westdeutsche Zeitung Kheinische Tageszeitung Elberfelder Zeitung 143. Jahrgang Nr. 15 Freitag. den 15. Januar 1932 Einzelpreis 10 Pf. Klärung der Lage R. B. und R. S. B. Brüning und die RsDAP Seine hoffnung, daß auch die AS OAB ihn kolerieren werde, ist gescheitert Brüning soll zurücktreten 2 München, 14. Jan. Der„Völkische Beobachter“ teilt heute mit, daß die Denkschrift Adolf Hitlers an den Reichspräsidenten mit ergänzenden Ausführungen zu gegebener Zeit veröffentlicht werde, und er fügt hinzu, er glaube nicht, daß Herr Brüning an dieser Denkschrift seine ungetrübte Freude haben werde. Das Braune Haus in München erklärt nach wie vor, daß von der Reichsleitung der NSDAP in der Frage der Reichspräsidentenwahl äußerste Zurückhaltung geübt werde. Die Zeit sei für eine offizielle Stellungnahme noch längst nicht reif. Ferner erfahren wir, daß die Erklärungen Dr. Fricks in Kempten vom Dienstag abend und gestern abend in Lindau am Bodensee, die auf die Möglichkeit einer nationalsozialistischen Kandidatur Epp für den Fall hindeuten, daß das Kabinett Brüning bis zur Reichspräsidentenwahl nicht verschwunden sei, nicht als parteioffiziell betrachtet werden dürfen. Vielleicht kann man aus der merkwürdigen Tatsache, daß ausgerechnet das Zentralorgan der NSDAP, der„Völkische Beobachter“, der sonst viel unbedeutendere nationalsozialistische Reden ausführlich veröffentlicht, guch heute wieder keine Zeile über die beiden bedeutsamen Reden Fricks bringt, den Schluß ziehen, daß tatsächlich Frick sich hier zu weit vorgewagt har und daß diese Ausführungen von der Reichsleitung nicht gebilligt werden. Offensichtlich hat der„Völkische Beobachter“ von Adolf Hitler ein Schweigegebot in dieser Angelegenheit bekommen. AlleAnzeichen weisen nun darauf hin, daß die NSDAP zunächst den Sturz des Kabinetts Brüning verlangt, ehe sie in der Frage der Reichspräsidentenwahl sich endgültig entscheidet. So fordert der Chefredakteur des„Völkischen Beobachters“ Alfred Rosenbera in seinem heutigen Leitartikel in schärfster Form der Rücktritt Brünings. Brüning habe sich eine schwere Niederlage geholt und sei heute unmöglicher denn je. Es sei zunächst notwendig, daß er aus dieser Entwicklung endlich die Konsequenzen ziehe. Der„Völkische Beobachter“ verurteilt dann die Auslassungen der Berliner Linksblätter, die„stündlich mit neuen Vorschlägen, Plänen und Stellungnahmen aufwarten mit dem einzigen Zweck, die peinliche Niederlage Brünings zu verschleiern und die Person und den Namen Hindenburgs auch weiter in ihre unsauberen politischen Geschäfte hineinzuziehen.“ Alfred Rosenberg erklärt anläßlich seiner Angriffe gegen das Kabinett Brüning, daß schon im Dezember 1931 anläßlich seiner Reise nach London ihm„von einer dortigen Botschaft eines Großstaates bekanntgegeben wurde, daß mit der jetzigen Reichsregierung keine dauernden Abmachungen getroffen werden könnten“, und er selbst fügt hinzu, daß mittlerweise von der Autorität Brünings noch mehr abgebröckelt sei, und daß Brüning aus der peinlichen Entwicklung während der letzten Woche endlich die Konsequenzen ziehen müsse. Fricks Rede in Lindau & Lindau am Bodensee, 14. Jan.(Drahtb.) In einer nationalsozialistischen Massenversammlung sprach gestern abend der frühere thüringische Innenminister Dr. Frick. Er verglich die Erklärung Brünings zur Tributfrage und deren vorauszusehendes Ergebnis in Lausanne mit dem Schicksal der deutsch=österreichischen Zollunion unter Curtius und folgerte, daß Brüning aus Lausanne nur eine Niederlage nach Hause bringen werde. Wenn die Regierung dann noch nicht zurücktrete, sei die Reichspräsidentenwahl der äußerste Zeitpunkt für den Sturz Brünings, denn die Nationalsozialisten seien nicht geneigt, die Zentrumsdiktatur Brünings auch nur einen Tag länger zu ertragen als es unbedingt notwendig sei. Als stärkste Partei Deutschlands hätten sie den Anspruch darauf, daß der Reichspräsident aus ihren Reihen gewählt werde. Alles das gelte aber nur unter der Voraussetzung, daß Brüning noch weiter am Ruder bleiben wolle. Etwas anderes sei es, wenn sich diese Sachlage ändere, denn dann könnten die Nationalsozialisten ruhig abwarten. Wenn durch die Aktion Brünings die Würde und das Ansehen des Reichspräsidenten geschädigt worden seien, so hätten nicht die nationale Opposition, sondern die Gegenspieler die Schuld daran. Großer Waffenfund in Hagen Verhaftungen von Kommunisten Hagen, 14. Januar. Wie das Polizeipräsidium mitteilt, wurde heute nachmittag von Beamten des hiegen Polizeipräsidiums in der Sunderlohstraße ein verecktes Sprengstoff- und Waffenlager ausgehoben. Ge.#### wurden über 1 Zentner Sprengstoff, 0 Sprengkapseln. eine Menge Gewehre und Moderne Waschtische C. W. Herzogenrath W.-elberfeld, Mäuerchen 6 Sanitäre Anlogen. Zentralheizungen seit 1895 Pistolen, sowie Munition. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Die ponizeiliche Untersuchung ist noch im Gange. 6% Hagen, 14. Jan. Auf Anfrage wird von der Polizei in Hagen bestätigt, daß es sich bei der in einem Hause an der Sunderloh=Straße vorgenommenen Beschlagnahme eines illegalen Waffenlagers um einen der größten Waffenfunde handelt, die in der letzten Zeit im hiesigen Gebiet gemacht wurden. Nach dem ersten Ergebnis der Untersuchung wurden nicht weniger als 1 Zentner Dynamit, 400 Sprengkapseln, 100 Handgranaten, sowie eine beträchtliche Anzahl verschiedener Handfeuerwaffen neben Munition sichergestellt. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Man nimmt in Kreisen der Polizei an, daß es sich um ein kommunistisches Waffenlager handelt. Es werden auf Grund bestimmter Indizien auch Zusammenhänge mit den großen Sprengstoffdiebstählen, die vor kurzem unter anderem m Vorhalle und Gesecke verübt wurden, vermutet. Die Zahl der Verhafteten beträgt 3. Alle 3 gehören der KPD. an bzw. stehen ihr nahe. Bei den Handfeuerwaffen handelt es sich um zwei Gewehre, Modell 98 und einen Karabiner, Modell 98. Nach einer neuen Mitteilung wurden nicht 100 Handgranaten, sondern 200 Handgranaten beschlagnahmt. Die Ermittlungen werden mit Unterstützung der Landeskriminalpolizeistelle Dortmund, weitergeführt. Das Innenministerium hat ausführliche Berichte eingefordert. Findet die Polizei irgendwo und irgendwann ein paar Patronen, einen verrosteten Säbel und einen entsprechend altes Schießeisen, so spricht es unter größten Schlagzeilen in der Sozen= und Demokratenpresse von „Waffenlägern“, die den auf Putsch lüsternen Rechtsradikalen gehören und mit denen der Umsturz der bestehenden Verfassung vorbereitet werde. Grausige Perspektiven werden aufgezeichnet. In jüngster Zeit wird in keinem Falle vergessen, das Best'sche Aktenstück heranzuziehen, um dem p. t. Publikum das Gruseln beizubringen. Man sieht da im Geiste schon serienweise die wackeren Verteidiger der Demokratie, der Errungenschaften der Revolution und der schätzenswerten Patentfreiheit des Neudeutschen an der Wand stehen, um Opfer„faschistischer Bestien" zu werden. Wirkliche Waffenlager bei der Kommune werden gern bagatellisiert. Denkt man doch an eine frischfröhliche Kameradschaft, wenn es einmal gelten sollte, „gegen den Faschismus“ zu Felde zu ziehen. Das Bekenntnis zu einer solchen Waffenbrüderschaft ist oft genug ausgesprochen worden. Darum betrachtet man die Entdeckung von Waffenbeständen bei der Kommune als eine mehr oder weniger unangenehme Störung, die man pflichtgemäß und um den Schein zu wahren, registrieren muß, von der man aber nicht gerne spricht. Wir haben nun jetzt eine„Eiserne Front“, in die als Korsettstangen die Hundertschaften der von preußischen Polizeikräften ausgebildeten Schufo des Reichsbanners eingezogen sind. Man macht Schießübungen und Geländemärsche, obwohl doch der Genosse=Polizeiminister immer wieder betont, es könne gar kein Zweifel darüber bestehen, daß die Polizeikräfte, ganz abgesehen von der Reichswehr, vollauf imstande sei, jeden auch noch so ernsthaften Versuch einer Revolte und eines Verfassungssturzes niederzuschlagen. Weshalb bei einer solchen amtlichen Auffassung denn noch überhaupt militärisch=polizeiliche Ausbildung nicht nur geduldet und zugelassen, sondern sogar unterstützt wird, ist nicht gut erfindlich. Bei nationalen Verbänden ist man so außerordentlich rigoros in der Auslegung der auf das Versailler Diktat fußenden Bestimmungen, so daß hier Dinge oft genug beanstandet werden, die eben nur eine kasuistische Auslegung als Kennzeichen für militärische Ausbildung ansprechen kann. Wenn man die Drohungen der„Eisernen Front“ gerade in den letzten Wochen gelesen hat, wenn man weiß, daß ausdrücklich dort erklärt wurde, man werde es nicht dulden, daß der Nationalismus in Deutschland zur Macht komme, werde es auch dann nicht dulden, wenn das auf dem Wege über den Stimmzettel, wenn es also legal geschehen sollte, wenn man auch für diesen Fall den Bürgerkrieg als die selbstverständliche Folge, als das natürlich Gegebene anspricht, dann allerdings wird man zu Erwägungen kommen müssen, von denen man annehmen darf, daß sie auch dem Herrn Reichsinnenminister als Hüter der Verfassung sich mehr und mehr aufdrängen müssen. Diese Entwicklung und Duldungsmethode tragen die schwersten Gefahren in sich. Wir knüpfen diese Betrachtungen an gewisse Tatsachen an, die die Bedeutung der vielleicht als BramarbasManieren mancherorts angesprochenen„Eisernen Front“= Drohungen vergrößern und wichtiger erscheinen lassen. Es wird und wurde nie ein Hehl daraus gemacht, daß das Reichsbanner in engster Ideen= und Interessengemeinschaft steht mit der Organisation der österreichischen Sozialdemokratie, dem sogenannten„Republikanischen Schutzbund". Durch gegenseitige Besuche, die sich nicht nur auf Führerpersonen, sondern auch auf Delegierung ganzer Abteilungen wurde betont die Wesensgleichheit und Zieleinigkeit beider Organisationen unterstrichen. Internationale Verträge und Landesgesetze gestatten nicht eine organisatorische Verschmelzung beider Gebilde. Sie lassen auch im Fall des Falles einen Sukkurs personeller Art durch Gestellung umfangreicher Verbände als eine offene Anteilnahme an operativen Unternehmungen des andern nicht zu. Aber was nicht immer und besonders in gewissen Stunden stürmischer Tage und Wochen innerpolitischer Auseinandersetzungen mit Gewaltanwendung verhindert werden kann, ist die waffentechnische Hilfe, die etwa vom Austromarxismus geleistet werden kann... und werden wird. Insofern sind die Vorgänge in Oesterreich auch für uns im alten Vaterlande von wesentlichem Interesse. Es bestand bisher niemals ein Zweifel daran, daß der Republikanische Schutzbund im Besitze von un angreichen Waffenbeständen ist. Die Herrschaft der Partei in einer ganzen Reihe von Rathäusern die gewerkschaftliche Stärke in vielen industriellen Zentren Spionage in Kiel des Landes hat die Erhaltung der emmal angesammelten Waffenbestände begünstigt. Alle Versuche, eine durchgreifende Entwaffnung durchzuführen, sind Halbheiten geblieben. Es ist so gut wie nichts erreicht worden. Das Aufkommen der Heimatwehren, die als Abwehr des wachsenden Terrors geboren und als Gegenwehr gegen die Vergewaltigung des Bürgertums bestimmt wurden, war bislang kraft des gewichtigen und entschlossenen Willens, mit gleichen Mitteln zu dienen, die Gewähr, daß der Austromarxismus— eine radikalere Prägung des Sozialismus, der kraft dieser seiner Einstellung das Aufkommen eines eigenen Kommunismus verhindert hat— nicht zu gewaltsamen Maßnahmen gegriffen hat. Aber dieser Austromarxismus rustet, wie seine Führer offen erklärten, im stillen weiter auf den Tag eines solchen Kampfes. Er rüstet mit Mitteln, die jetzt durch einen Zufall ins offene Tageslicht gerückt worden sind. Und diese Arbeit scheint recht großzügig, ja fabrikatorisch betrieben zu werden. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß es sich um ein regelrechtes Lieferungsgeschäft handelt, das da in Wien und wahrscheinlich nicht nur dort abgewickelt wird. Die näheren Angaben sind aus der anschließenden Darstellung ersichtlich. Bei der Betrachtung dieser Tatsachen spielt nicht zuletzt die Beziehung des Reichsbanners zum Republikanischen Schutzbund eine gewichtige Rolle. Die Verhältnisse in Oesterreich sind eben trotz allem auch heute noch so, daß in ihnen die These eine gewichtige Stütze finden würde, wonach für alle Fälle dort einer der Waffenlieferanten unserer Herrschaften zu erblicken wäre, die sich nach eigenen Angaben mit Nägeln und Zähnen, d. h. mit den Mitteln der Gewalt auch gegen einen legal zur Macht kommenden„faschistischen“ Gegner zur Wehr setzen wollen. Was also in Oesterreich vor sich geht, verdient unter diesen Umständen ein lebhafteres Interesse der deutschen Oeffentlichkeit, als es gemeinhin der Fall ist. Die gesamte Marxistenpresse bei uns schweigt sich erklärlicherweise über die Funde in Wien aus. Sie wartet lieber auf die verrostete Pistole, die mal demnächst bei einem „Faschisten“ gefunden werden wird. Und die Auguren lächeln.—.— In Kürze Reichskanzler Dr. Brüning beim Reichspräsidenten Reichspräsident von Hindenburg empfing heute nachmittag den Reichskanzler Dr. Brüning zum Vortrag. Pläne deutscher Kriegsfahrzeuge an Frankreich verkauft 68 Kiel, 14. Januar. In Kiel ist eine große Spionageaffäre aufgerollt worden, die mit der Verhaftung einiger Personen ihren Auftakt fand. Das Hauptziel der ganzen Spionageaktion war, Konstruktionspläne der Reichsmarine in die Hände Frankreichs zu spielen Der größte Erfolg, den die politische Polizei in dieser Angelegenheit errungen hat, ist zweifellos die Verhaftung eines Franzosen, der die Konstruktionspläne in Kiel direkt entgegennahm und bar bezahlte. An deutschen Spionen konnten verhaftet werden: zwei Brüder Rollmann, Photographen B. Fürchtenicht und K. Seeck, beide zum technischen Personal der Reichsmarine gehörende Seeleute in höheren Dienstgraden. Der Aufwand bringt es an den Tag Vor einigen Wochen, berichtet ein Hamburger Blatt an näheren Einzelheiten, traf ein Marine=Feldwebel in Kiel seinen früheren Kameraden Karl Seeck, den ehemaligen Oberfeldwebel und Torpedofachmann. Dieser hatte im Oktober v. I. seinen Dienst beendet und war dementsprechend entlassen worden. Dem Kameraden fiel nun auf, daß Seeck über außerordentlich hohe Geldmittel verfügte, wertvolle Autos hatte, auf allen Tanzdielen zu Hause schien und auch sonst Beziehungen unterhielt, die zu dem ehemaligen Oberfeldwebel sehr wenig paßten. Nach einigen weiteren Beobachtungen teilte er seine Feststellungen seiner vorgesetzten Behörde mit. Dieser waren schon von anderer Seite Fingerzeige zugegangen, die sich aber auf einen Seemann Fürchtenicht bezogen, der ebenfalls reichlich viel Geld zur Verfügung zu haben schien. Es kostete keine große Mühe, festzustellen, daß Fürchtenicht und Seeck sich gut kannten und sich des öfteren trafen. Seeck hatte in den Konstruktionswerkstätten für Torpedos zu tun und hauptsächlich in der Abteilung für Erprobung neuer Modelle. Eines Tages sah ein Kriminalbeamter, wie sich Seeck mit einem Photographen Rollmann traf, der der Polizei schon längere Zeit verdächtig war. Dieser Rollmann war nämlich längere Zeit in Metz gewesen und hatte dort allerlei Bekanntschaften gemacht, die sich bis nach Kiel hinzogen. Als er nach Hause zurückkehrte, weihte er seinen Bruder darin ein, daß er den Auftrag habe, für die in Metz zentralisierte Deutschland=Spionage Konstruktionspläne aus dem Gebiet der Marine zu liefern. Die Aufträge, in die Rollmann genau eingeführt worden war, erstreckten sich auf rein artilleristische und andere maschinentechnische Sonderheiten, Konstruktionen also, die im Interesse der Landesverteidigung strenger geheimgehalten werden, als irgend etwas sonst. Für die Rollmanns gab es keine bessere Gelegenheit, sich über die in Frage kommenden Dinge zu unterrichten als dadurch, daß sie eine Verbindung mit Seeck suchten und fanden. Seeck war offenbar in ziemlicher Geldverlegenheit, er erlag um so leichter den Wünschen seiner Freunde und übergab ihnen früher angelegte Konstruktionspläne, fertigte weitere Zeichnungen an und ließ sich durch Fürchtenicht alles das beschaffen, was ihm noch fehlte oder was an Neuerungen herauskam. Natürlich die RsDAp Ein abgehörtes Telephonat? * London. 12. Jan.(Drahtb.) Der politische Korrespondent des Star stellt heute abend die Behauptung auf, die verfrühte Veröffentlichung der Erklärung Dr. Brünings sei auf das Abhören eines Telephongespräches zwischen der britischen Botschaft in Berlin und London zurückzuführen, in dem die Mittei. lungen des Reichskanzlers an den englischen Botschafter nach London übermittelt wurden. Niemand wisse genau, mo die Belauschung des Gespräches stattfand. Dieser oder jener halte es für möglich, daß ein Hitleragent oder ein Telephonbeamter mit Sympathien für die Nationalsozialisten eine Niederschrift des Gespräches besorgte. Die Stimme aus Rom „Einstellung der Tribule eine vollendete Tatsache“ Vertrauenserklärung der Radikalen für Briand Die radikale Kammerfraktion hat heute vormittag eine Sitzung abgehalten und eine Entschließung gefaßt, in der Briand das Vertrauen der radikalen Partei und ihre Verbundenheit mit der Friedens= und Annäherungspolitik der Völker, die er immer vertreten habe, zum Ausdruck gebracht wird. Konferenz-Vorbereitungen (*) Berlin, 14. Jan.(Eig. Drahkv.) Das Reichskabinett wird voraussichtlich am Freitag zu einer Sitzung zusammentreten, die der Vorbereitung für die Tagungen von Lausanne und Genf gilt. Nachdem die Hindenburgaktion zunächst einmal als erledigt lten kann, beschäftigen sich die Ressorts mit den Vorbereitungen r die Abrüstungs= und Reparationskonferenz. Der Revarationsausschuß des Kabinetts tagt fast täglich, um die deutschen Richtlinien fertigzustellen. Die Neuwahlen in Mecklenburg (-) Berlin, 14. Jan.(Eig. Drahtb.) Das Staatsministerium von Mecklenburg=Strelitz teilt mit, daß die Neuwahlen zum Landtag für Anfang März vorgesehen sind. Die Wahldauer des jetztaen Landtages läuft am 29. Januar ab. Nach den gesetzlichen Bestimmungen muß der neue Landtag spätestens am 60. Tage nach Ablauf der Wahldauer des alten Landtags gewählt sein. Professor Beneduce kommt nach Berlin Wie verlautet wird Professor Beneduce, der Sachverständige des italienischen Schatzamtes, bald nach Berlin kommen, um mit deutschen Finanzsachverständigen Vorbesprechungen für die Lausanner Konferenz abzuhalten. Einspruch Preußens gegen die Aufhebung des „Angriff"=Verbots Das preußische Innenministerium will, wie verlautet, von dem in der Pressenotverordnung der obersten Landesbehörde eingeräumten Recht Gebrauch machen und wegen der Aufhebung des „Angriff“=Verbotes durch das Reichsinnenministerium die Entscheidung des Reichsgerichts anrufen. Eine Berliner NSDAP.-Versammlung aufgelöst Wegen Verstoßes gegen das Uniformverbot wurde heute abend eine aus etwa 500 Personen bestehende Versammlung der HitlerJugend im Norden Berlins aufgelöst. Der Versammlungsleiter und 81 Teilnehmer der Versammlung wurden der politischen Polizei übergeben. Das Befinden des früheren deutschen Kaisers Im Hinblick auf zahlreiche auf Haus Doorn eingelaufene Anfragen gibt das Hofmarschallamt des ehemaligen deutschen Kaisers bekannt, daß der ehemalige deutsche Kaiser von seiner kürzlichen Erkältung eine hartnäckige Bronchitis zurückbehalten habe. Ihr Verlauf sei fieberfrei, aber sie lasse es doch geboten erscheinen. in der nächsten Zeit noch Vorsicht walten zu lassen. Die ehemalige Königin von Griechenland gestorben Die ehemalige Königin Sophie von Griechenland ist nach längerem Leiden heute abend 10,55 Uhr entschlafen. Der erste weibliche Senator in Amerika Zum erstenmal ist eine Frau in den amerikanischen Senat gewählt worden. Bei einer Nachwahl in Little Rock(Arkansas) wurde Frau Caway(Demokratin) als Nachfolger ihres verstorbenen Mannes gewählt. Der Hauptgewinn der Preußisch-Süddeutschen nach Berlin gefallen In der 4. Klasse der 88. Preußisch=Süddeutschen Klassenlotterie wurde heute nachmittag der Haupttreffer mit 100000 RM auf Nr. 47874 in Berlin gezogen. Bedenklicher Zustand der verletzten Sarrasani-Elefanten Wie zu dem Brande bei Sarrasani ergänzend berichtet wird, dürfte das kleinste Tier der Elefantenherde,„Baby", das bei dem Brande schwere Verletzungen erlitten hat, die Nacht kaum überleben. Der Zustand der anderen verletzten Elefanten soll höchst bedenklich sein. Aus Mussolinis Feder? Rom. 12. Jan. Ein zweiter Aufsehen erregender Artikel über die Reparationen, der aus der. Feder Mussolinis stammen soll, ist am Donnerstag in der Zeitung„Popolo d'Italia“ veröffentlicht worden. Unter der Ueberschrift:„Ein Wort an die Vereinigten Staaten, ehe die Insolvenz Deutschlands zu einer vollendeten Tatsache wird“, präzisiert die Zeitung das ganze Schuldenproblem. Es heißt in dem Artikel:„Die Kette der Reparationsverpflichtungen ist aus folgenden Gliedern zusammengesetzt. Deutschland schuldet den verschiedenen Ländern laut dem Spaa=Schlüssel. Italien und Frankreich schulden England, England, Italien und Frankreich sind Schuldner der Vereinigten Staaten. Lassen wir die kleinen Staaten und diejenigen Länder außer Betracht, die weder zahlen noch zahlen werden, weil sie bereits zusammengebrochen sind. Es ist kein Zweifel daran zu hegen, daß es ein einziges Land gibt, daß niemandem etwas schuldet und welches Gläubiger aller ist. Das sind die Vereinigten Staaten Diese Sachlage kompliziert das Problem keineswegs, sondern vereinfacht es nur. Daß man kurz über lang die deutschen Reparationen werde streichen müssen, ist eine Tatsache, die allgemein anerkannt worden ist. Es ist jetzt nur noch übrig geblieben die Methode, die eine deutsche Entlastung feststellt. Es gibt zwei Möglichkeiten. Man sagt, daß vor einer Streichung der deutschen Reparationsschulden erst die Vereinigten Staaten und England ihre Forderungen aufgeben müßten. Andere behaupten, daß erst die deutschen Reparationen gestrichen werden müßten und daß dann die Vereinigten Staaten und England auf ihre Ansprüche verzichten würden. Aber die Art und Weise, dieses Problem anzufassen, ist ja schon festgelegt worden. Die Frage, ob die erste oder die zweite Methode angewandt werden soll, steht nicht mehr offen. Deutschland hat soeben durch seine Botschafter der Welt mitgeteilt, es werde weder heute noch morgen, noch irgendwann seine Reparationsschulden bezahlen können. Dieses ist eine neue Tatsache. Das ist mehr als eine neue Tatsache— es ist eine vollendete Tatsache. Als solche ist sie auch als unabänderlich zu betrachten, denn es ist anzunehmen, daß Deutschland sich über die Folgen eines solchen Schrittes vollkommen im klaren war. England hat durch seinen Finanzminister ebenfalls die Welt davon benachrichtigt, daß es nichts gegen eine radikale Lösung der Iraae haben würde. Frankreich findet in der noch nicht festgelegten Haltung der Vereinigten Staaten dieser Frage gegenüber den Grund zu seiner Unnachgiebigkeit.“ Der Artikel in der Zeitung Popolo d'Italia sieht die Lösung des gesamten Schuldenproblems in den Händen der Vereinigten Staaten liegen.„Die Zeit der Okkupationen, wie es an der Ruhr geschah, ist vorbei“, heißt es weiter„Die europäischen Nationen müssen den Anfang machen, indem sie sich gegenseitig ihre Schulden erlassen und die fälligen Zahlungen streichen. Nachdem dies getan ist, sollten sich die europäischen Länder zu einer gemeinsamen Front den Vereinigten Staaten gegenüber zusammenschließen. Es ist ausgeschlossen, daß Amerika es übers Herz bringen wird, weitere Zahlungen zu verlangen. Die Amerikaner werden es nicht wollen, in der Geschichte als die einzigen und dauernden Nutznießer des Krieges zu erscheinen. Kein Amerikaner wiro gern mit Shylock verglichen werden.“ Für Aufhebung der Reparationszahlungen Eine Erklärung des Deutschen Industrie- und Handelstages * Berlin. 14. Jan.(Drahtb.) Der Deutsche Industrieund Handelstag trat am 13. und 14. Januar 1932 zu einer Sitzung seines Hauptausschusses unter dem Vorsitz seines Präsidenten Grund(Breslau) zusammen. Der Präsident führte in seiner Eröffnungsrede aus: Keine deutsche Regierung wird jemals in der Lage sein, mit innenpolitischen Maßnahmen das Problem zu meistern, wenn es nicht gelingt, die Hauptursache unserer wirtschaftlichen und finanziellen Nöte zu beseitigen. Die politischen Zahlungen sind es, die Deutschland die Erfüllung seiner privatrechtlichen Verpflichtungen unmöglich machen. Ohne endgültige Aufhebung der politischen Verschuldung Deutschlands gibt es keine Wiederherstellung seiner Kreditfähigkeit und keinen Wiederaufstieg seiner Wirtschaft. Wir wissen dem Herrn Reichskanzler Dank dafür, daß er dies mit aller Klarheit und Eindeutigkeit ausgesprochen hat, und vertrauen darauf, daß er in diesem Sinne handeln wird. Ich glaube, der Herr Reichskanzler kann die Ueberzeugung mit nach Lausanne nehmen, daß das gesamte deutsche Volk— in dieser Frage einmal einig— jedes weitere Kompromiß, für das es keine reale Möglichkeit mehr gibt, ablehnt. Das Vertrauen der von uns vertretenen deutschen Wirtschaft steht jedenfalls geschlossen hinter ihm. Die Versammlung machte sich diese Erklärung des Präsidenten einstimmig zu eigen.— Der Reichskommissat für Preisüberwachung, Oberbürgermeister" Dr. Goer“ deler, gab einen Ueberblick über die Aufgaben, die sich auf seinem Arbeitsgebiet ergeben. Die Beratung wandte sich dann auf Grund eines Berichtes von Dr. Ostermeyer, Vizepräsidenten der Industrie= und Handelskammer zu Königsberg, den Fragen der Ostverordnung zu. Berlin zu dem neuen„Popolo d'Italia“. Artikel & Berlin, 14. Januar.(Drahtb.) Die neuesten Ausführungen des„Popolo d'Italia“ haben in Berlin größtes Interesse erregt. Es wird darauf hin gewiesen, daß das bekannte Interview des Reichskanzlei? den deutschen Standpunkt zu den italienischen Vorschlägen bereits ausreichend dargelegt habe. Es sei dagegen nicht richtig, im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des „Popolo d'Italia“ von einer europäischen Fron! gegen Amerira zu sprechen, wie das ein Berlinet Mittagsblatt getan habe. Das italienische Blatt vertreit den alten amerikanischen Standpunkt, daß erst Europa einer Einigung gelangen müsse. (=) Berlin, 14. Jan.(Eig. Drahib.) Der deutschnatiging Abgeordnete des bayrischen Landtages Bossert ist zur RSbar übergetreten und ist aus der deutschnationalen Landtagfraktion ausgeschieden. L 0 Briand, d hinter d# * Paris, 14. kurz vor Mitternach als eine Wiederho Nußenminister, die Jurcht vor der! weit gegangen. n des Inneren u aatssekretären. 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Es ist weiter nichts als eine Wiederholung des ersten mit Laval als Nußenminister, Tardieu als Kriegsminister. die Jurcht vor der Hereinnahme neuer Persönlichkeiten ist weit gegangen, daß man die freiwerdenden Ministen des Inneren und der Landwirtschaft zwei Untergatssekretären, Chatala und Jould, übertrug. Am sichtigsten ist vielleicht die Ersetzung des verstorbenen staginot durch den sehr viel impulsiveren und intelligenheren Tardieu, dessen Name sowohl durch seine schriftsstellerische Tätigkeit als auch als Minister und Ministerpräsident ein Programm bedeutet, das die Nachbarn Frankreichs nicht aus dem Auge verlieren dürfen. Tarhien besitzt einen unbändigen Tatendrang, den er auch im riegsministerium entfalten wird, also an einer Stelle, wo nach Lage der Dinge in Europa heute in letzter Insanz über Krieg und Frieden entschieden wird. Daneben bst Briand zuruckgetreten, der der Welt in Genf die Versicherung gab, solange er am Ruder sei, würde be keinen Krieg mehr geben. Mit Briand ist die einzige inkseingestellte Persönlichkeit zurückgetreten. Das kabinelt Laval ist ein ausgesprochenes Rechtskabinett neworden. Ob die Angebote Lavals an die radikale Gruppe krnst gemeint gewesen sind, mag dahingestellt bleiben. Die Paten des neuen Kabinetts sind ausgesprochen Laval und Tardieu, die beide gestern abend zusammen in ihrem stammlokal gegenüber der Madeleine-Kirche zu Abend peisten, ene man die Neubildung des Kabinetts begann. Um 11,30 Uhr begaben sich die Minister zum Elysée und sstellten sich dem Präsidenten der Republik vor. Die Unberzeichnung der Ernennungsurkunde dauerte bis kurz vor Mitternacht. Strahlend kehrte Laval zurück und erzählte m Innenministerium von seinem Besuche bei Briand und ion der Absicht des Kabinetts, sich Dienstag den Kammern vorzustellen.