Nr 5. Siegen, Freitag, den 19. Januar 1900. 12. Jahrgang. Die Zeitung„Das Volk“ erscheint an jedem Wochentage abends. Bestellungen sind bei dem entsprechenden Postamte(Nr. 7728 der Zeitungsliste) oder beim Landbriefträger anzubringen. Bestellungen für Siegen nimut außer der Post die Geschäftsstelle, entgegen Preis vierteljährlich ür die Stadtabonnenten M. 1,25 frei ins Haus 40 Pf. mehr, ##ir alle Postabonnenten M. 1.35 frei ins Haus 40 Pf, mehr. Siegen: Schriftleituug und Geschäftsstelle: Sandstraße 18. omseheluschasbt N. 3455. Berlin: Agenkur: NIV, Klopskockstraße 7. (D. v. Oertzen.) Duch die Zeitung„Das Volk finden Anzeigen weiteste Verbreitung im kaufähigen Publikum des ganzen Reiches. Preis der 5 gespaltenen Petitzeile für die Provinzen Rheinland und Westfalen, Hessen=Nassau und das Großherzogtum Hessen 10 Pfg.; für das übrige Reich 25 Pfg. Aufträge sind gefälligst der Geschäftsstelle oder durch ein Anzeigen=Vermittelungs=Geschäft zu erteilen. Sesta e. au au, au e au, a e gee e hhe ealhe Behnesh uns cdhen ehe Kenete, Saihen, Piten Verein Berlin Friag, den 19. Jauar 10, Gbads a Abr. Grosse Versammlung in der ronhalle, Friedrichstrasse 112. 8e 1 „Kann ein Christ Sozialdemokrat Sein Rieferent Herr Reichstagsabgeordneter Hofprediger a. 9. Stöcken Die Mitglieder werden gebeten vollzählig zu erscheinen und Freunde mitzubringen. Damen sind herzlich willkommen. J Auftr. Wartenberg. Das Bureau, der christlich=sozialen Wartet, Vereir Verlite, Ghesbe=Se 26 Behufs engeren Zusammenschlusses werden Leser des„Volk“ aus anzig un gegend gebeten, gest. ihre Adressen an Rittergutsbesitzer v. Belou in Pelzau bei Rheda(Westpr.) anzugeben. Pescdaostiche Bodashe Dlies treffliche Se Ozkhke Praris schlilehtschie ce zur Jahreswende mit folgenden Sätzen. „Iu die dunkle Zukunft des 20. Jahrhunderts leiten aus dem Labhrinth der Gegenwart zwei sichere Wege WeltPolitik und###alreschrm Beide nehmen ihren Ausgang von den deutschen Arbeiterverhältnissen und beide haben zum Ziel des Reiches Wohlkfahrt und Macht. Ohne gesunde Zustände im Innern, die eine weise Sozigtreform schafft, keine starke auswärtige Politik; aber eine Politik, die im Auslaude den Erzeugucsten deutschen Fleißes einen sicheren Markt gewinint, hebt zückwirkend guch Einkommen uind Lebenshattlücgder Massen. Für die Sozialreform haben wir in den Kaiserbotschaftenvon 17, November 1881 undvom4 Februgr 1890 Richtung und Ziel des Weges. Das Stück Weges, das wvir bereits zurückgelegt haben, hat uns gleichseitig zu einer beispiellosen Blitte Anferes Gewerbes und unseres Handels geführt, sodaß wir vertrauen dürfen, die soziale Reform sei guch fürder der Hebel des wirtschaftlichen Fortschrites. Der Aufschwung unseres Wirtschaftslebeus aber im Verein mit der Kraft deutscher Kütur möge unser Volk ermütigen, an das Want Herwegbs zu glauben. Du bist der Hirt der großen Völkerherde. Du bist das große Zukunftsvoll der Erde— Driti wtef, den Aufer aus Au der Jahrhundertwende Wöllent wwir uuns des oraguischen Zusaminenhauges von Weltpolitik und Soziglteform bewußt werden, auf daß woir unter der Mühe sund Sorge der Altagsarbeit den Blich für die Pehch iete nuschh usen Dis ist der. Standpithkt, denr stets auch, dos„Volks verseseir hat. Wollen wir ntüsch cußen staer sein, so müssen win den inneren Frieden fürdern und herstellen. Es muß zugegeben werden, daß schon vieles von den, was die Gesetzgebitnig thun kann, geschehen ist, aber viel mehr bleibt doch noch zu veriozrklichen übrig, insonderheit die Hauptsache die OrAckhschtien des Nubeiterstandes. Möchte bald auch biese größte Aufgabe des begonnenen Jahrhundentes in Augriffe Sn een Sei Sachiesschitfänch, der, hschferne eihsen.= Mactstein ih=den Ertischelitich der Aubeitenvensicherung des Deitschen Reichs bilder, als an ihm die Invatidenversicherung in teils neite teils erweiterte Bahnen gelentt ist hat dem Reichsversicherungsamtte Veranlässung gegeben, einen Ueberblick über Einrichtlieng uund Leistunig der Arbeiterversicheruug zu geben. Für die Krankenversicherttug und dabei die Verhältnisse des Sachres 1866 füh Aufalle= urd Sutpglidenberfschentig die des Jahres 1898 zu Grunide getegl Dätach gab es bei der Krckitenthsrischeritniche 8.8 Millionenr Versicherte, wovon 6.9 Millkiosteit Männer und 1.9 Meillionen Frauen waren bei der Unfallversicheruing 1 6.5 Millichnen Versicherte und zwar 12.9 Millionen Männer und 3 8=MillicnenFratten, bei der Inpalidenversicherung 12,7 Millionen Versicherte und zwar#8 4 Miliosien Männer und 4/3 Millionen Frauen. Die Eimnschute für Die gesamte Arbeiterversicherung in den Jahren 1885 bis 189 belief sich aufe 2/9 Milliarden, die Ausgabe auf 2 Milliarden und das Vermögen auf 889.5 Millionen Die Entschädigungsleistungen betrugen für dieselbe bei der Kraitkenverficherung,#2 Milliarden, bei der Untallperficherung 366, a Millionen, bei der Inbalidenversicherung von 1891 bis 189 254/4 Millionen Mi. Die gesamten Entschädigungsleistungen eines Jahres waren von 54, 1 Milliönen im Sahre 1885 auf, 256e Milionen in. Jahre. 89, Gestiegen sund werden in 1899 voraussichtlich 304.5 Millionen betragen haben. Die in den Jahren von 1885 bis 1899 gezahlten Entschädigungen in der ganzen Arbeiterversicherung sind mit 2/4 Milliarden anzusetzen, wovon 1099 Millionen als von den Arbeitgebern, 1164 Millionen als von den Arbeitern und 150 Milliodhen als durch Reichszuschüß, aufgebracht angesechen pesden miühen Diese Ziffern geben, eine Vörstellung von der gußerordentelichen Bedeutung der deutschen sozialen Versicherung. Daß trotzdem die Sozialdemokratie noch zunimmt, ist eine Thatsache, die leider nicht zu leugnen ist, und die auch slicht aufhören wird bis alles was dem vierten Stande nahe steht, gewoumen ist wenn nicht Staat und Gesellschaft die erwähnte Organisation, die man jetzt den Agitatoren überläßt, selbst in die Hand nehmen. Der Drang nach Koalition ist utnausrotthar in die Arbeiterwpelt eingezogen er ist vörhanden, weil er eben notwendig ist der Macht des Kapitals gegenüber. Wenn die dazu Berüfenen diesen Drang der Volksseele nicht merken, ihren Schrei nicht hören wollen, so kommen statt ihrer die Unberufenen und schäffen in ihrer Weise, was Andere verschumten. Und die Berufenen haben dann wirklich kein größes Recht, nach Polizei und Strafgesetz zu rufen um sich der politisch und wirtschaftlich Unbequemen zu erwehren. Einer der erwähnten Erfolgen der Sozialdemokratte ist 3. B. in Neu ß=Greiz zu verzeichnen. Das Ergebnis der dieser gegeben. Es wählten 39.2 pEn der Wählerschaft, Und zwar Behute 6g2 Bct, Arbeitelk 46=2 Ct ud sonftiche, Vürgek schaft 289 PEt. Das Ergebns war, daß von den 31, Wahlnuchnern nur den bürgerlichen Parteien und 24 den Sozialbenioteeg echehhe Sie, Wahl, des Schzialdemortaten Feustel (Greiz) zum Landtagsabgeordneten ist damit gesicherr. Mit ihm wird in den Landtag von Reuß a. 9. der erste Sozialdemokrat=eintreten Zit das eilt Wunder? Die Regierung hatte bekantiutktlich bei der letzten RReichstagswahl nichts wichtigeres zu thunt, als den christlich soztalen Kandidaten mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu bebämpfen. Aber es ist leider eine in weiten Kreiten zu machende Beobachtuung, dasth nich deie Seeschisten lsch, schte tebers hätte ais den Shgaen sche sce scseschache scheie schesiche liche uir ece Sammlung der christlichen Arbeiter langsam voran, was besonders aus dem Unwillen der Sozialdemokratie erhellt, und aus den Erörterlingen, wie man diese Bewegnng zu behandeln habe. Auf dem Verbandstage der Dachdecker berichtete z. B. Genosse Legien über die Stellungnahme zu den chriftlichen Arbeitervereinen. Er kam iu seinen Ausführungen zu dem Schluß, daß man sich bei jeder gewerkschaftlichen Aktion bemühen sollte mit den katholischen Arbeitervereinen Hand in Hand zu gehen Dadurch erreichen wir so führte er aus ein doppeltes einmat ein geschlossenes Vorgehen aller Köllegen und dann geben wir den betreffenden Arbeitern die beste Gelegenheitz sich davont zu überzeugen, wvoihre Interessen am besten vertreten werden Das Letztere dürfte die Hauptsache sein„Man willi bemnerkt dazu die Germantich die kathalischen Arbeiter einfangen sons aber uum so schwieriger wird, se intechr die christlichen ArheiterKce een Am 26. Dezember fund in Sanstatss eite Konferenz der ##ürttembergischen Eissenbahnwerkstätten= Aubeiterbereine statt, die von etwa 40 Delegierten von Züsammen. 1700 Arbeitern besucht war. Außerdem waren anwesend ein Vertreter der Generaldirektion der Staatseisenbahnen sowie die Landtagsabgeordneten Schmidt(Volkspartel), Eckard(Centrum) und Kloß(Sozialist). Es wurde namentlich Abschaffung der Akkordarbeit und bessere Entlohnung der Tagelöhner gefordert Wichtig war der von den Landtagsabgeordneten Kloß und Eckard einmütig befürwortete Beschluß, bezüglich Entlohntiug, Arbeitszeit usw eine Statistik aufzunehmen: Für die nach 8 8 des Invalidenversichertugsgesetzes. ist, eine WPeuisionskasse timnzut wpandelnde Zuschußkasse würde von der Generaldirektion die Abfassung eines möglichst klaren Statuts mit Kommentar verlangt. Der Vertreter der Generaldirektion erklänt, er müsse anerkennen, daß der Köngreß einen wirdigen Verlauf genoinmen habe und die Verhandlungen sachlich geführt worden seien. Er werde darüber objektiv berichten und glchübe verficherst zu dürfen, daß man den Arbeitern gerne entgegenkommt. Diese unbefangene Behandlung eines Arbeitertages sticht sehr vorteilhaft ab von dem Mißtrauen, das man sonst vielfach in leitenden Kreisen jeder Arbeitervereinigung, die sich mnit Besserung ihrer Lage beschäftigen will, entgegenbringt. Wo es aber Nachachtung finder, wird manz sich über den Ertolg gewiß nicht zu bertlagen btchlichen. Da gn 2 steber die finanziellen Transaktionen der Famille Chamberlain führt die Brüsseler Independance Belge in ihren interessanten Enthüllungen fort Wir geben nachfolgend eine Liste der sudaftikanischen Aktiengesellschaften, bei welchen die Familie des ehrenwerten Ministers der englischen Kolonien betetligt ist. S#csce escscscaise oeschche sOesetlschaft, site regs Arthür Chamberlain, Präsident. J. S. Nettlefold, Direktor. Arthur Chamberlain Helene Chamberlain Katharina Chamberlain J. S. Nettlefold Bertha Chamberlain Margarethe Nettlefold Neville Chamberlain Gesamtwert ungefähr Lstr. Aktien 3,216 320 310 1.615 310 200 25 120.000 Herr Arthur Ehamberloitn st, der Bruder des englischen Kolonialininisters Ein zweiter Prospekt. Birmingham Sumali Arms Company,= Lid. (Gesellschaft zur Fabrikation kleinkalibriger Waffen) R c en Muschss Schapsheslchne s Uün Mhse 950 Arthür Chamberlain(seul 10 Heces Whomgeniche Me hgnbercn 99 Geamupes ungssche Aher. 1600 Dritter Prospekt, bei welchen der Herr Koloniglminister versöntlich beteiligt ist: Bank of Afrika SSRchsk ise Schehkscechn Austen Chamnberlain, Direktor. Aktien Joseph Chamberlain, der Kolonialminister 2000 Austen ChamberlainLord der Admiralitst. 1400 shans Bece nenn 3 #senshnt Aier 1400 Diesmal giebt es keinen Zweifel, Herr Joseph Chamberlain, der Kolonialminister ist der stärkste Aktionär dieses Unternehmens Und bei dieser Angelegenheit ist es interessant, das wiederzugeben, was ein englisches Blatt, Druth, über die Angelegenheit schreibt.„Wir glauben, daß Transvaal im Stande ist, den Krieg noch sehr lange zu führen, denn es hat sich bei Zeiten vorgesehen und dasjenige Quantum Munition lange vor Beginn der Feindseligkeiten angeschafft, dessen es zu benötigen glaubte. Die Kynoch=Gesellschaft hat Transvaal die Munition geliefert Man kann also sagen, daß in Transvaat, der Brnder Joseph, Ehamberlat gegen Bruder Arthur Chamberlain kämpft. Geschäft ist Geschäft! Vom Kriegsschauplatze ist heute nur wenig zu melden. Ueber die schwere Niederlage des Generals Warren schweigt sich das Londoner Kriegsamt vorläufig aus. Es will keine amtliche Nachricht darüber erhalten haben. Von den vorliegenden Meldungen teilen wir noch die nachstehenden mit: London,1 Jan. Die„Times“ melden aus Pietermaritzburg, von Fiere und Chiebeley aus wunde am 15. d Mis sehr schweres Geschützfeuer in der Richtung von Springfield gehört. London, 17. Jan. Die Morgenblätter veröffentlichen nicht ein einziges bemerkenswertes Telegramm vom Kriegsschauplatz. Die meisten Korrespondenten begnügen sich mit mehr oder weniger wahrscheinlichen Gerüchten. Aus Johannesburg wird gemeldet: Trotz der strengen Ueberwachung der Delagoabai gelang es, 20 Feldgeschütze als Kriegskontrebande über die Grenze zu schaffen. Dieselben sind unbehelligt hier eingetroffen. In Offizierskreisen hält man die bevorstehende Rückberufung des Generals Gataere für wahrscheinlich Lord Methuen soll ditsch, Lord Kichener ersent werden, pielleicht auch durch General Tucker, der in Indien ein Korvs befehligt. Molteno, 15. Jan. Einer Mitteilung von seiten der Buren zufolge wird ein neuer Angriff auf das Lager von Molteno beabsichtigt. General Gataere sandte eine starke, aus Infanterie und Artillerie bestehende Truppenabteilung von Sterkstrom in der Richtung nach Stormbeig, doch fand die Truppenabteilung dort keine Spuren des Feindes. Es wird gemeldet, daß die Buren sich zurückgezogen hätten, während sie in Stormberg nur eine schwache Garnison zurückließen, und daß sie in der Nähe von Burghersdorp eine andere Stellung eingenommen haben. Diese Meldung ist jedoch bis jetzt noch nicht bestitgt, General, Gatactes erwartet mit bancher Soche Veir. stärkungen. Konpast. 