12. Jahrgang. Nr. 18. Siegen, Dienstag, den 23. Januar 1900. F Die Rshunch, Sas Bats nnn erscheint an jedem Wochentage abends. Bestellungen sino e dem entsprechenden Postamte(Nr. 7728 der Zeitungsliste) oder beim anzubringen Bestellungen für Siegen nimmt außer der Post die Geschäftsstelle entgegen. Preis für die Stadtabonnenten M. 1.25 frei ins Haus 40 Pf. mehr, für alle Postabonnenten M. 1,35 frei ins Haus 40 Pf. mehr. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Sandstraße 18. Tepseschelaschsst Nr. 2955. Berlin: Rogunurs 11001 Klophutzsunßte 7. (D. v. Oertzen.) 88 Jus Voll will nur das Wohl des ganzen Volkes, aller Stände, keine einseitige Interessenpolitik, es will den sozialen Frieden herbeizuführen mitwirken. In christlichem Geiste redigiert ist der Unterhaltungsteil so, daß das Blatt in jeder Familie mit Interesse gelesen wird. Es ist Pflicht der Christen, die guten Blätter zu halten und uns im Kampf gegen eine schlechte Presse zu unterstützen. Peselungen ziür die Mlanose Februar und März werden von allen Postanstalten, den Zeitungsboten und in der Geschäftsstelle in Siegen, Sandstraße 18, entgegen genommen. Der Bezugspreis beträgt für diese beiden Monate mit Sonntagsblatt, volkswirtschaftlicher und litterarischer Beilage für die Potohannenten 90 Pfennig, durch den Briesträger frei ins Haus 30 Pfennig mehr, süh die Stadt85 Pfennig, durch den Boten frei ins Haus 25 Pfennig mehr. überallhin kostenfrei. Redaktkon uund Geschaltsstelle der Siegen, Sandstraße 18. Wehtnftich=soziater Verein in Frestann Mittwoch, den 24. Januar, abends 8 Uhr, findet im Vereinslokal bei Kunicke, BischofVrasge 18, immer##, eten Stac eine Vereins-Versammlung statt. Tagesordnung: Vortrag über das Kaiserwort: bisherigen Richtungen haben leider in sozialer Beziehung vollständig versagt.“ Wir laden freundlichst zu recht zahlreicher Beteiligung ein und sind Gäste herzlich willkommen. Der Vorstand. 6 Mnimel,K. Berliner Brief. Berlin, den 20. Jonithr. Die Zeit der Maskenhälle Eine ausgebreitete Industrie arbeitet für diese Saison und besonders in den Vorstädten kann man hinter hellbeleuchteten Fenstern die grellen Kostüme bewundern, die von geschwätziger Geschäftsklugheit der Arbeiterfrau, dem Fabrikmädchen, dem Dienstmädchen als schoön oder interessant angeschwatzt werden. Wer nimmt nicht gern einmal eine Maske vor? Ich weiß den Augenblick noch wo ich als Kind zum ersten Mal mein Gesicht hinter einer Maske verstecken konnte, man kommt sich so großartig von wenn einen keiner erkennt und man kennt sie doch alle. Schade##g die schngen e Kue 8 96 Volkes ihre Naivität nicht bewahren sie werden hineingezogen in den Schmutz, man sieht so viel Elend und Schuld hiuten ihnen sich bergen, daß all der lustige Flitter einen nicht heiter machen kann, Nur manchmal weinn man in nächtlichen Pferdebahn solche Maskengesellschaft tifft oft dicke alle Madams aus der Markthalte, die noch gerne als jugendliche Schelme sich produzieren möchten dann lacht man über diese unfreiwillige Komik. Es is schwer zu berechnen welche Unsummen dem närrischen Treiben geopfert werden der Schweiß vieler Stunden erringt, wuas in ein aa Nacht stünden im Larm und erzwungenen Amüsement durchgebracht wird. Lieber wird ein Stick Meshel zum andleiher tragen, ehe man darauf verzichter#uf den Maskenbal zu gehen Das gilt einfach si anständig Ehrentöder und Standesgrundsätze gieb#h nuin Offizierkorps Was die andern sagen ist überall eine Großmacht Und wenn eine das Kosm meist und die Augen vor Müdigkeit falten, undes eigentlich schrecklich angweilig ist, und man sichsrecht üder die Nachbaten deren noter Ror seiner N A e n N Man braucht nicht in Sortenangen uus Aumen anzusehen, um seine schhdtichen Winkungen zu verspüren Diese Aut=Amüsement veredent nicht und bringt die winschäftliche Not Am Samstag ist der Hauptabend in der Hauptabend. Wenns dann so Bätschig#p###ätenig ist ie heute, dann than einem die armen Menschentinder bei ihrer Jagd tach dem Amüsement besonders le#d Sie haben Seilette gemacht wie die vornehmen Damen, wenn iie zum Hoshel G eche ne a c Mme Pen n einen leichten Shawl um Kopf und Schultern nur die Equipage fehlt, in die der Diener die gnädige Frau hineinhebt und aus der die Dame aussteigt auf gelegte Läufer unter geschützter Halle Nun patscht man mit den zarten Schuhen durch den Straßenschmutz und der Regen wäscht Kleid und Haare und Shawl, und in der Pferdebahn wird die Herrlichtest in Falten zusammengepreßzt#und ehe der Schmetterling seine Flügel schwintgt und ihm die Farben ausM bahn.„Sieh mal mein weißes Kleid, ein großer Klex von Straßenschmutz ist schon drauf; ehe wir da sind, ach! So seufzte das Schwesterchen zur älteren Schwester, und dann sahen sie beide betrübt den großen schwarzen Klex an. Das ist Schmetterlingskummer und doch erst der leichteste. Es hu seinen Grund, daß die Christen den Karneval nicht mögen sie möchten sich und andern Kummer ersparen. Daß die„Freivellgiösen ihren Ball haben, ist, gand, in der Ordnung; wie das Denken so das Vergnügen, beives oberflächlich und fade. Ob Bruno Wille da auch mittanzt? denke, er wird es dem Zehngebote=Hoffmann überlassen, die Polonaise anzuführen. Wenn die fanatischen Antipfaffe erst tanzen, sind sie noch unschädlicher als sonst; Pilatusseelen werden darauf verzichten auf die Zweifel ihrer Seele im Ballsaal sich Antwort zu holen. Das„Volk war entsetzt, daß Ballkarten sogar in den gottesdienstlichen lungen zu haben sein sollten, aber die religiösen Einrichtungen und Gebrätuchs, Bedürfnisse und Emnpfindungen sind eb Auch der Verein für Feuerbestattug hat sein Ballfest gehabt. Wenn man auf eine 25jährige Wirksamkeit für diese große Idee zurückblickt, dann muß man tanzen. Wie sollte man sonst der Idee sich als würdiger Jünger erweisen? 25 Jahre immer daran denken, daß man verbrannt werden möchte, solche ernste Gesinnung, solch edles Streben findet seinen rechten Lohn im Maskenball. Die tanzen, selbst wenn sie ans Sterben denten. Ich war heute abend auch in einem onentlichen Ballkokal. Jeden Abend grand val stand draußen angeschlagendietheater Varietetheater das waren die Schilder über dem Eingang Reichlich viel Ammüsemen und Gelegengeit zu Leichtfertigkeit#uf emnmal Und heite war in diesem Lokal Evangelisationsversammtung die schon die ganze=Woche Das ist die richtige Stellung der Christen zu den Balllokalen wir müssen sie erobern und beweisen, daß Gott nicht nur in den Kirchen sondern auch in den Ballsälen etwas zu sagen hat. Leider war das Publikum ein anderes, als wohl sonst in dem Saal sich sammelt; die meisten waren ernste Menschen, die gern vom Herrn horen und ihr Christentam vertiefen wollten Fernstehende waren nur in geringe Zahl gekommen, aber ganz fehlten sie nicht. Ihr Kopfschütteln bei den Worten des Redners wwar wichtiger als das andächtige Zuhören der andern Mit dem Kopfschütteln fängt der Kampf immer an Wenn die alle da gewesen wären, die sonst die Couplets dort mit anhören oder die Nacht durchtanzen Dann hätte der Redner noch mehr auf ihre Interessen und Gedanken eingehen und ihre Unzulänglichkeit darstellen müssen. Es ist recht den Ghte Me m Men machen ser es muß auch einen Weg zu den Herzen derer geben, deren ganze Lebensrichtung nach der entgegengesetzten Seite führt. Wie könnten es Christen im Kampf mit der übermächtigen Welt aushalten, wenn sie nicht wüßten, daß die Heilandslreve eine Macht ist, die auch das gleichgültigste Herz überwinden kaun„Als die Menschen aus dem Saal stromten, gingen ein paar schneidige Berlinerinnen vorüber: Nanu, was ist denn hierlos Generalversammlung von alten Weibern. Das war nicht wahr aber schneidig. Die Christen dürfen mitzumachen damit sie nicht mehr aus Unkenntnis, sondern aus Ueberzeugung ihr Urteil fur oder wider abgeben. Noch ist es den allermeisten Berlinern ein ganz fremder Gedanke, daß das Christentum eine Sache persönlicher Ueberzeugung ist. Den meisten ist es nur eine Sache der Gewohnheit, die man M e ee Reen S Sscesesche heise dscte Boherschtache des, Bchhnsäircsde Biesenes shane der Mode zu brechen. Er nät den Stadtberordneten sich bei der prosektierten Erbauttug von vier sieuen Kirchen durch Thaten der Gnade des Herrn v Mirbach würdig zu erweisen Mm e ammg n Ausdruck der Ungunde der Kaiserin übermittelt, dafür soll die Stadtbehörde sich richen und nicht mehr einen Quadratmeter Boden für einen Kirchbau hergeben. So möchte es der„Vorwärts Wein# commt so ist eine Wendung für die Kirche Berlns gerommen, die viel Gutes mit sich bringen ##nn. Die Abhängigkeit von der Laune von Leuten, die nicht von tirchlichen Grundfßen sich leiten lassen hätte ein Ende und die Kirche wäre gezwungen aus dem Berlins die zu sammeln, die Wert auf die Zugehörigkeit zu einer christlichen Gemeinde legen und dafur zu Opfern bereit #i#d Man dauf solche ernsten Entscheidungen nicht leichtfertig Ken ie enn i ch ch wan. 160. 890 88 85 i n Die große Poli bringt immer neie Ueberraschungen Durch die Zeitung„Das Volk“ finden Anzeigen weiteste Verbreitung im kauffähigen Publikum des ganzen Reiches. Preis der 5 gespaltenen Petitzeile für die Provinzen Rheinland und Westfalen, Hessen=Nassau und das Großherzogtum Hessen 10 Pfg.; für das übrige Reich 25 Pfg., Auftrage sind gefälligst der Geschäftsstelle oder durch ein ngeigen=Ver mittelungs=Geschäft zu erteilen. Erlasse Sozialreform getrieben ist— dann kommt kein Zuchthausgesetz wieder! In diesem Jahre wird mancher KaiserGeburtstag feiern, der es lange nicht gethan hat. Eberlin. mit Paul Früger. Es ist von Interesse, vou einem genauen Kenner der südafrikanischen Verhältnisse und Stimmungen wie zu erfahren, wie schatf, die eitenden Versönlschtritegg u# vaals den ganzen Zusammenhang der Dinge du#####n wie vorsorglich sie danach ihre Vorkehrungen getroffen haben. Herr Robinson berichtet in der„Daily News“ über Gespräche, die er in der Zeit nach dem zraubzug Jameson's mit dem Präsidenten Krüger geführt hat, und erzählt u. Bei meiner ersten Zusammenkunft mit dem Präsidenten Krüger sagte ich ihm unter Anführung von Gründen, ich sei vollkommen überzeugt, daß die englische Regierung am JamesonEinfall keinen Anteil hatte. Er hörte mir aufmerksam zu und meinte, nachdem ich geendet hatte: wußte nichts davon. Warum hatte sie dann Rhodes erlaubt, ungestraft nach Südafrika zurückzukehren? Ich:„Das ist noch kein Beweis. Der Präsident:„Ist es nicht sonderbar, daß die Regierung keine Ahnung davon gehabt haben sollte, daß Rhodes und Beit die Hauptverschwörer waren?