Das„Herforder Kreisblatt“ erscheint täglich mie ausnahme der Sonn= und Feiertage. Vierteljährlicher in voraus zu zahlender Bezugspreis 1 M. 50 Pf. Durch die auswärtigen Betriebsstellen bezogen 1 M. 65 Pf. Sei Gelbstabholung aus der Geschäftsstelle 1 M. 25 Pf. Monatlich 50 Pf. „„„„ Anzeigen aus dem Kreise Herford werden mit 12% auswärtige Anzeigon mit 15 Pf. für die einspaltige Petio zeile berechnet. Etwaiger Ravatt gilt als Kaffenrabatt und kann geweigert werden, wenn die Zahlung nicht innerhalb 4 Wochen nach Erhalt der Rechnung erfolgt. keklamen 45 Pf. pr. Zeile. Verantwortlich: Für den politischen Teil: Ferd. Ezmann in Herford. Für den übrigen Teil: Fritz Heidemann in Herford. Geschäftsstelle: Mönchstraße 5. Herforder Kreis=Zeitung. Herforder Kreis=Anzeiger. Fernruf Nr. 13.— Telegramme: Kreisblatt.— Postfach 47. Nr. 285(enthält 8 Seiten) Freitag, den 5. Dezember 1913. Verlag von Fritz Heidemann in Herford. Druck von Gedr. Heidemann in Herford. Post=Schock=Konto: Nr. 309 Hannover. 68. Jahrgang. Mistrauensvbram des Rrichslags gegen den Rrichslanzler. Berlin, 4. Dez. abends. Der Reichstag hat heute nachmittag mit 293 gegen 54 Stimmen der Konservativen und der Freikonservativen bei 4 Stimmenthaltungen die beiden von den Fortschrittlern und den Sozialdemokraten gestellten Mißtrauensvoten gegen den Reichskanzler, über die gemeinsam abgestimmt wurde, angenommen. (182. Sitzung des Reichstags von 4. Dezember.) Die Besprechung der Interpellationen betreffend di Vorgänge in Zabern wird fortgesetzt. Prasident Di Kaempf: Ich habe gestern nur den Zuruf„Unverschämt“ gehört, der gegenüber dem Kriegsminister gebraucht wurde, und dden zurufenden Abg. deshalb zur Ordmung gerufen. Nach dem amtlichen Stenogramm sind noch mehrere ähnliche Zurfe gefallen. Hätte ich dieselben hier gehört, dann hätte ich diesen Zurufen eine Rektifikation zuteil werden lassen. Ich bitte Sie, derartige Zurufe in Zukunft nach Möglichkeit zu unterlassen.(Beifall). Reichslanzler Dr. von Bethmann Hollweg: Abg. von Calter hat gestern die Frage an mich gerichtet, wie denn noch weiter die Politik in Elsaß=Lotyringen geführt werden soll. Ich will Ihnen darauf sofort antworten und zugleich auf einige Angriffe eingehen, die gestern gegen mich gerichtet worden sind. Man hat mir vorgeworfen, ich hätte von den Zivilbehörden in Elsaß=Lothringen gänzlich geschwiegen. Mir ist es nicht eingefallen, durch mein Schweigen eine Kritik an der Haltung der Zivilbehörden in ElsaßLothringen zu üben. Womm handelte es sich gestern und wahrscheinlich auch heute? Um Angriffe auf die Militärverwaltung. Das ist doch der Kern der Sache, darüber habe ich gesprochen.(Großer Lärm. Präsident Dr. Kaempf Ich bitte, den Herrn Reichskanzier aussprechen zu lassen und die Zwischenrufe zu unterlassen.) Mir ist weiter vorgeworfen worden, daß ich mich bei meiner Darstellung lediglich auf Militärberichte und nicht auf Zivilberichte bezogen hätte. Das ist unrichtig. Ich kenne die Zivilgerichte ganz genau. (Lärm links, Glocke des Präsidenten.) Meine Herren, ich werde eine Pause machen, bis es dem Herrn Präsidenten gelungen ist, mir diejenige Ruhe zu verschaffen, um weitersprechen zu können.(Wiederholter Lärm links; Glockenzeichen des Präsidenten.) Meine Herren, ich wiederhole, ich kenne diese Berichte ganz genau und habe sie bei meiner Darstellung verwertet. Ich habe ausdrücklich betont, daß über die Frage, ob die zivile Gewalt versagt hat, ein scharfer Widerspruch der Ansichten zwischen der Militär= und der Zivilverwaltung besteht. Ich habe weiter ausdrücklich heworgehoben, daß die mangelnde Kooperation zwischen Militärund Zivilbehörden zum guten Teil schuld an den unerfreulichen Vorgängen in Zabern war, und daß nur der andauernde Kontakt beider wieder zu nonmalen Zuständen führen könne. Wie soll ich das alles sagen können, ohne daf ich die Berichte der Zivilbehörden kenne? Wenn ich diejenigen Vorgänge dargestellt habe, auf Grund deren das Militär eingeschritten ist, so muß ich mich doch auf die Darstellung der Militärverwaltung stützen. Die Aussagen der Zivilverwaltung über die Vorgänge vom 28. Novomber beziehen sich im wesentlichen auf die Ereignisse bei der Räumung des Schloßplatzes unnd auf die Behandlung der Verhafteten. Ich habe von allen diesen Dingen ganz ausdrücklich gesagt, daß sie im Gesetze keinen Grund finden. Wie kann man denn mnparteiischer über derartige Sachen urteilen?(Lachen bei den Soz.) Wenn ich das gestern ruhig und leidenschaftslos vorgetragen habe, so ist das mrit Absicht geschehen, weil ich die tiefe Bounruhigung, die weite Kreise der Bevölkerung erfüllt, verstehe, namentlich änsofern darin Sorge um Recht und Gesetz zum Ausdruck kommt. Ich mußte mir diejenige Ruhe auferlogen, die es ermöglicht, die Situation nicht zu verschlimmern, sondern zu bessern.(Lärm links.) Darauf kommt es an.(Unruhe links; Beifall rechts.) Nun hat Herr van Calker aus meiner Rede Zweifel darüber herausgehört, wie meine Stellung zu der zukünftigen Politik in Elsaß=Lothringen ist. Ich habe mich über diese Stellung schon oft in diesem Hause ausgesprochen, und ich bin auch vielen Anfeindungen deshalb ausgesetzt worden. Daß an meiner Haltung kein Zweifel bestehen kann, mögen die Herren daraus ersehen, daß auch die traurigen Ereignisse in Zadern mich in meiner Ansicht nicht wankend gemacht haben. Das ist nicht der Fall. Wenn ich gestern nicht in diesem leidenschaftlichen Tone gesprochen habe, wie andere Herren aus diesem Hohen Hause,— ich mußte sprechen über Dinge, die zum größten Teil noch der disziplinarischen und gerichtlichen und nach Ahndung harren, und bei diesem Zustande der Dinge muß wegung sich der Reichskanzler eine andere Reserve auferlegen, wie Herren, die Herren Abgeordneten. Meine Herren Sie haben mich General heute noch einmal. Und, wenn gestern hier auf eine Nebenregierung hingedeutet worden ist, so betone ich, meine Herren, eine solche Nebenregierung existiert nicht.(Zwischenrufe.) Nein, meine Herren, es existiert eine Hauptregierung, für die ich dem Kaiser verantwortlich bin; und wenn ich diese Verantwortung nicht mehr tragen zu können glaube, so werden Sie mich nicht mehr an diesem Platze sehen. Aber, meine Herren, ich wiederhole es, in diesem Falle ist von einer Nebenregierung nicht die Rede. Alle maßgebenden Instanzen sind darin einig, daß ohne ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten von Militär und Zivil, wie es leider in Zabern gefehlt hat, nichts gebessert werden kann, und, meine Herren, dieser Gesichtspunkt ist von der obersten Stelle den beteiligten Behörden und Beamten im Anschluß an die Vorgänge in Zabern wiederholt und nachdrücklich ins Gewissen geschrieben worden.(Beund Unruhe; Glocke des Präsidenten.) Meine es ist selbstverständlich, daß der Kommandierende Riunn, ertten, En hrrrigi. General von der höchsten Stelle die Weisung erhalten hat, gezwungen, über meine Steltung un der Politit dafür zu sorgen, daß nirgends das Gesetz überschritten wird; gegenüber Elsaß=Lothringen zu sprechen. Ich willl es beruht auf dem Willen der obersten Stelle, daß Militärmit einigen Worten mich noch einmal darüber und Zivilverwaltung Hand in Hand gehen unter voller aussprechen, obwohl ich weiß, daß ich sehr viele! Wahrung der gegenseitigen Kompetenzen, unter voller WahWidersprüche erfahren werde. Meine Herren, ich bin kon=rung von Gesetz und von Recht. Meine Herren, was in sequent in meiner Politik(lebhafter Widerspruch links und der Vergangenheit gesehlt worden ist, ich habe gestern darHeiterkeit: Zustimmung rechts.) Meine Herren, wie liegen über gesprochen, es wird gesühnt werden. Wir können für denn die Dinge? Ich habe mich in voller Übereinstimmung die Zukunft wieder herstellen, was gefährdet wurde, nur mit dem Statthalter Grafen Wedel dafür eingesetzt, daß die auf der Grundlage von Gesetz und Recht!(Beifall rechts; Verfassungszustände, wie wir sie dort jetzt haben, eingeführt Zischen links; Glocke des Präsidenten; erneutes Zischen wurden. Ich habe das nicht getan aus Vorliebe für oder links, das sich allmählich legt.) aus Nachgiebigkeit gegen demokratische Doktrinen. Ichl Präsident Dr. Kaempf teilte mit, daß über die beiden habe diese Politik befolgt, weil ich überzeugt bin, daß wir Anträge der fortschrittlichen Volkspartei und der Sozialdort nur dann vorwärts kommen können, wenn wir von dem demokratie, der Reichstag möge seine Mißbilligung ausaussichtslosen Versuch abstehen, aus dem süddeutschen sprechen, auf Antrag namentlich abgestimmt werden wird. Reichsländer einen norddeutschen Preußen zu machen, son=Abg. Rogalla von Bieberstein(kons.): Auch wir dern, wenn wir unter Wahrung und Pflege der Stammes= wünschen baldige Wiederherstellung des Kontaktes. Der sich abseits stellen. Mir ist vorgeworfen worden, geradel nach.(Zuruf links: Den Forstner auch nicht.) In Zabern durch diese Politik die schlechten Zustände herbeigeführt zu sind die Offiziere fortgesetzt verhöhnt worden. Sollten sie haben. Das höre und lese ich jeden Tag. Sie können ver= sich das gefallen lassen? Ob alle Maßnahmen richtig waren, sichert sein, diese Vorwürfe gehen mir nahe. Und, meine darüber wird die Untersuchung Aufklärung geben. Wären Herren, wie sind denn die Dinge? Gewiß, es wird man= die Lokalbehörden auf dem Posten gewesen, dann wäre uns chen Altelsässer und manchen Altdeutschen geben, die in der gestrige Tag erspart geblieben. Abg. v. TrampÜbereinstimmung ihre besten Kräfte dafür einsetzen, dasczinsky(Pole): In Zabern handelt es sich nicht um einen Reichsland enger mit dem Reiche zu verschmelzen, welche Ausnahmefall, sondern um das System. Nun gerade! Die mit mir viele unerfreuliche Erscheinungen beklagen. Ich polnischen Soldaten haben fortgesetzt unter Beleidigungen leugne diese Erscheinungen garnicht. Ich warne nur davor, ihres Volkstums durch die Vorgesetzten zu leiden. Abg. aus einem post hoc ein propter hoc zu machen.(Beifall.) Freiherr von Gamp=Massaunen(Rp.): Weshalb hat die Wir haben vor Erlaß der Verfassung ebenso eine Reihe Militärbehörde nicht schon früher für genügende Bekanntvon unerfreulichen Dingen gehabt, wie später. Lesen Sie gabe des Verbotes des Wortes„Wackes“ gesorgt? Eine die Geschichte nach von den Zeiten Manteuffels an bis zus schnelle Sühne der Verfehlungen hätte sie eintreten lassen den Zeiten Hohenlohes. Niemand konnte erwarten, daß können. Es wäre dann jede Sorge und Aufregung erspart die Verfassung, die einen großen Fortschritt zur Selbstän=] geblieben. Auch wir sind der Ansicht, daß die Verhafteten digkeit des Landes brachte, eines Landes, das Jahrhunderte nicht in den Keller geschleppt werden durften. Abg. Weill lang unselbständig zwischen zwei Nationen hin= und her=](Soz.): Die heutigen Erläuterungen des Reichskanzlers gezerrt wurde, sich einleben konnte ohne Erschütterungen. zu seiner gestrigen Rede waren nutzlos. Er hatte schon Wenn wir vorwärts kommen wollen, müssen wir eine ruhige! gestern an dem Kriegsminister einen Kommentar gefunden und feste Hand in der Politik zeigen. Wir müssen Aus= und er hat sich heute mit dem Kriegsminister solidarisch erdauer und Geduld zeigen und nicht bei jedem Rückschlag klärt. Die Konsequenz muß die Abdankung des Reichsdie Nerven verlieren. Meine Herren, es ist gestern hier kanzlers werden. Die gestrige Rede des Reichskanzlers war in leidenschaftlichem Tone das Wort gesprochen worden, eine Beschönigung und nicht eine Verurteilung. Bürgerjetzt sei in Elsaß=Lothringen alles vernichtet, was in Jahr=srecht und Bürgerehre sollten höher gehalten werden. Es zehnten geschaffen worden ist. Meine Herren, ich kann mich handelt sich darum, das Ehrgefühl des Volkes zu wahren. nicht zum Träger eines solchen Pessimismus machen. In!