12. Siegen, Dienstag, den 13. Februar 1900. Sr Kaiser Durch die Zeitung„Das Volk“ finden Anzeigen weiteste Verbreitung im kauffähigen Publikum des ganzen Reiches. Preis der 5 gespaltenen Petitzeile für die Provinzen Rheinland und Westfalen, Hessen=Nassau und das Großherzogtum Hessen 10 Pfg.; für das übrige Reich 25 Pfg. Aufträge sind gefälligst der Geschäftsstelle oder durch ein Anzeigen=Vermittelungs=Geschäft zu erteilen. Siegen: Schrifkleitung und Geschäftsstelle: Sandstraße 18. Fernsprech=Anschluß Nr. 205. Berlin: Agentur: NW Klopstockstraße 7. erscheint an jedem Wochentage abends Bestellungen sind bei dem entsprechenden Postamte(Nr. 2728 der Zeitungsliste) oder beim Landbriefträger anzubringen Bestellungen für Siegen nimmt außer der Post die Geschäftsstelle entgegen. Preis vierteljährlich für die Stadtabonnenten M. 1.25 frei ins Haus 40 Pf mehr, wird die Höffnung des Reichstags sich auf den Nachfolger des Herrn Dr. Nieberding richten. Er mag dann in die Zeit seiner Muße das tröstliche Bewußtsein mitnehmen, daß sein Auftreten in der les Heinze die volle Anerkennung des„Berliner Tageblatts gefunden hat. Dies Blatt höhnt über die frommen und keuschen Parlamentsheiligen und erklärt die Erhöhung des Schutzalters von 16 auf 18 Jahre für eine Idee auf die vor dem Reichstag nur Tartuffe hätte kommen können! Tartuffe ist das Musterbild eines Heuchlers. Der Reichstag möchte die jungen Mädchen von 16 bis 18 Jahren vor der Verführung schützen, der sie gerade in der Zeit des Erwachens und der doch noch mangelnden sittlichen Reife und klaren Erkenntnis besonders ausgesetzt sind. Der Wunsch des Reichstags, gerade dies Alter der Verführung zu entziehen, ist dem judischen Tageblatt so unbegreiflich, daß es ihn nur als Heuchelei erklären kann.— Eine orientalische Selbstkritik. Was sagt Naumann zu dieser Leistung eines Blattes, auf dessen Urteil er bedenklich viel Wert legt! Die„Hilfe ist unzufrieden, daß die Christlich=Sozialen in der Moabiter Stadtverordnetenwahl nicht Parole für Damaschke ausgeben Sie hat scheinbar Grund zur Unzufriedenheit, denn durch ein unbegreifliches Versehen ist unter den Aufruf für den konservativen Kandidaten, Bäckermeister Wolf die Unterschrift des Evangelischen Arbeitervereins gesetzt, zu dem viel Cchristlich=Soziale gehören. Der Evangelische Arbeiterverein hat diese Unterschrift nicht erteilt, wie die Hilfe aus bester Quelle wissen könnte. Sie sollte mit ihren Augriffen gerade bei dieser Gelegenheit mehr zurückhalten, um nicht unnötige Verstimmung bei den christlich=sozialen Freunden der Mieterpartei hervorzurufen Einen durch aktuelle Schlaglichter besonders interessanten Vortrag hat der Stuttgarter Dekan D. Braun im Evangelischen Vereinshaus gehalten über die Innere Mission im 19. Jahrhundert. Die„Hilfe bringt es fertig, über fast das gleiche Thema einen Aussatz zu schreiben ohne mit einem Wort Stöcker zu erwähnen Braun verstand es besser Stöckers Persönlichkeit zu würdigen und er wagte als tapferer Schwabe was vor ihm noch keiner gewagt hatte, Stöcker und Hülle nehen einander zu erwähnen. Das gab in der Nachversammlung Pastor Hülle Veranlassung, sehr freundliche Worte über Stöcker zu sagen Freundlich Wort finder gute Statt. Der Erangetisch=fürchliche Aenzeigen den Vastor Hülle jedigiert, ließ in seinen Haltung solche freundliche Gesinnung nicht immer vermuten. Sie entsprach oft jenem für Stöcker nicht freundlichen Kaisertelegramm Die Differenzen in Bezug auf die Aufgaben der Kirche gegenüber der sozialen Frage greifen tief die Auffassung über die Notwendigkeit größerer Selbstständigkeit der Kirche ist bei beiden Männern eine sehr verschiedene Aber des freundlichen Wortes Hülles über Stöcker wollen wir dankbar gedenten, wenn für und wider ChristlichSozial der Streit entbreunt.— Der Reichsbote hat gerade diese iüteressianten Steillen des Versamumlitigsberichts gestrichen War der Platz dasür zu schade Eberlin Der Krieg in Südaftinn. Bezüglich der Verluste welche die beiden kriegführenden Staaten im gegenwärtigen Kriege erlitten haben liegen bis setzt beineswegs einwandfreie Berichte ver Nur soviel wissen wir daß die Verluste auf britischer Seite sehr beträchtliche sind und daß die wirkliche Zahl der Toten und Verwundeten eist nach Beendigung des Feldzuges bekannt werden wird Es versteht sich daß auch auf burischer Seite die Verluste eineswegs gering sind aber die Zukunft wird lehren, daß dieselben in keinem Verhältnis stehen zu den britischen Verlusten Wir kennen die Verluste der Buren in dem jetzigen Kampfe vorwiegend durch die Brille der Engländer welche Uus Shuben machen wollen, daß die Gefechtsfelder zu gleichen Teilen mit dem Blict von Freund und Feind getränkt werden. Die Geschichtsschreibung wird uus aber später den Beweis ieserit, datz die Verlhststchtisti einen ächlichen Stempel ttägt, wie damals 1881 Deshalb sei derselben dier Erwähnung gethauTruppen nördlich von der Tugela konnte nicht gehalten werden. Die Verstärkungstruppen, die über den Fluß gesandt waren, gingen direkt auf eine Kette von Laufgräben zu, aber infolge der starken Stellung der Buren auf den Brakfonteinhügeln zur Linken war, den britischen Truppen unmöglich, weiter vorzurücken, wenn nicht nutzlos eine große Zahl Menschenleben aufs Spiel gesetzt werden sollten. Die Buren beschossen fortwährend die Stellung der britischen Truppen. Mehrere Geschosse des langen Tom, den die Buren von Ladysmith herangeholt haben fielen in die Transportkolonne, vier derselben zerplatzten auf dem Zwartkop. Die Kanonade war fürchterlich. Die gesamte britische Artillerie war in Thätigkeit, aber sie konnte den„langen Tom“ und die anderen Geschütze der Buren nicht zum Schweigen bringen. Die Buren schossen fortwährend mit den Nordenfeldtgeschützen auf die britische Infanterie. Am Mittwoch nachmittag beschloß tische General den Vormarsch nicht zu forcieren. Die Transportkolonne trat alsdann den Rückzug an. Nachts verließ die Infanterie den Vaalkrans. Die Ueberlegenheit des burischen Geschützfeuers machte den Vormarsch unmöglich.“ In einem Reuterschen Telegramm aus Rensburg vom 7. d. heißt es. Es ist ein Irrtum(deutsch; eine englische Lüge) anzunehmen, daß die englischen Truppen die Buren bei Colesberg umzingelt haben. Die Buren stehen in einem großen Bogen nördlich der Stadt und beherrschen alle Zugänge zum Oraniefreistaat. Die Buren sind in lebhafter Thätigkeit und bedrohen den rechten englischen Flügel Gestern trafen 50 Berittene vom australischen Kontingent auf eine überwältigende burische Uebermacht und wurden unter einem Hagel von Geschoifen von Kopje zu Kopfe getrieben. Auch aus dem Westen vom Modderflusse lauten die Meldungen nicht günstiger für die Engländer wenn sie die Lage auch weniger offen enthüllen als das Telegramm über die Vorgänge bei Colesberg Reuters Bureau berichtet aus Modder=River vom 9. d.:„Die vereinigte Streitmacht Macdonalds und Babingtons ist hierher zurückgekehrt. Ihr Marsch war obgleich wegen der Geländeschwierigkeiten der ursprüngliche Plau nicht auszufühnen wan in jeder Beziehung von Erfolg( denn der Feind wurde zurückgeschlagen. Wie eine mititärische Bewegung in jeder Beziehung erfolgreih sein kann obwohl ihr Zweck nicht auszuführen war, bleibt bis aus weiteres das Geheimnis des Verfassers dieser seltsamen Meldung. Nach dieser Meldung hat also Macdonald auf dem Rückzuge Babington aufgefunden. Die Buren haben bekanntlich nach eigenem Geständnis der Engländer diesen bei Kodoosberg heftig zugesetzt und Verluste beigebracht Einen so beweglichen Feind, wie die Buren, schlägt“ man erst recht nicht, wenn man sich wie Macdonald, vor ihnen zurückzieht. Macdonald hat vielmehr den Buren jetzt wieder freies Feld für ihren ursprünglichen Anschlag auf die zückwärtige Eis#herbindung Mechuens gegeben. Das ist nun also das Ergebuis der überschlauen Ueberraschung, welche Buller den Buren bei der Molendrift bereitet haben will. Wer zuletzt lacht, lacht bekanntlich am besten, und das können im vorliegenden Falle wieder einmal die Buren. Berliner Brief. Berlin, 10. Februar. Also die Berliner Sozialdemobratie hat Protest eingelegt Zwei Tage lang rief ein riesiger roter Zettel die Gesinnungstüchtigen zu 19 Volksversammlungen und alle alle kamen, und alle, alle stimmten für die gleiche Resolution, und alle, alle gingen befriedigt nach Hause und keiner glaubt, daß nun etwa die Flotte von der Bildfläche verschwindet. Das haben die Herrn wohl selber nicht erwartet, daß ihr Protest auf irgend wen Eindruck machen konnte. Daß die Parteimaschine gut funkkichniert, weiß ja jeder und daß die sozialdemokratische Masse wie jede Herde den Leithämmeln folgt — wer kennt diese Herde nicht und diese Leithämmel Als Eintwohner des glücklichen Wahlkreises, der mit piesiger Majoritht seit Jahren den ruhebeflissenen Wilhelm Liebknecht in den Reichstag sendet und auf Grund versönlicher Bekanntschaft mit manchem seiner Wähler kann ich wohl ein Urteil abgeben. Zur Strafe für die Sozialdemokratie sollte die Flotte abgelehnt werden. Das möchte in den Häusern hier rings um mich her eine böse Zeit geben, wenn die großen Maschinenfabriken durch einen unglücklichen Krieg in ihrem Aufschwung gehemt würden Aber die Arbeiterfrauen können beruhigt ihrem Manne die Suppe kochen die Flotte wird ja ein um des Friedens willen— Daß fast in alle Protestversammlungen vom Flottenvereine Redner für die Flotte entandt waren war eine tapfere kluge That. Daß die Abtimimung dadurch nicht beeinflußt wurde verstand sich von elbst, aber der Nimbus der sozialdemokratischen Halbgotter ist zerntorr, als wage ihnen gegenüber niemand den Mund aufzuthun Schließlich bleibt doch vielleicht ein Gedanke von Adolf Wagner bei einem kritischen Sozialdemokratlein hängen und es sagt sich sollte der gelehrte Professor über die Flotte und Steuern und Finanzen nicht doch ein klein wenig besser unterrichtet sein als der sehr ehrenwerte Reichstagsabgeordnete Klavierarbeiter Schmidt? Daß die hohe Wissenschaft insVolkhinabsteigt, wollen wir freudig begrüßen. Sie kann dabei nur gewinnen vielleicht sogan an verständlicher Ausdrucksweise und Satzbildung und Abkürzung des Persodenbaus Diesmal finden sie Zustimmling, wenn sie vom Katheder steigen sogan bei den Herrn vom Verein de dustriellen was##ren die böse, als Adolf Wagner vom Katheder stieg, um seinerzeit vor den Bergarbeitern über den Arbeitslohn zu sprechen. Vielleicht gewöhnen sie sich mun Allmählich an den Professor unter den Arbeitern Die les Heinze hat die zweite Lesung überstanden und das„Berliner Tageblatt bezeichnete Stöcker als den eigentlichen Führer der Morahnehrheit Das soll geschmäht sein ich seine, es wird dem Geschmähten zum Ruhm. Die HerBüsschg des Schitzalters der Mädchen auf 18 Jahre die Ae des Arbeitgebesparagraphen, der durch verschärfte Stiafen die Verführung der Mädchen durch ihre Brotheren wehlen will, und des Theaterparagraphen, der die Möglichkei schaffen will Schaustellngen die die Zeus passiert hal dennch zu fassen, wenn sie sich als nnsitlich heransstellen das waren besonders anerkennenswerte Beschlüsse der Reichstagsmehrheit erkennenswerter als sie scmtlich gegen den Vertreter dr Regierungsstig Heren Dr. Nienen# durche werden mßten Es giebt im dentischent Meichstag tie Partei, deren S#andp zur er Heinze nicht egend wie sich von dem der Regienung ausZeichstet. Die Regierung allein galen Punten Es fordert fast den Spott heraus wenn diese Her Reie gsvertrete erkläut, die Beschlüsse des Reichsiags seien für die Regierung unannehaber Der nötige Zusatz anin doch steis de# so lang ich Herr Dr. Nieberding die Reichsjusti vertrete Aber das wird auch nicht ewig dauern. Man sah schon ander Leute in die beschamfliche Muße zurückkehnen Und wie die Reichstagsnehren zeig wird es sa noch inmer genng ühige geben, die im Stande sind Heren Dr. Nieberding##ulösen und den Standpunkt des Reichstags guch in der Regienn zur Geltung zu bringen — sogar Juristen. Was soll es eber heißen wenn Herr Nieberding droht Behann der Reichstag seinen Beschlüssen so wird die Regienung das Gesetz ablehnen und— nie wieder an diese Materie die gesetzgeberische Hand legen Hal die Regithnug die Vonlage gemacht um den Reichstag einen verschulschen Gefallen zu thun oder eit die gesetzgebenische Tchaten forderen— Dei Kas##egraphier Asehr halten und der Reichstag will Auskehr halten Herr Nieberding aver sacht. Die Auskehr i zu mache ich nicht mit Der Laiser der Reichstag und Herr D# Nieberding— ob von den dreien grede Her Dr. Nieberding seinen Kopf durchsetzen wird Hoffentlich bringt die dritte Lesung die Aufhebung der in der zweiten Lesung angenommenen Bestimmung, die zu Kasemn#ng der Prostitution führen würde Daunmag des Gesetz durchgehen und dem Zuhältertim zur Geißel werden— selbst wenn der Reichstag vorfg ## die Erhöh desunmers ven--Wbeinever paragraphen verzichten ßte— Bleiht des zun Aemnierung ce A e A nn i gae ce llen, weil es mehr schadet wie nützt.