Jahrgang 1937/ Nr. 322 Freitag, den 26. November Ausgabe F Amkliches Kreisblatt für die Kreise Beckum, Wiedenbrück, Warendorf Beckumer Zeitung Warendorfer Tageblatt Drahtanscheist. Liode Heide PosscheaWiedenbrücker Zeitung Postverlagsort: Oelbe i. W. Fernruf: Oelde 11 u. 143, Beckum 3430. Uhlen Gütersloher Volkszeitung Hertrstzzs gerscheng oreber# verwrüc 338, Gutersich 3275. Warenwor 300 Gegründet 1880 :“ um Göhe, 46 mm breit 16 Psg., Vereins, und Diebmartgazigen#,##### sstos Woxt. estanzeiggn. g### 4167 mm rilte 1 mm Bche 45 P/z., Pz.legng, disch, 8637! für das Tausend einschließlich Postgebühren Platzwünsche unverdindlich Für fernm schler übernehmen wir keine Hastung Nacglzlstz, und Geschsstebedngungen 1zx„özz tgizg. la#hafsel 4) Ss Lonturefällen lomis bei Zwanggvergleich, wird der Lewilligte Nachlaß binjadig: Bob- Auigt.= Uo. 10 Bla., Honnadond=lr. 80 Blo Ansele 32%2 Amtliches Mitteilungsblatt des Gaues Westfalen=Nord der RSDAP. für die Kreise Beckum, Wiedenbrück und Warendorf OIrßer Orsers Deutschland erhielt auf der Pariser Weltausstellung 933 Preise- Höchste Anerkennung für die neuen Werkstoffe —eut Stondien bervorgehoben:u werden, daß dub Paris, 25. Nov. Am Donnerslag um 16 Uhr fand aus Anlaß des Abschlusses der Weltausstellung im Neuen Theater des Trocadero-Palastes in Anwesenheit des Präsidenten der Republik, mehrerer Mitglieder der Regierung, der Generalkommissare sämtlicher an der Ausstellung beteiligter Länder und zahlreicher Vertreter des diplomatischen Korps sowie der in- und ausländischen Presse die feierliche Verkündung des Ergebnisses der Preisverleilung durch die internationale Jury der Pariser Weltausstellung 1937 stalt, sowelt diese bisher feststehl. Das Deutsche Reich hat auf dem Gebiet seines gewerblichen und künstlerischen Schaffens einen Beitrag zum Gelingen dieser großen internationalen Ausstellung geleistet, der den Vergleich mit keinem anderen Lande zu scheuen braucht. Die sorgfältige und umfassende Arbeit des internationalen Preisgerichts, an denen fast 2000 Sachverständige aus der ganzen Welt, darunter auch eine große Anzahl deutscher Fachleute, teilnahm und deren fachmännischem Urteil die ausgestellten Gegenstände und sonstigen Leistungen unterlagen, haben dies noch einmal bestätigt. Das verläufige Ergebnis der Preisverteilung für Deutschland ist: 278 Grand prix(höchste Auszeichnung), 179 Diplomes’honneur(Ehrenurkunden), 273 Medailles'or(Goldmedaillen), 172 Medallles’argent(Silbermedaillen), 31 Medailles de bronce(Bronzemedaillen): insgesamt 933 Auszeichnungen. In diesen Zahlen sind noch nicht berücksichtigt die Auszeichnungen für die Mitarbeiter der Ausstellung, die zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden sollen. Das Ergebnis der Preisverteilung auf der Pariser Weltausstellung beweist die große und führende Stellung des Dritten Reiches in den gewerblichen und künstlerischen Schaffen der Welt. Die Prämiierung bedeutet eine außerordentlich wertvolle Anerkennung, die ein großes, internationales, von Gerechtigkeit geleitetes Preisrichterkollegium fällte. Was besagen gegen die hohen und höchsten Auszeichnungen des deutschen gewerblichen und künstlerischen Schaffens die Auslassungen jener ausländischen und emigrierten Hetzer, die seit der Machtübernahme von dem kulturellen Verfall Deutschlands unter dem nationalsozialistischen Regime sprechen. Das Preisgericht von Paris hat weiten Kreisen der Weltöffentlichkeit die Augen geöffnet. Man kommt nicht umhin, das zu bestätigen, was die in die Millionen gehenden ausländischen Besucher des großen deutschen Pavillons der Pariser Weltausstellung stark beeindruckte, daß nämlich das Dritte Reich von einem genialen Menschen, Staatsmann und Künstler ge1 führt wird. Es verdient überdies hervorgehoben zu werden, daß die im Zuge des Vierjahresplanes zu besonderer bedeutung gelangten neuen deutschen Werkslofseohne Ausnahme den Grand Priz. also die höchste Auszeichnung, erhalten haben, die das internationale Preisgericht vergeben konnte. Damit sind die von einer gewissen ausländischen Presse im Zusammenhang mit diesen neuen Werkstoffen aus durchsichtigen Gründen verbreiteten Behauptungen in aller Oeffentlichkeit von international anerkannten und unabhängigen Jachleuten widerlegt worden. ungarischen Gäste beim Führer Längere vertrauensvolle Aussprache dub Berlin, 25. Nov. Der Führer und Reichskanzler empfing heute mittag 12 Uhr in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen, Freiherrn von Neurath, den ungarischen Ministerpräsidenten. Herrn Dr. von Daranyi, und den ungarischen Minister des Aeußern, Herrn von Kanya, die von dem ungarischen Gesandten in Berlin, herrn Sztojan, begleitet waren, zu einer längeren vertrauensvollen Aussprache. Nach der mehr als einstündigen Unterredung stellte Ministerpräsident von Daranyi dem deutschen Reichskanzler die Herren seiner Begleitung vor Aeberzeugungssause artier Krufte Rundfunkfeierstunde am Jahrestag der Unterzeichnung des Antikomintern=Abkommens Die Ansprache von Reichsminister Dr. Goebbels Dus Dente Reich und Angurn Der ungarische Ministerpräsidenk über seinen Besuch in Deutschland vozu auch noch der mann auch nur vuirze dub Berlin, 25. Nov. Bei einem Empfang von Pressevertretern auf der ungarischen Gesandtschaft gab Ministerpräsidentschaft von Daranyi u. a. folgende Erklärung ab: „Als ich nach dem Tode meines rühmlichen Vorgängers, des Ministerpräsidenten Julius Gömbös, vor mehr als einem Jahre, die Leitung, ar ungant. schen Stagtsgeschäfte übernahm, habe ich in meiner ersten Erklärungen unterstrichen, daß die unter meiner Leitung stehende ungarische Regierung das mit dem Deutschen Reich bestehende, traditignelle gute Verhältnis stets mit der größten Aufmerksacnkeit pflegen wird. Im Zeichen dieser, zwischen Ungarn und Deutschland bestehenden Freundschaft haben deutsche Staatsmänner bei uns in Budapest Besuche abgestattet, und auch unser jetziger offizieller Besuch ist als ein Ausdruck der unsere Völker verknüpfenden und geschichtlich erprobten Beziehungen und Sympathien zu betrachten. Der außergewöhnlich herzliche und warme Empfang, der uns in diesen Tagen durch die deutsche Regierung und das deutsche Volk zuteil wurde, hat uns alle tief ergriffen. Ich sehe in diesem Empfang in jeder Beziezrg, eigen starken Widerhall jener Gefühle, die uns bei deutschen Regierung jetzt abgestatteten offiziellen Be such geleitet haben. Besonders hervorheben möchte ich sene kiesen Eindrücke, die ich im Deutschen Reiche im allgemeinen und auch durch die Besichtigung jener schiedenen Institutionen gewonnen habe, die zu besuchen uns Gelegenheit geboten wurde. Alles, was wir sahen, ist ein vielseitiger Beweis jener Schöpfungskraft und jener Fähigkeiten, die in dem deutschen Volk leben und welche Eigenschaften die Tatkraft des Führers und Reichskanzlers so zielbewußt in den Dienst der Größe des Deutschen Reiches und des zukünftigen Gedeihens des deutschen Volkes zu stellen wußte. Diesen Krastaufwand des deutschen Volkes wissen wir vollkommen zu schätzen. Sind wir doch in der Vertretung eines Landes nach Berlin gekommen, das durch den Blutverlust des Weltkrieges, durch den Vertrag von Trianon und die territorialen und sonstigen Verluste, die uns dessen Bestimmunger auf haben, in eine schwierige und kritische Lage gestürzt wurde, wozu auch noch der wenn auch nur kurze Zeit dauernde Kommunismus beitrug. Jene Besprechungen, die wir während unseres offiziellen Besuches in Berlin mit den deutschen Staatsmännern gepflogen haben, bestärkten uns darin, daß die sorgsame Pflege und Weiterentwicklung der zwischen dem Deutschen Reich und Ungarn unverändert bestehenden freundschaftlichen Beziehungen gemäß unseren friedlichen Zielsetzungen der richtige, Weg sind. Diese Freundschaftsbeziehungen, die in diesen Tagen auch in handelspolitischer und wirt. chaftlicher Hinsicht weitgehend befestigt wurden, dienen nicht nur den Interessen der ungarischen und der deutschen Nation, sondern sind auch berufen, die Sache des allgemeinen europäischen Friedens zu förderrg# Ich betone es deshalb nochmals, daß der Besuch der Mitglieder der ungarischen Regierung gar keinem anderen Zweck gedient hat, als einen allgemeinen Gedankenaustausch zu pflegen und mit den führenden Persönlichkeiten des Deutschen Reiches einen freundschaftlichen Händedruck zu wechseln. dub Berlin, 25. Nov. Aus Anlaß des Jahrestages der Unterzeichnung des deutsch=japanischen Antikominternabkommens sprachen Reichsminister Dr. Goebbels und der japanische Verkehrsminister Nagai heute mittag über alle deutschen und sapanischen Sender. Dr. Goebbels sagte u. a. folgendes: „Ein Jahr ist eine kurze Frist für internationale Verträge. Wenn das deutsch=japanische Antikominternabkommen trotzdem in diesem einen Jahr eine Bedeutung erlangt hat, die weit über die Grenzen der beiden Völker hinausreicht, so ist das schon ein Beweis für die Notwendigkeit eines solchen Abkommens und die segensreiche Wirkung der gemeinsamen Arbeit. Der internationale Bolschewismus hat nunmehr erkannt, daß hier ein Damm aufgerichtet ist gegen die Fluten des Chaos und der Anarchie, der nicht mehr durchbrochen werden kann. Das deutsch=sapanische Antikominternabkommen ist Ueberzeugungssache der aktiven Kräfte zweier junger und entschlossener Nationen, und keine deutlichere Bestätigung für die Richtigkeit des hier eingeschlagenen Weges und die Zweckmäßigkeit einer engeren Zusammenarbeit konnte es geben als die Tatsache, daß die italienische Regierung von der Einladung des Artikels 2 des Abkommens Gebrauch machte und ihm kürzlich ebenfalls beitrat. Es kann ferner schon am ersten Jahrestag festgestellt werden, daß die Innere Zustimmung zu dem Abkommen auch in vielenandern Ländern ständigim Wachsen begriffen ist. Wenn ich daher am Jahrestag des Antikominternabkommens zugleich im Namen des ganzen deutschen Volkes meine Grüße der befreundeten japanischen Nation übermittle, so verbinde ich damit den Wunsch: Möge die gemeinsame Arbeit im Rahmen dieses Abkommens, das gegen keinen dritten Staat gerichtet ist und der Verteidigung der Kulturgüter gegen die Zersetzung und Bedrohung durch die kommunistische InterGrachen waten in Madrie Katastrophale Noklage der gequälten Bevölkerung Sau Sebastion, 25. Nov. Der Gesundheitszustand der Bevölkerung Madrids hat sich, den Berichten von Ueberläufern an der Madrider Iront zufolge, in erschrecken dem Maße verschlechtert. Typhus, Blattern und andere Seuchen fordern unter der durch Hunger und Kälte geschwächten Einwohnerschaft immer mehr TodesDie Ursache für die Ausbreitung der genannten Seuchen liegt klar auf der Hand. Die Ledensmittelknappheit wirkt sich von Monat zu Monat stärker aus. Dazu kommt der Mangel an seizmaterial sowie an warmer Kleidung und Decken, die größtentells von den bolschegistlischen Jorden. Srazenteinigung st natürlich seit langeregelten Straßenreinigung ist naruruch seir langem keine Rede mehr, und die sanitären Anlagen verfallen nach und nach völlig. Unter diesen Umständen sieht die Bevölkerung dem meist sehr strengen Madrider Winter mit größter Sorge entgegen, und immer stärker wird die Sehnsucht, daß die nationalen Truppen die Stadt bald befreien und den Leiden der schwergeprüften: Einwohnerschaft ein Ende bereiten Seit einiger Zeit werden immer wieder Plakate in den Madrider Straßen angeschlagen mit den Inschriften= wie„Es lebe das nationale Spanien!“,„Bald kommt die Stunde der Gerechtigkeit und Wahrheit!“ Auch wurden heimlich die nationalspanischen Farben an die Hauswände gemalt. Trotz strenger Ueberwachung wiederholt dies fast jede Nacht. nationale dient, auch weiter von Erfolg gekrönt. sein!“ Die Rede von Reichsminister Dr. Goebbeis wurde in sapanischer Sprache wieder: holt. Zum Abschluß des deutschen Teils dieser Sendung erklang die japanische Nationalhymne. Nach der Umschaltung auf die sapanischen Sender sprach der japanische Verkehrsminister Nagai. Seine Rede wurde in deutscher Sprache wiederholt. Tokio beschloß die Sendung mit dem Spiel der deutschen Nationalhymnen. „Japan und Deutschland streben nach Gerechtigkeit und öffentlicher Ordnung!“ In der Rundfunkansprache des japanischen Verkehrsministers Nagat hieß es u..: „Wenn ich mir heute das neue Deutsche Reich, das sich nach dem Weltkrieg, nach großen politischen und wirtschaftlichen Verwirrungen unter der Fahne des Hakenkreuzes mutig wieder erhoben hat, und mit seinem Führer Adolf Hitler vor Augen stelle, so erfüllt mich aufrichtige Bewunderung. Unsere Völker, denen eine große politische, blutgebundene hohe, kulturelle Ueberlieferung gemein ist, streben trotz aller Schwierigkeiten stets nach Gerechtigkeit und öffentlicher Ordnung. Sie sind beseelt von dem Ideal eines moralisch begründeten Staates. Die sittlich=nationalen Weltanschauungen, unserer beiden Völker stellen sich der materialistisch=zersetzenden Weltanschauung des Kommunismus ausdrücklich entgegen, die der Befriedigung gemeiner materialistischer Interessen der Menschen dient und auf dieser Grundlage die Welt zu vereinen sucht. Der chinesisch=sapanische Konflikt ist für uns ein heiliger Kampf, der es unternimmt, die Nankingregierung wegen ihrer antisapanischen Haltung zur Rechenschaft zu ziehen, das chinesische Volk von der roten Gefahr zu befreien und den Frieden im fernen Osten zu sichern. Es ist uns eine außerordentliche Freude, daß vor kurzem auch das uns befreundete Land Italien unserm Antikominternabkommen beigetreten ist, wodurch unser antikommunistisches Lager noch verstärkt wurde. In Tokio findet heute eine große Volksversammlung anläßlich des Jahrestages des Abschlusses des japanisch=deutschen Antikominternabkommens statt. Am Abend geht ein Fackelzug durch die Hauptstraßen Tokios. Die ganze Stadt ist in festlicher Stimmung. Ich schließe meine kleine Ansprache, indem ich den Gefühlen des sapanischen Volkes Ausdruck gebe und dem großen deutschen Volk eine reich: und gesegnete Zukunft wünsche. Der Führer zu Gast in der japanischen Botschaft Der Führer und Reichskanzler war am Mittwochabend aus Anlaß des Jahrestages des Antikominternabkommens Gast des Kaiserlich=japanischen Botschafters Graf Mushakoft. erhält der Freiwillige des Heeres? Aus dem amtlichen Merkblatt Das Oberkommando des Heeres hat ein amtliches Merkblatt für den Eintritt als Freiwilliger in das Heer herausgegeben, darin heißt es: 1. Der Freiwillige erhält neben freier Bekleidung, Verpflegung, Unterkunft und Heilfürsorge als Schütze usw. eine Löhnung von.50 RM. täglich. 2. Bei Eignung ist frühesten: nach einem Dienstjahr Beförderung zum Gefreiten(Löhnung 0,75 RM. täglich) und frühestens nach zwei Dienstjahren Beförderung zum Unteroffizier mit entsprechender höherer Besoldung möglich. 3. Bei guter Führung und Leistung erhalten die Soldaten nach vier= bzw. zwölfjähriger Dienstzeit die Dienstauszeichnung 4. bzw. 3. Klasse. 4. Die Versorgung der nach zwölfjähriger Dienstzeit Ausscheidenden erfolgt nach dem Wehrmachtversorgungsgesetz. Bei der Entlassung nach einer Gesamtdienstzeit von zwölf Jahren erhalten Unteroffiziere und Mannschaften Uebergangsgebührnisse für die Dauer von drei Jahren, den Zivildienstschein, der die Anwart= schaft auf Anstellung als Beamter gibt, eine einmalige Uebergangsbeihilfe von 1500 RM., eine einmalige Umzugskostenbeihilfe. Will der Soldat nach der Entlassung nicht Beamter werden, sondern sich einem anderen Beruf zuwenden, kann er an Stelle des Zivildienstscheins eine Zulage zu den Uebergangsgebührnissen von jährlich 1000 RM. erhalten, die so lange gezahlt wird, als Uebergangsgebührnisse zustehen. Unteroffiziere. und Mannschaften, die nach Ablauf ihrer zwölfjährigen Dienstverpflichtung in Ehren ausscheiden und Beamte werden wollen. können an Stelle der Uebergangsgebührnisse die Uebergangsbezüge nach der Verordnung des Führers und Reichskanzlers vom 14. Oktober 1936 wählen. Diese Uebergangsbezüge richten sich in ihrer Höhe nach dem Ergebnis der Ausbildung an einer Wehrmachtfachschule(Entlassung ohne Abschlußprüfung, mit Abschlußprüfung 1 oder 2) und werden bis zur planmäßigen Anstellung als Beamter gewährt. Fo Winlkionen=Reichemart=Prezerl Der Bau des Hansakanals vor der Verwirklichung Die Bedeutung der Wasserstraßen und der Vinnenschiffahrt im Rahmen der wirtschaftspolitischen Wiederaufbauarbeit findet ihren Ausdruck in einem neuen großen Projekt, das schon seit langen Jahrzehnten von den wirtschaftlichen Kreisen der Hansestädte wie von der westdeutschen Wirtschaft verfochten wird und das seine Anerkennung als bauwürdiges Projekt der Reichswasserstraßenverwaltung und des Vierjahresplanes gefunden hat. Am Bau des Hansakanals, im Unterschied zu dem ursprünglich von den Hansa=Kanalvereinen angestrebten Gesamtplan einer Kanalverbindung zwischen Bramsche am Mittellandkanal, westlich Mindens, über Achim Weser nordöstlich hinauf bis Hamburg, wird nach den jetzt vorliegenden Plänen erst einmat der nördliche Teil dieser Kanalstrecke, die Verbindung zwischen Achim an der Weser nordöstlich zum Hamburger Hafen hinauf. durchgeführt werden. Die Kosten dieser Kanalverbindung, durch die der Weg vom westdeutschen Industrierevier nach Hamburg unter Benutzung des Mittellandkanals bis Minden und der kanalisierten Wesei bis Achim um 1000 Kilometer verkürzt wird, sind auf etwa 145 Millionen RM. zu schätzen. Die Bauzeit kann man auf sechs Jahre bemessen. Dem Kanal kommt eine große Bedeutung sowohl als Binnenstraße als auch am Dienst der deutschen Seehafenpolitik zu. Schon im nächsten Jahre werden voraussichtlich unter Bereitstellung von Reichsmitteln die vorbereitenden Arbeiten ausgenommen werden. Der Termin des Baubeginns selbst ist noch nicht genau festgelegtoworden. Getränke und Speisen für Autobahner bei schlechtem Wetter Die Direktion der Reichsautobahn hat im Einvernehmen mit der Reichsfachgruppe Straßenwesen der RBG.„Verkehr und öffentliche Betriebe“ in der DFA. verfügt, daß bei außergewöhnlicher, die Kreteß hehen=Ercsele iptematen Litwinow soll im Januar„zurücktreten“ London, 25. Nov. Der Warschauer Korrespondent des„Daily Expreß“ will, offenbar auf Grund von Gerüchten, die in der polnischen Presse auftauchen, das baldige Ende der Herrschaft von Außenminister Litwinow=Finkelstein voraussagen können. Litwinow sei Dienstag zu Stalin zitiert worden und habe mit ihm eine einstündige Unterredung gehabt. Einer Ministerbesprechung am Montag habe Litwinow fernbleiben müssen. Man glaube jetzt, sagt das Blatt, die Stellung LitwinowFinkelsteins sei durch die Säuberungsaktion unter den Sowjetdiplomaten so erschüttert worden, daß er im Januar zurücktreten und schon vor dem 1. Dezember auf Urlaub gehen werde. Generalstaatsanwalt Wyschinski bereite einen Massenprozeß für jene Sowjetdiplomaten vor, die von ihren Auslandsposten abberufen und ins Gefängnis geworfen worden seien. Drei Botschafter, .„ Gesandte und 14 Votschafts. ekletäre stünden unter der Anklage antisowjetrussischer Betätigung. Es scheint sich bei dem Eingriff der GPU. in den diplomatischen Apparat der Sowjetunion nun offenbar doch um eine Säuberungsaktion in dem bekannten Stil und Umfang zu handeln. Die Zahl der Verhafteten ist erstaunlich gestiegen und wird wahrscheinlich noch steigen. Wenn man sich nicht gescheut hat, im empfindlichsten Instrument des Staates, der Armee, derartig zu wüten, wird man auch vor der nämlichen Prozedur in der roten Diplomatie nicht zurückschrecken. Ob es für die Partner der Sowjetunion in der internationalen Politik angenehmer ist, rote Militärs, denen man gestern noch Kriegsgeheimnisse anvertraute, als Verräter behandelt, oder Diplomaten verschwinden zu sehen, mit denen man gestern noch gemeinsam den„einen und unteilbaren Frieden“ der kollektiven Sicherheit und die Würde der Menschheit hütete— diese Entscheidung überlassen wir wohl am besten diesen Partnern selber. Die Internationale Brigade wütet in Madrid Aus Madrid eintreffende Nachrichten bestätigen die durch Hunger und Kälte entstandene trostlose Lage der Bevölkerung. Die Krankenhäuser seien überfüllt, und die Zahl der Todesfälle erhöhe sich in erschreckendem Maße. Vor einigen Tagen seien erregte Menschengruppen vor das rote Sanitätskommissariat gezogen und hätten stürmisch Hilfe verlangt. Da jedoch die Bitten der Bevölkerung nicht angehört wurden, nahm die Erregung immer heftigere Formen an. Schließlich kam es zwischen den Manifestanten und der Internationalen Brigade zu blutigen Zusammenstößen, wobei über 20 Personen getötet und mehr als 50 verwundet wurden. Darauf zogen große Menschenmassen vor die Kasernen spanischer Milizen und forderten Hilfe gegen die ausländischen Streitkräfte. Um ein Losschlagen der empörten spanischen Bolschewisten gegen ihre internationalen Kumpane zu verhindern, versprachen die Anführer beider Banden der verzweifelten Bevölkerung, bei der Sanitätskommission„Fürsprache“ einzulegen. daß kürzlich mehr als hundert sowjetrussische Flugzeuge in der Provinz Schensi eingetroffen seien. Infamie eines wallonischen Separatisten Brüssel, 25. Nov. Das Gericht in Charleroi hat die Beschlagnahme des Wochenblattes„La Wallonie Nouvelle“ wegen Majestätsbeleidigung angeordnet. Das Blatt hatte im Zusammenhang mit der Londoner Reise des Königs der Belgier einen Artikel veröffentlicht, der die Ueberschrift trug:„War Leopold III. der offiziöse Gesandte des Deutschen Reiches in London?“ Das Gericht kennzeichnete diese Veröffentlichung als Majestätsbeleidigung. Die Tendenz dieser vorsätzlichen Verunglimpfung des Königs wird klar, wenn man sich vergegenwärtigt, daß der Herausgeber des Blattes der wallonische separatistische Kaplan Mahieu ist, der Leiter der wallonisch=demokratischen Front, auf dessen Initiative hin die alljährlichen WallonenWallfahrten nach Waterloo stattfinden, deren Höhepunkt ein öffentliches Bekenntnis zu Frankreich ist. 63000 Namensänderungen in Ost-Oberschlesien In einer Versammlung des Ostoberschlesischen Westmarkenverbandes wurde mitgeteilt, daß bei den Standesämtern der Woiwodschaft bereits 63000 Anträge vorlägen und teilweise schon bearbeitet seien, die sich auf die Polonisierung deutscher Familiennamen beziehen. Eine Stadt, in der nicht photographiert werden darf Die tschechoslowakische Staatspolizei in Znaim (Mähren) hat das Photographieren im freien Raum im ganzen Gebiet der Stadt Znaim verboten. Demnächst dürfte es also keine Ansichtskarten mehr von Znaim geben. Ausübung des Dienstes erschwerenden Hitze und Kälte kostenlos Getränke und Speisen an die Gefolgschaften der Reichsautobahn verabreicht werden. 70 000 SA.-Männer sammeln Altmaterial Am 4. und 5. Dezember wird Berlin die größte Altstoffsammlung erleben, die jemals stattgefunden hat. Schlagartig setzt die SA.=Gruppe Berlin=Brandenburg an diesen Tagen 70000 SA.= Männer ein, um mit einer großangelegten Sammlung eine der wichtigsten Aktionen im Rahmen des Vierjahresplanes vorwärtszutreiben. Am Samstag, dem 4. Dezember, werden die Behörden und am folgenden Sonntag die Haushaltungen erfaßt. SA. stellt Blutspendertrupp Die SA.