(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Haas(Vp.): einer ernsten Stunde— und wir stehen in einer ernsten! Der Reichskanzler und der Kriegsminister haben gestern Stunde(lebhafte Zurufe)— müssen wir den Blick auf diel die Vorgänge in Zabern beschönigt. Wir sind ein RechtsZukunft richten; meine Herren, ich nenne die Stunde ernst, staat und kein Militärstaat. Das hätte betont werden nicht etwa, weil meine Stellung hier gefährdet wäre oder müssen. Wir verlangen Garantien. Denn nicht von links, weil die Herren gestern die Mißbilligung gegen mich bean=sondern von rechts werden die Gesetze geführt. Das MiliNotfalle von Polizei gerufen wird. Das Lachen kann man den Zurufe, Glocke des Präsidenten.) Ich nenne die Stunde Leuten in Zabern nicht verbieten. Die Armee besteht nicht ernst, weil sich aus der tiefen Erregung die Gefahr aufgetan aus eigenem Recht, sondern durch den Willen des Volkes. hat, daß eine Kluft zwischen Armee und Volk geschaffen Über ihr steht das deutsche Volksrecht und=Gesetz.(Beifall wird.(Zurufe, langandauernde Bewegung; Glocke des links.) Abg. Dr. Ricklin(Elsässer): Der Schaden, den Präsidenten.) Weil ich diesen Ernst erkannt habe, habe die gestrige Rede des Reichskanzlers und die des KriegsIhnen gestern ausdrücklich und absichtlich gesagt, daß ministers angerichtet haben, ist unberechenbar. Der gestrige die erste Aufgabe wäre, eine Harmonie zwischen Militär=] Tag war schlimmer, als eine verlorene Schlacht. Ein Anund Zivilverwaltung herzustellen.(Erneute Zwischenrufe. trag auf Schluß der Besprechungen wird angenommen. Abg. Ledebour ruft: Harmonie mit dem Kriegsminister?) Nach einer Erklärung des Abg. Herzog(W. Vag.) wird Meine Herren, ich befinde mich im vollen Einvernehmen über die Anträge Ablaß(Vp.) und Albrecht(Soz.) mit dem Herrn Kriegsminister.(Stürmischer Beifall rechts; wonach der Reichstag erklärt, daß die Behandlung der langandauernder Lärm links; der Kriegsminister verbeugt Zaberner Angelegenheit durch den Reichskanzler den Ansich gegen den Reichskanzler; Glocke des Präsidenten; der schauungen des Reichstags nicht entspricht, zur Abstimmung Lärm legt sich nur langsam.) Meine Herren, ich spreche geschritten. Die Anträge werden in namentlicher Abstimdies ausdrücklich aus, weil der Herr Abg. Ledebour mir mung mit 293 gegen 54 Stimmen der Rechten bei 4 Stimmhierzu die Veranlassung gab. Deshalb, sage ich, habe ich enthaltungen angenommen. Die Sitzung wird um ¼6 Uhr gestern ausdrücklich und mit Absicht gesagt, die Herstellung geschlossen. Freitag Beginn des Reichstages um 12 Uhr. dieser Harmonie sei die Hauptaufgabe für die Zukunft, und Auf der Tagesordnung stehen Interpellationen über die das ist keine Redensart. Meine Herren, ich wiederhole das! Arbeitslosigkeit und Krankenversicherung. Abg. Haase(Soz.): Die politische Situation, die durch die Debatten der letzten Tage und den eben gefaßten Beschluß geschaffen worden ist, legt den Gedanken nahe, die Verhandlungen des Hauses solange zu vertagen, bis die Situation geklärt ist. Da aber die Erörterung der Arbeitslosigkeit dringend ist, sind wir, um diese vor Weihnachten zu erreichen, mit der vorgeschlagenen Tagesordnung einverstanden. Berlin, 4. Dez. Der Reichskanzler begibt sich heute abend zum Vortrage zu Seiner Majestät dem Kaiser nach Donaueschingen. Der Statthalter von Elsaß=Lothringen Graf Wedel und der Kommandierende General des 15. Armeekorps v. Deimling sind dorthin befohlen worden. Zabern. Zabern, 4. Dez. Der Gemeinderat hat heute an den Reichskanzler, die Straßburger Regierung und den Reichstag ein Protesttelegramm gesandt. Er erklärt, daß auf Grund der Erfahrungen sämtlicher Gemeindemitglieder, die Informationen des Reichskanzlers und des Kriegsministers durch aus falsch seien, und daß es vom Kriegsminister durchaus unrichtig wäre, sich auf das„Zaberner Tageblatt“ zu bevufen. Das Blatt habe noch nicht einmal zwanzig Abonnenten in der Stadt. Zabern, 4. Dez. Als heute mittag kurz vor 1 Uhr der Vertreter des Londoner Blattes Daily Mirror, A. Wyndham, auf der Straße den zufällig vorübergehenden Leutnant Schadt vom Infanterie=Regiment 99 photographiert hatte, veranlaßte der Leutnant einen Gendarmen, den englischen Zeitungskorrespondenten festzunehmen und seinen Apparat nebst Platte zu beschlagnahmen, wobei es dem Engländer gelang, den Sistierungsakt photographisch festzustellen. Herr Wyndham wurde dann zur Polizei mitgenommen, wo ihm auf Anordnung der Kreisdirektion einstweilen mitgeteilt wurde, daß das um 2 Uhr 30 Minuten erscheinende Gericht über die Angelegenheit, Beschlagnahme des Apparates usw., befinden würde. Der Korvespondent wurde dann aus der Haft entlassen.— Die Kreisdirektion hat ausdrücklich erklärt, daß nach ihrer Auffassung von einer vorläufigen Verhaftung des Amateurphotographen nicht die Rede sein könne, ebensowenig wie von einer Beschlagnahme der Platten, da von einem Photographieverbot in Zabern zur Zeit nichts bekannt sei. Paris, 4. Dez. Das„Echo de Pavis“ dementiert eine Meldung, Minister Pichon habe mit dem deutschen Botschafter v. Schön wegen der Zaberner Affäre eine Unterredung gehabt, als falsch. Das Blatt bemerkt, daß nur zwischen dem französischen Botschafter in Berlin und den verantwortlichen Persönlichkeiten in der Wilhelmstraße darüber gesprochen worden sei. Die Unterredungen trugen aber vertvaulichen Charakter. Sie haben zu einem beide Toile befriedigenden Ergebnis geführt. Nationalliberale Anträge. Dom Reichstage sind folgende drei Anträge Bassermann und Schiffer(Magdoburg) zugegangen. I. Der Reichstag wolle beschließen den Reichskanzler um Vorlegung eines Gesetzentwurfes zum Schutze des Wahlgeheimnisses gegen amt liche und private Nachforschungen über die Ausübung eines auf Gesetz beruhenden Wahlrechts zu ersuchen. II. Den Reichskanzler zu ersuchen das Reichsrecht daraufhin einer Durchsicht und Prüfung zu unterziehen, ob nicht vorbehalt lich und vor umfassender Neugestaltung größerer Rechtsgebiete Verbesserungen einzelner Teile und Bestimmungen, die von besonderer Dringlichkeit sind, vorzunehmen wären und hierbei insbesondere folgende Punkte ins Auge zu fassen: 1. Die Behandlung der Geisteskranken im Zivilprozeß und im Strafrecht. 2. Den Schutz der Ehre in materiell=rechtlicher und prozeß=rechtlicher Beziehung. 3. Den Schutz der Gläubiger gegen böswillige Schuldner. 4. Einrichtung einer Mobiliarhypothek mit Zwangseintragung. 5. Einschrankung der Eidesleistungen. 6. Beschleinigung des Verfahrens im Zivilprozeß und im Strafprozeß. 7. Ausdehnung der schöffengerichtlichen Zuständigkeit. 8. Einschränkung des Legalitätspvinzips im Strafprozeß. 9. Zulassung der Volksschullehrer als Schöffen und Geschwovenen. 10. Die religiöse Erziehung der Kinder aus Mischehen. III. Der Reichstag wolle beschließen einem Gesetzentwurf seine Zustimmung zu erteilen, durch welchen in Form eines Gesetzes wegen Beschleunigung und Vereinheitlichung der Rechtspflege u. a. folgendes verordnet wird: Wenn in einem gerichtlichen auf Reichsrecht beruhenden Verfahren ein erhebliches öffentliches oder privates Interesse an der schleunigen Herbeiführung der endgültigen Entscheidung einer zweifelhaften Rechtsfrage besteht, kann beantragt wenden die Entscheidung derjenigen Stelle zu überweisen, die bei Erschöpfung aller zulässigen Rechtsmittel als letzte Instanz in Betracht kommen würde. Dem Antrage darf nur stattgegeben werden, wenn sämtliche Prozeßbeteiligte einverstanden sind und die Tatsachen als unstreitig anerkennen, die für die zu entscheidende Rechtsfrage erheblich sind. Die deutsche Militärmission in der Türkei Der Köln. Ztg. wird inspiriert aus Beolin telegraphiert: Die einem hiesigen Blatte aus„diplomatischer Quelle" zugegangene Mitteilung, daß über die deutsche Mili tärmission in Konstantinopel noch Verhandlungen stattfän den, an denen auch England und Frankreich toilnähmen, trifft nicht zu. Mit England und Frankreich ist von unserer Seite in dieser Angelegenheit überhaupt nicht verhandelt worden. Mit Rußland hat während der Anwesenhoit Kokowtzows in Berlin ein freundschaftlichor Meinungsaustausch stattgefunden. Zur Zeit des Besuches von Sasonow in Berlin ist die Sache nicht berührt worden, und gegenwärtig schwoben hier über die deutsche Militärmission in Konstantinopel keine diplomatischen Besprechungen mehr. Unrichtig sind auch die von andever Seite verbreiteten Angaben über Kompensationsforderungen, die Rußland in dieser Frage an eutschland gestellt haben soll. Insbesondere ist hier die Frage der Davdanellen=Durchfahrt nicht angeregt worden. Die französische Ministerkrisis. Was kommen mußte ist eingetreten, das Kabinett Bar thau hat das Zeitliche gesegnet. Nach der kürzlich erfolgten Abstimmung, bei der die Regierung nur die geringe Meyrheit von 21 Stimmen auf sich vereinigte, war das Schicksal des Ministeriums so gut wie besiegelt, und man wunderte sich allenthalben, daß Barthou nicht sofort die Konsequenzen zog, denn eine so gevinge Majovität gilt sonst in Frankreich als ein Beweis dafür, daß die Regierung nicht mehr im vollen Umfange das Vertvauen ihrer Anhänger genießt, und daß es an der Zeit ist, abzutreten. Im großen und ganzen hatte man von Anfang an befürchtet, daß die Kostendeckung der großen Wehworlage dem Kabinett Barthou zum Verhängnis werden würde, da die Meinungen über die Art der Aufbringung der Kosten auch im Regierungslager geteilte waren. Unter diesen Umrständen ließ sich voraussehen, daß die Opposition die Gelegenhoit benutzen würde, den Sturz des Ministeriums mit allen Kräften anzustreben und dank der unsicheven Lage ist ihr dies auch gelungen. Dazu operierte das Kabinett herzlich schlecht in der ganzen Deckungsfrage, und vor allen war es ein schwerer Fehler, daß Herr Barthou die Unverletzlichkeit der Staatsrententitel proklamieren wollte, allem Anschein nach von der Erwägung ausgehend, auf diese Weise sich die Gunst ddes Volkes zu erhalten. Frankreich ist bekanntlich das Land der kleinen Rentiers, den Franzosen schwebt als Idoalzustand das Leben eines Rentners vor, und daraufhin arbeitet er solange, bis es ihm möglich ist, mit einer bescheidenen Rente sich