Eigene Vertretungen Alhaus: van=Delden=Straße 8, Fernsprecher 450; Abien: Adolsehiterstraße ch, Hemsprecher 44. Bocholt: Ralschustraße 14. Fernsprecher 3247; Vorten: Kapuzinergass 4, Fernsprecher Nr. 121: Vorghorst: Emedetener Err. 6. Fernsprcher 22; Burgsteinfurn: Lindenstraßze 73, Hernsprecher 222, Toeefeld: Hindendurglag 9, Hernsprcher 314; Tülmen: Mdosz=Hiter=Graße 11, Hernspr. 816, omedenen: Manterstaße 1. Hernsprcher nie; Greven: Mänsterstratze 1, Hernsprecher Nr. 225, Gronau: udols=Hitler=Straße 36, Femnsprecher 290, Iovenbüren: Adols=itler=sm. 7, Fernspr. 343; Lengerich: udolfesitler=Plaz 11, Fernspr. 516, Lüdinghausen: Markt, Fernspreche Nr. am. Schrup: Bahnhostraße 16, Hernsprecher Ab; Riheine: Bahnheoftraße 2 Fernlorechen Nr. 212. Warendorf: Ostftaße 24. Hernsprecher Nr. 611 T E V O T T T R I T T T ANTLICHES ORGAN DES GAUES WESTFALEN- NOHD DER NSDAP UND SÄUNTLICHER BEHORDEN preis 10 Rpf. im Einzelverkan Verlag u. Daupigeschäftestelle: Münner i. 25 Beinzioalmart 13/14, Fernspr=Sammel=Nr. 24231. Hanptschriftlettung: Mänster, Galizunstr. 11. Seiungeprae: kugase 4.20 Nal. Ausgen. 8 (mit Aünstrierter Wochenschau).45 RM., monatl. (sdei Bostbezug ainschlt, Bostgebühr, aber ausschl. Bestellgeld) Die Westfälische Tageszeitung erscheint wöchentl. Zmal. Die Behinderung der Biesterung rachtfertigt keinen Anspruch auf Nachlieferung oder Rüczablung des Bezugspreises. Anzeigen: Das um Höhe 22 ium breit kostet 15 Rusg, für Zamiiemanzeigen 10 Rosa, für Stellengesuche 10 Rosa. Nachlaß nach Verieliste. Sesülungsor Münster .M. Tertanzeigen: Das um 120 RM. dei eimner Spaltenbreite von 72 mm. Bellagen: Peris füe 100 Betlagen bis zu 20 Gramm RM. 13.—, do zn 35 Gramm RM. 15.—, dis zu 50 Sramm Rw. 17.— ohne Nachlase. Freie Anlieferung. venschedteute: Köfn Nummm 4a1 14. .40d Shgune Donnartag, besht. Aul 194 Nammer 190 D OeroTer Die zunischen Kriegsausweitungsabsichten der Westmächte in beispielloser Eindeutigkeit enthüllt— Die politischen Geheimakten des französischen Generalstabes erbeutet— Strategis der„Rbnutzungsfront“ gegen die deutsche Armee Sensationelle Funde Berlin, 3. Juli. Amtlich wird verlautbark: Unsere Truppen haben einen großen Jang gemacht. In dem kleinen Städichen La Charité an der Loire erbeulele ein Nachrichlenkrupp in einem halb zerstörten Iug die politischen Geheimakten des französischen Generalstabes. Die hier gefundenen Dokumenle sind von solcher Bedeulung, daß ihre Veröffentlichung schlechthin als die größle Sensation dieser Art bezeichnet werden muß. Sie enthüllen mit einer geradezu beispiellosen Eindeutigkeit die zynischen Kriegsausweitungspläne Englands und Frankreichs. Alles, was man deutscherseits über diese Pläne geahnl, kombiniert und durch bisherige Aktenfunde bereits bestätigl gesunden halte, wicd durch diese Dokumenle in seinem großen Zusammenhängen in geradezu erstaunficher Weise klargelegt. Infolge der eigenen Schwäche und aus Mangel an Einsahzbereitschaft Englands und Frankreichs sollten die kleinen Völker Europas systematisch zur Schlachtbank geführl werden. Deutschland wolle man auf zweifache Ark niederzwingen: 1. durch Abschneiden von den schwedischen Erzgruben oder durch ihre Vernichtung: ferner durch Vernichtung sowohl des rumänischen Oels als auch der sowsetrussischen Oelquellen von Baku und Basum: * 2. durch Hineinziehung Skandinaviens in den Krieg gegen Deutschland, wodurch man 10 Divisionen gegen Deutschland gewinnen wolle, und durch Hinzuziehen von Rumänien, der Türkel, von Griechenland und Jugoslawien, wodurch man etwa 100 Divisionen gegen Deutschland mobil zu machen hoffie. Dies nannte man sinnreich die Stralegie der„kront ’usure“(Abnutzungsfront) gegen die deutsche Armee. Bereits seit langem waren beide Aktionen beschlossene Sache. Nur die Unfähigkeit und Entschlußlosigkeit der gegnerischen Führung und das blitzschnelle Zuschlagen der deutschen Armee hat diese Pläne vereitell. Das Auswärtige Amt hat in seinem Weißbuch Nr. 6 eine Zusammenstellung dieser Akten vorgenommen. In Anbetracht der ungeheuren Bedeutung wird aber bereits heute vor Erscheinen des Weißbuches damit begonnen, der Oeffentlichkeit in einer fortlaufenden Folge diese Dokumente zur Kenntnis zu bringen. Ein Intrigenspiel wird hiermit aufgedeckt, wie es die Welt bisher wohl kaum gesehen hat. Die Dokumente sprechen für sich selbst. Bombardement der Erdölfelder Telegramm des Generals Weygand an General Gamelin Der General No. 295 3/S 7. März 1940. Streng vertraulich! Abschrift! General Weygand an den Oberkommandanten der Landstreitkräfte und Generalstabschef der Landesverleidigung Der Lustmarschall Mitchell. Kommandant der Lustwafse des mittleren Ostens, der heute in Begleitung des Generals Jaunegud auf der Reise nach Ankara nach Beirut kam, hat mir mitgeteilt, daß er von London Anweisungen betreffend die Vorberebtungen für die etwaige Vombardierung von Baku und Batum erhalten habe. Er hat mir seine Absicht eröffnet, den Marschall Cakmalk um die Erlaubnis zu bitten, Flugplätze erkunden zu lassen, die in den Räumen von Diabekir. Erzerum, Kars und des YanSoe; als Zwischenlandeplätze für Flugzeuge dienen fü— en, die ihre Hauptbasis in Djezireh häten. Der Lustmarschall Mitchell hat mich um die Erlaubnis gebeten, unsere Flugplätze in Djezireh auszukundschaften, dae die polische Lage des Jrak, dessen Unabhängigkeit anerkannt ist, nicht gestattet, die Flugplätze dieses Hoheitsgebietes ohne die Gefahr von Komplikationen zu benutzen. Ich beehre mich, Ihnen zu berichten, daß ich dem Wunsch des Lustmarschalls nachgekommen bin. Die Besichtigung wird demnächst von britischen und französischen Offizieren, die beiderseits in Zivil auftreten werden, durchgeführt werden. Es wird dabei der Eindruck erweckt werden, daß es sich um Arbeiten betrefsend die Ausbeutung der erdölhaltigen Schichten dieses Raumes handele. Weygand, die Teilung der Befehlsgewalt Telegramm des Generals Gamelin an General Weygand Die von den Alliierten geplanten Operationen sollen im mittleren Orient vom britschen Oberkommando, im Kaukasus vom türkischen Oberkommando geleitet werden. Projekt Durchschlag 12. März 1940. Geheim! Berlioz an César Franck Nr. Czb./Dn. Ankwort auf Telegramm 1. 236 Die in einem Brief 293=Cab/On beigefügte Note vom 7. März unterbreitete Ihnen die allgemeine AufEine Aufnahme aus dem Führerhauptquartier. Neben dem Führer der Chef des Oberkommandos der 1Wehrmacht, Generaloberst Keitel(ganz rechts), Major Deile und #inke Geerzl Jodl.(Presse=lloslmann) fassung, die ich dem Ministerpräsidenten bezüglich der Operationen im mittleren Orient und im besonderen über die möglichen Operationen im Kaukasus vorgeschlagen habe. Ich bestätige Ihnen, daß m. E. die Operationen im mittleren Orient von dem britischen Oberkommando und die Operationen im Kaukasus von dem türkischen Kommando geleitet werden müßten, da letztere besonders durch türkische Streitkräfte unter Mitwirkung der Lustwaffe und eventueller allierter Spezialkontingente durchgeführt werden. Ich übersende Ihnen durch Kurier eine zusammenfassende Abhandlung über die Aktion im Kaukasus. Die Curkel woule man nichst komptemaleten Telegramm des französischen Botschafters Massigli in Ankara an das Außenministerium in Paris Auswärtige Angelegenheiten Telegrammankunft Klartext Ankara, den 28. März 1940. Reserve Nr. 661 durch Kurier am 3. April um 11.30 Uhr erhalten. Streng geheim! Ich beziehe mich auf das Telegramm E. Exz. Nr. 540/41. Bei dem Versuche, in meiner früheren Korrespondenz die Haltung der Türkei der Sowjetunion gegenüber klarzustellen(Vergl. besonders meine Depesche Nr. 74 vom 24. 2. und meine Telearamme 433/439 und 461) betonte ich, daß es meiner Ansicht nach zwecklos sei, zu versuchen, die Türken gegen die Sowsets aufzuhetzen, daß man aber andererseits hoffen könne, es werde uns unter gewissen Umständen gelingen, sie dahin zu bringen, daß sie in unserem Fahrwasser gegen Rußland Stellung nehmen. An dieser Meinung, die ich vor dem Zusammenbruch des finnischen Widerstandes ausgesprochen habe, glaube ich, heute nichts ändern zu müssen. Der Moskauer Frieden wird gewiß die türkische Vorsicht nur noch steigern: gleichzeitig aber bleibt man hier bei der Ueberzeugung, daß die Rote Armee aus dem Krieg im Norden sehr geschwächt zurückgekommen ist, was wiederum ausgleichend wirkt. Jedenfalls stelle ich keinerlei Annäherungsversuch mit der Sowjetunionzfest; im Gegenteil, man gewöhnt sich allmählich an den Gedanken, mit ihrer Feindschaft rechnen zu müssen, was aber nicht besagen will, daß die türkischen Staatsleiter gewillt sind, sich in ein Abenteuer mit ungewissem Erfolg einzulassen. Wir müssen uns in der Tat Rechenschaft darüber ablegen, daß, wenn die Regierung von Ankara von jetzt ab die Ueberzeugung hat, daß Deutschland über die Westmächte nicht den Sieg davontragen wird, doch viele Menschen in der Türkei nicht davon überzeugt sind, daß diese zur Zeit keinen endgültigen Sieg davontragen können. Viele glauben noch immer, daß das Reich von den müde gewordenen„Allierten den Frieden erhalten wird, den es braucht; viele glauben,— und die deutsche und die italienische Propaganda bemühen sich, sie davon zu überzeugen—, daß troß der von den Regierungen in Paris und London bekräftigten: Entschlossenheit der Krieg durch einen Kompromißfrieden sein Ende nehmen wird. Dann müßte man hier natürlich darüber nachdenken, was die Zukunft bringen könnte in dem Falle, in dem bei einem künstigen Frieden, der die Völker Frankreichs und Englands in den Zuszand der Unzufriedenheit und Entmutigung lassen würde, die Türkei einem Rußland gegenüber allein dastünde, das sich die Lektionen des Finnenkrieges zunutze gemacht haben würde, um seine militärische Macht zu stärken. Die Regierung kann diesen Geisteszustand nicht vollständig ignorieren, daher rührl auch zu einem großen Telle ihre augenblickliche Vorsicht. Ob wir uns morgen in einer wenn auch beschränklen Aktion aus der Westfronk entschieden durchsetzen, oder od eine deutsche Offensive in größlem Stle gegen unsere Verleidigung zu Lande oder in der Lusi zusammenbrschl, stels werden wir die Türken muliger und unternehmungelustiger finden. Es muß aber leider hinzugefügt werden, daß der Zustand unseres öfsentlichen Lebens umgeben von diesem miliärischen Gesichispunkt hier einige Unruhe hervorgerufen hat; die letten Sitzungen im Parlament haben einen niederschlagenden Eindruck hinterlassen. Man hat sicherlich zu der Entschlossenheit E. Erz. und der Regerung, die Lage zu bessern und die französische Moral nicht sinken zu lassen, Vertrauen; aber es gibt Menschen, die dem Einfluß der deutschen und italienischen Agenturen und Rundfunksendungen gegenüber nicht unempfindlich gewesen sind und die noch nicht sicher sind, ob sie nicht in ihren Hoffnungen, die auch bei uns die gleichen sind, getäuscht werden. Man muß den Mut haben, es auszusprechen, daß die Türken in der gegenwärtigen Stunde nicht das Gefühl von unserer unwiderstehlichen Ueberlegenheit haben, wie groß auch ihre Sympathien für uns sein mögen. Die Ueberzeugung der meisten läuft darauf hinaus, daß ihr Schicksal mit dem Schicksal der Westmächte verdunden ist; die Regierung ist gewiß zur Einhaltung der mit uns eingegangenen Verpflichtungen fest entschkossen: aber in der öffentlichen Meinung herrscht keine solche Geisteshaltung, die sie zur Ergreifung von Initiativen ermöglicht, die über das Risiko hinwegführen. Bevor ich der Auforderung E. Erz. nachkomme, meine Beobachtungen über die wichtigen Projekte darzulegen, deren große Richtlinien mir durch die Telegramme 540/541 angezeigt wurden, erschien es mir notwendig, diese wichtigen Gedankengänge in Erinnerung zu bringen: Sie erklären von vornherein einige der Vorbehalte, die ich aussprechen muß, oder einige der Vorsichtsmaßregeln, auf die ich mit Nachdruck hinzuweisen häte. Eine Luftaktion auf Baku und eine Aktion zur See auf dem Schwarzen Meer erscheinen vom türkischen Gesichtspunkt aus technisch wie auch politisch in sehr verschiedenem Lichte. Ein Luflangriff auf Baku von Djezireh aus bringt eine Uebersiegung fürkischen Gebieles von nicht einmal 200 Kilometer mit sich, und zwar handelt eg sich um die Ueberfliegung des Bergmassivs, das sich zwischen dem Pan= See und dem Durmiah: Se erstreckt, das heißt im Kurdenland, das infolge der sehr strengen Posizeioperalionen, die die fürkische Armee dort vor zwei oder drei Jahren durchgeführt hal, stark entvölkert ist. Es würde keinerlei wichlige Siedlungsgruppe übersiogen werden, und die Flugzeuge könnten sehr guf unbemerks passieren. Sollten sie beobachtet werden, dann höchstens von vereinzelten Polizei= oder Gendarmerievosten. Außerdem könnte durch eine Wendung nach Westen und einen Querslug durch den nördlichen Teil des Jran die Uebersliegung des türkischen Gebietes gänzlich vermieden werden(und noch mehr, wenn die Startbasis nicht in Diezireh, sondern im Irak läge). Wenn ich diese tatsächliche Lage mit der Bemerkung Saracoglus vergleiche, die in einem Telegramm Nr. 329 enthalten ist komme ich zu dem Schluß, daß eine vorherige Benachtichtigung der türkischen Regierung und die Bitte um defen Genehmigung— wenigstene um die moralische Genehmigung— zur Uebersliegung ihres Gebietes sie unnüt in Verlegenheit bringen müsse. Man sollle sich — wemn nicht vor die vollendete Tatsache, so doch wenigstens vor ein Ereignis stellen, das gerade eintritt und den Zeitpunkt für ihre Benachrichtigung über das, was geschieht, abwarten.(Ich meine damit ihre offizielle Benachrichtigung, denn die vertraulichen Beziehungen, die wir mit ihr wie mit dem Oberkomman do unterhalten, würden es ja verbieten, daß sie ganz im unklaren gelassen würden.) Die Operation muß bereits imgange sein, indem man sich im voraus entschuldigt, wenn Flugzeuge während ihres Fluges genötigt sind, türkischen Lustraum zu benutzen. Weit entfernt davon, die türkische Regierung zu verletzen, wird unsere Reserve gerade der Erleichterung ihrer Aufgabe dienen. Sollte die Sowjelregierung einen Protest erheben, dann ist es wichlig, daß Ankara erklären kann, mit der Angelegenheit nichis zu inn gehabl zu haben. Wenn eine Ueberfliegung stattgefunden hal. dann wäre es nicht einmal schlimm, wenn wie einen diskreien Protest erhiellen. Sollie sich die Angelegenheit verschlimmern, und solltlen die Sowsels durch Kriegshandlungen darauf reagieren, so wäre es kalsächlich notwendig, daß die fürkische Regierung imstande wäre vor der Großen Versammlung zu erklären, daß die Inskiative zum Angriss Moskau zur Last salIt. In diesem Falle muß die Uebereinstimmung der öffentlichen Meinung und des Landes mit der lürkischen Regierung sichergestellt sein. Aber gerade weil eine Reaktion der Sowjets vorauszusehen ist, müssen wir darauf bedacht sein, keinerlei Operationen dieser Art vom Zaune zu brechen, ohne uns über ihre möglichen Auswirkungen auf die Türkei Rechenschaft zu geben und infolgedessen uns auch über die Lage klar zu werden, der dieses Land gegenüberstehen müßte. Mir persönlich kommt es nicht zu, mich über diese Frage auszusprechen. Ich muß jedoch bemerken, daß auf der östlichen Hochebene noch der Winter herrscht, und daß das erforderliche Fluggelände noch nicht erkundet und hergerichtet werden konnte. Außerdem muß ich bemerken, daß nach meiner Kenntnis die Abwehr gegen Luftangriffe auf das Kohlenbecken von Zongouldak und gegen die Hütenwerke von Karabouk noch nicht sichergestellt ist, da das für sie bestimmte englische Material noch nicht geliefert wurde. Meines Erachtens wäre es sehr unvorsichtig, zwei für das türkische Wirtschaftsleben so ausschlaggebende Punkte einem Luftangriff von Sebastopol aus unter diesen Umständen auszusetzen. Es sollie mich wundern, wenn die militärischen Erperten nicht eine Frist von mehreren Wochen für die allerwichtigsten Vorbereitungen verlangten. Die Frage des Schwarzen Meeres und der Erleichterungen, die die Schiffahrt in seinen Gewässern bei dem verkappten Mitmirken der Sowjets für die Versorgung Deutschlands bietet, hält weilerhin meine Aufmarksamkeit fest: Ich habe mir erlaubt, gleich am Morge; nach Abschluß des englisch=französisch=türkischen Vertrag(Telegramm 1969 vom 23. 10. 1939) darauf anzuspielen. Man muß leider anerkennen, daß eine Lösung des Problems nicht leicht zu finden ist. Nach den Bestimmungen der Meerengen=Konvention sind die allierten Mächte als Kriegführende nur berechtigt, Kriegsschiffe ins Schwarze Meer zu schicken, wenn es sich um die Erfüllung einer Entscheidung des Völkerbundes oder um Anwendung eines im Rahmen des Völkerbundspaktes abgeschlossenen, in Genf registrierten und die Türkei bindenden Beistandsvertrages handelt, oder wenn die Türkei selbst als kriegführende Macht oder sich von einer Kriegsgefahr bedroht fühlende an die allierten Mächte einen Hilferuf ergehen läßt. Zur Zeit ist keine dieser Bedingungen erfüllt. Förtsetzung auf der 2. Seite Erfolgreiche Fahrten unserer=Boote Starker feindlicher Tonnageverlust— Wieder Bomben auf England Jührerhauptquartier, 3. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekanni: Kapilänleutnant Schuhart hal mit seinem.-Bool 24000 BRT. seindlichen Handelsschiffsraume, darunier den britischen Dampser„Athellaird“(8900 BRT., versenkl. Ein weiteres.Bool hal westlich des NordKanals den bewasinelen englischen Dampfer„AranDora-Star“(15 500 BRT.) korpediert. Am 2. Juli grissen deuische Kampfingzeuge im Juge der bewaffnelen Aufklärung über der Kanalküste einen Geleiszug an und versenklen einen Frachler von 12000 BRT., sowie einen Frachter von 6000 BRT. Ein wellerer Frachter von 8000 BRT, wurde durch Vombentresser schwer beschädigt. An der schottischen Küste warsen unsere Kampflug: zeuge Vomben auf Anlagen der britschen Köstungsindustrie, insbesondere in Neweastle. Im Cause der Nacht zum 3. 7, führien mehrere Angesse auf Hasenanlagen an der Küste Shd=Englande zu zahlreichen Bränden und Explosionen. Bei Tage versuchten drei britische Kampffliugzeuge vom Muster Brisiol-Blenbeim in Holland einzuslegen, wurden jedoch frühzellig erkaunf und zum Kampf gestellt. Es gelang, zwel dieser Jiugzeuge im Lusikampf abzuschießen. Auch in der Nacht zum 3. T. warsen seindliche Flugzeuge in Holland, Rord= und West=Deuschlend DomDie zerschlagene Front Von unserer Berliner Schriftleitung Die Dokumente des 6. deutschen Weißbuches haben die Akten um die Kriegsschuldfrage um wesentliches Beweismaterial bereichert. Sie geben einen Einblick in die unter Außerachtlassung jeglicher moralischer oder politischer Bedenken=sorcierte Politik der Kriegsausweitung, die solange der leitende Gedanke der westlichen Demokratien war, als sie den umworbenen Mächten noch einen Schein von Erfolgsaussichten vorzuweisen vermochten. Die Pläne, auf die die deutsche Presse in entscheidungsreichen Tagen immer wieder hingewiesen hat, vor allem auch des Obersten Kriegsrates der Allierten vom 5. Februar, liegen hier schwarz auf weiß vor und enthüllen— soweit es nicht schon durch die Tatsachen inzwischen geschehen ist— schonungslos ihre Weltbrandpolik zur Niederwerfung Deutschlands. Es hätte kaum noch eines Beweises bedurft, die wahren Absichten Englands und Frankreichs im Finnlandkrieg aufzudecken, denn es war längst bekannt, daß— wie es in den Aufzeichnungen des Generals Gamelin ausgedrückt ist— die Unternehmung gegen den finnischen Eismeerhafen Petsamo gegenüber der Besetzung der nordschwedischen Erzlager„nur noch sekundären Charakter hatte“. Wichtiger noch und kennzeichnender für die Absichten des Westens sind die Enthüllungen über die Pläne im(Südostraum, wo der untere Greifarm der großen Zange angesetzt werden sollte. Und zwar in Gestalt der 100. Divisionen balkanischer Truppen, die hier den Ring um Deutschland schließen sollten. In diesem trüben Spiel, dessen integrierender Bestandteil der Vorstoß gegen die Sowjetunion war, hat die Türkei eine recht bemerkenswerte Rolle gespielt, die auf den schon damals oft beionten Defensiocharatter des Kriegsbündnisses mit England und Frankreich nur zu ausschlußreiche Streiflichter wirft. Wir könnten uns denken, daß es im türkischen Volk recht erstaunte Gesichter geben wird, wenn man erfährt, mit welcher Bedenkenlosigkeit Außenminister Saracoglu die Wehrmittel seines Landes zu einer Aktion gegen die Oelfelder der UdSSR zur Verfügung stelle(eine Bedenkenlosigkeit, die sogar den französischen Botschafter Mgzng Raute Engeund-are Auf Seite 7 der heutigen Ausgabe bringen wir eine Karte von England. Unsere Leser tun gut daran, die Karte auszuschneiden und aufzubewahren. ben ab, die zum größten Teil in freies Gelände sielen und daher nur geringen Sach=, aber keinen Personenschaden verursachten. Ein deutsches, Fingzeug wied vermißt. vorstoß gegen Kom, 3. Juli. Der italienische Wehrmachlbericht hal folgenden Wortlaut: Das Hauplquartier der Wehrmacht gibt bekannt: In Ostafrika haben bedeulende englische Streilkräfte unsere Lager in Metemma hefüg angegrifsen. Bei energischen Gegenangrissen wurden sie unter Iurücklassung von eiwa 80 Toten, Maschinengewehren und Munision in die Flucht geschlagen. Auf unserer Seile nur ganz leichte Verluste. Während eines anschließenden Luflangrisses, der keinen Schaden anrichlete, verlor der Jeind zwei Flugzeuge, die von den Jlak-=Geschüßen gelrossen wurden und brennend abgestürzt sind. Unsere Lustwasse hal von neuem mit Erfolg die Jlotten= und Cusisiettenbasen von Aden mit Vomben belegt. Massigli in Erstaunen versetzte), mit welcher selbstverständlichen Geste ferner die allierten Offiziere ermächtigt wurden, die Ausgangsflugplätze für den Flug nach Rußland zu inspizieren. So kam es, daß die Pläne des franzosischen und britischen Generalstabes sich schnell bis zu einer Sillegung des Verkehrs im Schwarzen Meer steigerten, ohne an einer türkischen Mithilfe auch nur einen Augenblick zu zweiseln.„Das nannte man dann„desensive Allianz“. All die Aktionen vom Eismeer bis zu den Dardanellen, von den Erzgruben Nordschwedens bis zu den Bohrtürmen am Kaspischen Meer hatten den einen Sinn, die„Abnutzung“ der deutschen Wehrmittel, die Erschöpfung unserer Vorräte zu beschleunigen, ein Ziel, das die Blockade nur zu unvollständig erreicht hatte. Die in letzter Stunde verhinderten Sprengungen an den Donauufern und die in den jetzt veröffentlichten Dokumenten geforderte Minenlegung in deutschen Strömen waren ebenso wie die Aufkaufsgesellschaften auf dem Balkan nur Vortrupps jener erhofften hundert Divisionen im Südosten. Was aus den Geheimakten des französischen Generalstabes weiter in eklatanter Klarheit hervorgeht, it die Bedeutung der italienischen Haltung, die schon in den Monaten der Nichtkriegführung Roms ihre Wirkungen ausübte.