=Standarte 17 in Helmstedt hat aus ihren Reihen einen Blutspendertrupp aufgestellt, dessen 30 Mitglieder zur Blutübertragung jederzeit zur Verfügung stehen. Bei ihrer Zusammenstellung wurde darauf geachtet, daß alle vier Blutgruppen ausreichend vertreten sind. „Horst-Wessel-Gedächtniskirche“- geschmacklos In Bremen sollen zwei neue evangelische Kirchen die Namen„Hindenburg=Gedächtniskirche" und „Horst=Wessel=Gedächtniskirche" erhalten. In einer Kundgebung der NSDAP. bezeichnete der Regierende Bürgermeister Böhmker die Absicht, eine Kirche mit dem Namen Horst Wessels zu belegen, als Geschmacklosigkeit. Es komme allein der NSDAP. zu, über Ehrungen Horst Wessels zu entscheiden. Eine Million aus Zigarettenschachteln Wie der alte Fahrschein und überhaupt jedes Stück Papier, ist auch die Zigarettenschachtel nicht wertlos; sie wird es erst, wenn man sie in den Ofen wirft oder die Straße damit verunschönt. Auch die Zigarettenschachtel gehört mit zu dem großen Kapitel Altpapierverwertung. Von zuständiger Stelle wird darauf hingewiesen, daß in Deutschland jährlich 37 Milliarden Zigaretten geraucht werden. Sie befinden sich in etwa fünf Milliarden Schachteln, die etwa 35 Millionen Kilo wiegen. Wenn nur die Hälfte der leeren Schachteln als Altmaterial wiedergewonnen wird, so würde das einem Wert von 700000 RM. entsprechen. Wie leicht könnte hier auch eine Million Reichsmark der deutschen Wirtschaft erhalten werden! Gebührenpflichtige Verwarnung für Umherstehen In Karlsruhe wurden an einem der letzten Abende elf junge Leute gebührenpflichtig verwarnt, da sie sich in verkehrsstörender Weise auf dem Gehweg aufstellten. Die Polizei hatte wiederholt vor solcher Behinderung des Fußgängerverkehrs gewarnt. In Zukunft wird nur noch mit gebührenpflichtigen Verwarnungen dagegen eingeschritten. Die Rundschau Ein dramatischer Zwischenfall hat sich in diesen Tagen in Gent ereignet, und durch ihn wurde wieder einmal ein grelles Licht auf die merkwürdigen Sprachverhöltnisse in Belgien geworfen. Der bekannte flämische Agitator Grammens wurde angehalten und, wie es offiziell heißt,„im Interesse der öffentlichen Sicherheit“ eingekerkert. Wenige Tage später aber, genau am fünften Tage nach der Verhaftung, erfolgte die Freilassung, weil die Behörden sich dem Protest. sturm aus Flandern nicht mehr widersetzen konnten. Grammens ist ein bekannter flämischer Agitator. Er fordert von dem belgischen Staate zwar nichts anderes, als die Anwendung der bestehenden Gesetze. Seine Eigenart aber ist es, im Sprachenstreit mit Pinsel und Farbstof, aufzutre. ten und überall dort, wo er in Flandern Namensschilder in französischer Sprache entdeckt, zu überstreichen Im Genter Justizpalast sollte vor einigen Tagen ein neuer Grammens=Prozeß angestrengt werden. Grammens und 11 flämische Studenten waren angeklagt. Die Sitzung war für 8,30 Uhr anberaumt. Aber schon eine Stunde vorher hatte sich eine große Menschenmenge eingefunden. Auch Gendarmen zu Pferd und zu Fuß und Geheimpolizisten waren zur Stelle. Punkt.30 Uhr kam Grammens mit seinem Trupp Helfershelfer. Er durchschritt das Spalier der Menge, die ihm zusubelte. Er ging erhobenen Hauptes durch die Gänge des Justizpalastes. Er trat in den Vorraum des Gerichtssaales, immer gefolgt von seinen elf Studenten und der nachdrängenden Menge Plötzlich blieb Grammens stehen. Er erblickte rechts an der Wand große Gerichtsankündigungen, die in französischer Sprache gehalten waren. Auf diese Piakate stürzte Grammens zu. Er riß einen Farbtopf aus der Tasche und auch den dazu gehörigen Pinsel. Dann begann er heftig mit grellen Farbstrichen die französische Schrift zu übermalen. Dann stürzte er auf die andere Seite des Raumes und malte mit fieberhafter Eile auch hier. Zuerst war die Menge verdutzt, dann aber entstand ein gewaltiges Gelächter. Dann rief alles:„Es lebe Grammens!“ Aber zwei Geheimpolizisten stießen vor. ergriffen den slämischen Agitator und führten ihn ab. Die Menge wurde aus den Gängen des Justizpalastes gedrängt. Stundenlang standen die Leute noch vor dem Justizpalast und sangen:„Vliegt De Blauwvoet Storm Op Zee“. Sie riefen immer wieder„Es lebe Grammens!“„Grammens frei!“ Die Forderung„Grammens frei!“ ist dann in ganz Flamen wiederholt worden. Tatsächlich schrieben die Zeitungen über ihn. An allen Orten wurden Protestkundgebungen veranstaltet. Stündlich kamen Telegramme zur Regierung und zum König. Schließlich wußte die Behörde keinen Ausweg mehr und setzte Grammens auf freien Fuß. Grammens erklärte als er das Gefängnis verließ, er werde seine Tätigkeit sofort wieder aufnehmen. Kemmen miertigert Eitempteise? Der Gemeindetag fordert die Beseitigung alter Tarifformen In der neuesten Nummer des amtlichen Organs des Deutschen Gemeindetags„Die Landgemeinde“ wird erneut mit Nachdruck auf die besondere Dringlichkeit der Beseitigung veralteter Tarifformen und ihre Ersetzung durch absatzfördernde Regelverbrauchs= oder Grundpreistarife hingewiesen. Die„Landgemeinde“ schreibt: „Auch dort, wo bei der Tarifumstellung zunächst zweifellos mit Einnahmeausfällen gerechnet werden muß, sollten die gemeindlichen Energieversorgungs-Unternehmen diese außerordentlich wich. tige Maßnahme unverzüglich durchführen: Der Deutsche Gemeindetag fordert darüber hinaus von allen Gemeinden einen Bericht an, der über die Tarifgestaltung der Gemeinden im Rechnungsjahr 1936 und im laufenden Rechnungsjahr Auskunft gibt. Der Gemeindetag fordert weiterhin die Gemeinden auf, mitzuteilen, in welcher Weise Oeben=dur=feigenstanrische Fesirleie Reichsbauernführer Darré regelt das Trachtenwesen Heftige Beschießung Madrids Paris, 25. Nov. Wie Havas aus Madrid meldet, haben am Mittwoch, gegen 22.30 Uhr, die nationalen Truppen mit einer heftigen Beschießung von Madrid begonnen. Bis Mitternacht seien über 2000 Granaten abgefeuert worden. Die Beschießung habe um Mitternacht noch angedauert. Ueber hundert sowjetrussische Flugzeuge für die chinesische Armee Wie Reuter aus Schanghai meldet, sind, japanischen Nachrichten zufolge, bei den Luftkämpfen über Nanking zwei sowjetrussische Flugzeuge abgeschossen worden. Ferner wird berichtet, Das Bemühen mancher Geschäftemacher, den Bauern ein„eigenständisches Festkleid“ aufzuschwatzen, bzw. alte Trachten künstlich zu neuem Leben zu erwecken, wird durch Grundsätze unterbunden, die der Reichsbauernführer soeben erlassen hat. Darin heißt es, es sei zu begrüßen und auch mit allen Mitteln zu fördern, wenn die Frauen und Mädchen ihre Arbeits= und Hauskleider wieder selber anfertigen und sie möglichst aus bodenständigen Werkstoffen herstellen. Alle Dienststellen des Reichsnährstandes werden angewiesen, solchen Bestrebungen die größte Beachtung und jede mögliche Unterstützung zu gewähren. Dagegen hält der Reichsbauernführer aber die künstliche Schaffung eines sogenannten„eigenständischen Festkleides" für falsch. Wir Nationalsozialisten, so sagt Darré, haben nicht die Ueberwindung der Gegensätze von Stadt und Land erkämpft, um nun wieder den Unterschied in der Aeußerlichkeit der Feierkleider und Festkleider aufleben zu lassen. Es gebe im nationalsozialistischen Deutschland keine „ständischen Sonderfeste“ oder„ständischen Sonderfeiern" und mithin könne es auch kein„eigenständisches Festkleid“ geben. Außerdem gebe es kein Gebiet, wo die Frau oder das Mädchen so sehr den eigenen Geschmack walten lassen könne und solle wie das des Schmucks für ein Fest oder eine Feier. Hinweise auf die Einheitlichkeit der bäuerlichen Tracht in früheren Zeiten und auch noch heute seien am falschen Ort, weil die alte Tracht ihre eigene Sprache hatte und gelesen wurde, wie wir heute die Rangunterschiede und Verschiedenheiten der soldatischen Uniform zu lesen verständen. Diese alte Sprache unseres Bauerntums sei uns aber heute verloren gegangen und könne niemals durch erkünstelte Kleiderentwürfe auch wenn sie noch so sehr von„bäuerlicher Symbolik“ strotzen, ersetzt werden. Bäuerliche Siedlung soll aufgelockerte Dörfer bringen Der Reichsernährungsminister weist darauf hin, daß bei der Planung und Gestaltung neuer Dorfanlagen der aufgelockerten Dorfform gegenüber der engen Bebauung der Vorzug zu geben ist. Auch eine etwaige augenblickliche Verknappung von Rohstoffen dürfe nicht dazu führen, daß der Grundsatz der aufgelockerten Bebauung bzw. der Streusiedlung aufgegeben wird. Er, der Reichsernährungsminister, lege insbesondere aus betriebswirtschaftlichen und feuerschutztechnischen Gründen Wert auf die aufgelockerte Besiedlungssorm. Für ausreichende Baumanpflanzungen im Zuge der Besiedlung ist stets Sorge zu tragen. Stark besuchte bäuerliche Fortbildungsabende Von November 1936 bis einschließlich Juli 1937, also in neun Monaten, wurden 13900 Fortbildungsabende in der Landwirtschaft zur Erhöhung des fachlichen Könnens veranstaltet, die von 440 000 Teilnehmern besucht waren. Rund 3500 Abende wurden für Landarbeiter, 3200 für Gärtner und 2800 für Tierpfleger abgehalten. seitens der Gemeinden der Aufforderung des Reichsinnenministers Folge geleistet worden ist, überhöhte Werkabführungen(sogenannte Finanz= zuschläge) zu senken und welche Maßnahmen zur Senkung überhöhter Werkabführungen für das Rechnungsjahr 1938 mit Sicherheit zu erwarten sind. Es bleibt abzuwarten, ob dieser bemerkenswerten Initiative des Deutschen Gemeindetags in Kürze in allen Gemeinden der nötige Erfolg beschieden ist, oder ob— ähnlich wie bei der Senkung der Düngerpreise in diesem Frühjahr— durch eine autoritäre Regelung der Preise für den elektrischen Strom die Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um einen wirklich großzügigen Einsatz der Elektrizität zur Milderung des Landarbeitermangels im Interesse der Volksernährung zu ermöglichen. Vier Jahre Reichstierschutzgesetz Am 24. November ist der Geburtstag des neuen Reichstierschutzgesetzes. Vor vier Jahren, am 24. November 1933, wurde das neue Reichstierschutzgesetz von der Reichsregierung eingeführt. Mit Einführung des neuen Reichstierschutzgesetzes wurde das frühere Gesetz grundlegend geändert. Während früher das Tier als„Sache“ angesehen wurde, werden ihm im neuen Gesetz, als fühlendes Wesen, Rechte zuerkannt. In dem Gesetz wird kein Unterschied gemacht, ob es sich um ein Haustier oder ein Tier in der freien Natur handelt. Das neue Reichstierschutzgesetz nimmt alle Tiere unter seinen Schutz. Nach dem neuen Gesetz werden Tierquälereien mit Gefängnisstrafen bis zu zwei Jahren und Geldstrafen bis zu 10000 RM. bestraft, wogegen früher nur kleinere Strafen verhängt wurden. Nicht nur Tierquälereien sind nach dem neuen Gesetz unter Strafe gestellt, sondern wer ein Haustier aussetzt, macht sich auch strafbar. Dank des neuen Gesetzes und der Tätigkeit der Tierschutzvereine haben die Tierquälereien abgenommen. Aber immer wiederkehrende tägliche Vorkommnisse beweisen, daß noch sehr viele Aufklärungsarbeit zu leisten ist. Sprachpflege vereinfacht Der Reichserziehungsminister hat die Einführung der Uebungsbücher für den Unterricht in der deutschen Sprache an den Volksschulen neu geregelt und gleichzeitig Richtlinien für den Sprachunterricht herausgegeben. Die Zahl der Bücher soll künftig möglichst beschränkt werden. Diese Maßnahme beruht, wie im Amtsblatt des Ministers erläuternd bemerkt wird auf grundlegenden Resormbestrebungen, die bei allen Schulbüchern nach und nach durchgeführt worden sind. Bei aller Würdigung, die den einzelnen deutschen Sprachgebieten zuteil werden müsse, könne nicht entfernt begründet werden, warum es in Deutschland für eine Sprache rund 200 verschiedene Sprachbücher geben mußte. Freitag, den 26. November 1937 DIEGLOCKE Tcttfulen=Viere uns Nachbur Haur „Deutschland braucht Radfahrwege“ Eine Ausstellung in Münster geplant nig Die Gaubetriebsgemeinschaft„Stein und Erde“ in der Deutschen Arbeitsfront, die in nächster Zeit mit einer verstärkten Propaganda für den Bau von Radfahrwegen einsetzen wird, plant für die Zeit vom 1. bis 10. Mai 1938 in Münster eine Ausstellung„Deutschland braucht Radfahruns. nig Münster, 25. Nov. Die Ad.=Italienfahrer wieder in der Heimat. Die 450 nordwestfälischen Arbeitskameraden, die am, 12. November zur ersten KdF.=Urlauberreise nach Italien gestartet sind, trafen nach 24stündiger Bahnfahrt von Venedig kommend wieder im Gaugebiet ein. Die Urlauber standen noch völlig unter dem überwältigenden Eindruck, den diese Fahrt bei ihnen hinterlassen hat. Der Empfang und die Aufnahme durch das italienische Volk in den Städten Italiens und Siziliens habe alle ihre Erwartungen bei weitem übertroffen. Es sei unmöglich, in Worten zu schildern, was sie alles an Schönheiten und Freude in diesen zwölf Tagen im Lande des Duce erlebt hätten. Mit stolzer Freude erfülle es sie, die Gelegenheit und das Glück gehabt zu haben, mit „Kraft durch Freude“ an dieser ersten und einzigartigen Fahrt teilzunehmen. md Münster, 25. Nov. Von der Regierung. Polizeipräsident z. D. Neubaur aus Gleiwitz ist der Regierung Münster zur Beschäftigung überwiesen worden.— Kreisschulrat Lohbe in Ahaus ist vom 21. Dezember 1937 bis einschließlich 4. Januar 1938 beurlaubt. Seine Vertretung wird von Kreisschulrat Dr. Knops in Münster wahrgenommen. md Haltern, 25. Nov. Im Dienst ködlich verunglückt. Vergangene Nacht ereignete sich auf dem Halterner Bahnhof ein schwerer Unglücksfall. Der Bahnbeamte H. Fesseling geriet während des Rangierens beim Abspringen so unglücklich unter einen fahrenden Wagen, daß ihm das lincke Bein oberhalb des Knies glatt abgefahren wurde. Der Schwerverletzte wurde ins Halterner Krankenhaus gebracht, wo er kurze Zeit später seinen Verletzungen erlag. rwd Herten, 25. Nov. Durch eigene Schuld zu Tode gekommen. Am Mittwochmittag fuhr in Scherlebeck an einer Straßenkreuzung die Lehrerin Maria Große=Entrup aus Recklinghausen mit ihrem Kleinkraftrad gegen einen die Kreuzung passierenden Personenkraftwagen. Die Lehrerin wurde auf der Stelle getötet. Die Schuld trägt die Lehrerin, da sie, soweit die Feststellungen ergeben haben, die falsche Straßenseite befuhr. Das Kleinkraftrad wurde vollständig zertrümmert. Wewelsberg, 25. Nov. Schmutzfinken an Stätte der Verehrung. Die alte und viel von Heimatfreunden aufgesuchte Kapelle nahe des Gutes Böddeken wurde am 22. August dieses Jahres das Angriffsziel zweier Schmutzfinden. Der 24 Jahre alte Joh. Ha aus Dortmund und der 24 Jahre alte Joh. Sch. aus Dorsten waren hier als Erntehelfer beschäftigt gewesen, als sie an diesem fraglichen Sonntagabend noch mit anderen auf dem Gute Beschäftigten einen Spaziergang zur Kapelle und zu dem alten Familienfriedhof der Mallinckrodts machten. Beide glaubten, sich einmal hervortun zu müssen, und zeigten dann aber einen Zug von niedriger Gesinnung, indem sie Heiligenbilder, die am Eingang der Kapelle angebracht sind, mit Straßenkot bewarfen. Ha. ließ seine Zerstörungswut darüber hinaus noch an einer Bildfigur auf einem Grabmal aus, die er zertrümmerte. Vor dem Schöffengericht in Pader; born wollte keiner der beiden auch nur ein Wort der Erklärung sagen, sondern sie hüllten sich in Stillschweigen. Wie der Staatsanwalt beantragte, wurden auch die Strafen ausgesprochen. Ha. bekam drei Monate Gefängnis, Sch., sechs Wochen. Dabei wurde auch berücksichtigt, vaß beide Angeklagte schon vorbestraft sind.(„West. Volksbl.“) md Erwitte, 25. Nov. Abschiedsabend in der Reichsschulungsburg. Zu einem schönen Abschiedsabend nach zwanzigtägigem Lehrgang vereinten sich gestern abend die 220 Teilnehmer aus allen deutschen Gauen im Speisesaal der Burg. Der Lehrgang umfaßte ausschließlich Ortsgruppenleiter der NSDAP. Ein Teilnehmer aus Essen dankte namens aller Kameraden dem Burgkommandanten Weiß und allen Burgangehörigen für die erwiesene Kameradschaft. Bochum, 25. Nov. Ueber 200 Jahre Bochumer Strangtabak. Die Herstellung von Rauchtabak ist in Bochum schon weit über 200 Jahre gewerbsmäßig betrieben worden. Schon im Jahre 1722 werden in der Bürgerliste sogenannte„Tabakspinner“ aufgeführt. Diese Spinner stellten den weithin bekannten und sehr beliebten Bochumer Strangtabak her. Dieser wurde in langen Strängen gesponnen und vor dem Gebrauch vom Raucher zerschnitten. In früheren Zeiten wurde dieser Tabak mit der Hand gesponnen. Der Verbrauch des Strangtabak ist mit der Zeit zurückgegangen, wohl weil den Leuten das Schneiden zu lästig wurde. Köln, 25. Nov. Zwölf Jahre unter falschem Namen— Aus Furcht vor der früheren Frau. Ein Mann, der es verstanden hat, zwölf Jahre unter falschem Namen zu leben, hatte sich vor dem Solinger Gericht wegen Urkundenfälschung zu verantworten. Kurz nach dem Kriege hatte sich der Mann in Oberschlesien verheiratet. Er verließ jedoch aus Ehezerrüttung seine Frau und kam über Hamburg nach Solingen, wo er unter dem Namen und mit den Papieren eines anderen eine gut bezahlte Stellung fand. In der Verhandlung gab der Angeklagte an, vor seiner Frau geflüchtet zu sein und sich nur den fremden Namen zugelegt zu haben, um ihren Nachstellungen zu entgehen. Das Gericht beurteilte die Sache sehr milde und verhängte gegen den gut beleumundeten Angeklagten eine Geldstrafe von 90 RM. mnd Schüttorf, 25. Nov. Schwerer Keiler angeschossen und verendet. Ein etwa Zentner schwerer Keiler wurde vom Förster Boß im Fürst zu Bentheimschen Revier im benachbarten Suddendorf aufgefunden. Als Fundort wird die sog. Becke angegeben. Der Keiler muß demnach in einem andern Jagdrevier angeschossen worden sein; unverständlicherweise hat man es unterlassen, anliegende Jagdpächter zu benachrichtigen und so ging das begehrte Wildpret der menschlichen Ernährung verloren. md Nordhorn, 25. Nov. Abermals Brand auf Grafschafter Bauernhof— Land= und Gastwirtschaftsgebäude bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Im Hause des Land= und Gastwirts Johann Jonker in der Bauerschaft Höckelkamp= brach nachmittags gegen 5 Uhr Feuer aus. Es setzte in kürzester Zeit die auf dem Boden lagernden Vorräte an Heu und Stroh in Brand. Die wütenden Flammen fanden darin reiche Nahrung: sie drohten bald alles zu verzehren. Glücklicherweise blieb soviel Zeit, um das gesamte Vieh und das Inventar retten zu können. Das Wohnhaus, in dem sich auch die Stallungen befanden, brannte in wenigen Stunden bis auf die Grundmauern nieder. Nr. 322 Erstes Beiblatt dd Mailand, 25. Nov. Im Gummiruderboot auf Weltreise. Zwei junge Deutsche, der 28jährige Kapitän Rudolf Werner Knopf und der 25jährige Matrose Hans Poller, haben in einem 3,50 Meter langen Ruderboot aus Gummi von Genua aus eine Weltreise angetreten, die sie nach Austratien führen soll. Ueber Neapel und Messina wollen die kühnen Seefahrer mit ihrem Boot„Sachsenland“ weiter nach Port Said, durch das Rote Meer und aiter Wel. Birtuose Musik im zweiten Städtischen Orchester zu Münster Das zweite Symphoniekonzert des Städtischen Orchesters Münster, das am Dienstagabend in der Stadthalle stattfand, brachte in einem einheitlichen Rahmen ausschließlich virtuose Musik, in deren Mittelpunkt das Konzert für Violine mit Orchester in-dur von Peter Tschaikowsky, das einzige Violinkonzert des Meisters, stand, das an den Solisten wie auch an das Orchester höchste technische Anforderungen stellt, so daß es, 1877 geschrieben, zunächst für unaufführbar gehalten wurde. In dem dreiteiligen Werk kommt die doppelte Seite des slavischen Wesens, das Temperament und schwermütige Verhaltenheit, deutlich zum Ausdruck. Die erst 17jährige Argentinierin Guila Bustabo spielte seelenvoll und mit ausgesprochenem usikantischen Feingefühl die Solovioline und meiVir ische die Begeisterung der Zuhörer sich Luft machte. Zum Schluß wurde Guila Bustabo immer wieder hervorgerufen. Generalmusikdirektor Hans Rosbaud dirigierte das verstärkte Städtische Orchester mit lebhafter Beschwingtheit und sicherte zusammen mit der Solistin dem Violinkonzert einen sehr starken Publikumserfolg. Weiter brachte der Abend die symphonische Dichtung„Die Moldau“ von Friedrich Smetana, eine Programmmusik, die den Fluß Moldau auf seinem Wege vom Entspringen aus zwei Quellen bis zum majestätischen, gewaltigen Strom ins Klangliche übersetzt und verherrlicht, und die sympohnische Dichtung, op. 35,„Scheherazade“ von Nicolai Rimsky=Korsakow, eine Suite nach Märchen aus„Tausend und eine Nacht“ mit blühenden effektvollen Orchesterfarben, die von Rosbaud temperamentvoll gezeichnet wurden. Zu nennen ist auch das Orchester, das herrlich musizierte. W. 1! München, 25. Nov. Allmenkationsklagen mit ausgeliehenen Kindern. Wie das„Münchener Abendblatt" berichtet, betrieb die Hebamme Milica Topic ein recht einträgliches Geschäft. Junge Mädchen, die in geldlicher Verlegenheit waren, gaben irgendeinen wohlhabenden Mann als Vater an. Frau Topic lieh sich von ärmeren Familien Kinder aus, die dem Gericht als Kinder der betreffenden jungen Mädchen vorgeführt wurden. Es wurde daraufhin die Alimentenklage gegen wohlhabende Männer gewonnen. Die für das Kind gezahlten Alimente teilten sich die betreffenden jungen Mädchen mit Frau Topic und der Familie, welche die Kinder leihweise hergab. Ein zu Unrecht zu Alimenten verurteilter wohlhabender Landbesitzer spürte diesen Dingen nach und fand die Lösung des Rätsels. Die Ermittlung ergab, daß 17 Männer zu Unrecht Alimente zahlten. Die Gewähr für die Richtigkeit muß dem „Münchener Abendblatt" überlassen werden. dd Augsburg, 25. Nov. 104 Jahre alt. Am 25. November feiert Frau Viktoria Meyer in Markt Rettenbach ihren 104. Geburtstag. Damit wird sie wohl die älteste Bewohnerin Schwabens sein. Die Jubilarin ist noch von bewundernswerter Rüstigkeit und Gesundheit. dd Bad Reichenhall, 25. Nov. Kraftwagen fährt in eine Gruppe von Knaben. Hier wurde eine Gruppe von Knaben, die einen kleinen Leiterwagen vor sich herschoben, in Hammerau von von einem nachfolgenden Personenkraftwagen angefahren, eine Strecke von etwa 20 Meter weit geschleift und auf die linke Straßenseite geschleudert. Der 13 Jahre alte Gärtnereibesitzerssohn Johann Bräu aus Feldkirchen wurde sofort getötet, der gleichaltrige Landwirtssohn Hermann Hogger so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Ein dritter Knabe kam mit leichteren Verletzungen davon. Der Unfall ereignete. sich auf freier Strecke. — Königsberg, 25. Nov. Schlechtes Gewissen! Die Handwerkskammer in Neidenburg erhielt von einem Handwerker aus dem Ruhrgebiet einen Brief, daß er im Jahre 1922 dort die Gesellenprüfung mit einem von einem anderen hergestellten Gesellenstück abgelegt habe. Das Gewissen habe ihm seitdem keine Ruhe gelassen, und er wolle sich jetzt entlasten. Da der Betreffende inzwischen ein tüchtiger Fachmann geworden ist, verzieh die Kammer dem reuigen Sünder. :: Warschau, 25. Nov. Sie wurde 119 Jahre alt. In Warschau starb eine Frau Anna Stahl im Alter von 119 Jahren. Sie war 1817 geboren, war geistig rege und körperlich beweglich bis in die letzten Tage und brauchte noch nicht einnial eine Brille, sie hatte ein besonders gutes Gedächtnis und konnte sich auf weitzurückliegende Ereignisse in allen Einzelheiten noch besinnen. Zeitungen las sie in den letzten Jahren nicht mehr, um sich nicht aufzuregen; denn sie stand auf dem Standpunkt, daß die Welt im allgemeinen und die Menschen im besonderen immer schlechter würden. — Warschau, 25. Nov. Mädchenhändler im DZug entlarvt.