Das„Herforder Kreisblatt“ erscheint Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Vierteljährlichet im voraus zu zahlender Bezugspreis 1 M. 50 Pf. Durch die auswärtigen Betriebsstellen bezogen 1 M. 65 Df. Bei Selbstabholung aus der Geschäftostelle 1 M. 25 Dt Monatlich 50 Pf. Herforder aus dem Kreise Herford werden mit 12 auswärtige Anzeigen mit 15 Pf. für die einspaltige Perie zelle berechnet. Etwaiger Rabatt gilt als Kassenrabat und kann geweigert werden, wenn die Zahlung nicht innerhalb 4 Wochen nach Erhalt der Rechnung Reklamen 45 Pf. pr. Zeile. Verantwortlich: Für den politischen Teil: Ferd. Eßmann in Herford Für den übrigen Teil: Fritz Heidemann in Herford. Geschäftsstelle: Mönchstraße 5. Nr. 267(enthält 8 Seiten). Herforder Kreis=Zeitung. Herforder Kreis=Anzeiger. Fernruf Nr. 15.— Telegramme: Kreisblatt.— Postfach 47. Die Kommission zur Prüfung der Rüstungslieferungen für Heer und Marine. Eben ist der Prozeß gegen Brandt und Eccius zu Ende gegangen, und wenige Tage darauf soll in dieser Woche eine große Kommissior zusammentreten, die einem Wunsche des #####tage#im Anschluß an die Debatten über die dem Prozeb 3., Srunde I, genoen, Ding., ihre Entstehung verdankt. In den damaligen Erörterungen ist wohl von allen Seiten des Hauses angeregt worden, einmal eingehend zu prüfen, ob die eigentlichen Rüstungsausgaben sich vielleicht Sster Reonteh eiu. wen. Herliuge den Aekenagtnodos einer Revision zu unterziehen. Die Klagen über unsere teure Rüstung, und zwar nicht nur die für das Landheer ondern auch für die Marine sind nicht erst seit jetzt ente ern schon seit Jahren an, wohl bei jeder Etätsdebatte hat man sich darüber ausgesprochen, sich aber immer mit den Erklärungen der maßgebenden Stellen zufrieden gegeben, daß es nicht anders gehe. Es läßt sich ja nicht verkennen, daß es sich bei den großen Lieferungen für Verteidigungszu ecke um Fragen handelt, die nicht immer nach d. augemeinen Usancen beurteilt werden dürfen; vor allen,##gen uß man erwagen, welche Unkosten für die betreffenden Firmen die Vorbereitungen und Konstruktion mit sich bringen, Versuche, die in die Paitalsgt in sctgtich mit eingeschlosen werden müssen. allerdings, daß da von unseren Verwaltungen zuweilen ein etwas hoher Preis bezahlt worden ist, im Vergleich gegenüber den Offerten, die dem Auslande bei ähnlichen Lieferungen gemacht wurden. All das in Zusammenhang mit den letzten Vorkommnissen soll Gegenstand der Prühtigg, durch#e besonders eingesetzte Kommission sein. Ursprünglich hatte man an eine rein parlamentarische Komission gedacht, nach dem Muster anderer Länder, und es he###ncum auch in manchen Kreisen nichr an prinzipieller Ablehnung gefehlt. Die Kommission hat jetzt eine Zusammenstellung erhalten, die über den früher geglaubten Rahmen, hin geh., Man hat sia), wie aus der offiziös mitgeteilten Liste hervorgeht, nicht darauf beschränkt, außer den., Frage ommenden Ressorrag., Vertreter aller Parteien hineinzudelegieren, sondern es sollen auch die Vertreter von Städten, der Landwirtschaft, der Finanz=, Handels= und Handwerkskreise hinzugenommen werden, die als Sachverständige fungieren sollen, darunter die Generaldirek#. de. Hamburg=Amerika=Linn, des Norddeutschen Lloyds und mehrere maßgebende Bankdirektoren. Diese Lommission sell nach der offiziösen Verlautbarung die Aufd. b. erige Entwicklung der Grundsätze und in ihren air, die Rustungslieferungen an Heer und Marine Zusammenhange mit der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung klarzulegen und die Zweckmäßigkeit der geg, wartigen Prixis unter vergleichender Betrachtung Jalic, Staats= ooer privater Großbetriebe des In= und Ttanges einer Untersuchung zu unterziehen. Die Zusche Prükung dieser Kommission bürat für eine unparteiDie Verhandlungen werden bereits morgen, am 14. November, beginnen. Zu diesem Zweck werden von der KomDonnerstag, den 15. November 1915. Grund einleit noer Vortrage allgemeineren Inhalts nach einem im einzelnen noch festzusetzenden Arbeitsprogramm Sachverständige im kontradiktorischen Verfahren vernommen werden. en Versühren Verlag von Fritz Heidemann in Herford Druck von Gebr. Heidemann in Herford Post=Scheck=Konto: Nr. 369 Hannover. 