Nr. 112. Siegen, Dienstag, den 15. Mai 1900. 12. Jahrgang. Die Zeitung„Das Volk“ erscheint an jedem Wochentage abends. Bestellungen sind bei dem entsprechenden Postamte(Nr. 7728 der Zeitungsliste) oder beim Landbriefträger anzubringen Bestellungen für Siegen nimmt außer der Post die Geschäftsstelle entgegen Preis vierteljährlich für die Stadtabonnenten M. 1.25 frei ins Haus 40 Pf. mehr, für alle Postabonnenten M. 1.35 frei ins Haus 40 Pf. mehr. Siegen: Schriftleitung und Geschäftsstelle: Sandstraße 18. Fernsprech=Anschluß Nr. 205. Berlin: Agentur: NW Klopstockstraße 7. (D. v. Oertzen.) Durch die Zeitung„Das Volk“ finden Anzeigen weiteste Verbreitung im kauffähigen Publikum des ganzen Reiches. Preis der 5 gespaltenen Petitzeile für die Provinzen Rheinland und Westfalen, Hessen=Nassau und das Großherzoatum Hessen 20 Pfg.; für das übrige Reich 25 Pfg. Aufträge sind gefälligst der Geschäftsstelle oder durch ein Anzeigen=Vermittelungs=Geschäft zu erteilen. Berliner Brief. Berlin, 12. Mai. Sankt Pankraz! Als Junge habe ich im Kinderfreund von Ninck zuerst davon gelesen, daß dieser fromme Märtyrer nun einer der drei gestrengen Herren geworden ist. So recht geglaubt habe ich nicht an die gestrengen Herren, das haben die Berliner überhaupt nicht nötig. Was wissen die von der Witterung Wenn nur die Straßen gut gefegt sind und die Laternen gut brennen: Sonne, Mond und Sterne und Regen und Wind haben wenig mitzureden Draußen im Lande da regieren sie die Welt, in den kleinen Städten sind sie sogar gewaltiger als der Magistrat, der sich vom Mond befehlen läßt, wann die Laternen anzuzünden sind. Bei uns müssen sich die Naturkräfte schon Mühe geben, wenn sie beachtet sein wollen. Darum hat es gestern Schnee im Maien gegeben. Nun glauben auch die Berliner an die drei Gestreugen,— wenigstens für dieses Jahr. Es liegt noch wie Erschöpfung über den Straßen. Der festliche Schmuck ist Stück auf Stück abgenommen oder zerfallen. Die armen Tannengewinde hingen noch am längsten, braun geseugt und ohne eine einzige grüne Nadel. Das Einzugsthor haben sie noch stehen lassen, damit man es noch morgen bewidern kann, aber seine Herrlichkeit ist schon längst dahin— Herrn Dr. Langerhans, dem hochbetagten Stadt verordnetenvorsteher ist etwas Fatales passiert. Ein bitterer Nachgeschmack der Festtage Herr Dr. Lueger der Wiener Bürgermeister hat ihm einen Brief geschrieben und seine Freude über den glänzenden Empfang des Kaisers Franz Joseph ausgesprochen. Was soll nun der arme Langerhaus thun? Höflichkeit, Bildung Bürgerstolz und Liberalismus gebieten höfliche Erwiderung. Aber— Dr. Lueger ist ein christlich=sozialer Antisemit Da schweigen alle Flören Wollte Dr. Lueger einen Witz machen? Ein Trost war es, daß Dr Langerhaus gerade 80 Jahre alt wurde. Da konnte man ihn in Anbetracht seiner Bürgertugenden zum Ehrenbürger von Berlin ernennen. Das ist auch Bismarck einst gewesen; rpuneel Woaen der Ferien wurde in der Presse furchtbar gelogen. Die ler Heinze war längst aufgegeben, bald von den Regierungen, bald vom Reichstag Der Lokalanzeiger brachte es fertig, die Notiz in die Welt zu befördern, das Centrum wolle sich mit den Sozialdemokraten verständigen etwa auf Grund des vom witzigen Singer gestellten Antrages das Gesetz tritt 1920 in Kraft!— Nun hat all das Hin= und Hergerede, mit dem die Leute dumm gemacht werden und die Lust an der ganzen lex Heinze verlieren sollten, nichts genutzt. Die ler kommt doch Die Reichstagsmehrheit will sich Herrn Singer nicht fügen. Ist das nicht unerhört? Die Mehrheitsparteien haben sich sogar herausgenommen, ohne Genehmigung Singers mit dem Reichstagspräsidenten über die beste Erledigung der Geschäfte zu kouferieren Präsident Ballestrem hat dafür eine ernste Ermahnung von Singer erhalten Herr Singer hat Befürchtung ausgesprochen, daß„der glatten Erledigung der Geschäfte ganz erhebliche Schwierigkeiten erwachsen könnten, wenn nicht wie früher alle Parteien zum Zusammenwirken bei Besprechung der Geschäftslage berufen würden Es gehört die ganze edle Dreistigkeit dazu, deren die Rasse Singers im allgemeinen und seine Persönlichkeit im speziellen fähig ist, daß dieser Führer der Obstruktion jetzt um die glatte Erledigung der Geschäfte sich besorgt zeigt! Vermutlich hat er aus Graf Ballestreins vornehmer Erwiderung nicht einmal gemerkt, daß er sich vorkommen darf wie seine Stammesgenossen, wenn ihnen der Bauer die Thür gewiesen hat. Eine glückliche Rasse Der„Vorwärts Singeis Trabant, rast gegen das„keine Umsturzgesetz und meint damit— die ler Heinze, die be kanntlich das Schaulose aus den Schaufenstern verdrängen will. Nicht wahr die Aussichten sind nicht schlecht, wenn die Gegner schon solche Ohnmachtsaufälle bekommen. Nock ein Gesetz hält weite Kreise in Spannung obwohl man in der großen Welt wenig Davon merkt. Von der Gewerbeord ugsn#belle ist ein Paragraph noch nicht erledigt über ihn soll nun bald entschieden werden Erverbietet, daß Werkstattarbeiterinnen der Wäsche= und Kleider=Konfektion Arbeit mit nach Hause nehmen, wenn sie in der Werkstatt ihre enimen uenramepennn gearbeitet## dursenenthekommen. alsn der an 11 Stunden fehlenden Zeit wohl noch geschafft hätten. Das ist der vielnmnstrittene verhaßte und ersehnte8 1373. Für Tausende von Arbeiterinnen häugt an diesem Paragraphen die Eutscheidung über viel Glück, Kraft, Gesundheit und Sounenschein. Es sind nur arme Arbeiterimen, darum merkt man nichts davon, daß solche Entscheiduing bevorsteht. Sie haben noch nicht gelernt ihre Meinung zu #, die meisten#isen kaum von diesem Paragraphen und viele füichten sich davor sie meinen, sie könnten an Lohn einAudere uud doch klünger, die Erfahrung hat sie klug gemach Emnerbeer erzahlte mir folgende Erfahrung Bei einer Sürte Bluseihemden zahlt der Meister für das Plättent=prv. Stück 10, Pfechitg. Wie Mädchest, Wollten Richtig verdienen ne begnügten sich nicht mit der Arbeit in der Werkstat, sondern nahmen noch Arbeit mit nach Hause. Bis in die Nächte hinein haben sie geplättet A d chn denn, auch für eitige gläsntzend pro Mark.— Das ging nicht lange, dann zahlte nurs Ta Pfenich beinr 40=Mark ist doch wirklich eun zu hoher Verdienst für eine Arbeiterin Nun brachten es die Uebereifrigen immer noch auf 30 Mark eßte der Meister den Stückpreis auf 5 Pfennuig herabGch e onone Arbeiterin immer stoch genug, wenn sie in der Se gne a ei Woischenerihe die RlcbesitekichesOe kese i lteder,„bis in die Nachtes ausgedehlten Arbeiszeit, mit der ne es zu Anfang auf 40 M gebracht harte Wäre es nicht besser gewesen, die Arbeiterinnen hätten keine Arbeit mit nach Hause genommen? Freilich hätten sie es dann nie auf 40 M. gebracht, aber es hätte ihnen auch nie der Lohn für die gleiche Arbeitszeit auf die Hälfte gedrückt werden können! Und die Arbeiterinnen, die in Schlafstelle wohnten und nicht noch zu Hause plätten konnten, verdienten nur z. T. 5 Mark die Woche! Daß sie dabei nicht ohne„Nebenerwerb“ existieren konnten, liegt auf der Hand! Warum waren die Arbeiterinnen so thöricht, noch Arbeit mit nach Haus zu nehmen? Vermutlich, weil sie recht viel verdienen wollten. Wir brauchen ein Gesetz, das die Arbeiterinnen gegen sie selbst schützt, und etwas Neues ist solch Gesetz ja nicht. Dieser gesetzliche Schutz ist aber auch nötig gegenüber den Meistern Es ist für eine Arbeiterin schwer möglich sich dem Wunsche des Meisters zu entziehen, wenn er zur Bewältigung der drängenden Arbeit ihr Arbeit mit nach Hause geben will. Eine widersetzliche Arbeiterin bekommt schwere Arbeit, schlecht bezahlte Arbeit, manchmal eine Weile keine Arbeit. Man mag wegen der Schwierigkeit der Durchführung des§ 137a ernste Bedenken haben, das Ziel ist dringend erstrebenswert. Die Regierung hat Recht, wenn sie den ernsten Versuch macht, den schweren Schäden der übermäßigen Arbeit entgegenzutreten und den gesetzlich erstrebten Schutz der Arbeiterinnen sich nicht mehr durch die Arbeit zu Hause vernichten zu lassen.— Mit Energie angefaßt, würde die Aufgabe durch den Paragraphen, wenn nicht gelöst, so doch ein gut Stück geförder werden Die Kontrolle würden die Arbeiterinnen unter einander üben, die eisersüchtig darüber wachen, daß eine vor der andern nicht bevorzugt wird. Die Schneidermeister wünschen den Paragraphen nicht Darum haben sie eine Petition dagegen losgelassen. Diese Petiton lassen sie in ihren Werkstätten herumgehen, um so Unterschriften von ihren eigenen Arbeiterinnen gegen den Paragraphen zu erhalten! Natürlich erhalten sie die Unterschriften auch die Arbeiterinnen wissen zwar nicht, was sie unterschreiben aber sie unterschreiben doch weils der Meister oder die Direktrice spünscht und wenn sie auch nicht unterschreiben wollten sie unteischreiben doch— Man muß schildern diese Unterschriften zu Stande kommen! Eine Arbeiterin erzählte treiherzig, sie hätten sich unterschrieben, weil sie keine Arbeit mehr mit nach Hause neymen wvollten. So hatten sie diese Petition der Schneidermeister aufgefaßt! Es ist verständlich, daß die Urheber dieser Petition meinten mit Unterschriften der Arbeiterinnen auf den Reichstag besonderen Eindruck zu machen. Aber es wird auch verständlich sein, wenn der Reichstag sich von diesem Eindruck nicht überwältigen läßt. Der freisinnige Bezirksverein der Hamburger Vorstadt hat sinnigen Central=Parochialvereins, sprach die Höffnung aus, daß andere Bezirksvereine das Gleiche thun möchten.— Dann werden die liberalen Kirchenwahlen also zum guten Teil mit jüdischem Geld gemacht werden Es ist bedauerlich, daß sich die ebangelische Kirche das bieten lassen muß. Die Sczialdemokraten sind taktvoller als die Liberalen und lassen ihre Finger davon Nicht ihre Verfassung sondern nur der Takt der Sozialdemokratie schützt die Berliner Kirche davor, daß sie von Gottesleugnern beherrscht wird Eberlin. Der Einzug des Veldsrcteschfchls in Eroonstad ist früher erfolgt, als man erwarten konnte. Er hat den Vormarsch unter Anspannung aller Kräfte dermaßen forciert, daß der Einzug bereits am Samstag stattfinden konnte. Wir erhalten folgendes Telegramit. 13. Mai. Nach einer Meldung aus London ist Lord Roberts gestern, ohne auf Widerstand zu stoßen in Kroonstad eingerückt. Lord Roberts telegraphierte, daß die britische Flagge in Kroontad unter den Hochrufen der dort wohnenden Engländer gehißt worden. Präsident Stein verließ Kroonstad am Freitag abend mit Zurücklassung einer Proklamation, worin er Lindley als den neuen Sitz der Freitaat=Regierung erklärte. Wenn die vorstehende Meldung den Thatsachen entspricht— und nach den Vorgäugen der letzten Tage ist nicht daran zu zweifeln— so hat sich die Annahme, daß es bei Kroonstad zu einem entscheidenden Kampfe kommen würde, nicht bestätigt Die Buren haben sich ohne Widerstand zu leisten zurückgezogen. Wie Lord Roberts amtlich aus Geneva Siding meldet, ist er am 11. Mai 20 Meilen marschiert und bis auf 14 Meilen an Kroonstad herangerückt. Im Samstag, den 12. Mai, morgens 8 Uhr meldete er sodann aus Boschrand, daß er sich 8 Meilen südlich von Kroonstad befinde. Die Einzelheiten des Vormarsches sind aus den folgenden Meldungen aus London vom 12. Mai zu ersehen Eine Depesche Lord Roberts aus Geneva Siding vom 11. d. Mts meldet: Die Truppen, welche heute 20 Meiten marschiert waren, trafen in Geneva Siding ein. Dieses liegt etwa sechs Meilen von Boschrand entfernt, wo die Buren eine verschanzte Stellung innehaben. Die Brigade Gordon ist in Fühlung mit ihnen, die Dipision Tücker befindet sich in geringer Entfernung sudöstlich, die Steitmacht Jan Hamittons noch weiter westlich Die Brigade Broadwood holte gestern einen Teil eines seindlichen Convois bei Potgieters=Lager sudöstlich von Ventersburg ein erbeutete mehrere Wagen und machte einige Gefangene Freuch befindet sich mit den Brigaden Porter und Dickson sowie der berittenen Infauterie Huttons in einiger Entfernung nördlich von Geneva Siding Wir machten in den beiden letzten Tagen nahezu 100 Gefangene.— Reuters Bureau meldet aus Geneva Siding vom 11. d. früh: Die britischen Truppen sind hier etwa 14 Meilen von Kroonstad entfernt, eingetroffen. Die Truppen marschieren vortrefflich. General Freuch marschiert mit seiner Kavallerie voraus. Die Eisenbahn ist fast bis zum Zandfluß fertiggestellt. Unmittelbar nördlich des Flusses ist die Eisenbahn stark beschädigt, aber nicht darüber hinaus, da die Buren in zu großer Eile abzogen, als daß sie großen Schaden hätten anrichten können. Es verlautet, der Feind sei um Kroonstad herum eifrig mit Schanzarbeiten beschäftigt.