ins Privatleben zurückzuziehen. Eine Besteuerung der Rententitel mußte zweifellos bei einem Teil der Franzosen böses Blut machen, und es war darum anzunehmen, daß die Deputierten in der Kammer mit Rücksicht auf ihre Wähler für diesen Standpunkt zu haben sein wurden und sich entschließen könnten, anderwärts neue Quellen für den Staatssäckel zu finden. In dieser Annahme aber hat sich Herr Barthou gründlich geirrt, die Mehrheit der Kammer wollte doch nicht davor zurückschrecken, auch die Staatsrententitel zu besteuern, von der Ansicht ausgehend, daß auch diese bluten müßten, wenn es sich um das Wohl des Staates handle. Der Regierung schwankte schließlich in den letzten Wochen der Boden unter den Füßen und sie muß jetzt in der Versenkung verschwinden. Freilich war die Steuerdebatte nur der äußere Anlaß, so recht sicher hat das Ministerium Barthou eigentlich niomals dagestanden, man sah es im Anfang als ein Uebergangskabinett an, allmählich schien es sich aber doch einigermaßen zu festigen, bis schließlich wieder ein Rückschlag eintvat. Im großen u. ganzen freilich wird im Regierungskurse auch durch ein neues Kabinett nicht viel geändert werden, die Richtlinien für die Regierung sind augenblicklich gegeben, es handelt sich um Steuerfragen und innere Reformen. Diese Aufgabe zu erfüllen tät man in Frankreich weit besser daran, als Intrigen auf dem Gebiete der auswärtigen Politik zu spinnen in der Hoffnung, dabei im trüben fischen zu können. Die Wirren in Mexiko. London, 4. Dez. Der Korrespondent der„Daily Mail“ in Mexiko telegraphiert: Wenn die Gerüchte von dem Falle der Stadt Chihnahna sich bestätigen sollten, so würden die Rebellen jetzt die Herrschaft über die Hauptstädte von fünf Staaten haben. Derselbe Korrespondent meldet weiter, daß nach einem bishor noch unbestätigt gebliebenen Bericht die Stadt Monterey, die Hauptstadt des Staates Nucvo Leon, das wichtigste Handelsomporium im Nordwesten von Mexiko, von den Rebellen bedroht ist. Ueber Newyork und Washington hierher telegraphierte Meldungen über die Lage in Mexiko besagen, daß der Präsident Huerta verzweifelte Anstrengungen macht, um Rekruten für seine immer mehr schwindende Armee zu bekommen. So wurden durch eine List erst vor einigen Tagen 65 Männer zum Militär gepreßt. Man hatte eine Kinovorstellung„Nur für Männer“ angekündigt, und als 65 Besucher sich im Zuschauerraum befanden, begann eine Vorführung ausschließlich religiöser Bilder. Darüber beschwerten sich die enttäuschten Zuschauer bei dem Leiter des Kinos und schlugen Lärm, worauf Polizei herbeieilte und alle 65 Mann in die Kasernen schleppte, um sie dort als Rekruten einschreiben zu lassen. Politische Rundschau. Berlin, 4. Dez. Die Kaiserin besuchte am gestrigen Nachmittag das en des hiesigen Augusta=Hospitals. Am heutigen Bolmiltug begab sich die Kaisevin in das Neue Königliche Museum, um die dort aufgestellten Ausgrabungen der Deutschen Orient=Gesellschaft aus Tell=Amarna zu besichtigen. Der Kronprinz ist heute morgen in Radzionkau bei Tarnowitz eingetroffen undd hat sich am Vormittag zur Jagd begeben. sitenbankwesen. „. akwesen. Die Rechte des Reich tags hat einen untvag im Reichstag eingebracht, in Anb tracht zahlreicher Zusammmenbrüche von Depositenbanken un der damit zusammenhängenden Verluste des Spar= und Be triebsvermögens den Reichskanzler zu ersuchen, dem Reich tag, wenn möglich noch in dieser Session, einen Gesetzentwu zur Regelung des Depositenbankwesens vorzulegen. In der bayrischen Kammer der Abgeordnete kam bei Besprechung des Etats des Ministeriums des Acr barn der Ministerpräsident auf die Frage des Abg. Quid (Eibelch) ortreffend des Ministerpräsidenton kürzliche Acuß rung, daß jetzt mit den Rüstungen auf eine lange Zeit ei Ende sein müsse, zurück und erklärte: Meine Acußerun sollte ein Warnungssignal sein. Man hat dies in der Pres sofort verstanden, und meine Worte wurden in einer nich freundlichen Weise gedeutet. So sehr ich im Frühjahr von 0 Notwendigkeit der Rüstungen überzeugt war, so sehr bini der Meinung, daß die damals auf dom vorgenommenen Wegeleiteten Rüstungen auf Jahre ausreichen, um die Mach stellung des Deutschen Reiches zu festigen. Ich wünschte de halb gewissen Kreisen, die immer glauben, neue Rüstunge verlangen zu müssen, ein Warnungssignal zu geben, und hal in maßgebenden Kreisen aus diesen meinen Moinungen ni mals Hchl gemacht. Norwegen. In Christiania fanden gestern die Ge meindewahlen in dem Stadtbezirk Christiania statt. Es ge lang den Sozialdemokraten, fünf Sitze zu erobern, so daß sie jetzt mit den Radikalen zusammen die Majovität in der Stadtvertretung haben. Als stärkste Partei werden sie auch den Bürgermeisterposten besetzen. England. Der Südwales=Dienst der Great Western Eisenbahn(unter deven Lokomotivführern, wie gemeldet, ein Streik ausgebrochen ist) hat mehr und mehr aufgehört. Die Personenzüge sind eingeschränkt, der Güterverkehr ist einge stellt. Der Reiseverkehr auf den Hauptlinien ist nicht gestört. 3500 Kohlenbergleute soiern, zum Teil zur Unterstützung der Eisenbahner. Italien. In Trapani ist es anläßlich des Landarbei terstreiks zu schweren Ausschreitungen gekommen. Die Demonstvanten bewarfen die Polizei mit Pflastersteinen. Auch Revolverschüsse fielen aus der Menge. Die Kavallevie griff sofort an, wobei es zu wilden Szenen kam. 30 Polizisten wurden verwundet; eine große Anzahl von Demonstranten verletzt. Ostindien. In Kalkutta fand gestern unter ungeheurer Beteiligung der Bevölkenung aller Klassen eine Ver sammlung statt, in der gegen die den Indern in Südafrika zuteilwerdende Behandlung Protest erhoben wurde. Den Vorsitz führt der Maharadja von Burdwan. Unter begeisterter Zustimmung der Anwesenden wurde eine Resolu tion angenommen, in der gegen die den Indern in Südafrika aufgelegten Beschränkungen protestiert und die Politik der passiven Resistenz befürwortet wurde. Der Maharadja von Burdwan stellte die dringende Forderung, daß das begangene Unrecht dadurch gutgemacht würde, daß alle Inder wieder in ihre Heimat zurückgebracht würden. Während dieser Rede steigerte sich die Aufregung der Anwesenden außerordentlich. Schreie, Händeklatschen und Ausbrüche höchster Erregung waren von allen Seiten vernehmbar. Nordamerika. Das Repräsentantenhaus nahm heute eine Vorlage über die Anwerbung von Freiwilligen in Kriegszeiten an. Sie ermächtigt den Präsidenten, falls seiner Ansicht nach ein Krieg bevorstehe, Freiwilligen=Regimenter zu bilden, und zwar für die Dawer des Krioges und nicht für eine bestimmte Zeit. Die so geschaffenen Truppen würden die Miliz ergänzen, mit der das Gesetz sich nicht weiter befaßt. Aus der Provinz und den Nachbarländern. Herford, 5. Dez. Wetterwarte. 8 Uhr früh: Barometer 754 Millimeter. Thermometer+ 1. Regnerisch Westwind. Oeffentlicher Wetterdienst. Dienststelle: Meteorologisches Observatorium Aachen Windig, milder, doch unbeständig und unruhig, zeitweise Niederschläge. Herford, 5. Dez. Ehren volle Berufung. Herr Professor Dr. Schulz ist als Direktor an die Landwirtschaftliche Schule in Hildesheim berufen. Herford, 5. Dez. Schöffengericht. Schöffen waren gestern die Herren Malermeister Peter und Fabrikant Oberschachtsiek von hier. Tischlerlehrling B. hatte in Elverdissen dem Rangierer S. eine Fahrradlaterne entwendet. Er wurde mit 3 Tagen Gefängnis bestraft.— Von der Anklage des Diebstahls freigesprochen wurde Knecht H., der auf einem Tanzboden eine verloren gegangene Uhr an sich genommen und dann beiseite geschafft haben sollte. Die Tat konnte dem Angeklagten nicht bewiesen werden. Heuerling J. aus Lenzinghausen hatte einen andern Heuerling mit der Begehung eines Verbrechens bedroht. Urteil: 20 M Geldstrafe.— Wegen Bettelns in Herford wurde Arbeiter Sch. aus Kray mit 2 Wochen Haft bestraft.— Wegen Beleidigung durch die Presse hatten sich der Redakteur T. aus Enger und der Schneidermeister H. aus Spenge zu verantworten. Sie hatten in einem Zeitungsartikel 2 Geistlichen mangelndes nationales Empfinden vorgeworfen, weil diese bei dem Regierungsjubiläum des Kaisers nicht illuminierten. Die Angeklagten wurden zu je 30 M Geldstrafe verurteilt. Herford, 5. Dez. Straßenbeleuchtung. In dem Voranschlag für das Städtische Gaswerk für 1914 sind für den Titel„Beleuchtung der Straßen und Plätze“ 32.000 Mark vorgesehen. Diese hohe Summe beweist, wie sehr sich die Kommission um die Beleuchtung der Stadt bemüht. Herford, 5. Dez. Das Radewiger Kohlfest, wie die Kirchweihe der Jakobikirche seit langen Jahren genannt wird, war gestern wenig vom Wetter begünstigt. Der Verlauf des Festes vollzog sich in althergebrachter Weise: Zum Andenken an den Donnerstag nach dem ersten Advent des Jahres 1590, an dem die wieder hergestellte Kirche mit dem ersten lutherischen Gottesdienst eingeweiht wurde, fand vormittags in der Jakobikirche ein Festgottesdienst statt.— Abends versammelten sich nach altem Brauch im Evang. Vereinshaus rd. 50 Herren zum Braunkohlessen. Das Mahl war vorzüglich zubereitet und trug der Küche des Vereinshauses manches Wort des Lobes ein. Herr P Niemann gedachte in seiner Ansprache besonders des alten Radewiger Predigers Hartog, der vor 100 Jahren sein 50jähriges Jubiläum in einer einzig in seiner Art dastehenden Weise feiern konnte, und mahnte sodann, den alten Bräuchen Treue zu halten und sie den Kindern als ein in Ehren zu haltendes Vermächtnis zu hinterlassen. Den Schluß der Rede bildete ein begeistert aufgenommenes Hoch auf die Radewiger Gemeinde.— Eine Kollekte zum Besten der Armen ergab den Betrag von 46,85 M.— Im weiteren Verlauf des Abends teilte Herr P Niemann dann ferner mit, daß am nächsten Sonntag im Vereinshaus eine Nachfeier des Kirchweihfestes stattfinden wird, die vor allem dem Andenken des obengenannten P. Hartog gewidmet sein soll. Herford, 5. Dez. Besitzwechsel. In Ausführung eines Beschlusses des Vorstandes des evang. kirchlichen Erziehungs=Vereins gingen von dem in Schweicheln belegenen Besitz des Kaufmanns Herrn Ad. Wöller=Herford 17.000 Quadratmeter in den Besitz des Vereins über. Durch den Zukauf dieser Grundstücke ist der Verein in die Lage gekommen, den.„Buchenhof“ in wünschenswerter Weise zu arrondieren. Herford, 5. Dez. Besitzwechsel. Herr Dr. Delius erwarb die Villa des Herrn Dr. Troschke, Fürstenaustraße. Herr Dr. Troschke wird seinen Wohnsitz nach Salzuflen verlegen.„. 9 Herford, 5. Dez. Tuniger Abend im Bürgerverein. Er war nur schwach besucht, trotzdem sowohl Herrn Jul. Bleek als auch vor allem Herrn Frank=Bergmann ein sehr guter Ruf als vortreffliche Vortragskünstler voranging. Sie haben ihn auch hier bewährt. Herr Frank=Bergmann verfügt über ein ungemein reiches Repertoir, aus dem er hier jedoch auch eine größere Anzahl Nummern voller Zweideutigkeiten bot, die wir ihm gern geschenkt hätten.