68. Jahrgang. Deutsche Kultur und ihre Aufgaben. Ueber dieses Thema hielt Herr Geheimrat Professor Dr Thode in der vorigen Woche in der Wiener„Urania“ einen Vortrag. Darüber schreibt die N. Fr. Pr.: . Zu"„usig vernommenen und nicht immer völlig erfaßten Schlagworten gehört ohne Zweifel das viel umstrittene Wort„Kultur“. Kein Wunsch erklingt, zumal in bestimmten schöngeistigen Zirkeln, lauter als der Ruf nach Einer Fekavm unserer Kultur“; und man begreift darunter nicht selten ein allzu ästhetisches Abschwenken von der frisch pulsierenden Gegemwart zu tagesfremden Kunst= und Lebensrichtungen. Worin aber das eigentliche Wesen dieser vielgedeuteten„Kultur“ besteht und wo die Wege ihrer Entwicklung liegen, darüber herrscht manche unklave, manche sich selbst widerstreitende Meinung. Um so angezeigter war es üher. dieses bezichungsreiche Themna gestern eine Auto: .„.. von gedeutender Geltung zu vernehmen: Geheimmt Professor Dr. Henry Thode, der in der„Urg. nig“ einen Vortrag über die deutsche Kultur und ihre Aufgapen hielt. Professor Thode, der berühmte Heidelberger sicher amagrmnent.h st schon dem persön##en Moment nach eine der fesselndsten Veronlichkeiten des künstlerischen Deutsch= #ands unserer Tage. Er stebt, wie man weiß, dem ause Liszt und Wagner verwandtschaftlich nahe; seine ideaeitisch=reine, ein wenig konservative Gesinnung ist nicht mender geschätt wie seine umfassende Kunstennerschaft, zuThodes Erschostunn brusg dem mar u. utspgchl in der Tat völlig dem Einden man von seinen Schriften empfängt: Ein Herr von Neuorganisierung der sozialdemokratischen Jugendpflege. Nicht umsonst ist auf dem Jenaer Parteitage ausgesprochen worden, daß die Sozialdemokratie allen Grund habe, mit den Erfolgen ihrer Jugendpflege unzufrieden zu sein. Allerorten rühren sich daher die Genossen im Ausbau ihrer Jugendorganisationen und in der rücksichtslosen Bekämpfung der bürgerlichen Bewegung. Vor allem ist auch die Parteipresse in erheblich stärkerem Maße als bisher auf die Beine gebracht worden, und die Rubvik„Jugendbewegung“ erfreut sich einer sorgsamen und ausgiebigen Behandlung. Daß die Umsturzpartei dabei ist, ihre Anstrengungen im Kampf um die Jugeno zu vervielfachen,ergibt sich aus einer ganzen Reihe von Anzeichen. Wenn bisher von der Zentvalkasse der Partei nicht übermäßig große Aufwendungen zur Förderung der Jugendbewegung gemacht worden sind, so dürfte hier baligst ein Wechsel zu erwarten sein. Die geplanten großen Anstrengungen der Genossen legen der bürgerlichen Jugendbewegung die Pflicht auf, ihrerseits alles zu tun, um die Hoffnungen der Genossen zuschanden zu machen. Und sie hat eins vor d. Sozialdemokratie voraus: sie kann den Ton anschlagen, den die Jugendlichen lieben und brauchen. Nicht klagte der„Genosse“ Adolf Braun in Jena: ir ir fen den Ton der Jugend auch dann nicht, wenn wir zu der Jugend sprechen, wir begreifen die Jugend nicht, wir sind eben leider alle alte Knaben geworden.“ Die Jugend die iimpulsive, begeisterungsfähige Jugend, will unterhalten und in uinnere Erregung und Enthusiasmus versetzt werden. von Klassenhaß und das Verkünden unverständlicher sozialistischer Utopien sind keine Mitl.l. die Jugend anzulocken. Das erkennt auch der Genosse Keimling in seinem Artikel ganz klar, indem er schreibt:„Unsere Jugeno lichen wollen unterhalten sein im Jugendheim— ein=, zweia Tlsge, en der Wong., Geschieht das nicht, dan ist„nichts s am Seremn— und sie kehren ihm bald den Rücken, um ihr Glück einmal im Pfadfinderklub oder Wanderburschenverei zu versuchen.