Nr. 67. Siegen, Mittwoch, den 21. März 1900. 12. Jahrgang. Das Die Zeitung„Das Volk“ erscheint an jedem Wochentage abends. Bestellungen sind bei dem entsprechenden Postamte(Nr. 7728 der Zeitungsliste) oder beim Landbriefträger anzubringen. Bestellungen für Siegen nimmt außer der Post die Geschäftsstelle entgegen Preis vierteljährlich für die Stadtabonnenten M. 1.25 frei ins Haus 40 Pf. für alle Postabonnenten M. 1,35 frei ins Haus 40 Pf. mehr. Siegen: Schriftleitung und Geschäftsstelle: Sandstraße 10. Fernsprech=Anschluß Nr. 205. Agentur: NI Klopstockstraße 7. (D. v. Oertzen.) Berlinsr Gries. Berlin, den 17. März. Das ist ein Spektakel! Wer sich billig amüsieren will, muß jetzt in den Reichstag gehen Zoologischer Garten und Zirku Busch kosten teures Geld und bieten längst nicht so viel. Nur muß man sich nicht zufällig erinnern, daß man im Deutschen Reichstag sitzt weil einem dann die Lust zum Amusement vergeht und es kommt einem Uebelkeit an wie nach dem Genuß faden Wassers Edle Geister sind gegen die ler Heinze in den Kampf geritten sie haben furchtbar auf die Schilde geklopft und mit den Lanzen in den Nebel gestochen und sich riesig aufgeregt Man mußte staunen uber den Leichtsinn, mit dem sie gegen einen Feind tämpften, der ihnen so genau bekannt war, wie den französischen Bauernfrauen die Preußen. Sie flohen aus den Dörfern weil die Preußen Kinder fressen Und die les Heinze bedroht Kunst und Wissenschaft, bringt die„Macht der Finsternis über Deutschland, ist eine Ausgeburt widerwärtiger Heuchelei, eine Rache der„Pfaffen“, die im Cölibat leben müssen, gegen die Freien. Die Sittlichkeit ist gefährdet durch dies Gesetz; hier, Wahrheit, Freiheit, Sittlichkeit— dort, les Heinze! Wenn man den Blödsinn nicht in den Blättern schwan auf weiß läse, man alles für einen famosen Fastnachtsulk halten. Aber es ist den Herren, die zu den Zierpflanzen im Garten deutscher Kunst und Wissenschaft gehören tragischer Ernst mit ihrer Aufregung.— Wie mag ihnen nur zu Mute sein, wo nun der Reichstag das grausige Werk voll bracht hat. Fertig ist er ja noch nicht damit, aber der Kunst und der Theaterparagraph ist aungenommen.— Ob es nun nicht das Beste wäre alle Bibliotheken im deutschen Vaterlande zu verbrennen, die freien Hochschulen zu schließen, die Akademien und Museen in Warenhäuser umzuwandeln, sich dort mit alten Säcken zu versorgen und sich dann ungekämmt und ungewaschen auf den Schutt= Trümmer= und Aschenhaufen zu setzen, der alles birgt, was einst deutsche Kunst und Wissenschaft hieß? Die Theater werden in Spitäler umgewändelt fütr, alle. die, Heutschen Kühtstler zund Gelehrtents die durch die les Heinze und die notwendig damit verbundene Aufregung am Herzen, an den Angen, an den Nerven oder am Kopfe krank geworden sind!— Es ist ein Trost, daß es ja nun Nacht wird in Deutschland da ist der grenzenlose Jammer wenigstens den Blicken der siegreichen Barbaren verhüllt! Sie könnten sich sonst erdreisten, über die Jammer Gdlade dien Weltene=Wende ist, für, Denitschland, gekonnsen Franzosen und Sozialdemokraten Engländer und Eugen Richter Russen, Türken und den Geist des Abgeordneten Müller aus Meitingen, koihte, Weitschländ= shre. Schädeitsfih seine Gesundheit ertragen— aber am a. b. c. des§ 184 der ler Heinze ist Deutschland zu Grunde gegangen.— Ein Trost, daß es sein Grab fand bevor die Flotte bewilligt war; die ersparten Millionen genügen vielleicht um der Machtsphäre der lex Heinze zu entfliehen und draußen im Weltmeere für die Einsamen, Nie=Verstandenen Heimatlosgewordenen eine Kaltwasserheilanstat zu ründen.### ge. Wie soll man noch Lebensfreudigkeit behalten, wenn§ 184 den bestraft, der Unzüchtiges verbreitet, anpreist oder zur Verbreitung herstellt(der Begriff des Unzüchtigen ist vom Reichs gericht genau und eng-begrenzt) oder wenn s 184 a verwehrt, daß Schamloses zu geschäftlichen Zwecken an Orten, die dem oirentlichen Verkehr dienen, ausgestellt wird Der Schmuck der Straßen, Brücken und Gebäude bleibt unberührt, mag er splitterfadennackt sein. Die Krieger auf der Schloßbrücke brauchen sich auch kichftig keine Hosen anmessen zu lassen; denn sie stehen da oben in Regen und Sonnenschein ja nur aus Kunstinteresse, nicht„zu geschäftlichen Zwecken. Museen, Ausstellungen Ateliers und Kunsthandlungen können ihre Wände mit Aktstudien tapezieren kein Schutzmann wehrt es ihnen; denn diese Räume dienen nicht dem öffentlichen Verkehr Aber freilich aus den Schaufenstern wird manches Nackte verschwinden die schlüpfrige Eisenbahnlektüre mit den pikanten Titeln und den lockenden Bildern der Halbwelt wird bescheidener auftreten müssen, die interessanten PostkartenKollektionen in den Buchhandlungsladen an denen die Jugend aus Volksschule Töchterschule und Gymnasium ihren übte, werden nur noch für die Schmutzfinken zu sehen sein, de Kunstinteresse frech, opferfreudig und erhaben genug ist, um innerhalb der Läden danach umzusehen und nun der Smc Die gene u 1n 5 kleine Witzblatt— an den Straßenecken glänzten ihre nackten Bilder weithin, nun müssen sie versinken in die Nacht der Bücherkästen der Händler aus denen sie nur auf Verlangen hervorgeholt und verkauft werdent Welch Verlüst, für die Erziehung der Jugend zur Kunn zur Freiheit, zur Sittlichkeit Welch größerer Verlust für die Verleger, die auf das ahnungslose Publikum nicht mehr wirken hunen sondern nur noch auf das eingeweihte— Ist das nicht Knebelung nicht Zwang des Gewissens nicht Vernichtung von Künst und Wissenschaft? In den Läden kannst du alles sehen kaufen verlangen, aber die wahre Gewissensfreiheit fordert Freigabe der Schaufenster und Straßenecken Das ist der Paragraph um den die deutsche Kunst in Zuckungen geraten ist, gegen den Herr Eberlein an des Kaisers Macht appelliert hat, gegen den Herr Sidermann den Kunstpöbel fanatisiert Es lahn sich wirklich Selbst der prüdeste Schutzmann, der vom nationalliberalen Abgeordneten Deinhardt gelernt hat wie man sich schämen muß könnte mit diesem Paragraph kein größeres Unheil anrichten als Frau Venus von Mild aus dem Schaufenster in das Ladeninner zu komplimentieren. Das wäre dann zu weit gegangene Höflichkeit, aber für die Erziehung zur Sittlichteit und Freiheit und Kunstbegeisterung wäre selbst das Kind noch nicht verloren, das die Venus erst in den Läden und in den Museen kennen lernt. Herr Schauspieler Nissen wird wohl nun aufgehört haben sich zu entrüsten, wo der angenommene Theaterparagraph (§ 184 b) nur noch auf das gemeine Benehmen und Gebärdenspiel anwendbar ist, mit dem die Lona Barrisson, die Geliebte des Harmlosen v. Käiser, sich den brüllenden Beifall der goldenen Jugend erwarb. Zu Bedenken könnte nur§ 184 c Anlaß geben, der sich auf die anstößige Wiedergabe geheimer Gerichtsverhandlungen bezieht, aber der Regierungskommissar erklärte, daß der Paragraph im wesentlichen schon Geltung hat. So verpuffte die schönste Tirade des Abgeordneten Wie mag den wirklich edlen Geistern zu Mut gewesen sein, als der alte Reichskanzler ihnen nachwies, daß sie das Gesetz schlecht durchgelesen hätten, das sie mit ihrem gewichtigen Namen bekämpften Herrn Nieberding gestand es einer er kenne das Gesetz gar nicht, gegen das er protestierte! Kein Wunder, daß ihnen dumm im Kopf war, als sie von wird ihnen hen, welche an ihrer Seite rampfen neunn es tur einen vornehmen etwas Widerwärtigeres geben als vom Großkonfektionär Paul Singer in Schutz genommen zu werden? Das widerfährt jetzt der deutschen Kunst und Wissenschaft, die sich durch die er Heinze bedroht fühlte Herr Singer führt die Schutztruppe gegen die les! Und wie führt er sie! Man kann es dem Manne nicht verübeln, wenn er alle parlamentarischen Mittel gebraucht, um seinen Widerspruch gegen die les start zu machen. Aber was bildet sich der jüdische Konfektionär wohl ein, wenn er sich als Vertreter der Mehrheit des deutschen Volkes aufspielt Er prahlt, er habe die Volksmassen hinter sich, Herr v. Vollmar ist ehrlicher:„Es ist nicht wahr, daß das Volk im Stande wäre, über die Kunst zu urteiten... Wer behauptet, das unverdorbene Volksgemüt könne in den Fragen der Kunst ein maßgebendes Urteil abgeben, von dem muß ich annehmen, daß er sich einer willkürlichen Redewendung bedient oder aber es steckt dahinter eine Schmeichelei, die von dem Hintergedanken ausgeht, daß die Herren ihre eigenen Kunstgedanken dem Volk unterlegen wollen um dann auf das Volk als eine Autorität hinzuweisen.— Herr v. Vollmar wollte mit den Worten das Centrum treffen und er trifft— seinen ehrenwerten„Genossen" Den Gipfel der Komik erreichte Singer, als er sich als Hüter der Ideale pries.„Für Viehund Kornzölle haben jene Herren wochenlang Zeit, aber bei diesen idealen Interessen der Kunst wollen sie die Debatte abkürzen. Wenn ich die Wahl habe zwischen den idealen Interessen der Kunst und Wissenschaft und jenen materiellen Interessen, so ziehe ich die ersten vor! Also sprach dieser Vertreter des marxistischen Materialismus dieser durch die bekannten Manipulationen seines Kompagnons Rosenthal reich gewordene jüdische Großkonfektionär Und dabei muß man ihn sehen!— Wenn doch die Künstler ihn so sehen könnten, diesen Führer der Obstruktion der mit fetter Stimme die geistvolle Kunst übt, namentliche Abstimmungen zu beantragen und sich für die Kunst sittlich entrüstet! Der ästhetische Geschmack der Künstler würde sprechen gebt mir die ler Heinze, aber bewahrt mich vor Singers sittlicher Entrüstung Neben Singer die unsympathischste Person im Reichstag ist der abgesetzte Rechtsanwalt Stadthagen, wie Singer Jude Dem fiel gestern die Aufgabe zu durch eine Dauerrede die Zeit totzuschlagen. Es war eine Qual, dies monotone Zeug mit dürftiger Stimme vorgetragen zu hören Kein Menschhörteihm zur alle unterhielten sich untereinander selbst die Sozialdemokraten bis auf einige Anstandsdamen beteiligten sich an der allgemeinen Unterhaltung. Selten vernimmt man einen Satz de. Redners Plötzlich schreit er heiser auf:„Sie lachen Graf= Oriola! Bei solcher ernsten Sache lachen Sie Graf Oriola lacht darüber, daß ich feststellte, wie Mädchen an Prinzen verkauft werden sollten— Niemand hat der nasal vorgetragenen Geschichte zugehört: Graf Oriola fährt verwundert auf er weiß gar nicht, wovon Stadthagen gesprochen. Hilft ihm nicht, er muß sich von dem Juden herunterreißen lassen, wie einen schmutzigen Lappen Er protestiert, er hat nicht über die Worte Stadthagens gelacht: Ich habe Sie überhaupt gar nicht beachtet. Hilft nicht der Jude erklärt, Oriola könne nicht bestreiten, daß er gelacht habe, während er von einem solchen schweren Verbrechen berichtet habe.„Weiter habe ich nichts behauptet. Was haben Sie also berichtigt?“!— Wollen Sie ordinäre jüdische Kampfweise kennen lernen dann hören Sie Stadthagens rabitlistisch=talmmudistische Polemik.— Und doch liegt es auf ihm, als fühlte er welcher Art Achtung er im Hause genießt.— Reden Sie zu Ihren Stammesgenossen ruft ihm die Rechte zu, da fährt er giftig auf:„Ich bin nicht der Standesgenosse des Prinzen von Altenburg, des Fürsten So und so des Grafen So und so des Herrn von So und so. Er zählt am Schnürchen vornehme Namen auf, die aus andalprozessen bekannt geworden sind. Er nennt die Arnimen Famitienguter einen Psuhl von Unsittlichkeit, er gegen solche anonyme Denunziationen ist man mac Einer#uft ihm zu„uts Maul! Er wird blaß ver bittet sich derartige Zuruse und der Präsident sagt ihm„Sie haben sich nichts zu verbitten.— uis er seine Rede beendet hat, schleicht er aus dem Saal, einer der Kämpfer gegen die ler Heinze, eine Stelle seiner Rede hat der„Vorwärts unterschlagen Stadthagen erzählte von Fabrikmädchen, die nicht auf dem verkehrten Standpunkt stehen, als ob außerehelicher Genuß etwas Unrechtes sei. Wie lange der Kampf der Minderheit gegen die lex Heinze noch erfolgreich ist, läßt sich nicht absehen Singer hat den caerst mit dem Jahr wird natürlich nach mehrstündiger Debatte abgelehnt, werden, über ahne viel= Geist kann Singer dann weiter beantragen 1921 1922 usw.