Ausgabe für Minden-Ravensberg-Lippe B Montgomery hofft, jedem Deutschen 2000 Kalorien zuzuteilen „Ich hoffe, jedem Deutschen in der britischen Besatzungszone im kommenden Winter täglich 2000 Kalorien Nahrungsmittel zuzuteilen,“ erklärte Feldmarschall Montgomery dieser Tage im Rahmen einer Unterhaltung mit Pressevertretern über Deutschlands Zukunft.„Der Winter wird hart sein,“ erklärte der Feldmarschall weiter,„aber ich bin entschlossen, alles zu tun, was möglich ist, die Not zu lindern.“ Montgomery gab bekannt, dalt 1½ Million Tonnen Weizen ins Ruhrgebiet gebracht werden. um wenigstens teilweise die Weizenmenge zu ersetzen, die Trüher aus der jetzt russisch besetzten Zoue Deutschlands eingeführt wurde, die aber wegen Ernte- und Transportschwierigkeiten jetzt nicht herangeschafft werden können. Die für den kommenden Winter vorgesehene Tagesration ist bei weitem höher als die Zuteilungen der deutschen Militärbehörden an die Bevölkerung in den ehemals besetzten Ländern Europas und nur um 400 Kalorien weniger als die gegenwärtigen Normalrationen in England. Reichlichere Zuteilung für die Bergarbeiter Für die Bergarbeiter im Ruhrgebiet sind reichlichere Zuteilungen vorgeschen. Montgomery gab bekannt, dast 140 Gruben im Ruhrgebiet wieder arbeiten und täglich 40 000 lonnen Kohlen fördern. Die Tagesförderung soll bis August auf 100000 und bis zum nüchsten Fruhjahr auf 200000 Tonnen gesteigert werden.„Die Bergleute an der Ruhr“, so führte der Feldmarschalf aus,„werden ausreichende Lebensmittelrationen erhalten, damit sie die verlangte Arbeit leisten können.“ Lebensmittelzüge eingetroffen Inzwischen sind bereits mehrere Eisenbahnzüge mit Lebensmitteln, die für die Berölkerung des Ruhrgebictes bestimmt sind, aus Antwerpen in Essen eingetroffen. Die Lebensmittel werden nicht sofort zur Verteilung gelangen, sundern eingelagert werden, um bei einer Zuspitzung der Lebensmittelkrise das Ruhrgebiet vor der Gefahr einer Ilungersnot zu bewahren. Diese Lebensmittel sind die ersten, die in Westdeutschland für die deutsche Zivilberölkerung eingeführt wurden. Bisher wurden dort nur Lebensmittel für verschleppte auslandische Arbeiter aus dem Ausland herangeschalft SS- und Generalstabsmitglieder werden nicht entlassen Montgomery kam dann auf die Frage der deutschen Kriegsgesangenen zu sprechen, von denen über zwei Millionen in britischer Hand sind. Täglich werden rund 12000 entlassen, ausgenommen sind aber alle SS-Truppen und Mitglieder des Generalstabes. Montgomery sagte:„SS-Truppen dürften 20 Jahre lang in Kriegsgesangenenlagern gehalten werden. Mitglieder des Trüheren deutschen Generalstabes wergen aus Deutschland entfernt, in kleine Gruppen aufgeteilt und auf unbestimmte Zeit in Gelangenensiedlungen gehalten.“ Kontrollkommision an Stelle der Militärregierung (ber die Zukunft der britischen Militärregierung gab Feldmarschall Montgomery zu erkennen, daßt diese nach und nach durch eine britische Zivilverwaltung, eine Kontrollkommission abgelöst wird. Britische Soldaten der Besatzungsarmeen werden ihre Frauen nachkommen lassen können, sobald die nötigen Unterkünfte bereitgestellt sind. Lübbecke wird britisches Hauptquartier Lübbecke in Westfalen mit seinen 12 000 Einwohnern, 23 km von Minden, ist zur Verwaltungshauptstadt der britischen Besatrungszone bestimmt worden Quartiermacher der britischen Kontrollkommission sind bereits in lübbecke eingetrollen. Viermächte-Besetzung Berlins Amerikanische, britische und französische Truppen stehen bereit zum Einmarsch in Berlin, wo sie nach Londoner Pressemeldungen schon am kommenden Sonntag ihre Zonen im Rahmen der Vier-Mächte-Besetzung beziehen werden. Die britische 2. Armee, die ein Teil der von Feldmarschall Montgomery befehligten 21. Heeresgruppe war,„wurde am Montag aufgelöst. Das oberste alliierte Hauptquartier sowie die amerikanische 6. und 12. Hecresgruppe werden aufgelöst werden. An ihre Stelle tritt in der amerikanischen Zone eine neue ständige Besatzungsorganisation. General Eisenhower wird weiter Oberbefchlshaber der amerikanischen Streitkräfte in Eurona bleiben, und auch Militärgonverneur der amerikanischen Besatzungszone und Chef der amerikanischen Abteilung bei dem alliierten Kontrollrat in Deutschland. Neue polnische Regierung wird gebildet Die Polenkonferenz in Moskau wurde am vergangenen Sonnabend zu einem erfolgreichen Abschluß gebracht. Eine neue polnische Regierung der nationalen Einigkeit, der der frühere Ministerpräsident der polnischen Regierung in London, Stanislaw Mikolnjczyk, beitreten wird, und in der alle Parteien Polens vertreten sein werden. ist in Bildung begriffen. Polen wird nunmehr durch Beschluß des Geschäftsleitungsausschusses der Weltkonferenz in San Franzisko als Gründungsmitglied der neuen Weltorganisation zugelassen werden. Kurznachrichten Die belgische Königskrise dauert an. Von den belgischen Parteien tritt nur die katholische für die Rückkehr des Königs ein. * Eine deutsche kommunistische Partei ist mit Genehmigung der Sowjetbehörden in der russischen Besatzungszone gegründet worden. Die Leitung der Partei hat sich gegen die Einführung des Sowjetsystems in Deutschland und für die Erhaltung des Privateigentums ausgesprochen. * Der amerikanische Außlenminister Stetiinius ist zurückgetreten. * In den 640 Wahlkreisen von England wird die Wahl von 624 Kandidaten der Regierungsparteien, von 610 Labourkandidaten und von 507 Liberalen bestritten. Außlerdem sind einige unabhängige Kandidaten bzw. Vertreter kleinerer Parteien zur Wahl aufgestellt. * Karl Hermann Frank, der ehemalige Staatsminister für Böhmen und Mähren, der von den Amerikanern gesangen genommen wurde, soll an die tschechoslowakische Regierung ausgeliefert werden. * In Norwegen ist eine neue Regierung gebilde: worden, deren Mitglieder der sozialdemokratischen, der kommunistischen, der liberalen und der Bauernpartei angehören. * Dänemark hat die Butterration von 300 auf 250 Gramm pro Woche herabgesetzt, um dadurch die Lebensmittelnot in anderen befreiten Ländern Europas zu lindern. Der Kieler Kanal ist nunmehr in seiner ganzen Länge für Schiffe mit nicht menr als nenn Neter Tiefgang offen, In einigen Monaten werden auch die verbliebenen Hindernisse weg. geräumt und die Durchfahrt von Schiffen mit über ell Meter Tiefgang möglich sein. Unsere Aufnahme zeigt einen britischen Zerstörer auf der Fahrt durch den Kanal. . des neuen Völkerbundes „Die Vereinten Nationen Die Vollsitzung der Weltkonferenz in San Franzisko. in der die Satzung der Vereinten Nationen zur Annahme gelangt, fand am Montag unter Vorsitz des britischen Gesandten Lord Halifax statt Die feierliche Schlußsitzung der Konferenzen, die durch eine Rede des Präsidenten Truman abgeschlossen wurde, sand am Dienstagnachmittag, 20. Juni, statt. ie Satzung des neuen Völkerbundes, der den Namen„Die Vereinten Nationen“ tragen wird, besteht aus einer Präambel und 111 Artikeln. Die Präambel hat folgenden Wortlaut: „Wir, die Völker der Vereinten- Nationen. sind entschlossen: Künftige Geschlechter vor den Schrecken des Krieges zu bewahren, die zweimal in diesem Menschenalter unsägliches Leid über die Welt gebracht haben. Den Glauben an die grundsätzlichen Menschenrechte, die Würde und den Wert der menschlichen Person sowie an die gleichen Rechte aller Wenschen. Männer und Frauen und aller Völker, ob groß oder klein, neu zu bekennen und zu festigen. Lebensverhältnisse zu schaffen, die Gerechtigkeit und Achtung internationaler Verpflichtungen aus Vertragen und anderen Quellen des Völkerrechts