“ Ich: Präsident: Sie müssen bedenken, daß die britische Nation Verecht ist und niemanden verirteilt, bebor sie von seitzgr. Schuld berzeigeie Gat se hicht Sonesoy, gn, ist, Sameions Krügen satirische Jameson bestrafts uns Rhodes Instrument. Dr. Jameson und seine Anhanger die Herren Niemand. Sie führten nur die Befehle aus, die man ihnen gab. Ich war über Jameson und seine Leute gar nicht aufgebracht weil ich wußte, daß sie einfache Werkzeuge waren und deshalb ließ ich sie gehen und habe sie nach England geschickt. Nur über den Many, der sieleitete und in Bewegung setzte, bin uch empört. Als die Mitteilungen über die Debatten, die der JamesonEinfall im englischen Parlament hervorrief, nach Pretoria kamen, äußerte sich Krüger:„Wollen Sie mir als intelligentem Meuschen weiß machen, daß Sie an die schönen Reden glauben? Denten Sie, wir sind Narren? Denken Sie auch nur einen Augenblick wir kennen nicht das Räderwerk dieses Einfalles? Wollen Sie mich vielleicht davon überzeugen, daß Sie nichts davon wissen, daß die Leute, die diesen Aufstand organisierten, es für ihr eigene Tasche thaten und bereits entschieden hatten, wie der Trausvaal aufzuteilen sei, wie jeder Partei gewisse Interessen zuzuschanzen seien? Viele von jenen, die ins Gefängnis geworfen wurden, waren vollkommen unschuldig und wutzten nichts von den Plänen der Männer des„inneren Kreises„Ja fuhr er fort,„dieser innere Kreis bestand nur aus zwölf Männern, und die wollten die Beute unter einander teilen. Denten Sie, wir sind so unschuldig, zu wissen, daß Rhodes figürlich gesprochen— Häupter gewisser Leute in England ein Schwert hielt und ihnen sagte wenn Ihr mir nicht helft, dann will ich Euch und Eure Teilnahme an der Verschwörungverraten?“ An diesem angelangt, wurde der Präsident außerordentlich erregt und schrie so laut, daß die Leute auf der Straße stehen blieben, um das Gesprach mit anzuhören. Dann sagte er:„Und nun wöllt Ihr mit mir rechten, weil ich waffne? Es ist richtig, ich waffne, aber nur weil ich klar sehe, daß ich mein Land verteidigen muß. Ich sprach ein paar beruhigende Worte. Der Präsident gab sich Mühe seiner furchtbaren Aufregung Herr zu werden. Er näherte sich mir und legte die Hand auf meine Schulter: Sie meinen es gut sagte er, aber ich habe alles Vertrauen verloren. Was sich ereignet hat, wird sich wiederholen und ich bin entschlossen, mich dagegen zu Soziale größtenteils zustimmen kann. Das Kaiserwort, das in Scharlottenbung zuers der Oeffentlichteit bekannt wurde wiekt Wunder. Der alte Hohenlohe hat es im Reichstag, ohne Namennennnug für ein sehr weises Wort ertlärt. Aber von Hohenlohe ko#te man das erwarten. Nun aber spricht Posadcwusch das tapfere Wor.. Die berechtigten Wünsche der Arbeiter müssenerfüll werden. Er beruft sich auf die Kaiserliche Erlasse So knüpft er an die abgerissene Enitwickelung vom Jahre 1890 an. Sie sind nicht mehr nur interessante historische Dokumente sondern wieder ein Programm für die Politik. Auch Herr v. Stumm darf nicht mehr wagen, sie für ersüllt zu erklären Posadowskys Worten von der Notwendigteit der Represssopolitik gegen die Sozialdemokratie neben der positiven Sozialueform stimmen wir nicht bei, aber es ist wervoll, daß er die Repressiopolitik vertagt bis eist mat eine Reichstagsmehrheit dastr vorhanden ist. Das wird 86. die Vorgänge in Natal verfolgt, wird sich wohl oder übel noch einige Tage gedulden müssen. Sicher ist, daß es furchtbare Treffen sein werden, die nach Lage der Dinge auf dem Kriegsschauplatze bevorstehen. Die Berichte aus dem Burenlager verraten nichts von irgend welcher Ueberraschung, die nach Meinung Uneingeweihter die veränderte Kriegslage den Buren recht wohl hätte bereiten können und unsere an dieser Stelle vertretene Ausicht, daß die Buren die gegenwärtige Stelllng der englischen Regimenter gewunscht haben, scheint sich vollkommen zu bestätigen. Man ist im Burenlager über die neueste Aktion Bullers von Anfang an im Klaren gewesen und sieht mit vollkommener Ruhe dem weiteren Verlauf des Krieges entgegen In London schwirrten am Samstag wieder allertei Gerüchte durch die Luft, die aber durch nichts begründet sind und nur beweisen, daß man die neuesten Operationen Bullers und Warrens mit gemischten Gefühlen betrachtet Um die gedrückte Stimmung zu beseitigen, wird wieder einmal die alte Mär vom Entsatz Ladysmiths aufgefrischt. Die Londoner Zeitungen vom Samstag behaupten, das Kriegsministerium habe ein Telegramm von Buller erhalten, wonach der General sich höchst zuversichtlich über das Gelingen seiner Operationen ausspreche. Danach betrachtet man den Entsatz von Ladysmith so gut wie geschehen. In der Chathamer Kaserne herrschte heller Jubel, da eine Privatmeldung eingetroffen war, Ladysmith se befreit. Andererseits erzählte man sich im Offiziersklub, Buller sei verwundet und Warren gefangen. Bisher haben aber alle diese Gerüchte sich als grundlos erwiesen. Nach einer anderen Privatmeldung soll. Buller die Stellung der Buren bei Colenso unhaltbar geimnacht halben. Der General sprach sich sehr heffnungsvoll aus Von einigen Blättern wird die Ansich geaupere, daß während General Buller mit der Hauptmacht das Gros ee o n iun eue Warren, der ihm auf dem Fuße folge, den Weg nach Ladysmith bahne. Ein Telegramm aus Durban vom 18. Januar abends berichtet, daß General Buller sich in einer Entfernung von 80 Kilometer von Ladysmith befinde. General Warren soll sogar bis auf 10 Kilometer von Ladysmith entfernt vorgedrungen sein. Er habe vom Kriegsamt und von Lord Roberts Befehl erhalten, die größte Vorsicht zu beobachten, um nicht in einen Hinterhalt gelockt zu werden. Wie man sieht, lauter wertlose Gerüchte. An authentischem Material liegt so gut wie nichts vor.— Die heutigen Morgenblätter sind der Ansicht, daß man noch einige Tage warten müsse, bis verbürgte Depeschen über eine Schlacht bei Ladysmirh eintreffen können.„Daily Mail“ glaubt, daß diese Schlacht heute, spätestens morgen stattfinden werde. Das sind natürlich alles leere Vermutungen, für die jeder Anhaltspunkt fehlt. Aus Ladysmith selbst liegt folgende kurze Meldung des Reuterschen Bureaus vor:„Alles ist ruhia, die Lage unverändert. Ein ganz unbedeutendes Bombardement hat stattgefunden. Der willkommene Schall der Geschütze der Entsatztruppen wurde gestern von Colenso und Springfield her gehört. Es herrscht intensive Hitze. Die Krankheit nahm nicht zu.“— Im übrigen liegen noch folgende Einzelmeldungen vor: London, 20. Jan. Das Reutersche Bureau meldet vom 16. ds. Mis. aus Villioens Camp an der oberen Tugela via Lourenco Marques: Die zweite Bewegung des Generals Buller war eine Rekognoszierung mit einem stark bemannten und Geschütze mit sich führenden Panzerzuge gegen Colenso während der letzten Nacht. Feuer nicht. Diese Bewegung fand statt, um große Bewegungen flußaufwärts zu decken. Die Kaffern diesseits der Tugela wurden von den Engländern benachrichtigt, ihre Kraals zu verlassen, da ein Gefecht unmittelbar bevorstehe. London, 19. Jan. Dundonalds berittene Truppen trafen am Mittwoch nachmittag westlich von Acton Homes auf die Buren. Als abends 7 Uhr eine von Warren entsandte Abteilung Dragoner zur Verstärkung eintraf, nahm Dundonald nach Kampf verschiedene Kopjes. Er hält sich jetzt in dieser Stellung. Der Verlust der Buren beträgt 21 Tote und Verwundete, darunter ein Feldkornet; 15 Mann wurden gefangen genommen. Auf englischer Seite wurde ein Leutnant verwundet, drei Gemeine getötet oder verwundet. London, 20. Jan. Die„Times“ melden aus Pietermaritzburg vom 18. ds. Mts.: Zu den vereinten Streitkräften der Generale Buller und Warren gehört viel Artillerie, Kavallerie und berittene Infanterie in beträchtlicher Stärke. Die von Warren, Dundonald, Hildyard, Clery und Hart befehligten Streitkräfte gingen in ausgezeichnete, das ganze Thal nach Ladysmith zu beherrschende Stellungen. Ein Teil der Truppen verblieb in Chieveley, um die Buren zu hindern, die Tugela bei Colenso zu überschreiten. London, 20. Jan. Das Reutersche Bureau meldet aus Vilsoenscamp unterm 17. d.: In der letzten Nacht war die Ruhe ungestört; nur die Vorposten wechselten einzelne Schüsse.— Heute, bei Tagesanbruch, sind die Engländer noch in ihrer alten Stellung. Sie hatten kein Geschütz über den Fluß gebracht; aber von dem Bergrücken von Zwartskop eröffneten 1½ Vatterien Belagerungsgeschütze das Feuer auf die Stellung der Buren. Um 5½ Uhr früh war das Bombardement sehr heftig. London, 19. Jan. Die„Times“ melden in ihrer zweiten Ausgabe aus Spearmans Farm. Die Stellung der Buren erstreckt sich nach Westen zu sechs Meilen längs der Potgieters Drift gegenüber liegenden Hügelreihe. Die Stellung liegt bedeutend tiefer als die britische Stellung auf dem Mount Aliee, wo Schiffsgeschütze plaziert sind. Die Buren halten den dicht am Flusse gelegenen Spionkop besetzt. Die Verschanzungen der Buren dehnen sich mehrere Meilen nach rückwärts aus. 19. Jan. Der bei den Buren in Colesberg befindliche Korrespondent telegraphierte unter dem 16. d. M. am Samstag versuchten die Engländer die Verbindungslinien nach Achterfang abzuschneiden. Sie wurden jedoch durch Polizettruppen aus Pretoria und mußten jedoch, verfolgt von dem Granatfeuer der Buren, in das Lager zurückehren. Täglich findet vereinzeltes Geschützfeuer rund um Colesberg mit geringem Erfolge statt. der (Von unserer Agentur.) Berlin, 20. Jan. Ueber die Verhandlung des Reichstags vom Freitag ist schon kurz in der politischen Wochenschau geredet worden. Wir haben uns auf den Standpunkt der Mehrheit des Reichstages gestellt und unsere Freude ausgesprochen über das, was Graf Bulow auf diplomatischem Wege erreicht und was England zugestanden hat. Es ist sicher nicht zu viel. Aber es ist mehr als man hoffen konnte, bei unseren unzulänglichen Machtmitteln zur See zu erreichen. Unsere deutsch=sozialen Freunde und auch die agrarische Tageszeitung sind mit dem Gang der Dinge nicht zufrieden. Das letztere Blatt schreibt; „Der Reichstag hat es auch gestern wieder, wie seinerei de der Steselatton wonen Scmn, ehee olle des stummen Zuhörers zu spielen in einem Augenblick, von dem vielleicht die Zukunft der Weltstellung Deutschlands abhängt. Eine Besprechung der Interpellation wurde gegen eine kleine Minderheit von 22 Stimmen abgelehnt die aus folgenden Abgeordneten bestand: v. Liebermann (Antis.), Raab(Antis.), Werner(Antis.), Gräfe(Antis.), Gäbel (Antis.), Lotze(Antiss), Dr. Böckel(wild), Stöcker(christl.