“ Jawohl, das stimmt und Gott sei Dank stimmt es, denn im„Pfadfinderklub“ und„Wanderer es Finden dio Jugendlichen das, was sie brauchen. fröhliche Kameraden, rechte Jugendlust und=Freude Anregung und Gelegenheit zur wahren echten Begeisterung. Und daß auf diese Art fast unmerklich auch die von den Roten vergeblich Gepreßten hier zur inneren Zufrieden heit erzogen werven, liegt schließlich nicht so sehr im Interesse des Staates wie in dem der Jugendlichen selber. So wird die bürgerliche Jugendbewegung auch den verstärkten Die hat rein ideell einenVorsprung vor der Sozialdemokratie päheiste dosh Tashenisien i ie duit auch die GePercgritg da#t Lausende vo. gnenwinag., begeisterten und beston Hilfskräften in den Dienst der guten Sache treten, d. h. daran mitarbeiten wollen, daß der Jugend gegeben vornehm konservativen Allüren tritt uns entgegen, in seinem zebahen, Diplomat und abwägender Künstler des Wortes ein Meister freier, geschliffener Rede, der an sich zu folgen gewahrt, wenn man sich auch zum gegen manche, die Gegenwart allzu schroff ab lehnonde These gedrängt fühlt. Unsere Epoche ist, so führte Feroressor ghode in teiner glanzend geformten Rede aus, seit etwa vier Fayrzehnten, seitdem Bayreuth durch Wagner ge Lommgalten des manr. dominierten, dürch das I„ Spcaun nunch Suut. in Leben und Kunst gekennzeichnet. Diese Entwicklung steht im scharfen Gegensatz zur deutschen Kultur im Anfang des . Tenter, die ihr Ideal im rein Menschlichen, im harmo suchte und fand. Iun dur mienrcsten heszte durch dasS. heute durch das Fehlen einer Universitätserziehung rm Sinne der allgemein menschlichen Bildung, die das Fachmisten erzeugen und krönen sollte, erschwert; dam eigentlichen Bilshgaunge. wio zu weng beigemessen. In den Künsten herrscht das Verstandesmähige Zie Jagd nach dom Sensatonelen,vorz auch ber müßte mon n Wog zu den neuen, im Gemüt sprudelnden Quellen echter schaft, die ernander zu widersprechen scheinen, sollte die Verbindung wiedenum hergestellt werden. Als die Ndeale Rulturträgerin der Zukunft bezeichnete Professor Thode die Frau:„Demur und Liebe,“ so schloß er seine mit lebhaftem den Rie uns nur Pigen. en, heisen die Schum gen, oie uns zur Höhe wahrer Kultur tragen werden“ Jugend ist, und daß ein kräftiges, tüchtiges ch in nationaler Hinsicht zuverlässiges Geschlecht heranwachse. Der immer innigere und festere Zusammenschluß aller ocrafte und das fortgesetzte Bestreben, in erster Linie der Jugeng#elber zu dienen, bildet den besten Schutzwall gegen den Ansturm der roten Flut. Deutsche Bauern in der Ostmark. . Aich eine zwanzig Jahre umfassende Tätigkeit der Ansiedlungskommission sind in das Antlitz der Provinzen Westpiese Lanstriche ios grige dauerndr Zeichen gegraben und Vierteliadrtrundeian urlante u. se vor einemn Seumen doun In eui du sie laum wiedererkennen kann. In weitem Halbkreise legt sich ein Band von Siedlungen von Westen zum Nordosten um die Provinzial hauptstadt Posen. Die älteste davon ist Schlehen(fruher Tarnowo), ein 60 Ansiedlersamilien und einige polnische Bauern umfassendes Kirchdorf, Mittelpunkt für eine Anzahl weiterer Ansiedlungsgemeinden. Hier sitzen Niedersachssen und Pannoveraner, Sachsen und Württemberger auf gurem Boden bei steigendem Wohlstande, der zugleich auch dem vielseitigen und gut geleiteten Genossenschaftswesen zu verdanken ist eine große Ansiedlung im Entstehen; östlich führt der Weg nach Golenhofen, wo Rückwanderer aus Slawonien und Bosnien mit Badenern und Schle## ungreniten, dann zu den Westfalendörfern Treskowhof und Chludowo. Sie waren Teile vom großen Besitz undo um das Vaterland verprenten# ine. Wie eines deren Mitglieder den Park von maocht hat, so ir der bontüächt, uoimn die wen 2—chte dae i. sungskommision vomuht, u die neu zu errichtende Kirche in Chludowo ein bungshole Siedungen. delt haben, schließen den Halbkreis bis zur Warthe. Südlich e Eechöste der fräntschen, pfäzschen sischen Ansiedler bis an die Vororte von Posen, und einige noch nicht aufgem. e.... Berühren das Weichbild der Wartheufer unter der weithin sichtbaren Höhe des Annaberges aber schauen die Ansiedler mit den roten