— Es ist ja völlig egal was Singer und Stadthagen thun und denken aber sie Durch die Zeitung„Das Vons finden Anzeigen weiteste Verbreitung im kauffähigen Publikun des ganzen Reiches Preis der 5 gespaltenen Petitzeile für die Provinzen Rheinland und Westfalen, Hessen=Nassan und herzogtum Hessen 10 Pfg.; für das übrige Reich sind gefälligst der Geschäftsstelle oder durch ein Anzeigen=Vermittelungs=Geschäft zu erteilen. kämpfen für die deutsche Kunst und Wissenschaft, Sittlichkeit e nie Renchenk uit uer iun Bericer Geheecn Weingart einer positiv=gläubigen Gemeinde drängen. Da im Magistrat der Liberalismus herrscht, wundert uns das gar nicht. Eberln. Der Kriea in Südafrika. Die Nachrichten vom Kriegsschauplatze fließen in den letzten Tagen äußerst spärlich. Zu ernsten Kämpfen ist es gekommen. Englische Blätter verbreiteten dieser Tage die Nachricht, daß Mafeking entsetzt worden sei; dem so. Mafeking wird nach wie vor von den Buren belagert. Es läßt sich nicht leugnen, daß die Buren sich in einerschlimmen Lage befinden und, menschlich geredet, nicht mehr daran zu denken ist, daß das tapfere Völkchen siegreich aus dem Kriege hervorgeht. Die Briten sind nur noch 460 Kilometer von Pretoria entfernt. Und wenn auch der Weg dorthin über blutgetränkte Gefilden und leichenbedeckte Thäler und Hügel gehen wird— sie kommen hinein Pretoria ist verloren. Es bleibt nur noch die Höffnung bestehen, daß es vielleicht durch Vermittlung der Mächte gelingen wird, gühstigere Friedensbedingungen für die Buren zu erwirken, als sie seither von den Briten gestellt werden Die Hoffnungen nach dieser Richtung sind freilich auch nur schwach. Das„Kleine Journal will allerdings erfahren haben, daß Verhandlungen im Gange seien, welche die Herstellung des Friedens zwischen den südafrikanischen Republiken und England bezwecken. Die deutschen und amerikanischen Diplomaten seien ernstlich bemüht, eine Basis zu schaffen, welche den Friedensschluß ermöglichen soll. Diese Dienste der genannten Staaten würden von England in wohlwollender Weisr aceeptiert, und es sei zu hoffen, daß Transvaal seine Unabhängigkeit mit Bezug auf die innere Verwaltung behält, während England eine gewisse Oberhoher eingeräumt wird, wenn die Angliederung Transbaals und des Oranje=Freistagtes an die englische KapKolonie und England seine„berechtigte Machtsphäre in Afrika finder Die ganze Aktion entspreche angeblich der politischen Ansicht unserer maßgebenden Kreise.— Wenn diese Nachricht sich bestätigen sollte, so wäre allerdings seitens der Mächte schon ein kleiner Schritt zu Gunsten der Buren geschehen Einstweilen aber möchten wir noch die Richtigkeit obiger Meldung bezweifeln. Zur Kriegslage liegen folgende Meldungen vor: Kapstadt, 17. März. Die Ueberführung der gefangenen Truppen Cronjes nach St. Helena ist aufgeschoben worden, weil 70 Mann erkrankt sind. Unter den gesangenen Mannschaften sind viele Fälle ansteckender Krankheiten vorgekommen, doch hoffen die Behörden, daß die Fälle vereinzelt bleiben werden.— Eine berittene Truppenabteilung, die von Kimberley auf dem Wege ist, um Mafeking zu entsetzen, ist in der Nähe von Warrenton eingetroffen; doch ist nicht bekannt, wann sie dort angekommen ist.— Aus Barkly West ist hier folgendes Telegramm eingetroffen:„Nach einer aus guter Quelle stammenden dung haben die Transvaal=Beamten Aungs und Dryburg geräumt; die Aufständischen sind aber nicht gewillt, nach Transvaal zu gehen, und bereiten einen Treck nach Damaraland vor. boois trifft Vorbereitungen, um einem solchen Treck Widerstand zu leisten.“ London, 19. März. Aus Lourenco Marques wird vom 17. ds. gemeldet: Die vortugiesischen Behörden verweigerten einem Telegramm aus Beira zufolge das Ausladen eines großen Quantums Proviant, von Maultieren usw., welche nach Rhodesia bestimmt waren. London, 18. März. Ein Reuter=Telegramm aus Lobatti vom 10 d. meldet: Eingeborene aus Transvaal berichten, Kommandant Schwartz mit ungefähr 150 Mann und einer Kanone beabsichtige die Eisenbahn in der Nähe von Aasvogelkop, nördlich von Lobatti, zu zerstören Schwartz könne die Eingeborenen aber nicht dazu überreden ihm bei der Zerstörung der Eisenbahn Hilfe zu leisten. Ferner wird gemeldet, Eloff sei mit einer Abteilung von Zeerust aufgebrochen, um nach Mafeking zu marschieren.— Aus Pretoria vom 16. meldet Reuters Bureau, es werde amtlich in Abrede gestellt, daß die Belagerung von Mafeking aufgehoben oder daß die Stadt entsetzt sei. Ferner wird aus Pretoria berichtet, der am 15 ds. dori vom Modderflusse eingetroffene amerikanische Militär=Attache beim Burenheer, Kapitän Reichmann, erkläre die Nachricht, der holländische Attaché Thomsen sei verwundet, für unbegründet; dagegen habe der französische Attache Demange eine leichte Verwundung erlitten. London, 19. März. Die Times meldet in ihrer zweiten Ausgabe aus Aliwal North vom 19. d. Mts.: Kommandant Olivier hat sich in der Richtung auf Kroonstad zurückgezogen, nachdem er in Rouxville alle verfügbaren Lebensmittel requiriert und die Einwohnerschaft in Not zurückgelassen hatte. Kimberley. 18. März. Oberst Peakman, der mu berittenen Truppen eine Rekognoszierung machte, stieß in der Nähe von Fourteen Streams auf 500 Buren mit zwei Geschützen. Die Buren wurden überrascht, erwiderten aber das englische Feuer mit Gewehr= und Geschützfeuer. Peakman kehrte zurück nachdem er seinen Zweck erreicht hatte; au englischer Seite wurden zwei Mann verwundet. Toronto, 19. März. Das Mitglied der kanadischen Expedition vom Roten Kreuz, Dr. Ryerson, telegraphiert aus Kimberle, vom 16. ds.: In Kimberley liegen etwa 1000 Mann krank oder verwundet danjeder; er habe 90 Betten aufgestellt. Die Gesamtzahl der in den verschiedenen Hospitälern Südafrikas in Pflege befindlichen verwundeten und kranken Soldaten aller Grade betrage 17000. Lobatti, 19. März. Telegramm über Lourenco Marquez vom 17. März: Eisenbahn und Telegraph sind bis Pitsani, 40 Kilometer nördlich von Mafeking, wieder offen. Die Buren haben ihr Lager bei Sequani geräumt und ziehen sich nach Rustenburg zurück. Der Entsatz von Mafeking dürfte unmittelbar bevorstehen. Berlin, 20. März. — Einen lichten Augenblick in allem Kriegsfanatismus hat sich die„Westminster Gazette bewahrt, indem sie schreibt: „Wir Engländer haben uns in einen unvermeidlichen Krieg gestürzt, um den„ungeheuren Rüstungen der Buren“— die ungefähr 6 Millionen Pfund Sterling gekostet haben— ein Ende zu machen und um die Geschäftsprofite und die bedingungen in einer einzigen Stadt Transvaals zu verbessern sch di und— das Ergebnis ist; daß wir 10.000 Menschenleben geopfert, 100 Millionen Pfund Sterling ausgegeben, das Kolonialsystem Südafrikas über den Hausen geworfen und wahrscheinlich unsere ganzen heimatlichen Militäreinrichtungen umgestürzt haben werden. Die Unterjochung eines jeden Transvaalbürgers wird uns also ungefähr 2000 Pfund gekostet haben und was er uns nachher kosten wird, das weiß noch niemand zu sagen. Um dieses Ergebnis zu erlangen, haben wir unsere Hilfsmittel so weit erschöpft, daß wir auf dem Punkte stehen, die Nahrungsmittel des britischen Volkes wieder mit Steuern zu belegen Der Fall Weingart im Abgeordnetenhause. Ein Leser chreibt uns: Ohne Zweifel wird mancher evangelische Christ die jüngsten Verhandlungen des Abgeordnetenhauses mit besonderem Interesse gelesen haben, schon aus dem Grunde, weil der Fall Weingart, der so viel Staub aufgewirbelt, vom Abgeordneten Virchow in die Debatte gezogen wurde. Auf den gläubigen evangelischen Christen macht es zunächst einen etwas eigentümlichen Eindruck, wenn ein Mann wie Virchow sich eingehend mit Angelegenheiten der evangelischen Kirche beschäftigt, um die er sich im sonstigen Leben wenig kümmert. Doch wo es gilt, der Orthodoxie einen Hieb zu versetzen, da erscheinen die Herren vom Liberalismus auf dem Plan. Wir haben es in den 70er Jahren bei dem Falle Sydow, Prediger an der neuen Kirche in Berlin, erlebt. Prediger Sydow wurde bekanntlich seiner Zeit wegen seines Vortrages,„Die wunderbare Geburt Jesun, vom Brandenburgischen Konsistorium seines Amtes entsetzt. Darob große Entrüstung unter den liberalen Anhängern Sydows, die zu ihrer Frende es erlebten, daß Sydow vom Oberkirchenrat auf eingelegten Rekurs unter Erteilung eines Verweises in sein Amt wieder eingesetzt wurde. Etwa ein Jahr später besuchte Schreiber dieses den Hauptgottesdienst in der neuen Kirche in Berlin, in welchem Prediger Lysko die Predigt hiekt. Die Zuhörerzahl betrug 30—40 Personen Erstaunt über den schwachen Besuch erklärte mir der an der Friedenskirche in Potsdam fungierende Küster folgenden Tages, daß die Zuhörerschaft von Pfarrer Sydow oft 10—12 Personen in den Hauptgottesdiensten ausmache! Ein wahrer Kontrast gegen den Besuch des Abendgottesdienstes im Dom, dem Schreiber dieses auch beiwohnte. Domprediger Baur, späterer General=Superintendent der Rheinpropinz, predigte vor ganz überfülltem Raum. In der Praxis zeigt sich die viel gepriesene Freiheit der Lehre. Thatsachen wie sie hier geschildert, führen die klarsten Beweise. Pfarrer Sydow mußte zunächst wieder auf den Schild erhoben werden, um bald nachher von seinen liberalen Freunden verlassen, sein Amt freiwillig niederzulegen In elwa befremdend erscheint auch Pfarrer Hackenbergs Rede im Abgeordnetenhause bei Gelegenhert des Falles Weingart. Wenn Hackenberg sagt,„die evangelische Kirche sei stark genug, einen Schall und Hackenberg zu tragen so geht man wohl kaum fehl, wenn man daraus den weiteren Schluß zieht daß Hackenberg auch noch andere Elemeute als für die evangelische irche geeignet ansieht und endlich Gottesleugner, im positiven Sinn verstanden, ganz oder einen Teil der Kirchenvertretungen bilden! Solche Zustände liegen vor und drängen dem gläubigen Christen immer mehr die Ueberzeugung auf, daß eine Umgestaltung unserer obnehin zerrissenen Kirche an Haut und Glieder zu den notwendigen Erfordernissen gehört. Im Siune des Protestanten=Vereins wäre ohne Zweifel eine größere Selbständigkeit oder eine Trennung von Kirche und Staatnicht. Dieser liberale Verein ist uch wohl bewußt, daß das Band, welches ihn umschließt, bald gelockent würde, sobald der Staat seine Hand zurückziehl. Wir aber, als gläubige#ofstibe Christen, wünschen die Verselbständigung der ebangelischen Kirche unter Festhaltung der Grundwahrheiten der heiligen Schrift. Gott gebe, daß die Zeit bald erschein — Die Hungersnot mn Indien. Wenige Wochen#ind erst verstrichen, seithem aus Bombay gemeldet wurde, daß die Zahl der mit Hilfsarbeiten beschäftigten Notleidenden die deitte Million überschritten habe und heute bereits ist die fünfte Million erreicht. Das ist ein traurige Rekord und leider läßt der Bericht des Vizekönigs keinen Zweifel darüber, daß diese schrecklichen Zahlen nicht einmal als genügende Maß stab für das furchtbare Etend, das jetzt über Indien herein gebrochen ist, angenommen werden können. Und weiter ist nur zu viel Grund zu der Annahme vorhanden, daß die Zahl dieser armen Geschöpfe fortwährend zunmmt in Bericht des Vizekönigs heißt es daß die Zahl der mir Hilfsarbeiten Beschäftigten überall anwächst. Es ist alsd sicher, daß die kürzlich gemeldeten Regenfälle wenig geholfen haben. Für einen Augenblick haben sie vielleicht Ermattgung gebracht, aber die Hoffnungen auf Besserung scheinen aufgegeben zu sein, denn sonst würde die Bevolkerung nicht in so ungeheuren Massen zu den Hilfsarbeiten stremen. Die indische Regierung steht der Kalamität vollstähndig machtlos gegenüber und kann nichts thun als versuchen durch Unterstützungen die Not zu lindern. Dazu gehört vor allen Dingen Geld, denn die 60 Millionen, die bis jetzt bewilligt worden waren, sind aufgezehrt und die freigebigen Zuwendungen die der Unterstützungsfunds für die Rotleidenden aus allen Teilen des britischen Reiches erhalten hat, sind dech bei weitem nicht ausreichend. Die großen Geldsammlungen zur Unterstützung der durch den Krieg in Nor geratenen Familien, der Witwen und Waisen, haben die Aufmerksamkeit von der Not in Indien etwas