E Geugereie, Auegate. a. Gasdureug — Bezugspreis: Ausgabe A: Bei der Post abgeholt monatlich 70 Pfg.,= durch den Briefträger und durch unsere Agentur=Boten zugestellt 84 Pfg., in der Stadt Paderborn durch Boten zugestellt 80 Pfg.— Ausgabe B: Monatlich 17 Pfg. mehr. Bestellungen werden von jedem Postamt, allen Landbriefträgern= = sowie von unseren Agenturen und Boten jederzeit entgegen# * genommen.— Probenummern auf Verlangen gratis. Verlag und Notationsdruck: Westfälisches Volksblatt A.=G., Erscheint wöchentlich 7mal. Ausgabe A mit den Beilagen:„Feierstunden“.—„Praktischer Ratgeber“.—„Sonntagsfeier". Ausgabe B mit der weiteren Wochenbeilage:„Das Leben im Bild“. Paderborn, Rosenstraße 138.* Drahladresse: Volksblatt, Paderborn. &4p Fernruf: Redaktion Nr. 590, Geschäftsstelle Nr. 10. Englands dritte Zeppelinnacht.— Fortschritte zwischen Haucourt und Bethincourt. wtb. Großes Hauptquartier, 3. mittags.(Amtlich.) April, Westlicher Kriegsschauplatz. Links der Maas sind alle Stellungen des Feindes nördlich des Forges=Baches zwischen Haucourt und Bethincourt in unserer Hand. Südwestlich und südlich der Feste Douaumont stehen unsere Truppen im Kampfe um französische Gräben und Stützpunkte. Oestlicher Kriegsschauplatz. An der Front hat sich nichts Wesentliches ereignet. Durch deutsche Flugzeuggeschwader wurden auf die Bahnhöfe Pogorjelzy und Horodzieja an der Strecke nach Minsk, sowie auf Truppenlager bei Ostrowki(südlich von Mir) Bomben abgeworfen. Ebenso durch eins unserer Luftschiffe auf die Bahnanlagen von Minsl. Balkan=Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Heeres= und Marineluftschiffe haben heute Nacht die Docks von London und andere militärisch wichtige Punkte der englischen Ostküste, sowie Dünkirchen angegriffen. Oberste Heeresleitung. (Amtlicher Wiener Bericht.) wrb. Wien, 3. April. Amtlich wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Die feindliche Artillerie entfaltete gestern auf allen Teilen der Nordostfront eine erhöhte Tätigkeit. Sonst keine besonderen Ereignisse. It:lienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. Hocfer, Feldmarschall=Leutnant. Von einem militärischen Mitarbeiter wird uns aeschrieben: Sp. In der Lage an den Fronten ist eine wesentliche Veränderung nicht einge treten. Die französischen Stellungen am Forges=Bache zwischen Haucourt und Bethincourt sind nunmehr restlos in unseren Händen; die Ortschaften selbst werden noch von den Franzosen gehalten, aber die Be satzung von Bethincourt sieht sich setzt aufs schärfste flankiert. Denn östlich des Ortes stehen die Unseren bereits seit Ansang Marz in unmittelbarer Nähe. Im Anschluß an unseren glücklichen Vorstoß westlich und nordwestlich haben sich in dem unmittelbar angrenzenden Frontabschnitt südlich und südwestlich Douaumont neue Kämpfe entwickelt, die bei Ausgabe unseres Tagesberichtes vom Montag noch nicht zum Abschluß aclangt waren. Die Unseren waren die Angreifer; denn es heißt in unserer amtlichen Meldung:„Unsere Truppen stehen im Kampfe um französische Gräben und Stütz punkte“. Wir dürfen hoffen, daß die Kämpfe einen für uns günstigen Verlauf nehmen. Die Lage auf dem armenischen Kriegsschauplan ist aus den kurzen türkischen und russischen amtlichen Meldungen noch nicht klar zu ersehen. Die Russen, melden Fortschritte auf den Hügeln auf dem linken Flügel bei Musch und Bitlis, auf dem rechten in der Richtung Trapezunt: dagegen sind die Türken am Tschoruk zum Angriff übergegangen. Der Tschornk strömt senkrecht zur Front der kämpfenden Heere, dem Schwarzen Meere zu. Die türkischen Truppen standen ursprünglich zu beiden Seiten des unteren Tschornk; sie gingen dann parallel dem Flusse zurück und scheinen nunmehr am Oberlaufe des Flusses zu Gegenangriffen vorzugehen. Jedenfalls stellt sich jeden Tag mit größerer Gewißheit heraus, wie wenig ur sache die Russen hatten, von einer„Vernichtung“ des Osmanenheeres zu reden. Und da nun auch neuerlich Türkische Unterfeebogte zur See, den Truppentransporten, von denen sich die Russen doch wohl im Hinblick auf die üblen Wegeverhältnisse viel versprechen, gefährlich werden, so erkennt man deutlich die Schwierigkeiten, mit denen die Russen schon jetzt in Armenien zu kämpfen haben. England hat seine dritte Zeppelinnacht innerhalb dreier Tage erlebt. Diesmal nahmen auch Heeresluftschiffe an der Fahrt teil. Diese belegten vor allen Dingen die Docks von Lon don mit Bomben und suchten auch jenseits des Kanals den Hauptstützpunkt der englischen Etappe, Dünkirchen, auf. Die Marineluftschiffe dehnen ihre Fahrten immer weiter nach Norden aus. Erschienen sie in der Nacht zum 2. April am Teesflusse in der Grafschaft Durham, so griffen sie diesmal die Tyne=Mündung und den Firth of Forth in Schottland an, beide englische Flotten stützpunkte, sodann Newcastle am Tyne, auch ein Mittelpunkt des Kohlenbergbaues und Schiffbaues. Planvoll und systematisch suchen unsere Luftschiffe die englische Ostküste auf. Die britische Abwehr kann sie nicht hindern.(Zensiert Berlin.) Das Tagewerk der ermüdeten französischen Besatzung schien beendet, als der Gegner von Norden und Westen mit einem sehr starken Aufgevot wiederkehrte, den Rückzug der Franzosen erzwang und an beiden Seiten des Dorfes Vaux, also auch in der Richtung des an Vacherauville und Bras angrenzenden Gehölzes, sich ausbreitete. Das Handgemenge um Malancourt. bb. Berlin, 3. April. Ueber die Eroberung von Malancourt berichtet das Berliner Tageblatt auf Grund der Meldungen der Pariser Blätter: Die Verteidiger des Dorfes glaubten, nichts mehr befürchten zu müssen, als die Deutschen gegen 1 Uhr den Angriff wieder aufnahmen. Diesmal richtete sich die Hauptanstrengung der Deutschen gegen die beiden Flanken der französischen Stellung. Der feindlichen (deutschen) Kolonne, die auf dem linken Maasufer operierte, gelang es, nach wiederholten Anstrengungen, Breschen in die französische Verteidigungslinie zu schlagen. Von frischen Truppen unterstützt, konnten die Deutschen alsdann in das stark befestigte Labyrinth. welches das Dorf bildet, vordringen. Es kam zum Handgemenge und zum Handgranatenkampf. Nach langem Ringen räumten die französischen Soldaten todmüde das Gelände; aber Fuß um Fuß, Haus um Haus tobte die ganze Nacht hindurch die erbitterte Schlacht. Gegen Morgen mußten dem Feind auch die letzten Häuser des Dorfes überlassen werden. Die Ergebnislosigkeit der französischen Anstrengungen. ## Berlin, 3. April. In einem Artikel des Journal des Débats trat, wie der Lokalanzeiger berichtet, trotz aller Symapthien für General Pétain die Ueberzeugung zutage, daß die bisherigen Anstrengungen des französischen Führers, den gegnerischen Gesamtplan in irgend einem Punkte zu durchkreuzen, kein faßbares Ergebnis gezeitigt haben. Auch andere Kritiker können in der letzten Joffre=Note keine Beruhigung finden. Sie befürchten vielmehr die Ausführung eines deutschen Planes, vor allem, sich die kürzeste Linie Douaumont= Woevre zu sichern bei gleichzeitiger, relativ langsamer Ausbeutung der Vorteile am linken Maasufer. Die Kritiker setzen abermals die größten Hoffnungen auf die Behauptung des französischen Artilleriestützpunktes 304. Doch schweigt hierüber die gestrige Note Joffres. Die omtlichen französischen Berichte. urtb. Paris, 3. April. Amtlicher Bericht von gestern nachmittag: Westlich der Maas ziemlich lebhafte Beschießung unserer Stellungen im Walde von Avocourt ohne Infanterieunternehmung. Oestlich der Maas war die Nacht ruhig. Der Feind unternahm in der Gegend von Douaumont und Baux keinen neuen Versuch. In der Woevre schwache Artillerietätigkeit. Von der gesamten Front ist aus dem Verlaufe der Nacht kein Ereignis zu melden. wtb. Paris, 3. April. Amtlicher Bericht von gestern abend: Zwischen der Somme und der Oise war unsere Artillerie besonders tätig in der Gegend von Parvillers, Fouquescourt und Lassigny, wo die deutschen Schützengräben durch unser Feuer verschüttet wurden. Westlich der Maas richteten die Deutschen mehrere starke Angriffe auf das Kernwerk(Reduit) von Avocourt. Alle Stürme wurden durch unser Sperr= und Maschinen= gewehrfeuer abgewiesen." Oestlich der Maas war der Kampf während des ganzen Tages sehr lebhaft in der Gegend von Douaumont und Vaux. Die Deutschen unternahmen nach einer äußerst heftigen Beschießung mit Granaten schweren Kalibers vier gleichzeitige Angriffe, mit Truppen, deren Stärke über eine □ mitteilen. Man sagt, daß das Schicksal der Mannschaft#rung, und verlangten„unbelästigt" zu bleiben, denn ebenfalls unbekannt sei. Das Schiff wurde erst neulich sie hätten nicht mehr die Absicht, noch einmal den zehnvon der norwegischen Handelsflotte erworben. sten Teil der bisher erlittenen Strapazen für ein tt Genf. 3. April. Der Matin erfährt aus Sables wahnsinnig gewordene Regierung zu erDoulne, daß gestern vormittag das französische Schiff leiden. Zudem verlangten sie, sofort von Korfu abtransRedemption“ auf eine Mine stieß und versank. Die Besatzung wurde gerettet. irtb. Christiania, 3. April. Die Reederei Fred Olsen empfing ein Telegramm, wonach der Dampfer „Momenro“ vor Lowestoft nach einer heftigen Erplosion sank. Die Mannschaft ist gerettet mit Ausnahme eines Mannes. Das Schiff war mit Kols auf der Reise von Londen nach Porsgrund. Amerika und der U=Boottrieg. wtb. Newyork, 3. April.(Durch Funkspruch vom Vertreter des WTB.) Die Unterseebootfrage wurde dadurch verwickelter, daß das Staatsdepartement von dem amerikanischen Konsul in Queenstown amtlich benachrichtigt worden ist, daß der Dampfer „Manchester Engineer“ mit zwei amerilanischen Neger=Vieh=Händlern an Bord torpediert worden sei. Die amerikanische Botschaft in London benachrichtigte die amerikanische Regierung, daß drei amerikanische Ueberlebende von dem britischen Pferdetransportschiff „Englishman“ unter Eid ausgesagt hätten, daß die„Manchester Engineer“ beschossen und torpediert worden sei. Infolge der Tatsache, daß das Schiff mit Granaten beschossen worden ist, neigen Regierungskreise der Ansicht zu, daß es einen Fluchtversuch unternommen habe. Nach heute aus Dover beim Staatsdepartement eingelausene Meldungen sei nach Aussage amtlicher Kreise die ursprüngliche Annahme, daß die„Sussex" torvediert worden sei. Luftkrieg. ivision betrug gegen unsere Stellungen zwischen dem Fort Douaumont und dem Dorfe Vaur sowie östlich des Forts Douaumont. Die Deutschen drangen in das Gehölz La Gailette ein. Unsere sofortigen Gegenangriffe warfen sie in den Nordteil dieses Gehölzes zurück. Unsere Linie verläuft längs der unmittelbaren Zugänge des Dorfes, dessen letzte zerstörte Häuser wir räumten. In der Woevre zeitweise unterbrochene Artillerietätigkeit. Im Priesterwalde wurde ein Aviatikflieger durch unsere Ballonabwehrgeschütze abgeschossen. Das Flugzeug fiel in die deutschen Linien herab. In den Vogesen rief das Feuer unserer Batterien eine Explosion in einem Munitionsdepot östlich des Reichsackerkopfes und westlich von Münster hervor. In der Nacht zum 2. April warf eins unserer Flugzeuggeschwader 28 Geschosse auf den Bahnhof von Etain und die Biwaks an den Zugängen des Dorfes Montillois. In der gleichen Nacht warfen drei unserer Flugzeuge 22 Geschosse, die in den Dörfern Azannes und Braulles an der Maas Brände hervorriefen. Am 2. April schossen unsere Flieger drei feindliche Flugzeuge an der Front von Verdun ab. Zwei andere deutsche Flugzeuge mußten in der gleichen Gegend niedergehen. Schließlich wurde ein feindlicher Drachenballon von einem unserer Flugzeuge in Brand geschossen. Die neue Beschießung von Reims. irtb. Paris, 3. April. Nach einer Meldung des Temps richtete die Beschießung von Reims am 27. März bedeutenden Schaden an. 300 Granaten wurden abgefeuert, 25 Personen wurden verletzt, 10 davon tödlich.— Die Pariser Information berichtet, daß die Franzosen neue schwere Geschütze von 240, 320 und 340 mm an die Front bringen werden. Englands Ostküste zum drittenmale durch unsere Luftschiffe mit Erfolg angegriffen. wth. Berlin, 3. April.(Amtlich.) uum dritten Mal griff ein Marineluftschiffgeschwader in der Nacht vom 2. zum 3. April die englische Ostküste, diesmal den nördlichen Teil, an. Edinburgh und Leith mit Dockanlagen am Firth of Forth, Newcastle und die wichtigen Dockanlagen, sowie die Hochöfen und Fabriken am Tynefluß wurden mit sehr gutem Erfolge mit zahlreichen Spreng= und Brandbomben belegt. Gewaltige Brände, heftige Erplosionen mit ausgedehnten Einstürzen wurden beobachtet, eine Botterie bei Newcastle wurde zum Schweigen gebracht. Trotz heftiger Beschießung sind alle Luftschiffe unbeschädigt zuruckgekehrt und gelandet. