k in Rhedebrügge Nr. 36, Dr. Woltere in Borken im Kriege verschollenen jeboren am 15. Jan. 1895 haft in Rhedebrügge, für ie wird aufgefordert, sich Rovember 1940, 9 Uhr, t, Zimmer 5, anberaumten widrigenfalls die Todesüber Leben und Tod der rmögen, ergeht die Aufgebotstermine dem Gericht gust 1940. Das Amtsgericht. itterung ist das Gemeinde. kontag, dem 2. Sep. 1940, just 1940. emeister. 1. Beigeordneter. Tch Tite Kaute FFruch und eepatohr an kuan) Tagen von 1ge auf 1g28 hatte omitschmnerhastem Hosten. Da Roetber=Tabletten zu besorgen. de Erleichterung, das salbst meime gegen war und beute selbst Ihre in war ich von meinem schmerzrrubig schlasen, Hatteichfrüher 4 Geld gespart: So schrieb ung westbeim, Urbanskr. 17...38, schis. chronische Verschleimung, Boether Tabietten auch im alten düiches, krauterbalaiges SpenalStore schleimissend auswurt, seiche Anerkennungen daufbarer In Apotheken M.43u. 360.— Fräul. lung in s schter aushalt. kenntn. gang m. ingen. r5, unt. Hauptster. nde! 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Verlag und Haupigeschs AlvirtiehEs ORUAN DESGAUES WESTEALEN-NORD DERNSDAP UNDSANITLICHERBEHORDEN Donnerstag, den 5. September 1940 SoOut imn Sngelverkand WResechie e ece etececice ecterche. Inelpichent vergent Anzeigen:Las nn ghze Ram deut iostn Göäoh, hüe Hontlenangegen loseg. 10 Rpf. Nachlatz nach Preistliste Erfüllungsort Münster t. M. Textanzeigen: Das mm.20 mum du., deite von 72 mm Velagen; Bers für 100 Velagen dis m. 20 Cramm 1300 Ko. dig pib Camm 790 hlkloine Rals. dür Vaseltautgoben besondene Vertialiken Wotucheatont Nummer 143 „„RWWSUHNPAUeT. der Führer eröffnet das Kriegswinterhilfswerk 1940/41— Stolzer Rechenschaftsbericht von Dr. Goebbels über das rste kriegs=Wyw— Beispiellose Leistungen entsprechen dem Opfergeiste der beutschen Volksgemeinschaft Der Führer. Englantes Airertrruck Eirs kommen Machtvolle Kundgebung im Sportpalast Berlin, 4. Sept. Der Sportpalast bietet das gewohnte und immer wieder mitreißende Bild. Lange vor Beginn der Großkundgebung sind Parketts und Ränge überfüllt. Der Musizug des Gaues Verlin=Brandenburg verkürt die Wartezeit mit zündenden Marschliedern unserer Wehrmacht. Dann erhebt sich alles von den Plätzen; die Standarten und Fahnen der deutschen Freiheitsbewegung ziehen in den Saal, von den Teilnehmern der Kundgebung mit erhobener Rechten begrüßt. Ueber dem goldenen Hoheitsadler in der Mitte des Podiums leuchlet es vom roten Tuche in großer Scheift:„2. KriegsWinterhilfswerk 1940/41“. Mit Heilrufen werden die führenden Männer aus Staat, Partei und Wehrmacht empfangen. Man sieht unter ihnen die Reichsminister Frick, Gürtner. Lammers, Schwerin=Krosigk, Darré, Dorpmüller Dr. Todt, SepßInquart, Staatsminister Meißner, Reichsleiter Bouhler, Reichsleiter Rosenberg, den Chef der Deutschen Ordnungspolizei, General Daluege, den Stabschef der SA, Lutze, Reichsfrauenführerin Scholtz=Klinck, vielg Verseeter der Generalität und Admiralität, Staatssekketäre sowie führende Persötlichkeiten der Parteiformationen und gliederungen. Das Parkett undedie Ränge füllen die ertreter der Millionenarmee der freiwiligen Helfer des Zinterhilfswerkes: unter ihnen sieht man viele Angeörige der Wehrmacht. Schwestern, Heifer und Helferinnen des Deutschen Roten Kreuzes. Die Verwundeten haben, von Schwestern betreut, auch bei dieser Kundgebung wieder einen Ehrenplatz erhalten. Kurz vor Beginn geleitet der Beaustragte für das Winterhilfswerk. Hauptamtsleiter Hilgenfeldt, den Gauleiter von Berlin, Reichsminister Dr. Goebbels. in den Sportpalast, der an dieser Stätte wieder mit einem tosenden Beifallssturm empfangen wird. Auch Beneralseldmarschall Keitel wird mit begeistertem Jubel begrüßt. Der stellvertreiende Gauleiter Görlitzer eröffnet dann die Kundgebung. Seine Ankündigung, daß der Führer erscheinen wird, löst einen minutenlangen Jubeisturm aus, der auch Reichsminister Dr. Goebbels empfängt, als er zur Erstattung des Rechenschaftsberichtes die Rednerkanzel betritt. Die eindringliche Sprache der Zahlen und die markanten Formulierungen, mit denen Reichsminister Dr. Goebbels das selbst für deutsche Begriffe überraschend gewaltige Ergebnis darlegte, sanden eine ebenso begeisterte Zustimmung wie das Gelöbnis, auch für das kommende Winterhilfswerk alle Kräfte einzusetzen, mit dem der Minister seinen Rechenschaftsbericht schloß. In einer gewaltigen Großkundgebung wurde am Mittwoch im Berliner Sportpalast das 8. Winterhilfs-[T•• 1 werk des deutschen Volkes, das 2. Kriegswinterhilfswerk 1940/41, durch den Führer eröffnet, IRUCKZUg IIHEHDITE der in einer großen und mitreienden Rede dus deutsche Volk zu erneutem Einsatz für das gewaligste# Sozialwerk aller Zeiten aufrief. Vorher hatte Reichsminister Dr. Goebbels den Rechenschaftsbericht über das 1. Kriegswinterhilfswerk des deutschen Volkes erstattet, dessen wahrhaft gigantische Ziffern eindringlicher, als es Worte vermögen, den Teilnehmern und aller Welt die unerschütterliche und innige Verbundenheit zwischen Front und Heimat bekunden. Dieses Ergebnis, das nur in dem zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammengeschlossenen deutschen Volke möglich ist, ist ein herrlicher und strahlender Sieg Großdeutschlands. In diesem Ergebnis liegt das stolze Empfinden beschlossen: Der Opfersinn der deutschen Heimat hat sich der Heldentaten seiner Söhne an der Front würdig erwiesen. wnuht Erneute wirksame Bombardierung englischer Flugplätze, Hafen= und Rüstungsanlagen 51507 BKT von-Boot auf einer Feindfahrt versenrt Der Führer kommt Kaum war der Beifall, mit dem der Rechenschaftsbericht ausgenommen wurde, verebbt, da intonierte die Musik den Badenweiler=Marsch. Die Saaltüren flogen auf und geleitet von dem Beauftragten für das Winterhilfswerk, Reichshauptamtsleiter Hilgenfeldt, erschien der Führer in Feldgrau. Ein Jubelsturm ohnegleichen empfing ihn, als er begleitet von Reichsführer tt und Chef der deutschen Polizei, Himmler, Reichsleiter Vormann und seinem persönlichen Adsutanten ft=Obergruppenführer Brückner und t1=Gruppenführer Schaub durch die Saalmitte schritt, nach allen Seiten für die stürmischen Kundgebungen dankend. Sie erneuerten und verstärkten sich, als Reichsminister Dr. Goebbels den Gruß an den Führer ausbrachte. Dr. Goebbels erinnerte an das Wort Chamberlains:„Er hoffe, noch den Tag zu erleben, an dem der Führer und sein Reich vernichtet werde.“ Es sei, seitdem dieses Wort gesprochen wurde, sehr viel vernichtet worden, aber nicht das vom Führer geschaffene Reich. Das deutsche Volk habe und werde, versicherte Dr. Goebbels unter der tosenden Zustimmung des Hauses, den Plutokraten eine Antwort gegeben, die gänzlich unmißverständlich sei. Die Front habe die Antwort in das Buch der Geschichte eingetragen. Die Heimat habe nicht versäumt, sich der Front würdig zu erweisen. Dr. Goebbels schloß mit der Versicherung, daß auch der erneute Ruf des Führers an die Nation einen noch stärkeren Widerhall finden werde als in den vergangenen Jahren. Der Führer spricht : L a n g e B e i f a l l s t ü r m e g r ü ß t e n d e n F ü h r e r, a l s e r an das Rednerpult trat. Er begann mit einem Rückblick auf die großen Ereignisse des ersten Kriegssahres. die mit einer derartigen verblüffenden Schnelligkeit eintraten, daß selbst viele im deutschen Volke sie in ihrer ganzen Größe kaum begreisen konnten. Mit überlegenem Sarkasmus behandelte der Führer die grotesken Erfolgsmeldungen der Engländer, mit denen sie alle Niederlagen in Siege umzufälschen versuchten. Er erinnerte besonders an die schmähliche Flucht von Dünkirch, n. Allgemeine Heiterkeit erweckte der Hinweis des Führers, daß die Engländer sogar die Niederlage Frankreichs in ihrer Agitation als einen Erfolg für sich duchten. Als der Führer beionte, daß Englands Niederbruch komme, schlug ihm eine unbeschreibliche Woge des Beifalls enigegen, die immer von neuem ausbrauste. Es war eine großartige Kundgebung leidenschaftlicher Enlschlossenheil, wie sie sellen diesen riesigen Raum erfüllt hal, ein Raum, in dem schon manches Bekenninis gegeben, das unsere Zeinde zu ihrem eigenen Schaden nicht verliehen wollten oder konnten. Der Führer geißelte dann die englischen Anmaßungen. Das deutsche Volk habe es sat, sich von England Fortsetzung auf der 2. Seite Berlin, 4. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Ein Unterseeboot unter Führung von Oberleutnant zur See Endraß hal auf einer Unternehmung insgesamt 8 bewaffnete seindliche Handelschisse mit 51.507 BRT versenkt, darunter den bereits gemeldeten Hilfstreuzer„Dunvegan Casie“. Am 3. 9. grissen unsere Fliegerverbände von neuem Ilugpläßze in Süd an und beleglen Hallen und Werilanlagen wielsam mit Bomben, die zu mehreren Bränden führten. Bei den Vorstößen gegen die britschen Inseln entwickellen sich wiederum Lufkkämpfe, die für unsere Jäger sehr erfolgreich verliefen. Kampffliegerverbände warsen in der Nacht Bomben auf britsche Hafen= und Rüstungsanlagen sowie auf Flugplätze. In Liverpool. Avonmouth, Bristol, Portland, Poole, Rochester und Middlesborough entstanden ausgedehnte Brände. Das Auslegen von Lufiminen vor den britschen Häfen nahm seinen Forigang. Britische Flugzeuge flogen in der Nacht in das Reichsgebiet ein und versuchten u. a. die Reichshauplstadt anzugreisen. Nur einzelnen Flugzeugen gelang es, Groß=Berlin zu überfliegen. Vomben wurden hierbei im Stadtgebiel nicht geworsen. In der Mark Brandenburg sowie an einigen anderen Orien des Reiches sielen vereinzelt Bomben, ohne nennenswerken Schaden anzurichten. Der Feind verlor gestern 62 Flugzeuge, davon wurden 46 Flugzeuge in den Luftkämpfen des Tages und ein Flugzeug während der Nachl durch Flak=Arlilterie abgeschossen, serner 15 Flugzenge am Boden vernichtel. 10 eigene Flugzeuge werden vermißt. Ehrung durch den Führer Der Führer überreichte den drei Jeldmarschällen der Lustwasse die Marschallstäbe Berlin, 4. Sepi. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht überreichte am Mittwoch in seinem Arbeitszimmer in der Neuen Reichskanzlel in Anwesenheit des Reichsmarschalls den Feldmarschällen der Luflwasse Generalseldmarschall misch, Generaleld. marschall Sperrle und Generalseldmarschall Kesseleing die Marschalsäbe als Insignien des ihnen am 19. Juli vor dem Deutschen Reichstag verliehenen Marschallranges. In einer kurzen Ansprache würdigke der Führer die Berdienste der drei Marschälle der Lustwasse, die als enge Mitarbeiter des Reichsmarschalls hervorragenden Anteil an den großen Ersolgen der deutschen Lustwasse haben. Der Führer legie zugleich die Verpflichlung dar. die ihnen der Marschallrang gegenüber Volk und Reich auserlegt. Wichtige Küstungswerke beschädigt Bericht des„Washinglon Times Herald". Washingion, 4. Sepl. Wie der„Washingion Times Herald“ aus guter Quelle ersährl, wurde die Veisol-=Munisionssabrik in Südwestengland durch deutsche Bomben schwer beschädigl. Dies bedeute einen ernsten Ausfall für die englische Rüstung, besonders da die Rolls Royce-Flugzeugmolorenfabrik bereils schwer beschädigt wurde. Offenes Eingeständnis „Deutschland hal bereits nicht einmal erträumte Resultate in England erziell“ Newyork, 4. September. Bataillons=Kommandeur Copeman schreibt im Londoner„Evening Standard“. Deutschland habe durch die Anwendung von schon auf dem Kontinent angewandten Schwächungsmethoden bereits nicht einmal erträumte Resultate in England erzielt.„Deutschland hat einen beträchtlichen Teil von Englands industrieller Produktion demobilisiert, eine große Anzahl von Haushalten durch Entziehung des Schlafes desorganisiert und in die arbeitende Bevölkerung eine Saat gesät, die eines Tages zu ernstlichem Zerfall führen kann.“ Ernste Mahnung an die Schweiz Deutschland und Italien erwarten schärferen Einsatz der Verteidigungsmittel gegen das Ueberfliegen durch britische Piloten Berlin, 5. September Es mehren sich in letzter Zeit die Fälle, in denen die Pilolen der Royal Air Force das Hohellsgebiel der nentralen Schweiz überfliegen, um ihre Bombenlast über Wohnvierteln und Spitälern Nordiialiens abwersen zu können. Sie benutzen Schweizer=Hoheltsgebiel zum Einfing nach Oberialien und kehren auf dem gleichen Wege wieder zurück. Das sind Tatsachen, die die neutrale Schweiz amtlich festgestellt hat. Seit langem hat man in der Schweiz ofiziell aus der Art der Flugzeuge sowie aus * von Afer zu Ufer Wuchtiges Schauspiel über der Themse— Pilotenmangel nimmt zu Zwischen den Zeilen englischer Berichte Von unserem ständigen Vertreter hw Stockholm, 5. September. London erlebte am Mittwochmorgen den üblichen Cusialarm. Er begann diesmal schon einige Minuten früher als gewöhnlich, nämlich um.19 Uhr. über die Angrisse der Nacht gab das englische Lustsahrlministerium gegen Mittag eine Mitteilung heraus, in der gesagt wied, sie hällen sich hauptsächlich gegen Rord. westengland, sowie das Gebiel um den Bristolkanal gerichtel. In diesen beiden Gebielen seien Spreng= und Brandbomben abgeworsen worden. Die hierbei hervorgerusenen Brände hälten jedoch rasch:gelöscht werden können. Immerhin konnte eine Reihe von Gebäuden was für welche, wied wie üblich nicht gesagt— be. schädigt werden, einige davon schwer. Die Jahl der Opfer in den nordwestlichen und südöstsichen Gebieten sei nicht groß, man müsse aber eine Reihe von Toder gpfern im Küstengebiel der Beisolkanals bellagen. Hinlerdrein wied eingestanden, daß der Abwurs von Spreng= und zahlreichen Brandbomben auch in anderen Distrikten zu verzeichnen sel. besonders in den Grafschaften der Londoner Umgebung wie in Schottland. Neu eingetroffene neutrale Berichte aus London schildern den zweisellos starken Eindruck, den es in ganz England hervorgerusen haben muß, als am Jahrestag des Kriegsausbruches ein deutsches Geschwader von nicht weniger als 250 Flugzeugen dröhnend über der Themsemündung erschien, die Sonne hinter sich und in so weit ausgezogenen Formationen, daß die Flügel des Aufmarsches die beiderseitigen Ufer deckten. Von allen Seiten wird der Lufikampf, der bei dieser Gelegenheit über einer Stadt Nordkenis ausgetragen wurde, als einer der erbitteristen geschildert. Das Getöse der Motoren, MOs und Flak sei ohrenbetäubend gewesen. Nach einer Meldung des Reuterbüros haben die Rekrutierungsstellen der englischen Lustwaffe„mit Rücksicht auf die ständige Entwicklung des englischen Flugwesens“ die Heraussetzung der Altershöchstgrenze für Flieger beschlossen. Auch die Ausbildung von Piloten in Kanada soll beschleunigt werden. Beide Maßnahmen stellen wichtige Anzeichen für den Pilo tenmangel in der englischen Lustwasse dar, zweifellos eine Folgeerscheinung aus den schweren Verlusten, die gerade die englische Jagdwasse bei den Lustkämpfen um England erlitten hat. ihrer Anflugsrichtung den Schluß gezogen, daß es sich nur um englische Maschinen handeln kann. Diese Erkenntnis gab der Schweizerischen Regierung nach langem Zögern Veranlassung,“ in London gegen derartige wiederholte Neutralitätsbrüche Protest zu erheben. Dieser Protest hätte an Schärfe zweisellos übertroffen werden können, immerhin aber wurde er erhoben und die Art und Weise, wie er in London ernst genommen wurde, ist bezeichnend. Die englische Regierung stritt nömlich nicht von vornherein jedes Verschulden ab, sondern sagte zu, die in der Protestnote angeführten Fälle von Grenzverletzungen nachprüfen zu wollen und der britschen Lustwaffe Weisung zu erteilen, „jedmögliche Schrite zu unternehmen, um eine überfliegung der Schweiz zu vermeiden“. Bei diesem schweizerischen Protest ist es ebenso geblieben wie bei dem englischen Versprechen. Auf diplomatischem Wege geschah seither nichts mehr. Aus die Dauer wied sich weder die Reichsregierung noch die itallenische Reglerung mit einem derartigen inaktiven Berhalten des Schweizerischen.Bundesrates einverstanden erklären können. Weder ein einmaliger lahmer Protest in London noch ein Hin und wieder abgesenertes Flakgeschoß können die ernsten Absichten glaubhaft machen, daß man gewil ist, seine Neutralität mit allen Mitteln zu verleidigen. Es ist noch nicht allzu sange her, daß die Schweiz von ihrer ausgezeichneten Lustwasse Gebrauch machte und fremde Ilugzeuge bei unberechligtem Ueberslegen ihrer Grenze durch ihre Messerschmitl-Jäger abschoß oder zur Landung zwang. Es soll der Schweiz nicht vorgeschlagen werden, welcher mittel sie sich zur Aufrechterhaltung und St. cherung ihrer Neutralität bedienen kann. Es muß hingegen festgestellt werden, daß sich die Schweiz im Vergleich zu früheren Beispielen in bezug auf diese neuen englischen Neutralitätsbrüche bei weitem noch nicht aller ihrer Verkeidigungsmittel bedienf hal. Jur Wahrung dieser absoluten Neutralität der Schweiz darf man sicherlich erwarlep, daß auc ihre Jagöstleger in Zukunft starten werden, zumal keineswegs alle Einund Ausflüge der englischen Maschinen ausschließlich in stockdnutler Nacht ersolgt sund. E. G. Der britische Ministerpräsident Winston Churchill beruft sich gern darauf, ein Nachfahre des Herzogs von Malborough zu sein, des Siegers von Malplaquet und anderer Schlachten. Winston Churchill freilich ist kein siegreicher Feldherr wie sein Ahne von 2½ Jahrhunderten, sondern Fachmann der Rückzüge. Ale Marineminister der ersten Weltkriegsjahre zeichnete sich Churchill durch die Rückzüge von Antwerpen und Gallipoli aus, die ihm schließlich das Amt kosteten. In dem jetzigen Krieg, hat Churchill freilich jeden seiner „glorreichen Rückzüge“ zur Steigerung seiner versönlichen Macht benutzen können. Die norwegische Nieder. lage brachte ihn aus der Admiralität auf den Stuhl oes Premierministers und die Flucht aus Dünkirchen machte ihn praktisch zum Diktator Englands, der mit leichten Redensarten schon den nächsten Rückzug im Somallland, den ersten Verlust einer britischen Kolonie, als bedeutungslos hinstellen konnte. Ee spricht für den Niedergang des englischen Selbstbewußiseine, daß es diese Spiegelfechtereien Cburchills ohne Aufbegehren hingenommen hat. Nun konnte Churchill, der Sohn einer amerikanischen Mutter, zu einem neuen„glorreichen Rückzug“ in ozeanische Breiten starten. Gegen 30 alte Zerstörer werden sechs britische Stüßpunkte senseits des Atlantik(in Guayana, auf Trinidad, AniiSoziale Gemeinschaft Aufruf zum zweiten Kriegswinterhilfswerk des deutschen Volkes 1940/41 Zum achten Male rufe ich das deutsche Volk zum freiwilligen Opfer für das Winterhilfswerk auf. Diese große soziale Einrichtung ist ein Ausdruck der zur Tat gewordenen Gemeinschaft des deutschen Volkes. Jeder Volksgenosse in der Heimat sei sich dabei bewußt, wie klein sein Beitrag ist gegenüber den Opfern, die unsere Soldaten an der Front gebracht haben und bis zur endgültigen Sicherstellung der Freiheit und Zukunft unseres Volkes noch bringen müssen. Die Heimat hat im vergangenen Kriegsjahre durch ihre Haltung und ihren Opfersinn bewiesen, daß sie dieses großen Einsatzes ihrer Söhne würdig ist. Ich bin überzeugt, daß sie auch im kommenden Kriegswinterhilfswerk 1940/41 ihre Pflicht tun wird, um in unserem Volke das Bewußtsein der unlösbaren sozialen Gemeinschaft noch weiter zu stärken. Berlin, den 4. September 1940. Adolf Hitler. Mmcm gua, Santa Lucia, Jamaica und den Bahamainseln) den USA ausverkauft, und zwei weitere(auf Vermuda und in Neufundland) noch ohne Gegenleistung als Aufgeld zugegeben. Man sieht, es ist ein Ausverkauf zu billigsten Preisen, eine Art Saisonausverkauf des britischen Empire, das immer stolz darauf war, keine Position freiwillig zu räumen. Als Käufer trat Präsident Roosevelt auf. Er kümmert sich ebenfalls nicht um staatsrechtliche Grundlagen und noch weniger um die Grundsätze der Neutralität. Roosevelt behauptet einfach ohne Beweis eine Bedrohung der Vereinigten Staaten von Europa her und sagt lapidar:„Aus diesen Gründen habe ich mir die gegenwärtige Gelegenheit zunute gemacht, um die Stüßpunkte zu erwerben.“ Von der„Pacht auf 99 Jahre“, von der die englischen Nachrichten sprechen und die ja auch nur eine Tarnung des dauernden Verlustes darstellt, ist in den Waihingtoner Meldungen gar keine Rede. Man spricht praktisch von der ständigen Inbesitz nahme der Stützpunkte des Sternenbanners in den englischen Kolonien jenseits des Atlantik. Roosevelt selbst vergleicht das Geschehnis mit dem Ankauf der französischen Festlandkolonie Lousiana zur Zeit Napoleone. Die schwebenden Verhandlungen der Vereinigten Staaten mit dem britischen Dominion Kanada zeigen, daß der Rückzug des Union Jack vor den Sternen und Streifen der USA offenbar noch nicht beendet ist. Mit den Kolonien ist Churchill diktatorisch umgesprungen und hat ihre Küsten verhöckert. Neufundland, der älteste überseebesitz Englands, ist zwar formell ein Dominion „mit Selbstverwaltung“, ober seit sieben Jahren steht es aus finanziellen Gründen unter der Vormundschaft einer englischen Kommission. Aber Kanada darf noch selbst„verhandeln“, um auch Süpunkie an den Küsten seiner Provinzen Neuschottland und Neubraunschweig und vielleicht auch eine Militärstraße quer durch Westkanada nach Alaska an die Vereinigten Staaten abzutreten. Alles das zeigt auf das deutlichste den Prozeß der Abbröckelung, der im britischen Empire eingesetzt hat, dem die vergreisten Londoner Plutokraten im Kriege gegen Deutschland Aufgaben zugemutet haben, die es nicht mehr bewältigen kann. Für 50 Zerstörer also beginnt Churchill einen Ausverkauf von Positionen, Fortsetzung auf der Rückseite 5. September 1940 Westfälische Tageszeitung Nummer 243 „Der Führer soll rufen- das volk ist da!“ Der Rechenschaftsbericht für das Kriegswinterhilfswerk 1939/40—„Der höchste Lohn dieses Opfers ist die soziale Gemeinschaft unseres Volkes!“ winterhilfswerk, 221,5 Millionen für das Hilfswerk für das Deutsche Roie Kreuz und 124 Mislionen Mitgliedsbeiträge für die ASb, so daß das deutsche Volk als freiwillige soziale Gesamtleistung im ersten Kriegsjahr 1026,5 Millionen ausgebracht habe. Was diese Zahl bedeute, werde einem klar, wenn man sich vergegenwärtige, daß das reiche Deutschland von 1914 in vier Weltkriegsjahren an Geldspenden für das Rote Kreuz nur insgesamt eine halbe Milliarde aufgebracht habe. Dr. Goebbels gab dann eine Antwort auf die Frage, was denn mit diesen Riesensummen geschehe, da Deutschland doch gar keine Arbeitslosen mehr habe, die der Betreuung durch das Winterhilfswerk bedürftig wären. Von Anfang an habe man große soziale Einrichtungen geplant, um nicht nur die bestehende akute Not zu beseitigen, sondern um vor allem kommende Not rechtzeitig zu verhindern. So seien aus den Mitteln des Winterhilfswerkes für das Hilfswerk„Mutter und Kind“ im Jahre 1935/36 = 7 Millionen, im Jahre 1939/40= 343 Millionen, insgesamt von 1935 bis 1940 aber 660 Millionen RM. zur Verfügung gestellt worden, die großzügige Einrichtungen von Hilfsstellen für Mutter und Kind, von Kindergärten und Kinderlagesstätten ermöglicht hälten. Die Säuglingssterblichkeit, die im alten Reichsgebiet noch im Jahre 1933 7,7 Prozent betragen habe, sei inzwischen auf 6 Prozent im Jahre 1939 herabgedrückt worden— das bedeute, daß von 1934 bis 1939 durch freiwillige Spenden des deutschen Volkes rund 235 000 Säuglinge in Deutschland dem Leben erhalten geblieben seien. Weiter hätten von 1933 bis 1939 in NSV=Heimen rund 400000 Mütter mit rund 29000 Säuglingen Müttererholung gefunden. Ende 1939 seien über 25 000 besoldete und fast 3000 ehrenamtliche weibliche Fachkräfte im Hilfswerk„Mutter und Kind" tätig gewesen, darunter rund 1600 Volkspflegerinnen, rund 500 Jugendleiterinnen und rund 7600 Kindergärtnerinnen. Von 1933 bis 1939 seien allein über 2 Millionen Kinder durch die NSV zur Erholung aufs Land verschickt worden, und von 934 bis 1939 seien über 800 000 kurbedürftige Kinder in NSV=Heime gekommen. Diesen Zahlen des Aufbaues stellte Dr. Goebbels den englischen„Sozialismus“ entgegen, der sich in erschütternden Zuständen, in Not, Elend, Hunger und Krankheit dokumentiere. „Unser Volk will Opfer bringen“, so fuhr Dr. Goebbels fort,„es will Anteil nehmen an dieser geschichtlichen Zeit. Es will nicht abseits stehen, wenn die großen Schicksalsfragen der Nation entschieden werden. Und nun naht wieder ein Winter, wieder wird er erhöhte Anforderungen an uns alle stellen, und sie sollen und müssen auch alle erfüllt werden. Wiederum ruft deshalb der Führer zum zweilen Kriegswinterhilfswerk auf. Wer wollte sich diesem Ruf versagen? Was gill in dieser Zeit noch Geldbesitz, wo wir ym unsere nationale Existenz kämpfen? Verlören wir in diesem Krieg unsere Freiheil, uns könnte auch kein Geld mehr retten! Richt im Geldbesitz liegt das Glück eines Volkes. Die sozlale Volksgemeinschaft ist das höchste Glück. Erringen wir durch sie den Sieg— und wie könnte es anders sein— so wird unser Volk seine Iukunft in Freiheit sich selbst gestalten können. Denn dann erst, wenn wir die nötigen Hilssmillel besitzen, wenn wir nicht mehr gezwungen sind, wie bisher, von der Hand in den Mund zu leben, dann erst sind wir in der Lage, der Welt am deutschen Volk zu zeigen, was wahrer Sozialismus ist. Unser Gemeinschaftsgedanke basiert auf der sozialen Gerechtigkeil. Die Gemeinschaft macht uns stark und unbesiegber. Die ist des Geheimuis unseren Ersolges. Der Krieg als der große Gleichmacher habe dabei in uns das Bedürfnis noch gestärkt, jeder an seinem Platz noch viel mehr für unser Volk zu tun als sonst:„Es ist nun unser fester Wille: Es soll in Deutschland keinen mehr geben, der nicht zu spüren bekommt, was er an seinem Volk und an seinem Vaterlande besitzt. Dafür wollen wir opfern, so viel wir nur können. Der höchste Lohn dieses Opfers ist dann die soziale Gemeinschaft unseres Volkes, die sich in diesem Kriege so herrlich bewährt hat und weiter bewähren wird, und die uns unüberwindlich macht, wenn wir sie rein und unverfälscht erhalten. Das ist der Inhalt der Lehre, die der Führer uns gab.“ „Ist nun jemand im großen deutschen 90-MillionenVolk da“, so schloß Dr. Goebbels,„der sich dem Ruf des Führers entziehen wollte? Acht Jahre hat der Führer nun die Nation geführt, welch einen Weg haben wir seildem als Volk vom 30. Januar 1933 bis zum heutigen Tage durchschritten. Gewiß, wir mußten alle auch Opfer bringen, aber ist jemand-da, der behaupten wollte, daß sich die Opfer nicht gelohnt hätten? Und ist jemand da, der statt in dieser Zeit der Opfer, aber auch der Erfolge und der stolzesten Gegenwart lieber in einer satteren und bequemeren Zeit hätte leben wollen? Rein, die ganze Nation danki dem Jührer, daß er uns diese Zeit brachte, daß wir in ihr leben und an ihr mitwirken dürfen. Und so wollen wir uns auch heute wieder voreinander und vor unserem Führer geloben, daß wir entschlossen sind, ihm zu heisen, diese Zeit zu gestalten. Ersollrufen,— und das Volkistda! Unsere Soldaten kämpfen für das Reich und seine Jukunft. Wir aber wollen für sie und ihre Heimal geben, mit vollen Händen, damit die Gemeinschaft unseres Volkes fester geschmiedet und eiserner gehärtet werde, auf daß dieses Volk lebe, auf daß Deutschland groß und stark werde und der stolzeste Sieg unseren Kampf kröne! Das geloben wie, und das wollen wir halten! Die Heimarihrer rampfenden=Sohnle wardig Berlin, 4. September. Reichsminister Dr. Goebbels sprach zu Beginn der Rede, mit der er den Rechenschaftsbericht für das Kriegswinterhilfswerk 1939/40 ablegte, von der großen und festen Gemeinschaft, die Front und Heimat bei der gegenwärtigen gigantischen Auseinandersetzung bilden. Heimat und Front wetteiferten in dem edlen Bestreben, die Schwierigkeiten und Sorgen dieses Krieges gerecht zu teilen und jedem das aufzuerlegen, was er tragen könne, aber auch tragen müsse. Wir alle wüßten, daß der Krieg erhöhte Opfer von uns sordere. Das beredieste Zeugnis dieser opferfreudigen Gesinnung der deutschen Heimat, mit der sie der Front habe den Beweis erbringen wollen, wie treu sie zu ihr stehe, seien das vergangene erste Kriegswinterhilfswerk des deutschen Volkes und das Hilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz gewesen. Als im September vorigen Jahres beschlossen worden sei, das Winterhilfswerk auch im Kriege durchzuführen, habe es Kritiker gegeben, die das für unpopulär und unpsychologisch hielten. Gebe man aber einem Volke, das Großes wolle und leuchtende Ziele vor sich sehe, einen Sinn seines nationalen Opfers, dann beschäme es seine Führung immer wieder aufs neue durch seinen Opfermut und durch seine Hingabefreudigkeit, und es sei dann von einer Gebebereitschaft ohnegleichen. „Wenn man in Belracht ziehl, daß die beiden großen sozialen Hilfswerke des vergangenen Kriegsjahres, das Kriegswinterhilfswerk und das Hilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz, auf absoluter Freiwilligkeit aufgebaut sind, dann kann man in ihnen soziale Bolksabstimmungen erblicken, die alle durch Wahllügen zustande gebrachten parlamentarischen Wahlen in den westlichen Demokratien in ihrem Wert und in ihrer Wirkungskraft weit in den Schatten stellen.“ Das Gesamlaufkommen des ersten Kriegswinierhilfswerkes habe nicht, wie in der vorläufigen Rechenschaftslegung vom 17. April erklärt, nur 602, sondern in der Schlußabrechnung 681 Millionen Reichsmark betragen— gegen 566 Millionen im vorangegangenen Jahre. Es sei also eine Steigerung von 115 millionen festzustellen. Dementsprechend hätten sich auch die Leistungen auf 642 Millionen RM. erhöhl. Besonders hob Dr. Goebbels hervor daß gerade einzelne Gaue, die erst im Zeichen des Nationalsozialismus neu zum Reich hinzugetreten seien, sich in ihrer Gebefreudigkeit selbst übertroffen hätten. Der Gau Salzburg, also einer der Gaue, von denen die Engländer der Welt weismachen wollten, sie sehnten sich nach der sogenannten österreichischen Unabhängigkeit zurück, stehe dabei mit weitem Abstand an der Spitze aller deutschen Gaue, und dichtauf folgten andere ehemals österreichische Gaue und der Gau Sudetenland. An einzelnen Beispielen und Vergleichen erläuterte Reichsminister Dr. Goebbels dann die Bedeutung der Summen, deren Größe anders gar nicht richtig abgeschätzt werden könnten. Wenn man das Gesamtergebnis der großen Kriegshilfswerke zusammenrechne, so zeige sich, daß das deutsche Volk an jedem Wochenende freiwillig für soziale Zwecke rund 25 Millionen RM. ausgebe— genau so viel, wie nach englischen Angaben das tägliche Desizit ausmache, das England in seinem Kriegshaushalt aufzuweisen habe, und weiter die gleiche Summe, die in England ganze neun plutokratische Lords den Bewohnern der berüchtigten Slums für ihre Elendsquartiere an Jahresmiete abpreßten. In England seien in den letzten Wochen zwei Millionen RM. ausgegeben worden, um die Kinder der Plutokraten, ihre kostbaren Rennpferde und Hunde nach Kanada in Sicherheit zu bringen; in Deutschland habe die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt 15 Millionen für die Einrichtung von Kriegskindergärten und zur Betreuung von Kindern aller Kreise bereitgestellt. Wenn man rechnen wollte, so führte Dr. Goebbels weiter aus, daß die ehrenamtlichen NSV= und WHWHelfer statt ehrenamtlicher Tätigkeit für ihre Mitarbeit von täglich etwa 3 Stunden auch nur eine RM. Entschädigung erhielten, so wären das 365 Millionen im Jahr, d. h. gerade so viel, wie das Gesamtaufkommen des ersten nationalsozialistischen Winterhilfswerkes betragen habe. Seit 1933, also in den letzten 7 Jahren, würden auf diese Weise allein 2½/2 Milliarden Mark als Mitarbeiterentschädigung entfallen sein. Das sei sozusagen die zusätzliche Spende für das Winterhilfswerk, die die Millionenschar des Winterhilfswerkes, abgesehen von ihrer eigenen Spende, noch zusteuere. Dr. Goebbels verkündete dann, daß das Spendenaufkommen bei 5 Haussammlungen und 2 Straßensammlungen des Kriegshilfswerkes für das Deutsche Rote Kreuz insgesamt 221,5 Millionen RM. betragen habe. Das deutsche Volk habe seine Führung auch hier wieder einmal tief beschämt, denn bei der Gründung dieses Kriegshilfswerkes habe man mit einem Ergebnis von etwa 60 Millionen Mark gerechnet. Die freiwilligen sozialen Gesamkleistungen des Jahres 1939/40 betrügen also 681 Millionen für das KriegsFortsetzung von der 1. Seite vorschreiben zu lassen, ob es dieses oder jenesotun dürfe oder nicht. Die niederträchtigen und erbärmlichen Kriegshetzer müßten beseitigt werden. Deutschland und Italien würden dafür Sorge tragen, daß diesem Zustand ein Ende gemacht werde. Neuer starker Beifall unterstrich, daß diese Ausführungen des Führers dem Volke aus dem Herzen gesprochen sind. Adolf Hitler befaßte sich dann mit scharfer Ironie mit dem Gerede der Engländer von dem„General Revolution“, dem sie, als er sich als eine getäuschte Hoffnung entpuppte, die„Generale Hunger und Winter“ folgen ließen. Das deutsche Volk ließen solche törichten Redensarten der Churchill und Eden kalt. Die Engländer sollten, um in ihrer Terminologie zu bleiben, auch noch den„General Bluff“ zu ihrem Reichsgeneralfeldmarschall ernennen. Dieser Vorschlag löste große Heiterkeit bei der gespannt lauschenden Menge aus. Unter stürmischer Zustimmung der Massen erklärte der Führer, daß Deutschland diesen englischen„Generalen“ den General der Tat gegenübersetze. Der Führer gedachte der tapferen Helden der deutschen Luftwaffe die Tag für Tag nach England fliegen, und sprach seinen Dank an die Heimat und das ganze deutsche Volk für die Haltung aus, die es in diesem Jahre gezeigt habe. Seine Dankesworte galten vor allem auch den mehr als 700000 Evakuierten der westlichen Grenzgebiete, die ein bewunderungswürdiges Verhalten an den Tag gelegt hätten. In seinen Dank schloß der Führer diejenigen besonders ein, die die wichtigsten Schutzmaßnahmen in der Heimat durchführen und für sie verantwortlich sind: Die Männer und Frauen des Luftschutzes, aber auch die der gewaltigen Organisation des Roten Kreuzes, dessen Schwestern ungeheures leisteten. Er wolle aber auch den deutschen Frauen, jener Millionenschar deutscher Mütter, Frauen und Mädchen danken, die in der Heimat die Männer ersetzen müßten, seien es die Frauen auf dem Lande oder die Arbeiterinnen in den Munitionsfabriken. Der Führer erwähnte dann die Banditenstreiche der englischen Flieger, die des Nachts wahl= und planlos in Deutschland Wohnviertel und andere zivile Objekte mit ihren Bomben belegten, während sie sich bei Tageslicht nicht über die Nordsee zu kommen getrauten. Nachdem sie aber diesen Unfug nicht einstellten, so erklärte der Führer mit Worten, aus denen seine unerbittliche Entschlossenheit sprach, werde ihnen nunmehr Nacht für Nacht Antwort gegeben werden. Wieder danken die Massen dem Führer in einem nichtendenwollenden Beifallssturm. Der Führer erklärte, die deutsche Luftwaffe werde ihre Aktionen mit dem Vielfachen dessen durchführen, mit dem die Briten uns angriffen, und sie werden— das ging deutlich aus den Worten des Führers hervor — dabei radikal zuschlagen. Erneut füllen den Raum leidenschaftliche Kundgebungen des Dankes und des tiefen Vertrauens, des Vertrauens auf den Endsieg, der dem nationalsozialistischen Deutschland gewiß ist. Angesichts dieses Kampfes, so erklärte der Führer weiter, sei es erst recht notwendig, zu begreifen, wie wichtig die Ausgestaltung und Formung unserer Volksgemeinschaft sei, denn wir wüßten, daß dieser Kampf ein Kampf um die gesamten sozialen Grundlagen des deutschen Volkes sei. Um so entschiedener müßten wir uns zu unseren Idealen bekennen, zu denen auch das Winterhilfswerk gehöre, dessen Wert vor allem in der praktischen Erziehung zur Volksgemeinschaft über alle Klassen= und Standesunterschiede hinwegginge. Dieses große soziale Werk habe schon in wenigen Jahren gezeigt, wie bildungsfähig der Volkskörper sei und wie die Menschen erfaßt würden von einer großen Idee und einer großen sozialen Leistung. Es werde im Lause der Jahrzehnte immer schöner werden, in diesem Staate zu leben. Die Zukunft gehöre den jungen Völkern, die die sozialen Probleme in Angriff nähmen und ihrer Lösung zuführten. Wie die Front ihre Pflichtersülle, so stehe zu Hause eine Heimat, die in diesem Kompfe um Sein oder Nichtsein der Zukunft unseres Volkes zu gleichen Leistungen bereit sei.: Der Führer appellierte dann noch einmal an das deutsche Volk, dafür zu sorgen, daß das Kriegs=WHW erneut der Welt gegenüber zu einer Demonstration unseres unlösbaren Gemeinschaftswillens werde. 85 Millionen, so schloß der Führer unter nichtendenwollenden stürmischen Beifallskundgebungen, die einen Willen haben, einen Entschluß und die zu einer. Tat bereit sind, bricht keine Welt! Als der Jührer neendet, bricht sich die Spannung, die alle in ihrem Bann hielt, Bahn in einer schwer zu beschreibenden Kundgebung des Dankes, der Zustimmung, der Begeisierung und der Liebe, die den Führer beim Verlassen des Sportpalastes bis an den Ausgang des Saales begleitel. Dann schließen die Lieder der Nation eine Kundgebung, die von dem gleichen Geiste getragen war, der Froni und Heimai zu einer solchen Leistung beflügelt hat, wie sie das erste Kriegsjahr und das erste Kriegs-Winterhilfswerk gebracht haben. Den Wortlaut der Führerrede werden wir in der nächsen Ausgabe nachtragen Für Verdienste um den deutschen Osten Berlin, 4. September. Der Führer hat dem Generalgouverneur, Reichsminister Dr. Frank, dem Reichsstatthalter im Reichsgan Danzig-Westpreußen, Gauleiter Forster, und dem Reichsstatthalter im Warthegau, Reichsstatthaller Gauleiter Greiser, in Anerkennung ihrer Aufbauarbeit im deutschen Osten das Kriegsverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Normale Aufklärungstätigkeit Der italienische Wehrmachtbericht Rom, 4. Sepiembet. Der ltalienische Wehrmachtbericht hei folgenden Wortlaut: „Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: Normale Aufklärungslätigkeit der vorgeschobenen Abteilungen auf allen Fronten.“ Ausverkauf des Empire England gibt wichtige Stützpunkte gegen ausrangierle Weltkriegszerstörer her Washingion, 4. Seplember. Roosevelt gab dem Kongreß in einer Note Mittellung von einem Abkommen zwischen den Vereiniglen Staalen und Großbrikannien, nach dessen Bestimmungen die Vereinigten Staalen Flotten- und Luststützpunkte in den britischen Besitzungen im Nord- und Südallantik in Pacht nehmen und Großbrikannien dafür 50 Zerstörer, die die Altersgrenze bereits überschritten haben, abtreten. Die Vereinigten Staalen erwerben danach Flottenstützpunkte auf Neufundland und auf den Bermuda-Inseln, den Bahama-Inseln, Jamaica, Santa Lucia, Trinidad, Antigua und in Britisch-Guyana. Ein bezeichnendes Licht auf die Verhandlungen in der Angelegenheit des Austausches von alten USA=Zerstörern gegen wichtige britische Stützpunkte in Amerika wirft der soeben vom Staatsdepartement bekanntgegebene Briefwechsel zwischen Außenminister Hull und dem britischen Botschafter Lord Lothian. Danach richtete Hull am 29. August 1940 folgende Mitteilung an Lothian: „Der britische Premierminister soll am 4. Juni 1940 im Parlament erklärt haben, daß, falls im Laufe des gegenwärtigen Krieges die Gewässer um die britischen Inseln für die britischen Kriegsschiffe unhaltbar werden sollten, die britische Flotte keinesfalls ausgeliefert oder versenkt, sondern in Übersee zur Verteidigung anderer Teile des Empire entsandt werden würde. Die Regierung der Vereinigten Staaten erlaubt sich ergebenst anzufragen, ob die vorstehende Erklärung die definitive Politik der britischen Regierung darstelle.“ Hierauf antwortete Botschafter Lord Lothian am 2. September 1940, daß er vom Premierminister angewiesen worden sei, Außenminister Hull davon zu unterrichten, daß die besagte Erklärung unbedingt die definitive Politik S. M. Regierung darstelle. Kabinett Gigurtu zurückgetreten Besprechungen des Königs mit General Ankonescu Bukaresi, 4. September. Das Kabinett Gigurtu ist zurückgetreten. Der König hat in Zusammenhang mit der Regierungskrise am Mittwochvormittag. General Antonescu empfangen. um ihm die Regierungsbildung zu überträgen. über das Ergebnis der Besprechungen wie über die ZusamRückzug im Empire Fortsetzung von der Vorderseite die England zumeist seit 300 oder mehr Jahren innehatte(Jamaica seit 1655 und Neufundland seit 1585) oder um die es heftige Kämpfe führte wie Trinidad, das es 1797 aus spanischem Besitz eroberte. Ein Nelson errang im Kampfe um Britisch=Westindien seinen ersten Seekriegsruhm nicht zum wenigsten gegen die Amerikaner, die nun dort als Gegenleistung für 50 Zerstörer einziehen. Es sind nebenbei ganz alte Zerstörer, die die USA in Zahlung gibt. Sie sind im letzten Weltkrieg gebaut worden. Diese Boote von 1190 Tonnen, die einmal 35 Seemeilen lausen sollten, aber sich im Flottendienst schnell verbrauchten, liegen seit einer Reihe von Jahren auf den Schiffsfriedhöfen der nordamerikanischen Arsenale und waren zur Verschrottung reif, bis sie nun durch die Notlage Großbritanniens zu einem teuren Verkaufsobjekt geworden sind. England hat von seinen eigenen Zerstörern, von denen es bei Kriegsbeginn etwa 180 besaß, nach eigenem Eingeständnis bereits 30, sicher aber tatsächlich viel mehr, verloren. Die englischen Zerstörer haben nach einer Reutermeldung durchschnittlich 25 Tage jeden Kriegsmonats auf See verbracht, also nicht mehr die notwendigen Werftliegezeiten einhalten können. Sie sind also zum großen Teil schon sehr ausgefahren. Da werden die 50 alten Zerstörer aus USA an der ernsten Sachlage auch nichts mehr ändern. Auch sie werden die englischen Geleitzüge nicht mehr vor den deutschen Torpedos. Minen und Bomben sichern. Welches Schicksal sie erwartet, zeigt das Verbleiben von 10 älteren amerikanischen Handelsschiffen, die vor einem halben Jahre unter belgische Flagge gestellt wurden, um das Neutralitätsgesetz durch Fahrten nach England zu umgehen. Inzwischen sind aber die vier größten unter ihnen bereits in so kurzer Zeit untergegangen. Der britischen Seeherrschaft ist eben nicht mehr aufzuhelfen. Reuter und die englische Presse stoßen über den „Verkauf“ der 50 USA.