Siegen Sonntag, den 9. September 1900. Die Zeitung„Das Volk“ erscheint an jedem Wochentage abends Bestellungen sind bei dem entsprechenden Postamte(Nr. 7728 der Zeitungsliste) oder beim Landbriefträger anzubringen Bestellungen für Siegen nimmt außer der Post die Geschäftsstelle entgegen Preis vierteljährlich r die Stadtabonnenten M. 1.25 frei ins Haus 40 Pig mehr, alle Postabonnenten M. 1.35 frei ins Haus 40 Pig mehr. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Sandstraße 18. Fernsprech=Anschluß Nr. 205. Berlin Agentur: N Klypstockstraße 7. Oertzen.) Durch die Zeitung„Das Volk finden Anzeigen weiteste Verbreitung im kauffähigen Publikum des ganzen Reiches Preis der 5 gespaltenen Petitzeile für die e Perich undr Betacn Pecricher unt fer Gete ium Hessen 10 Pfg.; für das übrige Reich 25 Pfg. Aufträge efälligst der Geschäftsstelle oder durch ein Anzeigen=Versind gefälligst der Geschäftsstelle oder durch ein Anzeigenmittelungs=Geschäft zu erteilen. Vatihtsche Machenschen Die christlichsozrale Partei hat in der Berichtswache einen tiesschmerzlichen Verlust zu beklagen gehabt, den Tod ihres Mit=Präsidenten, des Grafen Solms=Laubach. Was persönlich über den ausgezeichneten Mann zu sagen war, ist schon mehrfach an dieser Stelle in herzlichen Worten ausgesprochen worden und Dank und Anerkennung werden dem verehrten Enitschlafenen von allen ChristlichSozialen bewahrt werden über Tod und Grab hinaus. Aber wie sich versteht bleibt in so ernsten Momenten der Blick nicht auf dem geschiedenen Vorkämpfer haften, sondern er richtet sich auch auf die Sache für die wir gemeinsam gekämpft haben, und auf das Ziel, das wir im Auge behalten müssen, wenn unser Weg der rechte sein soll. Wie stehts um die christlichesoziale Sache im deutschen Reiche? Welches Ziel hat sie sich zu stecken? Sind wir in den letzten Jahren diesem Ziele näher gekommen oder nicht? Bei der Beurteilung dieser Fragen wird man sich von übertriebene Zuversicht, wie von völliger Verzagtheit in gleicher Weise fern zu halten haben. Es gab eine Zeit, wo man die Hoffnung hegen konnte, eine soziale Reformpartei in beachtenswerter Starke über ganz Deutschland auszubreiten Voraussetzug solcher Ausbreitung war, daß die Anhänger der Reform ihre kleineren Differenzen zurückstellten fest zusammenhielten und alles daran setzten, diejenigen bestehenden Parteien, ohne welche schlechterdings nicht vorwärts zu kommen ist, nicht zu verletzen sondern zu gewinnen Ein gemeinsames Organ in Berlin war vorhanden, das sehl wohl eine vorsichtige und in der Form gemäßigte Redaktion mit sachlicher Entschiedenheit und mit einem offenen Sprechsaal für alle Richtungen hätte verbinden können. An tüchtigen Rednern und Schriftstellern fehlte es uns damals weriger als irgend einer anderen Partei im Reiche. Blieben wir einig so waren wir eine Macht oder wir konnten es doch werden Und da Stöcker der Gründer und langjährige Leita###de Partei war, so hätten sich jüngere Kräfte wahrlich nich das Mindeste vergeben, wenn sie seine Erfahrung und Antorität guch einmal da respektiert hätten, wo sie abweichender Meinung waren. Aber leider kam es anders. Pfarrer Naumann und seine Freunde glaubten ihre Kräfte nicht gegen die gemeinsamen Gegner und für die große Sache der christlichen Sozialreform einsetzen, sondern vor allem den Kampf, gegen uns Christlich=Soziale eröffnen zu sollen, sie gründeten ein Gegenblatt gegen das„Volk viefen eine eigene neue Partei mit jungen stürmischen Führern ins Leben, und führten den bekagenswerten Zustand herbei, daß nun zur Freude der schon besorgt gewordenen Gegner die Freunde der Sozialreform sich untereinander besehdeten und Abbruch thaten Daneben erstrebte die neue Partei bisher ohne allen Erfolg ein gegen die Kouservativen gerichtetes Bündnis mit Freifinnigen und Liberalen Ja gelegentlich wurden sogn Sozialdemokraten nicht bekämpft, sondern umschmeichelt Einigen Staub aufzuwirbeln gelang der neuen Partei der Nationalsozialen. Aber sie mußten sich bald überzeugen, daß Staub und Erfolg zweierlei ist. Sie stellten, um Erfolg zu haben daß Christentum möglichst zuru. Aber bei den Wahlen gewannen sie trotz dieser Verleugnung noch nicht halb soviel Stimmen, als wir Sie gründeten ein Gegenblatt gegen das„Volk“ Aber der einzige greifbare Erfolg, den sie mit großen Opfern erzielten war der, daß nun in Berlin überhaußt keine Zeitihug meyr vorhanden ist, unsere sozialen Reformideen Zu vertreten Iu die Lücke ist der Reichsbote eingesprungen gerade das Blatt, das die Nationalsozialen am heftigsten bekämpften. Alles in allen die Nationalsozialen sind mit ihrer erst unbesonnenen und stürmischen, dann, als der Erfolg ausblieb tastenden schwankenden schwenkenden von einen Printzig zum anderen springenden Politik die Tatengräber der großen sozialen Reformpartei geworden, auf die man vermals hoffen duste Was sie der guten Sache geschader haben, guch duech Abschreckung besonnener Kreise, kann nicht hoch genug bemessen werden. An die Stelle der Hoffnung mußte nun von uns die Resignatton gesetzt werden eine Stimmung blieb übrig, wie sie ettg die deutsche Burschenschaft beherrscht haben mag, als diese vor 70 Jahren ihre großen Hoffningen zerteitmmert sah und nun die uotwendige Bescheidung zusammenfassen mußte in das bekannte„Wir hatten gebauet mit seinem Wehuigen Und Gott hat es gelitten Wer weiß was er gewollt? Wenn aber die Hoffnung eine große deutsche Sozialpartei erstehen zu sehen zu Grabe getragen werden mußte, s# ist uns Schristlich= Sozialen doch dreierlei geblieben zunächst ein Tageblatt, daß zwar nicht mehr hauptstädtisch in und an Umfang und Bedeutung eingebüßt hat, das aber doch immer noch ein lebendiges Band darstellt, die zerstreuten Parteigenossen zu vereinen und zu verbinden weiter haben wir eine verhaltnismäßig starke Diaspora=Partei, die über das ganze Reich verbreitet ist, und hier und da in mehr oder weniger starken Vereinen lebendig wird. Endlich haben wir in einigen Gebieten wo das Christentum noch eine Lebensmacht in Volke ist, so starke Anhängerscharen, daß wir in einen Reichstagswahlkreise schon durchgedrungen sind und in einigen anderen Kreisen des Westens mit guter Zuversicht hoffen dürfen bei kommenden Wahlen Erfolge zu erzielen Soviele Deputierte werden es ja kaum in absehbarer Zeit werden, daß wir Aussicht hätten, als eine durch Zahl gewichtige porlamentarische Partei zu wirken, wohl aber kann es hohen Wert für die Reichstagsverhandlungen gewinnen, wenn auch nur eine kleine Gruppe von Christlich=Sozialen da ist, die wissen was sie wollen, und wollen was sie wissen, und die im Stande sind, gemeinsam mit den Sachverständigen anderer Parteien, sozialpolitischen Debatten die rechte Wendung zu geben, und gelegentlich auch auf diesen Gebieten auregend und fördernd zu wirken. Und welch einen Umschwung der öffentlichen Meinung müßte es geben, wenn auch nur aus einem halben Dutzend Wahlkreise, wo die Industriearbeiter das Heft in Händen haben, nicht mehr sozialdemokratische, sondern christlich=soziale Abgeordnete als Vertreter des vierten Standes ins Parlament entsendet würden! Das ist das Ziel das die christlich=soziale Partei sich vorläufig zu stecken hat. Es erscheint vielleicht dem Ehrgeiz einzelner zu klein. Aber dafür hat es den Vorzug, daß es erreichbar ist, erreichbar, wenn jeder an der Stelle, auf die Gott ihn gestellt hat seine Schuldigkeit thut unsere Versammlungen besucht unsere Zeitung verbreitet. Ganz besonders die lebendigen christlichen Kreise, die uns nahe stehen dürfen die politische Arbeit nicht gering achten. Die Hauptsache ist sie ja gewiß nlicht. Aber sie ist auch nicht nur eine rein äußerliche Werkerei, sondern in vielen Fällen eine wesentliche Hilfsarbeit am Bau des Reiches Gottes. Erweckliche und erbauliche Arbeit und politische sind nicht Gegensätze, die sich ausschließen sondern Bundesgenossen die sich fördern sollen. Darum mag der Augenblick in dem die Gruft über einem treuen Chrisftlich=Sozialen sich schließt, für uns die Zurückbleibenden verstärkter Anlaß werden, die alten Ziele mit neuer Treue ins Auge zu fassen, und unverzagt an der Verwirklichung dessen zu arbeiten, was wir für recht erkannt haben. Und so grüßen wir uns auch heute mit dem alten Ruf, der das Panier der Vergangenheit, die Losung der Gegenwart und das Gelübde unserer Zukunft ist, mit dem Ruf Hie gut christlichozial allewege D. v. O. Die Wieren in China. Wie das Bureau Lasfan aus Washington meldet, empfing das dortige Staatsdepartement durch seinen Geschäftsträger in Berlin die Antwort der deutschen Regierung auf den ruhsischen Vorschlag Peting zu räumen Es heißt in der Autwort Deutschland ist nicht für die Räumung Pekings aber doch auch gegen die Fortsetzung der Feindseligkeiten und wunscht die Einschlagung eines Mittelweges. Karter Wilhelm schag daher vor daß eine Abteilungin der alle Verbünderen vertreten sind in Peting bleibe der Rest ein Lager zu Dientsin beziehe bis der Friede hergestellt ist. Ein Beamter des Staatsdepartements und ein Mitglied des diplomatischen Korps, beide in hoher Stellung teilten dem Vertreter Laffans mit daß die bisherige Entwickelung der Diuge dahin deute, daß die Mächte ohne Zweifel den in dem deutschen Vorschlas###ren Kompromiß annehmen würden. Er schlietz die Beschützuug der chinesischen Kaisersamilie und Minister ein. Die bisher von Ching gekonmenen Eröffnungen hätten die Mächte überzeugt, daß die chinesische Regierung irgendwelchen Bedingungen zustimmen werde, welche die Wiedereinsetzung der Kaisersamille und der Minister einschlössen. Da die deutsche Regiernug nichts über ihre Absichten verlautbaren läßt, wissen wir nicht ob der von dem Lassauschen Bureau verbreitete Inhalt der deutschen Note wonach Deutschland seine Truppen nicht aus Peting zurückziehen werde aber bereit sei, die Truppenzahl zu verringern, falls die internationale Besatzung der Stadt aufrecht erhalten werde, den Thatsachen eutspricht. Bis dahin ist ein Zweifel daran gestattet, ob eine solche Maßregel wirklich von Deutschland erüstlich in Betracht gezogen worden ist. Folgende Meldungen sund heute zu verzeichnen Berlin, 6. Sept Wolsts Telegraphen=Bureau meldet aus haughal von heute Soeben landeten der Stab und die erste und dritte Kompagnie des ersten Bataillons vom ersten ostassiatischen Insanimen umer Major Graham. Beim Empfang durch den deuischen Generalkonsu war eine französische Ehrenwache aufgestellt, die Musik der englischen Truppen spielte. Es solgte der Maisch der deutschen Truppen durch die Fremdenniederlassangen mit der Musii unseres Geschwaders Vor dem Iltisdenkmal wurde ein Hurra auf den Kaiser ausgebracht. Einrücken in die Quartiere fand eine Begrüßung durch den deutschen Gesandten und den Geschwaderchef statt. Loudon#7 Sept. Der Deutsche Verein in Shanghe hat an den Reichskanzler telegraphiert, der russische Vorschlag, Peting zu räumen, ehe der Friede gesichert sei habe schwere Besorgnis für die dauernde Sicherheit des deutschen Handels und Eigentums hervorgerufen. Der Verein bittet den Fürsten Hohenlohe, diese Erwägungen dem Kaiser zu unterbreiten. London,7 Sept. Die Abendblätter veröffentlichen eine Depesche aus Hongkong vom 6. d. wonach der Sekretär Li=Hung=Tschangs mitteilte, Li=Hung=Tschang habe aus Peting die Mitteilung erhalten, daß die Verbündeten allmählich den Chinesen gestatten, die Verwaltung Petings wieder zu übernehmen. Prinz Tsching sei zum Verwalter über die kaiserliche Stadt gesetzt worden. London, 7 Sept. Ein Telegramm von Futschou berichtet, daß der Pöbel in Schonschin und Lutei gegen eingeborene Christen ernste Aussahreirungen begangen habe. Die Stadtthore der benachbarten sechs Distrikte wurden geschlossen. Der Taotai dieses Bezirkes wurde infolge seiner Unpopularität entlassen und Ting, der jetzige Taotai von Amoy, wurde an seiner Stelle ernannt. London, 6 Sept. Das B. Dalziel meldet aus Shanghai. Ein aus Taiynausu vom 26. August datiertes kaiserliches Dekret besagt, der Hof sei von Peting geslohen weil zwischen Boxern und Christen Ruhestörungen vorkamen und damit der Kaiser nich getötet würde, weil dann niemand übrig geblieben wäre, der seinen Vorfahren hätte den religiösen Kultus darbingen können. Die Kaiserinwitwe fordert dann in dem Dekret alle Vizekönige auf, sich zu vereinigen, um das von den Mächten Ehina zugejugte Unrecht zurächen, die Steuern zu erheben und Truppen anzuwerben. London, 7 Sept. Dalziel meldet aus Shanghai vom 5. September: Hier wird eine Wohnung für das Hauptquartier Waldersees besorgt. Das deutsche Schlachtschiff=Geschwader ist in Wusung. 5. Sept. Ein aus Shanghai eingelaufenes Telegramm meldet den Inhalt eines vom Kaiser von Ehina erlassenen Dekretes datiert vom 20. August, welches nach Shanghai aus telegraphiert wurde. Der Kaiser drückt darin sein Mitgefühl und dauern über die von dem unschuldigen Volke erduldeten großen Leiden aus und appelliert an die Loyalität der offiziellen Klassen in diesem kritischen Moment. Er erklärt, selbst die Schuld daran zu tragen und allein für das eingetretene Unglück verantwortlich zu sein. Er befiehlt allen Beamten der Centralregierung, sobald wie möglich in dem temvorären Hoflager sich einzufinden, um dort ihren Pflichten nachzukommen. Liukungyi und Tschanschitong werden ihre Bemühungen fortsetzen, den fremden Handel an der Küste und den Flußufern zu beschützen. Schließlich hofft der Kaiser, daß sein Volk mit ihm sich darüber freuen wird, daß die Kaiserin sich in guter Gesundheit befindet, seitdem sie Peking verlassen habe. Aus dem Leserkreise wird uns geschrieben: Den unten ziemlich wortgetreu wiedergegebenen Brief erhielt ich soeben von einem südafrikanischen Freunde, der nich vor Jahren interviewte, als er im Auftrage seiner Regierung Deutschland usw. bereiste, um Wohlfahrtseinrichtungen zu studieren. Der Freund kannte Cecil Rhodes persönlich genau und hat mir manche interessante Mitteilung über diesen Napoleon Süd=Afrikas gegeben.