=soz.), Henning(kons.) v Blödau(B. d. L.), Harriehausen(B. d. L) Pauli(Potsdam, wvild) Dörtsen(freikons), Freiherr v. Wangenheim(kons.) Dr. Roesicke(B. d. L.), Dr. Hahn B.d L). Dr. Hasse(ul.) Dr. Lehr(ul.), v. Dallwitz zwab, Dr. Oertel(Sachsen, konf.), Hilgendorff(kons.), Lucke (B. d. L.). Ja wozu waren denn eigentlich die Herren Reichsboten gestern in hellen Haufen in den Reichstagssaal geströmt: Bloß um die Erklärung des Herr v. Bulow entgegenzunehmen? Die hätten sie auch früh genug aus den Zeitungen erfahren können Wir waren allerdings auf diesen Ausgang der Interpellation gefaßt gewesen, das deutsche Volk aber kann sich an ein solches Verhalten seiner Vertreter noch immer nicht gewöhnen. Es fühlt sich wieder einmal bitter enttäuscht. Noch sehr viel stärker hat sich der Abg. Liebermann von Sonnenberg ausgesprochen in einer Rede die er zwar nicht zur Interpellation halten konnte, aber später zum Etat hielt. Er fand die Erklärung des Grafen Bulow zu ahm. Dem persiden oder richtig deutsch gesagt dem hinterlistigen und frechen England müsse man scharf entzegentreten. Das deutsche Voll in seiner gewaltigen Mehrheit halte es für verlorene Liebesmühe, mit England güte Beziehungen zu unterhalten. Die Volksstimmung in Deutschland sei gegen England und auf die Dauer könne keine auswärtige Politik gegen die Volksstimmung gemacht werden Unmöglich dürften England aus Deutschland Waffen geliefert werden. Wenn Ludwig Löwe seiner Zeit mit Bonlanger wegen Gewehrlieferungen in Unterhaltung getreten sei, so könne man das mit Rasseneigentümlichkeiten erklären(Heiterkeit) nach dem Spruch: Das Geschäft bringts mal so mit sich. Aber bei Krupp dürfe man eine solche vaterlandslose und ehrlose Gesinnung wohl nicht voraussetzen. In den schärfsten Wendungen wandte sich der Redner gegen den Minister Chamverlain, die englische Presse forderte Rücktritt Deutschlands von dem Vertrage wegen der Delagoabai, Legung eines neuen Drahts nach Rußland, Rückkehr zur auswärtigen Politik Bismarcks, der den Mut der Verantwortlichteit besessen Wir unsererseits stimmen in der Beunteilung der englischen Uebergriffe mit dem Redner überein wir meinen aber doch; daß es richtiger und besonnener war, die Lage nicht zu verschärfen. Denn es ist doch mißlich, sich in der Rede weitvorzuwagen, wenn man von vornherein entschlossen ist, den Worten keine Thaten folgen zu lassen. Nun mag es ja sein, daß wir England gegenüber auch wohl Thaten thun könnten. Unsere Flotte ist qualitativ viel besser, als die englische. Eine Landung in London und ein deutscher Besuch auf der englischen Bank sind nicht ganz phantastische Pläne, zumal die britischen Inseln von Soldaten völlig entblößt sind. Aber teils würden unsere vereinzelt über die ganze Welt verstreuten Kriegsschiffe wohl ausnahmslos eine Beute der stärkeren englischen Geschwader werden teils würde der Schaden, den unser Handel bei einem Bruch mit England erlitte, sich bald auf Milliarden belaufen, und es könnte doch nur ein geringer Trost sein, daß wir den Engländern ebenfalls den größten Schaden thun würden. Alles in allem ist es gewiß besser sich durch die gegenwärtige Krise vorsichtig durchzuschwindeln, als mit den Waffen zu klirren. Aber ebenso gilt es, von nun an den letzten Groschen an den Ausbau der Ftotte zu wenden, bis wir in den Stand kommen, unsere Ehre und unseren Handel auf dem ganzen Erdkreis wirksam zu schützen. Die französischen Blätter uund schadenfroh über den relativen Erfolg des Grafen Bülow. Der„Gaulois schreibt über die gestrige Rede des Grafen v. Bülow, diese zeige, daß es Punkte gebe, in denen die deutsche Regierung die Stimmung des deutschen Volkes teilen könne. Dieser Umstand sei zweifellos geeignet, das Loudoner Kabinett zu heilsamem Nachdenken zu veranlassen.„Petit bleu meint, der Zwischenfall mit dem „Bundesrat“ sei nützlich gewesen und habe Deutschland Gelegenheit gegeben zu beweisen, daß es nicht der äußersten Mittel bedürfe, um England zur Nachgiebigkeit zu zwingen. Andere Staaten würden als dieser Lektion Nutzen ziehen„Eclair“ hofft, Frankreich werde den Wunsch Deutschlands wegen Einberufung einer internationalen Seerechtskouferenz unterstützen andere Blätter sprechen sich jedoch dagegen aus, daß Frankreich einer solchen Konferenz beitrete, da der Kaverkrieg das einzige Heil Frankreichs in einem Konflikt mit England sei. Die englischen Preßstimmen gehen in ihrem Urteil auseinander. Am freundlichsten scheinen sich nach den uns bis jetzt vorliegenden telegraphischen Nachrichten die Daily News auszudrücken, welche in Besprechung der gestrigen Reichstagsrede des Grafen Bulow sagen:„Man kann nicht umhin, Freude darüber zu empfinden, daß die beiden großen germanischen Staaten zu einer freundschaftlichen Verständigung gelangt sind Viele Unruhe und Reibungen wurden erspart bleiben, wenn solche Abmachungen immer schon zu Beginn einer Campagne getroffen werden könnten. Weniger freundlich spricht sich der konservative Staudard aus, wenn er schreibt:„Unsere Marineoffiziere müssen fortfahren verdächtige Schiffe jeder Nationalität in den afrikanischen Gewässern zu durchsuchen und dabei diejenige vorsichtige Rücksichtnahme ausüben, an der man es, wie Graf Bülow irrtümlicher Weise annimmt, hat fehlen lassen. Vollends giftig ist die Times„Bülows Sprache kann in England schwerlich etwas anderes als ein aus Erstaunen und Bedauern gemischtes Gefühl hervorrufen. Man hätte erwarten können, daß die von England abgegebenen Versicherungen, die einen so ernsten Wunsch nach Aufrechterhaltung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern bekunden auf der anderen Seite eine weniger eingeschränkte Würdigung hervorrufen würden, als Graf Bülow ihnen zu teil werden sieß, wenn in der That der Ausdruck„Würdiguung“ auf den fast drohenden Ton angewendet werden kann, in dem er seine Rede schloß. Das„Erstaunen und Bedauern zeigt den völlig ungebrochenen englischen Hochmut. Und man kann nur wünschen und höffen, daß die Buren recht bald die Lektion zu Ende bringen, die unsere britischen Vettern noch zu lernen haben. Uebrigenssging der Reichstag nach Erledigung der Interpellation wegen der Beschlagnahme deutscher Schiffe durch Organe der englischen Regierung zur Beratung des Etats des Reichskanzlers und der Reichskanzlei über, wobei Herr v. Kardorf seine schon mehrfach angekündigte Abrechnung mit dem Reichskanzler und dessen Stellvertreter endlich zu halten in der Lage war. Viel Neues brachte Herr v. Kardorff aber nicht vor Der Reichskanzler und Graf Posadowsky führten selbst ihre Verteidigung Fürst Hohenloche vertrat noch einmal die Aufhebung des Verbindungsverbots für Vereine und bestritt, mit seinem Wort über den Industriestaat irgend etwas anderes gesagt zu haben, als die Konstituferung des thatsächlichen Zustandes. Zur sozialen Lage meinte der Kanzler Ich halte den Ausdruck, den ich neulich einmal gelesen habe für einen sehr weisen, daß die Sozialdemokratie eine vorübergehende Erscheinung sei.(Hört Hört!) Dagegen kann ich das Gegenteil der Weisheit in dem Satz der Hamb. Nachr finden welche verlangen daß die Regierung der Sozialdemokratie an die Gurgel springen solle um sie zu erwürgen. Graf Posadowskyging mit Schärfe gegen Herrn d Kröcher vor, der die Politik des starken Mannes vertreteDie Politik sei nach einem Worte Bismarcks die Kunst des Möglichen; Herr v Kardoff und Herr v Kröcher verträten aber die Politik des Unmöglichen. Die Abgeordneten Richkert und Graf Ortolaerteilten dagegen von ganz verschiedenen Gesichtspunkten aus dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe erneut ein Vertrauensvotum. Berlin, 2. Jan Es war vorauszusehen, daß der Etat des Reichskanzlers in Reichstag noch lebhafte Debatten nach sich ziehen würde. Der Reichskanzler hatte am Freitag durch einen Angriff auf die Hamburger Nachrichten dem Fürsten Herbert Bismarck eins versetzt und Graf Posadowsky hatte den Konservativen, speziell Herrn von Kröcher vorgeworfen, daß sie sich unmögliche und unerfüllbare Ziele steckten. Natürlich traten beide Herren fur ihren Standpunkt in die Schranken, d. h. für eine Politik der gewaltsamen Unterdrückung der sozialdemokratischen Bewegung. Fürst Bismarck verteidigte das alte Sozialistengesetz, während Herr von Kröcher verlangte, daß die Regierung„mindestens die verfassungsmäßigen Mittel hätte erschöpfen müssen um das Zuchthausgesetz nachdem es einmal eingebracht war, auch durchzubringen Erfreulicherweise gelang es Stöcker noch, zu Wort zu kommen, und in seiner gesseluden Weise den christlich=sozialen Standpunkt wider Konservative und Freikonservative darzulegen und zugleich den Nachweis zu führen, daß die Sozialdemokratie von heute schon eine ganz andere Partei sei, als die vor zehn Jahren Es versteht sich, daß wir Stöckers Rede im Wortlaut bringen werden, sobald sie vorliegt. Der Etat des Kanzlers wurde bewilligt. Zur Flottenvorlage weiß ein Lokalblatt zu mielden, daß der Bundesratsausschuß für Seewesen an den die Flottenvorlage zur Vorberatung überwiesen worden war, am Montag eine Sitzung abhalten wird„Voraussichtlich werde darin die Beratung beendet. In gußerordentlicher Sitzung am Dienstag werde der Bundesrat die Vorlage verabschieden, welche dann den Reichstage zugehen wird. Ueber die Kosten der geplanten Flottenvermehrung werde in der aus drei Parggraphen bestehenden Vorlage nichts gesagt, dagegen lasse sich Als der„Begrindng hen der 1600 Millionen Mark zu verauschlagen sind Hoffentlich prüft und entscheidet der Bundesrat auch darüber, in welcher Weise die Deckungsfrage gelöst werden soll. Denn daß die 1600 Millionen sich ohne neue Steuern aufbriugen lassen, wird doch niemand glauben. Während der Reichspostdampfer„Bundesrat“, wie wir meldeten, wieder freigegeben worden ist, ist die Hamburger Bark„Hans Wagner" noch immer beschlagnahmt. Dazu hat England wiederum ein deutsches Schiff beschlaggohent Das deutsche Segelschiff„Mariet, aus Australien mit für die Transvaalregierung unterwegs, wurde vom britischen Kriegsschiff„Pelorus unweit der Invakinsel an der Mündung der Delagoabucht festgenommen und ist mit Zwangsbesatzung an Bord nach Durban geschickt worden. England hat den Vereinigten Staaten von Nordamerika gegenüber eruart, Mehl sei nicht als Kriegskontrebande anzusehen. Galt das nur für Nordamerika, und nicht für Deutschland? In parlamentarischen Kreisen wurde erzählt, daß die Schadenersatzansprüche in Betreff des aufgebrachten Reichspostdampfers„Bundesrat“ sich auf 430.000 M. belaufen. Zur Förderung in dustrieller Unternehmen in den Ostprovinzen hat sich am Dienstag in Danzig im Oberpräsidium eine Centralstelle konstituiert, welche gebildet wird durch ein Syndikat mehrerer Banken; dazu gehören die„Ostbank für Handel und Gewerbe in Posen, die„Breslauer Diskontobanke, die„Kreditanstalt für Industrie und Handel“ in Dresden und die„Bank für Handel und Gewerbe in Bromberg Außerdem ist beigetreten die„Nordische eleltrische und Stahlwerk=Aktiengesellschaft in Danzig Vorsitzender des Ausschusses is der Posener Oberbürgermeister.— In Posen soll eine größe Maschinen= und Lokomotivfabrik errichtet werden. Wir können uns nicht damit befreunden daß man Industrie im Osten künstlich züchtet. Die Aufgabe des Staates ist es, das Bestehende zu schützen. Leider geschieht das aber gar nicht überall, wie z. B bei den Haubergen und Gerbereien des Siegerlandes. Reichstag. 20. Januar. Am Tische des Bundesrates: Fürst zu Hohenlohe, Graf Posadowsky, Dr. Nieberding Graf von Bülow, Frhr. v. Richthofen. Präsident Graf Ballestrem eröffnet die Sitzung um Uhr 20 Min. Die Beratung des Etats des Reichskanzlers wird fortgesetzt. Abg. Hahn(Bund d. Landw.) führ aus, er tadele nicht die Aushebung des Verbindungsverbotes, sondern den Modus der Aufhebung, und bedauere, daß der Reichskanzler seine Meinung geändert habe und die Sozialdemokratie für eine vorübergehende Erscheinung halte. Die gestrige Rede des Abg. Möller habe die Stimmung des deutschen Volkes gegenüber England lange nicht scharf genug ausgedrückt. Graf Bülow scheine es doch nicht zu gelingen, die Bahnen Bismarcks ganz zu wandeln Lebhaftes Mißtrauen habe sich gegenüber der Leitung des Auswärtigen Amtes verbreitet, ganz besonders auch wegen der Verquichung von wirtschaftlichen Fragen mit der auswärtigen Politik und wegen des viel zu gelinden Vorgehens gegen Nordamerika, das uns chikaniere und unser Geld an sich ziehe. Der Bund der Landwirte wolle keine do ut des-Politik treiben aber wenn die Klagen der Landwirte weiter ungehört verhallten, entstehe Gefahr, daß die Entrüstung weiter Kreise das Entgegenkommen des Redners und seiner Freunde in nationalen Fragen erschwere. Ohne die Mitwirkung seiner(Redners) Partei durste sich eine große Reihe von wichtigen Gesetzen von der Regierung nicht durchsetzen lassen.