=Zerstörer ein Freudengeheul aus. Sie wollen von den schweren Stößen ablenken, die die britische Seeherrschaft gerade dadurch erhalten hat. Neufundland und Bermuda, wo sich eine wichtige britische Marinewerft befindet, sicherten Englands nordatlantische Verbindungen. Der Schwarm der BahamaInseln, die Kolumbus einst als erstes amerikanisches Land entdeckte, liegt vor der Straße von Florida, die in den Golf von Mexiko führt und der WindwardPassage zwischen Kuba und Haiti, die an Jamaika vorbei den Weg ins Karibische Meer und zum PanamaKanal öffnet. Der britische Stützpunkt Kingston auf Jamaika wurde durch die Antillen=Inseln Britisch=Westindiens ergänzt, die sich in weitem Bogen an der Ostseite des Karibischen Meeres erstrecken und das„Malta des Karibischen Meeres" darstellen. Santa Lucia, Antigua und das schon an der Küste von Venezuela gelegene Trinidad, die Erdöl= und Asphaltinsel, erhalten einen Flotten= und Luftstützpunkt der USA. Schließlich wird das Sternenbanner auch in Britisch=Guayana an der Nordküste von Südamerika aufgezogen. Noch soll auf den Inseln jenseits des Atlantik neben dem Sternenbanner auch noch der Union Jack wehen, aber der kanadische Abgeordnete Hansen sagte dieser Tage, er sehe die Zeit kommen, wo der Union Jack heruntergeholt werde. Die plutokratischen Ausbeuter in London haben beim Ausverkauf im Empire offenbar nur ihr persönliches Schicksal im Sinn. Sie wollet jenseits des Atlantik gutes Wetter machen. Wenns ihr Volk im Stich lassen, dann wollen sie ja nach eine Notenwechsel zwischen Churchill und Roosevelt auch möglichst noch die britische Kriegsflotte mitbringen— was davon übrigbleibt. Ausverkauf auf der ganzen Linie— das ist ein trübes Zeichen für die britische Stellung nach einem Jahr der„glorreichen Rückzüge", deren Fortgang kein künstliches Siegesgeschrei aus London übertönen kann. mensetzung des neuen rumänischen Kabinetts liegt noch keine Mitteilung vor. In Kürze Wie Domei meldet, hal Marineminister Vizeadmiral Boshida durch Bizemarineminister Sumiyam dem Ministerpräsidenten seinen Rücktrikt mitgeleitt. Zoshida wurde am Mittwoch— Domei zufolge— mit Herzbeschwerden in das Marinehospital eingeliefert. * Die anhaltenden Unruhen an der Nordwestgrenze Indiens werden von der englischen Zeitung„Vorkshire Post“ zugegeben. Das Blatt berichlet von hefliger Kämpfen, bei denen die Engländer drei Toie verlor und 20 Verwundete zählten. Ein englischer Offizier bei Mirali in Waziristan gelötet worden. Verlag: Westiällsche Tageszeitung G. m. b.., Münster(Westf.) Verlagsleiter: Erich Frintrop(z. Zt. im Felde). 1. V. Artbur Petsch. Hauptschriftleiter: Dr. Anien Eickhofl(z. 2t. im Felde): Stellvertreter Karl Kuhl. Verantwortliche Schriftleiter: Politik: Karl Kuhl; Politische Nachrichten und Vermischtes: Dr. Eugen Wagner: Bewegung und Provinz: Max Hlemisch(z. Zt. im Felde), 1. V. August Hollweg: Volkstum, Kunst und Unterhaltung: Wilhelm Vernekchl: Stadtanzeiger: Peter Jurascheck: Kommunalpolitik: Otto Peller (z. 2t. im Felde): Sport: Allred Strobel(z. Zt. im Felde). I. V. Peter Jurascheck: Bezirksausgaben und Bildberichterstattung: Clemene Hülsbusch: Anzeigenleiter: Horst Entere (z. Zt. Wehrmacht), 1. V. Hane Wolfmaler. Sämtlich in Mänster. Druck: Aschendorflsche Buehdruckerei. Hochzeit in Mutarara ROMAN VON HANSRICHTER (12. Fortsetzung) „Heinrich wird Ihnen bestimmt helfen können“, sagt sie fest.„Das beste wird sein, wenn Sie hier warten, bis er mich wieder besucht.“ Dieser Besuch findet schon wenige Tage später statt. Ob es zu einer Aussprache zwischen den Freunden gekommen ist, weiß Gertrud nicht, aber eins weiß sie, es steht nichts zwischen den alten Kriegsgefangenen; mehr noch, Heinrich ist sofort bereit, den beiden zu helfen, und er setzt sich bei Onkel Wilhelm für sie ein. Es ist schon oft zwischen den Männern der Kompagnie besprochen worden, daß die Pflanzung in Zukunft Assistenten brauchen würde, und es genügt, als Onkel Wilhelm hört, daß Serdau gelernter Kaufmann ist und daß Heinrich auch für Schmitz eintritt. Es kommt zu einem Vertrag, nach dem die beiden zuerst als Assistenten bei der Kompagnie eintreten, damit sie unter Gallaß' Leitung die Verhältnisse kennenlernen. „Später werden wir schon weiter sehen", verspricht Wilhelm Hoffmann, dem die beiden Neuangekommenen, besonders der Ostpreuße, von Anfang an gut gefallen haben.„Ich sage Ihnen, bei einer Pflanzung bleiben wir nicht stehen, und nachdem wir erst einmal die ersten Gelder locker gemacht haben, wird es jetzt, wo ein Erfolg deutlich zu sehen ist, nicht mehr schwer halten.“ Als am Abend dieses Tages Gertrud mit ihrem Manne allein ist, teilt sie ihm ihren Entschluß mit.„Ich komme nach Kiunga zurück“, sagte sie, als gäbe es nichts Selbstverständlicheres auf der ganzen Welt.„Karla bringen wir auf die Schule in Wilhelmstal, ich habe heute nachmittag schon mit dem Schulleiter gesprochen.“ „Aber was wird der Arzt—?“ wendet er ein. Sie hält ihm den Mund zu, und es ist so zwischen ihnen, wie es eigentlich noch nie gewesen ist.„Der Doktor wird begreifen, daß es nur so und nicht anders geht", lacht sie.„Und daß es am besten für mich ist, wenn ich wieder bei dir bin" Und der Chefarzt ist in all den Jahren nicht nur Tropenspezialist geworden, sondern auch ein wenig Menschenkenner. Als er sich von seiner Patientin verabschiedet, drückt er ihr warm die Hand. „Es ist eine merkwürdige Geschichte“, sagt er.„Da studiert man nun seine Zeit ab auf der Universität, und wenn es dann auf die Praxis zugeht, dann ist mit einem Male nicht mehr die Medizin das Entscheidende.“ „Sondern?“ fragt Gertrud. „Sondern ganz, ganz'andere Dinge sind es, kleine Frau“, erklärt er ihr ernsthaft.„Und das merkwürdige ist, daß man diese Heilmittel in keinem Kolleg genannt bekommt und daß man sie auch nicht verschreiben kann.“ * Als Gertrud nach Kianga zurückkommt, ist es wie eine Heimkehr für sie. Die Zeit, in der dieses und jenes sie aus der Ruhe gebracht hat, begreift sie nicht mehr. Und sie nimmt auch sofort wieder die Züegl ihres Haushaltes in die Hand. Und das ist sehr notwendig. Hat sie es früher nur mit einem Manne zu tun gehabt, so sind jetzt drei da. Und die beiden Neulinge sind durch das Leben auf St. Helena ziemlich verwildert. Für Heinrich Gallaß bedeutet die Ankunft Serdaus und Schmitz' zuerst keine Entlastung. Im Gegenteil, es ist mehr für ihn zu tun. Und das ändert sich auch nicht, als es so weit ist, daß für die beiden eine halbe Reitstunde entfernt ein Vorwerk eingerichtet wird, auf dem sie nun mit ihren Boys und mit ihrer Belegschaft hausen. Will man nicht all die kleinen Rückschläge an denen die erste Zeit nicht arm gewesen ist, noch einmal erleben, dann muß auch dieses Vorwerk täglich inspiziert werden. Karla ist nach Wilhelmstal auf die Schule gekommen, und Gertrud hat jetzt mehr Zeit für die Wirtschaft. Auf ihren Wunsch hat Heinrich sie in der Bedienung des Gewehrs unterwiesen, und wenn sie jetzt auf ihrem Pony durch das Land reitet, erkennt wohl niemand die Gertrud Maaß in ihr, die einmal in der Schumannstraße in Berlin ohne Schlüssel vor der Haustür gestanden hat. Und Gertrud erkennt sich selber nicht mehr. Sie weiß auch nicht, daß es Afrika ist, daß sie in seinen Bann geschlagen hat, daß es Freiheit und Herrentum sind, die ihr zur Gewohnheit wurden. Denn Herren sind sie, und Herren, bei denen Geld keine Rolle spielt, dazu Der große Boom, die Hochzeit Ostafrikas, hat begonnen. Kianga blüht auf, und Wilhelm Hoffmann ist der letzte, der den Mann, dem er den Aufschwung der Pflanzung verdankt, nicht an seinem Gewinn teilnehmen ließe. Wo früher Arbeiter mit der Hand den Boden bearbeiteten, schafft jetzt ein Dampfpflug: die Shamben der Neger, die auf der Pflanzung tätig sind, sind zu einer großen Siedlung geworden, die nun auch Handelsleute Ein Inder hat seine Duka eröffnet, ein angezogen hat. Grieche einen Ausschank, und wenn Gertrud mit ihrem andere wollen im Panganifluß fischen, hier wird eine Mann abends vor dem Hause sitzt, erdröhnt das ein= Pflanzung frei und geht auf einen Inder über, der dann tönige Trommeln der Ngomas, nach dem die Schwarzen die Nächte durchtanzen, an ihr Ohr. Und das Gekreisch und Geschnatter der Hundsaffen dazu Manchmal zerreißt ein grelles Lachen oder ein böses Fauchen den üblichen Lärm, dann ist eine Hyäne in der Nähe, oder ein Leopard schleicht um die Shamben, und manchmal ertönt ein dumpfes Brüllen, und dann ist es, als ob das Pori für Augenblicke den Atem anhielte. „Löwen“, sagt Heinrich dann, aber das Gewehr läßt er in Ruhe, denn er weiß, daß die Löwen ihm die Wildschweine, die ihm die Felder verwüsten, vom Halse halten und daß der König der Tiere, salange er seine Überlegenheit über den Menschen noch nicht erkannt hat, nicht so gefährlich ist. Wenn Serdau und Schmitz auf Kianga sitzen, wird viel von Jagd geredet. Serdau ist immer noch behindert, geht am Stock und verdankt diesem Stock seinen afrikanischen Namen„bwana fimbo“. Aber sein Bein hindert ihn doch nicht, so oft es ihm möglich ist, die Büchse über die Schulter zu werfen und auf die Jagd zu ziehen. Pieter Schmitz ist friedlicher gesinnt. „Hier auf Kianga ist das ganz schön“, sagt er zu Gertrud.„Aber wissen Sie, was ich möchte: unten in Tanga'ne hübsche Konditorei mit'n bißchen Ausschank, damit die Leute nicht so trocken sitzen. Das wäre was für Vatern seinen Sohn.“ Wie in geheimer Verabredung wird zwischen all diesen Menschen der Name Lasien nie genannt. Wenn sie von Südafrika sprechen, dann erzählen sie nur von sich, und auch Gertrud fragt nicht, warum es so ist. Eins aber hat sie rasch erkannt: seitdem die Zeit des Einarbeitens vorüber ist, zeigt sich Serdau seinem Lehrmeister immer überlegener. Ist Heinrich Gallaß ein pflichtgetreuer Arbeiter, der die Pflanzung voranbringt. dann ist der Ostpreuße der Mann, der die neuen und kaufmännischen Ideen hat. Und manchmal berührt es fast unangenehm, wenn er Gallaß diese Ideen so beibringt, als seien es dessen eigene. Einmal stellt Gertrud ihn.„Warum tun Sie das?“ fragt sie.„Warum gehen Sie nicht selber nach Tanga und sprechen mit Hoffminn. Sie könnten eine ganz andere Stellung bekleiden.“ Serdau zuckt die Achseln.„Ich bin zufrieden, Frau Gertrud, und ich habe keinen großen Ehrgeiz mehr.“ „Sie sollten ihn aber haben“, fährt sie ihn an. Er wird ernst.„Ich weiß, was ich Heinrich Gallaß schuldig bin, und ich will das nicht vergessen. Dabei sieht er Dinge, die Gallaß nicht sieht. Er sieht, daß immer mehr Engländer das Land bereisen. Einmal kommen sie als Jäger und bitten um eine Unterkunft, andere wollen im Panganifluß fischen, hier wird eine plötzlich mit den Nachbarn oben im britischen Kenya Handelsgeschäfte anknüpft. „Der Engländer riecht, daß hier Geld gemacht wird, und er will dabei nicht nur zusehen“, sagt Serdau. Einmal ist er unten in Tanga gewesen, und er erzählt, wie es jetzt da aussieht. Junge Leute sind aus Europa gekommen, und das Leben ist anders geworden. Nächtelang kann man im Hotel an der Bar sitzen und findet immer Gesellschaft. Geld spielt keine Rolle. „Und dabei murksen sie im Reichstag immer noch an unserem Ostafrika herum und wissen alles besser“, schließt er seinen Bericht.„Es ist eine Schande.“ Gertrud hört das alles nur mit halbem Ohr an; es sind andere Dinge, die sie beschäftigen, sie weiß jetzt, daß ihr Mann mit seiner Arbeit nicht mehr zufrieden ist, und als Frau glaubt sie auch die Hintergründe zu kennen, aber auch den Menschen, der Gallaß diese Erkenntnis vermittelt hat. Heinrich Gallaß ist immer Bauer gewesen, und der Betrieb auf Kianga, so sehr er jeden Fußbreit Landes dem Pori auch abgerungen hat, ist doch nicht der seine gewesen. Er hat nicht für sich, sondern für andere gearbeitet. Und er beginnt zu erkennen, daß ein Großbetrieb mehr den Kaufmann als den Bauer erfordert. Und dieser Kaufmann ist Serdau. Einmal kommt er von einer Safari zurück, die er ins Hochland von Wilhelmstal hat machen müssen, wo er über Holzlieferungen unterhandelt hat, und seitdem erzählt er immer öfter von den stattlichen Bauernhöfen, die er da oben gesehen hat. Und Gertrud weiß, daß die Arbeit auf Kianga ihn nicht mehr befriedigt. Oben im Usambaragebirge hat er auch noch etwas anderes gehört. Der Bahnbau bis Moschi ist längst beschlossene Sache. Das Land am Kilimandscharo ist dem von Wilhelmstal sehr ähnlich. Siedler im Gebirge haben von Kaffee gesprochen, von Mais, von Baumwolle. In ein paar Jahren werden auch dort, wie heute schon in Wilhelmstal, die besten Plätze besetzt sein. Als einmal eine Burenfamilie, der es in dem neuen Südafrika nicht mehr behagt, mit Ochsenwagen und Kind und Kegel durch Kianga treckt und dort für eine Weile Rast macht, bespricht er sich heimlich mit dem Bur, und als die Wagen weiterziehen, steht sein Entschluß fest: er wird sich das Land da oben einmal ansehen. Es ist, als könne Gertrud seine Gedanken erraten, und als sie erklärt, daß sie ihn begleiten wolle, leuchtet es in seinen Augen auf. „Wenn du das tun würdest, Gertrud!“ Die Sache ist bald beschlossen und wird auch gleich ausgeführt. Serdau wird nach Kianga übersiedeln und die Vertretung übernehmen. Karla ist in Wilhelmstal gut aufgehoben, und schließlich ist eine Safari hinauf nach Moschi längst kein Zug ins Ungewisse mehr. Schon längst nicht mehr. Langsam und knarrend zieht der Ochsenwagen durch das Pori. Gertrud kann die Familienverhältnisse bei den Buren immer noch nicht recht auseinanderhalten, so oft sie es sich auch vorsagt. Der vorne immer unter der Plane auf der Bank sitzt und unentwegt die Pfeise raucht, ist der Bur selber, Josua Ersylius, von Heinrich nur Ohm Josua genannt und nach altem Vortreckerbrauch geduzt. Er selber nennt Heinrich Neffe und Gertrud Frau. Er hat einen lang wehenden grauen Bartder um den Mund herum vom vielen Tabak bereits gelblich geworden ist. Ganz rein ist der Bart nie. Die Mutter, Clementine Ersylius, sieht aus, als sei sie aus einem Bilde von Rubens herausgetreten, nur ist sie mehr bekleidet. So wie hier im Pori hat sie sich ehemals als junges Mädchen sicher auch in Groningen oder in Schiedam angezogen, oder ihre Mutter hat es getan, falls sie, was noch nicht feststeht, in Afrika geboren sein sollte. Auf dem Kopf hat sie eine weiße Flügelhaube mit Filigranzierat. Das Gesicht erinnert an holländischen Käse. Sie ist eine strenge Regentin, und sogar der Bur weicht ihr aus, wenn sie ihren schlechten Tag hat. (Fortsetzung folgt.) Heitere Ecke Der einstige Kommandant Petéri der Festung Spandau war ein Original. Der Ausdruck„Auf Ehre“ oder, wie er zu sagen pflegte,„Auf Oehre", war ein Lieblingswort von ihm und wurde bei jeder sich bietenden Gelegenheit von, ihm angewendet. In einem Kreis der Offiziere war erzählt worden, daß August der Starke ein kaltes Huseisen auseinanderund wieder zusammengebogen habe. Ein anderer Offizier hatte berichtet, ein Verwandter von ihm habe einen zinnernen Teller ohne große Anstrengung auf den Knien zusammengerollt. „Auf Oehre“, meldete sich Petéri zum Wort,„in weiner Jugend rollte ich einen Porzellanteller auf!“ Seine Gattin flüsterte ihm warnend zu: züber Reiér!“ „Auf Oehre, Adelhald, zwei!“ wandte sich Petéri lebhaft zu ihr. * Emma und Erich gingen in den Zoo. Vor dem Straußengehege bleiben sie stehen. „Ich muß mal recht dumm fragen, Erich!“ „Frag nur, Emma, frag nur!“ „Ist es wahr, daß der Strauß seinen Kopf in den Sand versteckt?“ :„Das ist wahr.“ „Nun sage mal, Erich, wie ist es denn dann, wenn der Strauß vergißt, wohin er ihn versteckt hatt“ 5. September 1940 Westfälische Tageszeitung ich will mit— gegen England! Leidenschaftliche Bereitschaft der ganzen Nation für den Endkampf— Wünsche und Pflichte Von Dr. Ellenbeck, Hauptmann im Oberkommando der Wehrmacht Oberste Befehlshaber der Wehrmacht aaise i hezledten Reichstagsrede, daß der deutgegen Englags drenne, zun Kampf Tat, so sit es; Pzeingesetzt zu werden. In der tlargeworden, daß; uwischen wohl der gangen Well auf einen Ruf:„Freiwillige vor gegen Westarpneg“ die ganze deutsche Wehrmacht wie ein brängen ue Millionen jeder einzelne sch###en würde, bei der ersten Welle dabei zu sein. on auen Teien der Welt, wo heute deutsche Soldaten gelihrt wie bieies. und so leidenschaftlich geden England geht So sprechen die Narvik=Kämpfer im hohen Norden; und wenn man ihnen sagt, daß sie doch wahrBak Sesrche de enden sie ein, Gesape, s. onders bewährt und daher besonders 8u. gner seien, bei der letzten Entscheidung dabei zu 3. Se Erechen die Truppen jeder Arme im Westen. Samme os zich, daß sein Regiment sich an der Berdun“ an der aisne, am Chemin=des=Dames, bei bewähri hat, Ddeein an allen Stellen der Front so setzte Enisch:.a5 es wie kein anderes fähig ist, auch die ießzte Entscheidung zu erzwingen. „So denken Millionen Soldaten des Ersatzheeres. chlechsen und nicht i erhels die Kameraden, welche bereits die Teuertaufe eemeen, daß auch sie heran möchten an den Erzseino, um ihm zu beweisen, welche Kerle sie sind. So denken nicht zuletzt die zahllosen gesunden Mänder#s in ihrem Veruf festgehalten werkriegswichtige Arbeit zu leisten haben. sowieso schon oft bekümmerte Gedanken gemacht über ihr Los. Wie werden sie dastehen, wenn die Soldaten zurückkehren und von Waffentaten und Waffenruhm erzählen können! Mag die Arbeit zu Sarisigand ein 9 der Einsatz daheim noch so der Soldat es versteche.es holen, Fronidienst, wie wurmt den deutsche z num einmal nicht, und das maidienst besah.ge Mamn, den sein Geschiäk zum Heimn„Diese Haltung, und Gesinnung stellt der deutschen wehrmacht und dem ganzen deutschen Volke ein glänzendes und ehrenvolles Zeugnis aus. Sie ist das sicherste Unterpfagd, dafür, daß in diesen entscheidenden Jahren unserer Geschichte der Enderfolg vollkommen sein wird. " In dieser Einstellung sind sich nicht nur die Männer des Großdeutschen Reiches einig, auch die Frauen teilen sie; gegen den Brandstifter dieses Krieges, gegen England, ist der Wille des ganzen „#ischen Volkes gerichtet. Dieser Wille ist einheitlich in dem Ziel, nun mit dem Feind, der den Frieden abgelehnt hat, in der harten Sprache der Waffen zu reden, welche er anscheinend allein versteht; einheitlich auch in der Bereitschaft, für die Erreichung dies Zieles kein Opfer zu scheuen. Ganz Deutschland beseelt der Gedanke:„Lieber heute als morgen gegen England, aber, bitte, nicht ohne mich!“ Dennoch muß der ungeduldige Soldat und der unzufriedene, in der Heimat und in einem Zivilbetrieb eingesetzte, wehrfähige Mann, so verständlich die Beweggründe seines Drängens sind, sich sagen, daß nicht seine eigenen Wünsche, sondern nur der Besehl des Stimmen zum Tage "„Es scheint gewiß, daß man, wenn Großbritanniens Luftwaffe eine zahlenmäßige Parität zu einer bestimmten Zeit erreicht— und diese Parität ist jetzt da— den Luftkrieg als gewonnen betrachten kann“(!) (Reuters Luftfahrt=„Sachverständiger") * „Frankreich hat im Jahre Führers über den letzten Einsatz maßgebend ist. Nicht darauf kommt es an, ob der einzelne ein großes Kampferlebnis hat, sondern nur einzig und allein darauf, daß Großdeutschland den Sieg erringt. Der Anspruch des einzelnen ist völlig belanglos, das Schicksal des einzelnen spielt keine Rolle. Wünsche jeder Art haben zu schweigen, Forderungen sind unmilitärisch, nur die Pflicht beherrscht die Stunde. Diese Pflicht hält den einen auf der Schreibstube beim Ersatzbataillon fest, den anderen in den Garnisonen nördlich des Polarkreises, den dritten in Polen, den vierten bei den Pyrenäen. Andere Glückliche werden auch beim letzten Waffengang dabei sein. Diese mögen wir beneiden, aber das kann nur im stillen geschehen. Im übrigen haben wir nur für eins gerade zu stehen, daß nämlich der Führer sich blindlings auf unsere Zuverlässigkeit auf jedem, auch auf dem kleinsten und unscheinbarsten Posten felsenfest verlassen kann. Und im totalen Krieg ist es unvermeidlich, ja es ist um des militärischen Erfolges willen notwendig, daß auch viele gesunde, frische Kräfte auf allen den wichtigen Heimatstellen verwendet werden, die die Sicherstellung des Nachschubs an Kampfmaterial und die Versorgung des deutschen Volkes verbürgen. Bedeutet das Ausharren dort einen bitteren Verzicht, so ist eben dieser Verzicht unser soldatisches Los und unsere männliche Aufgabe. Die Weltgeschichte fragt später nicht, ob Müller oder Schulze in ihrer Kriegsstammrolle diese oder jene Schlacht eingetragen haben, sondern sie fragt, ob der Führer für Großdeutschland den vollen Sieg erstreiten konnte. Nach diesem Siege darf jeder, auch der welcher in der Heimat seine Pflicht tat, stolz das Haupt erheben, wenn er nur ein treuer Gefolgsmann des Führers an der Stelle war, die der Besehl ihm zuwies. Jeder Deutsche, ob er den Soldatenrock trägt oder nicht, möge nun an Pflichttreue, an der Treue im kleinen und kleinsten, auch auf dem schlichtesten Posten, ein großes Beispiel geben. Dann stärkt er auch die Kampffront, deren Schlagkraft um so stärker ist, je leidenschaftlicher, bedingungsloser und geschlossener die zusammengeballte Energie des ganzen 80=Millionen=Volkes hinter ihr steht. G0Lb Deutschlandist Hiont auszühungern Ein Jahr deutsche Kriegsernährungswirtschaft Die Leistungen des Landvolkes und der Ernährungswirtschaft Links: September 1939 Im Weltkrieg sind infolge der englischen Hungerblockade über 750000 deutsche Frauen und Kinder den Hungertod gestorben und Millionen andere haben schwere körperliche Schäden davongetragen. Der Aushungerungskrieg Englands konnte damals diese Folgen haben, weil die nötigen Maßnahmen von der kaiserlichen Regierung nicht getroffen worden waren. Noch im Juni 1914 hatte der Reichsschatzsekretär einen Kredit von 5 Millionen Mark abgelehnt, mit dem der damalige Staatssekretär des Innern eine Reichsreserve an Brotgetreide anlegen wollte. Wie ganz anders sind die Verhältnisse heute. Die Sshcis e e lis. eac rungsfreiheit des deutschen Volkes seit 1933 sichergestellt. Der erste praktische Schritt war die Verkündung der Erzeugungsschlacht im Herbst 1934. Von Jahr zu Jahr wurde die Erzeugungssteigerung weitergeführt. Ebenso bedeutsam war der Aufbau der nationalsozialistischen Marktordnung. Dieser Marktordnung haben wir es zu verdanken, daß die zu Kriegsbeginn eingeführten Lebensmittelrationen voll durchgehalten und auf Teilgebieten sogar verbessert werden konnten. Darüber hinaus war es möglich, die Rationierung den vielfältigen Sonderbedürfnissen anzupassen, so daß sie heute die Bedürfnisse eines jeden Verbrauchers im Rahmen der Gesamtregelung befriedigen kann. Sie bietet weiterhin die Möglichkeit, bei besonderen Gelegenheiten Sonderzulagen und Erleichterungen zu gewähren. Als weiterer Erfolg dieser Marktordnung muß der Ausbau des Festpreissystems angesprochen werden: Nach einem Jahre Krieg sind die Lebensmittelpreise noch genau so stabil wie in den letzten Friedensjahren. Was das bedeutet, können wir daraus ersehen, daß in allen anderen Ländern sich gerade auf dem Lebensmittelmarkt eine besondere Verteuerung eingestellt hat. Durch eine planmäßige Vorratswirtschaft sind außerdem soviel Vorräte an allen wichtigen Nahrungsmitteln aufgehäuft, daß wir einen eisernen Bestand für die Sicherung der Volksernährung im Kriege haben. So sind unsere Brotgetreidevorräte genau noch so groß wie bei Beginn des Krieges, und unser eiserner Bestand an Butter, Eiern und Fleisch ist heute größer denn je. Auch dafür ist gesorgt, daß der Leistungsstand unserer Landwirtschaft nicht, wie im Weltkriege, absinkt. Nach einem Jahre Krieg ist die Erzeugungskraft der deutschen Landwirtschaft noch vollkommen ungeschwächt. Es ist auch nicht notwendig, daß wir eine grundsätzliche Umstellung vornehmen, wie es England ohne Erfolg tun muß. Wir können daher mit mindestens gleichbleibenden Ernteerträgen bei jeder Ernte rechnen. Die Anbauflächen für Kartoffeln und Zuckerrüben sind so vermehrt worden, daß gerade in diesem Jahre eine besonders große Hackfruchternte zu erwarten steht Die Buttererzeugung ist heute um etwa ein Drittel höher als bei Kriegsausbruch, und die Milchanlieferung an die Molkereien ist um fast 10 v. H. größer als in der Periode 1938/39. So ist in diesem Kampfe um die Zukunft des deutschen Volkes Deutschland nicht mehr auszuhungern. Die Leistungen des Landvolkes und der Ernährungswirtschaft und die Verbraucherdisziplin des ganzen deutschen Volkes sorgen dafür. 200 Billards für englische Soldaten „Der Billardspieler", das offizielle Organ der englischen Billardfreunde, hat die löbliche Absicht, den englischen Truppen 200 Billards zur Verfügung zu stellen. Das ist's, was den Engländern bisher am nötigsten gefehlt hat. Wenn jedes Regiment erst sein Billard bei sich haben wird, ist es sicher auch allen Carambolagen auf dem Schlachtfelde gewachsen. Zu bedenken wäre nur, ob ein ausgewachsenes Billard für den bei den Engländern so beliebten„glorreichen“ Rückzug sich nicht als ein etwas unhandliches Möbel erweisen könnte. Fahrt auf der„Route imperiale Numero 1“ Die französische Transsabarastraße wird dem Verkehr übergeben Von unserem RE-Sonderberichterstatter hat im Jahre 1918 die einzigartige Chance gehabt, ein Europa der Vernunft und Gerechtigkeit zu konstruieren. Es hat sich jedoch für diese Aufgabe unfähig gezeigt.“(Frossard in„Le Mot’Ordre“) „Das sogenannte englische Phlegma ist nur eine geringe Sensibilität des Geistes und der Nerven. Ist der Engländer leichten Reizen gegenüber weniger empfindlich als andere menschliche Wesen, so nimmt er es doch wahr, wenn er stärker gekitzelt wird, vor allem, wenn dies durch Alarmsirenen, Artilleriedonner und Bombenexplosionen bewirkt wird.“(„Popolo'Italia“, Mailand) der Spitze dieses neuen europäischen Systems heutschland, nicht nur weil es siegreich ist und seine Macht festhält, sondern auch weil es den wichtigsten Bedarstellt und weil es die größte Kapazität der Industrieproduktion erreicht hat.“(„Oeuvre") * „Der Krieg der Achsenmächte ist kein Krieg um des Krieges willen, wie die Plutokratien es mit dem ihren beabsichtigen. Der Krieg Deutschlands und Italiens ist ein Krieg des Wiederaufbaues, der Errichtung, der Ordnungsund des Gleichgewichts. Der Schiedsspruch von Wien, det mitten im Kriege einem der gefährlichsten Sektyken Europas einen dauerhaften Frieden gab, ist der beste Beweis dafür."(„Tribuna") Von der französischen Marokkogrenze, im Sept. Infolge der Blockade der Transportwege von den französischen Kolonien nach dem Mutterland durch die Engländer, beschlossen die französischen Kolonialbehörden, die Landwege ihrer afrikanischen Kolonien auszubauen. Vor allem soll demnächst die große französische Transsaharastraße— die Route imperiale numero 1— dem Verkehr zur Verfügung gestellt werden. Diese Straße verbindet den Haupthafen des Senegal, Dakar, mit dem größten marokkanischen Hafen Casablanca. Sie war erst zu Beginn des Krieges fertiggebaut und hatte Riesensummen verschlungen, da zum Teil Ueberschwemmungsgebiete von afrikanischen Ausmaßen und viele Hunderte von Kilometern Sandwüste zu überbauen waren. Man darf sich unter dieser Saharastraße keine Asphaltstraße nach europäischem Muster vorstellen. Sie ist je nach der geologischen Beschaffenheit der Landschaft entweder aus dem Felsen gehauen und mit dünnem festgewalzten Schotter einigermaßen geebnet oder ruht auf grobschottrigem Unterbau, wo sie durch sandige Gegenden führt. An Stellen, wo keine Sandwehen zu befürchten sind, trägt sie gelegentlich einen dünnen Teerüberzug. Die Straße führt durch die ganze landschaftliche Mannigfaltigkeit des halben afrikanischen Kontinents von den tropischen Ufern des Senegalflusses durch die rote Eintönigkeit der Sahara, die höchstens von einem einsamen Felskegel unterbrochen wird, in die südlichen Ausläufer des marokkanischen Atlasgebirges. Die Hafenstadt Dakar, die den südlichen Ausgangspunkt der Saharastraße bildet, steht auch durch eine Eisenbahn quer durch den Senegal mit dem französischen Sudan in Verbindung. Die Hafenanlagen von Dakar wurden 1931 modernisiert und erweitert. 1938 wurde ein östliches Hafenbecken ausgebaut, in dem drei große Kreuzer vor Anker gehen können. Von Dakar aus geht die Saharastraße zunächst in nördlicher Richtung über das senegalische Steilufer, in das die Brandung des Atlantik zahlreiche Buchten eingegraben hat und das bei der senegalischen Hauptstadt Saarlouis zum Hauptstadt Saarlouis zum kühnen Verlauf auf den Timzak=Paß, der die Ueberschwemmungsgebiet des Senegalflusses abfällt. Das klüftete Ebene von Aouinet=el=Miliß beherrscht. 50 km breite Mündungsdelta des Senegal steht zur Regenzeit fast vollkommen unter Wasser und konnte vor dem Bau der Straße viele Monate des Jahres nur unter größter Gefahr oder überhaupt nicht durchquert werden. Heute führt ein Damm über das ganze Netz von Senegalarmen und Wadis, die zur Regenzeit reißende Flüsse bilden; er ermöglicht einen regelmäßigen Verkehr das ganze Jahr hindurch. Die mehrere Hundert Kilometer lange Strecke vom Senegal bis Nouakchott führt durch den weidenreichen mauretanischen Küstenstrich der Trarsa mit zahlreichen Herden. Nouakchott ist eine kleine Hafenstadt mit Werftanlagen und einem Flughafen. Hinter Nouakchott mündet die Straße in nordöstlicher Richtung in die Sandwüste der Sahara ein. Eine unendliche Dünenkette dehnt sich horizontlos unter der Glut des afrikanischen Himmels. In nicht endenwollender Entfernung voneinander liegen kleine Oasen. Ein Brunnen, ein paar Palmen, einige Hütten und Zelte. Dann kommt wieder Sand. Die 35 km lange Ebene von Bou Rkeimat ist ein großes örtliches Sandmeer, in dem halbverwehte Orientierungsblöcke den Weg nach Akjouit weisen. Hinter dem Dorfe Akjoujt mündet die Straße zwischen Sanddünen und kleinen Felsgruppen in die Ebene von Amsaga, die ihre charakteristischen Züge durch die Felsmassive von El=Kala und Jrarchen und die roten Sanddünen der Dra Malikchiden erhält. Hinter dieser Wüste liegt die fruchtbare gebirgige Gegend des Quad Segheli. Auf einer Ueberbrückung kreuzt die Straße den Quad Segheli und wendet sich in Kurven auf den Kamm des Hamdoun, von wo aus man einen herrlichen Blick in die wilden Schluchten des Quad Segheli hat. Diese Senke führt eine kurze Zeit im Jahr Wasser. Infolgedessen gedeiht hier Hirse, Gerste und Getreide. In nördlicher Richtung nach Ater fällt die Straße ab. In Kurven geht es durch die Palmenwälder von Kanoal und die Gemüsefelder Nordmauretaniens. Ganz besonders eindrucksvoll ist der 30 km lange Palmenwald von Kasr Teurchan. Die Straße nimmt einen kühnen Verlauf auf den Timzak=Paß, der die zerhierher reicht der Wassersegen des Quad Segheli. Hinter den vereinzelten Palmen am Rande der fruchtbaren Zone dehnen sich wieder Sanddünen, die am fernen Horizont einen Abfluß in dem Massiv des Grenzforts Fort Gouraud finden, das die Südostecke der Grenze der portugiesischen Kolonie Rio de Oro beherrscht. Die Straße führt dann zu den Wasserstellen der Wüste Meghtier, die sich durch die vulkanischen Kegel der Koedia Loghnem ankündigt. Die ganze Gegend ist mit weißlichen Blöcken besät. Zur Rechten bauen sich die Ssariat=Berge auf, und im Hintergrunde zeichnet sich die Felsengruppe der Koedia Guengoum ab, in deren Gegend die letzte mauretanische Station Bir Moghrein oder Bir Umm Ghoein liegt. In dieser Oase sind marokkanische Truppen stationiert. Sie ist Knotenpunkt für Karawanenstraßen. Die Nomaden beziehen von dort Getreide. Die Straße führt scharf nach Osten weiter durch eine von zahlreichen Wadis durchschnittene Hügellandschaft. Rechts erhebt sich die Felskuppe von ElArouya, an der vorzügliche Trinkquellen liegen, während die übrigen Wasserstellen meist einen üblen Jauchegeruch haben. Wadi Ben Tilli zu Füßen der scharfen Spitze des Tir Salah ist fruchtbar. Sein Wasser ist trinkbar. In einer Entfernung von 250 km liegen das Dorf und das Fort Tindouf an der Grenze von Rio de Oro. Tindouf ist Karawanenzentrum und liegt in der eintönigen Berglandschaft der Hammada, die scharf zur Wadi Merkalla abfällt. Von Merkalla ab weisen Landschaft und Kolonialmethoden einen nordafrikanischen Charakter auf. Nördlich von Wadi Draa türmt sich das Atlasgebirge auf, dessen südliche Ausläufer von der Route imperial durchquert werden. Die Straße stößt bis Tisnit auf die marokkanische Atlantikküste, wo sie mit der schon bestehenden Verkehrsstraße über Agadir nach Casablanca zusammentrifft. Neben der wirtschaftlichen Erschließung der afrikanischen Kolonien Frankreichs war dieser Straße vor allem eine strategische Aufgabe zugedacht. Heute, nach der englischen Blockade der französischen Küsten Westafrikas, ist die Route imperial für Frankreich die letzte Möglichkeit geworden, mit seinen Kolonien in Afrika in Verbindung zu bleiben. Rechts: September 1940 (Zeichnung von Erik/Scherl) Bilanz der Seekriegsführung Der Flottenmitarbeiter von„Dagens Nyheter" befaßt sich in einem längeren Artikel mit dem Unterschied zwischen der englischen Seekriegsführung vom Weltkriege und von heute. Er faßt seine Feststellungen in folgenden acht Punkten zusammen:— 1. Deutschlands eigene Widerstandskraft gegen eine Blockade ist unerhört viel größer als im Weltkriege. 2. Deutschland beherrscht die gesamte Atlantikküste vom Nördlichen Eismeer bis zum Golf von Biscaya und kann diese als zusammenhängende Operationsbasis gegen England und zwar sowohl für Flotte wie Luftwaffe anwenden, wodurch Deutschlands Schlagkraft unerhört wirksamer geworden ist. England hat allerdings einen Vorteil, nämlich, daß alle Transporte nach Frankreich, die im letzten Krieg sehr große Ansprüche an die britische Handelsschiffahrt stellten, wegfallen. 3. Die starke und schlagkräftige deutsche Luftwafse wirkt im augenblicklichen Seehandelskrieg mit und ein großer Teil der feindlichen Tonnageverluste müßte ihr zugeschrieben werden. Die von den Deutschen durchgeführten Kombinationen von See= und Luftkriegführung haben die Möglichkeit, Englands Zufuhren abzuschnüren, stark erhöht. Die deutsche Luftwaffe stellt eine gute Verteidigung gegen englische=Boot=Jagdverbände dar und trägt dazu bei, die deutschen=Boot=Verluste zu verringern. 4. Durch die deutschen ständigen Luftangriffe gegen englische Häfen werden die Reparaturmöglichkeiten für die englische Handelsflotte stark verringert. 5. Die deutschen=Boote haben im Vergleich zum Weltkrieg einen viel größeren Aktionsradius und sind besser ausgerüstet. 6. Nach deutschen Angaben werden die neuen deutschen=Boote in schnellerem Tempo gebaut als früher, so daß eher mit einer Erhöhung als mit einer Verringerung der feindlichen Verlustziffern zu rechnen ist. 7. Deutschland ist es gelungen, die Sicherheit des Geleitsystems wesentlich zu verringern, so daß dieses System nicht mehr als ein sicheres Schutzmittel gegen die Gefahren des Seekrieges angesehen werden kann. hinaus verfügt England nur noch über die Hälfte der für die Geleitzüge notwendigen Kriegsschiffe im Vergleich zum Weltkriege. 8. Nach englischen Angaben verfügte Großbritannien im September 1939 über eine Million Tonnen Handelsschiffsraum weniger als bei Ausbruch des Weltkrieges. Der augenblickliche Krieg begann also, was Englands Zufuhrmöglichkeiten anlangt, unter ungünstigeren Bedingungen als 1914. acobs mit dem Hosenbandorden Wie verjudet England ist, beweist u. a. die Tatsache, daß mit allem, auch mit den heiligsten Gütern der Nation, Geschäfte gemacht werden. Ein Abbild dieses Durcheinanders, das mehr ist als eine Geschmacksverirrung, bietet die englische Reklame, der jedes Mittel recht ist, wenn sie nur anreißen kann. Ein besonders gutes Beispiel für diese Art von Reklame, die im nationalsozialistischen Deutschland einfach undenkbar ist, bietet eine Anzeige, die dieser Tage im„Daily Telegraph“ erschien: Auf einem Bild sieht man vor einem Schloß eine Reihe Soldaten in Paradeuniform. Unter dem Bild steht folgender Text:„Es gibt viele gute Regimenter, aber nur ein Coldstream=Garderegiment. Das älteste Garderegiment der englischen Armee, die Coldstream=Garde, wurde 1650 von Cromwell gegründet. Nach der monarchistischen Restauration wurde es als einziges puritanisches Fußregiment beibehalten. Es nahm an allen bedeutenden Kriegshandlungen der Jahre 1914—1918 teil. Es gibt viele gute Biskuits, aber nur einen mit jenem nußartigen Geschmack wie Jacobs Wasserbiskuit.“ Dieser Text und das Paradebild werden eingerahmt von den Schleifen eines Hosenbandordens, also der höchsten englischen Auszeichnung, dem als Gegenstück ein Jacobscher Wasserkeks gegenübersteht. Honny soit qui mal y pense! Die Stündr des deutschen Gramus Von Dr. Hermann Wanderscheck Reichsdramaturg Dr. Rainer Schlösser erkennt in seiner Schrift„Politik und Drama“, Kleists „Hermannsschlacht“ und den„Prinzen von Homburg“ als dichterisch überhöhte politische Dramatik. Kleist hat bewußt politisch und bewußt künstlerisch gestaltet. Im„Prinzen von Homburg“ aber hat Kleist ein Werk geschaffen, das wir in seiner ganzen Bedeutung erst heute voll zu würdigen wissen: Das Erziehungsdrama eines Volkes, dessen innere Vielfalt naturgemäß zum Zwiespalt neigt und daher wie nichts der Erziehung zum fruchtbaren Staatsgedanken bedurfte und bedarf. Kleist hat im doppelten Sinne ein Lehrstück gestaltet. Nicht nur für die Ideenschulung ist es bedeutend, sondern auch für die Schulung der Dichter, die sich um ein politisches Drama bemühen. Hier steht es fest, folgert Schlösser: Das große natkonale Drama kann gar nichts anderes sein als ein politisches Drama. Entscheidend ist, ob in einem Drama Politik dem Kern nach oder nur der Wirkung nach vorliegt. Daß ein Drama in die Sphäre politischer und geschichtlicher Spannungen gestellt wird, legt nicht nahe, daß es politische Substanzen besitzt. Die grundsätzliche politische Haltung des Dichters zu seinem Stoff ist das Entscheidende. Das politische Drama schafft auch Klarheit in dem Sinne, daß es voraussetzungsloses Theater nicht gibt. Das Gesetz, nach dem die lebende und kommende Dramatik unserer Nation angetreten ist, fordert, daß der Bübnendichter in der Gemeinschaft aufgeht, daß die Zusammengehörigkeit von dramatischem Schafsen und Gemeinschaft eine Voraussetzung für das ) politische Drama ist, welches die Grundkräfte der K neuen sittlichen Erkenntnis für den Bestand der politischen Gemeinschaft gestaltet. Kerh. Gewaltiges fordert die Stunde von den deutErchen Dramatikern. Der Mittelpunkt der Politik ist nocht die Heimat des nationalen Dramas geworden. der Fr#las, was der Nationalsozialismus heute als starke „Ichre#erübrung volitisch gestaltet, gibt dem DraD. ch Der Hdie beiswpielbaste erzieberische und sittliche aul. Jhe Ban d für den Aünklerische Schaffen, dier handelt es sich nicht darum, wie es in überwundenen Zeiten der Fall war, das Politische als propagandistische Tendenz in die dramatische Gestaltung einströmen zu lassen und aus dem Theater eine Stätte politischer Provaganda zu machen. Das Theater hat in diesem Sinne nur indirekten Schulungscharakter. Aufgabe des Dichters ist es. die charakterstärkende Sittlichkeit unserer politischen Idee in seinen Menschen und Gestalten ewig zu prägen. Da kann niemals das Provagandistische im Vordergrund stehen. Es gilt die gleiche Trennung, wie sie zwischen dem Menschlichen und dem Privaten besteht. Das Menschliche ist nicht das Private. Der Dramatiker soll nichts tun, als im Privaten das Menschliche aufleuchten lassen. Wie das Politische nicht das Propagandistische in der Kunst ist, so ist das Menschliche der Ausgangspunkt für alle wahrhaft politische Dramatik, also eine Dramatik, die aus dem Boden unserer Zeit den Ideenstrom nationalsozialistischer Haltung prägt. Der junge Dramatiker wird also alles das, was in der ungeheuren Strenge des deutschen Schicksals reif wird, im politischen Drama zur Entscheidung bringen. Damit erfährt der Begriff politisches Drama heute eine neue Deutung. In dieser Besinnung auf die staatspolitischen Werte des dichterischen und Schaffens unterstellen sich die geschichtliche Tragödie und das politische Drama der Nation. Nicht die persönliche Zurechtlegung historischer Stoffe hat Anspruch auf hohe Bewertung. sondern die gestalterische Kunst unterwirft sich aus einer neuen politischen Wesensschau der geschichtsbildenden und schicksalsmäßigen Entscheidung im Drama. Hier hat der Dramatiker eine ungeheuer große Aufgabe: im menschlichen Kampf seines Ideenstückes die politische Substanz zu geben. Das verlangt mehr denn je ein einfühlendes geschichtliches Denken. Es wächst aus dem Bewußtsein des wachen politischen Glaubens. So wird das politische Drama Wesensschau, nicht Wirklichkeitsschau. Hier trennt es sich deutlich von dem, was im Zweiten Reich„politische Kunst“ genannt wurde, die Dramatisierung politischer Leitartikel, tagespolitischer Ereignise und utovischer geschichtlicher Visionen. Aus dem neuen Wissen um das Heldische und die Haltung gebärt die dramatische Kunst den politischen Kern, um den sich das Geschehen rankt. Die Verpflichtung ist es, welche die schreibende Hand führt, die Verpflichtung zur heldischen Haltung im großen und kleinen Leben. Nicht der Stoffkreis macht ein politisches Drama gültig, sondern die dichterisch überhöhte politische Wesensschau der menschlichen und geschichtlichen Entscheidungen. Das Politische kann auch in seinem Drama aus der Welt des Alltags lebendig sein. Entscheidungen. Das Politische kann auch in einem Ausdrucksbereich vor, der die feineren Unterschiede zwischen Wollen und Sinngebung zuläßt. Sinngebung ist alles, was sich an politischer Substanz in die Charaktere einbauen läßt. Das politische Wollen zeigt sich am Handeln der Gestalten selbst, es zeigt sich oft im schweigsamen Erfüllen einer unbeugsamen Pflicht. So rundet sich das politische Drama über die Historie zum allseitigen stofflichen Bild. Im Drama vom Reich der Deutschen gipfelt die volle Staatlichkeit. Es ist die höchste Verkündung des politischen Dramas. Kolbenheyers„Gregor und Heinrich“. Zerkaulens„Reiter" sind Etappen auf diesem Wege, den die jungen deutschen Dramatiker gehen müssen. Ausschmückung des Braunschweiger Doms Darstellungen aus dem Leben Heinrichs des Löwen Im Jahre 1935 gab der Führer nach seinem Besuch n Braunschweig den Auftrag, den Braunschweiger Dom mit dem Grabmal Heinrichs des Löwen zu einer nationalen Weihestätte auszugestalten. Die konstruktiven Bauten sind fertig, die Ausschmückung der freien Wandfläche über den Gurtfriesen des Mittelschiffes hat begonnen. Als Gegenstände werden wesent. liche Ereignisse aus dem Leben Heinrichs des Löwen gewählt, die über zeitliche Bedingtheiten hinweg zu einer symbolhaften Darstellung deutschen Schicksals geeignet sind. Die vier Werke auf der Südwand des Domes werden unter dem Thema„Aufbruch zum Osten“, die vier der Nordwand unter„Landnahme“ zusammengefaßt. Aoslecer Kulturwochse Errssner Professor Krickeberg erhielt den John-Brinkman-Preis Die große Kulturwoche der Seestadt Rostock wurde mit der Verleihung des John=BrinckmanPreises an den verdienstvollen niederdeutschen Dramatiker Professor Dr. Karl Krickeberg eröffnet. Professor Krickeberg gilt nicht nur als hervorragender Darsteller niederdeutscher Bühnenkunst, er hat auch eine eigene niederdeutsche Bühne gegründet und neben mehreren hochdeutschen Stücken eine ganze Reihe plattdeutscher Werke geschrieben. Sein„Pidder Lüng“— in der Zeit des Niedergangs entstanden— ging allein in Kiel 20mal über die Bühne, sein Lustspiel„Anner Lüd Kinner" holt sich jedes Jahr auf mehreren niederdeutschen Bühnen große Erfolge. Außer dem John=Brinckman=Preis wurden am ersten Tage der Rostocker Kulturwoche die Kulturpresse der Seestadt Rostock zur Förderung niederdeutschen Kulturschaffens vergeben an je inen Dichter, einen Musiker, Maler und Bildhauer. Unter diesen Künstlern befindet sich der Dichter Rudolf Ahlers. Im Rahmen der Rostocker Kulturwoche wurden zwei bedeutende Ausstellungen unter den Themen „Rostocker Frühdrucke" und„Beit Stoß“ eröffnet. Die eine enthält biliographische Kostbarkeiten aus den Schätzen der Un.versitätsbibliothek Rostock und des Ratsarchivs, die zum erstenmal gesammelt der öffentlichkeit gezeigt werden, unter ihnen eine niederdeutsche Bibel von der nur zwei Exemplare existieren. Von Ludwig Dietz aus Speyer, dem ersten selbständigen Berufsdrucker in Rostock, sieht man eine große Lübecker und eine kleine Rostocker Bibel, das älteste niederdeutsche Gesangbuch und den ältesten gedruckten Theaterzettel, der zu einem geistlichen Schauspiel einlädt. In der Veit=Stoß=Ausstellung steht im Mittelpunkt der Krakauer Marienaltar. Die Ausstellung gibt diesen bedeutenden Schnitzaltar in Originalgröße wieder. Aus den ebenfalls in der Ausstellung gezeigten Urkunden geht die deutsche Herkunft von Veit Stoß hervor, den die Polen für sich in Anspruch zu nehmen versuchten. 