— Vier Tänzerinnen als Opfer. Der polnischen Polizei, die erst vor wenigen Tagen zwei Mädchenhändler verhaften konnte, ist jetzt die Aushebung einer großzügig organisierten Mädchenhändlerbande gelungen. In einem Abteil zweiter Klasse des Zuges Warschau—Wilna waren einem Kriminalbeamten vier junge Mädchen aufgefallen, mit denen sich wiederholt ein Mann aus dem benachbarten Abteil unterhielt. Dem Kriminalbeamten gelang es, festzustellen, daß es sich bei diesem elegant gekleideten Mann um einen berüchtigten Verbrecher handelte, der bereits mehrfach wegen Mädchenhandels vorbestraft war. Er ließ ihn auf der nächsten Eisenbahnstation festnehmen und zusammen mit den vier Mädchen auf das Polizeirevier führen. Wie sich herausstellte, hatte der Verbrecher die vier Mädchen, die kurz zuvor ihre Anstellung als Tänzerinnen in einem Lodzer Nachtlokal verloren hatten, veranlaßt, mit ihm nach Wilna zu fahren, da er ihnen dort neue Stellungen als Statistinnen in einem Filmatelier besorgen könne. In Wirklichkeit sollten die vier Opfer durch Mitglieder der Bande von Wilna aus über Lettland und Litauen nach Südamerika verschleppt werden. Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei handelt es sich bei dem verhafteten Mädchenhändler um ein Mitglied einer weit verzweigten Mädchenhändlerbande. Die Polizei konnte weitere Beteiligte verhaften, doch scheint einigen die Flucht über die Grenze gelungen zu sein dd Lodz, 25. Nov. Sechs Personen auf der Jahrt zur Hochzeil vom Zuge getötet. An einem Bahnübergang in Pabianice wurde ein mit sechs Personen besetztes Fuhrwerk vom Zuge erfaßt Das Fuhrwerk war auf dem Wege zu einer Hochzeitsfeier. Vier Personen waren sofort tot, die beiden anderen starben nach kurzer Zeit. Auch das Fuhrwerk wurde, gänzlich zertrümmert. An diesem Ueberwege sind schon wiederholt ähnliche Unfälle vorgekommen. dd Lodz, 25. Nov. Millionärstochter begehl Selbstmord. Die 17jährige Gymnasialschülerin Zula Sojka, Tochter eines hiesigen Millionärs, besuchte ihre Schneiderin. Dort übergab sie dem Dienstmädchen zwei Briefe an eine Freundin und an die Mutter und sprang dann aus dem dritten Stockwerk auf die Straße. Sie war sofort tot. dd Riga, 25. Nov. Telephondrähle als Lebensretter. Anläßlich des lettländischen Staatsfeiertages hatte die Dünaburger Ortskrankenkasse Festschmuck und Beleuchtungsanlagen in ihrem Gebäude angebracht. Am folgenden Tage, beim Abnehmen der Beleuchtungsanlagen, glitt der Hausmeister der Krankenkasse vom Fensterbrett des dritten Stockwerkes aus und stürzte auf die Straße hinab. Vom sichereren Tode bewahrte ihn nur ein merkwürdiger Zufall. Er wurde von den Dräh: ten einer Telephonleitung aufgefangen. Es gelang dem Hausmeister, die Drähte mit den Händen zu fassen; wenn auch drei Drähte rissen, so hielten dennoch zwei. Der Unfall wurde nicht sofort bemerkt. Zehn Minuten lang mußte der Unglückliche in schwindelnder Höhe in den Telephondrahten hängen, bis eine Leiter herangeholt und er aus seiner ungemütlichen Lage befreit wurde. Bis auf Verletzungen an den Händen ist der Hausmeister lediglich mit dem Schrecken davongekommen. — London, 25. Nov. Der Geiger des Zaren.— Beim Spiel im Hotel vom Herzschlag getroffen. Der volkstümliche Violinist Emilio Colombo, Italiener von Geburt, der häufig im britischen Rundfunk Proben seiner Kunst gab, brach gestern abend, während er in einem großen Londoner Hotel spielte, mitten im Spiel zusammen. Ein schnell herbeigerufener Arzt konnte nur noch den Tod infolge Herzschlags feststellen. Früher war er Soloviolinist des von den Bolschewisten ermordeten russischen Zaren, als der er u. a auch für Rasputin spielte. — London, 25. Nov. Ein seiner Bruder! In dem Städtchen Redcar in der Grafschaft York'hire erschien bei einer jungen Frau der Beauftragte eines Beerdigungsinstituts und erklärte, er solle die Leiche abholen. Die Frau erlitt einen Nervenschock, als sie hörte, daß es sich um ihre eigene Leiche handelte. Später stellte sich heraus, daß der eigene Bruder der Frau dem Leichenbestatter den„Tod“ seiner Schwester gemeldet hatte und 40 RM Provision für den Beerdigungsauftrag ver'angte die er auch ausgezahlt erhielt. Er mußte seine Niedertracht mit zwei Monaten Gefängnis büßen. — London. 25. Nov. Der allzu sichere Freiersmann. Ein findiger Reporter hatte auf einem Londoner Standesamt das Aufgebot des Brigadegener#als Cecil Wray, des früheren Stallmeisters des Herzogs von Connaught, mit der 37jährigen Miß Dorotyy Bryant gelesen, worauf sein Blatt die Notiz mit der Ueberschrift„73jähriger Brigadegeneral willheiraten“ brachte Als am anderen Morgen die Freunde und Bekannten von Miß Bryant erschienen, um ihr zu gratulieren, stellte sich heraus, daß die glückliche Braut gar nichts von einer Verlobung. nicht einmal von den Heiratsabsichten des Mannes wußte, der das Aufgebot mit ihr bestellt hatte. Darauf ließ Miß Bryant in der Presse erklären, daß niemals auch nur mit einem Wort von einer Verlodung die Rede war.„General Wray ist ein alter Freund meines Vaters. Seit dessen Tod vor zehn Jahren hat er mich beraten und mir in vielen Dingen nützliche Hilfe geleistet. Seine Freundschaft und seinen Rat schätze ich außerordentlich, aber eine Heirat kommt nicht in Frage. General Wray erklärt seinerseits, die Angelegenheit sei ein Mißverständnis Er habe gehofft, in den drei Monaten, die das Aufgebot aushängt, Gelegenheit zu finden, die Sache zu arrangieren. Er schrieb Miß Bryant eine kurze Notiz, in der er bedauert, ihr Ungelegenheiten bereitet zu haben, und reiste sofort ins Ausland. über den Indischen Ozean nach Sidney rudern. — Alhen, 23. Nov. Vom Ehemann an den Windmühlenflügel gebunden. In einem griechischen Dorf ertappte ein bejahrter Müller, der ein sehr junges und schönes Mädchen geheiratet hatte, seine Frau in den Armen ihres heimlichen Geliebten. Ee gelang ihm, die beiden zu überwältigen und zu fesseln. Dann band er sie an je einen Windmühlenflügel und setzte nunmehr die Mühle in Bewegung. Da ein starker Sturm herrschte, bewegten sich die Flügel außerordentlich schnell. Am andern gen entdeckten Dorfbewohner die beide Personen an den Windmühlenflügeln. Als man die Mühle anhielt, war der junge Mann bereits tot, die Frau dagegen sehr erschöpft, aber noch kräftig genug, so daß sie sich zu einem nahen Felsen schleppen kongte, von dem sie sich in einem unbewachten Augenolick herabstürzte. Der Müller hatte inzwischen die Flucht ergriffen. — Athen, 22. Nov. Wein nach Belieben. Für Weintrinker haben einige griechische Gastwirte in Athen ein originelles„Hohlmaß“ erfunden— das Stundenmaß. Jeder Gast kann innerhalb einer Stunde soviel Wein trinken, wie er will, aber er muß je Stunde 10 Drachmen(etwa 24 Rpf.) zahlen, während bisher jedes Liter 10 Drachmen kostete. Verfehlt wäre jedoch die Annahme, daß die freundeichen Gaststätten, wo man Wein nach Herzenslust trinken kann, von weinseligen Zechern würden. Es hat sich nämlich gezeigt, daß jetzt die Gäste im Durchschnitt auch nicht mehr als einen Liter in der Stunde trinken können. — Neuyork, 22 Nov. Ein amerikanischer Chemiker hat einen Geruchsstoff hergestellt, der an den Geruch des Stinktieres erinnert. Dieser Ge ruchsstoff soll in Bergwerken zukünftig als Warnung bei Feuerausbruch benutzt werden, denn man hält ihn für bedeutend sicherer und schneller wirksam als Glockenzeichen oder Lichtsignale. dub Neuyork, 22. Nov. Großrazzia in USA. gegen Rauschgifthändler— Drei Rauschgiftkartelle gesprengt— Jahlreiche Verhaftungen. Die Beamten des Bundesbüros zur Unterdrückung gesetzwidrigen Rauschgifthandels unternahmen Freitag nacht gleichzeitig im Chinesenviertel Neuyorks, in Chikago, San Francisco und anderen Städten große Razzien., Mi# Als Erfolge des Kesseltreibens wird die Sprengung von drei großen Rauschgiftrartellen mitgeteilt, die das ganze Land umspannten; darunter war ein chinesisches. Der Jahresabsatz dieser Kartelle betrug 500 000 bis 750 000 Dollar. Das Kesseltreiben fand sowohl in den dumpfen Oplumhöhlen der Chinesenstadt als auch in vornehm eingerichteten Chinesenklubs, in Privatwohnungen und Restaurants statt. Zahlreiche Personen wurden verhaftet, darunter 17 Importeure und Großhändler. — Neuyork. 25. Nov Geheimzeichen unterm Ilügel. In der Nähe der amerikanischen Autostadt Detroit verschwanden in der letzten Zeit aus den Ställen der Geflügelhalter nachts Hühner. Nur wenige der Diebe konnten gefaßt werden, es waren in allen Fällen Neger. Nun hat die Polizei ein Mittel herausgefunden, bei allem Geflügel, das zum Verkauf angeboten wird, mit Sicherheit festzustellen, ob es gestohlen ist. Sie hat nämlich den Farmern Anweisung gegeben, ihr Geflügel mit einem Geheimzeichen unter einem Fügel zu kennzeichnen. Durch diesen Trick sind schon mehrere Neger als Diebe festgestellt worden, und die Geflügeldiebstähle lassen nach. vom Tage — Blumensprache.„Degenmeyer hat eben bei mir einen Pumpversuch durch die Blume gemacht!“ —„Und was hast du getan?“—„Ich habe ihn in der Knospe ersticktz..„g41 Ler Samen! — Trinkspruch.„Auf das Wohl der Damen! Ihre Augen entfachen das einzige Feuer, das wir nicht löschen können und gegen das es keine Versicherung gibt!“ Wetterbericht Vorübergehende Beruhigung Mit dem Uebergreifen des nordatlantischen Hochs auf Westdeutschland tritt teils durch Absinken, teils durch Zufuhr eine Erwärmung der Luftschichten ein. Es wird daher kaum zur Bildung von Niederschlägen kommen. Vorübergehend wird nur stärkere Bewölkung auftreten, In den Nachtstunden besteht bei Aufklaren immer noch Bodenfrostgefahr. Die Störungstätigkeit über Island bedingt aber weiterhin Unbeständigkeit für West= und MittelVarhersage für Freitag: Bei schwachen Winden um Nord wechselnde Bewölkung, nur zeitweise geringe Niederschlagsneigung Temperaturen ohne Aenderung. Samstag: Auf West zurückdreyende Winde, wieder zunehmende Bewölkung und Nebel, keine nennenswerten Niederschläge, geringer Temveratrantten. Faniennachriasten Geboren: Ein Sohn: Wilhelm Steinkrüger und Frau Lotte, geb Lichtenberg, Bielefeld; eine Tochter: Dr. Bernd Mertens und Frau Margarete, geb. Stedtfeld, Lippstadt.,. Sr4st9 6ei. Verlobt:„Antine Rüller und Archtert Heinrich Humberg, Münster. Vermähl!: Josef Holtkamp und Frau Margret, geb. Hesselbrock, Wanne=Eickel und Münster; Bernhurd Grabenmeier und Frau Anneliese, ged. Busch, Münster und Dortmund=Derne; Fritz Reisenweber und Frau Toni, geb Wilmesmeier, Lippstadt; Wilheim Mork und Frau Käte geb. Brusis Hamm. Gestorden: Klara Klevermann, 52 Jahre. Albersloh; Wilhelm Niediek, 41 Jahre. Senne I: Gertrud Wulf, 19 Jahre. Hamm; Schneidermeister Anton Bade, 70 Jahre Padervorn; Frau Theodora Wiedemann, geb. Pähler, 77 Jahre, Münster: Gärtner Hch. Keller, 85 Jahre. Nienberge; Kanonier Antonius Wulfert. Münster; Landwirt Heinrich Zumbusch, 62 Jahre, Münster. A Alles für Paris! Um für die Fußball=Weltmeisterschaften, die vom 4. bis 19. Juni auf französischem Boden stattfinden werden, gerüstet zu sein, trägt unsere Nationalmannschaft im Frühjahr des nächsten Jahres eine ganze Anzahl von Ländersvielen aus. Als letzte Generalprobe ist dann das Länderspiel gegen Englands Profis ausersehen. Der Spielplan sieht folgendes umsangreiches Länderspielprogramm für die Pariser Weltmeisterschaft vor: 6. Februar: Deutschland— Schweiz in Köln, 20. März: Deutschland— Ungarn in Nürnberg. 20. März: Deutschland— Luxemburg in Luxemburg. 24. April: Deutschland— Portugal in Frankfurt. 14. Mai: Deutschland— England im Olympiastadion. Im Hockey-Stadion des Berliner Reichssportfeldes wird Sonntag das Endspiel um den diesjährigen Silberschild-Wettbewerb der Hockey-Gaumannschaften zwischen den Vertretern Brandenburgs und der Nordmark ausgetragen. Die Brandenburger, die bisher elfmal den Schild gewinnen konnten— davon zehnmal hintereinander—, sind zwar auch für dieses Spiel Javoriten, aber sie werden sich mächtig anstrengen müssen, wenn sie das Dutzend Silberschild-Siege voll machen wollen. ErichSchnarre(Recklinghausen), der in der Amateurboxstaffel Deutschlands für kommende Länderkämpfe berücksichtigt werden sollte, wurde von der Gelbsucht befallen. Der Arzt ist der Ansicht, daß der ausgezeichnete Schwergewichtler kaum vor zwei Monaten wieder in den Ring kann. Schnelligkeit— so und so Als der Amerikaner Peter Fick die 100 m Kraul in 56,4 Sekunden durchschwamm, schuf er eine Leistung, die von der Welt angestaunt wurde. Dabei schaffte er nur 6,4 Kilometer in der Stunde. Schnelligkeit und Schnelligkeit ist nämlich verschieden. Jesse Owens z. B. erreichte bei einer Zeit von 20,3 Sekunden für 200 m 35,5 kmsstd., und der norwegische Eisschnelläufer Hans Engnestangen durchlief 500 m in 42,3 Sekunden, was einem Stundenmittel von 42,6 kmsstd. entspricht. Schneller als der Mensch sind die Pferde, aber sie werden geschlagen, sobald sich der Mensch mechanischer Hilfsmittel bedient. Ein Joseph Scherens erreicht im Spurt des Fliegerkampfes schon 62.5 kmistd., während der Engländer McEvoy mit dem Bobschlitten auf 76,3 kmsstd. kam. Ungewöhnlich schnell auf eigenen Beinen war der Oesterreicher Leo Gasperl, der beim St.=Moritzer=Kilometerlancé 136 kmistd.— allerdings am Steilhang— auf Spezial=Schibrettern fuhr, damit war er etwas langsamer als Georges Paillard(Frankreich), der hinter Motorführung auf dem Rad ein Stundenmittel von 137,3 km erreichte. Eine gewaltige Steigerung der Geschwindigkeit brachte die Schaffung des Motors und mit ihm der Bau von Motorbooten, Motorrädern. Rennwagen und Flugzeugen. Sir Malcolm Campbeil erreichte mit dem Motorboot 203,3 kmsstd., während der Italiener Varuffi 274.3 kmsstd. auf dem Motorrad erreichte. Fast doppelt so schnell war der Engländer Eyston mit seinem Ueberrennwagen, mit dem er 502,4 kmistd. fuhr. Aber die Flieger sind noch schneller. Mit einem Landflugzeug schaffte der Deutsche Dr. Wurster 611 kmsstd., und diese Geschwindigkeit wird nur noch von dem italienischen Lt. Agello übertroffen, der 709.2 kmsstd. mit einem Wasserflugzeug schaffte. Gewaltige Leistungen— aber sie wurden nurauf verhältnismäßig kurzen Strecken geschaffen. Deshalb muß man die 504,09 kmsstd., die ein deutsches Heinkelflugzeug mit 1000 kg Nutzlast über eine Strecke vom 1000 km aufstellte, wobei selbst die Bestleistung ohne Nutzlast übertroffen wurde, noch besonders hervorheben. Schalke bei Westfalia Herne Borussia Dortmund muß zur SVgg. Herken Der letzte Novembersonntag bringt in der westfälischen Fußball=Gauklasse nur zwei PunkteKämpfe, die aber beide von großer Bedeutung sein können. Schalke 04 hat nämlich bei der Herner Westfalia eine recht schwierige Kraftprobe zu bestehen. Die ganz ausgezeichnete Herner Hintermannschaft wird den Schalker Stürmern das Toreschießen nicht leicht machen, und so wäre es keine allzu große Ueberraschung, wenn die Partie am Schloß Strünkede, mit einem Unentschieden enden würde. Allerdings müßte sich dann auch der Herner Angriff einmal zu einex großen Leistung aufrafsen, an die wir aber noch nicht recht glauben. In dem wahrscheinlichen Fall eines Sieges würde Schalke 04 bereits auf den dritten oder gar zweiten Tabellenplatz vorrücken. Das wird aber davon abhängen, wie sich die Dortmunder Borufsia mit der SVag Herten schlägt. Am Katzenbusch werden für die Lenz=Leute die Punkte recht hoch hängen, zumal da die Hertener letzthin in Gelsenkirchen trotz der:=Niederlage gut zu gefallen wußten. Immerhin nehmen die Dortmunder aber eine klare Favoritenstellung ein. Ein Sieg könnte ihnen außerdem bei der zu erwartenden Niederlage der Herner Westfalia die Tabellenführung bringen. Wir schätzen, daß nach den zwei Treffen des Sonntags die Rangfolge an der Spitze Borussia Dortmund— Westfala Herne— Schalke 04 lauten wird. Verliert dagegen Borussia Dortmund in Herten, bleibt Westfalia Herne vor Schalke 04 in Führung. Daß alles beim alten bleibt, ist ebenfalls möglich, dann müßte allerdings Westfalia Herne mindestens einen Punkt erobern. Man darf also auf den Ausgang dieser beiden Kräftevergleiche mit Recht gespannt sein. Ein vielversprechendes Geseltschaftsspiel geht in Essen in Szene. Der Niederrhein=Tabellenführer Schwarz=Weiß hat die Bochumer Germanen zu Gast, deren gutes technisches Können aber kaum ausreichen sollte, um zu einem Siege über die starke Essener Vertretung zu kommen. Gevelsberg gegen Dortmund Volles Programm in Westfalens Handball-Gauklasse Nach längerer Zeit ist in der westfälischen Handballgauklasse das Meisterschaftsprogramm mit fünf Begegnungen einmal wieder vollständig. Allerdings ist die Auseinandersetzung zwischen Westfalia Somborn und Arminia Bielefeid bereits ein Rückspiel, das die Dortmunder Vorstädter klar für sich entscheiden sollten. Das Ereignis des Sonntags ist jedoch das erste Zusammentreffen zwischen Sportring Gevelsbera und Eintracht Dortmund, den beiden an der Spitze stehenden Mannschaften. Beide weisen zwei Verlustpunkte auf, die sich die Südwestfalen in Gelsenkirchen zuzogen, während die Dortmunder eine unerwartete Schlappe beim MSV Münster erlitten. Das reifere Spiel zeigten bislang die Eintrachtler, doch überraschten die Geveisberger gerade auf eigenem Platz durch eine Reihe von zahlenmäßig recht deutlichen Siegen. Trotzdem glauben wir an einen knappen Erfolg der Dortmunder, deren Gesamtleistung in guter Tagesform etwas besser als die der Sportringmannschaft sein sollte. Schalke 04 hat den TuS Holsterhausen zu Gast und wird sich gewaltig strecken müssen, wenn es gegen die guten Wanne=Eickeler zu einem Sieg langen soll. Eine Niederlage der Gastgeber würde gar nicht einmal überraschen, sondern nur bedeuten, daß Holsterhausen mit Recht in Vorderfeld der Tabelle steht. Sehr schwer wird es der wieder erstarkte MSV Hindenburg Minden beim TB Spenge haben. Auf eigenem Platz haben die Spenger Turner nur selten verloren. Trotzdem rechnen wir mit einem erfolgreichen Abschneiden der Pioniere, die sich immer noch Hoffnungen auf eine erfolgreiche Verteidigung des Gaumeistertitets machen. Der fünfte Kampf führt den MSV Münster und DSC Hagen zusammen. Verschiedentlich schon zeigten die Soldaten„zu Hause“ eine außerordentlich gute Leistung, um dann auswärts wieder zu enttäuschen. Die Aussichten, diesen Kampf zu gewinnen scheinen demnach verteilt zu sein. Beide Mannschaften, übrigens„Nachbarn“ in der Tabelle, können die Punkte noch sehr nötig gebrauchen. Für wen reiten unsere Jockey: 1938! Die Rennzeit des Jahres 1937 ist im allgemeinen zu Ende, nur in Karlshorst und auf westdeutschen Bahnen gibt es noch„kleinere Gefechte". Für das neue Jahr ist schon alles gründlich vorbereitet, die großen Ställe haben ihren Schlachtplan fertig und sich die nötigen Kräfte an Trainern und Reitern gesichert. Große Veränderungen haben sich dabei nicht ergeben, ein Zeichen, daß man mit den Erfolgen zufrieden war Nicht alle unsere Berufsreiter bekleiden feste Stellungen, ein großer Teil ist darauf angewiesen,„free lance" zu reiten, d. h. sie werden nur von Fall zu Fall beschäftigt. Die Schaffung einer Verdienstmöglichkeit für diese Reiter ist schon seit Jahren eine Notwendigkeit De bisher bekannten Jockey=Verpflichtungen für 1938 sind. Gestüt Schlenderhan: G Streit, H. Berndt; Stall Hahnenhof(R. Haniel): E. Huquenin; Gestüt Erlenhof: K. Visek, W. Lacina; Stall P. Mülhens: W. Printen, I. Starosta, R Kaiser, F. Müller; Hauptgestüt Graditz: H. Zehmisch, W. Höllein; Gestüt Waldfried: W. Held, A. Ebert: Gestüt Ebbesloh: O. Schmidt, R. Zachmeier, W. Kussatz; Trainer A. Horalek: G. Zuber, I Svehla; Trainer A. v. Negelein: I. Rastenberger, F. Steuding; Stall W. Bresges: E. Böhlke: Gestüt Mydling= hoven: I. Vinzenz; Trainer Alb. Schläfke: E. Stolz, F. Borrack, G. Zade; Trainer O. v. Mitzlaff: R. Flieth, E. Biessey; Stall Rösler: Max Schmidt, H. Hiller, R. Naumann, O. Dreißig; Trainer Ch. GooBeckum gegen Arminia! bedeutendste Treffen des Sonntags— Die zweite Serie beginnt Mit 28 Spielen steht uns am kommenden Sonntag wieder ein Großkampftag in der westfälischen Fußballbezirksklasse bevor. Während in den Gruppen Minden und Dortmund noch Spiele der ersten Serie erledigt worden müssen, beginnen in vier Gruppen bereits die Kämpfe der zweiten Serie. In der Gruppe Siegerland herrscht vollkommene Spielruhe. War der Kampf um die Punkte ind er ersten Serie schon zeitweilig sehr hart, so ist für die zweite Serie eine Verschärfung zu erwarten, geht es doch bei dem einen Teil der Vereine um die Berechtigung, an den Aufstiegspielen zur Gauklasse teilzunehmen, bei den andern Vereinen darum, den Verbleib in der Bezirksklasse zu sichern. Fünf Treffen werden in der Gruppe Dortmund abgewickelt. Union Recklinghausen muß pausieren. Zwischen den beiden punktegleichen Vereinen Alemannia Dortmund und Viktoria Recklinghausen dürfte es zu einer scharfen Auseinandersetzung um den zweiten Platz in der Tabelle kommen. Auf Grund des Platzvorteils solite den Dortmundern ein knapper Sieg möglich sein. Die Sportgemeinschaft Mengede hat BV Brambauer zu Gast. Wir geben den Mengedern die größere Chance. Auch im dritten Treffen, TB Eickel gegen den Hörder SC, sollte es zu einem Sieg des Gastoebers kommen. In den beiden restlichen Treffen zwischen BfL Altenbögge und Unna 08 und zwischen Sus Ahlen gegen Sportfreunde Dortmund ist der Ausgang nicht vorherzusagen. Mit Arminia Bielefeld besitzt die Gruppe Minden den einzigen noch ungeschlagenen Verein in der gesamten westfälischen Bezirksklasse. Wenn auch der kommende Sonntag für die Arminen einen schweren Gang zur Spielvereinigung Beckum bringt, sollte doch der Sieger aus dieser Begegnung Arminia Bielefeld heißen. Teutonia Lippstadt muß schon alle Register seines Könnens aufziehen, wenn ein eindeutiger Sieg über Union Herford das Ergebnis sein soll. VfL Geseke macht einen Ausflug zum BfB Bielefeld, der keinen Erfolg verspricht. Die beiden restlichen Treffen zwischen SV Neuhaus und SuS Herford und zwischen Borussia Lippstadt und SBgg Gütersloh sind vollkommen offen. ter: I. Eperjessy, Ch. Cooter jr.: Truiner A. Morawez: Helm. Schmidt, L. Haut. E. Maessig; Gestüt Ravensberg: A Lommatzsch, H. Weber; Gestütshöfe Jsarland: W. Heßler: Trainer I. Cooter: J. Göbl; Trainer P. Seiffert: Ch. Seiffert, A. Seiffert, E. Leisse; Trainer E. Wenzel: H. Wenzel, B. Wenzel; Trainer W. Keroen: H. Maraun, R. Thiele; Trainer F. W. Michaels: A. Ostermann; Trainer F.„Landler. I. Pinter: Trainer A. Ohlmeier: K. Bude, R. Baloun: Trainer W. Palmer: P. Ludwig: Trainer A. Voigt: I. Stangl, H. Knoche; Trainer M. Lücke: Walter Zimmermann; Gestüt Praust: W. Frommann. unsere alten Meister!“ 1. FE Nürnberg und HSB im WHW.-Spiel Im Kampf gegen Hunger und Kälte fehlen auch die deutschen Leibesübungen nicht. Nachdem sich schon vor einigen Wochen die alten„Größen" des Scherens vor Gérardin und Richter Im amtlichen Organ des Deutschen RadfahrerVerbandes„Der Deutsche Radfahrer“ wird eine Rangordnung der an internationalen Rennen beteiligten Berufsflieger veröffentlicht. Die ersten fünf Plätze sind dabei mit 5, 3, 2, 1 und ½ Punkt bewertet. An der Spitze der Liste der Berufsflieger steht Jeff Scherens(Belgien) mit 179 Punkten und 28 Siegen vor dem Franzosen Louis Gérardin mit 162 Punkten und 16 Siegen. An dritter Stelle folgt mit Albert Richter(Köln) der erste Deutsche. Richter errang neun Siege und kam auf 112 P. Die weitere Reihenfolge lautet: 4. Chaillot(Paris) 98., 5. Toni Merkens(Köln) 94½ P.(12 Siege), 6. Arie van Vliet(Amsterdam) 88½., 7. Richard Knudsen(Kopenhagen) 82., 8. Michard (Paris) 78., 9. Falk=Hansen(Kopenhagen) 74½ ., 12. Matthias Engel(Köln) 47 P.(7 Siege), 28. Gustav Kilian(Dortmund) 15 P.(ein Sieg), 30. Lothar Ehmer(Berlin) 12 P.(kein Sieg), 32. Karl Marklewitz(Berlin) 9 P.(kein Sieg). 33. Heinz Vopel(Dortmund) 8 P.