(Beifall bei den Mitgliedern des Bundes der Landwirte.) Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe: Ich nehme das Wort nur, um einen Jerum des Herrn Vorredners klarzustellen. Ich habe gestern nicht von Herrn Roesicke gesprochen; ich habe nur von eine Versammlung gesprochen, die im Hannoverschen stattgefunden hat, und ich wußte gar nicht, daß Herr Roesicke an derselben teilgenommen habe. Ich habe diese Versammlung erwähnt, lediglich um zur Kennt nis des Reichstages eine abenteuerliche Resolution zu bringen, in der gesagt worden war, daß ich als Reichskanzler Deutschland zu einen Industriestaate machen wollte, indem ich über die Landwirtschaft hinmeggtigs Abg. Bebel(Sozialdem.) konstatiert, daß seine Partei in Sachen der gestrigen Interpellation nicht befragt worden sei und darübet nichts beschlossen habe. Aus dem Fehlen der Unterschriften der Sozialdemokraten könne keine Schlußfolgerung gezogen werden. Ein Sozialistengesetz fürchte seine Partei nicht. Gegebenenfalls wäre seine Partei binnen drei Tagen entsprechend organisiert und würde den Kampf auf das Energischste aufnehmen. Nach Aufhebung des Ver bindungsverbotes habe seine Partei nur ganz geringfügige Aenderungen in ihrer Organisation vorgenommen. Seine Partei sei die reichste, weil ihre Mitglieder zu Opfern bereit wären, im Gegensatz zu den Mütgliedern der Rechten.„Auszutoben braucht die Sozialdemokratie nicht, weil sie nie getobt hat die Rede des Abg. Hahn grenzt an Toben(Heiterkeit.) Die„vorübergehende Erscheinung sei immer noch erträglicher als eine„Rote von Menschen". Nachdem auch der Reichskanzler die„vorübergehende Erscheinung acceptierte Präsident v. Ballestrem, ihn unterbrechend: Wenn Sie die Worte des Reichskanzleus anführen, werde ich Sie nicht unterbrechen; wenn Sie diese Worte als Aeußerung des Kaisers anführen, werde ich das nicht dulden, denn sie standen nicht im Reichs Anzeiger.(Heiterkeit.) Abg. Bebel sortfahrend: Ich werde daraus Veranlassung nehmen, auf den Reichs=Anzeiger zu abonnieren(Heiterkeit.) Herr v. Kardorff habe die kapitalistische Entwickelung gefördert und sei daher einer der Väter der Sozialdemokratie.(Heiterkeit.) Abg. v Kröcher(kons.) Die Sozialdemokratie sei wohl insosern eine vorübergehende Erscheinung, wie alles vorübergeht, wie z. B. die ranzösische Revolution. Sie sei aber eine Gefahr, welcher der verantwortliche Leiten der deutschen Politik entgegentreten sollte. Das habe er aber in letzter Zeit nicht nur nicht gethan, sondern er habe sogar die Sozialdemosratie indirekt gefordert. Seine Partei wende sich nicht sowohl gegen die Aushebung des Verbindungsverbotes, als vielmehr gegen den Zeitpunkt, in dem die Aufhebung erfolgt ist. Er bedauere, daß das Versprechen überhaupt gegeben wurde. Man sollte lieber durch Thaten sprechen, dann würden die Worte überflüssig werden Bismarckund Friedrich der Große hätten nicht das erreicht, was sie erreicht hatten, wenn sie so gehandelt hätten wie die heutige Reichstegierung.(Beifall rechts. Abg. Fürst Herhert v. Bismarck. Wenn das Sozialistengesetz einer Zeit nicht so wirksam gewesen sei, wie man es ursprünglich gedacht habe, so treffe die Schuld daran den damaligen Reichstag; denn dieser habe das Gesetz wesentlich abgeschwächt. Uebrigens habe das Sozialistengesetz keineswegs zur Vermehrung der sozialistischen Stimmen geführt Nirgends sei so viel für die Arbeiter geschehen wie im Deutschen Reiche. In der Frage der Aufhebung des Verbindungsverbots stimme Redner dem Vorredner zu. Seine Kritik richte sich nicht gegen die Aufhedung selbst, sondern nur gegen den modus procedend Die Theorie von der Mauserung der Sozialdemokratie werde durch die Führer dieser Partei selbst widerlegt. Die Regierung habe in unserem monarchischen Staat die Pflicht, aufklärend und regressio zu wirken. Die Auffassung des Grasen v. Posadowsky passe nur für das parlamentarische System und nicht für das Deutsche Reich. Für die Besprechung der gestrigen Interpellation habe er(Redner) nicht gestimmit, weil Graf Bulow alles gethan habe, was man bei dem Ernst der Lage von ihm verlangen könne. Der hohe Chef des Grasen v. Bülow möge auch in jeder auderen Beziehung die alte Bismarchsche Pelitik befolgen.(Beifall rechts. Abg. Lieber(Centr.). Nach meiner Ueberzeugung, die ich mit allen meinen politischen Freunden teile, bieten schwere Angriffe gegen die Regierung seitens einer anerkannten und erklärten Oppositionspartei nicht den hundertsten Sei der öffentlichen Gefahr wie die Angriffe, die aus den Reihen konservativer Männer abgegeben werden Wir können nur höchst erstaunt sein, daß Vorwürfe den verbündeten Regierungen beziehentlich dem Reichskanzler daraus gemacht worden sind, daß derselbe sich vermesse, parlamentarisch zu regieren Gestern und heute habe es so gellungen, als ob man es der Regierung verübele, vor dem Beschluß dieses Hauses Achtung gehabt zu haben. Redner Klaube ja nicht, daß Kadorff auf einen Konslitt zwischen dem Reichstag und der Regierung hinarbeite. Die Offenhen des Siehas ecv. Boshdas, d#ß er sacte, die Regiechtng reche Schäitet. Seite hegags g gseurune ie e eitrignien antteotieten von bestem mit Gemüse abgekochtein### Angestrenste besonders Fleisch nebst dem nötigen Kochsals, voll zuch ür Kranke und tien B#ne weieren üSäte nur mit Wässer, Sciort herstsilbar! Ssitnch Aiur mit Wasser in Wenigen Atsmden bersehen#n. 2 e Schiedenen Sorten der bellchtesten Pppen ehch Gelbes Band(Wanille). 2. Rotes Band(Anis). 3. Grünes Band(Kola) ## Blaues Band(Special). Nachgetilit. 45 stit Mehrheiten, sei dankenswert. Der Einfluß der Mehrheiten sei eine Frage des allgemeinen Wahlrechts. Dieses stamme von jenem starken Manne, den die Rechte so verehrt. Die Rechte sehne sich nach einem starken Manne. Auch der stärkste Mann würde sich sehr bald überzeugen, daß er bei der Macht der gegenwärtigen Verhältnisse und der Macht der Wahlen nicht weiter kommen würde als der gegenwärtige Träger der Regierung. Nichts thut uns notwendiger, als daß alle sogenannten staatserhaltenden Parteien die Regierung stützten, nicht nur in der äußeren, sondem auch in der inneten Politik.(Beifall in der Mitte.) Abg. Steinhaner(Freis. Bg.) tritt scharf gegen den Bund der Landwirte auf, der die Interessen der kleinen Bauern nicht wahrnehme. Der Bund solle, wenn er diesen helfen wolle, nicht so viel Geld für Agitationen verpulvern uud lieber Plötzigarren rauchen und einen soliden Jagdskat spielen.(Heiterkeit.) Landwirtschaft und Industrie müßten Hand in Hand gehen. Der Notstand der Landwirtschaft sei nicht mehr so ang, schon hätten die Bauern ihre Plischgamituren. HSetersteh) Abg. Arendt(Reichsp.). Die Rede meines Vorredners, des Vertreters des„Nordost“, müßte möglichst weit verbreitet werden; das würde nur dem Bund der Landwirte nützen. Die Mißstimmung des Redners gegen den Reichskanzler sei seit dem gestrigen Ausspruche über die Sozialdemokratie bedeutend gestiegen. Schädlich sei das internationale Börsenkapital; das sehe man in England, wo dieses Kapital völlig zur Herrschaft gelangt sei. Die Gefahr der Sozialdemokratie liege gerade darin, daß sie keine vorübergehende Erscheinung sei. Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen meint Redner, 7 Prozent Reichsbanldiskont seien schon eine finanzielle Kalamität. Die beiden Parteien der Rechten hätten nicht die Verpflichtung, gouvernemental zu sein, sondern nur die, ihre Ueberzeugung möglichst durchzusetzen. Der Versuch, die Regierung scharf zu machen gegen die Rechte, wie es gestern Rickert that, sei verfehlt. In allen nationalen Fragen, in der Bekämpfung der Sozialdemokratie würde die Regierung immer die Rechte bereit finden. Abg. Stöcker(christl=soz.): Dem Staatssekreichr des Auswärtigen können wir nur dankbar sein für die Führung der gestern besprochenen Angelegenheit. Diese Sache war eine schlechte Antwort auf den Besuch unseres Kaisers in England. Ich will keine maßlose Hetze gegen England. Wir haben in den letzten fünf Jahrhunderten mit allen Mächten in Europa gefochten, nur mit England nicht. Das ist kein Zufall. Moderne Strömungen haben diesen welthistorischen Zustand gestört. gebe die Hoffnung nicht auf, daß in England in breiterm Maße auch die rechtlich denkenden Elemente wieder obenauf kommen und dem deutschen Volke Lust und Licht gönnen. Für die innere Politik bedauere daß man die Kämpfe mit einer gefährlichen Partei begonnen, aber die verfassungsmäßigen Konsequenzen nicht gezogen hat. Ich habe das Amsturzgesetz bedauert, das Vereinsgesetz noch mehr und das Arbeitswilligengesetz am meisten. Solche Versuche mit unwirksamen Mitteln stärken nur die Sozialdemokratie. Da kommt Herr v. Miquel und sagt: Der Kaiser braucht keinen Ratgeber. Ja, wohin kommen wir, wenn erst die Minister so denken? Braucht der Kaiser für so wichtige Gesetze, für ein so kostspieliges Flottengesetz keinen Ratgeber, dann ist es zu Ende mit der parlamentarisch konstitutionellen Regierungsweise. Die Frage ist die wie müssen wir die Sozialdemokratie bekämpfen, sodaß sie Niederlagen erleidet? Das geschieht durch Fernhalten der noch nicht sozialdemotratischen Arbeiter von dieser Partei und durch Loslösen der in derselben vernünftig Gewordenen. Da kann ich eben erklären, daß die christlichen Arbeiter einstimmig jene Gesetze verwerfen. In diesem Sinne halte ich die Aeußerung von der vorübergehenden Erscheinung, die sich austoben müsse für zutreffend. Herr Bebel sagt: Wir toben überhaupt nicht. Ei, da denken Sie doch an die Verherrlichung der Kommune. Das würde man doch, wenn es außerhalb des Hauses gesprochen wäre, Tobsucht neunen. Das Sozialistengesetz hat der Sozialdemokratie doch auch genützt; sie hat gelernt, sich maßvoll auszudrücken. Fürst Bismarck verlangt zu viel, daß die Sozialdemokratie selbst zugeben soll, daß sie sich gemausert hat. Thatfache aber ist es gerade der Parteitag in Hannover hat es gezeigt. Noch viel gefährlicher als für den Staat ist die Gefahr sur unser christliches Volksleben. Die Schuld tragen alle Klassen und Berufe gemeinsam, welche es am rechten Geiste von Anfang an fehlen ließen und micht die udtige Ausfähssung von ihren pershnlichen, natiottaten und bücgerlichen Pflichten haben. Das Heerlager der Unzufriedenen hat es allzu leicht, sich zu rekrtieren, es ist zuviel Mißmut in unseren Zuständen. Die Bösartigkeit des Charakters der deutschen Bewegung aber ist wesentlich auf die hervorragende Beteiligung des Judentums zurückzuführen, das einerseits der Träger des ausbeutenden Börsenkapitalismus ist und andererseits das Proletariat verhetzt. Das ist einfach ein unerträglicher Zustand. Warum nimmt man denn nicht einmal, statt daß es gegen die Arbeiterbewegung geht, diese Kreise, die dahinterstehen, unter die politische Lupe. Schuld an dem Anwachsen der Sozialdemokratie ist, daß zwischen den führenden und den verführten Klassen keine Verbindung besteht, während die Sozialdemokratie, zielbewußt und opferbereit, die Klassen der Unzufriedenen sammelt, unterstützt vom jüdischen Kapital. Unsere innere Politik ist zu mechanisch behandelt in ihrer Sozialgesetzgebung. Mammonsgeist und Mammonsherrschaft zerrütten unsere Zeit. Die Sozialdemokratie wird eine starke radikale Arbeiterpartei werden, die aber doch einmal mit den sittlichen und religiösen Mächten im Verein zum Wohl des Vaterlandes arbeiten wird.