— Lord Roberts meldet aus Boschrand von heute früh 8 Uhr: Wir befinden uns acht Meilen südlich von Kroonstad. Der Feind verließ die erste Linie seiner Verschanzungen während der Nacht. Wir rekognoszieren jetzt die Gegend in der Richtung auf Kroonstad General Freuch bemächtigte sich gestern nachmittag von Valschflußdrift, bevor noch der Feind sich dort zum Widerstände festsetzen konnte.— Am Samstag nachmittag erfolgte sodann, wie oben gemeldet, der Einzug Einzelheiten fehlen noch. Der Entsatz von Mafeling scheint nun doch bevorzustehen. Die britischen Entsatztruppen rücken immer näher und sollen bereits Vryburg passiert haben. Folgende Meldung liegt vor: Berlin, 12. Mai. Nach einem Telegramm aus London meldet Laffans Bureau aus Pretoria: Die britische Entsatz=Kolonne für Mafeking, bestehend aus 3000 Mann Kavallerie und Infanterie mit sechs Geschützen, marschiert in Eilmärschen bei Tag und Nacht die Betschuanabahn entlang und passierte am Mittwoch Vryburg. Ueber Kämpfe liegen keine Details vor, außer daß die Engländer von den BurenKommandos belästigt werden. Man nimmt an, daß die Entsätzkolonne heute bis auf drei Tagemärsche von Mafeking angekommen ist. Sie brach am Freitag vor acht Tagen von Windsorton auf. Bei=Mafeking werden aber voraussichtlich die Buren hartnäckigen Widerstand leisten und die Engländer werden sich deshalb auf heftige Kämpfe gefaßt machen dürfen. Chamberlaius Rede. über ng der Anlerhung ihlen anbnten=Serstans keit auf alle Fälle zugedacht ist Präsident Krüger erklärte beim Schluß der Tagung des Volksraads, er besitze schriftliche Beweise für das Vorhandensein eines teuflischen Komplottes gegen die Republik. Das kann schon sein Chamberlain macht wenigstens aus seinem Herzen keine Mördergrube, und die„Times“ ist nur sein Echo, wenn sie sagt, der Krieg müsse fortgesetzt werden, bis England in der Lage sei, den Republiken die Bedingungen zu diktieren. Das könne nur durch die Einverleibung der Burenrepubliken und deren Vereinigung mit dem übrigen Reiche bewerkstelligt werden Kolonialminister Chamberlain hielt, wie schon telegraphisch gemeldet, in Birmingham wieder eine Rede, in welcher er sich aufs schärfste gegen die Partei mit dem doppelten Gesicht wandte, die einerseits durch Unterstützung des Krieges sich mit der Wählerschaft gut stellen wolle andererseits aber ihren eigenen Reigungen durch Angriffe auf den Kolonialminister fröhne. Er beschuldigte Bannerman, dieser habe den Bestrebungen der Regterung, den Frieden zu erhalten, entgegengearbeitet. England werde aus diesem Kriege stärker denn je zuvor hervorgehen er hoffe, daß die britische Nation Klugheit und Mut genug besitze ihre Fehler wieder gutzumachen Redner warten seine Zuhörer vor künftigen Versuchen gewisser Politiker, England um die Früchte seines Sieges zu bringen. Was die Hauptbedingungen der Beilegung des Streites mit den Republiken aulangt, so definierte Chamberlain dieselben wie folgt: Die Regierung hat nicht die Absicht die Unabhängigkeit der Republiken aufs neue anzuerkennen, deren Territorien in die Herrschaftsgebiete der Königin von England unter englischer Flagge einverleibt werden mussen. Die persönlichen Freiheiten werden geachtet werden. Nach dem Kriege muß in den Republiken eine Zeitlaug militärische Administration eintreten, doch beabsichtigt die Regierung, sobald als dies ohne Gefahr möglich ist, die beiden Republiken in den großen Kreis der Kolonien mit eigener Regierung einzubeziehen Die Buren sind wohl schon längst nicht mehr im Zweifel was man in London mit ihnen vorhat und Krügers obige Worte betätigen dies. Die Londoner Blätter begrüßen natürlich Chamberlaius Birminghamer Rede besonders seine Erklärung über die unbedingte Notwendigkeit der Einverleibung der Burenstaaten wird als„klärend" und lustreinigend bezeichnet. Die Goldminen. Aus Brüssel wird der„Rheinisch=Westfälischen Zeitung vom 12. Mai gemeldet: Die aus London gekommene Meldung, daß andere Großmächte in Prei##a Vorstellungen erhoben hätten wegen etwaiger Zerstörung der Goldminen oder Verletzung der Eigentumsrechte unter Androhung persönlicher Haftbarmachung der heutigen Regierung trägt ganz den Stempel englischer Er#indung. Der Wunsch, daß dem so sein möge, ist auch hier wieder der Vater des Gedankens. An maßgebender Stelle ist man bis jetzt hierüber ohne Nachricht. Früher vor Ausbruch des Krieges versuchte man an verschiedenen Orten in ähnlicher Weise einzusetzen, um gegen die Freistaaten Mißstimmung zu erregen, es gelang dies teilweise selbst in Paris und Berlin besonders in solchen Kreisen, die mehr oder minder interessiert waren und die dann wieder andere Schichten der Bevölkerung beeinflussen sollten. Ein großes rheinisches Blatt(gemeint ist die„Köln. Ztg.“) arbeitete damals mit Hochdruck. Als später eingesehen wurde, daß trotzdem die immense Majorität des deutschen und französischen Volkes burenfreundlich blieb, zog man die Krallen wieder ein und begnügte sich damit, Buren und Burenfreunde zu verdächtigen und zu verungtimpfen. Die scheinbare oder wirkliche Geneigtheit einiger Regierungen die durch die öffentliche Meininig bislang davon zurückgehalten wurden England kleine Dienste zu beweisen und Vorschub zu leisten, hat neuerdings diesen weiteren Versuch von London aus veranlaßt, der die Mächte direkt engagieren soll und zwar so, daß sie gezwungen wären, unzweideutig Stellung gegen die Freistaaten zu nehmen, falls man in Pretoria den Vorstellungen kein Gehör gäbe. Portugal ist bereits aus seiner Neutralität herausgedrängt worden, dies ist der höchst geschickten englischen Diplomatie überraschend gut geglückt. Nun sollen obige Versuche dazu führen, noch andere Staaten in Gegensatz mit den kleinen Republiken zu bringen. Das schlau eingefädelte Vorhaben wird aufmerksam verfolgt und, wie schon so viele andere, durchquert werden. Wir verzeichnen noch die folgenden Einzelmeldungen: Kimberley, 11. Mai. Englische Patrouillen aus Fourteen Streams sind in Transvaal eingerückt. Patrouillen der Buren wurden südlich vom Vaal 13 Kilometer von Warrenton gesehen. Aliwal North, 11. Mai. Aus dem Oranjefreistaat wird gemeldet, daß in den Lagern Versammlungen abgehalten werden, bei deuen die Freistaatburen beschlossen haben sollen, den Bag nicht zu überschreiten. Masern, 10. Mai. Die Freistaatburen konzentrieren sich in beträchtlicher Stärke in Verteidigungsstellungen auf den Hügeln des Koranaberges ostwärts von der Linie Thabanchu=Winburg. General Rundle bezog gestern nacht ein Lager am kleinen L#euwfluß zwischen Thabanchu und Ladybrand.“ Pretoria, 11. Mai. Die Regierung hat gestern abend eine von dem Minister für Bergbau unterzeichnete Bekanntmachung erlassen, derzufolge die Grubenbaurechte in dem der Regierung gehörenden Gebiete am Rand am 25. Juni in Pretoria in öffentlicher Versteigerung verkauft werden sollen. Die Verkaufsbedingungen sollen dann bekannt gegeben werden. Die Volksstem giebt in einer Besprechung dieser Angelegenheit zu, daß die Regierung die Ermächtigung zu dem Verkauf hat, nachdem der Zweite Rat im vorvergangenen Jahre einen dahingehenden Beschluß gefaßt hat, der vom Ersten Rat bestätigt wurde; sie ist jedoch der Ansicht, daß die Verkaufsbedingungen sobald als möglich bekannt gegeben werden sollten, damit den Bürgern eine Gelegenheit gegeben werde, Gebote zu machen. Tagesrundschau. Siegen, 14. Mai. — Die christliche Arbeiter=Zeitung ar 12. Mai d. J. in Siegen herausgegeben, liegt vor uns sie enthält eine „Entgegnung" des Vorsitzenden des Gewerkvereins der christlichen Berg=, Eisen= und Metall=Arbeiter für den Ober=Berg= amtsbezirk Bonn, des Herrn Breidebach die sich teils gegen einen Bericht des„Volk" über die Erfurter kirchlichsoziale Konferenz, teils gegen mehrere Artikel des„Siegener Volksblatt“ richtet. In beiden Blättern handelte es sich um die Frage, ob und wie weit die neue Zeitung dem„Volk“ und seine Entwickelung Schaden zufügen werde. Wir bemerken zunächst dazu, daß das„Volk als solches bisher in der Sache gar keine Stellung genommen hat schon deshalb nicht, weil ihm Genaues über die Pläne des Gewerkvereins nicht bekannt war, sondern daß es nur über gewisse in Erfurt gefallene Aeußerungen berichtete, und wir erklären weiter, was sich übrigens von selbst versteht, daß wir mit den Zuschriften an das„Siegener Volksblatt und mit den dort veröffentlichten Aufforderungen an den Vorstand, sein Amt niederzulegen, absolut nichts zu schaffen haben. Wir sehen es auch in keiner Weise als unsere Aufgabe an, dem Gewerlverein derartige Ratschläge zu erteilen, deren er nicht bedarf. Die Herren, welche ihn leiten, wissen auch ohne uns, was sie zu thun haben. Das schließt nicht aus, daß wir es aufrichtig bedauern würden, wenn die Christliche Arbeiter=Zeitung mit der Zeit zu einer wirklichen Zeitung ausgestaltet würde — es hieß vor einigen Wochen sie solle wöchentlich in größerem Umfang erscheinen. Wenn dies Bedauern„Konkurrenzfurcht genannt wird, so ist das ein nur wenig zutreffender Ausdruck, denn das Volk ist kein Geschäftsunternehmen, das um des Gewinnes willen gegründetwäre Das Volk ist in Siegen von opferfreudigen Männern ins Lehen gerüfen um ein Organ zu schaffen, das nicht, wie alle anderen Siegener Blätter, nur die Interessen der Unternehmer verteidigen sondern auch nach Maßgabe christlicher Gerechtigkeit und Billigkeit die Sache der Arbeiter mit Wärme vertreten sollte. Diesem Programm ist es unbeirrt treu geblieben und es liegen Thatsachen vor, daß es nicht vergeblich gearbeiter Wenn nun aus den Kreisen derselben Arbeiter, denen das Volkdient, ganz ohne Not eine zweite Zeitung ins Leben gerufen würde, so wäre das von allen dabei beteiligten evangelischen Arbeitern nach unserer Auffassung nicht nur sehr unrichtig, sondern sogar sehr unrecht gehaudelt. Unseres Erachtens genügt ein kleines Korrespondenzblatt durchaus als Vereinsorgan der Gewerkschaft. Was aber die Zeitungspresse betrifft, so glauben wir, daß es viel mehr im Juteresse des Gewerkvereins läge, wenn er für seine evangelischen Mitglieder das„Volk“ und für seine katholischen ein katholisches Organ ausgiebig benutzen und unterstützen wollte, als daß neue Experimente gemacht werden, die Verwirtung aurichten müßten. Das ist unser Standpunkt, den wir nicht aus irgend einem gar nicht vorhandenen Eigennutz einnehmen, sondern im Jnteresse der Sache die wirvertreten. Bleibt also das Gewerkschaftsblatt ein reines Vereinsblatt, so handelt sichs um eine Sache der wir von Herzen den besten Fortgang wünschen Bestände aber der Plan, allmählich eine Zeitung daraus zu machen so glauben wir, daß die Arbeiter sich ins eigene Fleisch schneiden würden. Denn es soll uiemand glauben, daß die Sache gewinnen könnte, wenn wir geschädigt werden. — Ueber die Pläne des Kultusministerinms in der Schulresormfrage erfährr die Köln Volksztg folgendes. Das Latein soll nach wie vor am Gymnasium und am Realgymnasium mit der Sexta beginnen und in beiden Anstalten wesentlich verstärkt werden. Das Griechische soll am Gymnasium bis Obersekunda hinausgeschoben dann aber mit ach schentlichen Stunden betrieben werden Das Englische## u der Obersekunde des Realgymnasiuns begiunen Ueberhaupt sollen beide Schulen einanden sich soweit nihenn daß sie als Einheitsschüle mit eine Gabelung von Oberseknnda n erscheinen. Dies geschehe mit Rücksicht auf die Zulassung der Realgymmmasialabitiienten zum Studiam der Rechtswissenschaft, die erwogen werde Das nämliche gelte für das Kadettenkorps. Die Oberreatschulen sollen im wesentlichen unverändert bleiben. Auch hinsichtlich der Berechtigungen sollen die Resormschulen anch ferinerhin als Experiment behaudelt werden. Der ganze Reformentwurf wird demnächst einer Konferenz von Sachverständigen vorgelegt werden. — Die Unruhen in Spanien sind amtlichen Meldungen zufolge beigelegt In Barcelona(Stadt beginnen die Kriegserichte ihre Thätigkeit auszunben. Die Verhöre der Verasteten haben begonnen. — In der