„Freund Reverend" hat einige Semester in Berlin studiert und kennt daher auch unsere Verhältnisse liest deutsche soziale Blätter usw. Seine Liebe für die Buren, als englischer Unterthan, ist eben so interessant, wie sie in Süd=Afrika unter den„Afrikanders“ in großer Breite anzutreffen ist; freilich hat unser Reverend früher auch sogar unter den Buren pastoriert. Der Brief vom 15. August lautet: Lieber Freund. Man ist in Europa soviel beschäftigt mit China, daß Süd=Afrika vergessen wird. Aber der Krieg ist hier noch in Lange nicht vorüber. Er scheint aufs neue zu beginnen. Die Buren haben mit Recht Pretoria und Johannesburg aufgegeben. Es hat kein Ziel(Zweck) in diesem Kriege Städte und Dörfer zu verteidigen. Es würde nur Siege geben, die kein Zweck haben— jedenfalls für die Buren Ihr Leben ihre Kraft) ist im Felde außen: Dort sind sie i ihr natürliches Element, immer gesund und frei zu irgend welcher Bewegung und vorzüglich zum Ausfalle auf die Linien von Verkehr(Eisenbahnenusw.). Es(ist) nun auch deutlich daß Lord Roberts keine genugsame Nahrung für seine Truppe erhalten kann. Die Britische Offiziere haben General de Wet den Spottnamen gegeben von„Eisenbahn=Direktor".(Vor einigen Tagen) sagte ein(anscheinend mit großer Mühe durchgekommener) Offizier„Ich bin von Pretoria durchgekommen, begünstigt von„Eisenbahn=Direktor de Wet.— Jetzt entwickelt der Krieg in ganz anderer Form auch werden die Burenkommandos jeden Tag wieder größer: Die Buren, die Waffen aufgegeben(niedergelegt) hatten verlangen nach der ersten Gelegenheit, sich wiederum bei ihre Kommandos an zu schließen, weil die Behandlung von diese Leute(Engländer) schrecklich ist. Sie haben hoffentlich auch gesehen(gelesen?) wie Roberts die Frauen und Kinder aus Pretoria vertreibt: Ich glaube, der Mann kann nicht anders, er hat keine Speise. De Wet schneidet die Verkehrs=Linie wiederholt ab.— Ich habe das Glauben fest, daß die Buren ihre Unabhängigkeit nicht verlieren werden. Es wird für England eine ernste Frage— China oder Transvaal Und Transvaal kostet nu zwei Million Pfund jede Woche Wo geht es hin?! Die Continental Großmächte scheinen die China=Frage auflösen zu wünschen ohne Kontrolle oder überwiegenden Einfluß von England Die Buren vertrauen auf ihren Gott: Er wird ein Weg finden Die Leute streiten für Selbstregierung: Die Freiheit ist doch ein edles menschliches Ziel Seien Sie herzlich mit Ihr Haus von uns gegrüßt Aufrichtigst Ihr Freund uss. Ich und mit mir alle Leser dieses Blattes haben dem Brieflein nur hinzuzufügen, daß wir, trotzdem unser Denken und Fühlen undes kann das auch mitunter recht schmerzlicher Natur sein von Ching reichlich in Auspruch genommen ist, das Buren=Völklein auf betendem Herzen tragen werden, solange noch eine Buren=Büchse knallt und nur redlich bedauern, daß wit den für ihr geliebtes Vaterland kämpfenden Männern sicht auch unsern Arm und Blut leihen können Vorwärts mit Gottl auch hier und nächstens mehr wieder lieber Leser von S S. * Zur Kriegslage liegen folgende Drahtberichte vor: London, Sept. Lord Roberts telegraphiert aus Belfast unterm 5. d. Hamiltons Kolonne, der sich Brocklehursts Kavallerie angeschlossen hat, passierte gestern Dulstroom, wobei ihr nur geringer Widerstand geleistet wurde. Sie rückt jetzt auf dem Wege nach Lydenburg vor und steht im Signalverkehr mit General Buller, dessen Geschütze gehört werden und der im Laufe des Morgens mit der linken Flanke des Feindes engagiert war. Hamilton ist bemüht, die rechte Flanke des Feindes zu umgehen. London, 7. Sept. Die„Times“ meldet aus Lourenco Marquez vom 6. ds.: Barberton sei mit Burenfamilien der unteren Klasse übersüllt. Typhus Scharlach und sonstige ansteckende Krankheiten seien aufgetreten. Käme Malaria hinzu, so wäre, da die einsachsten gesundheitlichen Grundsätze vernachlässigt wurden, eine große Sterblichkeit zu gewärtigen. Ueber 40 englische Offiziere würden in der landwirtschaftlichen Halle gefangen gehalten. London, 7 Sept. Laffan meldet aus Pretoria vom 7. d. M.: Roberts erließ eine Kundgebung an die Bewohner der Oranjefluß=Kolonie worin diese unterrichtet werden, daß sie jetzt Unterthanen der Königin seien, ausgenommen diejenigen, die vor der Erklärung der Einverleibung Kommandos angehörten und seitdem fortwährend im Verbande ihrer Kommandos geblieben seien. Letztere würden als Kriegsgefangene behandelt werden, während diejenigen, die den Unterwerfungseid geleistet und ihn dann gebrochen hätten, mit Todes Gesängnis oder Geldstrafe belegt werden würden. Die Gebäuve derjenigen, die den Feind beherbergten, seien von jetzt ab der Strafe ausgesetzt, dem Boden gleichgemacht zu werden, und Farmen, in deren Nähe Eisenbahnbeschädigungen stattfänden, unter lägen einer Strafe von 2½/ Schillung aus den Morgen Land. Die Bewohner hätten künftig die englischen Truppen von der Gegemwart des Feindes in Kenntnis zu setzen, andernfalls würden sie als dessen Helfershelfer angesehen und setzten sich der Gefahr aus als Aufrühren behandelt zu werden. Die Beisetzung Seiner Erlaucht des Grafen Am 5. September fand zu Tambach die feierliche Beisetzung der sterblichen Hülle unseres lieben Vizepräsidenten, des Grafen Friedrich zu Solms=Laubach statt. Dieselbe durch die Teilnahme Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs ausgezeichnet, gestaltete sich zu einer Trauerkundgebung ganz ungewähnlicher Art. Von nay und sern mar eine imposante Trauerversamnlung aus allen Ständen der Bevölkerung zusammengeströmt, um dem allverehrtem Herrn die letzte Liebe zu bemeisen Einem Berichte der„Darmstädter Zeitung über die Beisetzungsfeierlichkeiten entnehmen wir folgendes: Nachdem die Leiche des erlauchten Verblichenen aufgebahrt und am Sonntag 3—4 Uhr nachmittags in dessen Arbeitszimmer öffentlich ausgestelllt warden war, wurde sie Dienstag abends 8 Uhr mit Fackolbeleuchtung in die Stadtkirche übengefühnt. Am 5 September morgens 8 Uhr wurde die Totenwache durch je zwei gräfliche Forstmrte übernommen. Bis 10 Uhr war der Zutritt in das Schiff der Kirche allgemein gestattet. Um 1½ Uhr wurde das Hauptportal der Kirche geöffnet Rechts und links vom Sarge, der unter den zahlreichen Blumenspenden fast verschwand, nahmen die ersten gräflichen Beamten Herr Oberforstmeister Thum und Herr Oberförster Königer, die das Tragen der Ordenskissen übernommen hatten Aufstellung Die Geistlichkeit der Grasschaft stellte sich zu beiden Seiten des Altars auf. Alle Plätze im unteren Teil der Airche bis auf die Plätze unterhalb der Orgel waren für die fürstlichen Leidtragenden die großherzoglichen und gräftichen Beamten, militärische Deputationen, sowie sonstige Vertreter reserviert. Punkt 2 Uhr begannen sämtliche Glocken zu läuten. Um 2½ Uhr traf der Trauerzug ein An der Spitze schritt der älteste Sohn des Verewigten Graf Orto mit der Gwäfim=Witwe, ihnen folgte Seine Königliche Hohelt der Großherzog Allerhöchstwelcher Ihre Durchtaucht die Guäfim geb. Prinzessin zu Isenburg und Büdingen führte schlossen sich an die Glieder und Verwandten des Gräflichen Hauses Solms=Laubach nebst den Standesherren des Großherzogtums, die sich fast samtlich eingefunden hatten Eröffnet wurde die Feier durch das Lied Himmelan geht uufre Bahn Sodann hielt der erste Stadtpfarrer, Herr Th Nebel, eine tief empfundene und ergreisende Trauerrede. Unter Zugrundelegung des Schriftwortes:„Von Gottes Gnade bin ich das ich bin(1. Kor. 15, 10) führte Redner aus, daß der ewigte nichts aus sich selbst machen wollte, und daß deshalb Gott durch seine Gnade etwas aus ihm machen und durch ihn wirken konnte. Besonders betonte der Geistliche auch daß die heiße Liebe, die der Selige für seine Brüder fühlte ihn bestimmt hätte, in das geführliche Parteigetriebe hinabzusteigen Sodann wurden die Personalien des Verewigten verlesen welche die vielfältige Thätigkeit des Grafen zeigten Hierauf trug der Kirchenchor in trefflicher Weise das Lied„Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben vor. Nach dem Segensspruche setzte sich der Leichenzug in folgender Ordnung in Bewegung: 1 Kapelle 2 Kirchenchon; 3) Lehrer und Schüler des Gymnasiums Friderieianum; 4) die Fahnendeputationen; 5 die Schießsektion 6) den erste und zweite Trauermarschall, sodann die gräfBeamten und Pächter, * das Kreuz 8) die Geistlichkeit der Grasschaft; 9) die beiden amtierenden Geistlichen: 10) die mit dem Tragen der Ordenskissen betrauten Herren; 11 die perfönliche Bedienung des verstorbenen Grafen(sein Haushofmeister und sein Kammerdiener) 12) der Leichenwagen zu beiden Seiten der Gemeinderat und Kirchenvorstand der Stadt Laubach außerhalb derselben die gräflichen Forstwarte, Kränze tragend 13) die Hohen Leidtragenden 14 der dritte Trauermarschall, 15) das übrige Trauergefolge 16) die spalierbildenden Vereine und die Stadtschulen Als der Zug unter dem Geläute der simtlichen Glocken den Klängen der Trauermärsche und dumpfem Trommelwirbel über den Marktplatz durch die Unterpforte auf dem auf der Südseite der Stadt gelegenen Friedhofe angekommen war, wurde nach dem Gesange des Chorals.„Jesus meine Zuversicht die Leiche durch den ersten Stadtpfarren Herrn Nebel eingesegnet und der Erde übergeben Hierauf sang der gutgeschulte Kirchenchor„Ich habe nun den Grund gefunden Sodann wurde durch den zweiten Stadtpfarrer Herrn Vol### ein Gebet gesprachen woran sich der gemeinschaftliche Gesang des Liedes Jerusalem du hochgebaute Stadt schloß Nachdem die Schieß=Sektion des Laubacher Kriegervereins dem Verblichenen den letzten briegerischen Gruß durch drei donnernde Ehrensalven zugesandt hatte, endete die Trauerfeier mit Segensspruich So ist er denn von uns geschieden der„allte liebe Herr# wehmütig grüßen den Grabhügel von serne die Türme des alten Grafenschlosses, das den Grafen Friedrich in seinen Mauern nicht mehr schauen wird. Unvergessen aber und ge uh Geg hteN drche Ma Znmer mann=Liebermann zu bezeichner##d Stin es#### wäre die Abhilfe sehr einach und ich wäre sehr gern dazu bereit, dieser eine zu sein Mit zwalzig Kampfjahren habe ich einigen Auspruch daran man meinen Rücktrikt nicht als ncht ausehen düste Aber damit wäre ger nichts süre Sache gebessert Heir Zmermann würde###ndnich nich mehr Gefolgschaft gewinnen als er jetzt hat. Darum ertläre ich dierm und klar. Ich halte fest an meiner grundstztichen daß wir unter voller Wahrung unserer Selbn# ei Kartell mit dem Bunde der Landwirte, den Cheistlich=Sozalen und der konservatinen Partei zur Wahrnug des gegenseitigen Besitzstandes und zur g#meinsamen Belchp#ung des veri#deren Liberalismus und der Sozialdemokratie austrehen müssen# bin grundsätzlicher Gegner des Antrags Bruhn auf Aeuderung des Parteinamens; der Antrag Zimmermann, Parterleitung und Fraktion unter die Vormundschaft eines alljährlich mit Zufallsmehrheit zu wählenden Parteirates zu stellen ist für mich unannehmbar. Ich billige dagagen die Raabschen Anträg und mache von deren Aunahme mein Verbleiben in der Partei abhängig, da sie die Möglichkeit bieten, eine geordn# Arbeit für die Zukunft zu sichern.“ — Das Staatsministerim hat in seiner vorgestrigen Sitzung beschlossen in Aubetracht der Schmerigteiten bei der Kohlenvertorgung die Zufichr auslamdischer Kole Badurch zu erleichtern, daß der Nahstasstarif sün die Zeit des Weiterbestehens der zeitigen Verhältnisse, windestens aber für zwei Jahre allgemein eingesührt wied. Die greußischen Staatsbahnen sind mit sofontiger Durchführung dieser Maßregel in ihrem eigenen Bereich und####wei erforderlich zur Verhandlung mit den beteiligten Bahnen beauftragt. Von unserer Agentur. Berliu, 5. Seyt. Aus Gleiwitz laßt sich die Schlef. ###g schreiben Das Freibentertum des Kohlenwuchers lockt jetzt eine kunterbunte Gesellschaft an Uus werden Kohlenofferten eingesaudt, die von Baudagisten Barbieren Zigarrenhändlern und Leuten aller möglichen Berufezweige stammen. All dieses Volk stürzt sich nach bekannten größeren Vorbildern in das Kahlengeschäft. Es in als wären die Leute von einem Taumel erfaßt Ein Beitstanz, wie er in Mittekalter über die Bevöllerung ganzer Ortschaften kam reißt sie hin. Der neue Veitstanz dreht sich um das goldene Kalb auf dem Postament von schwarzen Diamanten. Wie eine solche Krautheit selbst an weite Gntsernung ansteckend wirk, beweist ein kuroses Beispiel das nus aus Kattowitz berichtet wird. über seht die Aurchaus geeignet erscheinen könnte, einerseits sein Oberkommands und andererseits die besonderen deutschen Interessen an das Ernsteste zu gefährden. Unter den Umständen wird es ganz besonders notwendig sein, sich über die Ziele der deutschen Politik klar zu werden, da man die Kräfte des Teutschen Reiches für Fragen engagiert, über deren Bedeutung und Tragweite sich wenigstens die öffentliche Meinung in Deutschland durchaus nicht klar zu sein scheint.„In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister“, und das Wort paßt alich g den Politiker wennigstens auf jeden, der Auspruch auf den Namen eines praktischen Staatsmannes macht. Herr von Brandt ist ein Kenner Chinas aber übrigens ein Mann, dessen Rat nur geringen Wert hat.— Das angebliche Kaiserwor über Peking ist se unwahrscheinlich, daß ##nelen kein Grund vorliegt sich darüber zu erregen. Es bestätigt sich schreibt die„Sächs nat.=lib. Korr., daß die fächsische Regierung ein Gesetz betreffend den K###rarrbruch ländlicher Arbeiter vorbereitet; die Bezirksansschusse sind aufgefordert Vorschläge auszuarbeiten und an Regierungsstelle einzureichen Demnag, dürfte sich bereits der nachste Landtag mit einer derartigen Gesetzesvorlage zu beschäftigen haben. Gegen den Grafen Pückler(Klein=Tschirne ist, wie die„Staatsb.