(Lachen rechts.) Gewiß, das hat uns ja auseinandergeführt! Nehmen Sie aber die Nationalliberalen. Deren Sprecher aus der Konfliktszeit ist heute Minister und in den Adelsstand erhoben(Große Heiterkeit.) Abg. Graf Berustorff=Uelzen: Solange Staatssekretär Posadowsky auf seinem Standpunkte der Sozialdemokratie gegenüber stehen bleibe, könne diese nicht als eine vorübergehende Erscheinung gelten. Abg. Klose(Centr.): Auch die kleinen Bauern hätten ein Interesse an den Gewreidezöllen. Wäre ein anderer Produktivstand in Deutschland so schlecht behandelt worden wie die Landwirtschaft, hätte dieser mindestens ebenso nach Abhilfe geschrien. Abg. v. Kardorff(Reichsp.) stellt fest, daß er einen Unterschied zwischen gutem und schlechtem Kapital nicht gemacht habe. Auf ein Wort Bebels bemerkte Redner, daß er jahrelang mit Bleichröder befreundet gewesen sei, der ein großer Verehrer Bismarcks und demselben auch dann noch die Treue gehalten habe, als er nichts mehr von ihm verdienen konnte.(Große Heiterkeit.) Abg. v. Wangenheim(Bund d. Landw.) polemisiert gegen Rickert und Steinhauer, die doch dem Bunde der Landwitte beitreten sollten, um ihren Ansichten Erfolg zu verschaffen. Abg. Steinhauer(Freis. Vg.), Ich würde, das im Anfang geShan haben, wenn der Bund wirklich den kleinen Bauern geniützt hätte Der Bund betreibe eine Gewaltagitation. Abg. Schrempf(kons.). Allein in Würtemberg hätte der Bund der Landwirte 13000 Mitglieder und zwar zumeist Kleinbauern. Schluß der Debatte. Titel und der Rest des Eiats werden Sensichk Ministerialdirektor Fischer giebt im Verfolg der neulichen Rede des Abg. Sachse eine attenmäßige Darstellung des damals berührten Vorfalles. Der Abg. Sachse sei osfenbar das Opfer einer Mystst. kation geworden. Schluß der Sitzung 6 Uhr. Wche Pge hr rrie st, hhglache sischsiceht Wbeis Gefächikr hatz, Schont, Küt, ais, ebeisc, Gewpsehzlos, wie gemein, bezeichnet werden. O Siegen, 22. Jan Raummangels wegen mußten wir heute einen Teil der lokalen und provinziellen Nachrichten für die morgige Rummer zurückstellen. Niederschelden, 20. Jan. Zu dem bereits kurz gemeldeten Unglücksfall auf dem hiesigen Stahlwerk wird uns noch folgendes berichtet: Eine Anzahl Zimmerleute waren heute vormittag mit dem Aufstellen eines Baues aus Eisenkonstruktion beschäftigt. Hierbei schlug ein zum Aufziehen der schwereu Eisenteile hergerichtetes Holzgerust um und traf den Zimmermann Jakob Strauß aus Bottenhorn(Kreis Biedenkopf) so unglücklich, daß er auf der Stelle tot blieb. Der Verunglückte ist verheiratet und Vater von 4 Kindern. Evangelischer Arbeiterverein zu Berlin. Gruppe Nord III. Mitglieder=Versammlung am Dienstag, den 23. Januar, abends 8½ Uhr Lokal: Schönhauser Allee 161. Tagesordnung: 1. Vortrag: An wem liegt der langsame Gang der Sozialreform? 2. Beratung des Sterbekassenentwurfs. 3. Verschiedenes. A.: Aug. Trapp, Schrifführer, Oderbergerstraße 6. des redaktionellen Teils. O Siegen, 21. Jan. Das„Siegener Volksblatt beschähtigt sich wieder eis Mal mit dem„Volk und mit unserer Geschästslage, es behauptet, daß unser Blatt„nicht eristenzjähig sei und großer Zuschüsse bedürfe Wenn das„Volksblatt ein geachtetes Organ wäre, auf dessen Urteil man Wert legen müßte, so würden wir ihm jetzt den Prozeß machen auf Grund des Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb. Da jene Voraussetzung aber nicht zutrift, so beschränken wir uns vorläufig auf die Erklärung, daß obige Behauptungen rein aus der Lust gegriffen sind. Das Volk hai im vorigen Vierteljahr nicht nur keine großen Zuschüsse sondern überhaupt keinen Zuschuß erforden, und es ist begründete Aussicht vorhanden, daß die„Westdeutsche Verlagsanstalt in ihrem zweiten Lebensjahr, nach Ueberwindung der Anfangsschwierigkeiten, das investierte Kapital auch ausreichend verzinsen wird. Der Kampf gegen unseren Kredit, den das nichtsnutzige Blatt schon mehrmals in seiner E. W8. 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Frauenbewegung und Christentum. Beides gehört zusammen. Wie die Stellung der Frau in er heutigen zivilisierten Welt als ein unbestrittenes Ergebnis es Christentums angesehen werden muß so führen ebenso unedingt alle Bestrebungen in der Frauenbewegung, die eine usgesprochen widerchristliche Tendenz haben, zu einer Zersetzung des Frauenlebens und zu seinem Verfall. Mit dieser Richtung ist kein, auch nur teilweises Zusammengehen möglich, dieselbe ist die schlimmste Feindin der heutigen Frauenwelt. Anders verhält es sich indessen mit denjenigen radikalen Bestrebungen in der Frauenbewegung, welche, obschon sie gleichzeitig sittliche und politische Ziele verfolgen und mit Hilfe der letzteren die ersteren zu erfolgreicher Geltendmachung zu bringen glauben doch behaupten noch auf christlichem Boden zu stehen und die Aberkennung christlicher Gesinnung als eine ungerechte Beschuldigung auffassen. Mit dieser Richtung haben die Bestrebungen, wie sie im Deutsch=evangelischen Frauenbund vertreten werden, vielfache Berührungspunkte, und es ist von beiden Seiten stets ein gemeinsames Schlagen wenn auch ein getrenntes Marschieren als wünschenswert angesehen worden. Auch seitens der Führerschaft beider Bewegungen wir nennen die Namen Frau M. Cauer und Herr Pfarrer Lic. Weber ist die Art des Vorgehens stets in diesem Sinne angesehen worden Leider ist aber seit der großen Versammlung zum FallKöppen im Konzerthause in Berlin dadurch eine tiefgehende Störung dieses schiedlich=friedlichen Verhältnisses herbeigeführt worden, daß die Leiterin der radikalen Frauenbewegung und Vorsitzende dieser Versammlung ohne jede Veranlassung aber unter dem Beifall der Anwesenden dem Leiter der Berliner Stadtmission vorwarf, daß er in pflichtvergessener Weise sich um den sittlichen Verfall nicht kümmere sondern statt dessen die Parteien gegeneinander aufhetze, und die Diakonissen und Stadtmissionsschwestern, welche wohl nicht hätten kommen dürfen ihres vermeintlichen Gehorsams wegen verhöhnte. Dies Vorgehen war um so verletzender, als die persönlichen und sachlichen Freunde der Angegriffenen von der Vorsitzenden ausdrücklich eingeladen und auch erschienen waren. Da diese Aeußerungen bis heut noch nicht zurückgenommen sind und den Ausgangspunkt weiterer Entfremdung bildeten so sah sich das Organ für die deutsch=evangelische Frauenbewegung Frauen=Blätter genötigt, darauf zurückzugreifen. Wir entnehmen den genannten Blättern folgendes. Es konnte danach nicht ausbleiben, daß unsererseits diese Kampfesweise als eine solche angesehen werden mußte, welche indem sie sich gegen die Personen richtete, die in ihrem öffentlichen Wirken die positiv=christliche Auffassung vertreten, die Sache selbst, nämlich das Christentum, treften sollte. Das konnte und mußte daraus gefolgert werden, und wurde natürlich auch von den Führern der christlichen Bewegung gelegentlich öffentlich ausgesprochen. Dies glaubte Frau Cauer ihrerseits als einen Akt unberechtigter Gegnerschaft ansehen zu müssen, dem sie privatim und öffentlich zu widersprechen sich angelegen sein ließ und der zu weiterer Entfremdung geführt hat. Nun könnte ja um des Friedens willen der Versuch gemacht werden, die Akten über diese Vorgänge zu schließen Vergangenes vergangen sein zu lassen und still neben einander weiter zi arbeiten. Aber die Versuche christliche Arbeit zu diekreditieren, werden von zeiter Seite beständig, sohe rufen daher neue Eutgegnungen hervor. So liegt ein Artikel aus Nr. 529 vom. 10. d M. vor uns der den Titel Bekehrungsversuche trägt und sich zuerst mit der Thatsache beschäftigt, daß die Polizei während sie s## sich ablehnend verhalte, den christlichen und vornehmen Keisen gegenüber eine Ausnahme mache, und doch sei allgemein kannt, daß gerade aus feudalen Kreisen der Prosttuton besonders der vornehmeren, Vorschub geleistet würde, wie das ja öffentliche Vorgänge hinreichend bewiesen hatten. Dann werden die Bekehrungs= und Rettungsversuche von christlicher Seite einer abfälligen und ironischen ritit unterzogen wober Herr Pastor Berlin wieder herhalten muß, und schließlich aufdas Vergebliche und Unnütze dieser ganzen Arbeit mit einer gewissen hämischen Genugthuung hingewiesen Wenn wir nun trotzdem wirklich annehmen wollten, daß mit diesen Verünglimpfungen christlicher Kreise das Christentum selbst nicht gemeint sei, so müßten wir doch von dem Gerechtigkeitssinn gener Frauenvereine fordern, daß sie diese Arbeit respektieren, wie es unsrerseits mit der ihrigen geschieht. Gegenseitige Achtung ist doch das wenigste, was für erträgliche Beziehungen die unerläßliche Vorbedingung ist. Geschieht dies aber in der That nicht, so ist es für uns unmöglich, diese theoretische Trennung von Christentum und christlichen Bestrebungen, wonach ersteres hochgehalten und letztere beständig herabgesetzt werden als Ei-lime Rovelle aus Raßzland von Grust, Schrill. 105 Asschch echeten? Ihre Laune verschlimmerte sich noch mehr, als man jetzt auf der Höhe des Gebirges durch tiefen Schnee fahren müßte, der offenbar am Morgen erst gefallen war und dem Wagen das Fortkommen trotz der kräftigen vier Pferde sehr erschwerte. Endlich war der Anstieg# Ende. Der Kütscher, ein Tatar mit dunkler Gesichtsfarbe schnalzte mit der Zunge und ließ die Pferde im vollen Trabe dahingehen was bei den vielen kurzen Biegungen dem Neuling gefährlich schien, weil in jedem Augenblick die Spitze der Deichsel über einen Abgrund zu schweben schien, wenn der Wagen wieder eine scharfe Biegung zu machen hatteMit rasender Schnelligkeit gings abwärts und bald war die Schneedecke verschwunden Dort im Nußgehölz sang ein Vöglein und plötzlich jubelte Smilie laut= auf eine tleite Lichtung war mit Schueeglöckchen wie bescer Schneegtöckchen thut, läuten Was hats zu bedeuten R RR bein befriedigt. Led antwortete nicht. r sah die strählenden Rticgen des jungen Mädchens und der triumphierende Austuf „Was hatts zu bedeuten schien ihm tiefer und reicher zu sein, als daß er durch irgend ein ftlüchtiges leeres Wort Sesie Sauber verhrieben, deit. Slese. üchen ebenscechn übten. de weiter man kam desto zahleicher wurden die Boten des Frühlings und wie man jetzt im Thale sich denere bei Aluschka näherte, ging der Weg zwischen Gartenanlagen dahin, in denen die Aprikosenbäume blühten und Gärtner in leichter Kleidung Frühlingsarbeiten venichteten. Die Pelze wurden zu eng und heiß und wie der Wagen in Aluschka vor einem Gasthause hielt, ließ man sie auf dem Wagensitz und promenierte behaglich in der linden Lust. An andern Tage erreichte man Jalta, das teizende Slensähdiche# Scharzen. Mber, ee Rede stehenden, mit währer christlicher Gesinnung unverträglich sind und daß daher das beanspruchte vermeintliche Christentum ein irriges auf Selbsttäuschung beruhendes ist. Wir würden es aber mit Freuden begrüßen, wenn wir uns geirrt haben sollten, und das thatsächliche Verhalten jener Kreise uns eines besseren belehren wollte. Wir schließen daher mit dem Wunsche, daß diese versuchte Klarstellung ein für beide Teile ermünschtes Ergebris haben möchte.