Nr. 154. Bezugspreis vierteljährlich M. 2.50. Anzeigenpreis die einfache Spaltenzeile oder deren Raum 15 Pfennig. Montag den 4. Juli. 1904. Hagener Zeitung. Erscheint tägli mit Ausnahme der Sonnund Festtage. Druck und Verlag: Gustav Butz in Hagen. Fernsprecher Nr. Erstes Blatt. Preußischer Landtag. (Nachdruck, auch im Auszug, verboten.) *° Berlin, 2. Juli.[Herrenhaus.] 25. Sitzung Eröffnung 1 Uhr. Am Ministertisch: Frhr. v. Hammerstein, Studt. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist der Gesetz entwurf, betreffend die Dienstbezüge der Kreistierärzte. Die Kommission beantragt unveränderte Annahme der Vorlage nach den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses. Die§§ 1—4 wurden unverändert angenommen. Zu§ 5, welcher Bestimmungen über die Tagegelder Reisekosten der Kreistierärzte festsetzt, begründet A TharRIPARUse tmmn Zft.„ Montaa 12 Uhr mit der Tagesordnung: Gesetzent wurf betr. Aenderung des Fleischbeschaugesetzes. Zugleich teilt der Präsident mit, daß bei der Geschäftslage und bei der Aussicht, die der Gesetzentwurf habe, die Möglichkeit vorhanden sei, daß das Haus schon am Montagnachmittag am Ende der Beratung sein könne. Mit Rücksicht darauf habe er die Minister auf. gefordert, sich am Montag von 2 Uhr ab für die Ver tagung disponibel zu halten. Schluß 3¾ Uhr. bahn, 20 Kilometer von Port Arthur, und nach dem Berge Guinsan vor. Am 27. Juni fand ein Vorpostengefecht vor Lunwantung statt. Daselbst beschoß der Feind, die Küste. Heute nacht eröffneten die Festungsbatterien das Feuer auf die feindlichen Torpedoboote. und Oberbürgermeister Struckmann=Hildesheim seinen Antrag, in welchem eine Erhöhung der Tagegelder und Reisekosten gefordert und eine Klarstellung bezüglich der Fest setzung dieser Kosten bezweckt wird. Ein Regierungskommissar bittet um Ablehnung des Antrags. Der Antrag Struckmann wird abgelehnt,§ 5 wird angenommen, ebenso der Rest des Gesetzes. Es folgt die erneute Beratung des Ansiedlungs gesetzes. Es findet eine Generaldebatte statt. Referent Graf Botho zu Euleuburg empfiehlt Annahme des Gesetzentwurfs nach den Beschlüssen des Abgeord netenhauses. v. Koscielski weist den Vorwurf zurück, daß die polnischen Landbanken auf einer ungesunden Grundlage beruhen sollen. Es ist nicht von der Hand zu weisen daß das Gesetz sowohl mit der preußischen wie mit der Reichsverfassung kollidiert. Es ist eine positive Unwahrheit, wenn der Minister behauptet, daß die Polen bereits 14 Ansiedlungsgüter in Pommern erworben hätten. Präsident Fürst Knyphausen(unterbrechend) rügt es, daß der Redner den Minister der Unwahrheit geziehen und bittet den Redner, in den Grenzen der Formen zu bleiben, die in diesem Hause üblich seien. v. Koscielskyi(fortfahrend): Dann will ich mich auf jemand beziehen, der hier nicht zur Ordnung gerusen werden kaun, auf Wolfgang Goethe. Der würde mit bezug auf dieses Gesetz sagen:„Das Unzulängliche, hier wird's Ereiguis.“ Das deutsche Volk wird dereinst die Namen der Männer dankbar rühmen, die dieses Gesetz bekämpft haben, weil sie dadurch die Würde des deutschen Volkes gewahrt haben. Minister des Innern Frhr. v. Hammerstein: Der Redner hat nichts Neues vorgebracht. Ich möchte nur kurz bemerken, daß der§ 13b nicht gerichtet ist gegen alte Polen, sondern er soll nichts weiter sein als ein Schutzmittel des Deutschtums gegen illoyale Polen, gegen diejenigen polnischen Bestrebungen, welche sich seindlich richten gegen den preußischen Staat.(Sehr richtig!) Das Gesetz wird hoffentlich dienen zum Schutz und zur Hut des Vaterlandes.(Beifall.) v. Dziembowski: Die Annahme, daß das Gesetz eine Verfassungsänderung bedinge, sei unzutreffend, einer solchen widerspreche der ganze Wortlaut des Gesetzes. Das Gesetz würde zur Stärkung des Deutschtums beitragen, aber auch zur wirtschaftlichen Hebung der Polen.(Beifall.) Damit schließt die Generaldiskussion. In seinem Schlußwort erklärt Referent Graf Euleuburg, die Kommission habe dem Gesetz zugestimmt in der Ueberzeugung, daß ein Widerspruch mit den Bestimmungen der Verfassung, dem B. G.=B. und dem Freizügigkeitsgesetz nicht bestehe. Die Kommission habe daher mit gutem Gewissen dem Gesetz zugestimmt und scheue sich nicht, die Verantwortung zu übernehmen.(Beifall.)40 Das ganze Gesetz wird hierauf ohne Debatte nach den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses angenommen. In der Gesamtabstimmung stimmen zirka 8—10 Mit glieder gegen das Gesetz. Der Präsident beraumt die nächste Sitzung an für russisch=japanische Krieg. Eine Reihe von Nachrichten aus dem russischen Hauptquartier sprechen von einem Zurückgehen der Japaner. Der Talingpaß, welchen sie nach heißem Kampf genommen hatten, soll von ihnen aufgegeben worden sein, und ebenso sollen sie auf der Straße nach Taschitschiao die eroberten Stellungen geräumt und sich zurückgezogen haben. Während nun eine Meldung des Generals Kuropatkin nur ein Einstellen des feindlichen Vormarsches auf den Straßen nach Kaitschou und Taschitschiao berichtet, ist in anderen Meldungen schon von einer russischen Offensive die Rede. Man wird die Bestätigung obwarten müssen. Die Regengüsse der letzten Zeit, welche die an und für sich schon schlechten Wege aufgeweicht haben, tragen wahrscheinlich die Schuld an dem Stocken des japanischen Vormarsches, das im übrigen sehr wohl auch durch strategische Rücksichten bedingt sein kann. Der Landangriff auf Port Arthur. * Petersburg, 1. Juli. Wie General Schilinski dem Kriegsminister von gestern meldet, sind aus Port Arthur Berichte vom 24. Juni eingegangen, wonach die Japaner auf allen Vorpostenstellungen eine rege Tätigkeit entwickeln. Sie unternahmen einen Angriff, um den von ihnen verlorenen Berg Uaiseilassa, 21 km von Port Arthur, zurückzuerobern, wurden aber wieder zurückgeworfen. Die russischen Truppen besetzten Peikoklu am Norduser der Hsiaupintau=Bucht. Der Feind unterhielt ein heftiges Fernfeuer gegen den russischen linken Flügel. Ein japanisches Geschwader befindet sich in der Talienwan=Bucht. Gegenwärtig sind ein Kreuzer, zwei Torpedoboote und sieben Handelsdampfer zu sehen. Wahrscheinlich haben sie Material herübergebracht. In der Nacht vom 24. auf den 25. Juni erschienen wiederum feindliche Torpedoboote vor der Festung. Am 26. Juni begann der Feind um 4 Uhr morgens in der Hsianpintan=Bucht das ganze Gebiet im Norden der Bucht bis zum Berge Uaiseilassa von den Schiffen aus zu beschießen. Hierauf griff der Feind mit Streitkräften zuerst die Höhe 131 und darauf die Höhe 126 an, beide 21 km von Port Arthur entfernt. Die letztere Höhe wurde von der Frout und im Rücken angegriffen, und zu dem Zweck war eine geringe Abteilung gelandet worden. Beide Höhen wurden von Freiwilligen kommandos besetzt. Nachdem die Freiwilligen drei Angriffe unter großen Verlusten abgeschlagen hatten, gingen sie zurück und zogen sich unter dem Druck des Gegners auf die Lunwantang=Höbe zwischen den Flüssen Kuangschanghan und Lungwangho, 13 Kilometer von Port Arthur, zurück. Der Feind unternahm mit sehr großen Streitkräften, mindestens einer Division, Augriffe gegen diese Stellung. Alle Angriffe wurden abgeschlagen. Um 3½. Uhr nachmittags erschienen große seindliche Streitkräfte auf der nach Port Arthur führenden Straße und griffen den Berg Huinsan, 20 Kilometer von Port Arthur, an. Die Freiwilligen und die beiden Kompagnien, die den Berg besetzt hielten, zogen sich, da der Feind sie vom Rücken aus umging, unter bedeutenden Verlusten zurück. Die russischen Torpedoboote unterstützten die Russen, indem sie nach Lumonntan gingen und die vom Feinde besetzte Küste beschossen. Die Russen verloren etwa 200 Mann; 7 Offiziere wurden verwundet. Die Flatterminen explodierten rechtzeitig, nicht weniger als 50 Japaner flogen dabei in die Luft. Die Verluste der Japaner waren anscheinend bedeutend. Den letzten Nachrichten zufolge rucken bedeutende Kolonnen des Geaners von Dalni nach dem Dorse Schuanatailon an der Eisen Die Landoperationen. Petersburg, 2. Juli. Wie General Kuropatkin dem Kaiser vom 30. Juni meldet, haben die Truppen der Armee Kurokis nicht nur den Vormarsch in der Richtung auf Kaitschou und Taschitschao einge stellt, sondern japanische Truppenteile, die auf dem Wege von Chansa nach Siandiao vorrückten, haben sogar begonnen, nach Chansa auf dem nach Siujan führenden Wege zurückzugehen. Das Dorf Madiawaisa wird von russischen Truppen besetzt. Auf dem südlichen über den Tschapanlin=Paß nach Kaitschon führenden Wege ist ein Zurückgehen der Japaner nicht bemerkt worden. In der Umgebung von Seniutschen hat sich die russische Kavallerie unter dem Andrange des Gegners nach Norden zurückgezogen. Im Süden von Kaitschon haben die Japguier in einer Ausdehnung von 200 Werst auf allen Wegen bei den Pässen starke Infanterie=Feldwachen ausgestellt. Von Föngwangtschöng aus ist der Vormarsch der Japaner eingestellt worden. Auf der Linie Kouanyensin—Singking sind die Japaner nach Süden abgerückt. * Petersburg, 2. Juli. Der Birshewija Wjedomosti wird von ihrem Vertreter aus Liaujana von gestern gemeldet: Unsere Truppen ergreifen jetzt die Offensive. Der Dalinpaß ist seit dem 30. Juni in unseren Handen. Zwei andere Pässe, die von Modulin und Fenschuilin, welche von den Japanern besetzt waren, sind von der Abteilung des Grafen Keller genommen. Auf der Straße von Siujan nach Tatitschiao griff eine Kosakenahteilung unter General Mischtschenko eine japanische Brigade an und vernichtete sie. Die Truppen Mischtschenkos rücken auf der Straße Kondiao— Seniutschen vor, die Japauer ziehen sich auf der ganzen Linie zurück. * L o n d o n, 2. J u l i. D e m R e u t e r s c h e n B u r e a u w i r d aus dem russischen Hauptquartier aus Liaojana vom 2. Juli gemeldet: Der japanischen Strategie scheint wenigstens für den Augenbiick ein Halt geboten zu sein, obgleich die Japaner alle Pässe im Besitz haben, mit Ausnahme des Daling=Passes, welchen, wie schon gemeldet, General Kuropatkin wieder besetzt hat. Die japanische Gardedivision zieht sich nach Osten zurück, verfolgt von dem General Grafen Keller, der Verstärkungen erhalten hat, * L o n d o n, 2. J u l i. D i e h i e s i g e j a p a n i s c h e G e sandtschaft erhielt Depeschen, wonach die Japaner mit Kuropatrins Armee nördlich von Liaojang in Fühlung getreten sei. Die Lage der Russen sei dereäimen#sch, daß diese den Ort unmöglich halten Das Seegefecht vor Port Arthur. #####burg, 2. Juli. Ein Telegramm des Statthalters Alerejew an den Kaiser vom 30. Juni besagt: Wie der zeitweilige Chef des Geschwaders in Port Arthur in einem heute eingegangenen Bericht meldet, sandte er in der Nacht auf den 23. Juni acht Torpedoboote zum Schutz der Reede aus. Diese Torpedoboote zwangen die seindlichen Torpedoboote, sich zurückzuziehen. In dem Gefecht wurden ein Kapitän und ein Leutnant sowie zwei Mann leicht verwundet. Gegen Morgen kehrten aue Torpedoboote zurück. Um 8 Uhr morgens gingen nacheinander die Schiffe Nowik, Diana, Askold, Sebastovol, Poltawa, Zäsarewitsch, Pobjeda, Pereswiet, Ret wisan, Bajan und Pallada auf die Reede. Die Schiffe gingen, da man auf der Reede zwei japanische Minen schwimmen sah, vor Anker und blieben liegen. Während dieser Zeit fanden andere kleine Schiffe auf der östlichen Seite der Reede etwa zehn Minen und brachten sie zur Explosion. Diese Minen waren, wie durch eine Untersuchung festgestellt wurde, wahrscheinlich in der Nacht von zwei feindlichen Torpedobooten gelegt worden. Um 2 Uhr nachmittags ging das Geschwader, dem Torpedoboote und der Kreuzer Nowik voranfuhren, in Kiellinie in See und wandte sich, nachdem es ohne Novellette von Oscar Linden. Gatnant Ssinn 2.(Nachdruck verhoten.) uman Jstvin von Göyrany hatte in allen Dingen unbändiges Glück, so daß im ganzen Regimente sämtliche Kameraden, sobald der fesche Husar eines seiner Pferde zu irgend einem Rennen anmeldete, frisch gewagt auf Istvans Rosinante wetteten und, was dabei das Bemerkenswerteste war, niemals ihr Geld verloren. Daher galt Göyrany für einen Glückspilz sondergleichen; es war auch in der Tat reine Wahrheit, daß die launische Fortuna überallhin folgte. Am Spieltische, am Rennplatze, beim Preisreiten, kurz gesagt, überall hatte Istvan unbändiges Glück. eaise scheie, seade: lechite Gernsternsen Lsragz Wolgech Gigr, angenedel. e den breaiutg! Bierdes. Das in aan die Tugenden dieses Voröaldn bas maur gedacht, nahm Rittmeister von seing m#n##s Wort.„Göyrany würde statt des Ajax Wallach zu. vrei... vin einfiel, den alten „Das ist rein Gesns.as der liebe Herrgott wissen!“ sich eine Sei Bebeimnis, Herr Rittmeister,“ ließ vernehmen.„Die schöne Alta waliee derertisches genannt haben 1“(chöne Ilra wollte partont den Asax Leutnant,= meinte Vordoldg mit „Pah!“ machte der Deutsche.„Man weiß „Dieselbe.“ Taseleun“ Die sämtlschen Teilzehmer derseiben ugener, Sane, weiche als tellihne Reiterin ihuen Nemnen von Iitas S hare og. Reaiment mehr am Herzen als alles Ueberhaupt galt Heregany unter seinen Kameraden als Sonderling, da er fast immer wortkarg blieb. Nur in der letzten Zeit war es vorgekommen, daß er das Theater besuchte. Man munkelte, daß das wegen der schönen Ilka geschehe, doch bestimmt war diese Anschauung nicht zu behaupten. „Natürlich hat Göyrany schon auf seinen Ajax gewettet,“ sagte Rittmeister Bordoldy.„Bei seinem uns genügend bekannten Glück ist es das beste, wir halten uns ein wenig zurück.“ „Er bielet unsinnig Summen auf Sieg und Platz,“ nahm Herr von Salden das Wort.„Unter fünstausend Kronen nimmt er gar keine Wette an.“ „Ansmmm!“, sagte in diesem Augenblicke Heregany. „Ich habe so eine dunkleAhnung, daß Göyrany sich der schönen Augen Iklas zuliebe ruinieren wird.“ Diese offene Aeußerung des Rittmeisters erregte die Anwesenden ungemein und bald war man in eine eifrige Debatte über Istvan von Göyranys Bonität begriffen. Für und gegen waren die Stimmen und das umsomehr, als man wußte, daß der junge Offizier einen Aufwand sondergleichen trieb. Es waren mehr als hunderttausend Kronen, die er alljährlich für sich und seine Launen benötigte. Der Oberst selbst sah sich einmal gezwungen, Göyrany auf seine arge Verschwendungssucht aufmerksam zu machen, doch lachend erwiderte der junge Leutnant, daß sein Glück ihm hierzu die Mittel schaffe. Während man im Offiziers=Kasino sich über den Glückspilz herumstritt, saß dieser im Boudoir der schönen Ilka.