=Zig hört, von der Staatsanwaltschaft beim Berliner Landgericht erneut Anklage wegen Aufreizung zum Klassenhaß erhoben worden. Die Aufreizung wird erblickt in der Rede, die Graf Pückler im Juli in der Tonhalle gehelten heit. Berlin, 5. Sept. Au der Pariser Weltausstellung ist in der Treibriemen Branche der Berliner Firma Franz Pretzel& Co., Große Hamburgerstraße 32, die goldene Medaille erteilt worden. Die Firma stellte als Haoptobjekt einen alten Treibriemen aus, welcher in den H#offmannschen Stärke=Fabriken, Salzuften 38 normale Betriebs=Jahre ununterbrochen gebraucht worden ist und noch gut ist. Der Lederriemen ist 1.8 Meter breit, etwa 14 Millimeter stark und 45 Meter lang. Ferner hat die Fabril in der Ausstellung zwei je 5 Meter hohe Säulen aus LederRund und Kordelschnur aufgebaut, zu welchen 35.000 Meter dieser und diverse Lederseile verwendet sind Die anderen mannigfachen Fabrikate dieser Firma fanden gleichfalls viel Beifall. Tagesrundschau. Siegen, 7. September. — Abgeordneter Liebermann von Sonnenberg veröffentlicht in den„Deutsch=Sozialen Blättern folgende Erklärung Der diesjährige Parteitag in Magdeburg am 9. und 10. Sept wird möglicherweise zu Auseindersetzungen innerhalb der Partei führen, die der geguerischen Presse im allgemeinen viel Stoff zu schadenfrohen Artikeln und der Judenschaft im besondern Anlaß zu lautem Freudengehen darüber liesen dürsten, daß der Antisemitismus nun endgültig tot und begraben sei. Nichts wäre aber verkehrter, als wenn wir aus Scheu vor dem zu erwartenden Preßskandal oder aus Gefüchlsdusele uns bemühen wollten, die Gegensätze noch einmal zu verkleistern, die seit langer Zeit unsere Partei gelähmt haben Wenn man es nicht erreichen kann, zwei Pferde vor einen Wagen so anzuspannen, daß sie nach einer Richtung ziehen dann that man besser die Last auf zwei Wagen zu verteilen und jeden Wagen einspännig zu fahren. Es ist en weit verbreiteter Frrium in unserer Partei, als ob es sich bei uns ttowitz und fagte, daß er sein Gut verkaufe und ein halbe Mittion har bekomme. Er wollte fragen wie er sein Kapital in Jahresfrist verzehnfältigen könnte. Das müsse doch moglich sein, da er gehert habe, daß Wollhein und Friedtander jeder eine halbe Millien im Monat verdienten. Dem Manne konnte nicht geholfen werden. Der Berg= und Hüttenmännische Verein, der die Interessen der Gruben vertritt, gab nicht den erwünschten Bescherd Und das war noch das Beste, was dem Fragestelle widerfahren konnte, denn hätte er sich an andere gewandt## wäre ihm vielleicht zu gründlich geholfen worden. Die Kreuzzeitung#immt jetzt die alte christtich=soziale Parteifonderung auf den Kohlenberghau zu verstäctlichen. Unserer Ausicht nach aber ist die Kohle weil sie sicht unerschöpflich ist ein öffentliches Gut und dar als solches nicht nach den rein privarrechtlichen Gesichtspunkten behandelt werden Daß man trotz der schlimmsten Erfahrungen fortfährt, dies zu thun, darin liegt der Grundsehler den unsere moderne Volkswirtschaft begeht. Diese Auschauung haben wir schon seit vielen Jahren vertreten und die Entwickelung der Dinge giebt uns mehr und mehr recht. Denn überall thun sich die gewerblichen Mitbewerber zusammen und werden Freunde ad hoc, mit anderen Worten es bilden sich tiesige monopole zur Ausbeutung der nichtorganisierten Gesellschaft, die als solche außer Stande ist, zu widerstehen und sich nach der Regel des sic vos, non vobis— von den geeinten Geldmächten scheeren lassen muß. Dieser Zug geht durch die ganze Welt— er wird aller Voraussicht nach einen großen Teil des neuen Jahrhunderts beherrschen Hoffentlich nehmen die Konservativen im Reichstag die Forderung auf und schmieden das Eisen solange es warm ist. Anknupsend an ein neues aber wahrscheinlich anders lautendes Kaiserwort sind die„Leipziger Neuest. Nache wieder voll der außersten Besorgnisse Der Kaiser soll, wie man uns von besonderer Seite mitteilt, am Samstag bei dem Festmahl zu Offizieren geäußert haben, er werde auf keinen Fall Peling aufgeben und wenn zu dem Zweike alle Armeekorps mobilisier werden müßten— so berichtet heute die„Welt am Montag". Es ist in hohem Maße unwahrscheinlich, daß die Worte in der That so, wie hier dargestellt wird, gefallen sind Wit sind keine Gegner einer Weltpolitik, wir haben sie bereits vertreten, als noch vom Tische der Regierung in höhnischen Worten die„Phantasten verspottet wurden. Aber wie überall muß auch hier jeder Schritt sorgfältig erwogen werden, die Besonnenheit muß das Steuer führen. Und hieran hat es gefehlt vielleicht weil wir allzuheftig uns an Aeußerlichkeiten, an Scheinerfolge klammerten. Und vor allem scheint es als sei der wichtigste im Grund allein maßgebende Gesichtsmunk nicht immer festgehalten worden Kein fremdes Abentener so glauzvoll es scheinen mag darf dahin führen, daß unsere europäische Stellung eine inerträgliche Belastung erfährt Hier in Deutschland zwischen Maas und Memiel, leichten die Sterne unseres Schicksats Herr v Vrandt hat die Rolle des Warners übernommen. In der„eunichen Rundschau setzt er auseinander welche Beschränkung uns in Ehiug ziemt wenn wir seiner Meinung nach Gefahren entgehen sollen, denen wir nicht ge„Wir werden gezwungen sein, mit den thatsächlichen Verhältnissen und der entschiedenen Kriegs= oder Konftiktmüdigkeit einer Mehrzahl der alttierten Machte zu rechten menn wir uns nicht der Gefahr aussetzen wollen, uns schließlich nicht nur der chinesischen Regierung, sondern auch eine##er der anderen der fremden Mächte vielleicht sogar einer Ko#lttion derselben gegenüber zu finden. Die Thatsache daß die Ka## Regentin und der Kaiser aus Peking verschwunden semn scheint allerbings daßier zu sprechen, daß die fteucden Mächte sich für den Augenblick keiner Regierung oder nichts, was man als eine solche auschen kann, gegenüber befinden aber bei einigem guten Willen wird es nicht an der Möglichkeit Se U n n eine seiche zu konstruieren, die wenigstens dem Bedursts nach Abschluß ein Verständigung genugend erschein. Es ist daher zum Mindesten nicht uumöglich, daß der Generaltssimus der vereinigten freiden Streitkräfte sich bereits bei seiner Ankunft in Nordching einer gentrisugalen Bewegung der Mächte gegenAus dem Reich. Stettin, 7 Sept. Das Kaiserpaar tiaf pünktlich um 12 Uhr 40 Min auf dem hiesigen Bahnhofe mittels Sonderzuges ein Darauf sand großer militärischer Empfang statt. Nach dem Abschreiten der Froni der Ehrenkompagmie, die vom Grenadier=Regiment Ni. 5 gestellt war, fuhr das Kaiserpaar unter dem Geleit einer Schwadron Pasewalker Kürassiere durch die mit Menschen dicht besetzten Straßen, in denen Schulkinder Spalier bildeten zur Grünen Schanze. Hier nahm es inmitten des Magistrats und der Stadtverordneten, nachdem die Damen der Viktoria=Augusta=Schule Blumensträuße überreicht hatten die Huldigung der Stadt Stettin durch den Oberbürgermeister Haken entgegen. Der Kaiser erwiderte des Oberbürgermeisters Ansprache mit wenigen herzlichen Worten und dankte ihm, wie auch die Kaiserin mit einem Handedruck für den herzlichen Empfang. Dann fuhren sie über den dichtbesetzten Parade= und Königsplatz unter begeisterten Hochrisen der Menge zum königlichen Schloß, wo eine Ehrenkompagnie vom Grenadier=Regiment Nr. 2 Aufstellung genommen hatte. Im Schloß fand ein Empfang der Spitzen der Zivilbehörden statt. 6 Uhr abends folgt das Kaiserpaar einer Einladung der pommerschen Stände im Landhause in der Luisenstraße zum Festmahl und wird später auf dem Festdampfer Freya die zu seinen Ehren veranstaltete Beleuchtung des Oderufers besichtigen. Mestfalen. # Lützel(Kreis Siegen) 6. Sept. Das war eine schöne Feier die Jubiläumsfeier unseres verehrten Lehrers Saßmannshausen, wie sie unser Oertchen hier auf Gillers Höhe noch nicht erlebt und wohl nie wieder erleben wird. Von den 50 Amtsjahren des Jubilars fallen 40 Jahre aufreibender Thätigkeit auf unsere Gemeinde seine Heimatgemeinde. Die Feier ausführlich zu zeichnen, würde den Raum dieser Zeitung überschreiten Es sind uns von zwei Seiten ausführliche Berichte zugegangen aus denen wir das Nachstehende mitteilen: Die religiöse Feier am Morgen war erhebend und würdig Nachdem Ortsschulinspektor P. Winterhager in seiner warmen und herzlichen Weise das Wirken dieses uneigennützigen, biedern und treuen Lehrers geschilden insbesondere seine innigen Beziehungen zu seiner Gemeinde, zur Kirche, er ist Presbyter, und zur Schule dargelegt und ihm im Namen der Ortsgemeinde eine goldne Uhr, im Namen des Presbyteriums eine Prachtbibel übergeben überreichte der Kreisschulinspektor P. Stein ihm im Austrag der Königl Regierung den Adler des Inhabers des Hausordens der Hohenzollern mit der Zahl 50. Nach einer herzlichen Ansprache des Supermtendenten P. Köhne fanden noch verschiedene Beglückwünschungen statt, die meist mit Ueberreichung von Geschenken verbunden waren. Nun nahm der Jubilar das Wort, und allseitig seinen Dank aussprechend, richtete er tiefempfundene Worte an seine Gemeinde, seine Schüler seine Kollegen. Passende Lieder von seiten der anwesenden Lehrer und der Schüler verschönerten diesen Teil des Festes. Die Nachmittagsseier sand unter zahlreicher Beteiligung der Gemeinde und vieler Lehrer in einem großen Zelte statt. Ansprachen Begrißingen Verlesung der ankommenden Telegramme wechselten mit Vorträgen des Posaunenchors und des Männergesangvereins„Liederkranz aus Hilchenbach, dessen langjähriger Leiter der Jubilar war, passend und erhebend ab. Der letztere brachte am Abend noch einen wohlgelungenen Fackelzug. So hat die Gemeinde Lützel sich selbst geehrt, indem sie ihren langjährigen Lehrer ihren uneigennützigen bescheidenen zeistigen Vater und Berater der Gemeinde ehrte. Wit wunschen dem Jubilat nich an dieser Stelle, der sorecht in christlich=sozialem Geist in seiner Gemeinde thättg war, noch einen langen, gesegneten Lebensseierabend.— Aus dem zweiten uns zugegangenen Bericht lassen wir noch folgende Einzelheiten folgen Nachdem Herr Lehrer Saßmannshausen 10 Jahle in Breitenbach, Marienborn und Sieghitte erfolgrech gewitt trat er 1860 die Lehrerstelle in Litzel an, woselbst er dann noch 40 Jahre im Schuldienst ausgehalten insgesamt 50 Jahre. Die Feie begann meigens 10 Uhr. Bis 12 Uhr war sie eine religssse, von 2 Uhr ab gestaltete sie sich etwas freier, jedoch ernst und#edig, ganz dem Wesen des Jubilars entsprechend. Die zahlreiche Versammlung sehn sich zusammen aus seiner Schulgemeinde sinen Schuern Kollegen von nah und fern und vielen Freunden. Sie wurde eröffnet und geleitet von Herrn Pfacrer Winterhager aus Hilchenbach. Deiselbe legte seiner Ansprache 1 Kor 3,8 zu Grunde;„Ei jeglicher aber wird seinen Lohn empfangen nach seine Arbeit. Redner sich aus Während der 50 Jahre in der Schulaubeit hat der Jubiler manchen Freund und Kollegen ins Grab sinken sehen er dagegen ist notz seines nicht allzustastigen Körpers geblieben Noch jetzt steht er srisch vor uns. Das ist Guade. Er arbeitete im rechten Geist als Erzieher. Die christliche Religion war sem Lieblingsgegenstand. Und diese Arbeit war nich vergeblich. Immer wieder schloß er sich zungeren Kollegen an die an ihm hingen. Er diente der Kiche, indem er ihr vorarbeitete. In den Gottesdiensten war oft sein liebliches Orgelspiel hören. 1986 wählte man ihn als Kuchenaltesten Seinen versoitweten Schestern war er ein liebevoller Bruder, deren Kindern ein fürforglicher Vater. Alle die zu ihmn kamen, sanden bei ihm Rat und Hife. Er lebte ehelos und war stei von Selbstsucht. Der Quell seiner Liebe floß reichlich, ohne Dank zu erwarten. Das ist in kuzen Steichen das Arbeitsbild Nun der Lohn Heute freuen sich alle Anwesenden mit dem schlichten Schulmanne nch seine Vorgefetzten. Dabei weiß dieser, daß sein Arbeit vor Gott unvollkommen war; aber er weiß auch sich zu getrösten der Gnade Gottes in Cchriftg Jein Tausend, tausendmal sei dir großer Känig, Dank dafür. Dann s e s e m J u h i l a r e i n e bibel. Herr Kreisschulinspektor Pastor Stein aus Krombach: Schon als 12jähriger Schulbube habe ich von dem Lehrer Saßmannshausen viel Gutes gehört, seinem Orgelspiele gerne gelauscht. Das liebliche Bild, das der 12jährige Schulbube in der Person des Lehrers S. vor sich hatte, gewahrt er auch noch als 47jähriger Mann. Es freut mich, Ihnen, lieber Freund, heute im Auftrage der höchsten Behörde eine Ordensauszeichnung zu teil werden lassen zu können. Wenn auch sonst wohl mal Orden wohlfeil sind wie die Brombeeren, so kommt doch hier die rechte Ehrung an den rechten Mann. Zu dem bereits die Brust zierenden Orden gesellt sich ein zweiter. Auch hat Redner noch mitzuteilen, daß Schulrat Einhorn leider zu erscheinen verhindert war. Superintendent Köhne aus Netphen. Dem schlichten Jubilar ist die Feier nicht nach dem Sinne. Er weiß, wie es hindurch ging durch Schwachheit und Kraft. Die tröstliche Verheißung Um den Abend wird es leicht sein möge sich an ihm erfüllen. Der liebe, greise Redner gedenkt in ergreifenden Worten des zarten Verhältnisses, in dem der Gefeierte zu seiner seligen Mutter stand,; dann wies er hin auf die sich immer mehr bemerkbar machende Wehmut des Alterns: Doch es kann mir nichts geschehen als was er hat ersehen 2c. Das Bismarcksche Wort: Ein gutes Pferd stirbt in den Riemen. Seminaroberlehrer Steinbruch aus Hilchenbach wünscht: Möge der Geist des Jubilars auf der Arbeit seines Nachfolgers ruhen zwiesältig Hauptlehrer Kiel aus Müsen spricht im Namen der Konferenz Hilchenbach, Hauptkehrer Hausmann aus Erndiebrück vertritt die dortigen Kollegen und Lehrer Friedrich aus Siegen übermittelt als Vertreter des Lehrervereins Siegen in warmen Worten den Segenswunsch des Vereins. Der Jubilar