###. deutschen Vereins den Mißbrauch geistiger Getränke für den Bezirk Unter-Elsaß. Originalbericht des„Volks=.) S Straßburg i. Elst 20. Jau. Der„Deutsche Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke fur den Bezirk Unter=Elsaß hielt hier seine Generalversammlung ab. Im Anschluß an dieselbe fanden zum ersteumale öffentliche Vorträge von seiten einzelner Vereinsmitglieder statt. Zahlreiche Gäste, besonders auch namhafte Vertreter der Regierung, hatten sich eingefunden Prof. Mücler vom hiesigen Priesterseminar, der Vorsitzende gab zunächst einleitende orientierende Bemerkungen. Nicht absolute Enthaltung von alkoholischen Getränken werde durch den Verein angestrebt, sondern nur der Mißbrauch solle bekämpft werden. Es handele sich um einen Ideenkampf, zu welchem die gesamte Presse als Bundesgenosse aufgerufen werde. Bessere Sitten bessere Einrichtungen, Trinkerheilanstalten müßten als erwünscht gelten. Besonders aber sei der Einfluß der Religion nach dieser Richtung hin geltend zu machen Mit einem waren Appell, besonders an die Geistlichen, schloß der Redner Universitätsprofessor Dr. Heimberger gab dann einen lehrreichen Ueberblick über die Maßnahmen, welche von der Regierung nach dem neuen bürgerlichen Gesetzbuch gegen das Laster der Trunksucht getroffen werden können. Die Statistil weist nach, daß ein ungemein hoher Prozentsatz von Verbrechen auf den Alkohol als letzte Quelle Zzurückzuführen sei Schon deshalb ist es im Interesse der öffentlichen Sicherheit geboten diesem schlimmen Feind energisch auf den Leib zu rücken. Die gesetzlichen Maßregeln sind teils präventiv teils repressiv Gelegenheit macht Diebe, aber auch Trinker. Die Versuchung sei naturlich viel größer, wenn alle 3 Häuser ein Wirtshaus steht, statt in jeder dritten Sttaße Somit sei die Konzession zur Führung einer Schentwwirtschaft seitens der Behörde möglichst zu erschweren, die Potizeistnde besser innezühalten. Wie beim Militär sollte im Falle eines Vergehens auch vor dem bürgerlichen Gericht die Trunksucht nicht als Milderungsgrund gelten, sondern gerade erschwerend ins Gewicht fallen. Solche Auschauung würde manchen abschrecken. Nach dem neuen Gesetzbuch wird erfreulicherweise das Eutmündigungsverfahren gegen einen Trinker Stleichten dasselbe tann eingeleitet werden wenn der Ruin der Familie est droht, nicht wie bisher wenn derselbe bereits eingetreten Alich die Unterbringung Teunksüchtiger in Heilstätten werde durch die Gesetzgebung befordert Freilich so schloß der Vortragende, wir dürfen keineswegs alles Heil vom Staate erwarten Selbsthilfe, vereintes Vorgehen chue uot. Dann wird man auch wieder fagen können, was Tacitus über unsere Vorfahren geäußer Dort vermögen gute Sitten mehr als anderswo gute Gesetze Schließlich beleuchtete Dr. Vorster Direktor der elsässischen Irrenanstalt Stephansfeld, die Frage vom arztlichen Standptrikte aus. Die Zahl der Geisteskrauken infölge von Trunksücht sei 10 Prozent im Elsaß, eine im Vergleich mit anderen Landesteiten überaus hohe Ziffer. Wende man ein in einem so reich gesegueten Weinlande gehe das nicht anders, so treffe das nicht zu Anderswo steht es besser Und bleibt es hier so so würde der Segen sich zum Fluch umwandeln. Besonders bemerkenswert waren die Ausführungen des sachkundigen Refenenten über die zerstorenden Wirkungen des Lasters auf die Nachkommenschaft Daß dadurch dem Lande eite ungeheure Kranzes schöner Ortschaften an dem Südufer der Krim von Feodosic bis Sewastopol die bedeutendste Blume ist Nachdem man hier Erkündigungen über die Preise und Lebensverhältnisse eingezogen und zur Erkenntnis gekommen war daß hier der Aufenthalt zu teuer sei, galt es in der Umgegend einen passenden Wohnort zu suchen. Leo besuchte denn auch im Auftrage der Damen alle Güter und Besitzungen nach beiden Seiten hin, die in passender Entfernung von der Stadt und dem Meer lagen und fand endlich in###e das Gewünschte. ##ime gehörte einem russtischen Edelmanne, der für gewöhnlich in Petersburg oder Paris lebte und sein Gut vönt einem alten deutschen Gärtner verwalten ließ. In der Gärinerswohnung nun war noch Platz, obwohl in einem Zimmer schon ein junger Mann aus dem Norden sich einFemietet hatte. Neben ihm bezog Leo ein schmales Zimmer unter dem Dach während die Damen neben der Wohnstubhe des Gärtners zwei Zimmerchen bekamen. Man hatte für mätzige Zahlung auch gleich Kost und Bedienung und Sie Möglichteit im schönen herrschaftlichen Garten sich zu ergehen oder vom Felsufer aus den vollen Anblick auf das stcsestätische Meser zu genießen. Die Mahlzeiten nahmen alle Mieter mit der Famille des Hauswirts ein begann eine At idyllischen Stillebens im## ine für Leo, wie er es noch nie genossen hatte. Morgens wenn noch ein feuchter Dunsthauch über dem Afer und Garten lag, stieg er einige hundert Fuß hinter dem Hause hinauf, wvo freiere weite Aussicht über die umtiegenden Ortschaften und Thalschluchten sich bot, und konnte dont auf der Steineinfassung einer Bergquelle lange sitzen und die entzückende Aussicht bewundern. Hob sichHann der Nebelschleien vom Garten zu seinen Füßen, s# Bus M aee e Nachher machte man gemeinsame Spaziergänge oder die Damen beschäftigten sich mit Handarbeiten, während Beb aus Fräulein Michelbeins mitgebrachter Bibliother ettyas Gutes vorlesen mußte. Daß das alte Fräulein die Lektiüe für ihn auserwählte und an den betreffenden Stellen gern noch nähere Nutzanwendungen und ausführlsche Seshrschtiuch zubrinchen#chie, chen Geldschuld erwachse, wäre nicht das Schlimmste, immerhin aber auch zu bedenken. In England hat man den Unterhalt einer ganzen durch Alkohol zerstörten Familie auf 5 Millionen berechnet Besonders Idiotie und Epilepsie stehen oft in engem Zusammenhang mit dem unmäßigen Alkoholgenuß.„Alkohol in jeder Form ist ein schweres Nervengift wirkt deshalb besonders schädlich auf das zarte Nervensystem von Kindern, denen man grundsätzlich kein geistiges Getränk verabreichen sollte. In dieser Beziehung herrsche besonders auf dem Lande eine geradezu bodenlose Unwissenheit. Systematisch werden vielfach die Kleinsten an den Reiz des Alkohols gewöhnt, d. h. aber in ihrer Entwickelung gehemmt, geistig und körperlich entkräftet. Zum Schlusse wandte sich Redner warnend an die Anwesenden, doch auf sich selbst zu achten. Der Alkohol gehöre zu den Giften, die nach und nach immer stärkeres Bedürfnis hervorrufen vermöge ihres unheimlichen Reizes. Jeder Säufer sei früher einmal ein mäßiger Trinker gewesen. So viel über diese anregenden Vorträge, welche keine weitere Disküssion hervorriefen, gewiß aber nicht ohne Segenswirkung verhallten. Wird auch durch äußerliche gesetzliche Mittel und Vereinsmaßregeln das Laster der Trunksucht niemals mit Stumpf und Stiel ausgerottet, so kann doch viel dadurch verhütet und gemildert werden. Die öffentliche Meinung wird durch solche Warnungsrufe, sowie durch das gute Beispiel der Mäßigkeitsfreunde beeinflußt. Das ist schon viel wert. Jeder wahre Volksfreund müßte somit den Bestrebungen der Mäßigkeitsvereine wohlwollend gegenüber stehen und die gute Sache mit Wort und That unterstitzen. Siegen, den 20. Januar — Die Auswanderung der russischen Bauern nach Sibirien nimmt seit einiger Zeit einen Umfang an, der nachgerade bedenklich wird. In den letzten beiden Jahren haben annähernd 200.000 bäuerliche Personen, Männer, Weiber und Kinder die Station Tscheljabinsk(den westlichen Anfangspunkt der großen sibirischen Eisenbahn) passiert, um sich in Sibirien anzusiedeln. Der Hauptstrom wendet sich nach den Gouvernements Tomsk, Tobolks, Irkutsl und Semipalatinsk bis an die chinesische Grenze. Die Besiedelung ist aber eine ganz planlose und alle Versuche der russischen Regierung diesem Auswanderungsstrome eine gewisse Richtung zu geben und die Anfiedelung zweckentsprechend zu organisieren, sind bisher erfölglos geblieben. Die ersten Auswanderer nach Sibirien waren immer noch leidlich bemittelt und vielfach auch geschickte Landwirte. Jetzt mischen sich aber in die Scharen der Auswanderer schon große Massen des ländlichen Proletariats, die gerade noch die Reise bestreiten können, aber an ihrem Ankunftsorte so gut wie mittellos dastehen. Diese Leute##d natürlich nicht im Stande, neue Ansiedelungen zu begil den und fallen vielfach den sibirischen Behörden zur Last. Die meisten Auswanderer kommen aus den mittleren russischen Gouvernements, ein geringerer Teil aus den westlichen Gouvernements Minsk, Witebsk, Mohylew. Ganz gering ist die Auswanderung aus den westlichen Grenz=Gouvernements nach Sibirien. Eine Freude für die Ausländer muß es jetzt sein wenn sie die Freisinnige Zeitung zu Gesicht bekommen. Fast in jeder Nummer werden die Schäden unseres besammernswerten Vaterlandes aufgedeckt. Der Kolonialbesitz wird schmählich herabgesetzt, die„Weltmachtpolitik“ lächerlich gemacht kurz der Begriff den man im Auslande von Deutschland bekommen müßte, wenn die Darstellungen der Freisinnigen Zig ernst genommen wurden, könnte nur sehr beschämend für uns sein Glücklicherweise würdigt man das Deutsche Reich selbst im Auslande doch noch besser als in der deutschen Demokratie, so bleibt denn das Beschämende guf der„Freistunticgent Zeitung und den ihr gleichgestimmten Blätterur haften der Von unserer Agentur.) Berlin, 19. Jan. Die Stadtverordneten=Versammlung beschästigte sich in ihrer gestrigen öffentlichen Sitzung vorwiegend mit zwei, die Interessen der Berliner Bürgerschaft hervorragend berührenden Angelegenheiten. Die in den letzten Tagen so viel erörterte Thatsache der Herausbringung gesundheitsschädlichen Fleisches aus dem städtischen Schlachthofe hatte dem Stadtverordneten Singer Veranlassung gegeben, er hatte selbst eigentlich nichts dawider Wie viel er auch früher schon gelesen hatte, so waren ihm doch geistvolle Werke christlicher Schriftsteller ganzlich unbekannt und interessierten ihn in seiner jetzigen Herzensstimmung sehr Nur in der Unterhaltung mied er geflissentlich religiöse Deot klänge Der junge Mann aus Tula, der neben ihm wohnte, hielt sich etwas ferner, denn obschon er auch von deutscher Abstammung war, fiel ihm eine Unterhaltung in deutscher Sprache schwer und sein Ideenkreis war ein so ganz anderer, daß es eigentlich zwischen ihnen wenig Berührungspunkte gab Er war aus einer Militärschule krankheitshalber ausgetreten und beschäftigte sich jetzt in seiner uinfreiwilligen Muße mit