9, 5 ehichs Khtesie webes uis, Mchbensigen vom 16. 5. Mis. Heute früh fand ein lebhafter Geschützkampf statt. Die Buren erwiderten das enslische Feuer zuch erstenmal seitzinehreren #oe Kapstadt, 16=Zan, Gouvernteit Milten protlcämierte das Keiegsrecht in den Distrikten Philippslown und Hopetown. Lissabon, 16. Jan In der Kammer wiederholte der Minister des Aeußern in Beantwortung einer Anfrage seine neulichen Erklärungen hinsichtlich des deutsch=englischen Abkommens und fügte hinzu, N# uchgeiche Beenung ecs, uchs but hen Pahaben kaufen, abtreten oder verpächten zu wollen. Ponpatte L= ohe Ss, Sche= hes beehne uisSe Buren=Truppen jetzt folgendermaßen: Trauspagk=Buren 40000, Söldner 4500 seit 1897 naturalisterte Ausländer 3000, vor 1897 Naturalisierte 5900 Seitagshuger 2.90 mge 2550, Kah=kaan ögnn. Das würde insgesamt 87.000 Mann ergeben. Delaggabai, 1/, Jan. Die Königist der Swpasis hat, seit dem Tode des Königs Bünu, schmtliche Häuptlinge binrichten lauen, die Beziehungen zu den Engländern hatten. Die Königin hat Partei für die Büren ercaristehn, und uuran beträchtet, Daher die Bäche im Stafte. lande als dußerst bedentlich. K S oach Ziur Abwehte Wbier, Schaltene die feigende Zuscheist it Des Möüte uame Ahrn e beig in unserm Kreise einen Cyelus von Vorträgen gehalten, welche, nach Form und Inhalt mustergültig, nur aufklärend gewirkt und der christlich sozialen Sache erhebliche Vorteile gebracht haben. Die persönlichen Angriffe des freisinnigen Volksblattes, können Herrn Dr. Burckhardt nur zur Ehre gereichen, weiß doch der gutgesinnte Teil des Siegerländer Volkes nur zu gut, daß man für derlei elende Invectiven nur ein „mitleidiges Lächeln hat! Die„nicht denkende Volksmasse“ von welcher das freisinnige Volksblatt am 19. Mai 1898(Reichstagswahl) geschrieben, fängt nachgerade an, die christlich=sozialen Dinge zu verstehen Dem Herrn Dr. Burckhardt sagen wir herzlichen Dank für seine aufopfernde Thätigkeit und verbinden damit die freundliche Bitte, recht häufig in unser Land kommen zu wollen. Mehrere Siegerländer. — Die Freigabe des von den Engländern beschlagnahmten deutschen Reichspostdampfers„Bundesrat“ steht nach einer in Berlin eingekroffenen Erklärung der englischen Regierung unmittelbar bevor. Gleichzeitig soll die großbritannische Regierung die Versicherung abgegeben haben, daß eine befriedigende Beilegung der schwebenden Differenzen als gesichert zu betrachten und eine Gewähr dafür geboten sei, daß sich ähnliche Zwischenfälle nicht wiederholen sollen. — Die wirtschaftliche Erschließung der deutschen Schutzgebiete durch kapitalkräftige Gesellschaften schreitet in neuester Zeit in etwas schnellerem Tempo fort als bisher. Wie die „Koloniale Zeitschrift" mitteilt, steht die Gründung einer deutschen Nyassagesellschaft nahe bevor, die, mit einem Kapital von 3 Millionen ausgerüstet, sich das Ziel setzt, das deutsche Seengebiet und namentlich auch das Tanganjikaplateau, in dem der Gesellschaft von der Regierung an der englischen Grenze entlang umfangreiche Landkonzessionen zugesichert sind, durch Anlage von Handelsstationen, Förderung von Plantagenund Farmbetrieben und die Errichtung eines Transportdienstes von Chinde aus bis zum Tanganjika für den Handel und Verkehr in wirksamer Weise zu erschließen: Das Land scheine sich auf weiten Strecken seiner günstigen klimatischen und Bodenverhältnisse wegen wie kaum ein zweites Gebiet im tropischen Afrika zur Besiedelung durch weiße Bevölkerung zu eignen. Die Gesellschaft werde durch Anlage sicherer und schneller Transportverbindungen das Seengebiet der Küste näher rücken und so eine wirtschaftliche Inangriffnahme desselben ermöglichen. Für eine spätere Periode ihrer Thätigkeit fasse die Nyassagesellschaft jetzt schon den Bau einer Bahn von der Ostküste zum Nyassa mit Wiedhafen als Endpunkt ins Auge. Zunächst habe sie sich indessen des jedenfalls zur Zeit noch besten und billigsten Wasserweges SambesiShire=Nyassa zu bedienen, um die Interessen und Werte im deutschen Gebiet zu schaffen, die den späteren Bau einer Bahn erst ermöglichen werden. Kolonialpolitisch sowohl wie wirtschaftlich wäre es von nicht zu unterschätzender Bedeutung, wenn endlich deutscherseits ernstlich an die Erschließung des Seengebiets herangegangen wüirche: — Frankreichs Rüstung zur See. Nach dem Pariser „Siéele" beläuft sich die Gesamtausgabe der Gesetzentwürfe für die Neuorganisation der Flotte und der Seeverteidigung auf 700 Millionen Franken, wovon 500 Millionen auf die Flotte, 125 auf die Häfen, 30 auf die Kolonien und 50 auf das Artilleriematerial entfallen. Dieser gewaltige Betrag soll nicht durch eine Anleihe, sondern aus dem ordentlichen Etat gedeckt werden. Der Finanzminister will dies ermöglichen durch eine bessere Verteilung der Budgetposten Gegenwärtig sind im Etat für Schiffsbauten 100 Millionen Franken vorgesehen. Es genügt, diese sechs Jahre lang auszuwersen, um die Durchführung des Flottenprogramms zu sichern. Der Finanzminister will indes für die ersten drei Jahre etwas mehr als je 100 Millionen Franken, für die drei folgenden etwas weniger fordern. Die Mittel für die Häfen, die Kolonien und die Artillerie werden durch die Posten gedeckt werden die zur Tilgung der kurzfristigen Schuldverschreibungen bestimmt waren. So würde das Ordinarium jährlich 50 Millionen gewinnen, die in drei Jahren jene Aufwendung decken könnten.— Dürfen wir Deutsche angesichts einer solchen Rüstung des Auslandes zurückstehen? Wenn wir auch fürderhin in kolonialen Fragen ein kräftiges deutsches Wort mitreden wollen, so müssen wir unsere Flotte verstärken Aus der Won undgee Apeutu. Berlin, 17. Jan. Der Reichstag führte gestern zunächst die Beratung des Etats des Reichsamts des Jnnern zu Ende. Das Extraordiuariun der Ausgaben ist in die Budgetkommission verwiesen worden vom Ordinarium waren noch die Kapitel Reichsversicherungsamt Physikalisch=technische Reichsanstalt und Kanglamt rückständig. Eine längere Erörtezung rief der Abg. Stadthagen(Soz.) bei den Ausgaben für das Reichsversicherungsamt durch die Forderung hervor, daß für die erlittenen Unfälle den Arbeitern unbedingt und in jedem Falle Eutschädigung nach Maßgabe des Haftpflichtgesetzes unter Zugrundelegung des vollen Lohnbetrages zu gewähren sei. Der Staatssekretär Graf Posadowsky, sowie die Abgg. Roesiche=Dessan und Franken(ul) wandten sich übereinstimmend gegen diesen Vorschlag bei dem die Arbeitev erheblich schechter fahren müßten als unter den heute geltenden gesetzlichen Bestimmtugen, und fochten auch die Richtigkeit der von Herrn Stadthagen aufgemachten Rechnung an wonach die Unternehmerschaft gegen den früheren gesetzlichen Zustand jährlich bereits über 100 Millionen Vorteil davontrage. Neben dem Abg. Stadthagen trat noch der jetzt sehr selten gehörte Antisemit Böckel auf, der sich gegen allzu formalistische Entscheiduugen über Rentenanspruche wandte und den humanen Charakter der gesetzlichen Unfallversicherung mehr beachter wissen wollte. Im übrigen wird diese ganze Erörterung bald im Hause in zweiter Auftage wiederkehren, wenn die Novellen zu den Unfallversicherungsgesetzen zur ersten Lesung gestellt werden. Die vorerwähnten Ausgabekapitel und die Einnahnen im Etat des Reichsamts des Innern wurden genehmigt. Darauf erledigte das Haus noch die erste Lesung der Gesetzentwürfe betreffend die Konsulargerichtsbarkeit und die Patentanwalte. Beide Vorlagen gingen schließlich an besondere Kommissionen von je 14 Mitgliedern. Im Abgeordnetenhause begann gestern die erste Lesung des Staatshaushaltsetats für 1900. Die Ausführungen der meisten Redner liefen auf trockene zahlenmäßige Beleuchtung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse und der Finanzlage hinaus. Abg Sattler(ul.) sah die wirtschaftliche Lage als besonders rosig an glaubte aber, den Agraviern das Zugeständnis schuldig zu sein, daß ihre Lage fortgesetzt drückend sei. Abg. Graf zu Limburg=Stirum zog wieder die Ergebnisse der Domänenverpachtungen zum Beweise für die Notlage der Landwirtschaft heran und streifte die Kanalfrage, um zu betonen, daß die Konservativen nicht grundsätzliche Gegner der Verkehrsentwickelung seien, nur müßte man die Wirkung des DortmundEmskanals abwarten, ehe man an weitere Pläne gehen könne. Hiernach darf man vielleicht annehmen, daß die Konserdativen den Nanal nicht ablehnen, sondern verschieben und gegeben#n falls nicht zürnen werden, wenn die Verschiebtlig sich auf den Nimmermehrstag ausdehnt. In politischen Kreisen will man wissen, der Präsident der belgischen Kammer und ehemalige Ministerpräsident Beernaert sei zur Erledigung eines besonderen Auftrages seines Souveräns nach Berlin gekommen. Er verweilt schon über eine Woche hier und gedenkt seinen Aufenthalt noch über acht Tage auszudehnen. Wie aus Brüssel gemeldet wird, soll sich die Mission Beernaerts darauf beziehen, in Gemeinschaft mit der Königin Wilhelmine von Holland auf den Kaiser behufs endlicher Vermittelung zwischen Transvaal und England einzuwirken. Beernaert war bekanntlich Vertreter der belgischen Regierung auf der Friedenskouferenz im Haag, für eine solche Mission daher die geeignetste Persönlichkeit. Unseres Erachtens kann und wird Deutschland doch nur dann vermitteln, wenn England oder Transvaal darum bitten. An eine unerbetene Einmischung ist sicher nicht zu denken. Aber auch wenn die Vermittlung erbeten wird, dürfte sie großen Schwierigkeiten begegnen, da der Hochmut der Engländer noch lange nicht gebrochen ist. Die Interpellation wegen der Beschlagnahme der deutschen Schiffe ist gestern abend von dem nationalliberalen Abg. Möller im Reichstag eingebracht worden und hat die Unterschrift der Wortführer fast aller Fraktionen des Reichstags gefunden; sie lautet kurzweg: Welche Schritte haben die verbündeten Regierungen gegenüber der Beschlagnahme deutscher Schiffe durch Organe der englischen Regierung gethan? Die Interpellation ist unterzeichnet von den Abgg. MöllerDuisburg, v. Levetzow, Dr. Lieber Liebermann v. Sonnenberg, Freiherr v. Hodenberg, Rickert, Richter und Augst und wird von sämtlichen Mitgliedern der diesen Abgeordneten zugehörigen Fraktionen unterschrieben. Von den gemaßregelten Landräten sollte nach einer vom„W. T. B. verbreiteten Meldung des„Pos. Tagebl.“ Dr. Baarth als Regierungsrat bei der königlichen Regierung in Schleswig wieder augestellt worden sein Erkundigungen, welche die„D. Tagesztg eingezogen hat, hatten das Ergebnis,„daß an Dr. Baarth weder eine Anfrage, noch sonst irgend eine amtliche Mitteilung der gedachten Art ergangen ist.“ Wie die Vossische aus Hannover hört, ist Pastor Weingart aus dem geistlichen Stande ausgetreten und hat auf alle Rechte, also auch auf die Wiederanstellung freiwillig verzichtet Welche Gründe ihn gerade jetzt, wo eine große Bewegung zu seinen Gunsten im Gange sei, dazu veranlaßten, sei nicht recht klar. Das Blatt vermutet, daß er den Schritt gethan hat, weil es eine Berufung gegen das Urteil des hannoverschen Landeskonsistoriums etwa beim Kultusminister nach dem bestehenden Recht nicht giebt. Pastor Weingart könnte höchstens auf Begnadigung durch den König rechnen, und das habe er wohl nicht gewollt. Vielleicht erscheiut auch Herrn Weingart die große Bewegung" nicht ganz so groß, wie der Vossischen. Das Flottengesetz, das gestern dem Bundesrat zugegangen ist, wird spätestens Aufang der nächsten Woche im Reichstag erwartet. Dem Vernehmen der„Nat.=Lib. Korr. nach beschränkt es sich in der Hauptsache darauf, ohne nähere Normierung der Frist der Durchführung gesetzlich den Bestand der Schlachtstotte auf zwei Doppelgeschwader festzuee Der Ueberfall der Bult auf die Station Kribi im südlichen Teile Kameruns soll durch eine Strafexpedition der Schutztruppe seine Sichne#uden Im amtlichen Disch. Kolonialbl.