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Die englischen Luftschiffabwehrkanonen aus—— Holz. * Zu den vielen schönen Dingen, die de Flieger Pemberton Billing im Unterhause erzählte, gehörte auch die Mitteilung, daß zwei Abwehrkanonen durch die Straßen der englischen Küstenstädte gefahren wurden, um die Bevölkerung zu beruhigen, und zwar dieselben zwei durch alle Städte. Schließlich erhielt eine groze Stadt infolge ihrer Beschwerde eine dieser Abwehrkanonen ganz für sich allein. Die Kanonen wurde auf der größten Fabrik der Stadt aufgestellt. Sie war die einzige Kanone zur Abwehr in dieser großen Stadt, uno.... sie war aus Holz. Dies sei kein schlechter Witz sagte Pemberton Billing, sondern er verbürge sich dafür mit seinem Ehrenwort. Unterstaatssekretär Tennant erwiderte sehr verlegen: Als England die Oberherrschaft in der Luft hatte, passierte nichts, jetzt, wo neue Entwicklungen kommen, geschehen natürlich auch Ueberraschungen, aber das werde alles wieder gut werden. Vorläufig seien die Deutschen in der Luft zwar flinker, aber sesw..... Auf eine Frage, wie man es wagen konntel zwei hölzerne Kanonen unter militärischer Bedeckung durch die Straßen Englands Parade fahren zu lassen und so die Oeffentlichkeit zum Narren zu halten, antwortete Tennant:„Man wollte vielleicht die Deutschen damit foppen.“ Dalziel rief:„O nein, die foppt man nicht, die sind viel zu gut unterrichtet!“ Luftkämpfe über der griechisch=mazedonischen Grenze. (9 Berlin, 23. April. Nach einer Meldung des B. T. aus Athen nehmen die Nachrichten über Grenzgefechte bei Gewaheli=Doiran täglich an Ausdehnung zu. Die Franzosen haben gestern eine weitere Brigade in den Abschnitt von Doiran vorgeschickt. Ferner ließen sie 21 Flieger von Topsin aufsteigen, um bei Doiran Erkundungen anzustellen. Kurz darauf erfolgte der Aufstieg einer deutschen Luftflottille. Ein heftiger Luftkampf folgte. Zwei Franzosen stürzten ab; einer fiel in den Doiran=See und ertrank samt seinem Beobachter. Ein anderer stürzte an der Grenze ab. Weitere drei landeten schwer beschädigt bei Karrasuli. Andere Meldungen lassen nur 12 Flieger heil zurückkehren. portiert und entlassen zu werden, da die Cholera erschreckend auf der Insel herrsche und täglich bis zu 250 Opfer fordere. Den Meuterern gegenüber wurde keinerlei Waffengewalt aufgeboten. Sie wurden sämtlich(insgesamt sollen es etwa 8000 Mann gewesen sein) auf französische Transportschiffe eingeschifft und nach Biserta gebracht, wo sich bereits zahlreiche serbische Flüchtlinge befinden. Es ist wahrscheinlich, daß die Meuterer in terniert werden. Alle von Korfu anlangenden Schifft# unterliegen in sämtlichen Häfen einer fünftägigen Quarantäne. Abschluß der Grenzverhandlungen mit Bulgarten. H Berlin, 3. April. Oesterreich=Ungarn und Bulgarien haben, der Vossischen Zeitung" zufolge ihre Verhandlungen über die Abgrenzung auf den Balkan zu beiderseitiger Zufriedenheit gelöst. Sonstige Meldungen. Unsere Gefangenen auf Korsika. B Genf, 2. April. Ein ausgetauschter Kriegsge fangener war auf die Insel Korsika abgeführt worden. Ueber seine dortige Gefangenschaft erzählt er folgende Einzelheiten: „Man hat uns auf der Insel Korsika von einen Ort zum anderen geschleppt, nach Casab'anca. Castellucio, Cervione und anderen Orten Mar weiß ja jetzt, wie es uns auf dieser rauhen Insel ging. Fast alle litten wir an Fieber und Malaria; viele von uns starben. Auch ich litt schwer an Fieber. Wie Verbreche: wurden wir an Ketten gefesselt und derart im Lande herumgeschleppt. Todesfälle unserer Kameraden durften wir keineswegs nach Deutschland melden, und so kam es, daß die Angehörigen des toten Kameraden noch monatelang Pakete sandten, da sie nicht ahnten, daß ihr Verwandter schon lange nicht mehr unter den Lebenden weilt.“ Diese Aussagen erinnern an die wirklich haarsträubenden Zustände, die lange Zeit in den Gefangenenlagern von Korsika herrschten. Castellucio, an der Westküste von Korsika, hat es zu einer gewissen Berühmthei: in der schlechten Behandlung der Gefangenen durch die Aerzte gebracht. Die Gefangenen mußten und müssen vielleicht jetzt noch die schwerste Aufgabe bei klimatisch ungünstigen Verhältnissen leisten. Die Kranken sollen einfach in das dortige Gefängnis abtransportiert werden, Pakete kommen nach wie vor teilweise ihres Inhalts beraubt an. Das Schlimmste mußten jedoch unsere Gefangenen bekanntlich in Casabianca erleben, welches Lager allerdings schon seit Mitte des vergangenen Jahres aufgehoben wurde. Die Berichte einer neutralen Komenglische mission waren derart, daß man von Paris aus sofort Herrn Lévine, den ehemaligen Präfekten von Paris, nach Casabianca sandte, um der Mißwirtschaft abzuhelfen. Den Grad dieser Mißtirtschaft kann man daraus ermessen, daß Lépine den Kommandanten dieses Lagers seines Postens enthob und den Arzt. der die schlimmsten Ausschreitungen gegen die Kranken begangen hatte, kriegsgerichtlich bestrafen ließ.„Casabianca" wird einer der dunkelsten Schandflecken für das„ritterliche“ Frankreich bleiben. Vom westlichen Kriegsschauplatz. Der überraschende deutsche Angriff auf Baux. * Berlin, 8. April. Ueber die Vorgänge beim Dorfe Baux wird, dem Lokal=Anzeiger zufolge, berichtet: Die Franzosen glaubten die Gefahr für das Dorf Baux beseitigt, weil eine von Norden kommende deutsche Abteilung eine zögernde Haltung gezeigt hatte. Der Krieg zur See. Versenkte Schiffe. TU. Christiania, 3. April. Morgenbladet meldet, daß es nachts die Nachricht erhalten habe, der norwegische Dampfer„Stdoras“, 3107 To., sei auf der Reise vom Tyne nach Hamptonroad in Amerika torpediert worden. Die hiesige Reederei konnte jedach auf Anfrage nichts Die Lage am Balkan. Meutereien im serbischen Heer * Lugano, 3. April. Wie jetzt auf dem Umweg über Petersburg bekannt wird, haben vor nicht allzu langer Zeit auf Korsu umfangreiche Meutereien serbischer Truppen, die dort reorganisiert werden sollen, stattgefunden. Die Meuterer beschimpften den König und den serbischen Kronprinzen, sowie die serbische RegieDeutsches Reich. Ein neuer Finanzminister im Großherzogtum bessen. r Die Darmstädter Zeitung teilt amtlich mit daß der Großherzog den Präsidenten des Ministeriumt der Finanzen Dr. Johannes Becker zum Minister der Finanzen und den in den Ruhestand versetzten Minister der Finanzen Dr. Ernst Braun zum Prästhenten der Oberrechnungskammer unter Belassung seines dermaligen Ranges und Titels als Minister der Finanzen a. D. ernannt hat. Botschafter Gerard bleibt in Berlin 1. Durch amerikanische und deutsche Blätter geht die Nachricht, daß Botschafter Gerard beab sichtige, demnächst nach Amerika zurückzukehren und sich von der demokratischen Partei in seinem Heimatsstaat Newyork als Gouverneurskandidat auf stellen zu lassen. Der Botschafter erklärte auf Befragen, daß er zwar von Freunden und Parteigenossen in Newyork als passender Kandidat für den erwähnten Posten genannt worden sei, daß er es aber als seine Pflicht betrachte, während des Krieges seinen wichtigen Posten in Berlin nicht zu verlassen, zumal ein möglicher Nachfolger sich nicht so leicht in die schwierige und vielfach verwickelte Materie des ihm übertragenen Schutzes der britischen Interessen, besonders der Zivil= und Kriegsgefangenen, einzuarbeiten vermöchte. Er hoffe, zum mindesten bis Ende des großes Krieges als Botschaftei in Berlin zu verbleiben. Was kostet der Reichotag? (2 Der neue Etat des Reichstags für 1916 iR soeben verteilt worden. Er unterscheidet sich nur unwesentlich von dem für 1915. Die fortdauernden Ausgaben betragen wieder 2269 483 Mk. Als Aufwandsentschädigungen an die Reichstagsmitglieder sind wie im Vorjahr 1060000 Mk. eingesetzt. Diese Ausgabe hat 1913 1 054080 Mk. und 1914 1123 420 Mark betragen. Die Einnahmen des Reichstags sind angesetzt mit 17100 Mk., davon sollen 7434 Mr. kommen aus den Eintrittsgeldern für die Besichtigung des Reichstagsgebäudes und 6566 Mk. aus Zinsen des Fonds, der aus den Eintrittsgeldern gebildet ist. Ausland. Englische Wühlereien in Griechenland. inb. Athen, 1. April. Der hier erscheinende Chronos berichtet, die berüchtigten Balkanwühler Gebrüder Buxton trieben in Griechenland Propaganda im Sinne Englands. Sie suchten auch den Minister des Innern, Gunaris, auf und baten um dessen Vermittlung für eine Audienz beim König. Gunaris verwies sie mit ihrem Anliegen an Skuludis, der ihnen mitteilte, er sei nicht in der Lage,, sie zu empfangen, da man aus dem Empfang eine politische Demonstration herauslesen könne. Der Chronos richtet heftige Angriffe gegen die Gebrüder Buxton und fügt hinzu, nichts würde Griechenland so sicher in eine abenteuerliche Politik stürzen, als die Verfolgung ihrer Ratschläge. Vorgehen der indischen Regierung gegen die deutschen Missionsschulen. — Auf Anordnung der indischen Regierung hat der Direktor des öffentlichen Unterrichts in der Madras= Residentschaft eine Bekanntmachung erlassen, nach der mit Inkrafttreten vom 31. März d. I. ao allen Schulen, die bisher unter Leitung Basler, Leipziger, Schleswig=Holsteiner und Hermannsburger Mission standen, die Anerkennung entzogen wird mit Ausnahme derer, die der Leitung lokaler Regierungskörperschaften übergeben worden sind. Damit hat die Regierungsaufsicht über diese Schulen und die Regierungsunterstützung ein Ende. Ebenso haben die von ihnen ausgestellten Schulabgangszeugnisse vorläufig keine Gültigkeit mehr. Die englandseindliche Bewegung in Indien. TU. Die Schließung der indischen Hauptuniversität von Kalkutta, des bekannten von den Söhnen der indischen Aristokratie bevorzugten Presidency Colleges, hat das größte Aufsehen in Indien erregt. Trotz der außerordentlich scharfen Zenzur der englischen Regierung war ja längst die Nachricht noch Europa gelangt, daß in Indien gegen die englische Herrschaft eine gefährliche nationale Bewegung erwachsen ist. Die dortigen Führer dieser indischen Bewegung sind die Studenten des Presideney Colleges in Kalkutta. Sein erstes Vorspiel hatte der Aufruhr der indischen Studenten in den tätlichen Mißhandlungen des Professors Oaten. Dieser Vorfall war die äußere Veranlassung zur Schließung der Universität. Haudelsmaßnahmen. otb. Stockholm, 2. April. Das schwedische Kammerkollegium hat gestern der Regierung ein Gutachten über eine regelmäßige Dampferverbindung zwischen Schweden und England im Staatsbetriebe erstattet. Das Kollegium hebt hervor, Jaß eine genügende Gütermenge vorhanden sei, wobei es auch den Transitverkehr zwischen England und Rußland mitrechne. wtb. Stockholm, 2. April. Die Regierung hat die Ausfuhr von Stärke verboten. irtb. Kopenhagen, 2. Avril. Die Regierung hat ein Ausfuhrverbot für Mehlkleister, sowie Kaffeesurrogate, die mit zur Ausfuhr verbotenen Produkten vermischt sind, erlassen. Aus Kangda. oth. Ottawa, 2. April. Premierminister Borden hat den" Unterhause einen Gesetzantrag unterbreitet, welcher 250 Millionen Dollar für Kriegszwecke anfordert, die hauptsächlich durch eine An leihe aufgebracht werden sollen. Die Zinsen sollen durch Besteuerung des Einkommens gewonnen werden. — Die kanadischen Rekrutenanwerbungen haben bisher ein Gesamtergebnis von 290000 Mann gehabt. Die Verluste beliefen sich auf 43 700 Mann, die Kriegskosten bis Ende Februar auf 187 Millionen Dollar. Sieg über Villa? * Aus San Ankonio in Texas meldet General Pershing: Die auf 500 Mann geschätzten Streitkräfte Villas sind bei Guerrero von einer Abteilung amerikanischer Kavallerie geschlagen worden. Die Verluste Villas betragen dreißig Tote, die der Ameri kaner vier leicht Verwundete. Villa selbst war nicht zugegen. Er soll ein Bein gebrochen haben und sich in der Gegend nördlich von Guerrero verborgen halten. Seine Truppen, die sich in zahlreiche Banden aufgelöst haben, sind in die Berge geflüchtet. Kurze Politische Nachrichten. Zum Generalsekretär der nationalliveralen Partei ist an Stelle des verstorbenen Herrn Breithaupt der bisherige Hauptredakteur des Hannvverschen Conriers Dr. Otto Hugo, ernannt worden. 2 Einschränkung der Fleischausfuhr aus Schweden. Der Umsang der schwedischen Fleischausfuhr, hauptsächlich der Ausfuhr von Konserven, wurde von der Regierung für den Monat April auf 70 vom Hundert der gewöhnlichen Ausfuhr herabgesetzt. Erhöhung der Einkommensteuer in England. Wie„Daily Mail“ berichtet, wird am Dienstag Minister MeKenna eine neue Erhöhung der Einkommensteuer sowie eine Besteuerung der öffentlichen Lustbarkeiten vorschlagen. Da die Einfuhr stark herabgesetzt wäre, glaubt das Blott, daß neue Einfuhrzölle nicht erhoben werden. S. 592 ff.—) und die Tropenzulage in Höhe der Kriegszulage(§§ 67 und 69 des Mannschaftsversorgungsgesetzes vom 1. Mai 1906— Reichs=Gesetzblatt 1906 Seite 593 ff.—) sowie die auf Grund des Militärhinterbliebenengesetzes vom 17. Mai 1907— Reichs=Gesetzbl. 1907 S. 208 ff.