— In beiden Fallen acht. Tage zu zahlen, die über seinen festgesetzten Termin hinaus verflossen sind ohne daß er auch nur einen Schritt weiter gekommen wäre.„Der Bur mag sein, was er will, sagt ein englisches konservatives Blatt, jedenfalls ist er ein tapferer Mann. Und nicht nur dies auch seine taktische Gewandtheit müssen die Engländer von Tag zu Tag mehr anerkennen. Ueber die Kämpfe am Tugela bietet noch folgendes aus dem Bericht des Daily=Telegraph einiges Interesse.„Der alte Benbachtungsba##on der Engländer war durch Granatfeuer zersthrt worden, daher ging am Montag ein neuer Ballon auf Als er niederging wurde er die allgemeine Zielscheibe der Buren. Die Geschosse schlugen rund um die wenigen Leute die den Korb hielten ein sie waren bis auf 2 Matrosen gefallen. Als sie abmarschierten, wurden sie mit dem Ballon fast 3 Kildmeter weit vom burischen Feuer verfolgt. Die Leute der 77. Feldbatterie schleppten unter einem Hagel von Geschossen und Gewehrkugeln den letzten Munitionswagen, dessen Pferde sämtlich gefallen waren, in Sicherheit und unter Deckung. Den zweiten Gefechtstag begannen die Buren bei Morgengranen mit einem gegen die Brigade Lyttelton auf dem Val Krans(Molenspruitkopfe) gerichteten Geschütz= und Gewehrfener. Unsere Soldaten hatten eine schreckliche Nacht hiuter einem schlimmern Tage vor sich, die Buren fegten förmlich die Steinwälle und Schützen gräben mit Mauser= und Maximgewehren. Niemand konnteungestraft die Deckung verlassen. Unsere Marinekanoniere und Artilleristen versuchten sie mit zwei fünßzölligen Geschützen zum Schweigen zu bringen vermochten es aber nicht einmal sprengten sie einen Munitionswagen der Buren in die Lust, aber nach einiger Zeit spie der Gegner wieder Rauch und Feuer aus dem Hundertpfünder. Während des Abends am Dienstag stürzten die Buren vor, brannten das Gras an und überschütteten bei dem Feuerschein den Val Krans mit Granaten und Kugeln. Am Mittwoch war die Kanonade am heftigsten. Die Buren brachten ein neues sechszölliges Geschütz in Thätigkeit, außerdem zwei 30=Pfünder und drei Vickers=Maxims. Nur gegen die letztern konnten wir aufkommen während gegen die übrigen Geschütze nur die großen Flottengeschütze und die neuen Fünfzoll=Haubitzen sich behaupteten. Die Geschosse der Buren fielen mitten unter unsere Leute im Thale und nur unter größte und nutzloser Gefahr hätte der Kommandierende durchbrechen können. Er beschied sich eines bessern und beschloß nicht auf dem Durchbruch auf diesem Wege zu bestehen. Bei Beginn des Feldzuges mag man wohl in England diese Zahlen gedacht haben aber man täuschte sich mit dem Wunsche darüber hiuweg, daß die Uebermacht an Schützen die Qualität ersetzen nöge. Den 35.000 Buren wollte man 70000 Soldaten entgegenstellen Nach den ersten größeren Verlusten erkannte man jedoch daß die Qualität der Buren zu gering veranschtagt war, und nun wurde der öffentlichen Meinung ein Rechenfehler prcsentiert den die Heeresleitung beim Nichweis der Burenstreitmacht begangen habe. Was damals Vorspiegelung war, heite ist es Thatsache geworden. Der Zuwachs der Buren stammt indessen nicht aus Transvaal und dem Oranie=Freistaat sondern aus den englischen Gebietsteilen und hier liegt ein neuer Rechenfehler der Engländer. Sie haben die Antipathien unterschätzt die als wuchernder Schwamm das eigene Haus gefährden. 70.000 Buren gegen 150.000 Eugländer wird das Stärkeverhältnis sein, welches bei einer Fortsetzung des Krieges zu Grunde gelegt werden kann. Vom Kriegsschauplatze liegen ein Reihe von Depeschen vor aus denen hervorgeht, daß die Lage der britischen Truppen eine verzweifelte ist Eine Reutermeldung aus Springfield Einige Londoner Blätter veröffentlichten am Donnerstag die Nachricht, die Mächte gedächten für den Fall, daß die englische Armee in die Bureurepubliken eindringen sollte, einzugreifen. Diese Meldung erklärt der transvaalsche Gesandte, Dr. Leyds, in aller Form für falsch. Ohne vorzeitig triumphieren zu wollen, betrachtet Dr. Leyds die Lage als für die Buren ausgezeichnetund glaubt nicht, daß es den Engländern gelingen werde, Ladysmith zu erreichen. Während meines Aufenthalts in Deutschland, erklärt Dr. Leyds, habe ich verschiedene, in deutschen Blättern veröffentlichte, aus Brüssel datierte tendenziöse Depeschen gelesen. Solche Depeschen werden aus Brüssel datiert, um ihnen das Ansehen der Glaubwürdigkeit zu geben. Sie sind aber in Wirklichkeit erfunden und rühren weder von mir noch von der Gesandtschaft her. Die mir zugeschriebene Absicht, ich wolle in nächster Zeit nach Petersburg reisen, ist ebenfalls unzutreffend ich will jedoch nicht sagen, daß dies nicht eines Tages doch geschehen könnte. Für den Augenblick ist jedoch nicht die Rede davon. Dr. Leyds ist überzeugt, daß der Krieg noch lange dauern wird, und er ist ebenso überzeugt, daß die Buren siegreich ans demselben hervorgehen werden. Waffen und Munition seien reichlich vorhanden Dr. Leyds hegt keinerlei Befürchtung, daß die Engländer in den OranjeFreistaat eindringen würden, da die Buren alle Maßnahmen getroffen hätten, um dem Eindringen kräftigen Widerstand entgegenzusetzen Zu dieser Auslassung Dr. Leyds bemerkt ein Berichterstatter der„Kreuz=Zeitung" der die Buren und deren Kriegführung genau kennt: Wenn es den Engländern auch wirklich gelingen sollte, die Buren aus dem britischen Gebiete herauszudrängen so würden nun erst die Schwierigkeiten beginnen, da die Buren dann erst auf die Gebiete kämen, in denen sie jeden Weg und Steg, jeden Waffenplatz, jedes Kopje rennen und Mittel hätten, den Eindringlingen jeden Schritt zu einem opfervollen zu machen Wenn die Briten sich also einbilden, durch sekrete Bewegungen oder Scheinmanöver die Buren zu überraschen, so wäre das wieder ein Zeichen, daß sie selbst aus den Vorgängen dieses Krieges noch wenig gelernt hätten. Die gegenwärtige Lage zeigt, daß die hochtrabende Sprache in London mit den Leistungen und Aussichten der Truppen am Kap in einem augenscheinlichen Mißverhältnis steht, und daß es mindestens weisen wäre, wenn die Engländer im Parlament wie in der Presse einen weniger selbstbewußten Uebermut zur Schau trügen. Zur Kriegslage liegen noch folgende Einzelmeldungen vor: „ gongon 10 Febr. Wie aus Lourenco Marques berichtet wird, sind dort Privatmeldungen aus Johannesburg eingewoffen, welche besagen, daß sämtliche Geschütze, welche bei Bloemsontein und Johannesburg zur Verteidigung aufgestellt waren, nach dem Kriegsschauplatz abgesandt worden sind, da man der Ansicht ist, das eine Verteidigung der Städte nicht notwendig werden würde. Kondon 10. Febr. Der Times wird aus Kimberley vom 8. Februar gemeidet: Die Buren beschossen gestern den ganzen Tag mit ihren schweren Geschützen die Stadt. London, 10. Febr. Die englische Bark„Birkdale wurde im Hafen von Durban beschlagnahmt, weil sie Kriegskontrebande an Bord haben sollte. Das aus Liverpool stammende Schiff lag schon längere zeit im Hasen und war bereits teilweise entladen. In London erregt diese Meldung einiges Aufsehen. Durbau, 10. Fehr. Die Buren haben sich des Sitzes der Behorden in Inkandkla(Zululand) bemächtigt. Dem Ortsvorsteher gelang es, vorher das Pulvermagazin in die Luft zu sprengen und mit den Polizeibeamten nach Eshowe zu entkommen. Brüssel, 10. Febr. Dr Leyds erklärt auf die Frage nach den Ergebnissen seiner Berliner Reise, die Meldung des Berl. Tagebl.“, wonach der Zweik der Reise die Abschließtng einer Geldanleihe für Transvaal gewesen sei, fur falsch Transvaal brauche kein Geld. Die englischen Kriegsmeldungen mußten in letzter Zeit falsch sein, sie bezweckten, die öffentliche Meinung und unseren Generalstab zu mystinzieren. Die Hauptanstrengungen der Engländer müssen augenblicklich dem Freistagt gelten Die Opperationen vor Ladysmith scheinen mir nur eine Ablenkung zur größtmöglichen Zersplitterung der Burentruppen abseits des Freistaats zu sein. Wir werden, falls die Enaländer in den Freistaa einfallen, jeden Fuß breit Landes verteidigen. Die Verteidigung des Freistaates ist leichter, als allgemein angenommen wied. g## 10. Febr. Bei einer Parade des Louthek=MilizBataillons der königl irischen Schützen in Sheffield erklärten 176 Mann von den 414 zum Bataillon gehörigen, daß sie sich weigerten, nach dem Kriegsschauplatz zu gehen. London. 10. Febr. Aus Kairo wird gemeldet, daß die unter den sudanesischen Truppen ausgebrochene Menteret eine ernste Ausdehnung annimmt und groge Unruhe verursacht. Man befürchtet, daß strenge Maßregeln getroffen werden müssen und daß diese alsdann einen unangenehmen Rückschlag auf den Geist der Eingeberenen ausüben würden. Brüssel, 10. Febr. Ein Begleiter des Dr. Leyds erklärte dem Redakteur des„Soir“ das kleinste liebel, welches England zustoßen sichert heute noch nur die starke Hand, und darum wollen wir, soweit wir es vermögen, mit dahin wirken, sie unserem Lande zu schaffen. Darum wollen wir uns den Männern anschließen, die überall in Wort und That für die Errichtung einer starken deutschen Flotte eintreten. Und dazu rufen wir heute die deutschen Frauen auf!