Fleischbeschau=Kompromißangelegenheit wird dem„Berl=Lok=Anz“ von angeblich gut unterrichteter Seite mitgeteilt, daß nunmehr alle Bundesregiernngen mit alleiniger Ausnahme derjenigen der drei Hausastädte ihre Zustimmung zu dem bekannten Kompromißantrage des Grafen Klinckowstroem erklären lassen. Die Regierungen seien fest entschlossen einem vollständigen Verbot der Einfuhr von Pökelfleisch unter keinen Umständen zuzustimmen. Man nehme deshalb in Reichstagskreisen nach wie vor an, daß sich zuletzt auch die bisherigen Gegner des Klincke#stroemschen Antrages in den beiden konservativen Parteien zu diesem Kompromiß bekehren werden. (Von unserer Agentur.) Berlin, 12. Mai. Der Reichstag hat in seiner gestrigen Sitzung das sog. Mantelgesetz, das heißt die den vier Unfallversicherungsgesetzen gemeinsamen Bestimmungen beraten. Fast durchweg wurden Kommissionsvorschläge angenemmen. In einem Falle wich man von ihnen ab und zwar zum Schaden der guten deutschen Sache. Die Regierungsvorlage hat nach Möglichkeit mit den Fremdwörtern ausgeräumt und so auch den Senat beim Reichsversicherungsamt durch die gute deutsche „Spruchkammer" ersetzt. Eine solche anerkennenswerte Bethätigung des Deutschtums ging den Herren Nationalliberalen entschieden zu weit, und Abg. Hofmann=Dillenburg beantragte in ihrem Namen, den Ausdruck„Spruchkammern“ durch„Senate" zu ersetzen, um eine Analogie zwischen dem Reichsversicherungsamt und dem Reichsgericht herzustellen. Staatssekretär Graf Posadowsky erwiderte sehr zutreffend, daß man lieber lateinische Ausdrücke durch deutsche eretzen solle, und nicht umgekehrt. Uebrigens sei das Reichsversicherungsamt dem Reichsgericht keineswegs gleichzutellen. Leider wurde trotzdem die Verschlechterung angenommen. Zum Schluß machte Herr Singer den Versuch, die Geschäftslage des Hauses zu klären. Das Gerücht, es habe vor einigen Tagen ein Seniorenkonvent unter Ausschluß der Linken stattgefunden und sich dahin schlüssig gemacht, in der nächsten Woche lex Heinze und Fleischbeschau einzuschieben, gab ihm Anlaß zu fragen, was daran sei. Der Vizepräsident Schmidt=Elberfeld erwiderte, daß ihm von einer solchen Vertrauensmännerversammlung unter Ausschluß der Linken nichts bekannt sei. Es liege wohl eine Verwechselung vor. Uebrigens behalte er dem(grade abwesenden) Grasen Ballestrem die Erwiderung vor. Gegen die Leutenot hat die Centrumsfraktion in der Budgetkommission zum Flottengesetze folgende Resolution eingebracht: „Der Reichstag wolle beschließen den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, dahin zu wirken, daß im Interesse der Landwirtschaft und zum zwecke deren Versorgung mit den nötigen Arbeitskräften die deutschen Reichsgrenzen für die erforderlichen Zuzug fremdländischer Arbeiter geöffnet werden.“ Aus„ganz authentischer Quelle wird der Volkszeitung mitgeteilt, daß die kouservative Fraktion mit überwiegender Mehrheit die Kompromißvorschläge der Grafen Mirbach und Klinckowstroem in der Fleischbeschaufrage abgelehnt habe. Die„Germ bemerkt dazu:„Trotz der„ganz guthentischen Quelle glauben wir nicht recht an diese Nachricht. Die in Gegenwart des Kaisers stattfindende Eröffnung des Elbe=Trave=Kanals, welche, wie schon gemeldet, am 18. Juni d. J. in Erinnerung an die am gleichen Datum 1895 erfolgte Eröffnung des Kaiser Withelm=Kanals vor sich gehen wird, dürfte sich zu einer überaus glänzenden Feier gestalten. Nach den bisherigen Dispositionen nimmt der Kaiser seinen Weg vom Bahnhof Lübeck über die Wälle zum Kaiserthor. Hier verläßt der Monarch den Wagen und beteigt den Dampfer, der ihn zur Kanalmündung nach dem Burgthore führen wird. Bei den unteren Brücken vollzieht ich dann in Gegenwart zahlreicher Ehrengäste, der Behörden, der Kaufmannschaft und der Bürgerschaft der Weihealt, bei dem unter anderem eine Mitwirkung von mehreren hundert Sängern in Aussicht genommen ist. Nach Beendigung fährt der Kaiser nach der Wohnung des präsidierenden Bürgermeisters Dr. Klug. Von hier aus geht später die Fahrt zum Rathause, wo der Kaiser im Bürgerschaftssaale mit den Mitgliedern des Senats das Festmahl einnimmt, worauf die Abreise erfolgt. Für die Fahrt durch die Straßen der Stadt sowie auch für die Kanalfahrt ist die Spalierbildung durch Schulen und Vereine vorgesehen. Berlin, 13. Mai. Zu Beginn der gestrigen Sitzung des Reichstages kam der Präsident Graf Ballestrem auf die Aufrage zurück, die am Schlusse der Freitagssitzung der Abg. Singer über die Fortführung der Reichstagsgeschäfte an das Präsidium gerichtet hatte Gegenstand dieser Aufrage war das Gerücht gewesen, daß nnter Teilnahme des Präsidenten über die Geschäftslage eine Besprechung stattgefunden habe, von der die gesamte Linke ausgeschlossen gewesen sei worin der Abg. Singer eine Umgehung des Seniorenkonvents erblickt hatte. Der Präsident erklärte, daß keinerlei geheime Sitzung stattgefunden, daß er vielmehr ganz absichtlich den Seniorenkonvent nicht einberufen habe. Früher habe er das stets gethan, solange alle Parteien darin einig gewesen seien die Geschäfte zu förder Seit aber die Linke begannen habe, die Geschäfte durch Obstruktion nicht zu fördern sondern zu hindern könne er sich von vertraulichen Beratungen keinen Nutzen mehr versprechen Uebrigens schlage er dem Reichstage vor, die dritten Lesungen der Gewerbeordnungsnovelle, der sogenannten ler Heinze und des Fleischbeschaugesetzes vor Pfingsten zu erledigen dann ganz kurze Pfiugstferien zu machen und gleich nach Pfingsten wieder Zusammenzutreten und dann die Flottenvorlage zu erledigen. Herr Singer war im Reichstag etwas beschuieen und wußte nichts Gescheidtes zu erwidern Heute hat aber natürlich die ganze sozialdemokratische und freißinnige Presse die Sprache wiedergefunden und behandelt nun in allen Formen das Thema von der doch und zwar unter Ausschluß der Linken, gehaltenen Seniorenkonferenz. Und die Freis. Zig. droht soge:„Der blinde Eifer des Parteimanns hat den Grafen Ballestrem nach jeder Richtung zu einem Verhalten verführt, wie es sich niemats zuvor ein Präsident des Reichstags erlaubt hat. Die Folgen werden sich bald genug fühlbarr machen. Das heißt mit anderen Worten Man kann sich demnächst wieder auf Puledeckel=Politik im Reichstag gefaßt machen Die Lage ist also die, daß die Gegensätze sich verschäeft haben. Und nur der Erfolg kann lehren, ob es richtig vom Grafen Ballestrem war, zur Verschärfung beizutragen Findet sich eine feste Mehrheit, die der„Obstruktion den Fuß energisch auf den Nacken setzt, so wird der Präsident einen großen Erfolg davontragen Dringen die Lärmmacher durch so kann es dem Grafen Vallestrem seinen Präsidentensitz kosten. Im weiteren Verlauf der Sitzung beschäftigte sich der Reichstag mit dem Unfaclversicherungsgesetz für Landund Forstwirtschaft und erledigte in mit ermüdender Breite geführter Debatte die Abschnitte über den Umfang der Versicheruug und die Neutenberechnung. Von den 132 Paragraphen des Gesetzes wurden nur neun erledigt. Die sozialdemokratischen Daner=Redner benutzten die Gelegenheit, um Landagitation zu treiben, indem sie die Lage der Landarbeiter in den schwärzesten Farden schilderten. Die Sitzung zog sich wieder bis gegen 7 Uhr hin. Von Mitgliedem der konservativen Partei werden zum Fleischbeschangesetz zwei verschiedene Anträge unterbreitei. Der§ 14a beschäftigt sich bekanntlich mit der Fleischeinfuhr Einer dieser Anträge will, daß die Einfuhr von Pökelfleisch unter den bekannten Bedingungen gestattet sein soll. Dieser Antrag hat die Unterschrift von 18 Mitgliedern der deutschkouservativen Reichstagsfraktion gesunden. Der andere Antueg stellt sich auf den Boden der Beschlüsse zweiter Lesung; er ist bisher von 27 Mitgliedern, also der Mehrheit der konservativen Partei, unterzeichnet worden. Der Vorstand des„Deutschen Fleischerverbandes“ hat am 9. Mai in Leipzig einstimmig die folgende Erklärung beschlossen: „So wenig wie dem Deutschen Landwirtschaftsrat und den Vertretern der Wissenschaft(Prof. Ostertag, Prof. Dammann 2c.), so wenig ist es auch für die im Deutschen Fleischerverband vereinigten Fachmänner zweifelhaft, daß am Pökelfleisch nicht festgestellt werden kann, ob es von Pferden, kranken oder gefallenen Tieren herrührt, daß das Pökeln die Krankheitserscheinungen verwischt, aber die Krankheitserreger nicht unbedingt abtötet, daß daher die Regierung ihr Versprechen, Pökelfleisch bei der Einfuhr zuverlässig zu unterstchen, nicht einlösen kann. Da sonach durch das veröffentlichte Kompromiß weder das fleischessende deutsche Publikum, noch die deutschen Fleisch= und Fleischwareuproduzenten irgend einen Vorteil erlangen, es vielmehr nur dazu dienen kann, einem gewaltigen Importhandel von Pökelfleisch die Wege zu ebnen, so hofft der deutsche Fleischerverband, daß der hohe Bundesrat und der hohe Reichstag dem vorgeschlagenen Kompromiß nicht zustimmen werden.“ Die Fleischer betonen, daß das hohe Ansehen der deutschen Wurstfabrikation auf dem Spiel stehe. Berlin, 13. Mai. Kultusminister Dr. Studt hat in einem Runderlaß an die Provinzial=Schulkollegien angeordnet, daß den Teilnehmern an dem Deutschen Turnlehrertag, den der Deutsche Turnlehrerverein in der Pfingstwoche in Magdeburg abhalten will, der entsprechende Urlaub gewährt werde, soweit es sich um Lehrer an preußischen höheren Lehranstalten handelt. Für die Lehrer an Volksschulen ist durch den früheren Minister v. Zedlitz der Donnerstag nach Pfingsten ein= für allemal freigegeben worden. Der Tag führt daher in den beteiligten Kreisen den Namen„Zedlitz=Tag“. Die Königin von Holland und die Königin=Mutter trafen über Blankenbung in Schwarzburg, dieser Perle Thüringens, ein. sind dort Gemächer für sie hergerichtet, die auf einen längeren Aufenthalt in dem entzückenden Schwarzathale hindeuten. Nachträglich wird noch gemeldet:„Die beiden Königinnen kamen mit Gefolge im Extrazug von Dresden und fuhren dann im langen Wagenzug das Schwarzathal hinaus. In ihrer Begleitung befinden sich der Chef des Militärkabinetts, Generalleumant Graf du Monceau. Da die jugendliche Herrscherin als Gräfin Buren inkognito reist, so blieb ein offizieller Empfang ausgeschlossen. Der prächtige Neubau des„Weißen Hirschen", in welchem die hohen Herrschaften für vier Wochen weilen werden, prangte im Edeltannenschmuck. Berlin, den 13. Mai. — Der Kaiser wird am Dienstag Schloß Urville wieder verlassen und sich zunächst nach Wiesbaden begeben während die Kaiserin einige Tage läuger in Urville verbleiben wird. — Prinz Albrecht, der am 16. ds. von Blankenburg aus sich nach England begiebt, wird den Kaifer bei der Taufe des jüngsten Sohnes des Herzogs von York vertreten. Der Kaiser hat die Patenstelle bei dem jungen Prinzen angenommen. — Beim Staatssekretär des Auswärtigen, Grafen v. Bülow, fand gestern ein Diner statt, zu welchem der russische, der italienische, der türkische Botschafter, der badische Gefandte und andere hochstehende Persönlichkeiten Einladungen erhalten haben. Der Prinz von Neapel hat, so berichtet man der „N. Pr. Ztg. aus Rom, nach einer von zuständiger Seite veröffentlichten Mitteilung während des kurzen Aufenthaltes, den er auf seiner Rückreise aus Berlin in Rom genommen hat, dem Ministerpräsidenten Pelloux, sowie dem Minister des Aeußern, Visconti=Venosta, gegenüber seine lebhafte Befriedigung über die herzliche Aufnahme ausgedrückt, die er in Berlin gefunden hat. — Oberpräsident v. Goßler gedenkt am Montag aus der Klinik des Prof. v. Bergmann zu seinem Bruder, dem Kriegsminister überzusiedeln Dort wird er einige Zeit verbleiben, ehe er zur Nachkur in ein Bad geht. — Die„Berk R. Nachr erfahren aus zuverlässiger Quelle, daß der Gouverneur von Deutsch=Ostafrika General= major v. Liebert sich am 19. Mai in Dar=es=Salaam einzuschiffen gedenkt, um nach Berlin zu kommen und hier noch einen letzten Versuch zur Bewilligung der osta frikanischen Centralbahn zu machen. Es ist dem Blatte diese Absicht sowie die Auffassung des Generals, bei Versagung der Eisenbahn die Verantwortlichkeit für die Entwickelung in Ostafrika nicht länger tragen zu können, bereits vor einiger Zeit von anderer Seite mitgeteilt worden. — S. M. großer Kreuzer Hansa(Kommandant Kapitän z. S. Pohl) ist am 11. ds. von Tsingtau nach Wusung in See gegangen. — nem