— zustehenden Bezüge für die Witwe eines Feldwebels, Vizefeldwebels. Sergeanten mit der Löhnung eines Vizefeldwebels oder eines Zugführers der freiwilligen Kriegskrankenpflege bis zur Höhe von 300 Mk., für die Witwe eines Sergeanten, Unteroffiziers, Zugführerstellvertreters oder Sektionsführers der freiwilligen Kriegskrankenpflege bis zur Höhe von 250 Mk., für die Witwe eines Gemeinen oder einer jeden anderen Person des Unterpersonals der freiwilligen Kriegskrankenpflege bis zur Höhe von 200 Mk. Die Abfindung kann auf einen Teilbetrag dieser Versorgungsgebührnisse beschränkt werden. § 4. Für die Berechnung der Abfindungssumme ist das Lebensjahr maßgebend, das der Antragsteller zur Zeit der Bewilligung der Abfindung vollendet hat. Der Anspruch auf die Gebührnisse, an deren Stelle die Kapitalabfindung tritt, erlischt mit dem Ersten des auf die Auszahlung der Abfindungssumme folgenden Monats. Auf die Abfindungssumme sind die in demselben Lebensjahre bezogenen, bei der Abfindung berücksichtigten Versorgungsgebührnisse anzurechnen. § 5. Als Abfindungssumme ist unter Berücksichtigung des Lebensalters das aus der nachstehenden Aufstellung ersichtliche Vielfache der Versorgungsgehührnisse zu zahlen, und zwar bei vollendetem: Kapitalabfindung für Kriegsteilnehmer. Der wiederholt angekündigte„Entwurf eines Gesetzes über Kapitalabfindung an Stelle von Kriegsversorgung(Kavitalabfindungsgesetz)“ ist dem Reichstage zugegangen. Der Gesetzentwurf hat folgenden Wortlaut: § 1. Personen, die aus Anlaß des gegenwärtigen Krieges auf Grund des Mannschaftsversorgungsgesetzes und des Militärhinterbliebenengesetzes Anspruch auf Kriegsversorgung haben, können auf ihren Antrag zum Erwerb oder zur Festigung eigenen Grundbesitzes nach Maßgabe der folgenden Vorschriften durch Zahlung eines Kapitals abgefunden werden. Ueber den Antrag entscheidet die oberste Militärverwaltungsbehörde. § 2. Eine Kapitalabfindung kann bewilligt werden, wenn: 1. die Versorgungsberechtigten das 21. Lebensjahr vollendet und das 55. Lebensjahr noch nicht zurückgelegt haben, 2. der Versorgungsanspruch anerkannt ist, 8. nach Art des Versorgungsgrundes ein späterer Wegfall der Kriegsversorgung nicht zu erwarten ist, 4. für eine nützliche Verwendung des Geldes Gewähr besteht § 3. Die Kapitalabfindung kann umfassen: Die Kriegszulage(§ 14 des Mannschaftsversorgungsgesetzes vom 81. Mai 1906— Reichs=Gesetzbl. 1906 S. 593 ff.—), die Verstümmelungszulage(§ 18 des Mannschaftsversorgungsgesetzes vom 81. Mai 1906— Reichs=Gesetzbl. 1906 des Jahresbetrages der betreffenden Bezüge oder eines Teiles derselben. § 6. Schließt eine abgefundene Witwe eine weitere Ehe, so ist die Abfindungssumme binnen drei Monaten nach der Eheschließung insoweit zurückzuzahlen, als sie den Gesamtbetrag der bei ihrer Festsetzung berücksichtigten und bis zu ihrer Wiederverheiratung fällig gewesenen Versorgungsgebührnisse übersteigt. Zur Sicherung der Rückzahlung kann die Eintragung einer Sicherungshyvothek oder einer anderen Sicherheit gefordert werden. Liegen besondere Umstände vor, so kann von der Rückzahlung ganz oder teilweise abgesehen werden. § 7. Die Abfindungssumme ist auf Erfordern insoweit zurückzuzahlen, als sie nicht innerhalb einer von der obersten Militärverwaltungsbehörde bemessenen Frist bestimmungsgemäß verwendet ist § 8. Aus der Bewilligung der Abfindung kann nicht auf Auszahlung geklagt werden. Innerhalb der im§ 7 vorgesehenen Frist ist ein der ausgezahlten Abfindungssumme gleichkommender Geldbetrag der Pfändung nicht unterworfen, sofern der Schuldner nachweist, daß die Frist noch nicht abgelaufen ist Wegen des Anspruches des Militärfiskus auf Rückzahlung einer Kapitalabfindung ist die Pfändung von Versorgungsgebührnissen ohne Beschränkung zulässig, jedoch sind die für das Gnadenvierteljahr an Hinterbliebene zu zahlenden Versorgungsgebührnisse der Pfändung nicht unterworfen. Sammelt Altpapier. Annahmestelle: Liebesgaben= Kommission des Roten Kreuzes 10—12 Uhr vorm. Bahnhofstr. 15, Hinterhaus. Auf Wunsch erfolgt Abholung. Diesbezügliche telefonische oder schriftliche Anmeldungen werden erbeten an Herrn Moritz Kaß, Rathausplatz 19, Telefon 69. Aus Paderbornund Nachbarschaft. Padervorn, 4. April. ze Die Unterstützungskommission des Roten Kreuzes hat wieder mit ihrer Monatssammlung begonnen. Die eingegangenen Gelder werden ausschließlich für die Unterstützung hiesiger infolge des Krieges wirklich hilfsbedürftig gewordener Familien verwendet, ein Zweck, der gegenwärtig zu den wichtigsten und notwendigsten gehört. Die eine der beiden alten Linden auf dem Kleinen Tomplatz ist, wie seinerzeit gemeldet, von den Stürmen des Winters so mitgenommen, daß nur noch ein lebloser Stumpf stehen geblieben ist. Es handelt sich hier um ein lokalgeschichtlich bemerkenswertes Plätzchen, das in Ehren gehalten werden muß. Erstens bilden die Linden ein„Wahrzeichen“ Paderborns, wie das„Hasenfenster“ im Dompürting, d. h. nach altem Zunftnerrommen mußten die wandernden Handwerker, wenn sie Paderborn besucht haben wollten, über diese beiden Merkwürdigkeiten Rechenschaft ablegen können. Zweitens fand unter dem Schatten der beiden Linden die„Aufschwörung“ der Domherren von Paderborn, die über 400 Jahre lang ausschließlich Adelige waren, und ihre „Ahnenprobe“(16 Ahnen) bis 1802 statt. Der dürre Stumpf kann nicht stehen bleiben, aber sein Platz soll auch nicht kahl bleiben, das wäre wenigstens auf das schärfste zu mißbilligen. Die Heimatzeitschrift Niedersachsen berichtete kürzlich einen ähnlichen Fall aus dem Hannoverschen. Dort hat man sich damit geholfen, daß man drei hübsch gewachsene Linden nahe bei einander pflanzte; von diesen soll diejenige stehen bleiben, die sich am besten entwickelt. Die Pflanzung im Kriegsjahr 1916 macht diesen Baum zugleich zu einem„geschichtlichen“, über dessen Alter sich spätere Jahrhunderte niemals täuschen werden. Die Obstblüte stellt sich dieses Jahr früh ein. Pfirsiche haben teilweise schon angesetzt, die Pflaumenbäume stehen in voller Blüte und, was besonders selten ist, die ersten Birnenblüten haben sich bereits geöffnet. Soweit man übersehen kann, hat in diesem Jahre der Birnbaum bedeutend weniger Blüten als im Vorjahr, der Apfelvaum dagegen erheblich mehr und erst recht der Zwetschenbaum. Also zunächst gute Obstaussichten. Das Kaiser=Panorama— Bahnhofstraße 7— führt uns in dieser Woche auf das österreichisch= italienische Kampfgebiet,„vom Isonzo nach Pola“ mit einer Reihe herrlichster Gebirgslandschaften. Der Besuch dieser malerischen Prachtserie kann nur empfohlen werden. Programmwechsel jeden Sonntag. Zu der Notiz über Braten in Tüten wird uns mitgeteilt, daß die Angabe, daß sich in diesen das Fleisch bräune, nicht zutreffend sei, wohl aber, daß es sich schmackhaft gar kocht. Die Düten sind übrigens nicht ganz neu, sondern schon seit mehreren Jahren bekannt und haben durch die Leipziger Messe in diesem Jahre weitere Verbreitung erfahren. Schon seit Wochen führt sie nebst dem Kochbuche z. B. die Eisenhandlung von Heinrich Kaufmann auf der Westernstraße. Auch die Angabe, daß die von Frl. Schmidt vorletzte Woche vorgeführte Tunke beim Grillbraten nicht zu gebrauchen sei, wird uns als durchaus irrtümlich bezeichnet. Schuljahr=Schlußfeier der gewerblichen Fortbildungsschule. Dem Herkommen gemäß begeht unsere gewerbliche Fortbildungsschule, die älteste unter den gleichartigen Anstalten Westfalens, die Beendigung ihres Unterrichtsjahres mit einem besonderen Festakte, der in den letzten Jahren regelmäßig am Palmsonntag begangen wurde, in diesem Jahre aber, des späten Osterfestes wegen, bereits gestern, am Laetare=Sonntag, abgehalten werden mußte. Um 11 Uhr hatten sich die Schüler, das Lehrer=Kollegium und das Kuratorium sowie eine große Anzahl von Freunden und Gönnern der altbewährten Lehranstalt im großen Rathaussaale eingefunden. Der stellvertretende Direktor, Fortbildungsschullehrer Sarrazin, begrüßte bei Einleitung der Feier die stattliche Versammlung und sprach den vielen Ehrengästen, insbesondere dem hochwst. Bischof Karl Joseph, dem Landrat v. Laer, dem Oberbürgermeister Platzmann den Mitgliedern der städtischen Kollegien, den Innungsmeistern usw. seinen herzlichen Dank für die Ehre ihres Besuches aus, Der Redner ging dann auf den Zweck und die Bedeutung der heutigen Feier näher ein, die im Zeichen des Krieges stehend ganz auf den vaterländischen Ton gestimmt sein werde.— Diesen Ton wußten denn auch die drei Schüler wirkungsvoll anzuschlagen, die nunmehr hervortraten und einige warmempfundene zeitgemäße Dichtungen vortrugen.— Alsdann erstattete der stellvertretende Schuldirektor den Geschäftsbericht, aus welchem folgendes hervorzuheben is: Die Schule zählte in nunmehr zu Ende gehenden Schuljahre 815 Schüler. selbstverständlich ist der Krieg auf den Unterrichtsbetrieb nicht ohne einschneidende Einwirkung geblieben. Außer dem Direktor sind von den 21 Lehrern nach und nach die meisten zur Fahne einberufen worden, sodaß gegenwärtig nur noch neun Lehrer an der Anstalt unterrichten. Infolge der militärischen Belegung des Schulhauses mußte der Unterricht in die Karlschule verlegt werden, wo zu diesem Zwecke z. Zt. vier Räume zur Verfügung stehen. Trotz der hierdurch entstandenen Schwierigkeiten ist es dennoch gelungen, den Schulbetrieb, wenn auch unter erheblicher Vergrößerung der Klassen und unter mancherlei Beschränkungen im Unterricht, dank der Mehrleistungen der noch vorhandenen Lehrer im großen und ganzen aufrechtzuerhalten und weiterzuführen. In den letzten beiden Jahren sind an der Schule je ein praktischer Kursus für Schuhmacher und für Buchdrucker veranstaltet worden, ferner ist ein Kriegsbeschädigten=Unterricht und ein Knaben=Handarbeitsunterricht abgehalten worden, an dem sich 123 Knaben beteiligt haben. Der Redner gedachte sodann der Toten der Schule, vorab des Prälaten Nacke und des Tischlermeisters Schwarzendahl, welche beide warme Förderer des Handwerks und tatkräftige Freunde der Fortbildungsschule gewesen seien. Letztere, habe ferner den Tod von 14 Schülern zu betrauern, die als Kriegsfreiwillige hinausgezogen und auf dem Felde der Ehre geblieben sind. Ihre Namen sollen später auf einer Gedenktafel verewigt werden. Nachdem der Redner dann noch auf die hiesige Jugendwehr hingewiesen hatte, zu der die gewerbliche Fortbildungsschule die überwiegende Mitgliederzahl stellt, sprach er allen, die am Emporblühen der Anstalt mitgewirkt haben, den herzlichen Dank aus und verknüpfte damit den Wunsch, daß die Schule weiterhin gedeihen möge zum Nutzen der Jugend und zum Segen des Vaterlandes.(Allseitiges Bravo!)— Ein abermaliger Gedichtsvortrag leitete nunmehr zu der Ansprache des Oberbürgermeisters Plaßmann über. Ausgehend von den' großen Ereignissen, unter denen die heutige Jugend aufwachse und deren Eindrücke sie mit ins Leben hinausnehme, richtete der Redner an die Schüler ernste Mahnworte, festzuhalten an Gottesfurcht und frommer Sitte, an Kaisertreue und an Vaterlandsliebe. Er wies weiter auf die großen Aufgaben der Gegenwart und der Zukunft hin, woran mitzuarbeiten die Jugend berufen sei. Redner warf dann noch einen Rückblick auf das verflossene Schuljahr und den infolge der Zeitverhältnisse verminderten Unterrichtsbetrieb, für den aber durch die Uebungen der Jugendwehr ein gewisser Ersatz geboten worden sei.„Auf die Bedeutung der Jugendwehr für die Wehrkraft unseres Volkes übergehend, gedachte der Redner der gegenwärtigen großen Waffentaten und der Heldengestalt unseres Kaisers, der nach einer mehr als 25jährigen Friedensregierung jetzt den größten aller seitherigen Kriege durchzufechten habe. Ihm, den siegreichen obersten Kriegsherrn, galt das Hoch, mit dem der Redner seine warmempfundene Ansprache schloß.— Nunmehr begann die Prämienverteilung. Die Schüler traten nach Namensaufruf an den Tisch heran und nahmen mit einem kräftigen Händedruck des Oberbürgermeisters die wohlverdienten Angebinde— Diplome, Reißzeuge oder Bücher— in Empfang.— Mit einem kurzen Schlußworte des zeitigen Schulleiters und dem gemeinsamen Gesange„Deutschland, Deutschland über alles" erreichte der schlichte, aber eindrucksvolle Festakt um 12¼ Uhr sein Ende.— Hinzufügen wollen wir noch, daß eine Anzahl geladener Herren ihr Fernbleiben entschuldigt hatten; insbesondere hat der hochwst. Weihbischof Dr. v. Haehling sein lebhaftes Bedauern ausgedrückt, wegen plötzlicher Verhinderung nicht erscheinen zu können. 