“ Die Kundgebung ist jedenfalls ein Beweis dafür, in wie weite Kreise das Verständnis und der gute Wille für die große Zukunfts=Aufgabe Deutschlands in der Welt bereits gedrungen ist— zum Leidwesen derer die über„Flottenschwärmerei“„Weltbummel“„Mordspatriotismus“„Marinismus und was alles täglich bewegliche Klagelieder anstimmen. Wir wollen den Frieden, aber wenn wir Deutschen nicht die Macht haben, ihn zu erhalten, nützt uns aller Wille nichts. Denn wie ihn andere stören, das haben wir in den letzten 5 Jahren doch genugsam erlebt. — Der Kulturkampf in Frankreich geht weiter. Jetzt hat der Erzbischof von Aix, einen von Angriffen gegen das Ministerium Waldeck=Rousseau strotzenden Brief an die„Croix“ folgen lassen, die seine Antwort auf die gegen ihn verhängte Gehaltssperre darstellt. Es heißt in diesem Schriftstück: „Ich bin stolz darauf, daß die Regierung nich strenger behandelt als meine Kollegen. Wenn der Minister behauptet, daß ich schon von den Vorgängern des Herrn Waldeck=Rousseau Verwarnungen erhielt, so verpflichte ich ihn, diese Behauptung zu beweisen. Nie habe ich mit einem Worte sei es auch nur mit einer Anspielung die Beziehungen zu den weltlichen Autoritäten aller Arten gestört. Die Behauptung des Ministers für Kultus(dos ist Waldeck=Rousseau ist allo eine unverschämte Lüge eine grobe Beleidigung, die ich ihrem Urheber zurückgebe. Derjenige der die Gesetze des Landes verletzt, ist Waldeck=Rousseau, indem er mir meine Bezüge stiehlt, die eine von den Vertretungskörpern zu öfteren Malen anerkannte Schuldverpflichtung des Staates darstellen. Ja, da sie auf dem Konkordat beruhen, sind sie noch mehr als eine Schuld und bedeuten so viel wie ein Staatsgesetz Erzbischof Gouthe=Soulard erklärt weiter, er habe das Beispiel Waldeck=Rousseaus nachgeahmt und gleichfalls an den Papst geschrieben.„Ich haben sagte er„den Heiligen Vater daran erinnert, daß wir seinen Ratschlägen folgend, das republikanische Regime angenommen haben, das in ehrenhaften Händen ehrenhaft sein kann, aber daß wir auch nach den Ratschlägen des Papstes nicht aufhören, daran zu arbeiten, die Gesetzgebung zu reformieren, die glaubenstos, freimaurerisch verfolgungssichtig und räuberisch ist. Der Brief des Ministers ist derart impertinent, daß ich glaube, er hätte ihn nicht unterzeichnet, wenn er sich Mühe gegeben hätte, ihn zu lesen. Ich will diesen allerdings platonischen Vorbehalt zu Gunsten eines Senators meines Departements, der katholischen Loire machen, die darauf, daß sie Waldeck=Rousseau in den Senat wählte, wenig stolz sein kann. Indem Waldeck=Rousseau uns unserer Bezüge beraubte, hat er einen Akt begangen, der in allen menschlichen Sprachen disqualifiziert wird.“ Abgeordneter Rouanet hat in der Kammer eine Juterpellation angekündigt worin er Auskunft verlangt, welche Abwehrmaßregeln die Regierung gegen die ungebührliche Sprache kirchlicher Würdenträger zu ergreifen gedenke — Die deutschetschechische Verständigungskouferenz in Wien, von der man sich vieles versprach, scheint resultattos zu verlaufen Troß der offziösen Versicherungen, duß die Ausgleichskonferenzen wenigstens den Erfolg haben werden, einen Waffenstillstand herbeizuführen und das Parlament achionsfähig zu machen, verlautet aus informierten Kreisen, daß die Aussichten auf Erzielung einer Verständigung ganz geschwunden sind, da zu zahlreiche Differenzen bestehen Man glaubt es werde bestenfalls gelingen, durchzusetzen, daß die Agenden der Konferenz dem im Parkamente zu wählenden Sprachenausschusfe übertragen werden. Uiner Reise erregt Sensatton Siegen den 1.. Fehmar. "— Der deutsche Frauen=Verein und die Flotte. Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins erläßt folgenv#n Aufruf an die deutschen Frauen eeinnundgebung nicht nur der deuttschen Frauen sondern der Fauen aller Kuttuntänder die setzten Monate nicht möglich an der Höffnung festzuhalten, das Zeitalter des Völten=Faustrechts sein Ende erreicht # und der eivige Friede seine Herrschaft beginnt. Die Zeit i daher gekommen, wo wir uns der Worte auserer FriedensKenang Ae en u euch land auch nr um den kleinsten Buuchteil seiner Kraft im Verhältnis zu anderen Aationen schche dastche wenn es je als trotzseiner Fredensliebe genätig#n sollte seine nationale Selbststendigkeiten eien negeu verteidigen Um aber das zu känen, Bzi sehlt icms die enereschaftzur See. Wie die Dinge heuteliegen können sichmusen FriedenshoffAngen ur an die volle Kriessbereitschaft mnügfen Das große Friedeer, das# nns Hiud in Hand gehl mit der VerPreitung denscher Kultir und Sitte kann nur seinen Fortgang erfahren, wen ein mächtige Schutz die Vergemaltigung den Frieden sichert Als zuerst der Gedaute an den Bau einer denischen Floite sich Bahn brach da haben deutsche Prauen nach Kücften an seiner Verwicklichtug mitgearbeitet. Auch die Begründerin uueres Vereins Louise Otto hat„ dem stolzen Bünduis Deutschlands unt dem Meeene ihre warmen Wilische geliehen, über auch der wehmtigen Erkennine Ausdruck gegeben, daß diese Flotte nur in Meer nuserer Zukuftstice zu sichen sei.##r RufVom Meer von Adria bis auf zum Sunde Dasselbe forder all mit einem Munde Begt Hand als Wienk, Lent nicht analten Stmmern. e vene l deutsche Schie mmenn— #o## heilte, Nch eitn en huder von uns weitergegeben werden— inte vermderten Lebensbedi#cnugen und in auderer Vun aber aus der gleichen Gesihug Nias. Wir wissen,#aß ir uns damtt nicht in Gegeusan zu Aseren Pragn Werten des Friedens i (Von unserer Agentur. Berlin, 10. Febr. Der Reichstag hat gestern der Generaldebatte der Novelle zum Flottengesetze den zweiten vollen Sitzungstag gewidmet und gegen 6 Uhr die Beratung wiederum vertagt. Im allgemeinen ging ebenso wenig wie vorgestern ein besonders frischer oder lebhafter Zug durch die Erörterung, die sich einförmig fast fünf Stunden lang hinzog und aufregender Momente gänzlich entbehrte. Zum Worte gelangten ausschließlich Vertreter der kleineren Fraktionen Graf Arnim(Ro.) stellte sich durchaus auf den Boden der Vorlage, deren Zustandekommen er auch als ziemlich gesichert ansah. Abg Richter fr. Vy.) vertrat in zweistündiger Rede den Standpunkt, daß die freisinnige Volkspartei einer Verstärkung der Flotte keineswegs grundsätzlich widerstrebe sondern durchaus bereit sei, nach Maßgabe der Fianzlage in jedem Jahre eventuell auch neue Schlacht= und Auslandsschiffe zu bewilligen, daß sie aber durch die schwersten konstitutionellen und finanziellen Bedenken verhindert sei, auf den Boden eine Vorlage zu treten, die ein neues Flottenp#ogramm gesetzlich festlegen wolle ohne der Dechungsfrage die geringste Beachtung zu schenken, die vielmehr diese Arbeit und die Verantwortung dasür dem Neichstage überlasse Herr Richter rechnete sodann mit dem Abg Bassermann ab, der ihn am Tage vorher herausgefordert hatte Bassermann suche die Freisinnigen hinter einem Busch, hinten dem die Nationalliberalen sich vielfach aufzuhalten pflegen.(Heiterkeit.)„Sie haben keine Ursache anderen zwiespättige Haltung vorzuwersen. Denn Sie sind in der Hauptfache und in der Regel di organisierte Uneinigkeit(Sehr gut Heiterkeit!) Fast immer stimmen Sie auseinander. Der Herr Abg. Bassermann möge nur daran denken, wie er und nicht bloß hinter dem Busch sondern öffentlich von seinen Parteifteunden angegriffen worden ist wegen seiner Haltung zu der sogenannten Zuchthausvorlage.(Sehr richtig lins Die öffentlichen Auseinandersetzungen der Nationalliberalen untereinander sind ja ein ständiges Register in der gesamten politischen Presse Deutschlands. Unbedeutend und phrafenhaft wie immer sprach Rickert zu Gunsten der Vorlage In vorgerückter Stunde kam der Abgord Liebermann von Sonnenberg zum Wort, um die Stellung der Deutschsoztalen Reformpartei zur Vorlage darzulegen. Diese Stellung entsprach im wesentlichen dem von uns vertretenen Standpunkt Grundsätzlich erklärte er sich für die Flottenvermehrung, weil Deutschland nur bei einer Erweiterung seiner Seemacht sich seine Stellung im Rate der Völker erhalten kann. Gleichzeitig aber forderte er eite zweckmätzige Lösung der Deckungsfrage und erklärte, daß mit dieser die Vorlage fällt und steht. Bezüglich der Deckungsfrage forderte er daß die deutsche Landwirtschaft, die von der Vermehrung der Flotte keinen Vorteil wohl aver schwere Nachteile hat über das notwendige Maß, nicht zu den Kosten herangezogen werden dürfe. Der letzte Redner des Tages war der Litauer Smalakys der da er der deutschen Sprache nicht genügend mächtig ist seine Rede verlas Es berührte wohlthuend, gerade von dieser warme nationale Töne zu horen. Vom Regierungstisch sprach noch Herr# weng glücklicher als gestern Er bemüchte sich vergebeus den klaffenden Widenp#uch zwischen Si Sichmmge 5 u e außerdem einige Aufregung damit, daß er auch die in Vortage vorgesehene verstärkte Flotte als eine immer n schwache bezeichnete. ###p geordnetenhaus begann gestern die Beratnn des Tustizetats, wover zur iuit die Frage der Umwandlund des Gerichtsvollzieherwesens mit allen dazu gestellten Anträgen nach längerer Geschäftsordnungsdebatte in die Kommissien zuruckgewiesen wurde, damit diese einen schriftlichen Bericht erstatte Bei der Position für das Gehalt des Ministers entspann sich sodann die übliche allgemeine Besprechung der Ver hältnisse der Justizpflege, ohne daß dabei etwas sonderlich bemerkenswertes zu Tage getreten wäre. #er Gesetzentwurf über die Besteuerung der Warenim Staatsministerium durchberaten und soll die königliche Genehmigung erhalten haben. #ver die Umformung des Gemerndewahlgesetzes wird der Münchener„Allg. Ztg aus Berlin gemeldetDie Vorlage zur Reform der preußischen Kommunalwahlen, die von dem jetzigen Minister des Innern Frhen. v. enhernbaben nach seinen Erfahrungen in der Rheiuprovinz ltet worden ist, wird dem Landtag demnächst zuCentrum und Nationalliberale mögen mit gleichmäßigem Interesse den Abänderungen entgegen sehen, die der Minister, e seegere ersachre Regziertugshräsihent in Düsseldorf at, Selbst in den Hochburgen des Centrums rührt sich Plotrenagitation. Aus Münster i. W. wird der Köln Volkszig berichtet Auch hiei wird demnächst ein Flottenverein gegründet werden. Die Anregung zu dieser Gründung geht vom Oberpräsidium aus und erfolgte schon vor Monaten. Damals fand auch bereits in Dortmund eine vertrauliche Besprechung über den Feldzugsplan statt. An die Spitze des Vereins soll hier der erste Bürgermeister Jungeblodt treten, als Agitationsredner hat man Migr. Professor Dr. Schröder gewonnen. Ein hoher katholischer Geistlicher als Flottenredner ist eine ebenso merkwürdige Erscheinung wie der Rabbi Rahmer in Magdeburg, der in der dortigen Synagogengemeinde als eifriger Freund der Marine wirkt. Der Kanglvorlage hat der Reichstagsabg. v. Dalwitz böse Aussichten eröffnet. Er hat in Pritzwalk auf einer Versammmg des Bundes der Landwirte der Prignitz geäußert, die Kanalvorlage sei vom Bunde der Landwirte endgültig abgethau er glaube, daß sie diesmal schon in der Kommission abgelehnt werde. Dagegen trat Herr v. Dalwitz für die Flotte ein. Aus Bromverg wird uns zur Affäre Aronstein über die wir vor einigen Tagen berichteten, mitgeteilt, daß die Opposition gegen die Wahl des Herrn Dr. Aronstein zum Leyrer an der städtischen höheren Töchterschule nicht, wie es in der Zeitung des Judentums dargestellt worden lediglich dadurch hervorgerufen worden sei, daß derselbe jüdische Konfession ist, sondern vor allem dadurch, daß die Probelektion des Genannten im deutschen Sprachunterricht so ungenügend ausgefallen sei, daß die technischen Mitglieder der Schuldeputation sich einhellig gegen die Wahl des Herrn Dr. Aronstein ausgesprechen haben. Daß auch Bedenken geäußert worden sind in dem Sinne, daß der Inhaber der fraglichen Lehnerstelle im deutschen Sprach= und