(ein Sieg). Der deutsche Stehermeister Adolf Schön wird demnächst auch wieder einmal als Mannschaftsfahrer an den Start gehen. Der Wiesbadener wurde nämlich für das Kopenhagener Sechstagerennen vom 1. bis 7. Dezember verpflichtet. In seinen Gegnern gehören u. a. die Holländer Slaats Pellenaers. 100 Kilometer im 40er Tempo Italien verfügt über einen ausgezeichneten Nachwuchs im Radsport. Nachdem auf der Vigorellibahn in Mailand schon eine Reihe von Rekorden von Amateurfahrern aufgestellt wurde, startete nun auf der Appiobahn in Rom der junge Bahnamateur Carmine Saponetti zum Angriff aus den 100=kmRekord, den erst kürzlich sein Landsmann Plubeilini auf:29,15 gedrückt hatte. Saponetti benötigte :27,44 und erzielte dabei ein Stundenmittel von 40,613 km. Die Bestleistung von Piubellini wurde um 1½ Minute unterboten. Aus dem Kreis Münster des Der DRfL.=Kreisführer Dr. Wagner(Münster) hat soeben wichtige Ernennungen in der Sportführung des Kreises Münster ausgesprochen. Als Unterkreisvertreter des Kreises Beckim=Warendorf wurde Kamerad Theo Jasper in Oelde eingesetzt, als Unterkreisturnwart Kamerad August Busse in Oelde, als Unterkreisfrauenwartin Paula Tophinke in Neubeckum. Die Vereine der Fachämter—14 aus dem. Unterkreis Beckum=Warendorf werden hiermit nochmals an den Lehrgang für Turn=, Sport= und Jugendwarte Sonntag, den 28. November. in Warendorf ermnnert, Beginn Punkt 9 Uhr. Die Kreisführung des DRfL. 1. FC Nürnberg und des Hamburger Sportvereins zusammengetan hatten und sozusagen ein berühmtes Kapitel deutscher Fußballgeschichte wieder aufleben ließen, spielen sie am kommenden Sonntag erneut für das WHW. Im Zabo zu Nürnberg will sich der HSV für die Schlappe im Hinspiel wie in guten alten Zeiten„revanchieren". Es spielen die geschichtlich gewordenen Altmeistermannschaften. Aus dem Westen fahren die Fußballtrainer unserer Großvereine, der Schmidt„Bumbas“ von Schalke, Schorsch Hochgesang und Ludwig Wieder eigens zu dem Spiel in ihre alte Heimat: 1. JCN.: Stuhlfauth; Kugler, Winter: Schmidt, Dr. Kalb, Riegel: Strobel, Popp, Hochgesang, Wieder, Reinmann. HSB.: Martens; Beier, Carlsson: Lang, Mahlmann, Krohn; Kolzen. Ziegenspeck, Harder, Schneider, Rave. Anekdoten um Eichendorff Er glaubt es nicht Ein gewisser Schwarz, gleich Eichendorff einst Geheimer Rat in Königsberg, war als Geizkragen bekannt. Einst wurde auf einem geselligen Abend für eine gemeinsame Ausgabe gesammelt. Es entstand die Frage, ob Schwarz schon gegeben habe. „Ich habe es nicht gesehen, aber ich glaube es“, meinte einer. Schwarz selbst war nicht mehr anwesend. Da bemerkte Eichendorff mit der ihm eigenen heiteren Ironie:„Ich habe es gesehen, aber ich glaube es nicht.“ Gelsenkirchen: Westfalia Buer— Delog Rotthausen VfB Börnig— Schwarz=Gelb Gladbeck Gelsenguß Gelsenkirchen—Union Gelsenkirchen Sportfreunde Gladbeck— BfB Bottrop BV 12 Gelsenkirchen— SV Erle 08 Bochum: SC Dahlls#usen— TG Ehrenjeld Polizei Bochum— Witten 07 Sportgem. Wattenscheid— Westjalia Bochum Witten 92— Tus Bochum Preußen Bochum— MBV Linden Münster: BV Rheine— Rheine 09 Titania Essel— Münster 08 Borussia Rheine— SuS Hüls Sauerland: SVa Herdringen— DSC Hagen SB Hemer 08— Sportring Gevelsberg VfL Schwerte— Schwelm 06 Leider nicht... Zu Eichendorff kam eine begeisterte Frau und meinte, seine Gedichte seien doch unbeschreiblich schön. Seine volksliedhafte Lyrik habe es ihr angetan. Gutmütig, mit geheimem Spott, fragte Eichendorff, welches sie denn für das schönste seiner Lieder halte.„In einem kühlen Grunde“,„O Täler weit, o Höhen" oder welches sonst. Da verriet ihm die Verehrerin treuherzig:„Das allerschönste ist doch„Wem Gott will rechte Gunst erweisen, dem schickt er Geld und läßt ihn reisen".“ Sie war baß erstaunt, als Eichendorff lächelnd erklärte, dieses schöne Gedicht sei leider nicht von ihm. Auch eine Kritik Der spanische Jesuitenpater Pablo Ladrön de Guepara gab 1910 ein Literatur=Nachschlagebuch heraus, dem die folgenden bemerkenswerten Stichproben entnommen sind: Dickens; Engländer, berühmter Romanschriftsteller, der sich von Schändlichkeiten frei hielt. Doch sind einige seiner Liebesgeschichten nicht ganz unbedenklich. Eichendorff: Deutscher Dichter, dem wundervolle Lieder gelangen. Leider verherrlichte er in einem Roman das Leben eines Taugenichtses. Kurz und bündig Eichendorff schrieb anders als die meisten seiner dichtenden Zeitgenossen, einen schlichten Stil. Einer sagte zu ihm:„Hören Sie, wie wunderbar Klopstock einen alltäglichen Vorgang dichterisch verklärt: „Du, der du weniger bist als ich und dennoch mir gleich, nahe dich mir, und befreie mich, dich beugend, von der Last des staubatmenden Kalbfells!" Eichendorff antwortete darauf trocken:„Ja, ja. Aber könnte man nicht klarer und schlichter und darum besser sagen: Johann, zieht mir die Stiefel aus!“ de honsenr se ee Zwei Drittel des Revanchewettkampfes um die Weltmeisterschaft im Schach, der über 30 Partien geht, sind beendet. Dr. Max Euwe, der im Jahre 1935 in hervorragendem Stil den Titel erkämpft hatte, liegt nach den 20 bereits zum Austrag gekommenen Partien immer noch im Rückstand. Aber noch kann sich das Blatt wenden. noch kann der derzeitige Weltmeister aufholen, denn die letzte Partie wird erst am 16. Dezember zu Rottérdam gespielt. Nicht mit Zahlen zu schildern und auch nicht mit Worten zu beschreiben ist die geistige Anstrengung, die ein solcher Kampf für Euwe und Aljechin bedeutet. Und dann wird jeder Zug des Zweikampfes sozusagen, vor der Oeffentlichkeit gemacht. Berichterstatter. Telephone, Telegraphen, der Funk und das Kabel tragen die einzelnen Phasen und Ergebnisse überall hin. So sitzen Euwe und Aljechin in den letzten Wettkampfpartien weiterhin schweigend gegenüber, leise ticken die Schachuhren. bis auch der letzte Zug vollendet ist. Und soeben ist dem klassischen Schachspiel indischen Ursprungs, das als edelstes Geistesspiel jahrhundertelang seine beherrschende Stellung behauptete ein ebenbürtiger Bruder deutscher Prägung und in zeitgemäßer Gestaltung zur Seite getreten: das Wehr=Schachspiel. Hierüber werden wir unsern Lesern in Kürze berichten können. Dunkles Brot und Vollkornbrot sind nicht allein aus ernährungspolitischen, sondern auch aus gesundheitlichen Gründen zu bevorzugen. Aus diesem Grunde wird auch beim Militär von jeher dunkles Brot bevorzugt. Ahlener Donnerstag, di Windrichtung: Nord Stärke:—2 Sekun niederschlag: Frei. Temperatur: Minim Luftfeuchtigkeit: 79 Luftdruck: 767 Milli milllere Tggestemg Filmi für nig) Auf Veran werden auch in diese arbeit der Gaufilmf führungen des Wh Lichtspieltheaterbestt für die vom Winter! sen durchgeführt. die heute noch nicht Einkommen den B finanzieren, erhalt Filmschaffen unsere mehr als 500 Vera theatern des Gaue vom WHW. betreu den. Die ersten 10 Gaugebiet, in dener den, werden vom Jahres stattfinden Februar und Mär Bei dieser Geleg berichten, daß im v# salen=Nord mit de Rahmen dieser Akt Gaue des Reiches Glüc Ein Kind gerät und Ahlen. Ein folgen beinahe Donnerstag denmauer und No Lastkraftwagen beft ein Kind vom Bürg von dem schweren den geworfen wurk den Wagen zu liegtötet worden, wenn wärtig den Wagen bracht hätte, so daß von den schweren kroch unverletzt ur Schreck fuhr allen war wirklich Glück Kohlen-, KoksAus der folgend Ergebnisse über Ge Kohle, Koks und B bis 20. Nov. 1937 Neben der Gesamt die auf einen Arbgeben, wobei zu b Sonntags gearbeit 2 .11.—13.11. 6 14. 11.—20.11. ) Trotz der an nur durch 6 bzw. hett E heessen. Im S den Partei= und? redner Alfred Jäg penleiters hieß O schienenen und v willkommen. In terte der Redner rechnete mit den Erfolge der BewBesserung auf all vielen Volksgenos käme, daß es e Volksgenossen s4 Partei, wie Vierj Beachtung. Die die Lauen und 3 zumachen für die Redner schilder Deutschland seie seinem Boden er straffen Führung den Zerfall gekä in Deutschland g hört, ihren Schlo land erwache.“ Große und Erh materielle Nöte einen Umbruch d Aus einem Ve mehr ein Volk Freitag, den 26. November 1937 DIEGLOCKE Nr. 322 Zweites Beiblatt Taure Sece Ued IanlesTeittab Ahlener Wettermeldung Donnerstag, den 25. November 1937 Windrichtung: Nordwest. Stärke:—2 Sekundenmeler. niederschlag: Frei. Temperatur: Minimum 0, Maximum 5 Grad. Luftfeuchtigkeit: 79 Prozent. Luftdruck: 767 Millimeter. Mittlere Tagestemperatur am 24. Nov.:.7 Grad. Filmvorführungen für WHW.-Betreute nig) Auf Veranlassung der Reichsfilmkammer werden auch in diesem Jahr wieder in Zusammenarbeit der Gaufilmstellen der NSDAP., der Gauführungen des WHW., der Filmverleiher und der Lichtspfeltheaterbesitzer Freivorstellungen für die vom Winterhilfswerk betreuten Volksgenossen durchgeführt. Zahllose deutsche Volksgenossen, die heute noch nicht in der Lage sind. aus Einkommen den Besuch von Lichtspieltheatern zu sinanzieren, erhalten so Gelegenheit, an dem Filmschaffen unserer Zeit Anteil zu nehmen. In mehr als 500 Veranstaltungen in allen Lichtspieltheatern des Gaues Westfalen=Nord werden die vom WHW. betreuten Volksgenossen erfaßt werden. Die ersten 100 Veranstaltungen in unserm Gaugebiet, in denen die besten Filme gezeigt werden, werden vom 12. bis 19. Dezember dieses Zahres stattfinden und in den Monaten Januar, Februar und März werden die übrigen folgen. Bei dieser Gelegenheit können wir mit Stolz berichten, daß im vergangenen Jahr der Gau Westsalen=Nord mit der Zahl der Vorführungen im Rahmen dieser Aktion an der Spitze aller andern Gaue des Reiches stand. Glück im Unglück Ein Kind gerät unter einen Lastkraftwagen und bleibt unverletzt Ahlen. Ein folgenschwerer Verkehrsunfall hätte sich beinahe Donnerstag morgen auf der Kreuzung Nordenmauer und Nordstraße ereignet. Ein hiesiger Lastkraftwagen befuhr die Nordstraße, als plötzlich ein Kind vom Bürgersteig auf die Fahrbahn lief und von dem schweren Lastkraftwagen erfaßt und zu Boden geworfen wurde. Das Kind kam hierbei unter den Wagen zu liegen und wäre überfahren und getötet worden, wenn nicht der Fahrer geistesgegenwärtig den Wagen auf der Stelle zum Stehen gebracht hätte, so daß das Kind nur wenige Zentimeter von den schweren Rädern weg zu liegen kam. Es kroch unverletzt unter dem Wagen hervor. Der Schreck fuhr allen Beteiligten in die Glieder. Das war wirklich Glück im Unglück! Kohlen-, Koks- u. Preßkohlengewinnung im Ruhrgebiet Aus der folgenden Uebersicht sind die vorläufigen Ergebnisse über Gewinnung der Ruhrkohlenzechen an Kohle, Koks und Briketts in der Woche vom 14, Nop. bis 20. Nov. 1937 und in der Vorwoche ersichtlich. Neben der Gesamtgewinnung sind in Klammern auch die auf einen Arbeitstag entfallenden Mengen angeaeben, wobei zu beachten ist, daß in Kokereien auch Sonntags gearbeitet wird. Einige kleine aus der großen Schlacht in Frankreich 1918 Ahlen, michae So .11.—13.11. 6 14. 11.—20.11. 5 2608 231 (434 705) 2 297 295 (459 459): SE 597263 (85323) 601 248 (85 893) 101 269 (16 878) 78 941 (15 788) ) T r o t z d e r a n S o n n t a g e n g e f ö r d e r t e n M e n g e n nur durch 6 bzw. 5 Arbeitstage geteilt. Der neue Ufafilm„Unternehmen Michael“ baut sich auf einem Teilstück der großen Schlacht in Frankreich auf. Die folgenden Episoden sind dem Buch„Der Tag“ von Archivrat und Hauptmann a. D. Gustav Goes entnommen, um die Situation an der 80 km langen Front wiederzugeben. Sturm durch das Nebelmeer Der giftdurchtränkte Nebel verschuingt alles. Nur ab und zu, nur in Umrissen sieht der Soldat seinen Führer, seinen Nebenmann. Ist dann wieder ganz allein, weiß nur, daß dreiviertel Millionen Mann das gleiche Ziel haben wie er, den gleichen Willen, die gleiche Siegestrunkenheit, weiß, daß Tausende von Geschützen den Engländer niederhalten in seinen Löchern, soweit sie noch nicht zermalmt sind, und doch ist er— allein! Er stolpert über Granattrichter, Drahtsetzen, zersplitterte Balken, über Verliefungen, die einmal Gräben gewesen. Ueber Tote, deren warmes Blut noch rauchte. Weiß nicht, daß er bereits den ersten, den zweiten Engländergraben überrannt hat, hort ab und zu Maschinengewehrfeuer, bald auflebend, bald abgedrosselt, bald rechts, bald links, bald vorne, bald rückwärts. Kümmert sich um nichts, stürmt vorUnmöglich ist jede Führung Selbst nicht der Gruppe. Alle Pläne sind über den Haufen geworfen. Offiziere, Unteroffiziere versuchen, mit dem Kompaß in der Hand, die Richtung innezuhalten, denn alle Merkmale im Gelände sind weggewischt. Doch wo sind ihre Gruppen, ihre Züge, ihre Kompanien, wo die Reserven, wo das nächste Nachbarregiment, mit dem man eben noch Schulter an Schulter gestanden? Der Nevel färbt sich etwas heller. Noch nie hat man so sehr nach der Sonne Pehchrten. t t Mechurdenan Gisen ei. achMan stürmt mit verbundenen Augen Die Scheiben der Gasmasken laufen an unter dem heißen Atem, den die bis zum Zerspringen arbeitende Lunge ausstößt. Kaum mehr zu schleppen die Last von Gewehr, Tornister, sechs Handgranaten. 150 Patronen. Kaum mehr zu schleppen die Last der leichten und schweren Maschinengewehre. Pioniere und Kanoniere greisen in die Speichen der Sturmgeschütze, wuchten sie durch die Trichterwüste, über die ersten Gräben.. 4 Bei der die Feuerwalze schießenden Artillerie, bei den Regiments=, Brigade= und Divisionsstäben, beim Korps, bei der Armee=, Heeresgruppe erfährt man nichts. Der Feind schießt matt, das Gas hat seine Schuldigkeit getan, man hört nur das Gerassel der Maschinengewehre, das immer mehr anschwellende Gewehrfeuer. Die vordere Infanterie kämpft im Nebelmeer... Fliegerbomben auf Paris? Paris ist erwacht. Blau ist der Morgenhimmel. Die Nachrichten von vorgestern und gestern sind schlimm gewesen. Der deutsche Bogen wölbt sich gegen die Hauptstadt. Wird der englische General Gough zum Halten kommen? Werden Pétains Relerven eingreisen“. 4# gsaut uud duch. .30 Uhr. Ein Donnerschlag dröhnt auf. droben im Quartier la Vilette. Zehn Minuter. später ein zweiter am Ostbahnhof— zehn Minuter. später ein dritter am Nordbahnhof. Dann jede Viertelstunde einer Um 9 Uhr heult die Feuersirene, treibt die Bevölkerung in die Keller.„Deutsch, Flieger, hombardieren Parisl“ geht es von Mund zu Mund. Schulen, Munitionsfabriken sind leer, Straßen, Pätze verödet. Untergrund= und Straßenbahnen stehen wie angewurzelt, Autos verschwinden, Geschäfte lassen die Rolläden herab. Ganz Paris hält den Atem an. Die langen Rohre der Flugabwehr fuchen den Himmel ab, Flugzeuggeschwader steigen auf. Die deutschen Flieger müssen in unglaublicher Warum keine amtliche Mitteilung? Ganz Paris wartet in erregter Spannung. Seltsame Gerüchte schwirren von Mund zu Mund. Man lacht, blickt sich dabei besorgt an. Jede Viertelstunde das gleiche Aufkrachen... Extrablätter des„Temps“ werden ausgeschrien. „Amtliche Mitteilung! Deutscher Fliegerangriff aus sehr großer Höhe. Einige Opfer zu beklagen. Französische Flieger aufgestiegen!" Paris atmet auf. Jede Viertelstunde das gleiche Aufkrachen... Paris fiebert. Wo sind die Flieger?! Um drei Uhr rasselt das Telephon beim Chefredakteur des„Temps“: „Hier der diensttuende Sicherheitsoffiz'er. Das heute morgen ausgegebene Kommunique ist zu streichen. Neue amtliche Mitteilung! Ich diktiere: „Der Feind hat Paris mit einem weittragenden Geschütz beschossen. Seit acht Uhr morgens fallen Geschosse von 240 mm Durchmesser regelmäßig alte Viertelstunde auf die Hauptstadt und ihre Umgebung. Bis jetzt sind 10 Personen tot, 15 verwundet. Maßnahmen zum Niederkämpfen des feindlichen Geschützes sind getroffen.“— Haben Sie verstanden? Schub!“.,. Bchastan uurstensWorte hat man in der Redaktion verstanden, aber nicht den Sinn, denn sinnlos, unfaßlich erscheint all das. Die größten Geschütze tragen höcht stens bis zu 30 km. Die Bevölkerung wird befürchten, der Feind stehe 30 hn vor der Stadt! Man fügt eine Erklärung bei, daß die kürzeste Entfernung zwischen der Front und Paris immer noch 100 km betrage. Kein Mensch vermag an die amtliche Mitteilung zu glauben. Abends untersucht man die Splitter. Die Geschosse sind keine Fliegerbomwen, sondern Granaten.. Im französtschen Hauptquartier hält man die Nachricht für eine Mär. Artillerieoffiziere verwetden ihr ganzes Jahresgehalt... Die drei Geschütze, von denen zwei zum erstenmal schießen, stehen verborgen im Fort von SaintGobain. nordwestlich Laon. Lange Zeit von den französischen Fliegern vergeblich gesucht. Ein Wunderwerk der Technik hat Direktor Rausenberger von der Firma Krupp geschaffen. Französische Zeitungen wissen murches darüber zu berichten. Aus dem 30 m langen fast im rechten Winkel stehenden Rohr dieses Jules=Verne=Geschützes steigt das Geschoß auf, durchschneidet in 10 bis 12 Sekunden die Luftschicht, sein Scheitelpunkt. 35 km von der Erde entfernt, liegt im luftleeren Raum, in einem Winkel von etwa 80 Grad fällt es herab, und mit 400 m Geschwindigkeit in der Sekunde stürzt es auf sein Ziel, schneller als der Schall, so daß man sein Kommen nicht hören kann. Dann verbietet die Zenfur der Presse, noch irgendein Wort über die Beschießung von Paris zu vvingen. 4443, bs: Shacfale#kr Lell. Wie Hammerschläge der Schicksals aber fallen täglich alle Viertelstunde die Granaten der„Wilhelm=Batterie“ auf Paris „Riast Kkenir, sondern Arden in ner Gauredner Alfred Jäger(Münster) sprach in Heessen heessen. Im Saale Kroes sprach gestern abend zu den Partei= und Volksgenossen von Heessen der Gauredner Alfred Jäger. In Abwesenheit des Ortsgruppenleiters hieß Organisationsleiter Graefe die Erschienenen und vor allem den Redner recht herzlich willkommen. In einem zweistündigen Vortrag erörterte der Redner dann die augenblickliche Lage und rechnete mit den Ewig=Gestrigen ab, die nicht die Erfolge der Bewegung sehen wollten. Das Maß der Besserung auf allen Gebieten sei bereits so groß, daß vielen Volksgenossen gar nicht mehr ins Bewußtsein käme, daß es einmal anders gewesen sei. Manche Volksgenossen schenkten den großen Aufgaben der Partei, wie Vierjahresplan usw., nicht die gebührende Beachtung. Die Partei habe sich zum Ziele die Lauen und Kleinmütigen aufzurütteln und wachzumachen für die Aufgaben der Zukunft. Redner schilderte dann, wie es zum Umbruch kam. Deutschland sei ein Staat, der sich zu 80 Prozent aus seinem Boden ernähren könne, aber nur unter einer straffen Führung. Die Partei habe jahrelang gegen den Zerfall gekämpft. Ihre Anhänger seien Freiweld in Deutschland gewesen, aber sie hätten nicht aufgehört, ihren Schlachtruf ins Volk zu werfen:„Deutschland erwache.“ Deutschland sei jetzt erwacht. Das Große und Erhabene sei, daß die Partei nicht nur materielle Nöte beseitigt, sondern darüber hinaus einen Umbruch des Denkens herheigesührt habe. Aus einem Volk, das ehemats kraftlos war, sei nunmehr ein Volk geworden, dos einmütg, angerrjieze. Die 70 Millionen wissen, daß sie zueinang..30: ren, und daß sie nur dann etwas sein konnen, wenn sie einen Block bilden, der unzerstörbar ist. Daß alles so gekommen ist, verdanken wir dem Führer. Redner bewies dann unter Nennung genauer Zahlen, um wieviel höher das Volksaufkommen und die Sparguthaben, die industrielle Produktion usw. geworden seien. Die Reichsanleihen seien überzeichnet. Vor diesen gigantischen Leistungen habe jede Kritik zu schweigen. Nicht Kritik tue not, sondern Arbeit. Der Redner schloß mit einem warmen Appell, sich einzureihen in die große, Front, die dem Ziele strebt, einmal der Jugend mehr zu hinterlassen, als die Bewegung aus der Vergangenheit übernommen hat Zum Schluß wurde den Besuchern der Kundgebung noch bekanntgegeben, daß Mittwoch,., Dezember, der Reichsminister Dr. Goebbels in Münster in einer Großkundgebung sprechen wird. Eintrittskarten sind zum Preise von 0,30,.—, 2,—,.— und.— RM. vom 26. November an zu haben. Wenn genügend Teilnehmer zusammenkommen, soll eine Autobusfahrt nach Münster organisiert werden. Die Fahrtkosten werden auf etwa zwei RM. kommen. Wenn nicht genügend zusammenkommen, soll ein Anschluß an die Autobusfahrt von Ahlen versucht werden. Von Samstag bis Montag findet nachmittags im Hause der NSDAP. eine Schau von Handarbeiten der RS.=Frauenschaft mit dem Deutschen Frauenwerk statt. Gleichzeitig läuft dort an allen drei Tagen gegen 18 Uhr der Film„Fleißige Hände“. Der Besuch dieser Schau wird allen Volksgenossinnen und Volksgenossen empfohlen. Zur Deckung der Unkosten wird ein Unkostenbeitrag von zehn Rpf. erhoben. Vom Sinn des Opfers Hauptmann Gustav Goes schließt sein Buch„Der Tag X“ mit einer Betrachtung: Erfolge und kein Erfolg, Siege und kein Endsieg, Opfer und kein Gegenwert Also nutzlos Erfolge. Siege und— Opfer? Hat Kampf noch Sinn, wenn man den Sinn nicht mehr versteht? Darf man Opfer nur noch um des Opfers willen bringen? Ein Seg kann nutzlos sein kann durch eine Niederlage wieder ausgeglichen werden, nie aber ein Opfer.„ Ahune Virxäänchiche aer 2. Sieg ist das Sichtbare, Vergängliche— Opfer das Unsichtbare, Ewige. Von Siegen spricht die Weltgeschichte. Opfer vergißt sie, aber darum gerade liegen die Wurzeln des Opfers in der Ewakit. M. Siegesfanfaren verrauschen im Wind wie tönendes Erz, die Stimme des Opfers aber mahnt Tag und Nacht. Dem einzelnen klingt sie wie ein fernes Läuten einer Trauerglocke, dem ganzen Volke aber wie die Drommete des ewigen Gerichts. Opfer sind von Gott gewollt und darum heilig, unzerstörbar, ewig. Nicht an der Größt seiner Siege, sondern an der Tiefe seines Opfersinns vermag ein Volk wieder zu erstarken. Ein Weltstadt-Varieféprogramm Zu den Reichswettkämpfen im Kunstkraftsport Ahlen. Immer näher rücken die großen Reichswettkämpfe, die am 4. und 5. Dezember die Amateurartisten in Ahlen zusammenführen werden. Nach dem bis jetzt vorliegenden Meldeergebnis können wir sehen, wie groß das Interesse an diesen Wettkämpfen im ganzen Reich ist. Aus allen deutschen Gauen kommen Kunstkraftsportler, um ihr großes Können zu zeigen. Ahlen kann stolz sein, diese Kraftsportkünstler in seinen Mauern beherbergen zu dürfen. Unse frühere Behauptung, daß wir ein Weltstadtvarieté ersten Ranges zu sehen bekommen, war bestimmt nicht übertrieben. Die technische Leitung der Kämpfe liegt in den Händen des Reichsfachamtssportwarte: Fr. Büttner(Rürnberg), dem E. Marauardt (Stuttgart), Hans Reith(Neckarsulm) und Th. Schopf (Mannheim) als Kampfrichter zur Seite stehen werden. Es ergeht nun an die Ahlener Bevölkerung nochmals die Bitte, recht zahlreich Freiquartiere zur Verfügung zu stellen, die bei Lehrer Lenfert in Ahlen, Hotel Kaiserhof, abzugeben sind. Pressestimmen über ähnliche Veranstaltungen. „Beifall und immer wieder Beifall“, so schreibt die „Württ. Landeszeitung“ in Stuttgart,„fanden die Darbietungen anläßlich der Württembergischen Kunstkraftsportmeisterschaften 1937.“—„Zu einem großen Erfolg gestalteten sich die von der Athletikabteilung des Turnerbundes Bad Cannstatt am Sonntag, 25. Oktober, im überfüllten großen Kurhaussaal durchgeführten Wettkämpfe. Was hier den etwa 2000 Zuschauern geboten wurde, war Artistik in des Wortes schönster Bedeutung. Immer wieder wurden die einzelnen Gruppen, die mit Leistungen aufwarteten, wie man sie bei Berufsartisten nicht besser sehen kann, mit spontanem Beifall belohnt. Sinn dieser Kämpfe war aber nicht, den Berufsartisten Konkurrenz zu machen, sondern zu beweisen, daß die Amateurartisten mit ihren besten Gruppen hinter den Beruflern in nichts zurückstehen. Der Wettbewerb wurde in der Zweier=, Dreier=, Vierer=, Fünfer= und Sechsergruppe durchgeführt. Die zwei Madins(Cannstatt)(die auch nach Ahlen kommen. Anm. Schriftltg.), wurden Sieger in ihrer Gruppe. In der Dreiergruppe siegten die drei Alberti vom TV. Fauredan vor den Gebr. Cingia mit einer Partnerin aus Lauterbach(auch diese beiden Gruppen kommen nach Ahlen. Anm. Schriftltg.). Die hervorragendsten Leistungen wurden in der Vierergruppe von den vier Guldinis gezeigt, deren Können vollendet ist. Im Wettbewerb der Fünfergruppe gewannen die fünf Cavallos vom TB. Stuttgart=Gaisberg(die ebenfalls nach Ahlen kommen werden. Anm. Schriftltg.) in großem Stil.