6 Nordborchen, 3. April. Eine freudige Ueberraschung brachte die Post der hiesigen Familie Witwe Tölle. Vor kaum drei Wochen erhielt sie aus dem Felde die traurige Meldung, daß ihr Sohn Karl auf dem Felde der Ehre gefallen sei. Während Mutter und Geschwister ihn tief betrauerten, kam heute von ihm selbst ein Brief an, in dem er eigenhändig meldete, daß er auf dem Schlachtfelde leicht verwundet und dabei in französische Gefangenschaft geraten sei. Ohne Entbehrungen wird es für ihn wohl nicht abgehen, aber die freudige Hauptsache ist: er lebt und wird hofsentlich gesund wiederkehren. k Sandebeck, 3 April. Am 1. April trat unser allseitig geehrter Herr Lehrer Laufkötter nach einer fast 30jährigen gesegneten Lehrerwirksamkeit in den wohlverdienten Ruhestand. Lehrer Laufkötter, ein Sohn des verstorbenen früheren Hauptlehrers Laufkötter in Lippspringe, bekleidete nach seinem Abgange vom Lehrerseminar in Rüthen, nachdem er bereits an verschiedenen Orten auftragsweise als Lehrer beschäftigt gewesen war, eine Lehrerstelle in Kleinenberg, darauf in Erpentrup und seit dem 1. Dezember 1892 nach dem Tode des Lehrers Dahlmeyer hierselbst die hiesige Hauptlehrer= stelle. Gesundheitsrücksichten zwangen Herrn Lehrer Laufkötter vorzeitig seine Pensionierung zu beantragen. Am Samstag fand in der hiesigen Knabenschule eine schlichte, aber würdige Abschiedsfeier, an welcher der Schulvorstand, die Gemeindevertretung und die Schulkinder des Ortes teilnahmen, statt. Der Ortsschulinspektor Hr Pfr. Thorwesten würdigte in einer äußerst warmen Ansprache die Verdienste des Scheidenden als Lehrer und Organist der hiesigen Gemeinde. Deklamationen und Liedervorträge seitens der Schüler verschönerten die Feier. Sichtlich bewegt dankte Lehrer Laufkötter allen und nahm Abschied von den Kindern. Die dankbare Gemeinde schenkte ihm als Zeichen ihrer Liebe und Anerkennung einen prächtigen Sessel. Was Lehrer Laufkötter als Jugendbildner in der hiesigen Gemeinde geleistet, wird ihm nie vergessen. Er war ein Mann von vielseitigem reichen Wissen, der es ernst nahm mit der Ausübung seines schönen Berufes. Zur Freude aller wird derselbe auch in der Zukunft bei uns verbleiben und die Geschäfte eines Rendanten bei der hiesigen Sparund Darlehnskasse und eines Standesbeamten bekleiden Hoffentlich wird ihm noch ein langer, gesegneter Lebensabend beschieden sein! * Hardehausen, 3. April. Der Monat März brachte nach Beobachtungen der hiesigen Wetterstation 16 Tage mit Schnee, drei mit Regen bei einer Gesamtniederschlagsmenge von 31.7 mm. Größte Niederschlagshöhe innerhalb 24 Stunden wurde am 8. März mit 11.5 mm gemessen, kleinste mit 0.2 mm am 29. März. Ferner wurde am 22. März ein Ferngewitter beobachtet. Wrexen, 3. April. Als recht verwegene Burschen entpuppten sich am Samstag zwei Jugendliche, die wegen Landstreichens ins Polizeigefängnis im benachbarten Rhoden interniert wurden. Sie brachen neben dem Fenstergitter das Mauerwerk ab, zwängten sich dann zwischen Gitter und Mauer hindurch und entkamen, ehe der Gendarm sie in Empfang nehmen konnte. Zurück ließen sie zwei Schirme, woraus geschlossen wird, daß man es mit den Einbrechern zu tun hat, die nachts vorher in Warburg an verschiedenen Stellen gestohlen hatten. V Detmold, 3. April. Nach kurzem Kranksein starb hier,wie schon kurz gemeldet, an den Folgen eines Schlaganfalles der fürstlich lippische Staatsminister a. D. Frhr. v. Gevekot, der erste Staatsminister Lippes unter dem Grafregenten Ernst zur Livpe=Biesterfeld und des Fürsten Leopold IV. zur Lippe. Der Verstorbene war ein rühriger Verfechter der Ansprüche des Grafen zur Lippe=Biesterfeld auf den lippischen Fürstenthron und trat besonders hervor in der Tagung des lippischen Landtages im Jahre 1904, in welcher u. a. er den Geheimvertrag zwischen dem Fürsten Woldemar zur Lippe und dem damaligen Fürsten von Schaumburg=Lippe, der einem Prinzen aus der Linie Schaumburg=Lippe die Thronfolge in Lippe sicherte, der Oeffentlichkeit übergab. Nach der Thronbesteigung des Fürsten Leopold zur Lippe am 25. Oktober 1905 wurde der Verstorbene wegen seiner Verdienste in den erblichen Adelstand erhoben. Bevor er vom Grafregenten Ernst zur Lippe=Biesterfeld zum ersten Beamten des Landes berufen wurde, war er Ersten taatsanwalt am Landgericht in Detmold. Aus dem Sauerlande. ch Aus dem Sauerlande, 3. April. Weit besser als es stellenweise im vorigen Jahre der Fall war, sind diesmal die Saaten durch den Winter gekommen. Ueberall kann man den vorzüglichen Stand beobachten. Während im vorigen Frühjahr viele der mit Winterroggen bestandenen Felder umgepflügt und für neue Saat hergerichtet werden mußten, weil von der im Herbst in die Erde gebrachten auch nicht ein Pflänzchen mehr vorhanden war, hat in diesem Frühjahr der Landwirt zu Klagen keinen Anlaß.— Der Blütenansatz der Obstbäume ist in diesem Jahre wieder besonders reichlich. Die milde Witterung hat es mit sich gebracht, daß die Entwickelung der Blüten schon weit vorgeschritten ist. Die Blüten des Steinobstes und die vieler Birnensorten stehen unmittelbar vor dem Aufbruche. Letzteres läßt mit einiger Sorge um den Fruchtansatz in die Zukunft schauen, denn das launische Aprilwetter bringt oftmals den Blüten Verderben.— Die Bienen haben schon sehr schöne Tage gehabt. Die Blütenkätzchen der Haselund Weidenbüsche boten ihnen reichlich Pollen und die Weidenkätzchen auch Honig. Hätte man nur die Klagen der fleißigen Bienchen über zerrissene Weidenbüsche, abgerissene Haselkätzchen hören können, sie wurden nicht schmeichelhaft gewesen sein. Aus den Provinzen und Bundesstaaten. am Telgte, 3. April. Am Knickenbergschen Institut fand am 28., 29. und 80. März unter dem Vorsitze des Provinzial=Schulrats Dr. Bredtmann die Schlußprüfung statt. Alle 31 in die Prüfung eingetretenen Schüler bestanden und erhielten das Zeugnis der Reife. Großenbaum(Bez. Düsseldorf); 3. April. Eine hiesige katholische Familie bekam dieser Tage zu ihren sechzehn lebenden minvern Zwillinge, einen Jungen und ein Mädchen. Beides sind gesunde und kräftige Kinder. Stolz erschien bei der Brotkartenausgabe die ältere Schwester, um die gesetzliche Brotkarte für die beiden jungen Erdenbürger sich ausstellen zu lassen. Da die Mutter sich wohl befindet, so steht zu hoffen, daß auch Klein=Paul und Paula in der glücklichen Familie zu ebenso braven und tüchtigen Kindern herangezogen werden wie die übrigen. Lieb' Vaterland, magst ruhig sein! : Düsseldorf, 3. April. Als eine große Gesinnungsroheit bezeichnete der Vorsitzende des Schöffengerichts das Benehmen eines Schlossermeisters, der einen Kriegsinvaliden im Verlauf einer Auseinandersetzung als„Staatskrüppel“ beschimpft hatte. Er wurde deshalb zu drei Wochen Gefängnis verurteilt; doch führte das richterliche Erkenntnis aus, daß die Strafe bedeutend höher ausgefallen sein würde, wenn der Ausdruck nicht im Zustande hoher Erregung gefallen wäre. Aus der katholischen Welt. Krakau, 3. April. Wie aus Plock gemeldet wird, haben die deutschen Okkupationsbehörden das dortige altertümliche Benediktinerstift, welches während der Russenherrschaft konfisziert worden war, den Benediktinern wiedergegeben. Lugano, 3. April. Asquith fuhr zur Papstaudienz von der englischen Botschaft beim Quirinal ab. Dies erregt Aufsehen, da bisher das vatikanische Zeremoniell erforderte, daß die Abfahrt von Staatshäuptern und Staatsmännern zu Papstaudienzen von ihren vatikanischen Gesandtschaften geschehe. (Frankf. Ztg.) Kriegswirtschaftliche Mitteilungen. Sicherung des Kartoffelbedarfs. 1 Nach den geltenden Bestimmungen sind die Landwirte verpflichtet, alle entbehrlichen Vorräte auf Erfordern abzugeben. Durch eine neue Bekanntmachung hat der Reichskanzler diese Pflicht der Kartoffelerzeuger zur Ablieferung ihrer Vorräte im einzelnen erläutert. Zu belassen sind dem Produzenten, sofern der Bedarf nicht geringer ist, lediglich: 1. höchstens 16 Doppelzentner Saatgut pro Hektar, 2. für jeden Wirtschaftsangehörigen 1½ Pfund Kartoffeln pro Kopf und Tag bis zum 31. Jul. 1910, 3. für Vieh, das schon bisher mit Kartoffeln gefüttert wurde, Höchstrationen von 10 Psund täglich für Pferde, 7 Pfund für Jugochsen, 5 Pfund für Zugkühe, 2 Pfund für Schweine, 4. soweit die Heeresverwaltung die Spirituserzeugung in Anspruch nimmt, die Kartoffeln für den zugewiesenen Durchschnittsbrand, 5. Kartoffelmengen, die an die Trockenkartoffelverwertungsgesellschaft abzuliefern sind. Die Fütterungsmengen sind für die Zeit bis zum 15. Mat zu belassen. Unsere Kartoffelvorräte sind völlig ausreichend und die Deckung des gesamten Bedarfs bis zur nächsten Ernte ist in keiner Weisegefährdet. Wenn der Reichskanzler die vorstehenden Bestimmungen erlassen hat, so ist das nur geschehen, um— vornehmlich im Interesse der städtischen Verbraucher— allen auch nur zeitweisen Stockungen der Versorgung gegenüber die stärkste überhaupt mögliche Sicherung zu schaffen. Der landwirtschaftlichen Bevölkerung werden damit allerdings gewisse Opfer zugemutet, die sie aber zweifellos im Interesse und zum Wohle der Gesamtheit gern tragen wird. In einigen Wochen, wenn die Weide= und Grünfutterzeit beginnt, wird übrigens die Beschränkung der Kartoffelverfütterung nicht mehr sonderlich schwer empfunden werden. 4 Parlamentarisches. otb. Militärfragen im Hauptausschuß des Reichetages. Berlin, 3. April. In der heutigen Sitzung des Hauptausschusses des Reichstages kritisierte ein Mitglied des Zentrums die Kriegsbesoldungsordnung. Es sei unrichtig, im Kriege eine höhere Besoldung zu zahlen als im Frieden. Er verlangte, die akademisch gebildeten Landsturmleute sollten zur Beförderung zu Offizieren in höherem Maße herangezogen werden. Der Kriegsminister verwies darauf, daß in früheren Fällen der Reichstag die Kriegsbesoldung nicht beanstandet habe. Erhebliche Herabsetzung der Gebührnisse sei erfolgt. Bei den mobilen Landsturmtruppen dienende Leute könnten auch zu Offizieren befördert werden. Generalarzt Dr. Schultzen teilte mit, daß die Ziffer über die Geschlechtskranken im Heere nicht besonders hoch und prozental nicht nennenswert höher ist, als im Frieden. Ein Mitgliedd er Volkspartei erwähnte, von Volkskreisen, die während des Krieges geringeres Einkommen haben, werde die Gewährung doppelter Bezüge beim Heer peinlich empfunden. Ueber die Militärtauglichkeit älterer Mannschaften sollten Nachprüfungen abgehalten werden. Das Heer müßte mit dem ganzen Volke in der Ernährungsfrage sparen helfen. Der Reichsschatzsekretär bezeichnete es als erklärlich, wenn die Beamten der Zivilverwaltung sich aus parriotischem Pflichtgefühl zum Heere meldeten, wobei die Mehrgebühren kaum eine entscheidende Rolle gespielt hätten. Ein nationalliberaler Redner verlangte größere Vorsicht beim Musterungsgeschäft. Die hohen Besoldungsgebühren der jungen Leutnants wirkten auf die Stimmung im Schützengraben und auf die Reichskasse. Ein konservativer Abgeordneter betonte, daß die Beschwerdeordnung im Interesse von Vorgesetzten und Untergebenen nicht beseitigt werden könnte. Die Herabsetzung der Fleischration bei den Truppen auf 300 Gramm pro Tag und Kopf werde man nicht beanstanden können. Generalarzt Dr. Schultzen hob noch hervor, daß der hohen Zahl der Ausgehobenen ein recht geringer Prozentsatz als dienstunbrauch bar zurückgekommen sei. Mißgriffe könnten natürlich vorkommen. Die Weiterberatung wurde auf Dienstag vormittag vertagt. urtb. London, 8. April.(Amtlich.) Zwei Luftschiffe näherten sich in der letzten Nacht der Nordostküste. Nur eins überflog die Küste und kehrte dann um. Bis jetzt wurden 16 Todesopfer und ungefähr 100 Verwundete gezählt, acht Wohnhäuser wurden zerstört, ein größerer Brand in einer Möbelpolituranstalt verursacht. utb. London, 3. April. In der Sonntag Nacht besuchten Zeppeline die Küste von Schottland und die nördlichen und südöstlichen Grafschaften und ließen Bomben fallen.(Ist das alles?) Der Krieg wtb. London, 3. April. Letzte Nachrichten u. Drahtberichte. Die Lage in Holland. wtb. Haag, 3. April. Heute nachmittag wurde wieder ein außerordentlicher Ministerrat abgehalten. TU. Berlin, 3. April. Ueber die Lage in Holland erfährt die Tel.=Union von unterrichtetr. Seite noch folgendes: Nach den hier vorliegenden Nachrichten hat die Aufregung in Hollano bedeutend nachgelassen. Die von der Haager Regierung getroffenen Maßregeln können in keinem Falle als gegen die Mittelmächte gerichtet aufgefaßt werden. Deutscherseits liegt nicht der geringste Grund vor, an der häufig erprobten Loyalität und Korrektheit der holländischen Regierung irgend zu zweifeln. Auch ist im übrigen eine Bestätigung der aus unbestimmten Gerüchten aufgetretenen Meldungen ausgeblieben, wonach England von Holland die Sperrung der deutschen Grenze oder gar den Durchmarsch durch holländisches Gebiet verlangt habe. Ein dänisches Urteil. F Frankfurt a. M., 3. April. Die Frankf. Ztg. neldet aus Kopenhagen: „Die Kopenhagener Presse beurteilt die Meldungen aus Holland nuchtern. Politiken schreibt in einem Leitartikel, die Situation bekonime zwar durch die Eile, mit der die Regierung auftzete, ein gußergewöhnliches Gepräge; aver beruhigend müsse die Tätsache wirken, daß keineAndeutungen dahin vorlägen, gegen welche Mächtegruppe etwaige militärische Veranstaltungen getroffen würden. Ueberdies sei die Tatsache, daß die geheime Sitzung der Zweiten Kammer erst auf Dienstag anberaumt sei, ein gutes Zeichen. Bei einer wirklich bedrohlichen Situation hätte die Regierung sicher keine Stunde gezogert, sich an die Volksvertretung zu wenden. Da in Holland volle Einigkeit zwischen Volk und Regierung über die Bestrebungen zur Aufrechterhaltung einer absoluten unverbrüchlichen Neutralität bestehe, dürfe man auf die Durchführung der Neutralitätspolitik hoffen.“ Die verschärfte Blockade der Alliierten. s8 Magdeburg, 3. April.