Litteraturunterricht Stücke zu behandeln habe, die wie beispielsweise Schillers Jungfrau von Orleans in gewissen Sinne in christlichem Geiste zu interpretieren sind, wird im übrigen nicht bestritten. Wenn die Masorität des Magistrats sich schließlich ebenfalls gegen die Anstellung des Herrn Dr. Aronstein erklärt habe, so beweise das eben, daß sich dieselbe dem Gewicht dieser Gründe nicht habe verschließen können Berlin, Febr. Der Reichstag hat gestern bis 7 Uhr gesessen, um die erste Lesung der Flottengesetznovelle zu beendigen das Ziel wurde erreicht und die Vorlage der Budgetkommission überwiesen Dort wird sie für längere Zeit verschwinden. Denn die Kommission hat mit den Etats noch viel zu thun. Es ist ausgeschlossen, daß die Vorlage vor Ostern zur zweiten Lesung im Plenum kommt, die Entscheidung kann also erst zwischen Ostern und Pfingsten fallen. Die Beratung über die Flotte selbst bot gestern kein besonderes Interesse mehr, das Haus war auch schon sehr viel schwächer besucht Wenn tretzden die Verhandlung eine lebhaftere Färbung trug, als die beiden vorhergehenden Tage, so waren daran gewisse Foyergespräche schuld die plötzlich einen direkten Einfluß auf den Gang der parlamentarischen Geschäfte gesinnen zu sollen schienen Das Centrum sollte von konservativer Seite für das Beharren in der Opposition gegen die Flottenvenehrung schauf gemacht worden sein s# hatte die„Germ berichtet und dabei als den Uebelthäter zuerst Hrn. v. Wangenheun, den Vorsitzenden des Bundes der Landwirte dann aber Hru Dr. Diederich Hahn, den Direktor des Bundes der Landwirte angeführt Im Laufe der gestrigen Verhandlung nahm Herr v. Wangen heim Gelegenheit in seinem und im Namen des Dr. Diederich Hahn jene Auführungen der„Gemn als erlogen zu erklären und dem Hause das Urteil zu überlassen, ob die gemeine Gestunung oder die Dummheit der Erfindung die Paline verdiene Es müßte daher die Spannung des Hauses aufs höchste sich steigenn, als der Abg Samula(C.) aus einem Gesprach mit Dr. Sahn dessen Worte„Wenn wir nur erst die gräßliche Flotte weg hätten sorgen Sie nur dastr, daß vom Gentrut mögtichst viele dagegen stimmen wiederholte und sich für diesen Aussprich des Herrn Dr. Hahn mit seinem Ehrenwort verbürgte Es stehe Behauptng gegen Behanp#ung. Das Haus solle entscheiden, ob es ihm einen 70jährigen in Ehren ergtalten M oder dem gedseligen Dr. Sohn laucben wolle Er habe es fünr seine Pflicht gehalten, die Sache in seine tion zur Spieche zu Gringen, um Karheit über die B#litische Lage zu schaffen. Wenn die Sache in die Presse gekommen se# so sei das nicht seine Schuld. D. Sahnbesttit mit Entschiedenheit, eine derartige Aeußerung in diese Weise gethau zu haben, gab aber zu, daß ein harmloses scherzhaftes unverbindliches Fehergesprach Ahnlich gelauter habe möge keinenfalts habe er gegen das Gentrium den ihn untergelegten Versuch uernehnen ellen. Die Sache scheint hiernachi zu liegen das Hahn recht unvorsichtig vor einempolitischen Gegner gescherz und perr Szmitg diesen Scherz viel tragischer eat ls er gemeint war. Angesichts sotlle Sachlage hätte daun freilich Herr v. Wangenenn besse gethen nich mit K#astworten, wie erlogen zu operieren— Nachdem noch Bebel eine lange chörichte Rede gehalten, ging die Vrtge die Konmission In Abgeordnetenhause wurde gestern der Rest des Justizetats abgesehen von den an die Kommission zurückgewiesenen Titeln welche sich auf die Gerichtsvollzieher beziehen ohne erhebliche Debatte bewilligt. Die dem Futanzumister v. Miguel nahe stehenden Verl Vol Nachr erklären in ihrer neuesten Ausgabe der Gedanke eine besondere Steuer zur Deckung der Flottenkosten einzuführen stehe mit dem Grundsatze der Staatseinheit in Unlösbarem Widerspruche Demgemaß werden sie sich auch gegen eine Reichsenbschaftssteuer und sagen M Nur durch frühzeitige grosse Einkäufeist#es mir möglich, trotz des bedeutenden Preisaufschlages, sämmtliche Neuheiten zu staunend billigen Preisen zu verkaufen, Wie bis jetzt so werde#ich auch fernerhin nur dauerhafte und durchaus solide Fabrikate führen und mir durch enorme Billigkeit und reelle Bedienung bei streng festen Preisen das Vertrauen meiner geehrten Kundschaft zu erhalten suchen. aus Cheviot Mk. in prachtvollen Farben, aus modernen Kammgarn- u. Buxkinstoffen, Mk. aus schwarzem Kammgarn und neuen farbigen Stoffen Mk. aus Buxkin aus schwarzen Kammgarn aus soliden Buxkinstoffen Mk und feinen grünlichen Stoffen, Mk aus Kammgarn, Cheviot u. 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Turner- Gürtel Grösste Auswahl Beste Fabrikate In Preußen ist auch ohne Einführung einer Reichserbschaftssteuer der Grundsatz der ihrer Leistungsfähigkeit entsprechenden schweren Belastung der stärkeren Schultern in vollem Maße zur Durchführung gelangt. In einer ganzen Reihe von Bundesstaaten ist die Landessteuergesetzgebung bereits nach dem Vorgange Preußens auf ähnlicher Grundlage neu geordnet. In anderen ist eine solche Neuordnung in Angiff genommen oder wenigstens geplant. Es ist daher gegründete Aussicht vorhanden, daß auch in den übrigen Teilen Deutschlands im Wege der Landesgesetzgebung in dem Steuersystem der Grundsatz ausgleichender Gerechtigkeit voll zur Durchführung gelangen wird und daß es demzufolge der Einführung einer Reichserbschaftssteuer nicht bedarf. Wir haben schon neulich betont, daß diese Auffassung viel für sich hat, und daß ein Aufschlag auf die Einkommensteuer von selbst die stärksten Schultern belastet, während es ganz unthunlich ist, für bestimmte Ausgaben bestimmte Steuern zu beschließen. Die wismarsche Frage ist für den schwedischen Reichstag zu Ende. Aus Stockholm wird vom gestrigen Tage gemeldet Beide Kammern lehnten heute den Antrag Hedin auf Einleitung von Verhandlungen mit Deutschland betreffend die Stadt Wismar ab. dem Reich. Berlin, 11 Februar. — Dem Prinzen Heinrich wird auf Besehl des Kaisers in Berlin ein besonders feierlicher Empfang bereitet werden. Fürst Hohenlohe mit dem gesamten Staatsministerium werden den Prinzen auf dem Bahnhof begrüßen ebenso die Präsidenten des Reichstags und beider Häuser des Landtags. Ferner ist bestimmt worden, daß am Dienstag alle öffentlichen Gebäude zu flaggen haben. — Das Befinden des Abgeordneten Dr. Lieber ist, wie die„Germania“ meldet, auch heute im wesentlichen unverändert. Nach einem ruhigen stärkenden Schlafe während der vergangenen Nacht stellten sich gegen den Morgen wiederum Fieber und Schüttelfröste ein, die im Laufe des Vormittags jedoch wieder abnahmen. — Ein Berliner Berichterstatter der Halleschen Zeitung behauptet, der Kaiser habe dem Herzon ogann=Albrecht von Mecklenburg telegraphisch sein Befremden darüber ausgesprochen, daß der Herzog einem Agenten des Pariser Blattes Eclair, des Blattes des Generals Mercier Andienz gewährt und sich in politische Diskussionen mit ihm eingelassen habe. — Die Kaisermancver finden in diesen Jahre zwischen dem Gardekorps verstärkt aus dem 17. Almeekorps statt. Beide Armeekorps bilden je drei Infanterie=Divisionen. Größere Pionier=Uebungen werden an der untern Weichsel und Nogat, am Oberrhein bei Neubreisach und in der Gegend von Düren, Jülia, Köln abgehalten. Aus dem Auslande. Frankreich Paris, 10. Febr. Die Regierung richtete eine scharfe Note an den Vatikan wegen der Haltung des Erzbischofs von Aix und von e7 Bischöfen, welche in ihren Kundgebungen die Regierung beleidigten. Die Regierung droht mit der eventuellen Abberufting des französischen Botschafters am Vatikan. Berlin, 10. Februar Am Tische des Bundesrats: Tirpis, Graf Posadowsky, Freiherr v. Thielmann Haus und Teibünen sind zut besetzt. Präsident Graf Ballestrem eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Min. Eingegangen ist der Gesetzentwurf über die Freundschaftsverträge mit Tonga und Samoa sowie den Freundschafts. Handels und Schifffahrtsvertrag mit Zanzibar. Die erste Beratung der Flottenvorlage wird fortgesetzt. Abg. Graf Schwerin=Loewitz(kons) führ aus Bei Begwindung der Vorlage in der Dentschrift ist zu wenig hingewiesen auf die nationale Seite der Gesetzesvortage und zuviel auf die wirtschaftliche Seite. Das was nötig ist, um Deutschland die ihm gebührende Stellung zu sichern werden wir stets bewilligen Es ist ein Vorzug der Vorlage, daß sie die Deckungsfrage offen läßt. So können die Forderungen der jedesmialigen Finanzlage augepaßt werden. Abg. Bebel(Sozialdem. Wir lehnen die Vorlage ab und werden ähnliche Fordetungen ablehnen, weil sie ein System stützen, das wir bekämpfen, weil wir die dazu geforderten Mittel anders besser verwenden zu können glauben, und weil sie von einer Regierung gesordert werden, zu der wir lein Vertrauen haben. Die Haltung des Centrums läßt einen Weg zur Verständigung offen und die Regierung wird mit sich reden lassen Das Ende vom Liede wird die Annahme der Vorlage i ihren wesentlichen Teilen auch durch das Centrum sein. Bei dem Wettrennen zwischen England und Deutschland bezüglich der Flottenvermehrung werden die deutschen Waffen immer hinter den englischen zurückbleiben Das Verhältnis der Flottenstarten Deutschkands und Englands wird immer dasselbe bleiben, England wird in destselben Tempo mit den Flotten#istangen fortschreiten, wie Deutsch##nd auch die anderen Mächte werden Schritt halten Es gehr ins Unendliche bis die Völker unter den ungeheuren Lasten zusammenbrechen Der Fottenverstättung weiden Hafenbauten, Erwerbung marimer Stitzpuntte#nerseeischer Kabel usw folgen Während Deuschland in den letzten 30 Jahren einen geradezu märchenhaften Ausschoung auf industiellen Gebiete, ohn Flaite hat Eugland nur geringe Fortschritte und Frankreich Rückschritte gemacht, trotz der Flotten. Das beweisen die Zahlen der offiziellen Denkschrift. Die Arbeiter sollen Vorteil von der Vorlage haben. Es handelt sich nicht bloß darum, Arbeit zu schaffen, es kommt darauf an, ob die Arbeit einen kulturellen Wert hat. Wir brauchen Schulhäuser, Krankenhäuser, Rekonvaleszentenanstalten, Ackerbauschulen. Hunderte von Millionen würden nützlich angewandt werden, an Arbeit fehlt es nicht. Bei den großen Profiten, welche die großen Unternehmer bereits aus den Flottenrüstungen gezogen haben, könnte man erwarten und verlangen, daß sie wenigstens die Arbeiter menschlich behandeln. Das Gegenteil sei aber der Fall. Man will trotz der vermehrten Aufgaben die Arbeitskräfte nicht vermehren und führt mehr und mehr Ueberstunden ein. Die Kapitalisten bewerten das Vaterland nach dem Profit. Wenn einmal unsere Brüder, Söhne und Enkel im männermordenden Krieg das Vaterland verteidigen, werden sie von deutschen Gewehren und deutschen Kanonen erschossen, gerade so, wie die Buren mit englischer Munition gegen die Engländer kämpfen. Die Vorlage ist durchweht vom Geiste des Absolutismus, dem Geiste des achtzehnten Jahrhunderts, dem Geist, der im alten Rom herrschte, von dem schon Plinius der Jüngere sagte:„Schmiegsamkeit und Fügsamkeit sind die Haupteigenschaften jener Zeit. Man strebte danach, dem Kaiser zu gefallen, alles zu thun, was er wollte, um sich seine Gunst zu erwerben. Alles richtete sich nach den Sitten des Einzelnen". So ist es auch heute. Richten sich nicht heute sogar die Schnurbärte nach den Sitten des Einzelnen?