— Ein ausgezeichneter Rezitator ist ohne Frage Herr Jul. Bleek. Was er uns von Herm. Löns u. a. vortrug, verdiente volles Lob und entfesselte denn auch die lebhaftesten Beifallskundgebungen. Außerordentlich ansprechend war er in den Melodramen, in denen die reiche Modulation seiner Sprache vortrefflich zum Ausdruck kam. Über die angekündigten Biedermeier=Duette der Herren Frank=Berg= mann und Paul Meunier können wir leider nicht berichten, da uns— bevor sie zum Vortrag kamen— andere Pflichten riefen. Herford, 5. Dez. Magen= und Darmkrankheiten. Im Bürgerverein hielt vorgestern abend Herr Kuranstaltsbesitzer H. Thiemann aus Minden einen Vortrag über Magen= und Darmkrankheiten. Er führte u. a. aus, daß die Magenfrage nicht nur in sozialer Beziehung heute eine brennende geworden sei, sondern auch die Tatsache bestehe, daß die jetzige Menschheit in organischer Beziehung an der Magenfrage ein Interesse haben müsse, da gerade die Krankheiten der Verdauungsorgane in letzter Zeit sehr zugenommen hätten. Immer wieder wurde darauf hingewiesen, daß wir, abgesehen von einigen äußeren Einflüssen es selbst in der Hand haben, durch eine entsprechende Lebensweise Magen und Darm normal funktionsfähig zu erhalten. Der Vortrag wurde durch Abbildungen unterstützt und fand allgemeinen Anklang. Von der gewährten Fragestellung wurde ausgiebiger Gebrauch gemacht. Herford, 5. Dez. Gestohlen ist am 3. d. M., abends gegen 5 Uhr ein am Kleinbahnhof aufgestelltes Fahrrad. Das Rad trägt die Marke„Anker“, ist schwarz lackiert, Felgen vernickelt und haben einen breiten, roten Streifen, Lenkstange kurz abgeschnitten mit vernickelten Messingknöpfen, Decken fast neu. c. Lippinghausen, 4. Dez. Fortbildungsschule. Auch in unserer Gemeinde wurde von der Gemeindevertretung die obligatorische Fortbildungsschule angenommen. Mit der Einrichtung wird zu Beginn des Wintersemesters 1914 begonnen. Mit dem Bau der für unsere Gemeinde beschlossenen Turnhalle soll schon im nächsten Frühjahr angefangen werden. Eilshausen, 4. Dez. Der Jugendverein hielt am Dienstag abend unter dem Vorsitz des Hauptlehrers Sievert seine Monatsversammlung ab. Zunächst wurden Vereinsangelegenheiten erledigt. Beschlossen wurde alsdann. geschlossen an der kinematographischen Vorführung im Gemeindehause am 14. Dezember teilzunehmen.— Mit der Zigarrenindustrie ist es augenblicklich in unserm Dorfe schlecht bestellt. Annähernd 200 Arbeiter arbeiten außerhalb der Gemeinde Eilshausen. Die Filiale Schmidt=Altona, die von dem Werkführer Heinrich Mester geleitet wurde, mußte vor einigen Tagen für immer geschlossen werden. Viele Arbeiter sind dadurch arbeitslos geworden. c. Hiddenhausen, 4. Dez. Der Naturheilverein hält am kommenden Sonntag beim Gastwirt Brand hierselbst 5 Uhr nachmittags eine Versammlung ab. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben. Wie verlautet, will Herr Vorsteher Detert sein Amt niederlegen. Man sieht ihn nur ungern scheiden, da er in allen Kreisen sehr beliebt und geschätzt ist und er stets das Beste für unsere Gemeinde im Auge hatte.— Einem großen Übelstande ist durch die Zuwerfung der Gräben zu beiden Seiten der Hauptstraße im sogenannten Schlage abgeholfen. Die Röhren zum Abfluß des Wassers, sowie die gesamten Kosten der Erdarbeiten wurden von den Interessenten selbst aufgebracht. Diese Zuwerfung bedeutet gleichzeitig eine große Verschönerung und eine Förderung der Gesundheitspflege, da in dem längere Zeit in den Gräben stehendem Gewässer allerlei Stoffe sich ansammelten, die dann in Fäulnis übergingen und so einen unangenehmen Geruch verbreiteten. Spenge, 4. Dez. Ortskrankenkasse des Amtes Spenge. Bei der Wahl der Vertreter für die Zeit vom 1. Januar 1914 bis 1. Januar 1918 sind gewählt worden: 1. Von den Arbeitgebern: Zigarrenfabrikanten H. Dröge und Wilh. Asbrock, Zigarren=Werkmeister E. Niemöller, Aug. Niehaus, Heinr. Niermann, Wilhelm Wittemeyer, Peter Heitmann und Holzhändler Oldemeier jun. 2. Von den Arbeitnehmern: Wilhelm Deppe, Aug. Kuhlmann, Wilhelm Kirchhoff, Ludwig Märker, Herm. Stöcker, Heinr. Hildebrandt jun., Herm. Deppe, Wilh. Wöhrmann, Heinr. Fleer, Wilh. Borgstädt, Eduard Büscher, Heinr. Potthoff, Heinr. Weitkamp, August Schröder, Herm. Thomas und Heinr. Gießelmann. Salzuflen, 4. Dez. Personale. Zum Gerichtsvollzieher beim Fürstlichen Amtsgericht Lage ist der Gerichtsvollzieher=Anwärter Böhm von hier zum 1. Januar 1914 ernannt worden. Zugleich ist ihm auch der Dienst für den Bezirk des Fürstlichen Amtsgerichts Oerlinghausen mitübertragen worden. Salzuflen, 4. Dez. Zur Wahl des Ausschusses für die Allgemeine Ortskrankenkasse ist von den Arbeitgebern ein Wahlvorschlag und von den Arbeitnehmern zwei Wahlvorschläge eingegangen. Eine Wahl für die Arbeitgeber findet somit nicht statt, dagegen für die Arbeitnehmer am Mittwoch den 10. d. M. Bielefeld, 4. Dez. Eingefährlicher„Kindererzieher hatte sich in der Person des früheren Tischlergesellen Ostar Becker aus Kleinenbremen vor der Strafkammer zu vorantworten. Der Angeklagte, der überdies vielfach wegen ähnlicher Sittlichkeitsverbrechen vorbestraft ist, hatte es verstanden, sich gefälschte Papiere zu verschaffen, womit es ihm gelungen war, in der Erziehungsanstalt„Gotteshütte“ eine Anstellung als Krankenwärter zu erhalten. Durch sein scheinbar frommes Wesen hatte er sich das Vertvauen der Anstaltsleitung erworben, sodaß man ihn als Erzieher an stellte. In dieser Eigenschaft hat er sich fortgesetzt an Fürsorgezöglingen vergangen. Ferner hat er in einem Falle einem Fürsorgezögling Reisegeld gegeben und ihn so zur Flucht geholfen. Schließlich hat er noch bei einem Musitalienhändler ein Harmonium im Werte von 250 Mark ausgeliehen und das Instrument in Bückeburg für 60 Mark wieder verkauft. Der Angeklagte wurde wegen dieser Delikte zu 2 Jahren und 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Detmold, 4. Dez. Dem Landtag ist ein Gesetzentwurf zugegangen, wonach Kriegsteilnehmer, die von der Einkommensteuer befreit sind, hierdurch weder das Bürgerrecht zum Wählen verlieren noch in derem Erwerbe gehindert werden sollen. Höxter, 4. Dez. Renitenter Elsässer. Beim Exerzieren des hier garnisonierenden 55. Infanterieregiments verweigerte ein aus dem Elsaß stammender Rekrut den Gehorsam. Er warf dem Leutnant das Seitengewehr und die Schußwaffe vor die Füße. Er wurde sofort verhaftet. Münster, 4. Dez. Ein Gewitter stieg hier heute um 3 Uhr nachmittags auf. Bald blitzte und donnerte es nur so drauf los, als wären wir noch im Mitsommer. Eine gelbe„Hagelbank“ im Westen sandte ziemlich große Schloßen herab. Münster, 4. Dez. Amtliche Meldung. Eisenbahnbauabteilung Rheine meldet: Heute vormittag brach beim Vorschieben des Überbaues der Emsbrücke zu Hanekenfähr bei Lingen das Montagegerüst infolge seitlichen Ausweichens ein. Der Überbau liegt mit dem vorderen Teil im Wasser. Beschädigung unerheblich. Eisenbahnbetrieb und Schiffahrt sind nicht unterbrochen. Personen nicht verletzt. Die Hebung wird etwa zwei bis drei Wochen erfordern. Dortmund, 4. Dez. Grausiger Fund. An der Schiffsschraube des Dampfers„Münster“ entdeckte man den frisch aus dem Körper gerissenen linken Arm einer Frauensperson, deren Leiche selbst trotz angestrengten Suchens nicht gefunden werden konnte. Die Ertrunkene ist offenbar ein junges Mädchen, das erst ganz kurze Zeit im Wasser gelegen hat. Dortmund, 4. Dez. Bestrafte Butterverfälschung. Das Schöffengericht verurteilte die Butterhändlerin Marie Bonnekoh, deren Mann vor einiger Zeit wegen Anstiftung zum Aktendiebstahl vom Schwurgericht zu einer erheblichen Freiheitsstrafe verurteilt wurde, wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz zu einem Monat Gefängnis und 500 M Geldstrafe. Sie hatte ein Gemisch dem 30 bis 50 Prozent Margarine zugesetzt war, als reine Naturbutter verkauft. Dortmund, 4. Dez. Durch schlagende Wetter wurden auf der Zeche Wiendahlsbank während der Frühschicht vier Bergleute lebensgefährlich verbrannt. Elberfeld, 4. Dez. Die Verhandlungen zwischen den Krankenkassen und Arzten haben sich hier zerschlagen. Die Allgemeine Ortskrankenkasse hat an sämtliche Arzte ein Schreiben gerichtet, in dem angefragt wird, ob sie gewillt sind, gegen ein Fixum von 10000 M oder eine Pauschalsumme von 8.50 A für das Jahr und den Kopf der Mitglieder eine Stelle als Kassenarzt vom 1. Januar 1914 an zu übernehmen. Aachen, 4. Dez. Bestrafter Werber. Die Strafkammer verurteilte den 21jährigen, aus Leipzig stammenden Liftjungen Rudolf Wolters, der schon im vorigen Jahre wegen Verleitung zum Eintritt in die französische Fremdenlegion eine Gefängnisstrafe von einem Monat verbüßt hat, zu acht Monaten Gefängnis, weil er abermals einen beschäftigungslosen jungen Mann für die Fremdenlegion anzuwerben versucht hatte. Tehre Nlachrichten. Zabern. Berlin, 5. Dez. Der Frankf. Ztg. wird von ihrem hiesigen N=Korrespondenten telegraphiert: Ueber die viel fach nicht nur im Reichstag irrtümlich gedeutete Reise des Kriegsministers nach Donaueschingen wird durchaus zuverlässig jetzt bekannt: Diese Reise ist erfolgt auf Anregung des Reichskanzlers, und ihr Ergebnis war, daß ein General major nach Zabern gesandt wurde, der dort als Rangältester für die gesetzliche Ordnung zu sorgen und den Verkehr mit den Zivilbehörden zu vermitteln hhat, und eine generelle An weisung an den kommandierenden Geneval v. Deimling im gleichen Sinne. Das scheint die Kabinettsorder zu sein, auf die gestützt der Reichskanzler am Schlusse seiner Rede sagte: Ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten zwischen Militär und Zivil, wie es leider in Zabern gefehlt habe, sei von der obersten Stelle den beteiligten Behorden und Beamten im Anschluß an das Vorgehen(in Zabern wiederholt und nachdrücklich ins Gewissen geschrieben worden. Der Reichskanzler ist also, obwohl er nicht in Donaueschingen war, doch in enger Verbindung mit dem Kaiser gewesen. Preßstimmen über den gestrigen 2. Zaberntag. Berlin, 5. Dez. Die„Kreuzzeitung“ sagt: Es muß sympathisch berühren, daß der Kanzler den Ernst der Lage nicht in d. Bedrohung seiner Stellung durch ein Mißtrauensvotum sah, das er ja allerdings nicht besonders tragisch zu nohmen braucht, sondern in der Gefahr, daß eine Kluft zwischen Heer und Volk geschaffen werde. Die„Post“ schreibt: Eins muß man sich mit voller Klarheit vor Augen halten, daß ein weiterer Schritt auf der geschaffenen domokvatischon Ebene in den Abgrund führt, in dem die heutige Verfassung und das Kaisertum in seiner heutigen Gestalt untergehen müssen. Wenn Herr von Bethmann Hollweg zurücktreten sollte, so darf nur ein Mann sein Nachfolger werden, der die jetzige Erledigung des Zaberner Falles vollständig billigt und mit mohr Kampfeslust und Kampfeswillen der Domokratie auf der ganzen Linie entgegentreten kann und will. Der„Lok.=Anz.