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Hagener Generalanzeiger j# tausend Stüch nac Iaßgabe der allgemeinen Bedingungen, die in unserem Blatte bereits veröffentlicht worden sind 300 Lkark und die in mierer Haupt=Krpeötion, Gelbergskratze, sederzet eingesechen wadten Bömmn##### Uummer 70. Erstes Blatt. Samstag, den 23. März 1907. 45. Jahrgang arfüm., Nürnberg. Hier: Drogerie, Mittelstraße 4, tker, Coiff., Elberfeldst. 32a. Eine Weltausstellung in Berlin? * In einem Berliner Blatte veröffentlichen die Herren Geheimen Kommerzienräte Goldberger und Ravené zusammen mit dem Geheimen Regierungsrat Dr. Paasche eine Kundgebung zugunsten der Veranstaltung einer JubiläumsWeltausstellung in Berlin im Jahre 1913. Es würden uns also von dem Inslebentreten dieses Projektes immer noch 5 bis 6 Jahre trennen, ein Zeitraum, der keineswegs übermäßig lang ist für die umfangreichen Vorarbeiten, welche die Organisation eines solchen Riesenunternehmens erfordert. Die Berliner Weltausstellung 1913 soll das Jubiläum der 25jährigen Regierung Kaiser Wilhelms II. feiern, ein Friedensfest, zu dem nach einer ein Vierteljahrhundert langen friedlichen Herrschaft der Deutsche Kaiser die Völker der Erde einladet. Fürwahr eine würdige Feier— wenn sie gelingt! Es werden in der erwähnten Kundgebung zugunsten einer solchen Ausstellung eine Anzahl von Gründen geltend gemacht, die in ihrer Bedeutung einander nicht völlig gleichstehen. Immerhin sind aber gewichtige darunter, welche Beachtung verdienen. Allein auch Bedenken tauchen dagegen auf, die nicht verschwiegen werden dürfen. So führen die Herren selbst an, daß bereits für das Jahr 1913 eine Weltausstellung in Gent geplant ist. Man kann doch nicht Beltausstellungen wie Konkurrenzausverkäufe gegeneinander ausspielen. Wenn die flandrische Handelsstadt nicht auf die Priorität ihrer Ausstellung verzichtet, dann wird Berlin kaum mit ihr zu gleicher Zeit in Wettbewerb treten wollen. Eine Weltausstellung ist in erheblichem Maße eine Bürgschaft des Weltfrievens. Es liegt in der Natur der Sache, daß die Großmächte nicht in demselben Zeitraum gewaltige Summen aufwenden, um einen Wettbewerb auf internationalem industriellem Gebiete zu veranstalten, und gleichzeitig einen Krieg planen, der die Früchte dieses friedlichen Wettbewerbs vernichten muß. Deutschland, das so oft von seinen Feinden im Ausland als friedensstörend und kriegslustig verdächtigt und verleumdet wird, kann kaum einen stärkeren Beweis seiner Friedensliebe geben, als eine Weltausstellung, die es in unserer Hauptstadt vorbereitet. Eine Weltausstellung bringt durch ihren großen internationalen Verkehr die Völker einander näher, lehrt sie einander kennen, und fördert das friedliche Verständnis unter ihnen. Aber auch die wirtschaftlichen Vorteile einer internationalen Weltausstellung für die Indutrie und den Handol sind unverkennbar. Daß auch unsere Industrie diese Vorteile zu schätzen weiß, geht aus der von den Herren Goldberger und Genossen betonten Tatsache hervor, daß unsere Industriellen mit großen Kosten die Weltausstellungen des Auslandes beschickt haben und auch wohl fernerhin beschicken werden. Dieser wirtschaftliche Vorteil kann allerdings nicht kalkulatorisch festgestellt werden. Er kann in sehr erheblichem Maße vorhanden sein, auch wenn die Ausstellungsrechnung am Schlusse ein erhebliches Defizit aufweist, wenn die Garantiefondszeichner mit hohen Geträgen herangezogen werden müssen. Der wirtschaftliche Vorteil besteht in viel höherem Maße in der wechselseitigen Berührung der Nationen untereinander, in der damit zusammenhängenden Vermehrung der Geschäftsverbindungen mit dem Auslande, in der Steigerung des industriellen Imports und Exports. Hier liegt unseres Erachtens der Kardinalpunkt der ganzen Berliner Weltausstelungsfrage. Wenn unsere Industriellen sich solche wohltätigen wirtschaftlichen Folgen für die heimische Produktion von einer Berliner Weltausstellung versprechen, wenn sie für eine würdige Beschickung der Berliner Ausstellung zu haben sind und für diesen Zweck größere Geldaufbendungen zu machen sich bereit erklären, wenn lußerdem die Industrie des Auslandes sich in reichem laße an der Beschickung der Ausstellung beteiligen ill, dann kann man ruhig um dieser Vorteile willen einen möglichen finanziellen Mißerfolg der Ausstellung in den Kauf nehmen. Aber gerade daran ist a im Jahre 1892 das Projekt einer Berliner Weltiusstellung gescheitert, und es nützt nichts, wenn die etzigen Befürworter eines gleichen Planes die rmaligen Widersacher nur als partikularistische leider der Reichshauptstadt und als ausstellungsübe Grostindustrielle glauben abtun zu können. kit solchen kleinlichen Gesichtspunkten kann ein firklich lebensfähiges großes Projekt nicht gestört den. Abonniert auf den General=Anzeiger. Westfälisches Cageblatt“ tunlichst zu beschleunigen, damit der regelmäßige Empfang der Zeitung keine Unterbrechung erleidet. Gleichzeitig richten wir auch an alle uns etwa noch fern stehenden Bürger die Einladung:„Abonniert auf den General=Anzeiger. Die politischen Ereignisse der letzten Zeit haben eine entschiedene Wendung in unserer inneren Politik angebahnt. Die Vorgänge unseres parlamentarischen Lebens nehmen daher gegenwärtig das höchste Interesse in Anspruch. Das nächste Quartal wird sowohl im Reichstag wie im Landtag bedeutsame Verhandlungen und wichtige Beschlüsse bringen. Der Kampf des Liberalismus, wieder ein ausschlaggebender Faktor unseres Staatslebens zu werden, wird die parlamentarische Session im Reichs= und Landtag auch nach den Osterferien beherrschen. Der politische Teil unseres Blattes wird sich daher nicht nur auf ausführliche Berichte über die Verhandlungen des Reichs= und Landtages erstrecken, sondern auch in besonderen Betrachtungen die jeweilige politische Situation beleuchten Alle Vorgänge unseres öffentlichen Lebens finden im Leitartikel frische, scharfkritische Behandlung, wie wir auch in Zukunft fortfahren werden, unabhängig von der Regierung und den Parteien freimütig zu allen Begebenheiten Stellung zu nehmen. Tägliche Drahtmeldungen und ständige Mitarbeiter an allen Hauptorten des Auslandes ermöglichen es uns, auch über die dortigen Ereignisse schnellstens zu berichten. Die unpolitischen Tagesereignisse werden schnell und ausführlich aus aller Welt, besonders aber aus Westfalen und Rheinland gebracht. Ein ausgedehnter Stab von Korresvondenten versieht uns täglich mit interessantem Stoffe aus allen Städten und kleineren Orten der Umgegend. Besondere Pflege lassen wir namentlich dem lokalen Teil angedeihen, der hinsichtlich Reichhaltigkeit und Schnelligkeit der Berichterstattung von keiner anderen Zeitung erreicht wird. Wochenplaudereien, Sprechsaal, Briefkasten sind gern gelesene Einrichtungen dieses Teils unserer Zeitung geworden, in dem alle kulturellen, provinziellen und kommunalpolitischen Fragen unparteiisch und gründlich behandelt werden. Die Interessen der Frauen werden namentlich in der neueingerichteren Extrabeilage„Für unsere Frauen“, deren erste Nummer am 20. März erschien, außerdem aber auch im Feuilleton berücksichtigt. Die tägliche Unterhaltungsbeilage„Feierstunden“ bringt reichhaltigen Unterhaltungsstoff, und namentlich größere interessante Romane bedeutender Schriftsteller. Unserer neuester überaus spannender, glänzend geschriebener Roman„Die Liebe eines Prinzen“ wird sicher den Beifall aller Leserinnen finden. Eine weitere Extrabeilage„Für unsere Kleinen“ sorgt für das Unterhaltungsbedürfnis der heranwachsenden Jugend, während die „Hagener Bunte Blätter“, eine buntfarbige, achtseitige illustrierte Wochenschrift, durch Humor und Satyre erfreut. Trotz dieser von keinem anderen heimischen Blatt erreichten Fülle des Gebotenen, ist der General=Anzeiger für hagen und Umgegend Westfälisches Tageblatt im weiten Umkreise das billigste Blatt, denn es kostet nur 50 pfg. pro Monat, mit„Hagener Bunte Blätter 10 Pfg. mehr. Abonnements(am besten umgehend) mündlich oder per Postkarte nehmen unsere sämtlichen Filialexpeditionen und Austräger, sowie alle Postanstalten, jeder Briefträger und unsere Hauptexpedition Hagen, Goldbergstraße 17, entgegen. Es fragt sich nur, ob die Stimmung in industriellen Kreisen seit 1892 auf diesem Gebiete in ihr Gegenteil umgeschlagen ist. Ist das der Fall, dann braucht man sich wahrlich nicht darum zu sorgen, ob bei einer Weltausstellung in Berlin auch oder selbst vornehmlich Droschkenkutscher und Gastwirte Geld verdienen. Diesen Fremdenindustrien ist bei uns ein guter Verdienst zu gönnen, geht er doch regelmäßig Hand in Hand mit einem wirtschaftlichen Aufschwung im ganzen Lande. Wenn man sich von einer Weltausstellung in Berlin für diesen Aufschwung wirklich Gutes verspricht, dann braucht man sich nicht lange um das Problem:„Fachausstellung, Landesausstellung oder Weltausstellung?“ den Kopf zu zerbrechen. Ebensowenig wie man sich durch allgemeine Repräsentationspflichten und durch internationale Etiketterücksichten zu einer teuren Weltausstellung drängen zu lassen braucht, darf man sich in puritanischer Strenge durch den dann stärker werdenden Vergnügungstrubel davon abhalten lassen, eine solche ins Werk zu setzen. Daß Berlin die geeigneten Kräfte besitzt, um eine würdige Weltausstellung zu schaffen, wenn die Vorbedingungen, d. h. die Willfährigkeit der Industrie, dafür vorhanden sind, daß auch die Terrainfrage zweckmäßig gelöst werden kann, steht außer aller Frage. Allerdings müssen an der Spitze eines solchen Unternehmens auch die geeigneten Leute stehen. Daß die eingangs erwähnten Unterzeichner der Kundgebung solche Leute sind, wollen wir nicht bezweifeln. Aber mit ihrem ersten Schritt in die Oeffentlichkeit haben sie insofern keine allzu große Geschicklichkeit bewiesen, als sie sich mit ihrem Manifest nicht gleich zeitig an die gesamte deutsche Presse wendeten, son dern ein einzelnes Parteiorgan zu ihrem Mundstück machten. Es können durch solches Vorgehen leicht allerlei Gegnerschaften hervorgerufen und Störungen verursacht werden. Doch das wird uns selbstverständlich nicht abhalten, den Gedanken weiter zu verfolgen und, sofern er in der heimischen Industrie den erhofften Widerhall findet, mit allen Kräften zu fördern. Die Bauernrevolten in der Moldau dehnen sich nach den heute vorliegenden Meldungen noch immer weiter aus. Telegramme berichten, daß die Stadt Dorohoj von den Bauern vollständig ausgeplündert und niedergebrannt ist; die Bevölkerung ist gepflüchtet. In Cucuteni, wo viele Ungarn wohnen, fand ein Zusammenstoß zwischen Rumänen und Ungarn statt, bei dem vier Ungarn getötet und 30 verwundet wurden. In Belgestie kam es zu einem Kampf zwischen Bauern und Truppen; hierbei wurden 14 Bauern getötet. Auch der Bezirk Folkschanu ist in Aufruhr; die Ortschaft Sulice ist vollständig zerstört. Weitere Berichte, die von Augenzeugen und Opfern der Exzesse herstammen, übermitteln uns folgende Telegramme aus Wien vom 22. cr.: Ein eben aus dem Aufstandsgebiete der Moldau in Czernowitz eingetroffener Kaufmann erzählt:„Iscy war gestern in Paren Negru. Ich hatte nichts davon gewußt, daß die Aufstansbewegung sich auch schon dorthin erstreckt hatte. Kurz vor dem Dorfe kamen mir drei betrunkene Bauern entgegen und machten Miene, mich anzugreifen. Ich rief ihnen entgegen:„Te Tresca! Afar en Judan!“ (Hoch die Rumänen! Hinaus mit den Juden!) worauf sie mich unbehelligt ließen. Ich kaufte mir nun Bauernkleider und passierte so das Dorf. in dem geraubt und geplündert wurde.“ Der Oberrabbiner Rosenberg aus Czernowitz kehrte gestern aus Itztany zurück; er erzählt:„Es ist richtig, daß die Juden aus Borduseni vollzählig geflüchtet sind. Es soll lobend anerkannt werden, daß die österreichischen Zollbeamten in liebenswürdigster Weise den Leuten hilfreich zur Seite standen und eine wahrhaft humane Gesinnung an den Tag legten. Die Zahl der Flüchtlinge beträgt fast 2000; die einheimische Bevölkerung von Itzkany nimmt die Bedauernswerten in großartiger WWeise auf.“ — Aus Sereth wird telegraphiert: Die Pachtung des Ephraim Fischer wurde von den Bauern angegriffen; im Meierhof wurde vandalisch gehaust und der Weinkeller erstürmt, wo sich die Diener= schaft und die Angreifer schwer berauschten. Untersynoutz wird von österreichischer Gendarmerie" und Finanzwache scharf bewacht, den rumänischen Flütchlingen ist der Grenzübergang ohne jede Revision gestattet.— Aus Jassy wird gemeldet: Nach den bisherigen Feststellungen sind 350 Gutshöfe geplündert und verwüstet, außerdem in vielen Städten zahllose Häuser zerstört, und mehr als zehntausend Personen obdachlos.— Der Bahnverkehr kann auf den Hauptstrecken nur unter Militärbedeckung aufrecht erhalten werden.— Bei Dangeni hielten Bauern einen Personenzug an und plünderten die Passagiere. Auf dem Gute der Fürstin Ghika erschienen die Bauern und verlangten den Fürsten zu sprechen. Als ihnen mitgeteilt wurde, der Fürst halte sich in Bukarest auf, telegraphierten sie an ihn, er solle sofort auf seinem Guute erscheinen, widrigenfalls es geplündert würde. Der Fürst antwortete telegraphisch, daß er sofort abreise. Die Ortschaft Tutowa wurde von 300 Bauern vollständig eingeäschert. In Itzkann und Synoutz sind 4000 Flüchtlinge, von denen trotz der Aufopferung der Bevölkerung nur 500 ordentlich untergebracht sind; der Rest muß sich mit Scheunen, Dachböden und Warenlagern begnügen. Es fällt bald Schee, bald Regen, im Freien kann niemand kampieren. Es ist nicht möglich, das nötige Brot herzustellen. Eine amtliche Meldung bestätigt, wie uns ein weiteres Privattelegramm berichtet, daß rumänische Bauern in der Bukowina mit den revoltierenden Nachbargemeinden im Königreich Rumänien fraternisieren und in rumänisches Gebiet eindringen wollen, um an den Plünderungen teilzunehmen Es wurden bereits mehrere Bauern in der Bukowina deswegen verhaftet. Eine weitere Meldung besagt: Nach einer Depesche aus Czernowitz sind die Bauernunruhen bereits bis fast an die österreichische Grenze fortgeschritten, und es wird ihr Uebergreisen auf österreichisches Gebiet befürchtet. Von den Behörden der Grenzstadt Suczawa wurde bereits militärischer Schutz aus Czernowitz verlangt, obwohl 150 Gensdarmen dort stationiert sind. Gestern wurde der rumänische Ort Salcea geplündert und in Paschcanul die Villa Cantacuzenos demoliert. Mehrere Bojaren, deren Güter geplündert wurden, verlangten vom Ministerpräsidenten telegraphisch militärischen Schutz und die Entlassung des Präfekten Vasescu als Urhebers der Exzesse. In Bacau fand ein Kampf zwischen Soldaten und Bauern statt, wobei angeblich 14 Bauern erschossen wurden. 4000 Bauern bedrohen die Stadt Berlad, werden aber am Eindringen durch Truppen verhindert. In Vastau wurden bei einem Kampf mit Bauern die Truppen sehr bedrängt und ihr Kommandant Major Colorio mißhandelt. Erst als die Truppen Verstärkung erhielten, wurden die Bauern zurückgeschlagen. Die Königliche Präfektur in Valan ist durch einen Bauerntrupp eingeäschert. Die beiden Obersekretäre der Präfektur wurden von den Bauern erschossen. Der Präfekt die„N. Fr. Pr.“ meldet, hat die Regierung im Hinblick auf die rumänische Bauernbewegung die Konzentrierung von Gendarmerie an der Grenze der Bukowina und Rumäniens angeordnet und ein staatliches Sanitätsorgan dorthin entsendet. Ueber den gesamten Moldau=Bezirk ist gestern nachmittag das Kriegsrecht verhängt worden. Tagesrundschau. * H a g e n, 2 3. M ä r z. Das Kaiserpaar trifft. mit der Prinzessin Viktoria am 17. April in Homburg ein. Das badische Eisenbahnministerium hat angeordnet, daß die badischen Bahnhofsbuchhändler den „Simplizissimus“ nicht mehr verkaufen dürfen. Der Postdampfer„Erna Wörmann“ mit einem Truppentransport aus Deutsch=Südwostafrika, bestehend aus 22 Offizieren sowie 400 Unteroffizieren und Mannschaften, ist in Cuxhaven eingetroffen. * Die Bauernrevolte in Rumänien nimmt immer größere Ausdehnung an. * Ausführlicheres siehe an anderer Stelle.— Die neuesten Meldungen im Telegrammteil unter„Letzte Nahrichters. Dernburg bleibt Rolonial=Direktor. Von dem Kolonialdirektor Dernburg hatte der „Bresl. Gen.=Anz.“ kürzlich in einem Artikel gesagt, er sei zur Besetzung des in naher Zeit frei werden Westfälisches Tageblatt, General=Anzeiger für Hagen und Umgegeno. den Reichsschatzamts der geeignete Mann, sei aber für das Kolonialamt unentbehrlich. Daraufhin hat Dernburg dem Chefredakteur des„Bresl. Gen.=Anz.“ folgende Erklärung übersandt: In dem Artikel„Personenwechsel in den höchsten Reichsämtern“ werfen Sie die Frage auf, ob es wohl in meinen Wünschen und Absichten liegen möchte, meine gegenwärtige Stelle mit einer andern im Reichsdienst zu vertauschen. Da diese Frage wiederholentlich, ohne daß dazu eine äußere Veranlassung vorliegt, Gegenstand der Besprechung in der Presse gewesen ist, so möchte ich nicht anstehen, zu erklären, daß ich die Aufgabe der Förderung und Entwickelung unserer Kolonien nach keiner Richtung als eine Durchgangsstelle betrachten kann. Ich erachte diese Aufgabe für so wichtig für unsere Volkswirtschaft, daß es nur meinen Wünschen entsprechen kann, solange mir das Vertrauen der dafür maßgebenden Stellen erhalten bleibt, wenn ich meine ganze Kraft diesem Problem widmen darf. Diese Aufgabe ist ihrem ganzen Wesen nach in kurzer Frist nicht zu lösen und bedarf eines eingehenden Studiums, langjähriger Arbeit und vorsichtiger, ungestörter Behandlung, soll sie die Früchte tragen, die ich mit Sicherheit erwarten zu dürfen glaube. Dazu bedarf es aber vor allem, wie ich schon gesagt habe, daß man allgemein vertraut, daß ich dieser Aufgabe auch nicht untren werde. Dieses Vertrauen wird aber gestört durch die fortdauernd in der Presse aufgetauchten Konjekturen, welche endgiltig zu zerstreuen der Zweck dieser Zeilen ist. Die Afrikareise Dernburgs ist neuerdings in sehr wesentlichen Punkten umgestaltet worden. Herr Dernburg wird nun doch Südwestafrika besuchen, aber ohne größere Reisebegleitung. Er wird sich voraussichtlich am 20. Mai in Lissabon einschiffen und zunächst nur mit einem Begleiter in Swakopmund an Land gehen. Von dort aus wird er mit der Ottawibahn nach Ottawi fahren, sich dann nach Lüderitzbucht wenden und dort das Schiff nach Kappstadt besteigen. Von dort gedenkt er mit der Bahn Lorenzo=Marquex zu erreichen. Erst in Daressalam wird er mit den Reisegenossen zusammentreffen, die mit ihm Ostafrika bereisen sollen. Gemeinsam mit ihnen wird er mit der Ugandabahn die Nyanzascen aufsuchen und dann durch das Kilimandscharogebiet nach Daressalam zurückkehren. Festlichkeiten und Empfänge soll sich der Kolonialdirektor dringend verbeten haben. Aus der Duma. In der gestrigen Sitzung der Reichsduma wurde die Debatte über die Bildung einer Hilfskommission zur Abwehr der Hungersnot wieder aufgenommen. Deputierter Roditschew formuliert den Antrag seiner Partei und fügt hinzu, der Minister des Innern, Stolypin, habe im Jahre 1906 in einer Rede in der Duma versprochen, die Uebel der Hungersnot zu beseitigen, habe aber sein Versprechen nicht gehalten. Jetzt sei es an der Duma, alle Anstrengungen zu machen, um die Regierung zur Verwirklichung ihrer guten Absichten zu zwingen, zu denen sie sich hier im Hause bekannt habe.(Beifall im Zentrum.) Roditschew schlägt vor, die zwei Fragen der Unterstützung der von der Hungersnot betroffenen und der sonstigen Unterstützung Arbeitsloser zu trennen. Die von Roditschew gehaltene Rede machte den Eindruck eines bestimmten Programms, wonach die Duma die ihr durch Gesetz vorbehaltenen Rechte ausüben will. Da diese Frage der Regierung hochwichtig erscheint, wohnten der Ministerpräsident, der Justizminister, der Handelsminister, der Finanzminister, der Reichskontrolleur und der Direktor des Notstandsparlaments bei. Die Debatte über den Antrag Roditschew füllt die ganze Sitzung aus. Die Redner der verschiedenen Gruppen formulieren ihre Anträge, aber es redete ein Sozialdemokrat nach dem anderen. Alle greifen die Regierung an und verlangen, daß eine Kommission der Duma in das Hungersnotgebiet geschickt werde, um dem Volke die Augen zu öffnen über die unheilvolle Politik der Regierung. Josef Hessen von der Kadettenparte erklärt, die wahre Absicht der Sozialdemokraten bei ihrem Vorschlage der Entsendung einer Kommission sei nur, das Volk aufzuwiegeln, und fragt, wer denn die Verantwortlichkeit übernehmen solle für die als Folge neuer Erhebungen zu erwartenden Repressalien. Zum Schluß der Debatte steigt der Ministerpräsident auf die Rednertribüne und gibt Erklärungen ab über die der Duma gesetzlich zustehenden Rechte. Er gibt zu, daß die Gesetzgebung über die Organisation des Hilfsdienstes zur Bekämpfung der Hungersnot mangelhaft sei, und erklärt sich bereit, in Zukunft in bezug auf diese Hilfe jede gewünscht: Auskunft zu erteilen. Als Antwort auf die in der Duma heute eingebrachten Interpellationen zu diesem Gegenstande werde die Regierung einen Bericht über die bis jetzt ergriffenen Maßnahmen vorlegen. Mit dem Antrage Roditschew sei die Regierung voll und ganz einverstanden.(Große Bewegung und lebhafter Beifall, hauptsächlich bei den Kadetten.) Darauf wird der Antrag Roditschew mit großer Mehrheit angenommen. DEUTSCESEE REICH Zur braunschweigischen Regentschaftsfrage. Zu der Meldung der Braunschweigischen Landeszeitung, daß der Regentschaftsrat den Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg dem Landtag als Regenten des Herzogtums vorschlagen werde, sind die amtlichen Braunschweigischen Anzeigen vom braun schweigischen Ministerium ermächtigt, ein: Erklärung zu veröffentlichen, in der es u. a heißt: Es hat bis jetzt weder im Regentschaftsrat, noch in der Landesversammlung, noch im Ministerium, noch in der letzten geheimen gemeinschaftlichen Sitzung des Regentschaftsrats und der staatsrechtlichen Kommission des Landtags irgendeine entschei dende Stellungnahme zu dem Vorschlag und der Wahl eines Regenten stattgesunden. Auf welche Persönlichkeit sich der Vorschlag und die Wahl rich ten wird, ist noch völlig ungewiß. Die Erklärung weist ferner darauf hin, daß die erwähnte Meldung in einer Fassung verbreitet sei, die dem Inhalt der vertraulichen Verhandlungen zwischen der Regierung und der staatsrechtlichen Kommission nicht entspricht. Für die geistliche Schulaussicht trat bei den jüngsten Debatten des Abgeordnetenhauses der Abg Pastor Heckenroth, Vertreter von Neuwied=Alten kirchen als Wortführer der konservativen Partei mit besonderem Eifer ein. Der„Köln. Ztg.