„.. jedoch kann dabei die italienische Haltung nicht unberücksichtigt bleiben“, so beschließt Gamelin seihe Gedanken über die Aktionen gegen die kaukasischen Oelfelder und die Eröffnung der Feindseligkeiten gegen die Sowjetunion. Es zeigt sich also, welche Kräfte es waren, die den Balkan sowohl wie den Orient vor einem großen Brand bewahrt haben, dessen Fackel bereits entzündet war Wenn alle die Anstrengungen der britischen und französischen Politik und Strategie nicht zum Ziele führten, so hat das an der genialen Abwehr der Achsenmächte gelegen, die auf dem Felde von Diplomatie und Politik genau so wirksam wie im Einsatz der militärischen Machtmittel jede der Feindaktionen allein und rechtzeitig zertrümmerten. Das ist das Geheimnis des Ersolges. Dieser Sieg aber erstrahlt noch heller in dieser Stunde, die die Ziele der Westmächte in ihrer ganzen Rücksichtslosigkeit und in der Weiträumigkeit ihrer Planung so glasklar enthüllt wie diese Dokumente aus einem zerschossenen Zuge irgendwo an der Loire. London sammelt Deserteure Letzte Hoffnung: Iranzösische Legion hw. Stockholm, 3. Juli. Nach Londoner Darstellungen, denen auf Grund aller bisherigen Ersahrungen größte Skepsis entgegengebracht werden muß sollen„allmählich“ Massenanmeldungen zu de Gaulles englisch=französischer Legion in Gang kommen. In diesem„Zustrom“ spielt ossenbar der Vizeadmiral Muselier eine große Rolle. Muselier ist ein alter Mitarbeiter Clémenceaus und leitete zuletzt eine Reibe von Arsenalen in Vordeaug. Es glückte ihm, nach Marseille durchzukommen, wo er sich angeblich mit mehreren seiner Offiziere eines Kriegsfahrzeuges bemächtigte und nach Gibraltar floh. Von hier transportierte ihn ein englisches Flugzeug nach London. Es muß schlecht um England stehen, wenn es so große Hoffnungen auf geschlagene französische Soldaten setzt, die sich nicht scheuen. auf eine Rangstufe mit polnischen Deserteuren gestelli zu werden. ##. Juli 1940 Westfälische Tageszeitung Nummer 180 Vier neue Ritterkreuzträger Jührerhauptqnartier, 3. Juli. Der Jührer und Oberste Besehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbesehlshabers des Heeres, Generalobersi von Brauchitsch, das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz an folgende Offiziere verliehen: General der Insanterie Ritter von Schobert, Kommandierender General eines Armeekorps, Generalleutnant Weisenberger, Kommandeur einer Infanteriedivision, Oberst Schmidt, Kommandeur eines Insanterieregiments, Hauptmann von Pelersdorf. Kommandeur eines Insanteriebataillons. General der Infanterie Ritter von Schobert hat sein Korps in Gewaktmärschen so schnell an die französischen Befestigungen herangeführt, daß dem Gegner der Aufbau einer organisierten Verteidigung unmöglich gemacht wurde. Insbesondere die Erstürmung der Panzerfeste 505 und der Durchbruch durch die Nordfront von Verdun sind Merkmale überlegener Führung bei beispielhaftem persönlichen Einsatz. Generalleutnant Weisenberger hat in Tagund Nachtmärschen seine Division trotz überstandener aufreibender Waldkämpfe von den östlichen Durchbruchsstellen der Maginotlinie so schnell an den Fortgürtel der Festung Verdun herangeführt, daß die Linie Somogneux=Romagne durchstoßen wurde und die Division in die Frontlinie einbrechen konnte. Vorbildliche Ruhe und Rücksichtslosigkeit gegenüber seiner eigenen Person sicherten eine überlegene Führung und restloses Mitgehen der Truppe. Oberst Schmidt hat das von ihm kommandierte Infanterieregiment trotz körperlicher Behinderung durch schwere Verwundung im Weltkrieg in den Kämpfen vom Einsatz am Aisne=Oise=Kanal bis zum Märne=Übergang mit hervorragender persönlicher Tapferkeit und überragendem Geschick geführt und dadurch entscheidend die großen Erfolge seiner Division herbeigeführt. Hauptmann von Petersdorf hat sich als Führer der Vorausabteilung seiner Division durch besondere Tapferkeit und Umsicht ausgezeichnet. Er hat entscheidend zu den Erfolgen seines Armeekorps beigetragen. Ritterkreuz für den Commodore eines StukaGeschwaders Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Generalfeldmarschall Göring das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes dem Major Oskar Dinort, Commodore eines Stuka=Geschwaders, verliehen. Major Dinort hat als Gruppenkommandeur einer StukaGruppe im Polenfeldzug vom ersten bis zum letzten Feldzugstage in mehr als 40 Feindflügen Beweise seines persönlichen Mutes und seiner Führereigenschaften gegeben. An der Westfront hat er als StukaGeschwadercommodore in zahlreichen Feindflügen, immer wieder an der Spitze seines Geschwaders fliegend, Kampf= und Einsatzbereitschaft bewiesen. So hat er Erfolge von großer Bedeutung erzielt. Er war beteiligt an der Vorbereitung des Unternehmens bei Eben Emael, unterstützte mit seinem Geschwader den Durchbruch an der Maas, die Einsätze auf die Forts Brachon, Ponpisse und Flemagen, führte die Angriffe auf Arras, Boulogne und Calais sowie erfolgreiche Einsätze auf britische Kreuzer und Schiffe vor Dünkirchen durch. Die hohe Auszeichnung wurde Major Dinort vom Generatfeldmarschall persönlich auf einem Flugplatz im Westen überreicht. Klan Woalle dir Curterniast Fortsetzung von der 1. Seite Unser Einfluß im Schwarzen Meer kann demnach, wie E. Exz. bemerken, nur auf Grund einer wohlwollenden Entscheidung der Türkel erfolgen, die— darüber müssen wir uns klar sein— den von ihr in Montreux übernommenen Verpflichtungen widersprechen würde und die daher einen Prolest von einer Macht, welche die Konvention unterzeichnet hal oder, wie z. B. die Sowjelunion oder Italien, der Konvention beigetreten ist, hervorrufen könnte. Die zuletzt genannten Mächte könnten in diesem Jalle sehr wohl das deutsche Spiel betreiben. Obendrein würde die Sowjelunion selbst in dem Falle, wo keinerlei kriegerische Handlungen gegen ihr Land oder ihre Kriegs- und Handelsschiffe gerichtet sind, bei einer Oeffnung der Meerengen den alliierten Kreuzern eine seindselige Manisestation ankündigen und selbst Gegenmaßnahmen ergreifen. Die Möglichkeit des Ausbruchs von Feindseligkeiten als eine Folge unserer Initiative ist also keineswegs ausgeschlossen, und dieser Umstand würde uns verpflichten, uns, wie in dem bereits untersuchten Falle, mit den Rückwirkungen zu befassen, die die geplante Initiative vom Standpunkt der türkischen Verteidigung haben könnte. Es würden sich also die gleichen Vorsichtsmaßregeln und Fristen zwangsweise ergeben, die die Operationen gegen Baku mit sich zu bringen scheinen. Wie sollte übrigens die Kontrollaktion auf dem Schwarzen Meer aussehen? Die Zahl der deutschen Handelsschiffe, die in den bulgarischen Häfen Zuflucht genommen haben, ist ziemlich beschränkt(es sind scheinbar). Das direkte Vorgehen einer alliierten Kreuzfahrt gegen die Schiffahrt unter deutscher Flagge würde also von kurzer Dauer sein. Es wird sich hauptsächlich darum handeln, die russischen, rumänischen, bulgarischen oder Italienischen Schiffe zu kontrollieren und Kontrollbesuchen zu unterziehen, sowie unter den gleichen Bedingungen die russischen und die italienischen Petroleumschiffe anzuhalten und einer Schiffskontrolle zu unterziehen, die zwischen den kaukasischen Häfen und den Donaumündungen oder der bulgarischen Küste hin= und herfahren,— alles Operationen, die sich nicht gerade erfolgreich auf hoher See durchführen lassen. Die angehaltenen Schiffe müßten zu einem Flottenstützpunkt gebracht werden, um dort kontrolliert zu werden und die beschlagnahmten Waren auszuladen. Wo sollte dieser Stützpunkt sein, wenn nicht in einem türkischen Hafen? Diskrete Erleichterungen wären unzureichend... Das hieße aber, daß die Türkei direkt mit der Aktion der Alliierten verbunden wäre und Deutschland sie mit Recht als kriegführende Macht ansehen könnte... Die türkische Regierung ist nach meinem Dafürhalten zurzeit aus den eingangs dargelegten Gründen nicht bereit, soweit zu gehen. Kann man sich Operationen von einer anderen Art vorstellen? Wenn es so gut wie unmöglich ist, daß Kontrolloperationen planmäßig auf dem Schwarzen Meer ohne aktive Teilnahme der Türkei durchgeführt werden können, so darf man sich andererseits nicht vorstellen, daß=Boote— ohne daß man von dieser Macht mehr verlangt als die Augen dabei zu schließen— des Nachts durch die Meerengen fahren, um im Schwarzen Meer schnelle Streiffahrten durchzuführen, die den Zweck haben, den Schifffahrtsverkehr zu stören und die deutsche Schiffstonnage, ja sogar die angehaltenen Schiffe nach deutschem Muster zu versenken, von deren Ladungen man erkannt hatte, daß sie für Deutschland bestimmt waren. Ich will die Frage nur anschneiden. Wenn die Operation technisch möglich ist, dann würde sie politisch gesehen auf weniger Schwierigkeiten stoßen als eine Intervention alliierter Kreuzer, da sich die Türkei Dritten gegenüber darauf berufen könnte, daß sie über unsere Pläne in Ungewißheit gehalten wurde... Dennoch müssen wir uns unbedingt darüber klar sein, daß solch eine beschränkte Operation die türkische Regierung in eine heikle Lage bringen würde und wir infolgedessen die Operation nicht unternehmen könnten, ohne an die Rückwirkungen zu denken, denen dieses Land ausgeliefert werden würde. Deshalb müssen wir wieder auf die Ueberlegungen über den Stand der türkischen Rüstungen zurückkommen, die wir bereits oben angestellt haben. Ich komme zu dem Schluß, daß bei der gegenwärtigen Lage und nach einer von den Experten festzusetzenden Frist die Operation gegen Baku am leichtesten zu organisieren ist— und zwar in dem Maße, in dem wir die türkischen Bedenken berücksichtigen könnten. Außerdem würde ihr Erfolg derartige Konsequenzen haben und die russische Aktion derart lähmen, daß die türkische Regierung bei einem guten Ausgang der Operation sich gerade durch unseren Erfolg dazu ermutigt fühlt, um die notwendigen Erleichterungen unbekümmerter zuzugestehen, damit die Operationen der Schiffskontrolle auf dem Schwarzen Meer unter günstigen Umständen vor sich gehen können. (gez.) Massigli.“ Fortsetzung auf Seite 8 „Stut,Akaucht i Viotstenen " Mister King Hall muß es wissen— Das tägliche Interventionsgespenst. 9 osch. Bern, 4. Juli. Die Reorganisation des englischen Oberkommandos bereitet der britischen Oeffentlichkeit nach wie vor Sorgen. Man weist darauf hin, daß bei einem Großangriff auf England eine Teilung des Oberkommandos, so wie heute noch bestehe, zu den schwerwiegendsten Folgen führen könne. Wenn man auch annimmt, daß General Ironside jetzt den Oberbefehl über alle Wehrmachtsteile erhalten werde, so weist man doch schon darauf hin, daß diese Maßnahmen wohl viei zu spät kommen dürften. Obwohl sich England für einen Desensivkrieg mit Schützengräben und Blockhäusern verschanzt hat, versucht die Presse immer wieder, um die erschreckte Bevölkerung zu beruhigen, die Schwierigkeiten für einen deutschen Angriff auf England vorzurechnen. Man hat dafür, wie immer, wenn es gilt, plumpdreiste Propaganda zu machen, Mister King Hall, der vor einiger Zeit glücklich im Unterhaus gelandet ist, vorgeschickt. Nach den Fehlschlägen im Papierkrieg erklärte King Hall im„Star“, es seien mindestens 10 DiviDen Tapfersten des deutschen Heeres Erweiterte Bestimmungen über die Verleihung des Infanterie-Sturmabzeichens und des Panzerkampfabzeichens Berlin, 3. Juli. Zu Beginn des Jahres halte der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchilsch, die Einführung eines Infanterie-Sturmabzeichens verfügt. Ein Ansporn zum persönlichen Einsatz und ein sichtbares Zeichen des im Sturmangriff bewährten Kämpfers wurde damit geschaffen. Die Verleihung dieses silbernen Abzeichens ist an hohe Voraussetzungen geknüpft. Nur an solche Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften kann das Abzeichen vom Regimentskommandeur verliehen werden, die in vorderster Linie an drei Sturmangriffen an drei verschiedenen Kampftagen teilgenommen haben und mit der blanken Waffe in der Hand in den Feind eingebrochen sind. Erfolgreiche gewaltsame Erkundungen, Gegenstöße und Gegenangriffe werden als Sturmangriffe gewertet, sofern sie zum Nahkampf geführt haben. Die Verleihung dieses Abzeichens war zunächst auf die nichtmotorisierten Infanteriedivisionen und die Gebirgsjägerkompanien beschränkt. Am Verlauf der Westoffensive haben sich alle Teile des Heeres in zahllosen Sturmangriffen glänzend bewährt. Generaloberst von Brauchitsch hat daher in Würdigung dieser Tatsache neuerdings eine bedeutsame Erweiterung der Verleihungsbestimmungen befohlen. Mit Wirkung vom 1. Juni ab wird auch an Angehörige der motorisierten Infanterie=Regimenter das Insanterie=Sturmabzeichen verliehen. Die Farbe des Abzeichens ist in diesem Falle Bronze. Gleichzeitig mit dem Infanterie=Sturmabzeichen war vom Oberbefehlshaber ein PanzerkampfwagenAbzeichen geschaffen worden. Es wird durch die Kommandeure der Panzerdivisionen an solche Panzerkampfwagenbesatzungen verliehen, die sich bei mindestens dreimaligem Einsatz an drei verschiedenen Tagen im Kampf bewährt haben. Die Verleihung dieser in Panzerkampf=Abzeichen umbenannten Auszeichnung ist jetzt auch auf die Angehörigen der Schützenregimenter und der Kradschützenbataillone der Panzerdivisionen und der Panzerspäheinheiten ausgedehnt worden. Die Farbe des Panzerkampfabzeichens ist bei letzteren ebenfalls Bronce. Für die Soldaten aller anderen Waffengattungen einschließlich der Sturmartillerie, die mit der Infanterie oder den Panzern zusammen kämpfen oder im eigenen Verbande die Bedingungen des Infanterie=Sturmabzeichens erfüllen, ist ein besonderes Sturmabzeichen mit den Bestimmungen für das Infanterie=Sturmabzeichen eingeführt worden. Das Sturmabzeichen besteht aus Stielhandgranate und Seitengewehr, gegeneinander gekreuzt, umgeben von einem ovalen Eichenkranz, der im oberen Teil das Hoheitszeichen der Wehrmacht, trägt. Die Farbe ist Silber. Höchste soldatische Leistung findet in dem neuen ebenso wie in den bereits bestehenden Abzeichen eine ehrenvolle Würdigung. Jedermann im Volke soll wissen, daß die Träger dieses Abzeichens zu den Tapfersten des deutschen Heeres gehören. sionen nötig, um England mit einiger Aussicht auf Erfolg zu besetzen. Diese 10 Divisionen seien aber nicht sehr leicht nach England zu bringen. Ob das englische Volk durch solche Schilderungen beruhigt wird, erscheint höchst fraglich. Die wenigen Pressestimmen zeigen, daß die bisherigen militärischen Maßnahmen auf der englischen Insel von der englischen Bevölkerung keineswegs als eine sichere Garantie empfunden werden. Die Lebensmittelversorgung wird von Tag zu Tag schwieriger. Vom 13. Juli ab werden alle Speisefette und Margarineindustrien unter die Kontrolle des Ernährungsministeriums gestellt. Die Fabriken müssen vom 13. Juli ab nicht nur ihre Läger, sondern auch ihre gesamte weitere Produktion dem Ernährungsministerium zur Verfügung stellen. Es soll auf diesem Wege versucht werden, die in den letzten Tagen völlig desorganisierte Verteilung einigermaßen wiederaufzubauen. In London soll sich schon seit Tagen, vor allem in den Arbeitervierteln ein gewaltiger Mangel an Speisefetten bemerkbar gemacht haben. Desgleichen sollen schon seit einiger Zeit nur noch verschwindend kleine Mengen von Eiern und Früchten nach London gelangt sein, so daß die Bevölkerung ganzer Stadtviertel unversorgt blieb. Wie die„Basler Nachrichten“ melden, befinden sich unter den Londongeflüchteten Franzosen u. a. auch der ehemalige Generalsekretär des Quai'Orsay Pierre Comert. Epurchill sucht Unterstützung Annäherung an die Labourpartei— Kriegshetzer mit der Maurerkelle Von unserem ständigen Vertreter bö. Kopenhagen, 4. Juli. Churchill hat am Mittwochvormittag eine Inspektionsreise nach den Grafschaften Sussex und Kent unternommen, in denen die vielgerühmten Verteidigungslinien angelegt werden sollen. Der oberste Kriegshetzer hat nicht nur Tanksperren und MG=Nester besichtigt, sondern auch tatkräftig zugepackt, um die Arbeiten voranzubringen. So hat er, als man eine Maurergruppe passierte, Halt gemacht und eigenhändig einige Mauersteine gesetzt. Diese erheiternde Geste— man möge sich Churchill hierbei plastisch vorstellen— hatte ihren guten Grund. Wie„Berlinyste Tidende“ in einer Londoner Meldung berichtet, hat Churchill nämlich, um seine Position zu festigen, eine Annäherung an die Labourpartei versucht. Nach Ansicht des Blattes bestehen gegenwärtig Meinungsverschiedenheiten zwischen folgenden drei Gruppen: 1. der Labourpartei, die auf eine energische Kriegführung hinarbeitet, 2. dem radikalen Flügel der Konservativen mit Churchill, Eden und Duff Cooper an der Spitze, 3. der bieher stärksten konservativen Gruppe mit Chamberlain und Halifax. Das Blatt gibt der Vermutung Ausdruck, Churchill habe sich durch das Zusammengehen mit den Labourleuten noch viel mehr von Chamberlain getrennt, den er auch in früheren Jahren wiederholt heftig bekämpft hat. Englische Sperrzone erweitert Von unserem ständigen Vertreter „ osch., Bern, 4. Juli. In England wurden weitere Gebiete zur Sperrzone erklärt. Diese Sperrgebiete liegen vorwiegend an der Ost= und Südküste. Ein Betreten dieser neugeschaffenen Sperrzone ist ohne besondere Erlaubnis der Militär= behörden nicht möglich. Im Rahmen dieser Verteidigungsmaßnahmen wurde auch der Aufenthalt in vielen Badeorten der englischen Küste verboten. Englands Kronsuwelen in Kanada Von unserem ständigen Vertreter bö., Kopenhagen, 4. Juli. Das Kopenhagener Blatt„Berlingske Aftenavis“ meldet aus Newyork, in gutunterrichteten Kreisen werde behauptet, daß die englischen Kronjuwelen aus dem Londoner Tower nach Kanada geschafft wurden. Außerdem seien in aller Heimlichkeit die wichtigsten Archive und Dokumente des Foreign Office und des Kriegsministeriums über den Atlantik gebracht worden. Irland wird„garantiert“ Newyork, 3. Juli. Wie in führenden national=irischen Kreisen Newyorks verlautet, hat die englische Regierung dem Irischen Freistaat in den letzten Tagen ein Garantieangebot gegenüber einer angeblich drohenden deutschen Invasion vorgeschlagen, wobei Irland als Gegenleistung seine Verteidigung englischer Leitung anvertrauen soll. Das englische Garantieangebot basiert im wesentlichen auf dem Versprechen einer Hilfeleistung durch polnische und tschechische Truppenverbände, soweit sich solche zur Zeit auf englischem Boden befinden. Es läßt sich schwer etwas Dummeres vorstellen, als die englische Außenpolitik der letzten Jahre. Keine neue Idee, keine andere Konzeption als die blindwütigen Hasses gegen das revolutionäre Deutschland. Kein einziger dieser sogenannten Staatsmänner brachte es fertig, überhaupt etwas anderes zu sagen, als dieselben Phrasen, die vor ihnen Dutzende anderer Politiker gedroschen hatten. Selbst jetzt, da die Insel der Geldsäcke und bluttriefenden Imperialisten von Norden, Osten und Süden umstellt ist, da sich auch nicht das kleinste Volk mehr findet, das ihnen Waffenhilfe leisten möchte, kommt London mit einem„Garantieangebot“. Bis zum Schwarzen Meer wollten diese größenwahnsinnigen Krämer mit ihrer Garantie alle Länder gegen Deutschland aufputschen. Das scharfe Schwert Adolf Hitlers hat ihre heimtückischen Netze zerschnitten. Jetzt schämt man sich, je diese britische„Garantie“ angenommen zu haben, und Rumänien wendet sich von dem Verderber, der über Polen, Norwegen, Belgien und Holland so schweres Leid gebracht. Doch London glaubt, während seine„führenden“ Schichten bereits ihr Geld nach dem westlichen Erdteil in Sicherheit bringen, noch jemand imponieren zu können, indem es den starken Mann markiert. Die Welt aber weiß, daß sich hinter dieser Aufgeblasenheit der„Rückzugssieger“ nur das Unvermögen eines abgewirtschafteten Systems verbirgt, dessen Zusammenbruch den Weg freimachen wird zu einer ehrlichen und„vernünftigen Zusammenarbeit der Völker. Britische Impotenz Keine Aussichten für England in Afrika Stockholm, 3. Juli. Nach einem Bericht von Reuter hat im englischen Unterhaus eine bezeichnende Erörterung stattgefunden. In Antwort auf eine Frage des Abgeordneten Mander über die Lage in Aethiopien und über die Möglichkeit einer Rückkehr des„Kaisers Haile Selassie“ sagte der Unterstaatssekretär für das Außere, Butler, daß er keine Erklärung hierzu abzugeben habe, es sei denn, daß„Anzeichen für einen starken potentiellen Widerstand in Abessinien“ vorhanden seien. Es hat sich mithin bereits bis in das offizielle Unterhaus herumgesprochen, daß England in Afrika auf die granitene italienische Wehrmacht beißt. Im übrigen dürfte der Negus von der in der Butler=Erklärung zum Ausdruck kommenden britischen Impotenz besonders gerührt sein. Weygand erneut in Syrien Die Eügländer müssen abziehen Von unserem ständigen Vertreter d. Genf, 4. Juli. General Weygand hat sich am Mittwoch erneut im Flugzeug nach Syrien begeben. Havas teilte mit, daß Weygand die Durchführung der Demobilmachungsbestimmungen in Syrien veranlassen werde. Ferner erklärt man, daß Weygand entschlossen sei, den Abtransport der noch in Syrien stationierten englischen Truppen zu veranlassen, wenn nötig durch Gewalt. Sprengbomben auf spielende Kinder Ein neuer Schurkenstreich britischer Flieger— 16 Tote, darunter 12 Kinder in Hamburg- Barmbeck Berlin, 3. Juli. Am Mittwochnachmitlag gelang es einigen englischen Iliegern, in sehr großer Höhe bis nach Hamburg vorzudeingen. Wie skrupellos Englands Methoden der Kriegführung sind, geht daraus hervor, daß in Barmbeck— eine dicht besiedelte Wohngegend ohne jedes militärisches Objekt— durch die Wolken Sprengbomben abgeworsen wurden. Friedliche Passanten und spielende Kinder wurden gekroffen. 12 Kinder, drei Jrauen und ein Mann sind gelölet, etwa 25 Personen schwer verletzt, davon die größte Jahl Kinder. Nachdem es den Engländern trotz wiederholter Versuche nicht gelungen ist, hier in Hamburg militärische Ziele in der Nacht wirkungsvoll anzugreifen, haben sie jetzt sogar bei Tage unschuldige Kinder und friedliche Zivilisten zum Angriffsziel gewählt. Die Stunde der Vergeltung rückt näher. England wird das ernten, was es gesät hat. Bei der sehr großen Höhe und der dichten Wolkenschicht mußte man sich darauf beschränken, Jäger zur Verfolgung einzusetzen. Regierungsumbildung in Frankreich? hw., Stockholm, 4. Juli Die schwedische Presse gibt in größter Aufmachung den Inhalt einer Sendung des Moskauer Rundfunks wieder, wonach die Bildung einer totalitären Regierung in Frankreich bevorstehe. Vielfaches Geheimnis ROMAN VON FRANK F. BRAUN (8 Fortsenzung.) „Boury mag sein, wer er will. Er stellt mich groß heraus. Er ist mein Sprungbrett.“ In diesem Augenblick klingelte es. „Das wird er sein“, sagte Jwanka. Sie sah sich um. „Wo bleibe ich mit dir?“ „Er kann mich doch ruhig hier treffen.