Abgeordneten hause ist gestern der Gesetzentwurf betreffend den Kredit zum Bau von Arbeiterwohnungen u. s. w. zugegangen. Derselbe schließt sich an die früheren ähnlichen Vorlagen an und fordert 5 Millionen Mark. Metz. 15. Mai. Der Kaiser traf gestern morgen 6½ Uhr mit Sonderzug aus Kurzel in Noveant ein, übernahm den Oberbefehl einer aus Metzer Garnisonstruppen kombinierten Südarmee rückte gegen die Nordarmee, welche das Fort Häseler besetzt hielt und unter dem Befehle des Kriegsministers von Goßler stand, vor erstütmte in schneidigem Angriff die Feste und hielt 1 Uhr auf deren Höhe die Kritik ab. Auf der Rückfahrt im Wagen mit dem Grafen Höseler nahm der Kaiser mehrere Blumensträuße entgegen tial 1½ Uhr hier zum Früchstück bei dem Grafen ein an dem auch der Kriegsminster v. Goßler Graf Schlieffen Furst Hohenkohe, Bezirkspräsident v. Hammerstein, Prinz Otto von Schaumburg, Generalinspekteur v. d. Goltz die Metzer Generalität und die Generalstabsoffiziere teilnahmen. Um 3½ Uhr erfolgte die Abfahrt mit Wagen nach Urville. ## Altenburg(S=A.) 13 Mai. In den Morgenstunden des heutigen Sonntag wurde durch Kanonendonner vom Schloßgarten her dem Altenburger Lande die hocherfreuliche Kunde gevracht, daß uner auverehrte Prinzessin Adelheid. Gemahlin des Prinzen Ernst von Sachsen=Altenburg, in Potsdam von einem Prinzen entbunden worden ist. Mit dem jungen Prinzen ist nunmehr falls ihn Gott der Herr am Leben erhält, die Erbfolge in useren Herrscherhause gesichert. Bad Honburg, 13 Mai. Es steht nunmehr fest, daß die Kaiserin am 18. ds zu längerem Aufenthalt hierher kommt. Die kaiserlichen Prinzen und die Prinzessin Viktoria Luise treffen schon am 15. ein. Der Kaiser hat einen längeren Besuch für Anfang Juni in Aussicht gestellt Dresden, 13. Mai. Der Landta## wurde heute mirgen durch den König im Residenzschloß in feierlicher Weise geschlossen Leipzia 13. Mai Gestern wurde hier das deusche Buchgewerbehaus eingeweiht Staatssekretär Graf Posadowsky nahm als Vertreter des Kaisers an der Feier teit und übergab eine Marmorbüste des Kaisers. Mit der Einweihung war die Enthüllung dreier Statuen der großen Erfinder Gutenberg, Senefelder und König verbunden Der Weiheakt gestaltete sich zu einer großen Huldignng für die Buchdruckerkunst. Oesterreich=Ungarn. Wien, 12. Mai. Der Kaiser empfing gestern den MiIsteogrschesten Wacber 1ud Nes uund neiste sohonn 12. Mai. Der Rektor der hiesigen Universität Professor Dr. Neumann hat wegen der Studentendemonstrationen demissioniert. Wien, 12. Mai. Erzherzog Ferdinand Karl ist heute mit großem Gefolge nach Madrid abgereist. New=York, 12. Mai. Im Senat hielt gestern Senator Lodd eine wichtige Rede zu Gunsten der Flottenvermehrung. Die Vereinigten Staaten, sagte der Redner, müßten die vollkommene Obermacht in dem Golf von Mexiko besitzen. Der Redner erklärte weiter, der Ankauf der dänischen Inseln seitens Deutschlands müsse als ein thatsächlich feindlicher Akt gegenüber den Vereinigten Staaten betrachtet werden. Diese Rede hat größe Erregung hervorgerufen. Athen. 12. Mai. Die Blätter teilen die demnächstige Ankunft der Prinzessin von Wates und ihrer Tochter Viktoria in Korfu mit. Wie es heißt, wird alsbald nach ihrer Ankunft die Verlobung der Prinzessin Viktoria mit dem Prinzen Georg bekannt gegeben werden. Parteinachri An Mitgliedsbeiträgen und zum Agitationsfonds gingen ein von Mitgliedern aus Weidenau, gesammelt von Sp. 30 M., D. 10 M., J. 4 M. und Sch. 10 M. Briefträger H. in Köln 1. M. Rechtsanwalt B. in Berlin 2 M. 5 Pfg., C. T. 10 M., Buchhändler M. 3 M., beide in Königsberg(O.=Pr.), D. in Plauen# M., M. 1. in Hohensichte 6 M. 15 Pfg., W. H. in Siegburg 2 M., C. Sch. in Zittau 3 M. Besten Dank. Dr. Burckhardt=Godesberg. Die Rheinfahrt der Torpedovoorsdinision. Mainz, 12. Mai. Die Empfangsseierlichkeiten für die Torpedobootsdivision werden sich nach dem„Mainzer Tageblatt“ wie folgt gestalten: Am Montag fahren der Oberbürgermeister und die Beigeordneten, sowie Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung auf dem Dampfer„Ludwig IV.“ der Flottille entgegen. Beim Zusammentresfen findet Begrüßung durch Salutschüsse statt, worauf die Weiterfahrt nach hier erfolgt. Ferner sind für Montag vorgesehen: Darreichung eines Ehrentrunkes, Festmahl im Militärkasino, sowie abends in der Stadthalle Kommers. Am Dienstag werden die Offiziere der Flottille die Stadt und die Umgegend besichtigen. Um halb 2 Uhr findet dann Festessen im Kasino„Hof zum Gutenberg“ statt und für den Abend ist ein großes Anlagesest mit Feuerwerk 2c. geplant. Krefeld, 12. Mai. Gestern konnte der Bürgermeister von Uerdingen der Stadtverordueten=Versamumlung die Mittellung machen, daß die Torpedobootsdivision, an die eine Einladung seitens der Stadt ergangen ist, nach einer persönlichen Unterredung des Bürgermeisters mit Kapitänleutnant Funke am 25. Mai in Uerdingen morgens eintreffen und zweitägigen Aufenthalt— wovon ein Tag dem Besuch der Nachbarstadt Krefeld gelten soll— nehmen werde. Vingen, 12. Mai. Die Torpedoboote, welche sich nachmittags nach Rüdesheim begeben, kehren am Montag nach Bingen zurück. Alsdann unternimmt der Großherzog von Hessen mit der Flottille eine Fahrt nach Mainz. Am Sonntag findet am Nationaldenkmal auf dem Niederwald eine große ratriotische Feier statt. Karlsruhe, 12. Mai. Nach einem heute hier eingetroffenen Telegramm des Kommandanten der Torpedoflottille zufolge treffen bei günstigem Wasserstande die 6 Torpedoboote am 19. er. in Marau ein. Es sind große Empfangsfeierlichkeiten in Aussicht genommen. Salele O Siegen, 14. Mai. Nach längerer Pause hiell der Ebange lische Gesellenverein gestern abend in seinem Vereinshause in der Burgstraße wieder einen Famimenabend ab, der sich eines zahlreichen Besuches zu erfteuen hatte. Herr Pastor Vorländer, der Vorsitzende des Vereins, eröffnete den Abend mit einer Ansprache und teilte am Schluß derselben mit, daß sich Herr Dammann habe bereit finden lassen seinen vor einiger Zeit vor einer leider recht kleinen Zuhörerschar gehaltenen Vortrag über„Das Eisen" noch einmal zu wiederholen. Hierauf betrat Herr Dammann das Rednerpu##t und schilderte in einem vorzüglich aufgebauten Vortrage die Entstehung, Gewinnung und Verarbeitung des Eisens unter besonderer Berück sichtigung des Siegerländer Eisens. Da wir diesen Vortrag bereits in einem früheren Berichte stizziert haben, so können wir es uns heute versagen, näher darauf einzugehen Die Ausführungen des Redners fesselten die Zuhörer ungemein und konnte es nicht ausbleiben, daß am Schlusse des Vortrages ein reicher Beifall den Redner lohnte. Der weitere Verlauf des Abends gestaltete sich ebenfalls recht unterhaltungsreich. Fräulein Paula Soyngen erfreute die Versammlung mit einigen Frühlingsliedern, die von dem Herrn Lehrer Zipp auf dem Klavier begleitet wurden Rauschender Beifall folgte jeder einzelnen Piece. Die Gesangsabteilung des Vereins, sowie auch der Posannenchor thaten ebenfalls ihr Bestes zum Gelingen des Abends. Um ½11 Uhr erreichte der Familienabend sein Ende. + Siegen, 14. Mai. Aus dem Jahresberichte des Vaterländischen Frauenvereins für den Kreis Siegen der vor einigen Tagen seine Jahreshauptversammlung abhielt teilen wir folgendes mitI. Vaterländischer Frauenuerein für den Kreis Siegen. Die Zahl der Mitglieder betrug am Ende des Jahres 1899 1951 ordentkiche Mitglieder(gegenüber 1863 Mitgliedern am Ende des Jahres 1898) Die Thätigkeit des Vereins wird durch einen Ende 1899 aus 28 Damen und 2 Herren bestehenden Centralvorstand geleitet. Die Gesamt=Jahreseinnahme des Vereins mit Einschluß seiner sämtlichen Ortsvereine betrug in 1899 M. 17862,08 Hierzu der am 31. Dezember 1898 vorhanden gewesene Bestand an Bar und Kopitalien M. 3508,61= M. 21 370,69. Die Ausgaben betrugen: M. 11 403,81; es verbleibt ein Bestand von M. 9966,88. Dem Vaterländischen Frauenverein wurde im verflossenen Jahre eine Stiftung der Herren Dr. Scheuck, Buchdruckereibesitzer Wilh. Vorländer in Siegen und Kommerzienrat Ad. Krämer in Freudenberg im Betrage von M. 3216,48 überwiesen. Auch in dem verflossenen Jahre hat sich die Thätigkeit des Vereins weiter vergrößert. Der Ortsverein Weidenau hatte eine geordnete gemeinsame Armenpflege bei den Gemeindeverwetungen des Amtes Weidenau beantragt und übt dieselbe in Gemeinschaft mit den Gemeinde=Armenpflegern seit zwei Jahren aus. Diese Armenpflegekommission steht in Verbindung mit dem Kriegerverein und anderen Wohlthätigkeitsvereinen. Der genaunte Verein ist kerner bestrebt, die Erwerbsfähigkeit und die Arbeitsgelegeuheit besonders für arme Witwen und Waisen zu fördern, indem er dieselben Unterrichtskunfe im Nähen und Bügeln nehmen läßt, ihnen das Material zur Ausübung ihres erkernten Berufs verschafft und ihnen Arbeit zuweist, ebenso verschafft er armen Schulkindern das vorgeschriebene Arbeitsmaterial für den Handarbeitsunterricht. Eine gleiche geordnete Armenpflege ist auch von dem Ortsverein Crenzthal dadurch herbeigeführt worden, daß eine aus Mitgliedern des Gemeindevorstandes und aus Mitgliedein des Ortsvereins=Vorstandes gebildete Kommission die Armenpflege besorgt. Die Krankenpflege auf dem Lande wird von 6 durch den Zweig=Verein vom Roten Kreuz auf dessen Kosten ausgebildeten Krankenpflegerinnen und einigen Pflegerinnen für Wöchnerinnen ausgeübt. Die unter der Aussicht und Leitung des Vaterländischen FrauenVereins stehende Kreis=Haushaltungsschule hat im Berichtsjahre 5 Haushaltungskurse und zwar in Burbach(2) und in Wilnsdors(3) abgehalten. Seit Einrichtung dieser Schule ist dieselbe von rund 550 Schülerinnen besucht worden.— Auf Veranlassung des Ortsvereins Weidenau ist in den zwei Volksschulen der Gemeinde Klafeld=Geisweid seit Ostern 1898 der Haushaltungs=Unterricht eingeführt worden, ebenso seit August 1899 in den ersten Klassen der drei Volksschulen der Gemeinde Weidenau, welche letztere die Gesamtkosten übernommen hat. An dem Haushaltungsunterricht nahmen 110 Schülerinnen teil.— Der Ortsverein Weidenau besitzt eine Industrieschule in Weidenau, deren Unterricht im Berichtsjahre von 50 Schülerinnen besucht wurde.— Die Ortsvereine haben zu Weihnachten und wo es sonst not that, Arme mit Kleidungsstücken, Betzeug„Nahrungsmittelnund Feuerungsmaterial versehen, Der Ortsverein Freudenberg hattel dortselbst im Winter für die auswärtigen Schulkinder eine Suppenküche hergerichtet. II. Zweig=Verein vom Roten Kreuz für den Kreis Siegen. Der Verein zählte Ende 1899 952 ordentliche Mitglieder gegen 949 Mitglieder Ende 1890. Die Leitung des Vereins liegt in den Händen des Vorstandes, der gegenwärtig 16 Mitglieder zählt. Die Einnahmen betrugen zusammn 4091,34 M. die Ausgaben 2825,00 M., sodaß ein Bestand von 1265,49 M. verblieb, welchem hinzu kommt der Bestand pro 1898 von 1042,18 M.! Mithin verbleibt ein Vereinsvermögen von 2307,67 M. Der mit dem Zweig verein vom Roten Kreuz zu Siegen verbundene Vaterländische Frauenverein für den Kreis Siegen hat eine Musterkiste mit Anzügen, Verbandsstoffen, Bettzeug u. s. w. im Werte von ca. 300 M. bezogen. Die Frauenvereins=Ortsvorstände haben sich bereit erklärt, eine größere bestimmt angegebene Anzahl dieser Sachen innerhalb drei Wochen nach erfolgter Moobilmachung zu liefern. Der Zweigverein vom Roten Kreuz hat sich ferner Verbandszeug u. s. w. für das zu errichtende Vereinslazarett in Siegen im Anschaffungswerte von Mark 1491,75 beschafft. Das Verbandszeug ist von dem Krankenhause der Stadt Siegen mit der Maßgabe in Verwahrung genommen worden, daß die für die Bedürfnisse des Krankenhauses nötigen Sachen dem Depot entnommen, aber die verwendeten Sachen stets wieder durch Neuanschaffungen ergänzt werden. Die mit Hilfe des Vaterländischen Frauen=Vereins im Kreise errichteten 16 Krankenpflegehilfsstationen stehen mit ihrem Material an Krankenpflegegegenständen im Kriegsfalle für die Zwecke des Zweigvereins vom Roten Kreuz zur Verfügung. Nach der Mobilmachung im Kriegsfall errichtet der Verein sofort nach deren Bekanntgabe ein Lazarett mit 50 Betten in der Häuslingschule und übernimmt in demselben die gesamte Pflege. Zu letzterem Zwecke sind von Herrn Dr. Knebel eine Anzahl Damen ausgebildet worden von denen zur Zeit acht theoretisch und praktisch ausgebildete Pflegerinnen zur Verfügung stehen. Ferner sind mit 3 in der Stadt Siegen wohnenden Heilgehilfen zur Dienstleistung im Vereinslazarett Verträge abgeschlossen worden, die alljährlich erneuert werden. Auch kann aus den von Herrn Sanitätsrat Dr. Heusgen in der ersten Hilfeleistung bei Unglücksfällen aus gebildeten ca. 70 Arbeitern bildungsfähiges Pflegepersonal zur Ver stärkung des Pflegedienstes entnommen werden. Bei der Einrichtung des Lazaretts wird nur auf solche Kranke Rücksicht genommen werden können, welche nicht mit Infektionskrankheiten, wie Ruhr, Cholera, Pocken u. s. w. behastet sind. Die entstehenden Kosten in der Pflege u. s. w. im Vereinslazarett trägt die Militärverwaltung.