Nr. 2 Bochum, Dienstag. den 4. Jaunar S für das Ruhrkohlenrevier estdeutsche nebst Central-Anzeiger für Westfalen und Erscheint täglich(ausgenommen Sonntags). t jährig 1,50 Mk. zweimonatlich 1 Mk., dritter Monat 50 Pfg.(exel. Bestellgeld) Abonnement bei unseren Agenturen stellung monatlich 60 Pfg., in der Expedition abgeholt monatlich 50 Pfg. Herausgegeben von J. Fusange! Insertionspreis für die Gesammtauflage pro 8spaltige Colonelzeile 30 Pfg. nzeigen für den Arbeitsmarkt, sowie F milienauzeigen 15 Pfg. pro Zeile Reelameupreis: 1,20 Mk. pro Zeile. Beilagegebühr: für einen Theil der Auflage pro Tausend 8 Mk., für die Gesammtauflage pro Tausend 6 Mk., Freitags und Samstags das Doppelte Haupt-Erpedition in hagen: Elberfelder Straße 64 Haupt-Erpedition in Bochum: Kaiserstraße 6 Verantwortlicher Redacteur: H. Bouvet in Hagen Telephon=Auschluß Nr. 112(Hagen) Verlag und Rotationsdruck von J. Fusangel in Bochum=Hagen bonnements auf die„Westdeutsche Volks In zeitung“ mit den Gratisbeilagen„Haide IIA rosen“,„Häusl und Gretl“ und„Für Stadt und Land“ für das erste Quartal 1898 werden noch fortwährend von sämmtlichen Boten und allen Postanstalten entgegengenommen. Die Landarbeiterbewegung in Ungarn. Ungarn ist bekanntlich das einzige Land, in dem die socialdemokratische Agitation in größerem Umfange auch unter den Landarbeitern Boden gewonnen hat. Die ungünstigen socialen Verhältnisse dieser Arbeiter, insbesondere auf den großen Latifundien, im Verein mit der Unvernuuft und Brutalität der Behörden haben das bewerkstelligt. Schon vor einigen Jahren kam es zu gewaltthätigen Ausschreitungen von Laudarbeitern und blutigen Zusammenstößen mit Polizei und Militär. Im vorigen Sommer plauten die Feldarbeiter, wie erinnerlich, einen großen Erntestrike. Die Regierung that aber alles Mögliche, um ihn zu verhüten. Sie bot Polizei und Gensdarmen auf, um die Arbeiter an ihrem Vorhaben mit Gewalt zu hindern; insbesondere aber traf sie umfassende Vorkehrungen, um strikende Arbeiter sofort durch andere zu ersetzen. Es wurde eine„Reservearmee“ von 10,000 Mann, Slovaken usw., bereit gehalten, und sobald von irgendwo ein Strike gemeldet wurde, wurde eine entsprechende Anzahl dieser Reservemannschaften hindirigirt; zu dem Ende standen vielfach Extrazüge bereit. Ferner wurden vielfach Soldaten für die Ernte zur Verfügung gestellt. In Folge dessen und weil wohl der Strike trotz der guten Organisation der Feldarbeiter nicht hinreichend vorbereitet war, kam es nicht zu einem allgemeinen Ausstand; allerdings betheiligten sich etwa 20,000 Arbeiter daran, allein das Ganze zersplitterte sich zu sehr Damals erkannte die Regierung, daß„etwas geschehen musse“, und der Ackerbauminister Daranyi kündigte einen Gesetzentwurf an, der das Arbeitsverhältniß zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern derart regeln solle, daß Arbeitseinstellungen dadurch nach Möglichkeit verhütet werden sollten. Der Gesetzentwurf ist unlängst dem Parlamente vorgelegt worden und hat im Abgeordnetenhaus fast widerspruchslos Annahme gefunden. Das Meisterwerk ist den bisherigen Leistungen der Regierung würdig an die Seite zu stellen. Von social=politischen Gedanken kaum eine spur, nichts als ein Polizei= und Knebelgesetz, wie es etwa in China üblich sein mag. Die Arbeiter sollen mit Polizeigewalt zur Arbeit gezwungen und nöthigenfalls bestraft werden; das ist die wesentliche Weisheit dieses Gesetzes. Wenn die Arbeiter auf dem Arbeitsplatze nicht erscheinen oder sich von ihm entfernen, so haben die Behörden sie auf das Verlangen des Arbeitsgebers„mit Brachialgewalt“ auf den Ar beitsplatz zu escortiren. Appellation gegen das Hinaus escortiren gibt's nicht. Wenn die Arbeiter den Beginn oder die Fortsetzung der Arbeit und überhaupt die Erüllung des Vertrages verweigern, so werden sie mit Gefängniß bestraft. Wenn sie ohne die vertragsmäßigen Arbeitswerkzeuge oder Hülfsarbeiter erscheinen, werden sie ebenfalls bestraft; desgleichen, wenn sie absichtlich schlechte Arbeit leisten, um höhere Löhne oder Aufhebung des Vertrages zu erpressen.“ Verbindungen zum Zwecke der Lohnerhöhung sind verboten. Ein bestimmter Mindestlohn in Geld oder Naturalien wird dem Arbeiter allerdings zugesichert. Erkrankt er, o genießt er ganze acht Tage ärztliche Behandlung und Verpflegung seitens des Arbeitsgebers. ArbeiterVersicherung kennt man ja im liberalen Ungarn nicht. Die Arbeitsverträge müssen schriftlich im Beisein der Behörde ausgefertigt werden, und der Amtsvorsteher hat dabei den Arbeitern ihre Verpflichtungen und die Folgen des Vertragsbruches klar zu machen.“ Ackerbauminister Darauyi brachte bei der Berathung des Gesetzes so erstaunlich thörichte Dinge über die socialdemokratische Bewegung unter den Feldarbeitern vor, daß man sich freilich über sein Gesetz kaum wundern kann. Daß die Agitation eben wegen der elenden Lage der Arbeiter so großen Erfolg hat, ist ihm immer noch nicht aufgedämmert, und der Volksvertretung ebensowenig, denn sie spendete den abgeschmacktesten Ausführungen des Ministers stürmischen Beifall. Der Ausschuß, der den Entwurf vorberieth, sprach allen Ernstes die Hoffnung aus, er werde das Verhältniß zwischen Arbeitern und Land wirthen wesentlich bessern und in eine gesundere Richtung leiten. Außerdem that sich der Minister viel darauf zu Gute, daß im Elat für 1898 für die Verbesserung der geistigen, sittlichen und ma teriellen Lage der Arbeiter ganze 150,000 Gulden ausgewerfen sind. Mit solchen Mitteln ist selbstverständlich die Be wegung nicht todt zu machen. Sie wächst vielmehr, wie überall, wo man lediglich mit Gewalt die sociale Frage lösen will. Das bewies auch der zu Weih nachten in Pest abgehaltene Conareß der social demokratischen Feldarbeiter. Dieser Cengreß, der dritte im Jahre 1897 abgehaltene, war von 200 Delegirten aus 121 Gemeinden besucht. Das will etwas besagen einem Lande, wo die Behörden mit Willkür und Regelung des Arbeitsverhältnisses verhandelt. Unter Anderem wurde gefordert: Zwölfstündige Arbeitszeit, Abschaffung der Accordarbeit und aller Art unbezahlter Arbeit(Robot, Zinsarbeit), Abschließung aller größeren Arbeitsverträge durch Vermittelung des Centralsecretariats, gleicher Lohn für Frauenarbeit, Verbot der Arbeit von Kindern unter 14 Jahren. Endlich wurde ausgedehnter Arbeiterschutz, Unterstützung der Kranken und Invaliden, Ausdehnung der Krankenversicherung auf alle landwirthschaftlichen Arbeiter, Einsetzung von Inspectoren mit behördlichen Befugnissen gefordert. Aehnliche Forderungen wurden chon auf den früheren Congressen erhoben. Ein sernerer Congreß findet dieser Tage in Temesvar statt. Wie der Pester Congreß gezeigt hat, sind es nicht blos die proletarischen Arbeiter, die der Socialdemokratie anheimfallen, sondern auch kleine Besitzer, deren Verhältnisse allerdings nicht wesentlich besser sind, als die Jeuer. Aus dem Parlamente har man ja die Socialdemokraten bisher feingehalten, Dank dem beschränkten Wahlrecht und der Gewaltthätigkeit bei den Wahlen. Die Social demokraten streben aber, wie überall, das allgemeine Stimmrecht an. Die jetzigen Machthaber werden ihnen das nicht freiwillig geben, aber wenn sie fortfahren, so wenig Verständniß für die sociale Frage zu beweisen, wie bisher, werden sie bald die Socialdemokratie so gestärkt und organisirt haben, daß sie für die wirthschaftliche wie die politische Entwickelung des Landes sehr gefährlich werden kann. 11 Gewalt hindern, was ihnen unbequem ist. Stuhlrichter und Gensdarmen sollen z. B. mehrere Delegirte an der Abreise zum Congreß verhindert haben, so daß sie zu Fuß die nächste Eisenbahnstation aufsuchen mußten. Ungarische Bauern, an der schweren Silberkette das Portrait von Karl Marx tragend, Deutsche, Serben, Kroaten, Slovaken waren nach der Schilderung des „Pester Lloyd“ erschienen; auch mehrere Frauen nahmen an dem Congreß theil und vertraten die Sache der Arbeiterinnen mit großer Beredisamkeit. Die Verhandlungen verliefen vollständig ruhig. Am ersten Tage wurden von den verschiedenen Delegirten die Verhältnisse ihrer Bezirke geschildert. Dann wurde über Organisation und Presse verhandelt. Das Blatt der Arbeiter erscheint monatlich einmal. Daß das neue Gesetz die Bewegung nur fördern wird, zeigte die Resolution über die Organisation, die von diesem Gesetze ausging. Am zweiten Tage wurde über die Deutschland. Berlin, 4. Jan Vom Tage. * Der Kaiser besuchte Freitag Nachmittag den Reichskanzler. Am Neujahrstag Morgen wohnte er in Berlin dem Gottesdienst in der Schloßkapelle bei und hielt darauf Defilircour im Weißen Saale des königl. Schlosses. Hierauf begrüßte der Kaiser die am hiesigen Hofe beglaubigten Botschafter, die Staatsminister und die commandirenden Generäle und begab sich zur Parole=Ausgabe nach dem Zeughause. Im Laufe des Tages fuhr der Kaiser bei den am hiesigen Hofe beglaubigten Botschaftern vor. Er speiste bei der Kaiserin Friedrich und besuchte später die Vorstellung im Opernhause. Montag Abend fand in der JaspisGallerie des Neuen Palais ein größeres Mahl statt, zu welchem Einladungen an die commandirenden Generäle, darunter an den Erbprinzen von SachsenMeiningen, den Erbgroßherzog von Baden und den Prinzen Friedrich Leopold von Preußen, sowie an die Commandeure der Leibregimenter ergangen waren.