“ „Nein, das möchte ich nicht. Mäuner sind ganz anders, wenn sie mit einer Frau allein sind;— und wir wollen einen Vertrag machen.“ Sie faßte Otto Erich Hegg beim Arm und schob ihn in das zweite Zimmer. „Bleib schön still sitzen“, sagte sie,„steh dich hier nicht viel um.“ Sie gab ihm einen kleinen Nasenstüber und schloß ihre Schlafzimmertür hinter ihm. Dann lief sie durch das andere Zimmer zur Flurtür. * Otto Erich Hegg ttat auf Zehenspitzen ein paar Schritte näher. Das Bett war zugedeckt, eine blauseidene Steppdecke leuchtete unter einem Überwurf. Er setzte sich auf den kleinen Hocker vor den Frisierspiegel. Von drei Seiten konnte er sich sehen. Auf der Glasplatte standen wohl ein halbes hundert Fläschchen, Tuben und Flakons, eine wahre Hexenküche. Nebenan trat ein Mann ein, aber sie sprachen gedämpft, oder die Türen schlossen schalldicht. Otto Erich Hegg verstand nicht viel. Er wollte auch nicht hinhören. Er war wütend, gekränkt und traurig. Iwanka hatte seine Werbung abgelehnt.„Künstlerin" wollte sie werden. Künstlerin kann man nicht werden, dachte er, Künstlerin ist man. Höchstens kann man eine berühmte Künstlerin werden. Aber du wirst es nicht, Iwanka. Du heiratest doch vor der Zeit. Freilich, den Kollegen Otto Erich Hegg, den schlägst du aus; der kann dir nicht viel bieten. Aber den anderen Mann, den Alten, der dir die Wohnung eingerichtet hat und dir die Pelze kauft und neue Kleider, den wirst du wohl nehmen, wenn er will. Aber das ist nun die ausgleichende Gerechtigkeit, Iwanka, der Alte will dich nicht heiraten. Ich wette darauf. Er ist verheiratet, denkt gar nicht daran, ein Riliko zu laufen, es darf nicht über ihn gesprochen werden, und du bist ihm eine Weile ein Spielzeug. Dumm bist du, Iwanka, und meinst so schlau zu sein. Seine Gedanken brachen ab. Die Schublade da vor ihm war nicht ordentlich geschlossen worden. Iwanka hatte einen Brief hineingestopft und den Kasten zugeschoben; vielleicht in Eile, vielleicht aus Nachlässigkeit. Der Brief war verklemmt= und ragte zu einem Drittel aus dem Spalt heraus. Einen Augenblick zögerte Otto Erich Hegg. Es war nicht fair, was er vor hatte, aber er war von Jwanka auch nicht fair behandelt worden, fand er. Als er die Hand ausstreckte, mit spitzen Fingern zugriff und den Brief herauszog, sagte nebenan Direktor Boury etwas lauter:„Na also. Dann sind wir uns ja einig. Kommen Sie, unterschreiben Sie hier an dieser Stelle. Iwanka Gospik. Ein schöner Name. Sie haben Glück gehabt, Iwanka." Dann war es wieder still. * Otto Erich hielt den Brief in der Hand. Er überflog die Zeilen, die ein Mann geschrieben hatte: „Montag konnte ich nicht kommen, aber morgen sehen wir uns bestimmt. Erwarte mich bitte zur gewohnten Stunde.. Die Unterschrift war nicht leserlich, aber der Mann hatte einen großen Fehler seines Lebens gemacht, dachte Hegg triumphierend. Er hatte einen Briefbogen genommen, einen sehr teuren übrigens, das sah man, auf dem in erhabener Schrift in der linken Ecke sein Name gepreßt stand. Otto Erich las: Ludwig Carlotti. Er prägte sich den Namen ein. Ihm war, als habe er ihn schon einmal gehört. In der Zeitung in einer Annonce, oder auf einem Plakat... Aber sein Nachdenken kam nicht zu Ende. Im Nebenzimmer verabschiedete sich der Besucher von Iwanka. Die ersten lauteren Abschiedsworte brachen ab und wurden leise. Anscheinend wurde noch einiges geflüstert. Die Schritte entfernten sich. Die Flurtür scharrte ein bißchen auf dem Läufer, ein Geräusch, das Otto Erich Hegg vertraut war. Dann fiel sie zu. Der Direktor war draußen. Otto Erich Hegg wollte den Brief rasch wieder an Ort und Stelle tun, aber es ging ihm wie vorher Iwanka; die Schublade klemmte, jetzt hing der Brief gar bis zur Hälfte heraus. Das mußte auffallen. Er nahm ihn rasch an sich und steckte ihn ein. * Als Iwanka die Tür öffnete, drehte er sich um, als ob nichts gewesen sei. Aber sie war eine besonders gute Menschenkennerin.„Was ist“, fragte sie,„hast du gehorcht?“ Der Schauspieler merkte nicht das Geständnis in dieser Frage. Er'sagte und meinte gelassen zu wirken:„Ich weiß nur, daß du den Vertrag unterschrieben hast. Ich gratuliere dir. Hoffen wir, daß es zum Guten für dich ist.“ Sie nahm seine Hand.„Du machst ein Gesicht, als habest du Bitterwasser getrunken.“ „Laß solche Scherze.“ „Nanu! Also: wie sieben Tage Regenwetter.“ „So ähnlich ist mir auch zumute.“ Er richtete sich auf. Wenn er ganz gerade stand, war er fast einen Kopf größer als sie.„Wer ist Herr Ludwig Carlotti?“ Sie erblaßte und ihr Kopf zuckte nervös zurück.„Woher hast du den Namen?“ „Es lag da ein Brief. Er lag offen auf dem Tisch. Ich mußte ihn bemerken. Der Mann heißt also Ludwig Carlotti. Ich weiß nicht, woher ich den Namen kenne, aber ich kenne ihn.“ Er faßte sie bei den Handgelenken. „Iwanka, sieh mich einmal an. Sag mir dies eine einzige Mal die ganze Wahrheit. Soviel muß ich dir wert sein. Liebst du diesen Mann?“ „Unsinn, Otto. Du tust mir weh, laß los.“ „Verzeih.“ Er gehorchte sofort. „Du siehst das falsch. Er ist mein bester Freund.“ „Dann liebst du ihn also doch?“ „Vielleicht. Aber anders, als du denkst.“ „Was ich denke, weißt du ja gar nicht.“ Er zersprang fast vor Zorn. Etwas Neues fiel ihm ein.„Ist er verheiratet?“ Iwanka nickte.„Das ist es ja gerade. Seine Frau darf niemals erfahren, daß er zu mir kommt. Auch du darfst nicht darüber reden, Otto, versprich es mir! Schlimm genug, daß du den Namen erfahren hast.“ Otto Erich Hegg starrte an Iwanka vorbei gegen die Zierpalme im Messingkübel, als er sagte:„Ich werde heute abend wissen, wo Herr Ludwig Carlotti wohnt, und dann werde ich ihn aufsuchen und ihn fragen, ob er es ernst mit dir meint.“ „Das wirst du nicht tun. Dazu hast du kein Recht.“ „Ich nehme mir dieses Recht, denn ich liebe dich!“ "„Aber ich liebe dich nicht!“ Sie schrie ihn an, nahm sich aber sofort zurück und sagte ruhiger:„Du würdest alles zerstören, Otto, laß ab davon; ich bitte dich inständig!“ „Ich werde zu Ludwig Carlotti gehen und mit ihm reden. Ich bin kein Verräter und kein Klatschmaul. Seiner Frau werde ich nichts erzählen. Ich werde dir auch nichts zerstören, Iwanka.“ Damit wandte er sich um, nickte ihr zu und ging zur Tür. Sie riß ihn noch einmal am Arm herum.„Otto, wenn du zu Carlotti gehst, ist alles aus!“ sagte sie drohend. Ein paar Haare waren ihr in die Stirn gefallen, sie strich sie aus dem Gesicht. Er zuckte zurück, hatte vielleicht ihre hastige Handbewegung falsch gedeutet. Er lächelte verzerrt vor innerer Anstrengung.„Im Gegenteil“, sagte er,„alles beginnt.“ Mit hängenden Armen stand sie am Fenster und sah ihm nach, wie er zwischen den beiden Blumenrabatten auf die Straße trat.„Närrischer Kerl“, zischte sie und noch einmal, grollender:„Stümper!" * Den älteren Herrn auf der anderen Straßenseite beachtete sie nicht. Das wäre Herrn Johann Zacharias aus der Potsdamer Straße auch sehr unangenehm gewesen. Herr Zacharias wünschte nichts weniger als aufzufallen, als er zufrieden in sein Notizbuch einiges notierte über den lebhaften, Besucherverkehr bei der Dame Iwanka Gospik. Sein junger Mann war auf dem Fahrrad Herrn Boury gefolgt. Heute abend würde die Detektei wissen, wer dieser Mann war. Den jungen Blonden, der da soeben aus dem Haus trat, gedachte er selber zu beschatten. Und er tat es. Er folgte Otto Erich Hegg unauffällig. Das war für Herrn Zacharias recht schade. Hätte er auf seinem Posten in der Cicerostraße ausgeharrt, würde er den dritten und wichtigsten Besucher, Ludwig Carlotti, auch noch haben bei Iwanka eintreten sehen. Er kam eine kleine halbe Stunde später. Iwanka zog die Gardine am Fenster zu. Unruhig schritt sie vor dem Tisch im Wohnzimmer auf und ab, hin und her. Ein großes, weißes Rechteck, lag da der Vertrag für Budapest und Preßburg. Aber sie sah ihn nicht an. Sie trat an das kleine Tischchen in der Ecke und nahm den Hörer vom Telephon. Aber nachdem sie gerade die Zahl gedreht hatte, legte sie den Hörer wieder in die Gabel. Nein, anrufen durfte sie auch nicht. Das war zu gefährlich. Zudem, was hätte sie Ludwig Carlotti sagen sollen? Ich habe deine Adresse oder deinen Namen verraten. Mein Freund Otto Erich Hegg, ein Mann, der mich liebt, kommt heute abend zu dir, um dich zur Rede zu stellen.— Nein, das konnte sie nicht sagen. Plötzlich atmete sie erleichtert auf. Otto Erich Hegg würde nicht zu Ludwig Carlotti gehen. Er würde gar keine Zeit dazu finden. Er mußte ja spielen! Vor dem Thater war keine Zeit mehr und nachher würde es für einen Besuch, auch für den sonderbarsten, selbstverständlich zu spät sein. Morgen aber war man viele Stunden älter. Morgen sah alles anders aus. Morgen konnte einer von ihnen dreien, wenn er Pech hatte, schon tot sein, überfahren oder sonst wie verunglückt. Sie wandte sich ab. Einer von uns dreien, hatte sie gedacht, und sich selbst nicht ausgenommen. Wenn es eine Prophetse bedeutet, war sie unklar und vage wie die des Orakels von Delphi. Sie zündete sich eine Zigarette an. Man mußte so etwas nicht denken. Wie kam sie überVerlag: Westfällsche Tageszeitung G. m. b. H. Münster(Westf.). Verlagsleiter: Erich Frintrop(z. Zt. im Felde), i. V. Arthur Petsch. Hauptschriftleiter: Dr. Anton Eickholl(z. Zt. im Felde): Stellvertreter Karl Kuhl. Verantwortliche Schriftleiter: Politik: Karl Kuhl: Politische Nachrichten und Vermischtes: Dr. Eugen Wagner; Bewegung und Provinz: Max Hiemisch(z. 24. Wehrmacht), 1. V. Ausust Hollwes: Volkstum, Kunst und Unterhaltung: Wilhelm Vernekohl: Stadtanzeiger: Peter Jurascheck: Kommunalpolitik: Otto Petter (2. Z4. Wehrmacht); Sport: Allred Strabel(z. 24. Wehrmacht), 1. V. Peter Jurascheck: Bezirksaussaben und Bildberichterstattung: Clemens Hillsbusch: Anzeigenleiter: Horst Entere(z. Zt. Wehrmacht), 1. V. Heinz ven de Löcht. Sämtlich in Mönster. Druck: Aschendorfische Buchdruckerei. haupt darauf. Sie sah auf ihre Zigarette. Das Mundstück war nicht mehr weiß, ihre Lippen hatten sich darauf abgedrückt. Rot, dachte sie, schon wiedet Blut. Der Otto hat mich ganz nervös gemacht mit seinem Gerede. Sie warf gereizt die Zigarette in die Kupferschale und ließ sie verglimmen. Zwischen ihren Augen, senkrecht in der Verlängerung der Nase, stand eine tiefe Falte. 5. Kapitel In dem großen hellen Raum, den bunke Vorhänge an den Fenstern und glatte birkenfarbene Möbel fast zum Zimmer eines Landhauses stempelten, befand sich kein stück aus dem Antiquitätengeschäft. Julia Carlotti hatte das durchgesetzt. „Du hast unten deinen Laden vollgestopft mit all diesen alten Dingen, von denen du etwas verstehst und an die du dein Herz gehängt hast. Laß unser Wohnzimmer davon frei, ich bitte dich, Ludwig.“ Julia Carlotti hatte in ihrer Ehe, selten gebeten. Wenigstens nicht mit Worten. Ludwig Carlotti liebte seine Frau. Er las ihr die Wünsche von den Augen ab. Buchstäblich genommen. Sie hatte große sprechende Augen von einem so tiefen Blau, daß man erstaunte, bekam man einmal einen richtigen großen Blick von ihr. Meist verkleinerten die bläulich schattenden Lider den Blick. Ludwig Carlotti hatte nicht viele Wünsche zu erfüllen. Die Ehe war im sechsten Jahre kinderlos. Frau Henriette hatte mit mütterlicher und schwiegermütterlicher Neugier einige Male daran gerührt, aber weder von ihrem Sohn Ludwig noch von der Schwiegertochter Julia eine ausreichende Antwort bekommen. „Du bist im besten Alter, Julia. Als ich 26 war, hatte ich schon beide Jungen.“ „Ja, Mutter“, sagte Julia. Sie errötete nicht, sie lächelte nicht. „Du wirst nun 40, Ludwig“, wandte sich dann wohl Frau Henriette an ihren Sohn.„Du verpaßt die beste Zeit des Vaterseins.“ „Wieso? Hat das Vatersein gute und bessere Zeiten?“ Er lachte. Sein faltiges, aber gutmütiges Komödiantengesicht mit den zersprungenen Adern auf den Backen, dies Gesicht, das immer verfroren aussah, lachte sie aus. „Wenn dein Kind zehn Jahre alt ist, Ludwig, bist du suitze Däagte 3e. .. Er war nicht prüde.„Also gut“, sagte er und strich sich über das glatte, schon ein bißchen graue Haar.„Ich werde mit Julia reden.“ „Tu das; auf mich hört sie nicht.“ „Ach, du hast ihr damit auch schon in den Ohren gelegen? Wie kann man sich so sehnen, Großmutter zu werden.“ "(Fortsetzung folgt.] 4. Juli 1940 Westfälische Tageszeilung Nummer 180 Der Schoksuio13g Zieule Lochtingene bie Suilaf hentigenen, ist germanischer Siedlungsboden; sprechen die Bewohner alemanoder fränkischen Dialekt. Selbst die letzte französische Sprachenstatistik konnte die Tatsache nicht verder Bevölkerung sich als Ssstichen dn a. en..#ch darum den schen Gegebenheiten, wenn das Elsaß und das es Schre 820 Gastgeg, Mersen michanie des Ostreiches, des Deutschen 800 Jahre änderte sich dieser Zustand gesentlich, gie, soithringen 910 von seinem damoboste 2s Heiprich“ dur 1d Zönis unterstellt warde, zurück, Eine erst vereits 15 Jahre später ins Reich das deutsche gru Probe französischer Brutalität erlebte Grenzland allerdings schon im 15. Jahrals in einer Pause des 100jährigen Krieges zäch an und Frankreich das gesamte franzö###dnerheer in das Elsaß und die Schweiz einfiel und dort aufs übelste zu hausen anfing. Es gelang in Belsu, egenannten Axmagnakenkrieg der sich erhebenden Deohlterung, die zuchtlosen Horden zu vertreiben. die Schwächung Deutschlands durch die Entzweiungen des Reformationszeitalters böt Frankreich die freilich längst erhoffte und erwartete Gelegenheit eines wirksamen Einbruchs in das germanische Grenzzwar zunächst nach Lothringen. In ihrem Tachen„sgen Kaiser KarlIV. riesen Moriz von und, andere deutsche Fürsten den französischen König zu Hütfe, der sich mit Freuden in die deutschen nass rgme e... s19) dafür im Vertrag urd Regxord 1552 durch die Annerion von Metz, Toul —####edun schadlos hielt. Die Wegnahme erfolgte gegen den Willen der Bevölkerung, sie geschah zu Unrecht, denn ein Angebot aufständischer Fürsten schafft keine völkerrechtliche Grundlage. Karl V. versuchte zwar, das Geschehene rückgängig zu machen, aber ohne Erfolg. Frankreich besaß damit die Pforte zum Mittelrhein, ein erster Teilerfolg in dem fortwährenden französischen Streben nach der Rheingrenze war erreicht. Die nächste große Gelegenheit, seinen Beutezug fortzusetzen, bot sich für Frankreich im 30jährigen Kriege, Ein Blick auf 1000 Jahre Geschichte in den der führende Staatsmann Ludwigs XIII., Richelieu, im Jahre 1629 eingriff. In diesem Jahre entstand jene berühmte Denkschrift Richelieus, in der er seinem König auseinandersetzte, daß die Sicherung von Frankreichs Unabhängigkeit und Größe es erfordere, sich in die deutschen Kämpfe einzumischen.„Man muß Metz stark machen; man muß, wenn es möglich ist, bis Straßburg vorrücken, um einen Eingang nach Deutschland zu gewinnen. Das alles aber muß man sehr langsam, ganz unauffällig tun und vorsichtig und versteckt in die Wege leiten.“ Es gelang Richelieu, sich mit den Schweden zu verbinden. Zwei ausländische Staaten führten auf deutschem Boden Krieg, angeblich, zur Wiedergewinnung der deutschen Freiheit, in Wirklichkeit, um Deutschland für immer unfrei zu machen. Der Westfälische Friede des Jahres 1648 wurde der„Totenschein des Deutschen Reiches“, er machte den König von Frankreich mächtiger im Reich als den Kaiser selbst. An Landgewinn heimste Frankreich die habsburgischen Besitzungen im Elsaß ein; es erhielt die Landgrafschaft im Oberelsaß, das Vogteirecht über zehn reichsfreie kleine Städte im Elsaß und die Landgrafschaft im Unterelsaß. Richelieus Ziel,„einen Eingang nach Deutschland zu gewinnen", war damit erreicht, Frankreich besaß eine Kriegspforte, durch die seine Heere jederzeit in Süddeutschland einfallen konnten. Auch dieser Raub erfolgte gegen den Willen der betroffenen Bevölkerung. Immer entschiedener drängte Frankreich zum Rhein, längst schon hatte es ihn als seine„natürliche Grenze" erklärt. Ludwig XIV. betrachtete sich als den rechtmäßigen Nachfolger Karls des Großen, in dem jahrhundertelangen Kampf, der französischen Könige gegen Hobsburg schien der Augenblick zu nahen, wo sich der französische König die Kaiserkrone aufs Haupt setzen konnte. Die Rheingrenze, das Elsaß— das schien der französischen Nation damals das bescheidenste, was sie fordern konnte. Zunächst wurde Habsburg gezwungen, weitere Abtretungen in Lothringen zu machen, die „Straße nach Deutschland“ immer weiter zu öffnen. Dann begann man 1679 im Elsaß mit den sogenannten Réunionen. Alles, was irgendwann einmal mit den bereits von Frankreich besetzten Gebieten in Verbindung gestanden, hatte, sollte ebenfalls Frankreich gehören. Französische staatliche Ausnahmegerichte, die„Chambres Am liebsten möchten die Plutokraten auf ihrer Flucht die ganze Insel mit nach USA nehmen.(Zeichnung von Hans Buhr.) de réunion“ arbeiteten mit allen Mitteln der Lüge und Urkundenfälschung, um die„Rechtmäßigkeit" der französischen Annexion zu beweisen. Durch dieses wahrhaft schamlose Verfahren wurde beinahe das ganze Elsaß, wiederum gegen den Willen seiner Bevölkerung, annektiert; als Krönung wurde 1681 Straßburg besetzt mitten im Frieden. Damals regte sich in Deutschland gegenüber diesen Gewalttaten wohl eine Art Nationalgefühl, aber in dieser Zeit standen die Türken vor Wien, alle Kraft des Reiches mußte sich nach Südosten wenden. In heißen Kämpfen wurden die Türken zurückgedrängt. Ihre Niederlage gab dem mit ihnen verbündeten Ludwig XIV. von neuem den Vorwand, deutsches Land am Rhein zu rauben. Französische Mordbrenner fielen in die Pfalz ein— aber damit hatte Ludwig den Bogen überspannt. Nicht nur Deutschland, sondern Europa stand plötzlich gegen ihn. Die Pfalz konnte befreit werden, im Frieden von Rijswijk 1697 verblieb jedoch beinahe das ganze Elsaß bei Frankreich. Im Jahre 1733, unter Ludwig XV., erreichte Frankreich, daß die lothringischen Herzöge auf Lothringen verzichteten und daß der französische Kandidat für die polnische Königskrone, Stanislaus Lesczinski, der in Polen nicht zu halten war, Lothringen bekam, unter der Bedingung, daß bei seinem Tod Lothringen an Frankreich falle. Dieses Ereignis trat im Jahre 1766 ein, der heftige Widerspruch der Bevölkerung gegen diesen Herrschaftswandel blieb ungehört. Selbst die französischlothringische Bevölkerung war mit der Anderung so wenig einverstanden, daß sie die Bilder des ihnen aufgedrängten Herzogs von den Wänden riß und zum Teil auswanderte, weil sie nicht französisch werden wollte. 1789 beseitigte die französische Revolution die letzten deutschen Herrschaften im Elsaß. Als nach der Niederlage Napoleons im ersten Pariser Frieden 1814 ElsaßLothringen bei Frankreich belassen wurde, erhob sich unter den national gesinnten deutschen Männern ein Sturm der Entrüstung. Jakob Grimm schrieb damals: „Es ist grundfalsch zu behaupten, das Elsaß und sein Volk sei undeutsch oder gar französisch geworden. So vertraut sehen einen die Menschen und Häuser an trotz aller angeklebten französischen affiches;, die Elsässer sind deutsch und gehören uns von Gottes wegen.“ Aber England und Rußland wußten zu verhindern, was Männern Das deutsche Tor in der alten Feste Metz. Aufnahme: Ardick wie Grimm, Arndt, Gneisenau, Stein eine Selbstverständlichkeit erschien. Erst 1871 wurden das Elsaß und Deutsch=Lothringen ins Reich zurückgeführt. Für die innere Haltung des weitaus größten Teils der Bevölkerung spricht nichts deutlicher als die Tatsache, daß im Weltkrieg auf deutscher Seite 350000 Elsaß=Lothringer kämpften, und zwar nach dem Urteil aller Berufenen ebenso treu und tapfer wie alle übrigen deutschen Soldaten. Die Annexion Elsaß=Lothringens durch Frankreich nach dem Weltkriege erfolgte ohne Volksabstimmung. Das von den Westmächten proklamierte„Selbstbestimmungsrecht der Völker“ wurde von ihnen selbst bereits bei der ersten sich bietenden Gelegenheit mißachtet. Dr. H. Englande Mhauscrie„auf dem Prasehtierteher Deutsche Bomber greifen übers Meer— Die Kraftzentren der Insel unmittelbar bedroht 54 „Wenn meine Stimme ausschlaggebend wäre, dann würde die Luft abgeschafft!