Westfälisches Tageblatt General=Anzeiger für Hagen und Umgegend Hagener Generalanzeiger Amtliches Kreisblatt für den# Stadt= und Landkreis Hagen Hagener Generalanzeiger Unabhängige Zeitung Tägliche Beilage: Unterhaltungsblatt Feierstunden. Wöchentliche Beilagen: Hagener Bunte Blätter. Fürunsere Frauen. Fürunsere Kleinen. für nationale Politik Rotationsdruck und Verlag: Westfälische Verlagsanstalt Decker& Co., Hagen i. W., Goldbergstr. 17—21. Redaktion: Fernsprecher Ne. 126, Expedition: Fernsprecher Nr. 120. Telegr.=Adr.: Tageblatt Hagenwestf. Anzeigenseilenprete: 29 Dig. Certzelle im Rehlametelle 60 Die. Bellogengsbühr 6 UIh für 1000 Stüch Rabatt nach Karti: dieser gilt als Hassenrabatt und hann verund Rähorben ebenfals fort t e 8 t o St.. en. ichen Unfall, der einam—00 11735L rac Maßgabe der allgemeinta Beoingungen, enn in anserom Hiams vereiss veronenllicht Boieen FuStemnten imn Barmi, ulslch und ul bslen Cod mnist dmn mn ite Enien ge euhiante Uciellunstihgung gpo f 900 Litüti mn ur B ulan Gaupickrpehiten iu Geon zsurene hdtrnat argichen andter Körz. s“ Nummer 72 Freitag, den 28. März 1913 49. Jahrgang Erstes Blatt. Unsere verehrlichen Post=Abonnenten werden hiermit gebeten, das Abonnement auf das Westfälische Tageblatt General=Anzeiger für Hagen und Umgegend sofort bei der Post oder dem Briefträger zu erneuern, damit am 1. April in der Zustellung keine Unterbrechung eintritt. Neu hinzutretende Abonnenten für das 2. Quartal erhalten das Blatt gegen Einsendung der Post=Quittung bis Ende des Monats März gratis geliefert. Churchills Rüstungsferien. Wir mußten genern die Flottenrede des Ersten Lords der englischen Admitalität nach seinem eigenartigen Vorschlage, im Schiffbau einen einjährigen Stillstand eintreten zu lassen, abbrechen. Churchill fuhr dann fort: Wir dürfen nicht versuchen, in den neuen beutschen Marineerklärungen einen Sinn zu finden, den sie nicht haben. Wir dürfen nicht versuchen, die deutsche Marinevolitik unsern Wünschen anzupassen durch eine zu genaue Interpretierung der freundlichen Sprache. die in Deutschland mit der Absicht zu beruhigen geführt worden ist. Wenn ich zum Beispiel sagen würde, werr von Tirpitz habe anerkannt, daß das englische Uebergewicht von 16:10 bei den readnoughts das Einverständnis von Deutschland vabe, und dieses Uebergewicht bestehe tatsächlich bereits jetzt fast genau, Deutschland dürfe daher folgerichtig nicht beginnen, ein neues Schlachtschiff zu bauen, bevor wir es tun. so würde dies uns sehr schaden. Beide Nationen müssen vollkommen frei sein, bei den Rüstungen zur See den Kurs einzuschlagen, der ihnen zu irgendeiner Zeit der weise und richtige zu sein scheint. Da Deutschland seine Neubauten um zwei Schlachtschiffe in der letzten sechsjährigen Periode vermehrt hat, so wer den die britischen Pläne für Neukonstruktio nen um vier Schlachtschiffe erhöht werden, von denen zwei im jetzigen Jahre auf Stapel gelegt werden müssen, so daß wir, wie ich bereits im vergangenen Juli gesagt habe, in diesem Jahre fünf Neubauten gegen drei ausführen werden. Das britische Bauprogramm der letzten sechs Jahre wird auf diese Weise, wie ich im Unterhause im vorigen Juli erklärt habe, sich im ganzen auf 25 gegen 14 Neubauten belaufen. Zu dieser Gesamtzahl werden für jedes von der deutschen Regierung auf Stapel gelegte Schiff zwei weitere Schiffe gebaut werden. Ferner sollen hierzu alle diejenigen Schiffe kommen, deren Bau infolge einer neuen Flottenentwickelung im Mittelländischen Meer nötig wird; es freut mich jedoch, mitteilen zu können, daß eine solche Entwickelung gegenwärtig nicht zu bemerken ist. Dazu kommt noch das von den Malaischen Staaten geschenkte Schiff sowie die drei Schiffe, deren Schenkung Kanada erwägt. Die Kolonien werden für das britische Reich im Jahre 1913 neue Linienschiffe bauen. Dieses Jahr ist festgelegt. Aber nehmen Sie für die Rüstungspause das Jahr 1914 an. Ich habe keinen Grund zu der Annahme, daß es der Wunsch der deutschen Regierung ist, ihr Bauprogramm für 1913 zu verschieben oder aufzugeben. Wenn es aber ihr Wunsch sein sollte, so habe sie es nur bekanntzugeben. Auf jeden Fall wird die Anregung nochmals erneuert, für 1914, oder, wenn das zu kurz ist, für 1915. Niemand baut Kapitalschiffe zum Vergnügen. Es ist jedoch klar, daß ein solches Abkommen auch andere Mächte außer England und Deutschland berühren würde. Die Programme Frankreichs und Rußlands einerseits, Oesterreich=Ungarns und Italieus anderseits würden in Erwägung zu ziehen sein. Ich bin zuversichtlich genug, in diesem Einflusse des gemeinsamen Vorgehens der englischen und der deutschen Regierung keine unüberwindliche Schwierigkeit zu sehen, denn der Friede und die Wohlfahrt der Welt sind über alle Maßen unschätzbar, und wenn zwischen beiden ein Abkommen, sei es auch nur für ein bestimmtes Jahr, geschlossen würde, um eine verschwenderische, zwecklose, nichtige Torheit zu verhindern, so würde man ein weiteres internationales Ziel erreichen. Ich will nun den verschiedenen Einwänden begegnen. Man wird sagen, daß in demselben Verhältnis, wie die britische Ueberlegenheit in Ueberdreadnouahts verschwindet und die Dreadnoughts den Hauptteil der Schlachtlinie ausmachen, die gegenwärtige allgemeine Ueberlegenheit von nahezu 2:1 vertauscht werden würde gegen ein reines Dreadnought=Verhältnis von 16:10. Aber unsere Programme ziehen das Veralten der britischen Ueberdreadnoughts voll in Rechnung. Diese Programme bedeuten 25:14, das ist das Verhältnis nicht von 16:10. sondern 18: 10. Benn wir diese bemerkenswerte Ansammlung der Schiffe betrachten, wie sie 1920 sein wird, sodann ihre heutigen Fortschritte und sie mit der deutschen Flotte zu Anfang des Jahrhunderts vergleichen, so werden wir imstande sein, mit Gefühlen von höchster Bewunderung das wundervolle Werk zu würdigen, das die lange Verwaltung des Herrn v. Tirpitz geschaffen hat. Unter volitischem Gesichtspunkte kann es über diese Entwicklung unzweifelhaft zwei Meinungen geben, aber abgesehen von der politischen Bedeutung der Landund Seemacht muß sie immer als eine der eindrucksvollsten und denkwürdigsten Offenbarungen angesehen werden, die deutsche Voraussicht, Entschlossenheit und Tatkraft jemals der Welt geboten haben. Das Anwachsen der Schiffe in ständiger voller Dienstbereitschaft ist der direkte und einzige Grund für den gegenwärtigen Mannschaftsmangel und für die bedeutende Vermehrung, die wir vorschlagen.„ Churchill schloß, er wünsche ausdrücklich, den danken zurückzuweisen, daß Großbritannien jemals einer andern Seemacht erlauben könne, ihm so nahe zu kommen, daß sie imstande wäre, nur durch einen Druck zur See Englands politische Einwirkung abzulenken oder einzuschränken. Eine solche Lage würde ohne Frage zum Krieg führen. * Was ist der Kern dieser vom offiziösen Draht in einer Länge von etwa 1000 Zeilen übermittelten neuesten Flottenrede Churchills? Die Londoner Times findet den richtigen Ausdruck dafür, wenn sie ehrlich sagt: Churchills Anregung eines einjährigen Rüstungsstillstandes ist mehr ein Scheingebilde, aber wir freuen uns, daß er sie gemacht hat. Daß die Anregung je zur Tat werden kann, glaubt am allerwenigsten ihr Urheber. Gesteht er doch selber, er würde noch mehr Schiffe in Bau geben, wenn die Werften nicht bereits an der Grenze der Leistungsfähigkeit angelangt seien.(!) Es handelt sich um eine vollkommen platonische Liebeserklärung, die ohne Folgen bleiben wird. Die gegen früher viel offenere Aussprache über alle möglichen Flottendinge bestätigt aber jedenfalls— darin darf man ihren Hauptwert sehen— die fortschreitende Besserung in den allgemeinen Beziehungen Englands zu Deutschland. Nicht einmal die eigene Parteipresse Churchills vermag zu überzeugen, daß sie den Gedanken eines Ferienjahres in den Seerüstungen ernst nimmt. Weiter ist zu bedenken, daß, wenn von irgendwelchen Abmachungen über eine Einschränkung der Rüstungen die Rede sein sollte, ein solches Abkommen selbstverständlich auch auf die beiderseitigen Bundesgenossen ausgedeynt wer. den müßte, so daß also sozusagen eine gegenseitige Vereinbarung zwischen Dreiverband und Dreibund einzutreten hätte. Sehr richtig weisen sodann englische Blätter darauf hin, daß Frankreich zum Beispiel eine Entlastung des deutschen Marinebudgets nicht mit denselben Gefühlen ansehen würde wie England, da es davon erneute Anstrengungen Deutschlands auf militärischem Gebiete befürchten würde. Ferner betonen englische Blätter, daß zurzeit Rußland verhältnismäßig größere Anstrengungen im Schiffbau vor hat als Deutschland und natürlich ebenfalls von einer Pause in dieser seiner Entwickelung wenig erbaut sein würde. Zu denken geben dann auch die Erwägungen, daß eine solche Pause den Staaten, die im Moment zu großen Aufwendungen mehr fähig sind als andere, weniger gelegen käme, als den momentan schwächeren. Argwöhnische Gemüter könnten daraus zurückschließen, daß England bei seinem jetzigen Rüstungstempo keineswegs wohl zu Mute sei, und daß es vielleicht Atem zu holen gedenke. Verdächtig ist in dieser Hinsicht besonders, daß Churchill selber, der Marinechef, das Wettrüsten mit den wegwerfenden Ausdrücken:„verschwenderische, zwecklose und nichtige Torheit" bedenkt. Die unabhängigen Nebenländer. V Melbourne, 27. März. Bei der Begrüßung des neuen australischen Kreuzers Melbourne betonte Generalgouverneur Lord Denman die Berechtigung Australiens, seine Flotte unter eigener Aufsicht zu haben und mit Australiern zu bemannen. Falls das britische Reich in die Schranken gefordert würde oder die Oberherrschaft Großbritanniens in Gefahr wäre, so würde in Australien die Regierung, gleichviel ob unter liberaler Führung oder unter der Arbeiterpartei, nie zögern, unter Aufbietung aller Kräfte zu Hilfe zu eilen. Der Ministerpräsident und der Landesverteidigungsminister stimmten zu und erklärten, die Ausbildung australischer Marinemannschaften zur Bemannung der australischen Flotte sei von größter Bichtiokel. Postkreditbriefe im Reichsgebiet. pi. Wie wir hören, steht die Einführung - an Postkreditbriefen bevor, die im ganzen Reichsgebiet zur Verwendung gelangen sollen, zu welchem Zweck mit Bayern und Württemberg Verhandlungen gepflogen werden. Es kann erwartet werden, daß noch in diesem Jahre die entsprechenden Einrichtungen seitens der Postverwaltungen getrofsen werden. Das Bedürfnis nach Postkreditbriefen hat sich seit längerer Zeit im öffentlichen Interesse als notwendig erwiesen und dürfte wesentliche Erleichterungen für den Verkehr zur Folge haben. Man vlant seitens der Reichsvostverwaltung, eine ganz ähnliche Einrichtung zu schaffen, wie sie bei den Banken besteht und sich bewährt hat. Das Verfahren dürfte sich so gestalten, daß entweder auf den Postscheckämtern oder auf Postanstalten seitens der Interessenten größere Beträge eingezahlt werden, auf welche hin Postkreditbriefe ausgestellt werden können. Unter Vorzeigung einer genügenden Legitimation können von den Inhabern der Briefe die entsprechenden Beträge bei allen Postanstalten innerhalb des Reiches abgehoben werden. Was die Frage der Brieftelegramme anbetrifft, so haben sich diese im ersten Jahre ihrer Einführung gut entwickelt. Im ganzen sind Brieftelegramme mit zusammen 6 Millionen Worten in der Zeit vom 1. Oktober 1911 bis 1. Oktober 1912 aufgegeben worden. Gegenwärtig sind für den Brieftelegrammverkehr 80 Städte zugelassen unter Beschränkung auf solche Telegraphenanstalten, in denen voller Nachtdienst stattfindet und der Betrieb von wirklichen Telegraphenbeamten vorgenommen wird. Da man zunächst noch weitere Ergebnisse abwarten will bleibt der Brieftelegrammverkehr vorerst in der Ausdehnung bestehen, die ihm gegeben worden ist. Adrianopel und die Allslawen. In Petersburg ist der Fall Adrinanopels mit großem Jubel ausgenommen worden. Der bul garische Parlamentspräsident Dr. Danew, der bei dem Bekanntwerden der Nachricht gerade in der Reichsduma weilte, wurde von den begeisterten Abgeordneten auf die Arme gehoben und unter lautem Jubel umhergetragen. Es werden in der deutschen Presse Stimmen laut, die besorgen, daß der Fall Adrianovels anfeuernd auf die Kriegslust der Bulgaren wirken könnte. Aus Petersburg meldet die Köln. Ztg. zu der neuerlichen Einnahme der kleinen Ortschaft Tsoataldscha durch die Bulgaren: Ein Urteil, ob nun nicht doch ein Rückschlag auf die rufstsche Politik eintritt, ist noch unmöglich. Der Fall Konstantinovels würde hier allerdings die mühsam zurückgehaltene slawische Stimmung bedenklich entfachen. Eine Aufrollung der Dardauellenfrage, deren Vernachlässigung in den letzten Tagen Sassonow auch von gar nicht panslawistisch denkenden Kreisen vorgeworfen wurde, wird, falls nicht schleunigst der Frieden geschlossen werden sollte, für möglich gehalten, was dann einen plötzlichen scharfen Frontwechsel der ohnedies schon sehr nervösen Regierung herbeiführen könne. Demgegenüber äußert sich das russische Regierungsblatt folgendermaßen: # Petersburg, 27. März. Die Rietsch schreibt, es würde nicht klug von den Bulgaren sein, sich blind dem Siegestaumel hinzugeben, sie sollten nicht an neue Gebietserweiterungen, sondern an die schwere Aufgabe der Teilung des Eroberten denken. — Wien, 27. März. Die Großmächte haben gestern den in London verabredeten gemeinsamen Schritt, in Belgrad und Cetinje behufs Aufforderung an Montenegro und Serbien, die Belagerung von kutari einzustellen und die albanische Küste zu räumen, nicht ausführen können, weil Rußland seine Gesandten in Cetinje und Belgrad noch nicht mit den nötigen Vollmachten versehen hat. Der Einzug in das brennende Adrianopel. G Sofia, 27. März. Ein anschauliches Privattelegramm der Vetscherna Posta aus Mustafa Pascha schildert die Kämpfe bei Adrianopel und den Einzug der Bulgaren. Mit klingendem Spiel marschierten die Regimenter in die zum Teil brennende Stadt ein, wo nach an vielen Stellen die Detonationen der Sprengungen ertönten und wo an manchen stellen zwischen den Truppen noch erbitterte Einzelkämpfe stattfanden. Die bulgarischen Verluste sind außerordentlich groß, da die Türken sich geradezu verzweifelt verteidigten. Als die Bulgaren die Vorforts erstürmt hatten, fanden sie die dortige gefangene Besatzung im Zustande der äußersten Erschöpfung vor. Die Serben und der Fall Adrianopels. Belgrad, 27. März. Das amtliche Preßbureau verbreitet folgende Meldung: Während der Erstürmung Adrianopels sandte Schükri Pascha seinen Adjutanten zum 20. serbischen Regiment, um mit dem Kommandeur der serbischen Armee über die Uebergabe der Festung zu verhandeln. General Stepanowitsch lehnte das Anerbieten mit der Begründung ab, daß er nicht Oberbefehlshaber sei, und setzte den General Iwanow in Kenntnis, der erklärte, daß er die Uebergabeverhandlungen selbst führen wolle. Außer dem 20. serbischen Regiment soll auch das 9. schwere Verluste beim Sturm von Adrianopel gehabt haben. Die ungeheure Zahl der Opfer läßt hier keine rechte Freude aufkommen und nur wenige haben ihre Häuser beflaggt, auch wirkt die Ungewißheit wegen des Schicksals von Skutari lähmend ein. Die amtliche türkische Meldung. Konstantinopel, 27. März. Der amtliche Kriegsbericht meldet: Seit gestern früh 8 Uhr sind die funkentelegraphischen Verbindungen mit Adrianopel abgeschnitten. Kurz vorher eingetroffene Depeschen meldeten den Fall der östlichen Forts Djewislick, Aliwas und Tachodschak. . koustantinopel, 27. März. In Stambul wurden mit der Schreibmaschine hergestellte Blätter verteilt:„Armes Volk, man verbirgt dir die schreck lichste Wahrheit. Die Sultansgräber von Adrianopel sind entweiht und im Besitze der Ungläubigen. Sultan Mehmed und seine verräterische Umgebung bereiten sich heimlich zur Flucht nach Brussa vor. Helfen wir uns, wie wir können!" Man fand Dynamitvorräte. Skutari. — Wien, 27. März. Oesterreich=Ungarn hat sich nach Konstantinopel mit dem Ersuchen gewandt, Essad Pascha möchten Weisungen erteilt werden, daß er dem Abzug der Zivilbevorkerung aus Skutari keine Hindernisse mehr in den Weg lege. Mau hofft, daß dieser Schritt in Konstantinopel von den übrigen Großmächten unterstützt werden wird. Der Friede. (0 Sofia, 27. März. Die Regierung erwarter das Eintreffen der Zustimmung der verbündeten Balkanstaaten, um alsbald die Antwort auf den Vermittlungsvorschlag der Großmächte zu überreichen. Nach Mitteilungen von lompetenter Stelle werden die Verbündeten den Vorschlag und die Bedingungen der Großmächte als Grundlage für die Friedensverhandlungen annehmen und hoffen dabei bezüglich der Ostgrenze und der Kriegsentschädigung auf Zugeständnisse. Tagesrundschau. Der Kaiser nahm gestern militärische Meldungen entgegen, und zwar u. a. vom Prinzen Leopold von Bayern anläßlich seines Rücktritts als Generalinspekteur der 4. Armeeinspektion, von dem neuernannten Generalinspekteur der 4. Armeeinspektion Prinzen Rupprecht von Bayern und von dem Generalinspekteur der 6. Armeeinspektion, dem Prinzen Albrecht von Württemberg. Deutsches Reich. — Deue Schwierigkeiten? Wider Erwarten haben sich in den Bundesratsausschüssen zur Beratung der eeres= und Deckungsvorlagen, wie Berliner Zeitungen melden, neue Schwierigkeiten ergeben, sodaß die für gestern angesetzte beschließende Sitzung des Plenums des Bundesrats wieder abgesagt werden mußte. Heute nachmittag um 4 Uhr wird diese Sitzung erst stattfinden. Die Veröffentlichung der Vorlagen sei am Samstag zu erwarten. t Zur Durchführung der Landtagswahlen ist vom Minister des Innern ein Runderlaß veröffentlicht worden, der die Behörden auffordert, mit den Vorbereitungen zur Durchführung der Wahlen überall unverzuglich zu beginnen. Angefügt ist eine Anweisung darüber, welche Punkte des Wahlgesetzes und des Reglements besonders zu beachten seien, namentlich bei der Abgrenzung der Urwahlbezirke und der Anrechnung der Steuern. Eine ausreichende öffentliche Auslegung der Listen wird zur Pflicht gemacht. * Bei der Landtagsersatzwahl im Wahlkreis 8 Marienwerder erhielten nach der amtlichen Zählung Rittergutsbesitzer Dr. Rösicke=Görsdorf bei Dahme(kons.) 388, Gutsbesitzer Mallach=Wittkow, Kreis Deutsch=Krone(Zentr.) 