abgelenkt, und deshall unternimmt jetzt der„Globe eine besondere Kampagne für den Hungersnatfonds Auch die Regierung ird zur Hilfeleistung herangezogen werden und somit erwachsen Großbritannien neben den großen Kosten im Burenkriege jetzt noch die schweren Lasten für Indien. Von unserer Agenur.) Berlin, 19 März In der Berliner Börse sand gestern mittag eine von den Aeltesten der Berliue schaft emverufene Versammtung von Vertretern des Handels und der Industrie statt, welche zu dem Fieischeifuhrverbot Stellung nehnen sollte, wie dieses im Fleischbeschaugesetz in Aussicht genommen ist. Der Versammlieng wohnten einige Hundert Personen bei, darunter die Vertreter von 45 deutschen Handelskammern, u. a. von Brandenbuerg Bielefeld Bremen Koblenz, Krefeld, Danzig, Darmstadt, Frankfurta. M. Frankfurt a. O., Gotha Halle Hamburg Hannover, K#ngsberg i. Pr., Leipzig Magdebneg Mainz Munchen Nordhausen Nurnberg Offenbach Oppeln Posen Potsdam Siegen, Solingen Stettin, Ulm. Außerdem hatten 86 Handelskammern ihre Zustimmmg zu der zu fassenden Resolution abgegeben Geh. Kommerzienrat Herz, der die Versammlung eröffete hielt nun eine ganz maßtese Rede. In Hamburg habe ein hervorragender Vertrete des Handelsstandes das Gesetz als eine Dummhei bezeichnet er müsse aber noch weiter gehen indem er es geradezu eine Frivolität nenne„Die Besn##er des Gesetzes ignorieren die handets oltische Bedentng desrelben Sie vergessen, daß auch der Enß des machtene nicht so weit reicht Handelsr Aetierenn Abschluß von Handelsvert##gen gehören zuen die#ae Die Gefahren eines Zollkrieges sind so graß solchen aufbau heraufbeschwören sollte. Zerstören ist leicht, ein Wiedererfordert aber Dezennien. Die Landwirtschaft selbst sollte sich klar darüber werden, daß eine Untergrabung der Blüte der Industrie nicht zum Wenigsten den Landwirt schädigt, ist doch der gut bezahlte industrielle Arbeiter der beste Abnehmer der Erzeugnisse des Landbaues. Eng verbunden mit dem Rückgang der industriellen Entwickelung würde ein Nachlassen des Fleischkonsums der großen Masse des Volkes sein. Das Fleischbeschaugesetz ist nur ein neues Glied in der Kette der Maßnahmen, die dem Fortschritt ein Ziel setzen sollen. Schließlich ermahnte der Redner die Anwesenden zur Einigkeit im Kampf und ersuchte sie keine materiellen Mittel zu scheuen, wenn es gälte, sich selbst zu verteidigen.“ Zum Schluß wurde ein Hoch auf den Kaiser ausgebracht, in dem Vertrauen, daß an Allerhöchster Stelle den Interessen aller Berufsstände gleiche Fürsorge zu teil werde.“ Stadtrat Kämpf brachte schließlich die folgende Resolution ein: Das Verbot der Fleischeinfuhr, wie solches in der zweiten Lesung des Schlachtvieh= und Fleischbeschau=Gesetzes am 9. März dieses Jahres vom Reichstage beschlossen worden ist, schädigt die Industrie den Handel und die Schiffahrt des deutschen Reiches auf das Empfindlichste. Weit hinausgehend über die Erfordernisse des sanitären Schutzes stört dasselbe die wirtschaftlichen Beziehungen deren Deutschlands Handel und Gewerbefleiß zu ihrer gedeihlichen Entwickelung bedürfen Zum Nachteile der gesamten deutschen Industrie stellt es den Erfolg der Verhandlungen in Frage, welche in den nächsten Jahren über die Handelsverträge zu führen sind. Nicht weniger groß ist die Gefahr, daß nicht nur die Lebenshaltung der industriellen Arbeiter sondern die gesamte Volksernährung in Mitleidenschaft gezogen wird, wenn für den Fleischkonsum in Deutschland eine wesentliche Erschwerung dadurch eintritt, daß für densecben ausschließlich die einheimische Produktion zur Verfügung steht. Die Versammlung vom 18. März 1900 erblickt daher in den Folgen des Fleischeinfuhr=Verbores eine Schwächung der wirtschaftlichen Kraft des Deutschen Reiches, als eine der wichtigsten Stützen der Größe unseres Vaterlandes und legt auf Grund dieser Erwägungen gegen die Beschlüsse des Reichstages vom 9. März d. J. die entschiedenste Verwahrung ein. Man kann diese Art der Agitation nur mit dem außersten Widerwillen betrachten Gewiß läßt sich zweierlei Standpunkt zu den Zollfragen einnehmen Entweder man denkt nur an den Konsumenten, an den Verzehrer und läßt alle Waren frei hereinkommen, damit ehen die Verzehrer jede Art von Waren zum denkbar billigsten Preis bekommen. Man hebt damit den Unterschied zwischen Inland und Ausland auf und erklärt es für gleichgültig, ob die einheimische Industrie oder Landwirtschaft von der ausläudischen erdrückt wird. Oder aber man denkt nicht nur an den Konsumenten, den Verzehrer sondern auch an den Produzenten den Unternehmer und Erzeuger der Waren, und bemüht sich, ihn insoweit durch Grenzzoll zu schützen, daß er als Deutscher der Konkurrenz des Auslandes überlegen bleibt. Dieser letztere Grundsatz steht seil Jahren bei uns in Kraft er ist vom Fürsten Bismarck in unsere Gesetzgehung eingeführt worden. Natürlich liegt in diesem System aber nur Gerechtigkeit wenn es allgemein durchgeführt wird d. wenn der Staat in gleicher Weise der Industrie und der Landwirtschaft seinen Schutz angedeihen läßt. Die sondern standen sie der industriellen Produktion bereitwillig zuge Ganz anders aber die Kreise der Industrie und des ste sind io ungerecht, wie man sein kann. Den ir ihre eigenen Fabrikate stecken sie dankend in die Wenn aber die Landwirtschaft gleichen Schutz verlangt, so schreien sie, als ob sie geschlachtet würden. Und in dem vonliegenden Falle verlangt nicht nur die deutsche Landwirtschaft sondern auch die deutsche Fleischindustrie den Schutz. Dies Industrie wird fortwährend polizeilich kontrolliert und streuge angehalten nur gesunde reinliche Ware zu liefern. Von der ameritanischen Fleischindustrie weiß dagegen jedermann, daß dabei Schweinereien ohne gleichen vorkommen. Ohne jede polizeiliche Kontrolle werden drüben die ungeheuerlichsten Dinge in die Würste gestopft hübsch kirschrot gefarbt, und natürlich kann diese Schmutzware dann in Deutschland biltiger verkauft werden, als die reelle Ware der deutschen Industrie. Der deutsche Arbeiter, für den die Kommerzien räte plötzlich in Fürforge sich verzehren, kann sich nur freuen, wenn die giftigen amerikanischen Fleischwaren drüben bleiben. Daß Fleischnot in Deutschlan entstehen werde wenn dies Zeug verboten wird ist Thorheit. Vieh kann so viel über alle Greuzen gebracht werden, wie Deutschland iigend verzehren mag.— Wir sind sonst keine Freunde von Kraftworten. Aber insichtlich der Art seiner Agitation kann man dem Kommerzieute Herz nur die Vorwürfe, die er gegen andere erheht zurückgeben sie ist dumm und frivel zugleich. Der Ausschuß der Landesversicherungs=Anstalt Berlin## in seiner am letzten Mittwoch abgehaltenen Sitzung den Be schluß gefaßt in den Cent##l=Arbeitsnach weis ein eigenes Verwaltungsgebande zu errichten. Bekanntlich haben auch die sozialdemotratischen Gewerkschaften in ihrem neuen Palast einen Nachweis errichtet. Es wäre sehr zu wunschen daß alle christlichen Vereine Berlins sich ihrerseits auch einigten und einen großen christliche Central=Arbeitsnachweis einrichteten ##en. Berlin, 19. Närz. Die Berliner ChristlichSoztalen haben sich am Freitag abend in einer sfenichen Versattmttng im Stadtmissionshaufe ebenfalls mit der lex Heinze beschäftigt, haben sich jedoch im Gegensatze zu allen ähnlichen Versammlungen der Reichshaupttadt für die Notwendigkeit eines Kampfes gegen die Ansittlichten ausgesprochen, selbst wenn sie sich in der Kunst breit Der Saal war gut besetzt. Der später erscheinende konservative Reichstagsabgeordnete Schrempf wurde mit lebhaftem Beisan begrüßt Auch Stöcker empfing man mit stünmischem Beifall. Stocker verwies zu Beginn auf die gegen die ler Heinze gemachte Agstatton und Aufregung hin Wenn man das alles betrachtet, sagte er weiter, so muß man sich wirklich fragen haben denn eigentlich die Leute den Verstand verloren? Es handelt sich doch um ganz schlichte, einfache fur ein chriftliches Volk ganz selbstverständliche Sachen. Aber bei uns ist der Kreis der Gelehrten Schrittsteller Redakteure so groß, die überhaupt nicht wollen, daß christliche Anschauung und Sitte geschützt weiden. Daß da viele Juden dabei sind ist ja selbstverständlich Stöcker ging dann näher auf die Vorschläge des Reichstagskommission ein bezeichnete sie als das Mindeste, was zu verlangen ist und bewies ihre Notwendigkei zurch viele Fälle aus Litteratur, Theater und Kunft. Er zeigte auch, wie grundlos die Furcht ist, daß die Richter zu streug urteilen würden. Ihre bisherige Haltung war eher zu lar. Jedenfalls tann man sich nicht denten, daß damit die Aaitation und der Lärm gerechtfentigt sein soll Im Jahre wurde im Residenztheater ein Stück ausgeführt von dem selbst der Berliner Börsenkourier“ sagte die Herren türmen eine Schweinere auf die andere verhüllte und unverhüllte Joten... ##eiche Cyismus bei alledem blendende Technik, vollendete Kunst###gte(Hn hort!). Die Ullsteinsche„Berliner Zeitung", auch keie streuge Sittenichterin, spricht von einer sehr gewagten SchlußNi Die„Folkszeitung mein der Inhalt läßt sich überhaust nicht erzählen— gämlich weil er gar zu gemein ist bemerkt Stäcker— er setzt sich zusammen aus geistreichen und unzüchtigen Späßen. Und wenn heute der Reichstag diese unzüchtigen Späße, die Zoten, die Schweinerei 2c. treffen will, da schreit alles über einen Angriff auf die„Kunst"! Von einem anderen Stück sagt ein Blatt in Bezug auf ein Tanzmädchen: sie habe mit naiver Verderbtheit und Frechheit getanzt und dafür die echten Töne gesunden. Nun muß man bedenken, daß diese Rezensionen doch geschrieben werden nicht um abzuschrecken, sondern um die Leute darauf aufmerksam zu machen. Wird nun von diesen Schweinereien berichtet, so reizt das die Menge und es läuft alles in das betr. Theater. Aehnlich war es mit dem Stück„Der Hofball“, was bekanntlich auf dem großherzoglichen Theater in Darmstadt aufgeführt wurde. Da schrieb das„Darmstädter Tageblatt“: „Das Publikum wurde durch die Gemeinheit abgekühlt." Die „Wormser Ztg.":„Die Handlung verstößt recht gegen jeden sittlichen Geschmack“ Frankfurter Ztg:„Der Text mit seinen vielen Ein= und Zweideutigkeiten muß entschieden Widerspruch hervorrufen. Aehnlich die„Darmstädter Ztg“. Und wie urteilt ein früherer Theaterdirektor selber über die moderne Kunst?:„Von Keuschheit, Anmut, Schönheit fern, Nur das gilt heute für modern. Das Widrigste das Ekelste das ist, was fin de siècle ist!“ Aber der Mann muß es ja wissen. Und dennoch— er steht mit unter der Protesterklärung gegen die lex Heinze! Er giebt den Schmutz zu, will aber nicht, daß dagegen eingeschritten werde. Auch ein Standpunkt! Stöcker ging dann auf die Protestversammlung der Künstler Gelehrten u. s. w. im Handwerkersaale in der Sophienstraße ein und erinnerte daran, daß einige der Herren die beim Staatssekretär waren, überhaupt die Vorlage nicht gelesen hatten. (Hört, hört.) Nun das erweckt keine gute Vorstellung. Wenn Herr Müller=Meiningen dann sagte, der Minister hätte so auf sie eingeredet, daß ihnen— wie sie selber zugaben— ganz dumm davon im Kopfe wurde, so muß man dem entgegenhalten, daß Leute nicht zur Führung in einer so wichtigen Sache in der Oeffentlichkeit berufen sind, die sich von Reden dumm machen lassen.(Sehr gut!) Stöcker wandte sich energisch gegen die Uebertreibungen der Herren Eberlein, Rissen und Sudermann und sah sich dann die Unterzeichner der Protestresolution etwas genauer an. Von einem Teil der Namen fand er es unbegreiflich, wie sie dorthin kommen, von einem anderen Teil meint er, daß sie allerdings ein Interesse daran hätten, weil sie leicht selber unter das Gesetz fallen können, z. B. Paul Lindau. Der schrieb über den„Handschuh" von Björnson Eine gebildete Braut wird schwerlich den Bruch herbeiführen, weil der Bräutigam das gethan hat, was sie bei einiger Nüchternheit und einer geringen Dosis von Weltkenntnis als das Normale ansehen muß .. Wird einem jungen heiratsfähigen Menschen Keuschheit zugeschrieben, so werden es die einen nicht glauben, die anderen darüber lachen." Und dieser Mann will urteilen über die lex Heinze! Er hätte besser gethan, es nicht zu thun und andere hätten besser gethan, mit diesem Herrn nicht zusammenzugehen.