Nr. 210. Siegen, Samstag den 15. September 1900. „Die Zeitung„Das Volk“. erscheint an jedem Wochentage abends Bestellungen sind bei dem entsprechenden Postamte(Nr. 7728 der Zeitungsliste) oder beim Landbriefträger anzubringen. Bestellungen für Siegen nimm außer der Post die Geschäftsstelle entgegen Preis vierteljährlich für die Stadtabonnenten M. 1,25 frei ins Haus 40 Pfg. mehr. für alle Postabonnenten M. 1,35 frei ins Haus 40 Pfg mehr. Siegen: Sthriftleitung und Geschäftsstelle: Sandstraße 18. Fernsprech=Anschluß Nr. 205. Berlin: Klopl Agentur: NW Klopstockstraße 7. (D. v. Oertzen.) Durch die Zeitung„Das Volkfinden Anzeigen weiteste Verbreitung im kauffähigen Publikum des ganzen Reiches. Preis der 5 gespaltenen Petitzeile für die Provinzen Rheinland und Westfalen, Hessen=Nassau und das Großherzogtum Hessen 10 Pfg.; für das übrige Reich 25 Pfg. Aufträge sind gesälligst der Geschäftsstelle oder durch ein Anzeigen=Vermittelungs=Geschäft zu erteilen. MAAAA Abonnements-Einladund. Bestellungen auf die Zeitung u Volkt (Nr. 1728 der Zeitungsliste) mit Sonntagsblatt, volkswirtschaftlicher und litterarischer Beilage für das 4. Quartal 1900 werden von allen Postanstalten, den Zeitungsboten und in der Geschäftsstelle in Siegen, Sandstraße 18, entgegen genommen. Volk“ erscheint täglich in mindestens anderthalb mittelgroßen Druckbogen, Sonntags mindestens zwei Bogen, auch in der Woche Extra=Beilagen nach Bedarf. „Das Volk“ hat durch seine eigene Agentur in Berlin eine unmittelbare Berichterstattung aus der Reichshauptstadt. Volk“ bringt stets wörtlich die Reden des Reichstagsabgeordneten Stöcker, unterrichtet über alle wichtigen Vorkommnisse im Reich und in den Provinzen. us Volkt bringt Lokal=Nachrichten aus Rheinland=Westfalen, Hessen=Nassau und Großherzogtum Hessen. „Das Volk“ enthält die vollständigen Ziehungslisten der Königlich Preußischen Staatslotterie. Der Abonnementspreis beträgt trotz dieser Reichhaltigkeit für die Stadtabonnenten 1 Mark 25 Pfennig für alle Postabonnenten Mark 35 durch den Briefträger oder Boten frei ins Haus 40 Pfennig mehr. „Das Volk“ ist in christlichem Geiste redigiert, der Unterhaltungsteil so, daß das Blatt in jeder Familie mit Interesse gelesen wird. „Das Volk“ will nur das Wohl des ganzen Volkes, aller Stände, keine einseitige Interessenpolitik, es will den sozialen Frieden herbeizuführen mitwirken. Unsere Freunde bitten wir aber herzlich, uns durch Zuweisung von Inseraten, Drucksachen und Werbung von neuen Abonnenten zu unterstützen. Wir bitten rechtzeitig zu bestellen, damit in der Zustellung der Zeitung keine Verzögerung eintritt und die vielen Nachbestellungen vermieden werden. Probenummern überallhin kostenfrei. Geschäftsstelle des„Volk“ Siegen, Sandstraße 18. Graf Friedrich zu s Die von Herrn Hofprediger a. D. Stöcker herausgegebene Deutsche Evangelische Kirchenzeitung widmet dem verstorbenen Grafen Friedrich zu Solms=Laubach den folgenden Nachruf: Mit großer Wehmut berichten wir unseren Lesern von dem Heimgange des edten Grafen zu Solms=Laubach. Er gehörte nicht nur zu ihrem Kreise, sondern zu den Männern, die mit voller begründeter und bewährter Ueberzeugung die Grundsätze der Deutsch=Evangelischen Kirchenzeitung hegten und vertraten. In hoher Stellung seinem Stande wie seiner politischen Wirksamkeit nach von großer Verantwortung, hat er nie und nirgend ein Hehl daraus gemacht, daß er lebendigen Glauben, festes Bekenntnis kirchliche Freiheit, christlich=soziale Wirksamkeit für die Mittel zur Belebung und Erneuerung des deutschen evangelischen Volkes ansehe. Und er behielt diese Anschauung nicht wie so viele, die ebenso denken wie er in der verborgenen Tiefe des Herzens, sondern trat damit offen und frei heraus. So gehörte er von Anfang an zu den Freunden der christlich=sozialen Bewegung und war der ersten einer, der der Trennung Stöckers von der konservativen Partei zustimmte und mit Freude die Stelle des zweiten Präsidenten in der christlich=sozialen Partei annahm Er ftagte nicht, wie viele oder wie wenige mitgehen würden. Von der ernsten Auffassung ausgehend, daß sich die Konservativen mit dem Aufgeben der sozialpolitischen Initiatibe und Sympathie ihr Grab graben würden wollte er nicht mehr in ihren Reihen arbeiten und kämpfen Mit derselben Klarheit stand er auch kirchlich zu den sozialen Ideen Die Begründung des epangelisch=sozialen Kongresses begrüßte er mit der größten Zuversicht und nahm gern an seinen Versammlungen teil. Aber er war auch sofort der Ueberzeugung, dah man das liberale Intriquenspiel in seinem Vorstand nicht bulden könne unterzeichnete den Aufruf der zur Bildung der freien kiichl hesozialen Konferenz führte und trat an die dieser neuen Unternehmung mit um so größerer Bereitwilligkeit, als er innerlich der Ritschlschen Theologie völlig ftend gegenüberstand und von ihr für die Kirche kein Heil erwartete. Es ist noch in aller Erinnerung, wie trefflich er die Konferenzen leitete Unvergeßlich wird auch sein Humor bleiben, mit dem er im vorigen Jahre bei der BerlinenVerschinlung nachdem er die trocknen Absagen aller staatlichen und kirchlichen Behörden verlesen hatte das Wort sprach So, dann sind wir ja hübsch allein unter uns. Für die Vertretung und Verfechtung der christlichzsozialen wie der kirchlich=sozialen Juteressen reißt sein Tod eine schmerzliche Lücke die schwerlich je wieder ausgefüllt werden wird. Denn Graf Solms war ein wirklich hervorragender Mann, ein politischer Kopf ein kirchenpolitischer Geist und ein durchaus Sesticherz Chatrakten Auch im engeren Kreise war er mit Recht vielen sehr viel In der ersten hessischen Kammer war er seit Jahren VizePräsident uud in Budgetfragen eine Autorität Ueberall wvo. Sroße vatenläudische Interesse in Frage nan zeigte##r seinen echt deutschen Sinn, und wo die sozialen Gesichtspunkte hervortraten, seine volksfreundliche Lebensanschauung. Er vor allem hat den Grundsatz der Progression in das hessische Steuersystem eingeführt Wo es das öffentliche Wohl galt, kannte er keinen Eigenvorteil. So mißbilligte er, obwohl selber ein Großgrundbesitzer, die Ueberspannung der agrarischen Forderungen und Bestrebungen. Eine große Auszeichnung war es, als er vor einigen Jahren zum Versitzenden des Vereins der Standesherren erwählt wurde. Diese Wahl machte ihm wie seinen Wählern Ehre Denn es war allgemein bekannt, daß er darauf drang die Standesherren sollten ihre große Stellung dazu benutzen, sozial mit einem Beispiel der Volkstümlichkeit und Opferfreudigkeit voranzugehen. Im besten Sinne war er Aristokrat. Man mußte ihn in Laubach im Kreise der Bürger sehen, etwa bei einem kirchlichen Feste oder bei einer christlich=sozialen Versammlung, um zu begreifen, welche Macht in einer wahrhaft vornehmen Popularität liegen kann. Aber diese bedeutenden Eigenschaften und Wirksamkeiten wurzelten bei ihm in einem schlichten tiefen persönlichen Ehristentum, in dem er mit seiner ganzen Familie ein Herz und Seele war. Von den Lebenskräften des Evangeliums allein erwartete er obwohl die Dinge des öffentlichen Lebens auch politisch beurteilend, durchgreifende Hilfe für die Notstände, die er mit klarem Blick durchschaule Und weit entfernt davon, nur die unteren Kreise mit dem Vorwurf der Irreligiosität zu bedenken sah er besonders in der Gleichgültigkeit der oberen Kreise und in ihrem Abfall vom ernsten Glauben die eigentliche Gefahr der Zeit. Aus dieser Erkeitnitzits heraus gründete er mit großen Opfern in Laubach ein christliches Gymnasium er wollte damit seinen Anteil beitragen, daß in die gebildeten Schichten unseres Volkes wieder ein warmer Odem lebendigen Christentums eingehaucht würde Dabei genügte es ihm nicht nur individnell seinen Heiland zu bekennen, er war auch ein Bekenner der Reformationskirche und des Reiches Gottes. Und gerade hier bewies er eine ungemeine Unbefangenheit und Freiheit von Standesvorurteilen Er war ein unbedingter Anhänger der kiichlichen Freiheit und zwar nicht bloß sofern er das Staatskirchentum als überlebt ausah. Auch die dominerende Stellung der Fürsten in der Kieche erschien ihm lediglich als ein Rotamt, das einst nützlich gewesen sei aber heute die Entfaltung des christlichen Volkslebens hindere. Dabei wollte er die Volkskirche und den Zusammenhaug von epangelischer Kirche und Staat beibehalten wissen. Denn in keinem Stück war er radikal und über das Maß hinausgehend sondern besonnen und geschichtlich denkend Aus dieser Charakteristik wird man ersehen, wieviel die Schar derer, die sich um die Evangelische Kirchenzeitung und um die Frchlich=soziale Kouferenz sammeln, an diesem bedeutenden Mann verloren haben. Seine Freunde werden um ihn am besten trauern, wenn sie seine Gesinnungen in sich vertiefen und bei andern verbreiten. Ist Christus unser Leben so ist Sterben Gewinn. So mag auch aus dem Gedächtnis dieses geliebten Toten Segen und Leben erblühen. Er ist gestorben und lebt noch Die Wieren in China. In den letzten Tagen mehren sich die Nachrichten, daß in der Umgegend von Peking zum Teil dicht vor den Thoren der Hauptstadt aufs neue Boxerbanden auftreten und seugend und brennend ihr Unwesen treiben. Daß es unter den gegenwärtigen Verhältnissen gefährlich sein würde, die Truppen zurückzuziehen beweist ferner die folgende Meldung aus Peking vom 5. September:„Eine amerikanische Kavallerie=Abteilung, welche zur Deckung eines Viehtrausportes ausgesandt war, überraschte in einem Tempel bei Schaho 300 chinennn 30 wurden getötet und 125 Gewehre erbeutet Der Feind floh nach Nordwesten. Etwa 500 Boxer griffen zwei Kompaguien Russen an welche einer beim Eisenbahnbau beschäftigten Truppenabteilung sieben Meilen südlich von Machiapu zur Deckung diente Sobald Verstärkungen eingetroffen waren wurden die Boxer zerstreut, wobei zwei Russen verwundet wurden. Die Boxer waren mit Schwertern und Speeren bewaffnet Russische Kavallerie drang sodann in die Getreidefelder in denen sich die Voxer versteckt hatten und töteten viele Boxer mit Säbelhieben auch die Führer der Bexer wurden getötet. Die letzteren verloren allein an Toten 200 Mann Ein russischer Offizier wurde verwundet und zwei Kosaken getötet Da dies nicht der erste derartige Ueberfall ist, se ist eine Strafexpedition abgesandt worden, welche die in der Umgegend von Machtapu liegenden Städte zerstören soll.— Angesichts dieser Lage der Diuge werden die Russen es wohl mit der Räumung Pekings nicht allzu eilig haben und die Meldung der Nowose Wrenia, daß für die russischen Truppen, die Peking verlassen sollen in Tieutsin bereits Quartiere besorgt seien, daß einige Abteilungen nach Taku abmarschieren und dort bleiben, während ein großer Teil nach Port Arthur und Talienwan zurückkehren und dort Winterquartiere beziehen wurden, dürfte vielleicht durch die Ereignisse selbst Lügen gestraft werden. Inzwischen scheint Rußland seine Rüstungen einzustellen denn in Saratow ist, wie dortige Blätter melden, die Weisung eingetroffen die zum Abgang nach Ostasien bereitstehenden Vatterien nicht abgehen zu lassen. Es ist ferner die Verfügung ergangen, den Ankauf von Pferden für den Milttärbedauf einzustellen Es dürste jedoch auch mit den Friedensverhandlungen nicht so schnell und glatt gehen, wie es wunschenswert wäre. Nach einer Reutermeldung aus Peting vom 7. d. Mis hat Prinz Tsching in einer##idaten Unterredung mit den auswärtigen Vertretern erklärt, daß er zwar die Vollmacht habe, die Unterhandlungen zu führen, daß er aber ohne Lihrngtschang nichts thun kölne. Er habe aber an letztern telegraphiert und ihn dringend aufgefordert, nach Peking zu kommen. Berlin, 13. Sept. Aus Shanghai traf nach dem„LokalAnzeiger“ folgendes Telegramm der ostasiatischen Nachrichten=Expedition des deutschen Flottenvereins ein: Lihungtschang hat heute morgen nachstehendes Telegramm der russischen Regierung erhalten: Die russische Regierung stellt folgendes Ultimatum: Der Kaiser von China soll die Regierung wieder selbst übernehmen, soll seinerseits sofort für Verhaftung und Bestrafung des Prinzen Tuan und der übrigen Boxerführer Sorge tragen und den Einfluß der Kaiserin auf die Regierung ausschließen. Lihungtschang hat außer der ersten Bedingung diese Vorschläge als unannehmbar erklärt und seine Abreise von Shanghai nach dem Norden aufgegeben. Berlin, 13. Sept. Der zweite Admiral des Kreuzergeschwaders meldet ab Taku vom 1. d.: Kapitän Pohl ist gesund an Bord der Hansa zurückgekehrt. Die Mannschaften sind noch in Tientsin, sie werden allmählich von dort zurückgezogen Das Detachement ist in Taku; dasselbe wird von dort nach Tsingtau übergeführt werden. Die Leute desselben sind sehr angestreng und leiden zum Teil auch an Darmkrankheiten. Für Frau v. Ketteler, die unter deutschem Geleit in Tientsin eingetroffen ist, halte ich zur Ueberfahrt nach Japan die„Savoia“ bereit. Berlin, 13. Sept. Wolffs Bureau meldet aus Shanghai vom 12 d.: Der Gouverneur Yuan=Chikai hat an den Gesandten v. Mumm telegraphiert, er habe seinem Ersuchen entsprechend Maßregeln zum Schutz der Mission in Puoly ergriffen und die Aufrührer bestraft. Tokio, 13. Sept. Aus Taku wird vom 8. d. gemeldet: Die Ruhe in Peking ist wieder hergestellt, die geflüchteten Einwohner kehren zurück. Die Fremden beginnen die Stadt zu verlassen, um nach ihrer Heimat zurückzukehren oder zur Wiederherstellung ihrer durch die lange Belagerung geschwächten Gesundheit nach Japan zu reisen. New=York, 13. Sept. Einem Telegramm aus Shanghai zufolge, stellt Li=Hung=Tschang die Friedensunterhandlungen ein weil Prinz Tuan dagegen Einspruch erhebt. 