sicherstellen. Der soziale Fortschritt Den sozialen Fortschritt und eine bessere Lebenshaltung unter ständig wachsender Freiheit. für alle zu fördern und zur Erringung dieser Ziele in verständnisvoller Zusammenarbeit und guter Nachbarschaft friedlich nebeneinander zu leben. Durch Zusammenfassung unserer vereinten Kräfte internationalen Frieden und allgemeine Sicherheit aufrechtzuerhalten. Grundsatze anzuerkennen und Arbeitsmethodlen zu entwickeln, die sicherstellen, daßt Waffengewalt in Zukunft nicht mehr zur Anwendung kommt, es sei denn im allgemeinen Interesse. Und den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt aller Völker durch Mittel der internationalen Zusammenarbeit zu fördern. Die Satzung zur Friedenssicherung Wir haben durch unsere Verträge in San Franzisko folgende Satzung der„Vereinten Nationen“ angenommen und gründen hiermit eine internationale Sicherheitsorganisation, die den Namen„Die Vereinten Nationen" erhält. Die„Ziele und Grundsätze“ der„Vereinten Nationen“ sind laut Artikel 1,„den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit aufrechtzuerhalten und zur Erreichung dieses Zieles wirksame Kollektiv. maßnahmen zu ergreisen, um Friedensbedrobungen zu verhindern und zu beseitigen. Angriffspakten und deren Verletzungen des Friedens Einhalt zu gebieten und internationale Streitfragen oder Entwicklungen, die zu einer Verletzung des Friedens führen könnten, durch friedliche Mittel beizulegen"; lant Artikel 2, die neue Organisation auf „der souverauen Gleichberechtigung aller ihrer Mitglieder“, die sich verpflichteten,„internationale Streitigkeiten friedlich zu rezeln und sich in ihren internationalen Beziehungen jeder Geualtanwendung und Gewaltandrohung gegen die Gebietshoheit und politische Unabhängigkeit aller anderen Staaten zu enthalten“. (Weitere Ausführungen auf der 3. Seite) Okinawa fiel Der Kampf auf Okinawa ist beendet. Die nur 330 Meilen vom japanischen Mutterland entfernte seindliche Bastion ist damit vollständig in Handen der Amerikaner. 82 Tage dauerten die Kämpfe, die sich zu einem vollen Sieg gestalteten. Der organisierte Widerstand endete am 21. Juni. Die Gesamtverluste der Japaner auf der Insel Okinawa betragen 109753 Tote und Gefangene. „Die gegenwärtige Krise Japans ist die größte in seiner ganzen Geschichte seit der mongolischen Invasion.“ Mit diesen Worten warnte Ministerpräsident Suzuki das japanische Volk in einer Regierungserklärung Im alle einer Invasion wird der Kaiser von Japan persünlich den Oberbefehl über den japanischen Volkssturm übernehmen, meldet Domei. Siegesparade der Roten Armee 640 deutsche Standarten, die Einheiten der Roten Armee während des Krieges von deutschen Regimentern erbeutet hatten, wurden am vergangenen Sonntag vor dem Grabmal enins auf dem-Roten Platz in Moskau niedergelegt. Sech m Seite 2 NEUE WESTFXLISCHE ZEITUNC Die Welt der Kunst Münsters Künstler bereit zu neuem Schaffen Der Krieg hat das kunstvolle Antlitz der altehrwürdigen Hauptstadt Westfalens stark verändert. Ruinen und Trummer sind übriggeblieben von einem grollen Teil der früher mit reifen Kunstschöpfungen so reich geschmückten Stadt. Von den Künstlern der Gegenwart, die dort schufen, hat mancher Atelier, Hab und Gut verloren und sich in der Umgebung der Stadt neu angesiedelt Andere haben aus freien Stücken die Stadt verlassen und in anderen benachbarten Orten ein Unterkommen gefunden. Die Künstlerkolonie Angelmodde In Angelmodde an der Werse ist eine neue Künstlerkolonie entstanden. Einige der schöpferischen Kräfte, die sich hier zusammengefunden haben, beabsichtigen zusammen mit einigen tüchtigen und leistungsfähigen Handwerksbetrieben gute, praktische und gediegene Gebrauchsmöbel und andere Dinge des täglichen Bedarfes zu entwerfen und zum Teil selbst herzustellen. Die religiöse Kunst erhält neuen Auftrieb Viele Künstler sehen für die nächste Zeit ihr Hauptarbeitsfeld auf dem Gebiete der religiösen Kunst, die ja in den letzten Jahren mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt worden war. Jetzt ist die Zeit gekommen, aus eigenem Impuls Werke zu schaffen und so die künstlerische Sendung zu erfüllen, wie z. B, der bekannte Bildhauer, Professor Franz Guntermann, der bereits für mehrere Jahre Aufträge erhalten hat. Befreit von bösem Zwang Ein großes Aufatmen geht jetzt durch Münsters Künstlerschaft, ein Gefühl der Befreiung beflügelt ihr Planen und Schaffen. Mit Mut, Vertrauen und heiligem Ernst gehen die bildenden Künstler an die Arbeit, mit Pflichtbewuhtsein und Verantwortungsgefühl, damit die Münsterischen Kunstschöpfungen wieder in den guten Ruf kommen, dessen sie sich früher erfreuten. Dr. W. Tekotte. Eigener Herd wenn auch mit Schwierigkeiten Ein Vertreter der NWZ. stattete dieser Tage einer Münsteraner Familie einen Besuch ab. Von den hauptsächlichsten augenblicklichen Sorgen und Nöten der Hausfrau in einem von Bomben teilweise zerstörten Haus wird Frau Norkowsky, die Bewohnerin des Hauses, selbst berichten. hereingeweht wird, überall, auf dem Boden, FÜR DIE HAUSFRAU Staat Unter dieser Uberschrift werden unsere Leserinnen jede Woche praktische Anregungen finden, die der Hausfrau ihre gerade heutzutage so sdoierige Arbeit erleichtern sollen. Erfahrungen aus dem Leserinnenkreis sollen allen Hausfrauen zugänglich gemacht werden. Uberall Staub „Das erste, was jedem bei uns sofort auffällt“, sagte sie, während sie uns durch einen winzigen Laden, der den jetzt vollkommen zerstörten großen von früher ersetzen muß, und auf dem Tisch, in den Tellern und im Bett.“ Nur aus alten Steinen Von einem Zimmer aus klettern wir über eine Behelfstreppe durch ein Loch in der Decke Unbeschwert spielen diese Kinder von Münster vor ihrem neuen Heim. die anschließende Werkstatt in die Wohnung führt.„ist der unglaubliche Staub, gegen den wir einfach nicht ankämpfen können. Wir haben den seinen Kalksand, der von Decke und Wänden rieselt oder aber von draußen Wiedereröffnung der Reichspost Die Postämter in Westfalen werden für die im folgenden angegebenen Aufgaben am 1. Juli 1945 wieder geöffnet: 1. Für Zwecke des öffentlichen Dienstes und der Verwaltung. 2. Für Zwecke des Handels und der Industrie, einschließlich Bankwesen. 3. Für den Geldverkehr, soweit er von der Reichspost ausgeführt wird. 4. Für die Privatpost; hier sind aber nur Postkarten zugelassen. Nur Englisch oder Deutsch Im Falle 1 und 2 werden Briefe angenommen bis zum Höchstgewicht von 500 Gramm. Alle Briefe und Postkarten müssen in englischer oder in deutscher Sprache geschrieben werden. Keine andere Sprache ist gestattet. Es darf nur in deutlicher lateinischer Schrift geschrieben werden, nicht in deutscher. Name und vollständige Postadresse sind deutlich auf jede einzelne Postsendung zu schreiben. Unter den augenblicklichen Verhältnissen kann Privatpost(Nr. 4) nicht an den Absender zurückgeschickt werden. Die Notwendigkeit, Postsendungen, die unter Nr. 1 und 2 fallen. zurück zuschicken, ist unbedingt zu vermeiden Das deutsche Publikum muf wissen, dalt alle Briefe und Pestkarten der Zensur unterliegen. Postsätze wie bisher Nur Freimarken der Militärregierung Das Porto für Briefe und Postkarten wird dasselbe sein wie vor der Besetzung. Nur Freimarken der Militärregierung dürfen verwendet werden. Diese Freimarken sind bei den Postanstalten vom 1. Juli ab zu kaufen, Zwei wichtige Vorschriften sind zu beachten: 1. Alle Briefe und Postkarten müssen den Namen und die vollständige postalische Anschrift des Absenders enthalten. 