—— Eigene Vertretungen Pesite der i. aui., Salmeni Pastehpes, Aueatut, I. Harhuten k. Mi; Cerseldi siotahrpige Erasdter Tr ro, Greden.: Wtnestehede d. Hansgrche Nr. 910; gmedenen: Minserstuahel HrSangerich: Wdolsechulen=Plaz 11. Hernsprcher Nr. 616. .iMarck Fauspuchen st. 103; Schermp: Lahehosk. 14 Haunspuchen Kr.05,; Rheine: Hahnhoste. 2 Osthrabe 24. Haunteuschen Nr. A41, Aderwet Rluchelag a. Suusspuschen Nln. 114 89. Jahrgang *„„„„„„„„„„„A Veerc #####h Secen: AP-ryVEe Ape• Pf AMTLICHES OKGANDESGAUTES BOöyt i Saneiverkanf UES Srmaumm,: Mächr#. Galtzuc. it Deungspuust bustasi. 4 Am unk. Untgte d(aut ürchrtete. WESTEALEN-NORD DER NSDAP SREESSAEE Gchcen! UND SANITLICHERBEHORDEN Nr. 24331. HaupeVoldelt aller Rander auf Eenden Der Himmel über der englischen Hauptstadt durch Riesenbrände hell erleuchtet =Boot versenkte 21000 BRT aus feindlichem Geleitzug Berlin, 17. Oklober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Lustwasse setzte troßz ungünstiger Weiterlage ihre Angrisse auf London und andere kriegswichlige Ziele und Süd= Englands sorl. Besonderen Erfolg halle der Bombenwurf auf einen Flugplatz südlich Liverpools. In einem Rüstungswerk MistelEnglands gelang es, mehrere Hallen und Werkstätlen durch schwere Bomben in Brand zu setzen. mit einbrechender Dunkelheil nahmen die Vergeltungsangrisse auf dieenglische hauptabt wleder größeren Umsang an. Vomben aller Kaliber wurden bis zum Tagesanbruch auf kriegswichlige Ziele zu beiden Seilen der Themse geworsen. Die entstehenden Brände ließen die über London liegende Wolkendecke auf weile Enffernung hell aufleuchlen. Weilere Angrifse richteten sich gegen Städte Mittel= und Süd= Englands, wie Liverpool und Birmingham. An zahlreichen Stellen vor der britischen Küste legten Ilugzeuge Minen. Am Westausgang des Kanals wurden wiederum einige feindliche Kriegsfahrzeuge, die sich der Küste zu nähern versuchten, durch das Feuer unserer Marine=Arüllerie zum Abdrehen gezwungen. Ein.=Boot versenkte aus einem Geleilzug drei bewassnese Dampfer von zusammen 21000 B R T, darunler einen Tankervon 10000 5RT. Brilische Flugzeuge warfen in der Nacht zum 17. 10. im Reichsgebiel Bomben, ohne mililärischen Schaden anzurschten. Dagegen wurden erneut in verschiedenen Städlen Wohnvieriel gefrofsen, wobei u. a. in Klel eine Anzahl Häuser beschädigt wurde. Ein britisches Flugzeug wurde in der letzten Nacht schon vor Erreichen der Reichsgrenze durch die Abwehr zum Absturz gebracht, ein weileres Flugzeug im Luftkampf abgeschossen. Marine=Artillerie schoß ein drilles seindliches Flugzeug ab. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. Stuka vernichtet seindliches L. Solt Berlin, 17. Oklober. Ein deutscher Nahaufklärer, der in geringer Höhe die Kanalküsie zu sichern halte, sichlele heute nachmitlag ein seindliches=Bool und meldete dies sofort an seinen Geschwaderstab. Daraushin startele eine Keite deutscher Sturskampflugzeuge zum Angriss. Ein Flugzeug traf das Bool, das dichl unter Wasser fuhr, unmitlelbar. Es erfolgie eine große Explosion unter Wasser, durch die Wracktelle hoch über Wasser geschleudert wurden. Danach war von dem Bool nichts mehr zu sehen. Es biüdele sich jedoch ein großer Oelfleck auf der Oberfläche. Sechs Salven genügten Und die Engländer drehlen schleunigst ab Berlin, 17. Oklober. Durch gutliegendes Jeuer unserer Marine=Artillerie wurde, wie im Ok.Bericht vom 16. 10. gemeldel, an der Kanalküste ein nächtlicher Angrissversuch zurückgeschlagen. Es war, wie wir hierzu noch erfahren, eine mondhelle Nacht, als der Ausguckposten einer Küstenbatterie plötzlich auf See Mündungsseuer erkannte und Alarm gab. Die Batterie eröffnete sofort das Feuer und es genügten sechs gutliegende Salven, um den Feind in kürzester Zeit zum Abdrehen zu zwingen. Nur wenige Schuß hatte der Feind abgeben können, die dem Hafen von Dünkirchen gelten sollten Es zeigte sich, wieschlecht der Engländer von See aus auf Landziele schießt. Obwohl es Nacht war, hatte sich der Feind der Küste nicht auf kurze Entfernung genähert, sondern das Feuer schon eröffnet. als er sich noch weit darußen auf See befand. Ohne jede Möglichkeit, Einschläge beobachten zu können, schoß er planlos gegen ein von ihm aus nicht erkennbares Landziel. Es war dieselbe Methode, mit der die britischen Flieger bei ihren nächtlichen Einflügen aus großer Höhe operieren. So wurde militärischer Schaden nicht verursacht, dagegen in einem Nachbardorf ein Wohnhaus durch Volltreffer zerstört, wobei ein belgischer Zivilist schwere Verletzungen erlitt. Schlag in Churchills Lügennest Englischer Kurzwellensender von deutscher Illegerbombe zerstört Berlin, 17. Oktober. Stockholmer Meldungen aus London zufolge ist in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag ein englischer Kurzwellensender, der bisher für den Dienst nach Fernost eingesetzt war, von einer deutschen Fliegerbombe getroffen und zerstört worden. Wie der Korrespondent des schwedischen Blattes berichtet, seien die Hörer dieser Sendungen aufgefordert worden, sich auf einen anderen britischen Sender einzuschalten. So kämpfen die„fairen" Briten Jeiger Ueberfall britischer Ferstörer Berlin, 17. Oklober. vor der norwegischen Küste haben englische Ferstörer ein kleines Hüfssahrzeug der Kriegsmarine mit überlegenen Kräften angegriffen. Das deutsche Schiff ist nach lapserer Gegenwehr mit wehender Jahne, unlergegangen. Die englischen Zersthirer haben mit Artillerie und mit Maschinengewehren auf die im Wasser schwimmende Besatzung wellergeschossen. Sie haben damit einen neuen Beweis für ihre verbrecherische Kriegführung gegen Schiffbrüchige geliefert. Genau wie die Engländer bei Narvik auf die schiffbrüchige Mannschaft eines deutschen Zerstörers feuerten, genau wie sie bei dem Ueberfall auf die„Altmark" die sich über das Eis rettenden Seeleute beschossen, so haben sie auch in diesem Falle allen Gesetzen der Humanität und der internationalen Vereinbarung zum Trotz „SLilsbrüchige beschossen. Diese britische Methode ist nun schon so oft angewendet worden, daß in ihr System liegen muß. Daß die eingetretenen Verluste nur gering waren, ist lediglich darauf zurückzuführen, daß die britischen Zerstörer sich nach ihrer Heldeniat schleunigst zurückiogen. Die Ueberlebenden konnten von deutschen Fahrzeugen gerettet werden. Für England geopfert Sieben norwegische Schifse gesunken Oslo, 17. Oktober. Näch einer Meldung des Londoner Nachrichtendienstes wird amtlich bekanntgegeben, daß im Lause des September sieben norwegische Schiffe mit einer Gesamttonnage von 31.266 BRT, versenkt wurden. Von vier dieser Schiffe konnte die Besatzung gerettet werden, von den übrigen drei Schiffen kamen 17 Mann ums Leben. 5 Klarme bis Donnerstagnachmittag Bezeichnende Beruhigungspille der englischen Regierung Stockbolm, 17. Oklober. Am Donnerslagnachmittag halle, wie Associaled Breßz meldel, London bereits den fühsien Lusialarm des Tages. Um die Bevölkerung zu beruhigen, haf die Rederung bekannigegeben, daß sie trotz der letzten schweren Bombardierungen(1) nicht die Absicht habe, die Haupkstadt zu verlassen. „. Daß die gegenwärtigen Angriffe nur der Anfang des Strafgerichtes über England sind, hat auch Gesundheitsminister Macdonald gemerkt. Vor dem Unterhaus erklärte der Minister nämlich, daß zur Zeit„nur“ 5500 Betten in den Krankenhäusern von Opfern der Lustangriffe belegt seien.„Es würde eine Dummheit sein“. so sagte Macdonald,„sich einzubilden, daß wir nichts Schlimmeres als dies erleiden werden.“„Wir wissen“, so meint er kaltschnäuzig,„noch Betten freihalten, um eine weit größere Zahl von Opfern aufnehmen zu können.“ Trotz der strengen Zensur erklärt die argentinische Zeitung„Baires Herald“, das Sprachrohr der englischen Kolonie(!), die Nachrichten aus London seien nicht gut, sie seien, um offen zu reden, ausgesprochen schlecht. Da die deutschen Bomber, so erklärt das Blatt, täglich ihr Zerstörungswerk fortsetzen und unversehrt heimfliegen könnten, gäbe es nur eine Schlußfolgerung: Der britische Widerstand sei erschöpft, und Deutschland habe endgültig die Initiative im Lustkampf ergrifsen. Die Geschichte der RAF seisammervoll. Es scheine, so schreibt die Zeitung, als ob die Regierung tatsächlich die Absicht habe. London in Trümmer legen zu lassen. Das Murren des Volkes schwelle zu lautem Protest gegen die Staatsführung an. Das schreibt das Blatt der britischen Kolonie in Buenos Aires. Auch dem englandfreundlichsten Berichterstatter ist es nicht mehr möglich, die Wirkung der deutschen Bombenangriffe in London zu ignorieren, so sehr auch Churchill durch strengsten Zensurterror die Wahrheit aufzuhalten versucht. Englands Schicksal vollzieht sichsicher und gewiß. — Verzweifelter Zweckoptimismus soll die ungeheuren Wirkungen der verstärkten deutschen Vergeltungsangriffe vertuschen— Kalte Dusche neutraler Berichte Stockholm, 17. Oklober. Die gewaltigen Verheerungen, die durch die verstärkten Vergeltungsangrisse der letzten Tage und Nächte entstanden sind, haben den Londoner Kriegsverbrechern offensichtlich einen ungeheuren Schock versetzt. Ihre siese Bestürzung äußerl sich in einer erneuten Verschärfung der Zensur und einer fühlbaren Verstärkung der Illusionspropaganda. Diese amtliche Schönfärberei, die unter dem ersten frischen Eindruck der Schreckensnächte von Dienstag und Mittwoch sogar in den offiziellen Berichten etwas in den Hintergrund getreten war, ist am Donnerstag auch wieder in dem Kommunigus des englischen Nachrichtendienstes festzustellen. Man versucht darin der englischen öffentlichkeit auf einmal ganz dreist und unverfroren weiszumachen, daß die letzten nächtlichen deutschen Luftangriffe nicht das Ausmaß angenommen hätten, wie „Was wird Hitler jetzt tun?“ Londoner Presse gesteht die Ratlosigkeit und Ohnmacht ein hat der Feind“ „Die Initiative Gens, 17. Oklober Trotz aller Bemühungen Churchills, außer den millürischen auch die politischen Riederlagen zu verschleiern und zu verschweigen, bleibt die Wahrheil über die peinliche Lage Englands der britischen öfsentlichkeist nicht verborgen. So wird in offenen Briefen an die Daily Mail neben heftiger Klage über Verzögerungen beim Postund Telegrammverkehr, über Wucherpreise der Hausbesiter und Kaufleute in den Flüchtlingsgebieten auch bittere Kritik ander Außenpolltik Englands „Ee scheim“, so heißt es in einem diefer Briese, „daß upfer Auswärtiges Amt in Rumänien wieder einmal ins Hintertreisen gekommen II.„WPg, Ferse,#s für eine große Sache, wenn wir einmal die Ersten wären, anstatt immer von jedem Ereignis überrascht zu sein.“. Ein anderer Schreiber meint erditert:„Man hat uns in Dakar überlistet, ebenso wie in Rumänien. Rumäniens H1 der RaziPland, st en großer diplomatischer Sieg Lesgnd ae. eiureg Versendguchel un der Achen, plit gnd geecbt darm often die einem„Rücktritt des Auße##e, Fonderung, nach Hallieritdes Kubenatnisters vors Die Verzweistung über den Verlut im Auslande konfst in einem Brief aug Prig. Auedruck. Hier heißt es wörtlich:„Ce.. übersehen werden, daß diplomatische Siege zues verhältniemäßig billig sind, wenn man ses s e. ce wäre, gegen ihn arbeisten zu Ponen. Wenn Hiller auf der ganzen LinKzuröczieht, werunsere Dilomaten eine fleichte Aufgabe sicher sein, daß der gur von einem den Lmie“, zurückEazlund seht genatde Einsender mag tran denkt. schieht, ist nur ein Vorgeschmack von dem, was ihm bevorsteht. Es sollte auch dem größten Optimisten zu denken geben, daß man tatsächlich nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern glaubt und überzeugt davon ist, daß Deutschland siegen wird. Böllige Ratlosigkeit und ein sämmerliches Eingeständnis der Ohnmacht klingt auch aus einem Leitarlikel des Daily Herald. Hier heißl es: Seil der Krieg begonnen hal und schon Jahre vorher war unsere Frage immer: Was wird Hiller setzt tun?, Hiller entschied über die Jukunft Spaniens, besetzte Prag, erreichte unter unserer Rase einen Pakt mit Rußland, Hiller kam uns in Norwegen, Dänemark, yolland und Belgsen zuvor. Er legle Frankreich an die Kellen. Er ging nach Rumänien. Und jetzt fragen wir uns wieder: Was wird Hiller setzt kun? Wo wird sein Schlag zu fühlen sein? In welcher Richtung wied er geführl? Bequeme Leule sagen:„Wo immer er auch hingehi, sind wir bereit, ihn zu empfangen. Ein schwacher Trost. Oplimissen prophezellen, er würde sofort zusammenbrechen, wenn die Invasion Englands nichl im Seplember gelingt. Es scheini nschl, als obste recht hälten. Was für Hiller git, gilt auch für Musselinl. Er drang ins Somalland ein und besetzte es, und nicht wie sielen in Abessinien ein. Er stehl in Agppien und nicht wie in Libgen. Kurz, die Jnitlalsoe während des Arleges, halle und bal der Jeind.: „Wir wollen“, so meint der Leitarlikler nalo,„daß unm in Deutschland, Italien und in der Welt fragl: Was wied England sehzt inn? Die Wirkung einer siegreichen beitischen Ossensioe würe wunderbar. An dem Willen Englonde nach größerer Int Hatioe wird niemand zweifeln. Auch Rndz=Smigio und Reynaud wollen in Berlin einmarschieren. Harten Tatsachen gegenüber aber nüßen alle Zünsche nichte. Auch England wird bis auf den Grund die Suppe auslössein müssen, die es sich echt eesrchroch dal! frühere Nachtangriffe(). Allerdings muß der Nachrichtendienst dann in einer weiteren Meldung zugeben, daß Donnerstag gleich bei Tagesanbruch deutsche Flugzeuge wieder ihre Angriffe auf England fortgesetzt hätten. Illusionspropaganda reinsten Wassers ist es aber auch, wenn Lord Snell auf eine Anfrage im Oberhaus über die Organisation der RAF großspurig erklärt:„Die Frage, den Krieg in der Luft zu gewinnen, das ist unsere Hauptaufgabe im Augenblick, das ist die ungeheure Aufgabe, die wir mit Hife des Empires und der Vereinigten Staaten bewäligen müssen, und mit Rücksicht darauf haben wir alles Recht, an ein günstiges Ergebnis dieses Lebenskampfes zu glauben. Eine beträchtliche Steigerung der Angriffs= und Verteidigungskraft der Royal Air Force ist in diesen letzten fünf Monaten troß der intensiosten Operationen möglich gewesen, und wir können mit Zuversicht noch weit günstigere Entwicklungen im Laufe der künftigen Monate erwarten.()“ Derselbe törichte Zweckoptimismus und die gleiche größenwahnsinnige Verkennnung der wirklichen Lage kommt zusammen mit einem typisch englischen Sadismus auch bei einem Leser der„Times“ zum Ausdruck, der in einer Zuschrift vorschlägt. Flugblätter folgenden Inhalts über Berlin abzuwerfen:„Wir haben Eure Stadt in unserer Gewalt.(1) Wenn wir wollten, könnten wir Bomben auf Eure Wohnhäuser, Krankenhäuser und Kirchen werfen und Eure Frauen und Kinder unter Maschinengewehrfeuer nehmen. Aber wir sind keine Barbaren“ Ein Musterbeispiel unverfrorener Schönfärberei ist ferner ein Bericht eines Sonderberichterstatters von Neuter, der eine angesichts der wirklichen Zustände nahezu idyllisch anmutende Schilderung zum besten gibt, in der es u. a. heißt:„Während meiner heutigen zweistündigen Autorundfahrt durch London an beiden Ufern der Themse stellte ich fest, daß das industrielle und private Leben ebenso aktio war wie semals zuvor.(1) Es ist den deutschen Vombern in der letzten Nacht gelungen, ein wenig mehr(1) dieser ungeheuer ausgedehnten Stadt und ihre Weichbilder zu beschädigen, aber es ist reine Prahlerei zu behaupten, daß in London bereits„beispielloses Chaos“ herrscht. In den Dutzenden der Londoner Distrikte, die ich durchfuhr, konnte man eine gewisse Menge früherer Schäden und auch neue(ahal) feststellen, aber das, was mich am meisten überraschte, war die Tatsache, daß die Londoner sich eifrig mit der Wiederberstellung beschäftigten und daß sie in ihren normalen Beschäftigungen fortfuhren.“ Wenn dieser von Lügenreuter fabrizierte Erguß schon troß aller gespielten„Harmlosigkeit“ doch gewisse Eingeständnisse enthält, so beweisen die Berichte unvoreingenommener neutraler Augenzeugen trotz der nerneut angezogenen Zensurschraube immer wieder die grenzenlose Berdgenheit des britischen Illusionsschwindels. So berichtet United Preß aus London, eine vierstündige Stadtrundfahrt zeige, daß kein einziger Bezirf frei von Kriegsspuren sei. Noch vor wenigen Wochen sei es möglich gewesen, ausgedehnte Stadtgegenden zu durchstreifen, ohne auf Bombenverwüstungen zu stoßen, heute sei dies nicht mehr möglich. Die am Donnerstag vorliegenden Londoner Eigenberichte der schwedischen Presse lassen durch ihren geringen Umfang an neuem Material und ihre vorsichtige Ausdrucksweise den verstärkten Eingriff des britschen Zensors erkennen. Immerhin erklärt der Londoner Verfreier von„Dagene Noheier“ rundweg daß das, was London setzt erlebe, wohl das schwerste sei, was den Londoner Einwohnern bieder zugemutet wurde. Man müsse staunen über das menschliche Vermögen, überhaupt noch so viel aushalten zu können. Die Schäden in der Londoner City könne man bereits als„astronomisch“ bezeichnen. Duff Coopers letzter Ausweg Von unserem Ig.-Berichterstatter Gens, 17. Oklober. Das britische Informationsministerium Duff Coopers hal am Mittwoch, wie aus London gemeldet wied, eine „vorübergehende Spere für Pressetelegramme über den letzten deutschen Lustangriff erlassen“. Diese Meldung sagt mehr als alle gekünstelten Redewendungen im Reuterkommunigus, welche Wirkung die letzten deutschen Luftangriffe in England gehabt haben. Bekanntlich haben die neutralen Korrespondenten in England in den letzten Wochen ohnedies nur unter den größten Schwierigkeiten irgendwelche Details über die Luftangriffe bringen können. Wenn nunmehr das britische Informationsministerium auch noch eine totale, wenn auch„vorübergehende“ Sperre für Pressetelegramme erläßt, so ist das angesichts der bisher schon strikte durchgeführten Pressezensur ein schlechtes Zeichen für England. Verstärkung für Gibraltar Von unserem schm.-Berichterstatter Madrid, 17. Oktober. Im Hafen von Gibraltar gingen zwei große englische Truppentransporter vor Anker, die militärische Verstärkungen bringen. Sie setzen sich aus motorisierten Kolonnen mit zahlreichen Panzerwagen und Lastwagen zusammen. Es steht noch nicht fest, ob die Truppen in Gibraltar bleiben oder an andere Punkte verschickt werden. Auf der ganzen Linie bergab Dr. R. Seit der Nacht zum Mittwoch sind die Schläge der deutschen Lustwasse gegen die britsche Haupistadt schneller und heftiger geworden. Niemals waren die Londoner Zensurstellen gezwungen, mit dieser Schärfe die Nachrichten zu unterdrücken, die die Vertreier neutraler Zeitungen täglich in die Welt kabeln. Denn in dieser Nacht waren die Verheerungen überall von derartigen Ausmaßen, daß man es sich einfach nicht mehr leisten kann, die ganze Wahrheit oder doch nur den bisher noch zugelassenen Bruchteil von Wahrheiten passieren zu lassen. Nicht umsonst hat man maßgebende schwedische Korrespondenten einfach mundtot gemacht. Während hier an der zentralen Front des Empire die Lage zusehends kritischer wird, melden auch die übrigen Defensinpositionen Englands in der Welt einen verschärften Druck der gegnerischen Streitkräfte. So war es nötig, den Kriegsminister Anthony Eden nach Aegypten zu schicken, um dort im britischen Hauptquartier die Situation zu besprechen. Schon als Eden das letzte Mal nach Kairo geflogen war, hatte sich nachher herausgestellt, daß die innere Entwicklung Aeayptens eine solche Reise notwendig gemacht hatte. Auch heute wird der Grund kein anderer sein, wenn man auch vielleicht in der Verstärkung der in Aegypten stationierten Streitkräste durch Truppen aus dem Empire einen Anlaß vortäuschen wird. Tatsächlich hat das Geheimabkommen zwischen König Fara k und dem Beherrscher Arabiens, Ihn Saud, Perspektiven eröffnet, die bedrohlich genug erscheinen. Bis nach Syrien und Jerusalem, bis in den Irak und den Demen strahlt die panarabische Gärung, die in Ihn Saud ihre Energiezentrale hat. Deutlich genug sprechen auch die Unruhen in Tel=Aviv und Jaffa und die Ausweisung englischer Firmen aus Dschidda für die wachsende Bedrohung der britschen Positionen im Nahen Osten. Nimmt man hinzu, daß auch im Fernen Osten die Eniwicklung ihren zwangsläufigen Gang nimmi, ohne daß die Wiedereröffnung der Burmaroute— deren Bedeutung ja durch die Ablehnung der neuen für Tschiangkaischek vorgesehenen Kredite durch das Londoner Schatzamt und die Aufbringung zweier amerikanischer bewaffneter Transportdampfer noch geminder wird— eiwas daran ändern kann, so wird klar, daß überall dort, wo britische Basonette die Positionen des Empire zu schützen haben, Englands Aussichten bedenk. lich schrumpfen. Aber diese Verschlechterung beschränkt sich keineswegs auf das Gebiet des militärischen, sondern hat längst auf das diplomatische, das innerpolitische, das finanzpolitische Feld übergegrifsen. So konnte auch die Sitzung, des Unterhauses, in der Schatzkanzler Sir Kingsley Wood den knapp 50 anwesenden Abgeordneten die Forderung nach einer weiteren Milliarde Pfund Sterling vorlegte, nur zu einem Gradmesser der britschen Misere werden. Wenn das englische Volk heute Tag für Tag 9 Milionen Pfund aufbringen muß, um den Krieg zu sinanzieren, so ist mit dieser Belastung noch keinesfalls das Höchstmaß erreicht. Schon setzt hat das Schatzamt angekündigt, daß die neue Milliarde keinesfalls bis zum 31. März, dem Ende des Finanzsahres, ausreichen werde und daß man das Parlament schon im Februar oder März um neue Bewilligungen werde bitten müssen. Nur so ist es möglich— und nicht einmal wahrscheinlich, wie Kingsley Pood sagte — eine Inflation, wenn nicht zu vermeiden, so doch hinauszuschieben. Während diese neuen Steuern den von den Schrecken des Luftkrieges betroffenen Einwohnern Londons aufgeknackt werden, gehen die Preise für die Wiederbeschaffung verlorener Möbel und Einrichtungsgegenstände infolge der neuen Umsatzsteuer in die Höhe, noch ehe die Obdachlosen Gelegenheit haben, ihre Verluste einigermaßen zu ersetzen. Aber diese katastrophale Lage ist, nicht auf das Schatzamt und dessen Sachgebiet beschränkt; auch der britische Ernährungsminister Sir Woolton konnte nicht umhin— im Laufe einer Frühstücks: rede— zu betonen, daß die britische Versorgungslage keinesfals derart sei, daß man sich einem leichtferigen Optimismus hingeben könne. Daran ändert auch nicht der köstliche Vorschlag seines Kollegen Hudson, der den für die Gemüseversorgung herangezogenen Gartenbesitzern den Rat gab, in ihren Gärten ein Schild mit der Aufschrift„Hier wird für den Sieg gepflanzt“ anzubringen. Auch Lord Snell, der im Oberhaus über die Organisation der RAF befragt wurde, mußte auf die überall auftauchenden Mängel im Versorgungswesen hinwesen, als er die Schaffung einer Hereslustwasse mit dem Hinweis ablehnte, die zur Verfügung stehenden Hilfsquellen seien so begrenzt, daß jede Verwendung von Luftstreitträften für Sonderfunktionen ausgeFortsetzung auf der 2 Seite „Gerüchtefieber“ in London Nachrichtensperre weckt Widerspruch— Ein Bezirk weiß nichts mehr vom anderen Von unserem ständigen Vertreter „hw. Stockholm, 18. Oklober. Während am Donnerstag die deutschen Verbände mit neuen Bombenladungen über der englischen Hauptstadt erschienen, geleltef von den Rauchsäulen der letzien Nacht, war das Londoner Lustsahriministerium noch dabei, aus den Feuerobrünsten der Nacht zum Donnerstag eine kleine Zahl harmloser Schadenseuer, die sämtlich unter Kontrolle gekommen seien und aus den großen Mengen kriegswichliger Objekle, die in Trümmer gelegt wurden, „eine Reihe von Wohnhäusern“ zu machen, neben denen nachträglich wenigstens Zeinige Industriebausen“ zugegeben wurden. Die amtlichen Berschte räumen lediglich ein, daß sich die deutschen Vombenangrisse in der Nachl zum Donnerslag wieder gegen viele Teile Englands richielen mit London ale Hauptziel. Die Heimlichtuerei des englischen Luftfahrtministeriums ist aber selbst der„Eimes“ zu viel. Das Blatt wendet sich erneut gegen die Agilationspraris. Es sei nicht angängig, nach schwersten Bombenangriffen zu schreiben, daß die Vombardierung„von etwas geringerem Umsang als in der vorhergegangenen Nacht“ gewesen sel. wenn die Londoner am Morgen aus den Kellern kämen und die neuen verheerenden Schäden sähen. Die„Times“ enthüllt weiter, daß die Gerüchte in der Londoner Provinz über die Vombenschäden in London sicherlich schlimmer seien als man ahne. Selbst in einem Londoner Bezirk wisse man nicht, was sich eigentlich in einem anderen abgespielt habe. Der„Dailo Herald“ bestätigt dies in vollem Umfange. Das Labourblatt sagt:„Auf der einen Seite lesen und hören die Leute in den englischen Landstädten die offiziellen Nachrichten über das Londoner Bombardement, und auf der landeren Seite hören sie die Schilderungen der Evakuierten, woraus sie den Eindruck gewinnen müssen, daß die Schäden in Wirklichkeit oiel größer sind“— was sa auch hinreichend zutreifen dürste. Es ist durchaus einleuchtend, daß die Zweifel in die amtliche Berichterstattung nicht zuletzt durch die zahllosen Berichte von Augenzeugen über ganz England verbreitet werden, die in der Tat besser wissen, wie es in London aussicht, als es den Herren Duff Cooper oder Churchil lieb ist. Neutrale schwedische Beobachter in London gehen über die zahme Kritik der„Times“ und des„Daily Herald“ noch hmaus. Der Londoner Vertreter der Stockholmer„Noa Dagligt Allehando“ versieht sein Telegramm mit der Ueberschrif:„Gerüchtesieber herrscht unter den Engländern und wird weiter angsiacht durch die knapp gehaltene Insormierung“. Der Wodoner Vertreter des Stockholmer„Astonbladet“ spacht in schem Bericht von„starkem Mißvergnügen mit den vogen Kommunigues“ und sagt, daß die amtlichen Formulierungskünste die Gerüchteschmiederes degünstigten. 