“ Lord Trenchard(1935). Fast täglich meldet der Wehrmachtsbericht erfolgreiche Angriffe der deutschen Luftwaffe auf die englische Insel und ihre stärksten und kriegswichtigsten Kraftzentren: die Industriereserve. Noch ist das Gros der deutschen Luftflotte nicht eingesetzt, trotzdem wird dem Engländer jeden Tag deutlicher, wie nah die Insel an den Kontinent herangerückt ist, nur noch durch einen schmalen Bach von ihm getrennt, der in wenigen Minuten zu überfliegen ist. Schaudernd versteht er das ahnungsvolle Wort seines früheren Luftmarschalls Lord Trenchard, der die Luft am liebsten abgeschafft hätte, um die Verteidigung der Insel wieder ganz der„glorreichen, großen Flotte" zu überlassen. Denn die Insel ist keine Insel mehr, seit es vor dreißig und mehr Jahren Blériot gelang, den Kanal zu überfliegen. Und geographische Vorzüge haben sich seitdem in strategische Nachteile verwandelt. Die Hormähnischen-Insch Jersey, Guernsey, Sark und Alderney Die in der Bucht zwischen Normandie und Bretagne gelegene Inselgruppe, von den Engländern als Kanalinseln bezeichnet, führt mit mehr Berechtigung den französischen Namen„Iles Normandes", Normannische Inseln, Denn obgleich die Inseln unter englischer Herrschaft stehen, haben sie doch ihre eigene Rechtsordnung, die auf das alte normannische Gewohnheitsrecht zurückgeht. Auch sprechen die Einwohner eine normannische Mundart. Amtssprache ist im übrigen nicht englisch, ondern französisch. Einst bildeten die Inseln, die von Herzog Rollo erobert wurden, einen Teil des Herzogtums der Normandie. Unter den ersten vier normannischen Königen Englands standen sie abwechselnd unter englischer und normannischer Herrschaft, seit der Thronbesteigung Heinrichs II. im Jahre 1154 kamen sie endgültig unter England. Aber bis zum heutigen Tag gehören sie nicht zum Reich, sondern bilden zwei Republiken mit besonderen Verfassungen. Gesetze des englischen Parlaments gelten für die Normannischen Inseln nur, wenn das ausdrücklich vermerkt ist. Dagegen haben die Inseln weitgehende eigene Gesetzgebungsrechte. Die größte der Inseln ist Jersey mit 116 gkm und rund 50000 Einwohnern. Die nordwestlich davon gelegene Insel Guernsey hat 38000 Einwohner(486 auf den qkm!), wesentlich kleiner sind die Inseln Sark und Alderney. Alle vier haben sie meist sehr schroffe Küsten. Das Klima ist mild, viele exotische Pflanzen gedeihen im Freien. Der fruchtbare Boden eignet sich vorzüglich für Obst=, Gemüse= und Getreidebau. Guernsey kann sogar Trauben ausführen. Die einzige Stadt auf Guernsey ist Saint Peter=Port, Hauptstadt von Jersey ist St. Helier. Ein besonderer Vorzug der Inseln ist es, daß sie fast von allen Zöllen und sonstigen Abgaben befreit sind. Alle männlichen Einwohner der Normannischen Inseln vom 17. bis zum 65. Jahr sind zum Dienst in der Miliz verpflichtet. Durch die Erklärung der Inseln zu offenen Plätzen haben die Engländer jedoch auf die Verteidigung der Inselgruppe verzichtet, wohl vor allem infolge der Nähe der von den Deutschen besetzten französischen Küste. Jersey liegt nur 25 km von der Normandie entfernt. Kohle und Erz— in der Nähe des Meeres Welches sind diese geographischen Vorzüge, denen Großbritannien zu einem guten Teil seine einstmals unantastbare Stellung verdankt? Ihre reich gegliederte Küste bildete zahlreiche natürliche Häfen, selbst im gebirgigen Westen. Große Flußläufe gestatteten Seeschiffen, bei Flut bis weit in das Innere des Landes einzulaufen. Englands Ebenen waren dem Festland zugeneigt Der Reichtum an Bodenschätzen, vor allem an Kohle und Eisen, tat das übrige. Auch diese Bodenschätze lagerten in der Nähe des Meeres, die Kohle in Südwales, in Westschottland, in Northumberland, in Durham und Lancashire, die Erze in Cleveland und Cumberland und ebenfalls in Südwales und Schottland. So fanden schwerindustrielle Zentren in der Nähe des Meeres die allergünstigsten Voraussetzungen. „Umsiedlung" blieb Stückwerk Schon im Weltkrieg wurde man sich allerdings der Gefahren bewußt, denen die wirtschaftlich außerordentlich günstig, militärisch aber sehr exponiert gelegenen Industriezentren durch Angriffe aus der Luft ausgesetzt sind. Eine grundsätzliche Verlagerung scheiterte vor allem an der Arbeiterfrage. Denn: bestimmte Industriezweige aus ihrem bisherigen Sektor zu lösen und nicht nur die Produktionsstätten, sondern auch die Menschen umzusiedeln— diese Aufgabe hätte nur mit dem Einsatz starker staatlicher Machtmittel gelöst werden können. Dieser aber blieb aus. Effekt: die englischen Industriereviere sind nach wie vor Angriffen aus der Luft außerordentlich stark ausgesetzt, sie liegen nach der Besetzung Hollands und Belgiens und der Niederringung Frankreichs geradezu auf dem Präsentierteller. Nach kurzem Anflug zu erreichen Die außerordentliche Gefahr, die sich daraus ergibt, mag an einem Beispiel kurz illustriert werden. Der außerordentlich stark, industriealisierte und ebensosehr besiedelte und verkehrsmäßig erschlossene Südosten der Insel kann von deutschen Bombern nach verhältnismäßig kurzem Anflug über das Meer erreicht werden,— wahrscheinlich schneller als die englische Abwehr vom Alarm bis zur wirksamen Bekämpfung durch Jäger und Flak zu arbeiten in der Lage ist. Dieses Gebiet liegt also in unmittelbarer Reichweite der deutschen Bomber,— das heißt: ein Gebiet, das— London eingerechnet— das am dichtesten besiedelte der ganzen Insel ist; das das am besten ausgebaute Straßennetz, das am meisten befahrene Eisenbahnnetz(zwischen Croydon und Sutton verkehren täglich 230 Personenzüge in jeder Richtung!) enthält; das in Sheerneß und Chatham große Schiffsbauwerften enthält; in Rochester Flugzeugwerke, große Eisenbahnwerkstätten in Brighton, Lancing und Ashford, Automobilwerke in Maidstone, Pulvermühlen bei Chilford, Waffenfabriken in Guildford, Northfleet und Chislehurst;— und vor allem: Kohle in den östlichen Bezirken der Grafschaft Kent. Noch dazu das modernste Kohlenrevier der Insel überhaupt, dessen Ausbau erst ein Ergebnis der letzten Jahrzehnte darstellt! Noch 1914 wurden in Kent nur 130000 to gefördert, 1929 waren es bereits 1 150 000 to. Für diese Kohle ist oder vielmehr war Dover der wichtigste Hafen, für ihren Transport bestand sogar eine Seilbahn vom Tillmanstone Colliery bis zum Hasen. Darüber hinaus ist der Südosten auch landwirtschaftlich äußerst intensiv bebaut, bei der äußerst problematischen Ernährungslage ein weiter schwerwiegender Gefahrenpunkt! Schlupfwinkel gibt es nicht Aber nicht nur der Südosten, liegt im Bereich der deutschen Luftwaffe, auch Schottland und die Westküste, jeder beliebige Teil der Insel kann zu jeder Zeit angeflogen werden. Die englische Homefleet in ihren Schlupfwinkeln bei Scapa Flow und bei den Shetlands weiß davon mehr zu berichten als ihr und der Admiralität lieb ist. Wie sie können auch die Industrieballungen um Hull, Bristol, Glasgow, Liverpool und Manchester von deutschen Flugzeugen ohne große Schwierigkeiten erreicht und zumindest teilweise außer Gefecht gesetzt werden. Ein Kranz deutscher Flugplätze von Norwegen über Dänemark, Holland und Belgien bis nach Frankreich kreist die Insel fast völlig ein. Einen Ausweg aus dieser selbstverschuldeten, beinahe verzweifelten Situation gibt es nicht— es sei denn, es gelänge nach dem Vorschlag des alten Lord Trenchard, den gesamten Luftraum abzuschaffen. Aber diese Hoffnung dürfte selbst in dem sich an alle Strohhalme klammernden England keine Anhänger mehr finden. Stimmen zum Tage „Rumänien zahlt heute dafür, daß es sich gegenüber der Achse mißtrauisch verhalten hat und den plutokratischen Versicherungen Glauben schenkte. Wir haben nicht vergessen, daß Delbos nach Bukarest fuhr, als Mussolini nach Berlin reiste.“(„Regime Fascista“.) * „An das englische Prestige glaubt heute nur mehr ein Land: England. Wie die Verbannten in Dantes „Göttlicher Komödie“ hat England das Gesicht nach rückwärts gedreht; es geht seiner furchtbarsten Niederlage entgegen, sieht aber nur Trafalgar, Waterloo und Versailles.“(„Popolo d' Italia“.) Soilaghonter Wenn sie könnten, wie sie wollten „Wenn England in diesem Krieg geschlagen wird. dann werden seine Tagträume und sein Optimismus daran schuld sein", erklärt Unterstaatssekretär Nicolson, Duff Coopers rechte Hand. Damit man nicht lange nach Beweisen für diesen selbst nach Ansicht eines britischen Unterstaatssekretärs krankhaften Optimismus zu suchen braucht, liefert Garvin im„Sunday Observer“ fast zur gleichen Stunde, in der der Ausspruch getan wurde, eine Probe davon. Er gibt zu, daß England stündlich einen deutschen Angriff erwartet. Er gesteht auch ein, daß„die Prüfung" besonders schwer sein werde, weil die Hilfsquellen des Landes und des Empire längst nicht vollendet mobilisiert seien, aber er behauptet, daß die öffentliche Meinung doch keineswegs nur von der Notwendigkeit und den Aussichten einer sofortigen Schlacht in Anspruch genommen werde. Die Berichterstatter, also Leute seines Schlages, sähen vielmehr weiter und betonten immer wieder die Notwendigkeit der unermüdlichen Arbeit und Organisation, so daß, wenn Hitlers Angriff auf England zurückgewiesen worden sei, der Gegenangriff unverzüglich und mit vernichtender Wirkung in das Land des Feindes hineingetragen werden könnte. Also paart sich in England immer noch sinnloser Optimismus mit grenzenlosem Haß. Der Traum, das deutsche Volk zu vernichten, ist zu schön, als daß man ihn selbst jetzt aufgeben könnte. Es ist mehr als ein Traum. Es ist„die große Begierde“, von der der plötzlich zum Arbeitsminister avancierte Gewerkschaftsbonze Bevin im Londoner Nachrichtendienst am 26. Mai 1940 bekannte:„Wir sind an die Freiheit gewöhnt, debattieren und argumentieren zu dürfen. Aber praktisch hat sich das ganze Volk jetzt auf eine Seite gestellt. Alle haben sich vereinigt mit der großen Begierde, diese häßliche Bestie zu schlagen, dieses Scheusal!“ Auch diese Art von Ehrlichkeit hat sicher ihr Gutes. Gescheiterte Intrigen im Orient Verheißungsvoll mauschelte die Londoner Zeitung „Daily Telegraph" noch vor wenigen Tagen davon, daß überraschende Ereignisse im Vorderen Orient bevorstünden. Diese Aeußerung erfolgte ausgerechnet in dem Augenblick, da Frankreich die Waffen streckte. Es war also anzunehmen, daß das englische Blatt aus maßgebenden Kreisen über eine besondere Aktion der Regierung im Vorderen Orient unterrichtet sein mußte. Wohin dieses Manöver Londons zielte, hat sich inzwischen eindeutig herausgestellt. Das überragende Ereignis sollte die Weigerung der französischen Truppen im Orient sein, sich den Weisungen der Regierung Petain zu fügen. Alle nur denkbaren Mittel setzte England in Bewegung, um eine Entwicklung in diesem Sinne anzubahnen. Aber das Gegenteil ist eingetreten, die Demobilisation der Franzosen im Vorderen Orient wurde eingeleitet. Englische Truppen versuchten jedoch, wie inzwischen noch bekannt wurde, diese Demobilisierung zu stören, wobei es zwischen französischen und englischen Soldaten zu schweren Zwischenfällen kam. Nun läßt England seine ganze Wut noch mehr als bisher an Frankreich aus und bewirft den einstigen Verbündeten mit übelsten Schmähungen, bei denen sogar der unverschämte Versuch einer Einmischung in die französische Politik gemacht wird, einen Gegensatz zwischen der französischen Regierung und dem französischen Volk zu konstruieren. Es ist eben England jedes Mittel recht, um sich und seine Plutokratenelique zu retten. Mond ist aufgegangen Von Ludwig Bäte Der Saal, den man notdürftig aus einer zerschossenen Scheune gebaut hatte, war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Truppe hatte einen berühmten Vortragsmeister aus Berlin eingeladen. Freilich kannten ihn nur wenige, aber die sprachen mit leuchtenden Augen von ihm und waren den ganzen Tag in tiefer, gelassener Fröhlichkeit. Auch die anderen gingen gespannt" hin, nachdem sie erfahren hatten, daß es eine besondere Unterhaltung geben würde. In den Seelen der Soldaten brannte etwas. Damals war das schon leise gekommen, als man durch wellendes Korn und durch die Rephänge des Rheins fuhr und die Berge in gewaktiger Schönheit aufstiegen. Wie sehnsüchtig manches Auge an der Lerche hing, die einsam über den Gräben sang! Wie begierig die Hände nach den Büchern griffen, in denen von dem Lande gesprochen wurde, das man doch so wenig kannte, wenn es auch die Heimat war. Aber in den Unterständen lachten ihre Schönheiten in hundert Bildern von den Lehmwänden. Auf einer Erhöhung, von der sonst der Oberst sprach. stand der Mann, eine hohe Gestalt, und schon leicht ergraut. Unter den buschigen Augenbrauen ein paar gütige, stille Augen. Einfach und schlicht sprach er einige Geschichten. Er erzählte von alten Tagen. Vergangene Geschlechter trugen ihr tiefes, treues Leben durch ihre Zeit. Dämmerige Säle, blanke Mahagonimöbel, bunte Gärten und darüber Lawendelduft und Rosenruch, zierliche Lieder aus verstaubten Spinetten. Dahinter rauschte das Meer. Von eines Hundes rührender Treue sprach er, von selbstgenügsamen Menschen im dritten Stock. Seine Stimme floß wie ein klarer Wiesenbach über hellen Kieseln. Eine Amsel sang, und oben wanverten heitere Wolken. Dann füllte ein wunderbares Gedicht den dämmerigen Raum. Ein einfacher Mann schuf es einst, als der norddeutsche Abend über den Wiesen hing.„Der Mond ist aufgegangen...“ Stille. Nur die beiden Kerzen am Pult knisterten. Hin und wieder hob sich eine Brust zu tiesem Atemzuge. Deutsches Land! Ueber den fernen Bergen verglutete der Tag, tiefrote Streifen glommen. Eine Glocke sang über die Dorfdächer. Hinten quollen Nebel aus den Wiesen, dicht, in breiten Schwaden. Das Posthorn klang verloren zu den Wanderern am Waldrand herauf. Aus den Wipfeln klomm der Mond. Zusehends wurde er runder und voller. Dann stieg er wie eine goldene Scheibe am liefblauen Himmel hoch. Sterne wachten in überreichen Fülle auf und tauchten den unendlichen Raum in geheimnisvollen Glanz. Wie die dunklen Linden rauschten, die Fliederbüsche dufteten! In der Kammer wiegte die Mutter ihr Kind, der Mann dengelte seine Sense, und mit stillem Blick sah der Großvater nach oben, ein Patriarch, der mit den Sternen Zwiesprache hielt. Langsam tropften die Worte. Wie das Heimweh brannte. Der bärtige Mann stützte schwer das Haupt, wie ein Steinbild lehnte der Hauptmann am Pfosten. Da hob sich die Stimme zu visionärer Größe:„Woll'st endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod“. Sie hatten es oft vergessen, nun stand es wieder in voller Klarheit vor ihnen. Da hinten giftiger Geifer, der alles das ersticken wollte, was aus den Tiefen der Ewigkeit gestiegen war, und über dem die Sterne Gottes in eigenem Glanze leuchteten: Deutsches Land! Symphonie=Konzerte und Oratorien Das Robert-Schumann-Fest in Bad Neuenahr Das Schumann=Fest in Bad Neuenahr nahm mit einem großen Symphoniekonzert und der Aufführung des weltlichen Oratoriums„Das Paradies und die Peri“ einen künstlerisch sehr befriedigenden Verlauf. Das Bonner Städtische Orchester unter der Leitung von Musikdirektor Gustav Classens leistete Ausgezeichnetes in der Aufführung der„Frühlings“= Symphonie und der Genoveva=Ouvertüre. Sehr erfreulich war auch die Aufführung des Oratoriums, mit dem der Städtische Musikbeauftragte Bruno Kortemeier die von ihm in Bad Neuenahr begründete Oratorien=Pflege sehr erfolgreich fortsetzen konnte. Neben den Dirigenten machten sich der Städtische Chor Bad Neuenahr, der Neuenahrer Männerchor, die Gesangssolisten Susanne Horn=Stoll, Gusta Kempken, E. Buschmann und Theo Hannappel und Karl Hermann Pillney(=moll Klavierkonzert) um das Fest verdient. J. Neuer Schöffensprüche werden gesammelt Institut zur Erforschung des Magdeburger Stadtrechts Die große Verbreitung des Magdeburger Stadtrech= tes im Osten und Südosten Europas ließ jetzt den Wunsch aufkommen, möglichst viel der Schöffensprüche zu sammeln, die hier alle durch die Zerstörung Magdeburgs verloren gingen. An den derzeitigen Oberhösen des Magdeburger Rechts wie Breslau, Thorn, Krokau, Lemberg, Königgrätz, Prag, um nur einige zu nennen, werden die Originale der Magdeburger Schöffensprüche neu aufgezeichnet und zusammengestellt werden. Es soll versucht werden, eine möglichst vollzählige Quelsensammlung dieser Sprüche herauszugeben. Teilsammlungen werden vom böhmisch=mährischen Raum bereits in nächster Zeit erscheinen. Ein Institut zur Erforschung des Magdeburger Stadtrechts, das ins Leben gerufen wurde, soll in enger Zusammenarbeit mit der Preußischen Akademie der Wissenschaften und den Reichsarchiven seine Arbeit beginnen. Kinderoper in Salzburg „Die Prinzessin und der Zwerg“ im Mozarteum Jean Paul hat einmal gesagt, daß in den alten Opern etwas vom Wesen des Märchens liegt. Friedrich Frischenschlagers Kinderoper„Die Prinzessin und der Zwerg“ ist ein echtes Märchen, in dem mit Fug und Recht das Gute erlöst und das Böse=vernichtet wird. Die von einem bösen Zwerg gefangen gehaltene Prinzessin wird von dem Prinzen, der seinen Widersacher im Kampf besiegt, befreit. Schon die Form dieser nach einer Dichtung von Oskar Günther komponierten Oper ist das Beispiel einer Improvisation, die die Freude am Spiel erweckt. Kinder wollen Theater spielen. Ein Mädchen singt die Ballade von der Prinzessin und dem Zwerg, die ihnen so gut gefällt, daß sie sie„veropern“ wollen. Rasch werden Kostüme herbeigezaubert und eine Bühne hergerichtet, und das Spiel, das von einem zweigeteilten Chor begleitet wird, kann beginnen. Das kindliche Gemüt begreift das Geschehene ohne Umwege, während der erwachsene Zuschauer wohl zwischen den Zeilen etwas von der Weisheit des erfahrenen Alters findet. Die Musik Frischenschlagers, der ein Schüler Humperdincks ist, untermalt den Kampf zwischen Licht und Schatten sehr dramatisch. Und da seine Themen volkstümlich greifbar und humorgesegnet sind und auch die innig ausströmende Kantilene des Herzens nicht sehlt, war der Erfolg der vom Reigenchor des Mozarteums unter Leitung des Komponisten in köstlicher Unbeschwertheit gesungenen und gespielten Aufführung außerordentlich. Friedrich W. Herzog Richt dort ist unser Vaterland, wo es uns endlich einmal wohlergeht. Unser Vaterland ist vielmehr mit uns, in uns, Deutschland lebt in uns; wir stellen es dar, mögen wir wollen oder nicht, in jedem Lande, dahin wir uns verfügen, unter jeder Zone. Wir beruhen darauf von Anfang an und können uns nicht emanzipieren. Dieses geheime Etwas, das den Geringsten erfüllt wie den Vornehmsten— diese geistige Luft, die wir aus- und einatmen— geht aller Verfassung vorher, belebt und erfüllt alle ihre Formen. Ranke und welche Menschen wären würdiger, sie zu erleben, als diejenigen, die wirksamste und opferfreudigste Mitgestalter dieser Zeit sind? So bilden die Kriegsfestspiele 1940 zweisellos einen Höhepunkt in der glänzenden Geschichte der Richard=Wagner=Stadt. Seit Wochen sind alle Kräf'e am Werk, um ihnen das ihrer Bedeutung entsprechende festliche und würdige Gepräge zu geben: Frau Winifred Wagner, die Hüterin des Bayreuther Erbes, der die gesamte künstlerische Leitung obliegt, die Partei, der in der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ vom Führer die technische Organisation übertragen ist, und nicht zuletzt die Stadt Bayreuth, deren stolze Tradition es ist, den Rahmen zu schaffen, der den Aufführungen jene einzigartige Atmosphäre verleiht, die sonst an keiner Statte der Welt zu finden ist. Kleine Rundschau „Ariadne“=Aufführung in Rom. Ein auserlesener Kreis führender Persönlichkeiten von Partei und Staat mit zahlreichen Vertretern des römischen öffentlichen Lebens und des Diplomatischen Korps wohnte auf Einladung des deutschen Botschafters und Frau von Mackensen einer Festaufführung der„Ariadne auf Naxos“ bei, die auf einer im Garten der Deutschen Akademie improvisierten Freilichtbühne von der Münchener Staatsoper unter Leitung von Generalmusikdirektor Clemens Krauß mit vollendeter Kunst wiedergegeben wurde. Heinrich Stalling 75 Jahre alt. Am 5. Juli vollendet der Verleger Geh. Kommerzienrat Dr. med. h. c. Heinrich Stalling in seiner Vaterstadt Oldenburg sein 75. Lebensjahr. Seit dem Jahre 1894 ist er im Verlage in Oldenburg leitend tätig und hat in dieser Zeit das Unternehmen zu einem weltbekannten Verlag ausgebaut. Anläßlich seines 70. Geburtstages verlieh ihm der Führer in Anerkennung seiner Verdienste als Verlagsbuchhändler die Goethe=Medaille; für Kunst und Wissenschaft, die Universität Göttingen ernannte ihn zu ihrem Ehrenbürger. Bayreuther Kriegsfestspiele 1940 Bayreuths neue Mission- Frontsoldaten „ Von Oberbürgermeister „Im Waffenlärm schweigen die Musen“, heißt eine in früheren Jahren für richtig gehaltene Sentenz. Die Pflege den Kunst erschien unmöglich in Kriegszeiten, unmöglich in erster Linie deshalb, weil amusische Staatsführungen ihr nur den Wert eines Faktors der Zerstreuung und der Unterhaltung zubilligten und sie deshalb für völlig unwichtig hielten im Augenblick der höchsten Anspannung aller Kräfte. Aus dieser falschen Einstellung heraus war denn auch im Weltkrieg die Frage der Abhaltung von Festspielen undiskutabel und die Pforten des Bayreuther Festspielhauses blieben ehn Jahre lang— während des Krieges und in der Nachkriegszeit— geschlossen. Die Erkenntnis der Bedeutung der Kunstpflege auch im Kriege wie wir sie heute besitzen, äußerte sich bereits in den ersten Maßnahmen auf diesem Gebiete nach Kriegsbeginn. Anders als in den Feindländern, blieben Theater, Konzertsäle und Lichtspielhäuser geöffnet und das sich in stärkstem Besuch ausdrückende Interesse der Volksgenossen aller Schichten zeigte bald, wie richtig der eingeschlagene Weg war. So konnte auch die am Geburtstag des Führers veröffentlichte Kunde, daß die Bayreuther Bühnenfestspiele in diesem Kriegsjahr stattund Rüstungsarbeiter im Festspielhaus Dr. Fritz Kempfler finden sollen, nicht überraschen. Das Neuartige und Große an diesen heurigen Festspielen ist aber, daß sie veranstaltet werden für die Volksteile, denen der Dank Deutschlands in ganz besonderem Maße gebührt: für die Verwundeten, Frontsoldaten, Frontarbeiter, Rüstungsarheiter und Rüstungsarbeiterinnen. Das Erlebnis der Festspiele soll die Männer und Frauen, die in diesem Krieg die schwierigsten und bedeutungsvollsten Aufgaben zu lösen haben, einmal herausführen aus dem Einerlei des Alltags in die höchsten Regionen deutscher Kunst und ihnen damit Freude und Kraft geben zu neuem Kampf und neuer Arbeit. Alle, die wir unmittelbar oder mittelbar dem Bayreuther Werk dienen, sind stolz auf diese neue und große Mission, die uns der Führer gab. Ist sie doch letzte und schönste Erfüllung dessen, was der Meister sich selbst zum Ziele setzte. Die Größe des deutschen Geistes, dessen herrlichste Aeußerung des Meisters Werke sind, soll dem ganzen deutschen Volk vor Augen geführt werden. Welche Zeitepoche wäre geeigneter, die Idealgestalten deutscher Weltanschauung zu erfassen, die der Meister schuf, und deren Grundzug immer wieder der eine ist:„Heldentum“, als die großen Tage von heute, 1. Juli 1940 Wefihliche Tggenzehuug Mestjalen-Nord und Nachbargane Wehrer, gschen in der Schule Vorbildliche Arbeit des NS-Lehrerbundes im Gau Westfalen-Nord Zu jeder Zeit sind wir bereit, unseren Lebensraum, unsere Ehre und unsere Freiheit bis zum Letzten zu verteidigen. So steht neben unserem ehrlichen Friedenswillen die ebenso starke Wehrbereitschaft zur Verteidigung von Volk, Ehre und Freiheit. Zu dieser Wehrbereitschaft muß das deutsche Volk erzogen werden. Der Schule des Großdeutschen Reiches ist deshalb die Aufgabe gestellt worden, Schüler und Schülerinnen wehrgeistig zu beeinflussen und zu betreuen. Entsprechend der Anweisung der Reichswaltung wurden im Gaugebiet Westfalen=Nord sofort die Verbindungsmänner zwischen dem RSLB und der Wehrmacht bestimmt. Auf einer Gauarbeitstagung am 16. Dezember 1939 sprachen ein Vertreter des Wehrkreiskommandos und der Gausachbearbeiter des NSLB über Notwendigkeit, Ziel und Aufgaben der Wehrerziehung. Zu dieser Tagung waren die Vertreter der obersten Schulbehörden, die Kreiswalter des RSLB mit ihren Sachbearbeitern für die wehrgeistige Betreuung der Schuljugend, die Schulräte, die Direktoren der höheren, Berufs= und Handelsschulen sowie alle ortsansässigen Leiter der Mittel= und Volksschulen eingeladen und erschienen. Der gerade auf Heimaturlaub weilende Gauwalter Reimpell nahm an dieser Versammlung teil und gab seiner Freude über die Bereitwilligkeit zur Zusammenarbeit aller Dienststellen beredien Ausdruck. Die Regierung in Münster gab in Uebereinstimmung mit dem Wehrkreiskommando und der Gauwaltung des RSLB„Allgemeine Richtlinien“ für den wehrgeistigen Unterricht und für die Erziehung heraus. Die übrigen Regierungen im Gaugebiet machten sich diese Richtlinien zu eigen und gaben sie an die ihr unterstellten Erzieher und Erzieherinnen weiter. Auch der Oberpräsident der Provinz Westfalen erließ für die höheren Schulen seines Amtsbereiches eine Verfügung in diesem Sinne. Bisher wurden drei Merkblätter herausgegeben, die Hinweise und Anregungen für die Unterrichts= und Erziehungstätigkeit in der Schule enthielten. Aus den Berichten aller Kreiswalter geht hervor, daß die Erzieherschaft im Gau Westfalen=Nord durchweg für die neue Aufgabe aufgeschlossen ist und mit Begeisterung daran arbeitet. Gleich nach den Osterferien setzte die wehrerzieherische Arbeit in vollem Umfange ein. Im April fanden vier Großkundgebungen des„RSLB statt, und zwar am 9. in Münster, am 16. in Recklinghausen, am 18. in Gelsenkirchen und am 25. in Bielefeld. Alle vier Großkundgebungen wurden durch den stellvertretenden Gauwalter, Pg. Harnacke, eröffnet. Regierungsregelt. Die Erfassung wird danach von den polizeilichen Meldebehörden durchgeführt. Der Reichsinnenminister bestimmt, welche Geburtsjahrgänge der weiblichen Jugend zur Erfüllung der Reichsarbeitsdienstpflicht herangezogen werden. Als Grundlage für die Ersassung werden das Reichsarbeilsdienst=Pflichtstammblatt und die Reichsarbeitsdienst=Pflichtstammrolle angelegt und lausend geführt. Für ledige weibliche Personen, die sich vor Einberufung ihres Geburtsjahrganges für den Reichsarbeitsdienst melden, erfolgt die Erfassung in der gleichen Weise. Die Dienstpflichtigen müssen auf Anordnung der polizeilichen Meldebehörde oder auf Grund des öffentlichen Aufrufs persönlich zur Erfassung erscheinen. Nach Empfang der Erfassungsbescheinigung müssen sie jeden Wohnungswechsel und die Eheschließung dem zuständigen Reichsarbeitsdienstmeldeamt mitteilen. 