(Große Heiterkeit Beifall bei den Sozialdemokraten.) Leben wir nicht in einer Zeit des Byzantinismus, des Servilismus? Einem solchen System steht die Sozialdemokratie unter allen Umständen feindlich gegenüber, einem solchen System bewilligt die Sozialdemokratie niemals eine Flotte und eine Marievorlage. Wir fordern Ablehnung, auch ohne Kommissionsberatung.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär Tirpitz. Der Vorredner hat zur Vorlage nichts wesentlich Neues vorgebracht(Gelächter links), aber gegen den Gedanken, daß die Regierungen den Reichstag bei dieser Vorlage hinters Licht geführt hätten, muß ich entschieden protestieren Wir halten es für erforderlich, daß eine Flotte die Nordsee freihält. Die Schwäche an Zahl unserer Flotte wollen wir durch eine innere Stärke, tüchtige Ausbildung der Mannschaften und eine gute Organisation ausgleichen. Die Entwickelung des Schiffsbaues halte ich für unsere gesamten Handelsinteressen sehr wichtig. Die Wersten müssen so eingerichtet sein, daß sie mehr Schiffe bauen können, als durchschnittlich erfordert wird. Vor allem muß der Kriegsschiffvau gefördert werden. Die Flotte soll unserer gesamten Volkswirtschaft zum Schutze dienen und so indirekt allen Arbeitern zu gute kommen. Niemand bezweifelt, daß ein Krieg mit England für uns ein großes Unglück wäre. Wie das aber gegen die Vorlage sprechen soll, vermag ich nicht einzusehen. Abg. Frhr. v. Wangenheim(dk und Bund der Landw.): Eine persönliche Bemerkung zunächst. Durch die Presse ging dieser Tage die Nachricht, eine Anzahl konservativer Abgeordneter habe in perfider Weise das Centrum zur Ablehnung der Flottenvorlage zu bestimmen gesucht. Nachher wurde der Name Dr. Hahn genannt. Ich bin in der Lage zu erklären, daß diese Nachricht vom ersten bis zum letzten Buchstaben frei erfunden und erlogen ist.(Hört, hört rechts.) Ich überlasse es dem Hause zu beurteiten, ob es mehr die Gemeinheit der Gesinnung welche anständige Menschen in den Schmutz ziehen, oder die Dummheit dieses Verfahrens bewundern will.(Hört, hört rechts.) Die deutsche Landwirtschaft ist geneigt, diejenigen Mittel zu bewilligen, die das Deutsche Reich zu einer genügenden Ausbildung der Flotte braucht. Sie hat auch keine Bedenken, zu neuen Steuern zur Deckung zu greisen. Hier möchte ich den Vorschlag machen, die Reden, die zu der Vorlage gehalten werden, nach dem laufenden Meter zu besteuern. (Heiterkeit.) Wenn die Sozialdemotratie wwirklich den Frieden wünsche, so möge sie damit im Inlande aufangen und aushören, die Klassen gegeneinander zu hetzen. Wenn die Leiter der Politik dafür sorgen, daß wir eine wahrhaft nationale Politik treiben so werden sie stets die große Masse des Volkes hinter sich haben. Abg. Szmula(Centr.): Den Worten, die Herr v. Wangenheim im Eingang seiner Rede gesprochen hat, stelle ich folgende einfache Thatsache gegenüber. Ich habe in der vorigen Woche mit dem Abg. Dr. Hahn im Foyer des Reichstags über die Arbeiterfrage gesprochen. Da hat er mir ausdrücklich gesagt:„Wenn wir nur die gräßliche Flottenvorlage weg hätten(Stürmisches Hört hört links.) Sehen Sie, daß Sie möglichst viele Mitglieder Ihrer Fraktion gegen die Flotte kriegen(Stürmisches Hönt, hört links und Stürmische Kundgebungen Ich habe nich für verpflichtet gehalten, diese Außerung meiner Fraktion vertraulich mitzuteilen, damit sie wüßte, wie die Stimmung bezüglich der Flotte sei. Daß die vertrauliche Mitteilung in die Presse gekommen ist, ist nicht meine Schuld. Ich kann nuich nur wundern und sprechemeine Entrüstung darüber aus, daß v. Wangenheim, ohne Zeuge der Unterredung zu sein, die Sache hier vorbrachte. Ich appelliere an das Haus, wemn es mehr glaubt, einem siebzigjährigen ergrauten Mann oder dem Abg. Hahn.(Lärm, Beifall links und im CentrumAbg. Haußmann=Balingen(Feil Vp.) Er müsse gegen die Unterstellung protestieren, seine Partei stimme gegen die Vorlage, um das Vaterland wehrkos zu machen Man treibe eine Politik der offenen Hinterthür. Die setzt vorgebrachten Gründe für die Flottenvermehrung könnten auch vorgebracht werden für die Verdeppelung des doppelten Doppelgeschwaders. Was vor 1¾ Jahren als dauernde und feststehende Organisation angepriesen wurde wird jetzt als veraltet und nubrauchbar hingestellt. Vom Dreibund höre man nichts mehr, sondern nur soch vom Dreizack Die Rüstungsfanatiker ließen sich die Hambunger Aufforderung aufzulödern, wie das Oktoberfeuer nicht zweimal sagen sie seien aufgeloder auf Kommando(Sehr gut links.) Die von Chamberlain inaugurierte Politik des Weltprotzentums, die Gott sei dank in der ganzen Kustummel eine morglische Abhebung erfahren habe, die dilettentenhafte Politik werde nicht dauernd sein Man dürfe nicht den nächsten und nächstnächsten Reichstag binden Seine Partei verurteite die sprunghaften Vermehrungen(Beifall links.) Staatssekretär v Posadowsky. Die Auffassung des Vorredners umerscheidet sich kaum von der Bebels(Oho links.) Dies sei nicht zu verstehen, da die Volkspartei die bestehende Staatsform billige. Die konstituitionellen Bedenken des Vorredners seien ähnlich denen, die zur Zeit des Mititärkonslittes vorgebracht wurden. Hätte man sich daran gebunden hätte man nie ein deutsches Reich gehabt.(Lirm Widerspruch links, Zustimmung rechts.) Die Bindung der verbündeten Regierungen bestehe so lange, bis sie eine Reichstagsmehrheit aufhebe. Die Regierungen gehen vollkommen konstitutionell vor. Wichtige Gründe werden in der Kommission vorgebracht werden.(Ruf links: Warum nicht hier!) Es ist niemals behauptet worden, daß eine große Flotte einen bedeutenden Handel schaffe, sondern immer nur, daß ein bedeutender Handel nun auch einer großen Flotte bedürfe. Die larmoyanten Ausführungen Bebels waren wertlos. Wir könnten vorläufig Gott danken, daß wir eine starke Monarchie haben.(Beifall rechts, Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Abg. Nißler(kons.) führt aus, ein einziger unglücklicher Krieg könne dem Nationalvermögen teurer zu stehen kommen, als die allerdings hohen Summen, die hier bewilligt werden sollen. Die schlimme Lage der Landwirtschaft sei zu berücksichtigen, darum bedürfe die Deckungsfrage einer eingehenden und ernsten Prüfung. Redner sei für die Vorlage nur unter der Bedingung zu haben, daß für die Landwirtschaft endlich etwas geschehe. Staatssekretär Tirpitz. Den Passus von einer dauernden feststehenden Organisation der Flotte, den der Abg. Haußmann aus der Begründung des Gesetzes von 1898 anführte, hat sich nur auf die damals geforderte Flotte bezogen. Abg. Hodenberg(Deutschhanov.) hält seine schnelle Vermehrung der Flotte bedenklich für die Qualität derselben. Die Flottenagitation habe eine große Summe von Charakterlosigkeit gezeigt, selbst in den gebildeten Kreisen. Abg. v. Stolberg=Wernigerode(kons.) betont nochmals, daß seine Partei dringend den Frieden wünsche und auch keinen konstitutionellen Konflikt herbeiführen wolle; letzteres wäre frivol. Abg. Graf Oriola(nat.=lib.). Von Servilismus sei bei den für die Flottenvorlage Eintretenden nichts vorhanden. Bei den Handelsverträgen erstrebe seine Partei gleiche Berücksichtigung für Landwirtschast und Industrie. Redner erklärt ferner, die Meldungen, er habe in einem Privatgespräch zu einem Abgeordneten geäußert, man solle einen Abstrich von 7000 Mann machen, um einen Konflikt hervorzurusen, für unrichtig. Die Debatte wird geschlossen. Zu einer persönlichen Bemerkung führt Abg. Hahn aus, wer ihn kenne, werde nicht annehmen, daß er die deutsche Sprache so ungeschickt behandele, wie es in der ihm vom Abg. Szmula zugeschriebenen Weise geschehen sein soll. Die Aeußerung sei übrigens nicht im Reichstag, sondern im Abgeordnetenhaus gefallen und habe dahin gelautet: „Wenn Sie die Flotte nicht wollen, so stimmen Sie doch dagegen.“ Wenn sich Szmula auf sein hohes Alter berust, so berufe ich mich auf mein vierzigjähriges Gedächtnis, welches mindestens so zuverlässig ist wie ein müdes siebenzigjähriges.(Oho! links und im Centium.) Abg. Szmula bemerkt: Der Abg. Hahn scheint wirr im Kopfe zu sein.(Heiterkeit.) Präsident Ballestrem erklärt diese Bemerkung für unzulässig Abg. Szmula: Die Aeußerung erfolgte im Reichstage in den von mir angeführten Worten von der„häßlichen Flotte“ Redner beklagt sich dann über das unqualifizierbare Verhalten Wangenheims. Nach weiteren persönlichen Bemerkungen wird die Vorlage der Budgetkommission überwiesen. Montag 1 Uhr: Samoavertrag, Kohleninterpellation, kleine Sachen Lokales. O Siegen, 12. Febr.„Lebende Photographien“ wurden gestern nachmittag und abend im Kaisergarten vorgeführt. Trotz der recht ungünstigen Witterung war namentlich die Abendvorstellung sehr zahlreich besucht und der wiederholt gespendete Beifall bewies, daß man sich in seinen Erwartungen nicht getäuscht sah. In drei Abteilungen wurden dem Publikum eine Reihe von Szenen aus dem täglichen Leben photographisch in naturgetreuer Darstellung vor Augen geführt und man muß es dem Veranstalter lassen, daß ihm sämtliche Vorführungen vorzüglich gelangen Freilich, wollte man an die Bilder selbst den kritischen Maßstab legen, so ließe sich wohl hier und da einiges aussetzen. So wirtten z. die sogenannten Ballet=Szenen geradezu abstoßend. Durch derartige pikante Darstellungen wird die Kunst nur zu leicht entwürdigt, abgesehen davon, daß doch ausdrücklich die Familien, also auch Frauen und Kinder, zu der Vorstellung eingeladen und auch erschienen waren. Sehr hübsch und ansprechend waren dagegen die militärischen Szenen, wie auch die Vorführungen der neuesten Begebenheiten vom südafrikanischen Kriegsschauplatze lebhaften Beifall fanden Hoffentlich läßt sich der Besitzer des Kinematographen herbei, die Ballet=Szenen auszumerzen Wenn das geschieht, können wir unseren Lesern den Besuch der Vorstellungen empfehlen, da dieselben eine angenehme Unterhaltung bieten. Evang Arbeiterverein zu Berlin, Gruppe Nord III. Mitgliederversammlung am Dienstag, den 13. Februar, abends 8½ Uhr Lokal: Schönhauser Allee 161 bei Dobrick. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Pastor Basche: Was bedeutet der Tod im Leben der Christen? 2. Freie Aussprache 3. Geschäftliches. 4. Verschiedenes. Gäste, namentlich Arbeitnehmer, sind stets willkommen. W. Klingspor, 4 Marburgerstraße Siegen, und Zigarrenhandlung Vienenprodukte, Schneesweisse Wäsche Aillchähg on Lettermann's Salmiak-Terpentin- Feltlangenmehl oder Lettermann's Wasch Extract„Wasch-Bär“ unter grösster Schonung der Stoffe, à Packet 15 Pf. Wilh. Dietermann, Siegen, Kölnerstr. 54, Schuhwaren-Geschäft. Billigste Bezugsquelle durchaus solider Schuhwaren. NIE SdOE Ferber, Siege Perren Knaben u. ArbeiterGarderoße. Von Freitcg Abend bis Samstag Abendn steis mein Geschäft geschlossen Abend#chist geösne Anach den 14 9. 218. Geneindenals von Katzenfurt 85 Sichen=Abschnite— 72.44 Fesun eicnet sich Azug zu Schreinerund Glaserhol Sichen=Nutzhols ene 26 im Donnerstag den 15. d. Mis. im Gemeindewald von Niesertemp Fesc, Eichen=Stammhol darunter schöne Stämme von 2 Fm., 32 Feitm Buchen=Stammhols Siefern=Stammhol 10.63„ Kefern=Stangen am Freitag, den 16. d. 