— In der Presse, die in großem Umfange von dem neuen Kabinett beeinflußt wird, findet die Regierung Lavals II. beifällige Aufnahme. „Echo de Paris“, das Briand bis aufs Messer bekämpft hat, vergießt eine Krokodilsträne und verweist Briand in seinem Mißgeschick an Deutschland. Briands lange, bewegte Herrschaft endet traurig mit einer Krankheit. Er hat der deutsch=französischen Verständigung große Opfer gebracht. Er werde verschwinden am Tage nach der brutalen Kündigung der Verträge durch Deutschland oder nach Widerruf der deutschen Unterschrift in einem Augenblick, wo die nationalen Leidenschaften aller Völker sich mehr denn je aneinander stoßen. Die oppositionelle Presse ist ablehnend, ohne aber in eine Kampfstimmung zu verfallen. Das „Oeuvre“ sagt: Entweder konnte man eine Persönlichkeit beauftragen, die mehr Aussichten zur Bildung einer Konzentrationsregierung bot als Laval, oder man mußte zurückkehren zu der alten Kombination, die übrigens von fast allen Parlamentariern dem Präsidenten der Republik empfohlen war. Die ebenfalls radikale„Ere Nouvelle" schreibt: Im Grunde handelte es sich nur darum, Briand auszubooten. Man hätte lachen können über diese Komödie, wenn es sich nicht um einen Außenminister handelte, der in der ganzen Welt beliebt und verehrt wird, der in Genf von Respekt und Bewunderung umgeben ist, den man aber in Paris verdächtigte. Wir glauben nicht, daß das Ministerium lange leben wird. Französische Vorbereitungen für die Abrüstungskonferenz * Paris, 14. Jan.(Drahlb.) Einzelne Blätter melden, daß der Leiter der französischen Abteilung beim Völkerbund, Massigli, in Warschau eingetroffen ist und sich noch nach Prag und Belgrad begeben werde. Eine Nachrichtenagentur läßt sich aus Warschau melden, daß Massigli vom Quai d’Orsay beauftragt worden sei, sich mit der polnischen Regierung über eine gemeinsame Richtlinie für die Abrüstungskonferenz zu verständigen. Briands letzte Rolle Briand soll„Delegierker“ werden * Paris, 14. Jan. Der Ministerpräsident wird heute in FFra#richs im Völberbund zu- übernehmen: Briand soll sich nach der gestrigen Unteriedung mit Laval eine Entscheidung über diesen Antrag vorbehalten haben,— so behauptet der„Intransigeant". Der neue Außenminister wird die nächsten Tage benutzen, die beiden internationalen Konferenzen vorzubereiten und da. Programm Frankreichs dafür fertigzustellen. Der „Temps“ kommt wieder darauf, daß es nötig sei, mit lEngland ein Vorabkommen zu schließen, da England Die Eventualität der Streichung der Reparationen ohne liede Leistung seitens Amerikas nicht vertrete.„Die Engsländer geben sich keinem Zweifel hin, daß eine Streichung seer Reparationen gegenwärtig nicht möglich ist, und sie nißtrauen auch dem deutschen Versprechen, die privaten Schulden nach Streichung der politischen Schulden schnell chzubezahlen“. Kurzum, das Blatt äußert seine Genugtuung darüber, daß Amerika sich unnachgiebig zeigt, denn das ist augenblicklich, wo Italien durch die offiziöse Presse verkündete, daß die Streichung der Tribute die beste Lösung des sogen. Reparationsproblems darstelle, das stärkste französische Argument. Ebenso rechnet man in Paris mit dem belgischen Widerstande gegen die Streichung. Die Zusammenkunft Lavals mit Briand sollte heute vormittag stattfinden. Sie ist auf 18.30 Uhr verschoben worden. Auf Anraten der Aerzte wird Briand sich längere Zeit von den politischen Geschäften ganz zurückziehen. Der neue Kriegsminister Tardieu findet die lebhafte Zustimmung der äußersten Rechten der Kammer. Ein Mitglied der Marin=Gruppe, Pastor Soulier, erklärte: Tardieu wird nicht zulassen, daß die bevorstehenden internationalen Abmachungen nicht auf die Notwendigkeit der Grenzverteidigung und nicht auf das Bestehen heimlicher Armeen eingingen. Die Sicherheit unserer Grenzen werden Tardieu zu Festigkeit und Widerstandskraft und seinen Willen zur Aufrechterhaltung der Rüstungen anspornen. deutschnationale 1 zur alen Landtagssowjekrussisch-sapanischer Meinungsauskausch „ Moskau, 14. Jan.(Drahlb.) Die Blätter veröffentschen eine Meldung aus Tokio über eine Unterredung des swpietrussischen Botschafters Trojanowski mit dem #ranischen Ministerpräsidenten Inukai. In dieser von eer Telegraphenagentur der Sowjet=Union verbreiteten Jeldung heißt es: Zwischen Trojanowski und Inukai fand [neingehender Meinungsaustausch statt über i. Lage in der Mandschurei und die Notwendigkeit für #an und die Sowjetunion, die frühere große Wachsamsel. auch gegenüber der Tätigkeit solcher Elemente zu zeisen, die unter Ausnutzung der in der Mandschurei geschafseenen Lage versuchen, eine Spannung in den Beziehunden beider Länder hervorzurufen.— Nach der Unterstedung erklärte ein Vertreter des japanischen Außenleinsteriums, daß Botschafter Trojanowski die japanische ühlerung auf die japanische Blättermeldung aufmerksam kemacht habe, wonach der Vorsitzende der Kiriner Proi. Tcegierung Sisa beabsichtige, kriegerische Operationen inta##nandschurei zu beginnen, wobei er von Japan Lterstützt werde. Premierminister Inukai habe erwidert, 1##apanische Regierung habe keine Informationen über ane Sisas, wobei er betont habe, daß die japänische z.3#rung das Vorhandensein beträchtlicher Interessen Sowjetunion in der Mandschurei in Rechnung ziehe. sapanischen Truppen aus Tsingkau zurückgezogen nischar a 14: Jan.(Drahlb.) Der größte Teil der japanische: Patrosen, die in Tsingtau zum Schutze des japaheu7 Generalkonsulates gelandet worden waren, ist ##. abend auf Ersuchen des Bürgermeisters von Tsingn.„srückgezogen worden. Der Bürgermeister hatte das 6.2prechen abgegeben, daß die Chinesen für Schutz von 7 und Eigentum der Japaner sorgen würden. Englische Einladung an & München. 14. Jan.(Eig. Drahtb.) Zu einer dung über eine an Adolf Hitler ergangene Einladung der „Ecconomic Leaque", zu einem Vortrage vor britischen Wirtschaftsführern nach London zu kommen, erfahren wir von maßgebender Seite: Die„Ecconomic League“, eine Vereinigung führender Persönlichkeiten des britischen Wirtschaftslebens, die gegründet wurde zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Irrlehren des Marxismus, hat an eine Reihe führender Politiker des Auslandes die Anfrage gerichtet, ob sie bereit wären, ihre politischen und wirtschaftspolitischen Anschauungen vor der Liga zu erläutern. Unter den Befragten ist auch Hitler. Die Liga hat es sich angeblich neben ihrer eben genannten Hauptaufgabe zum Ziel gesetzt, in Großbritannien das Verständnis für die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse des Auslandes zu fördern. Sie setzt mit ihrer Aufforderung an Hitler und andere ausländische Persönlichkeiten eine Aufklärungsarbeit fort, die sie mit der Organisierung eines Besuches der Industrie Belgiens, Frankreichs und Deutschlands durch eine Gruppe britischer Arbeiter im Fürh jahr 1931 begonnen hat. Vier Mill. Mark für die Estland-Deutschen * Berlin 14. Januar.(Drahtb.) Von den zuständigen estnischen Ministern und den Bevollmächtigten der Mehrzahl der durch die estnische Agrargesetzgebung geschädigten deutschen Gutsbesitzer war am 19. 12. 1931 in Reval ein Vertrag zur Regelung der Entschädigungsfrage abgeschlossen worden, der am 13. Januar von der estnischen Regierung bestätigt wurde; am gleichen Tage hat die deutsche Regierung ihr Einverständnis mit der Vereinbarung erklärt. Damit ist der Vertrag in Kraft getreten. Die ehemaligen Gutsbesitzer erhalten eine Entschädigung im Werte von etwa 4 Millionen Reichserark, die ihnen teils in bar, teils durch Waldparz lenn t einer gewährleisteten Holzmasse zukommt. Bemerkungen vom Tage Ein lichter Bekanntlich wird in französischen Kreisen die Augenblick. Möglichkeit erörtert anläßlich der Abrüstungskonferenz eine erneute Erhebung durch eine französische Militär=Kommission in Deutschland über die Abrüstung stattfinden zu lassen. Dazu schreibt ein Berliner Blatt: „In dieser manchmal reichlich verrückt gewordenen Welt wird man allmählich durch neue Tollheiten nicht sonderlich überrascht. Eine vom Völkerbund über den Stand der deutschen Rüstungen angeordnete Inventur wäre aber keine Tollheit, sondern der Ausbruch von Wahnsinn mit tödlicher Wirkung. Denn mit Zustimmung einer deutschen Regierung, ganz gleich, wie sie zusammengesetzt wäre, käme eine fremde militärische Untersuchungskommission nicht noch einmal auf deutschen Boden. Völlig ohnmächtig haben wir nach 1918 den Uebermut fremder Kontrollkommissionen mit schier übermenschlicher Ueberwindung ertragen, um noch Schlimmeres von Deutschland fernzuhalten. Mit Recht erschlagen wie ein räudiger Hund würde der deutsche Staatsmann, der sich mit einer neuen Untersuchung der deutschen Rüstungen abfinden wollte. Noch weiß ich etwas vom deutschen Wehrwesen und sage mit einem derben Wort: Es ist dümmster Quatsch, wenn nicht verbrecherische Verleumdung, von heimlichen deutschen Rüstungen zu reden.“ Wir haben zu diesen Ausführungen kein Wort hinzuzusetzen. Interessant ist nur weiterhin, daß dieser Artikel in der„B3. am Mittag" des Ullsteinverlages erschien, daß der Verfasser dieser Zeilen der sozialdemokratische Oberpräsident Noske ist. Im„Vorwärts“ war wohl für eine derartige selbstverständliche Auffassung kein Platz? * Revolution Es hat eine Zeit gegeben, da waren unsere im Rundfunk. deutschen Sendegesellschaften noch Privatunternehmen. Damals kümmerte man sich nicht um Politik. Als der Staat ein gutes Geschäft witterte, bemächtigte er sich des Rundsunkes und sicherte sich den Löwenanteil an der Beteiligung. Nun hat es aber auch eine Zeit gegeben, da man in Deutschland annahm, daß die Sozialdemokratie auf ewig ihre Beauftragten in der Regierung sitzen haben würde. Beide Tatsachen hatten nun für die Spitzen der Sendegesellschaften erschreckliche Folgen. Villenbesitzer und Ansager Braun im Berliner Rundfunk, Generaldirektor Köppke mit dem Riesengehalt wurden ganz plötzlich Sozialdemokraten. Mit viel Heiterkeit wurde seinerzeit diese Wandlung begrüßt. Nur die SPD. nahm es ernst. Als nun aber Brüning Hitler nach Berlin berief, sogar der Reichspräsident mit ihm verhandelte, da sank den beiden Genossen das Herz in die Hosen. Man kann nicht wissen! Und sie taten das, was Männer ihres Kalibers immer in solch beklemmender Lage zu tun pflegen: sie schworen ab, traten aus der SPD. wieder aus. Schallende Heiterkeit auf allen Seiten. Man darf nur noch darauf gespannt sein, ob es nun auch die Herren im Westdeutschen Rundfunk zur vermeintlichen Sicherung ihrer Stellung vorziehen werden, so einen kleinen Gesinnungswechsel vorzunehmen. Notwendig wäre es schon— aber nutzen wird es nichts. * Hilfe für arbeitslose In der englischen Presse steht eine Parlamentarier. Notiz, welche auch für unsere Perhältnisse nicht ganz ohne Interesse sein dürfte. Es heißt in der Neujahrsnummer des„Manchester Guardian Weckly“ Nr. 1/32 wörtlich:„Ein Vorschlag, Hilfe zu schaffen für ExParlamentsmitglieder der Labour=Party, die noch nicht wieder eine Erwerbstätigkeit gefunden haben, kam vor die National=Executive der L.=P., wo beschlossen wurde, eine Rundfrage über die Angelegenheit einzuleiten.„Arbeitslose“ Ex=Parlaments=Mitglieder der Partei wurden um Ausihre Aussichten auf Wiedererlangung von Beschäftigung gebeten. Inzwischen hat die National=Executive beschlossen, an die wohlhabenderen Mitglieder der Partei heranzutreten. Außer diesen privaten Beiträgen sollen die Gewerkschaften aus ihren politischen Reserven Zuschüsse geben. Die meisten der Ex=Parlaments=Mitglieder, die Parteibeamte sind oder waren, sind in die Gewerkschaften zurückgenommen worden, und ihr Gehalt wird aus den regelmäßigen Arbeiterbeiträgen gezahlt. Wenn eine hinreichende Summe zusammengebracht wird, soll das Geld dazu benutzt werden, die Ex=Parlaments=Mitglieder als Redner und Organisatoren für die neue Campagne der Labour=Party anzusetzen.“ Das ist die Folge der großen Niederlage der Arbeiterpartei bei den letzten Wahlen. Man sieht hieraus, daß der demokratische Parlamentarismus noch nicht vollkommen ist, sondern noch durch eine Arbeitslosenversicherung für Parlamentarier ergänzt werden muß. Letzte Drahtberichte Grenzverletzung durch tschechische Flieger Zwei Militärapparate über Bad Kudowa * Breslau. 14. Januar.(Drahtb.) Ueber Bad Kudova in der Grafschaft Glaz, sind gestern, wie die „Breslauer Neuesten Nachrichten“ melden, drei tschechische Militärflugzeuge gesichtet worden die mehrere Male in 30—40 m Höhe den Bahnhof umkreisten und hiernach wieder der Grenze zuflogen. Die drei Flugzeuge waren vormittags kurz nach 10 Uhr aus nördlicher Richtung gekommen. Das Personal des Bahnhofs gibt an, die Flugzeuge seien so niedrig geflogen, daß man ein Unglück befürchtete. Das Personal des Bahnhofs hat dabei mit aller Bestimmtheit erkannt, daß es sich um tschechische Militärapparate handelte. Die Bahnhofsanlagen sind von der tschechischen Grenze rund 4 km entfernt. Baumwoll-Kurse Newyork, 14. Jan. Baumwolle. Bei lebhafterem Gechaft ergaben sich am Baumwollmarkte heute im Einklang mit der Aufwärtsbewegung an der Effektenbörse Preisgewinne. Käufe des Handels, darunter für Rechnung des Fernen Ostens und aus verstorrten die Aufwärtsbewegung. Realisationen im eine Neation zur Fosgg an der Esseltenbörse hatten später 0 Newyert Tend: fest anua Pebruar März Aoril Mu Rebseiden Termin Notterungen(Schluffkurse) 14. 1 0.00 0.00 1.83—1.85 1.87 1.88 1.90 0.00 13 1. 1.76—1.80 1.79—1.82 1.84 1.86 1.87—1.90 1.86—0.00 13. 1. 1.85—1.87 1.94—1.87 86—1.87 810 Muß sich alltäglich die Schlange des modernen Verkehrs durch die von Väters Zeit her bestimmte Enge unserer Straßen der Altstädte winden, so gibt es natürlich Stellen, an denen Stauungen auftreten mussen, weil eben der Städtebauer in der Zeit des Zotteltrabs auch durch den Engpaß einer„Straßenpforte" das hindurchschleusen konnte, was man eben Anno Dazumal Verkehr nannte. Hätte uns im lieben deutschen Vaterland die Vervielfachung ins schier Unendliche, die der Entwicklung des Verkehrs durch die Motorisierung geworden ist, angetroffen in den glücklichen Zeiten, da es bei uns noch Wohlhabenheit und Aufwärtsentwicklung gab, dann würde sicherlich freie Bahn geschaffen worden sein auch dort, wo nun wesentliche Gefahrenpunkte entstanden sind für Leib, Leben und Eigentum. Aber heute will dieses Ding natürlich seine gute Weile haben, weil eben immer mehr das fehlt, was„den Felsen bewegt": das Geld. Früher hieß es, mens agitat molem! Heute ist das eben auch anders geworden! Solange das Geld fehlt, hilft auch keine Ermächtigung zur Enteignung viel. Aber wie wäre es mit dem freiwilligen Hilfsdienst? Aber Scherz beiseite! Es wird jeder Verständnis finden für die ungeheuren Schwierigkeiten, die jeder Stadtverwaltung, vor allem der unserer Großgemeinden mit industriellem Einschlag durch die Wirtschaftskrise bereitet sind. Aber man wird hier einmal dem bösen westlichen Nachbar ein Wort abstehlen dürfen, das für seine politischen Geschäfte und für die Auslegung, die er ihm gibt, fehl am Platze ist, das aber für die zivilen Verhältnisse und vor allem für den Verkehr Geltung haben sollte: Zuerst Sicherheit! Der Abbruch irgendeines Verkehrshindernisses einschließlich des Erwerbs des unbedingt notwendigen GeländestreiDer gefährliche Augenblick naht fens zur Verbreiterung der Fahr= und Fußgängerbahn kann vielleicht billiger sein als die finanziellen Folgen aus einem Unglück, dessen primäre Ursache die verkehrsstörende Verengung einer stark benutzten Straße darstellt. Wir führen hier in unseren Bildern eine solche Stelle vor. Es handelt sich um die ziemlich steil abfallende Kleeblatt=Straße, die an ihrem unteren Ausgang zur Blücherbrücke ganz wesentlich und gefährlich eingeengt wird durch ein altes, fast baufälliges Haus, das schrägwinklig in die Fahrbahn vorspringt. Die Straße wird auch von einer Linie der Barmer Bergbahn befahren. Unser Photograph hat die Gefahrenhäufung festgehalten. Der Bürgersteig an der Gefahrenseite hat die Breite eines guten Bordsteins. An der Straßenbahn kann nur mit Vorsicht noch ein Kraftwagen vorbei. Und dabei ist diese Straße nicht Einbahnstraße! Man sollte auf das Walten eines gütigen Geschicks nicht zu stark bauen. Denn nur zu schnell kommt gerade dann, wenn man nicht daran denkt, die Katastrophe. Daß sie noch bislang ausgeblieben ist, darf wirklich als ein Wunder aufgefaßt werden, zumal wenn man weiß, daß eine Schule die unmittelbarste Nachbarschaft bildet. Ein böser Engpaß des Verkehrs an der Hauptpost zu Elberfeld ist verschwunden; zur Zeit ist man dabei, den Bürgersteig zurückzuverlegen und die Fahrbahn normal zu erweitern, so daß dies„Schlangenstehen“ einer langen Kette von Kraftwagen aller Art an dieser Stelle wohl bald aufhören wird. Dort oben an der Blücherstraße sollte der nächste Angriffspunkt der Spitzhackeliegen! b Thalia=Theater. Das Freitag, 15. Januar, beginnende neue Programm bringt in seinem Tonfilmteil den bedeutendsten Großtonfilm dieses Jahres:„Luise, Königin von Preußen“. Diese populärste Frauengestalt der deutschen Geschichte spielt Deutschlands populärste Darstellerin Henny Porten, die das Schicksal der königlichen Frau und Mutter ergreifend zu zeichnen versteht. Es ist ein Tonfilm=Drama von erschütternder Wucht nach dem bekannten vielgelesenen Roman„Luise“ von Walter von Molo. In weiteren Hauptrollen wirken mit: Gustaf Gründgens (König Friedrich Wilhelm III.), Ekkehardt Arendt(Prinz Louis Ferdinand), Wladimir Gaidarow(Zar Alexander), Friedrich Kayssler(Freiherr vom Stein), Helene Fehdmner(Gräfin Voß) und Paul Günther(Napoleon). Ferner wirkt noch eine große Reihe bekannter Darsteller Berliner Bühnen mit. Die Regie führt Carl Froelich. Die Fox tönende Wochenschau bringt die allerneuesten Ereignisse der Gegenwart. Der Varieté=Teil bringt hervorragende Attraktionen des In= und Auslandes. Die große entzückende Schau vom Hippodrom Newyork„Das lebende Spielzeug", dargestellt von der Ritter=Comp. in 11 Bildern, ferner die größte Varieté=Sensation Reverho Brothers, die Meisterjongleure auf dem Drahtseil, die Harfenvirtuosin. Valeska Dahn, Walter Steiner, den Meister echten deutschen Humors und 4 Percellys, die Aristokraten der Equilibristen. Jugendliche haben Zutritt. b Kinder=Vorstellung im Thalia=Theater. Sonntag, 17. Januar, vormittags 11 Uhr, findet eine große Kindervorstellung statt. Zur Aufführung gelangt der überaus lustige Film„Die Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen" und der erste tönende deutsche Märchenfilm„Aschenbrödel". Auf der Bühne im Varieté wird etwas Besonderes für die Kinder gezeigt: Das lebende Spielzeug, dargestellt von der entzückenden Liliputaner=Schar. Vorverkauf an den Theaterkassen. b Goethe=Vortrag. Im Rahmen der Gustav=Adolf=Vorlesungen hält Pastor Kulp aus Barmen am Montag, 18. Januar, abends 7.80 Uhr, im Vortragssaal der Stadtbücherei einen Vortrag über:„Die religiöse Entwicklung des jungen Goethe“. b. Orgelkonzert. Am Sonntag, 17. Januar, abends 8 Uhr, findet in der Johanniskirche, Barmen=Heckinghausen, ein Orgelabend von Gottfried Grote statt. Der Eintritt ist frei. Im Programm stehen Orgelwerke von Johann Sebastian Bach. Am Sennabend, dem 16. Januar, abends 8 Uhr, hält Gottfried Grote bei Wiedergabe des gleichen Programms einen einführenden Vortrag. b Konzert zugunsten des„Wuppertaler Hauses der Freunde". Am Freitag, 15. Januar, findet in der Elberfelder Stadthalle ein Konzert zugunsten des„Wuppertaler Hauses der Freunde" statt. Es wirken mit: Der deutsche Sängerkreis, Kammersänger Rud. Weyrauch, Mary Himmler=Barmen(Sopran), Werner Sehlbach (Bariton), Evelyn Sehlbach(Mezzo=Sopran), Anton Schoenmaker= Barmen(Violine), Konzertmeister Richard Mann=Elberfeld(Cello), Ew. Flockenhaus=Elberfeld(Orgel) und Musikdirektor I. ArnoldBarmen(Flügel). b Im Salamander findet am Freitag die letzte Aufführung des„Bettelstudent“ statt. Ab Samstag bringen die Dr. FriedmannBühnen mit neuen Gästen, darunter Heinz Kleint, dem rhein. Komiker, die neue Schwankoperette:„Frauen haben das gern“, in 3 Akten von Arnold und Bach, Musik von Walter Kollo, zur Aufführung. Witzige Gesangstexte, getragen von gefälligen Melodien, bilden den Rahmen der flüssigen heiteren Handlung.— Mittwoch nachmittag 4 Uhr die erste extra billige Vorstellung mit „Frauen haben das gern“. b. Der 3. Musikabend des Siewert=Konservatoriums findet Montag, 18. Januar, abends 8 Uhr, im Saal des SiewertKonservatoriums, W.=Barmen, Neuer Weg 53, statt. Er bringt zur Haydn=Feier Werke dieses Meisters, und zwar zwei Erstaufführungen. Die Symphonie in A=Dur, die jetzt neu veröffentlicht wurde, nachdem sie über 150 Jahre nicht erklungen, ist ein reifes Meisterwerk. Besonders das Largo ist von hoher Schönheit, dabei von einer Kühnheit des Wurfs und einer Größe der Gestaltung, die weit über die Zeit der Entstehung(vor 1773) hinausweist. Auch die Deutschen Tänze für Orchester, für die Redoute der„Pensionsgesellschaft bildender Künstler Wiens“ 1792 geschrieben, sind jetzt erstmalig gedruckt. Entzückende Stücke, von Meisterhand gestaltet. Das Programm bringt außerdem das Klavierkonzert in D=Dur mit den Original=Kadenzen, gespielt von Marie Siewert mit dem Collegium musicum unter Leitung von Adolf Siewert. Sachverständige für das Baugewerbe Der Arbeitgeberverband für das Baugewerbe teilt uns mit, daß folgende Herren von der Handwerkskammer für den Regierungsbezirk Düsseldorf als Sachverständige für das Baugewerbe im Stadtkreis Wuppertal bestellt und vereidigt worden sind: Paul Herzog, W.=Barmen, Wolfstraße 16; Erich Witte, W.=Barmen, Siegesstraße 146; Arthur Müller, W.=Elberfeld, Seilerstraße 5; Adolf Peters, W.=Elberfeld. Schleusenstraße 4. Kadekten Kapitol Elberfeld Das Milien der preußischen Kadettenanstalten lieferte meiß Stoff für den knabenhaften Witztyp, der aus jungenhafter Schloddrigkeit und imitierter Leutnantsgröße gemischt, bei wenigen Ausflügen ins ziile Leben anstieß und einer viel be, lachten Situationskomik Material zu immer neuen Einfällen bot Hier scheidet das aus, nur ein leiser Anklang findet an einzelnen Stellen, da wo der goldene Humor einer auch durch die ernste und strenge Erziehung nicht verscheuchten Sonnigkei der Jugend sich durchringt. Das Motiv, dem Roman von Peter Murr entlehnt, braucht dieses strenge und doch von Freundschaft und treuer Kameradschaft umwobene Kadettenleben als den plasti. schen Hintergrund, auf den die Handlung, die man als Kampf um die Ehre des Vaterhauses umschreiben könnte, projiziert wird. Und doch möchte man diese Handlung nicht in die bürgerliche Welt verpflanzt sehen, denn so, wie sie hier ist bringt sie etwas von dem Unwägbaren mit, das wesentlich für Wirkung und Erfolg. Natürlich ist daneben ebenso wesentlich daß sie gestützt wird von Darstellern, die„ihr nichts schuldig bleiben.“ Und das ist hier der Fall. Die ganz große Kunst einez Albert Bassermann verschwendet ihr Können in reichlich, stem Maße in der Gestaltung des Generals v. Seddin. Sie, ge, paart mit der einer Trude von Molo, eines Johannes Riemann und des, wenn man es so nennen will, Titelträgers, des Kadetten Franz Fiedlers, ergeben eine Vollkommenheit der Gestaltung wie sie nur in wenigen Filmwerken sich so ideal findet. Es wären noch weitere Mitspieler zu nennen, aber es genüge dieser Hinweiz vorerst, um auf diesen hervorragenden Film aufmerksam zu machen. Man darf an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, daß die Leitung des„Kapitols“ es gerade in der letzten Zeit verstanden hat, mehrmals mit Großwerken der Lichtbühnenkunst zu dienen, an denen man nicht achtlos vorübergehen kann. Wir nennen hier z. B.„Die andere Seite" mit Conrad Veidt.— „Kedetten" setzen diese Linie guter Filmdarbietungen erfolgreich fort“.—— Gestörte Einbrecher Barmen, 14. Jan. Ein Einbruchsversuch wurde um die Mittagszeit bei einer Firma in der Werther Straße ausgeführt. Dort wurde eine zu dem im ersten Stockwerk gelegenen Lager der Firma führende Tür mit einem Eisen aufgebrochen. Gestohlen wurde nichts, so daß angenommen werden muß, daß die Täter gestört worden sind. Festnahme mit Hindernissen Elberfeld, 14. Jan. Als heute gegen 18 Uhr in der Kirchstraße in Wupertal=Elberfeld ein Einbrecher festgenommen werden sollte, flüchtete dieser. Der verfolgende Kriminalbeamte, der den Burschen kannte und wußte, daß bei dem Flüchtling eine Schußwaffe zu vermuten war, gab einen Schreckschuß ab. Mit Hilfe eines durch den Schuß auf den Vorfall aufmerksam gewordenen Polizeibeamten gelang die Festnahme des Flüchtlings. Der Vorfall, der sich im dichtesten Verkehrspunkt des Stadtteiles Elberfeld ereignete, erregte natürlich großes Aufsehen, blieb aber durch das entschlossene Zupacken ohne immerhin mögliche Folgen. Handtaschenräuber W.=Barmen, 14. Jan. Ein frecher Raubüberfall ereignete sich Dienstag nachmittag am Bahnhof Wichlinghausen. Ein etwa 18 Jahre alter Bursche versuchte, einer Dame die Handtasche zu entreißen,„Auf die Hilferufe der Ueberfallenen, die sich kräftig zur Wehr setzte, eilten Passanten herbei, denen es jedoch### gelang, den Burschen zu fassen.“ Die Hantasche, auf die## Täter abgesehen hatte, enthielt 300 Mark Bargeld.“ Für 1000 Mark Waren gestohlen W.=Barmen, 14. Jan. In der verflossenen Nacht brachen Diebe in das Lager der Konsumgenossenschaft Wohlfahrt an Bahnhof Rittershausen ein. Die eisernen Gitter, die den Eingang sperrten, wurden durchgesägt. Gestohlen wurden Waren im Gesamtwerte von etwa 1000 Mark. Diebisches Mädchen W.=Barmen, 14. Jan. Wegen Diebstahls wurde eine 24jährige Hausangestellte zur Untersuchung gezogen, die ihrer Arbeitgeberin einen größeren Geldbetraa entwendet hatte. b Goethe=Feier im Barmer Stadttheater. Gelegentlich der am Montag, 18. Januar, 8 Uhr, i Stadttheater Barmen vom Frauen=Stadtverband veranstalteten„Goethe=Feier“ werden „Die Mitschuldigen" erstaufgeführt— ein Lustspiel, dessen Wesen Goethe in„Dichtung und Wahrheit" als heiter und burlest bezeichnet. In den Hauptrollen wirken Ilse Cabanis, Christian Gollong, Herbert Köllner und Peter Sigl mit. Alte Geburtstagskinder im Alterspflegeheim Vier werden zusammen 328 Jahre alt W.=Elberfeld, 15. Jan. Im städtischen Altersheim der Noviantstraße feiert am Freitag, den 15. Januar, also heute. Witwe Friedrich Ruhrberg ihren 80. Geburts tag. Ihr folgen am 16. Januar Liborius Kaisek, ein alter Veteran, der auf 88 Lebensjahre zurückblicken „. Liborius Kaiser, der Aelteste im Januar-Geburtstagsquartett kann, am 17. Januar Aug. Theuerzeit und am Januar Eduard Kaiser mit je 80 Jahren. Alle dies alten Lebensjubilare erfreuen sich in dre stillen Geborge“ heit und in der treuen Pflege des Altersheims noch en# ihren Jahren angemessenen geistigen und körperlicht“ Frische. * Fräulein Maria Knesel im Feieraben haus des Lutherstiftes wird am 15. Janug 90 Jahre alt. Auch sie ist geistig und körperlich noch se rüstig. St. Star Wuppertal, germeisters Fr der Badeanstalt anstalten für d würde sich na machten Ausfül des gesamten Bäderpreise im ber 1931 auf 1 schuß nach dem fast 100000 R. Betrieseinnahn konnte in sein Finanzlage der nur einem Zu Diese Summes wenn die völli Um diese Sum: anstaltsbetriebs geren Erörterur gen beschlossen In Vohwil bacherbach Schulbädern.( Mittwochs die1 Montags und 2 nur Montags? senwerth. 