2. Alle Briefe und Postkarten sind am Postamt aufzugeben. Die Briefkästen in den Stralien werden nicht geleert Wegen der Zerstörung vieler Wohnhäuser und Geschäftsräume in der Provinz haben viele Leute ihre Anschrift geändert. Es empsichlt sich duher, um den Postbeamten ihre Arbeit zu erleichtern, den Leuten, mit denen man wahrscheinlich in Briefwechsel treten wird, die eigene neue Anschrift mitzuteilen. in das obere Stockwerk.„Das ist die einzige Möglichkeit, hier heraufzukommen, nachdem auch das Treppenhaus vollständig weggerissen war“, erklärt Frau Norkowsky nicht ganz ohne Stolz über diese Patentlösung.„Und von hier aus können sie auch am besten sehen. wie wir die Wand aufgezogen haben, durch die der Rest unseres Hauses eigentlich erst wieder bewohnbar wurde.“ In der Tat sehen wir hier die rohe, neue Ich habe keine Einkochgläser Wenn auch Einkochgläser dringend fehlen. verzichtet die Hausfrau nicht darauf, den notwendigen Wintervorrat zu sichern. In vielen Kellern liegen leere Flaschen. Sie ersetzen für den kleineren Haushalt die Glaser. Alle Beerenarten(z. B. Heidelbeeren, Preiselbeeren Holunderbeeren), entsteinte Kirschen. in Würfel geschnittener Rhabarber, geviertelte Pflaumen, können in Flaschen eingemacht werden. Ebenso eignen sich die verschiedenen Gemüse. wie Erbsen, geschnittene Bohnen, Spinat, Mangold. Grünkohl und sämtliche Säfte. Bei Flaschen mit Patentverschluß braucht dieser nach dem Einfüllen nur verschlossen zu werden, Weinflaschen und alle übrigen Flaschen werden mit Korken verschlossen. Alte wie neue Korken werden vor dem Gebrauch gebrüht. Die verkorkten Flaschen sind im Kreuz mit Bindfaden zu überbinden. Daßt die Flaschen vor dem Einfüllen gründlich gereinigt und getrocknet werden müssen, ist bekannt. Die Früchte, die verwendet verden, seien frischgepflückt und trocken. Man sterilisiert dann wie üblich im Einkochapparat oder Ersatztopf. Beim spateren Gebrauch entleert man die Flaschen mühelos mit Hilfe eines kräftigen Drahtes, dessen Ende man zu einem Haken umgebögen hat. M. W. Streckbutter Backsteinwand, die vollständig aus Steinen der umgestürzten Mauern hergestellt wurde. Vorläufig noch Einschränkungen Der Postverkehr wird sich vielleicht für nur kurze Zeit auf Orte innerhalb der Reichspostdirektionen Münster und Dortmund beschränken, es sind aber Vorbereitungen im Gange, den Postverkehr auf das gesamte englisch besetzte Gebiet und spater auch auf die amerikanische Zone auszudehnen. Briefverkehr mit der Wehrmacht und den Kriegsgefangenen ist verboten. Man beachte die Bekanntmachungen in den Postämtern. Draußen ist’s besser als drinnen Wir schauen uns draußen den Hof noch ein wenig an, wo sich die Familie zum Issen an den Tisch gesetzt hat. Die gröltten Schwierigkeiten der ersten Zeit sind so ziemlich beseitigt. Wasser ist da. Licht ebenfalls; nur Gas gibt es nicht, so daß das Kochen, teils auf der Heisplatte und teils auf dem Kochherd. noch etwas umständlich ist. „Bis zum Winter muß noch viel geschehen“, sagt Frau Norkowsky am Ende,„es solluns nicht so gehen wie im vergangenen Winter, da wehte uns namlich der Schnee in dichten Wolken durch das ganze restliche Haus.“ Die Unentwegten Beim Hinausgehen sehen wir eine Ente und verschiedene Kinder zwischen den Trümmern. Sowohl die eine, wie auch die andern fühlen sich sichtlich wohl. Von der Ente erfahren wir, dalt sie mit dem Cleichmut eben einer Ente durch sämtliche Luftangriffe gewatschelt ist, ohne auch nur im geringsten ihre Ruhe zu verlieren. Von den Kindern hören wir jedoch, daßt die Eltern ungeduldig auf die Eröffnung eines Kindergartens warten, damit das kleine Völkchen endlich von den Trümmern wegkommt in eine ordentliche Umgebung. Ein sehr gutes, oft ausprobiertes Rerent ist das Tolgende: Durch Hinzufügung von einem Eigelb und einem Viertelliter Milch wird ein halbes Pfund Butter um die Hälfte des Gewichtes gestreckt. Das Eigelb wird mit der Milch gut verquirlt. Dann rührt man die Butter zu einer weichen Masse und fügt die Flüssigkeit tropfenweise hinzu.(Die Butter darf vorher aber nicht erwärmt werden, sonst gerinnt die Streckbutter.) Die Masse ist erst sehr weich, wird im kühlen Raum aber nieder fest. Man füllt alles am besten in eine Butterdose. Frau L. W., W. Stoffe färben Heute wird mancher Stoff selbst gefärbt. Man hört aber immer wieder Klagen, daßt die gefärbten Sachen„wolkig“ und nicht schen geworden sind. Wir haben schon sehr oft Sachen gelärbt, welche immer tadellos wurden. Die Hauptbedingung ist die, daß die Farbe genau nach Vorschrift zum Gewicht des Stolfes abgemessen wird, und daßt man ein genügend groltes Gefäßl mit genügend viel Wasser nimmt. Der Stoff muß im Farbbad schwimmen, auch mit zwei Holzstabchen ständig bewegt werden. In der vorgedruckten Gebrauchsanweisung wird meistens nicht genügend betont, daßt recht viel Wasser genommen werden muß. K. H., W. Der Film ird dreidhimensional Der Film„Robinson Crusoe“, der jetzt am Schwarzen Neer gedreht wird,-ist der erste dreichmensionale Film, der auf der Leinwand erscheinen wird. Durch zwei Linsen werden Doppelbilder aufgenommen. die gleichzeitig auf eine Projektionsflüche geworfen werden, welche mit schmalen. konisch geschliffenen Linsen bedeckt ist. Das Bild erscheint dem Beschauer völlig dreidimensional. DOKTOR FABRICIUS LIEBE Novelle von Ruh Schaumann RADIO LONDON Sendungen In deutscher Sprache auf den Wellenlangen 1500 m, 41 m und 31 m. 6 00—6 15: Nechrichten In Schlagz, Sendung f. d. Arbeiter. 7.00—7.15: Nachrichten. 3.00—3.15: Amerika ruft Deutschland 9 00—9.15: Nachrienten In Schlagz., engl. Sprachunterricht. 9.30—9 45(nur mittwochs): Gotlesdienst. 12 00—12.15: Nachrichten In Schlagz., Nachrichten von Deutschland(sonntags: Protest. Sendung). 13.00—13.15: Amerika ruft Deutschland. 14.00 bis 14.30: Nachrichten, Zeitkommentar(sonnlags: Kath. Gottesdienst). 17.00—17.15: Spiegel der brit. Presse. 17.30—18 00: Amerika ruft Deutschland. 19.00 bis 19.15: Sendung deutscher Kriegsgefangeser. 20.00 bis 20.30: Nachrichten, Zeitkommentar, engl. Sprechunterricht. 21.00—21.15: Ameriks ruft Deutschland. 21.15—42 00: Lt. Programm. 22 00—22.30: Nechrichten, Zeitkommenter und It. Programm. 23 00—23.15. Sendung deutscher Kriegsgelangeser. 23 30—24.00: Li Programm. 24 00—24.30: Nechrichten, Zeitkommentar und It. Programm. RADIO HAMBURG 6.30—6.45: Nachrichten. 7.30—7 45: Musik. 7.45—-8 00 Nechrichtensp. 8.00—8 18: Bekannime-hungen. 8.15 bis 8.30: Musik. 12.00—12.15: Nechrichten. 12.15—12.30: Bekanntmachungen. 12.30—12.45: Musik. Musik. 13.13—13.30: Nachrichten aus New Vork. 18.00 bis 18.15: Nachrichten. 19 00—19.15: Kl Konzert 10 13 bis 19.30: Nechrichten zum Mitschrelben. 19.30—19.45 Nachrichten. 19.05—20.00: Bekanntmachungen. 20.00 bis 21.00: Abendkonzert. 21.00—21.15: Amferika rurt Euonn. 2115—22.00: BBC-Programm in deutscher Sprache. 22.00—23.00: Musik. (Für die nen binzugekommenen Berieher der NWZ. geben wir eine kurze Inhaltsangabe des bereits veröffentlichten Teiles der Novelle: Professor Fabricins, der nur seine Wissenschaft kennt, hat das ihm in Liebe treu ergebene Mädchen Sibylle nach langer Brautzeit geheiratet. Acht Tage nach der Hochzeit tritt er allein eine Griechenlandreise an. Er lebt nun gans wieder seinem Studium und vergißt darüber fast Sibylle. In seinen Briefen beschäftigen sich seine Gedanken nur mit dem zu erwartenden Kinde. Der von ihm gefundene und an Sibylle geschickte trojanische Helm soll als symbolisches Geschenk für den Knaben gelten. Sibylle stirbt nach der Geburt des Kindes. Aber erst 2 Jahre nach ihrem Tode entschließt sich Dok.or Fabricius zur Rückkehr.) Die alte Dame, klein, doch steil aufgereckt, steht neben der Wickelkommode.. da erfaßt Fabricius etwas we Scham, doch warum? Wassoll er sich schümen? Sein Auf ist ihm voraus geeilt und der Tod wählt sich nach seinem eigenen Sinn. er hatte Gefallen gehabt an Schylle er. Fabricius, auch „Guten Tag, Mutter!