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Als Vorbereitung für die nach Mestsk gleichtser it mancher Beziehlüng iuserer Karnebals zeit. Wie hier auf einige Wochen ausgelassenem Karnevalstrubel die strenge Fastenzeit folgt, so wird im Ramasan am Tage von den Moslim gefastet, während die Nacht dem Essen und dem Vergnügen geweiht ist. Das ist zuweilen recht schwer, zumal wenn der Ramasan, was beim Mondjahr der Sütrten mns göch ste in den Hachsonnen, fale, Alber Beztoh wird diese Fastenzeit am Tage von den strenggläubigen Moslin, namentlich der niederen Stände mit graßer Gewissenhaftigkeit gehalten, selbst die sonst unentbehrliche Zigarette versagt sich der Türke. Um sich diese Zeit des Hungerus abzukürzen, verbringen die Wahlhabenden soweites geht, den Tag durch Schlaf. Kaum aber haben Kanonenschüsse es verkündigt, daß die Sonne untergegangen ist, dann ist es den Gläubigen erlaubt, ihren Hunger zu stillen und in gnugungen der Nacht sich für die Entbehrungen des Tages schadlos zu hälten. Dann wird die Nacht zum Tage ein reges Leben herrscht in den Straßen der türkischen Stadtteile, und wer einen Einblick in das Leben des türkischen Volkes, namentlich der niederen Stände gewinnen will, wer die Gastfreundschaft und Liebenswürdigkeit des Türken kennen lernen will, für den giebt es keine schönere Zeit, und Gelegenheit dazu, als in einer klaren Mondnacht im Ramasan in den türkischen Stadtteilen Konstantinopels zumal in Stambul herumzuschlendern— Während die Frankenviertel Pera und Galata auch zu dieser Zeit wenig Eigenartiges bieten, harrt unser bereits auf der neuen Brücke vie das goldne Horn überbrückend, das alte Stambul mit dem modernen Galata verbindet ein unvergeßlicher Anblick Auf den Wassern rechts und links von uns, wo sich am Tage Dampfschiffe, Boote, Kaiks und Barken in buntem Durcheinander tummeln ist es ganz still geworden Man hört nur das leise Plätschern der Wogen an den Pontons, auf denen die Brücke ruht und in der Ferne das dumpfe Rauschen der Strömung des Bosporus. Hinter uns steigt die Häusermasse Galatas mit dem kolossalen Bau der Ottomanbank und dem hohen Galataturm empor und bietet ein seltsames aus grellem Mondlicht und dunkelster Finsternis gemischtes Bild. Prächtiger aber und eigenartiger ist der Anblick Stambuls vor uus seiner Paläste und dunkelen Cypressenhaine seiner zahlreichen Moscheen mit ihrem Walde von mm Besonders besonders vor den großen Moscheen und in ihren Vorhöfen. Die Gebetszeit ist gerade zu Ende und die Moslim verlassen ihr Gotteshaus. Dort schreitet langsam und gemessen eine Anzahl Hodschas, Lehrer und Prediger heraus, an hrem weißen Turban erkennbar, mit langen prächtige Gestalten, alte mit weißem Barte und ehrwürdigen Gesichtern, junge mit fanatischen Mienen und blitzenden Feueraugen; hier steht schwatzend eine Gruppe Hamals, schon an ihrer Tracht als Lastträger erkennbar. Dort drängt sich eine Schar Soldaten durch die hellerleuchteten Budenreihen, die im Vorhofe aufgeschlagen sind. Bettler mit mancherlei Gebrechen behaftet stehen zahlreich an den Ausgängen und ver folgen namentlich den Fremden hartnäckig lange Zeit; Bettlerinnen sitzen mitten im Gedränge mit einem Kohlenbecken vor sich und suchen mit vielen Worten die Mildthätigkeit der Vorüber gehenden hervorzurufen. Alles ergießt sich in die Straßen und vermehrt das Treiben; hier wogt die Menschenmenge auf und ab. Wasser= und Limonadenverkäufer dräugen sich hier unter die Menge, in einer mächtigen Karaffe oder in einem großen Lederschlauche tragen sie ihren Vorrat, und bieten in Gläsern, die sie in einem um den Leib geschnallten Holzbehälter mit sich tragen, ihren Labtrunk feil. Händler stehen an der Seite die unermüdlich ihre Apfelsinen und Mandarinen, ihr Fistik und Simit anpreisen. schlanken Turme von denen jebe Moschec#nnh und Wichtigkeit einen bissechs hat, tragen hochoben eine oftauch zwei bis drei baltonartige Gallerien von denen herab der Muezzie am Tage mit heller singender Stimme die Gläubigen zum Gebet ruft.„Alle diese Gallerien sind heute mit einem breiten Kranze von Lichtern prächtig illuminiert zwischen den einzeinen Minarets schweben in kunstvoller Weise durch an Stricken hängende Lichter dargestellt Koransprüche in der Luft die dem Volke mit ihrer hellen, leuchtenden Flammenschrift eine stetige stumme aber um so eindrucksvollere Predigt sind.— Von dieser Brücke, an deren Ende ein Hause Arabadschis und Begirschis uns mit lauten zudringlichen Worten und lebhaften Gestikulationen ihre Wagen oder Pferde aupreisen führt uns die Trambahn schnell und billig durch viele dunkelen Gassen und Straßen in den Teil der Stadt, in dessen Straßen sich an schönen Ramasanabenden der Hauptverkeh abspielt An der Hagia Sophia, der ehemaligen christlichen Kirche und jetzigen Hauptmoschee Stambuls steige, wir uns um von hrer aus zu Fuß weiter zu wandern.— Welch ein verändertes Aussehen haben heute die Straßen. Soust ist mit Sonnenuntergang das Leben erloschen nurr Mititärwachen durchziehen von Zeit zu Zeit die Straßen, und der Nachtwachter wandelt langsam mit seinem großen eisenbeschlagenen Stab in regelmäßigen Abständen auf die Steine der Gasse klopfend durch sein Revier. Heute ist alles erleuchtet, alle Läden sind hell alles ist bei der Arbeit Obsthandlungen Speiseanstalten und Bäckereien, die alle nach der Straße zu offen ihre vielen Süßigkeiten aubieten, und eine schier endlose Zahl von Eaes folgen in bunter Reihenfolge nach einander und sind alledicht besetzt. Dazwischen liegen türkische Thekter, weithin schont## kenntlich durch den Flaggenschmuck am Eingang Sie sind illuminier ein großer Halbmond von Lichtern strahlt über dem Eingange und vor ihnen prangen große Plakate mit entsetzlichen Bildern, die von einem großen Hausen Volk bewundert werden. Und welch buntes Treiben herrscht in den Straßen Die Versöhnung auf Stiginal=Erzähling von G. I. (Nachdruck verboten.) „Hast Du das nicht gewußt“ scherzte sie,„siehst Du, nun fängt die Enttäuschung schon an Wirst Du mich auch lieb behalten fügte sie ernster hinzu,„wenn noch mehr und größere Enttäuschungen folgen werden? Ich wero Dich immer lieb haben,“ sprach er herzlich, „denn ich weiß. Du wirst mich niemals enttäuschen. Da das Mädchen kam, um zur Mittagstafel zu rufen, brachen nie auf. Als sie aus der Laube traten warf Gerhard einen Blick über die niedrige Mauer in die Schlucht hinunter Der Berg senkte sich ziemlich steil, hier und da zeigte sich der nackte Fels, an welchen sich allerlei niedriges Gebüsch anklammerte. Wer da hinuntersturzt könnte doch bösen Schaden leiden meinte Gerhard„Aber Elsbech rief er plötzlich, „was ist das da führen ja Fußspuren herauf sieh, dort ist die Erde weggetreten, dort ist deutlich der Abdruck eines Poihe Er sahne fragend an Elsbeth war zurückgetreten eine jähe Blässe bedeckte ihre Wangen, mit angstvollem Blicke schaute sie ihn an „Was ist Dir, Elsbeth“ rief er bestürzt, komm tritt zurück der Schwindel ergreift Dich Er bot ihr den Arm, sie ließ sich willig fortführen. Noch einigemale gingen sie in dem nächsten Wege auf und nieder schweigend schritt sie neben ihm her „Wie geht es, mein Liebling?“ fragte er besorgt. „Es geht besser“ antwortete sie. Die Farbe kehrte allmählich in ihre Wangen zurück, die alte Munterkeit strallte wieder aus ihren Augen, und als sie in das Haus traten, blühten sie wieder so lieblich, wie nur die schönste der Rosen, welche ihr Haust schückten am 31. Januar 1900. (Fortsetzung der Beratung des Etats der Pon= und Telegraphen Verwaltung.) Meine Herren, gestern bei der Besprechung der Personalreform ist die Vorbereitung der Subalternbeamten berührt worden; ich will darauf nicht zurückkommen, es gehört nicht hierher Ich stimme aber zu, daß die Untersekundg eine schlechte Grenze für die Bildung ist. Nun möchte ich ein Wort über die Vorbildung der höheren Beamten sagen. Es ist bestimmt, daß für die höhere Postbegmtenkarriere ein mehrjähriges Studium erforderlich ist. Ichwill auch nichts dagegen sagen ich möchte aber daran erinnern, daß der frühere Zustand auch sein Gutes hatte. Die Post war meines Wissens das einzige Ressort, wo jemand von der Pike auf sich bis zu den höchsten Stellen ausschwingen konnte.### gab dem ganzen Postwesen eine Strebsamkeit und Tüchtigkeit, wofür ich keinen Ersatz weiß. Nun denke ich, es wird nicht in jedem Falle absolut notwendig sein für die hohere Karriere eine solche Vorbildung zu besitzen. Ich würde es bedauern, wenn hervorragende Talente, die sich herauf dienen nicht auch die höhere Laufbahn beschreiten könnten. Sonst bleiben die mittleren Klassen, die das Geld zum Studieren nicht haben, ausgeschlossen. Giebt es doch gerade im Ressort der Post große Beispiele dafür, wie jemand auch ohne Studium hochkömmen könnte. Noch möchte ich erwähnen, daß in den Kreisen der höheren Beamten die Meinung vorhanden ist— ich habe sie gehört nicht etwa von Postdirektoren, die davon betroffen sind, sondern von anderen, daß es eine Unbilligkeit sei, wenn in den großen Bostämtern erster Klasse der Provinz ein Postdirektor um 1200 Mark geringer gestellt ist als der Postrat. Mein Lebesgang hat niich mit Postdirektoren in Verbindung gebracht, die in großen Städten zu den Spitzen der Verwaltung gehörten und dadurch sehr große Ausgaben hatten wenn sie ihr Amt würdig vertreten wollten. In der Pravinz haben manche Postdirektoren Hunderte von Beamten unter sich, während der Postrat ein kleines Personal regiert. Ich jage nichts gegen die Gehalter der Posträte. Aber man sollte auch für große Postdirektorenstellen die Möglichkeit schaffen, sie auf dieselbe Höhe zu bringen. Ich komme dann noch auf eine Aeußerung zurug, die der Herr Abgeordnete Lingens im vorigen Jahre gethau har. iagte das dielfach den wohlwollenden Absichten des Herrn Staatssek### die Bureaukratie in der Provinz nicht folge Ich traue ja dem Herrn Staatssekretär zu, daß er zuletzt, wie nach unten, auch in den oberen Kreisen der Beamtenwelt seinen Willen durchsetzen wird. Aber es wird doch der Gedanke vielfach erwogen ob man nicht darauf zurückkommen solle, wie in früheren Zeiten Generalinspektoren zu ernennen, die eine durchgehende, beständige Aufsicht führen. Diese Aufsicht hat sich in früherer Zeit soviel mir bekannt ist, gut bewährt. Es ist dies nur eine Anregung, wie sie mir aus Postkreisen zu gegangen ist. dau, Charlottenburg und Berlin. Am vorigen Samstag erschien in dem Laden des Uhrmachers Fielitz, Potsdamerstraße in Spandau wohnhaft, eine etwa 35jährige, als Markthändlerin gekleidete Frau und fragte, ob man ein Stück altes Gold kaufen wollte. Gleichzeitig zeigte sie einen kleinen Goldktumpen vor, der unregelmäßige Form hatte und an verschiedenen Stellen schwarz war. Dem Uhrmacher, der den Wert des Stückes sogleich erkannte, kam die Sache von Beginn an verdächtig vor; um die Fremde zu weiteren Aeußerungen zu veranlassen, bor er ihr einen verhältnismäßig geringen Betrag, worüber die Frau sehr entrüstet wurde, sie erklärte, das sei echtes Gold, woraus Zwanzigmarkstücke gemacht würden; auf die Frage, wo sie es her habe, erwiderte sie, das habe ihr Schwager eingeschmolzen. Der Uhrmacher schloß den Kauf nicht ab, sondern benachrichtigte, nachdem die Frau sich entfernt hatte, die Kriminalpolizei, die nun sogleich unter den auf dem Wochenmarkt befindlichen Handelsleuten Nachforschungen anstellte. Mit Hilfe des Uhrmachers wurde die Frau bald ermittelt; sie befand sich mit einem Manne bei einer