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Unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Friedrich befaßte sich im Barmer Rathause der Badeanstaltsausschuß mit dem Voranschlag der Badeanstalten für das Rechnungsjahr 1932. Für diese Zeit würde sich nach den von General=Direktor Fuchs gemachten Ausführungen der Zuschuß bei Aufrechterhaltung des gesamten Betriebes und gleichzeitiger Senkung der Bäderpreise im Rahmen der Notverordnung vom Dezember 1931 auf 146000 R.K belaufen, gegenüber einem Zuschuß nach dem Vorschlage für 1931 von 52000 R.A. Dieser fast 100000 R.K höhere Zuschuß ist auf die verminderten Betrieseinnahmen zurückzuführen. Der Finanzausschuß konnte in seiner letzten Sitzung mit Rücksicht auf die Finanzlage der Stadt für den Betrieb der Badeanstalten nur einem Zuschuß von 93000 R.K zustimmen. Diese Summe stellt die Ausgaben dar. die bestehen bleiben, wenn die völlige Schließung aller Badeanstalten erfolgt. Um diese Summe auch bei Aufrechterhaltung das Badeanstaltsbetriebs nicht zu überschreiten, wurden nach längeren Erörterungen folgende Betriebseinschrängen beschlossen. In Bohwinkel, bacherbach erfolgt Schulbädern. Mittwochs die Montags und nur Montags senwerth. In bleiben sämtliche mittags von 7—8 Cronenberg und Blomdie Schließung von zusammen fünf Geschlossen bleiben ferner von Montags bis Oberbarmer und Ronsdorfer Badeanstalten; Dienstags die Unterbarmer Badeanstalt und die Badeanstalten Mittelbarmen und Brauden Wintermonaten von Oktober bis April Badeanstalten Uhr und in (außer Samstags) vorden Mittagsstunden von 13—15 Uhr geschlossen. Durch diese Betriebseinschränkungen ergibt sich eine nicht unwesentliche Ersparnis, die notwendig ist, um die Bäderpreise auf Grund der letzten Notverordnnug herabsetzen zu können, ohne die vom Finanzausschuß festgelegte Zuschußsumme zu überschreiten. In Verbindung mit den in Aussicht genommenen Betriebseinschränkungen wird ein Teil der Bäderpreise voraussichtlich ab 1. Februar dieses Jahres gesenkt, und zwar: Jahreskarte für Schwimmbäder(Erwachsene auf 25 R. 4(bisher 30 R.), Haldjahreskarten auf 15 R.# (20 R.), Einzelkarten für Schwimmbäder auf 40 Rz (45 M), Wannenbärder 1. Klasse mit Zuschlag auf 1,25 R. K(1.40 R. K), ohne Zuschlag 0,90 R.K(1 R.A), Wannenbäder 2. Klasse auf 0,55 R. A(60 Az), Zuschlagskarten auf 0,35 R.K(0.40 R.4) und Schwitzbäder auf 2,50 R.# (3 R.4). Die zuerst erörterte Schließung der Ronsdorfer Badeanstalt konnte dadurch verhindert werden, daß beabsichtigt ist, die Badeanstalt am Höchsten Elberfeld bis zum 1. April dieses Jahres geöffnet zu lassen und dann zu versuchen, diesen Betrieb zu verpachten. Der Ausschuß erklärte sich mit den Betriebeinschränkungen und den von der Verwaltung vorgeschlagenen neuen Bäderpreisen einverstanden. Ebenfalls gab der Ausschuß seine Zustimmung zur Verpachtung des Licht= und Luftbades Barmen. Die endgültige Beschlußfassung hierüber wird in der für Freitag anberaumten Stadtverordneten=Sitzung erfolgen. Gelungene Verjüngungskur am Sechszigjährigen „Mein Leopold Modernes Theater Elberfeld— Ufa-Palast Barmen cc Mittwoch abend habe ich mit einem guten alten Bekannten— einem Sechszigjährigen— ein fröhliches Wiedersehen gefeiert. Frischlebendig trat er mir entgegen und Jugendmut lachte noch aus seinen Augen. Obwohl er es eigentlich gar nicht nötig gehabt hätte, hatte man ihm im Film einer Vergüngungskur unterworfen, über deren Erfolg sogar ein Steinach neidisch werden könnte. Dieser BeDas alte Elberfelder Stadttheater an der Hofaue, wo Theodor L'Arronge, der Vater des Verfassers von„Mein Leopold" im Jahre 1854 Direktor war. kannte ist das alte Volksstück„Mein Leopold“, das Adolph H'Arronge, der erfolgreichste Lustspieldichter, dem Berliner Publikum zu Weihnachten des Jahres 1873 und damit zugleich der ganzen Theaterwelt geschenkt hatte. Das Wiedersehen war um so freudiger, als es eine langjährige Bekanntschaft und Freundschaft feierte, die in diesem Jahre gerade auf ein 55jähriges Bestehen zurückblicken kann. Denn Adolph L'Arronges Werk blieb ja nicht auf die Berliner Bühne beschränkt, sondern eroberte sich in einem raschen und glänzenden Siegeslaufe auch alle Provinzbühnen, selbst die der kleinsten Städte, die zumeist nur von„Meerschweinchen“ oder von„Schmieren" à la Emmanuel Striese besucht wurden. Und da meine guten Eltern den liebenswürdigen Erziehungsfehler begingen(wenns überhaupt einer war?), ihren Jungen schon früh mit den guten Werken der dramatischen Kunst bekannt zu machen, so war es dem Elfjährigen beschieden, sich von dem Volksstück „Mein Leopold", zwar von einer kleinen Bühne her, aber durch eine sehr gute Theatertruppe begeistern zu lassen. Das war ein Festabend für den Bengel, und jedes neue Wiedersehen im Laufe eines halben Jahrhunderts war ein neuer Fsteabend, und das Wiedersehen am Mittwoch wurde wiederum ein Festabend, obwohl es inzwischen eine ganz andere Kunstgattung geworden war, die das Wiedersehen vermittelte. Die Majestic=Orplid=Gesellschaft hat sich des alten Volksstückes angenommen und mit einem Buche von Hans Brennert und durch den Regisseur Hans Steinhoff einen ganz ausgezeichneten Film herausgebracht, der — im Gegensatz zu vielen andern gefilmten Bühnenwerken — seinen ursprünglichen Charakter nicht nur bestens gewahrt hat, sondern ihn mit den dem Film reichlich zur Verfügung stehenden Mitteln an Breite und Tiefe noch beträchtlich hat gewinnen lassen. Bei der für notwendig befundenen Modernisierung des Stückes hat man sich von allen sonst so beliebten Extremen ferngehalten, hat vielmehr geschmackvoll und mit Takt den goldenen Mittelweg eingeschlagen. der auch hier der beste Weg ist. Adolph L'Arronge, der, 1838 in Hamburg geboren, ein Jahr seiner Jugend vielleicht auch in Elberfeld zugebracht hat, wo sein Vater, der namhafte Komiker Theodor L'Arronge, 1854 Direktor des alten Elberfelder Stadttheaters an der Hofaue war, hat mit seinem Werke„Mein Leopold“ ein Volksstück im besten Sinne des Wortes geschaffen. Ja, dazumal kam noch Gutes aus Berlin, was jetzt nur noch zuweilen der Fall ist. Jetzt kommen meist nur noch Notverordnungen, die man schwerlich zu den angenehmen Gütern des Lebens zählen kann. Das Geburtsjahr von„Mein Leopold“ fällt in die Zeit der Gründerjahre und des„großen Krachs“, an den sich viele unserer ältern Leser noch werden erinnern können, eine Zeit, die ungeheure Werte und viele angesehene Existenzen— natürlich auch Eintagsfliegen— vernichtete, und hierin einige Aehnlichkeit mit den Tagen unserer Gegenwart besitzt, nur mit dem großen Unterschiede, daß es damals die„Gründer“ und die Spekulationswut des Publikums war, die jene unerfreulichen Zeiterscheinungen hervorgerufen hatten, während heute die Quellen des Niederganges ganz wo anders zu suchen sind. Aber trotzdem hat„Mein Leopold“ auch den heutigen Menschen noch vieles zu sagen. Er hält auch der Gegenwart noch einen Spiegel vor und verbindet wie eine Brücke zwei Zeitalter miteinander, die viel Aehnlichkeiten aufzuweisen haben. So hat L'Arronges Wert etwas Zeitloses an sich, und wenn Zeitlosigkeit eins der Kennzeichen wahrer Kunst ist, so dürfen wir es als Kunstwerk sehr wohl bezeichnen. Sein Inhalt darf als bekannt vorausgesetzt werden. Es enthält eine lange Reihe sogenannter Bombenrollen, vor allem die des Schuhmachermeisters Gottlieb Weigelt, die die größten Charakterkomiker ihrer Zeit mit Vorliebe und Erfolg gestalteten. Vor allen Karl Helmerding, der der erste Weigelt war, dann auch Georg Engels, der Wiener Girardi, Emil Thomas, William Büller und andere. Und auf dem ersten Theaterzettel vom 23. Dezember 1873 lesen wir als die Träger anderer hervorragender Rollen des Stückes Namen wie Ernestine Wegner, Gustav Kadelbura. der später auch manch lustiges Stück geschrieben hat, Formes, Guthery, Meißner u. a., die damals und noch lange Zeit danach das waren, was man heute„Bühnenstars“ nennt. Aber die heutigen Darsteller im Film geben ihren Kogegen von Anno dazumal nicht snach. Alle, die der Zettel nennt, Max Adalbert, Harald Paulsen (der Leopold), Camilla Spira, Gustav Fröhlich, Paul Henckels, Ida Wüst, Lucie Englisch, Elfriede Borodin, Hermann Thimig, und wie sie sonst no challe heißen mögen, spielen nicht nur mit Begeisterung und völliger Hingabe ihres eigenen Selbst, sondern auch mit sympathischem Verständnis und finden ohne Ausnahme die echten Herzenstöne, die dem Spiel erst sein richtiges Leben verleihen. Wie der Humor, und zwar jener echte Humor. der mit einem Auge weint und mit dem andern lacht, so kommt auch der tiefe Ernst zu seinem Rechte, und wie er zu seinem Rechte kommt, das merkte man an der Ergriffenheit der Zuschauer. Weiße Taschentüchlein wurden oft an die Augen der Frauen und Mädchen, und an die— Nasen der Männer geführt, die sich vor Rührung schneuzen mußten. Man kennt das aus eigener Erfahrung, und nicht selten ging es wie ein Schluchzen durch die Reihen. Menschenfreude und Menschenleid weht von der Leinwand zu uns herüber, aber der große versöhnende Schluß krönt und beendet das Spiel mit tiefempfundenem Wohlgefallen. Die Musik von Leo Ascher schmiegt sich der Handlung bestens an. und doch: warum hat man die Musik des alten Bial wenigstens beim Liede Weigelts„Mein Leopold, mein Sohn, meine einzige Passion“ nicht mit übernommen? Die Direktion der Wuppertaler Ufahäuser hatte dieser ersten Vorführung des Films mit Recht den Rahmen einer Festvorstellung gegeben: wir glauben, daß sich jede weitere Vorführung ebenfalls zu einer festlichen Vorstellung für alle Zuschauer gestalten wird, die keinen unter ihnen ohne innern Gewinn entlassen dürfte. Wir wünschen der Direktion für diesen wertvollen Film den besten Erfolg. ms. Verantwortlich für den gesamten redaktionellen Inhalt außer dem örtlichen und provinziellen Teil: Carl Müller. für Lokales und Provinz: Leberecht Kannegießer. für den Anzeigenteil: Fritz Knopv. sämtlich Elberfeld Druck und Verlag Theodor Reismann=Grone G. m. b Niederlassung Elberfeld 50— 2SONDERPREISE für SALAMANDER DAMENSCHUHE ASveri. D C. c. W.-Elberfeld: Wall 34/ Herzogstr. 27 Durchgehend geöffnet! LUfs W.-Barmen: Mittelstr. 19 Krankenkassen und Notverordnung Werden die Beiträge zu den verschiedenen Wuppertaler Orkskrankenkassen gesenkt? Mancherlei hemmungen Wuppertal, 13. Jan. Die Preußische DezemberNotverordnung hat bekanntlich u. a. auch die Absicht. bei den Krankenkassen eine erhöhte Sparsamkeit zu erzwingen, ein Bestreben, das angesichts von verschiedenen Vorkommnissen in den vergangenen Jahren nicht ganz unverständlich sein dürfte. Vor allem will diese Preußische Notverordnung, die sich sehr selbstbewußt Sparverordnung nennt, die Ortskrankenrassen dazu bringen, daß sie ihre Beiträge senken. Infolgedessen findet sich in den gesetzlichen Vorschriften u. a. die interessante Bestimmung, daß diejenigen Krankenkassen, die einen Beitrag von mehr als 5 Prozent des Arbeitslohnes erheben, alle diejenigen Leistungen, die nicht Regelleistungen sind, solange abbauen müssen, bis sie ihren Satz auf die Grenze von 5 Prozent und darunter gesenkr haben. Die Wuppertaler Ortskrankenkassen sehen sich angesichts ihrer ansehnlich hohen Sätze deshalb einer besonderen Lage gegenüber. Alle diese Ortskrankenkassen in den verschiedenen Stadtbezirken, die ihr Selbständigkeit und ihren Amtsbereich auf die Zeiten vor der Umgemeindung herleiten, haben durchweg Beitragssätze von mehr als 5 Prozent. Sie sehen sich deshalb vor die Entscheidung gestellt, entweder die Beiträge zu senken, um ihren Versicherten weiterhin die Sonderleistungen erhalten zu können, oder aber, wenn sie die Sätze nicht unter fünf Prozent glauben senken zu können, vorläufig auf Sonderleistungen resttlos zu verzichten. Vorläufig ist offenbar die Allgemeine Ortskrankenkasse Barmen die einzige, die geneigt ist, dem Druck höherer Stellen insofern nachzugeben, als hier die Absicht besteht, ab 1. Februar den Beitragssatz auf 5 Prozent zu ermäßigen. Jedenfalls wird dann die Allgemeine Ortskrankenkasse Barmen vorläufig in Wuppertal die einzige Ortskrankenkasse sein, die infolge der Beitragssenkung auf die 5=%=Grenze nach Zustimmung des Oberversicherungsamtes Sonderleistungen weiterhin gewähren kann. Viel schwieriger und für die Versicherten sicherlich weit ungünstiger liegen die Verhältnisse bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse Elberfeld. Diese erhebt schon bisher auf Grund ihrer schlechteren finanziellen Lage einen um 10 Prozent höheren Beitrag als die Allgemeine Ortskrankenkasse Barmen und hatte neben der Allgemeinen Ortskrankenkasse Cronenberg mit 6.6 Prozent Krankenkassenbeitrag den höchsten Krankenkassenbeitragssatz im Wuppertaler Stadtbereich. Man geht wohl nicht fehl, wenn man den Grundstückskauf in der Bahnhofstraße in Elberfeld, der der Elberfelder Ortskrankenkasse ansehnliche Gelder gekostet hat und im Hinblick auf die ungünstigen Zeitverhältnisse nicht verwertet werden kann, mit dieser angespannten Finanztage in Zusammenhang bringt. Bekanntlich hat ja die Eiderfelder Ortskrankenkasse unter Eindruck des allgemeinen Widerstandes ihre Neubauabsichten auf diesem Grundstück vorläufig aufgeschoben. Es bleibt aber deshalb doch die Erscheinung bestehen, daß die Elberfelder Ortskrankenkasse für ihre Unterkunft in den gemieteten und der Stadtverwaltung gehörenden Räumen eine Miete von ca. 35000 R.„ pro Jahr zahlt und daß sie weiterhin mit Rücksicht auf diese Mietausgabe und im Hinblick auf das ihr gehörende Grundstück das Bestreben hat, an den Häusern in der Bahnhofstraße Umbauarbeiten vornehmen zu lassen, um evt. ihre Geschäftsund Büroräume mindestens teilweise im Laufe der Zeit dorthin zu verlegen. Aus allen diesen Gründen leistet die Elberfelder Ortskrankenkasse allen Anregungen auf eine energische Beitragssenkung erbitterten Widerstand. Es sind zwar unter dem Eindruck der Preußischen Notverordnung Erwägungen darüber angestellt worden, die Sätze um etwa 10 Prozent. also von 6.6 auf 6 Prozent zu senken. Unter 6 Prozent scheint man hier vorläufig auf keinen Fall gehen zu wollen. Die Elberfelder Versicherten werden also damit rechnen müssen, daß sie mindesteng für eine gewisse Zeitdauer keine Sonderleistungen mehr erhalten. Auch bei allen anderen Ortskrankenkassen ist die Lage ähnlich. Eine Ausnahme macht hier in gewisser Hinsicht die Allgemeine Ortskrankenkasse Langerfeld, deren Verwaltung den löblichen Willen bekundet, etwa in der Mitte des Jahres von dem bisherigen Beitragssatz in Höhe von 6% den ansehnlichen Sprung abwärts auf 5% zu machen. Ein endgültiger Beschluß liegt aber auch hier bisher noch nicht vor, obwohl die Stimmung der Kassenvorstände sehr stark für eine energische Herabsetzung in dem erwähnten Ausmaß ist. Größere Hemmnisse scheinen einer Beitragssenkung auf die 5=%=Grenze bei den übrigen Ortskrankenkassen der Randorte im Wege zu stehen. Die Allgemeine Ortskrankenkasse Ronsdorf, die zur Zeit ebenfalls 6 Prozent erhebt, will ihren Satz von 6 Prozent voraussichtlich auf 5,5 Prozent senken, während die Allgemeine Ortskrankenkasse Vohwinkel noch größere Hemmungen verspürt und vorläufig nur eine Senkung von 6 Prozent auf 5,75 Prozent in Erwägung zieht. Eine Sonderstellung unter den Krankenkassen der Randorte nimmt die Allgemeine Ortskrankenkasse Cronenbera ein. Hier scheint vorläufig eine Beitragssenkung überhaupt nicht ins Auge gefaßt zu werden. Man weist dabei in unterrichteten Kreisen auf die augenblicklich besonders schwierige Finanzlage der Cronenberger hin, die es jedenfalls nicht möglich mache, den Beitrag, der heute 6.6 Prozent beträgt und somit zusammen mit dem Elberfelder Beitrag den Höchstsatz im ganzen Wuppertaler Stadtgebiet darstellt, zu senken. Es zeigt sich hier also wiederum ähnlich wie bei dem Elberfelder Beispiel, daß Kassen, die in den letzten Jahren größere Aufwendungen für Grundstücke oder Umbauten glaubten machen zu müssen, unter den Folgen des allgemeinen Abstieges besonders stark und besonders lang zu leiden haben und deshalb von ihren hohen Sätzen nicht herunterkommen. Es ist interessant, sich in diesem Zusammenhang vor Augen zu halten, daß die Betriebskrankenkassen, von denen es in Wuppertal trotz der Betriebseinschrumpfungen immer noch eine große Anzahl gibt, erheblich niedrigere Beiträge als die Ortskrankenkassen erheben. Das ist wohl in der Regel darauf zurückzuführen, daß diese Kassen, die sich jeweils nur auf die Ardeitnehmer eines bestimmten Betriebes aufdauen, eine stärkere Kontrolle auszuüben vermögen und daß sie sich im Duerchschnitt unter der indirekten Mitwirkung der Betriebes vor Ausnutzung zu verwahren wissen, als dies die Ortskrankenkassen angesichts ihres großen und vielseitigen Amtsbereiches tun können. Die im Anfang erwähnte Preußische Dezembernotverordnung sieht aber auch eine Aenderung in der Berechnung der Aerztezahl vor. Während bisher auf 1000 Krankenkassenmitgliedern vorschriftsmäßig ein Arzt entfallen sollte, sieht die neue Regelung vor, daß bereits für je 600 Krankenkassenmitglie der ein. Arzt zur Kassenpraxis zugelassen wird. Diese Aenderung der Aerztezahl im Verhältnis zu der Zahl der Versicherten würde bedeuten, daß für die Gesamtstadt Wuppertal mit ihren 134770 Krankenkassenmitgliedern noch eine Anzahl von Aerzten zugelassen werden könnten. Allerdings würde es sich dabei, wenn man rein theoretisch auf Grund der neufestgelegten Zahl die Berechnung anstellt, nur um etwa 8 bis 10 Aerzte handeln. Bisher sind ja bei allen Wuppertaler Ortskrankenkassen insgesamt 217 Aerzte zudelassen, und zwar 125 praktische Aerzte und 92 Fachärzte. Die Neuzulassungen würden in erster Linie der Barmer Ortskrankenkassen und den verschiedenen Ortskrankenkassen der Randorte zugute kommen, da die Allgemeine Ortskrankenkasse Elberfeld schon bisher mehr Aerzte zugelassen hatte, als dies dem Richtsatz von 1000 Versicherten entsprach. Der Raub„blieb in der Familie 6 Diebesfahrten vor dem Strafrichter § Wuppertal, 14. Jan. Ein Schrecken der Wuppertaler Geschäftswelt einschließlich der Schwebebahngesellschaft und der Reichspost war im vergangenen Jahre sechs Monate lang ein Einbrecherpaar, dessen Glück und Ausdauer allen Anstrengungen der Kriminalpolizei zu spotten schien. Die lange Kette ihrer Taten, es handelte sich um über 30 vollendete und ein halbes Dutzend versuchter Einbruchsdiebstähle, zog sich über alle Stadtteile von Wichlinghausen bis zur Breitestraße in Elberfeld; Barmen wurde jedoch von ihnen bevorzugt. An den Tatortsspuren ließ sich erkennen, daß hierfür immer dieselben zwei Personen in Frage kamen; hiesige oder auswärtige Bekannte der Polizei waren es nicht; es mußten also Anfänger sein, deren Ermittlung zuweilen schwieriger ist, als die alter Spezialisten, die sich manchmal schon durch ihre Arbeitsmethode verraten. Die geheimnisvollen Einbrecher arbeiteten trotzdem nicht wie Neulinge, sondern wie alte Fachleute. Sie durchbrachen Wände und Decken, sägten Geldschränke auf einer Ecke der Rückseite an und stemmten sie auf, stählerne Registrierkassen wurden mit ein paar Handgriffen erledigt, desgleichen große Schokoladenautomaten und Personenwaagen in den Schwebebahnhöfen und an anderen Orten. kleinere, insbesondere Briefmarken=Automaten, wurden von Hauswänden gerissen und in stillen Gärten erbrochen. Wo die Einbrecher es nicht auf Geld abgesehen hatten, bzw. wo sie keins fanden, nahmen sie Gebrauchsgegenstände und hauptsächlich Lebensmittel mit. Verschiedene Verkaufsstellen von Lebensmittelgeschäften, Einheitspreishänser, Schuhgeschäfte und Fahrkartenhäuschen der Schwebebahn sind von ihnen heimgesucht worden. Ein Zeichen der Wirtschaftsnot und schmerzlich für die Einbrecher war es, daß fünf der sechs von ihnen geknackten Geldschränke so gut wie gar kein Bargeld enthielten, nur in einem Falle hatten sie Glück, und zwar bei der„Bauhütte“, wo sie nach ihrer Angabe 1600, nach der der Bestohlenen 2400 Mark erbeuteten. Der Stern der so erfolgreichen Einbrecher erlosch in Leverkusen; bei einem nicht„geschäftlichen“ Ausflug dorthin hatten sie einen Postwertzeichen=Automaten nicht unbehelligt lassen können. Bei ihrer Tätigkeit wurden sie von einem Postmeister beobachtet und einer von ihnen durch die schnell herbeigerufene Polizei verhaftet. Des andern auch noch habhaft zu werden, war dann kein Kunststück mehr. Verkehrsampeln als Zwang? Schneller, als wir gedacht haben, scheint Wünschen, denen wir zu verschiedenen Malen an dieser Stelle Ausdruck verliehen und die sich auf eine Verminderung des Straßenlärms bezogen, nun durch eine vorbereitete reichsgesetzliche Regelung mehr oder weniger Rechnung getragen zu werden. In diesen Tagen hat nämlich der Reichsverkehrsminister Treviranus in einem Vortrag vor der Berliner Vereinigung kraftfahrender Journalisten angekündigt, daß gewisse Reformen vorbereitet seien, die den Verkehr in Straßen betreffen. Der Minister trat dabei zunächst für eine Aenderung der zum großen Teil ja auch bereits durch die Entwicklung überholten Kraftfahrzeugverordnung durch eine Novelle zu der antiquierten Verordnung ein. U. a. soll verboten werden, daß bei Verkehrshemmungen die Kraftfahrzeuge durch fortgesetztes Hupen sich freie Bahn zu schaffen suchen. Nur bei wirklicher Gefährdung anderer Wegebenutzer soll das Hupen noch gestattet sein. Für die Motorräder werde das hintere Kennzeichen kommen, auch werde gegen das Knattern und Knallen dieser Räder nachdrücklicher eingeschritten. Eine reichsrechtliche Regelung werde der Verkehr in Einbahnstraßen und an Kreuzungen mit Lichtampeln erfahren. Die neue Hupvorschrift scheint also vorerst zwar nur bei dem bösen Usus, der sich bei Verkehrshemmungen herausgebildet hat, einzugreifen. Man wird aber schon mal für alles dankbar sein müssen, auch für diese bescheidenen Anfänge. Das andere wird wohl auch bald folgen, weil es eben nötig ist. Interessant ist auch die Ankündigung einer reichsgesetzlichen Vorschrift für Verkehrsamveln an Kreuzungen und Einbahnstraßen. Es geht aus den Ausführungen nicht hervor, ob der Minister mit seiner Andeutung sagen wollte, daß die Verkehrsampel künftig zwangsmäßig überall eingeführt werden sol! oder ob es sich nur um eine einheitliche Regelung der technischen Ausgestaltung bestehender oder neueinzuführender Ampeln handelt. Man kann aber annehmen, daß es sich doch um eine Ankündigung einer Zwangsmaßnahme handelt, um eine Einheitlichkeit des Verkehrs zu gewähren. Anmeldung von Schußwaffen und Munition Verlängerung der Anmeldepflicht Die Anmeldung von Schußwaffen und Munition hat in einem so großen Umfange stattgefunden, daß in den Großstädten die einzelnen Polizeireviere kaum in der Lage waren, alle Anmeldungen ordnungsmäßig entgegenzunehmen Da in der Presse auch die Termine für die Anmeldung der Schußwaffen und Munition der benachbarten Regierungsbezirke gebracht wurden, ist bei der Bevölkerung des Regierungsbezirks Düsseldorf Unklarheit darüber entstanden, welcher Termin für sie in Frage kommt. Um denjenigen, die ihre Waffen noch nicht zur Anmeldung gebracht haben, Gelegenheit zu geben, sich vor Strafe zu schützen, hat der Regierungspräsident in Düsseldorf den Termin, bis zu demWaffen und Munition angemeldet werden können, endgültig auf den 20. Januar 1932 festgesetzt. Der 9 )er Regierungspräsident weist nochmals darauf hin, daß diejenigen, die ihre Waffen und Munition nicht anmelden, nach der 4. Notverondnung des Herrn Reichspräsidenten vom 8. Dezember 1931 mit Gefängnis nicht nuter drei Monaten, und wenn Fahrlässigkeit vorliegt, mit Geldstrafe bestraft werden. Ultzen' Stoffe Artur Karwin vis. Ultzen- Wollenweberei Elberfeld im Woolworth-Haus I. der älteste 6 Er zog mit 4 Wevelinghoven In Wevelinghoven mann. Der Versto freiwillige de uinn des Weltkriege der in den Heeresd von 1866 und 1870 sagnie des Landw ein Sohn als Leu# stand lange Zei sront. Nach der #alten Korporal“ v# dos Eiserne Kr ähriger Frontdienf Strapazen des Krie waren, aus dem H verbrachte Deutschla veteran auf seinem Ko * D u i s b u r g- H a m des früheren Recht oberhausen, gegen #en wegen Untreue sahren eröffnet. 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Da beide Angeklagten ihre Beute freigibig an Verwandte" und Bekannte verteilt hatten, war die Anklagebank noch mit fünf weiteren Personen besetzt, die sämtlich wegen Hehlerei nach dem Maße ihres Nutzens verurteilt wurden zu Strafen von 20 Mark an bis zu 5 Monaten Gefängnis. Die Einbrecher erhielten wegen fortgesetzten vollendeten und versuchten Bandendiebstahls lange Gefängnisstrafen. Schulz, der auf den Diebesfahrten eine Schußwaffe bei sich getragen hatte, 5 Jahre, Steinbis 4½ Jahre Gefängnis. * D u i s b u r g- M e i Schüler Hans lam Donnerstag mo am Nordhafen in Vasserturms der## Ruhrort zwei Last! höhe des Schülers deren überholen. einen Wagene art schwer verletzt, trat, Der Wagenfül merkk. * O b e r h a u s e n, 7 Uhr spielte sich hausen=Lirich eine Essen=Dellwig, Arthur Schwedler und einen weiter Jahre alte Lotte( Schleuse III. 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Januar 1932 Nr. 15 Bergtsch=Märkische Zeitung der älteste Kriegsfreiwillige gestorben Er zog mit 71 Jahren in den Welttrieg Wevelinghoven(Bezirk Düsseldorf), 14. Jan.(Drahid.) Wevelinghoven stard der 88 Jahre alte Gustav Kottmann. Der Verstorbene war der älteste Kriegssreiwillige des Weltkrieges. Er trat bei Beginn des Weltkrieges als 71jähriger Kriegsfreiwilliger wieier in den Heeresdienst nachdem er bereits die Feldzüge von 1866 und 1870·71 mitgemacht hatte. Mit einer Komgagnie des Landwehr=Insanterie=Regiments Nr. 39, die sein Sohn als Leutnant führte, zog er in den Weltkrieg. er stand lange Zeit seinem Wunsche gemäß in vorderster sront. Nach der Einnahme von Antwerpen wurde dem halten Korporal“ von Generalfeldmarschall von der Goltz, das Eiserne Kreuz überreicht. Etwa nach zweijähriger Frontdienstzeit wurde Kottmann, an dem die stravazen des Krieges nicht spurlos vorübergegangen paren, aus dem Heeresdienst entlassen. Die letzten Jahre verbrachte Deutschlands ältester Kriegsfreiwilliger und Altveteran auf seinem Ruhesitz in Wevelinghoven. Konkurs Löwenstein * D u i s b u r g- H a m b o r n, 1 4. J a n. U e b e r d a s V e r m ö g e n des früheren Rechtsanwalts und Notars Löwenstein in oberhausen, gegen den bekanntlich ein gerichtliches Verfah#en wegen Untreue schwebt, wurde das Konkursverfahren eröffnet. * Raubüberfall auf einen Konsum * D u i s b u r g= H a m b o r n, 1 4. J a n. A m M i t t w o c h a b e n d gegen 21 Uhr wurde an der Ecke Jahn= und Schillerstraße uuf eine Filialleiterin einer Konsumgenossenschaft ein Raubüberfall ausgeführt. Der Leiterin, die sich in Begleitung eines Mannes befand, traten an der bezeichneten Straßenecke zwei Personen entgegen. Während der eine der käter ihr die Aktentasche mit der Tageseinnahme von 500 Nark entriß, gab der andere zwei Schüsse auf den Begleiter der Filialleiterin ab, die jedoch fehlgingen. Der Mann, der die Schüsse abgab, trug eine Maske. Die Räuber entkamen unerkannt. Eine nähere Beschreibung der Täter können die Ueberjallenen nicht geben. Schüler überfahren * Duisburg-Meiderich, 14. Jan. Der 14 Jahre alte Schüler Hans Buschmann aus Meiderich befuhr am Donnerstag morgen mit seinem Fahrrad die Straße am Nordhafen in Richtung Ruhrort. In der Nähe des Vasserturms der Ver. Stahlwerke kamen aus Richtung Ruhrort zwei Lastkraftwagen mit Anhänger. Als sie in höhe des Schülers waren, wollte der eine Wagen den anberen überholen. Hierbei wurde der Schüler von dem leinen Wagenerfant, etwa 8 m mitgeschleift und derert schwer verletzt, daß der Todauf der Stelle eintrat. Der merkk. Wagenführer hatte von dem Unglück nichts beLiebestragödie * O b e r h a u s e n, 1 4. J a n. A m M i t t w o c h a b e n d g e g e n 7 Uhr spielte sich an der Schleuse III am Kanal in Oberhausen=Lirich eine Liedestragödie ab. Der 22jährige, in Essen= Dellwig, Riphorsterstraße wohnhafte Arbeiter Arthur Schwedler tötete durch einen Herzschuß und einen weiteren Brustschuß seine Freundin, die 17 Jahre alte Lotte Gäbler Tochter des Schleusenwärters in Schleuse III. Schwedler hatte mit dem Mädchen kurz vorher dessen elterliche Wohnung verlassen, um mit ihm die Uebungsstunde eines Gesangvereins zu besuchen, in dem beide Mitglied waren. Nachdem Schwedler das Nädchen niedergeschossen hatte, brachte er sich selbst einen Brustschuß mit einer 08=Pistole bei. In schwer verletztem Zustande wurde er dem Marienhospital zugeführt, wo er m Lebensgefahr schwebt. Ueber die Ursache des Verbrecens ist noch nichts bekannt. Die polizeilichen Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Großfeuer auf einem Gutshof * Opladen, 14. Jan. Auf dem nahe bei Opladen gelezenen Gutshof des Besitzers Dick brach am Mittwoch abend segen 21 Uhr Großfeuer aus, dem eine Scheune mit großen Fruchtmengen sowie landwirtschaftlichen Maschinen zim„Opfer fiel. Den Bemühungen der Feuerwehren der Umgebung war es bis Mittemacht noch nicht gelunden den Brand zu löschen, da die WasserverhältUIsse sehr mangeryaft waren und nur ein Hydrant vorhanden war Nur dem günstigen Umstand, daß der Bind das Feuer vom Gutshof wegtrieb ist es zu verdanken, daß die in der Nähe liegenden ungeheuren Strohnengen gerettet werden konnten. Die Arbeit der Wehren, de de mBrand mit drei Schlauchleitungen bekämpften, gelalteten sich infolge des aufgeweichten Bodens sehr cwierig. Der Schaden ist erheblich, jedoch, soweit sich osher feststellen ließ, durch Versicherung edeckt. Die Unterschlagungen in Rötgen Monschau, 14. Jan. Zu den bereits von uns gemeleeren Veruntreuungen in der Bürgermeisterei Rötgen teilt 3 setzt das Bürgermeisteramt Rötgen folgendes mit: Beschwerden hat eine Nachvrüfung der GeKaftsführung auf dem Bürgermeisteramt stattgefunden. g“7 Bürgermeister, der Gemeindeobersekretär und der ventmeister haben ihre sofortige Beurlaubung eantraat, die ihnen bewilligt wurde. Der BürgerXuster und der Sekretär sind vom Dienst suspendiert. Das 8. 