— Auf Befehl des Kaisers ist der 22. März 1898[Greignisse in Ostasien aus, als vaterländischer Gedenktag für die Aufstellung der ersten, bis dahin fertigen künstlerischen Gruppen der Sieges=Allee in Aussicht genommen worden; es wird mit diesem Acte jedenfalls eine größere Feierlichkeit verbunden sein.— Die Vorlage betreffend Neubewilliauna des 100=Millionen=Fonos zur Germanisirung d. h. Protestantisirung Polens soll die Zustimmung des Staats=Ministeriums bereits gesunden haben. Der Berichterstatter, der dies meldet, deutet an, daß außerdem in der polnischen Frage noch nichts weiteres geplant sei.— Die„Neue Berl. Corr.“ will ihre neuliche Meldung über eine neue Vereinsgesetz= Novelle, die sich ja in erster Linie mit der polnischen Sprache befassen sollte, nicht preisgeben.— Ueber eine Vermehrung der Kadetten und Schiffsjungen im nächsten Jahre läßt sich das „Berl. Tageblatt“ aus Kiel berichten.— Eine solche Vermehrung der Kadetten um 80 und der Schiffsjungen um 150 ist schon in dem dem Reichstag vorliegenden Etat 1898—99 vorgesehen. Die Vorgänge in Asien. Ein Vertreter des„Reuter'schen Bureaus“ hatte eine Unterredung mit Mr. Arthur Diosb, dem Vicevorsitzenden der japanischen Gesellichaft in London. Die Gesellschaft zählt ungefähr 800 Mitglieder und widmet ihre Thätigkeit wesentlich artistischen und litterarischen Zielen. Mr. Diosy macht aufmerksam darauf, daß ein Krieg zwischen Japan und einer oder mehreren europäischen Mächten nothwendiger Weise zur See geführt werden masse. Von Aden nach Honkong gede es aber nur britische Kohlenstationen. Monate und Jahre müßten verstreichen, bevor Rußland und Deutschland in Port Arthur und Kian=tschau für einen Seekrieg genügende Vorräthe gesammelt hatten, oder bis es ihnen gelungen sein würde, sich locale Kohlenselder in hinreichender Weise zu erschließen. Bis dadin sei ein Seekrieg gegen eine oder beide beberrschenden Mächte in jenen Gewässern unmöglich. Die Besetzung von Kian=tschau habe in Japan mehr Befriedigung als Unruhe erregt. Japan könne Deutschland in Enropa keinen Schaden thun aber es könne Kian=schau nehmen, denn, wenn es auch noch so stark von den Deutschen besestigt werde, eine Seefestung müsse schließlich immer in die Hande der die See deberrschenden Macht fallen. Würde es Rußland mit Hälfe Frankreich gelingen, China die nöthigen Summen zur Bezahlung des Restes ihrer Kriegsschuld vorzustrecken, masse Japan in Folge dessen Weihatwei räumen, so sei es ganz newiß, daß weder chinesische noch continentale Truppen die Festung übernehmen würden, sondern sehr wahrscheinlich, daß England die Festung besetzen werde. Japan würde durch diese Besetzung alle seine Interessen in China, welche durchweg mit denen Englands identisch seien, gesichert wissen. Weihaiwei beherrsche aber den Golf von Petschili weit besser als Port Arthur. Bezüglich des letzteren vergesse man in Europa, daß die Japaner vor ihrem Ausrücken die gesammte Armirung, das Arsenal und auch die Wertt nach Kräften geraumt, die Festungswerke zerstört hätten. Die deutschen Missionare in Tsao Tschou (Provinz Schautung) beklagten sich bei dem deutschen Gesandten Frhr. v. Heyking darüber, daß der Befehlshaber der chinesischen Garnison eine drohende Sprache zu ihnen oder über sie geführt habe. Frhr. v. Heyking verlangte die Abjetzung des Commandauten, die auch telegraphisch verfügt wurde.— Das Pariser„Journal des Debats“ führt betreffs der Greignisse in Ostasien aus, sie setzten in China die nicht widerstreitenden Interessen Rußlands, Deutschlands und Frankreichs keinem Conflicte aus, umsomehr, da die Erörterungen in Petersburg und Berlin hierüber den Eindruck des Einvernehmens zwischen Deutschland und Rußland machten. Wenn England Punkte in Central= oder Süd=China besetze, so werde dies zweifelsohne Frankreich zu gleichem Vorgehen Kapitän des schwarzen Geiers. 1) Uebersetzung von Fr. Steinmetz. 1. Kapitel. „Der Weg nach Marley. „Ist Niemand heute Abend hier mit dem Postwagen eingetroffen?“ fragte der Schmied von Compton des Bruyeres den dicken, schwerfälligen Besitzer des schwarzen ären, des ersten und größten Gasthofes des Ortes. „Niemand außer dem Kapitän Duke.“ „Wie!... ist denn der Kapitän nach London ge gangen?“ „Er hat dort drei Wochen zugebracht,“ erwiderte der Wirth, welcher sehr schlechter Laune und schweigsam zu sein schien. „Hm!“ sagte der Schmied;„drei Wochen in London, drei Wochen, um zu spielen, sich zu zanken, seine Zeit zu vergenden, auf den Bällen von Chelsea zu tanzen, Abend essen in Covent=Garden zu geben; drei Wochen um das Geoo des Königs durchzubringen; drei Wochen... zum Teufel zu gehen!"... „Drei Wochen zum Teufel zu gehen...“ sagte eine Stimme hinter ihm;„weshalb sagen Sie dieses nicht in gutem Englisch, John Homerton?“ „Guter Gott! ist das nicht Herr Darell Markham? „Er selbst und kein anderer," erwiderte der, welcher gesprochen hatte. Dieser war ein sehr großer Mann, welcher einen langen Ueberrock, sehr feine Stiefel und einen dreieckigen Hut trug, der seine Augen beschattete. „Aber sagen Sie nichts, Homerton; Niemand von hier weiß, daß ich in Compton bin, und da ich nur Geschäfte halber hierher kam, wird mein Aufenthalt hier von sehr urzer Dauer sein. In zwei Stunden muß ich wieder zurückreisen. Was sagten Sie doch von dem Kapitän Duke, dem Kapitän des schwarzen Geiers, des Schiffes seiner Majestät?“ „Ich sagte, Herr Darell, wenn ich eine so hübsche Frau hätte, wie Frau Duke, und nur zwei Monate im Jahre bei ihr sein könnte, dann würde ich die Hälfte meines Urlaubes nicht in London zubringen. Ich glaube, Herr Darell, daß Ihre Cousine bei ihrer Schönhelt eine bessere Heirath als diese hätte machen können.“ „Das glaube ich auch, Homerton.“ Während dieses kurzen Zwiegespräches waren sie alle drei an der Thüre der Herberge stehen geblieben. Der Schmied hielt die Zügel seines kräftigen, kleinen Schimmels, welcher wenigstens 25 Jahre zählte, und war im Beriff, in den Sattel zu steigen, um nach seiner Schmiede, die am äußersten Ende der Stadt lag, zurückzukehren. Er hatte sich länger aufgehalten, als er gewollt, allein, wie hätte er dem Reize der Unterhaltung des Wirthes widerstehen können? Darell Markham entfernte sich von den beiden Männern und spazierte aulf der großen staubigen Chaussee. Er betrachtete den Eingang eines kleinen, engen und krummen Weges, welcher durch die unfruchtbaren und düsteren Haiden führte, die sich auf eine Eutfernung von mehreren tausend Kilometern ausdehnten. Der schwarze Bär lag am Stadtthore, am Rande dieses öden Landstriches. „Es wird diese Nacht sehr dunkel“, sagte Markham, „und kein angenehmer Spaziergang nach Marley sein.“ „Sie denken doch wohl nicht daran, diesen Abend dorthin zu gehen, Herr?“ sagte der Wirth. „Es muß sein, Samnel! oo es gutes oder schlechtes Wetter ist, ich muß diese Nacht in Marley schlafen.“ „Sie sind sehr kühn, Herr Darell“, sagte der Schmied mit großer Verwunderung. „Es ist nicht nöthig, soviel Muth zu besitzen, wie Sie denken, um diese Haide von Compton zu durchschreiten. Ich habe Pistolen, welche niemals versagen; mein Pferd ist kräftig und seine Beine sind stark. Ich habe eine gut gefüllte Börse und werde diese wohl beschützen. In meinem Leben bin ich schon mehr denn einem Diebe auf der Chaussee begegnet; sie haben immer ihren Meister an mir gefunden.“ „Müssen Sie denn wirklich heute Abend in Marley ankommen, Herr Markham?“ „Ich muß, ich muß unbedingt, Herr Peckar! ich werde diesi Nacht im goldenen Löwen schlafen.“ „Herr Wirth! ich bitte, mir den Weg nach Marley anzugeben“, sagte ein Fremder, welcher vor der Thüre der Herberge stand. Die drei Sprecher richteten gleichzeitig die Augen auf einen Reiter, welcher sie der Reihe nach betrachtete; er war so leise angekommen, daß man selbst den Hufschlag seines Pferdes nicht gehört hatte. In welchem Augenblicke war er angekommen? Wo kam er her? Eins war sicher, nämlich, daß er da war. Der schwache Schein einer Herbstdämmerung fiel auf sein Gesicht; die letzten Strahlen der röthlichen Sonne glänzten auf seinen braunen Haaren. So von der untergehenden Sonne beleuchtet, war dieser Mann sehr schön. Er hatte regelmäßige Züge und ein blasses, durch die ausländische Sonne etwas gebränntes Gesicht, braune Augen mit schwarzen Wimpern, kastanienfarbiges, gelocktes Haar, welches durch den gelinden Octoberwind auf seiner breiten Stirn flatterte. Dieser Reiter war von mittlerer Statur, kräftig und gut provoctionirt. Er war das Urbild eines schönen englisczen Mannes. Das Pferd mit seiner breiten Brust und seinen kräftigen Gliedern war nicht weniger stark wie sein Herr. „Ich wünsche zu wissen, welches der kürzeste Weg nach Marley ist“, sagte der Reiter zum zweiten Male. Es lag etwas so Ungestümes in der Manier, mit welcher er vor den drei Kameraden erschienen war, daß keiner von ihnen daran gedacht hatte, ihm zu autworten. Der Wirth war der Erste, welcher sich von seinem Erstannen erholte. „Kapitän, schlagen Sie den krummen Weg ein, welcher die Haide dahinten durchschneidet; er führt Sie gerade wie ein Pfeil“, autwortete er ihm höflich, trotz dieses Widerspruches. Der Reiter neigte den Kopf. „Danke, und guten Abend“, sagte er und entfernte sich in kurzem Galopp euf dem schmalen Wege der Haide, welcher übrigens nicht schlechter war, wie die Chaussee. „Wer ist dieser Kapitän?