“ ist zu lesen: Nach einer Meldung des kaiferlichen Gouberneurs von Kameran ist ein Teil des von Adamaug zurückgekehrten Expeditionskorps unter Führung des Hauptmanns v. Dannenberg nach dem Butiland entfandt worden mit dem Auftrage, dort die Ruhe wieder herzustellen. Um Wiederholungen, wie den Ueberfall der Station Kribi, für die Folge auszuschließen, ist beabsichtigt, dauernd eine Kompagnie der Schutztruppe im Bulilande zu stationieren. Berlin, 17 Jan. Das Polizei=Präsidium teilt mit: Ueber unerhörte Mißstände in der Fleischkochanstalt und Schwielzküche auf dem Berliner Schlachthofe“ enthalten die„Allg. Fleischerzig“ und nach deren Angaben auch die anderen Tageszeitungen Mitteilungen, die teils unzutreffend, teils erheblich übertrieben sind. Es ist unrichtig, daß sich unter dem bei dem Darmhändler Lange, Hübnerstraße 11, am 11. d. Mis beschlagnahmten, aus dem Pökelkeller der Sterilisierungsanstalt herstammenden Fleisch(etwa 900 Kg.) auch tuberkulöses Fleisch, das von der städtischen Fleischschau als solches beanstandet, zur Pökelung zugelassen, aber zum Teil noch nicht durchgepökelt war Auf einem solchen Stücke wurde nun allerdings bei der genauen Untersuchung im polizeilichen Schlachthause eine Lymphdrüse beim Ein schneiden als tuberkulös erkannt. Diese Feststellung allein würde indes zu einer Beanstandung des Fleisches wegen Tuberkulose nicht geführt haben. Von diesem Vorkommnis abgesehen, hat sich ein Verkehr mit uberkulösem Fleisch zwischen Lange und dem Pächter der Sterilisierungsanstalt Bitterhof nicht nachweisen kassen. Liegt hiernach kein Grund vor, daß das Publikum in sanitärer Beziehung beunruhigt wird, so sind dessen ungeachtet alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet worden, um die zu Tage getretenen Unregelmäßigkeiten klarzustellen und ihre Wiederholung zu vermeiden. Der beteiligte Polizeibeamte ist seines Posteus enthoben und sowohl gegen ihn, wie gegen Bitterhoff, Lange und den beteitigten Gefellen des Vitterhoff das strafvechtliche Verfahren engeseie moshen: Im Gatower See bei Schildhort hat an Samstag der Oberleutnant v. Trumbach vom hessischen Feldartilletie=Regiment Nr. 11 kommandier zur Artillerie=Prüfungskommision in Berlin, Selbstmord begangen. Er kam am Nachmittag nach Schildhorn und ging auf dem Eise bis zu einer offenen Stelle des Wassers, wo die alltäglich von Gatow nach dem Grunewald gehenden Holzfäller ihre Kähne zurücklassen. Er bestieg ein VBoot und fuhr bis in die Mitte der eisfreien Stelle; hier entledigte er sich seines Mantels und Degens und stürzte sich in den See. Von beiden Ufern aus war der Vorgang von verschiedenen Personen wahrgenommen worden nachdem der Offizier ins Wasser gesprungen war, ließ er Hilferufe ertönen, die weithin gehört wurden. Mehrere Personen eilten über das Eis hin nach der Wasserfläche; aber sie kamen zu spät, der Unglückliche war in des Tiefe verschwunden und kam nicht wiederzum Vorschein. In dem Mantel wurde eine Visitenkarte des Offiziers vorgefunden, auf der die Worte standen:„Liebe Mutter, verzeihe mir diesen Schritt“. Die Leiche des Unglücklichen ist noch nicht gesunden. Der Deutsche Landwirtschaftsrat hält seine diesjährige Plenarsitzung vom 5. bis 9 März in Berlin. Das Preußische Landes=Oekonomie=Kollegium tagt in der darauf folgenden Woche vom 12 bis 14. März. Im Tiergarten sind seit Anfang Dezember eine große Anzahl Arbeiter zeitweise unterstützt von Soldaten=Kommandos, damit beschäftigt, weitere Abholzungen vorzunehmen, über welche man im Publikum trauernd und bedenklich die Köpfe schüttelt, indem man sich vergeblich fragt, nach welchen Grundsätzen und Absichten hier vorgegangen wird. Der Waldcharakter des Tiergartens, welcher demselben seine Vorzüge gab, da er dem Erholung suchenden Publikum im Sommer kühlen Schatten und im Winter Schutz vor den rauhen Winden, wie sie durch die Straßen der Stadt segen, bot, wird beseitigt. Die schönsten gesündesten Bäume werden erbarmungslos umgehauen, namentlich die prächtigen Ulmen und Eschen, die im Tiergarten am besten gedeihen und vom König Friedrich Wilhelm 1 deshalb ertra angepflanzt worden sind, und nur Eichen und Fichten werden in trübseliger Vereinzelung stehen gelassen außerdem wird alles niedtige Gehölz beseitigt, sodaß nichts mehr übrig bleibt, als die vereinzelt stehenden, meist recht traurig aussehenden Eichen. Die Abholzungen sollen sich über fünf Jahre erstrecken. Was dann übrig sein wird, kann man sich denken. Der Vorw##te echt oigendes usena Freiteligiöse Gemeinde Berlin. Am Samstag, den 20. Januar 1900, in Stecherts Festsälen, Andreasstraße 21: Großer Wiener Maskenball. Billets à 50 Pfg. sind in allen bekannten Billetstellen und in unseren Sonntags=Vorträgen zu haben.“ Der Verkauf von Balkarten in einer religiösen Versammlung sollte u. E. polizeilich verhindert werden. dem Berlin, 17. Jänugr. — Der Kaiser empfing heute um 1½ Uhr die Präsidenten des Herrenhauses, Fürst zu Wied, Frhr. v. Manteuffel und Oberbürgermeister Becker, drückte ihnen seine Befriedigung über die Wiederwahl dieser Herren aus. Er erkundigte sich bei jedem nach seinem Befinden und berührte lediglich die privaten Verhältnisse. Hierauf empfing der Kaiser das Präsidium des Abgeordnetenhauses, v. Kröcher, Frhr. v. Heereman und Dr. Krause. Der Kaiser begrüßte die Herren freundlichst, wünschte einen gedeihlichen Fortgang der parlamentarischen Arbeiten und drückte sein Bedauern aus, daß die Kaiserin nicht in der Lage sei, die Herren zu empfangen. Die Kaiserin sei schmerzlichst bewegt durch die ungünstigen Nachrichten über das Befinden ihrer erlauchten Mutter. Der Kaiser besprach sodann den Meinungsstreit über den Beginn des neuen Jahrhunderts und erwähnte die schlechte Akustik des Abgeordnetenhauses Politische Fragen wurden nicht berührt. Der Kaiser reichte den Herren beim Empfang wie bei der Verabschiedung huldvoll die Hand. Die Audienz währte etwa 20 Minuten. Dem Reichs=Anzeiger zufolge nimmt der Kaiser am 18. ds die Investitur des Herzogs Albrecht von Württemberg des Herzogs Nikolaus von Württemberg und des Generals v. Bülow mit dem Schwarzen Adlerorden vor. Der wirtschaftliche Ausschuß trat heute im Reichsamt des Junern zu einer Sitzung zusammen und wurde vom Vorsitzenden Staatssekretär Posadowsky mit einer Ansprache allgemeinen handelspolitischen Inhalts eröffnet. Den Hauptgegenstand der Tagesordnung bildete die Vorlegung des Schemas zu einem neuen deutschen Zolltarif. Ueber die Verweisung desselben an Kommissionen und Auhörung von Sachverständigen aller Interessenkreise wurde Beschluß gefaßt. Der Transport der abgelösten Besatzungen S. M. großer Kreuzer Deutschland, Kaiserin Augusta, Hertha und S. M kleiner Kreuzer Irene und Gesion ist unter Führung des Kapitän=Leutnants Grapow mit dem Dampfer König Albert am 16. ds in Autwerpen eingetroffen und hat aus 17 ds die Reise nach Bremerhaven fortgesetzt. S. M. kleiner Kreuzer Geter, Kommandant Korvekten= Kapitän Peters, ist am 16. ds in Valparaiso eingetroffen und geht am 30. ds. von dort nach Talcahuano in See. S. M. kleiner Kreuzer Irene, Kommandant Fregatten=Kapitän Stein, ist am 17. ds. in Amoy eingetroffen. S. M. kleiner Kreuzer Kondor, Kommandant Korvettenkapitän Scheibel, ist am 14 ds in Lourenco Marquez eingetroffen. Der Trausport der abgelösten Besatzungen S. M. großer Kreuzer Deutschland Kaiserin Augusta, Hertha und S. M. kleiner Kreuzer Irene und Gefion ist unter Führung des Kapitänleutnants Grapow mit dem Dampfer König Albert am 15 ds. in Southampton eingetroffen und hat an demselben Tage die Reise nach Antwerpen fortgesetzt. Dresden, 17. Jan. Im Bennden der Mutter der Kaiserin, Herzogin Friedrich von Schleswig=Holstein, ist seit gestern wieder eine Verschlimmerung eingetreten. Der Schlaf war in vergangener Nacht unregelmäßig. Der Atem ist beschwert. Die hohe Patientin ist 54 Jahre alt. Danzig 17 Jan. Die Centralstelle zur Förderung industrieller Unternehmungen in den Ostprovinzen, die sich gestern abend im hiesigen Oberpräsidium konstituierte, wird gebildet durch ein Syndikat mehrerer Banken. Der Danziger Zeitung zufolge gehören dazu die Ostbank für Handel und Gewerbe in Posen, die Breslauer Diskontobank, die Kreditanstalt für Industrie und Handel in Dresden und die Bank für Handel und Gewerbe in Bromberg. Außerdem ist beigetreten die Nordische elektrische und Stahlwerk=Aktiengesellschaft in Danzig Zum Vorsitzenden des Ausschusses zu welchem die Institute Vertreter entsandt haben, wurde Oberbürgermeister Witting=Posen gewählt, zum stellvertretenden Vorsitzenden Regierungsrat a. D. Schrey=Danzig, zum geschäftsführenden Delegierten des Ausschusses wurde Generaldirektor Marx=Danzig gewählt. Die Oberpräsidenten v. Goßter und v. Bitter wohnten der Verhandlung bei. Ahgenrhnetenhaus Weritn Am Ministentisch: Dr. v. Miquel, Thielen, Frhr. v. Hamrmenften. Studt Frhr. v. Rheinbaben, Brefeld, Schönstedt. Präsident v. Kröcher eröffnet die Sitzung um 2¼ Uhr. Die erste Beratung des Etats wird fortgesetzt. Abg. v. Limburg=Stirum(kons.) wendet sich gegen den Abg. Richter, der sich gestern darüber wunderte, daß er, Redner, in Reichstage dem Reichskanzler eine ernste Absage erteilte und hier eine farblose Etatsrede hielt. Er sehe nicht ein warum er hier bei dem Etat, der keine schweren Angriffspunkte biete, Dinge wiederholen solle, die er früher gesagt habe. Hinsichtlich der Dinge, die der Reichskanzler sagte und hinsichtlich der Beamtenmaßregelungen ist unsere Ansicht dieselbe; aber den Etat wollen wir ruhig behandeln wie alle Jahre. Abg. v. Jazdzewsli(Pole), der infolge der Unruhe des Hauses fast unverständlich ist, wirst der Regierung unparitätische Behandlung der Polen vor Gestern forderte der Abg. Sattler die Regierung zu neuen Maßnahmen gegen die Polen auf, er verstehe nicht, wie er als Nationalliberaler, also als liberaler Abgeordneter die Hand dazu bieten könne, das Volk mit einer Jahrhunderte alten Kultur niederzuhnucken Der Kultusminister Studt kann auf einzelne Klagen v. Jazdzewskis, die sich namentlich gegen die Schule richteten, noch nicht antworten, da er noch zu neu im Amte sei. Das alte Schulsystem versagte in Posen vollständig. Den Lehrein werde der Dienst durch allerlei Chikanen sehr erschwert namentlich trage die polnische Presse zur Aufstachelung des Widerstandes gegen die Erlernung des Deutschen mit bei. lange der Widerstand gegen die deutsche Sprache nicht aufhöre, könne die polnische Sprache in der Schule nicht berücksichtigt werden. Minister v. Rheinbaben wendet sich gegen Richters Ausführungen bezüglich der Mehrforderungen für die Stärtung des Deutschtums in Posen und Schleswig. Er müsse das Vorgehen des Oberpräsidenten v. Köller durchaus unterstützen. In Posen errege schon das Singen patriotischer Lieder Anstoß, für die Polen sei die Bezeichnung eine Beschimpfung. Wie werden Recht und Gerechtigkeit überall gleichmäßig verteilen, aber wir verlangen auch gleiche Pflichten.(Bravo!) Abg. Hahn(Bund d. Landw.) erklärt, für die Landwirtschaft und den Mittelstand bediene sich die Regierung nicht der Mittel, die allein noch vor der Zersetzung der beiden Klassen retten könnten. Die haute finance werde überall gebührend geschützt, ebenso die Industrie. Jedenfalls müsse die Landwirtschaft verlangen, daß nicht das Ausland auf ihre Kosten sich bereichere. Er müsse die Regierung dringend bitten, dafür zu sorgen, daß die Landwirtschaft mit der Industrie bezüglich der Arbeiter konkurrieren könne. Die 5 Millionen Mark, welche die Regierung für die Landwirtschaft ausgeworfen habe, reichten bei weitem nicht. Die preußischen Minister sollten im Bundesrat ihren gauzen Einfluß ausbieten, daß das Reich keine Schritte ihlle, die gegen die Interessen der Landwirtschaft verstoßen. Minister Miquel wendet sich gegen die Vorschläge Hahns; er sei kein Tausendkünstler und könne sich vor allem nicht auf Sachen einlassen, die nicht in sein Ressort gehören. Habe denn die Regierung nicht seit langen Jahren stets mehr und mehr für die Landwirtschaft gethau Jedenfalls müsse man vor den Schranken völterrechtlicher R ae Abg v. Eynern(nat=lib.) betont, daß auch zu der nationalliberalen Partei eine Reihe von Angehörigen des Bundes der Landwirte gehöre, soweit der Bund sich indessen mit dem Abg. Hahn identifiziere, könnten die Nationalliberalen sich mit ihm nicht befreunden. Redner bespricht dann im einzelnen den Etat. Namentlich müsse für die Landwirtschaft doch endlich etwas mehr gethan werden; anderseits solle der kolossale Ueberschuß verwendet werden, um eine Erleichterung in den Steuern herbeizuführen. Redner geht dann auf die Kanalfrage ein und kritisiert das Verhalten der ostelbischen Junker, die so thäten, als ob sie die Schlachten des großen Friedrich gewonnen hätten. Ihnen gegenüber sei nur eine feste Haltung am Platze; seine Partei erwarte dies vom ganzen Ministerium. Gegenülber Jazozewskis erklärt Minister v. Rheinbaben, er werde sich das Recht nicht nehmen lassen, das Verhalten der Polen nicht nch dem Verhalten Jazozewskis im Hause, sondern nach dem Verhalten der Polen im allgemeinen zu beurteilen. Morgen 2 Uhr: Weiterberatung. Aus dem Kladuver Kohlenrevier wird gemeldet: Die Aussichten auf Beilegung des Ausstandes sind gering, da die Gewerke den Standpunkt vertreten, daß die Arbeiter ihnen direkt und nicht durch das Einigungsamt ihre Forderungen übermitteln sollen und daß die Arbeit aufgenommen werden müsse, ehe weitere Verhandlungen erfolgen können. Der Kohlenmangel für die Bahnen und die Industrie ist sehr drückend. Bei Anhalten des Ausstandes werden Bahnen und Industrie ihre Betriebe teils vermindern teils einstellen müssen Gestern sollte das Einigungsamt zusammentreten; doch weiß man noch nicht, welche Schritte dieses zu thun gedenkt. Bewilligte Forderungen. Die meisten Forderungen der ausständischen Angestellten der elektrischen Straßenbahn in Kiel wurden bewilligt. Der Betrieb ist wieder aufgeuommen. G. B. in J. Der„Seitenfabrikant erscheint wöchentlich einmal in Berlin und können Sie das Blatt bei jeder Postanstalt bestellen. Zur uind die christlich-soziale Partei eignet sich ganz besonders die Broschüre Stöckers Reden. 