13 Sept. Nach einer Meldung aus Peking verhafteten die Japaner den Mörder des Gesandten von Ketteler. Er gestand die That und wurde dem deutschen Kommandeur übergeben. Seine Verhaftung erfolgte, als er eine Taschenuhr mit Initialen verkaufte. Er erklärte zuerst, er habe nur die Leiche weggenommen, gestand aber später den Mord ein, den die kaiserliche Behörde befohlen habe. Londoner Brief. London, den 12. Sept. 1900. Jahresfrist ist beinahe vergangen, seit die Engländer ihren Eroberungszug nach Afrika unternommen haben und noch immer sind die Buren nicht unterworfen Der Oranjefreistaat und die Transvaalrepublik sind zwar annektiert es wird aber noch geraume Zeit in Anspruch nehmen, dem Lande seine frühere Ruhe wieder zu geben. Was bei den Deutschen in England die größte Verwunderung und gerechten Widerwillen hervorruft, das ist die Freundlichkeitspolitik Deutschlands England gegenüber. Sollten die Herren da drüben am grünen Tisch die englische Gesinnung nicht kennen? So wie man damals in Deutschland mit dem Nero des Ostens liebäugelte, daß niemand dem Morden von 100.000 von Christen Einhalt zu gebieten sich getraute so hilft die deutsche Politik jetzt den englischen Raubrittern zum Ziel. Jetzt müssen selbst berechtigte Interessen nuserer eigenen Landsleute, die Hab und Gut in Afrika ohne allen Grund verlassen müßten, zurücktreten, wie letzthin im Volk berichtet wurde. Die folgende Bekanntmachung, welche am 9. Juli d. J. in Krügersdorp veröffentlicht wurde, diene zur Illustration der englischen Kriegsführung. Im Namen der Königin Oeffentliche Bekanntmachung. Es wird hiermit bekannt gemacht, daß sofern die Männer. welche zur Stadt und zum Distrikt Krügersdorp gehören sich nicht bis zum 20. Juli ergeben und ihre Waffen an die Imperial Autoritäten ausliefern ihr ganzes Eigentum konfisziert wird und ihre Familien entblößt von allem hinausgerieben werden.“ Der„Morning Leader“ fragt, ist das englisch? Ja, englisch ist es aber nicht menschlich, gleichbedeutend mit bestialisch, Unmenschlich ist die ganze englische Kriegsführung sowohl dem Feinde gegenüber, als auch in Betracht der Behandlung der eignen Soldaten. Die oberen Regionen machen sich keine Sorgen darüber wieviel Soldaten verloren gehen, die kommen eben von der untersten Volksklasse und waren bisher so verachtet, daß kein„Gentleman“ mit ihnen in nähere Berührung kommen wollte.— Von den Feldhospitälern werden greuelhafte Dinge berichtet Ueber unzureichende Einrichtungen, chlechte Nahrung betrunkene Lazarettgehilfen und unwissende Aerzte ist in vielen Privatbriefen von Soldaten zu lesen. Verschiedene Zeitungen veröffentlichen Briefe von Soldaten an ihre Angehörigen. In einem ist gesagt: Die letzten 2 oder 3 Tage ist die Artillerie beschäftigt gewesen, Farmhäuser zu zerstören. Es ist ein großes Vergnügen zu plündern Ein Korps genannt Brabannts Horse hat sich einen Namen gemacht durch dieses Spiel. Ein anderer Soldat schreibt: Ich weiß es nicht, wie es ist, daß Brabants Horse einen Namen durch Plündern bekommen haben. Ich hoffe es wird nicht in England bekannt. Ich habe Euch die Preise gegeben, was Gegenstände hier kosten, aber ich sage nicht wenn man den Truthahn bekommt ehe man das Geld dafür ausgezahlt hat,— doch das übrige könnt Ihr erraten. Ich habe gesehen, wie man Häuser in Brand gesetzt hat und wenn Nachfrage gehalten wurde, niemand that es.“ Ein dritter Soldat sagt: Letzten Sonntag gingen 6 von uns mit einem Offizier nach einem schönen Farmhaus den Einwohnern 5 Minuten Zeit gebend, sich zu entfernen Da waren Größmutter, 3 verheitatete Töchter und mehrere Kinder, welche flehend um Gnade baten, aber nein, als die Zeit um war brannten wir die Farm nieder.“ Wieweit es der Jingoismus treibt, zeigt ein„Patriot“, der in einer Zeitung Propaganda dafür macht, allen Offizieren in ihren Geburtsorten Denkmäler zu errichten. Bei seiner mangelhaften Bildung ist es dem Engländer wohl nicht möglich, sich zu fragen wofür? Wenn sich 200.000 eingeübte Truppen ein Jahr lang mit 26000 kriegsunerfahrenen Buren herumschlagen und sich dabei Verluste von 40000 Mann holen, wofür das Geschrei Die Buren haben thatsächlich nur über ca. 26000 Mann zu verfügen gehabt, einschließlich 6000 Rebellen von den Kolonien und 2700 ausländische Freiwillige, wie jetzt ein Engländer, Howard C. Hillegas beweist. Rhodes schätzte die Anzahl auf 36—50.000, Armeelisten gab es nicht, aber vergangenen Weihnachten hatte die Transvaal=Regierung beschlossen, jedem Manne im Feld ein Geschenk zu machen. 28.000 Geschenke wurden hinausgesandt, 2000 kamen, weil übrig, zurück. Solche Zahlen müßten doch beschämend auf die Engländer wirken anstatt jetzt Siegesorgien zu feiern. Die Kosten des Krieges, falls solcher noch im September beendet sein wird, werden auf ca. 1½ Milliarden Mark geschätzt. Der„Morning Leader bringt ein Bild. Es ist ein großes Schlachtfeld voller Toten und mit dem Todesengel zu Chamberlain sprechend:„Das ist dein Werk“. 13. Sept. Die Abendblätter melden aus Pretoria vom 11. d.: Lord Roberts erließ eine Proklamation, wodurch ganz Transvaal unter das Kriegsrecht gestellt wird. Pretoria, 12. Sept. Lord Roberts hat sich heute wieder nach dem östlichen Transvaal begeben. Nooitgebacht, 12. Sept. Polecarew rückte hierher längs des Elandsflusses vor. French auf dem rechten Flügel der Enggänder wurde in einen schweren Kampf verwickelt: Hutton ist zu einer Unterstützung vorgegangen. Siegen, 14. September. — Von den Philippinen wird berichtet, daß der Krieg daselbst, der nun bereits zwei Jahre dauert, das Aufbieten einer Okkupationsarmee von 65.000 Mann notwendig gemacht und schon mehr als 4000 amerikanischen Soldaten das Leben gekoster hat. Trotzdem können die Amerikaner bis zur Stunde nur Manila und das angrenzende Gebiet besetzt halten. Die Insurgenten okkupieren den übrigen Teil des Archipels, setzen den Guerillakrieg gegen die Amerikaner fort und wagen sich bis auf drei Meilen von Manila vor. Allerdings halten die amerikanischen Soldaten außer Manila noch einige Städte an der Küste und im Innern besetzt, aber ihre Vorposten sind nirgends sicher und werden täglich von den Insurgenten augegriffen Dabei giebt es keine eigentliche phillppinische Armee es bestehen nur einzelne Banden welche sich in den Dschungeln verborgen halten, um gelegentlich isolierte Truppenabteilungen anzugreifen und sich nach jedem Ueberfall zerstreuen, um sich später wieder zu sammeln. Der größte Teil der einflüßreichen und wohlhabenden Bevölkerung der Philip#inen ist im geheimen Einverständnisse mit den Insuegenten Aguinaldo ist in seinen Bewegungen vollständig frei und betreibt überall die Infurrektion. Die amerikanischen Soldaten müssen die größten Eutbehrungen erdulden und leiden sehr au tropischen Fieber Viele militärische Sachverständige helten die Eroberung der Philippinen überhaupt für imnmöglich und erklären, daß 500.000 Soldaten#und noch viele Jahre ersorderlich wären, un den Aufstand zu unterdrücken. — Im Südwestgebiete Rußlands war in diesen Jahre eine Mißernte deren Folgen für die Bevolkenung scher zu tragen sein werden, wenngleich man hofft, daß es nicht so schlimm wie in früheren Jahren werden dürfte. Im Jahre 1898 waren es die mittelrussischen Provinzen, die an den Wirkungen der Mißernte zu leiden hatten im vergengenen Jahre die südlichen Gouvernements in diesen Jahre kommt das Südwestgebiet an die Reihe Nach Verichten aus jenen Gegenden ist das Getreide zum großen Teil zu Grunde gegangen ebenso wird es auch an Futter für das Vieh und die Pferde mangeln#odaß die Bauern schon setzt damt rechtten einen großen Teil ihres Viehbestandes zu verkaufen. Im übrigen sieht man dem Winter mit geringerer Sorge als früher eitgegen Die Volksverpflegung soll gesicher sein Man gtaubt, daß es dieses Jahr zu keinen wirklichen Hugersnor kommen wird Es giebt im Südwesten zunächst reiche Arbeitsgelegenheiten, die der unbemittelten Bevolkerung die Möglichkeit zu lohnendem Erwerbe bieten. Außerden hat man früher neiche Kornvorräte aufgespeichert um während der Nor versorg zu sein. Diese werden der Bevolkerung jetzt zu Statten konmen Endlich besitzt das Südwest=Gebiet einige Millionen Rubel Versslegungskapital. Alles dieses läßt die Bevolkerung und die staatlichen, wie kommunalen Antoritäten vortäusig mit geringerer Sorge in die Zukuuft blicken, als sonst. Man wird aber gleichwohl abwarten müssen, ob sich die Zuversich nicht am Ende a unbeg#ete Optümnismi erweist. Wenn die Bauern schon jetzt allen Ernstes daran denken ihren Viehbestand zu verkaufen so kenn die allgemeine Verpflegung doch nicht so völlig gesichen sein wie es nach den aus dem Südwestgebiete kommenden Berichten der Fall sein soll. Von unserer AgenturBerlin, I. Sepi Fir eien Koloni#ldirekter Dr. Stübel ein Proguostikon zu stellen ist schwer für den Außenstehenden. Für ihn selbst aber wird schon in den nächsten Tagen die Entscheidung fallen ob er bleiben kann oder gehen nuß Er wird nämlich mun dem Reichskanzler borgestellt werden und s# inl der Audienz Gelegenheit haben sich seine Stelltug zu gründen Einem Mann von selbständiger Gestunung kann die Abhangi### und sübatterne Steiltug in die der Vorgänger des Hern Dr. Stübel von einem Unterstaatsselretc sich ha drängen lassen nicht behagen Die# N. har erzählen daß der nene Kolottialdirekter Selbständigkeit und Selbstbewußtsem besitzt und darf daberehen daß er diese Eigenschaften auch zur Geltung kommen lassen wird wenn er dem Reichskanzler seine Wunsche über die Art seiner Steiluug vornigt. Sollte es ihm nicht gelingen dem Kotonaldire### eie seines Postens würdige Position wiederzuerringen, dann haffen wir daß Dr. Stübel Manns genug sein wird, die nötigen Koisegnenzen zu ziehen um so einmal öffentlich zu zeigen wvoran es liegt, daß die Zustände im Koloniglamt uuerfreulich sud sämlich daß Unterstaatsserretäte dem Direktor einsech ius Handwerk pfrschen und ihm nur— die Verantwortug überlassen Ueber den Buchbinderstreit wird der T. R aus Leipzig vom 9. d. M. geschrieben. Seit gestern ist in den hiesigen Buchbindereien etwa 40 an Zahl, darunter eine ganze Reihe Großhichbindereien mit Fabrichetrieh, die Arbeit eingestellt Da die Gehilfenschaft sich nach vergeblichen Vergleichsverhaudlungen weigerte, den von den Prinzitalen vorgelegten Tarif zu unterschreiben erfolgte am Freitag und Samstag die