— Die Künstlerin war ein goldheller Blondkopf von bezaubernder Schönheit des Gesichtes und der Formen. Sie lag in einer eleganten Morgentoilette auf einem Divan und rauchte wohlgemut ihre feine Zigarette, deren aromatischen Rauch sie Istvan entgegenblies. „Sie haben also meinen Wunsch erfüllt, Istvan, und Ajax zum großen Armeerennen angemeldet?“ fragte sie und ihre großen dunklen Augen irrlichtelierten über eine Gestalt. „Gewiß. Ihr Wunsch ist mir Befehl, obgleich ich nicht weiß, ob der alte Wallach seiner Aufgabe gewachsen ist, Fräulein.“ Sie lachte. „Haben Sie so wenig Vertrauen auf Ihren Stall!“ meinte sie spöttisch. Eine leichte Röte flog über sein braunes Sarmatengesicht. Er durfte ja nicht direkt antworten und die Wahrheit sagen, nämlich, daß Ajax' Steg für ihn den weiteren Verbleib beim Regimente in sich saßte. „Ich hätte lieber meine Maiblume angemeldet.“ entgegnete Istvan,„da Sie jedoch darauf bestanden, mich nur dann erhören zu wollen, wenn ich Ajax nenne, o mußte ich den Wallach auf die Liste der Bewerber setzen.“ Unfall 15 Kilometer zurückgelegt hatte, nach Süden. Während dieser ganzen Zeit waren zwei japanische Aufklärungsschif'e vor dem Geschwader zu sehen sowie eine Torpedobootsabteilung. 30 Kilometer vom Ufer wurde das japanische Geschwader gesichtet, dessen Kurs den Kurs des russischen Geschwaders kreuzte Es bestand anscheinend aus vier Schlachtschiffen erster und einem zweiter Klasse, vier gepanzerten Kreuzern erster, sieben Kreuzern zweiter, fünf Kreuzern dritter Klasse, einem Aufklärungsschiff, einem Dampfer, sowie ferner aus 30 Torpedobooten in zwei Abteilungen. Beim Näherkommen des Geschwaders wurde es klar, daß der Feind eine Kreuzerabteilung und die Torpedoboote zwischen die Küste und das Geschwader zu schieben beabsichtigte, um in der Nacht mit einer großen Anzahl von Torpedobooten einen Teil der russischen Schiffe anzugreisen und dann am Tage mit der gesamten Streitmacht den Kampf aufzunehmen. Mit Rücksicht auf die Stärke des Feindes, der dem russischen Geschwader weit überlegen war, und die große Anzahl seiner Torpedoboote beschloß der Chef des russischen Geschwaders, nach Port Arthur zurückzukehren, um den Verhältnissen entsprechend zu handeln und größere Verluste zu vermeiden. Um 7 Uhr abends kehrte das Geschwader um. Der Feind versuchte weder sich ihm zu nähern, noch es am Rückzuge zu hindern. Gegen zehn Uhr abends traf das Geschwader wieder auf der Reede ein und ging vor Anker. Während der Fahrt wurden auf die letzten Schiffe noch zwei Torpedoangriffe ausgeführt, die zurückgewiesen wurden. Auf der Reede unternahm der Feind trotz der mondhellen Nacht bis Tagesanbruch Torpedoanariffe, die erfolgreich zurückgeschlagen wurden. Am Morgen fand man in der Nähe der Schiffe am Ufer zwölf Whitehead=Toxpedos, die der Feind aus weiter Entfernung abgeschossen hatte. Die Torpedoboote gingen in einzelnen Gruppen zum Angriff vor; mindestens zwei wurden in Grund gebohrt. Am Morgen wurden die Leichen eines japanischen Offiziers und zweier Matrosen aus Ufer geschwemmt.— Die erfolgreiche Zurückweisung der Torpedoangriffe, woran mehrere Batterien teilnahmen, wurde dem Geschwader durch Scheinwerfer auf dem Ufer erleichtert. Am Morgen gingen alle Schiffe bei hohem Wasserstande in den Hafen. Nach dieser Darstellung von russischer Seite bleibt also von der großen Seeschlacht nichts übrig als einige Torpedobootsangriffe, die im wesentlichen ohne Erfolg waren und den Russen kaum nennenswerte Verluste zugefügt haben. Aus Port Arthur. 2. Juli.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die Dinge bei Port Arthur spitzen sich zu einer zu: die Russen sind bereit, ihr mit allen ihnen zu Gebote stehenden Kräften zu begegnen; die wenigen zurückgebliebenen Fremden haben Befehl erhalten zu verlassen, mit Ausnahme der verdächtig Scheinenden. Der norwegische Dampfer Säntis liegt klar, Frauen und Kinder fortzubringen; alle russischen Untertanen sind eingestellt, um die Anzahl der Soldalt beim Angriff der Japaner zu erhöhen: 4 Schlachtschiffe, eine Anzahl Kanonenboote und Torpedoboote werden im Hasen gehalten, während 2 Schlachtschiffe, 5 Kreuzer und eine Abteilung Torpedoboote in See kreuzen; einer Anzahl Dschunken, mit frischem Proviant belaven, ist es gelungen, die Blockade zu * Petersburg, 2. Juli. Die„Russische TelegraphenAgentur“ meldet aus Mukden von heute: Nach Mitteilungen aus Port Arthur herrscht in der Festung vollkommene Ruhe. Die Bevölkerung ist an die Beschießung durch die japanische Flotte so gewöhnt, daß die Schüsse nunmehr keinen Eindruck machen. Das öffentliche Leben nimmt seinen gewöhnlichen Lauf, die Stadt hat an nichts Mangel. Geee, 7 grgz. 3. Juli.(Meldung des„Reuterschen Bureaus“.) Admiral Togo berichtet, daß Montag nacht ##ches Wachtschiff, das einem Schlachtschiffe ähnlich sah, bei der Haseneinfahrt von Port Arthur Torpedo zum Si# ken georacht worden russischer Torpedobootszerstörer sei ebenfalls in den Grund gevohrt worden. Ilka erhob sich vom Divan. eichu penn er siegt, Istvan. din ich die Ihre!“ sagte sie „Und—“ Sie sah ihn fragend an. # Wenn Ajax unterliegt!— Was dann, Fräulein Sie legte das Zigarrenendchen in die Aschenschale und tat so, als habe sie seine Faage überhört. „Was dann?“ fragte er nochmals und dringlicher. Ilka zuckte die Achsel. 44 S## lieven nich nicht, Ilka,“ setzte dann der junge Offizier fort!„Sie stehen Heregany näher als mir.“ „Einbildung, Istvan! Ich kenne den Rittmeister schon von meinem letzten Engagement her. Zwischen und ihm besteht nicht die geringste Verbindung. Das können Sie mir glauben,“ setzte sie hinzu, als sie bemerkte, daß er eine unwillige Bewegung machte. .„Teanoch haben Sie ihn gestern empfangen,“ sagte Istvan plötzlich bitteren Tones.9 Ein Blitz aus ihren Augen flammte ihm entgegen. Sie vergessen sich!“ unterbrach Ilka den Offizier.„Wenn ich bei mir Gäste empfange, ist das meine persönliche Sache.“9= Sein gelbes Gesicht verfärbte sich ein wenig. ist Ihr Recht," versetzte er,„doch vergessen Sie nicht, Ilka, daß ich mit Ajaxens Neunung meine Zukunft Ihnen zuliebe auf das Spiel setzte.“ suy es Göyrany deutlich an, wie schwer ihm das Geständnis seiner wahren Lage, wenn auch nur halb enthüllt, wurde. Seine breite Brust hob und senkte sich und mit spannendem Auge sah er die Künstlerin an und harrte von ihrer Seite einer Antwort. Diese erfolgte sofort. Se iie neue Zigarette anzündend, erwiderte die funge „So schlecht steht es um Sie, Istvan! Na. trösten Sie sich, Ihr berühmtes Glück wird Sie nicht verlassen“ — und plötzlich setzte sie fort:„Verzeihen Sie, Istvan, ich muß Toilette machen und dann zur Probe! Auf Wiedersehen, abends im Theater.“ reichtt, ihm mir nervöser Hast die Hand zum Abschiede. Er drückte darauf einen feurigen Kuß, nahm seine Mütze und verließ sporenklirrend das Boudoir des chönen Weibes. Eine Flut von Gedanken begleitete ihn auf dem Wege nach dem Kasino. Sollte er Rengeld zahlen für Ajar? Nie und nimmer! Das wäre Feigheit gewesen. Vom Siege des alten Wallachs hing alle“ ab, auch das Glück, das er von Ilka erhoffte. Dieses zu erreichen, wußte er nur ein„Mittel: Ajax selbst zu reiten. Er das Tier: Unter seinem Schenkeldrucke ging der Wallach gleich einem Pfeile. Vs banque! Ein zweites Mittel war, noch mehr Wetten auf den Sieg aufzunehmen. Wollte Göyrany sich reiten, dann mußte er so handeln. .. Der Tag, des Armeerennens kam. Am Turf hatte sich die seinste Gesellschaft der Residenz zusammengefunden, und lebhaft wurde es besprochen, daß Leutnant von Göyrany seinen Ajax selbst reiten werde, aber noch lebhafter gestaltete sich die Tatsache, daß Ritmeister von Heregany in letzter Minute für das Armeerennen ein Pferd angemeldet habe. Man sprach über dieses seltsame Ereignis mehr, als über den zu erwartenden Ritt des jungen Leutnants. „„er erschien, ernst gestimmt, am Sattelplatze. Er hatte Ilka in ihrer Loge kurz und flüchtig begrüßt und war von ihr mit dem liebenswürdigsten Lächeln empfangen worden. Das gab ihm seinen gesunkenen Mut wieder und er lachte für sich, als er Heregany bei seinem angemeldeten Pferde stehen sah. Mit Kennerblicken prüfte Istvan den Gegner seines Ajax. Da trat Rittmeister Bordoldy an Görany heran. „Nun, Herr Leutnant, was halten Sie von dem Pferde oa? „„Tausend gegen zehn auf meinen Ajax, Herr Rittmeister,“ antwortete Istvan gleichmütig. Das Glockenzeichen ertönte. Unter fortgesetzter Aufregung des anwesenden Publikums starteten die Bewerber um den nicht unerheblichen Preis der Armee Wie der Wind flogen die acht Konkurrenten dahin. An der Spitze führte Hereganys Brauner, von einem Kameraden des Rittmeisters geritten, weit hinten nach folgte der alte Ajax. Noch etwa fünfhundert Meter vor dem Ziele war er in letzter Reihe. Alle welche er auf ihn gewettet, waren in höchster Erregung, denn der Sieg von Heregany schien eine absolute Sicherheit. Da plötzlich schob sich der alte Wallach mit Göyrany imn Sattel lebhaft vor. Mit einigen Riesensprüngen hatte er die Tete erreicht und unter dem Jubel aller ging er als Sieger durch das Ziel. Enttäuscht ließ Ilka, welche das Rennen aufmerksam verfolgte, das Glas von den Augen. Sie bangte vor dem Göyrany gegebenen Worte. Nach dem siegreichen Rennen erschien Istvan in ihrer Loge. Eine leichte Ironie klang aus seinen Worten, mit welchen er sich für den Glückwunsch Ilkas bedankte, und als er sich von ihr verabschiedete, sagte Istvan mit feinem Spotte: G### mein Turiglück vergessen, Fräulein Zie sind, wie ich erkute grpoups, deisen Mittellhaberin nelz pen Hännen. a sleges Vom russischen Wladiwostok=Geschwader. “ T o k i o, 2. J u l i.( M e l d u n g d e s R e u t e r s c h e n B u r e a u s. Hier verlautet mit Bestimmtheit, daß Admiral Kami. mura letzte Nacht das Wladiwostok=Geschwader bei der Insel Tsuschima gesichtet und angegriffen habe. Ueber das Ergebnis des Kampfes ist nichts bekannt. Tokie, 3. Juli.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Das russische Wladiwostok=Geschwader ist am Freitagabend der Verfolgung des Admirals Kamimura entkommen. Ein russischer General über den Krieg. Einen höchst bemerkenswerten Artikel des Generals Dragomirow über den ostasiatischen Krieg bringt nach der„Voss. Ztg.“ das offizielle Organ des russischen Kriegsministeriums, Naswedtschik“(Informierer) in seiner letzten Nummer. Nach seinem Rücktritt lebt der alte General in Konotop, einer kleinen südrussischen Stadt, still und zurückgezogen, verfolgt aber, wie aus seinem Artikel erhellt, mit größter Aufmerksamkeit die Ereignisse in Ostasien. Er ist voller Anerkennung für die Leistungen der Japaner, findet aber kein einziges Wort des Lobes für die russische Kriegsführung. Es ist wohl das erstemal, daß ein solcher Artikel im Organ des russischen Kriegsministeriums erscheint.„Man kann den Japanern die Anerkennung nicht vorenthalten,“ schreibt General Dragomirow u. a.,„daß sie die Kriegskunst verstehen und sie meisterhaft ausnützen. Sie zersplittern ihre Kräfte nicht, sondern wissen immer ganz gut, was sie wollen. Wenn sie sich ein Ziel vorgesetzt haben, so verstehen sie es, ihre Kräfte darauf zu konzentrieren und verlieren es nicht aus dem Ange unter dem Einfluß von Phantasien und Aufwallungen, die durch vorübergehende Eindrücke und Einflüsterungen von Abenteurern und Geschäftsmachern angefacht werden von denen alle Generalstäbe, insbesondere die zahlreichen, wimmeln.“ Die Sympathien des Generals Dragomirow sind offenbar auf der Seite des kühnen japanischen Heerführers Kuroki. Sein Artikel klingt wie eine Anklage. Kriegskorrespondenten in statistischer Belenchtung. Die auffallende Tatsache, daß zirka 90 Prozent aller Nachrichten vom Kriegsschauplatze falsch sind, fällt zu Lasten besonders der englischen Kriegskorrespondenten, die meist nichts Authentisches erfahren, weil die kriegführenden Parteien sie möglichst weit vom Schuß entfernt halten und die daher darauf angewiesen sind, Gerüchte zu melden. Was dabei herauskommt, ergibt eine amüsante Statistik im„Pester Lloyd“. Das Blatt hat sich der Mühe unterzogen, aus den seit dem 8. Februar eingelaufenen Telegrammen vom Kriegsschauplatz eine kleine Statistik der beiderseitigen Verluste zusammenzustellen. Die Verluste betrugen: auf russischer Seite: 86 500 Tote, 185000 Verwundete, 95500 Gefangene, 78 Panzerschiffe von der Type„Retwisan“, 38 Panzerschiffe von der Type„Petropawlowsk“, 145 Panzerkreuzer, 411 Torpedobootzerstörer und 1487 Torpedoboote; auf japautscher Seite: 98600 Tote, 149000 Verwundete, 131000 Gefangene; die Schiffsverluste wurden gewissenhaft niedriger angegeben und zwar nur mit 49 Panzerschiffen 1. Klasse, 84 Panzerkreuzern, 98 Torpedojägern und 594 Torpedobooten. Auf ein übertriebenes Maß von Wahrscheinlichkeit können diese Kabeltelegramme also kaum Anspruch erheben. Freilich müssen selbst die offiziellen Telegramme mit Vorsicht genossen werden, denn über ein= und dasselbe Ereignis lauten die Berichte der Generale Kuropatkin und Kuroki grundverschieden. Der Aufruhr in Deutschsüdwestafrika. * Berlin, 1. Juli. Der Kaiser hat nach der„Berl. Börs.=Ztg.