9linarverfahren ist gegen alle drei Beamte eingeleitet. Angelegenheit wurde der Staatsanwaltschaft über#even. Ueber die Höhe der noch nicht nachgewiesenen Beage sind Ermittlungen im Gange. Es handelt sich um n Nachweis von Teilbeträgen, die dem Bürgermeisteriin laufend monatlich von der Kreisverwaltung zugeflossen Diese Mitteilung wird hiermit mit Zustimmung Gemeinderatsvertreter und Amtsvertreter, die vermmelt sind de: Presse bekanntgegeben, um übertriebenen Berüchten vorzubeugen.“ Einbrecher- u. Terrorbande festgenommen * Essen, 14. Jan. Seit Anfang Okrober v. J. wurden in den Stadtteilen Borbeck, Essen=West und Altenessen über 30 Konsumeinbrüche und Plünderungen ausgeführt. Die polizeilichen Ermittlungen gestalteten sich zunächst sehr schwierig. Bald stellte sich jedoch der Verdacht heraus, daß es sich bei den Einbrechern um dieselben Personen handelte, die im Oktober v. J. die kommunistischen Terrorakte in Borbecker Konsumanstalten verübten. Daraushin wurde von Kriminalbeamten in Verbindung mit der Schutzpolizei zugegriffen. 13 Personen wurden unter dringendem Tatverdacht vorläufig festgenommen. Die Anführer der Bande sind die Kommunisten Hilmar, Bach und Hermann Bier. Ein weiterer Haupttäter ist zur Zeit noch flüchtig. Erhebliches Beweismaterial ist der Kriminalpolizei in die Hände gefallen. Obwohl die Bandenführer jedes Mitglied ihrer Bande im Falle des Verrats angeblich mit dem Tode des Erschießens bedroht haben, gelingt es den polizeilichen Bemühungen doch, allmählich Licht in die Angelegenheit zu bringen. Nähere Einzelheiten können vorerst im Interesse der weiteren Untersuchung noch nicht veröffentlicht werden. Es sei aber heute schon gesagt, daß Bach nach seinem vor längerer Zeit erfolgten Ausscheiden aus der RSDAP sich zur Zeit eifrigst für den kommunistischen Kampfbund gegen oen Faschismus betätigt und bereits mehrfach wegen politischer Ausschreitungen festgenommen gewesen ist. Vom Dach gestürzt * Oberhausen, 14. Jan. Am 11. Januar bestieg ein in der Bellémestraße wohnender Steiger a. D. an seinem Hause eine Leiter, um vom Dach des Hauses einen Ball herunterzuholen. Die Leiter rutschte aus und der Mann stürzte zu Boden. Durch den Sturz zog er sich so schwere innere Verletzungen zu, daß er an deren Folgen jetzt gestorben ist. Europas böse Buben dürsen nicht vervetzt werden Köln, 14. Jan. Der Bankier Geheimrat Lonis Hagen ist durch einstimmige Wahl zum 18. Male Vorsitzender der Kölner Handelskammer geworden. Der hohe Siebziger hat bei dieser Gelegenheit eine Rede gehalten, in der er zunächst offen eingestand, daß er im vorigen Jahre einen groben Irrtum begangen habe, als er zum Jahresanfang noch den berüchtigten Silberstreifen fah. Von dieser Offenheit könnten andere Leute lernen. Die Rede enthielt außerdem noch eine starke Vertrauenskundgebung für Hindenburg und für Brüning, wobei allerdings die Kammer nur dem Namen Hindenburg Beifall spendete. Dann aber wurde der Finanzmann, der sich in der Rüstigkeit seines Alters zum kölnischen Rockefeller zu entwickeln scheint, zur modernen Pythia. „Unser Schicksal wird von einigen wenigen Menschen, denen das Verständnis für das Wohl und Wehe Europas fehlt, bestimmend beeinflußt, wodurch wir Gefahr laufen, um Haus und Hof gebracht zu werden". Das warn die Worte des Handelskammervorfitzenden, die gut und schön sind,— nur warum nennt er diese bösen Buben nicht beim Namen? Es hilft auch nicht viel, wenn er dann noch einmal sagt, daß es ein Schandfleck der Weltgeschichte sei. daß man Deutschland, an dessen Spitze so ausgezeichnete Männer ständen, ins Verderben treiben lasse, wie das von Meuschen geschehe, die das Wohl und Wehe der Welt vollkommen mißachten. Es ist immer wieder das alte Uebel, an dem das politische deutsche Nachkriegssystem krankt, wenn heute nur wieder anomyme und versteckte Anklage erhoben wird, wo doch alle Welt Europas böse Buben kennt. Wer nicht den Mut zur offenen Anklage findet, dem kann kein Richter helfen. Und wenn der Bankier Hagen weiter aussprach, daß die Politik alle Charaktere verdorben habe, so muß dem entgegengehalten werden, daß auch der starke Politiker, der dieses Wort zuerst aussprach, sich bewußt war, daß die Politik nur schwache Charaktere verderbeu kann! b. Ob sie's besser machen als die Männer? N Infolge verschiedener Mißstände in der Stadtverwaltung von Mount Ida(Ark.) wurde das Stadtparlament gest ürzt. Man sagt, die Frauen trügen daran die Schuld. Bei der Neuwahl wurden überraschenderweise nur Frauen gewählt.— Unser Bild zeigt die neuen„Stadtmütter“ bei der Vereidigung. Auferstehung alter Meister in Düsseldorf (D Düsseldorf, 14. Januar. Die eigenartige und zumindest kuriofe Situation ist die: Der Kunstverein stellt das Akademiemuseum aus. Man muß in diesem Falle schon von einer Auferstehung alter Kunst sprechen, denn die Schätze der Akademie waren der Oeffentlichkeit sozusagen überhaupt nicht in gebührendem Maße bekannt, und ihr Dasein, mit dem immerhin ein gut Stück Düsseldorfer Geschichte und Düsseldorfer Kunstleben verknüpft ist, hätte wohl lange schon eine stärkere und sorgfältigere Beobachtung verdient. So ist es dankenswert, wenn die in den ungünstigen Räumen der Akademie begrabenen Werke vornehmlich niederländischer, deutscher und italienischer Meister, jetzt in den Sälen des Kunstvereins mal ans Licht gebracht werden. Sie verdienen, von der Allgemeinheit gesehen zu werden, und die Tatsache dieser Ausstellung beweist, daß ihre Bewahrung in der Akademie dem Verschollensein in einem Verließ gleichkommt. Besonders schmerzlich berührt dies im Hinblick auf einige Tausend überaus wertvoller alter Handzeichnungen, die dort kaum gekannt und dazu noch wie aufgestapelt verwahrt werden. Alle kunstfreundlichen Kreise sähen natürlich gerne eine Verschmelzung der staatlichen Sammlung mit der städtischen in der Art, daß die Bilder und Zeichnungen der Akademie als ständige Leihgabe in das Kunstmuseum übersiedeln würden. Ob die Notzeit diesen berechtigten Wunsch gegenwärtig in Erfüllung gehen lassen kann?? Es kann doch nicht einfach heißen: raus aus der Akademie, rein ins Museum. Zu solcher Umsiedlung gehört, ganz abgesehen von den Kosten dringend notwendiger Restauration wenigstens etwas Geld, und daran fellt's bekanntlich. Es sei denn, daß ein großmütiger Mäzen...... Aber man wird sich wohl einstweilen noch bescheiden müssen. Die Restauration der beiden Rubensbilder„Die Himmelfahrt Marid“ und„Venus und Adonis“ ist der hauptsächlichste Anlaß dieser ersten Ausstellung des Kunstvereins im neuen Jahr. Nebenbei bemerkt, das an zweiter Stelle genannte Bild wird erst im Laufe der Woche eintrefsen. Rubens! Eine zeitlang stand man abschätzend und seinem Schaffen gegenüder. Die Fleischlichkeit seiner Leiber, die üppig strotzende Sinnlichkeit, die aus allen seinen Formen geradezu herausspringt, die Bewegtheit seiner Kompositionen, die Steigerung noch im festlich vollen Akkord der Farden, das waro verpönt, ward zu laut befunden, galt als äußerlich und unerträglich. Es ist wahr, Rubens verbirat nichts. Bei ihm gidt es keine Geheimnisse. Die Gewalt der des Geschehnisses und das strahlende Wunder einer Himmelfahrt Mariä werden bei ihm ebenso sinnliche Tatsächlichkeit, wie der Ausdruck instinktmäßiger Sorge der Liebenden den geliedten Adonis umschmeichelt und zum Verweilen bestimmen will. Das großartig herrschaftliche Schalten mit den Dingen, diese Bändigung des Naturwirklichen in Geformtes, das ist sein Malen. Auch diese beiden Bilder des barocken Meisters sind starke Künder seines Genies. Zwar ist die große Himmelfahrt nur nach seinem Entwurf von seinem Atelier ausgeführt und später von ihm übergangen worden, aber auch dies ist nur eine Bestätigung seiner unmäßig und fortwährend drängenden Einbildungskraft, die einer Werkstattorganisation bedurfte, um der Fülle Gestalt zu geben. Um 1620 wurde das Bild gemalt. und zwar für den Hochaltar der Kirche Notre Dame de la Chapelle in Brüssel bestimmt. Ganz eigenhändig bis auf geringe Details des Landschaftlichen ist aber das kleinere um 1610 gemalte Bild. Hier spricht unmittelbar und rein der lebendige Pinselzug des Meisters. Aus dem Kranz der übrigen Gemälde sind besonderer Beachtung wert ein Frauenbild von Franz Hals, ein anderes sehr schönes von Heemskerck. Sehr delikat ein Stilleden von Pieter Claesz und von sein abgestimmter Buntheit eine Flußlandschaft von B. u. G. Peetero. Von dem älteren Cranach sieht man ein Kabinettstück in dem Bild eines lüsternen Alten. Unter den Zeichnungen steht die Altdorfers„Susanne im Bade“ zu dem gleichnamigen Gemälde der Münchener Pinakothek voran. Der Fachmann wird nicht mit allen Bildbestimmungen einverstanden sein und muß besonders die unsachgemäße Konservierung der Zeichnungen bedauern. Eichler Berg und Uark Freitag, 15. Januar 1932 Nr. 13 Bergisch=Ulörkische Zeitung Hagen und Umgebung Der„stille Teilhaber“ um 17·000 Mark geschädigt * Hagen, 14. Jan. Der Kaufmann Bernhard L. von hier hatte es verstanden. den Kaufmann Karl S., einen früheren Prokuristen beim Otto=Wolf=Konzern, durch allerlei Erdichtungen über die günstige Lage seines Geschäftes für die Firma so zu interessieren, daß S. als stiller Teilhaber bei ihm eintrat und nach und nach 25 000 RM einschoß. Nach kurzer Zeit war das Geld verpulvert und die Sache zu Ende. Gestern verhandelte das Schöffengericht acht Stunden lang gegen den jetzt des Betruges angeklagten L., der übrigens nicht einmal Buchführung hatte, sondern sich nur auf Notizen stützte, so daß der Sachverhalt kein genaues Bild vom Status geben konnte, weil eben alle Unterlagen fehlten. Der Angeklagte Verteidigte sich dahin, daß bei den Geschäften große Gewinne zu erzielen gewesen seien. Er habe die Berechnungen nach dem Bruttogewinn aufgestellt, dabei seien aber die Unkosten zu hoch gewesen. Allein im Monat Juni hätten seine Gebühren für Telephon über 700 RM betragen. Der Staatsanwalt sah den Betrugsfall als erwiesen an und beantragte 1 Jahr Gefängnis. Nach längerer Beratung fällte das Gericht das Urteil auf 6 Monate Gefängnis. Der Angeklagte legte Berufung ein. Die Woche des Ausverkaufs Der diesjährige große Ausverkauf bringt ganz eigentümliche Erscheinungen, er ist gewissermaßen einseitig. Die Läden einzelner Geschaftszweige werden überlaufen, dort muß die Schupo für Ordnung sorgen, und die anderer Warengattungen bleiben leer. In den ersten Tagen wurden besonders die Schuhgeschäfte bestürmt, dort waren wirklich gegen Abend einzelne Schaufenster geräumt. Auch die Kurzwaren fanden viel Absatz. In den Artikeln aber, zu deren Erwerbung schon ein dickes Portemonnaie nötig ist: Herren=Artikel, Damenkleider, Pelze, kostbare Stoffe, blieb das Geschäft ziemlich flau. Rein äußerlich sieht es aus, als sollten riesig viel Einkäufe gemacht werden, denn die Straßen sind stark belebt und abends herrscht in den Hauptverkehrsadern dichtes Gedränge. Auch in den Läden der großen Warenhäuser schiebt und drückt sich die Menge und besieht sich die ausgestellten Schätze. Wenn man aber genauer hinschaut, bemerkt man recht wenige mit Paketen, und wenn sie welche haben, dann sind es zumeist nur kleine. Einzelne Geschäfte haben ihre Schaufenster sehr schön, reichhaltig und geschmackvoll dekoriert und mit einem Ueberfluß von Beleuchtung ausgestattet. Das gleißt und flimmert und lockt und zieht auch Beschauer an, aber dann ziehen sie weiter, weil das nötige Kleingeld fehlt. Und noch etwas anderes gibt einen trüben Eindruck, das sind die Massen der Erwerbslosen,— wir haben jetzt in Hagen 21000— die in der Menge mit durch die Straßen treiben und mit müden Blicken die Auslagen betrachten, in denen so manches liegt, was sie recht gut gebrauchen könnten, aber für sie sind die gewiß schon tief gesenkten Preise noch lange nicht niedrig genug. Es will scheinen, als ob im diesjährigen Ausverkauf, abgesehen von einigen besonders gefragten Artikeln, nicht sehr gründlich ausverkauft werden sollte. Bevölkerungsbewegung in der Stadt Hagen im Monat Dezember 1931 Hagen, 14. Jan. Wie die Vormonate, so brachte auch der Monat Dezember eine Bevölkerungszunahme, an der die Wanderbewegung mit 57 und die natürliche Bevölkerungsbewegung mit 31 Köpfen beteiligt sind. Zugezogen sind 668 Personen und von Hagen fortgezogen 611 Personen. Die Zahl der Lebendgeborenen betrug 141, die der Verstorbenen 110. Die Bevölkerungszahl stieg von 147 100 Ende November auf 147 188 Ende Dezember. An dem Wanderungsgewinn waren von den Berufsarten die kaufmännischen und Büroangestellten mit 18 Personen, Studierende und Schüler mit 17 und Beamte mit 14 Personen am stärksten beteiligt. Nach dem Lebensalter haben die Jahrgänge bis zum 30. Lebensjahre an der Zuwanderung den größten Anteil. Bei der Personenstandsaufnahme am 10. Oktober 1931 sind ermittelt worden Altstadt 102 768, früherer Stadtbezirk Haspe 26 585, früheres Amt Boele 14001, früheres Amt Vorhalle 4 749, zusammen 148 103 Personen. Der Skandal im hagener Polizeipräsidium Hagen, 14. Jan. Die Untersuchung gegen die beiden Defraudanten geht, wie uns von besonderer Seite mitgeteilt wird, stetig, aber verhältnismäßig langsam voran, da die Verschleierungen in der Buchführung ungemein spitzfindig vorgenommen worden sind und sich sehr weit rückwärts erstrecken; man spricht von den Jahren 1925 und 1926 schon. Die beiden Beamten haben geschickt Hand in Hand gearbeitet und da sie sich beide in disponierenden Stellungen befanden, war es möglich, die Vergehen so lange geheimzuhalten. Die kürzlich auf 70000 RM angegebene Summe der veruntreuten Gelder soll bereits um mehrere tausend RM weiter angewachsen sein, die lukrativen Geschäfte, die die Beschuldigten machten, sollen sich außer auf Futtermittel auch auf Nahrungsmittel für die Beamtenschaft und auf Ausstattungsartikel, Wäsche und dergl. erstreckt haben. Die Leute wissen selbst nicht, wie hoch die Summe ist, die sie veruntreut haben. Sie haben munter drauf los gewirtschaftet und in einem recht üppigen Lebenswandel, den sie von ihren Gehältern nicht hätten bestreiten können, sehr viel Geld vergeudet. Tätigkeitsbericht der hagener Schutzpolizei im Monat Dezember. A) Schutzpolizei: Anzeigen wurden vorgelegt in 120 Fällen, davon wegen Diebstahls 18, Einbruchsdiebstahls 7, Betruges 2, Hausfriedensbruchs 2, Körperverletzung 8, Sachbeschädigung 2, Mordversuchs 1, Forstdiebstahls 8, Schlägerei 2, Tierquälerei 2, Gewerbevergehens 7, Glückspiels 4, Inverkehrbringens von Falschgeld 2, Sittlichkeitsvergehens 1, Abspringens von der fahrenden Straßenbahn 1. Eingeliefert wurden 28 Personen, davon wegen Tragens politischer Abzeichen bzw. Uniformen 7, Ueberfalls bzw. Schlägerei 5, Diebstahls 2, Einbruchsdiebstahls 1, Hehlerei 1, Betruges 1, Sittlichkeitsvergehenz 1. In Schutzhaft kamen 18 Personen wegen Trunkenheit. In besonderen Fällen wie Hilfeleistung bei Unglücksfällen, Beseitigung von Verkehrsunfallen usw. wurde die Schutzpolizei in 44 Fällen in Anspruch genommen. Das Ueberfallkommando wurde 15mal alarmiert. B) Kriminalpolizei: Festgenommen wurden 57 Personen, darunter 7, die steckbrieflich verfolgt wurden. Folgende Straftaten wurden bearbeitet: 208 Diebstähle, 47 Unterschlagungen, 79 Urkunden und Betrugsfälle, 20 Körperverletzungen und 10 Vergehen gegen die Sittlichkeit. Außerdem wurden 178 Anzeigen wegen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs, Beleidigung usw erstattet. Dem Gericht wurden 15 Personen zugeführt. Verkehrsunfallnatinit: Im Stadtgebiet waren 32 Verkehrsunfälle zu verzeichnen, bei denen in 21 Fällen ein Zusammenstoß von Fahrzeugen erfolgte Bei den Zusammenstößen wurden 9 erwachsene Personen leicht verletzt. In 7 Fällen wurden Personen angefahren bzw. überfahren. Hierbei wurde 1 Kind getötet, 1 erwachsene Person schwer und 5 erwachsene Personen leicht verletzt. Die Kommerz- und Privatbank bleibt in Hagen Hagen, 14. Jan. Wie uns mitgeteilt wird, übersiedelt die Hagener Filiale der Bank nicht nach Münster. Sie bleibt auch weiterhin hier und verlegt nur ihren Betrieb aus ihren jetzigen Geschäftsräumen in ein anderes Gebäude. hagener Stadttheater Goldenen Anker“— Komödie von Marcel Pagnol Es dauert ziemlich lange, bis in dieser Komödie die Handlung beginnt und ist es endlich soweit, dann wird sie oft auf lange Strecken durch Episoden unterbrochen, die nichts anderes sind als Milieuschilderungen, Szenen aus dem Hafenleben von Marseille von mehr oder weniger treuer Echtheit, die mit der Handlung selbst in recht losem Zusammenhang stehen. Es sei gleich hier bemerkt, daß Gerd Wolfframs Regie sich dieser Episoden sehr im freiwilligen Arbeitsdienst so Remscheid, 12. Jan. Der Verein für Waldschutz und Aufforstung e. V. Lennep beabsichtigt, in dem Gebiet oberhalb der Herbringhauser Talsperre zwischen Grünental und Kreuzmühle Aufforstungsarbeiten durchzuführen. Die Privatwaldbesitzer dieses Gebietes sind dem Verein angeschlossen. Die Vorbéreitung der Aufforstungsflächen und die Pflanzarbeiten sollen durch Arbeitsfreiwillige, die die Stadt Wuppertal dem Verein zur Verfügung stellt, ausgeführt werden. Die Waldbesitzer verpflichten sich, die Aufforstungen für die Dauer von zehn Jahren nach Anweisung eines Forstsachverständigen zu behandeln uno zu pflegen. Mit einer Anzahl von Waldbesitzern sind die Verträge bereits abgeschlossen, so daß die Arbeiten, sobald die Anerkennung des Landesarbeitsamts eingetroffen ist, sofort beginnen können. Zunächst wird nur eine kleine Anzahl jugendlicher Arbeitswilliger beschäftigt werden. Diese werden gemeinschaftlich untergebracht, bereiten ihre Mahlzeiten selbst und lernen hier im besten Sinne die Hilfsbereitschaft und den Gemeinschaftsgedanken pflegen. Sicherlich werden sich einige Waldbesitzer bereitfinden, für die Arbeiten kleine Zuschüsse oder verbilligte Lebensmittel zu geben. Im Gebiete des Vereins hat man bereits gute Erfahrungen mit diesen Arbeiten gemacht. Das bereits fertiggestellte Aufforstungsgebiet hinter Rädereichen in der Gemeinde Radevormwald bietet jedem Freund des Waldes ein erfreuliches Bild. Da die ganzen Waldgebiete des Bergischen Landes, besonders in der Nähe der Großstädte, der Aufforstung bedürfen, so ergibt sich hier eine Aufgabe für den freiwilligen Arbeitsdienst, bei der einer großen Zahl von Erwerbslosen gesunde Beschäftigung in freier Luft geboten werden kann. Solingen und die Beförderungssteuer Solingen, 14. Jan. Um zu einer billigeren Fahrpreisgestaltung auf den städtischen Straßenbahnen zu kommen, will die Verwaltung den Antrag auf Evlaß der Beförderungssteuer bei den zuständigen Stellen einbringen. An Beförderungssteuer sind in Solingen rund 100000 Mark jährlich aufzubringen. Bei dem ständigen Verkehrsrückgang ist ein Nachweis leicht zu erbringen, daß die Beförderungssteuer in Solingen nicht aufgebracht werden kann. Der verschwundene Nachtwächter gefunden —.— Dieringhausen, 14. Jan. Nach tagelangem Suchen fanden Verwandte den toten Nachtwächter Peters vor einem Schütt der Mühlentaler Wehre. Zwar lag die Leiche auf dem Gebiete der Stadt Gummersbach, da sie aber an das andere Ufer gezogen wurde— die Agger trennt hier die Gemeinden Wiehl und Gummersbach— was das Wiehler Amtsgericht zuständig. Der Gerichtsarzt Dr. Köster stellte fest, daß auf der lieken Schädelseite mehrere tiefe Schnitt= und Stoßwunden waren, Veranstaltungen von heute Elberfeld: Stadttheater: Geschlossen. Salamander: 4 und 8.15 Uhr:„Der Bettelstudent". Thalia=Theater: Das Varietéprogramm und Film: „Luise, Königin von Preußen". Modernes Theater:„Mein Leopold“. Capitol:„Kadetten". Bavaria: Das Januar=Kabarettprogramm. Regenbogen: Tanzattraktion Ossy und Fred Valentyn; Heinz Bultmann singt. armen: Stadttheater: 7.15 Uhr:„Tannhäuser"(Vorstellung für den Bühnenvolksbund). Ufa=Palast:„Mein Leopold“. hausfrauen, helft helfen! In der nächsten Zeit wird die Wuppertaler Notge meinschaft wiederum eine Sammlung veranstalten. Die Not ist groß! Wir wissen alle, daß die Zahl der Arbeitslosen ständig zugenommen hat, aber machen wir uns wohl ein rechtes Bild von der Größe der Not? Denken wir daran, daß in vielen Familien das nötigste Bettzeug fehlt, daß Schuhe und Kleidungsstücke für Groß und Klein nicht mehr vorhanden sind? Vielen hat die Notgemeinschaft mit dem, was die erste Sammlung ein gebracht hatte, schon helfen können. Aber nun sind die Vorräte erschöpft, es heißt von neuem: Tue ein Jeder, was in seinen Kräften steht, die anhaltende Not zu lindern! Da sind es vor allem die Hausfrauen, die noch einmal nachprüfen sollten, was sie entbehren können! Es werden sich immer noch Sachen finden, die brauchbar sind, oder an denen notwendige Aenderungen und Reparaturen sich lohnen! Und wenn nichts an Sachwerten vorhanden sein sollte, dann werden Lebensmittel und Geld auch gerne genommen! Wir hoffen, bei unseren Hausfrauen nicht vergeben zu bitten! Hausfrauen heltf helfen! Wuppertal-Barmen Hausfrauenbund Wuppertaler Hausfrauenbund Elberfeld-Bohwinkel Kammermusik-Abend Irmgard Kriege— Hans Martin Theopold In der Aula des Oberlyzeums Barmen, Bleicherstraße,(früher Gymnasium) gab die junge einheimische, jetzt in Berlin lebende Geigerin Irmgard Kriege gemeinsam mit dem Pianisten Hans Martin Theovold einen Kammer=Musikabend. Von ihrem vorjährigen Auftreten an gleicher Stelle ist das Künstlerpaar den Wuppertaler Musikfreunden noch in bester Erinnerung. Zuverlässige Technik und gut ausgeglichene musikalische Uebereinstimmung waren bemerkenswerte Feststellungen des damaligen Konzertes. Darüber hinaus war es vor allem der aus gemeinsamem Empfinden gelöste musikalische Schwung, die, aus einheitlichem Willen gestaltende, den Wesenskern des Kunstwerks vermittelnde Kraft, die den Zuhörer fesselte. Gab gesunder Instinkt den Vorträgen Auftrieb, so zeigte ein fein entwickeltes Stilgefühl fortgeschrittene geistige Reife. Auf dem gemeinsam beschrittenen Wege der Kunst sind die jungen Künstler in dem inzwischen verstrichenen Jahr ein gutes Stück weiter vorgerückt. Manches, was damals in Einzelheiten dem Willen noch nicht gehorchte, noch jenseits von„gut und böse“, stand, zeigt heute größere Klärung, Wunsch und Wille kündeten Bewußtsein. Technisches Können und geistiges Wollen sind stärkere Bindung eingegangen, sind der Vollkommenheit seelischer Verschmelzung näher gerückt. Diese Feststellungen betreffen sowohl die Einzel-, wie die Gesamtleistung der beiden Künstler. Und gerade die Gesamtleistung ist es, die gemeinsam vorgetragenen Werke sind es, die stärkste Bewertung verlangen, muß doch hier künstlerisches Gestalten auf gemeinsamer Grundlage aus dem Geist des Werkes geboren sein; das Persönliche ins Ueberpersönliche gehoben werden und von dieser Warte aus das Kunstwerk seine seelische Formung finden. Das ist ja der tiefere Sinn des Kammermusikspiels über die technische Wiedergabe hinaus der Tondichtung ihrem inneren Wesen gemäß gerecht zu werden. Irmgard Kriege und ihr Partner Han Martin Theopold haben das erkannt, indem sie sich zu einem Dn zusammengeschlossen, das in dauernder gegenseitiger Anpassung d0 hohe Ziel kammermusikalischer Vollendung anstrebt. Die träge am letzten Mittwoch gaben hiervon beredten Ausdruck. Sonate für Violine und Klavier in D=Moll von Joh. Brahms in Kammermusik=Abenden ein beliebtes Vortragsstück. Aber? ist mitunter ein recht fragwürdiger Genuß, sie anhören zu musseh wenn der Pianist, wie es häufig geschieht, ohne Rücksicht auf sein Partnerin, mit Brahmscher Wucht den Flügel bearbeitet und Violine nur gelegentlich mit einigen kreischenden Strichen Geltung kommen läßt. Hans Martin Theopold hielt sich dieser Manier fern. Mit feinem Empfinden kam in dynam wohl ausgewogenem Wechselspiel das Werk zur Wiedergabe. die Violine die Führung hatte, blieb sie herrschend. Weich flost die Passagen, umspielte das Figurenwerk die Geige. Im„Adah“ war die Geigerin in der Tongebung der tieferen Lagen mttt; etwas zaghaft; ging aber dann im dritten und vierten Sas“ Werkes mehr aus sich heraus. Recht frisch im Ton gestaltet" auch die Sonate in G=Moll für Violine allein von Joh. Hier war es besonders das Adagio, das gleich für die Geiget einnahm. In der„Fuge" waren kleine Hemmungen zu un“ winden; die sonst gut gegliederte und im Zeitmaß richtig ersaht Wiedergabe sprachen sehr an und hielten das Interesse auch“ den beiden folgenden Sätzen, der„Siciliana“ und dem„Allegl bis zur letzten Note wach. In musikalisch hoher Vollendung“ Hans Martin Theopold mit den Brahmschen Variationen über““ Thema von Paganini seine Meisterschaft als Solo=Pianist erkennen. Alles war auf kultivierten Klang gestellt; sauber“ Lauftechnik, klar Phrasierung und Pedalgebrauch. So liel“ Vortragsfolge lebendig ab. die als Abschluß die Sonate in H ob.““ Nr. 2 von Hindemith verzeichnete. Die Zuhörer folgten der“ trägen mit großer Aufmerksamkeit und spendeten zu jeder bietung lebhaften Beifall. B fleißig angenommen hatte und manches Genrebild von drastiscWirkung schuf, wie er überhaupt den szenischen Verlauf der#### mödie klar ineinandergreifend und gut arrangiert entwickelte. 9## Konflikt der Komödie geht um die Sehnsucht des Marius naa Seefahrten und Uebersee und die Liebe zwischen ihm und d.