16 Seiten stark, 2. Auflage. Es giebt kein besseres Mittel der Aufklärung über Stöckers Ansichten und Absichten als seineeigenen Reden. 1 Ex. 10 Pig., 20 Ex M. 1.50, 50 Ex. M. 2.50, 100 ErM. 4,— 200 Ex. M. 6.50, 500 Ex. M. 14, 1000 Ex. M. 22.50. Versendung franko gegen vorherige Einsendung des Betages oder Nachnatie Geschäftstelle des„Vollt“, Siegen, Scüdstr. 18. O Siegen, 18. Jan. Der Tumwverein Jahn hierselbst hält am kommenden Sauntag im Vereinsl###le eine Versamm lung ab in welcher Herr Eisenbahnban=Unternehmer Schuls einen Vortrag halten#ird über das zeitgemaße Theie„Was gehen die Wirren in Sudafrika uns Deutsche an? Es wäre zu wünschen, daß die Mitglieder sich vollzählig einfinden. + Mutmaßliche Witterungam 19. Jannar. Zientlich heiteres, meist tracenes, etwas eilteres Wetter Dortmund, 1 Jan. Mehr#is#4000 Personen haben inzerhalb drei Tagen die Marine=Ausstellung in alten Rathause besucht. Wohl noch nie ist in Vortmund mit gleichem Erfolge eine Ausstellung durchgeführt Wer in dieser Woche in Dortmund zu thun hat, wird sparsamerweise sich nicht ein Retourbiller tösen, sondern eine einfache Fahrkarte, diese dem Bahnsteig=Schaffuer nicht abgeben wie es aus Versehen und zum Schaden der Berreffenden oft geschieht und die Fahrkarte in der Ausstellung abstenspeln lassen. Der Besucher darf alsdann umsonst die Rückfahrt aurreten, hat die Ausstellung gesehen, und in den meisten Fällen noch Geld gespart. Die Ausstellung dauert usch Domerstag, F#eitag uid Samsteg Kleine Chranik. Das Schwungerichtin Düsseldorf berusteitte am Mittwoch den 28 Jahre alten Tagelöhner Joseph Bisch der am 25. Nov. v. Js. auf der Neubrückstraße seine Ehefrau, die mit dem Tagelöhner Hoelters ein Verhältuis unterhielt, aus Eifersucht erstechen hat zu 18 Monaten Gefänguis. Die Geschworenen bejahten nur die Schuldfragen, die auf Körperverletzung mit tötlichen Ausgang lauteten, auch wurden dem Angeklagten milde#de Umstände zugebilligt. — Ein Raubmord ist in Schopperten verübt worden. Bei seiner Heimkehr fand der dorh ansässige sehr begüterte Ackerer Müller seine etwa 30 Jahre alte Ehesial in der Wohnstube erdrosselt am Boden als Leiche liegen. Die Unglückliche hatte noch den Strick, mit dem die Mordthat ausgeführt worden war, um den Hals. Die Thäter, denen etwa 166 Mark bares Geld in die Hände fielen, sind unerkannt entkommen. Eine Gasexplosten vichtete im kathollschen Bürgerverein in Trier schwere Zerstötungen an. Die Wände eines Saales und die Küche sund eingestürzt, viele Feuster zertrühimert. Die Dynamitfabrik in Avigliang ist in die Lust geflogen. Aus Turin wird darüber folgendes berichtet: Am Dienstag nachmittag 3 Uhr 25 Min wurden hier zwei sehr starke Detonationen gehört, bald darauf traf die Nachricht ein daß die Dynamittabrik in Avigliang in die Luft geflogen sei. Es sind dabei, soweit bisher festgestellt werden kounte zehn Personen getötet und viele verwundet worden. Auch Häuser in den benachbarten Ortschaften sind infolge der Erplosion beschädigt worden Vertreter der Behörden und Aerzte haben sich zur Hilfeleistung nach Avigliang begeben. Wegen Betrugsverdachts wurde in Stockholm ein Großhändler Norden aus Calais angehalten. Die Untersuchung ergab daß er 340000 Kronen Schulden und keine Besitzstücke von Belang hat. Vom Treibeis eingeschlossen. Aus Erauiz wird berichtet: Neun am Freitag früh ausgefahrene Lachsboote mit 45 Maan Besatzung wurden vom Treibeis eingeschlossen. Vier Boote komten sich nach Neukuhren retten. Die andern fünf mit schfundzwanzeg Insassen blieben in einer Entfernung von ein bis zwei Meilen vom Strande im Eise stecken. Der von dem Regierungspräsidenten aus Pillau entsandte Lotsendampfer Pilot erreichte am Samstag nachmittag alle eingeschlossenen Boote und brachte sie glücklich nach Cranz zurück. Ueber das Erdbeben im Kaukasus wird der Polit Korresp. geschrieben Bei den Erdbeben im Bezirk von Achaltelatsa in der Provinz Tiflis sind drei heftige Stöße aufeinandergefolgt. Die Wirkung war furchtbar. Elf Gemeinden wwurden zerstört, in sechs ist nicht ein Haus stehen geblieben. Die Zahl der Menschen, die durch diese Einstürze das Leben eingebüßt haben, beläuft sich auf 900, die der zerstörten Häuser auf 700. Die Einwohner, die sich in unterirdischen Wohnungen aufhielten, wurden darin lebendig begraben. Bataillone Soldaten wurden entsendet, um die Trümmer wegzuräumen. Sie haben schon 600 Leichen ausgegraben, außerdem auch viele Verwundete. Da noch fortwährend Bodenschwankungen beobachtet werden, wurde der Geologe Weber nach dem bezeichneten Gebiete entsendet, um Beobachtungen durchzuführen. Technische Ausbeutung der Nilkatarakte. Wie man aus Kairo meldet, hat sich dort mit englischem Kapital eine Gesellschaft gebildet, welche den Nilkatarakt von Assuan zu industriellen Zwecken und zum Betriebe einer elektrischen Anstalt verwerten will, durch welche Licht und Kraft an ganz Mittelaegypten abgegeben werden könnte. Unter anderen Projekten, mit denen sich diese Gesellschaft befaßt, befindet sich auch eines, das die Beleuchtung der Pyramiden zum Gegenstande hat. Vom künstlerischen Standpunkte werden gegen diesen Plan manigfache Einwendungen geltend gemacht, welchen gegenüber man aber darauf hinweist, daß eine elektrische Tramway schon bis zum Fuße der Pyramiden führt, Proteste gegen weitere Verwendung der modernen Technik in dieser Gegend somit nicht als berechtigt erscheinen. Der Bakteriengehalt des künstlichen Eises. Dr. Wesenberg weist in der Hygienischen Rundschau auf die Untersuchungen hin, welche bezüglich des Bakteriengehaltes des künstlichen Eises angestellt wurden Es lassen sich bei dem künstlichen Eise meist zwei Zonen erkennen, und zwar ist es ein trüber Kern, der vom klaren Eis umschlossen wird. Die Analyse ergab, daß fast alle Salze, die Schwefelsäure und Chlorteilchen und ebenso die meisten Bakterien sich im Trübeise ansammeln, während das klare Eis fast nur aus reinem Wasser besteht. Laboratoriumsversuche haben ergeben, daß, wenn auf den Kubikcentimeter Wasser 71 Mikroorganismen entfielen, das Klaveis dieses Wassers nur 8 bis 10 Bakterien enthielt, während sich in einem Kubikcentimeter Trübeis etwa 450 Bakterien vorfanden. Von einem schweren Unglück ist die deutsche katholische St. Francisgemeinde in Quiney in Illinois zu Weihnachten betröffen worden Unter Leitung der Geistlichen und Schulwirkenden Schulmädchen kleideten sich in einem Nebenzimmer an, während sich auf der Bühne in dem Schulsaal bereits zwölf fertig augezogene Mädchen befanden Im Ankleidezimmer kam eines der Kinder plötzlich einer Gasflamme zu nahe Die leichten Gazekleider standen sofort in Flammen, die im Umsehen auch die Kleider der Anderen in Brand setzten Eines der Mädchen lief mit den brennenden Kleidern auf die Bühne unter die dart stehenden zwölf Mädchen, deren Kleider sich alsbald auch in Flammen setzten. Es entstand eine furchtbare Panik. Die Geistlichen und Schulschwestern hoten alles auf um die Kinder zu retten, wobei sie selbst schwer verletzt wurden. In zehn Minuten war alles vorüber. Neun der Mädchen waren tot und fünf schwer verletzt. Ohm Krüger ein Berliner. Ohm Krüger, der Präsiden von Transbagl, der einer viel geglaubten Legende zufolge aus der Altmark stammen sollte, wo von einzelnen Eifrigen nicht bloß sein Stammort Mehrin, sondern auch sein Stammhaus bezeichnet wurde, ist, wie J. F. von Dordt in seinem bei Beuno Schwabe in Basel soeben erschienenen Werk Paul Krüger uud die Entstehung der südafrikanischen Republik #itteilt der Spräßling eines Geschlechts, das seinen Ursprung aus Berlin herleitet Sein Stammvater ist Jakob Krüger, der 1686 in Berlin als Sohn von Franz Krüger und Elssabeth Krüger geb. Hartwigs geboren wurde. Dieser Jakob Krüger trat in die Dienste der ostindischen Kompaguie, kam 1813 nach Kapland und ließ sich später in Stellenbosch nieder Seiner Ehe mit Johanna Kemnp entsprossen acht Kinder, von denen Hendrit Krüger als sechstes am 8. Aprik 1725 geboren wurde. Dieser Hendrik hatte einen am 21 Mai 1750 getauften Sohn Gert Krüger, der sich am 12. November 1768 mit Susanne Lacija Buchs verheiratete und bereits in Graass=Reiner im Osten des Kaplandes wohnte. Dort wurde ihnen ein Sohn Stephanns Johannes Kruger geboren, der am 15. März 1778 getauft wurde. Dieser war der Großvater des jetzigen Präsidenten Kruger Stephanus Johannes heinatete Sofia Margareta Steeukamp am 28. Januar 1798, unter seinen sechs Kindern war Casper Jan Hendrik Kruger 1804 geboren. Dieser verheiratete sich mit Elsi Francina Steyn aus Büthoel bei Colesberg(südlich vom Oranjefluß und nahm seinen Wohnsitz in Bulhoek. Hier wurde ihm am 10. Oktober 1825 ein Sohn geboren, der in der Taufe den Namen Stephanus Johannes Paulus grhielt. Dieser ist der jetzige Präsident Ohm Paul Wenig uber 10 Jahre alt, machte der junge Krüger mit seiner Familie den Zug von Potgieter über den Oranzefluß mit und verbrachte dann die Zeit von 1836 bis 1852 in den Gefahren der Witdnis, die ihn stähtten für sein künftiges Leben. Endlich das richtige Mittel gegen die Trunksucht!() Drei französische Aerzte, Broca, Sapelier und Thibaukt haben ein Seruin hergestellt, welches bei Tieren, denen es subkutan eingespritzt worden war und welche vorher den Alkohol nicht verabscheut hatten, einen solchen Ekel vor diesem erregte, daß sie die Nahrung nicht mehr zu sich nahmen, die auch nur in geringster Weise Alkohol erkennen ließ. Die genannten Aerzte haben den vorläufig noch nicht genau festgestellten Stoff„Autiächylen genannt und bereits Gelegenheit gehabt, ausgesprochene Trunkenbolde mit ihm zu behandeln, wober genau die gleichen Resultate sich ergaben, wie bei den Versuchen mit Tieren Der Trinker verliert allen Geschmack am Alkohol in jeder Form, am Branntwein, am Likör am Rum, Kognak 2c. Nur der Wein ist wunderbarerweise nicht mit betroffen. In der ersten Zeit nach der Behandlung mit dem neuen Serum läßt der Appetit im allgemeinen etwas nach, er kehrt aber doch bald wieder und ein Kräfteverfall ist nicht zu beobachten. Wenn sich diese wichtige Erfindung, deren Kenutnis wir einer Mitteilung des Patent= und technischen Bureaus von Richard Lüders in Görlitz verdanken, in der Praxis ebenso gut bewährt wie im Laboratorium so wird endlich den argen Verwüstungen Einhalt gethan, welche der schlimmfte Feind der Meischheit, das Laster der Sruncksücht in ihren Kreisen, anrichtet. Aus London wird folgende heitere Geschichte erzähll. Der Besitzer einer Südfruchthandlung, der sich erst kürzlich etnbliert, hatte, um das Pubtikum anzulocken, hübsche bunte Ausichtskarten mit einem Preisverzeichnis seiner Waren aufertigen lassen. Diese plazierte##r in ein Körbchen, das er außen an dem Schaufenster befestigte. An dem Kartenbehälter hing ein Plakat mit den Worten:„Please take one(Bitte eine zu nehmen. Im Laufe des Tages erhob sich ein ziemlich starker Wind und dieser zerrte so lange an dem Plakat, bis es sich von dem Korbe löste. Der Zufall wollte, daß es auf eine vor der Thür stehende Kiste mit Apfelsinen siel. Die Passanten tranten kaum ihren Augen, als sie auf den schönen großen Apfelsinen die liebenswürdige Auffordenung Please tate one hemertn In dem Slauben, daß dies en neuer Stick sein sollte, Kunden heranzuziehen, trat einer nach dem andern näher und suchte sich eine Frucht aus. Der ahnungslose Kaufmann entdeckte seinen Schaden nicht eher, bis ein kleiner Knabe in den Laden trat und bescheiden fragte, ob er nicht zwei Apfelsinen nehmen dürfte— eine für sich und eine für sein krankes Schwesterchen zu Hause. Als der verblüffte Obsthändler hinauseilte, fand er seine Apfelsinenkiste zur Hälfte geleert. Die Beiträge für das große deutsche Burschenschaftsdenkmal, das in der Nähe Eisenachs, der Wartburg gegenüber, auf der Göpelskuppe errichtet werden soll, haben im alten Jahre die 50.000 Mark noch überstiegen, es kann daher noch in diesem Jahre mit den Ausführungsarbeiten des Denkmals begonnen werden. Für das Denkmal auf der Göpelskuppe ist ein anderer Entwurf ausersehen, als seiner Zeit für den ursprünglich ins Auge gefaßten Watenberg. Der Schöpfer des neuen Entwurfes ist der junge Dresdener Architekt Kreis. Es ist ein hochaufragender Säulenbau, aus welchem als wirkungsvoller Abschluß hoch hinauf in die Lüfte die deutsche Kaiserkrone hervorwächst, ein Denkmal, das der Nachwelt von den Bestrebungen der deutschen Burschenschaft um Dentschlands Freiheit und Einigkeit Zeugnis ablegen und eine neue Zierde für das denkinalreiche Eisenach bilden soll. Ziegen=Versicherungs=Verein Siegen. Samstag, den 20. Januarer, abends 8½ Uhr: Generalversammlung bei Wirt Sturm, Marburgerthor. Die Kreiskouferenz der Jünglingsvereine des Dillkreises findet, so Gott will, Sonntag, den 21 Januar, nachmittags 3½ Uhr im Vereinshause in Haiger statt. Tagesordnung: 1. Anfang mit Gesang und Gebei. 