13 Stimmen, und Oberstleutnant z. D. Fischer=Illowo, Kreis Flatow (kons.) 1 Stimme. Gewählt ist somit Dr. Rösicke(kons.). 5' Zum Gedächtnis der Lützower. Die hundertjährige Wiederkehr des Tages der Einsegnung des Lützowschen Freikorps wurde gestern in Rogau feierlich begangen. Am Nachmittag fand in der alten historischen evangelischen Kirche Festgottesdienst statt. Die Feier wurde eröffnet mit dem Gesange des Niederländischen Dankgebets. Als Eingangslied wurde das Körnersche Gebet: Höre uns Allmächtiger und als Hauptlied das Körnersche Einsegnungslied: Wir treten hier im Gotteshaus gesungen. Die Festrede hielt der 71 Jahre alte Pastor Peters aus Lobendau(Kreis Goldberg=Haynau), ein Enkelsohn des Pastors Peters, der vor 100 Jahren die Lützower in dieser Kirche einsegnete. npi. Die Entschädigungen für die ehrenamtlichen Funktionäre der Angestelltenversicherung. Die Organisation der Angestelltenversicherung beruht bekanntlich auf dem Grundsatz der Selbstverwaltung. Infolgedessen nimmt an der Leitung der Geschäfte eine große Zahl von Versicherungsvertretern ehrenamtlich teil. Nach dem Versicherungsgesetz für Angestellte erhalten die nicht beamteten Mitglieder des Direktoriums und die des Verwaltungsrats für ihre Teilnahme an Sitzungen Tagegelder und Vergütung der Reisekosten nach festen Sätzen, die vom Reichskanzler bestimmt werden. Infolgedessen hat der Reichskanzler nunmehr die Höhe des Tagegeldes auf 18 Mark festgesetzt. Für die Reisekosten wird eine Vergütung gewährt nach den für die vortragenden Räte der obersten Reichsbehörden geltenden Sätzen. Das Gleiche gilt für die Ersatzmänner. Auch die Beisitzer der Rentenausschüsse, der Schiedsgerichte und der Oberschiedsgerichte erhalten nach dem Angestelltenversicherungsgesetz Ersatz der baren Auslagen und als Entschädigung für den Zeitverlust ooer entgangenen Arbeitsverdienst einen Pauschalbetrag. Dieser ist vom Reichskanzler jetzt für die Beisitzer des Oberschiedsgerichts auf 6 Mark, die der Schiedsgerichte auf 5 Mark und die der Ren tenausschüsse auf 4 Mark festgesetzt erhalten die gleichen Beträge. Frankreich. 4 Stimmungsmache oder Wahrheit? Bei der Annahme des bereits von der Kammer votierten Gesetzes betr. die Kadres und Effektivbestände der Kavallerie erklärte der Kriegsminister im Senat, daß die gegenwärtige französische Kaval lerie, obgleich sie gut ausgebildet sei, nicht imstande wäre, es mit einer feindlichen Ka vallerie aufzunehmen, die drei Jahre Dienste leiste. Spanien ovwmünwer wätende Flusz, seil. seben, Lllameter breit Der Verlust an Menschenleben betrage mindestens tausend in Dayton allein. Zur Wassersnot komme der Feuerschrecken. Das Feuer, das in einer Apotheke entstanden sei, habe die Paulskirche zerstört und sich dann in den Großhandelsbezirk verbreitet, wo es zwei osenlager vernichtete. Die Leute flüchteten über die Dächer. Die größte Gefahr drohe noch von einem möglichen Dammbruch im Stadtnorden. Sollte das Stauwerk platzen, so könnte die ausschweifendste Phantasie sich nicht ausmalen, was Dayton bevorstehe. Die Bahnverbindung ist fast gänzlich unterbrochen. Die letzten Meldungen lassen befürchten, die Schiffsjungendivision an Bord S. M. S.„König „ Wilbelm“ in Mürwik bei Flensburg eingestellt erbrachte in der ersten Spielzeit im neuen Hause.den. Die Verpflegung, Bekleidung und Er1911/12 bekanntlich einen Be= ziehung als Schiffsjunge ist kostenlos für die AngeDer durch die Stadt! Der Betrieb das Stübtischen Schanietellautee für das Geschäftsjahr WIum— triebsüberschuß von 17061 Mk.; nach Vornahme der ziehung hörigen. Ein Schiffsjunge wird 2 Jahre nach dem Obergewinn von 10208 Mi., durch den sich die vorbau 9 Jahren Obermaat(Sergeant). Nach 12jähriger akdene Unterbilang auf 18005 Mk. verminherte. Die zweite Spielzeit im laufenden Geschäftsjahr des Städtischen Schauspielhauses hat sich weniger befrieX Ein Unfall des Königs Alsons. Minister, daß auch der Mississippi austritt und unendlich wei& Ore.,# omm ans essern bekannt, daß 1.2.(ebiete in das nationale Unglück hineinzieht. präsident Graf Romanones gab gestern bekannt, daß König Alfons beim Polospiel vom Pferde gestürzt sei und sich eine leichte Aushebung zugesogen habe. Das Pferd fiel auf den König. Es ge lang ihm, sich sofort zu befreien. Der König begrüßte lächelnd die Leute, die herbeieilten, um ihm zu helfen, und sagte, es sei nichts geschehen. Der König begab sich darauf nach dem Palais zurück und legte sich zu Bett, da er leichte Kontusionen erlitten hatte. Der König hat eine gute Nacht verbracht. Griechenland. * Vor der Beisetzung König Georgs. Die Königssacht Amphitrite ist gestern im Birgungugg, troffen. Während der Einfahrt der Königsjacht seuerten alle Schiffe Trauersalut. Die Söhne und Enkel des Königs trugen sodann den Sarg an Land. Der Sarg wurde auf eine Lafette gestellt, die von Matrosen gezogen wurde. Nach der Ankunft in Athen wurde der Sarg in die reichgeschmückte Katbedrale gebracht. Die Prinzen stellten den Sarg auf dem Katafalk nieder und bildeten die Ehrenwache. Aus den Parteien. — Altena: Iserlohn. Das Wahlkreiskomitee der Zentrumspartei für den Wahlkreis AltenaIserlohn beschloß in einer in Letmathe abgehaltenen Sitzung, sich am bevorstehenden Landtagswahlkampf zu beteiligen. Da Nationalliberale und Fortschrittler auf Grund eines bei der letzten Reichstagswah abgeschlossenen Vertrages gemeinsam, vorgehen, ist ein Erfolg des Zentrums ausgeschlossen; das Zentrum glaubt aber, daß aus„den verschiedensten Gründen“ seine Beteiligung an der Wahl dringend angezeigt erscheine. Für die Landtagswahl im Kreise Mettmann wurde von den Sozialdemokraten der Parteisekretär Büchter=Remscheid als Kandidat aufgeV Heer und Flotte. Zum Untergang des Torpedobootes S 178. Durch tere Gebiete—. Der Regen fällt unbarmherzig weiter. Es wird als bestimmt gemeldet, daß ein Reservoir oberhalb Daytons heute geborsten sei, wodurch eine ungeheure Anzahl von Menschen umgekommen sei. Wie aus Dauton weiter gemeldet wird, gleicht der untere Stadtteil von der Höhe des Gebäudes der National Cash Register Co. einem Feuermeer, aus dem die Flammen haushoch emporzüngeln. Wilde Gerüchte lausen um, daß weitere fünfhundert Menschen in den Flammen umgekommen seien. Aus Celina in Ohio wird gemeldet, das große Reservoir, das arößte seiner Art in der Welt, sei geborsten. Das verschlimmert die Flut in Westohto. Der Bürgermeister von Dayton soll um Dynamit gebeten haben, mit dem er die von den Flammen bedrohten Gebäude sprengen will, um auf diese Weise das Feuer einzuschränken. Andere Löschversuche waren bisher vergebens; da die Brände immer wieder neuem ausbrechen. Die von den Flammen bedrohten Menschen springen aus den brennenden Häusern ins Wasser, um dort elend zu ertrinken. Zwei Ruderer befuhren zwei Straßen; sie melden, an auer, Fensegen ständen Leute, die um Rettung flehten. In vielen Fällen wurden im vornehmen Wohnviertel fabeldigend entwickelt. Trotz der Erhöhung des städtischen Zuschusses auf 10000 Mark ist, wie wir hören, mit einem Verluste zu rechnen, der durch den ungünstigeren Geschäftsgang, insbesondere die Mindererträge der Oper, und die Notwendigkeit größerer Abschreibungen auf die Dekorationen bedingt wird. n Die Stadtverordneten treten am Montag nach: mittag 5½ Uhr zu einer Sitzung zusammen. auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung stehen :: Veterauen=Eirengstg, Veleugtseg der die Stadtverordneten=Versammlung beschlossen, den in Hagen wohnenden bedürftigen Kriegsveteranen und Bitwen solcher, wekahg.eun hag Re ier hen 9 Jahren Obermaal(Seroeame tiver Dienstzeit erhält er den Zivilversorgungsschein. Wer weiter dient wird Deckoffizier. Der Deckoffizier ist Gehaltsempfänger und pensionsberechtigt. Der Dienstgrad eines Deckoffiziers kann auch früher als nach 12jähriger aktiver Dienstzeit erreicht werden. Das monatliche Einkommen als junger Maat beträgt neben freier Bekleidung, Verpflegung und Unterkunft zirka 55 Mk., als Obermaal (nach 8jähriger Dienstzeit) 85 bis 90 Mk. Der Deckoffizier bezieht monatlich zirka 210 Mk., der Oberdeckoffizier 250 Mark. Wer in die Schiffsjungendivision eingestellt werden will, melde sich personlich beim Bezirkskommando oder an Bord S. M. S. König Wilhelm. Beibringung eines Zeugnisses, daß der Anwärter schwimmen kann, ist eine gute Empfehlung. Meldeschluß ist der 20. Juli. Alle die Einstellung betreffenden Bestimmungen und ausführliche Beschreibungen der Laufbahn sind in einem kleinen Heft: Nachrichten für Freiwillige, die in die Schiffsjungendivision eintreten wollen, zusammengestellt; auf Wunsch wird das Heft kostenfrei durch das Bezirkskommando oder S. M. S. König #### r i e g e r f o n d s e r h a l t e n h a b e n, i n d i e= d u r c h d a s B e z i r k s k o m m a n d o o d e r S. M. S. außer der am Gedantage fälli= Wilhelm(Adresse: Flensburg=Mürwik) zugesandt. Jubiläums unseres Kaisers am 15. Juni eine Ehrengabe von 15 bezw. 10 Mark zu zahlen. Di Beteranen und Witwen brauchen sich dieserhalb im städtischen Militärbüro nicht zu melden selben erhalten vielmehr ohne vorherige Meldung ein Schreiben vom hiesigen Oberbürgermeisteramt, daß sie die Ehrengabe bei der hiesigen Stadthauptkasse erheben können. Es kommen etwa 550 Veteranen und Witwen in Betracht. unseres KrankenkassenJur Neuordnung unseren„„ wesens. Das Oberversicherungsant Dorr, u.., lehenen Pussteleettrre. hafte Summen für die Rettung angeboten. Auf ei= m und hat entsprechend den Beschlüssen der Stadt Pg## ug London verschleppt worden ist. nem Dach kand eine Frau mit drei kleinen v..:, verordnetenversammlung die Ortskranken=Fwurbe dem Mädchen eine Tranung vorge und flehte die Ruderer an, ein Laib Brot einer verhungernden Freundin zu bringen. heldenmütiger Rettungsversuche Auch aus anderen Gegenden des Ueberschwemm ungsgebietes kommen Unglücksbotschaften. Hundert Ortschaften in Nordwestohio sind ganz oder teilweise überschwemmt. In Westindianapolis stehen Frauen und Kinder fußtief in ihren Häusern im Wasser und leiden surchtbar unter der Kälte. In Youngstown sind alle industriellen Anlagen geschlossen. Der Sachschaden in den Carneaur= Anlagen wird auf 2½ Millionen Dollar geschätzt. In Chikago eingetroffene Reisende berichten, in der Umgebung Toledos seien die Wohnhäuser und Scheunen im Wasser 1 zimmerten Booten, auf stücken seien Halberfrorene umhergetrieben, umgeden Bergungsdampfer Reiher wurde bei Helgoland ben von Menschen= und Viehleichen. In Pittsburg die Leiche eines Matrosen vom Torpedoboot S 178, stehen hunderte von Industrie=Anlagen u dessen Kleider mit dem Namen Friedrichs gezeichnet sind, gelandet. Die Leiche wurde nach Wilhelmshaven gebracht. Die Untersuchung über die Geschoßexplosion auf dem Kummersdorfer Schießplatz ist nunmehr abgeschlossen. Ueber ihr Ergebnis verlautet folgendes: Aus dem von der Firma Krupp gelieferten Geschütz waren bereits 156 Schuß abgefeuert, ohne daß irgendwelche Störungen eingetreten waren. Nach dem Ergebnis der ersten gerichtlichen Feststellungen ist daher anzunehmen, daß ein Laboratoriumssehler an der Patrone deren vorzeitige Entzündung und dadurch den Tod der beiden Kanoniere verursacht hat.„ mittein. Das„gute“ französische Pulver. In der Werkstätte der Pulverfavrik von Nordouet bei Cherbourg, wo das Pulver B und die Geschosse für die Kriegsflotte angefertigt werden, entstand durch die Entzündung von Melinit ein Brand, der die Werkstätte fast völlig einascherte. Die Arbeiter konnten sich retten. Aus unseren Rolonien. npt Eine europäische Konzertreise der deutsch=oftafrikanischen Askarikapelle wurde von einer Berliner Korrespondenz für den kommenden Sommer angekündigt. Demgegenüber erfahren wir jetzt von amtlich unterrichteter Seite, daß eine solche Konzert reise nicht beabsichtigt ist. sten. Aus Schule und Kirche. Traub wieder auf der Kanzel. Aus Sonneberg(Thüringen) wird den Leipz. N. N. geschrieben:„Am ersten Osterfeiertag hat Lic. theol. Traub, einer Einladung des Kirchenvorstandes folgend, vor einer dichtgedrängten Zuhörerschaft in der Sonneberger evangelischen Kirche gepredigt. Es das erste Mal seit seiner Absetzung Preußen, daß er wieder auf einer Kanzel gestanden hat; bisher hat er nur in Sälen sprechen dürfen. Seine Predigt hat auf alle Zuhörer einen tiefen Eindruck gemacht: Aus dem Handwerk. Eine für Handwerker wichtige Bestimmung der Gewerbeordnung tritt mit dem 1. Oktober d. J. in Kraft. Nach einer Uebergangsfestsetzung zum Gesetz vom 30. Mai 1908 betr. Abänderung der Gewerbeordnung darf bis zum 1. Oktober 1913 die Zulassung zur Meisterprüfung vom Bestehen der Gesellenprüfung nicht abhängig gemacht werden. Nach dem genannten Zeitpunkt muß der Meisterprüfung die Gesellenprüfung. Po. u ge sein. Ausgenommen von dieser Bestimmung sind nur diejenigen Personen, die am 1. Oktober 1908 bereits die Berechtigung zur Anleitung von Lehrlingen hatten. Sie werden also auch ohne den Nachweis der bestandenen Gesellenprüfung nach dem 1. Oktober 1918 zur Meisterprüfung zugelassen, während alle anderen Handwerker, die den Meistertitel zu erwerben gedenken, vom 1. Oktober ab die Gesellenprüfung abgelegt haben müssen. Die Unwetterkatastrophe in Kmerika. s New York, 27. März. Ein Telegramm des Gouverneurs Cox von Ohio noch Schlimmeres befürchten, als bis jetzt bekannt war. Es heißt darin, die wahre Ausdehnung der furchtbaren Flut sei unbekannt, jede Stunde erhöhe die Ungewißheit der Lage. Das Wasser habe solche früher unbekannte Höhen erreicht, daß es eines Wunders bedürse, wenn die Städte und Dörfer nicht vom Erdboden weggeschwemmt würden. Er glaube nicht, daß in der ganzen Geschichte der Vereinigten Staaten ein solches Unglück zu finden sei. Die traurige Lage der Stadt Dayton sei kasse I(für die Altstadt), VI(für Eckesey) und VII (für Delstern) als Allgemeine Ortskrankenkassen im Sinne der R.=V.=O. für die genannten Bezirke erklärt. Die Anträge der übrigen Kassen auf Zulassung als besondere Kassen sind avgelehnt worden. Gegen diesen Beschluß hat die Ortskrankenkasse II, wie wir erfahren, nunmehr in einer längeren Eingabe an den Minister Rekurs einge) Automobilfahrer seien darauf aufmerksam gedaß in der Zeit vom 13. April bis 15. Mai im ...# Landkreise Hagen auf der Provinzialstraße Baerstumbergewirbelt. In robge, Apserheck von km 2.85 bis 3.176 in der Nähe von Flößen, Türen und Möbel= Weichsmark Deckschüttungen bezw. Pflasteuns umdergerrieben, Umge, rungen vorgenommen werden. )=( Die Fahrgeschwindigkeit der Autos ist seit voigem Jahre für geschlossene Ortschaften von 15 Eine dringende Warnung an alle jungen Mädchen sei heute noch einmal veröffentlicht. Wiederholte Darlegungen in der Zeitung haben in letzter Zeit bewiesen, daß der Mädchenhandel neuerdings im Industriegebiet und den benachbarten Städten in erschreckendem Maße überhand nimmt. Nachdem innerhalb einer Woche Nachrichten über versuchten und vollendeten Mädchenhandel aus Remscheid, Elberfeld und Duisburg in die Oeffentlichkeit gedrungen sind, wird jetzt erst bekannt, daß am 9. Januar die minderjährige Tochter eines angesehenen Düsseldorfer Bürgers über Paris nach London verschleppt worden ist. Dort wurde dem Mädchen eine Trauung vorgespiegelt, Wasser, so daß der Betrieb in ihnen eingestellt, werden mußte. Fünfzigtausend Leute sind arbeitslos In Westvirginien ist ein großer Teil der Stadt Wheeling überschwemmt worden. In der Stadt sind fünfzehntausend Einwohner in ihren Häusern eingeschlossen. Präsident Wilson hat einen Aufruf an die Nation zur Unterstützung der Ueberschwemmten erlassen. Er sagt darin, daß das furchtbare Hochwasser die Größe eines nationalen Unglücks angenommen habe. Das Parlament des Staates Ohio hat bereits 500 000 und wenige Tage später wurde sein Verkauf in Holland versucht. Der Handel mißglückte, da das Mädchen gut holländisch spricht. Der Verschlepper flüchtete nach Belgien und ist bis heute noch nicht entdeckt. Die sofort benachrichtigte Kriminalpolizei hat noch nicht die geringste Spur finden können, da die Mädchenhändler— es kommen vier Personen in Betracht— sich die Namen von reisenden Schaustellern beigelegt haben, die es wirklich gibt, deren Träger aber ganz unschuldig an dem Verbrechen sind. Die Bande ist wohlorganisiert und scheint ihren Sitz im Bergischen Lande zu haben. Verschiedene Umstände weisen darauf hin, daß ihre Mitglieder in Beziehungen zu Schaustellern und Kirmesreisenden stehen. Das Haupt der Verbrechergesellschaft, durch das auch das Mädchen nach London verschleppt wurde, gibt sich gern als Dr. jur., Referendar a. D. und Bankbeamter aus. Der Mann ist etwa 30 Jahre alt, hat dunkeln Teint, zwei goldplombierte vordere Zähne und eine Tätowierung rigem Jahre für geschlossene...