(Privatmeldung.) Die Magdeburgische Ztg. erfährt aus Genf: Pariser Blättermeldungen zufolge ist der Beginn der verschärften Blockade seitens der Verbandsmächte gegen die neutralen Länder auf den 18. April festgesetzt worden. Die Neutralen sollen nach dem Beschlusse der Pariser Konferenz bei der Ankündigung der Blockadeverschärfung in aller Form davor gewarnt werden, die Blockade zu umgehen. Der Luftkrieg. Vom„L 15“. TU. London, 3. April. Reuter meldet: Der Steuermann des dänischen Dampfers„Svanholm“. hat bei seiner Ankunft in Deal folgendes erzählt: Während wir von Mitternacht bis morgens 4 Uhr auf dem Kanal fuhren, hörten wir heftiges Feuer über unseren Köpfen, das so entsetzlich war, daß unser Schiff davon erschüttert wurde. Im Süden des Leuchtschiffes von Kent sahen wir um 6¼ Uhr eine heftige Bewegung des Wassers. Das Wetter war hell und das Meer ruhig. In einer Entfernung von einer halben Meile sahen wir Torpeoojäger, Minensucher und Patrouillenschiffe, die auf ein im Meere treibendes Gerüst zufuhren. Als wir näher kamen, stellten wir fest, daß es ein verunglückter Zeppelin war. Auf der einen Seite konnten wir deutlich das Zeichen„L 15“ erkennen. Das Schiff war vollständig zerbrochen und hatte ein großes Loch am Hinterdeck. Das Hinterschiff ragte mehr als 30 Fuß aus dem Wasser hervor. Die Männer krochen nach oben und gaben durch Zeichen zu erkennen, daß sie sich ergeben wollten. Als der Steuermann vorbeifuhr, war ein Kriegsschiff dabei, das Luftschiff nach dem Hafen zu schleppen. Englische Vertuschungsmeldungen. wth. London, 3. Aptil. Das Kriegsamt teilt unterm s. April mit: Die Gesamtsumme der durch die Zeppelin treife in der Nacht zum 31. März hervorgerufenen Unglucksfälle beläuft sich jetzt auf 48 Tote und 66 Verwundete, es wurden ungefahr 900 Spreng= und Brand somben abgeworfen, eine Kapelle, drei Wohnhäuser und zwei Hütten wurden zerstört bezw. teilweise beschädigt. Militärischer Schaden wurde nicht verursacht. Einc Anzahl englischer Flieger stieg auf. um die Zeppeline anzugreisen. Leutnant Brandow, der 6000 Fuß hoch stiegsah um 9.45 abends einen Zeppelin und griff ihn an. indem er einige Bomben abwarf, von denen, wie er glaubt, einige ihn trafen. Um 10 Uhr nachts überflog er abermals das Luftschiff und warf zwei weitere Bomben auf dessen Spitzen. Brandows Flugzeug wurde mehreremal von Maschinengewehrgeschossen getroffen. Dieses dürfte der Zeppelin sein, der Maschinengewehr, Munition und Petroleumbehälter sowie Maschinenteile oberhalb der Themsemündung abwarf. See. Lloyds meldet: Der nor wegische Dampfer„Peter Mamre“ sei verjenkt worden. Bis jetzt fehlt jede Nachricht über das Schicksal der Besatzung. wth. London, 3. April.(Reuter.) Der einzige Ueberlebende von der 15köpfigen Besatzung des norwegischen Dampfero„###rer Mamre“, der in der letzten Nacht gesunken ist, wo er verankert war, ist an dem Kentish=Knock=Leuchtschiff gelandet. urtb. London, 3. April. Der Postdampfer„Achilles“ ist am Freitag gesunken. 62 Mann der Besatzung wurden ans Land gebracht, fünf werden vermißt. wth. London, 3. April. Lloyds meldet aus Plymouth vom 2. April: Der Dampfer„Ashburton“ (4000 To.) wurde versenkt; das Schiff war unbewaffnet, die Besatzung wurde gerettet. wtb. Haag, 3. April. Das Korrespondenzbüro teilt mit, daß die Untersuchung über den Fall des schwedischen Dampfers„Ask“, der am 17. März beim Noordhinder Feuerschiff sank, jetzt beendet ist. Im Schiffe wurden Metallstücke gefunden, die vermutlich von einem Torpedo herrühren. Sicherheit aber konnte man sich nicht darüber verschaffen. urtb. Haag, 3. April. Der österreichisch=ungarische Gesandte teilte dem Minister des Aeußern mit, daß zu der Zeit, als die„Tubantia“ zerstört wurde, kein einziges österreichisches U=Boot sich an der Unfallstelle befand. Nordamerika noch immer an der U=Bootfrage. wtb. Newyork, 3. Apri.(Von dem Vertreter des Wtb.) Die Mitglieder des Kabinetts erklärten nach der Sitzung, das im Besitze der Vereinigten Staaten befindliche Beweismaterial im Falle„Sussex" sei nicht überzeugend genug, um augenblicklich zu einem entscheidenden Schritt zu berechtigen. Deshalb sei beschlossen worden, von Deutschland Erkundigungen einzuziehen. ob ein deutsches U=Boot die„Sussex" torpediert habe. Die(englandfreundliche) Evening Post sagt in einer Depesche aus Washington: Die überwiegende Stimmung in der Sitzung des Kabinetts war für den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Deutschland, sofern nicht der gegenwärtige Zwischenfall in zufriedenstellender Weise aufgeklärt und feste und unzweideutige Zusicherungen für das künftige Verhalten der U=Boote gegeben werden könnten. Das allgemeine Gefühl war, daß jetzt eine bestimmte und klare Aussprache mit Deutschland stattfinden müsse. Die Neigung Wilsons und Lansings ging dahin, keine eiligen Maßregeln zu ergreifen, sondern das Ergebnis der Untersuchung Gerards abzuwarten. Es war jedoch nicht zu verkennen, daß die Regierung entschlossen ist, ohne langen Aufschub eine Entscheidung iin der U=Bootfrage herbeizuführen. Für den Augenblick tritt selbst die heikle mexikanische Frage hinter die Dringlichkeit des Verständnisses mit Deutschland zurück. Die Regierungskreise sind geneigt, Deutschland gegenüber bei der Führung des U=Bootkrieges jede Rücksicht zu nehmen, aber Angriffe auf ein unbewaffnetes Fährboot sind, so erklären sie, nicht zu entschuldigen und machen alle Zusicherungen praktisch wertlos, die früher in ausgedehnten Unterhaltungen mit dem Grafen Bernstorff gegeben worden sind. Redensarten! Die Ereignisse im Orient. Drei russische Schiffe versenkt. Amtliche türkische Berichte. wrh. Konstantinovel, 3. April. Das Hauptquartier teilt mit: An der Jrakfront keine Veränderungen. An der Kaukasusfront mißglückten die feindlichen Angriffsversuche, die bezweckten, unser Vor rücken im Abschnitt von Tschorok aufzuhalten. Unsere Untersceboote versenkten am 30. März in den Gewässern nordöstlich von Batum ein russisches Transportschiff von ungefähr 12000 To., mit Soldaten und Kriegsmaterial; am 31. März ein anderes Schiff von 15000 To. und ein Segelschiff. Die Unterscebvote beschossen wirksam die befestigte Küste nördlich von Poti. An der Yemenfront überraschte eine unserer Abteilungen in der Nacht zum 13. Februar mit E;folg die Stellungen von Alemad, nordüstlich von Scheik Osman. die die Engländer seit einiger Zeit befestigten. Der Feind war, nachdem er zahlreiche Verluste erlitten, gezwungen, sich unter dem Schutze der weittragenden Geschütze zurückzuziehen. In derselben Nacht fiel die durch Insanterie verstärkte feindliche Kavallerie in einen Hinterhalt in der Gegend von El Hedjole, nördlich von Scheik Osman. Der Feind wurde, nachdem er Verluste erlitten hatte, verrrieben. irtb. Konstantinopel, 3. April. Das Hauptquartier meldet: Kein wichtiges Ergebnis auf den verschiedenen Fronten. Der Flugzeugschrecken in Salonin. otb. Athen, 3. April.(Vom Privatkorrespondenten des Wtb.) Die Vertreter Salonikis in der griechischen Kammer haben die Regierung ersucht, von der Entente zu verlangen, daß sie ihre Stäbe und Munitionslager von Saloniki fortschaffen, da sie gegenfalls die Entente für weitere Lufthombardements seitens der deutschen Flugzeuge gegen die Stadt verantwortlich machen werden von ihm aus Anlaß des Krieges gespendete Summe in der Weise verwendet werden soll, wie der Regierung am besten dünke. Spanische Corteswahlen. ulb. Madrid, 3. April. Als endgültig=gewrählte Deputierte wurden 131 Kandidaten proklamiert, die keine Mitbewerber hatten. Davon 85 Liberale, 36 Konservative, 4 Anhänger Mauras, 11 gehören verschiedenen Richtungen an. Die allgemeinen Wahlen in den übrigen Bezirken werden am nächsten Sonntag stattfinden. wtb. Mailand, 3. April. Der römische Korrespondent der Stampa will wissen, daß Ministerpräsident Salandra und der Minister des Aeußeren Sonnino den Besuch Asqniths erwidern werden. Die Reise erfolge wahrscheinlich noch vor Abschluß der parlamentarischen Arbeiten. Vermischtes. wid. Port Chalmers Nenseeland), 3 April. Das Volarschifs Shackletous,„Aurora“ ist bier eingetrossen. Alle Mitglieder der Expedition sind gesund. u. Verkehrsnachrichten. ##tb. Berlin, 3. April.(Börsenstimmungsbild.) Nachdem die Beunruhigung wegen der Nachrichten aus Holland geschwunden ist, begann die Börse die neue Woche in ausgezeichneter Stimmung. Die mit großer Befriedigung ausgenommene Mitteilung aus dem Hauptausschuß des Reichstages, die Meldungen von den Kriegsschauplätzen und die Genugtuung über die gelungenen Luftangriffe auf England stärkten die allgemeine Zuversicht und die Unternehmungslust. Besonders angeregt waren viele Gattungen der Industrie werte und auch in Schiffahrtsaktien fanden lebhafte Käufe zu anziehenden Kursen statt. Wenig beachtet waren Rüstungswerte, besonders hervorzuheben von den Industriewerten sind Bochumer, Phoenix, Bismarck Bekanntmachung. In das Genossenschaftsregister ist bei der unter Nr. 3 vermerkten Genossenschaft: Molkereieingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Nachschußpflicht, Erwitte heute eingetragen, daß der Gutsbesitzer Friedrich von Wrede in Mellrich aus dem Vorstande ausgeschieden und an seine Stelle der Gutsbesitzer Heinrich Berglar in Waltring= hausen als Vorstandsmitglied gewählt ist. 926 Erwitte, 25. März 1916. Königliches Amtsgericht. In unserm Firmenregister ist heute unter Nr. 67 bei der Firma: J. Brand zu Büren eingetragen: Dem Kaufmann Georg Brand und der Handlungsgehilfin Maria Brand, beide zu Büren, ist Prokura erteilt. Büren, 29. März 1916. Zigaretten zu Original=Fabrikpreisen. 100 St. 100„ 100„ 10„ 100„ 1½ Pfg. 3½„ 0.95 Mt 1.35„ 1.65„ 2.50„ 3.50„ F. g. Vetter, Rheinische Zigaretten=Manu saktur, Köln=Deutz, Neuhöfferstr. 2a. Prima Magnum bonumempfiehlt P. Hecker recht ruhigem Geschäft, da günstige Nachrichten über die Wintersaaten sowie das schöne Wetter die Kauflust sehr zusammenschrumpfen ließen. Regere Nachfrage zeigte sich nur für Spelz, wofür die Breise etwas höher waren. Rüben und andere Futtermittel waren unverändert. Von Sämereien waren Wicken 0D Die Kuappheit der Soiritnebeninde erhellt aus der vor einigen Tagen erfolgten Preiserhöhung für motorischen Spiritus um 27,5 pro Hektoliter. Mit einer Aufhebung der Versteuerungssperre ist nicht mehr zu rechnen, nachdem die Abgabe von Brennspirirus für den Kleinhandel nur noch im Ausmaße von 4 Prozent der hieher bezogenen Menge und auch nur von Woche zu Woche von der Zentrale erfolgen darf. Der Gewerbebetrieb erhält vergällten Branntwein aus schließlich für eigene Verwendungszwecke. Schlecht sind auch die Aussichten für die Einfuhr von ausländischem Spiritus. O Schweinemarkt in Altenessen. Altenessen, 1. April.(Amtl. Bericht.) Gesamtauftrieb 3452 Stück. Es wurden gezahlt im Engroshandel: Für erkel von 6—8 Wochen 42—75 Mk., von 8—12 ochen 75—94 Mk., von 12—15 Wochen 94—1244 Mk., für Faselschweine über 15 Wochen 124—185 Mk., für magere Sauen 200 bis 380 Mk. Verlauf des Marktes: Kleine Ferkel und Läufer langsam. Kein Ueberstand. Ein kräftiges, schwarzbuntes MutterKall. hat abzugeben Elsen, Tippbruch 168. K Rotationsdruck und Verlag der Aktiengesellschaft„Westfälisches Volksblatt“. Geschäftsleitung: August- Wulft.— Verantwortlich: Für den allgemeinen, innerpolitischen und Handelsteil: Hermann Abels: für das Ausland, Soziales und Volkswirtschaftliches, Kirchen- und Schulpolitik und das Feuilleton: Karl Ailinger: für Provinzielles und Lokales 1 V.: H. Abels: für den„Praktischen Ratgeber, land- und hauswirtschaftliche Beilage“: Direktor Karl Blomenkemper und„Für unsere Frauenwelt“: lohanna Schulze-Eckel, für den Anzeigen- und Reklameteil: johannes Gockel, alle in Paderborn. hiesigen Gelb=, Weiß=, alle Eerten Grassaaten, fachgemäße Zusammenstellung von Aussaaten für Dauerweiden. Wiesen, Ueberstauungswiesen, sowie Kleegras=Mischungen, Esparsette, Planzbohnen, Eckendorfer Runkelsamen, Wiethaup's verbesserte Elite=Riesen=Walzen liefert 023710 KI. hat abzugeben Ludwig Proppe. Jedem noch ein letztes Colli! Mit Vern. frei Haus 7.50. 10 Pid Col. Halz fett bis üb 100 Gul) hering empfehle z. Einleg. u. Pellkartffl. E. Degener, Swinemünde Ostsee 103. 5380 zur Frühjahrs=Düngung lose und in Säcken. in Ladungen sowie in kleineren Mengen. Mt2e L. Weiler, Brakel, Kreis Hörter. Einen sast neuen feldgrauen Anzug hat abzugeben.. 02442 Frau Wwe. Bielemeier. Ikenberc 13. Fahrradreparatiren prompt u. billig. Kruse, Bahnhofftraße 15. 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Nach einer englischen Darstellung betrugen die Verluste des englischen Heeres im März d. J. an Toten und Verwundeten 903 Offiziere und 16 675 Mannschaften, die Ziffer für Januar betrug 1111 Offiziere und 17.675 Mannschaften, für Februar 15 Offiziere, 208 Mannschaften. Der freigebige König. wth. London, 8. April. Der König hat die Summe von 100000 Pfund dem Reichsschatz zur Verfügung gestellt. Der Verwalter des Privatvermögens des Königs sagte in einem Briefe an Asquith, in welchem er diese Pflegekosten=Tarif des Landeshospitals. Vom 1. April d. J. ab tritt bis auf weiteres folgender Pflegekostentarif in Kraft: Dritte Verpflegungsklasse. 1. Es zahlen a) die berechtigten Gemeinden der vier Kreise Paderborn, Büren, Hörter und Warburg, soweit nicht unentgeltliche Verpflegung stattfindet b) die in diesen Gemeinden errichteten Orts=, Land=, Betriebs= und Innungskrankenkassen die Scktionen Paderborn, Bitren, Hörter und Warburg der Westfälischen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft, der Fiskus und der Landarmenverband die Kranken aus den berechtigten Gemeinden für das Bett und den Tag 2.25 M. Für alle übrigen Kranken der dritten Klasse. welche Einwohner der berechtigten Gemeinden sind, beträgt der Pflegesatz für das Bett und den Tag 2.50 M. Für alle übrigen Kransen der dritten Klasse, welche nicht Einwohner der berechtigten Gemeinden sinh, beträgt der Pflegesatz für das Bett und den Tag 8 Zweite Verpflegungsklasse. In der zweiten Verpflegungsklasse, in welcher eine besondere Betöstigung gewährt wird, zahlen die Einwohner der berechtigten Gemeinden 4 K. alle übrigen Kranken 5.4 für das Bett und den Tag. Erste Verpflegungsklasse. In der ersten Verpflegungsklasse, in welcher außer besonderer Beköstigung für jeden Kranken ein eigenes gewährt wird, zahlen Einwohner der berechtigten Gemeinden 6 K. alle übrigen Kranken 7 für das Bett und den Tag. Prima treffen in diesen Tagen ein. Bestellungen nimm: jetzt schon entgegen Jos. Konze. Fernruf 215. Wohnungen zu vermieten. 