Kündigung welcher indessen ein größerer Tell der Arbeiter durch Niederlegung der Arbeit zuvorkam. Bis gestern abend waren ausgesperrt oder streitten gegen 3000 Arbeiter und Arbeiterinnen. Am Montag werden sämtliche 4000 in Betracht kommende Buchbinder außer Arbeit sein und so der gesamte Buchbindereibetrieb in Leipzig still stehen. Die Forderungen der Gehilfen sind in der Hauptsache 5 v. H. Zuschlag auf aue bisher gezahlten Akkordlöhne ausschließlich der Presserarbeiten von Quart aufwärts, etwa 20 v. H. Erhöhuug des Minimalstundenlohnes(40 45 Pf. und für Arbeiterinnen 12—30 Pf, während die Prinzipale nur 30—40 resp. 12—25 Pfg bewilligen); 10 v. H. Erhöhung aller den Minimalstundenlohn übersteigenden Löhne(Prinzipalstarif 5 v. H.); Verkürzung der Arbeitszeit auf neun Stunden, einschließlich Stunde Pausen (Prinzipalstarif 90 Stunden, einschließlich je Stunde Frühstücks= und Vesverpause) Verbot der Herstellung gewisser Arbeiten durch weibliches Personal, was eine weitere Erhöhung von 25 v. H. bedeuten würde. Ferner enthielten die Forderungen der Gehilfen mehrere die freie Disposition der Arbeitgeber einschränkende Bedingungen. Außer Leipzig sind noch Berlin und Stuttgart hervorragend beteiligt, wo die Arbeitseinstellung dieser Tage ebenfalls zu erwarten ist. Da an diesen großen, mit maschinellen Einrichtungen aufs reichste versehenen und daher rasch und billig arbeitenden Centren des deutschen Buchbindergewerbes täglich zahlreiche Aufträge aus dem ganzen Reiche einlaufen wird sich der Buchbinderstreik weithin empfindlich fühlbar machen. Die Kommission für Arbeiterstattstil hatte den Bericht über die Verhältnisse im Gastwirtschafts= und Schankwirtschaftsgewerbe im Laufe des Sommers ausgegeben. Dieser Bericht ist nunmehr an das Reichsamt des Innern zurückgegangen und wird daselbst einer Prüfung unterzogen Vom Ergebnis dieser Prüfung wird es abhäugen, ob dem Bundesrat eine dementsprechende Vorlage unterbreitet werden wird. Ueber die Lage des oberschlesischen Steinkohlenmarktes wird der„Nat=Zig.“ von unterrichteter Seite geschrieben: Die Entwickelung die das Geschäft in den letzten Wochen genommen, läßt immer deutlicher erkennen, daß eine ruhigere Auffastung der Marktlage bereits in weiten Kreisen der Verbraucher Platz zu greifen beginnt. Die den Gruben zugehenden Aufträge tragen nicht mehr in dem Maße den Charakter von Angstbestellungen, wie in den letzten Monaten, und diese Erleichterung äußert sich ver allem darin, daß die Ausführung der Ordres nummehr schon wieder eine promptere gewörden ist und die Gruben sich wieder in der Lage befinden, auch Einzelaufträge in unfänglicheren Maße aufzunehnen Mit der vorrückenden Jahreszei dürste hier wenn nicht ein ganz ungewöhnlich früher und streuge Winte eintritt, noch eine weitere Besserung zu erwarten sein, da mit der Beendigung der Srute und Saisonarbeiten den Gruben auch wieder reichlicher Arbeitskräfte zur Verfügung stehen werden, während bisher immer noch der Arbeiternangel die Fürderung beeinträchtigte Sobald in dieser Beziehung erst wieder normalere Verhältnisse eingerehr sein werden dürfte auch das Ende der unerhörten und von allen Seiten in erster Reihe von den Gruben, mit Recht verurteitten Preistreibereien seitens des Zwischenhandels gekommen sein zumal schon jetzt die durch die Presse gegangenen Preisnotierungen des Großhandels zu welchen dieser allgemein seine Kohlen abgiebr den Beweis erb##ch haben, daß Kohlen zu angemessenen marttgängigen Preis aus erster Hand zu haben sind und daß die von dritter und vierter Hand zum Teil geforderten erorbitanten Preise nur auf die Angst der Verbraucher zugeschnitten sind Ein weiteres ersrenliches Zeichen daß die Verhällnisse auf den Inlandsmarkte von Monat zu Monat ruchiger werden dürsten ist der Ruckgang den die Ausfuhr so erwünscht diese in wenigen günstigen Zeiten des Marktes in ständig mmm und noch weiter sehmen wird, welni immer erheblicher Mengen für den Inlandsverbrauch frei werden. Ein ganz wesentiicher Teil der zeitigen Ausfuhr in übrigens auf den illegitimen Handel#umnlatin ausgekaufter Kohle zurückzuführen, die auf den Frenabegleiten in Eisenbahn=Waggons verladen und meist nach dem Auslande verkauft wird wodurch ustürlich das Bestreben der Gruben und des Großhandels, die Ausfuhr nach Möglichkei einzuschränten wieder eingermaßen paratysten wird. Berlin, 13. September. — Das Londoner Blatt Trach berichtet, Kaise Wilhelm und sein Altester Sochn wurde noch vor Ende Oktober einen streng privaten Besuch bei der Königin Viltoria i Balmora machen falls die Königin ihren Besuch bei der Kaiserin Friedrich aufgeben sollte. Der Kaiser und der Krouprinz wird mit der Hohenzollern von Kiel direkt nach Aberdeen fahren und nach einem Aufenthalt von wentigen Tagen in Balmoral auf demselben Wege nach=Deutschland zuricklehren Die Königin werde eigenhändig dem ###nrinzen die Fnstgnen des Hosenbaudardens verleihen und zwar entweder in Balmoral oder in Friedrichshof. 18 Seyt. Der Kaiser und die Fürstlichkeiten begaben sich heute morgen ins Manövergeläude. Die 42. Division und die Garde= Kavallerie sind für heute am Manöver nicht beteiligt Die Garde=Kavallerie sollte nördlich vorgehen das 2. Armeekorps sich in Verteidigungsstellung bereit halten Sowelt ersichtlich änderte das 2. Korps den Plan und ging selbst vor. Steitin 12 Sept. Die Kaiserin ist heute vormittag nach Potsdam zurückgereist. Bei dem Damenempfang im königlichen Schlosse sprach die Kaiserin wiederholt ihren Dank für den herzlichen Empfang aus den Stettin dem Kaiserpaar dargebracht und für die Liebe und Treue welche die Bevölkerung täglich durch herzliche Kundgebungen bezeuge Eine besondere Ueberraschung habe ihr die Beleuchtung der Oderufer bereitet. Die Kaiserin hat hier vorzügsweise die Stätten besucht, die der Bildung der Jugend und den Werken des Friedens und der Nächstenliebe gewidmetsind. Ihr erster Besuch galt der städtischen höheren Töchterschul, die den Namen der Herrschern führt Hier übte Ihre Majestät durch ihre freundlichen Ansprachen an die Kinder eine tiefe Wirkung, und mit großer Freude wurde es begrüßt, als die beiden ersten Schülerinnen der ersten Klasse, die dem Kaiserpagr beim Einzuge Blumensträuße überreicht hatten, zur Erinnerung kostbare Broschen mit dem Namenszug A. V. erhielten Weiter besuchte die Kaiserin die großen Wohlthätigkeitsanstalten in Westend, zunachst die Anstalt Salem die Kinder aus allen Ständen aufiimmt und zu einem ihren Fähigkeiten entsprechenden Beruf ausbildet. Hier erstrenten sich besonders die in der Ausbildung begriffenen Diakonissinnen freundlicher Ansprachen. In der evangelischen Diakonissen= und Krankenanstalt Bethanten besuchte die hohe Protektorin verschiedene Säle und sprach den Kranken Trost zu. In der Mädchenherberge und Bildungsanstatt Ernestinenhof nahm sie Einblick in alle Siurichtungen und außerte ihr Lob, ebenso in dem Mädchenpensiongt Friedenshof. O Siegen, 14. Sept. Von dem Vorstande des Gewerkvereins „Arbeiterbund“ geht uns ein längeres Schreiben zu, worin wir gebeten werden unseren an dieser Stelle zum Abdruck gebrachten Bericht über die am Sonntag stattgehabte Versammlung genannten Vereins etwas zu ergänzen bezw. zu erläutern. Nach dem uns vorliegenden Schreiben war eine öffentliche Diskussion von vornherein nicht vorgesehen. Es sollte nur etwaigen Nichtmitgliedern Gelegenheit gegeben werden, die Bestrebungen des„Arbeiterbundes“ kennen zu lernen. Das sollte der Zweck des Vortrages und der Vorversammlung sein. Eine öffentliche Diskussion konnte schon um deswillen nicht stattfinden, weil gleich nach dem Vortrage eine geschlossene Vereinsversammlung anberaumt war, in der noch mehrere Vereinsangelegenheiten zu besprechen waren. Es soll aber in nächster Zeit eine öffentliche Volksversammlung abgehalten werden, in der auch etwaige Gegner des „Arbeiterbundes sich aussprechen können, falls solche überhaupt vorhanden sind. Es liegt für uns natürlich keine Veranlassung vor, die vorstehenden Angaben zu bezweifeln und bringen wir deshalb dieselben gerne zum Abdruck, um so mehr, als es thatsächlich allgemein auffiel, daß sofort nach Beendigung des Vortrages die öffentliche Versammlung ohne Angabe von Gründen, geschlossen wurde. Hätte der Leiter der Versammlung mit einigen Worten bekannt gegeben, daß eine Diskussion wegen Zeitmangel nicht stattfinden könne, so würde in dem sofortigen Schluß der Versammlung kaum jemand etwas Auffallendes gesehen haben. Leipzig, 12. Sept Ein Teil der großen Firmen des Leipziger Buchbindereigewerbes, darunter das weltbekannte Bibliographische Institut mit insgesamt 500 Arbeitern haben heute die Forderungen der Arbeiter bewilligt. 13. Sept. Die Gesamtzahl der Arbeiter im Anthrazitkohlengebiet, worin der Ausstand beschlossen wurde, bettägt 142.420. Barmen, I1. Sept. Eine ersreuliche Generalversammlung fand am Montag im hiesigen christlich=sozialen Verein statt. Die Versammlung war wohl wegen dem am Sonntag stattgefundenen Sommerfest nicht so zahlreich besucht. Desto ersteulicher war es, daß von den wenig Erschienenen folgende 10 Herren der Partei mit einem Jahresbeitrag beitraten: Nielen sen., Niggemann, Heer Arnhold Wagner, Schneider Ritz, Bäcker, Pauls und Lehmann Hoffentlich werden demnächst stattfindende Versammlungen weitere neue Mitglieder der Partei zuführen können. Auch auf das„Volk“ abonnierten sich wieder vier Mitglieder Als Delegierte für den im Oktober in Wetzlar stattfindenden Parteitag wurden gewählt die Herren Heer und Schäfer. Für den Winter wurden verschiedene Vorträge in Aussicht gestellt. Herr vom Berg wird den ersten Vortrag, welcher wohl der wichtigste ist, im Oktober über„Die Partei“ halten. Der Anfang ist wieder mal gemacht und wir bedürfen nur der Unterstützung sämtlicher sozialpolitischer Freude, dann wird von einem Chaos in Barmen nich die Rede sein können. H. Sch. Briefkasten. P. H. in H. L. Meinem lieben Antsbruder zur Antwort auf seine Aufrage, daß es mein selbstverständlich voller Ernst mit dem Sedaubriefe war Die Worte sind ohne Zweisel so gesallen. Mit brüderlichem Gruß. S Frage. Kann mir ein l.„Volk“=Leser durch den Briefkasten verraten von welchem Verfasser und aus welchem Liede der Vers stammt: „Es ist ja nur ein Kleines So ist die Mühe aus, Dann führst du mich in deines Und meines Vaters Haus. Da wird dein treues Leiden Durch soviel Angst und Pein Für alle Ewigkeiten Mein Dank= und Loblied sein.“ Herzlichen Dank für gütige Auskunft. St. in K. Siegen, 14. Sept. Die in der am 10. er. stattgehabten Generalversammlung der Siegener Eisenaießerei Aktien=Geselschaft vorgelegte, mit 230.074 M. schließende Bilanz ergiebt laut „Rh.=Westf Zig.“ pro 1899 1960 einen Bruttogewinn von 46.050 M. . V. 25 269 M. Hiervon werden 31 166 M.(16716 M.) zu Abschreibungen verwandt, 4894 M.(2552 M.) dem Reservefonds zugeführt und 10.000 M. als 10 Prozent Dividende von 100,000 M. Aktienkapital(i. V. 6 Prozent—. 6000 M.) an die Aktionäre verteilt. Ueber die Höhe der in der betreffenden Generalversammlung beschlossenen Kapitalerhöhung stehen die Mittellungen noch aus. Siegen 14. Sept. Zwanzigpfenniastücke aus Nickel werden die Reichsbankhauptkasse und die Zweiganstalten der Reichsbank nach einer Bekanntmachung im„Reichsanz.