“ führt aus: Wie vorauszusehen war, ist das von den Fortschnittlern beantragte Mißvertnauens votum gegen den Reichskanzler mit großer Mehrheit ange. nommen worden. Die gestrige Rede des Kanzlers hat keinen Zweifel darüber gelassen, daß die nächsten Lehren der Za verner Vorgänge für unsere Militär= und Zivilverwaltung nicht verloren gehen werden. Wir wollen hoffen, daß auch die Oeffentlichkeit von den maßlosen Uebertreibungen bei der Beurteilung dieser Vorgänge zu ruhigerer Ueberlegung zu rückkehren wird. Die Freisinnige Ztg. erklärt: Es ist keine gottgewollte Abhängigkeit vom Militär, in die der Kanzler sich begibt, sondern eine freiwillige zugleich aber leider auch eine solche, die das Ansehen Deutschlands empfindlich schädigt und der Autorität der Gesetze einen fühlbaren Schlag versetzt, die die jahrzehntelangen, nicht immer erfolglosen Bemühungen um die innere Wiedergewinnung Elsaß=Lothringens zunichte macht. Kein Wunder, daß die weit überwiegende Mehrheit des Reichstages, die in dieser Frage der Sympathie von fast ganz Deutschland sicher sein kann, Herrn von Bethmannvollweg ein Mißtrauensvotum wegen seiner Behandlung der Zaberner Affäre erteilte, ein Votum, das zugleich die scharfste Verurteiluuig der militärischen Nebenregierung enthält. Die„Germania“ schreibt: Das Mißtrauensvotum für diese Art, die Zaberner Vorgänge zu behandeln, ist dem Roichskanzler gestern vom Reichstage mit einer Mehrheit von etwa 6:1 ausgestellt worden. Es ist in seine Wirkung umso bedeutungsvoller, als kurz vorher der Kanzler einen Rechtfertigungsversuch seiner vorgestrigen Rede unterom men hatte. Die„Kölnische Zeitung“ schreibt zu der gestrigen Rode des Reichskanzlers:„Die Erklärung des Reichskanzlers wird man zwar als eine Aeußerung des guten Willens hin nehmen, aber dabei festzustellen haben, daß er auch in seinen Ausführungen das bürgerliche Eloment über die Gofahr mit Schuld belastet und es an dem notwendigen Hinweis hat fehlen lassen, daß der Soldat ebenso unter dem Gesetz steht, wie das man im Bürgerrock und mehr noch, daß es eine Beschmutzung des Rockes des Königs ist, wenn sein Träger, der ein Muster und Vorbild sein soll, das Gasetz überschreitet. Dem Mißtrauensvotum des Reichstages konnte er nicht entgehen. Es ist als eine bedauerliche Folge seiner bedauerlichen Haltung hinzunehnten. Zu den gestrigen Mißtrauensvotum gegen den Reichskanzler bomerkt die„Tägliche Rundschau": Der Reichskanzler ist nach Donaueschingen zum Kaiser abgefahren und wird ihm wahrscheinlich seine Demission anbieten. Es ist anzunehmen, daß sie abgelehnt wird. Was aber dann? Dann beginnt der fessellose Kampf der Sozialdomokratie und wahrscheinlich auch der Frcisinnigen gegen den Kaiser. Schrtzhütte auf dem Kilimandscharo Hannover, 5. Dez. Der Ausschuß des deutschösterreichischen Alpenvereins hat beschlossen, der Hauptver sammlung der Abteilung Hannover einen Antrag auf Er richtung einer Schutzhütte auf dem Kilimandscharo vorzu legen. Verfehlungen eines Bürgermeisters. Schmalkalden, 5. Dez. Der Bürgermeister von hier wurde verhaftet, weil er angeblich in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Gemeindesparkasse amtliche Gelder ordnungswidrig verwendet haben soll. Wie verlautet, soll in der genannten Kasse ein Fehlbetrag von 11 500 Mark ent dekt worden sein. Der Bürgenmeister, gegen den auch noch ein Disziplinarverfahren wegen nicht ordnungsmäßiger Füh vung von Anitsgeschäften schwobt, war seit einigen Tagen abwesend. Der Polizei gelang es, ihn heute Nacht in einem Hotel im Thüringer Walde in der Nähe vom Inselsberge zu verhaften. Sturm. Christiania, 5. Dez. Der Sturm der letzten Tage scheint noch zuzunehmen. Ueberall an der nonwogischen Küste ist der Dampfschiffverkehr eingestellt worden. Mehrere kleine Fischerboote wurden vollständig zerstört. Im Hafen von Bergen verlor ein Amerikadampfer 5 Mann bei dem Versuche zu dem Schiff zu rudern. Aus Christiania wird berichtet, daß die ganze Nordsee einem brodelnden Hexenkessel gleicht. Seit gestern stehen die Straßen bei Brükken, Frederiksstad und Christiania unter Wasser. Staatssekretär Grey über die Lage und Home=Rule. London, 5. Dez. Staatssekretär Grey sprach gestern abend vor einer Versammlung der Liberalen in Bradford und nahm dabei mit einigen Worten auf die auswärtigen Angelegenheiten Bezug. Das beste Vorzeichen für die Zukunft, sagte er, sei, daß der gute Wille unter den Mächten die Schwierigkeiten des vergangenen Jahres überwunden habe. Hierauf ging Grey auf die Homerulefrage ein und erklärte, England wäre von Störung des Friedens im Innern bedroht. Wenn der Friede aufrecht erhalten werden solle, müsse auf beiden Seiten guter Wille herrschen. Die Regierung werde ihr Möglichstes tun, um zu einer friedlichen Verständigung beizutragen. Es gäbe aber Grenzen, über die sie nicht hinausgehen könnte. Feuersbrunst. Oxford, 5. Dez. In einer Abteilung des Oxforder Universitätsgebäudes brach nachts durch Überhitzung eines Ofens ein verheerendes Feuer aus. Eine Anzahl Stuben der dort wohnenden Studenten, sowie die Küche und die Sekretariatsräume verbrannten, ehe man des Feuers Herr werden konnte. Die Studenten retteten sich nur mit Mühe. Der Schaden beträgt 50.000 M. Die Steppen=Teufelsbande. Jekaterinodar, 5. Dez. Vor dem Kriegsgericht des Bezirkes Kuban begann der Prozeß gegen die sogenannte kaukasische Steppenteufelbande, die 67 Mitglieder zählt und 79 Menschen ermordet hat. Ihre Opfer wurden meist mit dem Revolver oder durch Schlingen aus der Welt befördert. Es sind 652 Zeugen geladen. Zusammenstoß auf der Newyorker Untergrundbahn. Newyork, 5. Dez. Gestern stießen zwei Züge der Untergrundbahn bei der Station Bowlingreen zusammen. Beide Züge waren mit Angestellten, die aus der City nach der Stadt auswärts fuhren, dicht besetzt. Sofort nach dem Zusammenstoß erlosch die Beleuchtung, der Tunnel füllte sich mit Qualm. Es entstand eine surchtbare Panik. Die Schifser waren vergeblich bemüht, die Passagiere zu beruchigen. 30 Personen wurden verletzt. Heriamm Welllner Rachrerger Herford. Inhaber W. Küster Gehrenberg 1. Mein diesjähriger Gressel-Velmachts-Verkauf begann am Sonnabend, 29. November Aus allen Abteilungen gelangen viele Waren, welche sich als Geschenk-Artikel eignen, zu besonders billigen Preisen= zum Verkauf. In Blusen und Kleiderstoffen sind bereits die Neuheiten für die Frühjahrs- Saison 1914 eingetroffen. Für Damen-Confection wie Damen-Ulster, schwarze Paletots, Kinder- u. Backfisch-Mäntel ist bereits jetzt eine bedeutende Preis-Ermässigung eingetreten. Farbige Damen-Alster 24u. 20 u. 16 M. 12 u. Schwarze Damen-Haletots 34u. 28 M. 24 M. Gleichzeitig begann am 29. November ein Großer 98 Pfg. Weihnachtsverkauf, in welchem für dieses Jahr gans hervorragend preiswürdige Geschenk-Artikel ausgelegt sind. 30 Pfg. 30 Pfg. Extra-Ausstellung für den Einheitspreis vor 98 Ptg. 1000 Kinderschürzen stück 28 pig. 900 Damen-Mieder- und Blusenschürzen stuck 98 eig. 300 Velour-Unterröcke(sehr bilig) stück 28 Pig. 250 Dtz. 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Unterröcke Wachstuchdecken Kommodendecken Knabenschürzen Taschentücher Künstlerdecken Sammetgürtel Hosenträger Damenstrümpfe Balltücher Corsets Sammet-Pompadour Ledergürtel Handschuhe Spachtelkragen Knabensweater Herren-Cravatten Kaffeedecken 10 Staubtücher Robespierrekragen 30 Pig. abtellung Herren- und Knaben-Confection Herren- Ulster und Bozen-Mäntel 18, 22, 28 bis 34 Uk. habe ebenfalls eine bedeutende Preis-Ermässigung eintreten lassen. von Knaben- Anzüge und Paletots in jeder Größe sehr billig. * Das„Herforder Kreisblatt“ erscheint täglich mitt Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Vierteljährliche un voraus zu zahlender Bezugspreis 1 M. 50 Pf. Durch die auswärtigen Betriebsstellen bezogen 1 M. 65 Gei Selbstabholung aus der Geschäftsstelle 1 M. 25 Pf. Monatlich 30 Pf. * Anzeigen aus dem Kreise Herford werden mit 12 P;. auswärtige Anzeigen mit 15 Pf. für die einspaltige Perte zeile berechnet. Etwaiger Rabatt gilt als Kassenrabat und kann geweigert werden, wenn die Zahlung nicht innerhald 4 Wochen nach Erhalt der Rechnung erfolgt. Reklamen 45 Pf. pr. Zeite. Verantwortich: gür den politischen Teil: Ferd. Etzmann in Herford. Für den übrigen Teil: Fritz Heidemann in Herford. Geschäftsstelle: Mönchstraße 5. Nr. 285(enthält 8 Seiten). Herforder Kreis=Zeitung. Herforder Kreis=Anzeiger. Fernruf Nr. 13.— Telegramme: Kreisblatt.— Postfach 47. Freitag, den 5. Dezember 1913. Verlag von Fritz Heidemann in Herford. Druck von Gedr. Heidemann in Herford Post=Scheck=Konto: Nr. 309 Hannover. 68. Jahrgang. Der Landwirtschaftliche Kreisverein Herford hielt gestern nachmittag im Pörtner'schen Saale zu Enger eine Generalversammlung ab, die ausgezeichnet besucht war. Nachdem der Vorsitzende, Herr Landrat v. Borries, die Erschienenen begrüßt hatte, wurde sofort in die sehr reichhaltige Tagesordnung eingetreten, die nach kurzen Mitteilungen aus der letzten Vereinsversammlung in Löhne zuerst einen Vortrag des Herrn Professors Dr. Neumann in Herford über„Automatische Futterkrippen“ brachte. Der Redner führte aus: Seit mehr als 20 Jahren ist der Landwirtschaft in ihren Viehställen die Selbsttränke bekannt, und nun wird sie bald in sehr vielen Distrikten auch den Selbstfütterer als wertvolles Hilfsmittel besitzen, um einzelne Zweige der Viehhaltung rentabler zu gestalten. Die großartigen Resultate, die Prof. Dr. Fr. Lehmann durch die selbsttätige Futterkrippe z. B. in der Schnell= und Jungmast der Schweine erzielt hat, sind so auffälliger Art, daß sie allenthalben die größte Beachtung verdienen. Da die deutsche Landwirtschaft jährlich noch für 300 Millionen Mark Futtergerste zukaufen muß, so hat sie auch ein Interesse daran, diese Gerste nun auch auf die rationellste Weise zu verwerten. Das kann sie, indem sie sie in Verbindung mit Fischmehl den Schweinen durch den Selbstfütterer darreicht. Eine solche automatische Futterkrippe von 1,50 m Höhe, die jeder Dorftischler anfertigen kann, füttert selbsttätig etwa 20—25 Schweine mit Trockenfütterung, d. i. Gerste und Fischmehl. Als dritter Futterbestandteil muß Wasser hinzukommen, das die Tiere durch eine Selbsttränke erhalten. Ein Versuch des obengenannten Prof. Lehmann ergab hierbei u. a., daß die Trockenfütterung weniger Futter erfordere, als die Naßfütterung, auf jeden Fall nicht schlechter, als die Naßfütterung ist.— Ein anderer Versuch Dr. Brockmanns in Stromberg ergab, daß die Trockenfütterung von Gerste und Fischmehl bei Verwendung der automatischen Futterkrippe sich pro Schwein um 4,32 M billiger stelle, als die Naßfütterung. Freilich fordert die Trockenfütterung eine regelmäßige Beobachtung des Schweinebestandes, um zu sehen, ob auch alle Tiere am Fressen teilnehmen, da ja jedes Tier sich sein Futter nimmt, wann es will. Als Futtermischung wird als rationell eine Mischung von 100 Kgr. Gerste und 5 Kgr. entöltes Fischmehl angegeben, Züchter in Wiedenbrück verabreichen daneben auch wohl noch 5 Kgr. Fleischmehl. Die Vorteile der Trockenfütterung durch die automatische Futterkrippe bestehen zuerst in der Ersparung von Stallraum und Stallausstattung. Bei Benutzung des Selbstfütterers nimmt das Schwein durchweg nur einen Raum von 1 Quadratm. ein, und das Einmauern von Trögen usw. fällt vollständig fort; außerdem kann bei der Trockenfütterung eine Person ganz bequem 100 Schweine und mehr überwachen. Es findet keine Vergeudung und kein Verderben des Futters statt; ebenfalls ist ein Überfressen nicht möglich. Jedes Tier kommt zu seinem Recht, da es fressen kann, wann es will und es nicht zu befürchten braucht, abgebissen zu werden. Dadurch entsteht eine größere Ruhe im Stall, da die bei der Naßfütterung einsetzende Erregung der Tiere fortfällt.