KEEE S Veröffentlichungsblatt der Stadt und des Amtsgerickts Hokenlimburg Erscheint werktäalic.— Der Bezugspreis beträgt monatlich 1.80 RIIl. einschl. Botenlohn. Bestellungen jederzeit bei der Geschäftsstelle, allen Boten und Dostanstalten. Anzeigengrundpreis für die 46 mm breite Millimeterzeile 6 Pfg., ermäßigter preis laut Oreisliste 5 Ofg., im Cexttell die 90 mm breite Ullltimeterzetle 20 Pis. erei und Verlag des Gemeinnützigen, Hokenlimburg, Göringstraße 10— Jernsprecher Hohenlimburg Nr. 2233. 22417 Nr. 165 Montag, den 15. Juli 1937 68. Jahrgang Adolf Hitler proklamiert die deutsche Kunst 715 München, 18. Juli. Als in der Nacht des 6. Juni 1931 die Flammen eines riesig großen Brandes den alten Münchener Glaspalast mit unersetzlichen Werten deutschen Malerromantik zerstört hatten, entstand in Adolf Hitler schon der feste Entschluß, daß München einen großen neuen Kunsttempel erhalten müsse. Mit dem für die deutsche nstgeschichte denkwürdigen 18. Juli 1937 ist nun die unde gekommen, in der der Führer den wundervollen au, der in seiner Form ein steingefügter Hymnus der Gestaltungskraft, des Schönheitssinnes und der Kunstliebe des jungen Deutschland ist, feierlich einweihen und zugleich die„Große deutsche Kunstausstellung 1937“, die erste repräsentative Schau der bildenden Kunst im Reiche Adolf Hitlers eröffnen kann. Die Teilnahme des deutschen Volkes an dem großen kulturellen Ereignis entsprach ganz seiner weittragenden Bedeutung. Von der dritten Morgenstunde des Sonntags an strömten Zehntausende von auswärts mit Bahn, Kraftwagen und Autobussen herbei. Während sich so in der Stadt selbst ungeheures Leben und Treiben entwickelte, begann bei erfreulich aufhellendem Wetter in der 10. Vormittagsstunde die Anfahrt der Ehrengäste zum Hause der deutschen Kunst in der Prinzregentenstraße. Gegen 10 Uhr marschierten in der Prinzregentenstraße die Ehrenkompagnien und Ehrenformationen auf. Die Mitglieder der Reichsregierung, das diplomatische Korps, das Führerkorps der Bewegung und andere Ehrengäste begaben sich in das Haus der deutschen Kunst, um dort den Führer zu erwarten. Uebergabe des Hauses Kurz vor 10,30 Uhr hörte man von der Ludwigstraße er das Brausen des Jubels: der Führer kommt. Unter den längen des Präsentiermarsches schritt Adolf Hitler die Fronten der angetretenen Formationen ab. Der Führer betrat dann die Freitreppe des Hauses der deutschen Kunst, wo er vom Staatskommissar für das Haus der deutschen Kunst, Staatsminister Gauleiter Adolf Wagner, und dem Vorsitzenden des Vorstandes des„Hauses der deutschen Kunst“, August von Finckh, begrüßt wurde. Der Führer and Reichskanzler antwortete mit einer Ansprache. : Mein Minister Wagner, Herr von Finckh! Ihnen, Parteigenosse Wagner, danke ich dafür, daß Sie die Ideen und Gedanken von 4½ Jahren nicht nur in sich ufgenommen, sondern mit dem ganzen Fanatismus Ihrer Persönlichkeit geholfen haben, sie zu verwirklichen. Ihnen, Herr von Finckh, danke ich, daß Sie in so hingedungsvoller Arbeit und— ich darf wohl sagen— mit so eltener Fähigkeit es zuwege brachten, die Mittel für dieses Haus aus einem Kreise, der nicht groß war, in Form freiwilliger Spenden zusammenzubringen. Denn auch dies nuß das deutsche Volk heute wissen: Das Haus, das hier vor Ihnen steht, ist erbaut worden aus dem freien Opfersinn deutscher Volksgenossen! Vor 4½ Jahren wurde dieses Werk in der Planung und turze Zeit darauf auch im Bau begonnen. Jetzt erleben wir seine Vollendung: das größte und schönste Ausstellungsgzebäude der Kunst, das es auf der Welt zur Zeit gibt! Ich möchte aber auch den Künstlern und Arbeitern danten, die das Werk unseres großen verstorbenen Meisters zur Ausführung gebracht haben. Es ist ein stolzes Denkmal, das sie sich selbst setzten. Es wird bleiben, wenn von dielem sonst keine Erinnerung mehr auf die Nachwelt überkommen sein wird. So übergebe ich damit dieses herrliche Haus seiner Bestimmung. Nach der Uebergabe des Hauses der deutschen Kunst betritt der Führer, von der Freitreppe kommend, in Begleiuung von Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner und dem Vorsitzenden des Vorstandes des Hauses der deutschen Kunft, August von Finckh, die Ehrenhalle. Die Ehrenhalle Die Ehrenhalle bildet den Kern des Gebädes. Sie ist m Wahrheit eines der großartigsten Dokumente nationalsozialistischer Baugesinnung. Die Reinheit und Klarheit der inien und Formen wirkt überwältigend. Der dunkelrote Hauses. Das Mittekstück der Stirnseite der Ehrenhalle ist verhüllt von einem rotsamtenen Teppich, der auf weißem Grunde das schwarze Hakenkreuz trägt. Schmale goldene Streifen säumen das Tuch. Es bildet zusammen mit zwei schlanken Lorbeerbäumen den einzigen Schmuck der unvergleichkich schönen Halle. Stolz und hell und weihevoll ist dieser repräsentative Saal, ein erhebendes Wahrzeichen deutschen Gegenwartsstils. Zwischen den Säulen ist der nach beiden Seiten offen in die Ausftellungssäle, in von jetzt ab die ganze Welt das Schaffen unserer besten Künstler betrachten und beurteilen kann Schon lange vor Beginn des Festaktes ist die Ehrenhalle, in der Männer der Schutzstaffel längs der Säulen Spalier stehen, bis zum letzten Winkel besetzt. Mit den Ehrengästen des Inlandes sind die nach München gekommenen„Mitglieder des diplomatischen Korps und viele Vertreter aller Kul turstaaten der Welt anwesend. Unter den festlichen Teilnehmern bemerkt man u. a. den Stellvertreter des Führers. Reichsminister Rudolf Heß, fast sämtliche Mitglieoer der Reichsregierung, die Reichsleiter und Reichsstatthalter, die Staatssekretäre, nahezu alle Gauleiter, die höchsten 9 fiziere der Wehrmacht und bekannte Köpfe aus dem deut schen Geistes= und Wirtschaftsleben. Die Festversammlung begrüßt den Schirmherrn der deutschen Kunst ehrerbietig Dr Söd isct Chor Augsburg bringt Stabführung von Professor Otto Jochum ein Vor spfel von Verhand Strecke zum Vortung,. Knddchtia tgtichr. ten die Festgäste der weihevollen Hymne, die den Festakt Sodann tritt der Staatskommissar für das Haus de deutschen Kunst, Gauleiter Adolf Wagner, vor und verkürdet:„Zur Eröffnung der großen se der deutschen Kunst in München spricht der Führer! Der Führer spricht Nun erhebt sich der Schöpfer des Kunsttempels uid Schirmherr der deutschen Kunst, der Fühn r ir Feiche Jonder Adot ötlier un das Mon u wuer gehergegen Rede zu ergreifen, mit der er die„Große Deutsche Kunst ausstellung 1937“ eröffnet. Der Zusammenbruch und allgemeine Verfall Deutschlands war— wie wir wissen— nicht nur ein wirtschaftlicher oder politischer, sondern ein in vielleicht noch viel großerem Ausmaß kultureller gewesen. Es ist bemerkenswert, daß in dieser Zeit des allgemeinen Verfalls und Zusammenbruchs die Schlagworte und Phrasen in eben demselben Ausmaße steigend zu triumphieren begannen. Viel erfolgreicher und vor allem anhaltender als auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete war demgegenüber die durch Schlagworte und Phrasen erreichte Verwirrung der Ansichten über das Wesen der Kultur im allgemeinen und des deutschen Kulturlebens und Kulturverfalls im besonderen. Zunächst ist 1. der Kreis derer, die sich bewußt mit kulturellen Dingen befassen, natürlich nicht annähernd so groß wie die Zahl jener, die sich mit wirtschaftlichen Aufgaben beschäftigen müssen; 2. hatte sich auf diesem Gebiet mehr wie auf jedem anderen das Judentum jener Mittel und Einrichtungen bemächtigt, die die öffentliche Meinung formen und diese damit letzten Endes regieren. Angefangen von Behauptungen allgemeiner Art, wie z. B. der, daß die Kunst international sei. bis zu den Analysierungen des Kunstschaffens durch bestimmte, im Grunde genommen nichtssagende Ausdrücke, bewegte sich der fortgesetzte Versuch der Verwirrung des gesunden Menschenverstandes und Instinktes. Indem man die Kunst einerseits nur internationales Gemeinschaftserlebnis ausgab überhaupt jedes Verständnis für tore Volksverbundenh. tötete, verband man sie dafür desto mehr mit der Zeit, d. h. also: es gab nun gar keine Kunst der Völker oder besser der Rassen mehr, sondern nur jeweils die Kunst der Zeit, Nach dieser Theorie haben damit auch nicht die Griechen die griechische Kunst geformt, sondern eine bestimmte Zeu hat sie als deren Ausdruck erstehen lassen. Dasselbe gilt natürlich ebenso von der römischen, die ebenfalls dann nur zufälligerweise mit dem Emporsteigen des römischen Weltreiches zusammenfiel. Ebenso sind auch die späteren Kunstepochen der Menschheit nicht durch Araber, Deutsche, Italiener, Franzosen usw. geschaffen worden, sondern von den gleichen nur zeitbedingten Erscheinungen. Daher giot es auch heute keine deutsche, französische, japanische oder chinesische Kunst, sondern es gibt einfach eine„moderne“. Dem nach ist also die Kunst als solche nicht nur vollkommen losgelöst von volklichen Ausgängen, sondern, der Ausdruck eines bestimmten Jahrganges, der heute mit dem Wort„modern“ gekennzeichnet ist und mithin morgen natürlich unmodern, weil veraltet, sein wird. Durch eine solche Theorie wird dann allerdings die Kunst und Kunstbetäti gung endgültig gleichgesetzt dem Handwerk unserer modernen Schneidereien und Modeateliers. Und zwar nach dem Grundsatz: Jedes Jahr mal was anderes. Einmal Impressionismus, dann Expressionismus, Kubismus, vielleicht aber auch Dadaismus usw. Traurig war es aber auch zu erleben, wie durch diese Schlagwörter und Blödeleien allmählich eben doch nicht nur ein Gefühl der allgemeinen Unsicherheit in der Beurteitung küntlerischer Leistungen oder Bestrebungen, auf: kam, sondern wie dies mithalf, jene Feigheit und Angst groß zu züchten, die selbst ansonsten verständige Menschen hinderten, gegen diesen Kulturbolschewismus Stellung zu nehmen bzw. sich den niederträchtigen Propogandisten diesen kulturlosen Narreteien zu widersetzen. Daß in den Dienst der Propaganda für diese Vergiftung unsere# gesunden Kultur= und Kunstempfandens stellte, habe ich schon erwshot. Doh se er aber ferig brachte, die Ghalcht. ihrer Leser allmählich so zu verderben, daß diese teils aus Unsicherheit, teils aber auch aus Feigheit einfach nicht mehr. wagten, dieser Art von Kulturverderben entgegenzutreten, war das Entscheidende. Denn jetzt erst konnte es den geschäftstüchtigen jüdischen Kunsthändlern gelingen, die größten Schmieragen von heute auf morgen einfach als die Schöpfungen ihrer neuen und damit modernen Kunst zu offerieren, und vor allem zu taxieren, während man umgekehrt hochgeschätzte Werke kurzerhand abtat und ihre Merster als Unmoderne zur Strecke brachte. Die wahre Kunst ist und bleibt in ihren Leistungen immer eine ewige Die wahre Kunst ist und bleibt in ihren Leistungen immer eine ewige, d. h. sie unterliegt nicht dem Gesetz„der saisonmäßigen Bewertung der Leistungen eines Schneider ateliers. Ihre Würdigung verdient sie sich als eine aus dem tiefsten Wesen eines Volkes entstammende unsterbliche Ofsenbarung. Es ist aber natürlich verständlich und begreiflich, wenn gegenüber diesen Riesen, die als die wirklichen Schöpfer und Träger einer höheren menschlichen Kultur anzusehen sind, die kleineren Geister ganz zufrieden aufatmen, wenn man sie von der drückenden Ewigkeit dieser Titanen befreit und ihren Werken wenigstens jene Augenblicksbedeutung schenkt, die von der Gegenwart zugebilligt wird. Was war dabei nun natürlicher, als daß gerade diese Sorte kleiner Gegenwartskunstfabrikanten sogar noch au das eifrigste mithalf, um 1. den Glauben an die völkische Gebundenheit und de mit an die zeitliche Unwergunglichkeit eines Kunstwerkes zu beseitigen, um lo 2. dem eigenen Kunstwerke den Vergleich mit den Leistungen der Vergangenheit zu ersparen und es als daseinsberechtigt wenigstens der Gegenwart aufoktroyieren können. Genau wie in der Politik, gab es eine Verchwörung des Unzulänglichen und Mindermerrigen gegen das bessere Vergangene und das geFürchtete bessere Gegenwärtige oder auch nur geahnt bessere Zukünftige. Dabei kam diesen kläglichen Kunstschwadronen= ggen inmer wieder die Feigheit unseres sogenannten esitzenden Bürgertums zugiete und nicht minder Re Unsicherheit jener, die, weil kurz und schmerzlos reich geworven, zu ungeviloer sind, um überhaupt Kunstwerke beurteilen zu können und die gerade deshalb am meisten unter der Augst leiden, auf diesem Gebiet einen Fehlgriff zu tun und dadurch in ihrer Ungebildetheit plötzlich entlarvt zu werden. Ja, unsere Juden haben ihre bürgerlichen Pappenhei mer nur zu gut gekannt, und die mit ihnen marschierenden modernen Kunstdeuter erkannten ebenfalls nur zu schnent was da los war! Ich möchte daher an dieser Stelle heut folgende Feststellung treffen: Bis zum Machtantritt des Nationalsozialismus hat er in Deutschland eine sogenannte„moderne“ Kunst gegeben d. h. also, wie es schon im Wesen dieses Wortes liegt, fas jedes Jahr eine andere. Das nationalsozialistische Deutschland aber will wieder eine„deutsche Kunst“ und diese sol und wird, wie alle schöpferischen Werte eines Volkes, ein ewige sein. Entbehrt sie aber eines solchen Ewigkeitswertes für unser Volk, dann ist sie auch heute ohne höherer Wert. Wir Nationalsozialisten kennen nur eine Vergänglichkeit das ist die Vergänglichkeit des Volkes selbst. Ihre Ursacher sind uns bekannt. Solange aber ein Volk besteht, ist# m der Flucht der Erscheinungen der ruhende Pol. Es#i# das Seiende und Bleibende! Und damit ist auch die Ki als dieses seienden Wesens Ausdruck ein ewiges Dentmat selbst seiend und bleibend, und es gibt daher auch keinen Maßstab von gestern und heute, von modern und unmodern, sondern es gibt nur einen Maßstab von„wertlos“ oder „wertvoll" und demit von„ewia“ oder„vergänglich" und diese Ewigkeit liegt gefaßt im Leben der Völker, solange also diese selbst ewig sind, d. h. bestehen. Ich will daher, wenn ich von deutscher Kunst rede— wofür dieses Haus gebaut wurde— den Maßstab im deutschen Volke, in seinem Wesen und Leben, seinem Gefühl, seinen Empfindungen und ihre Entwicklung in seiner Entwicklung sehen. Es liegt daher in den Maßen seines Daseins auch der Maßslab für den Wert oder Unwert unseres kulturellen Lebens und damit unseres künstlerischen Schaffens. Die Art der Zusammensetzung unseres Volkstums bedingt die Vielgestaltigkeit unserer eigenen kulturellen Entwicklung, ebensowohl wie die sich daraus ergebende natürliche Verwandtschaft mit den Völkern und Kulturen der Wöiseesamistenenen in der anderen europäischen Trotzdem aber wollen wir, die wir im deutschen Volk das sich allmählich herausbildende Endresultat dieser geschichtlichen Entwicklung sehen, uns eine Kunst wünschen, die auch in ihr immer mehr der Vereinheitlichung dieses ean eigentlich heiße.