18. Oktober 1940 Westfälische Tageszeitung Nummer 286 Srattens Inlkger in hirtton Feindliche Flugplätze und Verteidigun gsstellungen in Nord- und Ostafrika bombardiert— 11 Flugzeuge am Boden zerstört Rom, 17. Oklober. Der Italienische Wehrmachtbericht vom Donnerslag hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibi bekannk: Der Kommandant des-Booles, der das im gestrigen Wehrmachtbericht erwähnte feindliche-Boot vom „Perseus“=Typ versenkte, ist Korvettenkapitän Bann e. Ba#d##. Bei dem englischen Kreuzer, der, wie dereis im Wehrmachtbericht von gestern mitgeteilt wurde, von einem Italienischen Lustlorpedo getroffen worden ist, handelt es sich nach einer Mitteilung der englischen Admiralität um die„Liverpool“. Dieser hat 9300 Tonnen Wasserverdrängung und ist mit 12 Geschützen von 15.2, achl Geschützen von 10.2, sechs Torpedorohren und drei Fiugzeugen ausgestattek. In Nord=Afrika, Patrouillenzusammenstöße, die zu unseren Gunsten verliefen. Unsere Jagdstaffein bombardierten die feindlichen Flugplätze von Juka, Quassaba, Dabà und die feindlichen Verleidigungsstellungen im Gebiet von Maaten Bagush und marsa Mairuk. Trotz der heftigen Flakabwehr wurden ausgezeichnete Ergebnisse erzielt. Alle unsere Ilugzeuge sind zurückgekehrt. Die seindliche Lustwafse bombardierte heftig die Stadt Tobrnk mit Brisanz= und Brandbomben. Einige Anlagen und 45 Wohnhäuser wurden beschädigt, 9 Baracken zerstört, keine Opfer. Einige auf Derna abgeworsene Bomben haben weder Opser noch Schaden verursacht. In Oftaselle hat eine Eingeborenenabteilung einen englischen Posten südöstlich von Daga Rlver Post angegriffen. Der Jeind ergriff die Flucht und ließ in der Eile Wassen, Munition und Zugliere zurück. Unsere Fliegerstaffeln bombardierten die Militäranlagen auf der Insel Perim sowie den Flughafen von Ghedarem. Ueber dem letzteren Flughafen wurde außerdem von einer unserer Jagdstaffeln ein überraschender Tiefangriff durchgeführt, bei dem 11 Jlagzeuge am Boden zerstört, ein Munitlonslager in die Lust gesprengt und ein Lastkraftwagen zerstört wurde. Eine weitere Fliegerstaffel hat im Roten Meer zwei große, von einem Kriegsschiff begleitete Frachtdampfer angegriffen. Einer davon wurde schwer getroffen. Jeindliche Flugzeuge, die eingreisen wollten wurden von unseren Bombern zum Kampf gestellt, die ein Flugzeug vom Blenheim-Typ und wahrscheinlich auch eines vom Gloucester-Typ abschießen konnten. Jeindliche Flugzeuge bombardierten Diredaug, Decamere, Tessenel, Kassala und Gondar, wobei es nur in Gondar einen Toten und einige Verwundete gab, leichte Sachschäden. Spälere Angriffe auf Diredaua und Harrar wurden von unseren Jagdstaffeln verhindert, die die seindlichen Flugzeuge zum Abdrehen zwangen, bevor sie ihre Bomben abwersen konnten. Will England provozieren! Auch wieder Eröffnung der Hongkongstraße?— Feste Entschlossenheit Japans angebliche englische Freundschaft ohne weiteres verzichten. Das gleiche gilt auch von der englischen Drohung, möglicherweise die diplomatischen Beziehungen zu Rumänien abzubrechen. Bei dem gegenwärtigen Stand der Dinge sind das leere Phrasen. Heckenschützenhäuptling tritt zurück Wegen„Dummheit des Krlegsministeriums“— Wer zahli? Von unserem ständigen Vertreter Stockholm, 18. Oktober. Der Besehlshaber der Londoner Heimwehrheckenschützen, der 70jährige General Sir Hubert Gough, hat sich grollend zurückgezogen. Er begründet seinen Rücktritt mit einem Protest„gegen Pedanterie und Dummheit in der Behandlung der Heimwehrfragen durch das Kriegsministerium". Der General, der im Weltkrieg die fünfte Armee führte, aber neuerdings reichlich unmilitärisch Farbe wechselte, hatte eine Schule zur Ausbildung von Franktireurs gebildet, in der ehemalige rote Milizmitglieder aus dem spanischen Bürgerkrieg Unterricht erteilten. Diese Schule sei, so behauptet Gough, vom Kriegsminister„sabotiert“ worden. Sie habe nur ganz geringe Zuschüsse erhalten, die plötzlich ganz eingestellt wurden. Nicht einmal für Tinte und Papier sei mehr gezahlt worden. Der General erklärte:„Die Herren da oben waren offenbar empört über die Fortschritte der Schule".— Churchill gewiß nicht, aber vielleicht sein Schatzkanzler, der trotz der neuen Kredite nicht weiß, woher er die benötigten Gelder nehmen soll, nachdem die Plutokraten nicht geschröpft werden wollen. Tokio, 17. Oklober Im Zusammenhang mit der in der Nacht zum Freitag erfolgenden Wiederöffnung der Burma-Straße durch die Engländer drückt die sapanische Presse am Donnerslag allgemein die ruhige, aber feste Entschlossenhei! Japans und seiner Wehrmacht aus, diesem Problem mi entsprechenden Maßnahmen zu begegnen. Große Beachlung findet dabei auch die anschelnende Absicht der Engländer, entgegen den früheren Vereinbarungen mit Japan auch den Lieferungsweg nach Tschungking über Hongkong wieder zu öffnen. „Tokio Asahi Schimbun“ stellt fest, daß die Engländer die Aufhebung der Sperre der BurmaStraße so auszulegen versuchten, daß damit gleichzeitig auch der Hongkong=Weg wieder offen sei. Der japanische Generalkonsul in Hongkong habe hiergegen bei dem britischen Gouverneur in Hongkong Vorstellungen erhoben und darauf hingewiesen, daß das Abkommen über die Schließung des Hongkong=Weges zeitlich nicht begrenzt sei. Der britische Gouverneur halte jedoch an einer Ansicht fest. Daher habe der japanische Generalkonsul die Hongkong=Behörden nochmals ersucht, ihre Haltung zu überprüfen. Sollten die Engländer aber trotzdem, so sagt das Blatt weiter, ab 18. Oktober auch Hongkong wieder als Ausgangspunkt für ihre Lieferungen an Tschiangkaischek machen und damit eine antijapanische Zentrale schaffen, so könne die japanische Regierung, wie das Blatt weiter sagt, dies nicht stillschweigend und untätig hinnehmen, sondern müsse wirkungsoolle Maßnahmen ergreifen. Die„Japan=Times“ schreibt u. a. in einem Leitartikel: China wird wahrscheinlich die Wiederfreigabe des Burma=Weges feiern. In Wirklichkeit aber wissen die britischen, amerikanischen und chinesischen Diplomaten genau, daß dies ein sehr fauler Sieg ist. Man glaubt nämlich, der Burma=Weg- sei geeignet, Tschiangkaischek wieder mit genügend Kriegsmaterialien zu. versehen, und biete China auch wieder die Möglichreit, Waren auszuführen, für die es fremde Devisen erhält. Der Burma=Weg wird jedoch weder für die eine noch für die andere Funktion in Frage kommen, seitdem Japan dank dem Erwerb der Einflugmöglichkeit nach China durch Indochina hindurch in die Lage versetzt wurde, den berühmten Weg durch seine Flugzeuge mit Bomben zu belegen und zu zerstören. London fordert Kriegserklärung Jarut empfing Eden— Lage immer schwieriger Von unserem ständigen Vertreter hw. Stockholm, 18. Oklober. Der englische Kriegsminister Eden, der am Mittwoch nach Agypten flog, wurde am Donnerslag von König Jaruk empfangen und hatte ferner, wie aus London gemeldet wird, Besprechungen mit maßgebenden ägyplischen Polilikern und Militärs, sowie mit den Leitern der englischen und„alliierten“ Truppen, unter denen sich angeblich auch viele Franzosen befinden sollen. Eine Athener Meldung des Skandinavischen Telegrammbüros erklärt, es sei zweifellos nicht bloß Edens Aufgabe, mit General Wavell zu verhandeln, sondern die ägyptische Regierung zur Kriegserklärung an Italien zu veranlassen. Deshalb sei er vor dem Zusammentritt des Parlaments so plötzlich nach Kairo gekommen. Sollte sein Versuch mißglücken, so rechne man mit einer ernsten Krise in Agypten. Nach englischer Ansicht habe Graziani seine Offensivvorbereitungen nunmehr abgeschlossen. Trotz aller englischen Angriffe habe er Verstärkungen sowohl an Truppen wie Kriegsmaterial heranziehen können. Vielleicht gilt Edens Reise auch den Vorgängen in Syrien und Transjordanien, nachdem sich dort eine Anzahl arabischer Stämme gegen den englandfreundlichen Emir Abdallah erhoben hat. Edens geheime Mission Differenzen in der Nahostarmee— Zweisel im Kriegsrat Von unserem ständigen Vertreter Ib Athen, 18. Oktober Die Anwesenheit Edens in Kairo wird nach Meldungen aus Syrien in hohen informierten politischen Kreisen Agyptens darauf zurückgeführt, daß unter den britischen militärischen Besehlsstellen gewisse Meinungsverschiedenheiten strategischer und taktischer Natur aufgetreten sind, die durch den Kriegsminister geschlichtet werden sollen. Die Differenzen innerhalb des Britengeneralstabes in Agypten sollen sich nicht nur auf die Methode der Verteidigung bezogen haben, sondern es wird behauptet, daß ein so prominenter Offizier, wie der Generalstabschef des General Wavell, den Rückzug aus Agypten zur Debatte gestellt habe. Auch der Chef der britischen Ost=Mittelmeerflotte habe bei einem Mitte vergangener Woche abgehaltenen Kriegsrat in Alexandria erörtert, unter welchen Umständen ein schneller Rückzug zu erwägen sei. In den Diskussionen darüber sei hauptsächlich die Auffassung zutage getreten, daß auf die Dauer die Mittelmeerposition nicht gehalten werden könne, weil der Nachschub zu schwierig sei. Nach hier vorliegenden Gerüchten soll sich auch Attlee nach Agypten begeben haben. Englands„Rache“ Handelsbeziehungen zu Rumänien abgebrochen— Bukarest:„Alberne Drohung" Von unserem ständigen Vertreter mü Bukarest, 18. Oktober. Die englische Ankündigung, die Handelsbeziehungen zu Rumänien abzubrechen, ist in Bukarest mit völliger Ruhe ausgenommen werden. Man erklärt in den rumänischen politischen Kreisen, daß es sich um eine Geste ohne jede Bedeutung handele; denn man weiß nicht, auf welchem Wege die Briten gegenwärtig überhaupt noch, selbst wenn sie es wollten, Handel treiden könnten. Man gibt daher der Ansicht Ausdruck, daß, wenn London dergleichen Maßnahmen als Drohung ausgedacht hat, diese Drohung reichlich albern ist. Im Besitz der deutsch=italienischen Garantie und der Freundschaft der Achsenmächte kann Rumänien jedenfalls, so erklärt man in Bukarest, auf die Serrano Suner Außenminister Madrld, 17. Oklober. Der spanische Staatsanzeiger veröffentlicht ein Dekrei, wonach der bisherige Außenminister Oberst Beigbeder aus der Regierung ausscheidet und der bisherige Innenminister Serrano Suner zum Außenminister ernannt wird. Der bisherige Unterstaatssekretär des Innenministeriums, Lorente, wird mit der Führung aller Geschäfte des Innenministeriums beauftragt und direkt dem Regierungschef unterstellt. Ferner scheidet der bisherige Industrie= und Handelsminister Alarcon de la Lastra aus der Regierung, und der Gauleiter der Falange von Katalonien und Mitglied des Politischen Ausschusses, Demetrio Carceller, welcher Serrano Suner auf seiner Deutschlandreise begleitete, ist zum neuen Minister für Handel und Industrie bestellt worden. * Der Caudillo hat seinen vertrautesten Mitarbeiter, Sertano Suner, zum spanischen Außenminister ernannt. Der Wechsel Suners vom Innen= zum Außenministerium ist eine Bestätigung der Tatsache, daß die Erneuerung dieses Staates und sein weiterer Aufstieg nicht mehr ausschließlich ein inneres Problem der revolutionären Umformung ist, sondern jetzt auch auf dem internationalen Feld in Erscheinung tritt. Spanien— schon seit dem Bürgerkrieg, als deutsche und itallenische keiwillige an der Seite der Truppen Francos kämpften, eng mit der Achse verbunden— erstrebt innerhalb der europäischen Neuordnung den ihm gebührenden Platz, der zugleich seine Lebensrechte sichern und seine politische wie wirtschaftliche Geltung gewährleisten wird. Der Erreichung dieses Zieles dient bereits geraume Zeit die unermüdliche Tätigkeit Suners, eines der aktivsten Vorkämpfer des neuen freien Spanien. Es war darum kein Zufall, daß der Caudillo gerade ihn nach Berlin und Rom entsandte in einem Augenblick des Reifens grundsätzlicher und weittragender Entscheidungen zur Gestaltung der von der Achse beherrschten politischen und wirtschaftlichen Sphären. Wenn Franco Suner jetzt zum Außenminister ernannte,— als den ihn das nationalsozialistische Deutschland herzlich begrüßt— so ist darin ein bedeutsamer Vertrauensbeweis des Caudillo für seinen Mitarbeiter und dessen außenpolitische Bestrebungen zu erblicken. Oberst von Lützow gestorben Gotha, 17. Oktober. Oberst Hans von Lützow ist im Alter von 64 Jahren in Gotha gestorben. Als Freikorpsführer war sein Name für alle aufrechten deutschen Männer ein Begriff. Hans von Lützow wurde 1876 in Mannheim geboren. Im Weltkriege, den er im Osten und Westen mitmachte, wurde er 1917 zum Masor befördert. 1919 bildete er das nach ihm benannte Freikorps und war dessen Kommandeur. In seinem Glauben an den Wiederaufstieg des Vaterlandes ist Oberst von Lützow auch in den schwersten Zeiten niemals zu erschüttern gewesen. Auf der ganzen Linie bergab Fortsetzung von der 1. Seite schlossen sei. Unter diesen Umständen überrascht es niemand, daß Churchill es ablehnte, in dem jetzigen Zeitpunkte die Kriegsziele Englands zu definieren. Immerhin hat sein Eingeständnis, daß man in erster Linie darum kämpfe, mit dem Leben davonzukommen, doch einige Kritik auch in England hervorgerufen. Während Churchill es offenbar vermeiden wollte, die Kluft zwischen den realen Möglichkeiten und den angestrebten Zielen allzu sehr zu verbreitern und zu betonen, meint„News Chroniele“, man solle weiterhin„den freien und den unterworfenen Völkern der Welt“ etwas über eine Neuordnung der Freiheit erzählen, zumal Kriegsziele eine starke Waffe sein könnten, vor allem, wenn sie„in dem starken lebhaften Stil, der Minister Churchill zu Gebote steht, vorgebracht würden". Wachsender Druck an allen Fronten, eine schwieriger werdende Ernährungslage, neue Milliardenkredite für das Schatzamt und ein Absinken des englischen Prestiges in allen Teilen der Welt von Hongkong bis Bukarest und von Jerusalem bis zu den britischen Besitzungen auf der westlichen Hemisphäre, das sind die Zeichen, die die heftiger gewordenen Luftangriffe auf Lonvon begleiten und das Bild des zerstörten Trafalgar=Square zu einem Symbol des versinkenden Weltreiches erheben. Wrsurkampfr Luglane de Rchauft! „News Chronicle“ kritisiert Churchill— Kriegsziele könnten eine starke Waffe sein Gens, 17. Oktober. Die Londoner News Chroniele ist mit Churchill ernstlich böse, und zwar wegen der recht pessimistischen Erklärungen, die der alte Kriegsverbrecher dieser Tage im Unterhaus über die Lage im allgemeinen und die Frage der Kriegsziele im besonderen abgegeben hal. Das Blatt schreibt vorwurfsvoll:„Wir hören mit Bedauern, daß Mister Churchill die Zeit noch nicht für gekommen hält, um die offiziellen Erklärungen, die bereits über unsere Kriegsziele abgegeben worden sind, zu erweitern. Wir kämpfen, so sagte er, um mit dem Leben davonzukommen. Aber diejenigen, die die unverzügliche Erweiterung unserer Kriegsziele fordern, machen geltend, daß unsere Fähigkeit, den Krieg zu gewinnen und mit dem Leben davonzukommen, erhöht wird, wenn wir es dahin bringen, daß die freien und die unterworfenen Völker der Welt an die neue Ordnung der Freiheit glauben, die wir aufzubauen hoffen(!). Kriegsziele könnten eine starke Kriegswaffe sein. Wir sind überrascht, daß der Premierminister nicht Bas Ehads wachst standnich Die„Früchte“ der Wahnsinnspolitik der britischen Kriegsverbrecher Stockholm, 17. Oklober. Die wegen der wahllosen nächtlichen Bombenangriffe auf nichtmilitärische Ziele der Royal Air Force verstärkte deutsche Vergeltungsaktion kennt keine Pause. Ununterbrochen Tag und Nacht brausen die deutschen Bomberstaffeln. über London dahin, pausenlos prasselt ein Hagel von Bomben aller Kallber auf die britische Hauptstadt und auf die kriegswichtigen Ziele in Süd- und Mittelengland. Immer größeren Umsang nehmen die Zerstörungen und Verheerungen an, die die britischen Kriegsverbrecher durch ihre Wahninnspolltik so leichtsinnig herausforderten. Trotz der außerordentlich kraß gehandhabten britischen Zensur lassen die Berichte der ausländischen Pressevertreter An London aufschlußreiche Einblicke in das von Stunde zu Stunde größer werdende Chaos in London zu. So berichtet die amerikanische Nachrichtenagentur Associated Preß aus London, die deutschen Angriffe in der Nacht zum Mittwoch hätten beträchtliche Zerstörungen angerichtet. Ein dem Luftschutz dienendes öffentliches Gebäude sei durch eine schwere Bombenexplosion völlig dem Exdboden gleichgemacht worden. Der Verlust vieler Menschenleben werde befürchtet. Auch ein berühmter Londoner Platz sei von Bomben getroffen worden, und die Straßen seien angefüllt mit dem Schutt der umliegenden Gebäude. Associated Preß berichtet ferner über weitere Zerstörungen an großen öffentlichen Gebäuden und anderen bekannten Baulichkeiten, die allerdings infolge der strengen britischen Zensurmaßnahmen nicht näher bezeichnet werden. Auch nach Tagesanbruch, so schließt der Bericht, hätten die deutschen Angriffe ohne Pause angehalten. Die spanischen Zeitungen berichten ausführlich über den deutschen Großangriff gegen London in der Nacht zum 16. Oktober. Die Zeituneg„Alcazar“ schreibt, daß diese Nacht eine wahre Bartholomäusnacht gewesen sei und den Charakter einer furchtbaren Repressalie gegen die von den englischen Bombern zerstörten deutschen Hospitäler, Kirchen und Wohnviertel trage. Aus dem„gemäßigten Ton“ der letzten ChurchillRede will das Blatt schließen, daß die unaufhörlichen Angriffe der deutschen Luftwaffe gegen England bereits ihre Wirkung zeigten. „Newyork Times“ meint in einem ausführlichen Kommentar: Deutschland sende jetzt Bomber herüber, die so schnell seien, daß die Engländer sie weder mit Kampfmaschinen noch mit der Flak erreichen könnten. Die englische Zeitung„Birmingham Post“ plaudert in dem begreiflichen Eifer, den Mut und die Ausdauer der Engländer zu preisen, einige Tatsachen aus, die mit den Versicherungen des Londoner Informationsministeriums über den„geringen Schaden" durch deutsche Luftangriffe in einem geradezu grotesken und lächerlichen Widerspruch stehen. So heißt es bei der Begründung der Auszeichnung eines Feuerwehrmannes zum Beispiel:„Bei einem kürzlichen Großangriff feindlicher Bomber auf den Hafen von Dover wurden Brände auf Schiffen und in Oellagern(!) hervorgerufen. Die Luftangriffe erstreckten sich ununterbrochen über den ganzen Tag(!).“ In einem anderen dieser Einzelberichte heißt es:„Während eines kürzlichen Luftangriffes wurden Bomben abgeworfen auf ein Oeldepot, und Benzintanks wurden an mehreren Stellen von den Bomben durchbohrt, wobei ernste Brände entstanden(!).“ Ein anderer der belobigten Engländer hat„in einem brennenden Hause“ Menschen aus der„Nachbarschaft vonl Magne= siumvorräten“ herausgeholt. Von brennenden Oelbehältern, von zerstörten Fabriken, in denen Magnesium lagert, und von beschädigten Lagerhäusern hat man in den amtlichen Berichten des britischen Informationsministeriums nichts gelesen, so daß man eigentlich zu der Ueberzeugung kommen müßte, alle diese Aufzeichnungen sind für erfundene Heldentaten verliehen worden. erkennt, welche Werte für unsere Sache die Parole„Ein Frieden der Freiheit und Gerechtigkeit" unter den Völkern haben würde.“ Das alte Londoner Hetzblatt hat ausnahmsweise recht. Kriegsziele sind eine starke Waffe, allerdings nur, wenn sie wie im Falle der Forderung Deutschlands nach Lebensraum— sittlich begründet sind und von dem einmütigen Willen des gesamten Volkes getragen werden. Auf die hohlen Phrasen von einem„Frieden der Freiheit und Gerechtigkeit", fällt nachgerade niemand mehr herein. Die Hoffnung, den Aufstieg Deutschlands und der anderen jungen Vötker mit Gewalt zu unterdrücken, ist„zerronnen. So bleibt dem Hasardeur Churchill tatsächlich als einziges Kriegsziel nur noch der Kampf,„um mit dem Leben davonzukommen“— und deswegen hat die plutokratische Verbrecherelique ganze Völker ins Elend gestürzt? Companys standrechtlich erschossen Das Ende des kalalanischen Separatistenführers Von unserem str.-Berichterstatter Barcelona, 17. Oktober. Im Gefängnis von Montjuich ist der katalanische Separatistenführer und frühere Präsident der separatistischen katalanischen Republik, Companys, gestern standrechtlich erschossen worden, nachdem er von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt worden war. In zwischen Vertretern der Rei regierung und der Kaiserlich-Iranischen Regierung Verhandlungen über Fragen des deutsch-iranischen Warenverkehrs und über die Festsetzung von Jahreskontingenten begonnen. Die Eröffnung des Deutschen Wissenschaftlichen Instituts in der Aula der Bulgarischen Landesuniversität Sofia fand durch einen Festakt am Mitlwoch statt. Anwesend waren unter den zahlreichen geladenen Gästen Reichsminister Dr. Rust, der bulgarische Ministerpräsiden! Professor Isloff und viele deutsche und bulgarische Gäste. Auf dem Umweg über eine Aeußerung Newyorker Schiffahrtskreise teilt Reuler dem englischen Leser mit, daß der britische Passagierdampfer„Lorina“ vor Englands Küste durch ein Unterseebool versenkt worden ist. Verlag: Westfälische Tageszeilung G. m. b.., Münster(Westl.). Verlagsleiter: Erich Frintrop(z. 2t im Felde). i. V. Arthur Petsch. Hauptschriltleiter: Dr. Anion Elekhofl(z. 21. im Felde): Stellvertreter Karl Kuhl. Verantwortliche Schriftleiter: Politik: Karl, Kuhl: Polilische Nachrichten und Vermischtes: Dr. Eugen Wagner: Bewegung und Provinz: Max Hiemisch(z. Zt. im Felde). 1. V. August Hollwes: Volkstum, Kunst und Unterhaltung: Wilhelm Vernekohl. Stadtanzeiger: Peter Jurascheck: Kommunalpolitik: Otto Peffer (2 21 im Felde): Sport: Allred Strobel(z. 21 im Felde), I. V. Peter Jurascheck: Bezirksausgaben und Bildberichterstattung: Clemen- Hülsbusch: Anzeigenleiter: Horst Enters (2 Zt. Wehrmacht). I. V. Hans Wollmaler. Sämtlich in Münster. Druck: Aschendorffsche Buchdruckerei. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 1 vom 1. Juli 1940 gültig. Ragenarsr Bi. Grunat ROMAN VON ROLF KROHMBECK (23. Fortsetzung.) „Hast du mit Matthias darüber gesprochen?“ „Nein! Aber mit Doktor Bürkner! Ich kann dir heute auch die Ursache seiner Unruhe und Nervosität in den letzten Tagen erklären. Matthias kämpft seit Tagen mit dem Entschluß, dich zu operieren und findet nicht den Mut dazu. Seine Liebe ist es, die ihn daran hindert!" „Ich verstehe dich nicht...“ „Es ist nicht schwer zu verstehen, Renate! Versetze „ d i c h e i n m a l i n s e i n e L a g e: E s h a n d e l t s i c h u m e i n e n E i n griff, der äußerste Ruhe und eine unerschütterliche Sicherheit der Hand erfordert. Das geringste Versehen stellt den ganzen Erfolg der Operation in Frage! Matthias ist berühmt wegen seiner Augenoperationen, Fälle, in denen kaum ein Hoffnungsschimmer blieb, löste er. Er ist, wie du ja selbst weißt, ein Fanatiker seines Berufs. Nun aber steht er vor einer schweren Entscheidung seines Lebens, vor der schwersten wahrscheinlich, die je an ihn herantrat: Er soll den Menschen, den er liebt, operieren! Daß er vor diesem Augenblick zurückbebt, ist ja zu versteheg. „och würde es ihm sehr leicht machen...“, kam es so leise von Renates Lippen, daß Herta es kaum verstand. „Er fürchtet, im entscheidenden Moment die Nerven zu verlieren! Er glaubt, nicht die Kraft zu haben, die Operation erfolgreich durchführen zu können! Das Bewußtsein, die Frau, die er liebt, an der er mit jeder Faser seines Herzens hängt, vor sich zu haben, beraubt ihn der Ruhe und Sicherheit, die ihn sonst auszeichnet bei irgendwelchen Eingriffen...