“ wird zur Naturgeschichte dieses Herrn nun aus dessen Wahl kreise geschrieben: Als 1903 Heckenroth an die natio malliberalen Kreise in Altenkirchen=Neuwied mit der Bitte herantrat, ihn zum Landtagsabgeordneten zu wählen, erklärte er, daß er ein Gegner der geistlichen Schulaussicht sei. Auf den Hinweis, er habe doch vor nicht langer Zeit im Kreise seiner Amtsgenossen den entgegengesetzten Standpunkt vertreten, erwiderte Heckenroth, er habe seine frühere Ansicht gegen eine bessere vertauscht. Er sei zu einem sol chen Gegner der geistlichen Schulaussicht geworden daß er aus der konservativen Partei eher austreten als aus Gründen der Parteidisziplin für die Beibehaltung der geistlichen Schulaussicht stimmen werde.— Die Wandlungsfähigkeit des Abg. Heckenroth, der jetzt wieder zu seiner ersten Liebe zurückgekehrt ist, ist wirklich recht respektabel. Der Krieg in Zentralamerika. Der Konsul der Vereinigten Staaten in Managua meldet, daß nach den Angaben der Regierung von Nicaragua die Truppen von San Salvador und Honduras in der Schlacht bei Namisiguc 1000 Tote hatten. Nicaragua hat 20000 Mann im Felde und beabsichtigt, schleunigst gegen Teguzigalpa vorzugehen. Staatssekretär Root empfing heute die Gesandten von Costarica und Nicaragua. Es heißt, er habe ihnen nachträglich nahegelegt, daß es ratsam wäre, den gegenwärtigen Krieg schnellstens zu beendigen, da er in alle anderen zentralamerikanischen Staaten einzudringen drohe. Es sei fast sicher, daß eine Fortsetzung des Krieges zur Anwesenheit von europäischen Kriegsschiffen in den dortigen Gewässern und möglicherweise zu einer Intervention zum Schutze der in Zentralamerika wohnenden Europäer führen würde. Die Sünden des Bürgermeisters von Sau Fraucisco beschäftigen das Gericht in Francisco seit Mittwoch. Schmitz, der noch vor fünf Jahren im Orchester des Columbiatheaters die erste Geige spielte und von seiner bescheidenen Gage leben mußte, besitzt heute ein palastähnliches Haus und gilt als Millionär. Seine Ankläger, unter denen sich der reiche Bankier und„Zuckerkönig“ Rudolf Spreckels befindet, der Schmitz seit Jahren von Detektivs auf eigene Kosten beobachten ließ, behaupten nun, daß der Bürgermeister sich dieses Vermögen erwarb, inem er sich von allen Konzessionären und Lieferanten der Stadtgemeinde beträchtliche Provisionen zahlen ließ. Außer dem Bürgermeister sind noch achtzig Gemeinderäte angeklagt, Bestechungsgelder angenommen zu haben. Es heißt, daß die United Reynold=Eisenbahn jedem Gemeinderatsmitglied die Summe von 40000 Dollars, sowie den Bürgermeistern Schmitz und Rouef je 250 000 Dollars habe zustellen lassen. Die Affäre ruft ungeheure Bewegung in den Vereinigten Staaten hervor, die Blätter erklären, es sei dies der größte Skandal, der in Amerika je vorgekommen. Stadtverordneten=Sitzung in Gevelsberg. 1 Gevelsberg, 22. März. In der heute nachmittag unter dem Vorsitze des Bürgermeisters Knippschild tagenden Sitzung des Kollegiums wurde die Beratung des Etats für 1907 fortgesetzt. Vor Eintritt in die Tagesordnung ergriff der Vorsitzende das Wort und führte aus, daß in der letzten Stadtverordnetensitzung Beigeordneter Schulte ihn in unpassender Form interpelliert habe. Im Interesse der Stadt und der Verwaltung habe er(Redner) die baulichen Aenderungen vornehmen lassen, weil ihm gesagt wurde, es koste nichts mehr. Er werde doch nicht die Stadt auf Kosten treiben. Hierauf wurde der Etat der Realschule, der einen festen Zuschuß von 12786 Mk. und einen veränderlichen von 8100 Mark von der Stadt erfordert, weiter beraten. Der Etat wurde auf 64 355 Mark festgesetzt.— An Beiträgen zu den Kreisbedürfnissen sind statt 24000 Mark 27000 Mark eingesetzt. Es wurde dem Antrage des Herrn Backhaus entsprechend einstimmig beschlossen, wegen der Erhöhung von 19 auf 20 Prozent den Beschwerdeweg zu beschreiten. Im Etat sind zwei Anleihen von je 216,000 Mark für Vergrößerung des Wasserwerkes etc. vorgesehen. Es sind dafür die Zinsen von ca. 13000 Mark eingesetzt. Da die Arbeiten noch nicht ausgeführt werden, soll der Betrag gestrichen werden. Bei der nunmehr erfolgten 2. Lesung werden die Wünsche über mildere Handhabung bei Polizeistrafen nochmals betont.— Für die Veteranen wird aus den durchlaufenden Ausgaben ein Steuererlaß von 200 bis 300 Mark für die unteren Stufen bewilligt. Beim Wasserwerk führt der Vorsitzende aus, daß die Bakterienzahl, nachdem die Hochflut vorüber ist von 2800 auf 216 pro Kubikzentimeter gefallen ist. Um Kalamitäten vorzubeugen, wenn wieder ein so trockener Sommer wie im vorigen Jahre eintreten sollte, wird am Wuvvermannschen Hofe ein Hochreservoir errichtet werden. Der Kostenanschalg dafür beträgt 80 000 Mark. Darüber wird noch nähere Vorlage erfolgen. Der Gemeindefehlbetrag wurde von 327379,87 Mk. um 12000 Mark herabgesetzt. Die Steuersätze sind, trotzdem man von der Gebäudesteuer 5 Prozent herabsetzen wollte, dieselben geblieben und zwar werden erhoben je 200 Prozent der Grund=, Gebäude= und Gewerbesteuer und 210 Prozent Zuschlag zur Ein kommensteuer. Der Verbindungsweg zwischen Haßlinghauserund Mittelstraße wird ausgeführt, da die Apjazenten die Kosten aufbringen. Die Schäden am Reiterstandbild auf Hohensyburg. Wir haben bekanntlich in unserer Nummer 68 vom Donnerstag, 21. März, zur Information des Publikums auf die Tatsache aufmerksam gemacht, daß das Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. durch die Witterung derart beschädigt sei, daß die Befürchtung bestehe, das Bildwerk könne eines Tages vom Sockel stürzen. Wir haben darauf hingewiesen, daß diese Mitteilung auf Grund von an amtlicher Stelle eingezogenen Erkundigungen gemacht wurden Trotzdem sieht sich der Landesbauinspektor Baurat Schmidts veranlaßt, der„Hag. Ztg.“ folgende Mitteilung zu machen: „Das Reiterstandbild auf Hohensyburg ist ge brochen“. Unter dieser Spitzmarke bringt das „Westfälische Tageblatt“ eine Mitteilung, die geeignet ist, völlig falsche Vorstellungen über den Zustand des Reiterstandbildes zu erwecken.“ Herr Baurat Schmidts irrt sich, denn er muß doch wissen, daß selbst der Landeshauptmann zum Ausdruck gebracht hat, daß die Beschädigungen der art sind, daß sie zu Befürchtungen Anlaß geben. Weiter sagt der Baurat Schmidts in seiner Mit teilung: „Richtig ist, daß der dünne Bronzeguß des rechten Vorderfußes und des linken Hinterfußes des Pferdes kurz oberhalb des Huses gebrochen ist (Also doch gebrochen! D. Red.) und, in der Nähe betrachtet, wahrnehmbare Risse zeigt. Der rechte Hinterfuß hat sich von dem Wulst der Kupferplatte, auf welchem er mittels Flacheisen und Schraubenbolzen befestigt ist, abgehoben, so daß der Huf etwa 5 Zentimeter von dem Wulst absteht. Daß der ge brochene rechte Vorderfuß des Pferdes bereits um 20 Zentimeter gesunken sei, ist unrichtig.(Da hat Herr Schmidts recht, denn nicht der rechte, sondern der linke Fuß hat sich gesenkt, was Herr Schmidts auch indirekt zugibt, indem er sagt, daß sich der rechte Hintersuß des Pferdes um 5 Zentimeter gehoben hat.— D. Red.) Dem unbefangenen Beschauer des Standbildes wird es schwer fallen, etwas besonderes an dem Bildwerk zu entdecken, obwohl die genaue Untersuchung zeigt, daß die Spitze der Reiterfigur sich um etwa 20 Zentimeter aus der Lotrechten nach Osten herübergeneigt hat. Lediglich um den heftigen Schwantungen des Reiterstandbildes zu begegnen und eine genaue Untersuchung der Verankerung desselben zu ermöglichen, soll das Bildwerk gegen den Erdboden abgestützt werden. Fundament und Sochel sind vollständig ohne Beschädigung.“ Wir erhalten über die Angelegenheit noch folgendes Gutachten eines Sachverständigen: Die Kunde von der ohne Frage erheblichen Beschädigung des Reiterstandbildes kann einen genauen Kenner des Denkmals nicht überraschen. Daß die Figuren schwanken, ist an sich nichts Auffallendes, denn das tun auch die Standbilder vieler anderer größerer Denkmäler, ohne daß Anlaß zu irgendwelcher Besorgnis vorliegt. Die Fundamente bleiben fest, nur die Oberkörper der Figuren zeigen kleine Schwankungen infolge des sie treffenden Winddruckes und der zwar nur geringen Elastizität der Bronzemasse. Was in Hohensyburg beinahe zur Katastrophe geführt hätte, ist die äußerst ungünstige Aufstellung des Reiterstandbildes. Auf dem Hohensyburg=Berg herrscht meist scharfer Westwind und dieser trifft das Reiterstandbild auf der ganzen rechten Seite fast im rechten Winkel. Bei starkem Winde wird der Schwerpunkt des Reiterstandbildes von Westen erheblich nach Osten, d. h. nach Westhofen zu gerückt. Aber gerade hier — nach Osten— befindet sich ein dringend notwendiger Stützpunkt weniger. Hier befindet sich nämlich der erhobene linke Vorderfuß des Pserdes. Die starken Stürme der letzten Wochen haben dazu geführt, daß durch die Schwankungen des Standbildes die dem fehlenden Stützpunkt gegenüberliegende Stütze, also der rechte Hinterfuß, aus seinem Verbande mit der darunter befindlichen Bronzeplatte gelöst wurde. Die Schwankungen wurden jetzt— nachdem nur 2 Ruhepunkte für das Standbild(rechter Vorderfuß und linker Hinterfuß) noch vorhanden waren, sehr stark, sie mußten nunmehr mit Sicherheit zur Zerstörung der beiden noch befestigten Füße führen. Tatsächlich ist der Bronzeguß des rechten Vorderfußes und des linken Hinterfußes oberhalb des Hufes abgebrochen, wie auch aus der Mitteilung des Herrn Bauinspektors Baurat Schmidts hervorgeht. Eine sofortige Abstützung des Reiterstandbildes war unbedingt nötig, weil sonst das Umkippen und Herabstürzen des Bildwerkes drohte. Um eine eingehende Untersuchung vornehmen zu können, war die Abstufung nicht nötig, sondern nur einzig und allein der drohenden Gefahr halber. In dieser Behauptung muß ich auch gegenüber der beschwichtigenden Mitteilung des Herrn Landesbau=Inspektors festhalten. Es ist übrigens vor 3—4 Jahren bereits erwogen worden, auf welche Weise dem erhobenen linken Vorderfuß des Pferdes ein geeigneter Stützpunkt zu geben sei und so dem schon damals wahrgenommenen erheblichen Schwankungen des Standbildes ein Ende bereitet werden könne. Sämtliche in dieser Beziehung gemachten Vorschläge ließ man aber fallen, weil man eine Beeinträchtigung der Denkmalsansicht befürchtete. Die in der Mitteilung des Herrn Schmidts zugegebene Abweichung der Spitze des Stands von der Lotrechten nach Osten zu um rund 20 Zentimetr hat notwendiger Weise eine ebenso große Senkung des erhobenen linken— nicht wie in Nr. 68 d. Blattes irrtümlich berichtet, des rechten— Vordersußes herbeigeführt, welche nicht eingetreten wäre, wenn dieser linke Vorderfuß einen festen Stützpunkt gehabt hätte. Uebrigens zeigen auch die übrigen 4 Standbilder des Denkmals bei starkem Winde Schwankungen. Besonders stark sind dieselben bei den Standbildern des Prinzen Friedrich Karl und des Kronprinzen, wohl aus dem Grunde, weil diese Figuren nicht den starken Unterkörper haben wie die Standbilder Bismarcks(mit großen Kürassierstiefeln angetan) und Moltkes(im Mantel). Schäden haben sich bei diesen Figuren bis jetzt noch nicht herausgestellt, ob es so bleibt, wird die Zeit lehren. Sch. * Hagen, 23. März. * Kommunales Elektrizitätswerk. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung erklärte man sich im Prinzip mit folgenden Vergebungen von Arbeiten einverstanden: Schornstein 60 Meter hoch und 3.50 Meter obere lichte Weite an die Firma Custodis=Düsseldorf für 22000 Mark; Laufkrahn Firma Stuckenholz= Wetter für 17000 Mark; Kesseleinmauerungen Firma Eckardt u. Hotop=Köln für 15000 Mark; Gleisanschluß der Firma Schüller=Herdecke für 75000 Mark; Umformer der Firma Brown, Voveri u. Co.=Mannheim für 6000 Mark.— Ferner wurde beschlossen, daß die 10000 Volt=Kabel und die 3000 Volt=Kabel für die Versorgung der Industrie sofort von der„Mark“ in einen Graben gelegt werden. Die Arbeiten sollen in den nächsten Tagen beginnen. Der Tarif für die Industrie wurde im Prinzip festgelegt. Für die Gewinn= und Verlustrechnung des abgelaufenen Geschäftsjahres wurde eine Prüsungskommission gewählt. * Osterferien. In den Volksschulen der Stadtbezirke beginnen mit dem morgigen Palmsonntag die Österferien. Sie dauern bis zum Montag, 8. April In den ländlichen Bezirken dagegen beginnen die Ferien erst am nächsten Donnerstag, 28. März. Das Schuljahr der höheren Schulen schließt gleichfalls erst am Mittwoch, 27. März. Der Unterricht beginnt in den höheren Schulen wieder am Dienstag, 16. April. Der Direktor der Oberrealschule bittet uns darauf aufmerksam zu machen, daß er sich von heute an bis zum 15. April in Frankreich aufhält, daß daher an ihn persönlich nichts zu adressieren ist, sondern nur an die Direktion der Oberrealschule oder an Herrn Professor Eiben, der ihn amtlich vertritt. * Ausstellung von Knabenhandarbeiten. Am morgigen Sonntag findet im Rathause, Zimmer 44, nachmittags von 3—6 Uhr eine Ausstellung der Knabenhandarbeiten statt. * Eine wichtige Neuanlage hat unser Tiefbau amt in Ausführung des jüngsten Stadtverordneten beschlusses im neuen Stadtteil jenseits der Volme in Angriff genommen. Es wird nämlich der südEstlich gelegene Bürgersteig der Fleierstraße, von der Heinitzstraße ab aufwärts mit Bordsteinen versehen und mit Zementplatten befestigt. Auf dem oberhalb der Privatklinik von Dr. Hiltrop gelegenen Terrait das bis zur Kreishausstraße hinauf auf Veraulassung der Stadt zwecks Schaffung eines freien Platzes erworben wurde, ist man eifrig damit beschäftigt, hübsche gärtnerische Anlagen und damit eine Zierde für jenen Stadtteil zu schaffen. Man wird dem Tiefbauamt, das in den letzten Jahren viel des Guten seschaffen hat, für diese Neuanlagen, insbesondere ür die Verbesserung obigen Kommunikationsweges Dank wissen. * Unseres Heilandes Erdenwallen. Die letzte Aufführung des geistlichen Festspieles findet, wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich ist, am morgigen Sonntag im katholischen Gesellenhause statt. Militäranwärter=Verein. Am Sonntag, den 17. ds. Mts., nachmittags 4 Uhr, fand im Weidenhofe, wie schon gemeldet, eine bis auf den letzten Platz besuchte Versammlung des Zweigvereins Hagen des„Bundes deutscher Militär=Anwärter“ statt, zu welcher auch der Ehrenvorsitzende des Bundes, Generalmajor von Kloeden=Wiesbaden erschienen war. Die Versammlung wurde, wie uns jetzt der Vorstand mitteilt, vom 1. Vorsitzenden mit einem begeistert ausgenommenen Kaiserhoch eröffnet, und kurz hierauf dem General das Wort zu seinem annähernd zweistündigen Vortrag erteilt, welchem die Versammlung mit der größten Aufmerksamkeit und Interesse folgte. Der Vortrag erstreckte sich im Besonderen auf die Bekämpfung der langen Diätarzeit von 3—5 Jahren vor der endgiltigen Anstellung der Militäranwärter, Anrechnung von 3 Jahren auf das Besoldungsdienstalter, wie dieses bereits mit den bei der hiesigen Stadtverwaltung angestellten Militäranwärtern erfolgt. Hierdurch würde die Ungerechtigkeit den Zivilanwärtern gegenüber, welche im Durchschnitt 6—10 Jahre und mehr früher in den Genuß des Höchstgehaltes kommen, aus dem Wege geschafft werden. Während die Militäre anwärter größtenteils erst mit dem 32.—35. Lebensjahre aus dem Militärdienst ausscheiden und nach einer 3—5jährigen Dienstzeit zur Anstellung gelangen, kommen die Zivilanwärter sehr häufig schon mit dem 26. Lebensjahre zu ihrer Anstellung. Während des Vortrages erschien auch unser 1. Bürgermeister Cuno, der später in seiner Eigenschaft als Reichstagsabgeordneter das Wort ergriff, um zu den Wünschen der altgedienten Soldaten Stellung zu nehmen und zum Ausdruck brachte, die berechtigten Wünsche im Reichstage, soweit es in seinen Kräften steht, zur Sprache zu bringen. Auch diesem Redner wurde reicher Beifall gezollt. Nach dem Vortrage ließ sich der General die in seinen früher befehligten Truppenteilen gedienten Soldaten vorstellen und unterhielt sich längere Zeit mit ihnen. Später ergriff auf Veranlassung des Generals Herr Streit noch einmal das Wort über die Hebung des Unteroffizierstandes, welches ebenfalls mit großem Beifall von der Versammlung ausgenommen wurde. Nachdem die Zeit der Verabschiedung gekommen war, ergriff nochmals der 1. Vorsitzende das Wort, dankte im Namen der Versammlung dem General für seinen Besuch, brachte das Hoch auf ihn aus, worauf die Versammlung stehend das gemeinschaftliche Lied „Ich hatt' einen Kameraden“ sang. Hierauf dankte der General für den schönen Empfang in Hagen, verabschiedete sich mit herzlichen Worten von den Versammelten, während die Musik„Däuß i denn, muß denn zum Städtle hinaus“ spielte. Nach der Verabschiedung fand ein Kommers statt, der die Mitglieder mit ihren Damen noch bis Mitternacht zusammenhielt. Daß der Verein einen guten Ruf genießt, zeigt, daß an diesem Tage sich 24 noch fernstehende Herren zur Aufnahme meldeten. * Der Hagener Landwehr=Unterstützungsverein veranstaltet morgen abend 7 Uhr im Vereinslokale bei Herrn Franz Stüben für seine Mitglieder einen Familien=Abend. Außer Musikvorträgen u. a. wird Kamerad Schmiedeknecht einen Vortrag über Metz und Gravelotte halten. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwünscht. e2. Felke=Verein. Herr W. Zähres=Kettwig, Vertreter der Pastor Felkeschen Heilweise, hielt gestern Abend im großen Saale des Weidenhofs vor einer zahlreichen, aus Damen und Herren bestehenden Zuhörerschaft einen durch Lichtbilder unterstützten Vortrag über:„Die Diagnose aus den Augen.“ Das Publikum hatte vorher eine Geduldsprobe zu bestehen, denn der auf 8½ Uhr angesetzte Vortrag begann erst um 9¼ Uhr. Nach einer kurzen Einleitung gab der Redner zunächst einiges über die Geschichte der Augendiagnose, die noch eine junge Wissenschaft sei. Sie habe viele vorurteilsfreie Anerkennung gefunden, aber auch viele scharfe Gegner. Redner zeigte dann im Lichtbilde die natürlichen und unnatürlichen Farben der Regenbogenhaut, sowie Form und Aussehen der Organschäden. Alle angewendeten Medikamente seien in den Augen festzustellen, ferner die Schäden der Impfung, des Morphiums, Oviums etc. An Hand von 15 selbstgezeichneten Augenpaaren gab er dann noch ein Orientierungsbild, die Deutung der Farbe, der Dichtigkeit und der Organschädenzeichen. Es gehöre eine große Beobachtungsgabe dazu, solch ein Orientierungsbild zustande zu bringen. Zum Schluß des um ½12 Uhr beendeten Vortrages zeigte er das Bild des größten Augendiagnostikers, Pfarrer Felke, und sprach die Hoffnung aus, daß der so viel geliebte und vielgehaßte Mann noch lange zum Segen der Kranken wirken möge. Die Zuhörer spendeten dem Redner lebhaften Beifall. * Aus Rache zum Brandstifter. Gestern Nachmittag steckte in einer Wohnung an der Weidestraße ein Mann ein Bett vorsätzlich in Brand und zertrümmerte außerdem verschiedene Möbel. Es haudelte sich um einen Rachcakt, der sich gegen den eigenen Bruder richtete. Die Polizei nahm den Brandstifter fest. Er ist bereits längere Zeit arbeitslos. n Gelddiebstahl. In der Nacht zum Freitag ist ein Dieb durch das offengelassene Fenster eines kleinen Hauses an der Iserlohnerstraße gestiegen. Ohne von jemanden bemerkt zu werden, hat er aus einem Schranke den Geldbetrag von 150 Mark gestohlen. Der Täter konnte noch nicht ermittelt amerikanische Detektiv=Compagnie spielt gegenwärtig wieder im Viktoriasaal. Gestern abend gelangte wiederum die sensationelle Detektiv=Komödie die„Geheimnisse des dunklen NewVork“ zur Aufführung. Es ist nicht anders zu sagen: Die Künstler tun im vollen Umfang ihre Schuldigkeit. Es ist ein ganz eigenartig packendes Spiel. Es ist eigentlich Leben auf der Bühne. Und dazu der Inhalt des Stückes: Dieses Bild aus dem „Arbeitsgebiet“ der mit raffiniertester Verschlagenheit zu Werke gehenden Verbrecher Amerikas. Wer eine kräftige Anregung für seine Nerven haben muß, der mag sich das Spiel ansehen; er wird jedenfalls vollkommen befriedigt werden. Gestern abend, nahm das Publikum die Darbietung mit lebhaftem ew Ueber den Dienstaustritt und die Kündigung der Dienstboten herrscht vielfach Unklarheit, so daß eine Rechtsbelehrung hierüber wohl am Platze ist. Ist der Dienstbote für eine bestimmte Zeit gemietet (z. B. ein Mädchen oder ein Knecht wird für ein Jahr oder ein Vierteljahr oder einen Monat gemietet), so endigt das Dienstverhältnis nicht, wie gewöhnlich angenommen wird, ohne weiteres mit dem Ablauf der verabredeten Zeit(es sei denn, daß dies ausdrücklich vereinbart wird), sondern es bedarf der vorherigen gesetzlichen Kündigung, sonst läuft der Vertrag stillschweigend weiter auf ein Jahr, ein Vierteljahr oder einen Monat, je nach der Zeit, für welche man den Dienstboten angenommen hat. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt bei städMachen, bei ländlichem Gesinde 3 Monate vor Ablauf der Dienstzeit. Ist aber das Gesinde, einerlet ob städtisch oder ländlich, monatweise gemietet, so hat die Kündigung spätestens am 15. des Monats zu erfolgen. Ist der Dienstvertrag auf eine unbestimmte Zeit eingegangen, ist also über die Dauer der Dienstzeit nichts bestimmtes vereinbart, so gilt nach den gesetzlichen Vorschriften das städtische Gesinde für ein Vierteljahr, das ländliche dagegen für ein ganzes Jahr gemietet. Auch hier muß gesetzlich gekündigt werden, soll der Vertrag nach Ablauf der erwähnten Zeit nicht stillschweigend weiterlaufen. Eine bestimmte Form für die Kündigung ist nicht vorgeschrieben. Der Dienstbote braucht z. B., wenn er kündigen will, der Herrschaft gegenüber nur seinen Willen zum Ausdruck zu bringen, daß er nicht mehr bleiben will, oder sein Dienstbuch zu verlangen, welches er ja zum Aufsuchen eines neuen Dienstes haben muß.