— ter allen Definitionen, die in Jahrhunderten und von vielen Männern darüber aufgestellt worden sind, scheint mir jene wohl am würdigsten zu sein, die es überhaupt nicht versucht, in erster Linie eine Erklärung abzugeben als vielmehr ein Gesetz aufzustellen. Das schönste Gesetz aber, das ich mir für mein Volk auf dieser Welt als Aufgabe seines Lebens vorzustellen vermag, hat schon ein großer Deutscher einst ausgesprochen: Deutsch sein heißt klar sein! Das aber würde besagen, daß deutsch sein damit logisch und vor allem aber auch wahr sein heißt. Ein herrliches Gesetz, das allerdings auch jeden Einzelnen verpflichtet, ihm zu dienen und es damit zu erfüllen, Aus diesem Gesetz heraus finden wir dann auch einen allgemein gültigen Maßstab für das richtige, weil dem Leensgesetz unseres Volkes entsprechende Wesen unserer Kunst. Als an jenem unglücklichen 6. Juni 1931 der alte Glaspalast in Feuer und Flammen aufging, da verbrannte in ihm ein unsterblicher Schatz einer so wahrhaften deutschen Kunst. Romantiker hießen sie und waren dabei doch nur die schönsten Vertreter jenes deutschen Suchens nach der wirklichen und wahrhaftigen Art unseres Volles und nach einem aufrichtigen und anständigen Ausdruck dieses innerlich geahnten Lebensgesetzes. Denn nicht nur die gewählten Stoffe der Darstellung waren dabei für ihre Charakteristik des deutschen Wesens entscheidend, sondern ebenso sehr die klare und einfache Art der Wiedergabe dieser Empfindungen. Und es ist daher auch kein Zufall, daß gerade diese Meister dem deutschesten und damit natürlichsten Teil unseres Volkes am allernächsten standen. Welch eine Tragik also, daß gerade ihre Arbeiten verbrennen mußten, während die Erzeugnisse unserer modernen Kunstfabrikanten, die ja ohnehin als in der Zeit liegend ausgegeben werden, uns leider nur zu lange erhalten blieben. Wir wollen sie nun aber auch selbst pflegen als Dokumente des tiefsten Verfalls unseres Volkes und seiner Kultur. Dem Zwecke soll auch die Ausstellung der Verfallszeit dienen, die wir in diesen Tagen ebenfalls dem Besuch der deutschen Volksgenossen öffnen und empfehlen. Sie wird für viele eine heilsame Lehre sein. Ich war gerade nach upserem Zusammenbruch der Ueberzeugung, daß Völker, die einmal gestrauchelt sind und mii von ihrer ganzen Umwelt getreten werden, erst recht die Verpflichtung besitzen, ihren Unterdrückern gegenüber den eigenen Wert noch bewußter zu betonen und zu bekunden. Es gibt aber nun einmal kein stolzeres Dokument für das höchste Lebensrecht eines Volkes als dessen unsterbliche kulturelle Leistungen. Unter den vielen und zahlreichen Plänen, die mir im Kriege und in der Zeit nach dem Zusammenbruch vorschwebten, befand sich auch der, in München, der Stadt mit der weitaus größten künstlerischen Ausstellungstradition— angesichts des gänzlich unwürdigen Zustandes des alten sebäudes— einen neuen großen Ausstellungspalast für die deutsche Kunst zu errichten. Sie werden es nun alle verstehen, wenn mich in diesen Tagen ein wahrhaft schmerzlicher Kummer erfüllt darüber, daß es die Vorsehung nicht gestattet hat, den heutigen Tag mit dem Manne zu erleben, der mir sofort nach der Uebernahme der Macht als einer der größten deutschen Baumeister die Pläne auch für dieses Werk entworfen hat. Dieser neue Baugedanke ist, das werden Sie mir wohl alle zugeben, ein wahrhaft großer und künstlerischer Wurf. So einmalig und eigenartig ist dieses Objekt, daß es mit nichts verglichen werden kann. Es gibt keinen Bau, von dem man behaupten könnte, er sei das Vorbild, und dies hier ware die Kovie. Wie alle wahrhaft große Bauschöpt aee aes une e e ezuen een! edem in seiner Eigenart nicht nur im Gedächtnis haften. ondern es entstand in ihm ein Markmal, ja ich darf schon agen ein wahres Denkmal für diese Stadt und darüber zinaus für die deutsche Kunst. So ist hier ein Haus entstanden, würdig genug, um den höchsten Leistungen der Kunst eine Gelegenheit zu geben ich dem deutschen Volk zu zeigen. Und so sollte der Bau dieses Hauses zugleich mit einen Wendepunkt darstellen und das chaotische Baustümpern, das hinter uns lag, beenden. Ein erster Neubau, der sich würdig einreihen soll in die unsterblichen Leistungen unseres deutschen kunstgeschichtlichen Lebens. Sie werden aber nun auch verstehen, daß es nicht genügen darf, der bildenden deutschen Kunst dieses Haus zu geben, das so anständig, klar und wahrhaft ist, sodaß wir es schon mit Recht als ein neues Haus der deutschen Kunst bezeichnen dürfen, sondern daß nunmehr auch die Ausstellung selbst eine Wende bringen muß gegenüber dem erlebten, künstlerischen, bildhauerischen und malerischen Verfall Wenn ich mir nun anmaße, hier ein Urteil abzugeben. meine Auffassungen zu äußern und entsprechend diesen Erkenntnissen zu handeln, dann nehme ich zunächst das Recht hierzu in Anspruch nicht nur aus meiner Einstellung zur deutschen Kunst überhaupt, sondern vor allem auch aus meinem eigenen Beitrag, den ich für die Wiederherstellung der deutschen Kunst geleistet habe. Denn dieser heutige Staat, den ich mit meinen Kampfgefährten in einem langen und schweren Ringen gegen eine Welt von Widersa; chern erkämpft und ausgerichtet habe, hut auch der deut schen Kunst allein die großen Voraussetzungen für eine neue und starke Blüte gegeben Nicht bolschewistische Kunstmaler oder ihre literarischen Trabanten haben die c. undlagen für den Bestand einer neuen Kunst geschaffen oder auch nur den Fortbestand der Kunst in Deutschland sichergestellt, sondern wir, die wir diesen Staat ins Leben riefen und seitdem gewaltige Mittel der deutschen Kunst zur Verfügung stellen, die sie zu ihrer Existenz und zu ihrem Schaffen benötigt, und vor allem beshalb, weil wir der Kunst selbst neue große Aufgaben zujewiesen haben. „Kunstwerke“, die an sich nicht verstanden werden könten, sondern als Daseinsberechtigung erst eine schwulstige Bebrauchsanweisung benötigen, um endlich jenen Verchüchterten zu finden, der einen so dummen oder frechen Insinn geduldig aufnimmt, werden von jetzt ab den Weg um deutschen Volk nicht mehr finden! Ob jemand ein starkes Wollen“ hat oder ein„inneres Erleben", das mag r durch sein Werk und nicht durch schwatzhafte Worte beoeisen. Ueberhaupt interessiert uns alle viel weniger das ogenannte Wollen als das Können. Es muß daher ein künstler, der damit rechnet, in diesem Haus zur Ausstellung kommen oder überhaupt noch in Zukunft in Deutschland fzutreten, über ein Können verfügen. Die heutige neue Zeit arbeitet an einem neuen Menchentyp. Niemals war die Menschheit im Aussehen und n ihrer Empfindung der Antike näher als heute. Sportvett= und Kampfspiele stählen Millionen jugendlicher Körer und zeigen sie uns nun steigend, in einer Form und kerfassung, wie sie viele tausend Jahre nicht gesehen, ja kum geahnt worden sind. Ein leuchtend schöner Menschenyp wächst heran, der nach höchster Arbeitsleistung dem chönen alten Spruch huldigt: saure Wochen, aber frohe feste! Diesen Menschentyp, den wir erst im vergangenen jahre in den Olympischen Spielen in seiner strahlenden, olzen, körperlichen Kraft und Gesundheit vor der ganzen Lelt in Erscheinung treten sahen, dieser Menschentyp, meie Herren prähistorischen Kunststotterer, ist der Typ der euen Zeit, und was fabrizieren Sie? Mißgestaltete Krüpel und Kretins, Frauen, die nur abscheuerregend wirken önnen, Männer, die Tieren näher sind als Menschen, Kiner, die, wenn sie so leben würden, geradezu als Fluch sottes erfunden werden mußten! Und das wagen diese rausamsten Dilettanten unserer heutigen Mitwelt als die kunst unserer Zeit vorzustellen, d. h. als den Ausdruck desDer Künstler schafft Der Kunstler schafft nicht nur für den Kunstier, sondern r schafft genau so wie alle anderen für das Volk! Und wir berden dafür Sorge tragen, daß gerade das Volk von jetzt cb wieder zum Richter über seine Kunst aufgerufen wird. denn man sage nur ja nicht, daß etwa das Volk für eine virklich wertvolle Bereicherung seines kulturellen Lebens ein Verständnis besitze. Millionen dieses Volkes haben es instinktiv ganz sicher mpfunden, daß das Kunstgestammel dieser letzten Jahrehnte, das der ungefügten Leistung von etwa acht= bis ehnjährigen untalentierten Kindern entsprach, auch unter einen Umständen etwa als Ausdruck unserer heutigen Zeit der gar der deutschen Zukunft gewertet werden kann. Ich beiß daher auch, daß, wenn das deutsche Volk nun durch iese Räume gehen wird, es mich auch hier als seinen Spreher und Ratgeber anerkennen wird. Denn es wird feststelen, daß hier zum ersten Male seit vielen Jahrzehnten nicht der künstlerische Betrug, sondern ehrliche künstlerische Leitung ihre Würdigung erfahren hat. So wie es schon heute eine Zustimmung gibt zu unseren Bauten, so wird es auch nnerlich aufatmend sein freudiges Einverständnis ausfrücken zu dieser Reinigung der Kunst. Wir sind der Ueberzeugung, daß das deutsche Volk seiten kommenden wirklichen großen deutschen Künstlern einst vieder mit vollem und freudigem Verständnis gegenübertehen wird. Uns ist diese Ausstellung heute ein Anfang, allein, wie ch überzeugt bin, der notwendige und erfolgversprechende Anfang, um auch auf diesem Gebiet jene segensreiche Wentung herbeizuführen, wie sie uns auf so vielen Gebieten chon gelang. Denn darüber möge sich niemand täuschen: Der Nationalsozialismus hat es sich nun einmal zur Aufgaie gestellt, das Deutsche Reich und damit unser Volk und ein Leben von all jenen Einflüssen zu befreien, die für uner Dasein verderblich sind. Und wenn auch diese Säuberung nicht an einem Tag erfolgen kann, so soll sich doch keiie Erscheinung, die an dieser Verderbung teilnimmt, dariber täuschen, daß auch für sie früher oder später die Stunde der Beseitigung schlägt. Mit der Eröffnung dieser Ausstellung aber hat das Enbe der deutschen Kunstvernarrung und damit der Kulturvernichtung unseres Volkes begonnen. Wir werden von jetzt ab einen unerbittlichen Säuberungskrieg führen gegen die letzten Elemente unserer Kulturzersetzung. Sollte sich unter ihnen aber einer befinden, der doch noch glaubt, zu Höherem bestimmt zu sein, dann hatte er nun ja vier Jahre Zeit, diese Bewährung zu beweisen. Diese vier Jahre aber genügen auch uns, im zu einem endgültigen Urteil zu kommen. Nun aber werden— das will ich Ihnen hier versichern— alle, die ich gegenseitig unterstützenden und damit haltenden Clijuen von Schwätzern, Dilettanten und Kunstbetrügern ausgehoben und beseitigt. Ich kann heute zu meinen großen Freude feststellen, daß sich aber schon jetzt neben den vielen anständigen bisher teren, was die heutige Zeit gestaltet und ihr den Stempel ufprägt. Man sage mir ja nicht, daß diese Künstler das ebenso ehen. Ich habe hier unter den eingeschickten Bildern manche rbeiten beobachtet, bei denen tatsächlich angenommen weren muß, daß gewissen Menschen das Auge die Dinge aners zeigt, als sie sind. D. h. daß es wirklich Männer gibt, ie die heutigen Gestalten unseres Volkes nur als verkomjene Kretins kennen, die grundsätzlich Wiesen blau, Himzel grün. Wolken schwefelgelb usw. empfinden oder wie sie ielleicht sagen: erleben. Ich will mich nicht in einen Streit arüber einlassen, ob diese Betreffenden das nun wirklich so then, empfinden oder nicht, sondern ich möchte im Namen es deutschen Volkes es nur verbieten, das so bedauerliche inglückliche, die ersichtlich an Sehstörungen leiden, die Erebnisse ihrer Fehlbetrachtungen der Mitwelt mit Gewalt Is Wirklichkeiten aufzuschwätzen versuchen oder ihr gar als Kunst" vorsetzen wollen. Nein, hier gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entwederiese sogenannten„Künstler" sehen die Dinge wirklich so id glauben daher an das, was sie darstellen, dann wäre fur zu untersuchen, ob ihre Augenfehler entweder auf mezanische Weise oder durch Vererbung zustandegekommen ind. In einem Falle tief bedauerlich für diese Unglücklichen, n zweiten wichtig für das Reichsinnenministerum, das sich ann mit der Frage zu beschäftigen hätte, wenigstens eine heitere Vererbung derartig grauenhafter Sehstörungen zu nterbinden. Oder aber sie glauben selbst nicht an die Wirkchkeit solcher Eindrücke, sondern sie bemühen sich aus aneren Gründen; die Nation mit diesem Humbug zu belästien, dann fällt so ein Vergehen in das Gebiet der Strafechtspflege. Dieses Haus ist jedenfalls für die Arbeiten iner solchen Sorte von Nichtskönnern oder Kunstmißhandern weder gevlant noch gehaut warden. auch für das Volk orisierten und unterdrückten, aber im tiefsten Grund imer deutsch gebliebenen älteren Künstlern auch neue Meister in unserer Jugend ankündigen. Ein Gang durch diese Ausstellung wird Sie vieles finden lassen, was Sie wieder als schön und vor allem als anständig anspricht und was Sie als gut empfinden werden. Und wenn einst einmal auch auf diesem Gebiet wieder die heilige Gewissenhaftigkeit zu ihrem Rechte kommt, dann wird, daran zweifle ich nicht, der Allmächtige aus der Masse dieser anständigen Kunstschaffenden wieder einzelne emporheben zum ewigen Sternenhimmel der unvergängtihen. gottbegnadeten Künstler großer Denn wir glauben nicht, daß mit den großen Männern vergangener Jahrhunderte die Zeit der schöpferischen Kraft begnadeter einzelner beendet und statt dessen in Zukunft eine solche der kollektiven breiigen Masse treten wird! Rein, wir glauben, daß gerade heute, da auf so vielen Gebieten höchste Einzelleistungen sich bewähren, auch auf dem Gebiele der Kunst der höchste Wert der Persönlichkeit wieder sieghaft in Erscheinung treien wird. Ich kann daher auch keinen anderen Wunsch aussprechen m diesem Augenblick, als den, daß es dem neuen Haus vergönnt sein möge, in seinen Hallen in den kommenden Jahrhunderten wieder viele Werke großer Künstler dem deutschen Volke offenbaren zu können, um so nicht nur beizutragen zum Ruhm dieser wahrhaften Kunststadt, sondern zur Ehre und Stellung der ganzen deutschen Nation. Ich erkläre damit die große deutsche Kunstausstellung 1937 zu München für eröffnet! Nachdem der Führer die große deutsche Kunstausstellung 1937 für eröffnet erklärt hatte, beschlossen die Lieder der Nation die festliche, der deutschen Kunst geweihte Stunde. Nach der feierlichen Einweihung besichtigte der Führer mit den Ehrengästen die erste repräsentative Kunstausstellung des Dritten Reiches. Auch eine Ausstellung „Entartete Kunst". München. 17. Juli. Zugleich mit der Eröffnung der zroßen deutschen Kunstausstellung im Haus der deutschen Kunst wird am Montag, dem 19. Juli, in der Galeriestraße in München eine große Ausstellung„Entartete Kunst“ eröffnet, die einen Gesamtüberblick über den Kunstverfall und die Kunstzersetzung in der liberalistischen Zeit in Deutschand gibt. In der Ausstellung befinden sich auch zahlreiche Bilder und Plastiken von sogenannten Künstlern, die auch seute im Dritten Reich noch glauben, eine Rolle spielen zu können. Der Besuch dieser Ausstellung ist der beste Anschauingsunterricht über die jüdisch=marxistische Kunstauffassung der vergangenen Jahrzehnte, über eine Zeit, in der Produkte der Geisteskrankheit und des Wahnsinns als Kunst zewertet wurden. Die Eröffnungsrede des Präsidenten der Reichskammer der bildenden Künste, Professor Ziegler, wird im Montag um 19,35 Uhr auf alle deutschen Sender übertragen werden. Die„Groß: Deutsche Kunstausstellung 1937“ eröffnet. Weltbild(M). Der Führer beim Rundgang durch die„Große Deutsche Kunstausstellung 1937“ im Haus der Deutschen Kunst in München. In der ersten Reihe von links: Der Präsident der Reichskammer der Bildenden Künste, Prof. Ziegler; der Führer; Ministerpräsident Generaloberst Göring; Zweite Reihe: Frau Prof. Troost; Reichsminister Dr. Goebbels. Nr. 165 2. Blatt 68. Jahrgang Der Gemeinnützige Montag, den 19. Juli 1937 Aus der Heimat * Hohenlimburg, den 19. Juli 1937. Wetter=Bericht des Reichswetterdienstes Essen=Mülheim. Besserung Nach dem Einbruch kühlerer Meeresluft ist der Luftdruck erneut stark angestiegen. Damit wird die Wolkendecke aufreißen und freundliches und warmes Wetter eintreten. Kleinere Störungen werden den Schönwettercharakter nur vorübergehend unterbrechen. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Nur geringe Unbe ständigkeit. Reichsbeihilfen für die Bauern — Turn= und Spielverein Hohenlimburg=Dege. Am vergangenen Samstag hielt der TurnHohenlimburg=Oege in seinem Vereinslokal Grote Mitgliederversammlung ab. Im Vordergrund sprechungen stand das Gartenfest, das in diesem Jahr anstelle des sonst üblichen Waldfestes gefeiert werden soll. Es wird am 15. August im Garten des Vereinslokals stattfinden. Die notwendigen Vorarbeiten wurden einem besonderen Ausschuß übertragen. Vom Kreisfest in Menden kehrte der Verein mit 15 Siegern heim. Auch an de noch bevorstehenden Sport und Bergfesten wird der Ver ein mit einigen Turnern teilnehmen. *— Verschärfter Kampf gegen den Kartoffelkäfer. Mit dem Einsetzen der Brutzeit ist der Kartoffelkäfer auch in diesem Jahr an verschiedenen Orten des westlichen Grenzgebietes festgestellt worden. Wie zu erwarten war, ist er entspre chend seiner Ausbreitung in den westlichen Grenzländern zum Teil stärker in das Inland vorgedrungen. Der auf Grund vorjähriger Erfahrungen weiter ausgebaute Suchdienst des vom Reichsnährstand eingerichteten Kartoffelkäferabwehrdienstes hat sowohl in Teilen des Regierungsbezirkes Trier, im Saarland, in der Pfalz und neuerdings auch in Baden zu Funden dieses Schädlings geführt. Die in jedem Fall unverzüglich eingerichteten Bekämpfungmaßnahmen bieten die Ge währ für eine restlose Vernichtung an den Fundorten. Der Suchdienst wird es in Verbindung mit emer hereitwiligen Hilfe der gesamten Bevölkerung ermöglichen, daß der Kartoffelkäfer bei weiterem Auftreten sofort festgestellt und alsdann wirksam vernichtet wird. *— Anträge auf Verbilligung von Junggeflügel. Nach Mitteilung der Landesbauernschaft Westfalen können infolge Bereitstellung weiterer Mittel durch den Reichs= und Preußischen Minister für Ernährung und Landwirtschaft über den bisherigen Rahmen hinaus noch Anträge auf Verbilligung von Junggeflügel entgegengenommen werden. Dabei sind jedoch die beiden Bedingungen gestellt, daß die Tiere bis zum 31. Mai geschlüpft sind und die Anträgee unter Bei fügung ordnungsmäßiger, quittierter Rechnungen der Landesbauernschaft Westfalen möglichst bald eingereicht werden. Schulkinder sammelten 8 Zentner Waldbeeren für die NSV. Die Schulen des Amtes Balve gingen in den Wald, um Beeren für die NSV. zu sammeln. Das Ergebnis ist erstaunlich. Von den Schulkindern wurden an einem Tag acht Zentner Waldbeeren gesucht, die die NS.= Volkswohlfahrt einwecken und im Winter ausgeben wird. Küchenzettel für die Woche vom 19. Juli bis 25. Juli Montag: Gemüsesuppe, Bratenreste mit Kartoffelsalat Dienstag: Frische grüne Heringe gekocht mit Dill tunke und Kartoffeln. Buttermilchspeise. Zubereitung der Heringe: Heringe vorbereiten, mit kochendem Salzwasser knapp bedecken, langsam gar ziehen lassen. Mittwoch: Gefüllter Wirsing mit holl. Tunke und Kartoffeln. Donnerstag: Bierkaltschale, gebackenes Rinderherz mit Gurkensalat und Salzkartoffeln. Freitag: Falsche Ochsenschwanzsuppe, Fischfrikassee mit Reisrand und Salat. Samstag: Gold und Silber. Sonntag: Grünkernsuppe, gefüllte Gurken, geschmort, Kartoffelbrei, Rote Grütze mit Vauilletunke. Zubereitung der Gurken: Gurken schälen, aufschneiden, in Hälften schneiden, aushöhlen, mit Gehacktem fül len, die Hälften aufeinander legen, zubinden— anbraten, von allen Seiten etwas Wasser dazugeben— garschmo ren— binden mir angerührtem Weizenmehl, abschmecken. Um die Bauern auf alle Reichsbeihilfen aufmerksam zu machen, bringen wir nachstehend eine Aufstellung der vom Reich gegebenen Beihilfen und nennen diejenigen Stellen, die sie bewilligen bzw. bearbeiten und weiter leiten. 1. Reichsbeihilfen für den Bau von Jauchegruben und Dungstätten(Antrag ist vor dem Baubeginn einzureichen.) 2. Reichsbeihilfen für Grünlandeinfriedigung. 3. Reichsbeihilfen für Gründlandumbrucharbeiten,(Hierunterfällt nur tatsächliches Grünland, Oedlandumbruch fällt unter Landeskulturfonds, diesbezgl. Anträge sind an das örtliche zuständige Landratsamt zu richten). 4. Reichsbeihilfen zum Bauen von Einsäuerungsanlagen, (Grünfutter und Kartoffeln). 5. Reichsbeihilfen für bedürftige Bauern und Landwirte betr. Ankauf von Pferden. 6. Reichsbeihilfen für Vatertierbeschaffung— Bullen, Eber und Schafböcke—, Erhaltungsprämien, zinslose Darlehn für Genossenschaftsbullen.(Anträge an das Tierzuchtamt Erndtebrück bzw. Schafen an die Schafzuchtabteilung der Landesbauernschaft in Paderborn.) 7. Reichsbeihilfen für den Ankauf von Ziegenlämmern. (Antrag an die Landesbauernschaft.) 8. Reichsbeihilfen für Beschaffung von Junggeflügel. 9. Reichsbeihilfen für Hähneumtausch.(Antrag an die Landesbauernschaft). Sie sind zur Zeit vergriffen, wie wir hören, sollen aver neue Mittel in Aussicht gestellt sein. 10. Reichsbeihilfen für den Ankauf von angekörten Herdbuchhähnen.(Antrag an die Landesbauernschaft.) 11. Reichsbeihilfen für den Bau von Hühnerställen und zur Beschaffung von künstlichen Glucken. 12. Reichsbeihilfen zum Kauf von Belegstellen und zur Beschaffung von Zuchtgeräten in der Bienenwirtschaft.(Antrag an die Landesbauernschaft.) 13. Reichsbeihilfen für den Bau von Kaninchenställen. 14. Reichsbeihilfen für den Bau von Landarbeiterwohnungen(Anträge an das örtlich zuständige Arbeitsamt.) 15. Betriebsaufbaudarlehen im Rahmen des Vierjahres16. Reichsbeihilfen für arbeitsparende landwirtschaftliche Maschinen und Geräte. Die Aufstellung gibt eine klare Uebersicht über alle zurzeit noch erhältlichen Beihilfen. Sie weist weiter in nachdrücklicher Form auf die Bedeutung des Vierjahresplanes hin, den gerade das Bauerntum in erster Linie mit zu erfüllen hat. Die Anträge sind, soweit nicht ein besonderer Vermerk vorhanden, an die Kreisbaueernschaften zu richten, bei denen auch die näheren Richtlinien zu erfahren sind. Weiße Seerosen blühten in Henkhausen rVohmana Aha ftt ch Stehende Gewässer mit ihrem Gürtel von Schilf, Schwertlilien und Schachtelhalmen üben auf uns immer eine eigenartige Anziehung aus. Es ist auf ihneen oft großes und kleines Wassergeflügel, an ihren Ufern wachsen die merkwürdigsten Pflänzchen, sie alle zu beobachten, gehört zu großen Freuden des Natur= und Heimatfreundes. Wenn aber auf dem ruhigen Wasser sich noch die großen runden Blätter der Teichrose ausbreiten, zwischen denen die prächtigen, weißen Blüten wie leuchtende Sterne hervorlugen, dann erleben wir das Schönste, was uns die Natur zu bieten vermag. Leider aber ist in Westfalen die Seerose nur in der Lippegegend heimisch und kommt andererorts nur sehr selten vor, und auch dort, wo sie angepflanzt wurde. Die Fischteiche von Henkhausen waren in unserer Heimat der einzige Standort für die Seerose. In den früheren Jahren ist mancher hinausgepilgert, um diese Nymphe“.(Nymphaea alba ist ihr wissenschaflticher Name.) zu sehen. Leider ist in diesem Jahr von all der Pracht nichts handen. Nur hie und da zeigt sich ein Blatt auf der Oberfläche, die meisten haben den Wasserspiegel nicht erreicht. Und darum fehlen die Blüten gänzlich. Das hat seine Ursache darin, daß in diesem Jahr die Fischteiche wieder in richtige Bewirtschaftung genommen sind. Der Wasserspiegel wuroum mehr als 1 m erhöht. So konnten dann die auf flacheres Wasser eingestellten Seerosen nicht gedeihen. So wenig erfreulich die Tatsache vom Standpunkte des Naturfreundes ist, kann man andererseits nichts dagegen einwenden, daß die Teichanlagen vornehmlich wirtschaftlich rentabel gestaltet werden müssen. Wir möchten nur hoffen und wünschen, daß sich verschiedene Stücke der so seltenen Pflanze nahe dem Ufer zu halten vermöchten, daß diese Seltenheit unserer heimischen Flora nicht untergeht. Weiße Seerosen stehen unter Naturschutz. Weltbild(M). 70000 Kinder aufs Land Die Kinderlandverschickung im Gau Westfalen=Süd 69 870 Kinder aus dem Gau Westfalen=Süd wurden von der NSV. aufs Land verschickt, um dort in mehrwöchigem Aufenthalt ihre Gesundheit zu stärken. Blasse und schmalbrüstige Großstadtkinder fahren in die Ferien, frische kräftige und braungebrannte Kinder kehren wieder in die Heimat zurück. Die Erholung soll sie stärken, den jungen Leib stählen und hart machen, auf das sie dereinst das Leben nicht zu weich finden mögen, Die Zahl verteilt sich auf die einzelnen Jahre wie folgt: 1934 15 735 Kinder, 19355 24 471 Kinder, 1936 24 884 Kin der, 1937 4 807 Kinder bis Juni 1937. *— Jeder Pferdeverkauf ist schlußscheinpflichtig. Die Landesbauernschaft Westfalen macht darauf aufmerksam, daß nach den Anordnungen des Beauftragten des Reichsnähr standes zur Regelung des Verkehrs mit Nutz= und Zuchtvieh vom 11. September 1936 betr. Einführung von Schlußscheinen für den Umsatz von Nutz= und Zuchtvieh und den Verkauf von zur Zucht bestimmten Vatertieren jeder Umsatz von Der Führer ruft die deutschen Frauen zur Mitarbeit. darum gehörst auch du ins deutsche Frauenwerk! Pferden schlußscheinpflichtig ist. und daß Verstöße diese Anordnungen in Zurunft Ordnungsstrafen nach sich ziehen. Die Schlußscheinformulare können von Händlern und Einzelpersonen bei den Kreisbauernschaften, von den Zuchtverbänden bei der Landesbauernschaft bezogen werden. Steinbruchbetrieb mit Schotterwerk wegen vorgeschr. Alter bei erleicht. Zahlung billig zu verkaufen. Otto Schneider Junges Mädchen welches kochen kann und alle Hausarbeiten übernimmt(Geschäftohaushalt 2 Pers) für sofort gesucht. Schriftliche Angebote unter 9481 an diese Zeitung. Suche zum 1. Spetember ein fleißiges Halbtags mädchenFrau Ebbinghaus Weinhof 11 Wenn Gesellinnen wandern Eindrücke der beiden ersten Gesellinnen Am 1. Februar 1937 trat zum ersten Male das Werkstultwandern der weiblichen Gesellen in Kraft, das vom Deutschen Handwerk in der DAF. geschalsen wurde. Es sei gleich vorweggenommen, daß es sich hier nicht um ein regelrechtes Wandern handelt, also etwa um ein„Tippeln“ auf der Landstraße von Ort zu Ort, sondern daß vielnkehr die Gesellinnen mit der Bahn zu ihrem Bestimmungsort reisen. Aber das ist auch der einzige wesentliche Punkt, in dem sich das Werkstattwandern der Junghandwerkerinnen von dem Austausch der männlichen Gesellen unterscheidet. Der Zweck ist hier wie dort der gleiche: das beruflich=fachliche Können auf dem Wige des Erfahrungsaustausches zu fördern, das Leistungsniveau besonders der Werkstätten in kleineren Orten zu heben und schließlich: die jungen Handwerker Land und Leute ihrer deutschen Heimat kennenlernen zu lassen. Bis auf weiteres sind für dieses Werkstattwandern der Gesellinnen folgende Berufe vorgesehen: Damenschneiderinnen, Putzmacherinnen, Pelznäherinnen, Frisörinnen und Photographinnen. Es handelt sich also in erster Linie um die modeschaffenden Handwerke, deren Aufgabe es ja ist, in den nächsten Jahren eine„deutsche Mode zu entwickeln, die sich frei hält von undeutschen ausländischen Vorbildern. Durch den Gesellinnenaustausch werden die schöpferischen Gestaltungskräfte angeregt und gefördert. die zu einer solchen Neuformung der deutschen Mode Voraussetzung sind. Wir haben zwei Gesellinnen des Damenschneider= handwerks aufgesucht, die sich am Werkstattwandern beteiligen und aus dem Reich in Berliner Schneiderwerkstätten zugewiesen wurden. Es sind dies die beiden ersten „wandernden“. Gesellinnen überhaupt, die zur Zeit in Berlin arbeiten. Buchstäblich aus„Ost und West“ sind beide gekommen, denn Lotte K. hat ihre Heimat in Breslau, und Grete P. kommt aus Wanne=Eickel bei Bochum. Wie sie da vor uns stehen— frisch, sauber, unverbildet und mit klugen Gesichtern beide—, erscheinen sie uns so recht als die Verkörperung des„neuen deutschen Mädels“ schlechthin, als der sprechendste Beweis für den Auslesegrundsatz, der dem Werkstattwandern vorangeht: nur die Besten der Junghandwerkerinnen, nämlich diejenigen, die ihre Gesellenprüfung mit„Gut" bestanden haben und auch in charakterlicher Beziehung tadelsfrei sind, werden auf die„Walze“ geschickt. Aber auch die Meisterinnen, die die wandernden Gesellinnen in ihre Werkstätten aufnehmen, haben nachzuweisen, daß sie erstklassige Fachkräfte sind und geeignet, jungen Menschen erzieherisches Vorbild zu sein. Unsere beiden sind seit dem 1. April in ihrer neuen Arbeitsstätte im Berliner Westen und werden bis September bleiben, denn die Dauer der Werkstattwanderzeit beträgt sechs Monate, während denen der Arbeitsblatz nach Moglichkeit einmal gewechselt werden soll, wie in den Bestimmungen heißt. „Sind Sie nun gern und freiwillig auf Wanderschaft gegangen?“ „Als wir davon erfuhren, war unser erster Gedanke: Da machen wir auch mit!“ meint Lotte.„Die Beteiligung tst ja für Meisterin und Gesellin freiwillig. Bedingung ist aber, daß die Gesellin Mitglied der Deutschen Arbeitsfront ist. Außerdem muß sie zwischen 19 und 30 Jahren alt sein. Das trifft bei uns beiden zu, die Gesellenprüfung haben wir mit„Gut" bestanden— also war der Weg frei für uns.“ „War es Ihr Wunsch, eine Berliner Werkstatt zugewiesen zu bekommen?“ Kinder des Rheins Roman von Auny Wothe. 21. Fortsetzung. Bertrudis genoß mit voller Seele die farbengluhenden Herbsttage. Das fahlgoldene Licht, die Bäume im Knisterglanz, die mildklare Luft durchwehten ihr Dasein und beschwingten sie wie zu einem seligen Schweben, ledig aller Erdenschwere. Und doch schreckte sie oft eine Bangigkeit, so, als webe die Wolkenmuhme schon am Winterrocken das Sterbekleid.— Wie lange, dann würde all das holde, heimliche Sehnen und Quellen verrauscht sein. Da würde, wie draußen in der Natur, noch einmal ein letztes Glühen aufflackern und dann würde der weiße, kalte Winter seine eisesstarre Faust recken und alles mürde totenstill und einsam sein.— Im herbstlichen Sonnenglanz stand Bertrudis heute auf dem Söller des Turmgemaches und spähte durch den goldklaren Nachmittag aus den Weg, der zur Wolfsburg führte. Plötzlich leuchteten ihre Augen auf und tief errötend trat sie schnell in das Turmzimmer zurück. Einige Augenblicke stand sie mitten im Gemach, die Hand auf das pochende Herz gepreßt, dann ging sie mit leichtem Schritt hinauf auf die große Tanzterrasse. Hier hatte die Verwalterin den Teetisch gerichtet. Prüfend überflog das Auge der jungen Frau den mit köstlichem Damast und schwerem Silber gedeckten Tisch. Mit geschickten Händen füllte Bertrudis eine Kristallschale mit blassen Astern und buntem Weinlaub. Auch zwischen die goldfunkelnden Trauben, auf einem Nebentischchen, schob sie feuerrote Ranken des wilden Weines, der schwer, in glühender Pracht, von der Terrasse herniederhing. Darauf schmiegte sie sich in einen der bequemen Korbsessel und wartete, die Augen weit und verträumt in das goldene Herbstland gerichtet. Jauchzte nicht der grüngoldene Rhein heute zu ihren Füßen in lachender Lust, sangen die Wellen nicht jubelnde Lieder? Ein leises Klirren der Glastür und Rochus von Wolfsbura stand vor ihr. Sie ging ihm einige Schritte entgegen und es war, als ob ihre feine, schlanke Hand leise zitterte, als er sie an seine Lippen führte. „Sie lassen mich heute warten, bester Freund,“ sagte sie, ihn zum Sitzen einladend,„die Zeit ist mir lang geworden.