# Muschelverkäuferin Vanni, in dem die Sehnsucht siegt. Da Liebespaar Marius=Vanni wurde von Bruno Koch und Abs. Dreinhöfer mit kongenialem Zusammen= und Gegenspiel gegeher Beide spielten mit großer Naturwahrheit, die über die bekannt Bühnennatürlichkeit weit hinausgingen. Sie blieben Mensche, des geschilderten Milieus in Liebeslust und=leid. Ganz prach, volle Typen schufen Gustav Keune als Kapitän und Kurt als Bettler; in beiden war eine ganz außerordentliche Kraft de## Darstellung, fest gefügt, von echter Anschaulichkeit, satter Draßßi und bei Keune kräftiger Komik. Ebenso schufen Adalbert Gausch als Wirt Cäsar und Emmi Grätz als Honorine ein paar Gestalta von urwüchsiger Färbung. Richard Saldern vereinigte in wohl. gelungener Mischung in dem Canisse Schlauheit, Verliebtheit und Treuherzigkeit. Heinz Fangmann und Günther Günthermam fügten sich mit ebenfalls gut gesehenen und gezeichneten Gestalten günstig in das Ensemble ein und von den übrigen gab jeder an seinem Teil sein Bestes. Das Bühnenbild Gazners von den Wirtshaus„Zum Goldenen Anker“ mit dem Ausblick auf den Hafen und das Treiben auf den Molen wirkte als sehr echte Rahmen des Geschehens. Es gab sehr reichlichen Beifall. Ra, die wohl von starken Gegenständen herrührten. Wasser hatte der Tote nicht geschluckt, weshalb anzunehmen ist daß Peters bereits in bewußtlosem Zustande in die Agger geworfen wurde. Da sich die Toedsursache nicht mit Sicherheit feststellen ließ, wurde die Leiche dem Kreis. arzt in Gummersbach zur Obduktion übergeben. Die Frage nach Mord oder Selbstmord— das nimmt vorläufig die Landeskriminalpolizei an— läßt sich eist später entscheiden. Immerhin scheinen doch bestimmte Anzeichen eines Selbstmordes vorzuliegen. Wenn die ersten teten, so flüchten sich Londitorei. Deshalb Aber stets bleibt bringt. Man weiß (er) kommen wird. und eventuell mit S zur Verfügung haber appetitlich ist. Nich schen Rasereien des beginnen und aus und den Kaviar der wie mit Mord und durchaus friedlicher nur Butter und EiFrucht, Zuar. Me rakter der Konditore im Krieg wird derf in einem Stabsquar Gewiß ist es köst Aber muß es nicht nun in seine Bestat So daß zehn Apfel und in diesen konzer keit von zehn gewöl sondern sogar an Si hineingeht? In den die hohen dickbäuch ander, gefüllt, nein innersten Wesen der von der Dichtigkeit Rubine und Smara gunders bis zum he lierenden Durchsicht körnigen Festigkeit Wollust, die hier ar köstlicher Garnieru von Grün, Rot. 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Und man wird alles zur Verfügung haben was irgendwie süß und schaumig und appetitlich ist. Nicht freilich jene entlegenen und mörderischen Rasereien des Geschmacks, die mit Gänseleberpastete beginnen und aus den Tiefen des Meeres die Langusten und den Kaviar der Fische aufbieten. Nichts, was irgendwie mit Mord und Tier zu tun hat. Die Konditoren sind durchaus friedlicher Natur. Vom Tierischen entnehmen sie nur Butter und Eier(hoffentlich), alles übrige ist Mehl, Frucht, Zucker. Man hat über diesen friedliebenden Charakter der Konditoren noch viel zu wenig geschrieben. Selbst in Krieg wird der freundliche Konditor nicht töten, sondern in einem Stabsquartier wilten. Gewiß ist es köstlich, in einen Apfel vom Ast zu beißen. Aber muß es nicht viel köstlicher sein, wenn dieser Apfel nun in seine Bestandteile zerlegt und dick eingekocht ist? So daß zehn Apfel den Raum eines einzigen einnehmen und in diesen konzentrierten Raum nicht allein die Süßigkeit von zehn gewöhnlichen Aepfeln zusammengedrängt ist, sondern sogar an Süßigkeit hinzugetan ist, was nur irgend hineingeht? In den Vorratsräumen der Konditorei stehen die hohen dickbäuchigen Gläser zu Dutzenden nebeneinander, gefüllt, nein vollgepreßt mit dem kondensiertesten innersten Wesen der Aepfel, Birnen, Pflaumen, Aprikosen, von der Dichtigkeit der Götterspeise und der Farbe der Rubine und Smaragde. Von dem dunklen Rot des Burgunders bis zum hellen Gelb des Bernsteins, von der brillierenden Durchsichtigkeit des glashellen Gelee die zur körnigen Festigkeit der Paste. Denke an die Ekstasen der Wollust, die hier aufgespeichert sind, an die Möglichkeiten köstlicher Garnierung. Welche Farbenzusammenstellung von Grün, Rot. Gelb! Köstliche Blumensträuße, nicht nur duftend, sondern zum Essen, liegen auf der weiten Zuckerblickst sie als Sterne und Rabatten auf der weiten Zuckergrundierung der Torten, oder als körnige Marmeladen zwischen den Teigplatten. Es wäre der Gipfel aller irdiin Genüsse, die bereits an das Jenseits streifen, nur dieses in sich hineinzuschlingen, mit riesengroßen Kochlöffeln in die Geeles, Marmeladen. Pasten, kandierten Früchte hineinzufahren. Aber beuge dich der Weisheit der Konditoren, die da, mit Schiller, weiß, daß des Lebens ungemischte Freude keinem Irdischen zuteil ward. Er mischt die Dinge nur sparsam als Gaumenreiz mit Teig und Zuckerigem als eine Andeutung der Seligkeit, die bekanntlich viel seliger macht als die Seligkeit selber. Wenn du nun hierzu noch Mandeln nimmst, flache, braune, kleine Dinger, wie die Steinchen und Muscheln am Strand beim Bauen von Sandburgen zu benutzen, dann ahnst du, welche Formenfülle hier möglich ist. Und mit den Mandeln geht es bereits über das bloße Ornamentale hinaus. Hier sind schon kleine Inschriften wie auf Denkmälern erreichbar, zum Beispiel eine 25. oder eine 50. Nun eber kommt erst der Zucker in allen seinen Abarten hinzu. Gewiß, es ist schließlich auch eine Art von Zuchkerbenlitzung, wenn man einige klobige Würfel in eine Kaffeetasse hineinwirft, sie mit dem Löffel wie in einem Mörser stampft und umrührt.“ Höher steht schon die Kunst, mit aufgelöstem Zucker eine Bowle zu süßen. Aber nichts ist es gegen die Fertigkeit des Konditors, erst einmal farbigen Zucker zu haben und ihn dann in bunter Fülle über irgendetwas auszustreuen. Pointillismus nennt man diesen Stil. Er drückt eitel primitive Lebensfreude aus. Damit aber beginnt es erst. Mit Zucker kann man einfach eine Welt, wenn nicht nachschaffen, so doch auf Glanz polieren. Zucker kann gestaltlos und reiner Geschmack sein. Du siehst ihn nicht, du schmeckst nur seine Allgegenwart. Oder er kann Gestalt haben. Er kann als ein hauchdünner Schleier etwa über einer Apfeltorte liegen, oder er kann als glasheller Glanz ein Lucca=Auge umspülen, oder er kann schneeweiße und blütenreine Farbe haben, mit der du alles Wünschbare hinzuschreiben vermagst. Oder er kann Namenszüge in täuschender Aehnlichkeit fazsimilieren. Hast du je gedacht, was alles aus Zucker sein könnte? Müssen wir nicht beschämt vor einer Welt stehen, die so verflucht wenig aus Zucker ist? Aber nun kommen erst die verschiedenen Kremes. Denke dir eine gelbflüssige Mandelkreme oder dito Butterkreme oder Vanillenkreme oder Schokoladenkreme. Und wenn sich nun gar erst die Welt des Marzipans auftut! Auch die gute, auch die beste Hausfrau weiß hier nicht mehr, wie man das macht Vielleicht ist das der Grund, weshalb die besten Hausfrauen nach ihren Einkäufen in die Konditorei gehen. Es muß schrecklich sein, immer alles zu wissen. Sieht die Hausfrau ein Kleid, weiß sie sofort Bescheid, denkt:„Drei Bahnen!" oder„Zwei Bahnen!" oder „Blusig erafft!", oder sonst etwas, wovon wir Männer nichts ahnen. Gibt es irgendwo einen trefflichen Bohnensalat, die Hausfrau schmeckt sofort die Prise Dill heraus und wird es nachmachen. Aber in der Konditorei ahnt sie nichts. Zu Torten und Halbgefrorenem steht sie in reiner kenntnisloser männlicher Bewunderung. Gerade das macht ihr Freude Einmal am Tag will sie nichts durchschauen und herausschmecken. In dieser einen Sache will sie so dumm sein wie der Mann in allem. Daher ihr Hang zu den verborgenen Spitzfindigkeiten des Halbgefrorenen und Ineinandergemengten und Ueberbrannten und Schaumgeborenen. Sie will die sanften Farbenübergänge der Zucker= und Fruchtlasuren einfach genießen, ohne nach dem Rezept zu fahnden. Ich hingegen gab eines Tages den Standpunkt der uninteressierten Borniertheit dem Konditoreigewerbe gegenüber auf und besuchte— leider!— eine Konditorfachausstellung. Seitdem weiß ich alles. Natürlich hielt man mich für einen Fachmann und redete mich mit„Herr Meister!" an und war wild darauf, mir vorzuführen z. B. die neue Küchenteigrührmaschine oder die neueste Eierschaumschlagmaschine R. P. oder mich für zeitgemäße Ladeneinrich= tungen zu interessieren und für Registrierkassen. Man fauchte mich sogar gelinde an, als sich herausstellte, daß ich noch nicht eine einzige Registrierkasse besaß, und wollte durchaus wissen, ob ich auch die Essenzen von Unkrot benutze oder die Errana=Fabrikate vorziehe. Man ließ mich kosten und fragte, ob ich die Erdnußbutter herausschmeckte. Ich schmeckte aber nur Raderkuchen heraus und machte wohl überhaupt einen dofen Eindruck. Als Meister von einem Dorf von 400 Einwohnern mochte ich vielleicht noch gerade so hingehen. Aber ich lernte auf diesem Gang Unermeßliches. Nur der Uneingeweihte glaubt, daß ein frischer rosiger Teint von Gesundheit und vieler Bewegung herkommt. Der Kenner weiß, daß man nicht ohne Fläschchen und Büchschen und Pasten und Tuben zwanzig Jahre lang einundzwanzig Jahre alt sein kann Selbst die beste Hausfrau denkt, daß es genügt, einen Eiskreme zum Frieren zu bringen, um phantastisch schönes Speiseeis zu erhalten. Ja Kuchen! Immer wird es in der Mitte noch weich und an den Rändern zu hartem Kristall gefroren sein. Ganz Kluge haben etwas von Wasserwaagen gehört, auf denen man den Eiskreme auf seine Gefrierfähigkeit hin prüft. Aber auch damit schafft man es mit nichten. Man muß eben wissen, daß es Eispomosin gibt.„Eispomosin, natürlicher Fruchtzusatz zur Verbesserung und Vereinfachung der KonditoreiErzeugnisse.“ Man muß wissen, daß das Geheimnis eines jeden Konditors„Nogat!“ ist. Und:„Wollen Sie sich als Fachmann allen Aerger ersparen, so kaufen Sie nur das allein echte und bekannte Nogat!“. Und von der chemischen Fabrik Viktoria nimmst du„nur einige Tropfen“ der„weltbekannten, hochkonzentrierten Essenzen, Farben, Ertrakte, reichste Auswahl, Ananas, Bananen, Anis, Apfelsinen, Zitronen, Erdbeer, Himbeer, Maraschino, Vanille, Mandel, Mokka Rum, Punsch, Rosen.“ Hier hast du die vierzehn Tierkreiszeichen der Konditoreien beisammen, ein Firmament von Ananas bis Rosen.„Was ist Biskin?“, leuchtet von den Schildern. Ich weiß es nicht, was Biskin ist, ahne nur dunkel, daß ich schon in Konditoreien viel Biskin verschluckt habe. Vor allem aber wußte ich nichts von den Eralei=Pulverfarben und den„Schminkfarben in Pulver“ und den„Bronzefarben“. Und dann wurde mir klor, was Schokolade ist. Nicht, was du bisher dafür gehalten hast. Denn das ist„Chocoglacé in Teigform". Und es gibt Bormanns„Zitronenmost", aus dem die einzig und allein echte„Zitrone naturelle“ hergestellt wird. Und es gibt„neuerdings“ den Fruchtgelierextrakt zur Herstellung von Geeleeaufgüssen für Obstiorten, der eine ganz neue Aera von Fruchttorten einleiten wird.“ Und alles dies, vom Zitronenmost bis zum„Schokoladenbraun flüssig mit Aroma“, ist die einzig und allein echte und unverfälschte Natur! Kommt und kostet! Eine Stunde nach dem Erscheinen dieses Artikels werden sämtliche Konditoreien der Stadt bis auf den letzten Platz besetzt sein Nur mir verüble man es nicht, wenn ich jetzt ein Beefsteak essen gehe. Die Beuthener Rettungsmannschaft 6 * A m# T Das Bild zeigt den in ganz Schlesien bekannten Leiter de's Grubenrettungswesens, Herrn Prof. Woltersdorf(X), mit seiner Rettungsmannschaft. 13 BROT ROMAN VON KARL HEINRICH WAGGERL Später aber muß Regina allein in ihrem Garten arbeiten. Das Gras steht schon hoch, es wäre längst notwendig gewesen, einen Hag in das Feld zu setzen und die Tiere herauszutreiben. Aber nein, Simon mußte da Stocke sprengen— auch er ist wohl nicht immer derselbe ruhige verständige Mann! Simon flicht diesen Zaun, der scheidet nun das trockene und das schlechte nasse Land, das Winterheu und das getinge Grünfutter für die Tiere. Am anderen Tage packt Simon wieder Essen und Riemenzeug in seinen Korb und it Lasttier, schwankender Turm auf dem Wege durch den Wald. Aber bleibt nie mehr über Nacht im Dorfe, der Lag wird jetzt lang genug, jeden Abend kommt er schnausend über die Halde herauf. Regina steht in ihrem Garten, wenn er heimkommt, siehst du, niemals ist sie müßig! Sie hat die Röcke noch ein wenig höher geschüzt, und ihr Zeigesinger ist ganz schwarz von der guten Erde. Simon bringt Kohlpflänzchen und Petersilie, und einmal wächst ein Zaum, ein ganzes Gebüsch über seinen Kopf aus dem Korb: das sind Johannisbeer= und Stachelbeersträucher für den Gartenzaun. Dann läßt Simon den Korb zu Hause und trägt Bretter von der Säge herauf. Auch dazu hat Simon sein besonderes Geschick, er versteht es, eine Arbeit richtig anzudacken. Er schleppt nicht einfach zwei oder drei Latten guf der Schulter daher, o nein, er schnallt die Bretter lest auf ein Gestell, auf eine Art Helm, den man über den Topf stülpen kann und der die Last gleichmäßig auf das Genick und auf beide Schultern verteilt. Versteht ihr: man kann einen Mann von der Seite her aus dem Gleichhewicht bringen, ein Arm wird müde, das ist selbstverstandlich. Aber man kann einen Mann nicht von oben nach unten zusammendrücken, das geht nicht. Simon ist müberwindlich in seinem Helm, am dritten Tage hat er nuch noch einen Sack Kartoffeln auf die Bretter gebunden. aNein,“ sagt Regina,„bist du es denn noch? Ich sehe den Tag, an dem du mir den Kirchturm nach Eben bringen wirst!" Den Kirchturm, das gerade nicht. Aber Kartoffeln, zwei Wagenräder, Obstbäume und einen Bienenstock.... Will Simon denn kein Holz schlagen in diesem Jahr? Oh, der Mann ist klug gewesen, er hat nicht das ganze Brennholz in das Dorf gefahren, er hat die Leute nicht mit seinen pechigen Fichtenscheitern überschwemmt. Holz steht gut im Preise, um so höher, je weniger davon aus der Einöde kommt, und die Dorfleute wollen kein anderes, denn es ist trocken und hartwüchsig und gibt mehr Hitze als das aus den tieferen Wäldern. Aber noch immer ist keine Furche auf Eben gepflügt und kein Korn in den Acker gesät. Der Wald ist nicht unerschöpflich, ein Baum ist viel schneller eingeheizt, als er wächst. Simon hat keine Silberstücke in der Truhe liegen, ein reicher Mann ist er nicht. Aber er hat nun da den Garten umgegraben, Regina geht hin und her und begießt ihre Beete, zwölf in jeder Reihe. Er hat die Obstbäume gepflanzt„der Wald blüht, die Bienen fliegen den ganzen Tag hin mit gelben Hosen an den Hinterbeinen— man wird ein wenig am Zucker sparen können, wenn die Bienen so fleißig sind. Segen weidet auf der Wiese, immer am Hag entlang, so klug ist diese Kuh. Sie trägt eine Glocke um den Hals, stolz läutet sie einer unsichtbaren Herde voran. Simon steht auf dem Anger und betrachtet seine Kuh. Sie ist trächtig, aber davon merkt man noch nicht viel, Segen mag wohl im ganzen schon dicker und behäbiger geworden sein. Das kommt von selbst so, und Regina tut das ihre dazu. „Wenn wir nur das Kalb schon bald hätten“, meint die Frau.„Vieles wäre besser, an der Milch und am Fett.“ Warum hat Simon eine Kuh gekauft, die so spät zum Kalben kommt. Der Mann steht auf dem Anger und betrachtet sie, Cegen ahnt wohl nicht, was das zu bedeuten hat. Ja, und am nächsten Morgen schnallt Simon seiner Kuh ein Joch vor die Stirn. Er rollt einen Dachbaum auf den Anger, der ist gerade schwer genug für den Fall, daß Segen besonders gut bei Kräften sein sollte. Simon macht die Zugstränge an dem Holzklotz fest, und dann wartet er. Segen steht ganz ruhig, es ist offenkundig, daß sie nachdenkt Plötzlich merkt sie etwas, sie hat böse Augen und schüttelt den Kopf. Aber das Joch läßt sich nicht abstreifen, Segen drängt ein wenig zurück, und dann wirft sie sich mit Gewalt in die Stränge. Der Dachbaum macht einen Satz über den Boden hin. Simon faßt die Kuh sogleich von vorne an den Hörnern, das Tier ist jetzt wie von Sinnen, es schnaubt und wirft die Erde auf mit seinen kräftigen Hufen. Simon wird umhergeschleudert wie ein So“, aber er läßt nicht los, es sieht selber aus wie ein wildes Tier, seine Augen glänzen, und die Adern treten wie Stricke aus seinem Hals. So schiebt ihn Segen über den Anger vor sich her, manchmal verliert Simon den Boden und hängt eine Weile in der Luft, zwischen den spitzen Hörnern des Tieres. Das sieht ganz lustig aus, aber jetzt kommt der Zaun, und es ist nicht ganz sicher, ob der Zaun nachgeben wird, wenn Simon mit dem Rücken dort ankommt. Da bleibt Segen einen Augenblick stehen, der Mann wirft sich sofort mit seiner ganzen Kraft auf das Joch und drückt es unter sich zur Erde. Segen schnaubt und krümmt den gewaltigen Rücken, aber dann knicken ihre Vorderbeine zusammen, und sie wehrt sich nicht mehr. Dampfend und zitternd steht sie vor ihrem Herrn.„Ja ja, Alte,“ sagt Simon,„du kannst einem warm machen!" Am Nachmittag geht Segen schon ganz leidlich im Joch. Simon führt sie am Strick, er wiu zum Beispiel um das Haus herumfahren. Aber das will Segen nicht, sie geht eigensinnig immer nach der anderen Seite, und schließlich bekommt sie einen unbarmherzigen Hieb in die Rippen. Allmählich lernt sie, daß man diese schmerzenden Schläge vermeiden kann, wenn man nach der Seits geht, die der Mann mit seinem Strick anzeigt. Segen schnaubt und ist willig, man sieht, wie sie sich Mühe gibt, Zuweilen schlingt Simon den Arm um ihren Hals und kraut sie hinter dem Horn. Sie lernt noch allerlei, links und rechts, sie geht auch allein voraus und bleibt stehen, wenn der Mann ruft— ja, es ist eine Freude mit Segen, eine Staatskuh ist sie geworden! Fortsetzung folgt. SCHACHECRE Trilling —— Bearbeitet von * Fellenderg. W. Matzmann und Abgelehntes Damengambit Gespielt im Turnier zu Hastings Weiß: Sultan Khan Schwarz: Miß Menchik 1. d2—d4 Sg8—f6 2. c2—c4 e7—66 „#r#2 sofol 2.... d1— geschiebt, kommt Weiß nach s. c4Xd5 im Zentrum in Positionsvorteil, ganz gleich, ob Schwarz mit dem Springer(8..... Sf6Xd5; 4. e2—et!) oder mit der Dame(3.... Dd8Xd5; 4. Sb1—c8 und er wird vorteilhaft ebenfalls e2—et durchsetzen) wiedernimmt. 8. Sb1—c8 57—35 4. c4Xd5 Gewöhnlich folgt 4. Le1—g5, Lf8—e7; 5. e2—es, S58—07 v. Sal—f8, 0—0. um. Mit dem Textzuge beabsichtigt Weiß nach mit De2, Ld3, Sf3—g5, h4 usw. einen heftigen Angriff in Szene zu setzen. 4..... e6Xd5 Schwarz muß aus dem oben angegebenen Grunde mit dem Bauern wiedernehmen. 5. Sgl—fs e7—c6 6. Dd1—2 2f8—56 7. e2—e3 An dieser Stelle käme auch der Fesselungszug Lgö in Frage, da der gegnerische Läufer bereits nach d6 entwickelt worden ist. Der Anziehende will sich aber das Feld g5 für den Springer freihalten. 7.. Sb8—57 8. Lf1—d3 0—0 9. Lc1—02 Tf8—e8 bekannte Aufstellung, um Sd7—fs ziehen zu können und so den Königsflügel genügend gedeckt zu halten. 10. h2—h4 Die vom Anziehenden gewählte Angriffsreihe dürfte schwerlich als gut zu nennen sein, da die feindliche Rochadestellung als sicher bezeichnet werden kann. Wie will Weiß weiterkommen! Mehr Aussicht bot schon h2—53, g2—g4 usw. Jetzt ist dieser Bauernvorstoß so gut wie ausgeschlossen, ebenso nach dem Zurücktreiben des Springers die kurze Rochade. 10..... Sd7—f8 11. 0—0—0 Weiß hat a gesagt, er muß auch b sagen. Daß aber der König nicht besonders sicher steht, liegt auf der Hand, und die Damenweltmeisterin löst dieses Problem mit einigen kräftigen Zügen. 11.... 57—55 12. Sf8—95 47—a5 18. e3—44 Die Entlastungsoffensive im Zentrum ist ohne jeden Nachdruck. Nar 18 14. Sc8—a4 15 Sgöxet 16. L33X4 ##∆ A#n7 Kl—51 Nicht Lesxest wegen Tas—68. 17. 18. a2X53 19. Sa4—65 20. De2Xc5 21. T01—81 55—54 d5Xec Sces Le8—661 54—53! Ta8—58 9004e LecXb3 Sf8—e6 bereits Materialgewinn ein. Weiß Der Stellungsvorteil bringt bereits Ma ist vollständig in die Defensive gedrängt. 22. De5—es D08X54 23. Dc3Xd4 Daß DesXc6 zu schnellem Verlust führen würde, ist nach L53—05! sofort ersichtlich. 23. Se6Xd4 Die Diva den Schaufenster GUs ROMAN VON FRANZ ROSWALT"(Alle Rechte vorbehalten) 20 Zum Abschied gab ihr der Vater einen unbeholfenen Klaps und wünschte ihr„einen Sack voll Kronen". „Gemacht!“ rief sie ausgelassen und ging zwischen Mutter und Utz zum Taxenhalteplatz. Als Utz vorauslief, um sämtliche Chauffeure zu alarmiern, fragte die Muter behutsam:„Hast du Thomas mal gesprochen?“ Anny schwieg schuldbewußt. „Aber, Anny— weißt du denn nicht, daß es ihm nicht besonders gut geht— er hat seine Stellung verloren— er hängt doch sehr an dir!“ Sie sagte offen:„Muttchen, ich wollte ihn immer schon besuchen— aber dann kam jedesmal etwas dazwischen!" Die alte Frau schüttelte den Kopf: „Das ist doch kein Grund, Anny! Er würde sich sicher mit dir freuen— er ist so ein anständiger Kerl!“ Sie widersprach; es war gegen ihre eigene Ueberzeugung, nur um die dummen Gedanken zu verscheuchen. „Er würde sich nicht freuen. Er konnte doch längst einmal bei dir gewesen sein— Forescu kümmert sich mehr um mich als Thomas!“ Ihre Muter vergaß die ganze Welt und Thomas Sellentin, und fragte mißtrauisch:„Meint es dieser Forescu denn auch ehrlich mit dir?“ „Aber, Muttchen— der liebt mich geradezu, das ist die treueste Seele, die es gibt! Hälst du mich etwa für so dumm, daß ich mich ausnützen lasse——?“ „Ich weiß nicht, Anny!“ sagte die alte Frau, die das Leben hinter sich hatte, und gab ihr einen bangen Kuß. Utz fuhr noch bis zum Bahnhof mit, als e- aus dem Wagen kletterte, erlebte Anny noch einen unerhörten Triumph. Ihre alte Freundin Flox— die romantische, viel beneidete Flox— ging zufällig vorüber und mußte in einer knappen Minute erkennen, wie kindisch und unwichtig ihre eigenen kleinen Abenteuer waren.— Als die Taxe in die Chaussee einbog, die nach Berlin führte, drehte sich Anny noch einmal um. Vor dem Bahnhof standen noch immer Flox und ihr Die Führerin der schwarzen Steine spielt das Endspiel in dervorragender Weise. Mit dem Textzuge wird weiterer Abtausch erzwungen, denn L55—d3 wäre schlecht wegen Sd4Xf3! 30. LeöXd4 c5X04 31. L55—33 Es drohte L53—c2+ sowie d4—53—02 usw. mit sofortiger Entscheidung. 31... Tc8—68 32. Kb1—a1 Um den b=Bauern(nach T58—54, Td8—58 usw.) schützen zu können. 32. Tb8—64 33. Th1—=1 L53—66 34. Te4—65 64—03 35. 52—63 „ Ein letzter Versuch, um Gegenangriff zu erlangen. Schwarz läßt sich den sicheren Gewinn nicht mehr aus der Hand nehmen. 35. Tb4X53 36. L03—64 T53—62 37. Lb3Xeß f7Xe6 38. Te5—a5 Weiß ist auch nach 38. TeöXes verloren, denn der d=Bauer kommt nach d2 und fesselt sämtliche Figuren. 38. 39. Taö/as 40. Te1—91 94—03 53—521 Tb2—c2 Weiß gab auf, da nach Ka1—51, Td8—c8 der entscheiden#Zug Tc2—c1+ nicht verhindert werden kann. Wuppkes Wasserbericht Von Hans Franck Im Münchener Georg=Müller=Verlag erscheint soeben ein Buch von Hans Franck, dem bekannten norddeutschen Erzähler:„Heitenprisma“, Dreimaldreizehn Geschichten. Es ist ein volkstümliches Buch, das mit Hebels Schatzkästlein zu vergleichen, wirklich naheliegt. Die frommen Legenden, humorvollen Anekdoten, die ganz unpathetisch, frisch aus der Erzählung heraus— mit einer handlichen Moral versehen sind, und besinnlichen Geschichten von gestern und heute machen den Band zu einem rechten Hausbuch.— Wir entnehmen dem Wert eine kleine Kostprobe. Während der letzten Märztage des Jahres 1804 drohte den Bewohnern eines Dorfes an der Mulde durch die Fluten der Elbe, die ihren Nebenflüssen seit Wochen das Wasser nicht mehr abnahm, sondern von dem Schwall ihres Frühlingsüberflusses mehr in sie hineintrieb, als sie zu fassen vermochten, große Not. Der Förster Wuppke, dem außer der Beaussichtigung der Herzoglichen Wälder auch die Instandhaltung der dörflichen Deiche oblag, hatte bereits drei Tage hintereinander seinen Kutscher Lebrecht nach Dessau zum Landesfürsten jagen lassen. Jedesmal mit der gleichen Bitte: Ihm für die Dichtung des wankenden Deiches Grenadiere zur Hilfe zu senden. Nur deren Zahl veränderte sich jedesmal. Von 10 in 20, von 20 in 40. Herzog Franz hatte drei Tage hintereinander auf die Bitte des Försterkutschers zur Antwort gegeben:„Morgen!“. Aber da im Schlosse auswärtige Potentaten zu Besuch weilten und er also seine Grenadiere dringend zum Exerzieren benötigte, nicht einen einzigen Soldaten geschickt. Am vierten Tage tat Wuppke, was er seit Menschengedenken nicht mehr unternommen hatte: Er schrieb einen rief.##* flai wiat#* Bevor er damit begann, zog er trotz der Märzfrische Rock und Weste aus. Schnitt sich knurrend ein halbes Dutzend Federn zurecht. Putzte ein volles dutzendmal seine Brille. Denn während er in einer Höhe, wo andere nicht erkennen konnten: Raubzeug oder Krähe? mit bloßen Augen festzustellen vermochte:„Gabelweih!—— Kornweih!—— Rohrweih!——“, wollte es ihm mit dem Sehen in der Nähe nicht mehr geraten. Ein letztes Stirnrunzeln, ein allerletzter Fluch—— dann schrieb der Empörte— Feder um Feder das Genick brechend— im Schweiße seines Angesichts: „Alleruntertänigster Wasserbericht des Försters Wuppke. Großmächtigster Herzog! Durchlauchtigster Herzog un Fürst! Gnädigster Herzog, Fürst und Herr! Ich kann, Gott strafe mir, mein Wasser nicht länger mehr halten, und wenn Sie mich nicht heutigen Tagenoch Fünfzig von die Grenadiers zu Hilfe schicken, alldie welche doch den ganzen Tag lang nichts weiteres im als ohne Sinn und Verstand hin und her rennen und u der Luft knallen, wo partoutement nichts zu treffen ist,# laß ich mein Wasser, hol mich der Teufel, loofen!“ Noch am selbigen Nachmittag schickte Herzog Franz au Dessau mit dem Bescheid, daß er die Verantwortung fü den unausdenklichen Schaden nicht auf sich nehmen wolle, der entstünde, wenn der Förster Wuppke sein Wasser laufer ließe, hundert Grenadiere. Die arbeiteten unter Aufsicht des Briefschreibers wider Willen die ganze Nacht an dem gefährdeten Deich. Und am anderen Morgen war das Dorf vor den Fluten der muldeaufwärts getriebenen Wassers der Elbe gerettet. Sinkt die Einfuhr ausländischer Bühnenwerke! Nach Zusammenstellungen, die Dr. Wilhelm Frels auf Grun statistischen Materials in der Zeitschrift„Die Neue Literatur“ veröffentlicht, zeigte die Aufführungszahl fremder dramatischer Werte die bis zum Jahre 1929 im allgemeinen zugenommen hat, 1930 zum ersten Male einen Rückgang, der sich fortzusetzen und zu verärfen scheint. Die Zahl der Uraufführungen fremder Stücke au deutschen Bühnen hat 1928 95. 1929 98, 1930 aber nur 83 be tragen; der prozentuale Anteil der aus anderen Sprachen übersetzten Werke an der Gesamtzahl der Uraufführungen, der in den Jahren 1926 bis 28 von 32 auf 34 und 39 gestiegen ist, sank 1920 auf 38.8 und 1930 auf 32,5 Prozent, so daß also ein Rückgan von fast 20 Prozent festzustellen ist. Das verhaftete Bühnenensemble In Los Angeles verhaftete die Sittenpolizei ein ganzes Bähnenensemble in Stärke von über 50 Schauspielern von der Bühn weg. Es wurde gerade eine moderne Fassung der„Lusistrote“ gegeben. Die Polizei sah hierin einen schweren Verstoß gegen di Sittlichkeit und schritt zu ihrer, das Publikum in beträchtliche A#regung versetzenden Aktion. 2 #., Dr. Hermann Muckermann, der Leiter der Abteilung Eugenik im Kaiser=Wilhelm=Institut für Anthropologie, menschlicht Erblehre und Eugenik in Berlin=Dahlem, veröffentlicht eben(bei Müller u. Kiepenheuer in Berlin) unter dem Titel„Vererdung“ ein Werk über die biologischen Grundlagen der Eugenik. Muckermann stellt Mendel und Mendelismus, Morgans Weiterentwiclung des Mendelismus, die erbgesunde und die erbkranke Familie. Differenzierung der Fortpflanzung und schließlich Galtone Eugenik dar. Er macht klar, wie weitgehend schon heute nach den Forschungen über Auslese und Mutation eine Erbprognose für die Eheschließung ausgesprochen werden kann und zeigt eingehend wie die menschliche Erblehre sich in der Geschichte von Völker darstellt. Bruder: Flox war ein neugieriges, sehnsüchtiges Ding, über das man heute lächelte. Sie winkte ihr gönnerhaft zu und rief:„Mach's gut, Flox!“ der Pension, zwischen Forescu, Irene und Frau Nothoff, die eine besorgte, gute Mama war und sich heimlich über Lothar ärgerte, der wie ein begossener Pudel herumstand, erinnerte sie sich mit Schrecken an die Verabredung mit Doktor Taer. „Wer ist das?