9,82 Millionen RM ausgezahlt Auszahlungen für Todesfälle durch öffentliche Lebensversicherungsanstalten Münster, 4. Juli. Die im Verband öffentlicher Lebensversicherungsanstalten in Deutschland zusammengeschlossenen Anstalten, zu denen auch die Provinzial=Lebensversicherungsanstalt von Westfalen gehört, zahlten im ersten Vierteljahr 1940.28 Millionen RM.(.49 Millionen RM. im ersten Vierteljahr 1939) Versicherungssumme aus. Dazu traten 4,54 Millionen RM.(3,09 Millionen RM. im Vorjahr), die infolge Ablaufs fällig waren. In der Zeit von 1924 bis 31. März 1940 wurden insgesamt über 185 Millionen RM. durch Todesfälle und etwa 37 Millionen RM. durch Abläufe zahlbar. Für unsere Verwundeten Minden. Deutsche Männer und Frauen und die deutsche Jugend arbeiten Hand in Hand, um unseren Verwundeten Freude zu bereiten. Besonders rührend ist der Einsatz unserer Schuljugend für die Verwundeten. So hat die Schule Meißen, Kreis Minden, einen Zentner und 60 Pfund Erdbeeren für ie gepflückt. Und die Schule Neesen, Kreis Minden, hat dieses Ergebnis mit 2 Zentnern und 40 Pfund und 9 Kilo Johannisbeeren noch übertroffen. Postkarte 24 Jahre unterwegs Hannover. Der Hannoveraner Walter Rudolph geriet im Februar 1916 in französische Gefangenschaft und wurde in ein Lager nach Algier gebracht. Zwei Briefe und zwei Postkarten durften die Gefangenen im Monat nach Hause schicken. Der Gefreite Rudolph versäumte diese Gelegenheit nie, um seiner Frau in Hannover laufend Nachricht zu geben. Durchweg sind die Sendungen auch angekommen. Am 25. April 1916 schrieb Rudolph eine Postkarte an seine Frau als Gruß zu ihrem 8. Hochzeitstage. Diese Karte ist damals nicht übergekommen, sie ist irgendwie verloren gegangen, bis sie jetzt von einem deutschen Soldaten, dem Gefreiten E.., irgendwo in der Gegend der Loire gefunden und an Frau Rudolph in Hannover abgesandt ist. Am 1. Juli 1940 traf die Karte mit einem Begleitschreiben des Gefreiten E. M. in Hannover ein, nachdem sie 24 Jahre unterwegs gewesen war. Du foast nicht i Waldr rauchen! Jeder hat das Recht, Raucher im Walde festzunehmen Moor, durch die unübersehbare Werte deutschen Volksvermögens vernichtet wurden, waren in der Regel darmm auf zurückzuführen, daß Spaziergänger und Ausflügler Deine kleine Spende für das Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz erfüllt morgen schon ihren Zweck und hilft Deinem verwundeten Bruder seine Gesundheit wiederzuerlangen. direktor Elbertshagen, Münster, überbrachte in Münster, Recklinghausen und Gelsenkirchen die Grüße des Regierungspräsidenten. Major Dr. Goebel vom Wehrkreiskommando VI behandelte in einem weitgreifenden, tiefgründigen Vortrag das Thema„Wehrgeist und Schule“. Seine treffenden Ausführungen wurden mit großem Beifall und lebhaftem Interesse aufgenommen. Weiter sprach Gausachbearbeiter für die wehrgeistige Erziehung der Schuljugend, Pg. Weinrich, Münster, über das Thema„Wehrerziehung in der Schule". Auch in Rheine, Westercappeln, Paderborn, Oelde und Coesfeld fanden solche Tagungen statt; weitere werden in den übrigen Kreisen folgen. Überall war es den Kreisleitern gelungen, den Veranstaltungen einen würdigen Rahmen zu geben. Die vollbesetzten Säle, mit der Reichskriegsflagge, der Hakenkreuzfahne, mit Blumen und frischem Grün geschmückt, gaben ihnen ein festliches Gepräge. Die zuständigen Kreisleiter, Standortältesten, Landräte, Schulräte usw. waren erschienen. Die Lokalzeitungen brachten an hervorragender Stelle Berichte über die vom RSLB durchgeführten Kundgebungen. Die Erzieherschaft aber nahm das Gebotene mit Bereitschaft auf; sie wird es nun geistig verarbeiten und in die Tat umsetzen. Erfassungsregelung für den weiblichen Acbelshtenst Im letzten Herbst hat erstmalig eine Erfassung von Jahrgängen für den weiblichen Arbeitsdienst stattgefunden. Durch eine Verordnung des Reichsinnenministers wird die Erfassung für die Zukunft neu geEs gibt Dinge, die nicht oft genug gesagt werden können. Allerdings mit dem Erfolge, daß es dann immer noch Leute gibt, denen man es dann nochmals sagen muß. Dazu gehört auch unser immer wiederholter Hinweis auf die Gefahren unvorsichtigen Umgangs mit Feuer im Walde und am Waldrande wie auch auf Moor= und Heideflächen, vor allem beim Rauchen. Alle die vielen Brände in Wald, Heide und es in sträflicher Verantwortungslosigkeit nicht lassen konnten, dort zu rauchen oder sonstwie leichtfertig mit Feuer zu hantieren. Dabei handelt es sich um die Gefährdung einer unserer wichtigsten Rohstoffquellen, die gerade während des Krieges unbedingt erhalten werden müssen. Es ist daher selbstverständlich, daß der nationalsozialistische Staat jeden, der sich frevelhaft an diesem wertvollen Gemeinschaftsgut versündigt, als Volksschädling betrachtet und mit hohen Strafen belegt. Das Strafgesetzbuch und die Verordnung zum Schutze der Wälder, Moore und Heiden gegen Brände drohen bei Zuwiderhandlungen gegen die einzelnen gesetzlichen Bestimmungen neben Geldstrafen auch empfindliche Freiheitsstrafen an. Darüber hinaus aber sei immer wieder darauf hingewiesen, daß nach§ 127 der Strafprozeßordnung jedermann befugt ist, jemanden, der— wie hier bei Verstoß gegen die zum Schutze des Waldes erlassenen Bestimmungen— auf frischer Tat betroffen oder verfolgt wird, bei Fluchtverdacht oder bei nicht sofort gegebener Möglichkeit der Namensfeststellung auch ohne richterlichen Befehl vorläufig festzunehmen. Auch die Bestimmung des§ 330c des Strafgesetzbuches ist in diesem Zusammenhange von erhöhter Bedeutung. Danach hat derjenige, der bei Unglücksfällen, gemeiner Gefahr oder Not(und dazu gehört auch selbstverständlich Brand) nicht Hilfe leistet, obwohl dies nach gesundem Volksempfinden seine Pflicht ist, insbesondere derjenige, der der polizeilichen Aufforderung nicht nachkommt, Geld= oder Freiheitsstrafen verwirkt. Diese kurzen Hinweise mögen genügen, um der Bevölkerung die zwingende Notwendigkeit aller zum Schutze der Wälder vor Brandgefahr erlassenen Vorschriften und die Berechtigung der hohen, gegen Zuwiderhandlungen angedrohten Strafen klarzumachen. So wie die polizeilichen Organe angewiesen sind, gegen solche Volksschädlinge rücksichtslos einzuschreiten, so wird auch von jedem anständigen Volksgenossen erwartet, daß er mit aller ihm zu Gebote stehenden Die Schlangen werden wieder lebendig Die Kreuzotter kommt auch in mehreren Gebieten des Münsterlandes Münster, 4. Juli. Mit der warmen Jahreszeit ist da und dort wieder die Gefahr des Schlangenbisses gegeben. Auch bei uns im Münsterland gibt es noch in manchen Gebieten die nicht ungefährliche Kreuzotter. Man findet sie namentlich an sonnigen Geröllhalden, im Moor und Moos, im Heidekraut, unter Heidelbeersträuchern und auf sonnigen Bergwiesen. Beerensammler und Leute, die berufsmäßig Wald und Wiese durchstreifen oder dort arbeiten, laufen somit am meisten Gefahr, gebissen zu werden. Ein fester Lederstiefel schützt im allgemeinen genügend vor dem Biß. Wer der strumpflosen Mode huldigt, sei beim Betreten von Wald und Wiese außerhalb der festen Wege vorsichtig. Im übrigen ist der Das ist die richtige Methode: Allmöhlich an die Sonneg wöhnen undlongsombräu nen. Müit Nivoo-Cremel Weroberunbedingtlönger in der Sonne bleiben und schneller breun werden will, broucht Niveo-Ultro-Cl mit verstörktem lichtschutz. sofort behandelte Kreuzotterbiß nicht unbedingt lebensgefährlich. An der Bißstelle sieht man nur zwei bis vier kaum erkennbare nadelstich=große Wunden. Ist man von einer Kreuzotter gebissen, so muß sofort das betreffende Glied oberhalb der Bißstelle abgebunden werden. Ein Arzt ist so rasch wie möglich aufzusuchen. Nicht zu verwechseln mit der Kreuzotter ist die Ringelnatter. Diese ist nicht giftig. Sie lebt vorwiegend vor in der Nähe von Wasser, kann schwimmen und klettern und schlängelt sich mit ihrem schlanken Leib geschmeidig durch das Gras. Die Ningelnatter hat zwei gelbliche Flecken am Kopf, die einem Ring gleichen, die aber der Kreuzotter fehlen. Der Rücken der Ringelnatter zeigt auf grauem, braunem oder grün=blauem Grunde mehrere längs des Rückens laufende Reihen schwarzer Flecken, während die Kreuzotter als sicheres Erkennungszeichen einen Zickzackstreifen dunkler Färbung auf dem Rücken trägt. Die Ringelnatter hat einen lang und spitz auslaufenden Schwanz, derjenige der Kreuzotter ist dick und kurz. Zusammenarbeit der Schoarzdbuntzuchten Hamm, 4. Juli. Die„Westfälische Herdbuchgesellschaft für die Zucht des schwarzweißen Tieflandrindes“ in Hamm und der „Rheinische Verband für Tieflandrinderzucht“ in Köln sind übereingekommen, ihren Mitgliedern den Ankauf von Zuchttieren auf den gegenseitigen Versteigerungen freizustellen. Durch dieses Abkommen wird die schon seit Jahren bestehende enge Zusammenarbeit der westfälischen und der rheinischen Schwarzbuntzucht auch nach außen hin ausdrücklich festgelegt. Versteigerung von Zuchtschweinen Minden. Der Landesverband westfälischer Schweinezüchter hält hier am Mittwoch nächster Woche eine Versteigerung von Zuchtschweinen ab, zu der 40 Eber und 5 Erstlingssauen angemeldet sind. Strenge gegen jeden vorgeht, den er bei leichtfertigem Umgang mit Feuer in Wald, Heide und Moor antrifft. Es ist seine moralische Pflicht! Jubiläum der Wittekindgedächtnisstätte Enger. Am letzten Sonnabend konnte die Wittekindgedächtnisstätte die erfreuliche Tatsache verzeichnen, den 10.000. Besucher in ihren Räumen begrüßen zu können. Dem glücklichen Besucher, einem Herrn aus Berlin=Friedrichshagen, wurde ein Buch mit entsprechender Widmung überreicht. Es zeugt von großem Interesse, daß troß des Krieges eine so hohe Besucherzahl im ersten Jahre des Bestehens der Wittekindgedächtnisstätte verzeichnet werden konnte. Im Betriebe verunglückt Blotho. An der Verladestelle des Kieswerkes Vlotho(Weser) kam es vor einigen Tagen zu einem folgenschweren Betriebsunfall. Ein Schmiedelehrling war damit beschäftigt worden, Teile eines Baggers abzuholen, die er vom oderen Schüttwerk auf das## lände der Ladestelle des Anschlußgleises warf. Dabei traf er einen Kiesarbeiter mit einem abgeworsenen Baggerteil am Kopf. Die Verletzungen waren so schwer, daß der Tod bald darauf eintrat. Der Wettlauf mit dem Unglück Herford. Ein aufregender Vorfall spielte sich auf dem Hersorder Kleinbahnhof ab. Dort hatte sich ein Triebwagen, der ohne Führer war, in Bewegung gesetzt und rollie der Unterführung an der Bünder Straße zu. Ein Beamter, der diesen Vorfall bemerkt hatte, verfolgte geistesgegenwärtig den Flüchtigen, und es gelang ihm auch, den herrenlosen Wagen einzuholen und ihn kurz vor der Unterführung zum Stillstand zu bringen. 15 Jahre Zuchthaus für einen Posträuber Höxler. Der als Postaushelfer seit Anfang April beim Postamt Höxter tätig gewesene Richard Stüber hatte vor etwa vier Wochen an die 100 Feldpostsendungen(Päckchen und Briefe) erbrochen und gestohlen. Außerdem hatie er etwa 35 andere Briese geöffnet und sich angeeignet. Er wurde in der Nacht zum 3. Juni aus dem Bett heraus verhaftet und in das Gesängnis eingeliefert. Das Sondergericht Dortmund, das in Höxter tagte, verurteilte den Angeklagten wegen Amtsverbrechen, der Unterschlagung und der Beiseiteschaffung von Urkunden und Paketen im Amte in gewinnsüchtiger Absicht, und zwar unter dem besonders erschwerenden Umstand, daß er als Volksschädling handelte, zu einer Gesamtzuchthausstrafe von 15 Jahren. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm auf die Dauer von 10 Jahren aberkannt. Damit hat ein Verbrechen seine Strafe gefunden, für das nach der Erklärung des Sondergerichts auch die Todesstrafe am Platze gewesen wäre. Beim Skatspiel vom Tode überrascht Oelde. Der aus dem benachbarten Stromberg gebürtige 72jährige Kohlenhändler Bernhard Gauchstern ant. Lakenbrinck war wieder einmal aus seinem jetzigen Wohnorte Velbert(Rhld.) nach hier gekommen, um seine alte Heimat zu besuchen, und saß in einem hiesigen Gasthofe mit noch zwei anderen Bekannten beim Skatspiel. Mitten im Spiel neigte er plötzlich seinen Kopf zur Seite und war tot. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende gesetzt. Kind aus dem Jenster gestürzt Wiedenbrück. In Mastholte fiel das zweijährige Söhnchen des Dentisten Eickmann aus dem zweiten Stockwerke des Hauses aus dem Fenster und schlug dabei mit dem Kopf auf einen im Vorgarten liegenden spitzen Stein. Das Kind erlitt einen schweren Schädelbruch, doch hofft man, ihm das Leben erhalten zu können. Die Bodenkreppe hinuntergefallen Hamm. Auf dem Hofe des Bauern Lerch in Flierich hatte der Sohn des Bauern einen schweren Sack Hafer auf die Schultern genommen und wollte damit die Bodentreppe hinabsteigen. Dabei glitt er aus und schlug mit solcher Wucht auf das Treppengeländer, daß er schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Dort stellten die Arzte einen Bruch des rechten Schlüsselbeins fest. Sparbücher aus der Wehrmacht-Wunschkonzertspende Datteln. Im Auftrage des Reichskriegerführers wurden kürzlich der Frau des Frontsoldaten Helmgens für ihre neugeborenen Zwillingstöchter Rosemarie und Irmtraud aus der Wehrmacht=Wunschkonzertspende des RS.=Reichskriegerbundes zwei Sparbücher über je 50 Mark überreicht. Köß in nordwestfälischen Lazaretten Ununterbrochen Freizeitgestaltung mit großem Erfolg Der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ ist für die Dauer des Krieges neben der kulturellen Betreuung der schaffenden Volksgenossen auch die Gestaltung der Freizeit unserer verwundeten Soldaten in den Lazaretten als Aufgabe gestellt worden. Im Gau Westfalen=Nord sind bislang schöne Erfolge zu verzeichnen gewesen. Laufend wird das Westfälische Landestheater, das seine Sommerspielzeit verlängerte, mit Lustspielen eingesetzt. Beliebt sind ebenfalls Rulfs Puppenspiele. Lieder zur Laute und Mia Bestes Lieder zum Akkordeon werden von unseren Soldaten stark gefragt. Es ist fast nicht möglich, die vielen Anforderungen Mia Bestes terminmäßig unterzubringen, ein Beweis, wie sehr sich unsere Verwundeten über ihre Darbietungen freuen. Varietéveranstaltungen schließen zur Zeit die Reihe der Veranstaltungen ab, die je nach Möglichkeit im Lazarett selbst oder in einem in der Nähe liegenden geeigneten Saal durchgeführt werden. In Bielefeld setzt sich das Stadttheater mit Tanz= und Gesangsabenden ebenfalls für die Freizeitgestaltung ein. Geplant und in Vorbereitung sind für die nächste Zeit Bastelkurse und Kulturfahrten für Genesende. Diese Kulturfahrten werden je 30 Genesende umfassen und führen in das östliche Kulturgebiet des Gaues mit den Externsteinen und in das westliche mit seinen alten westfälischen Wasserburgen. Beim Hähnchenschießen ein Kind gelötet Hamm. Auf dem Hof des Bauern Buschulte in Wambeln bei Hamm ereignete sich ein tragischer Unglücksfall, dem das dreijährige Söhnchen des Bauern zun Opfer fiel. Ein Neffe des Bauern war auf den Hof gekommen, um einige Hähnchen zu holen, die der Bauer mit einer=Millimeter=Flobertbüchse schießen wollte. Nachdem der Bauer ein Hählichen geschossen hatte, nahm der 20 Jahre alte Neffe die Waffe, um gleichfalls auf ein Tier anzulegen. Der Schuß ging jedoch nicht los, worauf der Neffe sich zu dem Bauern umdrehte, der sein Söhnchen an der Hand hielt. Plötzlich löste sich der Schuß und traf den Kleinen so schwer am Kopf, daß er sofort tot war. Pferd vom Zug überfahren Brakel. Mit welch tiefer Anhänglichkeit die Tiere um ihre Jungen besorgt sind, beweist ein bemerkenswerter Vorfall, der sich in dem Dorf Hembsen ereignet hat. Das Pferd des Bauern Husemann war nachts aus der Weide ausgebrochen, weil es nach einem Fohlen jammerte, das kurz zuvor verkauft war. Die Stute wurde auf dem Bahndamm vom Zuge überfahren und getötet. Man führt den Unfall darauf zurück, daß das Tier in seiner großen mütterlichen Sehnsucht nach dem Fohlen blindlings umhergeirrt und so auf den Bahnkörper geraten ist. Bier Mutter=Ehrenkreuze in einer Sippe. Hannover. Ein silbernes und drei goldene Ehrenkreuze konnten vom Führer einer Mutter und ihren drei Töchtern verliehen werden, die zusammen 32 Kindern das Leben schenkten. Die im 70. Lebensjahre stehende Ww. Anna Heckenrodt, Niedersachswerfen, gab acht Kindern das Leben. Ihre Tochter Auguste Dünhaupt, die in Ilfeld verheiratet ist, hat acht Kinder, eine weitere Tochter, Frau Marie Etzrodt, Niedersachswerfen, zehn Kinder, und die dritte Tochter, Frau Anna Reichardt, Ilfeld, sechs Kinder. Tödlicher Verkehrsunfall Milspe. Der hier wohnende Spediteur Schmidt begleitete seinen Fahrer auf der Lastfahrt nach Köln als Beifahrer. Als dieser zwischen Ohligs und Opladen einen auf der Autostraße haltenden beladenen Lastzug vorschriftsmäßig überholen wollte, streifte er einen Wagen. Durch den Anprall wurde Schmidt auf der Stelle getötet, der Fahrer wurde verletzt. Der Wirt ist verantwortlich für die Verdunkelung Mettmann. Eine interessante Belehrung erfuhr ein Gastwirt aus Wülfrath, der beim Mettmanner Amtsgericht gegen einen polizeilichen Strafbefehl wegen ungenügender Verdunkelung Einspruch erhoben hatte. Der mit einer Geldstrafe belegte Gastwirt wies darauf hin, daß die damals nicht verdunkelten Fenster seiner Gewalt entzogen gewesen seien, da der Raum beschlagnahmt gewesen sei. Daher komme er auch wohl für die FolDie Innere Front meldet: Gladbeck sammelte 9 Zentner Hellkräuter. 20 Gladbecker Schulen sammelten 9 Zentner Heilkräuter, die in 8 großen Kisten, 31 Säcken und 6 großen Kartons bereitstehen. Die Expedition zum Bahnhof übernahm natürlich auch die Jugend. Das ist ein beachtliches Ergebnis, das die Tatkraft der Gladbecker Schulen unterstreicht. Parlei hilft bei der Ernte. In der Ortsgruppe Elverdissen haben sich sämtliche Politischen Leiter als freiwillige Erntehelfer dem Ortsbauernführer zur Verfügung gestellt. Die Kindergruppenleiterinnen des Kreises Herford tagten. Die Ortskindergruppenleiterinnen des Kreises Herford fanden sich zu einer Ganztagsschulung im„Haus der Frau“ in Herford ein. Die Kreisfrauenschaftsleiterin und die Gaukindergruppenleiterin gaben Anregungen für die sommerliche Sportarbeit im Freien, die jetzt im Mittelpunkt der Arbeit der Kindergruppenleiterinnen steht Im großen Heilgarten der Natur. Manche Bielefelder Schule hat ihre Naturkunde=, Heimatkunde= und Singstunden für die Heilpflanzensammlung„geopfert“. Das Ergebnis der Sammlung ist nun im Kreise Bielefeld=Halle großartig: 100 kg Besenginsterkraut, 5 kg Besenginsterblüten, 500 kg Birkenblätter, 100 kg Gundelrebenkraut, 300 kg Haselnußblätter, 500 kg Heidekraut, 100 kg Heidekrautblüten, 100 kg Holunderblüten, 300 kg Huflattichblätter, 30 kg Huflattichblüten, 1000 kg Kamillenblüten, 10 kg Klatschmohnblüten, 100 kg Löwenzahnkraut, 30 kg Stiefmütterchenkraut, 5 kg Taubnesselblüten, 300 kg Zinnkraut, 7000 kg Brombeerblätter, Erdbeerblätter und Himbeerblätter und 1000 kg Hagebuttenfrüchte. Ein Zeichen, wie wacker die„Heinzelmännchen“ im Kreis Bielefeld=Halle gearbeitet haben. gen der Nichtverdunkelung nicht in Frage. Das Gericht belehrte ihn jedoch anders, indem es darauf hinwies, daß der Gastwirt ganz allein für die Verdunkelung haftbar sei und diese auch in solchen Räumen durchführen müsse, die vorübergehend nicht zum Gaststättenbetrieb gehörten. Der Wirt erkannte den Strafbefehl daher an und zog seinen Einspruch zurück. Viehmärkte Re ece e e e cece e von—6 Monaten 55—59. Essen, 3. Juli. Marktverlauf: In allen Gattungen zugeteilt. Preise: Ochsen a 46,5, Bullen a 44.5, b 40,5, Kühe a 44,5, b 40,5, c 34,5, d 25, Färsen a 45.5, Sonderkl. Kälber 68—72, andere Kälber—, b 57, e 48, Wer raucht, sollte gut rauchen*) ATIKAN 5 Erst die Übertreibung— das wahllose Paffen— kann gegen das Rauchen ernsthafte Bedenken auslösen. Wählen Sie daher gute Cigaretten, die zum bedächtiggenußvollen und somit viel bekömmlicheren Rauchen anregen. d 88, Lämmer und Hammel a1—, a2—. b1 48—51. Rest gestrichen, Schafe e 44, Schweine a 58,5, b1 58,5, b2 58,5, e 57,5, d 54,5, e 52.2, f 52,.5, Sauen g1, 58,5, Altschneider—. Eber—. Dortmund, 3. Juli. Zum heutigen Zucht= und Faselviehmarkt wurden aufgetrieben: Großvieh 287, darunter Mansen—. Ferkel 107, Läufer= und ältere Futterschweine 4, Kälber 7, Schafe—, Ziegen—. Der Handel war in guten guten Tieren mittel, beste Diere über Notiz. Preise: Kühe kosteten je nach Qualität 450— 740, Rinder kosteten 370—560, Mänsen kosteten—. Am Schweinemarkt war der Handel mittel.—6 Wochen alte Ferkel kosteten 17—21,—8 Wochen alte Ferke kosteten 22——27,—10 Wochen alte Ferkel kosteter 28—34, 10—12 Wochen alte Ferkel kosteten 35—40, Läuferschweine über—5 Monate alt kosteten—. —.