#nt, erhöhtl plombierte vordere Zahne und eine Eilometer auf 20 Kilometer in der Stunde Bar,(Anker) auf dem linken Arm. Trotz internationalen worden. Vielfach stehen indessen noc die alten woor, M.v.12katungen und dem deutschen Rational=Kominungstaseln mit der Bezeichnung, 15. i.rung in tee blübt leider heute der Mädchenhandel wie nie Eingange von Ortschaften. Die. Lok, Asegigrg#in—..i, immer noch junge, unerfahrene Mäd Arnsberg hat angeordnet, daß die Polizeibehörden für sofortige Aenderung der Warnungstafeln Sorge zu tragen haben. Die Straßenbahnlinie nach Emst soll im kommenden Frühjahr ausgebaut werden. Die neue der Eppenhauserstraße an abzweigen und durch diese Linie wird auf der Rolandstraße vor hundert Jahren. Dolar für Hilfezwecke bewillgt, außerdem sendet! 2Tr. d, vis zum sogenannten alten Bostweg führen. die Bundesregierung große Mengen an Lebens. Mit den Deckanschüttungen und ten in der Rolandstraße ist man bereits beschäftigt. Die Gartenstadt Emst zahlt bekanntlich für die ersten fünf Jahre einen beträchtlichen Zuschuß zum Betriebe der noch nicht rentablen Linie. ):] Für die Sternstraße waren von der Stadtverdoch vom Bezirksausschuß in Arusberg zurückgewiesen worden. (=) Meisterprüfung im 28. März 1813. Der französische Morand war, dem Befehle des Vizekönigs folgend, mit 2500 Mann Infanterie, 75 Reitern und 9 Geschützen in der Richtung auf Boitzenburg und Bergedorf vorgerückt. In Tostedt kam es zum Gemit den Kosaken Tettenborns, in dem die Franzosen siegreich blieben; was nicht eben ernutt, gend war für die Verbündeten, zumal sich auch kleine Abteilungen des Landsturmes(obgleich dieser noch nicht offiziell bestand) an dem Kampfe beteiligt hatzuvor. weil immer noch junge, chen sich von fremden Menschen betören und auf heimlichen Wegen einem schrecklichen Schicksal zuführen lassen. Möchten diese Zeilen jedem deutschen jungen Mädchen allezeit als mahnende Warnung vor Augen stehen. ): Bei einer Rettungstat verunglückt ist am Mittwoch nachmittag eine brave Frau. Vor der Hohoffschen Wirtschaft in der Eckeseyerstraße versuchte sie, ein kleines Mädchen vor einem mit großer Geschwindigkeit vom Schipkapaß heruntersausenden Geschäftsauto in Sicherheit zu bringen. Bei diesem edlen Werk gerieten beide unter wurden überfahren. Die Frau trug erhebliche Verletzungen davon: Das Kind kam zum Glück mit leichten Abschürfungen davon. Maul= und Klauenseuche. Ein Telegramm der Kal. Regierung in Arnsberg meldet uns, daß mehrere Rinder, die auf dem Viehmarkt Dienslaken am 10. März gekauft worden sind, an Maul= und Klauenseuche erkrankten. Die Kreis= und Polizeibehörden sind ersucht worden, Vorsichtsmaßregeln Die Handwerkskammer Dortmund beabsichtigt, nach sofort zu treffen. Für das aus Bayern kommende Pfingsten in Hagen nochmals einen sa%9 cn gu,“ Bieb ist neuerdings amtstierärztliche lichen Vorvereitungskurius auf de Voi., vorgzeschricheg worden, de im, Kundener Schlgcehg * Hagen, 28. März. n Die Kosten unseres Theaters.* Jetzt, wo die Bauarbeiten an unserm Theater einschließlich des Restaurantanbaues beendet und die Abrechnungen abgeschlossen sind, lassen sich die endgültigen Zahlen über die Kosten des Baues mitteilen. Der Bau einschl. Restaurantanbau sollte anschlagsmäßig 690000 Mark kosten. Von der Baukommission wurden während des Baues zur besseren Ausgestaltung der Inneneinrichtung und dergl. 28 470 Mark über die Kostenanschläge hinaus bewilligt. Die Schlußabrechnung ergibt, daß die Gesamtbau= und Einrichtungskosten für das Theater mit Anbau sich auf 722220 Mark stellen. Der Erbauer des Theaters, Professor Dr. Vetterlein, hat mithin die Anschläge nur um 3750 Mark überschritten. Das Grundstück ist bekanntlich von der Stadt in Erbpacht hergegeben worden. Die Kosten dieser Erbpacht betragen 130000 Mark. Im Theater sind also 852 220 Mark investiert. Weitere Gastwirte soll 60000 Mark sind zur Beteiligung der Theater=Aktiengesellschaft an der Städt. Schauspielhaus=G. m. b. H. behufs Anschaffung von Dekorationen verwandt; 11000 Mark wurden für das Preisausschreiben ausgegeben. Der Konzertgesellschaft sind 50000 Mark zur Beteiligung an dem Festhallensterprüfung zu veranstalten. Zur selben Zeit so auch ein Buchführungskursus stattfinden, sobald sich die genügende Anzahl Teilnehmerinnen gefunden bat. Zu diesem Kursus werden Handwer kerinnen aus dem Putz= und Friseurgewerbe ebenfalls zugelassen. Bekanntlich müssen die Frauen, i##ch der Meisterprüfung unterziehen, auch in der Buchführung Kenntnisse aufweisen. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß vom 1., Oktober nur diejenige Lehrlinge anlernen darf, die die Beal. Seie echigeie es äiecte hescie Kaschase Keshegste a. li. P.23i. Seric stunden täglich von 4—9 Uhr außer Mittwoch. (Die Meisterprüfung für das Stert.-zn bandwerk haben vor der zuständigen Meister Prüfungskommission unter dem Vorsitz des Kam mermitgliedes Klünker aus Haspe abgelegt und bestanden: Georg Lampe, Karl Theilen und Bernhard Hahn aus Hagen. aus den Niederlanden eingeführtes Vieh an Maul und Klauenseuche erkrankte. Wüste Auftritte spielten sich gestern mittag in Hause in der Neuen Friedrichstraße ab. Dort waren vorgestern abend zwei Ehevaare in Streit geraten, der gestern mittag in Tätlichkeiten ausartete. Als dabei die eine Frau auf die andere mit einem Gummischlauch eindrang, entriß diese ihr das gefährliche Instrument und hieb nun ihrerseits damit unbarmherzig auf ihre Gegnerin ein, bis schließlich ein Schutzmann der Szeue ein Ende machte und das wütende Weib von ihrem Ovfer zurückriß. Die Mißhandelte hatte indes be“ schwere Kopfverletzungen davongetragen, daß ein Arzt die sofortige Ueberführung in das Allgemeine Krankenhaus anordnete. sich ihr Befinden soweit gebessert, daß zu direkte Befürchtungen kein Grund mehr besteht. Die Tät rin sowie ihr Mann und der Ehemann der ten wurden in Polizeihaft genommen, nach Feststel ung des Tatbestandes, aus dem sich ergab, daß die Verletzte zuerst zu Tätlichkeiten übergegangen war, aber wieder entlassen. ): Auf die Sondervorstellung des Kreiskriegerverbandes morgen abend 8 Uhr im Städt. Schauspielhause sei noch einmal hingewiesen. Es sind noch Karten zu haben. uase Wbgeihieteaieg ies Betsähises. Lriasiset. lefeld statt. Am selben Tage wird die Feier des Kaiser=Jubiläums begangen. De al an V. Veri.isr. Bcgurga. e h der statfinden der umsangreichen Tagesorbtung wirteverbände; die Schalterfrage; der Füllstrich der Biergläser; Fortbildungsschulwesen und höheres Schulwesen im Gastwirtsgewerbe; die beabsichtigte Abänderung des§ 33 der Gewerbeordnung: Vorstandswahlen. Schiffsjungen. Nach den Schulentlaf unternehmen überwiesen. Dem von der Stadt und der Bürgerschaft du. Weiustuaeu Wac uen Schulentla ammen aufgebrachten Aktenkapttal von 85000 Dr.. en trit an manchen Familienpater die Frage seben somit 923220 Dr. Aufwendungen für das heran, weichen Beruf Her jept der Schule entwaß, Theater, und 50000 Mark für die Festhalle gegen sene Zunge wählen soll. Bei dieser Gelggenbeit, set über. Die Theater=Aktiengeselschaft hat also eine auf die VayjDorszaout gertäichet Junge Leute, die zu hwebende Schuldt, die sch einigt. der getrethiueg Len jährlichen Einstellungstermin— im Oroßer-— Abschreibung auf das Gebäude und bie Srtustetgug nicht jünger sind als 15 und nicht älter als 18 Jahre 1= Abschreibung auf das Gebäude und die Einrichtaus nicht fünger sind als 15 und nicht alter als 10 Juxt.“,"#mmsung Kenntnis von dem Angevor v###m ee er un der Sianu fur iuiz au eiut Naur beliut, Du, Brnen, IE, Ve. eit, uesgzacholsel ud einen sal und Suchiperts 9 oe 8a., Heite Teute na u nd e udt eu eubuz, Grcdan un eun aund un Aande dur an aunr Gun ehenaeseaes es.. a. is iun as Kie Kann. WESTFALEN, RHEINLAND UND NACHBAR-PROVINZEN ermesher Ne=44. Plitelizen Vernöger 935 Scbesen Ghihl Mi. irich. Dis Laszaseg, Vorlahre erhoben werdeg 1.1ggung des Satzes von Einkommensteuer unter Wr..A.gl, und Betriebsmertenden wartenden großen städtischen nommen...—. Sitzung nahm die VerAmlug Lenntnis von dem Angebot des Eisender Außenwelt Nachrichten über die wahren Ver=„ luste zu geven: es leien Leuts an Stellen ertrunken. ralversammlung ab. 5.„König eingestellt und Erdie Angenach dem n Oberer), 8 bis hriger aksorgungsier. Der ensionsbeiers kann nstzeit erals junVerpfleObermaal Der Deckder Oberffsjungench persön1 Bord S. nes Zeugn, ist eine Juli. Alle igen und n sind in billige, die ollen, zukostenfrei S. König ngesandt. e jungen icht. Wieen in letznhandel nachbarten nd nimmt. chten über indel aus Sbura in etzt erst beige Tochter raers über ist. Dort rgespiegelt, Verkauf in kte, da das erschlepper noch nicht tinalpolizei können, da sersonen in en Schaugibt, deren Verbrechen und scheint Verschieihre Mit1 und Kirerbrechergeach London jur., Refer Mann ist zwei goldätowierung rnationalen ional=Komiel wie nie hreue Mädund auf icksal zufühm deutschen e Warnung am Mittr Hohoffsuchte sie, beschwinen GeBei dieAuto und iche Verlück mit ramm der daß mehslaken taul- und Polizeinaßregeln kommende tersuchung Schlachthof an Maul= mittag in chstraße hevaare in stlichkeiten die andere ig, entriß hieb nun Gegnerin Szene ein von ihrem indes ben davonführung in Dort hat zu direkten Die Täteder Verletzach Feststelab, daß die angen war, Hobenkimburg belegenen Grundbesitzes Aisen3ghn und Lenne, den r. in einer Größe von 3850 Qua 0 bI nao zan WDar! unter näl Grundbesitzes zwischen en Langen sam Hreile von 962 500 Mark Poltach beteh uichr /a. de, Saie i. doe Sscheig den 1. April d. Is. hinaus zu verlängern, und werk zu eröfnen, daß die E#o#ten Bedauern im Hinblick auf die Höhe des Eisenhahnverwaltung der Stadtverwaltung gegenüber inbenug, auj. de, Iassen aze, Pohnproiette in Stadtbezirk Klarheit geschaffen habe. :: Rummenohl, 27. März. Der hiesige Tarnner ein feierte am vergangenen Sonntag sein diesjähriges Wintersest.: Obwohl erfahrungsgemaß mit aroßen Besucherzahl gerechnet werden konnte und auch dementsprechend die Vorbereitungen getroffen waren, war es doch nicht möglich,###e vielen Festbesucher in den geräumigen Lokalitäten des Vereinswirts Dresel unterzubringen. Viele mußten leider umkehren. Der erste Teil des Programms wurde neben musikalischen Vorträgen mit turnerischen Vorführungen ausgefüllt, welch letztere von reaem Fleiße innerhalb des Vereins Zeugnis gaben. Der zweite Teil war dem Gedenken an die Freiheitskriege gewidmet und wurde durch eine zu Herzen gehende Ansprache des Vorsitzenden O. Griesenbeck eingeleitet; daran schloß sich eine Huldigung für Jahn, zu welcher Frl. Luise Rummenohl einen Prolog sehr wirkungsvoll vortrug. Dann kam das historische Volksschauspiel Das Volk steht auf zur Aufführung. Die Darstellung war sehr packend und fand wohlverdienten Beifall. Ein bumorvoller Einakter und ein gut besuchter Festball bildeten den Schluß des Abends. Es ist zu erwarten, daß die am kommenden Sonntag stattfindende Wiederholung sich ebenfalls eines guten Zuspruchs erfreuen wirs. :: W a l d b a u e r, 2 8. M ä r z. A m O s t e r m o n t a g h a t ten sich die Mitglieder der Ortsgruppe Waldbauer des Deutschen Flottenvereins im Bar stadtschen Saale zu einem Vortrags= und Unter haltungsabend zusammengefunden. geleitet wurde der Abend von dem Geschäftsführer der Kreisgeschäftsstelle, Kreisausschuß=Assistent Voll mann aus Hagen. Das Kaiserhoch brachte Gutsbesitzer Silbersiepe jun. aus. Lehrer Schneider aus Herdecke sprach über die Hansa und ihre Lehren für die Gegenwark. Lichtbilder erläuterten den Vortrag, und passende Lieder des Gesangvereins Ber geshöh Zurstraße verschönerten den tes Tänzchen hielt die Teilnehmer noch recht lange zusammen. =( Herdecke. 27. März. Die hier von der Ruhr angeschwemmte männliche Leiche ist jetzt festgestellt worden. Es handelt sich um den Beramann Karl Exterbrink aus Hengsen. Amt Arlerbeck. Der seit dem 28. Januar d. J. Vermißte hat anscheinend in geistiger Umnachtung den Tod in den Fluten der Ruhr gefunden. ). Haspe. 28. März. Die Stadtverordneten treten am Dienstag zu ihrer planmäßigen Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung stehen neben einer Reihe kleinerer Vorlagen Festsetzung einer ganzen Anzahl Baufluchtlinien. F Schwelm, 27. März. Nachdem schon seit etwa acht Tagen das Einwohneer=Meldeamt und das Steuerbüro in das neue Rathaus an der Schiller straße verlegt sind, befinden sich von heute, Donners tag, ab auch die Diensträume der Magistratsverwal tung, des Standesamts und des Armenbüros da selbst. Vom gleichen Tage ab sind die Amtszimmer des Bürgermeisters Brauscheid und des Beigeordneten Dr. Puller dorthin verlegt. (=) Hottenstein, 26. März. Der schmucke Neubau des Postamts an der Wittenerstraße ist soweit fertiggestellt, daß er, wie vorgesehen, Ende dieses Monats bezogen werden kann. Vom 1. April ab wird dasselbe dem öffentlichen Betrieb übergeben #r Bochum, 27. März. Ein schrecklicher Unglückssall hat sich auf der Kohlenstraße im benachbarten Weitmar zugetragen. Dort hatte sich ein noch nicht schulpflichtiger Knabe an den Wohnwagen einer Dampfwalze gehängt. Als plötzlich ein an der Walze beschäftigter Maschinist erschien, wollte das Kind abspringen. Es geriet unter die Räder, die über den Kopf hinweggingen und ihn vollständig zermalmten. Der Knabe war fast augenblicklich tot. Köln, 28. März. Die Stadtverordnetenversammlungen von Köln wie von Mülheim a. Rhein haben gestern in besonderen Sitzungen einstimmig der Vereinigung der Stadt Mülheim mit Köln unter den bereits mitgeteilten Bedingungen ihre Zudie Oberbürgermeister in längerer glänzenler „Inltuf fm Srer Rede die Notwendigkeit dargelegt hatten. stimmung erteikt. nachdem Wallraf und Clostol#nann Theater und Musik. Düsseldorfer Stadttheater.] Man schreibt uns: Artabue apf Naros bei ihrer Erstaufährung eine recht beifällige Aufnahme, in die sich nur zum Schlusse einiger Widerspruch mischte. Harvorzuheben ist an erster Stelle die von den Regisseuren Bela Duschak und Robert Lefsler besorgte Inszenierung, die sich besonders in der Souper= Szene des zweiten Aktes zu einem bühnentechnischen Meisterwerke gestaltete. Das Orchester unter Alfred Fröhlich's Leitung spielte brillant. Hervorragende gesangliche Leistungen boten namentlich Gertrud Stretten(Zerbinetta), Johanna Leißner(Ariadne) und Jacques Sorrége(Bacchus). Gerichtssaal. noch nicht fest, doch versichern Personen, die es wissen können, daß unglückliche Liebe des Prinzen zu einer sehr jungen, bleudend schönen Dame der römischen Gesellschaft der Grund gewesen ist. Die Frau eines Bahnwär= ters glaubt, dem Toten einen jungen Herrn zu ertennen, der in den Abendstunden der letzten Monate häusig nach Aqua Santa in Begleitung einer schönen jungen Frau kam. Die zwei hielten sich an der Hand. Eines Tages, vor etwa einer Woche, sei der Herr allein gekommen, er ging gebeugten Hauptes den gewohnten Weg und kniete an der Steue, wo er mit der Frau zu sitzen pflegte, nieder, schluchzte laut auf und weinte. Seither hat die Frau nichts mehr von dem Toten gesehen. Der Prinz, der schneiLigste Herrenreiter Roms, 1882 zu Tachau in Böhmen geboren, war der einzige Sohn und Erbe des früheren österreichischen Ministerpräsidenten Alfred disch=Graetz und der Prinzessin Auersperg Nachrichten. AND ZEN gestrigen chte Bürn Stand igen von Mk. ge3891 Mk. se hat die haltsplan gabe auf setzt. Zur wie im tschlag Satzes von Betriebssteuersatzes ihre zu erlbstand gedie Verdes Eisennund, vom seines in [Der„Nahrn“ eines Richtgestorbenen.] Seinen eigenen Nekrolog zu lesen hatte ein Förster Max Eickhof, der auf den Fürstenbergischen Besitzungen von Gimborn im Kreise mersbach angestellt war, das„Vergnügen“, als er in Herbst vorigen Jahres nach dem Forsthause Löhen bei Iserlohn versetzt wurde. Die Gummersbacher Zeitung widmete dem„Abgeschiedenen“ folgenden ergreisenden Nachruf: Kümmel bei Gimvorn. Unter Mitarbeiter schreibt uns: Ich glaube im Sinne aller Bewohner der nähern Umgebung zu handeln, wenn ich dem, am Vorabend des Festes Allerheiligen von uns geschiedenen Förster, Herrn Mar Eichhof, einen kurzen Nachruf widme. Der Friede seiner Seele— betrat vor acht Jahren zum ersten Male unsere heimatlichen Fluren. Gleich Beginn seiner Wirksamkeit an lenkte er die Blicte aller auf sich, denn er war— wer will es bezweifeln — allen ein leuchtendes Vorbild in jeder Beziehung. Und schauen wir jetzt zurück— w. viele baven nicht seit jener denkwürdigen Zeit Herrn Eickhofs edlen Sinn erfahren. Freilich, hat, jeder seine Zeider und Feinde— sie blieben auch diesem Pflichteifrigen, sei ner Herrschaft sich selbst aufopfernden Manne nicht erspart, und sonderbar, ihre Zahl wuchs in demselben Maße wie der Ruf von seinem unvergeßlichen Wirken die Grenze seiner Einschlußzone uversch Doch ist es außer Zweifel, daß jetzt beim Scheiden dieses wackeren Mannes, dem die Umgegend so manches zu verdanken hat. alle eins sind in dem Ge fühle der Teilnahme für— seine bedauernswerte Familie. Sein Andenken bleibe in Ehren!