“ fragte Forescu und begriff ihre Aufregung nicht; er kannte bereits alle Herren von der Presse, die wichtig waren— dafür war er auch ein Genie. Anny nannte zögernd ein unbekanntes kleines Blättchen, für das Taer Artikel verfaßte. Den Grund, daß er ein netter Junge war, der ihr irgendwie leid tat in seiner eigenen Unwichtigkeit, die er nicht ahnte oder vielleicht nicht erkennen wollte— diesen Grund sagte sie ihrem Manager gar nicht, er hätte sie nicht verstanden. Forescu tat Taer und alle bekannten und unbekannten Gründe mit einer weiten Handbewegung ab— er hatte die Presse ausreichend bearbeitet, man war wohlwollend seinem Schützling gegenüber eingestellt und wartete nun den Film ab. Im letzten Augenblick huschte Anny ans Telephon und ließ sich mit Thomas verbinden. Als sie die Skimme seiner Wirtin hörte, klopfte ihr Herz wie ein kleiner Hammer. Ohne ihren Namen zu nennen, verlangte sie nach Herrn Sellentin. Thomas war noch nicht zu Haus. Er war vor einer Stunde vor der Tür der„Pension des Westens" umgekehrt und streifte noch immer durch die Straßen— als er spät in der Nacht über die Fotos, die er einmal von ihr gemacht hatte, gebeugt saß und selige Pläne schmiedete, lag Anny schon seit Stunden im Schlafwagen Berlin—Stockholm. All das ist Film; Kleingläubige nennen ihn einen Moloch— er ist weiter nichts, als der Ausdruck einer sehr hastigen Zeit, die schillernde Seifenblasen liebt und sie vergißt, wenn sie zerplatzt sind. Es kann semand in wenigen Stunden seine abgetretenen Schuhe und einen speckigen Regenmantel mit eleganter Maßkleidung und Stiefeln aus der Regentstreet vertauschen— das Glück kann sich einer kleinen Verkäuferin erinnern und sie aus ihrem Laden herausholen — in einem Jahr, in wenigen Tagen kann alles vorüber sein. Anny erwachte in ihrem Schlafzimmer im Grand Hotel Saltsiöbaden und lauschte verliebt auf das Platschen der Wellen im Baggensfjord. Zwischen den Vorhängen rieselte Morgensonne, von draußen drang ein kräftiger Duft von Meer und warmen Wiesen. Eine Mähmaschine summte über den Rasenplatz vor dem Hotel. Anny griff mit einer tastenden Handbewegung nach den Photos, die neben dem Bett lagen, und blätterte sie vor halbgeöffneten Augen durch. Es waren Standphotos aus ihrem neuen Film, Forescu hatte sie für die Zeitungen ausgesucht. Hjalmar Questman war meistens mit ihr zusammen darauf— ein interessanter schwedischer Schauspieler, dei leider verheiratet war und sehr treu— und auf einigen machte ihr der kleine ungarische Komiker verliebte die echt waren, denn er war toll nach ihr. Sie legte die Photos wieder zurück und dehnte sich. Das Leben war ein Traum in unwahrscheinlichen Farben. Sie dachte: Ich werde jetzt noch eine Weile so liegen bleiben, das ist schön, wenn das Meer rauscht und de Wiesen duften— dann werde ich mich langsam anziehen vor elf fangen wir heute nicht an zu drehen.— Dann dachte sie gar nichts mehr und ließ ihre Gedanken treiben, ziellose Schiffe in einem weiten Strom. Auf dem zierlichen Schreibtisch lagen einige karten mit ihrem Bild, die sie nachher unterschreiben mußte, und in einem Sessel saß eine bizarre Maskolledie man ihr am letzten Abend in einer Stockholmer 20t verehrt hatte.8 Forescu kam im eleganten Standdreß die breii Treppe herunter, die zur Terrasse führte. Landauer saß bereits beim Frühstück. „Morgen, Landauer— feines Wetter heute!" „Servus Forescu!“ Der Regisseur blätterte zerstreut Wiener Zeitungen durch, während sich der kleine Rumäne ein Frühstück“ sammenstellte, das einem Lord Ehre gemacht hätte. Der letzte Tag Dortmund, tagerennen versch Rennen wieder allerdings nicht m schaften kann es sie auf ihre Art Seite eines Sech Interesse aller B vom ersten Tage Maßnahmen une die für Paare ver noch zur Belebur als eine ziemlich tagefahrer, die Ueberlegenheit sp staltung zu gestal Sechstagerennen es sportlich ernst so stark eingesetzt um in den letzten Widerstand entgeKroll—Maidorn gerade sie haben sind, wie es wede lag. Es muß je schauern nicht der die es nicht gebe nicht nur zu Beg fesselnden Verlau wie es auch die nützig. Freitag, Erreichen der spor verdient gemacht, Partner das Ren vorgestellt hatte. eindrucksstark, n Fahrer gab. 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Dortmunder Sechstagerennen verschiedentlich der Versuch bemerkbar gewesen, dem Rennen wieder einen durchaus sportlichen Anstrich zu geben, allerdings nicht mit durchgehendem Erfolg. Den einzelnen Mannschaften kann es schließlich nicht allzusehr verargt werden, wenn sie auf ihre Art zu siegen versuchen. Wenn aber die sportliche Seite eines Sechstagerennens so hervortreten soll, wie es im Interesse aller Beteiligten liegt, wäre es richtiger gewesen, wenn vom ersten Tage an die vom Wettfahrausschuß angekündigten Maßnahmen unerbittlich durchgeführt worden wären. Die Strafe. die für Paare verhängt wurde, die weder ihre Chancen ausnutzten. noch zur Belebung der Rennen ausreichend beitrugen, hat sich als eine ziemlich wirkungslose Geste erwiesen. Es gibt Sechstagefahrer, die vermöge ihrer Kraft und ihrer intellektuellen Ueberlegenheit sportlich die Rennen zu einer ernsthaften Veranstaltung zu gestalten vermögen. In dem jetzt zu Ende gehenden Sechstagerennen mußte man aber erleben, daß die Fahrer, die es sportlich ernst nahmen, vor der Entscheidung ihre Kräfte schon so stark eingesetzt hatten, daß die Reserven nicht mehr hinreichten. um in den letzten Stunden den Wettbewerbern den erforderlichen Widerstand entgegensetzen zu können. Van Kempen—Pijnenburg, Kroll—Maidorn und Rausch—Hürtgen sind große Fahrer, aber gerade sie haben es zuwege gebracht, daß alle Nächte so verlaufen sind, wie es weder im Interesse der Veranstalter noch der Fahrer lag. Es muß jedenfalls dafür gesorgt werden, daß bei den Zuschauern nicht der Gedanke an Vereinbarungen aufkommen kann, die es nicht geben kann und nicht geben darf. Schön hat sich nicht nur zu Beginn des Rennens, sondern auch später für einen fesselnden Verlauf eingesetzt, taktisch von seinem Standpunkt aus, wie es auch die Sachverständigen erklären, nicht völlig uneigennützig. Freitag, Sonntag und Montag hat Schön sich für das Erreichen der sportlichen Höhepunkte in jenen Stunden am meisten verdient gemacht, allerdings mit dem Erfolg, daß er mit seinem Partner das Rennen nicht so durchführen konnte, wie er es sich vorgestellt hatte. Die Jagden an den ersten beiden Tagen waren eindrucksstark, weil es wenigstens einen durchaus ehrgeizigen Fahrer gab. Was später kam, war nicht überzeugend, möglicherweise deshalb nicht, weil die Kräfte vorher allzusehr in Anspruch genommen wurden. Die Holländer van Kempen und Pijnenburg waren einige Stunden vor der Entscheidung ganz überlegen stark und haben infolgedessen auch wohl die ersten Siegesaussichten. Heute mittag um 1 Uhr war der Stand des Rennens: 1. van Kempen—Pijnenburg 367 Punkte; eine Runde zurück: 2. Charlier—Deneef 248 Punkte; zwei Runden zurück: 8. Rausch —Hürtgen 248 Punkte; 4. Kroll—Maidorn 118 Punkte; drei Runden zurück: 5. Göbel—Schön 215 Punkte; 6. Dülberg—Tietz 131 Punkte; fünf Runden zurück: 7. Wambst—Broccardo 49 P.; sieben Runden zurück: 8. Rieger—Schenk 105 Punkte; zehn Runden zurück: 9. Manthey—Oszmella 225 Punkte; 10. Pützfeld— Meyer 126 Punkte; elf Runden zurück: 11. Vopel=Korsmeier 139 Punkte. Die Spurtsieger der Nacht hießen: Korsmeier, van Kempen, Oszmella, Charlier, Deneef. Rieger, Pijenburg, van Kempen, Oszmella, Manthey. Göbel-Schön haben aufgegeben E Dortmund, 14. Jan. Die Jagden, die sich am letzten Nachmittag abspielten, waren nicht mehr unbedingt ernst zu nehmen. Die schwächeren Fahrer konnten ihren Rundenrückstand zum Teil aufholen. Als bei einer dieser kleinen Jagden auch Göbel=Schön ihre Position zu verbessern suchten, gingen gleich Rauch=Hürtgen und Piinenburg=van Kempen auf die Verfolgung, so daß Göbel=Schön keinen Erfolg hatten. Um 6 Uhr abends war der Stand des Rennens: 1. van Kempen=Pijnenburg 381 P., 1 R. zur.: 2. Rausch=Hürtgen 261 P., 3. Charlier=Deneef 141 V.. 2 R. zur.: 4. Göbel=Schön 238 V.. 5. Kroll=Maidorn 120 P., 3 R. zur.: 6. Dülberg=Tietz 135 V., 7. Wambst=Broccardo 54 P., 5 R. zur.: 8. Rieger=Schenk 117 P., 7 R. zur.: 9. MantheyOszmella 238 P., 10. Pützfeld=Meyer 137 P., 8 R. zur.: 11. Vopel=Korsmeier 148 P. Schön gab um 6 Uhr wegen Sitzbeschwerden das Rennen auf, um 6,30 Uhr folgte Göbel seinem Beispiel. Die bisherigen Sechstagesieger in Dortmund: im ersten Sechstagerennen(1926): Knappe=Rieger 3592,200 km, im zweiten: Tonani=Lorenz 3729 km, im dritten: van KempenDewolf 3594,100 km, im vierten: Göbel=Dinale 3697 km, im fünften: Rausch=Hürtgen 3646 km, im sechsten: PijnenburgSchön 3487,600 km. Richter und Spielleiter hinnehmen— bescheiden im Sieg, aufrichtig auch bei einer Niederlage. Enthaltsamkeit und Uebungsfleiß geben Ihnen die Zuversicht, ohne die keine Erfolgsaussicht bestehen wird. Das Bewußtsein, bei dieser ehrenvollen Sendung Deutschland zu vertreten, zeugt den Glauben zum Sieg. Denn siegen sollen und wollen wir! Dazu haltet alle Kräfte des Körpers und des Willens bereit! Deutscher Olympischer Ausschuß gez. Lewald. Westfalens Kunstturner nach Kopenhagen * D o r t m u n d, 1 4. J a n. D e r K r e i s 8 a, W e s t f a l e n= L i p p e, in der Deutschen Turnerschaft hat die Einladung des Deutschen Turnvereins Kopenhagen zu einem Kunstturnkampf in der dänischen Metropole angenommen. Es werden nach einem Ausscheidungsturnen, das in Hagen stattfand, nun folgende Turner antreten: Platzeck=Dortmund, Trostheim=Dortmund, Fink=Herford, Stracke=Eichen, Grüdelbach=Klafeld, Kargol=Bochum, Klinger=Schwerte und Platzeck=Bochum. Mannschaftsführer ist der Oberturnwart und Stadtturnrat Eick=Schwerte. Im übrigen hat sich der Turnkreis Westfalen=Lippe doch noch entschlossen, in diesem Jahre ein Hallensportfest aufzuziehen. Man wird allerdings diesmal nicht eine der großen westfälischen Sporthallen(Westfalenhalle Dortmund oder Halle Münsterland in Münster) benutzen, sondern die Veranstaltung am 5. und 6. März in der Halle des TV Eintracht Dortmund durchzuführen.(Wirtschaftliche Gründe zwangen zur Verkleinerung des Rahmens. Neben einem Mannschafts=Fünfkampf(Weithoch=, Weitsprung, Stein=, Kugelstoßen und 60m=Lauf wird ein Einzel=Fünfkampf mit den fünf vorgenannten Uebungen ausgetragen werden. Weiter gibt es noch Einzelwettbewerbe, so u. a. Hochsprung und Stabhochsprung. Für die Turnerinnen sind Weit=, Hochsprung und Kugelstoßen vorgesehen. Selbstverständlich werden auch Staffeln gelaufen werden. Dusedan Deutscher Viererbobmeister Ein drittes Todesopfer in Schreiberhau zu beklagen * S c h r e i b e r h a u, 1 4. J a n.( D r a h t b.) M i t R ü c k s i c h t a u f d i e bedauerlichen Unglücksfälle des Dienstags, die jetzt durch das Ableben der schwerverletzten Frau Theissing=Breslau ein drittes Todesopfer forderten, sollte das Publikum bei der Beendigung der Deutschen Viererbobmeisterschaft am Donnerstag in Schreiberhau mit dem zweiten Lauf nicht zugelassen werden. Man hatte daher die ursprünglich bekanntgegebene Startzeit am Nachmittag geändert und den zweiten Lauf ohne öffentliche Bekanntgabe bereits am Vormit#tag durchgeführt. Trotzdem hatte sich eine ansehnliche Zuschauermenge eingefunden, die diesmal ein Rennen ohne Unfall zu sehen bekam. Die Zackelfallbahn war durch einen leichten Sprühregen in den Morgenstunden weich geworden, und außerdem hatte die Rennleitung noch an einigen Stellen Sägemehl ausgestreut, so daß keine übermäßig hohen Geschwindigkeiten erzielt werden konnten. Die Bahn befand sich trotzdem in recht gutem Zustande, konnten doch von sieben gestarteten Bobs drei die alte Bahnrekordzeit von 1:26,2 unterbieten. Nach den guten Leistungen im Vorund ersten Lauf hatte man allgemein mit dem Siege des österreichischen Bobs„Ingeborg“ gerechnet. Die Gebrüder Kaltenberger hatten jedoch einen ungünstigen Startplatz ausgelost, so daß sie im Gesamtklassement nur die dritte Position belegen konnten. Deutscher Meister wurde der Bob „Eva“ mit Dusedau als Führer und Heimann an der Bremse, vom Berliner Schlittschuhklub mit einer Gesamtfahrzeit von 2:44,67(1:21,05— 1:23,62). 2.„Nr. 13“=BerII OLTMPISCHE WINTERSPIELE 8. 18 s0 Gecarrterfolge der Nationen. 1924 Chamonix Ih.Haug Norw 1·14·022 St4 Srötfumsbrasten Norw. 1·15·21 Miku Tapani Finnland! 16·21 Kombination 1Haug Norw. Note 8906 Z.Strömstad Grotumsbrasten 1928 St. Moritz Grötumsbresten Norw. 137·01 Sid legge Oedegeerd Kombination Eröftumsbrasten Nore. Nore i78##9 Inzerengen* onersrud* NOV. " Wie alle anderen Skiwettbewerbe, steht auch der Lang Eu“ und die sogenannte Kombination(Langlauf und Serunglauf zusammen gewertet) im Zeichen Norwegens Das gleiche Bild wird uns auch Lake Placld bieten, zumal die Norweger wieder mit Gröttumsbraalen Vinjarengen E. a antreten Die übrigen Teilnehmer können sich nicht viele Hoffnungen machen. lin(NevlinskilMog) 2:46,58(1:21,12—1:25,46), 3.„Ingeborg"=Wien(Gebr. Kaltenberger) 2:46,80(1:20,7—1:26,1), 4.„Slobb 3“=Berlin(Fischer Jacobsen) 2:49,04(1:21.8 bis 1:27,12), 5.„Lotte“=Schreiberhau(UllrichKluge) 2:51,47 (1:23,3—1:28,1), 6.„Sturm“=Schreiberhau 2:59,14(1:26,4 bis 1:32,7), 7. ATHC=Sauerland(Jungbluth Bromberg) 3:02,34(1:26,3—1:36). Die Kunstlauf-Europameisterschaften * Paris, 14. Jan. Am Freitag beginnen im Pariser Sportpalast die Kunstlaufmeisterschaften von Europa für Herren, Damen und Paare, die eine ausgezeichnete Besetzung gefunden haben. Die Teilnahme Deutschlands beschränkt sich auf die beiden Herren Leopold Maier=Labergo, der wiederum deutscher Meister wurde, und seinen Berliner Rivalen Ernst Baier. Besonders stark wird Oesterreich durch den Weltmeister und Titelverteidiger Karl Schäfer, Hugo Distler und Otto Hartmann vertreten sein. Französischerseits nehmen Georges Torchon und Herrion teil. Auch bei den Damen sind alle Könnerinnen von Ruf vertreten. An der Spitze natürlich die norwegische Meisterläuferin Sonja Henie, dann die Wienerinnen Hilde Holovski, Fritzi Burger und Lieselotte Landbeck, weiterhin die jugendliche Engländerin Joan Dix, Italiens Meisterin Nene Volpata, die Belgierin Frau de Ligne, ferner die Französinnen Vandecrane, Gaby Clericeti und I. Brown. Schwächer ist nur die Beteiligung im Paarlausen, wo Nennungen von den Ehepaaren Mac Kenzie=England, Hoppe=Tschechoslowakei, Brunet=Frankreich, sowie Oesterreichs Meisterpaar Gaixlard=Petter vorliegen. Erwartet werden außerdem noch die ungarischen Titelverteidiger Organista Szallay. * Berlin, 14. Jan. Zur Anerkennung hervorragender sportlicher Leistungen hat der Automobilklub von Deutschland das Goldene Sportabzeichen geschaffen, das bisher erst viermal ausgegeben wurde. Nunmehr hat der RepräsentantenAusschuß des A. v. D. in seiner letzten Sitzung beschlossen, dem bekannten Berliner Rennfahrer Heinz Joachim von Morgen für seine hervorragenden automobilsportlichen Leistungen das„Soldene Sportavzeichen des A.v.D.“ zu verleihen. Den Olympia-Bobfahrern zum Geleit Ein Brief von Staatssekretär a. D. Lewald an Deutschlands Vertreter in Lake Placid * Berlin. 14. Jan. Der Generalsekretär des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen gibt uns Kenntnis von einem Briefe, den Exz. Lewald, der Präsident des D.R.A., an die deutschen Bobfahrer, die Deutschland bei den 3. Olympischen Winterspielen in Lake Placid vertreten werden, gerichtet hat. Die Bobfahrer werden am 15. Januar Deutschland mit der„Europa“ verlassen und am 21. Januar in Newyork landen. Am 23. Januar erfolgt die Weiterreise nach Lake Placid. Der Brief lautet: Deutscher Reichsausschuß An die deutschen Bobfahrer! für Leibesübungen, Berlin. Sie sind durch Beschluß des Olympischen Ausschusses zu der Ehre ausersehen, Deutschland bei den 3. Olympischen Winterspielen m Lake Placid zu vertreten. Das deutsche Volk, inbesonderheit die deutsche Turn= und Sportgemeinde, blickt mit Zuversicht und froher Hoffnung auf seine zum olympischen Kampf auserwählten Söhne. Jeder Teilnehmer muß sich auf dieses sportliche Spiel voll von nationalem Ernst überlegt und beharrlich vorbereiten, muß meiden, was Leib und Willen schwächt und muß seine freien Stunden dem hohen Ziel widmen. Die Wochen in Lake Placid werden in engster Gemeinschaft verlebt. Dies verlangt Einordnung und gute Kameradschaft; nur so ist der Sieg möglich, der jeden beseelen soll. Die besten aller Nationen der Erde ringen um das gleiche Ziel. Die deutschen Vertreter müssen im Zusammentreffen mit ihnen zeigen, daß sie hinter ziemand in ritterlicher und sportlicher Gesinnung zurückstehen. In diesem Geiste wollen wir alle Entscheidungen der Der Schachkampf Bogoljubow— Spielmann * Wien, 14. Jan. Durch den Ausgang der Hängepartie kam Bogoljubow, der Meister von Deutschland, wieder in Front. Er schlug Spielmann nach 62 Zügen und führt damit im Panhanschachkampf mit 2:1 bei einem Unentschieden. * Berlin, 14. Jan. An der internationalen Rennwoche in St. Moritz werden auch einige deutsche Ställe beteiligt sein, zur Hauptsache aus Süddeutschland. Für die Galopprennen wurden Brutus, Orvinus und Hurone unter Ordre gemeldet, und an den Trabrennen sollen außer dem alten Schnee=Spezialisten Colonel Dillon noch Aberglaube, Lila Princeton, Schlips, Tru Fox, Colonel und Teddy Woodnut teilnehmen. Mit diesen Pferden zusammen werden noch Libelle und Rentmeister verladen, die von einem Schweizer Rennmann angekauft wurden. Bisher 16 Nationen beim Daviscup * Paris, 14. Jan. Bekanntlich läuft am 31. Januar der Nennungstermin zum diesjährigen Davispokalwettbewerb ab. Es interessieren daher die bislang eingelaufenen Meldungen, die aber mit 16 noch weit hinter dem Vorjahr zurückstehen. Auch Deutschland ist noch nicht genannt, sollte aber bis zum 31. Januar seine Meldung abgeben. Bisher haben sich für die Europa=Zone England, Italien, Ungarn, Griechenland, die Schweiz, Polen, Belgien, die Tschechoslowakei, Monaco, Irland, Holland und Japan eingeschrieben. In der nordamerikanischen Zone sind bisher erst die Vereinigten Staaten vertreten, während für die südamerikanische Zone Brasilien, Chile und Paraguay meldeten. * Chicago, 14. Jan. Bei einem Wohltätigkeitsturnier in der Chikagoer Tennishalle vermochte der junge Amerikaner Elsworth Vines seinem bekannten Landsmann George Lott eine überraschende 3:6=, 6:3-, 10:8=Niederlage beizubringen. Frank X. Shields besiegte John van Ryn 6:4, 6:4, während im Herren=Vierer Shields(Vines über Lottlvan Ryn ebenfalls mit 6:4, 6:4 triumphierten. Ungarns Regierung gegen Olympiabeteiligung * Ofenpest, 14. Jan. Der ungarische Ministerpräsident, Graf Karolyi, gab auf eine Anfrage am Donnerstag im Abgeordnetenhaus wegen der Teilnahme Ungarns an den Olympischen Spielen in Los Angeles folgende eindeutige Erklärung ab: Für Ungarn sei es eine moralische Unmöglichkeit, für die Teilnahme an den Olympischen Spielen ausländische Valuten zur Verfügung zu stellen zu einem Zeitvunkt, als die Regierung genötigt war, die ausländischen Zahlungen teilweise aufzuheben und das Land in der nahen Zurunft seine ausländischen Schuldenzahlungen teilweise nicht leisten kann und nicht leisten werde. * Berlin, 13. Jan. Die Deutschen Meisterschaften im Einzelfechten, die in diesem Jahre zum erstenmal wieder Fechter von Bund und Turnerschaft im Kampf sehen werden, kommen vom 2.—4. Mai zum Austrag. Den Austragungsort wird der im Februar voraussichtlich wieder in Erfurt tagende Deutsche Fechtertag. die Jahresversammlung des Deutschen Fechterbundes, bestimmen. = Berlin, 13. Jan. Trotz der gedrückten Wirtschaftslage halten die Ostpreußen an ihrer schon traditionell gewordenen Ostpreußenschau und Auktion während der Landwirtschaftlichen Woche und des Winterturniers in Berlin fest. Diesmal findet die Schau in den Tagen vom 31. Januar bis 3. Februar auf dem Gelände des Tattersalls Beermann am Zoo statt Zur Ausstellung und Versteigeruung kommen rund 45 ausgesuchte Reitpferde, von denen einige auch gefahren sind. Familien-Nachrichten aus dem RMZ. Verbreitungsbesirk. Geboren: Ein Sohn: Karl Koch und Frau. Düsseldorf. Eine Tochter: Günter Ransenberg u. Frau, Auchen(Luise-Mathilde).— Dr. Hans Reilenberg und Frau, Düsseldorf(Monika).— Willi Stinshofl und Frau, Düsseldorf-Gerresheim.— Wilh. Ernst und Frau Remscheid(Ilse). Verlobte: Martha Ortmann und Willy Wiedemann. z. Z. Essen. Vermählte: Karl Kemna u. Adele geb. Houbacr, W.-Barmen. Gestorben: Josef Voss. 63 Jahre. W.-Barmen, Kaiserstr. 14(Beerd. 16. 1., 15 Uhr. Friedhof. Carnaper Str.).— Frau Ernst Scheldt sen. geb. Müller. 61 J., W.-Barmen, Albrechtstraße 49 (Beerd. 16. 1., 15 Uhr. Unterbarmer Friedhof). — Frau August Salchow geb. Patzsch, 62 J., W.-Barmen. Bendahler Str. 25(Beerd. 18. 1., 14.45 Uhr. Unterbarmer Friedhof).— Margarete Ellinghaus. 2 J., W.-Barmen(Beerdigung 16. 1., 16 Uhr. Norrenberger Friedhof).— Frau Bertha Kieckers, 91 J..- W.-Barmen, Evang. Frauenheim Zeughausstraße(Beerd. 15. 1., 16 Uhr, luther. Friedhof, Schillerstr.).— Frau Karl Schmidt geb. Dörner, 75 J., W.-Vohwinkel: Kaiserstraße 137 (Beerd. 16. 1., 15 Uhr, vom Trauerhaus aus).— Frau Hubert Marx geb. Grevels. 63 J., Saturdag b. Wülfrath.— Frl. Marie Genthe, 53 J., Linz. — Joh. Bapt. Firmenich. 50 J., Hörth b. Köln.— Heinrich Jöhnssen. 68 J., Köln a. Rh.— Josef Schlüchterer, 68 J., Köln a. Rh.— Erich Lier, 22 J., Düsseldorf.— Johann Dalstein, 72 J., Düsseldorf— Franz Wolf. 68 J., Düsseld.-Eller. — Frau Wwe. Wilh. Rauhaus geb. Schmidt, 70 J., W.-Cronenberg(Beerd. 15. 1., 15.15 Uhr. vom Trauerhause Feldstr. 4 aus).— Frau Wwe. Julius Rauhaus geb. Schwerter, 63 J., Unter-Dahl(bei Cronenberg)(Beerd. 15. 1., 15 Uhr. v. Trauerhause. Unter-Dahl 5 aus).— Hleinrich Müller, 46 J., W.-Cronenberg. Friedensstr. 46(Beerd. 15. 1., 15 Uhr. v. Trauerhause aus).— Frau Alber: Feldmann geb Saure, 65 J.. Remscheid.— Karl Bickenbach, 52 J., Hagen.— Ernst Mühlhan, 50 J., Hagen.— Frau Ludwig Müller geborene Hirschfeld. 60 J., Hagen.— Frau Paula Wiemann geb. Wette. 44 J., Hagen.— August Stempel, 68 J., Hagen-Haspe. Blutfrische Hasen im Fell Pfd. Hasenrücken und Keulen Pfd. Pfeffer von gz. Hasen Pfd. Rehrücken Pfd. 1.60. Keulen Pfd. Vorderblatt Pfd. 1.00, Ragout. Pfd. Jg. Hühner Pfd. Jg. Hahnen u Kapaunen Pfd. Jg. Gänse, Enten, Poularden. Gemüsesalat Ptd. HeringsalatP Fleischsalat Pfd. Sülzkotelett 0.70. Geflügelkotelett 0.80 1.40 1.00 1.40 0.80 1.00 1.40 1.40 1.00 1.20 0.95 I. 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Regie: Carl Froelich Dauer dieses gewaltigen Tonfllmwerkes # ca. 2 Stunden.— Die allerneueste For tönende Wochenschau Darieté-Teil Elberfeld, Poststraße 20/22 Die fabelhafte Dekoration „Auslängst verklungenen Zeiten“ Heinz Bultmann der beliebte Tenor Ossi und Fred das ausgezeichnete Tanzpaar sorgen für dezente Stimmung. Deutschnationale Volkspartei Ortsgruppe Elberfeld Sonntag, den 17. Januar 1932, abends 7% Uhr im gr. Saal des ev. Vereinshauses, W.-Elberfeld Festredner: Herr Pastor van den Bruck-Barmen U. à. Konzert der Stahlhelmkapelle, Barmen Unkostenbeitrag 50 Pf. Für Erwerbslose 30 Pf. Ortsverband der Hasper Kriegervereine. Sonntag, den 17. Januar 1932. nachmittags 5 Uhr im großen Saale des Märkischen Hofes, Haspe Deutscher Abend mit Reichsgründungsfeier Mitwirkende: Turnverein Deutsche Eiche Kückelhausen Männerchor Westerbauer Kapelle des Eygl. Volksvereins. Alle nationalgesinnten Bürger sind herzl. willkommen! 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Gen., die sich mit der Fälschung von Postkreditbriefen, 100=Markscheinen und 100=Zlotynoten befaßt hatten, den Steindrucker Pfister wegen vollendeten und versuchten Münzverbrechens zu 6 Jahren Zuchthaus, 5 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Der Reisende Slozynski wurde wegen Beihilfe und Urkundenfälschung zu einem Jahr und drei Tagen Gefängnis, dessen Ehefrau zu drei Monaten Gefängnis und der Schneider Schwimmer zu einem Jahr, sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die übrigen Angeklagten wurden mangels Beweises freigesprochen. Explosion bei Oelbohrung * Gotha, 14. Jan.(Drahtb.) Bei einer der Oelbohrungen, die in der Schachtanlage Volkenroda in Menteroda vorgenommen werden, ereignete sich in der vergangenen Nacht eine Explosion. Ein 19jähriger Bergmann wurde sofort gerotet, drei weitere Bergleute wurden zum Teil schwer verletzt. Die in den Schacht eingefahrene Belegschaft, die sich in unmittelbarer Nähe des Explosionsherdes befand, konnte durch einen Nebenschacht ausfahren. Die Leitung der Burbach-Kaliwerke zum Delbrand * S c h l o t h e i m( T h ü r i n g e n), 1 4. J a n.( D r a h t b.) W i e die Bergleitung des Burbach=Kaliwerkes Volkenroda mitteilt, ist der Oelbrand, durch den ein unverheirateter Schlosser getötet, ein Bergmann schwer und zwei Bergleute leichter verletzt wurden, örtlich auf einen engen Raum von 20 gm Größe beschränkt und wird in ganz kurzer Zeit durch Abdämmen erstickt sein. Alsdnan wird der Betrieb wieder aufgenommen werden können. Auf den zu Volkenroda gehörigen Pöthenschächten geht der Betrieb ununterbrochen weiter. Neues Diamantenfeld entdeckt * Dar es Salam, 14. Jan.(Drahlb.) Wie dem Minenkommissar gemeldet wurde, ist ein Diamantenvorkommen entdecki worden, das angeblich das größte in Afrika sein soll. Mutter und Tochter erstickt * Bamberg, 14. Jan.(Drahtb.) In Baumbach wurden gestern die 76 Jahre alte Landwirtswitwe Kunigunde Uebel und deren 44jährige schwachsinnige Tochter erstickt in der Wohnung aufgefunden. Es wurde festgestellt, daß ein schadhafter Kamin in Brand geraten war und das langsam weiterschwelende Feuer so starken Rauch entwickelte, daß die beiden Frauen erstickten. Bisher ungeklärter Raubmord * Offenbach. 14. Jan.(Drahtb.) In dem Hause Ludwigstraße 123 wurde die 53jährige pensionierte Postbeamtin Anna Kreutzer ermordet aufgefunden. Die Tat muß schon vor einigen Tagen begangen worden sein, denn die Leiche war bereits stark in Verwesung übergegangen. Die Tote war an Händen und Füßen gefesselt. Außerdem hatte sie einen Knebel im Munde. Zweifellos liegt Raubmord vor. Von dem Nörder fehlt noch jede Spur. Für 10000 Mark Juwelen geraubt * Berlin, 14. Jan.(Drahlb.) Ein schwerer RaubÜberfall wurde heute früh von Autoräubern auf das Juwelengeschäft Hüsselmann in Lichtenberg verübt. Die Verbrecher schlugen die Scheibe ein, bedrohten den Inhaber mit Pistolen und raubten für 10000 Mark Brillantringe. Die Räuber sprangen in ihr warlendes Auto zurück. Der Führer hatte ständig den Motor laufen lassen. Auf die lauten Rufe des Juweliers eilten einige Passanten den Räubern nach, konnten sie aber nicht einholen. Ein Bierkutscher ergriff einen Kasten mit Flaschen und schleuderte ihn nach dem Wagen. Er traf für die rechte Türseite. Die Räuber entkamen. Elf Todesopfer eines Tornados * Newnork, 14. Jan.(Drahlb.) Durch einen Lornado, der weite Ufergebiete des Mississippi im Staate Alabama heimsuchte, wurden 11 Personen gekötet und 150 berwundet. Der Sturm hat ungeheure Verwüstungen angerichtet. Gestörter Tanzdauerwektkampf Paris, 14. Jan.(Drahlb.) Im Liller Hypodrom vird seit zwei Tagen ein Tanzdauerwettkampf ausLitagen. Gestern drangen Liller Studenten in den 5# Agal, warfen Stinkbomben und forderten, daß die für Sieger gestifteten Geldpreise den Arbeitslosen der zur Verfügung gestellt werden. Polizei mußte die Mnruhestifter vertreiben. Die Studenten kündigten jedoch E'l: daß sie heute noch in viel größerer Anzahl erscheinen Lücden, um einem„grotesken und skandalösen Schauspiel“ ein Ende zu bereiten Als„Sarrasani“ im Damals retteten ihn seine Elefanten Schon einmal hatte„Sarrassani“, ein Großfeuer zu überstehen. Das war im Jahre 1907, als er mit seinem neuen, 3000 Norsonen fassenden Zelt in Schwerin, ein Gastspiel gab. Der Zirkus war ausverkauft, die Vorstellung hatte eben begonnen, als plötzlich im Stallzelt der Schreckensruf eriont.„Heuer!