Wurstbude, die iyr Eigentum war. Beide wurden sogleich sistiert und bei ihrer wurden im Besitz des Mannes noch ein paar ähnliche Goldklumpen, offenbar eingeschmolzene Goldbarren, vorgesunden. Es wurde auch gleich festgestent, daß der Mann, Händler Rudolf Schenk, Charlottenburg, Knobelsdorfstraße wohnhaft, schon seit mehreren Jahren mit der Frau, die seine Schwester ist, den Wochenmarkt in Spandau mit einer Wurstverkaufsbude besucht. Der Mann wurde darauf verhaftet und befindet sich noch in Untersuchungshaft; über die Herkunft der Goldklumpen hat er unbefriedigende Angaben gemacht; sie sollen von dem Schwager rühren. Die Spandauer Polizei meldete den Vorfall sofort telephonisch nach Charlottenburg und dort wurde in der Wohnung des Schenk eine Durchsuchung vorgenommen, wobei auch eingeschmolzenes Gold vorgefunden sein soll. Dem Vernehmen nach ist inzwischen auch Schwester Schenks verhastet worden; die Wurstbude blieb auf dem Wochenmarkte am Mittwoch aus. Die Berliner Kriminalpolizei hat sich inzwischen schon mit dem Schwager beschäftigt und ermittelt, nicht der„Schwager“ sondern der verhaftete Rudolf Schenk aus Charlottenburg selbst der Spitzbube ist, der das Gold gestohlen hat. Er war Arbeiter in der hiesigen königl. Münze, hatte vor einen Betriebsunfall erlitten und blieb deshalb als Patient der Arbeit fern. Während seiner Krankheit unterstützte er seine Schwester in ihrem Handelsgeschäft und beauftragte sie mit dem Verkauf des Goldes. Dieses hat er, wie nun festgestellt worden ist, aus der königlichen Münze entwendet; es sind Goldabfälle, die er sich rechtswidrig angeeignet hat. Mitschuldige scheint er nicht zu haben; ob seine Schwester die Herkunft des Goldes kannte, ist noch nicht erwiesen. Aus der Reichshauptstadt. Berlin, 9. Febr. Eine mysteriöse Goldklumpengeschichte beschäftigt seit einigen Tagen die Kriminalpolizei von SpanZwei glückselige Tage hatte Gerhard bereits auf Burg Landeck verlebt; es kam ihm vor, als wären es mindestens zwei Wochen, so heimisch fühlte er sich schon nach der kurzen Zeit. Die beiden prächtigen Reitpferde im Stalle wieherten laut, wenn sie seine Tritte horten und untersuchten seine Taschen mit schnaubenden Nüstern auf einen Leckerbissen Tiras der gewaltige Bernhardiner erhob sich schwerfällig wie ein Bär wenn er vorüberging, und schloß sich dienstfertig seinen Schritten an Die Dienerschaft grüßte ihn freundlich und redete von ihm nur als„unser Bschutichschte eeccceeauut e e. Vor allem fühlte sich Gerhard beglückt durch das innige Verhältnis, in welches er zu seinen Schwiegereltern getreten war Richt ohne Sorge hatte er daran gedacht, wie er mit dem stolzen Schwiegerpapa auskommen würde, der ihm als heftig, herrisch und schwer zu behandeln geschildert war Das Gegenteil hatte sich nun herausgestellt. Zwar fühlte Gerhard die Ueberlegenheit seiner energischen machtvollen Persönlichkeit, deren Wille mit unbestrittener Alleinherrschaft im Schtosse regierte, aber um so leichter wurde es ihm sich völlig unterzuordnen, zumal der Altersunterschied und die gereifte Erfahrung diese Unterordnung nur natürlich erscheinen ließen. Dagegen behandelte ihn der Freiherr mit päterlichem Wohlwollen und bezeigte ihm eine beherzte Vertraulichkeit, deren sich wenige von ihm rühmen konnten.— Mit einer wahrhaft schwärmerischen Verehrung aber hing er an der stillen, sanften Edelfrau sie erschien ihm als der Inbegriff edler Weiblichkeit, ja, wie eine Heilige aus höheren Regionen welche nur noch durch ein schwaches Band an die grobe, materielle Erde gebunden ist. Er fühlte sich innig beglückt in dem Bewußtsein, auch ihre Zuneigung in solchen Maße gewonnen zu haben. Das sagte sie ihm weniger mit Worten— viele Worte pflegte sie überhaupt nicht zu machen— aber mancher stille Druck der sanften Hand manches gütige Lächeln ihrer schwermütigen Augen gaben ihm diese freudige Gewißheit sicherer, als es Worte vermocht hätten.— Und wie glücklich war Elsbeth über Schule und Mission. 00 Aus der Hannoverschen Landessynode, 9. Febr. Das Emeritierungsgesetz wurde gegen etwa 20 Stimmen angenommen.— Es kam darauf der Entwurf über die Bildung von Gesamtverbänden in der Landeskirche zur ratung Hierbei handelt es sich darum, durch Bildung von Varochialverbänden die Ungleichheiten, welche durch sehr verschiedene Belastung mit Kirchensteuern eintreten und sich besonders bei dem Bau neuer Kirchen bemerkbar machen, zu beseitigen. Der Parochialverband soll nun gebildet werden, wenn der Gesamtseelenzahl der zu vereinigenden Parochien dafür sind. Vorläufig kommt diese richtige Bestimmung nur für die Stadt Hannover in Betracht, kann aber später auch für Städte wie Hildesheim und Harburg bedeutungsvoll werden. Der Entwurf wurde einstimmig angenommen. In einer Schlußsitzung fanden die Wahlen zum Landessynodalausschuß statt. Darauf wurde die 6 ordentliche Landessynode geschlossen. W. B. □ M.=Gladbach, 9. Febr. Bei der neulichen Konferenz des Deutschen Hilfsbundes für christliches Liebeswer, im Orient, zu dem auch das Rheinland gehört, wurde konstatiert, daß wir jetzt 1163 armenische Waisen in Pflege haben, 30 Hilfskräfte und eine Einnahme von 313000 Mark jährlich haben Aber der Eiser der Freunde darf nicht nachlassen. k. H. in M. Eine empfehlenswerte wissenschaftliche Weltgeschichte ist die von Jäger, 40 Mk. Ein billigeres, auch leidlich gutes Werk ist„Das Lehrbuch der Weltgeschichte“ von Georg Weber in zwei Bänden. Preis etwa 15 Mi. Dasselbe ist aber sicher antiquarisch billiger zu haben.— Die illustrierte Geschichte der neuesten Zeit von B. Volz ist dem wissenschaftlichen Kritiker, den wir befragten, nicht bekannt. Neunkirchen, 10. Febr. Die Bergbau= und Hütten=AktienGesellschaft Friedrichshütte beruft der„Rh.=Westf. Ztg.“ zufolge eine außerordentliche General=Versammlung auf den 3. März d. J. Auf der Tagesordnung steht u. a. die Erhöhung des Aktien=Kapitals um 1520000 Mk. auf 4 Millionen Mark und Genehmigung des Erwerbes eines Stahl= und Walzwerkes und Fortbetrieb desselben als Zweigniederlassung. diese Lage der Dinge. Wie erfüllte es sie mit inniger Freude, den Mann, der ihrem Herzen so teuer war, auch von den Ihrigen so hoch geachtet und anerkannt zu sehen. So wäre alles in schönster Ordnung gewesen, wenn nicht ein unbestimmtes Etwas mit unheimlichem Drucke auf dem Schlosse und seinen Bewohnern gelastet hätte, worüber er sich keine Rechenschaft zu geben vermochte. Er hatte das Gefühl, als läge irgend ein Geheimnis vor, zu dem er den Schlüssel nicht finden konnte, und niemand beeilte sich, iym denselben zu geben, auch Elsbeth nicht Fragen mochte er nicht, um nicht aufdringlich zu erscheinen, um so peinlicher berührte es ihn, immer und überall, oft durch ganz zufällige Umstände an das Vorhandensein dieses Etwas erinnert zu werden. So hatte er schon am Nachmittage des ersten Tages sich von Elsbeth im Schlosse umherführen lassen; mit Stolz hatte sie ihm die Reihe der Gemächer geöffnet. Arm in Arm waren sie unter fröhlichem Geplauder in den zweiten Stock hinaufgestiegen Als er sich nun arglos zur Linken des Korridors wandte, um dort auch die Zimmer zu mustern, hatte sie ihn am Arme zurückgehalten und leise gesagt: Laß uns nicht dahin gehen.“ „Warum nicht?“ hatte er verwundert gefragt. Der Vater würde unsere Schritte hören, sein Zimmer liegt gerade darunter. „Stören wir ihn denn etwa in seiner Mittagsruhe? „Das nicht, hatte sie zögernd geantwortet, er sieht es nur nicht gern Gerhard fügte sich dieser, wie er meinte, wunderlichen Grille des Alten und folgte seiner Begleiterin zur Turmtreppe, um oben von der Plattform die Rundsicht zu genießen. Wie können doch auf Bergeshöhe ein paar Meter Mauerwerk die Aussicht so viel umfassender machen schon unten vom Schloßhofe war der Blick überraschend schön,— von der Höhe des Turmes aber in der That gewaltig Fortsetzung folgt.) Der Vorstand der Friedrichshütte hat mit dem Stahl= und Walzwerke Karl Stein, G. m. b. H., in Wehbach bei Kirchen a. d. Sieg, einen Vertrag abgeschlossen, wonach dieses Werk in den Besitz der Friedrichshütte übergehen soll. Die Friedrichshütte, welche damit der auf dem Gebiete der Eisenindustrie herrschenden Tendenz folgt, glaubt durch die Angliederung eines modern eingerichteten Stahl= und Walzwerkes an eine bestehende bewährte Vereinigung von Gruben= und Hochofenbetrieb ein Unternehmen zu schaffen, welches zu den günstigsten Aussichten für die Zukunft berechtigt. Wie verlautet, ist die Einführung der Aktien der Gesellschaft, welche jetzt nur in Frankfurt a. M. notiert werden, an der Berliner Börse geplant. Gütersloh, 9. Febr. Das mündliche Abiturienten=Examen am hiesigen Gymnasinn findet am Dienstag den 20. Februar statt.— Den nächsten wissenschaftlichen Vortrag in der Erholung hält am Dienstag, den 13. Februar abends 7 Uhr, Herr Dr. Hermann Eickhoff, Professor am Gymnasium in Hamm. Das Thema lautet: Ein Gang durch Gütersloh und Umgegend an der Hand der Geschichte— In der letzten Monatsversammlung des hiesigen Obst= und Gartenbauvereins, welche gußergewöhnlich gut besucht war, würde laitt„Gütersl Ztg einstimmig beschlossen vom 29 September bis 1. Oktober d. J.(beide Tage eingeschlossen) in den geräumigen Lokalen und dem Garten des Herrn Georg Pollkläsener(Wieden brücker Chaussee) eine Obst= und Gartenbau=Ausstellung mit Ausschluß von Gemüse und landwirtschaftlichen Produkten für die Stadt Gütersloh und deren Umgebung zu veranstalten. Die Obstausstellung soll ähnlich den hier schon stattgehabten arrangiert werden. Jedoch wird den Züchtern auch Gelegenheit geboten ihre Produkte in besonderen Aufgaben zu zeigen Ebenso werden besondere Preisaufgaben für Steinobst, Schalenobst Weintrauben und Beerenweine gestellt werden. Die Gartenbauausstellung soll sich hauptsächlich auf Blumen und Pflanzen— sowohl des Warm= als auch des Kalthauses—. auf Dekoration und Binderei beschränken. Laasphe, 9. Fehr. Wie in einer zu Siegen abgehaltenen Versammlung des Bezirks=Verbandes Arusberg=Süd(SiegenWittgenstein=Olpe) der Gemeindebeamten Preußens beschlossen wurde, soll die nächste Versammtung am 10 Juni d. Is hier in Laasphe stattfinden Der Zeitpunkt dieser Zusammenkunft wurde um deswillen etwas weit hinausgeschoben weil wie die S. Ztg schreibt, eine Reise in das schone Wittgensteiner Land im Sommer sehr lohnend sei.