dankt allen Beteiligten in einer Weise die seiner aufrichtigen Schlichtheit steis eigen war. Bei dem Rückblicke auf die zurückgelegten 50 Amtsjahre ersticken Thränen die Stimme. Sie gelten den geliebten, heimgegangenen Eltern. Es ist etwas wahrhaft Erhebendes, wenn ein 70=jähriger Mann in solch kindlicher Weise seiner Eltern gedenkt. Dann rang sich die Wehmut durch, zu dem schönsten Bekenntnis: Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ. Schüler= und Lehrerchor sangen in den Pausen: So nimm denn meine Hände 2c. Gebete. Schluß der Vormittagsseier. Nach dem Mittagessen bei dem des Kaisers gedacht wurde, mehrte sich die Zahl der Festteilnehmer bedeutend durch die Hilchenbacher Sänger des Weges ziehende Reisende Radfahrer 2c sodaß sich in den Zelten des Wirts Schneider ein reges Leben entfaltete. Ein Posaunenchor intonierte liebliche Weisen Ermuntert euch ihr Frommen 2c. Im Sinne dieser Vorträge leitete der rührige Leiter des Ganzen, Pfarrer Winterhager, die Nachmittagsfeier um 2 Uhr ein. Seine, sowie auch die Ansprache des Superintendent Köhne trafen wieder in richtiger Weise den Ton, in dem Christenleute zu seiern haben Lehrer Pistor aus Marienborn.: Die vielen Grüße, die heute aus der Nähe und Ferne auf der Stillingshöhe einlaufen sie sind wohl auch ein Beweis dafür, daß die Zahl derer die heute gerne mit uns gefeiert hätten, aber daran verhindert waren, schier so groß sein dürfte, wie die Liste der gestbesucher. Sie alle die Freunde und ehemaligen Schüler des Jubilars, denken heute besonders an den Freund und Lehrer Saßmannshausen Sie stellen heute einmal alle Einzelheiten aus der Erinnerung an den geliebte Lützeler zu einem Bilde zusammen, in dem sich ein Zug besonders ausnimmt. Es ist die schon heute mehrfach erwähnte Bescheidenheit und Schlichtheit unseres Freundes. Und diese Tugend hebt sich allerdings bei aller übrigen Tüchtigkeit ihres Trägers recht vorteilhaft ab. Ich glaube, das hier sagen zu dürfen ohne in den Fehler unset#r Zeit, den Personenkultus, zu verfallen Redner illustrierte dann in humoristischer Weise an einem Beispiele, wie der Jubilar gerade durch seine eben angeführte Tugend den andern wohl mal recht drastisch zu eiziehen wußte, begrüßte den gefeierten Kollegen im Namen seiner Freunde und ehemaligen Schüler aus dem Weißthale und wunschte ihm besonders: Mögen Sie es auch am Abend ihres Lebens inne werden, wie gut man es hat bei dem Herrn. Lehrer Klein aus Bochum teug in gebundener Rede eine Reihe köstlicher Gedanken vor, die auf den alternden Jubilar Bezug nahmen, dann brachte er ein Hoch auf denselben. Hauptlehrer Münker aus Witten gedachte der Lützeler Jugend. Die lange Reihe der eingelaufenen und einlaufenden Depeschen wurden eröffnet durch die des königlichen Landrats in Siegen Während die Abendzuge viele Festbesucher wieder ihrer Heimat zuführten, blieben die fröhlichen Lützeler und ihre Nachbarn wahrscheinlich noch ein Stündchen zusammen, das wir ihnen auch gerne gönnten. Reunkirchen(Kreis Siegen), 7. Sept. Die„Hellerthaler Zeitung schreibt:„Die im Lokale des Herrn Aug. Blecher stattgefundene Versammlung christlicher Berg= Eisen= und Metallarbeiter war von etwa 40 Personen besucht. Herr Licentiat Mumm hielt einen sehr lehrreichen Vortrag über Zweck und Ziele der Gewerkschaften, der so maßvoll gehalten war, daß selbst die stärksten Gegner der gewerkschaftlichen Bestrebungen wohl kaum etwas dagegen einwenden konnten. Redner verglich die Lohnkämpfe mit den Kriegen. In früherer Zeit der Kleinstaaterei habe es mehr und blutigere Kriege gegeben, wie heute, wo gewaltige Mächte sich konzentrieren und unter einander wieder Bündnisse schließen. Der Streit sei immer ein gefährliches Hilfsmittel, denn er schade beiden Teilen und bringe selten Nutzen. Die Gewerkschaften streben danach, streitige Fragen durch Schiedsgerichte zu erledigen und oft sei dies auch zu beiderseitigen Nutzen gelungen Redner verweist auf den deutschen Buchdruckergehilfenverband, der an der Spitze der Gewerkschaften in Deutschland marschiere und es erreicht habe, daß die sehr schwere und komplizierte Festsetzung der Akkordlöhne von Prinzigal und Gehilfenvertretern in jedem Jahre neu geregelt werde, sodaß ein Streit vollständig ausgeschlossen sei. Um aber etwas erreichen zu können, sei es notwendig, daß alle dem Verein beitreten und nicht in lauer Weise abseits stehen. Wir können auf diesem kurzem Raume kein vollständiges Bild des Vortrages geben, der manches interessante Streiflicht auch auf andere Gegenden warf, wo die sozialen Verhältnisse des Arbeiters durchschnittlich viel schlechtere sind, wie hier gestehen aber gerne, daß die Ausführungen des Redners stei von Ueberschwenglichkeiten, erkennen ließen, wie tief derselbe über soziale Entwickelung des Volkslebens und der Industeie nachgedacht haben muß Von weiteren Rednern sei noch Heir Schinz=Herdon ernähnt, der mitunter einen vortrefflichen Humor seinen leichtverständlichen Ausführungen beizumischen versteht. Demselben war es hauptsächlich darum zu thun, nachzuweisen, daß die Erhöhnng des monatlichen Beitrages für den chriftlichen Gewerkverein ummgänglich notendig gewesen und daß wohl jeder Albeiter für die bekannten Ziele des Gewerkvereins, die eine Besserung seiner Lage beduten den Beitrag übrig haben müsse. Es wurde im Laufe des Abends noch wiederholt betont, daß die Anschauung vieler Arbeitgeber, man habe es hier mit Sozialdemotraten zu ihun, die sich ein chrißliches Mäntelchen umgehangen lächerlich sei daß vielmehr die Friedensstöre unter denjenigen zu suchen seien die außerhalb des Gewerkvereins stehen. Es sprachen seitzer noch Heu Lederfabritant lein aus Freudenberg und der Vorsitzende des christlichen Gewerkvereins Hem Breitebach aus Eiserfeld Herr Redakteur Braun empfahl den Besuch der hiesigen Fortbildungsschule, als ein Mittel, jungen Leuten eine größere Bildung zu geben, die sie allgemein befähigt iin Leben voran zu kommen und stimmten sämtliche Redner darin überein, daß der Besuch dieser Schule sehr empfehlenswert sei Her Breitebach schloß die Versammlung mit dem Ausdruck größter Zufriedenhen über den Verlauf derselben mit steudig ausgenommenen dreisachen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser— Soweit der Bericht der genannten Zeitung Es ist zu bedauern, daß der ausgezeichet Vortrag des Hermn Lieentiat=Mumm nicht im Wortlaut erschienen, oder daß die Herren Macco und Genossen denselben nicht persönlich angehört haben. Man würde gefunden haben, daß die gegen die christlich=soziale Partei erhobene Beschuldigung eine Freund Mumm an die Adresse beider Stände richtete, wohl wert, auch von beiden beherzigt zu werden! Die Wahrheit wird man in deutschen Landen noch immer sagen dürfen Anstoß bei Freudenberg(Kreis Siegen), 7. Sept. Auf traurige Weise kam im benachbarten Hünsborn ein Mann ums Leben. Derselbe stand am Sonntag abend um 11 Uhr von seinem Lager auf, um Magentropfen einzanehmen. Aus Versehen trank er aber aus einer Flasche, die giftige äußerlich anzuwendende Medizin enthielt. Die Kunst des Arztes war leider nicht im Stande, den Mann zu retten. Am folgenden Morgen um 10 Uhr verstarb der Bedauernswerte nachdem er die gräßlichsten Schmerzen auszustehen gehabt hatte. Hessen-Nassan. Hanau, 7. Sept. Am Montag, den 10. September beginnt vor der hiesigen Strafkammer der Prozeß gegen den Kommerzienrat Dr. Leo Ganz. Es handelt sich um unlauteren Wettbewerb. Dr. Ganz besitzt in Mainkur eine chemische Fabrik. Die chemische Fabrik zu Höchst a. M. ist als Nebenklägerin zugelassen. Auf den Ausgang des Prozesses ist man hier sehr gespannt. Letzte Nachrichten und Ceirgramme. Steitin, 8. Sept. Gestern abend nahmen das Kaiserund die hier anwesenden Fürsten und Würdenträger an einer Dampferfahrt auf der Oder teil. Die Fahrt zing bei prächtigstem Wetter vor sich und wurde bis fortgesetzt. Die Ufer waren mit bengglischen Flammen und elektrischem Licht beleuchtet. Die Rückkehr erfolgte abends gegen 11 Uhr. 8. Sepzt. Der Onkel des Zaren, Großfürst Alexis, ist hier eingetroffen. Lissabon, 8. Sept. Die Blätter wissen von einer bevorstehenden Ministerkrisis zu berichten. London, 8. Setzt. Prinz Heinrich von Preusen ist auf der Reise nach hier begeissen. 8. Setzt. Es verlautet, der Attentäter Salson werde nicht vor die Geschworenen verwiesen, sondern in ein Ierenhaus verbracht. London, 8. Sept. Der„Standard“ meldet aus ban: Einem unbestätigten Gerücht aus Lourenco Marques zufolge besetzten die Engländer gestern Lydenburg. London, 8. Sept.„Daily Mail“ meldet aus Pietermaritzburg Aus der Richtung von Utrecht vernehmen wir heftiges Gewehrfener. Nem=Vork 7 Sept. Wie die„New=York Times“ meldet, bereitel Die ameri kanische Regierung eine zweite Note an die russische Regierung vor, die heute abgesandt werden soll. Abschriften werden allen Mächten übermittelt werden. Wie man annimmt wird die Note den Vorschlag enthalten, in Peking eine kleine Schutzwache zu hinterlassen, statt die Hauptstadt gänzlich zu räumen. Der Krieg in Südafrika. London, 8. Sept. Es soll beschlossen worden sein, das Parlament in der letzten Woche des September aufzulösen vorausgesetzt, daß vorher entscheidende Nachrig## aus Südafrika eintreffen, die man in maßgebenden Kreisen angenscheinlich erwartet. WeiShr Berlin C. Mölkenmärkt 6. Vorhehme, einfache Wie reichen Wohnungs-Kusstattung besonders in den Preisen von M. 1000 bis M. 30,000. erbeten Gegründet 1836. Neue Drahtmatratze, mit Wnabtängiger Penenerung Moderne Mobel. Album kostenfrei Gegründet 1836. Abbild, Preise, Beschreibung gern kostenfrei. Auf Wunsch zur Probe. Christlich=soziale Partei. Die Mitglieder der im Monat Verein Berlin. christlich=sozialen Partei, Verein Berlin, vereinigen September mit ihren Familien=Angehörigen und Freunden in jedem Dienstag und Freitag im schönen Garten der Stadtmission, Johannistisch Nr. 6, — bei ungünstigem Wetter in der Glashalle— zum gemütlichen Beisammensein und Besprechung von Tages=Ereignissen 2c. Freunde aus allen Wahlkreisen sind herzlich willkommen und hiermit herzlich eingeladen Die Kasseeküche ist von 3 Uhr ab geöffnet. Da alle Partei=Bekanntmachungen nur durch unser Parteiorgen„Das Volk“ erfolgen, ist es Pflicht, die Zeitung„Das Volk“ bei der Post zu abonnieren, pro Quartal M. 1/75 frei Haus. Mit christlich=sozialem Gruß I. A. des Vorstandes Wartenberg. Das Bureau: Gräfe Straße 76. der Stadtverordneten Versammlung am Montag, den 10. September 1900, nachm. 4 Uhr, im Rathaussaale Sages=Grdutig: Wahl von zwei Mitgliedern für das Kuratorium der Königlichen Fachschule für die Eisen und Stahlindustrie des Siegener Landes in Gemeinschaft mit dem Magistrat. Projekt über die Herstellung einer Niedrigwasserrinne in der Weiß und Bewilligung von 20000 M zur Ausführung der unteren Strecke des Weißflusses. Rechnung der Sparkasse und des Reservefonds für 1899. Bau einer Festhalle auf der Eintracht und Bewilligung von 2000 M. aus den Verfügungsmitteln zum Zwecke der Erlangung eines geeigneten Bauplanes. Bewilligung von 4103 M. 66 Pfg. aus den Verfügungsmitteln zur Deckung des Fehlbetrages bei der städtischen Krankenhauskasse für 1899. Wahl zweier Beisitzer und zweier Stellvertreter für die im November d. vorzunehmenden Stadtverordnetenwahlen. Rechnung der Eintrachtskasse für 1899. Rechnung der gewerblichen Fortbildungs= und Sonntagsschulkasse für 1899. Verkauf der Hospitalwiese Flur] 220 in der Sang, groß 39 ar 62 am an den Privatsekretär Karl Bleeser Nachbewilligung von 5518 M. aus den Verfügungsmitteln zu den Kreisabgaben für 1900. Neuwahl von acht Mitgliedern und ebensovielen Stellvertretern zu der Einkommensteuer=Voreinschätzungs=Kommission Bewilligung von 800 M. zur Herstellung eines Notauslasses neben dem Hause des Drechslermeisters Haas in der Hainstraße zur Entlastung der Kanalisation in der unteren Donzenbach und Hainstraße. Bewilligung von 3460 M. zwecks Ankaufs von Grundeigentum für die Offenlegung der Nordstraße und Ausführung der Kanalisation in derselben. Verkauf eines 15 Meter breiten Streifens von dem Hospitalgrundstück Flur A 4079/1507 am Siegberg an den Glasermeister Eberhard Bender hierselbst. Verkauf der Hospitalparzelle Flur G Nr. 3 am Busch, Wüstung, 2 ha 13 ar 46 am groß, an den Wirt Aug. Wurm hier. Siegen, den 6. September 1900. Der Stadtverordneten=Vorsitzende: Jr. Marx. 7 8 9 10 11 12 13 14. 15. Unter dem Schweinebestande des Schuhmachermeisters Heinr Weyandt, Sieghütterhinterweg Nr. 39, und des Invaliden Wilh Müller Sieghütterhinterweg Nr. 42, ist die Rothlaufseuche aus gebrochen Siegen 8. September 1900. Die Polizeivzerwaltung Unter dem Schweine Bestande des Fabrikarbeiters Aug Nöh, Brickenstraße des Fabrikarbeiters Karl Flender, Thiergartenstraße, des Maschinenmeisters Ladw. Müller Stockweg zu Weidenau sowie des wah. Schneider zu Birlenbach und Wilh. Klein zu Dillnhütten ist die Rothlauffeuche festgestellt. Weidenau, den 6 September 1900. Die Polizei=Verwaltung. Methodisten=Gemeinde, Sandstraße 55. Sonntag, den 9. Morgens 9 Uhr: Prediger F. Brändle. Abends 8¼ Uhr: Derselbe. Mittwoch abends 8½ Uhr Betstunde. In Weidenau, Gartenstr 22, Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Pred. F. Brändle. Jedermann ist freundlich eingeladen Geieinsfantes, Jahresfest der Vereine der Evangel. Kirchengemeinde Eiserfeld am Sonntag, den 9. Setztember er. Morgens ½10 Uhr: Festgottesdienst. Prediger Herr Pastor Löhr aus Elberfeld Kollekte zum Besten des Frauen=Vereins. Nachmittags 3 Uhr Nachversammlung mit Kaffeetrinken in der Turnhalle. Ansprachen Vorträge des Kirchenchors des Jungfrauenvereins und des Posaunenchors Jedermann ist herzlich eingeladen Pastor Hubbert. Das inissions-Best in Freusburg wird so Gott will, am 9. September d. Is gefeiert werden: Vorm. 10 Uhr: Herr Pfr. Wurmbach aus Kreuzthal. Nachm. 