— Der Verfasser der Notiz war ein Lehrer F. Der Fürster fühlte sich durch den Nachruf beleidigt und stellte Strafantrag gegen g. In der Verhand lung vor der Kölner Strafkammer gab der Angeklagte an, er sei das Opfer eines Gerüchtes geworden, nach dem der Förster von Wilderern erschofsen worden sei. In der Verhandlung schlug der Vorsitzende eine Einigung vor. Der Angeklagte solle widerrufen und dem Förster eine Ehrenerklärung abgeben. Der Lehrer erklärte jedoch. er könne sich zu einer Ehrenerklärung nicht herablassen: ihm sei mitgeteilt worden, daß der Förster erschossen worden sei. Der Artikel sei ihm ernst gemeint gewesen. Förster Eickhof gab an, daß seiner Ansicht nach der Nachruf nur aus Rache in die Zeitung lanziert worden sei. Er habe den Vater des Angeklagten einmal wegen Holzfrevels zur Anzeige gebracht. Ein Gendarmeriewachtmeister und auch eine Lehrerin, von denen der Angeklagte die Nachricht von dem Tode erfahren haben wollte, bekundeten, daß sie vor Erscheinen des Nachrufs niemals etwas von dem Tode des Försters gehört hätten. Der Staatsanwalt beantragte 75 Mark Geldstrafe, das Gericht erkannte auf eine Geldbuße von 100 Mark. Es sei festgestellt, daß das Gerede, der Förster sei erschossen worden, erst nach Erscheinen des Artikels laut geworden sei. Der Artikel könne nur als eine Verhöhnung des Försters betrachtet werden. Die Liebesgeschichte des Erbprinzen. 4 Berlin, 27. März.(Telegr.) In der Nähe von Rom hat sich gestern abend der Erbprinz Vinzenz Windisch=Graetz erschossen. Der Prinz hat, wie man erfährt, Rom nach 7 Uhr in einem Mietautomobil verlassen, ist bis Aqua Santa gefahren, hatte dort dem Chauffeur befohlen, auf ihn zu warten, und in dann in kelheit verschwunden. Nachdem der Chauffeur eine Weile gewartet hatte, ergriff ihn eine Ahnung, daß seinem eleganten Fahrgast ein Unheil zugestoßen sein könnte. Er machte sich auf die Suche und fand den Leichnam mit einem Schuß im Kopf. den Browning in der Hand, bei den latinischen Gräbern. Was den Prinzen in den Tod getrieben hat, steht zwar Abreise des Kaiserpaares nach Homburg v. d. H. * Wildpark bei Potsdam, 28. März. Der Kaiser und die Kaiserin sind mit der Prinzessin Luise gestern abend um 10,55 Uhr von der Fürstenstation Wildpark nach Homburg v. d. Höhe abgereist. Belohnungen für Eisenbahnbeamte und zarbeiter. Berlin, 28. März. Für das abgelaufene Etatsjahr werden aus den im Etat der Eisenbahnverwal tung zur Prämiierung nützlicher Erfindungen vorgesehenen Mitteln 58 Beamten und Arbeitern der Staatseisenbahnverwaltung Belohnungen im Gesamtbetrage von 20000 Mark für Erfindungen und Verbesserungen, die zur Erhöhung der Be triebssicherheit dienen, bewilligt werden können. Verhäugnisvoller Besuch. # Aachen, 28. März. Der 12jährige Sohn einer Witwe erschoß seinen 14jährigen zu Besuch weilen. den Vetter aus Grevenbroich. Dieser hatte eine Schußwaffe mitgebracht, die er seinem Better git den Worten überreichte:„Schieß einmal auf Im nächsten Augenblick srachte auch schon ein Schuß und traf den Knaben tödlich. Das Kinderprivileg der dreijährigen Dienstzeit 2 Paris, 28. März. Im Heeresausschuß der Kammer wurde gestern der Kriegsminister gefragt, wie er die Frage des den dreijährigen Dienst abki zenden Urlaubs zu regeln gedenke Der Kriegs minister erklärte darauf, daß Leute, die einer Familie mit mehr als 4 Kindern angehörten, zwei jahre dienen sollten, bei einem Uriaub von Monat, Leute, die einer Familie mit vier Kindern angehören, 30 Monate bei einem zweimaligen Urlaub von je einem Monat. Leute, die einer Familie mit weniger als 4 Kindern angehören, 36 Monate bei einem dreimaligen Urlaub von je einem Monat. Die Kommission nahm darauf mit 20 gegen 9 Stimmen den Artikel der Vorlage an, durch den die dreijährige Dienstzeit im Prinziv festgelegt wird. Vom Flottenbund deutscher Frauen. ::: Gotha, 28. März. Die 7. Hauptversammlung des Flottenbundes deutscher Frauen wurde gestern hier in Anwesenheit der Herzogin Adelgunde von Sachsen=Koburg=Gotha abgehalten. Ein Antrag der Ortsgruppe Eisenach fand einstimmige Annahme, nach dem zum Jubiläum des Kaisers innerhalb der einzelnen Ortsverbände eine Geldsammlung vo.#enommen werden soll, aus deren Ertrag dem Kaiser ein Wasserflugzeug gestiftet werden soll. Die Ortsgruppe Berlin beantragte, drei Jahre hindurch 3000 Mark dem Seemanns=Erholungsheim Klein=Machnoch zu überweisen. Der Antrag wurde ebenfalls einstimmig angenommen. Die Herzogin von burg=Gotha empfing die Delegierten nachmittags auf dem Schlosse. Sternickel als der Henhändler Winkler entlarvt. — Frankfurt a. d. O., 28. März. Die gestern hier erfolgte und sich bis in den späten Abend ausdehnende Gegenüberstellung Sternickels mit 23 Zeugen aus der Liegnitzer Gegend erbrachte Beweise dafür, daß der zum Tode veruteilte mehrfache Raubmörder mit dem wegen zweier Morde gesuchten identisch ist, der in den Jahren 1908 und 1909 in Schlesien als Heuhändler Winkler auftrat. Eine Besitzersfrau und mehrere Besitzer erkannten Sternickel bestimmt als den Heuhändler wieder, der viele Einbrüche berübte und im März 1909 die Witwe Krause in Petersgrund und Silvester 1910 den Kossäthen Knätig in Nach Schluß der Redaktion wird uns gedrahtet: Einzug König Ferdinands in Adrianopel. A Adrianovel. 28. März. Der König der Bulaaren zog gestern im Auto, begleitet von den Prinzen und den Generalen, hier ein. Es sand eine BBnis CerVerteibiger Adrianopets. Wieser überreichte seinen Sübel, der. der König mit einigen errenden Worten zurückgab. Ein neuer türkischer Botschafter in Berlin. S Konstantinopel, 28. März. Muctar Pascha ist zum Botschafter in Berlin ervonnt worter. Eine Sensations=Meldung. ∆ Paris. 28. März. Wie der Excelsior aus Athen meldet, soll Saloniki, das der König Georz mit seinem Blute getränkt habe, die Hauptstadt Griechenlands werden. 51 800 Türken in Adrianovel gefangen. * Sofia, 28. März. Aus Mustafa Pascha wird gemeldet: Die Bulgaren machten bei der Einnahme von Adrianopel 51 800 Gefangene; unter ihnen besinden sich außer Schükri Pascha 18 Hozchar, i.P sions= und 8 Brigadegeneräle und 1200 sonstige Offiziere. Unter letzteren sollen sich 63 deutsche Offiziere mit dem Obersten Helmann und Topschewski, 13 rumänische und einige belgische Offiziere befinden. Es wurden ferner 52.000 Gewehre und 620 Geschütze, sehr viel Munition und Kleidung in Besitz genommen. Die Regierung traf alles Nötige für die Verpflegung der darbenden Bevölkerung Adrianopels Bulgarischer Uebermut. O Sofia. 28. März. Das Regicrung##in Mir schreibt:„Da der Ausgang des Krieges bereits entschieden war, begnügten wir uns damit. in der Defensive zu bleiben. Auf diese Weise verbreitete sich das Märchen, daß die bulgarische Armee aktionsunfähig geworden sei und wir waren überrascht, an den von den Mächten vorgeschlagenen Friedensbediugungen zu sehen, daß Europa keinen Unterschied zwischen der besicgten Türkei und dem siegreichen Ballanbund zu machen begann. Die Einnayme Adrianovels mit dem Bajonett öndert die Sitnation zu unseren Gunsten. Wir wollen einen Frieden, der den Wirklichkeiten und den getragenen Opfern entspricht. Wird aber ein derartiger Friede nicht augenommen, so baden wir medr Truppenals notwendig und namentlich aber Lanonen, für eine eventnelle Aktion gegen Tschataldscha und Gallivoli.“ * Berlin. 28. März. Zu der weiteren Entwickelung auf dem Kriegsschauplatze erklären hiesige Kreise der bulgarischen Diplomatie folgendes: Wir werden uus nicht scheuen, den Kampf um die Eroberung Konstantinopels zu führen. Man kann aber ehne Sorge sein. in Stambul werden wir nicht bleiben. Konstantinopel ist nicht das Ziel unserer Wünsche. Die Marmaraküste wollen und müssen wir haben. Von einer Grenzlinie, die von Rodosto bis zur Gallipolihalbinsel geht, können wir nicht absehen. Eigene Beobachtungen zu Hagen. 28 März 1913. 0.1. Thermo= Barometer Helt. meter Bestern abend 6 Uhr 8" 745 mm eute morgen 8 Uhr 6" 740 min Höchste Temperatur der lezten 24 Stunden Niedrigte„„„ 24„ Wetter: schön. Wind: W. Niederschlagsmenge: 1,6 mm. Detteraussichten bis morgen Veränderlich; bei wechselnder Bewölkung weise schönes Wetter. Hyzrometer teilVerantwort1ich für Poltik, Rügen, u. Ferligten m. Beinert füür Kommunalpolitik, Lokales und Provinzielles: J. Thiebes; ur De. Angelgen 12, uniz Geschäftstelle(hernsonochen 120 Redartion(V uuio, Gagen. Hoiöherestraße 15721 asseler Hafer-Kakao kräftigt, wirkt nachhaltig sättigend und läbt wahrehd des Unterrichts kein nervöses Huge: gefühl aufkommen. Erwird deshalb als Kinderfrühstück tausendfach ärztlich empfohlen.— Nur echt in blauen Kartons für 1 M.-. niemals lose. Hermann Halverscheid jr. Aenne Halverscheid geb. Blass VERMÄHLTE. Magen I. W. 28. März 1913. Gummerebach. Fertige Herren-Anzüge Ersatz für feinste Massarbeit Meine fertige Herren-Bekleidung, die von besonders befähigten Arbeitskräften hergestellt wird, geht weit über die Ansprüche hinaus, die man im allgemeinen an fertiggekaufte Herren-Kleidung zu stellen gewöhnt ist.— Sie stellt unbedingt das Beste dar, was in Deutschland hergestellt wird. J. Loewenstein. Hübsche KommunionAndenken in grösster Auswahl. Bliligste Preise. GratulationsKarten emgfehtt. apierhaus Gut Inh.: C. Gerdeen Hagen I. W. Mittelstr. 12. Fernruf 2486. 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Abonnements=Vorstellung der Reihe Blau Arzt seiner Ehre. Hagener Freiwillige Feuerweh 1. Abteilung(Altstadt) Somstag, den 29. März er., abends 9 Uhr, Anzug, zahle auch alle Arten Schuhwaren u. neue Partie=Posten. Goldmann, Dagen i.—— Grenttortorte. 7##.#2 Karte genstat Saesl Ret und Hlle, Ju. Scherue, Sechen. Leahe. duscs Pschige Fernsprecher 44 und 1000. im Lokale des Kameraden Reinecke. 1. Burdandasel in Sippsadt. 2. Kommando=Ergänzungswahl. a. Verschtedenes. 4555 Das Kommande. Drama in 5 Aufzügen von Calderon. Deutsch von Rud. Presber. Sonnabend, den 29. März 1913: Sonder-Vorstellung. Sonntag, den 30. März, nachm. 3½—6¼ Uhr Auf allgemeinen Wunsch (Kleine Preise des Schauspiels) Alit-Heidelberg chauspiel in 5 Akten von Meyer=Förster. Abends 8—11 Uhr Auftreten des Herrn Intendanten Dr. Oskar Kaiser Gastspiel des Herrn Otto Boßhard vom Stadttheater Heidelberg als Gost auf Anstellung. Neu einstudiert! Neu einstubiert! Wilhelm Tell Schauspiel in 5 Aufzügen von Schiller. 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Unsere Mitglieder und diejenigen der körperschaftlich beigetretenen Vereine werden hiermit herzlichst eingeladen, insbesondere die Damen. Entree wird nicht erhoben. Programme werden im Festlokale abgegeben. Um zahlreiche Beteiligung bittct Der Vorstand. . Sterbekalle Barmen Lahistelle Hagen. Sonntag, den 30. März 1913, nachm. 4 Uhr, im Lokale des Herrn Franz Hohmann, Elberfelder= u. Kölnerstr.=Ecke(Schwenke): Zahlung und Auinahne. Die Kasse zahlt ein Sterbegeld für Eheleute zus. 240.00 Mk., für Kinder verschieden. Jährlicher Beitrag für die ganze Familie Mk. 6,60 od. 50 Pf. vierwöchentl. Aufnahme bis 41 Jahren. Eintritt sehr gering ohne Nachzahlg. Aufnahmen nimmt jederzeit entgegen Bernh. Dickel, Eilperstr. 46, Gust. Pahnke, Langestr. 82 und Franz Hohmann, Elberfelder= u. Kölnerstr.=Ecke(Schwenke). geschmackvoller und moderner Rusführung für Handel, Industrie u. Privat bei mässigen Preisen liefen schneklstenz Carl Schürmann nur Elbertelderstr. 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Bataillone. Um diese, natürlich mit hohem Etat(641 Mann), aufzustellen, sind 11 538 Mann nötig, die 196 Bataillone mit niedrigem Etat auf hohen Etat zu bringen brauchen wir 17640 Mann, und schließlich sind für die 326 Bataillone mittleren Etats 22820 Mann nötig, damit auch sie den hohen Etat haben. Das sind im ganzen rund 52000 Mann, zu denen noch einige hundert Jäger kommen, also 26000 Mann für den Jahrgang. Gewiß sind die klaffenden Lücken; die sich bei den anderen Waffen zeigen, auszufüllen. Die Hauptsache für uns bleibt aber immer eine kampffähige Infanterie der ersten Linie, nur mit ihr kann eine energische Offensive geführt werden, und nur an ihr muß sich letzten Endes der seindliche Angriff verbluten. Die große Bedeutung der so verstärkten Friedenskompagnien liegt auf der Hand. Zunächst im Frieden. Nach Entlassung der Reserven im Herbst, den ganzen Winter über, sieht es oft, nein überhaupt, bei den Kompagnien traurig aus. Burschen, Ordonnanzen, Arbeit. Wache zehren an dem geringen Stamm der„alten" Leute. Es wird täglich Dienst angesetzt. Wie viel Mann sind da? 6, 7, 12, wenn es sehr viele sind, zuweilen 20 Mann, dann ist aber schon in allen Ecken gesucht. Der Offizier soll sie ausbilden, vorstellen, bei der Vorstellung ist alles da, und dann ringt man die Hände, warum die „schöne Zeit im Winter“ nicht benutzt wurde. Der Offizier kann nichts dazu, er kennt die Leute kaum, da er sie zum Teil einfach nicht gesehen hat, es sei denn, daß er schon länger bei der Kompagnie steht. Erhöht sich die Zahl der Leute um einige 20, dann wechselt die Sache. An einem Wochentage kann eine oder zwei Kompagnien alles stellen, was jede Kompagnie nicht an festen Abgaben hat. Die übrigen Kompagnien des Bataillons haben alle Leute zum Dienst. Also kurz, die„alten" Leute werden im Winter wirklich ausgebildet werden, und es ist für den Offizier wesentlich anregender, als wenn er mit„3 Männerchen“ stundenlang herumstehen muß, d. b. die Dienstfreudigkeit des Offiziers, dieses Lebenselirier für die Truppe, wird bedeutend gehoben. Das sind keine Worte, das ist bitterer Ernst und in diesen beiden Sachen liegt der erste, außerordentliche Vorteil der starken Friedenskompagnien für die Feldkompagnien.— Nun diese selbst. Bei niederem Etat stellen wir in das Friedensbataillon, um es auf Kriegsfüß zu setzen. 449 Mann, bei mittlerem 429, bei hohem 359. Die Franzosen müssen bei 528 von 623 Bataillonen je 497 Mann zu diesem Zwecke einstellen. Das macht bei uns, wenn wir unsere gesamte Infauterie, was uns ein leichtes ist. auf den hohen Etat setzen, für das Bataillon ein Mehr von 138 Mann Linientruppen, mit 634 multipliziert, der Anzahl der Bataillone, von 87 492 aus gegenüber den Franzosen. Davon gehen nun allerdings etwa 20000 Mann ab, =weil der Rest der französischen Bataillone im Frieden einen höheren Etat hat. Immerhin behalten wir 68000 Mann Kerntruppen mehr in vorderster Linie, das ist fast die Infanterie dreier mobiler Armeekomps. Die aktive Truppe ist nun mal der Kern, der der Armee den festen Halt gibt. Sie besteht aus den jüngsten, kräftigsten Jahrgängen, denen der Drill des Ererzierplatzes, die Ausbildung im Gelände und auf dem Schießstand noch gänzlich in Fleisch und Blut steckt. Militärischer Geist und Disziplin sind bei ihr ganz selbstverständlich weit besser, als es bei irgend einem Jahrgang der Reserve möglich ist. Je stärker also der Stamm an aktwen Mannschaften einer Truppe ist, um so höher it die Stoßfraft und der moralische Wert zu veranschlagen. Das erkennen die Franzosen sehr wohl, und daher die dreijährige Dienstzeit. Setzen wir also unsere Friedenskompagnien auf din hohen Etat, so haben wir dadurch zwar den Franzosen gegenüber keine zahlenmäßige Ueberle. amnheit, aber eine ganz erheblich bessere In finterie der ersten Linie, was Ausbildung und inneren Wert betrifft, wie wir sie jetzt haben. Dies ist zugleich die billigste Art der Vermehrung. Jeue Regimenter erfordern neue Offizierstellen. Sie geben zwar die Ueberlegenheit der Zahl in der Freitag, den 28. März 1913 Der größte Motor der Welt. ummer 72 87374 Den größten Motor der Erde zeigt unser heutiges Bild. Der zur Ausbeutung einer Zinngrube bei Billiten(Riederländtsch=Indien] verwendete Motor hat 1400 PS. Er ist 12 Meter lang und hat eine Breite von 5 Metern. vordersten Linie, aber der innere Wert dieser vordersten Linie ist geringer durch die ganze Armee, da die Zahl der aktiven Leute in den einzelnen Bataillonen geringer ist.