“ „Woher weißt du das?“ „Er hat mit Bürkner darüber gesprochen! Bürkner bedauerte ihn sehr, besonders, da er weiß, daß Ruhe und Sicherheit die unerläßlichen Voraussetzungen für das Gelingen des Eingriffs sind! Du mußt ihm helfen, Renate!" „Ich— ihm helfen?“ „Ja, du mußt ihn von der Last, unter der er über kurz oder lang zusammenbrechen wird, befreien!“ Ein ratloser Zug breitete sich über das Gesicht Renates. „Ich werde ihm sagen, daß ich...“ „Nein, du darfst ihm gar nichts sagen. Renate!" unterbrach Herta die Freundin.„Das würde die Sache nur verschlimmern. Es steht nun so, daß Matthias sich eines Tages doch zu dem Entschluß durchringen wird, daß die Operation mißtingt. In demselben Augenblick hat die Sache aufgehört, eure eigene Angelegenheit zu sein! In Arztekreisen ist bereits bekanntgeworden, daß Doktor Grundt in der Lage ist, die an verschiedenen Universitäts=Augenkliniken durchgeführten Hornhautverpflanzungen ebenfalls vorzunehmen. Man erwartet von ihm eine Bestätigung dieser Behauptung. Nun bedenke: Er unternimmt die Operation bei seiner Frau— die Operation mißglückt! Der ärztliche Ruf deines Mannes ist schwersten Gefahren ausgesetzt, er wird einem Chaos von Anfeindungen gegenüberstehen und nicht in der Lage sein, sich ihrer zu erwehren.. Herta Starke sah,wie sich Renates Hand zu ihr tastete. „Bitte, sei still, Herta!“ bat sie, mit einem Unterton namenloser Qual in der Stimme.„Ich habe ja gar nicht verlangt, sehend zu werden... ich habe mich ja längst mit meinem jetzigen Zustand abgefunden.. „Das ist ein Irrtum, Renate, ich weiß es ganz genau: Mit einem solchen Zustand findet sich kein Mensch ab, besonders wenn er weiß, daß es eine Möglichkeit gibt, ihm ein Ende zu machen! Und außerdem würdest du mit deiner Resignation deinem Manne einen schlechten Dienst erweisen. Man weiß in eingeweihten Kreisen, daß er eine blinde Frau hat. Heilt er dich nicht, wird es heißen: Aha, Doktor Grundt hat nicht den Mut, den Wert seiner Entdeckung an seiner eigenen Frau zu erproben, also muß an der Sache irgend etwas nicht in Ordnung sein! Leuchtet dir nicht ein, daß das seiner jahrelangen Pionierarbeit den Todesstoß versetzen würde?" „Was soll ich denn tun?“ Die sonst immer ruhige, immer gefaßte Renate Grundt fühlte den sicheren Boden. auf dem sie zu stehen meinte, wanken.„Du mußt dich operieren lassen!“ sagte Herta fest. „Ja, aber, wenn... wenn Matthias...“ „Von dem Erfolg der Operation hängt nicht nur dein persönliches Schicksal ab. Mit ihm ist das Schicksal deines Mannes in seiner Eigenschaft als Arzt unlösbar verknüpft! Da Matthias in seinem jetzigen Zustand nicht stark genug ist, die Operation durchzuführen, mußt du dich von Hans Bürkner operieren lassen!“ Herta Starke atmete heimlich auf. Es war gesagt... und es war, wie sie sich ebenso heimlich zugeMar dich zu operieren... und unter dem Einfluß des Depres= stand, nicht einmal ungeschickt gesagt! sionszustandes, in dem er sich befindet, besteht die Gefahr, Eine Frau wie Renate konnte angesichts der Schreckbilder, die sie vor sich aufrichtete, nicht nein sagen! Ihrem Manne zuliebe würde sie damit einverstanden sein! „Und Matthias...“ „Bürkner ist deinem Manne treu ergeben. Er möchte ihm und dir helfen und stellt sich dir bedingungslos zur Verfügung. Um aber Matthias Qualen zu ersparen, die ungeheuren Schaden anrichten könnten, mußt du dich der Operation unterziehen, ohne daß er vorher etwas davon erfährt. Bürkner garantiert dir für ein restloses Gelingen. Bedenke: Du kannst wieder sehen und hast mit diesem kleinen Opfer deinem Manne außerdem einen unschätzbaren Dienst erwiesen! Er kann weiterarbeiten, von einer lähmenden Gewissenslast befreit...“ Es war Renate, als hätten Hertas Worte auf einmal den Schleier vor den Unfaßlichkeiten der letzten Tage fortgezogen. Sie glaubte nun Matthias zu verstehen. Seine Unruhe, seine Nervosität, die ganze rätselhafte Veränderung in seinem Sichgeben, seinem Wesen— Herta hatte ihr die Gründe dafür aufgezeigt. Es war ja plötzlich alles so klar: Alles in ihm trieb ihn, ihr zu helfen... auf der anderen Seite stand sein Ruf als Arzt auf dem Spiel, wenn das eintreten sollte, was Herta eben vorausgesagt hatte, wenn die Operation mißglückte! Durfte sie ihn dieser Gefahr aussetzen? Mußte sie nicht wirklich von sich aus alles tun, um diesen qualvollen Zustand von ihm zu nehmen? Ihre Gedanken kreisten nur um Matthias. Das Wesentlichste, die Wiedererlangung ihrer Sehkraft, trat völlig in den Hintergrund. Sie dachte in diesen Minuten nicht einmal daran, um was es ging. Was für sie persönlich davon abhing! Matthias Nur im Unterbewußtsein dämmerte die Empfindung, daß sie ihm dann erst, wenn sie wieder sehen konnte, wahrhaft Gefährtin zu sein vermochte, daß dann erst ihre Ehe mit Matthias Grundt ihren wirklichen Sinn erhalten würde, wenn sie ihm vollwertige Gattin und Kameradin sein durfte! „Matthias würde natürlich nicht damit einverstanden sein, wenn er wüßte, daß Bürkner mich operieren will?“ fragte sie nach einer langen Pause. „Dürfte er damit einverstanden sein? Selbstverständlich nicht, als Arzt und als Mann nicht! Es würde wahrscheinlich nur eine unheilvolle Beeinflussung entstehen, die ihn veranlassen könnte, das zu tun, was wit verhindern wollen: Die Operation selbst zu wagen!“ „Aber wird er nicht...“ Herta Starke faßte beide Hände der Freundin. „Renate, du weißt, daß ich dein Bestes will! Du darfst jetzt um Gottes willen nicht in deinen alten Fehler verfallen, jede Handlung, jeden Schritt, den du tun willst, erst gedanklich zerstückeln zu wollen, bis zuletzt vor lauter Bedenken und Für und Wider die Absicht selbst verschüttet wird! Ich habe dir, glaube ich, deutlich genug erklärt, worauf es ankommt, was für Matthias davon abhängt — wenn du jetzt noch anfängst, zu grübeln und zu fragen, verliert die Tat, mit der du ihm helfen mußt, ihren ursprünglichen Sinn!“ Renate Grundt hob mit einem Ruck den Kopf. „Du hast recht, Herta! Ich fürchte nur, Matthias könnte es als Mangel an Vertrauen auslegen, wenn ich...“ „Das wird er nicht tun, Renate! Er wird dir dankbar sein, daß du ihn aus einer Gewissensnot befreitest...“ „Ja!“ In den toetn, starren Augen der jungen Frau spiegelte sich der Glanz der Sonne. Es war, wenn man in sie hinein sah, als käme das Leuchten, der goldene Widerschein, von innen heraus, als fülle sich die Leere der Augen mit plötzlichem Leben, geweckt durch den Entschluß dieser Minute. „Ich muß es wohl tun...“ „Ich verstehe nicht, wie du angesichts der Umstände, die ich dir schilderte, auch nur eine Sekunde zögern kannst!“ sagte Herta Starke im Gefühl innerer Befriedigung. Instinktiv... oder nein, ganz bewußt hatte sie den richtigen Weg eingeschlagen, indem sie Renate an der einzigen verwundbaren Stelle anpackte, an ihrer Liebe zu Grundt. Renate glaubte jetzt, es tun zu müssen, um ihm zu helfen, und tat es nur darum. Es wäre falsch gewesen, ihr die Schönheit des SehenKönnens auszumalen— von dieser Seite aus hätte Herta Starke, das wußte sie, ihr Ziel nie erreicht. Wenn jemals, dann heiligte in diesem Fall der Zweck das Mittel! Mochten andere von frevelhaftem Spiel mit den Gefühlen eines Mitmenschen reden, mochten sie ihr Tun frivol nennen— ihr war es gleich. Renate würde wieder sehen können, das war das Wesentlichste, das allein Entscheidende! Herta Starke blieb noch lange bei Renate Grundt Sie begleitete sie ein wenig später ins Haus. Alle Einzelheiten besprach sie mit ihr. Vorsichtig, immer darauf bedacht, jedes Wort zu vermeiden, das in der feinfühligen Freundin auch nur den Schimmer eines anderen Gedankens wecken könnte. Als sie ging, sagte sie noch einmal:„Also. Rnate, laß deinen Mann nichts merken... es könnte alles verderden!“ „Ich hatte noch nie ein Geheimnis vor ihm!“ sagte Renate.„Ader ich sehe ein, daß es diesmal nicht anders geht!“— Matthias Grundt kam und saß ihr, wie an jedem Mittag, am Tisch gegenüber. Hätte sie sein Gesicht sehen können, dieses von den Kämpfen der letzten Tage zermürbte Gesicht, sie hätte das Geheimnis vielleicht nicht für sich behalten können. Es war das Gesicht eines Menschen, der auf dem Wege war, sich zu verlieren in einer Wirrnis von marternden Grübeleien, in der alle verstandesmäßigen Erwägungen untergingen. Matthias Grundt fühlte selbst von Tag zu Tag mehr, daß dieser Zustand nicht von Dauer sein konnte, daß einmal der Augenblick kommen mußte, in dem die grausame Forderung der tatsächlichen Gegebenheit die Oberhand gewinnen würde. In den letzten Tagen war es zur fixen Idee in ihm gewachsen: Renate, deren Empfindungen sich von ihm ein Bild geformt hatten, das nicht der Wirklichkeit entsprach, würde in derselben Minute entsetzt vor ihm zurückweichen, in der sie ihn sah! Die Enttäuschung würde zu groß sein, als daß sie je darüber hinwegkommen könnte! Er war ein Fanatiker seines Berufs von jeher, er hätte sich nicht denken können, jemals etwas anderes zu sein als Arzt— jetzt aber, in diesen Tagen, gab es Stunden, in denen er ein Grauen vor allem empfand, was mit seiner Tätigkeit zusammenhing. Es bohrte und wühlte in ihm unablässig. Wenn er Patienten behandelte, wenn er sich mit ihnen unterhielt, wenn er hier vor Renate saß, wenn er nachts im Bett lag und ihre Atemzüge hörte— immer und überall fraß es sich immer tiefer in ihn hinein: Ich opfere meiner Liebe die Ehre meines Berufs! Ich müßte ihr... gerade ihr die Sehkraft ihrer Augen wiedergeben und tue es nicht, weil ich feige bin! Woher nehme ich überhaupt noch den Mut, ihr entgegenzutreten, mit ihr zu sprechen, sie zu küssen? Ist nicht jeder Kuß ein Verrat? Mit einer an Selbstzerfleischung grenzenden Regelmäßigkeit zwang es ihn immer wieder, an den Spiegel zu treten und sein Gesicht anzusehen. Mit dem Auge des Chirurgen zerlegte er dieses Gesicht, prüfte er jeden Zug, jede Linie— und so sehr hatte sich sein Urteilsvermögen schon verschoben, daß er sein Gesicht mit der Fratze eines Satans verglich, vor dem Renate gepeinigt aufschreien würde, wenn sie es sehen könnte. Er beobachtete die Menschen, die mit ihm zu tun hatten. Versuchte in ihren Mienen zu lesen, welchen Eindruck sein Aussehen auf sie machte— und mehr als einmal glaubte er Anzeiche Erschreckens wahrzunehmen, die doch in Wirklichkeit weiter waren als Ausdruck der die ein Besuch beim Arzt gewöhnlich für die MenSie erschracen vor, ner, Hitzüchtet, dehrte— vm. Sie bemüher u, icht. zuzugebeh 2r ter ort. 6 mals ihre Mutter, Wirklichkeit alles * r 5 * Sie 18. Oktober 1940 Einer gogen Ver Battorien und Eweibatahiche Wie Feldwebel Reinefarth das Ritterkreuz erwarb— Ein wahres Husarenstück Seit 5 Uhn morgens ruhen die Waffen gegenüber Belgien. Seine Armee hat kapituliert. Es kommt für uns alle darauf an, die belgische Nordseeküste so rasch als nur möglich zu gewinnen. Wir fahren hinein in das Chaos einer sich auflösenden Armee— teilweise stoßen wir auf belgische Truppenteile, die noch vollbewaffnet sind und noch gar nicht wissen, was los ist. Aver der Krieg ist aus für Belgien... Motorisierte Abteilungen sind den Marschkolonnen beia ihr Piel.g..— Ostende, Rieuport nehmen.: Die Soldaten des neuen Deutschland negmen die alten Weltkriegsbastionen Ostende und Zeein Besitz., Dicht heran an die englische Steilküste rückt der deutsche Angriff. Es geht jetzt England an den Kragen— England— England! Der Gedanke beherrscht uns, fiebert in uns. Er spornt die Führung und die Männer der Vorausabteilungen zur höchsten Eile an. Ranandie Küste ascha.. den Feind! Die französischen und bellich aucdrupgen ände auf belgischem Boden haben sug ausbrücklich von der Kapitulation ausgenommen. ## ollen also den Kampf haben, den sie wünschen. Entlang den belgischen Marschkolonnen brausen die Verausahteilungen der Küste zu. Gegen Mittag rückt —..; Bataillon in Pervyse ein. Ihm ist ein Pakzug wös#27, Kompanie unter der Führung des Feldmebels Reinefarth unterstellt. Er hat zunächst einen Sicherungsauftrag: Mit drei Pak=Geschützen und die Süd= und Westausgänge von Peroyse zu sichern. Dann aber gilt es, die feindlichen Batterien zu erkunden, die aus südlicher Richtung aus Nieuport bezennann dau ueren Angrif von der Flanke her a# Einz, Offizier des, II. Batailons rust Reinefarth zu, eine französische Kolonne westlich von Verogse auf dem Rückmarsch befinde. Man müsse ihr Mann P. e. den P. und zwei mehel Bedleiarng pen Fayrer eingerechnet, braust Feldwebel Reinefarty die Straße Richtung Furnes hinab. Während der Fahrt erkennt er durch das Glas die auf 95#% Apecapelle zu marschierende Kolonne, als bebiseat linst. halt ge Franzosen sein. Er biegt linrs ein, haut auf das Dorf Avecapelle zu, und un erwartet Feldwedel Reinefarth jeden Augenblick das Eintreffen der feindlichen Marschkolonne. mikseinem von. Voraus ein Oberst Stab, zu Pferd. Er starrt die paar deutschen Soldaten an, entsetzt, sprachlos. Diesen Emgsgrgachg n Avecapelle nicht erwartet. ein m.“ggmne hält an. die Franzosen bringen in Stellung. Die Sache wird kritsch. öcherz ste as Jerven behalten und eiskalt denken. #. Geste kann den Tod der paar Männer Die stehen einer hundertfachen Uebermacht gegenüber. Richt abzusehen ist die bespannte Kolonne. zuie Sazige Chance, die der Feldwebel hat, ist die, das Moment der Ueberraschung auszunutzen. Reinefarth— es liegt in dem Namen beiläufig das, was der Namensträger jetzt vollbringt: er fährt rein in den„Feind, mitten hinein und nimmt ihm durch die Kuynheit dieses Wagnisses die Bestimmung. Der französische Oberst stutzt und muß denken: Wenn die so aufmuß doch allerhand dahinterstehen. Ghechste, stedt nicht mehr dahinter als drei Pakgehasiene Veinesarth mit vorHer obertdergabe, Herr Oberst!“ Deutsch der weigert zsich. Er radebrecht mit mühsamem Deutsch vayer, daß die Franzosen doch bei weitem überEr könnte den Feldwebel gefangennehmen, ihn jetzt niederschießen, und die Affäre wäre erledigt; das französische MG. brauchte nur eine Garbe yinauszustreuen und die Kolonne könnte weiter. den 125, Oberst spricht, aber er handelt nicht. Der eine Feldwebel beherrscht das Feld. Es ist der äußerste Wagemut, es ist ein verwegenes Spiel der Sekunden, der richtigen Worte und der überlegen tuenden Gebärden. Wer jetzt die Nerven behält, hat gewonnen. Noch ist das Spiel nicht entschieden. Die Offiziere des Stabes kommen heran. Nichts— s3. lei, denn die Pistole des einen deutschen Feldwebels— siechen wie dide idn gefangenzunehmen. Aber sie wierde gelähmt um ihren Oberst. Der steigt vom scheint gewonnen zu haben. Reinefarth teasche: ichder mit der Zu. und deutet auf desen PistolenPistole!“ Aber der Oberst versteht Feldwebel Reinefarth, der sich darüber klar ist, va banque zu spielen, bleibt die Ruhe selbst. Er tut, als käme es gar nicht so darauf an. Schließlich nimmt der Stabsoffiziere die Pistole aus der Tasche, feuert sie ab und schmeißt sie in den Graben. Der Anfang ist gemacht. Das Beispiel zieht, es zieht unheimlich. Die Mannschaft, die das sieht, tut dasselbe. Um die Erdal-Blechdosen mehrmals verwenden zu können, gibt es nun auch Erdal=Nachfüllpackungen. Das Nachfüllen ist eine einfache, saubere und schnelle Sache. Deckel abnehmen und das gefüllte Unterteil in die leere Erdaldose setzen. Das ist alles! Auf diese Weise läßt sich die Erdal=Blechdose lange Zeit verwenden und man hat immer Erdal, das altbewährte Erdal! Aber noch immer steht die Entscheidung auf des Messers Schneide. Die Franzosen hinten, die es knallen hören, meinen, es sei ein Gefecht im Gange. Reinefarth siegt wieder durch seine sichere Ruhe. Wie aber soll er diese Massen, selbst wenn sie alle die Waffen wegwerfen, abtransportieren? Wenn die anderen den Trick durchschauen, daß nur ein einzelner Feldwebel ihnen gegenübersteht, dann ist das Spiel verloren. Reinefarth schickt seinen Fahrer zurück, damit er die beiden anderen Pakgeschütze und Radfahreinheiten heranhole. Ganz allein steht er nun der langen Kolonne gegenüber. Gottlob, da kommen endlich die Pakgeschütze heran! Spannende Minuten, die sich ewig dehnen, gottlob! Das war der Trumpf— im letzten Augenblick dieses Hasardspiels um Kopf und Kragen. Die Franzosen denken: das ist nur der Anfang— da kommt noch allerhand nach. Der Oberst setzt sich vorn in Reinefarths Wagen zum Fahrer hin, und ab geht die Fahrt. Noch immer hat er seine Pistole. So rollt der Feldwebel mit dem gefangenen Oberst entlang der Feindkolonne, und im Vorbeifahren gibt er seinen Männern den Befehl, die Waffen niederzulegen. Dabei erst erkennt Reinefarth in vollem Umfange, welcher Fang ihm geglückt ist. An die zwei Kilometer lange Munitionskolonne schließen sich vier Batterien. Kaliber 15 Zentimeter und 7,5 Zentimeter. Reinefarth fährt wie ein General an den Kolonnen seiner Gefangenen entlang zurück zum Bataillon, und wie, um dem Erlebnis noch einen Schlußpunkt zu geben, folgen hinter der seindlichen Artillerie auch noch zwei französische Infanterie=Bataillone, die nach dem Beispiel des Obersten gleichfalls die Waffen strecken.— Wasse Als Reinefarth am Abend dieses ereignisreichen Dages die Geschehnisse überdachte: eine zwei Kilometer lange Munitionskolonne und vier Batterien erbeutet, zwei Bataillone gefangengenommen, er selbst in mehreren Augenblicken ganz auf sich selbst gestellt, auf des Messers Schneide balanzierend— da wurde es dem Rechtsanwalt aus Cottbus, Feldwebel Reinefarth, doch etwas eigen zumute: Es hätte auch anders ausgehen können, dieses Spiel mit dem höchsten Einsatz. — Als 16jähriger bereits Teilnehmer des KappPutsches, später bei der Artillerie der„Schwarzen Reichswehr“— und jetzt Träger des RitterFeinesarch. Proßdeutschen Voltishere— das st Kriegsberichter Dr. Leixner(PK) Japans neue Jangtseoffensive Kleine Geographie des großen Stromes— Der bedeutendste Fluß Arlens Der Schauplatz der derzeitigen javanisch=chinesischen Kämpfe, in deren Verlauf die Japaner eine chinesische Schlüsselstellung bei Wuhn eroberten, ist der Unterlauf des Jangtse, des bedeutendsten Flusses von China und Asien überhaupt. Genau betrachtet, führt nur ein Teil des Unterlaufs dieses mächtigen Flusses, des„großen Stromes“, den Namen Jangtse, während er in seinem Quellgebiet im östlichen Tibet den Namen Murussu führt. Der Jangtse. chinesisch Jang=tse=kiang, ist für ein ungeheures Gebiet Chinas der Schicksalsfluß. Seine gewaltige Länge über 5000 Kilometern zieht ein Gebiet von rund zwei Millionen Quadratkilo= metern in seinen Lebensbereich. Der wasserreichste Strom der alten Welt bringt über die von ihm durchflossenen Gebiete oft verheerende Ueberschwemmungen. die Tausende von Opfern fordern. Segen und Vernichtung trägt der„Strom des Meeressohns“, wie man ihn in Eurova, übrigens fälschlich, nennt, auf seinen Fluten mit sich. Der südliche Mündungsarm des Jangtse nimmt den Huang=pu auf, an dem 60 km aufwärts ist Flußhafen, der als Hauptverschiffungsplatz für Schanghai, der bedeutendste Hafen und die größte Handelsstadt der ostasiatischen Festlandküste, liegt. Die Stadt„über dem Meere“, die heute rund dreieinhalb Millionen Einwohner zählt, umschließt Menschen aller Nationen und aller Rassen in ihren Mauern. Um die alte„Chinesenstadt“ mit ihren engen Gassen, den Sitz der einheimischen Gewerbe, gruppieren sich die neueren Stadtviertel und Vorstädte. Schanghai ist dank seiner Lage am Mündungsarm des Jangtse dem Riesenstromnetz des Flusses angeschlossen, wodurch sich die Stadt frühzeitig zum Welthafen entwickelte. So spielt auch der Handel die größte Rolle, daneben wird Textilund Papierindustrie. Maschinenbau, Tabakverar= beitung usw. betrieben. Von Schanghai führt eine wichtige Bahnlinie nach Norden, die bei Nanking den Jangtse überVon Nanking wenig stromaufwärts, genau westlich von Schanghai, liegt Wuhn am rechten Afer des Flusses, in der chinesischen Provinz Nganhuei. Wuhn mit seinen 130 000 Einwohnern Adolf Hitlers Dank an das deutsche Bauerntum. Das große festliche Ereignis für die als Gäste der Reichsregierung in Berlin weilende Abordnung des gesamten deutschen Bauerntums war der Empfang der 300 Frontbauern, Bäuerinnen und Landarbeiter durch den Führer in der Neuen Reichskanzlei. Mit einem Erntespruch überreichten Jungbäuerinnen, die durch den Reichsbauernführer Darré(links im Bild) dem Führer vorgestellt wurden, Adolf Hitler eine Fülle von Blumen und die Erntekrone (Presse-Hoffmann-.) Reis aus den benachbarten Provinzen Bedeutung hat und größere Baumwollspinnereien. Reisschälund Getreidemühlen besitzt. Südöstlich von Wuhn. bei Suantscheng, befanden sich die wichtigen Stellungen der Chinesen, die jetzt nach erbitterten Kämpfen in den Händen der Japaner sind. Weiter stromaufwärts nimmt Hankau eine beherrschenden Lage an der Mündung des Han=kiang in den Jangtse ein. Erwähnt sei, daß„kiang“ Fluß bedeutet. Han=kau, oder richtiger Han=kou, bedeutet, etwa„Han=Gemünd“. Diese wichtigste Handelsstadt Mittelchinas mit rund einer Million Einwohnern verdankt ihre Bedeutung der Schifffahrt auf dem Han=kiang und dem mittleren und oberen Jangtse. Hinzu kommt der ausgedehnte Seen=Bezirk dieses Gebietes, der zum Teil durch Kanalverbindungen der Binnenschiffahrt angeschlossen ist. von der Niederlage Zür-Katdstropfe Englands Weg in den Winter— Von Helmut Sündermann Es sind nun gut vier Monate vergangen, seit die Entscheidung des Krieges fiel, den England im September 1939 mit dem Ziele begann, das wiedererstandene Reich zu Boden zu werfen und zu vernichten. Es ist nicht nötig, an die Ereignisse zu erinnern, die mit unerhörter Dramatik diesen verbrecherischen Plan zunichte werden ließen. Seit die Trümmer der englischen Armee in Kähnen und Schaluppen unter Preisgabe aller ihrer Waffen das nackte Leben auf ihre Insel hinüberretteten, ist Deutschland gemeinsam mit seinem faschistischen Bundesgenossen der Herr des Kontinents, der auch das Schicksal Großbritanniens bedeutet. An dem Tage, an dem die Spitzengruppen deutscher Soldaten im stürmenden Angriff in Calais einrückten, seit sie Dünkirchen erkämpften und den Kanal beherrschen, wurde der Krieg gegen England entschieden— und zwar eindeutiger entschieden als der Weltkrieg am 9. November 1918; damals war es Verrat und Verbrechen im Innern des Reiches, das den Kampf der Front aussichtslos machte, diesmal aber ist es eine klare strategische Lage, die jede Möglichkeit einer Wendung im Kriegsgeschehen in das Reich der Phantasie verweist. Die Waffen haben gesprochen, und zwar so deutlich gesprochen, daß seitdem an der Niederlage Englands kein Zweifel mehr ist. England war zu schwach, seine Macht in Europa zu behaupten, wie sollte es hoffen, sie von Narvik bis zur Biskaya, von Paris bis nach Bukarest den deutschen Truppen wieder zu entreißen? Es war eine Niederlage, so eindeutig und klar, daß die Ehre eines Volkes unangetastet blieb, das sich entschloß, sie anzuerkennen. Sie war um so leichter erträglich, als Gewißheit über maßvolle Forderungen der Sieger bestand, und das eigene Land noch verschont war von den furchtbaren Erlebnissen des modernen Krieges. Die gleiche englische Führung freilich, die im Jahre 1917 nur unter dem Eindruck des verstärkten=BootKrieges lieber einen Niederlage=Frieden als eine Aushungerung in Kauf nehmen wollte, hat diesmal, als die Entscheidungsstunde der deutschen Eroberung der Kanalküste(eine Lage, die auch im Weltkrieg von beiden Seiten als kriegsentscheidend gewertet wurde) schlug, Bruckner=Fragmente uraufgeführt Das 2. Leipziger Bruckner-Fest Zum zweitenmal fanden sich nach einem, Ablauf von vier Jahren die Brucknerfreunde aus dem ganzen Reich in der Reichsmessestadt Leipzig zusammen, um mit glauviger Bekenntnisfreude das zweite Leipziger ner=Fest zu seiern. Der Initiative der Leipziger Bruckner=Gemeinschaft, die unter den Zweiggesellschaften der großen Deutschen Bruckner=Gesellschaft eine der aktivsten ist, ist es zu verdanken, daß sie in der Zeit vom 10. bis 13. Oktober in Verbindung mit der RSGemeinschaft„Kraft durch Freude". dem Gewandhaus zu Leipzig und dem Reichssender Leipzig dieses Fest trotz aller zeitbedingten Schwierigkeiten erfolgreich durchführen konnte. Seitdem Arthur Nikisch im Jahre 1884 in Leipzig Bruckners VII. Symphonie uraufführte und damit das Weltinteresse für Bruckner weckte, ist die Kette der Einsatzbereitschaften für das Werk Bruckners an, Iizzig nicht mehr abgerissen. Wichtige Stationen ner=Zutsurg iwePe wa die Veranstaltung eines Bruckr. Jpsi.,Binter 1921—22 durch Nikisch, der erste durch Wesbach im Leipziger Rundfunk 1932—33 führung der Orse' als weittragende Tat die Uraufebenfalls durch Weii“estalt der IV. Symphonie 1936 sicht nur auf das. Von Leipzig aus wurde also „veniale Werk immer wieder hingeund„bearbeitete“ Wersu wurde auch das Bruckner der Nachwelt bestalgo Form, wie sie seit 1933 der m.:.a s6 überlieferten lag in Leipzig in der Ges usitwissenschaftliche staunenden Musikwelt neu geschenek, Man ga. Stadt Leipzig mit Recht den Ehrenztzi der Stadt geben, denn es ist nicht zum### einer Brucknerdienst, wenn der Kampf, der Jahrzehniz r Veraewallige Werk geiobt hat, zur Ruhe kom kämpferischen Kräfte sich nunmehr zu ein Bruckner zusammenfanden.