“ „Guten Tag-Kahricius!“ „Ei, da sitzt ja Orestes in seinem trojanischen leim!“ Zwei nackte Arinchen bewegen ich. Grübchen in Fingern, Handen und Ellenbogen. Das da unter dem ehernen Helm fürchtet sich nicht. Es tönt Gejauchz, verdunkelt von der ehernen Wandung, durch die Augenlöcher heraus, als lielen Blumen aus den schmal geschnillenen Toren des Todes. Fabricius kann der Rührung nicht wehren, er war nicht gefaßt aul diesen Anblick, nicht gefaßt auf die rufende Stimme seines Blutes Behutsam hebt er den Helm.„Orestes, mein Sohn!“ Des Kindes Händehen halten wie scherzend die Hander der Wolbung..„Laß, laß“, er löst sie, Flaminen durchzucken ihn von ihrer blütenblattkühlen Lebend.gkeit... nie hat er sich um Blumen gekümmert, nun fallen sie ihm in die Hände. Er sieht nicht die Feuchte, die in die Auger der allen Dame kommt...„laß. laß. mein Junge.. laß dich betrachten.“— Und zwei herrliche Augen unter der schön sten Kinderstirn sehen ihn an, nicht Sibyllens Augen, nicht seine, die sind ha wohl grau. Und unrankt von einer Fülle krauser Haure, halblung, mit einer purpurnen Schleife von Ohr zu Ohr gebunden, sagt. noch geblendet vom Tageslicht nach der Dämmerung seines Beschützers. das kleine Mädchen. apa“ „Du hast nie gefrag!“, sagt die alte Dame in den Sturm der Emporung, der Enttäuschung des Geheimrats hinern „Was sollte ich denn fragen, da ich glaubte?“ „Auch der Gläubigste fragt einmal, seine Liebe zu mehren.“ „Es ist Betrus!“ „Selbstbetrug“, die alte Dame stellt sich jetzt, lebendiger Schild, vor das Kind. „Und wie heißt es?“ „Luise.“ Da ist Haß und Hohn darin und nirgends Erbarmung. „Luise Fabricius.“ „Luise? Luise... sie kommt mir nicht mehr unter die Augen.“ „Es wird geschehn“ Die alte Dame, das Kind auf beide Arme geladen, geht hinaus. Die herrlichen Augen des Kindes sehn über die taftene Schulter der Großmutter zurück nach dem Vater, ruhig, fast schon forschend. Dann kommt Marie mit einem Knicks gegen den Geheimrat und nimmt Kleidchen. Bürste, Kamm und den leim mit sich zur Tür. „Lassen Sie den Helm.“ „Luse begehet ihn.“ Und ist mit allem hinaus. Bald danach wird die Wohnung Sibyllens verlussen, kurz zuvor verlaßt ihr Vater den Wohnraum. den behabigen seines eigenen Lebens, den Leib.(Fortsetzung folgt.) „Das Volk ist nicht weist, was Mit diesem Auf per zötzung kann neudeutschen Bal Es war das kr Deutschen mit se das ihn in den A dig stempelt. Dai lis ins Unglückf nannte man jen Führern ausliefer stechlicher Chara wäre. In der Frage d Krieg ist es gen und das weiche. nende Deutschlal darf nicht verger der sich im Ban in schwere Unta nachher keinen men lästt, weder schen von Schuld Es ist ein bequ bock zu finden. wurden es nach d waren eine noch folgung, und heu entdeckt werden, Naziführer mit d. antwortung zu b der Tatsachen d kunft, in der De die europäische erobern soll. Ein deutscher S dende ist dochi nicht das, wofür Nein! Die Mittel ligen Es war der den deutschen Ide der deutschen S Volksgemeinschaft Dichtung und N zenlose des Deut leben geworsen ul Natürliche, Admin res Mittel für den zu höchsten Ver des Prinzips, der Person, mit der Eristenz nicht me Aus den Trüni staates gilt es je lichen Person zu Ehre und Pflich aber es ist verger der Wahrheit sin der Wahrkeit wer Bedeutung beraub wendet. Zur Wah her die erste Au Mensch sich mit E er sich mit der I bedurfte eines ool Kreuzzugs der I.i ilber die wahren sowie des letzten Staat, der dies oo und wird nimme Menschen leben Ruinen retten, we als denkendes Ineiner Herde, mußt kommen. Der Ge über Völkerrecht densdusel“, all das In der Achtun Achtung anderer muß der deutsche nis kommen. Opf Dienste des Recht gesetzes. In der ameri erklärung vom 4 halten folgendes ahrheit: alle Me und sind von ihre bestimmten unner dem Recht auf diese Rechte zu 90 rungen da, die i stimmung der Re. Die Nürde der oberste Wert, und die Rechte des Me Achtet Die jetzige re uns einen zweite erreger, die Kral ebenso wie der toffelernte schwer die fast jedes Jah scheinung tritt. w tophtora, verursae ter kann die dut läule die ganze ol Zeit zum Absterbi auch auf die Ku werden. Der Pilz Blatter zur Blutevon da aus auch NEUE WESTFALISCHE ZEITUING Seite 3 FRAU rden unsere e Anregungen gerade heurchtern sollen. ukreis sollen lädtt werden. ochgläser ngend fehlen. rauf, den notrn. In vielen ersetzen für ser. Alle BeePreiselbeeren, chen. in Würiertelte Pflaunucht werden. enen Gemüse. inen. Spinat, he Säfte. chluß braucht verschlossen alle übrigen verschlossen. vor dem GeFlaschen sind erbinden. ifüllen gründerden müssen, erwendet vertrocken. Man inkochapparat Gebrauch entos mit Hilfe Ende man zu M. W. tes Rerept ist ng von einem lilch wird ein älfte des Gewird mit der man die Butfügt die Flüls* Butter darf den. sonst ge## 1st erst sehr aber nieder in eine ButuL. W., W. 7 selbst gefärbt. 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Das deutsche Volk ließt sich willis ins Unglück führen.„National zuverlässig“ nannte man jene, die sich blindlings ihren Führern auslieferten— als ob nicht ein unbestechlicher Charakter das einzig Zuverlässige wäre. In der Frage der Verantwortlichkeit für den Krieg ist es gewiss sehr wichtig, das harte und das weiche, das herrschende und das dienende Deutschland zu unterscheiden. Doch darf nicht vergessen werden, daßt derjenige, der sich im Banne eines blinden Gehorsams in schwere Untaten verstrichen und auch nachher keinen Schauder zur Geltung kommen läftt, weder vor Gott noch vor den Menschen von Schuld freigesprochen werden kann. Es ist ein bequemer Ausweg, einen Sündenbock zu finden. Die„Novemberverbrecher“ wurden es nach dem letzten Kriege, die Juden waren eine noch einträglichere Quelle der Verfolgung, und heute wieder kann der Versuch s entdeckt werden, die ruchlos verschwundenen Naziführer mit der alleinigen Schuld und Verantwortung zu belasten. Solche Verfälschung der Tatsachen dient sicher nicht einer Zukunft, in der Deutschland sich einen Weg in die europäische Völkergemeinschaft zurückerobern soll. Ein deutscher Soldat schrieb:„Das Entscheidende ist doch immer die Opferbereitschaft, nicht das, wofür das Opfer gebracht wird.