“ Für Sarrassani kam es zunächst darauf an, um jeden Preis eine Panik zu verhüten. Die Zirkuskapelle erhielt Anweisung, ununterbrochen zu spielen, in der Manege mußten unermüdlich die Clowns arbeiten. Sarrassani eilte ins Stallzelt. Mit Wassereimern war dem Brand nicht beizukommen. Da holte er seine Arbeitselefanten zum Brandherd. Die klugen Tiere folgten willig den Kommandos ihres Herrn. Mit ihren Rüsseln rissen sie die brennenden Balken und die schwelende Zeltleinwand herunter, mit den Füßen zerstampften sie das brennende Stroh. In wenigen Minuten was das erst so furchtbar aussehende Feuer bis auf seinen Herd zuruck gedrängt. Die Elefanten hatten prompte Arbeit geleistet. Aber dann kam ein Zwischenspiel, das beinahe doch noch eine Panik hervorgerufen hätte. Der diensthabende Polizeibeamte, der selbstverständlich das Feuer bemerkt hatte, wollte die Zirkusbesucher von der Gefahr benachrichtigen. Sarrassani versuchte in wenigen Worten dem Hüter des Gesetzes klar zu machen, daß die Bekanntgabe des Brandes im Zelt eine furchtbare Panik auslösen mußte, mit unabsehbaren Mengen von Toten und Verletzten. Der Polizeibeamte blieb derartigen Erwägungen gegenüber taub. Er kannte nur seine Dienst= vorschrift. Da griff Sarrassani zu einer Gewaltmaßnahme. Er packte den Hüter des Gesetzes kurz entschlossen um den Leib, ein kräftiger Schwung und der Beamte lag in einem leeren Tigerkäfig, den Sarrassani schleunigst von außen verschloß. Der Beamte war gefangen, er konnte weder das Publikum von dem Brand benachrichtigen, noch Sarrassani bei seiner Löschaktion stören. Während im Jahre 1907 brannte Zelt die Vorstellung programmäßig abgewickelt wurde, arbeitete Sarrassani mit seinen Elefanten an der Brandstelle, bis jede Gefahr beseitigt war, von der das Publikum nicht das mindeste ahnte. Wenige Tage später mußte sich Sarrassani vor der Schweriner Strafkammer verantworten. Freiheitsberaubung und Beamtenbeleidigung waren ihm vorgeworfen. Sarrassani schilderte seine Lage, die ihn zwang, so zu handeln, wollte er nicht 3000 Menschen gefährden. Das Gericht erkannte an, daß der Angeklagte seine strafbaren Taten nur begangen hatte, um die Ruhe und Ordnung in der Stadt aufrechtzuerhalten. Sarrassani wurde freigesprochen, der Staatsanwalt selbst hatte die Anklage fallengelassen nach Anhören der Zeugen, die alle das umsichtige Vorgehen des damals noch jungen Zirkusunternehmers bestätigten. E. R. Ein Elefant aus dem Zirkus Sarrasani verendet & Brüssel, 14. Jan.(Drahtb.) Von den beim Brand des Zirkus Sarrasani in Antwerpen verletzten Elefanten ist nunmehr einer infolge seiner schweren Brandwunden gestorben. Man nimmt an, daß noch ein zweiter verletzter Elefant verenden wird. Die Untersuchung der Ursachen des Schadenfeuers hat bisher zu keinerlei Ergebnissen geführt. Wie sich herausgestellt hat, war der tote Elefant von einem Wachtposten der Befestigungswerke schwer verwundet worden. Die Vorführungen im Zirkus Sarrasani sind bis auf weiteres unterbrochen worden. Hieben Gebäude verbrannt Erheblicher Sachschaden durch ein Großfeuer * Schoenberg, 14. Jan.(Drahlb.) In dem Orte Palingen brach gestern nachmittag ein Großfeuer aus, das in kürzester Frist sieben Wohn= und Wirtschaftsgebäude vernichtete. Große Mengen an Heu und Korn sowie zahlreiche landwirtschaftliche Maschinen fielen den Flammen zum Opfer. Das Vieh wurde gerettet. Sklarekprozeß bis Mai oder Juni * Berlin, 14. Jan.(Drahtb.) Der Sklarek=Prozeß dauert nunmehr bereits ein Vierteljahr, ohne daß ein Ende abzusehen ist. Man rechnet mit einer Prozeßdauer bis Mai oder Juni d. J.— Zu Beginn der Donnerstagverhandlung wandte sich der Angeklagte Hoffmann in einer längeren Erklärung dagegen, daß der Vorsitzende in einer früheren Sitzung eine Anerkennung, die Hoffmann im Geschäftsbericht für 1929 zu erblicken glaubt, nicht gelten ließ. Hoffmann ruft aus: Dann könnte man auch die Organisationen der anderen Banken dafür verantwortlich machen, daß das Reich 573 Millionen Mark zur Bankenstützung verwenden mußte. Rechtsanwalt Bahn. der Verteidiger des Angeklagten Hoffmann wurde plötzlich aus dem Saal gerufen. Er kam erregt wieder zurück und erklärte:„Ich muß dem Gericht leider mitteilen, daß ich mich entfernen muß, da ich eben die Nachricht bekommen habe, daß mein Sohn verunglückt sein soll.“— Die Verhandlung wurde darauf unterbrochen, bis ein Vertreter für den Verteidiger gestellt ist. Nach einer längeren Pause teilte der Vorsitzende mit, daß nach seiner Ansicht eine Fortsetzung der Verhandlung heute nicht möglich sei. Mit einem Wiedererscheinen des Rechtsanwaltes Bahn sei nach dem traurigen Vorfall nicht sehr bald zu rechnen. Der Angeklagte Hoffmann habe sich aber einverstanden erklärt, daß der Referendar des Rechtsanwaltes Bahn, Teschke, ihn vertreten werde. Die Verhandlung wurde auf Freitag vertagt. Im Auto kot aufgefunden Selbstmord des Studenten Hans Bahn * Berlin, 14. Jan.(Drahtb.) Beamte der Schutzpolizei fanden heute in Grunewald einen Kraftwagen. Im Innern lag ein junger Mann, der sich einen Kopfschuß über dem linken Auge beigebracht und außerdem eine Schlinge um den Hals gelegt hatte, die am Wagenfenster befestigt war. Der Tote ist der 23 Jahre alte Student Hans Bahn, ein Sohn des bekannten Rechtsanwaltes Bahn. Es scheint Selbstmord vorzuliegen. In sieben Jahren 405 466 Säuglinge mit B. C. G. geimpft * L ü b e c k, 1 4. J a n.( D r a h t b.) I n d e r h e u t i g e n V e r handlung überreichte der Verteidiger Dr. Altstädts dem Gericht eine Mitteilung des Pasteur=Instituts, nach der insgesamt 405 466 Säuglinge in der Zeit vom 1. Juli 1924 bis 31. Dezember 1931 mit dem Calmette=Mittel gefüttert worden sind. Der Vorsitzende richtet an die Angeklagten Professor Deycke und Dr. Altstädt die Frage, ob ihnen bekannt gewesen sei, daß Professor Calmette in den Annalen des Institutes Pasteur vom Jahre 1927 ein Speziallaboratorium für die Herstellung des BCG. forderte. Dr. Altstädt erwiderte darauf, ihm sei diese Forderung bekannt gewesen. Bob-Unglück bei den deutschen Meisterschaften in Schreiberhau Bob„Poitz“ rast in die Zuschauermenge— 3 Tote, 18 Verletzte Bei der deutschen Meisterschaft im Viererbob auf der Zackelfall=Bahn in Schreiberhau ereignete sich ein schweres Unglück, das 3 Todesopfer gefordert hat. Außerdem wurden 3 Personen schwer und 12 leicht verletzt. Der 4½ Zentner schwere Bob„Poitz“ fuhr über die Kurvenwand hinaus in die Zuschauermenge und stürzte mit den beiden vorderen Leuten, mehrere hohe Bäume zersplitternd, den Abhang hinab. Unser Bild zeigt den Moment der Katastrophe. Bob„Poitz“ fährt in die Zuschauermenge, rechts vom Bob die Todesopfer Frau Major von Berger (Kötzschenbroda) und Oswald Riedel(Oberschreiberhau). Kaufmanns-Humor In den Tagen der Sorge fordert ein befreiendes Lachen auch sein Recht, und wenn gerade der Kaufmann besonders schwer von geschäftlichen Sorgen bedrückt wird, gerade dann muß dem Humor Raum gegeben werden. Niemals hat uns ein frohes Lachen so not getan wie in unseren Tagen. Das Buch„Heiteres aus dem Kaufmannsleben“, das soeben im Verlag von A. Vollmer, Münster i. W. erschienen ist, enthält eine Sammlung lustiger Geschichten und Anekdoten, aus denen wir einiges wiedergeben: Kaufmannsdeutsch Da mir jemand einen Verrechnungsscheck übergeben hat, sehe ich mich genötigt, ein Bankkonto zu eröffnen oder mir eröffnen zu lassen. Ich danke Gott, daß ich das bisher nicht nötig hatte, denn das ist eine schwierige Angelegenheit, die einer allein nicht so leicht verstehen kann. Nachdem ich gestern fünf Mark eingezahlt habe, schreibt mir die Bank heute einen langen Brief, aus dem ich nicht klug werde. Sie hat mir„Rechnung eröffnet". Nicht eine Rechnung, sondern Rechnung. Warum aber Rechnung? Ich habe doch nichts zu bezahlen. Im Gegenteil, Ich habe fünf Mark gut. Oder nicht? Dann will sie„die Salden selbständig geltend machen". Wieso selbständig? Habe ich nichts mehr zu sagen? Bei meinen Salden? Uebrigens: was ist eine Salde? Oder wie heißt das Ding im Singular? Und das will sie erst tun, nachdem„Sicherheit verbucht ist". Wer ist in Sicherheit? Hoffentlich doch meine fünf Mark! Wie ich ferner sehe, gibt es„trotz Einstellung in laufende Rechnung vorzugsweise Saldoziehung". Jetzt wird der Saldo auch noch gezogen? Wohin? Bin ich in eine Lotterie eingetreten oder habe ich ein Konto? Wegen der laufenden Rechnung bin ich sehr in Sorge. Wer weiß, wo die hinlaufen mag. Mit meinen fünf Mark. Zudem gibt sie nur„befristete Avale". Sieh mal einer an. Was sind Avale?„Daher sind Sie gehalten“, schreibt sie. Im Gegenteil. Ich bin sehr ungehalten.„Verpfändete Waren und Schiffe haben Sie unter Versicherung zu halten.“ Na, da kann sie beruhigt sein. Meine Schiffe lasse ich nicht verpfänden. Wie käme ich auch dazu? Ich fahre doch nur drauf, aber ich besitze keine. Zum Schluß kommt das schönste:„Nachdem wir Sie für fünf Mark erkannt haben.“ Das ist stark. Für fünf Mark haben die mich erkannt. Dabei bin ich nur einmal dort gewesen. Und was geht das mich an? Ich verlange eine Bestätigung der Einzahlung meines Geldes. Geschieht das nicht, dann werde ich der Bank schreiben, daß ich sie„ohne fünf Mark erkannt habe“, und ziehe meine Beträge zurück! Der Kunde hat immer recht! Veilchenbaum stürzte in den Laden, sein Verkäufer streitet sich mit einem Kunden herum.„Wassermanni Wollen Sie schweigen! Sie kennen doch den Grundsatz meines Geschäftes: Der Kunde hat immer recht!“ Wassermann zuckt die Achseln und brummt mürrisch: „Mir auch recht! Der Mann hat gesagt, in eine solche Schwindelbude wäre er sein Leben noch nicht geraten!“ Pessend Am neiten Finanzamt mußte das Portal vergrößert werden. Außerdem wurde ein schöner Spruch angebracht, der lautete: „Wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöhet werden!“ Die Probe „Sind Sie auch bilanzsicher?“ „Jawohl, ich habe drei Abschlüsse machen müssen. Einen für das Finanzamt, einen für den Teilhaber und einen für den Chef!" Inserat „Für den Verkauf eines Schlagers werden kräftige, unerschrockene Vertreter gesucht. Provision, Fixum und freie Behandlung im Krankenhaus.“ Wahrsagerin Der durchgebrannte Kassierer kommt zur Wahrsagerin. Sie holt Kaffeesatz, eine alte Katze, ein Kartenspiel, spuckt dreimal an die Wand und beginnt:„Ich sehe eine Linie, die für Sie große Bedeutung hat!“ Der Kassierer nicht verstehend:„Sie meinen die Hamburg=Amerika=Linie?“ lebt. Knallerbsen Brown ist ein achtkarätiger Amerikaner. Trotzdem er schon seit zwei Jahren in Deutschland „Ganz brav, diese deutschen Kaufleute“, sagte er eines Tages,„aber ich habe in den zwei Jahren noch keinen einzigen so großzügigen Kaufmann getroffen, wie wir sie in Amerika haben.“ „Schon möglich“, meinte Munke,„unsere Polizei ist eben tüchtiger.“ Damenhul-Verzweiflung Wir Frauen sind bedauernswerte Geschöpfe. Wir haben für den Anfang des neuen Jahres keinen Hut. Wir haben wohl eine Kopfbedeckung. Aber keinen Hut. Die Modeschöpfer der ganzen Welt scheinen auf der Suche zu sein: Nach irgendeiner neuen Form, einer Linie, die wenigstens einen Hut darstellt. Das Jägerhütchen, halb Hut, halb Kokosnuß, scheint sich nicht bewährt zu haben. Die Kaiserin Eugenie, die ihn dereinst der Welt schenkte, konnte sich dieses Hütchen noch leisten: Sie trug es als Krone. Jetzt kommt der Florentiner als erweitertes Jägerhütchen. Das Erkennungszeichen eines Florentiners besteht in seiner Feder. Sie klebt am Hut wie eine Kühlerhaube am Auto. Sie ist schnippisch, gehaltvoll, bunt, herausfordernd. Je nach der Nase der Trägerin, die sie beschattet. In Wien ist sie fesch, in Berlin knorke, in London smart, in Newyork nennt man sie OK. Dann soll die Kappe wieder zu Ehren kommen. Die Kappe ist ein kleiner Kartoffelsack mit Ohrenschützern. Eines Tages aber werden die Modeschöpfer einen Hut erfinden, der tatsächlich wie ein Hut aussieht. Denn all die jetzigen Formen scheinen lediglich zu dem Zweck gebaut zu sein, nicht wie ein Hut auszusehen. Wenn aber einmal ein richtiger Hut erfunden werden sollte, werden die Frauen auch das Nützliche entgegennehmen und die vielen Vorteile genießen, die ein Hut, ein richtiger Hut, mit sich bringt. Sie werden dann auch endlich in Gaststätten, Vorzimmern, Finanzämtern und bei Besuchen den Hut abnehmen und an den Haken hängen können. Für die Kasse des Mannes bedeutet das eine gewisse Erleichterung. Er braucht dann nicht mehr, wie bisher, alle Vierteljahr einen neuen Hut zu zahlen. Denn die Frau kann dann in Gaststätten durch nicht ganz unfreiwilligen Umtausch die ersehnte Abwechslung erzielen. Auch wenn die Anfangsbuchstaben ihres Namens im Hutfutter eingenäht sein sollten. Sie mu legentlich am „Sie gestatten er dann damit rechnen, daß auch sie al hört, das man zerstreuten Herren# Kleiderständer eines Lokals entgegenruft. ten wohl! Das ist mein Hut!“ M. Robert Sterl Der Dresdener Kunstmaler Robert Sterl, Ehrendoktor der Leiz. ziger Universität, seit 1915 Nachfolger Gotthard Kuehls der Meisten klasse der Dresdener Akademie, neben Liebermann und Slenag der Führer des deutschen Impressionismus ist in seinem Sommar häuschen in Naundorf bei Dresden im Alter von 64 Jahren ae, storben. Zu seinem 80. Geburtstag veranstaltete die Chemuche, Kunsthalle eine Gesamtausstellung seines Werkes, wo gegen### seiner besten Gemälde zusammengetragen waren. Man schrieb in ganz Deutschland von dem überwältigenden Eindruck. Seine frühe, sten Bilder, Landschaften und Genrebilder, sind von starkem novellistischen Einschlag. Mit seinen„Arbeitsbildern“ aus den Steinbrüchen der sonnendurchglühten Sandsteinwände wurde er schain ganz Deutschland bekannt. Es kam sein Pariser=, Holland, Hessen= und Wolga=Erlebnis. Immer lebensstarke Menschen#### der Arbeit. Seinen Hauptruhm erntete er aber mit seinen Musn. und Musikerbildern. Weltberühmt wurden seine russischen Ma sikerbildnisse und sein Bild=Erlebnis Schuch und Nikisch. Eine interessante Schauspielerehe Vor zwei Jahren erregte die Eifersuchtstat des Wiener Schaupielers Kurt Daehn. der auf seine Berufskollegin Grat Maren aus Eifersucht fünf Schüsse abgegeben und diese schwei verletzt hatte, über die Grenzen Oesterreichs hinaus Aufsehen Daehn wurde damals zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt aber bereits nach einem Jahre begnadigt. Grete Maren, die bald wieder völlig hergestellt wurde, erzielte als Schauspielerin dann dedeutende Erfolge. Jetzt wird die Oeffentlichkeit durch die Muteilung überrascht, daß sich Daehn mit seinem ehemaligen Or“verlobt hat und daß er demnächst heiraten will. Das kommt aug nicht alle Tage vor. K Westdeutscher Wetterdienst Wetterbaricht vom 14. Jau. 8 Uhr morgens(Nachdruch verboten) Glestgestellt von der Essener Weiterwartel Die Zufuhr subtropischer Warmluftmassen ist dem gewaltiger Sturmtief, das in den vergangenen 24 Stunden ganz Westeuropbeeinflußte, abgeschnitten. Es zerfätlt sehr rasch und wanden wetterunwirksam für Mitteleuropa nach dem Eismeere hin###. Auf seiner Südseite entwickelt sich westlich von Irland ein neue# Störungszentrum, das über Westengland bereits Bewölkungezunahme und vereinzelt schon wieder Regen bringt. Seine Energe wird jedoch nicht mehr viel zunehmen, da die Kaltluft polaren Ursprungs den ganzen nördlichen Ozean von Norden her überflutet. Die von den Schifsen über dem Nordatlantik gemessenen Temperaturen liegen nur zwischen 0 und 3 Grad Wärme.— Ueber Mitteleuropa baut sich eine kräftige Hochdruckbrücke auf. Absinkende Luftmassen in ihr haben über Westdeutschland zu rascher Auf heiterung mit Temperaturrückgang geführt. Die Störungen werden nur vorübergehend wetterverschlechternd sein Vorhersage für Freitag: Im ellgemeinen ruhiger Witterungscharakter mit wechselnder Bewölkung. Nur vorübergehend Bewölkungszunahme und dabei vereinzelt etwas Regen. Temperaturen zunächst unverändert. Zwischen Süd und West schwankende schwache Winde. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Bei sontschreitender Beruhigung Temperaturrückgang. In heiterer Nach leichter Frost. Langenberg 6.45 Leibesübungen. 7.05 Wetter. Zeit. 9.45 Gymnastik für Frauen. 10.15 Mensch und Welt. Gemeinschaltsempfang für Arbeitslose, 11.20 Schulfunk. Engl. Unterhaltung. 12.00 Schallplatten, 13.05 Konsert. I. Clemus: Jocose, heitere Ouvertüre 2. Lincke: Lunewaizer 3. Weber:„Der Freischütr“. 4. Nerin: a) Der Rosenkranz, Lied. b) Nerziseus. 5. Kienel: Volksszenen„Der Evengelimann“ 6. Ippolitow: Kankasische Stizzen. 7. Strauß: Potpourri„Der lustige Krieg“. 8. Blankenburg: Lust und Leben. 15.50 Kinderdunse: Wir bauen an unseren Flöten weiter 16.20 Jugendium. Ein Jahreskreis in Volkslieders. Kinderchor des Weisenhauses Ho## nungstel 17.00 Konsert, E. Grape, Klevier: Kestert, Vioine; K. Schwamberser, Cellc. I. Beethoven: Klaviertrio, B-dur. 2. Reger: Klaviertrie, c-moll. 19.10 Meine Heimet, A4. v. Hatzleld. 18.40 Englisch 19.15 Drei Deutsche sprechen miteinander. 20.00 Haydn-Sieienien(Aus Manchen). 20.30 Fünf Jahre Lossenberg Lis Buschkötler. I. Bach: Brandenburg. Konzert Nr. 8. 2. Schumann: Im Ringen um ein Ideal, sinfon. Dichtung. 3. Brahms: Erste Sinfonie, c-moll. Anschl. bis 24.90: Nachimnelt und Tanz. Bühnenwerke Wien(517) 20.15 „Urvasi“. Oper v. Kienz! Rom(441)" 21,00 „Boccaccic“, Operette von Oflenbach Beromünster(459) 21.25 „Die lleimkehr aus der Fremde“, Singspiel von Meudelssohn Hörspiele Hamburg(872) 19.30 Stirb und werdel Hörfolge. Breslau(325) 20.80 „Gottes Alem in dieser Zeit“, Hörfolge v. KlepMünchen(538) 21.20 „Barock in Beyern“, Hörbild Leipeig(259) 91.20 „Straßenrondo“, Gedicht von Arno Schirokauer. Konzerte München(533) 20,00 Sinioniekonzert. Haydn, Juon. Strauß, Smetans Oelo(1083) 20,00 Sinfoniekonze#### Beromünster(459) 20.00 Opernkonzert Warschau(1812) 20.15 Sinionickonzert. Sol.: 61. Frenkei(Violine). Mozart. Gluck, Frenkel Mmmmmm Inserieren bringt Gewino Mm des(eche, Radlio-Anzeides Kann Europa nach Amerika fernsehen? Eine Generalprobe über den Stand der technischen Entwicklung des Fernsehens bedeuten sicherlich die Versuche der General Electric Co. in Schenectady und deutscher Gesellschaften, miteinander eine Fernsehverbindung herzustellen. Selbstverständlich hat man sich zu diesen Versuchen nur einfacher, leicht absehbarer Objekte(Tafeln mit Zeichen) bedient. Das Ergebnis dieser Versuche hat noch nicht befriedigt. Zwar sind Versuche geglückt, wo in Europa und Amerikä derartige übertragene Zeichen einwandfrei und vollgültig aufgenommen werden konnten, jedoch handelt es sich hierbei um Ausnahmen. Leicht gestörte Uebertragungen konnten jedoch öfter erzielt werden, jedoch auch nur bis zur Hälfte der Zahl aller unternommenen Versuche. Dieses Ergebnis ist nicht recht ermutigend, zumal man sich überlegen muß, daß hierbei die hochwichtigsten und besten Sender und Empfänger in beiden Ländern zum Einsatz gelangten. Sottene Kammermusik Huizen(290. 20.40 Sinfoniekonzert Prag(488) 20.55 Trio von Beethoven. Leiprig(259) 21.00 Hugo Kaun-Stunde Brüssel(339) 21.00 Orchesterkontert, belgische Musik London(356) 21.00 Orgeikonzert Manchester(201) 21.00 Opernmusik. Sottens(404) 21.15 Sinionickonzert. Tschai koweky, Granades und Debusey Mailand(601. 21.25 Kammermusik Straßburg(346) 21.30 Kammermusik. Mozart, Fauré. Straull. Chausson Pros(486) 21.30 Klavierkonzert. Beromünster(460) 21.80 Streichquertett. Breslau(325) 21.40 Kleine Klaviermusik. Panchester 13011 22 35 Kammermosik. Mozart, Brahms und Besthoven Die„Kalte Verstärker-Röhre“ erfunden? Pressenachrichten zufolge soll es dem amerikanischen Ingenieur Dr. Hund gelungen sein, eine neue Röhre zu entwickeln, die weder einen Glühfaden noch ein Vakuum besitzt. Die Nöhre soll sich gleichermaßen als Verstärkerwie Sende=, wie Empfängerröhre verwenden lassen und in der Herstellung außerordentlich billig sein Aus der Funkweil Prozeß um eine Antenne. Das Landgericht Essen hat in einer Berufungssache ent schieden, daß der Hausbesitzer die Anbringung einer An tenne dulden muß. In den Entscheidungsgründen wirk folgendes angeführt: Es würde wiper Treu und Glauben verstoßen, wenn die Beklagte dem Kläger die Teilnahme am Rundfunk ver sagen würde Die Tatsache, daß der Kläger bisher lediglich eine imme antenne verwendet habe, ist kein Grund da für ihm die Anbringung einer Dachantenne zu verbieten Das Urteil ist rechtskräftig Vorträge Königswusterhausen Wien(517) 19.00 Architektur als Sprache. Beromünster(459) 19.00 Die Rückkehr der Persönlichkeitswerte in der Erzichung. Beromünster(469) 19.30 Wie lerne ich Segellliegen? Leipzig(259) 20.30 Was verspricht die Soziologie? Aktuelles, Reportage 21.45 Paris(1724) Fernempfang. Breslau(325) 28.10 Tönende Wochenschau. Unterhaltung 12.00 Schallplatienkonzert 14.00 Orchestermusik(Schallplatten) 15.00 Jängmädchenfunk: Was wir lesen. 15.40 Jugendfunk: Die letzten Maßioten 16,00 Pädagogischer Funk 16.30 von Leipzig: Orchesterkonzer# 17.30 Dr. Thesing: Entsiehung und Wandlung des Geschlechts 18.00 F. Derlin: Der Handwerker in der Krise 18.30 Prof. Mersmann: Hören musikal. Formen 19.00 Wissenschaftlicher Vortrag für Aerste 19.30 Uebertragung von Mühlucker 20.35 von Hamburg: Unterhaltungskonzert. 21.30 von Leipzig:„Straßenrondo“, Gedicht vor Arno Schirokauer 22.50 für die Winterhilfe: Violinvorträge iboi#t. Zilzer. Unterhaltungskonzert. 16.15 17.15 17.45 18.25 19.20 Kulueedborg 11154) 15,00 Unterhaltungskonzert Warschau(1412) 17.36 Leichtes Orchesterkonzert. Strebburg(845) 16.00 Uzterhaltungskonzert. Prag(486) 19.20 (alle tschech. Sender) Leichtes Orchesterkonzert. Mailand(301) 10.20 Leichte Musik, Wien(517) 19.30 Reveller u. Jack SmithSchallplatten. Strubburg(345) 19,30 Schallrlattenkonzert. Rom(441) 19.50 Schallplattenkonzerl Stockholm-Motals 19.50 Konzert: Prag— Wien — Budapest. Budapest(650) 20.00 nterhaltungskonzert Kalundborg(1154) 20.10 Populäre Opernmusik. Hamburg(372) 20.35 Unterhaltunsskonzert. Straßburg(845) 20.45 Schallplaltenkonzert Brüssel(509) 21.00 Leichtes Orchesterkonzert Brünn(342) 21.00 Schallplatten-Rerue Kulundbor ap;(1154) 21.20 Russische Volksklänge ondon(356) 22.15 leichtes Konzert. Triesf(248, 22.15 Unterhaltungskonzert Krlundbarg 111*41 99 30 A's und neue Lauten 20.00 20.30 21.00 21.40 12.35 16 00 16.30 17.05 18.40 19.05 19.30 20.45 21.15 22.40 13.00 13.40 14.30 17.00 19.30 21.00 22.35 00.00 Heilsberg Unterhaltungskonzert Jugendbühne Ländlicher Fortbildungsschulluek Schlager und Tonflim „Riviera-Eapres“, Komödienszene von Vollmer.„Die Fahrkarte“, Skeich von II. Rösler von München: Sinfonie Ee-Dur von Hapet Die Welt um Goethe, Prof. Nadler: Dei deutsche Osten Streichquarteit D-Dur von Mozart Finanzielle Lage der deutschen Gemeinde um die Jahreswende unter besonderer rücksichtigung Königsbergs. Mühlacker Schallplattenkonzert Dr. Dietz: Rhetorik und Radie Praktisch, Anregungen für Geflügelbaltun und-zucht Konzert aus Wiesbaden Ober-Reg.-Rat Burkhardt: Wertschaffen Arbeitslosenfürsorge und Fortbildungemat nahmen für Arbeitslose Moderne Therapie des chronischen Maß““ geschwürs „In tyrannos“(Schillers Rär von F. Walter Russische Volkslieder Vierte Sinfonie von Bruck: Tanzmusik Daventry Schallplatienkonzert Kirchen-Orgelkonzert Schallplattenkonzert Leichte Musik a. d. Dorchester Hotcl Sonaten von Beethoven Opernnineik Kammermusik, Werke von Mozart u. ber hoven: 5 Lieder von Brahnis Tanzmuetk aus dem Savoy Hotel. 40 muert Hilversum 8.40 Schallplattenkonzert 11.10 Unterhaltungskongert 3.40 Mitingekenzert 10 Unterhaltungskonzert 7 53 Nachmillagskonzert 19.55 Unterhallungskonzert 23.25 Schallplattenkonsert. Freitag, 15. Deutst Rückgang de Neuer Nur noch 46 H PS In welt auf die Eisen er ausgewirkt hat,z nisse für das ab gang der Roheise nicht weniger als um 29 Prozent für das Jahr 11 sogar um 54.8 niedriger. Darau günstige Situatio mit großen Ein und dabei noch minderte Produt wie die zusätzlich Reichsbahn=Gesel ringen Auftrieb Rheinland=West Sieg=, Lahn= u Schlesien... Nord=, Ost= und Sachsen.... Süddeutschland Im Dezen erzeugung Eisen" veröffent Eisen= und Stal gegen 426 370 614844 Tonnen Gewinnung stell 14222 Tonnen, der arbeitstäglich trägt somit 20.7 rück zuführen seil drittel mit Rück arbeitenden Be ihre Leistungsfä konnten, als da Die Gesamterzeug Bezirke wie folgt(al Rheinland-Westtalen Sieg-, Lahn- u. Dillge Schlesien Nord- Ost- und Mitte Land Sachsen Süddeutschland und b Duschschnf Auf die einz Thomas-Stahl-Rohblöc Bessemer-Stahl-Rohb Basische S.-M.-StahlSaure S.-M.-Stahl-Rol Tiegel- und Elektrost Schweißstahl(Schwei Basischer Stahlguß Saurer Stahlgus iegel- und Elektrost Die Rohst Tonnen im Not zurück(im Deze betragen). Die Tonnen im De vember 1931 e monat bedeutet Dieser starke Ri ein großer Teil vor Weihnachte 4. Januar wiel Wo ble „In d ordnunge spiegelt si preise ent Dezember hüllen sick gung der tung der Tatsache, kung der mit dem ders vert sammlun erwartete ordnung da Anreg Man mu lichkeit ir genomme kung, d saß auch sie des iten Herren## Is entgegenruß. Hut. M. 4 Freitag, 15. Januar 1932 Insutein=##ns Nr. 15 endoktor der Lei. Kuehls der Meisten nann und Sleven n seinem Sommavon 64 Jahren geete die Chemuce, wo gegen 200 i. Man schriebn druck. Seine frühe. von starkem novel,“ aus den Steinwurde er scha Bariser=, Hollandarke Menschen#### mit seinen Musg. ine russischen N# Nikisch. dereche des Wiener Schau=ufskollegin Grat n und diese schwei hinaus Aufsehen nis verurteilt aber iren, die bald wiespielerin dann deeit durch die Miehemaligen Or'Das kommt aus K. dienst hdruch varboten) vartel aro- Temp. #eter Ii. Cels) Wetter 525.0 767.7 766.9 770.9 760.27 770.1 761.5 742.7 Schnee beiter klos bewölk + 8 — 2 bede#h 6 Sede 3 Dunst ist dem u.— 1 g a n z W e s t e u r a n e sch und wanden Eismeere hin####. Irland ein neues its Bewölkungsergt. Seine Eneraie altluft polaren Urden her überflutet. gemessenen Tempene.— Ueber Mittelauf. Absinkende d zu rascher AufDie ozeanischen verschlechternd sein. Ugemeinen ruhiger 1g. Nur vorüberzelt etwas Regen. en Süd und West ung: Bei sonIn heiterer Nacht rhausen platten) wir lesen konzert is und Wandlung des erker in der Krise musikal. Formen trag für Aerste hlacker taltungskonzert. rondo“. Gedicht vor Vichinvorträge Ibolyte tonzert. 9 von H. ich von Jo von Hard# adler: Der F Cemelgdes inderer Regelhaltung Ischaffende dungsmaßruck: try lorchester Hotcl von Mozart u. BertBranns voy Hotel. um Deutschlands Eisen= u. Stahlerzeugung 1931 Rückgang der Roheisen-Erzeugung um 36,4 Prozent, der Rohstahlgewinnung um 29 Prozent gegenüber 1930 Neuer Tiefstand im Dezember Nur noch 46 Hochöfen in Betrieb(1930: 63, 1929: 95) PS In welch starkem Maße sich die Wirtschaftskrise auf die Eisen erzeugende Industrie auch im Jahre 1931 ausgewirkt hat, zeigen die jetzt vorliegenden Gesamtergebnisse für das abgelaufene Kalenderjahr, die einen Rückgang der Roheisenerzeugung gegenüber dem Vorjahre um nicht weniger als 36.4 Prozent und der Rohstahlerzeugung um 29 Prozent erkennen lassen. Die Produktionsziffern für das Jahr 1931 liegen bei Roheisen gegenüber 1929 sogar um 54.8 Prozent, bei Rohstahl um 49 Prozent niedriger. Daraus ergibt sich mit aller Deutlichkeit die ungünstige Situation der Großeisenindustrie, die seit langem mit großen Einschränkungen zu arbeiten gezwungen ist und dabei noch große Schwierigkeiten hat, die stark verminderte Produktion abzusetzen. Die Russenaufträge sowie die zusätzlichen Auftragszuweisungen der Deutschen Reichsbahn=Gesellschaft brachten zwar zeitweise einen geringen Auftrieb der Beschäftigung, konten jedoch das Ge1931 Rheinland=Westfalen....... 5 098 203 samtbild der stark gedrosselten Betriebslage nicht wesentlich beeinflussen. Während Ende 1929 von 182 in Deutschland vorhandenen Hochöfen noch 95, Ende 1930 von 165 vorhandenen noch 63 unter Feuer standen, waren Ende 1931 von 155 vorhandenen Hochöfen nur noch 46 Hochöfen in Betrieb; es sind also im letzten Jahre weitere 17 Hochöfen aus dem Produktionsprozeß ausgeschieden. Die Roheisen=Erzeugung betrug im Jahre 1931 insgesamt 6063 048 Tonnen gegen 9 694 509 Tonnen im Jahre 1930 und 13 400 767 Tonnen im Jahre 1929; sie weist mithin gegenüber dem Vorjahre einen Rückgang um 3631 461 Tonnen oder 36.4 Prozent, gegenüber 1929 sogar einen Rückgang um 7337719 Tonnen oder 54.8 Prozent auf. Die Rohstahlerzeugung ging von 16 246 078 Tonnen im Jahre 1929 und 11 538 624 Tonnen im Jahre 1930 auf 8291 250 Tonnen im Jahre 1931 zurück; der Rückgang beträgt somit gegenüber 1929: 7954828 Tonnen, gegenüber 1930: 3247474 Tonnen. Prozentual bedeutet das eine Mindererzeugung von 49 Prozent bzw. 29 Prozent.