“ in beliebiger Höhe auch über den in Art. 9 des Münzgesetzes vom 9. Juli 1873 bezeichneten Betrag von 1 Mark hinaus von jedermann insbesonder# auch von öffentlichen Kassen in Zahlung nehmen und diese Stücke in beliebigen Mengen gegen andere Reichsnickelmünzen, Thaler oder Reichssilbermünzen umtauschen, soweit die Bestände an solchen Münzsorten dies zulassen. Westfalen. Volmarstein, 12. Sept. Der gestrige Tag wird einen Markstein in der Geschichte der evangelischen Arbeitervereinssache bilden, galt es doch, das####ungshaus zu weihen und seiner Bestimmung zu übergeben Zu der Weihfeier, die gestern morgen stattfand, hatten sich die Vertreter von über hundert Vereinen mit ihren Fahnen eingefunden, als Ehrengäste waren der Regierungspräsident von Arnsberg, Generalsuperintendent Dr. Nebe aus Münster und Oberpräsident von Viebahn aus Münster sowie viele Vertreter der geistlichen und weltlichen Behörden erschienen. Die Feier begann mit der Schlüsselübergabe. Vom Erbauer der Anstalt, Baurat Gräber aus Bielefeld übernahm ihn der Regierungspräsident, welcher ihn mit den Worten:„Gott segne das Haus! Gott segne den Verband, der es gegründet, und Gott segne alle, die darin wohnen werden dem Landrat Hartmann von Hagen überreichte. Dieser gab ihn dem Begründer der Anstalt, dem Reichstagsabgeordneten Hermann Franken aus Schalle mit den Worten:„Was ihr erbaut mit Sorgen und Mühen, das schützet und schirmet des Ewigen Hand.— Für alle Zeit möge es grünen und blühen das Arbeitshaus im Märkischen Land!“ — Reichstagsabgeordneter Franken verlas zunächst den Erlaß des Kaisers vom 9. August er, durch welchen der Anstalt volle Rechtsfähigkeit verliehen ist, und öffnete hierauf das Haus, indem er betonte, daß für dasselbe das Bibelwort Hebr. 13, 1 als Wahlspruch gewählt sei:„Bleibet fest in der brüderlichen Liebe." Nach erfolgtem Eintiitt ins Haus begaben sich die Ehrengäste zur Terrasse am Hauptsaal, während sich die Abordnungen der Vereine und andere Teilnehmer vor der Terrasse im Garten gruppierten Die Weihfeier begann mit dem gemeinsamen Gesang der Liedstrophe:„Sei Lob und Ehr dem höchsten Gott, worauf Generalsuperintendent Dr. Nebe die Weihrede hielt, der er das Textwort Luk. 10 Vers 5 und 6 zu Grunde gelegt halte. Das herrliche Haus sei vollendet, Gottes Gnade möge dasselbe bewahren. Es werde seine Thüren austhun, damit Genesende neue Kraft sammeln und Arbeitsveter#nen in ihm einen stillen Feierabend haben könnten. Es solle sein ein Haus des Friedens und der Liebe, Gottes Geist möge in ihm walten. In seinem Schlußgebete flehte der Generalsiwerintendent Gottes reichsten Segen auf die Verbandsanstalt herab. Der Begrunder der Anstalt, Reichstagsabgeordneter Herm Franken dankte darauf in längerer Rede den Erschienenen und übergab imn Namen des Vorstandes und Verwaltungsrates die Anstalt ihrer Bestininung als Kur= und Pflegehaus und Invalidenhei den Vereinen. Lebhafter Beisall folgte der Rede, und kräftig stimmte die große Festversammlung den„Lobgesang an Nunmehr wies der Regierungspräsident in einer Ansprache auf das Bedeutsame der Feier hin und wandte sich sodann an Franken und Gräber, denen er in Anerkennung ihrer Verdiepste um das Zustandekommen des großen Werkes und als Beweis der Huld und Gnade des Kaisers den Roten Adlerorden überreichte. Nach dem von Pastor Arndt aus Bolmarstein gesprochenen Schlußworte und Gebete wurde die Weihfeier mit dem Gesang des Liedes„Nun danker alle Golt geschlossen Für die große Festversammlung war inzwischen im großen Saale der Anstalt das Festmah bereitet. Während desselben brachte der Opespräsidialrat v. Viebahn den Teinkspruch auf den Kaiser aus. Die Feier schloß mit der Besichtigung der Verhandsanstalt über deren Einrichtung und vellendete Ausstattung man sich nur lobend äußerte. Schule und Misstion. Langerfeld bei Barmnen, 13. Seyt. In der heute hierselb stattgesundene Parrwahl wurde Pastor Konrad aus Haiger en stimmig zum zuen Pasaneen Gemeinde gewählt. O Aus Minden=Ravensberg und Umgegend, 13. Sept. Das Wohnhaus des Herrn Siekermann in Brackwede ist bis auf die Umfassungsmanern niedergebrannt. Das Mobiliar konnte größtenteils gerettet werden.— Aus Anlaß des 25jährigen Dienstjubiläums des Revierförsters Rehse wurde am Sonntag zu Schloß=Holte ein Fest gefeiert. Der Jubilar wurde reich beschenkt.— Die Büchersche Brauerei in Münster ist gänzlich niedergebrannt. Ein Feuerwehrmann wurde schwer verletzt.— In Lünen bei Dortmund ist ein Bergmann durch den Genuß glftiger Pilze schwer erkrankt. Zwei Kinder im Alter von 8 und 10 Jahren starben nach wenigen Stunden. Kiel, 13. Sept. Heute früh 5½ Uhr traf der Herzog der Abruzzen, mit dem dänischen Postdampfer von Korsör kommend, hier ein Er wurde im Auftrage des Kaisers von dem stellvertretenden Stationschef Kontreadmiral Fritze empfangen. Nach einem kurzen Spaziergang am Hafen setzte er um 6½ Uhr die Fahrt nach Hamburg fort. Hamburg, 13. Sept. Der Herzog der Abruzzen traf heute vormittag 8¼ Uhr aus Kiel in Altona ein frühstückte im Fürstenzimmer des dortigen Bahnhofes und setzte mit dem Schnellzug um 9 Uhr die Reise über Basel nach Mailand fort. Letzte Nachrichten und Telegramme. Stettin, 13 Sept. Der Kaiser und die Fürstlichkeiten kehrten am Nachmittag nach Stettin zurück. Zur Abendtafel im Schlosse waren die anwesenden Prinzen und einige höhere Militärs geladen. Im Manövergelände ging das Gardekorps heute in beabsichtigter Weise vor, einzelne Teile des 2. Armeekorps mußten zeitweise zurückgehen. Anderseits bekämpfte die Artillerie der 3. und 4. Division(rot) die Garde=Artillerie bei Schwochow. Das Ergebnis des Tages war daher, daß sich das 2. Armeekorps in seinen Stellungen hielt. Königsberg i. Pr. 13. Sept. Die hier tagende Hauptversammlung des Gustav=Adolf=Vereins beschloß, die diesjährige große Liebesgabe von 200000 M. der Gemeinde Mundenheim in der Rheinpfalz zuzuwenden. 14. Sept. Ein aus Galveston eingetroffenes Telegramm giebt die Zahl der Toten auf 10.000, der Obdachlosen auf 15000 an. Glücklicherweise ist ein unbeschädigtes Hauptwasserrohr entdeckt worden, dies wird die leidende Bevölkerung wenigstens vor Wassermangel bewahren, der sehr befürchtet wurde. New=Orleans, 13. Sept. Ein Zug der Southern= Eisenhahn von New=Orleans nach Galveston verunglückte Freitag nacht an der Bai von Galpestou in der Nähe des Leuchtturms. 85 sonen wurden getötet, 15 sind gerettet, welche im Leuchtturm Unterkunst fanden. 14. Sept. Die Neue Freie Presse meldet aus Jaslo, der Kaiser sagte zu dem Obmann des Polenklubs Jaworski:„Die Auflösung des Reichsrats und die Ausschreibung der Neuwahlen sei das letzte verfassungsmäßige Mittel, das die Regierung anwende.“ London, 13. Sept. Die Vereinigung der Baumwollspinner in Manchester hat, wie telegraphisch gemeldet wird, ein Rundschreiben an ihre Mitglieder gerichtet, worin sie denselben empfiehlt, an wenigstens 12 Wochentagen im Oktober die Arbeit in ihren Betrieben ruhen zu lassen. Die Wirren in China. Paris, 14. Sept. Der französische Konsul in Shanghai telegraphiert unter dem 11. d. M., daß auf sein Ersuchen Lihungtschang und der Vizekönig von Nanking Anordnungen zum Schutze der belgischen und anderer Missionare in den Provinzen Schansi und Tschili getroffen hätten. Wien, 14. Sept. Ein Petersburger Brief der Politischen Korrespondenz bezeichnet als Grund des Unterbleibens jeder Auslandsreise des Zaren das außerordentliche Interesse des Zaren an der chinesischen Frage. Infolgedessen begleitet Graf Lambsdorff den Kaiser nach Livadia. Ebenso werde diesmal von Spala aus eine viel regere und engere Fühlung als sonst mit dem Ministerium des Auswärtigen in Petersburg unterhalten werden. London, 14. Sept.„Dalziel“ meldet aus Shangha Die Russen haben zweimal vergebliche Angrisfe auf Peitsang gemacht. Laffan meldet aus Peking vom 3. ds.: Die Franzosen und die Russen haben in Tungtschon fürchterlich gehaust, Frauen geschäudet und gemordet, Kinder getötet. Der japanische Befehlshaber hat bei dem russischen und dem französischen Befehlshaber persönlich Klage geführt und General Chaffee dringens ersucht, dasselbe zu thun. Berlin, 14. Sept. Der zweite Admiral des Kreuzergeschwaders meldet aus Takn vom 10. ds.: Einer Mitteilung des Generalmajors Höpfner aus Peking vom 7. ds. zufolge wurde am Thatort der Ermordung des deutschen Gesandten eine Gedächtnisfeier abgehalten. Generalmajor Höpfner telegraphiert an Takn vom l. ss.: Der Mörder des deutschen Gesandten wurde durch Japaner gefangen und mir übergeben, das bisherige Verhör ergab, daß ein höherer Befehl für die That vorlag. Der Krieg in Südafrika. London, 14. Sept.„Dailh Telegraph“ meldet aus Lourenco Margnez vom 13. September: Es verlantet, General Botha habe den Oberbefehl über die Burenstreitkräfte niesergelegt und sei durch den General Wiligen ersetzt worden. London, 14. Sept. Aus Pretoria wirs gemeldet: Frau Präsident Krüger erhielt ein Telegramm ihres Gemahls aus Lourenes Marquez, worin Krüger seine Gemählin bittet, zu ihm zu kommen. Fran Krüger erwiderte, ihr Gesundheitszustand gestatte ihr leider nicht eine so weite Reise. London, 14. Sept. Ein meldet Exchange=Telegramm aus Kapstadt, dort glaube man, daß ungeachtet der Krügers die Buren noch einmal einen großen Widerstand versuchen würden. schmack tal eine MAGETS Glten-Kakas bekömmlich und schmackhaft soll jede Mahlzeit sein, dabei darf ihre Herstellung nicht zuviel Zeit ersordern. Die Erzeugnisse der Maggi=Gesellschaft helfen der Hausfrau, diese schwere Aufgabe überraschend leicht zu lösen. Wer einmal einen Versuch mit diesen nützlichen und praktischen Erzeugnissen gemacht hat, wird sie steis weiter verwenden. in Würfeln à 5 Pfg. für ein ausGieten gezeichnetes Kakao=Frühstück, verKekao bindet seltenen Wohlgeschmack mit größtem Nährwert. MAGEES Gemüses u. Kraft-Sühhen in Würfeln à 10 Pfg für 2 Portionen machen es möglich, in wenigen Minuten, nur mit Wasser, kräftige Suppen zu bereiten. 30 verschiedene Sorten. MNGETs Bobillon-Kausel à 12 u. 16 Pfg geben nur mit kochendem Wasser übergossen, 2 Portionen vorzüglicher fertiger Fleisch= oder Kraftbrühe. SssDie einzelne Portion kommt also nur auf 6 Pfg. bez. auf 8 Pfg. zu stehen. haben in allen Kasonial Delikaleßzwaren Geschäften und Proguerien. zum Würzen der Suppen, Saucen, Ragouts und Gemüse, in Fläschchen von 25 Pfg. an. — Wenige Tropfen genügen!— Die Erd=, Fels und Maurerarbeiten zur Verbreiterung der Siegbrücke in kin Stat. 110,0 9 bis 110.0 40 beim Bahnhof Eiserfeld sollen an einen leistungsfähigen Unternehmer vergeben werden. Verdingsheft und Zeichnungen liegen im diesseitigen Bureau während der Dienststunden zur Einsicht aus, auch kann ersteres zum Preise von 1 M. von hier bezogen werden. Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Freitag, den 28. September 1900, vormittags 0½ Uhr, hierher einzureichen, woselbst um diese Zeit die Eröffnung der Angebote erfolgt. Zuschlagsfrist vier Wochen. Siegen, den 12. September 1900. Kgl. Eisenbahn=Betriebsinspektion. (Der Amtssekretär Friedrich Gilfert zu Netphen ist mit meiner Genehmigung zur dienstlichen Vertretung des Rendanten Karl Heide in Netphen als Amts= Gemeinde= Schul= und Nebenkassen=Rendant des Amtes Netphen, insbesondere zur Ausstellung von Empfangsbescheinigungen, bevollmächtigt. Siegen, den 12. September 1900. Der Landrat: Bourwieg. In der Woche vom 17.—22 September d. Is. findet in den Gemeinden Weidenan und Klafeld eine technische Revision der Maaße und Gewichte statt. Diejenigen Gewerbetreibenden, bei denen unrichtige oder unvorschriftsmäßige Maaße und Gewichte vorgefunden werden verfallen der gesetzlichen Bestrafung. Den Gewerbetreibenden der beiden Gemeinden wird dies mit der Aufforderung bekannt gemacht, ihre Maaße und Gewichte, soweit deren fortdauernde Richtigkeit zweifelhaft erscheint, zuvor zur gichamtlichen Prüfung zu bringen. Weidenau(Sieg), 15. August 1900. Der Amtmann Liebau. festgestellt unter dem Schweinebestande des Fabrikarbeiters Martin Schmidt zu Eckmannshausen und des Fuhrmanns Herm. Wilhelm zu Niederne#phen. Newphen den 11 September 1900. Der k. Amtmann Altrogse. Gemesnberein christsicher Berg=, Eisen= u. Metallarbeiter in Segen. Sotntag, den 16. nachnitags 4 Uhr: Versam Min im Vereinslotal beim Wirt Conrad Harr, Marburgerchor. Um zahlreiches Erscheinen bitten die Ausschunmitglieder Seser braucht einen Kantschutstempel Von 2/70 Mt an liefere ich einen k#mpletten Druckapparat zum Drucken von Adressen, Kauten Zirkulgren, Preislisten u. s. w — Musterbuch umsonst und frei.— Emil Kaiser, Stempelfabrik, Ber#in V. Juvalidenstraße 100. 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Nachm. 