“ fragte Darell Markham, sobald der Fremde fort war. „Es ist der Mann Ihrer Cousine, der Kapitän Georg Duke.“ „Georg Duke?... Aber er sprach ja mit Ihnen wie ein Fremder.“ „Das ist so seine Art, Herr“, sagte der Wirth;„das ist gerade das Aergerliche. Heute sagt er zu Ihnen: „Mein lieber Freund, wie bin ich froh, Sie zu sehen! Was wollen Sie mit mir trinken?“ Morgen stoes nianeni im un imin Nar Tan pen. 17729n 77 besieht er Sie nicht. Man weiß nie, was man an ihm hat; totzdem ist der Kapitän ein guter Mann. „Sehr schöner Junge“, sagte Darell.„Ich Wundere mich nicht mehr, daß Millicent sich in ihn verliebte.“ „Sind Sie wirklich gezwungen, sich heute Abend auf den Weg zu machen, Herr Markham?“ „Sicher. Sagen Sie dem Stalljungen, daß er mein Pferd vorführe; ohne dies wird mich die Nacht überraschen, bevor ich halben Weges bin.“ „Gute Nacht denn“, sagte der Schmied,„ich hätte gewünscht, Sie wären in Compton geblieben, man ist dort jetzt so traurig, daß der alte Herr gestorben ist, daß der junge Herr sich in London ruinirt und Sie immer abwesend sind. Compton ist nicht mehr, wie damals, als Sie noch ein kleiner Knabe waren, Herr Darell, und Ihr Onkel die Weihnachtstage auf dem Schlosse zubrachte; das war eine schöne Zein.... ader jetzt...“ „Potztausend! Wir müssen alle alt werden, John“, sagte Darell, indem er einen Seufzer unterdrückte. „Es ist hart, seuszen zu müssen und von Altwerden zu sprechen, wenn man erst achtzehn Jahre zählt“, sagte der Schmied.„Gute Nacht, Herr Darell, und... verzeihen Sie die Freiheit, welche ich mir nehme, wenn ich Ihnen sage: Gott beschütze Sie!“ Homerton bestieg seinen alten Schimmel und ritt fort Im selbigen Augendlicke, in welchem sich der Schmied entfernte, hörte man im Innern der Herberge eine weibliche Stimme, welche ausrief: „Wo ist der Unvorsichtige? Wo ist mein liebee Kind? Er soll heute Abend nicht fort. Ich will nicht, daß man ihm den Hals abschneide... ich will nicht daß man ihm vor den Kopf schieße auf den großen Straßen des Königs!“ Im selbigen Angenblick kam eine Frau in den fünfziger Jahren aus der Herberge und warf ihre dicken, großen Arme um den Hals von Markham. „Sie werden heute Abend nicht fortgehen, Hen Darell, nicht wahr? Ich habe gehört, daß Pecker Ste hat, hier zu bleiben, aber er hat so widerwärtige Maniren, er kann nicht bitten“, sagte geringschätzend die gewichtige Frau Pecker.„Ich verliere so oft die Geduld mit ihm.“ (Fortsetzung folgt, Im Geminure be uoraTIen Nr. 2 veranlassen; wenn es Rußlands unbestreitbare Vorgehen, im Norden verletze oder seine Reien in Peking kreuze, so müsse man auf ernste Schwierigkeiten gefaßt sein. Indessen könne England bei keiner anderen europäischen Macht Stütze erwarten. Da andererseits Niemand Englands Interessen in Hongkong, am Blauen Fluß bestreite, so könne man hoffen, daß ernsthafte Verwickelungen vermieden würden. Zue Reform der Personentarise. * Zu den Nachrichten über die angeblich geplaute Reform der Eisenbahnpersonentarife erklärt die„Nordd. Allg. Big.“: Wie bereits unter dem früheren Minister der öffentlichen Arbeiten eingehende Untersuchungen über diese Frage stattgefunden haben, so sind solche auch bis in die letzte Zeit sortgesetzt worden. Zu einem bestimmten Plane haben sich diese Untersuchungen indeß bis jetzt nicht verdichtet, und die Zeilungsnotiz, daß ein solcher z. Z. vom Finanz= minister geprüft werde, ist gänzlich unzutreffend. Dagegen haben wir Grund zu der Annahme, daß die neueren Untersuchungen sich nicht sowohl in der Richtung einer Verbilligung, als vielmehr in der Vereiufachung der Personentarife bewegen, und daß zunächst Besprechungen unter den betheiligten Bundesregierungen über eine ronnlichst auf das gesammte Netz der deutschen Eisenbahnen auszudehnende Umgestaltung der Personentarise stattfinden werden. Herr von Miquel, der Widersacher aller Resormen aus siskalischen Interessen, scheint also wieder an der Arbeit zu sein, ob nicht für den Staatssäckel wieder etwas herauszuschlagen sei. * Zur Illustration des Duellunsugs erzählt die „Königsb. Hart. Zig.“ folgenden bezeichnenden Fall Ein Mann, der Reseweofficier war, hatte sich sehr taktlos benommen und sich dafür eine sehr nachdrückliche körperliche Zurechtweisung zugezogen. Er war ein moralisch recht schwacher Geselle. Die Thatsache wurde bekannt, und nach einer geraumen Frist sah sich der Officier„im Hinblick auf die gesellschaftlichen Sitten“ gegen seine Reigung genöthigt, den Gegner zum Duell zu sordern, der jetzt jedoch das Duell ablehnte. Der Vater des Officiers war ein angesehener Edelmann. Er kam zu dem Geguer und bat iyn flehentlich, das Duell anzunenmen, er dürfte sicher sein, das der Sohn ium kein Leid thun werde. Aber der Gegner blieb unerbittlich, und darauf gab der Vater dem eigenen Sohne die Pistole in die Hand, auf daß er sich erschieße. Denn der junge Mann wäre gesellschaftlich geächtet gewesen, er bedurste des Duells, um, wie oft geuug gesagt worden ist, sich „ehrlich zu schießen“. gezogen.— Wie der„Kreuzzeitung" aus Konstantinopel berichtet wird, beruht die Meldung, Kamphövener=Pascha sei zum Vorsitzenden der neuen Commission für die Flottenpläne bestimmt, auf einem Irrthum. Instructeur für die Marine ist Kalan v. Hofe=Pascha, und er ist demgemäß mit der Ausarbeitung der Reformpläne beschäftigt; eine neue Commission für Flottenpläue ist überhaupt nicht ernannt. — Sechs Madrider Zeitungen, die den Protest des Generals Weyler veröffentlicht haben, sind mit Beschlag belegt worden. In dem Proteste Weylers heißt es, die spanischen Soldaten seien in feiger und roher Weise vor der ganzen Welt beschimpft worden. Es bedürfe einer sofortigen öffentlichen Genugthuung; die beschmutzte Ehre Spaniens und der Armee verlange es. Weyler bittet schließlich die Königin ehrsurchtsvoll, der Armee die unumgänglich nöthige Geungthuung zu verschaffen. Des Zaren Neujahrswunsch. — Der Kaiser von Rußland richtete aus Gatschina folgendes Telegramm an den Präsidenten Faure: An der Schwelle des neuen Jahres ist es mir ein Bebürfniß, Ihnen in meinem und der Kaiserin Namen die aufrichtigsten Wünsche auszusprechen, die wir für Ihre Person und für das befreundete Frankreich hegen. Gie kennen die Gefühle, die uns beseelen, und können nicht darau zweifeln, daß Ihr Besuch in Rußland bei uns eine unauslöschliche Erinnerung hinterlassen hat. gez. Rikolaus. Präsident Faure erwidert telegraphisch: Die Wänsche, die Eure Majestät und Ihre Majestät die Kaiserin an diesem Tage für mein Baterland hegen, werden die Herzen aller Franzosen rühren. In ihrem Ramen danke ich Eurer Majestät auf's Lebhafteste, und ich bin Eurer Majestät dankbar für die Wänsche, die Eure Majestät an meine Person richten. Ich erneuere Eurer Majestät die Versicherung meiner aufrichtigsten Zuneigung. gez. Felix Faure Ob die Franzosen mit dem„befreundet" zufrieden sind, da sie doch so sehr immer nach dem Worte„verbündete“ Nation sich sehnen? Aus dem Kreise Bochum=Stadt. Tagesrundschau im Auslande. Vom Tage. * Bei dem Präsideuten Faure sand am Neuahrstage der Neujahrs=Empfang des diplomatschen Corps statt. Der päpstliche Runtius Monsignore Tlari brachte als Doyen die Wünsche des diplomatischen Lorps für das Wohlergehen des Präsidenten und die Wohlsahrt Frankreichs dar. Er fügte hinzu, er habe das Glück gehabt, während seines ganzen Aufenthaltes in Frankreich die Bedeutung der Mitwirkung Frankreichs an den Werken der Civilisation und des Friedens der ganzen Welt würdigen zu können und schloß mit der Versicherung, alle Sonveräue und Staatsoberhäupter seien für den Frieden, der das Ideal der Völker und das Glück der Nationen bilde. Präsident Faure sprach seinen Dank aus und bemerkte, Frankreich werde der übernommenen Ausgabe, in den Werken der Civilisaton und des Friedens mitzuwirken, nicht untren werden. Die auf diesem Wege im vergangenen Jahre erlangten Resultale seien keine Entmuthigung für Frankreichs Streben und Hoffnnngen. Dank dem stetigen Geist der Weisheit und Einigkeit, der ohne Unter brechung im Rathe der Mächte waltete, sei das hohe Interesse, das sich an die Erhaltung des allgemeinen Friedens knüpft, aus schweren Prüfungen unversehrt heworgegangen. Die Gefühle, denen Runtins Clari usdruck gegeben, seien ein neues Zeugniß für die einmüthige Hingabe der Regierungen und der Völker an die Sache der Eintracht und des friedlichen Fort schrittes. Es sei ein hoher Genuß, zu beobachten, daß das neue Jahr unter solchen Vorzeichen beginne.— Nach einer Depesche der„Tribuna“ aus Girgenti (Sicilien) kam es Montag in Siculiana in der Provinz Girgenti zu Kundgebungen ländlicher Arbeiter, die die Rufe ausstießen:„Wir wollen Brod, wir wollen Arbeit!