— Auch für die Unterbringung rekonvaleszenter Soldaten ist Vorsorge getroffen worden, indem die Errichtung einer Genesungsstation in Krombach vorgesehen wurde. Das dortige Lutherhaus soll mit entsprechenden Einrichtungen für die Aufnahme von vorläufig 20 Rekonvaleszenten versehen werden. Wegen Errichtung einer Lungenheilstätte im Kreise Siegen sind verschiedene Verhandlungen unter anderem mit Herrn Dr. Pannwitz gepflogen worden. Der Vereinsvorstand hat daraufhin beschlossen, zwar die Angelegenheit weiter im Auge zu behalten, jedoch vorläufig erst die Erfolge der im Kreise Altena errichteten Lungenheilstätte abzuwarten. III. Kreisstelle Infolge einer Anregung des Pro vinzial=Vereins vom Roten Kreuz für Westfalen wurde im Jahre 1896 in Aulehnung an die in Münster geschaffene Provinziglstelle auch für den hiesigen Kreis eine Kreisstelle für den Kreis Siegen begründet. Während der Vaterländische Frauenverein einen wesentlichen Teil seiner Aufgaben in Friedenszeiten zu erfüllen hat, titt die Kreisstelle erst imn Kriegsfalle in Thätigkeit. IV. Gemeinsame Wohlthätigkeits=Sammlungen. Für die Ueberschwemmten in Bayern wurden M. 962,81 gesammelt und an die zur Empfangnahme der Gelder bezeichnete Stelle abgeführt. Ferner sind für die Thätigkeit des Roten Kreuzes in Transvaal bis heute M. 1,32,80 nach Berlin abgesandt worden. Diese Sammlung ist noch nicht geschlossen. Wetterbericht. Der Lustdruck ist über dem Süden und Südosten des Erdteils gestiegen und haben sich dabei die gestern noch zwischen dem Nord= und Südfuße der Alpen bestehenden Unterschiede ausgeglichen. Ueberhaupt sind die Unterschiede in den Barometerständen heute nur gering, aber die Verteilung des Luftdrucks ist in den kontinentalen Lagen noch immer nicht gleichmäßig. Die Hauptdepression zieht nordwärts ab, ein sekundäres Minimu scheint von der BiscayaSee ins Mittelmeer vorzudringen Die Witterung hat auf unserem Gebiete eine leichte Besserung erfahren und haben auch im AlpenVorlande die Niederschläge vorübergehend aufgehört. Die Temspera turen sind zumeist etwas gestiegen. Voraussichtliche Witterung Bei wechselnder Bewölkung zunächst noch ziemlich kühles Wetter. Karl Jakob Schneider zu Wilnsdorf, kath.— Heinr. Karl, S. d. Bergmanns Anton Braun zu Niederdielsen, kath.— Martha, T. d. Bergmanns Friedrich Zimmermann zu Eisern, ev.— Roberi, S. d. Bergmanns Heinrich Ströhmann zu Wilgersdorf, kath.— Martha, T. d. Ludwig Schäfer zu Oberdielfen, ev. Aufgebote. Landwirt Robert Daub zu Mittelwilden und Heuriette Neef zu Oberwilden. Eheschließungen. Schmied Heinrich Pieck zu Niederdielfen und Christine Marie Amalie Wagner zu Kann, ev.— Steiger Heinrich Wilhelm Roth zu Eisern mit Emilie Charlotte Katharine Göbel zu Limburg, ev. Sterbefälle. Bergmann Friedrich Schutte zu Obersdorf, 26 Jahre alt, ev.— Haushälterin Marianne Schöler zu Eisern, 44 Jahre alt, ev.— Gustav, S. d. Witwe Albert Will zu Obersdorf, 1 Jahr alt, ev.— Bergmann Hermann Schneider zu Eisern, 51 Jahr alt, ev.— Heinrich, Sohn des Landwirts Christian Remmel zu Oberdielfen, 4 J. alt, kath. Letzte Post. Berlin, 13. Mai. Der„Lokal=Anzeiger“ meldet aus Konitz: inters Leichenteile wurden vom Krankenhause nach dem Keller der Staatsanwaltschaft geschafft. Darmstadt, 13. Mai. Der Großherzog begiebt sich nach der„Darmstädter Zeitung" am Montag nach Bingen und fährt von dort mit der Torpedoboots=Division nach Mainz, wo die Offiziere derselben zur Frühstückstafel nach dem Palais geladen werden. Budapest, 13. Mai. Nach Meldungen aus Konstantinopel aus angeblich guter Quelle wurde im Lause der vergangenen Woche auf den Sultan ein Vergistungsversuch gemacht, welchem der Sultau nur durch einen Zufall entging. Es wurden viele Verhaftungen in der Angelegenheit vorgenommen. U. a. wurde der Sohn des Polizeiministers und der Sohn eines Professors an der medizinischen Hochschule verhaftet. 13. Mai. Von informierter Seite wird versichert, daß die anläßlich der Delegation hier weilenden Abgeordneten Jaworski und Graf Dzieduszycki die Mission übernommen haben, mit den tschechischen Delegierten Verhandlungen wegen Aufgabe der tschechischen Obstruktion abzuhalten. London, 13. Mai. Die heutigen Blätter sprechen sich zwar lobend über das schnelle Vordringen Lord Roberts und seine Besetzung von Kroonstad aus, befürchten aber, daß seine Avant=Garde schließlich von den Buren umzingelt und vom Hauptquartier abgeschnitten werden könnte. Die Optimisten rechnen aus, daß Lord Roberts, wenn er mit derselben Schnelligkeit wie bisher vordringt und sich ihm keine weiteren Hindernisse in den Weg stellen, innerhalb 14 Tagen in Pretoria sein kann. Von Kroonstad nach dem Vaalfluß beträgt die Entfernung 125 Kilomeler, vom Vaalfluß nach Johannesburg 65 Kilometer und von Johannesburg nach Pretoria nur noch 48 Kilometer, im ganzen also 238 Kilometer. Demgegenüber ist zu berücksichtigen, daß die Truppen Roberis augenblicklich infolge der Gewaltmärsche vollständig erschöpft sein müssen und daß außerdem die Verpflegungsschwierigkeiten mit jedem Tage sich vergrößern. In Kroonstad kann Roberts mit seiner Avantgarde sich nur kurze Zeit aufhalten, da Kroonstad ein unbedeutendes Städtchen ist, worin er weder seine Truppen unterbringen, noch dieselben verpflegen kann. Die Blätter sprechen die Befürchtung aus, daß Roberts seitens der bei Thabanchu und Ladybrand zurückgebliebenen Burenkommandos eine Uebemaschung zustoßen könne, da diese Kommandos sich zur Aufgabe gestellt haben, die Nachhut Roberts anzugreifen und vom Gros abzuschneiden. Letzte Mai. Das Verline Berlin, 1a Mai. Das Verliner Tageblatt meldet aus üblig nur 16 Minuten konferierte. Das Gessräch drehte fast ausschließlich um die Angelegenheiten des österreie schen Reichsrates, wobei aber die tschechischen Delegierten nur mit wenigen Worten angesprochen wurden. Auch der Cercle mit den ungarischen Delegierten, welcher eine halbe sich ichiren Delegierten gegenüber in sehr die Granartiakeit und Innigkeit de Rette Maifeiern. In Schweden=Norwegen dem Lande der „Uebermenschen“ zu denen die Führer und Helden der Sozialdemokratie ja selbstverständlich gehören, haben sich die„Genossen“ eine würdige Maifeier geleistet. In Christiania ist es bei der sozialdemokratischen Maiseier zu skandalösen Austeitten gekommen. Die Demonstration am Tage verlief, wie der Schles Zig. geschrieben wird, ziemlich ruchig, dagegen spielten sich am Abend beim Fest imn Zirkusgebäude Szenen ab, welche jeder Beschreibung spotten. Der gemeinste Pöbel, besonders weiblichen Geschlechtes, war hier versammelt, es wimmelte von betrunkenen Frauen und Mädchen, selbst solchen im Alter von 14 und 15 Jahren, und jeder einigermaßen anständig gekleidete Mann wurde überfallen. Hunderte vollständig betrunkener Männer taumelten umher und vollführten wilde Schlägereien. In den Straßen ging es nicht minder voh zu. Ueberall Geschrei Schlägereien und Ueberfälle sriedlicher Passanten wobei das Blut in Strömen floß. Dabei fanden die Taschendiebe ein reiches Feld ihrer Thätigkeit. Den Sicherheitsorganen war es nicht möglich, auch nur einigermaßen Ordnung zu schaffen obwohl Verhaftungen der ärgsten Ruhestörer zu Hunderten stattfanden. Die Wachtlokale waren buchstäblich in solcher Weise mit Arrestanten gefüllt, daß die Beamten die größte Schwierigkeit hatten sie bis zum Morgen in Ordnung zu halten. Einige der Verwundeten werden kaum mit dem Leben davonkommen. Das ganze„Fest“ war eine Schande für die Arbeiter und eine ungeheure Blamage für die Veranstalter, und die Blätter aller Parteien stimmen in der schärften Verurteilung dieser Vorfälle überein.(In ähnlicher Weise ist die Maifeier auch von den Pester Sozialdemokraten begangen worden.) Standesamt Wilusdorf. Angemeldet vom 20. April bis 4. Mai er. Geburten. Martha Lina, T. d. Schuhmachermeisters Ferdinand Klaas zu Niederdielfen, ev.— Auguste T. d. Schuhmachermeisters warmen Worten über eatlich die sren glall eriebigen, undorlennmigreer elegierte, Max Falk, welcher eine Vemterkung, über Oesterreich Kage ein Absolntik und Gegner dis Paiangentarisnus zu werden. Das ist nicht erlaubt. Zu dem Baron Harthanyi sagte der Monarch: Wären nur die Zustände in Oesterreich so wie in Ungarn. Berlin, 14. Mai. Von absolut vertrauenswürdiger eite geht dem Berliner Tageblatt ein 10. März aus Udala, drei Tagereisen agebla Tage iuffalle von Tabora, datiert, welcher die auffallende Mitteilung enthält, daß es am Kivusee zwischen deutschen und Kongotruppen zum Kampfe gekommen sei. Die Stelle lautet: Die Herren aus Tabora sind mit allen Askaris(Soldaten) nach dem Kivusee gezogen, wo die Belgier(Europäer) die Deutschen angegriffen haben. Es ist also Krieg. Alle bewaffneten sind nach Kivuse aufgebrochen. Herr von FrothaS ist vorgestern hier angekommen um nach Pukoba zu gehen. London, 14. Mai. Gestern abend ging hier Gerüicht um, Mafeking sei entsetzt. Die amtliche gung dieser Meldung steht noch aus. Petersburg. 14. Mai. Nach einer hier eingetroffenen Meldung ist auf dem Schwarzen Meere ein russischer Dampfer untergegangen. Die aus ca. 80 Personen bestehenbe Besatzung fand ihren Tod in den Fluten. des redaktionellen Schnec-weisse Wäsche#nendung von Lettermann's Salmiak-Terpentin-Fettlaugenmehl oder Lettermanr’'s Wasch-Extract„Wasch-Bär“ unter grösster Schonung der Stoffe, a Packet 15 Pf. Wilh. Dietermann, Siegen, Kölnerstr. 54, Schuhwaren-Geschäft. Billigste Bezugsquelle durchaus solider Schuhwaren. Theodor Ferber, Siegen Löhrstraße 24. Herren= Kuaben u. Arbeiter Garderobe Größte Auswohl, billigste Preise Junger Mann sucht in Industriegegend ein kleines aber flottes Kolonialwaren Geschäft zu kaufen oder zu mieten. Off. unter S. 11. 1460 befördert die Exped. d. Bl. Am Samstag den 19. d. nachm 5 Uhr, m Saale des Herrn Heinrich Steife Siegen Stiftungstest, zu welchem die Lehrer des Kreises und Freunde der Schule mit ihren Angehörigen herzlichst eingeladen werden. 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Jeder Versuch wird dessen vorzügliche Waschkraft bestätigen. Gemäß S des Krankenversichtrungsgesetzes vom 15. Juni 10. April 1883/1892 sowie der Ziffer 2c und 6 der hierzu erlassenen Ausführungs=Anweisung vom 10. Juli 1892 werden nach Anhörung der betreffenden Gemeindebehörden in Abänderung meiner Verfügungen vom 16. August 1892 A III b 4721. 8. Februar 1894 A III b 604, 26. August 1897 A III b 4966 und 4. Februar Statuten für Baugenossenschaften 8 Seiten stark,1 Stück—,10 Mk. 10„—90 100„ 8.00„ Statuten für Kreisbauvereine 1 Stück—.15 Mk. im Preise und Qualität sind die beliebten Nöschen's liefert die Buchdruckerei der 2,60 Mk., für erwachsene weibliche Arbeiter 1,60 Mt., für jugendliche männliche Arbeiter 1,50 Mk., für jugendliche weibliche Arbeiter Siegen, Sandstr. 18. Franz Roth. Siegen Sandstrasse 41, Immobilien=Vermittlungsgeschäft. 1,20 Mk. 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Die Herren Gruppenführer werden herzlich gebeten, die Tischler unter den Mitgliedern ihrer Gruppen darauf aufmerkfam zu machen, daß im Arbeitsnachweis des Vereins mehrere Tischler bei gutem Lohn und dauernder(Bau= u. Möbel=) Arbeit gesucht werden. Juisburg insbesondere aber die Breslauer, werden herzlich gebeten, uns ihre Adressen anzugeben, damit wir sie zu unseren Ver sammlungen einladen können, die alle 3—4 Wochen Mittwoch abends von 8 Uhr an im Hotel„König von Ungarn“, Bischofstraße, gehalten werden.