“ Sie sah nicht die Röte, die über Rochus' Gesicht lief, während sie sich am Teetisch zu schaffen machte und ihm nun die Zigaretten und die gefüllte Teetasse reichte. Er nahm beides mit Dank und, indem er sich langsam eine Zigarette anzündete, sagte er, sich etwas in den Korbsessel zurücklehnend: „Es tut mir unendlich leid, daß ich mich verspätete, ich konnte nicht fort. Ein Käufer für die Wolfsburg war „Ich wollte eigentlich lieber nach Süddeutschland", antwortete Grete,„aber jetzt fühle ich mich auch hier sehr wohl. Meine Kameradin aber wollte gern nach Berlin. Natürlich wußten wir vorher nichts voneinander, aber wir haben uns vom ersten Augenblick an glänzend verstanden, nicht, Lotte?“ Sie lacht die Kameradin an, aber auch ohne dieses fröhliche Geständnis sieht man sofort, daß sich die beiden Mädel herzlich zugetan sind. Sie haben sich bei Lottes Meisterin ein kleines Zimmer gemietet, es sich durch kleine persönliche„Zutaten“ wohnlich und gemütlich gemacht und fühlen sich anscheinend kein bißchen fremd in der Riesenstadt. „Und außerdem kümmert sich die Frauenreferentin vom Deutschen Handwerk darum, ob es uns auch nicht an Abwechselung in unserer Freizeit fehlt. Hin und wieder besorgt sie uns Karten zu Veranstaltungen mit„Kraft durch Freude“. Eine Rundfahrt durch Berlin haben wir auch schon mitgemacht, und am nächsten Sonntag fahren wir wieder einmal in die schöne Umgebung von Berlin, die ja viel, viel schöner ist, als wir es uns je haben träumen lassen. Es ist überhaupt sein, einmal eine andere Gegend mit anderen Menschen als daheim kennenzulernen, ganz abgesehen davon, daß man natürlich eine Menge hinzulernen kann.“ „Haben Sie denn in Ihrer neuen Werkstatt auch ein neues Arbeitsgebiet vorgefunden?" „Ach ja—. Lotte seufzt.„Die erste Zeit fiel es mir sogar ziemlich schwer, denn bei meinem Meister in Breslau hatte ich fast nur Blusen und Kleider zu nähen, und hier mußte ich mich gleich auf Mäntel umstellen. Aber jetzt geht es schon ganz ordentlich, und auf diese Weise komme ich ja auch ein ganzes Stück vorwärts. Mäntelnähen— und zwar beste Maßarbeit— ist nämlich etwas, was gelernt sein will. Außerdem sind die Kundinnen hier im Berliner Westen in punkto letzter Mode und tadelloser Arbeit doch bedeutend anspruchsvoller. Mein Meister wird staunen, was ich hier alles gelernt habe!“ „Sie gehen also wieder in ihre frühere Werkstatt zurück?“ „Ja, wir mußten uns sogar eigens dazu verpflichten, nach Beendigung unserer Wanderzeit wieder an unseren ursprünglichen Arbeitsplatz zurückzukehren.“ Wie uns die Frauenreferentin des Deutschen Handwerks erklärt, gilt das jedoch in erster Linie für die wandernden Gesellinnen aus den kleinen Orten, denn sonst bestünde die Gefahr der„Landflucht" auch hier. Uebrigens sind arbeitslose Gesellinnen von der Beteiligung ausgeschlossen, um eine zusätzliche Belastung des Arbeitseinsatzes zu verhindern. Der Arbeitsplatzwechsel geschieht vorwiegend auf dem Austauschwege. „Haben Sie auch das Werkstatt=Wanderbuch?“ „Natürlich. Das erhält jede Gesellin zu Beginn des Werkstattwanderns. Unsere Meisterin trägt darin ihr Urteil über unsere fachlichen Leistungen und unsere Führung ein, und zwar in Zusammenarbeit mit dem Fachschaftswalter des Deutschen Handwerks.“ Und Grete fügt hinzu:„Man hat uns gesagt, daß wir in Zukunft bei Arbeitseinstellungen bevorzugt werden.“ Wir verlassen die beiden tüchtigen Gesellinnen und die freundliche helle Werkstatt mit der Gewißheit, daß mit dem Werkstattwandern der Gesellinnen der fruchtbare Boden bereite wird für eine nicht zu unterschätzende Förderung des mooeschaffenden Handwerks und für eine Hebung des Berufsstandes der Handwerker überhaupt. K da und ich bin mit ihm vom tiefsten Burgverließ bis hinauf zum Turm gestiegen, um ihm alles zu zeigen, das hat mich müde gemacht.“ Bertrudis war blaß geworden. „Ist es so weit?“ fragte sie tonlos. Er nickte. „Doch wir wollen uns nicht den köstlichen Tag damit verderben, gnädige Frau. Das Schicksal schreitet eben seinen Weg.“ „Der Gedanke, daß das Erbe Ihrer Väter in fremde Hände kommen soll, ist mir furchtbar. Lieber möchte ich meine Heinburg, die mir doch gewiß ans Herz gewachsen ist, hergeben.“ Er sah sie mit strahlenden Augen an, so daß sie den Blick betroffen senkte, dann schob sich eine tiefe Falte zwiichen seine Brauen. „Bitte, gnädige Frau, sprechen wir nicht mehr davon. Diese goldenen Tage hier werden für mich nicht wieder kehren. Der letzte Herbst mit seinem Raschelgold wird sich in den Winter schleichen, der mich in die Stadt zur Arbeit führt. Wie oft werde ich mit toten Augen der goldenen Stunden gedenken, da ich in Ihrer Nähe atmen durfte und das neue Leben wird mir Schweigen gebieten.“ Bertrudis sah ihren Gast erschreckt an. Wie sonderlich er heute war. Das klang fast wie ein Abschied für immer. Eine heiße Angst überflutete sie. „Wie seltsam Sie sprechen,“ kam es leise von ihren Lipoen,„fast ist mir bange um Sie und— auch um mich.“ Ein ganz eigener Blick streifte die wunderholde Frau mit den sehnsuchtstiefen Augen. „Liebe, gnädige Frau,“ sagte er warm.„Das ist doch schließlich das Ende aller Dinge, daß wir scheiden müssen, scheiden von lieben Menschen, von lieben Gewohnheiten, vom Leben. Wir sind uns aber in den letzten Wochen, wo ich fast ein täglicher Gast der Heinburg sein durfte, innerlich so dahe gekommen, daß ein Scheiden für uns eigentlich nichts bedeutet. Wo wir auch weilen, wir werden die Königstage hier, hoch über dem goldenen Strom, nicht vergessen, selbst wenn wir nie gemeinsam das Königsland durchmessen. Wollen wir lesen? Es ist schon spät geworden," lenkte er, ehe Bertrudis antworten konnte, ab und griff nach einem schmalen, roten Band, der auf dem Nebentischchen lag. „Mit weißem Segel, Gedichte von Eugen Stangen," las er halblaut und lachte hart auf. „Mit weißem Segel, meine gnädigste Frau, zieht das Glück dahin! Sehen Sie, wie sie dort hell zu uns heraufschimmern, die kleinen Schifflein mit geschwelltem Segel — unsere Jugend nehmen sie unbarmherzig mit.“ Bertrudis saß träumend. Ihre weiße Hand zerpflückte eine der weißen Astern, die sie so liebte, eine andere schob sie sich gedankenlos in das Blondhaar. Wie ein großer, matter Stern flimmerte sie da über ihrer weißen Stirn. Sie konnte nicht antworten, zu wunderlich erschien ihr berufüichen Könnens Zusätzliche Berufsfortbildung im Dienst der Erzeugungsschlacht. Durch den Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitskräften sind die Aufgaben der Erzeugungsschlacht noch schwerer geworden, als sie es an sich schon sind. Jeder einzelne Angehörige des Landvolks muß heute seine Kräfte bis zur letzten Möglichkeit einsetzen, um den Anforderungen der Nahrungssicherung zu genügen. Es ist angesichts dieser Lage ohne weiteres verständlich, warum auf die zusätzliche Berufsausbildung des Landvolks heute so besonderer Wert gelegt wird. Nur wenn jeder Bauer und Landwirt und wenn jedes landwirtschaftliche Gefolgschaftsmitglied ein Höchstmaß beruflichen Könnens besitzt, nur wenn die neuesten Erfahrungen und Erkenntnisse aus allen landwirtschaftlichen Arbeitsgebieten möglichst schnell an jeden einzelnen Angehörigen des Landvolks herangebracht werden, ist es möglich, die Leistungen des landwirtschaftlichen Betriebes den heutigen Erfordernissen der deutschen Ernährungs= und Rohstoffwirtschaft anzupassen. Durch die Landarbeitslehre ist für eine geordnete Ausbildung des landwirtschaftlichen Berufsnachwuchses gesorgt. Aber mit der Ausbildung der Landarbeitslehrlinge allein ist es natürlich nicht getan. Nur wenn durch die zusätzliche Berufsausbildung, deren Träger die Hauptabteilung I des Reichsnährstandes ist, fortlaufend alle Angehörigen des Landvolks erfaßt und geschult werden, ist es möglich, den Ausbildungsstand des Landvolks so zu halten, wie es die betriebswirtschaftlichen Aufgaben in der Landwirtschaft heute erfordern. Dabei ist die Schulungsarbeit des Reichsnährstandes durch mancherlei Bedingungen ziemlich erschwert. Infolge der starken Beanspruchung der landwirtschaftlichen Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder muß die zusätzliche Berufsfortbildung in der Hauptsache während der arbeitsärmeren Zeit durchgeführt werden. Dann liegt das Schwergewicht der Schulungsarbeit in der einzelnen Ortsbauernschaft, weil bei der landwirtschaftlichen Schulungsarbeit der Teilnehmerkreis nicht so groß werden darf. Kreis= und Ortsbauernführer, Landwirtschaftslehrer, Tierzuchtbeamte und andere Spezialisten der landwirtschaftlichen Betriebswirtschaft stehen nun für diese zusätzliche Berufsschulung zur Verfügung, ein Stab von Fachleuten also, der zu jeder Zeit über den jeweils neuesten Stand der landwirtschaftlichen Betriebswirtschaft unterrichtet ist. Besondere Berücksichtigung finden bei der zusätzlichen Berufsschulung auch die sozialpolitischen Fragen, für die in erster Linie die Gefolgschaftswarte verantwortlich sind. Für das Schulungsjahr 1936/37 waren eine Reihe besonderer Themen gestellt, die vor allen anderen Fragen vordrinalie behandelt werden mußten, so z. B. Gefolgschaft und Vierjahresplan, Verwendung und Verwertung der Deputate, neuzeitliche Futterverwertung, Behandlung der Grünlandflächen, Saatgutherstellung, richtige Bodenbearbeitung, Saatenpflege, Stallmistbehandlung und Behandlung der landwirtschaftlichen Maschinen. Die Vorträge für die zusätzliche Berufsfortbildung wurden dann durch andere geeignete Schulungsveranstaltungen ergänzt und erweitert. Viel Anklang fanden die in den einzelnen Ortsbauernschaften durchgeführten Feldbegehungen, aber auch die vielen Besichtigungen mustergültiger Betriebe. Darüber hinaus stellte der Reichsnährstand eine ganze Reihe Lehr= und Schaufilme her, die als Aufklärungs= und Schulungsmittel wertvolle Hilfe leisteten. So wurden allein im Schulungsjahr 1936/37 3358 Veranstaltungen der zusätzlichen Berufsfortbildung durchgeführt, an denen über 134000 Angehörige des Landvolks teilnehmen. heute Rochus und eine beklemmende Angst legte sich auf ihre Seele. Der Freiherr schlug flüchtig das Buch auf und mit einem stillen Lächeln auf die zarten Herbstblumen las er mit weicher Stimme: „Blaßlila Astern blühn im engen Hofe, umsäumen kahler Mauern grauen Rand, den Kranz der Sehnsucht, den die Hand des Herostes dem toten Frühling in die Locken wand. Blaßlila Astern blühn im engen Hofe, in dem kein Rufen tönt vom Lärm der Welt, So die Entsagung letzten Wunsches Blüten mit grauen Mauern fest umfangen hält.“ Bertrudis stand das Herz fast still. War es Zufall oder Absicht, daß er das kleine, entsazungsschwere Lied las, das sie so liebte? Sie hatte die Empfindung, als müsse sie ihm das Buch aus der Hand nehmen, als dürfe er es nicht weiter lesen und doch klang seine Stimme an ihr Ohr: „Blaßlila Astern blühn in meinem Herzen, in dem der Jugend Branden lang verschäumt, und das nicht lassen kann von jener Sehnsucht, die selbst im Spätherbst noc vom Frühling träumt“) Das war die stille Klage der Entsagung, die da von den ernsten Männerlippen zu ihr sprach, aber auch die jubelnde Gewißheit, daß die Sehnsucht mit ihm gehen würde, wohin sein Weg ihn führte. Bertrudis' Herz klopfte voll banger Scheu in fast tödlichem Schrecken, als Rochus den Schlußvers las: Blaßlila Astern blühn im engen Hofe, umsäumen kahler Mauern grauen Rand.— Das letzte Regen einer Frühlingsliebe, der noch der Herbst den Kranz der Sehnsucht wand." Lautlos legte er den Band zurück und seine Augen umsingen das tiefgesenkte Frauenantlitz, das jetzt so farblos var. wie die blassen Herbstastern. *„Ich kam, Abschied zu nehmen, meine gnädige Frau.“ Bertrudis sprang auf und sah ihn mit großen, entsetzten Augen an. „Sie wollen fort? Schon?“ Wie wunderfein ihre gertenschlanke Gestalt in dem lichten, durchsichtigen Gewande vor ihm im Sonnengolde stand. Wie eine Krone schimmerte das Blondhaar über ihrer weizen Stirn. Und wie ein Rausch ging es von ihr aus, wie ein glühender Rausch, der ihm die Besinnung raubte. „Ist der Kauf fest abgeschlossen?" fragte dann Bertrudis mit zitternder Stimme. „Noch nicht, ich habe mich indessen verpflichtet, kommt der Verkauf zustande, woran ich nicht zweifle— die Burg in vier Wochen dem neuen Besitzer zu übergeben.“ „Sie sind ja dann noch vier Wochen hier?" ortfetzung folgt.) Aus Westdeutschland Aus den sauerländischen Bergen Hagen.(Bewußtlos aufgefunden.) Auf der Haidenstraße an der Volmebrücke wurde ein Mann m einer Stirnwunde bewußlos aufgefunden. Der V wurde mit dem Kuankenwagen der„Feuerlöschpoltzet das Marienhospital eingeliefert.— Auf straße wurde ein Mann in stark angerrunkenem Zustan aufgefunden. Zwecks Ausnüchterung wurde er der Polizewache zugeführt.— Ermittelt und festgenommen wurde der Dieb, der am 4. d. M. einem Malergehilfen aus der Langestraße ein Fahrrad aus dem Hausflur entwendet hatte handelt sich um einen Erwerbslosen, der 33, ohge, festen Wohnsitz ist. Deser hat das Rad nach Heegen verkauft. HSU-Mülker keimie? schaden. Die Schuldfrage muß noch geklärt werden. Ein Lastkraftwagen befuhr die Kaiserstraße in Richtung Eckeseyer Straße, als zu gleicher Zeit aus der Adolf=Hitler=Straße ein zweirädriges Fuhrwerk kam. An der Stra ßenkreuzung bei der Altenhagener Brücke kam es zu einem Zusammenstoß, wobei der Fuhrmann am Kopf, linken Ellenbogen und der linken Schulter verletzt wurde. Nach Anlegung eines Notverbandes wurde er durch Krankenwagen in das Marienhospital eingelefert. Die Schuld frage muß noch geklärt werden. Halver.(Autodiebstahl.) Mittwoch nachmittag gegen 5 Uhr wurde in der Kronprinzenstraße ein fast neues DKW.=Motorrad mit dem Erkennungszechen IX 272797 gestohlen. Der Täter soll nach Augenzeugenangaben etwa 1,70 m groß sein mit hellblondem Haar im Alter von 20—25 Jahren, ohne Kopfbedeckung. Bekleidet war er mit heller Hose und schwarz=weißen Sportschuhen, ärmellosem Pullover über buntem Hemd. Angaben zur Ermittlung erbittet die Polizeverwaltung Halver. Kreis Wittgenstein frei von Arbeitslosen. Laasphe(Kr. Wittgenstein), 18. Juli. Der Erfolg der Arbeitsschlacht und die Besserung der Wirtschaftslage zeigen sich jetzt im Kreis Wittgenstein sehr deutlich. Nach den neuesten Feststellungen ist der Kreis Wittgenstein heute von allen Erwerbslosen. Die meisten Volksgenossen in der Industrie Beschäftigung erhalten, andere bei gen gemeindlichen Maßnahmen der Heimat. Wenn man bedenkt, daß im Kreise vor Jahren noch einige tausend Mann arbeitslos waren, so ist der Erfolg als ein großer zu vezeichnen. schaffen dusgleich für Mutterarbeit u. Müllersorgen Aus dem rnein.