2. Biblische Besprechung über Ev. Joh. 1 35—51. 3. Feststellung der Deputierten. 4. Rechnungsablage des Kreiskassierers. 5. Wahl des Kreisvorstandes. 6. Bericht des Kreispräses über den Stand unserer Sache und Anträge. Festsetzung des nächsten Kreisfestes. Um zahlreiches Erscheinen wird freundlich gebeten. Standesamt Eiserfeld. Angemeldet vom 8. bis 13. Januar 1900. Geburten. Auguste, T. d. Schneidermeisters Theodor Denker zu Gosenbach, ev. Hermann, S. d. Schneidermeisters Heinrich zu Niederschelden, ev.— Aung, T d. Bäckermeisters Wilhelm Schultes zu Eiserfeld, kath. Hermann, S. d. Bergmanns Gustav Buhl zu Eiserfeld ev. Friedrich, S. d. Bergmanns Friedrich Becker## Gose d#ch, ev. Verehelichungen. Bergmann Hermann Elemens Steiner und Tagelöhnerin Auguste Auna Margaretha Maaß, beide zu Eiserfeld, kath. Bergmann Jakob Hermann zu Eiserfeld und Dienstmagd Amalie Lückel zu Poppelsdorf, beide ev Stechefälle. Hermann, S. d. Schneidermeisters Heinrich Heuch zu Niederschelden 1 Stunde alt ev. Bergmann Heiurich Peter Kring zu Eiserfeld, 56 Jahre, 6 Monate, 12 Tage alt, ev, Ewald, S. d, Maschigenwärters Karl Küly zu Eiserfeld, Jahr 5 Monate alt, er. Mannheim, 17. Jan Das Schvurgericht hat den Schreinergesellen Aloys Link wegen Ermordung eines sochsjährigen Kindes zum Tode verurteilt. Turin, 1 Jan. Nach nunmehriger Feststellung sind bei der Dynamitexplosion in Avigliang 12 Arbeiter und ein Steuerbeamter uns Lohen geioumen. Petersburg, 17. Jan. Der Herzog Alsted von Sachsen=Kobuig und der Erbprinz und die Erbpeinzessin von Hohenlohe=Laugenburg trafen heute vormittag hier ein und wurden vom Kaiser, von der Kaiserin und sämtlichen hier anwesenden Großfürsten empfangen. Ferner waren zur Begrüßung anwesend: der Botschafter Fürst Radolin und der Botschafter Sir C. S. Scott mit den Mitgliedern der Botschaften. Bei der Abfahrt vom Bahnhof saßen im ersten Wagen der Kaiser mit dem Heizog Alfred und im zweiten die Kasserin mit den erhprinzlichen Herrschaften. Venezuela. Caracas, 17. Jan. Mehrere Bankdirektoren und hervorragende Mitglieder des Handelsstandes sind in Haft genommen worden, weil sie sich weigerten, der Regierung Geld vorzuschießen. Der Handel ist lahmgelegt. Die franzöfische Kokonie verlangt die Hersendung des atlantischen Geschwaders. London, 17. Jan. Amtlich wird gemeldet: In einem Treffen an einem Hügel in der Nähe von Rensburg am 15 ds wurden sieben Engländer getötet und ein Hauptmagn und fünf Mann vermuürhe. über Metalle. London, 12. Jan. Kupfer Lieserungsware war start zum Verkauf angeboten, doch fanden sich dafür willige Nehmer und hob sich der Preis auf Pfd. St. 70,25 Kasse und 4 Monate, fiel wieder auf 69 und schließt zum besten Preise. Wir notieren heute StandardKupfer per Kasse Pfd. St. 70,25 70.50, do. per 3 Monate Pfd St. 70.25—70,50, englisches Tough je nach Marke Pfd. St. 75 76, englisches Best Selected je nach Marke Pid. St. 76 76.50 amenkanische und englische Elektro=Kathoden Pd. St.(3 73,50, amerikanisches und englisches Elektro in Cates Ingots und Wirebars je nach Marke Pd. St. 34. Kupfer=Suliat fest und gut behauptet, Pd St. 25 25.50. Zinn wurde aufangs der Woche statk von der Baissepartei gedrückt und siel bis Pid. St. 108.25 Kasse berührte 14.50, dann wieder 10% Heute hat eine scharfe Besserung stattgesunden und wurde bis Pd. St. 118 per 3 Monate bezahlt. Dieser Preis hat sich nicht ganz behauptet. Wir notieren heute: Straits=Zinn per Kasse Pid St. 6,50 6/75, do per 3 Monate Pfd. St. 117.25—117/50, australisches Zinn je nach Marke Pfd St. 116,50—116,75, englisches Lammzinn Pd St. 119,50 120.50.— Antimon fest Pfd. St. 39.50—40 Zut wurde bis Pd. St. 20½ gehandelt, schließt aber besser zu Psd St. 20.50 ab Schiff London. Blei war etwas schwächer, Pfo St. 16,.50—165. Quecksilber unverändert in erster Hand Piod St. 12./50, in zweiten Pd. St. 9. 11½. Vertpapierb Berlin, 17. Jan. Die Börse eröffnete in lustloser Haltung. Hüttenaktien gedrückt. Kohlenwerte teilweise behauptet Hibernig gefragt und höher Spanier anziehend Oesterreichische Bahnen auf Wien gebessert. In der zweiten Börsenstunde war das Geschäft sehr schleppend. Privatdiskonto 4#4% Anfangs waren Kreditaktien 234.20, Diskouto=Komm. 193#70, Dentsche Bank 207,60, Dresdner Bank 162,70, Darmstädter Bank 1 44,90, Handelsgesellschaft 168,40, Staatsbahn 137, Lombarden 28 30, Marienburger 82,50, Gotthard 142,00, Schweizer Central 143.90, Schweizer Nordost 93.70, Jura=Simplon 87,80, Prince Henri 112,90, Böchumer 263,10, Dortmunder 137,70, Laura 257,60, Gelsenkirchener 192 Harpener 204, 90, Hibernig 219, 3proz. Reichsanleihe— Italiener 94, 6proz. Mexikaner Tünkenlose 123, Spanier n 140 Praduktenmarnt. Berlin, 17. Jan. Sehr flaute amerikanische Depeschen verstärkten die Verkaufslust. Im Lieferungshandel ermäßigte sich der Preis für Weizen um für Roggen um Mi. Hafer unverändent bei schwachem Verkehr. Rüböl weiter gebessert. 70er Spiritus Mr. 47,10, Umsatz 5000 Liter. 5der Spiriues Mr. 66,60, Umsatz 10.000 Liter. Wetter milder. Berlin, 1/. Jan Spirstus 50en 66.60. acer 47.10. des redaktionellen Teils. Was wir essen und trinken, ist wie für das körperliche, so für das geistige Leben von höchster Wichtigkeit. Wie jede Arbeitsleistung des Körpers die Folge von Muskelzusammenziehungen, so ist geistige Arbeit das Ergebnis von Veränderungen der Gehirnsubstanz. Die durch Arbeit abgenützten(orydierten) Körperteile müssen fortlaufend durch neue Substanz ersetzt werden, sonst verlieren Körper und Geist ihre Leistungssähigkeit. Geistige Arbeiter bedürfen infolge ihrer meist sitzenden Lebensweise einer zwar kräftigen, aber leicht verdaulichen Nahrung. Die Verdaulichkeit zu fördern und den Appetit anzuregen ist nun ein Hauptverdienst der Suppenwürze Maggi, deren Zusatz zu Sützpen und Speisen nicht genug empfohlen werden kann. Nähmaschinen, Strickmaschinen, Fahrräder, Motorräder, Transport=Geschäftsräder, Invalidenräder u. Krankenwagen u. s. w, billigst bei Carl Bald, Weidenau(Sieg). Vadiug nu Sdatake. Die Ausführung der Bodenanfuhr zur Einebnung des neuen Schulgehöfts in Eiserfeld, einschl. der Planierungsarbeiten, soll öffentlich verdungen werden Verdingungsanschläge, Bedingungen und Zeichnungen liegen bei Herrn Vorsteher Stebel zur Einsicht offen. Zur öffentlichen Verdingung wird hierdurch Termin auf Samstag, d. 20. Jannar 1900, Abends 6½ Uhr, im Fisch bach'schen Gasthause in Eiserfeld anberaumt. Die Angebote sind schriftlich und verschlossen vor dem Termin einzureichen. Siegen, den 16, Januar 1900. Der Königl. Kreisbauinspektor. Kruse. Königliche Oberförsterei Siegen verkauft Montag, den 5. Februar d. J., vormittags 10 Uhr, beim Gastwirt Neef (Dilthey) in Burbach meistbietend aus dem Schutzbezirk Dresselndorf Distrikt 70 (Jedeiche) 13b, 17, 18a(Kl. Stein), 48 Eichenstämme 2. bis 5. Kl. mit 27 fm, 60 Buchenstämme 2. bis 5. Kl. mit 48 km, 320 Fichtenstämme 3. bis 5. Kl. mit 270 km, aus dem Schutzbezirk Holzhausen Distrikt 265(Sang) 19 Fichtenstämme 3. Kl. mit 21 fm, 257 Fichtenstämme 4. Kl. mit 169 fm, 393 Fichtenstämme 5. Kl. mit 129 km, 3 Fichtenstangen 1. Kl. Bekanntmachung. Nachdem die Satzungen für die Handwerkerkrankenkasse des Amtes Weidenau genehmigt sind, findet am Sonntag, den 21. Jaouar er. bei dem Gastwirt Herrn Reuter zu Weidenau eine Generalversammlung sämtlicher großjähriger Arbeitgeber und Arbeitnehmer der obenbezeichneten Kasse statt und zwar für die Arbeitgeber nachmittags um 4 Uhr und für die Arbeitnehmer nachmittags um 4½ Uhr. Tagesordnung Wahl des Vorstandes. Weidenau(Sieg), den 19. Jan 1900 Der Astmann Liebau, Aus der Konkursmasse 29. Schrödes in Geisweid habe ich noch eine Anzahl goldene und silberne Herrenuhren, goldene Hertenchrkerten, goldene Herren= und Damenringe zu verkaufen. Dieselben werden zum Einkaufspreise abgegeben. Weidenan. Stähler, Konkursverwalter Staatseisenbahnverein fün Siegen und Umgegend. Die Kalssgebhutstags-Feier Dees füder Sonntag, den 21. v. Mis. von 7½ Uhr abends ab in Kaisergarten statt. Auch Nichtmitglieder, jedoch nur Eisenbahnbedienstete, können unter den befonders bekannt gemachten Bedingungen teilnehmen. Alles Nähere enthalten die an die Dienstvorstäntde gerischteten Bekanntmachungen. Siegen, 5 Januchr 1900. is- Vesktech Verein esse 1858. on (Kaufmännischer Verein.) Bezirk Siegen. Vereinsabend jeden 1 und 3. Samstag im Monat, abends 8½ Uhr im Café Sommer. Freuunde des Vereins sind jederzeit willkommen. Der Bezirks-Vorstand. Clafeld=Geisweid. Jehz Sonntag, 21. Janugr, vor 8 Uhr im Gemeindehause Kocsicher Vechiscsched us Mäsiossnoggum Aie Schose Bich Khe Das Archliche Monasbiat. für die epana. Gemeinden Rheinjands und Westfalens, herausgegeben von Pastor in Siegen, weichet sich eces an die gebiübeten Kreise der ev Gemeinden. Jährlicher Bezugspreis Mark 1,80 frei ins Haus. Bestellungen nimmt entgegen die Geschäftsstelle in Quisburg(Diakonen=Anstalt) 100 298 koglersche Buchhandlung Müller) in Siegen. Friedrich Daub Nachfolger, Weidenau a. Sieg, Untere Friedrichstr. Nr. Grosses Lager in Porzellan, Glas-, Stein-, Irden-, Kurz, Kolonial- und Manufakturwaaren, Bettfedern, Daunen, fertigen Betten, Tabak und Cigarren. Neu! Milchentrahmungs-Schüsseln. Praktisch Waschgarnituren von 2 Mk. an, Caffee-Service von 2.25 Mk. an und höher in grosser Auswahl. Kinderspielwaaren zu billigen Preisen. Garantirt reinen## Weinessig zu Einmachzwecken. In- und ausländische Weine: Weissweine: Niersteiner, Niersteiner Wartturm, Mosel Enkircher. 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Eine Mitteilung über frühere Lasten dürfte daher von Interesse und Nutzen sein, was Untersuchungen eines Fachmannes ergeben haben. Schmoller schreibt in seinem Werk: Epochen der preuß. Finanzpolitik:„Der Staat wurde(durch den Tilsiter Frieden) auf die Hälfte reduziert es blieb ihm eine Jahreseinnahme von etwa 16. 17 Millionen Thaler. Napoleon zog vom Oktober 1806 bis Oktober 1808, dem Termin, zu welchem die französischen Truppen in der Hauptsache abmarschierten, über eine Milliarde Franken an Kontribution, Lieferungen, konfisziertem Staatsvermögen, mit Beschlag belegten preußischen Staatseinkünften aus dem Lande. Allein die baren französischen Einnahmen aus Preußen in dieser Zeit waren 474 Millionen Franken. Niemals, sagt der von Napoleon zum Generaladministrator der preußischen Finanzen bestellte Bignon, hatte bisher eine fremde Okkupation so grausam einen Staat gedrückt, wie die Frankreichs Preußen drückte. Und nun mußte das verarmte, reduzierte, durch die Kontinentalsperre vollends in seinem Verkehr gelähmte Land noch weitere 120 Millionen Franken versprechen, 10,000 Mann französischer Truppen in seinen Festungen zu verpflegen übernehmen, nur um die übrige frauzösische Armee loszuwerden Der größere Teil dieser Summe war, freilich mit unendlichen Schwierigkeiten, mit Anspannung aller Kräfte bezahlt, als der Vertrag im März 1812 über den gemeinsamen Feldzug gegen Rußland zu Stande kam. Preußen mußte sich jetzt dazu hergeben, Kantonnementsbezirk, Operationsbasis und Gesamtmagazin für eine Armee von 500·000 Mann zu werden; es mußte die übertriebensten Lieferungen an Rindvieh, Pferden, Wagen machen, sich Erpressungen aller Art gefallen lassen. Dunker berechnet, daß vom Oktober 1808 bis zum Umschwung im Jahre 1813 Frankreich mindestens nochmals 583 Millionen Franken aus dem damaligen Preußen gezogen habe. Und welche Opfer hatte das Land unterdessen für die eigene Regierung gebracht, welche brachte es noch, als der Verzweiflungskampf 1813 begann, als eine Bevölkerung von 5 Millionen eine Armee von 250.000 Mann ins Feld stellte die größte militärische Leistung der neueren Zeit— als 45372 Freiwillige zu den Waffen eilten, von welchen sich 19.567 selbst ausrüsteten, als das verarmte Volk seine letzten Ersparnisse auf dem Altar des Vaterlandes niederlegte, als es in den patriotischen Kreisen für Schande galt, noch Silbergeschirr zu besitzen. Wie der Kredit des erschöpften Landes beschaffen war, ersehen wir daraus, daß man 1817 Mühe hatte, in England ein fünfprozentiges Anlehen zum Kurs von 72 abzuschließen, das dazu dienen sollte, eine Reihe der bedürftigsten Staatsgläubiger zu bezahlen. Die vierprozentigen preußischen Staatsschuldscheine, die in den schlimmsten Tagen des Jahres 1813 auf 25 herabgegangen waren, standen im Sommer 1818 erst 65—67.