“ einem Eickatz für Dieser hohen traditionellen Verpflichtung u sich auch bei dem herrlich verlaufenen zweiten LHpzie Bruckner=Fest voll bewußl. Drei große Orchesters zerte im Gewandhaus, eine kammermusikalische g genseier und zwei Chorauschrungen beschworen Sten und gbennen wur Shckwerk i. s Feistnen, muir Swamhe. ist. Die Tage Dom üb#allen denen, die guten sich aufzunehmen. In e Fünfte Somphonie letzter Ahnungen 4 offenbarte sich die Neunte Symphonie, die schmerzdurchzitterte Welt der=Moll=Messe, der strahlende Hymnus des 150. Psalms verströmten sich mit unheimlicher Macht des Gefühls— einzig die Vierte „Romantische“ Symphonie lockerte den Bann, mit dem die strenge Herrlichkeit und Größe des Brucknerschen Genius die Herzen gefangen hielt. In Demut aber neigte man sich auch vor den in diesem Fest uraufgeführten Fragmenten zum geplanten Finale und Scherzo der Neunten Symphonie. Die Skizzen und die bereits fertige Ausführung lassen uns einen tiefen Einblick tun in die Schaffensweise Bruckners, als des ewig mit sich ringenden schöpferischen Genies. Seine Absicht war, seiner Neunten„unvollendeten“ Symphonie, die er aus tiefster Inbrunst„dem lieben Gott" widmete, nach dem Adagio noch ein Finale zu geben, das gleichsam als Krönung über dem ganzen Werk stehen sollte. Der 9. Band der Kritischen Gesamtausgabe läßt erkennen, daß Bruckners Arbeiten an diesem Finale weiter gediehen waren, als man bisher annahm, ja daß der ganze Satz bis auf die Koda bereits skizziert, zum Teil logar(218 Takte) in Partitur ausgeführt war. Dieses Fragment erklang im Rahmen des Festes zum erstenmal soweit es vorliegt. Die geringen Hinzufügungen, und die Einrichtung besorgte Dr. Fritz Oeser. Auch über diesem Fragment— die dreithematige Exposition über der sich die Lichtgestalt eines großartigen Chorals wölbt— liegt, der Schauer letzter Ahnungen, gesättigt aus der Welt der drei vorhergehenden Sätze. Anlage der drei Themen, angedeutete Durchführung und skizzierte Fuge lassen erkennen, daß Bruckner mit diesem Finale einen letzten übermenschlichen Kampf um die symphonische Vollendung seiner Kunst kämpfte. Und blitzartig mag in uns die Erkenntnis durchbrechen von den geheimnisvoll unergründlichen Quellen, aus denen diese Kunst geschöpft war. Die studienmäßige Uraufführung der Scherzo=Trios zur Neunten Symphonie, von denen zwei selbständige Entwürse vorliegen, erfolgte im kammermusikalischen Rahmen(als Höhepunkt brachte dieses Konzert das einzige Streichquintett Bruckners in der Originallassung). Wie die Orchesterfassung gewesen wäre, läßt uch allerdings an Hand der Entwürfe nicht feststellen, die von Arnim Knab besorgte Übertragung für Streichguintett kann also nur die eigentliche Substanz bringen. Vor der zauberhaften Schönheit, Klanglichkeit und tänzerischen Grazie, die, ins Vergeistigte erhoben, doch die nichts mehr verraten von jenem berühmten englischen Realismus, der sich jetzt ebenso als Schall und Rauch erwies, wie die Propagandathese von der englischen Bündnistreue und Tapferkeit. Dem Verbrechen gegenüber den europäischen Völkern, das die Kriegshetzer von 1939 begingen, als sie den neuen Krieg entfesselten, haben sie ohne Wimperzucken ein weiteres Verbrechen, diesmal gegenüber ihrem eigenen Volk, hinzugefügt, über dessen Ausmaß sie sich gewiß nicht im unklaren waren und das heute unter dem Eindruck der Nachrichten aus London die ganze Welt zu ahnen beginnt. Denn das ist die Lage Englands heute:e Niederlage ist seit Monaten entschieden, seine shetzer aber sind entschlossen, diese Niederlage#rem Volke erst in der Katastrophe seiner ganzen Existenz einzugestehen! Hoffen sie, daß das Volk in dem Elend des völligen Zusammenbruches, in Hunger, Kälte und Verzweiflung die Frage nach der Schuld am Kriege vergessen möge? Erwarten sie, daß es ihnen im Chaos der Vernichtung leichter sein wird, den Absprung in ein bequemes Ausland zu finden, als es nach einem Eingeständnis der Niederlage gegenüber einem Volk mit klarer Besinnung möglich gewesen wäre? Fürchteten sie den Richterspruch ihrer Nation und zögerten sie deshalb, die Niederlage dem völligen Untergang vorzuziehen, der heute in einer unausweichlichen Entwicklung sich vollzieht? Mögen sich diese sadistischen Hoffnungen erfüllen, oder die Kriegsverbrecher auch persönlich das Schicksal ereilen, das sie verdienen— die Gewalten, die sie riefen, sind entfesselt, und sie werden in den kommenden Monaten einen weiteren Bundesgenossen finden, der den deutschen Fliegern hilft, aus der englischen Niederlage die Katastrophe zu machen, die Churchill und seine jüdischen Hintermänner ihrem Volk zu bereiten sich entschlossen haben. Wenn wir daran denken, daß in die furchtbaren Wunden, die dem öffentlichen Leben Englands heute— nach wenigen Wochen der Luftangriffe — bereits geschlagen sind, noch die Kälte und der Nebel des Winters eindringen werden, daß die pausenlosen wohlgezielten Angriffe unserer Flugzeuge alles in Trümmer legen, was an öffentlichen Einrichgesunde volkhafte Kraft durchscheinen läßt, verstummen alle Fragen nach dem Woher und nichts bleibt übrig als ein einziges Entzücken und Dankbarkeit denen gegenüber, die diese Schätze aus der Vergessenheit erweckt haben. Große Musikerpersönlichkeiten, die Dirigenten Weisbach, Abendroth, Böhm und die Chorleiter Ludwig und David, das Strubquartett, die Solisten Eduard Erdmann, Heinrich Fleischer, Anna Maria Augenstein. Dorothea Schröder, Paul Reinecke, Philipp Göpelt, die Chöre Leipziger Riedel=Verein und die Kantorei des Landeskonservatorians und die herrlichen Orchester (das Stadt= und Gewandhausorchester, das Große Orchester des Reichssenders Leipzig, die Sächsische Staatskapelle, Dresden, sowie das verstärkte Leipziger Kammerorchester) setzten sich mit überzeugender Kraft tungen, sei es die Wasser=, Licht= und Kraftversorgung, sei es Transport= und Verkehrswesen, für die Aufrechterhaltung des staatlichen Lebens unerläßlich ist. Wir wissen schon seit dem Fall von Warschau, welche furchtbaren Wirkungen auf das Leben einer Millionenstadt allein schon die Zertrümmerung von Fensterscheiben auszuüben vermag, die aus Wohnungen kalte Höhlen macht, oder was das Fehlen nur von Wasser bedeutet, das für den Menschen wichtiger ist als Brot. Unsere Phantasie reicht nicht aus, wenn sie an London, die Stadt mit fünffacher Größe denkt und den bevorstehenden Winter in Rechnung zieht. Die Engländer, die gewohnt waren, im Faktor „Zeit“ einen Bundesgenossen zu betrachten, erleben heute schon unter dem Eindruck ihrer zerstörten Vorratslager, der zu Trümmern gewordenen Fabriken, der katastrophalen Schiffsverluste, des von Bränden geröteten Horizonts und— der ersten kühlen Herbstnächte, daß auch in der Frage des Nutzens von Zeitgewinn der Krieg von 1939 die Umkehrung des Weltkrieges mit sich gebracht hat. Diesmal sind es die Deutschen, die in aller Ruhe warten können, und die Engländer, denen jeder Tag neue Schläge, neue Trostlosigkeit, neue Stunden des Hungerns, des Frierens und der Angst beschert. Das Schicksal ist dabei, auf der Insel, die so lange herrschte ohne zu kämpfen, eine härtere Sprache zu führen, als je anderswo zuvor. Eine Sprache, für die wir neue Worte und Begriffe gebrauchen werden, um die Bilder des Grauens zu beschreiben und die Saat der Vernichtung zu bezeichnen, die in den kommenden Monaten zu einer furchtbaren Ernte zu werden verspricht. Wir sind gewiß, daß Herr Churchill auch dann noch das Lächeln zeigen wird, das seine Züge verklärte, als die Reste seiner Armee geschlagen aus Dünkirchen zurückkehrten und das er heute zur Schau trägt, wenn er über die Trümmer klettert, die er auf seinem Gewissen hat. Aber es wird die Heiterkeit eines Nero sein, der den Brand besingt, den er gelegt, die Katastrophe preist, die er gewollt hat. Stimmen zum Tage „Der Wirtschaftskrieg ist eine angelsächsische plutokratische Illusion. Deutschland, Italien und Japan stehen jedoch außerhalb des plutokratischen Netzes und können mit wirtschaftlichen Mitteln nicht bekämpft werden.“ („Popolo'Italia“.) * „Hitler ist derjenige, der entscheiden wird. Diese Tatsache beleidigt viele bei uns. Sie möchten, daß wir selbst den Krieg eröffnen, die Offensive ergreifen, um einmal zu zeigen, was Krieg ist!“ („Daily Expreß", London.) * „Nachdem England vom Kontinent verjagt ist, zerfällt seine herrschende Plutokratenschicht, indem sich ihre Angehörigen gegenseitig die Verantwortung für die Katastrophe zuschieben“. („Regime Fascista“, Cremona.) * „Schade, daß das Unterhaus nicht täglich zusammentritt,— es wäre ein interessantes Barometer für den Kursverfall der Kriegsaktie an der Börse Englands!“ („Lavoro Fascista“.) * „Die Engländer machen sich ernstlich darüber Sorgen, daß Deutschland anscheinend Erfolg mit seinen Plänen einer Reorganisierung Europas hat“. („New York Times“.) * „Die englischen Hoffnungen auf den Nebel und den Winter werden bald zunichte werden und die Ueberraschung, eine der Hauptwaffen der Achse, wird mit einem Male und dann, wenn man am wenigsten damit rechnet, die Welt in Erstaunen setzen.“ („Informaciones“, Madrid.) * „Großbritannien verliert in Rumänien etwas Wertvolleres als Oel. es verliert Prestige. Wieder einmal ist ein britischer Botschafter beim Packen, um heimzukommen und einen Mißerfolg einzugestehen.“ Selbstverständlich ohne Mundstück*) ATIKAH 5 Mit Recht legt ein Kenner Wert darauf, das edelLabaken eigene Aroma in jeder Weise unbeeinträchtigt auskosten zu können. Atikah war von eher Vorbild der mundstücklosen Cigarette. für die Werke ein. Dr. Erich Schwebsch und Hans Weisbach umrissen mit liebevollen und einleuchtenden Worten das Wesen des Menschen und Genius Anton Bruckner. Iise Neuer-Kuhlmann Weimar=Festspiele auch 1941 Auf der Herbsttagung des Deutschen Schillerbundes, an der auch der Sonderbeauftragte der Hitlerjugend teilnahm, wurden die Weimar=Festspiele der Deutschen Jugend für das Jahr 1941 festgesetzt. Sie finden in der Zeit vom 12. Juni bis zum 7. Jusi statt und bringen diesmal Schillers„Wallenstein", Lessings„Minna von Barnhelm“, Goethes„Iphigenie“ und Wagners„Meistersinger von Nürnberg". Von allen Tagungsteilnehmern wurde übereinstimmend der große Erfolg der Kriegsfestspiele 1940 festgestellt. Nach 100 Jahren glanzvoll wiedererstanden Lortzings neugestalteter„Hans, Sachs“,— ein triumphaler Erfolg Lortzings komische Oper r. Da rtzings komische Oper„Hans Sachs“ kennen heute nur wenige mehr. Da das Libretto erhebliche dramaturgische Schwächen hatte und ferner Lortzing wohl nicht die Erwartungen erfüllte, die man auf den Meister des„Zar und Zimmermann“ damals setzte, geriet das Werk bald nach seiner Uraufführung in Vergessenheit und blieb bis heute fast völlig verschollen. Aus der Erkenntnis, daß der„Hans Sachs" dennoch eine Reihe unbestreitbarer, vor allem musikalischer Vorzüge besitzt und die nicht gerade übergroße Auswahl an deutschen Spielopern sehr spürbar zu bereichern geeignet ist, haben der Intendant der Nürnberger Bühnen, Willi Hanke, und der Kapellmeister am Nürnberger Opernhaus, Dr. Max Loy, eine Neufassung des Werkes vorgenommen. Willi Hanke hat den dramaturgischen Bau des Librettos wesentlich gestrafft (statt 6 Bildern sind es nur noch), den Dialog aufgelockert und von allzu zeitgebundenen Anklängen gereinigt und auf eine szenische Einrichtung gebracht, die die erheblichen technischen Ansprüche einer Aufführung vereinfacht und sie also auch für kleinere Bühnen leicht möglich macht. Max Loy fügte aus anderen undekannten Lortzingwerken einige Zwischenmusiken und Arien ein und versah die Oper wieder mit dem von Lortzing nachkomponierten Schlußfinale, das dem Werk einen wesentlich wirksameren Abschluß sichert. In dieser sehr gewissenhaft und mit den Erfahrungen moderner Theaterpraxis bearbeiteten Neufassung erlebte der Hans Sachs“ am Opernhaus Rürnberg eine zweite Uraufführung, die einen geradezu triumphalen Erfolg hatte. Der demonstrative Beifall galt aber auch der Aufführung selbst, die in der glanzvoll ausgestatteten Inszenierung Willi Hankes, unter der überlegenen Stabführung Dr. Max Loys und in einer durchweg hochrangigen Besetzung wohl das Vorbild für alle künftigen „Hans Sachs“=Aufführungen darstellte. Otto Burg Neue Musik im Ruhrgediet Für eine Neubearbeitung des romantischen Liedesspiels„Die Freier“ von Eichendorff durch den Münchener Ernst Leopold Stahl, die zum 150. Geburtstag des Dichters herausgekommen ist, hat Cesar Bresgen eine werkgerechte Rahmen= und Illustrationsmusik geschrieben, die eine schöne Einfühlung in den feinkomischen Stoff des Lustspiels verrät. Man erlebte Werk und Musik in einer köstlich heiteren, bildhaft wie spielerisch eindringlichen Erstaufführung im Bochumer Stadttheater(Spielleitung: Viktor Ahlers), die einen vorzüglichen Eindruck hinterließ.— Im ersten Sinsoniekonzert in Dortmund brachte der Städtische Musikdirektor Pros. Gieden eine (.) Sinsonie von Georg Göhler mit dem Dortmunder Orchester zur Uraufführung. Die Komposition zeigt einen stare mit dem Klangideal und den harmonischen. Tendenzen des ausgehenden 19. Jahrhunderts verbundenen Ausdruck von mehr reflektierender als gestaltender Art. Die Wirkung der Arbeit kommt zunächst aus dem Klanglichen, das allerdings durch Kleine Kundschau Maria Rohs nach Wien berufen. Der Direktor der Staatsoper Wien, Generalintendant Heinr. K. Strohm, hat die Kammersängerin Marta Rohs von der Sächsischen Staatsoper in Dresden ab Herbst 1941 mehrjährig fest an die Staatsoper Wien verpflichtet. Eine Studie über Wilhelm Furtwängler hat Oswald Schrenk als Sonderdruck aus einem demnächst im Verlag Bote& Bock(Berlin) erscheinenden größeren Werk „Berlin und die Musik“ veröffentlicht. Der großen Gemeinde Furtwänglers wird diese kleine, von Verehrung getragene Arbeit sehr willkommen sein, zeigt sie doch den weltberühmten Musiker nicht nur als Dirigenten, sondern bemüht sich, auch dem Komponisten Furtwängler gerecht zu werden, aus dessen eigenen Werken sich die geballte Ausdruckshaftigkeit seiner Interpretation fremder Schöpfungen verstehen läßt. Wiener Künstler in Saarbrücken. In den Räumen des Saarlandmuseums in Saarbrücken wurde in Anwesenheit Gauleiter Bürckels und zahlreicher anderer höherer Gäste aus Staat, Partei und Wehmacht eine Ausstellung von Werken der Malerei und Plastik Wiener Künstler eröffnet, die insgesamt 200 Werke umsaßt und damit einen Querschnitt durch das gesamte künstlerische Schaffen Wiens vermittelt. In den Reden, die anläßlich der feierlichen Eröffnung gehalten wurden, kam die enge politische und kulturelle Verbindung zwischen der Westmark des Reiches und der Ostmork zum Ausdruck. ummmmummmmmmmmmmmmmmmmmmmm gelegentliche gedankliche Schwere belastet erscheint. Eine hingebungsvolle Wiedergabe sicherte dem Werk, den Ausführenden und dem anwesenden Komponisten einen schönen Erfolg.— In Wuppertal gedachte man bei Eröffnung des Konzertwinters des Todestages von Rudi Stephan, der vor 25 Jahren im Weltkrieg fiel. Fritz Lehmann brachte mit starker Empfindsamkeit und tonlicher Differenzierung die „Musik für Orchester“ zu einer charaktervollen Vermittlung, die das Gedenken an den Frühverstordenen lebendig erneuerte. Im Eröffnungskonzert des westfälischen Soest machte das Essener Folkwang=Quartett mit Streichquartett=Moll des hier als Städt. Musitdirektor wirkenden Ludwig Krams-lals Uraufführung) bekannt. Ohne als ein Beleg neuer Musik zu gelten, überraschte die viersätzige Arbe durch kühne Wendung und gewann durch ine einfollt die das Thematische sicher deherrscht. Wiedergade durch die Essener Künstler verdient N. d. Sel 18. Oktober 1940 Westfälische Tageszeitung Nummer 286 Westjalen-Nord und Nachbargaus Schwoster sunk ein schöner enarkeeruf Arbeitstagung des NS-Schwesternwesens im Gauhaus— Wer kann diesen Beruf ergreifen? In der Errichtung von Gemeindestationen geht sie vor Münster, 18. Oktober. Heute wächst eine starke und gesunde Nation heran, für die die stolze Gegenwart der beste Prüfstein ihres Seine und Wollens ist. Jeden Volksgenossen leistungsfähig für die Gemeinschaft zu erhalten, ist eine der ersten Aufgaben des nationalsozialistischen Staates. Darum suchl er auf allen Gebieten der Volksgesundheit richtig und mit Nachdruck einzugreifen und besonders auch der Jugend ein gesundes und frohes Dasein zu sche———4 Ooszin u Piese Aufgaben werden von der NS.=Volkswohlfahrt betreut. Innerhalb ihrer ganzen Organisotion und besonders auf dem Gebiet der Volksgesundheit nimmt das RS.=Schwesternwesen einen hervorragenden Platz ein. Schwester zu werden ist eine große Aufgabe für die Mädel, die vor der Berufswahl stehen; schön und verantwortungsvoll ist sie in jeder Beziehung, aber sie verlangt, wie selten ein Beruf, Liebe und Aufopferung; jedes Mädel hat sich hier ganz einzusetzen. kein persönliches Ich steht über ihm, sondern das Bewußtsein, für das Wohl des Volkes zu schaffen und seinen Gesundheitszustand zu heben. Um sämtlichen Dienststellen, die mit der Erziehung der Jugend zu iun haben, die Bedeutung und das Wesen der RS.=Schwesternschaft vor Augen zu führen und auch sie um den Schwesternnachwuchs besorgt sein zu lassen, war am Donnerstag im Gauhaus in Münster eine Arbeitstagung einberufen worden, in der alle Fragen erörtert und alle Sachgebiete klar umrissen wurden. Eingangs wies die Sachbearbeiterin für Werbung und Schulung für das Schwesternwesen im Gau Westfalen=Nord. Untergauführerin Jule Behner, darauf hin, daß innerhalb des Schwesternberufes eine grundlegende Aenderung eingetreten sei und der nationalsozialistische Staat mit ganz anderen Voraussetzungen an die Dinge heranginge, als dies früher der Fall gewesen sei. In enger Fühlungnahme mit den einzelnen Kreisen solle nun versucht werden, einen brauchbaren, guten Nachwuchs für das Schwesternwesen zu erreichen. Sodann sprach Schwester Grete Lang über das Arbeitsgebiet der RS.=Schwester. Sie führte aus, daß durch den Einsatz als Gemeindeschwester oder durch ihren Sondereinsatz bei der Rückgliederung des Sudetenlandes, bei der Uebernahme des Protektorates Böhmen und Möhren, während des Krieges im Westen oder zuletzt in Bessarabien die NS.=Schwester der Bevölkerung ein Begriff geworden sei. Lediglich über ihre Arbeit beständen noch verschiedene Ansichten, die es zu klären gäbe. Die NS.=Schwesternschaft, die 1934 vom Stellvertreter des Führers ins Leben gerufen wurde und durch ein Mutterhaussystem organisiert ist, untersteht der NSV. und umfaßt 10000 Mitglieder. An== Errichtung von Gemeindestationen geht sie von besonderen Gesichtspunkten aus. Ihr Einsatz erstreckt sich besonders auf politisch schwierige, gesundheitlich gefährdete oder wirtschaftlich schlechtstehende Gebiete und ist im wahrsten Sinne des Wortes ein politischer; denn durch ihre Arbeit gewinnt die Schwester eine immer engere Fühlungnahme mit den einzelnen Volksgenossen, die sie in der Krankenpflege, in der Fürsorge und der Vorsorge betreut, arbeitet in ständiger Verbindung mit dem Ami für Volksgesundheit und den Aerzten und nimmt auch an Mütterberatungsstunden teil. Aber auch in der weiteren RSB.=Arbeit findet sie weiter Verwendung. In Mütter= und Erholungsheimen ist sie tätig: hier wird auch der Schwesternnachwuchs herangebildet, der ebenso in#=Lazaretten, Nationalpolitischen Erziehungsanstalten und Ordensburgen eingesetzt wird, was aber nicht ausschließt, daß die NS.=Schwestern auch Krankenhäuser benötigen. Die Ausbildung der hier verwendeten Nachwuchsschwestern, die mit 18 Jahren, wenn die geistigen, charakterlichen und weltanschaulichen Voraussetzungen gegeben sind, angenommen werden, dauert 1½ Jaht, in denen alle Gebiete der Praxis und der Theorie behandelt werden. Danach legen sie ihr Staatsexamen ab, der ein Jahr als Praktikum folgt, wo den Jungschwestern auch die Möglichkeit gegeben ist, sich zu spezialisieren. Mit 24 Jahren können sie dann schon in die Gemeindearbeit kommen. Eine ähnliche Berufsaufgabe hat der Reichsbund der Freien Schwestern und Pflegerinnen, der 1936 von Reichsamtsleiter Hilgenfeldt gegründet wurde. Innerhalb der Tagung machte darüber Oberin Adelheid Lehnert nähere Ausführungen. Sie schilderte den Einsatz in städtischen Krankenhäusern, Universitätskliniken und Säuglings= und Kinderheimen der RSV. Die Mädel, die als Freie Schwestern tätig sein wollen, können sich entscheiden, ob sie freiberuflich schaffen oder vertraglich in der Arbeit bleiben wollen. Anschließend sprach Untergauführerin Behner weiter über die Ersassung des Schwesternnachwuchses, erläuterte sämtliche organisatorischen Gegebenheiten und erklärte, der Schwesternberuf sei neben dem Beruf der Mutter der für die Mädel am ersten entsprechende und für die Gesunderhaltung des Volkes von größter Wichtigkeit. Durch ihr Fehlen würde sonst ein Schaden angerichtet, der nie wieder gut gemacht werden könnte. Wenn mit der Erfassung der Jungschwestern rechtzeitig begonnen würde, werde es auch innerhalb des Gaies Westfalen=Nord gelingen, diese große und verantwortungsreiche Tätigkeit sicherzustellen. Kh. Hauf fahre Errgesandhensgeser Kampf um den rassischen Gedanken— Eine Betrachtung zum 18. Oktober Die Familie ist die Keimzelle der Nation, und nur bestand eines gesunden deutschen Volkes gewährleisten. gesunde Familien mit gesundem Nachwuchs gewähr=VIn Deutschland können sich nur gesunde Partner zu leisten den Fortbestand eines Volkes. Wohin die Ver= einer Ehe zusammenschließen. Der Zweck der Ehe ist sündigung am Blut und die Nichtbeachtung dieser einfachsten Naturgesetze führt, sehen wir am deutlichsten an Frankreich und England. In der englischen Plutokratie läßt man sich weniger von dem Gedanken der Erbgesundheit der Heiratspartner leiten als von dem Gedanken größtmöglichen Reichtums auf beiden Seiten. Wenig beachtet werden die Naturgesetze aber auch in den ärmeren Schichten Englands. Adolf Hitler selbst gat dem rassischen Kampf Deutschlands folgendermaßen Ausdruck gegeben:„Für was wir zu kämpfen haben, ist die Sicherung des Bestehens und der Vermehrung unserer Rasse und unseres Volkes, die Ernährung seiner Kinder und Reinhaltung des Blutes.