“ angeordnet, daß die Truppenabgänge in Südwestafrika durch Todesfälle oder sonstige Ursachen, welche Dienstunfähigkeit mit sich bringen, von zehn zu zehn Tagen hierher gemeldet werden, und daß sie zweimal innerhalb 6 Wochen durch Nachschübe erganzt werden. Man nimmt in militärischen Kreisen an, daß sich die um den Waterberg konzentrierten Herero sehr energisch verteidigen werden, daß somit der Feldzug noch bis in den Spätherbst andauern könne. An ein baldiges Niederwerten des kriegerischen Stammes glaubt man nach den Berichten Leutweins hier nicht. * Kiel, 1. Juli. Die gestern aus Südwestafrika heimgekehrten Offiziere, Oberleutnant g. S. Herrmann, Oberleutnant Hannemann und Leutnant Schäser vom Seebataillon, sind zum Kaiser auf die „Hohenzollern“ befohlen worden zur Berichterstattung über die Verhältnisse im Kriegsgebiet. Die Regierung und die Missionen. Die Rheinische Missionsgesellschaft hatte eine längere Eingabe an den Reichskanzler gerichtet, worin sie sich gegen die von ihm in der Reichstagssitzung vom 9. Mai erhobenen Vorwürfe gegen einzelne Missionare verteidigte. Diese Vorwürfe seien leider verallgemeinert worden. Die Eingabe betont am Schluß die Ergebenheit der Missionare gegen die Obrigkeit und das Vaterland. Der Reichskanzler hat der Missionsgesellschaft wie folgt geantwortet: Dem Vorstand der Rheinischen Missionsgesellschaft beehre ich mich auf das gefällige Schreiben vom 27. v. Mts. ergebenst zu erwidern, daß die Worte, mit denen ich in der Reichstagssitzung vom 9. Mai das Verhalten einzelner Missionare bei Ausbruch des Herero=Aufstandes in Südwestatrika besprochen habe bei dem Vorstande eine irrtümliche Auslegung gesunden haben. Ich bin weit davon entfernt gewesen, unter Verkennung der Verdienste der Rheinischen Mission um die Begründung und Entwicklung der deutschen Schutzherrschaft und die Ausbreitung der Kultur in DeutschSüdwestafrika, eine abfällige Kritik an der Mission selbst oder an der Gesamtheit der Missionare zu nden. Auf der andern Seite läßt sich nicht in Abrede stellen daß einzelne Missionare, als sie Anschuldigungen schwerwiegender Natur gegen ihre Landsleute in einem Augenblick veröffentlichten, wo die letztern sich den unerhörten Greueln der Herero ausgeliefert sahen, mit der berechtigten nationalen Empfindung des Unwillens und der Entrüstung über diese Greuel sich in Widerspruch gesetzt haben. Ich habe unter Betonung meiner Hochachtung für die Mission im allgemeinen ausdrücklich hervorgehoben, daß ein solcher Vorwurf nur einzelne Missionare treffe, und es gereicht mir zur besondern Genugtnung, seststellen zu können, daß die Ausführungen des Vorstandes über die Stellung der Missionare zu den nationalen Fragen und über ihre Pflichten gegenüber ihren Landsleuten in den Kolonien mit meiner eigenen Auffassung sich in vollem Einklang definden. Die Mole in Gwakopmund, über deren mangelhaften Zustand wir mehrsach berichtet haben, ist nunmehr nach neuen Nachrichten durch den schweren Seegang der letzten Wochen derart beschädigt, worden, daß die Landung der Truppen und des militärischen Materials die großten Schwierigkeiten bietet und die fortdauernde Mobilmachung nur sehr langsam vor sich gehen kann. Der Seegang war so stürmisch, daß eine Anzahl Leichter, welche die WoermannLinie zur Bewältigung des Verkehrs eiligst nach Swakopmund hatte kommen lassen, durch Strandung unbrauchbar geworden sind. Es sind an der Mole wahrscheinlich sehr kostspielige Ausbesserungsarbeiten notwendig. Deutsches Reich. (2) Berlin, 1. Juli. In Württemberg geht die Volksbewegung gegen die erste Kammer weit liber die gemäßigten Forderungen, die die Vertreter der bürgerlichen antiklerikalen Parteien in der zweiten Kammer gestellt haben, hinaus. Nicht Umgestaltung, sondern Beseitigung der ersten Kammer lautet überall der Ruf aus den Wählerkreisen. Der Landesausschus der Volkspartei hat sich denn auch schon veranlaßt gesehen, dieser Stimmung in einem Aufrufe Rechnung zu tragen, in welchem er sagt:„Laßt den Ruf, den das an die Regierung erheben will: Weg mit der „u Kammer! klar und voll zum Ausdruck kommen.“ Das Bemerkenswerteste aber ist, daß auch in den Reihen der Nationalliberalen, wie Kundgebungen aus verschiedenen Städten beweisen, sich eine starke Strömung dafür geltend macht, mit der Volkspartei auch in der Forderung der Beseitigung der Ständekammer gemein same Sache zu machen. L0 Berlin, 3. Juli. Verschiedene Anzeichen lassen darauf schließen, daß die Mehrheitsparteien im Abgeordnetenhause, die es, um dem Grafen Bülow gefällig zu sein, mit der Verabschiedung des Ansiedelungs so eilig gehabt haben, keineswegs eine unge trübte Befriedigung über ihre„patriotische Tat“ empfinden. Die Konservativen haben sicherlich zum großen Teil nur unter dem moralischen Druck der führenden Personen, welche sich nach oben hin wieder einmal als die Hüter des nationalen Gedankens aufsvielen wollten, um die Erinnerung an bedenkliche rebellische Anwandlungen der Partei in der letzten Zeit, die an hoher Stelle sehr miß fällig vermerkt worden sind, zu verwischen, für die Vor lage gestimmt. Wenn die Abstimmung über die Vorlage eine geheime gewesen wäre, so würde man vielleicht an manchen Stellen erstannt gewesen sein über die beträchtliche Verstärkung der Opposition aus den Reihen der konservativen Parteien. Es ist auch überaus bezeichnend, daß sogar ein rechtsnationalliberales Blatt, wie die Frankfurter„Voer=Ztg.“, eine Zuschrift aus parlamentarischen Kreisen erhält, die schon jetzt eine negative Wirkung des Gesetzes voraussagt; es heißt darin u. a.:„Die Verdrängung der Polen vom platten Lande wird ja Tatsache werden. Außer Landes aber werden die Betroffenen nicht gehen, sondern in die kleineren und mittleren Städte der Ostprovinzen, wo sich bald ein kräftiger Mittelstand heranbilden dürfte. An Geld zur Einrichtung gewerblicher und kaufmännischer Betriebe fehlt es den Polen erwiesenermaßen nicht. Eine weitere Folge dieses Vorganges wird der steigende Abzug polnischer Arbeiter in die Städte und nach Westen sein, was die Leutenot in der östlichen Landwirtschaft verschärfen möchte.“ Das wird aber nicht die einzige verhängnisvolle Wirkung des Gesetzes sein. Mindestens ebenso bedenklich wie gefährlich ist die durch das Gesetz noch erheblich mehr als bisher verstärkte Monopolisierung des landwirtschaftlichen Besitzes in den Händen des Staates. Die Güter werden im ganzen aufgekauft und ebenso auch wieder im ganzen zur Ansiedelung gestellt werden. Der Großgrundbesitz wird also von neuem durch den Staat auf Kosten des kleinen und mittleren Besitzes gestärkt werden. * Berlin. 3. Juli. Der Kaiser und die Kaiserin ind gestern auf der Jacht„Meteor" in Travemünde eingetroffen. An der heutigen Regatta in der Lübecker Bucht gedenkt der Kaiser an Bord der Jacht„Hamburg“ teilzunehmen. — Ein neuer Fall von sozialdemokratischem Terrorismus wird der„Freis. Ztg.“ mitgeteilt. In r girma Schmiedlinsky u. Co. aus der Berliner Metallwarenbranche war ein Schmelzer Sch. während einer Arbeit in die nächste Destillation gegangen. Von einem Arbeitgeber hierüber zur Rede gestellt, verlangte er seine sofortige Entlassung. Da das Metall im Schmelzosen stand, mußte selbstverständlich ein anderer Arbeiter zur Fortführung der Arbeit herangerufen werden. Als Sch. dieses sah, drohte er den Arbeiter N. niederzuschlagen, wenner die Arbeit machen würde, und betrug sich so rabiat in der Gießerei, daß er erst mit polizeilicher Hilfe entfernt werden konnte. Am Abend lauerte Sch. mit noch 2 Genossen dem A. auf, und sie schlugen ihn derartig, daß er sich auf der Unfallstation verbinden lassen mußte und arbeitsunfähig ist. Strafantrag ist gegen die rohen Patrone gestellt. — Der sozialdemokratische Reichstags abgeordnete Schippel verwahrt sich in einer Zuchrift an den„Vorwärts“„auf das entschiedenste“ da gegen, daß er die Partei verhöhne, wenn er„die Legitimation des Genossen Kautsky und einiger ihm Nahestehender zum handelspolitischen Splitter= und Ketzerrichtertum“ einer gründlichen Nachprüfung unterziehe. Angenehm sei auch das für ihn nicht, aber, so schließt Schippel drohend,„Ich denke mir nun endlich Ruhe zu verschaffen— so oder so.“ Der „Vorwarks antwortet darauf, daß Schippel in seiner Zuschrift lediglich bestätige,„daß ihm das Bewußtsein vom Sinn und von der Tragweite seiner Worte in bedenklichem Maße manaelt.“ Das sernere Verbleiben Schippels in der Partei wird wesentlich abhängen von der Stimmung seiner Wähler in Chemnitz. Bisher haben diese zu ihm gehalten und ihm auch noch im Anfange dieses Jahres, als seine ketzerischen zollpolitischen Anschauungen bekannt wurden, ihr Vertrauen ausgesprochen. — Zur Mirbach=Intervellation der Freisinnigen im Abgeordnetenhause schreibt der nationalliberale„Hamb. Korresp.“:„Im Ernst, es zeugt von einer Mißachtung der Volksvertretung, wenn man ihr so begegnet, wie es der preußische Minister des Innern tut, und zur Beleidigung wird noch der Spott gefügt, wenn Herr v. Hammerstein ein vaar Stunden, bevor die Vertagung auf vier Monate beschlossen werden soll, versichert, daß die Interpellation sodald wie möglich eine Beantwortung finden werde.“ Die„Deutschen Stimmen“, das Wochenblatt für die nationallideraie Partei meint, zum mindesten hätte der Teltower Landrat v. Stubenrauch angesichts des Uebergriffs des Oberhofmeisters v. Mirbach in den Amtsbereich der Behörden„als persons gratissima bei Hofe einen Weg finden müssen, an geeigneter Stelle darauf hinzuweisen, welch ein unverantwortliches Spiel hier mit dem monarchischen Gefühl getrieben wurde von jemandem, dem es vor allen anderen obliegt, die Zartheit dieser Dinge nicht zu verletzen. Es muß die Krone vor ihren Freunden geschützt werden... Es liegt im Interesse der Krone, daß Herr v. Mirbach nicht nur parlamentarisch, sondern auch hosamtlich abgetan werde.“ Ausland. ' Gyanatse, 1. Juli. Als General —.nrvonald nach dem von den Tibetern erbetenen Waffenstillstand seine Operationen wieder aufnehmen wollte, erschien ein hoher tibetischer Beamter und überreichte dem Obersten Younghusband einen Brief des Dalai Lamas, worin dieser eine friedliche Beilegung erbittet und zu Unterhändlern hochstehende Personen ernennt. Man nimmt allgemein an, daß die Angelegenheit jetzt ohne weitere kriegerische Maßnahmen beigelegt werde. Friedlich 8 S12- 3 Juli. Die Hoffnungen auf eine dliche Verständigung, mit Tibet in letzter e sind seil gestern abend hier im Zunehmen, weil nicht nur die tibetischen Abgesandten, sondern auch der Penlop von Toungso, der Nachbarfürst von Bhutan, der mit der englischen Gesandtschaft in letzter Zeit fortgesetzt freundschaftlichen Verkehr gepflogen hat, im Laufe des Tages mit großem Gefolge im britischen Lager eintraf und einen Brief des Dalai Lamas überbrachte, der in aller Form seine Vermittlung zur Erzielung eines gütlichen Ausgleichs nachsucht. Arben, 4. Juli. Zwischen dem Unterrichtsminister Stais und dem ministeriellen Deputierten Hadjipetros hat ein Duell stattgefunden, bei welchem letzterer ums Leben kam. Der Minister hat seine Entlassung gegeben. 27. Westsalischer Städtetag. (2. Tag.) „ I5 Bielefeld, 2. Juli. Am gestrigen Abend fand die Besichtigung des Rathauses in seinen einzelnen Teilen statt, das wirklich vorzüglich eingerichtet ist; namentlich hervorzuheben ist der Stahtverordneten=Sitzungssaal, der ebenso sehr durch seine Ausschmückung, wie durch seine Bequemlichkeit und günstige Anordnung imponiert. Bei dem Imbiß, den die Stadt den Gästen in dem prächtigen Rathauskeller bot, hielt Herr Oberbürgermeister Bunnemann=Bielefeld eine Ansprache, einen Willkommengruß, der in einem Hoch auf den Oberpräsidenten ausklang. Dieser antwortete in liebenswürdiger Weise und brachte ein Hoch aus auf Bielefeld. Es fand dann zu Ehren der Gäste eine Festvorstellung im Stadttheater statt, die lebhaften Beifall fand. Am heutigen Vormittage wurden seitens der„Städtetagsmitglieder in einzelnen Partien verschiedene Sehenswürdigkeiten besucht, wie das städtische Elektrizitätswerk, eine Nähmaschinenfabrik, das städtische Krankenhaus, die Ravensberger Spinnerei, eine Seiden weberei und eine Wäschefabrik. Um 10 Uhr ver sammelten sich fast alle Städtetagler in der Turnhalle Vielefelder Turngemeinde, einer mächtigen Halle mit Galerien. Die Einrichtung dieser Turnhalle, die Bequemlichkeit des Gerätetransvortes, deren Anordnung, Aufstellung und Vielartigkeit ist einfach einzig m ihrer Art. Das Schauturnen der Mädchenklassen der Bürgerschulen unter Leitung des Herrn Oberturnlehrers Schmale(der ausführte, daß man hier auf Reigen weniger Wert lege, desto mehr aber auf Muskelbildung und Körvergeschmeidigkeit und deshalb die Freisibungen bevorzuge) und der Lehrerinnen fanden gradezu Sfirmischen Beifall der Gäste. Die heutige Sitzung wurde vom Vorsstzenden um „hi mit der Mittenung eröffnet, daß die Frage der Apothekenkonzessionen vom Städtetags=Vorstande weiter behandelt werden soll. Es referierte dann Herr über„die Behandlung städtischer Abwässer". Redner behandelte die beiden für die Abführung der Haushaltungs= und Regenwässer in Betracht kommenden Systeme: das Misch= und Trennsystem. Redner ging auf viele technische Einzelheiten ein bezüglich des Baues der Kanäle, hierauf die Reinigung erseiven behandelnd. Das vollkommenste Verfahren ist die Berieselung in ihren Variationen je nach Anwendung chemischer Substanzen; notwendig ist ein geeignetes und genügend großes, anpflanzungsfähiges Gelände, wobei es weniger auf den Boden(am besten Sandboden), als darauf ankommt, daß dieser nicht von Bergwerksbetrieben beeinflußt ist. Die Anlage eines Staubeckens für die Absetzung der schwersten Stoffe vor dem Eintritt in das Rieselfeld ist empfehlenswert. Die Kosten der Rieselfelder stellen sich pro Hektar für: Berlin auf 4175 Mk., Breslau 4103, Freiburg i. B. 3868, Münster 2400 Mark. Ueber die Vorzüge und die Zweckmäßigkeit des Rieselverfahrens becrscht kein Zweisel. Das andere in Betracht kommende Verfahren ist das biologische, das sich namentlich für kleinere Städte empfiehlt., Bei diesem Oxydationsver ahren ist der Betrieb ein einfacher, während sich die Kosten nach der Wahl der Oxydationskörper richten. Die Abwässer werden auf diese Körper geleitet und nach einiger Zeit in gereinigtem Zustande abgelassen. Das noch bessere Verfahren ist das kombinierte, indem die Abwässer zunächst in ein Faulbecken geleitet werden, wo sie ihre schweren Stoffe verlieren und dann auf die Orydationskörper aehen.(Redner erörtert auch hier an Zeichnungen die Technik der Einrichtung.) Was die Kosten der verschiedenen Reinigungssysteme anlangt(wobei mit Rücksicht auf die verschiedenartigen Verhältnisse mit Vorsicht zu verfahren), so stellt sich pro Kopf und Jahr die Anlage im Berieselungs=Verfahren auf 0,5—2 Mk., beim biologischen(Oxydations=) Verfahren auf 0,8—2 Mk., beim mechanisch=chemischen Verfahren auf 0,6—6,8 Mk. Redner restimiert sich dahin, daß in erster Linie stets das Rieselsystem seines sicheren Erfolges und der Kosten wegen zu einpfehlen ist; an dessen Stelle tritt erfolgreich das biologische System, das überall da anzuwenden ist, wo es an Raum für Rieselfelder mangelt; das chemischmechanische Verfahren ist nicht zu empfehlen und scheint immer weniger angewendet zu werden.