“ Sportler ebenfalls opferbereit Aus der Mitgliederversammlung des SSA. Ahlen. Die letzte Versammlung des SSA. stand ganz im Zeichen der noch stärkeren Aktivierung der für das WHW. des deutschen Volkes auch im SSA. noch zu mobilisierenden Kräfte. Der Vereinsführer betonte die ungeheure Bedeutung des nunmehr im 5. Jahre stehenden Werkes und legte einem jeden Kameraden sehr eindringlich ans Herz, in dem bisher gezeigten Eifer nicht zu erlahmen, ja nach Möglichkeit die bewiesene Mitwirkung noch zu steigern. Gerade als Sportsmann habe man da zu zeigen, daß einem die Liebe zum Kampf und die so oft erprobte Kameradschaft mehr bedeute als nur Freude an Spiel und Sport und diese guten Eigenschaften nicht versagen, wenn es gelte, die großen nationalpolitischen Aufgaben des deutschen Volkes zum Enderfolg zu führen. Man war sich einig darin, daß es keinen Vereinskameraden geben dürfe, der nicht durch die Tat beweise, daß er auch beim WHW. seinen Mann stelle, z. B. beim Ankauf von Plaketten oder beim Eintopf und dergleichen. Um aber einen Beweis besonderer Opferbereitschaft zu geben, müsse es weiter eine Selbstverständlichkeit sein, dem Tage der Nationalen Solidarität zum Siege zu verhelsen. Gern waren alle damit einverstanden, daß der Kassierer in den nächsten Tagen bei jedem einzelnen dieserhalb vorspricht. Zur Förderung der Kameradschaft und Geselligkeit im Verein wird der SSA. am 2. Weihnachtstage im Theresienhof eine Weihnachtsfeier aufziehen für groß und klein. Der vorbereitende Ausschuß wird sich die beste Mühe geben, ein würdiges Unterhaltungsprogramm aufzustellen. Daß in der restlichen Aussprache auch die Gefechtslage der 1. Mannschaft eingehend erörtert wurde, ist allzuklar. Die Lage ist im Augenblick kritisch, aber noch nicht verzweifelt, das war die allgemeine Ueberzeugung. Noch ist alles drin, sagt sich auch die 1. Elf selbst und somit ist die lunerläßliche Voraussetzung gegeben, in den nächsten Wochen zum Erfolge zu kommen. Durch planmäßiges. in dieser Woche noch einsetzendes Training, durch Hebung der Zahl der Schlachtenbummler hofft man die Leistungen steigern zu können. Man sprach noch über dieses und jenes, dann beschlossen das Siegheil auf den Führer und das Vereinslied die Versammlung. Für Hilfsbedürftige letzte Kohlenausgabe am Samstag Ahlen. Verschiedene Hilfsbedürftige, die vor kurzem Landabsatzkohlenscheine erhalten haben haben die Kohlen noch nicht abgeholt. Für sie ist nochmals eine Ausgabe angesetzt, die Samstag, den 27. November, von 8 bis 12 Uhr auf dem Lagerplatz des früheren Orionwerks stattfindet. Die Hilfsbedürftigen werden hiermit aufgefordert, diese Gelegenheit zu benutzen, da eine weitere Ausgabe nicht mehr stattfindet. Geburtstag eines Beterans von 1870/71 Ahlen. Der Hammer Straße 15 wohnhafte Rentner Kaspar Rüsing kann heute, Freitag, seinen 87. Geburtstag feiern. Der alte Herr, in Ahlen geboren, hat am Feldzug 1870 71 teilgenommen und stand lange Jahre in Diensten der Reichspost. Gemeinde dolser Spendet Pfunde! Dolberg. Die für das WHW. angesetzte Pfundsammlung wird in den nächsten Tagen von der NS.= Frauenschaft durchgeführt. Sämtliche Hausfrauen wollen ihre Pfundspende bereithalten. Bau eines Weges Dolberg. Um den Anwohnern von Neu=Ahlen, Alt=Ahlen und Dolberg Gelegenheit zu geben, Straßenbaumaterialien von der Steinhalde des Schachtes „Magdeburg“ günstig abfahren zu können, wird von der Ahlener Straße bis zur Halde eine Abfuhrstraße gebaut. Die Finanzierung wird von den genannten Gemeinden bestritten. :: Hamm. Als dritte Veranstaltung im Kulturring 5 der RSG.„Kraft durch Freude"(bisher Veranstaltungsring) folgt kommenden Samstag ein Konzert. das von dem Stadtorchester unter Leitung von Musikdirektor Heinz Eccarius bestritten wird. Als Solist wirkt der bekannte Tenor Ludwig Matern aus Düsseldorf mit. :: Hamm. Sonntag, den 28 November, 20.15 Uhr. findet im Westenschützenhof eine öffentliche Kundgebung der RSDAP, statt. in der Reicheredner Staatsrat Pg. Spaniol, Bürgermeister von Andernach, zu dem Thema„Ein Volk bricht Ketten“ sprechen wird. Abterhefeoun=Zegen Brachtewpitten Zum Kampf gegen die Maul- und Klauenseuche im Kreise Beckum Maßnahmen der Landesbauernschaft Westfalen Beckum. Wer mit seinem Kraftfahrzeug durch unseren Kreis fährt, wird erstaunt sein über die zahlreichen polizeilichen Anschläge„Maul= und Klauenseuche=Sperrbezirk!" Der Laie mag annehmen, jedes dieser Warnschilder deute auf einen Seuchenfall hin. So schlimm ist es glücklicherweise im Augenblick noch nicht. Notwendig aber ist eine einmütige und geschlossene Abwehrfront aller Kreiseingesessenen. Deshalb sind auch die Sperrbezirke so überaus weitreichend. Vor sieben Jahren hatten wir in Deutschland zum letztenmal die Maulund Klauenseuche zu verzeichnen. Wir wissen noch aus dieser Zeit, daß die Seuche, wenn sie einmal im Stall ist, sich im Nu auf den ganzen Rindviehbestand und darüber hinaus auf Schafe und Schweine ausdehnen kann. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel kam vor Wochen die Meldung, daß man diese gefährliche Seuche auch in Deutschland festgestellt hat. Von Nordafrika her ist sie über Frankreich in unser Land eingeschleppt worden. Dank der deutschen seuchenpolizeilichen Bestimmungen und den Ergebnissen der deutschen WisRindvieh aus einem verseuchten Bezirk ausgeführt. Die Polizei stellte diesen verantwortungslosen Menschen. Im Schnellverfahren wurde er zu der noch immerhin für einen solchen Fall sehr gelinden Strafe von drei Monaten Gefangnis verurteilt. Die Ortsbauernführer sind durch die Landesbauernschaft über die Kreisbauernschaft über alle notwendigen Maßnahmen durch Rundschreiben in Kenntnis gesetzt worden. Zwölf westfälische Kreise verseucht Bisher sind im Bereich der Landesbauernschaft Westfalen zwölf Kreise von der Maul= und Klauenseuche befallen worden, und zwar Ahaus, Beckum, Borken, Coesfeld, Ennepe=Ruhr, Halle, Lüdinghausen, Münster, Recklinghausen, Steinfurt, Tecklenburg und Warendorf. Wie äußert sich die Seuche? Wie schon oben erwähnt, ist die Polizei von einem Seuchenfall auf dem schnellsten Wege in Kenntnis und Klats eeä F FTE S unter den polizeilich anzuordnenden Vorsichtsmaßnahmen ausgeführt werden. Im Umkreis um den Seuchenherd wird ein Beobachtungsgebiet erklärt. Aus dem Beobachtungsbezirk darf kein Klauenvieh ohne behördliche Genehmigung entfernt werden. Auch das Durchtreiven von Klauenvieh und das Durchfahren von fremden Wiederkäuergespannen, sowie der Auftrieb von Klauenvieh aus dem Beobachtungsgebiet auf Märkte ist verboten. Die Ausfuhr von Schlachtvieh kann die zuständige Behörde gestatten, wenn nach tierärztlicher Bescheinigung die Untersuchung frühestens am Tage vor dem Abgang ergeben hat, daß der gesamte Viehbestand des Gehöftes noch seuchenfrei ist. Um ein weiteres Umsichgreifen der Seuche zu verhüten, hat die Landesbauernschaft noch folgende Anordnungen getroffen: Im ganzen Münsterland sind alle Veranstaltungen tierzüchterischer Art sowie Versammlungen des Landvolkes verboten. Alle Dienstreisen in die Befallgebiete sind vervoten.... M. uaen Jungrhoß... Die Milchleistungsprufungen innerhalb des bedrohten Gebietes sind einzustellen. Schüler und Schülerinnen aus verseuchten Gehöften müssen den Besuch der Landwirtschaftsschule einstellen, es sei denn, daß sie während des Seuchenganges bei Bekannten oder Verwandten in seuchenfreien Gehöften untergebracht werden. Die persönliche Wirtschaftsberatung im Sperrbezirk hat zu unterbleiben, nötigenfalls ist sie schriftlich oder in besonders dringenden Fällen fernmündlich auszuüben. Die Landwirtschaftsschulen in den bedrohten Gebieten sind angewiesen, an den Eingängen der Schule Desinfektionsmatten(alte Säcke, getränkt mti 1prozentiger Natronlauge) anzubringen. Alle Schüler sind eingehend über die Seuche zu belehren und zu verpflichten, auftretende Seuchenfälle sofort der Schule zu melden. Der Milchwirtschaftsverband ist gebeten worden, den Molkereien eingehende Anweisungen über die Behandlung der Milch und Milchgeräte aus den Befallsgebieten zu geben und deren peinlichste Durchführung zu überwachen. Für das Desinfizieren der Milchkannen und Abspülen der Wagen werden den Molkereien auf Anforderung bei der zuständigen Kreiskontroll= stelle Kontrollassistenten zur Verfügung gestellt. Der Gaujägermeister ist gebeten worden, alle Seu Einfuhr und Durchtreiben v Alouenblei, sönste Uberaht: u Miederbthhtergeogenen verboten. — en h Das Klauenvich bedart jetzt besonders sorgsamer Wartung (Photo: Glocke-Werland) senschaft, die bekanntlich auf der Insel Riems bei Greifswald eine staatliche Forschungsanstalt für Maulund Klauenseuche unterhält, in der das Hoch=ImmunSerum für die Impfung gefährdeter Tiere hergestellt wird, ist es bisher immer bei gelegentlich auftretenden Fällen schon nach kurzer Zeit gelungen, die gefährliche Krankheit bald zum Erlöschen zu bringen, so daß sich Schäden wie bei der Großseuche 1919/20 erfreulicherweise nicht wiederholt haben. Damals verursachte sie der deutschen Landwirtschaft einen Schaden von 400 bis 500 Millionen RM.! Von der Nordsee bis zur Schweizer Grenze wurden bäuerliche Anwesen bereits von der Seuche befallen. Die vereinzelten Seuchenherde, die in unserem Kreis festgestellt wurden, ließen daher schlagartig Abwehrmaßnahmen in Kraft treten. Disziplin der Bevölkerung erste Bedingung! Zur Bekämpfung der Maul= und Klauenseuche'st die Disziplin aller Einwohner unseres Kreises erste Pflicht und von ausschlaggebender Bedeutung. Jeder Fall ist der Polizei unverzüglich nach der Feststellung zu melden, denn durch die Uebertragung der Krankheitsstoffe können andere Viehbestände des gleichen Ortes und der Nachbarschaft, ja auch entfernt liegender Orte, verseucht und aufs höchste gefährdet werden. Bei der Betrachtung der eingetretenen Seuchenfälle ist es auffallend, daß die Seuche sporadisch, mal hier mal dort im Kreis, auftritt und sich nicht etwa von einem Herd aus in immer stärkerem Maße zu der Nachbarschaft hin verbreitet. Das läßt den Schluß zu, daß die Krankheitskeime durch Personen, Fahrzeuge usw. verschleppt werden. Wie ein Schiff, das infolge einer auf ihm ausgebrochenen ansteckenden Krankheit in Quarantäne siegen muß, muß eine Abschließung eines jeden Gehöftes erfolgen, auf dem Vieh von der Seuche befallen ist, die sich in faustdicken Blasen auf der Zunge, am Euter und zwischen den Klauen äußert und von Fiebererscheinungen begleitet ist. Wie weit die Nichtbeachtung der Vorschriften führen kann, mag die Tatsache beweisen, daß im Seuchenjahr 1919/20 allein im Badener Land 38 474 Gehöfte verseucht waren. Das Gemeinschaftsgefühl in unserem Volke muß verhüten, daß durch Unvorsichtigkeit und Unachtsamkeit sich eine derartige Katastrophe wiederholt und eine Weiterverschleppung erfolgt. Verantwortungsgefühl oder Strafe! Es geht bei dem Kampf gegen die Maul= und Klauenseuche um die Erhaltung der Ernährung unseres Volkes. Ein von der Seuche befallenes Tier gibt nach den getroffenen Feststellungen und den vor Jahren und auch jetzt wieder gemachten Erfahrungen : während der Krankheit und nach der Genesung nicht nur rund ein Drittel an Milch weniger, sondern verliert auch 25 bis 50 Kilo an Gewicht. Die Verantwortung, die jeder Deutsche im Rahmen des Vierjahresplanes und der Erzeugungsschlacht trägt, ist zu groß, als daß er sich nicht mit seiner ganzen Person bei der Abwehr dieser Seuche einsetzen würde. Gegenüber dem, der nicht das notwendige Verantwortungsgefühl besitzt oder polizeilich getroffene Maßnahmen umgeht, wird im Interesse des Volkes mit schärfsten Strafen vorgegangen. Erst vor wenigen Tagen hat im Kreis Halle ein Mann ein Achtungl Sperrbezirk! Maßnahmen zu treffen, die ein Verbreiten der Seuche durch das Wild verhindern. Für die bedrohten Gebiete steht ein allgemeines Weideverbot für Klauenvieh bevor. Für den Kreis Halle ist es bereits vom Kreisbauernführer erlassen worden. Die Bewohner des verseuchten Gehöftes werden im Interesse der Volksgemeinschaft nach Möglichkeit jeglichen Verkehr mit der Umwelt einstellen. Der Besuch von Veranstaltungen ist zu vermeiden. Auch persönliche Vorsprachen bei Behörden sind zu unterlassen. Gegenmittel und„Gegenmittel" Vor der Verwendung der mit viel Geschrei angepriesenen Mittel gegen die Maul= und Klauenseuche verhält man sich zweckmäßig zurückhaltend. Sie stehen in ihrer Wirkung meist in keinem Verhältnis zu ihrem Preis. Stattdessen bediene man sich lieber der Hausmittel, die ein Abheilen der Seuche begünstigen, wie Maulspülungen durch häufigeres Reichen von Wasser, Behandeln des Mauls mit Myrrhentinktur oder Kamillentee. Behandeln der Klauen mit desinfizierenden Seifenbädern oder mit Holzteer usw. zu setzen, auch dann, wenn nur der Verdacht der Seuche besteht. Solcher ist vorhanden, wenn die Tiere ohne ersichtlichen Grund die Futteraufnahme verweigern, wenn sich Lahmheit zeigt, ferner bei starkem Speicheln, Schmatzen und schmutziger Nasenöffnung. Wie wird gesperrt? Um das oder die verseuchten Gehöfte wird ein Sperrbezirk gebildet, an dessen Haupteingängen Warnungstafeln aufgestellt werden. Sämtliches Klauenvieh, auch das der nicht verseuchten Gehöfte des Sperrbezirks, muß in Ställen gehalten werden, darf jedoch, sofern der gesamte Bestand laut tierärztlicher Untersuchung noch frei von der Seuche ist, mit Genehmigung des Landrats bzw. der Ortspolizeibehörde zur sofortigen Schlachtung entfernt werden. Die Einfuhr von Klauenvieh zu Nutz= oder Zuchtzwecken in nicht verseuchte Gehöfte des Sperrbezirkes ist nur im Fall eines besonders dringenden wirtschaftlicgzen Bedürknisses und nur mit Genehmigung des Landrats erlaubt. Sämtliche Hunde sind festzulegen. Die Verwendung von Hirtenhunden in Begleitung von Herden und von Jagdhunden bei der Jagd ohne Leine ist jedoch gestattet. Händlern, Schlächtern, Viehkastrierern usw. ist das Betreten aller Ställe mit Klauenvieh im Sperrbezirk verboten, desgleichen der Eintritt in Seuchengehöfte. Dünger und Jauche von Klauenvieh, ferner Gerätschaften und Gegenstände aller Art, die mit krankem Vieh in Berührung kommen, dürfen aus dem Sperrgebiet nur mit ortspolizeilicher Genehmigung Münsterscher Theaterbrief Zum Wochenende bescherte das Theater der Stadt Münster seine Freunde mit mehreren Neuinszenierungen, die die große Strebsamkeit des Theaters wieder von neuem unter Beweis stellten. In den Kammerspielen erregte das Kriminalstück in 3 Akten„Parkstraße 13“ von Axel Ivers die Gemüter der vielen Besucher— das Theater war ausverkauft— sehr und hielt die Spannung bis zum äußersten Schluß an, der dann endlich sagte, wer der Mörder des Herrn Ratzin war. Denn um diesen Mörder geht es in dem sehr gekonnten Kriminalstück. In der Pause nach dem zweiten Akt gab es ein großes Rätselraten um den Mörder und das verehrte Publikum war gebeten, schriftlich seine Meinung über den vermeintlichen Mörder zum Ausdruck zu bringen. Dem glücklichen Löser des Rätsels winkte eine Freikarte für die Kammerspiele. Wahrscheinlich haben die meisten der Rätselrater nicht das Richtige getrofsen.„. 1— Testakens in 8 Am 15. 11. wurde auf einem Festabend in den Kammerspielen die zweiaktige komische Oper„Der bekehrte Trunkenbold" ausgeführt, deren Inszenierung von Dr. Herbert Junkers besorgt wurde, die musikalische Leitung hatte Wolfgang Rößler. Diese reizende komische Oper fand eine beschwingte, musikalisch wie darstellerisch sorgfältig gepflegte Aufführung, der in dem intimen Raum des Kammerspielhauses ein vorzüglicher Rahmen zu Gebote stand. Zu Beginn des Abends wurde Glucks Sinfonia zur Oper„Die Hochzeit des Herkules und der Hebe“ von dem kammermusikalisch besetzten Orchester gespielt. Otto Roesch sang die Arie des Jupiter aus der gleichen Oper mit feinem musikalischem Geschmack, wie Magdalene Güntzel die berühmte Arie des Orpheus aus der Oper„Orpheus und Eurydike“ sang. Der Oberspielleiter der Over, Dr. Junkers, sprach zum Gedenken an Gluck wohlgesetzte Worte, in denen er Gluck als Reformator und Erneuerer der deutschen Oper zeichnete. Als westdeutsche Erstaufführung gelangte im Stadttheater die vor einem Jahr in Hamburg uraufgeführte Märchenoper„Schwarzer Peter“ von Norbert Schultze(Text von Walter Lieck) zur Aufführung, während sie gleichzeitig auch von anderen Bühnen erstaufgeführt wird, bzw. in Vorbereiung ist. Diese neue„Märchenoper für große und kleine Leute" wurde nach dem niederdeutschen Märchen„Erika“ von Traulsen geschrieben und bedeutet für den deutschen Opernspielplan eine beglükkende Neuheit, der man, ohne Prophet zu sein, voraussagen kann, daß sie bald in weitestem Umfang Aufnahme in die Spielpläne findet; vornehmlich als Bescherung der Theater für die märchenselige Weihnachtszeit. Ganz aus deutschem Gemüt geboren, ist die Oper ein herzhaftes, buntes Spiel mit dem ganzen reichen, reinen Zauber einer Erzählung, an der sich groß und klein gleichermaßen erfreut ohne alle Problematik, von der sich auch die Musik freihält, die unbekümmert musiziert und Motive von Kinderund Volkslieder einfallsreich verarbeitet und neue und schöne Wege zeigt für die musikalische Gestaltung der deutschen Spieloper. Inszenierung Dr. H. Junkers, musikalische Leitung Fritz Volkmann, Chöre Franz Brand, Bühnenbilder Hans Hamann, Tänze Mascha Lidolt.„Schwarzer Peter“ war für Münster ein großer Erstaufführungserfolg mit soviel herzlich gespendetem Beifall wie man ihn selten in dem Theater an der Neubrückenstraße erlebt. W. Arens. S Ganze Bauerschaften sind au Sperbezirken erklärt worden Praktische Bücher Jetzt haben wir es! Eine Kreuzstichstickerei wird zu Weihnachten geschenkt! Das ist nicht teuer, arbeitet sich rasch und vergnüglich und sieht immer hübsch aus. Vielleicht ein Kissen, ein Kaffeewärmer oder eine Decke, groß oder klein, oder eine hübsche Schürze. Es gibt ja so vielerlei in Kreuzstich zu sticken, man braucht nur in den BeyerBand 201 hineinzusehen„Kreuzstichmuster mit bunten Vorlagen“(Verlag Otto Beyer, Leipzig) und schnell wird man sich schlüssig sein, welches Modell und welche der schönen bunten Farben man wählen soll. RM. 1,40 kostet der Band und ist überall erhältlich, auch in der Buchhandlung E. Holterdorf, Oelde. Beliebte kleine Deckchen— rund, oval, quadratisch, sechseckig, rechteckig, in verschiedenen Größen, für jeden Zweck und alle Gelegenheiten zeigt in großer Anzahl Beyer Band 327„Gehäkelte Schmuckdeckchen aus Garn und Seide“(Verlag Otto Beyer, Leipzig). Die Deckchen sind in Brügger=, Delos=, Pikot=, Delta= oder Filethäkelei gearbeitet und etwa 6 bis 45 Zentimeter im Durchmesser groß. Zum Teil sind sie vollständig gehäkelt, zum Teil mit Stoff verbunden. Sämtliche Zählmuster sowie Arbeitsproben auf beiliegendem Arbeitsbogen des Heftes, das für RM. 1,20 überall erhältlich ist, auch in der Buchhandlung E. Holterdorf, Oelde. Geschenke von bleibendem Wert, die schön und nicht teuer sind, kann jede Frau selbst häkeln. Eine Häkelnadel, ein Knäuel Garn und ein gutes Vorlageheft gehören dazu und dann ein paar Nachmittagsoder Abendstunden Zeit. Dann können in leichter und angenehmer Arbeit große und' kleine runde und viereckige Decken, mit und ohne Stoffmitte, entstehen und Vorhänge und Kissen, die jedem— auch dem modernsten— Zimmer zur Zierde gereichen. Zahlreiche Vorlagen für solche Arbeiten mit Mustern und ausführlichen Beschreibungen bringt der BeyerBand 250„Neues Häkel=Filet“(Verlag Otto Beyer, Leipzig), der für RM..20 überall erhältlich ist. SSSSTS gabss agsE S SSSESSSRSSS Spsc-OSgg SOpE #aSS Eg SR 0S S SS PTOSESES Sastprg ####SySgaggg SSTSSg 95 835 S# sgaT! 8 = SHSSSESSS Panas Sca.Sggs EECTPTEERGRT =• 71— □ SanS S 9. S S HSEFTS MRS SSSTESE #SBgPSOEFSES S SEOSET SS—PTSSESS S 8SSSE SR SURSSS S3 Box SSnSES gngggs nE ##ssgss Boss#agss 2 SSSBSSSOSSES SSISSDLETFSSSSTOS SS „Doch“, sagte Fräulein Herwig und begann das Stenogramm wortwörtlich vorzulesen. Der Chef. der eben ins Zimmer kam, blieb bei der Tür stehen und hörte zu. Dann nahm er den Briefvogen zur Hand paßt?“ fuhr Herr Rab die junge Dame an und wurde angesichts des „Ich erlaubte mir nur“, sagte Fräulein Herwig schlicht,„Ihnen Zeit für heilige Pflicht, meine „Sie sind angestellt, Fräulein Kleine Betrüger Der Hondedofter. Druich Blemin wor vom Berni Namer Seinn Geichhten.. in der Baubude zum besten, wenn Wirtogepoeige alter, Mann. Er aing eine Schleusen geöftnet hove. Deiri“,ont Imn Winter hate er sch weinal den Ventnochen Oodrochen.“ Zur grbesi einer Geschschten seien der unbepeuch aum Wewin erzäihite sie sebstgefälig, und keinen brside eunr ie ae eschen chane bai e Ka aus S. euee. Leute. Elf Kinder hat er, und eines Sonntags kam die schaft zu Bejuch. Eine kleine Gesellschaft von zwanzig Personen war Plammen, und alle wollen aut bewirte, ieat,. Fragte der Handanger. Fleisch für die vielen Leute zusammengekrichzeg g gel. „Ich habe Trapp=trapp geholt“, antwortete untig Klewin.„Es gub fust besies Fohlenfleisch, und meine Verwandten haben füchtig reingehugen. Abends sagte Tante Stina:„Ihr habt euch richtig Mühe gemacht. Der Braten heute mittag war wirklich gut". Eines Tages kam ein äiteres Fräulein mit einem Hündchen Klewin. Der Hund hatte zu fressen aufgehört. Zwar sah der Hund aus, als ob er noch vier Wochen vom eigenen Fett zehren konnte, so mastig war er. Immerhin, das Fräulem wollte dem Dursggterg Hungergf ersparen und fragte Klewin um Rat. Geheimnisvoll sagte Niewin:„Für das Leiden habe ich ein Pulver. Innerhalb von acht Tagen ist der Hund kuriert.“„Wenn das wahr wäre! Ich bezahle gern die Behandlungskur". Klewin sperrte den Hund auf den Boden. Jeden Tag bekam das Prügel mit der Birkenrute, daß es von eine Ecke in die andere flog. Am fünften Tage waren die Folgen der Ueberfütterung verschwunden. Dreimarkundfünfzig knöpfte er der Dame dafür ab, weil das Pulver keineswegs billig sei. Mit breitem Grinsen erzählte Klewin die Rattenfängergeschichte. „Da kam eines Tages der Fabrikant Halmos zu mir mit seinem Ratzen: pinscher. Er wollte den Hund gern beseitigt haben, weil der Pfe#### immer stärker an Altersbeschwerden litt. Mir tat der Hund leid, Er hatte so manche Ratte gefangen, und nun sollte er in aller Heimlichreit abgemurkst werden. Vielleicht war noch em Trinkgeld dahei. 3u, verdg; nen.— In der Zeitung las ich am andern Tag eine anzeige:„Zu kaufen geuczt em keiner Hund, Bediyegug, Bariche flechte ich ewoaNun, diese Leute mußten den Hund haben. Zur Vorsicht steckte ich etwas Rattendünger ein. Man kann ja nie wissen, wozu es gut ist. Die Frau beguckte sich den Hund von allen Seiten und rief dann nach ihrem Mann. Der Mann meinte. Ratten hätte er die zwei letzten Tage nicht mehr bemerkt. Inzwischen hatte ich die Losung der Ratten hinter Türen und Treppe geworfen. So konnte ich leicht beweisen, daß noch Ratten im Heuse waren. Zwanzig Mark aab mir der Mann für den Hund. Das Schönste aber war noch, der Hund stand am andern Morgen wieder be: mir zu Hause Viermal habe ich noch den Köter verkauft Dann verung'ückte er auf der Straße. Er war halt alt und gebrechlich geworden. Schade, ein halbes Jahr hätte ich ihn eher haben müssen. Ich wäre dabei wohhabend geworden“„Jichertreiben brauchste Jetzt meldete sich der Handlanger wieder: nun auch nicht. Gleich sagste noch, aus dem toten Pfiffi hättest du auch Had sch auch“, trumpste Klewin auf.