80 Jahre Deutsche Schillerstittung Im letzten Berichtsjahr fast 300000 RM verteilt Der Krieg hat der Deutschen Schillerstiftung, die ihren Verwaltungssitz im Schillerhaus zu Weimar hat, in der Betreuung verdienter deutscher Schriftsteller und deren Hinterbliebenen einen erweiterten Aufgabenkreis zugewiesen, für den durch den Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda besondere Mittel zur Verfügung gestellt wurden. Sie ermöglichen es, die Sorgen der Schutzbefohlenen daheim und draußen, wie es „Wieben Peters“ Albert-Mähl-Uraufführung auf Hamburgs Niederdeutscher Bühne Auf dem schmalen Sektor der plattdeutschen Theaterliteratur ist seit Jahren das Kontingent der Uraufführungen— was die Spielplanpolitik der Niederdeutschen Bühne anbetrifft— außerordentlich hoch gewesen. Als Auftakt der dieswinterlichen Spielzeit hatte dieses bedeutsame heimatkünstlerische Institut einen besonders guten Griff getan, denn Albert Mähls Drama„Wieden Peters“ ist echtes, wirkliches niederdeutsches Theater. Gibt das Balladeske diesem überzeitlich gestalteten Drama von dem Schicksal des dithmarsischen Landesfeindes Wieben Peters, der um die Mitte des 16. Jahrhunderts auf Helgoland saß, Bildhaftigkeit und Weite, so führt die besondere Art des Dialogs zur Tiefe und Verinnerlichung,— bedeutsame schöpferische Wesenszüge niederdeutscher Kunst, die durch die schöne Aufführung der Hamburger Niederdeutschen Bühne wirksam unterstrichen wurden. H. F. aasss in dem Jahresbericht des Generalsekretärs der Stiftung, Professor Dr. Heinrich Lilienfein, heißt, zu erleichtern und darüber hinaus die Hilfeleistung für die Veteranen des deutschen Schrifttums und für die Hinterbliedenen beträchtlich zu steigern. Die Deutsche Schillerstiftung, die nunmehr 80 Jahre besteht, spricht mit ihrem Dank für diese hochherzige Förderung den des gesamten dichterischen Schrifttums aus. Die Gesamtsumme der Bewilligungen im Berichtsjahr 1939/40 betrug rund 290000 RM gegen 117 000 im Vorjahre. Nach den Beschlüssen der Deutschen Schillerstiftung wurden aus der Ernst=Keil=Stiftung rund 10000 RM durch den Oberbürgermeister der Stadt Leipzig verteilt. Die Frankfurter Museumsgesellschaft veranstaltet im kommenden Konzertwinter 12 Freitags= und 6 Sonntagsvormittagskonzerte unter Leitung von Franz Konwitschny sowie 12 Kammermusikabende. Nicht weniger als sechs Uraufführungen sind vorgesehen, so Hans Pfitzners Sinsonie für große Orchester(drei Sätze in einem Satz), Werk 46, eine Sinfonie von F. Reuter, von W. Abendroth ein Konzert für Violine mit OrZelsse Karl Orff Sinsonie in C für fünschoriges . und Orgel, eine Trauermusik von Alfred Hoehn sowie ein neues sinfonisches Werk von Anton Bersack. November wird eine Gedächtnisseier für den 1915 gefallenen Komponisten Rudi Stephan veranstaltst, bei der der Musitkwissanschaftler Dr. Karl Holl## Gedenkrede halten wird. — 5. September 1940 — Westfälische Tageszeitung Nummer 243 „Der Führer soll rufen- das volk ist da!“ Der Rechenschaftsbericht für das Kriegswinterhilfswerk 1939/40—„Der höchste Lohn dieses Opfers ist die soziale Gemeinschaft unseres Volkes!“ Berlin, 4. September. Reichsminister Dr. Goebbels sprach zu Beginn der Rede, mit der er den Rechenschaftsbericht für das Kriegowinterhilfswerk 1939/40 ablegte, von der großen und festen Gemeinschaft, die Front und Heimat bei der gegenwärtigen gigantischen Auseinandersetzung bilden. Heimat und Front wetteiferten in dem edlen Bestreben, die Schwierigkeiten und Sorgen dieses Krieges gerecht zu teilen und jedem das aufzuerlegen, was er tragen könne, aber auch tragen müsse. Wir alle wüßten, daß der Krieg erhöhte Opfer von uns sordere. Das beredieste Zeugnis dieser opferfreudigen Gesinnung der deutschen Heimat, mit der sie der Front habe den Beweis erbringen wollen, wie treu sie zu ihr stehe, seien das vergangene erste Kriegswinterhilfswerk des deutschen Volkes und das Hilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz gewesen. Als im September vorigen Jahres beschlossen worden sei, das Winterhilfswerk auch im Kriege durchzuführen, habe es Kritiker gegeben, die das für unpopulär und unpsychologisch hielten. Gebe man aber einem Volke, das Großes wolle und leuchtende Ziele vor sich sehe, einen Sinn seines nationalen Opfers, dann beschäme es seine Führung immer wieder aufs neue durch seinen Opfermut und durch seine Hingabefreudigkeit, und es sei dann von einer Gebebereitschaft ohnegleichen. „Wenn man in Betracht ziehl, daß die belden großen sozialen Hilfswerke des vergangenen Kriegsjahres, das Kriegswinterhilfswerk und das Hilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz, auf absoluter Freiwilligkeit aufgebaut sind, dann kann man in ihnen soziale Volksabstimmungen erblicken, die alle durch Wahllügen zustande gebrachten parlamentarischen Wahlen in den westlichen Demokralien in ihrem Wert und in ihrer Wirkungskraft weit in den Schatten stellen.“ Das Gesamlaufkommen des ersten Kriegswinierhilfswerkes habe nicht, wie in der vorläufigen Rechenschaftslegung vom 17. April erklärt, nur 602, sondern in der Schlußabrechnung 681 Millionen Reichsmark betragen— gegen 566 Millionen im vorangegangenen Jahre. Es sei also eine Steigerung von 115 millionen festzustellen. Dementsprechend hälten sich auch die Leistungen auf 642 Millionen RM. erhöhl. Besonders hob Dr. Goebbels hervor daß gerade einzelne Gaue, die erst im Zeichen des Nationalsozialismus neu zum Reich hinzugetreten seien, sich in ihrer Gebefreudigkeit selbst übertroffen hätten. Der Gau Salzburg, also einer der Gaue, von denen die Engländer der Welt weismachen wollten, sie sehnten sich nach der sogenannten österreichischen Unabhängigkeit zurück, stehe dabei mit weitem Abstand an der Spitze aller deutschen Gaue, und dichtauf folgten andere ehemals österreichische Gaue und der Gau Sudetenland. An einzelnen Beispielen und Vergleichen erläuterte Reichsminister Dr. Goebbels dann die Bedeutung der Summen, deren Größe anders gar nicht richtig abgeschätzt werden könnten. Wenn man das Gesamtergebnis der großen Kriegshilfswerke zusammenrechne, so zeige sich, daß das deutsche Volk an jedem Wochenende freiwillig für soziale Zwecke rund 25 Millionen RM. ausgebe— genau so viel, wie nach englischen Angaben das tägliche Desizit ausmache, das England in seinem Kriegshaushalt aufzuweisen habe, und weiter die gleiche Summe, die in England ganze neun plutokratische Lords den Bewohnern der berüchtigten Slums für ihre Elendsquartiere an Jahresmiete abpreßten. In England seien in den letzten Wochen zwei Millionen RM. ausgegeben worden, um die Kinder der Plutokraten, ihre kostbaren Rennpferde und Hunde nach Kanada in Sicherheit zu bringen; in Deutschland habe die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt 15 Millionen für die Einrichtung von Kriegskindergärten und zur Betreuung von Kindern aller Kreise bereitgestellt. Wenn man rechnen wollte, so führte Dr. Goebbels weiter aus, daß die ehrenamtlichen NSV= und WHWHelfer statt ehrenamtlicher Tätigkeit für ihre Mitarbeit von täglich etwa 3 Stunden auch nur eine RM. Entschädigung erhielten, so wären das 365 Millionen im Jahr, d. h. gerade so viel, wie das Gesamtaufkommen des ersten nationalsozialistischen Winterhilfswerkes betragen habe. Seit 1933, also in den letzten 7 Jahren, würden auf diese Weise allein 2½2 Milliarden Mark als Mitarbeiterentschädigung entfallen sein. Das sei sozusagen die zusätzliche Spende für das Winterhilfswerk, die die Millionenschar des Winterhilfswerkes, abgesehen von ihrer eigenen Spende, noch zusteuere. Dr. Goebbels verkündete dann, daß das Spendenaufkommen bei5 Haussammlungen und 2 Straßensammlungen des Kriegshilfswerkes für das Deutsche Rote Kreuz insgesamt 221,5 Millionen RM. betragen habe. Das deutsche Volk habe seine Führung auch hier wieder einmal tief beschämt, denn bei der Gründung dieses Kriegshilfswerkes habe man mit einem Ergebnis von etwa 60 Millionen Mark gerechnet. Die freiwilligen sozialen Gesamkleistungen des Jahres 1939/40 betrügen also 681 Millionen für das Kriegswinterhilfswerk, 221,5 Millionen für das Hilfswerk für das Deutsche Roie Kreuz und 124 Mislionen Mitgliedsbeiträge für die ASv, so daß das deutsche Volk als freiwillige soziale Gesamtleistung im ersten Kriegsjahr 1026,5 Millionen ausgebracht habe. Was diese Zahl bedeute, werde einem klar, wenn man sich vergegenwärtige, daß das reiche Deutschland von 1914 in vier Weltkriegsjahren an Geldspenden für das Rote Kreuz nur insgesamt eine halbe Milliarde aufgebracht habe. Dr. Goebbels gab dann eine Antwort auf die Frage, was denn mit diesen Riesensummen geschehe, da Deutschland doch gar keine Arbeitslosen mehr habe, die der Betreuung durch das Winterhilfswerk bedürftig wären. Von Anfang an habe man große soziale Einrichtungen geplant, um nicht nur die bestehende akute Not zu beseitigen, sondern um vor allem kommende Not rechtzeitig zu verhindern. So seien aus den Mitleln des Winterhilfswerkes für das Hilfswerk„Mutter und Kind“ im Jahre 1935/36 = 7 Millionen, im Fahre 1939/40= 343 Millionen, insgesamt von 1935 bis 1940 aber 660 Millionen RM. zur Verfügung gestellt worden, die großzügige Einrichtungen von Hilfsstellen für Mutter und Kind, von Kindergärten und Kinderlagesstätten ermöglicht hätten. Die Säuglingssterblichkeit, die im alten Reichsgebiet noch im Jahre 1933 7,7 Prozent betragen habe, sei inzwischen auf 6 Prozent im Jahre 1939 herabgedrückt worden— das bedeute, daß von 1934 bis 1939 durch freiwillige Spenden des deutschen Volkes rund 235 000 Säuglinge in Deutschland dem Leben erhalten geblieben seien. Weiter hätten von 1933 bis 1939 in NSV=Heimen rund 400000 Mütter mit rund 29.000 Säuglingen Müttererholung gefunden. Ende 1939 seien über 25 000 besoldete und fast 3000 ehrenamtliche weibliche Fachkräfte im Hilfswerk„Mutter und Kind" tätig gewesen, darunter rund 1600 Volkspflegerinnen, rund 500 Jugendleiterinnen und rund 7600 Kindergärtnerinnen. Von 1933 bis 1939 seien allein über 2 Millionen Kinder durch die NSV zur Erholung aufs Land verschickt worden, und von 1934 bis 1939 seien über 800 000 kurbedürftige Kinder in NSV=Heime gekommen. Diesen Zahlen des Aufbaues stellte Dr. Goebbels den englischen„Sozialismus“ entgegen, der sich in erschütternden Zuständen, in Not, Elend, Hunger und Krankheit dokumentiere. „Unser Volk will Opfer bringen“, so fuhr Dr. Goebbels fort,„es will Anteil nehmen an dieser geschichtlichen Zeit. Es will nicht abseits stehen, wenn die großen Schicksalsfragen der Nation entschieden werden. Und nun naht wieder ein Winter, wieder wird er erhöhte Anforderungen an uns alle stellen, und sie sollen und müssen auch alle erfüllt werden. Wiederum ruft deshalb der Führer zum zweiten Kriegswinterhilfswerk auf. Wer wollte sich diesem Ruf versagen? Was gilt in dieser Zeit noch Geldbesitz, wo wir um unsere nationale Existenz kämpfen? Verlören wir In diesem Krieg unsere Freiheit, uns könnte auch kein Geld mehr retten! Richt im Geldbesitz liegt das Glück eines Volkes. Die soziale Velksgemeinschaft ist das höchste Glück. Erringen wir durch sie den Sieg— und wie könnle es anders sein— so wird unser Volk seine Iukunft in Freiheit sich selbst gestalten können. Denn dann erst, wenn wir die nötigen Hilfsmitlel besitzen, wenn wir nicht mehr gezwungen sind, wie bisher, von der Hand in den Mund zu leben, dann erst sind wir in der Lage, der Welt am deutschen Volk zu zeigen, was wahrer Sozialismus ist. Anser Gemeinschaftsgedanke basiert auf der sozialen Gerechtigkeit. Die Gemeinschaft macht uns stark und unbesiegbar. Die ist des Geheimnis unseres Erfolges. Der Krieg als der große Gleichmacher habe dabei in uns das Bedürfnis noch gestärkt, jeder an seinem Platz noch viel mehr für unser Volk zu tun als sonst:„Es ist nun unser fester Wille: Es soll in Deutschland keinen mehr geben, der nicht zu spüren bekommt, was er an seinem Volk und an seinem Vaterlande besitzt. Dafür wollen wir opfern, so viel wir nur können. Der höchste Lohn dieses Opfers ist dann die soziale Gemeinschaft unseres Volkes, die sich in diesem Kriege so herrlich bewährt hat und weiter bewähren wird, und die uns unüberwindlich macht, wenn wir sie rein und unverfälscht erhalten. Das ist der Inhalt der Lehre, die der Führer uns gab.“ „Ist nun jemand im großen deutschen 90-MillionenVolk da“, so schloß Dr. Goebbels,„der sich dem Ruf des Führers entziehen wollte? Acht Jahre hat der Führer nun die Nation geführt, welch einen Weg haben wir seildem als Volk vom 30. Januar 1933 bis zum heutigen Tage durchschritten. Gewiß, wir mußten alle auch Opfer bringen, aber ist jemand-da, der behaupten wollte, daß sich die Opfer nicht gelohnt hätten? Und ist jemand da, der statt in dieser Zeit der Opfer, aber auch der Erfolge und der stolzesten Gegenwart lieber in einer satteren und bequemeren Zeit hätte leben wollen? Nein, die ganze Nation dankt dem Jührer, daßer uns diese Zeit brachte, daß wir in ihr leben und an ihr mitwirken dürfen. Und so wollen wir uns auch heute wieder voreinander und vor unserem Führer geloben, daß wir entschlossen sind, ihm zu heifen, diese Zeit zu gestalten. Ersollrufen,— und das Volkistda! Unsere Soldaten kämpfen für das Reich und seine Iukunft. Wir aber wollen für sie und ihre Heimal geben, mit vollen Händen, damit die Gemeinschaft unseres Volkes fester geschmiedet und eiserner gehärtet werde, auf daß dieses Volk lebe, auf daß Deutschland groß und stark werde und der stolzeste Sieg unseren Kampf kröne! Das geloben wir, und das wollen wir halten! Die Heilnarchrer=rampsenden=Sohnewardig Fortsetzung von der 1. Seite vorschreiben zu lassen, ob es dieses oder jenesotun dürfe oder nicht. Die niederträchtigen und erbärmlichen Kriegshetzer müßten beseitigt werden. Deutschland und Italien würden dafür Sorge tragen, daß diesem Zustand ein Ende gemacht werde. Neuer starker Beifall unterstrich, daß diese Ausführungen des Führers dem Volke aus dem Herzen gesprochen sind. Adolf Hitler befaßte sich dann mit scharfer Ironie mit dem Gerede der Engländer von dem„General Revolution", dem sie, als er sich als eine getäuschte Hoffnung entpuppte, die„Generale Hunger und Winter“ folgen ließen. Das deutsche Volk ließen solche törichten Redensarten der Churchill und Eden kalt. Die Engländer sollten, um in ihrer Terminologie zu bleiben, auch noch den„General Bluff“ zu ihrem Reichsgeneralfeldmarschall ernennen. Dieser Vorschlag löste große Heiterkeit bei der gespannt lauschenden Menge aus. Unter stürmischer Zustimmung der Massen erklärte der Führer, daß Deutschland diesen englischen„Generalen“ den General der Tat gegenübersetze. Der Führer gedachte der tapferen Helden der deutschen Luftwaffe, die Tag für Tag nach England fliegen, und sprach seinen Dank an die Heimat und das ganze deutsche Volk für die Haltung aus, die es in diesem Jahre gezeigt habe. Seine Dankesworte galten vor allem auch den mehr als 700000 Evakuierten der westlichen Grenzgebiete, die ein bewunderungswürdiges Verhalten an den Tag gelegt hätten. In seinen Dank schloß der Führer diejenigen besonders ein, die die wichtigsten Schutzmaßnahmen in der Heimat durchführen und für sie verantwortlich sind: Die Männer und Frauen des Luftschutzes aber auch die der gewaltigen Organisation des Roten Kreuzes, dessen Schwestern ungeheures leisteten. Er wolle aber auch den deutschen Frauen, jener Millionenschar deutscher Mütter, Frauen und Mädchen danken, die in der Heimat die Männer ersetzen müßten, seien es die Frauen auf dem Lande oder die Arbeiterinnen in den Munitionsfabriken. Der Führer erwähnte dann die Banditenstreiche der englischen Flieger, die des Nachts wahl= und planlos in Deutschland Wohnviertel und andere zivile Objekte mit ihren Bomben belegten, während sie sich bei Tageslicht nicht über die Nordsee zu kommen getrauten. Nachdem sie aber diesen Unfug nicht einstellten, so erklärte der Führer mit Worten, aus denen seine unerbittliche Entschlossenheit sprach, werde ihnen nunmehr Nacht für Nacht Antwort gegeben werden. Wieder danken die Massen dem Führer in einem nichtendenwollenden Beifallssturm. Der Führer erklärte, die deutsche Luftwaffe werde ihre Aktionen mit dem Vielfachen dessen durchführen, mit dem die Briten uns angriffen, und sie werden— das ging deutlich aus den Worten des Führers hervor — dabei radikal zuschlagen. Erneut füllen den Raum leidenschaftliche Kundgebungen des Dankes und des tiefen Vertrauens, des Vertrauens auf den Endsieg, der dem nationalsozialistischen Deutschland gewiß ist. Angesichts dieses Kampfes, so erklärte der Führer weiter, sei es erst recht notwendig, zu begreifen, wie wichtig die Ausgestaltung und Formung unserer Volksgemeinschaft sei, denn wir wüßten, daß dieser Kampf ein Kampf um die gesamten sozialen Grundlagen des deutschen Volkes sei. Um so entschiedener müßten wir uns zu unseren Idealen bekennen, zu denen auch das Winterhilfswerk gehöre, dessen Wert vor allem in der praktischen Erziehung zur Volksgemeinschaft über alle Klassen= und Standesunterschiede hinwegginge. Dieses große soziale Werk habe schon in wenigen Jahren gezeigt, wie bildungsfähig der Volkskörper sei und wie die Menschen erfaßt würden von einer großen Idee und einer großen sozialen Leistung. Es werde im Laufe der Jahrzehnte immer schöner werden, in diesem Staate zu leben. Die Zukunft gehöre den jungen Völkern, die die sozialen Probleme In Angriff nähmen und ihrer Lösung zuführten. Wie die Front ihre Pflichtersülle, so stehe zu Hause eine Heimat, die in diesem Kompfe um Sein oder Nichtsein der Zukunft unseres Volkes zu gleichen Leistungen bereit sei.: Der Führer appellierte dann noch einmal an das deutsche Volk, dafür zu sorgen, daß das Kriegs=WHW erneut der Welt gegenüber zu einer Demonstration unseres unlösbaren Gemeinschaftswillens werde. 85 Millionen, so schloß der Führer unter nichtendenwollenden stürmischen Beifallskundgebungen, die einen Willen haben, einen Entschluß und die zu einer. Tat bereit sind, bricht keine Welt! Als der Jührer neendet, bricht sich die Spannung, die alle in ihrem Bann hielt, Bahn in einer schwer zu beschreibenden Kundgebung des Dankes, der Zustimmung, der Begeisterung und der Liebe, die den Führer beim Verlassen des Sportpalastes bis an den Ausgang des Saales begleitel. Dann schließen die Lieder der Nation eine Kundgebung, die von dem gleichen Geiste getragen war, der Front und Heimas zu einer solchen Leistung beflügelt hat, wie sie das erste Kriegsjahr und das erste Kriegs-Winterhilfswerk gebracht haben. Den Wortlaut der Führerrede werden wir in der nächsen Ausgabe nachtragen Für Veroienste um den deutschen Osten Berlin, 4. Seplember. Der Führer hat dem Generalgouverneur, Reichsminister Dr. Irank, dem Reichsstatthalter im Reichsgan Danzig-Westpreußen, Gauleiter Forster, und dem Reichsstatthalter im Warthegau, Reichsstatthalter Gauleiter Greiser, in Anerkennung ihrer Aufbauarbeit im deutschen Osten das Kriegsverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Normale Aufklärungstätigkeit Der italienische Wehrmachtbericht Rom, 4. Sepiembet. Der Ualienische Wehrmachlbericht hel folgenden Wortlaut: „Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: Normale Aufklärungskätigkeit der vorgeschobenen Abteilungen auf allen Fronten.“ Ausverkauf des Empire England gibt wichtige Stützpunkte gegen ausrangierle Weltkriegszerstörer her Washingion, 4. Sepiember. Roosevelt gab dem Kongreß in einer Note Mittellung von einem Abkommen zwischen den Vereiniglen Staalen und Großbrikannien, nach dessen Bestimmungen die Vereinigten Staaten Flotten- und Luststützpunkte in den britischen Besitzungen im Nord- und Südallantik in Pacht nehmen und Großbrikannien dafür 50 Zerstörer, die die Altersgrenze bereits überschritten haben, abtreten. Die Vereinigten Staaten erwerben danach Flottenstützpunkte auf Neufundland und auf den Bermuda-Inseln, den Bahama-Inseln, Jamakca, Santa Lucia, Trinidad, Antigua und in Britisch-Guyana. Ein bezeichnendes Licht auf die Verhandlungen in der Angelegenheit des Austausches von alten USA=Zerstörern gegen wichtige britische Stützpunkte in Amerika wirft der soeben vom Staatsdepartement bekanntgegebene Briefwechsel zwischen Außenminister Hull und dem britischen Botschafter Lord Lothian. Danach richtete Hull am 29. August 1940 folgende Mitteilung an Lothian: „Der britische Premierminister soll am 4. Juni 1940 im Parlament erklärt haben, daß, falls im Laufe des gegenwärtigen Krieges die Gewässer um die britischen Inseln für die britischen Kriegsschiffe unhaltbar werden sollten, die britische Flotte keinesfalls ausgeliefert oder versenkt, sondern in Übersee zur Verteidigung anderer Teile des Empire entsandt werden würde. Die Regierung der Vereinigten Staaten erlaubt sich ergebenst anzufragen, ob die vorstehende Erklärung die definitive Politik der britischen Regierung darstelle.“ Hierauf antwortete Botschafter Lord Lothian am 2. September 1940, daß er vom Premierminister angewiesen worden sei, Außenminister Hull davon zu unterrichten, daß die besagte Erklärung unbedingt die definitive Politik S. M. Regierung darstelle. Kabinett Gigurtu zurückgetreten Besprechungen des Königs mit General Antonescu Bukaresi, 4. September. Das Kabinett Gigurtu ist zurückgetreten. Der König hat in Zusammenhang mit der Regierungskrise am Mittwochvormittag. General Antonescu empfangen, um ihm die Regierungsbildung zu überträgen. über das Ergebnis der Besprechungen wie über die ZusamRückzug im Empire Fortsetzung von der Vorderseite die England zumeist seit 300 oder mehr Jahren innehatte(Jamaica seit 1655 und Neufundland seit 1585) oder um die es heftige Kämpfe führte wie Trinidad, das es 1797 aus spanischem Besitz eroberte. Ein Nelson errang im Kampfe um Britisch=Westindien seinen ersten Seekriegsruhm nicht zum wenigsten gegen die Amerikaner, die nun dort als Gegenleistung für 50 Zerstörer einziehen. Es sind nebenbei ganz alte Zerstörer, die die USA in Zahlung gibt. Sie sind im letzten Weltkrieg gebaut worden. Diese Boote von 1190 Tonnen, die einmal 35 Seemeilen laufen sollten, aber sich im Flottendienst schnell verbrauchten, liegen seit einer Reihe von Jahren auf den Schiffsfriedhöfen der nordamerikanischen Arsenale und waren zur Verschrottung reif, bis sie nun durch die Notlage Großbritanniens zu einem teuren Verkaufsobjekt geworden sind. England hat von seinen eigenen Zerstörern, von denen es bei Kriegsbeginn etwa 180 besaß, nach eigenem Eingeständnis bereits 30, sicher aber tatsächlich viel mehr, verloren. Die englischen Zerstörer haben nach einer Reutermeldung durchschnittlich 25 Tage jeden Kriegsmonats auf See verbracht, also nicht mehr die notwendigen Werftliegezeiten einhalten können. Sie sind also zum großen Teil schon sehr ausgefahren. Da werden die 50 alten Zerstörer aus USA an der ernsten Sachlage auch nichts mehr ändern. Auch sie werden die englischen Geleitzüge nicht mehr vor den deutschen Torpedos. Minen und Bomben sichern. Welches Schicksal sie erwartet, zeigt das Verbleiben von 10 älteren amerikanischen Handelsschiffen, die vor einem halben Jahre unter belgische Flagge gestellt wurden, um das Neutralitätsgesetz durch Fahrten nach England zu umgehen. Inzwischen sind aber die vier größten unter ihnen bereits in so kurzer Zeit untergegangen. Der britischen Seeherrschaft ist eben nicht mehr aufzuhelfen. Reuter und die englische Presse stoßen über den „Verkauf“ der 50 USA.=Zerstörer ein Freudengeheul aus. Sie wollen von den schweren Stößen ablenken, die die britische Seeherrschaft gerade dadurch erhalten hat. Neufundland und Bermuda, wo sich eine wichtige britische Marinewerft befindet, sicherten Englands nordatlantische Verbindungen. Der Schwarm der BahamaInseln, die Kolumbus einst als erstes amerikanisches Land entdeckte, liegt vor der Straße von Florida, die in den Golf von Mexiko führt und der WindwardPassage zwischen Kuba und Haiti, die an Jamaika vorbei den Weg ins Karibische Meer und zum PanamaKanal öffnet. Der britische Stützpunkt Kingston auf Jamaika wurde durch die Antillen=Inseln Britisch=Westindiens ergänzt, die sich in weitem Bogen an der Ostseite des Karibischen Meeres erstrecken und das„Malta des Karibischen Meeres“ darstellen. Santa Lucia, Antigua und das schon an der Küste von Venezuela gelegene Trinidad, die Erdöl= und Asphaltinsel, erhalten einen Flotten= und Luftstützpunkt der USA. Schließlich wird das Sternenbanner auch in Britisch=Guayana an der Nordküste von Südamerika aufgezogen. Noch soll auf den Inseln jenseits des Atlantik neben dem Sternenbanner auch noch der Union Jack wehen, aber der kanadische Abgeordnete Hansen sagte dieser Tage, er sehe die Zeit kommen, wo der Union Jack heruntergeholt werde. Die plutokratischen Ausbeuter in London haben beim Ausverkauf im Empire offenbar nur ihr persönliches Schicksal im Sinn. Sie wollet jenseits des Atlantik gutes Wetter machen. Wenns ihr Volk im Stich lassen, dann wollen sie ja nach eine Notenwechsel zwischen Churchill und Roosevelt auch möglichst noch die britische Kriegsflotte mitbringen— was davon übrigbleibt. Ausverkauf auf der ganzen Linie— das ist ein trübes Zeichen für die britische Stellung nach einem Jahr der„glorreichen Rückzüge", deren Fortgang kein künstliches Siegesgeschrei aus London übertönen kann. mensetzung des neuen rumänischen Kabinetts liegt noch keine Mitteilung vor. In Wie Domei meldet, hal Marineminister Bizeadmiral Boshida durch Bizemarineminister Sumiyam dem Ministerpräsidenten seinen Rücktrikt mitgeseitt. Yoshida wurde am Mittwoch— Domei zufolge— mit Herzbeschwerden in das Marinehospital eingeliefert. * Die anhaltenden Unruhen an der Nordwestgrenze Indiens werden von der englischen Zeitung„Vorkshire Post" zugegeben. Das Blait berichtet von heftiger Kämpfen, bei denen die Engländer drei Tote verlor und 20 Verwundete zählten. Ein englischer Offizier bei Mirali in Waziristan gelötet worden. Verlag: Westlällsche Tageszeitung G. m. b.., Münster(Westf.) Verlagsleiter: Erich Frintrop(z. Zt. im Felde), 1. V. Artbur Peisch. Hauptschriftleiter: Dr. Anien Elckhoft(z. 2t. im Felde): Stellvertreter Karl Kuhl. Verantwortliche Schriftleiter: Politik: Karl Kuhl; Politische Nachrichten und Vermischtes: Dr. Eugen Wagner: Bewegung und Provinz: Max Hiemisch(z. 2t. im Felde), 1. V. August Hollweg: Volkstum, Kunst und Unterhaltung: Wilhelm Vernekchl: Stadtanzeiger: Peter Jurascheck: Kommunalpolitik: Otto Peller (z. Zt. im Felde): Sport: Allred Strobei(z. Zt. im Felde). I. V. Peler Jurascheck: Bezirksausgaben und Bildberichterstattung: Clemene Hülsbusch: Anzeigenleiter: Horst Enters (z. Zt. Wehrmacht), 1. V. Hans Wolfmaler. Sämtlich in Münster. Druck: Aschendorflsche Buchdruckerei. Hochzeit in Mutarara ROMAN VON HANSRICHTER (12. Fortsetzung) „Heinrich wird Ihnen bestimmt helfen können“, sagt sie fest.„Das beste wird sein, wenn Sie hier warten, bis er mich wieder besucht.“ Dieser Besuch findet schon wenige Tage später statt. Ob es zu einer Aussprache zwischen den Freunden gekommen ist, weiß Gertrud nicht, aber eins weiß sie, es steht nichts zwischen den alten Kriegsgefangenen; mehr noch, Heinrich ist sofort bereit, den beiden zu helfen, und er setzt sich bei Onkel Wilhelm für sie ein. Es ist schon oft zwischen den Männern der Kompagnie besprochen worden, daß die Pflanzung in Zukunft Assistenten brauchen würde, und es genügt, als Onkel Wilhelm hört, daß Serdau gelernter Kaufmann ist und daß Heinrich auch für Schmitz eintritt. Es kommt zu einem Vertrag, nach dem die beiden zuerst als Assistenten bei der Kompagnie eintreten, damit sie unter Gallaß' Leitung die Verhältnisse kennenlernen. „Später werden wir schon weiter sehen“, verspricht Wilhelm Hoffmann, dem die beiden Neuangekommenen, besonders der Ostpreuße, von Anfang an gut gefallen haben.„Ich sage Ihnen, bei einer Pflanzung bleiben wir nicht stehen, und nachdem wir erst einmal die ersten Gelder locker gemacht haben, wird es jetzt, wo ein Erfolg deutlich zu sehen ist, nicht mehr schwer halten.“ Als am Abend dieses Tages Gertrud mit ihrem Manne allein ist, teilt sie ihm ihren Entschluß mit.„Ich komme nach Kiunga zurück“, sagte sie, als gäbe es nichts Selbstverständlicheres auf der ganzen Welt.„Karla bringen wir auf die Schule in Wilhelmstal, ich habe heute nachmittag schon mit dem Schulleiter gesprochen.“ „Aber was wird der Arzt—?“ wendet er ein. Sie hält ihm den Mund zu, und es ist so zwischen ihnen, wie es eigentlich noch nie gewesen ist.„Der Doktor wird begreifen, daß es nur so und nicht anders geht", lacht ste.„Und daß es am besten für mich ist, wenn ich wieder bei dir bin" Und der Chefarzt ist in all den Jahren nicht nur Tropenspezialist geworden, sondern auch ein wenig Menschenkenner. Als er sich von seiner Patientin verabschiedet, drückt er ihr warm die Hand. „Es ist eine merkwürdige Geschichte“, sagt er.„Da studiert man nun seine Zeit ab auf der Universität, und wenn es dann auf die Praxis zugeht, dann ist mit einem Male nicht mehr die Medizin das Entscheidende." „Sondern?“ fragt Gertrud. „Sondern ganz, ganz'andere Dinge sind es, kleine Frau", erklärt er ihr ernsthaft.„Und das merkwürdige ist, daß man diese Heilmittel in keinem Kolleg genannt bekommt und daß man sie auch nicht verschreiben kann.“ * Als Gertrud nach Kianga zurückkommt, ist es wie eine Heimkehr für sie. Die Zeit, in der dieses und jenes sie aus der Ruhe gebracht hat, begreift sie nicht mehr. Und sie nimmt auch sofort wieder die Züegl ihres Haushaltes in die Hand. Und das ist sehr notwendig. Hat sie es früher nur mit einem Manne zu tun gehabt, so sind jetzt drei da. Und die beiden Neulinge sind durch das Leben auf St. Helenä ziemlich verwildert. Für Heinrich Gallaß bedeutet die Ankunft Serdaus und Schmitz' zuerst keine Entlastung. Im Gegenteil, es ist mehr für ihn zu tun. Und das ändert sich auch nicht, als es so weit ist, daß für die beiden eine halbe Reitstunde entfernt ein Vorwerk eingerichtet wird, auf dem sie nun mit ihren Boys und mit ihrer Belegschaft hausen. Will man nicht all die kleinen Rückschläge an denen die erste Zeit nicht arm gewesen ist, noch einmal erleben, dann muß auch dieses Vorwerk täglich inspiziert werden. Karla ist nach Wilhelmstal auf die Schule gekommen, und Gertrud hat jetzt mehr Zeit für die Wirtschaft. Auf ihren Wunsch hat Heinrich sie in der Bedienung des Gewehrs unterwiesen, und wenn sie jetzt auf ihrem Pony durch das Land reitet, erkennt wohl niemand die Gertrud Maaß in ihr, die einmal in der Schumannstraße in Berlin ohne Schlüssel vor der Haustür gestanden hat. Und Gertrud erkennt sich selber nicht mehr. Sie weiß auch nicht, daß es Afrika ist, daß sie in seinen Bann geschlagen hat, daß es Freiheit und Herrentum sind, die ihr zur Gewohnheit wurden. Denn Herren sind sie, und Herren, bei denen Geld keine Rolle spielt, dazu Der große Boom, die Hochzeit Ostafrikas, hat begonnen. Kianga blüht auf, und Wilhelm Hoffmann ist der letzte, der den Mann, dem er den Aufschwung der Pflanzung verdankt, nicht an seinem Gewinn teilnehmen ließe. Wo früher Arbeiter mit der Hand den Boden bearbeiteten, schafft jetzt ein Dampfpflug: die Shamben der Neger, die auf der Pflanzung tätig sind, sind zu einer großen Siedlung geworden, die nun auch Handelsleute angezogen hat. Ein Inder hat seine Duka eröffnet, ein Grieche einen Ausschank, und wenn Gertrud mit ihrem Mann abends vor dem Hause sitzt, erdröhnt das eintönige Trommeln der Ngomas, nach dem die Schwarzen die Nächte durchtanzen, an ihr Ohr. Und das Gekreisch und Geschnatter der Hundsaffen dazu Manchmal zerreißt ein grelles Lachen oder ein böses Fauchen den üblichen Lärm, dann ist eine Hyäne in der Nähe, oder ein Leopard schleicht um die Shamben, und manchmal ertönt ein dumpfes Brüllen, und dann ist es, als ob das Pori für Augenblicke den Atem anhielte. „Löwen“, sagt Heinrich dann, aber das Gewehr läßt er in Ruhe, denn er weiß, daß die Löwen ihm die Wildschweine, die ihm die Felder verwüsten, vom Halse halten und daß der König der Tiere, salange er seine Überlegenheit über den Menschen noch nicht erkannt hat, nicht so gefährlich ist. Wenn Serdau und Schmitz auf Kianga sitzen, wird viel von Jagd geredet. Serdau ist immer noch behindert, geht am Stock und verdankt diesem Stock seinen afrikanischen Namen„bwana fimbo“. Aber sein Bein hindert ihn doch nicht, so oft es ihm möglich ist, die Büchse über die Schulter zu werfen und auf die Jagd zu ziehen. Pieter Schmitz ist friedlicher gesinnt. „Hier auf Kianga ist das ganz schön“, sagt er zu Gertrud.„Aber wissen Sie, was ich möchte: unten in Tanga'ne hübsche Konditorei mit'n bißchen Ausschank, damit die Leute nicht so trocken sitzen. Das wäre was für Vatern seinen Sohn.“ Wie in geheimer Verabredung wird zwischen all diesen Menschen der Name Lasien nie genannt. Wenn sie von Südafrika sprechen, dann erzählen sie nur von sich, und auch Gertrud fragt nicht, warum es so ist. Eins aber hat sie rasch erkannt: seitdem die Zeit des Einarbeitens vorüber ist, zeigt sich Serdau seinem Lehrmeister immer überlegener. Ist Heinrich Gallaß ein pflichtgetreuer Arbeiter, der die Pflanzung voranbringt, dann ist der Ostpreuße der Mann, der die neuen und kaufmännischen Ideen hat. Und manchmal berührt es fast unangenehm, wenn er Gallaß diese Ideen so beibringt, als seien es dessen eigene. Einmal stellt Gertrud ihn.„Warum tun Sie das?" fragt sie.„Warum gehen Sie nicht selber nach Tanga und sprechen mit Hoffminn. Sie könnten eine ganz andere Stellung bekleiden.“ Serdau zuckt die Achseln.„Ich bin zufrieden, Frau Gertrud, und ich habe keinen großen Ehrgeiz mehr.“ „Sie sollten ihn aber haben“, fährt sie ihn an. Er wird ernst.„Ich weiß, was ich Heinrich Gallaß schuldig bin, und ich will das nicht vergessen. Dabei sieht er Dinge, die Gallaß nicht sieht. Er sieht, daß immer mehr Engländer das Land bereisen. Einmal kommen sie als Jäger und bitten um eine Unterkunft, andere wollen im Panganifluß fischen, hier wird eine Pflanzung frei und geht auf einen Inder über, der dann plötzlich mit den Nachbarn oben im britischen Kenya Handelsgeschäfte anknüpft. „Der Engländer riecht, daß hier Geld gemacht wird, und er will dabei nicht nur zusehen“, sagt Serdau. Einmal ist er unten in Tanga gewesen, und er erzählt, wie es jetzt da aussieht. Junge Leute sind aus Europa gekommen, und das Leben ist anders geworden. Nächtelang kann man im Hotel an der Bar sitzen und findet immer Gesellschaft. Geld spielt keine Rolle. „Und dabei murksen sie im Reichstag immer noch an unserem Ostafrika herum und wissen alles besser“, schließt er seinen Bericht.„Es ist eine Schande.“ Gertrud hört das alles nur mit halbem Ohr an; es sind andere Dinge, die sie beschäftigen, sie weiß jetzt, daß ihr Mann mit seiner Arbeit nicht mehr zufrieden ist, und als Frau glaubt sie auch die Hintergründe zu kennen, aber auch den Menschen, der Gallaß diese Erkenntnis vermittelt hat. Heinrich Gallaß ist immer Bauer gewesen, und der Betrieb auf Kianga, so sehr er jeden Fußbreit Landes dem Pori auch abgerungen hat, ist doch nicht der seine gewesen. Er hat nicht für sich, sondern für andere gearbeitet. Und er beginnt zu erkennen, daß ein Großbetrieb mehr den Kaufmann als den Bauer erfordert. Und dieser Kaufmann ist Serdau. Einmal kommt er von einer Safari zurück, die er ins Hochland von Wilhelmstal hat machen müssen, wo er über Holzlieferungen unterhandelt hat, und seitdem erzählt er immer öfter von den stattlichen Bauernhöfen, die er da oben gesehen hat. Und Gertrud weiß, daß die Arbeit auf Kianga ihn nicht mehr befriedigt. Oben im Usambaragebirge hat er auch noch etwas anderes gehört. Der Bahnbau bis Moschi ist längst beschlossene Sache. Das Land am Kilimandscharo ist dem von Wilhelmstal sehr ähnlich. Siedler im Gebirge haben von Kaffee gesprochen, von Mais, von Baumwolle. In ein paar Jahren werden auch dort, wie heute schon in Wilhelmstal, die besten Plätze besetzt sein. Als einmal eine Burenfamilie, der es in dem neuen Südafrika nicht mehr behagt, mit Ochsenwagen und Kind und Kegel durch Kianga treckt und dort für eine Weile Rast macht, bespricht er sich heimlich mit dem Bur, und als die Wagen weiterziehen, steht sein Entschluß fest: er wird sich das Land da oben einmal ansehen. Es ist, als könne Gertrud seine Gedanken erraten, und als sie erklärt, daß sie ihn begleiten wolle, leuchtet es in seinen Augen auf. „Wenn du das tun würdest, Gertrud!“ Die Sache ist bald beschlossen und wird auch gleich ausgeführt. Serdau wird nach Kianga übersiedeln und die Vertretung übernehmen. Karla ist in Wilhelmstal gut aufgehoben, und schließlich ist eine Safari hinauf nach Moschi längst kein Zug ins Ungewisse mehr. Schon längst nicht mehr. Langsam und knarrend zieht der Ochsenwagen durch das Pori. Gertrud kann die Familienverhältnisse bei den Buren immer noch nicht recht auseinanderhalten, so oft sie es sich auch vorsagt. Der vorne immer unter der Plane auf der Bank sitzt und unentwegt die Pfeife raucht, ist der Bur selber, Josua Ersylius, von Heinrich nur Ohm Josua genannt und nach altem Vortreckerbrauch geduzt. Er selber nennt Heinrich Neffe und Gertrud Frau. Er hat einen lang wehenden grauen Bart, der um den Mund herum vom vielen Tabak bereits gelblich geworden ist. Ganz rein ist der Bart nie. Die Mutter, Clementine Ersylius, sieht aus, als sei sie aus einem Bilde von Rubens herausgetreten, nur ist sie mehr bekleidet. So wie hier im Pori hat sie sich ehemals als junges Mädchen sicher auch in Groningen oder in Schiedam angezogen, oder ihre Mutter hat es getan, falls sie, was noch nicht feststeht, in Afrika geboren sein sollte. Auf dem Kopf hat sie eine weiße Flügelhaube mit Filigranzierat. Das Gesicht erinnert an holländischen Käse. Sie ist eine strenge Regentin, und sogar der Bur weicht ihr aus, wenn sie ihren schlechten Tag hat. (Fortsetzung folgt.) Heitere Der einstige Kommandant Petéri der Festung Spandau war ein Original. Der Ausdruck„Auf Ehre" oder, wie er zu sagen pflegte,„Auf Oehre", war ein Lieblingswort von ihm und wurde bei jeder sich bietenden Gelegenheit von ihm angewendet. In einem Kreis der Offiziere war erzählt worden, daß August der Starke ein kaltes Huseisen auseinanderund wieder zusammengebogen habe. Ein anderer Offizier hatte berichtet, ein Verwandter von ihm habe einen zinnernen Teller ohne große Anstrengung auf den Knien zusammengerollt. „Auf Oehre“, meldete sich Petéri zum Wort,„in weiner Jugend rollte ich einen Porzellanteller auf!“ Seine Gattin flüsterte ihm warnend zu: Aüber Neitr!“ „Auf Oehre, Adelhald, zwei!“ wandte sich Petéri lebhaft zu ihr. * Emma und Erich gingen in den Zoo. Vor dem Straußengehege bleiben sie stehen. „Ich muß mal recht dumm fragen, Erich!“ „Frag nur, Emma, frag nur!“ „Ist es wahr, daß der Strauß seinen Kopf in den Sand versteckt?“ “„Das ist wahr.“ „Nun sage mal, Erich, wie ist es denn dann, wenn der Strauß vergißt, wohin er ihn versteckt hat?“ * 5. September 1940 ich Will mit= gegen England! Leidenschaftliche Bereitschaft der ganzen Nation für den Endkampf Nummer 243 *.. Von Dr. Ellenbeck, Hauptmann im Oberkommando der Wehrmacht toaie in Seiner ee ader der Wehrmacht de Shisaedten Reichstagsrede, daß der deutgegen Englans drenne, zun Kampt sak so st es. Geige ngeletzt zu werden. In der tlatgeworden, daß auf einen Ka Welt Erglandt“ sich die ganze deutsche Wehrmacht wie ein Pon, melden und haß unter Millionen jeder einzelne ####gen, würde, bei der ersten Welle dabei zu sein. In allen Teilen der Welt, wo heute deutsche Soldaten " So sprechen die Narvik=Kämpfer im hohen Norden; und wenn man ihnen sagt, daß sie doch wahrhaftig genug geleistet und erlebt haben, so wenden sie ein, saß gerade sie besonders bewährt und daher besonders ## geeignet seien, bei der letzten Entscheidung dabei zu die Truppen jeder Armee im Westen. Somme, an der die d ein Regiment sich an der Verdun, am Oberthein, am Chemindes=Dames, bei das TLeiz, an allen Stellen der Front so ese r ische. wie kein anderes fähig ist, auch die legte Entscheidung zu erzwingen. „So denken Millionen Soldaten des Ersatzheeres. schlechten und e nicht die Kameraden, welche bereits die Feuertaufe erhielten, daß auch sie heran möchten an den Erzseind, um ihm zu beweisen, welche Kerle sie sind. So denken nicht zuletzt die zahllosen gesunden Mänden, wes se dezt isge Veruf festgehalten wer## hie. voir nlegswichtige Arbeit zu leisten haben. Diese guven sich sowieso schon oft bekümmerte Gedanken gemacht über ihr Los. Wie werden sie dastehen, wenn die Soldaten zurückkehren und von Waffentaten und Waffenruhm erzählen können! Mag die Arbeit zu Haus, noch so wichtig, mag der Einsatz daheim noch so aufreivend sein, der Teufel soll es holen, Frontdienst, wie warnt den deuschen u num einmal nicht, und das maldienst befaht.en Mann, den sein Geschick zum Hei— Diese Haltung und Gesinnung stellt der deutschen wehrmacht und dem ganzen deutschen Volke ein glänzendes und ehrenvolles Zeugnis aus. Sie ist das sicherste diesen entscheidenden Jahren unserer Geschichte der Enderfolg vollkommen sein wird. In dieser Einstellung sind sich nicht nur die Männer des Großdeutschen Reiches einig, auch die Frauen teilen sie; gegen den Brandstifter dieses Krieges, Secncan ist der Wille des ganzen #nchen Volkes gerichtet. Dieser Wille ist einheitlich in dem Ziel, nun mit dem Feind, der den Frieden abgelehnt hat, in der harten Sprache der Waffen zu reden, welche er anscheinend allein versteht; einheitlich auch in der Bereitschaft, für die Erreichung dies Zieles kein Opfer zu scheuen. Ganz Deutschland beseelt der Gedanke:„Lieber heute als morgen gegen England, aber, bitte, nicht ohne mich!