-Der nächste Markt Die bunte Keike im Sport Um die Fußbaltstadtmeisterschaft Am kommenden Sonnabend, dem 6. Juli, erfahren die Spiele um die Fußball=Stadtmeisterschaft ihre weitere Fortsetzung. Es spielen auf dem 08=Platz am Drostebusch um: 18,30 Uhr: Westfalen-Jahn Münster— Post Münster 20.00 Uhr: Reichsbahn Münster— SC Münster 08. Kein Pokalspiel Preußen Münster— Schwarz=Weiß Essen Das für den kommenden Sonntag vorgesehene Spiel der zweiten Hauptrunde um den Tschammerpokal zwischen Preußen Münster und Schwarz=Weiß Essen findet nicht statt. Mit Dr. Althoff Die Studenten=Fußballelf, die am Sonntag in Braunschweig gegen die bereits namhaft gemachte Niedersachsenauswahl spielt, steht wie folgt: Dr. Geisler; von Angeren, Read; Rohr, Dr. Althoff, Hammerl: Schneider, Hack, Epp oder Erb, Lehmann und Dauda. Aufmarsch der Poominenz Jußball für das„Rose Kreuz“ In Berlin findet am Donnerstag, 4. Juli, eine sportliche Veranstaltung statt, deren Reinertrag dem Deutschen Roten Kreuz zufließt. Auf dem RRW=Platz am Gesundbrunnen steigt ein Fußballspiel zwischen einer aus prominenten Boxern bestehenden Mannschaft und einer Elf von Bühne, Presse, Film, in deren Reihen sich u. a. Staatsschauspieler Josef Sieber, Tenor Wocke vom Deutschen Opernhaus, Fritz Lafontaine, Tennismeister Roman Najuch, Kunstspringer=Europameister Schirrmeister und Fußballkritiker Werner befinden. Schwerstes Geschütz fahren die Boxer auf, die u. a. mit Adolf Heuser, Gustav Eder, Arno Kölblin, Ernst Weiß, Heinz Seidler, Richard Stegemann sowie aus dem Lager der Amateure mit Herbert Nürnberg, Aki Graaf und Schellin antreten werden. Linienrichter sind Jean Kreitz und Hans Ziglarski. Loni Seiderer gestorben In Stuttgart=Cannstatt ist im Alter von nur 47 Jahren Loni Seiderer nach langem und schwerem Krankenlager gestorben. Det Name Seiderers ist untrennbar mit dem deutschen Fußballsport und seiner früheren Hochburg Nürnberg=Fürth eng verknüpft. Aus dem 1. FC Nürnberg hervorgegangen, fand er schon früh zur Spielvereinigung Fürth. Dieser technisch hervorragende Spieler war eine der größten Stützen der Kleeblatt=Mannschaft, die im Jahre 1926 im Frankfurter Sportfeld die deutsche Meisterschaft mit einem:=Sieg über Hertha BSC gewann. Achtmal stand Seiderer in der deutschen Ländermannschaft. Später wurde er Fußballsportlehrer und betreute den FC Schweinfurt 05, die Spielvereinigung Fürth, Wacker München und zuletzt den WB Stuttgart. Der großdeutsche Fußballsport wird Loni Seiderer ein ehrendes Gedenken bewahren. Baer schlug Galento Im Roosevelt=Stadion in Jersey=City siegte in einem Ausscheidungskampf zur Weltmeisterschaft im Schwergewichtsboxen Max Baer über Tony Galento in der 8. Runde entscheidend. Aus dem Gauverordnungsbtaft Die in der Bezirksklasse Münster noch ausstehenden Spiele wurden wie folgt angesetzt: 7. Juli: Dülmen— BV Rheine: 14. Juli: Rheine 09— Dülmen. Die Aufstiegsspiele zur Gauklasse werden voraussichtlich mit dem 21. Juli beginnen. „ ale Warmen bage: Köstlichs Kaltschalen mit verschiedenen Einlagen. #: 11 Wasser, 100.130 g(.6 gehäuste Efl.) Zucher, Man bereitet die Kaltschale nach der Gebrauchsanweifung und gibt eine der angegebenen Einlagen dorn###Dr. Oetker Sosten= und Kaltschalenpuloer Rorihose.. Die Früchte oder das kompott werden hurz vor dem Rarichten in die saltschale gegeben.“s Sier Zitrone-Geschmach. ½ 1 Wasser zum Anrühren. für die Schgeetzlöste wird das Eiweist zu steifem Schnee geschlagen. Dann gibt man den Danillinfaltschale: 2 Pächchen Kirsch- oder Elnlagen: 1. 250-375g gezucherte rohe Früchte oder Kompott: 2. Schneeklösse: 1 Eiweist, 1 Pächchen Dr. Oetter Danillinzucher: 3.„Mandella“ Einlage: ½/2 Lentrahmte Frischmlich, 50 g(2 gehäufte Estl.) Zucher, 1 Dächchen Dr. Oether„Mandella“-Puddingpuloer, 4 Eg1. Wasser zum Rnrühren. Ur. SSr ntng Verener man einen puoding nach der bebrauchsanweisung, gibt ihn in eine mit kaltem Wasser ausgespulte form und ftürz Un nach dem Echalten. Mit einem Löffel slicht mon burz vor dem Ihochal Om„Dr a#n Anrichten Telichen ab und gibt sie in die Kaltschale. Bitte ausschheiben! rür die Schgeetzlöste wird das Eiweißt zu steifem Schnee geschlagen. Dann gibt man den Danillia. zucher hinzu. Der Schnee muss so fest sein, dast ein Schnitt mit einem Messer sichtbar blelbt. Illan sticht mit einem Löffel Klöste davon ab, setzt sie auf heistes, nicht mehr kochendes Wasser und lästt sie im zugedeckten Topf in etwa 5 Miguten fest werden. Man gibt sie hucz vor dem Anrichten in die Kaltschale. öe die Mondella= Einlage hereitet man einen Gudding nach de Gebe Juli 1940 Rheiner Vollsblatt Münsterländische Volkszeitung Gegründet 1878 Nummer 152 Siadi kheine J Rheiner Hausfrau! Kaufe bevorzugt Haferflocken und Graupen. Daraus lassen sich besonders gute kräftige Gerichte herstellen. Das Essen schmeckt noch einmal so gut, wenn der Tisch hübsch und ordentlich gedeckt ist und die Speisen manierlich und appetitlich angerichtet sind! J Ab 1. August Futtermittelschein für Hunde. Die bisherige Zuteilung von Futtermitteln für Hunde durch Anrechtscheine des Reichverbandes für Hundemesen hat verschiedentlich zu Schwierigkeiten gefuhrt. Der Reichsernährungsminister hat daher angeordnet, daß mit Wirkung vom 1. August 1940 die Ernährungsämter, die bereits die Futtermittelscheine bei der Ausgabe für Hunde eingeschaltet werden. 6 Entgelt für Heilkräuter. Für die abgelieferte Trockenware erhalten im Gau WestfalenNord die Sammler und Sammlerinnen ein kleines Entgelt. Dieses beträgt z. B. bei Birkenblätttern 35 Z pro Kilo, bei Brombeerblättern 35 bis 50 8, bei Erdbeerblättern 60—75 S, bei Fingerhutblättern 80—100 J, bei Heidelbeerkraut 20 S, bei Heidelbeerblättern 55—65 8, bei Gundelrebenkraut 30—40 Z, bei Haselnußblättern 20 S, bei Huflattichblättern 50—80 8, bei Holunderblüten 65 J und bei Vogelbeeren 37 J. Das Entgelt wird an die Sammelleiter ausgezahlt und kann von ihnen zu einem der gesamten Sammelgemeinschaft dienlichen Zweck verwandt werden. Auf dem Rheiner Wochenmarkt Nochmals: Das verbrauchen, was reichlich da ist! Ein Rundgang über den Wochenmarkt ist immer interessant. Während die vernünftige Käuferin, sich der Marktlage anpassend, grundsätzlich aus den in Fülle vorhandenen Erzeugnissen ihren Bedarf deckt, ist es selbstverständliches Bestreben der Verkäuferin, ihrer Stammkundin bestens zu raten, zu dienen und auch nach Möglichkeit zeitweilig knappe Erzeugnisse zukommen zu lassen.— Anders bei den bald hier bald da kaufenden Frauen. Stets auf Wanderschaft jagen sie allen Kaufgelegenheiten nach, um unter allen Umständen nur das erste und spärlich vorhandene Obst und Gemüse zu ergattern, mögen ihretwegen die reichen Mengen jahreszeitlicher Erzeugnisse verfaulen. Von der Wichtigkeit ihrer winzigen Persönlichkeit und ihren abwegigen Wünschen durchdrungen, meckern sie, gar noch wie der besseren Wissens, daß aber auch nichts, und wenn schon, dann nur für teures Geld zu haben sei. Diese, sich wie einen Pfau aufblähenden in allen Volksschichten nazutreffenden Menschen ahnen in ihrer Torheit nicht, wie sie der Schrecken aller Verkäuferinnen, der Spott aller vernünftig Denkenden und wie sie geradezu gemeingerfährlich für den reibungslosen Ablauf der Versorgung wirken. In einer Zeit, in der nach jahrelanger harter Kleinarbeit durch Erzeugungsschlacht und Marktordnung die Ernährung des ganzen Volkes sichergestellt wurde, ist es selbstverständliche Pflicht jedes Volksgenossen, seinen Bedarf freudig den gegebenen Markt= und Versorgungsverhältnissen anzupassen und Verbrauchsdisziplin zu üben. Schulbücher für kinderreiche Familien Aus unterrichtlichen und erzieherischen Gründen ist der Lehrbücheralthandel zwischen Schülern unterbunden worden. Der Schüler soll nicht nur die Unterrichtsbücher im Besitz haben, die er in der jeweiligen Klasse braucht, sondern muß für jedes Fach das gesamte Unterrichtswerk zur Verfügung halten, soweit dies seiner Klassenstufe entspricht. Das bedeutet aber nicht, daß in kinderreichen Familien jedes Kind, das die Schule besucht, im Besitz aller Lehrbücher sein muß, so daß der Vater gegebenenfalls dasselbe Buch in mehreren Stücken zu kaufen hat. Bedürftige Schüler aus kinderreichen Familien können über die Geschwisterermäßigung beim Schulgeld hinaus auch bei der Anschaffung von Schulbüchern durch Erziehungs= und Ausbildungsbeihilfen unterstützt werden. Die Schulleiter sollen nach einem Erlaß des Reichserziehungsministers gerade während des Krieges die Lage der kinderreichen Familien besonders berücksichtigen. Wabechsein vor 30 Jalsten und heute Wer über die Kunststraße von Rheine nach Neuenkirchen wandert oder fährt, der findet an der nördlichen Seite der Chausee von der Frankenburg bis zur Gemeindegrenze noch einige Gruben als Zeugen der einst dort herrschenden Kalkindustrie, die von den Landwirten der Bauerschaft WadelChausseen noch nicht in dem Maße wie heute vorhanden waren und die Landwege sich nicht immer in einem einwandfreien Zustande befanden. Bei Ueberraschung durch starken Platzregen konnte es vorkommen, daß die Ladung des gebrannten Kalkes löschte und sich auflöste. Mit der Zeit erwies Betrieb zur Gewinnung des gebrannten Kalkes in Verbindung mit einer Anlage, um auch gemahlenen Kalk herstellen zu können. Unmittelbar vor der Wirtschaft Frankenburg, die ihren Namen nach dem ersten Besitzer David Franke trägt, biegt rechts ab eine Chaussee in die Bauerschaft Wadelheim hinein, die vor mehr als 30 Jahren erbaut wurde. Der frühere Landweg war bei feuchter Witterung und im Winter bei reichlichem Schneefall wegen des kalkhaltigen, leicht„anhänglichen“ Bodens kaum zu benutzen, so daß die Fußgänger häufig ihren Weg über die angrenzenden Felder nehmen mußten. In der Nähe des Kolonates Schulte Wadelheim, unweit der Schule, floß der Randelbach, der auf einer Wiese bei der Gärtnerei Ottenhues seinen Ursprung hat, quer über den Weg, bis bei der Anlage der Chaussee auch eine Brücke gebaut wurde. Heute befinden sich die Landwege allgemein in normalem Zustande. Der Verkehr ist im Vergleich zu früher wesentlich erleichtert. Seit 27 Jahren besitzt Wadelheim an der Bahnstrecke RheineOchtrup einen Bahnhof. Durch diese Einrichtung ist es den Bewohnern ermöglicht, sowohl Rheine als auch die anderen Stationen der Bahn leicht zu erreichen. Wie fast überall auf dem Lande bleibt dem Naturfreund bei einem Gang durch die Bauerschaft die Wahrnehmung leider nicht erspart, daß in den letzten Jahren alte Wallhecken, die Nist= und Brutstätten unserer nützlichen Vögel, mehr und mehr der Ausrodung zum Opfer fallen. Allerdings ist in jüngster Zeit insofern ein Ersatz für den Verlust geschaffen, als die großen Heidestrecken an dem Damm nach der Antenkoje in fruchtbare Wiesen und Weiden umgewandelt sind, die von dichten Wallhecken eingeschlossen werden. In der während der letzten Jahrzehnte aufblühenden Textilindustrie an der linken Seite der Ems bot sich den Söhnen und Töchtern der kleinen Ackerer eine willkommene Gelegenheit, nicht nur hinreichend Arbeit, sondern auch lohnende Beschäftigung zu finden, die in nicht geringem Maße zur Entwicklung Wadelheims beigetragen hat. Neuerdings bemühen sich die Gartenbesitzer sehr, ihr Gemüse und Obst auf den Wochenmärkten in Rheine abzusetzen, um sich dadurch ein Einkommen zur Bestreitung der täglichen Ausgaben zu verschaffen. Weil der Grund und Boden zum Bau eines Hauses sich in Wadelheim bedeutend niedriger stellt als in unmittelbarer Nähe der Stadt, sind dort seit Jahren eine Reihe Wohnhäuser entstanden, die durch ihr schmuckes Aussehen der Landschaft eine schöne Abwechslung geben. Weitere Neubauten stehen noch in Aussicht. Aus dem Lager des Feindes Englische Ueberheblichkeit „The Rock“(Der Felsen) wie man Gibraltar allgemein unter den Engländern bezeichnet, bedeutet für den Briten die eine Hälfte Europas, während der Rest des Kontinentes für ihn die andere Hälfte bildet. Und Malta erscheint vor dem geistigen Auge des Engländers als eine riesengroße englische Insel, gegen die Sizilien und die ganze italienische Halbinsel in ein Nichts versinken. Nach dem glücklichen Uebeerstehen der Abenteuer in den„Follies Bergeres“ und auf Montmatre in Paris und der Ueberfahrt von Marseille fühlt sich der reisende Engländer in Malta wieder„daheim“. Er schimpft über die französische Unmoral, an der er wenige Tage früher mit Vergnügen selbst teilnahm, er erzählt mit Entrüstung von dem entsetzlichen französischen Schmutz und den verwahrlosten Häusern, obwohl er in Ost=London und zahllosen anderen englischen Städten noch weit schlimmere Elendsviertel kennt, und er weiß nur Schlechtes von den französischen Eisenbahnen zu berichten, obwohl sie weitaus bequemer sind, als die spielzeugartigen schmalen Eisenbahnwägen in England. Und schließlich bezeichnet er noch die Franzosen als eine leichtsinnige, verweiblichte Gesellschaft, obwohl er sie ganz gern als Kanonenfutter für englische Interessen verbluten sieht. (Aus Allrich„England und die fünf Erdteile". Verlag Orbis, Prag.) Durch das Anwachsen der Einwohnerzahl infolge der Ansiedlungen genügte auch die frühere einklassige Schule den räumlichen Anforderungen nicht mehr. Wir finden dort neben der Lehrerwohnung nunmehr ein mehrklassiges Schulgebäude, das den Verhältnissen der heutigen Zeit mehr Rechnung trägt, als es bei der früheren Schule der Fall war.— Die Windmühle, die vor Jahrzehnten auf der Höhe des Thieberges errichtet wurde, ist wie ihre Schwestern auf dem Stadtberg und Rodder Berg leider den Weg alles Irdischen gegangen, weil diese Art Mühlen den Wettbewerb mit dessen moderner Art nicht aushalten konnten. — Erfreulich dagegen ist es, daß die Thieberg= klause, die mehr und mehr zu verfallen drohte, vor Jahren wieder in einen würdigen Zustnad versetzt wurde. Möge dieses Wahrzeichen unseren Vorfahren, die vor mehr als 250 Jahren die Kapelle erbaut haben, bestehen bleiben bis in die fernsten Zeiten! Zu begrüßen wäre es, wenn die nähere Umgebung der Klause zu einer kleinen Grünanlage umgewandelt würde, um einen würdigen Rahmen der„Thiekluse“ zu bilden. Am Randelbach in Wadelheim(Archivfoto.) heim als Nebengewerbe betrieben wurde. Der Thieberg mit seinen Kalksteinen bot hinreichend Material für diese Tätigkeit. Der gebrannte Kalk, der damals nur zu Bauzwecken diente, wanderte nach allen Richtungen in die Umgegend. Bei dem Mangel an modernen Verkehrsmitteln wurde er mit Fuhrwerken an die Baustellen gebracht, sogar bis weit in den Kreis Ahaus hinein. Der Transport gestaltete sich um so schwieriger, als sich diese Art der Kalkgewinnung auf dem Thieberge nicht mehr als nutzbringend. Mehr und mehr ging diese Industrie zurück, bis sie vor etwa 30 Jahren völlig ruhte. Die meisten damals vorhandenen Kalkgruben sind eingeebnet und dienen heute als Weideland oder Ackerflächen. Nach dem Weltkriege eröffnete der Unternehmer Breckweg in einem ziemlich gut erhaltenen und reparierten Kalkofen des Kolonates Wewer wiederum den „Wir Marjästeren innt...“ Der 4. Leiltungskampf der deutichen Betriebe 1940-41 Mit Abschluß des 3. Leistungskampfes der deutschen Betriebe am 1. Mai 1940 verkündete der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, im Namen des Führers gleichzeitig den Beginn des 4. Leistungskampfes der deutschen Betriebe 1940/41. Der 4. Leistungskampf der deutschen Betriebe steht ganz besonders im Zeichen der Kriegswirtschaft! Inwieweit auch im Kreise Steinfurt der Leistungskampf der deutschen Betriebe bereits Fuß gefaßt hat, zeigen die nachstehenden Teilnehmerzahlen und zwar: im 1. Leistungskampfjahr beteiligten sich im hiesigen Kreisgebiet 92 Betriebe, im 2. Leistungskampfjahr waren es bereits 250 Leistungskampfteilnehmer und im 3. Leistungskampfjahr(Kriegsleistungskampfihar) ist die Teilnehmerzahl auf 435 Betriebe gestiegen. Nunmehr darf es aber auch für die noch übrigen Betriebe im Kreise Steinfurt kein Zögern mehr geben, sich diesem edlen Wettsterit anzuschließen. Der Leistungskampfgedanke der deutschen Betriebe muß alle Betriebe des Kreises Steinfurt erfüllen und die Kreiswaltung der DAF, Rheine, Poststraße 26, erwartet daher innerhalb der nächsten Tage die nötigen Anmeldungen. Anmeldeformulare sind bei der Kreiswaltung der DAF zu haben. Diejenigen Betriebe, welche sich bereits am 3. Leistungskampf beteiligt haben, sind von der Abgabe einer neuen Anmeldung befreit. Nur diejenigen Betriebe, welche sich am Leistungskampf weiterhin nicht beteiligen wollen, haben eine schriftliche Begründung, aus welchem Grunde sie nicht teilnehmen, der Kreiswaltung der DAß einzusenden. Die Anmeldefrist läuft in den allernächsten Tagen ab und werden alle Betriebe aus Industrie, Handel und Handwerk, Gaststätten und Landwirtschaft um unverzügliche Abgabe der Anmeldung gebeten. Machlantschad jue unzere hausseaden Der neue 12. Versorgungszeitraum trifft eine Ernährungslage an, die um nichts schlechter ist als zu Beginn des Krieges. Während uns damals die volle Ernte 1939 zur Verfügung stand, befinden wir uns nunmehr am Ende des landwirtschaftlichen Wirtschaftsjahres und haben trotz vielfacher Erschwernisse, die sie in der vergangenen Zeit durch Witterung und Arbeitskräftemangel hervorgerufen wurden, den zahlreichen Mehrbelastungen gerecht werden können. Das ist eine gewaltige Leistung, zumal auch in der kommenden Zeit der stete und gleichmäßige Ablauf der Ernährung gewährleistet ist. Die Bestände an Brotgetreide erweisen sich so gut, daß die Reserven bislang nicht in Angriff genommen werden brauchten. Das ist aber kein Grund, nun weniger sorglich mit der Brotfrucht umzugehen oder gar Brot an Haustiere oder Schwäne und Enten auf Teichen zu ver füttern, wie man gerade jetzt zur Sommerzeit leider noch häufig beobachten kann. Jeder muß diesen Unfug zu steuern helfen. Weiter muß das Bestreben dahin gehen, Weizen, der hier nur in begrenztem Umfange wächst und Erzeugnisse daraus, zu sparen. Dagegen können die Nährmittel Grieß, Graupen und Haferflocken weit stärker herangezogen werden. Die Fleischversorgung erweist sich als nicht minder stabil, wie das auch aus den gleichgebliebenen Zuteilungssätzen hervorgeht. Der Jahreszeit entsprechend und bedingt durch die Weidezeit gelangt jetzt Schweinefleisch stärker an die Märkte, weshalb dieses anteilmäßig bevorzugte Aufnahme im Speisezettel findet. Die Eierversorgung hat in der Hauptanfallszeit es durch reichliche Zuteilung(14 Stück) in der abgelaufenen Versorgungsperiode ermöglicht, daß nunmehr auch die Einzelhaushaltungen sich einen angemessenen Vorrat für die eierarme Winterzeit unbeschadet der öffentlichen Vorratshaltung anlegen konnten. Die gute Marktlage in Speisekartoffeln läßt Besorgnis nicht überall restloser Verwendung für die Ernährung aufkommen. Hier gilt es durch bevorzugte Aufnahme im täglichen Speisezettel Verlusten vorzubeugen und alte Kartoffeln erst aufbrauchen, zumal die spärlich erscheinenden Frühkartoffeln noch nicht ausgereift nur eine Leckerei bedeuten. Die Gemüsemärkte zeigen wachsend sommerliche Beschickung, wobei gegenwärtig Salat, Möhren und große Bohnen im Vordergrund stehen. In nicht denselben Mengen kommen Erbsen, Kohlrabi, Gurken, die ersten Anfangslieferungen von Frühkohl und hin und wieder etwas Blumenkohl herein. Sommerrettiche, Radieschen und Eiszapfen dienen dem Brotbelag. Die Obstmärkte haben sich mit Kirschen und Erdbeeren auf einen Frischverzehr eingestellt. Die ersten Johannisbeeren lassen bald größer werdende Anlieferungen erwarten und erinnern, wie auch die grünen Stachelbeeren daran, Vorsorge für die häusliche Vorratshaltung zu treffen. „Der Verwändele hnl Glatgruppe K Angewandte Willenichaft auf der Erkennungsmarke Auf den Erkennungsmarken unserer Soldaten findet sich neuerdings eine besondere „Eintragung“: es wird die durch eine Blutuntersuchung festgestellte Blutgruppe vermerkt, zu der der Träger der Marke gehört. Das ist eine außerordentlich wichtige Neuerung, die in diesem Kriege so manchem unserer tapferen Kämpfer das Leben retten wird und mit der wir uns deshalb etwas eingehender beschäftigen wollen. Ein Soldat ist im Kampfe verwundet worden und hat hierbei so starken Blutverlust erlitten, daß sein Leben gefährdet ist. In solchen Fällen und in vielen anderen hilft die Brutudertragung von einem„Blutspender“ auf den Verwundeten. Dieser oft genug lebensrettende Eingriff, der ja auch schon in Friedenszeiten in zahllosen Fällen durchgeführt wurde, ist an sich sehr alt, denn er wurde schon im Altertum sehr häufig angewandt, wenn auch naturgemäß mit sehr wechselnden Erfolgen, da man damals ganz beliebiges Menschenblut oder gar Tierblut dazu benutzte. Die Uebertragung von Tierblut wurde später aus einem recht seltsamen Grunde fallen gelassen: man fürchtete nämlich, daß dabei Tiereigenschaften auf die Menschen übergehen könnten! Aber auch dei Verwendung von Menschenblut blieb diese Methode für die damit Behandelten äußerst gefährlich: noch in den Jahren um 1870 zeigen uns die Statistiken, daß 50 Prozent der Fälle von Blutübertragung tödlich ausgingen. Das war auch gar nicht anders möglich, solange man die„Blutgruppen“ nicht kannte. Erst der modernen Blutgruppenforschung gelang es, die Gefahren der Blutübertragung so stark herabzusetzen, daß sie heute mit mehr als 99 Prozent Sicherheit durchgeführt werden kann. Was sind eigentlich Blutgruppen? Um diese außerordentliche Verbesserung in den Methoden der Blutübertragung verstehen zu können, müssen wir uns mit den heute so oft genannten Blutgruppen ein wenig näher beschäftigen. Unser Blut besteht bekanntlich aus der Blutflüssigkeit und den darin gleichmäßig verteilten „Blutkörperchen“. Bringt man nun das Blut zweier Menschen zusammen, so kommt es in manchen Fällen zu einer Zusammenballung der Blutkörperchen, in anderen dagegen bleiben die Blutkörperchen gleichmäßig in der Blutflüssigkeit verteilt. Diese Tatsache hat in früheren Zeiten zahllosen Menschen das Leben gekostet, da die erwähnte Zusammenballung der Blutkörperchen bei den Blutübertragungen sehr häufig eintrit— was stets zum Tode des unglücklichen Patienten führte. Die Ursache dafür ist die Verschiedenheit der Blutgruppen, von deren Existenz man damals noch nichts wußte. Erst die moderne Wissenschaft hat entdeckt, daß in den Blutkörperchen zwei Stoffe vorkommen, nach deren Vorhandensein oder Fehlen man alle Menschen in vier Klassen— eben die Blutgruppen— inteilen kann. Die Gruppen nennt man AB. A. B und O. Die Gruppe AB enthält in ihren Blutkörperchen die beiden Stoffe A und B, die Gruppe A nur den Stoff A, die Gruppe B nur den Stoff B und die Gruppe O keinen von beiden. Diese Substanzen allein bewirken bei einer Blutübertragung noch keine Schädigung; die Zusammenballung kommt erst zustande, wenn die Blutkörperchen mit bestimmten Stoffen der Blutflüssigkeit zusammenkommen, deren es ebenfalls zwei, die sogenannten Agglutinine gibt. Den einen bezeichnet man als Anti gleich A(d. h. ein Stoff, der mit dem Blutkörperchen A zusammen die Zusammenballung bewirkt) und den anderen als Anti gleich B. Es ist selbstverständlich, daß ein Mensch der Gruppe A in seiner Blutflüssigkeit nicht den Stoff Anti gleich A besitzt, da ja sonst sein eigenes Blut geschädigt würde, ebenso ist es sinngemäß bei den übrigen Blutgruppen. Bringt man nun das Blut der Gruppe A mit Blut der Gruppe B zusammen, so treffen sich Blutkörperchen A und Anti gleich A: das aber bedeutet bei einer Blutübertragung die Katastrophe. Man darf also niemals das Blut von Menschen der Gruppe A in Menschen der Gruppe B übertragen und umgekehrt; dagegen ist es nach dem Gesagten verständlich, daß eine Uebertragung von Blut zweier Meenschen der gleichen Blutgruppe keine Schädigung zur Folge haben kann. Die vielseitige Blutübertragung Mit