5 u. 3 Räume, evt. mit kl. Loden. 02366 H. Cassau Wwe., Grube 7. Wohnung von drei Zimmern, Küche und Zubehör von einzelner Dame zum 1. Oktober evtl. früher gesucht. Gefl. Angebote mit Preisangabe unter Nr. 7757 an die Geschäftsstelle d. Bl. erbeten. Möbl. Wohn= und Schlaf996 zimmer mit 2 Betten und Klavier gesucht. für 2. Für Kinder unter 12 Jahren werden ½ der Verpflegungssätze berechnet. Verbandstoffe sowie etwaige Apparate müssen in allen Klassen besonders vergütet werden: ebenso Weine, Mineralwässer und ähnliche Getränke, soweit sie nicht vom Arzte besonders verordnet sind. 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Zweites Westfälisches Volksblatt Sauerländer Tageblatt „Drauf auf den Feind!“ Am herrlichen Neckar, auf sonniger Höh, — Ein junger Rekrut— ich einsam steh.— Mein Auge schweift über die Wälder fort— Doch halt— ein Feldgrauer sitzt doch dor“ Ich setz mich zu ihm, und er erzählt Und vor mir steigt auf— eine andre Welt. — Gradaus die Augen und drauf auf den Feind; Hier wird nicht gezittert und nicht geweint. ach langen, bangen, qualvollen Tagen Woll'n wir den Feind heut zum Teufel jagen Wir wollen ihm zeigen, daß deutsche Klingen Rachsucht und Habgier zu Boden zwingen; Mit unsern scharfen, blitzenden Scheiden Ihm für ewig die Lust verleiden, Deutschlands Ruhe und Frieden zu stören! Schrapnelle, sauset! Granaten, laßt hören! Im Leben einig— im Tode vereint— Los— Kameraden! Drauf auf den Feind! So rief unser Leutnant, der blutjunge Held. Blitzschnell hat er den Säbel gefällt.— Blitzschnell geht es im tollen Jagen Durch Aecker und Felder, den Feind zu jagen.— Bald kommt die Kunde, schnell wie der Blitz: „Die feindliche Stellung in unserm Besitz!" Doch Stoß traf auf Stoß und Hieb schlug auf Hieb. Manch braver Held auf der Walstatt blieb.— Am folgenden Morgen man Umschau hält— Da liegt unser Leutnant, der blutjunge Held. Mit blutender Stirn,— dem Tode vereint,— Gradaus die Augen. drauf auf den Feind.— — Dem bärtigen Krieger drückt ich die Hand Und sprach nur:„Mein großes Vaterland!“ Dem Alten die Tränen im Auge stehn— .— Doch mich rief der Dienst, ich mußte gehn.— *— Jäger A. Klönne. Theodore Roosevelt, dem es versagt geblieben ist, sein eigenes Volk zu retten und der von dem öffentlichen Leben desselben ausgeschaltet zu sein scheint, wendet sein großes Herz fremden Völkern zu. Zuerst war es Belgien, das ihm Worte auf die Lippen, wie Gefühle in das Herz pilanzte. Hoch zu Roß wäre er gern in Brüssel eingezogen, um sich als den Erlöser feiern zu lassen, der ausgezogen ist, um eine aus den Fugen geratene Welt in Ordnung zu bringen. Auf diese Art von Unsterblichkeit mußte Theoder der„Donnerer" verzichten. Und da er die Belgier nicht erlösen kann, wendet sich sein großes Herz und sein noch größerer Mund dem deutschen Volke zu. Er hielt in Brooklyn einen Vortrag über die Deutschen und der Saal war beim Erscheinen Teddy's bis zum hohen Olymp hinauf besetzt. Der frühere Präsident fand aber mit seinem im höchsten Diskant vorgebrachten beißenden Sarkasmus, seiner ätzenden Satire mehr Beifall, als mit dem ihm nicht mehr gut zu Gesicht stehenden— sittlichen Ernst. Und so kam es, daß er mit seiner hochmoralischen Entrüstung ob der Behandlung von,„poor little Belgium“, weniger Applaus entfesselte, als mit seiner scharfen Kritik der Wilsonschen Administration und der„Pazifisten". Uebrigens behauptete er, daß auch die Massen der Deutsch=Amerikaner die„Untaten“ des deutschen Militarismus verdammten und zum Beweise verlas er Briefe von einem gewissen Gustav Bissing und F. Beck, die seinen Standpunkt gebilligt hätten. Die Agitation gegen die Waffenausfuhr und die„angeblichen“ Handelsübergriffe oer Alliierten, bei der Baumwolle und Dollar, die über Menschenleben gestellt würden, ginge von den„professionellen“ deutschen Bindestrich=Amerikanern aus, welche auch nichts gegen die„offenbar“ von der deutschen Regierung in Amerika inspirierten Bombenanschläge und versuchte Schädigung der amerikanischen Industrie einzuwenden hätten. Roosevelt forderte ohne Umschweise, für jede Explosion in einer amerikanischen Munitionsfabrik die deutsche Regierung und ihre Verbündeten„zur Rechenschaft zu ziehen“. In den einleitenden Sätzen seiner Ansprache behauptete der Ex=Präsident wieder einmal, daß die Ver. Staaten durch ihren Beitritt zum Konvent im Haag die Verpflichtung übernommen hätten, Belgien gegen die Invasion zu schützen, daß ein emphatischer Protest gegen Deutschland am Platze gewesen wäre, und daß, im Falle das nichts gefruchtet hätte, man alle Handelsbeziehungen mit Deutschland abbrechen und die Waffen= und Munitionsausfuhr für die Alliierten soviel wie möglich hätte erleichtern sollen. Anstatt etwas zu tun, habe die Regierung sich absolut untätig verhalten und sich nach der Eröffnung des Tauchbootkrieges seitens Deutschlands, der in der Hinmordung von amerikanischen Männern, Frauen und Kindern gipfelte, mit Notenschreiben begnügt. Ohne den Namen des Präsidenten zu nennen, verglich der Redner Wilson mit Micamber aus Dickens„David Copperfield", dessen Spezialität auch das Notenschreiben gewesen sei. Die amerikanischen Politiker hätten Furcht vor dem deutschen Votum, und deshalb benähmen sie sich feige und wagten nicht, offen Farbe zu bekennen und für Belgien einzutreten. Natürlich ließ Roosevelt es auch nicht an einer — ebenfalls wieder mit den erhabensten moralischen Gründen unterstützten Philippika gegen die Bewegung für ein Munitions=Verbot fehlen, und er wiederholte das bekannte Gewäsch, daß die kolossalen Erfolge der englischen Flotte in der Vernichtung deutscher Unterseeboote die einzige Erklärung dafür wären, daß der deutsche Tauchbootkrieg, wie er meinte, eingestellt worden sei. Die Wilsonschen Noten hätten nicht das Geringste damit zu tun, im Gegenteil, die deutsche Regierung hätte noch lange nach dem ersten Proreste der Administration ihre Mißachtung der Wilsonschen Notenschreiberei dadurch zum Ausdruck gebracht, daß sie fortfuhr,„friedliche“ Schiffe zu versenken und Nichtkombattanten zu„ermorden“. Den Umstand, daß man es jetzt, anstatt mit deutschen, mit österreichischen und türkischen, nächstens vielleicht auch mit bulgarischen Unterseebooten zu tun habe, erklärte Roosevelt scharfsinnig mit einem„Trick“ der Zentralmächte, die Herrn Wilson auf diese Weise einen dezenten Vorwand bieten wollten, sich der Einlösung eines Wortes seiner ersten Lusitania=Note zu entziehen, in dem er bekanntlich ankündigte, die Uebeltäter würden„streng zur Rechenschaft“ gezogen werden. Statt dessen heiße es jetzt, daß wir nunmehr Geldentschädigung für den Tod unserer Frauen und Kinder annehmen und zur Gegenleistung„das Spiel der Mörder“ spielen und deren„blutige Hand küssen“. und als Werkzeug dieser Männer gegen jene Nationen dienen sollen, die Belgien zu befreien suchen". In dieser Tonart ging es noch ein Weilchen weiter. Als seine eigene Auffassung der„Kriegsbereitschaft" bezeichnete Roosevelt es, daß wir eine reguläre Armee von einer Viertel Million Mann haben müßten, von denen 150000 jederzeit zur Verfügung stehen müßten. Der Vorschlag der Schaffung einer„Kontinentalarmee“ verglich er mit der Ankündigung, es solle, um Onkel Sam zeitgemäß zu bewaffnen, ein automatischer 45 kalibriger Revolver angeschafft werden, während man ihm in Wirklichkeit nur einen 22 kalibrigen Vorderlader in die Hand drücken wollte. Roosevelt erklärte auch, Amerikas Beitritt zu einer internationalen Friedensliga-— und eine solche Maßnahme sieht er als schließliches Ergebnis„moralischer und materieller Bereitschaftspolitik“ voraus— würde den Bruch mit„unserer traditionellen Ablehnung“ aller„verstrickenden Bündnisse" bedingen. Schließlich zeigte er in theatralischer Weise das Bild einer Philadelphianerin, die mit ihren sechs Kindern bei der„Lusitania=Tragödie" umgekommen sei. Das ist derselbe Mann, den man früher bei uns nie anders als den„deutschfreundlichen“ Aansevelt nannte und der deshalb bei seinem Besuch in Berlin wie ein Monarch geehrt wurde. Das Jagdkommando Dörfern Gornoje und Plieschtschizy vorgeschobene wache darin untergebracht. Dieser Feldwache wollen wir an den Kragen. Zur ersten Erkundung macht sich der alte Afrikaner und Kürassier=Wachtmeister Reiß am 15. Dezember bald nach Mitternacht mit zehn Mann von Pinsk her auf den Weg. Bei der Strumengabel setzen sie in einem Boot über den Fluß, binden es am Ufer fest und gehen nach dem Kompaß in der Richtung hin, die am Tage mit dem Fernglas ungefähr festgestellt wurde. Die Nacht ist dunkel und still, das Wasser im Schilf reicht etwas über das Knie, der Untergrund ist nicht schlammig, sondern federt ein wenig, und man sinkt nicht ein, solange man im Gehen bleibt. Der Führer sucht vorsichtig tastend den Weg, seine Leute gehen einer hinter dem anderen so lautlos wie möglich. Zehn Minuten lang wird gegangen; dann auf einem erhöhten Moospolster in hockender oder liegender Stellung eine halbe Stunde still gelegen und scharf gehorcht. Darauf waten sie weiter, offenen Stellen ausweichend... und spähen nach dem Busch aus, der auf dem halben Wege aus dem Schilf hervorragt und für heute als Ziel ausersehen ist. Endlich erheben sich seine Umrisse in der Nähe, es wird noch eine längere Rast gemacht und im Morgengrauen zurückmarschiert. Zwei Tage später geht dieselbe Patrouille den gleichen Weg. Diesmal ist das Ziel weiter gesteckt, bis auf tausend Schritt an die feindliche Stellung heran. Der Busch wird verhältnismäßig leicht wiedergefunden und die weitere Orientierung an den Heuhaufen versucht, die undeutlich genug vor der russischen Linie aufragen. Wie in der ersten Nacht sehen und hören sie nichts vom Feinde, so still die Nacht auch ist und so scharf und lange sie spähen. Das dritte Mal, am 20. Dezember, gehen sie noch ein Stück weiter. Die Sanddüne liegt jetzt deutlich vor ihnen. Man kann links die kleine Einsattelung erblicken und hört klopfen. Das vierte Mal geht der Führer des kommandos selbst mit. Wieder bis zum letzten Endpunkt, etwa dreihundert Meter vor der Düne. Am Rande des breiten Schilfes werden acht Mann zurückgelassen, einer als Verbindung noch unterwegs auf gestellt, der letzte begleitet den Offizier und den Wachtmeister. Jetzt sind sie dicht am Feinde. Eine unvorsichtige Bewegung kann sie sichtbar machen, jedes Geräusch sie verraten. Sie ziehen langsam einen Fuß vor den andern, um das Rauschen des Wassers zu dämpfen. Zuweilen gibt es einen leisen Knall beim Auftreten, und eine Luftblase steigt gurgelnd herauf. Dann ducken sich alle wie auf Kommando und verharren bewegungslos eine lange Weile. Zuletzt kriechen sie auf allen Vieren über die Blöße in das Röhricht hinein, das sie noch von der Düne trennt. Sie halten sich am rechten Rande des Schilfstreifens, denn links hört man Geräusch. Der Schilfstreifen ist kaum dreißig Meter breit: der Führer streckt leise seinen Kopf aus den schwankenden Halmen. An der linken Kante des Schilfstreifens, dreißig Schritte entfernt, steht der Posten. Er scheint heftig zu frieren, denn er trampelt beständig von einem Fuß auf den andern und schlägt die Stiefel gegeneinander. Die drei frieren natürlich auch. Solange die Beine im Moorwasser stecken, hat man zwar warme Füße; aber jetzt, draußen, fangen sie an zu erstarren. Uebrigens haben sie keinen Mantel an— niemals bei solchen Schleichtouren! Macht aber nichts. Vorn liegt die Düne... es wird bald anfangen zu dämmern. Warten wir also... eine Stunde noch, bis der Morgen auf dem Vergeltungszug skommt, und die Umrisse deutlicher werden. Es liegt auf dem Vergeltung=hug,#n etwas auf der Düne herum... hoffentlich ist es , 21. März 1916. Wenn der Krieg die Regeln der Kultur aufhebt, und an allen Kampflinien der unerbittliche Zustand der Natur in alter Wildheit aufflammt, fällt die Wage der Gerechtigkeit klirrend zu Boden, und statt der Sühne von Rechts wegen tritt die uralte Rache auf den Plan. Man erinnert sich, daß im November, als in dem unwegsamen Gelände der Rokitnosümpfe unsere Verteidigungslinie erst im Ausbau begriffen war, eine russische Abteilung auf Schleichpfaden im Nebel Nachts an den Gutshof heranschlich und den zufällig anwesenden Divisionsstab überfiel. Unsere Jagdkommandos begannen sogleich Umschau zu halten, wo sie dem Feinde seine Untat heimzahlen könnten. Etwa eine deutsche Meile südöstlich von Pinsk erhebt sich mitten aus dem Sumpf eine flache Sanddüne, auf der die Russen seit einiger Zeit Unterstände und kein fester Drahtverhau! Nein, nur ein paar spanische Reiter, vorläufig hingelegt. Es wird immer heller, sie müssen die Köpfe ins Schilf zuruaziehen. Um halbsechs hört der Posten auf zu trampeln und mit den Stiefeln zu klopfen, hängt sein Gewehr um und geht nach der Düne hinauf. Er wird jetzt nicht mehr abgelöst. Es ist nur ein Nachtposten. Auch rechts geht ein Posten auf die Feldwache zu— auf eine Entfernung von 250 Schritt ungefähr. Von dem war bis jetzt nichts zu sehen. Gut, daß wir solange gewartet haben. Die Unterstände haben sie übrigens hinter dem Dünenrücken. Von dorther muß man sie fassen. Und links herum wird man gut rankommen. Jetzt, wo die Posten eingezogen sind, kann man leichter zurückkommen. Zu maus hängen sie das nasse Zeug vor den Ofen und kriechen ins Bett. Aber noch ist die Vorbereitung nicht vollkommen. Eine Nacht brauchen sie noch, um die Südwestecke der Düne und Befestigungen anlegten. Offenbar war eine starke, den die rückwärtigen Verbindungen der Feldwache fest Rote Rosen. Roman von H. Courths=Mahler. Jostas Tagebuch. Copyright by„Welt und Haus“ 1914. (Nachdruck verboten.) (74. Fortsetzung.) Graf Henning konnte seinen Blick nicht von ihrem Antlitz wenden. Es wurde ihm bei ihrem Anblick so leicht und so warm ums Herz. Es war ihm ein Labsal, dies schöne junge Gesicht zu betrachten, das dem Jostas so ähnlich war, und er beschloß, die junge Dame um keinen Preis wieder fortfahren zu lassen. Fast erschien es ihm jetzt gewiß, daß er Jostas Schwester vor sich hatte und ihr Erscheinen, gerade heute, wirkte auf ihn wie eine Erlösung aus einer trostlosen Stimmung. „Vielleicht können Sie Ihre Angelegenheit mit meinem Bruder, dem Gemahl der Gräfin Josta, besprechen. Gestatten Sie mir, mich Ihnen als Gräfin Jostas Schwager vorzustellen.