— Stellen wir nun Reservedivisionen auf aus den nächsten, nicht in die aktiven Regimenter eingegliederten Jahrgängen und geben jedem Korns eine solche, so werden diese, eingerahmt von den beiden aktiven Divisionen mit ihren starken Linienkadres, eher mit fortgerissen werden, als wenn die Linie selbst zum größeren Teile aus Reserven besteht. Die unbedingt nötige Verjüngung der Armee ist auf diese Weise besser durchgeführt, da die Reservedivisionen jüngere Jahrgänge erhalten. Geben wir den Hilfswaffen einen zu großen Teil der zu fordernden Leute, so wird für die Infanterie. die überall doch das Beste tun muß, doch wieder auf ältere Jahrgänge zurückgegriffen werden müssen. Noch eine andere Möglichkeit die Schlagfertigkeit der Armee zu erhöhen bietet die Verstärkung der Friedenskompagnien. Die Maschinengewehrkompagnien werden im Gefecht stark leiden. Ob eine Infanteriekompagnie mit 40 Rotten ins Gefecht geht, oder in das nächste mit 20 ist zwar gewiß nicht einerlei, aber ihre Leistung als geschlossene Einheit ist dadurch nicht in Frage gestellt. Hat eine Maschinengewehrkompagnie die Hälfte ihrer Mannschaften verloren, so fällt das wesentlich schwerer ins Gewicht, anderseits ist sie aber, wenn das Material erhalten blieb, durch wenige Leute wieder auf ihre volle Gefechtskraft zu bringen. Nötig ist nur, daß ausgebildete Leute vorhanden sind. Das ist möglich, wenn man mit den Rekruten der Maschinengewehrkompagnien im Winter am Maschinengewehr von jeder Infanteriekompagnie etwa 3 Mann ausbilden läßt, und außerdem einige Unteroffiziere. Diese Leute treten nach dem Gefecht als Ersatz sofort zur Maschinengewehrkompagnie. Einige werden ja am Leben geblieben sein, man kann ja aber auch in anderen Dienstperioden weitere Leute ausbilden. Jedenfalls darf eine Maschinengewehrkompagnie nicht allein auf Ersatz aus der Heimat für Verluste angewiesen sein, sie ist viel zu wertvoll. Heranziehung privater Kraftwagen im Mobilmachungsfall. In Kürze werden, wie uns von militärischer Seite geschrieben wird, neue Bestimmungen über die Einbürgerung des Lastkraftwagenbetriebes im Deutschen Reiche veröffentlicht werden, die ge eignet sind, alle über die Heranziehung von privaten Kraftwagen im Mobilmachungsfalle bestehenden Unklarheiten zu beseitigen. Es besteht heute vielfach die Ueberzeugung, daß nur die Inhaber der vom Heere subventionierten Kraftwagen im Mobilmachungsfalle ge zwungen sind, ihre Wagen dem Heere zur Verfügung zu stellen. Diese Anschauung beruht auf einem Irrtum. Nach den gesetzlichen Bestimmungen über die Kriegsleistungen müssen nämlich alle in den Gemeindebezirken vorhandenen Transportmittel und Gespanne für militärische Zwecke von den Gemeinden dem Heere überlassen werden. Wenn in diesen Bestimmungen die Kraftwagen nicht ausdrücklich erwähnt sind, so liegt das daran, daß diese zur Zeit der Entstehung des Gesetzes noch nicht existierten, und daß sie bei der Entstehung der ergänzen den Verordnung noch nicht die Wichtigkeit hatten, wie heute. Heute ist der Kraftwagen für das Heer aber ein so wichtiges Hilfsmittel geworden, daß, wenn die bestehenden Vorschriften nicht ausreichen würden, sicherlich neue geschaffen werden würden. Es ist aber ganz selbstverständlich, daß unter Transportmitteln ohne weiteres auch die Automobile zu verstehen sind. Daß diese Auffassung in Wirklichkeit besteht, geht aus den bevorstehenden neuen Bestimmungen hervor, in denen es wörtlich heißt:„Für den Fall der Mobilmachung werden die subventionierten Lastkraftwagen und Anhänger von der Heeresverwaltung, soweit erforderlich, käuflich nach den Bestimmungen des Kriegsleistungsgesetzes erworben, wie dies im übrigen auch für jedes andere kriegsbrauchbare Kraftfahrzeug gilt.“ Aus diesem Wortlaut geht hervor, daß die Heeresverwaltung im Kriegsfalle das Recht hat, alle für ihre Zwecke brauchbaren Kraftfahrzeuge mit Beschlag zu belegen, ohne Rücksicht darauf, ob es sich um subventionierte oder andere Wagen handelt. Ebenso ist selbstverständlich auch kein Unterschied zwischen den Wagen, die in Deutschland gebaut worden sind, und den im Aus land erzeugten. Auch hier werden alle Wagen ohne jeden Unterschied von der Heeresverwaltung beansprucht. Die Subventionierung hat mit der Aushebung für den Kriegsfall überhaupt nicht das Geringste zu tun. Die Subventio nierung erfolgt vielmehr lediglich dafür, daß die Besitzer dieser Wagen für die Subventionssumme die Verpflichtung übernehmen, die Wagen dauernd in kriegsbereitem Zustande zu halten. Die Heeres verwaltung erhält dadurch die Gewähr, jederzeit über eine ihr bekannte Anzahl kriegsbrauchbarer Wagen zu verfügen, während sie sich von der Kriegsbrauchbarkeit aller anderen privaten Kraft fahrzeuge im Mobilmachungsfalle erst überzeugen muß. WESTFALEN, RHEINLAND UND NACHBAR-PROVINZEN Iserlohn, 26. März. Der Iserlohner Tierschutzverein erläßt ein Preisausschreiben für Entwürfe zu Tränkbrunnen, die in den Straßen und auf den Plätzen der Stadt aufgestellt werden sollen. Der Einlieferungstermin schließt mit dem 15. Mai; zur Teilnahme zugelassen sind alle in Westfalen und Rheinland geborenen oder zurzeit dort ansässigen Künstler. Vorgesehen sind zwei erste Preise von je 100 Mark und zwei zweite Preise von je 50 Mark; für Ankäufe sonstiger Entwürfe können zweimal 25 Mark aufgewendet werden. Zu den Preisrichtern gehören Stadtbaumeister Hofmann, Bildhauer Fauser und Architekt Drucker in Iserlohn. Hattingen, 27. März. Ein Streit um den Wertzuwachs wurde vom Bezirksausschuß in Arnsberg entschieden. Der Wirt Schmelzer kaufte drei Häuser für 60000 Mf. und verkaufte das kleinste für 15000 Mk.. Die Stadt bewertete dieses Haus mit 5000 Mk. und setzte die Wertzuwachs steuer aus 1462,50 Mk. fest. Hiergegen klagte Sch. mit der Behauptung, daß der Wertzuwachs nicht 10000 Mk.— der Unterschied zwischen Wertannahme und Verkaufspreis— sondern nur 5000 M. betrüge. Ein Gutachterkollegium kam zu einem Erwerbspreis von 10310 Mk. Nach einem Ortstermin ermäßigte der Bezirksausschuß die Steuern auf 222.37 Mt. Die nicht unerheblichen Kosten des Rechtsstreites wurden der Stadt Hattingen auferlegt. (!) Datteln, 27. März. Ein gewaltiger Waldbrand wütete gestern nachmittag in den Waldungen am Fuße der Haard zwischen hier und Siepen. Das Feuer entstand um 1 Uhr und konnte erst gegen 6 Uhr gelöscht werden. Mehrere hundert Morgen Fichtenbestand und anderer Baumarten sowie Schonungen sind ihm zum Opfer gefallen. Die Entstehungsursache ist unbekannt. 1) Gernsdorf. 26. März. In den beiden letzten Jahrzehnten hat man hier Haubergflächen mit tiefgründigem Boden zu Kulturland umgewandelt. So ist zu der früheren Feldfläche noch eine große Anzahl neuer Felder hinzugekommen. Entlegene Berge, vorwiegend Höhenblößen, sind mit Fichten aufgeforstet worden. Infolge der niedrigen Lohpreise ist der Kaufpreis im Vergleich zu den früheren Jahren bedeutend gesunken. Auch bei der Verpachtung von Haubergflächen werden gegenwärtig niedrige Preise gezahlt. Durch die Hochwaldkultur wird aber der Hauberg wieder bedeutend im Werte steigen. (=) Herford, 26. März. Ein Eisenbahnzusammenstoß ereignete sich gestern abend gegen 8½ Uhr am Nordausgange des hiesigen Bahnhofs. Der von Minden kommende Güterzug fuhr dem von Bielefeld kommenden Güterzug in die Flanke. Dadurch wurden 9 Güterwagen, die leer waren, umgestürzt und zertrümmert, und die Gleise durch die Aufräumungsarbeiten während der Nacht gesperrt. Das Zugpersonal rettete sich durch Abspringen. Die Gleise waren bis zum Morgen wieder frei. Der Verkehr wurde durch Umleitung aufrecht erhalten. (:) Bielefeld, 26. März. Ein erschütternder Vorfall ereignete sich gestern morgen im Hause Mühlenstraß: 29. Dort hatte die Frau des in dem Hause wohnenden Technikers Schöne in der Küche einen Waschkessel mit einer geringen Wassermenge stehen lassen. Während ihrer kurzen Abwesenheit hatte sich nun das 1½ Jahre alte Kind an dem Kessel zu schaffen gemacht und war in den Behälter gestürzt. Als die Mutter zurückkehrte, fand sie das Kind bereits als Leiche vor. Es war mit dem Kopf nach unten in den Kessel gestürzt und so erstickt. ::: Recklinghausen, 26. März. Auf dem südlichen Ausgange des hiesigen Bahnhofes wurde heute früh der Rottenarbeiter Andreas Schäper in dem Augenblick, als er einem aus südlicher Richtung kommenden Eisenbahnzuge ausweichen wollte, von einem aus nördlicher Richtung kommenden Zuge überfahren und auf der Stelle getötet. ::: Wattenscheid, 26. März. Ein schwerer Unfall ereignete sich gestern abend auf der Station Wattenscheid. Ein österreichisches Ehevaar, das mit dem um 10.16 Uhr von Essen kommenden Zuge angekomDas du ererbt von deinen Dätern 8) Roman von Guido Kreutzer. (Nachdruck verboten.) Der alte Ernst, das Faktotum, empfing sie, half ihnen aus dem Wagen und nahm ihnen die Gewehre, Mäntel und Hüte ab, die er im Flur aufhängte. Inzwischen tat sich auch die gegenüberliegende breite Flügeltür auf, die zum Speisezimmer führte. In ihrem Rahmen erschien der Herr des Hauses mit einem fröhlichen:—„Waidmannsheil, meine Herren!" Eine untersetzte, kaum mittelgroße Gestalt— die kleinen Kavalleristenbeinchen steckten in hochschäftigen Stiefeln, das grüne kurze Lodenjackett saß prall über dem wohlgenährten Bäuchlein. Das schon etwas schüttere Haar war haarscharf in der Mitte gecheitelt und an den Ohren in straffen Fäden ausgeämmt. Dolchartig standen die Spitzen des langen Reiterbartes zu beiden Seiten. „Pünktlichkeit ist die erste Soldatentugend, old voy!“ lachte er und schlug dabei dem Etatsmäßigen auf die Schulter.„Eine hohe Ehre, daß Ihr überhaupt noch den Weg hierher gefunden habt. Die anderen sind längst alle hier. Und wir warten bereits eine geschlagene halbe Stunde auf Euch. Ist das eine Sache? Zur Strafe werdet Ihr keinen Kaffee mehr bekommen, damit Euch das fürs nächste Mal eine Lehre ist.“ „Gott sei Dank“, sagte der alte Krieding mit inbrünstigem Händefalten,„daß Du uns mit dem Gelahber in Ruhe läßt. Wenn Du mir statt dessen lieber einen gesinnungstüchtigen Grog vorsetzen wolltest, würde ich mich verpflichten, von jetzt an des Abends regelmäßig für Dich zu beten.“ In dem lustigen Gesicht des alten Steinrott spielten tausend Fältchen. „Unsympathischer Quartalsäufer!“ Riß die Tür nach der Herrschaftsküche auf und rief mit seinem dröhnenden Baß in die ihm entgegendrängenden Herddämpfe hinein: „Katharina, für den Herrn Baron Krieding einen definitiv letzten Kornus zum Abgewöhnen! Hausmarke! Setzen Sie man gleich den ganz großen Wasserkessel auf, sonst weint er nachher wieder.“ „Jawohl, Herr Oberst!“ kreischte zwischen Tellerklappern und Gläsergeklirr eine hohe Diskantstimme zurück. Dann fiel die Küchentür wieder ins Schloß; und der Hausherr nötigte seine letztangekommenen Gäste in das große Speisezimmer, das von Stimmengewirr, Lachen und ziehendem Tabaksqualm ganz erfüllt war. Die nächste Viertelstunde verging mit gegenseitiger Begrüßung, Kolportage der neuesten Witze, interessierten Debatten über das voraussichtliche Ergebnis des Kesseltreibens. Mittlerweile war der Grog gekommen. Und schließlich fand sich sogar auch noch der ursprünglich so rigoros verweigerte Kaffee ein. Nachher gab es noch einige Schwierigkeiten und lachende Proteste bei der Unterbringung der einundzwanzig Jagdteilnehmer auf den zur Verfügung stehenden Wagen. Aber auch dieser neue Zwischenfall war bei einigem guten Willen rasch behoben. Schlag ½8 Uhr verließen die Gefährte im Gänsemarsch den Gutshof, zogen sich wie ein Karawanenzug quer über Land auf schmalen, ausgefahrenen Feldwegen zu den gestreckten Hügelketten am fast hundertjährigen Kiefernforst hin, von wo der erste Trieb seinen„Anlauf“ nehmen sollte. Zwanzig Minuten später„stand“ die Schützenkette— von Nachbar zu Nachbar vierzig Schritt Distanz. Die Treiber zogen ab und schlugen einen großen Haken, um von rückwärts her in den Wald zu kommen.— Hier und da maß noch einer seinen eigenen Stand, sowie den des Nachbars mit einem vergleichenden Blick— schob eine frische Patrone in den Flintenlauf— ein lustiger kurzer Ruf hinüber und herüber—— da kam aus der Ferne das Lärmen der Treiberklappern und an den Bäumen angeschlagenen Stöcke. „Achtung!“ pflanzte es sich die Kette herunter. Und schon schoß der erste Krumme aus dem bergenden Unterholz.— Hier kam der zweite— dort der dritte— Schüsse blitzten auf— prasselnde Schrotkörner fegten über die Schneedecke, daß sie in lichtweißem Staubgerinsel hoch aufspritzte—— der Trieb war in vollem Gange. Hans Scharrehn hatte seinen Platz auf der rechten Seite. Neben ihm stand der Rittmeister von Holten von den benachbarten 37. Dragonern, auf den LuhnAlwas folgte, der die Kette schloß. Links von Scharrehn war ein Herr Burger untergebracht, den jener nur aus verschiedenen Zusammentreffen im gesellschaftlichen Rahmen kannte, ein junger Elegant gegen Ende der Zwanzig. Der Alte besaß im Herzogswalder Kreis eine große Herrschaft, die er vor neun Jahren mal bei der Versubhastierung billig an sich gebracht hatte. Man munkelte allerlei, aber es war nicht zu kontrollieren. Jedenfalls:— während der alte Burger ständig auf seinem Besitztum domilizierte, war sein Sprößling oftmals längere Zeit in Berlin, wo er, ein ziemlich skrupelloser Lebemann, eigene Privatwohnung besaß. Trotzdem verlebte er regelmäßig mehr als die Hälfte des Jahres auf dem väterlichen Gut und hatte es im Laufe der Zeit verstanden, unter dem Landadel der umliegenden Besitzungen festen Fuß zu fassen.— Hans Scharrehn war zerstreut. Nur mit geringem Interesse verfolgte er den Fortgang des Triebes, sah kaum noch hinüber, wie Rittmeister von Holten, ein großer Jäger vor dem Herrn, rechts und links um sich Hasen Purzelbäume schlagen ließ. Er dachte an Brigitte Steinrott und daß er sie heute früh überall vergeblich zu erspähen gesucht hatte. Er wußte zwar ganz genau, daß sie den Gästen ihres Vaters stets nach beendeter Jagd die Honneurs zu machen pflegte, und spürte trotzdem noch immer die leise Enttäuschung, die in ihm aufgestiegen war, als er mit der langen Wagenreihe vorhin unverrichteter Sache den Gutshof von Langenbruch verlassen hatte. Den Drilling im Arm, stand er auf seinem Platz und träumte mit wachen Augen zu dem flachen Schneeabhang hinüber, der sich quer vor ihm über die Feldmark zog. Und dann hörte er sich plötzlich angerufen— von irgendeiner Seite. „Ein Fuchs!“— Unwillkürlich warf er den Kopf nach dem schmalen Waldesrand im Rücken herum. Sah noch, wie sein Nachbar zur Linken das Gewehr hochnahm und sich lauernd ein wenig vornüber beugte. Da schoß ihm das Blut in die Schläsen. Jetzt ging's um die Jagdehre. Seine rechte Hand tastete sich am Kolben hinauf. Leise knackend sprang die Sicherung um. Da flitzte auch schon ein schmaler, gelbbrauner Streifen:— der Fuchs. Die buschige Rute wagerecht. Genau zwischen Scharrehn und Burger hindurch. Suchte das Brachfeld zu gewinnen. Der junge Bankier schoß. Vorbei. Der rote Räuber schlug einen Haken, wollte die Schützenkette entlang. Indem berührte der Ulan den Stecher. Ein Knall— ein rotzüngelnder Feuerstrahl; und in dem quirlenden Pulverdampf überschlug sich der Fuchs ein=, zweimal. Hallali. Der erste Trieb wurde abgeblasen:— sechsundsiebzig Hasen und der Fuchs eben. Wenn das so weiterging, konnte man an diesem Tage auf eine Rekordziffer rechnen. Als sich die Schützen so langsam wieder zusammenfanden, hagelte es auf Scharrehn ironische Glückwünsche und versteckte Anspielungen. Er hatte ja den ersten Fuchs im Kessel geschossen, ging also, nach altem Jagdaberglauben, heimlich auf Freiersfüßen. „Wenn Sie einen mit allem Komfort der Neuzeit und allen Errungenschaften der Hygiene ausgestatteten Freiwerber brauchen sollten, Graf,“ meinte Herr von Rupert, mehrfacher Millionär und Gutsnachbar von Trerow,„dann bitte ich, mich vorzumerken. Ich habe speziell auf diesem Gebiete geradezu bestechende Referenzen aufzuweisen und beanspruche nur ein Prozent vom Reingewinn.“ Und in das fröhliche Gelächter hinein entgegnete Paul Burger mit scheinbar bester Laune: „Ich befürchte nur, Herr von Rupert, in diesem schwierigen Falle würde selbst Ihre Routine elend Schiffbruch leiden. Denn Graf Scharrehn hat den Rotrock mit der Kugel geschossen.“ Einen Moment wurde es still. Jeder verstand die Bedeutung dieses anscheinend harmlosen Einwurfes: —. es war im Kesseltreiben verboten, die Kugel zu gebrauchen; und nach Fug und Recht hätte der Jagdherr den ungehorsamen Gast jetzt um Auslieferung des Kugelvorrates ersuchen müssen. „Denunziant!" zuckte es dem Ulan durch das Hirn. In seine Augen kam ein kaltes Glitzern. „Die Herren werden es verständlich finden,“ sagte er scharf,„wenn ich es ablehne, mir von——“ Da stutzte er. Schüttelte ungläubig den Kopf. Sah schärfer hin—— „Ihr Franz, Scharrehn!“ sagte Luhn=Alwas, der neben ihn getreten war, als sich der Wortwechsel zu entwickeln schten. Und dann leiser:„Da ist etwas passiert!“ (Fortsetzung folgt.) men war, entstieg dem Wagen, als sich der Zug bereits wieder in Bewegung gesetzt hatte. Mann und Frau fielen hart auf den Bahnsteig und erlitten chwere Berletzungen. Nach Anlegung eines Notverbandes wurden beide in das katholische Krankenhaus gebracht. Bis jetzt hat man Name und Wohnort des zu Schaden gekommenen Paares nicht seststellen können, da dasselbe kein Wort Deutsch versteht. : Düsseldors. 