“— So weit Schmoller. Aus H. v. Treitschkes„Deutsche Geschichte“ fügen wir folgende Einzelheiten hinzu:„In Ost= und Westpreußen wurde zur Abtragung der Kriegslasten eine progressive Einkommensteuer die bis zu 20 vom Hundertstieg, ausgeschrieben, ein keineswegs reicher Stettiner Kaufmann mußte in dem Jahre nach dem Frieden für Kontribution und Einquartierung mehr als 15,000 Thaler zahlen. Handel und Wandel stockten. Der britische Kaufmannsneid hatte den letzten Krieg rücksichtslos benutzt, um die stärkste Handelsmarine der Ostseeküsten zu zerstören Bettelhaftes Elend in jedem Haushalt, jedem Gewerbe! Die Königsberger Buchdrucker verlangten drei Wochen Frist, um ein sechs Bogen langes Gesetz zu drucken, weil sie nurfür 1 Bogen Satz hatten. Schön, der gewiegte Finanzmann, der sich gern seines altpreußischen Mutes rühmte, fand die Zustände so hoffnungslos, daß er schon vier Monate nach dem Frieden in einer Denkschrift ausführte man müsse den Sieger durch die Abtretung des Magdeburgischen rechts der Elbe und eines Teiles von Oberschlesien befriedigen, sonst gehe das Land durch den Steuerdruck zu Grunde. Aus den vorstehenden Angaben erhellt für jeden der vor der lauten Sprache der Thatsachen das Ohr nicht gewaltsam verschließt, daß die heutigen Opser für den bewaffneten Frieden den Opfern für die Befreiung Preutzens nuicht, entferzt gleichwertig sind, sonderst, it. Vesgleich mit ihnen federleicht wiegen Ei-lime Panete 86 Bstboasde von Gppt, Schlll. (Nachdruck verboten„Gewiß, und mir scheints nur wichtig, daß wir den ehrlichen, zuverlässigen Herrn Blaring gerade auf seiner Stelle behalten. Darum sollten Sie ihm selbst einen Brief schreiben, freundlich und klug, so wie man an einen schreibt, der ein Gewissen hat Da können Sie den besorgten, zärtlichen Bruder spielen und so weiter. Ich glaube, so ein Brief wurde mehr wirken, als meine Erklärung allein. Denn mir traut der junge Herr Agent nicht ganz, aber Sie sind ein Deutscher und ein Ehrenmann und er wird sich geschmeichelt fühlen, daß man ihm eine solche Aufgabe zutraut, wo man so viel Takt braucht, so viel Diskretion, so viel Noblesse. O, ich könnte Ihnen solch einen Brief diktieren, daß der Mann mit einem Gewissen würde sagen, wenn er das Schreiben gelesen hat.„Es ist für mich Gewissenssache, meine Aufgabe zu erfüllen. „Meinen Sie“ Nun das kann ich ja schließlich thunAber könnte man nicht außerdem Fräulein Michelbein, der Gouvernante, so etwas schreiben von Testamentsbedingungen, wie sie anführten? fragte Dodenthal„Das Fräulein ist lange schon im Hause und kannte ihren Vater persöntlichs 7500 „Nun, dann kennt sie auch unsern Hauptfeind, den alten Advokaten Kramlich, und könnte sich am Ende an den um Rat wenden und dann wäre alles aus. Der brauchte dann nur zu schreiben. Lassen Sie sich schnellheiraten Und dann würden wir beide nicht einmal auf die Hochzeit geladen!“ „Sie haben Recht, Moschen. In allen solchen Sachen ist guter Rat viel wert. Machen wir es also, wie Sie meinten Schreiben Sie dem jungen Blaring das Nötige und ich will ihm schon auch einen gesalzenen Brief senden So, Gott sei Dank, das wäre erledigt. Jetzt haben wir noch zu beraten über die größere Anleihe bei einer obskuren Bank in Frankfurt, die Sie mir nannten, und dann die Kleinigkeit von den zweitausend Rubeln, die mir heute fehlen, sagte Herr Dodenthal mit erleichtertem Herzen. Letzteres können Sie in zwei Stunden haben, wenn Sie mir diesen ordinären Schuldschein unterschreiben. Was aber jene Sache anlangt, so wirds Hoch wicht so. leicht R Soweit der Nationalökonom Schmoller. Wir möchten dem noch hinzufügen, welche Lasten unsere Vorfahren getragen, um die Wege anzulegen. Die Verkehrswege und Verkehrsmittel waren sehr bescheiden. Befestigte Wegen und Straßen hat zuerst Napoleon im Westen angelegt. Ueberall befanden sich Zollschranken mit endlosen öden Zollplackereien. Jedes Ländchen hatte seine eigene Münze, sein eigen Münzsystem und seine eigenen Gesetze. Die Rechtspflege lag erschreckend danieder und besonders dann, wenn ein Prozeß über die Landesgrenze hinüber griff. Der bäuerliche Besitz war unfrei und Handel und Wandel existierte kaum. Und wie ist es heute? Wir haben ein einiges mächtiges deutsches Reich, dem sich jeder Bundesstaat freudig unterordnet. Wir haben auch kein Söldnerheer, sondern sind ein Volk in Waffen. Mit Stolz können wir sagen: Im Rate der Völker nimmt Deutschland eine der ersten Stellen ein Die großen Erfindungen der Technik haben die Entfernungen fast völlig hinweg gewischt. Wir haben eine einheitliche Münze. Das Gewerbe ist frei für jedermann: Sonderstellungen giebt es nicht mehr, und ein freier Bauer sitzt auf seiner freien Scholle. Alles dieses haben wir dem vorigen Jahrhundert zu verdanken. Daß Deutschland ein einheitliches bürgerliches Gesetzbuch besitzt, ist wahrlich nicht genug anzuschlagen. Kurz, alles aufgewandete Geld hat gute Früchte getragen. Soziales. Das königliche Oberbergamt in Dortmund läßt zur Zeit durch die zuständigen Revierbeamten auf den ihrer Aufsicht unterstellten Kohlengruben Ermittlungen darüber anstellen, welche Erfahrungen mit der Befeuchtung des Kohlenstaubes, insbesondere mit der Beriefelung gemacht worden sind; gleichzeitig soll von den Betriebsleitungen der einzelnen Zechen angegeben werden, seit wann jene Erfahrungen sich ergeben haben. Der Gewerkverein christlicher Bergleute hielt am Sonntag im Alfredushause zu Essen seine diesjährige Generalversammlung ab. Es waren 280 Delegierte erschienen, die der Vorsitzende, Herr Brust, begrüßte und zu einem Hoch auf den Kaiser veranlaßte. Mitglieder des Ehrenrates waren diesmal nicht anwesend. Zunächst erstattete sodann der Vorsitzende den Jahresbericht. Demselben ist zu entnehmen, daß die Zahl der Mitglieder am1. Januar d. J. rund 22.000 betrug. Die Jahreseinnahme betrug 48390 M., die Ausgabe 28990 M., der Bestand 19366 M. Der vorjährige Bestand, welcher in den Einnahmen mit eingerechnet ist, betrug 16 771 M. Die Mitgliederbeiträge beliefen sich auf 24 139 M., die Eintrittsgelder auf 1990 M. Unter den Ausgaben figurieren 2159 M. für Agitation, 12 630 M. für den Bergknappen“ und 3332 M. für die Verwaltung. Bei der Vorstandswahl wurden die Herren BrustAltenessen, Berse=Eickel Kühme= Hamme, Müller=Huttrop, Köster=Frohnhausen, Nasemann=Castrop und Gerke=Bödefeld wiedergewählt. An Stelle des Herrn Spieß=Homberg, der nicht mehr Bergmann ist, wurde Herr Grossek=Hochheide, und an Stelle des Herrn Effert, der mit in die Redaktion des „Bergknappen eintritt, Herr Schäfer=Bottrop gewählt. Die Sterbekassenangelegenheit rief eine so hitzige Ausernandersetzung hervor, daß die Verhandlungen vor der Mittagspause abgebrochen werden mußten. Nachher hatte man sich beruhigt. Es wurde beschlossen: Der Vereinsbeitrag wird um 20 Pfg. erhöht. Dafür werden 50 M. Sterbegeld gezahlt. Mitglieder die erst nach dem 1. April 1900 eintreten, haben eine einjährige Karenzzeit auszuhalten. Die Sterbekasse tritt am 1. Juli in Kraft. Das Eintrittsgeld soll bei einem Alter von 25—30 Jahren 1 M. betragen, es steigt bis zu 3 M. für 40—45jährige. Die Beiträge sollen für oktive Bergleute 75 Pfg., für Juvaliden 10 Pig. betragen, das Krankengeld beläuft sich auf 75 bezw 50 Pfg. für den Krankheitstag. Die vor einem Jahre gegründete Spar= und Sterbekasse hot sich nicht bewährt. Es uund uitr 1000 M eingezahlt worden. Die Kasse soll gufgehoben, die eingelegten Gelder zurückgezahlt werden. Den Mitgliedern des geschaftss hrenden Ausschusses wird eine Remenerstion von2 M. pro Jahr für jede 100 Mitglieder bewwilligt Schtioßlich sburde eine Reihe von Resclutionen besprochen und augenmmen Zur Bergwerksinspektion. Und min erklärte Herr Moschen mit seiner ganzen Zungenfertigkeit alle die Schwierigkeiten, die bei solch einerAnleihe auf so lange Frist und zudem vom Ausland her entstehen müßten, sodaß Herr Dodenthal merkte, es komme dem Alten offenbar auf nur einen größeren Verdienst für die eigene Tasche an. Er ließ dann auch Zusagen der Art fallen und nach kurzer Zeit trennten sich die Geschäftsleute, jeder mit dem anderen zufrieden, obgleich sie nichts destowenigen sich, gegenseitig dürchschautent und verachten müctter. Während der drei Wochen, daß sich Emilie, Dodenthal in Dorpat aufhielt, hatte Leo es verstanden, von ihr unbemerkt und ungesehen sie zu beobachten. Soviel wußte er, daß sie bei einer befreundeten Familie wohnte, mit den Töchtern vom Hause die Schlittschuhbahn und einige Konzerte besuchte und daß sie nächstens die geplante Reise in den Süden Rußlands anzutreten beabsichtigte. Ihn überkam, wenn er sie wieder irgendwo in der Ferne gehen oder spazieren fahren sah, ein merkwürdiges Gefühl der Beruhigung, daß sie doch noch da sei, wenngleich er sich überwinden mußte, um jeder Begegnung mit ihr aus dem Wege zu gehen Er schob diesen leichten Hang auf Rechnung der Langeweile, die ihn in der fremden Stadt begreiflicherweise überfiel, da er außer der Anfertigung einiger Zeichnungen keine Beschäftigung hatte. Bekanntschaften mit Studenten oder anderen jungen Leuten wollte er nicht machen, Vergnügungslokale im Sinne großer Städte gab es nicht und so hörte er denn außer einigen guten Predigten in der Universitätskirche nur noch einen öffentlichen Vortrag eines Professors in der Aula der Universitcht Der Redner war Professor der Theologie und gerade derselbe, von dem er am Sonntag vorher eine erschütternde Bußpredigt gehört hatte. Jetzt in der Aula war sein Thema:„Mönchtum und Christentum“, und seine gewaltige Art zu reden die feste Ueberzeugung, die aus seinen Worten atmete, und die schlagende Darlegung seiner Ideen machte einen unauslöschlichen Eindruck auf Leo. Vor sich selbst bemühte er sich, den Umstand, daß der Mann das Christentum ihm so unwiderleglich und so mächtig hatte nahe bringen können, damit zu erklären und zu rechtfertigen, daß in seiner gegenwärtig ideen= und gedankenleeren Seele jede geschlossene Schar von Gedanken gewaltigen Eindruck hätte machen müssen im leeren Raum schallt jedes Wort wieder Aber warum konnte er die Rlacht Nach, Sieserh Vortrag Tahmt, schgsen und etrih Die 5. Jahresversammlung des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter Deutschlands erkennt an, daß die Staatsbehörde bestrebt ist, die Bergwerksinspektion besser zu gestalten, durch Anstellung der den königlichen Bergrevierbeamten beigegebenen Hilfskontrolleure(Einfahrer), kann dieselbe aber nicht für ausreichend und vollkommen ansehen. Nach wie vor sind wir deshalb der Ueberzeugung, daß die Bergwerksinspektion nur dann eine möglichst vollkommene ist, wenn praktisch erfahrene Arbeiterdelegierten zur Mitkontrolle der Gruben herangezogen werden. 2. Zur Unfallversicherung. Die 5. Jahresversammlung hält eine Reform des Unfallversicherungsgesetzes für notwendig, und zwar dahingehend, daß insbesondere a) durch Unfall völlig verkrüppelter Arbeite(solche, die beide Arme und beide Beine verloren haben u. s. w.), eine Rente von 100 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes erhalten, b) die sonst übliche Vollrente 75 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes und c) die Rente der Witwe 30 Prozent, die der Kinder 20 Prozent beträgt; jedoch die Renten aller Hinterbliebenen zusammen 66 3/8 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes nicht übersteigen soll, sowie d) Vertreter der Arbeiter bei der ersten Rentenfestsetzung mitbeteiligt sind und endlich e) falls bei Unfällen das Heilverfahren von der dreizehnten Woche abgeschlossen und der Arbeiter zu geringerer Arbeit fähig und angewiesen ist, vom Tage der Wiederaufnahme der Arbeit bezw. dem Abschluß des Heilverfahrens an eine Unfallrente gewährt wird, entsprechend der eingebüßten Erwerbsfähigkeit. 