-westf. Industriegebiet W. 3 Hagen.(Verkehrsunfälle.) Auf der Kölner Straße erfolgte ein Zusammenstoß zwischen einem Motorradfahrer und einem Personenwagen. Der Motorradfahrer wurde am linken Unterschenkel und am Kopfe verletzt, so daß er in das Krankenhaus eingeliefert werden mußte. An beiden Fahrzeugen entstand nur leichter SachBuer.(Osnabrück— Jerusalem— Osnabrück— Buer.) Für jeden Unbefangenen liegt Jerusalem in Palästina. Das war natürlich auch für den Osnabrücker Postbeamten eine Selbstverständlichkeit, der am Sylvestertage 1936 unter den aus den Briefkästen zusammengetragenen Postsachen eine Glückwunschkarte zum neuen Jahre mit der Aufschrift fand:„Herrn Otto..., Jerusalem, Flachstraße 6“. Daß es in Jerusalem keine Flachstraße gab, war ja auch nicht seine Sache, zumal nicht im Drange des Neujahrsbetriebes. Das mußten die dortigen Postbeamten nachprüfen. Er gab also die Postkarte in den Sack für Auslandssendungen. Nun bemühten sich in dem biblischen Jerusalem englische und französische Postbeamte ab, dort die Flachsstraße 6 zu finden, bis schließlich zu den verschiedenen Stempeln die kräftige französische Weisung„Retour“ kam. So kam denn die Postkarte nach Osnabrück zurück, und hier begann nun das Suchen nach dem Absender, bis schließlich die Erfolglosigkeit des Suchens durch den Stempel dokumentiert wurde:„Absender unbekannt. Nach Handschrift nicht zu ermitteln.“ Nun aber kennt man ja die Dienstwilligkeit und den Pflichteifer gerade der deutschen Postbeamten, und einer von ihnen fand auch unter den vielen inzwischen der Postkarte aufgedrückten Stempeln oben links in der Ecke, wo in der Regel der Absender sich zu verewigen pflegt, das Wort„Buer=Hassel“. Seinen Fund markierte er dann mit dickem Blaustiftstrich, und so kam Aus Westfalen-Nord und Li Münster.(Münster hat jetzt mehr als 136 500 Einwohner.) Am Monatsende des Juni wurden nach der soeben bekanntgebenen Feststellung der Städtischen Nachrichtenstelle in Münster 136 503 Einwohner gezählt gegen 133 218 an dem gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Im ersten Halbjahr 1937 nahm die Einwohnerzahl Münsters um 1022 zu, und seit Ende 1932 bis Juni 1937 hat sich die Bevölkerungszahl Münsters um 13519 Einwohner vermehrt. Münster.(Betrunkener ersticht einen Hausdiener.) Gegen 6 Uhr früh kam es in dem Wartesaal des Hauptbahnhofes zu einem wüsten Auftritt. Ein gewisser H. M. aus Münster hatte sich vor dem Wartesaal 2. Klasse erbrochen, als er in betrunkenem Zustande daherging. Von dem Hausdiener G. wurde er aufgefordert, eine Reinigungsgebühr von 2 RM zu zahlen, weigerte sich jedoch, das zu tun, und als er dann aufgefordert wurde, mit zur Bahnhofswache zu gehen, schlug er wütend um sich, zog ein dolchartiges Messer und stach wie wild auf den Hausdiener ein, der mit schweren Verletzungen in Bauch, Brust und Oberarm ins Hospital gebracht werden mußte. Dort ist der als ruhig und besonnen bekannte Mann, der verheiratet und Vater zweier Kinder ist, zwei Stunden später an innerer Verblutung gestorben. Der Rohling, der anfangs zu flüchten suchte, wurde von der Polizei festgenommen. Neuenbeken.(Doppelter Schädelbruch beim Sprung vom Wagen.) Ein Mädchen war mit ihrem Bruder hinausgefahren, um Milch einzuholen. Auf dem Rückwege kam der Wagen in einer scharfen Kurve in sehr schnelle Fahrt. In der Angst, zu verunglücken, sprang es vom Wagen und blieb besinnungslos und schwer verletzt legen. Später ergab sich, daß es sich einen doppelten Schädelbruch zugezogen hatte. Herford.(Von der Lokomotive zermalmt.) Auf dem hiesigen Bahnhof war der in Löhne wohnende Weichensteller Hüffmeister mit dem Reinigen einer Weiche beschäftigt und achtete nicht darauf, daß eine Lokomotive herankam, deren Personal ihn gleichfalls nicht beach tete. H., ein Mann von etwa 40 Jahren, verheiratet und Vater zweier unmündiger Kinder, wurde überfahren und buchstäblich zermalmt. Vlotho.(Wegen Brandstiftung verhaftet.) In dem benachbarten Bonneberg brannte in der Nacht zum 2. Juni, wie mitgeteilt, ein Wohnhaus vollstän dig nieder. Die Untersuchung durch die Kriminalpolizei hat nun zunächst ergeben, daß der Bewohner des erheblich verschuldet war, sein Inventar jedoch übermäßig hoch versichert hatte. Er gab nun zwar zu, nachts auf dem mit Stroh gefüllten Hausboden Streichhölzer angezündet zu haben, um seinen entflogenen Wellensittich wiederzusuchen, widerrief dann aber seine Aussage und wurde jetzt wegen vorsätzlicher Brandstiftung vom Untersuchungsrichter verhaftet. Lingen.(Mutter und Kind angefahren und schwerverletzt.) Ein aus Meppen kommender Autobus machte kurz vor Lingen Rast. Dicht dabei kreuzten sich zwei aus entgegengesetzter Richtung herankommende Personenwagen in dem Augenblick, als eine Frau mit Kind die Straße zu überqueren suchte. Der eine der beiden Wagen fuhr Mutter und Kind schwer an und landete selbst im Graben. Man hofft, daß die beiden Verletzten dem Leben erhalten werden können. Datteln.(Zwei Männer durch Stichflamme schwer verletzt.) Als hier zwei Kraftfahrzeugreparateure damit beschäftigt waren, an einem Autobus einen Fehler zu beheben, schlug plötzlich eine große Stichflamme aus der Maschinerie auf und verletzte die beiden Männer im Gesicht sowie an Händen und Armen so schwer, daß man sie nach Recklinghausen ins Prosperhospital bringen mußte. denn die vielgewanderte Postkarte am 10. Februar nach Buer, wo jederman weiß, daß ein Teil von Hassel im Volksmunde die Bezeichnung„Jerusalem“ führt. Bottrop.(Ein Dutzend Grabm äler geschändet.) Auf dem hiesigen Parkfriedhof mußte man die traurige Tatsache feststellen, daß von zwölf Grabdenkmälern die teils in Nirostastahl auf die Marmorplatten befestigten Buchstaben der Inschriften, teilweise sogar die aus dem gleichen Material verfertigten Kreuze abgeschlagen und gestohlen worden waren. Die Arbeit, die die Grabschänder sich damit gemacht haben, ist umso mehr zu verwundern, als diese Metallteile mittels eines besonderen Verfahrens mit dem Marmor fest verbunden werden. Die Polizei fahndet eifrig nach den Friedhofsschändern. Castrop=Rauxel.(Elektriker durch Starkstrom getötet.) Der hier wohnende Elektriker Arthur Schüpplaus half hier auf der Holzstraße beim Umsetzen enes Mastes der elektriischen Starkstromleitung. Durch einen unglücklichen Zufall kam er mit den stromführenden Drähten in Berührung und erlitt schwere Verbrennungen, die bald darauf seinen Tod zur Folge hatten. Kamen.(Todesstur z aus dem Fenster.) Aus bisher noch nicht geklärter Ursache fiel morgens gegen 6 Uhr eine in einem Hause der Bahnhofstraße wohnende 54jährige Hausangestellte aus ihrem Dachzimmerchen auf die Straße und starb gleich nach der Einlieferung im hiesigen Krankenhaus. Essen.(Triebwagen überfährt drei Menschen.) Am Sonntagmorgen wurden auf der Strecke Dortmund—Castrop—Wanne=Eickel der Emscher Talbahn an dem Wegübergang zwei Fußgängerinnen und ein Fußgänger von einem Triebwagen erfaßt und sofort getötet. Kurz zuvor hatte aus entgegengesetzter Richtung ein Triebwagen den Uebergang passiert. Die Schranke war für diesen Triebwagen geschlossen, dann aber wieder geöffnet und nicht der geschlossen worden. Polizei und Staatsanwaltschaft ben sofort an Ort und Stelle die Ermittlungen nach der güickzurlache und der Schähfrage außgenammen. ankenwärter wurde vorläufig festgenommen. Essen.(Mordversuch an einem Poltzei#eimten.) In der Nacht zum Samstag bemerkte gegen 3.45 Uhr der zurzeit in Essen auf Urlaub weilende Oberwachtmeister der motorisierten Straßenpolizei Paul Blasig einen Einbrecher, der in der Altendorferstraße die Schaufensterscheibe eines Lebensmittelgeschäftes einschlug und aus der Auslage Wurstwaren entwendete. Als der Beamte zur Festnahme des Täters schreiten wollte, gab dieser aus einer Schußwaffe fünf Schüsse auf den Beamten ab, die ihn erzeblich verletzten. Unter Zurücklassung emer Selbstladepistoe flüchtete der Täter auf einem bereitstehenden Fahrrad. Für di Aufklärung der ruchlosen Tat und die Ergreifung des Täters hat der Regierungspräsident in Düssesdorf eine Belohnung von 300 RM ausgesetzt. Von Rhein, MNosel, Saar Vier Jahre Gefängnis für einen Messerheiden. Remscheid, 18. Juli. Als sich am 6. Februar der Sturmbannführer Schweikard darum bemühte, einen gefährlichen Strent zwischen einigen Raufbolden zu schlichten, wurde er von dem bereits mehrfach vorbestraften Heinrich Frensen durch Messerstiche am Kopf lebensgefährlich verletzt. Die Stiche waren mit solcher Heftigkeit ausgeführt worden, daß bei einem Stich die Spitze der Klinge abgebrochen und in der Kopjwunde steckengeblieben war. Eine ganze zeitlang schwebte der Verletzte in Lebensgefahr. Daß es sich um ganz brutale Menschen handelte, beweist die Tatsache, daß der Hauptübeltäter auf der Schlafstube laut ausrief:„Ich habe wieder einmal einen fertig gemacht, der ist kaputt". Anschließend sang man dann die Internationale. Das Schöffengericht setzte für den Messerheld eine Gefängnisstrafe von vier Jahren fest. Remscheid.(Unmenschliche Mißhandlung fführte zum Tode.) In der Nacht zum 10. Juli hatte der 27 Jahre alte Walter Baronowski, wie bereits berichtet, seine 24 Jahre alte Ehefrau vor und in seiner Wohnung dadurch schwer mißhandelt, daß er sie fortgesetzt mit dem Gesicht auf den Boden schlug. Er hatte sich dann sofort der Potizei gestellt und erklärt, die Tat aus Eifersucht begangen zu haben. Ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, gt die Ehefrau nunmehr gestorben. B.=Gladbach.(Geringschätzung eines Verbots teuer bezahlt.) Am Freitagnachmittag machte sich in einer Reißwollspinnerei ein 14jähriges Mädchen aus Rommerscheid trotz Verbots an das Putzen eines Spinnwagens: Es beobachtete dabei nicht das Zurückfahren des Wagenund geriet mit dem Kopf zwischen eine Verstrebung und den Wagen. Mit schwerem Schädelbruch wurde es ins Krankenhaus gebracht, wo es noch am Abend starb. Köln.(Furchtbarer Verkehrsunfall.) Am Samstagabend gegen 19,30 Uhr trug sich auf der Straße „Am Bilderstöckchen“ in Köln=Bickendorf ein furchtbarer Verkehrsunfall zu. Ein vierjähriger Junge und sein sechJahre altes Schwesterchen wurden von einem Lastwagen tödlich überfahren. Es steht fest, daß der Lieferwagen, der das Unglück heraufbeschwor, ein sehr schnelles Tempo angeschlagen hatte. Der Junge ist noch etwa 65 Meter weit mitgeschleift worden, wo das auf der linken Straßenseite an einem Splithaufen spielende Schwesterchen von dem Wagen mitgerissen und getötet wurde. Erst nach weiteren##### Metern kam glücklich der Wagen in der Mulde eines Korfeldes zum Stehen. Wie die polizeilichen Feststellungen bisher ergeben haben, funktionierte die Fußbremse nicht. Der Wagen ist sichergestellt, der Fahrer festgenommen. Die glückliche Mutter der beiden Kinder hat einen Nervenschock erlitten und mußte dem Krankenhaus zugeführt werden. Fortsetzung von Seite 3, erstes Blatt. Sicherheitsklauseln Diese gestatten bei Eintritt besonderer Umstände eine Ueberprüfung des Vertrages. Der Vertrag bleibt, falls er nicht vorher gekündigt wird, bis zum 31. Dezember 1942 in Kraft. Es ist vorgesehen, daß neue Besprechungen über eine Verlängerung oder Abänderung des Abtommens im letzten Vierteljahr des Jahres 1910 stattfinden sollen. b) Die„Erklärung", d. h. das Zusatzabkommen zum deutsch=englischen Flottenvertrag von 1935, enthält Bestimmungen über die Anwendung des Stärkeverhältnisses der deutschen Flotte zur britischen in Höhe von 35:100 auf die einzelnen Schiffsklassen, die Möglichkeit der Tonnageübertragung von einer Schiffsklasse auf eine andere sowie Sonderbestimmungen über das Alter der nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages gebauten deutschen Kriegsschiffe. Diese Erklärung trägt der besonderen Lage Rechnung, in der sich Deutschland als einzige quantiiativ gebundene Macht befindet. c) Der deutsch=englische Notenwechsel behandelt, wie bereits oben unter a) angeführt, die Möglichkeit für eine etwaige Kürzung des Baufeierjahres für große Kreuzer. III. Das neue Abkommen ist das Ergebnis längerer Verhandlungen. Es regelt alle zwischen England und Deutschland offen gebliebenen Flottenfragen und zeigt, daß bei gegenseitigem guten Willen auch schwierige Fragen gelöst werden können. Die Tatsache des Vertragsabschlusses ist ein weiterer Beweis für Deutschlands Willen zur Zusammenarbeit und zeigt sein Bestreben, alles zu tun, um ein Wettrüsten zur See zu verhindern. Der englisch=sowjetrussische Flottenvertrag Der gleichzeitig mit dem deutsch=englischen Flottenübereinkommen unterzeichnete englisch=sowjetrussische Flottenvertrag beruht auf den Bestimmungen des Londoner Flottenvertrages 1936. Er enthält somit für Sowjetrußland die gleichen Bestimmungen wie für die übrigen Mächte über die Begrenzungen der Schiffsgrößen und Schiffskaliber. In dem Vertrag sind sodann eingehende Sonderbestimmungen in bezug auf den Fernen Osten enthalten. Die Sowjetunion ist in bezug auf die Flottenbauten im Fernen Osten hiernach so lange von der Verpflichtung entbunden, Großbritannien im voraus zu unterrichten, als die Sowjetunion die Bestimmungen im Vertrag von 1936 in bezug auf Schiffsbauten und Bestückung einhält. Sie kann darüber hinaus von diesen Bestimmungen abweichen, wenn sie hiervon der englischen Regierung Kenntnis gibt. Neuer deutscher Friedensbeweis Das soeben zwischen Deutschland und England unterzeichnete Flottenabkommen stellt eine Ergänzung des deutsch=englischen Flottenabkommens von 1935 dar. Es beruht deshalb auf der gleichen Grundlage und entspringt den gleichen Gesichtspunkten, nämlich in dem Ausbau der beiderseitigen Flotten sich gegenseitig über Absichten und Umfang neuer Flottenbauten zu unterrichten, wobei der deutsche Flottenausbau in einem Verhältnis 35:100 zu der englischen Flotte gehalten werden muß. Man will damit von vornherein jenem Mißtrauen beaegnen, das in der Vergangenheit so verhängnisvölle Auswirtungen gehabt hat. Deutschland bringt damit durch Tatbeweise zum Ausdruck, daß es keinerlei Angriffsabsichten hegt, sondern nur darauf bedacht ist, für seine Sicherheit jene maritimen Vorkehrungen zu treffen, die es seinem Ansehen und seiner Würde als Großmacht schuldig ist. Durch das Abkommen wurden nur die einzelnen Punkte von 1935 durch ins einzelne gehende Ausführungsbestimmungen ergänzt. Bekanntlich ist Deutschland die einzige Großmacht, die sich aus freien Stücken in dem Ausbau ihrer Flotte quantitativ gebunden hat. Wenn es nachträglich aufgefordert wurde, auch dem Flottenabkommen zwischen England, den Vereinigten Staaten und Fankreich vom Jahre 1936 beizutreten, so mußte in dem neuen deutsch=englischen Flottenabkommen gleichsam ein Ausgleich durch die doppelte (quantitative und qualitative) Bindung festgelegt werden. Das war deshalb nicht ganz einfach, weil einmal der Rahmen der bis zum 1. 1. 