“ Dennoch muß der ungeduldige Soldat und der unzufriedene, in der Heimat und in einem Zivilbetrieb eingesetzte, wehrfähige Mann, so verständlich die Beweggründe seines Drängens sind, sich sagen, daß nicht seine eigenen Wünsche, sondern nur der Befehl des Stimmen zum Tage „Es scheint gewiß, daß man, wenn Großbritanniens Luftwaffe eine zahlenmäßige Parität zu einer bestimmten Zeit erreicht— und diese Parität ist jetzt da— den Luftkrieg als gewonnen betrachten kann“(!) (Reuters Luftfahrt=„Sachverständiger") * „Frankreich hat im Jahre 1918 die einzigartige Chance gehabt, ein Europa der Vernunft und Gerechtigkeit zu konstruieren. Es hat sich jedoch für diese Aufgabe unfähig gezeigt.“(Frossard in„Le Mot'Ordre“) „Das sogenannte englische Phlegma ist nur eine geringe Sensibilität des Geistes und der Nerven. Ist der Engländer leichten Reizen gegenüber weniger empfindlich als andere menschliche Wesen, so nimmt er es doch wahr, wenn er stärker gekitzelt wird, vor allem, wenn dies durch Alarmsirenen, Artilleriedonner und Bombenexplosionen bewirkt wird.“(„Popolo'Italia“, Mailand) .„An der Spitze dieses neuen europäischen Systems steht Deutschland, nicht nur weil es siegreich ist und seine Macht festhält, sondern auch weil es den wichtigsten Bevölkerungsblock darstellt und weil es die größte Kapazität der Industrieproduktion erreicht hat.“(„Oeuvre") * „Der Krieg der Achsenmächte ist kein Krieg um des Krieges willen, wie die Plutokratien es mit dem ihren beabsichtigen. Der Krieg Deutschlands und Italiens ist ein Krieg' des Wiederaufbaues, der Errichtung, der Ordnumg###d des Gleichgewichts. Der Schiedsspruch von Wienz, der mitten im Kriege einem der gefährlichsten Sektpten Europas einen dauerhaften Frieden gab, ist der beste Beweis dafür."(„Tribuna") Führers über den letzten Einsatz maßgebend ist. Nicht darauf kommt es an, ob der einzelne ein großes Kampferlebnis hat, sondern nur einzig und allein darauf, daß Großdeutschland den Sieg erringt. Der Anspruch des einzelnen ist völlig belanglos, das Schicksal des einzelnen spielk reine Rolle. Wünsche jeder Art haben zu schweigen, Forderungen sind unmilitärisch, nur die Pflicht beherrscht die Stunde. Diese Pflicht hält den einen auf der Schreibstube beim Ersatzbataillon fest, den anderen in den Garnisonen nördlich des Polarkreises, den dritten in Polen, den vierten bei den Pyrenäen. Andere Glückliche werden auch beim letzten Waffengang dabei sein. Diese mögen wir beneiden, aber das kann nur im stillen geschehen. Im übrigen haben wir nur für eins gerade zu stehen, daß nämlich der Führer sich blindlings auf unsere Zuverlässigkeit auf jedem, auch auf dem kleinsten und unscheinbarsten Posten felsenfest verlassen kann. Und im totalen Krieg ist es unvermeidlich, ja es ist um des militärischen Erfolges willen notwendig, daß auch viele gesunde, frische Kräfte auf allen den wichtigen Heimatstellen verwendet werden, die die Sicherstellung des Wünsche und Pflichten Nachschubs an Kampfmaterial und die Versorgung des deutschen Volkes verbürgen. Bedeutet das Ausharren dort einen bitteren Verzicht, so ist eben dieser Verzicht unser soldatisches Los und unsere männliche Aufgabe. Die Weltgeschichte fragt später nicht, ob Müller oder Schulze in ihrer Kriegsstammrolle diese oder jene Schlacht eingetragen haben, sondern sie fragt, ob der Führer für Großdeutschland den vollen Sieg erstreiten konnte. Nach diesem Siege darf jeder, auch der welcher in der Heimat seine Pflicht tat, stolz das Haupt erheben, wenn er nur ein treuer Gefolgsmann des Führers an der Stelle war, die der Besehl ihm zuwies. Jeder Deutsche, ob er den Soldatenrock trägt oder nicht, möge nun an Pflichttreue, an der Treue im kleinen und kleinsten, auch auf dem schlichtesten Posten, ein großes Beispiel geben. Dann stärkt er auch die Kampffront, deren Schlagkraft um so stärker ist, je leidenschaftlicher, bedingungsloser und geschlossener die zusammengeballte Energie des ganzen 80-Millionen=Volkes hinter ihr steht. Deutschlandist Niont auszühungern Ein Jahr deutsche Kriegsernährungswirtschaft Die Leistungen des Landvolkes und der Ernährungswirtschaft Weltkrieg sind infolge der englischen Hungerblockade über 750000 deutsche Frauen und Kinder den Hungertod gestorben und Millionen andere haben schwere körperliche Schäden davongetragen. Der Aushungerungskrieg Englands konnte damals diese Folgen haben, weil die nötigen Maßnahmen von der kaiserlichen Regierung nicht getroffen worden waren. Noch im Juni 1914 hatte der Reichsschatzsekretär einen Kredit von 5 Millionen Mark abgelehnt, mit dem der damalige Staatssekretär des Innern eine Reichsreserve an Brotgetreide anlegen wollte. Wie ganz anders sind die Verhältnisse heute. Die tionalsozialistische Staatsführung hat die deutsche Erbeispiellos sind. In planmäßiger Arbeit wurde die Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes seit 1933 sichergestellt. Der erste praktische Schritt war die Verkündung der Erzeugungsschlacht im Herbst 1934. Von Jahr zu Jahr wurde die Erzeugungssteigerung weitergeführt. Ebenso bedeutsam war der Aufbau der nationalsozialistischen Marktordnung. Dieser Marktordnung haben wir es zu verdanken, daß die zu Kriegsbeginn eingeführten Lebensmittelrationen voll durchgehalten und auf Teilgebieten sogar verbessert werden konnten. Darüber hinaus war es möglich, die Rationierung den vielfältigen Sonderbedürfnissen anzupassen, so daß sie heute die Bedürfnisse eines jeden Verbrauchers im Rahmen der Gesamtregelung befriedigen kann. Sie bietet weiterhin die Möglichkeit, bei besonderen Gelegenheiten Sonderzulagen und Erleichterungen zu gewähren. Als weiterer Erfolg dieser Marktordnung muß der Ausbau des Festpreissystems angesprochen werden. Nach einem Jahre Krieg sind die Lebensmittelpreise noch genau so stabil wie in den letzten Friedensjahren. Was das bedeutet, können wir daraus ersehen, daß in allen anderen Ländern sich gerade auf dem Lebensmittelmarkt eine besondere Verteuerung eingestellt hat. Durch eine planmäßige Vorratswirtschaft sind außerdem soviel Vorräte an allen wichtigen Nahrungsmitteln aufgehäuft, daß wir einen eisernen Bestand für die Sicherung der Volksernährung im Kriege haben. So sind unsere Brotgetreidevorräte genau noch so groß wie bei Beginn des Krieges, und unser eiserner Bestand an Butter, Eiern und Fleisch ist heute größer denn je. Auch dafür ist gesorgt, daß der Leistungsstand unserer Landwirtschaft nicht, wie im Weltkriege, absinkt. Nach einem Jahre Krieg ist die Er50 A 10 800. D SAND SA .5 S A GOLD ECOIDE A S N Links: September 1939 zeugungskraft der deutschen Landwirtschaft noch vollkommen ungeschwächt. Es ist auch nicht notwendig, daß wir eine grundsätzliche Umstellung vornehmen, wie es England ohne Erfolg tun muß. Wir können daher mit mindestens gleichbleibenden Ernteerträgen bei jeder Ernte rechnen. Die Anbauflächen für Kartoffeln und Zuckerrüben sind so vermehrt worden, daß gerade in diesem Jahre eine besonders große Hackfruchternte zu erwarten steht Die Buttererzeugung ist heute um etwa ein Drittel höher als bei Kriegsausbruch, und die Milchanlieferung an die Molkereien ist um fast 10 v. H. größer als in der Periode 1938/39. So ist in diesem Kampfe um die Zukunft des deutschen Volkes Deutschland nicht mehr auszuhungern. Die Leistungen des Landvolkes und der Ernährungswirtschaft und die Verbraucherdisziplin des ganzen deutschen Volkes sorgen dafür. 200 Billards für englische Soldaten „Der Billardspieler", das offizielle Organ der englischen Billardfreunde, hat die löbliche Absicht, den englischen Truppen 200 Billards zur Verfügung zu stellen. Das ist's, was den Engländern bisher am nötigsten gefehlt hat. Wenn jedes Regiment erst sein Billard bei sich haben wird, ist es sicher auch allen Carambolagen auf dem Schlachtfelde gewachsen. Zu bedenken wäre nur, ob ein ausgewachsenes Billard für den bei den Engländern so beliebten„glorreichen“ Rückzug sich nicht als ein etwas unhandliches Möbel erweisen könnte. Pamt auf der„Noute Mpertals-KumeroP Die französische Transsabarastraße wird dem Verkehr übergeben Von unserem RE-Sonderberichterstatter Von der französischen Marokkogrenze, im Sept. Infolge der Blockade der Transportwege von den französischen Kolonien nach dem Mutterland durch die Engländer, beschlossen die französischen Kolonialbehörden, die Landwege ihrer afrikanischen Kolonien auszubauen. Vor allem soll demnächst die große französische Transsaharastraße— die Route imperiale numero 1— dem Verkehr zur Verfügung gestellt werden. Diese Straße verbindet den Haupthafen des Senegal, Dakar, mit dem größten marokkanischen Hafen Casablanca. Sie war erst zu Beginn des Krieges fertiggebaut und hatte Riesensummen verschlungen, da zum Teil Ueberschwemmungsgebiete von afrikanischen Ausmaßen und viele Hunderte von Kilometern Sandwüste zu überbauen waren. Man darf sich unter dieser Saharastraße keine Asphaltstraße nach europäischem Muster vorstellen. Sie ist je nach der geologischen Beschaffenheit der Landschaft entweder aus dem Felsen gehauen und mit dünnem festgewalzten Schotter einigermaßen geebnet oder ruht auf grobschottrigem Unterbau, wo sie durch sandige Gegenden führt. An Stellen, wo keine Sandwehen zu befürchten sind, trägt sie gelegentlich einen dünnen Teerüberzug. Die Straße führt durch die ganze landschaftliche Mannigfaltigkeit des halben afrikanischen Kontinents von den tropischen Ufern des Senegalflusses durch die rote Eintönigkeit der Sahara, die höchstens von einem einsamen Felskegel unterbrochen wird, in die südlichen Ausläufer des marokkanischen Atlasgebirges. Die Hafenstadt Dakar, die den südlichen Ausgangspunkt der Saharastraße bildet, steht auch durch eine Eisenbahn quer durch den Senegal mit dem französischen Sudan in Verbindung. Die Hafenanlagen von Dakar wurden 1931 modernisiert und erweitert. 1938 wurde ein östliches Hafenbecken ausgebaut, in dem drei große Kreuzer vor Anker gehen können. Von Dakar aus geht die Saharastraße zunächst in nördlicher Richtung über das senegalische Steilufer, in das die Brandung des Atlantik zahlreiche Buchten eingegraben hat und das bei der senegalischen Hauptstadt Saarlouis zum Ueberschwemmungsgebiet des Senegalflusses abfällt. Das Die Stunde des deutschen Gramus Von Dr. Hermann Wanderscheck Reichsdramaturg Dr. Rainer Schlösser erkennt in seiner Schrift„Politik und Drama“, Kleists „Hermannsschlacht“ und den„Prinzen von Homburg“ als dichterisch überhöhte politische Dramatik. Kleist hat bewußt politisch und bewußt künstlerisch gestaltet. Im„Prinzen von Homburg“ aber hat Kleist ein Werk geschaffen, das wir in seiner ganzen Bedeutung erst heute voll zu würdigen wissen: Das Erziehungsdrama eines Volkes, dessen innere Vielfalt naturgemäß zum Zwiespalt neigt und daher wie nichts der Erziehung zum fruchtbaren Staatsgedanken bedurfte und bedarf. Kleist hat im doppelten Sinne ein Lehrstück gestaltet. Nicht nur für die Ideenschulung ist es bedeutend, sondern auch für die Schulung der Dichter, die sich um ein politisches Drama bemühen. Hier steht es fest, folgert Schlösser: Das große nationale Drama kann gar nichts anderes sein als ein politisches Drama. Entscheidend ist, ob in einem Drama Politik dem Kern nach oder nur der Wirkung nach vorliegt. Daß ein Drama in die Sphäre politischer und geschichtlicher Spannungen gestellt wird, legt nicht nahe, daß es politische Substanzen besitzt. Die grundsätzliche politische Haltung des Dichters zu seinem Stoff ist das Entscheidende. Das politische Drama schafft auch Klarheit in dem Sinne, daß es voraussetzungsloses Theater nicht gibt. Das Gesetz, nach dem die lebende und kommende Dramatik unserer Nation angetreten ist, fordert, daß der Bübnendichter in der Gemeinschaft aufgeht, daß die Zusammengehörigkeit von dramatischem Schafpalitisc. Drama in gese Vorauslehuns für des 1 politische Drama int, welches die Grundkräfte der A neuen sittlichen Erkenntnis für den Bestand der 2) politischen Gemeinschaft gestaltet. Lerh Gewaltiges fordert die Stunde von den deutErschen Dramatikern. Der Mittelpunkt der Politik ist nochst die Heimat des nationalen Dramas geworden. der Feuas, was der Nationalsozialismus heute als starke „#####eführung politisch gestaltet, gibt dem Dra5ens Der Füie Heispielbafte erzieherische und sittliche aul. oh das d zur dad Aanktlerische Schaffen. Hier F handelt es sich nicht darum, wie es in überwundenen Zeiten der Fall war, das Politische als propagandistische Tendenz in die dramatische Gestaltung einströmen zu lassen und aus dem Theater eine Stätte politischer Provaganda zu machen. Das Theater hat in diesem Sinne nur indirekten Schulungscharakter. Aufgabe des Dichters ist es, die charakterstärkende Sittlichkeit unserer politischen Idee in seinen Menschen und Gestalten ewig zu prägen. Da kann niemals das Provagandistische im Vordergrund stehen. Es gilt die gleiche Trennung, wie sie zwischen dem Menschlichen und dem Privaten besteht. Das Menschliche ist nicht das Private. Der Dramatiker soll nichts tun, als im Privaten, das Menschliche aufleuchten lassen. Wie das politische nicht das Provagandistische in der Kunst ist, so ist das Menschliche der Ausgangspunkt für alle wahrhaft politische Dramatik, also eine Dramatik, die aus dem Boden unserer Zeit den Ideenstrom nationalsozialistischer Haltung prägt. Der junge Dramatiker wird also alles das, was in der ungeheuren Strenge des deutschen Schicksals reif wird, im politischen Drama zur Entscheidung bringen. Damit erfährt der Begriff politisches Drama heute eine neue Deutung. In dieser Besinnung auf die staatspolitischen Werte des dichterischen und drangtischen Schaffens unterstellen sich die geschichtliche Tragödie und das politische Drama der Nation. Nicht die persönliche Zurechtlegung historischer Stoffe hat Anspruch auf hohe Bewertung, sondern die gestalterische Kunst unterwirft sich aus einer neuen politischen Wesensschau der geschichtsbildenden und schicksalsmäßigen Entscheidung im Drama. Hier hat der Dramatiker eine ungeheuer große Aufgabe: im menschlichen Kampf seines Ideenstückes die politische Substanz zu geben. Das verlangt mehr denn je ein einfühlendes geschichtliches Denken. Es wächst aus dem Bewußtsein des wachen politischen Glaubens. So wird das politische Drama Wesensschau, nicht Wirklichkeitsschau. Hier trennt es sich deutlich von dem, was im Zweiten Reich„politische Kunst“ genannt wurde, die Dramatisierung politischer Leitartikel. tagespolitischer Ereignise und utovischer geschichtlicher Visionen. Aus dem neuen Wissen um das Heldische und die Haltung gebärt die dramatische Kunst den politischen Kern, um den sich das Gescheben rankt. 50 km breite Mündungsdelta des Senegal steht zur Regenzeit fast vollkommen unter Wasser und konnte vor dem Bau der Straße viele Monate des Jahres nur unter größter Gefahr oder überhaupt nicht durchquert werden. Heute führt ein Damm über das ganze Netz von Senegalarmen und Wadis, die zur Regenzeit reißende Flüsse bilden; er ermöglicht einen regelmäßigen Verkehr das ganze Jahr hindurch. Die mehrere Hundert Kilometer lange Strecke vom Senegal bis Nouakchott führt durch den weidenreichen mauretanischen Küstenstrich der Trarsa mit zahlreichen Herden. Nouakchott ist eine kleine Hafenstadt mit Werftanlagen und einem Flughafen. Hinter Nouakchott mündet die Straße in nordöstlicher Richtung in die Sandwüste der Sahara ein. Eine unendliche Dünenkette dehnt sich horizontlos unter der Glut des afrikanischen Himmels. In nicht endenwollender Entfernung voneinander liegen kleine Oasen. Ein Brunnen, ein paar Palmen, einige Hütten und Zelte. Dann kommt wieder Sand. Die 35 km lange Ebene von Bou Rkeimat ist ein großes örtliches Sandmeer, in dem halbverwehte Orientierungsblöcke den Weg nach Akjouit weisen. Hinter dem Dorfe Akjoujt mündet die Straße zwischen Sanddünen und kleinen Felsgruppen in die Ebene von Amsaga, die ihre charakteristischen Züge durch die Felsmassive von El=Kala und Jrarchen und die roten Sanddünen der Dra Malikchiden erhält. Hinter dieser Wüste liegt die fruchtbare gebirgige Gegend des Quad Segheli. Auf einer Ueberbrückung kreuzt die Straße den Quad Segheli und wendet sich in Kurven auf den Kamm des Hamdoun, von wo aus man einen herrlichen Blick in die wilden Schluchten des Quad Segheli hat. Diese Senke führt eine kurze Zeit im Jahr Wasser. Infolgedessen gedeiht hier Hirse, Gerste und Getreide. In nördlicher Richtung nach Ater fällt die Straße ab. In Kurven geht es durch die Palmenwälder von Kanoal und die Gemüsefelder Nordmauretaniens. Ganz besonders eindrucksvoll ist der 30 km lange Palmenwald von Kasr Teurchan. Die Straße nimmt einen kühnen Verlauf auf den Timzak=Paß, der die zerklüftete Ebene von Aouinet=el=Miliß beherrscht. Bis Die Verpflichtung ist es, welche die schreibende Hand führt, die Verpflichtung zur heldischen Haltung im großen und kleinen Leben. Nicht der Stoffkreis macht ein politisches Drama gültig, sondern die dichterisch überhöhte volitische Wesensschau der menschlichen und geschichtlichen Entscheidungen. Das Politische kann auch in seinem Drama aus der Welt des Alltags lebendig sein. Entscheidungen. Das Politische kann auch in einem Ausdrucksbereich vor, der die feineren Unterschiede zwischen Wollen und Sinngebung zuläßt. Sinngebung ist alles, was sich an politischer Substanz in die Charaktere einbauen läßt. Das politische Wollen zeigt sich am Handeln der Gestalten selbst, es zeigt sich oft im schweigsamen Erfüllen einer unbeugsamen Pflicht. So rundet sich das politische Drama über die Historie zum allseitigen stofflichen Bild. Im Drama vom Reich der Deutschen gipfelt die volle Staatlichkeit. Es ist die höchste Verkündung des politischen Dramas. Kolbenheyers„Gregor und hierher reicht der Wassersegen des Quad Segheli. Hinter den vereinzelten Palmen am Rande der fruchtbaren Zone dehnen sich wieder Sanddünen, die am fernen Horizont einen Abfluß in dem Massiv des Grenzforts Fort Gouraud finden, das die Südostecke der Grenze der portugiesischen Kolonie Rio de Oro beherrscht. Die Straße führt dann zu den Wasserstellen der Wüste Meghtier, die sich durch die vulkanischen Kegel der Koedia Loghnem ankündigt. Die ganze Gegend ist mit weißlichen Blöcken besät. Zur Rechten bauen sich die Sfariat=Berge auf, und im Hintergrunde zeichnet sich die Felsengruppe der Koedia Guengoum ab, in deren Gegend die letzte mauretanische Station Bir Moghrein oder Bir Umm Ghoein liegt. In dieser Oase sind marokkanische Truppen stationiert. Sie ist Knotenpunkt für Karawanenstraßen. Die Nomaden beziehen von dort Getreide. Die Straße führt scharf nach Osten weiter durch eine von zahlreichen Wadis durchschnittene Hügellandschaft. Rechts erhebt sich die Felskuppe von ElArouya, an der vorzügliche Trinkquellen liegen, während die übrigen Wasserstellen meist einen üblen Jauchegeruch haben. Wadi Ben Tilli zu Füßen der scharfen Spitze des Tir Salah ist fruchtbar. Sein Wasser ist trinkbar. In einer Entfernung von 250 km liegen das Dorf und das Fort Tindouf an der Grenze von Rio de Oro. Tindouf ist Karawanenzentrum und liegt in der eintönigen Berglandschaft der Hammada, die scharf zur Wadi Merkalla abfällt. Von Merkalla ab weisen Landschaft und Kolonial= methoden einen nordafrikanischen Charakter auf. Nördlich von Wadi Draa türmt sich das Atlasgebirge auf, dessen südliche Ausläufer von der Route imperial durchquert werden. Die Straße stößt bis Tisnit auf die marokkanische Atlantikküste, wo sie mit der schon bestehenden Verkehrsstraße über Agadir nach Casablanca zusammentrifft. Neben der wirtschaftlichen Erschließung der afrikanischen Kolonien Frankreichs war dieser Straße vor allem eine strategische Aufgabe zugedacht. Heute, nach der englischen Blockade der französischen Küsten Westafrikas, ist die Route imperial für Frankreich die letzte Möglichkeit geworden, mit seinen Kolonien in Afrika in Verbindung zu bleiben. Rechts: September 1940 (Zeichnung von Erik/Scher!) Bilanz der Seekriegsführung Der Flottenmitarbeiter von„Dagens Nyheter" befaßt sich in einem längeren Artikel mit dem Unterschied zwischen der englischen Seekriegsführung vom Weltkriege und von heute. Er faßt seine Feststellungen in folgenden acht Punkten zusammen: 1. Deutschlands eigene Widerstandskraft gegen eine Blockade ist unerhört viel größer als im Weltkriege. 2. Deutschland beherrscht die gesamte Atlantikküste vom Nördlichen Eismeer bis zum Golf von Biscaya und kann diese als zusammenhängende Operationsbasis gegen England und zwar sowohl für Flotte wie Luftwaffe anwenden, wodurch Deutschlands Schlagkraft unerhört wirksamer geworden ist. England hat allerdings einen Vorteil, nämlich, daß alle Transporte nach Frankreich, die im letzten Krieg sehr große Ansprüche an die britische Handelsschiffahrt stellten, wegfallen. 3. Die starke und schlagkräftige deutsche Luftwasse wirkt im augenblicklichen Seehandelskrieg mit und ein großer Teil der feindlichen Tonnageverluste müßte ihr zugeschrieben werden. Die von den Deutschen durchgeführten Kombinationen von See= und Luftkriegführung haben die Möglichkeit, Englands Zufuhren abzuschnüren, stark erhöht. Die deutsche Luftwaffe stellt eine gute Verteidigung gegen englische=Boot=Jagdverbände dar und trägt dazu bei, die deutschen=Boot=Verluste zu verringern 4. Durch die deutschen ständigen Luftangriffe gegen englische Häfen werden die Reparaturmöglichkeiten für die englische Handelsflotte stark verringert. 5. Die deutschen=Boote haben im Vergleich zum Weltkrieg einen viel größeren Aktionsradius und sind besser ausgerüstet. 6. Nach deutschen Angaben werden die neuen deutschen=Boote in schnellerem Tempo gebaut als früher, so daß eher mit einer Erhöhung als mit einer Verringerung der feindlichen Verlustziffern zu rechnen ist. 7. Deutschland ist es gelungen, die Sicherheit des Geleitsystems wesentlich zu verringern, so daß dieses System nicht mehr als ein sicheres Schutzmittel gegen die Gefahren des Seekrieges angesehen werden kann. Darüber hinaus verfügt England nur noch über die Hälfte der für die Geleitzüge notwendigen Kriegsschiffe im Vergleich zum Weltkriege. 8. Nach englischen Angaben verfügte Großbritannien im September 1939 über eine Million Tonnen Handelsschiffsraum weniger als bei Ausbruch des Weltkrieges. Der augenblickliche Krieg begann also, was Englands Zufuhrmöglichkeiten anlangt, unter ungünstigeren Bedingungen als 1914. acobs mit dem Hosenbandoroen Wie verjudet England ist, beweist u. a. die Tatsache, daß mit allem, auch mit den heiligsten Gütern der Nation, Geschäfte gemacht werden. Ein Abbild dieses Durcheinanders, das mehr ist als eine Geschmacksverirrung, bietet die englische Reklame, der jedes Mittel recht ist, wenn sie nur anreißen kann. Ein besonders gutes Beispiel für diese Art von Reklame, die im nationalsozialistischen Deutschland einfach undenkbar ist, bietet eine Anzeige, die dieser Tage im„Daily Telegraph" erschien: Auf einem Bild sieht man vor einem Schloß eine Reihe Soldaten in Paradeuniform. Unter dem Bild steht folgender Text:„Es gibt viele gute Regimenter, aber nur ein Coldstream=Garderegiment. Das älteste Garderegiment der englischen Armee, die Coldstream=Garde, wurde 1650 von Cromwell gegründet. Nach der monarchistischen Restauration wurde es als einziges puritanisches Fußregiment beibehalten. Es nahm an allen bedeutenden Kriegshandlungen der Jahre 1914—1918 teil. Es gibt viele gute Biskuits, aber nur einen mit jenem nußartigen Geschmack wie Jacobs Wasserbiskuit.“ Dieser Text und das Paradebild werden eingerahmt von den Schleifen eines Hosenbandordens, also der höchsten englischen Auszeichnung, dem als Gegenstück ein Jacobscher Wasserkeks gegenübersteht. Honny soit qui maly pense! Heinrich“, Zerkaulens„Reiter" sind Etappen auf diesem Wege, den die jungen deutschen Dramatiker gehen müssen. Ausschmückung des Braunschweiger Doms Darstellungen aus dem Leben Heinrichs des Löwen Im Jahre 1935 gab der Führer nach seinem Besuch n Braunschweig den Auftrag, den Braunschweiger Dom mit dem Grabmal Heinrichs des Löwen zu einer nationalen Weihestätte auszugestalten. Die konstruktiven Bauten sind fertig, die Ausschmückung der freien Wandfläche über den Gurtfriesen des Mittelschiffes hat begonnen. Als Gegenstände werden wesent. liche Ereignisse aus dem Leben Heinrichs des Löwen gewählt, die über zeitliche Bedingtheiten hinweg zu einer symbolhaften Darstellung deutschen Schicksals geeignet sind. Die vier Werke auf der Südwand des Domes werden unter dem Thema„Aufbruch zum Osten“, die vier der Nordwand unter„Landnahme“ zusammengefaßt. Roslocker Kuturwoche erosfner Professor Krickeberg erhielt den John-Brinkman-Preis Die große Kulturwoche der Seestadt Rostock wurde mit der Verleihung des John=BrinckmanPreises an den verdienstvollen niederdeutschen Dramatiker Professor Dr. Karl Krickeberg eröffnet. Professor Krickeberg gilt nicht nur als hervorragender Darsteller niederdeutscher Bühnenkunst, er hat auch eine eigene niederdeutsche Bühne gegründet und neben mehreren hochdeutschen Stücken eine ganze Reihe plattdeutscher Werke geschrieben. Sein„Pidder Lüng“— in der Zeit des Niedergangs entstanden— ging allein in Kiel 20mal über die Bühne, sein Lustspiel„Anner Lüd Kinner“ holt sich jedes Jahr auf mehreren niederdeutschen Bühnen große Erfolge. Außer dem John=Brinckman=Preis wurden am ersten Tage der Rostocker Kulturwoche die Kulturpresse der Seestadt Rostock zur Förderung niederdeutschen Kulturschaffens vergeben an je inen Dichter, einen Musiker, Maler und Bildhauer. Unter diesen Künstlern befindet sich der Dichter Rudolf Ahlers. Im Rahmen der Rostocker Kulturwoche wurden zwei bedeutende Ausstellungen unter den Themen „Rostocker Frühdrucke" und„Beit Stoß“ eröffnet. Die eine enthält biliographische Kostbarkeiten aus den Schätzen der Un.versitätsbibliothek Rostock und des Ratsarchivs, die zum erstenmal gesammelt der Offentlichkeit gezeigt werden, unter ihnen eine niederdeutsche Bibel von der nur zwei Exemplare existieren. Von Ludwig Dietz aus Speyer, dem ersten selbständigen Berufsdrucker in Rostock, sieht man eine große Lübecker und eine kleine Rostocker Bibel, das älteste niederdeutsche Gesangbuch und den ältesten gedruckten Theaterzettel, der zu einem geistlichen Schauspiel einlädt. In der Veit=Stoß=Ausstellung steht im Mittelpunkt der Krakauer Marienaltar. Die Ausstellung gibt diesen bedeutenden Schnitzaltar in Originalgröße wieder. Aus den ebenfalls in der Ausstellung gezeigten Urkunden geht die deutsche Herkunft von Veit Stoß hervor, den die Polen für sich in Anspruch zu nehmen versuchten. 80 Jahre Deutsche Schillerstittung Im letzten Berichtsjahr fast 300000 RM verteilt Der Krieg hat der Deutschen Schillerstiftung, die ihren Verwaltungssitz im Schillerhaus zu Weimar hat, in der Betreuung verdienter deutscher Schriftsteller und deren Hinterbliebenen einen erweiterten Aufgabenkreis zugewiesen, für den durch den Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda besondere Mittel zur Verfügung gestellt wurden. Sie ermöglichen es, die Sorgen der Schutzbefohlenen daheim und draußen, wie es „Wieben Peters“ Albert-Mähl-Uraufführung auf Hamburgs Niederdeutscher Bühne Auf dem schmalen Sektor der plattdeutschen Theaterliteratur ist seit Jahren das Kontingent der Uraufführungen— was die Spielplanpolitik der Niederdeutschen Bühne anbetrifft— außerordentlich hoch gewesen. Als Auftakt der dieswinterlichen Spielzeit hatte dieses bedeutsame heimatkünstlerische Institut einen besonders guten Griff getan, denn Albert Mähls Drama„Wieben Peters“ ist echtes, wirkliches niederdeutsches Theater. Gibt das Balladeske diesem überzeitlich gestalteten Drama von dem Schicksal des dithmarsischen Landesfeindes Wieben Peters, der um die Mitte des 16. Jahrhunderts auf Helgoland saß, Bildhaftigkeit und Weite, so führt die besondere Art des Dialogs zur Tiefe und Verinnerlichung,— bedeutsame schöpferische Wesenszüge niederdeutscher Kunst, die durch die schöne Aufführung der Hamburger Niederdeutschen Bühne wirksam unterstrichen wurden. H. F. in dem Jahresbericht des Generalsekretärs der Stiftung, Professor Dr. Heinrich Lilienfein, heißt, zu erleichtern und darüber hinaus die Hilfeleistung für die Veteranen des deutschen Schrifttums und für die Hinterbliebenen beträchtlich zu steigern. Die Deutsche Schillerstiftung, die nunmehr 80 Jahre besteht, spricht mit ihrem Dank für diese hochherzige Förderung den des gesamten dichterischen Schrifttums aus. Die Gesamtsumme der Bewilligungen im Berichtsjahr 1939/40 betrug rund 290000 RM gegen 117 000 im Vorjahre. Nach den Beschlüssen der Deutschen Schillerstiftung wurden aus der Ernst=Keil=Stiftung rund 10000 RM durch den Oberbürgermeister der Stadt Leipzig verteilt. Die Frankfurter Museumsgesellschaft veranstaltet im kommenden Konzertwinter 12 Freitags= und 6 Sonntagsvormittagskonzerte unter Leitung von Franz Konwitschny sowie 12 Kammermusikabende. Nicht weniger als sechs Uraufführungen sind vorgesehen, so Hans Pfitzners Sinsonie für große Orchester(drei Sätze in einem Satz), Werk 46, eine Sinfonie von F. Reuter, von W. Abendroth ein Konzert für Violine mit Orchester, von Karl Orff Sinsonie in C für fünschoriges Orchester und Orgel, eine Trauermusik von Alfred Hoehn sowie ein neues sinfonisches Werk von Anton Versack. 1915 Sseenen Ledschimnisseler für den teit, dei der der Musteuiten Stephan veranstalGos frecde Lasten in sanschaftler Dr. Karl Holl## Gebenkrede halten wird. B 18 5. September 1940 Westfälische Tageszeitung Nummer 243 Der Güterverkehr, den die Deutsche Reichsbahn im großdeutschen Kaun. zu bewältigen hat, ist gewaltig angestiegen. Vierjahresplat Kütungsberiebe Versor. gunnder Bevölkerung und 6. vor allen Dingen unsere Wehrmacht stellen größte Anforderungen an den Süterwagenpark. Alles kommt daher darauf an, seden vorhanAom Gitrmagen Nie zum letzten auszunuten. . R RP ug Mib PSSS Hl ssscheer Westfalen-Nord und Nachbargaus Die neue Reichslotterie der NSDRp Seit Kriegsbeginn 108 Millionen Löse verkauft Nach kurzer Unterbrechung erscheinen seit dem 1. September wieder die braunen Glücksmänner und Glücksfrauen auf den Straßen und Plätzen, um die Lose der neuen Reichslotterie der RSDAP für nationale Arbeit zu vertreiben. Die steigende Opferfreudigkeit der deutschen Volksgemeinschaft, die sich auch bei dieser Losbrieflotterie wieder beweisen wird, kommt in der außerordentlichen Leistung zum Ausdruck, die die Glücksmänner seit Kriegsbeginn zu verzeichnen haben. Vor dem Kriege wurden 30 Millionen Lose des Winterhilfswerks verkauft. Das Kriegs=Winterhilfswerk 19391940 brachte es dagegen auf 60 Millionen Lose, und dazu kommen noch 48 Millionen Lose für das Kriegshilfswerk des Deutschen Roten Kreuzes. Somit wurden in nicht ganz acht Monaten durch die braunen Glücksmänner 108 Millionen Lose verkauft. In dieser Zahl kommt neben dem Opfergeist des Volkes auch eine einmalige Leistung der braunen Glücksmänner zum Ausdruck, die entsprechend dem Befehl des Führers ihre Arbeitskraft so gesteigert haben, dast sowohl das Ergebnis der Lotterie für das Kriegswinterhilfswerk als auch der Reichslotterie für das Kriegshilfswerk frühere Lotterien in den Schatten stellte. Die neue Reichslotterie der NSDAP für nationale Arbeit wurde für außerordentliche Zwecke, vor allem für reichswichtige Arbeiten, die durch den Krieg nicht unterbrochen werden dürfen, angeordnet. Sie wird wieder als Losbrieflotterie mit sofortigem Gewinnentscheid durchgeführt. In sechs Reihen werden wieder insgesamt sechs Millionen Gewinne und Prämien- ausgespielt. Für 50 Pfennig kann man sofort 1000 RM. gewinnen, abgesehen von den vielen Gewinnen zu 500, 100, 50 RM. und der großen Zahl kleinerer Gewinne. An jedem Los befindet sich eine Prämienschein. Am 30. November werden in jeder Reihe eine Sonderprämie zu 5000 RM. sowie Prämien zu 500 und 100 RM. verlost. Insgesamt fallen auf diese Prämienlose Prämien im Werte von 96000 RM. Es kann deshalb nur peraten werden, die Prämienlose gut aufzubewharen, da sich schon mancher durch leichtfertige Behandlung seines Prämienloses um sein Glück gebracht hat. Erweiterter Schadenersatz kriegszerstörten Gebäuden Der Reichsinnenminister kündigt in einem Erlaß an, daß die Vorschrift der Schädenfeststellungsvergrdnung, wonach der gemeine Wert(Veräußerungswert) maßgebend ist, demnächst auch für die Fälle der völligen Zerstörung von Gebäuden dahin abegändert weiden wird, daß von den Wiederaufbaukosten, gegebenenfalls unter Abzug eines Betrages„neu für alt“ auszugehen ist. Im Einvernehmen mit dem Reichsfinanzminister wird daher angeordnet, daß bis auf weiteres Feststellungsbescheide über Schäden an zerstörten Gebäuden auf der Grundlage des gemeinen Wertes nicht zu erlassen sind. Zur Ermöglichung eines baldigen Wiederaufbaues können schon jetzt Vorauszahlungen gewährt werden, wenn ein Neubau unter den gegenwärtigen Umständen möglich und volkswirtschaftlich gerechtfertigt ist und wenn die Verwendung der Vorauszahlungen für die Zwecke des Wiederaufbaues durch geeignete Anordnungen sichergestellt ist. Vorauszahlungen können in geeigneten Teilbeträgen je nach dem Fortschreiten des Baues bewilligt werden. gefühl und Mitleid lassen sich öfter Volksgenossen dazu bewegen, Briefe polnischer Kriegsgesangener, die sich kriecherisch als deutschfreundlich, ja sogar als„Volksdeutsche" ausgeben, an deren Verwandte in Polen zu senden. Anscheinend sind es nur harmlose Briefe.„Gott „da kein Menschengefühl haben? Sie haben doch auch Frau und Kinder, sie hängen auch Elternhaus“, das sind die Antworten dieser Seuimg Finger davon! Du verstößt —. Gesetz zur Erhaltung der deutschen Wehrkraft!„wir werden uns noch alle in Berlin treffen, wo Harmlose Briefe? wir abrechnen werden, so heißt es in einem dieser so harmlosen Briefe! .56000, Volksdeutsche haben sie damals ermordet. Deine Bruder und Schwestern haben sie mißhandelt und massakriert. Sie sind und bleiben unsere Feinde! Darum, gß. dich. nicht beirren von den angeblich gesangenen „Voirsbeutschen“. Halte Abstand von ihnen! Zukunftsaufgaben des Handwerks Tagung der ostwestfälisch-lippischen Kreishandwerkerschaften Im„Haus des Handwerks“ zu Bielefeld fand eine Arbeitstagung, sämtlicher Kreishandwerkerschaften des Regierungsbezirkes Minden und der beiden Lippe (Handwerkskammerbezirk Bielefeld) statt. Nach der Begrüßung durch Kammerpräsident Greiner berichtete Geschäftsführer Dr. Krause über die letzten wirtschaftlichen Maßnahmen der Kriegszeit, sowie über die zukünftigen Aufgaben des Handwerks, die schon jetzt vorbereitet werden müssen, um sofort nach dem Kriege mit größter Aktivität durchgeführt werden zu können. Es handelt sich dabei vor allem um die Einschaltung des Handwerks in die große Wohnungs= und Siedlungsbauplanung, um die technische Beratung des Handwerks durch eine zu errichtende Gewerbeförderungsstelle bei der Handwerkskammer Bielefeld, um die betriebliche Schulung in den einzelnen Kreisen, um die Neuregelung des Lehrlings= und Prüfungswesens, um die gemeinsam mit der DAF durchzuführende soziale Betreuung, um die Überprüfung des Meisterprüfungswesens und um die Überholung der Handwerksrolle. Dr. Krause richtete an die Kreishandwerkerschaften die Aufforderung, in ihren Kreisen Material für eine Kriegschronik des ostwestfälisch=lippischen Handwerks zu sammeln. Die Chronik soll den Einsatz des einzelnen Handwerkers und der Handwerkswerkstätten im Felde behandeln, aber auch die Leistungen des Handwerks an der Inneren Front berücksichtigen. 20 000 Kurgäste in Bad Salzuslen Bad Salzuflen. Die Kurverwaltung gibt bekannt, daß am Sonnabend dem 31. August, der 20000. Kurgast in Bad Salzuflen eintraf. Das große nordwestdeutsche Heilbad erfreut sich also auch jetzt in Kriegszeiten der gleichen steigenden Beliebtheit wie sonst. Das ist uns ein neuer Beweis für die Stabilität des deutschen Fremdenverkehrs. Aus der Gauhauptstadt Ja, Vorsicht und immer wieder größte Vorsicht beim Umgang mit den angeblich gefangenen„Volksdeutschen". Willst du der Sabotage und Spionage in deinem eigenen Vaterlande Vorschub leisten? Aus reinem MitRundsunk=Nachrichten im Schulunterricht Der Regierungspräsident von Münster hat angeordnet, daß in allen Schulen, die eine Rundfunkempfangsanlage besitzen, die Oberklassen die Nachrichten des Drahtlosen Dienstes mittags hören müssen, soweit sie zu dieser Zeit noch Unterricht haben. Für die wirksame Unterstützung der wehrgeistigen Erziehung der Jugend sei es unerläßgich. daß die Schuljugend die Ereignisse unmittelbar miterlebe. Von der Universitätsbibllothek. Die Bibliotheksinspektorin Fräul. Hedwig Kösters wurde mit dem silbernen Treudienstehrenzeichen für 25jährige treue Dienstzeit ausgezeichnet. Tödlich verunglückt Auf dem Schiffahrter Damm ereignete sich ein schweres Verkehrsunglück. Ein Kraftradfahrer fuhr hier auf einen Lastwagen auf. der wegen einer Panne mitten auf der Straße parkte. Der Kraftfahrer zog sich beim Anprall gegen den Kotflügel des Lastwagens ho schwere Verletzungen zu, daß er um die Mittagszeit an den Folgen im Franziskushospital verstarb. Bannmeisterschaften im Tischtennis Am Sonntag. dem 15. September, werden die Tischtennismeisterschaften im Bann 13 durchgeführt. Die Kämpfe finden im Saale des Restaurants Münstermann, Hammer Straße, statt. Teilnahmeberechtigt sind alle HI=Angehörigen des Bannes Münster=Warendorf, die nach dem 30. 9. 1921 geboren sind. Ueb' Aug' und Hand fürs Vaterland Die Kameradschaft ehemaliger Jäger und Schützen hielt auf dem Schützenhof ihr Sommerpreisschießen ab. Geschossen wurde auf die 20teilige Ringbrustscheibe stehend aufgelegt auf 175 Meter. Folgende Resultate wurden mit drei Schuß erzielt: Kamerad Rasche 57. Stüer 55. Schild und Krahn je 54. Drüppel und Mehn je 53. Middendorf und Wietzke je 52, Gronotte und Krämer je 51, Schräder und Rubow je 50 und Klages 49 Ringe. Die Ergebnisse der übrigen Kameraden lagen zwischen 49 bis 48 Ringen. Nach Beendigung des Schießens nahm Kameradschaftsführer Otto Klaembt die Preisverteilung vor und brachte nach Jägerart auf die drei besten Schützen ein Horrido aus. Aus der Kriegerkameradschaft Sprakel Zu einem erlebnisreichen Abend gestaltet sich der im Lokal Humberg abgehaltene Kameradschaftsappell der Kriegerkameradschaft Sprakel. Im Mittelpunkt stand ein Vortrag des Kameradschaftsführers Rheinländer über die deutsche Kolonie Togo, in der der Vortragende mehrere Jahre gelebt hat. In anschaulicher Weise wußte er von dem Leben in den Kolonien zu berichten. Mit sichtbarem Interesse folgten alle den Ausführungen. Ein zweiter Vortrag des Kameraden Böckmann „Der unsichtbare Krieg“ zeigte die Gefahren der Gerüchtemacher, die ja auch im augenblicklichen Kampf allzu leicht Gehör finden. Tenorbusso Paul Eduard Bruls Der Overettenbufso gehört zu jenen Darstellern. die sich beim Publikum höchster Beliebtheit erfreuen. Er muß aber, um diesen Grad der Volkstümlichkeit zu erreichen, ein Könner in seinem Fach sein. Von ihm werden nicht nur spritziger Kumor und hohes schauspielerisches Können, sondern auch die Kunst des Gesanges und des Tanzes verlangt. Diese Vielseitigkeit wird dem von den Städtischen Bühnen Münster neuverpflichteten Overettenbuffo Paul Eduard Bruls. der die Nachfolge von Hans Madin antritt. nachgerühmt. Bruls war zunächst am Stadttheater Trier tätig und hat im Sommer 1940 am Operettentheater in Leipzig große Erfolge erzielt. Wir wünschen ihm auch in der neuen Spielzeit in Münster einen guten Start. Schnelle und gerechte Sühne Wegen Mordes zum Tode verurteilt Essen, 4. September Eine schnelle Sühne fand die Mordtat, die der 26 Jahre alte Eberhard Samberger aus Welper bei Hattingen am 28. August an seiner Geliebten, der 24 Jahre alten Emmi Möllmann, in deren Wohnung in der Stahlstraße in Essen verübte. Wenige Tage nach der Tat bereits verurteilte das Essener Sondergericht jetzt den Täter wegen Mordes zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Der Angeklagte hatte das Mädchen im Frühjahr vorigen Jahres kennengelernt und wollte es heiraten. Als das Mädchen ihn immer wieder mit allen möglichen Ausflüchten hinhielt, wohl aber ständig Geld von ihm annahm, reifte in dem Angeklagten der unselige Entschluß, die Geliebte zu töten. Diesen Entschluß führte er am Morgen des 28. August aus, indem er dem Mädchen eine Anzahl Messerstiche beibrachte, die den Tod herbeiführten. Der Mörder, der sich selbst das Leben nehmen wollte, wurde jedoch nach der Tat verhaftet. Das Gericht hielt auch nach den eigenen Aussagen des Angeklagten Vorsatz und Überlegung für erwiesen und sprach die Todesstrafe aus. Erschütternde Familientragödie Eine Mutter erdrosselte ihre beiden Kinder und „ sich selbst Seesen, 4. September Hier hat sich eine Famillentragödie abgespielt, die drei Menschenleben forderte und um so erschütternder ist, als das Schicksal in eine junge Ehe griff, die allgemein als glücklich angesehen wurde. Als der in der Bosenstraße wohnhafte Eisenbahner N. mittags von seinem Dienst nach Hause kam, fand er seine junge Frau, eine gebürtige Seesenerin, und seine beiden Kinder im Alter von ¼ und 1½ Jahren erdrosselt auf. Die Frau hatte diese furchtbare Tat mit Strümpfen zunächst an den Kindern und dann an sich selbst verübt. Sie scheint in einem Zustand gelstiger Umnachtung gehandelt zu haben; denn es läßt sich auch nicht der geringste Grund finden, den die Unglückliche für diese furchtbare Tat gehabt haben könnte. Die kurze Ehe wird von allen Hausbewohnern und den Nachbarn als durchaus glücklich bezeichnet. Kinder als Brandstister Ein Junge kam dabei ums Leben Herten, 3. September In einem Stallgebäude in Scherlebeck hatten vier Jungen im Alter von sieben bis zehn Jahren sich.