“ Die Kundgebungen arteten in Ruhestörungen aus, wobei das Ralbbaus in Brand gesteckt und geplündert wurde. Wiederherstellung der Ordnung wurden Truppen herau Aus Nah und * Gegen 1000 Lehrer aus der Provinz Brandenburg hatten sich am Mittwoch Nachmittag in den Germaniasälen zu Berlin versammelt, um zu der Lehrerbesoldungssrage Stellung zu nehmen. Der Referent LindowFahrenwalde besprach eingehend die Nothlage seiner Berussgenossen in den kleinen Orten und kritisirte die Bestimmungen des Lehrerbesoldungsgesetzes, das die Hoffnungen der Lehrer keineswegs erfülle. Das Grundgehalt von 900 Mark werde nur selten von den Gemeinden überschritten, man verweise die Lehrer immer wieder auf die Regierung, und diese habe bis jetzt noch sehr wenig gethau, um den Klagen der Interessenten gerecht zu werden. Es sei unerläßlich, daß ein höheres Grundgehalt für alle Lehrer durch die Ausführungsbestimmungen des Gesetzes sestgelegt werde. Nach der sehr lebhaften Discussion wurde ein Telegramm au den Cultusminister Dr. Bosse abgesandt, in welchem die Erwartung ausgesprochen wird, daß die Regierung den Wünschen der Lehrerschaft Gehör schenken werde. Außerdem wurde eine Resolution beschlossen, in der die Versammlung sich für eine Gleichstellung des Grundgehalts für Stadt= und Landlehrer in der Provinz erklärt. * Im Zeichen des Verkehrs. Am 1. Jannar trat auf deu belgischen Staatsbahnen die Neuerung in Krast, daß im binnenländischen Reiseverkehr die erste Wagenklasse auf dem Tarif abgeschafft, die Wagen dieser Klasse zu Wagen zweiter Klasse und die gegenwärtigen Wagen zweiter Klasse zu Wagen dritter Klasse degradirt, während die jetzigen Wagen dritter Klasse durch eine leichte Auspo.sterung verbessert werden, auch die Bänke nicht mehr sünf, sondern nur mehr vier Personen Raum geben sollen. Daß die ganze Resorm nicht mit einem Male durchgeführt wird, versteht sich von selbst. Auch sonst ist der Verkehrsminister bestrebt Neuerungen einzuführen. In den nächsten Tagen werden zwischen Brüssel Bochum, 4. Jan. Eine Jubilarin, die sich all gemeiner Beliebtheit erfreut und überall gern empfangen wird, bringt uns dieses Jahr. Mit Beginn dieses Jahres kann nämlich die Postanweisung auf ihr fäufzigjähriges Bestehen zurückblicken. Sie ist eine Preußin von Geburt im Gegensatz zu den anderen älteren postalischen Einrichtungen, die meist in England das Licht der Welt erblickt haben. Allerdings hat sich die Postanweisung im Laufe der Jahre sehr verändert, sie ist viel praktischer geworden und hat dem Zeichen des Verkehrs, in dem wir leben, nach Möglichkeit Rechnung getragen. In ihren Aufängen im Jahre 1848 beschränkte sie sich lediglich au die Einrichtung, daß auf Briefe oder Briefadressen bei der Post baare Einzahlungen bis zu 25 Thalern geleistet werden konnten. Erst mit der erheblichen Ermäßigung der Portosätze und der Vereinfachung in der Behandlung hat es die Postanweisung zu ihrer gegenwärtigen Be deutung und Verbreitung gebracht. — Bochum, 4. Jan. Das neue Wanderbüchlein des katholischen Gesellenvereins, herausgegeben vom Generalpräsidium in Köln, liefert den Nachweis, daß die schöne Stiftung Kolpings noch fortwährend im Wachsthum begriffen ist. Vor zwei Jahren zählte man 971 Vereine mit 243 eigenen Vereinshäusern, die neueste Statistik weist 1018 Vereine mit 277 eigenen Vereinshäusern nach. Die Didcese Münster steht an erster Stelle in der Zahl der eigenen Vereinshäuser und an zweiter Stelle in der Zahl der Vereine. Im Näheren zählt Münster 66 Vereine und 36 eigene Häuser, Breslau 121 Vereine mit 11 eigenen Häusern, Köln 65 Vereine mit 28 eigenen Häusern, Paderborn 80 Vereine mit 27 eigenen Häusern, Trier 33 Vereine mit 19 eigenen Häusern, Osnabrück 6 Nordische Missionen 24 Vereine mit 11 eigenen Hänsern, Limburg 15 Vereine mit eigenen Häusern, Erwland 12 Vereine mit 1 eigenen eigenem Hause, Fulda 6 Vereine mit 1 eigenem Hause, Guesen=Posen 6 Vereine mit keinem eigenen Vereinshause. Sachsen zählt 13 Vereine mit 4 eigenen Häusern, Hessen 8 Vereine mit 4 eigenen Häusern, die süddeutschen Staaten 290 Vereine mit 57 eigenen Häusern, Oesterreich=Ungarn 241 Vereine mit 65 eigenen Häusern, die Schweiz 30 Vereine mit 4 eigenen Hänsern, Holland 8 Vereine mit eigenen Hänsern, Belgien und Luxemburg je 1 Verein Amerika zählt 6 Vereine. In London, Paris, Stockholm und Rom befindet sich ge 1 Verein.— Die höchsten Würdenträger der Kirche verschmähten es nicht sich der schlichten Handwerksburschen anzunehmen. So ist der Central=Präses von Oesterreich=Ungarn Se. Eminenz Car dinal Dr. Jos. Gruscha, und der Central=Präses von Sachsen der Apostol. Vicar Bischof Dr. Budwig Wahl Außer den Weltgeistlichen sind es auch Ordenspriester, welche den Söhnen des Handwerks ihre Zeit und Kraft widmen, so die Jesuiten in Paris, die Dominikaner in Curagas(holländische Autillen); die Franziskauer in New York, s Gravenhage, Neviges; die Kapuziner in Aufhausen Eggenburg, Mariaschein, Freudenthal, Admont; die Bene dictiner in Ottobeuren, Einsiedeln 2c. An der Spitze der ganzen großen Kolpingsfamilie steht der Nachfolger Kolpings Domkapitular Sebastian Schaeffer in Köln, welcher nun schon 31 Jahre lang segensreich seines Amtes waltet ff Bochum, 4. Jan. Am Sonntag Nachmittag hatten ich im kath. Vereinshause hierselbst Mitglieder der Kirchenvorstände, der Stadtpfarreien und Vertreter kirchlicher Vereine versammelt, um über die Veranstaltung einer weltlichen Feier des sechzigjährigen Priesterubiläums des hl. Vaters zu berathen. Das Resultat der Berathung war, daß am Sonntag, den 16. Jannar, auf dem Schützenhose eine große Festversammlung abgehalten werden soll. Das Nähere bezüglich des ArranAufbringung der Kosten 2c. soll von den genannten Corporationen in die Hand genommen werden. r Bochum, 4. Jan. An dem Neujahrstage und dem darauffolgenden Sonntage haben die jungen Leute wieder an den verschiedensten Stellen der Stadt argen Skandal gemacht, wobei es ohne blutige Köpfe nicht abgegangen ist. Am Sonntag Abend gegen 7 Uhr standen etwa zwölf solcher Knaben, denn sie waren kaum über 14 Jahre alt, vor der Marienkirche, machten einen argen Lärm und waren mit riesigen Kunppeln bewaffnet. Da sie hier nach längerem Verweilen die Gesuchten nicht gefunden hatten, zogen sie weiter. Wir sind der Ausicht, die Behörde sollte sich doch dieser rohen Knaben einmal auf 24 oder 48 Stunden annehmen r Bochum, 4. Jan. In der letzten Versammlung des katb. Beramannsvereins wurden mehrere Mitglieder neu aufgenommen. Daun fand ein interessanter Vortrag eines auswärtigen Redners statt über die Lage der Uufallinvaliden bezüglich der Klage gegen die Knappchaft um Auszahlung der Knappschaftspeusion neben der Unfallrente. In übersichtlicher Weise zeigte der Redner zu welchen Zwecken das Unfall=Versicherungs=Gesetz gechaffen, wie es aber vom Allgemeinen Knappschaftsverein um Nutzen der Kasse gedeutet und durch ein Nachtragstatut den Leuten die Beneficien aufgerechtet werden. Zum Schlusse berührte der Redner dann noch die Aufrechnung der Invalidität= und Altersrenten seitens der Knappchaftskasse und gab der Hoffuung Ausdruck, daß auch diese Ungerechtigkeit baldigst beseitigt würde. Reicher Beiall seitens der Mitglieder und der specielle Dank durch den Vicepräses wurde dem Redner zu Theil. Der hochw derr Präses gedachte dann noch in warmen Worten des 60 jährigen Priesterjubiläums unseres hl. Vaters Beo XIII und theilte mit, daß am 16. Jannar auf dem Schützen hose eine große Festversammlung der zu Ehren des hohen Jubilars veranstaltet werden würde. An dieser Festversammlung würden selbstverständlich alle katholischen Vereine in corpore theilnehmen und erhoffe, daß kein Mitglied des kath. Bergmannsvereins zurückbleiben würde. Von einem Festzuge an genanntem Tage ei Abstand genommen wegen der winterlichen und unbeständigen Witterung. § Bochum, 4. Jan. Polizeiliches. Verhaftet wurden zwei Personen wegen Trunkenheit, ferner eine Person, welche im kath. Krankenhause Geld gestohlen hatte. Gesunden wurde ein Post=Einlieferungsschein; er kann auf dem Rathhause abgeholt werden. Aus dem Kreise Bochum=Land. täglich vier Missionspredigten statt, an den Werktagen dagegen nur drei. Die Nachmittagspredigten bestanden in den einzelnen Standeslehren. Die Beichtstühle waren vom frühen Morgen bis zum späten Abend nicht leer: und bei allem herrschte die schönste von frommer Andacht getragene Ordnung. Den Glanzpunkt der Mission bildete die erhabene Schlußfeier. Nachdem zunächst die Andachtsgegenstände und das Missionskrenz geweiht waren, orderte der hochw. P. Petrus in herzlichen Worten die große Zahl der Gläubigen, die die weiten Hallen der Kirche bis auf's letzte Plätzchen gesüllt hatten, auf, in Treue auszuharren, damit ihnen die Krone des Lebens hinterlegt werde. Die eindringliche Rede des hochw. Missionars machte einen sichtlichen Eindruck, und aus tiefstem Grunde ihres Herzeus erneuerte die ganze Gemeinde ihren Tanfbund. In rührenden Worten nahm darauf der Missionar Abschied, dankte Gott für seine Guaden, den Herrn Geistlichen für ihre Sorge um die Gemeinde und den Gläubigen für ihren Eifer. Sodaun ertheilte derselbe vom Altare aus den päpstlichen Segen. Das herrliche Könen'sche Tedeum für gemischten Chor und der sakramentale Segen bildeten den Schluß der hehren Feier. Möge die Mission ihre nachhaltigen Früchte für die Gemeinde und das ganze Volk zeitigen. p Witten. 