“ Deutschland wurde unter der Führung Adolf Hitlers zum Träger des rassischen Gedankens im Kampf gegen die Mächte des Verfalls. In Fortführung des am 14. Juli 1933 erlassenen Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses kam vor fünf Jahren— am 18. Oktober 1935— das Gesetz zum Schutze der Erbgesundheit des deutschen Volkes— das sogenannte Erbgesundheitsgesetz — heraus. Es stellte die einzelnen in ihm enthaltenen Verbote unter erbhygienische Gesichtspunkte und führte Ehetauglichkeitszeugnisse ein, durch die Heiratswillige nachzuweisen haben, daß bei der beabsichtigten Eheschließung Ehehindernisse nicht vorliegen. Damit war der Weg zur Gesundung der deutschen Nation beschritten. Wenn das Gesetz in den wenigen Jahren sich auch noch nicht voll hat auswirken können, so steht aber jetzt nach fünf Jahren ohne allen Zweisel fest, daß im Laufe der Jahre der ungesunde, verkrüppelte und erbkranke Nachwuchs in Deutschland immer mehr verschwinden und das deutsche Volk zu einem gesunden Volk werden wird. Durch dieses bedeutsame Gesetz ist aber auch gleichzeitig bestimmt worden, daß in Deutschland nur noch solche Ehen geschlossen werden, die für die Gesamtnation wertvoll sind und die eben den FortPros. Dr. Max Geisberg 65 Jahre alt Vor wenigen Tagen konnte der Direktor des Landesmuseums, Professor Dr. Max Geisberg, der Vollendung seines 65. Lebensjahres gedenken. Max Geisberg wurde 1875 als Sohn des um die Geschichte und Kunst Münsters noch heute anerkannten Assessors Heinrich Geisberg zu Münster geboren als Sproß einer eater= und mütterlicherseits seit Jahrhunderten im Münsterlande wurzelnden Familie, deren Ahnen über Arnold Boner in den Kreis der westfälischen Klassizisten führen. Als Schüler der alten schola Paulina machte er Ostern 1896 sein Abitur, studierte Kunstwissenschaft an den Universitäten München, Münster, Berlin und Heidelberg, erwarb sich dort 1902 summa cum laude den Doktorhut mit einer Arbeit über die frühesten westfälischen Kupferstecher des 15. Jahrhunderts, genügte in Münster seiner Militärdienstpflicht und trat am 1. April 1905 als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter bei dem weltbekannten Königl. Sächsischen Kupferstichkabinett in Dresden ein, wurde bereits Neujahr 1906 Direktorialassistent, bis er 1911 zum Direktor des Landesmuseums in Münster gewählt wurde als Nachfolger dis nach Hannover berufenen Dr. Brüning. Auf zwei scharf umrissenen Bahnen bewegen sich die grundlegenden und stets tief schürfenden Arbeiten dieses großen Gelehrten. Zunächst nach der Seite der Erforschung des Kupferstiches. Die größte und fruchtbarste Schaffenskraft aber bewies Max Geisberg auf dem Gebiete der Erforschung und Deutung westfälischen Kunstschaffens, ganz besonders seiner Vaterstadt Münster. Alle seine Arbeiten aber überragt das jetzt im sechsten Teile im Erscheinen begriffene Monumentalwerk „Die Stadt Münster", als Band 41 der vom Provinzialverband Westfalen herausgegebenen„Bau= und Kunstdenkmäler von Westfalen" erschienen ein überragendes Kunst= und Geschichtsdenkmal, das Max Geisbergs Schaffenskraft und tiefes Wissen seiner Vaterstadt setzte, eine Monumentalwerk, dem wohl kaum eine andere Stadt etwas Gleiches an die Seite stellen kann. Bürgermeister a. D. Vonnegut 75 Jahre alt Am Donnerstag beging der Führer der Ruhestandsbeamten im Gau Westfalen=Nord in körperlicher und geistiger Frische seinen 75. Geburtstag. Bürgermeister Vonnegut entstammt einer alten münsterischen Familie. Als ausgezeichneter Verwaltungsbeamter leitete er zwei Amter im Münsterland, um dann im Sauerland den größten Teil seiner aktiven Laufbahn zu verbringen. Seit seiner Pensionierung lebt Bürgermeister Vonnegut in Telgte=Jägerhaus, von wo er noch mit 70 Jahren als begeisterter Gefolgsmann des Führers die Leitung der Geschäfte der Ruhestandsbeamten im Gau Westfalen=Nord übernahm. Möge er noch viele glückliche Jahre im Kreise seiner großen Familie verleben und weiterwirken mit seiner unermündlichen Bereitschaft. Wenn man gegen die Verkehrsdisziplin verstößt Auf dem Heimstättenweg lief eine Fußgängerin gegen einen Personenkraftwagen. Die Fußgängerin erhielt Verletzungen und fand Aufnahme im Krankenhaus. Am Personenkraftwagen entstand leichter Sachschaden. Die Schuld hat die Fußgängerin, weil sie beim Überqueren der Fahrbahn die nötige Vorsicht außer acht ließ. Auf dem Sentmaringerweg, Ecke Geiststraße, ereignete sich ein Zusammenstoß zwischen einem Lieferwagen und einem Lastkraftwagen. Verletzt wurde niemand. An beiden Fahrzeugen ist leichter Sachschaden zu verzeichnen. Die Schuld trifft den Führer des Lieferwagens, weil er beim Überqueren einer Straßenkreuzung die nötige Vorsicht außer acht ließ.— Wenn man bei der Dunkelheit mit dem Fahrrade ohne Licht fährt, kann es bitterböse auslaufen. Und so war es auch an einem der letzten Abende, wo ein älterer Mann in der Promenade von einem Radler angefahren, zu Boden geworsen und an Kopf und Bein verletzt wurde. Aber auch der Radler wurde mitsamt dem Fahrrad arg mitgenommen. Im Silberkranze Den Eheleuten Johann Rick und Frau Minna geb. Gravenstein in Münster, Althoffstraße 91, die am 17. Oktober 25 Jahre gemeinsam durchs Leben gingen, sprechen wir unsere herzlichsten Glückwünsche aus. sa schließlich die Gründung einer Familie. Eine Ehe, aus der keine oder aber erbkranke Kinder hervorgehen, ist für die Nation völlig wertlos. Fünf Jahre kämpfte Deutschland jetzt für die Gesunderhaltung der Familie und des ganzen Volkes. Unter Führung von Adolf Hitler ging es unbeirrbar seinen Weg zu einer gesunden und schönen Zukunft, angefeindet von der jüdischen Internationale. Unbeirrbar wird es diesen beschrittenen Weg auch in Zukunft weitergehen und das gesteckte Ziel erreichen: ein gesundes und glückliches großdeutsches Volk. Der Segelflug in den Volksschulen Tagung der Kreissportlehrer des Regierungsbezirks Münster Haliern, 17. Oktober. Die Kreissportlehrer des Regierungsbezirks Münster fanden sich hier unter dem Vorsitz des stellv. Bezirksturnrats Westendorf zu einer Tagung zusammen. Die Beratungen dienten besonders der fliegerischen Schulung der Jugend, wobei u. a. eine Vereinfachung des Modellbauprogramms angestrebt wurde. Enge Zusammenarbeit mit dem RSFK wurde betont. Bisher wurden in 57 Lohrgängen 600 Lehrer ausgebildet. In ländlichen Bezirken sind bisher 250 Schulwerkstätten eingerichtet worden. Am Nachmittag besichtigten die Kreissportlehrer die Modellbauwerkstatt in der Richthofenschule, ferner probierten sie ein neues Flugmodel! aus. Gummifacharbeiter- ein neuer Beruf Die Conti eröffnele die erste Gumml-Cehrwerkstaft Hannover, 17. Oktober. Die Gummiindustrie Hannover hat jetzt auf dem Gebiete der Berufserziehung einen neuen Weg beschritten. Im Rahmen einer Feierstunde wurde am Mittwoch in den Continental=Gummiwerken.=G. eine Gummilehrwerkstatt, die erste ihrer Art im Reiche, eingeweiht. Direktor Aßbroicher wies in seiner Begrüßungsansprache darauf hin, daß in dieser Lehrwerkstatt Gummi=Jungwerker ausgebildet werden sollen. Die Ausbildung in der Werkstatt selbst umfaßt 12 bis 18 Wochen. Dann werden den Jungwerkern in der Fabrik selbst die grundlegenden Kenntnisse im Werkstoff Gummi vermittelt. Nach dem Kriege soll eine in sich geschlossene Erziehungsstätte für die Jungwerker diese vorläufige Einrichtung ersetzen. Die Jungwerker erhalten, eine Ausbildung von insgesamt zwei Jahren. Alsdann werden sie im Betrieb eingesetzt, um als Gummibetriebswerker zu arbeiten. Wenn sie sich hier bewähren, kann die Ernennung zum Gummifacharbeiter erfolgen. Eine solche fachliche Ausbildung hat es bisher im Gummibetrieb noch nicht gegeben. Die Einrichtung ist darauf abgestellt, für die Gummiindustrie einen ebenso tüchtigen Facharbeiterstamm heranzuziehen, wie das bei der Metallindustrie schon lange der Fall ist. Trhelungsfursorge für Kriegehinteronerene 360 Frauen fanden einen dreiwöchigen kostenfreien Erholungsurlaub Eines der Hauptaufgabengebiete der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung im Gau Westfalen=Nord ist, trotz der im Vordergrund stehenden Betreuung der Verwundeten und Hinterbliebenen des jetzigen Einsatzes für die Erholungsfürsorge für die Hinterbliebenen des Weltkrieges geblieben. Daß dieses soziale Hilfswerk, eine Einrichtung, welche durch die RSKOV geschaffen wurde, auch während des jetzigen Krieges nicht gekürzt werden brauchte, sondern sogar noch weiter ausgebaut werden konnte, ist in erster Linie der vorzüglichen Zusammenarbeit mit der Hauptfürsorgestelle und den Kreisfürsorgestellen zu verdanken. Die Statistik der abschließenden Saison zeigt. daß auch in diesem Jahre weitere Fortschritte auf dem Gebiete der Erholungsfürsorge gemacht werden konnten. Aus kleinen Anfängen heraus wurde die Zahl der erholungsuchenden Kriegshinterbliebenen von Jahr zu Jahr erhöht, und bald zeigte sich, daß das in Steinbergen im Weserbergland liegende„Haus Bothe“ zu klein wurde. Ein durchgeführter Erweiterungsbau machte es möglich, daß in diesem Jahre jeweils 40 Kriegshinterbliebene gleichzeitig untergebracht werden konnten und somit 360 Frauen auf die Dauer von 3 Wochen einen kostenfreien Erbolungsurlaub fanden. Für die große Mehrzahl der Frauen war es wohl der erste Urlaub im Leben überhaupt. Sie, die ihr ganzes Leben nur Sorge und Arbeit kannten, fanden dort Ruhe und Erholung, wurden umsorgt und gepflegt. Und gerade Steinbergen mit seinen waldreichen Höhen ist der richtige Ort dafür, um sich auszuruhen und gesund zu werden. Neben der Pflege der Kameradschaft und dem deutschen Lied wird die weltanschauliche Schulung nicht vergessen, und Pan. Paeschke. die bewährte Mitarbeiterin der Gaudienststelle der RSKOV, versteht es vorzüglich, den richtigen Geist in den Kreis ihrer Pflegebefohlenen hineinzubringen, so daß die Frauen sich schnell heimisch fühlen. Auch die Gauhinterbliebenenbetreuerin. Pan. Berthel, überzeugt sich bei jeder Verschikkung davon, daß ihre Gäste sich in Steinbergen wohlfühlen. Und wo Schicksalsgefährtinnen des Weltkrieges in engster Gemeinschaft zusammen sind, da ist es selbstverständlich, daß auch manches versönliche Leid und kleine Sorgen des Alltags sich in der Kameradschaft leichter ertragen und vergessen lassen. Hamm schwelgt im Glück Hamm. In Hamm gibt es zur Zeit eine wirkliche Glückskette, die nicht abzureißen scheint. Vor einigen Tagen konnte noch berichtet werden, daß es einem Verwundeten im Standortlazarett gelang, einen FünfhundertMark=Gewinn beim Glücksmann zu ziehen. Am vorletzten Sonntag zogen zwei Bergknappen aus Herringen sogar einen fetten Tausender. Und jetzt ließ der als „Nietenheini“, bekannte Glücksmann abermals einen fetten Brocken aus seinem Kasten heraus. Ein in Urlaub weilender Matrose war auf einem Nachmittag von Kamen nach Hamm gekommen, packte beherzt das Glück beim Schopse und konnte am Abend mit fünfhundert Mark wieder nach Kamen ziehen. Ein schönes Urlaubsgeld, über das sich auch„Nietenheini“ mit freute, der wieder einmal beweisen wollte, daß er seinen Namen mit Unrecht trägt. Westfalen im Iilm Paderborn. Die Ufa hat für die Außenaufnahmen zum Film„Männerwirtschaft“. Westfalen bestimmt. Es ist das erstemal, daß ein Film ausschließlich im schönen Westfalen spielt. Urwüchsiges westfälisches Bauerntum soll diesem Film, in dem Karin Hardt, Carsta Löck, Volker von Collande die Hauptrollen spielen, sein Gepräge geben. Die Aufnahmen wurden auf dem Wetehof bei Padervorn, auf dem Questhof in Rödinghausen und in einem Dorfbahnhof im Kreis Biele. jeld gemacht. Verdunkelt— aber ungenügend Herford. Eine Frau hat gegen einen Strafbefehl über 30 Mark Einspruch erhoben, der jetzt vor dem Amtsgericht verhandelt wurde. Man warf ihr vor, nicht genügend verdunkelt zu haben. Die Angeklagte erklärte. daß sie erst Licht gemacht habe, nachdem die Holzläden geschlossen waren. Das wurde auch nicht bezweifelt. Aber nach den Zeugenaussagen drang an beiden Seiten der Holzläden und auch durch die Ritzen Licht nach außen. Es blieb bei 30 Mark Geldstrafe(ersatzweise 6 Tage Haft); dazu kommen nun noch die Gerichtskosten. Aus dem Zuge gestürzt Herford. Auf dem hiesigen Bahnhof ereignete sich ein aufregender Vorfall. Ein junges Mädchen stürzte aus dem einfahrenden Eilzug, weil es offenbar die Wagentür vorzeitig geöffnet hatte. Es wurde mit schweren Verletzungen zum Krankenhaus gebracht. Tödlicher Unfall auf dem Bahnhof Soest. Auf dem Soester Bahnhof verunglückte der Signalmeister Adolf Alberts, als er mit Arbeiten an einer Weiche beschäftigt war. Ein rollender Wagen schlug ihm so heftig gegen den Kopf, daß er einen Schädelbruch erlitt, dem er nach kurzer Zeit erlag. Der Verunglückte stand im 51. Lebensjahr. Folgenschwerer Grubenunfall Wanne=Eickel. Auf der Zeche„Pluto“ geriet der 41jährige Hauer Gustav Link, Röhlinghausen, Tiefenbruchstraße 12, unter herabfallendes Gestein. Die Verletzungen waren so schwer, daß er sofort tot war. Man bringt der schwergeprüften Familie aufrichtige Teilnahme entgegen. 15 Jahre Zuchthaus für Einsteigedieb Er bestahl eine Hausgenossin während des Fliegeralarms Dortmund, 17. Oktober. Vor dem Sondergericht in Dortmund hatte sich jetzt der 27jährige Karl Kamp aus Heeßen bei Hamm zu verantworten, weil er einer Hausgenosfin, die sich wegen des Fliegeralarms im Luftschutzkeller aufhielt, 40 Mark gestohlen hatte. Wenn es sich auch nicht um einen allzu hohen Betrag handelt, der dem Dieb in die Hände fiel, so ist das Verbrechen umso verwerflicher Westfälischer Sportanzeiger Gern widmet sich die Schwester der Säuglingspflege, wobei es besonders auf die richtige Ernährung des Säuglings ankommt Aufnahme: Pabel wenn man erfährt, daß der Ehemann der Bestohlenen im Felde steht und der gestohlene Betrag eine gemeindliche Unterstützung war, die der Frau gegeben wurde, damit sie in die Lage versetzt wurde, gekaufte Möbel zu bezahlen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten antragsgemäß als Volksschädling wegen eines schweren und eines einfachen Rückfalldiebstahls zu 15 Jahren haus. In der Urteilsbegründung wurde gesagt, daß der, der den Fliegeralarm ausnutze, um Diebstähle zu begehen, mit den schärfsten Strafen belegt werden müsse. Die Strafe müsse aber auch schon deshalb so hoch ausfallen, damit sie auf andere abschreckend wirke. Da Kamp auch ehrlos gehandelt habe, müsse man ihm außerdem auf die Dauer von zehn Jahren die bürgerlichen Ehrenrechte aberkennen. Der Jabeltenführer am Drostebusch Drei Punktekämpfe in der Staffel Münster Die Meisterschaftsspiele in der Staffel Münster erfahren am Sonntag mit drei Begegnungen programmmäßig ihre Fortsetzung. Der SC Münster 08 spielt dabei zum ersten Male auf dem eigenen Platz, wo der B3 Rheine 10 der Gegner ist. Die SpBgg Rheine 09 erwartet die TS( Dülmen, während der SpV Greven zu Hause gegen Vorwärts Gronau spielen kann. SC Münster 08— BB Rheine 10 Nach zwei auswärtigen Spielen können die 08er am Sonntag zum ersten Male auf dem eigenen Platze um die Punkte kämpfen, wo ihr alter Widersacher, der BB Rheine, der Gegner ist. Das erste Auftreten der 08=Elf dürfte ohne Zweifel die größte Anteilnahme finden, zumal auch außerdem mit dem Zustandekommen einer interessanten Begegnung zu rechnen ist. Die Rheinenser verfügen augenblißlich über eine junge, aber immerhin sehr spielstarke Mannschaft, die auf Grund ihrer bisherigen guten Erfolge zurzeit an der Spitze der Tabelle steht. Aber auch die münsterische Elf hat den Beweis erbracht, daß mit ihr bestimmt gerechnet werden muß Sie hat die beiden auswärtigen Spiele gegen Gronau und Dülmen gewonnen und wird nunmehr alles daransetzen, um auch das erste Spiel auf dem eigenen Platz mit einem Siege zu beenden. Spielbeginn 15 Uhr auf dem 08=Platz am Drostebusch. Sppgg Rheine 09— TS6 Dülmen Die 09er aus Rheine sind inzwischen gut in Fahrt gekommen, besonders auf dem eigenen Platze ist die Eli sehr schwer zu bezwingen. Wenn auch die Dülmener nach ihrem bisherigen Abschneiden als eine der spfelstärksten Mannschaften anzusprechen sind, so werden sie in Rheine eine äußerst schwere Aufgabe zu lösen haben. Man darf mit Recht gespannt sein, ob es dem Platzverein gelingen wird, sich gegen den spielstarken Gast etz folgreich zu behaupten. Spy Greven— Vorwäris Gronau In Greven treffen sich in dem dortigen Sportverein und Vorwärts Gronau zwei Mannschaften, die bisher noch keinen Punkt erringen konnten, so daß dieser oder jener Verein zu dem ersten Punktegewinn kommen dürfte. Beide Mannschaften haben größtenteils junge Kräfte in ihren Reihen und dürften sich in ihrer Spielstärke ziemlich gleichwertig sein. Sofern die Grevener mit dem gleichen Eifer kämpfen wie am letzten Sonntag gegen Preußen Münster, so könnte diesmal vielleicht ein knapper Sieg dabei herausspringen. Um den Aufstieg zur ersten Klasse Nur ein Sieg über Emsdetten kann Westfalen-Jahn Münster noch heifen Zu einer interessanten Auseinandersetzung dürfte es om Sonntag auf der Tus=Kampfbahn am Kanal kommen, wo im Kampfe um den Aufstieg zur ersten Klasse Westfalen=Jahn Münster den SV Emsdetten zum Rückspiel erwartet. Die erste Begegnung am letzten Sonntag endete bekanntlich mit einem:=Siege des Meisters von Nordmünsterland, aber diesmal werden die Münsteraner alles daransetzen, um sich unter dem Vorteil des eigenen Platzes für die erlittene Niederlage zu revanchieren. Aber darüber hinaus kommt es darauf an, daß die Turner den Kampf unter allen Umständen gewinnen, da es sonst mit dem Aufstieg zur ersten Klasse endgültig vorbei sein dürfte. Die münsterische Elf weiß also, worum es geht. Sie kennt ihren Gegner, aber der Sieg kann nur dann geschafft werden, wenn alle Spieler ihr ganzes Können einsetzen, denn sie treffen auf einen Gegner, der es ebenfalls an Eifer und Siegeswillen bestimmt nicht fehlen lassen wird. Mit vollem Recht darf man also auf den Verlauf der abermaligen Begegnung der beiden Kreismeister gespannt sein. Während die Turner gezwungen waren, in Emsdetten ersatzgeschwächt anzutreten, können sie den wichtigen Kampf diesmal in bester Besetzung durchführen. Die Mannschaft tritt wie folgt an: Böckmann; Schwarzer, Niehues; Kallmeier, Feldhaus, Quante; Gosing, Funcke, Wenge, Ziemer, Gehlen. Die Punktespiele in der Tastel Miate Nach drei Spielsonntagen haben sich in der Staffel Münster die Reichsbahn SG und der Postsportverein Münster als ganz klare Favoritenmannschaften herausgeschält, wobei die bisher erzielten Ergebnisse die Erwartungen teilweise weit übertrafen. Es ist deshalb zu erwarten, daß beide Vereine ihre Aufgabe am kommenden Sonntag bestimmt wieder lösen werden. Reichsbahn S6 Münster— Tus Ascheberg Nach zwei auswärtigen Spielen können die Reichsbahner wieder zu Hause spielen, wo Tus Ascheberg der Gegner ist, Die Gäste verfügen über eine junge und kampffreudige Mannschaft, die bieher der Post Münster knapp unterlag, dagegen aber in Wolbeck einen:1= Sieg herausholen konnte. Es ist zu erwarten, daß die Ascheberger sich eifrig zur Wehr setzen werden, aber die spielerischen Vorzüge liegen auf seiten der Reichsbahner, die in Ridder, Preuß, Hidding, Jansen, Wilmsen, Koch und Schreiber sehr gute Kräfte in ihren Reihen haben. Spielbeginn 15 Uhr in Reichsbahnstadion an der Hammer Straße. Dfe Telgte— Post Münster Die Elf des gastgebenden Vereins hat disher stark enttäuscht, denn sie konnte in den ausgetragenen Spielen noch keinen Punkt erringen. Wenn sich auch die Telgter unter dem Vorteil des eigenen Platzes zu einer besseren Leistung aufschwingen werden, so dürften sie trotzdem kaum in der Lage sein, einen Sieg der Postler ernsthaft gefährden zu können. BfL Wolbeck— Kinderhaus Nach einem guten Anfang haben die Kinderhauser in den beiden letzten Spielen stark nachgelassen, aber auch die Wolbecker Mannschaft hat bisher noch keine besonderen Leistungen gezeigt. Vielleicht gelingt es diesmal dem gastgebenden Verein unter dem Vorteil des eigenen Platzes die ersten Punkte zu erringen. Sporttilm In der Reichsbundpokal-Zwischenrunde, die am 3. November durchgeführt wird, treffen in Mannheim Baden und Berlin=Brandenburg, in Stettin Pommern und Sachsen, in Breslau Schlesien und Württemberg, in Hamburg Nordmark und Südwest, sowie in Schwein. ** * MARYLAN feststehender Begriff 2 erjolgreicher Kosmetik MARYLAN-HAUTCREME MARTLAN-ZAHNPASTA K** K** furt oder Hannover Bayern oder Niedersachsen und Ostpreußen zusammen. Zwischen Bayern und Niedersachsen fällt bekanntlich erst am 27. Oktober im Wiederholungsspiel in Braunschweig die Entscheidung Einen großartigen deutschen Reitersieg gab es am Mittwoch beim internationalen Turnier in Meran. Za dem mit 20000 Lire ausgestatteten Jagdspringen um den Preis des Herzogs von Pistoia bewarben sich 70 Pferde, von denen insgesamt zehn italienische und neun deutsche fehlerlos über den mit 18 Sprüngen gespickten Kurs gingen. Das Stechen über erhöhte Hindernisse zog sich bis in die Dämmerung hinein. Nur Oberst(Rittm. Brinckmann) und Fridolin(Oblt. Perl=Mückenberger) kamen auch über die erhöhten Hindernisse sehlerfrei über den Kurs und belegten die ersten Plätze vor Aristide (Capt. Conforti), Alant(Rittm. Niemack), Zarino(Masor Lombardo) und Zanzur(Capoman. Fogliaga) mit je vier Fehlern. Waschpulver und Seife muß man klug einteilen und auf Wäsche und Körperpflege beschränken. Bei den meisten anderen Reinigungsarbeiten leistet AlA die gleichen Dienste. Hausfrau, begreife: AlA spart Seife! Freitag, den 18. Oktober 1940 Rheiner volssias Münsterländische volkszeitung Gegrändet 1878 Nummer 286 Aus Kheine Stadt und Amt + Wandergewerbescheine beantragen! In der Stadt Rheine findet einer Bekanntmachung des Schwand auf unserer Eis: Ein Gedanke, der Im Frühjahr zur Tat werden könnte Ich war heute so ziemlich der einzige Gast in unserem schönen Tiergarten.„Feuchtes Wetter!“ der Anträge auf Erteilung der Mausegen nahme lschnatterten mir die Enten und Gänse schon von scheine für Jahr 194“ vormittags Dar Zeitsheite " das Jah#####iggg in der Zeit von—12 Uhr im Polizeibüro, Markt 8. statt. = Bestandene Prüsung. Vor dem Prüfungsausschuß der Rechtsanwaltskammer in Hamm bestanden mit gutem Erfolge Frl. Auguste Schnorbus und Frl. Robben(Rechtsanwälte Strotmann und Dr. Biermann) ihre Rechtsanwaltsund Notariarsgehilfenprüfung. Im vergangenen Herbst und Winter hatten sich die abendlichen Passanten schon eher mit den bewährten Leuchtplaketten versorgt und vermieden so manchen Zusammenstoß. Man sollte auch jetzt wieder Leuchtplaketten tragen. Bevor man aus dem Haue geht, läßt man sie in nächster Nähe der Gaslampe oder des elektrischen Lichtes noch einige Minuten tüchtig Licht„trinken“, dann leuchten sie in der Dunkelheit so stark daß man sogar die Zeit auf der Taschenuhr ablesen kann. * Die Fahne der NS=Musterbetriebe auf Dienstgebäuden. Der Reichsminister des Innern hat bestimmt, daß öffentliche Betriebe, denen durch die Verleihung der Bezeichnung„Nationalsozialistischer Musterbetrieb“ die Berechtigung zur Führung der Flagge der Deutschen Arbeitsfront mit goldenem Rade und goldenen Fransen erteilt wurde, diese neben der Reichs= und Nationalflagge auf ihren Dienstgebäuden setzen dürfen. Von der Malerfachschule in Rheine Auch in diesem Winter wird die Malerfachschule Rheine ihren Unterricht wieder aufnehmen, um dem Nachwuchs im Malerhandwerk Gelegenheit zu geben, sich für die bestimmt zu erwartende Blütezeit des Handwerks das Rüstzeug zu besorgen. Durch jahrelange erfolgreiche Aufbauarbeit wurde der Grund gelegt für eine vielversprechende Weiterentwicklung der Malerfachschule. Es dürfte ganz im Interesse der Handwerkerschaft liegen, daß fortan der Unterricht in den erfahrenen Händen eines Fachmannes liegt, der selbst von der Pike auf gelernt hat, jahrelang erfolgreich in der Praxis stand und dazu über reiche pädagogische Erfahrungen verfügt. Ebenso wird mancher Familienvater es begrüßen, daß für kinderreiche Familien Beihilfen auf Antrag gewährt werden können. Auskunft darüber erteilt die Geschäftsstelle Mathiasstraße 9. bassin entgegen.„Prima Wetter! So darfs bleiben!" Die drei Störche waren etwas weniger eilig mit der Antwort. Enten und Gänse sind eben schnell mit dem Urteil bei der Hand. Besonders der eine Storch zog statt jeder Antwort ein Bein hoch und schielte an seinem langen roten Schnabe! entlang auf einen imaginären Punkt in der fetten Wiese, als ob er von dort eine Erleuchtung erwartete. Höchst vornehm und gewichtig wandelten am Rande des schönen Geheges unsere zwei Schwäne... Was hatten die sich doch in den letzten zwei Monaten herausgemacht! In untadeligem, fleckenlosem Weiß prangte jetzt ihr noch vor kurzem so schmutzig graues Gefieder, und groß waren sie geworden! Ich sagte das auch unserem rührigen Salinenverwalter Stockmann, der gerade hinzukam, und er freute sich mit mir an dem schönen Bild. „Verträgt sich denn diese so überaus gemischte Gesellschaft?“ fragte ich ihn. „Bisher können wir nicht klagen“, meinte er, „die Enten und Gänse sind zwar etwas vorlaut und frech, dafür sind die Störche desto anständiger und vornehmer... Ja, und die Schwäne sind eben noch sehr jung. Sie wissen noch nicht, daß sie es allein zu sagen haben könnten, wenn sie nur wollten.“ „Ist denn den Schwänen das Bassin groß genug?“ „Besser ein kleines Bassin als gar keines; aber Sie sehen ja wohl, der ewige Lärm dieser jungen, kleinen Trabanten ist ihnen nicht gut genug. Ein Schwan will Ruhe und Weite haben, und beides fehlt eigentlich hier. Wie das im nächsten Jahre gehen wird, wenn die Schwäne sich ihrer Würde und ihree Kraft bewußt werden, weiß ich nicht.“ „Ja, wohin denn damit? Ein eigenes neues Gehege mit einem größeren Schwimmbecken? Oder sollen die stolzen Vögel Lohengrins warten, bis das geplante Sole=Schwimmbad nach dem Vorbilde von Rothenfelde fertig ist?“... „Das Sole=Schwimmbad kommt bestimmt. Laßt nur erst Frieden werden. Davon ab.: Aber so „Und wo wäre das?