— Ueber die Frage, wer zum städtischen und wer zum ländlichen Gesinde zählt, kann man geteilter Ansicht sein. Neuerdings nennen die meisten Juristen städtisches Gesinde solches, welches bloß zu häuslichen Verrichtungen bestimmt ist, und„Landgesinde“, solches, welches zur Landwirtschaft gebraucht wird, während früher das Obertribunal entschied, daß der Ort wo, und nicht die Art und Weise, wie gedient wird, für die Frage, ob ländliches oder städtisches Gesinde, maßgebend sei. O Haspe, 22. März.(Ein aufsehenerregender Vorfall) konnte heute mittag gegen 1¼ Uhr an der Ueberfahrt der Ennepetalbahn an der Tillmannsstraße von Passanten beobachtet werden. Der um diese Zeit in der Richtung HagenAltenvoerde fällige Personenzug näherte sich unter fortwährendem Läuten der genannten Ueberfahrt, als ein hiesiger Fuhrknecht mit seinem Fuhrwerk und einem an dieses noch angehängten Wagen noch über die Gleise fuhr, trotzdem der Zug schon auf 50 Meter herangekommen war, als der Knecht vor dem Hause Tillmannsstraße 18 hervorkam und die Herannäherung des Zuges und das Läuten der Lokomotive bemerken mußte. Der Aufmerksamkeit des Lokomotivführers ist es zu danken, daß der Knecht und sein Fuhrwerk nicht zermalmt wurden, er gab sofort Gegendampf, sodaß der Zug gerade zum Stehen gebracht wurde, als das Pferd und der Wagen auf dem Gleise standen. So ist es der Geistesgegenwart des Lokomotivpersonals zuzuschreiben, daß ein Unglück verhütet wurde. Der Name des Knechtes wurde vom Zügführer sofort notiert. Es wird wohl ein Verfahren wegen Transportgefährdung eingeleitet werden. Snmisches Tageviktt, General=Anzeiger für Hagen und Umgegend. kommenden Männern, die Frau den Fluten zu entreißen. Sie war jedoch bereits tot. es Düsseldorf. 22. März.(Schrecklicher Selbstmord.) Heute morgen sollte vor der hiesigen Strafkammer gegen den hier wohnenden Arzt Dr. med. Weisbrod wegen Erpressungsversuchs verhandelt werden. Die Verhandlung fiel jedoch der Vertagung anheim, da der als Hauptbelastungszeuge geladene Amtsrichter Dr. Heimuth aus Bialla in Westpreußen auf schreckliche Weise Selbstmord verübte. In der Nähe des Hauptbahnhofs warf er sich heute vor einen Schnellzug, der den Körper des Unglücklichen in zwei Teile zerschnitt. Weisbrod soll Erpressungsversuche an dem Selbstmörder begangen haben, und zwar auf Grund von Briesen, die er infolge seiner Beziehungen zu der Frau des Toten In Köln. 22. März.(Kein Rücktritt.) Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, entbehren die Gerüchte, welche über den Rücktritt des Oberbürgermeisters Becker laut wurden, und die auch der Oberpräsident in seiner Rede gelegentlich des Ständeessens berührt haben soll, jeder Begründung. t Westhosen, 22. März.(Verlängerter Geschäftsverkehr.) An den letzten 6 Werktagen vor Ostern, also von Montag ab, dürfen die Geschäfte bis 10 Uhr abends für den Verkauf geöffnet bleiben. Wir machen unsere Geschäftsleute und auch die hiesigen Bewohner hierauf besonders aufmerksam. ti Schwerte, 22. März.(Selbstmord.) Ein Krankenwärter, dem im hiesigen evangelischen Krankenhause infolge Blutvergiftung die rechte Hand amputiert werden sollte, hat sich heute vormittag aus Furcht vor den Folgen der Operation erschossen, nachdem er zuvor auf einen Patienten, der ihn von der unseligen Tat abhalten wollte, einen Schuß abgegeben und ihn so zur Flucht aus dem Zimmer gezwungen hatte.„ p Garenfeld, 22. März.(Selbstmord) verübte heute morgen die Ehefrau O. am Gavenfelder Ufer wohnhaft, auf eine schreckliche Weise, indem sie sich mit ihrem Brotmesser den Hals förmlich durchgeschnitten hat, sodaß der Tod auf der Stelle eintrat.— Die Frau litt seit längerer Zeit an einem innerern unheilbaren Leiden Es dürfte wohl hierin die Ursache zu der schrecklichen Tat zu suchen sein. Es war ein schauriger Anblick, wie die Frau blutüberströmt in ihrem Bette mit zurückgebeugtem Kopfe und durchschnittener Kehle, das Brotmesser krampfhaft in der rechten Hand haltend, aufgefunden wurde. w Witten, 22. März.(Sprengstoffladung umgekivpt.) Auf der Kesselstraße kippte der mit Dynamit beladene Wagen eines Unternehmers aus Bommern infolge Deichselbruches auf das Straßenpflaster. Obwohl der Wagen mit seinem Vorderteil etwa einen Meter tief fiel und mit ziemlicher Wucht auf das Pflaster aufstieß, kam kein Unglück vor. Das Dynamit, eine beträchtliche Ladung, mußte in einen anderen Wagen umgefrachtet werden. w Witten, 22. März.(Schwindlerin.) Aus Münster wird berichtet, daß dort dieser Tage eine gut gekleidete Frauensperson angeblich im Auftrage der Wittener Sanitätskolonne für die durch die Wittener Roburitkatastrophe geschädigten Bewohner von Witten und Annen gesammelt habe. Es handelt sich um einen Schwindel. Die Frauensperson trug einen an die Kopfbedeckung der weiblichen Mitglieder der Heilsarmee erinnernden Hut. Da sie möglicherweise auch in anderen Städten ihr Glück mit dem Schwindel versuchen wird, so wird vor ihr seitens der Polizeibehörde gewarnt. —0— Bochum, 22. März. Auf der Zeche Engelsburg gerieten heute abend zehn Uhr bei der Förderung zwei Bergleute zwischen Schachtzimmerung und Förderkorb. Dem einen wie dem andern wurden beide Beine vom Körper getrennt. Man brachte die Verunglückten ins Krankenhaus Bergmannsheil. = Hattingen, 22. März.(In die Ruhr gesprungen.) In Mühlenwinkel sprang heute nachmittag eine etwa 50jährige Frau in die hochgehende Ruhr. 500 Meter weiter in Höhe von Birschelsmühle gelang es einigen im Kahn hinzuTZIE DEVESG Furchtbare Brandkatastrophe. Neun Kinder verbrannt. - Odessa. 22. März. Während einer Wohltätigkeitsvorstellung im Saal des Hotel St. Petersburg. in dem die Feerie„Schneeflocken“ aufgeführt wurde, worin Kinder im Alter von etwa zehn Jahreu mitwirken, fingen plötzlich die Watteflocken, mit denen ein Kind behangen war. Feuer. In wenigen Augenblicken war die ganze Bühne ein Feuermeer. Unter den Zuschauern brach eine furchtbare Panik aus. Es spielten sich erschütternde Szenen ab. Die Kinder schrien herzbrechend um Hilfe. Alles hatte den Kopf verloren. Nenn Kinder verbrannten, zehn sind schwer verletzt. Einige Mütter sind vor Schreck wahnsinnig geworden. Rußland und die rumänischen Bauernrevolten. w Petersburg, 23. März. In Regierungskreisen wendet man große Aufmerksamkeit den rumänischen Agrarunruhen zu. Der Minister des Innern ersuchte den Gouverneur von Bessarabien telegraphisch, alle erforderlichen Vorsichtsmaßregeln zu tressen, um ein Uebergreifen der Bewegung auf russisches Gebiet zu verhindern. Der Gouverneur sandte eine beruhigende Antwort. w Wien, 23. März. Die Unruhen greifen auch auf die Bukowina über. Bauern plünderten dort mehrere Orte. Eine Stiftung der Kaiserin=Witwe von Rußland. 22. März—— — ronvon, 22. März. Stanbard meldet, die Kaiserin=Witwe von Rußzland habe der Gesellschaft vom Roten Krenz ein Kapital von 200000 Mark überwiesen mit der Bestimmung, daß die Zinsen des Kapitals verwendet werden sollen zur Verleihung von drei Preisen für Angabe des besten Mittels für Hilfe an Verwundeten auf dem Schlachtfelde oder auf See. Arbeiternurhen in Boulogne. w Boulogne sur Mer, 23. März. Hier kam es zwischen ausständigen Dockarbeitern und der Gendarmerie zu einem blutigen Zusammenstoß. Die Dockarbeiter bombardierten die Gendarmen mit Steinen, worauf die letzteren mit blanker Waffe einschritten und mehrere Arbeiter verwundeten. Ein olizeihauptmann und ein Unteroffizier wurden erseblich verletzt. Fünf Verhaftungen wurden vorgenommen. w Halle a. S., 23. März. Das Hochwasser der Selme(Nebenfluß der Unstruth) durchbrach bei Amleben den Damm und überschwemmte meilenweit Gärten, Aecker und Straßen. w London, 23. März. Der Mörder des Warenhausbesitzers Whitelcy wurde zum Tode verurteilt. 1 Die heutige Nummer umfaßt 18 Seiten; außerdem liegt bei: Nr. 12 der„Hagener Bunte Blätter“. Verantwortl für den volltischen u. allgemeinen Teil: Otte Sieber: für Lokales. Provinzielles und Feuilleton: Paul Schnadel für die Anzeigen: Wilhelm Oosterreich, sämtlich in Kuxen-Bericht von Ernst Osthaus, Bankgeschäft Hagen I. W.— 22. März 1907 Kohlen-Kuxe. A'ts lisam tendori.*** Anguste Victaia"** Blankenbung* Bornssis**** Brüdl Carlas Hagens Qulette Canstantin der Grese Destzehland b. Hasslinghausen Derstield E'stractt Tlefben kwilt Freie Vrza und Unw Cattersepen hofl Grat Bismarck Crai Schwerin Heinrich helene und Pmalle Kume Jeh. Demeicheng König Lotzig Kögigin Elissbein stgenbrahm Lettringen Joal-Canis..„. Ratalt bei Coastan! Kohlen-Kuxe. Schellmans Schürbent u. Oml. raze„„ remaaie Kall-Kuxe. Aleranderthall Feranrode„ kurdach Pertemonz Honsa-Silberturz Hohenfels„ Hohenzollen„ aisurs Wilhelmshell Wintershel Erz-Kuxe. Bastatter: Fernis Kunlanburger Zur Ticherta der Littel1 Kudse; Nachtr. Angesat #soc 3550 1705 1725 2950 8056 2700 12750 6750 6950 5050 5150 9325 15100 3100 1130 6300 47•0 6875 10100 10400 3350 480 910 1100 6500 7000 10630 1933 3505 520 939 1200 Staats- und Commanalanleihen. Deutsche Reichsanl. dto. Preuss. Consols dto. Rhein Westt Rentenbr. dto. Rheinprovinsanl. dt0. Westt. Provinzanl. dto. 810 dt0. Westf, landschaftl. Pidbr. Ot0. dto. Barmer Stadtanleihe deo.— Bochumer„ Dortmunder„ Düsseldorfer ### Essener dto. Kölner dto. Italien. Rente Oesterr. Goldrente Oesterr. Kronenrente Auszug aus dem Kurs-Bericht der Berliner Börse, mitgeteilt von Ernst Osthaus, Bankgeschäft, Hlagen I. W.(22, 3. gur. Goldrente 478 94101 Abein.V ug, pgbur H. uum au. 2.— V0v. uzijgndhar bis 1916 4% 96— Gerrceheimer Glashütten 07.) Ungar. " Kronenrente 1* Russische Staatsrente 4% 73.— Berg.-Märk., Eisenbahn-Prior. 3½% 96.25 Ostatrikan. Eisenbahnanteile 8% 94.50 Hypothekenbank-Pfandbriefe. Berlin. Hypothk. unkb. b. 1914 4% 100.— dto. abgest.l 4% 93.60 dto. dto.: 3½% 92.25 Hamburger dto. unk. bis 191f 4% 100.— dto. dto.„„„ 3½ 7 94.50 Meininger dto."„ 1914 4% 105.20 dto. dto.„„ 1918 3½% 94.80 Preuss. Bodenkredlt-Pfddr. unkündbar bis 1913.%,1 99.90 dto.„ 1907 3½% Preuss. Centratbodenkr. Pfdbr unkündbar bis 1912 4% 100.20 deo." 1912 3½% 95.80 Freuss. Oentralbodenkr. Communsl-Obl. unkb bis 1906#G7.„ 96.— Preuss Pfandbriefbank unkündbar bis 1916 4% 100.— dta." 1914 dto.„" 1912 Rbein.-Westf. Bodenkr. unktndbar bis 1912 3¼% 98.20 3½½ 95.— 106.— unkündbar bis 1918 1907 410 Braunschweig. 20 Taler-Lose 3½% Cöln-Mindener 100 Taler-Lose Meininger 7 Gulden-Lose Türkische 400 Frank-Lose Banhaktien. Bank für Handel u. Industrie Barmer Bankverein Bergisch-Märkische Bank Berliner Handelsges Deutsche Bank Diskonto Commandit-Ges. Dresdener Bank Essoner Kredit-Anstalt Hannoversche Bank Reichsbank A. Schaffhausensoher Bankv. Industrie-Obligationen. Constantin der Grosse unkündbar bis 1910 Menden& Schwerto Norddeutscher Lloyd v. 1894 dto." 1902 Industrie-Aktien. Accumulatorenfabrik Hagen Allg. Elektrizitäts-Ges. Annener Gussstahlw. Arenberger Bergbau A. G. nbach-Bergw. Tur.-Ad. ashar“e. Volevert imer Gussstahlw, Buderus Eisenwerk Concordis Bergw. Consolldation Desaauer Gaswerke Deutsche Gasglühlicht „ Waffen- u. Munitionst. Oortmunder Union Lit. C. — dto." D. Dürener Metall Düsseldorfer Eisenhlitte Elberfelder Farbenfabr. Eschweller Bergwerk Gasmotorenfabrik Deute Gelsenkirchener Bergw. Georgamarienhütte Aktien Hamburg-Amerikan. Packetf. Harkort Bergwerk " Brückenbau " Brürkenbau St. Pr. Narpener Bergbau asper Eiecnw. 16sch Stahlw. Hüstener Gew. Kölner Bergw. Köln-Müsener Bergw. Königsborner Borgw. Külppersbusch Laurahlltte Ludw. Löwe& Co. Märkisohe Maschinenfabrik Särk.-Weatf. Bergwerkverein Massener Bergbau Menden& Schwerte Millheimer Bergw. Norddeutecher Lloyd Hordatern Bergu. berschlea. Eisenindustrie " Eisenbahnbedart Orenetein& Koppel Phönix Ravensberger Spinnerei Rhein Bergbau& Hüttenges Rhein. Metallwaren A. G. " Vrags-Akt " Stahlwerke Rbein.-Westf. Kalkwerke Rombacher Hütte Rütgerswerke Siemene& Haleke Stadtberger Hütte Stolberger Zinkhütte Stollwerok Vraga-Akt Westf. Drahtindustrie " Kupferwerke " Stahlwerke Wiekinger Oemontwerke Wittener Glashütte " Gusestahlwerk " S t a h l r ö h r e n Bankdiskont Lombard-Zinsfuse Privatdiskont Wechselkurse. Kurs Amsterdam " Belgien " London Paris Wlien Sicht New-York K 13 10 13 8½ 0 10 15 8 4 3 10 20 23 6% 7% 1e% 11.50 15.77 178.50 146.80 196.— 136.50 169.25 108.80 155.25 120.10 95— 115.— 147.25 106.— 225.10 275.— 4 6 3 4½ 163.95 80.90 20.48 80.95 84.75 4.2275 Gesellenhaus, Rugen Sonntag, den 24. März nachmittags 14 Uhr: Aufführung für Schüler. Karten für 25 u. 50 Pf. im Vorverkauf. Von Samstag, den 23. März bis zum 30. März: zu ausserordentlich billigen Preisen! 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Großes Konzert d. Gesellschaft Hermann Funkel aus KölnEhrenfeld. Sonntag mittag: Matinee. Entree frei! Entree frei! Es ladet ergebenst ein 4865 Heinrich Wieschoff. Rednersche höhere Mädchenschule Hagen I. W., Karlstrasse 22. Staatlich konzessioniert. Lehrplan der 10 klassigen höheren Mädchenschule. Vorbereitung für das Lehrerinnenseminar. Das neue Schuljahr beginnt den 16. April. Aufnahme finden Schülerinnen vom ersten Schuljahre an. Anmeldungen werden täglich entgegengenommen. 159 Angela Redner, Schulvorsteherin. Achtung! Vorletzte Woche! Evangel. Gem. Chor GeneralVersammlung heute, Samstag, abends 8½ Uhr, bei Möllenberg, Bismarckstraße 22. Der Vorstand. Ueber Fähigkeit, Charalter usw. interessantes Urteil von Graphologe, Hagen, Marien straße 17, 2. Et. Internat. Kunst= u. gr. Gartenbau=Ausstellung Mannheim 1907 zugelassen; eigen. Kiosk. Zusprechen von 11 Uhr morg. bis 9 Uhr abends, auch Sonntags. Kaffee das ½ Pfund 65, 70, erbringt den Beweis, welch kulturfähiges Land Deutsch-Ost-Afrika ist. D. O. A. Kaffee stammt aus unseron Deutsch-Ost-Afrikanischen Kolonien und wird an Güte und Preiswürdigkeit von keinom Kaffee übertroffen. D. 0 A. haffee aus der Fortuna-KaffeeRösterei G. Rademacher, Hagen kostot A 80 Pfg. und ist überall zu haben. General=Versammlung der Ortskrankenkasse der Gemeinde Waldbauer. am Ostermontag, 1. April, nachm. 4½ Uhr, im Lokale des Wirts Herrn Kalthaus, Zurstraße. Tages=Ordnung:“ I. Rechnungslage und Entlastung des Rendanten. 2. Verschiedenes. 4852 Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. werden Mittwoch, 27. März er., die von dem ehem. Nothmann'schen Ensemble zurückgebliebenen Mitglieder eine Vorstellung veranstalten und zwar Die Gespenster. Schauspiel in 3Akten von Ibsen. Der Hagener Theaterverein hat die Liebenswürdigkeit gehabt, für diesen Abend die Dekorationen zur Verfügung zu stellen. Anfang 7½ Uhr. Ende 10 Uhr, Preise der Plätze: Mk. 2.—, 1.50, 1.—.—.50. Lustbarkeitssteuer 10% Aus Bekanntschaft mit den einzelnen Mitgliedern wird Herr Paul Hagemann vom Stadttheater in Krefeld die Rolle des Oswald Alring übernehmen. Billet=Vorverkauf bis Mittwoch in der Buchhandlung des Herrn Karl Stracke, von 3 Uhr ab im Victoriasaal. 4858 Sonntag, den 24. März 1907, 2 große Vorstellungen der Amerikau. Dete Direktion Taeger heck Carter der Detectiv König. Nachm. 4 Uhr kleine Preise. Abends 8½ Uhr, gewöhnliche Preise. Die Tageskasse ist geöffnet vormittags von 11—1 Uhr und nachmittags von 3 Uhr ab. Willl Brackmann als Gast vom Theater Berlin. Die Direktion. K7 4 9 Westsälisches Tageblatt, General=Anzeiger für Hagen E1•— Elberfelderstrasse 3-5. odewaren.* Confection. Bagen 1. 1. Wäsche.* Teppiche. Elberfelderstrasse 3-5. Innen-Decorationen. Jacken-Kleider zu ausserordentlich billigen Preisen. Kostüm Kostüm Kostüm Kostüm Jacke u. 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Blouse Blouse Blouse Blouse aus gemustertem Mousseline de laine mit##5n grosser Spitzenpasse, Aermel mit Spitzen JO0 garniert, ganz gefüttert, Mk. 9.75 4 aus gestreiften u. karrierten Wollstoffen mit klarer Passe aus Spachtelspitzen, ganz gefüttert Mk. aus weissen und creme Spitzenstoffen mit eleganter klarer Passe Mk. 38.—, 25.—, 15.— aus einfarbigem Taffet, reich in Falten mit a jour Stickerei, Hemd- u. Blousenform. Mk. 05 10 00 Kleiderröcke aus marine Cheviot, fussfrei. mit aufspringenden Falten und Tressengarnitur, alle Weiten Mk. fussfrei aus englischen Stoffen mit eleganten Falten und Knopfgarnituren, Mk. 11.75 fussfrei aus gutem Tuch, Alpacca oder englischen Stoffen Mk. 24.—, 21.— aus schwarzem Satin, ganz gefüttert mit Taffet und Stoffblenden Mk. 23.— 19.50 Morgenröcke u. Matinés aus Wollstoffen, Mousselines, Batisten und Seiden in grosser Auswahl. uo Staubmäntel zu ausserordentlich billigen Preisen. 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Hagener Generalanzeiger Anzeigenpreis für die siedengespaltene Zeile 15 Psennig. im Wohnungs- und Arbeitomarkt 10 Pfennig. im Reklamenteil die Textzelle 40 Pfennig. Bei Wiederholungen wird ein entsprechender Nadatt gewährt#l. lagaghibr oron Wrle igie bie FEIT Nummer 70. Zweites Blatt. Schneiderstreik. * Augenblicklich ist im Schneidergewerbe Deutsch= lands eine starke Lohnbewegung vorhanden. An dieser sind jedoch nur die Maßschneider beteiligt, nicht diejenigen, welche fertige Herrengarderobe als Stapelartikel für Geschäfte arbeiten. Sonst war es immer das Bestreben der organisierten Arbeiter anderer Gewerbe, zu verlangen, daß die Arbeitgeber wegen der Arbeitsbedingungen mit den Vertretern der lokalen Arbeiterorganisationen verhandeln sollten. Wenn die Arbeitgeber sich weigerten, das zu tun, und nur mit ihren eigenen Arbeitern direkt verhandeln wollten, dann entstanden um dieser sogenannten„Machtfrage“ willen die erbittertsten Lohnkämpfe. Die Hafenarbeiter in unseren Seestädten z. B. liegen mit den Reedern deswegen auch nach Beendigung des großen Streiks noch in fortwährendem verborgenem Kampfe. Dehure sich eine Lohnbewegung über einen örtlich bestimmten, örtlich engbegrenzten Bezirk aus, dann verlangten die ArHeiter, daß die Lohnverhandlungen mit den Vertretern ihrer größeren Verbände für diese Gegenden geführt werden sollten. Wir sind aus den schon öfter entwickelten, wirtschaftlichen und sozialen Gründen dafür eingetreten, diese Forderungen der Arbeiter zu bewilligen, und haben immer wieder auf die für ganz Deutschland abgeschlossene, von Organisation zu Organisation vereinbarte Tarifgomeinschaft der Buchdrucker als vorbildlich hingewiesen. Der gegenwärtige Lohnkampf im Schneidergewerbe dreht sich auffälligerweise um die entgegengesetzte Forderung der Arbeiter. Der in München befindliche Zentralverband des Arbeitgeberverbandes für das Schneidergewerbe will mit den Vertretern der Gehilfen Lohnverhandlungen für ganz Deutschland führen. Die Vertreter der Gehilfenschaft aber wollen nur mit den Arbeitgebern der verschiedenen Städte gesondert verhandeln, was von seiten der Arbeitgeber abgelehnt wird. Der Konflikt hat sich soweit zugespitzt, daß die Zentralvertretung der Arbeitgeber nunmehr an alle an der Lohnbewegung beteiligten Ortsgruppen die Verfügung erlassen hat, die Gehilfen auszusperren. handelt sich also wieder einmal um eine„Machtfrage“, in der allerdings auch bestimmte materielle Gesichtspunkte maßgebend sein mögen. Es ist gegenwärtig noch schwer zu entscheiden, welche der beiden kämpfenden Parteien im Rechte ist und welche die größeren Aussichten auf den Sieg hat. Tatsache ist, daß folgende Städte demnächst in der Anfertigung von Herrenkleidern nach Maß sehr behindert sein werden: Augsburg, Berlin, Bielefeld, Bonn, Braunschweig, Chemnitz, Darmstadt, Düsseldorf, ErOsnabrück, Pößneck, Rudolstadt, Saarburg, Schwerin, Uelzen, Ulm, Wiesbaden, Witten, Zittau. Hinzukommen wird wohl noch Krefeld, wo die christlichen Gewerkschaften Forderungen eingereicht haben, während in Hagen, woselbst über die Tariffragen Samstag, den 23. März 1907. Typen aus Rumänien. 45. Jahrgang haltig ihre Kleidervorräte ergänzen. In modernster und chickster Toilette werden sie dann wieder auf den Pfaden wandeln, auf denen man die Schön:n des andern Geschlechts findet und ihre Herzen erobert.