„Zuerst wolle ich den Hund als Hasen verkaufen. Beinahe wäre es auch geglückt. Dann hab ich den Hund gebraten und daraus gute Wagenschmier gemacht. Du wein ja, eine Dase hab ich dir ja für den Handwagen verkauft". „Man sollte dir einen mit der Schüppe vor den Kovo hauen!“ knurrte der Handlanger und schwieg verärger Merkwürdige Diebstähle Nuch gubeuegiche Saden Iod ver Longfogern nicht scher Die bei uns erfreulicherweise mit Recht, landesübliche Inreinung, daß Langfinger lich gewissermaßen grundsätzlich nicht an sogenal unbeweglichen Sachen vergreifen, hat nicht etwa auch für alle anderen Länder und Völker unbeschränkt: Geltung, Freilich läßt das nicht immer ohne weiteres den Schluß zu, daß die Dieve in jenen Ländern waghalsiger und minderwertiger als anderwärts sind. In manchen wie: B. in USA., handelt es sich vielmehr um Verfüyrung durch technische Fortschritte, die denutz wurden, um Dinge bemeglich u rie den die bei uns noch immer durchweg Zu den vstrperzcharteit amst oder Einrichtungen„fahrbar“ herzustellen, deren als unangreifbares Dogma galt. Ein ganzer Buchband würde kaum ausreichen, um darzustellen, was alles in dieser Hinsicht in der Neuzeit mehrere Hauptstädte umgezogen sind oder verlegt wurden, ist es schließlich auch kein großes Wunder, wenn z. B. eine ganze Kirche gestohlen wird. Das geschah nämlich 1935 in USA., im Staate New Jersy, wo der ehemalige Neger=Pfarrer Davis die Kirche seiner Gemeinde Wooobur einfach mitnahm, als er durch einen neuen Kollegen ersetzt wurde. Davis stellte die Kirche in dem Garten seines Ruhesitzes auf und behauptete, vor Gericht gestellt, Besitzrecht zu haben, da er seiner Zeit der er worde als Dieh abgeurtell und erhielt Gesänguisstreote.— In demselben Jahre wurde kurz vor seiner Einwerhgugo„Lor. leig, Nacharorte basten do. von=leihz, Venn sier mißghnten ihren Nachbarn den Vorzug, einen eigenen Bahnhof og besitzen.— Bei weitemn seltsamer, wahrscheinlich einzigartig, ist der Diebstahl eines Hauses in der ungarischen Stadt Pestizenterzjebet. Denn dort wurde, gleichfalls Jahre 1955, nicht nur dieses Haus, sondern auch der Boden, auf welchem es stand, entwendete. Als nämlich der Besitzer Janosi von einer Reise zurückkehrte, war sein Haus verschwunden, und an dem bisherigen Standort gähnte ein tiefer Abgrund. Die Diebe Leymboden weit ausgeschachtet und abgefahren.— Im italienischen Dorfe Canizzano stahlen unbekannt gebliebene Diebe vor drei Jahren die neue Brücke in der Nacht nach der Einweihung. Die 30 Me lange, kunstvoll geschnitzte Brücke war aus amerikanischem Lörchenholz hergestellt und sollte der Stolz der Gemeinde werden. Sie hurn### erst nach jahrelangen Erörterungen entschlossen, die uralte, bruchige, aber ihr liebgewordene Brücke durch eine neue und sehr kostbare zu ersetzen.— In Warschau ist es im letzten Jahrzehnt kommen, daß Brücken, Eisenbahnschienenstränge und Straßenpflaster gestohlen wurden. Im Falle des Straßenpflasters handelte es sich übrigens um fertige, bereit, begzg pargegommnenen Diehstahl.— Senau so wie bei dem im Jahre 1930 vorgetpumeigge. Tustugt, der in der bereits einmal erwähnten ungarischen Stadt Pestszenterszebet die er erregte. Dort wurde zwar nicht die Straßendecke gestohlen, vondern der Erdgrund unterhalb des Straßenpflasters zwei Meter ausgehoben, entwendet und von den Dieben für Zu des Hausbaues benutzt.— Schließlich verdient noch ein Erwähnung, das zwar nicht zu den Diebstählen, jevoch zu den samsten Kriminalfällen gehör, welche die Straffustiz ie,„engsleich erfolalos, beschäftigten. Es handelt sich um einen im Staate Niew Jerseh (USA.) im Jahre 1929 an einem Einwanderer verübten Betrug. Lesens und Schreibens unkundig, hatte er sich von zwei Gaunern zwei Quadratkilometer des Ozeans verkaufen lassen. Er glaubte an ein glänzendes Geschäft, weil ihm vorgeschwagt worden war, daß er fortan von den zahlreichen dort Badenden eine Gebühr Als er das erstmalig versuchte, wurde er von den Badenden zur Polizei geschleppt, wo die Aufklärung des Geneppten erfolgte. Doch die Betrüger wurden miemals gefaßt.„ Heiteres — Verfehlle Sparsamkeit. Die kleine, vierjährige Annie darf sich neue Brüderchen ansehen. Sie steht stumm da. Schließlich fragt die Mutter:„Nun, Annie, gefällt dir das Baby?“— Annie:„Ich weiß nicht! Ich glaube, Mutti, du hättest lieber ein paar Mark mehr ausgeben eine größere Nummer nehmen sollen."(Tit Bit=) — Kindliche Frage.„Vati, jag mal, woran is eigentlich das„Tote ((eer gestorben?“ Bestimmt der einzige, aen al ud uie * — Nr. 322 Beilage zur„Glocke“ 26. November 1937 Gier badenein haut Originalroman von Helene Helbig-Tränkner Copyright 1936 by„Neuer Buchverlag“, Dresden 3)(Nachdruck verboten) „Wenn es mir doch einmal gelingen möchte, eine sichere Existenz zu finden. Fräulein Rika, ich habe fast die Hoffnung Der junge Architekt sah mit großen traurigen Augen auf seinen Karton, worauf Linien, Maße und Zahlen einander be„Rein, Peter, das bürfen Sie nicht, Hoffnung verloren, alles verloren!“ erwiderte Rika Willroth.„Wenn mir im Leben etwas schief geht, dann sage ich trotzig: Dennoch! „Ja, dennoch! Ich bin keine Rika Willroth, sondern ein schlechter Partner, wenn Sie mich heiraten würden, bekämen es schwer. Meine Pläne sitzen hoch oben auf Kirchtürmen, und unten gehen die Leute vorbei und reißen mir alles nieder.“ „Da werde ich schon aufpassen, Sie müssen aber auch im geeigneten Moment herunterkommen.“ Rika Willroth warf den Kopf mit dem kurzgeschnittenen Haar nach hinten. „Sie dürfen mich nicht unterschätzen, Peter wenn ich auch nach Ihrer Meinung vielleicht nur ein bissel zeichnen kann, so habe ich doch ganz nebenbei auch einen prakischen Blick.“ ja, Rika, Sie sind eine Auserlesene! Und Sie, ausgerechnet Sie, wollten mich Scheusal zum Manne nehmen Peter Reindl machte Augen wie ein Kind zur Weihnachtsfeier. Er hatte die Hand auf Rikas zeichnende Rechte gelegt, so daß sie nicht weiterarbeiten konnte. 4# „Oh, ich sah da noch in paar andere, Perer“, sagre sie, „neben dem Scheusal, wie Sie gerade sich zu betiteln belieben, ein ganz sabelhaftes Talent und einen unbestritten guten Kerz Nun lehen Sie, daß Sie eine ganz annehmbare Partie sind, nicht, Peter? Das„Scheusal“ werde ich Ihnen schon abgewohnen. 9 Li: B. Pall. cen unr Canter ei. „Rika!" Der junge architert wollte eben vor lauter Kinderfreude von seinem Sitz aufspringen und der Kollegin um den Hals fallen, als die Tür sich öffnete und der Chef erschien. Er war ein kleiner, eiliger Herr, und der weiße Künstlermantel flog wie ein Fittich um ihn her, während er zum Fenster ging, um es geräuschvoll aufzureißen, „Begreife nicht, wie Sie in dieser Stickluft sitzen können, da ist ja aller Sauerstoff raus, haben Sie denn keine Nase?“ herrschte er seine zwei jungen Mitarbeiter an, die auf einmal wieder ganz gleichgültig nebeneinander saßen und zeichneten, als hätten sie sich nicht erst kurz vorher für die Dauer eines gemeinsamen Lebens versprochen. „Ach“, meinte Rika zeichnend,„man hat sich dran gewöhnt, wenn ich entwerfe und meine Arbeit im Kopf habe, bin ich ohnehin nicht an den Raum gebunden, der mich gerade hält, dann fliege ich in Höhenlust!“„ „Famos, Fräulein Willroth. Sie sorgen immer für leichte Luft und Humor! Na und Sie, Reindl?—Uebrigens nichts für ungut! Schaun Sie mich nur nicht so weitäugig an! Haben Lust, die neue Randsiedlungsanlage zu entwerfen, wenn Sie sich ein bißchen zusammenraffen, nicht immer dort oben hängen, könnten Sie vorwärtskommen Fräulein Willroth hilft Ihnen dabei Sie müssen aber nicht immer das letzte Wort haben, verstanden?“ Professor Faber hielt dem jungen Mitarbeiter wohlwollend die breite Schaffenshand entgegen. Aber Peter Reindl war so erschrocken darüber, daß er die seine nicht hineinlegte, sondern den vor ihm Stehenden wie derum mit großen offenen Weihnachtsaugen anstierte „Na?“ Der Professor wartete noch immer und sah den ju gen Mann halb ärgerlich, halb belustigt an. her Venadl st. wie hnner, huch dben us denr Grchisr. men, so rasch gelangt man da nicht zur wir hier umen müssen aufeezep Hoge Gogmach, stinst. Lossen Proserfor Faber schüitelte, herzich lachend, die weiche und „Giuter erndon, Peindt, uick zu schade für Siel Aber halten Sie ihn fest! Und— abgemacht. Sie bleiven!“ Er ging mit festen, aber behenden Schritten hinaus. Der Sturm, der mit ihm gekommen, hatte sich gelegt. Peter und Rika schauten einander ins Gesicht..n gau,#. — könnten wir heiraten, Rital“ jauaze Reindl. „Sie sind ein Optimist, Peterl“. „Herrgott, so nenne mich doch ein einziges Mal„Du“!“ Der junge Mann fuhr sich mit der Hand durch den Haarschopf, der widerspenstig über die hohe, etwas fliehende Stirn zu fallen „Du— du— du! Du Leichtsinn, du Tor, du liebes Scheusal!“ schrie da plötzlich Rika den Kollegen an, der sich über sie sche s cestene, l. e eue in. den Entwurf zu Landhaus Willroth in— in Dingsda, Herr Kollege?" bemühte sie sich mit Peter Reindl suchte in der großen Modellmappe und „Längsseite, Breieite, Durchschnitt, irs recht k. Frau Rika warf zunächst nur einen flüchtigen Blick auf die Risse, „Fabelhaft, infach genial, das haben— Sie wieder einmal glänzend gelöst, Peter!“ „Nun denn, hast du! Ja, aber!“ Rikas Augen ernst sie buchten von zZcher. grächterr. Zuch nicht Chädigen. Peter, einen blchen Entwurf, ge schziftesge hen gaassen Tär. „Neit, dans s ui schade Du mißt eerzichte g. ue7 Si her anderswo unterzubringen, wir können uns ja Sesten Cen echcht ee eäche de de Boven, und u H. den Ban nicht Buch eushren schwere Gelder, auch wenn vu den Bau nicht danach läßt, wir haben unsere Taxen. Do v Fe ht, tauncdpunkt behardeutscher Architekten muth auf bigher, Jne gar Zir und den ren. Er trit sofort für mich ein. 6. uod.r,. J4. Snschesdug deinen teuer zu stehen kommen, eine gerichdliche zum Schluß!" Peter zog ein schr ernster Oehen, gersuchen. Um deine Ruter vermutet, br Gutes haßhen wil ig darf man es kulieren. Wenn man etwas Gutes habe. wll, so nicht umsonst fordern.“ So kage ihn bochz, Peter!,. gaund uud zua se ven Da nahm er sie ganz sacht bei der Ium und ihrem Schemel zu sich emvor. „Der Preis bist du!“ od un peor den se sich hate. Wesie. Nie chen wüicher in Swprichen bchmnen. Er steckte gelassen seine Modelle in die Mappe zurück. Wir haben uns aber doch liebl“, out,ip, pora, g mühte er sich mit dem Einlegen und kam nichr vorun. S SLgES # S S 8 „ E SHSESS, BSSEE P SHSEL * Dr 9E TIE OELLDE SSSSSSEBSSS S 5 5S5 g SSUSZFSRDESS „SS SRSER #5SS S S6n S8—. B5r. S8S9P5ES S S 55--ggmg##Sg## 510 ESHM ESGES S S.5 SB I. HPSSTSES SSSSRLSE 88 SSSSSES — S. Sgt S BS SASSSSSS5S u— S TPLE, "TSEIDEESESE SSE USSSSE E. SS Sgg. # c- So * S Sr. S S MMgEL KOUSESDG“ S EpFSTS 4055 S uagg Sogugt. S.85%Sbgs“ses SSSSSPEE. 10 SüENELSRO SSP zwängte und sperrte etwas dagegen. Da ging sie ihm sachgemäß; zur Hand und half ihm. Nun ging es gleich und alles war wieder geordnet und geborgen.„„ „Wo steckst du die Mappe hin; examinierte sie. Er wies auf ein großes Regal an der Wand, dessen Unterbau ein verschließbarer Schrank war. „Den läßt du doch nicht offen?" „Der Schlüssel ist weg", erwiderte er gleichgültig. „Dann werden wir einen neuen anfertigen lassen, du bist ein unverbesserlicher Leichtsinn.“ Er musterte Rika staunend von der Seite. „Schrullen!“ murmelte er in sich hinein, aber sie hatte es doch gehört.„Durchaus nicht, Peter! Glaubst du denn, im Himmel— unter lauter Engeln— zu sein? Du kannst etwas, das wissen viele, du hast auch Neider, es wäre nicht das erstemal. Der drüben, der Ludwig Rätz, ist ideenlos, aber furchtbar ehrgeizig So sei doch ein einziges Mal ganz klein bißchen mißtrauisch! Heute nachmittag kommt der Schlosser! Oder warte, wir schrauben das Schloß gleich selbst ab, das wird billiger, ein Beag erspart.“... 4uac ee 4u 124 machte Fh Rika suchte nach einem Schrauvenzieher und machte sich gleich ans Werk, Peter nahm ihr das Eisen aus der Hand. „Und du bist das geborene Mißtrauen. Mädel!“ knurrte er und zog dabei die Schrauben heraus. Schon sprang das Schloß aus seinem Gehäuse. „Nein, Peter“, erwiderte Rika,„ich möchte nur nicht, daß andere talentlose Nichtskönner sich an deinem Können bereichern und dann sich selbst für den Urheber ausgeben, es ist alles schon dagewesen!“ Sie packte sorgfältig dus Schloß in Papier. „Komm jetzt, es ist Mittag, draußen läutet es!“ Er trottete hinter ihr her, nahm ihr die Mappe ab, verschloß die Werkstatt und hielt sich dicht an ihrer Seite. „Wie habe ich's eigentlich bisher ohne dich und deine Fürsorge ausgehalten?“ scherzte er. „Das weiß ich auch nicht, jedenfalls aber ist mir das eine bewußt, daß ich's nicht leicht haben werde mit dir. Bedaure mich ein bissel!" Rika reichte ihm die Hand, sie waren an ihrem Hause angelangt. „Und heute abend kommst du mit den Plänen, nicht wahr, so ganz sachlich und geschäftlich, so, als hätten wir gar nichts miteinander, hörst du? Mamp Wir müssen erst den Grund graben bei unserm Mamrchent, aber habe keine Sorge, sie ist das Beste, das ich mir denken kann, sie wird dich auch liebhaben lernen, du— du— Scheusoll!„ 5 ben 81 Lachend sprang sie ins Haus und ließ den Sternengucker allein in seinem Glück und seiner Verwirmis. * Es war etwas Neues, Fremdes jetzt in die kleine Familie gekommen, das alles vorher Gewohnte über Bord warf und nur noch die Parole„Hausbau am Wiesenbühel im grünen Bergtal“ gelten ließ. Frau Carina war es zuweilen fast zuviel. Die Kinder waren unruhig, aufgeregt, hie und da gab's noch immer Streitigkeiten meist um Kleinigkeiten. Sie stoben fahrig auseinander, wenn die Frau Professor ins Zimmer trat, hatten Heimlichkeiten, die sie lachend hüteten, und ihre roten Köpfe, die wie aneinandergeschmiedet über Plänen, Kostenanschlägen und Zahlen gebeugt waren, stießen sich Beulen, wenn sie gegeneinanderfuhren Dann gab's Geschrei und Lachen oder auch einmal einen Zornesausbruch. Es war nicht mehr die behagliche Stille, die Frau Carina des Abends so gern mochte. Wenn sie bat:„Laßt mich doch auch sehen!“ Dann steckte Rika die Kartons in ihren Schrank. „Es ist noch nichts, Mamtschi, du sollst überrascht werden!" „Aber das will ich gar nicht, nehmt meinen guten Rat vorher an, ehe es zu spät ist, ich will auch mit abstimmen! Ein erfahrener Mensch weiß mehr als ein junger!" „Wenn es soweit ist, werden wir dich zum Schiedsrichter bitten!“ Frau Carina lächelte. Sie tat dies jetzt öfter, lächelte leise in sich hinein über den Fluch oder Segen des Geldes, das so plötzlich und unerwartet an den Grundpfeilern der häuslichen Gemeinschaft gerüttelt und sich nun schon zum Herrscher aufgeschwungen hatte. Ihre schönen Leseabende von früher waren aufgegeben, traute Stunden in vertiefter Unterhaltung über Erlebnüse, Tagesfragen, Politik gab es nicht mehr. Man hatte keine Zeit dazu, rechnete, stritt und richtete ein, schlug Neues vor, disputierte über Einbauten Wandschränke, fließendes Wasser, und über den Garten verfügte Hilde bereits ganz eigenmächtig. Auch sie hatte Risse vor sich und legte Beete an. Fred. der nunmehr den Abschluß seines Staatsexamens hinter sich hatte, war der einzige, der nichts weiter verlangte als einen genügend großen Schuppen für Sport= und Schiserüe. „Im übrigen verlasse ich mich voutommen auf euren Geschmack, Kinder. Rika, die Künstlerin unter uns, wird sicherlich dafür sorgen, daß nur auserlesener Geschmack unser Häuschen beherrscht!“ neckte er. „Und der Garten? Meinst du nicht, daß auch ich ihn nach allen Regeln der Kunst und des Geschmackes anlegen werde?“ trummpfte Hüde auf.„ „Wenn du Erdbeeren zuchtest, apritosen und Wein, dann erst kann ich dich loben!“ „Und— Blumen? Möchtest du keine?" „Absurde Ideale, aber wenn schon. Rosen kannst du immer ziehen, die schönsten für—“* „Anneliese Pernthner, ich weiß Bescheidl fiei Hilde ins Wort. enn ich J „Aber du mußt sie schon zu uns einlaven, wenn ich ihr damit huldigen soll! Ob ihe freilich ein Häusel am Wiesenhang behagen wird?“ güde zakte dde Achtein. Fred war ein klein wenig rot geworden, Frau Carma bemerkte es, sie lächelte diesmal nicht. Vielmehr ging ein Schatten leise, fast unmerklich, über ihre klare Stirn. Anneliese Pernthner war fast das hübscheste Mädchen der Stadt, begehrt, gesucht, beneidet. Ihr Vater, ein wohlhabender Kaufmann, schlau und gerieben, von allen gekannt, aber nicht übermäßig geachtet, war ein Schulkamerad von Professor Willroth und Hein Aßmus gewesen. Aber die beiden hatten nicht allzuviel von ihm gehalten und sich stets zurückgezogen, wenn er mit seiner großsprecherischen Art irgendwo auftrat. „Ein gefährliches Genie!“ war oft der Ausspruch des Professors gewesen, wenn der Name„Pernthner“ genannt wurde. Es spielten auch noch andere Dinge mit, die lagen noch länger zurück; schon der Vater des jetzigen Inhabers hatte einen zweifelhaften Namen gehabt und der Familie Frau Carinas übel mitgespielt. Deshalb war es ihr immer, als kröche etwas Unbehagliches, Böses an ihr empor, wenn die Mädel den Bruder mit Anneliese neckten. Frau Carina hatte nichts gegen das Mädchen. Es tat ihr sogar leid, daß sie so empfand, denn sie mochte es auch nicht merken lassen. Dennoch konnte sie nicht dagegen ankämpfen. Als eben dieser kleine Disput die Gemüter bewegt hatte, der Abendtisch abgeräumt war und sie alle vier beisammensaßen, klingelte die Hausglocke. Rika, die lange schon unruhig nach der Uhr gesehen, sprang empor. Sie wäre fast mit Fred zusammengerannt, der gleichfalls hinaus wollte. „Laß doch Fred nachsehen!“ rief ihr die Mutter nach, aber Rika hörte nicht mehr. Kurz darauf führte sie Peter Reindl ins Zimmer, Erstaunt und befremdet sah Frau Carina auf. „Das ist mein Kollege, Herr Architekt Reindl, Mamtschi! Er hat uns Zeichnungen für unser Haus entworfen, darf er sie sautlegen?“ „Aber bitte!“ Frau Carina hatte sich schnell gefaßt.„Ich freue mich, Herr Architekt!“ Sie wies ihm einen Stuhl an, und er nahm ein wenig unbeholfen Platz. Rika hatte ihm seine Rolle abgenommen, die sie auf dem Eßtische ausbreitete. Es waren Pläne eines wunderhübschen Berghäuschens mit Holzverkleidung, überragendem Dach und Altanen, wie in die Gegend hineingewachsen. „Wunderhübsch!“ sagte Frau Carina, und auch die ande#ren stimmten ihr begeistert zu. Man schien aneinander Gefallen zu finden, Peter, der in Gesellschaft meist etwas unb=holfen war, taute bald auf, wußte zu erzählen, erklärte geschickt, und der Kreis schloß sich auch mit festem Band um ihn, der zum ersten Male unter der Familie weilte. Es war, als wäre man sich nie fremd gewesen. „Wird es nicht ein wenig schwierig für Sie sein, den Plan zu bearbeiten, ohne das Terrain zu kennen?" fragte Frau Parvc.“. W 12 „Wir reisen hin, Mamtschil rief Rita oazwischen,„waylen es aus und prüfen ganz genau an Ort und Stelle, wir sind doch vom Bau, wir kennen uns aus. Ich habe bereits die Innenarchitektur übemnommen, das war's, was ich dir noch geheimhalten wollte. Schau, das geht dann alles hintereinander. Wir werden natürlich eine Zeitlang an Ort und Stelle miteinander bleiben müssen, bis alles vorbereitet ist und die Leute, Zimmer= und Maurermeister den Rohbau fertig haben.“ Die Frau Professor staunte über die kategorische Art ihrer ältesten Tochter, ja, sie bewunderte sie fast, aber ganz vermochte sie sich noch nicht in die Lage zu finden. *** 8## SL 8886S 2 T E „ SEBSEEEEES •„e gOÄTEGE gHSEE S 2#EE ESSSSESE ESSES .SESSS 30 S 8 55 855 S5au S.856 -98 F93. a85 MUDE 5555 S 2.5 S S S Et5S m S ## □. ei eer „Und das stammt von Fräulein Rika“, sagte jetzt Peter voll Bewunderung.„Es ist das Allerschönste, diese Ausgeglichenheit der Raumverteilung, die sachgemäße Eingliederung, farbig wie gestaltlich ganz hervorragend, schauen Sie, bitte.“ Er reichte Frau Carina die Blätter. „Nicht doch, Peter!“ Rika schlug sich auf den Mund und verstummte, aber als sie in die entgeisterten Gesichter der drei Umsitzenden blickte, da lachte sie geradezu hellauf. „Wir haben uns nämlich heute nach den Bürostunden verlobt, Mamtschi, du hast doch nichts dagegen?“ Sie trat auf die Mutter zu und schlang ihr die Ane um den Hals „Ja, Kind, ich— ich kenne ja Herrn—“ „Reindl, Peter Reindl, bitte.“ Peter verneigte sich vor ihr. „Herrn Peter Reindl noch so wenig. Erst vor kurzem wurde mir Ihr Name zum ersten Male genannt. Sie müssen schon ver„Fred hat natürlich geschwatzt!" Rika drohte dem Bruder mit der Faust.„So ganz gelingt uns die Ueberraschung also nicht?“ „Doch, vollständig! Es ist jetzt überhaupt kein Tag ohne Ueberraschung, es ist alles so unruhig und sturmbewegt. Lassen Sie mir ein wenig Zeit!“ Frau Carina streckte Peter die Hand entgegen, die dieser, selber noch hilflos, erfaßte. „Und nun bleibt es dabei, wir fahren nach Hoheneschach, denn dort soll das Häuschen doch erstehen, und wählen den Platz miteinander aus!" beharrte Rika. „Und ich mache den Elefanten, ihr könnt doch nicht allein!“ schlug Hilde vor. „Kindskopf! Natürlich könnten wir, aber wenn du mit willst?“ „Dann mag ich auch nicht zurückstehen!“ mischte sich Fred zu allerletzt hinein. „Und ihr habt sicher alle bereits das Reisegeld vorrätig?“ fragte ganz schüchtern Frau Carina. Da ward es auf einmal ganz still unter den dreien. „Seht ihr? Es bleibt schon dabei wir fahren allein, wir haben es!“ entschied Rika, aber die beiden anderen hatten schon einen Ausweg gefunden. „Wir fahren per Rad!“ sagte Fred stolz. „Nun, meint ihr, daß wir uns in Polstern des=Zuges wiegen werden?" Rika nahm ihr Tourenbuch vor:„600 Kilometer, Donner und Doria! Aber wenn wir zeitig genug wegfahren, können wir am Abend noch München genießen.“ „Dort müssen wir schon übemachten. „Und am nächsten Tage komme ich nach!“ fügte Frau Carina hinzu und gewahrte die erschrockenen Gesichter der Kinder. „Hattet ihr mich vergessen, nicht darauf gerechnet, wir sind doch unser vier, die das Haus bauen?" „Doch, Mamtschi, denn ohne dich wäre alles ohne Würze und Freude!" rettete Fred die geschwisterliche Ehre vor dem Verdacht der Rücksichtslosigkeit Wirklich, sie hatten einen Augenblick die Mutter ganz gessen. Als Peter Reindl am späten Abend das Haus verlassen und die Einladung Frau Carinas, sich bald wieder einzustellen, mit Freuden angenommen hatte, zog diese sich ermüdet in ihr Schlafzimmer zurück. Es war ihr selten weh und doch wieder froh zumute. Das ehrliche Wesen des jungen Mannes gefiel ihr, dennoch— da tat sich leise die Tür auf, und Rika steckte den dunkelblonden Kopf herein. „Bist du noch zu haben, Mamtschi?“ fragte sie. „Für euch immer, Kind!“ erwiderte die Mutter. Sie nahm das Haupt ihrer Tochter in beide Hände.„Es ist wohl sehr schnell über dich gekommen, du hattest mit mir noch nicht darüber gesprochen. Ich war gewöhnt, daß ihr alles was euch bewegte, mit mir berietet. Dein Entschluß hat mich erschreckt!" sprach sie leise.