— Dann ist unter den Unterzeichnern Ernst v. Wolzogen, von dem mir ein Buch„Das dritte Geschlecht“ geschickt worden ist, das von einer solchen haarsträubenden Unsittlichkeit ist, daß man sich wirklich wundert, wie ein Mensch eine solche Phantasie haben kann(Stöcker eitiert daraus. Die Künstlerschrift„Jugend“ hat eine Heinzenummer herausgegeben, in der sich eine Menge von Unterzeichnern über die lex Heinze auslassen. Und wie wird dort die Reichstagsmehrheit behandelt, die diejenige „Kunst treffen will, die„von Keuschheit, Anmut, Schönheit fern“ ist? Otto Julius Bierbaum schimpft auf das ungesunde Volk der Kuttenträger, Schnüffter, Büffler usw., auf das Rudel Wölfe, die ihre gelben Zähne in das Fleisch von unserer lieben Fran von Milo schlagen wollen(Heiterkeit)„Schlagt die kalte Hand vom schwarzen Rumpfe!“ Das geht alles auf die Reichstagsmehrheit! Andere sagen: Die lex Heinze ist die Nache der Zwangseölibateure. Herr Gabriel Max ist besonders ungestüm und verlangt unentgeltliche staatliche Zwangskastration Da hat Ferdinand Avenarius wirklich Recht, wenn er, nur in anderem Sinne fragt. Leben wir denn unter Verrückten? Das fragen wir auch Das ist nun die Intelligenz Deutschlands, das sind die großen Geister, die vornehme Gesellschaft!(Große Heiterkeit). Stöcker wies zum Schluß nach, daß die Völker zu Grunde gegangen sind, wenn sie der Unzucht freien Lauf ließen. Das aber soll nicht geschehen und darum wollen wir, wie es der Entwurf thut, austreten gegen die wachsende Unzucht im öffentlichen Leben, in Darstellungen, in Theatern, in Büchern. Wer daran mitwirkt, macht sich um das Wohl des deutschen Volkes verdient!(Anhaltender stürmischer Beifall.) Dr. jur Hugo Reichelt sprach Stöcker Dank aus für sein Auftreten in dieser Frage Nicht die Kunst sondern die bürgerliche Gesellschaft ist in Gefahr Die öffentliche Meinung ist systematisch verdunkelt worden. Die Leute kennen das Gesetz nicht; sonst würden Hunderttausende einmütig dafür eintreten Möchten in dieser Beziehung die Freunde der Vorlage rühriger sein und aufklärend wirken! Beifall. Abg. Schrempf=Stuttgart stimmte dem zu. Ein angesehener Arzt in Stuttgart fragte ihn Sagen Sie mal, was ist das eigentlich mit der lex Heinze? Weshalb sitzt denn der Abg. Heinze, der die Vorlage einbrachte, jetzt selber im Zuchthause?(Große Heiterkeit. Auf die Erklärung hin war er sehr erstaunt und sagte: Das ist in unseren Kreisen nicht bekannt(Heiterkeit.) Das geht Zehntausenden unserer Gebildeten so!(Sehr richtig.) Wenn man uns, der Reichstagsmehrheit vorwirst, wir begingen ein Attentat aus Kunst und Wissenschaft, so muß man sich fragen, oo nicht die einzige richtige Antwort darauf ein kräftiges Pfu ist.(Zustimmung.) Man verleumdet uns damit als Männer! Redner beschwert sich unter Angabe verschiedemer Punkte über die Berichterstattung in den Zeitungen über die Reichstagsverhandlungen. Wie die Redner der Rechten dabei wegkommen Wenn man nur diese oberflächlichen Berichte liest, muß man allerdings meinen, wir seien wer weiß wie zurück, wie einfältig, wie dumm. Auf die Zustände eingehend, beklagte Abg. Schrempf, die schwächliche Haltung der Regiernug, die nach dem Grundsatze gehe es wird fortgewurstelt. Die wahre Kunst hat die lex Heinze nicht zu fürchten. Wir appellieren vom Unverstand an den besseren Verstand(Stürmischer Beifall.) Wir thun, was wir für unsere Pflicht halten!(Anhaltender Beifall.)— Maler Kistenmacher fand, daß die Reichstagsmehrheit aus dem Holzwege sei. Nach Schlußworten wurde durch Abstimmung festgestellt, daß die Versammlung mit dem Vorgehen der Reichstagsmehrheit gegen die Unsittlichkeit in Litteratur, Kunst und Theater einverstanden ist. Dagegen erklärten sich nur 7 Stimmen, darunter eine Dame, wie Stöcker ausdrücklich feststellte. Um 11¾ Uhr schloß die Versammlung. Berlin, 19. März. — Heute mittag 12 Uhr fand im Weißen Saale des Schlosses ein Festakt zur zweihundertlähnrigen Jubelfeier der Akademie der Wissenschaften statt. Es erschienen die Mitglieder der Akademie viele auswartige und korrespondierende Mitglieder seiner als von der Akademie geladene Gäste die Botschafter und Gesandten, die Generalität Vertreter wissenschaftlicher Institute der Parlamente und der Stadt Berlin. In Linken des Thrones stellten sich die Staatsminister auf an ihrer Spitze der Reichskanzler Unter einen Faufarenmarsch des Bläserko#ps erschien der große Vortritt, es folgten die Reichsiusignien von Generälen und Ministern gekragen der Kaiser allein in der Uniform der Garde du Corps der Kronprinz, die Prinzen das Hauptquartier und das Gefolge. Der Sekretär der Akademie, Professor Auwers gedachte in seiner Rede besonders des Gründers der Akademie, des Kursürsten Friedrich III seiner Friedtichs des Großen, Friedrich Withelms III., Withelms des Großen, und sprach dem Kaiser Wilhelm II den Dank aus, wei derselbe stets hilfsbereite Hand für alle wissenschaftlichen Jnteressen habe. Der Kultusmiuster wies in seine Ansprache auf die engere Verbindung mit den auswärtigen Akademien hin, welche durch die neuerlich gegründete internationale Assoziation gefördert sei Er verlas den kaiserlichen Erlaß, wonach die Zahl der Stellen fü ordentliche Mitglieder in jeder Klasse von 27 auf 30 erhöht wird und teitte eine große Reihe Ordensauszeichnungen mit. Es erhielt u a. Mommsen den Roten Adlerorden 1 Klasse. Nunmehr erhob sich der Kaiser zu folgender Ansprache: Indem Ich Sie an Ihrem Jubeltage in diesem durch große Erinernugen geweihten Saale Meines Schlosses will korhmen heiße, erinnere Ich Mich gern der Beziehungen, welche Ihre Körperschaft mit Meinem Königlichen Hause verknüpfen. Das verständnisvolle Interesse das Kurfürst Friedrich III. Leibniz's weitausschauenden Plänen entgegenbrachte, hat sie ins Leben gerufen. Der Große Friedrich hat ihr den Stempel Seines Geistes aufgedrückt. Alle Könige Preußens haben als unmittelbare Protektoren teilnehmend, leitend, fördernd über dieser Schöpfung gewaltet, also daß das Wort Kaiser Wilhelms des Großen„Das in jedem preußischen Könige einwohnende Gefühl für Wissenschaft ist auch in Mir lebendig“ im Verhältnisse zu ihr in besonderer Weise seinen Ausdruck gefunden hat. Ich freue Mich, heute anerkennen zu dürfen, daß die Akademie der Wissenschaften nun schon durch zwei Jahrhunderte ihre unversiegte Lebenskraft bewährt und daß sie den Erwartungen, die Meine Vorfahren in sie gesetzt haben, voll entsprochen hat. Es hat gewiß guren Grund, wenn sich die deutsche Wissenschaft im engen Anschluß an die Universitäten entwickelt hat, und Ich zweifle nicht, daß der Forschung, wie es auch unser unvergeßlicher Helmholtz bezeugte, aus dem akademischen Unterricht und dem Verkehr mit der studierenden Jugend reiche Lebensströme zufließen. Aber nicht minder hat sich die Organisation und Leitung wissenschaftlicher Arbeit durch die Akademien als ein wesentliches und zur Erreichung großer Ziele unentbehrliches Element wissenschaftlichen schritts erwiesen. Mehr als ein Jahrhundert vor der Berliner Universität ins Leben getreten, hat die Berliner Akademie auch früher die Aufgabe verfolgt, allen Zweigen der Wissenschaft gleichzeitig zu dienen. Wenn Ich in weiterem Ausbau dessen heute die Zahl der ordentlichen Mitglieder in der Philosophischhistorischen Klasse durch Hinzufügung einiger vorzugsweise für deutsche Sprachforschung bestimmter Stellen vermehrt habe so leitet Mich hierbei der Gedanke, daß die deutsche Sprachforschung, auf die schon der Stiftungsbrief von 1700 hinweist, in der Hauptstadt des jetzt geeinten Deutschen Reiches besonderer Pflege bedarf Zugleich erschien es Mit unerläßlich, auch die Zahl der Stellen in der Physikalisch=mathematischen Klasse mit Rücksicht auf die heutige Bedeutung der Technik in derselben Weise zu verstärten. Und wie die Akademie die Wissenschaft von vornherein in ihrer vollen Universalität erfaßt hat, so kann man es ihr andererseits nachrühmen, daß sie sich der Verfolgung aller außerhalb der Wissenschaft liegenden Interessen gänzlich ferngehalten hat. Wohl haben sich die großen Erlebnisse der Nation auch in ihrem Wirken gespiegelt und in den Worten ihrer Festredner nicht selten begeisterten Ausdruck gefunden. Aber sie hat es stets verschmäht, in das Gewühl der politischen Leidenschaften hinabzusteigen und ihre oberste Pflicht vielmehr allezeit in der reinen und interesselosen Pflege der Wissenschaft erblickt. In dieser selbstlosen Hingabe, der sie Großes zu danken hat und die ihr weiterhin den Erfolg ihres Schaffens verbürgt, dient sie zugleich dem gottgewollten Ziele alles Wissens, die Menschheit tiefer in die Erkenntnis der göttlichen Wahrheit einzuführen. Wie die Naturwissenschaften im letzten Ziele den Urgrund alles Seins und Werdens zu erforschen trachten, so bleibt, wie es Goethe— selbst einst auswärtiges Mitglied dieser Körverschaft— ausgesprochen hat, das eigentliche, einzige und tiesste Thema der Welt= und Menschengeschichte dem alle übrigen untergeordnet sind der Konflikt des Unglaubens und Glaubens und, wie in seinem Sinne hinzuzufügen ist, die Bethätigung Gottes am Menscheugeschlecht. So bewährt sich auch an Ihrem Arbeiten, wie es Leibuiz wollte, daß durch die Wissenschaften die Ehre Gottes und das Beste des ganzen menschlichen Geschlechts beständig befördert wird Daß dies allezeit geschehe, dazu walte der Segen des Höchsten über Ihnen auch im neuen Jahrhundert. — Gestern abend weiste der Kaiser beim Kriegsminister General der Infauterie v. Gößler. — Der Kaiser hat, der Kreuzzeitung zufolge, den Oberpräsidenten von Schleswig=Holstein v. Köller mit seiner Vertretung bei der Beerdigung des Staatsministers und Oberpräsidenten a. D. v. Puttkamer beauftragt. — Generalleutnant z. D. Adalbert v. Franrenverg ist gestorben. dem Oesterreich=Ungarn. Wien, 18. März Eine Kundmachung der„Wiener Zeitung" meldet:„Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit die Durchlauchtigste Kronprinzessin=Witwe Stephanie hat, nachdem Höchstdieselbe die Zustimmung und Einwilligung Seiner Majestät als allerhöchsten Familienoberhauptes eingeholt und erhalten, Höchstsich mit dem Grafen Elemer Lonyay von Nagy Lonya und Vasaro Nameny, Kaiserlich Königlichen Kämmerer und erblichen Mitglied der Magnatentafel des ungarischen Reichstages verlobt.“— Wie verlautet, soll die Hochzeit in allernächster Zeit stattfinden. Rödgen, 19. März(Verspäteter Bericht.) Die Einführung unseres neugewählten Herrn Pastors Stein nahm einen gesegneten Verlauf. Am Donnerstag, den 8. März, traf Herr Paster Stein von Altena, seinem bisherigen Wirkungsorte, kommend, in Siegen ein, woselbst er von dem Presbyterium unserer Gemeinde begrüßt wurde. Sodann fuhren die Herren sogleich nach Rödgen. Im Rödgerwalde kamen ihnen die Lehrer mit einigen 100 Schulkindern entgegen. Unter fröhlichem Gesang ging es dann in den Ort hinein unter Ehrenpforten hindurch in das festlich geschmückte Gotteshaus. Am Donnerstag abend erschienen 45 Posaunenbläser vor der Wohnung des Herrn um ihn durch einige Choräle zu erfreuen. Viele Zuhörer hatten sich eingefunden Herr Pastor Stein dankte in herzlichen Worten für die Beweise der Liebe, die ihm entgegengebracht worden Später versammelten sich die Gemeindeglieder im Konfirmandenhause, woselbst Herr Pastor Stein eine herzandringende Ansprache hielt. Der Abschied von Altena sei ihm sehr schwer geworden, denn auch dort seien viele liebe Christen, die ihre Pfarrer auf betenden Herzen trügen. Am Sonntag, den 11 März, wurde Herr Pastor Stein durch den Herrn Superintendenten Köhne und den Herrn Pastor WinterhagerSiegen in sein Amt eingeführt. Nach der Einführung bestieg Herr Vastor Stein die Kanzel und legte ein Glaubenszeugnis ab, wie es köstlicher und herrlicher in unserer Kirche sicherlich noch nicht gehört worden ist. Möge der Herr die Arbeit unseres neuen Herrn Pastors segnen, möchte das Band der Liebe und des Vertrauens zwischen Gemeinde und Pfarrer sich immer mehr befestigen. Lokales, O Siegen. 