zunehmender Sicherheit der Blutgruppenbestimmung und damit der Blutübertragung ist in letzter Zeit auch ihre Anwendungsmöglichkeit wesentlich erweitert worden. Sie dient jetzt nicht nur dem Blutersatz bei schweren Blutverlusten und Anregung der blutbildenden Organe, sondern leistet auch bei Störungen des Gerinnungsvermögens des Blutes und bei krankhafter Durchlässigkeit der Adern wertvollste Dienste. Daneben hilft sie auch bei Kohleoxydvergiftungen, bei Krankheiten wie Typhus und Blutvergiftung, und schließlich wird sie von den Chirurgen zur Vorbereitung und Nachbehandlung der Operationen erfolgreich benutzt. Jetzt im Kriege ist natürlich der Bedarf an blutspendenden Menschen erheblich gewachsen. An solche „Blutspender“ werden mannigfache Anforderungen gestellt, sie müssen nicht nur der entsprechenden Blutgruppe angehören, sondern auch völlig gesundes Blut haben, da sonst Krankheiten mit übertragen werden, außerdem dürfen sie sich nur in gewissen Abständen zur Blutentnahme melden. In einigen Ländern sind in letzter Zeit besondere Blutspenderorganisationen gegründet worden, die dafür sorgen, daß in dringenden Fällen stets geeignete Spender zur Verfügung stehen; solche „Blutspendervereine“ gibt es in Deutschland z. B. in Frankfurt und Berlin. Diese„Organisation faßt eine große Anzahl von Personen zusammen, die gegen eine einheitlich festgeesetzte Gebühr ihr Blut zur Verfügung stellen; den Mitglievern wird ein„Spenderpaß“ mit Lichtbild ausgestellt, in dem alle nötigen Angaben über Blutgruppe, laufende ärztliche Kontrolle und letzte Blutentnahme verzeichnet sind. Die außerordentliche Bedeutung dieser Fragen geht aus der Tatsache hervor, daß der Reichsinnenminister kürzlich„Richtlinien für die Regelung des Blutspenderwesens“ erlassen hat, die auf Grund der Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachgelehrten aufgestellt worden sind und nun die notwendigen Mindestforderungen für die Aufstellung der Spender und die Bestimmung der Blutgruppen enthalten. Diese Richtlinien haben alle hier in Betracht kommenden Fragen einheitlich geregelt und damit die Gewähr dafür gegeben, daß die so wichtige und oft genug lebensrettende Methode der Blutübertragung gerade jetzt im Kriege in größtem Ausmaße und mit besten Erfolgen angewandt werden kann. Salz ersetzt Blut. Nun wird es gerade im Kriege in manchen Fällen— etwa in vorderster Front— praktisch nicht möglich sein, mit der nötigen Schnelligkeit eine einwandfreie Uebertragung durchzuführen. Doch auch dafür hat die Wissenschaft einen Ausweg gefunden. Die größte Gefahr bei schweren Blutverlusten besteht darin, daß infolge des plötzlichen Sinkens der Blutmenge das Herz erlahmt. Es hat sich nun gezeigt, daß die Gefahr wenigstens zunächst dadurch gebannt werden kann, daß man die Adern statt mit Blut mit einer Salzlösung füllt. Mit Hilfe dieses„Blutersatzes“ sind in letzter Zeit schon viele Menschenleben gerettet worden, und diese Methode wird neben der eigentlichen Blutübertragung dazu beitragen, unseren Verwundeten rasche und wirksame Hilfe zu leisten. Menschenotal im Konserbengtas Auflehenerregender Erfolg der deutlchen Kriegschirurgie In einer Schlacht im Westen wird einer unserer tapferen Soldaten schwer verwundet. Er bleibt liegen, und als ihn ein Sanitätstrupp auffindet, haben sich seine Kleider vom Blute gerötet. Ohne eine Minute Zeit zu verlieren, wird er auf dem schnellsten Wege zum nächsten Feldlazarett gebracht. Der untersuchende Arzt stellt sofort fest, daß eine Bluttransfusion notwendig ist, um den geschwächten Körper am Leben zu erhalten. Wo aber das fremde, gesunde Menschenblut hernehmen? Jede Klinik in der Heimat hat eine Liste von Blutspendern vorliegen, die die Adressen von solchen Menschen enthalten, welche für andere den kostbaren Lebenssaft zu opfern bereit sind. Aber hier inmitten des Kriegsgetümmels? Nun, der Arzt des Feldlazaretts weiß sich zu helfen. Er läßt sich von der Schwester einige Glasampullen bringen, schon kann die Bluttransfusion vorgenommen werden, die schwere Operation glückt und nach wenigen Wochen sieht der verwundete Held seiner Genesung entgegen. Ein modernes Wunder der Heilkunde hat ihm das Leben gerettet, durch konserviertes Menschenblut ist es der Knöcherhand des Todes entrissen worden. Nach langwierigen schwierigen Forschungen, die die deeutshe Wehrmacht is weitestgehender Weise gefordert hat, ist es unsern Wissenschaftlern geglückt, menschliches Blut so zu konservieren, daß es noch nach Wochen zu Transfusionen verwendet werden kann. Heute können den Feldlazaretten Blutmengen in verschiedenen Gruppen zur Verfügung gestellt werden. Lag die Schwierigkeit des Problems bisher darin, daß das Blut des Menschen gerinnt, wenn es mit der Luft in Berührung kommt und damit für Uebertragungen unbrauchbar wird, so ist es jetzt unseren Gelehrten gelungen, in zahllosen Laboratoriumsversuchen ein chemisches Mittel zu finden, das die Blutgerinnung verhindert. Das Konservierungsverfahren nimmt auch darauf Rücksicht, daß den oft rasch errichteten und unter schwierigsten Umständen arbeitenden chirurgischen Stationen an der Front nicht die komplizierten Uebertragungsapparate zur Verfügung stehen, wie den Krankenhäusern in der Heimat. In kleinen Glasröhrchen werden die Blutmengen aufbewahrt und gehören ebenso zu den Vorratsbeständen der Feldlazarette wie Verbandsmaterial oder Urzneien. In kürzestem Zeitraum sind die Ampullen verwendungsbereit, so daß ihr lebenswichtiger Inhalt unmittelbar nach der Feststellung der Blutgruppe des Patienten dem verletzten Körper zugeführt werden kann. Mit dieser unvergleichiichen Neuerung ist der einzigartigen Fürsorge für unser Heer durch die deutsche Wissenschaft ein weiteres Ruhmesblatt angefügt worden. 1. Juli 1940 Münsterländische Volkszeitung Nummer 180 Aus Nleuenkirchen. n) Geburtstage. In voller Gesundheit können zwei Mitbürger unserer Gemeinde ihren 85. bzw. 84. Geburtstag feiern, und zwar am 1. Juli 1855 wurde Frau Christine Diekmann, Landersum 42, geren und am 3. Juli 1856 Frau Theresia Wiggers, Dorfbauerschaft 92. Unsern herzlichsten Glückwunsch! n) RLV, Gemeindegruppe Neuenkirchen. Aus dem RLB wird uns geschrieben: Nacht für Nacht nehmen in der letzten Woche feindliche Flieger ihren Kurs über unser Heimatgebiet, um im Schutze der Dunkelheit ihre Bomben planlos abzuwerfen. Wenn auch bisher unser Heimatort vor eigentlichen Angriffen verschont blieb, so ist doch hinsichtlich des Luftschutzes alle Vorsorge geboten, um im Ernstfalle gerüstet zu sein. Zu diesem Zwecke hatte der Gemeindegruppenleiter Pagel die Hauswarte und Blockleiter des Luftschutzbundes zu einer wichtigen Besprechung eingeladen. Hier wurden die in den letzten Wochen und Monaten gemachten Erfahrungen ausgetauscht. Höchstes Gebot ist die ordnungsmäßige Verdunkelung. Auf keinen Fall darf Licht gemacht werden, wenn nicht vorher verdunkelt ist. Es hat sich herausgestellt, daß der Feind jedes auftauchende Licht sofort anfliegt und mit Bomben oder ME=Feuer belegt. Im Falle einer Fliegergefahr ist auf dem schnellsten Wege der Luftschutzkeller aufzusuchen. Auch ein nicht vorschriftsmäßiger Keller bietet gegen Splittergefahr weit mehr Schutz als die Wohnräume. Beim Aufsuchen der Luftschutzräume mögen sich die Volksgenossen insbesondere der kleinen Kinder und alten Leute der Nachbarschaft annehmen. In der Luftschutzgemeinschaft hilfsbereit zu sein, ist ein schönes Zeugnis echter Volksgemeinschaft. Beim Ueberfliegen oder Kreisen, feindlicher Flieger gehören alle in den Luftschutzraum, auch diejenigen, die sonst so gerne auf der Straße stehen und sich unterhalten. Sie bringen dadurch ihr Leben leichtsinnig in Gefahr. Dies gilt besonders dann, wenn die Flak in Tätigkeit tritt. Eingehend auf die Pflichten des Hauswartes erteilte dann Pg. Pagel dem Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Pg. Siesmann das Wort zu eingehenden Ausführungen, die für alle Anwesenden recht interessant und aufschlußreich waren. Hoffen wir, daß die Worte der Redner den geeigneten Platz im verantwortungsbewußten Herzen gefunden haben. Gemeinschaftshilfe der Bauernschaften Die Kreisbauernschaften im Gau Westfalen=Nord haben eine Gemeinschaftshilfe eingerichtet, um alle Reserven an Arbeitskräften heranzuziehen. Während unsere Soldaten mit der Waffe Großdeutschland schützen oder Volksgenossen auf triegswichtigen Posten in der Heimat stehen, haben es die Ortsbauernschaften übernommen, alle örtlichen Schwierigkeiten an Stockungen in der Abwicklung der Kriegserzeugungsschlacht zu beseitigen. Auf Versammlungen wird festgestellt, in welchen Betrieben Arbeitskräfte fehlen und welche Betriebe führerlos sind. Durch Gemeinschaftshilfe wird hier eingesprungen. Auch der Ortsgruppenleiter wacht darüber, daß kein Betrieb, der dringend Hilfe benötigt, ohne freiwillige Arbeitskräfte bleibt. Die handwerkliche Altershilfe Der Versicherungsschutz des Gesetzes über die Altersversorgung für das deutsche Handwerk konnte sich aus versicherungstechnischen Gründen nicht auf diejenigen Handwerker erstrecken, die für eine regelrechte Versicherung schon zu alt sind. Für diese älteren Handwerker, soweit sie würdig und bedürftig sind, hat der Gesetzgeber eine„Altershilfe" vorgesehen, die außerhalb der Versicherung liegt. Trotz des Krieges hat der Reichsstau. des Deutschen Handwerks es nun ermöglicht, oaß die ersten Auszahlungen für die Altershilfe am 1. Juli 1940 gemacht werden. Die Altershilfe wird dadurch erIn dieser Woche werden Spenden zum Briegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz leichter fließen als jemals, denn die Herzen sind von Dankbarkeit erfüllt. Der Waffenstillstand war das große und überraschende Geschenk der Front an die Heimat. Deine Spende ist der Dank an unsere Soldaten. gänzt, daß die Heime der Handwerksorgenisationen, besonders der Reichsinnungsverbände und Handwerkskammern, soweit wie möglich für Erholungsaufenthalte ausgenutzt werden. Auch hierbei bildet das Handwerk aller Zweige eine große Gemeinschaft, so daß zum Beispiel Schlosser und Tischler in einem der Heime des Bäckerhandwerks untergebracht werden können. Verantwortlicher Schriftleiter für den heimatlichen Text- u. Bildteil: Eduard Wenzel-Rheine. Heute, 17,15 Uhr, entschlief sanft und gottergeben nach kurzer, schwerer Krankheit, mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, der Rentner Verihurd=Tgders Er starb wohlvorbereitet, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, im Alter von 72 Jahren. In tiefer Trauer Frau Anna Egbers geb. Jörgens Heinrich Brüning und Frau Martha geb. Egbers August Rehme und Frau Emmy geb. Egbers und 5 Enkelkinder. Rheine i.., Bad Rothenfelde, Spelle, Moorlage, Salzbergen, Neuenkirchen, Listrup, den 2. Juli 1940. Das feierliche Seelenamt findet statt am Freitag, dem 5. Juli 1940, morgens 8,30 Uhr, in der St.=DionysiusPfarrkirche, anschließend die Beerdigung vom Sterbehause, Salzbergener Straße Za, aus. Sollte jemand aus Versehen keine Anzeige erhalten haben, so bitten wir, diese als solche anzusehen. Tiefbewegt erhielten wir die Nachricht, daß unser herzensguter, hollnungsvoller Sohn, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Schüße Emil Peld bei einem Sturmangriff bei Barst-Marienthal am 14. Juni 1940 im Alter von 28 Jahren den Heldentod für Führer, Volk und Vaterland starb. In tieler Trauer: Ferdinand Feld und Frau Babette geb. Schubert Babetta Feld Willl Feld und Frau Else geb. Wehlmann Paul Baum und Frau Luise geb. Feld Richard Feld und Frau Aenne geb. Rose und Neffe Bruno Feld * Rheine(Elterstraße 29), im Felde, Hamm 1.., im Felde. Wer an mich glaubt, wird leben, wenn er auch gestorben ist. Mitten aus der großen Schlacht an der Aisue rief am 18. Juni 1940 unser Herr Jesus Christus, dem der Vater alles Leben anvertraut hat, unsern guten, hoftnungsvollen Sohn und lieben, unvergleichlichen Bruder Hans Wiermann zu sich in sein ewiges Reich. Er war ein treuer Sohn der kattlolischen Kirche und lebte sein Leben für die Brüder und Kameraden im weiten Volke. Nichts konnte ihm seine ungebrochene Freude am Leben rauben. In der schönsten Blüte oplerte er es für Führer, Volk und Vaterland. So gab ihm, dem 26 jäbrigen, dessen junges Leben nur Dienst war, Gott die ersehnte Vollendung. Wir beugen uns seinem unerforschlichen Vaterwillen. Die Angehörigen Familie Heinrich Niermann Rheine(Darbrockstraße 44), den 2. Juli 1940. Das feierliche Levitenamt für den Gefallenen findet statt am Samstag, dem 6. Juli 1940, 10 Uhr, in der St. Elisabeth-Parrkirche. Zwangsverkauf. Donnerstag, 4.., nachmittags 3 Uhr, werde ich in der Elterstraße 30: 1 komb. Herd, 1 Ofen, 1 Kleiderschrank, 1 Leiter, 1 Nähmaschine, 1 Sofa, mehrere Kaffeefüllbehälter, 1 Kredenz, 1 Klavier, 1 Couch, 1 Partie Porzellan, 1 Partie Tischdecken, Zinkwannen, 1 Holzbottich u. a. m. öffentlich meistbietend gegen gleich bare Zahlung versteigern. Hetheier, Obergerichtsvollzieher. Wegen Trauerfall bleibt mein Geschäft am Freitag den 5. Juli Zeschlossen Heinr. Brüning, Damen u. Herenfriseur, Salzbergenerstraße 3 a. mimmmmmmmmmmmmm Nach Gottes hl. Willen wurde allzufrüh unser ältester, lieber und unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwager, Neffe und Onkel, mein innigstgeliebter Bräutigam, der * Ober-Getreite Ferdinand Ebeler aus unserer Mitte gerissen. Er starb nach einem christlich frommen Leben, am 19. Juni 1940, im blühenden Alter von 26 jahren, nach schweren Kämpfen beim Maasübergang in dem Verfolgungsgefecht bei Badonvilliers(Frankreich) getreu seinem Fahneneide für Führer, Volk und Vaterland. Die Beisetzung erfolgte auf dem Friedhof in Badonvilliers. Die Seele des lieben Verstorbenen empfehlen wir dem Gebete der Cläubigen und dem Priester am Altare. In tiefem Schmerz: Josef Bolhaar Heinrich Wallraven Josef Thell Anny Dorsbach als Braut Ferdinand Ebeler u. Frau losefine, geb. Roters Maria Bolhaar, geb. Ebeler Hedwig Wallraven, geb. Ebeler Fine Ebeler Elisabeth Tholl, geb. Ebeler Paula Ebeler Antonlus Ebeler Rheine, Overdinkel Holl., Sennelager, Köln, Neuenkirchen, Schwerin. In der Bannewiese 25 Das feierliche Leviten-Seelenamt findet statt am Samstag, dem 6. Juli 1940, morgens.30 Uhr in der St. Dionysius-Pfarrkirche. Für Führer, Volk und Vaterland liel in Treue und Pflichterfüllung in den Kämpfen an der Maginot-Linie am 14. Juni 1940 unser lieber Arbeitskamerad Emil Feld Schütze In einem Inf. Reg. Wir verlieren in ihm einen fleißigen Mitarbeiter, eine gute Kraft und einen treuen Kameraden, der in der Gelolgschalt wegen seines freundlichen Wesens allgemein beliebt war. Wir werden seiner stets ehrend gedenken. Betriebsführerin und Gefolgschaft der Firma Louis Beil Rheine, den 1, Juli 1940. Am 15. Juni 1940 starb den Heldentod an der Westfront unser Berufskamerad, der Weber Heinrich Lünnemann Gefreiter In einem Schützen-Reg. Er fiel in freuer Pflichterfüllung im Kampf für Führer, Volk und Vaterland. Wir verlieren in ihm einen braven, jung. Arbeitskameraden, den wir nicht vergessen werden. Neuenkirchen, den 2. Juli 1940 Betriebsführer und Gefolgschaft der Firma I. Hecking. Trauer-Drucklachen nsiert H.& J. Altmeppen Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen meinen innigstgeliebten Mann, unsern guten Sohn und Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Ostendorf Gefr. in einem Inf. Regt. zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Er starb den Heldentod für Fürer, Volk und Vaterland in Frankreich am 9. Juni 1940 getreu seinem Fahneneide im Alter von 24 Jahren. Um stille Teilnahme und ein andächtiges Gebet für ihn bitten: in tieler Trauer: Josefa Ostendort, geb. Korse Familie Heinrich Ostendort. Rheine und Köln, den 1. Juli 1940. Das Seelenamt findet statt am Freitag, 5. Juli 1940, morgens 8½ Uhr in der St. Antonius-Basilika, wozu freundlichst eingeladen wird. + Das Sechswochen-Seelenamt für den verstorbenen Schreinermeister Ignatz Teepe findet statt am Samstag, dem 6. Juli morgens 8 Uhr in der St. Dionysius-Pfarrkirche. Nach Gottes unerforschlichem Ratschlusse starb am 15. Juni 1940 im Alter von 24 Jahren den Opfertod für Führer, Volk und Vaterland, mein lieber Mann, unser lieber jüngster Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Getreiter in einem Schützen-Reuiment homrien-Lankemann Er starb wohlvorbereitet durch einen christlich-frommen Lebenswandel, im festen Vertrauen auf seinen Erlöser. Um stille Teilnahme und ein andächtiges Gebet für die Seelenruhe des teuren Getallenen bitten: Die trauernden Angehörigen: Neuenkirchen, Emsdetten, Rheine Nordhorn, im Felde den 3. Juni 1940. Das feierliche Seelenamt für den lieben Verstorbenen findet statt am Samstag, dem 6. Juli, morgens-Uhr in der Pfarrkirche zu Neuenkirchen. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Anzeige erhalten haben, so bitten wir, diese als solche anzusehen. Leimerung Samstag, dem 6. Juli ist die fällige Landmiete für von Bassesche Grundstücke in der üblichen Weise zu zahlen. Hebung nachmittags 14½— 18 Uhr. 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Findelkind der Gebirgssäger Ein Säugling fliegt nach Deutschland— Der kleine Norweger im Sanilätsflugzeug „ Um ein Dorf im Norden Norwegens entspann sich ein eroinerter. Kampf. Der Gegner hatte es verhältleicht, die Ortschaft zu verteidigen, denn weit auseinandergestreckt liegen die einzelnen Häuser und Gehöfte. Nach heißem Ringen haben es unsere tapfesri cae Seiges geben....d Legner weicht hars in Jato genen die deutschen Truppen daran, das iun suchen Einzelgängern Die Suche ist vorbei, schon hat sich die Truppe am bezeichneten Sammelplatz formiert, da kommt noch ein Gebirgsjäger in atemlosem Lauf angerannt. Was hat er denn da für ein merkwürdiges Bündel am Arm? Na, wie haben seine Kameraden gegrinst, als es sich als ein Säugling entpuppte, der mit erstaunten Augen zum norwegischen Himmel hinaufsah. Ein bärtiger Krieger, dem man noch die Spuren des eben überstandenen Kampfes ansieht, der behutsam wie eine Meißener Porzellanfigur ein kleines, neun Monate altes Kind in den Armen hält— dieses Bild läßt selbst die Vorgesetzten nicht ernst bleiben. Ganz allein und hilflos war der Säugling in einem verlassenen Haus gelegen, in dem weit und breit kein Mensch zu sehen war, meldet der Soldat. Und da man so ein armes Menschenkindlein doch schließlich nicht verhungern lassen kann, hat er es kurz entschlossen auf den Arm gepackt. Weiter geht der Vormarsch, und unser weichherziger Gebirgsjäger trägt statt des Gewehrs den Säugling. Be: der Verfolgung des Feindes nimmt sich aber auf die Dauer so ein seltsamer Tausch schlecht aus! Also wohin mit dem kleinen Norweger? Nach drei Stunden anstrengenden Marsches erreicht die Truppe ein Feldlazarett. Hier wird das Menschlein einer Schwester übergeben, und dann geht es unaufhaltsam weiter. Da liegt also nun das Findelkind in einem blütensauberen Bett inmitten der Verwundeten. Der leitende Arzt des Lazaretts setzt alle Hebel in Bewegung, um die Herkunft des Kindes zu erforschen. Die Schwestern bemühen sich mit rührender Hingabe um den unerwarteten Pflegebedürftigen, und auch die Aerzte wersen manchen liebkosenden Blick auf den kleinen strampelnden Körper. Schließlich ergeben die Erkundigungen, daß der Vater des Säuglings als Soldat gefallen ist, während die Mutter geflohen und unauffindbar ist. Gewiß, so ein krähendes Baby ist eine willkommene Zielscheibe für alle mütterlichen und väterlichen Gefühle, die sich auch oder gerade im Kriege weitab von der Heimat regen. Das harte Gebot des Feldzuges aber erheischt auch andere Aufgaben. Nach einigen Wochen kommt der leitende Arzt des Lazaretts auf die rettende Idee: Wieder einmal startet ein Sanitätsflugzeug nach Deutschland, um Verwundete nach der Heimat zu verbringen. Unter der schützenden Begleitung eines Feldgrauen wird der Säugling im Innern der Maschine untergebracht, und schon erhebt sich das Flugzeug in die Lüfte. Einige Stunden später landet es auf einem deutschen Flughafen und hier wird es von der Gattin des Chefarztes in Empfang genommen. So erfährt jetzt der kleine, neun Monate alte Norweger die Fürsorge einer deutschen Frau, bis es gelungen ist, seine Mutter oder andere Verwandte ausfindig zu achen. Kleine Merkwürdigkeiten Walfischjagd mit Elektrizität Bisher hat man Walfische mit Granatharpunen erlegt. Nunmehr wird dieses Verfahren mehr und mehr durch den Gebrauch von Elektrizität ersetzt. Während der Kampf bei der Walfischjagd mit Granatharpunen oft mehrere Stunden dauert, wobei bis zu sieben Harpunen in den Körper des Wals geschossen werden müssen, wird bei dem elektrischen Verfahren jede unnötige Quälerei der Tiere vermieden. Die Tiere sind sofort tot. Eine interessante Erscheinung ist es, daß elektrisch angeschossene Walfische an der Oberfläche treiben, während die mit Granatharpunen getroffenen Tiere zu sinken pflegen. Die Elektrizität wirkt bei der Walfischjagd deshalb mit so großem Erfolge, weil die Haut des Wals isoliert. Sparko, der elektrische Hund Im vorigen Jahre erregte in Newyork die Ausstellung des mechanischen Menschen Elektro, der Verbeugungen machen, rauchen und den Besuchern antworten konnte, Aufsehen. Diesmal haben die Newyorker eine neue Sensation ähnlicher Art: den Hund Sparko, der bellt, läuft, sich auf den Hinterbeinen aufchtet und mit dem Schwanze wedelt, indem er die zweisungen seines elektrischen Gehirns ausführt. sparko ist wie Elektro, von einem Ingenieur der Westinghouse=Gesellschaft geschaffen worden, der von der Existenz einer„mechanischen Psychologie" überzeugt sein soll. Er wollte dies beweisen, indem er den Besuchern vorführte, wie der Hund je nach den Personen, die zu ihm sprechen, verschieden reagiert, also Sympathien und Antipathien hat. Seltsame Sühne nach 30 Jahren Ein Mord, der vor 30 Jahren verübt worden war, fand dieser Tage seine eigenartige Sühne. Im Sommer 1910 hatte in der Gemeinde Valenzano ein damals Fünfundzwanzigjähriger seine zwei Jahre jüngere Schwester im Verlauf eines heftigen Streites um einen Erbschaftsanteil erdrosselt und den Leichnam in einen Brunnen geworfen. Das Verbrechen wurde entdeckt. Das Urteil des Strafgrichts lautete auf Jahre Zuchthaus. Nach Verbüßung der Strafe führte der Mörder ein Vagabundenleben, kehrte aber schließlich in seine Heimatgemeinde zurück, wo er sich als Knecht verdingte. Er führte sich zwar gut auf, verfiel aber dem Trunk. Als er wieder einmal in betrunkenem Zustand nach Hause kam, stolperte er und stürzte in den gleichen Brunnen, in den er vor 30 Jahren die Leiche seiner Schwester geworfen hatte. Er konnte nur mehr tot geborgen werden. Ein„Geschäft mit drei Millionen Kunden“ Als ein„Geschäft mit drei Millionen Kunden" bezeichnet ein Newyorker Journalist das amerikanische Vortragswesen. Nahezu fünf Millionen Dollar werden in Amerika alljährlich bei Vorträgen eingenommen. Die Hälfte des Vortrags„marktes“ ist in den Händen von Klubs. Mehr als 2000 Frauenvereinigungen, aber auch viele literarische, religiöse, professionelle Verbände — von den Bankiers bis zu den Glasbläsern— haben gern eine„Berühmtheit", als Redner bei ihren alljährlichen Zusammenkünften. Da gibt es Tausende von Gruppen, die sich mit Gesundheitspflege, Musik und Religion beschäftigen und die den Vortragenden gern gute Honorare bezahlen. Unter den Stars am Vortragspult findet man Eleanor Roosevelt, die Gattin des Präsidenten. Westfälische Tageszeitung Nummer 180 I F Gagune KletdSe9 G 0 S. Kildo * binuie 60 GisE C8 I. SouthVist 4u1 102 S Tiree #. Oerrdg Dönger Regpe deiss! 