 84 613 80 737 59 75 78 885 56927 369 447 78 200 823 57026 48 64 118(200) 273 456 681 946 58097 332 672 795 857 959 59525 652 728 48 70 824 63 60193 97 501 61 85 661 200 81 755 858 998. 61121 32 59 353 505 418 957 63012 95 370 76 715 827 918 63127 308 528 764 883 951 65 64058 159 579 915 19 65007 463 682 1200) 752 67 851 66071 201 514 862 1200 965 67045 58 111 56 223 35 92 343 50 468 506 30 65 789 823 903 68154 243 63 309 749 934 57.58 69092 215 409 87 707 809 70006 228 74 312 444 604 12 768828 42 965 1200 72 71127 86•489 573 724 810 928 791300) 2938 67 19 123 236 306 844 73000 485 754 854 951 4033 79 211 16 324 98 526 694 835 80 75007 116 565 600 53 861 46009 546 47 417 924 4745 581 656 988 78034 175 80 233 44 313 21(1000) 508 40 614 788 873 79148-66 92(200 265 349 553 855 89 98 998 80105 213 70 454 781 81043 74 80 511 805 81 23 55 990 82081 112 64 84 429 521 29 631 711 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S#zu 0h M., 17 zu 1000 Mk., 49 zu 500 Mi. Für die Schriftleitung verantwortlich: O. Beckmann— Unterhaltungsteil: Dr. Burckhardt=Godesberg— Anzeigen Ehr Druck und Verlag der Westdeutschen Verlagsanstalt E. G. m. b. H., Siegen, Sandstr. 18. chlünz.