„„ Jedenfalls ist das Deutsche Reich mit seinem Streik der Herrenmaßschneider nicht so schlimm daran, wie die Bewohner der Hauptstadt an der Donau. In Wien streiken nämlich die Damenschneiderinnen. So eitel nun auch viele Herren sind, so großes Gewicht auch die soliden unter ihnen auf gut sitzende Rüöcke und Beinkleider legen mogen, wenn einmal hierbei durch„höhere Gewalt“ ctwos schief geht, dann sind sie doch nicht so kreuzunglück lich, wie die Damen, die ihre neuesten Frühjahrstoiletten nicht geliefert bekommen. Das Kostüm in für die Frau eine Lebensfrage, für den Mann nicht in gleichem Maße. Wenn unsere Frauen gesetzgeberisch schon mit zu entscheiden hätten, dann würden sie sicherlich einen Streik der Schneiderinnen unter denjenigen aufzählen, welche von Rechts wegen verboten werden müssen wie die Streiks, welche die Sicherheit des Landes gefährden oder die Versorgung seiner Bewohner mit Wasser und Licht verhindern. Wenn man sie fragen würde, was die Menschen schwerer drückt, der Schnciderstreik oder der Bäckerstreik, der jetzt die Versorgung der geaußfrohen Wiener mit frischem Backwerk verhindert, dann würden die Damen sicherlich lieber auf frisches Brot als auf ein neues Kleid verzichten. Das Votum der Herren würde umgekehrt ausfallen. Dauern aber die Schneider= und Bäckerausstände längere Zeit, dann werden wir vielleicht noch zu der Sitte unserer Vorfahren, zur eigengefertigten Kleidung und zum hausbackenen Brote, zurückkehren müssen. Mancher wird das für keinen allzugroßen Schaden halten. Unser heutiges Bild zeigt unseren Lesern ein: Marktszene aus einem rumänischen Dorfe und bietet eine Gelegenheit, sich mit allen Bevölkerungsschichten Rumäniens bekannt zu machen. Juden, Zigenner, Alallachen sind drei Hauptbestandtcile der rumanischen Bevölkerung, von denen die Wallachen fast sämtlich den Ackerbau betreiben, während die Juden die Handelsvermittlung pflegen. Die Leute machen auf den Europäer zunächst einen wenig Vertrauen erweckenden Eindruck. Andererseits kann man nicht recht verstehen, wie diese einfachen Bauern es wagen können, mit Knüppel gegen das Militär vorzugehen, und trotzdem hört man, daß sogar die Kavallerie gegen die Bauern nichts hat ausrichten können. Man wird abzuwarten haben, wie sich die Verhältnisse klären werden. Jedenfalls hat die rumänische Regierung den Ernst der Lage erkannt und ist um Abhülfe besorgt. augenblicklich Unterhandlungen schweben, die Lage noch nicht geklärt ist. 4 Der Streik der Maßschneider ist zwar nicht ein solcher, der wirkschaftliche Lebensinteressen des Volkes stark in Mitleidenschaft zieht, aber er kann doch für die wohlhabenderen Konsumenten zahlreich: Unbequemlichkeiten im Gefolge haben. Die Forderungen der Gehilfen sind nach den Regeln auer Lohnkämpfe gerabe zu dem Zeitpunkte gestellt worden, zu welchem die Nachfrage nach dem Produkt besonders lebhaft ist. Gerade zum Saisonwechsel werden die meisten Bestellungen in neuen Anzügen gemacht. Jetzt, wo die Frühjahrssonne die Winternebel verscheucht, tritt an alle diejenigen, welche auf ihren äußeren Menschen etwas geben, das Bedürfnis Heran, sich eine neue„Kluft" anzuschaffen. Die oberen Tausend können sich freilich bei einem Londoner oder Wiener Schneider nach der neuesten Mode einkleiden lassen, aber die, namentlich jugend. lichen Vertreter des Mittelstandes, welche auf tadellosen Sitz ihrer Anzüge halten, werden von blassem Schrecken befallen bei der Aussicht, daß der Kleiderlieferant sie während des Streiks aus Mangel an Arbeitskräften sitzen läßt, so daß sie sich einstweilen noch mit dem schon abgetragenen Winteranzug oder mit einem vorjährigen Frühjahrshabit behelfen müssen. Das ist ein Unglück für diese Herren. Sie kommen sich dann vor, als seien sie nicht mehr vollberechtigte Glieder der Gesellschaft, und finden es durchaus erklärlich, wenn man sie in den höheren Wagenklassen der Eisenbahn wie Eindringlinge be handelt. Kehrt aber, hoffentlich in nicht zu langer Zeit, der Frieden wieder ein in das ehrsame Schneidergewerbe, tun Nadel, Schere und Bügeleisen wieder ihre Pflicht, dann werden die Elegants aller Lebensalter doppelt sorgfältig und reichKaufmannsschule der Handelskammer. Im Anzeigenteil dieser Zeitung ladet die Kausmannsschule der Handelskammer alle Freunde der Anstalt zur Schlußfeier am Dienstag den 26. März, abends 8½ Uhr, in der Aula des Gymnasiums ein. Das neue Schuljahr beginnt Mittwoch, den 17. April. Anmeldungen zum Besuche der Anstalt werden während der Geschäftsstunden in der Handelskammer, Oststraße 10, entgegengenommen. Nach dem Ortsstatut sind die Kaufherren verpflichtet, jeden fortbildungsschulpflichtigen Lehrling spätestens am 6. Tage, nachdem ne ihn angenommen haben(auch wenn nur zur Probe), zum Eintritt in die Fortbildungsschule anzumelden. Die Zahl der wöchentlichen Pflichtstunden beträgt sechs, in denen in Deutsch und Korrespondenz mit Handelslehre, in kaufmännischem Rechnen, in einfacher, doppelter und amerikanischer Buchführung, in Handelsgeographie, Stenographie und Schönschreiben unterrichtet wird. Außerdem können die Fortbildungsschüler zweimal wöchentlich in je 2 Stunden am Unterricht im Englischen und Französischen teilnehmen. Auch bietet sich zur Teilnahme am Unterricht im Maschinenschreiben Gelegenheit. Das Schulgeld beträgt 36 Mark jährlich. Um kostspieligen und oft unzureichenden Privat= unterricht überflüssig zu machen, sind die fortlauTechnische Rundschau. Von Dr. Albert Neuburger=Berlin. (Nachdruck verboten.) Vom Roste des Eisens und seinen Ursachen.— Rostschutzmittel der Zukunft.— Luft, Wasser und Kohlensäure, und was sie bewirken.— Wieso man in Sau Frauzisko erfinderisch wurde?— Das elektrische Licht als Säge.— Ein Wald von Stahlstümpfen.— Eisenbahnunfälle in Deutschland.— Pfeisen und Knallsignale.— Neuartige Verwendung der Drucklnft.— Ein notwendiger Gewaltakt. Seit man das Eisen kennt, weiß man nicht anders, als daß es rostet. Der Begriff des Rostens ist für uns zu einem mit den Eigenschaften des Eisens unzertrennbar verbundenen geworden. Man hat die Tatsache der Unbeständigkeit dieses so viel benutzten Metalles gegenüber den Einflüssen der Luft und der Feuchtigkeit als so selbstverständlich hingenommen, daß man sich eigentlich gar nicht darüber besonnen hat, ob sie auch wirklich in der Natur des Eisens begründet oder durch andere, zufällige Umstände hervorgebracht ist. Erst in neuerer Zeit hat man sich eingehender mit den für die gesamte Technik so wichtigen Erscheinungen des Rostens beschäftigt, und ist dabei zu ganz neuen und bemerkenswerten Ergebnissen gekommen, die geeignet sind, alle unsere bisherigen Ansichten über den Haufen zu werfen. Zunächst hat sich gezeigt, daß absolut reines Eisen überhaupt nicht rostet. Derartiges Eisen wird nun allerdings in der Technik bis jetzt noch nicht verwendet. Die ihre Grundlagen bildenden Eisen= und Stahlsorten sind vielmehr alle mehr oder minder durch andere Bestandteile verunreinigt. Sie enthalten in geringen Mengen Kohlenstoff, Selicium, Mangan, Schwefel und Phosphor und gerade diese sind es, die das Rosten bewirken. Löst man Eisen in Säuren auf, und schlägt man es aus diesen Lösungen auf galvanischem Wege nieder, so erhält man ein von allen Beimischungen freies Eisen, das tatsächlich die Eigenschaft hat, nicht zu rosten. Solches Eisen ist natürlich für unsere gewöhnlichen technischen Ver wendungen viel zu teuer. Der amerikanische Che miker Hambuechen hat zwar schon früher und jetzt in neuester Zeit wieder versucht, größere Eisenmen gen in der geschilderten Weise zu erhalten, und es ist ihm dies auch gelungen: der Preis ist jedoch so hoch, daß eine Verwendung höchstens für einzelne ganze seine Apparate iin Frage käme, die schon sowieso derart hoch im Preise stehen, daß man auch sehr teure Materialien zu ihrer Herstellung verwenden kann. Dagegen erscheint es nicht ausgeschlossen, daß man anstatt der bisherigen Rostschutzmittel, wie Wollfett usw., einen dünnen Ueberzug, gewissermaßen ein seines Häutchen, von galvanisch niedergeschlagenem Eisen verwenden kann. Noch in anderer Hinsicht haben unsere Ansichten über das Rosten des Eisens jetzt eine Umwälzung erfahren! Man hat bisher allgemein geglaubt, daß Luft und Wasser diejenigen Faktoren seien, die das Rosten bewirken. Nun hat aber Gerald Moody, ein englischer Chemiker, nachgewiesen, daß die Rostbildung nicht diesen beiden zuzuschreiben ist, sondern vor allem der Kohlensäure, die sich ja in der Luft und im Wasser stets in geringen Anteilen findet. Legt man Eisen in kohlensäurefreies Wasser, oder bewahrt man es in ebensolcher Luft auf, so bleibt es viele Wochen lang vollkommen blank. Diese Feststellung ist für die Technik von ganz außerordentlicher Wichtigkeit, da sie uns neue Gesichtspunkte bezüglich der Rostschutzmittel eröffnet. Es wird bei der Zusammenstellung und Verwendung dieser in Zukunft viel mehr darauf zu sehen sein, ob sie auch dem Zutritt der Kohlensäure zu dem von ihnen gedeckten Eisen genügend Widerstand zu leisten vermögen, während man bisher lediglich ihre Widerstandsfähigkeit gegen Luft und Wasser prüfte. Not macht erfinderisch— die Wahrheit dieses alten Sprichwortes hat sich kürzlich in Amerika wieder glänzend bewährt, wo sie den Anlaß zu einer merkwürdigen Verwendung der Elektrizität gegeben hat. Das noch in schrecklicher Erinnerung stehende Erdbeben in San Franzisko hat die Ingenieure vor so manche schwierige Aufgabe gestellt. Da die Häuser dieser Stadt nach amerikanischer Manier vielfach mit Hilfe eines Stahlgerüstes gebaut waren, dessen Zwischenräume durch Mauerwerk ausgefüllt wurden, so ragen jetzt aus dem Boden zahlreiche mächtige Stahlbalken heraus, die dem Wiederaufbau sehr hinderlich sind. Dieser Wald von Stahlstämmen läßt sich nämlich sehr schwer entfernen, da die einzelnen Balken ziemlich tief in den Erdboden eingegraben sind, so daß zu ihrer Beseitigung viele Mühe und Arbeit ausgewendet werden müßte. Außerdem hat die Feuerbrunst noch zahlreiche Träger aus Stahl zusammengeschweißt, die sich wogen ihrer Größe und ungeschickten Form schwer wegtrausportieren lassen. Da nun die Stadt möglichst rasch wieder erstehen soll, so haben die praktischen Amerikaner nach einem Vorschlage des Ingenieurs R. E. Frickey zu einem ebenso neuartigen wie guten Hilfsmittel gegriffen. Sie benutzten einfach den elektrischen Lichtbogen, wie er sich in jeder Bogenlampe findet, als eine Art von Schnellsäge. An einem langen Stabe werden zwei Kohlen befestigt, denen ein starker elektrischer Strom zugeleitet wird, so daß ein mächtiger Lichtbogen entsteht. Durch ein besonders eingerichtetes Gebläse wird er zu einer spitzen Flamme in die Länge geblasen. Fährt man nun mit diesem Lichtbogen, dessen Temperatur ungefähr 4000 Grad Celsius betragen dürfte, an den Eisenbalken entlang, so schmelzen diese, und zwar innerhalb sehr kurzer Zeit, glatt durch. Zum Durchschneiden eines Balkens von etwa 40 Zentimeter Dicke sind nur 20 Min. nötig. Würde man statt des elektrischen Lichtbogens eine gewöhnliche Metallsäge benutzen, so wäre eine Arbeit von mehreren Stunden erforderlich. Um nun überall rasch auf die geschilderte Weise arbeiten zu können, hat man in San Franzisko kleine Wagen konstruiert, auf denen ein 40pferdiger Benzinmotor und eine Gleichstromdnnamomaschine angebracht sind. Der Benzinmotor treibt die Maschinc, die den nötigen Strom liefert. Solche Wagen, die von zwei Arbeitern bedient werden können, fahren nun von Straße zu Straße, und entfernen die aus dem Boden herausragenden Eisenstämme. Der Arbeiter, der die elektrische Lichtsäge, wie man den Apparat wohl nennen könnte, bedient, schwebt in Gefahr, sich durch die große Hitze und die herumsprühenden glühenden Eisenstücke schwere Brandwunden zuzuziehen. Deshalb trägt er einen Asbestanzug, und seine Hände sowie sein Gesicht sind durch Handschuhe, resp. eine Maske aus Asbest geschützt. Laut einer von der englischen Zeitschrift„Mail and Expreß“ aufgestellten Statistik wurden im Jahre 1906 von einer Million Reisender in Deutschland 0,08 getötet und 0,39 verletzt. In allen übrigen Staaten der Welt stellt sich das Verhältnis viel ungünstiger, so daß man wohl mit Recht behaupten kann, daß das Eisenbahnwesen Deutschlands und die Technik seines Signalsystems ganz vorzüglich ausgebildet sind. Wenn trotzdem immer noch Unglücksfälle vorkommen, so muß anan einerseits mit der Tatsache rechnen, daß diese sich doch niemals vollkommen werden vermeiden lassen, weil sie vielfach in der Witterung, in gewissen Eigenschaften des Materials usw. begründet sind. Teilweise liegt aber die Ursache dieser Unfälle auch darin, daß es beim Eisenbahnbetriebe bisher noch nicht gelungen ist, die menschliche Aufmerksamkeit vollkommen auszuschalten. So wird denn noch so und so oft das eine oder andere Signal übersehen oder nicht richtig erkannt und schnell ist dann ein Unglück fertig! Die nächste Ausgabe der Eisenbahntechnik muß deshalb darauf gerichtet sein, die Signale so auszugestalten, daß sie nicht nur dem Lokomotivführer als Benachrichtigung dienen, sondern daß sie vollkommen selbständig in den Betrieb eingreifen und den Zug zum Halten bringen, sobald der Lokomotivführer dies versäumt. Eine englische Eisenbahngesellschaft hat nunmehr zunächst probeweise auf einer kleineren Strecke— ein Signalsystem eingeführt, das vollkommen durch Druckluft getrieben wird. Die Druckluft schließt selbstständig die Blockstrecke und stellt, sobald ein Zug in sie eingefahren ist, das an ihrem Beginn stehende Signal auf„Halt“. Freilich kann auch hier— besonders für die Bahnhöfe— das Stellwerk und der Wärter nicht entbehrt werden, doch sird die Einrichtungen so gctroffen, daß es diesem ganz unmöglich ist, irgend einen Fehler zu machen. Interessanter jedoch als diese Einzelheiten, die sich teilweise ja auch bei anderen Signalanlagen finden, ist die Art und Weise, wie der Zug im Notfall: durch die Signalanlage selbst zum Stehen gebracht wird. Steht ein Sigal auf„Halt" und fährt die Maschine über dasselbe hinaus, so wird durch die Druckluft kurz dahinter eine Signalpfeise in Tätigkeit gesetzt, die durch ihren schrillen Ton ddem Führer anzeigt, daß er das Haltesignal überfahren hat. Fährt er trotzdem weiter, so wird durch die Druckluftanlage ein an seinem vorderen Ende mit einer Knallpatrone versehener Hebel auf die Schiene gelegt, so daß durch die Explosion dieser Patrone eine abermalige— einschließlich des Haltesignals jetzt die dritte— Warnung erfolgt! Hat auch diese nicht dazu geführt, daß der Zug anhält, so wird endlich ein weiterer Hebel emporgeschnellt, der die an der Maschine angebrachte Luftdruckbremse in Tätigkeit setzt. Der Zug kommt dann innerhalb einer kurzen Strecke zum Stehen. Man wird nun fragen, warum denn dieser Hebel nicht sofort hinter dem Signale angebracht ist, und erst nach zwei weiteren Warnungen in Tätigkeit tritt? Der Grund hierfür liegt darin, daß es wünschenswert ist, wenn vor dem Einwirken der Luftdruckbremse der Dampf abgesperrt wird, da sonst zu starke Beschädigungen an den Radkränzen, Bremsklötzen usw. eintreten können. So wird denn immer und immer wieder versucht, die Aufmerksamkeit des Lokomotivführers auf die Signale zu richten und erst, wenn alle diese Versuche sich als vergeblich erwiesen haben, erfolgt— gewissermaßen als ultima ration— ein Gewaltakt, der dann aber auch sicher hilft! Westsälisches Tageblatt, General=Anzeiger für Bagen und Umgegend. senden rremdiprachlichen Kurse für Erwachsene eingerichte: worden. Sowohl Anfänger, als auch Fortgeschrittene, sowie solche, die im Besitze des Berechtigungsscheines für den einjährigen Mi litärdienst sind, finden dort für ein Henorar von uur 18 Mair jährlich in 4 Wochenstunden englischen und französischen Unterricht, der ausschließlich von akademisch gebildeten Herren erteilt wird, die längere Zeit im Auslande lebten. Die Anmeldungen für die Handelsschule und die Handelsschule für Mädchen sind so zahlreich, daß voraussichtlich Paralleltlassen eingerichtet werden müssen. Die Handelsschule gibt in einem einjährigen Lehrgange ihren Besuchern beiderlei Geschlechts vor der Praris für die Praxis eine „ Li fh„ □—411 fehlen, und rechnen Sie niemals auf Dankbarkeit für dae Gute, das Sie anderen Menschen erweisen.“ Das war der Kern der Worte, die der Direktor seinen Schülerinnen mit auf den Lebensweg gab. Dann erhielten die 50 jungen Mädchen ihre Zeugnisse ausgehändigt. Im Anschluß daran dankte der m Rousdorf. 22. März.(Tod auf den Schienen.) Gestern Morgen wurde auf dem Bahndamm der Strecke Rousdorf=Langerfeld in der Nähe von Kastenberg die schrecklich verstümmelte Leiche eines jungen Mädchens aufgefunden. Der Kopf und ein Bein waren vom Rumpse getrennt. Die Direttor für das zahlreiche Erscheinen der Eltern Leiche wurde nach Rousdorf geschafft und ist als die der Schülerinnen zur Feier. Er erblickt darin einen 23jährige unverehelichte Heleue Thiemann aus LüttBeweis dafür, daß sich die Eltern für das, was in ringhausen erkannt worden. der Anstalt vorgeht, interessieren. Mit dem Gesang der Schülerinnen:„So nimm denn meine Hände sand die erhebende Feier ihren Abschluß. Eine Ausstellung der Zeichnungen des laufenden Schuljahrs findet am Sonntag, den 24. März „„ d i e F r u z i v e i n e 1 v o n 9 b i s 5 U h r i n d e r O b e r r e a l s c h u l e, 3. S t o c k. G e abgerundete taufmännische Ausbildung. Das Schul=werbeschulstraße statt. Auch diejenigen dieser Zeichgeld beträgt 130 Mark. Wer die Schule absolviert,Inungen, welche vom 10. bis 20. Februar auf der Rein vom Besuch der Fortbildungsschule befreit.— Die formzeichnenausstellung in Berlin zu sehen waren, Handelsschule für Mädchen hat den Zweck, jungen Mädchen, die später im Geschäft ihrer Eltern oder ihres Mannes tätig sein oder sich ein eigenes Geschäft gründen oder in ein fremdes Geschäft als Handlungsgehilfin eintreten wollen, Gelegenheit zu geben, sich in einem zweijährigen Lehrgange, eine vierzu geeignete Vorbildung zu verschaffen. Tamit die Schülerinnen desVormittags Gelegenheit finden können, sich im Haushalte zu betätigen, findet der Unterricht nachmittags von 2 bis 4 bezw. 5 Uhr statt. Das Schulgeld beträgt 60 Mark jährlich. In der Abteilung„Fachwissenchaftliche Abendkurse für Erwachsene“ werden bei genügender Beteiligung im Sommerhalbjahre 1907 Kurse für Buchführung, kaufm. Rechnen, Stenoaraphie(Gabelsberger und Stolze=Schren), Maschinenschreiben, Rund= und Lackschrift, sowie für französische Konversation eingerichtet werden, die Tamen und Herren aller Berufsklassen geöffnet sind. Für jeden Kursus sind wöchentlich? Stunden jestgesetzt, die auf die Zeit von 8 bis 10 Uhr abends fallen. Das Honorar eines Halbjahrskurses beträgt für je ein Fach 10 Mark. Der Unterricht wird von Lehrern, Philologen, Handelslehrern, sowie von bewährten Kaufleuten in leitender Stellung erteilt. Die französischen Konversations=Uebungen übernimmt Nr. Morice, professeumassist. au college de Chatceaudun. * Hagen, 23. März. Palmsonntag. Einer der lieblichsten Sonntage des Jahres ist Palmarum, der letzte Sonntag vor dem Osterfeste, der Anfang der Karwoche. Die Christenheit feiert den Palmsonntag zur Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem, wohin er sich mit seinen Jüngern begab, um das Passahfest der Inden zu seiern, und wo ihn das Volk mit Hosiannarufen begrüßte, Palmen auf seinen Weg streuend. Einige Forscher wollen nachweisen, daß das christliche Palmenfest eigentlich altindischen Ursprungs sei, selbst den früher vielfach üblichen Umzug des Palm=Esels von dem Eselsritte herleiten, der in Persien zu Anfang des Frühlings stattfand, und bei dem die Jugend Palmenzweige trug als Symbol des Sieges des Frühlings über den Winter. Auch wir verbinden mit dem Palmsonntage den Begriff des Grünen, der Herrschaft des Frühlings, und da in unserm nordischen Klima die Palmen fehlen, so werden bei uns statt der Palmen, die an diesem Tage in Rom in feierlicher Zeremonie vom Papste geweiht und verteilt werden, die silbergrauen Käuchen der Weiden verwendet, wie dies Goethe in schöner Form durch folgende Verse ausdrückt: Im Batikan bedient man sich Palmsonntags echter Palmen, Die Kardinäle beugen sich Und singen alte Pfalmen. Dieselben Pfalmen singt man auch, Oelzweiglein in den Händen, Muß im Gebirg zu diesem Brauch Stechpalmen gar verwenden. Zuletzt, man will ein grünes Reis, So nimmt man Weidenzweige, Damit der Fromme Lob und Preis Auch im geringsten zeige. Daß man bei uns gerade die Weidenkätzchen an Stelle der Palmenzweige verwendet, hat auch seinen guten Grund. Das lateinische Wort palma bedeutet nämlich auch„Knospe“,„junger Sproß“, und daher ist es begreiflich, daß die ersten Blüten, die des Weidenbaumes, die wir in unserm Norden anstatt der immergrünen Palmen zum Palmsonntage pflücken, immer doch dieselbe hohe Bedeutung des Sieges haben. In einem Teile Westfalens und im Rheinland tritt an die Stelle der Weidenkätzchen der Burbaum, in Tirol die Stechpalme; denn nach der Legende soll die Stechpalme von jenen Palmbäumen abstammen, von denen man beim Einzuge Jein die Zweige brach, die man auf den Weg streute. Ais dann aber das jüdische Voll, das iym kurz vorher „Hosianna“ zugesubelt hatte,„Treuzige, trenzige ihn“ schrie, sollen die immergrünen Blätter Dornen erhalten haben. n S t ä d t i s c h e h ö h e r e M ä d c h e n s c h u l e. A n l ä ß l i c h d e r Entlassung der Klassen la und lb der städtischen höheren Mädchenschule sand gestern Nachmittag in der Aula der Anstalt eine würdige, recht umsichtig der Aula der Anstalt eine würdige Feier statt, an der neben dem Kuratorium, dem Lehrerkollegium sowie den Schülerinnen viele Angehörige der letzteren und Freunde der Schule teilnahmen. Der weite Korridor und Treppenausgang des Gebäudes waren mit frischem Grün prächtig geschmückt, und der Aula selbst hatte man das schünste Festgewand angelegt. Eingeleitet wurde die Feier mit dem Choral:„Bis hierher hat mich Gott gebracht". Darauf folgte eine Andacht, bei der der Direltor Doblin den 119. Psalm verlas. Im Vordergrunde der Vorträge der Schülerinnen standen eine Reihe stelenvoller Deklamationen über Frauengestalten aus Schillers Werken. Herrliche Sologesänge und Chorlieder, dirigiert ven dem Gesanglehrer Knoch, zeigten auch die vorzügliche Ausbildung der Schülerinnen auf diesem Gebiete. Wir heben besonders hervor das stimmungsvolle Spinnerlied aus:„Der fliegende Holländer“ von Wagner. In seiner Abschiedsrede an die Schülerinnen wies der Direktor Doblin ans die Bedeutung der Stunde, in der das Herz erfüllt sei von Freude und Schmerz, mit treffenden Worten hin. Er legte den Scheidenden ans Herz, der Schule in Dankbarkeit zu gedenken und sich überhaupt in allen Lagen des Lebens dank" bar zu erweisen.„Wachsen Sie zur Dankbarkeit dann wird Ihnen die Treue und Liebe nicht sind ausgestellt. i Ein bürgerlicher Theaterverein geriet durch den nimmersatten Beifallshunger seiner Hauptmimen in eine mißliche Lage. Mit den bisherigen zwei Saisonvorstellungen nicht zufrieden, bewogen sie ihren Verein zur Veranstaltung weiterer Vorstellungen. Den gesteigerten Ausgaben gegenüber erwies sich die Vereinskasse bald als unzulänglich. So beschloß man, die Theatervorstellungen der Allgemeinheit gegen Entgelt zugängig zu machen. Eine ganze Weile ging das ungehindert, aber schließlich erblickte die Polizei in dem Vereinsunternehmen eine erwerbsmäßige, an den Besitz der Theaterkonzestion gebundene Tätigkeit. Sie verbot weilere Vorstellungen und leitete gegen den Verein das Strafverfahren ein. Das zur Entscheidung in letzler Instanz angerusene Reichsgericht trat der Ansicht der Polizeiverwaltung bei. Die geschilderte Veranstaltung von Theatervorstellungen erfolge nicht mehr zum Vereinszwecke der Unterhaltung, sondern auch zu wirtschaftlichen Erwerbszwecken. Es müsse, auch wenn die Einnahmen zur teilweisen Deckung der Selbstkosten bestimmt gewesen wären, eine Erwerbstätigkeit erblickt werden, wie sie der Begriff der Gewerbsmäßigkeit erfordert.