Sienesngg du. adreich leinen Gehöste aufreihen. aach Gnesen zu wird das Band der Ansiedlungen breiter, noch am femsten Gesichtskreise verlieren sich die roren ##sche, in den Obstgärten, und die Kirchtürme deuten die Mittelpunkte dicht zusammensitzenden Deutschtums an. Um die große und an Arbeitsgelegenheit reiche Stadt Gnesen legen sich mehrere Arbeiterkolonien, deren Insassen gur vorwärtskommen. Gnesen ist tatsächlich eine eingekreiste Stadt wenn auch die Ansiedlungen um sie her verhältnismäßig jung Hier beginnt ddas ausgedehnteste Ansiedlungsfeld. In Smischen Steie gergg a saugen, drängen sich nd Janowitz die Ansiedlungsdörfer zu dich ter Masse zusammen und laufen in breiten Strahlen aus. Dieses zusammenhängende Ansiedlungsgebiet umfaßt neben 60 weickäfsiche und Kunanenu. 30(nsichlersamilien. Ueder 0 westfälische und hannoversche Bauern, fast 400 Sachsen Pegesien.— 0 Mieretre. 0o, Pommirtn, Brandenburger und Schlesier, 100 Württemberger, dazwischen eingestreut enva 600 Rückwandererfamilien, sitzen hier zusammen. . Den Mittelpunkt bildet die kleine Stadt Janowitz, von ponnt, Vor Eirsaten au sseschaftswesen seine Fäden wit richte insit gen der Ansicdlungstätigkeit war Jano witz nichts als emer der unbedeutenden toten Flecken, der, wie manche andere in der Provinz Posen, den Namen Stadt nicht verdiente. Seit 1880 bis 1910 ist die Einwohnerzahl von 801 auf 2200 gestiegen. Ein großes Kornhaus mit Seireorzpezcher Lugg, Wühle, eine Dampfbäckerei, eine Mol kerei und eine Flockenfabrik zeigen schon am Bahnhof dem Fremden, daß rege Tätigkeit eingezogen ist. Diese großen Unternehmungen verdanken dem genossenschaftlichen Zusam der Ausscoler ihre Entstehung und ihr Gedeihen. ven Straßen zeugen viele Neubauten und Läden von Ver kehr und wohlhabenden neuem Leben. Ein großer Naubau am Markte, die Geschäftsräume der Kaufhausgenossenschaft. bietet den Ansiedlern ein reiches Lager aler Wirtschaftsbeurfnisse und Versammlungsraum für die Genossenschaften Eine kandwirtschaftliche Winterschule, eine Hausbaltungs ehseriugren d. iion picn uer u gg i fi die An haute Kinhe, an der an von der Ansiedlungskommision er der Grenze zwischen Stadt und altem Gut, Wohnviertel entstanden, wo Distrikskommissar und Postbeamte mit Geetreibenden und Handwerkern angesiedelt worden sind. Die elektrische Straßenbeleuchtung, neue breite Bürgersteige und ein schmuckes Rathaus beweisen die Fortschritte### städtischen Verwaltung. Die Lornhausgenossenschaft, die 400 Mitglieder, meist Ansiedler, zählt, hat einen Jahresumsatz von etwa 125000 Zentnern Getreide; in der Dampfbäckerei werden täglich an 1400 Brote hergestellt, in der be nachbarten Molkerei täglich über 11000 Liter Milch verar beitet. Bei Gewährung guter Preise und erheblicher Nachzahlungen an die Genossen sind infolge des ständig wachsenden Umsatzes so erhebliche Gewinne erzielt worden, daß auf die etwa 200000 Mk. betragenden Anlagekosten von Kornhaus, Mühle und Bäckerei in den 14 Jahren des Bestehens über 140000 Mk., auf die 80000 Mf., die in die Molkerei gesteckt sind, schon 63 000 Mk. abgezahlt wurder. Die Feier der Thronbesteigung in Bayern München, 12. Nov. Die Feier der Thronbesteigung König Ludwigs III. von Bayern begann heute früh mit einem Gottesdienst in der Metropolitankirche zu Unserer Lieben Frau, an dem der König und die Königin sowie die Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen Hauses teilnahmen. In der Kirche hatten sich mit einer großen Zahl anderer Geladenen auch die Mitglieder der beiden Kammern des Landtages eingefunden. Der König und die Königin fuhren in einem achtspännigen Galawagen zur Kirche. Je eine halbe Eskadron des ersten Schweren Reiterregiments eröffnete und schloß den Zug. Die Abfahrt vom Schloß wurde durch Geschützsalut verkündet. Der Erzbischof von München=Freising zelebrierte das feierliche Hochamt. Nach Beendigung der Gottesdienstlichen Feier fuhren der König und die Königin unter Geschützsalut und