„Du bist dir doch ganz sicher, Kind?" Rika nickte sehr heftig. „Vollkommen, Mamtschi! Es gibt für mich hier kein Problem, wir gehören zusammen auf Gedeih und Verderb! Zu dieser Erkenntnis bin ich in stillen Nachtstunden gekommen, verzeih. Mamtschi!“ „Das ist alles ganz anders geworden, ihr braucht mich wohl nicht mehr!“ sagte Frau Carina mit wehem Ausdruck. „Es ist nur. wir sind aus Kinder Menschen geworden, das darfst du nicht vergessen, Mamtscherl!“ „Gut also, Kind, dann muß es wohl so sein, du liebst ihn. Ich kann nur für dich beten. Das Haus steht noch nicht. und doch ist es, als löse es Bindungen, bringe Schicksale und Ereignisse, die bisher nicht an uns herankonnten, führe uns auseinander!" „Das Gegenteil, Mamtschi, es bindet uns fester!" flüsterte Rika, an der Mutter Brust gelehnt. „Ich habe so wenig von euch gewußt, ich will euch langsam nachgehen und zu verstehen suchen das ist wohl meine Pflicht, ihr müßt Geduld haben!“ Frau Carina strich liebkosend ihrem Kinde über das Haar. „Mamtschi, geliebtes, soviel, wie du mit uns gehabt, können wir Kinder wohl nie ausbringen, wir müssen alle über Höhen und Tiefen gehen, und dort, weißt du, in dem grünen Tal, in dem Häusel, das wir dir bauen werden, da wollen wir uns immer wiederfinden. Und nun gute Nacht!“ Frau Carina sah der Tochter nach, die leise aus der Tür ging. Sie nickte still vor sich hin.—, 6h (Fortsetzung folgt) Wandlung Mein Ahn war ein Bauer, und das ist gut. In meinen Adern fließt Bauernblut. Es ist noch gar nicht so lange her, Da machte die Sippe uns keine Beschwer. Wir waren entwurzelt.— Ahnen und Blut„ Schienen wie herrenloses Gut. Und stammte einer vom Bauern gar. Das tat er keinem wohl offenbar, Das wurde bewußt und schamhaft verschwiegen, Wenn er zu Amt und Würden gestiegen; Er hat es heimlich in sich getragen, Hatte den Mut nicht, stolz zu sagen: „Mein Ahn war ein Bauer, und das ist gut. In meinen Adern fließt Bauernblut.“ Heute, auf einmal— höre ich recht? Alle stammen aus altem Geschlecht. Und jeder schreit, so laut wie er kann: „Mein Urgroßvater war Ackersmann! Jeder, der unsern Namen trug, Schritt im Schweiße hinter dem Pflug...“ So viele Bauern konnt's gar nicht geben, Wie wir sie heute als Ahnen erleben. Das ist nur gut. Wir wollens vergessen, Weil sie den Wert des Wortes ermessen: „Mein Ahn war ein Bauer, und das ist gut. In meinen Adern fließt Bauernblut.“ Puck. Die Prüfung Von Ralph Urben (Nachdruuck verboten) „Ihre Zeugnisse sind gut, Fräulein Herwig“, sagte der Chef zu der jungen Dame, die sich um die Stelle einer Stenotypistin bewarb.„Nun wollen wir noch sehen, was Sie wirklich können.“ Damit griff er nach dem Hörer des Tischtelephons und beorderte den Leiter der Korrespondenzabteilung zu sich. „Diktieren Sie dem Fräulein ein Stenogramm, Herr Rab“, empfing der Chef den Eintretenden,„und zwar einen der Geschäftsbriefe, die heute zu erledigen sind. Die Reinschrift möchte ich dann selbst sehen.“ Ein paar Minuten später saß Fräulein Herwig mit Block und Bleistift startbereit beim Schreibtisch; während Herr Rab wie ein Löwe hinter Gittern auf und ab lief. „Herren A. Müller und Co,“, begann er zu diktieren.„Wir bestätigen hiermit Eingang ihres Geschätzten vom achten dieses und wären grundsätzlich nicht abgeneigt, gegebenenfalls auf Ihr Angebot, welches Sie uns unterbreiteten, zurückzukommen, wenn Sie das uns seinerzeit durch Ihren Vertreter mündlich vorgelegte Offert, wonach Sie uns bei Abnahme von fünfhundert Kilogramm Modellwachs Marke„Plastik" einen Preis von RM. zweifünfundfünfzig pro Kilogramm franko Haus in Aussicht stellten, auch bei einer Abnahme von nur zweihundertfünfzig Kilogramm aufrechtzuerhalten in der Lage wären und nicht den in Ihrem geschätzten Schreiben vom achten dieses geforderten Kilogrammpreis von RM. zwei achtundfünfzig bei einer Abnahme von zweihundertfünfzig Kilogramm beibehalten würden.“ Herr Rab wischte sich den Schweiß von der Stirn, holte tief Atem und begann den zweiten Satz:„Im Falle Sie bereit wären, uns unter den eingangs erwähnten Bedingungen—“ Herr Rab verschwand im Labyrinth der Schachtelsätze, um nach fünf Minuten mit dem Zeitwort im Mund glücklich aufzutauchen. Fräulein Herwig setzte sich zur Schreibmaschine, warf noch einen Blick auf den Stenogrammblock und schrieb innerhalb einer Minute folgenden Brief: „Herren A. Müller und Co. Wir bestätigen den Erhalt Ihres geschätzten Schreibens vom 8. d. M. Wenn Sie in der Lage sind, uns 250 kg Modellwachs Marke „Plastik“ zum Preise von RM. 2,55 das Kilogramm franko Haus zu liefern, dann können Sie mit dem Auftrag rechnen. Ein höherer Preis ist nicht diskutabel. Wir erwarten Ihren sofortigen Bescheid und zeichnen mit.“ „Was?“ brüllte Herr Rab, als er den Brief gelesen hatte.„Und dazu habe ich eine halbe Stunde lang diktiert? Sie können wohl gar nicht stenographieren?“ 83 S8 3 T.# 35 E 83" s 6* 0 ** S 2 8 .8 3553 RSER S52• * 85 2. 93.— 95s # RSE. 58 5 P#9 Aes Ueber 800 Mark zur Kartenlegerin getragen Aus dem Aberglauben körichter Menschen Geld gemacht mnd Münster, 25. Nov. Vor dem Schwurgericht Münster begann Mittwoch ein auf mehrere Tage anberaumter Prozeß gegen eine schwindlerische Hellseherin, ihre Helfer und zwei ihrer törichten Opfer. die Verhandlung des ersten Tages konnte nicht bis zur Vernehmung aller Angeklagten durchgeführt werden, so daß man noch nicht übersehen kann, mit welchen raffinierten= Mitteln die Hauptangeklagte den wahnwitzigen Aberglauben ihrer„Kunden" ausgeund mißbraucht hat. Aber das, was bis zum Schluß der Verhandlung am Mittwoch zur Sprache kam, reicht aus, um sich einen ungefähren Begriff von dem betrügerischen und verbrecherischen Treiben der„Hellseherin und ihrer Helfer zu machen. Angeklagt ist die 47jährige in Galizien geborene polnische Staatsangehörige Josephine Wolf, die seit 1930 in Hörstel bei Ibbenbüren wohnt. Sie wurde aus der Untersuchungshaft vorgeführt, in der sie sich wie ein Teil ihrer Mitangeklagten seit Mitte Juli befindet. Mitangeklagt sind ihr ebenfalls aus Galizien stammender, mehrfach vorbestrafter Ehemann Philipp Wolf und Matthias Pleie aus Hörstel, der bei der„Hellseherin" den Geschäftsführer und Manager spielte. Ferner sind zwei unglückliche Opfer dieser drei angeklagt, Gerhard Ruve aus Püsselsbüren und Joseph Siemer. Die umfangreiche Anklage wirft Frau Wolf und ihrem Helfer Pleie vor, Ruve und Siemer zur Abgabe einer falschen eidesstattlichen Bekräftigung eines Zeugnisses vor dem Amtsgericht in Ibbenburen überredet und verleitet und beide zum Verbrechen des Meineides bestimmt zu haben. Frau Wolf wird des fortgesetzten Betruges(„Hellseherei") seit 1926 beschuldigt und den Ehemann trifft die schwere Anklage der Verkuppelung seiner eigenen Frau. Siemer hörte von der Hellseherei der Frau Wolf und wollte wissen, ob der Plan seines Hausbaues in Erfüllung ginge. Er ließ sich deshalb die Karten schlagen und zahlte eine RM. dafür. Die günstige Voraussage der Karten traf natürlich nicht ein. Aber Siemer war nun einmal in den Kreis der Frau Wolf geraten und kam so schnell nicht mehr los. Er mußte für sie arbeiten, mußte dies und das tun, erhielt aber nie eine Gegenleistung. Frau Wolf glaubte nun, seine Gutmütigkeit noch vorteilhafter in Kapital umsetzen zu können. Sie wollte gegen einen Mann eine Forderung von 1000 RM. einklagen, die sie ihm angeblich geliehen hatte. Siemer sollte nun beschwören, daß dieser Mann ihm selbst gesagt habe, daß er Geld von Frau Wolf als Darlehen bekommen habe und daß Frau Wolf das Geld zurückerhalte, wenn er ein Darlehen von einer Osnabrücker Kreditbank, deren Vertreter Siemer damals war, bekommen könne. Siemer wehrte sich bis zum Tage des Termins gegen die andauernden Einredungen der Frau Wolf und ihres„Sekretärs“ Pleie. Man bedeutete ihm, der Meineid könne doch nie nachgewiesen werden, und außerdem gab man ihm zu verstehen, daß es sein Schade nicht sein sollte. Siemer ließ sich schließlich bereden und leistete vor dem Amtsgericht den falschen Eid. Leichter war es für Frau Wolf und Pleie, den völlig im Bann der„Hellseherin" stehenden alten Ruve z diesem Meineid zu bestimmen, der dem gleichen Zweck diente. Ruve saß in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und erhoffte sich von den„magischen" und geheimnisvollen Kräften der Frau eine Wendung seiner Lage. Er ließ sich die Karten schlagen, die die erhoffte Wendung natürlich ankündigten. Frau Wolf muß wohl den törichten Aberglauben Ruves sofort durchschaut und erkannt haben, daß aus ihm etwas herauszuholen sei. Sie trug ihm deshalb auf, immer wiederzukommen und alles so zu tun, wie sie es ihm auftrage, sonst könne sie ihre„Ströme“ nicht arbeiten lassen. In seiner unfaßbaren Einfalt hielt sich Ruve auch streng an diese Weisungen. Er trug nicht nur sein bares Geld fortgesetzt zu der betrügerischen Karischlägerin, sondern er liefert tenschlagerin,(#lbeen er lieferte auch Sämereien, Kartoffeln, Roggen, Obst= und Ziersträucher, Dunger, Bruchsteine zum Bau eines Stalles, eine Wurstmaschine, zwei Ferkel und ein 130pfündiges Schwein und tat zudem harte Frondienste auf dem ungerodeten Grundstück der Frau Wolf. Um die orakelnde Pythia bei guter Laune zu halten, opferte er ihr im Laufe der Zeit über 800 RM. Die abergläubische Furcht machte ihn völlig willfähig. Trotzdem bedurfte es einiger Ueberredungen, ehe ihn Frau Wolf und Pleie zu dem Meineid breitgeschlagen hatten. Als ihm in der Nacht vor dem Termin sein Pferd einging, orakelte die„Hellseherin", daß sie das schon gewußt habe, daß sie es aber nicht mehr mit ihrer„magischen Kraft" habe halten können. Durch diesen plumpen Schwindel war der arme Tölpel so beeindruckt daß er noch mehr von Frau Wolfs Macht überzeugt war. Er fürchtete, daß sie sich ihm entziehen könne, wenn er nicht zu Willen sei und den Meineid verweigere. Zudem glaubte er angeblich fest daran, daß nichts passieren könne, weil Frau Wolf dabei sei, die kühn behauptete, die Gerichte könnten nichts machen; sie müßten das tun, was sie wolle. Der Vorsitzende meint dazu:„Heute ist das aber nicht so. Heute tut das Gericht nicht, was Frau Wolf will.“ Zum Schluß der Verhandlung wurde gegen den Ehemann Wolf Haftbefehl erlassen. Aus dem Gerichtsfaut Lieferwagen in einen Schrotthaufen verwandelt :: Bielefeld, 24. Nov. Das Schöffengericht in Bielefeld hatte sich Mittwoch mit einem Vorfall zu beschäftigen, der im Sommer dieses Jahres, wie der zuständige Gendarmerie=Hauptwachtmeister in der Verhandlung berundete, in der Gegend von Langenberg unter der Bevölkerung größte Erregung auslöste. Zwei junge Burschen, Johannes Brzuska aus Langenberg und Bernhard Brexet aus Wadersloh, beide 23 Jahre alt, hatten in geradezu sinnloser Zerstörungswut einen auf der Straße abgestellten Kraftwagen derart zusammengeschlagen, daß er nur noch einem Schrotthaufen glich und nicht mehr benutzt werden konnte. Es bedurfte erst eingehender Ermittlungen, bis die beiden Angeklagten, die bereits wegen schweren Diebstahls bzw. vorsätzlicher Körperverletzung vorbestraft sind, als Täter ermittelt werden konnten. Sie hatten sich jetzt vor dem Schöffengericht wegen gemeinschaftlicher und vorsätzlicher Sachbeschädigung sawie Brzuska außerdem wegen Diebstahls zu verantworten. In der Verhandlung taten die beiden Angeklagten recht harmlos. Sie seien stark angetrunken gewesen, meinte sie, mußten dann aber zugeben, daß es mit der Trunkenheit nicht weit her gewesen sei, denn— so versuchten sie die wechselseitige Einlassung zu begründen— als die Leute vorbeikamen, seien sie wieder nüchtern geworden. Anscheinend hat sich Brexel weniger an der Zerstörung beteiligt. Vielmehr hat er seinen Freund, als er ihm zurief:„Nun sei doch kein Frosch!“. nicht allein wirken lassen. Obschon beide sich damals schon bereit erklärten, den Schaden wieder gutzumachen, hat keiner bis heute auch nur enen Pfenng bezahlt. Ihre Einlassung, nun aber bestimmt etwas abzudrücken, blieb am Gericht ohne jede Wirkung. Bezeichnend für das Verhalten der Angeklagten ist noch, daß Brzuska, als er mit der Zerstörung fertig war, alle brauchbaren Gegenstände, wie Zangen, Luftdruckmesser und das Schlußlicht auch noch mit nach Hause nahm. Hier hat er die Sachen dann später vernichtet, als sie ihm für die Entdeckung gefährlich werden konnten. Aber es nutzte ihnen nichts, der Gendarm machte die Burschen doch ausfindig. Wenn der Beamte behauptete, daß er in seiner langjährigen Berufstätigkeit schon manches gesehen habe, aber noch nie etwas, wie diesen Vorfall, so sagt das alles. Mit Recht hob der Staatsanwalt das frevelhafte Verhalten der Angeklagten in das rechte Licht. Nicht nur, daß dem Bäckermeister ein Stück seiner Erwerbsmöglichkeit genommen worden sei, hätten die Angeklagten auch noch Werte vernichtet, die der Staat aus wirtschaftlichen Gründen als äußerst erhaltungs= und schonungswürdig seit langer Zeit bezeichnet habe. In ihrer sinnlosen Zerstörungswut sei ein fahrbereiter Wagen in kurzer Zeit zu einem Schrotthausen zusammengeschlagen worden. Für diese verwerfliche Tat könne nur eine Gefängnisstrafe in Frage kommen, die er mit vier Monaten bei Brzuska und mit sechs Wochen bei Brexel beantragte. Das Schöffengericht hielt die beiden Angeklagten der gemeinschaftlichen Sachbeschädigung für überführt, bei Brzuska in Tateinheit mit Diebstahl, und verurtellte Brzuska zu vier Monaten Gefängnis und Brexel zu 120 RM. Geldstrafe, ersatzweise zu 30 Tagen Gefängnis. Straferschwerend ist berücksichtigt worden, daß die Angeklagten den Schaden bisher noch nicht wieder gutgemacht haben. Vergehen gegen das Schußzwaffengesetz :: Bielefeld, 24. Nov. Unter der Anklage, sich des Vergehens gegen das Schußwaffengesetz schuld.g gemacht zu haben, hatte sich der 26jährige Wilhelm Sobolewski aus Bochum, damals in Rheda beschäftigt, vor dem Schöffengericht in Bielefeld zu verantworten. Der Angeklagte war bei der Reichsautobahn in Rheda beschäftigt, wo er einem Freunde aus seinem„eisernen Bestand“ einen Trommelrevolver und ein kurzläufiges Tesching verkaufte. Man kannte sich sehr gut, und darauf war auch der „Preis unter Brüdern“ abgestellt, der ein Päckchen Tabak und eine Reichsmark in bar betrug. Der Angeklagte ließ sich dahin aus, daß es sich bei den Waffen um„Altertümer aus Großvaters Zeiten“ gehandelt habe, die er vor langer Zeit mal auf irgendeinem Schutthaufen gefunden habe. Gebraucht hat er die Dinger nie. Das mag alles stimmen, aber trotzdem waren die Waffen als Schußwaffen im Sinne der Ausführungsbestimmungen zum Schußwaffengesetz vom 12. April 1928 anzusehen, die der Angeklagte ohne Waffenschein weder besitzen noch an andere Personen veräußern durfte.— Das Urteil lautete auf 30 RM. Geldstrafe, wobei das Gericht berücksichtigt hat, daß es sich um nicht besonders gefährliche Waffen gehandelt hat. vernommen, die die ersten Vernehmungen der Angeklagten durchgeführt hatten. So brachte der sechste Verhandlungstag keine wesentlich neuen Momente. Auch die weiteren Zeugenaussagen werden kaum mehr etwas Neues bringen können, so daß der Prozeß erst wieder mit dem Gutachten der Sachverständigen an Interesse gewinnen dürfte. Vor dem Sozialen Ehrengericht Betriebsführereigenschaft auf zwei Jahre aberkannt rwd Essen, 22. Nov. Vor dem Sozialen richt des Treuhänderbezirks Westfalen hatte sich der Stukkateur Gerhard Suhren augZisburg wegen grober Vernachlässigung seiner Plichten als Gefolgschaftsfuhrer zu verantworten. Suhren besitzt in Duisburg einen Stukkateurbetrieb und beschäftigt mehrere Arbeiter. Eines Tages besuchte er ein Duisburger Nachtlokal, machte eine Zeche von etwa 20 RM., die er aber nicht bezahlen konnte. Angeblich ist ihm ein größerer Geldbetrag gestohlen worden. Als Pfand für die Zeche ließ Suhren seine Aktentasche zurück. in der sich die Arbeitspapiere(Arbeitsbücher, Steuer= und Invalidenversicherungskarten) seiner Gefolgschaft befanden. Die Aktentasche wurde in der Folgezeit nicht eingelöst, so daß die Arbeiter die einige Tage später wegen Arbeitsmangel entlassen werden mußten, keine neue Stellung antreten konnten, die sie sich zum Teil schon beseege hatten, da fie. nichl im Besige des AkbeitsZeugenvernehmung im Nöding-Prozeß md Münster, 24. Nov. Von den zahlreichen Zeugen, die am sechsten Verhandlungstage vernommen wurden, sah man der Aussage der für heute geladenen Stenotypistin von der Kriminalabteilung der Lüner Polizei mit Interesse entgegen. Zwei am Tage vorher vernommene Zeugen hatten bekundet, daß sie bei der Niederschrift ihres Vernehmungsprotokolls Einwendungen gemacht hätten, was der Angeklagte Plötzke, der sie vernommen hat, bekanntlich ableugnete. Die Stenotypistin, die das Protokoll geschrieben hat, bestätigte die Aussagen der beiden Zeugen, meint aber, daß die Einwendungen nicht sehr erheblich gewesen wären. Im übrigen wurden als Zeugen die Personen besorgt hatten de sie nicht im Besitze des buches und anderer Beschäftigungsunterlagen waren. Mehrmaliges Ersuchen, für die Aushändigung der Arbeitspapiere Sorge zu tragen, ließ der pflichtvergessene Betriebsführer einfach unbegchtet. Schließlich wendeten sich die Arbeiter an die DAF., die nicht ohne geringe Mühe die Beschäftigungsunterlagen herbeischaffen konnte. Suhren wurde seinerzeit in Schutzhaft genommen, und der Treuhänder der Arbeit erhob Anklage gegen ihn. Nach eingehender Verhandlung erkannte das Soziale Ehrengericht Suhren die Befähigung, Führer eines Betriebes zu sein; auf die Dauer von zwei Jahren ab. Der Vertreter des Treuhänders hatte Aberkennung der Betriebsführereigenschaft auf die Dauer von 6 Jahren beantragt. Zuchthaus für einen jüdischen Jugendverderber und Rassenschänder dub Karlsruhe, 24. Nov. Vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts Karlsruhe hatte sich am Dienstag der 47jährige verheiratete Volljude Gustav Weil wegen fortgesetzten Sittlichkeitsverbrechens und Rassenschande zu verantworten. Der Angeklagte hatte sich in den Jahren 1927 bis 1934 wiederholt als leitender Direktor einer Schuhfabrik in insgesamt neun Fällen gegen 14= bis 16jährige Lehrmädchen, die er — nach bekannten jüdischen Methoden— unter einem geschäftlichen Vorwand in sein Büro bestellt hatte, unsittlich vergangen oder es versucht. In einigen Fällen war sein Vorhaben an der heftigen Gegenwehr der Mädchen gescheitert. In zwei Fällen wurde er auch gegen Mädchen, die sich um eine Lehrstelle beworben hatten, zudringlich. Neben diesen Fällen wegen Verbrechs nach§ 174 stand der jüdische Wüstling unter der Anklage der Rassenschande. Der Angeklagte hatte noch von 1936 bis zum Frühjahr 1937 ein Verhältnis mit einer 23 Jahre alten arischen deutschen Staatsangehörigen. Der Angeklagte war geständig, zeigte aber nicht die mindeste Einsicht in das Verbrecherische seiner Handlungsweise. Er wurde wegen Rassenschande und fortgesetzten Sittlichkeitsverbrechens zu einer Gesamtzuchthausstrafe von fünf Jahren sowie zu fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Knall und Die teuerste Ehe der Welt dürfte wohl die eines kürzlich geschiedenen amerikanischen Großkaufmanns sein. Sein Eheglück dauerte genau elf Tage, und seine Frau, die wegen böswilligen Verlassens auf Scheidung klagte, bekam vom Gericht eine Abfindung von 200 000 Dollar zugestanden. Das ist also für jede Ehestunde 750 Dollar. Wenn dieser Mann von seiner gewesenen Frau spricht, wird er stets„meine Teuerste“ sagen. W Zum Schutze gegen die Maul= und Klauenseuche wird aus Anlaß des Ausbruches dieser Seuche unter dem Klauenvieh des Landwirts und Biehhändlers Wilhelm Höckelmann in Freckenhorst, Warendorfer Str. 32, auf Grund der§8 18 ff. des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1903 (RGBI. I S. 519) mit Ermächtigung des Herrn Meinisters für Landwirtschaft, Domänen und Forsten folgendes bestimmt: § 1 a) Sperrbezirk. Den Sperrbezirk bildet die Gemeinde Freckenhorstb) Beobachtungsgebiet. Das Beobachtungsgebiet umfaßt die ganze Gemeinde Freckenhorst=Kirchspiel. S 2 Für den Sperrbezirk und das Beobachtungsgebiet gelten die Bestimmungen der viehseuchenpolizeilichen Anordnung des Herrn Regierungspräsidenten in Münster vom 7. Januar 1933(RABl. S. 5) und die in Frage kommenden Bestimmungen der viehseuchenpolizeilichen Anordnung vom 1. Mai 1912— V. A. V. G.—, insbesondere die 88 163 bis 168. 8 3 Diese Anordnung tritt mit ihrer Verkündigung in Kraft. 8 4 Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Bestimmungen werden nach§§ 74 und 76 des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 bestraft. Freckenhorst, den 22. November 1937. Der Amksbürgermeister: Horsch. Frage kommenden Bestimmungen der viehseuchenpolkzeilichen Anordnung vom 1. Mai(V. A. V..), insbesondere die 88 163—168. 8 3 Diese Anordnung tritt mit ihrer Verkündigung in Kraft. S 4. Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Bestimmungen werden nach den 88 74 und 76 des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 bestraft. Harsewinkel, den 24. November 1937. Der Amtsbürgermeister als Ortspolizeibehörde: Storp. Verkäufe Bekanntmachung Die Ausstellung von Schlachtscheinen erfolgt bis auf weiteres nicht mehr in der Wohnung der Unterzeichneten, sondern nur an den Sonntagvormittagen, und zwar in Füchtorf in der Wirtschaft Hülsmann, in Gröblingen=Velsen in der Wirtschaft Heinrich Johann, vorm. Heinrich Gröne, für Vohren in der Wirtschaft Niemer und in Dackmar in der Wirtschaft Arenhövel=Twehues in Sassenbecg. Die Bürgermeister: Wöstmann, Sparenberg, Bockholt, Große=Dütting, Niemann. Siehfeachenponizenicht Aurdenung uo bruop, Marsenfeld=Remse 21 auf Grund der 33 18 fl. des BiehAnna Micheel, Mariensets-Lene 24, un, Srund der 88 18 ff. des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909(RGBl. I S. 519) mit Ermächtigung des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten folgendes bestimmt: 1 a) Sperrbezirk. Den Sperrbezirk bildet die Bauerschaft Remse der Gemeinde Marienfeld. b) Beobachtungsgebiet. Das Beobachtungsgebiet umfaßt die Bauerschaft Oester der Gemeinide Marienfeld. 2 Für den Sperrbezirk und das Beobachtungsgebiet gelten die Bestimmungen der viehseuchenpolizeilichen Anordnung des Herrn Regierungspräsidenten in Münster vom 7. Januar 1933(RABl. S. 5) und die 20 guterhaltene Riuviere schöne, moderne Modelle, billig zu verkaufen.(Mietpianos frei.) Klavierfachmann Jürgens, Lippstadt, Tel. 2766. Steuerfreier s in gutem Zustand, an schnell entschlossenen Käufer für 350 RM. Festpreis zu verkaufen. Gülersloh, Südstr. 32. Beschluß In der Entschuldungssache hetr. den landwirtschaftlichen Betrieb der Eheleute Bauer Wilhelm Krone u. Paula, geb. Gelhaus, in Diestedde, Dorf Nr. 21, wird der Vergleichsvorschlag vom 5. November 1937 bestätigt. Das Entschuldungs= und Zwangsvergleichsverfahren werden aufgehoben. Beckum, den 22. Nov. 1937. Das Entschuldungsamt. In unser Handelsregister Abt. A Nr. 98 ist bei der Ja.„PortlandZementwerk Stein u. Heßling" in Beckum am 24. November 1937 eingetragen worden: Die Firma ist geändert in„Portland=Zement und Kalkwerke Heßling u. Co. Kommanditgesellschaft, in Beckum.