— Soll unsere christlich=soziale Sache gefördert werden, so thut Zusammenschluß der Gleichgesinnten not. Der christlich=soziale Verein für Schlesien. Pastor Küntzel, Vorsitzender. (Adresse: Breslau, a. d. Magdalenenkirche 6/7 III.) Personen zu gewähren ist. Arnsberg, den 18. April 1900. Der Regierungs=Präsident. Winzer. Die vorstehend abgeänderten Sätze treten am 21. Oktober d. Is. in Kraft. Siegen, den 5. Mai 1900. Der komm. 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Die Sozialdemokraten beantragen, die Reform auf territorialer Grundlage nicht durch Angliederung an die Schiedsgerichte für die Invalidenversicherung, sondern an die Gewerbegerichte herbeizuführen, an deren Stelle für die Landwirtschaft entsprechende Schöffengerichte eingerichtet werden sollen. Ein Eventualantrag will durch Aenderung des§ 62 des Invalidenversicherungsgesetzes die Vorstände der freien Hilfskassen für die Wahl der Arbeitervertreter auch dann wahlberechtigt machen, wenn sie über den Bezirk der betreffenden untern Verwaltungsbehörde hinaus sich erstrecken. Im Falle der Ablehnung auch dieses Antrages soll die Berechtigung wenigstens für den Bereich der Unfallversicherung eingeführt werden. Abg. v. Stumm(Rp.) hält territoriale Schiedsgerichte für undurchführbar. Direktor Wödtke bittet, den Antrag abzulehnen. Die Abgg. Richthofen(kons.) und Hofmann=Dillenburg(nat.=lib.) sprechen sich gegen den Antrag Albrecht aus, welcher abgelehnt wird. Zu§ 5 befürwortet Stadthagen Soziald) einen Antrag Albrecht, welcher eine der Zahl der in den einzelnen Berufsgruppen beschäftigten Personen entsprechende Verteilung der Beisitzer einführen und auch den Fachvereinen der Arbeiter das Recht geben will, Beisitzer in Vorschlag zu bringen. § 5 wird unter Ablehnung des Antrages Albrecht in der Kommissionsfassung angenommen. § 6 wird unverändert nach der Kommission angenommen. ZuS7(Zuziehung von Beisitzern aus der Land= und Forstwirtschaft sowie aus dem Bergbaubetriebe zu den Verhandlungen über Unfälle aus diesen Berufszweigen) begründet Abg Stadthagen(Soziald.) einen Antrag Albrecht, den Grundsatz der Kommission auch auf die übrigen Berufsvereine auszudehnen. Geheimrat Caspar hält den Antrag Albrecht grundsätzlich für berechtigt, derselbe gehe aber zu weit. Allgemein wäre die Zuziehung von sachverständigen Beisitzern nicht durchführbar. Abg. Roesicke=Dessan(fraktionslos) beantragt eine redaktionelle Aenderung und tritt in übrigen für die Kommissionsfassung ein. Nach einer kurzen Bemerkung des Abg. Hofmann=Dillenburg (nat=#b. wird der Antrag Albrecht abgelehnt und die Kommissionsfassung mit dem Antrag Roesicke angenommen. ##a den die Kommission neu eingefügt hat, behandelt die Wahl der ärztlichen Sachverständigen durch Schiedsgerichte zu Beginn eines jeden Geschaftsjahres. Abg. v. Stumm beantragt,§ 7a zu streichen. Berichterstatter Trimborn(Centr.) weist darauf hin, daß die Kommission diesen Paragraphen einstimmig beschlossen habe. Der Paragkaph wird angenommen. § 8 regelt die Beweismittel, Augenscheinnahme und Urkunden vor dem Schiedsgericht. Abg. Fischer=Sachsen(Sozialdem.) begründet einen Antrag Albrecht, wonach auch arztliche Zeugnisse der Berufsgenossenschaft und den Verletzten rechtzeitig mitzuteilen sind. Der Antrag wird abgelehnt und der Paragraph in der Kommissionsfassung angenommen. Abg. Albrecht und Genossen beantragen die Einfügung eines § 8a, wonach, falls dem Verletzten nicht die Vollvente bewilligt wird, weil er in einem anderem Berufe noch etwas erwerben kann, Sachverständige aus jenem Berufszweige zu hören stud wonn für den Verletzten noch eine Erwerbsmöglichkeit vorhanden sein soll. Abg. Fischer=Sachsen(Sozialdem begründet den Antrag. Staatssekreiat v. Posadowsky halt den Antag für undurchführbar Der Kreis der Erwerbsfähigkeit der Verletzten sei nur negatio begrenz; der Verletzte werde häufig noch in der Lage sein, in einer ganzen Anzahl anderer Berufszweige sein Brot zu verdienen. Nach dem Antrage müßten aus allen diesen Berufszweigen Sachverständige gehött werden, das sei unmöglich. Abg. Molkenbuhr(Sozialdem.) tritt für den Antrag ein. Der Antrag wird abgelehnt. Der§ 9 wird debattelos angenommen. Zu§ 10(Reichsversicherungsamt) beantragt Hofmann=Dillenburg (nat.=lib.), das Wort Spruchkammer durch„Senat“ zu ersetzen. Staatssekretär v. Posadowsky bittet, den Ausspruch Spruchkammer, weil er deutsch ist, beizubehalten. Der Name thue nichts zur Sache. Bei aller Hochachtung für das Reichsversicherungsamt könne man es jedoch nicht mit dem Reichsgericht auf eine Stuse stellen. Abg. Hirsch(Freis. Vg.) fühlt sich schmerzlich berührt dadurch, daß die Kommission das deutsche Wort Vorsitzender durch Präsident ersetzt habe, und wünscht, daß die Latinisierung nicht weiter getrieben werde. Der Antrag Hofmann wird angenommen und damit der§ 10 in der Kommissionsfassung. § 15 regelt die Besetzung des Reichsversicherungsamtes bei Entscheidungen. Die Kommission hat anstatt vier Mitglieder fünf vorgeschrieben. Staatssekretär v. Posadowsky bemerkt, daß diese Veränderung das Reichsversicherungsamt nicht derart entlastet, wie es die Regierung für wünschenswert hält. Die Regierung behält sich vor, später auf die Fassung der Vorlage zurückzukommen. Der Paragraph wird in der Kommissionsfassung angenommen. Die Kommission hat einen§ 15a eingefügt, wonach das Reichsversicherungsamt in gewissen grundsätzlichen Fragen in den drei vereinigten Spruchkammern entscheiden soll. Abg. v. Richthofen(kons.) beantragt, anstatt der drei vereinigten Spruchkammern eine erweiterte zu setzen. Abg. Gaulke(Freis. Vg.) beantragt, diese erweiterte Spruchkammer anders zu organisieren, als nach dem Wunsche Richthofens. § 15a wird in der Kommissionsfassung mit den Anträgen Richthofen und Gaulke angenommen. §§ 16—19 werden debattelos angenommen. § 20 trifft Bestimmungen über weitere Einrichtungen der Berufsgenossenschaften, insbesondere zur Versicherung gegen Haftpflicht, zur Organisation des Arbeitsnachweises und zur Errichtung von Rentenzuschuß= und Pensionskassen. Die Teilnahme an solchen Einrichtungen ist freiwillig; bei den landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften kann jedoch durch Beschluß der Genossenschaftsversammlung mit Zweidrittelmehrheit die Hastpflichtversicherung obligatorisch gemacht werden. Abg. Hofmann=Dillenburg und Abg. Waldow=Reitzenstein(kons.) beantragen letztere Bestimmung zu streichen. Abg. Gamp(Np.) beantragt eine Bestimmung, daß die Haftpflichtversicherung gegen vorsätzlich herbeigeführte Unfälle nicht stattfinden darf Abg. Fischbeck(Fr. Vv.) beantragt, den§ 20 zu streichen. Staatssekretär v. Posadowsky bittet dringend, den Antrag Waldow anzunehmen. Die zwangsweise Verpflichtung habe keinen anderen Zweck, als eine umfangreiche Einrichtung herbeizuführen, die den Versicherten neue Lasten auferlegt und die einen sehr geringen praktischen Wert hat. Ein Antrag Albrecht will die Bestimmung über die Haftpflichtversicherung und den Arbeitsnachweis streichen. Abg. Molkenbuhr(Sozialdem.) begründet diesen Antrag. Abg. Hofmann(Dillenburg) begründet den oben mitgeteilten Antrag und beantragt serner, die Berufsgenossenschaften auch bezüglich der weiteren Einrichtung der Aufsicht des Reichsversicherungsamtes zu unterwerfen. Abg. Hitze bekämpft den Antrag Albrecht und tritt für die Kommissionsfassung ein. Nach weiteren Bemerkungen wird der Antrag Hofmann zu Absatz und der Antrag Richthosen zu Absatz 3 angenommen ferner der Antrag Waldow und der zweite Antrag Hofmann; die übrigen Anträge werden abgelehnt und der Paragraph in der nunmehrigen Fassing angenommen Hierauf wird der Rest des Hauptgesetzes und die Resolution beir. die Unfallversicherung bei der Rettung oder Bergung von Personen und Sachen von verunglückten Personen augenommen. Am Schlufse der Sitzung beklagt sich Abg. Singer(Sozialdem.) über die allgemeine Unklarheit der Geschäftslage des Hauses. Es soll eine Besprechung stattgefunden haben unter Ausschluß der Litten und unter Umgehung des Seniorenkonvents, welche die ler Heinze und das Fleischbeschaugesetz nächste Woche auf die Tagesordnung zu setzen beschlossen habe. Vizepräsident Schnudt erwidert, ihm sei nichts derartiges bekannt. Eine Sitzung des Vorstandes ohne den Ersten Präsidenten bezog sich auf ein Festmahl. Der Vizepräsident sagt, er wisse nur, daß die Absicht besteht, die Unfallgesetze hintereinander zu erledigen, ob noch anderes Material eingeschoben werden soll, lönne er nicht übersehen. Die Flottenvorlage könne bei der Lage der Kommissionsverhandlungen wohl nicht kommen. Morgen 1 Uhr: Fortsetzung der heutigen Tagesordnung Schluß nach 5¼ Uhr. Landtag. Herrenhaus. Berlin, 11 Mai. Am Ministertisch: Dr. v. Miquel, Frhr. v. Hammerstein, v. Thielen, v. Brefeld. Vizepräsident Frhr. v. Manteuffel eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 25 Minuten. Beratung des Gesetzentwurfes über die Gewährung von kredit bei Rentengutsgründungen. Die Agrarkommission hat in§ l die Regierungsvorlage mit der Zweckbestimmung, daß der erforderliche Zwischenkredit für Abstoßung der Schulden und Lasten, der aufzuteilenden oder abzutrennenden Grundstücke und zur erstmaligen Besetzung der Rentengüter mit den notwendigen Wohn= und Wirtschaftsgebäuden dienen soll, wieder ausgenommen und einen neuen § 2 hinzugefügt:„Ueber die Verwendung des Zwischenkredits ist dem Landtage alljährlich Rechnung zu legen.“ Graf Mirbach empfiehlt die Wiederherstellung der Regierungsvorlage, sonst werden seine Freunde gegen die Vorlage stimmen. Nachdem Finanzminister Miquel erklärt, die Regierung könne zur Erreichung des Zweckes des Gesetzes mit der Regierungsvorlage auskommen, wird§ 1 in der Fassung der Herrenhauskommission angenommen, ebenso§ 2 und der Rest des Gesetzes. Das Haus geht zu folgender Interpellation über: Welche Maßnahmen gedenkt die Regierung zu ergreifen, um der in verschiedenen Landesteilen sich bemerkbar machenden, für die Landwirtschaft und Forstwirtschaft in hohem Grade verderblichen Verbreitung der wilden Kaninchen rechtzeitg wirksam entgegen zu treten. Oberbürgermeister Struckmann führt aus, der Kampf gegen die Kaninchen müsse mit kräftigeren Mitteln als bisher geführt werden; die Interpellation habe den Zweck, die Regierung zu neuen Mitteln in diesem Kampfe anzuregen. Oberlandesforstmeister Donner erklärt, die Kaninchengefahr befinde sich auf dem absteigenden Asi. Redner empfiehlt unterirdische Einzännung in der Tiefe von 40 Zentimeter. Graf Mirbach führt aus, durch den Abschuß und sachgemäße tüchtige Jägerei sei, wenn jeder seine Schuldigkeit thue, die Kaninchengefahr zu beseitigen. Dies aufgeklärt zu haben, sei das Verdienst der Einbringung der Petition durch Struckmann. Hierauf folgt die Beratung der Petition des Aussichtsrats der schleswigeholsteinischen Genossenschaftskasse in Kiel um Erhöhung des Grundkapitals der preußischen Centralgenossenschaftskasse und um verhältnismäßige Gewährung eines gleichen Kredits seitens der letzteren an alle provinziellen Centralkassen und die Beratung verschiedener anderer Petitionen. Dann gelangt der Gesetzentwurf betreffend die Regulierung des der Weichsel zur Annahme ebenso eine Sekundärbahnvorlage. Schluß 3 Uhr. Nächste Sitzung unbestimmt. Die Hungersnat in Indien. (Eingesandt.) Das Eingesandt von L. in Nr. 109 des„Volk“ findet Schreiber dieses höchst bedauerlich. Ganz unbegreiflich erscheint ihm die Annahme, daß die Sammlungen für die Verhungernden schließlich der englischen Regierung zu gute kommen sollten; herzios die Bemerkung, daß wir nach Indien erst dann Gaben senden sollen, wenn sonst keine Nol mehr zu lindern ist. d. h. wenn die Unglücklichen in Indien verhungert sind. So welt kann die einseitige Politik treiben, daß das christliche Gewissen zum Schweigen gebracht und die Mahnung Jesu (Luc. 10 25 37, Matth. 