unter dem Jubel der begeisterten Volksmenge zur Königlichen Residenz. Auch in allen übrigen Kirchen fanden Festgottesdienste statt. Auf der Rückfahrt von der Kirche zur Residenz wurde das Königspaar auf dem Marienplatz von Oberbürgermeister Dr. v. Borscht und den städtischen Kollegien begrüßt. Nachdem der Oberbürgermeister mit ehrfurchtsvollster Huldigung die herzlichsten Glück= und Segenswünsche dargebracht und ewige Treue, Liebe und Vertrauen gelobt hatte, brachte er ein Hoch auf das Königspaar aus, in das die Anwesenden begeistert einstimmten. Nachdem der König mit gnädigen Worten für die Huldigung gedankt hatte, überreichte die sechsjährige Enkelin des Oberbürgermeisters der Königin einen prachtvollen Blumenstrauß. Alsdann ging die Fahrt nach der Residenz weiter. Heute nachmittag fand im großen Thronsaale des Festbaues der königlichen Residenz eine Landeshuldigung statt. Dazu hatten sich die Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen Hauses, die Mitglieder des diplomatischen Korps, der Kammer der Reichsräte und der Kammer der Abgeordneten, Vertreter der Hof= und Staatsbeamten, der Armee, der Geistlichkeit, der Kreise, der Gemeindebehörden, der Kunst und Wissenschaft, des Handels, der Industrie und des Gewerbes, der Landwirtschaft, Vertreter von Korporationen und der Arbeiterschaft aus dem ganzen Lande im Thronsaale und in den anstoßenden Sälen versammelt. Um 2½ Uhr betraten der König und die Königin den Thronsaal und begaben sich an den Thron. Geschützsalut und Fanfaren verkündeten den Eintritt der Majestäten. Nachdem der König und die Königin am Throne Platz genommen hatten, brachte Graf Karl Ernst Fugger von Glött, der Präsident der Kammer der Reichsräte, die Huldigung des Landes dar. In seiner Ansprache betonte der Redner, daß der König sich, bevor er die Herrschaft angetreten habe, im öffentlichen Leben Bayerns bereits in hervorragendem Maße betätigt habe, und daß es kaum einen Teil des Landes und wohl keinen Stand oder Beruf gebe, deren Interessen kennen zu lernen der König sich nicht bemüht habe. Er versicherte, daß der felsenfeste Glaube bestehe, daß der neue Herr und König die Monarchie zu neuem Glanze bringen und das Verhältnis zu Kaiser und Reich, wie bisher, in bundesfreundlicher Weise pflegen werde. Das bayerische Volk erblicke in dem König das Vorbild eines neuzeitlichen Herrschers und deutschen Fürsten und einen wahren Vater des Vaterlandes. An der Antwortrede des Königs war der warme und volkstümliche Ton, in dem sie gehalten war, besonders bemerkenswert. Eines Sinnes mit seinem Volke zu sein, sagte Ludwig III., werde für immer sein ernstes Streben bilden. Das Königtum, von Gott gesetzt, könne seine Kräfte nur da ganz zur Entfaltung bringen, wo es in der Liebe und im Vertrauen des Volkes wurzle. Er sei von jeher darauf bedacht gewesen, sich durch Fühlungnahme mit allen Ständen und Berufen mit den Bedürfnissen des Volkes vertraut zu machen, und hoffe, die Erfahrungen, die er in dieser Hinsicht gesammelt habe, dem Wohl des Landes nutzbar machen zu können. Mit der ihm eigenen Wärme kam Ludwig III. dann auf das Verhältnis Bayerns zum Reiche zu sprechen. Bayern fühle sich, in dankbarer Erkenntnis des Segens, der ihm aus der Zugehörigkeit zu einem großen deutschen Vaterlande erfließe, freudig als angesehenes Glied des Deutschen Reiches. In uner schütterlicher Treue stünden die Bayern zum Kaiser und nähmen opferwilligen Anteil an allen Aufgaben des Reichs. Auch die inneren Aufgaben des bayerischen Staates auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft würdigte der König, wobei er besonders den Schutz und die Achtung betonte, die der Gewissensfreiheit, wie der Freiheit der Bekenntnisse verbürgt sei. Die Ansprache machte in ihrer Schlichtheit und Herzlichkeit den denkbar besten Eindruck. Der König und die Königin verließen darauf unter dem Schmettern der Fanfaren den Thronsaal. Sozialdemokratische Bußtagsfeier Eine Berliner