— An der Diskussion beteiligten sich die Herren Oberbürgermeister Schmieding, Sau.=Rat Dr. Rapmund. Minden und Stadt baurat Ritscher=Bielefeld; Herr Bürgermeister Delius Siegen erörterte nuch das in seiner Gegend geübte Verfahren der Selbstreinigung durch den Siegfluß, in den die Abwässer ungereinigt eingeführt werden. Herr Erster Bürgermeister Cuno=Hagen streifte die rechtliche Seite der Reinigungsanlagen, deren Beachtung er dem Städtetag empfahl. Ueber die„Beschaffenheit der Obdachlosenasyle in den Städten“ referierte in Kürze Herr Bürgermeister Delius=Siegen. Redner erörterte die Asylfrage für seßhafte und nicht seßhafte Obdachlose und wandte sich gegen die allen offen stehenden Asyle ohne zu leistende Arbeit, wie sich solche in den großen Städten finden; besser ware die Scheidung der Asylsuchenden in arbeitsscheue und arbeitswillige Elemente und die Legitimations pflicht. Das Referat sollte nur als Einleitung zur Dis kussion gelten.— Herr Geh.=Rat Schmieding teilt aus Dortmund mit, daß sich der Zudrang zum Asyl, seitdem ein Arbeitsentgelt gefordert wird, außerordentlich vermindert hat; nur am Samstag ist der Zudrang wieder ein sehr starker, weil die Obdachlosen wissen, daß die Stadt am Sonntag nicht arbeiten lassen kann.— Bei der Vorstands wahl werden wiedergewählt die Herren Oberbürger= meister Schmieding-Dortmund, Oberbürgermeister Bunnemann=Bielefeld, Oberbürgermeister JungeblodtMünster, Bürgermeister Dr. Haarmann=Witten, Justizrat Hennecke=Soest, Erster Bürgermeister Graff=Bochum; neu gewählt wird Bürgermeister Platzmann=Padervorn. — Eine Meldung zur Uebernahme des nächstjährigen Städtetages liegt nicht vor, das Weitere soll deshalb dem Vorstande überlassen bleiden.— Ferner werden dem Vorstand zur Berücksichtigung überwiesen: eine Petition der westsälischen Lehrerinnen um gleiche Feriendauer, ein Antrag Bochum detreffend das regierungsseitige Verfügungsrecht bei Fluchtlinien=Plänen und ein Antrag Hagen detreffend die Aufhebung der Steuerfreiheit für Kommunalbeamte usw.— Herr Erster Bürgermeister Cuno=Hagen wünscht, daß in Zukunft die Verhandlungen des Städtetages einen breiteren, die Festlichkeiten einen kürzeren Zeitraum um fassen mogen.— Mit einem Danke für die Geschäfts leitung wurde der Städtetag geschlossen. Aus der Präsenzliste des Städtetages ging hervor, daß folgende Städte vertreten waren: Ahlen, Altena Arnsberg, Beckum, Bernwurzen, Bielefeld, Bochum, Brakel, Burgsteinfurt, Camen, Consfeld, Castrop, Dorsten, Dortmund, Driburg, Gelsenkirchen, Gronau, Gütersloh, Hagen, Haltern, Hamm, Hasve, Hattingen, Herdecke, Herford, Herne, Hohenlimburg, Hörde, Höxter, Iserlohn, Laasphe, Lippstadt, Lüdenscheid, Lünen, Menden, Minden, Münster, Oeynhausen, Paderborn, Recklinghausen, Rheda, Rheine, Schwelm, Schwerte, Siegen, Soest, Steinheim, Unna, Warburg, Warendorf, Watten scheid, Werl, Witten, Werne, Büinde. An die Verhandlungen des heutigen Tages schloß sich ein Festessen, worauf die noch zahlreichen vergnüglichen Veranstaltungen, die den Städtetagsmitgliedern geboten wurden, zu ihrem Rechte kamien. Nachtrag: Nach Mitteilung des gestrigen Referenten Herrn Medizinalrats Dr. Rapmund=Minden hat sich dieser bei den Zahlenangaben, betreffend die evtl. Uebernahme der Apotheken durch die Gemeinden, geirrt, und gibt folgende Richtigstellung: Die zur Kommunalisierung der Apotheken erforderliche Summe würde 465 Millionen Mark betragen, wovon als wirkliches Anlagekapital nach Abzug der Grundstückswerte, des Inventars usw.) 365 Millionen Mark in Betracht kommen. Der Bruttogewinn würde 68 Millionen ausmachen, die Verzinsung # Kapitals 16½2 Millionen und da 25 Prozent der Einnahmen als Gewinn zu betrachten sind, würden diese zur Verzinsung genügen. Westsälisch=Rheinisches. Nachdruck unserer mit Originalze 7 Juli.[Zum Streik der Straßen der Betrieb der Sit' shart#rt##i, konnte am Samstag Straßenbahn durch ben eingetretenen Streik des Fahrpersonals nur teilweise aufrecht erhalten rde.. Samstag abend sowie am gestrigen Sonntag er Be,rieb vollständig, weil man anläßlich „##. Ptg pasper Kirmes bedingten stärkeren VerRuhestörungen 2c. befürchtete. Am Samstag eine Kommission von 5 Mitgliedern, meistens Vertreter hiesiger Gewerkschaften, bei der „###on vorstellig. Letztere weigerte sich, mit ihr fernstehende. Personen zu verhandeln. Die Deputation dem sie die iu eteg d d erri Ersten Bürgermeister, dem sie die in erwa ermäßigten Forderungen der An#estell 1„##be. nltt.#####er Erste Bürgermeister Cuno teilte diese der Direktion mit. Diese entgegnete Gchöbnng ger ar denzg reicg ei., dem Aufsichtsrat eine Ser“ Mue wagenführer=Gehälter vorgeschlagen habe. gegensiber und“ stehe dieser Erhöhung woblwollend #erund berde in der nächsten Aufsichtsratserecehälter hall sben. Eine Erhöhung der Schaffnerz wegatrer haire der Aussichtsrat für überflüssig, metiecen msnzrn Zukunft die Trinkgelder allein Ezierten S###: Auch den norigen, in etwa modisisterte#### derungen der Angestellten wurde mögversprochen. Die Direktion einen S### ferne, auf der Standpunkt, daß sie auf würde, da ss###z## Zugeständnisse machen „urde,„hn es sich, bei dem Streik um durch soziali„(P#., Hetzer, wie. Elberfelr, Nachen, Essen, Krefeld, ###SEr, 8.00, 7. bervorgerufene Streitigkeiten handle, Tead##nsteisel in den nachsten Tagen in einer anderen Stadt entstehen würden. Die Direktion fordert alle Angestellten auf, unter den obigen Zugeständnissen die Arbeit pis tensta, morgen aufzunehmen. Sollte dies nicht sein, so gelten die Zugeständnisse als nicht Börzetion mird P..... etlassen und die an den gestellten Kautionen „Sopiel über den Lauf der Verhandlungen. Gestern sand in Wehringhausen eine Versammlung statt, #### d######mgist#ber die Verhandlungen berichten .. Als der Elberfelder Agitator Detmering rluchte, die Versammlung zu einer öffentlichen zu gestalten, n roe sie von der Polizei aufgelöst. (Ein von den hiesigen Gewerkschaften herausgegebenes Flugblatt versucht die Haltung der„Hagener Zeitung“ gegenüber den Arbeitern zu verdächtigen, indem es als unwahr bezeichnet wird, daß am Samstag die Hälfte der Wagen in Betrieb gewesen sei. Die Richtigkeit dieser Angabe, die uns von durchaus objektiver Seite zuging, halten wir auch heute aufrecht, ohne uns darüber in eine Kontroverse mit den Herstellern des Flugblattes einzulassen. Aber es ist bezeichnend, wie von gewisser Seite versucht n„ auch diese an sich berechtigte Lohnbewegung wieder politisch auszuschlachten. Wir halten die Forderungen der Angestellten für so diskutabel, daß sich wohl zwischen Direktion und Angestellten eine Verständigung erzielen ließe. Wir sindeutschiedene Vertreter des Koalitionsrechtes für Arbeiter und Arbeitgeber und halten es aus diesem Grunde auch für berechtigt, daß statt der Streikenden selbst eine Deputation der betr. Organisationen Verhandlungen einleitet. Aber es müssen Männer sein, die das Bedürfnis fühlen, eine Bewegung zugunsten der Arbeiter zu Ende zu führen, die sich aber berechtigten Wünschen der Arbeitgeber nicht vollständig verschließen und vor allem müssen es selbst Arbeiter sein, die soviel soziales Verständnis besitzen, um das Unmögliche vom Möglichen zu trennen zu wissen. Die Politik hat unter allen Umständen auszuscheiden, nicht politische Phrasen, sondern bessere Existenzbedingungen verlangen die Streikenden und ein gewissenloser Hetzer ist, wer unter solchen Umständen fernliegenden politischen Zielen zustrebt und die Streikenden für irgend eine Partei einzufangen sucht. Die gewählte Deputation bestand zum größten Teil aus Gewerkschaftsführern, was gern anerkannt sei. Wir halten sie für kompetent zu unterhandeln, was aber Herr Dr. Israelski in der Deputation zu suchen hatte, ist uns unerfindlich. Er ist kein Mann der„schwieligen Faust“, sondern bisher nur als sozialistischer Agitator hervorgetreten. Ihm bestreiten wir die Kompetenz, im Namen streikender Arbeiter zu sprechen. Dieses, um böswilligen Entstellungen unseres Standpunktes vorzubeugen. Die Redaktion der„Hagener Zeitung“.) ch. Hagen, 4. Juli.[Auszeichnung.] Am 27. Juni d. J. ist den Werkmeistern der Firma Eicken u. Cie., Maurermeister Karl Schulte und Scheerenmeister Heinrich Schulte das ihnen vom König verliehene Allgemeine Ehrenzeichen von dem Ersten Bürgermeister unter Zuziehung des Kgl. Gewerbeinspektors Gewerberats Claussen im Geschäftslokal der Firma ausgehändigt worden. .+ Hagen, 4. Juli.[Schulpersonalien.] Endgültig angestellt wurden der evangel. Lehrer C. Völkel aus Iserlohn an der Volksschule zu Herdecke und der evang. Lehrer J. Vierkötter aus Hiddinghausen an der Volksschule zu Haspe. O Hagen, 4. Juli.[Vertretung.] Der Kreisschulinspektor Schulrat Dr. Körnia in Hagen ist vom 10. Juli bis 7. August d. J. beurlaubt und wird durch den Kreisschulinspektor Schulrat Stordeur in Hagen vertreten. + Hagen. 4. Juli.[Statistik.] Die neueste Ausgabe des Amtsblattes der Kgl. Regierung zu Arnsberg enthält u. a. an Bekanntmachungen: 92 Steckbriefe, 25 Zwangsvollstreckungen, 16 Konkurse, 55 Vorladungen an Militärpflichtige, die sich der Gestellung entzogen, 6 Ehescheidungen. 32 Bekanntmachungen betr. Gütertrennung. O Hagen, 4. Juli.[Arbeitsnachweisstelle. In der Zeit vom 1. April 1904 bis 30. Juni 1904 war das Ergebnis der hiesigen Arbeit snachweisstelle folgendes: Angemeldete offene Stellen 1350(während der gleichen Zeit des Vorjahres 698); Arbeitsuchende meldeten sich 1064(im Vorjahre 802); besetzt wurden 621 Stellen(im Vorjahre 325). T Hagen, 4. Juli.[Das Alter von Eiern zu bestimmen,] ist ein sehr einfaches und zuverlässiges Mittel gefunden worden. Es beruht auf der Tatsache, daß die Lustkammer an dem stumpfen Ende des Eies sich mit dem Alter vergrößert. Wenn nun das Ei in eine Kochsalzlösung von bestimmter Sättigung gelegt wird, so wird es allmählich immer mehr die Neigung zeigen, in einer Stellung, bei der die Längsachse senkrecht gerichtet ist, zu schwimmen. Man bringt nun an dem die Salzlösung enthaltenden Gesänz eine Skala so an, daß die Neigung des Eies gegen die wagerechte Lage geAnfoffber eporhef. P.." Of O—""* messen werden kann; alsdann kann das Alter des Eies fast bis auf den Tag angegeben werden. Ein frischgelegtes Ei liegt wagerecht auf dem Boden des Gefäßes. zeigt eine Hebung des stumpfen Endes, sodaß seine Längsachse einen Winkel von 20 Grad mit der wagerechten bildet. Bei einem 8 Tage alten Ei vergrößert sich dieser Winkel bis zu 45, bei einem 14 Tage alten bis zu 60 und bei einem 8 Wochen alten bis zu etwa 75 Grad, während das einen Monat alte Ei senkrecht auf seinem spitzen Ende schwebt. □ Hagen. 4. Juli.[Einbruchsdiebstahl.] In der vergangenen Nacht wurde hierselbst bei dem Uhrmacher Vehm, Eckeseyerstraße eingebrochen. Die Diebe hoben die Rollladen auf, drückten ein Fenster ein und stahlen 6 goldene Damenuhren, sechs silb. Herren=Remoutoir= uhren, sechs goldene Damen=Charnier=Uhrketten, sechs lange Doublee=Damenuhrketten, 21 goldene Damenringe, 12 goldene Manschettenknöpfe, 24 Schlipsnadeln, 3 silberne Armbänder, 20 goldene Broschen. Nach den am Tatort vorgefundenen Blutspuren muß sich einer der Täter verletzt haben. Eine Kravattennadel, welche aus dem Diebstahl herrührt, ist heute morgen kurz vor Herdecke auf der Chaussee gefunden worden. ∆ Hagen, 4. Juli.[Tödlicher Unfall.] Gelegentlich eines Ausfluges versuchte der 15jährige Sohn Paul des Rechtskonsulenten E. gestern bei Werdohl über einen Wassergraben zu springen. Hierbei kam der Knabe zu Fall. Der Spazierstock drang bei dem Fall dem Jungen so unglücklich in das Auge, daß, bevor ärztliche Hilfe zur Stelle war, der Tod infolge einer Gehirnverletzung eintrat. Der Familie bringt man all gemeine Teilnahme entgegen. X Haspe, 4. Juli.[Exnennungen.] Der Rektor Dr. Neuendorff, die wissenschaftlichen Lehrer Gru now und Dr. Luther sind zu Oberlehrern, sowie die Mittelschullehrer Thie und Backe zu Lehrern an der Realschule i. E. hierselbst ernannt worden. Fr Haspe, 4. Juli.[Festgenommen] wurde auf dem Kirmesplatz der von der Staatsanwaltschaft steckbrieflich verfolgte frühere Techniker Schöttler, der wegen Betrug und Unterschlagung verfolgt wird. Ebenso wurde der Arbeiter R. aus Hagen festgenommen, der einen Taschendiebstahl ausführte. Im Gefängnis sprengte R. seine Ketten und hatte bereits eine Lücke gebrochen, um einen Ausbruch zu versuchen. Dieser konnte vereitelt werden. Vereinsnachrichten und Festlichkeiten. M. Hasve. 3. Juli.[Kirmes.]„Und dräuete der Regen noch so sehr“— die Wetterpropheten oder Wolkenschieber des Hasper Kirmesfestzugvereins haben ihre Sache wieder insofern gut gemacht, als am Samstag Kirmeswetter herrschte. Was von den Wolkenschiebern zu sagen ist, das gilt auch vom Kirmesfestzugverein, auch er darf mit seiner Leistung zufrieden sein.„Mit hinreichenden Mitteln versehen“ hat der Verein dem 43. Kirmesfestzug seinen Weltruf wieder bewährt. Schon der„Reichs= und Stadt=Anzeiger des Vereins“, der am Freitag erschien, führte mit seinen hochinteressanten Artikeln und dem Festzugprogramm recht hübsch in die Kirmesstimmung ein. Von gestern mittag ab sah man Männlein, Weiblein, jung und alt eilenden Schrittes vorüberziehn, dorthin, wo der Festzug seine Aufstellung nahm. Für die ganze Veranstaltung war schon bezeichnend, daß der Kirmesbauer vom Esel aufs Pferd gekommen war.„Der Kirmesbauer hoch zu Roß“, das klingt schon nach etwas. Die Beteiligung an dem Festzuge war eine recht hübsche. Vorstandswagen, Musikkapellen, Wagen der Gesellschaften und Künstler,„darstellende“ Wagen, sowie Volk zu Fuß und zu Roß folgten in bunter Reihe, aber in schönster Ordnung. Den ersten Preis errang das„Närrische Parlament“=Harkorten mit der Darstellung„Raubritter zu ihrer Burg von einem Raubzuge zurückkehrend“. Auf dem ersten ihrer Wagen war eine Burg dargestellt, hinterher folgten die Schnapphähne, dann kam ein Wagen mit den Gefangenen und der Beute; den Beschluß bildeten Knappen usw. Die Idee war gut durchgeführt. Von sonstigen Wagen seien aufgeführt: Bohrschmiederei, Die Windmühlenliebhaber, Angriff der Marinestation Karibib durch die Hereros, Therese Hum—bug, Kegel=Leo und Genossen, Die Sommerwirtschaft zur Jungmühle, Funkenartillerie, Der Ueberfall im Walde 2c. Nicht unerwähnt sei auch die Kameruner Wachtparade.