“ Nein! Die Mittel können nie den Zweck heiligen Es war der kantische Pflichtbegriff, der den deutschen Idealismus der Materialisierung der deutschen Seele preisgab. Nation und Volksgemeinschaft nahmen die ganze deutsche Dichtung und Musik in sich auf; alles Crenzenlose des Deutschen wurde in das Staatsleben geworsen und machte dort das Schlichte, Natürliche, Administrative, das doch nur äusteres Mittel für deutsche Lebensform sein sollte, zu höchsten Werten, bis der Zusammenstoßt des Prinzips, der Staat sei wichtiger als die Person, mit der Realität eigener und fremder Eristenz nicht mehr auf zuhalten war. Aus den Trümmern des Raub- und Machtstaates gilt es jetzt die Würde der menschlichen Person zu retten. Ehre und Pflicht sind gewist große Werte, aber es ist vergessen worden, dast ne Samen der Wahrheit sind. Ohne das einigende Band der Wahrheit werden sie jeder Subslanz und Bedeutung beraubt und zu ihrem Gegensatz gewendet. Zur Wahrheit zurückzufinden, ist daher die erste Aufgabe. Bevor der deutsche Mensch sich mit Europa versöhnen kann, must er sich mit der Wahrheit versöhnt haben. Es bedurfte eines von Millionen Mark gespeisten Kreuzzugs der Lüge, um das deutsche Volk ülber die wahren Ursachen und Folgen dieses, sowie des letzten Weltkrieges zu betrügen. Der Staat, der dies vollbrackte, liegt in Trümmern und wird nimmermehr erstehen. Aber die Menschen leben noch und müssen aus den Ruinen retten, was zu retten ist. Der Mensch als denkendes Individuum, nicht als Mitglied einer Herde. muß wieder zur höchsten Achtung kommen. Der Gemalt glaube, das Hohnlachen über Völkerrecht und über den„seigen Friedensdusel“, all das erhielt seine gerechte Strafe. In der Achtung des einzelnen liegt die Achtung anderer Völker begründet. Dienend muß der deutsche Mensch zu dieser Erkenntnis kommen. Opferbereitschaft, ja. Aber im Dienste des Rechts und eines höchslen Sittengesetzes. In der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 heistt es:„Wir halten folgendes für unmittelbar einleuchtende I ahrheit: alle Menschen sind von Natur gleich und sind von ihrem Schäpfer ausgestattet mit bestimmten unveräußerlichen Rechten, so mit dem Recht auf Leben, Freiheit und Glück; diese Rechte zu schützen, dazu sind die Regierungen da, die ihre Besugnisse von der Zustimmung der Regierten her beziehen.“ Die Würde der Persönlich keit ist danach der oberste Wert, und der Staat ist dazu da, um die Rechte des Menschen sicherzustellen. Eine englische Räummaschine in der Von-der-Steuben-Straße zu Münster an der Arbeit. Die Satzung des neuen Völkerbundes (Fortsetzung von der 1. Seite) Die Mitgliedschaft im Bund der„Vereinten Nationen“ srent auller den Unterzeichneten allen friedliebenden Staaten, die die Satzung anerkennen, offen. oder Wiederherstellung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit anzuordnen, Laut Artikel 43 verpflichten sich alle Mitglieder der„Vereinten Nationen“, zur Aufrechterhaltung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit beizutragen und dem Sicherheitsrat auf dessen Verlangen und entsprechend der besonderen Vereinbarungen Streitkräfte zur Verfügung zu stellen und jede Unterstützung zu gewähren einschlieflich des Durchmarschrechts durch ihre Gebiete. Für die Durchführung solcher internationaler Zwangsmaßnahmen sollen die Mitgliedsstaaten sofort verfügbare Kontingente von Luft-, See- oder Landstreitkräften bereithalten. Ortliche Sicherheitspakte, vor allem zwischen benachbarten Ländern. sind im Rahmen der „Vereinten Nationen“ zugelassen. Auf Grund solcher Sicherheitspakte dürfen aber Zwangsmaßnahmen nur mit Genehmigung des Sicherheitsrates durchgeführt werden. Die Hauptorgane Die Hauptorgane der„Vereinten Nationen“ sind laut Artikel 7: 1. Die Vollversammlung. 2. Der Sicherheitsrat. 3. Der Wirtschafts- und Sozialrat. 4. Der Rat für zu treuen Händen verwaltete Gebiete. 3. Der internationale Gerichtshof und b. Das Generalse kretariat. Die„Generalversammlung“ besteht aus allen Mitgliedern. Jedes Mitglied hat eine Stimme. Für die Entscheidung wichtiger Fragen ist eine Dreifünftelmehrheit erforderlich. Die Generalversammlung ist u. a. belugt, „alle Fragen, die die Aufrechterhaltung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit betreffen, zu erörtern“. Wenn jedoch konkrete Maiinahmen zur Lösung solcher Fragen ergriffen werden müssen, ist der Sicherheitsrat damit zu befragen. Während eine internationale Streitfrage im Sicherheitsrat behandelt wird, darf die Generalversammlung keine Empfehlungen zur Lösung machen, es sei denn auf ausdrückliches Verlangen des Sicherheitsrates Die Generalversammlung soll regelmäßig zu jährlichen Sitzungen zusammentreten. Der Vorsitzende wird jedesmal neu gewühlt. Der„Sicherheitsrat“ bestcht laut Artikel 23 aus elf Mitgliedern. Ständige Mitglieder sind: China. Frankreich. Großbritannien, Sowjetraßland und die USA. Sechs nicht ständige Mitglieder werden von der„Generalversammlung“ gewählt. Der Sicherheitsrat ist in erster Linie verantwortlich für die Aufrechterhaltung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit. Das Abstimmungsverfahren Das Abstimmungsverfahren im Sicherheitsrat ist in Artikel 2r folgendermaßen geregelt: Jedes Mitglied hat eine Stimme. Für Beschlüsse über Verfahrensfragen genügt eine einfache Mehrheit von sieben Stimmen In allen anderen Fragen ist die Zustimmung von sieben Milgliedern, darunter aller fünf standigen Mitglieder, erforderlich. Wenn eine internationale Streitfrage nicht durch direkte Verhandlungen, durch Schiedsspruch oder andere friedliche Mittel gelöst werden kann und sich zu einer Gefährdung des Weltfriedens zu entwickeln droht, kann der Sicherheitsrat laut Artikel 41 Beschlüsse über Maknahmen fassen, die nicht die Anwendung von bewuffneter Gewalt vorschen, sondern teilweise Abbruch der Wirtschaftsbeziehungen oder Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Sollten derartige Maßnahmen nach Ansicht des Sicherheitsrates nicht ausreichen, dann is der Sicherheitsrat laut Artikel 42 befugt, den Einsatz von Luft-, Seeoder Landstreitkräften zur Aufrechterhaltung Verminderung des Rindviehbestandes Nie schon mitgeteilt, müssen in der Provinz Westfalen erheblich mehr Kartoffeln angebaut werden, um die Volksernährung sicherzustellen. Neues Kartoffelland laßt sich nur gewinnen durch den Umbruch von Grünland, der wiederum zwangsläufig eine Verminderung des Rindriehbestandes zur Folge hat. as Maßt dieser Reduzierung ist auf 10 Prozent des jetzigen Bestandes an Rindrich festgesetzt worden. Wer mul nun Rindvieh abstoßen? Natürlich nicht der Hochzüchter, denn von der Hochzucht lebt die Landeszucht. Das ierzuchtgesetz vom Jahre 1936 bleibt bestehen und besagt: es darf nur der gekörte, also mit Abstammungsnachweis versehene Bulle decken. Der gekörte Bulle wird ausschlieftlich von Herdbuchzüchtern gezüchtet, weil sie allein die Abstammung des Bullen nachweisen können. Unsere bewährten Herdbuchgesellschaften Sie sorgten bisher für den Bedarf an guten Vatertieren mit nachgewiesener Abstammung. Es ist selbstverständllich, daß die hochgezüchteten Bullen und Kühe nicht abgeschlachtet werden dürfen. Die geforderten 10 Prozent sind also dem nicht im Herdbuch eingetragenen Rindriehbestand Westfalens— und das sind 85 Prozent— zu entnehmen. Nach dem ersten Weltkrieg sind aus denselben Gründen die Herdbuchtiere als Grundlage der Zucht geschont worden. Würden die verantwortlichen Stellen anders handeln, so bedleutete das einen starken Rückschlag in der Milcherzeugung. Die Gatt ser Dank überwundene Zeit der Heckenbullen würde nieder aufleben, und das wäre der Anfang vom Ende in der hochstehenden westfälischen Rindvichzucht. Wieder EinkaufsGenossenschalten Die Großeinkaufsstelle der Hamburger Konsumgenossenschaften wurde mit Hilfe der Militärregierung wieder in Betrieb genommen. Eine Reihe führender Mitglieder, die 1933 von den Nationalsozialisten entlassen wurden, wurden wieder eingesetzt. daß Hitler und Eva Braun sich durch Pistolenschüsse töteten, zwei Tage nach ihrer geheimen Trauung. Die„Neue Wesilälische Zeitung“ halte bei ihrem ersten Erscheinen am 10 Mai 1945 eine Auflage von 45000 Eremplaren. Inzmischen ist eine Auflagesteigerung von über 1800 Prozent eingetreten. Wie bekanntgegeben wird, beträgt die heutige Gesamtauflage 861 681 Exemplare. Sie verteilt sich auf folzende Bezirks- bzi. Teilausgaben: Bezirksausgabe Münsterland: Teilausgaben Münster, Achtet auf die Krautläule der Kartoffeln! Die jetzige regnerische Witterung bringt uns einen zweiten gefährlichen Krankheitserreger, die Krautfäule, auf den Plan, der ebenso wie der Kartoffelkäfer unsere Kartoffelernte schwer bedroht Diese Krankheit, die fast jedes Jahr mehr oder weniger in Erscheinung tritt, wird durch einen Pilz, Phytophtora, verursacht Bei feucht-warmem Wetter kann die durch ihn verursachte Krautläule die ganze oberirdische Pflanze in kurzer Zeit zum Absterben bringen, diese geht dann auch auf die Kuollen über, die trockenfaul werden. Der Pilz befallt zunächst die alleren Blatter zur Blutezeit der Kartoffeln und greift von da aus auch die Stengel an. Am starksten gefährdet sind die Frühkartoffeln und die mittelfrühe Sorte Flava, Die Bekämpfung erfolgt durch Bespritzen der Kartoffelfelder mit kupferhaltigen Mitteln. Dort, wo Kartoffelfelder zur Bekämpfung des Kartoffelkäfers gespritzt werden müssen, kann beim Auftreten dieser Krankheit die Giftbrühe gleichzeitig mit kupferhaltigen Präparaten gemischt werden, damit alles in einem Arbeitsgang eriedigt wird In den letzten Jahren ist in weiten Gebieten herer Chauffeur Hitlers aus. Auch er erzählt Westfalens die Kupferkalkspriteung mit bestem Erfolg durchgeführt worden.