Korrespondenz schreibt: Eine ganz eigen tümliche sozialdemokratische Bußfeier wird diesmal in Berlin geplant. Es sollen 12 Massenversammlungen mit der Ta gesordnung„der Massenstreik gegen die Staatskirche“ einbe rufen werden. Hierzu will man sich wieder eine Anzahl bekannter Agitatoren von auswärts verschreiben. Der sozial demokratische Kampf gegen die Staatskirche soll bis dahin mit der größten Intensivität betrieben werden, so daß man in den Versammlungen am Bußtag den Austritt von Tan senden aus der Staatskirche hofft mitteilen zu können. In Berlin und Umgegend sind 40 Sammelstellen für Austritts erklärungen errichtet. Der sozialdemokratische Buditer oder Zigarrenhändler, der die Sammelstelle hat, erhält für die Besorgung je 5 Pfennig. Aus dieser Propaganda geht hervor, daß die Sozialdemokratie sich als Partei jetzt vollständig identifiziert hat mit den Hoffmann und Liebtnecht, die die treibenden Kräfte in dieser Bewegung sind. Der Satz des sozialdemokratischen Programms„Religion ist Privatsache“ war ja schon immer Phrase. Aber so offen, wie es jetzt ge schieht, hat die Sozialdomokratie doch noch nie ihre Gesinnung enthüllt. Merito und diesVereinigten Staaten. Newyork. 12. Nov. Nach einer Depesche aus Nogales an der mexikanischen Grenze hatte Hale, der persönliche Vertreter des Präsidenten Wilson, an der Grenze eine Besprechung mit Geneval Carranza. Washington, 12. Nov. Zwischen dem Staatsdepartement und den fremden Regierungen werden jetzt häufiger Mitteilungen ausgetauscht. Die Regierung sucht die Mitwirkung der Mächte für eine Politik zu gewinnen, durch die die finanzielle Unterstützung der Regierung Huertas seitens des Auslandes behindert würde; man glaubt, daß die finanzielle Isolierung in einigen Wochen den Rücktritt Huertas erzwingen würde. London, 12.Nov. Aus Mexiko wird der„Daily Mail“ gemeldet, daß der Sturm auf die Banken noch immer fortdauert, aber nicht mehr in demselben Maße wie während der letzten Tage. Gestern wurde die Nationalbank von Mexiko mehr belagert als die Bank von London and Mexiko. Alle Zahlungen für Noten wurden entgegen der Verordnung des Präsidenten Huerta in Silber geleistet, was viel zur Be ruhigung des Publikums beitrug. Der Korrespondent sagt noch, daß die gestrige Rede des englischen Ministerpräsidenten in der Guildhall in Mexiko einiges Erstaunen heworgerufen habe, da man dort mit der Unterstützung einiger europäischer Großmächte gerechnet hatte. Berlin, 12. Nov. Der Kreuzer„Nürnberg“, der vom Kreuzergeschwader zum Schutze der deutschen Interessen nach der Westküste von Mexiko detachiert worden ist, die am 11. November in Nazatlan eingetroffen. Die Lage am Balkan. Der Köln. Ztg. wird inspiriert aus Berlin telegraphiert: Das gestern in Athen schon von den griechischen und tür kischon Unterhändlern vorläufig mit den Anfangsbuchstaben ihrer Namen versehene Schriftstück ist ein Entwurf zum end gültigen Friedensvertrage zwischen Griechenland und der Pforte. Unterzeichnet werden kann dieser Entwurf erst nach seiner Genehmigung durch den türkischen Ministerrat. Hier nach bleibt immer noch die Möglichkeit einer weitern Verzögerung. Allseitig wird aber angenommen, daß von tür kischer Seite nunmehr weitere neue Forderungen nicht aufgestellt werden. Der Streit um die albanischen Grenzen. Wien, 12. Nov. England hat den andern Mächten neue Vorschläge betreffend die Abgrenzung Südalbaniens vorgelegt, worin die griechischen Wünsche stärker berücksichtigt werden. Sie sind auf Grund von Berichten gemacht, die der englische Vertreter in der Abgrenzungskommission erstattet hat. Dieser versicherte zwar seiner Regierung, daß die griechischen Beschwerden über Mißbräuche des italienischen und österreichischen Vertreters unbegründet seien, schlug aber vor, die Abgrenzung nicht wie bisher nach dem Grundsatz der sprachlichen Zugehörigkeit, sondern nach geographischen und strategischen Gesichtspunkten zu führen. Die Verhandlungen über den englischen Vorschlag