20. März. Am Samstag früh erlitt die Druckerei des„Volk“ eine unvorhergesehene Betriebsstörung. J Gasmotor, womit die Druckmaschinen betrieben werden, versagte plötzlich den Dienst und ergab sich beim Nachsehen, daß ein bestimmter Teil stark beschädigt war. Obwohl sofort die umfassendsten Vorkehrungen zur Aufrechterhaltung des Betriebes getroffen wurden, war es doch nicht möglich, die Zeitung zu drucken. Erst heute früh war die Reparatur beendet und kommen nun die Sonntag Dienstag= und Mittwoch=Nummer fast gleichzeitig zur Ausgabe. Wir bitten unsere lieben Leser, die inzwischen gewiß ungeduldig geworden sind, in diesem Falle Nachsicht üben zu wollen. Die beschädigte Maschine ist jetzt wieder arbeitsfähig und wird nunmehr das„Volk“ wieder pünktlich erscheinen. D Siegen, 19 März. Der Bund der Landwirte wird am nächsten Samstag in Berleburg und am Sonntag in Siegen je eine Kreis=Versammlituig abhalten zwecks Wahl des ereisporstandes. Herr Sümmermann, der Provinzialvorsitzende für Westsalen, wird über die Bedeutung des Bundes der Landwirte für die Landwirtschaft und den gesamten Mittelstand sprechen. ane □ Siegen, 20. März. Wie wir hören, beabsichtigt der Ortsverein Siegen des Hirsch=Duncerschen Gewerkvereins eine Baugemö#ten schaft ins Leben zu rusen nach dem Muster der hier bereits bestehenden Baugenossenschaft der Eisenbahnbeamten und beiter Die Vorarbeiten zur Gründung dieser neuen Genossenschaft sind bereits ziemlich weit gediehen und wird voraussichtlich in turzer Zeit die Genossenschaft endgültig gegründet werden. Siegen, 20. März. Ueber„Das Burenvolk und seine Geschichte hiell am Sonntag abend Herr Vastor Vorlaender im Evangelischen Gesellen=Verein einen mit vielem Beifall aufgenommenen Vortrag. Der Besuch war ein sehr zahlreicher Die Ausführungen des Rednes wurden durch Bilder des Skioptikons erläutert. Von anhaltendem Jubel begrüßt wurde namentlich das Bild des greisen Prasidenten Paul Krüger. Auch die übrigen Bilder erweckten selbftiedend großes Interesse t Siegen, 20. März. Am Sonntag abend gab der hiesige Municverein im Saale der Bürgergesellschaft ein Konzert, welches verhältnisnäßig gut besucht war. Zur Aufführung gelangte das Oratorium„Samson“ von G. F. Händel. Die einzelnen Chöre entledigten sich ihrer schwierigen Aufgabe in mustergültiger Weise; dasselbe läßt sich sagen von den mitwirkenden Solisten: Fräulein berg= Köln(Sopran), Fräulein Höfken= Köln(Alt), Hermn FischerFrankfurt a. M.(Tenor) und Herrn Gratscher=Aachen(Baß). Herr Lehrer Zipp II hatte die Harmoniumbegleitung zu den Gesängen übernommen und führte seine Aufgabe in anerkennenswerter Weise aus. Auch die Stadtkapelle stellte ihr Können wiederum in ein #'c Siegen. 20. Mätz. Der Stadiosus Alfred Hellmann, ein Sohn des Herrn Dr. med. Hellmann hierselbst, hat nach einer Mitteilung des„Sieg=Rheinischen Volksblattes“ am Donnerstag als Mitglied der Vertretung des Kartellverbandes der katholischen Studentenverbindung eine Audienz beim Papst in Rom gehabt. Außer ihm bestand diese Vertretung noch aus den Herren Arthur SchneiderBreskau und Franz Tacker=Leipzig, welche in Begleitung von Dr. Dengel aus Innsbruck in vollem Wichs zur Audienz erschienen. Der Papst unterhielt sich eine gute halbe Stunde lang mit ihnen und überreichte schließlich beim Abschiede jedem eine große Medaille * Mutmaßliche Witterung am 21. März: Ziemlich trübe, Niederschläge, kühl. 0. Vom Rhein, 18., Möz, Pfarten Naustaus, Hat duch Vermittelung des Vorsitzenden des Gesamtverbandes an die Vorstände und Mitglieder der Evangelischen Arbeitervereine folgendes Rundschreiben gerichtet:„Geehrte Herren und Freunde! Nachdem ich vom Ausschuß des Gesamtverbandes der Evangelischen Arbeitervereine den Auftrag erhalten habe, auf der bevorstehenden Generalversammlung über die Stellung der christlichen Arbeiter zu den Gewerkschaften zu referieren, erlaube ich mir, Ihnen zur Vorbereitung auf die Diskussion eine Broschüre zuzusenden, die mein Freund Herr F Weinhausen, ein altes Mitglied des Evangelischen Arbeitervereins in Frankfurt a. M., verfaßt hat. Diese schüre enthält die besten sachlichen Mitteilungen über die Christlichen Gewerkvereine. Unsere Debatte wird voraussichtlich folgendes zu behandeln haben: 1. Den Wert der Berufsverbände der Arbeiter überhaupt, 2. das Ideal von unpolitischen, unkonfessionellen Gewerkschaften, die alle Mitglieder eines Arbeiterberufes umfassen, 3. die jetzigen Verbände und zwar die sozialdemokratischen, christlichen und Hirsch=Dunckerschen, 4. die Entscheidung der Mitglieder der evangelischen Arbeitervereine. Zum letzten Punkt gestatte ich mir bereits jetzt folgende Thesen zu stellen a) Die Evangelischen Arbeitervereine wahren ihren religiösen und patriotischen Charakter in jeder Hinsicht und sind darum nicht im Stande alle Mitglieder eines Beruses zu gewerkschaftlicher Arbeit zu vereinigen. Ihre praktische Thätigkeit liegt mehr aus dem Gebiet der Genossenschaft als auf dem der Gewerkschaft. b) Da aber die Evangelischen Arbeitervereine nicht selbst Gewerkschaften ins Leben rufen können, haben sie die dringende Pflicht ihre Mitglieder zur Teilnahme an Gewerkschaftsverbänden anzuhalten, damit nicht durch die Evangelischen Arbeitervereine der Gesamtfortschritt der Arbeiterbewegung irgendwie gehemmt werde. c) Es wird nötig sein, daß die einzelnen Evangelischen Arbeitervereine sich nach lokalen Erwägungen darüber schlüssig machen, welcher Art von Gewerkschaften oder Gewerkvereinen sie ihre Mitglieder zuführen wollen. Jedenfalls empfiehlt sich gemeinsamer Eintritt der christlichen Berufsgenossen eines Ortes. d) Bei dieser Beschlußfassung darf nie aus dem Auge verloren werden, daß die Herstellung allumfassender unpolitischer und unkonfessioneller Berufsverbände das letzte Ziel ist. Verbände, die diesem Ziele offen zustreben, haben den Vorzug. Es würde gut sein, wenn in den verschiedenen zum Gesamtverbande gehörigen Organen Gegenvorschläge und Bedenken bereits vor der Generalversammlung laut würden. Es ist dringend zu wünschen, daß alle evangelischen Arbeitervereine, wie viele es schon gethan haben, sich mit dieser Frage gründlich beschäftigen. Handelsnachrichten. Nuktion zu Hirschhorn a. Ne G Statuten über die Stiftung eines Kreuzes des allgemeinen Ehrenzeichens vom 27. Januar d. J.(G. S. S. 17) sind die Inhaber des Allgemeinen Ehrenzeichens in Gold befugt, dasselbe gegen das neu gestiftete Kreuz des allgemeinen Ehrenzeichens umzutauschen. Ich habe die Ortspolizeibehörden angegewiesen, Anträge der Beteiligten bis zum 25. April d. Is anzunehmen. Den Anträgen ist die Dekoration und das Besitzzeuanis beizufügen. Siegen, den 15. März 1900. Der komm Laudrat. Bourwieg, Regierungsassessot Zwangsiünnung Ffür, Buchdrucker und Buchbinder im Kreise Siegen. Zur Vornahme der Wahl von zwei Mitgliedern und zwei Gehülsen=Ausschusses werden hiermit die bei den Innungsmitgliedem beschäftigten in das Lokal des Herm Wilh Schneck(Saal) an der Siegbrücke eingeladen Als Legitimation dient die Juvalidenkarte. Siegen, den 19 März 1900. Emil Bommert, Vorsitzender. Rinden=Auktion zu Hirschhorn a. Neckar. Der Besuch seitens der Käufer und Interessenten war ein guter. Die Auktion ging flott von Statten und wurde fast alles aus dem Markte genommen, nur Los blieb unverkauft. Ausgeboten insgesamt 40.000 Zeutner, jedoch waren 7000 Zentner bereits aus freier Hand verkauft, sodaß nur noch 33000 Zentner zur Versteigerung kamen. Ergebnis(Verkäufe, Preise): Es erzielte prima Rinde aus fiskalischen, herrschaftlichen und Privatwaldungen 5.00— 5,75 Mk., do aus Gemeindewald5,00 5,20 Mk. pro Zentner. Diese Preise sind um ca. 15=20 Pfg. höher als im vorigen Jahre.(Deutsche Gerber=Zeitung.) Verein zur Fürsorge für die weibliche Jugend in Berlin. Freitag, den 23. Mär, nachmittags 5 Uhr, findet im Marienheim 1, Borsigstraße 5, die Besprechung des Arbeitsplanes der diesmaligen Quartalsmission der Bahnhofshelferinnen statt. Damen, welche geneigt sind, an der Liebesarbeit der Bahnhofs=Mission teilzunehmen werden hierdurch herzlich eingeladen, an der Konferenz teilzunehmen. neue getrocktete süße, Aumen, neischige 9der Frucht, Pid mit Sack frachtfrei allen Stationen des Kreises Siegen Mi. 18, per Zu 40=Pfuno=Sack Mi. 7.60. ganze fleischige, M. 28.— pfelschnitten, geschälte, M. 49 weiße neue M. 12. # en zu. 40 Pfund per neue kleine, M. 10.50 per Zr. 40 Pfund M. 4.50, versendet fack, freoht= und spesenfrei in beschr neuer, wirtlich guter Waare per Nachnahme Jaser Müller Jr. Koe 4 von rassereinen gelben Italienen von nur besonders ausgewählten Hühnern, pro Stück 20 Pfg. ausschließlich Verpackung und Porto giebt ab Neiphen a. Sien. Grote, Pfarrer. Besichtigung d. Zuchtstatumes gern gestattet. Nach der Wahl des Gehülfenausschusses sind von diesem die beiden Stimmzettel eines Mitgliedes und eines Ersatzmannes für den Gesenen######c werkskammern in Aunsberg auszusülen. Um eine Zersplitterung der Stimmen zu vermeiden, lade ich die GesellenAusschüsse resp deren Vorsitzenden: 1) von der Fleischerinnung der Stadt Siegen, der Aemter Ferndorf, Weidenau, Neiphen Stadt und An Hilchenbach, der Aemter Eiserfeld, Freudenberg, BurD Bot. bece Sschaich eik schice ih elsrstr eichete Letacsicdhhe sche eiese Seicgen I von der Innung der Kleiupner und Kupferschmiede für den Kreis Siegen hierdurch ein der Versammlung am 25. März er. beizuwohnen und nach gemeinK g ie e ues sere un en=ehe der Arbeitnehler ür den 9. Bezirk zu vollziehen. der Am Vonntag, den 25. März Nachmittags 3 Uhr findet im Lotale des Herm H. Steffen Siegen eine Kreis-Versammlung statt wozu alle Landwirte, Handwerker und Gewerbetreibende rech zahlreich de aeosecheskechesicheide füihe Weschaleste, Gets Atchschitse, Stishihtee mann, wird pe#säntlich die Wahl des Kreisvorstandes für den Kreis Siegen leiten und einen Vortrag halten. Alles Nähere besagen die Plakate. es u u t# Die Vertsallensnichner: Sciih Geisweid 605 Elbgan=Presset — Aometrungsliste Nr. 6664.— Die in Dresden=Blasewitz im 15. Jahrgange erscheinende zeitung„Sachsens Elbgau=Presse wird in deutschnationalem Sinne geleitet und bringt außer einer alle wichtigeren Vorgänge besprechenden politischen Uebersicht selbständige im volkstümlichen Tone gehaltene sich großer Beliebtheit ersteuende Leitartikel, Telegramme, Nachrichten aus allen Teilen des Königreichs Sachsen, spannende Romane, Vermischtes 2c. Außerdem werden wöchentlich drei Unterhaltungs=Beilagen beigegeben, welche eine Fülle von interessantem Lesestoff bieten. Der vierteljährliche Bezugspreis für die wöchentlich 6mal erscheinende „Elbgau=Presse beträgt bei allen Postanstalten 1 M. 20 Pfg ausschließlich 40 Pfg. Zustellungsgebühr.— Probenummern unentgeltlich. 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Beckmann.— Unterhaltungsteil Dr. Burckh Druck und Vertag der Westdeutschen Verlagsanstalt, E. G. m. b. andt=Godesbeig.