— Diese Reichsgerichts=Entscheidung möge unsern bürgerlichen Theater=Vereinen eine Warnung sein. m Darf ein Schanswirt einen unnützen Gast gewaltsam an die Luft setzen? Mit dieser Frage mußie sich kürzlich das Reichsgericht beschäftigen. In N. tamen einige Perionen angeheitert in eine Schankwirtschaft und betrugen sich dort nach späterer ge richtlich warf ein ches. Stelle, machte Federles sie aber sam beförder und brachten stand leistete, eine erherr. folge ihres Widerstandes wegen Hausfriedensbruchs angeklagt, wurden sie wider Erwarten freigesprochen. Das Recht, einen Gast, der sich nnütz benimmt, ohne weiteres gewaltsam aus der Wirtschaft zu entiernen, sei einem Wirte vom Gesetze nicht zugestanden. Das bloße unnütze Benehmen eines Gastes sei immer noch kein Hausfriedensbruch. Also, lieber Wirt, ern das Lokalverbot, ein einmaliges Verbot genügt, dann eine entsprechende Frist zum Verlassen des Lokales, und dann erst das Hausrecht wahren. * Im Original=Welt=Panorama Hagen i. W., Kampstr. 24a zeigt man in der Zeit vom 24. bis 30. März die kulturhistorische, hochinteressante Reise: Egypten, das Wunderland der alten Welt! Alerandrien, Kairo, Karnak, Luxor, Theben. * Der sog.„Meusch=Fisch Tagen im Lotale von Ernenputsch Es liegt kein Unfall, sondern unzweifelhaft Selbstmord vor. Die Tat wird auf Schwermut oder Liebeskummer zurückgeführt. Zu Hause hatte die Th. einen Zettel hinterlassen, auf dem sie von ihren Eltern Abschied nimmt. Auch hat sie ihrem Bräntigam in Lüttringhausen einen Brief geschrieben, in dem sie ihm von ihrer Absicht, in den Tod zu gehen, Mitteilung macht. Wie es heißt, soll sie mit ihrem Bräutigam einen Wortwechsel gehabt haben. Die Leiche wurde gestern im hiesigen Krankenhause durch eine Gerichtstommission und einen Arzt einer Besichtigung unterzogen und zur Beerdigung freigegeben. US ALLER WEL Entfernungen bis zu 15 Kilometer an den Batterien vorbeigeführt. Ein Kommando der Berliner Luftschifferabteilung ist bereits mir sechs Ballons in Neufahrwasser eingetroffen, desgleichen zahlreiche höbere Artillerioffiziere aus Berlin und dem Reich. Die Leitung der Schießversuche untersteht der Direktion der Artillerieschießschule zu Jüterbogk. Nachdem die Marine Versuche mit den Beobachtungsballons von Kriegsschiffen aus angestellt yat, soll jetzt deren Abwehr durch Küstenverteidigung erprobt werden. Abonnent in Grundschöttel. Die für diese Frage in Betracht kommende Oberpräsidial=Verfügung lautet im§ 6: Zur Entlassung kommen im Früh jahr alle diejenigen Kinder, welche das 44. Lebens jahr vollendet haben oder bis zum 30. September desselben Jahres vollenden werden. Vorausgesetzt, daß sie sich ausreichende Kenntwisse und Fertig keiten erworben haben.“— Die Bestimmung darüber, ob das betreffende Kind die ausreichenden Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt, trifft in jedem einzelnen Falle der Kreisschulinspektor. " E. S., Breddestraße. Ja. Aufwarte=, Reinmache=, Befehl Gottes. Aus Stockholm! Scheuerfrauen, Ausgeherinnen, Morgenmädchen und Lor einigen Tagen wurden im Stundenfrauen unterliegen der Invaliden=Vera von einem Geisteskranken vier sicherungspflicht, da sie in dauerndem Dienstverhält##der seit dem Hapte nisse zu einem oder mehreren Arbeitgebern stehen. Zur Einklebung der Beitragsmarken ist derjenige Arbeitgeber verpflichtet, bei welchem die Beschäftigung in der Woche zuerst stattfand. Junge Hausfrau. Auch das können Sie haben: Um Sandtorte zu bereiten, nehme man 1 Psund — Der Mörder an wird geschrieben: 2 Frrenhause zu Upfala een inn. I schreckliche Mordtaten begangen. Der seit dem Jahre 1904 in der Anstalt untergebrachte Patient Wallander war wegen seines ruhigen und freundlichen Verhaltens gegen die übrigen Kranken fast die ganze Jcit hindurch zur Hilfeleistung in der Küche und bei der Reinigung verwendet worden, und niemand hatte ihm „ seine Arheit irgend etwas Böses zugetraut. Um seine Arbeit####ische#utter, 400 Gramm Zucker, 1 Pfund Mehl, 14 früh genug beginnen zu können, hatte der Nachtwächter 1 Sier. Saft uno Schale einer Zitrone, 1 Päckchen Backden Auftrag, bei seiner letzten Runde die Tür der nlner und 2 Eßlöffel voll Rum. Und zwar rührt und einen blutigen Wallander in seiner Zelle mi näherer Untersuchung wurden deren Zellen pulver und 2 Eßlöffel " ct schäumig, gibt abwechselnd wie auch den Saft und #rriebenen Zitrone und rührt dieBint hadockt Zeilses recht stark noch eine Viertelstunde. Hierauf gibt den vier Geisteskranke, man das Mehr: Rum und Backpulver bei und zuletzt leicht geöffnet werden wird der Schnee recht behutsam durchgehoben und die leicht geoiiner werden men. Aeich in eine gutbestrichene und ausgestreute len von außen leicht geofiner werden wiaßg gleich in eine gutbestrichene und ausgestreute Endlich, am worden, zum Werke zu schreiten. Jetzt fühle er sich ruhiger, aber es müsse noch viel mehr geschehen, wenn er das Gebot Gottes ganz erfüllen solle. Bis hierhin erscheint der Vorfall bei all seiner Schrecklichkeit nicht allzu ungewöhnlich. Anders wird aber die Sache durch den Umstand, daß Wallander seinerzeit in die Anstalt ausgenommen wunde, weil er ebenfalls„auf Geheiß Gottes“, seine Frau und seine Tochter mit Axthieben getotet und darauf sein Haus nach dreimaligen mißlungenen Versuchen angesteckt und in Asche verwandelt hatte, daß er turz Mittelüraße lsiebe Anzeige) ausgestellt ist, darf wirklich als eine Sehenswürdigkeit bezeichnet werden. Das Interesse an der Ausstellung dieses Meerwunders gibt sich schon durch den zahlreichen Besuch von seiten der hiesigen Einwohnerschaft kund. Die Besichtigung des von dem Natursoricher Brehm als ichneten Geschöpfes kann R. Vogelsang. Sie können verlangen, daß der Hauseigentümer clektrische Glocken neu anbringt. Sind diese aber in dem gemieteten Hause vorhanden, in— wenn nichts anderes im Mietvertrag vereinbart ist— der Vermieter verpflichtet, die elektrischen Anlagen zu unterhalten. 9n Fritz in Oege. Patente werden vom Patentamt in Berlin erteilt auf Erfindungen, d. h. für Anfertinung von Neuheiten, die einen schöpferischen Gedanken enthalten. Gebrauchsmustereintragung erangeneat und in kiiche verwandelt hatte, daß er türä folgt bei den Amtsgerichten ohne lange Untersuchung vor dieser Tat in der hiesigen Irrenanstalt Konrads= auf die Angabe hin, daß der betressende Gegenstand berg interniert gewesen ist und daß er sich auch hierl von dem Antragsteller in der vorliegenden, besonäußerst ruhig und gefügig aufgeführt hat. Wenn deren Gestalt hergestellt sei. Ein Patent zu erlangen man ferner berücksichtigt, daß der Mörder auch den in viel schwerer als eine Gebrauchsmustereintragung. Gatten= und Kindesmord mit größter Seelenruhe! Sangstraße. Nur wenn Ihnen die Wohnung als welcher seit einigen eingestanden und als gottgefällige Handlung erklärt trocken vermietet worden iu, können sie unbedingt — Gaßtey hat, so muß es auf die Uxteilsfähigkeit der Aerzte in Auspruch auf Ersatz des durch Feuchtigkeit entnue von Iyunn m# S#nital ein bedenkliches#angenen Schadens machen. Wegen des Beweises dem großen Upfalenser Hospital Licht werfen, daß man einem solchen Kranken gegenüber nicht größere Vorsicht übte und ihm sozusagen das Leben der übrigen Bewoyner der Anstalt in die Hazardspieler und Fälscher im Gefängnis. Niemals und nirgends hat es wohl ein fideleres Gedurch halb Mensch, halb Kisch bezeichneten Geschöpfes kann zzngnis gegeben, als For=l'Evique, die Bastille der nur empfohlen werden. Die Ausstellung ist nur bis Schauspieler, wie der französische Schriftsteller cnc. Franz=Funk=Brentano das Gesängnis nennt, das besonders Schauspielern, die gegen die Theaterverbesonders Schauspielern, ordnungen gesündigt oder dem Publitum die gebührende Achtung versagt hatten, als Aufenthalt diente. Wer allerdings ein ruhiges, beschauliches standenen Schadens machen. Wegen im Prozeß empfiehlt es sich, den Schaden einen Sachverständigen feststellen zu lassen. C. 40, Tahnhofstraße. Die Verbürgung bezieht sich auf alle aus dem Vertragsverhältnis entspringenden Verbindlichkeiten, also auch auf die Konventionalstrafe. K Königl. Preuss. Staatsmedallte# Seidenhaus Michels& Cie. BERLIN SW. 19, Leipziger Strasse 43-44 Deutschlands grösstes Seidengeschaft sch Schwelm, 22. März.(Stadtrat.] In der Stadtverorductenversammlung gab Bürgermeister Branscheid vor Beginn der Etatsberatung einen turzen Ueberblick über den Stand der Gemeindeangelegenheiten. Er führte aus, daß trotz der erheblichen Reyraufwendungen, die an die Stadtkasse berangetreten seien, die Finanzlage eine verhältnismäßig günstige sei, die alten Steuersätze könnten, wenn auch mit tnapper Not, beibehalten werden. Der neue städtische Schlachthof schließe ab mit einem De=1 Son#= sizit von 8600 Mark, es sei aber die Hoffnung berech=Gefäugnis zu tigt, daß dieses Defizit bereits in kurzer Zeit schwin=worden waren den werde. Für die Aufbesserung der Gehälter der Garlamentsbei mittleren und unteren Beamten und der Lehrerinnen seien 3000 Mark mehr in den Etat eingesetzt. — Bochelt, 22. März.=(Erhöhung der Stadtverordnetenzahl.] In der letzten Stadtverorducten=Versammlung wurde beschlossen, die Zahl der Stadtverordneten mit Rücksicht auf die umfangreichen Arbeiten, die von den einzelnen Stadtverordueten in den Kommissionen zu erledigen sind, Atren, Wran renn Gefängnis alles erlauben, und man tat es auch. Als im Jahre 1724 in ganz Paris die Glückospiele, besonders das Pharao=Spiel, verboten wurden, wurde einzig und allein in For=l'Ensgne ruhig weiterge ivielt. Die benachrichtigte Polizei sand in einer von drei verhafteten Offizieren bewohnten Zelle eine ganze fröhliche Gesellschaft beim Spiel. Di wegen Glücksspiels eingesperrte Frau von Coade hielt, bokleidet mit einer funkelnagelneuen bemalten Gesellschafterobe, die Spiel beteiligten sich sogar Leute, die gar nichts im Gefäugnis zu suchen hatten und eigens eingeladen unter anderen die Gattin eines hopen Parlamentsbeamten. Beim Eintritt der Polizeibeamten hieß es:„Sauro qui peut!“ und, so unwahr scheinlich es klingt, ein Teil der Schuldigen konnte tatsächlich entrinnen. Diese Anekdote ist durchaus nicht„einzigartig“. Der Zeitungsredakteur Sarrazin stellte in For=l'Evéque seine ganze Zeitung empfing Berichterstatter, korrespondierte m Lesern uiw. Ein Mann namens Chevalier megen Fälschuna von Lotterielosen eingesperr webt solide Seidenskoffe in seiner Krefelder Fabrik und versendet Proben von diesen und andoren erstklassigen Fabrikaten: Glatte Meter 1.—bis 8.50 M. Gemusterte Meter 1.50 bis 15,- M. sowie Katalog von Seidenen Blusen, Jupons, Morgenröcken umgehend und franko. Polologloss-Eigaretten sind in Geschmack und Qualität unerreicht. Das Stück 3 bis 10 Pfennige. Ueberall käuflich! Fabrik„Epirus“ Dresden. der, I Bezaubernde Schönheit der Frau wird durch K den nichts so unterstützt wie durch eine elegante Toilette. * der 1 Nur aus diesem Grunde greift die Damenwelt *7 wal= immer wieder nach dem tonangebenden Weltmoden **“ m i t b u n t e r F ä c h e r Schwerin, Berlin W. 35, jedem Geschmacke die ostümbilder, darunter einen mustergültigen n=Schnittergen. Reichhaltigkeit, Vorfahren.) Ein 18 Jahre alter Bergmann aus Wenn ein Gefangener in diesem sonderbaren„Ii= nehmheit und Billigkeit anbetrifst— der AbonneGünnigfeld geriet gestern morgen auf Zeche l fängnis zu lästig oder unerträglich wurde, wandte mentspreis beträgt bei 14tägigem Erscheinen einer Hannover, Schacht 3 und 4, im Bremsschacht zwischen1 man gegen ihn Gewaltmittel an: man warf hn ein=##desmal ca. 16 Seiten starken Nummer in Großund Schachtzimmerung, wobei ihm der l fach hinaus! So sah also der für„unartige“ Schau= joligformat nur Mk. 1 pro Quartal— ist diesem Fürderkorb u Kopf vom Rumpfe gerissen wurde. 6 Werden(Ruhr), 22. März.(Gemeindesteuern.] Die Stadtverordneten haben beschlossen, den Gemeinde=Fehlbetrag durch Erhebung eines Zuschlas von 120 Prozent zur Einkommensteuer und von 160 Prozent zu den Realstenern zu decken. * Hiltrup, 22. März.(Ein Eisenbahnunfall) hat sich heute morgen nach 5 Uhr auf dem hiesigen Bahnhofe ereignet. Der von Hamm kommende Güterzug 6469 fuhr auf den im 2. Gleise in der Nähe der Kanalbrücke zum Beiladen haltenden Güterzug 9752. Die Maschine des einfahrenden Zuges und acht Wagen des haltenden Zuges entgleisten. Der Schlußbremser H. wurde von seinem Sitz herabgeschleudert und erlitt Kontusionen im Rücken. Auch der im Packwagen des einfahrenden Zuges verweilende Zugführer wurde leicht verletzt. Die Gleissperrung war in etwa drei Stunden behoben. Das Unglück wird darauf zurückgeführt, daß der von Hamm einlaufende Güterzug irrtümlich die spieler bestimmte Aufenthalt aus. — Der Meusch und das Automobil. Der franzosische Schriftsteller Octave Mirbeau ist, wie Paul Gsell in der„Revne“ erzählt, vor einiger Zeit unter die Automobilisten gegangen und hat mit jeuem Tage seine Ansichten über die Intelligenzskala der lebenden Wesen einer gründlichen Revision unterzue-„Vor dem Automobil“, so erklärte er jüngst, ist das intelligenteste Wesen die Gaus; dann kommt bald der Esel. Diese beiden Tiere wissen unter allen Umständen einen Zusammenstoß mit dem Auto zu vermeiden und sich selbst in den gefährlichsten Situationen sehr klug zu benehmen. Die am wenigsten intelligenten sind der Hund, der im Umgang mit dem Menschen vollständig verdummt ist, und das Huhn, das die Verkörperung törichter Furcht und unglaublicher Gedankenlosigleit ist. Noch einige Stufen unter dem Huhn aber steht der Mensch, euphemistisch,„homo sapiens“ genannt. Er in unzweifelhaft das stuvideste aller lebenden Wesen! welcher Gattung lebender solioformat Unternehmen sicher kein anderes an die Seite zu stellen, zumal der Inhalt jetzt bedeutend verbesser ist. Alles ist groß angelegt, dem Titel entsprechend. Das Blatt bezweckt durchaus nicht, nur mit schönen Bildern das Auge zu beEinfahrt hatte. Ein Glück ist nur, daß nicht ein Per= Bleibt nur Schwerer Unsall) Den, Sebiezutgresgrte, Schiebversuche solen in der eine Pseise an, wedurch seine Alburchtränktenkleidser dabei aug, shweren. Flammen; die Verletzungen sind derart erheblicher halt geseuert gerden.„Die. Fesselhalons, werden Natur, daß an seinem Anfkommen gezweifelt wird. an 1000 Meter Kabel auf Sampsern Vereng ungin.. stechen, es will vor allen Dingen auch ein praktisches Modenblatt sein, und nach dieser Seite ist Der Riesen=Schnittbogen und die Lieferung von Extraschnitten nach Körpermaß zum Selbstkostenpreis, sowie die Rubrik„Praktisches für die Hausschneidereis besonders nutzbriugen. Der große Modenteil mit ersten Pariser Modellen etc., die hochinteressante Rubrik„Neuestes, aus Paris“, eine reich illustrierte Belletristik, der mit dem April=Quartal neu beginnende. Roman des beliebten Erzählers Arthur Zapp,„Eros der Sieger“, und eine große Extra=Handarbeitenbeilage etc. zeugen von dem reichen Inhalt des Blattes. Abonnements auf„Große Modenwelt“, an bunter Fächervignette(man achte genau auf Titel und Preis!) zu 1 Mk. vierteljährlich mehmen samiliche Buchhandlungen und Postanstalten entgegen. 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So laden wir denn zur Bisiarckfeier alle seine Getreuen aus allen Schichten der Bevölkerung, Männer und Frauen, auf den 1. April(2. östertasl. abends 8 Uhr 4790 in den Weidenhof ein. I. A. des Fest-Ausschusses: Dr. Haake. 24 März: 30 24. bis Vom ten. Weinrestaurant I. Ranges Telephon 1149. Hagen I. W. Tägich Zigenner-Konzer unter Leitung des ungarischen Kapellmeisters Herrn Lakatos. Zu zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein 115a Fritz Hauck. Neue Welt! Täglich abends 8 Uhr 2 Possen mit Tünnes und das vorzügliche Varieté- Programm! Geschäfts-Uebernahme. Hierdurch teile ich dem geehrten Publikum mit, dass ich seit 1. März die, Geschäftsführung der Restauration an der Glörtalsperre übernommen habe. Ichsichere meinenfverehrl, Gästen prompte aufmerksame Bedienung zu jeder Zeit zu und werde mich bemühen, durch Vorabfolgung nur bester Speisen und gutgepflegter Getränke das Wohlwollen und die Zufriedenheit der Besucher zu erwerben. 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Hagener Generalanzeiger Anzeigenpreis für die siebengespaltene Zeile 15 Pfennig, im Wohnungs= und Arbeitsmarkt 10 Pfennig, im Reklamenteil die Textzelle 40 Pfennig. Bei Wiederholungen wird ein entsprechender Rabatt gewährt. Als Beibühr werden für je tausend Stüch berechnet. 6 Mark 5 Nummer 70. Drittes Blatt. 45. Jahrgang Stolypins Reformen. * Fast wäre die zweite russische Duma, ehe sie noch den ersten Beweis ihrer Lebenskraft geben konnte, unter den krachenden Balken und den stürzenden Mauern ihres Sitzungssaales in dem alten Taurischen Palaste begraben, fast wäre an ihrem eigenen Leibe das stärkste Argument geliefert worden, für die Notwendigkeit, den öffentlichen Geist, der ein Geist der Korruption ist, zu reformieren. Denn wie die Schiffe, die einst unter Roschdjestwenski und Nebogatow durch das Bedürfnis der Erbauer, sich zu bereichern, den Wert von Schiffen aus Papiermaché angenommen hatten, so erinnert der Umbau in dem Sitzungspalast der Duma an jenes Haus der Philister, das Simson durch einen starken Ruck seiner Arme zu Boden stürzte:„Und er schlug die Säulen mit großer Macht zusammen und das Haus fiel auf alle Fürsten und auf alles Volk, das darinnen war.“ Ein Zufall hat es verhindert, daß die Duma unter den Trümmern ihres Hauses begraben wurde. Sie hat sich ein neues Heim gesucht und hat hier von neuem sich an das Riesenwerk gemacht, den kranken und müden Leib des russischen Staats zu heilen und ein Land, das bisher gegen alle Schwingungen des modernen Lebens abgeschlossen und durch hundert Jahre mit einer Dornenhecke umgeben war, dessen Bewohner geistig unreif geblieben sind, dessen wirtschaftliche und soziale Verhältnisse roh und unentwickelt scheinen und den Stempel des Tartarentums tragen, durch papierne Gesetze in allen seinen Existenzbedingungen umzugestalten. Es ist ein seltsam buntes Gewimmel von Scharwerkern, die zur Mitarbeit entsandt worden sind: neben dem eleganten Advokaten aus Petersburg oder Nowgorod sitzt der Steppensohn aus der Ukraine und der wilde Gebirgsbewohner aus der Krim, neben dem Professor der Staatswissenschaft der Fanatiker der Straße, neben dem Utopisten, dessen Kopf vollgepfropft ist mit philosophischen Dogmen, der Analphabet. Noch erscheint alles verschwommen, noch treten die einzelnen Charaktere aus der Masse kaum hervor, und das Wort, das einst Viktor Cousin aussprach: „Die erste französische Republik war eine Krise, keine Regierungsform“, das gilt auch heute: Nirgends hebt sich aus dem Flusse der Dinge ein sichere Rettung verheißendes Eiland. Denn auch Stolypins Programm ist zunächst nur ein mit Lettern beschriebenes Papier. In unsicherem, trübem Lichte malte er die „Zukunft Rußlands“, über die seit dem Manifest vom 24. Dezember 1904 soviel geredet worden ist. Das schwankt wie die Wolken, mit deren Entgleiten Hamlet den Polonius äfft, und die bald Walfisch sind, bald Wiesel, bald Kamel. Der eine Abschnitt gibt, was der nächste wegnimmt. Reformen werden verheißen und wieder hinausgeschoben und über allem steht verwirrend die doppelzüngige,„staatsphilosophische“, Maxime, daß„die vom Leben selbst auferlegten Forderungen späterer Erwägung vorzubehalten“ seien. Einmal redet Stolypin von der Umwandlung Rußlands in einen konstitutionellen Staat, das andere Mal führt er selbst das Hindernis an, daß man erst die Widersprüche der alten gegen die neuen Gesetze beseitigen müsse. Zur Agrarfrage bietet er nur die wenigen kaiser lichen Domänen an, die dem Muschik schon vor Mo naten versprochen worden sind, und orakelt ganz au gemein von„Maßregeln“ für die Bauernemanzipation, die in diesem Prinzip ja schon seit Väterchens Großvater feststeht. Religiöse Toleranz soll nun winken, und dann wird von neuem die Hintertür zu Pobjedonoszews Reich aufgetan, zum Schutz der „privilegierten Stellung“ der orthodoxen Kirche. Die Abschaffung der Verbannung nach Sibirien wird als „Beschluß" verkündigt, als sollten nun mit einem Federstrich die dunklen Bilder von Dostojewskijs „Memoiren aus einem Totenhause“ in der Erinnerung der Bölker getilgt werden. Dabei erfährt man nichts von dem geringeren, dringlicheren Zugeständnis, von einer Entfernung der Feldgerichte. Und im Handumdrehen werden den Russen aus der ministeriellen Pandorabüchse noch eine große Zahl europäischer Institutionen geschenkt, Grundeigentumsrecht, Invaliden= und Krankenversicherung, Einschränkung der Frauenarbeit, Zuziehung der Advokaten zur Voruntersuchung und viele sonstige Titel.„„ 1 07 Denn bloße Titel sind es. Zu ihrer Verwirklichung würde unter dem heutigen System die Duma ein volles Jahrhundert brauchen. Und sie ind auch nur die Ueberleitung zum Wesentlichsten, zur Erörterung der Finanzfrage. Die Reichsduma soll— das ist der einzige Zweck, zu dem Stolypin ihrer bedarf— das Budget beraten. Die Butgeteinnahmen jedoch sind immer niedriger geworden. Schon Witte, der kluge Monopolmacher, hatte die ländliche Kopfsteuer, einen Teil der Landrückkaufssummen und die Paßsteuer erlassen. Nun sind die Ablösungszahlungen der Bauern gänzlich zerronnen. Neue Steuern, darunter nach europäischem Muster eine Einkommensteuer, werden vom Finanzminister gewünscht. Die Organe der Selbstverwaltung können nur dann„reformiert“ werden, wenn man ihnen Staatseinkünfte überläßt. Die AmurEisenbahn soll, knapp zwei Jahre nach dem Ruin der ostasiatischen Politik, gebaut werden. Die militärische Machtstellung will man wahren, und in zwischen hat die auswärtige Schuld schon 16 Milliarden erreicht.