— Der Sonntag brachte wie alljährlich viel Besucher. So wie ehedem, als es noch keine„Elektrische“ gab, beförderten Fuhrunternehmer von Beruf und Leute, die ein Rößlein und einen Wagen ihr eigen nannten, die Kirmesgäste ab und zu. Leider setzte inmitten des besten Trubels gegen 5 Uhr ein Regen ein, der freilich der Stimmung wenig Abbruch tun konnte, immerhin aber nicht gerade angenehm war. Kauf= und Schaulustigen war Gelegenheit genug geboten, ihre Wünsche zu befriedigen. Nicht minder war für edle Musike und„Stoff“ seitens der Wirte reichlich gesorgt. Letzte Nachrichten. ° Berlin, 3. Juli. Heute vormittag wurde vor der Dreifaltigkeitskirche das Denkmal Schleiermachers feierlich enthüllt. Minister Studt wohnte der Feier bei. * Leipzig, 2. Juli. Das Reichsgericht verwarf die Revision des Möbeltransporteurs Bruno Groß und des Kutschers Friedrich Stafforst, die am 26. Februar den Klavierhändler Lichtenstein in Frankfurt a. M. ermordet und beraubt haben und am 18. Mai von dem dortigen Schwurgericht zum Tode verurteilt waren. W Norderney, 3. Juli. Reichskanzler Graf Bülow ist, begleitet von dem Gesandten von Below, zier eingetroffen. W Paris, 2. Juli. Der spanische Botschafter beim Quirinal Dupuy de Lôme ist hier infolge eines Gehirnschlages gestorben. ## Jull., Admiral Altzefen berichtet, daß die russische Flotte mit der japänischen unweil Tschisu aneinander gekommen sei. Hierbei seien 2 japanische Torpedoboote und 1 Dampfer der russischen Hilfsfotte in den Grund gebohrt worden. W Messina, 1. Juli. Durch einen mit Hagel ver. bundenen wolkenbruchartigen Regen wurden heute in der Stadt und auf dem Lande arge Verwüstungen angerichtet. Soweit bisher festgestellt ist, wurde hierbei eine Person getötet, eine andere verletzt. * T u e i n, 2. J u l i. D a s h i e s i g e B a n k h a u s F r a telli Cassinis u. Cie., eins der angesehensten am Platze, das im Seidenhandel eine sehr hohe Stellung einnimmt, ist bankerott geworden. Die Passiva belaufen sich auf vierzehn Millionen Lire, denen sehr viel kleinere Aktiven gegenüberstehen. * London, 4. Juli. Der dänische Dampser„Norge“ mit 80 Mann Besatzung und 700 norwegischen, dänischen und finnländischen Auswanderern an Bord ist bei Rockhall=Riff, 200 Meilen westlich von den Hebriden gescheitert. 700 Menschen sind ums Leben gekommen. W Washington, 2. Juli. Die armenischen Bischöfe in Persien haben an den Staatssekretär Hay aus Topahan telegraphiert, daß die Türken wie Barbaren Blutbäder anrichten. Tausende flehten im Namen des Christentums und der Nächstenliebe Amerika an, das Leben der Unschuldigen zu retten. Wetterbericht der deutschen Seewarte in Hamburg. Telegramm vom 4. Juli, 9 Uhr 38 Minuten. Voraussichtliches Wetter für den 5. Juli: Fortdauer der bestehenden Witterung wahr: scheinlich. Wetterbericht über den Monat Juni. Geregnet hat es an 12 Tagen, Gewitter an 4 Tagen. Gesamt=Niederschlag im Monate 69,4 M. Größte Niederschlagsmenge innerhalb 24 Stunden 17,5 U und zwar am 15. Die höchste Temperatur 8 Meter von der Erde im Schatten betrug 23,5° C. Die niedrigste Temperatur betrug 8,0° C. Mittlere Monatstemperatur 15,8° C. Bemerkungen: Die mittlere Monatstemperatur liegt 8,40 höher als im Monat vorher. Hagen, den 1. Juli 1904. Dr. C. Fricke. Verantwortl. f. d. polit. u. allgem. Tell Karl Masen, für den provinztellen Teil Karl Hartenseid, für die Anzeigen G. E. Krüner, sämtlich in Hagen, Schriftleitung und Geschäftsstelle: Hagen, Mittelue. 22. Foulard-Seide Zollfrei!— Muster an Jedermann!— Seidenfabrikt. Henneberg, Zürich. ER Haushaltangen und mehr verwenden Pfeifter&am Diller'e Kaffee-Essenz in Desen alteste Originalmarke. Die deutschen Lebensversicherungs=Gesellschaften im Jahre 1903. Nach dem National=Oekonom betrug der gesamte Lebensversicherungsbestand aller deutschen Gesellschaften 9115 Millionen, der Reinzuwachs 415 Millionen Mark. Es hatten an Gesamtbestand die Victoria eine Milliarde und 93 Millionen Mark, Gotha 840 Millionen Mark, Stuttgart 681, Leipzig 677, Germania 677, Karlsruhe 516. Zwischen 300 und 400 Millionen hatte 1 Gesellschaft, zwischen 200 und 300 7, zwischen 100 und 200 11 Gesellschaften. 29 hatten über eine Milliarde Mark weniger Bestand als die Victoria, und ihr Bestand zusammen ist geringer als der der Victoria allein. Der Bestand der Victoria war um 1/8 Milliarde höher als bei der nächstgrößten Gesellschaft. Der Reinzuwachs war mit 98 Millionen am größten bei der Victoria. Die nächsten 3 Gesellschaften mit je rund 28 Millionen Mark Zuwachs erreichten zusammen den Zuwachs der Victoria nicht. Volks= und Sterbekassenversicherung betreiben einige 30 Gesellschaften. Der gesamte Reinzuwachs hierin betrug 80 Millionen Mark, wovon 50 auf die Victoria, 20 auf die nächste Gesellschaft und die übrigen 10 Millionen auf die anderen Gesellschaften zusammen entfallen. Wie schon in allen Jahren seit 1896, war also auch im Jahre 1903 der Zuwachs in der Volksversicherung allein bei der Victoria größer, als der Zuwachs bei jeder anderen deutschen Gesellschaft überhaupt. Im ganzen gingen bei der Victoria im Jahre 1903 508924 Versicherungsanträge ein, das sind pro Arbeitstag 1700. Auch in der Versicherungsbranche gewinnt der Großbetrieb immer mehr die Oberhand. Todes-Anseige. Heute mittag 1½ Uhr verschied sanft nach langem schweren, mit grosser Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder. Schwager und Onkel. der Zimmermeister Wilhelm Hilker im 70. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Hagen-Eilpe, Blomberg i. Lippe. Elsey bei Hohenlimburg, den 2. Juli 1904. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 2½ Uhr vom Sterbehause aus, Felsenstr. 6, nach Delstern statt. Kranzspenden dankend verbeten. Todes-Anzeige. Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, heute abend 9¼ Uhr nach kurzem schweren Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Urgrossmutter, Schwester und Tante Frau Wilhelm Filzhaut Maris geb. Simon im Alter von 65 Jahren zu sich in ein besseres Jenseits zu rufen. Mit der Bitte um stille Teilnahme Die trauernden Hinterbliebenen. Hagen, Schwelm, Vogelsang, Lüdenscheid, den 2. Juli 1904. Die Lieferung von Schulbänken für die Schule in Hagen=Delstern soll verdungen werden. Verdingungsunterlagen sind vom Hochbauamt, Rathaus. Zimmer 65, für 1 Mk. erhältlich Eröffnungstermin: Dienstag den 12. Juli er., vormittags 10 Uhr, Rathaus=Zimmer 51. Hagen i. W., 4. Juli 1904. 18403 Hochbauamt. Per 1. Oktober wird ein Fabrikraum zirka 100 gm groß mit zirka 5 HP Kraft und Transmission oder Teil einer Fabrik mit Kraftbenntzung in Hagen oder Umgegend zu mieten gesucht. Da nur leichte Maschinen zur Aufstellung gelangen, ist auch Etagenraum zulässig. Angebote unter B 18434 an die Geschäftsstelle d. Zig Erklärung! Infolge unerhörter Hetzereien dem Betriebe fernstehender, anscheinend gewerbsmäßiger Agitatoren ist der größere Teil des Fahrpersonals seit Sonnabend morgen kontraktbrüchig geworden und hat ohne Kündigung den Dienst verlassen, obwohl eine Veranlassung weder durch die Gehaltslage noch durch die Diensidauer gegeben war. Der Betrieb wird durch das ältere, einsichtsvollere Personal unter Zuhilfenahme von eingefahrenen Reserveleuten in geringem Umfange weitergeführt und in kurzer Zeit nach Ausbildung neuen Ersatzes wieder regelmäßig sein. Zur Aufrechterhaltung der Disziplin und der Sicherheit des Betriebes sehen wir uns veranlaßt, diejenigen Ausständigen unter allen Umständen aus dem Dienste auszuscheiden, die sich nicht bis Dienstag morgen 7 Uhr zum Dienste gemeldet haben. Mögen sich dann die vielen bisher mit ihrer Lage zufriedenen und brotlos werdenden Familien bei denen bedanken, die in gewissenloser Weise das in seiner Mehrzahl treu ergebene Beamtenpersonal verhetzt und ins Unglück gebracht haben. Unser Haus Körnerstr. Nr. 5, in welchem bislang ein Geschäft der Lebensmittelbranche geführt wird, ist per sofort oder später anderweitig zu vermieten. Basse& Budelmann, 18448 Hagen. Großer Platz, zirka 800 gm groß, Nähe Mittelpunkt der Stadt gelegen, event. mit Pferdeställen, Schuppen, Lagerräumen oder Werkstätten, für jedes Geschäft geeignet, ganz oder geteilt zu vermieten oder zu verkaufen. Angebote erbeten unt. G 18451 an die Geschst. d. Ztg. Doppelte RabattMarken Doppelte RabattMarken Unser 18458 hagener Straßenbahn Fuhrmann. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 3 Uhr vom Sterbehause, Eilperstrasse 54a, aus statt. Hermann Kornblum, Hagen Frankfurterstrasse 99." 40 Spezislabtellung für T10ulis Kostüme Mäntel, Blusen, Anzüge Hüte, Taschentücher, Schleier Kravatten, Crêpe, Arm- und Hutflore etc. • Kn rklei * Parterre=Raum zur Einstellung eines kleinen Automobils zu mieten gesucht. Angebote unter E. 13438 an die Geschäftsstelie erbeten. 1. Die Eheleute Fabrikarbeiter Friedrich Kalle zu Elsey haben das Aufgebot des verloren gegangenen Hypothekenbriefes vom 25. Februar 1863 über die im Grundbuch von Elsen Band II Art. 13 in Abt. III unter Nr. 6 für den Wirt Heinrich Beih mann zu Elsey eingetragene mit 4% verzinsliche Restjudikat forderung von 225 Mark beantragt. 2. Die Witwe Kaufmann Hermann Ludwia Bongardt. Agues geb. Haver zu Duisburg, vertreten durch den Rechtsanwalt Rafsloer zu Hohenlimburg hat das Aufgebot des verloren gegangenen Hypothekenbriefes vom 16. März 1892 über die in Grundbuch von Elsey Band VI Blatt 41 in Abt. III unter Nr. 1 Band III Art. 54 Abt. III unter Nr. 8 und Band V Art. 23 unter Nr. 8 für sie eingetragene mit 4¼% verzinsliche Darlehns forderung von 25000 Mark beantragt. Die Inhaber der Urkunden werden aufgesordet, spätestens in dem auf den 15. Dezember 1904, vormittags 10 Uhr vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten Aufgebotstermine ihre Rechte anzumelden und die Urkunden vorzulegen, widrigen falls die Kraftloserklärung der Urkunden erfolgen wird. 18416 Hohenlimburg den 22. Juni 1904. Königliches Amtsgericht Zwangsversteigerung. Am Dienstag d. 5. Juli er. #### vorm. 10 Uhr hinders Aa Laden des Buchle. monnates, Schiefertafeln. Federn Bilder, Bilderrahmen, sowie eine Ladeneinrichtung gegen Barzahlung. 18890 Goy, Gerichtsvollzieher. Zwangsversteigerung. Zienstag den 5. Juli, VorM## 10 Uhr, werde ich Frankfurterstraße 98: 18457 1 Sofa, 1 Sofa# Jleiderschrank, 1 Waschtisch, 1, Vertikov, 1 Regulateur, 1 Taschenuhr u. a. mehr gegen Baarzahlung versteigern. Hagen den 4. Juli 1904. Jansen, Gerichtsvollzieher. Zwangsversteigerung. de Dienstag den 5. Juli vormittags 11 Uhr, verkaufe ich beim Wirt Schrader hier, Bahnhofstraße 50: 1 Ladenschrank, Ausstellkasten, Motor, Wanduhr, Schreibtisch, mehrere Sofas, Spiegel und Konsolen, Tische, Stühle usw. sodann voraussichtlich bestimmt an Ort und Stelle: Schreibtisch, Fahrrad, Waschkommode, Teppich, Vertikow, 2 Sofas, 2 Kleiderschränke, 2 Oefen, 2 Tische, Spiegel 2c. sowie eine Partie Farbwaren u. Lacke geg. bar. 18449 Brink, Gerichtsvollzieher. 5 Zimmer nebst Mansarde per sofort 3. Etage, 4 Zimmer 1. Etage per 1. August zu ver mieten. Balkone, Heiz= und Leuchtgas vorhanden. Egbert Fehd. 18447 Wehringhauserstr. 7a Wohnung, 3. Etage, 4 Zimmer, per 1. Aug. zu vermieten. 18448 Frankfurterstr. 68. Guter Peivar=Mittagund Abendtisch zu haben. Wo, sagt die Geschst. 18436 Täglich 30 Mark können Herren und Damen verdienen durch den Verkauf eines neuen Hausbedarfsartikels. Auskunft und Muster kostenlos durch A. 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Bezugspreis vierteljährlich M. 2.50. Anzeigenpreis die einfache Spaltenzeild oder deren Raum 15 Pfennig. Montag den 4. Juli. 1904. Hagener Zeitung. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonnund Festtage. Druck und Verlag: Gustav Butz in Hagen. Fernsprecher Nr. 39. Zweites Blatt. Ein Vorspiel zum Bremer Parteitag. Genosse Schippel hat der sozialdemokratischen Parteileitung schon manche böse Stunde bereitet. Jetzt hat er in der„Chemnitz. Volksstimme“ sieben Artikel veröffentlicht, in denen er seine Ansichten über die Aararzölle darlegen will. Bisher aber hat er nach dem„Vorw.“ in dieser Hinsicht nur gesagt:„Wer Handelsverträge will, muß unter allen Umständen auch Zölle wollen— unter besonderen Umständen auch Agrarzölle.“ Der„Vorw.“ hält es deswegen nicht für angezeigt, in eine Erörterung der Artikel einzutreten, dagegen scheint es ihm notwendig, einen Abschnitt wiederzugeben, in dem Schippel sich mit Kautsky befaßt; Schippel sagt:„Mein Wille war es nicht, mich mit unserem liebenswürdigen Genossen zu unterhalten, und gar noch über Handelspolitik. Ich gehe dieser Art Handels= wie andrer Politik schon lange sorgsam aus dem Wege. Noch 1901 habe ich freilich— ich denke mit eigenem Schaudern daran zurück— das Kautskysche Schriftchen„Handelspolitik und Sozialdemokratie“ pflichtschuldigst gelesen; indes seitdem... schenkeich mir Aehnliches, grundsatzlich und unbedingt, soweit das von meinem Willen abhängt. Darin braucht weiter keine besondere Geringschätzung zu liegen. Ich muß so vieles hinunterschlucken und trotzdem noch immer so vieles Beachtenswerte ungekannt beiseite lassen, daß ich eine Ausscheidung wenigstens des Allerentbehrlichsten gar nicht umgehen kann. Nun ist an dem genannten Schriftchen die eine Hälfte, die„Sozialdemokratie“, zweifellos ganz beachtenswert. Aber ich bin auch— da manche Parteigenossen das ganz und gar nicht mehr zu wissen scheinen, so darf ich es hervorheben,— seit rund und gut zwanzig Jahren ungefähr in den gleichen marxistischtheoretischen und parteitraditionellen Anschauungen aufgewachsen, wie der Verfasser des Schriftchens; ich habe gleichfalls lange Jahre hindurch alltäglich und allwöchentlich diese überkommenen Schablonen in der gleichen Weise gehandhabt, wie der Verfasser des Schriftchens— ganz zufriedenstellend, wie viele behaupten— manche sagen sogar, wenn ich mich wieder um annäbernd zwanzig Jahre zurückentwickeln könnte, so wäre ich eigentlich der geborene Führer dieser Jungen, die heute gegen mich zum Sturme läuten mochten, wenn sie nur wüßten, wo die Glocken hingen. Aber der Mensch kann nun einmal nicht immer in den Zwanzigern bleiben, und jedenfalls: was soll mir heute noch der Verfasser des Schriftchens Neues über die Sozialdemokratie sagen können?" Die zweite Hälfte aber, die .... Nun, darüber wird sich der Leser bald klar sein. Kurzum, ich muß, wo es geht, an Zeit und Mühe sparen, und seit drei bis vier Jahren lese ich deshalb dergleichen nicht mehr. Es geht wahrhaftig auch ooneores.