— Anzeigen: Chr. Schlunz. H., Siegen, Sandstraße 18. Hierzu eine Beilage. Nun können wir aufatmen; wir sind nicht zurückgeblieben, wo es galt, die Kunst zu verteidigen; wir haben auch unsere Protest=Versammlung in Sachen der lex Heinze gehabt. Freilich, so lebendig wie in München, wo ein jüdischer Rechtsanwalt sogar die Person unseres Kaisers in die Debatte zog, gings bei uns nicht zu. Der erste Redner, der Rektor der Rat Böning, gab der Sache einen akademischen Anstrich; er behandelte die Frage vom juristischen Standpunkt, ürchtete Schwierigkeiten in der Rechtsprechung, auseinandergehende Ansichten über die einzelne Bestimmungen usw. Die andern Reden waren herzlich unbedeutend und der Eifer, mit dem sich einzelne Herren als Vertreter von Kunst und Litteratur aufwarfen, nach ihren bisherigen Leistungen auf diesen Gebieten geradezu komisch. Aber in einem Punkte waren wir doch vielen andern Städten voraus; die Einladung zu unserer Versammlung war mit unterzeichnet von einem„Fräulein Doktor“„Willst du genau erfahren, was sich ziemt, so frage nur bei edlen Frauen an. Durch eine Petition des evangelischen Arbeitervereins auf die städtischen Behörden ist die Wohnungsfrage zur Diskussion gestellt worden Der Arbeiterverein bittet um die Einsetzung einer städtischen Wohnungskommission nnd um die Errichtung von Arbeiterwohnungen aus städtischen Mitteln. Die nächste Stadtverordneten=Sitzung wird darüber Beschluß zu fassen haben. Die Stimmung in der Bürgerschaft ist der Petition im allgemeinen nicht günstig. Die gut organisierten und in der Vertretung ihrer Interessen sehr rührigen Hausbesitzer fürchten natürlich Benachteiligung Außerdem aber ist nicht zu verkennen, daß das hier ganz besonders ungeschliffene Auftreten der Sozialdemokraten das die Einflüsse höherer Bildung nirgends verrät, in sozialen Dingen hier eine eigenkümliche Temperatur erzeugt hat. Die einen lassen sich einschüchtern und machen in ihrer Herzensangst Verbeugungen vor der gefürchteten Partei wir haben in dieser Hinsicht geradezu klägliche Fälle erlebt. Die andern lassen sich erbittern und sind geneigt, auch Forderungen abzuweisen, die sachlich begründet sind. Da thut wirklich etwas christlich=soziales Oel dringend not, damit die Reibung zwischen den Rädern der Maschine etwas vermindert werde. Wie nun auch die Entscheidung in der Wohnungsfrage ausfallen möge, zwei in früheren Jahren begangene Unterlassungssünden kann unsere städtische Verwaltung nicht von sich abwälzen; sie hat nicht durch rechtzeitige Erwerbung von Bauländereien der Grundstücksspekulation den Boden entzogen, und sie hat nicht durch Anlegung von Spielplätzen in dem kinderreichen Arbeiterviertel dafür gesorgt, daß die Jugend in frischer Luft gefahrlos sich tummeln kann. In vielen Gemeinden ists ähnlich gegangen. Aber es läßt sich hier und da noch manches Versäumte nachholen. Darum empfiehlt es sich, an diese Punkte praktischer Kommunal=Politik immer wieder zu erinnern. H. Berlin, 17. März. Am Tische des Bundesrats: Dr. Nieberding. Präsident Graf Ballestrem eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 20 Min. Der Saal ist schon lange vorher mit bewegten Gruppen gefüllt. Die dritte Beratung der lex Heinze gehr weiter. Präsident Graf Ballestrem: Wir würden jetzt in die Beratung einzutreten haben über den in der zweiten Beratung abgelehnten Antrag Heine, einen neuen§ 327a in das Strafgesetzbuch aufzunehmen folgenden Inhalts:„Wer die Gesundheit einer Person dadurch gefährdet, daß er wissend, daß er mit einer ansteckenden Geschlechtskrankheit behaftei ist, den Beischlaf ausübt, wird mit Gefängnis bis zu einem Kopf und Herz. Kopf ohne Herz macht böses Blut, Herz ohne Kopf thut auch nicht gut, Wo Glück und Segen soll gedeihn, Muß Kopf und Herz besammen sein. M. Bodenstedt. (Nachdruck verboten.) Ein Verdacht flammte in Bendring auf: Der Mann war der Freoler! Der Treubrüchige war der Mörder! Er hatte das keusche Weib nicht zu Fall bringen können er hatte sie nicht einem andern gegönnt, er hatte im Wahnwitz die Waffe zum zweiten Male gegen sie erhoben und sie hingestreckt. Er! Er „Nenne ihn— um der Gerechtigkeit willen, nenne ihn! Wenn du mich liebst: nenne ihn drängteer auf die Schwerleidende ein. „Er istfern," hauchte sie.„Laß ihn. War ich schuldlos?“ „Ja, tausendmal ja! unterbrach er stürmisch. Ja— wiederholte sie, und ein Lächeln ging wie ein Sonnenstrahl über ihre Züge. Ja— Fritz— deine Liebe hat mich entsühnt. Du hast mich geliebt. Fritz — ich danke dir. Ich— liebte dich wieder— ich gewann die Zuversicht, daß ich es durfte. Aber ich hätte dir das Leid ersparen müssen, das— mein Tod dir bringt Wen einmal die Sünde mit ihrem Atem streifte— der ist ihr verfallen Ich wars. Ich hätte es wissen sollen—“ „Nein, das darf ich nicht hören, das darfst du nicht sagen unterbrach er##it strömender Herzlichkeit„Du warst, du bist und bleibst mein Glück und meine Hoffnung— Hedwig, du wirst gesunden, du mußt es— du wärst mein Stern, der mich gehoben hat, du wirst es bleiben für immer. Quäle dich nicht, schweige, ruhe— laß mich forteilen Hilfe zu holen bleib still, ganz still! Laß die Hände auf der Brust, harre aus. Gott im Himmel, daß kein Mensch zur Stelle ist. Erschrick nicht, Lieb wenn ich rufe. Liege still, ganz still!“ Er sprang auf, lief bis an den Waldstreifen von der Landstraße trennende Wiese und rief aus Leibeskräften: Hilfe! Kietz, Hansen— Hilfe!“ Er bemerkte einen Jungen der sein Rufen offenbar gehört hatte und eilig die Landstraße entlang nach der Schwiddeldei lief Er kehrte zu der Geliebten zurück und war entsetzt über die Veränderung, die in den wenigen Minuten seiner Abwesenheit mit dem Mädchen vorgegangen war. Auf dem todesbleichen Gesichte lag ein weiches glückliches Lächeln, die Augen waren geschlossen und tief umrändert, das Kinn auf die Brust gesunken, der Mund wie zum Sprechen geöffnet. Der Atem ging kaum hörbar, ein Heben der Brust war nicht mehr zu erkennen. „Gott im Himmel!“ stotterte er mit versagender Kraft. zur Zeitung„Das Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 1000 M. bestraft.“ Vor zehn Minuten ist mir aber ein Antrag, unterzeichnet vom Abg. Heine und 12 weiteren Mitgliedern, zugegangen, bei der Beratung obigen Antrags die Oeffentlichkeit auszuschließen. Der§ 36 unserer Geschäftsordnung lautet:„Die Sitzungen des Reichstags sind öffentlich. Der Reichstag tritt auf den Antrag seines Präsidenten oder von 10 Mitgliedern zu einer geheimen Sitzung zusammen, in welcher dann zunächst über den Antrag auf Ausschluß der Oeffentlichkeit zu beschließen ist.“ Ich schlage Ihnen deshalb vor, sich jetzt zu vertagen und in einer halben Stunde, also um 1 Uhr, zu einer geheimen Sitzung zusammenzutreten und den Antrag auf Ausschluß der Oeffentlichkeit zu beraten. Ja, das läßt sich nicht schon nach einer Minute machen; eine neue Tagesordnung muß ausgegeben werden, der Bundesrat muß benachrichtigt werden. Dazu gehört Zeit. Um 11¾ Uhr werden sämtliche Tribünen geräumt. In der geheimen Sitzung, die um 12 Uhr begann, sprachen Stadthagen und Bebel über den Antrag Heine, der einen neuen § 327a in das Strafgesetzbuch einführen will, der von ansteckenden Geschlechtskrankheiten und Beischlaf handelt. Um 2¾ uor beginnt die namentliche Abstimmung über den Antrag Heine. Man erfährt, daß der Antrag Heine in der geheimen Sitzung fast einstimmig abgelehnt worden ist. Um 3 Uhr wird die Oeffentlichkeit wiederhergestellt. Vizepräsident Schmidt führt den Vorsitz Derselbe teilt mit, daß zunächst über den Antrag Heine zu§ 360, Nr. 11 des Strafgesetzbuches(grober Unsug) beraten wird, welcher lautet: Diese Bestimmung findet keine Anwendung auf Erzeugnisse der bildenden und reproduzierenden Künste und der Presse. Abg. Stadthagen(Sozialdem.) begründet den Antrag(Anwesend sind etwa 100 Abgeordnete es herrscht Unruhe. Redner erklärt, der grobe Unfugsparagrah ist das juristische Mädchen für alles, sei auch das Mädchen, das Schutz verlange(Heiterkeit) Die Auswüchse, die aus diesem Paragraphen für die Freiheit der Presse sich ergäben, müßten beseitigt werden. Nach dem„groben Unfugs“ Paragraphen seien sogar Blätter bestraft worden, weil sie die Ausstandsankündigung enthielten: Zuzug ist fernzuhalten Das zeige schon, wie schwer die Preßfreiheit durch diesen Paragraphen gefährdet wicd. Der Presse müsse das Recht gegeben werden unverblümt auf alle Mißstände aufmerksam zu machen. Dies ist um so notwendiger, als der Arbeitgeberparagraph entfallen ist. Auch Witzblätter bedürfen des Schutzes. Der Reaktion sei vorbehalten gewesen, die Preßfreiheit zu erdrosseln. Auch auf die bildende Kunst finde der Paragraph jetzt Anwendung. Wenn die Kompromißantragsteller die sozialdemokratische Partei zu den Beratungen herangezogen hätten, wäre als erster Antrag der Antrag Heim als Kompromißantrag gestellt worden. Denen, die für die Freiheit der Kunst eintreten, könnte die Mehrzahl wenigstens den kleinen Gefallen thun, den Antrag Heine anzunehmen. Man möge dieses kleine Schönheitspflästerchen auf die lex Heinze legen. Abg. Beckh=Koburg(Freis. Vg.) befürwortet den Antrag Heine und zwar deshalb, weil er zusammen mit dem Abg. Munckel in der Session 189 7/98 einen Antrag eingebracht habe, der dem§ 360 Nr. 11 eine bestimmte Fassung geben sollte. Abg. Prinz Hohenlohe=Schillingsfürst wendet gegen den Antrag Heine ein, daß derselbe die Hinterthür bilden würde, die ihm nicht genehm sein könnte. Die meisterhafte Rede v. Vollmars könne keinen Zweifel darüber lassen, daß die Sozialdemokratie nur darauf warte, gewisse Kreise, die ihr bisher nich angehörten liebevoll aufzunehmen. Er sei zwar überzeugt, daß, wenn der Zukunftsstaat der Sozialdemokraten einmal Wirklichkent sein werde, dann nicht nur Künstler, sondern auch die Kunst sehr schlechte Geschäfte machen werde. (Widerspruch links.) Aber deswegen dürfe man nicht das schlechte Beispiel einer benachbarten Nation befolgen. Ich bin vollständig den Ausführungen sowohl seitens des Bundesratstisches als seitens der Freunde der Vorlage mit gespanntester Aufmerksamkeit gefolgt, habe mich aber bis jetzt nicht von der Unbedenklichteit der Vorlage überzeugen können. Der einzige Erfolg derselben wird sein, daß sie der Sozialdemokratie Kreise zuführt, die sich bisher nur mit idealen Interessen beschäftigt haben.(Sehr gut links.) Ich werde nicht nur gegen den Antrag Heine, sondern auch gegen den ganzen Gesetzentwurf stimmen. Abg Schönlank(Sozialdemokrat) Der Gesetzentwur wolle zweifellos die wirkliche Kunst treffen. Der gegenwärtige Kampf werde „Das— das— ist doch der Tod! Hedwig, wie gern— wie gern mein Leben für das deine! Hedwig— hörst du mich? Lieb kannst du sprechen— kannst du hören? Kannst du mich verstehen? Mein Lieb, mein Herzenslieb Er tastete über ihre Hände und fuhr erschaudernd zurück. Kalt! Kalter Schweiß— Todesschweiß— auf der leuchtenden Stirn. Das Ende! Zu Ende ein Leben, ein Traum, ein Hoffen— alles Glück! Der Tod! Ja, er war gekommen. Er hatte ihm das Beste, er hatte ihm alles genommen. Alles! Alles! Er kniete in schluchzender Andacht und sah den alten Kietz nicht, der sorglos, den Arm voll Blumen, den Fußsteig herankam. Der Fischer hatte nichts von den Rufen des Verzweifelten gehört Sein Gehör war nicht mehr gut das Alter machte sich geltend. Er hatte Blumen gepflückt, war an die Landestelle gekommen, hatte das Boot nicht bemerkt, und war gegangen, es am Spieß zu suchen. Es mußte ja dort sein; er hatte es schon wiederholt von dort abgeholt. Er blieb vor der seltsamen Gruppe überrascht stehen. War dem Stadtfräulein unwohl geworden? War sie gefallen: Vielleicht über eine der Wurzeln, die sich stellenweise über den Boden erhoben und ihn holprig machten? Er ging noch etwas näher. „Herr Bendring— jo!“ Kietz schüttelte den Kopf, als die Antwort ausblieb. Herr Bendring— jo“ wiederholteer lauter. Der Angerufene hob müde den Kopf und fuhr sich mit der Hand über die schwimmenden Augen. „Um Gottes willen— 0—“ Kietz kam näher, so rasch es ging „Was was is? Herr Bendring— Herrgott— was— was—“ Er vergaß zum ersten Male in seinem Leben den gewohnten Nachsatz und starrte wie entgeistert auf die tote Braut. „Ja, Kietz,“ sagte der Anwalt und nickte.„Ja, sie ist nicht mehr. Tot, Kietz.“ „Nee!“ stotterte der alte Mann tötlich bestürzt.