„Nichts ist da, alles wird kommen, aber in Wirklichkeit kommt nichts“, schrieb einn Turgenjew in bitterer Verzweiflung über Rußland. Weltuntergang. Kapnzinerpredigt.—Der Verkünder des Weltuntergangs.— Ein Aprilscherz?— Himmlische Zusammenstöße.— Welt und Erde.— Jüngstes Gericht und Götterdämmerung.— Seelenfänger= und Genußmenschen.— Der große Katzenjammer. Fast drei Jahrhunderte sind seit der Zeit verflossen, in welcher die Kapuzinerpredigt in Wallensteins Lager von Schiller zu verlegen ist. Im Sinne der damaligen Zeit läßt der Dichter den eifrigen Bußprodiger den derben Landsknechtgemütern ins Gewissen reden mit dem Hinweis, daß am Himmel Zeichen und Wunder geschehen, daß der liebe Herr gott den Kometen blutigrot wie eine Zuchtrute dro hend zum Himmelsfenster hinausstrecke. Die Aus drucksweise für ähnliche astronomische Vorgänge hat sich seitdem geändert. Ihre Deutung und ihre Wir kung auf viele Menschen ist aber trotz unserer natur wissenschaftlichen Bildung, trotz unserer scheinbaren Verachtung jeglichen Aberglaubens noch immer dieselbe goblieben. Die Fabel vom bevorstehenden Weltuntergang wird gegenwärtig in weitesten Kreisen der Bevölkerung herumgetragen. Nach derselben soll Ende März ein Komet mit der Erde zusammenstoßen und ihr den Garaus machen. Von ängstlichen Leuten sind in dieser Beziehung sogar bei verschiedenen Astronomen Anfragen eingelaufen. Es heißt, den verhängnisvollen Zusammenstoß habe Professor Matteucci ange kündigt. Der titalienische Professor ist der Leiter des Observatoriums auf dem Vesuv und sein Name wurde häufig rühmend während des betzten heftigen Ausbruches dieses Vulkans genannt. Zwei Lesarten bestehen hinsichtlich dieser Autorität für den bevorstehenden Weltuntergang. Nach der einen sitzt der italienische Gelehrte ruhig oben auf seinem Beobachtungsposten in der Nähe des Vesuvkraters, weiß von einem drohenden Kometen nichts und verwahrt sich energisch dagegen, die Fabel des bevorstehenden Weltuntergangs ins Publikum gebracht zu haben. Sie sollen als schlechter Witz zuerst von einem Blatt in Pisa veröffentlicht worden sein. Damit würde das Datum, an welchem die Welt=Katastrophe sich ereignen soll, im Einklang stehen. Ende März ist der 1. April, an welchem man nach der Volksmeinung„Narren schicken kann wohin man will“. Wer sich geängstigt hat und nachher sieht, daß die Erde noch weiter besteht, der kann sich damir trösten, daß er von mutwilligen Gesellen in den April geschickt worden ist. Italienische Zeitungen druckten den Unsinn des Pisaner Blattes nach und aus diesen ist er in deutsche übergegangen. Nach einer anderen Lesart soll sich Matteucci tatsächlich dahin ausgesprochen haben, daß in diesem Jahre die Erde mit einem Kometen zusammenstoßen werde, aber er habe nicht gesagt, daß sich daraus ernste Folgen für beide Weltkörper ergeben könnten. Der Astronom brauchte auch in diesem Falle keine besondere Befürchtungen an dieses gar nicht so sehr seltene Ereignis im Weltenraum zu knüpfen. Solche „Zusammenstöße“ sind bereits früher erfolgt, aber sie haben außer einem besonders starken Sternschmuppenfall keine schlimmere Folgen gehabt. Das ist auch erklärlich. Die Erdatmosphäre hüllt unsern Planeten wie ein schützender Mantel ein. Sie verlangsamt den Sturz jodes Körpers, der aus dem Himmelsraum von der Erde angezogen wird. Sie erhitzt ihn durch Reibung und zerstückelt ihn im Sturze, so daß er wenigstens für den Bestand der Erde unschädlich wird. Die Meteorsteine, welche immer wieder in glühendem Zustande aus dem Weltenraum auf die Erde stürzen, beweisen diese Unschädlichkeit. Trotz dieses auf naturwissenschaftlicher Theorie und jahrhundertelanger Erfahrung begründeten Beweises von der Unschädlichkeit eines etwa bevorstehenden Kometenzusammenstoßes mit der Erde werden ängstliche Gemüter kaum eher beruhigt werden, als bis die kritischen Tage vorüber sind. Die übertriebene Sorge um das eigene Leben, die Furcht vor dem Tode läßt diese Hasenherzen nicht zur Ruhe kommen. Sie fassen selbst nicht Mut, wenn man ihnen geschichtlich nachweist, daß solche Weltuntergangsmärchen immer wieder von Zeit zu Zeit aufgetaucht sind, immer von neuem schwachnervige Menschen in Aufregung und Schrecken versetzt und sich später als grundlos erwiesen haben Wie sehr die ausmalende Phantasie bei diesen Din gen mitwirkt, wie sehr die Sorge um das eigene liebe„Ich“ die Menschen hierbei das richtige Augenmaß verlieren läßt, zeigt schon der Ausdruck vom„Weltuntergang". Man könnte doch höchstens unter den gegebenen Verhältnissen von einem Erduntergang sprechen. Unsere Erde ist doch nur ein winziges Sandkorn in der Unermeßlichkeit des Weltenraums und in der Zahllosigkeit der Weltkörper. Für den gewöhnlichen Menschen freilich ist diese Erde„die Welt“, eine unwissenschaftliche An schauung, die man die anthrovozentrische(den Men schen als Weltmittelpunkt ansehende) nennt. Schon seit der grauen Vorzeit hat der Weltuntergang die Menschen geängstigt. Er spielt eine große Rolle in den Religionslehren und Mythologien aller Völker. Das jüngste Gericht wie die große Götterdämmerung bringen den Weltuntergang. Damit hängt es zusammen, daß die Prediger gewisser Sekten jedesmal die neu austauchende Mär vom nahe bevorstehenden Weltuntergang unterstützen und mit Stellen aus den Propheten des Alten Testaments belegen, um die zerknirschten Herzen für Buße und Reue, für geistlichen Zuspruch und kirchliche Lehren zugänglicher zu machen, ihren Sinn von weltlichen Dingen abzulenken. Diese Erfolge pflegen aber, wenn sie überhaupt in nennenswerter Weise eintreten, nur Augenblickserfolge zu sein. Wenn nach dem bange verlebten kritischen Tage die alte Mutter Erde noch fest in ihren Angeln ruht, kommt die Natur der Weltkinder wieder zum Vorschein, und die Buß prediger haben als„falsche Propheten“ bei ihnen das Nachsehen. Häufig haben auch solche Ankündigungen vom bevorstehenden Weltuntergang ganz andere Resultate als Buße und Reue. Die Gläubigen der angekündigten Katastrophe verjubeln ihren Be sitz, da sie ihn vermeintlich in Zukunft doch nicht mehr gebrauchen. Sie wollen dann wenigstens die kurze Zeit, die ihnen noch zu leben vergönnt ist, möglichst auskosten und genießen. Nach uns die Sintflut, der Weltuntergang! ist ihre Losung. Es werden dann, wie die Geschichte beweist, Orgien gefeiert, alle Bande frommer Scheu gelöst, mühsam ersparte Besitztümer vergeudet, bis nachher beim Nichteintreten der Weldkatastrophe der große Katzenjammer Platz greift. Hoffentlich richtet in unserer aufgeklärten Zeit das alte, aber immer neue Märchen weniger Uebel an als früher. Quer durch die Woche. Hagener Wochenplauderei. Lenzanfang.— Palmensonntag.— Allerlei„Scherze“. — Die„ertrunkene" Ente an der Volmestraße.— An der Heinitzstraße ist ein Ding passiert....— Der Mann mit den 400000 Mark Vermögen.— Im Auto.— Schwindel.— Die Brücke über den Eilper Bach.— Nach 3½ Wochen. Selbst im März, dem Frühlingsmond, Hat die Woche, wie gewohnt, Sieben Tage, keinen Mehr, Was im Lenz ganz schön doch wär'! Nachdem er nun einmal seinen kalendermäßigen Einzug gehalten hat, zeigt er sich— bis jetzt wenigstens— ganz nett, der Lenz nämlich, der am 21. März begann. Die letzten Tage des verflossenen Winters waren wirklich grauenhaft mit diesem aprilartigen Märzwetter. Der Himmel hat wieder reichlich seine Schleusen geöffnet, die Flüsse führten große Wassermassen mit sich und sind zum Teil über die Ufer getreten. Die Talsperren sind sämtlich gefüllt und laufen über. Selbst eine Anzahl ganz respektabler Gewitter hatte man bereits zu verzeichnen. Hoffentlich fällt Jupiter pluvius nicht wieder in die für die Menschheit durchaus nicht angenehmen Scherze zurück, denn: Palmensonntag grüßt die Lande Und der Lenz zog in die Welt. Uebrigens gibt es so schlechte Scherze nicht nur in den„höheren Regionen". Das ist bekannt. Es wird auch unter den Menschen„manchmal“ ein mehr oder weniger guter Scherz gemacht. So erzählte man mir dieser Tage, daß auf einem Grundstück an der Volmestraße in dieser Beziehung ein ganz besonderes Stückchen geleistet worden ist.„Das Unbeschreibliche, hier ist es getan.“ Man hat nämlich auf dem betreffenden Grundstück in einem Gefäß eine Ente zum ertrinken gevracht, oder vielmehr ein ganz Schlauer hat den Anschein erwecken wollen, als ob in einem Wasserfaß eine Ente ertrunken sei. Die Ente hatte er vorher natürlich erschlagen, um der Besitzerin einen Streich zu spielen und dann hat er das Federvieh in die mit Wasser gefüllte Wanne geworfen, wo sie von der Besitzerin gefunden wurde. Die Geschichte ist selbstverständlich angezeigt worden und der Mann, der die Ente„um die Ecke“ und dann in die Wanne brachte, wird sich bei Gericht einen Denkzettel holen können. Einen anderen„Scherz“ leistete sich ein hier aufgetretener Schwindler, der mit einer ganzen Reihe von Geschäftsleuten 14 Tage lang sein„Spiel“ getrieben hat. Der Mann ist etwa 30 Jahre alt und setzte sich frisch, fromm, fröhlich und frech mit einem hiesigen Bauunternehmer in Verbindung. Er sagte, er sei der Sohn eines reichen Gutsbesitzers und wolle sich in Hagen an der Heinitzstraße niederlassen. Ein entsprechendes Grundstück war bald ausgesucht und über den Kaufpreis von 13000 Mark einigte man sich schnell. Der Landmesser kam und nahm die Vermessung vor und der Architekt fertigte inzwischen die Pläne für die Villa an. Der Bau sollte etwa 40000 Mark kosten. Die Kaufverträge wurden dann notariell abgeschlossen, was bei dem enormen Vermögen in Höhe von 400000 Mark, über welches der Bauernsohn verfügen— wollte, keine Schwierigkeiten machte. Mit dem Architekten hatte sich der Mann schnell angefreun det, sodaß man bald gemeinschaftlich Automovilfahrten unternahm. Demnächst wollte man mit dem Auto nach der in der Nähe von Darmstadt liegenden Jagd des Bauernsohnes fahren. Selbstverständlich mußte nun auch für die entsprechende Ausgestaltung der zu erbauenden Villa gesorgt werden. Ein Pferdestall war vorgesehen und darum setzte man sich mit einigen Hagener Pferdehändlern in Verbindung. Auch ein Wagen wurde beim Wagenbauer bestellt. Ein Möbelgeschäft hat bereits die Bestellung der Möbel im Werte von 12000 Mark ausgenommen. Soweit war nun die ganze Sache gediehen. Da kommt plötzlich einer der Interessenten auf den Gedanken, sich bei dem Bankhaus, bei welchem für den „reichen Bauernsohn“. 45000 Mark liegen sollten, zu erkundigen und siehe da, die ganze Geschichte war Schwindel. Den Mann aber, der die Sache eingefädelt hat, sah man bisher nicht mehr. Leidtragender ist der Architekt und der Landmesser. Ersterer hat die Pläne umsonst angefertigt und muß außerdem die Notariatskosten zahlen. Die langen Gesichter, die die auf so schmähliche Weise in ihren schönsten Hoffnungen getäuschten Geschäftsleute gemacht haben, kann man sich leicht ausmalen, aber zum Glück ist man doch noch rechtzeitig dahinter gekommen. Und nun noch etwas von der Selbeckerstraße, über deren historischen Charakter gegenwärtig beim Verwaltungsgericht ein heftiger Streit zwischen Anwohnern und Stadtverwaltung schwebt. Die neue Brücke über dem Eilper Bach war schon über ein halbes Jahr fertig, da fehlten * Hagen, 23. März. Glossen zur Tagesgeschichte. „Frühlingshoffen!“ Die Welt wird schöner mit jedem Tag— es kommt die Schönheit so nach und nach,— nach dem Kalender, der nie getrogen,— ist eben der Frühling eingezogen— ob allenthalben der Sturm auch braust— den Hut entführt und den Zopf zerzaust,— der Frühling wird schönre Grüße senden— dann wird sich natürlich Alles wenden!—— Es wendet sich jetzt so mancherlei— viel Jugend wird von der Schule frei— den Eltern macht die Frage Beschwenden:— Was lassen wir nur den Jungen werden!— Das Knäblein fann auch schon hin und her:— Ich werde ein Mann und noch viel mehr,— zugreifen will ich mit derben Händen,— möge sich Alles zum Besten wenden!—— Die Welt wird schöner mit jedem Tag,— wer weiß, was Alles noch werden mag!— Von Staatspension träumen die gesamten— sogenannten„privaten“ Beamten— Hoffnungen werden bei Jedem laut— daß er sorglosem Alter entgegenschaut— zählt auch der Poet zu diesen „Schichten",— nehm ich Pension und lasse das Dichten!—— Es wird immer besser nach Frühlingsbrauch— und besser wird es in Rußland auch— denn nach dem Muster moderner Staaten— soll eine Duma dort„mitberaten“.— Der Duma stürzte das Dach jüngst ein— soll das ein günstiges Zeichen sein?— Es stürzt das Alte an allen Enden— wird sich nun Alles zum Bessern wenden?—— Es dringt das Wahlrecht jetzt siegreich durch— es kommt auch langsam nach Mecklenburg— dort sollen nebst andern Frühlingsgaben— die Bürger auch einen Landtag haben— zum Reichstag haben sie zwar gewählt— der Landtag aber hat noch gefehlt— am Ende muß doch nach langen Kriegen— der Geutsche Einheitsgedanke siegen!—— Mit dem Lenze ist auch der Frieden da— und friedlich ist's wieder in Afrika— die Hottentotten wurden vernünftig— sie bleiben es hoffentlich auch künftig.— Nun tönt es unter dem sernsten Dach:— die Welt wird schöner mit jedem Tag— und heimwärt ziehen die wackeren Streiter,— die Deutschlands Ehre gewahrt!—— Ernst Heiter. noch die Geländer. Es wurden vom Stadtbauamt dafür an beiden Seiten gewaltig lange Gerüstbalken als„Schutzgeländer“ angebracht. Der Wochenplauderer registrierte pflichtgemäß das Vorhandensein dieses„Mustergeländers“ und stellte fest, daß der Eindruck der Straße hierdurch noch viel historischer, ja sogar mittelalterlich geworden sei. Das hat erfreulicherweise geholfen. Schon nach einigen Tagen erschienen Bauhandwerker und beseitigten die an der linken Brückenseite angebrachten als Geländer dienenden Gerüstbalken. Es wurde mit der Aufstellung eines wirklichen Geländers und zwar eines steinernen begonnen. Dies war aber nicht so einfach, denn scheinbar war die zur Aufnahme des Geländers bestimmte Stirnmauer von vornherein zu schwach konstruiert, um ein derartig schweres Steingeländer tragen zu können. Kurz und gut, dem Aufbau des Geländers ging ein Abbruch der Stirnmauer voran. Dieselbe wurde vollständig bis auf den Längsträger der Brücke abgebrochen, das anschließende Trottoir wurde ebenfalls wieder aufgeworfen, denn ohne die abgebrochene Mauer wären die zu seiner Herstellung angeschütteten Erdmassen in den Bach gestürzt. Nun erhebt sich auf der stärker wiederaufgemauerten Stirnmauer das übrigens recht hübsch ausgeführte Stirngeländer, d. h. wenn der noch fehlende kleine Teil heute noch fertig wird, was jedoch zu hoffen ist. Es hat dann die linke Brückenseite nach 3½ Wochen langer Arbeit ihr Geländer, das übrigens nur 7 Meter Länge hat, erhalten, hoffentlich folgt nach weiteren 3½ Wochen auch die rechte Seite der Brücke, denn ohne teilweisen Abbruch wird hier auch kein Geländeraufbau erfolgen können.=el. O Italienische Einwanderung. Die Ankündigung eines Besuches der italienischen Mutter im Ruhrrevier zur erhofften Eröffnung eines italienischen Hospizes und zur italienischen Ausstellung wirft, wenn der Besuch selbst auch noch nicht sicher ist, ein helles Licht auf den Umsang, welchen die italienische Einwanderung auch nach Norddeutschland schon genommen hat. Süddeutschland weiß schon seit Jahrzehnten von solcher, meist natürlich nur zeitweiliger Zuwanderung in der saison und im Falle besonders ausgedehnter Arbeiten, die ein zahlreiches Personal erforderten Erdarbeiten bei Bahnbauten), zu erzahlen. So waren es schon italienische Arbeiterrotten, welche die erste badische Bahn, besonders die Tunnels durch die Felsnasen der Jura(Isteiner Klotz usw.) in den vierziger Jahren bauen halsen. Als Vertreter gewisser Handwerke, wie des Glaserhandwerks, haben sich auch in Norddeutschland schon früh die Söhn: des Südens fest ansässig gemacht, deren Nachkommen sich ganz eindeutschten. Ueber diese Zuwanderung neden folgende Zahlen eine kurze aber deutliche Sprache:„Im Monat Februar sind allein über Konstanz insgesamt nicht weniger als 8800 italienische Arbeiter ins Innere Deutschlands beföndert worden, darunter 3710 nach Köln, 2670 nach Mannheim, 1040 nach Straßburg und 400 nach Metz.“„Das Zuund Abfluten dieser italienischen Arbeitermassen ummmt seinen gewöhnlichen Weg aus bezw. nach Italien über die Brennerbahn, Arlbergbahn, den Bodensee zwischen Bregenz und Konstanz und die Schwarzwaldbahn. Herbst, Winter und Frühjahr sehen italienische Wandernögel in großen Massen auf dieser Strecke. In verflossener Woche kamen einen Tag um den andern Gruppen badischer Wagen vollgepfropst mit Italienern, aus Konstanz auf dem Hauptbahnhofe in Köln an. Der Nachtdienst der Postbeamten. Wie der Bundesrat dem Reichstage mitteilt, ist von der Reichspostverwaltung verschiedenen Anregungen des letzteren Folge gegeben. So wird darauf gehalten, daß der Nachtdienst der Postbeamten, abgesehen vom Wachtdienst oder wenn es sich um einen leichten Dienst handelt, möglichst keine Beamten oder Unterbeamten häufiger als jede vierte Nacht trifft Mit Rücksicht auf die vor und nach dem Nachtdienst gewährte lange Ruhe und da die in die Nachtzeit fallenden Arbeitsstunden bei der Berechnung des Leistungsmaßes von 10 Uhr abends ab 1½fach in Westfälisches Tageblatt, General=unzeiger für Hagen und Umgegend. des Vereins aber noch weitere Fälle bekannt sein, so bittet derselbe um Mitteilung des Tatbestandes, der Strafe und Stellung eines Antrages auf Zahlung einer Prämie, da der Kassenbestand zeigt, daß genugend Mittel vorhanden sind. Auch hält der es für empfehlenswert, wenn die Mitglieder die Beamten, die mit dem Jagdschutz betraut sind, darauf aufmerksam machen, daß der Verein wie auch der Allgemeine Deutsche Jagdschutzwerein für erfolgreiche Anzeige von Wildfrevlern Prämien zahlt. Die Mitgliederzahl des Jagdschutzvereins„Märkisch Sauerland“ ist im Jahre 1006 von 103 auf 124 gestiegen. Diese Erhöhung ist zum Teil darauf zuruchzuführen, daß in einigen Gemeinden die Jagdberechtigten durch die Jagdpachtbedingungen angehalten werden, entweder disem Vereine oder dem Allgem. Deutschen Jagdschutzvereine beizutreten. — Emodetten, 22. März.(Drei Wilddiebe) wurden vom hiesigen Förster und dem Förster G. von Burghorst in der Bauerschaft Isendorf abgesaßt Einer der Wilddiebe war erst am Freitag aus dem Gefängnis entlassen worden nach Verbüßung einer sechswöchigen Strafe, die ihm wegen Wilddieberei zudiktiert worden war. gl Cleve, 22. März.(Bankprozeß.) Gestern begann hier der große Prozeß gegen die fruyeren Leiter der Dülkener Gewerbebank. Die Klage richtet sich gegen den Kaufmann Franz Bäumges(den früheren Direktor der Bank) jetzt in Bielstein, und den Kaufmann Karl Langweiler in Dülken, serner gegen den Fabrikanten Felix Tonnar in Dülken, den Kaufmann Max v. Roi in Köln und gegen den Mühlenpächter Henken in Würzburg. Die Vorstandsmitglieder sind beschuldigt, es unterlassen zu haben, rechtzeitig die Eröffnung des Kankurs=Ber; fahrens zu beantragen. Bäumges und Tonnar sind beschuldigt, als Direktor bezw. als Aussichtsrates 1. absichtlich zum Nachteil der Gesellschaft gehandelt zu haben, 2. in ihren Darstellungen betr. die Vermögensübersicht der Dülkener Gewerbebank unwahre Tatsachen vorgebracht und Verschleierungen hervorgerufen zu haben. v. Roi und Henken sind beschuldigt, hierbei Beihilfe geleistet zu haben, in der Absicht, sich Vorteile zu verschaffen, und das Vermögen der Dülkener Gewerbebank geschädigt zu haben. Es sind 29 Zeugen und 2 Sachverständige geladen. Der Prozeß wird aller Voraussicht nach heute nicht zu Ende gehen. Die Vernehmung der Zeugen ergab für den früheren Direktor Bäumges Ansatz kommen, erscheint die Heranziehung zum Nachtdienst in diesem Umfange nicht zu weitgehend. Die Beschränkung auf jede fünfte Nacht wäre vielsach, namentlich bei kleineren Aemtern, nicht ausührbar. Das Bestreben der Reichspost= und Telegraphenverwaltung ist ferner fortgesetzt darauf gerichtet, den Sonntagsdienst der Beamten und Unterbeamten auf das unabweisbar gebotene Maß einzuschränken. Um die an Sonntagen geleisteten Arbeitsstunden werden die Werktagsdienststunden gekürzt. So ist es gelungen, eine sehr beträchtliche Verbesserung der Dienstverhältnisse des nachgeordneten Personals herbeizuführen. Dagegen kann ein Bedürfnis dazu nicht anerkannt werden, die Arbeitsstunden schon von 8 Uhr abends ab und die Dienstzeit an Sonn= und Festtagen allgemein 1½fach anzurechnen. t Aus dem Sauerlande, 21. März.(Der Jagd= schutzverein„Murrisch Sauerland“) schließt seine Jahresrechnung mit 580,68 Mark Einnahme und 231,25 Mark Ausgabe, so daß ein Bestand von 319/38 Mark verbleibt. Unter den Ausgaben befinden sich eine Prämie für Füchse von 12 Mark, 2 Prämien à 20 Mark an 2 Beamte— 40 Mark(das Urteil des Schöffengerichts lautete für die beiden Wildfrevler auf je 14 Tage Gefängnis), 1 Prämie à 50 Mark(das Urteil des lautete für 2 Wildfrevler auf 36 und 24 Mark Geldstrafe), 2 Prämien zu 25 und 60 Mark— 85 Mark (das Urteil der Strafkammer lautete für 4 Wilddiebe auf 6 Monate, 4 Monate, 6 Wochen und 4 Wochen Gefängnis) und eine Prämie zu 20 Mark (das Urteil des Schöffengerichts lautete fur ein Ehepaar wegen Schlingenstellens auf 50 bezw. 25 Mt. Geldstrafe). Die Prämien sind gezahlt für Jagdveraehen, die in den Gemeinden Kierspe, Halver und Lüdenscheid begangen und zur Bestrafung gekommen sind. Aus den übrigen Gemeinden sind Anträge eingegangen und soweit bekannt, auch Bestrafungen von Wildfrevlern nicht erfolgt. Sollten den Mitgliedern derart Belastendes, daß der Staatsanwalt die sofortige Inhaftnahme beantragte. Das Gericht lehnte diesen Antrag jedoch vorläufig ab. ss Mörs, 22. März.(Der Kreistag) bewilligte die Mittel für die Straßenbahn Mörs=Homberg. Wie Gesamtkosten belaufen sich auf 1 427·000 Mark, wovon der Kreis Mörs 720000 Mark aufbringen muß. Die Schankkonzessions steuer bewegt sich zwischen 600 und 5000 Mark. Für die Rheinwerft bei Orsey soll eine Kreisanleihe von 500000 Mark ausgenommen werden. Das Mörser Kreisständehaus wird erweitert mit einem Kostenaufwande von 65 000 Mark. Der Haushaltsplan für 1907 weist in Einnahmen und Ausgaben eine Summe von 779 200 Mark auf. Ein: Nahrungsmitteluntersuchungsamt für den Kreis Mörs wird bewilligt. In Köln, 22. März.