“ „Nun, wo gnders als auf unserer großen, schönen Ems! Am besten oberhalb des Wehres.“ „Fabelhafter Gedanke, Stockmann! Aber die Kosten?“ „Was kosten denn schon Schwäne? Hier diese beiden Jungschwäne habe ich Anfang des Jahres nur für fünf Mark je Stück gekauft. So, wie sie heute sind, kosten sie vielleicht zwanzig Mark. Das wäre doch die Welt nicht...“ „Ja, aber die Unterkunft und Verpflegung?“ „Was die Unterkunft angeht, so ließe sich doch wohl Rat schaffen. Irgendwo oberhalb der Osseggen=Mühle ließe sich doch wohl ein geschütztes Eckchen finden, wo sie vor schlimmster Unbill des Wetters und vor Hochwasser geschützt wären und wo sie im Frühjahr auch brüten könnten.“ „Und die Verpflegung, das Kostgeld?“ „Nun, das wäre die geringste Sorge, denn die Ems führt doch gerade oberhalb des Wehrs so unendlich viele überflüssige Nährstoffe mit sich. Und dann, glauben Sie nicht auch, daß unsere Rheiner Bevölkerung sich nicht ein Vergnügen machen würde, diese stolzen Vögel zusätzlich mit allerlei Abfällen zu füttern?" Herr Stockmann und ich wurden beide ganz warm bei dem Gedanken: Schwäne auf unserer Ems! Und wir sahen schon im Geiste das erste Schwanenpaar im nächsten Frühjahr auf der Ems zwischen den beiden Brücken stolz und bedächtig ihre Furchen in das stille Emswasser ziehen, und wir sahen sie auch schon mal wir startende Wasserflugzeuge mit wildem Flügelschlag neue, große, unendliche Startbahn zum 100=Meter=Flug ansetzen, während auf beiden Brücken die Menschen froh ob des schönen Bildes bei Liheine bekannt Wenn jetzt die Herbststürme das bunte Laub von den Bäumen segen, dann treiben sie ein unbarmherziges Spiel mit dem feinen Flugsand der Elter Wanderdünen. Hier im Elter Naturschutzgebiet rüttelt der Herbststurm alte Kiefern, die vielverschlungen sind und darum im Volksmund„Spinne“ genannt werden, verzweifelt im Boden festhalten. Durch die Wanderdünen wurde das Dorf Elte bekannt, das auf guter Landstraße mit dem Fahrrad bequem in einer halben Stunde zu erreichen ist. Zu Fuß wählt man meistens den Weg über Heine, eine zu Elte gehörenden Bauerschaft, die zuerst 1281 als Hone, später als Hoene und Heune erwähnt wird. Der Name Elte wird zuerst im Jahre 1154 in einer Urkunde des Everhard von Ulevelt als eine Bauerschaft des Kirchspiels Rheine genannt. Eine dritte Bauerschaft namens Bredelache oder Bredenlage oder Brelage, dann Brelager Hok, hieß früher Anestorp. Auf dem jetzigen rechten User der Ems, bei der früher zu Mesum gehörigen Glödenwiese, hatten die Edlen von Steinfurt am Ende des 13. Jahrhunderts auf einer Insel der Ems die Schwanenburg erbaut, welche 1343 von dem Bischof Ludwig lI. von Münster und dem Grafen von der Mark in einer Fehde mit Ludolf von Steinfurt völlig zerstört wurde. Zu ihr gehörte auch eine schön auch unsere Schwäne sind, sie passen doch Kapelle, die Vorgängerin der jetzigen Kirche in nicht unter dieses kleine Federvieh. Sie müssen Elte. Nach den Urkunden unterstand diese Kapelle auf ein größeres Wasser, wo sie das Majestätische dem Schlosse Steinfurt. Die Fürsten zu Bentheimihres Wesens mehr entfalten können." Tecklenburg=Rheda, denen seit 1638 die Steinfurter Wir käusen ungkemuniche Strekäßte Vorgeschichtliche Streitwaffen kämpfen für Deutschland- Die kulturhistorische Bedeutung der Abzeichen der 2. Reichsstraßensammlung Wenn jetzt die NSV bei der zweiten Reichsstraßensammlung des Kriegswinterhilfswerkes 1940/41 als Sammelabzeichen altgermanische Streitäxte und Beile aus den Anfängen indogermanisch=nordischer Kultur gewählt hat, so ist diese Wahl in vieler Hinsicht als symbolisch zu bezeichnen. Denn wie einst unsere Vorfahren in grauer Vorzeit mit solchen Waffen den Kampf gegen den Hunger und den Feind, der ihr Leben und ihre Existenz bedrohte, aufnahmen und siegreich beendeten, so schafft sich heute das deutsche Volk mit diesen Nachbildungen Waffen für seinen sozialen Aufstieg. Prähistorisch betrachtet, gehören diese kleinen Streitwaffen den verschiedensten Kulturepochen an, wie Professor von Jenny vom Museum für Vor= und Frühgeschichte in Berlin in einer Unterredung ausführte. Natürlich sind die aus Leichtmetall gefertigten mit Halbedelsteinen aus Idar verzierten Sammelabzeichen keine sklavischen Nachbildungen irgendwelcher Funde, sondern deren Linien= und Formenwelt ist von dem Künstler, der die Entwürfe für die NSV geschaffen hat, frei um= und neugestaltet worden. Da sind zunächst zwei Aexte, die in ihrer Form stark dem Liktorenbeil, das wir ja von den faschistischen Abzeichen gut kennen, ähnlich sehen. Trotz der auch hier festzustellenden freien Gestaltung handelt es sich bei diesen beiden Aexten unverkennbar um sogenannte„Amazonenäxte“, die etwa aus dem Jahr 2000 v. d. Zeitwende, also aus der früheren Bronzezeit stammen. Das interessanteste Abzeichen ist zweifellos jenes, das wie ein einfacher Winkel oder auch wie ein Wurfholz, ein Bumerang, aussieht. Es ist dies eine handkeramische Steinhacke, und zwar eine Steinhacke in Knieholzschaftung, d.., daß das ganze Werkzeug aus einem winkelförmig gebogenen Holzstück hergestellt ist, das an der äußersten Spitze einen zugespitzten Stein als Schneide aufweist. Derartige Steinhacken des donauländischen oder handkeramischen Kulturkreises waren in der älteren Steinzeit, etwa 3000 v. d. Zeitwende, gebräuchlich. Interessant ist auch das Abzeichen, das sich durch eine dolchartige Spitze von den anderen, die Schneiden aufweisen, grundlegend unterscheidet. Tatsächlich ist dies auch weder ein Beil noch eine Streitaxt, sondern ein sogenannter„Dolchstab“ der frühen Bronzezeit, die etwa um 1700 bis 1600 vor der Zeitwende zuerst im Gebiet des mittelmeerischen Kulturkreises— Spanien, Italien, Frankreich, Südengland und Irland— auftraten und später in ganz Europa gebräuchlich waren. Der Bronzezeit, allerdings der mittleren bis späten gehört auch das Abzeichen an, das eine frei gestaltete Nachbildung eines„Tüllenbeils“ darstellt. Derartige Beile waren in Mitteleuropa zwischen 1100 und 700 gebräuchlich. Das letzte Abzeichen ist wieder erheblich älter und entstammt der jüngeren Steinzeit(etwa 2000 vor der Zeitwende). Derartige„Felsgesteinbeile“ waren in der ganzen Welt üblich. Aber fest steht, daß vor rund 4000 Jahren unsere nordisch=germanischen Vorfahren— besser spricht man wohl von Vorindogermanen— solche Felssteinbeile brauchten. Zeichen des Kampfes und des Sieges waren die Originale, Zeichen unerschütterlichen Kampfgeistes sollen auch die Nachbildungen sein, die wir zu kommenden Reichsstraßensammlung für das Kriegs=WHW als sichtbare Zeichen unseres Siegeswillens tragen wollen. I. D. bekante Gemeinde Besitzungen an der Ems, darunter auch der Hof Schulze Elte, zugefallen waren, konnten darum das Präsentationsrecht zur Pfarrstelle in Elte ausüben. Schon seit 1559— also bald 400 Jahre— wird Elte als selbständige Gemeinde aufgeführt. Aber erst drei Jahre später konnten die drei Bauerschaften Elte, Heine und Brelage bei dem Bischof Christoph Bernhard von Galen erreichen, daß sie von dem Kirchspiel Rheine förmlich abgetrennt wurden. Als Abfindung mußten sie der Kirche zu Rheine für die bisher geleisteten Abgaben 350 Thaler zahlen. Man sieht, daß kleine Dörfchen Elte ist nicht nur geologisch bedeutsam, sondern kann auch auf eine lange Geschichte zurückblicken. Kud Kämpfen heißt, auf Gott vertrauen Und furchtlos in die Zukunft schauen. Kämpfen heißt, mit starkem Nacken Und Kraft in jede Speiche packen. Kämpfen heißt, mit Hohn im Lachen Unmögliches doch möglich machen. Kämpfen heißt, auch ohne Waffen Erfolge hohen Wertes schaffen. Kämpfen heißt, sich einzusetzen Wenn Gegner, Ehre, Recht verletzen. Kämpfen heißt, vorwärts zu schauen Und immer auf den Führer bauen. Kämpfen heißt, sein eigenes Leben Für Volk und Heimat hinzugeden. Kämpfen heißt, nicht Ruhm erwerben, Wohl aber siegen oder sterven. M. Schwartz. einen Augenblick stehen blieben und ihre dummen Alltagssorgen vergaßen. Und wir sahen auch schon, wie im Jahre darauf der junge Zuwachs der Familie Schwan sich noch recht unbeholfen gegen die schwache Strömung quälte und wie dann die Möwen— eigentlich sind es ja nur Seeschwalben— die uns im Sommer zu besuchen pflegen, ein wildes Gekreisch anstimmen würden ob der unerlaubten Konkurrenz, die sich da plötzlich aufgetan hätte... Sollte das alles nicht möglich sein? Hätte das nicht eigentlich schon längst sein können? Wir würden uns freuen, wenn auch dem Fragezeichen in der Ueberschrift bald ein Ausrufezeichen gemacht werden könnte. 90. Verstandig herzen erspart Heizunterricht in Schnellkursen der Deutschen Arbeitstront Die Erlebnisse des kalten Kriegswinters 1939/40 sind uns allen noch in Erinnerung. Wohl von keinem von uns ist der Winter vorübergegangen, ohne daß er nicht auch mitgelitten und mitgefroren hätte. Aber dieses Miterleben in seinen vielfachen Auswirkungen soll nun nicht nur bittere Rückerinnerungen in uns auslösen, sondern soll Lehrmeisterin sein für zukünftige Zeiten. Diese Zeit der bitteren Kälte hat alle Kräfte auf den Plan gerufen, um ähnlichen Geschehnissen in der Zukunft durch geeignete Gegenmaßnahmen vorzubeugen. Ueberfluß an Brennstoffen ist ein schlechter Lehrmeister. Er verleitet nur zu leicht die Menschen, gedankenlos mit der Wärme und damit mit den wärmenerzeugenden Materialien umzugehen und sie in größeren Mengen zu vergeuden. Brennstoffmangel dagegen erzieht uns hart zum besseren wärmewirtschaftlichen Denken und Handeln. Die kalten Wohnungen, die zugefrorenen Wasser= und Heizungsanlagen haben eine harte und deutliche Sprache zu uns gesprochen. Unser Zielstreben geht nun dahin, Schluß zu machen mit der Gleichgültigkeit und der Unbeholfenheit, mit der die Brennstoffe und die häuslichen Feuerstätten bis heute leider noch von so vielen behandelt werden. Trotz der großen Kohlenreichtümer, über die Großdeutschland verfügt, muß es jedem Volksgenossen zur Selbstverständlichkeit werden, nicht mehr Wärme und somit Brennstoffe zu verbrauchen, als es für die berechtigten Zwecke erforderlich ist. Richtig angewandte Wärmewirtschaft heißt nicht etwa, mit der Wärme knausern, sondern sie vielmehr mit größter wirtschaftlicher Wirkung aus den Brennstoffen erzeugen und sie in der richtigen Form verwerten. Die Hauptverantwortung liegt beim Heizwart. Er verfeuert den Brennstoff und erzeugt somit die Wärme, die durch die Heizung in die Wohnung gelangt. Vom Heizer hängt es ab, wie weit der Brennstoff für die Wärmeerzeugung ausgebeutet wird.— Aber auch die Wohnungsinhaber dürfen mit der Wärme nicht bedenkenlos umgehen und sie nutzlos opfern und somit den Verbrauch an Heizmaterialien wirkungslos vergrößern. Wie soll nun geheizt werden? Was versteht man unter der Forderung:„Heize richtig!“? Auf diese grundlegende Frage gibt ein Schulungskurs der Deutschen Arbeitsfront ausreichende Erklärung. In theoretischen und praktischen Uebungsabenden wird der haupt= oder nebenberufliche Heizer für sein verantwortungsvolles Amt geschult. Die Heizer zu diesen Kursen zu schicken ist für die Besitzer von Zentralheizungen nicht nur eine Frage der Kohlenersparnis, sondern in erster Linie eine volkswirtschaftliche Forderung, denn Kohle ist für Großdeutschland ein Ausfuhrprodukt und ein Austauschobjekt von höchstem Wert. Diese Schulungen der Heizer, die als Schnellkurse der DAF laufen, werden in Gemeinschaftsarbeit mit den Wirtschaftsämtern zusammengestellt. Uebungsleiter dieser Lehrgemeinschaften ist der Inhaber des Zentralheizungsgeschäftes W. Kettrup, Rheine. Neben der richtigen Methode des Heizens wird vor allen Dingen die pflegliche Behandlung der Heizungsanlagen gezeigt. Während der theoretische Teil durch lehrreiche Bildtafeln im Saale der Gaststätte Prax (Lindenhof) veranschaulicht wird, zeigt Uebungsleiter Kettrup die praktischen Vorführungen, sowie richtige Bedienung, Beschickung und Wartung an der neuzeitlichen Heizungsanlage im Offiziersheim. Die durch den Kursus erzielten Erfolge sind offensichtlich.— Heizer, die bereits 20 Jahre und mehr vor den Kesseln ihrer Heizung stehen und glaubten, die Anlage und ihre richtige Bedienung in allen Feinheiten zu kennen, geben zu, daß sie durch die Erfolge der neuen Methode überrascht sind.— Diese Tatsache bricht sich immer mehr Bahn und bewirkt, daß die Kurse stets gut besucht sind. Aber auch der letzte Besitzer einer Heizungsanlage, und der letzte Heizer muß seine Anlage nach dieser neuen Art beheizen, denn er heizt dadurch nicht nur Geld in die eigene Tasche, sondern hilft auch bei der sparsamen Verwendung der Heizmaterialien und somit bei einer volkswirtschaftlichen Maßnahme. fi. Die Geschichte des Kreises Steinfurt Aus der Geschichte des Kreisverwaltungsgebietes Der Landkreis Steinfurt setzt sich in seiner gegenwärtigen Gestalt zusammen aus den beiden kreisangehörigen Städten Burgsteinfurt und Rheine, aus den amtsfreien Gemeinden Altenberge, Borghorst, Neuenkirchen, Nordwalde und Wettringen, den Aemtern Horstmar, Emsdetten, Laer, Metelen, Ochtrup, Rheine und Steinfurt mit den amtsangehörigen Gemeinden Emsdetten, Hembergen, Horstmar=Stadt, Horstmar=Kirchspiel, Leer, Laer, Holthausen, Metelen=Wigbold, Metelen=Kirchspiel, Ochtrup, Langenhorst, Welbergen, Rheine links der Ems, Rheine rechts der Ems, Mesum, Elte, Hollich, Sellen Veltrup. Der heutige Landkreis Steinfurt lag ehemale im Gebiete der alten Grafschaft Steinfurt und im Gebiete des Oberstiftes Münster, dem größten Landesteil des gleichnamigen Hochstiftes. Die Grasschaft gehörte in alter Zeit den Edlen von SteinIm Jahre 1495 wurde die unmittelbare freie Reichsherrschaft Steinfurt vom Kaiser Maximilian l. auf dem Reichstage zu Worms zu einer Reichsgrafschaft mit Sitz und Stimme im westfälischen Grafenkollegium erhoben. 1716 erkannte der Bischof von Münster die bis dahin bestrittene Reichsunmittelbarkeit an. Im Oberstifte Münster war der Bischof Landesherr und zugleich unmittelbarer Reichsfürst. Das Oberstift zerfiel seinerseits in neun Aemter. Diese alten fürstbischöflichen Aemter dürfen aber nicht verwechselt werden, da sie mehr den Charakter von Provinzen kleinen Umsangs hatten. Mit der Grafschaft Steinfurt bilden Teile der alten fürstbischöflichen Aemter Rheine, Wolbeck und Horstmar den heutigen Kreis. Zur alten Grafschaft Steinfurt gehörten die Stadt Burgsteinfart und die Gemeinden Hollich, Sellen und Beltrup, um Amte Rheine gehörten die Stadt Rheine mit emeinden Rheine links der Ems, und Rheine der Ems, Neuenkirchen, Emsdetten, Mesum Site, zum Aerte Wolbea die Gemeinden Al##rdgde und Henbergen. Die restKämlich Bophorst, Wettringen, Kichttel, Leer, Laer, ztelen=Kirchspiel, Ochtrup, Langenhorst und Welbergen gehörten zum Amte Horstmar. Die Säkularisation brachte das Ende des Fürstbistums Münster und nach§ 3 des Reichsdeputathauptschlusses wurde dasselbe aufgeteilt. Bei dieser Aufteilung fielen an den Herzog von Looz=Corswarem die Gemeinden Rheine=Stadt, Rheine links der Ems, Altenberge, Neuenkirchen, Nordwalde, Emsdetten, Hembergen, Mesum; an den Wild= und Rheingrafen von Salm=Grumbach, der seit dem 22. November 1816 preußischer Fürst von Salm=Horstmar ist, kamen die Gemeinden Borghorst, Wettringen, Horstmar=Stadt, HorstmarKirchspiel, Leer, Laer, Holthausen, Metelen=Wigbold, Metelen=Kirchspiel, Ochtrup, Langenhorst und Welbergen. Der König von Preußen erhielt die Gemeinden Rheine rechts der Ems und Elte und schlug dieselben zum ersten preußischen Kreise Münster. Durch den am 12. Juli 1806 zu Paris geschlossenen Rheinbund verloren der Herzog von LoozCorswarem und der Wild= und Rheingraf ihre Souveränität. Ihre Besitzungen wurden ebenso wie die Gemeinden Hollich, Sellen, Veltrup mit der Stadt Burgsteinfurt der Souveränität des Großherzogtums Berg zugeteilt, so daß der ganze heutige. Kreis Steinfurt mit Ausnahme der damaligen preußischen Gemeinden Rheine rechts der Ems und Elte in Bergschem Besitz war. Preußen gliederte die letztgenannten Gemeinden in den Verwaltungsbezirk Bevergern ein, bis auch sie durch den Tilsiter Frieden vom 9. Juli 1807 an das Großherzogtum Berg kamen. Durch kaiserliches Dekret vom 14. November 1808 wurde das Großherzogtum Berg, wie es überall geschah, wo det Korse seine Herrschaft aufrichtete in Departements, Arrondissements und Komunen eingeteilt. So entstanden hier im Westen die vier Departements des Rheines, der Ruhr, der Ems und der Sieg. Der Landkreis Steinfurt lag im Emsdepartement. Zum Canton Horstmar des Arrondissements Coesfeld im Emsdepartement gehörten Burgsteinfurt, Borghorst, Horstmar=Stadt, Horstmar=Kirchspiel, Leer, Laer, Holthausen, Metelen=Wigbold, Metelen=Kirchspiel, Hollich, Sellen und Veltrup. Dem Canton Rheine im gleichen Arrondissement waren einbelegen Rheine=Stadt= Rheine rechts der Ems, Rheine links der Ems, Mesum und Elte und endlich dem Canton Ochtrup die Gemeinden Wettringen, Ochtrup, Langenhorst, Welbergen. Dem Canton Greven im Arrondissement Münster des Emsdepartements wurden die Orte Altenberge, Nordwalde, Emsdetten und Hembergen zugeschlagen. Eine weitere Aenderung brachte das organische Senatskonsult vom 13. Dezember 1810. Hierdurch fiel das gesamte Gebiet des heutigen Landkreises direkt an den Kaiser Napoleon, der es dem Oberemsdepartement zuteilte. Rheine recht des Ems und Elte fielen an den Canton Bevergern, bei dem sie auch verblieben als durch das von Napoleon genehmigte organische Senatskonsult vom 27. April 1811 ein Lippedepartement gebildet wurde, zu dem die sämtlichen anderen Gemeinden des heutigen Kreises kamen. In diesem LippeDepartement entstand ein Arrondissement Steinfurt mit den Cantonen Ahaus, Billerbeck, Ochtrup, Rheine und Steinfurt. Es wurden zugeteilt dem Canton Steinfurt die Gemeinden und Städte Burgsteinfurt, Altenberge, Vorghorst, Nordwalde, Kosaken im Münsterland Während der Befreiungskriege verbreitete sich eines Tages unter den Bewohnern der kleinen Bauerschaft Höpingen der Schreckensruf:„De Kosaken kuemt!“ Und schon kam eine verwilderte, buntuniformierte Reiterschar unter Führung eines riesigen Hetmanns von der Beerlage her den Hügel heruntergerast bis zum heutigen Kapellenplatz. Geängstigt lauerten die Bauern hinter zugehängten Fenstern, was wohl geschehen würde. In der Wiese hinter dem Hofe Elies errichteten die Reiter ein Lager, das sie mit hohen Erdwällen umgaben und schützten. Neben dem Lager wurde ein mächtiger Pfahl in den Boden gegraben, an dem eine Scheibe befestigt war, nach der sie schossen. Nun begann für die Höpinger Bauern eine magere und böse Zeit. Allenthalben hörte man von Diebstählen, Bedrohungen und Gewalttätigkeiten. Alles was nicht niet= und nagelfest war, wurde von der wilden Horde geraubt.„De Kosaken friät't den Speck, un wi kriegt de Swaoren“, hieß es im Volksmund. Im Lager hatten sie über einem offenen Feuer den großen Kochtopf hängen, in dem Kartoffeln, Wurzeln, Fleisch, Brot, Milch und Butter gekocht wurden. Die Bauerschaft atmete erleichtert und befreit auf, als eines Nachmittags die Kosaken plötzlich den Befehl zum sofortigen Abrücken erhielten. In kurzer Zeit war das Lager abgebrochen und die ganze Gesellschaft wie ein Spuk verschwunden. Einer der Kosaken, ein wilder und roher Patron, der als Meldereiter zu einem Lager im Osterholt geschickt war, hatte sich in der Dunkelheit im „Strübberhok verirrt und kam erst am nächsten Morgen zum leeren Lager in Höpingen zurück. Um sich für seinen Weiterritt zu verproviantieren, drang er in das Haus des Bauern Thier ein und verlangte unter Androhung von Gewalt von der Bäuerin Fleisch und Brot. Thier, der auf der Deele den Pferdestall auswarf, hörte das gellende Geschrei seines Weibes aus der Küche dringen. Als er eiligst die Tür öffnete, wandte sich der Kosak ihm zu und drang mit dem schweren Reitersäbel auf ihn ein. Dem alten Thier wurde es rot vor den Augen, und er stieß dem Eindringling mit aller Wucht die Mistgabel zwischen die Rippen, daß dieser auf dem Steinboden der Küche verblutete. Mit einem Gefühl der Genugtuung schleppte Thier den Leichnam auf die Deele, verbarg ihn unter Stroh und ritt dann nach Darfeld, um dem Amtmann von seiner Tat zu berichten, der ihm zur Antwort gab:„Stopp'n in den Grund. Segg de nicks von, dat di wat passeert is, wenn se äs wier trügg kuemt.“ So erzählt die Sage, daß in Thiers Garten ein Kosak begraben liegen soll. Diese Sage vererbte sich auf dem Hofe Elies von Mund zu Mund. Jahre später haben Vorfahren des jetzigen Besitzers die Wälle des alten Lagers, die im Volke„Kosakenwälle“ genannt wurden, abgetragen und eingeebnet. Der Scheibenpfahl stand noch lange, Zeit. Bei der Abtragung der Wälle fand man russische Kupfermünzen mit einem Loch in der Mitte, die von einem Familienmitglied noch lange aufbewahrt und gezeigt wurden. Th. Horstmar=Stadt, Horstmar=Kirchspiel, Leer, Hollich, Sellen und Veltrup, dem Canton Rheine die Ortschaften Rheine=Stadt, Rheine links der Ems, Neuenkirchen, Wettringen, Emsdetten, Hembergen und Mesum, dem Canton Billerbeck Laer und Holthausen und schließlich dem Canton Ochtrup noch Metelen=Wigbold, Metelen=Kirchspiel, Ochtrup, Langenhorst und Welbergen. Als nach Beendigung der Freiheitskriege Preußen in diesen ehemals französischen Landesteilen wieder die Herrschaft übernahm, griff vom November 1813 bis August 1816 eine neue vorläufige Kreiseinteilung Platz, bei der sämtliche Gemeinden außer Rheine rechts der Ems und Elte an den Kreis Steinfurt kamen, Die letztgenannten Gemeinden gehörten damals zum Kreise Lingen. Im Jahre 1816 entstand der heutige Landkreis Steinfurt mit den Bürgermeistereien Altenberge, Borghorst, Burgsteinfurt mit Stadt und Kirchspiel, Emsdetten mit Hembergen, Horstmar mit Stadt und Kirchspiel und Leer, Laer mit Holthausen, Mesum, Metelen, Neuenkirchen, Nordwalde, Ochtrup mit Wigbold, Kirchspiel, Langenhorst und Welbergen, Rheine mit Stadt, Kirchspiel links der Ems, Kriechspiel rechts der Ems und Elte und schließlich Wettringen. Im Gefüge dieses Kreises wurden aber im Laufe der Zeit verschiedene Aenderungen getroffen. So wurde die Bürgermeisterei Mesum 1822 personell mit Rheine verbunden, ebenso im gleichen Jahre die Bürgermeisterei Wettringen mit Neuenkirchen. 1823 wurde Metelen in die beiden Gemeinden Wigbold und Kirchspiel geteilt. 1843 trennte man die Bürgermeisterei Burgsteinfurt in Stadt Burgsteinfurt und in Amt Steinfurt mit den Gemeinden Hollich, Sellen und Veltrup. 1844 wurde Mesum selbständiges Amt, um dann bei der 1852 erfolgten Teilung der Bürgermeisterei Rheine in Stadt Rheine und in Amt Rheine mit dem letzteren vereinigt zu werden. Das Amt Rheine besteht somit aus den Gemeinden Rheine links der Ems, Rheine rechts der Ems, Elte und Mesum. 1890 wurden Kirchspiel und Wigbold Ochtrup zu einer Gemeinde Ochtrup vereinigt. Damit erlangte der Landkreis Steinfurt auf einem langen geschichtlichen Wege im Wesentlichen seine heutige Gestalt und wurde zu einem Gebiet, in dem die Verbundenheit seiner Einwohner gowahrt und die Leistungsfähigkeit zur wescktung seiner Aufgaben gesichert it. * Freitag, den 18. Oktober 1940 Aus der Schießabteilung der Reichsbahn=Sportgemeinschaft Am vergangenen Sonntag war die Schießabteilung der Reichsbahn=Sportgemeinschaft Rheine von der Schießabteilung der Ersag=Salzbergen zu einem Rückkampf nach Salzbergen eingeladen. Die Rheiner Schützen hatten sich per Rad oder per Bahn nach dort begeben. Auf dem Stand des Wirtes Dettmann in Steide wurde der Kampf ausgetragen. Kampfschießen ist höchster Ansporn des Schützen. Aber wohl bei keiner Kampfart ist die Erregung, die sich unwillkürlich der Kämpfer bemächtigt, so von Einfluß auf den einzelnen wie bei einem Kampf der Schützen. Besonders das freihändige Schießen erfordert sichere Körperhaltung und eine äußerst ruhige Hand. Geschossen wurden fünf Schuß liegend und fünf Schuß stehend freihändig. mit zwei Probeschüssen. Die Reichsbahner erzielten 1021, die Schießabt. der Ersag=Salzbergen 882 Ringe. Den Salzbergener Schützen kann man auf Grund ihrer Leistungen nur wünschen, daß sie bald das besondere Interesse der dafür berufenen Stellen und besonders auch deren finanzielle Unterstützung finden mögen. Münsterländische Volkszeitung Nummer 286 fern nicht beachtet wurden, zu sammeln. Sein Fleiß wurde bei der Prämienziehung wahrhaft reichlich belohnt. Er fand unter seinen Prämienlosen, die anderen wertlos erschienen, einen Hauptgewinn zu 5000.— RM— sowie eine Prämie zu 100.