— Durch das Anwachsen der Städte und die steigende Kultur hat sich der Fleischkonsum pro Kopf der Bevölkerung auf 55 Kgr. erhöht. Von diesem Fleischverbrauch entfallen zwei Drittel auf Schweinefleisch, so daß die deutsche Landwirtschaft in den letzten 40 Jahren ihren Schweinebestand von 7,3 Millionen auf 22,3 Millionen Stück erhöht hat. Aber infolge verheerender Seuchen und unzweckmäßiger Fütterung und Haltung der Tiere sind diese Bestände auch häufig dezimiert worden. Durch die grundlegenden Versuche Prof. Lehmanns aber kommen vielleicht auch wir in Minden=Ravensberg und speziell im Kreise Herford dazu, mehr zu mästen unter Zuhilfenahme des Trockenfütterers, der ein einfaches, billiges und praktisches Hilfsmittel ist, die Schweinemast rentabel zu machen.(Allgemeiner Beifall.) Den zweiten Vortrag hielt Herr Robert Nacke in Langenhof bei Heepen über:„Die Weide, ihre Notwendigkeit für den Betrieb der Viehzucht in Minden=Ravensberg". Der geschätzte Redner, dem am Schlusse seiner Ausführungen der lebhafteste Beifall gespendet wurde, sprach über ein ähnliches Thema schon gelegentlich der letzten Generalversammlung des Minden=Ravensbergischen Schweinezüchterverbandes. Wir gaben damals seine Worte im Kreisblatt in ausführlicher Zusammenfassung wieder und erwähnen daher heute nur ergänzend, daß der Referent die Notwendigkeit, mehr Weiden anzulegen, wenn die Viehzucht vorankommen soll, überzeugend nachwies. Vor allem war das, was er über die Pflege der Weide sagte, außerordentlich beherzigenswert. ebenso seine Ausführungen über die Besetzung der Weide mit Vieh und die Qualität der Tiere. Der Redner, der aus einer 25jährigen Erfahrung in der Weidewirtschaft schöpfte, wußte die große Versammlung verartig zu fesseln, daß sie ihm mit dem größten Interesse bis zum Schlusse folgte. Den nächsten Punkt der Tagesordnung bildete ein Antrag des Ortsvereins Herford wegen der„Ummantelung der Schornsteine". Nach dem§ 35 m der neuen BaupolizeiVerordnung für den Regierungsbezirk Minden soll, wie der Begründer des Antrages, Herr Vorsteher Detring=Herford, ausführte, bei Neubauten jeder Schornstein eine Ummantelung haben, wenn er auf dem Boden Schieber besitzt, von denen aus die Reinigung der Schornsteine vorgenommen wird. Gegen diese Bestimmung hat sich bereits die Schornsteinfeger=Innung ausgesprochen und die Streichung jenes Paragraphen beantragt. Sie ist aber abgelehnt worden. Der Ortsverein Herford wünschte nun die Herbeiführung eines Beschlusses, nach dem der Kreisverein nochmals bei dem Herrn Regierungspräsidenten auf Beseitigung der Vorschrift vorstellig werden solle. Der Vorsitzende bemerkte, daß aller Wahrscheinlichkeit nach, ein solches Vorgehen nutzlos sein werde, da die Provinzial=Feuersozietät wegen der vielen Brände, die in den letzten Jahren im diesseitigen Bezirk vorgekommen seien, eine Ummantelung der Schornsteine zur Verminderung der Feuergefahr für dringend erforderlich halte, entgegen den Ausführungen der Schornsteinseger=Innung und des Vorredners. Sie sei auch zu vermeiden, wenn bei Neubauten ein Dachfenster angelegt werde, durch das auf leichte Weise vom Schornsteinfeger der Schornstein zum Reinigen zu erreichen sei. Die Versammlung lehnte darauf den Antrag Herford ab. Ein zweiter Antrag des Ortsvereins Herford, der ebenfalls von Vorsteher Detering begründet wurde, betraf eine anderweite„Regelung der Beiträge der Lokalvereine". Der Antrag wünschte eine Herabsetzung der Beiträge an den Kreisverein von 1,50 M auf 1 M für das Mitglied. Der Vorsitzende gab dazu die Erklärung des Vorstandes ab, daß er dem Antrage zustimme, soweit die einzelnen Vereine auf ihre Kosten für ihre Mitglieder den Abonnementspreis für die Landwirtschaftliche Zeitung zahlen. Bei den übrigen Vereinen solle der Beitrag an den Kreisverein von 1,50 M auf 1,25 M ermäßigt werden. Ferner solle jedoch jeder Sondervorteil eines Ortsvereins aufhören; so erhalte z. B. bisher noch der Ortsverein Bünde aus Kreisvereinsmitteln einen jährlichen Beitrag von 30 M. Derartige Zuschüsse würden in Zukunft dann fortfallen. Die Versammlung schloß sich dem Beschluß des Vorstandes debattelos an. Ferner teilte der Vorsitzende mit, daß die RindviehzuchtVereine eine Förderung der Rindviehzucht in MindenRavensberg durch eine vermehrte Einrichtung von Zuchtund Bullen=Genossenschaften zu erzielen hoffe.— Die Versammlung stimmte auch diesem Beschluß ohne Debatte zu. Weiter wurden neue Bestimmungen über die Ausbildung und Prüfung von Landwirtschaftslehrlingen in Westfalen bekannt gegeben. Es handelt sich bei ihnen um eine praktische berufliche Prüfung, durch die jüngeren Leuten die Möglichkeit gegeben wird, leichter, als bisher, Stellen als Verwalter auf größeren Gütern zu erhalten. Ein Antrag auf Erhöhung des Mindestdeckgeldes für Bullen von 1 M auf 2 M wurde angenommen; der Beschluß soll dem Kreisausschuß zur Berücksichtigung eingereicht werden. Die Vereinsrechnung für 1912 ist von Herrn Rittergutsbesitzer Dr. Blomeyer auf Beck vorgeprüft und richtig befunden worden. Unter dem Ausdruck des Dankes an den Kassierer Herrn Kreissekretär Winnigstedt wurde daher Entlastung beantragt und beschlossen. Unter„Sonstiges“ wurde zur Kenntnis der Versammlung gebracht, daß auf der Ausstellung des Kreisvereins in Enger an Staatspreisen nachträglich verliehen worden sind: Die Bronzene Staatsmedaille an Herrn Meyer zu Düttingdorf in Herford für besondere Leistungen in der Rindviehzucht; die Silberne Staatsmedaille für dieselben Leistungen erhielt Herr Sattelmeier Ebmeyer=Oldinghausen, die Silberne Staatsmedaille für besondere Leistungen in der Schweinezucht Herr Kolon Siekmann=Oldingdorf und die Silberne Staatsmedaille für besondere Leistungen in der Pferdezucht Herr Kolon Läge=Eickum. Weiter referierte Herr Regierungs=Assessor Dr. Kügler über die Bestimmungen der Landkrankenkasse für den Kreis Herford.(Wir verweisen hierüber auf den letzten vom Kreisblatt veröffentlichten Kreistagsbericht.) Die Station der Beschäler, so wurde weiter mitgeteilt, soll von Hiddenhausen nach dem Doberg oder nach Besenkamp verlegt werden. Den Schluß der außerordentlich anregenden Versammlung bildete die Besprechung der beiden Hauptvorträge. Über die automatische Futterkrippe sprach man sich im allgemeinen sehr lobend aus und wies vor allem darauf hin, daß mit ihrer Hilfe durch Aufstallen der Jungtiere leichter über eine Zeit der schlechten Ferkelpreise hinwegzukommen und ein Ausgleich der Preise zu erzielen sei.— Über die Behandlung und Pflege der Weiden entspann sich eine besonders lebhafte Aussprache, in der vor allem Herr Zuchtinspektor Dr. Schmehl=Herford wertvolle Fingerzeige über die Anlage, Einsaat und Düngung der Weiden gab. Luftfahrt. Essen, 4. Dez. Wie in der gestern abend abgehaltenen Jahresversammlung des Vereins für Luftschiffahrt im Industriegebiet mitgeteilt wurde, hat Herr Krupp v. Bohlen und Halbach dem Verein für wissenschaftliche Fahrten einen 2200 Kubikmeter großen Ballon geschenkt. Der Ballon wird den Namen Heinrich Hertz erhalten. Kleine Chronil. Berlin, 4. Dez. Krebsheilungen durch Radium. Die gestrige Tagesordnung der Berliner medizinischen Gesellschaft hatte eine große Anziehungskraft auf die Berliner Aerzte ausgeübt, da der Direktor der Frauenklinik, Gehoimrat Bumm, über weitere Erfahrungen mit Wirkungen von Radiumbestrahlungen bei Krebs sprach. Im letzten Sommer hatte er an der Hand von 12 Fällen über recht günstige Erfolge berichten können. Der Redner betonte, daß die Röntgentechnik in den letzten Monaten so vorgeschritten sei, daß sie der Radium= und Mesothoviumwirkung mindestens gleichwertig würde. Außerdem habe sie noch den Vorzug, daß sie, soweit bisher bekannt, ohne Nebenschädigung arbeite. Zehlendorf, 3. Dez. Unterschleif. Der Gemeinde=Obersekretär und Generalvornrund Faber ist seit vier Tagen flüchtig. Er soll 50000 Mk. Pflegschaftsgelder unterschlagen haben. Der kinderlos verheiratete Faber nahm ein Zehlendorfer Mädchen mit und schickte von Bremerhaven aus an seine Frau eine Geldsendung. Er teilte ihr mit, daß er sie in diesem Leben nicht wiedersehe. Straßburg, 4. Dez. Ueberfall. Auf den verantwortlichen Redakteur Ays der in Kehl erscheinenden „Straßburger Rundschau“ wurde heute nachmittag ein Ueberfall versucht. Ohne anzuklopfen, waren zwei in einem Automobil angekommene Besucher bis in sein Bureau vorgedrungen, von denen sich einer als Wiebecke=Zabern vorstellte, mit der Hundepeitsche auf den Redakteur eindrang und ihm im Handgemenge in die Hand biß. Als Hilfe herbeieilte, zogen sich die Eindringlinge in das Automobil zurück, wobei Wiebecke die Verfolger mit einem Revolver bedrohte, der diese fernhielt. Das Automobil ist mit seinen sassen entkommen. Bregenz, 4. Dez. Gewaltiger Föhnsturm erhob sich machmittags auf dem Bodensee. Innerhalb einer Viertelstunde überfluteten die hohen Wogen die Molen und den Bahndamm. Die Schiffe hatten schwere Fahrt. London, 4. Dez. Frau Pankhurst ist heute nach ihrer Rückkehr aus Newyork in Plymouth verhaftet worden. Newyork, 3. Dez. Eine Diebesbande hat mit Hilfe eines Automobils in der 5. Avenne am hellen Tage einen dreisten Juwelendiebstahl ausgeführt. Die Diebe sprangen aus dem Automobil durch die dichtgedrängte Menge, die Weihnachtseinkäufe machte, vor das Schaufenster eines Juwelierladens und schlugen es in Trümmer. Ehe die Leute im Laden eingreifen konnten, und die Umstehenden sich von ihrer Verblüffung erholt hatten, hatten die Diebe die meisten Juwelen, deren Wort sich auf mehrere 10000 Mark beläuft, zusammengerafft und eilten im Kraftwagen davon. Die Polizei verfolgte sie und schoß auf das Automobil, doch sind die Diebe mit ihrer Beute entkommen. Newyork, 3. Dez. Das unglaubliche An wachsen der durch Automobilisten verursachten Unglücksfälle hat die Newyorker Polizei zu einer eigenartigen Maßnahme veranlaßt. 24 Polizisten auf Motorrädern wurden in den verschiodenen Stadtteilen aufgestellt, und verhafteten vorgestern nicht weniger als 465 Automobilisten wegen zu schnellen Fahrens, zumeist Mitglieder der besten Gesellschaftskassen Newyorks. Trotz aller Protoste wurden die Automobilisten zur Polizei gebracht, wo sie manchmal bis zur Feststellung ihrer Identität stundenlang festgehalten wurden. Die Strafen für das z schnelle Fahren, die vom Polizeigericht festgestellt wurden, belaufen sich auf 200 bis 2000 Mark. Ein einziger Polizeirichter verhängte innerhalb dreier Stunden über 20000 Mk. Strafen. A Die Erben von Hohenlinden. Roman von Fr. M. White. 