— Zwecks Beschaffung von Kupferkalkbrühe wende man sich an den einschlagigen Handel und die Genossenschaften. Neue Berichte über Hitlers Ende Zwei neue Berichte, wie Hitler ums Leben gekommen sein soll, wurden am Mittwoch gegeben. Diese erklärten, dalt Hitlers Augenzeugen gesehen haben. wie die Leichen Hitlers und Eva Brauns, die Hitler angeblich in seinen letzten Tagen geheiratet hat, kurz vor dem Fall der Reichskanzlei mit Petroleum übergossen und verbrannt wurden. Mit Petroleum begossen und verbrannt Der 32jährige Polizeibeamte Hermann Karnau, der am 1. Mai im Bunker der Reichskanzlei auf Wache war. teilte dem britischen Pressekorrespondenten mit: „Am 1. Mai um 18.30 Uhr, als die Russen 1½ km von der Reichskanzlei waren, sah ich die Leichen Ilitlers und Eva Brauns im Hof der Reichskanzlei vor dem Notausgang des unterirdischen LS.-Bunkers. Ich habe beide gekannt. Hitler an seinem Schnurrbart und an seiner Uniform, die er in den letzten Tagen immer getragen hatte, und Eva Braun an den schwarzen Wildlederschuhen, in denen ich sie kurz vorher gesehen hatte. Ilitler lag 1 1. Hahler Rhlmm-Wahnnfs n. B.. mit hinaufgezogenen Beinen auf dem Rücken, inghausen, Lüdinghausen: C: Bocholt, BorEva Braun auf dem Gesicht Beide Leichen ken, Coesseld. Ahaus: D: Steinfurt, Tecklenburg. Bezirksausgabe Minden-Rauensberg-Lippe: Teilausgabe A: Bielefeld, Halle, Wiedenbrück, Paderborn, Büren, Hörter, Warburg; B. Minden, Lübbecke, Herford, Bückeburg, Stadtagen, Detmold, Lemgo. Bezirksausgabe Arnsberg. Bezirksausgabe Niederrhein. Ab nächster Woche wird die NII’Z, endgüllig mit 14 Ausgaben erscheinen, und zwar Münsterländische Ausgabe mit den Teilausgaben A. B. C. D. E: Ausgabe MindenRavensberg-Lippe mit den Teilausgaben F. G. H. I: Arnsberger Ausgabe mit den Teilausgaben K. L. M und Niederrheinische Ausgabe mit den Teilausgaben N. O. Es ist wohl berechtigt, wenn die bisherigen Insertionspreise der enormen Auflagensteigerung angepastt werden. Ab 1. Juli zelten dalter für die Benutzung einer jeden Teilausgabe folgende Preise: Amtl. Anzeigen wirtschaftlicher Art 12 Pfg. Private Gelegenheitsanzeigen 18 Pfg. Ninimalpreis pro Anzeige 2.— RM. Familienanzeigen 24 Pfg. Minimalpreis pro Anzeige 3.— RM. Anzeigen geschäftlicher Art 24 Pfg. Minitnalpreis pro Anzeige 4.— RM. Die vorstehenden Einzel- bzw. Minimalpreise verslehen sich für ein Millimeter Höhe in der 46 Millimeter breiten Spalte. Wiederholungen ohne Rabatt. brannten lichterloh, Daneben standen vier Petroleumkannen.“ „Sie können mich Frau Hitler nennen!“ Karnau berichtet weiter, dall er am Tag zuvor mit Eva Braun, die einen geheimen Raum neben Hitlers I.S.-Bunker bewohnte, ein kurzes Gesprüch hatte. Er traf Eva Braun im unterirdischen Gang und wollte sie trösten, wobei er sie als Fräulein ansprach. Sie antwortete:„Sie können mich Frau Hitler nennen.“ Eva Braun hatte vor mehr als zehn Jahren als Sekretärin des früheren Reichsphotographen Heinrich Hoffmann die Bekanntschaft itlers gemacht. Im Jahre 1938 wurden ihr besondere Räume in der Reichskanzlei in Berlin und im Berghof in Berchtesgaden reserviert. Karnau erklärte dann weiter:„Ich vermute, daß Hitler wahrscheinlich auf eigenes Verlangen vom Chefarzt der Reichskanzlei vergiftet worden ist, der in der Nacht zum 29. April auch Hitlers Schäferhund„Blonde“ vergiftet hat. Karnau gibt den Namen des Arztes als Professor Stumpfecker an. Ein weiterer Zeuge Der zweite Mann, der über das Ende Hitlers berichtete, Erich Kempka, gibt sich als frünach einem Bericht der amerikanischen Nach richtenagentur„United P’ress“, daß er die Leiche Hitlers und Ers Brauns im Uuftschutz. bunker der Reichskanzle. mit Petroleum übergossen breunen sah. Ei erklärte aber, Druck: Verlag der Neuen Westfälischen Zeitung Oelde 328 080. Bielefeld 332 701, Gesamtaullage 861 081. Seite 4 NEIIE WESTFALISCHE ZEITUNG Neue Landräte und Oberbürgermeister Als kommissarische Landräte und Oberbür germeister wurden ernannt und bestätigt: F. uemmermann, Ahaus, H. Daniels. Borken Weiskirch, Coesfeld, J. Schmitz, Lüdinghausen. M. A. Stiff. Munster. F. Niemeyer, Recklinghausen, N. Borgstette, Tecklenburg. A. Zurbonsen. Warendorf. Dr. Loos. Steinfurt. Dr. Hellermann, Oberbürgermeister Recklinghausen, Karl Zuhorn, Oberbürgermeister Münster und Dr. W. Benolken, Oberbürgermeister Bocholt. Kunstmaler Rötteken Der Detmolder Kunstmaler Rötteken ist, wie jetzt erst bekannt wird, am 2. April nach kurzer Krankheit im Alter von 63 Jahren gestorben. Der Name Rötteken hat in Lippe und darüber hinaus einen guten Klang. Als Landschaftsmaler hat der Verstorbene Hervorragendes geleistet. Durch seine hochkünstlerischen Blumenhanddrucke ist Rötteken in ganz Deutschland berühmt geworden. Lange Jahre war er Vorsitzender des Lippischen Künstlerbundes. Viele Kunstausstellungen in Detmold haben unter Röttekens Leitung vollen Erfolg erzielt. Achtung Aachener! Die Rückkehr in den Stadtkreis Aachen ist infolge Fehlens von Wohn- und Lebensmöglichkeiten ab sofort für die Dauer eines Monats gesperrt. Ausgenommen hiervon sind Eisenbahnbeamte und Eisenbahnarbeiter. Auch nach Aufhebung der Rückreisesperre kann bis auf weiteres die Rückwanderung nur von Personen erfolgen, die ihre Arbeitskraft zum Wiederaufbau der Stadt einsetgen können. Es wird daher dringend vor einer nicht genehmigten Rückkehr nach Aachen gewarnt. Reichskreditkassenscheine sind keine Zahlungsmittel mehr Um die Berölkerung vor Schaden zu schiltzen, sei darauf hingewiesen, daß die Reichskreditkassenscheine(das sogenannte„Soldatengeld“), keine Zahlungsmittel mehr sind. Da diese Scheine noch immer im Umlauf sind, sei vor ihrer' Annahme im Zahlungsverkehr gewarnt. Herford im Wiederaufbau Der Wiederaufbau der Stadt und des Landkreises Herford wird von den neuen führenden Männern der Verwaltung nach Kräften in Angriff genommen. Dazu wurden mit Zustimmung des Militär-Kommandanten auch neue Stellen neben dem Verwaltungsdienst geschaffen. Ein Ausschuß für Wiederaufbau Als ersten setzte die Militärregierung den „Ausschuß für den Wiederaufbau in Kreis und Stadlt Herford“ ein. Seine Aufgabe ist, Sprachrohr zwischen den Industrien und den Behörden der Militärregierung sowie den deutschen Verwaltungsstellen zu sein und überall als Fachstelle beratend zu vermitteln. Er setzt sich aus zehn führenden Männern der wichtigsten Wirtschaftszweige, der Holzverarbeitung. Textil- und Tabakindustrie, zusammen. Vertreter der übrigen Wirtschaftszweige, des Ilandels- und Bankwesens usw., werden bei Behandlung