(Der König von Sachsen) ist gestern vormittag gegen 10½ Uhr mit dem Schnellzuge von Paris hier eingetroffen und nach kurzem Aufenthalt nach Dresden weitergefahren.— In der hier stattgehabten Sitzung der Obermeister aller Metzgerinnungen Rheinlands und Westfalens) wurde u. a. ein Antrag angenommen, auf dem Bezirkstage dahin zu wirken, dem unlauteren Gebahren gewisser Personen Einhalt zu tun, die die Metzgermeister veranlassen, eine ausländische Ausstellung mit einer geringen Quantität Wurst zu beschicken, worauf sie gegen Zahlung von 200 bis 1400 Mark im voraus eine goldene Medaille erhalten. Litterarisches. Ich brauche einen neuen Frühjahrshut, was für eine Form soll ich mir wohl wählen?" Diese Frage kann man gegenwärtig, da das Osterfest vor der Tür steht, aus so manchem schönen Munde hören. Glücklicherweise sind wir in der Lage, für die Wahl einen auten Rat zu geben: Sehen Sie sich nur die letzte Nummer der Lipperheideschen„Modenwelt" an, da finden Sie eine so erschopfende Auswahl aller neuen Hutformen für jung und alt, daß Sie gewiß das fur Sie Kleidsamste darunter finden werden. Vierteljährlich kostet die Lipperheidesche Modenwelt bei jeder Buchhandlung und jedem Postamt 1,25 Mk.; einzeln 25 Pfg. * Elberfelderstr. 23. mit 2½ Pfund Federn 75 1 Mk. Ecke Kampstrasse. Neue Ste für Anerkannt billigste Preise! Fe2schläf. mit 10 Pfd. guten Federn 95 Mk Frühjahr u. Sommer mit 2½ Pfund Federn 25 Kissen-Bezüge # aus Ia. weissem Damast Jacketts in schwarz und farbig 53 8N 113 159 b 35 00 M. Komplettes Bett Betistelle, Matratze, Kopfu. Fusskeil, Oberbett, Unterbett, 2 Kissen zus. 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Tägliche Beilage: Unterhaltungsblatt„Feierstunden“ Redaktion: Fernsprecher Nr. 120, Expedition: Fernsprecher Nr. 12.. Telegr.=Adr.: Tageblatt Hagenwestf. Hagen und Umgegend Stadt-und Landkreis Hagen Wöchentliche Beilage:„Hagener Bunte Blätter'# Rotationsdruck und Verlag: Westfälische Verlagsanstalt Decker& Comp., Hagen i. W., Goldbergstraße 17—21. Hagener Generalanzeiger Anzeigenpreis für die stebengespaltene Zelle 15 Psennig, im Wohnungs= und Ardeitsmarkt 10 Pfennig. im Reklamentell die Textgelle 40 Psennig. Bei Wiederholungen wird ein entsprechender Radan gewährt Als Beilagengedühr werden für je tausend Stück 6 Mark berechnet. Nummer 70. Samstag, den 23. März 1907. 45. Jahrgang Diertes Blatt. Schankkonzessionssteuer. Das Kreis= und Provinzialabgabengesetz vom 23. April 1906 hat den Landkreisen das Recht eingeräumt, auf die Erlangung der Erlaubnis zum ständigen Betriebe der Gastwirtschaft, Schankwirtschaft oder des Kleinhandels mit Branntwein oder Spiritus eine indirekte Steuer zu legen. Die Einführung einer solchen Steuer soll auch in den eigene Kreise bildenden Städten(den Stadtkreisen) für die Zukunft zugelassen werden. Hierzu heißt es in einem gemeinsamen Runderlaß der Minister des Innern und der Finanzen: die kreisangehörigen Gemeinden betrifft, so wird ihnen zwar, vorausgesetzt, daß die örtlichen Verhältnisse die Einführung einer GemeindeSchankkonzessionssteuer angezeigt erscheinen lassen, das Recht dazu nicht grundsätzlich zu versagen, aber Vorsorge zu treffen sein, daß durch die Konkurrenz mit dem entsprechenden Steuerrechte der Kreise weder eine das erträgliche Maß überschreitende Belastung der Steuerpflichtigen eintritt, noch den Kreisen die ihnen neu erschlossene Steuerquelle verkümmert wird. Von diesen Gesichtspunkten aus ist daher kreisangehörigen Gemeinden(Stadt= oder Landgemeinden) die Einführung von Schankkonzessionssteuern nur insoweit zu gestatten, als die Steuerbeträge der Gemeinde und des Kreises zusammen gewisse Höchstsätze nicht überschreiten. Als oberste Grenze der Gesamtbelastung durch Kreis und Ge meinde haben dabei für Neukonzessionierungen sol gende Höchstsätze zu gelten: a) 600 Mark, wenn der Gewerbetreibende we gen geringen Ertrages und Kapitals von der Gewerbesteuer frei äst: b) 1200 Mark, wenn er in der 4., c) 2400 Mark, wenn er in der 3., d) 3600 Mark, wenn er in der 2., el 5000 Mark, wenn er in der 1. Gewerbestcuerklasse veranlagt ist. Sofern die Kon zessionssteuern nach anderen Veranlagungsmaß stäben als nach der Unterstellung des Betriebs unter die einzelnen Gewerbesteuerklassen erhoben werden sollen, werden die ebenbezeichneten Höchstsätze als Anhalt für die Berechnung der Steuersätze zu neh Ferner werden sich die Regierungspräsidenten, denen die Zustimmung bei Landgemeinden oblicai, bezw. die Oberpräsidenten, denen die Zustimmunz bei Stadtgemeinden mit einer Einwohnerzahl bis zu 10000 zusteht, vor Erteilung der Zustimmuna zur Genehmigung von Schankkonzessionssteuerord nungen für kreisangehörige Gemeinden zu über zeugen haben, ob nicht dem Steuerrechie des Kreises, sofern dieser eine Schankkonzessionssteuer kisher nicht eingeführt hat, vorgegriffen wird. Zu diesem Zwecke ist jedesmal über den Antrag der Gemeinde auf Erteilung der Zustimmung zu der Genehmigung der Kreisausschuß des betreffenden Landkreises zu hören, soweit er nicht bereits durch Erteilung der Genehmigung Stellung zu diesem Antrage genom men hat.4 Für Landgemeinden mit ausgesprochen länd lichem Charakter wird sich die Einführung vor Das neue Weimarer Hoftheater. 122— Unsere Zeichnung gibt eine verspektivische Ansicht des neuen Hoftheaters für Weimar nach dem Entwurf des Professors Littmann. Erst vor wenigen Tagen ist die alte Stätte, an der noch unser Geistesheros Goethe wirken konnte, geschlossen worden und schon ist das Gebäude vom Erdboden verschwunden und hunderte von Arbeitern sind auf der Stätte beschäftigt, auf der sich am 1. Dezember schon das neue Gebäude erheben soll. Bekanntlich sind die Pläne und Modelle nur dem Großherzog, den Hofbeamten und einigen Herren vom Weimarer Landtag und Magistrat vorgelegt worden. Unsere Zeichnung ist aus dem Gedächtnis unmittelbar nach flüchtiger nur wenige Minuten umfassender Prüfung eines Fassadenrisses entworfen. Mag sein, daß unbedeutende provortionelle Abweichungen an den Seitensassaden bestehen. Die Hauptfassade, das Gesamtbild, sind aber sicher richtig, auch in Bezug auf die Dekorationen. Hinter dem großen säulengetragenen Balkon befinden sich kunstvoll verglaste Fenster. Der Giebel trägt eine goldene Inschrift. Mäanderbänder und Girlanden bilden eine einfache, aber würdige Zierde. Ueber dem Zuschauerhaus ist eine sogenannte Trommel angebracht. Jedenfalls hat Pros. Littmann, der geniale Schöpfer des neuen Theaters, nicht nur einen theatertechnisch vollendeten Palast entworfen, sondern er hat auch sein Versprechen eingelöst, architektonisch an Weimars große Zeit anzuknüpfen. Schankkonzessionssteuern in der nicht empfehlen.“ Regel überhaupt Eine russische Nihilistin vor den Geschworenen. 0 Thun(Schweiz), 23. März. Im Mittelpunkt des Berner Oberlandes, von prächtigen Seen umspült, liegt der klimatische Kurort Interlaken. Weit über 100000 Menschen aller Nationen suchen in dem jdyllisch belegenen, vornehmen Weltbadeort alljährlich Erholung. Zu den beliebtesten und feinsten Hotels in Interlaten zählt das Hotel„Jungfrau.“ Ende August 1906 an einem Spätabend, stieg im Hotel„Jungfrau“ eine Dame und ein Herr ab. Die Dame war groß und blond, im Alter von 20—22 Jahren und aufs eleganteste gekleidet. Der Herr war mittleren Alters und machte einen gewöhnlichen Eindruck.„Kaufmann Stafford und Frau aus Stockholm, trug sich das Paar ins Fremdenbuch ein. Am Abend des 21. August begab sich der Ehemann angeblich auf eine Bergtour; die junge Frau blieb allein im Hotel zurück. Am folgenden Tage, mittags gegen 1 Uhr, nahm die Fremde den Lunch im Speisesaale des Hotels ein. Ihr gegenüber saß der Privatier Charles Müller aus Paris, ein älterer Herr, der schon seit einiger Zeit mit seinem 30jährigen Sohne im Hotel wohnte. Die junge Dame aß angenschein lich mit großem Appetit, plötzlich zog sie einen Brow ning=Revolver großen Kalibers aus der Tasche und schoß dreimal auf Müller, der sogleich lautlos zu Boden stürzte. Dies hinderte jedoch„Madame Stafford“ nicht, dem alten Herrn noch drei Kugeln in den Leib zu jagen. Alsdann flüchtete die Mörderin in die Vorhalle, wo sie vom Dircktor des Hotels und der telephonisch herbeigerufenen Polizei festgenom men wurde. Die Gäste im Speisesaale waren in voller Aufregung, die Damen waren geflüchtet. Die Persönlichkeit des Ermordeten. Der alte Rentier Müller wälzte sich in seinem Blut. Aerztliche Hülfe war sofort zur Stelle. Allein nach etwa einer Stunde war der Mann tot; der Er mordete stand im 68. Lebensjahre und kam seit jun Jahren regelmäßig zur Kur nach Interlaken. Er besaß früher in Mühlhausen, Els., eine Fabrik chemi scher Erzeugnisse. Vor etwa 10 Jahren verkaufte er seine Fabrik und sein in der Nähe von Mülhausen belegenes Schloß. Er zog sich als Rentier nach Pa ris zurück, um seinen Sohn als Franzosen zu er ziehen. Letzterer ist auch in der französischen Armee Reserveoffizier geworden. Wer war die Mörderin? Die angebliche Madame Stafford wurde sogleich in Untersuchungshaft genommen. Sie sprach nur französisch und verweigerte zunächst jede Antwort. Allein man sand bei ihr die„Tribune russe“ mit dem Bilde des ehemaligen russischen Ministers Durnowo. Die Mörderin gestand schließlich: Sie sei nicht Madame Stafford, sondern heiße Tatiana Leoutieff. ie sei russische Studentin, unverehelicht und eine geborene Russin. Ihr Vater war russischer General, später Vizegouverneur von Warschau und bekleide noch jetzt in Rußland ein sehr hohes Staatsamt. Sie selbst sei Nihilistin und sei von einem sozialrevolutionären Komitee bestimmt worden, nach Interlaken zu reisen und den früheren russischen Minister Durnowo zu erschießen. Der Ermordete sei zweisellos Durnowo gewesen. Als ihr gesagt wurde, daß der Ermordete ein Rentier Müller aus Paris war, versetzte sie: Es tue ihr leid, einen Unschuldigen getötct zu haben, aber in so schrecklichen Zeiten wie der gegenwärtigen komme es auf einen Menschen meyr oder weniger nicht an; sie habe jedenfalls ihre Pflicht getan.— Es wurde sehr bald festgestellt, daß Durnowo tatsächlich bis wenige Tage vorher in terlaken im Hotel Viktoria, das an das Hotel Jungfrau anstößt, gewohnt hat. Der ermordete Müller soll dem Minister Durnowo zum Verwechseln aynlich gesehen haben. Anklagerhebung. Der Begleiter der Mörderin, der bereits am Abend vor dem Morde sich entsernt hatte, konnie bisher nicht aufgefunden werden; die Mörderin verweigert über die Persönlichkeit des Mannes jede Auskunft. Zunächst wurde die geistige Zurechnungsfähigkeit der Mörderin in Zweifel gezogen und se deshalb zwecks Beobachtung ihres Geisteszustandes in eine Irrenanstalt gebracht. Die Aerzte scheinen aber Fräulein Tatiana Leontieff für geistig zurechnungsfähig erklärt zu haben, denn cs ist die Anklage FEUILETEN Welches Volk hat das Eisen erfunden? Die Lösung eines der interessantesten Probleme ist dem bekannten Archäologen und Armenienforscher Dr. Waldemar Belck=Frankfurt a. M. gelungen. Er teilte seine Entdeckung in einer außerordentlichen Sitzung der Berliner Anthropologischen Gesellschaft mit. Es handelt sich um die Frage, welches Volk im Kulturkreise des Altertums das Eisen erfunden hat und zu welcher Zeit dies etwa geschehen ist. Das Problem ist seit Jahrzehnten von den hervorragendsten Gelehrten, u. a. auch von Rudolf Vichow, erörtert worden, ohne daß man zu bestimmten Ergebnissen kam. Dr. Belck bemerkte, daß er, wie das häufig ist, rein zufällig die Lösung gefunden habe. Er kam dazu bei der Untersuchung über den Erbauer eines Felsentunnels, welches das Wasser der Siloahquell: nach Jerusalem führt und der bisher dem König Hiskia zugeschrieben wurde. Es ergab sich aus dem Inhalt der bekannten Siloah=Inschrift, daß der Tunnel mit Werkzeugen aus Bronze hergestellt war. Belck wies nach, daß zur Zeit des Hiskia, ja schon zu Davids Zeit, Eisen und eiserne Werkzeuge in Israel verbreitet waren, daß also der mit weichen Bronzeinstrumenten geschaffene Tunnel der vorda vidschen Zeit angehören müsse. Bei dieser Gelegen heit suchte der Gelehrte festzustellen, wann überhaupt die Juden mit dem Eisen bekannt geworden seien, und ermittelte aus den Angaben der Bibel, daß sie das Eisen erst beim Betreten des Bodens Kanaan kennen lernten. Bei der weiteren Frage nach dem Volbe, dem sie diese Kenntnis verdankten, ergab sich aus dem ersten Buche Samuelis, Kap. 17, Vers 17—22 klar und deutlich, daß zu jener Zeit lediglich die Philister im Besitze des Geheimnisses der kation und Eisenbearbeitung waren. Die Bibelstel len lassen erkennen, daß die Philister ihren Nachbar völkern wohl fertige Eisengeräte und Wassen liefer ten, dabei aber sorglich das Geheimnis der Bereitung und Bearbeitung des Eisens hüteten. Dr. Belck wies im Anschlusse hieran nach, daß die Philister etwa im 13. Jahrhundert v. Chr. die Eisenfabrikation erfunden haben müssen, und daß außer ihnen kein an deres Volk des Kulturkreises der alten Welt daneben noch als selbständige Erfinder des Eisens in Betracht kommen, insbesondere weder Aegypter noch auch Babylonier und Assyrier, und auch nicht die Griechen. Der Vortragende, der hier aus theologischen Quellen eine wichtige Kulturfrage gelöst hat, ist mit diesen biblischen Studien zu einer alten Liebhaberei zurückgekehrt: Vor 24 Jahren wrang Dr. Belck als Chemiker an der Berliner Universität den Preis der theologischen Fakultät mit der Unteruchung über die Entstehungsursachen des Montanismus, ein Vorgang, der damals in der wissenschaftlichen Welt großes Aufsehen erregte. Die Zerstörung von Upton Sinclairz Kolonie. Aus Newyork wird gemeldet: Upton Sinclairs Kolonie ist zerstört. Helikon Hall in New Jersey, das Heim der Gemeinschaft, die von dem so rasch berühmt gewordenen Verfasser des„Sumpfes“ gegründet wurde, ist am Sonnabend ein Raub der Flammen geworden. Nur mit Mühe und Not gelang es den Insassen der Kolonie, dem Tode zu entgehen; aus den Fenstern mußten die Frauen und Kinder springen und man betrachtet es als einen Glücksfall, daß nicht mehr der Verlust eines Lebens zu beklagen ist. Sinclair selbst ist beinahe unverletzt geblieben, nur an den Füßen hat er von Glassplittern einige schmerzhafte Verwundungen davongetragen. In früher Morgenstunde ereigmete sich im Keller eine Explosion, die man meilenweit vernahm; wenige Minuten später stand das ganze Haus in Flammen. Das Gebäude brannte herab wie eine Streichholzschachtel, in fünfzehn Minuten war alles geschehen. Allgemein glaubt man an ein Verbrechen; mit seinen Enthüllungen über die beispiellosen Zustände in den großen Schlachthäusern von Chicago hat Upton Sinclair sich ja viele erbitterte und einflußreiche Feinde gemacht.„Vor drei Wochen“, äußerte sich Sinclair am Tage ach der Katastrophe,„fand ich, als ich einen neuen Kessel hervorsuchte, im Keller ein Stück Dynamit. Es ist ja möglich, daß dieses Stück Dynamit vom Bau her vergessen ist und nun zwölf Jahre da lag, ich aber glaube nicht daran... Upton Sinclair erzählt, daß er wichtige Urkunden in seinem Besitz gehabt habe, die hohe Beamte des Stahltrusts kompromittierten; er arbeite bereits daran, diese Beweise zu einem Buche zu vereinigen.„Der Tatbestand ist“, so sagte er,„daß im Keller von Helikon Hall Dynamit lag und in meinem Pult jene Urkun den. Mein Schreibtisch ist mit allem Inhalt natür lich verbrannt. Ob diese Papiere mit verbrannten oder ob sie gestohlen sind, das kann ich nicht sagen.“ Helikon Hall war erst im Herbst vergangenen Jahres gegründet worden; in dieser Kolonie unternahm Sinclair mit einer Anzahl Gleichgesinnter den praktischen Versuch, durch eine auf Gegenseitigkeit gestellte Organisation ein häusliches Zusammenleben einer größeren Anzahl von Menschen zu erproben. Jedes Mitglied der Kolonie, gleichviel welchen Standes, mußte in einer gewissen Reihenfolge in der Küche. und im Hauswesen sich praktisch betätigen; auf Dienstpersonal sollte dabei vollständig verzichtet werden. Ein gemeinsamer Kindergarten wurde eingerichtet und mancherlei ähnliche Versuche unternommon. Eine Reihe von Schriftstellern, Lehrern und Pädagogen nahmen an dem Experimente teil. Jede Familie hatte ihre eigenen Wohn= und Schlafräume; die Mahlzeiten wurden dagegen gemeinsam eingenommen und auch die Gesellschaftsräume waren Allgemeingut. Nun ist das alles vernichtet, und man wird schwerlich erfahren, ob Sinclairs Theorie des Zusammenlebens sich bewährte oder nicht. Mancherlei wird erzählt von ständigen Unstimmigkeiten zwischen den Koloniemitgliedern. Einige Mitglieder, gegen fünfzig, ließen es sich nur gefallen, daß ein junges Mädchen, das, nebenbei bemerkt, das Gymnasium absolviert hatte, Dienstmädchenarbeiten verrichtete, allein sie sträubten sich hartnäckig dagegen, mit der jungen Dame sozial zu verkehren. Schließlich mußte man dazu schreiten, reguläre Dienstboten zu sengagieren, da viele Mitglieder der Kolonie sich nicht dazu verstehen konnten, bei der niedrigen Hausarbeit selbst einzugreifen. Und so gibt es manche, die behaupten, das Feuer wäre zu guter Stunde gekommen. Gegen materiellen Schaden ist die Gemeinschaft durch Versicherung gedeckt. Der vertanschte Angeklagte. Daß Zeugenaussagen, selbst wenn sie durch einen Eid bekräftigt werden und wenn auch jede bewußt: falsche Angabe ausgeschlossen ist, nicht immer zutrefsend zu sein brauchen, ist in letzter Zeit sowohl durch wissenschaftliche Experimente wie durch besonders auffallende Fälle aus der Praxis häufig gezeigt worden. Ein seltsames Vorkommnis, das diese Erfahrung von neuem bestätigt, wird nun von Dr. M Urstein im„Archiv für die gesamte Psychologie“ mitgeteilt. Die erste Zivilkammer des Bezirksge richts in Warschau verhandelte gegen den siebzehn jährigen Lucyan Zinny, der angeklagt war, aus einer Wohnung einige Sachen gestohlen zu haben. Durch fünf Zeugen sollte festgestellt werden, daß Zinny die Gegenstände aus der Wohnung herausgetragen hatte und nach einem mißglückten Fluchtversuch verhaftet wurde, nachdem er jedoch die gestohlenen Gegenstände unterwegs fortgeworfen hatte Im Zeugenverhör gab eine Portierfrau ganz kategorisch ihre belastende Aussage ab; sie fixierte den auf der Anklagebank Sitzenden und erklärte, daß e: es gewesen wäre, der auf der Straße angehalten wurde: sie habe ihn sofort erkannt.„Nur ist Zinnn vorher voller gewesen“, fügte sie hinzu. Auch zwei andere Zeugen behaupteten, in dem Angeklagten mit völliger Sicherheit den Mann wiederzuerkennen der die Sachen aus dem Tor hinausgetragen hatte Als nun das Zeugenverhör zu Ende war und der Gerichtsvorsitzende den Angeklagten fragte, was er zu seiner Rechtfertigung noch vorzubringen hätte, erklärte dieser mit größter Seelenruhe, ihn ginge die ganze Geschichte gar nichts an, denn— er wäre garnicht Zinnn, sondern Franz Nowakowski. Man habe ihn zusammen mit Zinny aus dem Gesängnis hergebracht, damit ihm hier die Motive des vor zwei Wochen gefällten Urteils vorgelesen würden. Do aber die Zeugenaussagen, die zu seiner Verurteilung führten, nach seiner Ueberzeugung salsch, ären, so habe er dem Gericht beweisen wollen, wieviel man auf Zeugenaussagen geben könne. Aus diesem Grunde habe er sich mit Zinny verabredet, ihre Rol len gegenseitig zu vertauschen. So war es in der Tat. Der echte Zinny wurde aus dem Arrestantenzimmer hereingeholt und bestätigte die Richtigkei: der Angaben Nowakowskis. Dagegen behaupteten der Staatsanwaltsgehilfe, ein Richter und der Gerichtsdiener, die bei der Urteilsbegründung in Sachen Nowakowskis zugegen waren, daß der Spruch tatsächlich dem auf der Anklagebank sitzenden Nowakowski, nicht aber Zinny verkündet wurde, woraus also hervorgeht, daß alle drei Hüter des Rechtes schon zum zweiten Mal Nowakowski sahen, ohne es zu bemerken. Die Situation wurde immer verwickelser, Man ließ schließlich den Gefängnisausseher kommen, und dieser stellte fest, daß in der Tat Nowakowski und nicht Zinny auf der Anklagebank saß. Dabei ist zu bemerken, daß zwischen den beiden nicht die geringste Spur einer Aehnlichkeit zu finden war. Schließlich wurde die ganze Angelegenheit dem Untersuchungsrichter überwiesen, der die Perion Zinnys identifizieren soll. Man kann sich aber rorstellen, welchen Eindruck die Erklärung des Mannes auf der Anklagebank auf die Zeugen machte, die plötzlich in die Gefahr versetzt waren, sich eines Meineides schuldig gemacht zu haben. Westfälisches Tageblatt, General=Anzeiger für Hagen und Umgegenwegen Mordes gegen sie erhoben worden. Sie hat sich daher am Montag, den 25. d. M. vor dem hiesigen Schwurgericht dieses Verbrechens wegen zu veraniworten. Es ist eine große Anzahl Zeugen und mehrere Sachverständige geladen. Sicherem Vernehmen nach wird der Verhandlung ein Vertreter der russischen Regierung beiwohnen. Aus Rußland, Frankreich und Deutschland ist eine große Anzahl Zeitungsberichterstatter angemeldet.— Wir werden über die Verhandlung berichten. — Eine internationale Fälscherbande ist zu einem großen Teile in Marseille festgenommen worden. Es sind das ein Juwelier namens Finance, ein Matler Bréda, ein Winkeladvokat Calkoen und ein gewisser Martini. Man suchte ferner nach einem Spiengesellen namens Tussart, wobei der Zusall der Polizei zahlreiche andere Mitglieder der Bande in die Hände spielte. Indem nämlich die Geheimpolizisten einem gewissen Durani folgten, der aus Spamien in Marseille eingetroffen war, sahen sie aus dem Hause eine Kleiderhändlerin mit diesem zusammen eine Anzahl von längst der Geheimpolizei von Marseille bekannten Individnen sich nach der Bahn begeben, die Pakete und Gepäckstücke mit sich führten. Man untersuchte diese unter dem Vorwande der Verifizierung der Zollgebühren und sand in ihnen zahlreiche salsche Wertvapiere im Betrage von mehr als 301 000 Frks. Bei der Kleiderhändlerin, einer gewissen Libonen, wurden 580 falsche italienische Banknoten und in ihrer Wohnung ein ganzes Material für Herstellung salscher Wertpapiere beschlagnahmt. Im Laufe der Untersuchung nach den ersten Verhaftungen hatte der Untersuchungsrichter Le Poittevin um Auskünfte und Ermittelungen bei den Gerichtshösen von Rom, Barcelona. Turin und Amsterdam nachgesucht.