37 gültigen Flottenverträge von Washington und London gesprengt worden ist(in erster Linie durch Wegfall der Begrenzung des Geschützkalibers), zum andern durch die undurchsichtige Haltung Sowjetrußlands. Nach dem Völkerbundsstatt sind alle Mitgliedsstaaten verpflichtet, lausend den Stand ihrer Heres= und F###ttenrüstungen bekanntzugeben. Das hat Sowjetrußland bis auf den heutigen Tag demonstrativ abgelehnt. Bei der ganzen Einstellung Moskaus wird man überdies etwaigen sowjetrussischen Angaben mit berechtigtem Mißtrauen gegenüberstehen müssen. England hat geglaubt, dieses Mißtrauen durch ein englisch=sowjetrussisches Flottenabkommen überbrücken zu können, das gleichfalls am 17. Juli in London unterzeichnet worden ist. In diesem Abkommen sind die gleichen politischen Bindungen vorgesehen wie in dem deutsch=englischen, nachdem die Sowjets zunächst abweichende Forderungen gestellt hatten, die zwangsweise Rückwirkungen auf die deutsche Haltung für die deutsch=englischen Verhandlungen ergeben mußten. Man wird abwarten müssen, ob Sowjetrußland seinen neuen vertraglichen Verpflichtugen England gegenüber gewissenhafter nachkommen wird als jenen gegenüber Genf. Denn wie der deutsch=englische sieht auch der englisch=sowjetrussische Flottenvertrag vor, daß die Vertragsmächte sich gegenseitig ihre Banabsichten für das kommende Jahr und genaue Angaben über die geplanten Schiffsbauten bekanntgeben. Man will durch diesen Nachrichtenaustausch das Gefühl der Unsicherheit und des Mißtrauens zwischen den Mächten beseitigen und plötzliches Auftreten geheimer Bauten und überlegener Typen vermeiden. Wenn Deutschland sich entschlossen hat, die gleichen Bindungen zu übernehmen wie die anderen Seemächte, so ist das ein ernenter Beweis für die Tatsache, daß Deutschland dem Frieden dienen und mithelfen will, Ariegsgefahren zu verringern. Das muß um so höher bewertet werden, weil Deutschland, wie bereits erwähnt, die einzige quantitativ gebundene Seemacht ist. Denn alle anderen Seemächte können ihre Flotten nach Belieben ausbauen, ohne Rücksicht auf eine etwaige Verschiebung des Kräfteverhälmisses zu andern Mächten. Mit den am Sonnabend zum Abschluß gebrachten Flottenabmachungen sind alle größeren Seemäene außer Japau nunmehr durch gleiche Bedingungen gebunden. Deutsche Warensin aller Weit Das neue deutsch=französische Handelsabkommen bestimmt, daß auch die französischen Kolonien Deutschland die Meistbegünstigung einräumen. Bezüglich Französisch=Marokkos, als einer der wichtigsten französischen Kolonien, ist vereinbart, daß die Voraussetzungen für eine baldige Ordnung des Niederlassungsverhältnisses geschaffen werden sollen und die wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu Marokko einem besonderen Regime mit besonderen Kundigungsfristen unterworfen werden. Der deutsche Handel mit der französischen Marokko=Zone ist bisher im Verhältnis zu dem gesamten Außenhandel Französisch=Marokkos von ziemlich untergeordneter Bedeutung. Nur 2,4 v. H. der gesamten Einfuhr Französisch=Marokkos stammte aus Deutschland, und nur 1,1 v. H. der Warenausfuhr Marotkos ging nach Deutschland. Mit diesem Prozentsatz ist die Ausfuhr, die 1934 noch 8,1 v. H. ausmachte, stark zurückgegangen, so daß hier vielerlei aufgeholt werden kann. Deutschland bezieht aus Marokko hauptsächlich Pflanzenfasern, Mandeln, Kümmel, Molybdänit(ein starkes, zähes Schwermetall mit Eisenlegierung, das hauptsächlich als Werkzeugstahl verwertet wird) und Harz. An deutschen Waren gehen hauptsächlich Diesel= und andere Motoren, Werkzeuge, Steingut und Porzellan und Fahrradersatzteile nach Marokko. Auch im Touristenverkehr Französisch Marokkos spielt Deutschland eine beachtliche Rolle. Von großer Bedeutung für den deutschen Warenverkehr ist auch das kürzlich in Berlin für die Dauer von drei Jahren abgeschlossene deutsche Abkommen über den Warenverkehr mit Niederländisch-Indien. Die deutsche Ausfuhr nach Niederländisch Indien erhöhte sich 1936 gegen das Vorjahr bereits um 3,4 Millionen Mark auf 38,6 Millionen Mark. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres hat sich diese erfreuliche Aufwärtsentwicklung noch fortgesetzt. In dieser Zeit wurden Waren im Werte von 20 Millionen Mark gegenüber nur 17,8 Millionen Mark im ersten Halbjahr 1936 nach Niederländisch= Indien geliefert. Dagegen gingen die deutschen Warenbezüge, die 1935 insgesamt 119,5 Millionen Mark ausgemacht hatten, 1936 auf 112,9 Millionen zurück. Welche Waren werden nun zwischen diesen beiden Ländern hauptsächlich ausgetauscht? Deutschland liefert nach Niederländisch-Indien Fertigwaren aller Art, besonders Teerfarbstoffe, Eisen und Kleineisenwaren, elektrotechnische Erzeugnisse. Niederländisch Indien liefert uns vor allem Rohtabak und Kautschut, Guttapercha und Balata(ein Guttaperchaersatz), ferner Zinn, Oelfrüchte, Kraftstoffe, Schmieröle, Flachs, Hauf, Hartfasern und dergleichen und einige wichtige Royprodukte. Die Aussichten für die Weiterentwicklung unserer Warenausfuhr nach Niederländisch=Indien sind einmal deswegen so besonders günstig, weil das neue Absommen eine Reihe weiterer Zollermäßigungen für verschiedene deutsche Erzeugnisse vorsieht, und zum anderen, weil die Industrialisierung Niederländisch Indiens weiter stark fortschreitet und damit ein entsprechender Bedarf an Maschinen. Die wichtigsten, in Niederländisch Indien bestehenden Industrien sind heute Textilfabriken, Brauereien, Zuckerfabriken, Zement= und Seifenfabriken sowie Leder= und Schuhfabriken. Der weitere Ausbau dieser Industriezweige hält unvermindert an, woraus sich für den deutschen Maschinenerport lausend Geschäftsmoglichkeiten ergeben dürften. Gegenwärtig ist im besonderen eine lebhafte Nachfrage nach Tertilmaschinen verschiedener Art, deren Einfuhr in Niederländisch=Indien seit 1933 ständig gestiegen ist, zu verzeichnen. Stark zugenommen hat auch die Einfuhr von Kraftwagen. Allerdings werden hier überwiegend Wagen aus den Vereinigten Staaten und aus England gewählt. Doch lassen sich hoffentlich in Zukunft auch für die deutschen Wagen Absatzmöglichkeiten anbahnen. Unter den Lieferländern Niederländisch= Indiens steht Deutschland an vierter Stelle hinter Japan, das im wesentlichen durch seine günstige geographische Lage besonders billige Angebote machen kann, den Niederlanden und den Vereinigten Staaten. An fünfter Stelle folgt in der niederländisch=indischen Einfuhrstatistik England, das seine Lieferung ebenfalls im ersten Vierteljahr 1937 beträchtlich erhöhen konnte. Der rote amerikanische Gewerkschaftsführer Lewis, der in den Vereinigten Staaten in den letzten Monaten den Arbeitsfrieden anhaltend bald hier, bald dort gestört und Arbeitnehmer und Arbeitgeber erheblich geschädigt hat, hat soeben seine erste ernsthafte Niederlage erlitten. Das, was dem großen amerikanischen Automobilkonzern der General Motors nicht gelang, das, was Amerikas Autokönig Heury Ford vergeblich versuchte, nämlich sich gegen Lewis und seine Gewerkschaftsforderungen durchzusetzen, ist jetzt der ameritanischen Stahlindustrie geglückt. Ohne, daß das angestrebte Ziel, schriftliche Verträge mit den sogenannten unabhängigen Stahlwerken über die Anerkennung der kollektiven Arbeitsverhandlungen mit der Gewerkschaft, erreicht worden ist, sind mehr als der Streikenden mieder an ihre Arbeitsstatten zurückgekehrt. Es kann nicht weiter überraschen, daß Lewis auf Grund dieser Niederlage den sogenannten „Mietzahlungsstreik“, der eigentlich am 30. Juni beginnen sollte, und als ein Protest gegen die im Anschluß an die Lohnerhöhungen erfolgten Erhöhungen der Mieten gedacht war, abgeblasen wurde. Es ist zu erwarten, daß die zur Zeit von dem roten Hetzer neuerlich versuchte Streikanzettelung von 3000 Seelenten und Hafenarbeitern ebenfalls in sich zusammenfallen wird, zumal erst vor wenigen Monaten lang ausgedehnte Streits den Streitenden kann. greifbare Erfolge gebracht haben. Kurze Notizen Die Reichsfestspiele 19““ werden am 20. Juli feierlich eröffnet. Die Fanfaren, die in der Festspielzeit allabendlich vom Altan des Schlosses herab ins Tal hinein den Beginn der Vorstellungen ankünden, geben den Auftakt.„Amphytrion“ von Heinrich von Kleist wird als Erstaufführung gegeben. Der Führer am Grabe Professor Troost's. München. 18 Juli. Vor der feierlichen Einweihung des Hauses der deutschen Kunst ehrte der Führer und Schöpfer dieses Hauses den zu früh dahingegangenen Proessor Paul Ludwig Troost. Er legte am Grabe des genialen Baumeisters auf dem Münchener Nordfriedhof einen mit der Führerstandarte geschmückten Kranz nieder und verveilte einige Minuten in schweigendem Gedenken an der etzten Ruhestätte seines treuen Mitarbeiters. Der Höhepunkt des deutschen Marinetages Düsseldorf, 18. Juli. Der Deutsche Marinetag erreichte am Sonntagvormittag seinen Höhepunkt in einer großen Veranstaltung auf dem Maifeld. Bei herrlichem Sommerwetter waren auf dem weiten Platz Marinekameradschaften aus dem ganzen Reich, Ehrenformationen der Parteigliederungen, Arbeitsdienst und die Soldatenbünde aufmarschiert. Auf dem Rhein waren die Motor= und Segeljachten der Düsseldorfer Jachtklubs aufgefahren und dicht neben dem Paradefeld lagen die zwei KriegsschiffFlottillen, von denen zum ersten Mal nach 25 Jahren wieder die Reichskriegsflagge auf dem Rhein gezeigt wird. Auf den Tribünen hatten sich zahlreiche Ehrengäste eingefunden. Es war ein prächtiges Bild, als die von der 6. Matrosen=Artillerie=Abteilung in Emden gestellte Fahnenkompagnie mit klingendem Spiel einmarschierte. Ehrenabordnungen der Wehrmacht und ein Fahnenwald der Marinekameradschaften folgten. Die englische Abordnung hatte sich mit ihrer Fahne in Reih und Glied mitaufgestellt. und wurde sehr herzlich begrüßt. Bundesführer Fregattenkapitän a. D. Hintzmann grüßte mit herzlichen Worten alle Gäste und weihte dann mehr als 100 Bundesflaggen, deren erster Dienst hierauf dem Gedenken der Toten galt, ein. Dann sprach Fregattenkakapitän a. D. Hintzmann über den Kampf Deutschlands um Seegeltung und erinnerte an die Höhe= und Tiefpunkte der Geschichte dieses Kampfes. Deutschland hat jetzt begonnen, sich eine seiner politischen Macht gerechtwerdende Seemacht, die deutsche Kriegsmarine, aufzubauen. erlei habe die junge Kriegsmarine der alten voraus: die Erfahrungen der Aufbauzeit und die große Praxis des Weltkrieges. Entscheidend aber sei, daß das Deutsche Reich heute eine einheitliche und entschlossene politische Führung habe. Die Rede des Bundesführers klang aus mit einem dreifachen Hurra auf die deutsche Wehrmacht und unsere junge Kriegsmarine. Admiral Schultze überbrachte hierauf die Grüße des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine Generaladmiral Dr. h. c. Raeder. Seine Worte klangen aus in einem dreifachen Siegheil auf den Führer und Obersten Befehlshaber de" Wehrmacht. An die Veranstaltung auf dem Maifeld schloß sich ein Vorbeimarsch der über 20000 Mitglieder des Marinebundes vor Admiral Schultze am Klanen=Denkmal. Der Vorbeimarsch dauerte über eine Stunde und gab ein herrliches Bild von Straffheit und soldatischem Geist. Die englische Abordnung marschierte mit ihrer Fahne im Zuge und wurde von der Bevölkerung auf das lebhafteste begrüßt. „Vorsicht angebracht“. Wird Moskau den Eden Plan torpedieren? Nachdem alle im Nichteinmischungsausschuß vertretenen Mächte den Kompromißvorschlag Edens als Diskussionsgrundlage angenommen haben, wird am Dienstag die nähere Erörterung der Vorschläge beginnen, bei der sich zeigen muß, ob die widerstrebenden Kräfte, die bisher eine Einigung verhindert haben, nunmehr zu einer wirklichen Nichteinmischung bereit sind. So stellt denn auch die englische Presse, die im übrigen von einem „konzilianten Auftakt“ spricht, fest, daß Vorsicht angebracht sei. „Daily Expreß" und„Daily Mail“ betonen— beide in größter Aufmachung—, daß der sowjetrussische Botschafter Maisty ursprünglich die Absicht gehabt habe, sich rundweg gegen die englischen Vorschläge auszusprechen. Nur aus diesem Grunde habe er in der Vormittagssitzung geschwiegen. Erst als er erfahren habe, daß auch Frankreich den Plan als Diskussionsgrundlage annehme, habe er es nicht mehr gewagt, sich als einziger gegen den Plan. auszusprechen, sondern nur verkündet, daß Sowjetrußland. noch„wichtige Aenderungsvorschläge zu machen beabsichtige". Die Pariser Presse drückt ihr Erstaunen über die Unschlüssigkeit der französischen Regierung aus. Im allgemeinen begrüßt man die Tatsache, daß der englische Plan nicht bereits bei seiner ersten Erörterung auf unüberwindbare Widerstände gestoßen ist. Man verschweigt jedoch nicht, daß die Ausführung dieses Planes trotzdem ungewiß bleibt. Der„Jour“ drückt die Befürchtung aus, daß alles von der Haltung Sowjetrußlands abhänge, das aller Wahrscheinlichkeit nach versuchen werde, die britischen Vorschläge zu torpedieren. Gewisse Presseartikel von Valencia seien bereits in diesem Sinne von Moskau angeregt. In welchem Maße und mit welcher Bereitwilligkeit die Spanien=Bolschewisten den Wünschen der Sowicts nachkommen, geht aus den Aeußerungen der spanisch bolschewistischen Presse hervor, nach denen die spanischen Bolschewisten keinen Augenblick den englischen Vorschlag, der nur„Abscheu“ erwecken könne, in Betracht ziehen könnten. Internationale Tagungen in Paris Am Sonntag und Montag begann in Paris eine Fülle niernationaler Tagungen, an denen auch jeweils eine deutsche lvordnung teilnimmt. So wurde ein Internationaler Konreß zum Schutze der Kindheit eröffnet, an dem unter Führung von Dr. Althaus ungefähr 15 deutsche Vertreter und sertreterinnen teilnahmen. Ferner begannen in Paris die lagungen der Internationalen Rechts=Woche. An den Irbeiten dieses Kongresses beteiligt sich unter Führung von Ninisterialdirektor Dr. Volkmar vom Reichsjustizministerium ine deutsche Abordnung mit etwa 10 Mitgliedern. Unter Führung von Prosessor Dr. Ruedin=München nimmt an dem Internationalen Kongreß für Gehirnhygiene eine aus twa zehn Aerzten bestehende Abordnung teil Verbunden mit dem Kongreß des Internationalen dundezüchlerverbandes, zu dem ebenfalls eine deutsche Abordnung in der französischen Hauptstadt eintraf. indet in Paris eine große Internationale Hundeausstellung Verlagsleitung: Wilhelm Schulte. Verantwortlich für den gesamten Tertteil: Schriftleiter Bruno Oppermann; für den Anzeigenteil: Wilhelm Schulte. Druck und Verlag: Verlag des Gemeinnützigen, Wilhelm Schulte, sämtlich zu H'limburg. D.=A. VI/37: 3000. Zur Zeit ist Liste Nr. 5 galtig. Volksverbundene Kunst Grundlegende Ausführungen von Dr. Goebbels der erse Lag der her=Zeschstammer der Bildenden Fünste im Vertag. v. Begrüßungsabend seinen Abder zeigte, daß der Künstler im Dritten Reich mit Nlußz, der beior, zup:„ seine Lebenslust wieder zurücheiner Schaffens sKarsiger hinaus fanden glanzvolle Fest aufführungen statt. Der zweite Tag der Münchener Feiern wurde eingelettet mit Sondertagungen der Reichs: Jammer der Bilbenden Künste und der Zonremper gmr. lung des Hauses der Deutschen Kunst. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen dieses Tages stand die Festsitzung der Reichskammer der Bildenden Künste, deren Höhepunkt die grundlegenden Ausführungen des Präsidenten der Reichskulturkamme., Reichsministers Dr. Goebbels, bildeten. Dr. Goebbels leitete seine Rede mit der Feststellung ein, daß es immer wieder notwendig sei, von sichtbarer (Stelle aus auf die Grundsätze des künstlerischen hinzuweisen. Die elementare Erkenntnis, daß Kunst von Können und nicht von Wollen käme, werde leider auch heute noch viel zu wenig im künstlerischen Leben respektiert. Dr. Goebbels fuhr fort:„Die Kunst ist eine natürliche Begabung. Sie resultiert aus Talent oder Genie; dazu aber muß eine souveräne Beherrschung aller technischen Mittel kommen, für den bildenden Kunstler der Farbe und der Form, des Pinsels, der Leinewand, des Meißels, des Zirkels und des Zeichenstifts. Als revolutionärer Neuerer darf sich deshalb nur immer der vorstellen, der über den Verdacht erhaben ist, er tue das nur, weil er die Technik=nicht beherrscht und durch gestaltlose Form den Mangel an künstlerischer Fertigkeit bergen sucht. In diesem Sinne ist der technische Könner ohne Genie, aber ausgestattet mit guten Talenten, immer mehr wert als der genialische Poseur, dem jede technische Bildung und Erziehung fehlt. Denn die Genies von selbst, sie sind zu ihrer Stunde da. Die technischen Fähigkeiten aber müssen gekonnt und an nerationen weitergegeben, sie müssen gelehrt und gelernt werden, und es besteht die Gefahr, daß, wenn man sie vernachlässigt und als nebensächlich oder gar hinderlich für die Entwicklung der genialen Künstlerpersönlichkeit ansieht, sie allmählich überhaupt verlorengehen. Das aber wäre für die Kunst ein nicht wiedergutzumachender Schaden.“ Dr. Goebbels wies darauf hin, in welchem Ausmaße während der vergangenen drei Jahrzehnte gegen diese Grundsätze gesündigt worden sei. Nur wenige aufrechte und kämpferische Naturen hätten sich mutig gegen die Tyrannei der jüdischen Kunstkritik aufgelehnt. Die tollsten Abirrungen bildnerischer Gestaltung seien dem deutschen Volke als Kunst aufgeschwätzt worden, und es könne nicht wundernehmen, daß damit die künstlerische Geschmacksbildung einer furchtbaren Verwirrung und zunehmenden Unsicherheit verfiel und von einem einheitlichen Stilempfinden überhaupt nicht mehr gesprochen werden konnte. Dr. Goebbels erinnerte an jene schwere und verhängnisvolle Zeitkrankheit, deren abscheuliche Symptome in Gestalt von frechen und aufreizenden Machwerken heute in den Kellern und auf den Söllern unserer Museen und Galerien schlummern.„Wir glauben“— erklärte der Minister—„uns ein Verdienst um die nun beginnende neue Geschmacksbildung unseres Volkes dadurch zu erwerben, daß wir einen Teil dieser Verfallsprodurte zusammengeholt haben, um sie als warnendes und abschreckendes Beispiel in diesen Tagen in München öffentlich zur Schau zu stellen.“ Anschließend wies Dr. Goebbels darauf hin, daß es lange Zeit gedauert habe, bis diese Arbeit der Umstellung unseres künstlerischen Denkens und Empfindens getan war. Es galt, festgefrorene Vorurteile und Fehlanschauungen zu beseitigen und die Akademien und Meisterateliers, Gemäldegalerien und Museen von kunstbolschewistischen Feinden zu säubern. Man mußte den Mut haben, berühmte Zeitgrößen zu stürzen und zu entwerten, die durch eine behende und eilfertige jüdische Kritik künstlich hochgepäppelt und aufgeblasen worden waren. Gleichzeitig aber war es notwendig, die zahlreichen Bundesgenossen dieser Kunstelique, die an vielen sichtbaren und unsichtbaren, aber meistens sehr einflußreichen Stellen unseres öffentlichen Lebens saßen, nach und nach aus dem Felde zu schlagen. Der Nationalsozialismus sei der Gefahr, daß der Kampf gegen den Kunstbolschewismus zum gegenteiligen Extrem eines spießbürgerlichen, jeder neuartigen Formung abholden, biedermeierlichen nationalen Kitsches führen könnte, erfolgreich begegnet. Es gelang nicht nur, das Unbrauchbare und Schlechte abzustoßen, sondern auch Neueres und Besseres zu schaffen. Wie auf allen anderen Gebieten, so habe auch hier der Führer den Auftakt gegeben und neue Wege und Ziele gewiesen. Der Führer legte schon im ersten Jahre des nationalsozialistischen Aufbaus den Grundstein zum Haus der Deutschen Kunst, bessen Einweihung in diesen Tagen gefeiert wird. Hier soll der deutsche Künstler eine neue Heimstätte finden. Es sei der ausdrückliche Wunsch des Führers, daß die Eröffnung des Hauses der Deutschen Kunst und damit der ersten großen deutschen Kunstausstellung im neuen Reich nicht nur eine Angelegenheit der Künstler selbst bleiden dürfe, vielmehr solle sich in der Anteilnahme des ganzen Volkes die solidarische Verbrüderung der Kunst mit dem Volke und des Volkes mit seiner Kunst dokumentieren. Wie könnte das würdiger und eindrucksvoller geschehen“, fuhr der Minister fort,„als in diesen festlichen Tagen, die für München, die Stadt der deutschen Kunst, angebrochen sind. Keine andere im weiten deutschen Städtekranz wäre würdiger, die deutsche Kunst zu beherbergen. Von München aus sind seit jeher die großen Ströme künstlerischer Gesinnung und künstlerischer Geschmacksbildung in das deutsche Volk hineingeflossen. Von hier aus haben vor allem die bildenden Künste ihre stärksten Impulse erhalten. Hier hatten sie auch immer unter der Patronanz kunstfreudiger und kunstbegeisterter Mäzene eine fast attisch anmutende Heimstätte. pier auch soll für unser Reich das Zentrum unseres künstlerischen Schaffens neu erstehen. Anschließend sprach Dr. Goebbels über die Zukunft der neuen deutschen Kunstgestaltung. Es galte wieder zurückzukehren zu einer gediegenen handwerklichen Grundlage unseres künstlerischen Schaffens. Der künstlerische Nachwuchs werde in wenigen, aber klar eingestellten und zielbewußt geführten Akademien herangebildet. Im Rahmen großer Wettbewerbe sollen die bildenden Künste an der Vielfalt der malerischen und architektonischen Aufgaben der Gegenwart beteiligt werden. Der Staat selbst habe als der große Auftraaaever ein moralisches Recht dazu, an alle privaten Auftraggeber den Appell zu richten, die deutsche Kunst viel mehr noch als bisher an ihren Aufgaben zu beteiligen Dr. Goebbels schloß seine Rede mit dem daß der Führer selbst, als der große Baumeister des Staates und Reiches, seine schützende Hand über die Kunst. der edelsten und schönsten Dienerin halte.„Sein ganzes Werk ist ein Dokument künstlerischer Gesinnung. Sein Staat ist ein Bauwerk nach wahrhaft klassischen Formen. Die künstlerische Führung seiner Politik stellt ihn seinem Wesen und seinem Charakter nach an die Spitze aller deutschen Künstler, die ihm in dieser Stunde ihre Verehrung und Huldigung zum Ausdruck Es ist eine alte Erfahrung, daß politisch graße Zeiten meistens auch künstlerische Blüteperioden unmittelbar nach sich ziehen. Nie war die Stunde für die deutsche Kunst so gesegnet wie heute. Mögen denn die deutschen Künstler sie erfassen und begreifen lernen. Es liegt an ihnen, ob von hier aus eine neue Epoche bildnerischer Formgestaltung beginnt. An sie alle ergeht des Landgrafen von Thüringen Ruf an die Sänger seiner Zeit: „Die Aufgab' ist gestellt, kämpft um den Preis. Und nehmet all' im voraus unsern Dank! Fachberatungen Im Rahmen der Sondertagungen fand eine Sitzung der Kunstvereine stan, die hauptsächlich internen Beratungen gewidmet war. Der Vorsitzende Dr. Griebert (Berlin) betonte, daß es in erster Linie Aufgabe der Vereine sei, das Kunstverständnis in den breiten Massen des Volkes zu wecken. Auf der Tagung der Architekten, Innenraum= und Gartengestalter umriß Reichskulturwalter SA.=Oberführer Moraller die Aufgaben des Architekten im Rahmen des Vierjahresplanes. Wenn mit Ernst und Mut an diese große Aufgabe herangegangen werde, dann werde das Werk gelingen, wobei gerade dem freien Architekten eine Hauvtaufgabe zufalle. In ihm steckten die stärksten Impulst des Kunstschaffens und des Suchens und des Begehens neuer Wege. Auch den Architekten sei eine politische und kulturelle Aufgabe gesteckt.„Sorgen Sie dafür", so schloß der Reichskulturwalter,„daß wir unser Deutschland den folgenden Generationen so hinterlassen, daß sie uns richtig sehen und daß auch im Bauen klar unser Weg zum Ausdruck kommt. Eine Weltanschauung erhält nur dann Ewigkeitswert, wenn sie auf allen Gebieten, zuern aber in der Architektur, Ausdruck und Gestaltung findet. Vor den Kunstverlegern und=händlern sprach Reichsbankdirektor Brinkmann(Berlin) über den deutschen Export. Er betonte, daß eine kulturelle Höchstleistung nicht durch Internationalität zu erreichen sei. Die Aufgabe, die Segnungen der deutschen Kultur in erster Linie dem deutschen Menschen zugute kommen zu lassen, erstrecke sich auch darauf, den Auslandsdeutschen in engster Fühlung mit dem deutschen Kulturschaffen zu halten. Darüber hinaus müßten deutsche Kulturwerte den Weg über die Grenze nehmen, um folsche Vorstellungen zu beseitigen. BEN E DE D Festsitzung der Reichskammer der Bildenden Künste in Anwesenheit des Führers. Weltbid(M). Im Mittelpunkt der Kulturveranstaltungen zum Tag der Deutschen Kunst stand die Festsitzung der Reichskammer der Bildenden Künste im Kongreßsaal des Deutschen Museums. Unser Bild: Reichsminister Dr. Goebbels, der Schirmherr der deutschen Kunst, während seiner richtunggebenden kulturpolitischen Rede. Im Vordergrund der Führer und Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner. Neues Flottenabkommen mit England Beweis für Deutschlands Willen zur Zusammenarbeit Das neue Abkommen Das Uebereinkommen sieht im einzelnen vor: Am 17. Juli wurbe im englischen Außenamt in Ergänzung des deutsch=englischen. Flottenabkommens von 1935 ein weiteres deutsch englisches Flottenabkommen abgeschlossen. Es wurde für Deutschland vom Botschafter von Ribbentrop und für Großbritannien von Außen minister Eden und dem Marineminister Duff Cooper unterzeichnet. Das neue Uebereinkommen bestehr aus drei Teilen: a) einer qualitativen Vereinbarung, d. h. einem Uebereinkommen über Schiffsgröße und Bestückung der Kriegsschiffe und einer Verabredung, Nachrichten über künftige Schiffsbauten auszutauschen: b) einer als„Erklärung" bezeichneten Ergänzungsvereinbarung zum deutsch=englischen Flottenabkommen von 1935, die der besonderen Lage Deutschlands nach diesem Abkommen Rechnung trägt. c) einem Notenwechsel, der die Baufeierzeit für große Kreuzer behandelt. Das neue Uebereinkommen tritt nach Ratifikation und gleichzeitig mit dem Londoner Flottenvertrag von 1936 und einem englisch=sowjetrussischen Vertrag, der ebenfalls am 17. Juli 1937 in London unterzeichnet wurde, in Kraft. I. Das deutsch=englische Floiienabkommen vom 18. Juni 1935 bestimmi, daß die deutsche Flottenstärke 35 v. H. der britischen, in Tonnage ge messen, betragen sollte. Der Vertrag enthielt jedoch lei Bestimmungen über die Große der Schiffstypen oder ihre Bestückung. Eine Regelung dieser Fragen konnte seinerzeit noch nicht getrossen werden, da zur Zeit des un schlusses des Abkommens von 1935 Verhandlungen zwischen den Mächten des Londoner Vertrages von 193 darüber schwebten, was für Bindungen in bezug au Schiffsgröße und Geschutzkaliber künftig getrossen werden sollten. Deutschland erklärte sich seinerzeit bereit, Verein barungen mit England zu tressen, falls eine solche Regelung auch von den übrigen Seemächten, einschließlich der Sowjetunion, angenommen wurde. Eine derartige Vereinbarung ist zwischen England, Frankreich und den Vereinigten Staaten von Amerika am 25. März 1936 im sogenannten Londonei Flottenvertrag von 1936 zustande gekommen. Nach Abschluß dieses Abkommens wurden daher Verhandlungen zwischen Deutschland und Großbritannien und zwischen Großbritannien und der Sowjetunion ausgenommen. Diese Verhandlungen sind jetzt mit der Unterzeichnung der obenerwähnten Vereinbarungen abgeschlossen worden. II. Das Uebereinkomme a) Das qualitative Abkommen enthält in seinem ersten Teil Begriffsbestimmungen für die verschiedenen Schiffsklassen, die in Schlachtschiffe, Flugzeugträger, leichte Ueberwasserfahrzeuge, Unterseeboote, kleine Kriegsfahrzeuge und Hilfsfahrzeuge eingeteilt sind. Das Abkommen bestimmt, wann Fahrzeuge dieser klassen als überalteri zu gelten haben und ersetzt werden können. Schlachtschiffe dürfen nicht mehr als 35 000 Tonnen groß sein und keine schwereren Geschütze als 40,6 Zentimeter führen, Flugzeugtrager nicht über 23000 Tonnen bei einer Höchstgrenze von 15,5 Zentimeter Geschützkaliber. Die Klasse der leichten Ueberwasserfahrzeuge ist in drei Unterabteilungen eingeteilt: große Kreuzer bis zu 10000 Tonnen Wasserverdrängung und keinem größeren Geschützkaliber als 20 Zentimeter, kleine Kreuzer bis zu 8000 Tonnen und 15,5 Zentimeter Geschützkaliber sowie ferner in eine dritte Unterabteilung, nämlich Schiffe bis zu 3000 Tonnen und 15.5 Zentimeter Geschützkaliber, die etwa Zerstörern und Flottillenführern entspricht. Unterseeboote dürfen keine größere Wasserverdrängung als 2000 Tonnen und keine schwereren Geschütze als 13 Zentimeter haben. Besonders hervorzuheben ist Artikel 6 des Abkommens, der eine grundsätzliche Einigung über eine Baufeierzeit für große Kreuzer, sogenannte A=Kreuzer, enthält. Die Baufeierzeit läuft bis zum 1. Januar 1947. Angesichts der Tatsache, daß die Sowjetunion während der Dauer des Abkommens große Kreuzer auf Stapel zu legen beabsichtigt, ist jedoch eine besondere Bestimmuna zusgenommen worden, derzusolge die Baufeierzeit gekürzt werden kann. Der deutsch englische Notenwechsel über diese Frage setzt im einzelnen die Gründe auseinander, die eine behaltlose Annahme der Baufeierzeit unmöglich gemacht haben, und bringt klar zum Ausdruck, daß die Verantwortung für eine etwaige Beendigung der Baufeierzeit nicht Deutschland trifft Das Abkommen bestimmt weiter, daß beabsichtigte Neubauten im voraus den Vertragspartnern mitgeteilt werden sollen. Ferner sind Vereinbarungen über einen m 4-Ichionaustausch über die Fertigstellung von Kriegsschiffen getroffen worden. Endlich entbält das Abkommen entsprechend dem englisch-französisch=amerikanischen Vertrag sogenannte Fortsetzung 4. Seite, zweites Blatt. — Drei Deutsche— euntliche Meister bei den Leichtathletikkämpfen im White City Stadion Die verhältnismäßig kleine deutsche Leichtathletik=Mann haft war bei den internationalen englischen Meisterschaf ten überaus erfolgreich. Drei Meistertitel, je ein zweiter dritter und vierter Platz, sind eine schöne Ausbeute, die sick den vorangegangenen 16 deutschen Siegen würdig anschließen. Der Haupttag der Meisterschaften der Amateur Athletik Association im Londoner White City Stadion hatten bei prachtvollem Sommerwetter rund 30000 Zuschauer angezogen, die den Entscheidungskämpfen einen schönen Rahmen gaben. Die Ueberlegenheit unserer Wurfathleten trat im Hammerwurf klar zu Tage, wo drei Deutsche die ersten Plätze mit Beschlag legten. Mit kraftvollen Drehungen schleuderten Hein und Blask das Gerät weit über die britische Rekordmarke, die im Jahre 1924 der amerikanische Olympiasieger von Paris, Tootell, auf 54,53 m gestellt hatte. Karl Hein gewann den Meistertitel mit 55,86 m vor Erwin Blask mit 54,63 m. Den dritten Platz besetzte noch der Dortmunder Oskar Lutz mit 49,35 m; ein Erfolg, wie er schöner nicht sein konnte. Beim Kugelstoß fehlte unserem Olympiasieger Hanns Woellke ernsthafte Gegnerschaft. Ohne je bedrängt zu werden siegte der Berliner mit„nur“ 15,39 m, denn schon bei dieser Weite lag er für seine Mitbewerber unerreichbar in Führung. Als dritter Deutscher trug sich der Olympiazweite Luz Long in Englands lange Meisterliste ein. Der Leipziger Student überbot seine Vorkampfleistung noch um drei Zentimeter und siegte mit 7,48 m, die neuen britischen Meisterschaftsrekord im Weitsprung bedeuten. Meister im Diskuswurf wurde für viele überraschend der Grieche Nicolaides Syllas mit der schönen Weite von 49,17 Metern vor dem Deutschen Willy Schröder mit 47.36 m und dem Ungarn E. Kulitzy 44,12 m. Schröder führte noch nach Abschluß des zweiten Durchganges, doch mit seinem letzten Wurf vermochte sich der Grieche, der schon bei den Olympischen Spielen einen ehrenvollen sechsten Platz hinter unserem Weltrekordmann belegte, an die Spitze zu setzen. ASB Köln an erster Stelle 13 029,22 Punkte im Kampf um die deutsche Vereinsmeisterschaft. Der zweite Versuch des ASV Köln im Kampf um die deutsche Vereinsmeisterschaft, der am Samstag und Sonnag bei geradezu idealem Wetter im Aachener Waldstadion gegen eine Auswahlmannschaft untemommen wurde, hat einen Erfolg gebracht, wie man ihn selbst im Lager der Kölner nicht für möglich gehalten hätte. Der ASV verbesserte mit 13029,22 Punkten nicht nur seine Bestleistung, erheblich, sondern auch das beste Ergebnis, das bisher Mün hen 1860 im vergangenen Jahr mit 13.010,66 Punkten herausholte, wurde noch übertroffen. Die Kölner haben sich nun auch mit großem Vorsprung in diesem Jahr an die Spitze gesetzt. Hinter ASV liegen: Berliner SC mit 12 852,62 Punkten, München 1860 mit 12 713,17 Punkten und Stuttgarter Kickers mit 12 483,33 Punkten. Es steht zu erwarten, daß diese vier Vereine sich auch im Endkampf um die deutsche Vereinsmeisterschaft in München im September gegenüberstehen. 