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November 1939) zwischen Finnland und Sowjetrußland haben die französische und die britische Regierung ihren Willen zum Ausdruck gebracht, durch Lieferung von Flugzeugmaterial und Waffen Finnland wirksame und rasche Hilfe zu bringen. Die ersten Materialsendungen begannen am 20. Dezember. Das französische Oberkommando hat sich seinerseits unverzüglich damit befaßt, die Ansicht des Marschalls Mannerheim darüber in Erfahrung zu bringen, inwieweit, abgesehen von den Materiallieferungen und der Entsendung von Freiwilligen, die der Marschall schon gewonnen hatte, französische Streitkräfte bei den Operationen eingesetzt werden könnten. Zu diesem Zweck wurde Kommandant Ganeva zu dem finnischen Generalissimus entsandt. Er reiste om 20. Dezember 1939 aus Frankreich nach Helsinki ab und kam am 20. Januar 1940 zurück. Seit dem 16. Januar arbeitete das französische Oberkommando an dem allgemeinen Plan einer bewaffneten Intervention in Finnland. Dieser Plan sah insbesondere die Landung alliierter Truppenkontingente in Petsamo vor. Gleichzeitig sollten gegebenenfalls vorsichtshalber die Häfen und Flugplätze der norwegischen Westküste in die Hand der Alliierten gebracht werden. Der Plan sah außerdem vor, daß auf Grund der einmal gewonnenen Ergebnisse die Operationen möglicherweise auf Schweden ausgedehnt und die Erzgruben von Gallivare, der wichtigen Quelle für die Erzzufuhr nach Deutschland, besetzt werden sollten. Durch diese Operation sollte gleichzeitig eine neue Verbindung über Narvik—Lulea geschaffen werden. Der Plan für die Operation bei Petsamo stimmte mit dem überein, den Marschall Mannerheim dem Kommandanten Ganeval dargelegt hatte. Bei den halbamtlichen Unterredungen mit dem britischen Oberkommando schien dieses unsere Auffassung zu teilen. Bei den interalliierten Militärbesprechungen vom 31. Januar und 1. Februar, die der Sitzung des Obersten Rates vom 5. Februar vorangingen, verwiesen die Engländer die Frage der unmittelbaren Hilfe für Finnland an die zweite Stelle. Sie zeigten sich als entschiedene Anhänger einer Unternehmung gegen die Erzgruben Nordschwedens, die wenigstens im Anfang den Uebertritt eines Teiles der beteiligten Streitkräfte nach Finnland zur Nebenerscheinung haben sollte. Man verzichtete somit praktisch auf die Unternehmung gegen Petsamo. Diese hatte nur noch sekundären bzw. Eventual=Charakter. Diese Ansicht erlangte im Obersten Rat die Mehrheit. Die Vorbereitung der skandinavischen Expedition wurde sofort in Angriff genommen und die französisch=britischen Streitkräfte standen seit den ersten Märztagen zum Transport bereit!. : Die erste Gruppe der französischen Streitkräfte(eine Alpenjägerbrigade) stand am 26. Februar zum Verlassen der Garnisonen bereit und konnte vom 1. März an jederzeit eingeschifft werden. Für den Fall eines plötzlichen Handstreiches auf Petsamo hätte eine Vorhut schon viel früher entsandt werden können. Die Leitung der in Skandinavien beabsichtigten Operationen war dem britischen Oberkommando übertragen worden. Dies konnte anscheinend nicht anders geregelt werden. Es bedarf auch der Erwähnung, daß die Teilnahme der französischen Landstreitkräfte an den nordischen Operationen gegenwärtig nur eine begrenzte sein kann. Das französische Heer ist gezwungen, sein Gros an der Nordostfront zu belassen, wo es dem Gros der deutschen Kräfte gegenübertritt. Das französische Heer ist außerdem verpflichtet, an der Alpenfront und in Nordafrika die Wache gegen Italien zu halten. Das französische Heer hat ferner eine Vorhut an der Levante. Es kann daher unter den gegenwärtigen Umständen nur beschränkte Kontingente für außerhalb dieses Bereichs liegende Kriegsschauplätze zur Verfügung stellen. In der Luft kann Frankreich angesichts der gegenwärtigen Lage der französischen Luftwaffe nur einen beschränkten Beitrag leisten. Die Eröffnung eines nordischen Kriegsschauplatzes bielet vom Standpunkt der Kriegführung aus gesehen ein hervorragendes Interesse. Abgesehen von den moralischen Vorteilen wird die Blockade umfassender, vor allem aber ist es die Sperrung des Erztransportes nach Deutschland, auf die es ankomml. In diesem Zusammenhang wäre ein Vorgehen auf dem Balkan, wenn es mit der skandinavischen Unternehmung kombiniert würde, geeignet, die wirtschaftliche Abdrosselung des Reiches zu verstärken. Deutschsand verfügte dann nur noch über einen einzigen Ausgang aus dem Blockadering, nämlich über seine Grenze mit Sowietrußland mabei zu berücksichtigen ist, daß Sowbselrußland, wöbei zu verücsichtigen ist, daß die Ausbeutung der russischen Rohstoffquellen noch langer Fristen bedarf. Auf militärischem Gebiet wäre eine Aktion auf dem Balkan? für Frankreich viel vorteilhafter als eine solche in Skandinavien: Der Kriegsschauplatz würde im großen Maßstabe erweitert, Jugoslawien, Rumänien, Griechenland und die Türkei würden uns eine Verstärkung von ungefähr 100 Divisionen zuführen?. Schweden und Norwegen würden uns nur eine schwache Unterstützung von ungefähr 10 Divisionen verschaffen. Die Truppen, die die Deutschen von der Westfront wegziehen müßten, um gegen unsere neuen Unternehmungen vorzugehen, würden sich zweifellos in den gleichen Proportionen bewegen. Die Vorteile der Eröffnung eines SkandinavienKriegsschauplatz bleiben nichtsdestoweniger, unbestreilbar. Jedoch dürfen die lechnischen Schwierigkeiten, die ein solches Unternehmen mit sich bringt, nicht verkannt werden. Auf dem Gebiet der Seekriegführung sind Operationen in der Ostsee für uns praktisch ausgeschlossen. Unsere Verbindung geht über die Nordsee von Schottland nach Norwegen. Diese Verbindungslinie ist wesentlich länger als die der Deutschen zwischen Stettin und der Südküste Schwedens. * Diese Frage bleibt natürlich mit der Haltung Italiens verknüpft. * Hierbei ist die Frage des Erdöls nicht einmal berücksichtigt. Es wäre dabei noch an die Erdölquellen Rumäniens, die man verteidigen oder zerstören könnte, und an die Transkaukasiens; denken. Unsere Verbindungslinie muß gegen die deutschen=Boote und Bombenflugzeuge verteidigt werden. Es bedarf der Erwähnung, daß die Jahreszeit, in der der Bottnische Meerbusen eisfrei ist, den Deutschen für die Landung in Finnland die größten Vorteile bietet und zwar nicht nur an der Südküste, sondern auch an der Westküste und an der Ostküste Schwedens. Die Eisenbahnen, die von Narvik und Dront heim nach Lulea führen, können nur einen geringen Verkehr bewältigen. Diese Verkehrsziffer verringert sich noch, wenn man bis nach Finnfand vorstößt, da man dann nur noch über eine Eisenbahnlinie verfügt, die ihren Ausgangspunkt in Lulea hat und den Bottnischen Meerbusen umfährt. “ D a s K l i m a F i n n l a n d s u n d i n s b e s o n d e r e L a p p lands ist außerordentlich hart. Französisch=britische Streitkräfte können dort nur eingesetzt werden, wenn sie in geeigneter Weise ausgewählt sind. Bis Ende Mai ist dazu noch eine Sonderausrüstung nötig. Französische Zug= und Tragtiere können, von den Mauleseln abgesehen, dort nicht akklimatisiert werden. Schließlich stellt der Nachschub von Lebensmitteln und insbesondere von Wein an unsere Truppen ein außerordentlich schwer zu lösendes Problem dar. Aus dem Vorhergehenden ergibt sich, daß— eine rasche, wenn auch nicht gefahrlose Landung(mögliche Einwirkung feindlicher=Boote und Flugzeuge) in Norwegen vorausgesetzt— der Einsatz unserer Streitkräfte in Finnland nur sehr langsam erfolgen könnte. Dies gilt unter dem Vorbehalt, daß die Schweden uns ihr Eisenbahnmaterial lassen. Auf dem Gebiet der Luftkriegführung erscheint eine Hilfe für Finuland durch Entsendung von Bombenflugzeugen mit großer Reichweite als die am raschesten und am leichtesten zu verwirklichende Lösung, vorausgesetzt, daß man sich wie bei einer Landung in Petsamo für die Eröffnung kriegerischer Operationen gegen Sowjetrußland entschlossen hätte. „ Eine, derartige Unterstützung erscheint als das einzige Mittel, Finnland bis zur Ankunft von Landstreitkräften zu retten. Dieses Mittel konnte jedoch nur von den Engländern angewandt werden, da unsere Luftwaffe nach nicht Bombenflugzeuge neuerer Art, die dieser Aufgabe gewachsen wären, in genügender Zahl besitzt“. Auf dem Gebiete der Jagdflugwaffe war die Hilfe für Finnland, auf die in diesem Falle besonders Wert gelegt wurde, notwendigerweise noch zögernder. Die Jagdflugzeuge müßten auf dem Seewege befördert werden; in Schweden müßten sie abmontiert und in Finnland wieder zusammengesetzt werden. Es bleibt zu berücksichtigen, daß die Landung in Petsamo unter den gegenwärtigen Voraussetzungen ganz anders zu beurteilen ist als vor zwei Monaten. Die Russen haben in dieser Gegend bedeutende Verstärkungen erhalten. Sie sind in breiter Front nach Süden über Petsamo hinaus vorgestoßen. Fliegerhorste sind eingerichtet worden. Möglicherweise ist eine Landverbindung mit Murmansk hergestellt worden. Schließlich haben die Russen die Verteidigungsküste mit Waffen gespickt und vor allem schwere Artillerie herangebracht. * Vor allem nicht Flugzeuge, die ihrer etwaigen Aufgabe in Frankreich entzogen werden konnten. Andererseits sind die Finnen gegenwärtig bestimmt außerstande, der Landung alliierter Kontingente durch eine entsprechende Landoperation entgegenzutreten, wie ursprünglich beabsichtigt war. Im Nachgange zu dem seit dem Monat Dezember durchgeführten Materialtransporten kann die Hilfe für Finnland nunmehr im Wege einer militärischen Unternehmung durch die Entsendung alliierter Truppen verwirklicht werden. Außer den französischen und polnischen Kontingenten (15000 Mann) haben die Engländer die Entsendung von—7 Divisionen in Aussicht genommen“. Die gesamte Streitkraft umfaßt somit mindestens 150000 Mann. Dieser Voranschlag, der alle britischen Truppen der neuen Auslegung in sich einschließt? kann offer einschließ., kunn offenbar zur Zeit nicht erhöht werden, wenn man die Schwierigkeiten des Transportes und die Umschlagsmöglichkeiten der norwegischen Häfen berücksichtigt. Die Ausschiffung der Truppen erfordert schon an sich bedeutende Fristen. Es handelt sich um mehrere Monate. Gegenwärtig können daher keine Beschlüsse über die Erhöhung dieser Truppenzahlen gefaßt werden. In zwei oder drei Monaten wird die Lage an der französischen Front zweifellos besser geklärt sein und wir werden daher in der Lage sein, die Unterlagen für eine glänzende Entscheidung zu liefern. * Hierzu eine streng vertrauliche Auskunft, die mir von General Ironside gegeben wurde. Der Voranschlag für die Truppenstärke geht von ihm aus: Die Zustimmung des Kriegskabinetts liegt nicht vor. * Von den gegenwärtig in Frankreich befindlichen Truppen müßte eine aktive Division weggezogen werden. Die technischen Schwierigkeiten einer alliierten Intervention dürfen nicht außer acht gelassen werden. Sie sind nicht unüberwindlich und werden gegebenenfalls aus dem Wege geräumt werden. Eigenhändige Bemerkung des Generals: Unsere skandinavischen Pläne müssen mit Entschiedenheit weiter verfolgt werden: Zur Rettung Finnlands oder doch mindestens zur Wegnahme des schwedischen Erzes und der norwegischen Häsen. Wir bringen jedoch zum Ausdruck, daß vom Standpunkt der Kriegsführung aus der Balkan und der Kaukasus, durch die man Deutschland auch des Petroleums berauben kann, weit einträglicher sind. Jedoch hält die Schlüssel des Balkans Italien in der Hand. gez. M. Gamelin. Großes Haupiquartier Büro des Chefs des Großen Generalstabes für die Landesverleidigung und Oberbefehlshabers der Landstreilkräfte Nr. 325 CAB/DN Streng geheim!“ Aufzeichnung über die Kriegführung (Endgültige Fassung unter Berücksichtigung der Außerungen der Oberbefehlshaber und des Generals Burber.) Da die Auffassungen, die in dem„Kriegsplan für 1940“ s dargelegt sind, die Grundlage unseres Vorgehens bleiben, empfiehlt es sich angesichts der Unterzeichnung des russisch=finnischen Waffenstillstandes, festzulegen, welche Operationen auf kurze Sicht unternommen werden können, um fühlhare, wenn nicht entscheidende Schläge gegen Deutschland zu führen. Zu Lande erscheint es im Augenblick sehr schwierig, außerhalb des unbesetzten Gebietes wesentliche Resultate zu erzielen. Deshalb muß Deutschland gezwungen werden, aus seiner gegenwärtigen abwartenden Haltung herauszutreten. Das erste, was nötig ist, ist eine Verscchärfung der Blockade. Mit Schreiben Nr. 280 CAB/DN vom 26. Februar 1940 an den Herrn Ministerpräsidenten gesandt. Neben den wirtschaftlichen Ergebnissen, die davon zu erwarten sind, müssen folgende Ziele angestrebt werden: 1) Es kann in Deutschlands Interesse liegen, Holland und Belgien zu schonen, denn diese ermöglichen es ihm, die Wirkungen der Blockade weitgehend zu umgehen. Es liegt also auf der Hand, daß eine strenge Kontingentierung der Einfuhr nach Holland und Belgien geeignet sein könnte, Deutschland dahin zu bringen, das kurzen Prozeß macht und in die Niederlande und Belgien einfällt, da diese ihm dann in wirtschaftlicher Hinsicht nur noch mäßigen Nutzen brächten. .„ II) Bei den skandinavischen Ländern liegen die Dinge anders. Belgien und Holland dienen Deutschland hauptsächlich als Zwischenhändler nach außen, während Schweden Deutschland einen unentbehrlichen Rohstoff liefert, nämlich das Eisen. Es muß angestrebt werden, eine solche Versorgung zu verhüten. Ein einfaches Verfahren würde darin bestehen, zu erklären, die Lieferung gewisser wesentlicher Erzeugnisse, wie z. B. des Eisens, durch neutrale Länder, die an das Reich angrenzen, bedeute einen Beistand in aller Form und würde zu Repressalien führen. Schweden würde also nur unter Blockadedrohung sein Erz an Deutschland liefern können; ebenso würde Norwegen nur noch unter dem gleichen Risiko die Durchfuhr bewirken können. Falls die beiden Länder sich fügen, so ist das Ziel erreicht; anderenfalls wäre ihr Seehandel zu sperren. Angesichts einer solchen Lage könnte es sein, daß Deutschland beschlösse, darauf zu reagieren und in Schweden mit den Waffen einzugreifen. Es müßte uns dann zur Abwehr bereit finden; zu diesem Zweck muß in Frankreich und in England eine erste Staffel von Streitkräften bereitstehen, um nach Skandinavien befördert zu werden, sei es als Gegenschlag oder auch als Präventivmaßnahme. III) Die Abschnürung der deutschen Einfuhren an russischem Hl“ aus dem Kaukasus wirft zunächst einmal die Frage einer Eröffnung von Feindseligkeiten gegen die UdSSR auf. Ferner ergibt sich dabei das Problem der Mitwirkung oder wenigstens der Zustimmung der Türkei. * Die Abschneidung der Lieferungen rumänischen Petroleums nach Deutschland läßt sich augenblicklich weder durch die Blockade noch durch militärische Lpergtionen erreichen. Wiealles, was im Orient vorgehl, kann dabei die ikalienische Hallung nicht underücksichligt bleiben. Wie dem auch sel, die Bombardierung der Petroleumanlagen von Baku und Batum aus der Luftkönnle Deutschlands Versorgung mit Treibstofsen ganz erheblich behindern. Die Operationen in der Luft ließen sich auf folgende Weise wirksam unterstützen: 1) durch Aktionen der Flotte, die auf die Stillegung des Verkehrs im Schwarzen Meer abzielten. Ihre Durchfahrt durch die Meerengen würde die ausdrückliche oder stillschweigende Zustimmung der Türken voraussetzen, und sie würden eine Basis an den Ufern des Schwarzen Meeres in Klein-Asien brauchen. 2) Durch Aktionen zu Lande, die nur durch die Türkei ausgeführt werden können, die übrigens durch gewisse Teile unserer Levante=Truppen dabei unterstützt werden könnten. An der Operation könnten sich auf Betreiben Großbritanniens auch Iran beteiligen. 10 Diese Gelände sind zurzeit Gegenstand von Erkundungen. gez. Gamelin. Ihre Vermählung geben bekannt Hans-Helmut Lotze Oblin. u. Battr.-Chef in einer Flakabtig. Margarete Lotze geb. Fuest 4. Juli 1940 Halle-Saale Münster I. W. Hornstr. 15 Zt. im Felde Das Sechswochen-Seelenamt für meine liebe Frau, unsere gute Mutter Ehefrau Johannes Hummelt 6e. K. 37/89 Zwangsversteigerung KATR Frieds geb. Sendker findet statt am Sonnabend, dem 6. Juli, morgens 8 Uhr, in der Herz-Jesu-Pfarrkirche, wozu hiermit herzlichst einladen Johannes Hummelt und Kinder Statt Karten Das lang ersehnte Töchterchen, Brisitte, ist angekommen. Dies zeigen in dankbarer Freude an Frau Gretel Bouillon geb. Schuhmann Hans Bouillon Münster(Westf.) z. Zt. Mathildenstift Münster(Westf.) den 1. Juli 1940 Nachruf Am 28. Juni 1940 verschied infolge Herzschlages in Bad Oeynhausen, wo er zur Kur weilte, der Landesobersekretär der Landesversicherungsanstalt Westfalen Otto Sprafke Der Verstorbene stand seit dem 1. Febr. 1913 im Dienste der Landesversicherungsanstalt. Ein im Weltkrieg und im Frieden bewährter Beamter und treuer Arbeitskamerad ist von uns gegangen, dem wir stets ein ehrendes Andenken bewahren werden. Münster(Westf.), den 1. Juli 1940. Der Leiter der Landesversicherungsanstalt Westfalen Kolbow Landeshauptmann In der Nacht vom 30. Juni zum 1. Juli erlöste ein sanfter Tod unsere treue Haushälterin Ffl. Theresia Book von langem, schmerzvollem Leiden. Fast 25 Jahre hat die liebe Verstorbene ihre ganze Kraft eingesetzt für das Wohl unseres Hauses. Ihre Gewissenhaftigkeit und Uneigennützigkeit, ihre Güte und Treue sichern ihr ein dankbares Gedenken. Greven, den 2. Juli 1940. Dr. Johannes Temming und Geschwister Fin Requlem findet statt am Samstag, dem 6. Juli 1940,.30 Uhr. in der Plarrkirche zu Greven. Ferienverkehr Ausgabe von Zulassungskarten In der Zeit vom 16. bis einschl. 21. Juli 1940 dürfen die von Münster(Westf.) Hbf. nach München fahrenden Züge D 370(Abfahrt.21 Uhr) und D 108(Abfahrt 19.32 Uhr) nur mit besonderen Zulassungskarten benutzt werden. Die Zulassungskarten sind zu den Fahrausweisen hinzuzulösen. Befreit von der Lösung der Zulassungskarten sind Ubergangsreisende, Reisende mit Wehrmachtfahrscheinen u. Wehrmachtfahrkarten, Inhaber von Zeitkarten(auch Netz- und Bezirkskarten) und Inhaber von Karten für Bettplätze im Schlafwagen. Reisende aus der näheren Umgebung von Münster gelten nicht als Ubergangsreisende. Zulassungskarten werden in erster Linie an Reisende mit Fahrausweisen nach Frankfurt (Main) und darüber hinaus ausgegeben. Vorverkauf vom 5. Tage vor dem Reisetag ab bei der Fahrkartenausgabe Münster (Westf.) Hbf. und beim Reisebüro M. Lückertz, Münster, Prinzipalmarkt 6. Unberechtigte Benutzung der genannten Züge ist strafbar. Nähere Auskunft an den Fahrkartenschaltern und beim Reisebüro Lückertz. Reichsbahndirektion Münster(Westf.) Im Wege der Zwangsvollstrechung soll das in Münster, Clemensstr. 36, belegene, im Grundbuch von Münster Band 268, Blatt 6920 eingetragene Grundstück nebst aufstehenden Gebäulichkeiten am 16. Juli 1940, 10 Uhr, an der Gerichtsstelle, Gerichtsstraße 2, Zimmer 24, versteigert werden. Als Eigentümer war am 16. August 1939 (dem Tage der Eintragung des Versteigerungsvermerks) der Weinhändler Fritz Lutterbeck in Münster eingetragen. Münster(Wests.), den 27. Mai 1940. Das Amtsgericht. Handelsregister Amtsgericht Münster i. W. Veränderung: 28. 6. 1940 A. 2128: Westfälische Porzellan# Glas=Niederlage. Wilh. Kösters, Münster i..: Dem Fräulein Josefa Huesmann ist Prokura erteilt. 15 Imaschinen Reparaturen sowie Ersatzund Zubehörtelle im Fachgeschäft H. Gundlage Münster Schillerstr. 9 Ruf 415 68 Kartelen H. Buschmann Drubbel 17/18 piel bein „** 67 cm und 90 cm breit wieder eingetroffen Potthoff& Scholl Warendorf Flaschen alle gangb. Sorten hauft ständig Ruf Nr. 419 96 Gustav Günther, Hafenstr. 30 gegenüber der Feuerwache. Mlle! gegen Berechtigungsscheine sofort lieferbar an Gaststätten, Bäckereien und Konditoreien. Helmuth Hosbach Eier- und Lebensmitlelgroßhdig. Münster(Westf.), Hafenwen 7 Tel. 4 02 664 15 08 nicht mehr geh zu Wer nimmt neue =Zim.=Einrichtung Ende Juli m. nach Recklinghausen? Ang. unter 1590 an die Hauptgesch. Münster. K 1 cheer Kudasrialeche8 Tel 12129## Sollde Arbeit Billigste Preise Geschäftsbücher H. Buschmann Münster I. W. 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Der Amtsleiter: Dr. Mertins 9 IV) Bei aller Berücksichtigung der Einwände, die im Laufe des letzten Kriegskomitees dagegen erhoben worden sind, besteht Interesse daran, das Minenwersen auf den Flüssen und mit den Mitteln der Luftwaffe so weit wie möglich in Angriff zu nehmen. auf diese Weise würde sich eine teilweise Lahmlegung des Binnentransportes Deutschlands erreichen lassen. Alles in allem braucht der russisch-finnische Waffenstillstand nichts an den wesentlichen Zielen zu ändern, die wir uns für 1940 setzen können; er muß uns aber dazu veranlassen, schneller und tatkräftiger zu handeln. Durch eine Kombination von Blockademaßnab und gewissen militärischen Operationen können wir nur die wirtschaftliche Abschnürung immer enger ten, sondern Deutschland auch dazu veranlassen, aus ner militärisch abwartenden Haltung herauszutreten. Die Erfahrungen von 6 Kriegsmonaten zeigen, daß die Neutralen Deutschland fürchten. Ohne ihnen auch unsererseits ebenso drohend gegenüberzutreten, müssen wir sie unsere Kraft fühlen lassen. So verstanden muß das diplomatische und das militärische Vorgehen auf den gleichen energischen Ton ubgestimmt werden. abter: Aben 95 SP: Seah Sitaft we Eme Graiie LeugLüdin, Schern Rhein Ware: 1. De G nähe Die nack schei verwe tion geg den müf Zu d tischen heiten Am Kriegsha bestehend ger, drei langte haber die Flottenei senkt wü befristet. das U würde weiter v britischen bisherige französisa Gegen 1 den franz Wie 9 folgler 2 sische Me senstillstat Genehmi sich den zlehen scheidung abkommer schen Reg Besitz zu sie weiter In de die franz Zran er #R Engl folgte,## Dampf schwere 2 Diese Um Hinter heil de Entfernun Große Das 4 Ein 1 zur See den neuest Deutsch und an d befestigung der Rüstu übungspla ding und erfolgreich Bei ei Kanal erh treffer. Beilisch uen, grtme Kue sumatise ——