“ Vier Kommanditisten sind aus der Gesellschaft ausgeschieden. Fünf Kommanditisten haben ihre Einlagen erhöht. Amtsgericht Beckum i. W. Bekanntmachung Mit Rücksicht auf die in verschiedenen Gemeinden des Kreises Wiedenbrück herrschende Maul= und Klauenseuche ist der Auftrieb von sämtlichem Klauenvieh zum Andreasmarkt(30. Nov. 1937) auf Grund der viehseuchenpolizeilichen Anordnung des Herrn Regierungspräsidenten in Minden vom 20. Okt. 1937, verboten. Rheda, den 25. Nov. 1937. Der Bürgermeister als Ortspolizeibehörde: Zeitz. Es genügt nicht wenn die Absender der Viehmarktanzeigen schreiben:„Geld (oder Marken) beiliegend“. Zur Vermeidung von Irrtümern muß immer die Summe genannt werden. Schlanker ohne Gewaltmaßnahmen! Auf natürlichem Wege schlanker werden durch „belde Drops“ aus dem Extrakt wertvoller und wirksamer Pflanzen. 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Im ganzen ab oder wie man die aber doch typisch das augenblicklich nun nicht so, daß Tumulte und Zu aber Zeichen eine französische Gesch gerade solche Ent liche Grenze gefü angenommen, da HANT Geld- und dub Berlin, 25 Im Schwankung rungen auch heu gen Schlußkurse in Ausnahmefäll wohl das Ange denen Umfang. aus Emigranten der immer noch gewissen Druck sen machte sich standsfähigkeit b tierte Kaufauftr Hierauf gründet der ersten halbtenden Befestign niveau an den behauptet. Mai Die Börse sch tenen Kursen.“ handelt. Bei de rung wurde de (12,39), der Do den mit 137,8. (.42) und der gesetzt. Produkte dub Berlin, markt. Die 0 Getreideverkehr ändert. Rogg daß, soweit ubder Läger vor teren Lieferun Zil. Frautreich wieder Menaraste werden! Der Herzog von Guise: „Ich habe mich entschlossen, den Thron meiner Väter zurückzuerobern“ Es geht ziemlich munter zu in der französischen Republik. Nach den Besetzungen von Fabriken und Gemeindehäusern durch die Kommunisten folgten in den Industriegebieten Arbeitseinstellungen in großem Umfange. Ein Zwischenfall löst den anderen ab, und wir erinnern uns noch, welche Aufregung die Sowjetfahnen an den Ausstellungsmasten der Pariser Weltausstellung verursachten. Danach hat die französische Sicherheitspolizei angeblich einen großen Rechtsputsch entdeckt und will riesige Mengen von Waffen und munition beschlagnahmt haben. Was es mit diesem Putsch eigentlich auf sich hat, das ist bis zur Stunde immer noch unklar, und es ist nicht abzusehen, wann diese Unklarheit beseitigt wird. Zu alledem haben sich nun auch noch die Bourbonen in Erinnerung gebracht. Die französische Oeffentlichkeit wird wieder einmal daran erinnert, daß die Nachkommen der Bourbonen ihre Ansprüche auf den Thron Frankreichs noch nicht aufgegeben haben. Es handelt sich dabei um den französischen Thronprätendenten, den erzog von Guise und um dessen Sohn, den 28jährigen Grafen von Paris aus dem Hause Bourbon=Orléans, der bei Brüssel im Exil lebt. Dieser Graf von Paris hat, wahrscheinlich auf Weisung seines Vaters, eine royalistische Kundgebung in dem kleinen Schweizer Ort Versoix durchführen wollen. Er empfing in der Villa Bartholony, die er für ein paar Tage von einem Baron de Chaulin aus Savoyen gemietet hatte, achthundert Royalisten. Es ging alles sehr geheimnisvoll zu, am Eingang der Villa kontrollierten junge Leute die Einladungskarten der Gäste und nahmen ihnen das Losungswort ab. So geheimnisvoll diese Zusammenkunft auch vorbereitet und durchgeführt wurde, so hatten doch die Sozialisten Wind von der Versammlung bekommen, und der Vertreter einer sozialistischen Zeitung schrieb vor der Villa sämtliche französischen Autonummern auf, die inzwischen wohl der französischen Polizei bekannt sein dürften. Abends um 7 Uhr wurde dann der Royalistenversammlung von der Schweizer Polizei aus Genf aufgelöst. Sämtlichen Besuchern aus Frankreich wurde der Befehl erteilt, den Kanton Genf sofort zu verlassen, und eine Stunde später lag die geheimnisvolle Villa öde und dunkel da. Der Graf von Paris hatte einen vom Chef der Genfer Polizei unterschriebenen Befehl erhalten, die Schweiz zu verlassen. Er kam dieser Anweisung sofort nach, die Ausweisung erfolgte auf Anordnung der Schweizer Bundesanwaltschaft. Die Royalisten sind ganz zweifellos bei ihrer Arbeit gestört worden, das geht daraus hervor, daß die Erklärung, die ursprünglich von Versoix aus an die französischen Royalisten gerichtet werden sollte, nunmehr in Paris bekanntgegeben wurde, und zwar hat der Herzog von Guise sich in einem Manifest an das französische Volk gewendet, worin die Monarchie als die einzig mögliche Lösung für Frankreich und als die Rettung aus seinen gegenwärtigen wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten bezeichnet wurde. Es ist ein Manifest der großen Worte, kennzeichnend dafür ist der Beginn:„Ichhabe michentschlossen, den Thron meiner Väter zurück zuerobern!“ Nun, mit einem Manifest wird diese Eroberung kaum gelingen, und andere Hilfsmittel dürften dem Herzog von Guise wohl kaum zur Verfügung stehen. Im ganzen aber ist diese Tragikomödie, oder wie man diesen Vorgang sonst bezeichnen will, aber doch typisch für das große Durcheinander, das augenblicklich in Frankreich herrscht. Es ist nun nicht so, daß auf den Straßen jeden Tag etwa Tumulte und Zusammenstöße stattfänden, es sind aber Zeichen einer inneren Unruhe, und wer die französische Geschichte kennt, der weiß, wie oft gerade solche Entwicklungen schon an eine gefährliche Grenze geführt haben. Es wird jetzt amtlich angenommen, daß diese Monarchistenversammlung in der Schweiz mit den Pariser Ereignissen im Zusammenhang stehen; Beweise dafür sind aber noch nicht erbracht worden. Selbstverständlich gibt es in Frankreich noch Royalisten, vor allem auch in der Diplomatie und im Heer, aber es wäre verkehrt, wenn man annehmen wollte, als ob dieser Royalismus mehr wäre als eine Gefählsangelegenheit, bestenfalls als ein Mittel, um sich einen gesellschaftlichen Anstrich zu geben. Wenn man die Dinge so sieht, wie sie wirklich sind, so muß man sagen, daß trotz allem eine Entwicklung zur Monarchie das Letzte wäre, was man prophezeien könnte. In Frankreich wünscht man eine Neuordnung, aber man wünscht auch, daß diese Neuordnung ohne Blutvergießen und ohne Gewalttat vor sich geht. Selbst die französischen Kommunisten haben Angst vor dem Bür. gerkrieg, sie haben ihre eigenen Bürgerkriege nicht vergessen, und das spanische Beispiel steht drohend und warnend vor ihren Seelen. Es fragt sich nur. ob sie nicht auf Moskauer Weisung in irgendein Abenteuer gefährlichster Art hineingehetzt werden. Beachtlich aber sind die Zeichen der ewig währenden parlamentarischen Krise. Es ist eine Krise, die sich hinschleppt, die aber darum nicht weniger gefährlich wird; im Gegenteil, die allgemeine Stimmung hat Tardieu in einem Buch gekennzeichnet, das dieser Tage erschienen ist und in dem er schreibt:„Frankreich ist in große und kleine Herrschaftsgebiete aufgeteilt, und zwischen den großen und kleinen Herrschern hat sich eine Interessengemeinschaft herausgebildet, die den parlamentarischen Beruf zu einem der bestorganisierten macht. Die Abgeordneten, die sich eben noch im Sitzungssaal erbittert beschimpft haben, duzen sich im Parlamentsrestaurant, und es ist eine Selbstverständlichkeit, daß sie sich jene„cameraderie“, jene kleinen Gefälligkeiten erweisen, ohne die sich der Beruf des Abgeordneten, besser gesagt des berufsmäßigen Parlamentariers, nicht lohnen würde...“ Es sind nicht die schlechtesten Kräfte, die eine Gesundung der inneren Verhältnisse in Frankreich wünschen. Eine solche Gesundung ist durchauggög. lich, sie muß aber aus dem französischen Wesen selbst herauswachsen. Dieses Volk hat nicht vergessen, daß es ursprünglich ein Bauernvolk mit all der Stärke war, die ein solches Herkommen liebt. Aus dieser Erkenntnis kann auch die zukünftige Erneuerung wachsen. Letzte Nachrichten Die ungarischen Staatsmänner beim Führer dub Berlin, 25. Nov. Als Abschluß und Höhepunkt des Besuches der ungarischen Staatsmänner in Berlin fand heute beim Führer und Reichskanzler eine Abendtafel statt, an der außer dem ungarischen Ministerpräsidenten und Frau von Daranyi und dem ungarischen Minister des Aeußern von Kanya der ungarische Gesandte Sztöjay, die Herren der Begleitung des Ministerpräsidenten, die Mitglieder der ungarischen Gesandtschaft in Berlin mit ihren Damen und führende Männer des Dritten Reiches teilnahmen. Deutsche Ordensauszeichnung für die ungarischen Staatsmänner dub Berlin, 25. Nov. Der Führer und Reichskanzler hat aus Anlaß des Staatsbesuches des ungarischen Ministerpräsidenten Koloman von Daranyi und des ungarischen Ministers des Aeußern Koloman von Kanya dem ungarischen Gelandten in Berlin, Döme Sztojay, dem ungarischen Auusminister Balint Homan und dem Präsidenten der ungarischen Nationalbank, Finanzminister i. R. Béla von Imredy, das Großkreuz des Ordens vom Deutschen Adler verliehen. Ferner hat eine Reihe weiterer ungarischer Persönlichkeiten, insbesondere die Begleiter des Ministerpräsidenten und des Ministers des Aeußern, deutsche Auszeichnungen erDer ungarische Ministerpräsidenk von Daranhl und der ungarische Minister des Aeußern von Kanya sind bereits Inhaber des Großkreuzes des Ordens vom Deutschen Adler. Japan feiert das Antikomintern=Abkommen onb Tokio, 25. Nov. Die heutigen Feiern zum Jahrestag des Antikomintern=Abkommens wurden abgeschlossen mit einem großen Festbankett, das unter der Schirmherrschaft der Antikomintern=Liga, des deutsch=japanischen Vereins sowie vieler nationaler Verbände stand. Einleitend wurden Hochrufe ausgebracht auf den Kaiser von Japan, den Führer, den italienischen König und auf den Duce, und dann wurden die Nationalhymnen der drei Länder gespielt. Am Abend zogen wiederum riesige Demonstrationszüge mit über 30000 Fackelträgern vor den kaiserlichen Palast und die Botschaften der befreundeten Mächte. Aehnliche Feiern fanden in Yokohama, Osaka und in zahlreichen andern Städten Japans statt. Die gesamte Presse veröffentlichte große Festbeilagen mit Bildern und Sonderbeiträgen über Deutschland und Italien. Sympathiekundgebungen für Japan in Rom dnb Rom, 25. Nov. Anläßlich des ersten Jahrestages des Antikomintern=Abkommens kam es am Donnerstagabend in Rom vor der japanischen zehnmal auf den Balkon gerufen. Aus der begeisterten Menge erklangen immer wieder stürmische Hochrufe auf Japan, Italien und Deutschland. Wie erwartet... Die Brüsseler Ostasien=Konferenz konnte für die Schlußerklärung nicht die erforderliche Einstimmigkeit erzielen. Die Konferenz hat sich unbefristet vertagt. Die Wiener Studentenunruhen dauern an dub Wien, 25. Nov. Die Wiener Innenstadt stand am heutigen Donnerstag wieder im Zeichen der Hochschulunruhen. Bereits morgens bezogen Abteilungen der Polizei die wichtigsten Posten um die Hochschule auf Plätzen und vor öffentlichen Gebäuden. Patrouillen auf Kraftwagen und Fahrrädern fatzen durch die Straßen, um Pogram; lungen sofort zerstreuen zu können.— Noch am Mittwoch hatte die Regierung zur Verstärkung der polizeilichen Machtmittel ein Gesetz erlassen, nach dem Hochschüler, die wegen ihrer Teilnahme an den Demonstrationen von der Polizei oder vom Gericht bestraft worden sind, an allen Hochschulen Oesterreichs vom Studium verwiesen werden können. Das Oberhaupt des„Geheimen Revolutionären Ausschusses“ entdeckt und verhaftet dub Paris, 25. Nov. General Duseigneur, der am Mittwoch im Zusammenhang mit der Ausdeckung der geheimen Waffenlager von der Polizei verhört und auch die ganze Nacht Hoggnerztagvor. sam gehalten worden war, ist mittag dem Untersuchungsrichter vorgeführt Bcde. Kurz nach Mittag wurde berannt, vap gegen General Duseigneur vom Untersuchungsrichter Anklage erhoben worden ist. Anderseits teilte die Sicherheitspolizei mit, daß der Chef der„CSAR.“ (Comité Secrête’Actions Révolutionaires) in der Person des Eugene Deloncleentdeckt und in der Nacht verhaftet worden sei. Mit dieser Verhaftung glaubt die Polizei das tatsächliche Oberhaupt des„Geheimnen Revolutionären Aktions= auschusse gesaßt zu haben.. esteoig Weiter erfährt man, daß die Sicherheusponze# in den Pariser Büroräumen der monarchistischen Wochenschrift„Courrier Royal“, des Sprachrohrs des Kronprätendenten, des Grafen von Paris, eine Haussuchung vorgenommen hat über deren Ergebnisse vorläufig noch nichts Näheres verlautet. Henry Deloncle, der Bruder des jetzt verhafteten Chefs der CSAR., wurde seit Mittwoch abend einem langem Verhör durch den Leiter der Pariser Sicherheitspolizei unterzogen, das bis in die frühen Morgenstunden währte. Dabei soll Deloncle zugegeben haben, daß er zu der geheimen Organisation gehöre, die den Kampf gegen den Kommunismus zum Ziele habe und daß er mit der Organisierung der Verteidigung gegen einen möglichen Putsch der Kommunistischen Partei beauftragt gewesen sei. Die Pariser Presse glossiert dub Paris, 25. Nov. Die langatmige, von uns gestern kurz gebrachte Verlautbarung, die der französische Innenminister im Zusammenhang mit den angeblichen Geheimbünden ausgegeben hat und die in der Schlußfolgerung gipfelt, daß es dank der Wachsamkeit der Regierung gelungen sei, die Republik zu retten, findet in einem Teil der Pariser Presse nur mitleidiges Lächeln und ironische Randbemerkungen. Todesurteil gegen Araberscheich London, 25. Nov. Das vor kurzem zur Unterdrückung der Palästina=Unruhen eingesetzte Militärgericht fällte in Haifa das erste Todesurteil, gegen das es keinerlei Berufung gibt. Der Verurteilte, der achtzigjährige Scheich Farhan Saadi, ist ein bekannter Araberführer. Gegen Scheich Farhan Saadi wurde eine große Suchaktion angesetzt. Nach einem schwierigen Gebirgsmarsch erreichten die Engländer das Dorf Al Mazar, das in dei Nähe von Jenin in Nordpalästina liegt. Da= Dorf wurde umtgearz 2se Engländer drohten, das ganze Dorf zu zerstoren, wenn ihnen nicht das Versteck des Scheichs verraten werde. Darauf wurden die britischen Soldaten zu einem bestimnten Haus geführt. Hier erregte zuerst eine rote Quaste, die aus einem Loch in der Wand heraushing, die Aufmerksamkeit der Engländer. Die Wand wurde niedergerissen. Dahinter wurden ein Sack mit Munition und ein Revolver entdeckt. Dann fand man auch den Scheich; er hatte sich in einer großen Mehlkiste versteckt. Das Elendsgesicht Neuyorks Bettler auf den Straßen, Tod durch Hunger und Entbehrungen dd Neuyork, 25 Nov Nich einer Mitteilung der Neuyorker Nothilfebehörden beziehen in der Stadt Neuyork allein zur Zeit 349350 Personen Arbeitslosenunterstützung. Da nicht alle Arbeitslosen unterstützungsberechtigt sind, stellt diese Zahl nicht die Gesamtzahl der Arbeitslosen dar Unter den gegenwärtigen Bestimmungen erhält z. B. eine Familie keine Unterstützung, wenn ein Mitglied beschäftigt ist, auch wenn der Verdienst dieses Familienmitgliedes bei weitem nicht zum Unterhalt der ganzen Familie ausreicht. An Unterstützungen gibt die Stadt Neuyork monatlich 5200000 Dollar aus, zuzüglich500000 Dollar für die Verwaltungskosten der Nothilfebehörden. Diese Summe schließt nicht die 20000 Familien ein, die augenblicklich der Kinderwohlfahrtsbehörde zur Last fallen, ebensowenig die Insassen der Altersheime und Irrenanstalten. Daß die Unterstützung der Notleidenden in Neuyork trotz dieser gewaltigen Ausgaben unzureichend ist, beweisen die vielen Bettler auf den Straßen und die täglichen Zeitungsberichte von Todesfällen durch Hunger und Entbehrungen. Die genaue Zahl der Arbeitslosen wird erst in einigen Monaten festzustellen sein, wenn das Ergebnis der allgemeinen Arbeitslosenzählung, die bereits begonnen hot, feststeht. Weihe des neuen Heims der deutsch-italienischen Kulturgemeinschaft in Mailand dub Berlin, 25. Nov. In Mailand wurde am Donnerstag die Weihe des neuen Heims der deutsch=italienischen Kulturgesellschaft vollzogen. Eine aus diesem Anlaß veranstaltete Feierstunde, die die deutsch=italienische Kulturverbundenheit unterstrich, erhielt ihre besondere Bedeutung durch die Ansprachen des Präsidenten der deutsch=italienischen Kulturgesellschaft, des italienischen Ministers für Volkskultur, Alfieri, und des deutschen Botschafters in Rom, von Hassell. HANDEL · GEWERBE ·VERKEHR * hältlich In Weizen übersteigt hingegen die PaufGeld- und Wechselmarkt dub Berlin, 25. Nov. Berliner Wertpapierbörse. Im Schwankungsverkehr lagen die Anfangsnotierungen auch heute wieder meist unter den gestrigen Schlußkursen, doch gingen die Einbußen nur in Ausnahmefällen über ein Prozent hinaus. Obwohl das Angebot im allgemeinen nur bescheidenen Umfang, hat— es soll vorwiegend wieder aus Emigrantenkreisen stammen— vermag es bei der immer noch fehlenden Aufnahmeneigung einen gewissen Druck auszuüben. Nach den ersten Kursen machte sich allerdings eine gewisse Widerstandsfähigkeit bemerkbar, da einige niedriger tierte Kaufaufträge ausgeführt werden konnten. Hierauf gründeten sich auch wohl die nach Ablauf der ersten halben Stunde vereinzelt zu beobachtenden Befestigungen. Im Verlauf blieb das Kursniveau an den Aktienmärkten im allgemeinen gut behauptet. Mannesmann waren weiter erholt. Die Börse schloß bei im allgemeinen gut gehaltenen Kursen. Nachbörslich wurde nicht mehr gehandelt. Bei der amtlichen Berliner Devisennotierung wurde das englische Pund mit 12,39½ (12,39), der Dollar mit 2,481(2,476), der Gulden mit 137,82(137,78), der Frank mit 8,41½ (.42) und der Franken mit 57,40(57,31) festgesetzt. Produkte dub Berlin, 25. Nov. Berliner Getreidegroßmarkt. Die Einkaufsmöglichkeiten im Berliner Getreideverkehr haben sich nicht nennenswert geändert. Roggen steht laufend zum Verkauf, so daß, soweit überhaupt notwendig, eine Ergänzung der Läger vorgenommen werden kann. Zur späteren Lieferung sind vielfach Kahnladungen erhattlich. In Weizen übersteigr hingegen die Kuuf“ lust noch immer die Anlieferungen. Prompte und spätere Verladungen werden rege begehrt. Die Vermahlungsquote der Mühlen wurde für den Monat Dezember wiederum auf sieben Prozent des Roggen= und acht Prozent des Weizengrundkontingents festgesetzt. An den Futtergetreidemärk. ten sind Hafer und Gersten nur vereinzelt in kleinen Posten verfügbar. Mais in= und ausländischer Herkunft ist weiterhin am Markt. Braugersten in guten Sorten finden laufend Unterkunft, jedoch sind die Anlieferungen hierin nur mäßig. Das Mehlgeschäft bewegt sich im Rahmen der Vortage. dub Berlin, 25. Nov. Notierungen des Berliner Getreidegroßmarktes. Die Notierungen des heutigen Berliner Getreidegroßmarktes sind vollkommen unverändert. gem; dub Hamburger Getreidegroßmarki. In RM. je 1000 Kilo, Handelspreise für Weizen und Roggen plus 4 RM., für Hafer und Futtergerste plus 3 RM.: Weizen, Durchschnittsqualität W 9, Erzeugerpreis 198, dto. W 11 200, dto. W 16 205, Roggen, Durchschnittsqualität R 9, Erzeugerpreis 184, dto. R 13 188, dto. R 15 190, Futtergerste, Durchschnittsqualität G 9 Erzeugerpreis 172 dio(B 12 Schafe 1548 und ein Beobachtungstier. Marktverlauf: Rinder verteilt, Ausstichtiere über Notiz, Qualität unter mittel, Schafe mittel, Qualität mittel. Preise: Ochsen: a) 43, b) 39, c) 34; Bullen: a) 41, b) 37, c) 32; Kühe: a) 41, b) 37, c) 31, d) 23; Färsen: a) 42, b) 38, c) 33; Doppellender: 58; Lämmer und Hammel: a2) 48—52, b 2) 47—51. c) 38—45, d) 23—36, Schafe: 6 42—45, f) 33—40, g) 20—28. Viehmärkte Dortmund, 25. Nov. Pferdemarkt. Auftrieb: 721 Pferde und 9 Wagen aller Art. Der Handel war ruhig. Es kosteten: Kaltblüter: beste Arbeitspferde und Stuten 1200—1300 RM., zweite Arbeitspferde 750—850 RM., dritte Arbeitspferde 300—600 RM., zweijährige Pferde 700—900 RM, einjährige Pferde 550—750 RM.; Warmblüter: beste Arbeitspferde und Stuten 1000—1200 RM., zweite Arbeitspferde 600—700 RM., dritte Arbeitspferde 300—550 RM.; Kreuzungen: beste Arbeitspferde 900—1000 RM., zweite Arbeitspferde 500 bis 700 RM., dritte Arbeitspferde 250—450 RM. Beste Tiere wurden über Notiz bezahlt. Der nächste Markt findet am 9. Dezember statt. Dortmund, 24. Nov. Zum heutigen Zucht- und Faselviehmarkt wurden aufgetrieben: Großvieh Läufer= und ältere Futterschweine tiere entsprechend höher.— Nächster Markt am 1 Dezember 1937. Wochenmärkte (2) Paderborn, 24. Nov. Hauptwochenwarkt. Es kosteten: Blumenkohl 20—50, Kartoffeln—5, Zentner 305—350, Rosenkohl 25—30, rote Beten 10, Rotkohl 10, Weißkohl—8, Wirsing—10, Wurzeln 10, Zwiebeln—15, Aepsel 12—30, Birnen 25—35, helle Weintrauben 45—50, dto. dunkle 60—65, Apfelsinen halbes Kilo 40, Zitronen Stück —10, Bananen halbes Kilo 40, kleine Eier 12, große Eier 13—14, Enteneier 13, Gänseeier 20 bis 25, Kochkäse 40, Bienenhonig das Einheitsglas 115, dto. ohne Glas 100, Kalbfleisch 100 bis 140, Ragoutstücke 90, Hammelfleisch 80—90, Rindfleisch 90, dto. ohne Knochen zum Braten 100, Schweinefleisch 80, junge Tauben 50, kleine Schlachthühner 200—220, Schlachthähne 90—100, zehn Wochen alte Kaninchen 150, Hasen 70 Rpf. dto. R 13 188, dto. N 15 199, Hoy,.ua Jl. 8 19 287, Ferkel 81, Luasete und alte oumteinnenn schanishhunngt a v, Erzeaterglest kia, vid. S te 7, Kälber 12. Der Handel war in Großvieh lang177, Hafer, purchschnitsqualität H 12, Erzeuger. sam, Ueberstand. Hochtragende und frischmelkende preis 102, dto. 5 16 jo7, La=Plata=Leinsagt Rov. Kühe, kosteten je nach Qualität 300—485, Rinder kosteten 270—380(beste Tiere über Notiz).— Der Handel war am Schweinemarkt ruhig.(Durchschnittsqualität und Durchschnittspreise.) Es wurden bezahlt:—6 Wochen alte Ferkel 10 RM., —8 Wochen alte Ferkel 11—14 RM.,—10 Wochen alte Ferkel 16—20 RM., 10—12 Wochen alte Ferkel 23—27 RM.; Läuferschweine: über—4 Monate alt 35—45, dto. über—5 Monate alt 46.—60, dto. über fünf Monate alt 61—75 RM. Abfallende Ware niedriger, ausgesuchte Spitzen245/0. dub Magdeburg, 25. Nov. Magdeburger Zucker. 50 Kilo Weißzucker netto ab Verladestelle, prompt per zehn Tage—, November 31,45 und 31,50, Nov.(Dez. 31,45 und 31,50, Nov.(Jan. 31,50. Schlachtviehmärkte dub Hamburg, 25. Nov. Auftrieb: Rinder 2578 und 79 Beobachtungstiere, darunter Ochsen 314, Bullen 170, Kühe 1398, Quienen 696, ferner Hauptschriftleiter: Joseph Holterdorl, Oeldg, Stellvertreter des Hauptschrittleiters, zugleich verar den politischen Teil und die Belange der orf. Oelde. Stellvertreter des Hauptschrikleiters, zugleich verantwortlich für den pontismen Teil und die Belange der bewegung: Karl Heinz Gembris. Oelde: für Handel, Sport, den nicht von anderer Seite vertretenen örtlichen Teil und für die Rubrik Gerichtssaal: B. C. Kemper, Oelde; für Volkswirtschaft, die Rubriken „Aus Westfalen“ und„Aus aller Welt“ sowie für den gesamten unterhaltenden Teil: Joseph Holterdorf. Oelde; für den örtlichen Teil Beckum: Franz Kiwitt, Beckum: für örtlichen Teil Ahlen: Paul Adler. Ahlen; für den örtlichen Teil des Kreises Warendorf: Walter Werland. für den örtlichen Teil des Kreises Wiedenbrück: Bernhard Mertenskötter. Gütersloh; Verantwortlicher Anzeigenleiter: Heinrich Kamphusmann, Oelde. Rotationedruck und Verlag von E. Holterdori. Oelde i. Westt. Geschältsstellen: Buchhandlung B. Hönckop in Bekkum: Hans Rauch in Ahlen. Markt 1. Fernrul 695; Buchhandlung Walter Möhlmann in Wiedenbrück: Buchhandlung W. Ebbecke in Warendort: E. Holterdorf in Güterslob. Berliner Straße 17, und die Geschältsstelle in Oelde. Verlagsleiter: Paul Holterdorl. Oelde. Durchschnittsauf'age Im Oktober Davon im Kreis Beckum „ Warendort ""„ Wiedenbrück Pl. 7. Nachlaßstaffel## 20 481 über 9300 über 2700 über 7100 Felerabendgemeinschan beckum Aantatn Derery In der NS.Gemeinschaf!„Kraft durch Freude“ drühere Ns.Kultursemi K. EämichrPErch Heute, Freitag abend, 20 Uhr, bei Köddewig 80 Statt Karten Es grüßen als Vermählte Friedrich Schäfer Unterottizier Mia Schäfer geb. Pasgang Wiesbaden, Wadereloh, den 26. 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