“ Sie atmete schnell und erregt. „O no— ich kann nicht gut besprechen diese Angelegenheit mit Ihrem Herrn Bruder, Herr Graf. Es ist eine Sache von großer Delikatesse, und ich habe nötig, zu sprechen mit Frau Gräfin persönlich. Wenn Sio mich können sagen, wann sie kommt zurück nach Schloß Ramberg. will ich Ihnen sein voll Dankbarkeit.“ Voll Entzücken lauschte Graf Henning auf die weiche liebliche Stimme, die ein wenig dunkler gesärbt war, als die Jostas. Das ungeübte Deutsch störte ihn gar nicht, es gefiel ihm im Gegenteil sehr gut. „Die Rückkehr der Frau Gräfin ist unbestimmt, mein gnädiges Fräulein, und sicher vergehen mindestens einige Wochen bis dahin.“ „O wie schlimm sein das für mich!“ rief die junge Dame und preßte den Zobelmuff fest an sich. „Ist es dieselbe Angelegenheit, die Sie vor Monaten vor das Haus Sr. Exzellenz, des Herrn Ministers von Waldow führte, mein gnädiges Fräulein?" fragte er rasch. junge Dame errörete jäh. „Ja, und ich sah Sie dann auch auf dem Friedhof.“ Sie lächelte schelmisch. „Und Sie haben sich denken müssen, was ich habe zu tun dabei?" „Ich habe mir nur gedacht, daß Sie meiner Schwägerin Josta so sehr ähnlich sehen, daß ich Sie leicht verwechseln konnte. Vielleicht erinnern Sie sich noch, daß ich Sie im Spätsommer dieses Jahres in Berlin direkt für meine Schwägerin hielt und Sie mit ihrem Namen ansprach. Ich bin sehr froh, daß ich Sie jetzt dafür um Entschuldigung bitten darf. Die Aehnlichkeit war indes zu groß.“ Wieder lächelte sie. „D ja, ich entschuldige, denn ich habe gleich gewußt, daß es eine— eine Irrtum gewesen.“ „Es ist seltsam, daß wir uns schon an den verschiedensten Orten getroffen haben." bemerkte er. Sie lachte leise. Es war ein warmes, klares Lachen, das ihn an Josta gemahnte und ihn wohl und weh zugleich berührte. „Ist nicht so seltsam, als Sie müssen denken, Herr Graf. Bin gewesen immer von dem Wunsche, zu sprechen Gräfin Josta oder den Herrn Minister. Und so ist es geschehen, daß sie mich gesehen so oft. Nun bin ich wieder gekommen ohne Glück, zu sehen die Frau Gräfin. Das machen mir sehr traurig. Bitte, wollen Sie mich sagen, wohin ist sie gereist?“ „Sie befindet sich in Waldow.“ „O, das ist gut, sehr gut. Dahin will ich reisen sofort. Ich danke Ihnen sehr. Herr Graf.“ „Bitte. noch einen Augenblick, mein gnädiges Fräulein. Ich möchte Sie dennoch sehr bitten, erst mit meinem Bruder zu sprechen. Vielleicht ist es Ihnen von Nutzen.“ „#eo, no— das kann wohl nicht sein,“ antwortete sie kopfschüttelnd. Graf Henning war jedoch entschlossen sie nicht wieder entschlüpfen zu lassen. „Darf ich nicht wenigstens meinem Bruder Ihren Namen melden?" bat er dringend. „O.- Sie wissen noch, daß ich bin dort gewesen an seine Begräbnistag?“ Sie überlegte ein wenig verlegen und sah Maggie fragend an. Und dann sagte sie rasch entschlossen: Gladys Dunby.“ Graf Hennings Augen leuchteten auf. Er hatte in den letzten Tagen oft mit Josta von ihrer Schwester gesprochen und hatte auch wiederholt den Brief gelesen, den Rainer von seinem Beauftragten erhalten hatte. Und so wußte er sehr wohl, daß die zweite Frau von Jostas Vater in zweiter Ehe einen Mr. Dunby geheiratet hatte. Er trat dicht an den Schlitten heran. „Miß Gladys Dunby— oder vielmehr die Freiin Gladys von Waldow, nicht wahr?“ fragte er schnell. Jetzt war es an der jungen Dame, überrascht auszusehen. Sie sah ihn mit großen Augen an. „Sie wissen?“ „Ja— nun weiß ich's gewiß, daß Sie Jostas Schwester sind. nach der sie schon seit Monaten Nachforschungen hat anstellen lassen.“ Miß Gladys hielt es plötzlich nicht mehr aus, ruhig im Schlitten zu sitzen. Sie warf Maggie ihren Zobelmuff in den Schoß, schlug die Decke zurück und sprang aus dem Gefährt, ebe er ihr nur helfen konnte. Aufgeregt drückte sie die Hände aufs Herz. „Oh— mein Schwester weiß von mich und lassen forschen nach meine Person!" stieß sie jubelnd hervor. „Ja. mein gnädiges Fräulein, seit sie weiß, daß sie eine Schwester hat. Gie wußte allerdings nicht. ob diese Schwester noch am Leben war, uno wo sie weilte. Aber sie hoffte so sehr. Sie aufzufinden. Und ich habe ihr von der jungen Dame erzählt, die ihr so ähnlich ist, und wir ahnten, daß Sie Jostas Schwester sein könnten. Aber das alles können Sie von meinem Brunder erfahren, der Josta erst auf die Vermutung brachte, daß sie Geschwister haben könne. Sie müssen mich zu ihm begleiten.“ Die junge Dame sah ihn strahlend glücklich an. „Werde ich wirklich nicht finden eine geschlossene Tür! Hat mein Schwester ein wenig Liebe zu mich und wird der Herr Graf erlauben, daß ich mein Schwester sagen darf guten Tag!" forschte sie eifrig. Gie wirkte wie ein holder Zauber, wie ein Labsal auf sein bedrücktes Gemüt. Ihm war zumute, als müsse er ihr alles zu Liebe tun, was in seinen Kräften stand— weil sie Jostas Schwester und ihr so ähnlich war. „Man wird Sie in Schloß Ramberg sehr freundlich und herzlich aufnehmen, und mein Bruder wird Sie sicher selbst bitten, so bald als möglich nach Waldow zu April 1916. zustellen. Das geschieht in der Weihnacht. Wieder durch Wachtmeister Reiß mit seinen zehn Mann. Sie kommen bis hinter die Düne... bis der im Schnee ausgetretene Fußweg nach Plieschtschizy sichtbar wird; und auf halbem Wege der Unterstand eines Verbindungspostens, in dem höchstens sechs Mann Raum haben. Jetzt wissen wir, daß die Feldwache von dieser Seite keine rasche Hilfe zu erwarten hat: Die Unternehmung wird also auf den 28. festgesetzt. In der voraufgehenden Nacht schleicht die unermüdliche Patrouille noch einmal durch das Schilf— über den Strumen ist inzwischen ein Steg gebaut— um sich zu überzeugen, daß an der linken Ecke der Dünnoch alles beim Alten ist. Am 28. Mittags um ein Uhr tritt das Jagdkommando an, 110 Mann stark. Jeder weiß, worum es sich handelt, und wie er sich in jedem Falle zu verhalten hat. Sie werden ja in besonderem Dienst auf diese nächtlichen Unternehmungen vorbereitet. So marschieren sie zum Städtchen hinaus, ohne daß es jemand auffällt. Denn am Tage ist der Damm hinter der Pinabrücke immer von Truppen und Fahrzeugen belebt. Hinter dem Strumensteg verschwinden sie im Schilf, alle hundertzehn Mann, als wenn sie der Sumpf verschluckt hätte. Du wirst nichts mehr von ihnen erblicken, auch durch das schärfste Fernrohr. Wie Enten auf ihrem Wechsel hinziehen, eine hinter der andern, so waten unsere Feldgrauen in Schlangenlinien durch's Rohr hin, und der letzte läßt einen Telefondraht von der Spule laufen. Die Gewehre sind entladen, die Handgranaten hängen am Koppel oder stecken im Gurt. Auf dem Schilf und den Moosinseln, auf den Sträuchern und fernen Heuschobern liegt Schnee, auch wo umgebrochene Rohrhalme auf der Oberfläche schwim. men. Dazwischen glänzt das dunkelschillernde Wasser, und rauschen schräge Wellen in den Rohrwald hinein, solange die zweihundertzwanzig Beine in Bewegung sind. Plötzlich stehen sie still, alle zweihundert, wie angemauert. Alle Köpfe sind geduckt, kein Halm bewegt sich mehr. Ein Schuß ist losgegangen. Sie stehen und lauschen. Da kaallt es wieder; eine Kugel singt über ihren Köpfen hin. Sollte man sie bemerkt haben? — Es dämmert bereits. Noch ein Schuß! Jetzt wird es deutlich: die Schüsse fallen links von einem Heuschober und gelten nicht ihnen, sondern einem Wagenzug, der drüben auf dem Damm entlangfährt. Das Büchsenlicht hört auf, und das Jagdkommando zieht seines Weges, langt um vier etwa achthundert Meter vor der Sanddüne an und wartet die völlige Finsternis ab, die um halbfünf nichts mehr zu wünschen lüßt. Die Zeit des Rokitnosumpfes geht ja eine Stunde vor der mitteleuropäischen. Jetzt wird im großen Bogen rechts herum ausgeholt. Zweimal geht es durch einen Bacharm. Plötzlich werden sie angerufen:„Stoi! Sto Krokow!“ Es wird noch zweimal wiederholt. Dann hört man patschende Schritte sich entsernen, nach links, entgegengesetzt von der Sanddüne, in der Richtung auf Gornoje nach Schätzung. Denn zu sehen ist noch nichts von der Düne. Sellten vir zu weit gegangen sein?— Sie bleiben halten; ein Offizier macht sich auf, um sich zu orientieren. Es ist rabenfinster; diesen Bogen hat die Patrouille bisher nie gemacht. Es ist doch etwas anderes, mit wenigen Leuten auf Erkundung zu gehen, als die Unternehmung selbst mit dem ganzen Kommando auszuführen. Die Verantwortung ist zehnmal größer, das Herz schlägt heftiger. Der Gedanke, ob es auch geiingen wird, trotz der sorgfältigen Vorbereitung, zittert in den Nerven... Es ist nichts gesagt worden, aber alle hundertzehn Mann fühlen, daß etwas nicht in Ordnung ist... das Kältegefühl mischt sich mit der Aufregung und Erwartung, und in der mäuschenstillen Finsternis sind die Nerven der hundert jungen Menschen bis zum Reißen gespannt. Leise werden die Gewehre aufgepflanzt. Endlich wird das Rauschen im Schilf wieder hörbar. Der Offizier kommt zurück. Er ist an das Dorf Plieschtschizy gelangt und hat sich orientiert. Die Leute rücken auf, es werden vier Zuge formiert, die mit fünf Schritt Seitenabstand Mann hinter Mann weitermarschieren. Immer rechts schwenkend, immer wieder stehen bleibend, geduckt, wie Katzen auf der Jagd... Ist dort vorn nicht ein schwacher Lichtschimmer? Dort wo die Geräusche aus dem Dunkel kommen?... Ja, dort ist es! Ein Zug gerade darauf zu, einer links, einer rechts davon. Der letzte in Reserve hier bleiben! Weiter die drei Züge... leise ausschwärmen...“ Stoi ani Krok!“ Da ist er schon, der Posten vor Gewehr.. dicht Peisss Josta zu reisen, denn diese wird sehr glücklich sein, ihre Schwester umarmen zu dürfen und wird Sie nicht wieder fortlassen wollen.“ Sie streckte ihm mit feuchtschimmernden Augen die Hand entgegen. Ich werde nie vergessen, daß Sie mich gesagt haben eine so glückliche Botschaft. So sehr lieben ich mein Schwester, seit ich sie gesehen bei das Begräbnis von meines Vaters Bruder. Und ich bin so allein auf der Welt— haben kein Mensch als mein gutes altes Maggie — das mit mich gereist ist über das Meer nach Deutschland, um zu suchen mein Schwester und mein Onkel. Aber ich haben nicht gewußt, ob ich kann finden bei sie ein wenig Liebe und ob sie mich will aufnehmen heartilt — ich meine herzlich.“ So sagte sie mit bebender Stimme. Graf Henning führte die kleine Hand, die in einem eleganten schwedischen Handschuh steckte, an seine Lippen. „So nehme ich mir auch das Vorrecht. Sie ale Schwägerin zu grüßen und zuerst willkommen zu heißen.