26. März. Mit einem gemeingefährlichen Schwindler hatte sich heute die hiesige Strafkammer in der Person des Anstreichers August Kunisch zu befassen. Als angeblicher Aviatiker und Flugzeug=Konstrukteur mietete sich K. unter den Namen von Dörpen und von Prang bei hiesigen Familien ein, pumpte die Leute an, verschwand nach einiger Zeit unter Zurücklassung der Kostschuld und nahm mit, was von Wert war. Sein Vater sei, so erklärte der Schwindler, Direktor des Flugplatzes in Johannisthal. Die Strafkammer verurteilte ihn zu 3 Jahren 6 Monaten Gefängnis. ::: Krefeld, 27. März. Auf dem hiesigen städtischen Kanalamt war es bei einer Nachprüfung aufgefallen, daß sich die Kosten für die städtischen Fuhrleistungen in den Vororten höher als in der Altstadt stellten. Es wurden deshalb Ermittelungen angestellt, die dazu führten, daß ein städtischer Beamter, der Tiefbautechniker Wilhelm Kreft, verhaftet wurde. Kreft, der die Rechnungen über die Fuhrleistungen nachzuprüfen hatte, ließ Rechnungen eines Fuhrunternehmers Brocker un beanstandet, in denen Fuhrleistungen aufgeführt waren, die gar nicht gemacht worden waren. Auf diese Weise wollen sie sich einen Betrag von über 1000 Mark verschafft haben, doch wird von den Beamten des Kanalamts augenommen, daß die erschwindelte Summe etwa 3000 Mark beträgt. Die Strafkammer verurteilte den Kreft zu 8 Monaten und den Brocker zu 3 Monaten Gefängnis. * Köln, 27. März. Seit einiger Zeit machen sich im Kölner Rathause die Mäuse in großer Zahl bemerkbar und beim Durchstöbern der Akten lassen sie Spuren ihrer Anwesenheit zurück. Man beschloß daher, eine Katze für das Rathaus zu beschaffen und eine Familie an der Großen Sandkaul sollte die „städtische Mieze“ liefern. Das Tier wurde in einen Sad gesteckt und ins Rathaus gebracht. Der städtische Dienst scheint der Katze jedoch nicht zu gefallen, denn bereits dreimal ist das Tier nach wenigen Tagen zum früheren Eigentümer zurückgelaufen, trotzdem es jedes nal auf Umwegen ins Rathaus gebracht worden war. Engers, 27. März. Am 7., 8. und 9. Mai d. J. feiert die hiesige Kriegsschule das Fest ihres 50jährigen Bestehens. Gäste aus allen Teilen Deutschlands werden erwartet, und in dem umfangreichen Programm sind Festaufführungen in Engers und ein Festmahl in Koblenz vorgesehen. Theater und Musik. Städtisches Schauspielhaus Hagen. Gastspiel der Barmer Oper Die Afrikanerin. Große Oper in 5 Aufzügen von G. Meyerbeer. Die Bedeutung Meyerbeers liegt in seinen Opern und wird auch mit ihnen untergehen. Heute schon ist ihre Wirkung, auf das deutsche Publikum wenigstens, stark herabgemindert, denn mit dem zunehmenden Verständnis für Richard Wagner tritt die Hohlheit des Meyerbeerschen Pathos immer greller hervor. Unzweifelhaft war Meyerbeer einer unserer begabtesten Musiker; mit der natürlichen Veranlagung verband er eine hohe allgemeine Bildung und eine Meisterschaft in der Beherrschung der Formen und der Mittel in der Darstellung. Aber es fehlte ihm die hohe Auffassung seines künstlerischen Berufes, welche ihn befähigt hätte, den Effekt zur Folge anstatt zum Zweck zu machen. So spielt er mit dynamischen Kontrasten ohne die nötige Motivierung, ebenso ist die Anlage der Solo= und Ensemblenummern von voruherein für den Applaus berechnet, alles probate Mittel, die den Erfolg sichern, aber einer ästhetischen Analyse nicht Stich halten. Damit sind sämtliche Meyerbeerschen Opern im allgemeinen charakterisiert, auch die Afrikanerin trägt diese Züge unverkennbar zur Schau. Im Orchester erhebt sich oft viel Lärm um nichts, der in der gestrigen Vorstellung durch eine schwache Besetzung— die Streicher klangen sogar reichlich dünn— erfreulich zurückgehalten wurde; reich ausgestattete Aufzüge und ein glänzendes Ballett werden rechtzeitig da eingelegt, wo der Komponist sonst nichts zu sagen weiß; breit angelegte Duette, Terzette und Ensemblesätze an den Aktschlüssen fordern den Beifall direkt heraus, und in den Solonummern häufen sich die technischen Schwierigkeiten ohne Grund bis ins Unermeßliche. Hiermit sind zugleich die Schwerpunkte für den guten Eindruck der Oper gegeben; dank einer vorzüglichen Einstudierung und geeigneten Besetzung erzielten die Barmer eine wirkliche Musterleistung, wie wir sie mit Fug und Recht z. B. für die Lohengrin=Aufführung auch verlangen durften. Die Herren Roos, Niklaus, Schwalb, Walden, Mally=Motta und Esser sind uns längst liebe, immer gern gesehene Bekannte, die auch gestern in jeder Beziehung ihren Platz ausfüllten. Fritz Kerzmann wird mit seinem Nelusko überall Furore machen und Margarete Kahler, die, so oft wir sie hier hörten, noch nie enttäuscht hat, war als Selica einfach unübertrefflich. Die großartige Todesszene erhielt für sie dadurch, daß durch kräftige Striche im letzten Akte alle übrigen Darstell ausgeschaltet wuren, erhöhte Bedeutung und bestreitbar der Gipfelpunkt der ganzen Oper. Paula Morro als Dienerin und die Herren Horlache und Pflüger befriedigten in kleineren Rollen. Daß wir nach langer Wartezeit Paula Löwe wieder hören konnten, deren Nedda noch unvergessen ist, wurde von allen Besuchern mit großer Freude begrüßt: durch ihr vorzüglich geschultes Organ und wohldurchdachte Darstellungsformen legte sie auch gestern wieder für ihre hohe künstlerische Reise das beste Zeugnis ab. Unbegreiflich erscheint es aber, daß die Barmer Direktion uns ihren Heldentenor Fritz Büttner bis jetzt vorenthalten hat; als Gegenleistung scheuen wir uns darum auch nicht, unserer Genugtuung darüber Ausdruck zu geben, daß sie ihn nicht behalten wird. Ein Künstler, der soviel gelernt hat und zur Schau stellt wie Fritz Büttner, wird seinen Weg gehen und seine wohlverdienten Erfolge haben. Hätte man ihn uns nur als Lohengrin vorgestellt, so wären wir schon zufrieden gewesen, für die Rolle des Troubadour dünkt er uns zu schade. Es bleibt noch zu erwähnen, daß ein groß angelegtes Ballett für den nötigen Glanz beim Triumph=Einzuge der indischen Königin sorgte, und daß der Oberspielleiter Hevderich durch eine sorgsam vorbereitete Regie nichts verabsäumt hatte, um den vom Komponisten beabsichtigten äußerlichen Wirkungen zum Erfolge zu verhelfen. Kapellmeister Heger führte das Orchester sicher und bewahrte es vor Uebertreibungen, sorgte auch für geschlossene Chor= und Ensemblewirkungen. Durch die gediegene Aufführung wurde dem Werke über alle Hohlheiten glatt hinweggeholfen; das gut besetzte Haus spendete reichlichen Beifall. * Am Montag erlebt im Städtischen Schauspielhaus Hagen der Zweiakter Toni Martini, Schauspiel von Karl August Gerhardi, seine Uraufführung. Das Stück behandelt das Problem des Duells, ohne sich eine Lösung anmaßen zu wollen. Der Verfasser ist in Hagen als Sohn des 1869 verstorbenen praktischen Arztes Dr. Gerhardi geboren, verlebte seine Gymnasialzeit in Detmold, studierte Medizin, war 1892/93 unter Geheimrat Schaberg Assistenzarzt am Städtischen Krankenhaus in Hagen und lebt seitdem als praktischer Arzt in Lüdenscheid. An anderweitigen literarischen Erzeugnissen sind von Gerhardi bisher erschienen: Ueber die Ewigkeit der Ursachen aller Bewegung, 1893, Gedichte, 1896, Leben und Tod, zwölf Novellen, 1904, Das Wesen des Genies(mit dem Anhang: Das Genie in seinen Beziehungen zum altsprachlichen Unterricht). 3. Auflage 1908. Ferner sind zu nennen die in Zeitschriften erschienenen Aufsätze: Psychologie in Bezug auf Pädagogik und SchulGesundheitspflege, Sophokles, Shakespeare, Wagner, Das lateinische Märchen, Sittlichkeit und Politik, sowie ein Dutzend kleinerer Aufsätze verschiedenen Inhaltes. Im Druck befindet sich ein Band Neue Dichtungen. Der Rönig der Spieler vor Gericht. teidigung damals dupiert worden war.—— erklärt heute, er sei damals in Berlin gewesen, weil ihm sehr viel daran gelegen war, daß Buses nicht wegen Falschspiels verurteilt wurde. Er habe eigens deswegen einen Anwalt mit der Sache betraut. Bei dem Spiel, bei dem Dippe hineingelegt wurde, verwandten die Falschspieler einen andern Trick, indem Stallmann und Dippe mit gleichen Chancen gegen Bujes spielten. Zum Schluß hatten beide je 80 000 Mark verloren und Stallmann stellte sofort einen Wechsel aus, den er natürlich bald zurückerhielt, und Dippe konnte sich natürlich auch nicht von der Ausstellung eines Akzeptes enthalten, da sein Kompagnon Stallmann so bereitwillig akzeptiert hatte. Leutnant v. Dippe hat den Wechsel schließlich nicht eingelöst.— Die Verhandlung wird am Samstag fortgesetzt. Die Frauen und das Wörtchen„und“. Ein Sprachfreund schickt uns folgenden Beitrag, dessen Inhalt nur allzu wahr ist. Schon seit langer Zeit richtet das unscheinbarste aller Wörter, das Bindewort„und“, im Stil Unheil an, besonders im Stil der Frauen. Man könnte diese danach in Klassen einteilen. Die erste Klasse wendet— nicht im Sprechen, aber sobald sie die Feder in die Hand nimm:— nach„und“ stets die umgekehrte Wortstellung an, z. B.:„Wir sind alle wohlauf und ist unser Dienstmädchen gut eingeschlagen.“ Es muß natürlich heißen:„und unser Dienstmädchen ist gut eingeschlagen.“ Diese Klasse ist wohl die größte: zu ihr gehört auch die Mehrzahl der weiblichen Verwandten und Bekannten meiner Wenigkeit. Dic zweite Klasse, die jedenfalls von der Sache hat läuten hören, vermeidet die Wortumstellung nach „und“ unter allen Umständen, auch da, wo sie das einzig Richtige ist, nämlich nach vorausgestellten, das ganze Satzgefüge beherrschenden mungen, wie„hoffentlich, sicher, wahrscheinlich, unter Umständen“, z. B.:„Hoffentlich seid ihr alle wohlauf und Euer Dienstmädchen ist gut eingeschlagen.“ Es muß natürlich heißen:„und ist Dienstmädchen gut eingeschlagen.“ Zu dieser Klasse gehört meine Frau, die vor vierzig Jahren die Prüsung für die Befähigung zum Unterricht an höheren Mädchenschulen bestanden hat. Die dritte Klasse macht es überall richtig, freilich zum Teil unbewußt; zu ihr gehören, Gott sei Dank! die meisten der mir bekannten Schriftstellerinnen und— ohne die vorerwähnte Prüfung gemacht zu haben— meine Schwiegermutter. 11. * Berlin, 27. März. In der heutigen Verhandlung wurde zunächst die Erörterung von nicht zur Anklage stehenden, aber zur Illustration herangezogenen Fällen, mit der bereits gestern begonnen war, zu Ende geführt. Ein Protest der Verteidigung, welche die Illustrationsfälle für juristisch bedenklich hielt, führte zu nichts, da das Gericht den Antrag, über diese Fälle nicht weiter zu verhandeln und die bisherige Verhandlung darüber für ungiltig zu erklären, weil die Angeklagten nur wegen des einen Falles Dippe ausgeliefert seien, ablehnte, mit der Begründung, daß diese Illustrationsfälle nur dazu dienen sollten, das Vorleben der Angeklagten sowie ihre Beziehungen zu einander und zu anderen Spielern festzustellen. In den Illustrationsfällen des Angeklagten Kramer mutet es etwas eigenartig an, daß der Angeklagte Kramer mit Betäubungsmitteln gearbeitet haben soll. Drei der von ihm Geneppten haben etaws derartiges unabhängig von einander bekundet.— Ein Freiherr v. Fürstenberg behauptete, beim Spiel Zigarren erhalten zu haben, die Morphium enthalten hätten. ein Herr Westernhagen will nach dem Genuß von Austern krank geworden sein, und ein Oberleutnant v. d. Briede ist von dem Genuß eines einzigen Glases Wein ohnmächtig geworden.— Der Angeklagte Kramer bestreitet, daß er irgendwelche Narkolika angewendet hätte. Daß die Aussagen unabhängig von einander gemacht seien, sei sehr leicht dadurch zu erklären, daß sich alle drei zuerst an den Kriminalkommissar v. Manteuffel gewandt hätten. So sei ihnen diese Aussage einfach suggeriert worden.„ Danach wird endlich in die Erörterung des Falles Dippe, des einzigen zur Anklage stehenden Falles, eingetreten. An dem Spiel selbst waren der deswegen bereits verurteilte Rumäne Bujes, Stallmann und Dippe beteiligt, während Niemela als Schlepper fungierte. Hierbei macht übrigens der Angeklagte Stallmann die sensationelle Bekundung, daß er zur Zeit des Metternich=Prozesses im vorigen Jahre unter dem Namen Seidler in Berlin gewesen sei. Diese Gerüchte wurden damals bereits laut, sodaß Stallmann schon damals auf Veranlassung der Verteidigung als Zeuge geladen wurde. Er zog es natürlich vor, im Dunkel seines Anonyms zu bleiben. Man glaubte daher allgemein, daß die VerSamtkrawatten, die neue Herrenmode. Nach den Belourhüten und den Samtwesten soll nun die Herrensamtkrawatte lanziert werden, und da in gewissen Kreisen die Behauptung aufgestell worden ist, dieses Material wäre doch etwas zu „weiblich“, mobilisiert man nun den„Arbiter elegantiae“ des persekten Gentlemen, den Londoner Herrenschneider. Wenngleich dieser ursprüngliche Schöpfer der„Tailor=made=Costumes kaum als ganz unparteiisch in der nicht nur die „bessere Hälfte“ der Menschheit berührenden Modefragen augesehen werden kann, so wollen wir ihm doch hier im Interesse aller derer, die es angeht, das Wort verstatten. Sein sachverständiges Urteil also lautet folgendermaßen: Der Mann beginnt die künstlerischen Möglichkeiten der bisher durch die Frau monopolisierten Kleidungsstoffe zu realisieren. Die Weste aus Seidenbrokat war ein einschlägiges Beispiel, die Samtwinterweste bezeichnete eine weitere Etappe auf diesem Gebiet, und so finden künstlerische Materialien allmählig immer mehr Eingang in die Herrengarderobe. Plüsch ist nun als Toilettenmaterial für Herren so populär geworden, daß man gegenwärtig Versuche mit einer neuen druckungsmethode anstellt, deren Ergebnis in Fachkreisen mit großem Interesse entgegen gesehen wird, da man davon eine wichtige Entwicklung einer bedeutenden Industrie erwartet. Uebrigens ist ein Wort der Warnung an diejenigen angebracht, die da glauben, daß die Samtkrawatte auch für Stehumlegekragen geeignet sei. Das ist nicht der Fall. Im Gegenteil, der Kragen würde beim Binden einer solchen Krawatte bedenkliche Knicke erhalten, die Kragenknöpfe könnten leicht brechen und die ganze Prozedur schafft nur schlechte Laune, da die Fasson der einmal=geschlungenen Samtkrawatte sich später trotz energischen Ziehens nicht mehr zufriedenstellend ändern läßt. Die Samtkrawatte ist, wenn sie gut wirken soll, nur für den hohen Stehkragen mit vorn umgebogenen Ecken bestimmt und ihre Verwendung geht überdies Hand in Hand mit einer Erhöhungdes Wäscheudgets. Nächstens wird der vollendete„Gent“ den Damen nicht einmal mehr das„Hütchen“ gönnen. außerdem doppelten Beinbruch erlitten. Sein Zustand ist lebensgefährlich. Außerdem sind m Psaffenstein zwei weitere Touristen abgestürzt. Ueber den letzteren Unglücksfall fehlen noch nähere Bei Oschatz(Sachseu) erschoß sich der 53 Jahre alte Arzt Dr. Steinitz von der Landesirrenanstalt Hubertusburg in Leipzig. Die Gründe sind unbekannt. Der Tourist Weiß aus Nürnberg ist vor den Augen seiner vier Geschwister, die mit ihm die Bürzenauer Wand bei Schefflitz im Frankenjura bestiegen hatten, 42 Meter hoch abgestürzt. Er wurde lödlich verletzt ins Krankenhaus gebracht. Aus noch nicht aufgeklärter Ursache brach in der staatlichen Jeuerwerk=Fabrik Cherbourg in einem alleinstehenden Fabrikraum ein Brand aus, der das ganze umfangreiche Gebäude in Asche legte. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen. In Triesen bei Baduz in Liechtenstein zerstörte nachts ein durch einen heftigen Föhnsturm ausgebrochenes Feuer 17 Wohnhäuser mit den dazu gehö rigen Oekonomiegebänden. Der Schaden ist sehr groß. In Bosuien wüteten in den letzten Tagen furchtbare Stürme, die die Wälder des Waldes Flidze arg beschädigten. In dem Dorf Kadschitschi bei Sarajewo wurden 24 Häuser durch ein Schadenfeuer eingeäschert. Der Ort Sokolac wurde gänzlich eingeäschert. Hundert Familien sind obdachlos. Gestern früh wurde an dem früheren Korporal der Reserve Johann Bogacs, der am 19. März beim beim Rückmarsch von einer Felddiestübung den Oberleutnant Schrammeck durch einen Gewehrschuß hinterrücks ermordete, das auf Hinrichtung durch den Strang lautende Urteil im Hof der Rudolfs kaserne in Troppau durch den Wiener Scharfrichter vollstreckt. Im Bezirk Kurach des Gebietes Dagestau(russ. Kausasien) sind infolge eines Erdbebens in fünf Dörfern viele Häuser zerstört worden. Einzelheiten sind noch nicht bekannt. — In Todesangst. Ein Nachtwächter, der gebunden und geknebelt war und in fast hilfloser Lage von Einbrechern in dem Büro einer großen Kohlenfirma Chikagos zurückgelassen war, rettete, so schreibt man der Nat.