— RM 905. Daraus ergibt sich für jeden Volksgenossen. der Losbriefe für das Kriegshilfswerk für nationale Arbeit oder für das Winterhilfswerk kauft, um das gute Werk zu unterstützen, doch noch die gute Lehre, auch die Prämienlose zu beachten und bis zur Ziehung aufzuheben. „Wer verschenkt gern sein Glück?“ Wem von uns ist nicht beim Kauf eines Losbriefes vom braunen Glücksmann, gleichviel, ob es ein Gewinn oder eine Niete war, der Prämien= schein überreicht worden und der Glücksmann ermahnte uns, denselben gut bis zur Ziehung aufzubewahren. Aber nicht immer wird dieser Anregung des Losverkäufers Folge geleistet. Der eine legt das Prämienlos achtlos zur Seite, der andere schenkt es mit einer lässigen Handbewegung dem Verkäufer. Wie nun das Amt für Lotteriewesen bekannt gibt, hat sich ein Verkäufer in Ostpreußen die Mühe gemacht, alle diese Prämienscheine der Kriegshilfswerk=Lotterie, die von seinen Loskäun) Dienstbesprechung der Amtsleiter der NSDAP. Im Geschäftszimmer der Ortsgruppe hatten sich die Amtsleiter der NSDAP zur regelmäßigen Dienstbesprechung zusammengefunden. Der Ortsgruppenleiter Pg. Siesmann gab die neuen Eingänge bekannt, die dann den einzelnen Stellenleitern zur Weiterbearbeitung übergeben werden konnten. Der Ortsbeauftragte der RSKOV berichtete über den Einsatz und die Betreuung für unsere Verwundeten und erhielt die Zusage, daß sich auch hier natürlich die Partei voll und ganz einschalten werde. Es soll vor allen Dingen für Lesestoff und Unterhaltung gesorgt werden, wobei auch daran gedacht wurde, Rundfunkgeräte zu beschaffen. Da die bereits beschafften Geräte nicht voll ausreichen, können auch Volksgenossen, die zwei Rundfunkapparate bezw. stilliegende Lautsprecher besitzen, diese der RSKOV zur Verfügung stellen, wenn auch nur vorläufig leihweise. Ebenfalls erwogen wurde in der Dienstbesprechung die Einrichtung einer Volksbücherei, damit auch den Neuenkirchener Volksgenossen das neue nationalsozialistische Gedankengut jederzeit zur Verfügung steht. Die Frage der Raumbeschaffung, wo die Ausgabe der Bücher stattfinden soll, wurde bereits teilweise geklärt, so daß mit der Einrichtung in Kürze gerechnet werden kann. Des weiteren wurde der Einsatz der P. L. bei der Novemberstraßensammlung behandelt, wie auch Fragen der Veranstaltungen aus Anlaß der Gaufeiern im Januar 1941 besprochen wurden. Mit den sonntäglichen Ausmärschen, verbunden mit KK=Schießen, wird an einem der nächsten Sonntage begonNeuenkirchen meldet: nen. Der genaue Termin wird aber noch bekanntgegeben. Nach Klärung verschiedener Einzelfragen konnte die Besprechung mit dem Führergruß geschlossen werden. kl. n) Einteilung bei Einkäufen. Bei etwas gutem Willen ließe es sich sicherlich vermeiden, daß zu gewissen Geschäftszeiten allzu viele Kunden sich in den Läden befinden. Vor allen Dingen könnte die nicht betriebsgebundene Hausfrau ihre Einkaufszeit ruhig auf den Vormittag verlegen Nehmt Rücksicht auf eure Mitmenschen und auch auf den Verkäufer selbst, denn für ihn ist es geeinfacher, wenn sich die Kaufenden nicht so drängen und vor allen Dingen kann der Einzelkunde besser bedient werden. kl. n) Deli=Theater Neuenkirchen. Mit Gustav Fröhlich und Jutta Freybe treten in dem am Wochenende laufenden Film„Alarm auf Station III“ zwei Schauspielertypen auf, die uns allen sehr gut bekannt sind. In dem laufenden Film, der ein Schmugglerleben aus der Zeit der„Trokkenheit“. Amerikas zeigt, ist Gustov Fröhlich in seinem Element als Polizist und Verfolger der Schmugglerbanden, dem es auch gelingt, in die heimlichsten Schlupfwinkel dieser Horden einzudringen, um dann zum Schluß die Banden der strafenden Gerechtigkeit zu übergeben. Ein Film, der es in sich hat und mit seinen wechselvollen Szenen des Besuches wert ist. Außerdem ein schöner Kulturfilm aus unserem„Kamerun“ gleichzeitig mit der interessanten Wochenschau, die auch an Sonntag vormittagen um 11,15 Uhr gezeigt werden wird. kl. Der Sport am Sonntag Drei Meisterschaftstreffen der Gruppe Rheine sind am kommenden Sonntag die Ausbeuts des Tages. Sämtliche Spiele finden in Rheine statt. Als erste dieser Paarungen ist das Spiel Sportfreunde Gellendorf— Vorussia 08 Hier wird die Vorentscheidung fallen. Die Gegner haben sich noch nicht oft gegenüber gestanden. In Gellendorf wird Borussia seine Anziehungskraft nicht verfehlen. Sportfreunde führt mit 4 Pluskunkten die Tabelle und wird gegen Borussia alle Kräfte aufbieten, um siegreich bestehen zu können. Der von Borussia gemeldete Sieg über Reichsbahn wird den Gegnern dieser Klasse jetzt sehr gefährlich werden, denn die Borussen haben wieder gute Kräfte zur Verfügung, die den Verein in diesen Spielen nach vorn bringen werden. Ein interessanter Kampf steht den Gellendorfern bevor. Betriebssportgem. Hammersen— SV Ibbenbüren Der Spielverein Ibbenbüren gibt bei Hammersen die Visitenkarte ab. Der Platzverein hatte Mannschaftssorgen und greift heute erstmalig in die Spiele ein. Die zur Verfügung stehende Mannschaft ist ein Gefüge, die den Ibbenbürenern das Leben sauer machen wird. Hält Spielvereinigung das, was man sich nach ihrem ersten Sieg verspricht, so wird der Besuch lohnend sein, denn noch sind für jede Mannschaft die Aussichten für die Meisterschaft offen. Reichsbahn Rheine— Teuto Niesenbeck Die Reichsbahner waren der Favorit dieser Gruppe, und müssen sich nun bald besinnen und mit besseren Leistungen aufwarten, um die Stellung einzunehmen, die man allgemein erwartet hatte. Der heutige Gegner ist eine Mannschaft, die noch nicht lange im jetzigen Spielbetrieb steht. Das erste Spiel hat aber bewiesen, welch ein ernst zu nehmender Gegner Riesenbeck ist. Reichsbahn als Platzverein wird auf der Hut sein müssen. O. T WE b ue che 2RRIEGSWINTERHILFSWER H 1940 4 Aus der Bewegung Fliegergesolgschaft 1/205 Rheine. Am Sonntag, dem 20. d.., tritt die gesamte Fliegergefolgschaft Rheine um 10 Uhr am neuen H3Heim, Salinendamm, an. Dienstanzug: Winteruniform! Nur wer keine Winteruniform besitzt, muß Sommeruniform anziehen. Statt besonderer Anzeige Nach kurzer, schwerer Krankheit entschlief am — Morgen des 16. Oktober 1940 unser treusorgender, unvergeßlicher Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Shann=Heintrich, Pelers im Alter von 60 Jahren. Sein Leben war Arbeit und Aufopferung. Um ein stilles Gedenken bitten im Namen der trauernden Hinterbliebenen Peters Küpper Rheine, den 16. Oktober 1940. Schultenstraße 24 Die Beerdigung findet statt in Duisburg=Buchholz, vom Hause Bregenzer Straße 22 aus, am Montag, dem 21. Oktober 1940, vormittags 10 Uhr, vorher um 9 Uhr feierliches Seelenamt in der Pfarrkirche zu Duisburg=Buchholz. Das Seelenamt in Rheine wird am Sonnabend, dem 19. Okt. 1940, vormittags 8,30 Uhr, in der St.=DionysiusPfarrkirche gehalten. Von Kranzspenden bitten wir Abstand zu nehmen. Knoblauch-Beeren „Immer Nünger“ machen froh und friech Sie enthalt, alle wirksamen Bestandteile des reinen unverfälschten Knoblauchs in leicht löslicher, gut verdaulicher Form. erbeugend gegen: hohen Blutdruck. Magen,, Darmstörungen, Alterserscheinungen, Stoffwechselbeschwerden. Geschmack- und geruchfrei Monatspackung.— Achten Sie auf die grün-weiße Packung! Drog. Willy Protz, Münsterstraße 27, Ibbenbürenerstr. 27, Drogerie Hans Rosenkranz, Salzbergenerstraße 20. 14—17 jähr., fleißiges, tüchtiges Mädchen für Hausarbeiten für einige Nachmittage in der Woche gesucht.— Näheres Geschäftsst. 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Entsetzt erkennen wir das Ausmaß der Tätigkeit ausländischer Agenten und die Folgen ihrer skrupellosen Menschenfängerei. Ein Spielfilm u. doch mehr: ein Warnruf, eine starke Hand, die vor einem Abgrund zurückreißt. Kulturfilm— Wochenschau. Anfangszeiten: Wochentags 7 Uhr, Sonntags: 2 Uhr. Am Samstag nachmilag u. Minwochnachminag um 4 Uhr: vorstellung Jugendliche über 14 Jahre haben Zutritt Schützenhof-Lichtspiele: RHEINE Freitag bis Montag * Konzerthaus Blanke Täglich ab 19 Uhr Konzert Sonntags ab 15.30 Uhr — Besuchen Sie die gemütliche Pllsstube * von Altgold# Altsilber altem vergoldeten Schmuck zu günstigen Bedingungen beim Kauf neuer Ware C PVETENEEIEIATT Kheie IN. Unterrichtsbeginn: 4. November 1940 Anmeldungen und Auskunft Mathlasstr. 9 „"— Winterhalbjahr 1940-41 wieder vorrätig. H.& J. Altmeppen Buchdruckerei— Bahnhofstr. 2. -Theater Rheine Auf d. Thle Spritzig, an lebendig und einfallsreich ist dieser BavariaFilm mit: Gusti Huber, Grete Weiser Theo Lingen, Hans Holt, Franz Schafheitlin, Hermann Thimig und Richard Romanowky. ANFANGSZEITEN: Werktags: 7 Uhr Sonntags 2, 4,30 und 7 Uhr. Schluß des Hauptfilmes: .45 Uhr. Jugendliche haben keinen Zutritt. In der minagszelt von 12.30 bis 10 Uhr Ist unsere Geschänsstelle auch für telelonische An- poechigecon fragen und Auskünfte boschlossen. Westfälische Tageszeitung Rheine. 4mmm Feinuhrmacher u. Juwellere- Emastr. 2 C 29280 Bodanntmachung Beantragung von Wandergewerbescheinen für das Jahr 1941 Die Entgegennahme der Anträge auf Erteilung der Wandergewerbescheine für das Jahr 1941 findet in der Zeit vom 21. Oktober bis 15. November 19a0 für die Wandergewerbetreibenden in der Stadt Rheine, vormittags in der Zeit von—12 Uhr im Polizeibüro, Markt 8, statt. Um den rechtzeitigen Eingang der Wandergewerbescheine zum Jahresbeginn zu gewährleisten, wird dringend ersucht, den vorstehend bezeichneten Termin innezuhalten. Bei der Beantragung sind vorzulegen: 1. ein unaufgezogenes Lichtbild, welches unbeschädigt bezw. unbenutzt sein muß. 2. der Wandergewerbeschein für das Jahr 1940. 3. wenn Begleiter mitgeführt werden sollen, die Bescheinigung der Ortskrankenkasse über die Anmeldung des Begleiters. 4. die gültige Mitgliedskarte der Wirtschaftsgruppe„Ambulantes Gewerbe“. Die Ortsstelle der Wirtschaftsgruppe„Ambulantes Gewerbe“. befindet sich in Burgsteinfurt, Neuer Wall 4. bei Schmitz. Sprechstunden: Montags von 15 bis 18 Uhr. Rheine, den 14. Oktober 1940. Der Bürgermeister der Stadt Rheine als Ortspolizeibehörde. Unsere Kassenräume befinden sich ab Samstag, dem 19. Oktober 1940 Im Hause Berghoff-lsing Riegelstraße 4 Kassenstunden von 9—1 Uhr vormitlags Allgem. Ortskrankenkasse für den Kreis Steinfurt. Nebenstelle Rheine Ballast über Bord jedes„zuviel" ist schädlich: denn schlank ist gesund. Viele verdanken gesunde, vernünftige Schlankheit dem wohlschmeckenden Sonnnen=Cee. Bitte versuchen Sie. Pak.—.50 und .—RM. Alleinverk.: Drogerie Nienkemper, Münsterstraße.“ 2 gebrauchte Nüchenschränke und ein 2 fl. Gaskocher zu verkaufen. Hatharins Vos. Ibbenbürenerstraße 83 Ferkel. und Läuferschweine zu verkaufen. Schulte=Osthoff, Wadelheim. Ganz große VVVEINE W M Staatliche Lotterie-Einnahme Hollweg Rheine I. Westf. 1 Alle Bracksachen Bis Donnerstag einschl. Am Samstag 16.30 Uhr: Sonder-Vorstellung! Ab Freitag: Tägl. abends 19.00 Uhr Sonntag ab 14.00 Uhr shmtter 15ah für Bis Mittwoch einschl. Am Samstag 16.30 Uhr Sonder-Vorstellung Für Jugendliche nicht zugelassen wie Brteibogen Rechnungen Geschäftskarten Quittungen Preislisten. Postkarten u. s. w. S in geschmackvoller und preiswerter Aus** führung erhalten Sie in unserer Druckerei. 13S A.& J. 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Sie kämpft und leidet und erringt schließlich doch durch die klare Entscheidung ihres Herzens den Sieg. 2 Metropol-Theater — EIN FILM DER mit: Albert Matterstock, Heidemarie Hatheyer u. andere. Frohes Leben strömt aus dieser Filmkomödie. Die prachtvolle Jule, diesen ganzen Kerl, muß mas lieb haben. Ein Mädchenschicksal, das in seiner Herbheit zu Herzen geht— und über allem: Die ewigen Kräfte der Meimaterde, gesunder Humor und die alles bezwingende Liebe. EmstorDie Theater der guten Filme! 18. Oktober 1940 *„* In Altloschwitz am Elbufer, da sind die Bäume hoch und die Häuser klein. Der„böhmische Großvater“ wohnt gleich linkerhand neben dem Holzpantinenschuster im Friedrich=Wieck=Häusel. Diese drei Stufen hinauf und hinunter rauschten einst krinolinenbereift Clara und Maria, die lieblichen Meisters. Hier ging Robert Schumann ein und aus. Spürt man es Die Musik zog weiter aus dem kleinen Sommerhause fort, wie das Wasser in der Elbe, und nun wohnen andere Menschen hier. Sonnenwarm ist die alte dicke Messingklinke und blitzt im Licht wie der leibhaftige Sieg über alles Erdenleben. Auf Zekenspitzen, nahe#. nich der Stubentür, binter der der„böhmische Gloßvater“ seinen Tag lebt. Er muß gut an die neunzig heran sein. sagen die Leute. Wie merd ein Gebeimnnis, sagen die „Die weroe ich ihn antreffen? Eingenickt natürlich, im Ohrenstuhl am Fenster und die Brille von der Nase gerutscht? Weit gefehlt! Der Alte nimmt gerade den Lötkolben, das Wahrzeichen seines Klempnerhandwerks, aus dem Sparöschen. Hände niche“ e Klempner haben die alten glübende Kolben die Zinitafel le Sclig in die Zinktafel und liebevoll, ais umschließe viese Tatigleit den Begriff HandPortaffestanf di. der sweihentlige Kutlonsendof der Hauswirtin verlötet. Nun erst hat er Zeit und Ruhe zu einem Plauderstündchen. uund guiaden alten, dreifach geschwungenen Ledersofa verstütt wahrhaftig die Gegenwart.„Brüllen brauchen Sie nicht, ich höre noch gut auf allen beiden Ohren.“ Gemütlich tickt die alte runde Uhr, und nun sängt der Alte aus dem Böhmerwald ganz von selon zu erzählen an.„Ja. sehen Sie, nun bin ich eingebürgert. Reichsdeutscher bin ich geworden mit meinen 87 Jahren. Jahrzehnte Mose Möictlich=zepartet. und nun ists mit einem 1##rlichten geworden. Und ohne Brille have ich ote Urkunde unterschrieben!“ Sorgsam, fast zärtlich, schlägt der alte Mann die Mappe auf und sregcht das Dokument gratt. Zitternd holt die Uhr zum Schlage aus, als sei sie mitbeteiligt an „Lohuts Lebensgeschichte, ein Deutscher aus dem Sohmerwald, der auf seine Einbürgerung gewartet hat wie guf das große Wunder. Aus Kulm srammt er, und sein Vater, ein Bierbrauer, ertrank. jung bei Jahren noch, im Maischkessel. Alle fünf Kinder zog die Mutter allein groß und eigentlich so gans.von weitem, denn sie war den Tag in der „Sustoßrüche beschäftigt.“ Ich war noch nicht zehn Jahre alt, da begriff ich zum ersten Male so recht, was das heißt, deutsch zu sein und doch nicht zum zu gehören. Das war im Kriege 366, die Preußen sollten in Kulm einrücken, und wir Kinder waren in wilder Unruhe. Preußen. das war ja ein sichtbares Stück Deutschland für uns böhmische Kinder. Wir waren vor Aufregung toll. Neue Kriegsnachrichten waren das einzige Mittel, um der sicheren Strafe vor langem Herumvirschen zu entgehen. So logen wir uns die Heldentaten auf fernen Kriegsschauplätzen zusammen. Kulm mußte in Atem gehalten werden, bis die Preußen wirklich kamen.“ „Heute würden sie also kommen, hatte der alte Schroßturmer gesagt, heute kommen. die Preußen. Und die gelähmte Komtesse Tusnelda, der mildtätige Engel des Ortes. ließ sich immer wieder auf ihrem rollenden Rohrstuhl durch die Straßen fahren. Der Sonnenschirm aus weißer Seide wippte über ihrem erhitzten Gesicht. Die Preußen werden kommen. Leute, die Preußen, rief sie unermüdlich den Menschen zu. Und da zur Schule gehen, wenn die Preußen endlich einmarschierten? Die Schulranzen mit rotem Plüsch und mit Perlen draugestickt„Lerne fleißig“ wohin mit der unnützen Last an diesem historischen Tage? Zwischen die alten Gräben unter einer Eiche? Da konnten ihn die Schloßhunde finden. Auf den Baum mit ihm, hoch hinauf, dort sah ihn keiner, dort hing er gut, der rote„Lerne fleißig“. . Und die Preßen kamen wirklich. Es ging alles schnell. Vor dem Schloß rasteten sie, schirrten ihte Pferde aus und tränkten sie. Ruft ein Sergeant„Heda. Jung. hol“ mir ein Stück Wurst, wechsle den Gulden beim Selcher, ich hab's nicht klein bei mir.“ Hat je einem böhmischen Jungen über soviel Ehre das Herz gepumpert? Beglückt er davon und stampft vor Ungeduld im Selcherladen. Es hilft nichts er muß lange warten und wird immer wieder beiseite geschoben, schüchtern ist er obendrein. Also dauert es sein halbes Stündchen, bis dran kommt. Ein dickes Ende Wurst in der einen Hand, lauter blanke Kreuzerle in der linken, so stürmt er den Schloßberg rauf. aber wie er herankommt, möcht' er grad hinausheulen vor Schmerz— da sind nur noch Fußstapfen und Pferdehufe zu sehen. Die Preußen sind wegmarschiert, und gleich schießt dem Jungen das Wasser in die Augen. „Je. freu dich doch, Lausbub,“ grient der herrschaftliche Stallknecht.„nicht jedem Kulmer Jungen fällt eine lange Wurscht und eine Handvoll Geld in den Schoß.“ Aber da hat der Kleine wildblitzend um sich geschaut, hat das lange Ende Wurst geschwungen wie ein Fahnenstöckchen und hat sich auf die Socken gemacht. Viele Stunden ist er getrabt, die dürre, staubige Landstraße entlang, einen großen Ehrgeiz im Herzen und eine Sehnsucht, die Preußen noch einmal zu sehen. Beim großen Schlachtendenmal auf freiem Felde, da hat er sie eingeholt. Aber nun am Ziel kann er seinen Sergeanten nicht mehr herauskennen. Sieht doch ein staubiger Soldat aus wie der andere, alle sind sich gleich. Gleich werden sie wieder aufbrechen und davongehen, und er weiß nicht wohin mit der Wurst, Geld und Ehre in der Tageszeitung Erzählung von Annemarie Hering Nummer 286 Pubengzscht, Tranen trovsen über das schmutzige „Was flennst du denn. Bengel, und was treibst du denn hier? Wer bist denn du? raunzt ihn ein Soldat an. „Ein Kulmer bin ich und kenn' mich nicht mehr aus“, stottert und schluchzt der Junge und berichtet seinen Fall, der so ernst und hoffnungslos aussieht. Da nimmt ihn der Preuße schmunzelnd über die Schulter wie einen Sandsack, hebt ihn auf den Denkmalssockel, und da er zugleich Trompeter vom Paderborner Husaren=Regiment war, schmettert er ein Signal hinaus, so gewaltig, daß die Soldaten zusammenfahren wie die Hasen in der Saat.— „Der Sergeant, der eine Wurscht bei diesem Kulmer Buben bestellt hat, der trete vor.“ Der Sergeant hatte längst im Trubel des raschen Aufbruches Jungen, Gulden und die Wurst vergessen und ist gerührt über soviel Ehrlichkeit. „Hier. Herr preußischer Sergeant, die Wurscht und der gewechselte Gulden.“ Stramm steht er, der Kleine, die Augen geradeaus und den Bauch herein, wie er es den Preußen abgeguckt hat. Er weiß, daheim bekommt er mehrere hinter die Löffel über das lange Fortbleiben. Aber das tut nichts. Der Preuße soll eine rechtschaffene Meinung über die Kulmer Jungen haben. Und der Herr Sergeant hat ihm über den Kopf gewuschelt und ihm ein ordentliches Stück von der Wurst abbeißen lassen. Und als er ihm zwei Kreuzerle hat schenken wollen, hat der Kulmer Junge verlegen und sehnsüchtig auf die blinken Uniformknövfe geschaut.„Also. du willst nicht die zwei Kreuzerle?“ „Also, ich möcht lieber zwei Andenkenknöpfel. Herr Sergeant. Und der Preuße hat sich auch nicht lange bitten lassen und hat sich zwei abgerupft, die ohnedies schon baumelten. „Den Säbel kannst du leider nicht haben. Bub. jetzt so mitten aus dem Krieg heraus, weißt du. ich brauch' ihn zu sehr. Behüt' dich Gott. Kleiner und uns auch.“ Wie ein Vater nimmt er den Kleinen in die Arme und drückt ihn. Das war ein großer Tag für den Kulmer Jungen. Aber schön geendet ist er nicht. Als die Mutter um die Vesverstunde ein wenig im Schloßpark Luft schöpft. zieht es ihr geradewegs den Kopf hinauf. und sie muß sie in das Eichengeäst schauen, ob sie will oder nicht.„Je.“ denkt sie,„seit wann gehen die Fasaden rotplüschenen„Lerne fleißig“ ihres Aeltesten. Mit einer Wäschestütze hat sie den Ranzen heruntergeholt und ist gleich hinter dem dicken Eichenstamm stehengeblieben und hat gewartet. bis der Hurra=Sepp und Schulschwänzer todmüde und glückselig. in jeder Hand einen preußisch=westfälischen, Knopf, heimgeschlichen kam.— Die Jahre sind weitergegangen, von den großen Kriegen blieben für jeden, der sie miterlebt hatte. die starken Erinnerungen zurück. Der Kulmer Bub war zu einem strengen Klempnermeister in die Lehre gekommen, hat auf manchem Dorfkirchendach gesessen und die Regentraufe gelötet, die preußischwestfälischen Knöpfel in der Tasche und eine große Sehnsucht im Herzen. Und dann ist der Tag gekommen, wo er die Heimat verließ und eine lange Wanderschaft antrat. kreuz und quer durchs deutsche Land. Und die preußisch=westfälischen Knöpfel haben ihm allewege Glück gebracht. „Komme ich eines schönen Sommerabends nach Paderborn im Westfälischen und schwatze im „Goldenen Anker" traut ein Stündchen mit den Einheimischen. Tritt einer auf mich zu mit einem 19„langen Schnauzbart und spricht:„Junger Mensch, Sie reden ja ein vures Böhmisch.“„Sollt ich auch nicht? Freilich, gutes Kulmer Deutsch red' ich halt.“„Kulm", seufzt der mit dem Schnauzbart,„ja. ja. gutes Bier und ehrliche Menschen. das vergißt sich nie, so was behält man im HerUnd der räuspert sich und erzählt die Geschichte von der Wurst und dem Gulden aus dem Jahre 1866, daß mir die beiden Augen übergehen. Mein Sergeant war es, mein preußisch=westfälischer Herr Sergeant. Und wie ich vor Rührung blasse Backen bekomme und meine zwei Andenkenknöpfel aus dem Brustbeutel fingere, da bleibt ihm der Mund mit dem Schnauzbart weit offenstehen. Nach achtzehn Jahren liegen wir uns in den Armen, als seien wir in der Zwischenzeit einander nichts als Freunde gewesen. Wir kamen uns vor, wie eine Geschichte, die im Buche steht und von der man so sagt, nun jedoch, es ist eben eine Geschichte, warum auch nicht?“ Wieder holt die Uhr zum Schlage aus und beendet die Erzählung des alten Mannes. Im Ofen ist das Holzscheit niedergebrannt, und die Spätnachmittagssonne scheint herein und dem Greis und der Uhr mitten in das Gesicht. Jetzt schließt Vater Kohut eine Schatulle auf. nen der gnädigen Komtesse Tusnelda schon vor schnalzt ins Geäst hinauf. Aber der Fasan rührt sie an und... uodse. Er baucht Der Veleran der Wilowesiromantik Zum Tode des Cowboydarstellers TomMix— Schimmel mit dem Rundfunkapparat Wie bereits kurz berichtet, ist Tom Mix, der berühmte Cowboydarsteller aus der Zeit des Stummfilms, der das Publikum jahrzehntelang auf der Leinwand mit verwegenen WildwestFilmen erfreute, in den Vereinigten Staaten tödlich verunglückt, Tom Mix, zuletzt mit seinen 60 Jahren zwar schon ein grauhaariger, aber immer noch ein schlanker, sehniger Mann, ist einer der ersten Pioniere des amerikanischen Films gewesen. Bereits im Jahre 1908 erschien dieser tollkühne Reiter und Meisterschütze zum erstenmal auf der Leinwand, und man sagt nicht zuviel, wenn man ihn als den ersten ganz großen Star des amerikanischen Films bezeichnet. Auf seinem weißen Hengst„Tony“, mit dem breitrandigen Cowboyhut und dem schmucken weißen Anzug, ritt und stvitt er sich in die Herzen von Millionen Zuschauern aller Kontinente hinein.= Die Indianer verfolgten seine Heldenstücklein auf der Leinwand ebenso wie die Eskimos, rief er doch durch seine wahrhaft aufpeitschenden Abenteuerfilme die erstorbene Romantik des Wilden Westens wieder wach. Der Tonfilm setzte Toms glanzvoller Laufbahn ein Ende. Aber er war klüger gewesen, als mancher seiner Kollegen; als reicher Mann konnte er dem Filmatelier Lebewohl sagen und sich in Hollywood zur Ruhe setzen. Und mit ihm ging„Tony“ in Pension, der Schimmel, der nicht minder berühmt war als sein Herr und heute als 36jähriger Veteran in einer Tom Mix gehörenden Farm in Texas das Gnadenbrot frißt.„Tony“ hat bereits vor 30 Jahren im ersten Tom=Mix=Film mitgespielt, und derselbe schwarzhäutige Diener, der ihn damals betreute, pflegt ihn auch heute noch. Im Stall des vierbeinigen Filmstars von einst befindet sich nicht nur ein Petroleumosen, sondern sogar ein Radioapparat, aus dessen Lautsprecher„Tony“ mitunter die alten Trapper=Songs des Wilden Westens hört Tom Mix ist einer von jenen gewesen, die niemals ein„Double" brauchten. Er hat seine tollkühnen Sensationen durchweg selbst ausgeführt und sich dabei häufiger die Rippen gebrochen, als irgendein anderer Darsteller seiner Zeit. Nicht weniger als 27mal mußte er während seiner Filmtätigkeit für einige Zeit ein Hospital aufsuchen. In seiner frühesten Jugend arbeitete er als Cowboy für den unsterblichen Buffalo Bill. Vor einiger Zeit wollte man ihn in Hollywood als Regisseur eines Buffalo=Bill=Filmes verpflichten, als Tom Mix aber das Manuskript las, lehnte er es ab, als persönlicher Bekannter Buffalo Bills diesen historisch vollständig unrichtig gestalteten Stoff zu drehen. Der Vater Toms war einst Sheriss in Texas gewesen, zu einer Zeit, da man im Mittelwesten nur zu Amt und Ansehen kommen konnte, wenn man ein Meister im Schießen und Reiten war. Von iym lernte Tom seine Künste, und bis zuletzt brachte er es noch zuwege, mit einem Lasso fünf Pferde auf die Knie zu zwingen. „Die heroischen Zeiten des Mittelwestens sind endgültig vorbei“, erklärte der alte Haudegen des Stummfilms bedauernd.