„Das — das—“ Er vermochte nicht zu sprechen. „Geben Sie die Blumen her alter Freund," bat Bendring Kietz stand wie gebannt. Der Schreck war ihm in die Glieder gefahren, daß er sich nicht zu rühren vermochte. ##ot, murmelte er abgerissen. Dann schien er sich zu besinnen. „Herr Bendring— nee— das— das— scheint man so—jo Ich— warten Sie— ich hole den Doktor— mitn Draht— 1o. AAI Mittwach, Gor din 21. März 1900. nicht geführt im Interesse der Sozialdemokratie, sondern der Kunst und Wissenschaft. Abg. Richter(Freis. Vy.). Die Ankündigung des Prinzen Hohenlohe, gegen das Gesetz stimmen zu wollen, sei um so bedeutungsvoller, je näher er der Regierung steht. Die Mehrheit, die das Gesetz wolle, möge präsent bleiben. Wolle sie das nicht, wie es jetzt scheine, da sie schon abzurüsten beginne, so bleibe das Material bis nach Ostern ruhen. Dann sei Gelegenheit für jedermann, sich weiter über die Bedeutung der Vorlage zu unterrichten. Je klarer man darüber werde, desto mehr werde der Zweck der Gesetzgebung erreicht, das Rechtsbewußtsein des Volkes wiederzuspiegeln. Geheimrat Leuthe bittet namens der verbündeten Regierungen, den Antrag Heine abzulehnen, weil er mit den sittlichen Schäden, zu deren Anwendung die Vorlage bestimmt sei, nicht im Zusammenhang stehe. (Widerspruch links.) Allerdings sei zuzugeben, daß der grobe Unfugpragraph in der Rechtsprechung eine zu weite Auslegung erfahren habe, dem gesetzgeberisch entgegenzutreten sei. Es sei aber jetzt nicht die Zeit hierzu, sondern bei der Beratung des Antrages MunckelBeckh. Redner freue sich, daß Prinz Hohenlohe derselben Ansicht Ausdruck gegeben habe; er bedaure aber, daß derselbe in seinem Urteil über die Vorlage von dem der verbündeten Rezierungen abweiche. Es folgt die namentliche Abstimmung. Die Sozialdemokraten und die Freisinnigen verlassen den Saal bis auf Singer und Richter. Schließlich geht auch Richter. Singer bleibt während der Abstimmung im Saal. Gröber rust, als die Linke abzieht, mit ingrimmiger Betonung: Adien! Von der rechten Seite dröhnt ein Pfui=Ruf. Dann ist Ruhe. Nach einer halben Stunde verkündet der Präsident das Ergebnis: 170 nein, 2 ja. Das Haus ist also beschlußunfähig. Präsident Graf Ballestrem: Ehe ich Tag und Stunde vorschlage für die nächste Sitzung möchte ich vor dem Hause und vor dem Lande(Gröber ruft erregt und mit großem Pathos: Sehr gut sehr gut!) feststellen, daß 50 Herren an der Zahl bis auf einen, die die namentliche Abstimmung beantragt haben, kurz vor derselben das Haus demonstrativ verlassen haben. Bei diesen von dem Präsidenten mit wachsender Erregung, aber in feierlichstem Nachdruck gesprochenen außergewöhnlichen Worten entsteht eine Lärmszene, deren Wildheit alles Vorangegangene weit hinter sich ließ Sozialdemokraten und Freisinnige geraten in eine furchtbare Erregung. Was sie rufen und schreien, geht zwar anfangs ziemlich unter in dem tosenden Beifallssturm des Centrums und der Rechten. Nur so viel ist zu verstehen, daß sie dem Präsidenten gegenüber ihr Verhalten als ihr Recht in Anspruch nehmen. Da dröhnt es mit Stentorstimme durch den Saal aus dem Munde Eugen Richters, den Lärm übertönend, jedes Wort einzeln mit Aufwand seiner ganzen Lungenkraft herausgestoßen:„Wir haben unser gutes Recht gewahrt Mit einer donnernden Beifallssalve nimmt die Linke dieses Wort auf. Unser Recht unser Recht unser gutes Recht rufen die Sozialdemokraten, die fast alle aufgesprungen sind, mit den Schriftstücken und Drucksachen, die sie grade in der Hand halten, gegen die Präsidententribüne suchtelnd. Die Abgeordneten im ganzen Hause sind von ihren Sitzen aufgesprungen, nur Eugen Richter sitzt auf seinem Platze. Die Stimmen aller aber zittern vor Erregung und Ueberanstrengung. Viele Abgeordnete der Linken und der Rechten wenden sich gegeneinander mit geballten Fäusten, zum Glück auf größere Entfernung, und sich mit groben Zurufen regalierend.„Raus! Raus Raus! Rausschmeißen“ ruft die Rechte,„Bande" kommt es aus der Gegend der Antisemiten an die Adresse der Sozialdemokraten. Präsiden Graf Ballestrem schwingt unaufhörlich die Glocke, hat aber damit keinen Erfolg Endlich dringt er mit seiner Stimme durch. Präsident Graf Ballestrem: Ich wollte nur konstatieren, was geschehen ist. Bei diesen Worten bricht abermals ein ungeheurer Tumult aus. Richter, Singer und Frohme wenden sich erregt und entrüftet abermals gegen den Präsidenten:„Wir haben unsere Pflicht gethan, nichts weiter!“ Das ganze Haus ist in Aufruhr Der Präsident kann sich kein Gehör mehr verschaffen. Da stößt er die Klingel auf den Tisch und rust zur Linken herüber:„Wenn Sie es für Ihre Pflicht halten.... (Lärmende Zwischenrufe.) Herr Frohme, halten Sie den Mund! Wenn Sie es für Ihre Pflicht halten, fortzulärmen, dann verlasse ich diesen Platz(große Erregung und wilde Schmährufe der Rechten zu den Sozialdemokraten) verlasse ich diesen Platz, ohne eine Sitzung anzuberaumen Er legte die Blumen unbeholfen neben die vermeintlich Bewußtlose und stolperte schwerfällig davon. Bendring ließ ihn gewähren. Dann kamen die Leute von der Schwiddeldei, eilig, aufgeregt, atemlos. Allen voran der Besitzer des Hotels. „Um Gottes willen, Herr Bendring," keuchte Hansen schon von ferne„Ihr Fräulein Braut— Fräulein von Viersen— sie ist doch nicht etwa Mein Gott, der Junge sagte, Sie riefen nach Hilfe—“ Er kam im Laufschritt angeeilt und stand überrascht und verstört vor der Toten, die er vor einer knappen Stunde blühend und heiter das Haus hatte verlassen sehen. Bendring faßte sich gewaltsam. „Ja, sie schläft. Und sie wird nicht mehr erwachen. Sie ist einem unfaßbaren und ungeheuerlichen Verbrechen zum Opfer gefallen, das den Frieden unseres stillen Erdenwinkels grausam gestört hat. Ein Mord in dieser traulichen Abgeschiedenheit— ich hätte eher den Einsturz des Himmels für möglich gehalten. Aber es ist geschehen. Keines Menschen Macht ruft das entflohene Leben zurück. Was Menschen noch thun können, was ich thun muß den Schurken ermitteln, der aus dem Hinterhalte die mörderische Kugel abgefeuert hat Kietz ist unterwegs nach dem Bahnhof, um den Arzt zu rufen. Ich bleibe bei meiner Toten Stellen Sie Ihre Leute und die Bekannten, die herzuströmen, in weitem Umkreis um den Ort des Verbrechens als Posten auf, damit niemand den engeren Thatort betreten und Spuren, die vielleicht vorhanden sind verwischen kann; die ersten Posten am Bootshaus, eine Kette über die Wiese bis an die Landstraße, diese entlang und wieder über die Wiese und die Holzung bis an den Spieß Und wenn das besorgt ist, spannen Sie an jagen Sie Kietz nach telegraphieren Sie an die Staatsanwaltschaft nach Kiel, an den Kreisphysikus nach Plön und bringen Sie den Guts= und den Amtsvorsteher zur Stelle, so schnell als möglich 500— 10— Hansen eilte zurück. Mmun—. leuche er unterwegs.„Wer das gedacht hätte!“ Er traf auf seine Frau und berichtete ihr fliegend. Die Frau drohte umzusinken, so packten sie der Schrecken und das Mitleid. „Ach, das Unglück! Das Unglück Sie mußte sich niedersetzen. „Das arme Fräulein! Die arme, alte Mutter! Und der Dderr Bendring... „Bleib! Laß niemand durch bar Hansen und flog weiter. Er stellte die herbeiströmenden Leute zu einer Postenkette auf, wie der Anwalt es angeordnet hatte. Und die Leute gehorchten verständig und willig.— (Fortsetzung folgt.) Diese Szenen rasen schneller durch das Haus, als man ihre Registrierung lesen kann. Präsident G., Ballestrem: Ich setze die nächste Sitzung fest auf Montag, 12. März, nachmittags 1 Uhr.(Lebhafte Zurufe: 19. März!) Ganz richtig, aber dieser Irrtum ist möglich, wenn mun...(die übrigen Worte ersticken im Beifall der Rechten). Ehe ich die Tagesordnung festsetze, habe ich ferner vor dem Hause und vor dem Lande zu erklären, daß ich diese Tagesordnung nur festsetze, weil es die erste Pflicht des Reichstages ist, den Reichshaushaltsetat vor dem 1. April festzustellen. Das wäre aber nicht möglich, wenn ich den Gegenstand, der uns viele Tage beschäftigt hat, noch weiter auf die Tagesordnung setze.(Beifall.) Nächste Sitzung Montag 1 Uhr. Tagesordnung: Scheckverkehr, Reichseisenbahnamt, allgemeiner Pensionsfonds, Invalidenfonds, Reichsschatzamt.— Schluß 5 Uhr. Von der Lipe, 14. März, Nachdem man durch zahlreiche Bohrversuche im äußersten Norden des Kreises Recklinghausen das Vorhandensein von Steinkohlen in einer Tiefe von 400 bis 600 Metern unter der Erdoberfläche festgestellt hat, beabsichtigt man nunmehr, demnächst auch nördlich von der Lippe, im südlichen Teile des Kreises Coesfeld nach Kohlen zu bohren. Wie verlautet, soll zunächst ein Bohrturm östlich von der Stadt Haltern zwischen der Lippe und der Stever errichtet werden. Später beabsichtigt man, den Bohrturm weiter nach Westen bis in die Bauerschaft Eppendorf zu verschieben. Diese Bohrversuche sind auch insofern von allgemeinerem Interesse, als durch sie festgestellt werden wird, oo— wie man in Fachkreisen vermutet— die muldenförmige Lagerung auf dem linken Lippeufer sich weiter nördlich noch einmal wieder zu einer Sattelbildung erhebt. Während nämlich die Erdoberfläche im nördlichen Teile des Ruhrbezirkes eine weite Ebene bildet, ist das unter derselben liegende Kohlengebirge sehr wellenförmig. Auch für Haltern sind diese Bohrversuche von großer Bedeutung, da im Falle die letzteren von günstigen Erfolgen begleitet sein werden, mehrere große Kohlenzechen im Laufe des begonnenen Jahrzehnts in der Nähe dieser Stadt entstehen werden. Die Veranlassung zu den zahlreichen Bohrversuchen nach Steinkohlen im ganzen Lippethal zwischen Wefel und Hamm hat das noch schwebende Projekt der Lippekanglisierung gegeben. Sobald die staatliche Genehmigung zur Ausführung dieses Kanalprojektes erteilt und der Zeitpunkt der Inangriffnahme der Arbeiten bestimmt sein wird, wird man auch mit dem Abteufen von Kohlenschächten an der Lippe beginnen. Rheinprovinz. Elberfeld, 17. März. Die gestrige Verhandlung im MilitärBefreiungs=Prozeß wurde wieder ausschließlich mit der Vernehmung der Angeklagten ausgefüllt. Fuhrunternehmer Heinr. Friedrichs Remscheid, dessen Sohn Walter beim ersten Garderegiment zu Fuß entlarbt wurde, als er gerade Pillen einnehmen wollte, um sich untauglich zu machen, schilderte in ausführlicher Weise, wie Berger ihn zu der Freimachung bestimmt, ihn mit Strucksberg bekannt gemacht und wie letzterer dem jungen Friedrichs die Pillen vor der Musterung, bei der Einstellung in das erste Garderegiment zu Fuß und nach der Einstellung übermittelt hat. Als Honorar seien 2500 Mark vereinbart worden. Die Hälfte habe er sofort bezahlt, die andere Hälfte aber nicht mehr abgeführt, als er gesehen, daß die Strucksbergsche Kur wirkungslos gewesen sei. Friedrichs bestätigte im übrigen die Behauptung der Anklage, daß Berger auch den Kaufmann Harweg aus Gerstau zu bestimmen versucht habe, seinen Sohn von Strucksberg befreien zu lassen. Harweg habe darauf Verzicht geleistet, weil Strucksberg 4000 M. gefordert habe. Sägenfabrikant Richard Drees=Remscheid, dessen Sohn beim Infanterie=Regiment Nr. 143 in St. Avold überführt wurde Pillen eingenommen zu haben, bestritt entschieden, von dem Treiben seines Sohnes Kenntnis gehabt zu haben, und bezeichnete die Behauptung Strucksbergs, er habe ihm 1200 oder 1250 Mk. gezahlt, als unwahr Redakteur Hüls=Köln bestätigt im wesentlichen, was gestern Dr. Ziel über seinen Fall angegeben hat. Nur bestritt er entschieden, daß er sich, wie Dr. Ziel behauptete, in verdächtiger Weise in Bonn an einer Straßenecke entfernt habe. Er habe regelrecht von Ziel Abschied genommen. Der Vater von Hüls giebt zu, gewußt zu haben, daß sein Sohn mit Strucksberg in Verbindung gestanden habe. Er habe auch nichts dagegen einzuwenden gehabt, weil er immer in dem guten Glauben gewesen sei, daß sein Sohn so am besten und erfolgreichsten seine Leiden bei der Militärbehörde habe geltend machen können. Deswegen habe er auch für seinen Sohn die 3000 Mk. an Strucksberg gezahlt. Der Bohrschmied Fritz Mühlhoff zu Graan bei Lüttringhausen ist wegen Gelbsucht und chronischen Nasenkatarrhs vom Militär befreit worden. Wie Strucksberg erklärt hat, hat er Mühlhoffs Freimachung dadurch betrieben, daß er diesem Pikronitriumpillen gegeben hat, wofür ihm 2100 Mt. gezahlt worden sind. Mühlhoff bestreitet dies und behauptet, sich die Gelbsucht durch ein schweres Magenleiden zugezogen zu haben. Nach Strucksbergs Geständnisse soll sich auch der Handlungsgehilfe Karl Müller aus Ohligs behufs Befreiung vom Militärdienst der Hilfe Strucksbergs bedient haben, er stellt dies indes ebenfalls in Abrede. Der Konditor Garschagen von Remscheid soll seinem Sohne zur unerlaubten Befreiung vom Militärdienst Beihilfe geleistet haben. Garschagen Sohn unterliegt der Aburteilung durch das Militärgericht. Strucksberg hat bei seiner Vernehmung erklärt, daß er Garschagen Sohn einmal in