entsprechender Angelegenheiten hinzugezogen. Den Vorsitz führt der Landrat und der Oberbürgermeister; Leiter des Ausschusses ist Direktor Schlösser. Die Geschäftsstelle befindet sich in der Kreissparkasse-Herford, Elisabethstraße. Etwas ganz Entsprechendes ist für die verschiedenen Handwerke mit dem„Handwerksamt für die Stadt und den Landkreis Herford“ beabsichtigt, das als Zentralorgan die Aufgaben der Innungen leitet. Der Vorsitzende und die verschiedenen Obermeister werden noch vom Oberbürgermeister und dem Landrat ernannt. Vertretung der Arbeiterschaft Ebenso wird wieder eine Vertretung der Arbeiterschaft gebildet. Die Arbeiter von Betrieben mit 60 oder mehr Gefolgschaftsmitgliedern sollen je drei Vertreter wählen, kleinere Betriebe entsprechend weniger. Auch die Handwerksgesellen werden sich Vertreter wählen. Diese Wahlmänner schicken dann aus ihrer Mitte 30 Männer aller Berufszweige in einen besonderen Ausschul der Arbeiterschaft, der in Anwesenheit eines Beauftragten des Militargouverneurs 14tägig beraten soll. Die Wohnungsfrage Auch das Kuliere der Stadt soll das Gesicht des Krieges möglichst bald verlieten. Zunächst wird eine grolle Menge Schutt zu entfernen sein. Dazu wurden die ehemaligen Parteigenossen schon herangczogen, doch werden sich außierdem auch alle anderen Bürger noch beteiligen missen. Als wichtigste Aufgabe sehen die Behörden die weitmögliche Instandsetzung der Wohnungen an, damit im kommenden Winter ein jeder wieder unter einem heilen Dach leben kann. Geistliche Abendmusik Auch die Kunst findet durch die Pflege religiöser Musik wieder eine Wohnstätte in Herford. In der Jakobikirche kam eine geistliche Abendmusik mit Werken von J. S. Bach. Handel, Corelli und anderen Neistern zum Vortrag. Die„Radewiger Kantorei“ plant für diesen Sommer monatlich weitere musikalische Feiern mit vokaler und instrumentaler Musik. Aus Brackwede Die nationalsozialistischen Straßenbezeichnungen der Gemeinde Brackwede sind schon seit längerer Zeit wieder verschwunden. Die bisherige Adolf-Hitler-Straße wurde wieder in Ilauptstraße umbenannt, die Horst-WesselStraße führt jetzt wieder ihre ehemalige Bezeichnung Mittelstraße. Auch die EduardElbrächter-Straße gehört der Vergangenheit an. Inflation und Schwarzer Markt Die Gefahr einer Inflation ist nach jedem Kriege sehr groß. Es braucht wohl kaum an die Leidenszeit nach dem Kriege 1914—1918 erinnert zu werden. Nas ist die Ursache einer Inflation? Zuviel Geld im Umlauf und zu wenig Dinge, die man dafür erwerben kann. Das Horten von Geld und die Bereitschaft, unmällig hohe Summen auf dem Schwarten Markt zu zahlen, sind die größten Gefahren. Warum? Ein dauerndes Horten von Geld macht das Drucken von mehr und mehr Geldscheinen notwendig, bis schließlich soviel Geld im Umlauf ist, dall es seinen Wert verliort, Die Militärregierung tut alles, was möglich ist, um eine Iullation zu vermeiden. Sie könnte mit Leichtigkeit das Land mit„Alliiertem Geld“ überlluten, aber man sicht es sellen. Wie kann ein jeder mithelfen? Wie kann nun ein jeder mithelfen, die Inflation zu verhüten und den Schwarzen Markt unmöglich zu machen? Weigere dich, unlautere Preise zu zahlen und melde der Militärregierung, venn man sie dir abfordert. iorte kein Geld! Bring alles überschüssige Geld den Banken. Es ist dort sicherer und die Banken können damit arbeiten. Detmold nach dem Kriege An der lippischen Landeshauptstadt ist der Krieg auch nicht spurlos vorübergegangen, das zeigt das äuflere Bild der Stadt, das durch Bomben und Granaten arg verunziert wurde. Die Aufräumungsarbeiten in den heimgesuchten Straßen sind bis auf einige Reste durchgeführt. Eine Anzahl Geschafte, die während des Krieges geschlossen waren. sind wieder eröffnet worden. Es sehlen noch Gas und Straßenbahn, dann ist äußlerlich beinahe alles wie zuvor, und Detmold nähert sich wieder seinem vielbesungenen Ruf als vunderschöne Stadt. en Zeiterfordernissen Rechnung tragend. hat man städtische und private Gartenflächen im Stadtgebiet mit Kartolfeln und Gemüse bepflanzt. Die Neustadt, die 1033 Hitlerdamm benannt wurde, hat wieder den alten Namen Neustadt erhalten, und der Hindenburgdamm heillt. wie früher, Alleestralfe. Die Donaustraße erhielt den Namen Irmgardstraße, die CarlLaforce-Straße den Namen Georgstraße und die Braunaustraße heißt jetzt Erikastraße. Der neue Bürgermeister An Stelle des bisherigen kommissarischen Bürgermeisters, Fabrikbesitzer Alex Hoffmann, der die Bürgermeistergeschäfte Anlang April vorübergehend übernommen hatte, ist jetzt Dr. Moos vom Landesprüsidenten und mit Genehmigung der Militärregierung zum kommissarischen Bürgermeister der Landeshauptstadt Dermold beruten worden. Der neue Bürgermeister, ein geborener Schlesier, ist Vervaltungsbeamter, war zwl ahre Bürgermeister von Bünde i. W. und wurde 1933 von den Nuzis abbgesetzt. AMTLICHE BEKANNTMACHUNGEN Bad Salzullen. Samtliche durch den Fortzug von Evakuleiten, Bombenschadigten. Pluchtlingen und sonstigen Personen ireiwerdenden Zimmer bzw Wohnraume sind mit solortiger Wirkung jeweils innerhalb 24 Stunden nach dem Fteiwerden auf dem Quartieiamt, Zimmer 5 des Verwaltungsgebäudes, Am Markt 25 anzumelden. Wer dieser Anordnung nicht nachkommt, hat mit einer empfindlichen Strele zu rechnen. Der Bürgermeister. lemgo. Dutch die Beendigung des Krieges sind auslandische Staatsangehorige in einer großen Anzahl In ihre Heimat abgezogen. In den meisten Fallen ist die Abmeldung unterlassen worden. Alle Arbeitgeber, die euslandische Staatsangehorige beschaftigt und In betriebeigenen Raumen untergebracht hatten und ebenso alle diejenigen Personen, die ausländische Staals angehorige beherbergt und noch nicht abgemeldet haben, werden hierzu aufgefordert, die notwendige Abmeldung umgehend nachzuholen. Der Rürgermeister als Ortspollzelbebürde; Berkor. Inbbecke. Einhaltung der Hochstpreise: Die Bestimmungen über Preisbildung und Preisuberwachung(Hochslpreise) sind unverandert In Kraft. Diese Bestimmungen sind nicht durch die Militartegierung aufgehoben worden. Im Gegenteil wendet die Militätregierung der Preisgestaltung besonderes Interesse zu. Die Höchstpreise für samtliche Bedartsgegenstande und tur Wohnungsmieten mussen streng eingehalten werden. Preis. und Mietwucher werden unnachsichtlich strengsiens bestraft wergen. Der Landrat. Femilienenzeigen Jorg-Wilhelm. Hermann-Dieter hat ein gesundes Bruderchen erhalten. In dankberer Freude: Dr med. hebil Brackerir u. Frau Liselotte geb Kurble. Herford, 25. Mai /945 Ihre Vermahlung geben bekannt: Zahnarzt Dr. Walther Murken und Frau Charlolte geb. Loose. Herford, Friedhofstr. 10 Ihre Vermahlung geben bekannt Dipl.-chem. Dr. Gunther Harborth, Certrud Hatborth geb. Sing. Z. 2. Herlord, Kreishausstr. 124 Kirchliche Nachrichten Keth. Gatlesdienst, Lubbecke: Sonnlau 7.30 und 9.30, Nettelstedt: Sonntag 10 Uhr. Pr. Oldendorf: Sonntag 7.30 und 10 Uhr, Levern: Sonntag 14 Uhr. Schnathorst: Dienstag 10 Uhr. Hullhorat: Dienstag 13 Uhr. Frotheim: Mittwoch 10 Uhr, isenstedt: Mittwoch 15 Uhr, Alswede Donnerstag, 9 Uhr, Holrhausen: Preitag 10 Uhr, Borninghausen: Freitag 15 Uhr. Lübberke. Ev.-luth. Kirchengemeinde Sonntag, 1. Juli: 10 Uhr Gottesdienst u. Feier des hl. Abendmahls, 11.15 Uhr Kindergoltesdienst, Christenlehre für die Oslern kontirm Knaben, Montag 8 Uhr Morgenandecht. Dienstag abend Bibelstunde für die welbl., Freitag abend für die mannl. Jugend, Donnerstag 16 Uhr Bibelstunde in der Frauenhille. Kollekte fur die Aufgaben des kirchl Unterrichts. Evangel. Gollesdienst. Scholmer: 1. 