— Zum Schlusse erklärt Schippel, er würde gegebenen Falles die Chem nitzer Genossen bitten, ihn seines Mandats zu entbinden. Für Händel und Zank scheide er ein für alle mal aus. In seiner Freitag=Nummer kommt der„Vorwärts“ auf die Angelegenheit zurück. Unter der Ueberschrift „Schippel als Parteiführer“ veröffentlicht das sozialdemokratische Zentralorgan in parteioffiziösem Sperrdruck eine längere Abkanzelung dieses sozialdemokratischen Agrariers, dessen wirtschaftliche Ideen den sozialdemokratischen Parteidiktatoren schon lange ein Greuel sind, und der mit seinen jetzt in der Chemnitzer Volksstimme erscheinenden Artikeln allerdings gründlich den Beweis liefert, daß er sich an den von der Parteileitung ergangenen Befehl, die Streitereien innerhalb der Partei ruhen zu lassen, durchaus nicht gebunden hält. Der Votwärts schreibt: „Wir haben gestern aus dem neuesten SchippelArtikel einige charakteristische Stellen wiedergegeben. Trotzdem man auch aus dem siebenten Artikel noch nicht erfährt, welche grundsätzliche Haltung Schippel zurzeit zu den Fragen der deutschen Agrarpolitik einnimmt, enthält der Artikel doch noch reichlich charakteristische Auslassungen, die, in der Form gegen Kautsky gerichtet, doch die Partei aufs bitterste verhöhnen. Indessen wollen und brauchen wir weder Kautsky noch die Partei in Schutz zu nehmen gegen einen Mann, der seine eigene bisherige parteiagitatorische Tätigkeit so einschätzt, daß er zwanzig Jahre lang nur die überkommenen parteitraditionellen Schablonen gehandhabt hat. Dem Genossen Schippel als Person muß es ja überlassen bleiben, wie er seine Tätigkeit, sei es die frühere, sei es die jetzige, einschätzt. Von einem Manne jedoch, der auf die Ehre Anspruch macht, ein Führer unserer Partei zu sein, muß verlangt werden, daß er das, wofür er eintritt und wofür er die Arbeiterklasse zu gewinnen sucht, selbst denkt und empfindet. Ein Mann, der von sich selber sagt, daß er bisher nur die Schablone zufriedenstellend gehandhabt hat, bietet nicht die Garantie, daß das Neue, was er nun, wie man erwartet, empfehlen wird, nicht nach irgend einer anderen Schablone zurechtgeschustert ist. Wie erwarten von unsern Anhängern Vertrauen in die Führer und ihre Worte; darauf beruht die Stärke einer Partei. Wer soll Vertrauen haben zu einem Manne, der für alles, was er seit zwanzig Jahren im Dienste der Partei getan hat, nur noch eynischen Spott übrig hat? Man wird angesichts solcher Auslassungen zu der Annahme gedrängt, daß sich Schippel der Tragweite seiner Worte nicht ganz bewußt ist.“ In dieser Annahme dürfte sich der„Vorwärts“ doch wohl täuschen. Uns schemt vielmehr aus der ganzen Art, wie Schippel jetzt auftritt, klar hervorzugehen, daß er bereits mit der Wahrscheinlichkeit seiner Ausschließung aus der Partei rechnet. Darauf deutet auch schon hin, daß er beiläufig von der Niederlegung seines Chemnitzer Reichstagsmandats spricht, wenn die Kautsky, Mehring und Konsorten ihn weiter haran guierten. Der Ukas der Parteileitung im„Vorwärts“ ist offenbar nur das Prälndium zu einem diesmal allerdings bitter ernst gemeinten hochnotpeinlichen Verfahren gegen den rückfälligen Sünder. Schippel hat der Partei durch seine fortgesetzten Ketzereien schon zu schwere Wunden geschlagen, als daß ihm jetzt noch einmal, auch wenn er wieder, wie in Hannover, sich als verfolgte Unschuld aufspielen oder die schlimmsten Ketzereien wider den heiligen Geist des Marxismus widerrufen sollte, Absolution erteilt werden könnte. Schon auf dem Breslauer Parteitag im Jahre 1895 hatte Bebel erklärt, er sei mit Schippel„als Mensch fertig"; in Hannover charakterisierte er ihn als einen Menschen, der an„moral insanity“ leide; jetzt erklärt die **— Taarbsu. ursmmey Neloc, fehr ernart Die Parteileitung, daß Schippel sich„der Tragweite seiner Worte nicht bewußt“ sei. Es erscheint unter diesen Umständen ganz undenkbar, daß der neue Konflikt noch einmal in Bremen überkleistert werden könnte Schippel wird daher wohl„fliegen“ müssen, wenn er es nicht vorzieht, seinerseits vorher die Verbindung mit der Partei zu lösen. Das Urteil im Pommernbankprozeß. Fünf Monate Pommernbankprozeß! Der vorjährige Pommernbankprozeß, der vom 1. Mai bis zum 20. Juli dauerte, ging bekanntlich aus wie das Hornberger Schießen, denn die Winkelzüge der angeklagten Bankdirektoren Schultz und Romeick im Verein mit den schier unüberwindlichen Schwierigkeiten der Taxfragen hatten zur Folge, daß das Verfahren ausgesetzt wurde, um erst in diesem Jahre wieder ausgenommen zu werden. Der neue Pommernbankprozeß begann am 2. Mai und hat heute, also nach zwei Monaten, sein Ende gefunden. Alles in allem hat also das Verfahren gegen die geriebenen Leiter der Pommernbank und ihres Klüngels von Tochterbanken nahezu 5 Monate gedauert. Das am Freitagvormittage verkündete Urteil hat die Angeklagten Schultz und Romeick der Untreue und der Bilanzverschleierung schuldig befunden, während die Anklage wegen Betrruges von der Staatsanwaltschaft fallen gelassen worden war. Gegen Schultz, der unverkennbar die Seele der Pommernbank war, erkannte der Gerichtshof auf 8 Jahre und 6 Monate Gefängnis und 30000 Mark Geldstrafe, gegen Romeick auf 8 Jahre Gefängnis und 6000 Mark Geldstrafe; in beiden Fällen wird auf die erkannte Freiheitsstrafe die erlittene Untersuchungshaft in Höhe von 2 Jahren angerechnet. Der mitangeklagte Taxator Baurat Bohl wurde freigesprochen, woran weniger seine Unschuld schuld war, als vielmehr die mangelhafte Regelung unseres Taxwesens. Angesichts der gröblichen Schiebungen, Schwindeleien und Vertrauensbrüche, welche den Verurteilten zur Last zu legen sind, und angesichts der ungeheuren Schädigungen nicht nur der Aktionäre, sondern auch der Psandbriefgläubiger, mit denen das Konto und das Gewissen der Schultz und Romeick belastet ist, muß die verhängte Strafe als eine verhältnismäßig sehr milde erscheinen. Die Strafen sind auch gegenüber den Anträgen der Staatsanwaltschaft, die gegen Schultz auf 6 und gegen Romeick auf 5 Jahre Gefängnis erkannt wissen wollte, erheblich zurückgeblieben. Aber die Verurteilten hatten ihre Schiebungen in einer so raffinierten Weise ausgeführt, wobei sie durch die Mangelhaftigkeit unseres Taxwesens unterstützt wurden, daß sich etlichen ihrer Straftaten gegenüber die Maschen des Gesetzes als zu weit erwiesen. Die Schultz und Romeick waren bei den Sanden und Genossen mit Erfolg in die Lehre gegangen. Die in den zweimonatigen Verhandlungen aufgedeckten Schiebungen, bei denen die Immobilienverkehrsbank als Zwischenglied zwischen der Pommerschen Hypothekenbank einerseits und der Strelitzer Bank andererseits diente, während die Immobilienerwerbsgesellschaft, die Vereinigung für Grundbesitz und die Gesellschaft Schuhmacher& Co. als weitere Ablagerungsstätten dienten, waren mit so raffinierter Verschleierungskunst in Szene gesetzt, daß eine vollständige Klärung überhaupt nicht erzielt werden konnte. Diese Schlauheit hat den Angeklagten bei der Abwägung des Strafmaßes manchen Dienst geleistet, aber sie hat erfreulicherweise nicht ihre Verurteilung verhindert, die von der öffentlichen Meinung mit Befriedigung begrüßt werden wird, wenn auch das Strafmaß sehr unld ausgefallen ist. Nach diesem Ausgang des Strafprozesses kann kein Zweifel darüber bestehen, daß auch der Regreßprozeß. der nunmehr von der sanierten Pommernbank gegen die Schnitz und Romeick angestrengt werden wird, mit der Zuerkennung ihres Vermögens an die Bank enden wird, der sie es vorläufig zur Verfügung gestellt haben. Das ist freilich nur ein sehr unzureichender Ersatz für die Verluste, welche die Bank durch ihre früheren Direktoren erlitten hat. Diese schweren Verluste, welche nicht nur die Aktionäre, sondern auch die Pfandbriefgläubiger zu beklagen haben, lenken aufs neue die Aufmerksamkeit auf die Frage, ob das Reichshypothekengesetz seiner Aufgabe genügt. In erster Reihe kommt es freilich auch hier nicht auf die Gesetzesparagraphen, sondern auf die Ausführung an, und bekanntlich ist infolge des Sanden= und des Pommernbank=Kraches von der preußischen Regierung die Aufsicht über die Hypothekenbanken bereits neuorganisiert worden. Es wird abzuwarten sein, wie diese Aufsicht jetzt funktionieren wird. Gleichzeitig hat aber der Pommernbankprozeß erwiesen, daß eine Neuregelung des Taxwesens, vielleicht in der Form der Errichtuna von Taxämtern, ebenso notwendig wie dringlich ist. Wenn endlich in der Begründung des Urteils dem Aussichtsrat unverantwortliche Sorglosigkeit und Nachlässigkeit vorgeworsen wird, so ist das eine neue Illustration zu dem wiederholt von uns erörterten Thema, daß das Aufsichtsratswesen, wie es sich heute entwickelt hat, seinen Zweck in keiner Weise erfüllt. Aber wir können die Besprechung des Pommernbankprozesses nicht schließen, ohne des ebenso sensationellen wie peinlichen Zwischenfalles mit dem Konto K. zu gedenken. Allerdings findet sich in der Urteilsbegründung gegen die Herren Schultz und Romeick kein Wort, das auch nur von weitem die Möglichkeit eröffnete, daß der Gerichtshof die Mirbachsache mit in den Bereich seiner Erwägungen gezogen habe. Bei den großen Summen, die durch die Geschäftsführung der Schultz und Romeick verloren gegangen sind, mag es auf ein Mehr oder Weniger, selbst wenn dies„Mehr oder Weniger“ Hunderttausende ausmachte, nicht sonderlich angekommen sein. Wenn der Gerichtshof keine Wißbegier nach dem Verbleib der 325000 Mark bekundete, die Freiberr von Mirbach nicht erhalten hat, obwohl er über diese Summe eine Quittung ausgestellt hatte, so wird vielleicht die Meinung dabei gewesen sein, daß den Angeklagten nicht zugetraut wurde, diese Summe sei in ihren Besitz übergegangen. Wo die Summe aber sonst geblieben ist, das hat der Gerichtshof ersichtlich als verhältnismäßig belanglos für die Frage der Schuld oder Nichtschuld der Angeklagten erachtet. Mit alledem mag es stehen, wie es wolle, so wird die empfindliche Verurteilung der Herren Schultz und Romeick Freiherrn v. Mirbach und seinen Freunden stets ein sehr unangenehmes Erlebnis bleiben müssen. Der Oberhofmeister der Kaiserin hat sich jedenfalls mit Männern intim eingelassen, die bereits zu der Zeit, wo sie sein Vertrauen besaßen, strafbare Untreue und strafbare Bilanzverschleierung in mehreren Fällen begangen hatten. Hier hilft keine mit Achselzucken vorgebrachte Entgegnung, daß man sich vor Täuschungen nicht sichern könne, daß man niemanden ins Herz sehen könne, und wie die Redensarten sonst lauten. Wer den Weg vollkommener Korrektheit innehält, dem kann dergleichen eben nicht geschehen. Frhr. v. Mirbach wird zwar nicht zugeben wollen, daß diese billige Erfahrungsweisheit auf ihn passe, aber sie paßt doch auf ihn, und es kann nicht für möglich gehalten werden, daß der Ausgang des Pommernbankprozesses ohne Folgen für die Stellung des Oberholmeisters im öffentlichen Leben bleiben werde Wann und wie diese Folgen sich zeigen werden, das allerdings weiß heute niemand, aber kommen werden sie. Die Verquickung finanzieller und sonstiger bedenklicher Transaktionen mit der Betätigung der Wohltätigkeit und Frömmigkeit, die durch die Verhandlungen des Abgeordnetenhauses eine neue Beleuchtung erfahren hat, ist jedenfalls eine der unerfreulichsten Begleiterscheinungen des an Sensationen überreichen Pommernbankprozesses. Frau Fama. Roman von E. v. Borgstede. 440— Alix sieht das junge Weib mitleidig an. Sie fühlt, welch' eine Hoffnung in Susis Seele emporkeimt und unmöglich Wahrheit werden kann. Der Baron aber sagt zustimmend: „Wissen Sie, liebes Kind, das ist eine vernünftige Idee von Ihnen. Solch' ein Bild muß ja zu beschaffen sein. Auch für unsere eigenen Pläne scheint mir ein solches nützlich werden zu können. Was meinst Du, Alix, vielleicht kann Otti uns ein solches beschaffen. Man kann es der Helberg ja unter Umständen bezahlen.“ „Ich denke, Väterchen, wir versuchen es.“ „Sie hören, Susi, meine Tochter wird mit Frau Haßberg Rücksprache nehmen, und es wird uns, wie ich annehme, sicher gelingen, ein Bild des Toten zu erhalten. Mir ist es einigermaßen rätselhaft, welche Hoffnungen Sie an diese Photographien knüpfen, meine Tochter aber scheint Sie zu verstehen. Nun, nun, liebes Kind, weinen Sie doch nicht so sehr, es wird ja nicht gleich das Leben kosten.“ ihn hinaus. „Geh' nur, mein alter, guter Vater, das verstehst Du. in Deiner Eigenschaft als Mann nicht. Wenn Du Otti triffst, kannst Du sie ja immer etwas auf ihre Mission vorbereiten.“ meinst Du, Buschmann?" und er küßt ihre Stirn schnell und herzlich.„Na, wie Du willst. Du hast ja nun mal die Susi in Deinen Schutz genommen.“ Alix legt freundlich ihre Hand auf des Mädchens Schulter,„fassen Sie sich, denken Sie an Ihr Kind! Ich verstehe Sie recht gut. Sie hoffen, daß Herr von Helberg Ihr verschwundener Geliebter ist. Armes Kind, wie sollte das zugehen! Weshalb hätte ###e eine soiche Komödie mit Ihnen aufführen Susi hat die brennende Stirn auf Alix' Hände gepreßt und antwortet, aufgelöst in Schmerz und Fräuen:„Ich weiß keinen Grund, habe auch keinen Anhalt außer dem Bilde. Aber gerade weil der Anblick desselben mich so tief erschüttert hat, glaube ich, daß es rgend welche Bedeutung für mich haben wird. Viel # we. ich, daß de.„Tod uns trennte, als daß er schlecht und treulos war.“ Auix schweigt, sie will Susi ihren Glauben nicht ar bmirzich## sie empfindet tief, daß Helderg, wenn des Kleinen Vater ist, von Anfang an 9iecht gegen das Mädchen gehandelt hat und handeln wollte. Was hieß ihn sonst, sich unter falschem Stand bei Susi eindrängen und sie und den Bräutigam elend machen? „Ich weiß, gnädiges Fräulein, Ihnen darf ich alles sagen. Sie haben mich in meiner Erniedrigung nicht verlassen und werden es auch jetzt nicht. Manchmal ist mir, als müßte ich Richard um Vergebung bitten für das Leid, welches ich ihm zugefügt habe. Ach, ich habe sein Leben vernichtet, wie meines vernichtet wurde.