= garetten angezündet und dann die Streichhölzer unachtsam fortgeworfen. Das Unglück nahte schnell, denn das dort lagernde Stroh geriet in Brand. Hierbei erlitt der sieben Jahre alte Josef Grabowski aus Scherlebeck schwere Brandverletzungen, die seinen Tod herbeiführten. Die drei anderen Burschen konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen und wurden nicht verletzt. Das Feuer konnte durch einen Löschzug aus Herten bald eingedämmt werden, so daß noch größeres Unheit verhindert wurde. Gefängnis für einen Jugendverführer Oelde. Vor der Jugendschutzkammer am Landgericht Münster hatte sich der 22 Jahre alte L. W. aus Oelde zu verantworten. Er machte sich in 14 Fällen an Jungen, die teils gleichalterig, teils jünger waren, heran. Der Angeklagte war voll geständig und auch reuig. Er hat sich schon vor längerer Zeit selber entmannen lassen. Alle Fälle waren Verführungshandlungen. Das Urteil lautete auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahre und neun Monaten. Die erlittene Untersuchungshaft wurde auf die erkannte Strafe angerechnet. Bezugsscheinfälscher verurleil! Bielefeld. Vor dem hiesigen Amtsgericht hatte sich ein Mann aus dem benachbarten Verl wegen Urkundenfälschung zu verantworten. Er hatte sich einen Bezugsschein für einen Fahrradschlauch beschafft, ihn aber auf den Bezug einer Fahrraddecke durch Radieten abgeändert. Das Urteil lautete auf 50 RM. Geldstrafe an Stelle der tatsächlich verwirkten zehn Tage Gefängnis. Tödlicher Sturz vom Holzstapel Gütersloh. Auf dem Holzplatze der Miele=Werke fiel der 61jährige Arbeiter Heinrich Frölich aus Bornholte von einem Holzstapel. Er mußte mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden, war jedoch leider nicht mehr zu retten. Das Testament einer Ruhebedürftigen Detmold. Eine verstorbene Detmolder Bürgerin hatte der Stadt testamentarisch einen größeren Geldbetrag vermacht mit dem Wunsche, daß dafür am Burggraben und im Schloßgarten einige Bänke mit Lehnen und Fußbänken aufgestellt werden. Die Stadt hat die Erbschaft angenommen und wird den Wunsch der Toten erfüllen. Imker im Dienst der Volksgemeinschaft Detmold. Auf einer Imkertagung im Teutoburger Hof erklärten die Imker geschlossen ihre Bereitwilligkeit, sich an der Sonderaktion der Reichsfachgruppe zur Versorgung der großen Städte und der Wehrmacht mit Honig zu beteiligen. Danach ist jeder Imker, der Zucker für seine Bienenvölker zugewiesen erhält, verpflichtet, pro Kopf drei Kilogramm Honig an die Volksgemeinschaft abzugeben. Zum kommissarischen Landral bestellt Osnabrück. Der stellvertretende Landrat des Landkreises Osnabrück, Lemke, ist vom Reichsminister des Innern unter Zustimmung des Ministerpräsidenten nunmehr mit der kommissarischen Wahrnehmung der Dienstgeschäfte beauftragt worden. Betrunkener überfahren und gelötet Soest. Auf der Landstraße von Soest nach Oesting= hausen wurde der 37 Jahre alte Julius Bendig aus Essen, der zuletzt bei Bauern im Kreise Soest beschäftigt war, von einem Lastkraftwagen überfahren und getötet. Wie die polizeilichen Ermittelungen ergeben haben, hat der Getötete, der betrunken war und in dessen Tasche man noch eine fast vollständig gefüllte Schnapsflasche fand, mitten auf der Fahrbahn gelegen, offenbar, um seinen Rausch auszuschlafen. Der Lastzug ist über. ihn hinweggegangen, dabei wurde Bendig von der Oelwanne, die zwischen den Rädern unter dem Motorwagen angebracht ist, erfaßt. Er erlitt bei dem Anschlag so schwere Verletzungen, daß er sofort tot war. Viehmärkte Dortmund. Zum Zucht= und Faselviehmarkt wurden aufgetrieben: Großvieh 344, Ferkel 118, Läufer und ältere Futterschweine 26, Kälber 10, Ziegen 1. Der Handel war in Großvieh in guten Tieren rege, sonst mittel, beste Tiere über Notiz. Kühe kasteten je nach Qualität 450—750, Rinder 360—560. Am Schweinemarkt war der Handel mittel.(Durchschnittsqualität und Durchschnittspreise): a)—6 Wochen alte Ferkel 13— 17,—8 Wochen 18—23,—10 Wochen 24—34, 10— 12 Wochen 35—40; b) Läuferschweine über—4 Monate alt kosteten 41—48. Der nächste Markt findet statt am 11. September 1940. Beachten Sie diese 10 wichtigen Regeln für den Verfrachter! G Tch stoen=Eänte Hei,, kones ait! An Arbeitskräften herrscht setzt bei uns Ulangel. Das darf aber nicht zu Stockungen bei der Be- und Entladung von Süterwagen führen. Unser Ziel muß vielmehr sein, Güterwagen setzt noch schneller als zuvor zu be- und entladen, um auf diese Weise mehr Wagenraum zur Befriedigung des dringenden Bedarfs zur Verfügung zu haben. Jeder entbehrliche Handgriff muß erspart, mechanische Hilfsmittel müssen überall dort eingesetzt werden, wo es möglich ist, dem Elenschen die Arbeit zu erleichtern oder ganz abzunehmen. Dielfach bringen behelfsmäßige Mittel, wie Laderutschen, Kollen, laufende Bänder usw. schon wesentliche Erleichterungen. Setzen Sie Ihrem Organisationstalent und der vereinten Ersindungsgabe Ihres Unternehmens das Ziel, den Süterwagenumlauf so stark als möglich zu beschleunigen. Schon wenn nur eine Beschleuntgung des Wagenumlaufs um 10% erreicht wird, so stehen tausende, sa zehntausende Wagen zusätzlich zur Verfügung. Hilf der Deutschen Reichsbahn und Du hilfst Die selbst! 1. Süterwagen schnellstens de- und entladen. Rückgabe der Wagen möglichst vor Ablauf der Ladefristen: Überschreitung der Ladefrist hat Ausfall wertvollen Laderaums zur Folge. L. Wagen rechtzeitig und nur für den tatsächlichen Bedarf bestellen. Angebotene Ersatwagen verwenden, selbst wenn kleine Unbequemlichkeiten damtt verbunden sind. R. Pänktliche An- und Abfuhr der Süter. Mit der Be= und Entladung sogleich nach Wagenbereitstellung beginnen. 4. Für Süterwagen gidt es setzt keine Sonntagsruhe. Daher Süter, wenn möglich, auch Sonntags verladen. Für eingegangene Süter besteht die Pflicht zur Entladung an Sonntagen. 5. Süterwagen beim Be= und Entladen nicht beschädigen. Lademaße innehalten. Süter ordnungsmößig und betriebssicher verloden. G. Durch zweckmäßige Ladegeräte und Hilfsmittel das Be- und Entladen erleichtern. 7. Auslastung der Wagen bis zum Ladegewicht und nach Möglichkeit sett im innerdeutschen Verkehr bis 1000 kg über die am Wagen angeschriebene Tragfähigkeit. Kaunersparnis durch geschicktes Siapeln der Süter, ganz besonders durch sachgemäßes und überlegtes Verladen sperriger Süter. S. Richt mehr Süter zu gleicher Zeit deziehen, als rechtzeitig entladen werden können. H. Entladung sogleich beim Eingang der Versandanzeige des Absenders oder bei der Voravisierung durch die Süterabfertigung vorbereiten. Juhrwerke und Ladepersonal schon im voraus für die Zeit der bevorstehenden Entladung freihalten. 10. Frachtbriefe und sonstige Begleitpapiere sorgfältig ausfüllen zur Vermeidung von Orrläufen. Bilte ausschneiden, aufheben und immer wieder lesen! * * 1 Donnerstag, den 5. September 1940 gen Benane-L. Se gnan * Rhsetan belstien Münsterländische Volkszeitung eegslatet ur Nummer 243 Rus Liheine Stadt und Amt #2 Als Direktor der Städtischen Handelsschule bestätigt. Am 1. April hat Bürgermeister Blanke den Dipl.=Handelslehrer Adolf Zilg zum Direktor der Städt. Handelsschule ernannt. Dieser ist am 17. August durch den Reichs= und Preußischen Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung bestätigt. es Zum Leutnant der Schutzpolizei befördert. Der am 1. 6. ds. Is. als Führer der Schutzpolizeidienstabteilung nach Ibbenbüren versetzte Polizeimeister Kirstein, ist durch Verfügung der Regierung in Münster mit Wirkung vom 1. 7. ds. Is. zum Leutnant der Schutzpolizei befördert worden. G Mit dem EK II ausgezeichnet wurde der Gefreite Hermann Bröseke, Wagnerstraße 2. + Eine Bitte an die Reichsbahn. Zahlreiche Volksgenossen, die am Abend müde von ihrer Arbeit heimkehren und am Rheiner Bahnhof auf die Abfahrt ihres Zuges warten, der sie wieder nach Hause bringen soll, pflegen sich in Ermangelung einer anderen Sitzgelegenheit auf den Mauern, die den Bahnhofsvorplatz umsäumen, niederzulassen. Man versteht nur zu gut, daß diese Volksgenossen froh sind, wenn sie von den Beinen kommen, aber es käme sowohl den Menschen als auch der Schönheit unseres Straßenbildes zugute, wenn die Reichsbahn sich entschließen würde, wenigstens Pag, e Zaue des Kriegs auf dem geräumigen Vorplatz einige Bänke aufzustellen, auf denen sich die ständigen Fahrgäste in ihrer Wartezeit ausruhen können. #. S. Einz tichtiogs Italiener=Huhn des Züchters Heinrich Bach, Hermannstraße 46, legte ein Ei im stattlichen Gewicht von 100 Gramm. * Eine Anregung für die Schulzugend. Es ist nicht ausreichend bekannt, daß Bucheckern sehr ö1haltig sind und ein hochseines Speiseöl liefern. Da auch in unserer Gegend Buchen sehr häufig anzutreffen und die Bäume mit Früchten reich behangen sind, dürfte sich das Sammeln von Bucheckern als sehr lohnend erweisen. Zum anderen würde man auch hierdurch an der Steigerung der Fetterzeugung mithelfen. Diese Aufgabe auszuführen ist besonders die Jugend berufen. Vielleicht läßt sich unter Mitwirkung der Schulen in unserem Kreisgebiet eine von guten Erfolgen beglettete Sammelaktion durchführen. „Austermädchsen“, mit bunken=Bändern=geschmuckt Die Musterungen zum weiblichen Arbeitsdienst— Sie sind alle mit großer Freude dabei stischer mmed. in den Straßen von Rheine erstmalig viele Gruppen junger, :##ädel, die rosafarbige Schleifen und Bänder im Haar und an den Kleidern trugen. Sie zählten zu dem für den weiblichen Arbeitsdienst soeben gemusterten Jahrgang 1922. Die Achtzehnjährigen machten einen frohen und ausgeschlossenen Eindruck und nicht wenig stolz darauf, als gesund und tauglich besunden geworden zu sein. hi##rlich den zum Heeresdienst ausgehobenen jungen Männern schmückten sie sich mit vunken Schleifen, nur mit etwas mehr Maß und Geschmack. Auch ihr„Bummel“ ging geräuschloser vor sich, und schließlich wurde der fröhliche Umtrunk nicht in den Wirtschaften, sondern höchstens im Kaffeehaus vorgenommen. Von dem vielg Be#n dem vielgliederigen Näderwerk, das zur Erfassung und Musterung der zukünftigen Arbeitsmaiden ineinandergreisen muß, vermag sich der Außenstehende kaum eine Vorstellung zu machen, die dem großen Maß der Mühe und Kleinarbeit bei dem Zusammenarbeiten von Polizei, Arbeitsamt und Reichsarbeitsdienst gerecht wird. Der Ruf zur Musterung Die Erfassung der Pflichtstammrolle liegt in den Händen der örtlichen Polizeibehörde, während für die Musterung selbst das zuständige Meldeamt des Reichsarbeitsdienstes ist. Dadurch ist eine einwandfreie organisatorische Abwicklung gewährleistet; denn die Meldeämter des Reichsarbeitsdienstes sind durch ihre schon jahrelange Erfahrung auf dem Gebiete des männlichen Arbeitsdienstes auf ihre Arbeit eingespielt und können ihre Erfahrungen nunmehr auch in den Dienet des weiblichen Arbeitsdienstes stellen. Bei allen spielt auch das zuständige Arbeitsamt eine ausschlaggebende Rolle. Nachdem das Arbeitsamt die Frage geprüft hat, ob der Heranziehung des betreffenden Mädels im Augenblick nicht irgendwelche kriegswichtige, häusliche oder berufliche Hindernisse entgegenstehen, übersendet das Meldeamt dem auszumusternden Mädel die Aufforderung zum Musterungstermin. Die Erfahrung bei den Musterungsterminen hat gezeigt, daß bei den Mädeln hinsichtlich der Pünktlichkeit, ja des Erscheinens zur Musterung überhaupt noch nicht alles so klappt wie bei)den Musterungen der jungen Männer; aber wir haben ja auch in diesem Jahre die erste derartige Musterung und in der Folgezeit wird sich die Sache schon einspielen. Befreiungen vom Arbeitsdienst erfolgen, das ist festzuhalten, grundsätzlich überhaupt nicht. Jedes deutsche Mädel soll eben die erforderliche Schulung durch den Arbeitsdienst erhalten. Dagegen erfolgen Zurückstellungen in großzügiger Weise, sofern sie aus irgendwelcher Zwangslage heraus notwendig erscheinen. Allerdings wird auch hier den Rückstellungsgesuchen mit größter Genauigkeit nachgegangen, und alle fadenscheinigen Begründungen sorgfältig untersucht. Wenn aber ein Mädel z. B. im Augenblick noch seine Einrichtung von Kundenlisten bei Schuhmachern Die Schuhmacher=Innung des Kreises Steinfurt schreibt uns; In den letzten Monaten hat die Bevölkerung häufig in einzelnen Orten längere Zeit auf die Ausbesserung ihrer Schuh warten müssen, weil die Schuhmacherwerkstätten infolge der Schließung der Werkstätten eingezogener Schuhmacher mit Aufträgen überlastet waren. Die Reichsstelle für Lederwirtschaft hat, um den Ausbesserungsbedarf gleichmäßiger auf die noch vorhandenen Schuhmacherwerkstätten zu verteilen, die Einführung von Kundenlisten angeordnet. Für jede Schuhmacherwerkstatt wird die Anzahl der Kunden nach der Zahl der in der Werkstatt beschäftigten Fachkräfte festgesetzt. Der Schuhmacher darf in Zukunft Reparaturen nur für die in die Kundenliste eingetragenen Kunden vornehmen. In der Zeit vom 2. bis 14. September 1940 hat jeder Schuhmacher eine Kundenliste anzulegen und die für seinen Betrieb festgesetzte Anzahl von Kunden einzutragen. Die Kunden müssen sich bei dem Schuhmacher zur Eintragung in die Kundenliste melden und ihre erste Reichskleiderkarte vorlegen. Der Schuhmacher bestätigt auf dem Stammabschnitt der Reichskleiderkarte die erfolgte Eintragung unter Angabe seines Namens. des Betriebsortes und des Tages der Eintragung. Jeder Verbraucher darf sich nur in die Kundenliste eines Schuhmachers eintragen lassen. Es genügt nicht, daß der Haushaltungsvorstand eingetragen wird. Es müssen vielmehr alle zum Haushalt gehörenden Personen, auch Kinder, in die Kundenliste eines Schuhmachers eingetragen werden. Sollten in einzelnen Orten Kunden nicht mehr in eine Kundenliste eingetragen werden können, weil zu wenig Schuhmacherwerkstätten vorhanden sind, so wird für diese Kunden eine zusätzliche Ausbesserungsmöglichkeit geschaffen werden. Lehrzeit durchmacht, oder es trägt vorwiegend zum Unterhalt seiner elterlichen Familie bei, oder es muß seine Mutter in der Führung eines kinderreichen Haushaltes ersetzen, so wird sein stellungsantrag stets dem entsprechenden Verständnis begegnen. Allerdings sollen alle Bemühungen zunächst darauf gerichtet sein, die der Erfüllung der Arbeitsdienstpflicht entgegenstehenden Hindernisse möglichst aus dem Wege zu räumen, schon deshalb, weil es auch für das Mädel am besten ist, wenn es seine Arbeitsdienstpflicht zusammen mit gleichalterigen Kameradinnen ableisten kann. Daß jedoch für die Dauer des Krieges vollberuflich in der Landwirtschaft tätige oder mit besonders kriegswichtigen Aufgaben betraute Mädel vorerst auf ihrem Posten aushalten müssen, erscheint ohne weiteres einleuchtend. Die Tauglichkeitsfrage. Der Musterungsstab setzt sich zusammen aus einem Oberstfeldmeister als Leiter des Meldeamtes und Leiter des Stabes, einer Sachbearbeiterin des weiblichen Reichsarbeitsdienstes, nebst zwei Gesundheitshelferinnen, ferner einem Beauftragten der Polizeibehörde sowie einer Vertreterin des Arbeitsamtes. Dieser Musterungsstab ällt jedoch keine Entscheidung über die Heranziehung eines Mädels, ehe nicht eine gründliche Untersuchung die absolute Tauglichkeit des Mädels ergeben hat. Die Untersuchungen erstrecken sich nicht nur auf Augen, Ohren, Zähne usw., sondern von jedem zur Musterung kommenden Mädel wird auch eine Röntgenaufnahme gemacht. Eine hohe Tauglichkeitszisser Durch die sorgfältige ärztliche Untersuchung wird erstmalig ein genaues Bild über den Gesundheitszustand der gesamten weiblichen Jugend des Jahrganges 1922 gewonnen, und die Ergebnisse dieser Untersuchungen haben bei allen Mädeln, die in Rheine zur Untersuchung gekommen sind, den Beweis geliefert, daß bei uns ein gesunder Menschenschlag heranwächst. Ein recht hoher Prozentsatz der Mädel konnte als durchaus gesund angesprochen werden. Nur selten brauchte der Musterungsleiter auf zeitliche Untauglichkeit erkennen, und völlige Untauglichkeit war kaum einmal zu verzeichnen. „Helle Freude stand den frischen jungen Mädchen auf dem Gesicht geschrieben, denen der Leiter des Musterungsstabes den Entscheid über die Heranziehung zum Reichsarbeitsdienst verkünden konnte. Denn die Mädel des Jahrganges 1922 gehen gern und freudig zum Arbeitsdienst, drängen sich geradezu zu ihm, und hier und da sahen die Mitglieder der Musterungskommission helle Tränen über die Wangen kullern, wenn eines der Mädel aus irgendwelchen besonderen Gründen doch zurückgestellt werden mußte. So werden nicht nur in unserem Bezirk, sondern im ganzen Reich Tausende von jungen Mädeln mit ihrer frischen Kraft der Bauers= und Siedlersfrau wertvolle Hilfe sein und in Selbstzucht und Disziplin hineinwachsen als tapfere Frauen und künftige Mütter des nationalsozialistischen Deutschland. Kohlenvorschüsse steuerfrei Arbeitgeber zahlen oft ihren Gefolgschaftsmitgliedern Vorschüsse, um den Gefolgschaftsmitgliedern die Anlegung eines Kohlenvorrats zu erleichtern. Die Vorschüsse werden von den Gefolgschaftsmitgliedern in mehreren Teilbeträgen zurückgezahlt. Wie in der Deutschen Steuerzeitung mitgeteilt wird, werden die Behörden der Reichsfinanzverwaltung lohnsteuerlich diese Vorschüsse wie ein Darlehn behandeln und sie deshalb zunächst mit zur Lohnsteuer heranziehen. Werden die Vorschüsse in der Weise getilgt, daß bei den späteren Lohnzahlungen Teile des Arbeitslohnes als Tilgungsbetrag auf das gewährte Darlehen verrechnet werden, so ist selbstverständlich der volle Arbeitslohn vor Abzug des Tilgungsbetrages steuerpflichtig. In der Zinslosigkeit der gewährten Vorschüsse soll kein geldwerter Vorteil erblickt werden, der zu einer besonderen Lohnsteuer führen würde. Tihele kreine eindersreueig? Erdel Seit dem Jahre 1933 stetig wachsende Geburtenzahl in Rheine wtz. Bei den weltvolitischen Entscheidungen, die seit der Wiedererstarkung des deutschen Volkes und dem Vorwärtsstreben der jungen Völker im Gange sind und durch die Schärfe des Schwertes ihrem Gipfelpunkt zustreben, hat Deutschland nicht nur das dynamische Gewicht seiner jungen Volksmacht. nicht nur die Einheitlichkeit von Führer und Gefolgschaft, sondern auch seine seit 1933 stetig wachsende Volkskraft in die Wagschale zu werfen. Deutschland ist kein sterbendes Volk mehr, sondern hat dank der Opferbereitschaft seiner Mütter eine neue Blütezeit begonnen, die dem deutschen Volke seit 1933 rund zwei Millionen Kinder mehr geschenkt haben. Damit ist der Wille des deutschen Volkes zum Leben in ganz hervorragender Weise bekundet worden. Daß auch un sere Stadt an dieser erfreulichen Feststellung beteiligt ist, beweist die Tatsache, daß die Geburtenzahl 1930 mit 801 auf 674 bis 1934 herabsank, dann aber mit einem Schlage auf 781 im Jahre 1934 stieg und im vergangenen Jahre sogar bis auf 1079 anschwoll. Diese Feststellungen geben unserm Kampf um Raum und Freiheit für unser Volk auch ein ganz anderes Gesicht. Die Westdemokratien verkümmern in sich selbst, ihre Volkskraft ist durch einen erheblichen Geburtenmangel zerbrochen, sie versuchen ihren alten Platz nur noch zu halten mithilfe des Goldes und der Waffen, die sie mit ihrem Golde kaufen, und dank der Menschenzahl der von ihnen unterjochten Völker. Aber es wird sich zeigen, daß der Idealismus. die gesunde Bejahung des Lebens, die aus unserem Kinderreichtum spricht, stärker sind, als alle Versuche, ein sterbendes System zu halten. Nicht den Plutokratien gehört die Zukunft, sondern den kinderreichen Völkern. Unbeirrbar ist der nationalsozialistische Staat auch während des uns aufgezwungenen Krieges den Weg der sozialvolitischen Maßnahmen gegangen, die in Friedenszeiten eingeführt wurden. Kinderreiche Mütter und Väter sind die ersten Bürger Blick in die nähere Umgebung von Rheine Neuenkirchen meldet: Rein den der verst Kon in dies a) Deli=Theater. Mit einem erlebnisreichen Film wartet am Wochenende wiederum das hiesige Lichtspieltheater auf. Nach dem bekannten Roman„Die beiden Wildtauben“ von Skowronneck hat Joe Stöckel einen Film gedreht. Die Gefühls, die Abgründe einer LeiStimme des Blutes und die Pflicht stimmen in diesem Film die Schicksale Menschen und führen zu schweren Försterstochter und Wilddieb sind rEu Herzen gehenden Film die Hauptgestakten; wo sich einmal wieder der Wilddieb als der frevelhafte Schädling des Waldes und des Pildes zeigt. Leben, Sicherheit, Stellung und karriere setzen die Hüter des Waldes aufs Spiel, um den Täter unschädlich zu machen. Außer diesem Film die große Wochenschau und der Kulturfilm. Die Anfangzeiten sind jetzt auf 19,30 Uhr festgesetzt, was zu beachten ist. kl. Mesumer Dorschronik Dienstbesprechung der NSDAP Im Lokale Holländer versammelten sich am Dienstag die Amtsleiter und Zellenleiter der RSOAP. Nach; der Begrüßung gab der Ortsgruppenleiter Pa. ter Balk einen kurzen Ueberblick über das gewaltige Zeitgeschehen und betonte, daß die Partei der Garant für die Arbeit der inneren Front sei. Hernach machte er Ausführungen über die in der letzten Kreisdienstbesprechung gegebenen Weisungen, insbesondere wurden den politischen Leitern Verhaltungsmaßregeln bei Fliegeralarm und zu den Verdunkelungsmaßnahmen gegeben. Nach Bekanntgabe weiterer Anordnungen schloß der Hoheitsträger seine Ausführungen mit einem Apvell mit allen Kräften das zweite Kriegswinterhilfswerk zu unterstützen. Alle müssen zur Stelle sein, wenn sie gerufen werden. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß auch bei den kommenden Sammlungen die Mesumer Einwohnerschaft nicht spenden, sondern opfern möge. Demzufolge sprach hierauf der Ortsbeauftragte des W5W. Pg. Dürschlag über die Organisationsfragen für die Sammlungsveriode. Auch in diesem Winterhilfswerk wird wieder mit Wertscheinen den Bedürftigen geholfen. Aufgabe der Mitarbeiter ist es, die Bedürftigkeit der Familien festzustellen, damit auch die richtigen erfaßt werden. Nach Klarstellung einiger politischer Angelegenheiten schloß der Hoheitsträger die Sitzung mit dem Führergedenken.(d) m) Bürgerschützenverein 1877. Der Vorstand des Bürgerschützenvereins 1877 hielt im Lokal Holländer eine Sitzung ab. Nach Erledigung interner (Vereinsangelegenheiten wurde beschlossen, daß die Generalversammlung am 22. September im Saale charding abgehalten wird. Eine Woche vorher 15. September wird mit den Familienangeigen ein Ausflug nach Elte zum Wirt Brinkian gemacht. Aus Sparsamkeitsgründen ergehen Re Mitglieder keine schriftlichen Einladungen. Ee sich also jeder die beiden Termine. d. el) Familiennachrichten aus Elte. In der Zeit vom 12. August bis zum 1. September waren in der Gemeinde Elte zwei Geburten und zwei Sterbefälle zu verzeichnen. Geburten: bei Fam. Eßmann=Högemann gt. Eggert. Elte, das 5. Kind (Helmut, Gottfried); bei Fam. Vennemann, Elte, das 3. Kind(Maria Paula).— Sterbefälle: Pohlmeyer, Aloys. Caspar, Elte, 22 Jahre alt. Funke, Anton, Joseph, Elte, 76 Jahre alt. Trauring nach 11 Jahren wiedergefunden Emsdetten. Große Freude erlebte in diesen Tagen ein bejahrter Anwohner der Rheiner Straße, der beim Kartoffelroden im Garten seinen Ehering wiederfand, den er vor 11 Jahren verloren hat. Betriebsbesichtigung der Brauerei Roliuck Burgsteinfurt. Die mehrfach im Leistungswettkampf der deutschen Betriebe ausgezeichnete Brauerei A. Rolinck hatte an einem der letzten Tage den Besuch von Gauobmann Schürmann, Kreisleiter Weber und Kreisobmann Rentmeister. Betriebsführer A. Rolinck jun. und Betriebsobmann B. Neupert hießen die Gäste willkommen, die bei der anschließenden Betriebsbesichtigung Gelegenheit hatten, einen umfassenden Einblick in das für den Burgsteinfurter Arbeitsmarkt bedeutsame Familienunternehmen zu tun. Die Gäste gaben in einer der Besichtigung folgenden Besprechung ihrer Anerkennung über die vorbildliche Einrichtung des Betriebes Ausdruck, wobei sie gleichzeitig Dank sagten für die aufschlußreiche Betriebsbesichtigung. Durch scheuende Pferde verunglückt Hopsten. Als der Bauer Karl Töns mit seinen jungen Pferden von einem anderen Hofe einen Dreschkasten abholen wollte, scheuten die Pferde und gingen durch. Bauer Töns fiel und wurde von den Pferden eine ganze Strecke mitgeschleift. Er erlitt schwere Abschürfungen und Rippenbrüche, die seine Einlieferung in das Krankenhaus nötig machten. Betriebsappell des Reichsbahn=Ausbesserungswerkes Lingen. In der großen Wagenhalle der Wagenabteilung des Reichsbahnausl###serungswerkes fand ein großer Betriebsappell statt. Die Werkkapelle leitete den Appell mit einem flotten Marsch ein. In seiner Ansprache ging Werkdirektor Reichsbahurat Lücker auf die Ehrung der Jubilare aus den letzten zwei Monaten ein. Die immer wieder vorkommenden Unfälle auf dem Werk müssen alle Betriebskameraden aneifern, die Unfallvorschriften genauestens zu beachten, damit die Unfallkurve zum Sinken gebracht wird. Nach der Ansprache fand die Ehrung von Jubilaren für 40= und 25jährige Dienstzeit statt. Der Werkdirektor fand Worte der Anerkennung für geleistete Arbeit für jeden einzelnen. Anschließend wurden ihnen die Treudienstehrenzeichen überreicht. Auch nachträglich wurden mehreren Kameraden für 40= und 25jährige Dienstzeit die Treudienstehrenzeichen ausgehändigt. Kreisamtsleiter führer und für den erkrankten Betriebsobmann der DAF den Jubilaren die herzlichsten Glückwünsche aus. Er überreichte den Jubilaren sodann die Ehrenurkunden der Deutschen Arbeitsfront 200 bis 250 Wohnungen sind sofort zu bauen Bocholt. Unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Rottmann fand im Rathaus eine Besprechung sämtlicher Wohnungsbaugenossenschaften und=gesellschaften statt, um über die nach dem Kriege durchzuführenden Wohnungs= und Siedlungsbauten zu beraten. Das Ergebnis der Sitzung war die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft aller am Wohnungsbau interessierten Genossenschaften. Zweck dieser Arbeitsgemeinschaft soll sein, Erfahrungen auf dem Gebiete des Wohnungsbaues auszutauschen und namentlich in der praktischen Durchführung des Wohnungsbaues nach dem Kriege die gegenseitige Verständigung zu erzielen. Vor allem sollen jene Bauten erstellt werden, die im Gesamtinteresse der Bevölkerung vordringlich sind. In der Besprechung wurde festgestellt, daß sofort mit dem Bau von rund 200 bis 250 Wohnungen gerechnet werden kann. Der große Fehlbedarf an Wohnungen in Bocholt hat die Stadtverwaltung dazu bewogen, diese Initiative zur Schaffung einer Arbeitsgemeinschaft mit den Baugenossenschaften einzugehen, damit zweckentsprechende Vorarbeiten geleistet werden können. des Staates, so hat es unser Führer oft genug ausgesprochen. Und er hat auch gesagt, daß eine junge Mutter wie ein Soldat an der Front steht. bereit, ihr Leben für ein neues Leben und damit für die Blüte des Volkes zu opfern. In besonderem Maße gehört deshalb unsere Hochachtung den Müttern, die ihrem Volke neue Kinder schenken, während der Vater an der Front steht. Hier vollzieht sich das große Geheimnis der völkischen Einsatz bereitschaft, die unserem Volke den Sieg verheißt. An dem Bevölkerungsüberschuß des deutschen Volkes hat unsere engere Heimat. d. h. die Stadt Rheine und der Kreis Steinfurt, stets einen bestimmten Anteil gehabt. Wenn uns auch die genauen Zahlen der Geburten im Kreise Steinfurt aus den letzten Jahren im Augenblick nicht vorliegen, so wissen wir doch aus Einzelzahlen, daß es Gemeinden in unserem Kreise gibt, die zu den kinderreichsten Orten des ganzen Reiches gehören. Auch in der Stadt Rheine war früher die Großsamilie die Regel. Aus mancherlei Gründen ist das bei den jüngeren Generationen anders geworden, aber zu keiner Zeit, selbst in den Jahren des größten Niederganges nicht, hat Rheine den Ruf als kinderfreudige Stadt verloren. Das sehen wir schon bei der Zahl unserer Schulkinder. Rheine hat, was die Zahl seiner Geburten anbelangte, immer weit über dem Reichsdurchschnitt gestanden. Seit 1934 hat nun Rheine seinen Ruf als kinderfreudige Stadt erneut gefestigt und von Jahr zu Jahr gesteigert. Dies beweist nachfolgender Ueberblick über die Geburtenzahlen seit 1930. Nach dem Absinken in den letzten Jahren bis zum Tiefstand von nur 674 Geburten im Jahre 1933 stiegen die Zahlen in den folgenden Jahren stetig, bis die Zahl der Geburten im vergangenen Jahre erstmals wieder die 1000 überschritt. Auf dem Rheiner Standesamt wurden beurkundet: 1930: 801 Geburten. 1935: 880 Geburten 1931: 783„ 1936: 939 1932: 731„ 1937: 929 1933: 674„ 1938: 1059". 1934: 871„ 1939: 1079 Diese Zahlen beweisen die gläubige Zuversicht, die unsere Volksgenossen der engsten Heimat seit dem gewaltigen Umbruch im Jahre 1933 beseelt, und sie bekunden die Lebenskraft unseres Volkes, die uns dem Endsieg gewiß ein Stück näher bringt. Deutschland wird siegen, weil es eine überlegene jugendliche Spannkraft gegenüber den vergreisten Plutokratien Englands besitzt. Familienchronik des Amtes Rheine Vom 26. August bis 1. September sind auf dem Standesamt der Amtsverwaltung folgende Beurkundungen vorgenommen worden: Geburten: Aloys Alfred Engelshove, Altenrheine, das 6. Kind; Irene Bernhardine Steggnik, Altenrheine, das 1. Kind. Sterbefälle: Anton Josef Funke, Elte, im Alter von 76 Jahren. Anterfuhrekkump, des Bannes 20s Im Rahmen der körperlichen Ertüchtigung der Hitler=Jugend fand am vergangenen Sonntag der Unterführer=Fünfkampf des Bannes 205 statt. Von den einzelnen Gefolgschaften hatte sich eine recht stattliche Zahl von Unterführern eingefunden. Um die ersten Plätze wurde im ehrlichen Wettkampf erbittert gekämpft. Oft gaben nur das eifrige Training oder die gute Technik den Auschlag für den Sieg. Recht gute Durchschnittsleistungen wurden gezeigt. Die Kampfrichetr stellten in kameradschaftlicher Weise der BDM und die Mädel des Werkes„Glaube und Schönheit". Der Unterführerfünfkampf umsaßt— wie der Name schon sagt— fünf Sportarten und zwar: 100=Meter=Lauf. Weitsprung. Kugelstoßen. Hochsprung und Keulenweitwurf. Der Wettkampf wird in zwei Stufen ausgetragen. Die 1. Stufe umfaßt die Unterführer von 14—17 Jahren, die 2. Stufe die Unterführer von 18—30 Jahren. Der Kampf wird als Einzelwettkampf durchgeführt. Die höchst zu erreichende Punktzahl für jede Sportart ist 1000. Als bester Kämpfer stellte sich am vergangenen sonntag der Unterführer Günter Kölkenbeck heraus. Von 5000 zu erreichenden Punkten erreichte er 4500. Nachstehend bringen wir die 15. Besten in der Gesamtwertung und die 3 Besten in jeder Sportarss: 1. Kölkenbeck 3/250(4500) Punkte; 2. Heils. 1/205(4090) Punket: 3. Billermann 7/205(3980) Punkte: 4. Uhlenbrock 24/205(3938); 5. Kroker, Flgr.(3923).; 6. Glinder, MHJ.(3708).; 7. Löchte, 1/205(3660).; 8. Jung.=HI.(3610) .; 9. Welle, 21/205(3572).; 10. Berkenheide, 24/205(3505).; 11. Heßling. 3/205(3478).: 12. Brockmann, 21/205(3400)..: 13. Knobbe, 2/205(3400).: 14. Maitzen, 3/205(3370) P. 15. Köttger, Flgr. 205.(3218) P. 100=Meter=Lauf: 1. Kölkenbeck, 11 Sek., 2. Billermann, 12.3 Sek., 3. Jung, 12,5 Sek. Weitsprung: 1. Uhlenbrock,.55 m. 2. Billermann,.50 m, 3. Kölkenbeck,.50 m. Kugelstoßen: 1. Heils, 13.20 m. 2. Kölkenbeck, 13.10 m. 3. Welle, 11.40 m. Hochsprung: 1. Kölkenbeck,.65 m. 2. Billmann. .60 m. Keulenweitwurf: 1. Heils, 58 m, 2. Kölkenbeck, 55 mn, 3. Uhlenbrock. 53 m. H. T. Was wird aus den Reisekassen? Sie muß ihrem Urlaubszweck erhalten bleiben. In letzter Zeit ist die Frage gestellt worden, ob es gestattet ist, die in den KdF=Reisesparkassen und ähnlichen Kassen eingezahlten Gelder zu anderen Zwecken(z. B. als Spenden für das Rote Kreuz) zu verwenden. Die Frage ist dadurch entstanden, daß jetzt im Kriege größere KdF=Reisen nicht veranstaltet werden, und damit war der Gedanke aufgekommen, daß die hierfür aufgesparten Beträge eigentlich einem anderen Zweck zugeführt werden könnten. „Hierzu wird von der Deutschen Arbeitsfront mitgeteilt: Grundsätzlich muß die anderweitige Verwendung der Beträge der Reisensparkassen verneint werden, denn es handelt sich hier um zweckgebundene Gelder. Es liegt sehr im Interesse der Gefolgschaftsmitglieder, daß die aufgesparten Gelder der Reisekassen den Mitgliedern in voller Höhe erhalten bleiben. Nach Beendigung des Krieges sollen in verstärktem Maße Kdf-Fahrten eingesetzt werden. Es ist dann von hohem Wert, daß den Gefolgschaftsmitgliedern, die vielteicht während des ganzen Krieges keinen Urlaub nehmen konnten, aus den Reisekassen Mittel zur Verteilung von KdF=Fahrten zur Verfügung stehen. Verantwortlicher Schriftleiter für den heimatlichen Text- u. Bildteil: Eduard Wenzel-Rheine. Donnerstag-Freitag risches Fischstlet saure Heringe; saure Sardinen, Frischgurken Fischhaus„Hansa“ Koch Teleson 2282 Fast neuer Annderwagen zu verkaufen. Näheres Geschäftsstelle. Zum 1. Oktober Maochen gesucht. Studienrat Rosenstengel, Heinrichstraße 25. Wir zeigen mit Freude die Geburt eines Töchterchens an Nettg Murdfield, geb. Hues Theodor Murdfield Rheine, den 3. September 1940 Wieteschstr. 14 0 Suche für meinen Sohn eine Stelle als Barviehring etwas Kenntnisse in Stenografie und Maschinenschreiben vorhand. Oeschäftsterlcgung! Meiner werten Kundschaft zur Kenntnis, daß ich mein Geschäft ab heute, Donnerstag von Klosterstraße 19, nach Rosenstraße 7 verlegt habe. Roßschlachterei Karl Reisige. Beziehen Sie sich bei Ihren Einkäufen auf die WestPg. Leiendecker vom RDB sprach als Beamten= Gute Schulzeugnisse. Näb. Gesch.#1. Tagosseltg. Ihre Vermählung geben bekannt Heinrich Koopmeiners Agnes Koopmeiners geb. Köster Rheine, den 5. 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Große feldgraue Omnibusse rollen heran, halten vor kleineren Menschengruppen, die sich um Schilder mit Ortsnamen versammelt haben. Dann unterbricht der Lautsprecher seine mahnt in gemütlichem ässez=Zeutsch:„Der setzt ankommende Oranibus fährt nach Bischheim. Achtung! Nach Bischheim einsteigen!" Vor einer Stunde erst sind diese Menschen in Straßburg eingetroffen, nach einer Abwesenheit von fast einem Dortungd der be Bohnsteig 2, steht noch der TransBiehwagen. In oder Sücstankreich herbrachte, lauter den ungefederten Eisenbahnwagen herrscht jetzt noch eine furchtbare Hitze und der unbeGitegelegendeit. ammengepferchter Menschen. Keine nichts. Einer Piebherde Pank, kein Strodhalm, lang unterwegs seaigne mes d zwei Tage und zwei Näche Schlachtiere man in Eisenbahnwagen nicht auf kem Boden. alber die heimkehrenden Elsässer, Frauen, Kinder und Greise waren dem früher so liebenswürdig tuenden Frankreich keinen Strohhalm wert. Zwei Tage und zwei Nächte auf blankem, schütterndem Viehwagenboden, liegend, stehend, kauernd— so schickte Frankreich die Elsässer wieder heim. Die Straßburger Panik von September 1939. 1. September 1939 begann die Räumung der wunderschönen Stadt. Innerhalb von drei Tagen— lo wollte es der Oberbefehlshaber dieses wichtigen Abschnittes— sollte Straßburg völlig geräumt sein. Wer jenen furchtbaren Elendsmarsch zum Bahnhof erlebt hat, wird ihn nie wieder aus seinen Angstträumen scheuchen können. Wieder einmal zeigte sich die französische Schlamperei: Es war lange nicht genug rollendes Material vorhanden, um 180000 Menschen innerhalb von drei Tagen abzutransportieren. So wurde denn in die Wagen hineingepreßt, was nur eben hineinging. Es spielten sich, dabei unerhörte Szenen ab. Manchem Straßburger ist schon damals ein Licht vom wahren Gesicht der französischen„Humanität“ aufgegangen. Aber man hatte zu schweigen, denn es standen ja ringsum die grinsenden Poilus, auf ihre Gewehre gelümmelt, und hielten Wache, daß keiner auskniff, daß keiner zu laut protestierte, daß alle Opfer auch wirklich mitkamen. Aus einem einzigen Transportzug holte man damals drei Tote, bei Ankunft in der Dordogne— junge Mütter, deren Genesungszeit einer solchen Brutalität nicht gewachsen war. Das Schuldkonto Frankreichs schwoll damals schon mächtig an. Die Bichy-Leute von 1940 als Märchenerzähler. Jetzt sind die Elsässer zurück, und auf dem gleichen Bahnhofsvorplatz, auf dem sich vor 22 Jahren Poincaré und Clemenceau theatralisch umarmten mit dem Ausspruch:„Die Volksabstimmung im Elsaß ist gemacht!" stehen jetzt die heimgekehrten Elsässer, betreut von der NSV. des Dritten Reiches. Unsere sauber gekleideten Schwestern bemühen sich um die Kinder, unsere braven Reichs=Arbeitsdienstmänner verstauen das mitgebrachte Flüchtlingsgepäck auf den Omnibus=Dachungen, und die Elsässer stehen wie gelähmt dabei. Sie staunen, weil alles so anders gekommen ist, als man es ihnen von Vichy aus gesagt hatte. In ihren Augenwinkeln glimmt bereits das erste Hoffnungslächeln. Ich mische mich unter eine dieser Gruppen. Viele junge Männer sind dabei. Entlassene Poilus. Ihre Anzüge sind dünn, lächerlich im Sitz, schlecht. Sie sollen auch nür halten bis zur Ankunft. Mehr hat Frankreich für seine entlassenen Soldaten nicht übrig.„Ja, sehen Sie sich nur diesen Anzug an“, sagt einer, der Vertrauen bekommt, weil ich ihr Elsässer=Deutsch rede,„schauen Sie sich mal den Dreck an, viel zu eng, die Hose zu kurz, an der Jacke drei Knöpfe, aber nur ein Knopfloch. Was die uns erzählt haben da drüben: Ihr werdet sofort in Konzentrationslager nach Polen kommen, hat man uns gesagt. Die Jungen werden ausgebildet und müssen gegen England, weil die deutschen Soldaten keinen Mut mehr haben und nicht mehr wollen. Wir haben wiederholt gebeten, entlassen zu werden, man hat uns immer erklärt, es sei unmöglich, Deutschland wolle die Elsässer nicht. Briefe unserer früher abgefahrenen Verwandten haben wir nie erhalten, wir konnten also nicht wissen, daß alles erlogen war, um uns gegen Deutschland aufzuhetzen.“ Jetzt mischen sich alle in die Unterhaltung. Ein junger Elsässer, mit dem strammen Brustkasten der Seeleute, erzählt:„Ich war Matrose in Toulon. Bei unserer Abteilung sind noch zahlreiche Elsässer, aber keiner weiß davon, daß wir entlassen werden sollen. Die Offiziere haben uns nie davon erzählt. In Toulon und Marseille leben zahlreiche Elsässer, Soldaten und listen, denen es völlig unbekannt geblieben ist, daß sie die Möglichkeit haben, in ihre Heimat zurückzukehren. Sie gehen bald an Heimweh zugrunde in diesem südfranzösischen Schmutz, aber man sagt ihnen immer: Ihr könnt nicht mehr zurück, die Deutschen haben die Einreise gesperrt. Ueberhaupt wird der Krieg bald fortgesetzt, und die französische Armee wird wieder siegreich in Straßburg einmarschieren. Es war nur mal eine kleine Episode, daß uns die Deutschen überrumpeln konnten, aber man wird sich rächen... So reden die Südfranzosen, überhaupt die Franzosen im unbesetzten Gebiet.“ Einige dieser Elsässer sind wie folgt freigekommen: „Wir gingen dreist zu unserem Kommandanten und erklärten, entlassen werden zu wollen. Der Kommandant wollte uns einsperren, da sind wir einfach desertiert, haben uns eine Fahrkarte bis Macon gekauft und uns dort einem Heimkehrerzug angeschlossen. So ganz haben wir der Sache ja auch nicht getraut, denn man hatte uns ja so viel Schlechtes über die Deutschen erzählt. Deutsche Soldaten nehmen oft die Heimkehrerzüge unter Maschinengewehrfeuer, dies hat man in ganz Frankreich immer wieder gehört. Zur Vorsicht legten wir uns dicht vor der Demarkationslinie auf den Fußboden der Viehwagen, nahmen volle Deckung. War das ein Gejammer unter den Frauen und Kindern, die nun ihre letzte Stunde gekommen wähnten. Beim harten Ueberfahren einer Kreuzung gab es natürlich einen ziemlichen Krach unter den Rädern, und da schrien schon einige Frauen: Jetzt schießen sie!... Aber dann, bei der Einfahrt in den Bahnhof Chalons=sur=Saone, war es ganz seltsam: Nichts von Schießen und so, nein, man empfing uns mit Musik, man gab uns Essen und Pflege, und das Rote Kreuz war plötzlich da und half den Frauen. Drüben hatten wir nie etwas von Hilfe erlebt. Die Frauen wollten zuerst die Butterbrote für die Kinder nicht nehmen. Sie können es mir glauben, ich habe selbst Frauen gesehen, die ihren Kindern die Butterbrote aus den Händchen und vom Munde weggerissen haben, als sich die deutsche Schwester herumdrehte. Nachher haben sie Brote auf der Fahrt durchs Fenster geworfen, lieber wollten sie hungern als krank werden. Man hatte ihnen immer wieder vor der Abreise in Frankreich erzählt:„Paßt auf, wenn ihr heimkommt, verweigert die Annahme von Speise und Trank der deutschen NSV., das Zeug ist alles vergiftet. Es ist ein raffiniertes Gift darin, das langsam, innerhalb von einigen Jahren, um die Ecke bringt, nicht sofort, nein, dazu sind die Deutschen zu schlau, nein, ganz langsam“. Es ist aber ein Glück, daß die meisten Frauen bekehrt waren, als sie die frischen deutschen Schwestern sahen, die so freundlich halfen. So die Elsässer. Mit Lug und Trug und den gemeinsten Mitteln wird die elsässische Bevölkerung in Südfrankreich zurückgehalten. Und jene, die trotzdem mit aller Gewalt heimwollten, setzt man unter Terror. Man spart nicht mit den niederträchtigsten Greuelmärchen, um eine Kluft des Mißtrauens zu graben. Aber stärker als das gehässige Wort ist die aufrechte Tat, stärker als die zischenden Zungen der Verleumder sind die helfenden Hände der frischen NSV.=Schwestern und der braven, sonnenverbrannten RAD.=Jungen. Die Lautsprecherstimme hallt wieder über den weiten historischen Bahnhofsvorplatz:„Der nächste Omnibus fährt nach Schiltingheim. Nicht drängeln bitte. Das Gepäck liegen lassen, das bringen die Arbeitsmänner nach. Die Mütter mit Säuglingen fahren mit NSV.= Schwestern im Sonderwagen... Bitte nicht drängeln, es ist reichlich Platz für alle...!