“ sagte er warm. Dankbar blickte sie ihn an. Und dann schritten sie nebeneinander durch den Park. Miß Gladys hatte nicht wieder in den Schlitten steigen wollen, sie war so unruhig und erwartungsvoll. So folgte der Schlitten langsam mit Maggie, die mit befriedigten Blicken dem schönen jungen Menschenpaar nachsah. Trotzdem sie nicht viel von der Unterhaltung verstanden hatte, wußte sie doch sehr genau in dem Antlitz ihrer jungen Herrin zu lesen. Und daß diese sehr froh und glücklich war, sah sie ihr an. So war sie er auch. Auf dem Wege nach dem Schloß erzählte Graf Henning seiner aufmerksam zuhörenden Begleiterin, wie er gekommen war, daß Josta erst seit kurzer Zeit wußte, daß ihr rechter Vater Georg von Waldow gewesen war und daß dieser eine Tochter aus zweiter Ehe hinterlassen hatte. Dann erzählte auch die junge Dame einiges aus ihrem Leben und über ihre Verbältnisse. Se wurde ihnen der Weg durchaus nicht lang, und sie sahen einander mit so tiefem, lebendigen Interesse in die Augen, daß sie alles um sich her vergaßen. (Fortsetzung felgt.) vor uns... Ein Knall, eine Leuchtrakete fliegt auf. Taghell liegt die Sanddüne da. Man sieht deutlich die sechs Unterstände. Hinter der Sanddüne krachen nacheinander drei, vier Schüsse. Ein Jäger sinkt getroffen zu Boden. Einen Augenblick steht die ganze Schützenlinie, starren alle Augen in höchster Spannung auf die Unterstände, als wollten, sie das Bild unverlöschlich ins Gedächtnis prägen— einen Augenblick nur.. schon sinkt der Posten durchbohrt zur Erde .... wie eine unwiderstehliche Springflut bricht die Schützenkette gegen die Unterstände vor. Die Türen fliegen auf, von innen gestoßen, von außen gerissen. Man sieht schreckensbleiche Gesichter, hochgeschwungene Fäuste mit Handgranaten... dann erlischt die Tageshelle plötzlich wie sie aufflammte, und jetzt ist es, als wäre das Höllentor aufgerissen und die Geister der Unterwelt drängten in die Nacht herauf. In das Aufblitzen und Krachen der Handgranaten mischt sich gellendes Aufschreien, Stöße, Schläge. An allen Enden rufen sich die Deutschen ihr Stichwort zu, um sich nicht gegenseitig zu erschlagen. Aus dem Dampf und Qualm springen schattenhafte Gestalten Fliehender... Verfolger, die sie niederstechen. Der Reservezug ist nicht zu halten, stürzt sich in das Gewühl... Kommandostimmen ringen sich durch... der Lärm legt sich allmählich ... in den Unterständen und über den Dünensand huschen die Scheine der Taschenlämpchen, und durch den dichten Qualm erkennt man die Leichen und Schwerverwundeten von Freund und Feind. Drei der Unseren sind geblieben, dreißig tote Russen liegen auf dem Boden. Rasch wird angetreten, die Inspektionsführer zählen ihre Leute. Die Schwerverwundeten werden auf Zeltbahnen gelegt, andere unter den Arm gefaßt. Die siebzehn Gefangenen, darunter neun Verwundete, treten an, und ohne Aufenthalt geht es zurück. Drüben in Ljukankago schießen die Russen wie verrückt auf unsere Jägerfeldwache in Stititschewo. Sie wissen noch immer nicht, was geschehen ist. Ihren Telefondraht haben unsere Leute vor dem Ueberfall durchschnitten. Es wird jetzt möglichst außerhalb des Schilfes marschiert. Der Transport der Verwundeten auf den Zeltbahnen über dem knietiefen Wasser ist eine schwere Arbeit. Um zwei Uhr Morgens trifft das Kommando in Pinsk ein. Der aonehmende Mond wirft ein fahles Licht durch die Wolken. Die Einwohner schlafen ahnungslos, und bald liegen auch unsere Nachtstreiter in ihre Decken gehüllt in tiefem Schlaf. Nur die Aerzte und Krankenpfleger haben noch ein paar Stunden Arbeit, bis auch die Verwundeten in ihren Kissen ruhen, und was eben noch heißer, männermordender Kampf war, zu einer seltsamen Erinnerung wird, an deren Wirklichkeit zu glauben zuweilen fast schwer ist. Rudolf von Koschützki, Kriegsberichterstatter. (Zensiert Berlin.) Ein Weg zur Besserung des deutschen Nachrichtendienstes. Nichts hat das deutsche Volk zu Beginn des Krieges so star. und so peinlich überrascht, wie die Erkenntnis von der vollständigen Unzulänglichkeit des deutschen Nachrichtenwesens und der dadurch verschuldete katastrophale Zusammenbruch unseres vermeintlichen kulturellen und staatlichen Prestiges im feindlichen und im neutralen Ausland. Man ist sich einig, daß das künftig anders werden muß. Von fachkundiger Seite ist seitdem mit Nachdruck immer wieder darauf hingewiesen worden, daß zu solcher Aenderung nicht nur der Ausbau unseres„Nachrichtengebens und=Empfangens nach und vom Auslande gehört, daß hier auch die Frage der Gebühren für die telegraphische und telephonische Uebermittlung der Pressenachrichten eine leider bisher nicht genügend beachtete, bedeutsame Rolle spielt. In klarer Erkennung dieser Bedeutung der Preßtelegrammgebühren haben Frankreich und England lange vor dem Kriege der Presse ermäßigte Sätze für Telegramme und Ferngespräche eingeräumt. Man hatte dort längst den Wesensunterschied erkanng, der zwischen persönlichen Telegrammen, auch solchen rein geschäftlich privat=wirtschaftlichen Charakters auf der einen Seite und den der gesamten Volkswirtschaft und dem politischen Leben der Nation dienenden Pressetelegrammen auf der anderen Seite besteht. Hier liegt ein nationales und staatliches Interesse offen zu Tage, und es ist nur recht und billig daß deshalb auch die Gesamtheil an der Beschaffung dieser Telegramme ihren Anteil mitträgt durch Einräumung billigerer Beförderungsbedingungen. Wir zahlen ja heute mit hunderten von Millionen und mit kostbarem Blute unseres Volkes in vielfachem Betrage nach, was an Gebühren für Preßtelegramme bisher erspart wurde. Wie anders hat das Ausland da gedacht und gehandelt. Frankreich hat noch im Herbst 1913 ein Abkommen mit Belgien getroffen, wonach Preßtelegramme zum halben Preise befördert werden sollten. Soweit sie es nicht schon war, wurde die belgische Presse dadurch in erhöhtem Maße dem Pariser Einfluß erschlossen. Aehnliche Vereinbarungen waren von Frankreich mit Großbritannien, Oesterreich, Holland und den Vereinigten Staaten getroffen. Wir haben als Volk erfahren, was das bedeutet. Heute haben wir nun die Möglichkeit, bei der Aenderung der Post= und Telegraphengebühren den alten Mangel zu beseitigen. Das deutsche Volk wird nicht begreifen, wenn die erste sich bietende Gelegenheit die bessernde Hand an unseren publizistischen Nachrichtendienst zu legen nicht nur nicht benutzt, sondern der Presse, die schon wirtschaftlich überaus geschwächt aus dem Kriege hervorgehen wird, noch erhöhte Telegrammgebühren auferlegt würden. Die rechnische Durchführbarkeit besonderer Presseraten ist durch den Vorgang des Auslandes erwiesen. Eine Erhöhung der Gebühren aber müßte bei unseren schon wirtschaftlich nicht gerade günstig gestellten politischen Zeitungen zu einer weiteren Beschränkung des Nachrichtendienstes führen, während allgemeine nationale Interessen erheischen, den Nachrichtenstoff der deutschen Zeitungen umfangreicher und ausgiebiger zu gestalten, auch fordern, daß auf diese Weise die Beförderung von Preßtelegrammen in das Ausland erleichtert werde. Gewiß, wir brauchen Geld— nur hat doch dieser. Krieg den überzeugenden und schmerzhaften Beweis erbracht, wie kurzsichtig letzten Endes unwirtschaftlich ein Volk handelt, das an seiner Presse sparen und sie etwa zum Steuerobjekt machen will. Man sollte die Gebühren für Preßtelegramme und für Ferngespräche der Presse ermaßigen statt sie zu erhöhen. Schmücken Sie Ihren Hut mit meinen echten Straussfedern alle fertig zum Selbstautstecken. es ist dies der feinste Hutputz, Im Winter wie Im Sommer immer inddern, sehr elsgant und vornehm. Ein echt. 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Angebote unter Nr. 948 an d. Geschst. d. Bl. Metz tagernden Truppen beobachtet werden. Gegen Abend, als die Sonne niederging, aber noch die Spitzen der Hügel beleuchtete, bemerkte man in der Luft sehr klar die Stadt Verdun mit der Hügelkette, die sie umschließt. Diese Luftspiegelung erschien so klar in den Wolken, daß man die einzelnen Höhen wie in bengalischer Beleuchtung genau unterschied. Einige Offiziere, welche die Luftspiegelung mit Fernstechern beobachteten, riefen genz erstaunt aus:„Das ist das brennende Verdun!“. Men brauchte aber zur Beobachtung gar keine Ferngläser; man unterschied die Einzelheiten der Luftspiegelung mit bloßem Auge. Man konnte auch sich bewegende Truppenkolonnen beobachten, ohne indessen unterscheiden zu können, zu welcher Waffe sie gehörten. Das Interessanteste an der Erscheinung war, daß man sogar die Richtungen feststellen konnte, in denen sich die Truppen bewegten. Man sah sie von Osten nach Westen und von Süden nach Norden marschieren. Da von Metz aus die Höhen der Maas nicht sichtbar sind und die Stadt Verdun noch weniger(Entfernung Metz—Verdun rund 60 Kilometer), so handelt es sich um eine Lustspiegelung, wie sie in der Wüste öfter vorkommt die aber in unseren Gegenden nur in den seltenst Fällen zu beobachten ist. Das Naturschauspiel ha wie der Lorraine schreibt, auch hinter Metz, von de. Ostseite der Stadt aus, gut beobachtet werden können. Wetterbericht des Skiklubs Sauerland. (Unbefugter Nachdruck wird gerichtlich verfolgt., 7. April: Wolkig, teils bedeckt, strichweise Niederschlag, milder. 8. April: Veränderlich, milder. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Steinheim belegene, im Grundbuche von Steinheim Band 17 Blatt 23, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Gastwirts Hermann Strate in Steinheim eingetragene Grundstück: Flur 28 Nr. 4, a) Wohnhaus Nr. 323 mit Hausgarten und Hofraum, b) Hinterhaus, c) Kegelbahn an der Pyrmonterstraße, groß 17 ar 32 am, mit einem Nutzungswerte von zu a) 480 Mark, b) 180 Mark und c) 36 Mark— eingetragen unter Artikel 395 der Grundsteuermutterrolle und Nr. 407 der Gebäudesteuerrolle für Steinheim, am 29. April 1916, vormittags 10 Uhr durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle— Zimmer Nr. 8 versteigert werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 16. November 1915 in das Grundbuch eingetragen. Steinheim, den 24. November 1915. Königliches Verdingung. Güter ermischtes. V Eine Luftspiegelung in der Nähe von Metz. Eine wunderbare Luftspiegelung, die ohne Zweifel mit den Kämpfen vor Verdun in Verbindung steht, konnte dieser Tage von den in der Umgegend von Die Ausführung der Anstreicherarbeiten am neuen Pfarrhaus in Asseln bei Lichtenau soll vergeben werden. Angebotsunterlagen können vom Kreisbauamt in Büren gegen post= und bestellgeldfreie Einsendung von 50 Pfg. bezogen werden. Die Eröffnung der eingegangenen Angebote findet am 15. April. vorm. 10½ Uhr auf dem Kreisbauamt statt. Büren, Westf., den 1. April 1916. Der Kreisbaumeister: Wittersheim. 2 schöne Ziegenlämmer abzugeben. Näh. Padergasse 5. Verkauf. Ansiedelungs=Gut. 176 Morgen in einem Plan, massive Gebäude. 3 Pferde, 19 St. Rindvieh, 15 Schweine, totes Inventar komplett, 48000 Mk., Anzahlung 20000 Mt. Jährliche Rente 391 Mk. Deutschkatholische Kirche, Schule, Molkerei am Orte selbst. Außerdem habe ich noch Güter von 30, 40, 60. 80, 95, 100, 200, 300, 350, 400, 500, 600. 900, 1000 Morgen groß. Alle mit massiven Gebäuden, leb. und totem Inventar. Alles Nähere kostenlos durch A. Baumgartner, Posen, Sapiehaplatz 2a. 983 Gesucht auf sofort ein durchaus erfahrenes, zuverlässiges Mädchen, nicht unter 20 Jahren. 02428 Bachstraße 10. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen am 3. Mai 1910, vormittags 10 Uhr an der Gerichtsstelle— Zimmer Nr. 10— versteigert werden die im Grundbuche von Paderborn Band 48, Blatt 752— eingetragener Eigentümer am 28. Mai 1914, dem Tage der Eintragung des Versteigerungsvermerks: der Dekorateur Joseph Sträter zu Paderborn — eingetragenen Grundstücke, Gemarkung Paderborn: 1. Flur 6, Parzelle 1488, Hofraum, Krämergasse, 2 a 46 qm groß, Grundsteuermutterrolle Art. 3902; 2. Flur 6, Parzelle 3054/1482, Gebäudesteuerrolle Nr. 13.13, 2 a 82 qm groß. a) Wohnhaus mit Hofraum, b) Holzschuppen mit Stallung und Waschküche, c) Lagerhaus und Abort, Hathumarstraße Nr. 14, 980 und 60 und 120 Mk. Gebäudesteuernutzungswert; 3. Flur 6, Parzelle 3053/0,1482, Hofraum, Uekern, 6 qm groß. Paderborn, den 31. März 1916. Königliches Amtsgericht. Ordentl. Mann, nüchtern, sucht Stelle schafts Kandwirz: baldigen Eintritt, am liebsten bei Witwe. Angebote unter Nr. 978 an die Geschäftsstelle. Arbeiter für Gartenarbeit gesucht. Riemekestraße 23, I. 02443 Arbeiter zum Bruchsteinbrechen für dauernde Beschäftigung in Akkord oder Stundenlohn gesucht. Joh. Schumacher, Baugeschäft, Büren i. W. Kräftiger, stadtkundiger Gaufbursche sofort gesucht. 02447 Eisenhandlung Scheid. Junger Kaufmann, auf längere Zeit militärfrei, sucht Stellung in Paderborn oder Amgegend. Angebote unt. Nr. 02454 an die Geschäftsstelle d. Bl. Suche auf sofort einen jüng. Schneidergehilfen. Keine Militärarbeit. 02465 Franz Lübbers. Paderborn, Ledeburstraße 3. In unserem Getreidegeschäft findet ein Sohn ordentlicher Eltern mit guten Schulzeugnissen per sofort oder später eine Große Pferde=Auktion. 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In der Gegend! sere Truppen am 2. der Feste, sowie im zosische Verteidig tem Kampfe ge Gräben alle bis in 1 angriffe des Feindes einsatz und mit außer ten die Franzos Caillette=Wald vergebens an. 2 sind an unverwun ziere, 745 Mann, an gebracht worden. Oestlich Die Lage ist unvi Die feindliche Ar Widsy sowie zwische lebhafte Tätigkeit. Balkai Nichts Neues. Amtliche wtb. Wien, 4. Russischer un Keine besonderen Italienisch An einzelnen Tei keit der Artiller Abschnitt der Hochfläck am Col di Lana und ir Gebiet besetzten unse zwischen Lobbia und A Der Stellvertreter v. Hoefer, Von einem militä schrieben: Sp. Wie wir erw am 2. April begonnene westlich von Douai Ergebnisse für uns dem Feinde starke abzunehmen und sie ge behaupten. Besonders im Caillette=Wal unmittelbar südlich der Richtung auf das Dorf in der rechten Flanke permanenten Ver vorwärts Fleury zwisch Froide Terre(Höhe 345 das starke Rückgra zwischen Maas und Do lich, wenn die Franzos gungen machen, uns jagen, die schon hinter liegen und die im Be Stellungen bei Baux ei Verteidigungslinie hine kungen des Feindes a front ist nach wie vor n länder begnügten sich abgenommenen Sprengtr Artillerievorbereitung wi rein örtlicher Ber Inzwischen haben Tagen zum vierten Mal Küste gesehen. Diesmal ten Hafen von Great? küste, der schon wieder! war. Yarmonth, in fr Mittelpunkt britischen He Häfen der britischen Ostki Stützpunkt der le (Torpedoboote, Patrouille. wir dem Feinde mit unse lichen Schaden zufüg wehr uns etwas anzuha unsere Luftschiffe bald d Küste auftauchen, vermehr Unsicherheit, das die notwendig hervorrufen m Vom westlichen Zu den Kär + Bern, 1. April. vor Verdun haben den rischen Kritiken auffällig bescheiden darauf hin, da teidigt und der andere an im Vorteil sei. Der Frage, Truppen nicht auch einm vontrügen, begegnet das 2 los muß unser Gene