4. Jan. In einem Stallgebäude in der Grünstraße entstand ein Brand, als kleine Kinder dortselbst mit Streichhölzern spielten. Glücklicherweise wurde jedoch der Rauch bemerkt, so daß Nachbarn herbeieilten und das Feuer löschten. )4 Witten, 4. Jan. Am Neujahrsabend war in einem Hause an der Kirchhofstraße ein Zimmerbrand entstanden, dem jedoch, wie uus mitgetheilt wird, nur ein Mantelstock und einige Kleidungsstücke zum Opfer gefallen sind. Am Sonntag, gegen Abend, explodirte bei dem Wirth und Specereiwaarenhändler Stallmann eine Petroleumslampe und sind hierbei verschiedene Waaren zerstört bezw. verdorben. In beiden Fällen gelang es dem schnellen und beherzteu Eingreifen einiger Männer, zu verhindern, daß das Feuer weitere Ausdehnung nahm. L Witten, 4. Jan. Gestern Mittag spielte sich im tiesen Weg zwischen einer Anzahl theils noch schulpflichtiger Knaben eine wüste Schlägerei ab. Die Beugels waren mit Stöcken und Gummischläuchen bewaffnet. Leider wurde debei der Schulknabe K., welcher nach dem Gußstahlwerk giug, um seinem Vater das Mittagessen zu bringen, mit einem Stein derart an den Kopf geworfen, daß er bewußtlos zur Erde stel und per Wagen nach Hause geschafft werden mußte. Die erhaltene Wunde soll gefährlicher Natur sein. Eine exemplarische Strafe der jugendlichen Thäter dürfte wohl am Platze sein. L Witten, 4. Jan. Gestern Nachmittag wurde auf dem Gußstahlwerk ein Arbeiter schwer verletzt, indem ihm ein Stück Eisen an den Kopf flog und in die Stirne hineindrang.„„„ p Eichlinghofen, 4. Jan. Zu einer wüsten Sceue kam es in der Neujahrsnacht im hiesigen Orte. Der hiesige Turnverein veranstaltete in seinem Vereinslocale(Wagner) sein Sylvesterfest. Bei dieser Gelegenheit kam es zwischen mehreren Mitgliedern zu heftigem Streite, der sich schließlich auf der Straße fortsetzte. Im Verlauf des Kampfes spielte auch das Messer wieder seine traurige Rolle: Die beiden Brüder F., sowie der Bergmann C. erhielten gefährliche Messerstiche in den Kopf und Rücken. der Bergmann W. sein. Die blutige Sceue wird noch vor Gericht ein Nachspiel haben. * Herten, 2. Jan. Bei einem Raubaufall wurde ein Bürger von hier im Hertener Busch von zwei Kerlen zu Boden geschlagen und ausgeplündert. Die Thäter, zwei Bergleute aus Crange, sind bereits verhaftet. * Wanne, 2. Jan. Durch die Unsitte des Neujahrsschießeus ist hier ein Mann schwer zu Schaden gekommen. Der Bergmann August Schinsky zu Craugeraide, der von seiner Wohnung aus einen Verwandten eine kurze Strecke Weges zu begleiten gedachte, erhielt, als er kaum aus dem Hause getreten war, einen Schuß in die linke Hand. Nach Anlegung eines Nothverbaudes wurde Sch. dem„Bergmannsheil“ zu Bochum überwiesen, wo wahrscheinlich die Amputation des zerschossenen Gliedes erfolgen muß. Der leichtfertige Schütze ist bisher noch nicht ermittelt worden. c Querenburg, 2. Jan. Vom großen Schmerz betroffen wurde die Familie N. von hier. Als ihre beiden ältesten Söhne, Kinder in schulpflichtigem Alter, auf dem Spielplatze herumtummelten, geriethen sie in den Besitz einer Patrone— es soll eine Dynamitpatrone gewesen sein— zerschlugen sie und beide Knaben verletzten ihre Aermchen derart, daß ärztliche Hülfe in Anspruch genommen werden mußte. Witten, 4. Jan. Nach einer neuen Verfügung des Reichspostamtes sind Soldatenbriefe portofrei an die Militärpersonen nachzusenden, die vorübergehend beurtaubt oder bereits aus dem Militärverhältniß ausgeschieden sind. Bisher wurde für solche Sendungen tets Strasporto in Anwendung gebracht. = Witten, 4. Jau. Im Reichspostamte geht man, wie berichtet wird, mit der Absicht der Herstellung von z weipfennigmarken um. Wofür diese Marken verwendet werden sollen, ist noch unbekannt. Mit den Postverwaltungen von Bayern und Würtembera ist es zu grundsätzlichem Einverständnisse gekommen über die Art und Weise und über die Reihenfolge der Aenderungen im Postwesen, die beabsichtigt sind. L Witten, 4. Jan. Sie sind nun vorüber, die schöuen und erhebenden Tage der heiligen Mission, aber die Erinnerung an dieselben wird noch lange in uns fortleben, ja unverwischbar sein. Wahrlich Herz und Gemüth erhebend und zu heiliger Begeisterung inreißend war es, die ganze große Gemeinde in edlem Wetteifer für die Ehre Gottes und das Heil ihrer unsterblichen Seelen thätig zu sehen. Der Zudrang zu den einzelnen Missionspredigten und auch zum Empfange der hl. Sakramente war ein sehr großer, und wohl nicht mancher Katholik wird sich dem Gnadensegen der heil. Mission entzogen haben. Alle, jung und alt, greß und klein. waren von heiligem Eifer erfüllt; und mancher bisher laue Katholik fühlte sich in diesem Sturm der Begeisterung für echt kirchliches Leben mit fortgerissen und hat nach jahrelanger Trennung sich wieder mit seinem Gott und der Kirche ausgesöhnt und gelobt, wieder ein echt christliches Leben zu führen. In meisterhafter Weise verstanden es die Herren Missionäre, die hochw P. Petrus, P. Greger, P. Hilarius und P. Dominicus aus dem Kapuzinerorden, dem Volke die bis zum k. epin 1000 kist eiion L00,bog, Emd hegessen wichtigsten Heilsiehiru recht eindringlich und verständniß= werden können. Das Besitzeugniß zur Ceutenar=Medaille voll nahe zu legen. An den Soun= und Festtagen fanden ist ein geschmackvoll ausgestattetes Blatt von 30 CentiAus drm Kreise Gelsenkirchen. * Wattenscheid, 4. Jan. Die meisteu derjenigen Beteranen, die Anspruch auf die Kaiser=Wilhelm= Centenar=Medaille zu haben glauben, werden sich noch läugere Zeit gedulden müssen, ehe sie in den Besitz dieser Denkmünze kommen werden. Nicht weniger als rund 800,000 Meldungen sollen dafür vorliegen, während bis zum 1. April 1898 erst etwa 200,000, Stück gegossen und Lüttich Versuche mit elektrisch betriebenen Wagen angestellt. Es sind zu diesem Zwecke vier Wagen von je 15 Meter Länge, mit Durchgängen, für je 75.000 Francs gebant worden; jeder dieser Wagen wiegt ekwa 40 Tonnen. Mau rechnet darauf, daß die 100 Kilometer in einer Stunde und einigen Minuten zurückgelegt werden können, wogegen die internationalen Schnellzüge gegenwärtig noch über anderthalb Stunden brauchen. Der Betrieb geschicht mit Accumulatoren. Das Maschinenpersonal ist bereits geschult. Diesen Versuchen wird man, wie aus Belgien geschrieben wird, auch im Ausland mit Interesse entgegensehen, zumal es sich um eine Strecke haudelt, die in bedeutendem Maße auch dem internationalen Verkehr dient. Hoffentlich werden die Versuche befriedigend ausfallen, damit auch die Nachbarländer sich in kurzer Zeit daran wagen können. Nebenbei sei erwähnt, daß der Verkehrs minister Bandenpeereboom kein Fachmann, aber ein Prak. tiker ist, der mit unbeugsamem Sinn den staeren Wider stand der„Ledersessel" zu brechen wußte und auf den Hauptbahnen, um die Fahrgeschwindigkeit der inter nationalen Züge erhöhen zu können, vor einigen Jahern die Legung von schweren Geleisen völlig durchgeführt hat. — Auch in Preußen sprach man in letzter Zeit von „Reformen"; jetzt ist alles wieder stille. Das Einzige was feststcht ist, daß die Staatsbahnen zur Freude des Finanzministers ungeheure Ueberschüsse ergeben. * L u f t p o l s t e r a u s P a p i e r s i n d e i n E r z e u g n i ß J a p a n s, das den europäischen Markt erreicht hat. Die Herstellung ven außerordentlich zähen und fast unzerreißbaren Papieren ist eine besondere Kunst der japanischen Papiersabrikction; japauische Unterkleider, Jacken und Hosen aus Papier sind ja bereits von deutschen Soldaten probeweise getragen worden. Nunmehr treten ihre zähen Papiere selbst mit Gummistoffen in Wettbewerb. Ein ringförmiges Polster von 30 Centimeter Durchmesser und 12—14 Centimeter Ringbreite wiegt z. B. nur 39—45 Gramm. Der Rohstoff dazu besteht, der Hauptsache nach aus mehreren Lagen von übereinandergeklebtem Papier und ist insgesammt nur 0.2 Millimeter dick. Trotzden hat ein 16 Centimeter breiter und ebenso langer Streifen eine mittlere Zugfestigkeit von einem Centner. Der stärkste Mann kann auf einem derartigen gefüllten Lustpolster mit beuagelten Stiefeln, wie sie die Soldaten tragen, kehen und herumtreten, ohne daß es irgend welchen Schaden nimmt. Diese erstaunliche Zähigkeit wird durch ein ganz besonderes Herstellungsverfahren erreicht. Das Papier selbst ist aus einem langfaserigen Pflanzennoff sergestellt, dessen Fasern in einzelnen Lagen sich abwechselnd kreuzen. * Eines eigenartigen Mittels bediente sich dieser Tage ein Inspectoc der Pariser Geheimpolizei, um einen langgesuchten gefahrlichen Verbrecher Georges Lambinet, geuannt Legraineux, dingfest zu machen. Beamte erblickte Lambinet in einem im Centrum der Stadt belegeuen Casé: er wußte, daß der Bandit bewaffnet und fest entschlossen war, den ersten Potizisten, der ihn festnehmen wollte, niederzuschießen. Der vorsichtige Inspectoi wollte sich auf eine derartige„Feuerprobe“ nicht einlassen; es kam ihm auch schnell eine glückliche Idee, wie er sich des gefährlichen Burschen, ohne Lebensgefahr zu laufen, bemächtigen könnte. Er setzte sich an einen Tisch nahe dem Lambinet's und schrieb Folgendes nieder:„Da ich nicht allein den Lambinet, gegen deu ich einen Haftbefehl in der Tasche habe, festnehmen kann, so werde ich ihm sein Portemonnate stehlen, damit er mich auf die Polizeiwache führen lasse. Ich bitte den Chef der Wache, nur beizustehen, wenn er diese Zeilen geleseu haben wird, und Lambinet daran zu verhindern, Schaden anzurichten.