— Eine weitere großere Versammlung steht uns für Ende Mai bevar indem alsdann die Generalversammlung des Verbandes rheinisch=westfälischer Kredit=Genossenschaften(Schulze=Delidsch der stattfindet Einer freundlichen Aufnahme bei uns dürfen sich die Teilnehmer beider Verbände versichert halten. Verleburg, 9. Febr. Der Schuhmacher Friedrich Lauber zu Diedenhausen wurde am vergangenen Sonntag abend auf dem Wege nach Hause plötzlich von dem 18=jährigen Mannerlehrling Heinrich Homrighausen überfallen und mit einem Messer bearbeitet. Lauber erhielt sieben gefährlich Stiche in Kopf, Schulter und Hand und brach bewußtles zusammen Es mußte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden Berleburg, 9. Febr. Vor einige Zeit gng durch die Blätter eine zuerst in der Kölnischen Volksstimme erschienene Natig wonach in dem Kreisstädtchen# ei eiche Anzt wegen geringer Erhöhung der Wassersteuer den Magist#n zu sich geladen und in dessen Gegenwart ein zu Gunsten der Stadt errichtetes Testament vernichtet habe. Wie sich jetzt herausstellt, ist mit dem Kreisstädtchen#uer sriedlichen Ort Verleburg gemein Die cheitn erhält von hier die folgende Zuschrift„Die Mitteitung enspricht nicht den Thatsachen Zunächst hat eine Ladung des Magistrats nicht stattgesunden Ebenfalls ist es sicht nichtig daß der betreffende Herr in Gegenwart des Magistrats ein Testament vernichtet hat Bei der rechtlichen Deutngsar des Betreffenden ist die Möglichkei ausgeschlossen##ß er wegen einer geringen Erhöhnng des Wasserzigses ein Testament vernichtete Sollte eine Aenderung des Testaments aus irgend welchen Gründen erforderlich gewesen sein se wird dies nach diesseitiger Ansicht nicht zu Ungusten der Stadt geschehen sein. Da die betreffende Notiz auch in das Voll übergegangen war so geben wir die den Sachverhalt tichtig stellenden Zeilen wieder. Köln, 9. Febr. Dem Köln Heilstättn gelungen, bei Rosbach an der Sieg ein für die Anlage einer Volksheilstätte für Lungenkranke seh geeignetes Gelände zu erwberben. Der Bauplatz ttegt eine halbe Stunde von Rosbach(Haltestelle der Eienbahn entiern an en gutem Zustande befindlichen Kommunalweg nuc Hurst 250 Meter über dem Meeresspiege und 125 Meier über der Sieg in einer andschaftich güßerordentlich antitigen Gegend Das erworbene Gelände ist 95 Morgen groß und mit Wald Buschwer verschiedensten Au bestanden Von dem Bauplat aus, der gegen Nord, Ost und West geschützt und nungegen Süden offen ist, blickt man hiugb in des Thal der Sieg welche mit ihren vielen Krümmungen die Gegend belebt. Auf mehleren Brücken überschreitet die Eisenbahn den##ß Zahlreiche Dörfer in der Feuie das gewerbreiche Schla### zeigen sich dem Blick. Die Waldung ermöglicht angenehme Spaziergäuge mit der Aussicht in andere Thaler So ist an diesen schönen Piticte die Waldestuhe in reinster Lust vereint mit dem Ausblick in eine abwechslungsreiche Landschaft. Das e für den Verein durch die Stadt Köln zum Gesamtpreise ven 38 288 Mi. von einigen 60 verschiedenen Besitzern erworben worden Der Morgen kostet im Durchschnitt 463 Mi. Der Kölner Heilstattenveren besitzt ein Vermögen von 239.000 Wil. Zu Erbauung der Heilstätte in Rosbach werden 400.000 Mi. erforderlich sein Mochten och recht viele Mitbürger dem Verein durch einmalige Speiiden und jährliche Veiträge ihre Uuterstützung teihen, dann derselbe recht bald seine segensreiche Wirhsamte beginnen kann. Darmstast, 9. Feb. Wie die Darmstadter Zeitung melder sammtung des Vereins zu Besserung der Wohnungsverhaltnisse Minderbemittelterin den Städten und auf dem Lande ##ttgefünden zu welcher Vertreter der Gemeindeverwaltungen der Industrie und der Landwirtschaft, der Handwerte und des Arbeiterstandes eingeladen waren. Die Größherzogin hielt eine Ansprache in der sie die Aufgaben und Ziele des Vereins darlegte worauf der Reichstagsabgeordnete Freiherr Heyl zu Herusheim der Großherzogin im Namen der Eingeladenen seinen Dank aussprach. Vermischtes Ein schweres Schifsunglück ereignete sich nach einer Meldung aus Stettin in dem Großen Haff. Der der dortigen Reederei Karl Feuerloh gehörige Eisbrechdampfer Wörth fuhr nach Swinemünde, um von dort ein Schiff hierher zu schleppen. In der Mitte des Großen Haffs lag das Eis fest. Als der Eisbrecher Berlin mit dem Dampfer Stockhohn in Schlepptan vorüber fuhr gerieten die Eismassen plötzlich in Bewegung und zwängten den Dampfer Wörth derart ein, daß die Planken eingedrückt wurden und das Wasser in den Raum schoß Kapitän A. Krüger und seine aus fünf Mann bestehende Besatzung boten alles auf, um das Leck zu stopfen aber dasselbe war zu umfangreich der Maschinenraum#n bald vollständig mit Wasser gefüllt und in einer halben Stunde sank der Dampfer Die Mannschaft hatte nur noch Zeit mit geringen Habseligkeiten sich auf das Eis zu retten sie wurden von dem Eisbrecher„Berlin nach Stettin gebracht Der gesunkene Dampfer von dem Mast und Schornstein aus dem Wasser hervorragen, war mit 60.000 Mark versichert. Pariert Gutsherr Besitzer einer Schnapsbrennerei, mit dem Ortspfarrer spazieren gehend, deutet einen Bauer der total betrunken auf der Straße taumelt):„Sieh da Hochwürden, ein Lamm aus Ihrer Herde!— Pfarrer(auf die Brennereihinweisend)„Leider bei Ihnen zur Tränke gewesen, Herr Baron!“ Berlin, 10. Fehr. Die Börse eröffnet auf ungünstige Londoner Meldungen vom Kriegsschauplatze sowie an niedtige Mitenkurse in schwächerer Haltung Einen schärferen Rickgang Srlitten Bochumer und teilweise Kohlenatten Banken träge uu Deusche Bank sent auf Dividendengeruchte Bahnen anregungslos In der zweiten Börsenstunde Hütten= und Kohlenaktien höher Privat#iskonto 3%— Anfangs waren. Kreditaktien 238.50, Diskonto=Komm 1n0,— Deutsche Bank 213.25, Dresdner Bank. 165.25, Dammstädter Bank 146.25, Handelsgesellschaft 1.80, Staatsbahn 139 ,70, Lombarden 27.80, Marienburger 82.25, Gotthald111.70, Schweizer Central 144.25, Schweizer Nardost 92.90, Jura=Simpion—.— Prince Heuri 114.75, Bochumer 274 80, Dortmunder 141.90, Laura 277 25, Gelsenkirchenes 212 Harpener 228/75, Hibernia 236, 10, 3proz Reichsanleihe Italiener 94.50, Sproz. Mexikanen—.—, Türkenlose— Spanier „Nur 3 Pig täglich koster Sie eine Kur mit unserem Natron Lithion Wasser gegen Inftuenza u. Foigen, Heiserleit, Verschleimung, Husten Verstopfung Hämorrhoiden, Griesbildung Rheumatismus, Blutarmut, Bleichsuicht, Migräne, Neuralgie und dergl. Selbst diesen geringen uns gezahlten Betrag erhalten Sie zurück, falls unsere Kur nachweislich erfolglos bleibt. Heu= O). Günther schreibt in seiner Anglyse Der Geschmack des Wassers ist rein, estischend, säuerlich, prickeind, schwach eisenartig Es zeichnet sich aus durch einen relativ hohen Gehalt von doppelt=kohlens. Lithion und freier Kohlenscure Dasselbe dürste geeignet sein, sowohl als Tafelwasser, wie auch für medizinische Zwecke mannigfache Anwendung zu finden Anglyse mit Attesten senden wir gern kostenlos Nach allen Orten Deutschlands schicken wir 1 Probepostkolli franko gegen Nachnahme von 1 Mar 50 Pig. 50 große Flaschen liesern wir loco Bahnhof Stockhausen a. Lahn zu 10 Mark. Flaschen und Kisten werden zum Selbstkostenpreis berechnet und bei guten Erhalt zurückgenommen. Die Verwaltung des Karlsseadels Bietirchen nahe der Seitersergrenze. 1. Ziehung der 2. Klasse 202. n Lotterievom 9. Februar 1300 vermitags. Nur die Gewinne über 4 Mart sind den betrefenden Nummern in Klammern beigesügt S#ne ewähr. 88 120 35 44 287 405 662 735 887 902 49 42 1009 83 116 71 338 300 78 96 488 605 108 849 50 98 2247 391 449 89 527 705 94 801 1501937 52 3072 1150 121 80 237 97 361 63 89 481 605 730 954 4657 304 67 422 23 507 29 49 792 800 32 91 9 957. 5035 153 63 69 90 202 27 384 76 93 488 508 61 74 87 639 73 95 751 815 18 200 4 0170 389 442 791 812 20 7037 94 171 89 204 412 29 593 859 724 8108 51 222 60 413 561 623 700 1200) 8112 216 70 f150 408 65 70 73 79 705 21 829 1200) 990 18197 21 68 307 10 99 1150 457 742 63 897 926 11045 446 569 79 690 930 048 50 825 905 13187 398 584 614 84 707 802 40 55 951 82 88 14392 576 90 711 75 84 200 856 92 45100 59 60 200 65 328 448 524 40 007 15 1657 9 666 811-28 17010 1150 122 205 312 406 519 643 64 03 708 812(150 49 903 18009 624 39 777 846 19069 284 615 19 806 24 977 91 20119 7 226 334 2 4090 118 261 453 5 18 82 670 720 33 930 30 38 616 840 228 25025 20 999 24009 77 354 96 568 613 91 80 45 1150 50 8 6222 262482 98 436 65 566 82 72 27306 440 59 675 98 925 68 28062 101 27 57 1150 50 00 890 200 2 832 309 82 90 98 M 41.91 411 695 908 396 33000 84 42 86 5 70 917 442 70 90 34 350 3916 50 55 467 950 9152 254 55 337 429 57 50 558 840 90 960 7088 138 303 43 60 700 894 935 4150 38083 291 305 31 1200 40 480 511 705 835 39248 366 653 86 911 70 4000 144 223 53 314 65 439 617 88 704 41016 34 338 55 419 577 618 717 34171 910 42093 154 220 300 500 62 199 360 1750 838 200 233 50 5 0 60 30 977 84 45004 30 401 645 76 703 69 82 30 904 00 66 268 39 451 66 506 23 010## 90 47025 52 40 00 750 538 5 4822 341 461 6023 710 8114 9 4 00 555 506 781 999 39399 413 58 911 5 00 5 500 405 844 924 52632 587 626 45 852 964 581 522 808 00 4 5 O SST 990 580025 115 370 593 980 5909 213 309 425 85 5 852 69129 2 75 150 57 3 47 65 908 96 S13 28 209 388 449 1 0 5 9008 0 80 62 82 5 61 130 9 278 30 409 594 68029 67 112 2 47 52 358 663 200 80 142 TaD2 16 93 378 521 65 80 30•915 8901 20 5 455 576 830 5 95 44 310 69 400 183 876 907 15 40 91 72005=9 66 85 95 20 150 192 290 326 40 433 34 7419 354 644 989 25020 99 1894 409.16 713 76115 62 95 817 44 192 240 643 745 7655 722 200 10 24 315 563 701 888 50114 15 87 268 519 40 65. 3 5 0 50 810 83 343 72 575 615 897 950# 4 403 590 680 770 984 83659 707 930 150 8114 207 58 3 850 40 511 138 274 340 7 625 745 850 88392 500 6670 1150 356 68 963 S0n 433 95 516 90 97 690 161 66•941 88298 159 586 626 964 89063 150 120 228 317 45 78 80 443 93 6¼4 826 990 39101 20 315 35 429 557 86 649 139 819 91048 55 439 694 883 916 9 80 92052 90 132 228 516 26 68 520 30 724 870 330146 139 48583 5200) 96 755 5100 8 146 427 59 1150 616 806 48 914 92 95058 24 548 646 901 58 1150) 60 8504 402 255 97051 231 360 958 S9 699 400 2 8802 208 0 38 400 28 41 561 658 702 942 99924 119 206 18 1200 328 415 60 95 743 800 103069.107 16 28 35 4 252 360 514 68 692 94 733 79 99 101129 8 7(0u 30 81 803 79 10 3048 209 11 570 15 612 27 985 103934 131 328 542 792 809 1000 250 308 492 618 25 747 450 92 105021 102 85 249 379 41 565 750 887 924 10s20 90 322 500 65 739 847=107059 193 232 52 30 409 1150 28 572 38 676 88 796 9 ss eeeg nn Ds 88 655 740 96 8645. 143056=109 2 36 284 455 1 1 0 0 2 8 8 5 1 4 0 3 9 2 1 1 5 0 6 2 1 5 4 7 3 2( 1 5 0 9 7 9 1 1 1 0 2 4 6 9 6 0 9 8 8 0 8 962.80 112010 50 130 390 511 615 75 82 770 820 904=1150 33 9 148 199 b1 300 67100 2 400 22 85.958 114037 71 79 97.283 Alb B nnn snn 4118912(150) 8091 495 47 766 802 960 123129 30 568 946 89 95 124087 146 79 264 71 98 337 553 763 68 95 /200 876 992 125090 276 326 31 55 440 745 e as. 89(150) 595 632 40 88 727 813 52 127148 50 93 81 88, 3,027 1280 2(150 57 20 491 662 841 971 129108 218 39 69 403 63 513 65 81 91 639 738 59 61 855 980 133915 19 116 563 643 929 82 131192 266 642 768 812 54 948 76 32092 144 297 360 5 859 67 133077 348 85 530 601(150) 852 940 134109 1150 761 824 55 133011 201 312 60 510 48 622 702 83 875 S 905 188603 6 104 8 290 412 64 137339 43 49 504 632 818 138060 104 189950 152 76 20 48 73 377 455 561 771 74 866 69 44006 40 159 382 68 506 695 930 31 33 141039 194 262 69 543 97 779 813 37 49 952 91 142157 240 515 800 905 142007 46 95 358 90 14400 350 99 543 687 846 62 145055 317 50074 4038 404 61 518 29 1150 91 16 147613 44 107 29 84 250 312 558 612 354 148200 150 81 591 911 149117 201 87 489(300 577 86 825 908 34 1150 89 4180012 16 24159 387 538 720 27 913 90 151113 33 57 327 818 68 445 533 812 17 27 925 40. 153135 2 332 6 985 72 154009 12 226 434 68 550 715 933 155051 246 419 550 150 88 658 70 805 9 150062 158 84 246 636 65 776(200 32 59 82 350 158029 356 62 71747 805 99 159008 200 691 700 28 64 70 8 150 00 2 907 79 nonern. 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Beckmann.— Unterhaltungsteil: Dr. Burckardt=Godesberg.— Anzeigen Ehr. Druck und Verlag der Westdeutschen Verlagsanstalt. E. G. m. b. H., Siegen, Sandstraße 18.