sind noch im Zuge, doch ist be reits sicher, daß ihn Oesterreich ablehnen wird. Rom, 12. Nov. Die halbamtliche„Tribuna" teilt in einer aus Athen datierten Depesche mit, Italien werde, um zu beweisen, daß es weder eigensinnig noch griechenfeindlich sei, sondern nur seine eigenen Interessen und die Beschlüsse Europas verteidigen wolle, sich einer teilweisen Revision der südalbanischen Grenze nicht widersetzen. Unglaublich. Sofia, 11. Nov. Die Agence Bulgare verbreitet fol gende Meldung: Das Geheimnis, das um das Schicksal der beim Austausch der Gefangenen fehlenden bulgarischen Soldaten schwebte, lüftet sich allmählich. Es ist jetzt festgestellt worden, daß 80 gefesselte Soldaten, die auf dem griechischen Dampfer Pelops nach Saloniki eingeschifft worden waren, um angeblich in Quarantäne gelegt zu werden, während der Fahrt auf Befehl des Kapitäns ins Meer geworfen wurden. 11 andere Soldaten, ebenfalls Gefangene, die sich an Bord des gleichen Dampfers befanden, sind nach Martern getötet worden. Dies ist vor den Augen der Passagiere geschehen. Politische Rundschau. Berlin, 12. Nov. Der Karser hatte sich heute bei dem Reichskanzler und Frau von Bethmann Hollweg zum Frühstück angesagt. Der engere Vorstand der konservativen Partei hat in seiner Sitzung vom 8. November einstimmig die folgende Entschließung angenommen:„Die gegnerische Presse hat den Unnstand, daß vereinzelte Mitglieder der deutsch=konservativen Partei—wenn auch auf eigeneFaust und ohne jede vorgängige oder nachträgliche Billigung der ört lichen Instanzen oder der Parteileitung— in Verhandlungen mit Angehörigen der Sozialdemokratie zum Zweae der Gewinnung von Wahlhife eingetreten sind, zu Angviffen auf die konser vative Gesamtpartei benutzt. Der Vorstand der deutsch=konservativen Partei stellt wiederholt fest, daß er solche Machenschaften von Mitgliodern auf das entschiedenste verurteil., und daß er sie für unvereinbar mit der Zugehörigkeit zur deutsch=konservativen Partei erklärt. Es muß daher, wenn in Zukunft wider Erwarten solche Verirnungen vorkommen sollten, der Ausschluß der betreffenden Mitglieder aus der deutsch=konservativen Partei gemäß§ 13 unserer Satzungen unverzüglich eintreten.“ Vertrauenskundgebung für Herrn Rötger. Das Direktorium oes Zentralverbandes Deutscher strieller hat an seinen Vorsitzenden Landrat a. D. Rötger enn Telegramm gerichtet, worin es ihmn sein unbedingtes Vertrauen ausspricht und hoffts, unter gleichzeitiger dankbaret Anerkennung der großen Verdienste des Herrn Rötger um die im Zentvalverbande vereinigte Industrie, ihn noch lange an seiner Spitze zu sehen. Die Zweite sächsische Kammer wählte heute, wie uns ein eigener Drahtbericht aus Dresden meldet, in sehr bewegter Sitzung den nationalliberalen Abgeordneten Dr. Vogel wieder zum Präsidenten mit allen gegen 27 sozialdemokratischen Stimmen. Auf den kons. Abg. Opitz entfielen bei der Wahl des Ersten Vizepräsidenten 62 Stimmen, auf den bisherigen Ersten Vizepräsidenten, den sozialdemokra tischen Abgeordneten Fräßdorf, 27 Stimmen. Opitz wurd. gewählt. Zum zweiten Vorsitzenden wurde der Abgeordnete Bär(Fortschr.) gewählt. Bei der Wahl der Sekretäre wurden die Abgeordneten Hartmann und Anders, beide nationalliberal, gewählt, und Dr. Schanz(kons.) neu gewählt. Auch der bisherige Sekretär, der Sozialdemokrat Fleißner, wurde gewählt, nahm aber die Wahl nicht an, da der Anspruch der Sozialdemokraten auf den Posten des Ersten Vizepräsidenten nicht befriedigt worden war. Somit gehört das neue Präsidium ganz den bürgerlichen Parteien an. Ungarn. Die Opposition will an den Delegationsverhandlungen unter Leitung des Grafen Michael Karolyi teilnehmen. Graf Karolyi erklärte heute einem Journalisten, er würde in den Delegationsverhandlungen den Dreibund und insbesondere Deutschlands Verhalten in den letzten Phasen des Balkankrieges zum Gegenstand einer äußerst scharfen Kritik machen. Belgien. Auf eine neuerliche Kammeraufrage wegen