Gegenwart von dessen Vater Coffeinpulver gegeben und daß Garschagen Vater ihm 2400 M. bezahlt habe Garschagen Vater weist aber jede Bekanntschaft mit Strucksberg weit von der Hand. Zum Teil geständig ist der Sägenschmied Wilh. Putsch aus Remscheid. Er giebt zu, daß er durch Sackermann mit Strucksberg bekannt geworden sei und sich auf dessen Veranlassung in Köln eingemietet habe. Dort ist er einer der bekannten Kuren unterworfen worden. Für die Behandlung Strucksbergs will Putsch Sohn insgesamt 1100 M. gezahlt haben 500 M. davon habe er sich erspart gehabt und den Rest von 600 M. von seinem Vater geliehen ohne ihm mitzuteilen wofür er das Geld gebrauchen wolle. Sein Vater habe von der ganzen Befreiungsgeschichte keine Ahnung gehabt. In derselben Weise äußert sich auch Putsch Vater, der bisher jede Auskunft verweigert hatte. Auch Bohrschmied Hönneknövel aus Remscheid ist zum Teil geständig Er habe zwar mit Strucksberg in Verbindung gestanden, habe sich aber durch dessen Hilfe nur Atteste über seinen Gelenkrheumatismus beschaffen wollen, um sie bei der Musterung vorzulegen. Für diese Besorgung der Atteste durch„tüchtige Aerzte“ hat Hönneknövel Strucksbeig nicht weniger als 2000 M gezahlt. Thatsächlich ist Hönneknövel wegen chronischer Gelenkkrankheiten für dienstuntauglich erklärt worden. Hönneknövels Vater hat früher zugegeben, daß er Strucksberg 2000 M gezahlt habe. Heute änderte er sein damaliges Geständnis dahin, daß er seinem Sohne als Eimcaigung vafur gezahlr have, däß seine chwestern durch Aussteuern schon abgesunden worden waren. Damit war die Vernehmung der Angeklagten beendet. Am Montag beginnt die Beweisaufnahne Der Gastwirt Ott=Elberfeld bestritt die Angabe des Strucksberg, daß er für die Befreiung seines Schwagers Petry 1000.M hergegeben habe Auf Antrag des Ersten Staatsanwalts beschloß hierauf das Gericht die Beschlagnahme der Geschäftsbücher des Ott. Frau Strucksberg zeigte an, daß sie krantheushalber nicht als Zeugin erscheinen könne. Der Staatsanwalt erklärte, auf Frau Strucksbera nicht verzichten zu können. Acht Bergleute verschüttet.„Auf dem der Vereinigten Königs=Laura=Hütte gehörigen Richterschachte bei Kattowitz wurden dltich eisnen Ftürzenden Pfeiler, acht. Bersleite verschiütten von den Verschütteten sind zwei verlen ein am unversehrt herhorgezogen süf sind alber nöch nicht gebörcen — Auff der Brzesowißer Grübe bei Scharteh stürzte mitägs ##ach des Neubaues ein und begrub eine Anzahl Arbeiter unter den Trümmern. Vier Mann sind tot, die übrigen wurden in das Lazarett gebracht # Aus Thüringen und Sachsen, 14. März. Eine wichtige Entscheidung fällte das Schöffengericht zu Erfurt. Dem Arbeiter David H. in Ilvergehofen war ein polizeiliches Strafmandat in Höhe von 1,50 M. zugegangen, weil seine siebenjährige Tochter zu drei verschiedenen Malen den Schulunterricht versäumt habe. erhob Einspruch und behauptete, nicht straffällig zu sein, da seine Tochter lediglich sogenannte„Nachhilfestunden" versäumt hätte. Der Gerichtshof aber war der Ansicht, daß auch die„Nachhilfestunden", noch dazu, wenn der Lehrer zugegen sei, die Schulzwecke fördern, mithin eine Uebertretung der Regierungs=Polizeiverordnung vorliege. Der Einspruch des Vaters wurde demgemäß verworfen.— Die internationale Lehrerversammlung der Grafschaft Henneberg, ZellaMehlis, Suhl Schmalkalden Steinbach beriet über pädagogische Vorlesungen des Professors Rein aus Jena. Dieser Herr hat zugesagt, im Monat Juni Vorlesungen in Zella zu halten und sandte eine Anzahl Themen zur Auswahl mit.— Der Bürgermeister, Standesbeamte und Postagent L. Sickel aus Schernberg wurde wegen schwerer Privaturkundenfälschung in Zusammenfassung mit Betrug in 42 Fällen einfacher Privaturkundenfälschung in drei Fällen(Wechselsälschung) und Amtsvergehens unter Anrechnung von 3 Monaten Untersuchungshaft zu 2¾ Jahren Gesängnis verurteilt.— In Sachsen=Weimar herrscht, wie überall in Thüringen, Lehrermangel. Wundern braucht man sich nicht. Man weiß sich aber zu helfen, indem man Lehrerinnen, die es im Ueberfluß giebt, anstellt. — Am 8. März waren 150 Jahre verflossen, daß der berühmte Pädagoge Heinrich Gottlieb Zerrenner zu Wernigerode geboren ward. Studierte in Halle Theologie und wurde Lehrer zu Kloster Berg und Pfarrer in Beiendorf bei Magdeburg. 1810 ward er Generalsuperintendent zu Halberstadt, woselbst er 1811 starb. Zerrenner war als tüchtiger Prediger bekannt und beliebt und noch mehr geseiert als pädagogischer Schriftsteller. Predigten, die von ihm erschienen waren:„Predigten für die lieben Landleute",„Natur= und Ackerpredigten“,„Volksreden für Volksleute“,„Volksaufklärung",„Volksbuch ein faßlicher Unterricht in nützlichen Erkenntnissen". Seine in weiten Kreisen berühmte pädagogische Zeitschrift war:„Deutscher Volksschulfreund".— Zur Seelsorge für Samoa ist der Pastor Margraf aus Nordhausen berufen worden. Die Amtsdauer ist vorläufig auf drei Jahre berechnet. Der Geistliche war bereits drei Jahre hindurch in gleicher Amtseigenschaft auf Samoa thätig, ist erst im Herbst v. Is. in die deutsche Heimat zurückgekehrt und wird schon anfangs nächsten Monats in Begleitung seiner Familie die Ausreise antreten.— Am 16. Februar fand in Frankenhausen unter dem Vorsitz des Superintendenten Hesse eine gemeinsame Konferenz sämtlicher Kirchen= und Schulvorstände der fürstlichen Unterherrschaft statt, behufs brüderlicher Aussprache über kirchliche Gemeindeverhältnisse.— Zwei thüringische Geistliche, Diakonus Schwale aus Apolda und Diakonus Lundareen aus Rudolstadt sind nach Kurorten des Südens gesandt worden, die im Winter von Deutschen viel besucht werden, um die evangelischen Gottesdienste daselbst zu leiten. Kleine Chronik. — Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich auf der bei Quadrath gelegenen Braunkohlengrube Fortung. Eine große Schicht Kohle stürzte plötzlich in die Tiefe und begrub fünf Arbeiter unter sich Drei derselben wurden schon bald wieder herausgeschafft und hatten nur geringe Verletzungen erlitten; die übrigen zwei konnten erst am Mittag geborgen werden, obgleich fortgesetzt an dem Wegräumen der Masse gearbeitet wurde. Wunderbarerweise wurden auch die beiden noch lebend ans Tageslicht gezogen; sie hatten ebenfalls nur einige Verletzungen davongetragen. 2. Ziehung der 3. Klasse 202. Königl. Preuß. Lotterie. Ziehung vom 17 März 1300, vormittags. Nur die Gewinne über 160 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.) 188 419 509(300) 638 39 91 946 1115 213 54 377 535 639 701 5 864 70 2005 115 77 680 751 56 97 828 3090 235 58 73 377 662 791 838 98 939 4029 33 43 341 49 65 425 586 91 672 74 702 24 989 5058 114 65 205 87 351 60 454 73 95 663 717 80 833 56 934 42 6166 226 313 439 60 64 737 996 7089 236 429 530 686 755(200) 8218 311 427 47 570 641 821 9064 69 288 338 669 767 882 10145 433 46 663 707[200) 965 11134 510 622 719 1200) 90 12069 137 94 449 597 731 875 13186 200 74 365 468 618 834 14058 70 200) 179 200 441 689 749 982 15178(500) 225 37 90 705 26 97 848 87 955 16488 566 674 822 72 17079 131 243 342 579 600 18036 203 304 555 664 842 19128 77 222 59 75 544 643 44 85 805 12 20008 133 243 305 36 522 624 757 928 75 21075 323 440 97 528 693 716 48 882 87 22408(200) 539 42 78 811 68 85 23214 353 400 660 890 24033 112 227 323 452 533 741 51 85 990 25170 84 287 314 444 68 523 615 783 811 962 68 81 26046 115 384 423 552 665 81 764 902 27182 386 601 62 731 55 818 43 28071 410 773 76 834 917 32 29027 88 158 68 209 34 1200) 52 355 407 646 79 743 57 94 907 39 30004 30 40 216 332 72 541 52 57 614 18 90 938 42 31143(1000 68 254 306 434 46 598 680 729 871(200) 919.76 32350 76 435 666 777 33097 104 380 432 664 856 956 34188 393 430 35135 330 51 496 744 70 36056 144 243 342 445 567 609 788 37025 222 308 51 400 97 572 614 897 943 38045 150 254 385 436 734 77 956 39189 472 763 801 40175 211 31 331 406 25 79 520 640 735 62 827 932 41092 102 4 250 375 403 71 533 635 99(200) 740 96 825 42024 370 612 49 87 890 904 71 43095 213 26 45 547 653 862 940 44005 199 478 590 638 45015 45 347 79 562 733 48 890 934 60 46403 550 70 965 47017 29 113 41 203 446 887 939 72 48408 502 624 33 80 872 943 49024 43 91 130 89 554 785 50125 313 414 555 741 855 66 51164 348(200) 526 44 781 935 500] 52043 136 67 321 89 526 675 726 63 833917 53002 25 236 322 424 68 73 548 647 712 803 9 50 905 95 54208 27 64 80 459 957 76 86 55115 228 36 45 365 518 55 77 751 841 46 906 56281 97 307 2001 21 28 434 52 67 511 20 76 933 57381 412 52 513 43 761 840 930 58048 125 293 371 421 617 23 34 822 28 970 59134 78 341 721 87.846 60258 323 495 579 861 61025 124 344 97 499 833 903 62013 98 127 365 480 564 628 63158 270 846 939 43 51 64225 34 305 908 65177 313 47 421 529 86 89 674 872 979 66005 486 91 552 96 672 712 46 844 67194 451 62 523 92 768 77 810 11 30 926 51 68095 217 414 50 582 660 885 931 69052 159 298 301 441 531 59 817 901 34 72 70117 63[200l 471 82 577 618 48 756 880 93 1200) 71119 66 377 899 72391 504 679 907 78 73061 70 440 650 63 74109 248 58 360 62 515 47 57 692 833 957 75097 176 306 93 405 557 736 964 76196 315 78 441 573 27119 76 221 311 510 74 /500) 604 828 78034(200) 123 84 613 79015 177 200 51 307 36 79 81 605 39 720 801 79 82 80188 209 317 446 509 40 96 618 701 39 41 96 804 946 81094 443 49 678 706 918 82154 58 309 66 409 15 34 529 1300) 765 83466 564 696 874 973 84 84121 312(200) 541 82 614 726 27 803 25 81 937 85153 201 15 26 327 48 639 862 990 1200) 86041 83 247 67 340 49 501 27 91 661(200) 824 54 87119 44 237 88 403 554 85 831 69 969 88017 119 240 64 95 345 594 609 83 767 881 1200) 89298 324 31 472 742 860 963 90043 81 92 174 441 69 704 843 47 900 2 13 61 91211 56 72 324 67 442 87 587 612 960 92074 230 34 49 53 610 49 92 772 867 80 93017 223 373 75 400 591 802 15 84 940 94178 295 336 527 761(200 855 63(200) 92 95035 76 81 280 94 527 36 78 967 99 96106 488 528 781 82 97112 30 64 91 440 523 89 879 911 90 98119 211 58 333 510 91 683 717 35 74 837 83 99263 90 97 386 92 98 451 63 758 890 100110 17 285 477 554 638 758 821 80 954 82 101021 41 244 89 314 667 99.713(200) 905 56 102010 316 431 37 65 518 676 765 802·8 902 109172 257 444 779 104244 328 453 80 527 656 82 996 105001 8(200) 261 430 46 629 722 61 106097 291 304 49 502 745 55 851 76 946 107001 14 347 483 716 963 108157 70 676 731 905 17 109005 200) 39 189 241 370 644 810•23 942 110080 121 540 47 75 637 751 55 874 948 90 111200(2001 52 448 535 605 72 82 851 59 909 51 89. 112058 59 422 531 618 23 732 93.876 914 87 113001 411 93 619 62 708 65 946 66 114190 304 82 632 960 1200) 115017 38 460 78 524 66 681 86 839 77 903 116542 2. Ziehung der 3. Klasse 202. Konigl. Preuß, Lotterie. Ziehung vom 17. März 1900, nachmittags. Nur die Gewinne über 160 Mark sind den betressenden Nummern# in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.) 82 1200) 200 311 51(200) 444 501 54 620 885 1090 95 110 239 464 90 524 91 749 823 26 75 996 2030 192 287 550 69 742 807 3101 50 63 81 221 67 526 86 736 42 96 906 4076 150 91 237 93 320 78(300 426 75 505 37 85 652 62 732 47 891 976 5056 94 1500) 154 75·97 492 99 723 6044 307 31 517 691 92 717 845 913 17 88 7306 34 99 508 82 689 8097 241 375 463 65 532 76 816 922 9065 206 15 82 84 348 89 99 447 553 724 78 868 969 10031 100 244 370 408 50 632(500 764 11300 29 402 38 57 568 85 645 824 56 82 909 12190 382 433 834 13026 27 127 376 /300) 14095 259 84 318 49 471 97 537 609 21 81 713 47 939 15042 63 167 85 239 313 19 400 1200 500 627 36 820 952 94 16276 80 305 434 554 655 94 719 88 801 17141 233 82 305 14 504 44 673 843 51 60 18157 87 339 468 75 582 662 856 83(200) 19028 282 303 418 531 78 652 20058 66 120 39 55 423 50 85 91 693 726 913 98 21000 136 357 92 490 672 824 22088 162 87 480 535 99 617 77 763 812 76 942 74 23155 67 284 94 345 409 546[200) 964 24232 355 80 592 718•834 72 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Beckmann— Unterhaltungsteil: Dr. Burckhardt=Godesberg.— Anzeigen: Chr. Schlunz. Druck und Verlag der Westdeutschen Verlagsanstalt, E. G. m. b. H. Siegen, Sandstr. 18.