botanischen Studien. Ein Lieblingsthema, das er immer wieder auf's Taper brachte, waren leischfreffende Pflanzen. Wenige Werst von Eielime lag ein Gut, das einem Petersburger Fürsten gehörte, der eben durch einen deutschen Architekten aus Odessa sich ein reizendes Schlaß bauen ließ Dorthin pilgerte Leo auch zuweilen und machte mit dem Architekten und dessen Gehilfen Bekanntschaft, interessierte er sich doch von jeher für Bauzeichnen. Manches Mal brachte er auch ingend eine Arbeit von daher heim, die er aus Gefälligkeit übernommen, und konnte dann den ganzen Tag über seiner Zeichnung sitzen, bis die Damen ihn zu einem Spaziergange abholten. Tage und Wochen gingen dahin und man hätte es kaum gemerkt, wenn nicht die rings erwachende Natur mit Blüttenduft und Vogellied laut genug vom Frühlingseinzug gepredigt hätte Zwischen Leo und Emilie machte sich die nähere Bekanntschaft wie von selbst und er war ftoh, daß sie kindisch und unbefangen mit ihm wie mit einem Freunde Mche Es war ein besonders lieblicher Abend, als man seinen Thee auf der Veranda zu trinken beschlossen hatte. Der alte Gärtner Martel, hatte sich eine echt deutsche Pfeise gestopft und erzählte seinen Gästen von den Heldenthaten eines tatarischen Räutbers Alim, der vor einigen Jahrzehnten die ganze Krim beunrüchigt hätte. Whch in einent dringenden Antags den Magistrat zu ersüchen, die uchwendigen Maßregeln zu treffen, um einer Wiederholung solcher Vorkommnisse vorzubeugen Oberbürgermeister Eirschner betonte, daß die Sache nicht die städtische Verwaltung treffe, da die Kontrolle über die betr. Anstalt, in welcher die Durchstechereien vorgekommen, der Polizei zustehe. Es sei alles geschehen, um die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen, auch seien alle Maßregeln getroffen um einer Wiederholung solcher Mißstände vorzubeugen. Stadtverordneter Singer erklärte sich durch diese Auskunft für befriedigt und zog seinen Antrag zurück. Eine lange und eingehende Erörterung rief die Berichterstattung des Ausschusses über den Antrag Ullstein u. Gen. betr. die Herabsetzung des Preises für Leuchtgas hervor. Der Ausschuß empfahl, den Magistrat zu ersuchen, vom 1 April d. J. ab für jegliches Gas einen Einheitspreis von 12 Pf. für das Kubikmeter einzuführen. Zu diesem Antrage, der eine Erhöhung des jetzigen Preises des für gewerbliche Zwecke und zum Kochen benutzten Gases(10 Pf.) einschließt, wurden aus der Mitte der Versammlung zahlreiche Abänderungsanträge gestellt. Bei der Abstimmung wurde aber der Ausschußantrag unter Ablehnung aller übrigen Anträge mit 101 gegen 3 Stimmen angenommen. Wie kirchlich liberale Kreise in ihten Parochialvereinen in Berlin Jahresfeste seiern, zeigt folgender, heute morgen in einem sehr bekannten Lokalblatt enthaltene Bericht, der sicherlich nicht von Parteilichkeit diktiert ist: „Emmausgemeinde. Der kirchlich=liberale Parochialverein von Emmaus feierte gestern abend sein zweites Stiftungsfest in dem Konzerthaus Sanssouei. Der große Saal war dicht gefüllt und die Festteilnehmer lauschten mit gespannter Aufmerksamkeit Hoffmanns Norddeutschen Sängern. Die Festrede hielt Herr Rektor Noack, Nach Erledigung des offiziellen Festprogramms wurde flott getanzt und zwar sehr lange.“ Dieses Bild paßt übrigens auch ganz genaut in den Rahmen der bekannten Vorgänge in der Thomasgemeinde, wo während des Gottesdienstes die Wähler in einem Restaurant versammelt, gehörig mit Bier traktiert und dann in einen Kremser verladen wurden, um zur Eintragung in die Wählerlisten spediert zu werden. Die Zivilgarderobe des deutschen Kaisers wird von der Firma Robrecht in der Jägerstraße geliefert. Es kann wohl keinem Zweifel unterliegen, daß die Firma von ihrem hohen Kunden die denkbar besten Preise erhält. Trotzdem kommt es vor, daß die Heimarbeiter, welche die Kleidungsstücke für den Kaiser anfertigen, weit niedriger entlohnt werden, als es nach dem Tarif, der für Arbeiten dieser Qualität von den feinen Maßgeschäften gezahlt wird, der Fall sein sollte. Dies rührt daher, daß die Firma Robrecht ihre Aufträge an einen Zwischenmeister giebt, der sie oftmals wieder einem anderen Zwischenmeister überträgt, von dem aus sie endlich in die Hand des Heimarbeiters kommen. Von dem taufmäßigen Preise, den Robrecht dem betreffenden Schneider bewilligt, bleibt bei der Weitergabe der Arbeit natürlich in der Hand eines jeden Zwischenmeisters etwas hangen, und so erklärt es sich, daß ein heimarbeitender Schneider, der im November vorigen Jahres einen Winterpaletot des Kaisers anfertigte, vom Zwischenmeister Kannowsky in der Schutzenstraße für diese Arbeit 16 Mark und für abgestepptes Futter 5 Mark erhielt, während nach dem Tarif 22,50 Mark und 6 Mark zu zahlen sind. Derselbe Arbeiter fertigte in der ersten Woche dieses Monats ein ebenfalls von Robrecht in Auftrag gegebenes, für den Kaiser bestimmtes zweireihiges Jackeit mit Extraarbeit 13,50 Mark an, während der Tarif sir ein solches Jackett ohne Extraarbeit 16.50 Mark vorsieht. Auch ein Beitrag zum Segen der Heimarbeit, der den Hofbeamten, der für die kaiserliche Garderobe zu songen hat, zunm Nachdeitkent verantassen solte, benenkt iutik Recht der Vorwärts“ dazu. Die Berliner Paketfahrt=Aktiengesellschaft, die bekanntlich am 1. April d. I. die Briefe, Drucksachen= und Geldbeförderung einstellen muß, wird nicht aufgelöst, sondern unter ihrem alten Namen als Transport und Speditionsgesellschaft bestehen bleiben. Die Gesellschaft wird die Paketbeförderung für Berlin und die Vororte erweitert. Die Mteise süur die Pakethbeförderunge ollene iedoch wie unts mitgeteilt wird, eine Erhöhung erfahren. Bei einem Kriegerkommers zum Gedachtnis der Versailler Kaiserproklamation gedachte der Oberpräsident in Kassel Graf v. ZedlitzTrützschler in einem Toast auf Heer und Marine mit Wärme „jenes stammverwandten Brudervotkes im fernen Süden, das jetzt alles setzt um seine Ehre“. Er fügt hinzu.„Gott wolle ihm beistehen inseitzem heldenhaften Ringen. Bei der offizfellen Stellung des hohen Staatsbeamten ist diese Aeußerung bemerkenswert. Wie die„Post mitteilt, ist der Reichstagsabgeordsete Freiher v. Stumm aus Gestndheitsrücksichten Zu nrehhutongtigen Rüfenthalt nach Italien abgereist. TFc A en n Schwester des Kaisels, der Prinzessin Margareihe von Preußen, vermählt, ist von seinem bisherigen Wohnsitze Schloß Rumpenheim in Hessen mit seiner Familie und dem Hofstaate nach Frankfurt a. M. übergesiedelt. Wie wohl noch erinnetlich, teat der Prinz vor einiger Zeit als Hauptmann in das in Frankfurt garnisonierende Infanterieregiment Nr. 81 ein Schloß Numpenhein wird nunmehr vor der Hand verlassen sein und nur während der Sohtsterntongte von den Prinzlichen Heruschaften bewohnt werden. bei Ueberwpindung ihres Lasters helfen will hatte ächse neuesten Statistik eine Vermehrung von 5 Seisvereinen und tund 3200 Vereinsgenossen. Es bestanden in der Schei 341 Outsvereine mit 14 358 Mitgliedern und Anhöngenn Deutschland 133 Vereine mit 6040, in Dänemar# 8 Vereine mit 500, in Ungarn 10 Vereine mit 248, tit. Palästing Verein mit 11, in Frankreich 54 Vereine mit 1861 in Belzien 8 Vereine mit 226 Anhängern. Von den 60/70 Michliedenn in Deutschland waren 3698 Männe= und 2572 Frauen, gewesene Triuter wanen 1773 Von diesen letzteren haben 926 ein Jahr lang 130 fün Jahre,#ehn Fahre die Enthaltsamkeit von allen geistigen Gerräten durchgeführ Blaue Kreuz verdient alleitige Unterstützung. Es läßt sich nicht leignen duß der übermäßige Alkoholgenß vielfach die Wurzel des sozialen Elends ist gauz, abgesehen dason, daß der Srinter meistens den ewigen Verderben eimfallt. Raiffeisen Vereine V# Jah zu Sah wächst die Zahlder Raiffersenschen Spch und SVerennnd immer mehr werden die reichen Segungen erchm und geswündigt, die diese Vereine sur die einzelten Mitglieder für gauze Gemeinden haben. Un so bedauerliche ist die Wahrnchthung, daß neuerd#ugs Pasto## und Lchre die sich Getelttmiltg in den Dieust dieser Genossenschaften stellen### verschiedenen Seiten heftige Anguisfe erschten Zum Glück sehli es nicht an Stimmen, die solche Angr rechte Lich bchen So beitertte auf dem letzten Verbandstag Bana Geueratuperintendent Lahr=Kassel„Angesichts der hitzigen Bechmpfig die Ihnen entgegentritt und der neuerdiug ecen Jlre Bestrebtugen sgeendeten Pfeile ist es Besrns Ihnen von Angesicht zu Angesicht bezeugen Schmen, daß das Kirchenregiment nicht den geringsten Autaß gestnden hat in dem Vertrauen zu den Pfarren Lehren ud Förderenn der Sache, die uns heute hier versammelt wochhtend zu werden Mit wachsamen Augen werden die Preßherichte enhae Vverf#g edech tein## B#handen##ß nach oben eine andere Stellung zu der Sache eticgensoen#d ie bisher Namenttich den He##n Pfarrern und Lehnrern möchte ich zurüfen Lassen Sie sich Ihr Wert nicht verbitten daduch, deß man immer wieden tocht und sagt, der und der Pfamer oder Lehrer t#eih Hndel eie haben nlicht ul den Ber#sh auf den Felde des schistlichen Lehens zu bechätigen#nden#uh eu e#ichten##ie auf wirtschafttichen Geben m Deshch ung weiten enSe denann cchesuf dem Bauterssichzitd liegt, der seieste Utsache Zuhteite eir denn großen Mißtrauen findet. Der Grundgedanke des Werkes von Vater Raiffeisen bleibt noch immer der„Einer trage des Andern Last! Und seien Sie überzeugt, daß die Beziehungen welche die Bestrebungen nach dem gemeinschaftlichen Ziel zwischen den verschiedenen Konfessionen Berufsarten und Lebenskreisen knupfen zum Segen ausschlagen werden. Möchten doch die Feinde jener guten Sache diese Worte aus berufenem Munde beherzigen. Rh. u. Darmstadt, 17. Jan. Auf Einladung des hiefigen christlich=sozialen Vereins hielt gestern abend Herr Hosprediger Stöcker aus Berlin den bereits angekündigten Vortrag:„An der Wende des Jahrhunderts im„Kaisersagl ab. Der Saal war überfüllt und viele mußten den Vortrag stehend anhören, es waren dazu auch sehr viele Damen erschienen Namens des Vereins eroffnete Herr Pfarrer Stamm von Stockstadtdie Versammlung mit einer die Entwickelung und Bestrebungen der christlich=sozialen Partei darlegenden Ansprache, die er mit einem von der Versammlung begeisterr aufgenommenen Hoch auf Sr. Maj, den Kaiser und Sr. Kgl. Hoh. den Großherzog schloß Hierauf sprach Herr Hofprediger Stöcker in bekannter Redegewandheit über sein Thema etwa Stunde. Das vorflossene Jahrhundert ist das bedeutendste zu nennen, das dem deutschen Volke beschieden war und das wichtigste für die evangelische Kirche abgesehen von den Reformationszeiten Aus den allertrübsten Anfängen ist etwas Herrliches geworden und so haben wir keinen Grund zu verzagen. Das deutsche Volk hat sich mit vielen Kämpfen zur Einheit durchgerungen. Eine wunderbaue Entfaltung des deutschen Geistes auch in religicser Beziehung war zu bemerken von und im Krieg 1870 war diese religiöse Strömung mit ein Hauptgrund unserer Siege Zu bedauern ist, daß die religiose Bedeutung unserer Siege in keinen der vielen Bücher erwähnt wurde die anläßlich des 25jährigen Jubiläums des Krieges erschienen sind Wir dürsen auch das 19 Jahrhundent das Jahrhundert der Mission nennen denn die veligiöse Steimung hat die Oberhand gewonnen Redner erwährte ferner die ThätigkeitWicherns, des großen Prapheten der inneren Mission, derals Erster die soziale Frage voraussah.