2 Uhr Herr Pir. Finsterbusch aus Niederschelden. Bei günstiger Witterung findet eine Nachversammlung um 4 Uhr im Freien statt Das Presbyzterium. Montag, ds 10.0. M. von nachmittags 2 Uhr an, die Feier des Frauenfestes in Gosenbach statt. Pastor Paschen aus Frankfurt hat als Festredner zugesagt und wird Jedermann hierdurch herzlich eingeladen. Turhverein Kaalt-Marienborn. Samstag den 8. Sepiember er., abends 8¼ Uhr im Vereinslotal: Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Inbesitznahme des neuen Turnplatzes. 2. Veranstaltung eines Schauturnens daselbst. 3. Herbstfestlichkeiten. 4. Vereinsangelegenheiten. Um recht zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Karl Baum, PPolsterer und Pekorstenn Wesenstr. 16 Siegen Wiesenste 16 empfiehlt sich zur Anfertigung von Solsterarbeiten sowie Bekerationen bei geschmackvoller Ausführung zu billigsten Preisen. NB. Aufarbeiten v Matratzen, Polstermöbeln, sowie Legen von Lineleum und Aufhäugen von Gardinen wird gut und prompt besorgt. * Polster inelen Gardine Halte Montag. den 10. 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September abends 7½ Uhr in Löhne=Bahnhof bei Gastwirt Horstkotte. I. Die Kunde von dem Tode Friedrich Nietzsches durchhallte vor einigen Tagen die Welt mit ihm ist der berühmteste Philosoph des scheidenden Jahrhunderts neben Schopenhauer aus dem Leben gerufen. Er war recht eigentlich der Modephilosoph der letzten Jahre überall wo„Gebildete" zusammenkamen, sprach man über ihn die einen vergötterten ihn während die andern ihn den Antichrist nannten und für ihn den schrecklichsten Platz in der Hölle reservierten. Noch einmal, bei seinem Tode, teilt sich, wie beim Tode jedes großen Mannes, die Welt in zwei Lager der eine Teil der Presse, leider zumeist judische und liberale Blätter, spenden ihm übelriechenden Weihrauch, andere wieder, zumeist Feudalkonservative widmen ihm von der Höhe ihres Selbstbewußtseins aus einen verächtlichen allenfalls bemitleidenden Nachruf. Wir, die wir gewohnt sind, alles wie Tacitus sine ira et stucio, d. h ohne jegliche Parteilichkeit, vom mannhaften christlichen und sozialen Standpunkt aus zu betrachten,— wir haben uns daran gewöhnt, das Richtige und Treffliche allezeit anzuerkennen und zu ehren selbst wenn es vom Gegner kommt. Wir wöllen heute, am frischen Grabe des Philosophen, uns fragen, ob er denn gar nichts gutes geschrieben, nur Teufelswerk, nur Höllisches? Und zwar wollen wir das thun an der Hand Nietzschescher Aussprüche aus seinen eigenen Werken, nicht wie soviele es belieben, indem sie nachschwatzen, was ihnen vorgesprochen wird, denn das ist das Jämmerliche unserer Zeit, daß die meisten, die über Nietzsche lamentieren und ihr Anathema über ihn aussprechen, kein einziges(man sollte es nicht glauben, aber es ist wirklich so), kein einziges Buch von ihm selbst gelesen haben. Was ist das für eine geradezu lumpenhafte Ungebildetheit! Aber wenn man die Leute fragt: Ja haben Sie denn Nietzsche selbst gelesen, so antworten sie Das nicht, aber in dem und dem Blatte stand einmal ein Artikel über ihn Das ist moderne„Bildung Es ist ja gar keine Schande, Nietzsche nicht gelesen zu haben, zumal seine Bücher noch sehr teuer sind, aber dann sollte man sich doch kein, wenigstens kein abschließendes Urteil über ihn erlauben. Aber da ist, wenn man 5 oder 10 Aussprüche von Nietzsche gelesen hat, das Urteil über den Mann fertig. Es ist dies der Unverstand über den man in Zorn entbreunen könnte, mit dem aber selbst die Götter vergeblich kämpfen. Derselbe Unverstand, der uns auf Schritt und Tritt auf dem Gebiete der Religion begeguet: Menschen, die seit Jahrzehnten die Bibel un, in der Hand gehabt haben, erfrechen sic, sie als veraltet und abgethan zu bezeichnen. Ich habe Nietzsches Hauptwerke sämtlich gelesen, alle, besonders aber sein„Also sprach Zarathustra haben tief und Ein Löffel voll That Ist besser als ein Scheffel voll Rat. Die Liebe einer Frau. Von Christiane Dalsgaard. Antorisierte Uebers. von G. Johanns. (Nachdr. verboten. „Du vergißt, liebe Fauny, daß es zu Deinem eigenen Besten ist, wenn Warming Dir als Arzt dieses und jenes verbietet.“ „Warum nicht gar!“ rief Fanny spöttisch aus.„Nein, er nimmt durchaus keine Rücksicht darauf, was für mich am besten ist. Denke Dir, er weigert sich, mir eine Amme zu halten, und will, daß ich die Pflichten einer solchen selber übernehme. Aber das thue ich nicht; ich verderbe nicht meine schöne Figur eines so thörichten Einfalles wegen, auch will ich hier nicht länger wie ein Kettenhund sitzen, als notwendig ist.“ „Warming hat sicher triftige Gründe, wenn er keine Amme annehmen wird, sagte Helga. „Nun ja, er hielt eine lange, erbauliche Rede über die Unmoralität, welche die Kinder einsaugen, daß es unverantwortlich sei junge Mädchen dadurch, daß man ihnen als Amme einen so hohen Lohn zahlt, in Versuchung zu führen, über das Natürliche und Schöne, wenn die Mütter ihre Pflichten selber übernehmen, und wer weiß, was er noch alles sagte. Ich habe kein Wort davon verstanden und habe mich auch nicht darum gekümmert; ich will nun einmal mein Leben nicht in der Kinderstube zubringen Das Stubenmädchen meldete einen Besuch; der Bürgermeister mit seiner Frau. Fanny empfing sie mit strahlendem Lächeln und unterhielt sich so lebhaft, als ob üble Laune ihr ganz fremd sei. „Der Doktor ist nicht zu Hause, äußerte der Bürgermeister im Laufe der Unterhaltung.„Aus wie gewöhnlich, auf Krankenbesuche.“ „Ja, leider seufzte Fanny.„Ich bin nahe daran, auf die Patienten meines Mannes eifersüchtig zu werden; sie rauben mir so oft seine liebe Gesellschaft Deshalb sind wir froh darüber, daß meine Cousine mich augenblicklich schadlos halten kann. „Ja, Ihr Mann ist immer fürsorglich für Sie, sagte die Frau. Er hat ja auch eine so süße kleine Frau, daß es unmöglich sein würde, nicht mit aller erdenklichen Sorgfalt über sie zu wachen,“ siel der Bürgermeister ein, indem sein Blick anbetend auf der lächelnden und errötenden Fanny ruhte. „Dort kommt mein Mann! sagte sie kurz darauf in lebhaftem, vergnügtem Ton und streckte dem Doktor, der aus der Gartenstabe trat, mit einem bezaubernden Lächeln die Hand entgegen Er begrüßte die Gäste freundlich ergriff dann die Hand seiner Frau, beugte sich über sie und drückte einen Kuß auf ihre Stirn. ergreifend auf mich gewirkt. Schon die Sprache kann einen begeistern und bezaubern. Wo ist der Mann, der die liebe deutsche Sprache so gewaltig und reißig meistert, wie Nietzsche Das sind Sätze, wie in Erz gegossen und wie in Marmor gehauen. Aber das alles kann Blendwerk sein; der Teufel kann noch schöner reden und sich sogar in die Gestalt eines Engels des Lichts verwandeln. Wie stehts aber mit dem Inhalts Wir wollen hier von der„Genealogie der Moral“ und von„Jenseits von Gut und Böse absehen und Nietzsches „Zarathustra“, der er selber ist, ein Werk, das seinem Namen noch späteren Geschlechtern bewahren wird, genauer ins Auge fassen. Die schauerlichen, ja lästerlichen Stellen des Buches, die ich seiner beginnenden Geistesumnachtung zum Teil zuschreibe, wollen wir im Angesichte der Majestät des Todes, die uns alle bannt und eingedenk des Spruches De mortuis nil nisi bene, zu deutsch Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet, übergehen haben ja andere dafür gesorgt daß das ängstliche philisterhafte Publikum sie ja zum warnenden und abschreckenden Exempel vorgesetzt bekam, wir wollen sehen, ob wir dem strebenden, lebenslang mit sich und dem Menschen kämpfenden Philosophen nicht doch ein grünes Blatt auf den stillen Hügel legen können. Mit Nietzsches Namen ist das Wort„Uebermensch" unlösbar verbunden ein Wort, das viel gebraucht, aber wenig verstanden wird, eben weil man den Philosopyen nicht selbst liest. Und selbst solche, die ihn lesen, verstehen ihn nicht, weil sie mit Vorurteilen zu ihm kommen oder gar alles durch die Brille der Parteilichkeit betrachten. Wie recht hat doch Nietzsche gehabt, als er in geradezu prophetischer Weise, seinen Zarathustra ein Buch für alle und für keinen" nannte. Er giebt uns in seinem Hauptwerk„Also sprach Zarathustra bündige Erklärungen des Wortes Uebermensch! In dem Kapitel„Von alten und neuen Tafeln definiert er den Uebermenschen: Daß der Mensch etwas sei, was überwunden werden müsse.“ Der Meusch soll seine Schwächen Kleinlichkeiten Erbärnlichkeiten überwinden und sich auf einen höheren Stand stellen von dem aus er mit der Ruhe und Heiterkeit des Philosophen Welt und Leben anschaut. Oh meine Brüder, was ich lieben kann am Menschen, das ist, daß er ein Uebergang ist und ein Untergang. (Vom höheren Menschen.) Sind das nicht wahrhaft christliche Gedanken? Heißt das nicht, daß der alte Mensch ersäufet werden soll und ein neuer Mensch herauskommen? Und wenn wir selbst es nicht erreichen, daß wir höhere Menschen werden, so mögen es unsere Kinder sein. „Nicht nur fort sollst du dich pflanzen, sondern hinauf! Dazu helfe dir der Garten der Ehe(Von Kind und Ehe.) In diesem Sinne spricht er einmal: „Was Vatterland! Dorthin will uuser Steuer, wo unser Kindes=Land ist.“(Von alten und neuen Tafeln.) Er sagt auch: „ daß der Mensch eine Brücke sei und kein Zweck (Ebendaselbst). Kann man eine höhere Meinnug vom Menschen haben als diese der Mensch das menschliche Leben nicht Endzweck sondern nur Brücke Vorstufe, Vorbereitung, Uebergang zu etwas Höherem und Anderem? Daher weil Nietzsche dem Menschen ein so hohes Ziel weist die Bestimmung des Meuschen so groß und ernst auffaßt, gerät er in(man möchte sagen) heiligen Zorn, wenn er „Wie freut es mich, Dich so vergnügt und heiter zu sehen Fauny sagte er herzlich„Es war auch gut gethan von unsern Freunden bei Dir einzusehen und Dich aufmuntern.“ Bald darauf verabschiedete sich der Besuch Warming begleitete sie bis an die Hausthür und kehrte dann nach der Veranda zurück. Es freut mich, daß Du einen guten Nachmittag gehabt hast, mein liebes Herz, sagte er indem er sich an ihre Seite setzte und ihre Hand nahm. „Laß mich los, es ist so warm!“ sagte Fauny und zog die Hand zurück.„Nein, ich habe es nicht gut gehabt; aber Du kümmerst Dich ja nicht darum, wenn ich Schmerzen habe oder die Empfindung, als sollte ich ersticken. „Dir fehlt glücklicherweise nichts Ernstliches, liebe Fanny, und es ist nicht gut für Dich, wenn ich auf jede kleine Empfindung Rücksicht nehme.— Du solltest morgen zu einer kranken jungen Frau geheu zu der Frau des Tischlers Petersen es würde Dich nicht anstrengen, denn sie wohnt ja in der Nähe. Sie hat heute den Kummer gehabt, ihr kleines Kind zu verlieren sie ist sehr traurig und noch krank und leidend, die arme Frau.“ Und einen solchen Besuch schlägst Du mir vor!“ rief Fanny entrüster aus,„mir, die solche Furcht vor Krankheit, Tod und Schmerzen hat, und die so sehr der Aufheiterung bedarf!“ „Frau Petersen bedarf des Trostes antwortete Warming„Ich bin überzeugt, daß Du ihr viel sein könntest, wenn Du wolltest. Du weißt, daß ich es gern möchte, daß Du Dich ein wenig für meine Patienten interessiertest, für sie und mit ihnen fühltest, Dich um die ärmsten unter ihnen kümmertest, vor allen Dingen um diejenigen, welche der Hilfe und des Mitgefühls einer Frau bedürfen. „Nein, davor möge Gott mich bewahren. Ich habe wahrlich genug an dem, was Du mir von ihrem Elend erzählst. Es ist doch auch schrecklich, daß Di nichts anderes weißt, snich aufzuheitern, als Krankengeschichten Siets hast Du Gedanken für Deine Patienten aber nicht für mich Wieder rannen die Thränen über Fannys Wangen. „Aber, liebe Fauny! Er beugte sich über sie und wollte sie küssen, sie aber stieß ihn heftig von sich „Laß es, Viggo" Du weißt, daß ich es nicht mag daß Du mich küßt, seitdem Du einen Vollbart trägst. Der Schnurrbart allein stand Dir auch viel besser. Das Blut schoß Warming in die Wangen. Er erhob sich haftig und ging in sein Arbeitszimmer „Fauny, wie konntest Deinen Mann so verwunden!" rief Helga schmerzlich aus. Die junge Frau zuckte die Achseln „Ach, das hat nichts zu sagen. Er nimmt es sich nicht zu Herzen, und ich will auf jeden Fall nicht ein Sklave seiner Lannen sein die Borniertheit und das In=den=Tagehineinleben der meisten Menschen ansieht. Denn der„Uebermensch", das ist mir je mehr ich von Nietzsche las, immer klarer geworden richtet sich gegen die Erbärmlichkeiten des ängstlichen nur für sein liebes Ich besorgten Philisters. Die möchte er in ihrer breiten und trägen Ruhe aufstören, aus ihrem beengten Gesichtskreise auf eine höhere Warte versetzen: „Gelobt sei der beste lebendigste Schröpfkopf, der heut lebt, gelobt sei der große Gewissens=Blutegel Zarathustral (Der Blutegel.) Deshalb wirkt Nietzsche auf jeden, der sich ihm unbefangen hingiebt, befreiend, oft geradezu uns beschämend wegen unserer Erbärmlichkeiten. Wenn Goethe es sich zum Verdienste angerechnet hat, die Menschen vom Philister befreit zu haben, wieviel mehr Nietzsche. Es wird nur so häufig falsch verstanden, und brutale Gesellen glauben von ihm Ermutigung zu ihren Flegeleien und Uebergriffen zu empfangen. Nietzsche wäre, wenn das Licht seines Verstandes nicht so früh erloschen wäre, der erste gewesen, der sich solche Auslegung seiner Worte und derartige Kumpane höflichst verbeten hätte. Aumerkung der Redaktion. Wir bringen gern diese Gedanken eines Parteifreundes über Nietzsche, meinen aber doch daß der geehrte Mitarbeiter den Philosophen in seiner Gesamtbedeutung zu milde beurteilt. Negativ hat Nietzsche ja wohl das Verdienst, daß er geholfen hat, den Liberalismus unterminieren und zahlreiche Menschen zurückzubringen von Majoritäts= und Massenkultus. Aber er ist nun doch ins andere Extrem gefallen, und hat an die Stelle der Autoritäten, die das Christentum aufrichtet, die Willkür des Inoividuums gesetzt und zwar des Individuums, das seine Ellenbogen braucht. Ganz ohne Grund kann es doch nicht sein, daß kompetente Beurteiler die Philosophie Nietzsches als eine Philosophie der Brutalität bezeichnet haben. 