“ „Wenn es Sie beruhigen kann, will ich Ihnen nicht abreden. Ein gutes Wort findet meistens einen guten Empfang, Susi! Wie ruhig hätten Sie leben können, wenn Sie des Försters Liebe erwidert hätten.“ „Warum mußte ich jenen andern sehen und lieben! O Gott, wenn ich an das Glück denke, das er mir gegeben, will ich jetzt lieber elend sein, als es nie gekostet zu haben.“ Alix' Kreudingens dunkle Augen umfloren sich und suchen den Boden. Ja, das ist der alte Zauber, der alles Ueberlegen und Wollen besiegt. Wie ein brausender Sturmwind kommt die Liebe daher und duldet nichts anderes neben sich. Sie selbst hat den braven, vornehmen Standesherrn zurückgewiesen, um nun mit einem andern Schmerz und Qual tragen zu müssen. „Durchs Feuer Dir folg' ich und führ Dich zur Ruh', Zu Ehre und Sieg oder falle wie Du.“ Ohne Klage und Zaudern würde sie Heimat und Vaterland mit dem Mann ihrer Liebe verlassen, seine Gegenwart könnte ihr alles, alles ersetzen. Zuweilen erschrickt das Mädchen beinahe vor der Glut, die seine Nähe in ihrem Herzen entfacht. Wie kühl und ruhig ist sie einst gewesen, wie besonnen und gleichmütig. Da trat er in ihr Leben! Er mit seinem lachenden Uebermut, seiner Jugendkraft— und heute liebt sie den gebrochenen, verwandelten Mann fast tiefer noch und inniger. Ich will nur Dich von Dir! Was der Dichter träumte, ihre Seele empfindet es— und das arme, zitternde Geschöpf da vor ihr, das noch immer ihre Hände umklammert hält, fühlte es auch! „Susi,“ sagt Alix endlich sanft,„ich bin so besorgt um meinen Verlobten, er ist wieder so schweigsam und finster wie in der ersten Zeit. Er versichert nein, aber ich glaube ihm nicht so ganz. Er will mir mit einer Bejahung gewiß keinen Kummer machen.“ „Nein, gnädiges Fräulein können diesmal ohne Sorge sein. Herr Oberförster ist jetzt viel besserer Laune. Er spricht freundlich mit mir und dem Kleinen und interessiert sich auch wieder für sein Haus und die Wirtschaft. Jeden Morgen ermache ich mit der Angst, es könnte ülder Nacht wieder eine Wandlung eingetreten sein, denn ich weiß je, wie sehr sich gnädiges Fräulein darüber grämen. Und wenn ich Ihnen helfen könnte, wie gern, o wie gern würde ich es tun!“ „Ich weiß das, Susi. Uns aber kann niemand helfen als Gott allein!“—— AE Hagen, 4. Juli.[Eine soeben gefällte Reichsgerichtsentscheidung betr. das Streuen der Hausbesitzer bei Glatteis.] Am 27. Juni er. hat das Reichsgericht eine Entscheidung gefällt, die für jeden Hausbesitzer von prinzipieller Bedeutung ist. Der Kläger, Gerber Bergstein, ist am 7. Februar 1900 morgens gegen ½7 Uhr vor dem Hause des Beklagten, Wirtes von der Brüggen zu Mülheim a. Ruhr, infolge Glatteises auf dem Bürgersteige so unglücklich gefallen, daß dauernde Arbeitsunfähigkeit die unmittelbare Folge war. Das Landgericht Duisburg hatte den auf 60000 Mk. Abfindung bezw. auf 90 Mk. Monatsrente gerichteten Anspruch, der sich gegen den genannten Wirt als Hauseigentümer richtete, anerkannt und zwar mit der Begründung, Beklagter habe gegen eine das Streuen bei Glatteis verschreibende Polizeiverordnung verstoßen, zudem sei das Glatteis durch Schrubben seitens eines Angestellten des Beklagten entstanden. Das Oberlandesgericht zu Hamm entschied jedoch zugunsten des Wirtes. Erwiesenermaßen ist das Glatteis vor dem Hause des Wirtes von Wassergüssen infolge der in und vor dem Hause vorgenommenen Schrubberarbeiten nicht entstanden. Das Glatteis ist, wie festgestellt, zur genannten Unfallzeit nicht nur auf dem Trottoir vor dem Hause des Beklagten, sondern in ganz Mühlheim vorhanden gewesen. Es war erst in der Nacht vor dem Unfall plötzlich aufgetreten. Eine Zeitbestimmung ist nun aber in der betr. das Streuen bei Glatteis vorrschreibenden Polizeiverordnung gar nicht vorgesehlen Selbstverständlich konnte aber die Verpflichtung zum Streuen, da am Abend vor dem Unfall noch kein Glatteis war, für den Beklagten nicht eher eintreten, als bis er am Tage des Unfalls entweder Kenntnis von dem aufgetretenen Glatteis erlangte, oder mit Rücksicht auf das Verkehrsleben auf der Straße hätte erlangen müssen Der Beklagte pflegte nun, wie erwiesen, längst vor ½7 Uhr morgens aufzustehen. Er hatte aber zu diesen frühen Stunden im Hinterhause mit seinem Fuhrwerk Als Alix der Freundin ihre Bitte vorträgt, ist Otti peinlich überrascht. „Aber, Alix, Liebste, ich weiß wirklich nicht, wie der Helberg das plausibel machen soll. Es ist mir namenlos peinlich. Weißt Du keinen anderen Ausweg? Wenn ich ihr damals das Darlehen gegeben hätte, aber 0— so—“ .„Am besten ist, Otti, Du sendest ihr jetzt mit einigen freundlichen Worten eine kleine Summe und bittest Dir als Gegenleistung Helbergs Bild aus.“ „Kannst Du nicht Beuno mit dieser Aufgabe betrauen?“ fragte Otti kleinlaut.„Es wäre mir wirklich viel lied.. Iu habe keine Ahnung, wie ich schreiben soll. Mein Mann wird sich gewiß ein Vergungen daraus machen, Dir zu Diensten zu sein.“ „Du hast recht, Otti, ich werde an Deinen Mann schreiben.“—— Haßberg empfängt Alix' Zuschrift und steigt noch an demselben Tage zu Frau von Helbergs bescheidener Wohnung hinauf. „Meine gnädige Frau, es drängt mich, einmal nach Ihrem Ergehen zu fragen. Hoffentlich befinden Sie sich nebst Fräulein Tochter wohl?“ „Leider haben Ellis und meine Gesundheit sehr gelitten, Herr Haßberg, die Freude am Dasein fehlt.“ „Da haben Sie recht, gnädige Frau, die Lust zu leben ist ein sehr guter, ich möchte sagen, der beste Arzt.“ „Wollen Sie, bitte, näher treten, Herr Haßberg, ladet Frau von Helberg ihn ein,„Elli ist momentan nicht zu Hause.“ Und dann fährt sie, seine Hand ergreifend, warm und herzlich fort:„O, ich danke Ihnen, edler Mann, danke Ihnen tausendmal. Was wäre aus uns unglücklichen Frauen geworden, wenn Sie sich unserer nicht erbarmt hätten!“ „Sie würden mich verpflichten, gnädige Frau, wenn Sie diese Kleinigkeit nicht mehr erwähnten,“ sagt Haßberg, angenehm berührt.„Es freut mich, Ihnen nützlich gewesen zu sein. Vielleicht ist es nicht unbescheiden von mir, wenn ich Sie bitte, mir als Gegenleistung ein Bild Ihres Herrn Sohnes zu schenken. Ich habe mir dasselbe schon längst gewünscht, wagte jedoch nicht. Sie damit zu belästigen.“ Frau von Helberg zaudert keinen Augenblick und breitet die zablreichen Bilder, welche sie von ihrem Liebling besitzt, vor dem Künstler aus. „Bitte, wählen Sie, Herr Haßberg. Ich weiß das Bild meines Sohnes bei Ihnen in den besten Händen. Wollen Sie nicht lieber dieses in Uniform nehmen, mich pricht dasselbe am meisten an.“ „Wenn Sie gestatten, behalte ich diese Photographie. Sie erinnert mich an einen mit Herrn von Helberg höchst angenehm verlebten Abend.“ „Ganz wie Sie wollen! Ach ja, mein armer, lebenslustiger Sohn, wie bald hast Du das wonniige Dasein verlassen müssen.“ „Lassen Sie diese traurigen Erinnerungen, verehrte Frau von Helberg, welche doch nichts ungeschehen machen können,“ mahnt Bruno.„Meinen verbindlichsten Dank für Ihr Geschenk." „Es ist so unsäglich wenig gegen Ihre mir bewiesene Güte,“ und Frau von Helberg drückt abermals Haßbergs Hand.„Ich habe ja jetzt erst einsehen gelernt, wie selten Freunde in der Not sind.“ Nachdem Haßberg noch einiges mit der Dame geplaudert hat, verabschiedet er sich und beginnt sogleich nach des Leutnants Photographie ein großes Bild zu malen. Alix hat ihn nicht darum gebeten, er erweist ihr diesen Dienst ungefragt. Ein farbiges Gemälde tritt so viel lebenswahrer und zu Herzen sprechend hervor, daß gerade von einem solchen das Beste zu hoffen ist. Alix hat ihn einst zurückgewiesen, heute wird er ihre Achtung zurückerobern.“ Fürstin Lestow hat ihren Plan, nach Schöndorf zu gehen, aufgegeben. Sie hat Schröderchen geschickt, welche ganz genaue Instruktion erhalten hat. Ihre Laune ist noch schlechter geworden seit ihrer letzten Aussprache mit Haßberg. Sie hat ihm Rache geschworen und beabsichtigt, dieses Gelübde zu halten. Ihr Herz aber hat keinen Anteil mehr daran. Sonderbar der Mann, welchen sie stets gering schätzt, welchen sie mit Freude hätte stürzen sehen können, erscheint ihr plötzlich in ganz verändertem Licht. Menschlich näher gerückt, zum ersten Mal ein Wesen, das gekämpft und gesiegt hat. Das ist Tante Arete noch nicht passiert! Sich selbst untreu werden eine einmal gefaßte Idee nicht mit Begeisterung zu Ende führen— einfach unglaublich! Sie meldet sich in Marienberg bei Totos Eltern an. Sie will dem Neffen die Affäre Haßberg unterbreiten, vielleicht weiß er irgend einen Rat. Am meisten erregt sie das spurlose Verschwinden Hendrik Holms. Haßberg hat nicht wie ein Lügner ausgesehen, nein, seine Worte trugen den Stempel der Wahrheit. Aber wohin soll der Gesuchte zekommen sein? Einen Augenblick denkt die Fürstin daran, das Geheimnis von Haßbergs Erfolg irgend einer gesorächigen Bekannten unter dem Siegel der Verschwiegenheit anzuvertrauen, dann bedürfte es ihrereits gar keiner weiteren Schritte mehr. Doch nein— der Gedanke ware abscheulich. Sie, die ehrliche, alle Heuchelet hassende Frau, auf Umwegen dem Feinde die Ehre rauveno— mint, wie kann ihr, ihr solch ein Gedaxke, kommen! Was würde Alz, der Baron sagen Prinz Lohstein holt Tante Arete vom Bahnhof ab und empfängt sie mit aufrichtiger Freude. „Rett, daß Du kommst, Tante, es ist jetzt gerade himmlisch in Marienberg.“8 (Fortsetzung folgt.) ** zu tun und brauchte nicht sofort auf die Straße nach etwa eingetretenem Glatteks zu sehen, da er ein Verkehrsleben auf der Straße zu so früher Stunde noch nicht erwarten konnte. Wenn um ½7 Uhr morgens auch wohl vereinzelt einige Arbeiter die Unfallstelle zu passieren pflegten, so bedeutet das noch keinen regen Verkehr. Beklagter konnte übrigens auch nicht mit der Erwägung daß er schon zu so früher Stunde eine Verpflichtung habe, für die Sicherheit eines noch gar nicht vorhandenen Verkehrs auf der Straße Sorge tragen zu müssen.— Gegen dieses Urteil legte Kläger Revision beim Reichsgericht ein. Dieselbe stützt sich darauf, der Berufungsrichter habe die§§ 823 Abs. 1 und 831 des Bürgerlichen Gesetzbuchs sowie die für Mülheim geltende Lokalpolizeiverordnung vom 26. November 1883 rechtsirt##tlich ausgelegt. Das Reichsgericht billigte jedoch die Rechtsauffassung des Oberlandesgerichts und wies die Revision kostenpflichtig zurück.(Nachdruck verboten.) [Gegen den Alkohol „„„#uch.] Folgende Einrichtung hat die Firma n. hier in ihrem Betriebe eingeführt. Die Firma zahlt ihren Arbeitern Prämien für gänzliche Enthaltsamkeit von alkoholischen Getränken, und zwar 1 Mk. für den für den sechsten Monat 5 Mk. und für den zwölften Monat 10 Mk. Bei zwölf auseinander folgenden Monaten in Summa 25 Mk. Seit September 1896 sind im ganzen etwa 350 Belohnungen ausgezahlt. Ein Zwang wird auf die Arbeiter in keiner Weise ausgeübt Jeder Arbeiter, der einen Vordruck ausfüllt und unterschreibt, wonack, er auf Treue und Gewissen erklärt, daß er im vergangenen Monate keine alkoholischen Getränke genossen habe, bekommt die Belohnung anstandslos ausbezahlt. Der Firmeninhaber glaubt bestimmt, daß die Einrtchtung bislang nicht mißbraucht sei. “„ D o r t m u n?, 2. J u l i.( E i n e i g e n t ü m l i c h e r „Assistenzarzt“] ist hier seit einigen Wochen aufgetaucht. In einigen Fällen hatten hiesige Aerzte beim Antritt ihrer Sommerreise einigen Patientinnen mitgeteilt, daß ein Assistenzarzt Dr. N. N. sie besuchen und behandeln werde. Kurz darauf traf dann bei den Pa tienten ein Herr ein, der sich als Vertreter des verreisten Arztes vorstellte. Nach Untersuchung der Kranken erklärte dann der Herr„Assistenzarzt“, Medizin verschreibe er nicht, diese sei Gift, er kuriere mit „Sympathie“, die Patientin müsse aber an Sympathie glauben und sich verpflichten, nach Heilung eine Dankbescheinigung auszustellen. Er schreibe nur ein Rezept welches in der Apotheke höchstens 30 Pfg. koste. Die ganze Kurbehandlung koste 12 Mark, die vorher bezahlt werden müßten. Soviel die„Dtm. Ztg.“ erfährt, sind die Patientinnen auf diesen offensichtlichen Betrug nicht hineingefallen und haben sich weitere Besuche energisch verbeten. Kurze Zeit darauf stellte sich dann der richtige Assistenzart ein und hörte zu seinem nicht geringen Erstaunen, daß bereits ein„Kollege von der andern Fakultät“ vorgesprochen hatte. aneiderich, 1. Inli.[Leichenräuber.] Auf dem evangelischen Friedhose wollte gestern vormittag ein hiesiger Kaufmann auf seinem Erbbegräbnis ein Bäumchen pflanzen. Bei dieser Gelegenheit machte er, laut„Düss Gen.=Anz.“, die traurige Entdeckung, daß anstatt seines vor etwa 2 Jahren beerdigten Kindes nur zwei ausein andergelegte Bretter eingescharrt waren, wohl um im Falle einer Revision einen künstlichen Klang zu erzeugen Der Kaufmann erstattete sofort Anzeige bei der könig. lichen Staatsanwaltschaft, welch letztere den Fall auch sofort untersuchte und feststellte, daß der Sarg mit dem Kinde in der Tat verschwunden war. Der frühere Totengräder Patzmann mußte bei der Oeffnung des Grabes zugegen sein und gab auf Befragen an, das Kind an einer anderen, ihm aber nicht mehr bekannten Stelle be graben zu haben. Bereits im vorigen Jahre war P dabe; betroffen worden, als er unmittelbar nach einem kirchlichen Begräbnisakte die Beschläge von dem Sarg weggenommen und nach seiner Wohnung verbracht hatte. Lamals, war schon von der Kgl. Staatsanwaltschaft eine a#ewung e zelettet worden. Es wurden aber keine Se####nvern nur eine Anzahl Grabhügel angebohrt. Bei diesen Bohrungen ist man denn auch immer auf Sargteile gestoßen, und da dieses Resultat Aiungestellt zund D. Tus e iuu z“ wurde das Verfahren gesetzt. Ein Bruder des Bi#bstreidt nahe am Friedhof ein eintragliches Bonn, 1. Juli.[Verhafteter Mörder.] Der eite amist ughtic. Mörder der Wittwe Gottlob in Weilerswist wurde soeben in Kiel in der Person des wurde die betrieh witte ard; Weilerswist eine Wirtschaft tie vo. zwei Fremden überfallen, ermordert und die Leiche in den Keller geschafft. Alsdann raubten die Mörder das gesamte Haus aus und konnten bisher nicht ausfindig gemacht werden. ceidunne Jum. EEine interessante Entscheidung] hat, wie wir der„Trier. Landesztg.