2 Uhr: Pfr. Achenbach. Jugend-Gottesdienst. Kollekte für die Präparandenanstalt Holzwickede. Siegen, Sandstraße 34. Am Sonntag, den 16. d. Mts., abends 8¼ religiöse Versammlung. Redner: Prediger G. Nagel. Jedermann ist freundlichst eingeladen. Siegen, Sandstraße 34. Methodisten=Gemeinde, Bandstraße 55. Sonntag, den 16. September. Morgens 9 Uhr: Hilfspred. W. Schray. Abends 8¼ Uhr: Derselbe. Mittwoch, abends 8½ Uhr: Betstunde. In Weidenau, Gartenstr. 22, Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Hilfsprediger W. Schray. In Betzdorf, Wilhelmstr. 209 b, Sonntag abends 8½ Uhr: Versammlung. Jedermann ist freundlich eingeladen. Am Sonntag, den 16. ds. Mts., gedenken, s. G. w., der Missions=Nähverein und der Gemischte Chor in Siegen, Unterm Hain ihr Sahresfest zu fetern. Die Feier beginnt am Nachmittag um 2 Uhr und wird bei günstiger Witterung im Freien abgehalten, in der Nähe des Vereinshauses. Ansprachen werden Inspektor Mandel aus Neukirchen und Prediger Nies aus Baufe halten. Jedermann ist steundlichst eingeladen. Jlunglingsfestean= Riederschelden. Der hiesige Verein feier Sonntag, den 16. September sein Jahresfest. Festredner Pastor Bogel=Eitorf. Alle Freunde der Sache und benachbarte Vereine sind herzlich eingeladen. Der Vorstand. Am Sonntag, den 16. gedenkt, so Gott will, der gemischte Chor in Klafeld sein Jahrestest zu seiern. Die Feier beginnt am Nachmittag um 2¼ Uhr im Vereinshaus. Festprediger Herr Pfarrer Sartorius, Burghaun b. Fulda. Jedermann ist herzlich eingeladen. Am Sonntag den 16. Sept., findet, so der Herr will, das raitenfest in Niederndorf statt. Herr Pros Ströter aus New=York, jetzt in Düsseldorf, hal die Festrede nachmittags und abends übernommen und wird auch am Montag, den 12. und Dienstag, den 18. Sept., nachmittags um 3 und abends um 8 Uhr im Vereinshaus zu Niederndorf Bibelstunden halten. Es ladet herzlich hierzu ein Der Vorstand des Vereinshauses. Sonntag Nachmittag, den 16. b. größere Gilsbach, Inspektor Schiefer aus Neutirchen hält Vortrag — Anfang 2 Uhr— eisreich. 02 Lichtbilder „Nacht und Morgen in Indien“ (darstellend Land und Stadtleben, berühnte Bauwerke, Goßner Mission und Hungersnotgegend in Indien sollen einmal, setz Sonntag, 16. Septenber.8 Uhr, im Gemeindehause v#rgesührt werden fur Erwachsene und Kinder zugleich Heizlich ladet dazu ein Der Hausvorstand ro#h reinschmeckend ver Pfund 40 80, 100. gebrannt reine Würtel Hutbilligst, empfiehlt alb Klein Weidenan, Gartenstr. Am 15 Ottober eröffne h im Clafeld einen Kurn Juschheiden u. Nähen nach der neuesten Mode. Anmeldungen nimmt Schuhmacheneister Heinr Küster in Clafeld, Könst 6, entgegen. Emilie Körnen Am 1. Oktober d. Is. findet die Eröffnung der Unteren statt. Dieselbe hat den Zweck, die Ausbildung der Arbeiterschaft der Eisen= und Stahlindustrie des Siegener Landes zu vervollkommnen, die Schüler auf ihre Stellung als Arbeiter und Handwerker vorzubereiten und die befähigteren in die Lage zu versetzen, sich zu Vorarbeitern, Meistern u. s. w. zu entwickeln. Sie soll daher den Schülern einen gründlichen Unterricht in der Schlosserei, Dreherei, Schmiede und sonstigen Metallbearbeituug nebst den Anfängen der Tischlerei und Holzdreherei erteilen verbunden mit einem elementaren wissenschaftlichen Unterricht. Die Aufnahme findet um 8 Uhr vormittags in der Wiesenbauschule statt, wozu das letzte Schulzeugnis mitzubringen ist. Um den Bedarf übersehen zu können, ist eine vorherige schriftliche Anmeldung erwünscht. Das Schulgeld beträgt 60 Mk. für das Jahr Ein reichlich bemessener Stipendienfonds ermöglicht es, auch minder Bemittelten die Aufnahme zu gewähren. Der Direktor: Haedicke, Sandstraße 23. Thierschau in eisepfeld. Die gemeinschaftliche Thierschau, verbunden mit Ausstellung schaftlicher Bodenerzeugnisse der landwirthschaftlichen Lokalvereine der Aemter Eiserfeld und Wilnsdorf findet am Mittwoch, den 10. Oktober er. zu auf dem Marktplatze statt. Zur Prämiirung gelangen außer Bullen, Kühen und Rindern von Siegerländer Heerdbuchsvieh auch solche anderer Rassen, sowie Ziegen. Der Auftrieb des Viehes hat Vormittags von 8½ Uhr ab zu erfolgen und muß punkt 9 Uhr beendet sein. Vor Beendigung des Rundgangs der Preisrichter darf kein Vieh weggeführt werden. Die Anlieferung der Bodenerzeugnisse, welche zur Ausstellung gelangen sollen, erfolgt am Dienstag, den 9. Oktober, Nachmittags von 2—6 Uhr, in der Marktschule, die Abholung am Marktage von 5 Uhr Nachmittags ab. Nach erfolgter Preisvertheilung findet im Lokale des Gastwirths Fischbach ein Festessen statt. Der Preis des trockenen Couverts beträgt Mk. 1,50. Anmeldungen hierzu nehmen die Gastwirthe J. Speck, G. Fischbach und E Steinseifer zu Eiserfeld, H. E. Daub, Niederschelden, Herm. Utsch Gosenbach, Emil Vitt und Fr. Kölsch, Wilnsdorf, H. Ernst, Wilden, Giebeler, Rödgen, Wwe. Patt, Rinsdorf, W Schmidt, Eisern, Jak. Burgmann, Niederdielfen, Karl Becker, Oberdielfen und Müller in Wilgersdorf bis zum Samstag, den 6. Oktober entgegen und wird um recht zahlreiche Betheiligung gebeten. Niederschelden und Wilnsdorf, den 12. September 1900. Die vereinigten Vereinsvorstände. Namens derselben: Der Amtmann Der Amtmann. Thiele. I. V.: Braach Amtsbeigeordneter. Lokalverein des Amtes Eiserfeld. Mit der am 10. Oktober er zu Eiserfeld stattfindenden Thierschau ist eine Verloosung von Vieh, landwirthschaftlichen Geräthen und sonstigen Gebrauchsgegenständen verbünden. Zur Lieferung der Lotteriegegenstände sind nur diesseitige Vereinsmitglieder berechtigt. Die Anlieferung solcher Gegenstände, welche genaue Preisangabe tragen und mit dem Namen des Lieferanten versehen sein müssen erfolgt am Samstag, den 6. Oktober er. Nachmittags von 1 bis 6 Uhr, im Fischbach schen Lokale. Es dürfen nur gute Sachen zu angemessenen Preisen angeliefert werden und werden zu theuere oder beschädigte bezw ungeeignete Gegenstände zurückgewiesen. Der Ankauf geschieht am Montag, den 8. und Dienstag, den 9. Oktober, Vormittags. Nicht angekaufte oder zurückgewiesene Gegenstande sind am Dienstag, den 9. Oktober, Nachmittags von 2—6 Uhr abzuholen, später liegen bleibende lagern auf Gefahr des Lieferanten Vorstand. von A. Hüben Siegen zu Verblendungen Einfriedigungs= empfiehlt sich zur Lieferung von a. Mauerziegeln. b. Sortierten Preßziegeln Manern W c. Pflasterziegel für Fa d. Psiasterziege(Klinker) e. Hartgebrannte Pressziegel(halb feuerfest) zu Kesseleinmanerungen f. Keilsteine für Gewölbe auf Bestellung. bei Kellern, lüren 2c. ter bei Trottoiren, für Anstreicher und Wiederverkäufer Se zu den billigsten Preisen. Siegerländer Farberke. 6. m. b.H. Siegen. Gebr. 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Koblenzerstr. 11, Siegen. Geburts=Anzeigen. Ein Sohn: Pfarrer Roloff=Dar=es=Salaam(DeutschOstafrika. Heinrich Pauck=Bielefeld. Verlobungs= und VermählungsAnzeigen. Verlobt: Elsa Günther, Vikar Gotthard Wießner Suchsen Martha Reimann, Postassissent Max Hoferichter=Jauer. Verehelich!: Kreissekretär Fischer Käthe Monn=Neustadt O.=S. SausenTodes=Anzeigen. Oberförster a. D. Karl Hop#e#s berg Postsekretär Groger=Breskau. Kaufinann Gustav Walwer=Berlin. Wwe. Elisabeth Winkel geb. Vitt=Siegen, 6 Johanne Wulfmeyer=Schröttinghausen Kaiharina Elisabeth Wachenfeld geb. Kolbe=Neutershausen, 63 J Für die Schuiftleiug verantwo#lich. 9. Beckmann.— Unterhaltungsteil: Dr. Burchh Druck und Verlag der Westdeutschen Verlagsanstalt E. G. m. b. ardt=Godesbern— Anzeigen: Siegen, Sandstaße 18. Hierzu eine Veilage. Sausgng Beilage zur Zeitung„Das Volks Christlich-soziale Versammlungen in Minden=Ravensberg. Sonntag, 16. Septemnber, nachmittags 4 Uhr in Klosterbauerschaft bei Gastwirt Schreiber (Stift Quernheim). Sonntag, 16. September, avends 2½ Uhr in Löhne=Bahnhof bei Gastwirt Horstkotte. Auf dem Westerwald. Sonntag den 16. September nachmittags 4 Uhr, in Hilgenroch bei Ober=Erbach, im Saale des Gastwirt Karl Link. Abends 8 Uhr in Altenkirchen, bei Gastwirt Wilhelm Erdnüß. Vorträge von Dr. Burckhardt: Wüs wollen Die, Christlich=Soziglen. Jedermann hat freien Zutritt. Zur Kahlenfrage (Aus der amtlichen„Berliner Korrespondenz“.) Die letzte Sitzung des Staatsministeriums beschäftigte sich mit der Deckung des inländischen Kohlenbedarfs Es konnte festgestellt werden daß die Leistungen der einheimischen Kohlenreviere sich erfreulich gesteigert haben, sodaß in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres 4#8 Millionen Tonnen mehr als in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres zur Verfügung gestellt worden sind. Es ist dies gleichbedeutend mit einer Mehrleistung von 9.7 v. Die Kohlenfördernug würde sogar noch eine weitere Steigerung erfahren haben wenn nicht der überall hervortretende Mangel an Arbeitskräften eine entsprechende Vermehrung der Belegs## verhindert hätte Allerdings war zu Beginn des Jahres der Kohlenbestand der Läger und Händler staut erschöpft, sodaß die Wiederergänzung derselben und die Ansammlung von Vorräten bei den einzelnen Verbrauchern von vornherein bedeutende Mengen in Auspruch nahmen Auch ist die Einfuhr böhmischer Braunkohle infolge der Arbeiterausstände um mehr als 1000.000 Tonnen zurückgeblieben, ein Ausfall der für bestimmte Teile Deutschlands besonders schwerwiegend empfunden wird. Wäre dieser Umstand nicht eingetreten so würde die Bilanz zwischen Ausfuhr und Einfuhr von Kohle in diesem Jahre fast genau dieselbe wie im vorigen gewesen sein. Wenn somit auch dem inländischen Verbrauch in dem laufenden Jahre eine sehr viel größere Meuge Kohlen zur Verfügung gestanden hat, so hat es doch bisher nicht vermieden werden können, daß bei der Unterverteilung des Brennmaterials an die Verbraucher namentlich durch eine lich ungerechtfertigte Preistreiberei, Mißstände eingetreten sind, die insbesondere von dem Kleinverbraucher drückend empfunden werden. Zur wirksamen Bekämpfung solcher künstlicher das Allgemeinwohl schädigender Erscheinnugen würde eine weitere Steigerung der Einfuhr ausländischer Kohle Vorsicht im Vertrauen ist allerdings notwendig, aber noch notwendiger ist Vorsicht im Mißtrauen. Die Aebe einer Frau. Von Christiane Dalsgaard. Antorisierte Uebers. von G. Johanns. (Nachdr. verboten.) Es war eine Pockenepidemie dort im Bezirk ausgebrochen und Doktor Warming war Tag und Nacht in Thätigkeit. Draußen vor der Stadt war durch Zelte ein interimistisches Seuchenhaus hergestellt, wohin die Kranken gebracht wurden; es kamen täglich verdächtige Fälle vor, die untersucht werden mußten zugleich nahm auch die Krankheit einen ernsteren Charakter an. In der Stadt selbst war noch kein Krankheitsfall vorgekommen Man hatte alle möglichen Vorsichtsmaßregeln getroffen, aber dessen ungeachtet herrschte doch eine gedrückte Stimmung und die Geselligkeiten waren nicht so groß als gewöhnlich. Fanny war hierüber sehr mißvergnügt, denn ihre Vergnügungssucht hatte mit den Jahren noch zugenommen. Sie verbrachte einen großen Teil der Zeit auf dem Sofc in der Gartenstube, wo sie Romane las, Konfert naschte und über das Elend der Zeit jammerte, sobald jemand in ihre Hörweite kam. Sie hatte eine tötliche Angst vor der Krankheit und empfing stets Warming mit einem Ausruf des Entsetzens über den Ansteckungsstof den er an sich haben könnte, obgleich sie recht gut wußte, daß er aues that, um sich zu desinfizieren Bald klagte sie über den Karbolgeruch, der das ganze Haus erfülle, bald über die Langeweile zu der sie verdammt sei, und über Warmings Mänigel an Mitgsfühl mit „Denke daran, was die armen Kranken durchzumachen haben, sagte er eines Tages zu ihr„Wenn Du Dich recht in ihren Zustand versetztest, würdest Dit es nicht wagen, über ein eigenes Unglick zu klagen Es wäre besser, Weiht Du. uns su, Kschikenhaute hilfreiche Hand leistetest, als daß Du hier sitzest und Grillen fängst. Wir haben Mange an antenpflegerinnen, und diejenigen, welche wir haben, sund hald ermattet Heute ist uns der erste Patient hier aus der Sadt gebracht, und es wird kaum der