7., 9.30 Uhr Gottesdienst(P. Thiele). 3. 7., 8 Uhr weibl. Jugendstunde, Wulter: 4. 7., 8 Uhr Bibelstunde, Ehrsen: 4 7.- 3 Uhr Frauenstunde, Knetterheide: 5. 7., 8 Uhr Bibelstunde, Retzen: 6. 7., 6 Uhr Bibelstunde Lemgo. Kath. Kirche(Rempendal 12 Sonntag., 1. Juli: 7 Uhr Fruhmesse, 8.30 Uhr Kindermesse, 10 Uhr Hochamt, 20 Uhr Andacht, anschl. Fimunterricht für Erwachsene. eschäftsanzeigen— Landkreis Minden Habe mich in Afinden, Marienstr. 9 als Facharzt fur Hals-, Nesen und Ohrenkrankheiten niedergelassen Sprechzeit: werktags 10—12 und 13 bis 17 Uhr, außer Mittwoch u. Sonnabend nachmittag Dr. med. Ladewig, Minden(Westt.) Landkreis Lemgo Englisch, Ubersetrungsarbeiten eller Art(Anfragen, Antrage, Gesuche an Behorden, Urkundenübersetzungen usw.) übernimmt auch In anderen Sprachen(Russisch. Ukrainisch, Franzosisch. Hollandisch u. a.) Ubersetzungsbure Th. Woywod-Gietemann, Lemgo, Entruper Weg.„Haus Niederthein Neue Zuschneidekurse für Herren- und Damenschneiderei finden wieder laulend statt. Schnittmusteranfertigung aller Art. Schule Kurl L. Meinhardt, " Minden(Westf.), Dankerserstr. Neuerotinung. Cate Krumme, Inh. Th Strauß, Mlunden(Westf.), Merienstr. 108. Täglich Kaflee, Kuchen und gepflegte Biere. Stadtkreis Herford Praris wieder aufgenommen. Wie bisher Herford, Gehrenberg 14. Dentist C. Rupe. Wegen Räumung befindet sich meine Wohnung nicht mehr Jahnstr. 8, sondern Feldstr. 9. Carl Eikmeyer, Korbmacher, Hertord. 7urück! Vermessungsing. Koch, Herford. 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W., Reineburgstraße 7, im Juni 1945. Als Verlobte grüßen: Hedwig Kasse. haum, Hans Siohlmann. Obernberk, Löhne-Bhf., 24. Juni 1945 Fur die überaus vielen Glückwunsche und Blumenspenden, die uns anlanlich urserer Silberhochzeit zuteil wurden, danken wir herzlich. Georg Sturhan und Frau. Vlotho. Familienanzeigen Hart grift das Schicksel in un sere Familie ein, indem es un unsere herzensgute Schwester Nuguste Dornhofer geb. Latotrkt im Alter von 44 Jahren, unsern lieben Schwager Hans Dornhofer Im Alter von 44 Jahren, und unsern guten Netten Günfer Dornhofer im Alter von 15 Jahren entriß In liefer Trauer: Pamille Erich Rosensiengel, Fam. Fritz Schurmenn. lübbecke I. W., Feuerrenne 2, u Gehlenbeck, im Juni 1945. In der Nacht vom 4. zum 3. April verschied plotzlich im lesten Glauben an ihren Erloser unsere innigstgeliebte, herzensgute, treusorgende Mutter Frau Auguste Holle geb. Zillmer Ihr Lehen war Gebet, Arbeit und Sorge für ihre Lieben. In tietem Itolle, Werner Hiolle und Fran fins geb. Debrodt Minden(Westf.), 11. Juni 1945 Beerdigung fand in aller Stille statt Am 18. 5. 45 starb plotzlich und unerwartet Im Dienst zum Schutze der Heimat meln lieber, herrensguter Wenn. Sigrids treusorgender Vater, unser lieber Sohn, Schwiedersohn, Bruder. Schwager und Onkel, der Kraltlahrer Heinrich Brinkmann Im blühenden Alter von 36 Jahren. In tiefer, stiller Trauer: Frau Else Brinkmann geb. Döring und Tochterchen Sigrid, Eltern, Schwiegereltern und Geschwister. Siedlung Rodenbeck, im Juni 1945. Die Beerdigung hat in Dützen stattgefunden. Am 28. 3. 45 verlor ich durch tragisches Geschick meinen Innigstgeliebten, treusorgenden Mann, den Heizer Hermann Klein Im Alter von 48 Jahren und meine drei lieben, sonnigen Kinder Ursula, 14 Jahre Karola, 11 Tahre. Hermann, 6 Jahre In unsegbarem Herzeleid Wwe Paule Klein geb Eck, Tochter Margot. Sohn Hons, Wwe. Marte Klein els Mutter und alle Anverwandten Atinden[Westf.), Hlubertusstr. 13, im Juni 1944 In nischlief sanit nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser quter. treusorgender Vater. Schwl gervater, Großvater, Schwager und Onkel, der Holzhandler Friedrich Gaede im 69. Lebensjahre. Dies zoigen an in lieier Trauer: lieleneaede geb. Kuster nebst Kindern und Enkelkindern Herford, P staltgelunden. Nach kurzer, schweret Krankhert lwurde uns unsere liebe sonnige Am 18. Mai verschied im Aller von 78 Jahren in Lemgo, wo er leilung von seinem Leiden suchtmein lieber Mann, unser gutiger Vater, Oberbahnhofsvorsteher a. D ullus Tuliner aus Stolberg(Rhld.1. Sein Leben war selbstlose Sorge fur die Seinen. Frau Marie Jutiner geb. Radziak. Kurt Jutiner u., Frau Herta geb. Bohm u. s Kinder, HannSchul- u. Frau Else geb. Juttner u. 4 Kinder u. die ubrigen Anvern Herlord, Bielefelder Str. 65, 13. Juni 1945. Mein herzlich geliebter Hans und Rolfs liebevoll sorgender Vater, mein lieber Bruder, un# guter Schwiegersohn, Schwage: Nette und Onkel, der Schwerkriegsversehrte Hermann Fleer ist heute morgen um 8.30 Uhr im Alter von 35 Jahren nach langer. schwerer Krankheit für immer von uns gegangen. In tietem Schmerz: Gertrud Fleer geb. Meyer, Hans u Roll u. alle Anverwandte. Hertord, Langenbergstr. 52, 5 6. 1945 Die Beerdigung hat bereits stattgeiunden Am 10. Mai 1945 starb im 91 Lebensjahr unser lieber Vater. Rechnungsrat Ollo Rodenstein Im Namen aller Angehorigen Fillz Dodenstein. Herford, 9. Juni 1945 Nach langem. mit großer Cedud eeg! n geliebter Menn, un ser guliger Vater, Schwiegervaler der. Febrikant Arnold Weddigen im 76. Lebensjahte. In tiefer Trauer: Johanna Weddigen geb Baumann, Karl Weddigen Jonan nes Steite u. Frau Eise geb. Wed digen. Otto Weddigen und Fran Marte-Luise geb. Gusewell. Ge schwister Weddigen, 5 Enkelkinder Herford, Kreishausstr. 18a, 3 Juni 1945. Für die uns, bewiesene wohltuende Anteilnahme beim Minscheiden meines lieben Mannes, Vaters u. Schwiegersohnes danken wir herzlichst. Heile Conradl, geb. Stapft und Angehorige Berkhausen(Porta Ursuld Im Alter von 8 Jahren am 31. Ater genommen. Fur die vielen Beweise herzlicher Tellnahme sagen wir allen auf diesem Wege un ren her:l Dank Frau Frieda Melau geb. Blebusch, Kinder und Großellern. Hertord, Im Juni 1945 Unsaubares Leid brachte uns die traurig. Nechricht, daß mein inn getgeliebter, herzensquter Mann, der gluckliche und treulorgende Vali meines Tochlt unser lieber Sohn und guter Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Ockel, der übergetreite Hermann Höner Im Alter von 37 Jahren am 24. 1 45 im Osten den Tod land. In tieter Trauer: Lore Honer geb RohJeder und Tochlerchen Christel. Fam. Heintich Honer, Frau Nwe Laura Rohleder und alle Anverw. Herringhausen-Ost 219 u. Herford llente abend hat der barmherzige Golt meinen gelichten Mlann, unsern treusorgenden Vater u Groß Valer, den Rechtsanwalt u. Nolgt Erwin Klug Oberstientnant a. D nach langem, schwerem, geduldig ethlagenem Leiden zu sichin de Ewigkeit genammen. Emmi Klug geb. Wiesner u. alle Angehorigen ubbecke, z. 2. Osterstraße 4 13. Juni 1945. Beerdigung.- be reits staltgelunden. Nach einem arbeitsteichen Leben entschlief am 2. Apti nach kurzer Krankheit mein Ueber Miann, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervaler und Großvater, unser lieber Bruder, Schwager und OnkMaurermeister Heinrich Schröder rauer: Frau Luise Schroder geh meister. u. Frau Eise geb. Schro der. Ellriede Jungemiever gen Schroder. Lore Jungemeyer als nkeikind Blasheim, Obermehnen, Im Juni 1945. Die Beerdigung hat In Blas heim stattgelunden Am 11. Juni verschied nach lan gem, schweiem mit gtoßer Geduld entragenem Leiden, daae sich auf dem Knegsschaupfat: im Osten zu. gerogen hat, mern innigstgeliebter Mann, unser quter Vator Schun geisohn, Brnder und Schynger Mojor Robert Günlher Landesbranddirektor n 54. Lebensjahr im Res-arantt Gutersloh. In tiesem SchmerKathe Gunther geb. Cirote. Ielmutnernr m Osten, Wollgang Günther. r. Z. in amerik. Gelangenschaft. Robert Gunther. z. Z. unbekannt Die Be#reigung hat am 16. 6. in Detmold stallgetunden