5, c) in gröblichster Weise nßachtet wird Selbst wenn zugegeben werden müßte, daß die den Notleidenden gewährte Hilfe indrett England Nutzen beingen würde, so wäre es sehr unchristlich wenn der Haß gegen England größer wäre, als das Mitleid gegen die Hungernden in Indien. Wir stimmen dem bei, daß die in Deutschland gesammelten Unterstützungsgelder durch die deutschen Missionen an die Notleidenden verteilt werden sollen. Man mag bedauern, daß die reiche Sammlung in Berlin der englischen Behorde in Indien überwiesen wurde aber jedenfalls ist es viel richtiger und christlicher, solches zu thun, als nach den Grundsätzen des Eingesandt in Nr. 109 zu handeln. S. in D. Das Weib so surchtet Gott, Nicht werden kann zum SpottUnter der Burensagge Historischer Roman aus Transvaal. Aus den Erlebnissen eines Missionars. S Leoten X Nathaniel hatte den Schwarzen von seiner Fessel befreit und hockte mit diesem gemeinschaftlich an dem einen Feuer Verstohlen betrachteten sie beide die Gruppe von Lady Havman und Pir Thom an dem nächsten Lagerseuer Sie sahen, wie die Lady auf Pit Shom mit lebhaften Armbewegungen einredete sie hörten, wie sie bald laut erregt und bald leise auf ihn einsprach, bemerkten, wwie sie sich zu ihn hinbog Der kühle Holländer hatte Feuer gefaßt und die gewaltige Leidenschaft, welche durch die beredte Sprache des Weibes in ihm erzeugt war, haute die salte Vernunft endlich besiegt und schlug in herzverzehrenden Flammen aus seinem Innern hervor. Die Lady#iumphierte über den Sklaven, welchen sie sich durch ihre herzlo#e#ere Koketterie erworben hatte. Jetz standen ihr die Geheimmisse Srausvaals ohne das hindernde Dazwischentreten i Thoms offen jetzt konnte sie den so wichtigen geraubten Koer wieder erhalten und als Preis für ihre Entehrung war ihr das LebenVir Shoms verwirkt. „Wie soll ich Dich neunen, Geliebtes—## es Mir flüsterte mit erter Stimme omzn — Du großer Narr— beity antwortete sie, doch nun laß uns ruhiger werden#ast nich se nun auf immer bei Dir und wenn ich auch eine geborene Eng##nderin bin, Deine Verlobte— Dein Wib ist von es ab eite#bents alge#denn e Du. Sieh, ich bin reich, und mein ganzes Veimögen über welches ich allein zu Berugen habe, wirst Du erhalten. Du sollst einer der ersten uud augeschensten Männe der Remnblik werden, für Dich will ich alles thun, was Du nur verlangst, nur hab nlich lieb— hab mich lieb— #eic— Heitu— erwiberte Vi. Shom,— alles was Du#unschest will ich Dir ernngen Alles—— So u willl, lassen wir den Wagen in Ordnung bringen, ich besorge unterdessen meine Pferde un in einer Tagereise sind wie dahein auf meiner Farm in Dauielskni Gut mein Geliebter.“ Ach hätte er gewußt, daß das Weib schlimmer denn ein Skorpion gefährlicher denn eine Schlauge war— hätte er in ihrer Seele lesen können hätter in die Zukunft einen— leider, leider nicht und wer ihm, dem Glückberauschten, jetzt etwas Derartiges gesagt hätte, er würde sein Todfeind gewesen sein. Pit Thom rief Nathaniel zu sich und ging dann mit ihmn fort, um die Pferde zu holen. Unterwegs überlegte er ober nicht den Koffer verbergen sollte, aber bei der Gesinnung seiner Geliebten hielt##r in seiner treuen Denkungsart eine derartige Handlung nicht nötig Er war mie von einem bösen Dämon beherrscht, sinnenlos verstrickt in die Liebesfesseln dieser mödernen Sitene, melcher mit graustier K#lthlitigkeit und den feivolsten K Nathaniel wagte ihn nicht zu stagen, gehorsam führte er die Pferde aus der Kloof und wie sie in das Lager Heity Hapmans zurückkamen, war dieses zum Aushruch sertig. Nur an einem Feuer saßen Heich und Mister Warning und tränken Kaffee, von welchem Pir Thom sowie Mathaniel gleichfalls einige Tassen genossen. Dann brachen sie nachdem Vir Thom die Wassen wieder zur Stelle geschafft hatte, aue auf, bestiegen die Pferde die Ochsen trekten an und Seite an Seite folgten Pir Thom und Herth man dem Wagen. Warning aber, welchem Lady, Hapman in größter Kürze einen teuslischen Ptan mitgeteilt, saß auf seinen Pferde, wie ein chinesischer Wirdenträger, welcher mit seinem Konfüziusverstand einem Idol##klavisch folgt. Sein Idol war Lady S SO Lady Haptan aber bedbachtete mit unbemerkten, kalten, Frausamen Blicken den neben ihr reitenden Pir Thom und den Koffer Jamesons welchen er vor sich auf den Sattel geschnallt hatte Pit Thom aber wurde auf seinem Pferde müde und müden mit aller Kraft kämpfte er gegen eine starke Schläftigkeit, welche sich wie ein lähmender Alp auf seine Sinne legte. Kaum, daß er sich noch auf dem Rücken des Pferdes hielt und plötzlich war seine Widerstandskraft erlöscht, und er sant zu Seite desselben hiemnieder Lady Hapman zügelte ihr Pferd und rief den Kasfern ein lautes:„Halt zu. Warning aber, neben welchem Nathaniel nich, sah, daß auch dieser plötzlich von seinem Pferde wie bewußtlos herabsel und rief frohlockend der Lady zu„All vight— Gott unsere Königin— die beiden holländischen Gauner haben wir Dank Eurem Chloral(Schlafmittel) ohne einen Schuß, Pulver gefangen— hahg.— liegen wie zwei Mehlsäcke. Sde Zwantboys—rief jetzt Lady Hapman,—„schafft Stricke her nehmt diesen Schurken welche uns in der Nacht übersielen und den Koffer gestohren haben, die Wasfen fort — bindet sie fest und legt sie abseits von dem Fluß zwischen die Felsen So und diesen Zeitel hestet dem diebischen Holländer auf die Brust damit riß sie aus einem Notizbuch einen Zettel und schrieb mit Blei darauf:„So kämpfte und rachte sich Lady Hapman Mit kalter Grausamkeit ließ sie die beiden Unglücklichen binden und dann abseits zwischen die Felsen legen Nachdem dieses geschehen, nahm sie den Koffer an sich und befahl vorwärts. Mit lautem hoi=hepl hoi-hep!“ setzte sich der Zug wieder in Bewegung und bald war er in der nächtlichen Dämmerung verschwunden. Der unglückliche Pir Thom und Nathaniel aber lagen gefesselt in der Wildnis. Von weitem ertönten mißtönige Schreie von Schakalen Näher und näher kamen dieselben, als ob sie den Ort ihrer Opfer wußten und immer engere Kreise zogen die Raubtiere um dieselben. Endlich hatten die glühenden Augen den schrecklichen Fraß entdeckt und ihre lauten, gellenden Schreie tönten triumphierend in die Nacht hinein, ohne daß sie ihren Opfern in dem tiefen, todesähnlichen Schlafe zum Bewußtsein kamen Pit Thom umgankelteit=gtückliche Hallinziniationen und setzten ihn an die Seite des schöusten Weibes, welches er jemals gesehen. Nathaniel dagegen war es, als läge er in einem Wespenhausen und bemüchte sich vergebens, von den Insekten frei zu werden. Die Stiche aber welche er empsing waren die scharfen Reißzähne zweier Schakale, welche dem Unglücklichen die Schente zerfleischten Wohl über eine Viertelstunde hatten sie ihr Oper schon zerrissen, als infolge rasenden Schmerzes der Schlafrausch wich und der entsetzte Nathaniel itte gellenden Sodesscheten die Bestien verscheuchte. Diese Ruse waren s0 enteßlicher Natir, daß der wenige Schritte davon liegende Pit Thom erwachte. Wie ein irrer Mensch, welcher seine Sinne nicht beisammen hat, richtete er sich mühscamn infolge der Fesseln empor und hörte von neuem die wahnsinnigen Angstschreie Nathaniels. In demselben Augenblichk wich die Nacht und die Sonne warf ihre schimmernden Strahlen auf die furchtbare Szene. Da sah Pit Thom in kurzer Sufernung den armen Nathaniel in einer großen Blutlache liegen, und sammernd tier der Anglückliche Pit Thom zu sich Mühsam kam dieser infolge der Fesseln dei. Würnische stäch. er endlich bei ihm war da hauchte der arme Schwarze seine Seele mit einem tiefen Seufzeraus und starb. Pit Thom erschauerte eine Weile sah er noch in die gebrochenen, starren Augen Nathaniels dann aber kehrte sein Lebensmut zurück, die Verzweiflung packte ihn und gab ihm Riesenkräfte, und indem er sich an eine scharfe Felsenkante lehnte, versuchte er mit übermenschlicher Austrengung, die Handfesseln durchzuschenern Auf seiner Brust aber ug er die Zeilen der Engländerin.„So kämpfte und rächte sich Parteinachrichten. Barmen, 13. Mai.(Christlich=sozialer Verein.) In der letzten General=Versammlung wurde an Stelle des leider so früh von hier nach Düsseldorf versetzten ersten Vorsitzenden Herrn Waldemar Bartmuß, Herr Kaufmann August Stock zum ersten Vorsitzenden gewählt. Herr Bartmuß nahm mit rührenden Worten Abschied von den Mitgliedern. Herr Stock dankte für das erwiesene Vertrauen und nahm die Wahl dankend an. Wir wollen hoffen, daß der Verein unter der neuen Führung weiter wachse, blühe und gedeihe! Westfalen. □ Hilchenbach, 12. Mai. In der vom 10.—12. d. M. stattgefundenen Aufnahmeprüfung für den Nebenkursus des Seminars haben von 53 Prüflingen 10 nicht bestanden. Von diesen 43 Aufgenommenen werden 10 erst im Herbste eintreten können. Der Nebenkursus nimmt seinen Ansang gleich nach Pfingsten. OO Bad Oeyuhausen, 13. Mai. Das neue in Rechteck erbaute große Thermalbadehaus(imposanter Holzbau) mit seinen 74 Badezellen sieht seiner Vollendung entgegen, sodaß dem Badepublikum demnächst nunmehr 3 große Thermalbadehäuser und 2 Soolbadehäuser, in Summa mit 250 Zellen zur Verfügung stehen. Im Abonnement kostet das Thermal oder Soolbad für Erwachsene 1,75 M., für Kinder 1 M. einschl. Bedienung, Wäsche rc. Neben 4 Thermalquellen und 2 Soolquellen befindet sich hier eine Trinkanstalt für natürliche und künstliche Mineralwässer, orthopädische Anstalt u. s. w. Zur Unterhaltung dient ein eigenes Kurtheater und eine 42 Mann starke Kurkapelle. Die Umgebung ist herrlich Das Johanniter=Asyl für unbemittelte Badegäste hat 120 Betten und verpflegt jährlich ca. 400 Kranke. Anträge wegen der Aufnahme sind an den Vorstand des Afyles zu richten. □ Herford, 13. Mai. Der Neubau eines Rathauses scheint endlich beschlossene Sache zu sein, wenigstens versuchen die Stadtväter seit längerer Zeit einen Platz zum Bau ausfindig zu machen nachdem der Justizfiskus endlich definitiv der städtischen Behörde die Räumlichkeiten im Gerichtsgebäude zum 30 September 1901 in aller Form gekündigt hat. 00 Bünde, 13. Mai. Die Sekundärbahnvorlage, die auch den staatsseitigen Ausbau der Strecke Herford=Bünde als Vollbahn in sich schließt— den Ausbau der Strecke Herford=Altenbecken als Vollbahn hat man bereits in Angriff genommen— und welche am 29 März im preußischen Abgeordnetenhause Annahme gefunden hat, ist nunmehr auch in der Kommission für Eisenbahn=Angelegenheiten im Herrenhause angenommen. Rheinprovinz. Vingen, 13. Mai. Von den Leichen der bei dem Bingener Unglück Ertrunkenen wurde die Leiche des Studenten der Theologie Franz Badior aus Geisenheim bei Caub und die Leiche des Studenten der Philosophie Pfeisser aus Aulhausen bei Aßmannshausen gelandet. Von den Leichen der 18 Verunglückten sind bis jetzt 10 geborgen. k Barmen, 11. Mai.(Aemento mori!) Heute wurde unser Vorstands=Mitglied und Mitbegründer unseres christlich=sozialen Vereins, Herr Karl Viehmann, im Alter von 68 Jahren nach kurzer Krankheit unter zahlreicher Beteiligung von Freunden und Bekannten zur letzten Ruhestätte gebracht. Der Verein verliert in dem Verstorbenen einen eifrigen Förderer unserer Sache! Er ruhe in Frieden und das ewige Licht leuchte ihm Solingen, 13. Mai. Unter merkwürdigen Umständen hat ein hiesiger Einwohner auf der Eisenbahn seinen Tocd gesunden Er fuhr in einem Wagen 4. Klasse nach Düsseldorf. In der Nähe von Hilden fuhr auf einem Anschlußgeleise ein Güterzug vorbei, und als dessen letzter Wagen mit dem Personenzug einen Winkel bildete, schlug ein Stück Eisen, das zu der Ladung dieses Wagens gehörte, durch die Erschütterung beim Passieren der Weiche in den Personenwagen und dem Solinger so vor die Stirne, daß er eine schwere, klaffende Wunde davontrug. Ein mitreisender Lehrer zog die Notbremse, diese trat aber nicht in Thätigkeit, und so mußte der Verwundete bis Düsseldorf ohne ausreichende Hilfe bleiben. Dadurch wurde der Blutverlust derartig, daß der Mann noch an demselben Tage in Düsseldorf im Krankenhause starb. Meiderich, 13. Mai. Am Dienstag früh gegen 2 Uhr wurde in der Niederstraße die Leiche eines bis jetzt unbekannten jungen Mannes vorgefunden, der durch einen Stich in den Hals gekötet worden war. Als der That dringend verdächtig wurde noch in der Nacht der Bruder des wegen Ermordung des Bergmanns Schula hier im vorigen Jahre in Quisburg enthaupteten Fabrikarbeiters Graat, der Bergmann Gerhard Graat verhaftet Eigenümlicherweise wurde der Mord in unmittelbarer Nähe der Stelle verübt, an der auch der Bergmann Schulg vor vier Jahren den Tod von Mörderhand fand. München, 13. Mai. Die Sache des Passauer Arztes Dr med. Zehnder beschäftigt die Oeffentlichkeit lebhaft. Dr. Zehnder, der in Passan eine Klinik für Chirurgie und Frauenleiden unterhält, wurde, wie seiner Zeit mitgeteilt wurde, auf Veraulassung des zuständigen Bezirksamtes in die Kreisirrenanstalt zu Deggendorf gebracht. Dr. Zehnders Einschließung erregte viel Aussehen, weil er bis zu dieser seiner Praxis nachgegangen war, ohne daß seine Umgebung und Personen, die sonst mit ihm zu thun hatten Zeichen geistiger Störung bei ihm beobachtet hatten Das Besremden wuchs noch, als aus einer Mitteilung der„Münchener mied. Wochenschrift bekannt wurde, daß die bezirksärztliche Begutachtung des Geisteszustandes Dr. Zehnders lediglich auf Grund der Akten erfolgt war während vorgeschrieben ist, daß der begutachtende Arzt die Person selbst zu untersuchen hat welche von Amts wegen der Kreisirrenanstalt zugeführt werden soll. Auf seinen Antrag wurde Dr. Zehnder aus der Deggendorfer Anstalt entlassen und dem Prwat=Asyl zu Neufriedheim zugeführt. Die Neufriedheimer Aerzte bestätigten Dr. Zehnder nach ausreichender Beobachtung, daß er geistig durchaus gesund sei. Er kehrte nach Passau zurück und nahm dort seine Praxis wieder auf. Seine Freunde und Verehrer bereiteten ihm einen festlichen Empfang. Allgemein verlangt wird jetzt, daß von Amts wegen über die Vorkommnisse, die das Bezirksamt zu der Einschließung Dr. Zehnders in der Deggendoufer Kreisirrenanstalt veranlaßten im einzelnen eine öffentliche Darlegung abgegeben werde. Der zuständige Bezirksarzt Dr. M. Schmid berücksichtigt diese Forderung insofern, als er in der„Pass. Zig eine Erklärung veröffentlicht, in der er erklärt:„Ich habe nicht den geringsten Einstuß auf die behördliche Anordnung der Verbringung des Dr. Zehnder in die Irrenanstalt ausgeübt. Durch diese bezirksärztliche Erklärung wird der Fall Zehnder noch dunkler. Kleine Nachtichten In Neuenwalder Klosterhol bei Bremerhaben sind etwa 50 Hektar alten Tannenbestandes abgebrannt. Der Schaden ist bedeutend.