letzte sein. Es ist verdrießlich, Frauen müßig sitzen zu sehen, ur n, un reht würdest un alle vielleicht gern in das Seuchenbalus jagen ftagte Fanny spöttisch I# warum nicht? Dort ware Arbeit in Hülle und Und dann würdest. Du noch mehr Patienten bekommen. Das ist nicht gesagt antwortete der Doktor ernst „Kommt Ih wirklich als wahre barmherzige Schwestern, um den Unglücklichen Hilfe zu bringen, so glaube ich, daß sehr zweiselhaft ist, ob Ihr trank werder, alle werden auf keinen Fall erkranken. „Du bist ja wahnstunig, Warming“ rief Fanny aus Aind= Ttachtes ## insoweit ich so etwas mit Dir bespreche entgegnete en bitter. Es würde natürlich sein, wenn die Frau dienen Das Staatsministerium hat daher beschlossen, diese Einfuhr durch Herabsetzung der Eisenbahntarife auf preußischen Staatsbahnen zu erleichtern. Zu dem Zwecke soll für die Dauer der gegenwärtig auf dem Kohlenmarkte herrschenden Verhältnisse— mindestens aber für zwei Jahre— der Rohstofftarif verallgemeinert werden. Im Bereich der preußischen Staatsbahnen wird diese Maßregel sogleich zur Durchführung kommen können während im direkten Verkehr mit anderen Eisenbahnen zunächst mit diesen zu verhandeln sein wird. Was die Verteilung der Kohlen unter die verschiedenen Kreise der Verbraucher betrifft, so wird vielfach Klage darüber geführt, daß der Vertrieb der oberschlesischen Kohlen vornehmlich durch den Großhandel erfolgt, und man hat von den fiskalischen Werken Abhilfe verlangt. Um die Möglichkeit und die Grenze einer etwaigen Einschränkung des Großhandels durch Maßnahmen der fiskalischen Werke richtig würdigen zu können sind nachstehende Ziffern zu beachten: Der Gesamtabsatz an oberschlesischer Kohle im Jahre 1899 belief sich auf rund 21 760.000 To., davon entfielen auf die staatlichen Gruben4 739.000 To. auf die Privatgruben 17·021·000 To. Während die Produktion der Privatgruben seit jeher zum überwiegend größeren Teil an die Großhändler abgegeben wird, sind von den Staatsgruben für das laufende Rechnungsjahr an Großhäudler im ganzen 1 147.500 To. vergeben worden Hiervon sind nach vertragsmäßigem Vorbehalt 10 d. H. gekürzt worden sodaß 1 038 750 To. verbleiben, also etwas mehr als des fiskalischen d. i. etwa #0 des gesamten oberschlesischen Absatzes. Unter den an die Händler in Jahre 1899 vergebenen Meugen fanden sich über 70 b S kleine Sorten, die zum Hausbrand nicht geeignet sind und auch sonst wegen ihrer geringen Lagerfähigkeit und ihrer geringeren Heizkraft schwieriger abzusetzen sind als grobe Sorten. Von den Großhändlern erhalten nach Abzug der vorerwähnten Kürzung von 10 v. H. Egesar Wollheim, Berlin... 652 500 To. C. Königer Wien u. C. Wollheim 135000 F. Grobe u. Co. Berlin 12500 Ollendorf u. Co. Brestan 60000 E. Friedländer u. Co., Berli 67.500 Dzialas, Zielursch u. Co. Breslau. 11250 Von den Grßhändlern beziehen zahlreiche Konsumenten Brauereien Brennereien, Zuckerfabriten Gasanstalten und sonstige Betriebe aller Art), welche ebensowohl direkt bei der Centralberwwaltung der Staatswerke in Zahrze bestellen könnten, es aber vorziehen, durch die Händler zu beziehen, weil ihnen diese hinsichtlich der Zahlungsbedingungen und der Modalitäten der Liesening Erleichterugen gewähren, die die staatliche Verwaltung nicht gewähren kannDer weitaus Frößte Veil der Köhlen aus den Staatsgruben in Oberschlesten wird durch die Centralverwaltung in Zabeze an die Konsumenten unmittelbar abgesetzt und zwar zu den jeweiligen Tagespreisen, auf die jedoch bei einer Jahresabnahme von 1000 bis 3000 To ein Rabatt von 10 Pf. für die Tonne 2500 über 50000 40„ gewährt wird. Für die Großhändler gelten dieselben Preise für die des Arztes den Anfang machte, aber wir mussen mutige, seelenstarke, liebevolle Frauen haben keine Modepuppen, die für ihr eigenes glattes Gesicht fürchten. „Wir wollen uus trennen, Viggo“ rief Fanny aus. „Dann brauchst Du Dich nicht über mich zu ärgern und ich habe nicht nötig, Deine langweiligen Reden anzuhören. Können wir uns denn hierüber nicht einigen? Warming schüttelte mit einem schmerzlichen Seufzer den Kopf und verließ das Zimmer Der ersten Erkrankung in der Stadt folgten schnell mehrere von denen einzelne tötlich verliefen Ein großes Wohnhaus an der Außenseite der Stadt das gerade leer stand wurde ale Krankenhaus eingerichtet Es war eine schreckliche Zeit, und die große Hitze machte die Verhältnisse nicht besser Ergriffen von der großen Not und dem Mangel an Krankenpflegerinnen hatte Helgg, nachdem sie des Doktors Erlaubnis eingeholt, sein Haus verlassen zu dürsen sich als freiwillige Pflegerin gemeldet Ihrem Beispiel folgten Frauen aus der niederen Mittelklasse Es war, wie Warming gesagt hatte, für alle genug zu thun Aufopfernd und unerfnüdlich gingen sie Tag und Nacht helfend und tröstend von Bett zu Beit, nur an jedem deitten Tage gönnten sie sich einige Stunden Ruhe. Helga war eine gusgezeichnete Pilegerin. Durch ihre ruhige und bestintite Gemütsart, ihreleichte Hand und ihr weiches und liebevolles Hers gewann sie in ebenso hohem Grade die Liebe und Zuneigung der Kranken, wie die Achtung und Dankbarkeit des Arztes Sie war für Warming eine unschätzbare Hilfe Verständig und zuverlässig wie sie war, konnteer mehr überlassen als den andern Frauen und sie war im Grunde die einzige, welche ihm eine wirkliche Stütze war Eines Abends erhielt der Doktor die Nachricht, seine kleine Nina befinde sich nicht wohl, er möge nach Hause kommen Warming eilte fort Helga nahm seinen Platz ein an dem Sterbebett eines jungen Mädchen, an welchem er soeben gesessen hatte. Aerztliche Hilfe war hier überflüssig, es galt nur noch liebevollen Beistand zu leisten in dem letzten Kampfe In der Wohnstübe traf Warming seine Frau, die bleich und zitternd in der Sofaecke saß Du hier“ sagte er„Weißt Du denn nicht, daß Nina krank ist?“ Ja stöhnte sie.„Es sind natürlich die Blattern. Ach ist schrecklich; ich halte es nicht aus!“ Schweigend eilte der Doktor in die Kinderstube. Nina lag in heftigem Fieber, aber noch war es unmöglich zu sagen, was sich entwickeln werde. Er gab seine Vorschriften für die Nacht und ging zurück nach dem Wohnzimmer Fanny fuhr mit einem Schrei auf und streckte abwehrend die Hände gegen ihn aus. „Komm mir nicht zu nahe! Laß mich reisen, Warming, hörst Du Ich muß fort von hier. Ich habe es Dir vorher gesagt, aber Du hast nicht hören wollen jetzt werde ich Ernst machen; ich kann es nicht länger aushalten. staatlichen Verwaltungen bestehen besondere Preisvereinbarungen. Die Abstoßung der Großhändler würde nur den Effekt haben, etwas über eine Million Tonnen— einschließlich der für den Hausbrand nicht geeigneten Mengen— für die direkte Versorgung anderer Konsumenten, als derjenigen, welche bisher von den Großhändlern bezogen haben, verfügbar zu machen. Eine Einrichtung staatlicher Verkaufsstellen in den einzelnen Konsumtionsgebieten, die nötig sein würde, um die Thätigkeit der Großhändler bei dem Vertriebe der Kohlen zu ersetzen, würde einen Kostenaufwand bedingen, der voraussichtlich den Rabatt der Händler(bis zu 40 Pfennig die Tonne, oder 2 Pfennig der Zentner) um ein Mehrfaches überstiege. Eine solche Maßregel würde aber außerdem den Staat eines wichtigen Vorteils berauben, der darin besteht, daß die Großhändler bei ungünstigen Konjunkturen auch ein etwaiges Plus der Förderung, für das sonst schwer Absatz zu finden ist, übernehmen, und daß ihnen andererseits bei verstärkter Nachfrage ein Miuus der Förderung gekürzt werden kann. Für den Vertrieb der Kohlen ins Ausland, der in normalen Zeiten nicht zu entbehren ist, würde übrigens der Staat die Vermittelung der Großhändler nicht entbehren können. Unter den an die Großhändler abgegebenen Mengen befindet sich fast der ganze Absatz der staatlichen Gruben ins Ausland, der gegenwärtig noch nicht 10 v. H. des fiskalischen Absatzes beträgt Hauptsächlich sind es dort Gasanstalten und in deutschen Händen befindliche industrielle Betriebe welche Kohlen aus diesen Gruben erhalten. Ueber die Frage einer planmäßigen Beteiligung von Genossenschaften und organisierten Konsumentengruppen bei Abgabe fiskalischer Kohlen schweben Erörterungen unter den beteiligten Ressorts. d. Versstraße. (Originalbericht des„Volk“.) Am vorigen Montag, den 10. September, wurde in Seeheim ein Volks= und Missionsfest geseiert, das sehr gut besucht war, sich auf den ganzen Tag von zehn Uhr morgens bis sieben Uhr abends ausdehnte und einen erhebenden Verlauf nahm. Nicht nur beteiligten sich die Bewohner des Ortes selbst zahlreich an dem Feste und hatten zum Teil die Häuser beflaggt und mit Kränzen geschmückt, auch auskanderen Orten an der Bergstraße und im Odenwald, aus Frankfurt, Darmstadt und Rheinhessen, waren Missionsfreunde zum Feste erschienen. In dem liturgisch sehr reich ausgestalteten Morgengottesdienste hielt Pfarrer Nies aus Melbach in der Wetterau die Predigt über 1. Joh. 3, 13 bis 18. In ernster und eindringlicher Weise wurde gezeigt, wie die Teilnahme an der Missionsthätigkeit die Probe auf das eigene Christentum, die wahrhaftige Bekehrung des Herzens zu Christo sei;„wir sind aus dem Tode zum Leben durchgedrungen" wird erkannt an dem„wir lieben die Brüder“ und sind bereit, auch das Leben für sie zu lassen.— Die Nachmittagsfeier sand an einem geeigneten Platz in dem benachbarten Walde statt. Pfarrer Werner aus Frankfurt a. Main und Hosprediger a. D. Stöcker waren für dieselbe als Prediger bestellt. Stöcker kam von seinem Hof in den bayerischen Bergen, hatte am Sonntag noch in Oberstdorf gepredigt und war in der Nacht gereist. Erst beim Mittagessen wurde er der Menge sichtbar und sofort von Amtsbrüdern umringt Im ganzen waren wohl gegen dreißig hessische und nichthessische Geistliche im Laufe des Tages anwesend.) Die Feier im Walde, um zwei Uhr nachmittags, war herzerhebend. Die improvisorisch geschaffenen Sitzgelegenheiten waren für die Menge lange nicht aus„Du bleibst, wenigstens solange bis es sich zeigt, was Nina fehlt, entgegnete Warming ruhig und fest.„Selbst wenn Du Dir nicht getraust, in das Zimmer zu gehen, kannst Du doch aufpassen, daß das Mädchen standhält. Morgen werden wir weiter sprechen.“ Mit diesen Worten verließ er die Stube und das Haus 8 Die ganze Nacht war Doktor Warming in Wirksamkeit, teils unter den Kranken im Hospital, teils bei einigen Erkrankungen auf dem umliegenden Lande Beständig wartete seiner Tag und Nacht ein Wagen. Früh am Morgen ging er nach Hause Nina hatte, wie er gefürchtet, die Kinderpocken; jetzt waren sie zum Ausbruch gekommen. Nachdem er sich sorgfältig mit Karbolwasser gewaschen hatte, ging er hinein zu Fanny. Sie war schon aufgestanden. Ein offener Koffer stand auf dem Fußboden, allerhand Kleidungsstücke lagen in wilder Unordnung umher „Nina hat natürlich die Blattern!“ rief sie aus, als Warming sich zeigte. „Ja antwortete er müde und traurig. „Daß. Du mich nicht längst hast reisen lassen, oder doch wenigstens gestern jammerte Fanny.„Die Krankheit hier im Hause zu haben, wie schrecklich Ist es wirklich Deine Absicht zu reisen, wenn Dein Kind totkrank liegt?“ fragte er ernst.„Kann die Mutterliebe nicht Deine Angst überwinden? Wünschest Du nicht, daß Nina hier im Hause bleibt, damit Du sie selber pflegen kannst?“ „Laß mich reisen, Warming!