“ Dieses Schreiben legte der Inwvector in sein Portefenille, verließ gleichzeitig mit dem Verbrecher das Café und zog ihm auf der Straße sein Porromonnaie aus der Tasche. Lambinet, der ihn dabei erwischte, faßte ihn beim Kragen und schleppte den„Spitzbuben“ anj die Wache. Dort wurde derselbe untersucht und bei ihm das Portemonnaie, aber auch das obige Schreiben gefunden. Die auf Wache anwesenden Polizisten stürzten sich darauf auf den verblüfften Kläger und fesselten ihn, um ihn sodann nach dem Dspot zu überführen. * Eine Neuerung im Fernsprechwesen hat man in Frankreich eingeführt. Bekannlich gibt es genug Leute, welche hie und da den Ferusprecher beuntzen möchten, aber doch nicht so oft, daß sie dafür die hohe Gebühr bezahlen könnten, wie der Geschäftsmann, der ihn täglich ostmals beungt, ja ohne ihn garnicht mehr auskommen kann. Um solchen Leuten entgegenzukommen, hat nun die ranzösische Postverwaltung in Städten unter 60,000 Einwohnern neben dem bisherigen Jahresabonnement von 150 bis 200 Francs(je nach Größe der Städte) noch eine zweite Art von Abonnements eingeführt, bei welcher die feste Jahresgebühr nur 50 Francs beträgt, außer ihr aber für jedes von der betreffenden Stelle ausgegangene Gespräch eine Gebür von 15 Centimes(gleich 12 Pfg.) erhoben wird. Diese besondere Gebühr fällt aber weg, wenn das Gespräch innerhalb eines engeren Fernsprechkreises, dessen Haldmesser über 25 Kilometer nicht hinausgeht, gepflogen wird. Wie man hieraus sieht, ist man behördlicherseits in Frankreich weit entgegenkommender, als dies in Deutschland der Fall ist. Es wäre zu wünschen, daß das Beispiel Frankreichs von Podbielsk nachgeahmt würde. Ein gewiß sehr seltenes Vorkommniß, das sich in Zühldorf ereignete, verdient Erwägung. Bei Beginn des neuen Kirchenjahres verkündete, der„Frankf. Oderztg.“ zufolge, der Ortsgeistliche in der Kirche, daß in der Gemeinde kein einziger Todesfall und keine einzige Tranung während des verflossenen Kirchenjahres zu verzeichnen gewesen. In den Kirchenbüchern wäre ein ähnlicher Fall nicht aufzufinden. Das Dorf mit seiner wohlhabenden Bauern= und Büdnergemeinde von über 800 Seelen liegt auf einer Auhöhe zwischen Arnswalde n#d Weumebell und erfreut sich einesu. pogbengsche meter Breite und 24 Centimeter Höhe. Der linke, etwas breitere Rand zeigt in einem von einer Krone überragten Eichbaum ein Medaillonbild Kaiser Wilhelms 1., der den Hermelinmantel mit der Kette des Schwarzen Adler= Ordens und auf dem Haupt einen Lorbeerkranz trägt. Die Umschrift lautet:„Wilhelm I., der Große“. Am Fuße der Eiche befindet sich über dem Scepter und dem Marschallstab eine Urkunde mit der Inschrift: 22. März 1797—1897“. Auf einem Lorbeerbaum zur Rechten sind die Jahreszahlen 1864, 1866, 1870/71 angebracht. Den oberen Rand ziert eine lorbeergeschmückte Kaiserkrone mit der Ueberschrift:„Mit Gott für König und Vaterland“ und der Unterschrift„Wilhelm, R. U.“ in verschlungenen Initialien. Der Text der Urkulde lantet:„Auf Befehl Seiner Majestät des Kaisers und Königs ist die von Allerhöchstdemselben zum Andenken an den 100. Geburtstag des großen Kaisers Wilhelm I. gestiftete Erinnerungsmedaille aus erbeuteter Kanonenbronce dem N. N. verliehen worden, worüber ihm dieses Zeugniß ertheilt wird.“ ** Wattenscheid, 4. Jan. Der christlich=sociale Arbeiterverein feiert am Donnerstag, dem Feste der hl. drei Könige, Kinderbescheerung, verbunden mit Theateraufführung in seinem Vereinslocale(Johanneshalle), Wirth Herrn Brecklinghaus. * Wattenscheid, 4. Jan. In der Karlstraße geriethen Kostherr und Kostgänger in Meinungsverschiedenheiten. Nach einem Wortwechsel wurde der Hausherr mit einem Messer nicht unerheblich verletzt, so daß er im evangelischen Krankenhause aufgenommen werden mußte. * Wattenscheid, 4. Jan. Gestern Morgen fuhr das gefürchtete Krankenwägelchen durch unsere Stadt. Wie es hieß, hatte ein Bergmann auf Zeche„Fröhliche Morgensonne“ nicht unerhebliche Verletzungen davongetragen. Weiteres kounlen wir noch nicht in Erfahrung bringen. : Wattenscheid, 4. Jan. Auch in der Freiheitsstraße soll sich in der Sylvesternacht eine Schlägerei entsponnen haben. Es sollen betheiligte Personen verhaftet sein. * Wattenscheid, 4. Jan. Aus Höntrop wird uns auch eine Messerstecherei berichtet, bei der eine Person sieben Messerstiche erhalten hat. Zwei der Be theiligten sind dem hiesigen Amtsgerichtsgefängniß über wiesen worden. * Röllinghausen, 3. Jan. Am 11. November v. J. stürzte von dem hiesigen Zechenschornstein ein Kaminbauer ab. Wie es jetzt heißt, ist der Mann das Opfer eines gemeinen Verbrechens geworden. Ein Gehülfe, mit dem er Tags vorher Streit gehabt und den er in Folge dessen entlassen hatte, soll die Gerüstklammern gelockert haben, wodurch der tödtliche Absturz aus schwindelnder Höhe herbeigeführt wurde. Husum, 1. Jan. Die Zusuhr betrug diese Woche 207, Iltochsen. Ungenügende Kauflust veranlaßte einen sehr langsamen Handel, und es verblieb ein Ueberstand von ca. 40 Stück. Bezahlt wurde 150—205 M. das Stück. Die Futterpreise hielten sich auf vorwöchentliche Höhe von 18—20 M.— Für nächste Woche steht eine kleinere Zutrifft zu erwarten. Nach Hamburg wurden diese Woche 100 Schafe versandt. ür die Zeitung, Redaction und Expedition bestimmte Correspondenzen, Briefe u. s. w. bitten wir einfach an die „Redaction“ oder„Expedition“ unserer Zeitung zu adressiren, damit in der Nicht weniger als 40 Flaschen Wein wurden mitgehen geheißen, nachdem die Diebe zu ihrem schweren Werk an Ort und Stelle sich mit einigen Flaschen gestärkt hatren. Ein Unterbett, eine Schürze, Stoff zu einem Kleide, etliche Ringe und Brochen, die jedenfalls im Wege standen, wanderten ebenfalls mit. Ein alter Hut wurde, wie bereits berichtet, zuvorkommenderweise zurückgelassen. Leider hat derselbe bis jetzt noch nicht auf ihre Spur * Mülheim a. d. Ruhr, 1. Jan. Gestern Vormittag gegen 10 Uhr stürzte sich aus dem dritten Stockwerk des hiesigen Krankenhauses ein gestern Abend dort untergebrachter geisteskranker Mann von etwa 40 Jahren auf zu Ehren aun f. Famnar seln neues Aut als Oberstatsanwalt hei Erledigung keine Verzögerungen eintreten. dem Oberlandesgericht in Frankfurt a. M. angetreten hat, im Civilkasino hier eine Abschiedsfeier mit Damen statt, die von den verschiedenen juristischen Kreisen hiesigen Stadt veransta###er worden war. Die Betheiligung war eine sehr rege; unter den erwa 100 waren alle Zweige der Justiz vertreten. Das Hoch auffennem Ertichn eir sinertertnrtn den Kaiser brachte der Oberlandesgerichtspräsident Struck= von Südwestafrika entnimmt, waren iu Kaokofelbe mann aus. Die eigentliche Festrede auf den Geseiterten unter den Lwpartboi=Hottentotten Unruhen ausgeund dessen gleichfalls anwpesende Gemahlin hielt Herr hrochen. Die Aufrührer sind indessen durch HauptLaudesgerichtspräsident Lützeler, der das ausgeozisge; mann von Estorff und einem Theil der Schutztruppen Einernehmen kervorhov, dos uvschr, hen, Scheidenden am 5. Deeuber mu einem Gesecht zersprengt worden. mnaleich im Nap, des durch Kraukheit am Erscheinen]Reste des Stammes sind nach dem Norden geflichtet. verhinderten Oberstaatsanwpaltes Rabe dessen wärmste Die Hereros sind in diesem Falle der Regierung tren Auerkennung aus. Im Namen der staatsanwaltlichen geblieben, Beamten dankte Staatsanwalt Olbricht de scheidenden!#erlin, 3. Jan. Gegen den Chefredacteur des Vorgesetzten für die Uneigennützigkeit und das W29t„Kladderadatsch“ ist wegen des Bildes:„Aus dem und Telegramme. Wie die„Nordd. Allg. Zig.“ Letzte Posten ? Berlin, 3. Jan.— einem Berichte des stellvertretenden Landeshauptmannes Vorgesetzten für die Uneigennützigkeit und das We9=„Kladderadatsch“ ist wegen des Bildes:„Aus dem wollen, mit dem Herr Dr. Hupertz steis die Jureren:“ Lager der himmlischen Heerschaaren“, das bekanntlich seiner Untergebenen vertreten, sowie für die 2#:=21au einer Beschlagnahme des„Kladderadatsch“ geführt 3. Jan. auf die Gattin des Gefeierten aus. Aus allen Ausprachen gestern Nachmittag mit dem Staatssecretär des ging hervor, welche große Verehrung und Sympathie sich Auswärtigen Amts, v. Bülow, der auch zur Frühdas scheidende Paar in allen Kreisen der hiesigen Juristen stückstafel geladen war. Heute Vormittag empfing erfreut. lder Kaiser den Erzbischof v. Stablewski, den er zur * Köln, 3. Jan. Eine imposante Papstfeier Frühstückstafel zog. bei außerordentlich starker Betheiligung im Gürzenich! Fiflis 8 *—„ Mcter de Witt und!„#"— hat Provinzielles und Vermischtes. 