— Im einzelnen stellen sich die Produktionsziffern nach Bezirken wie folgt(in Tonnen): Sieg=, Lahn= und Dillgebiet Schlesien Nord=, Ost= und Mitteldeutschland Sachsen Süddeutschland **** 218 383 59 159 464 728 222575 Insgesamt 6063 048 Im Dezember 1981 betrug die Roheisenerzeugung Deutschlands nach den in„Stahl und Eisen“ veröffentlichten Ermittlungen des Vereins deutscher Eisen= und Stahlindustrieller nur noch 352 408 Tonnen gegen 426 370 Tonnen im November 1931 und noch 614844 Tonnen im Dezember 1930; die arbeitstägliche Gewinnung stellte sich auf 11 368 Tonnen.(November 14222 Tonnen, Dez. v. J. 19 834 Tonnen). Der Rückgang der arbeitstäglichen Erzeugung gegenüber November beträgt somit 20.7 Prozent; er dürfte zum Teil darauf zurückzuführen sein, daß die Hochöfen im letzten Monatsdrittel mit Rücksicht auf die Stillegungen der weiterverarbeitenden Betriebe während der Weihnachtsfeiertage ihre Leistungsfähigkeit in noch geringerem Maße ausnutzen konnten, als das ohnehin schon seit langem der Fall ist. Die Gesamterzeugung im Monat Dezembei 31. verteilt sich auf die einzelnen Bezirke wie folgt(alles in Tonnen): Der. 81 Nov. 31 Dez. 30 An der Gesamtleistung im Monat Dezember sind die einzelnen Bezirke wie lolgt beteiligt in Tonnen Bezirke: Dez. 31 Nov. 311Dez. 30 31 A.-T./30 A.-T/31 A.-T. 25 A.-T. 24 A.-T 124 A.-T. 350 189 439 512 12674] 14631 11113 16 928 37 359 44591 9 376 43967 17 684 46 169 438 402 17 536 547 788 22 825 619591 14 297 26 466 55 807 13183 14 387 743 721 30 938 186 526 230 803 346 406 1• 3 233 091 292 719 369 629 42111 5194 5604 3 465 5 556 6 446 1429 1761 1532 7 209 8562 8 835 1843 2516 4243 620 674 976 Rheioland-Westialen......... Sieg-, Lahn- u. Dillgeb. u. Oberhessen Schlesien Nord- Ost- und Mitteldeutschlang Land Sachsen Süddeutschland und bayer Rüeinpfalz lusgesamt: Durchschnittliche arbeitstägl. Gewinnung: Auf die einzelnen Sorten entfallen: Thomas-Stahl-Rohblöcke Bessemer-Stahl-Rohblöcke Basische S.-M.-Stahl-Rohblocke Saure S.-M.-Stahl-Rohblöcke Tiegel- und Elektrostag Schweißstahl(Schweißeisen) Basischer Stahlguß Saurer Stahlgus iegel- und Elektrostahlgun Die Rohstahlgewinnung ging von 546 890 Tonnen im November auf 438 402 Tonnen im Dezember zurück(im Dezember 1930 hatte sie noch 743 721 Tonnen betragen). Die arbeitstägliche Leistung sank von 30 988 Tonnen im Dezember 1930 und 22 825 Tonnen im November 1931 auf 17536 Tonnen; gegenüber dem Vormonat bedeutet das einen Rückgang um 23,5 Prozent. Dieser starke Rückgang ist zum Teil damit zu erklären, daß ein großer Teil der Werke ihre Betriebe schon einige Tage vor Weihnachten geschlossen hatten, um sie erst nach dem 4. Januar wieder zu öffnen. Rheinland und Westtalen Sieg-, Lanh-. Dillgeb. und Oberbessen Schlesien..... Nord-. Ost- und Mitteldeutschland Süddeutschland Insgesamt Durchschnittliche arbeitstägl. Gewinnung: Am die einzelnen Sorten entfallen: Hämatit-Roheisen Gießerei-Roheisen Gußwaren I. Schmelzung Bessemer-Roheisen saures Verfahren) Thomas-Roheisen,(has. Verfahren) Stahleisen. Spiegeleisen. Perromanga. Pertosilizium Puddelrcheisen(ohar Spiegeleisen und sonst. Eisen) Stand der Hochöfes am Monatsende Vorhandene Im Betrieb befindlich Gedämptt In Reparatur befindlich Zum Aublasen fertig Leistungsfähigkeit in 24 Stunden in Tongen Wo bleibt der Sirompreisabbau? Aus Fabrikantenkreisen wird uns geschrieben: „In der Presse liest man in letzter Zeit viel von Notverbronungen und Strompreisabbau. In allen Aeußerungen piegelt sich die Sorge darüber wieder, ob auch die Strompreise entsprechend der Tendenz der Notverordnung vom 8. Dezember genügend gesenkt werden. Die Elektrizitätswerke hüllen sich in Schweigen und steigern dadurch die Beunruhibung der Abnehmerschaft noch weiter. Die zögernde Halung der Eltwerke wird nicht verstanden, angesichts der zAsache, daß die Reichsregierung beabsichtigte, die Sentung der Gestehungskosten nud damit der Preise schlagartig geI dem Beginn des neuen Jahres durchzuführen. Besonders verwundern mußte der Bericht über die Hauptverlimmlung des RWE., worin es heißt, daß„die teilweise Awarteten Darlegungen über die auf Grund der NotverLeogung einzuschlagende Preispolitik nicht gemacht wurden. e Anregungen dazu aus der Versammlung nicht erfolgten. man muß sich doch verwundert fragen, warum die Verwalzung zu diesen so überaus wichtigen, die gesamte Oeffentschkeit interessierenden Fragen nicht von sich aus Stellung benommen hat. Das Ausmaß der Lohn= und Gehaltssenung, die Kürzung der Materialpreise und Zinsen und die neuen Kohlenpreise waren bekannt. Was konnte also die Verwaltung hindern, der erwartungsvollen Abnehmerschaft Aufklärung über das beabsichtigte Maß der Strompreissenkung zu geben? Erstaunlich ist, daß in den Kreisen der Aktionäre selbst kein Interesse für diese Fragen bestand. Die Abnehmerschaft muß verlangen, daß die Eltwerke ihre Preise abbauen, und zwar in demselben Umfang, wie Notverordnung und Kundschaft diesen Preisabbau von der Wirtschaft fordern. Mit freundlicher Geste ist es diesmal nicht getan. Der Strompreis muß um 10 Prozent gesenkt werden! Auch die Eltwerke müssen sich auf dieser schmaleren Einnahmebasis zurecht finden, ebenso wie Industrie und Festbesoldete den ihnen aufgezwungenen Abbau hinnehmen müssen, ohne Rücksicht auf seine wirtschaftliche Tragfähigkeit. Vor allem wünscht die Abnehmerschaft mit allergrößter Beschleunigung Klarheit über die Absichten der Elektrizitätswerke, damit sie ihre Maßnahmen darnach einrichten kann. di. Vor der Stillegung des Kaliwerks„Niedersachsen“. Infolge des weiteren Absatzrückgangs wird die Stillegung des Kaliwerks „Niedersachsen" in Wathlingen bei Celle, das zum Konzern der Burbach=Kaliwerke A.=G. gehört, vom 1. März dieses Jahres an unvermeidlich. Nachtrag zu den Umsatzsteuerumrechnungssätzen auf Reichsmark * Die Umsatzsteuerumrechnungssätze auf Reichsmark für die nicht in Berlin notierten ausländischen Zahlungsmittel werden im Nachgang zu der Bekanntmachung vom 2. Januar für Dezember 1931 wie folgt festgesetzt: Argentinien 100 Goldpesos= 241,15 RM., Britisch=Hongkong 100 Dollar= 103,93 RM., Britisch=Ostindien 100 Rupien= 107,06 RM., Britisch=Straits Settlements 100 Dollar= 165,91 RM., Chile 100 Pesos— 50,64 RM., ChinaSchanghai 100 Tael(Silber)= 138,65 RM., Mexiko 100 Pesos = 162,76 RM., Pern 100 Soles= 120,48 RM., Türkei 1 Pfund = 2,02 RM., Union der sozialistischen Sowjetrepubliken 1= neue Rubel(1 Tscherwonetz)= 21,59 RM. 22 Milliarden Dollar Aktienentwertung 1931 63 Milliarden Dollar Verlufte seit 1929 AK Der Marktwert der zum Handel an der Newyorker StockExchange zugelassenen Aktien ist nach Berechnungen des Börsenvorstandes 1931 von 49 auf 26,7 Milliarden Dollar gesunken, gegen 64,7 Milliarden Anfang 1930 und gegenüber einem Höchstwert von 89,67 Milliarden Anfang September 1929. Stark aktive Zahlungsbilanz der Schweiz DP. Basel, 14. Jan. Nach den nunmehr vorliegenden amtlichen Ziffern betrug die schweizerische Einfuhr im Jahre 1931 2,253 Milliarden Franken, gegen 2,664 Milliarden Franken im Vorjahre. Die Ausfuhr erreichte 1,349 Milliarden gegen 1,767 Milliarden Franken. Die Handelsbilanz für das letzte Jahr ist somit mit 904 Millionen Franken passiv. Außerhalb des reinen Warenverkehrs wurden aber noch für 901 Millionen Franken Gold eingeführt, während die Einfuhr von gemünztem Gold 239,2 Millionen Franken betrug. Die gesamte Goldeinfuhr der Schweiz erreichte im letzten Jahr die Rekordhöhe von 1,140 Milliarden Franken. Die schweizerische Zahlungsbilanz ist im letzten Jahr wieder stark aktiv geworden. Im Handelsverkehr mit Deutschland ging die schweizerische Ausfuhr von 274 auf 198 Millionen Franken zurück. Aber auch die schweizerische Einfuhr aus Deutschland ist von 709 auf 660 Millionen Franken gefallen. Vom Internationalen Draht-Verband 2. Aus Paris kommende Mitteilungen, wonach der Internationale Draht=Verband(Jweco) mit den holländischen Drahtfabriken Gebroeders van Thiel in Helmond ein Abkommen getroffen habe, wonach diese gegen Barentschädigung für fünf Jahre stillgelegt werden, entsprechen, worauf jetzt von Verbandsseite ausdrücklich darauf hingewiesen wird, in dieser Form nicht den Tatsachen. Die Werke von Helmond liegen bereits seit zwei Jahren still. Es ist nur eine Vereinbarung getroffen, auf Grund deren für die nächsten fünf Jahre eine Wiederaufnahme des Betriebes ausgeschlossen wird. Abwegig sind auch die Meldungen über einen Aufkauf der holländischen N. B. van Thiels Draadindustrie in Beek en Donk durch den Internationalen Draht=Verband. Diese Werke werden nicht stillgelegt, sind auch nicht etwa aufgekauft worden, sondern haben sich der„Jweco" angeschlossen. Richtig zu stellen ist ferner die Verlautbarung, derzufolge noch wegen eines engeren Anschlusses der französischen Drahtwerke an den Internationalen Verband verhandelt werden solle. Das Verhältnis der französischen Drahtwerke zur„Jweco“ ist endgültig geregelt, so daß sich weitere Verhandlungen erübrigen. In Frantreich haben sich die Drahtwerke nämlich bereits zu einem Exportverband zusammengeschlossen, während allerdings die Frage der Regulierung des französischen Inlandsmarktes noch zu lösen bleibt. Von der bevorstehenden Syndizierung des innerfranzssischen Drahtmarktes bleibt aber das Verhältnis des Internationalen Verbandes zur französischen Gruppe unberührt. Wenn die französischen Werke durch Separat=Abkommen dem Internationalen Verband angeschlossen sind, so ist das auf die Tatsache zurückzuführen, daß nur ein Teil von ihnen unmittelbar durch die Iweco verkauft, während andere Firmen sich das Recht vorbehalten haben, mit ihrer Kundschaft weiter in direkter Verbindung zu bleiben. Auch für diese letzteren Unternehmen bestehen aber hinsichtlich der Absatzmengen und Preise entsprechende Bindungen. Vom Mitteldeutschen Braunkohlensyndikat * Zu den Differenzen über die Verteilungsquote erfahren wir, daß die Sächsischen Werke einen größeren Anteil als ihnen auf Grund des letzten Jahresdurchschnittes zusteht, verlangen, mit der Begründung, daß im Schlüsseljahr die Anlagen noch nicht voll in Betrieb waren. Die Mansfeld AG.(Hallesche Pfänner= schaft), die ihre Anlagen in der letzten Zeit vergrößert hat, will durch einen gesteigerten Brikettabsatz gegenüber dem verlustbringenden Kupferbergbau einen gewissen Ausgleich schaffen. Schließlich verlangt die Deutsche Erdöl AG. eine veränderliche Quote, um im Brikettverkauf einen Ausgleich gegenüber dem schwankenden Eigenverbrauch(hauptsächlich für die Mineralölraffinerie) zu schaffen. Ueber den ablehnenden Standpunkt der Grube Leopold AG.(die der Bank Elektrischer Werte nahesteht) ließ sich nichts Näheres erfahren. Industrie-Gesellschaften A.=G. Eiserfelder Steinwerke in Eiserfeld. Die finanzielle Lage der Gesellschaft wird durch die Liquidation des Bankhauses Deichmann in Köln nicht berührt, da die Kredite, die das Bankhaus Deichmann seinerzeit eingeräumt hat, auf lange Sicht vom Bankhaus Henry Schröder in London abgelöst worden sind. Im übrigen steht der Gesellschaft die Deutsche Bank und Discontogesellschaft nahe, die an dem Unternehmen das maßgebliche Interesse besitzt. Wenn auch während des abgelaufenen Krisenjahres das Verdienen klein geschrieben werden mußte, so wurden doch alle Anstrengungen gemacht, um wenigstens die Zinsen und Abschreibungen herauszuwirtschaften. Unter diesen Umständen bedauern wir die Rubrizierung einer Notiz über die Eiserfelder Steinwerke unter„Zahlungsschwierigkeiten und Konkurse" in unserer Ausgabe Nr. 8, was auf einem Versehen beruht und aus dem Inhalt der Nachricht selbst erkennbar ist. Zur Zeit liegen die Betriebe der Gesellschaft nahezu still. Das ist aber durch den Winter sozusagen saisonbedingt. Für das Frühjahr verspricht sich die Gesellschaft aber gute Aufträge, denn sie glaubt mit Recht, an dem Reichsbahnbauprogramm entsprechend ihrer großen Leistungsfähigkeit zu partizipieren, ihren Anteil vom Straßenbau zu erhalten und ebenso ihr Hollandgeschäft wieder in Bewegung zu bringen. Jedenfalls liegt kein Grund dazu vor, die Aussichten des Unternehmens pessimistischer zu betrachten, als dies für die deutsche Wirtschaft im allgemeinen angebracht ist. Bartels, Dierichs u. Co., G. m.b.H., Wuppertal=Barmen. Rechtsanwalt Köhrmann als Vertrauensperson in dem Vergleichsverfahren der Firma vertritt die Auffassung, daß die in der Vergleichsordnung gestellte Frist im vorliegenden Falle zu kurz erscheint, zumal in ihr zahlreiche Feiertage lagen. Die erforderliche Klarstellung sei daher noch nicht möglich gewesen. U. a. laufe das Verfahren bezügl. der Ermächtigungsanträge auf Ablehnung der Erfüllung von Verträgen noch. Auch mußte ein neuer Status aufgestellt werden, da der letzte, vom 30. 9. 1931 durch die Vorgänge in der Zwischenzeit überholt war. Der Status zum 31. 12. 1931 konnte aber noch nicht fertiggestellt werden. Aus diesen Gründen hat der Gläubigerausschuß es für dringend notwendig gehalten, den Vergleichstermitt ven 16. 1. 1932 vertagen zu lassen. Im Termin vom 16. 1. wird, so lediglich Vertagung erfolgen. Ein neuer Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben. Annäherung zwischen den kontinenkalen und englischen Teerfarben-Erzeugern Voraussichtlich engere Zusammenarbeit Zur Lage der chemischen Industrie Frankfurt a. M., 11. Jan. Im Jahresbericht des Verbandes der Hessischen und Nassauischen Handelskammern führt Herr A. von Weinberg zur Lage der chemischen Industrie folgendes aus: In ihrem Bestreben, sich in den internationalen Mechanismus der Produktion einzuschalten, kam die chemische Industrie einen beachtlichen Schritt weiter. In den allerletzten Wochen hat sich eine Annäherung zwischen dem kontinentalen Block der Teerfarbenerzeuger und dem größten englischen Produzenten vollzogen, die voraussichtlich zu einem engeren Zusammenarbeiten führen wird. Auch auf gewissen Teilmärkten. z. B. dem fernöstlichen, gelang eine Verständigung mit amerikanischen Erzeugern.— Die synthetische Benzingewinnung wurde wesentlich verbessert. Das nationalwirtschaftliche Ziel, inländische Rohstoffe zu verarbeiten, ließ den Kapitaleinsatz notwendig erscheinen, wenn auch zur Zeit bei dem heftigen Kampf auf den Weltölmärkten eine Rendite für die deutsche Industrie vorläufig nicht gegeben sein mag. Die in jüngster Zeit neu gefundenen deutschen Erdölvorkommen versprechen, in Verbindung mit dem IG=Hydrierungsverfahren, eine wesentliche Verstärkung Deutschlands auf dem Benzinmarkt. Die Verhandlungen zwischen den wichtigsten deutschen, holländischen, italienischen und schweizerischen Herstellern von Viskose=Kunstseide zwecks Bildung eines Verkaufssyndikats für den deutschen Markt wurden erfolgreich zu Ende geführt. Die Dauer des Syndikats wurde auf 10 Jahre festgesetzt. Der Verkauf in und nach Deutschland erfolgt ausschließlich durch die Kunstseide=Verkaufs=GmbH. in Berlin. Gleichzeitig schritt man zur Bildung eines Kupferkunstseide=Syndikats zwischen den Firmen I. P. Bemberg, I. G. Farben und F. Küttner A.=G. Als geschäftsführendes Organ wurde die Kupferkunstseide=Verkaufsbüro=GmbH. gebildet. Die Stickstoffmärkte standen nach Beendigung der internationalen Konvention im Zeichen eines starken Preiskampfes. Eine Reihe von Ländern hatte vor Beendigung des Düngejahres 1930/31 Lizenzsysteme oder Zölle eingeführt, die einem Einfuhrverbot gleichkommen. Um den deutschen Markt vor Austragung des Preiskampfes zu schützen, hat die deutsche Regierung ab 15. 7. 31 Zölle auf alle Stickstoff=Düngemittel eingeführt und nach einiger Zeit ihre Einfuhr von einer Einfuhrbewilligung abhängig gemacht. +- Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik A.=G.=(RheinDüsseldorf. Die Mitte Dezember abgehaltene Aufsichtsratssitzung hatte bekanntlich die Möglichkeit der Ausschüttung einer bescheidenen Dividende(i. V. 7 Proz.) festgestellt, jedoch die endgultige Entscheidung über die Gewinnverteilung vertagt. Nach unseren Erkundigungen ist der Termin der Generalversammlung, die in den früheren Jahren bereits im November abgehalten wurde, auch heute noch nicht festgelegt, da man erst. die weitere Entwicklung der allgemeinen Lage abwarten will. Die aus vorsorglichen unden gestellten Stillegungsanträge für die Gießerei und den laufen bis Ende Februar, wobei die Freisetzung von 150 Arbeitern in Frage käme. Die Verwaltung hofft aber, bei einer nennenswerten Verringerung der jetzt noch rund 2500 Arbeiter und Angestellte starken Belegschaft absehen und durch Kurzarbeit neue Entlassung vermeiden zu können. Die Abteilung Eisenbahn=Puffer ist nach Aufarbeitung der letzten Bestellungen der Reichsbahn wieder stillgelegt worden. Devisen Amtliche Berliner Devisenkurse In RM (Von der Reichsbank festgeseizt) Reichsbankdisk. 7%. Lomb. 8 T. = Rurse der Moskauer Börse vom 12. Jan. Garantie- und Kreditbank für den Osten Akt.-Ges. Berlin(in Tscherwonez). 1000 S= 656.96 Cjeld 658.18 Brief 1 1000 R.-M.— 45.96 Geld 46.06 Brief Berliner Usaneeverkehr London— Kabel Newyork Kabel Newyork— Amsterdam Kabel Newyork— Zürich London— Amsterdam London— Paris London— Brüssen London— Kopenhagen London— Oslo London— Stockholm London— Mailand London— Madrid Kabel Newyork— Warschau Kabel Newyork— Berlin Zürich. Paris London New Vork Belgien Italien Spanien Holland Berlin Paris. London New Vork Belgien Spanien Italien Londen New Vork Montreal Amsterdam Paris Brüssel Wechselkurse in Fres. 14.1. (Nicht amtl. 11.40 Uhr vorm.) 20.13 17.55 5.13 71.30 25.— 43.35 2.06.10 121.50 Wien Stockholm Oslo Kopenbagen Sofia Prag Warschau Budapest Anfangskurse in Frcs. 67.25 25.52 354.25 215.25 125.— langsk 3.42 4.06½ 8.52½ 67.37 24.64 Schweiz Kopenhagen Holland Oslo Stockholm italien Berlin Schweiz Spanien Kopenhagen 14. 1. 9.10 6.70 2.41 3.05 7.40 5 1.29 1.85 75.60 15.15 6.03 17.94 ½ 109. Handels- und Marktberichte Landwirtschaftliche Erzeugnisse Sehr ruhig * Berlin, 14. Januar. Das Geschäft an der Produktenbörse gestaltete sich äußerst ruhig. Das Insandsangebot von Brotgetreide ist auf dem gestern erreichten Preisniveau nur mäßig, andererseits hält sich die Kauflust der Mühlen aber weiter in engen Grenzen, und die Spanne zwischen Forderungen und Geboten ist nur schwer zu überbrücken. Am Lieferungsmarkt kamen Notierungen für die Maisichten zunächst auch nicht zustande. Die Grundstimmung im Prompt= und Lieferungsgeschäft war als stetig zu bezeichnen. Von Mehlabsatz lagen allerdings nennenswerte Anregungen nicht vor, in Weizen= und Roggenmehlen erfolgen auf dem inzwischen erreichten Preisniveau nur die notwendigen Bedarfskäufe. Das Offertenmaterial in Hafer hat sich nach den gestrigen Preisrückgängen etwas zurückgezogen, und die Forderungen waren erhöht. „ Indu“„ Von Gersten lagen Industriequalitäten fester als Brausorten. Weizenexportscheine waren auf gestrigem Preisniveau angeboten, für Roggenexportscheine lauteten die Forderungen höher. dk Amtliebe Berliner Produktenbörse. Die Preise verstehen sich für Getreide je Tonne(1000 kg) ab Versandstation. für Mehl je Doppelzentner(100 ka frei Berlin für Hülsenfrüchte (100 kg) ab Abladestation, Raps-, Lein- und Klecsaaten(1000 kg) ab Verladestation. Raps und Leinkuchen(100 kg) ab Abladesstation. Kleie(100 kg) krei Berlin. Futtermittel(100 kg) ab Abladeslation, sowie Stroh je Zentner (50 kg) ab märk. Station in RM. Weizen märk. dto. dto. Roggen dto. dto. März Mai märk. März Mai Braugerste Futter- u. Industriegerste Hafer märk. dto. März dto. Mai Weizenmehl Roggenmehl70% Weizenkleie Roggenkleie Viktoriaerbsen dto. Weizen Tend.: matter Roggen Tend.: ruhin Gerste Tend.: test 13. 1. 1½—24 15—17 16—19 14—16 18—19 10—12 14—15½ 22—27 12.10 12.00—00.00 6.50 Hater Tend.: rubis Weizmehl Tdz.: behaupt. Rogg.mebl Tdz.: behaupt. 10.50 11.30 12.10—12.30 2.10—2.30 8—9 Weizkleie Tdr: behaupt. Rogg kleie Tend.: lester Kolonialwaren ns Hamburger Kakaonotlerung. In ah le 60 kg. Accra neue Ernte loco RM dto. dto., per schwimmend Superior Bahia loco dto. dto. per Jan. März 8 Superior Fein Thomé l0c0 dto. dto. per Nov]FebRM dto. Epoca Arriba loco dto. dto. per Dez. Jan. 6 Superior Sommer Arriba 0c0 dto. dto. per AprillMai 8 Plantation Trinidau loco ato. dto. per Sept.]Okt. Machais loco dto. per Sept./Okt. Deutscher Kamerun Plantagen Kakao gute Qualität. RM dk Magdeburg. Zucker. Notierungen In RM für 50 ka Weillzucker (einschl. M 0.50 für Sack und M 5.25 Verbrauchssteuer) brutto für netto ab Fabrik-Verladestelle Magdeburg und Umgebung, bei Mengen von mindestens 200 Zentnern. 14. 1. 14. 1. 1.25 25/6 bis—/0 27/3 bis—/0 5.30 29/6 bis—/0 25.00—25.50 29/0 bis—/0 8.75 —.0 bis—/0 10.50 —.0 bis—/0 —.0 bis—/0 0/.00 p. USAS —.0 bis—/0 Promp. Liet. Jan. März 2.65—2.75 dk Magdeburger Zueker-Terminnotierungen, Weilzucker einschl. Sack. krei Seeschiffsseite Hamburg. für 50 ka netto RA Tdz.: behaupt. Januar Februar März April Mai Jumi dk Hamburger Zuekertermin-Notierungen. Schlußkurse vom 14. Jan. Notierungen in RM für 50 kg Weilzucker netto, frei Seeschiffseite Hamburg einschl. Sack. Januar Februar März April Mai Juni dk Hamburger Kafleeterminbörse.(Freiverkehr) Superior Santos, In Pf. für ½ kg netto, bei mindeslens 250 Sack(= 14 700 kg netto). Alte Kontrakte März Mai Juli September Dezember Neue Kontrakte März Mai Jun September Dezember dk Hamburger Kaffeeterminbörse.(Amtlich.) Superior Santos, in für ½ ks netto, bei mindeslens 250 Sack(= 14 700 kg netto). dk Brasilianischer Kaffeemarkt. Rie. Wechselkurs a. London 90 Tage.. Newyork Standard Nr. 7 in Rio Notierungen Notierungen Santos. Newyork Standard Nr. 4 in Santos Newyork Standard Nr. 7 Notierungen Jan. Notierungen März Notierungen April Aufuhr zu Wasser 13. 1. 4 /8 12500 12. 1. 4 1/8 12500 13. 1.1 12. 1. Zutuhr Gesamtzufuhr seit 1. Juli Vorrat Klarierung nach Europa dto. nach Ver. Staaten 13. 1. 13000 2084000 363000 15400 15500 15500 15500 15475 15500 15500 15475 Zufuhr per Bahn (esamtzufuhr seit 1. Juli Vorrat Zufuhr in Sao Paulo dto. in Jundiaby Klarierung nach Europa dto. nach Ver. Staaten 4000 13. 1. 52000 7765000 1429000 47000 20000 16000 T0— 12. 1. 12000 2271000 388000 7000 7000 12. 1. 60000 7707000 1391000 40000 Fette und Oele dk Hamburg. Tendenr:— Amerik. Steamlaro Amerik. raff. Schmalz verschied. Marken in Tierces Sehmals in Dollar per 100 kg. 14. 1. 16.50 17.75-18.25 Hamburg. Schmalz Marke Kreuz # dk Hamburg, 14. Jan 3 /16 cis. Kautschuk und Summ Robgumml. Standard Smoked ribbed cheets Hopten und Malz s Nürnberg. 14. Jan.(Eig. Drahtb.) Hopfenmarkt: Heute hatte der Markt eine Zufuhr von 40 Ballen. Umgesetzt wurden 100 Ballen, und zwar Hallertauer zu 32—40 RM per Zentner. Stimmung: ruhig, fest. Metalle = Preise für Metallhalbzeug. Berlin, 14. Jan.(Eig. Drachtb. (Mitgeleilt vom Zentralverband der deutschen Metallwerks. und Industrie E. V.) Die Preise verstehen sich für Abschlüsse auf Aluminium Bleche. Ronden, Bänder. Drähte u. Stangen de nach Menge) Kohre Kupfer Bleche Rohre Drähte und Stangen Schalen Hessing Bleche Bänder und Drähte Stangen Rohre Kosenrehre Hütten100 kg. ***** dk Preisnotierungen für Berliner Metalle.(RM für 100 kg). Notierung der Vereinig. für die Deutsche Elektrolytkupternotiz Elektrolytkupter(wirebarssprompt cif Hamburg Bremen od. Rott. Notierungen d. Kommission des Berliner Metallbörsenvorstandes Original-Hütten-Aluminium 98—99% in Blöcken. desgl. m Walz- oder Drahtbarren Reinnickel. 98—9% Antimon-Regulus Silber in Barren ca. 1000 fein per ka Gold Freiverkehr per 10 Gramm Alt-Platin(Abfälle) Ca.-Preis per Gramm Technisch reines Platin. Detail-Preis per Gramm 14.1. RM TUr 1001 71.50 RM für 1001190 164 350 50.00 52.00 42.25 45.50 dk Berliner Metall-Terminmarkt(RM für 100 kg). 2 dk Hamburger Altmetalle. Kleinhandelspreise.(Die Preise verstehen sich je nach Qualität. Menge und Lieferort.) In RM per 100 kg 14. 1 51—54 50 52 38—41 Elektrolytkupter Kupfer Rotgus 14. 1. 10 12 15—17 dk Londoner Metalle In Pid. Sterling p. k. Kupter Standard per Kasse „„ 3 Monate "„„ Settl. Pr. " Elektrolm " best selected " strong sbeets " Elektrowirebars Zinn Standard per Kasse „„ 3 Monate " Settl. Pr. " Banka“ " Straus Blei ausl. promp "" e n t f. S i c h t e n " Settl. Preis Tend.: Kupfer und Zinn (Inoflizielle Notierungen.) 14. 1. 14 9/6 15 12½ stetig. Blei willig. Zink k. stetig. 37 Doll. Cetz 141—1% 19½—19 59 Webstofte dk Offzielle Notierung der Bremer Baumwollbörse. Bremen, 14. Jan. 1 Uhr mitlags Amerikanische Baumwolle Middling Universal-Standard. 28 mm staple Loco 7.72(7.56) Dollar-Centa lbs. dk Bremer Baumwoll-Terminbörse vom 14. Jan. Nordafrikanische Baumwolle Basis middling nicht unter Lowmiddling nach den Bedingungen des Bremer Vereins für Terminhandel in Bremen. Tend.: fest Tend.: stetin dk Bremer Baumwoll-Termin-Börse. 14 Jan. Nordamerik. Beumwolle — Dreister Baumwol-Vermin-Borse. 10 Juu. nordamenk. Baumwolle Basis middling nichts unter low middling der ofliziellen Standards der Ver Staaten von Nordamerika(Universal-Standards) Gehandelt wird in nees u. 08 Unnel. B.r— 11 22711 L.„.0— 1—— E∆ Ver Stadten von Nordamerika CUnfversal-Standaras) Genandeit wird in Losen zu 25 000 amerik. Pfund— 11337½ kg netto in ca. 50 Ballen. ** Rotterdam. 14. Jan Baumwolle. Notieruns des Vereins für Baumwollhandel. Loko middling 82 mm Staple 0.21½(0 21½) Antwerpener Kammzugnotierungen.(Die Preise verstehen sich für gute australische Kammwolle 27¼ dk Liverpool Schlußbaumwolle. Amerik. Univ.-St.-Middl. Tagesimport—.„Tageslocoverkäufe— Exportverkäufe— Ballen in Pence je lb. American Fully Middling loco 5.47. Tend.: steitn Januar Februar März April Mai Juni Dezember Jauuar März Mai Juli Oktober 14. 1./13.1. 5.17 5.12 5.19 5.13 5.24 5.18 5.29 5.23 5.33 5.27 5.36 5.30 Aesyptische loko Sakel. f. Jan. März Mai Juli Okt. Nov. Dez. Oto. dto. dto. dto. dte. dto. dto. 14. 1./13 6.16 6.07 5.97 529 6.07 5.97 6.16 6.05 6.24 6.13 6.35 625 6.40 6.29 6.49 0.3 dk Liverpool. Ostindische Baumwolle. Loco M. G. Surtee lully g000 " F. M.G. Broach " M. G. Americ. Sind Punjab " M. G. Nr. 1 Oomra fully go 14.113. 5.3915.35 5.265.23 5.15/5.11 5.63s5.59 14. 13 „oco M. G. Bengal lully goo 4.88; " s u p e r f i n e 5. 0 3 4. 3 9 " M. G. Seinde tully goo 4.88 4.3 subersine 5.03/1.90 dk Alexandrien. Baumwolle.(Schlußkurse— Tallaris p. Caplar) Sakellaridis Januar dto. März dto. Mai dto. Juli dto. Novemb 14. 1. 113.. 10.14 10.02 1.36 10 10.52 1939 10.90 10.81 ha Neugründung im Nordwolle-Konkurs. Bremen, 13. Jan. Nach Schluß der Sitzung des Nordwolle=Gläubigerausschusse? wurde vom Nordwolle=Konkursverwalter mitgeteilt: Auf den vom Gläubigerausschuß genehmigten Antrag des Konkursverwalters un die Weiterführung der Betriebe nach Möglichkeit zu fördern, die Gründung eines Verkaufsbüros für die Kammgarnspinnerelen Delmenhorst, Eisenach und Mühlhausen beschlossen worden. Verkaufsbüro wird in der Form einer Gmbh. gebildet, ihren Verwaltungssitz in Delmenhorst und eine Zweigniederlassunt in Eisenach, gegebenenfalls auch in Mühlhausen haben wird. o0: eine Erfüllung der von dem Verkaufsbüro getätigten Verkause haftet der Konkursverwalter mit den Mitteln der Konkursmasse. We Geschäftsstelle Die„Bergisch=Mä — Bezugspreis n Postzeitungsgebüh höhere Gewalten, 143. Jahrg Der gre Aristide Brian Außenminister ve eingereicht. Die kordminister gegel war er der Vater des, der Seher ei für die anderen spielerkunststücken von Europa, der Welt in immer t Historisch und merkwürdigen Vi merkwürdigem W litik hinauf kam. beschwörer der in Fakier der franz Mitteln und eigen sich— erreichte, immer wieder ge wesen sei, daß di Ministerpräsident von Kirche und E einzige positive L Zeit sicher selbste nichts, wußte nick der große Mann Aristide Briand, gearbeitet hatten, leuchtete, zumal ständen in glänze Es ist im wi Tragödie daraus nach dem Kriege formte. 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