“ Bauchlandung— meisterhaft gebaut Auch die letzte Maschine kehrte heim— Fahrwerk zerschossen, 45 Einschläge— und trotzdem gut zu Boden gebracht Von Kriegsberichter Dieter Hager) ..., im September. (PK) Es war ein ideales Flugwetter. In kurzen Abständen kehrten die Maschinen unserer Gruppe auf unseren Feldflughafen zurück. Es ist auch diesmal wieder hart zugegangen drüben. Die Tommies hatten ihre Jäger hochgeschickt, um unsere Kampfmaschinen schon vor dem Wurfziel zu vertreiben. Aber sie haben mächtig eins in den Pelz gekriegt. Die ersten von den Besatzungen einlaufenden Meldungen über die Abschüsse englischer Jäger setzen unserem Gruppenkommandeur ein zufriedenes Lächeln auf. Ein Funker, der aus einer der zuerst gelandeten Maschinen springt, hat allein zwei Jäger erwischt und fertiggemacht. Der eine ist kopfüber heruntergegangen, der andere hat in letzter Sekunde aussteigen können und seinen Fallschirm aufgebracht. Mit der Ju 88 gegen England. Unser Bild zeigt den modernsten Horizontal- und Sturzbomber der Luftwaffe, der bei den Großeinsätzen gegen England mit besonderem Erfolg eingesetzt wird(Scherl-.) Jeder der Männer ist noch ganz erfüllt von dem Erleben der letzten Stunden. Aber es wird nicht viel Aufhebens davon gemacht. Immer wieder wandert der Blick die Liegeplätze der heimgekehrten Staffeln ab: fehlt jemand? Die letzte Kette schwebt nun an. So sehr das Fernglas den Himmel auch absucht: es sind nur zwei Maschinen. Die dritte fehlt. Alles stürzt auf die beiden gelandeten Besatzungen zu. Fragende Blicke aus den Glaskanzeln empfangen uns. Sie fragen: schon da, die Kameraden, vielleicht doch vor uns gekommen? Wir schütteln mit den Köpfen. Nein, noch nicht da.„Wir haben“— erzählt der Bordmechaniker, der sich als erster auf den Rasen fallen läßt—„nur gesehen, daß unten aus der dritten Maschine etwas herausgespritzt ist. Links muß es gewesen sein. Sie ist etwas aus der Flugbahn geraten und dann rechts herausgeschert. Nachdem wir zwei feindliche Jäger abgeschüttelt hatten, sind wir nochmals über der Stelle gekreuzt. Auch Funksignale kamen nicht.“ Banges Warten erfüllt die nächsten Minuten. Eine halbe Stunde ist fast verstrichen. Wir liegen im Rasen und rauchen schweigsam eine Zigarette. Unsere Gedanken brauchen wir uns nicht zu verraten. Sie sind bei den Kameraden, die noch draußen sind. Noch eine Weile verstreicht, und keiner sagt etwas. Die Minuten schleichen träge dahin. Sie scheinen immer länger zu werden. Einer hebt das Glas und sucht küstwärts den Himmel ab. Dorther müssen sie kommen.„Momentmal da hinten...“ sagt er gedehnt und richtet sich ein wenig auf. Wir spitzen die Ohren— kein Laut regt sich mehr auf dem Platz. Ein leises Surren hören wir. Ganz langsam schwillt es an.„Sie könnten es— du: ja, sie sind es sogar. Mensch...“, brüllt uns der lange blonde Seppl wie Schwerhörige an. Und schlägt sich mit der flachen Hand aufs Knie. Die Maschine kurzt rechts heraus, um in die Landebahn zu kommen. Aber irgend etwas ist nicht in Ordnung. Jetzt erkennen wir, daß das linke Fahrwerk nicht herauskommt. Offenbar zerschossen. Nur ein Bein, das rechte, ist ausgezogen. Die Maschine dreht eine Runde in weitem Bogen um den Platz, eine zweite, dritte. Ob es gut gehen wird? Noch eine Runde: die vierte. Jetzt endlich hält sie aufs Landekreuz zu, geht tiefer, setzt ganz dicht über ein Kornfeld hinweg, schwebt an zur Landung. Und jetzt startet der Flugzeugführer doch wieder durch, reißt mit aller Kraft seine Kiste über das Dach des Kommandanturgebäudes hinweg und geht in die Linkskurve zu einer neuen Platzrunde. Wieder hält er auf das Landekreuz. Er hat jetzt weniger Fahrt drauf. Die Blicke aller sind starr auf das eine, wie hilflos heraushängende Fahrgestell gerichtet. Jetzt schwebt die Maschine über das Landekreuz hinweg. Unwillkürlich halten wir den Atem an. Bei der ersten Berührung mit dem Boden schlägt das Fahrgestell blitzartig und fast geräuschlos in den Leiv der Maschine ein und ist verschwunden. Jetzt wie ein Torpedo rutscht die Maschine pfeilschnell dicht über das Feld hinweg, leicht, fast sedernd, setzt der Rumpf auf den Rasen. Rechts und links spritzen Grassetzen hoch auf. Ohne noch einen Sprung zu machen, schurrt die Maschine noch 100, 150 Meter weiter und bleibt liegen. Genau in der Landerichtung. Der Flugzeugführer hat eine meisterhafte Bauchlandung gebaut! Niemand ist durch den Aufschlag am Boden verletzt. Mit zerschossenem Fahrwerk und trotz der 45 Einschläge, die wir am Rumpf zählen, ist die Maschine ohne weitere Schäden zu Boden gekommen. Eine gewaltige organisatorische Sesung Neustadt a. d. Weinstraße, im September. Die im September und Oktober vorigen Jahres von der Grenze ins Innere des Reiches evakuierten etwa 500000 Volksgenossen aus dem Gau Saarpfalz konnten bis auf wenige Zehntausende wieder in ihre Heimat zurückkehren. Der Rücktransport und die Wiederansetzung dieser Volksgenossen in den Städten und Dörfern der Saarpfalz bedeutet eine organisatorische Leistung der in die Rückführung eingeschalteten Partei= und Behördendienststellen, die Bewunderung verdient, wenn man sich die Schwierigkeiten vor Augen hält, die behoben werden mußten, um das normale Leben in den freigemachten Gebieten wieder anlaufen zu lassen. Besonders anzuerkennen sind auch die Leistungen der Deutschen Reichsbahn, die trotz ihrer gewaltigen Kriegsaufgaben täglich zahlreiche Sonderzüge für den Rücktransport der Heimkehrer laufen läßt. Nummer 243 Der Führer stiftete einen„Narvik-Schild“. Er wird nur zur Uniform getragen, und zwar für Heer und Luftwaffe silberfarben, für die Kriegsmarine goldfarben(Scherl-.) 2. (e Der Goldschatz im Keller Ein verhängnisvolles Vermächtnis Seestadt Rostock, im September. Ein bejahrter Rostocker hinterließ seinen beiden Söhnen nicht nur ein gutgehendes Geschäft mit einem Monatseinkommen von mehr als 2000 Mark, er teilte seinen Erben als letztes Geheimnis noch mit, daß in dem Keller des Hauses, das die beiden Brüder gemeinschaftlich mit ihren Familien bewohnten, in einem Kasten ein Gold= und Silberschatz im Werte von 6000 Mk. liegen. Nach dem Tod des einen Sohnes erinnerte sich seine Frau des Goldschatzes im Keller, grub ihn aus und nahm die Hälfte an sich. Den anderen Teil versteckte sie in einer dem Schwager gehörenden Kiste. Das Gold brannte aber beiden Parteien in den Händen, denn sie wußten, daß man deutsches Gold innerhalb von drei Tagen, nachdem man in seinen Besitz gekommen ist, abliefern muß. Große Familienkonferenzen wurden abgehalten, bis man endlich beschloß, das Gold bei einer öffentlichen Sammlung in die Sammelbüchsen zu stecken. Inzwischen erfuhr die Polizei von dem geheimnisvollen Schatz und brachte die beiden Goldbesitzer wegen Devisenvergehens vor Gericht. Drei Monate Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe und 6 Monate Gefängnis und ebenfalls 5000 Mark Geldstrafe brachte das Vermächtnis den beiden ein. Außerdem wurde das Gold beschlagnahmt. Speckseiten als Stempel benutzt Oldenburg. im September. Ein ganz raffiniertes Betrugsverfahren hatte sich ein Schlachtermeister in Jever ausgedacht. Er hatte 150 Schweine, 36 Kälber und 12 Jungrinder schwarzgeschlachtet, ohne sie vorher einem Fleischbeschauer oder einem Tierarzt zum Beschauen vorzuführen. Damit seine Verfehlungen nicht bekannt wurden, kam der Angeklagte auf die merkwürdige Idee, die Speckseiten, Schinken und Fleischstücke der schwarzgeschlachteten Tiere zusammen mit dem Fleisch ordnungsmäßig geschlachteter Schweine einzusalzen und dabei die Fleischstücke und Speckseiten so aneinanderzupressen, daß sich der Fleischbeschaustempel auch auf das Fleisch der schwarzgeschlachteten Tiere übertrug. Die Strafkammer Oldenburg verurteilte den Angeklagten zu vier Monaten Gefängnis, 4000 RM. Geldstrafe und zur Leistung eines Wertersatzes in Höhe von 19947 RM. Ein Krokodil entwichen Kopenhagen, im September# In der dänischen Hauptstadt ist am Sonntag ein Krokodil aus seiner Behausung entwichen, wodurch ein ganzer Stadtteil in Aufregung und Schrecken versetzt wurde. Die Polizei, die eine ausgedehnte Suchaktion nach dem gefährlichen Reptil durchführte, konnte bisher noch keine Spur entdecken. Man nimmt an, daß das zwei Meter lange Ungeheuer sich hinter einem Gebüsch versteckt hält und auf eine passende Gelegenheit wartet um seinen Hunger zu stillen. Aus diesem Grunde erfolgt in der Presse die eindringliche Warnung, sich vorläufig von allen Parks fernzuhalten, um so mehr, als es Eigenart der Krokodile sei, ihre Opfer von hinten zu überfallen. Auf dem Spoziergang erschossen Rätselhafter Mord und Selbstmord Hildburghausen, im September. Zwei Todesopfer forderte ein Unglück, dessen Ursache noch ungeklärt ist, in dem kleinen Thüringer Dorf Harras im Kreise Hilbburghausen. Ein 21jähriger Einwohner forderte in den späten Abendstunden ein ihm bekanntes Mädchen auf, ihn ein Stück Weges zu begleiten, da er ihr etwas zu erzählen habe. Arglos ging das Mädchen mit dem jungen Mann. Plötzlich hörten Dorfbewohner laute Hilferufe. Als sie zu Hilfe eilen wollten, fiel ein Schuß, der das Mädchen tödlich traf. Der Täter, der die ihn Verfolgenden mit der Pistole bedrohte, richtete die Waffe dann gegen sich selbst und erschoß sich. 400 Störche halten Ilugübungen ab Grünberg, im September Ein seltenes Naturschauspiel, das zahlreiche Tierfreunde anlockt, bietet sich zur Zeit auf den Wiesen in der Nähe des Gutes Friedrichshof bei Schlesisch=Nittkow. Nicht weniger als 400 Störche haben sich hier vor ihrem großen Zug nach dem sonnigen Süden versammelt, um ihre leten Flugübungen abzuhalten. Unaufhörlich starten und landen sie, während die übrigen sachverständig zusehen. Das Naturschutzgebiet der Zauche ist in der gleichen Zeit zum Paradies der Kraniche geworden. Täglich treffen hier neue Trupps dieser Riesenvögel aus dem Norden ein, die sich einige Tage aufhalten und dann weiterziehen. Die Dänen sind die stärksten Eisesser Kopenhagen, im September Das kleine Dänemark ist, wie von fachmännischer Seite festgestellt wird, das Land mit dem größten Speiseeisverbrauch in Europa. Die größeren Unternehmer produzieren für 8 bis 10 Millionen Kronen Eis im Jahre, und dazu kommen noch die unzähllgen Kleinerzeuger. Der jährliche Gesamtumsatz wird in Dänemark auf 15 Millionen Kronen geschätzt. Allein in Kopenhagen werden an einem warmen Sommertag 300000 Eisportionen gegessen. Daneben wird Speiseeis aber auch zur Herstellung von Konditorwaren viel verbraucht.„Iskager"— Eiskuchen— also Kuchen, die mit Fruchteis gefüllt sind, waren in Kopenhagen schon um die Jahrhundertwende stark verbreitet. Gleich Mann und Frau auf der Trinkerliste Waldenburg, im September. Daß Mann und Frau gleichzeitig so hemmungslose Alkoholiker sind, daß gegen sie gemeinsam ein Wirtshausverbot verhängt werden muß, ist sicher selten. In Neurode hat sich dieser Fall ereignet. Dort wurde ein Ehepaar für die Dauer eines Jahres auf die Trinkerliste gesetzt. Den Bahndamm entlang Von Ludwig Klug Der rotfuchsige Bahnn ter kann sich nicht an die alltäglichsten Sachen gewöhnen. Jedes und jedes Mal, wenn ich aus der Senke heraus hinter dem strubbeligen Weidenbuschwerk her den Eisenbahndamm erklettere und mit dem ruhigen Schritte der Selbstverständlichkeit zwischen den Schienen über die schmale Eisenbrücke gehe, die der Fiskus hier über das tiefe Wasser gespannt hat, jedes Mal stangelt dieser Mann mit Armen und Beinen in der Luft herum, rauft sich die Haare und schreit schmutzige Wünsche hinter mir her in die saubere Gegend hinein. Aber ich kann ihm nicht helfen. Solange hier auf eine gute halbe Stunde rundum keine andere Brücke über die Beeke führt, solange muß ich eben über diese gehen. Immerhin werde ich gelegentlich doch einmal diesen Schreier in seinem Glaskasten anbirschen und ihn entweder mit einer Privatzigarre vertraut machen oder mit einer Gästezigarre verblüffen. Denn den Weg hier, den laß' ich mir nicht nehmen. Dafür ist er viel zu schön. Gleich hinter der Eisenbahnbrücke liegt der große gelbe Sandbruch, der an seinen Seiten mit krausem Weidenbuschwerk bestanden ist und auf seinem breitdachigen Kopfe eine Mütze trägt von dichtem und verworrenem Kieferngestrüpp. Seitwärts des Sandlochs liegen die Karnickelbaue. Eine Unzahl von Familien hausen hier zusammen, in denen eine bedenkenlose Polygamie herrscht. Der Gemeindeälteste ist Hännes Kratzbolle, der dicke Rammler. Er muß wohl so was wie Amtsvorsteher sein, denn er findet unbedingten Gehorsam bei seiner hoppeligen Gemeinde. Vielleicht ist er aber auch bloß der Dorfbüttel, denn manchmal haut er seinem Volk die Läufe um die Löffel, daß es man so mülmt. Mir schenkt er stets eine gemessene Beachtung. Aber auf nähere Bekanntschaft läßt er sich nicht ein. Geht man ein Stück an dem Eichenjungwald lang, der sich von dem Sandbruch her immer in gleichem Abstand von der Bahnstrecke ganz weit hinzieht, dann kommt man bald an eine breite Schneise. Die ist anworrig und darum stehen in ihr die Farrenbüsche in breitausladenden und saftig grünen und launisch ausgezackten Trichtern überall umher. Und aus dem satten weichen Gras schwanken die harten und scharfen Kurzhalme des Wiesenschilfs. Grellfarbige Sumpfblumen liegen bunt umhergestreut. Schachtelhalme stehen dicht beisammen. Aus dem Graben aber, der seicht und feucht und dunkef mitten durch die Schneise läaft, ragen die Katzenschwanzhalme in zusammengedrängten Büscheln. Wenn man gleich da, wo der Jungwald doch einmal sein Ende findet, sich scharf nach rechts wendet, sieht man in eine bunte und wellige und kahle Heidelandschaft hinein, von der man gar nicht glauben kann, daß sie einmal irgendwo wieder aufhören könnte. Nur ein ganz feiner blauer und vielfach gekrümmter Strich läßt weit dahinten die Hügel ahnen, hinter denen sich in unendlicher Weite das Nutzland dehnt. Der Heidesand, durch den die Eisenschienen laufen wie endlose silbergleißende Bänder, ist so graubraun, daß er wie aschig aussieht. Zwischen den altersgedunkelten Holzschwellen stehen hier und da feine kurze Grasbüschelchen wie vergessen und verloren. Der schmale Fußpad, der neben den Schienen unter den Telegraphendrähten herläuft, ist weich und verweht, denn er wird selten einmal benutzt. Auf dem breiten Stück Unland, das sich neben ihm herzieht, muß vor nicht zu langer Zeit einmal der Heidebrand spazieren gegangen sein. Der Regen hat die schwarzbraune Brandnarbe noch nicht recht wieder aufhellen können. Das junge und zierliche Heidekraut steht noch verschüchtert dünn und matt. Und hier und da liegen noch verkohlte rissige Stämmchen und Aeste. Ein ganzes Stück weiter und jenseits des Schienenweges steht eine Eichenschonung. Wenigstens sollte das verkrüppelte und verhungerte Grün, das irgend ein Naar da in dem kahlen Sandboden aussetzte, eine Schonung werden. Krank und elend wird es einem, wenn man den jammervollen Unverstand bedenkt und mitleidsvoll die sterbenden Jungeichenstämmchen ansieht mit ihrem kranken Laub und ihrem vertrocknenden Holz. Gleich dahinter schwingt die Heide ein paar weiche Bodenwellen, die mit der bunten Pracht ihrer wildverkrauteten leichten Hänge die Augen auf sich ziehen. Quer durch die seichten Täler schneidet weiß und gelb und ernst die Düne. Sie ist nicht hoch, aber sie ist breit und weichsandig und abgerundet von Wind und Regen. Hinter der Düne liegt Eduard Beeses Kotten. Er sieht ärmlich genug aus. Und es gehört sehr wenig Nutzland zu ihm. Es langt just für eine Kuh und für zwei Ziegen und für Ede selbst und seine grobknochige stille und fleißige Frau und für das gute halbe Dutzend Kinder, das sie haben, und das in Sonnenschein und Regen derb und lustig wie von selbst aufwächst. Es ist ein armseliger Besitz. Aber Ede Beese ist so froh auf ihm wie ein König in seinem Prunksaal. Das kommt daher, daß Ede in einer Berliner Kellerwohnung geboren wurde. Als zehntes oder elftes Kind eines Gelegenheitsarbeiters. Da ist er es schlecht gewohnt geworden, denn als er eben erst soweit heran war, mußte er schon als Schlafbursche gehen, weil in der einzigen engen Stube seiner Eltern kein Platz mehr für ihn war. Und dann ist Ede gewandert, Hier war er und dort. Er weiß das selbst alles nicht mehr so recht. Schließlich warf ihn einmal irgendein sinnloser Zufall unter einen fahrenden Zug. Der schnitt ihm den linken Unterarm bis zum Ellbogengelenk glatt ab. Da bekam Ede eine kleine Rente und eine Anstellung als Schrankenwärter. So kam er an die Stelle, wo ein Stück weiter dahinten der Fahrweg über den Eisenbahndamm kriecht. Dann hat Ede angefangen, mit einem Arm und mit eisernem Fleiß ein Stück Unland zu kultivieren, das irgendein Großbauer ihm überließ. Aus dem einen Stück wurden zwei und mehrere. Als Ede erst jemanden gefunden hatte, der ihm auf sein ehrliches Gesicht ein Stück Geld borgte, gerade genug, um ein ganz kleines Kötterhaus davon zu bauen, da pfiff er auf den preußisch=hessischen Eisenbahndienst und wurde Heidekötter, heiratete, kriegte Kinder und fing an, seine Schulden abzubezahlen. Damit ist er noch heute Zugange, trotzdem er schon eine ganze Menge graue Haare hat. Aber ist kein Schlafbursche mehr und kein Landstreicher, sondern ein regelrichtiger Bauersmann. Darauf ist er unbändig stolz. Und er und seine ganze Rasselbande sind den ganzen Tag lustig und aufgedreht und singen und flöten, daß es eine Art hat. Sie sind auf gleichem Fuß mit all ihren Nachbarsleuten. Nur der verdrießliche alte Vorsteher schüttelt noch manchesmal den grauhaarigen Kopf:„Et blievt doch Berliner Windbüels“, sagt er verdreht. Der Nadelwald kommt von beiden Seiten wie neugierig auf die Bahnstrecke zu. Aber auf beiden Seiten macht er auch schon ein Stück vor den Schienen wieder Halt. Und das ist gut so, denn der Funkenwurf der Weisheit an der Straße Von Walter von Molo An der verlassenen Gebirgsstraße, auf der auch Goethe nach Italien gefahren sein soll, stehen vor dem weiten Halbkreis der erhabenen Berge, die er erblickte, wie wir sie heute noch sehen, große, sehr alte Bäume. Man kann ihre Stämme mit beiden Armen nicht umfossen. Oft habe ich darüber nachgedacht, was diese Bäume erzählen könnten, wenn sie in Worten unserer Art sprächen. Was ist auf dieser Straße nicht alles vorübergewandert, gerollt und geritten? Straßen sind so wenig Zufälligkeiten wie Wasserläufe, auch sie unterstehen der tiefen Gesetzlichkeit. Eines Tages war der alte Schreiner dabei, einen dieser Riesenbäume zu fällen. Er schlug mit der Axt auf den Stamm ein, und eine große, gefährliche Säge lag bereit. Ich trat hinzu und sagte, ehrlich erschrocken: „Aber, Mensch, warum denn? Es ist doch schade um den Baumi“ 2= ist doch sa Der Alte hielt ein, starrte zu mir verwundert auf und verstand mich in keiner Weise; er gab zur Antwort: „Ja, warum denn? Es wachsen doch wieder neue?!“ Darauf konnte ich nichts erwidern, denn er hatte unbestreitbar recht. Oft habe ich überlegt, die geliebten Bäume in meinem Grundstück betrachtend: Wie hoch, wie stark werden sie sein, wie weit werden ihre Schatten reichen in der Stunde, in der ich sterben muß? Das Ergebnis war stets: Die Bäume werden etwas dicker sein, die Kronen voller, aber nicht um viel. Denn ein Baum sieht zahlreiche Menschenleben kommen und verschwinden. Unser Leben währt nach dem Zeitmaß der Bäume, wenn es lange dauert, ein paar Jahre. Gewiß wachsen wieder neue Bäume, gewiß werden auch sie groß und stark werden; aber ich kann sie nicht mehr sehen! Ich werde an ihnen nicht mehr Freude haben. Der Schreiner dachte an keinen bestimmten, an keinen eigenen Baum, er dachte nicht an sich. Er war im Ganzen und kümmerte sich nicht um die vergängliche Zeit: mein Denken war klein. Aber wenn es diese Liebe zu Bestimmtem nicht gäbe, verlöre das Ganze den Wert; es hat ihn nur durch uns. Der Alte umsing mit Vertrauen diese Unendlichkeit und gewann Bauholz für sein Geschäft. Immer gabelt sich die Rune; sie greift von der Erde doppelt zum Himmel auf und doppelt in die Erde hinein. Es gibt keinen Himmel ohne die Erde und keine Erde ohne Himmel. Immer wachsen die Bäume von der Erde dem Himmel zu, nehmen sie ihre Kraft aus der Luft und aus dem Boden, und keiner erreicht die Ferne. Sie sind Mittler zur Erkenntnis: Wer alles für sich erhalten will, verliert; wer dieses Wollen opfert, steht stark im Tag und nützt. Alles wächst immer wieder neu. Ich grüßte zustimmend den Schreiner, er hatte recht. Er grüßte zurück, wir waren einig Maschinen würde ihm sonst in trockenem Hochsommer längst einmal ein Licht aufgesteckt haben. Auf dem breiten Streifen zwischen Wald und Schienen wachsen helle, leuchtende Königskerzen in schlanker Pracht aus den verloren umherstehenden kurzen Heidegrasbüscheln. Gerade hier haben sie sich zu so vielen und so dicht hingestellt, daß man vorsichtig gehen muß, um nicht doch eine der stolzen Schönen zu verletzten oder gar niederzutreten. Das wäre schade, denn gar zu fein sehen sie aus, wenn sie ihre schmiegsamen und geraden Leiber vor dem Gedunkel des Nadelwaldes leise und ruhig hinund herwiegen. Wenn man über den Grabenbord springt und sich zwischen den beiden düsteren Machangeln durchdrängt in die Nadelholzbüsche hinein, stößt man nach ein paar Schritten auf einen verlorenen und verwachsenen Holzweg. Der schmiegt sich in sonderbaren Windungen zwischen den Fichten= und Kiefernstämmen durch und senkt sich ganz unmerklich und leise. Er zieht sich lang hin. Aber einmal findet er doch ein Ende und tkitt breit, und frei aus dem Wald hinaus auf eine Weidenfläche, in der er sich sanft und spurlos verliert. Die Weiden strecken sich weit nach rechts und links aus. Sie sind schmal und begleiten die Beeke wie grünes Band. Die Beeke liegt gerade vorauf. W sieht sie erst, wenn man dicht an ihrem User steht. Denn sie ist tief eingebettet. Kaum, daß die Weidenbüsche von denen die Uferhänge dicht gesäumt sind, noch eber über den Rand des Wiesengrundes hinwegschauer können. An dem hohen Uferrand der Beeke führt ein fest getretener Fußweg lang. Das ist der Melkepad, den di Mägde gehen, wenn sie mit den leeren Eimern deKühen zu Leibe rücken oder mit den vollen wieder Hofe wollen. Geht man in der Richtung weiter, der Melkepad wies, oder folgt man einfach dem Besk: ie kommt man an eine große und dichte Wallhece. In der ist ein enges Loch, durch das man sich schieben muß, wenn man an der anderen Seite ein Stückchen weiter den Schienenstrang wieder sehen will. Gleich neben den Schienen liegt ein alter klobiger und vermorschter Eichenstamm, den das Moos von allen großer Heckenrosenbasch ensamm ist en Ich sitze auf dem alten Eichenstamm, besehe mir die Gegend und ruhe mich aus. Und warte, bis der Abendzug hier vorbeirasselt und pustet. Denn ich will nicht. den ganzen Nachmittag an der Bahnstrecke herumvagt huben, ohne nicht wenigstens einen einzigen Zug gesen zu haben. Und ich will wieder einmal heimlich die Le## bemitleiden können, die nun im Galopp durch die Gege sausen und so gar nichts und gar nichts von ihrer heit zu wissen kriegen. ein Man Denn ** di Use dichte 5. September 1940 Westfälische Tageszeitung Nummer 243 Die Kohige Eirde? von Rudolf Rauso! Jänicken, der„Gerge“, wie man ihn hier überall freundlich nennt, ist nun Herr eines großen Hofes und dazu eines sehr alten und angesehenen. Die Verschreibung datiert aus dem Jahre 1687, und seither saßen seine Vorfahren hier. Nichts haben sie von ihrem ursprünglichen Besitz abgegeben, auch den schönen Kiefernwald am Haff nicht. aus dem man die besten Masten für die Segelkähne des Kurischen Haffes herausschlagen kann. Es waren wohl tüchtige Wirte, die Jänicken der ganzen Abnenreihe. Der Gerge ist freilich noch etwas jung und hat nicht daran gedacht, so bald den Hof übernehmen zu müssen. Sein Vater ging infolge eines Unglücksfalles allzu früh dahin. Er glitt nämlich beim Dachdecken aus und stürzte ab, und wenn das Dach des alten Stalles auch nicht zu hoch war und unten sogar einige Schilfbündel lagen, die den Fall milderten, so erholte er sich doch nicht mehr von den Quetschungen und siechte langsam dahin. Fleißig und umsichtig ist der Gerge schon, und den Hof hält er in Ordnung. aber ein richtiger Bauer, nein, das ist er nicht. Wenigstens behaupten das alle im Dorf. Der Gerge will nämlich die Bärbel heiraten, ein blutarmes Kätnermädchen, das sogar noch vor kurzem auf dem väterlichen Hof gedient hat. Die Liebschaft zwischen den beiden hat man im Sommer wohl bemerkt. Schließlich waren sie ja nicht allein in dem Kiefernwäldchen am Haff, wenn es dem alten Jänicke auch gehörte, sondern auch andere, die mit der Liebe Not hatten, saßen hier im Schilf. Das ist nun mal so, daß nimmt ihm und auch den anderen niemand übel. Aber nun, nach dem Tode des Alten, liegen die Dinge doch anders. Ein Großbauer kann doch kein Kätnermädchen heiraten, dazu noch eine, die mit ihm im Schilf gesessen hat. Die würdigen Bauern ringsum schütteln die Köpfe. Das macht man doch mit Gold ab, wenn wirklich etwas sein sollte, oder mit einer Handbewegung. Das sollte der Gerge, so jung er noch ist, doch eigentlich auch schon wissen. Das paßt doch gar nicht zu dem alten Hof und zu der Ahnenreihe der Jänicken. Das ganze Dorf fühlt. sich durch diese Sache halbwegs erniedrigt, denn der Jänickenhof ist der vornehmste. Mädchen gibt es schließlich überall in Hülle und Fülle, aber kein Geld, und so wohlhabend der Gerge zweifellos ist, Geld kann er in dieser schweren Zeit doch gebrauchen... Im Krug hat man nur von ihm und der Bärbel zu reden. Der Gemeindevorsteher sagt:„Eine Vernunftehe kann man nur schließen, wenn man Vernunft hat, aber der Gerge hat nun mal keine, Prost!“ Und der Jan, der schon drei Mädchen mit Kindern herumsitzen hat und es immer in rücksichsloser Weise verstanden hat, sich um seine Pflichten herumzudrücken, grinst:„Er hat soviel Gefühl der Gerge, aber wenn ich seinen Hof hätte an Stelle meiner Klitsche, dann...“. Man weiß schon, was er meint, man weiß auch, daß ein Mädchen seinetwegen ins Wasser gegangen ist, aber trotzdem muß man doch lachen, wie er seinen Mund bei dem Wort „Gefühl“, so spitzt, als setze er zu einem Flötenkonzert an. Wie Gerge später von diesem Gerede hört, denn man hört alles im Dorf, denkt er: der Jan, der ist schon der Richtige! Aber der steht da. aller Ehren voll. und keiner schämt sich, zu ihm „Prost“ zu sagen... Die Bärbel kommt also auf den Hof. Nicht in einer Kutsche gefahren, sondern zu Fuß. Sie ist ein scheues Menschenkind, aber bereit, für ihre Liebe; zu kämpfen, und soviel weiß sie ja auch, daß ihr das Schicksal diesen Kampf leichter gemacht hat als dem Gerge. Wie sie in die Küche tritt, in der sie alles: noch von ihrer Dienstzeit gut kennt, steht da die: Tante des Gerges und macht ein hochmütiges Ge: sicht.„Geh' nur gleich in die Scheune, dort werden sie dich brauchen“, sagte sie lauernd. Aber Bärbel reckt sich hoch auf und antwortet:„Ich werde nicht: in die Scheune gehen, sondern Brot für das Gesinde: abschneiden".—„Wenn du das Brot abschneiden: willst, dann bin ich ja hier überflüssig“, schreit die: Tante und knallt die Küchentür zu. In der Stube macht sie dem Gerge einen Auftritt, daß die Wände zittern. Er sollte sich die Augen aus dem Kopfe schämen, und seine Vorfahren väterlicher= und mütterlicherseits würden sich im Grab umdrehen. Die Balken des alten.: ehrenwerten Hauses würden sich vor Scham biegen. das Vieh würde behert und das Wasser im Brun: nen ungenießbar werden. Ach, diese fürchterlichen Wünsche nehmen kein Ende, und der gute Junge: steht da und hört sich alles an. Schließlich ergreift ihn ein heiliger Zorn und er schreit, das beherte Vieh und das verdorbene Wasser im Brunnen seien halb so schlimm wie ihre giftigen Redensarten. Aber doch ist sie ihm über. Irgend etwas gibt ihr die Kraft, so zu ihm zu sprechen. Nach einer Stunde rollt der Wagen mit der Tante vom Hof, daß die Funken stieben. Inzwischen ist in der Küche der Teufel los. Die alte Magd, die schon seit Jahrzehnten zum Hof gehört, erklärt Bärbel, sie sei ihr gar nichts, und sie denke nicht daran, sich von ihr etwas sagen zu lassen. Dabei lacht sie hohnvoll auf und läßt zur Bekräftigung einen Teller auf den Boden fallen. Mitten in diesen Krach fallen Worte wie„Erbschleicherin" und noch viel schlimmere, die in ihrem Sinn sehr eindeutig sind. Gerge, der etwas später kommt, versucht sie zu beruhigen, aber sie packt schon ihre Sachen in der Kammer. Den Knecht, der zu seinen höhnischen Bemerkungen offenbar vom Dorf aufgehetzt ist, zahlt er gleich aus und läßt ihn auf der Stelle gehen. Nun sind sie beide allein. Bärbel hängt ihm weinend am Hals. Daß seine Verwandten gegen ihn sind, damit hat er gerechnet. Aber die Geschichte mit der alten Magd, zu deren Füßen er noch als Junge gespielt hat, gibt ihm doch zu denken. Es ist ihm, als sei er gesunken, tief, allzu tief. Da sprechen die Menschen soviel von Gleichheit und Gemeinschaft und können sich nicht genug damit tun, und hier, wo er aus übervollem Herzen diese Gleichheit herstellen will, wenigstens für seinen eigenen kleinen Kreis, da trifft ihn blutiger Hohn. Sogar die Knechte und Mägde, die sich eigentlich geehrt fühlen sollten, wenden sich voller Verachtung ab. Es wird eine sehr kleine, aber einsame Hochzeit auf dem Hof. Gerge hat einen bitteren Zug um den Mund. aber er steht ungebeugt da. Es schadet nichts, wenn man schon sehr früh lernt, wie Menschen wirklich sind. Das Vieh ist nicht behert und das Wasser im Brunnen nicht vergiftet. Ein Knecht und eine Magd aus einer anderen Gegend machen still ihre Arbeit. Die Vorfahren werden sich nicht im Grabe umdrehen, denn was er tat, muß auch in ihrem Blut gelegen haben, wie könnte er es sonst tun? Nein, die Vorfahren werden sich nicht im Grabe umdrehen, aber die Nachkommen regen sich schon im traumhaften Entwicklungsschlaf, und das ist wohl die einzige Hoffnung in diesen trüben Tagen. Die unheimliche Farm von Butantan Ein Deutscher unter 80000 Giftschlangen— Vergiftetes Pferdeblut als wirkungsvolles Serum Vor kurzem kehrte der Augsburger I. M. nach mehrjährigem Aufenthalt in Brasilien, wo er in der bekannten Schlangenfarm Butantan bei Sao Paolo einer gefährlichen Beschäftigung nachging, wieder in seine Heimat zurück. über seine Eindrücke in diesem„Paradies der 80000 Schlangen“ weiß er folgende interessante Einzelheiten zu berichten: Ein Hügel in der Bannmeile der brasilianischen Hauptstadt Sao Paolo, ein Gelände von etwa 10.000 Morgen, stark ummauert und vergittert, das ist Butantan. Von weitem schon sieht man das schneeweiße Verwaltungshaus leuchten, das inmitten von Hunderten von steilen Wassergräben umgebenen Landinseln steht. Da wimmelt es nur so von gefährlichen Vipern, die zu Klumpen geballt und in wirren Knäueln träge in der heißen Sonne liegen oder aus ihren kleinen„Häusern“ herauskommen, die wie riesige Maulwurfshügel aus Kalkstein aussehen; halb in die Erde versenkte Kuppeln mit vier Schlupflöchern. Jeder brasilianischer Farmer ist Mitarbeiter und Interessent der Farm. In allen Häusern findet man stets eine eigene vorgerichtete Versandkiste. Darin werden gefangene Giftschlangen verpackt, zur nächsten Station gebracht und nach Butantan geschickt. Post und Bahn befördern solche Passagiere gratis. 80000 Giftschlangen hat diese sonderbare Farm auf solche Art in den letzten 25 Jahren zugeschickt erhalten. Das Hauptkontingent stellen dabei die Klapperschlangen, deren Gift fünfmal gefährlicher ist als das alker anderen Vipern. Jeder neueintreffenden Schlange wird sofort das Gift abgenommen, indem man sie in kleine Glasschälchen beißen läßt, in die sich die gefährliche wasserhelle oder gelbliche Flüssigkeit ergießt. Dieses Gift wird zuerst in kleinen, dann in immer größeren Dosen Pferden eingespritzt, die zu diesem Zweck ebenfalls in Butantan gehalten werden. Nach ungefähr einem Jahr kann ein Pferd das Hundertfache einer sonst unbedingt tödlichen Gifteinspritzung vertragen und nach dieser Zeit werden dem Tier—6 Liter Blut aus der Halsader entnommen. Das geronnene Blut dient dann zur eigentlichen Serumbereitung. Vier Sorten Sera werden in Butantan hergestellt: eines gegen den Biß der Klapperschlange, eines gegen Lachesisschlangen, ein drittes, das die Vergiftung durch Bisse von Brillen= und Korallenschlangen heilt und ein gemischtes Serum, das gegen den Biß aller dieser Arten schützt und meist in solchen Fällen angewendet wird, in denen man nicht genau weiß, von welcher Schlangenart ein Patient gebissen worden ist. Und nun kommt der Dank Butantans an die Farmer, die das Institut ständig mit Material versorgen. Denn die Einsender liefern die Vipern nicht nur deshalb, weil sie der Wissenschaft helfen wollen, sondern vielmehr aus einem sehr verständlichen persönlichen Interesse heraus. Wer nämlich eine Giftschlange nach Die unter Führung des Generaldirektors der spanischen Sicherheitspolizei, José Conte de Mayalde, in Berlin weilende spanische Polizeikommission besichtigte in Begleitung des Chefs der Deutschen Ordnungspolizei, General Daluege, auch die Technische Polizeischule. Polizeichef Conte de Mayalde überzeugt sich vom einwandfreien Arbeiten der neuesten Nachrichtenübermittlungsanlage unserer Polizei: eine drahtlose Telephon-, Sende- und Empfangsanlage, die es den Angehörigen der Polizeistreifen ermöglicht, auch während der Fahrten untereinander und mit der Zentrale jederzeit in Verbindung zu kommen(Scherl-.) Butantan geliefert hat, erhält postwendend wieder eine fertig adressierte Versandkiste für seinen nächsten Fang. In dieser Kiste aber ist noch ein Geschenk der Schlangenfarm enthalten: eine Glasröhre mit Serum. So helfen sich die von den Giftschlangen geplagten Farmer und die Schlangenfarm gegenseitig, und man hat ausgerechnet, daß durch die Ardeit dieses vom brasilianischen Staat finanzierten Institutes jährlich allein in Brasilien 50000 Menschen vor dem Tod durch Schlangenbiß bewahrt werden. die Ohrensteuer Zu den merkwürdigsten Steuern, die es je gegeben hat, gehörte eine alte Steuer in Tibet, die für den Geldbedarf des Dalai Lama erhoben wurde, sie ist sogar in neuerer Zeit einmal wieder belebt worden. Jeder Tibetaner mußte seine Ohren versteuern. Um nicht zahlen zu müssen, zogen es viele Tibetaner vor, sich diese Knorpel, die man ja nicht unbedingt zum Leben braucht, abschneiden zu lassen und schlugen so dem Steuererheber ein Schnippchen. Andererseits war es für die reichen Leute, die die Steuer zahlen konnten, ein nicht unwillkommener Anlaß damit zu prunken, indem sie das Vorhandensein ihrer Ohren durch schwere goldene Behänge oder große Perlen in den Ohrläppchen noch ganz besonders betonten. Buntes Weltgeschehen W I M Ksn : Seehunde sind mit ziemlicher Intelligenz begabt und slassen sich leicht abrichten. Aber daß diese Robben auch s zur Rettung von Schiffbrüchigen verwendet werden kon#nen, ist zweifellos neu. Zwei norwegische Schiffer kamen #auf den Gedanken, einige Seehunde dazu abzurichten, fauf ihren Befehl ins Wasser zu gehen und ein Tauende „nach einer bestimmten Stelle zu schleppen. Der Versuch # gelang vorzüglich. Seitdem besteht in Haaren eine Retstungsstation, bei der eine Anzahl solcher abgerichteter =Seehunde gehalten werden. Ist nun bei Sturmwetter sein Schiff an den Klippen eines Fjordes gescheitert, idann bringt man die gelehrigen Seehunde sofort zu : Wasser. Sie schwimmen in größter Geschwindigkeit szu dem gescheiterten Schiff und bringen den Schiffsbrüchigen das eine Ende eines Seiles, dessen anderes : Ende sich am Rande der Küste befindet. Nun zieht die in Seenot geratene Besatzung mittels dieses Seiles ein „Stahltau an Bord, das sich zwischen Schiff und Ufer sspannt. An diesem Tau klammern sich nun, einer nach sdem anderen, die schiffbrüchigen Seeleute und gleiten szum rettenden Strand. Mißglücktes Zauberkunststück s In einer Husumer Gastwirtschaft saßen kürzlich einige * Männer lustiger Dinge bei einem Glas Bier zusammen. = Schließlich kam das Gespräch auch auf Zauberkunststücke, sund einer der Zecher machte sich anheischig, mit einem shalben Liter Bier ein Fünfmarkstück zu verschlucken. Er sdachte nicht im entferntesten daran, seine Worte in die = Tat umzusetzen, sondern glaubte insgeheim, das Hartgeld geschickt verschwinden zu lassen, während das Bier durch die Kehle lief. Rasch kam eine Wette zustande, sob das„Kunststück“ gelingen würde. Der Prahlhans ssetzte an— und schon war der flüssige Inhalt des er sie heiraten oder 100000 Lire zahlen? Seit zwei Jahren hatte Umberto Bacci, ein Turiner Kaufmann, unter seinen Angestellten als Sekretärin die Signorina Erminia Losito, ohne daß er eigentlich bemerkt hatte, wie hübsch und graziös die junge Dame war; das Geschäft war so glänzend gegangen, daß er keine Zeit hatte, sich um das Außere seiner Helferinnen zu kümmern. Erst im letzten Mai trat ein Stillstand in seiner Arbeit ein, und nun hatte er Zeit, seine Umgebung aufmerksamer zu mustern. Jetzt bemerkte er, daß seine Sekretärin eine junge Schönheit war, graziös und elegant, daß sie ein bezauberndes Lächeln hatte, kurz, daß ihre ganze zierliche Persönlichkeit etwas sehr Anziehendes hatte. So vergaß er einen Augenblick seine Tätigkeit im Büro und versuchte, die versäumte Zeit wiederzugewinnen, was ihm auch nicht schwer wurde. Eines Tages machte er mit Erminia einen Ausflug im Auto nach Arona, und bei der Rückfahrt saß Bacci, der das Steuer führte, plötzlich an einem Prellstein. Über die Ursache dieses Mißgeschicks gehen die Aussagen auseinander: die junge Dame versichert, Bacci habe die Herrschaft über das Steuer verloren, weil er versucht habe, ihr einen Kuß zu geben. Bacci behauptet dagegen, daß Erminia ihn am rechten Arm gezerrt habe, um ihn zu schnellem Halten zu bringen und einen Hund nicht zu überfahren, der über die Straße lief, und daß er durch s diese brüske Bewegung die falsche Bewegung am Steuer gemacht habe. : Wie die Sache auch gewesen sein mag, das junge s Mädchen trug bei dem Unfall verschiedene Verletzungen s und besonders einen Schaden am rechten Knie davon, s der zwar in 30 Tagen heilbar war, aber doch ein leichtes ch. Abs hnung des Munsches sesen J.s Hinken hinterließ. Jetzt wandte sich Erminia an ihren mung noch Ablehnung des Wunsches lesen.—„Und; Chef und suchte ihm klar zu machen, daß das einzige was befiehlt Ew. Majestät, was ich sprechen soll?“. Der's Heilmittel für dieses Unglück wäre, daß er sie heiratete; Zar sagte achtlos:„Meinetwegen das Nächstbeste!“ Ims aber Bacci stellte sich völlig taub. Da verfiel die junge ag, stellten sich starke Magenschmerzen ein. selben Augenblick wandte sich der Komiker an den Fürsten; Dame, um ihn an die Wand zu drücken, auf das Mittel, Er mußte einen Arzt holen lassen, der die Überführung Wolonsky:„Iwan Iwanowitsch! Der Karatigin hat mir s ihren Ausflugsgefährten vor das Turiner Gericht zu des Patienten ins Krankenhaus veranlaßte. Obwohl der gestern gefallen. Zahl' ihm morgen tausend Silberrubels laden, um eine Entschädigung für den moralischen und „geldfressende“ Mann sofort geröntgt wurde, war doch aus!“— Der Kaiser konnte sich eines herzhaften Lachens; materiellen Verlust zu erlangen, den sie insgesamt auf die Existenz des Geldstückes nicht festzustellen. Der über das verdutzte Gesicht seines Hausmeisters nichts etwas über 100000 Lire berechnete. Aber selbst Amatourmagiar hatte in dieser Dacht allorhand eiwehren. Am nächsten Tage erhielt der Komiker seines angesichts dieser Drohung wurde Bacci nicht weich; er 1000 Rubel für die gelungene einmalige Imitation ders glaubt sicher zu sein, daß er als Sieger aus diesem koiserlichen Stimme. 5 Rechtsstreit hervorgehen wird. Sechunde retten Sehinerdenge Glases, aber zu seiner eigenen Überraschung auch das Fünfmarkstück verschwunden. Natürlich hatte der Zauberkünstler seine Wette gewonnen. Als er später zu Hause im Bett lag. stellten sich starke Magenschmerzen ein. scht, festzust biedere Amateurmagser hatte in dieser Nacht allerhand Aufregungen zu überstehen, bis das Fünfmarkstück am nächsten Morgen— auf dem natürlichsten Wege der Welt wieder zum Vorschein kam. So war sein Zauberkunststück, obwohl es eigentlich gelang, trotzdem ein wenig mißglückt. Ein leurer Imikalor Am Hofe des Kaisers Nikolaus' I. von Rußland nahm man ein freies Wort recht oft übel. Dessen ungeachtet hatte der Zar selbst für einen guten Scherz viel Sinn. So brachte er eines Tages in Erfahrung, daß der Komiker Karatigin der Jüngere des Kaisers Sprechweise und seine Stimme täuschend nachzuahmen verstand. Während einer Vorstellung im Theater ließ er Karatigin zu sich in die Loge rufen und befahl ihm, seine Kunst zu zeigen. „Ich hörte", rief der Zar aus,„daß Du mich täuschend zu kopieren verstehst! Ich will das hören!“— „Oh, Majestät!“ entgegnete der Komiker erschrocken,„wie könnte ich das wagen!“—„Ich befehle es!“ sagte der Kaiser kurz und bündig. Karatigin sah sich in der Loge, in welcher die hohen Offiziere und der Hausmeister, Fürst Wolonsky, saßen, verzweifelt um. Aus den Gesichtern der Anwesenden konnte er aber weder ZustimBeim Gähnen die Kinnladen verrenkt Ein wenig beneidenswertes Erlebnis hatte ein Manns in Como. Er hatte beim Gähnen seinen Mund so weit: aufgerissen, daß es ihm beim besten Willen nicht mehr? gelang, ihn wieder zu schließen, da ihn eine Verrenkungs der Kinnladen daran hinderte. Mit weitgeöffnetem: Munde mußte er sich ins Krankenhaus begeben, wo ers dann schnell aus seinem ungemütlichen Zustand erlöst; wurde. Das älteste Ei der Welt Die Universität des Staates Kalifornien besitzt ein: Ei, das eine besondere Kostbarkeit ist. Es ist nämlichs fossil und wurde von einem Goldgräber am Gilafluß; in Arizona in einer Masse harten Kalksteins eingebettet: aufgefunden. Es wurde zum Zwecke der Untersuchung: aus steiniger Hülle herausgeschält, wobei sich ergab, daß: seine Form sich in nichts von der eines gewöhnlichen: Rauchen Sie mit Genuß!*) ATIKAH 5 # d. h. nur wirklich gute Cigaretten, die Zug für Zug Gänseeis unterscheidet. Die Schale hat ihre ursprüng ihr köstliches Aroma entfalten. Sie vermeiden dann ganz liche Zusammensetzung und mikroskopische Struktur be=s von selbst das hastig=nervöse Rauchen, das unbekömmhalten. Das Innere hingegen ist mit einer kristallinischens lich ist, Masse von Kolemanit ausgefüllt. Begegnung in der Von Georg Büsing. Ilse Kersten saß allein im Abteil des Zuges. In sich zusammengekrochen, eng in die Ecke gedrückt. Es brannte kein Licht. Regen prasselte gegen die Fenster. Und die Räder rollten— rollten— Auf einem Uebergangsbahnhof polterte ein Soldat zu ihr ins Abteil. Bepackt von oben bis unten. Stahlhelm und Gasmaske klirrten. Er dauerte lange, bis er sein ganzes Gepäck verstaut hatte. „Entschuldigen Sie“, sagte er dann.„Es hat etwas viel Krach gegeben bei der Finsternis. Aber die Batterie meiner Taschenlampe ist alle.“ „Sie haben mich nicht gestört“, entgegnete Ilse Kersten leise. „Das ist gut!“ rief er froh aus.„Man stört ja auch nicht gern eine Frau im Schlaf, nicht wahr?— Fahren Sie auch zum Rhein hinunter?“ "„Ja— meine Heimat ist dort—.