6. Lahrgang Einversuch mitmeiner Süßrahm=Margarine Pfund zu 60 wird Sie überzeugen, daß dieselbe in Geschmack und Geruch von guter Naturbutter kaum zu unterscheiden is. 3117 Jos. Bolte, Bochum Bessemerstrasse 22. Pernsprechstelle 165. Haufmanniscfle Drueksacfen eete RechnungsJormulore Briefbogen Gviskarten u. 3. c. liefert in einfachster inte feinster Ausführung die J. Fusangel’'sche Buchdruckerei Hagen t. W. “ Münster, 2. Jan. Bei einem Treibjagen an dem Freiherrlich v. Heeremann'schen Gute Surenburg zutlud sich das Gewehr des Rentmeisters Düchinghaus, als dieser über einen Graben springen wollte Die Ladung drang D. in den Kopf; er war sofort eine Leiche. * Dortmund, 3. Jan. Zur Einweihung des Hafens des Dortmund=Emskauals, die seitens der Stadt in ganz besonders festlicher Weise geplant wird, wurde auch das Erscheinen des Kaisers erwartet. Es steht jedoch setzt fest, daß der Kaiser bei dieser Gelegenheit nicht nach Dortmund kommen wird; die Einladung ist abschläglich beschieden worden. Der Kaiser hat indessen erklärt, später hin, bei einer anderen Gelegenheit nach Dortmund kommen zu wollen. Es steht somit zu erwarten, daß der Kaiser nach Wiederherstellung des alten Rathauses oder bei Gelegenheit der Enthüllung des Kaiser Wilhelm=Denkmals auf Hohensyburg nach Dortmund kommen wird. v Paderborn, 3. Jan. Aus Anlaß des 60jährigen Priesterjubilcums des hl. Vaters war in sämmtlichen Kirchen Festgottesdienst. Der hochwst. Herr Bischof Hubertus celebrirte im schön geschmückten, von Andächtigen überfüllten Dom das Poutifikal=Amt. Herr Domkapitular Altstädt hielt in herrlichen Worten die Festpredigt. Zum Schlusse sang der Domchor das feierliche Te Deum. * Haspe, 3. Jan. Nachdem die durch den Landmesser Westerhoff=Haspe behufs Erbanung einer Thalwerre im Haspethal ausgeführten Vorarbeiten beendet sind, beschloß das hiesige Stadtverordneten=Collegium in seiner letzten Sitzung einstimmig den Bau einer Thaisperre im Hasvethal und genehmigte einstimmig die sofortige Vornahme der Vorarbeitung für die Bauausführung und den Erwerb des ubthigen Grund und Bodens. Die Thalsperranlage soll die Stadt Haspe und die Gemeinde Börde mit Trinkwasser und die Triebwerke des Hasperbaches mit der nöthigen Triebkraft versorgen, den letzteren in der allertrockensten Jahreszeit täglich mindestens 9000 Cubikmeter Wasser zuführen. Man hofft, daß durch den Bau dieser großarti gen Anlage auch der Ban der Bahn Haspe=Vörde gefördert wird. * Niedermendig, I.. Jan. Beim Neujahrs auschießen schoß der Buchhalter einer hiesigen Brauerei einen ihm in die Schußlinie kommenden Arbeiter in die Brust. Der Getroffene, der Frau und drei unerwachsene Kinder hinterläßt, stürzte sofort todt nieder. Der unglückliche Schütze wurde sofort verhaftet. ? G l e i d o r f, 8. J a n. I n e i n e m F e l d e z w i s c h e n Gleidorf und Sorpe wurden vor einigen Tagen blühende Beilchen gefunden, welche in Folge des schönen, warmen Wetters in der Zeitrechnung sich geirrt hatten. Sie mußten ihr allzu frühes, vorwitziges Erscheinen damit „büßen“, daß sie am Neujahrstage in Gestalt eines kleinen Blumenstraußes einer Dame als Geschenk über reicht wurden. * Belecke. 1. Jau. Die alte Geschichte! Am Weihnachtsabend wollte die Frau R. hier Petroleum auf die Lampe gießen, ohne diese, wie es leider noch so viel geschieht, erst auszulöschen. Plötzlich sing das Petroleum Feuer und der ganze brennende Inhalt des Behälters ergoß sich über den gerade am Tische sitzenden R., dem ein Theil des Kopses, sowie die Hände stark verbrannten. Man befürchtet, daß die Gebrauchsfähigkeit der Letzteren auf immer verloren sein wird. u Menden, 3. Jan. Im nahen Höunethal wurden bei Spreugung des Gesteins in der Nähe des Grevenborns Sseletttheile vorweltlicher Thiere aufgefunden. * Werstein, 30. Der. In verflossener Nacht gegen 1 Uhr ist hier bei dem Herrn Rentner Sasse ein verwegener Diebstahl ausgeführt worden. Mit einem Diamant ist eine Scheibe des Fensters zerschnitten worden, sodann ist dieses geöffuet und hierauf, nachdem die Diebe eingestiegen, der Diebstahl geschehen. Es sind werthvolle Gegenstände gestohlen worden. Nach der That haben die Einbrecher einen alten Hut, welcher einem hiesigen Fabrik arbeiter in der Dunkelheit vom Kopfe weggeweht war und nicht wieder gefunden werden konnte, in die Wohnstube geworsen. Die Thäter sind bis jetzt noch unbekannt. + Warstein, 3. Jan. Eine fidel veraulagte Diedesgesellschaft war es jedenfalls, die Freitag Nacht der Wohnung des Rentiers Sasse in der früheren Pastorat einen unerwünschten Besuch abstattete. Der Weinkeller scheint ihr hauptsächliches Ziel gewesen zu sein. tattgefunden. Reden hielten Amtsrichter Oberlandesgerichtsrath Roeren. * Coblenz, 3. Jan. Eine interessante Ent cheidung fällte die Strafkammer des königlichen Landgerichts hierselbst. Ein Ackerer aus Daxweiler war der Widerstandsleistung gegen den Forstwart der Gemeinde Ingelheim in Hessen angeklagt. Letztere hatte mehrere ihrer auf preußischem Gebiete gelegenen Aecker an Einwohner von Daxweiler verkauft, nimmt aber das Eigenthumsrecht an dem zwischen diesen Aeckern gelegenen Wege für sich in Anspruch; ob mit Recht, sei dahingestellt. Als nun der Angeklagte eines Tages auf dem fraglichen Wege Rasen stach und auf seinen Acker brachte, untersagte der Ingelheimer Forstwart ihm diese. Der Angeklagte ließ sich aber von seiner Arbeit nicht abhalten und leistete, mit der Schippe in den Händen, Widerstand. Das Gericht sprach den Angeklagten von dieser Beschuldigung frei, weil der Forstwart in Preußen gar Tiflis, 8. Jan. Wegen Nichtzahlung aller rückständiger Forderungen überfiel der 80jährige Rechtsanwalt Pliutschewsky auf der Straße den Abetsmarschall Fürst Mischrauski, verwundete denselben durch Dolchstiche und Revolverschüsse schwer und tödtete sich dann selbst durch einen Schuß in den Kopf. * Warschau, 3. Jan. Die Polizei entdeckte eine Geheimdruckerei, in welcher die in letzter Zeit verbreiteten revolutionären Aufrufe gedruckt worden sind. Viele Verhaftungen sind vorgenommen. * Rom, 3. Jan. Die„Italie“ versichert, daß der neue russische Gesanote in Paris, Urossof, den Befehl erhalten hat, ehe er seinen Posten antritt, Berlin dem Fürsten v. Hohenlohe einen Besuch a zustatten. Der Zweck dieses Besuches soll sein, der deutschen Regierung die Versicherung zu geben, daß sie von der französisch=russischen Allianz nichts zu benicht vereidigt set.(türchten hat Solingen, 2. Jan. Eine außersterregte Versammlungs fürchten Bot.. 8.. Die Regierung befabl Solugen sand beute Nachmitag in den schr, gersnuigen Ausrüistung des 2; Saale des Herrn Baumann zu Weeg statt. Es handelte stimmt ist, nach Chinazu gehen. sich darum, die Einigkeit, die der Hamburger Partei= assssssssssm tag gewollt, unn zur Thatsache werden zu lassen. Eine! Deutscher Verein vom hl. Lande. Sechsercommission, die sich mit den streitigen Fragen be 1.— A.ender Ge. Eminenz Kaldinal Kremeut, Erzbischof schäftigt hatte, erstattete, wie sie angab, gleichlautenden!(v#no#..= pon, Sölu) Bericht, der sich aber, nachdem verschiedene Mitglieder derselben gesprochen, als äußerst uneinig erwies. Der! Pilgerreise zum hl. Lande Parteikassirer Gerisch von Berlin nahm darauf Ver= Ostern 1898, anlassung, in einstündiger Rede die Friedensschalmei zu! Der Verein vom hl. Lande veranstaltet wie bisher, so blasen, erntete jedoch von Vertretern der Schumacherschen uuch in diesem Jahre gleich nach den Ostertagen eine PilgerRichtung die schtimmstmöglichen persönlichen Verdäch=reise zu den h. Stätten Palästinas, an welcher sich Damen tigungen dafür. Es drehte sich vornehmlich um die und Herren betheiligen können. Das Meer ist um diese Rergische Arbeiterstimme“, die in Parteibesitz über=Jahreszeit von Stürmen frei. Außer den Stätten des Vergische Arbeitersimm,, de abere gape woer ar Landes selbst werden Aegwpten, Sprien, Kleinasien, Kongebhen soll. Der Parteivorstand wint aber.“ z. zhr,25 stautinopel und die Balkauhalbinsel besucht werden. Bei geGenossenschaft mit größerer Summe eintreten, Wa, ep nägender Betheiligung wird mittelst Extra=Dampfer gefahren. die Anhänger Schumachers nur in eine unbedingte„Ver= Der hochw. Herr Pfarrer Richen, Viersen, wird die taatlichung" des Blattes willigen wollen. Ueber diesen Karawane persönlich führen. Die Pilger werden sich, frei Punkt entspann sich eine so erregte Debatte, daß der von jeder Unruhe und Sorge, ganz den Eindrücken der Versammlung mehr wie einmal das Schicksal der ponzei=Reise hingeben können. Die Gesammtkosten der Reise belichen Auflösung bevorstand, nur mit größter Austreugung tragen 1200—1500 Mark. Behufs einschlägiger Litteratur, Kaustunehahe. sChensie e D i. Mldzei, Be g. p 3ie, Lhansl. aus Gießen zum Reichstags=Candidaten Iür Big/ 856 Schadenfälle regulirt. Davon enisielen auf die BeWahl aufgestellt; hierdurch ist der schon bestehende Vet# triebs.Haftpflichtversicherung 360 Fülle uno zwar 209 wegen unter den Genossen nur noch größer geworden, denn es Koxperverletzung und 151 wegen Sachbeschädigung; auf die ist vollständig ohne Zweifel, daß Schumacher trotz alle- Haus=Hafipflicht=Bersicherung 22 Fälle und zwar 14 wegen heut erne sehr arnße Wählerzahl auf sich vereinigen wird. o#rnerverletzung und acht wegen Sachbeschädiauna: auf die eisel, daß Schumnauher trog uux Haus=Hafipflicht=Bersicherung 22 Falle und zwar 1e wegen dem eine sehr große Wählerzahl auf sich vereinigen wird, Kärperverletzung und acht wegen Sachbeschädigung; auf die wodurch die Zersplitterung der socialdemokratischen Unfall=Versicherung 414 Fälle, von denen zwei den so!!! Thatsachen beweisen!!! daß die Bochumer Sargfabrik von Aug. Langenbach Bochum, Körigstrasse 23 Herne. Kalk- u. Mont-Cenis-Str. die größte und leistungsfähigste in stundenweitem Umkreise ist. 