=Ztg., sein Leben, indem er sich auf eine brennende Lunte fallen ließ, die mit einer Dynamitbombe verbunden war, mit deren Hilfe der Tresor in die Luft gesprengt werden sollte. Als der Wächter auf seiner nächtlichen Runde war, wurde er von drei Mann überfallen, die ihn sofort knebelten und fesselten. Auf einem Stuhl schnallten sie ihn fest und stellten ihn neben den Geldschrank. Nachdem sie ihm die Schlüssel abgenommen hatten, begannen sie ihr Werk. Das Verbindungsschloß stemmten sie fort und legten eine starke Dynamitpatrone in das Loch hinein. Eine kurze Lunte wurde angelegt und die drei stürzten zur Tür hinaus und schlossen sie hinter sich. Voller Todesangst beobachtete der Wächter zwei Minuten lung die glimmende Lunte. Im letzten Moment warf er sich jedoch nach vorn und fiel in die Lunte hinein, die schließlich erstickte. In ihrer Hast hatten die Diebe übersehen, daß die Tür, die sie bei ihrer eiligen Flucht hinter sich geschlossen hatten, von der Außenseite nicht geöffnet werden konnte. Der Wächter rollte sich bis zu einem Fenster, wo es ihm gelang, eine der Scheiben zu zertrümmern und die Polizei herbeizurufen. — Ein ruheloses Leben hat der Postassisten. Kühnemund geführt, der vor vier Jahren aus dem Ostseebad Ahlbeck nach Unterschlagung von 140000 Mark Postgeldern flüchtig geworden ist. Der Defraudant ist seines Raubes nie froh geworden. Er fühlte sich dauernd verfolgt, überall sah er Leute, die ihn von früher her kannten, die ihn beobachtcten und seine Festnahme veranlassen wollten. Dies hok ihn schließlich in Konstanz in den Tod getrieben. UEETSEE E K Kleine Chronik Vom Katzenstein bei Dittersbach in der Sächsischen Schweiz ist der Dresdner Tourist Hans Klotz abgestürzt. Er hat schwere Verletzungen am Kopf und GESCHAFTSBUCHER LOSE BLATTERBUCHER aus der ältesten deutschen Geschäftsbücherfabrik von J. C. König 2 Ebhardt • Hannover Alleinvertretung für Hagen i. Westf. Carl Schürmann, Elberfelder Str. 37 Gartenkies enen Sorten liefert in 100 und 200 Ztur.= in verschiedenen Sorten liese. billigst und gibt bemusterte Offerte gerne ab Leopold Magon, Hagen i. Baumaterialien=Großhandlun Ladungen 4nn i. W. g. Geonf A. Satnotu# A-G. Dreicden Größte deutsche Im Alter ist man empfindlich. Rasch ist eine Erkältung da, und die Stimme ist öfter belegt und heiser als frei. Das lästige Gefühl der belegten Stimme vergehl. sobald man ein paar Wybert=Tabletten zu sich nimmt, die immer zur Hand sein müssen und in allen Apotheben und Drogerien! Mark pro Schachtel kosten. Bei Erhältung lindern sie den Hustenreiz und bringen den Aakarrh schnell zum Schwinden. Versuchen Sie Thür. Rotuurst aus der Fleischwaren=Fabrik H. Quadbeck& Söhne Dortmund. 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Februar 1906/29. Juli 1907 an städtische Arbeiter und deren Hinterbliebenen im Jahre 1912 gein Ruhelöhne und Witwer- und Waisengelder. 8. Mitteilung beir. Zulassung der Ortskrankenkassen I, VI und VII für ihre bisherigen Bezirke mit Wirlung vom 1. Januar 1914 an. 9. erahl eines Schularztes. 10. Antrag der Schuldeputation auf Errichtung einer neuen Ersatzstelle zur Erhaltung einer Lehrerstelle an der ev. Schule 18 in Eppenhausen. 11. Festsetzung des zur Deckung des Steuerbedarfs von den Crundstücken zu erhedenden Sates vom gemeinen Wert. Amt Bommern. Auf Grund des§ 51 der Regierungspolizei=Verordnung vo # Amtsblatt Seite 127 bezw. 525, wird hiermit an Deutsche Donge mannsest und dressiert, 2mal mit ersten Preisen ausgezeichnet, ist per sofort wegen Umzug billig zu verkausen. 4818 F. Oußer. Dagen, Augustastr. 56. Ladentheke für jedes Geschäft geeignet, sowie 1 Federziehharre billig zu verlausen. 4838 Hagen, Schützenstraße 27. Zum 1. April billigst zu verkaulen: 1 nußbaumpol. 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Juli 1905, geordnet, daß die Vernichtung der Raupen und Blutläuse an den in den Gärten, auf Feldein, an Wegen und Straßen stelenden Bäumen von den Eigentümern, Mietern oder Nugnießern bie zum 31. März 1913 vorzunehmenzist. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden gemaß § 383 Ziffer 2 des Reichsstrafgesetzbuches mit 60 Mk. oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft. Außerdem werden die nicht abgeraupten Bäume cotl. auf Kosten der Besitzer abgeraupt werden. 4864 Bommern, den 5. März 1913. Die Polizeiverwaltung: Frielinghaus. Amimann. Ordentliche Leute aller Stände und gleichwo wohnhaft, werden von einer erstkl. Kranken=Versicherungs=Anstalt als Mitarbeiter geg. hoh. dauernd. „„ Verdienst evtl. Fizum angestellt. 4•42 2an Mark monatl, 1/F--Verwaltung J. Echten. Hagen I. W., Bachstraße 11. „ verd. jedermann. Auch als Nebenverd. garantiert pro Stunde 2 Mt. Alles Nähere gratis und franko. 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Der verstorbene Staatssekretär von Warchter gehörte zu den letzten Schülern des Fürsten Bismarck, die in einflußreiche sind. Die Beziehungen, in die der junge Diplomat zu dem Altreichskanzler trat, beleuchtet an der Hand seiner Briese und Aufzeichnungen George Cleinow in einem sehr interessanten Aufsatz über Diplomaten=Erziehung, den er im neuesten Heft der von ihm herausgegebenen Grenzboten veröffentlicht. Kiderlen war durch den württembergischen M nister Barnbüler beim Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Bülow empfohlen und wurde am 1. Februar 1879 in die Konfulatsabteilung des Auswärtigen Amtes einberufen; im folgenden Jahre trat er in den diplomatischen Dienst über, am 12. Juni 1880 kann er seiner Mutter seine zum Legationssekretär mitteilen.„Sichg z#pei„Pg nate darauf wird der Achtundzwanzigjährige in einer schwirigen Mission nach Kopenhagen entsandt. Bis zum September 1880 ist aus den vorliegenden Briefen von einer persönlichen Anteilnahme Bismarcks an dem Geschicke Kiderleus noch nichts zu erkennen. Drei Wochen nach seiner Anstellung im Auswärtigen Amt hatte Kiderlen, wie er, Frenhie erregt mitteilt, Bismarck zum ersten Mal im Reichstage gesehen und seine große Zollrede gehört: am 15. März wurde er ihm persönlich vorgestellt, und der Altreichskanzler drückte dem jungen Diplomaten„gerührt, aber schweigend die Hand, während die Fürstin sich liebenswürdig längere Zeit mit ihm unterhielt. Bald aver zeigte sich ein stärkeres persönliches Intresse Bismarcks, der überhaupt dem diplomatischen Nachwuchs Aufmerksamkeit widmete und selbst den jüngsten Attachee kennen lernen wollte. Kiderlen sollte zunächst nach Japan gehen, aber dann berichtet er in einem Brief an seine Schwester Johanna unter dem 13. November 1880:.. Also soeben wurde ich gefragt, ob ich gern nach Petersburg ginge. Dieses ist nun weniger weit als Japan, aber sehr teuer, auch etwas kalt. Ich habe deshalb es für das beste gehalten, zu sagen, ich stelle die Entscheidung dem Auswärtigen Amt anheim, worauf mir versichert wurde, die Sache werde dann so entschieden werden, wie sie für meine Karriere am günstigsten sei. Daß dies wahr, glaube ich schon deshalb, weil mir ausdrücklich gesagt worden ist, der Fürst Bismarck habe selbst befohlen, man solle mich nicht gegen meinen Willen außer Europa schicken, weil man mit mir sehr zufrieden sei usw. Es wird also das beste sein, die Sache an sich herankommen zu lassen und sich zu nichts zu melden.... und weiter am 29. November an die Mutter: Reichskanzler sei der Ansicht gewesen, Japan wäre ganz interessant, aber ich sollte auf einen Posten, wo es viel zu tun gebe und wo man viel lernen könne, viel in den Salons sich bewegen müsse usw. Erst am 5. Dezember 1881, nachdem er schon mehrere Monate hindurch als dritter Sekretär in Petersburg beschäftigt war, hat Kiderlen Gelegenheit, dem Fürsten persönlich näher zu trete, und zwar auf einem parlamentarischen Abend, au dem er als Durchreisender„mit einem gepumpten Claquehut und einer gepumpten Weste welche, um sie passend zu machen, auf dem Rücken aufgeschlitzt wurde.“„Als ich“ fährt Liderlen in einem Briefe nach Stuttgart fort,„der Fürstin Bismarck die Hand küsse, fühlte ich einen deutlichen Kuucks in der Weste. Doch war Ihre Durchlaucht trotzdem sehr liebenswürdig, sagte mir, sie hätte von meiner Jagd gehört usw. des Festes begab sich dann folgende heitere Szeue: „.. Als ich eben,“ berichtet Kiderlen,„weggehen wollte, der Fürstin bereits mein Kompliment gemacht hatte und mich hinter dem Reichskanzler herumdrücken wollte, sehe ich, wie die Fürstin ihm etwas ins Ohr sagt und er sofort auf mich zugestürzt kommt, mir furchtbar freundlich die Hand schüttelt und nun anfangt:„Es freut mich sehr, daß Sie hier sind, bei der schlechten Stimmung in jenen Gegenden und besonders an der Lahn“ usw. Ich merkte sofort, daß mich der Reichskanzler verwechselte, hoffte aber, er würde mich nach ein paar freundlichen Phrasen loslassen und so käme die Verwechslung ger nicht zutage. Doch er redete immer weiter, und als ich gar nichts sagte, so fragte er endlich:„Nun, in der Stichwahl ist es ja recht gut gegangen; wer war denn Ihr Gegenkandidat?" Nun mußte ich Farbe bekennen und sagte:„Ich bedauere, Durchlaucht verwechseln mich; ich bin überhaupt kein Abgeordneter.“—„Ja, sind Sie denn nicht der rinz Solms? Wer sind Sie denn?" Als ich ihm das gesagt, sagte er:„Nun, dann muß jedenfalls große Aehnlichkeit bestehen; die Hauptschuld trifft aber meine Frau“ usw. Zum Schluß sagte er aber sehr freundlich:„Nun, ich hoffe, wir sehen uns noch recht oft, damit Ihre Identität konstatiert wird.. * Wenige Tage darauf findet dann ein Diner beim Reichskanzler statt...„Als ich hinkam,“ erzählt Kiderlen,„wurde ich natürlich als„Prinz Solms“ begrüßt und darüber verschiedene Scherze gemacht: der Fürst sagte:„Das Prädikat Durchlaucht haben Sie ganz stramm ausgehalten.“ Bei Tisch war es sehr gemütlich; ich saß neben der Fürstin, die mich furcht General=Anzeiger Kreitag, den 28. März 1913 Jur Einnahme Adrianopels. hagen und Umgegend. Nummer 72 S Razzia vorgenommen, bei der besonders auf die Stiefel der Kaschemmengäste geachtet wurde. Es dauerte dann auch nur kurze Zeit, bis eine Patrouille, der sich der junge Detektiv angeschlossen hatte, den Verdächtigen und einen Komplizen, mit dem er gerade seinen Raub geteilt hatte, in einer Spelunke zu verhaften. Die Diebe leugneten zwar zuerst, doch konnte man nach den Stiefeln des einen die Tat nachweisen und fand dann auch bei einer Leibesvisication die gestohlenen Gegenstände vor. PI4 rern, Erziehern, Geistlichen beider Konfessionen, Aerzten, Leitern von Kranken= und Fürsorgeanstalten und zahlreichen in der Jugendfürsorge stehenden Frauen) eröffnet. Die Reichsregierung und die Ministerien fast aller deutschen Bundesstaaten haben zu der Tagung besondere Vertreter entsandt, ebenso Schweden, Norwegen und eine große Anzahl deutscher Kommunen. Der Vorsitzende, Senatspräsident Dr. v. Strauß und Torney eröffnete die Tagung mit dem Hinweis auf ein Schreiben des Reichskauzlers an den Kongreß. in welchem es heißt: „Die Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs gerade bei unserer Jugend ist für die Gesundheit und Sittlichkeit unseres Volkes von größter Wichtigkeit. Ich wünsche von Herzen, daß der Kongreß diese Kenntnis in weite Kreise tragen und zur Abhilfe der bestehenden Schäden Mittel und Wege finden moge. In dem gemeinsamen Ziel, so führte der Redner weiter aus, die Jugend wenigstens vor dem Alkohol zu bewahren, sei man sich in allen Kreisen der Bevölkerung einig. Selbst der Brauer=Schutzverband hat keine Zweifel darüber gelassen, daß er den Alkoholgenuß der Jugend nicht billigt. Geh. Oberregierungsrat Dr. Hinze überbrachte die Grüße des Kultusministers und der übrigen preußischen Ministerien. Der Redner führte u. a. aus: Wenn die Zukunft eines Volkes wesentlich davon abhängt, in welchem Maße es gelingt, die körperliche, geistige und sittlich=religiöse Kraft seiner Glieder gesund zu halten, so stehen die Dinge, die hier behandelt werden sollen, im engsten Zusamenhang mit den wichtigsten Lebensinteressen unseres Volkes. Es ist notwendig, daß die weitesten Kreise über die Bedeutung und den hohen Ernst der Gefahr Klarheit erhalten. Uebereinstimmend wurde von einer großen Anzahl weiterer Redner die lähmende Wirkung des Alkohols auf Geist und Körper konstatiert und bestritten, daß der Alkohol irgendwelche geistige oder körperliche Anregungen von Dauer geben könne. Am Abend wurde die Ausstellung Jugend und Alkohol eröffnet. Kunst, Wissenschaft und Leben. Wer hätte wohl vor einem Jahrzehnt geahnt, daß sich unser liebliches Möhnetal mit seinen immergrünen Flößwiesen und der sich hindurchwindenden Möhne in solch gewaltiges Seebecken verwandeln würde! Wer hätte es geglaubt, wenn wir damals gesagt hätten, in wenigen Jahren werden diese uppigen Wiesen und wogenden Felder von rauschenden Wassern bedeckt sein und die vielen Gehöfte und kleineren Bauerbesitze werden aufgehört haben zu eristieren; ihre Stätte wird man nicht mehr erkennen! Noch stehen an den höhergelegenen Stellen des Tales einzelne Häuser; aber auch ihre Bewohner rüsten sich bereits, die liebgewordene Stätte zu verlassen, da schon das Wasser begierig an der Schwelle des Hauses leckt. 32 Millionen Kubikmeter Wasser waden am Mittag des zweiten Östertages in dem Riesenbecken angestannt, 14½ Meter hoch stand das Wasser vor der Sperrmauer. Zischend ergoß sich aus den durch die Berge getriebenen Umlausstellen das notwendig abzulassende Wasser, um als weiter unterhalb im altgewohnten Bette der Nuhr zuzustromen.— Durch die Viadukte und gut gepflegten Waldwege am Rande des Beckens sind für die Spazierganger lohnende Partien erschlossen worden. Es verlohnt sich deshalb, die Besucher der Sperre, die von weit her kommen, auf einige derselben aufmerksam zu machen.„ Mit der Ruhr=Lippe=Bahn fährt man aus, vorbei an lachenden Feldern und blühenden Gehöften, bis nach Niederense=Himmelpforten und nach Umsteigen weiter bis zur Station Günne. Nur wenige Minuten Wegstrecke führt hin zur Sverrmauer. Von hier aus kann man über die Mauer hinweg in den Arusberger Wald gehen, weiter über das zweite kürzere Becken der Talsperre, das Hevetal, und dann auf herrlichen Waldwegen wieder der Soest=Arnsberger Straße zu, die ihr Ende findet an der Drüggelter Ueberführung, an deren Nordseite sich das Restaurant Sumermann befindet. Oder die Besucher können vom 1. Mai ab mit den Motorboot von der Sperrmauer bis hier und dann weiter zur Station Wamel der Westfälischen Landesbihn fahren. Wie versichert wird, soll mit vier Booten der Betrieb ganz bestimmt am 1. Mai ausgenommen werden. Der Preis für die Motorbootfahrt ist noch nicht festgestellt, dürfte aber wohl 50 Pfg. betragen. beinahe. uls ich infoigebessen genden Entenbraten nichts nahm, sagte der Fürst: „Aha, Sie essen auch lieber kalten Fasanen; ist von dem gestrigen Fasan nichts mehr übrig?“ Als der Rest kam, sagte er:„Nun, wenn Sie etwas davon wollen, lassen Sie Ihren Teller heraufgehen.“ Dieser ging de main über den Tisch zu ihm und Seine Durchlaucht schnitt mir eigenhändig ein Stück von dem für ihn reservierten Vogel ab. Ueber das ganze Essen sprach und trank er in einem fort. Das gab zu folgendem ehelichen Zwiegespräch Veranssung:„Aber Ottochen, Du weißt doch, daß Dir der Doktor den Sherry verboten hat.“„So, der Heuchler, und mir hat er gerade gesagt, daß er mir gut sei. Sehen Sie, meine Herren, während des Kongresses trank ich jeden Morgen drei Glas Rotwein, obgleich ich wußte, daß mir das nicht gut sei, weil ich sonst die langen Sitzungen nicht ausgehalten hätte,— so habe ich mich immer für das unbankbare Eurova. geopfert!...“ " F ü r s t B i s m a r c k h a t t e z w a r v o n d e m i h m g u t e m pfohlenen Schwaben v. Kiderlen= Waechter erst später Notiz genommen, er hat ihn aber dann, als er sich als tüchtiger Diplomat bewährte, als ein Mann mit praktischem Sinn“, den man überall hinstellen nute, schnell aufsteigen lassen. Alkoholfreie Jugenderziehung. eh. Berlin, 26. März 1913. Die Verhandlungen des Ersten deutschen Kongresses für alkoholfreie Jugenderziehung, die unter dem Protektorat des Reichskanzlers v. Bethmann Hollweg stattfinden und einen allgemeinen Aufruf an die Bevölkerung zu alkoholfreier Jugenderziehung bedeuten sollen, wurden beute vormittag unter Teilnahme von über 1000 Persönlichkeiten au Aen Teilen des Reiches(LehProfessor Adolf Weber,] der Abteilun#sdirektor der Kölner Hochschule für kommunal= and soziale Verwaltung und Professor der Staarswissenschaften an der Handelshochschule hat einen Ruf als ordentlicher Professor(Nachfolger von Geheimrat Julius Wolf) nach Breslau erhalten. Versteigerung der Sammlung Nemes.] Das Schicksal der Sammlung des Herrn Marczell von Nemes in Osenpest, von der in letzter Zeit in Deutschland so viel die Rede war, hat sich jetzt entschieden. Im Mai kommt die Galerie bei Petit in Paris unter den Hammer. Noch in allerletzter Zeit mühte sich ein Konzern von Kunsthändlern, die Sammlung im ganzen zu kaufen, doch zerschlugen sich die Verhandlungen. Nun gibt es eine Riesensensation auf dem Kunstmarkte: denn seit Hugo von Tschudi Teile der Nemes=Sammlung in der Münchener Pinakothek ausstellte und in seinem Vorwort zum Ausstellungskatalog so programmatisch von einem neuen Typus des Kunstsammlers sprach, seit dann die Sammlung in Düsseldorf zu sehen war— früher beabsichtigte man sie auch in Berlin zu zeigen—, zählt sie zu den berühmtesten Privatsammlungen der Welt. Ein Rembrandt für 159 Rubel.] Wie aus Petersburg gemeldet wird, befindet sich auf dem dortigen Bezirksgericht ein Gemälde von Rembrandt in Verwahrung, dessen Wert von Sachverständigen auf mehr als 400000 Rubel geschätzt wird. Das mälde hat eine höchst seltsame Vergangenheit hinter sich. Jahrzehntelang lag es unbeachtet auf dem Bodenraum eines Landhauses in Murine bei Petersburg. Der langjährige Mieter des Landhauses hatte nun seinen Gärtner beauftragt, das Gerümpel auf dem Dachboden aufzuräumen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch ein altes Bild verkauft, das dann ein Künstler mit Namen Naps für 150 Rubel erstand. Dieser reinigte das Bild und stellte fest, daß es von Rembrandt stammt. Nun verklagte ihn jedoch der erwähnte Mieter des Landhauses auf Herausgabe des Gemäldes. Bis der Prozeß entschieden ist, hat das Petersburger Bezirksgericht vorsichtigerweise das Streitobjekt in seine Verwahrung genommen. an der Möhnetalsperre. Man schreibt uns aus Arusberg: Wie zu erwarten war, bildete die Möhnetalsperre während der Österfeiertage das Ziel Tausender Ausflügler. Nicht nur die Bewohner der nahen Städte Soest, Arnsberg, Neheim oder Werl hatten sich am Ufer eingefunden, sondern in großen Scharen waren die Bewohner des Industriebezirks Handels=Nachrichten. hinausgezogen aus ihren steinernen Großstädten; sie kamen heraus aus der rußgeschwängerten Atmosphäre, um auf einige Stunden sich zu laben an der würzigen, reinen Luft des schönen Möhnetales, um sich zu ergötzen an den imposanten Bauwerken, die sich den Besuchern bieten in den schlanken über den großen Stausee hinwegführenden Biadukten bei Körbecke und bei Drisgelte; um anzustannen das Der golbtue ans dei Braphette, am augustäunen dur Si na Tee Wore-.