“ ent. se e Sr Dausfriedensbruchsache gefällt. Der Sachverhalt ist folgender: Ein Steinhauer aus Merzig befand sich eines Tages in einem vertraulichen Gespräch mit einem dortigen Gastwirt in dessen Restaurationslokal. Der erwachsene Sohn des Wirtes war der Meinung, daß der Steinhauer mit seiner Vertraulichkeit den Geschäftsbetrieb störe, und verwies ihm das Lokal. Als er der mehrmaligen Aufsorderung nicht nachkam, brachte der Wirtssohn ihn mit ##, dem Lokal.,„Das Schöffengericht erachtete inn des Hausfriedensbruchs schuldig und verurteilte ihn zu einer mehrwöchigen Gesängnisstrafe. Die Strafkammer war der Ansicht, daß kein Hausfriedensbruch vorliegt, und erkannte auf Freisprechung. In der Begründung ist gesagt, der Sohn sei nicht berechtigt gewesen, in Gegenwart des Vaters eine Aufforderung zum Verlassen des Lokales zu geben, wenn die Aufforderung nicht auch gleichzeitig vom Vater ausging. Da solches ### geschenen sei, mußte auf Freisprechung erkannt Die Romanze der drahtlosen Telegraphie. S5lt ir 5i Pot nuzg zu fassen weiß, dem erzählt sie die schönsten Märchen, die sich an Wundern durchaus mit unsern Kindermärchen messen können und unterscheiden, daß ihr Inhalt Wahrheit und wirkliches Leben ist. Nicht einmal nur gis lechenoige Larux der Tiere und Pflanzen liefert solche poetischen Stoffe, sondern auch die unsichtbaren Kräfte, die Lust und Aether durcheilen und vom Menschen vielfach in seinen Dienst gezwungen sind, haben in ihrem Sonderbares, Heimliches und Unheimdas einen begabten Geist wohl ebenso zu einem phantastischen Roman anregen kann, wie einen nüchtern Oschaudluug S strengsorschenden Abhandlung. Es ist eigentlich unbegreiflich, daß sich noch keine Phantasie ähnlich der von Jules Verne an die Verwertung der drahtlosen Telegraphie gemacht hat. Wenn er den Gegenstand recht versteht, so kann ihm ## eige reiche Olgelle für einen ganzen Roman zuließen. Vorläufig ist es dem gelehrten Träger eines berühmten Namens, dem Physiker Dr. Tyndall, vorbehalten gewesen, eine Darstellung zu geben, die er selbst als„eine Romanze der drahtlosen Telegraphie" bezeichnet hat. So überaus romanhaft lesen sich seine Ausführungen freilich nicht, aber man kann sie doch für die eindrücklichste Schilderung erklären, die den Wundern aabzgue Te####i#e bisher zu teil geworden ist. Aether, der äußerst feine Stoff, mit dem man sich den ganzen Weltraum nebst allen darin befindlichen gröberen Körpern erfüllt denkt, erzittert in fortgesette Schwingungen seiner kleinsten Teilchen. Was wir durch #ce Sinne wahrnehmen, sind zum Teil solche Aether= chwingungen, sicher alle Reize, die unser Auge empfängt ist. auf mehr robuste Einwirkungen eingerichtet, nämlich auf die Schwingungen der Luft, die einen unendlich viel schwerfälligeren Stoff darstellt als ###ether, obgleich, sie uns schon als Sinnbild des unsichtbar und ungreifbar Zarten gilt. Die Wissenschaft hat längst festgestellt, was das für Schwingungen sind is Pir,# Schat., ooer Ton vernehmen. Wir wissen. das Ohr in gesundem Zustand alle Geräusche entdecken kann, die sich in der Luft als Schallwellen von einer Geschwindigkeit zwischen 18 und 40000 Schwin## Ge der Sekunde betätigen. Das sind die Grenzen 5## Gehörs,„Unser Gesichtssinn liegt ganz wo anders, denn die Schwingungen, die unser Auge bei der Erscheinung einer roten Farbe erregen, bewegen sich mit einer so ungeheuren Geschwindigkeit, daß ein Aetherteilchen dabei 434 Trillionen mal in einer Sekunde hinund herschwingt. Sollte nun zwischen jenen 40000 und und diesen 484 Trillionen eine Lücke sein?— Das ist nicht alaublich, denn wenn ein auf die Natur bezüglicher Osten Bacar. v. st s das berühmte Wort des alten" acon:„Natura non facit saltum“, zu Deutsch: „Die Natur macht keinen Sprung.“ Was bedeuten nun aber die Schwingungen, die jene unendlich erscheinend Lücke aussüllen?— Sie sind es eben, die hauptsächlich in das Gebiet der Elektrizität fallen. Da unser Körper keinen elektrischen Sinn besitzt, so bleiben sie für uns an sich unwahrnehmbar. Der Mensch hat aber Apparate erfunden, die viel feiner sind als das Ohr und mittels derer er also auch Geräusche vernehmen kann, die weit jenseits jener 40000 Schwingungen liegen Da. gibt es beispielsweise ein Instrument, mit dem sogar Taubstumme zum erstenmal in ihrem Leben zu hören vexmocht 5„ben,„oboleich sie davon schwerlich viel Genuß oder gar Vorteil gehabt haben können. Wenn dies gestellt wird, in dem auch kann, 1e pechechtatd geringsten Laut entdecken kann, so beobachtet man durch einen télephonähnliche en„Rchier minn burch einen telephonahnlichen Empfänger ein fortwährendes Summen oder Pfeisen das regelmäßig steigt und fällt. Das Mittel, diese äußerst seinen, dem menschlichen Ohr sonst völlig unzuGerausche wahrnehmbar zu machen, ist ein Schallfänger, bestehend in einem Häutchen, das um ein Vielfaches zarter ist, als das Trommelsell unseres Gehörorgans. Es ist also erwiesen, daß die Luft dauernd von #n di xahssa#rxt wirt, von denen der Mensch durch sein Ohr keine Meldung erhält. —„Aehnlich muß man sich das Wesen der elektrischen vor„lle Wo eine elektrische Kraft wirrr, da gehen nach allen Richtungen Kreise elektrischer Wellen aus, die sich durch den Aether fortpflanzen, als b.. in einen Ozean einen Stein geworfen hätte, dessen Wellen nun bis in die Unendlichkeit ihre Ringe ziehen. Ueberall hin gehen diese elektrischen Wellen und suchen ein elektrisches Auge, von dem sie gesehen, oder S#.%#rische Ohi, In dem sie gehört werden könnten. die zur Schaffung der drahtlosen ####e notwendig war, bestand in der Entdeckung ##ichen, w., man sagen könnte, künstlichen Sinnesorgaus für die elektrischen Wellen, und dies wurde gefunden in dem sogenannten Cohärer oder Frittröhre. Wirrung der elektrischen Wellen auf diesen Apparat durch einen Vergleich mit einer Erscheinun aus dem Reich der Schallwellen veranschaulichen. Wenn zemand dicht bei einem Klavier singt, so diesenz Fall. spielt das Klavier im 1scsiesheie ece schcs scecsssce auch das Prinziv in der Beziehung der beiden Haupt apparate in der drahtlosen Telearaphie des instruments und des Empfängers. Beide Avvarate müssen elektrisch zu einander abgestimmt werden, und lungen, obgleich man sich sehr darum bemüht, weil erst sugte Aopare 2 arsten chloser. Zepesicden durch unde. fügle Apparate verhindert werden könnte. Auf der Er“e nuicht en ahtigse Telegraghie ihr Ende? Ocean von der denn gbenso wie der den elektrischen Mey 36.—6, zur neuen Welt von eisge Scheguse erischet. Der Schal st in. saig.. wenn sich auf ihr ein Wesen befände, das ein solches zu hören begabt ware. Töne dringen durch den Weltraum wohl aber elektrische Wellen, deren Träger der alles erfüllende Aether ist. Danach könnte man die Frage aufwerfen, ob die drahtlose Telegraphie vielleicht auch einmal eine Anwendung in der Himmelskunde u.d„ne, oder, mit anderen Worten, ob es möglich ware, mit elektrischen Wellen die Sterne zu erDichter könnte mit einer Ausmalung dieser Möglichkeit gewiß eine recht hübsche Probe seiner ie liefern, aper ob guch die erste Vorbedingung erüllt, ist, au poetischen Folgerungen wahrscheinlich zu machen, bleibt noch dahingestellt. Vorläufig nimmt man nämlich an, daß die elektrischen Wellen doch an die Atmosphäre gebunden sind, indem sie in gewisser, noch nicht genügend aufgeklärter Beziehung der Luft bei ihrer Fortpflanzung benötigen. Sie wären dann also auch nur Segler der Lüfte wie die Schallwellen und nicht Segler des Weltraums. Aber das ist ein Kapitel aus der Romanze der drahtlosen Telegraphie, das zu schreiben der Zukunft vorbehalten bleibt. An die Hausfrauen! Sie in den Kolonialwarenhandlungen Prospekt über Grümer& Neu vorzügliche und unübertroffene Seisenfabrikate und über Grümer& Neu Gratis=Verteilung. Wir verteilen hohe Preise in barem Gelde, wunde### Taschentücher und Handtlicher und allergaue, ziupliches und gewähren auf diese angenehme den Höchsten Rahan 14012 Grümer& Neu, Barmen-R. älteste Waschpulverfabr., älteste Fettseifenfabr. d. Wuppert. .10 R 1on 1.30 bzO Inländische Staats-, Provinzialund Kommunal-Anleihen. 8½%(fr. 4%) abg. Deutsche Reichsanleihe 1 alte dergleichen 2% dergleichen 3½%(früher 4%) abg. Preuss. Konsols 3½% alte dergleichen 5% dergleichen 3% Sächsische Rente 8% Brem. Staatsanl. v. 1902 3% Hamb. Staatsanl. v. 1902 Rhein. Provinz.-Anl. Ausg. XXIV 99.50 bzG dersl. Ausg. XX-XX1103.50 br 8% Webtfal. Provinz.-Anl. 89.00 G dergleichen 99.60 120 8½% Barmer Stadtanleihe 98.50 bzG 4# dergleichen v. 1901 103.00 bz 4% Biefef. Stadtanl. v. 1900101.75 B 315% Bochumer Stadtanl. 98.40 bzB Krefeld. Stadtanl. v. 1901103.10 G nder Stadtanl. 99.00 b:G 1225 G 91.30 bz .10 C 38 80 4% Düsseld. Stadtanl.v.18991 4% Elberf. Stadtanl. v. 19991 4% Remsch Stadtanl.v. 19001 319% Stett. Stadtanl. v. 1899 3½ Wittener Stadtanl. Kursbericht der Berliner Börse vom 2 Ausländische Anleihen. Bukarester Stadtanl. von 1884 dergl. von 1888 150 4½% dergl. von 1895 dergl. von 1898 5% Chines. Anl. von 1896 5% Mexikan, kons. Anleihe von 1899 101.20 bz 4% Oesterr. konv. Rente 99.30 bz6 4% dergl. Goldrente 100.20 bzG Russische Staatsrente 00.00 4% dergl. Anleihe von 1902 92.20 bzB Rumänische Rente von 1896 86.20 bz0 5% dergl. amort. Rente 99.60 bzß 4% Ung. Goldrente(1000 fl.) 100.00 B 4% dergl.(500 fl.) 100.60 G „erk.(100 fl. 190.60 baB 4% dergl. Kronen-Rente 97.70 H 1.70 B Pfandbriefe. 4% Bayer. Handelsbank unkdb. bis 1911 103. unkdb. bis 1912 103. 4% Gothaer unkdb. bis 1909 101. 4% Hamburg. Hyptb.-Bank unkdb. bis 1910 101.90 brG 4% Pr. Bodenkr.-Pfandbr. unkdb. bis 1911 101.80 G 20 C 20 G 50 bzG 02.20 b0 02.90 br6 0 bz( ObIG 4% Preuss. Zentr. Bd. unkdb. bis 1909 1 4% dergl. unkdb. bis 1910 f 3½% dergl. von 1894 3½% dergl. unkdb. bis 1906 3½% dergl. Komm.-Obl. „„unkdb. bis 1906 99.10 biG 4% Pr. Pfandbr. Bk. unkdb. bis 1910 101.60 ba6 4% dergl. unkdb. bis 1912 102.30 bz(! 312% dergl. unkdb. bis 1908 95.75 bz6 3½2% dergl. unkdb. bis 1912 96.60 % Rhein.-Westf. Bd.-Kr. unkdb. bis 1910 1 4% dergl. unkdb. bis 1912 1 312% dergl. unkdb. bis 1908 66. 4% Westd. Bd.-Kr. unkdb. bis 1909 101. 4% dergl. unkdb. bis 1910 10r. 5.6ö biG brG brG G 3½2% dergl. unkdb. bis 1907 G 0 G Eisenbahn-Anleihen. 3½% Berg.Märk. Prt. Dortn 835 4%„ Smolensk abg. 4% Warschau-Wien 3% Italien. Eisenb.-Ob br Dortmund-Gronauer„ 41% Iwangor.-Dombr. Prt. 101.10 bz Mosco-Rjäsan(gar.) 97.00 bz B bg.(gar.) 94.75 bz 100.00 brG Eischb.-OoL. 71.70 hrG 5% Anatol.(gar.) 103.00 bz6 1904, mitgeteilt von der Bergisch Märkischen Banken. Barmer Bank-Verein 123.10G 159.40 Berliner Handels-Ges. Darmstädter Bank Deutsche Bank Diskonto Kommandit Dresdner Bank Essener Kredit Nationalbank f. Deutschl. Reichsbank Rheinische Diskonto-Ges. Schaaffhausen Bankverein 1 bze 152.50 1 5 88546 187.30 121.50 bzG 153.60 bB 134.25 026 0 626 Industrie-Obligationen. 4% Allgem. Elektr. rzb. 100 101.60 G 4% Elberfelder Farbenfabr. rzb. 105, gek. 1. 4. 05. 10 4½% Elektr. Liefer. rab. 105 10 4½% Ges. für elektr. Unt. rab. 108 102.90 bz 4% Hag. Text. rzb. 105 000.00 4½% Höchst. Farbw.rzb. 103 105.70 G 4½% Köln. Gas- u. Elektr. reb. 103 103.00 hz 4% Krupp. Gusest.-F.rzb. 100 102.20 bz 4½% Naphtha-Gola rzb. 100 100.30 br 4% Nordstern 101.80 G 4½% Rombacher Hütte rab. 108 104.75 ds6 4% Westf.Draht-Ind.rzb. 103 102.60 G Brauerei-Aktien. Bochumer Viktoria Dortmunder Aktienbr. „ L ö w e n b r. „ Union Viktoria Germania Dortmund Gevelsberger Isenbeck& Co. Lindenbrauerei(Unna) Müser Langendreer Wicküler Küpper Wiesbadener Kronen bzc br6 15.75b 72.00 brc 3 3 5 3 Industrie-Aktien. Akkumulat.-Fabr. Hagen 209.80 Allgem. Elektr.-Ges. 215.75 Annener Gussstahl Aplerbecker Steink. Arenberger Bergb. Baroper Walzw. Bedburger Woll-Ind Bismarckhütte Bliesenbach Bergw. Bochumer Gusestahl Bösperde Walzw. Charlottenhütte Konkordia Bergb. Konsolidation Bergw. Dortmunder Union C. abg. Verzeichnis der beim Königlichen Standesamt zu Hagen am 1. Juli 1904 beurkundeten Geburten: Fabriktagelöhner Otto Merfeld 1 T. Fabrik schlosser Karl Bald 1 S. Kassengehilfe Otto Klein 1 S. Schweißer Friedrich Löwe 1 T. Schuh machermeister Franz Driller 1 S. Aufgebote: Maschinenmeister Oskar Karl Körber zu Holthausen und Adeline Ida Lorenz zu Hagen. Techniker Robert Otto Dähne zu Cöln=Nippes u. Anna Brinkmann zu Hagen. Fabriktagelöhner Hermann Kreutzmann und Johanna Holzrichter, beide zu Hagen. Sterbefälle: Johann Jakob Weller, Rentenempfänger, früher Puddler, 69 Jahre. August Friedrich, S. v. Fabrikschlosser Heineich Friedrich Steffen, Monat 25 Tage. .90 bz 50 G 50 bz „ 10 br 9.60 bz 53.50 bzG 318.73b2 422.50 brG 84.00b= B 101.25 0 Bank, Hagen. asseldorfer Draht V. „„ St. „ Eisenhütte Ülberfelder Farbenfabr. schweiler Bergw. „ Walzw. riedrichshütte Jeisweider Eisen Gelsenkirch. Bergw. Georg Marienhütte Hag. Gussstahl Stamm-Akt. "„ V o r z.- A k t. Hamburg-Amerika Paketf. Iansa Dampfschiff. Harkort Bergw. St. Prt. Harpener Bergbau Hasper Eisenw. Hörder St. Pr. Lit. A Hösch Eisen& Stahl Kannengiesser Köln. Gas& Elektr. Köln. Müsen Bergw. Königsborn Bergwr. Laurahütte Louise Tiefban „„ St. Prt. Märk. Maschinenbau-Anst. Magdeb. Bergw. Massener Bergbau Meggener Walzwerk Menden und Schwerte Mülheimer Bergwerk 56.50 G 46.50 hr G 105.00 U 540.00 bn 236.90 U 107.00 bzG 112.25 C 216.35# c 105.10 520 Aen 130.00 bzG 198.60 bz 211.00 bzB 141.50 brG 106.60 G 86.50 biG 151.00 bzG 243.50 bz 45.10 b2G 105.00 bzG 90.750 Voerde. 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Kötters Haferzwieback gibt Kindern Wachstum und Gedeiben, Kranken und Genesenden Kraft und Besserung Laut Aussage der Analyse ist derselbe der beste Nährzwieback der Welt. Secmurnung! Man hüte sich vor Nachahmungen meines Es ist ausgeschlossen bei erstklassiger Spezialware, daß von anderer Seite gleichwertige, ebenso gute Ware als Ersatz geliefert werden kann.— Die Bemühungen der Groß=Industrie, in ihrer Fabrikation die Wünsche der Konsumenten zur denkbar größten und geschicktesten Erfüllung zu bringen, wie es dem Kleinbetrieb nicht möglich ist, haben glänzende Erfolge gezeitigt. Es ist z. B bis jetzt noch nicht gelungen, in jeder Beziehung gleichwertige Nachahmung zu schaffen. 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