“ schluchzte Fanny Ich sterbe vor Furcht, wenn ich länger bleiben soll. Ich habe weder Gaben zur Krankenpflege noch Uebung darin Nina wird es doch besser haben unter der Fürsorge Helgas und der anderen Pflegerinnen. Er sah schweigend auf ihre kleine, zusammengebrochene, zitternde Gestalt und wandte sich dann ab. Daß Du in diesem Augenblick so vernünftig denken kannst!" rief er endlich mit halberstickter Stimme aus„Daß Dein Herz Dich nicht treibt, an dem Krankenbette Deines Kindes zu stehen, selbst wenn es Dir nicht möglich wäre, ihr die notwendige Hilfe leisten zu können! Er warf sich auf einen Stuhl, legte die Arme auf die Lehne und beugte einen Augenblick den Kopf. Als er sich wieder erhob und sich an Fanny wandte, war sein Gesicht kreideweiß aber seine Stimme klang fest und ruhig. „Innerhalb einer Stunde wird Nina in das Seuchenhaus gebracht und darauf ihr Zimmer desinfiziert werden. Du mußt noch vierundzwanzig Stunden hier in Quarantäne liegen abgesondert von allen, die mit Nina oder mit ihrem Zimmer zu thun gehabt haben. Bist Du dann noch derselben Meinung wie jetzt, will ich Dir kein Hindernis in den Weg legen Thu, was Du willst, aber ich verstehe nicht, daß Du abreisen willst. (Fortsetzung folgt.) — reichend. Erwachsene und Kinder, Männer und Frauen, Landleute und Städter saßen und standen da bunt durcheinander. So wechselten auch Kinderchor, Gemeindegesang und die beiden gehaltenen Predigten mit einander ab. Die erste hielt Pfarrer Werner. Er ist den Lesern des„Volk als Freund Stöckers und Mitglied unserer Partei bekannt, auch als christlich=sozialer Schriftsteller(„Soziales Christentum" u. a.). Vor zwei Jahren aus der Provinz Sachsen an die lutherische St. Paulskirche in Frankfurt berufen, deren Sprengel den größten Teil der Altstadt umfaßt, ist ihm für seine amtliche Thätigkeit eine nicht leichte Aufgabe gesteckt, die er mutig und mit der rechten christlichen Nüchternheit in Angriff genommen hat. Uns Frankfurter Christlich=Sozialen hat er schon manchmal mit Vorträgen 2c. gedient; als Missionsfestprediger hatten wir ihn noch nicht gehört. Er legte seiner trefflichen Predigt die Worte der dritten Bitte zu Grunde: Dein Wille geschehe auf Erden. Die Hauptgedanken der Predigt waren etwa folgende. Die Mission ist die Ausführung des Besehls Christi: Macht alle Völker zu meinen Jüngern, indem ihr sie taufet und lehret. Diesen Besehl der heimatlichen Christenheit immer wieder in Erinnerung zu bringen und sie überblicken zu lassen, was in Ausführung desselben geschehen ist und noch geschehen muß, ist die Aufgabe der Missionsfeste. Der Wille Gottes ist, daß alle Menschen gerettet d. h. selig werden. In zeitgemäßen Betrachtungen und Gleichnissen wurde gezeigt, wie die Welt den Willen Gottes verachtet, die Mission ihn befolgt. Der alle Welt umfassende Gotteswille weitet das Herz und hebt über die Vorurteile des Standes und des Volkes. Das Evangelium soll gelten nicht nur soweit der heimische Kirchturm winkt, nein, soweit Gottes Sonne scheint. Die nicht nach dem Willen Gottes fragende Welt geht ihre eigenen, d. h. Irrwege, die in den Abgrund führen, woraus auch nicht Bildung und Kultur rettet. Die Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit zu führen, der ganzen Wahrheit in Christo Jesu, das thut die Mission; ihr wird der Sieg, wenn Gottes Zeit gekommen ist, wo er allen entgegenstehenden Willen bricht und hindert; bis dahin muß sie noch viel leiden, nachfolgend dem Herrn, der auch viel leiden und verworfen werden mußte.— Nun trat Stöcker auf, vielen in dieser Versammlung der äußeren Erscheinung nach noch unbekannt. Seine Freunde freuten sich sehr, ihn so frisch aus den oberbayrischen Bergen heimkehren zu sehen. Seine Predigt war unter Zugrundelegung von Jeremias 29, der Orientierung über die Berliner Stadtmission deren Leiden und Frenden gewidmet. Wenn er davon redet, und wir haben ihn schon mehrfach darüber reden hören so merkt man in wenigen Minuten, wie sehr sie ihm ans Herz gewachsen ist, wie er die kirchliche Not der Berliner Bevölkerung, den in so manchen Einzelfällen sichtbaren Segen der Thätigkeit der Stadtmission so zu schildern weiß, daß Herz und Gewissen der Hörer bewegt werden und manches Auge sich feuchtet. Wir sahen wiederholt rechts und links, auf Erwachsene und Kinder, wir bemerkten eine Spannung, ein Eingenommensein aller Zuhörer, wie sie selten ist. Eine Bauersfrau soll einst nach Anhörung einer Predigt des seligen Vilmar gesagt haben: Das war eine Predigt, die man in die Schürze packen und mit heimnehmen kann. Gewiß haben viele Männer und Frauen im Seeheimer Walde ähnlich gedacht, und als der Prediger mit„Amen“ schloß, wurde dies mit mehrsachem lautem Amen aus der Versammlung begleitet.— Von halb sechs Uhr abends an war eine freie Vereinigung im Garten von Hufnagels Gasthof. Mit derselben sollte eine Ehrung Stöckers verbunden sein zum Zeichen, daß er auch an der Bergstraße und im Odenwald treugesinnte Freunde und Freundinnen hat. Wie wohl that dies allen denen(zu denen wir uns bescheideutlich rechnen dürfen), welche die Stöcker unverdient widerfahrene Verkennung, Anfeindung und Schmähung miterlebt und(im Geiste) mitgetragen haben. Nach dem Gesang des Seeheimer Männergesangvereins trat eine Jungfrau vor und sprach frei, mit Anmut und Unbefangenheit das folgende Gedicht„Zur Begrüßung": Du kommst von dem Gebirge her Und ziehst nun wieder hin zur Mark— Wir grüßen dich! Ein Fels im Meer, So stehst du fest, frisch, fromm und stark. Im Süden, wo die Berge kühn Zum Himmel ragen, hieltst du Rast; Nun, eh es geht zu neuen Mühn, Bist du zuvor noch unser Gast. Du bringst uns etwas von dem Hauch Und von der Lust der Berge mit, Und klarer wird uns Herz und Aug Und neu gefestet unser Schritt. Noch ist dein Mut so jugendfrisch Wie sonst und ungebeugt im Streit, Und noch deckt dir der Herr den Tisch Vor deinen Feinden weit und breit. Das macht dein fröhlich Gottvertraun, Das macht dein Lieben und dein Flehn, Drum darfst du auch noch immer schaun, Was Gott den Seinen hat versehn. Gott sei mit dir auch fürderhin. Harr aus Wer ausharrt wird gekrönt. Der Herr kennt dich und deinen Sinn— Was thuts, wenn dich die Welt auch höhnt? Tritt du nur immer in den Riß; Sprich du dein Wort nur unverzagt, Und weichen muß die Finsternis, Und unseres Volkes Morgen tagt Wir stehn zu dir! Es irrt uns nicht Der Lüge noch so fein Gespinnst; Und wenn man dir den Stab auch bricht, Wir wissen, daß du's doch gewinnst. Dein Ziel ist Gott und uns bekannt— S liegt droben.— Bleib es denn dabei; Ein Glaube und ein Vaterland, Ein Volk, ein Gott die Losung sei! Hierauf überreichte dann die Jungfrau dem Heren Hosprediger einen wunderschönen Blumenstrauß unter Bravorufen und Beifallklatschen der Versammelten, die dann in das von Pfarrer Vogel Stöcker ausgebrachte dreimalige Hoch begeistert einstimmten. Dieser bankte bewegt und hielt dann eine längere Ansprache, in der er, einen ihm ausgesprochenen Wunsch zu erfüllen, Züge aus dem Leben des unvergeßlichen Kaisers und Königs Wilhelus des Ersten mitteilte, die zum Teil wenig bekannt und aus dem näheren Verkehr des Hospredigers mit weiland Sr. Majestät herrührend von der gespannt auschenden, Saal und Garten füllenden Menge mit hoher und dankbarer Befriedigung entgegen genommen wurden Stöcker schloß mit einem Hoch auf den Landesherrn, den Großherzog von Hessen und nen deutschen Kaiser.— Pfarrer Werner führte die in der Nachmittagspredigt ausgeführten Gedanken von dem Willen Gottes weiter aus in seiner Anwendung auf das Gebier des vaterländischen gesellschaftlichen und gewerblichen Lebens. Daß die Idee von der Oberherrschaft des göttlichen Willens auchin irdischen Dingen eire Thavache geworden, habemar vor allem auch Stöcker zu verdanken, diese Thatperson Stöcker bilde in der Geschichte des innerkirchliche Lebens nicht eine Epifode sondern eine Epoche auch wenn seine politischen Bestrebungen außeren Erfolg zunacht noch nicht gehabt haben. Pfarre Werner schloß mit einem Hoch auf Stöckers Gemahlin— Ein recht ernstes Schlußwor redete noch Pfarrer Leydhecker aus Auerbach(Emerius feicher Pfarrer am Diakonissenhaus in Frankfurt Er inüpfte an den Speuch Halte was du hast, daß niemand deine Krone nehme an den Keiser Wilhelm der Erste in dem Kichlein, das er für den evangelischen Gottessenst jedem Besucher in die Augen fallenden Stelle anbringen der Leydhecker erzchlte dann manches Traurige aus der Geschichte des Gasteiner Thales in dem er kürzlich einige Zeit verweilte und schloß mit der Mahnung an jeden Anwesenden Halte auch du evangelischer Chrift, was du an deinem Heiland, deiner Bibel, deiner Kuche hast. Die Pausen zwischen den Ansprachen füllten Gesänge des genannten Männerchors, sowie Arien und Duette aus, die von Frau Pfarrer Fische aus Goddebau. Fräulein Frey und Fräulein Funk aus Bessungen vorgetragen wurden denen allen herzlicher Dank gebührt. Es war ein herrlicher Abend, der wie der ganze Tag von schönem Herbstwetter begünstigt war.— Das erste im Großherzogtum Hessen abgehaltene Missionsfest sand am 29 August 1849 in Seeheim statt. Es wäre interessant gewesen zu erfahren, welche Erinnerungen an dasselbe bei älteren dortigen Leuten noch lebendig sind.# Vericht der Haudelskammer über die gewerbliche Entwickelung des Siegerlaudes von 1849 bis 1899, sowie Jahresbericht für 1899. XI. Die Eisenindustrie. Mit welcher Beschleunigung sich die wirtschaftlichen Umwälzungen vollzogen, zeigen die Zahlen der Jahre 1892 und 1893 Erzeugung an Schweißeisenblech 18 275.4 To. 9506.— To. Flußeisenblech 19350.3„ 31977.08 Der für die hiesigen Walzwerke notgedrungene Uebergang zur Flußeisenblecherzeugung zwang dieselben ihr Rohmaterial, das Flußeisen, von den rheinisch=westfälischen Werken zu beziehen, sodaß dieser Teil der hiesigen Industrie lediglich fremdes Material an Kohlen und Eisen verarbeitete und damit seinen bisherigen natürlichen Boden vollständig verlor. Um den Dampf für dieses Auswalzen der Flußeisenbleche zu erhalten, war man gezwungen, die Luppenerzeugung bis zur äußersten Grenze aufrecht zu erhalten. Da der Bedarf an Luppen sich aber nicht hiernach richtete, so war der Rückgang dieses Geschäftszweiges so groß, daß er sich erst lange Zeit nachdem in allen anderen Branchen ein Unschwung eingetreten war, wieder erholen konnte. Die niedrigsten Preise aus dieser Periode waren in 1894 für rohen Spateisenstein...... 65—70 M. per 10t für Puddel= und weißftr. Roheisen 42.—44„„t Spiegeleisen....... 50 Feinblech 112-115„„ t während Luppen ihren niedrigsten Stand im Jahre 1897 mit M. 78 bis 80 erreichten. Das Ergebnts der Zeit von 1890—1895 war der fast vollständige Rückgang der Herstellung von Fertigfabrikaten aus hiesigen Rohmaterial, die Verminderung des Absatzes des Roheisens im Bezirk, ein Rückgang der Erzeugung von Roheisen und damit eine Verminderung des Verbrauchs des hiesigen Eisensteins. Während die Fertigfabrikanten ihr Rohmaterial von auswärts bezogen waren die Hütten und Gruben auf den Absatz nach auswärts angewiesen. Dahin war die einst so blühende Industrie des Siegerlandes gekommen Unzweifelhaft waren diese Jahre für die hiesige Industrie die drückendsten und traurigsten, welche je dagewesen. Die Vermögen und die Sieuerkraft des Landes gingen zurück, die Frachtenpolitik der Staatsbahn von der man billigerweise hätte annehmen können, daß sie das Unrecht welches die Privatbahnen eingeführt hatten, wieder gut machen würde setzte dasselbe nur fort oder verschleppte alte Verhandlungen darüber in schwerfälligster Weise. Die Industrie mußte den Mut verlieren, neue Kapitalien anzulegen für Werke, deren Rentabilität in schlechter Zeit gar keine Aussicht hatte. Das einzige Werk, die Geisweider Eisenwerke, welche damals den Mut hatten, den ersten Siemens=Martin=Ofen hier anzulegen, mußte denselben in den ersten Betriebsjahren mit schweren, Gefahr bringenden Verlusten büßen. In diese Zeit fällt auch der Anfang der Gründung der größeren Syndikate oder Verkaufsvereinigungen, welche unter Benutzung der früher gemachten trüben Erfahrungen es verstanden, allmählich einen maßgebenden Einfluß auf die Entwickelung der Geschäfte zu gewinnen. Nachdem seit 188 7/88 mehrere lokal begeenzte Kohlenverkaufsvereinigungen im rheinisch=westfälischen Revier bestanden hatten, wurde am 1. August 1893 die Thätigkeit des rheinisch=westfälischen KohlenSyndikats eröffnet. Der hiesige Bezirk mit seinem bedeutenden Bedarf an Brennmaterial hatte ein großes Interesse an der Art der Entwickelung dieser Thätigkeit. Es liegt in der Natur großer Verbände und Betriebe, daß dieselben büreaukratisch verwaltet werden, es ist daher auch erklärlich, daß die Verwaltung dieses größen Syndikats viele Wünsche Einzelner, welche in dem direkten Verkehr zwischen den Werken groß geworden waren, nicht mehr in gleichem Maße befriedigen konnte. Sieht man von dieser Unanehmlichkeit ab, so muß diesem Syndikat zugestanden werden, daß es seine große Macht maßvoll gebraucht und in weitsichtiger Weise viel dazu beigetragen die Ueberstürzungen bei Schwankungen in den Konjunkturen der Industrie zu mäßigen, abzuschwächen und so ein mittleres Niveau des Geschäftsbetriebes zu begünstigen, das von den segensreichsten Folgen begleitet gewesen ist. Nicht so günstig wie beim Kohlensyndikat liegen die Verhältnisse und Beziehungen zum Kokssyndikat, welches im Jahre 1891 begründet wurde. Ungenügende Beachtung der hiesigen Bedürfnisse, außerordentlich billige Verkäufe in das Ausland, Verstärkung der ausländischen Industrie und Erschwerung des hiesigen Exportes bildeten anfangs Gegenstand häusiger Klagen. Nachdem diese Klagen längere Zeit verstummt, hatte die Industrie im letzten Teil des Jahres 1899 leider Anlaß dieselben in erhöhtem Maße zu äußern. Es ist zu befürchten, daß, wenn dieses Syndikat seine Beziehungen nicht mit aller Vorsicht pflegt und den persönlichen Verkehr gegenüber den Werksbesitzern nicht in einer aufmerksameren Weise als bisher aufrecht erhält, die öffentliche Meinung ihre günstige Stimmung gegenüber den Syndikaten nicht mehr in der bisherigen Weise bestehen lassen kann und dieser Umschwung dazu beitragen wird, den Bestand der Syndikate zu untergraben. Im hiesigen Bezirk wurde die erste gemeinsame Verkaufsstelle für Siegerländer Spiegeleisen schon am 15. November 1885 gegründet. Dieselbe ging im Februg. 