47. (Originalbericht des V. □ Bonn, 5. September. Arbeitersekretär Gisbert=M.=Gladbach beginnt mit einem Vortrag über die geschichtliche Entwickelung der Arbeiterfrage und rühmt den großen Fortschritt auf dem Gebiete der Arbeiterschutzgesetzgebung. Aus sanitären Gründen könne wenigstens ein Maximalarbeitstag festgesetzt werden. Das Prinzip der Gleichberechtigung von Arbeitgeber und Arbeiter sei anerkannt. Die moderne Industrie bringe viele Unfälle und Gesundheitsschädigungen Deutschland stehe an der Spitze der sozialen Fürsorge. Der Arbeiter beanspruche keine Wohlthaten, sondern soviel Lohn, daß er sich und seine Familie ernähren könne. Die besseren Großindustriellen thun für ihre Arbeiter das Notwendige und zeigen soziales Verständnis. Trotz des dankenswerten Fortschritts sei aber noch viel zu thun, zumal die deutsche Industrie, trotz aller Opfer, die die Sozialreform ihr auferlegt habe, vorwärts gekommen sei. Der Arbeiterschutz müßte auf die Hausindustrie ausgedehnt werden. Maximalarbeitstag thue auch hier not. In der Wohnungsfrage, in der Frage der Fabrikarbeit verheirateter Frauen sei noch viel zu verbessern. Alle Fabrikinspektoren seien der Ansicht, daß die Fabrikarbeit der verheirateten Frauen vielfach die Verwahrlosung und Verwilderung der Jugend zur Folge habe, trotzdem werden sie vorläufig kaum zu entbehren sein. Aber nicht nur Staatshilfe will Redner, sondern auch Selbsthilfe. Soziale Schulung und Belehrung der Arbeiter thue not. Dank den Arbeitern, die sich belehren lassen, mit der sozialen Frage beschäftigen und weiter aufklärend wirken. Nur dann wirke die aufsteigende Arbeiterbewegung segensreich, wenn sie in richtige, maßvolle Bahnen geleitet werde. Redner bespricht dann die christlichen Gewerkvereine in der vom Volk schon öfter ausgeführten und bekannten Weise. Redner win even so wie unsere Partei Berussorganisation und findet nur hierin die Gewähr für den sozialen Frieden. Schon Bischof Ketteler Fanny hatte einer Tochter das Leben geschenkt. Die Krankenpflegerin kam mit der Kleinen, um sie der Mutter in die Arme zu legen. „Sehen Sie, welch ein reizendes kleines Mädchen Danken Sie jetzt Gott, daß alles so gut verlaufen ist und daß er Ihnen einen solchen Schatz gegeben hat.“ Aber Fanny streckte abwehrend die Hände aus. „Ja, gut, daß es überstanden ist, aber geben Sie mir nicht das Kind ich mag so kleine Kinder nicht anrühren. Nein, wie häßlich sie ist, und wie sie schreit! Sie hat Krämpfe, sie stirbt; ach bringen Sie das Kind fort, bringen Sie es fort“ „Dem Kinde fehlt ja nichts, liebe Frau Doktor. Wollen Sie es nicht küssen?“ „Nein, nicht jetzt.— Ach hören Sie, gute Schwester Martha, passen Sie gut auf, daß meine Figur keinen Schaden leidet, ich verliere sonst den Verstand.“ „Das glaube ich; Sie haben sihn schon verloren, murmelte die Krankenpflegerin.„Ich bin nun schon bei hundert solchen Gelegenheiten zugegen gewesen, aber niemals habe ich gesehen, daß ein Kind so von seiner Mutter empfangen wurde. Armes, kleines Wesen!“ Mit einem Ausdruck unaussprechlicher Zärtlichkeit und Liebe nahm Doktor Warming das Kind auf seine Arme und drückte das kleine Gesicht gegen seinen großen, dunklen Bart. Und es war, als ob das Kind es verstand, daß ihm hier wahre Liebe begegnete, denn es weinte nicht, sondern sah den Vater mit seinen großen, blauen Augen an. Helga lag auf den Knieen an der Wiege, in welcher die Kleine lag und schlief Thräne auf Thräne fiel nieder auf das Kopfkissen, indem sie ein inniges Gebet hinaussandte für das Kind und dessen Eltern, ein Gebet um Liebe Verständnis und Glück. Noch einmal suchte Warming seine Frau zu bewegen, die Pflege des Kindes selber zu übernehmen, stieß aber auf den größten Widerspruch. Finster und ernst verließ er das Schlafzimmer und ging in die Speisestube, woselbst Helga im Begriff war, den Kaffee zu bereiten. Sie entsetzte sich über sein Aussehen Wohl zeigte sein Gesicht seit längerer Zeit nicht mehr den lebensfrohen Eindruck vom verflossenen Jahr, aber so bleich und ernst wie in diesem Augenblick hatte sie ihn doch noch niemals gesehen „Fräulein Helga,“ sagte er indem er sich mit Mühe zwang, ruhig zu bleiben,„das Kind soll mit der Flasche groß gemacht werden. Wenn ich Ihnen Anweisung gebe, wollen Sie mir dann den Dienst erweisen, darüber zu wachen, daß alles richtig ausgeführt wird?“ „# gern Geben Sie mir Ihre Anweisungen, und ich werde dieselben genau befolgen.“ „Ich danke Ihnen, Fräulein Helga, ich weiß es. Sie sind eine von den seltenen Frauen, auf die man sich verlassen kann.“ habe in den 40er Jahren den christlichen Sozialismus gesordert, und seitdem habe das Centrum in diesem Sinne weiter gearbeitet, was Redner aus neuerer Zeit mit Beispielen betreffend Revision von Arbeiterschutz Gesetzen näher belegt. Aber noch Hundertausenge von Arbeitern seien auf ein Lebensniveau angewiesen, das gleich dem Küchenzettel der Anfiedelungskommision sei, woüber sich, alse Wel rüstet habe. Die Gebildeten hätten vielfach keine Ahnung von der Lage vieler Arbeiter und reden gleich vom Radikalismus der Arbeiter wenn diese ihre Lage zu verbessern suchen. Aber wenn die Gebildeten sich nicht um den Arbeiterstand kümmern, so müssen sie sich nicht wundern, wenn die Arbeiter allein vorgehen und dann mal über die Mite den Worten„Du solft den Nächten leben, als Dich selbst, schloß Redner, der früher ein einfacher Kesselheizer war und jetzt A beitersekretär der katholischen Arbeitervereine ist. Dominikanerpater Bonaventura=Berlin bestieg dann in Dominikanertracht die Rednertribüne. In beredten und begeisterten Morten erbat er die Hilfe für den Bonifaciusverein und entwickelte dessen Geschichte. Die Zukunft der katholischen Kirche hinge ab von dem Bestande des Bonifaciusvereins. Die katholische Kirche Deutschlands sei um 1 Million ärmer geworden, es gehe abwärts. Katholiken allein in Berlin verloren, andere schätzen die Zahl höher. Wenn auch die absolute Zahl in Berlin so liege dies am Zuzug aus den Provinzen. Im allgemeinen habe die Zahl der Katholiken abgenommen. Der Bonifaciusverein wirke durch Unterstützung in der Diaspora, unserem Gustav entsprechend. 130 neue Stationen mußten bald gegründet werden, um den Abfall von der katholischen Kirche zu verhüten. Der Bonifaciusverein sei das beste Mittel gegen die Sozialdemokratie in der Diaspora er richte nicht die Spitze gegen andere Konfeffionen, sondern gegen die Sozialdemokratie, Die Gleichgültigkeit sei die Brücke zum Abfall. Die 250000 verlorene Katholiken in Berlin seien mein zur demokratie übergegangen. Die Regierung würde gut thun, wenn sie dem Bontfaciusverein alljährlich 1 Million zur Verfügung stelle, damit dieser erfolgreich gegen die Sozialdemokratie arbeiten konne. Die allergüößte, elgargersche, Rot, set in Verlin. Es Seien hier windesteine 10 Millionen Mark für Kirchenbauten und außerdem Seelsorger in großer Zahl nötig, um im Centrum der Diaspora wirken zu können. Daher die Jesuiten zur Hilfe zurück(Nicht endenwollender Beifall. Propaganda des Friedens Regina pacis! Möge auch diese Katholkenversaminlnngh, Zuhr konsesionellen Friedent u geueue. Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe müßten alle gläubige Christen vereinen unter dem Panier von Jesu Christi, dem Gekrenzigten. Der Bonisaciusverein wünsche die Wiedervereinigung aller Gläubigen. Nicht Kampf, Haß und Zwietracht! Es have Zeiten gegegen, wo die Katholiken gesegnet hätten, wo man ihnen geflucht habe. Nur Vorurteil gegen die katholische Kirche würde vielfach gepflegt. Gott aebe ein einiges Deutschland im alten christlichen Glauben Die Geister schieden sich in die äußerste Linke(des reinen Subjektivismus des Nietzsche: Nichts ist wahr und alles in erlaubt und in die äußerste Rechte! Und auf der rechten Seite: Die Autorität der Kirche, die Wahrheit der katholischen Kirche„Auf denn zum heiigen Kreuzzug, es ist ein heiliger Krieg, es ist eine heilige Stützde, die Rednertribüne wird zur Kanzel und die Halle zum Gotteshaus, Heiliger Vonifacius, gieb uns deinen Geist, den Geist der Glaubenstreue und der Opferfreudigkeit, gieb uns deinen Geist, zum Wohl der Kirche und des Vaterlandes.“ Mit diesen Worten schloß der Dominikaner seine hochdramatische, mit kolossälem Pathos vorgetragene einstündige Rede. Diese Entwickelung in einen Kampf der roren und schwarzen Internationale scheint uns doch sehr zweifelhaft. Wo bleibt dann die aoldene? Dieselbe, wohl im allgemeinen ebenso unchristlich, als die Sozialdemokratie wird doch kaum in diese aufgehen, sonst hätten wir wohl den sozialistischen Zukunstsstaat. Daß sie in die schwarze Internationale aufgehe, ist doch noch unwahrscheinlicher Und ist es wahrscheinlich, daß wir Evangelischen soweit wir gläubige Christen sind, alle katholisch werden: Die geschichtliche Entwickelung lehrt dies nicht. Im Gegenteil nimmt die evangelische Bevölkerung in der Welt zu, trotzdem unsere evangelischen Missionare es mit der heiligen Taufe bei den Heiden ernster nehmen, als die Katholiken, die jeden aufnehmen, der sich im allgemeinen zum Christentum bekennt, während die evangelischen Missionare sich erst überzeugen, ob auch die Heiden die Wahrheit des Glaubens erfaßt haben. Heute morgen begann 10¼ Uhr die letzte öffentliche Generalversammlung. Pfarrer Dr. Wurm aus Hausberge wan zuerst nach der Begrüßung des Bischofs Fischer=Köln einen Rückblick au das alte Jahrhundert und einen Ausblick in das neue mit besonderer Berück sichtigung der Kirche Deutschlands. Redner wollte nicht Andersgläubige verletzen, wenn andere es anders machen so mögen sie es thun wir niemals.(Beifall.) Das alte Jahrhundert habe Großes gebracht und seien sie dankbar dafür. Der Katholizismus sei am Anfang hunderts verdorrt. Da kam 1803 die Säkularisation, aller Besitz der wurde geraubt und den Fürsten gegeben. Das Ordensleben hätte einen vernichtenden Schlag erhalten Trümmer und Ruinen wären die katholische Kirche gewesen, sodaß es selbst Napoleon zu arg gewesen. Pius VII. habe alles gethan, was in seinen Kräften stand Erst allmählich ware von den Regierungen die katholische Kirche wieder einigermaßen hergestellt. Der Geist der Aufklärung sei mächtig geworden auch in der katholischen Kirche. Allmählich ware es vener geworden. Graf Stolberg sei zur katholischen Kirche übergetreten und habe segensreich gewirkt Friedrich v. Schlegel und die Romantiker, Joseph Görres mit seinen zündenden Schriften Bonner Gelehrten a wären thätig gewesen zur Ausbreitung des katholischen Glaubens, besonders in Bayern, wo der Fürst die Kirche gefördert habe, nur das Staatskirchentum und die Bureaukratie hätten noch gehemmt. Die Kirche wäre eine unter Polizeiaussicht stehende Delinquentin gewesen. Protestantische Leute hätten bestimmt, wieviel Wein und Hostien auszugeben seien Eine katholische Presse gab es noch nicht unddie anderen Zeitungen standen unter der Zensur 1837 kam der Donnerschlag durch Clemens August, aber Gendarmen brachten ihn an die Festung Minden. Der Kampf um die gemischten Ehen begann Josepy v. Görres schrieb seinen„Athanasius“ August Reichensperger begann seine Thätigkeit mit Schrift und Wort und verlangte Freiheit der Küche das katholische Volk begann sich zu rühren. Da bestieg der Friedenskönig Friedrich Wilhelm IV. den Thion und dieser wurde der kacholischen Kirche gerecht. Der neue größte Erzbischof von Köln, wohl der größte dort, habe mächtig eingewirk. Die studentischen Korporationen in der hiesigen alma mater hatten begonnen und den Indifferentismus bekämpft. 118 katholische Studentenkorporationen seien augenblicklich in Deutschland und Oesterreich. Auf ihnen ruhe auch Helga blickte ihn traunig an Sie fühlte den Drang, ihm ein tröstendes, teilnehmendes Wort zu sagen, aber sie fand in der augenblicklichen Gemütsbewegung nur das, was sie nicht hätte sagen sollen „Fanny kann Ihren Wunsch vielleicht nicht erfüllen, selbst wenn sie es wollte. „Glauben Sie wirklich, daß ich eine physische Unmöggetzt noch die Hoffnung Deutschlands. Das Jahr 1848, das tolle Jahr brachte aber doch einigermaßen Freiheit. Der Liberalismus rede von Freiheit, aber bei der Kirche solle sie aufhören. Es bildeten sich die Piusvereine vom Rhein bis zur polnischen Grenze, die erst katholischen Abgeordneten begannen ihre Arbeit, um die Katholiken zu Mainz fand die erste katholische Versammlung stat, welche die Katholiken Deutschlands zusammenbrachte Die Bischöfe ten sic in Würzburg, um die Freiheit der Kirche anzubahnen und einigten sich auf eine Richtschnur und erließen Hicteubriefe. Die jährlich wiederkehrenden Katholikentage zeigten die Meinung, vor der selbst ein Fürst. Bismarch habe die Segel, sreiche müssen. Die katholische Kirche sei nun regeneriert, der# mus sei vorbei, katholisches Leben blühe überall. Redner schilder dann von seinem Standpunkt aus den Kulturkampf. Der Kampf, ba freilich den Katholiken Schaden gebrach, a#er gespült, beinahe hätten sie eine neue katholische Kirche Aber die katholische Kirche sei jetzt lebendig, wie seit 400 Jahren nicht, eine verbreitete Presse, ein blühendes Vereinswesen und eine Organisation, um die sie alle Welt bewundert. Aber es sei zu befürchten, daß die Jugend diese Kämpfe verhindern, wollten sie nicht müde werden. Nach dem hüten die Katholkeht die soziale Krage Zu, Wsehy, hegersgeih eunthgge en darin sortfahren. Redner brachte nun di. bekannten Foroerungen des Centrums auf dem Gebiete der Kirche und Schule vor. In Weise feuerte der Redner die zahlreiche Versammlung, Herren und Dame anz für die katholische Kirche in jeder Weife zu beten und zu arbeiten. Oberlandesgerichtsrat Roeren=Köln, der bekannte Reicheg### geordnete, welcher beim Gesetz Heinze mit Stöcker für die Sittlichkeit des Volkes kräftig eingetreten ist, sprach dann über den Schutz Jugend gegen die Auswüchse in Kunst und Belletristik. Auch er sprach, wie sein westsälischer Landsmann und Vorreduer, Frästig, energisch, wie man es von den Westfalen Jewohht, Wi esse Höche in der Kunst sei der nackte Meusch und H8 sekhut die Sithschieft,# ov der Mensch bekleidet sei oder nicht.