—— 8———— einzigartige Bauwerk, das sich ihnen in der gigan= hatte, machte dann Meldung auf der tischen Sverrmauer bei Günne bietet. wurde sofort in den benachbarten *Bandeisen=Walzwerke. Ende dieser Woche findet eine Mitgliederversammlung der Vereinigung der Rheinisch=Westsälischen Bandeisen= Walzwerke statt. Auf der Tagesordnung steht auch die Festsetzung der Preise. Eine Aenderung des 145 Mk. betragenden Grundpreises ist bei der gegenwärtigen Beschäftigung kaum zu erwarten. *s Gewerkschaft Alte Haase, Sprockhövel. Nach dem Geschäftsbericht pro 1912 betrug der Gesamt=Betriebsüberschuß 203 445( i. V. 108 276) A. Hiervon wurden 19 500(20 495) 44 für Anleihezinsen und Anleiheamortisation und 110000(80000) 4 für Ausbeute verausgabt. Die Belegschaft betrug 514 Mann, der Verdienst stellte sich auf 4,80(4,61) J pro Mann und Schicht. Der junge Oetektiv. Ueber ein seltenes Detektivstücklein eines dreizehnjährigen Volksschülers wird uns aus Wien geschrieben: Ein geborener Detektiv scheint ein kleiner Volksschüler zu sein, dem die Entdeckung eines Einbruches und kurz darauf die Feststellung der Täter auf eine ganz merkwürdige Weise gelang. Der Knabe befand sich morgen auf dem Schulwege, als ihm auf der Straße ein Mann begegnete, der einen großen geschnürten Packen trug. Der Knabe hatte das instinktive Gefühl, daß der Mann kein gutes Gewissen habe. Er empfand gegen ihn einen unbestimmten Verdacht und besah sich den Mann von oben bis unten, indem er eine Weile hinter ihm herging. Zuerst konnte er nichts entdecken, was seinem Verdacht irgend einen Anhalt geben konnte. Dann aber sah er, daß der Mann an den Stiefeln Spuren von vertrocknetem Lehmboden hatte. Da es seit einigen Tagen nicht geregnet hatte, die Straßen also vollständig trocken waren. mußte der Mann sich vorher irgendwo im Freien auf durchweichtem Erdboden aufgehalten haben. Nach der Farbe des Lehms und nach der Richtung, aus der der Mann gekommen war, zog der junge Detektiv seine Schlüsse, machte Kehrt und begab sich auf die Suche. Er ging die Straße entlang, auf der, wie er vermutete, der Mann gekommen sein mußte. So kam er vor die Stadt, bis dahin, wo der Erdboden den Spuren an den Stiefeln des Verdächtigen glich. Jetzt achtete der Knabe genau auf Spuren, die aus einem der Gärten auf die Straße führten, und sein Erfolg war denn auch über alles Erwarten gut. Er sah bald Spuren, die aus einem Garten auf die Straße und dann weiter in der Richtung führten, aus der er kam. Er klopfte bei den Bewohnern an und fragte sie gerabe heraus, ob bei ihnen nicht eingebrochen worden sei. Die Leute waren auf das höchste erstaunt, denn sie hatten in der Tat beim Aufwachen auf dem Korridor Kasten und Koffer erbrochen gefunden und waren nun wegen des Verlustes wertvoller Habe in großer Aufregung. Man machte sich sofort auf die Verfolgung des Diebes. Unter Führung des Knaben lief man zunächst bis zu der Stelle, wo er den Verdächtigen getroffen au der Poltzei, und es Aus der Rechtsprechung. Zuckerkrankheit als Folge eines Betriebsunfalles. Das Reichsversicherungsamt hatte darüber Entscheidung zu treffen, ob durch einen Unfall die Zuckerkrankheit herbeigeführt werden kann. Gelegentlich der Entgleisung von Eisenbahnwagen war ein Schaffner eingeslemmt worden, hatte aber eine Verletzung nicht erlitten. Als der Schaffner sich einige Zeit später krank meldete, wurde von den Aerzten Zuckerkrankheit festgestellt. Der Schaffner starb. Von ärztlicher Seite wurde erklärt, daß der Schaffner offenbar infolge des Schrecs zuckerleidend geworden sei. Das Reichsversicherungsamt forderte ein Obergutachten ein und sprach dann den Hinterbliebenen eine Rente zu, indem u. a. ausgeführt wurde, mit dem Obergutachten sei anzunehmen, daß der Schaffner sich die zum Tode führende Zuckerkrankheit durch Schreck zugezogen habe. Zu den wichtigsten Frühsymptomen gehöre der Durst, über den der Schaffner gleich nach dem Unfall klagte. Nach dem Obergutachten seien in der Wissenschaft viele Fälle bekannt, in denen kurz nach einem Unfall Erscheinungen der Zuckerkrankheit sich zeigten, diese irete sowohl nach Verletzungen als auch nach psychischen Erregungen auf. Besonders werden Lokomotiv= führer von der Zuckerkrankheit befallen. Aus aller Welt. — Ein lustiges Schmugglergeschichtchen spielte sich, wie man der Voss. Ztg. berichtet, dieser Tage in dem italienischen Hafenort Porlezza am Luganer See ab. Die Uhren sind in der Schweiz viel billiger als in Italien und so kaufte sich eine feine Italienerin auf Schweizer Boden ein ebenso seines Weckerübrchen, das sie behutsam unter ihren Röcken versteckte, um nicht Zoll zahlen zu müssen. Der Schmuggel wäre der Dame sicherlich gelungen, hätte ihr nicht ein fatales Mißgeschick bös mitgespielt. Gerade in dem Moment, als sie die Zöllner passierte und eben gesagt hatte, sie habe nichts zu verzollen, fing der Wecker unter den Röcken zu klingeln an und„weckte“ die Zöllner! Wohl oder übel mußte sich die Dame nicht nur zu einer nicht unbedeutenden Strafe herbeilassen, sondern sie wurde obendrein noch bis auf die Haut untersucht, allerdings ohne weiteren Erfolg. — Amerikanische Stellenjäger. Jeder 47. Mann, der für Woodrow Wilson als Präsidenten seine Stimme abgegeben hat, ist, so schreibt man der Nat.=Ztg. aus New York mit einem Gesuch um irgend einen Posten unter der neuen demokratischen Herrschaft erschienen und zwar nach dem Prinzip, daß dem Sieger auch die Beute gehört. Im ganzen werden 10384 Stellen frei und hierfür sind nicht weniger als 131530 demokratische Bewerbungen eingelaufen. Bei den 8414 Postmeisterstellen, die zu vergeben sind, kommen auf jede Stelle mindestens zehn Stellungsgesuche. Das Schatz= amt erhielt 5000 Bewerbungen für den Geheimdienst der Regierung, trotzdem nur ein einziger Posten, und zwar der des Leiters dieser Abteilung zu vergeben ist. Für 441 andere Stellen in diesem Departement sind nicht weniger als 37000 Gesuche eingelaufen. Der Staatssetretär Byran hat 272 diplomatische und Konsularstellen zu besetzen und nur 500 Bewerbungsschreiben für diese Posten sind eingelaufen. Der glücklichste Minister jedoch ist der Landwirtschaftsminister, der nur zwei Stellen zu vergeben hat. Die eine davon ist bereits besetzt, für die andere jedoch sind etwa 50 Bewerbungen eingelaufen. Die Gehälter für die einzelnen Posten schwanken zwischen 2000 Mark für die kleinen Postmeisterstellen und 70000 Mark für die Botschafter. Ueber über die an den Hauptmarktorten Deutschlands in der letzten Woche gezahlten Fettviehpreise.(Unberechtigter Nachdruck verboten.) Die Preise sind in Mark für 50 Kilogramm Schlachtgewicht bezw. Lebendgewicht(I bedeutet Lebendgewicht angegeben. Die erste Zahl bezeichnet den niedrigsten, die zweite den höchsten für die betreffende Viehgattung gezahlten Preis. Aachen Barmen Berlin Bremen Breslau Chemnitz Danzig Dortmund Dresden Hamburg Hannover Husum Kiel Mainz Mannheim Nürnberg Stettin am 26. März abgehaltenen Märkte. *# ubil#ums-Schürzenverkauf! S#. zzzz n Mazau ans seizatenueliuhbenihssununihithluiusnisinsusessüilris Aliniannisilununtunstinn im 5000 Damen- und Kinder-Schürzen zu enorm billigen WPreisen:. Schürzen ½# in Sann- u. Siamosenstoff, kleidsame Hünger= u. Reformsassons, Krader=Schäryer„ünstägste Einkaufsgelegengeu zum Schulanfang. reaulärer Verkaufswert bis 2.50 42 reaulärer Verhaufswert Länge 45 50 55 60 65 70 75 80 Sbhidme 75, 85. 95 Damen=Schürzen regulärer Verkaufswert bis 3.90 5— Jubichuns=Preise: 78. 05 15 125 45 (Ueueste Glusenfassons aus guten, waschechten Siamosenstosfen I5 mit eleg. Blendengarvierungen, jede Schürze vollständig weit. Ein großer Posten in Satin, Siamosen und Batist, in den Längen 45—100 Weit unter CUreis. i hedentend höher.— Ein großer Posten Damen-Kittelschürzen in Siamosen und Satin, modeine Fassons, ausschließlich besserer Genre Weit unter CPreis— hesentend böhr. 1(Posten Knaben-Schürzen Angen 85-55.. Jubiäumspreis 30. 1(ur neue Lagerschürzen ermann Kornblum Hagen i. W. Franksurterstraße 97-—101. Bekanntmachung. Beschluß. Jagan it Bommern. Die Hagener Straßenbahn=Aktiengesellschaft zu Hagen] Das Verfahren zum Zwecke der beabsichtigt die Herstellung einer Straßenbahnlinie von, gsrsdes in Hagen k. W. belegenen, im Grundbuche von, Posen Ervenhauserstraße an durch die Rolandstraße bis zum Poste]: W., Band 65. Blatt 1180, auf den Namen des Kaufmanns wese.„„„„„„August Friedrichs zu Hagen eingetragenen Grundstücks Die Pläne über diese Gleisanlage liegen gemaß§. 17] Jlur 11 Nr. 167/13 des Gesctzes vom 25. Juli 189 über Kleinbahnen und Prizswird einstweilen eingestellt. his zu dem in den ersten Tagen des April! Her auf den 1. April 19 Der auf den 1. April 1913 bestimmte Termin fällt weg. Hagen t. S, den 2. Vhy, Zöriglugeg umtsgericht. des Geseres vom 30. Guri 1ee. WTT„„ vatanschlußbahnen bis zu dem in den ersten Tagen des April stattfindenden landespolizeilichen Prüfungstermine iin Rathaus— Zimmer 45— zu Jedermanns Einsicht gsier. Königliches umte Bährend dieser Zeit kann jeder Beteiligte im Umfange).— A. unser Genossenschaftsregister ist beute bei dem BauRathause.— Ziumer 46.— mandlich iu Propkol usHesite.ih der. Eienhodter Cleuens Lave ui Voele iun der geben. Hagen, den 20. März 1913. Der Oberbürgermeister: In Vertretung: Klinner. Stadt Haspe. Stadtverordneten=Versammlung am Dienstag, den 1. Avril 191, nachm. 4½ Uhr, in der Lesehalle. Tages=Ordnung: 1. Mitteilung, betreffend die Teilung der Klasse 1 Realschule Vorstand eingetreten. Hagen i. W., den 25. In unser Handelsregister ist heute bei der Firma: Pflugschar=Verband, Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu Hagen eingetragen: Durch Beschluß der sammlung vom 1. März 1913 ist das Stammkapital um 20000 Mark auf jetzt 170000 Mark erhöht. B de D. Be, Acegliches Amibgericht In unser Handelsregister ist heute bei der Firma: S Speyer zu Herdecke eingetragen: Das Geschäft ist auf Fräu lein Emilie und Paula Fischbach, beide zu Herdecke, über gegangen, welche dasselbe als offene Handelsgesellschaft tschule. sunter der Firma S. Speyer Nachs. fortfuhren. Die offene 2. Aufhebung der Ortssatzung, betreffend die Fürsorge Handelsgesellschaft hat am 1d. März 1913 begonnen. für Waisen der städtischen Lehrerinnen.„. Der Uebergang der in dem Betriebe des Geschäfts be2. Gesuch des Pfarrers Arndt in Volmarstein um Ge=gründeten ausstehenden Forderungen und Verbindlichkeiten währung einer Beihilfe für das Krüppelheim. auf die Gesellschaft ist ausgeschlossen. 4. Gesuch des Vereins„Naturschutzpark“ um Gewährung] Hagen i. W., den 2d. März 1913. gig Bekanntmachung zur Verhütung von Waldbränden. Tie östers im Frühjahr und besonders häufig an Feiertagen offenbar infolge von Fahrlässigkeit vorkommenden Waldbrände geben Anlaß, auf die nachstehenden Bestimmungen aufmerksam zu machen. Nach§ 309 des Reichestrafgesetzbuches wird mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu 900 Mk.(unter beläsiakeit den Brand einer ihm nicht zugebörigen Waldung aen be eaics feäcs bese Stellen in Wäldern oder Heiden Feuer Ferner bestimmt das Feld= und Forstvolizei=Gesetz vo I. April 1880 im§ 44 folgendes:..6 M Mit Geldstrafe bis zu 50 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen wird bestraft, wer:— 1. mit unverwahrtem Feuer vorr,—.111#er,ie äche. oder sich demselben in gefahrbringender Weise nähert: 2. im Walde brennende oder fallen läßt, fortwirft oder unvorsichtig handhabt: 8 abgeseben von den, Fällen des# 606 gesetzbuchs im Walde oder in gefährlicher Nähe desselben im Freien ohne Erlaubnis des Ortsvorstehers, in dessen Bezirk der Wald liegt, in königlichen Forsten ohne Erlaubnis der zuständigen Forstbeamten Feuer anzündet oder das gestattetermaßen angezündete Feuer gehörig zu beaufsichtigen oder auszulöschen unterläßt: 4. abgesehen von den Fällen des§ 360, Nr. 10 des Strafgesetzbuchs bei Waldbränden von der Polizeibehörde, dem Ortsvorsteher oder dessen Stellnertreter oder dem Forstbesitzer oder Forstbeamten, zur Hülfe aufgefordert, keine Folge leistet, obgleich er der Aufforderung ohne Beyer's seinster KinderNährzwieback Paket 30 Pfg. Jede Woche frisch in der 161a Central=Drogerie Paul Kaufmann Hagen, 4 Mittelstr. 4. Feinne CantebahMatjesberinge Malta-Bartoeln. J. Kaiser Telefon 701. Delikatessen=Spezialgeschäft Hagen, Bahnhofstraße 4., Gelbe Marken. eines Beitrags. 5. Bezeichnung eines Wahlmannes zur Wahl der Ber treter und Stellvertreter zur Genossenschaftsversammlung der Westfälischen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. 6. Antrag des Spar= und Bauvereins, betreffend Verlegung eines Kanals in der Waldstraße. 7. Festsetzung einer Baufluchtlinie vor dem Grundstück Kölnerstraße Nr. 20 und auf der West= und Nordseite des Kirchplatzes sowie Abänderung: a) der nördlichen Baufluchtlinie der Berlinerstraße von Hausnummer 24 bis zur„Alte Wilhelmstraße“; b) der südlichen Baufluchtlinie der Berliner straße vor dem Grundstück Flur 16 Nr. 31 und 32; c) der Baufluchtlinien der Berlinerstraße von der Leimstraße bis Hausnummer 97; d) der nördlichen Baufluchtlinie der Berlinerstraße westlich des Hauses Nr. 118; e) der Baufluchtlinie der Kölnerstraße, der Voerderstraße und der Verbindungsstraße zwischen der ersteren und der Mittelstraße an der Lehrkindschen Besitzung: t) der südlichen Baufluchtlinie der Kölnerstraße vor den Häusern Nr. 33 bis 37: g) der nördlichen Baufluchtlinie der Kölnerstraße vor den Grundstücken Flur 2 Nr. 443/171, 444·171 und 445/171 der Gemarkung Westerbauer; h) der Baufluchtlinien der Wilhelm= und der Spiekerstraße an der Einmündung in die Berlinerstraße; 1) der Baufluchtlinien der geplanten Verlängerung der Hördenstraße an der Einmündung in die Berlinerstraße; k) der südlichen Baufluchtlinie der„Alte Wilhelmstraße" an der Einmündung in die Berlinerstraße: 1) der Baufluchtlinie der geplanten Talstraße zwischen der Linden= und der Till 6. Abnahme der Jahresrechnung der Sparkasse für 1911. 9. Bilanz=nebst Gewinn= und Verlustrechnung für das Kommunale Elektrizitätswerk„Mark" für das Geschäfts sehr 1912 Corset Imperial Directoire Deutsches Reichs-Patent. Im Schnitt und Sitz unerreicht. Bestes Doppelschnürcorset gibt eine formvollendete, elegante Figur. Corset Imperial Marke W.& C. ist in vorzüglicher Ausführung von 7.50 M. an zu haben. Neu! Corsets mit garantiert rosttreien Kinlagen, dieselben sind waschbar, ohne Herausnahme de: Stangen. Preis v. 6.50 M, an. Moderne lange Corsets in allen Preislagen, von 2.50 M. an. Corset-Imperial HAGEN i. W. Elbertelderstr. 11. Else Moritz. Telephon 2420.— Gelbe Marken. Während der Zeit vom 1. März bis 31. Ottober ist in I. Jos Kauchen aus Pesm ohun geschlosenen Decel überhaugt, 2. das Rauchen von Zigarren und Zigaretten außerhalb von Fahrwegen, die auf beiden Seiten mit Gräben versehen sind, § 3. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften des§ 1 dieser Volizeiverordnung und gegen die Voxschriften der auf Grund des § 2 Absatz 2 erlassenen Ortspoltzeiverordnungen werden, soweit nicht gesetzliche Strafbestimmungen#latz greifen, mit Geldstrafe bis zu 60 Mark, im Unvermögensfalle mit entsprechender Haft Endlich enthält die zur Ergänzung des Feld= und Forstpolizeigesetzes ergangene Regierungs=Polizeiverordnung vom 20. April 1882 folgende Bestimmung, deren Uebertretung nach§ 33 mit einer Geldstrafe bis zu 30.— Mk. bestraft wird. 29. Bei Bränden in ren hat sich jeder von der Polizei=Behörde, steher oder dessen Stellvertreter oder dem Forsthesitzer oder orstbeamten zur Hülfe Aufgeforderte oder Verpflichtete mit Spaten, Axt oder Rodehacke zu versehen, sofern nicht unabwendbare Hindernisse entgegenstehen. Bommern, den 5. März 1913. Die Polizeiverw iltung: Frielinghaus. Amtmann S. Münzer sraße 24 Beste Bezugsquelle für Manziehturmaren auf Kredit! 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