1894 in den zur Zeit noch bestehenden Verein für den Verkauf von Siegerländer Roheisen über. Dieser Verein umfaßt den Verkauf des gesamten Roheisens sämtlicher hiesigen Hochosenwerke. Durch Vereinigung mit dem Roheisen=Syndikat der rheinisch=westfälischen Werke bildet dieser Verein seit 1894 eine Abteilung des allgemeinen westdeutschen Roheisen=Verkaufsvereins, welcher unter dem Roheisen=Sondikat zu Düsseldouf besteht. Am 28 Oktober 1894 wurde der Verein für den Verkauf von Siegerländer Eisenstein gebilder Derselbe umsaßt alle hiesigen Eisensteingruben mit ganz geringen durch besondere Verhältnisse begründeten Ausnahmen. Endlich wurde am 2. Dezember 1897 der Siegener LuppenVerkaufsverein gegründet, zu welchem die sämtlichen Luppendarsteller des Bezirks gehören. Die bisher aufgeführten Vereinigungen bestehen sämtlich noch heute und umfassen die folgenden Materialien: 80e 804 Eisenstein, Roheisen Luppen(Schweißeisen). Ein Versuch, einen Verkaufsverein für Feinbleche ein ebensolcher Versuch einen Verein für gemeinsamen Einkauf von Flußeisen sowie den gemeinsamen Verkauf von Schrott zu bilden schlug sehl, da die gebildeten Vereinigungen sich nach kurzer Zeit ihres Bestehens wieder chsschen mußten Degegen hette der Theinisch=westschische Halbzeugverhand bei der Wichtigtei, welche der Bezug des Flußeisens auf einen Teil der hiesigen Walzwerte ausubte, einen großen und sin dieselben nich sehr günstigen Einfluß auf die Blechfabrication des Siegerlandes gewonnen. Ot#ani## nat bedentender Verleenugen angerichtet, ais man anfängch anzunehmen wagte. Die Zahl der Umgekommenen wird von einigen Seiten setzt au 5000 angegeben, doch ist eine annähernd genaue Schätzung zur Zeit noch nicht möglich de noch alles in Schutt und Teümmern ieg. Da die teberlebenden fast schurtlich Hab und Gut verloten haben nehmen sich die Behörden der Notleidenden Ku. Prchsiden We Kiien# des Biegsdepartemen angewiesen, die Absendung der für die Notteidenden in Teras bestimmten Rationen und Zeite aus äußerste zu beschleunigen. Der Schaden, den die Stadt Galveston erlitten hat, wird schwerlich au zu machen sein und die Stedt wird wahh verlassen werden. Wie es heiß sterben die Leute an Hunger und Durst. Wertpapierbörse. Beelin, 13. Sept. Die Börse war bei Beginn uneinheitlich und zur Schwäche neigend. Hüttenaktien setzten niedriger ein, Kohlenaktien ungegelmäßig doch relativ preishaltend. Uebrigens herrschte ausgesprochene Geschäftsstille. In heimischen Banken waren die Kurse durchweg nominell; ebenso in Bahnen, ausgenommen Kanada. In der zweiten Börsenstunde traten in Bergwerksaktien Kursbesserungen ein. Fonds ruhig. Gegen Schluß Tendenz schwach. Spanier matt auf Paris. — Privatdiskonto 4 5/8%— Ansangs waren: Kreditaktien—.— Diskonto=Komm 175,25, Deutsche Bank 189,25, Dresdner Bank 146,60, Darmstädter Bank 132,10, Handelsgesellschaft 147, Staatsbahn —. Lombarden—.—, Marienburger 71.90, Gotthard 140,25, Schweizer Central 145,50, Schweizer Nordost 89,50, Jura=Simplon 89.70 Prince Heuri 110,70, Bochumer 183,90, Dortmunder 91.20, Laura 201,80, Gelsenkirchener 193,10, Harpener 180,90, Hibernia 202,70, 3proz. Reichsanleihe Italiener 94.40, 6proz. Mexikaner—.—, Türkenlose—.—, Spanier 72,60, Northern 73.— Frankfurter Getreidemarktvericht vom 13. September. Das Bild des hiesigen Verkehrs bot kein einheitliches Gepräge. Die Gesamit tendenz des Marktes war jedoch entschieden fest, denn nirgends trat des Angebot in drängender Form hervor, vielmehr muß konstatiert werden, daß man augenscheinlich nur auf Anregung von auswärts wartet, um den Faden der Hausse wieder aufzunehmen, womit bekanntlich fast immer auch eine erhöhte Geschäftsthätigkeit in Verbindung steht. Für Weizen herrschte etwas regere Kauflust; die Haltung richtete sich je nach der von Amerika gemeldeten Tendenz. Roggen zeigte zu behaupteten Preisen bescheidene Umsätze. Für Gerste waren die Inhaber so verkaufslustig, daß eine Preisbesserung nicht eintreten konnte. Auch Hafer war nicht fester, jedoch zeigte Mais festere Haltung, die auch in einer bescheidenen Wertbesserung zum Ausdruck kommen konnte. In sonstigen Futterstoffen waren die Umsätze von sehr geringer Bedeutung und die Notierungen unverändert. Der Mehlmärkt war still und schleppend. Für Aepfel(Kelterobst) zeigte sich flauere Tendenz da Stuttgart niedrigere Preise meldet. Weizen ab unserer Gegend, neuer M. 15,75 16,00, do frei hier neuer M. 16.25, do. La Plata u. Kansas(tleberreicher Weizen) M. 17.50—17.75. do Redwinter und russische Sorten(kleberreicher Weizen) M. 12 75 bis 18,00 Roggen hiesiger, neuer M. 15 15,25, Vraugerste, neue(Wetterauer gelb und unegal) M. 15.25 16, do. Franken(Ochsenfurter Gau) M. 1 17.50, Pfälzer und Ried 16.75—17.50, Hafer(je nach Oalität exquis. 25 50 Pf. über Notiz) vorjähriger M. 14.00 bis 15,00, do. neuer M 13.50 14, Mais(gesund. Mixed) M. 11.75 bis 12.00 Weizenkleie M. 9,00—9.25, Roggenkleie M. 10 10.25, Malzkeime M. 975—10, getrocknete Biertreber M. 10,50 10.75, Spelzspren per Zentner M. 1— 1,25, Weizenmehl(automatisches) Nr.0 ca. M. 25,00, do. 1#ca. M. 23,00, do. III ca. M. 21,00, do.(erquisite Qualitäten) pr. Sack M. 1,.50—2 über Notiz, Roggenmehl Nr. 0 M 22.75 23.75, 0/1 M. 1.25 1,50 darunter. Torfstreu per Zentner M.—.—, Raps hiesiger M.—.—. Aepfel(Kelterobst), Oktober= lieferung(je nach Qual.) M. 7.—8. Die Preise verstehen sich per 100 Kilo ab hier, häufig auch loco auswärtiger Stationen bei mindestens 10.000 Kilo. Köln, 13. Sept.(Fruchtmarkt.) Keine Zufuhr. Heu M. 7,70 bis 9.— Maschinenstroh(Roggen=) M. 3,00, Richtstroh(Flegeldrusch) 4.20, Krummstroh 2,00 die 100 Kilo. Neußz, 13. Sept.(Fruchtmarkt.) Neuer Weizen, 1. Sorte M. 16,50, 2. 15,—, 3. 14,—. Neuer Roggen, 1. Sorte M. 1440, 2. 13.— 3. 12, Hafer 1. Sorte M. 15 2.—.— Neuer Hafer, 1. Sorte M. 12,80, 2. 11,80. Alles die 100 Kilo. Neue Kartoffeln M. 2.30 bis 3.— Heu M. 3.40 bis 3,90, Luzernenheu M. 4,40 die 50 Kilo. Maschinenstroh M. 12, Flegeldrusch M. 15,— die 500 Kilo. Kleie M. 5,20 die 50 Kilo. Preise unverändert. Viehmärkte. Berlin, 12. Sept.(Städtischer Schlachtviehmarkt.— Amtlicher Bericht der Direktion.) Zum Verkauf standen 540 Rinder, 2224 Kälber, 5039 Schafe und 12158 Schweine Bezahlt wurden für 100 Pfund oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mark(bezw. für 1 Pfund in Pfg.): Für Rinder: Ochsen: 1. vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt— bis—; 2 junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete— bis—; 3. mäßig genährte junge und gut genährte ältere— bis 4. gering genährte jeden Alters— bis—.— Bullen: 1. vollfleischige, höchsten Schlachtwertes— bis—; 2. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere— bis—; 3. gering genährte 50 bis 52.— Färsen und Kühe: 1 vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts— bis—; 2 vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren— bis—; 3. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen— bis—; 4. mäßig genährte Kühe und Färsen 47 bis 50; 5. gering genährte Kühe und Färsen 42 bis 45.— Kälber: 1. feinste Mastkälber (Vollmilchmast) und beste Saugkälber 69 bis 70; 2. mittlere Mastkälber und gute Saugkälber 64 bis 68; 3 geringe Saugkälber 58 bis 62; 4. ältere gering genährte Kälber(Fresser) 38 bis 42.— Schafe: 1. Mastlämmer und jüngere Masthammel 64 bis 68; 2. ältere Masthammel 55 bis 60; 3. mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzschafe) 44 bis 53; 4. Holsteiner Niederungsschafe(Lebendgewicht)— bis—.— Schweine, für 100 Pfund mit 20 pCt. Tara: 1. vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1¼ Jahren 54 bis 54; 2. Käser 57 bis—; 3. fleischige 52 bis 53; 4. gering entwickelte 49 bis 51; 5. Sauen 48 bis 50 M. Verlauf und Tendenz des Marktes: Vom Rinderaustrieb blieben ungefähr 300 Stück unverkauft. Der Kälberhandel gestaltete sich langsam, schwere Ware viel am Markte, aber sehr vernachlässigt und hinterläßt Ueberstand. Bei den Schafen fanden ungefähr 400 Stück Absatz. Der Schweinemarkt verlief ruhig, kernige Ware gesucht, leichte vernachlässigt, es wird voraussichtlich geräumt. Köln, 13 Sept. Kleiner Viehmarkt.(Amtlicher Bericht.) getrieben: 1762 Schweine a. M. 56 57, b. 54— 55, c. 52—54, d. 48-51 die 50 Kilo. Bei ruhigem Geschäst langsam geräumt Schwere und fette Tiere stark vernachlässigt. 12. Sept. Viehmarkt. Zutrift über mittelstark. Handel anziehend Preise unverändert Rinder, Kälber, Ochsen M. 48=50, Schweine M. 42—48 die 50 Kilo Schlachtgewicht. Gespannochsen die Koppel 1. Güte M. 600—750, 2. Güte M. 360—600, Gespannkühe das Stück M. 180 240, Ochseurinder M. 60 180, Kuhrinder M. 60 200, tragende Rinder und Kühe M. 200 300, frischmelkende Kühe ohne Kalb M. 210 270, Kälber M. 24—39. Sechs bis Achtwochenferkel das Stück M 10.20 21, Zehnwochenferte M. 21—2 Zielschweine M. 30. 48, größere M. 48 90, Schlachtware M. 50—100 Gespannochsen, Zuchtvieh und Milchkühe gingen am besten ab. Nächster Markt: Donnerstag, 18. Oktober— Wetter: schön. Husum, 12 Sep.(Weidesettviehmarkt.) Auftrieb einschließlich des gestrigen Vorverfaufs, der auf 796 Stück festgestellt ist, 3784 Stüick Homnvieh Jufolge der graßen Zutrist verlief das Geschäft sehr flaut bei weichenden Preisen Ochsen und Quien 1. Beschaffenheit 58 bis 60 M., 2. Beschaffenheit 54 57 M. junge sette Kühe 55—58 M. ältere do 48 54 M., geringere Ware 40 45 M. für 100 Pfd. Schlachtgewicht Es verblieb Ueberstand. Am Schafmarkte standen 1260 Schafe und Lämmer Auch hier verlief das Geschäft flauer Beste steischge Samme 66 Pfg Schafe 55 58 Pfg., Lämmel 60 62 Pig fur das Pid Fleischgewicht Der Markt wird geräunig An fetten Rindvieh gingen nach den Rhein, Berlin, Hamburg und Ssch epr Anazin## Sept. Ehili=Kupfer 75 0 per 3 Monate 74½ II. Seyt(Schluß, Roheisen Mired me warrants 7h— d. Warrants Middlesborough III— # Sest. Kupfer 16.75 16,87½. Zinn 30/00 Schi des redaktionellen SSHNAS-WeiSse WäscHe Anwendungue Leileann's Saimian-Tersentin- Fettlaugen oder Leitennauns Wasch Extrack„Wasch-Bär“ une grösste Schonung der Stoffe, à Packet 15 Pf. Für die Schuifleitung verannvortlich: O. Bechmann— Unterhaltungsteil: De. Burauard!=Godesberg.— Anzeigen Chr. Schlunz. Druck und Vertag der Westdeutschen Vertagsanstal E. S. m. b. H. Siegen, Sandstr. 18.