29. Fortsetzung.(Nachdruck verboten.) Ja, sie war ihrer Gefährtin aufrichtig froh. Sie fragte nicht danach, wer sie war und woher sie stammte; nicht darnach, daß sie offensichtlich arm war— ihre schlichte Herzlichkeit, ihre opferwillige Sorge für das Wohl eines Mädchens, das ihr doch ganz gleichgültig sein mußte, hatten ihr Margaretes Herz erobert. Sie tastete im Dunkel nach ihrer Hand und legte sie auf ihre brennende Stirn. Mit leisem, zartem Druck ließ Herta sie dort ruhen, und es ging von dieser schlanken, kühlen Hand eine wunderbar beruhigende Wirkung aus. Der Wagen hielt in einer Straße, die erfüllt war von Wagengerassel, von dem Geklingel der elektrischen Bahnen und den Warnungsrusen der Kutscher. Margarete empfand nur den Lärm und die ausdringliche Lichtfülle der zahllosen elektrischen Lampen peinlich; sonst achtete sie nicht auf ihre Umgebung. Die Sorge für das Gepäck, für die Absertigung des Kutschers— alles überließ sie im Egoismus ihrer Müdigkeit der anderen. Ueber eine häßliche, enge ausgetretene Stiege wurde sie drei Treppen hoch geführt, stand eine Weile vor einer dunklen Tür und wurde dann in einen dunklen Korridor eingelassen, von einem weiblichen Wesen, das sie ziemlich mürrisch begrüßte, und fand sich endlich, sorglich gebettet, auf einer Ottomane wieder. „So— jetzt müssen Sie sich zunächst gründlich ausruhen,“ sagte Herta.„Sie sind sehr angegriffen— man sieht es Ihnen an. Jetzt schlafen Sie ein paar Stunden, unterdessen bereite ich das Abendessen, und nachher packe ich Sie gleich ins Bett. Denken dürfen Sie jetzt gar nichts— nur schlafen.“ Margarete fühlte noch einen Kuß auf ihrer heißen Stirn— dann schlossen sich ihre Augen. Aber ehe sie noch eingeschlafen war, faßte die Komtesse Tarnow die Hand ihrer neuen Freundin und führte sie an ihre Lippen. Dann schlummerte sie ein— und Schloß Hohenlinden lag so weit, weit hinter ihr, als wären Jahre vergungen, seitdem sie es verlassen.—— Als sie die Augen wieder aufschlug, hatte sie doch Mühe, sich in die veränderte Umgebung zu finden. Elegant war das Zimmer, in dem sie Umschau hielt, wirklich nicht; aber die von einem roten Schirm verhangene Lampe auf dem Tisch, die ein warmes und lebendiges Licht verbreitete, die Blumen, die allenthalben standen, und vor allem die Gegenwart von Herta, die am Tische hantierte, machten es freundlich und anheimelnd. Margarete fühlte sich bedeutend besser, obwohl sie nicht lange geschlummert haben konnte. Sie richtete sich auf und trat an den Tisch, der zum Abendessen hergerichtet war. „Sie sehen schon besser aus,“ sagte Herta und sah ihr lächelnd in das Antlitz.„Und wie schöne blaue Augen Sie haben!— Kommen Sie— jetzt wollen wir gemütlich zu Abend essen. Ich bin in letzter Zeit immer allein gewesen— da freut mich Ihre Gesellschaft um so mehr.“ Während sie speisten, gingen Margaretes Blicke an den Wänden umher. Da hingen zahlreiche Skizzen und Studien, Zeichnungen und halbsertige Bilder, die so wenig in ein„möbliertes Zimmer“ paßten, daß sie Margaretes lebhaftes Interesse erregten. Hauptsächlich waren es Studien in Schwarz=weiß, ausgeführte Arbeiten unter Glas und Rahmen und flüchtig hingeworsene Skizzen, die von einer außerordentlich geschickten und sicheren Hand zeugten. Nach dem Speisen erhob sich Margarete, um die Sachen aus nächster Nähe anzusehen, und Herta ließ sie schweigend gewähren. Es waren die seltsamsten Kontraste, denen Margarete da begegnete. Zum Teil fand sie weiche, liebliche Landschaftsstudien, anmutige Stilleben und hingeworfene Skizzen, wie eine Gruppe spielender Kinder, ein zu den Klängen einer Drehorgel tanzendes Paar und ähnliches, wie es ihrem Geschmack zusagte. Und auf der anderen Seite Zeichnungen in Schwarz=Weiß, die sie geradezu abstießen. Und doch stand sie gerade vor diesen Sachen besonders lange; denn sie quälte sich, den Mut zu der Frage zu finden, ob das wirklich von Herta sei. Das junge Mädchen selbst kam ihr endlich zu Hilfe. Indem sie an ihre Seite trat und auf einige Landschaften deutete, sagte sie: „Das sind eigentlich meine Arbeiten— Arbeiten, die ich mit dem Herzen geschaffen habe. Sie stammen zum größten Teil noch aus der Zeit, als mein Vater lebte. Das andere— nun, das verdankt dem Verstand seine Entstehung. Und der Not. Denn mit der Schönmalerei“ sie lächelte bitter—„hätte ich rasch verhungern können. Die andern Arbeiten sind eigentlich mehr Kopien als sonst etwas. Es sind Illustrationen zu Witzen, die ich— mit geringen Veränderungen— aus französischen Witzblättern abzeichne. Die Originale wären meinen Abnehmern noch lieber— denn sie könnten die Klischees weit billiger haben. Aber sie sind mitunter ein wenig zu frei. Sechs dieser Zeichnungen, denn farbige Zeichnungen sind ja auch die bunten Sachen nur liefere ich jede Woche der„Lustigen Zeit“— eine glänzende Verbindung für mich!“ „Aber das ist doch—“ „Ist beinahe Diebstahl— wollen Sie sagen?— Es mag wohl etwas Aehnliches sein. Vielleicht sogar noch Schlimmeres. Es ist leichte Arbeit— und ich bekomme für die Zeichnung fünf Mark. Das sind dreißig Mark in der Woche. Ich kenne akademisch gebildete Maler— tüchtige Künstler— die froh wären, solche Aufträge zu haben; und es ist immerhin noch weit besser, als für das „Kleine Blatt“ zu arbeiten.“ Margarete schauderte. Sie kannte dieses Blatt; denn sie hatte einmal einen Groom bei der Lektüre desselben überrascht, und sie war vor sich selbst errötet, als sie hineingesehen hatte. „Haben Sie wirklich auch dafür gearbeitet?“ fragte sie. „Gewiß. Und ich habe dort— für die größeren Seelenqualen, die ich ausstehen mußte— zwei Mark für die Zeichnung bekommen. Das ergab ungefähr einen Monatsverdienst von fünfzig Mark. Und wissen Sie, daß das„Kleine Blatt“ jährlich ungefähr zweimalhunderttausend Mark Reingewinn hat?— Nein— da ist die„Lustige Zeit" doy noch weit besser— und immerhin auch weit anständiger. Später hoffe ich, diese Art von Zeichnungen ganz aufgeben zu können und nur noch Illustrationen für vornehme Wochenschriften und Romane zu schaffen. Das ist mein ganzes Streben— und meine ganze Hoffnung.“ All diese Bekenntnisse wurden so freimütig und so liebenswürdig gegeben, daß sie Margarete nur mit erhöhter Bewunderung vor ihrer neuen Freundin erfüllten. Und doch erblaßte sie, wenn sie sich ausmalte, wie tief diese Art von Beschäftigung ein Mädchen degradierte. „Es muß entsetzlich sein für eine Dame von Stand," sagte sie. Da legte Herta mit einem reizenden Lächeln ihren Arm um Margaretes Schultern. „Ja— die Dame von Stand habe ich freilich lange aufgeben müssen," erwiderte sie.„Das heißt, ich habe den einen Stand gegen den anderen vertauscht. Und das würde ich immer noch am leichtesten tragen und verschmerzen habe es auch in Wahrheit lange verschmerzt. Denn es ist besser, ich bezahle so, was ich zum Leben brauche, als daß ich als Dame von Stand auf die Straße gesetzt werde, weil ich die Miete schuldig bin, oder Bäcker und andere Handwerker, die sich's vielleicht selbst sauer werden lassen müssen, um ihr Geld betrüge.— Und ich war der Gefahr, in eine solche Lage zu kommen, sehr nahe. Obwohl mein Vater ein Sanitätsrat, und der Vater meiner Mutter, der sehr früh gestorben ist, ein hoher Offizier war.— Die Zeit, als mein Vater stard, werde ich nie vergessen. Mein Bruder lebte damals nicht hier; und er hätte mir auch nicht helfen können, denn es ging ihm selbst schlecht. Ganz einsam war ich und ganz ohne Hilfe. Ich versuchte es als Malerin, aber ich sah sehr bald, wohin ich damit kommen würde. Da suchte ich den Herausgeber des„Kleinen Blatt“ auf, den ich von früher her kannte, und setzte ihm meine Lage auseinander. Jedes Wort, das ich sprechen mußte, bereitete mir innere Qualen. Er gab mir den Auftrag, das und das zu zeichnen und ihm zu bringen. Als er die Sachen sah, gewährte er mir einen Vorschuß von fünfzig Mark— und diese fünfzig Mark haben mich tatsächlich vor dem Aeußersten bewahrt. Ich sehe mich noch, wie ich die drei Goldstücke voll ungläubiger Seligkeit in der Hand hielt, und mit welchem Vergnügen ich dann warm zu Mittag gegessen habe das erste Mal nach fast achttägiger Hungerkur, während deren ich nichts als Brot zu essen bekommen hatte, das mir ein freundlicher Bäcker auf Kredit gegeben. — Aber ich weiß nicht, warum ich Sie mit all diesen uninteressanten Details belästige.“ „Sie öffnen mir eine neue Welt,“ sagte Margarete erschüttert.„Und Sie zeigen mir vor allem, wie töricht es von mir war, wenn ich mir schon früher ein Urteil über solche Dinge anmaßte.“ Herta betrachtete damit den Gegenstand als abgetan. „Ich muß Sie nun auf eine Stunde allein lassen,“ sagte sie,„aber gewiß nicht länger. Ich will eine Freundin besuchen, die krank ist. Wir nehmen ihre Arbeiten und versuchen sie zu verkaufen. Wenn es uns gelingt— gut und schön; gelingt es uns nicht, so sagen wir doch, daß es uns gelungen sei, und legen das Geld dafür zusammen. Es mag nicht recht sein— aber es ist jedenfalls gut gemeint. Wollen Sie, bitte, der Wirtin klingeln und sagen, daß sie abräumt. Wenn Sie müde sind, sollen Sie keinesfalls warten, bis ich zurückkomme.“ Margarete drückte auf die Glocke, die Wirtin herbeizurufen. Aber sie war so tief in Gedanken, daß sie den Eintritt der Frau überhörte; und verwirrt fuhr sie zusammen, als dieselbe ihre Anrede mit erhobener Stimme wiederholte. „Ich bitte um Verzeihung— ja, ich werde hier mit Fräulein Buchner wohnen bleiben. Sie sind Frau Merten—— Wo habe ich Sie schon gesehen? Ihr Gesicht kommt mir so sehr bekannt vor. Es ruft Erinnerungen aus meiner frühesten Kindheit in mir wach.“ „Ich glaube nicht, daß Sie mich schon gesehen haben, Fräulein," lautete die in mürrischer Art gegebene Erwiderung.„Ich habe den größten Teil meines Lebens in Hohenlinden verbracht. Wahrscheinlich haben Sie von dem Schloß schon gehört?“ (Fortsetzung folgt.) Verband reisender Kaufleute. Die Westdeutsche Verkehrs=Commission des Verbandes reisender Kaufleute Deutschlands hielt am 29. Novomber im Quatermarktsaale des Gürzenich zu Cöln ihre diesjährige satzungsgemäße Herbst=Versammlung ab, die von 32 Sektionen durch ihre Abgeordneten und von zahlreichen Gästen besucht war. Der Versammlung wohnten im Auftrage ihrer Handelskammern bei die Syndici aus Solingen, Barmen, Köln, Krefeld und M.