„Aber diese Gerichtshöfe ließen erwidern, daß in ihren Ländern bereits eine besondere Untersuchung über die gleichen Tatsachen und die gleichen Individnen im Gange sei. Dieser Konflikt der Jurisdiktionen ist aber sehr schnell gelöst worden, da der Fall im Koder des internationalen Rechtes vorgesehen ist, und kraft des Einvernehmens zwischen den bei diesem internationalen Fälscherprozesse interessierten Nationen ist der Gerichtshof von Rom damit betraut worden, alle Elemente dieser Untersuchung zu zentralisieren. Die in Frantreich Verhafteten haben sich wegen Fälschungen, Verwendung von Fälschungen, Herstellung falscher italienischer Banknoten, Herstellung und Fälschung von Rententiteln der italienischen Staatsschuld zu verantworten. Von der Bande sollen in Südfrankreich, Italien, Spamien und auch in einigen anliegenden Ländern bereits Millionen falscher Wertpapiere losgeschlagen worden sein. — Welche Unsummen der Jagdsport zuweilen verschlingt, dafür liefert interessante Beläge Pros. Dr. A. Schwappach von der Königl. Forstakademie in Eberswalde in seiner„Entwickelungsgeschichte der Jagd“, die Hans Kmaemer als Kapitel seines illustrierten vopulär=wissenschaftlichen Monumentalwerkes„Der Mensch und die Erde“.(Deutsches Verlagshaus Bong u. Cv., Berlin W. 57, Lieserung 60 Pfg.) veröffentlicht. Der moderne Verkehr führt die Jagdlustigen innerhalb weniger Stunden selbst in recht ferne Erdenwinkel, und so kann es nicht Wunder nehmen, daß beispielsweise bei der Verpachtung der Jagden ein früher ungeahnter Wettbewerb sich geltend macht. Nach Pros. Schwappach sind von der Mitte der achtziger Jahre bis 1890 in den meisten Gegenden Deutschlands die Jagdpachten um mehr als 100 Prozent gestiegen; für den 310 Heltar großen Wald von St. Germain bei Paris hat sich schon 1890 die Pacht auf 40(lw Frks., also auf rund 120 Frks. für den Hektar gestellt, und in England und Schottland sind Jagdpachten von 40000 bis 100000 Mark für den einzelnen Bezirk etwas ganz Gewohntes geworden. In neuerer Zeit greift man auch auf eine im Mittelalter verbreitete Sitte zurück und verkauft die Erlaubnis zum Abschuß einzelner Stücke Wild. So fordert die ungarische Staatsforstenverwaltung 1. B. für den Abschutz eines Hirsches je nach der Anzahl seiner Enden verschiedene Summen: ein Zwanzigender ist nicht unter 1100 Mark zu erlegen. Reiche Leute können daher ganz abnorm hohe Abschußziffern erreichen, wie der Earl of Gren, der innerhalb 29 Jahren allein 316690 Stück Wild erlegt hat! — Ein originelles Diner. Der bekannte amerilanische Chemiker Professor Thomas Stillmann, dessen Spezialfeld die Untersuchung von Nahrungsmittelversälschung ist, gab dieser Tage im Hotel Astor seinen Freunden, wie alljährlich ein Diner, das nur aus chemischen Surregaten bestand, in Geschmack und Aussehen jedoch den exguisileuten Leckerbissen gleichkam. Jeder Gang wiederholte sich, einmal kamen chemische Produkte auf die Tasel, das zweite Mal natürliche Speisen. Der Mehrzahl der Gäste war es nicht möglich, mit Bestimmtheit anzugeben, zu welcher Kategorie sie die genoffenen Taselfrenden zu rechnen hätten. Professor Stillmann will durch seine Tiners nur den Beweis erbringen, wie weit die Versälschung von Nahrungsmitteln sich in Hotels und Restaurants ddurchführen lasse, ohne daß auch die verwöhntesten Gäste es merken, daß ihr Magen und Gaumen nur getäuscht wird. — Ein ku Testament. Vor einem Londoner Gerichtshofe wurde kürzlich über die Gültigkeit eines Testaments verhandelt, das in seiner Kürze wohl einzigartig dastehen dürfte. Ein gewisser Ish, der kürzlich schwer erkrankte, ließ sich von seinen Angehörigen einen Briefumschlag geben und schrieb darauf:„Alles für Mutter“, dann ließ er seine das Bett umstehenden Sühne als Zeugen unterschreiben. Das Gericht sprach die uneingeschränkte Gültigkeit des Testamonts aus; bei dem Nachlaß handelt es sich um ein Vermögen von über 100 000 Mark. — Aus Karlchen Mießnicks Aufsatzheft. Die Kanone. Die Kanone ist ein Möhbel das knallt wenn mans voll Pulfer stoppt. Die Kanone hat einen Protzkasten, da sitzen dan die Kanonire ganz protzig drauf wenn sie durch die Strasen zaren. Unter der Kanone ist nichts wie Luft weil si auf Rädern geht, mannigmal ist aber auch ser fiel darunter zum Bei sriihl unser Essen wenn großes Reinmachen iß, dann schimpft Vater immer kollosal und ich kriege Haue weil ich gelacht habe. Es gibt auch Kanonenstiefek. Die kuallen aber nich, das sind solche, wo immer der Schuster den Studenten auf die Rechnung setzt, aber nicht bezalt werden. Kanoniere gibt es sehr siel, die haben eine seine Uniform. Einer sitzt immer bei unfrer Mari in der Küche, wenn aber Mutter lommt, steckt er im Schranke. Er ist furchtbar fiel, mannig mal 5 Klöße. Wenn Frieden ist, steht die Kanone im Winckel, wenn aber der Storch en Printzen bringt, dann schießen sie draus, auch bei ne Prinzessin, dann aber vil weniger. Von der Kanone gibt es auch ein schönes Lied, das singt meine Schwester mir mannig mal vor. Es heist Goldne Abendsonne ach wie blinkst du schön— Nie KanonelWonne—. Deinen Glanz ich sehn. Womit ich schließen will. Weil Ostern in diesem Jahre so früh fällt, wird der Monat März für unsere Hausfrauen ein an Ausgaben und Arbeit besonders reicher werden. Sie haben für vielerlei Garderobe zu sorgen und auch die Küche verlangt mehr Arbeit. Es heißt immer wieder: sparen an Zeit und Geld. Infolge der Fort schritte der Chemie ist glücklicherweise vieles leichter und billiger geworden, so z. B. das Kuchenbaden und die Herstellung der nahrhaften Puddings, wenn man Dr. Octker's Back= und Puddingpulver und Vanillinzucker benntzt. Diese Artikel sind allen Hausfrauen bekannt und überall zu haben. Neuerdings hat die Firma Dr. A. Oetker nun auch die Einrichtung getroffen, daß ihre Erzeugnisse ebenfalls in fast allen Geschäften vorrätig sind. Ein Versuch wird die Hausfrauen von der Vor züglichseit auch dieser Präparate überzeugen. Sie sind so preiswert, daß ihr Gebrauch auch im kleinsten Haushalte möglich ist. Ortsstatut betreffend die Abfuhr des Hausmülls in der Stadtgemeinde Musterung im Jahre 1907. Kaucht Eckstein-Zigaretten! Nr. 5 Auf Grund des " Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, § 11 der Städteordnung für die Provinzldaß in der Zeit vom 3. bis 17. Jorn ds. Irs. die Musterung Westfalen vom 19. März 1856 und der§§ 4, 69, 70 und 90 deslder Militot#st Her Pixtig Bme. Aug. Hösteren, Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893 wird für den Bezirk Lokale der Vzu#nttrate hierielhst der Stadtgeneinde Haspe nachstehendes Orisstatut erlassen:(stattziudet Koinerstraße hierseton 8“ I Sämtliche Militärpflichtige des Kreises Schwelm, welche Die Stadtgemeinde unterhält eine öffentliche Müllabfuhranstalt noch keine endgiltige Entscheidung durch die Ersatzbehörden zur regelmäßigen Absuhr des Hausmülls aus denjenigen Straßenserhalten haben oder von der Gestellung zur Musterung und Straßenteilen, die durch Stadtverordnetenbeschluß dazu be= nicht ausdrücklich entbunden sind, haben sich, auch wenn stimmt werden. Die Eigentümer bezw. Verwalter der an diesen und Straßenteilen, die durch Stadtverordnetenbeschluß dazu be= nicht ausdrücklich entbunden sind, haben sich, auch wen stimmt werden. Die Eigentümer bezw. Verwalter der an diesensiynen keine besondere Vorladung zugehen sollte, in folgen Straßen und Straßenteilen liegenden bebauten Grundstücke sindder Weise zu gestellen: berechtigt, die Müllabfuhranstalt nach Maßgabe der nachstehenden Am Mittwoch den 3. April 1907 aus der Stadt Gevelsber Bestimmungen zu benutzen.„ 1 die sämtlichen Militärpflichtigen des Jahre § 2. lam Pengarätag den 4. April 1907 aus der Stadt J— Als Hausmüll werden Asche, Kehricht, Küchenabfälle, Schornsteinruß, Glas, Porzellanbruch, Konservenbüchsen usw angesehen. sam Menschliche und tierische Exkremente, Dünger, Steine, Bauschutt, Erde, Gartenabfälle, Schnee und Eis, Papier, Stroh, Her und dergl., Abgänge aus Fabrik= und Handwerksbetrieben, Metzgereien, Brauereien, Brennereien, Färbereien usw. werden nicht am abgefahren. Das Hausmüll geht mit der Einbringung in den Abfuhrwagen in das Eigentum der Stadtgemeinde über. § 3 Stadt Gevelsberg feicheine.5 Jahrganges 1887; am Donnerstag den 4. April 1907 aus der Stadt Gevelsberg die sämtlichen Militärpflichtigen des Jahrganges 1886; Freitag den 5. April 1907 die sämtlichen Militärplsichtigen des Jahrganges 1885 aus der Stadt Gevelsberg, sowie die des Jahrganges 1885 aus dem Amte Ennepe und etwaige Restanten;.„ Sonnabend den 6. April 1907 die sämtlichen Militärpflichtigen der Jahrgängc 1886 und 1887 aus dem Amt Montag den 8. April 1907 die sämtlichen Militärpflichtigen aus dem Amte Boerde, sowic etwaige Restanten; Diese rühmlichst bekannte Zigarettermarke wird auch nach Einführung der Zigarettensteuer in derselben vorzüglichen Qualität u. Handarbeit hergestellt. Preis: 10 Stück 25 Pfg. Der enorme Konsum befähigt die Fabrik, die Zigarrenhandlungen stets mit frischer Ware zu versorgen. Man verlange ausdrücklich: Eckstein’s Nr. 5 md prüfe genaue, daß jede Zigarette die volle Firma 6 Eckstein& Söhne" nebst Schutzmarke trägt. (Arbeiterzahl über 800.) am § 3. 1 tigen aus dem Amte Boerde, sowie etwaige menanten, Der Gemeindevorstand bestimmt, wie oft und zu welchen Tages=sam Dienotag den 9. April 1907 die sämtlichen Militärpflichn die Müllabfuhr in den einzelnen Straßen und Straßenteilen] tigen der Jahrgänge 1886 und 1887 aus dem umte zeiten die Müllabfuhr in den einzelnen Straßen und Straßenteilen zu erfolgen hat. Diese Bestinimung wird in ortsüblicher Weise öffentlich bekannt gemacht. § 4. Wer die Müllabfuhranstalt benutzen will, muß dies dem Geweindevorstand schriftlich oder durch eine protokollarische Erklärung an Amtsstelle mitteilen. § 5. Diejenigen, welche die Müllabfuhranstalt benutzen, sind verpflichtet, das abzufahrende Hausmüll in Behältern, die den polizeilichen Vorschriften entsprechen, zu den gemäß§ 3 festgesetzten sam Zeiten und an den polizeilich bestimmten Orten für die Abfuhr tigen der Jahrgänge 1886 und 1887 aus Haßlinghausen sowie diejenigen des Jahrganges 1885 aus den Gemeinden Hiddinghausen I und Linderhausen; am Mittwoch den 10. April 1907 die übrigen Militärpflichtigen des Jahrganges 1885(Gemeinde Gennebreck und Haßlinghaufen) aus dem Amt Haßlinghausen und die sämtlichen Militärpflichtigen aus dem Amt Sprockhövel; ferner haben sich an diesem Tage die sämtlichen Militärpflichtigen der Jahrgänge 1885 und 1886 aus der Gemeinde Nächstebreck zu gestellen; W# Donnerstag den 11. April die sämtlichen Militärpflichtigen des Jahrganges 1887 aus dem Amte Langerfeld; daß sie von einem Ramne und in die Abfuhrwagen entlert werden können. Behälter, welche.— Dur. 2=5.—45, Lix's“ Pprst 1907 der Rest des Jahrganges dieser Bestimmung und den vonzeilichen Vorschriften nicht ent= am Sonnaben? deizs V. zewie die samtlichen Militärpilschtigen sprechen, werden von der Entleerung ausgeschlossen....1 Jas Jahragnges 1886 aus der Stadt Schwelm und etwaige Die im ersten Absatz bezeichneten Verpflichteten haben die er= des Jahrganges 1886 aus der Stadt Schweim und erwaige sorderliche Anzahl Behälter zu beschaffen und zu unterhalten. am Montag den 15. April 1907 die sämtlichen Wilitärpflich . tigen des Jahrganges 1887 aus der Stadt Schwelm. Diejenigen, welche die Müllabfuhranstalt benutzen, haben eine Das Muisterungsgeschäft beginnt an allen Tagen vorOeduchr zu emrichten. mittags um 9 Uhr. Die Militärpflichtigen haben sich aber Als Gebühr wird erhoben ein Prozentsatz des Gebäudenutzungs=der Verlesung wegen um 8 Uhr einzufinden. werts der auf dem Grundstück vorhandenen Gebäude, ausschließlich“ Die Militärpflichtigen müssen sauber gewaschen erschei der nur gewerblich genutzten. W.„ inen. Diejenigen der Jahrgänge 1885 und 1886 sowie die Die Höhe des Prozentsatzes ist alljährlich durch Stadtveroro=Restanten haben ihre Losungsscheine mitzubringen und im netenbeschluß derart festzusetzen, daß der Ertrag der Gebühr die Termine abzugeben. Kosten nicht übersteigt, welche der Stadtgemeinde durch die zum Wer der Anfforderung keine Folge leistet, kann zur soZwecke der Abfuhr getroffenen Veranstaltungen erwachsen, ein=fortigen Gestellung angehalten werden, auch hat er zu geschließlich Verzinsung und Tilgung des ausgewendeten Anlage=wärtigen, daß er als unsicherer Heerespflichtiger behandelt kapttals. lund nach erfolgter außerterminlicher Musterung sofort einS 7. gestellt Die Höhe der von jedem Zahlungspflichtigen zu entrichtenden!" E5# Gebühr wird alljährlich vom Gemeindevorstand festgesetzt. spflicht sind sofott eer mt ungurrinnert Grundstück im Sinne bieses Ortsstatuts ist ein zusammen=] Diejenigen Mannschaften, welche durch Krankheit ar hängendes Besitztum, welches eine wirtschaftliche Einheit bildet, Erscheinen verhindert sind, haben ein ärztliches Attest, da ohne Rücksicht auf die Grundbuchbezeichnung. 1von der Polizeiverwaltung beglaubigt sein muß, falls der Der Gebäudenutzungswert der bewohnten Grundstücke wirddas Attest ausstellende Arzt nicht beamtet ist, vorzulegen. alljährlich entsprechend der staatlichen Veranlagung zur Gebäude=] Die Prüfung der Reklamationen aus den Städten steuer festgesetzt.„[Schwelm und Gevelsberg sowie aus den Aemtern Langer aujährlich eursprechens des stantlichen Wesnnengung gus Gronner-y De Prufuug der Hertumatokee steuer festgesetzt.„[Schwelm und Gevelsberg sowie aus den Aemtern LangerFür Grundstücke, welche staatlicherseits zur Gebäudesteuersfeld und Haßlinghausen findet am 16. April er. und aus den Rathegower ootisches Spezial-Geschäft für Augengläser. nicht veranlagt werden, oder nicht veranlagt sind, ersolgt die Er Aemtern Ennepe, Sprockhövel und Boerde am 17. April 1907]10-..uug 16 weben sinn am. ua mittelung des Nutzungswertes unter sinngemäßer Anwendung derlebenfalls um 9 Uhr vormittags statt.1 Mittelstrasse 10, neben Sinn wird. Etwaige Anträge auf Entbindung von der Gestellungs= sind sofort bei mir anzubringen. m.I. Inn Aeufhait am Ernst Osthaus Bankgeschäft (kommanditiert durch die Essener Credit-Anstalt) Essen-Ruhr Hagen I. W., Hochstr. 83. Konto-Korrent- und ScheckVerkehr. Kreditgewährung unter günstigen Bedingungen. Domichstelle für Wechsel. Verzinsung von Depositengeidern zu zeitgemässen Sätzen. Stahlkammer zur Aufbewahrung von Wertpapieren, Dokumenten, u. s. w. unter Selbstverschluss der Mieter zu mässigem Preise je nach Grösse der Fächer. Aufbewahrung und Verwaltung von Wertpapieren. An- und Verkauf von Effekten und Kuxen. 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CEEI nicht veranlagt werden, ober nicht veruntagl sind, ersorgt die Ersgemtern Ennepe, SpiragrrI—.— mittelung des Nutzungswertes unter sinngemäßer Anwendung der sebenfalls um 9 Uhr vormittags statt. für die Veranlagung der Gebäudesteuer geltenden Bestimmungen.] Sämtliche Familienangehörige mit Ausnahme der Kin: Die vom Gemeindevorstand aufgestellte Hebeliste wird währendder unter 14 Jahren haben zu der Reklamationsverhandeines öffentlich bekannt zu machenden zweiwöchigen Zeitraumeslung zu erscheinen, falls die Reklamation nicht ohne weiteres offengelegt. Bei Zugängen im Laufe des Jahres erfolgt besondere abgewiesen werden soll.„ Mitteilung. Gegen die Veranlagung finden die Rechtsmittel gemäß] Das Erscheinen der Militärpflichtigen selbst zur Rekla§ 69 ff. des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893 statt. Imationsverhandlung ist nicht erforderlich. Die Einlegung des Einspruches oder der Klage entbindet nicht] Die Losung der im Jahre 1887 geborenen Militärpflich von der Verpflichtung, die festgesetzte Gebühr vorläufig zu entrichten.stigen erfolgt für den ganzen Kreis am Mittwoch den 17. Die Gebühr ist vierteljährlich im voraus, und wenn die Be=April 1907, vormittags 11 Uhr. Das persönliche Erscheinen nutzung der Müllabfuhranstalt im Laufe eines Vierteljahres be=der Militärpflichtigen hierzu ist ebenfalls nicht erforderlich. ginnt, für das ganze Vierteljahr beim Beginn der Benutzung zus Klassisikation der Reserve= pp. Mannschaften. entrichten. 1 Die Klassifikation der Mannschaften der Reserve, der Zur Zahlung verpflichtet ist derjenige, welcher bei Beginn des Landwehr, der Ersatzreserve und des Landsturmes, welche Vierteljahres bezw. der Benutzung der Müllabfuhranstalt Eigen= vermöge ihrer häuslichen tümer bezw. Verwalter des Grundstücks ist. s 8. Dieses Ortsstatut tritt mit dem 1. April 1907 in Kraft. Haspe, den 1. März 1907. Der Bürgermeister: Frank. Mittelstrasse 16, neben Sinn& Co. Brillen und Klemmer garant. korrekter angenehmer Sitz. Eigene Glasschleiferei sofortige Anfertigung von einf. u. kombin. Zylindergläsern. Lieferant sämtlicher Krankenkassen. EE Genehmigt Arnsberg, den 16. März 1907. (L. S.) Namens des Bezirksausschusses, Abt. II. Der Vorsitzende: in Vertretung: v. Werner. B. A. II C III 52/07./2. vermöge ihrer häuslichen und Familienverhältnisse Anspruch auf Berücksichtigung für den Fall einer Mobilmachung im Jahre 1907=08 zu haben glauben, findet für den Bezirk des Kreises Schwelm„„ nan, sa Er am Mittwoch den 17. April. 1907, vormittags 9¾ Uhr.# im Lokale der Wirtin Wwe. Aug. Hösterey, Kölnerstraße hierselbst statt, wozu die Beteiligten mit dem Bemerken ge=seladen werden, daß beim Nichterscheinen die Gesuche keine Berücksichtigung finden. SSchwelm, den 12. März 1907. Der Königliche Landrat: Harz. 9 Molkerei Mariental Schützenstr. 56a. e Fernruf 1549. liefert Vollmilch, Magermilch, Buttermilch, Bulter, Koffe=, Schlag=, saure Sahne, Dickemilch. = Siedels Rindermilch= stets in wohlschmeckender, bekömmlichster, Rektoratschule zu Dahl a. d. Volme. Das neue Schuljahr beginnt am Dienstag, den 9. April.# Beschaffenheit. Die Aufnahmeprüfung findet am Tage vorher, nachmittags 2 Uhr. „ Istatt. Anmeldungen nimmt der Unterzeichnete entgegen. Auswär=l# Gesitzer: Agus, Siede Vorstehendes Ortsstatut wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis tige Schüler erhalten auf Wunsch Pension und Nachhilfe bei dem acht.[Leiter der Anstalt.— Milchwirtschaftlicher Sachverständiger.—— den 20. März 1907... Dahl, den 20. Februar 1907. 3703 Der Bürgermeister: Frank. frischer 4a gebracht. Haspe *.*#0 Klusmeier, Rektor, Uhren. Goldene und silberne herrrne und Damen-Uhren große Auswahl 69a billige Proise. 6. E d. Jungfernam 106. nire ganz protzig saren. 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Die Herren Mitglieder des Magistrats und des Stadtverordneten=Kollegiums werden hierdurch zu einer gemeinsamen Sitzung eingeladen, welche am Dienstag, den 26. März d. Is., nachm. um 5 Uhr in dem städtischen Sitzungssaale stattfindet. Tages=Ordnung. Antrag des Landwirts August Hillering, die ihm städtischer“ seits zu übereignenden 8 Morgen Grundfläche vom oberen Bleich stein anstatt an der Ruhr, am Mühlengraben zuzumessen. Herdecke, den 22. März 1907. Der Bürgermeister: Der Stadtverordueten=Vorsteher: Dr. Goecke. Gaußso. unseres Detailgeschäftes verkaufen wiralle Waren zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Wir haben noch eine iu Krawatten geschmackvolle Dessins letzter Saison am Lager und empfehlen solche vor den Feiertagen besonders preiswert. Ferner bietet das Lager noch grosse Auswahl in weisen und farbigen Falten-Bemden in Trikot-Unterzeugen, wie Bemnden, Jachen u. Bosen Damenwäsche, Schürzen, Röcke sowie Handschuhe in Stoff und Leder Schleier, Schleifen, Bänder etc. E. H. 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März er,, abends 8½ Uhr in der Anla des Gymnasiums werden alle Gönner und Freunde der Anstalt im Namen des Kuratotiums und des Lehrerkollegiums hiermit ergebenst eingeladen. Das neue Schuljahr beginnt Mittwoch, den 17. April. An diesem Tage haben sich die Schüler der Abteilung C morgens 8 Uhr im alten Rathause, die Fortbildungsschüler mittags 1½ Uhr im Gymnasium und die Schülerinnen der Abteilung B nachmittags 2 Uhr im alten Rathause einzufinden. Die Teilnehmer an den fachwissenschaftlichen Abendkursen für Erwachsene werden gebeten, sich am Montag, den 22. April, abends 8¼ Uhr im Zeichensaale des Gymnasiums Mündliche und schriftliche Anmeldungen zum Besuche der kaufmännischen Fortbildungsschule(Abt. A), der Handelsschule für Mädchen(Abt. B), der Handelsschule mit vollem Tagesunterricht(Abt. C) und der fachwissenschaftlichen Abendkurse für Erwachsene(Abt. 1)) nimmt der 2. Sekretär der Handelskammer, Herr Dr. Voye, in den Geschäftsräumen der Handelskammer, Oftstraße 10. täglich während der Geschäftsstunden(8—12 Uhr vormittags und 2—7 Uhr nachUnser Milchausschank, der sich im Vorjahre sehr regen Zuspruchs erfreute, wird mit dem 1. April wieder eröffnet. Von großer, von den Interessenten anerkannter Bedeutung ist es, daß wir unseren Kurgästen stets Gelegenheit geben, das Melken, Reinigen und auch auf Wunsch Abkühlen der Milch persönlich zu beaufsichtigen. Melkzeiten: Morgens 7, Mittags 1 und Abends 7 Uhr. Unsere Musterstallungen sind, genau wie die in größeren Badeorten eingerichtet, weitgehendsten hygienischen Anforderungen entsprechend. 4797 Zum Ausschank kommt: Reform=Vorzugs-Milch, Kur- und Fefyrmilch. Central=Nolkerei Reform Fernruf 453.. Altenhagen Behringstr. 4—6. — Straßenbahn=Haltestelle.— Auf Wunsch täglich Lieferung frei Haus. 10 Proz. Rabatt u. gelbe Marken zusammen 13°n Rabalt sämtliche Uhren u. Goldwaren wegen Umzug. Uhrmacher u. 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