“ Das sei der Ausspruch der Redner verlas deren Aussprtiche und zeigte, wie wennig üitlich, religiöses Empfinden dort zu finden ist, behandelte den und mahnte auf der Wacht zu sein, die christlichen Grundsatze müßten zur Geltung kommen, wenn nicht alles moralisch tol. Wie Bonchie der. Stllcherschen#nen Wessen im verborgenen sei, besonders unter der Jugend, Blicher und Bülder berdorbelt, Wüde, wogs,ie, Hgsiegtgg##tere##e zugäben und jeder Richten bestätigen tühle. Wen g#e vergiftet und der Keim zur Sünde gelegt. Wichtige Teile der lex Heinze seien durch die bekannte Obstruktion noch nicht bewilligt, was, Rledier nächer Gelegte Es sehle, aber noch em Gehticgelndt Schutz der Jugend und daher rief Redner die Hilfe und Mitarbeit aller Wohlmeinenden an. Wachsames Auge auf die Lektüre der Kinder! Warnung der Presse Vorgehen mit vereinten Krätten in einiger planmäßiger Weise durch organisierte Vereine. Das Kostbarste sei das unschuldige Auge des Kindes, dies zu bewahren eseae siche erce bersbehe Besian Airde Ban ehie ehee Ascheites hich heste Gealhteient und das Verhältnis zwischen Zubuße und Ausbeute viel größer, als aus dem gesamten Resultat hervorgeht. Jedenfalls zeigen diese Zahlen, daß schon zu jener Zeit im Bergbau nicht immer Gold geDie schon zuitgeteilt, waren im Jahre 1836 noch 35. Gruben be bes d Abent hate sich int Janiosaoap schdn auf. 259 vermindert. Sie ist in den leßten 50 Jahren stetis zuruggegangen, während die Menge der Erzeugung wenigstens bei dem wichtigsten Artikel, dem Eisenstein eine regelmäßige und bedeutende Steigerung Von den technischen und wirtschaftlichen Wandlungen im Gebiete der Eisenindustrie ist der hiesige Bergbau noch verhältnismätig am wenigsten berührt worden. Die in früherer Zeit der Erzeugung an Roheisen jeglicher Art hat den Bedarf an Rohmateria von Jahr zu Jahr vermehrt. Wenn Anfangs der vermehrte des Siegerlandes selbst die über die Thalföhle mengen risch aufzehste und derselbe vorwiehend i de stesche## Gruben war, zu Tiefbauanlagen uver zu geyen, so war nach dieser korten Antaß, diese burch eine denemkerteinerrrinng Dem konnte die hiesige Hochofenindustrie aus später zu erörternden Gründen nicht folgen. Die Gruben waren also genötigt, in allmählich steigendem Umfang einen Teil ihrer Förderung außerhalb des Handelsa ase a oeshe a a. een Se an e ae ae e öffnung des Betriebes der Eisenbahnen führte mit Jahres 1862 zu einer vollständigen Autsebung der schwer drückenden Besteuerung der Eisenerzbergwerke. Mit der Er öffnung der Ruhr=Sieg=Bahn im Jahre 1861 wurde der Ab satz des hiesigen Eisensteins an die ruemischwestfälischen Hütten ermöglicht. Die in der Deputation der Bergisch=Märkischen EisenbahnGesellschaft stark vertretene Eisenindustrie des dortigen##gi#to sorzte denn auch dafür, daß die für sie nötigen Eisensteine sofort zu em billigen Tarif von hier nach dort gefahren wurden während man tein Interesse daran hatte, das für eine gesunde Weiterentwickelung der hiesigen Industrie so notwendige Breunmaterial zu ähnlichen Sätzen Wiese Shaäha— alte nie Berhesen werdenz, dennr autriht, Herche die ganz ungenügende spätere Entwickelung, die vielen Schwierigkeiten und Verschiebungen, welche die hiesige Eisenindustrie durchzumachen Wäaren ebensch wie für Westalen die Eisensteinftrachten, Gleich bilige Frachten für Brennmaterial nach hier eingeführt worden, so ware die hiesige Eisenindustrie in der Lage gewesen, sich ganz anders zu wickeln und damt auch selbst den größten Teil des hiesigen Eisensteins Nach dent= Verchtsder= Kanien Für 1862 Gingenz in diesent Jahte von der 317993 Tonnen betragenden Gesamtförderung des Kreises 180·000 Tonnen*) Eisenstein im Werte von 200 000 Thater außzerhalb des Siegerlandes. Mit verschiedenen Schanklugen st dieses Verhältnis geblieben. Von der gesamten Erzeugung im Jahre 1898 wurden 55#3%% hier verarbeitet, während die 44/7% im wesentlichen von den niederrheinisch westder alten„Pfaffengasse aus sei die Wiederbelebung der Katholiken utscesansceie, ie. Tiechen, Gesdenicke urien eschalte hede esigheehs Friedrich Wilhely 19, und=seines Reginelts, des siechteiche# kampfes. Die Vergeßlichtest sei die erste Größntacht„Wit Alten tragen die Narben des Kulturkampfes auf unserem Leibe hören Sie, Junge, was wir erlitten, lassen Sie uns unser Puwver trocken halten, um einen neuen Kulturkampf zu bestehen, nief Dr. Lieber in die Versammlung hinein. In alben politischen Fragen einig zu sein verlange niemand und dürfe nie von den lichkeit von ihr verlangen würde?“ fragte er Nein sie kann es rief er mit plötzlich hervorbrechender Bitterkeit au, sie kann es in vollen Maße, aber sie will nicht— Doch es ist vielleicht am besten so fügte er halblaut hinzu, sodaß Helga es kaum verstehen konnte, es ist am besten so damit das Kind nicht schon mit der Muttermilch diese grenzenlose Selbstsucht einsaugt Er wandte sich ab und verließ hastig das Zimmer währte ziemlich lange, bis Fanny völlig wiederhergestellt wan, doch trug sie zum großen Teil selber die Schuld. Das kleine Mädchen gedieh dagegen vortrefflich unter Helgas sorgfältiger Piflege Sobald Fanny sich erholt hatte, empfing sie Besuche von den Leuten der Stadt. Sie hatte dann gern das kleine Mädchen auf dem Schoße und nahm lächelnd die Glückwünsche und Komplimente entgegen. Wenn das Kind geputzt war und nicht weinte, zeigte sie sich gern mit demselben, sobald sie aber wieder allein war, oder die Kleine anfing zu weinen, bat sie, ihr die Last, welche sie ermide, abzunehmen politik möglich. Die Aufgaben in Berlin seien jetzt schwieriger als acte esie des Aetsithskrcahwpkes, wo sie, die Mäindes eit, ischsteigheschaieder seien Jetzt seien sie die auschlaggebende Pane die m einem scheinbäven Friedenszustgstd, die tichlighsten Weize zum Wohl der Kliche und des Vaterlandes finden müsse. Sie trügen als gößte Partei nun auch die paraserscesche sechehe eoie ohehehie eschiheie ee eheche Er wisse nicht, ob Gott ihm nochmal vergonne, vor einer Versammlung zu sprechen, unid wpolle, Haher Müntschee, däßz andere Fühler ummer ihnen erstehen. Junge müssen die Alten unterstützen, die in allen R n uan ce chenen Centrumsmann zu sein, die Ehre des katholischen Namens aufrechtzuerhalten sondern man müsse auf allen Gebieten beschlagen sem Aber man müsse auch dem Centrum Vertrauen entgegenbringen. Die guten Ratschläge in der Presse seien gut gemein aber seinte sorgfältig gelegten Netze Dr. L. gung dann auf das Jehuitengesetz ein, die Lage sei unertraglich geworden(Lebh. Beifall.) 6000 Messen hätte der Jesuitengeneral für seine Wiederherstellung lesen lassen, er sei dem Tode vorbeigegangen und nicht von Berlin weggereist, ohne auch obige(gesperrt gedruckten) Worte an maßgebender Stelle ausgesprochen zu haben. Zum Schluß warnte er die Jugend vor Genußsucht und Interessenwirtschaft, sie müsse mehr beten, mehr zur„Mutter Gottes beten, die Eltern aber sollten die Jugend mehr studieren lassen nicht nur zur den schöntsten Beruf, den Prtestenberuf, sondern auch fur andere Beguse, Unsere Zeit kennt nur noch das Recht für sich selbst, das Recht der andern schätzt sie gering weniger eigenen Vorteil suchen, sondern e nsche den. WBerhangdehirgen fatd einte Fescrtichte, Kace unds tächer eine Festfahrt auf dem Rhein bis Niederbreisig, wie es heißt, unn 12 Dampfern Das stromstaatliche Dampfboot„Mosel wird mit zwei Polzeistrommeistern an Bord die Fahrordttuncg, auf. deit gugenblicklich viel befahrenen Rhein übernehmen. Das Signal für die Beleuchtung wird von dem führenden Festschiff gegeben, das alle 2 bis 3 Minuten römische Lichter(farbige Kugeln ca. 200 Meter hoch steigen lassen wird. Abends soll eine Illumination des Rheine von Königswinter bis Bonn den Schluß machen. Bericht über die gewerbliche Entwickelung des Siegerlandes von 1849 bis 1899, sowie Jahresbericht für 1899. Der Bergbau. Der Bergbau des Bezirkes wird noch heute auf den von alter Zeit her bekannten großen Gangzügen nämlich: dem Müsener Zug, „ Gosenbacher Zug, „ Eiserner ZUg Eisenzecher=Gilberger Zug, „ Vollnbacher Zug und „ Bautenberger Zug betrieben. In seiner äußeren Form hat er sich nur dadarch verändert daß die größte Zahl der kleineren Gruben welche auf Ausbeutung der Ausläufer dieser Züge arbeiten allniählich eingegangen ist und die noch bestehenden Gruben sich lediglich auf die Bearbeitung der Hauptmittel dieser Gangzüge geworfen haben. Ueber die finanziellen Erträgnisse des Siegerländer Bergbaues kurz vor und nach der Errichtung der Handelskammer geben die solgenden Zahlen ein interessantes Bild. Es wurden gezahlt an Ausbeute Zubuße Unterschied 1847 68372 Thlr. 49668 Thlr. 18 704 Thlr. Gewinn, fälischen Werten verbraucht würden. Aber ausch der Verbecgtische#er hiesigen Hütten an Eisenstein hat nach Eröffnung der Deutz=G und der Lahn=Bahn eine andere Richtung genommen. durch die Konkurrenz der umer gunstigen Bedingungen arbeitenden rheinisch=westsälischen Hütten war man genötigt, für einzelne Roheisen sorten sich nach billigeremn Material umzusehen, und boten die gerugwertigen Eisensteine der Lahn zu einzelnen Roheisensorten einen geeigneten Ersatz der hiesigen, durch die Art ihrer Förderung teueren Rane e unr ie en er von hohem Mangangehalt zu erzeugen verwies dieselben auf den Verbrauch des hochmanganhaltigen Eisensteins der Lahn. a a a se ae cheee ase ah oa ase ae ae ae a Konkurrent im eigenen Bezirk entstanden. das Quantum dieses von auswärts hier eingeführten Eisensteins un gefähr 25% des gesamten Verbrauchs der Hütten. Die neueste Entwickelung des Transportwesens auf den natür1848 49825„ 43 135„ 6•690 1849 67179„ 25223„ 41956„ 1850 39455„ 40351„ 896„ Verlust, 1851 13542„ 32685„ 19.143„„ Da nach dem Gesetz vom 12. Mai 1851 den Bergämtern keine Grubenrechnungen mehr gelegt wurden, so ist leider nach 1851 keine Uebersicht über die gesamten Resultate des Bergbaues vorhanden. In den einzelnen Revieren des Kreises waren die Resultate sehr verschieden Die benachbarten Ganszüge Hollerter Zug, Florzel=Füßebeiger und Bindweider Zug stehen zwar in geologischem Zusammenhang mit den Zügen des Siegerlandes, liegen aber außerhalb des Bezirkes der Hedetskammer und sind daher hier nicht angeführt. rheinisch=westfatischen Werke sich vemühen, An#nderemn Eisensteins mit Umgehung der Eisenbahnen nur auf den Wasserstraßen zu bewerkstelligen, bringt neue und bedenkliche Verschiebungen im Absatz der Bergbauprodukte unserer Heimat zu Wege. Gegen die normalen Frachten auf dem Wasserwege wird der Eisenbahntrauspon, auf den wir allein angewiesen sind, auf die Dauer nicht ankommen. Der Absatz unseres Eisensteins ist an die am Wasser gelegenen Hütten zurückgegangen und wird bei der bevorstehenden weiteren Entwickelung der Wasserstraßen noch weiter e ese sense acde den Beaie den Khandeskcannte unb hter ne nachbauten auf die Förderung von Eisenstein angewiesenen Bezuke darauf hinweisen, die hier erzeugten Rohmaterialien auch vorwiegend hier zu verarbeiten.(gzorzetzung folgt.) Auf der Pariser Weltausstellung wurde bei der vor kurzem erfolgten Preisverteilung die bekannte Sternyug Brennerei von H. C. König in Steinhagen:. W. mit der Medaille d’Argent ausgezeichnet. Der echte Steinhäger gelang während der Ausstellungszeit im„Deutschen Hause“ in der Straße der Nationen zum Ausschank. Eine neue Nachricht von Andree? Durch die Blätter gehi die Nachricht, daß bei Bardde abermals eine Andreebötschaft gesunden worden ist. Diesmal, solges eine, Flasche, seit. 460, Andtesche der Fahrt ausgeworfen worden ist. Das der Zeitung Beidens Gang aus Bardoe übermittelte Telegramm lautet Flasche von Andree, Note Nr. 143 enthaltend, eine Seemeile östlich von Vardoe vo Fischer Albert Stinesen gefunden. Durch Glas kann man seinen Wunsch, Note von der Polarexpedition 1898 Goeteborg übersenden, sehen. Flasche noch nicht geöffinet Altong, 2. Sept. Das hiesige Landgeticht sprach im Wig# aufnahmeverfahren einen Arbeiter frei, der am 26. Juli 1898 wegen schwerer Kösperverletzung, begangen an einem anderen Arbeiter, zu einem Jahr diei Monaten Gefängnis verureilt worgen war Es hat sich herausgestellt, daß die Ehefrau des verletzten Albeiters selbst ihren Mann durchgeprügel und das Ehepcar dann einen Memen# leistet hatte, als es aussagte, daß der Vernsteilte der er gene sei. Der jetzt freigesprochene Arbeiter hat die Strafe bereits bis## en Be uun c nnn ßbrauch geistiger Getranke wird seine Ichresversammung am 26 und 27 September hier abhalten. Den Hauptvorttag hat der Königl Leibarzt und Oberarzt am Stadttrankenhause zu Dresden, Geheimer Rat Prosessor Dr. Fiedler übernommen. Sein Sema lautet„Die Wirkungen des Alohols au den menschlichen## nismus im Spiegel der vierzigjährigen Erfahrung eines aus in Krankenhausarztes Geheimer Rat Fiedler blick au eine s Erfahrung von seltener Vielseitigten am Dresden#### zurück. Er war an diesem zuerst Assistent, dann Prosektor#und## hin Oberatzt, welche Steilingen noch jetzt beileidet ## Aus Shütigen und Sachscen, 6. Set An Schen tage ist in Ettersbera bei Weimar der Grundstein zuen Bismarckturm gelegt worden.