— Auf dem Tollensee See bei Neubrandenburg kenterte ein Rüderboot; alle fünf Insassen ertranken.— Von dem auf dem Pustgardener Aiff gestrandeten schwedischen Schoner Karl Hof Kapitän Sönnberg wurden seitens der Rettungsstation ehmarn der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger fünf ersonen durch das Rettungsboot Helena gerettet— Der am Mittwoch an der Seeküste herrschende Sturm hat hauptsächlich in dem Fischeror Schönberg bei Kiel schweren Schaden angerichtet Mehrere Fischerboote mit Besatzung werden noch vermißt.— Das Segelschiff„Sierre Newada das sich auf der Fahrt von Liverpool nach Melbourne befand, ist vor den Heads gescheitert. Nur fünf Personen der Mannschaft wurden gerettet, 22, darunter der Kapitän, dürsten umgekommen sein.— In Hamburg wurden am Mt##ch die beiden Töchterchen eines Schiffers(Zwillinge leblos im Bei aufgefunden; sie waren durch die auf ihnen liegende Bettdecke ersti— Aus Danzug wird berichtet Bei dem Sturm am Mittwoch wobei vier Lachskutter dicht vor der Leba kenterten ertranken 11 Mann, neun aus westpreußischen und zwei aus pommerschen Fischerdörfern.— In der Stadt Kertscan ist ein großer Brand ausgebrochen, der fast die ganze Stadt in Asche legte.— Der Invalide Brunne in Neuwallmoden ermordete erst seine Mutter und verübte dann Selbstmord durch Halsabschneiden. kath.— Maria Pauline, T. d. Blechwalzers Heinrich Geßner in Weidenau, kath.— Anna Maria, T. d. Bahnarbeiters Heinrich Ar in Weidenau, kath.— Anna, T. d. Fabrikarbeiters Friedrich Schäfer in Buschgotthardtshütten, kath.— Walter Franz, S. d. Kaufmanns August Kind in Weidenau, ev.— Karl, S. d. Haldenarbeiters Karl Duchhardt in Weidenau, ev. Aufgebote. Kesselschmied Karl Dreisbach in Weidenau, ev. und Dienstmagd Emilie Birkelbach in Siegen, ev. Sterbefälle. Hermann, S. d. Schreiners Friedrich Fuchs in Weidenau, 10 M. alt, ev.—1 totgeborener Knabe des Kesselschmieds Karl Klein in Weidenau, ev.— Schreiner Hermann Marx in Weidenau, 70 Jahre alt, ev. Berlin, 12. Mai. Hütten= und Bergwerksaktien waren stark angeboten und erlitten im Verlaufe des Geschäfts weitere Kurseinbußen. Die besseren Londoner Minenkurse blieben einflußlos. Kreditaktien auf Wien gedrückt. Bahnen unbelebt, heimische schwächer. Spanier etwas besser.— Privatdiskonto 4½ Prozent.— Anfangs waren: Kreditaktien 224.70, Diskonto=Komm. 185,50, Deutsche Bank 199.20, Dresdner Bank 155,40, Darmstädter Bank 138, Handelsgesellschaft 159.30 Staatsbahn 134,75, Lombarden 26.—, Marienburger 78,70, Gotthard 141,75, Schweizer Central 146,30, Schweizer Nardost—.—, Jura=Simplon 89.40, Prince Henri 120,10, Bochumer 252,50, Dortmunder 124,30, Laura 259, Gelsenkirchener 214,50, Harpener 224,90, Hibernia 235.50, 3proz. Reichsanleihe—.—, Italiener 95,10, 6proz. Mexikaner—.—, Türkenlose 116,60, Spanier 72,20, Northern 75,—. Berlin, 12. Mai. Das milde Wetter und der erhebliche Rückgang der Preise in Nordamerika hat sehr verstimmt. Erst nach der Preisherabsetzung von Mk. 1 und mehr vermochte sich die Kauflust in Weizen und Roggen etwas zu heben. Hafer nur wenig ermatiet. Rüböl etwas entgegenkommender, aber kaum billiger angeboten. 70er Spiritus brachte M. 49,70. Umsatz 8000 Liter. Berlin, 12. Mai. Weizen per Mai—.—, per Juli 152,—, per September 154.— Roggen per Mai 149,75, per Juli 145,75, per September 143,50. Hafer per Mai—.—, per Juli 133.—. Mais, amerik. Mixed loko, niedrigster Preis 112,—, do höchster Preis 112—, per Mai—.—. Rüböl per Mai 57,60, per Oktober 57,70. Spiritus 50er—.—, 70er 49.70. 16. Ziehung der 4. Klasse 202. Königl. Preuß. Lotterie. Ziehung vom 11. Mai 1900, vormittags. Nur die Gewinne über 220 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.) 14 51 194 95 327 49 68 410 593 742 1005 118 79 93 281 370 421 54 540 807 2012 139 237 95 391 443 53 537 654 724 843 3013 133 52 58 222 349 96 523 755 994 4120(300) 224(3000 96 383 433 300) 500 9 54 614 841 5038 199 21792 550 85 6146 99 363 523 76 605 98 759 825 7011 130 52 245 382 417 44 532(300 980 8042 79 174 460 691 93 746 66 81 815 9017 22 57 97 144 57 283 85 544 51 55 93 633 1500 61 928 10166 227 392 554 611 831 91 11007 32 116 86 234(300) 55 558 76 643 93 707 30 64 77 883 12181(3000] 200 502 81 616 90 1500 752 83 15000 938 13033 158 312 41(3000) 573 726 38 59 859 994 14241 3001 433 552 631 708 894 960 15000(300) 329 425 949(3000) 16202 24 58 760 869 74 936 17081 187 221 365 441(500) 697 736 893 926 96(3000) 18041 160 324 498 573 720 23 19094 103 9 22 200 62 91 559.622 856 83 993 20040 84(3000) 131 429(300) 519 912 21037 50 228 399 461.794 881 2=2005 46 80 189 323 458(1000) 585 711 888 909 23331 71(500 515 634 799 803 5 900 70 74 24032 92 96 110 28 258 63 375 90 439 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823 44 74 300) 907 134232 308 10 22 402 736 859 925 135010 245 83 325 50 70 595 608 710 15001 21 854 136519 40 691 719 65 949 56 137143 267 383 485 517 91 617 755 835 73 138011 100 46 208 37 69 317 409 32 635 95 139051 181 82 477(300) 560 660 840 973 96 140199 215 320 1500) 45(300) 55 450 552 617 810 942 96 141067 92 315 35 39 497 973(300) 142043 148 242 85 627 840 944 143088 197 231(3000) 416 53 82 747 845 96 989. 14 1059 241 343 408 78 640 97 711 49 828 89 942 145163 69 204 332 50 424 25 26 46 557 690 772 856 999 146621 713 78°91 891 147196 233 327 64 488 595 618 86 300) 757 831 99 148224 95 303 23 99 13000) 521 677 835 149112 92 222 314 63 455 86 89 532 658 902 16 150122 51 377 423 501 683 151200 538 619 82(300) 152010 55 218(1000) 92 404 27 965 66 153209 404 15 81 633 862 957 154144 208(300) 319 55 93 460 827 62 155008 160 273 566 817 995 97 156193 242 97 451 629 734 73 816 157067 249 348 457 673 713 836 77 11090) 158026 232 326 507 93 159359 74 423 58 86 614 77 763 916 160175 232 54 437 590 710 161103 361(500) 405 24(300) 617 727 54 162009 171 259 340 67 408 91(500) 763 91 880 163132 253 3000) 60 66 464 6 13 742 809 930 35 95 164238 68 404 56 546 697 728(3000) 33(3090 41 820 946 165072 136 48 54 225 73 94 97 402 739 817 939 54 166040 58 93(1000) 192 324 485 803 9 167444 585 674 81 707 924 168034 85 466 667 876 920 41 169024 42 45 69 70 110 85 319 33 94 415 11000) 79 517 77 650 793 976 89 170229 454 85 585 99 667 719 171070 200 5 358 504 64 657 77 87 88 788 132567 628 763 905 173068 75 436(300) 76 593 801 82 986 94 174009 321 47 650 54 788 818 175111 257 347 540 625 53 804 176021 24 171 80 257 322 623 59 719 45 80 889 177023 174 247 592 632 77 84 837 934 178009(300) 78 97 266 503 56 627 30 771 820 86 96 179247 315 58 436(300) 606 33 789 987 180172 204 300 489 532(3000) 50(309) 70 675 89 883 900 97 11000 181360 627 915 32 66 182077 280(300) 346 72 85 469 545 54 640 910 24 97 183071 103 76 91 270 344 76 502 38(3000) 625 184064 424 87(500) 602 20 22 725 813 22 64 68(500) 73(300) 185032 104 319 95 596 642 830 910 35 65 74 186208 553 80 677 1500) 81 877 187055 60 259 301 426(500) 87 822 948 188028 143(300) 55 349 482 617 56 300 97 798 189120 216 312 1000) 516 45 61 82 724 37 857 1500) 190112 499 522 72 878 932 99 191235(10000) 353 427 539 786 1500 803 923 69 19•2067 72 297 330 32 415 21 532 98 629 799 902 50 78 193004 106 544(300) 754 194025 48 237 408 22 518 34 46 62 86 /1000 644(1000) 955 195135 364 445 739 70 97 802 39 938 196006 32 75 200 12 1300) 19 46(3000) 86 429 38 58(300) 547(500) 690 91 772 88 916 18 197093(300 188 490 580 653 733 86 198173 77 377 401 51. 608 28 64 712 41 963(300) 199021 182 329 69 90 97 605 730 90 209ors 280-305-93 430.505 639 721 77. 201051 194 241 45.49 74 20 5 12 659 81 91 205388 405(500) 29 75 206103 63 232 90 448 49 509 863 207047 307 57 512 609 71 773 894 208001 12 95 138 200 46 402 603 99 828(500) 962 87 97 209068 115 39 213 324 408(3001 42 46 210020 32 42 45 70 96 399 412 533 694 923 24 55 77 21 1003(300 43 57 175 84 91 466 99 581 669 806 212034(500) 64 297 408 70(1000 87 646 737(300) 213053 130 84 237 76 395 543 776 214058 89 98 126 58 327 409 634 79 778 849 93(3000) 924 215015 97 105 250 52 317 93 535 83 806 976 216459 86 516 30 41 69 72 655 67 703 84 217110(1000 99 224 303 94 410 76 518 718 89 115000) 812 28 953 218004 21 144 87 271 323 69 698 701 62 219166 216 337 48 70 80 534 81 668 95 789 801 70 900 l3000] 91 220043 268(1000] 86 324(1000) 442(300) 66 542 695 98 731 53 878 910 221226 358(1000) 406 38(500) 511 67 11000) 626 827 917 39 222045 51 67 99 106 15 49 511 980. 223092 167 268 327(1000) 425 1000) 43(500) 764 65 224096(3000) 146 97 205 340 480 531 77 616 742(3000) 932 50 53 225072 90 110 237 56 344 89 406 14(3001 Im Gewinurade verblieben: 1 Gewinn zu 500.000 Mk., 1 zu 150.000 Mi., 1 zu 75000 Mk., 1 zu 40·000 Mk., 2 zu 30.000 Mk., 4 zu 15.000 Mk., 10.000 Mk., 17 zu 5000 Mk., 320 zu 3000 Mk., 291 zu 1000 Mt., 365 zu 500 Mk. Berichtigungen: In der Liste vom 4. Mai vormittags lies 81·063 statt 115019 141 334 768(500) 850 974 150011 80063 und in der Liste vom 10. Mai nachmittags 76.995 stalt 76 945. 16 Ziehung der 4. Klasse 202. Königl. Preuß. Lotterie. en. Standesamt Weidenau. Angemeldet vom 29. April bis 5. Mai 1900. Geburten. Ewald, S. d. Bergmanns Wilhelm Göbel in Weidenau, — Johanna Klara, T. d. Schmieds Friedrich Stötzel in Weidenau, Ziehung vom 11. Mai 1900, die Gewinne über 230 Mark sind den betreßfenden Nummern in Klammern beigefügt. 53 127 201 588 807 54 1148 89(300) 314 487 773 86 816 2029 82 219 333 64 481 1500) 541 689 71 865 3084 210 65 77 448 822 80 1500 979 4012 44 78=9 200(300 41(500 430(5090) 43 50 975 5167 346 403 93 768 852 66 930 6107 130601 77 404 17 50 84 11000) 589 625 79 891 916 7112 242 359(3000) 67 486 556 13000) 90 654 94 746 885 929 71 99 97 8987 186 250 945 58 9095 1500) 217 67 97 377 582 843 10062(300 130 60 311(1000) 34 437 82 540 43 766 93 823 951 11057 137 201 12 85 305 69 483 549(3000) 692 775 1500) 857 92(300 913 5912031 90 96 22 529 697 727 870 989 13071 111 246 345 500 85(500) 96 477 764 1300) 969 14025 478 535 645(30001 51 723 90.912 33 77 15085 124 293 305 536 648 773 83 16189 269 435 902 37 17484 534 95 764 834 96 957(300) 88 18020(300) 207 519 37 644 764 19402 31 552 20028 98°235 301 405=94 571 706 13 819 919 49 21364 424 536 37 54(3000) 68 641 48 728(3000) 851 918 22261 363(3000) 407 584 5500 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In der Liste vom 11. Mai vorm ttags fehlt 213 151 m 220 Mk. Für die Schuiftleitung verantwortlich: O. Beckmann.— Unterhaltungsteil: Dr. Burckhardt=Godesberg.— Anzeigen: Chr. Schlün Druck und Verlag der Westdeutschen Verlagsanstalt, E. G. m. b. H., Siegen, Sandstr. 18.