=Gladbach. Eine Anzahl neuer und witderholter Anträge auf Fahrplanverbesserungen wurden eingehend bevaten und deren Eingabe boi den Gisenbahndinektionen beschlossen. Aus dem Bevicht des Obmanns der Verkehrs=Commmission über deren bisherige Tätigkeit und Erfolge ging hervor, daß von den bisher bei der Eisenbahnverwaltung eingebrachten 304 Anträgen auf Fahrplanverbessemingen 241 angenommen und 17 teilweise erledigt sind. Ueber den Schutz der Eisenbahnreisen= den während der Fahrt wurde infolge einiger Vorfälle in letzter Zeit vom Obmann ein eingehender Bericht erstattet. Mannigfache Vovschläge der Tagespresse wurden geprüft, jedoch bei den Diebstählen von Handgepäck betont, daß der beste Schutz in der verminderten Sorglosigkeit der Reisenden bestände. Die Einrichtung auf französischen Bahnen, sich sein Handgepäck gegen eine geringe Gebühr versichern zu können, wurde gegebenenfalls auch als erstrebenswert für deutsche Verhältnisse bezeichnet. Die Gefahr gegen räuberische Ueberfälle würde äm besten durch eine vermehrte Anstellung von Zugbeamten und Umbau der bisherigen Abteilwagen vermindert. Die preußische Eisenbahnvenwaltung baut übvigens nur noch ausschließlich Abteilwagen, deren Abteile durch kleine Seitendurchgänge untereinander verbunden sind. Ueber diese Angelegenheit wird auch noch auf der demnächstigen Obmännerversammlung der Verkehrs=Commissionen des Verbandes beraten werden. Als Ort der nächsten Versammlung wurde Elverfeld bestimmt. Aus der Provinz und den Nachbarländern. Bielefeld, 3. Dez. Vor der Strafkammer hatte sich wegen schwerer Beleidigung der Malermeister Heinr. K. von Vlotho zu verantworten. Er war beschuldigt, in einer an den Justizminister am 3. Juni 1912 eingereichten Beschwerdeschrift in Beziehung auf den in Vlotho beschäftigten Amtsgerichtsrat Middendorf Tatsachen behauptet zu haben, die geeignet sind, denselben in der öffentlichen Meinung herabzusetzen und zu beleidigen. Er hat dem Amtsgerichtsrat, der ihm in einer von seiner Ehefrau eingereichten Schankkonzessionssache kein gutes Leumundszeugnis ausgestellt hatte, des Meineides und der Anstiftung zum Meineid bezichtet und von demselben behauptet, der Herr Amtsgerichtsrat stehe im schlechtesten Rufe. Schon vor einiger Zeit sollte gegen ihn vor der hiesigen Strafkammer verhandelt werden. Da jedoch Bedenken an seiner Zurechnungsfähigkeit auftauchten, beschloß das Gericht, ihn zur Beobachtung einer Irrenanstalt zu überweisen. Das ist geschehen. Der heute vernommene Anstaltsarzt gab sein Gutachten dahin ab, daß K. nicht geisteskrank ist und für seine Tat verantwortlich sei. Der Angeklagte führte aus, daß der Beleidigte ihm nicht wohl wolle und zu ihm einmal gesagt habe, er werde ihn verfolgen, soweit er könne. Der Gerichtshof nahm an, daß der Angeklagte wohl unter dem Schutze des§ 193(Wahrung ber. Interessen) gehandelt haben könne, aber der Angeklagte habe offenbar die Absicht, zu beleidigen, gehabt. Bei der Schwere der Beleidigung sei auf sechs Wochen Gefängnis erkannt worden. Der Staatsanwalt beantragte sechs Monate Gefängnis. Bielefeld, 4. Dez. Bildhauer Perathoner, der besonders wegen des Reliefs an der Kapelle des Sennefriedhofs stark angefeindet ist, wie die Westf. Ztg. meldet, vom Kuratorium der Kunstgewerbe= und Handwerkerschule Charlottenburg aufgefordert worden, sich um eine an der Schule freigewordene Lehrerstelle für Architekturplastik und Holzbildhauerei zu bewerben. Aus einer großen Zahl von Bewerbern wurde Herr Perathoner, so wird uns mitgeteilt, nun vom Magistrat gewählt und wird dem Ruf Folge leisten. Bielefeld, 4. Dez. Größere Unterschlagungen sind von einer Verkäuferin in einem Geschäft an der Niedernstraße verübt worden. Das junge Mädchen hat Waren mit nach Hause genommen und billig weiterverkauft. Das Geschäft ist durch die unredlichen Handlungen um einen größeren Betrag geschädigt worden. Saarbrücken, 4. Dez. Richtigstellung. Die Nachricht, daß auf der Völklinger Hütte der Hüttenmeister Post, den Obermeister Rust erschossen habe, stellt sich nach den polizeilichen Ermittelungen als eine haltlose Bezichtigung heraus. Dieser ist inzwischen ermittelt und von der Polizei wegen Sittlichkeitsverbrechens verhaftet worden. Dillenburg, 4. Dez. Für Jagdinhaber dürfte folgendes Gerichtsurteil von Interesse sein. Anfangs vorigen Jahres wurde in der Dillenburger Gemeindejagd von einem wildernden Hunde ein Reh zerrissen. Auf die Klage des Jagdpächters wurde der Besitzer des Hundes vom hiesigen Amtsgericht zu 100 Mk. Schadenersatz verurteilt. Die Berufung des Beklagten wurde jetzt vom Landgericht Limburg zurückgewiesen. Fau'' ächte Sodener Iineral-Pastillen werden aus den Bellquellen In u. XVIII der Gemeinde Bad Soden am Taunus bergeltellt, die sich seil Jahrhunderten bei Busten, Bellerkeit, Bronchialkatarrh versüglich bewährt baben. pen weise men auruch. Preie 6s Pfg. per Bchechsel, uberell erbültlich. Prenn Sanzenfalfer Atelier für neuzeitliche Photographie Budemmmmmmmmmmmmemmmnummummmmmmmmmmmmmmmmmmmmeme Bäckerstrasse, Ecke Mönchstrasse.:- Fernrut 190. Erstklassig eingerichtet. Anerkannt gediegene Leistungen. Vergrößerungen bis Lebensgrösse in allen Verfahren auch nach alten vergilbten Originalen. Aufnahmen bis 7 Uhr abends in vollendetster Ausführung. Geschmackvolle Einrahmungen. Von heute a5 6is Weihnachten auf sämtt. 13 WReaoctt. Grosse Gusstelkung 1. Stage. SU Toegf Inh.: Gd. Wölfer. 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Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 6. Dez nachmittags 2 Uhr, vom Kreiskrankenhause Herford, statt. 83 Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgange ihres teuren Entschlafenen sagen innigsten Dank Wwe. Krameyer und Kinder. Herford, den 5. Dezbr. 1913. Minden-Rauensberger band und Stadt im Bilde. T T JArUA vom 23. Dezember bis zum 4. Januar einschl in der Staatl.-städt. Handwerkerschule in Bielefeld. Alle guten Gemälde, Zeichnungen, Stiche, Drucke und Photographien von Landschaften, Behausungen und Porsonen aus Minden-Ravensberg und seiner südlichen Nachbarschaft, in denen Landescharakter und Landesart alter wie neuer Zeit zum Ausdruck kommen, sind sehr willkommen. Wir bitten, freundliche Sendungen für die Ausstellung, deren Kosten diese trägt, bis zum 15. Dez. zu richten an den Ausstellungs-Ausschuß Handwerkerschule in Blelefeld. Bekanntmachung. Wahlen zum Kaufmannsgericht. Es sind folgende Vorschlagslisten eingegangen: a. für Handlungsgehülfen: 1. Liste unterzeichnet von den Herren Richard Heidbreder als Bevollmächtigter Ernst Stodt Ad. Drieling welche als Beisitzer in Vorschlag bringt 1. Heinrich Wiemann, Engerstr. 50 2. Richard Heidbreder, Waltgeristr. 6 3. Fritz Schönfeld, Benterweg 7. 2. Liste unterzeichnet von den Herren Reinhold Nierich als Bevollmächtigter Andreas Eisenberg Otto Maar welche als Beisitzer in Vorschlag bringt 1. Paul Seipolt, Mindenerstr. 2 2. Wilhelm Harvey, Eisgrabenstr. 2 3. Georg Halm, Sophienstr. 3 3. Liste unterzeichnet von den Herren Heinz Pagel als Bevollmächtigter Friedrich Schulze August Harborth welche als Beisitzer in Vorschlag bringt 1. Heinz Pagel, Hansastr. 49 2. Fritz Brinkhoff, Weststr. 13 3. Georg Schelp, Benterweg 47. b. für Kaufleute. 1. Liste unterzeichnet von den Herren Georg Josephy als Bevollmächtigter Carl Höpker Carl Nolting welche als Beisitzer in Vorschlag bringt 1. Carl Höpker, Steinweg 1 2. Heinrich Diekmann, Deichtorwall 4 3. Wilhelm Küster, Gehrenberg 1. Herford, den 2. Dezember 1913. Das Kaufmannsgericht. Der Vorsitzende: Werner. Iwangsversteigerung. Am Sonnabend, den 6. Dez. vorm. 11 Uhr, sollen im Bürgerverein heiselbst: 1 Partie Ztgarren, div. Weine und Liköre, 1 Sofa, 1 Sofagestell, 1 Nähmaschine, 1 Registrierkasse, 1 Klavier, 4 Aktenraschen, 1 Posten Peitschen, Hosenträger, Lederfett, Hundehalsbänder, Hundeleinen, 2 Pferdedecken, 4 Damenhandtaschen, 23 Schultaschen, 29 Portemonnaies, 5 Zigarrenetuis, Gamaschen, Brustbeutel, 1 Zaumzeug, öffentlich gegen Meistgebot und Barzihlung verkauft werden. Gerichtsvollzieher. Getragiue Ulster und Daletots von 7 Mk an. Große Auswahl in getragenen Anzügen von 8 Mk. an. Egra's Partiewa enhaus, Herford, Neuer Markt Zwangsversteigerung. Am Sonnab nd, den 6. do. Mis., mittags 12 Uhr, versteigere ich im Bürgerverein hier: 1 Kontrollkasse öffentlich meistbietend gegen Barzahlung. Wittenburg, Gerichtsvollziehr Täglich Miehen Speralutiat Pfund 80 Pfg. fAnste Psessernasse Pfund 40 Pfg. Heinrich Limberg, Bäckerstraße. 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Der Pächtr ist berechtigt, bei allen auf dem Lübberbruche stattfindenden öffentlichen Vera staltungen, s wie an den Tagen der regelmäßigen monatlichen Viehmärkte, den Wittscha tsbe rieb auszuüben. Di Kostn der baulichen Unterhaltung des Markt= restaurants trägt die Stadt, die Kosten für die laufenden R paraturen fallen dem ächter zur Last. Die nahern Pachtbedingungen werden im Ratbaus III Nr 7 während der Die nstzeit bekannigegeben Pachtlustige werden ersucht, ein Gebot bis zum 1. Januar 9 4 an den Magistrat hier einzu eichen. Herford, den 2 Dezember 1913. Der Magistrat. Beidingung. 6 Die Tschler= und Schlosserarbeiten zum Neubau des Em nfang= gebäudes auf dem Bahnhofe Bad Oeynhausen Nord soll n im Ganzen oder getrennt vergeben werden. Die Angebote sind bis zum Montag den 22. Dezembei 9 3 vorm 11½ Uhr versiegelt bei der unterzeichneten Bauabtei lung einzureichen unter gleichzeitiger Beifügung der gesordetten Proben Die Oeffnung erfolgt zi di ser Zeit in Gegenwart etwa erschienener Bieter. Die Ar gebotsunterlagen sind zum Preise von 200 Mk. bei deunterzeichneten Bauahteilung gegen post= und bestellgeldfreie Einsendung dieses Betrages, soweit der Vorrai reicht zu keziehen. Zischlagswift: 8 Wochen. #ad Oeynhausen, 6. 12. 18 Riechttraße 3. K.! Eisenbahn=Bauabteilung Freibank.. Markthalle. Mo gen nachmitlag 8 Uhr: Schweinefleisch. Schutzennof Sonntag, 7. Dezbr., nachm. 4 Uhr: Abonnements-Konzert in den Nebensälen. Tageskarte 25 Pfg. Der Vorstand der Schützengesellschaft. Dei S D) W Für die Festtage bringe ich mein grosses Lager in Bilderbüchern, Marchenbüchern, Jugendschriften, Gesamtausgaben, Roma en. Pracht- und B Iderwerken, Bibeln u. Gesangbüchern ferner Spiele, Brief-Kassetten, Poesle-, Photo-, Postkarten- u. Reklamemarken-Albums in empfehlende Erinnerung. Vermann Wolff, Buchhandlund, Gehrenberg Ro 7. Alle durch irgendwelche Buchhandig. od. Fabriken immer angezeigten Bücher, Bilder, Karten, Fach- u. Zeitschriften. Geschäftsbücher. Musikalien, Journale, Lehrmittel etc sind stets durch mich, falle nicht auf Lager, ohne Preiserhöhung zu beziehen.— Eine willkommene kl. Festzugabe ist auch der neue Illustrierte Führer durch Herford, Minden, Ravensberg u. Lippe. Preis nur 50 Pfg. Firmen, welche den Führer verteilen od. versenden wollen, erhalten denselben vom Verkehrebüro, Gehrenberg 7, z. besonderem Vorzugspreise. Hierzu eine Beilage der Firma: 8. Aieberg& Co., Bielefeld. Ich bin dem Fernsprechner unter No. 772 angeschlossen. H. Stockhaus Nachf. Schirmfabrik. Inh. Heinrich Euscher. Geschäftsführer der Conf#ctions. Krankenkasse. Hohe— Telefon Nr. 775 Philipp Stork, Schlachtermeister. Emzfehle besondere schone, junge, zarte Mast-Gänse bester Körner=Mästung. Mast-Enten, Poulärden Schwere Hasen. W. Havemann Nachf. Teleson 303 Kurfürstenstroße 2. 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