3. Zum Gesetz betreffend die Gewerbegerichte. Die Jahresversammlung hält nach wie vor die Reform des Gesetzes betr. die Gewerbegerichte für notwendig, dahingehend, daß 1 die Kompetenz der Gewerbegerichte erweitert wird, dahin, daß dieselben als Einigungsämter in Thätigkeit treten können, nicht nur zur Beilegung von bereits vorhandenen Streitigkeiten, sondern auch zur Verhütung von solchen, und daß die Gewerbegerichte auch dann als Schiedsämter fungieren müssen, wenn sie nur von einem Teile, Arbeitgeber oder Arbeiter angerufen werden, und 2. die Vertreter der Organisation der Arbeiter als Rechtsbeistände vor den Gewerbegerichten zugelassen werden. 4. Zur gesetzlichen Anerkennung der Berufsvereine. Die Jahresversammlung erblickt in den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches betr die Eintragung in das Vereinsregister keinen genügenden Schutz für die Arbeiterberufsvereine und sieht deren dauernden Bestand und segensreiche Wirksamkei nur gesichert in besonderer gesetzlicher Anerkennung dieser Vereine und Verleihung von Korporationsrechten an dieselben. 5. Betreffend ein Reichsberggesetz. Die Jahresversammlung erblickt in der Schaffung eines Reichsberggesetzes eine wesentliche Förderung der Interessen des gesamten deutschen Bergbaues und der bergbautreibenden Bevölkerung. Im Reichsberggesetze wäre einheitlich zu regeln: 1. Das Bergrecht oder die Bergbau= und Abgabefreiheit desselben nach dem Vorbild der preuß. Berggesetzgebung; 2. die Beaufsichtigung des Bergbaues bezüglich seiner Wirkung auf die Erdoberfläche, sowie des Schutzes für Gesundheit und Leben der Arbeiter in letzterer Beziehung unter Mithilfe von Arbeiterdelegierten 3 das Vertrags= und Arbeitsverhältnis der Bergarbeiter, sowie der Strafgewalt der Arbeitgeber, 4. die Arbeitszeit der Bergleute; 5. Verbot der Frauenarbeit in und auf den Bergwerken; 6. die Mitverwaltung der Knappschaftskassen seitens der Arbeiter und Erhaltung deren Rechte an die Kassen beim Ausscheiden aus derselben, dahingehend, daß die Arbeiter ihre Vertreter iu freier geheimer Wahl bestimmen und als solche auch invalide Mitglieder wählen können und daß den Mitgliedern der Kassen beim Ausscheiden aus denselben die erworbenen Rechte gegen Zahlung einer Rekognitionsgebühr erhalten bleiben. 6. Bezüglich des Zuzuges fremdländischer Arbeiter. Die 5. Jahresversammlung des Gewerkvereins erblickt in der massenhaften Zuziehung und Beschäftigung fremdländischer Arbeiter im deutschen Bergbau eine große Gefahr für die inländische Bergarbeiterschaft, sowohl in Bezug auf der letzteren Gesundheit und Leben, wie auch der wirtschaftlichen und sozialen Lage der deutschen Bergleute und bittet die Staatsbehörden durch Geeigicte Maßznächmen, für die Folge sremdländische Arbeiter R e stand ihm immer wieder jenes Redners einfache edle Erscheinung vor Augen, warum tönte es ihm immer noch im Ohre„Das Christentum ist selbst das größte Wunder, gewirkt von Gott und nicht wer weiß wo und wie zu Stande gekommen, sondern in unserer eigenen Brust! Ein Wunder und des Wunders Zeugen sind wir selber!“ Beim Herausgehen aus der Aula hatte er unter dem ftutenden Gedränge der die Treppe hinabsteigenden Zuhörer auch Emilie gesehen, und er konnte sich vorstellen, was solch eine Rede für sie für eine Bedeutung haben mußte, die jedem flammenden Wort derselben von ganzem Herzen zujauchzen konnte. Damals hätte er sie gern gesprochen, aber es war ja nicht ratsam, und so ging er in sein einsames Stübchen im Hotel und bemühte sich allein, den Eindruck zu bewältigen. Aber es gelang ihm nicht recht, ganz Herr zu werden der widerstreitenden Gedanken und Vorstellungen, die sein Inneres aufregten. Immer wieder langte er bei der Alternative an, die wie aus seinem Gewissen und Nachdenken zugleich geboren mit fordernder Schärfe an ihn herantrat: Entweder ist das Christentum wahr oder es ist ein ungeheures Wunder, wie solche klare hochgebildete Männer so felsenfest daran glauben können. Jeden Tag, um die Stunden, da die Züge abgingen, pilgerte Leo, um körperliche Bewegung zu haben, zu Fuß nach dem eine Werst(1/ d. Meile) vom Mittelpunkt der Stadt entfernten Bahnhof, wo er die Abreisenden musterte, ob nicht seine Damen darunter wären. Eines Tages erhielt er von Herrn Moschen einen ausführlichen Brief als Antwort auf jene schroffe Spistel, die er unter dem frischen Eindruck jener Unterhaltung mit Fräulein Michelbein über den jungen Mediziner geschrieben. Der alte Gauner hatte seine Worte trefflich gewählt, um Leo zu halten. Er erzählte, wie erschüttert und niedergeschlagen Emiliens edler Bruder gewesen bei der Nachricht, daß Leo die Sache abzuweisen gewillt sei; wie er, Moschen, ihn gerade um seiner Ehrlichkeit willen zu solch einem Posten vorgeschlagen und wie niedergeschlagen es auf ihn wirke, wenn er einmal auch ohne Hintergedanken seine Mitwirkung bei einer so reinen Sache angetragen habe und wie jetzt kein Segen dabei zu sein scheine. Am verblüffendsten wirrten an Leo die Enthüllungen aus dem Testament. Sein gesunder Menschenverstand bäumte sich dagegen auf, daß der alte Herr Dodenthal solche Klauseln erdacht haben könne. Was konnte ihm im Hinblick auf esie Sachiscte dcirche liechenz, cisie hite ad schlent, oder Nahezu sämtliche 11000 Arbeiter des Kladuo=Schlaner Gebiets sind am Ausstand beteiligt. Die Hauptforderung der Ausständischen ist ein Mindesttagelohn von 160 Krenzer für den Hauer. Bei zwei Hochöfen der Prager Eisenindustrie muß norgen bereits der Betrieb eingestellt werden. Parteinachrichten. V Barmen, 16. Jan. Gestern fand im christlich=sozialen Verein eine nahezu vollzählig besuchte Vorstandssitzung statt, in der u. a. eine Kommission gewählt wurde, die die Frage betr. die Stellung des Vereins unter der Herrschaft des neuen bürgerlichen Gesetzbuches, wenn nötig unter Befragung eines Juristen, prüfen soll. Weiter wurden die Maßnahmen beraten, die zur Vorbereitung für die demnächstige große Versammlung, in der Herr Hofprediger a. D. Stöcker sprechen wird, zu ergreifen sind. Endlich wurde ein Agitationsplan entworfen, in dem die Abhaltung von Diskussionsabenden eine große Rolle spielte. Nächsten Montag wird der Vorsitzende über Reichsbankdiskont und seine Wirkung auf den kleinen Erwerbsstand sprechen. Wir wünschen dem Bruderverein weitere energische Thätigkeit. Priefkasten Unsere Leser und Freunde bitten wir, bei freudigen und traurigen Familienereignissen uns stets eine diesbezügliche Anzeige zugehen zu lassen. Die große„Volk“=Gemeinde kann und muß gerade durch die Veröffentlichung derartiger Anzeigen bekunden, daß es ein gemeinsames Band der Treue und Anhänglichkeit ist, welches alle christlich=sozialen Freunde umschlingt. in W. Eine auswärts wohnende Lehrerwitwe ist nicht durchaus verpflichtet, ihre Pension an der Königl. Kreiskasse persönlich abzuholen, oder durch einen Boten abholen zu lassen, sondern kann sich or durch die Post zuschicken lassen, wobei sie jedoch der Kreiskasse vorher eine vorschriftsmaßige, auf Verlangen der Kasse mit Lebensaltest versehene Quittung einzusenden und auch das durch die Uebersendung des Geldes entstehende Porto zu tragen hat. Geistliche und Lehrer haben dagegen Anspruch auf portofreie Zusendung ihrer Kompetenzen, mit Ausnahme von Unterstützungen und sonstigen außerordentlichen Zuwendungen. Die Regierung ist fortgesetzt bestrebt, den Zahlungsempfängern die Erhebung der Zahlungen aus der Staatskasse zu erleichtern, indem sie darauf dringt, daß die Gemeindekassen die Leistung solcher Zahlungen im Auftrage der Königl. Kreiskassen übernehmen. Diese Einrichtung besteht auch bei den meisten Gemeindekassen des Kreises Siegen bereits längere Zeit. A. St. in London. Besten Dank. Dr. med. F. S. in R. Geheimer Kommerzienrat Freiherr von Stumm in Nennkirchen, Kreis Ottweiler. O. Siegen, 18. Jan. Am Sonntag, den 20. Januar, abends 7½ Uhr, feiern die Beamten und Arbeiter der Staatseisenbahnverwaltung von Siegen und Umgegend im Saale des Kaisergartens gemeinsam den Geburtstag S. M. des Kaisers. Westfalen. Weidenan, 16. Jan. Zu der vorgestrigen ordentlichen Generalversammlung des Kriegervereins„Auf den Hütten“ waren ungefähr 70 Mitglieder erschienen. Die Tagesordnung wurde der„Sieg. Ztg.“ zufolge wie folgt erledigt: Der Herr Vorsitzende begrüßte die Versammlung und äußerte den Wunsch, daß die Zusammenkünfte des Vereins auch in dem neuen Jahrhundert stets rege besucht werden möchten. Aus dem berichte ergab sich, daß das abgelaufene Vereinsjahr in jeder Hinsicht zufriedenstellende Ergebnisse gezeitigt. Das Vereinsvermögen ist um 600 Mk. gewachsen dem Vereive gehören zur Zeit 400 Mitglieder und 4 Ehrenmitglieder an. Durch den Tod hat der Verein vier Mitglieder verloren das Andenken derselben wurde durch Erheben von den Sitzen geehrt. Festlichkeiten sind in herkömmlicher Weise veranstaltet worden. früher heirate? Und wenn sich jetzt ein so reicher Freier fände, daß es Emilie gleichgültig würde, ob sie was erbie oder nicht, was dann? Ginge nicht das Glück der Liebe über das Gold des Erbes Vielleicht stände noch weiter im Testament oder lage im Interesse der Familie, daß sie einen armen Verwandten oder dergleichen, für den sie bis zum fünfundzwanzigsten Jahre gewissermaßen freigehalten würde: Auf alle Fälle wäre das ein ungestörter Gewissenszwang, wolle man das arme Mädchen auf solche Weise von der Freiheit des ärmsten Bauernkindes ausschließen, ihr Herz zu schenken, wenn sie wolle. Mehr als einmal nahm er sich vor, ohne weiteres abzusagen, und immer wieder hielt ihn der Gedanke davon zurück, daß dann ein weniger anständiger Mann an seiner Stelle eine ähnliche Aufgabe hätte, und dann wäre Emiliens Herzensleben ein Objert für die Experimente der Verwandten und gewissenloser Agenten. Und so festigte sich ihm innerlich die Ueberzeugung, es sei im anderen Sinne, als Moschen meine, seine Pflicht, Beschützer des verlassenen Mädchens zu sein. Nach dieser Seite hin ward er noch mehr gezogen, als am vorletzten Tage seines Dorpater Aufenthalts ein herzlicher Brief von Herrn Dodenthal eintraf, der an Feinheit in der Wahl des Ausdrucks und an gewinnender Liebenswürdigkeit ein wahres Meisterstück war. So ward Leo mehr als früher seiner Aufgabe gewiß, über Emilie zu wachen, zugleich aber entschlossen, wenn sich eine ernste Liebe fände, ihr nichts in den Weg z# legen Warum nur, so oft er an diesen Punkt kam, mit einem Schlage alles Denken aus war und er eine tiese, schmerzliche Empfindung in sich aufsteigen spürte? Klar wurde er sich darüber nicht und das war ihm überhaupt in der letzten Zeit oft ein Verdruß, daß er mit sich selbst nicht so im Reinen war, als früher, daß jetzt in die Arbeitsstätte seines Geistes in Denken, Fühlen und Wollen hinein so allerlei Neuerungen und Störungen hereingebrochen waren, die wie geschäftige Heinzelmännchen die frühere Ordnung im Kopfe umzustürzen drohten. Aeußerlich stands ja viel besser mit ihm als im letzten Jahre und er erholte sich zusehends. Seine Gestalt war kräftiger sein Gang leichter und das Gesicht bekan von der Bewegung in frischer Luft und besserer Kost als früher ein frisches, gesundes Aussehen. Aber mit der wachsenden Leibeskraft regte sich's in seinem Geistesleben und er mußte oft lange nachdenken über allerlei, das ihm früher nicht in den Sinn gekommen war. Die Gespräche dort im Pastorat und hier in Dorpat dieser wunderbare Redner, alles bewegte ihn mehr, als er sich gestehen wollte. Ein paar Mal hatte er in dem Neuen Testament gelesen, das ichm der Paston hein. Abschied geschentt hatte (Fortsetzung folgt. Gegen die hierauf vorgetragene Jahresrechnung sand sich nichs zu erinnern und konnte dem Rendanten demgemäß Entlastung erteilt werden. Beider Umwahldes Vorstandes wurden die Kameraden Kolb und C. Fickwieder=und die Kameraden H. Patt, Ferd. Sarx und Völmicke neu gewählt. Bezüglich der diesjährigen Kaisergeburtstagsfeier wurde beschlossen, daß dieselbe am Sonntag, den 28. d. M., im Saale der Frau A. Vogel, veranstaltet werden solle. Weiter wird dem Fest=Komitee zur Bestreitung der Kosten für Neuanschaffung eine Summe von 200 Mk. zur Verfügung gestellt. Von der vom deutschen Kriegerbunde veranstalteten Wohlfahrts=Lotterie übernimmt der Verein 100 Lose; für die im Jahre 1898 neu gegründete Vereins=Bibliothek wird ein Zuschuß von 60 Mk. bewilligt. Auf Antrag soll für die Folge der Jahresbericht schriftlich erstattet und dann den Vereinsakten zugeführt werden. Am Kaisersgeburtstage, Samstag, den 27. Januar, findet durch das Tambour=Korps und die Gewehr=Sektion ein Zapfenstreich statt.