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September 1897 angemeldeten Schäden der Unfall=Versicherung(incl. der Todes und Invaliditäts=Fälle) sind bis auf die 104 noch nicht genesenden Personen beireffenden Fälle erledigt. Briefkasten der Expedition. Wir ersuchen uusere Leser hiermit höflichst, die Auflösungen der in Nr. 299 unserer Zeitung enthaltenen Vexirbild=Annonce nicht uns, sondern der die Annonce unterzeichneten Expedition des„Euleuspiegel“ in Kiel einzusenden. Handelsnachrichten. * Neuß, 3. Jan. Neuer Weizen kleiner, 10 do. ennl. Aussaat do. 2. Sorte Mohnen, 1. Sotte vo. 2. Sorte da. neuer Hafer, 1. Qual. do. 2. Qual. Kartosseln Hen 50 M1lo Fruchtmarkt. #„ 1 8. 1 29. 100 Kilo120 00119 20 19.20/19.20 3. 129. Roggenstrot 500 Kllel18 2018,20 Kielen, 50„ 5.01 4,75 18.70/18,70] Raps 1. Sorte 226.7526,75 14 70/14,70] Raps 2. Sorte 125 25/25,25 14 20/14,20] Aveel(Rübsen) I. Ougl. 25,7525,75 00,0000 vo. 2. Qual 24.7524 20 4 40/14,40 Bndhl, Posten v. 100 Cir 58 7057,00 13.40s12,60 faßweise 100 K11e60 2058.20 0.00 0.0M gereinigles Oel 80. 0/16 50 3.50 3.501 Preßssuchen 1000 Kllo 1 14,0 116,0 * Köln, 3. Jan. Fruchtmarkt. Weizen 18,75, Roggen 14,75, Haser 13.80—0000 Mk. Zusuhr 16 Sack Roggen und 17 Sack Haser. Heu kostete 5,20—6,40, Richlstroh 4,00, Krumm strob 2.90 Mk. die 100 Kg. Rüböl(in Posten von 5000 Kg.) 60,00. * Köln, 3. Jan. Schlachtviehmarkt. Austrieb: 399 Ochsen, verkauft 1. Qual. au 70, 2. 65, 3. 60 Mk, 628 Kühe, verkauft 1. Qugl. zu 58, 2. 56, 3. 52 Mk., 92 Stiere, verkauft 1. Qual. zu 59, 2. 55, 3. 50 Mk., Wurstthiere von 52—48 Unt. 883 Schweine, verkauft 1. Qual. zu 62, 2. 60, 3. 58 Mk. die 50 Kg. Schlachtgewicht. Weidevieh die 50 Kg. 7 Mk. wen ger. Markt in Großvieh flau; voraussichtlich Ueberstand. Bei ziemlich lebhaftem Geschäft in Schweinen gerhumr. Stierhäut: 56—58 Psa, Kudund Rinderhäute 64—66, rothharige Ochsen säute von 45 Kg. aufwärts 84—68 Pfg., 40—44½ Kg. 73—76 Pfa., flache Berliner Ochsenhäute schwere 64—96 Pfg., leichte 60—62 Pfa, Kalbfelle mit Kopf 73—75 Pfg., ohne Kopf 80—82 Pfg., Fett 58—62 Pfg. das Kg ist Schapirograph?*) Schapirograph ist ein neuer unübertrossener Vervielfältigungs=Apparat zur selbstständigen kostenlosen Herstellung von Drucksachen aller Art, sowie zur Verwvielfältigung von Briefen, Actenstücken, Zeichnungen, Roten, Plänen, Programmen 2c. 2c. in Schwarzdruck. Die Handhabung dieses Apparates ist für jeden Laien eine erstannlich einfache, der Erfolg unausbleiblich und garautirt. Von einer mit Tinte auf Papier hergestellten Schrift oder Zeichnung erzielt man ohne Presse und ohne jede Chemikallen auf die einfache Weise ca. 150 Abzüge innerhalb 15 Min. 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H In Srwinwende arn enusamitt „ Köln a. 1 Bestdeutsche Volkszeitung andtreise Gelsenkirchen sich aufhal Alle im Landkreise Gelsenkirchen sich aufhaltenden MilitärPflichtigen des Deutschen Reiches, welche im Jahre 1878 und früher zamentlich in den Jahren 1877, 1876 und 1875 u. s. w. geboren ind und ihrer Dienstpflicht im stehenden Heere oder in der Marine doch nicht genügt haben bezw. über welche eine destnitive Entcheidung einer Oder=Ersatzcommission noch nicht getroffen ist, werden hiermit ausgefordert, sich in der Zeit vom 15. Jannar bis 1. Februar k. bei der Ortsbehörde ihres Wohnsitzes oder Aufenthaltsortes behufs Aufnahme in die Rekrutirungs=Stammrolle persönlich anzumelden oder bei bescheinigter Krankheit u. s. w. oder zeitiger Abwesenheit purch ihre Eltern, Vormänder, Verwandten oder Dieustherrschaften anmelden zu lassen. Die Militärpflich: Meldung Sedur 76(28 bürtsscheln, Jahrgangl 1878 haben bei der sosern die Anmeldung nicht im Geburtsorte selbst erfolgt, die Milltärpflichtigen älterer Jahrgänge den erhaltenen Loosungsschein vorzulegen. Dabei wird loch ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß die Militärpflichtigen des Jahrganges 1828 einen von dem zuständigen Königlichen Standesamt, nicht aber von dem betreffenden Pfarramt, auszusertigenden Geburtsschein vorzulegen haben.— Die Ausstellung dieser Urkunde erfolgt kostenfrei Militärpflichtige, welche nach der Anmeldung zur Stammrolle ihren dauernden Aufenthalt oder Wohnsitz verlegen, haben dieses behuss Berichtigung der Stammrollen sowohl beim Abzuge, als auch nach der Ankunft der Ortsbehörde spätesteus innerhalb dreier Tage zu melden. Wer die vorgeschriebenen Meldungen unterläßt, wird mit Geldstrafen bis zu 30 Mt., oder mit Haft bis zu 3 Tagen bestraft. Auch die im Besitze des Berechtigungsscheines zum einjährigenfreiwilligen Dienst besindlichen Militärpflichtigen haben sich unter Vorlegung des Berechtigungsscheines anzumelden und eventuell um Ausstand nachzusuchen. Gelsenkirchen, den 23. Decemb er 1897. Der Königliche Landrath. J. B.: Fleck, Regierungs=Assessor. Vorstehende Bekannimachung wird mit dem Bemerken zur Kenntniß gebracht, daß die Anmeldungen auf dem hiesigen Amtsbureau. Zimmer Nr. 5, von Vormittags 9—12 und Nachmittags 8—6 Uhr anzubringen sind. Eickel, bis gläckliche Geburt eines prächtigen Knaben zeigen hochertreut an Dr. med. Bremmenkamp und Frau Maria geb. Knappsteln. Alten deutschen Cognac hare, ärztlich abgelagerte, milde Waare, Weln aus Wein gebrannt, empfohlen, per Literflasche 2.40 Mt. „ ½ Liter 1.30„ empfiehlt Heinr, Bönnemann Bochum, Wiemelhauserstraße 1. TLecosc0 den 29. December 1897. Der c. Amtmann: Berkermann. Bekanntmachung. milichs MDifItArnA nm I. r. 81.! Sämmtliche Milltärnflichtige, welche in den 1877, 1876 und früher in hiesiger Gemeinde geboren a fflanund A u anit erbän Jahren 1878, sind, oder sich „ Gesiner Wrmeinde nrvoten Knd, Vderl hier aufhalten und über ihr Milltärverhälinit noch keine endgültt zur Aufnahme in die Rekruttrungs=Stammrolle auf hiesigem Amtsbureau zu melden. Für abwesende Mitglieder kann die Meldung durch Angehörige erfolgen. Diesenigen Mi ttärpflichtigen des Jahrgangs 1878, welche nicht in hiesiger Gemeinde geboren sind, haben bei der Anmeldung den Geburtsschein, die Militärpflichtigen der älteren Jahrgänge den Loosungsscheit vorzulegen. Die Geburtsscheine müssen von den Standesämtern, nicht von Pfarrämtern 2c. ausgestellt werden. .. Die Unterlassung der vorgeschriebenen Anmeldung wird gemäß 5 25 der deutschen Webrordnung mit Geldstrase bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu 3 Tagen bestraft Horst, den 30. December 1897. Der Amtmann: Kraueseld. *.9 9 3 5 E 61-P•2• #, Avel ihe Miimtbrihntlalg noch teitr eudgültigel" U" 1110 atscheldung erhalten haben, werden hierdurch aufgesordert, sich in4— der Zeit vom i#„ SS11.55 15. Jannar bis 1. Februar k. c 9 12 15 S C 50 S 1— 8. 8. Hiermit erlaube ich wir gans ergebenst, den geehrten Besohnern von Hofstede und Umgegend für dar mir endhrend des kurzen Bestehens meines Geschäftes in so reichem Maasse entgegengebrachte Wohlsollen meinen besten Dank abrustatten. Indem tch höflichst bitte, wir nuch iers neiten Jahre Ihre sehr geschütsten Aufträge gefälliget uurtenden zu wollen, gebe ich gerne das Vereprechen, dass es nuch ferner, mehr noch eote bisher, mein Bestreben sein soll, bei billigsten Preisen und auf merksamster Bedienung nur gute Waaren vu# Hochachtend Sillebrand Hofstede, cferner Str. 40. Tonhalle Bochum. Millowitsch Plattkölnisches Ensemble Dienstag, den 4. Januar, Anfang 8 Uhr. Einlaß 7 Uhr. Zum 4. Male. Eine tolle Nacht. 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Mts. im Vereinslokal Barella Vormittags sich einfinden behufs Besprechung über die Berlegung der Generalversammlung. 15880 Der Vorstand. Fr. Schumacher Bochum, Brückstrasse 46 Speclalgeschäft der Beleuchtungsbranche empfiehlt sein großes Lager in Kronen=Hängelampen, Ampeln für Gas und Petroleum Tischlampen, Wandla mpen Clavierlampen in nur prime Prauität, mit den besten Umänderungen und Reparaturen sofort. u. gewöhnliche Lampen=Cylinder sowie beste Qualität Dochte in allen gangbaren Preunern stets vorräthig Täglich Eingang der herverragendsten Venheiten. Eine flottgehende Wirthschaft im Mittelpunkte einer großen Garnisonstadtin der Nähe von 2 Kasernen, nachweislich 40 bis 45 hl. Bier pr. Monat, außerdem großes Schnapskasino, steht Umstände halber sofort zu verkaufen. zahlung 10 Offerten sind zu richten unter F. G. 100 an die editi Die Weihnachts-Verloosung des kathol. Gesellen=Vereins Witten findet am 6. Januar(hl. Drei Könige) Nachmittags 4½ Uhr statt. Der Vorstand. Christl. Soc. Arbeiter=Verein Wattenscheid, Johanneshalle Donnerstag, den 6. Januar, Heil. drei Könige. Kinderbescheerung mit Theater wozu die Mitglieder und Ehreumitglieder ganz ergebenst eingeladen werden. Ansang 5 Uhr. 15886 Der Vorstand. Keinen Priester keine Kirche, keine Schule haben die armen Katholiken in Königswusterhausen und der Umgebung; wer hilft ihnen ein Kirchlein zu Ehren der hl. Elisabeth von Thüringen erbauen? Gott wird jede Gabe reichlich vergelten! 9 Pfarrer Frank in Berlin Pallisadenstr. 73. Dr. Gottbrecht pract. homöopat. Arzt Dortmund, Wissstr. 13. Sprechstunden ohne Ausnahme tägl., 8—11, 3—5. Auch Sonntags Vormittags. De. Dülngeg Curaustalt Prinsenhof Dr. Dunges-CLEVE a. Niederrhein. Vorzügliche Hellerfolge bei Nerven- und Frauenleiden Bleichsucht. Fettsucht, Gicht, Rheumatismus, Magenleiden, Verstopfung. beginnende Herzleiden, Verkrümmungen des Rückgrates, Rückenmarksleiden, Asthma. Bei Gallensteinleiden neues bislang stets erfolgreich. 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