“ Ilse sagte es mit einem schmerzlichen Lächeln und sah gleichzeitig das „ große Gut in Schleswig=Holstein vor sich, das ja jetzt eirentlich ihre Heimat war, und von dem sie heute gestohen war, weil sie e dort unter den ernsten und grüblerischen Menschen und neben ihrem Manne, der so schwerfällig und verschlossen war, nicht mehr ausgehalten hatte „Ja der Rhein ist herrlich!“ fuhr der Soldat mit Begeisterung fort.„Da ist es leicht, auf Posten zu stehen.“ „Und fahren Sie jetzt wieder dahin?“ fragte sie mehr aus Höflichkeit als aus Interesse. Seine Stimme wurde etwas dunkler:„Diesmal geht's noch etwas weiter, ins Vorfeld.“ Er atmete auf: „Ja, jetzt werden wir endlich eingesetzt! So herrlich es am Rhein war, auf die Dauer ist das für einen ausgewachsenen Soldaten doch nichts.— Darf ich rauchen?“ „Bitte.“ Der Feldgraue zündete sich eine Zigarette an. Die zuckende Flamme des Streichholzes lief über sein Gesicht. Es war ein ganz junges Antlitz, hier und dort noch weich in den Linien, aber doch schon kraftvoll geformt, schmal, mit einem blonden Haarschopf über der offenen Stirn.„Sie sind noch sehr jung“, murmelte Ilse Kersten, als es wieder dunkel geworden war. Er lachte auf eine sinnige Art:„Mein einer Bruder ist noch jünger als ich und steht schon als Leutnant an der Front.“ „Sie sind mit mehreren im Felde?“ „Ja. Mit dreien.“ Der Zug passierte eine Weiche, die Räder kreischten auf. Ilse zog ihren Mantel fester um die Schultern und starrte zu dem jungen Soldaten hinüber, dessen Zigarette aufglomm und für ein paar Sekunden sein Antlitz von neuem schwach aufhellte.— Er sieht deinem Manne ähnlich, dachte sie bitter. So muß er in ganz jungen Jahren ausgesehen haben. Groß und schmal wie die meisten Männer aus dem Norden, die mit den Jahren dann schweigsam und grüblerisch werden. Die Frauen und Mütter hatten es nicht leicht mit ihnen. „Und Ihre Mutter—? Was sagt die dazu—?“ fragte sie dann unvermittelt, mit einer leichten Feindseligkeit im Ton. Er hob den Kopf:„Wie kommen Sie auf meine Mutter—?“ „Sie hat doch drei Söhne im Feld!“ erwiderte sie heftig und erregt über seine erstaunte Frage. Trotz seiner Jugend schien er den Männern ja schon zu gleiche:! Alles war so selbstverständlich— der Mann bestimmte und tat, was ihm recht schien— nach der Frau hörte man kaum. Eine Weile blieb es still. Der Feldgraue schien ihre Feindseligkeiten zu überhören,— er zog ein paarmal an seiner Zigarette und sagte dann mit fernem Blick:„Ja — meine Mutter— die hat nur selten etwas gesagt. Und doch— ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll — war sie es wohl, die uns allen das mit auf den Weg gab, was der Mensch im Leben braucht.— In ihrer leisen und scheuen Art— mit einem Blick ihrer guten Augen— mit einem Streicheln ihrer kühlen Hände— war sie von Kind auf immer für uns da, wenn wir mal wirr und ungut waren— wenn's wirklich nottat— und in all den dunklen Stunden, wo der Mensch mit Worten sowieso nicht viel anfangen kann.— Verstehen Sie mich? Man spricht ja sonst nicht darüber— aber wir Männer könnten doch gar nicht so ausgeglichen und mutig unsere schwere Pflicht erfüllen, wenn die Mütter und Frauen uns dies alles nicht vorgelebt hätten— ihr ganzes Leben lang—“ Der Feldgraue schwieg. Ein paarmal glomm seine Zigarette noch schwach auf, dann zerdrückte er den Rest im Aschenbecher. Der Zug hatte sein höchstes Tempo, er jagte in die Finsternis hinein und schleuderte das Wasser des Regens in prasselnden Salven gegen die Scheiben. Ilse Kersten hatte sich während der Worte des Soldaten aufgerichtet, und immer war es noch, als horche sie auf seine Stimme. „Wenn die Mütter und Frauen uns dies alles nicht vorgelebt hätten.“ Ja, das hatte er gesagt! Und sie hatte geklagt und gegrollt, wenn der Mann schweigsam und müde von der Arbeit kam. Hatte geschmollt, wenn er von seinen Plänen, von Saat und Ernte, von Viehsterben und anderen Sorgen erzählte. Und heute war sie nun auch noch geflohen, zu einer Zeit, wo er dreimal so schwer arbeiten mußte, weil alle Hilfskräfte an der Front standen. Eine dunkle Scham stieg in ihr Gesicht, sie erhob sich hastig:„Ich muß auf der nächsten Station aussteigen!" flüsterte sie. „Ich dachte, Sie wollten in Ihre Heimat— zum Rhein.—?“ „Meine Heimat ist in Schleswig=Holstein— auf dem Gut meines Mannes.“ Der Feldgraue verstand ein wenig, er erhob sich gleichfalls und nahm ihre Hand:„Sie sind so erregt—? Habe ich etwas Unrechtes gesagt?“ Sie schüttelte heftig den Kopf und legte ihre freie Hand auf die seine:„Nein— nein— Sie haben mir Drei neue Franckhs Rose Bände. Franckhsche Verlagshandlung, Stuttgart. Je 1,85 RM. Die Reihe der beliebten Franckhs Roten Bände wurde um drei weitere bereichert, die sich an spannenden und abenteuerlichen Begebenheiten einfach überbieten. Die verriegelte Kammer(Abenteuer und Schicksale, aufgezeichnet von Waldemar Keller) läßt uns auf fernen einsamen Inseln und Schiffen aufregende Menschenschicksale und Naturgewalten miterleben. Bald ist es die heimtückische Macht der Termiten, bald ein unheimliches Seebeben, denen sich der Mensch gegenüber als völlig ohnmächtig erweist und deren Opfer er wird. Die Apotheke zum Kleeblatt(Roman von Peter Hilten) führt uns in das Idyll der oberschwäbischen Kleinstadt mit all ihrem Klatsch und Tratsch. Aus dem altväterlichen Apothekenbetrieb und einem bankerotten Bankgeschäft treten zwei junge Menschen, in denen schon seit Jugendjahren die gegenseitige Zuneigung fest verankert ist, getrennt den Weg ins Leben an, der sie trotz so mancher Intrigen und Enttäuschungen zu einer schwindelnden Höhe des Erfolges führt und sie im dramatischsten Augenblick, wo aller Erfolg zusammenzunur das gesagt, was ich hören mußte. Und ich bin Ihnen nur dankbar— und werde diese Fahrt mit Ihnen nie vergessen—.“ Sie standen eine Weile im Dunkel des Abteils. Er ahnte, was in dieser Frau vorging und fragte nichts mehr. Er spürte ja, wie ihre zuckende Hand ruhiger in der seinen wurde, und sagte leise:„Die nächste Station ist Kreiensen. Wir sind gleich da.“ Sie suchte mit seiner Hilfe ihr Gepäck zusammen, der Zug fuhr in die spärlich erleuchtete Halle des Bahnhofs ein. Er reichte ihr den Koffer zum Fenster hinaus. Sie dankte ihm mit ihren dunklen Augen, die nun ganz still waren, und preßte ihm noch einmal die Hand. „Nun fahren wir wohl für immer auseinander, und doch waren Sie die tiefste Begegnung meines Lebens—“, flüsterte sie. Der Feldgraue wurde verlegen und erwiderte nichts. Der Zug fuhr ab, und schon nach wenigen Sekunden verloren sie einander aus den Augen. stürzen droht, wieder glücklich zueinander finden läßt. Die sieben Verliebten(Heiterer Roman von Irmgard Spangenberg). Eine ebenso tolle wie ergötzliche Geschichte eines unerfahrenen Mädels vom Lande, das mit einer guten Portion Mutterwitz ausgestattet auszieht, um die Abenteuer einer Großradt kennenzulernen. Wie sie die Abenteuer sucht, sie zum, Entsetzen der geplagten Tante findet und vor allem, wie sie mit den Verliebten aller Schattierungen— vom Rohköstler bis zum Rennstallbesitzer— fertig wird, um schließlich doch in ihrer ländlichen Jugendliebe ihren Bezwinger zu finden, das ist wirklich köstlich. Von Hölle zu Hölle. Von Karl Kirchhoff. Verlag C. Vertelsmann, Gütersloh. Preis geb..40 RM. Die schmachvolle Behandlung unserer Kriegsgefangenen in Frankreich ruft die Erinnerung wach an die entsetzlichen Leiden der deutschen Soldaten, die als wehrlose Kriegsgefangene im Weltkrieg der aller Menschlichkeit Hohn sprechenden Rachsucht der Grande Nation ausgeliefert waren. Was tapfere Deutsche hier als Zuchthäusler und Zwangsarbeiter in französischen Bergwerken an körperlichen und seelischen Peinigungen und MißSchlagfertig Lenbach besaß eine urwüchsige Schlagfertigkeit, von der zahllose Geschichten überliefert sind. So hatte er einmal das Bildnis einer Finanzgröße gemalt, als der eben erwachsene älteste Sohn darüber bemerkte:„Ich kann mir nicht helfen, das ist nun einmal nicht mein Vater, wie ich ihn sehe.“„Sie sind eben auch nicht der Lenbach", erwiderte ihm der Meister ruhig. Der greise Prinzregent erkundigte sich einmal bei Lenbach, als er ihn besuchte:„Ist der Hauptbau eigentlich mit dem Atelier verbunden?"„Jawohl, Königliche Hoheit, durch eine große Hypothek“, sagte der Maler trocken. Bei Ausstellungen behielt sich Lenbach immer einen großen Platz vor, wie es ihm seine Machtstellung im Kunstleben erlaubte. Als man ihm darüber einmal eine Bemerkung machte, sagte er:„Ich mache es so wie der Hecht im Fischteich, der die Gründlinge frißt.“ Aus Paris kam eine sehr reiche Dame zu ihm, um sich von ihm malen zu lassen. Lenbach studierte ihr Aeußeres genau, dann meinte er:„Das Schönste an Ihnen ist Ihre Hand, und Hände kann ich nicht malen. Da müssen Sie schon zu einem anderen gehen.“ M handlungen erdulden mußten, wie es der Verfasser aus eigenem Erleben in so drastischer Form schildert, verdient gerade heute wieder in Erinnerung gebracht zu werden, um einer gewissen Gefühlsduselei gegenüber dem„unglücklichen“ Frankreich wie auch allen Kriegsgefangenen gegenüber ein Ende zu bereiten. Diese unmenschlichen Martern ließen jene unglückseligen Opfer Tag und Nacht auf Flucht sinnen. Und wenn sie auch sechsmal mißlang, und wenn auch die Qualen nach der Wiedereinbringung verdreifacht wurden, nichts konnte sie von einem erneuten Fluchtversuch abpringen, der dann endlich die ersehnte Freiheit in einer inzwischen so fremd gewordenen Heimat brachte. Das Buch ist ein: einzige Anklage und ein Schanddokument für Frankreich. Irische Freiheitskämpfer. Biographische Skizzen von Dr. Ruth Weiland. Verlag Scherl, Berlin SW 68. 2,.20 RM. Die Geschichte Irlands ist mit Blut und Tränen geschrieben. Jahrhunderte hindurch kämpfte ein tapferes Volk einen erbitterten Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit seines von England unterjochten Landes. Und so ist die Geschichte Irlands auch ein Heldenlied von Männern, Frauen und Kindern, die freudig ihrem Vaterlande ihr Letztes zum Opfer brachten. Dieser heldenmütigen Kämpfer um die Freiheit gedenkt dieses prachtvolle Buch und gibt in wuchtiger und packender Form die Lebensbilder jener Männer und Frauer Peter Juraschech Aus Heimat und Fremde Blick in neuerschienene Bücher 5. September 1940 Westfälische Tageszeitung Tcchwugn. für die Eischer! Frecher Terror der Vichy-Leute— Drei Tote in einem Transport— Helfende Hände empfangen die Heimkehrenden Von Kriegsberichter P. C. Ettighoffer. dnd.. 5. September(PK) Ueber den weiten Bahnhofsvorplatz zu Straßburg hallen deutsche Marschweisen. Große feldgraue Omnibusse rollen heran, halten vor kleineren Menschengruppen, die sich um Schilder mit Ortsnamen versammelt haben. Dann unterbricht der Lautsprecher seine Marschweise, und eine Stimme mahnt in gemütlichem nach Bischheim, 3ectupa nach Bischheim. Achlung: Nach Bischheim einsteigen!" tunde erst sind diese Menschen in Straßburg eingetroffen, nach einer Abwesenheit von fast einem portung, dor. Bahnsteig 2, steht noch der TransBiehwagen: In au Südfrankreich herdrachte, lauter den ungefederten Eisenbahnwagen hrrschi. he#t noch eine furchtbare Hitze und der undeschreibliche Geruch zusammengepferchter Menschen. Keine Sichsele geinge in#ein Stuhl, keine Bank, kein Strohhalm, lang unterwegg sed. 2ag und zwei Nächte sein muß, wirft man Streu unter. Selbst Schlachttiere stellt man in Eisenbahnwagen nicht auf Aber die heimkehrenden Elsässer, Frauen, Kinder und Greise waren dem früher so liebenswürdig tuenden Frankreich keinen Strohhalm wert. Zwei Tage und zwei Nächte auf blankem, schütterndem Viehwagenboden, liegend, stehend, kauernd— so schickte Frankreich die Elsässer wieder heim. Die Straßburger Panik von Seplember 1939. „Am, 1. September 1939 begann die Räumung der wunderschönen Stadt. Innerhalb von drei Tagen— so wollte es der Oberbefehlshaber dieses wichtigen Abschnittes— sollte Straßburg völlig geräumt sein. Wer jenen furchtbaren Elendsmarsch zum Bahnhof erlebt hat, wird ihn nie wieder aus seinen Angstträumen scheuchen können. Wieder einmal zeigte sich die französische Schlamperei: Es war lange nicht genug rollendes Material vorhanden, um 180000 Menschen innerhalb von drei Tagen abzutransportieren. So wurde denn in die Wagen hineingepreßt, was nur eben hineinging. Es spielten sich dabei unerhörte Szenen ab. Manchem Straßburger ist schon damals ein Licht vom wahren Gesicht der französischen„Humanität“ aufgegangen. Aber man hatte zu schweigen, denn es standen ja ringsum die grinsenden Poilus, auf ihre Gewehre gelümmelt, und hielten Wache, daß keiner auskniff, daß keiner zu laut protestierte, daß alle Opfer auch wirklich mitkamen. Aus einem einzigen Transportzug holte man damals drei Tote, bei Ankunft in der Dordogne— junge Mütter, deren Genesungszeit einer solchen Brutalität nicht gewachsen war. Das Schuldkonto Frankreichs schwoll damals schon mächtig an. Die Bichy-Leute von 1940 als Märchenerzähler. Jetzt sind die Elsässer zurück, und auf dem gleichen Bahnhofsvorplatz, auf dem sich vor 22 Jahren Poincaré und Clemenceau theatralisch umarmten mit dem Ausspruch:„Die Volksabstimmung im Elsaß ist gemacht!" stehen jetzt die heimgekehrten Elsässer, betreut von der NSV. des Dritten Reiches. Unsere sauber gekleideten Schwestern bemühen sich um die Kinder, unsere braven Reichs=Arbeitsdienstmänner verstauen das mitgebrachte Flüchtlingsgepäck auf den Omnibus=Dachungen, und die Elsässer stehen wie gelähmt dabei. Sie staunen, weil alles so anders gekommen ist, als man es ihnen von Vichy aus gesagt hatte. In ihren Augenwinkeln glimmt bereits das erste Hoffnungslächeln. Ich mische mich unter eine dieser Gruppen. Viele junge Männer sind dabei. Entlassene Poilus. Ihre Anzüge sind dünn, lächerlich im Sitz, schlecht. Sie sollen auch nür halten bis zur Ankunft. Mehr hat Frankreich für seine entlassenen Soldaten nicht übrig.„Ja, sehen Sie sich nur diesen Anzug an“, sagt einer, der Vertrauen bekommt, weil ich ihr Elsässer=Deutsch rede,„schauen Sie sich mal den Dreck an, viel zu eng, die Hose zu kurz, an der Jacke drei Knöpfe, aber nur ein Knopfloch. Was die uns erzählt haben da drüben: Ihr werdet sofort in Konzentrationslager nach Polen kommen, hat man uns gesagt. Die Jungen werden ausgebildet und müssen gegen England, weil die deutschen Soldaten keinen Mut mehr haben und nicht mehr wollen. Wir haben wiederholt gebeten, entlassen zu werden, man hat uns immer erklärt, es sei unmöglich, Deutschland wolle die Elsässer nicht. Briefe unserer früher abgefahrenen Verwandten haben wir nie erhalten, wir konnten also nicht wissen, daß alles erlogen war, um uns gegen Deutschland aufzuhetzen.“ Jetzt mischen sich alle in die Unterhaltung. Ein junger Elsässer, mit dem strammen Brustkasten der Seeleute, erzählt:„Ich war Matrose in Toulon. Bei unserer Abteilung sind noch zahlreiche Elsässer, aber keiner weiß davon, daß wir entlassen werden sollen. Die Offiziere haben uns nie davon erzählt. In Toulon und Marseille leben zahlreiche Elsässer, Soldaten und Zivilisten, denen es völlig unbekannt geblieben ist, daß sie die Möglichkeit haben, in ihre Heimat zurückzukehren. Sie gehen bald an Heimweh zugrunde in diesem südfranzösischen Schmutz, aber man sagt ihnen immer: Ihr könnt nicht mehr zurück, die Deutschen haben die Einreise gesperrt. Ueberhaupt wird der Krieg bald fortgesetzt, und die französische Armee wird wieder siegreich in Straßburg einmarschieren. Es war nur mal eine kleine Episode, daß uns die Deutschen überrumpeln konnten, aber man wird sich rächen... So reden die Südfranzosen, überhaupt die Franzosen im unbesetzten Gebiet.“ Einige dieser Elsässer sind wie folgt freigekommen: „Wir gingen dreist zu unserem Kommandanten und erklärten, entlassen werden zu wollen. Der Kommandant wollte uns einsperren, da sind wir einfach desertiert, haben uns eine Fahrkarte bis Macon gekauft und uns dort einem Heimkehrerzug angeschlossen. So ganz haben wir der Sache ja auch nicht getraut, denn man hatte uns ja so viel Schlechtes über die Deutschen erzählt. Deutsche Soldaten nehmen oft die Heimkehrerzüge unter Maschinengewehrfeuer, dies hat man in ganz Frankreich immer wieder gehört. Zur Vorsicht legten wir uns dicht vor der Demarkationslinie auf den Fußboden der Viehwagen, nahmen volle Deckung. War das ein Gejammer unter den Frauen und Kindern, die nun ihre letzte Stunde gekommen wähnten. Beim harten Ueberfahren einer Kreuzung gab es natürlich einen ziemlichen Krach unter den Rädern, und da schrien schon einige Frauen: Jetzt schießen sie!... Aber dann, bei der Einfahrt in den Bahnhof Chalons=sur=Saone, war es ganz seltsam: Nichts von Schießen und so, nein, man empfing uns mit Musik, man gab uns Essen und Pflege, und das Rote Kreuz war plötzlich da und half den Frauen. Drüben hatten wir nie etwas von Hilfe erlebt. Die Frauen wollten zuerst die Butterbrote für die Kinder nicht nehmen. Sie können es mir glauben, ich habe selbst Frauen gesehen, die ihren Kindern die Butterbrote aus den Händchen und vom Munde weggerissen haben, als sich die deutsche Schwester herumdrehte. Nachher haben sie Brote auf der Fahrt durchs Fenster geworfen, lieber wollten sie hungern als krank werden. Man hatte ihnen immer wieder vor der Abreise in Frankreich erzählt:„Paßt auf, wenn ihr heimkommt, verweigert die Annahme von Speise und Trank der deutschen NSV., das Zeug ist alles vergiftet. Es ist ein raffiniertes Gift darin, das langsam, innerhalb von einigen Jahren, um die Ecke bringt, nicht sofort, nein, dazu sind die Deutschen zu schlau, nein, ganz langsam“. Es ist aber ein Glück, daß die meisten Frauen bekehrt waren, als sie die frischen deutschen Schwestern sahen, die so freundlich halfen. So die Elsässer. Mit Lug und Trug und den gemeinsten Mitteln wird die elsässische Bevölkerung in Südfrankreich zurückgehalten. Und jene, die trotzdem mit aller Gewalt heimwollten, setzt man unter Terror. Man spart nicht mit den niederträchtigsten Greuelmärchen, um eine Kluft des Mißtrauens zu graben. Aber stärker als das gehässige Wort ist die aufrechte Tat, stärker als die zischenden Zungen der Verleumder sind die helfenden Hände der frischen NSV.=Schwestern und der braven, sonnenverbrannten RAD.=Jungen. Die Lautsprecherstimme hallt wieder über den weiten historischen Bahnhofsvorplatz:„Der nächste Omnibus fährt nach Schiltingheim. Nicht drängeln bitte. Das Gepäck liegen lassen, das bringen die Arbeitsmänner nach. Die Mütter mit Säuglingen fahren mit NSV.= Schwestern im Sonderwagen... Bitte nicht drängeln, es ist reichlich Platz für alle...!“ Bauchlandung— meisterhaft gebaut Auch die letzte Maschine kehrte heim— Fahrwerk zerschosseng 45 Einschläge— und trotzdem gut zu Boden gebracht Von Kriegsberichter Dieter Hager) ..., im September. (PK) Es war ein ideales Flugwetter. In kurzen Abständen kehrten die Maschinen unserer Gruppe auf unseren Feldflughafen zurück. Es ist auch diesmal wieder hart zugegangen drüben. Die Tommies hatten ihre Jäger hochgeschickt, um unsere Kampfmaschinen schon vor dem Wurfziel zu vertreiben. Aber sie haben mächtig eins in den Pelz gekriegt. Die ersten von den Besatzungen einlaufenden Meldungen über die Abschüsse englischer Jäger setzen unserem Gruppenkommandeur ein zufriedenes Lächeln auf. Ein Funker, der aus einer der zuerst gelandeten Maschinen springt, hat allein zwei Jäger erwischt und fertiggemacht. Der eine ist kopfüber heruntergegangen, der andere hat in letzter Sekunde aussteigen können und seinen Fallschirm aufgebracht. Mit der Ju 88 gegen England. Unser Bild zeigt den modernsten Horizontal- und Sturzbomber der Luftwaffe, der bei den Großeinsätzen gegen England mit besonderem Erfolg eingesetzt wird(Scherl-.) Jeder der Männer ist noch ganz erfüllt von dem Erleben der letzten Stunden. Aber es wird nicht viel Aufhebens davon gemacht. Immer wieder wandert der Blick die Liegeplätze der heimgekehrten Staffeln ab: fehlt jemand? Die letzte Kette schwebt nun an. So sehr das Fernglas den Himmel auch absucht: es sind nur zwei Maschinen. Die dritte fehlt. Alles stürzt auf die beiden gelandeten Besatzungen zu. Fragende Blicke aus den Glaskanzeln empfangen uns. Sie fragen: schon da, die Kameraden, vielleicht doch vor uns gekommen? Wir schütteln mit den Köpfen. Nein, noch nicht da.„Wir haben“— erzählt der Bordmechaniker, der sich als erster auf den Rasen fallen läßt—„nur gesehen, daß unten aus der dritten Maschine etwas herausgespritzt ist. Links muß es gewesen sein. Sie ist etwas aus der Flugbahn geraten und dann rechts herausgeschert. Nachdem wir zwei feindliche Jäger abgeschüttelt hatten, sind wir nochmals über der Stelle gekreuzt. Auch Funksignale kamen nicht.“ Banges Warten erfüllt die nächsten Minuten. Eine halbe Stunde ist fast verstrichen. Wir liegen im Rasen und rauchen schweigsam eine Zigarette. Unsere Gedanken brauchen wir uns nicht zu verraten. Sie sind bei den Kameraden, die noch draußen sind. Noch eine Weile verstreicht, und keiner sagt etwas. Die Minuten schleichen träge dahin. Sie scheinen immer länger zu werden. Einer hebt das Glas und sucht küstwärts den Himmel ab. Dorther müssen sie kommen.„Momentmal da hinten...“ sagt er gedehnt und richtet sich ein wenig auf. Wir spitzen die Ohren— kein Laut regt sich mehr auf dem Platz. Ein leises Surren hören wir. Ganz langsam schwillt es an.„Sie könnten es— du: ja, sie sind es sogar. Mensch...“, brüllt uns der lange blonde Seppl wie Schwerhörige an. Und schlägt sich mit der flachen Hand aufs Knie. Die Maschine kurzt rechts heraus, um in die Landebahn zu kommen. Aber irgend etwas ist nicht in Ordnung. Jetzt erkennen wir, daß das linke Fahrwerk nicht herauskommt. Offenbar zerschossen. Nur ein Bein, das rechte, ist ausgezogen. Die Maschine dreht eine Runde in weitem Bogen um den Platz, eine zweite, dritte. Ob es gut gehen wird? Noch eine Runde: die vierte. Jetzt endlich hält sie aufs Landekreuz zu, geht tiefer, setzt ganz dicht über ein Kornfeld hinweg, schwebt an zur Landung. Und jetzt startet der Flugzeugführer doch wieder durch, reißt mit aller Kraft seine Kiste über das Dach des Kommandanturgebäudes hinweg und geht in die Linkskurve zu einer neuen Platzrunde. Wieder hält er auf das Landekreuz. Er hat jetzt weniger Fahrt drauf. Die Blicke aller sind starr auf das eine, wie hilflos heraushängende Fahrgestell gerichtet. Jetzt schwebt die Maschine über das Landekreuz hinweg. Unwillkürlich halten wir den Atem an. Bei der ersten Berührung mit dem Boden schlägt das Fahrgestell blitzartig und fast geräuschlos in den Leib der Maschine ein und ist verschwunden. Jetzt wie ein Torpedo rutscht die Maschine pfeilschnell dicht über das Feld hinweg, leicht, fast sedernd, setzt der Rumpf auf den Rasen. Rechts und links spritzen Grassetzen hoch auf. Ohne noch einen Sprung zu machen, schurrt die Maschine noch 100, 150 Meter weiter und dleibt liegen. Genau in der Landerichtung. Der Flugzeugführer hat eine meisterhafte Bauchlandung gebaut! Niemand ist durch den Aufschlag am Boden verletzt. Mit zerschossenem Fahrwerk und trotz der 45 Einschläge, die wir am Rumpf zählen, ist die Maschine ohne weitere Schäden zu Boden gekommen. Eine gewaltige organisatorische Leistung Neustadt a. d. Weinstraße, im September. Die im September und Oktober vorigen Jahres von der Grenze ins Innere des Reiches evakuierten etwa 500000 Volksgenossen aus dem Gau Saarpfalz konnten bis auf wenige Zehntausende wieder in ihre Heimat zurückkehren. Der Rücktransport und die Wiederansetzung dieser Volksgenossen in den Städten und Dörfern der Saarpfalz bedeutet eine organisatorische Leistung der in die Rückführung eingeschalteten Partei= und Behördendienststellen, die Bewunderung verdient, wenn man sich die Schwierigkeiten vor Augen hält, die behoben werden mußten, um das normale Leben in den freigemachten Gebieten wieder anlaufen zu lassen. Besonders anzuerkennen sind auch die Leistungen der Deutschen Reichsbahn, die trotz ihrer gewaltigen Kriegsaufgaben täglich zahlreiche Sonderzüge für den Rücktransport der Heimkehrer laufen läßt. * Der Führer stiftete einen„Narvik-Schild“. Er wird nur zur Uniform getragen, und zwar für Heer und Luftwaffe silberfarben.** für die Kriegsmarine goldfarben(Scherl-.) Der Goldschatz im Keller Ein verhängnisvolles Vermächtnis Seestadt Rostock, im September. Ein bejahrter Rostocker hinterließ seinen beiden Söhnen nicht nur ein gutgehendes Geschäft mit einem Monatseinkommen von mehr als 2000 Mark, er teilte seinen Erben als letztes Geheimnis noch mit, daß in dem Keller des Hauses, das die beiden Brüder gemeinschaftlich mit ihren Familien bewohnten, in einem Kasten ein Gold= und Silberschatz im Werte von 6000 Mk. liegen. Nach dem Tod des einen Sohnes erinnerte sich seine Frau des Goldschatzes im Keller, grub ihn aus und nahm die Hälfte an sich. Den anderen Teil versteckte sie in einer dem Schwager gehörenden Kiste. Das Gold brannte aber beiden Parteien in den Händen, denn sie wußten, daß man deutsches Gold innerhalb von drei Tagen, nachdem man in seinen Besitz gekommen ist, abliefern muß. Große Familienkonferenzen wurden abgehalten, bis man endlich beschloß, das Gold bei einer öffentlichen Sammlung in die Sammelbüchsen zu stecken. Inzwischen erfuhr die Polizei von dem geheimnisvollen Schatz und brachte die beiden Goldbesitzer wegen Devisenvergehens vor Gericht. Drei Monate Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe und 6 Monate Gefängnis und ebenfalls 5000 Mark Geldstrafe brachte das Vermächtnis den beiden ein. Außerdem wurde das Gold beschlagnahmt. Speckseiten als Stempel benutzt Oldenburg. im September. Ein ganz raffiniertes Betrugsverfahren hatte sich ein Schlachtermeister in Jever ausgedacht. Er hatte 150 Schweine, 36 Kälber und 12 Jungrinder schwarzgeschlachtet, ohne sie vorher einem Fleischbeschauer oder einem Tierarzt zum Beschauen vorzuführen. Damit seine Verfehlungen nicht bekannt wurden, kam der Angeklagte auf die merkwürdige Idee, die Speckseiten, Schinken und Fleischstücke der schwarzgeschlachteten Tiere zusammen mit dem Fleisch ordnungsmäßig geschlachteter Schweine einzusalzen und dabei die Fleischstücke und Speckseiten so aneinanderzupressen, daß sich der Fleischbeschaustempel auch auf das Fleisch der schwarzgeschlachteten Tiere übertrug. Die Strafkammer Oldenburg verurteilte den Angeklagten zu vier Monaten Gefängnis, 4000 RM. Geldstrafe und zur Leistung eines Wertersatzes in Höhe von 19947 RM. Ein Krokodil entwichen Kopenhagen, im September# In der dänischen Hauptstadt ist am Sonntag ein Krokodil aus seiner Behausung entwichen, wodurch ein ganzer Stadtteil in Aufregung und Schrecken versetzt wurde. Die Polizei, die eine ausgedehnte Suchaktion nach dem gefährlichen Reptil durchführte, konnte bisher noch keine Spur entdecken. Man nimmt an, daß das zwei Meter lange Ungeheuer sich hinter einem Gebüsch versteckt hält und auf eine passende Gelegenheit wartet, um seinen Hunger zu stillen. Aus diesem Grunde erfolgt in der Presse die eindringliche Warnung, sich vor# läufig von allen Parks fernzuhalten, um so mehr, als es Eigenart der Krokodile sei, ihre Opfer von hinten zu überfallen. Auf dem Spoziergang erschosse Rätselhafter Mord und Selbstmord Hildburghausen, im September. Zwei Todesopfer forderte ein Unglück, dessen Ursache noch ungeklärt ist, in dem kleinen Thüringer Dorf Harras im Kreise Hilbburghausen. Ein 21jähriger Einwohner forderte in den späten Abendstunden ein ihm bekanntes Mädchen auf, ihn ein Stück Weges zu begleiten, da er ihr etwas zu erzählen habe. Arglos ging das Mädchen mit dem jungen Mann. Plötzlich hörten Dorfbewohner laute Hilferufe. Als sie zu Hilfe eilen wollten, fiel ein Schuß, der das Mädchen tödlich traf. Der Täter, der die ihn Verfolgenden mit der Pistole bedrohte, richtete die Waffe dann gegen sich selbst und erschoß sich. 400 Störche halten Ilugübungen ab Grünberg. im September Ein seltenes Naturschauspiel, das zahlreiche Tierfreunde anlockt, bietet sich zur Zeit auf den Wiesen in der Nähe des Gutes Friedrichshof bei Schlesisch=Rittkow. Nicht weniger als 400 Störche haben sich hier vor ihrem großen Zug nach dem sonnigen Süden versammelt, um ihre leten Flugübungen abzuhalten. Unaufhörlich starten und landen sie, während die übrigen sachverständig zusehen. Das Naturschutzgebiet der Zauche ist in der gleichen Zeit zum Paradies der Kraniche geworden. Täglich treffen hier neue Trupps dieser Riesenvögel aus dem Norden ein, die sich einige Tage aufhalten und dann weiterziehen. Die Dänen sind die stärksten Eisesser Kopenhagen, im September Das kleine Dänemark ist, wie von fachmännischer Seite festgestellt wird, das Land mit dem größten Speiseeisverbrauch in Europa. Die größeren Unternehmer produzieren für 8 bis 10 Millionen Kronen Eis im Jahre, und dazu kommen noch die unzähllgen Kleinerzeuger. Der jährliche Gesamtumsatz wird in Dänemark auf 15 Millionen Kronen geschätzt. Allein in Kopenhagen werden an einem warmen Sommertag 300 000 Eisportionen gegessen. Daneben wird Speiseeis aber auch zur Herstellung von Konditorwaren viel verbraucht.„Iskager"— Eiskuchen— also Kuchen, die mit Fruchteis gefüllt sind, waren in Kopenhagen schon um die Jahrhundertwende stark verbreitet. Gleich Mann und Frau auf der Trinkerliste Waldenburg, im September. Daß Mann und Frau gleichzeitig so hemmungslose Alkoholiker sind, daß gegen sie gemeinsam ein Wirtshausverbot verhängt werden muß, ist sicher selten. In Neurode hat sich dieser Fall ereignet. Dort wurde ein Ehepaar für die Dauer eines Jahres auf die Trinkerliste gesetzt. Den Bahndamm entlang Von Ludwig Klug Der rotfuchsige Bahnn, ter kann sich nicht an die alltäglichsten Sachen gewöhnen. Jedes und jedes Mal, wenn ich aus der Senke heraus hinter dem strubbeligen Weidenbuschwerk her den Eisenbahndamm erklettere und mit dem ruhigen Schritte der Selbstverständlichkeit zwischen den Schienen über die schmale Eisenbrücke gehe, die der Fiskus hier über das tiefe Wasser gespannt hat, jedes Mal stangelt dieser Mann mit Armen und Beinen in der Luft herum, rauft sich die Haare und schreit schmutzige Wünsche hinter mir her in die saubere Gegend hinein. Aber ich kann ihm nicht helfen. Solange hier auf eine gute halbe Stunde rundum keine andere Brücke über die Beeke führt, solange muß ich eben über diese gehen. Immerhin werde ich gelegentlich doch einmal diesen Schreier in seinem Glaskasten anbirschen und ihn entweder mit einer Privatzigarre vertraut machen oder mit einer Gästezigarre verblüffen. Denn den Weg hier, den laß' ich mir nicht nehmen. Dafür ist er viel zu schön. Gleich hinter der Eisenbahnbrücke liegt der große gelbe Sandbruch, der an seinen Seiten mit krausem Weidenbuschwerk bestanden ist und auf seinem breitdachigen Kopfe eine Mütze trägt von dichtem und verworrenem Kieferngestrüpp. Seitwärts des Sandlochs liegen die Karnickelbaue. Eine Unzahl von Familien hausen hier zusammen, in denen eine bedenkenlose Polygamie herrscht. Der Gemeindeälteste ist Hännes Kratzbolle, der dicke Rammler. Er muß wohl so was wie Amtsvorsteher sein, denn er findet unbedingten Gehorsam bei seiner hoppeligen Gemeinde. Vielleicht ist er aber auch bloß der Dorfbüttel, denn manchmal haut er seinem Volk die Läufe um die Löffel, daß es man so mülmt. Mir schenkt er stets eine gemessene Beachtung. Aber auf nähere Bekanntschaft läßt er sich nicht ein. Geht man ein Stück an dem Eichenjungwald lang, der sich von dem Sandbruch her immer in gleichem Abstand von der Bahnstrecke ganz weit hinzieht, dann kommt man bald an eine breite Schneise. Die ist anworrig und darum stehen in ihr die Farrenbüsche in breitausladenden und saftig grünen und launisch ausgezackten Trichtern überall umher. Und aus dem satten weichen Gras schwanken die harten und scharfen Kurzhalme des Wiesenschilfs. Grellfarbige Sumpfblumen liegen bunt umhergestreut. Schachtelhalme stehen dicht beisammen. Aus dem Graben aber, der seicht und seutzz und dunkes mitten durch die Schneise läaft, ragen die Katzenschwanzhalme in zusammengedrängten Büscheln. Wenn man gleich da, wo der Jungwald doch einmal sein Ende findet, sich scharf nach rechts wendet, sieht man in eine bunte und wellige und kahle Heidelandschaft hinein, von der man gar nicht glauben kann, daß sie einmal irgendwo wieder aufhören könnte. Nur ein ganz feiner blauer und vielfach gekrümmter Strich läßt weit dahinten die Hügel ahnen, hinter denen sich in unendlicher Weite das Nutzland dehnt. Der Heidesand, durch den die Eisenschienen laufen wie endlose silbergleißende Bänder, ist so graubraun, daß er wie aschig aussieht. Zwischen den altersgedunkelten Holzschwellen stehen hier und da feine kurze Grasbüschelchen wie vergessen und verloren. Der schmale Fußpad, der neben den Schienen unter den Telegraphendrähten herläuft, ist weich und verweht, denn er wird selten einmal benutzt. Auf dem breiten Stück Unland, das sich neben ihm herzieht, muß vor nicht zu langer Zeit einmal der Heidebrand spazieren gegangen sein. Der Regen hat die schwarzbraune Brandnarbe noch nicht recht wieder aufhellen können. Das junge und zierliche Heidekraut steht noch verschüchtert dünn und matt. Und hier und da liegen noch verkohlte rissige Stämmchen und Aeste. Ein ganzes Stück weiter und jenseits des Schienenweges steht eine Eichenschonung. Wenigstens sollte das verkrüppelte und verhungerte Grün, das irgend ein Naar da in dem kahlen Sandboden aussetzte, eine Schonung werden. Krank und elend wird es einem, wenn man den jammervollen Unverstand bedenkt und mitleidsvoll die sterbenden Jungeichenstämmchen ansieht mit ihrem kranken Laub und ihrem vertrocknenden Holz. Gleich dahinter schwingt die Heide ein paar weiche Bodenwellen, die mit der bunten Pracht ihrer wildverkrauteten leichten Hänge die Augen auf sich ziehen. Quer durch die seichten Täler schneidet weiß und gelb und ernst die Düne. Sie ist nicht hoch, aber sie ist breit und weichsandig und abgerundet von Wind und Regen. Hinter der Düne liegt Eduard Beeses Kotten. Er sieht ärmlich genug aus. Und es gehört sehr wenig Nutzland zu ihm. Es langt just für eine Kuh und für zwei Ziegen und für Ede selbst und seine grobknochige stille und fleißige Frau und für das gute halbe Dutzend Kinder, das sie haben, und das in Sonnenschein und Regen derb und lustig wie von selbst aufwächst. Es ist ein armseliger Besitz. Aber Ede Beese ist so froh auf ihm wie ein König in seinem Prunksaal. Das kommt daher, daß Ede in einer Berliner Kellerwohnung geboren wurde. Als zehntes oder elftes Kind eines Gelegenheitsarbeiters. Da ist er es schlecht gewohnt geworden, denn als er eben erst soweit heran war, mußte er schon als Schlafbursche gehen, weil in der einzigen engen Stube seiner Eltern kein Platz mehr für ihn war. Und dann ist Ede gewandert, Hier war er und dort. Er weiß das selbst alles nicht mehr so recht. Schließlich warf ihn einmal irgendein sinnloser Zufall unter einen fahrenden Zug. Der schnitt ihm den linken Unterarm bis zum Ellbogengelenk glatt ab. Da bekam Ede eine kleine Rente und eine Anstellung als Schrankenwärter. So kam er an die Stelle, wo ein Stück weiter dahinten der Fahrweg über den Eisenbahndamm kriecht. Dann hat Ede angefangen, mit einem Arm und mit eisernem Fleiß ein Stück Unland zu kultivieren, das irgendein Großbauer ihm überließ. Aus dem einen Stück wurden zwei und mehrere. Als Ede erst jemanden gefunden hatte, der ihm auf sein ehrliches Gesicht ein Stück Geld borgte, gerade genug, um ein ganz kleines Kötterhaus davon zu bauen, da pfiff er auf den preußisch=hessischen Eisenbahndienst und wurde Heidekötter, heiratete, kriegte Kinder und fing an, seine Schulden abzubezahlen. Damit ist er noch heute Zugange, trotzdem er schon eine ganze Menge graue Haare hat. Aber ist kein Schlafbursche mehr und kein Landstreicher, sondern ein regelrichtiger Bauersmann. Darauf ist er unbändig stolz. Und er und seine ganze Rasselbande sind den ganzen Tag lustig und aufgedreht und singen und flöten, daß es eine Art hat. Sie sind auf gleichem Fuß mit all ihren Nachbarsleuten. Nur der verdrießliche alte Vorsteher schüttelt noch manchesmal den grauhaarigen Kopf:„Et blievt doch Berliner Windbüels“, sagt er verdreht. Der Nadelwald kommt von beiden Seiten wie neugierig auf die Bahnstrecke zu. Aber auf beiden Seiten macht er auch schon ein Stück vor den Schienen wieder Halt. Und das ist gut so, denn der Funkenwurf der an der Straße Von Walter von Molo An der verlassenen Gebirgsstraße, auf der auch Goethe nach Italien gefahren sein soll, stehen vor dem weiten Halbkreis der erhabenen Berge, die er erblickte, wie wir sie heute noch sehen, große, sehr alte Bäume. Man kann ihre Stämme mit beiden Armen nicht umfassen. Oft habe ich darüber nachgedacht, was diese Bäume erzählen könnten, wenn sie in Worten unserer Art sprächen. Was ist auf dieser Straße nicht alles vorübergewandert, gerollt und geritten? Straßen sind so wenig Zufälligkeiten wie Wasserläufe, auch sie unterstehen der tiefen Gesetzlichkeit. Eines Tages war der alte Schreiner dabei, einen dieser Riesenbäume zu fällen. Er schlug mit der Axt auf den Stamm ein, und eine große, gefährliche Säge lag bereit. Ich trat hinzu und sagte, ehrlich erschrocken: „Aber, Mensch, warum denn? Es ist doch schade um den Baum!“ Der Alte hielt ein, starrte zu mir verwundert auf und verstand mich in keiner Weise; er gab zur Antwort: „Ja, warum denn? Es wachsen doch wieder neue?!“ Darauf konnte ich nichts erwidern, denn er hatte unbestreitbar recht. Oft habe ich überlegt, die geliebten Bäume in meinem Grundstück betrachtend: Wie hoch, wie stark werden sie sein, wie weit werden ihre Schatten reichen in der Stunde, in der ich sterben muß? Das Ergebnis war stets: Die Bäume werden etwas dicker sein, die Kronen voller, aber nicht um viel. Denn ein Baum sieht zahlreiche Menschenleben kommen und verschwinden. Unser Leben währt nach dem Zeitmaß der Bäume, wenn es lange dauert, ein paar Jahre. Gewiß wachsen wieder neue Bäume, gewiß werden auch sie groß und stark werden; aber ich kann sie nicht mehr sehen! Ich werde an ihnen nicht mehr Freude haben. Der Schreiner dachte an keinen bestimmten, an keinen eigenen Baum, er dachte nicht an sich. Er war im Ganzen und kümmerte sich nicht um die vergängliche Zeit: mein Denken war klein. Aber wenn es diese Liebe zu Bestimmtem nicht gäbe, verlöre das Ganze den Wert; es hat ihn nur durch uns. Der Alte umsing mit Vertrauen diese Unendlichkeit und gewann Bauholz für sein Geschäft. Immer gabelt sich die Rune; sie greift von der Erde doppelt zum Himmel auf und doppelt in die Erde hinein. Es gibt keinen Himmel ohne die Erde und keine Erde ohne Himmel. Immer wachsen die Bäume von der Erde dem Himmel zu, nehmen sie ihre Kraft aus der Luft und aus dem Boden, und keiner erreicht die Ferne. Sie sind Mittler zur Erkenntnis: Wer alles für sich erhalten will, verliert; wer dieses Wollen opfert, steht stark im Tag und nützt. Alles wächst immer wieder neu. Ich grüßte zustimmend den Schreiner, er hatte recht. Er grüßte zurück, wir waren einig Maschinen würde ihm sonst in trockenem Hochsommer längst einmal ein Licht aufgesteckt haben. Auf dem# breiten Streifen zwischen Wald und Schienen wachsen helle, leuchtende Königskerzen in schlanker Pracht aus den verloren umherstehenden kurzen Heidegrasbüscheln. Gerade hier haben sie sich zu so vielen und so dicht hingestellt, daß man vorsichtig gehen muß, um nicht doch eine der stolzen Schönen zu verletzten oder gar niederzutreten. Das wäre schade, denn gar zu fein sehen sie aus, wenn sie ihre schmiegsamen und geraden Leiber vor dem Gedunkel des Nadelwaldes leise und ruhig hinund herwiegen. Wenn man über den Grabenbord springt und sich zwischen den beiden düsteren Machangeln durchdrängt in die Nadelholzbüsche hinein, stößt man nach ein paar Schritten auf einen verlorenen und verwachsenen Holzweg. Der schmiegt sich in sonderbaren Windungen zwischen den Fichten= und Kiefernstämmen durch und senkt sich ganz unmerklich und leise. Er zieht sich lang hin. Aber einmal findet er doch ein Ende und tkitt breit. und frei aus dem Wald hinaus auf eine Weidenfläche, in der er sich sanft und spurlos verliert. Die Weiden strecken sich weit nach rechts und linke aus. Sie sind schmal und begleiten die Beeke wie ein grünes Band. Die Beeke liegt gerade vorauf. Man sieht sie erst, wenn man dicht an ihrem Ufer steht. Denn sie ist tief eingebettet. Kaum, daß die Weidenbüsche von denen die Uferhänge dicht gesäumt sind, noch eber über den„Rand des Wiesengrundes hinwegschauer können. An dem hohen Uferrand der Beeke führt ein fest getretener Fußweg lang. Das ist der Melkepad, den di Mägde gehen, wenn sie mit den leeren Eimern deKühen zu Leibe rücken oder mit den vollen wieder# Hofe wollen. Geht man in der Richtung weiter, di der Melkepad wies, oder folgt man einfach dem Ufe der Reeke so kammt man an eine große e, jo rommt man an eine große und dichte In der ist ein enges Loch, durch das man der Derie, ein enges Loch, durch das man sich schieben muß, wenn man an der anderen Seite ein Stückchen weiter den Schienenstrang wieder sehen will. Gleich neben den Schienen liegt ein alter klobiger und vermorschter Eichenstamm, den das Moos von allen Seiten anknabbert. Und neben dem Eichenstamm ist ein gasher Pedenstentaieg Sceusaun u. Ich sitze auf dem alten Eichenstamm, besehe mir die Gegend und ruhe mich aus. Und warte, bis der Abendzug hier vorbeirasselt und pustet. Denn ich will nicht den ganzen Nachmittag an der Bahnstrecke herumvag haben, ohne nicht wenigstens einen einzigen Zug genzu haben. Und ich will wieder einmal heimlich die Le## bemitleiden können, die nun im Galopp durch die Geges sausen und so gar nichts und gar nichts von ihrer heit zu wissen kriegen. * henn Westfälische Tageszeitung Nummer 243 * 5. September 1940 Die trotzige Liebe von Rudolf Kausol Georg Jänicken, der„Gerge“, wie man ihn hier überall freundlich nennt, ist nun Herr eines großen Hofes und dazu eines sehr alten und angesehenen. Die Verschreibung datiert aus dem Jahre 1687, und seither saßen seine Vorfahren hier. Nichts haben sie von ihrem ursprünglichen Besitz abgegeben, auch den schönen Kiefernwald am Haff nicht. aus dem man die besten Masten für die Segelkähne des Kurischen Haffes berausschlagen kann. Es waren wohl tüchtige Wirte, die Jänicken der ganzen Abnenreihe. Der Gerge ist freilich noch etwas jung und hat nicht daran gedacht, so bald den Hof übernehmen zu müssen. Sein Vater ging infolge eines Unglücksfalles allzu früh dabin. Er glitt nämlich beim Dachdecken aus und stürzte ab, und wenn das Dach des alten Stalles auch nicht zu hoch war und unten sogar einige Schilfbündel lagen, die den Fall milderten, so erbolte er sich doch nicht mehr von den Quetschungen und siechte langsam dahin. Fleißig und umsichtig ist der Gerge schon. und den Hof hält er in Ordnung, aber ein richtiger Bauer, nein, das ist er nicht. Wenigstens behaupten das alle im Dorf. Der Gerge will nämlich die Bärbel heiraten. ein blutarmes Kätnermädchen, das sogar noch vor kurzem auf dem väterlichen Hof gedient hat. Die Liebschaft zwischen den beiden hat man im Sommer wohl bemerkt. Schließlich waren sie ja nicht allein in dem Kiefernwäldchen am Haff, wenn es dem alten Jänicke auch gehörte, sondern auch andere, die mit der Liebe Not hatten, saßen bier im Schilf. Das ist nun mal so, daß nimmt ihm und auch den anderen niemand übel. Aber nun, nach dem Tode des Alten, liegen die Dinge doch anders. Ein Großbauer kann doch kein Kätnermädchen beiraten, dazu noch eine, die mit ihm im Schilf gesessen hat. Die würdigen Bauern ringsum schütteln die Köpfe. Das macht man doch mit Gold ab, wenn wirklich etwas sein sollte, oder mit einer Handbewegung. Das sollte der Gerge, so jung er noch ist, doch eigentlich auch schon wissen. Das paßt doch gar nicht zu dem alten Hof und zu der Ahnenreihe der Jänicken. Das ganze Dorf fühlt. sich durch diese Sache halbwegs erniedrigt, denn der Jänickenhof ist der vornehmste. Mädchen gibt es schließlich überall in Hülle und Fülle, aber kein Geld, und so wohlhabend der Gerge zweifellos ist, Geld kann er in dieser schweren Zeit doch gebrauchen... Im Krug hat man nur von ihm und der Bärbel zu reden. Der Gemeindevorsteher sagt:„Eine Vernunftehe kann man nur schließen, wenn man Vernunft hat, aber der Gerge hat nun mal keine, Prost!