— Im Schwarzwald ber S## der Gchsthof Zui Lluchs“ am Sonntag, dutrch em Schebstschitn geäschert worden. Der Schaden ist bedeutend. Auf dem tag in Gera abgehaltenen sozialdemotratischen Parteitage Reuß j. L. müßte die recht erspenliche Mitteihzzug gemacht werden, daß die Partei im vergangenen Jahre den erhofften Ausschwung cht D nomment=hat.— Eite Thphuisepidense iste m. cochgn Kreise Mühlhausen ausgetreten. Den Grund sucht man imn Genuß# Trinkwasser aus einem Brunnen in der Nähe der Werra Tagen sind 5 Personen erkrankt, von welchen zwei verstorhen i — Mit dem Befestigen des Blitzableiters an einem hohe.## der Dingelstädter Feileufabrik beschäftigt, stüczte em Arbeiter gehn N a u u eiche Pn n Auskommen gezweiselt wird.— In Salzwedel wurdeen meister auf der Promenade ermordet aufgesunden. Nach schwerKampfe scheint er erwürgt zu sein. Seine Kleider sind zerrissen *) Scheffel. nud Portemonnaie fehlen. Vom Thäter fehlt noch jede Spur.— Die ländlichen Fortbildungsschulen der Provinz Sachsen sind von 43 auf 52 gestiegen. Der Regierungsbezurk Merseburg zählt 38(gegen 29 des Vorjahres) Erfurt 13, Magdeburg 1. Anbau von Quebracho in Deutschland? Aus Hannover wird berichtet: Die Agitation gegen die zollfreie Einfuhr von Quebrachoholz aus Argentinien hat dazu geführt, daß umfassende Versuche mit dem Anbau des Quebrachobaumes, namentlich in Hannover, gemacht worden sind. Der Baum gedeiht auf dem schlechten, namentlich Sandboden und kommt in Deutschland fast noch besser voran als in Argentinien. In wenigen Jahren sollen die Stämme bereits vier bis fünf Meter Höhe erreichen und für den Pflanzer eine Rente abwerfen. Welch schwere Folgen die Trunksucht zeitigt, ersieht man wieder aus einem Verwaltungsbericht des Dresdener Stadtrates. Von den in fünf Jahren im städtischen Irrenhause Aufgenommenen waren 566 lediglich durch die Trunksucht irrsinnig geworden. Rechnet man noch die hinzu, welche durch die Trunksucht zuerst eine andere Krankheit erhielten, endlich aber doch noch irrsinnig wurden, so ergiebt sich, daß 50 Prozent, also die Hälfte der im Irrenhause aufgenommenen Männer durch den Trunk um ihren Verstand gekommen sind. Professor Demme beobachtete zehn kinderreiche Familien, in denen die Eltern bezw. Voreltern tranken und zehn kinderreiche andere Familien, in denen die Eltern nüchtern lebten. Die Familien der Trinker hatten 57 Kinder aufzuweisen, von denen 12 bald nach der Geburt an Lebensschwäche starben, 36 kränklich waren während nur neun sich normal entwickelten. Dagegen wurden in der anderen Gruppe 61 Kinder gezählt. Von diesen starben fünf gleich nach der Geburt, sechs waren kränklich vollständig normal entwickelt aber 50. Gefährliche Abwege der deutschen Chokolase=Industrie. Die aus Kakao hergestellten Fabrikate konnten bis vor wenigen Jahrzehnten nur von Wohlhabenden genossen werden, wie dies noch vor einem Jahrhundert auch bei Kaffee und Thee der Fall war In neuerer Zeit hat sich der Genuß von Kakao und Chokolade teils wegen seines angenehmen Geschmackes und seiner überaus stärkenden und nährenden Bestandteile, teils wegen der erleichterten Einfuhr des Rohproduktes und der billigeren Herstellung der Chokolade=Fabrikate über alle Volksklassen verbreitet. Der große Aufschwung der deutschen Chokolade=Industrie ist teils durch technische Verbesserungen teils durch die Energie und Reellität der deutschen Chokolade=Fabrikanten sowie durch die Bemühungen ihres Vereins wesentlich gefördert worden. In neuester Zeit ist man aber auf den höchst bedenklichen Abweg gekommen, die Chokolade=Fabrikate mit Kognak, Rum und anderen alkoholischen Essenzen zu füllen. Die bisher gesundheitsförderlichen nährungs=Industrien und ihre Artikel können dadurch ein Gist nicht hloß für Frauen und unschuldige Kinder sondern auch für die gesamte männliche Bevölkerung werden. Die deutsche Chokolade=Industrie kann namentlich auch als Export=Industrie dadurch in die einstesten Verlegenheiten mit solchen Ländern kommen, welche die Einfuhr alkoholischer Getränke entweder erschweren und verteueren oder hier und da ganz ausschließen möchten. Aber auch die inlängischen deutschen Behörden und Gesundheitsämter, welche die Bevölkerung vor der Vergiftung durch den Alkohol bewahren wollen, dürfen zu dieser Neuerung und Verirrung der industriellen Thätigkeit nicht schweigen. Auch der Verein deutscher Chokolade=Fabrikanten hat die Verpflichtung darüber wachen, daß nur reelle, unverfälschte und gesunde Chokoladewaren hergestellt und gesundheitsgefährliche Wirkungen der Erzeugnisse der deutschen Chokolade=Industeie rechtzeitig verhütet werden. Geflügelzucht in Deutsch=Ostafrika. Wie die Deutsche Kolonialzeitung in ihrer Nummer vom 6. d. M. mitteilt, werden in der deutsch=ostafrikanischen Kolonie von den Eingeborenen sast ausschließlich nur Haushühner, und zwar eine mittelgroße Sorte, ähnlich den gelbständigen Paduanerhühnern gezüchtet Hühner finden sich beinahe in jeder Hütte an der Küste und auch weit hinein in das Innere. Außerdem wird von den Eingeborenen auch etwas Entenzucht getrieben, und zwar teils die gewöhnliche, nicht sehr große, graubraune Hausente, teils die sogenannte türkische Ente, deren Zucht in wasserarmen Gegenden bevorzugt wird. Von seiten der Europäer wurden außer Hühner= und Entenzucht auch bereits mehrfach Versuche mit der Zucht von Truthühnern aus Madagaskar und Natal gemacht, welche Versuche aber, soweit dem Organ der Deutschen Kolonialgesellschaft kannt geworden ist, bisher wenig erfolgreich waren. Mertpapierbörse. Bertin, Sept. Die Börse neigte bei Beginn zu Realisationen. Eisenaktien wesentlich schwächer Banken bei äußerst geringen Umsätzen ziemlich preishaltend. Fondsmarkt zu Beginn umsatzlos. Von Bahnen Franzosen schwächer Lombarden gedrückt. Das Geschäst in der zweiten Börsenstunde war äußerst schleppend Später auf London etwas befestigt. Privatdiskonto 4% Prozent.— Anfangs waren: Kreditaktien 209, DiskontoKomm. 174,70, Deutsche Bank 189,20 Dresdner Bank 146,90, Darntstädter Bank 132.25, Handelsgesellschaft 147.30, Staatsbahn 143, Lombarden 26,30, Marienburger(2.40, Gotthard 140,90, Schweizer Central 146.50, Schweizer Nordost 89.60, Juna=Simvlon 89.80, Prince Henri 111.40, Bochumer 184.70, Dortmunder 93.40 Laura 200.50, Gelsenkirchener 192,60, Haxpener 179,80, Hibernia 202,60, 3proz. Reichsanleihe—.— Italiener 94.25, 6proz. Merikaner—, Türkenlose 10.30, Spanier—.—, Northern 72,80. Berlin, 7. Sept. Matteres Nordamerika und Realisationsverkäufe auf September drückten Weizen und die Lieserungspreise waren daraushin weiter ¼¼ M. niedriger Roggen für späte Fristen reichlicher angeboten M. billiger September im Werte behauptet. Hafer preishaltend. Rüböl ziemlich fest. Der Einfluß der kräftigen Pariser Besserung ist schwach 0 Spiritus M. 51. Umsatz 6000 Liter Wetter Veränderlich Verlin, 7 Sept Weizen per Sept. 153.25 per Okt. 155.25, per Dez 159. Roggen per Seot. 144.75 per Ott. 145 per Dez. 145. Hafer per Sept 131.50 per Ol. 131.25 Mais, amerik. Mixed loco, niedrigster Preis 117.50, do höchster Preis 15. per Sept— per Dez.—— vinvor per Okt 60.80 per Mai 59.30 Spiritus 50er 70er 5— Wetter. Köln,. Sept.(Fruchtmarkt. Roggen neuer M. 14.30, Hafer neuer 12.85,— Heu M. 8.00 bis 9.20, Maschinenstroh(Roggen2.80 M., Richtstroh(Flegeldrusch) 3.50, Krummstroh 2 00 die 100 Kild. Neuß, 7. Sept. FFruchtmert Weizen Soite M. 16.70, 2. 16.20, 3. 15,70. Neuer Weizen, 1. Sorte M. 16,30, 2. 15.— 3. 14, Neuer Roggen, 1. Sorte M. 14,40, 2. 13,— 3. 12.—. Hafer 1. Sorte M. 15.— Neuer Hafer, 1. Sorte M. 12,80, 2. 11,80. Alles die 100 Kilo. Neue Kartoffeln M. 2.30 bis 3.— Heu M 3.40 bis 3,90, Luzernenheu M. 4,40 die 50 Kilo. Maschinenstroh M. 12.—, Flegeldrusch M. 15,— die 500 Kilo. Kleie M. 5,20 die 50 Kilo. Preise unverändert. Köln, 7. Sept.(Kleiner Viehmarkt.)(Amtlicher Bericht.) Zugetrieben 765 Kälber, a. M. 77, Doppellender bis 90, b. 73—74 c. 68—70, d. 50—55; 453 Schafe, a. M. 70, b. 65, c. 60—62 die 50 Kilo Schlachtgewicht. In beiden Gattungen lebhaftes Geschäft. Markt geräumt. Eingeführtes frisches geschlachtetes Fleisch in der Zeit vom 20. August bis 1. September betrug 352 Viertel Großvieh und 28 Kälber. und Amsterdam 5 Sept. Bankazinn 82½ Lonbon, 5. Sept. Chili=Kupfer 73⅛8 per 3 Monate 73 11/16. Giasgow 5. Sept.(Schluß.) Roheisen Mixed numbers warrants 75 sh. 6 d. Warrants Middlesborough III 70 sh. 8 d. 5. Sept. Kunfer 16,62—16,75. Zinn 16.75. Schluß des redaktionellen Teils. Unter chinesischer Flagge. Schilderungen der Erlebnisse eines deutschen Seeaffiziers. Preis 50 Pf. Erlebnisse auf der preußischen Expedition nach Ostasien 1860—1864. Von Kose. Preis 80 Pf. Heiß auf Flagge und Wimpel. Von Laverrenz. Preis 80 Pf. Das erste der drei Schriftchen ist von einem höheren Offizier geschrieben, der jahrelang als Instrutteur die chinesischen Heeresverhältnisse studiert hat; das zweite enthält Aufzeichnungen eines der drei Mechaniker, welche die erste ostasiatische Expedition Preußens begleiteten Urteilt der eine stellenweise lediglich vom gesellschaftlichen Standpunkt des modernen Offiziers, und geht infolge seines Bildungsganges an mancher Kleinigkeit, die den gemeinen Mann interessiert, achtlos vorbei, so finden wir andererseits bei Rose ein auffallendes Eingehen in die Details. Dem einfachen Arbeiter geht der Blick für die großen Fragen der Politik#c naturgemäß ab, wird aber reichlich aufgewogen durch die ungeschminkte Art seiner Darstellungen. So ergänzen beide Schriftchen einander. Das dritte schildert in humoristischer Weise das Leben unserer „Blauen Jungen“. Soweit die dazu bestimmten Vorräte reichen liefern wir den Lesern des„Valk die drei Bändchen zusammen für N. 1550 gegen vorherige Einsendung des Betrages per Postanweisung oder in Briefrn Westdeutsche Verlagsanstalt, Siegen ca. 80.00 Preise und Meisterschaften. in Folge ihres ungemein leichten Kaufes und soliden Construction Ablerkännt die besten der Weit! En gross 8 en detall: Ueberdeckte Fahrbahn co. 8000 Preise und Meisterschaften. ORATRTANNGNNSTANG Städt. gewerbis Postbildungsschülen in Siegen. Im Anschluß an das wiederholt bekannt gemachte„Ortsstatut betreffend die städtischen gewerblichen Fortbildungsschulen in Siegen werden sämtliche Handel= und Gewerbetreibenden hierdurch aufgefordert, alle von ihnen beschäftigten und im Stadtbezirk Siegen wohnenden Lehrlinge Gehilfen und Arbeiter, welche nach dem 1. November 1883 geboren sind und die städtische Fortbildungsschule noch nicht besuchen, Montag, den 12. September, nachmittags 5½ Uhr, zum Besuche der städtischen gewerblichen Fortbildungsschule im Lehrsaale Nr. 2 des Fortbildungsschulgebändes am Häusling anzumelden. Die Angemeldeten haben sich um diese Zeit pünktlich mit Schreibmaterial Schreibheft, Feverhalter und Feder) zum Beginn des Unterrichts im Schulgebäude einzufinden. Diejenigen Verpflichteten, welche bereits unsere Fortbildungsschule besucht haben, versammeln sich um dieselbe Zeit in ihren seitherigen Lehrsälen. Der Unterricht wird in allen Klassen Montags und Donnerstags nachmitags von 5½— 7 Uhr und Sonntags von vormittags 11 Uhr bis nachmittags 1 Uhr bezw. Montags und Donnerstags von 5¼ Uhr (Zeichnen) erteilt. Die Lehrmeister und Arbeitgeber sowie die Eltern und Vormünder werden unter Hinweis auf die bekannt gemachten gesetzlichen Strafbestimmungen ersucht, ihre Pflegebesohlenen zum regelmäßigen und pünktlichen Besuche der Foubildungsschule sowie zu einem gesitteteten Verhalten in der Schule und auf dem Schulwege anzuhalten. Diejenigen Lehrmeister und Arbeitgeber, deren Lehrlinge und Arbeiter bisher die Fortbildungsschule noch nicht besuchten, werden besonders darauf aufmerksam gemacht, über alle am 17. September noch nicht erfolgte Aumeldungen sofort Strafanzeige bei der Polizeiverwaltung erhoben wird. Siegen den 23. August 1900. Das Kuralorium der ftädt. gewerbl. Kortbildungsschülen. Im Auftrage C. Schröder, Schul=Ofrektor. Das Wintersemester beginnt Sonntag, den 16. September. Vor mittags 8 Uhr. Die Schule besteht zur Zeit aus 2 Fachklassen für Schlosser und Maschinenbauer, 1 Fachklasse für Bauhandwerter 6 Klassen für verschiedene Gewerbe, zusammen 9 Klassen. Neueintretende Schüler(welche das 4 Lebensjahr vollendet und udnungsmäßig aus der Schule entlassen sein müssen haben sich in der oben angegebenen Zeit pünktlich mit Schulentlassungszeugnis und Schreibmaterial(Schreibheft, Federhalter und Feder im Fortbildungsschnl=Gebäube am Häusling, tal Nr. 7 zur Aufnahmeprüfung einzufinden. Die seitherigen Sonntagsschüler welche die Schule weiter besuchen wollen, haben sich in ihren seitherigen Lehrsälen einzufinden. Die Lehrmeister und Arbeitgeber, sowie die Eltern und Vormünder werden ersücht, ihre Pflegebesohlenen zum regelmäßigen und pünktlichen Besuche der Sonntagsschule anzuhalten. Siegen, den 23. August 1900. Das Kuratorium der städtichen Sonntagsschale. Im Austr. C. Schröder, Schul Direktor. 80 Kutschwagen, neue, sper gebr. heitsch Land, Phastons, Coupés, Kutschir, Jagd= u. Ponywagen, Dogcarts, dei Berliner Firm. geb. u. Geschirre. Berlin, Luisenstr. 21, Hoffschulte. In garantiert reiner Waare versend ich feinstes Apfelgelée zu 5,00 M., Ia Zuckerrübenkraut zu 2.75 M in 10 Pfd.=Eimern franko gegen Nachnahme. Proben frei zu Diensten. Meiderich am Niederrhein. Johs. Schenk. Kunsthanslung der Anstall-Berher bei Bielefels empfiehlt als vernehmster Seguender Christus nach Thorwaldsen in künstlerischer Ausführung in Elfenbeinmasse. Nr. 2. 35 cm hoch Mr. 6.50 2a. 35„„ mit Könsole 8.50 „ 3 48„ „ 3a. 48„„ mit Konson 4.50 56 4à. 56„ mit Konsole 16.50 6— „ 5a. 65„„ mit Könsole. 24— „ S„ „ 6a. 75„„ mit Konsole 35 „##a 95 mit Konsole. 52.— Wir bitten bemerken zu wollen, daß in diesen Preisen die Kosten für die sehr teure Verpackung in Kisten inbegriffen sind. 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