— Um 8 Uhr abends gelangten die Verhandlungen zum Abschluß und wurde die Versammlung mit dem üblichen Kaiserhoch geschlossen. Laasphe, 16. Jan. In ihrer letzten Sitzung faßte die Stadtverordneten=Versammlung folgende Beschlüsse: 1. Als Stadtverordneten=Vorsteher wurde Herr Friedrich SchuppertSteinweg wiedergewählt. Ebenso wurden die Herren Friedrich Bosch als Vorsteher=Stellvertreter, Ludwig Hartnack als führer und August Imgardt als dessen Stellvertreter wiedergewählt. 2. In der Angelegenheit der Kanalisation der Bahnhofstraße hatte der Herr Regierungspräsident nochmals um Beschlußfassung ersucht, ob die Stadt bereit sei, die Kanalisation der Bahnhofstraße freiwillig auszuführen, anderenfalls dieselbe zwangsweise erfolgen würde. Es wurde beschlossen, dem Herrn Regierungspräsidenten die augenblickliche bedrängte Lage unserer Gemeinde vorzutragen und ihn zu bitten vorerst nochmal einen Kommissar hierhin zu senden. 3. Die Vergrößerung des Hofraums der Präparanden=Anstalt wurde in der beantragten Weise genehmigt. Die Versammlung nahm Kenntnis von dem in der Beleuchtungsangelegenheit ergangenen Urteile des Landgerichts Arnsberg 5. Auf ihren Autrag wurde der Gemeinde Laaspherhütte zum Bau einer Wasserleitung eine Beihilfe von 500 Mark bewilligt. 6. Das Gehalt der beiden Nachtwächter hierselbst wurde von 200 auf 250 Mark erhöht, die Magistratsvorlage auf Anstellung eines Nachtschutzmanns aber abgelehnt. 7. Die Versammlung nahm Kenntnis von dem Bericht über die am 28 Dezember 1899 abgehaltene Rebision der städtischen Kassen.(„Wittgenst. Ztg.“) Aus Minden=Ravensberg und Umgegend, 17. Jan. Eine ruchlose That ist in der Gemeinde Bokel bei Gelegenheit einer Anktion begangen worden. Der Arbeiter Buschhorn brachte dem Schäfer Pöpsel mehrere tötliche Schläge ins Gesicht mittels eines Pflugmessers bei, sodaß derselbe uach wenigen Stunden stach. Der Thäter wurde sofort verhaftet. Auf der durch den Frost in den beiden vergangenen Nächten entstandenen Eisdecke des Hücker Moores brach der 13jährige Sohn des Neubauers Kirchhoff zu Siele ein und konnte aller Mühe ungeachtet nicht gerettet werden. Den Anstreugungen des Fischers Beckmann gelang es die Leiche zu bergen Dieselbe wurde per Wagen den Eltern zugeführt. Lüdinghausen, 16. Jan. Das tief empfundene Bedürfnis, den bislang von Bahnen fast gänzlich umgangenen Kreis Lüdinghausen durch eine Verbindung einerseits mit der Provinzial=Hauptstadt Münster anderseits mit dem Industriebezirk, aufzuschließen hat die in Betracht kommenden Gemeinden des Kreises Lüdinghausen dazu geführt, in Verbinduu.g mit den benachbarten Gemeinden Amelsbüren und Datteln eine Bahn in der Linie Münster=Amelsbüren=OttmarsbocholtLüdinghausen=Olfen=Datteln=Heurichenburg=Bochum zu erstreben und sich zu diesem Zwecke in Ausschüssen zu organisieren. Das Projekt durchschneidet ein großes bahnloses Gebiet, das landwirtschaftlich viel verspricht bisher aber mangels ausreichender Verkehrsmittel wirtschaftlich gußerordentlich zurückgeblieben ist. Die Lime erscheint auch abgesehen davon, daß sie die Provinzial=Hauptstadt in direkte Verbindung mit dem Industriebezirk und dem Centrum desselben bringt, auch um deshalb sehr gussichtsvoll, als sie eine Entlastungsbahn für die überlasteten Verbindungen Münsters mit dem Industriegebiet schafft. Die Stadt Münster hat ein großes Interesse an der Bahn auch deshalb, als sie mittels derselben den kaufkräftigen Kreis Lüdinghausen, der ihr durch die DortmundGronan=Enscheder Eisenbahn nach ersterer Stadt entfremdet worden wieder zu gewinnen hofft. Aus allen diesen Gründen war darum auch eine letzten Sonntag nach Lüdinghausen einberufene Interessenten=Versammlung zahlreich besucht. I. a waren vertreten die Stadt Münster durch Bürgermeister Farwick die Handelskammer durch den Syudikus Dr. Wurst, Bochum durch die Magistratsmitglieder Bluth und Schwenger, die Bochumer Handelskammer durch den Syudikus Dr. Wiebe, die Stadt Castrop durch den Antmann Barfeld, das Amt Bankau durch den Amtmann de la Roche die Stadt Amelsbüren u. a. durch den stellvertretenden Vorsitzenden des Westfälischen Bauernvereins, Landesökonomierat Winkelmann Zustimmungskundgebungen lagen aus einer ganzen Reihe von Orten vor. Alle Redner sprachen sich überzeugend für die geplante Linie aus. So betonte Bürgermeister Farwick die Opferwilligkeit der Stadt Münster Stadtbaurat Bluch und Syudikus Dr. Wiebe=Bochum das Interesse der Stadt Bochum und des ganzen Industriegebiets an der Bahn Amtmann de la Roche führte aus, wie wegen der vielen für diese Strecke in Frage kommenden bereits vorhandenen und noch in großer Menge neu erstehenden Zechen und industriellen Werke gerade die Linienführung von Bochumüber Herne nach Henrichenburg eine große Zukunft haben werde, während Amtmann Barfeld zu Gunsten Castrops sprach das ebenfalls an der Bahn äußerst interessiert sei. Der Gesamtausschuß, welchem die Vertreter der interessierten Orte sämtlich angehören(Vorsitz Bürgermeister Farwick=Münster stellvertr. Vorsitz Bürgermeister Effing=Lüdinghausen), beschloß eine die Zweckmäßigkeit des geplanten Unternehmens eingehend nachweisende Dentschritt an den Mitistel auszugrhelten Kleine Chronik. Der Bandwirker Pauk Philipp aus Eiberfeld hattesmit seinen Brüdern Sonntag den„Brunnen in Schwelm besuchtAls die drei nach 11 Uhr den Heimweg antreten wollten, wurden sie, wie sie angeben, ohne jeden Anlaß von zwei Menschen überfallen Hierbei erhielt der oben Genannte einen Schtag mit einem Kugelstock oder Hampelmann über den Kopf, sodaß er blutüberströmt zusammenstürzte, die Hirnschale war eingeschlagen Der Verwundete wurde ins Krankenhaus gebracht und war am folgenden Morgen vernehmungsfähig, doch wird er kaum mit dem Leben davonkommen. Man glaubt, daß die beiden Thäter, die noch nicht ermittelt sund, ebenfalls aus Elberfeld oder aus Barmnen stammen. Der Vorstand des Märkischen Lehrergesangbereins hat beschlossen, das diesjährige Märkische Lehrer=Gesangfest am 11. und 12. Juli in Bochum zu seiern. Sauptlehrer GroßeWeschede hierselbst hat es überuchmnten, die erforderlichen Vorbereitungen in die Wege zu leiten. Wie immer, so wird auch in diesem Jahr alles mögliche gethau werden, um das Fest zu einem großartigen zu gestalten. — Dienstag früh schnellte auf Zeche„Germania" bei Dortmund der Förderkorb in die Höhe und stieß auf. Durch die Erschütterung stürzten zwei Leute in die Tiefe und blieben tot; ein Bergmann ist schwer, drei sind leicht verletzt; die andern blieben unverletzt. Die Stadt Osnabrück beschloß, die Anlage eines Elektricitätswerks und einer Straßenbahn auszuschreiben. — D i e S t a d t v e r o r d n e t e n i n F r a n k f u r t g. M. g e n e h migten mit 38 gegen 14 Stimmen die Eingemeindung von Oberrad, Niederrad und Seckbach. — Oberbürgermeister Funck in Elberfeld wurde am Samstag nachmittag durch Regierungspräsident v Holleuffer in sein Amt eingeführt. Funck übernahm das Amt mit dem Versprechen, wie sein unvergeßlicher Vorgänger Jäger zu wirken Der älteste der Stadtverordneten, Herr Krugmann, enthot den Gruß der Stadtverordieten. Für die Beanten sprach Beigeordneter Lütfe. Iu der Nacht zum 1. November v. Is. wurde dem Sattler Klarenbach zu Witten der Schädel von dem 23jährigen Schlosser Muetgen mittels eines Pflastersteines zertrummert, sodaß der Tod drei Wochen später eintrat. Diese That hat nun vor dem Bochumer Schwurgericht ihre gerichtliche Sühne gefunden. Die Geschworenen billigten dem AnSektlagkeite Kikdsrade. Wrstäde a e eee Jahre Gefängnis. Vor etwg zehnr, Jahren bramnte in Halltern das Haus des Sattlermeisters Leidiger vollständig nieder, ohne daß die Entstehungsursache bekaunt geworden wäre. Jetzt hat sich bei der Polizeibehörde in Recklinghausen ein junger Mann gemeldet, der nach seiner Aussage von Gewissensbissen geblagt, sich als Brandstifter angiebt. Er habe aus Nache seinen damaligen Meister schädigen wollen. Wegen Dummheit freigesprochen zu werden, dürfte sich vor den preußischen Gerichten nicht allzu oft ereignen. In der letzten Schöffensitzung zu Hamm hatte sich der Fuhrknecht Heinr. D. von hier zu verantworten. Er hatte am 2. Oktober J auf dem Polizei=Bureau, woselbst er als Rentenempfänger seine Onittung beglaubigen ließ, die schon beglaubigte Quittung eines Posthilfsboten, der sich für einige Augenblicke entfernt hatte, an sich genommen und dessen Reute dann bei der Post in Höhe von 34.55 M. erhoben. Das Gericht sprach ihn von der Anklage des Betruges frei, weil es annahm, daß D. in seiner geistigen Beschränktheit eine strafbare Handlung nicht habe begehen wollen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Woche Gefängusch beantragt Fermischtes. Aus Vordeaux wird gemeldet: Obwohl gegen Ende des Jahres die Transaktionen ein wenig an Bedeutung nachgelassen, haben sie doch nicht aufgehört. Das unaufhörliche Einlaufen von Aufträgen erklärt sich durch die vorzügliche Qualität unserer 1899er Weine und den großen im Auslande vorhandenen Bedarf. Unsere Winzer haben seit einiger Zeit mit ihren Lieferungen angefangen. Unsere 1899er sind herrliche Weine, welche alle die Charaktereigenschaften einer guten Zukunft in sich tragen. Unsere älteren Weine, besonders die, welche sich für den täglichen Gebrauch eignen, sind ungemein gesucht und zeigen deren Preise infolge des kleinen Vorrats auf dem Lande große Neigung zu einer Erhöhung Man muß nicht aus den Augen verlieren, daß diese Weine noch mehrere Monate, und bis die 1899er ihren Platz einnehmen können, den ganzen laufenden Bedarf decken müssen. Ohne Zweife wird dieses— Zusammenschmelzen der Vorräte alterer Weine eine Preissteigerung nach sich ziehen, denn je mehr wir uns dem Frühjahr###hern, wo die Verladungen wieder im großen Umfange erfolgen, desto mehr wird sich das Bedürfnis bei unseren lokalen Häusem herausstellen, sich von neuem zu verproviantieren. Drei Kinder verbrannt. In Danzig sind bei einem Feuer in einem Hause der Höcker=Gasse drei Kinder verbrannt. Sieben Kinder schwebten in großer Lebensgefahr konnten iedoch gerettet werden. Standesamt Siegen. Angemeidet vom 30. Dezember 1839 bis 11. Janztar 1900. Geburten, Heinrich Leonh, Fritz, S. d. Schmieds Heinrich Kart Wolf, ev. Emmy 2. d. Fabrikarbeiters Heinl. Flender, e###— Lina Susanna Minna Frieda, T d. Schreiners Johs Brück, en— Friedr. Johann, Sohn des Schneiders Heinr. Schulle, kath Zwei Mädchen Zwillinge des Sandformers Heinr. Post ev. Wilhelm Rudolf Heinr, S. d. Schlossers Heinr Jak. Bäumer ev. August Ludw., S. d. Gerbers Friedr. Manin Bender, er Johs. Otto S. d. Eisenbahnnachtwächters Heinr. Aug. Oberliesen, kath. Heinrich Aug. Rob, S. d. Hilfsbremsers Adolf Friedr. Hanz, en Maigareihe, T. d. Kaufmanns Aug. Koch, ev. Aufgebote Schuhmacher Gregor, gen. Heinr, Kilek mit Elise Amalie Breitenbach hier Eisenbahnschl. Jak. Karl Eduard Achenbach, hier, mit Withelmine Völkel in Erndtebrück Bergmann Aug. Heinr. Klost in Eiserfeld mit Hermine Stahl in Homberg. Bahnarbeiter Karl Wilh. Zimmermann, hier mit Anna Bay zu Hillscheid. Wirt Heinr Wilh. Paulus Kreuz mit Maria Wilhelmine Luise Bosch hier Zimmermann Heinr Dittmar, hier, mit Luise Katharine Irle in Laasphe.— Anstreicher Friedr. Karl Pfeiser in Hartenrod mit Luise Beimborn das Gerber Karl Peter Zimmermann mit Christine Böhmer hier Bäckermeister Joseph gen Heinr Braach mit Sabine Johanna Bottländer hier Former Heinr Stötzel in Klafeld mit Anna Bertha Wagener, hier. Postassistent Emil Anton Störmann, hier, mit Anna Franziska Schäfer in Werdohl Briesträger Heinr. Jak. Kraft in Weidenau mit Anna Christina Stötzel in Niedernetphen. Kesselschmied Karl Debus mit Rosa Lifette Weber, hier Gerichtsassistent Friedr. Herm. Schöttler in Erwitte mit Maria Helene Wildtraut, das, früher hier. Maurer Christ. Schneider in Steinperf mit Eise Dittmann, das— Lotomotioheizer Friedr. Wilh. Euteneuer mit Marie Feige, hier. Verechelichugen. Schützmatest, Karh. Alug, Wicgop in Barmen, Wiamer pib Sohmug Heiene Momwerlich, dol 80. Sterbefälle. Eheftau Hüttenacb. Kaul Kerstein, Katharine Lüise geb. Hill, 38 J, alt, ev. Witwe Fuhrm Jak. Fries, Auna=Sophie geb Braach6J alt, ev Privatperson Helene gen. Lina Prinz, 59 J alt, ev. Witwe Tagel. Heinr Neuser, Katharine geb. Otto, 71 J. alt, kath. Jean Georg Franz, S. d. Anstreicherm Heinr. Gresser, 5 J alt, ev. Schmied Johann Stetner aus Tiesenbach, 41 J alt, kath Elsriede Emma Anna, 2 d kgl Landmessers Karl. Hobohm, 3. J. all, ev.— Witwo Bäcker u. Wirt, Sberh. Steffe, Musthemme 9 0 2. 8. Sschtasge des Sehatsianellen Reite Für die Leitung verantwortlich: O Beckmann Unterhältungstei Dr. Burckhardt=Godesbeig.— Anzeigen: Ehr. ese e ccheschen seh, Sanbschhe