1:1 in Wimbledon G. v. Cramm überrannte Grant 6:3, 6:4, 6:2. Wie erwartet übernahm Deutschland am ersten Tage des Interzonen=Schlußspiels in Wimbledon die Führung mit 1:0. Gottfried von Cramm schlug im Eröffnungstreffen vor 9000 Zuschauern den Amerikaner Bryan Grant, der nie eine Chance gegen den Deutschen hatte, innnerhalb von 55 Minuten 6:3, 6:4, 6:2. Bryan Grant kamn eigentlich nie aus der Verteidigung heraus. Sein erster Aufschlagball schon kommt überraschend weich, und es spricht wenig für seine Klasse, wenn auch dieser Ball noch oft ausging. Bei Cramm klappte wieder emmal alles, und man kennzeichnet seine Spielweise vielleicht am besten damit, wenn man sagt, er spielte, als sei Wimbledon seine Heimat! Selbst sein Vorhand saß, und zentimetergenau setzte er seine wundervollen Passierschläge in die Ecken. Seine Aufgabebälle konnte der Amerikaner meistens nur weich und hoch zurückgeben. Dann spritzte Cramm jedesmal ans Netz und schmetterte mit Erfolg. Nur eine gute Stunde hatte der Kampf gedauert und Deutschland führte 1:0. Budge schlug Henkel 6:2, 6:1, 6:3. Henner Henkel stand im zweiten Spiel des Tages— man merkte dies schon nach den ersten Ballwechseln, vor einer unlösbaren Aufgabe. Donald Budge ist tatsächlich ein Ausnahmespieler. Obwohl der Deutsche keineswegs schlecht spielte, wurde er von dem Amerikaner in nicht ganz einer Stunde 6:2, 6:1, 6:3 geschlagen. Somit steh der Kampf nach den Ergebnissen des ersten Tages 1:1. Henkel spielte besser als seinerzeit gegen Frank Parker Aber diesen Amerikaner, diesen Menschen ohne Nerven diese Tennis=Maschine, der unbewegten Gesichts— man könnte ihn im Gegensatz zu Helen Moody auch„Mister Bokerbace nennen— auch die schwierigsten Situationen übersteht, dazu gehört mehr. Vielleicht haben sogar diejen gen Recht, die da sagen, Biedge sei der beste Tennisspieler den die Welt je hervorgebracht hat. Starke Augenblick hatte Hencel, wenn Budge am Neu war: Aver selbst dannoch blieb letzten Endes immer wieder Budge Sieger. Delange Amerikaner weiß seinen Vorteil, den seiner langer Beine, tüchtig auszunutzen. Er braucht nicht viel zu la# sen, zudem besitzt er einen phantastischen Rückhand. Quer nüisse gab er zum besten, wie man sie selont in Wimbledoten gesehen hat. Bisher hatten wir auch immer geglautt daß Henkels Asse unülbertrefflich seien. Am den wir eines besseren belehrt. Der Amerikaner knallte sei ue Aufschläge a la Tilden nur immer so hin, daß urd Hören und Sehen verging. Der Verlauf des T Wimneride dom Pomskrompsteich wrachte, war Wümächnden denüben Spterch wrem unich durchene nicht die was monoton. Dafür sorgte Henrei schon mit kleinen Kubinettstückchen, die er hier und dort einstreute und für die er beim freundlichen Publikum stets viel Beifall einheimste. Entscheidung fällt im Doppel Die allgemeine Auffassung ist die, und ihr schließt sich übrigens auch der„Erfinder" der Weltranglisten, Wallis Myers, an, daß die Entscheidung am Montag im Doppel fällt. Denn es ist damit zu rechnen, daß Grant auch gegen Henkel untergeht. Ein bißchen mehr Glück als kürzlich an gleicher Stätte, und der Wurf kann gelingen. Motorsport Sechstagefahrt in Wales Für Deutschland die meisten Goldmedaillen. England gewinnt die Trophäe. Die Internationale Sechstagefahrt in England endete mit einem großen Erfolg der deutschen Einzelfahrer. Insgesamt 111 Goldmedaillen gelangten an strafpunktfreie Fahrer zur Verteilung, 51 von ihnen wurden nach Deutschland entführt. England, das über 20 Fahrer mehr im Wettbewerb hatte, mußte sich mit 42 dieser wertvollen Auszeichnungen begnügen. Holland errang acht, Irland und die Tschechoslowakei je vier und Oesterreich zwei. Die Silbermedaillen für Einzelfahrer, die nicht mehr als zehn Strafpunkte in diesem schweren Wettbewerb aufwiesen, entfielen auf England(12), Deutschland(8). Holland(2) und die Schweiz(1). Die internationale Trophäe wurde von den Engländern G. Rowley(346 ccm AIS), V. Brittain(348 ccm Norton) und W. Wayvott(595 ccm Velocette=Stwg.), die als Vor jahrssieger nach dem englischen Sportgrundsatz„Never change a winning team“, wieder die Nationalmannschaft bildeten, erfolgreich und in hartem Kampf mit Deutschland verteidigt. Durch diesen Sieg— den neunten seit Bestehen des Wettbewerbs— erwarb sich England das Recht, auch die 20. Internationale Sechstagefahrt im kommenden Jahre im eigenen Land durchzuführen. Nur wenige Sekunden waren es, die unserer tapferen BMW Mannschaft G. Maier, J. Stelzer und L. Kraus=Müller in der Zeschwindigkeitsprüfung den Erderfolg als verdienter Lohn für ihr prächtiges Fahren während sechs schweren Tagen versagten. Nur diesen beiden Mannschaften von England und Deutschland war der letzte Lauf der Geschwindigkeitsprüfung vorbehalten. Nach den ersten Runden lag Brittain (Norton) an der Spitze, dicht gefolgt von G. Maier (BMW), der in der 7. Runde die Füh ung übernahm um nicht mehr abgab. Auch Stelzer und Kraus lagen gut in Rennen. Doch Brittain, der mit seiner 350 ccm Maschine eine geringere Durchschnittsgeschwindigkeit zu fahren hatte als Maier mit der Haibliter=BMW, war der Fahrer mit dem höchsten Zeitgewin über seiner Sollzeit und dadurch fiel seiner Mannschaft der Sieg zu. Zehn Sekunden gaben den Ausschlag. In den späten Stunden des Samstag wurden noch die amtlichen Ergebnisse der 19. Internationalen Sechstage fahrt bekannt. Deutschland hat in diesem schweren Wett bewerb einen Erfolg davon getragen, der nicht hoch gen### eingesetzt werden kann. Wenn auch der erste Platz in Kampf um die Internationale Trophäe um Bruchteile voSekunden verloren ging, so bleiben die anderen Ergebnisse den Ausdruck für die motorsportliche Ueberlegenhes Deutschlands nicht schuldig. 77 deutsche Fahrer haven teit genommen, 68 erreichten das Ziel nach sechs Tagen. Da bei fielen allein 57 Goldmedaillen an Deutschland, weite sieben Silbermedaillen und vier Bronzemedaillen. In Vergleich mit England, das 21 Teilnehmer mehr in dei Kampf schickte, hat Deutschland weitaus besser abgeschnit ten, denn die Engländer mußten sich mit 48 Goldmedaillen 12 Silbermedaillen und 11 Bronzemedaillen zufrieden ge ben. Insgesamt wurden verteilt: 124 Goldmedaillen, 2. Silbermedaillen und 21 Bronzemedaillen. Zwei blieben ohne Auszeichnung. Im vorigen Jahr in Deutsch land waren die Zahlen: Von 245 Fahrern 87 mit der Goldedaille, 56 mit der Silbermedaille und 22 mit der Bronzemedaille, während 75 Fahrer ausschieden. Radsport Geschlossen über die Pyrenäen Die schwierigste Strecke der Tour de France. Wohl zum ersten Male in der Geschichte der„Tour de France“ gab es in der ersten Etappe in den Pyrenäen kei ne Sprengung des Feldes. Alle Ausreißversuche der Berg Matadoren scheiterten an der Zähigkeit des Feldes, das so fort den Ausreißern nachsetzte. Außerordentlich erfreulich und anerkennenswert war aber auch das Durchhalten der deutschen Fahrer, die sich prächtig unterstützten und dadurd nicht einen Zentimeter einbüßten. Dabei waren Reisenschö den auf dieser mörderischen Strecke der„Tour“ von Perpignan nach Luchon über 325 km an der Tagesordnung un auch Stürze blieben bei den tollkühnen Abfahrten nicht aus Zur Erleichterung der riesigen Tagesstrecke war die 14 Stappe in drei Teilabschnitte zerlegt und jedesmal ein Zwangspause eingelegt worden. Der Belgier Meinenben, holte sich im Spurt vor Frechaut und Vicini den ersten Stappensieg, während die zweite Gruppe mit den sieber Deutschen 1:09 Minuten eingebüßt hatte. Am Ende der zweiten Teilstrecke gab es eine Massenankunft von 53 Faywern, wobei Canardo vor Meulenberg und Cosson im Spin: siegte, während der Troß auf den 5. Platz gesetzt wurde Darunter die Deutschen. In Luchon holte sich Meutenber; mit seinem Spurt seinen zweiten Etappensieg vor Deloor Frechaut und dem Deutschen Bautz, dessen Vorstoß erwazu spät kam und nicht ganz zum Ziel führte. Auf den sech sten Platz wurden weitere 30 Fahrer gesetzt, darunter allFavoriten. In der Gesamtwertuung hat sich auch nach dieser lüngster und schwersten Etaupe der„Tour“ nichts geändert. Bielefelder Stadtstaffel bleiht in Bielefeld Köln um Raolange geschlagen. Auch die erste Wiederholung der Bielefelder Radstaffetstenfahrt„Rund um die Bielefelder Innenstadt“, die einen Großteil ausgezeichneter westdeutscher Amateure am Start sah, wurde zu einem überragenden Erfolg. Bei prächtigem Wetter umsäumten über hunderttausend Zuschauer die Straßen, durch die die Stadtmannschaften aus zwölf deutschen Städten— darunter Köln, Bonn, Aachen, Dortmund, Hannover, Düren usw.— fuhren. Es gab den erwarteten erbitterten Kampf auf der 3,8 km langen Rundstrecke. Die Bielefelder fuhren ausgezeichnet und konnten, trotzdem Oberquelle kurz vor Schluß stürzte, durch ihren letzten Mann, Langhoff, den Sieg mit einer Radlänge gegen ihren schärfsten Widersacher, die Kölner Vertretung mit Meurer, Böttcher, Blum und Ruland, retten. Minuten zurück uisburg, 8. Bonn. Wassersport Deutschlands Wasserballer siegen mit 5:1 Toren. Deutschlands Wasserball=Nationalmannschaft hat einen weiteren Sieg errungen. In Haarlem wurde Holland vor 3000 Zuschauern bei sehr heißem Wetter klar mit 5:1(2:0) Toren besiegt. Die Holländer gaben sich in diesem Kamp alle Mühe, um die Niederlage zu verhindern, aber gegen das technisch weit reifere Spiel der deutschen Wasserballer vermochten sie auf die Dauer doch nichts auszurichten. In der ersten Halbzeit mußte Deutschland gegen die pralle Sonne spielen, aber dennoch sahen die Zuschauer leich ein ausgezeichnetes Spiel. Schulze erzielte den ersten Creffer auf Vorlage von Schneider, der selbst von Regter sehr gut, aber auch reichlich hart gedeckt wurde. Ein zweiter Treffer von Schneider fand keine Anerkennung, doch Sekunden später wurde der Duisburger unverständlicher Weise aus dem Wasser gewiesen. Holland, stürmische Angriffe brachten auf der Gegenseite nichts ein, da Klingenburg in glänzender Form war. Ein wunderschönes Zusammenspiel Baier und Strauß ergab durch den Aachener aber noch vor der Pause 2:0.— Nach der Pause setzte der Schiedsrichter Baier wegen Regelverstoßes heraus, während van den Strafwurf zum einzigen Gegentreffer Hollands einsandte. Die Zuschauer feuerten nun ihre Landsleute mächtig an. Bei der deutschen Hintermannschaft war jedoch nichts zu machen, und als Schulze auf 3:1 erhöhte, stand der Sieg nicht mehr in Frage. Klingenburg zeichnete sich wiederholt aus, einmal bei einem Dreimeterschuß. Strauß stellt nach Zusammenspiel mit Schneider auf 4:1, Schneider selbst 5:1. RC am Wannsee hat den besten Nachwuchs Als Hauptveranstaltung des norddeutschen Regatta gports und als inoffizielle Meisterschaftsregatta unserer Nachwuchsruderer hatte die„Große Hamburger“ auch am zweiten Tage bei prächtigem Wetter den verdienten Zuschauererfolg. Wenn auch während der Veranstaltung ein böiger Wind aufkam, unter dem die Ruderer ziemlich zu lleiden hatten, so befriedigten doch die Leistungen in jeder Weise. Nach dem Siege im Jahrhundert=Achter am Samstag war der Berliner RC auch am Sonntag erster Favori i Kampf um das„Blaue Band“ der Alster, den Senats achter, um das sich fünf Boote bewarben. Es gab ein harte: Rennen, in dem lediglich die Engländer des Oxforder Uni versity Boat Club keine Rolle zu spielen vermochten. Dei „Club“=Achter setzte sich gleich nach dem Start an die Spitzund vergrößerte ständig seinen Vorsprung, um in neue# Rekordzeit das Ziel zu passieren. Wratislavia Breslau kan auf den zweiten Platz vor dem Kieler RV und der RG Wi king Berlin. Den Ersten Einer holte sich Westhoff(Berline RC) gegen Willi Füth, wobei Füth nicht zu überzeugen vermochte. Flugsport Die Bilanz des Rhönwettbewerbs Deutschland hat die besten Segelflieger. Am Sonntag ist der große internationale Segelflug wettbewerb auf der Wasserkuppe in der Rhön zu Ende ge gangen. Wenn man zum Abschluß dieser wundervollen Ta ige eine Bilanz zieht, so können wir mit Genugtuung fest stellen, daß Deutschlands Vormachtstellung wieder einma stark zum Ausdruck gebracht wurde. Vom ersten Tage der Wettkämpfe an hatte sich Hein Dittmar an die Spitze gesetzt und bis zum Abschluß be hauptete er den gewonnenen Vorsprung mit Erfolg.##0 1662.5 Punkten konnte er seine Landsleute Hofmann un Wolfgang Späthe klar auf die Plätze Sonderpreis erhielt gleich ihnen auch der Vierte des Wett bewerbs, der Schweizer Sandmeier. Hanna Reitsch, on durch ihren glänzenden Streckenrekord viel genannt wur de, kam auf den sechsten Mlatz hinter Kurt Schmidt. De Pole Zabski wurde für die größte Höhe, der Oesterreiche Frena für die längste Flugzeit ausgezeichnet Das Ergebnis: 1. Heini Dittmar=Deutschland 1662,5 A Preis des Führers und Reichskanzlers); 2. Ludwig Ho monn=Deutschland 1427 V.(Preis des Reichominsters de Luftfahrt); 3. Wolfgang Späthe=Deutschland 1325 P.(Prei Aen Stcatastererdne der Autbochotr i SeimegeeSerg 1127 P.(Preis des Korpoführers des RSFK); 5. Schmidt=Deutschland 1116 P.(Preis des Präsidenten de Vroklubs); 6. Hanna Reitsch=Deutschland 1104 P.(Prei des Vervandes der deutschen Luftfahrtindustrie): howski=Polen 312.5; 5. Jabeki= Polon 7705 P.: 9. Schweiz 667 P.; 10. Mynarski=Polen 57.,5 P.