„Aus den Cowboys sind Mannequins geworden— keiner der Jungens bringt mehr zuwege, was sein Großvater konnte. Und die Rothäute können besser Sticken als Bogenschießen...“ Vor zwei Jahren stellte Tom Mix, des Nichtstuens müde, einen Zirkus zusammen, mit dem er durch die Vereinigten Staaten reiste und dabei auch einmal nach Europa kam. Auf einer solchen Tournee hat ihn nun das tödliche Schicksal ereilt. edem Weiter, Ghrens um England wird geschlossen. Unermüdlich, bei — Linser Bild von den:: Terstörer und Torpedoboote den Sicherungsdienst durch. von der Heimfahrt eines Minenlegers zeigt, wie eben die Wasserbomben wieder entschärft werden(PK-Winkelmann— Scherl-.) Der„Teufelsgeiger von Genua“ illy Birgel spielt Niccolo Paganini—. Das Virtuosenstück auf der-Saite machte Paganini durch seine unglaubliche Fingerfertigkeit der linken Hand und Geschmeidigkeit der Armbewegungen auf dem Konzertvodium fast den Eindruck eines Besessenen. Der Volksmund wollte sogar wissen, daß der„Teufelsgeiger von Genua“ seine Seele dem Leibhaftigen verschrieben habe. der ihn dafür gelehrt habe, so hinreißend und wunderbar zu spielen. Paganinis beliebtestes Virtuosenstück bestand darin, während eines Stückes außer der=Seite sämtliche anderen Saiten von seiner Violine zu reißen und dann auf der allein verbliebenen genau so klangvoll und meisterhaft weiterzuspielen wie vorher auf allen vier Saiten. Als der Künstler, der zahllose Liebesabenteuer gehabt hatte. aber in seiner Ehe mit der Sängerin Antonia Bianchi nicht glücklich war, am 27. Mai 1840 im Altet von 58 Jahren an einem qualvollen Kehlkopfleiden in Nizza starb, trauerte um ihn die gesamte Musikwelt. Elektrisierter Wein und Kognat „Gib acht auf den Jahrgang!" Der Rat des populären Liedes für die Beurteilung von Wein und Weib dürfte wenigstens für den Wein seine Geltung verlieren, falls sich eine neue Entdeckung eines amerikanischen Forschers nicht als amerikanischer Bluff erweist. Der Mann kam auf die Idee, Wein und Spirituosen mit Starkstrom zu behandeln und berichtet nun wahre Wunderdinge von der Wirkung seines Verfahrens. Junger Wein nicht besonders wertvoller Jahrgänge Im Mittelpunkt einetz neuen Terra=Films. „Der Teufelsgeiger“, wird der bisher unerreichte weltberühmte Meister im Violinspiel Niccolo Paganini stehen. Willy Birgel soll in der Titelrolle diesen „musikalischen Dämon“ auf der Leinwand verkörvern. Am 27. Oktober 1782 wurde dem Hafenarbeiter und Krämer Antonio Paganini in Genua ein Sohn geboren, der den Namen Niccolo erhielt. Als das Knäblein drei Jahre alt war und eines Tages nach Kinderart mit einer alten Geige spielte, entdeckte der Vater seine musikalische Begabung. Durch härtesten Drill und unbarmherzigen Zwang brachte er den Kleinen nun soweit, daß er bereits mit neun Jahren in Neapel zum ersten Male auftreten konnte. Nach einem Studium bei verschiedenen Lehrern konnte Niccolo Paganini schon im Alter von vierzehn Jahren als vollausgebildeter Künstler eine Italien=Tournee unternehmen, die seinen Namen mit einem Schlage unter die der größten Musiker seines Landes einreihte. Von 1828 an folgten dann Auslandsreisen, die den Sohn des Genueser Hafenarbeiters auf den Gipfel des Weltruhms emvortrugen. Wo Paganini auch erschien, rissen sich Könige und Staatsmänner um seine Gunst, überhäufte man ihn mit Kostbarkeiten, spannte das Publikum ihm vor Begeisterung die Pferde aus. Dabei war der Künstler durchaus von keiner bestechenden äußeren Erscheinung. Das krankhaft bleiche Gesicht, das von wirren schwarzen Haaren umrahmt wurde. die nachlässige, vollkommen unmoderne Kleidung und die spindeldürre Gestalt von ausgesprochen linkischer Haltung enttäuschten jeden Musikfreund. der sich Paganini nach dem Ruf. der ihm vorausging, etwa als Adonis vorgestellt hatte. Wenn aber der Künstler dann den Bogen zum Spiel ansetzte und das Feuer des Genies in seinen großen. durchdringenden Augen zu brennen begann, lauschte das Publikum hingerissen den faszinierenden Klängen. Der reinste Akrobat in seinem Fach. Das Ains im Rinde Skizze von Willi Lindner Unser Hans=Jochen geht zwar schon seit längerer Zeit in die Schule, aber es gibt doch noch viele Dinge zwischen Himmel und Erde, von denen seine Schulweisheit sich nichts träumen läßt. Er ist eben noch ein Kind. und darum macht er sich jetzt über das Kind so seine Gedanken. Er traut dem Klapperstorch so recht nicht mehr und weiß doch nicht, wie er sich das Erscheinen eines kleinen Erdenbürgers anders als durch die Mitwirkung dieses kinderfreundlichen Vogels erklären soll. Vor einiegn Wochen kam er freudig=erregt aus der Schule heim.„Mutti, denk dir nur“ rief er laut ins Zimmer hinein,„mein Freund Fritz hat ein kleines Brüderchen bekommen.“ Mutti lächelte und meinte, das wäre sein. Hans=Jochen aber legte sein liebes Gesichk in Kummerfalten und seufzte:„Aber son Pech auch. Mutti. Ausgerechnet gestern, als das Kindchen ankam. wurde Fritzens Mutter krank und mußte ins Krankenhaus. Und da hat ihr der Klavverstorch auch das Kindchen ins Krankenhaus gebracht.“ Als kurz darauf seine Mutti gleichfalls ins Krankenhaus mußte und dort ein Brüderchen zur Welt brachte, meinte er, schon allgemeiner denreno:„Komisch, daß die Muttis immer gerade krank sind, wenn ein Kindchen ankommt!“ . Ein neues Problem tauchte für ihn auf, als er sein Bruderchen im Krankenhaus besuchen durfte. Er besah es sich genau, fand es ganz niedlich und kam dann mit einer seiner grüblerischen Querfragen:„Du. Mutti. wie ist das Brüderchen denn hier hereingekommen?“ „Man hat es mir gebracht", antwortete die Mutter. Hans=Jochen war von dieser Antwort nicht befriedigt.„Das ist aber komisch. Mutti“, zweifelte er,„unten. im Eingang. steht doch angeschlagen: Kinder unter sechs Jahren haben keinen Zutritt.“ Ja, wir Erwachsenen lachen dann. aber damit ist für ein Kind das Problem natürlich nicht gelöst! Als Mutti mit dem Brüderchen wieder daheim war, durfte Hans=Jochen eines Morgens mit dabei sein, als das Kind ausgewickelt und gebadet wurde. Er bestaunte das kleine Weltwunder nach Gebühr. und dann schoß gleich wieder eine seiner wißbegierigen Fragen vor:„Du. Mutti, woher wußtest du denn gleich, daß es ein Junge und kein Mädchen war?“ Mutti, mit kitzligen Fragen des Jungen vertraut, war im ersten Augenblick um eine Antwort doch verlegen. Dann fiel ihr zum Glück das Krankenhaus ein.„Der Arzt hat es mir gesagt". erklärte sie. Da gab sich Hans=Jochen zufrieden. Aber es ist schon richtig, was die alten Leute sagten: Ein Kind fragt mehr, als sieben Weise beantworten können. (HKB) Nierenleiden Ich war jahrelang mit einem Nierenleiden behaftet, hörte dann von der Heilquelle Karlssprudel. Der Erfolg war 100% ig. ich habe seit 1935keinerei Beschwerd, mehr gehabt. W. Röhl, Wirtschaftsber., Rostock, Rich. Wagner-Str. 17. 4. 2. 38. 20 grohe Flaschen Biskirchener Heilquelle Kerissprudel RM 12.60, 23 grohe Fleschen RM 14.-. Niederlage: Brunnenzentrale W. Ferd. Meyer, Münster I.., Salzstraße 50— Ruf 2 50 80 habe den Wohlgeschmack und die übrigen Qualitäten der feinsten alten Jahrgänge angenommen, nachdem man einen elektrischen Strom von 2400 Volt durch ihn hindurchgeschickt hat. Die gleiche veredelnde Wirkung soll diese Behandlungsweise auf Kognak, Whisky, Liköre und alle übrigen Spirituosen haben.— Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Der Alkoholfreund würde sonst bei der Bestellung einer„Molle mit Korn“ hinzufügen:„Aber den Korn elektrisiert, damit er wie alter dreisterniger Kognak schmeckt!" Kainz' Rauch'alon Am Deutschen Theater in Berlin entdeckte Kainz eines Tages das Kellergewölbe, wo die Dynamomaschine stand, als den sichersten Ort, um ungestört eine Zigarre rauchen zu können. Als er jedoch nach seiner Taschenuhr sehen wollte, war diese stehen geblieben, und der Maschinist erklärte ihm, daß daran die Nähe der Maschine schuld sei. durch die die Uhr magnetisiert wäre. Am nächsten Tag führte Kainz ein Dutzend Kollegen in den neuentdeckten„Rauchsalon“. Nach einer Weile fragte er harmlos, wieviel die Uhr sei. Einet der Herren zog die Taschenuhr und mußte feststellen, daß sie stehen geblieben sei. Nun machte einer nach dem anderen die gleiche Entdeckung. Allgemeine Verblüffung, die durch die lachende Erklärung von Kainz behoben wurde. Der große Schausvieler war aber doch seinerseits etwas verblüfft, als er nach einigen Tagen zwölf Rechnungen für die Revaratur von stehengebliebenen Uhren bekam. ROMAN VoN MARIA voN KIRCHBACH Elma auf. Er stand gegen die Mauer gepreßt, daß die roh behauenen Steine ihm in den Rücken drangen. Elma war unter den Füßen der Pilger verschwunden. Aber er konnte sich weder bistken noch schreien. Er konnte auch nicht mehr atmen. Sein Herz schwang wie eine Glocke gegen seine Rippen. Plötzlich fühlte er, wie seine Wirbelsäule brach. Er spürte einen heftigen Schmerz, der wie ein Lanzenstich seinen Körper durchstieß. Sein Kopf fiel auf seine Brust, Finsternis umgab seine Augen. I Arturg Panzi einem Tod war es dem Professor Goldenen Berg, z als stehe er auf dem Pu Khao Tong, dem Stadt, mit ihren dangegn. Janstot, die königliche Pracht in der Sonne augy: Tempeltürmen, deren märchenhafte spiegelte sich die flammend.“ u trägen Fluten des Menam der Morgenröte, dessen Gaste amit des Wat Arum, des Tempels im Wasser zu tausend bnuten.““““, Kupferbraun und Rosenrot Ruderschläge eines langsam Scherben zerbrochen schien, wenn die zerteilten. ebeigleitenden Bootes die Fluten Grch Eine Prozesson zag heran. der Bäume um Badstos und blauen Gewändern wirkten wie Ss. Meuschen in ihren gelven verdeckten ihre Gesichter. Semen, ungeheure Pilzhüte Arturo Landi fühlte heiße Freude, daß es ihm doch veli war, allen Hindernissen zum Trotz, nach unendlichen Leid. kommen. Run tauchte die Spitze des Zuges aus den g. nun drängte auch die Masse der Pilger in den Klosterhof Elmas Hand, um kann nicht mehr atmen“, ihn gerichtet. Im Halbdunkel ie wollen uns tbten“, schrie Elma Landi beugte sich über den Toten. Sein Gesicht, durch Jahre des Leidens abgezehrt, glich einem aus Wachs gebosselten Bildnis. Der Mund war halb offen, die Nase mit den feinen Flügeln ragte zwischen den dichten Bogen der Brauen. Die Augen waren von bleifarbenen Schatten umgeben, zwischen den dunklen Wimpern hervor glänzte die erstorbene Pupille. Auf der Stirn standen seine Schweißtropfen. Er war stumm hinübergegangen. Hatte er gelitten? Hatte irgendein Traum ihn noch beunruhigt? Sie neigte sich und durchforschte dieses tote Gesicht. Die Augen gaben keine Antwort. Aber der Mund, der so ausdrucksvoll in Zärtlichkeit und Spott gewesen war, sprach noch. Er sagte ihr: Ich war müde. Ich bin gern schlafen gegangen. Nur die Augenbrauen mit den hochgezogenen Bogen schienen abweisend in Verwunderung. Sie richtete sich auf und atmete tief. Sie hatte gedacht, daß der Tod sie erschüttern werde. Aber nun stand sie erstarrt, ohne jedes Gefühl. Sie konnte nicht umhin, über sich selbst zu staunen. Sie ging mit wankenden Knien zum Fenster und schob die Vorhänge beiseite. Die Helle der ersten Frühe mischte sich mit dem Schein der Nachtlampe, die unter einem mattgrünen Schirm brannte. Sie öffnete das Fenster, um die erstickende Luft des Krankenzimmers hinauszulassen. Sie stand und füllte die Lungen mit dem jäh eindringenden Hauch des Morgens, daß ihr schwindelte und sie sich am Vorhang festhalten mußte. Dann wandte sie sich wieder um. Sie löschte die Lampe, sie schloß den noch aufgeschlagenen Grammophonkasten und ordnete mechanisch die Gegenstände auf dem Arzneitisch. Das Glas, aus dem der Tote getrunken hatte, war leer. Aber auf der Platte lag noch eines der Röhrchen, aus denen eine hastige Hand die Tabletten herausgerissen hatte. Sie ergriff die Röhrchen. Eines zersplitterte an dem buntgefleckten Terrazzogestein des Bodens. Das andere schleuderte sie hinaus in den Garten, zwischen das Gezweig, in den Rasen, irgendwohin, ohne Vernunft, ohne Bewußtsein. Eine sanfte Glut färbte schon den Himmel. Der ganze Garten erschauerte im Frühwind. Sechs schlug die Turmuhr. Das Weiß des Kiesgerölls auf den Wegen und das dunkle Grün des Buchses und der immergrünen Sträucher wirkten kalt und traurig. Auf einmal spürte Elma, daß sie vom Kopf bis zu den Füßen erzitterte, daß Schweiz aus allen Poren brach und ihre Haut überströmte. Es war ihr, als wache sie aus einem Traume auf und begreife erst jetzt, was sich zugetragen hatte. Sie trat nochmals an das Bett, auf dem der Tote lag. Die Mundwinkel hatten sich gesenkt, die Brauen ihre Spannung verloren. Sie drückte die Augen zu. Sie nahm eine der schlaff auf der Decke liegenden Hände und küßte sie. Die Hand war schon kühl. Sie legte die Hand zurück. Dann ging sie durch das Schreibzimmer auf den Flur hinaus. Sie ergriff den Hörer des Telefons. Auf der anderen Seite meldete sich eine schläfrige Stimme:„Doktor Ricordi“ „Hier spricht Elma Landi. Mein Mann ist soeben gestorden. Ich bitte, kommen Sie.“ Sie wartete im Schreibzimmer, bis das Schrillen einer Glocke ihr den Arzt ankündigte. Niemand war in der kleinen Villa als sie; der Gärtner und Pförtner und seine Frau waren einer Erbschaftssache wegen nach Ostia verreist. Sie schritt zur Tür und ließ Ricordi ein, wie noch zuletzt vor zwei Wochen. „Der Arzt, schmächtig und streng, folgte Elma in das Schlaf. Ricordi untersuchte den Entseelten mit einiger Umständlichkeit. Er streckte die Hand nach dem Glas aus. Scharf blickte er Elma an.„Wollen Sie mir nicht sagen, Signora, wie das geschehen konnte?“. Er räusperte sich und wartete. „Ich weiß es nicht“, sagte die Frau mit leiser, belegter Stimme. „Sie wissen nicht, Signora?“ „.„Vein Mann hat heute nacht, als ich nicht bei ihm war, eine Ueberbosis seines Schlafmittels genommen. Er hatte mir verboten. Sie wieder zu rufen. Seit vorgestern litt er an krampfartigen Anfällen, die ihn fast verrückt machten. Sein Leben war, bedenken Sie, eine Kette von Qualen, deren Ende nicht abzusehen war. Nun ist er von diesen Qualen erlöst.“ Der Arzt zuckte mißbilligend die Achseln.„Professor Landi war so matt, däß er sich kaum zu bewegen vermochte. Es überrascht mich, daß er ohne Hilfe eines solchen Handelns fähig war.“ Elma Landi schwieg. Die Blicke des Arztes wanderten. Dieses Schweigen war, er zweifelte nicht mehr daran, ein Verhehlen. Er wollte die Frau fragen, wo die Hülsen der Schlaftabletten seien. Da trat sein Fuß auf die eine, die zerschellt war und zwischen den Marmorstückchen des Bodens glitzerte. Das Bild des Krankenzimmers war in Eile verändert worden, soviel schien sicher.„Ich werde“, sagte er,„die Polizei benachrichtigen müssen. Es ist meine Amtspflicht, Signora. Bitte, bleiben Sie inzwischen nebenan.“ Er ergriff seine Instrumententasche und ging auf den Flur. Kein Laut drang zu Elma Landi. Ihre Stirn brannte, in ihren Augenhöhlen bohrte ein Schmerz, aber dann wurde ihr kalt vor Ekel. Sie sprang auf und lief durch ihr Schalfzimmer in den Baderaum. Sie mußte erbrechen. Dann war ihr leichter. Sie ging wieder in das Schreibzimmer. Jetzt waren wohl die Polizeibeamten da. Sie lehnte den Kopf in die Hände. Der Polizeikommissar fand sie schlafend und mußte sie wecken. Ihr Gesicht war erschöpft, bleich und sehr jung. Sie sah nicht aus wie ein Mensch, der einen anderen mit Vorbedacht töten konnte. Nichtsdestoweniger hatten die Beamten festgestellt, daß hier Spuren verwischt worden waren. Drei, vier Schritte vom Fenster hatte der Detektiv, der den Kommissar begleitete, im Gras die leeren Glasröhrchen entdeckt. Der Kommissar rüttelte Frau Landi am Arm.„Signora!“ Sie war sofort wieder wach. Ihr Gesicht wurde verkrampft und sah älter aus. Die Lider der ein wenig schief stehenden Augen flatterten.„Ich habe viele Nächte nicht geschlafen", entschuldigte sie sich. „Es tut mir sehr leid, Signora“, sagte der Kommissar. muß Sie bitten, mit mir zu kommen.“ Fortseisung im neuesten Heft der Berliner Illustrirten „Ich Vertiner Tthastctt 18. Oktober 1940 Hachthaus für Prozeß um Geschäfts-Machenschaften aus der Systemzeit Hannover, im Oktober. Ein aufsehenerregender Strafprozeß ging jetzt zu Ende. Angeklagt wegen Meineides war der Geschäftsführer einer Zementfabrik in Einbeck, der ein willenloses Werkzeug Drahtzieher war, die im Hintergrund standen, er wurde zu 18 Monaten Zuchthaus verurteilt. Aus diesem Prozeßverlauf war zu entnehmen, daß in der Systemzeit ein Syndikat ein kleines Einbecker Werk aufgeschluckt hatte, ohne es in der öffentlichkeit als zum Syndikat gehörig zu bezeichnen. Indessen war die verhältnismäßig kleine Fabrik dazu ausersehen. Kämpfe gegen unbequeme Außenseiter auszuführen. Das nichtlegitime„Kind“ mußte im selben Gelände, in dem die Konkurrenz sich niederzulassen gedachte, um Betriebe und Anlagen zu errichten, die Grundstücke zu Preisen aufkaufen, die zum tatsächlichen Wert in gar keinem Verhältnis standen. Zur Beobachtung nachbarlich gelegener Fabriken wurde ein Scherenfernrohr aufgestellt, mit dem man das Gelände Tag um Tag im Auge behielt und alle Vorgänge kontrollierte. 5000 RM im Kuhmagen München, im Oktober Ein Viehhändler einer oberbayerischen Ortschaft, der wegen seines Geizes bekannt ist und der sich für besonders pfiffig hält, suchte sich als Tresor für seine ErWestfälische Tageszeitung sparnisse einen Strohhausen in seinem Stall aus. In seiner Abwesenheit riß sich eine Kuy los und fraß von dem Stroh, unter dem 7000 RM versteckt waren. Sie verleibte sich von den Geldscheinen 5000 RM mit dem Futter ein. An dem Mißgeschick konnte weder der Tierarzt, der sofort zu Rate gezogen wurde, noch der Metzger, der die Kuh notschlachtete, etwas ändern. Die Geldscheine waren bereits verdaut. Schlecht genagelte Stiefel waren schuld Salzburg, im Oktober Der 17jährige Schuhmacherlehrling Alois Reitmayer und sein Freund machten einen Ausflug über das Naßfeld auf das Schareck. Als sie in einer Höhe von 2000 Metern gekommen waren, standen sie vor einem Schneefeld. Da starker Wind herrschte und außerdem noch mehrere Schneefelder zu überschreiten gewesen wären, beschlossen sie, umzukehren. Im Augenblick des Umdrehens rutschte Reitmayer bereits abwärts. Ehe sein Begleiter den Unfall wahrnahm, war Reitmayer bereits bis an das Ende des Schneefeldes abgeruscht und über die etwa 60 Meter hohe Felswand abgestürzt. An dem tödlichen Absturz Reitmayers ist vor allem die mangelhafte Benagelung seiner Schuhe schuld. Zwei junge Mädchen überfallen Breslau, im Oktober. Vom Breslauer Sondergericht wurde der knapp 20 Jahre alte Gewaltverbrecher Helmut Schütze aus Malume(Kreis Görlitz) wegen versuchter Notzucht in zwei Fällen zweimal zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Schütze war bei der Ausübung seiner Verbrechen mit beispielloser Brulantät vorgegangen. So hatte er im Mai und Juni auf einer dunklen Landstraße zwei junge Mädchen überfallen und an ihnen Notzuchtverbrechen zu verüben versucht. Nur ihrer verzweifelten Gegenwehr war es zu verdanken, daß es nicht zur Vollendung seiner Schandtaten kam. Er zerrte seine Opfer an den Haaren, und als die Mädchen um Hilfe riefen, stopfte er ihnen Sand in den Mund und schlug auf sie ein. Nummer 286 Deutschlands längster Tunnel Franksurl, im Oktober Seit dem Anschluß der Ostmark an das Reich ist nicht nur die Zahl der besonders langen Tunnel Deutschlands größer geworden, auch die Reihenfolge hat sich geändert. Es gibt jetzt im Reich insgesomt sieben Tunnel über 3000 Meter Länge. An erster Stelle kommt der Arlbergtunnel in Vorarlberg mit 10 300 Metern, dann der Tauerntunnel in Kärnten mit 8520 Metern. An dritter Stelle folgt der bekannte KaiserWilhelm=Tunnel bei Kochem an der Mosel mit 4200 Metern und an vierter Stelle kommt der Gau HessenNassau mit dem Distelrasentunnel bei Schlüchtern mit 3575 Metern, an fünfter Stelle der Fahrnautunnel vei Schopfheim in Baden mit 3170, an sechster Stelle wieder der Gau Hessen=Nassau mit dem Krähbergtunnel bei Erbach mit 3100 Metern und an siebenter Stelle der Brandleitetunnel bei Oberhof in Thüringen mit 3088 Metern. Wir haben uns verlobt Ria Cleeves Dr. med. Ludger Eilert Dulsburg, den 20. Oktober 1940 Sommerstr. 73 Wir zeigen in dankbarer Freude die Geburt unseres ersten Kindes an und nennen es Gottlinde Dr. Angela Fink geb. Hellrung Hugo Fink, Dipl.-Volkswirt Augsburg-Göggingen, den 14. Oktober 1940 Bayerstr. 2 Nach Gottes hl. Willen entschlief heute morgen 9 Uhr meine innigstgeliebte Mutter, Schwiegermutter, unsere liebe Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Ww. Maria Kellner geb. Steinbrede Sie starb. versehen mit den Tröstungen unserer hl. Kirche, nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, jedoch plötzlich und unerwartet, im 72. Lebensjahre, sanft und ruhig im Herrn. Wir bitten, der Seele der lieben Verstorbeflen im Gebete zu gedenken. Die trauernden Angehörigen. Münster(Westf.) und Everswinkel, Ewaldistr. 21 den 16. Oktober 1940. Das feierliche Seelenamt findet statt am Sonnabend, dem 19. Oktober, morgens 8½ Uhr, in der St.-Mauritz-Kirche; anschließend ist die Beerdigung zum St.-Mauritz-Friedhof 6 6 Nächste Woche 1. Ziehung! 6 à 500000 RM. 3 à 200000 RM. 18 à 100000 RM. 24 à 50000 RM. S Sa.: 103 Millionen! Lose je ½ und Klasse S RN. Münster Spiekerhof 10 Pioper Unsere Dichter-Leseabende Winter 1940/41 Die für den Winter 1940/41 bestimmte Vortragsfolge geben wir hiermit nachstehend bekannt. Mit diesem Programm beginnen wir das 5. Winterhalbjahr unserer Leseabende und gleichzeitig damit den 25. Abend unserer Veranstaltungen Montag, den 28. Oktober 1940, 19.30 Uhr Zwei Dichter lesen aus ihren Werken Margarete Schiestl- Bentlage und Friedrich Griese Dieser Leseabend findet im Rahmen der Woche des Deutschen Buches statt Mittwoch, den 6. November 1940, 19.30 Uhr Zurück Dentist Kk. Ropechinek! Rheine I. W. Emsstraße 15 Sprechstunden—12,—6½ Jeder Verkaufswunsch erregt das Kaufinteresse. Dazwischen steht als Mittler die Anzeige in der Westfälischen Tageszeitung. Bruno Brehm der Träger des Nationalen Buchpreises 1939, liest aus eigenen Werken Mittwoch, den 27. November 1940, 19.30 Uhr Heinrich Zillich liest aus eigenen Werken Freitag, den 31. Januar 1941, 19.30 Uhr Mantred Hausmann liest aus eigenen Werken Mittwoch, den 12. Februar 1941, 19.30 Uhr Hans Künkel liest aus eigenen Werken Freitag, den 14. März 1941, 19.30 Uhr Thea Leymann Sprecherin an den Folkwangschulen der Stadt Essen, spricht unter dem Titel„Helteres Volk“ eine Auswahl aus der klassischen und neueren deutschen Literatur Sonntag, den 6. April 1941, 11.00 Uhr als Morgenfeier Helene Voigt-Diederichs liest aus eigenen Werken Als weitere Lesung ist vorgesehen: Wilhelm von Scholz Das Datum liegt noch nicht fest. Die Lesung wird in den ersten Monaten 1941 als Sonder-Veranstaltung eingefügt Ein ausführlicher Prospekt steht in meiner Buchhandlung zur Verfügung Die Vorträge finden in der Aula der Hermann-Löns-Schule zu Münster statt. Der Beginn ist vorläufig auf 19.30 Uhr festgelegt. Falls ein früherer Beginn ermöglicht werden kann, wird dieser jeweils veröffentlicht. Abonnementspreis für alle sieben Abende.50 RM. und.50 RM. Einzelkarten entsprechend teurer.— Als Luftschutzkeller wird der neuausgebaute Luftschutzkeller der Hermann-Löns-Schule benutzt. Für eine reibungslose Abwicklung im Sinne der Verordnungen wird Sorge getragen. August Baader, Buchhandlung, Münster, Rogpenmarkl 16-17 A Eistemnn „Es war bei mir schon ganz zum Ersticken. Der Husten ließ mich überhaupt nicht mehr aus und ich war der Verzweiflung nahe. Es handelte sich bei mir um einen sehr schweren Fall, daich schon mehr als 40 Jahre an Bronchitis leide. Ich kann Ihnen mein Lebtag nicht genug danken für die rasche Hilfe. Schon nach 14 Tagen war der Husten verschwunden. Ich werde die Dr. Boether=Tabletten jedermann empfehlen und jeder kann sich bei mir darüber erkundigen.“ So schrieb uns Frau Maria Kleesattl, Private, Adlwang Nr. 10, f. Oktober 1939. Hartnäckige Bronchitis, quälender Husten, chronische Verschleimung, Asthma werden seit Jahren mit Dr. Boether=Tabletten auch in alten Fällen erfolgreich bekämpft. 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