„Was uns nbt thut ist. christliche uund soziale Wiedergebur Wicherns Schöpfung ist auch der firchlich=soziale Kongreß, der heute tausend Mitglieder zählt und welcher für eine Volkskiuche eintrit, die freivom Staat ist, denn eine Religion unter Staatsaufsicht t##n nicht gedeihen. Die soziale Frage mit christlichen Gedanken zu durchdringen, das isteiner der Haupterfolge des vergangenen Jahrhunderts. Der Materialismus, der einige Jahrzehnte unser Leben beherrschte, ist immer mehr im Scheiden begriffen und der Idealismus kommt wieder zu seinem Rechte. Der früher erlangten veligichsen und rechtlichen Gleichheit ist durch die Volksschule die Gleichheit der Bildungsmöglichtei und durch das allgemeine Wahlrecht die politische mit Rechtgefolgt. Eine wirtschaftliche Gleichheit wird niemals vollständig durchführbar sein, wohl aber muß die Mammonswirtschaft mehr und mehr eingedämmt und für die Armen und Schwachen müssen erträglichere Verhältnisse geschaffen werden. Dies sei Aufgabe des neuen Jahrhunderts. Der Lösung der sozialen Frage müssen im neuen Jahrhundert die Kräfte allen gelten, der Erfolg kann alsdann nicht ausbleiben Donnernder Beifall wunde dem Vortragen den zu teil. Da Her Hofprediger Stücker alsbald nach Berlin acbhreisen mußte, schloß der Vorsitzende mit Dankesworten die Versammtung. Die Mitglieder der Partei vereinigten sich noch mit den auswärtigen Gesinnungsgenossen und wurdehierbei noch manches nützliche Wort geredet. Der Vortrag hat wieder einige neue Mitglieder dem Verein zugeführt. schchäsche eschicheted ehechhche, e e surt einen Vorttag halten. Frankfurt a. Mse, 206. Jau. Mstf Einlihdung des Vereins Christlich= Sozigten srach Her Reichstagsabgebrdiete Höfpredigen# Stöcker in üverfüllten Florasaal in der Rotsiutstraße über den Erttag des 19. Jahrhunderts für Volk ind Kirche Er ist mit diesem Ertrage in allgemeinen zufrieden Er ziehr dieses Facit schon jetzt, obgleich für ihn tein Zweife bestehl, daß wir uns erst im letzten Jahr des scheidenden Sckulums befinden Trotz viele dunkten Punkte im Junern des Voltsleben is, wie Stöcker meint das 19. Jahrhundert das bedentendste, dus dem deutschen Volke beschieden war, das wichtichste für die evangelische Kirche, abgesehen von den Reformationszeiten. Was uns not thut, ist christliche und soziale Wiedergebirt Lange Zeit that die Regieruug nichts in Bezich auf die Sozialdemokratte bis endlich die Attentate zu Eude der stebziger Jahre die Luft reinigten und Klavheit schafften. Man dauf aber nicht vergessen daß in der Sozialdemgkratie mit ihren häßlichen Auswuchen sruchtbringende Korner liegen. Die letzten Worte des Kaisers vom Austobenlassen geben im wesentlichen die Anschauttug wieder, die worr Christlich=Sozialen schont lange hegen#reilich itüssen neben den technischen Hochschulen noch andere an der Löhstug der soziglen Aufgabe mitwirten Kirche Familie Voiksschule##nd v#r allein die Personlichteit. Das soziche Shema spann der Redner noch weiter aus und erörterte dann des längeren wie jetzt etie tiese Bewegung nach Erkenntnis und Heil sich gettend macht, ein lebendiges Christentih, wie der Matenalismus, der einige Jahrzehnte uer Leben beherrichte ec wissentschaftlich Gbgethan stud die Nchtürhswpisen schaft auf den Rückseg begriffen ist und wie auf den terialismus der Ideatsmus kommt. Wein wvir freilich etwägen, daß in Bertin jährlich mehr als 1000 Shen geschieden und 500 Selbstmarde angemeldet werden, daß zahlreiche Lustmorde vorkommen so stellt uns das nur neue Nusgaben Die Sehtändigtet der#che giebt uins die Mit#e# mit Aussicht auf Erfolg an sie heranzutteten wenn in ctüch vieles fehlt, so um nur eins zu nennen das Recht bei Kg he müssen aber Zeit haben Zum Schluß polemisiterte Stöcker wider die liberale Theotogie aber auch gegen diesenige die die am Alten feschält, die moderne Reformbedirsnisse nicht verstecht. Viel= Licht und die Schatten brachte uus das Jahrhundert, was wir aber erfahren ist so bedentend, daß wir Thoren wären wenn wir nicht mit großen Hoffnungen den neuen Zeiten entgegenschauen wurden. Da nu Freunde des Veretis eingeladen waren, fand eine eigentliche Distussicn nicht statt Lediglich Pfarrer Wahl=Langen ergriffedas Wort. Er nühmte Stäcker mahnte zu Selbstzicht und eisene wider die durch und durch vergiftete Presse und Litteratur mit ihren Abgrundtiefen Stöcker selbst swrach in seinem Schlußwon begeisten von einigen deutschen Gegenden, wo des Wort=Gottes noch lebendig ist, von seinen Siegene Reichstagswahlrreise dessen Secco=Arbeite von Umsturz und Acheismus durchaus bewahrt sind, und von seinen Landtagstreis. Wie gegen den Feind auf dem Schlachtfetd so müssen wir nuch in Innern stächter sein, den Sptrichits, Sortitichihle bechätigen den Hengstenberg auf dem Sterbelagen dem deutschen Völke gewünscht he Die Veischmtung wrd n einem Höch auf Kaiser id Sareren e en nach u Stchkerne a s scs Aus Minden=Ravensberg und Umgegend, 20. Jan. Am Mittwoch fand unter Leitung des Generalmajors WerneburgMinden in der Gegend des letzten Kaisermanövertages 1898 bei Horst(zwischen Bahnhof Löhne und Wulferdingsen eine größere militärische Uebung statt. Die Nordabteilung bestand, der„Wests. Zig zufolge, aus den älteren Mannschaften des 15 Iufanterie Regiments, des 10. Pionier= und 7 Jägerbataillons Kommandeu war Oberstleutnant Graf v. Bünau vom Jägerbataillon die Südabteilung stellte einen markierten Feind dar und wurde vom 2. Bataillon des 55. Infauterie=Regiments gebildet, unter Führung des Majors v. Bötticher Auf jeder Seite war noch ein Zug des satenregiments eingestellt. Beide Detachements waren als rechte bezw linke Seitendecklingen gedacht. Die Nordabteilung marschierte von Dehme über Wöhren, Schnelliugsen auf Horst, die Südtruppen von Haus Beck=Besebruch auf Horst. Letztere Abteilung wurde bei Horst angegriffen und zurückgeworfen. Nach dem Gefecht stellten die 55 und Jäger Vorposten. Die beiden Truppen wurden gestern einquartiert und treten heuteden Rückmarsch an während das 15 Jufanterie Regiment und die Pioniere bereits gestern in die Mindener Garnison ein gerückt sind. Am Dienstag morgen hatte die Ehefrau des Maurers Horstkotte in Amshausen, wohnhaft bei Kolon Hardsland daselbst, das Unglück, als sie an den Brunen trat, um Wasser zu schöpfen auszugleiten und in denselben zu fallen. Zum Glück kam bald darauf der mann ebenfalls zum Brunnen um Wasser zu holen, und gewahrte seine Frau darin bis an den Kopf im Wasser stehend So konnte sie sofort gerette werden Ueberfallen und schwer verletzt wurde am Dienstag abend zwischen und 8 Uhr auf der Kreischaussee Enger=Werther der Ackerbürger Heinrich Dunkelau aus Enger welcher außer den vielen beigebrachten Kopfwunden auch noch das linke Ohr fast vollständig abgehauten wünde. Die Thäter(drei Personen sind trotz der eifrigsten Untersuchung und der sofort eingeleiteten Verfolgung bis jetzt nicht ermittelt. Eutgleist ist der Zug der WallückeKleinbahn und zwar in der Nähe von Schnathorst. Die Reisenden sahen sich zum Teil genötigt, die Reise zu Fuß fortzusetzen Verletzungen von Personen sind nicht vorgekommen. Die Möllersche Wirtschaft in Mennighüffen ist. durch Kauf in den Bestz des Tischlers Wilhelm Dettmer in Ennigloh ubergegangen. In einer der letzten Nüchte gegen2 Uhr stand die neue große Oekonomescheune des Meiephofes in Lahde, die über 100 Fuder Sttoh und Heu barg, in Flammen und wurde völlig eingenschert. Für die Buren veranstaltet der Turnverein Germanig in Padervorn in seiner Turnhalle am nächsten Sonntag eine Abendunterhaltung deren Reinertrag dem„Verein zum roten Kreuz überwiesen werden soll. Am Mittwoch abend ist der Hoboift Kämpffert von 15 Justr=Regt in Minden mehreren Messerhelden zum Opfer gefallen. Er erhielt einen tiefen, lebensgefährlichen Stich in die linke Halsseite und ertitt einen furchtbaren Blutverlust. Dem Schwerverwundeten koniten glücklicherwerse bald vom Oberstabsarzt Schmidt Hilfe gebracht werden später erfolgte die Ueberführung zum Garnison=Lazarett, woselbst sich mehrere Aerzte stundenlang um den in tiefster Ohnmacht Liegenden bemühten. Die an der Blutthat Vereiligten hatten dem K ohne Grund das Seitengewehr enthisen. Als dieser dasselbe zurückforderte tam es in Gegenwert anderer Personen zum Handgemenge, wobei K den Stich erhielt. Der Arbeiter Wehling würde über##her den lebensgefährlichen Stich ausgeführt zu haben. Der Verbrecher wurde eingelocht. In der Kirchengemeinde Eidinghauten wird am 1. u. Mits der Schulunterricht in zwei neu ertichteten Schulstellen beginnen. Wie die„Westf. Bio. nelde ersechen auf dem Hahnentamp Herr Lehrer Kruse in Schmalge bei Rahden ausersehen, während die zweite Stelle in WersteI Herrn Lehrer Schürmann zu Rehme übertragen werden soll. Nach der neuen Schule in Hahnenkanp werden von Eidinghausen 82 und von Dehne 2 Schultinder und nach Werste I. Kinder von Eidinghause und Werste überwiesen Außerdem ist für die Schule in Sidinchauen wegen Ueberfillung noch weitere Entlastung ersorderlich Bestohlen wurde seit längerer Zeit der Kaufmann G an der Luöberstraße in Herford. Kleidungsstücke, Nahrungssitte####en abhanden Es hat sich jetzt herausgestellt, daß die Dienstmags die Diebin ist. Sie hat den auf #00Mer geschätzten Raub einer Freundin übergeben welche sie zu den Diehstähten verleitete. Von 6 Kerlen überfallen wurde an der Göbenstraße in Herford der Aubeiter M. Erst als sie den aumen Mann weidlich durchgeprugelt hatten, erkannten die Patrone, daß die einem auderen zugedachten Schtüge an eine unrichtige Adresse gelangt waren worauf sie unter höflicher Entschuldigung von ihrem Opfer abließen. Bei der Neuwahl des Vorstandes des Kriegervereins in Gad derbaun wurden gewählt bezw wiedergewählt zum Vorsitzenden Fabrikant Hermann Brune zum Schrifführer Herr Verwalter Schiebeck zum Kassiere Herr Amtsdiener Wetzter sowie zu deren Stellvertretern die Herren SchneiderMöller iu Asemissen ging für den Preis von 9060 Mi. in den Besitz des Kaufmanns Asemissen in Oerlinghaien über e es Muee Pesen e en rat Alb.=Meyer=Portn zum Vorsitzenden und Fabrikant Lücking= Oehnhausen zum stellvertretenden Vorsitzenden wiedergewählt Die Schule der höheren Knabenschute in Bunde besuchten I n mund In Detmol berstard am Donnerstag morgen einer der altesten Beamten des Lippischen Landes der Geh. Nen n e Vestene B n n SDeimotd gehoren Am Jannen 189 ttat er in den Ruhestand Am Donnerstag morhen wurde der Zimmermeister # in Btomberg welcher seit drei Tagen von seiner Gamilte fort war, von einem seiner Gehilfen in einem auf dem Zimmenplatze stehenden Hauschen erhchgt aufgefunden Was dei gerichteiehn. Mechitre aie. dieser utigeicktlichen, Shat Betchhtoße R ce n Schluß des redaktionellen Teits ietennchhseien Mete Auen Biligste Bezugs guelte durchaus solider Schuhwaren. bei 99 Sehes eisse-asche anane Lettermanns Saimiak- Terpentin- Tettlaugenmenl Die Teusmmanne ss=B uer Kce Smmmgder 150 B n