“ Und der Jan, der schon drei Mädchen mit Kindern herumsitzen hat und es immer in rücksichsloser Weise verstanden hat, sich um seine Pflichten herumzudrücken, grinst:„Er hat soviel Gefühl. der Gerge, aber wenn ich seinen Hof hätte an Stelle meiner Klitsche, dann...“. Man weiß schon, was er meint, man weiß auch, daß ein Mädchen seinetwegen ins Wasser gegangen ist, aber trotzdem muß man doch lachen, wie er seinen Mund bei dem Wort „Gefühl“ so spitzt, als setze er zu einem Flötenkonzert an. Wie Gerge später von diesem Gerede hört, denn man hört alles im Dorf, denkt er: der; Jan, der ist schon der Richtige! Aber der steht da. aller Ehren voll, und keiner schämt sich, zu ihm „Prost“ zu sagen... Die Bärbel kommt also auf den Hof. Nicht in einer Kutsche gefahren, sondern zu Fuß. Sie ist ein scheues Menschenkind, aber bereit, für ihre Liebe; zu kämpfen, und soviel weiß sie ja auch, daß ihr das: Schicksal diesen Kampf leichter gemacht hat als dem: Gerge. Wie sie in die Küche tritt, in der sie alles: noch von ihrer Dienstzeit gut kennt, steht da die: Tante des Gerges und macht ein hochmütiges Ge: sicht.„Geh' nur gleich in die Scheune, dort werden: sie dich brauchen“, sagte sie lauernd. Aber Bärbel: reckt sich hoch auf und antwortet:„Ich werde nicht: in die Scheune gehen, sondern Brot für das Gesinde: abschneiden“.—„Wenn du das Brot abschneiden: willst, dann bin ich ja hier überflüssig“, schreit die: Tante und knallt die Küchentür zu. In der Stube macht sie dem Gerge einen Auf: tritt, daß die Wände zittern. Er sollte sich die: Augen aus dem Kopfe schämen, und seine Vor: fahren väterlicher= und mütterlicherseits würden; sich im Grab umdrehen. Die Balken des alten.: ehrenwerten Hauses würden sich vor Scham biegen, das Vieh würde behert und das Wasser im Brunnen ungenießbar werden. Ach, diese fürchterlichen: Wünsche nehmen kein Ende, und der gute Junge: steht da und hört sich alles an. Schließlich ergreift: ihn ein heiliger Zorn und er schreit, das beherte Vieh und das verdorbene Wasser im Brunnen seien halb so schlimm wie ihre giftigen Redensarten. Aber doch ist sie ihm über. Irgend etwas gibt ihr die Kraft, so zu ihm zu sprechen. Nach einer Stunde rollt der Wagen mit der Tante vom Hof, daß die Funken stieben. Inzwischen ist in der Küche der Teufel los. Die alte Magd, die schon seit Jahrzehnten zum Hof gehört, erklärt Bärbel, sie sei ihr gar nichts, und sie denke nicht daran, sich von ihr etwas sagen zu lassen. Dabei lacht sie hohnvoll auf und läßt zur Bekräftigung einen Teller auf den Boden fallen. Mitten in diesen Krach fallen Worte wie„Erbschleicherin“ und noch viel schlimmere, die in ihrem Sinn sehr eindeutig sind. Gerge, der etwas später kommt versucht sie zu beruhigen, aber sie packt schon ihre Sachen in der Kammer. Den Knecht, der zu seinen höhnischen Bemerkungen offenbar vom Dorf aufgehetzt ist, zahlt er gleich aus und läßt ihn auf der Stelle gehen. Nun sind sie beide allein. Bärbel bängt ihm weinend am Hals. Daß seine Verwandten gegen ihn sind, damit hat er gerechnet. Aber die Geschichte mit der alten Magd, zu deren Füßen er noch als Junge gespielt hat, gibt ihm doch zu denken. Es ist ihm, als sei er gesunken, tief, allzu tief. Da sprechen die Menschen soviel von Gleichheit und Gemeinschaft und können sich nicht genug damit tun, und hier, wo er aus übervollem Herzen diese Gleichheit herstellen will, wenigstens für seinen eigenen kleinen Kreis, da trifft ihn blutiger Hohn. Sogar die Knechte und Mägde, die sich eigentlich geehrt füblen sollten, wenden sich voller Verachtung ab. Es wird eine sehr kleine, aber einsame Hochzeit auf dem Hof. Gerge hat einen bitteren Zug um den Mund, aber er steht ungebeugt da. Es schadet nichts, wenn man schon sehr früh lernt, wie Menschen wirklich sind. Das Vieb ist nicht bebert und das Wasser im Brunnen nicht vergiftet. Ein Knecht und eine Magd aus einer anderen Gegend machen still ihre Arbeit. Die Vorfahren werden sich nicht im Grabe umdrehen, denn was er tat, muß auch in ihrem Blut gelegen haben, wie könnte er es sonst tun? Nein, die Vorfahren werden sich nicht im Grabe umdrehen, aber die Nachkommen regen sich schon im traumhaften Entwicklungsschlaf, und das ist wohl die einzige Hoffnung in diesen trüben Tagen. Die unheimliche Farm von Butantan Ein Deutscher unter 80000 Giftschlangen— Vergiftetes Pferdeblut als wirkungsvolles Serum Vor kurzem kehrte der Augsburger I. M. nach mehrjährigem Aufenthalt in Brasilien, wo er in der bekannten Schlangenfarm Butantan bei Sao Paolo einer gefährlichen Beschäftigung nachging, wieder in seine Heimat zurück. über seine Eindrücke in diesem„Paradies der 80000 Schlangen“ weiß er folgende interessante Einzelheiten zu berichten: Ein Hügel in der Bannmeile der brasilianischen Hauptstadt Sao Paolo, ein Gelände von etwa 10.000 Morgen, stark ummauert und vergittert, das ist Butantan. Von weitem schon sieht man das schneeweiße Verwaltungshaus leuchten, das inmitten von Hunderten von steilen Wassergräben umgebenen Landinseln steht. Da wimmelt es nur so von gefährlichen Vipern, die zu Klumpen geballt und in wirren Knäueln träge in der heißen Sonne liegen oder aus ihren kleinen„Häusern“ herauskommen, die wie riesige Maulwurfshügel aus Kalkstein aussehen: halb in die Erde versenkte Kuppeln mit vier Schlupflöchern.* Jeder brasilianischer Farmer ist Mitarbeiter und Interessent der Farm. In allen Häusern findet man stets eine eigene vorgerichtete Versandkiste. Darin werden gefangene Giftschlangen verpackt, zur nächsten Station gebracht und nach Butantan geschickt. Post und Bahn befördern solche Passagiere gratis. 80 000 Giftschlangen hat diese sonderbare Farm auf solche Art in den letzten 25 Jahren zugeschickt erhalten. Das Hauptkontingent stellen dabei die Klapperschlangen, deren Gift fünfmal gefährlicher ist als das akker anderen Vipern. Jeder neueintreffenden Schlange wird sofort das Gift abgenommen, indem man sie in kleine Glasschälchen beißen läßt. in die sich die gefährliche wasserhelle oder gelbliche Flüssigkeit ergießt. Dieses Gift wird zuerst in kleinen, dann in immer größeren Dosen Pferden eingespritzt, die zu diesem Zweck ebenfalls in Butantan gehalten werden. Nach ungefähr einem Jahr kann ein Pferd das Hundertfache einer sonst unbedingt tödlichen Gifteinspritzung vertragen und nach dieser Zeit werden dem Tier—6 Liter Blut aus der Halsader entnommen. Das geronnene Blut dient dann zur eigentlichen Serumbereitung. Vier Sorten Sera werden in Butantan hergestellt: eines gegen den Biß der Klapperschlange, eines gegen Lachesisschlangen, ein drittes, das die Vergiftung durch Bisse von Brillen= und Korallenschlangen heilt und ein gemischtes Serum, das gegen den Biß aller dieser Arten schützt und meist in solchen Fällen angewendet wird, in denen man nicht genau weiß, von welcher Schlangenart ein Patient gebissen worden ist. Und nun kommt der Dank Butantans an die Farmer, die das Institut ständig mit Material versorgen. Denn die Einsender liefern die Vipern nicht nur deshalb, weil sie der Wissenschaft helfen wollen, sondern vielmehr aus einem sehr verständlichen persönlichen Interesse heraus. Wer nämlich eine Giftschlange nach Die unter Führung des Generaldirektors der spanischen Sicherheitspolizei, José Conte de Mayalde, in Berlin weilende spanische Polizeikommission besichtigte in Begleitung des Cheis der Deutschen Ordnungspolizei, General Daluege, auch die Technische Polizeischule. Polizeichef Conte de Mayalde überzeugt sich vom einwandfreien Arbeiten der neuesten Nachrichtenübermittlungsanlage unserer Polizei: eine drahtlose Telephon-, Sende- und Empfangsanlage, die es den Angehörigen der Polizeistreifen ermöglicht, auch während der Fahrten untereinander und mit der Zentrale jederzeit in Verbindung zu kommen(Scherl-.) Butantan geliefert hat, erhält postwendend wieder eine fertig adressierte Versandkiste für seinen nächsten Fang. In dieser Kiste aber ist noch ein Geschenk der Schlangenfarm enthalten: eine Glasröhre mit Serum. So helfen sich die von den Giftschlangen geplagten Farmer und die Schlangenfarm gegenseitig, und man hat ausgerechnet, daß durch die Ardeit dieses vom brasilianischen Staat finanzierten Institutes jährlich allein in Brasilien 50.000 Menschen vor dem Tod durch Schlangenbiß bewahrt werden. Die Ohrensteuer Zu den merkwürdigsten Steuern, die es je gegeben hat, gehörte eine alte Steuer in Tibet, die für den Geldbedarf des Dalai Lama erhoben wurde, sie ist sogar in neuerer Zeit einmal wieder belebt worden. Jeder Tibetaner mußte seine Ohren versteuern. Um nicht zahlen zu müssen, zogen es viele Tibetaner vor, sich diese Knorpel, die man ja nicht unbedingt zum Leben braucht, abschneiden zu lassen und schlugen so dem Steuererheber ein Schnippchen. Andererseits war es für die reichen Leute, die die Steuer zahlen konnten, ein nicht unwillkommener Anlaß damit zu prunken, indem sie das Vorhandensein ihrer Ohren durch schwere goldene Behänge oder große Perlen in den Ohrläppchen noch ganz besonders betonten. daß Erminia ihn am rechten Arm gezerrt habe, um ihn zu schnellem Halten zu bringen und einen Hund nicht zu 4 sherfahren der üher die Straße ligf und daß er durch Buntes Weltgeschehen Seehunde reiten Sehmerdenge Soll er sie heiraten oder 100 000 Lire zahlen? Seit zwei Jahren hatte Umberto Bacci, ein Turiner Kaufmann, unter seinen Angestellten als Sekretärin die Signorina Erminia Losito, ohne daß er eigentlich bemerkt hatte, wie hübsch und graziös die junge Dame war; das Geschäft war so glänzend gegangen, daß er keine Zeit hatte, sich um das Außere seiner Helferinnen zu kümmern. Erst im letzten Mai trat ein Stillstand in seiner Arbeit ein, und nun hatte er Zeit, seine Umgebung aufmerksamer zu mustern. Jetzt bemerkte er, daß seine Sekretärin eine junge Schönheit war, graziös und elegant, daß sie ein bezauberndes Lächeln hatte, kurz, daß ihre ganze zierliche Persönlichkeit etwas sehr Anziehendes hotte. So vergaß er einen Augenblick seine Tätigkeit im Büro und versuchte, die versäumte Zeit wiederzugewinnen, was ihm auch nicht schwer wurde. Eines Tages machte er mit Erminia einen Ausflug im Auto nach Arona, und bei der Rückfahrt saß Bacci, der das Steuer führte, plötzlich an einem Prellstein. über die Ursache dieses Mißgeschicks gehen die Aussagen auseinander: die junge Dame versichert, Bacci habe die Herrschaft über das Steuer verloren, weil er versucht habe, ihr einen Kuß zu geben. Bacci behauptet dagegen, überfahren, der über die Straße lief, und daß er durch diese brüske Bewegung die falsche Bewegung am Steuer Ws W M n Seehunde sind mit ziemlicher Intelligenz begabt und slassen sich leicht abrichten. Aber daß diese Robben auch e s zur Rettung von Schiffbrüchigen verwendet werden koninen, ist zweifellos neu. Zwei norwegische Schiffer kamen sauf den Gedanken, einige Seehunde dazu abzurichten, I s auf ihren Befehl ins Wasser zu gehen und ein Tauende t snach einer bestimmten Stelle zu schleppen. Der Versuch es gelang vorzüglich. Seitdem besteht in Haaren eine Retstungsstation, bei der eine Anzahl solcher abgerichteter „ Seehunde gehalten werden. Ist nun bei Sturmwetter sein Schiff an derf Klippen eines Fjordes gescheitert, idann bringt man die gelehrigen Seehunde sofort zu „ Wasser. Sie schwimmen in größter Geschwindigkeit ezu dem gescheiterten Schiff und bringen den Schifsbrüchigen das eine Ende eines Seiles, dessen anderes : Ende sich am Rande der Küste befindet. Nun zieht die in Seenot geratene Besatzung mittels dieses Seiles ein Stahltau an Bord, das sich zwischen Schiff und Ufer spannt. An diesem Tau klammern sich nun, einer nach sdem anderen, die schiffbrüchigen Seeleute und gleiten Ezum rettenden Strand. Mißglücktes Jauberkunststück s In einer Husumer Gastwirtschaft saßen kürzlich einige Männer lustiger Dinge bei einem Glas Bier zusammen. Schließlich kam das Gespräch auch auf Zauberkunststücke, und einer der Zecher machte sich anheischig, mit einem shalben Liter Bier ein Fünfmarkstück zu verschlucken. Er s dachte nicht im entferntesten daran, seine Worte in die Tat umzusetzen, sondern glaubte insgeheim, das Hartgeld geschickt verschwinden zu lassen, während das Bier s durch die Kehle lief. Rasch kam eine Wette zustande, ob das„Kunststück“ gelingen würde. Der Prahlhans setzte an— und schon war der flüssige Inhalt des Glases, aber zu seiner eigenen Überraschung auch das Fünfmarkstück verschwunden. Natürlich hatte der Zauberkünstler seine Wette gewonnen. Als er später zu Hause im Bett lag, stellten sich starke Magenschmerzen ein. Er mußte einen Arzt holen lassen, der die Überführung des Patienten ins Krankenhaus veranlaßte. Obwohl der „geldfressende“ Mann sofort gerönigt wurde, war doch die Existenz des Geldstückes nicht festzustellen. Der biedere Amateurmagier hatte in dieser Nacht allerhand Aufregungen zu überstehen, bis das Fünfmarkstück am nächsten Morgen— auf dem natürlichsten Wege der Welt wieder zum Vorschein kam. So war sein Zauberkunststück, obwohl es eigentlich gelang, trotzdem ein wenig mißglückt. Ein teurer Imitalor Am Hofe des Kaisers Nikolaus' I. von Rußland nahm man ein freies Wort recht oft übel. Dessen ungeachtet hatte der Zar selbst für einen guten Scherz viel Sinn. So brachte er eines Tages in Erfahrung, daß der Komiker Karatigin der Jüngere des Kaisers Sprechweise und seine Stimme täuschend nachzuahmen verstand. Während einer Vorstellung im Theater ließ er Karatigin zu sich in die Loge rufen und befahl ihm, seine Kunst zu zeigen. „Ich hörte“, rief der Zar aus,„daß Du mich täuschend zu kopieren verstehst! Ich will das hören!“— „Oh, Majestät!“ entgegnete der Komiker erschrocken,„wie könnte ich das wagen!“—„Ich befehle es!“ sagte der Kaiser kurz und bündig. Karatigin sah sich in der Loge, in welcher die hohen Offiziere und der Hausmeister, Fürst Wolonsky, saßen, verzweifelt um. Aus den Gesichtern der Anwesenden konnte er aber weder Zustimgemacht habe. Wie die Sache auch gewesen sein mag, das junge Mädchen trug bei dem Unfall verschiedene Verletzungen s und besonders einen Schaden am rechten Knie davon, der zwar in 30 Tagen heilbar war, aber doch ein leichtes „ s6 sesen. und Hinken hinterließ. Jetzt wandte sich Erminia an ihren mung noch Ablehnung des Wunsches lesen.—„Und: Chef und suchte ihm klar zu machen, daß das einzige was befiehlt Ew. Majestät, was ich sprechen soll?“ Der; Heilmittel für dieses Unglück wäre, daß er sie heiratete; Zar sagte achtlos:„Meinetwegen das Nächstbeste!“ Ims aber Bacci stellte sich völlig taub. Da verfiel die junge selben Augenblick wandte sich der Komiker an den Fürsten; Dame, um ihn an die Wand zu drücken, auf das Mittel, Wolonsty:„Iwan Iwanowitsch! Der Karatigin hat mir s ihren Ausflugsgefährten vor das Turiner Gericht zu gestern gefallen. Zahl' ihm morgen tausend Silberrubel; laden, um eine Entschädigung für den moralischen und aus!“— Der Kaiser konnte sich eines herzhaften Lachens; materiellen Verlust zu erlangen, den sie insgesamt auf über das verdutzte Gesicht seines Hausmeisters nicht s etwas über 100000 Lire berechnete. Aber selbst erwehren. Am nächsten Tage erhielt der Komiker seines angesichts dieser Drohung wurde Bacci nicht weich: er 1000 Rubel für die gelungene einmalige Imitation ders glaubt sicher zu sein, daß er als Sieger aus diesem koiserlichen Stimme., 5 Rechtsstreit hervorgehen wird. Beim Gähnen die Kinnladen verrenkl! Ein wenig beneidenswertes Erlebnis hatte ein Manns in Como. Er hatte beim Gähnen seinen Mund so weit; aufgerissen, daß es ihm beim besten Willen nicht mehr gelang, ihn wieder zu schließen, da ihn eine Verrenkung der Kinnladen daran hinderte. Mit weitgeöffnetem Munde mußte er sich ins Krankenhaus begeben, wo erdann schnell aus seinem ungemütlichen Zustand erlöst wurde. Das älteste Ei der Welt Die Universität des Staates Kalifornien besitzt ein: Ei. das eine besondere Kostbarkeit ist. Es ist nämlich: fossil und wurde von einem Goldgräber am Gilafluß; in Arizona in einer Masse harten Kalksteins eingebettet: aufgefunden. Es wurde zum Zwecke der Untersuchungs aus steiniger Hülle herausgeschält, wobei sich ergab, daß: seine Form sich in nichts von der eines gewöhnlichen: Gänseeis unterscheidet. Rauchen Sie mit Genußl*) ATIKAN 50 —Jd. h. nur wirklich gute Eigaretten, die Zug für Zug Die Schale hat ihre ursprüng ihr köstliches Aroma entfalten. Sie vermelden dann ganz liche Zusammensetzung und mikroskopische Struktur be=s von selbst das hastig=nervöse Rauchen, das unbekömmhalten. Das Innere hingegen ist mit einer kristallinischens lich ist. Masse von Kolemanit ausgefüllt. Begegnung in der Nacht Von Georg Büsing. Ilse Kersten saß allein im Abteil des Zuges. In sich zusammengekrochen, eng in die Ecke gedrückt. Es brannte kein Licht. Regen prasselte gegen die Fenster. Und die Räder rollten— rollten— Auf einem Uebergangsbahnhof polterte ein Soldat zu ihr ins Abteil. Bepackt von oben bis unten. Stahlhelm und Gasmaske klirrten. Er dauerte lange, bis er sein ganzes Gepäck verstaut hatte. „Entschuldigen Sie“, sagte er dann.„Es hat etwas viel Krach gegeben bei der Finsternis. Aber die Batterie meiner Taschenlampe ist alle.“ „Sie haben mich nicht gestört“, entgegnete Ilse Kersten leise. „Das ist gut!“ rief er froh aus.„Man stört ja auch nicht gern eine Frau im Schlaf, nicht wahr?— Fahren Sie auch zum Rhein hinunter?“ „Ja— meine Heimat ist dort—.“ Ilse sagte es mit einem schmerzlichen Lächeln und sah gleichzeitig das eroße Gut in Schleswig=Holstein vor sich, das ja jetzt eigentlich ihre Heimat war, und von dem sie heute gestohen war, weil sie e dort unter den ernsten und grüblerischen Menschen und neben ihrem Manne, der so schwerfällig und verschlossen war, nicht mehr ausgehalten hatte „Ja der Rhein ist herrlich!“ fuhr der Soldat mit Begeisterung fort.„Da ist es leicht, auf Posten zu stehen.“ „Und fahren Sie jetzt wieder dahin?“ fragte sie mehr aus Höflichkeit als aus Interesse. Seine Stimme wurde etwas dunkler:„Diesmal geht's noch etwas weiter, ins Vorfeld.“ Er atmete auf: „Ja, setzt werden wir endlich eingesetzt! So herrlich es am Rhein war, auf die Dauer ist das für einen ausgewachsenen Soldaten doch nichts.— Darf ich rauchen?“ „Bitte.“ Der Feldgraue zündete sich eine Zigarette an. Die zuckende Flamme des Streichholzes lief über sein Gesicht. Es war ein ganz junges Antlitz, hier und dort noch weich in den Linien, aber doch schon kraftvoll geformt, schmal, mit einem blonden Haarschopf über der offenen Stirn.„Sie sind noch sehr jung“, murmelte Ilse Kersten, als es wieder dunkel geworden war. Er lachte auf eine sinnige Art:„Mein einer Bruder ist noch jünger als ich und steht schon als Leutnant an der Front.“. „Sie sind mit mehreren im Felde?“ „Ja. Mit dreien.“ Der Zug passierte eine Weiche, die Räder kreischten auf. Ilse zog ihren Mantel fester um die Schultern und starrte zu dem jungen Soldaten hinüber, dessen Zigarette aufglomm und für ein paar Sekunden sein Antlitz von neuem schwach aufhellte.— Er sieht deinem Manne ähnlich, dachte sie bitter. So muß er in ganz jungen Jahren ausgesehen haben. Groß und schmal wie die meisten Männer aus dem Norden, die mit den Jahren dann schweigsam und grüblerisch werden. Die Frauen und Mütter hatten es nicht leicht mit ihnen. „Und Ihre Mutter—? Was sagt die dazu—?“ fragte sie dann unvermittelt, mit einer leichten Feindseligkeit im Ton. Er hob den Kopf:„Wie kommen Sie auf meine Mutter—?“ „Sie hat doch drei Söhne im Feld!“ erwiderte sie heftig und erregt über seine erstaunte Frage. Trotz seiner Jugend schien er den Männern ja schon zu gleichen! Alles war so selbstverständlich— der Mann bestimmte und tat, was ihm recht schien— nach der Frau hörte man kaum. Eine Weile blieb es still. Der Feldgraue schien ihre Feindseligkeiten zu überhören,— er zog ein paarmal an seiner Zigarette und sagte dann mit fernem Blick:„Ja — meine Mutter— die hat nur selten etwas gesagt. Und doch— ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll — war sie es wohl, die uns=allen das mit auf den Weg gab, was der Mensch im Leben braucht.— In ihrer leisen und scheuen Art— mit einem Blick ihrer guten Augen— mit einem Streicheln ihrer kühlen Hände— war sie von Kind auf immer für uns da, wenn wir mal wirr und ungut waren— wenn's wirklich nottat— und in all den dunklen Stunden, wo der Mensch mit Worten sowieso nicht viel anfangen kann.— Verstehen Sie mich? Man spricht ja sonst nicht darüber— aber wir Männer könnten doch gar nicht so ausgeglichen und mutig unsere schwere Pflicht erfüllen, wenn die Mütter und Frauen uns dies alles nicht vorgelebt hätten— ihr ganzes Leben lang—“. Der Feldgraue schwieg. Ein paarmal glomm seine Zigarette noch schwach auf, dann zerdrückte er den Rest im Aschenbecher. Der Zug hatte sein höchstes Tempo, er jagte in die Finsternis hinein und schleuderte das Wasser des Regens in prasselnden Salven gegen die Scheiben. Ilse Kersten hatte sich während der Worte des Soldaten aufgerichtet, und immer war es noch, als horche sie auf seine Stimme. „Wenn die Mütter und Frauen uns dies alles nicht vorgelebt hätten.“ Ja. das hatte er gesagt! Und sie hatte geklagt und gegrollt, wenn der Mann schweigsam und müde von der Arbeit kam. Hatte geschmollt, wenn er von seinen Plänen, von Saat und Ernte, von Viehsterben und anderen Sorgen erzählte. Und heute war sie nun auch noch geflohen, zu einer Zeit, wo er dreimal so schwer arbeiten mußte, weil alle Hilfskräfte an der Front standen. Eine dunkle Scham stieg in ihr Gesicht, sie erhod sich hastig:„Ich muß auf der nächsten Station aussteigen!“ flüsterte sie. „Ich dachte, Sie wollten in Ihre Heimat— zum Rhein.—.“ „Meine Heimat ist in Schleswig=Holstein— auf dem Gut meines Mannes.“ Der Feldgraue verstand ein wenig, er erhob sich gleichfalls und nahm ihre Hand:„Sie sind so erregt—? Habe ich etwas Unrechtes gesagt?“ Sie schüttelte heftig den Kopf und legte ihre freie Hand auf die seine:„Nein— nein— Sie haben mir nur das gesagt, was ich hören mußte. Und ich bin Ihnen nur dankbar— und werde diese Fahrt mit Ihnen nie vergessen—.“ Sie standen eine Weile im Dunkel des Abteils. Er ahnte, was in dieser Frau vorging und fragte nichts mehr. Er spürte ja, wie ihre zuckende Hand ruhiger in der seinen wurde, und sagte leise:„Die nächste Station ist Kreiensen. Wir sind gleich da.“ Sie suchte mit seiner Hilfe ihr Gepäck zusammen, der Zug fuhr in die spärlich erleuchtete Halle des Bahnhofs ein. Er reichte ihr den Koffer zum Fenster hinaus. Sie dankte ihm mit ihren dunklen Augen, die nun ganz still waren, und preßte ihm noch einmal die Hand. „Nun fahren wir wohl für immer auseinander, und doch waren Sie die tiefste Begegnung meines Lebens—“, flüsterte sie. Der Feldgraue wurde verlegen und erwiderte nichts. Der Zug fuhr ab, und schon nach wenigen Sekunden verloren sie einander aus den Augen. Schlagfertig Lenbach besaß eine urwüchsige Schlagfertigk sind. So ha gkeit, Aus Heimat und Fremde Blick in neuerschienene Bücher Drei neue Franckhs Roie Bände. Franckhsche Verlagshandlung, Stuttgart. Je 1,85 RM. Die Reihe der beliebten Franckhs Roten Bände wurde um drei weitere bereichert, die sich an spannenden und abenteuerlichen Begebenheiten einfach überbieten. Dieverriegelte Kammer(Abenteuer und Schicksale, aufgezeichnet von Waldemar Keller) läßt uns auf fernen einsamen Inseln und Schiffen aufregende Menschenschicksale und Naturgewalten miterleben. Bald ist es die heimtückische Macht der Termiten, bald ein unheimliches Seebeben, denen sich der Mensch gegenüber als völlig ohnmächtig erweist und deren Opfer er wird. Die Apotheke zum Kleeblatt(Roman von Peter Hilten) führt uns in das Idyll der oberschwäbischen Kleinstadt mit all ihrem Klatsch und Tratsch. Aus dem altväterlichen Apothekenbetrieb und einem bankerotten Bankgeschäft treten zwei junge Menschen, in denen schon seit Jugendjahren die gegenseitige Zuneigung fest verankert ist, getrennt den Weg ins Leben an, der sie trotz so mancher Intrigen und Enttäuschungen zu einer schwindelnden Höhe des Erfolges führt und sie im dramatischsten Augenblick, wo aller Erfolg zusammenzustürzen droht, wieder glücklich zueinander finden läßt. Die sieben Verliebten(Heiterer Roman von Irmgard Spangenberg). Eine ebenso tolle wie ergötzliche Geschichte eines unerfahrenen Mädels vom Lande, das mit einer guten Portion Mutterwitz ausgestattet auszieht, um die Abenteuer einer Großadt kennenzulernen. Wie sie die Abenteuer sucht, sie zum, Entsetzen der geplagten Tante findet und vor allem, wie sie mit den Verliebten aller Schattierungen— vom Rohköstler bis zum Rennstallbesitzer— fertig wird, um schließlich doch in ihrer ländlichen Jugendliebe ihren Bezwinger zu finden, das ist wirklich köstlich. Von Hölle zu Hölle. Von Karl Kirchhoff. Verlag C. Vertelsmann, Gütersloh. Preis geb..40 RM. Die schmachvolle Behandlung unserer Kriegsgefangenen in Frankreich ruft die Erinnerung wach an die entsetzlichen Leiden der deutschen Soldaten, die als wehrlese Kriegsgefangene im Weltkrieg der aller Menschlichkeit Hohn sprechenden Nachsucht der Grande Nation ausgeliefert waren. Was tapfere Deutsche hier als Zuchthäusler und Zwangsarbeiter in französischen Bergwerken an körperlichen und seelischen Peinigungen und Mißer einmal das Bildnis einer Finanzgröße gemalt, als der eben erwachsene älteste Sohn darüber bemerkte:„Ich kann mir nicht helfen, das ist nun einmal nicht mein Vater, wie ich ihn sehe.“„Sie sind eben auch nicht der Lenbach“, erwiderte ihm der Meister ruhig. Der greise Prinzregent erkundigte sich einmal bei Lenbach, als er ihn besuchte:„Ist der Hauptbau eigentlich mit dem Atelier verbunden?“„Jawohl, Königliche Hoheit, durch eine große Hypothek“, sagte der Maler trocken. Bei Ausstellungen behielt sich Lenbach immer einen großen Platz vor, wie es ihm seine Machtstellung im Kunstleben erlaubte. Als man ihm darüber einmal eine Bemerkung machte, sagte er:„Ich mache es so wie der Hecht im Fischteich, der die Gründlinge frißt.“ Aus Paris kam eine sehr reiche Dame zu ihm, um sich von ihm malen zu lassen. Lenbach studierte ihr Aeußeres genau, dann meinte er:„Das Schönste an Ihnen ist Ihre Hand, und Hände kann ich nicht malen. Da müssen Sie schon zu einem anderen gehen.“ handlungen erdulden mußten, wie es der Verfasser aus eigenem Erleben in so drastischer Form schildert, verdient gerade heute wieder in Erinnerung gebracht zu werden, um einer gewissen Gefühlsduselei gegenüber dem„unglücklichen“ Frankreich wie auch allen Kriegsgefangenen gegenüber ein Ende zu bereiten. Diese unmenschlichen Martern ließen jene unglückseligen Opfer Tag und Nacht auf Flucht sinnen. Und wenn sie auch sechsmal mißlang, und wenn auch die Qualen nach der Wiedereinbringung verdreifacht wurden, nichts konnte sie von einem erneuten Fluchtversuch abpringen, der dann endlich die ersehnte Freiheit in einer inzwischen so fremd gewordenen Heimat brachte. Das Buch ist ein einzige Anklage und ein Schanddokument für Frankreich. Irische Freiheitskämpfer. Biographische Skizzen von Dr. Ruth Weiland. Verlag Scherl, Berlin SW 68..20 RM. Die Geschichte Irlands ist mit Blut und Tränen geschrieben. Jahrhunderte hindurch kämpfte ein tapferes Valk einen erbitterten Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit seines von England unterjochten Landes. Und so ist die Geschichte Irlands auch ein Heldenlied von Männern, Frauen und Kindern, die freudig ihrem Vaterlande ihr Letztes zum Opfer brachten. Dieser heldenmütigen Kämpfer um die Freiheit gedenkt dieser grachtvolle Buch und gibt, in wuchtiger und pockender Form die Lebensbilder jener Männer und Frauen wieder. Peter Jurascheck 5. September 1940 Die kampffolge für Helsinki hmis#ng den Westfälische Tageszeitung Für die Abw.aung des Dreiländerkampfes Deutschland=Schweden=Finnland am 7. und 8. September in Helsinki ist nachstehender Zeitplan aufgestellt worden: Sonnabend, 7. September: 400 m Hürden, Weitsprung, Kugelstoßen, 100 m, 1500 m, Hochsprung, Hammerwersen, 400 m, 5000 m, 4mal=100-Mtr.=Staffel. „Sonntag, 8. September: 110 m Hürden, Stabhochsprung, 800 m, Diskuswersen, 200 m, 10000 m, mal.=400=Meter=Stassel. 3000 m Hindernislauf, vierDer Beginn ist am Sonnabend auf 16.30, am gatet setze 8. 1. 39 Pg, letzgesetz Di: Bunkiwerung Heuser-Kreitz auf Sonntag verlegl Der Boxkampfabend in der Deutschlanohalle mit dem zweiten Meisterschaftstreffen im Halbschwergewicht zwischen dem Titelverteidiger Adolf Heuser und Richard Kreitz ist wegen technischer Schwierigkeiten auf Sonntag, dem 8. September verlegt worden. Frauen-Länderkampf erst 1941 Auf Wunsch des italienischen Verbandes wird der Leichtathlelik=Länderkampf zwischen Deutschlands und Italiens Frauen in diesem Jahre nicht mehr stattfinden. Die dritte Begegnung wird im nächsten Jahre neu vereinbart. Walzerkönig gelötel. Das erfolgreiche deutsche Hürdenpferd Walzerkönig zog sich in Hoppegarten einen Beckenbruch zu und mußte erschossen werden. Der siebenjährige schwarzbraune Wallach war in dem Besitz des Grasen H. Arnim und wurde vom Gestüt Schlenderhan erworben. Er zählte zu der besten deutschen Hindernisklasse und krönte eine Laufbahn in diesem Jahre im„Braunen Band“ in München durch einen Sieg im wertvollen Preis des deutschen Fremdenverkehrs. Polizei 1. und Feiesen 2. steigen zur Gauklasse auf Am Sonntag wurde auf dem Sportplatz der Polizei die letzte Pflich.spielrunde im Faustball um den Aufstieg zur Gauklasse ausgetragen. Die Spiele, die sich glatt Nummer 243 und reibungslos abwickelten, hatten folgende Ergebnisse: Neubeckum— Friesen 2. 37:28, Friesen 2.— Post 28:28, Neubeckum— Post 42:25,„Polizei— Neubeckum 34:28, Polizei— Friesen 2. 32:22, Polizei— Post 31:24, Friesen 2.— Neubeckum 34:27, Post— Neubeckum 33:25, Polizei— Neubeckum 29:21. Nach Abschluß der Spiele ergibt sich folgender Tabellenstand: 1. Polizeisportverein Münster 1. Mannschaft, 2. Turnverein Friesen Münster 2. Mannschaft, 3. Reichsb.=S6 Neubeckum, 4. Posisportgemeinschaft Münster. Die Gauklasse hat nunmehr folgendes Aussehen: Friesen Münster 1. Mannschaft, Münster 62 1. Mannschaft, Polizeisporlverein Münster 1. Mannschaft Friesen Münster 2. Mannschaft. Schöner Eetolg der 62 eeinnen Am Mittwoch abend kam es auf dem Sportplatz am Bohlweg innerhalb der Kämpfe um die Frauen=Stadtmeisterschaft zu einem interessanten Kräftevergleich, den die Mädels von 62 auf Grund besserer Stürmerleistungen für sich entschieden. Das Spiel begann ziemlich verteilt, jedoch konnten die Mädels vom TB 62 durch Strafwurf die Führung erzielen. Nach dem Wechsel stellten sie durch zwei weitere prächtige Tore den Endsieg sicher. Nur der gut kämpfenden Hintermannschaft der Kombinierten ist es zu verdanken, daß der Sieg nicht höher ausfiel. dankbarer Freude zeigen wir die Geburt unserer Karln an 22. 8. 1910 Fran Käthe Aßhoff geb. Zopp Diplom-Volkswirt Heinz Aßhoff Verbandssendikus Köln-Ehrenfeld, Barthelstraße 2 Statt jeder besonderen Anzeig W Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, heute mittag unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Tante und Großtante Frau'w. Wilhelm Böcker Anna geb. Röwekamp Inhaberin des silbernen Ehrenkreuzes der Mutter zu sich zu nehmen. Sie starb infolge Altersschwäche, getröstet mit den Heilsmitteln unserer hl. Kirche, im 84. Lebensjahre. Um ein andächtiges Gebet für die liebe Verstorbene bitten: Die trauernden Angehörigen. Münster, Borken, Dortmund, Düsseldorf, Kanonierstr. den 2. September 1940. Die Beisetzuns In der Familienerabstätte in Münster findet statt am Freitag, dem 6. Sept. 1910. nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Zentralfriedhofes aus. Das feierliche Leviten-Hochamt ist am gleichen Tage, morgens 9¾ Uhr, in der Liebfrauen-Plarrkirche. Sollte jemand aus Verschen keine besondere Anzeige erhalten haben, bitten wir, diese als solche anzusehen. KN Wir erhielten die traurige Nachricht, daß mein innigstgeliebter Mann, under lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Unteroffizler in einer Nachrichtenabtellung Clemens Schürmann Frontkämpfer von 1914/18 im Alter von 47 Jahren durch einen tragischen Unglücksfall in Südfrankreich am 22. 8. 40 sein Leben ließ. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Ehrenfriedhof in Nantes. Er starb in soldatischer Pflichterfüllung für Führer, Volk und Vaterland, wie auch sein Bruder im Weltkrieg in Frankreich gefallen ist. Im Namen der trauernden Angehörigen: Frau Cläre Schürmann geb. Lewandowski Münster in Westf., den 4. Sept. 1940. Raesleldstr. 11 Das feierliche Seelenamt findet statt am Samstag, den 7. 9. 40, um 9 Uhr, in der Kirche zum HIl. Kreuz Heute entschlief unsere liebe Mutter. Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Frau Gertrud Arning geb. Böcker Wwe. des am 3. 7. 1917 verstorbenen Bauern Heinrich Arning Sie starb im 67. Lebensjahre, nach einem frommen, arbeitsreichen Leben, das ganz erfüllt war von der Sorge für ihre Kinder. Intiefer Trauer: Amtsgerichtsrat Dr. August Arning und Frau, Toni geb. Schnülgen nebst Kindern Heiner, Rolf u. Manfred Hedwig Arning Wilhelm Arning und Frau Gertrud geb v. d. Fecht Amelsbüren, den 3. September 1940, Ahaus und Neuhaus b. Paderborn. Die Beerdigung findet statt zu Amelsbüren am Samstag, dem 7. September 1940, morgens 9 Uhr, anschl. das feierliche Seelenamt. Von größerem Unternehmen in Münster wird zum sofortigen Eintritt mit buchhalterischen Kenntnissen gesucht. Angebote unter P R 5972 an Hauptgeschäftsstelle Münster. die Welch. Schulmädel(12—14.) h. Lust, sich einige Stunden am Tage mit 2 Kindern(4 und 1½.) währ. der Ferien zu beschäftigen? Angeb. unter 667 an die .=Gesch. Münster Für die uns beim Heldentode unseres geliebten, unvergeßlichen Sohnes, Bruders und Schwagers Werner K Nach Gottes hl. Willen verschied heute abend 6 Uhr sanft und gottergeben unsere liebe Mitter. Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwägerin und Tante Frau Ww. Bernhard Schaten Christine geb. Rieken Sie starb nach längerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, wiederholt versehen mit den Tröstungen unserer hl. Kirche, im 87. Lebensjahre. Ihr Leben war Gebet und Arbeit. Um ein andächtiges Gebet für die liebe Verstorbene bittet im Namen der trauernden Angehörigen: Theresia Schaten, Lehrerin Davensberg i.., Hannover, Recklinghausen, Ottmarsbocholt, Münster und Ahaus, den 2. September 1940. Die Beerdigung findet statt in Ascheberg am Freitag. dem 6. September, vormittags.15 Uhr. von der Pfarrkirche aus, anschl. das feierl. Leviten-Seelenamt erwiesene Anteilnahme sagen wir unsern herzlichen Dank. Erich Keller und Frau Erich Keller jr. und Frau Münster(Westf.), im September 1940 -Hammer Str. 226 Das Sechswochen-Seelenamt findet statt am Sonnabend, den 7. Sept., morgens 8 Uhr, in der Hl.-Geist-Kirche, wozu Freunde und Bekannte herzl. eingeladen werden. Von tiefer Trauer ist die Johann-Konrad-SchlaunSchule erfüllt bei dem für viele unerwarteten Tode ihres Studienrats Dr. Fritz Brand der am 2. Sept. 1940 nach schwerem längeren Leiden starb. Seit 14 Jahren galt seine Arbeit der geistigen und körperlichen Frziehung der ihm anvertrauten Schüler. Er war ihnen nicht nur Lehrer, sondern auch Kamerad, der stets im mutigsten, zähen Einsatz, in nie ermüdendem Pflichteifer, in treuer Fürsorge, in soldatisch frommer Haltung und vaterländischer Gesinnung Vorbild war und bleibt. Ober die Zeit der Schule hinaus wird er in dankbarem Gedächtnis bleiben, besonders bei allen, welche durch ihn Anregung und reichste Förderung im Segelsport und im Turnen empfingen. Seinen Mitarbeitern wird er als treuer Freund und Kamerad stefs unvergeßllich bleiben. Seit Beginn des Krieges war er als Hauptmann und Batteriechef bei der Flak unentwegt tätig, bis die Krankheit ihm den Dienst verbot. Die Johann-Konrad-Schlaun-Schule, Städt. Oberschule für Jungen zu Münster I. W. Dr. Eggers Oberstudiendirektor Tächtiger kenner zum sofortigen Antritt gesucht Gaststälte Mathäser, Münster Roggenmarkt Sorgfältige Flickerin (Weißnäherin) 14tägig ins Haus gesucht. Münster i. Westf., Julius=HartStr. 13. Tüchtige Verkäuferin für Lebensmittel= u. Feinkostgeschäft sofort oder zum 1. Okt. gesucht. Kost und Logis im Hause, jeooch nicht Beding. Ang. m. Zeugnisabschr. unt. O B 1537 a. G. Geerkens, Anz.=Mittl., Hagen i. W. HauKöchle! f. Küche u. Haushalt und zum Bedienen der Gäste bei Fam.=Anschl. gesucht. Lohn nach übereinkunft. Wilh. Himmel, Gasthof. Werne a. d. Lippe Für kl. Pension wird zum 1. Okt. eine Lehrköchin bei Fam.=Anschl. gesucht. D. Bisping. Mstr., Hindenburgpl. 261 Größeres Baugeschäft sucht bilanzsicheren Kausmann der gleichzeitig Lohnbuchhaltung u. 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Die Beisetzung findet statt am Freitag dem 6. de. Mts., in Herbern, um.45 Uhr, von der Pfarrkirche aus, anschließend das feierliche Seelenamt. Regina macht ihrem Soldaten eine große Freude; denn sie hat die„Westfälische Tageszeitung" als Feldpost bestellt, jetzt kann er täglich lesen, was zu Hause geschieht, und er ist in Gedanken immer bei ihr. Auch Sie sollten für Ihren Soldaten die „Westfälische Tageszeitung“, schicken lassen, wir machen es Ihnen ganz leicht. Teilen Sie uns auf nachstehendem Abschnitt die Feldpostnummer mit, dann beginnen wir sofort mit der Lieferung. Ich bestelle ab die„Westfälische Tageszeitung“ Feldpostnummer Rechnung an Name: Wohnort: Straße: für die Mangie. innen und Hilfsarbeiterinnen sofort gesucht Edelweiß, Münster, Dahlweg 7 a. Wegen Heirat d. jetz., das 3 J. in m. kleinen bürgerl. Wirtschaftsbetrieb tätig war, wird ein anständ., ehrl. Mädchen für alles u. zeitw. zum Bedienen der Gäste z. 15. Sept. od. 1. Okt. ges. Ang. u. 673 a. d. Hauptg. Münster. 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Denn all die schönen und begehrenswerten Dinge, die man nun leider heute manchmal nicht bekommen hann, well eden Krieg in, sind erst durch die Werdung behannt geworden. Dieses in der Werdung angelegte Dolhsvermogen würe verloren, wollte man all dieses Wissen um Die keistungen der deutschen Wirt. schaft in Vergessenheit gerater lassen. Arbung in der Nirm der Wirtichaft. Verleben wil. eriuum-uh wrandte bettoumeinem 9 Wegen Verheiratung des jetzigen suche ich z. 1. 10. ein tüchtiges Mädchen ür Geschäft und Haushalt. Frau Herta Eckardt, Rheine Germania=Theater Gesucht wird z, 15. Sept. oder später ein jüngeres Mädchen od. Pflichtjahrmädchen auf e. größ. Bauernhof im Kr. Ahaus. Dasselbe wird i. Haush. mitangelernt. Nur schr. Angeb. u L 45 an die Buchhandlung A. Niewerth in Epe i. W. Tüchtige, jüngere zum 1. Oktober oder später gesucht. Jos. Pieper Rheine Textilwaren und Fertigkleidung Mögl. ab 1. Okt. f. mod. Haush. Hauss oder Haustochter gesucht. 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September 1940 fälligen Vorauszahlungen auf den Kriegszuschlag zur Einkommensteuer. Es wird darauf hingewiesen, daß bis zur Bekanntmachung des ersten Einkommensteuerbescheids, in dem ein Kriegszuschlag zur Einkommensteuer festgesetzt ist, als Vorauszahlung auf den Kriegszuschlag zur Einkommensteuer vierteljährlich je 1/8 der zuletzt veranlagten um die angerechneten Steuerabzugsbeträge verminderten Jahreseinkommensteuer ohne besondere Aufforderung zu entrichten ist; 2 zür Vhesandsdarlehen: lalligen Tilgungsbeträge i) der am 20. September 1940(keine Schonfrist) fälliSo0 gg Pus 4 1) der am 20. September 1940(keine Schoufrist) fälli89000 Nod. übersteigt, k) des am 20. September 1940(keine Schonfrist) fälligen Kriegszuschlags zur Lohnsteuer; l) der am 20. September 1940(keine Schonfrist) fälligen ersparten Lohnteile, wenn die einbehaltene Lohalener 20g0.. überseigt, ene m) des am 20. September 1940 fälligen Kriegszuschlags zum Kleinhandelspreis von Bier, Tabakwaren und Schaumweine; an alle sonstigen fällig gewesenen oder in diesem Monat fällig werdenden Abschluß= und Teilzahlungen bei den genannten und anderen Steuern, insbesondere bei der Einkommen= und Körperschaftssteuer, sowie an alle fällig gewesenen und in diesem Monat fällig werdenden Steuerzahlungen, deren Falligkeit von einzelnen Rechtsvorgängen oder Geschäftsvorfällen oder von sonstigen Merkmalen al hängt(z. B. Gesellschaftssteuer, BeförderungssteuUrkundensteuer, Kapitalertragsteuer, Grunderwer steuer, Steuerabzug von Aufsichtsratsvergütungen). Unbare Zahlung(durch Postscheck, überweisung und Zahlkarte) ist besonders erwünscht.“ Werden die fälligen Steuern nicht innerhalb einer Woche nach ihrer Fälligkeit gezahlt, so werden die Rückstände ohne vorherige Mahnung auf Kosten der Steuerpflichtigen durch Postnachnahme eingezogen oder durch Vollziehungsbeamte beigetrieben. 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