Lieferung von Kruppkanonen an Belgien legte der Kriegs minister dem Kammerausschuß den Bericht des belgischen Oberkriegsrats vor, worin dieser die Ueberlegenheit der Kruppkanonen über alle anderen Geschütze bezougt und gleich zeitig die vollkommene Korrektheit bei allen Vergebungen einwandfrei feststellt. England. In London wurde heute die Internationale Konferenz für die Sicherheit des Lebens auf dem Meere eröffnet. Der Präsident der Handelskammer begrüßte die Delegierten im Namen der britischen Regierung und sprach die Hoffnung aus, daß ihre Arbeiten von Erfolg gekrönt sein möchten. Fast alle Nationen sind auf der Konferenz vertreten. Italien. In Rom wurde gestern abend ein Mann namens Menozzi unter Spionageverdacht verhaftet. Er ist wegen Fahnenflucht und wegen Diebstahls vorbestraft und hat sich zweimal von Rom nach Genf begeben. Ein Helfers helfer von ihm, ein Kavalleriefeldwebel, entwendete wert volle Schriftstücke, die photographiert wurden. Die Spionage soll für Rechnung eines französischen Agenten erfolgt sein. Der verhaftete Helfershelfer gestand ein, für Rechnung einer geheimen Agentur in Genf gehandelt zu haben. Menozzi sollen vier= bis fünftausend Francs ver sprochen gewesen sein. Er wurde verhaftet, als er im Begriff war, die betr. Dokumente nach Genf abzuschicken. Rußland. In der Umgebung von Lodz ist eine Or ganisation aufgedeckt worden, die Wehrpflichtige durch Ver stümmelung der rechten Hand vom Militärdienst befreit. Aus der Provinz und den Nachbarländern. Herford, 13. Nov. Wetterwarte. 8 Uhr früh: Barometer 749 Millimeter. Thermometer+ 8. Trübe. Südostwind. Oeffentlicher Wetterdienst. Dienststelle: Meteorologisches Observatorium Aachen Unbeständig, Niederschläge in Schauern, kältere Westwinde. Herford, 13. Nov. Für Meinerzhagen gingen bei uns ein: 5 M von H. H.— Weitere Gaben nehmen wir entgegen. Herford, 13. Nov. Zum Bahnbau. Zwischen der Bahnunterführung an der Sophienstraße und dem Anschlußgleis nach der Brauerei„Zum Felsenkeller“ konnte man gestern den ersten Bauzug mit Baumaterialien und Bodenmassen, die dort abgeladen wurden, beobachten. Bald wird nun die Stätte dort, an der noch vor wenigen Wochen Wohnhäuser standen, verschwunden sein, und wie lange dauert es noch, dann brausen die Züge über sie hin. Tempi cambiati!—Immer weiter streckt das Baugleise sich zu uns herüber und verändert das bisherige Bild: In der Nähe des Hildebrandschen Besitztums wurde gestern für die Firma Schulz in Gütersloh, die hier— wie wir bereits berichteten— umfangreiche Erdbewegungen vorzunehmen hat, ein großer Bagger abgeladen. Die Firma Winkelmann hatte ihn unter vieler Mühe bis hierher transportiert, und nun trat ein Dreibock in Tätigkeit, der mit einem Flaschenzug von 200 Zentnern Tragfähigkeit die gewaltigen Eisenteile von den Fuhrwerken auf die bis an die Straße reichenden Baugleise hob. Sie beförderte die einzelnen Teile rasch an Ort und Stelle, und wenn nicht ganz außergewöhnliche Zwischenfälle eintreten, wird der Bagger bis zum Montag in der nächsten Woche montiert sein und seine Arbeit mit seinen Löffeln beginnen.— Auf der Baustrecke zwischen Herford und Schweicheln sind auch bereits mehrere Wasserdurchlässe fertiggestellt worden und gewähren den Wassern hierfür einen Abfluß zur Werre. Bei der Mühle an ihr verschwindet nun auch demnächst die allen Spaziergängern so wohl bekannte Überführung. Sie macht einer 12 Meter weiten Unterführung Platz. Wenige Kilometer weiter werden an der Kreischaussee Stützmauern aufgeführt, da hier der Bahnkörper hart an die Landstraße tritt. So verändert sich allenthalben das Bild. Auch der Bahnhof Schweicheln wird später kaum wiederzuerkennen sein. Schon hat man bei ihm die Unterführung begonnen, und die ersten Arbeiten für die Aufführung eines neuen Bahnhofsgebäudes treten hervor.— An der Werrebrücke setzt ebenfalls Bautätigkeit ein. Sie scheint sehr interessant zu werden, da hier der Schienenstrang nach Bünde unter dem Bahnkörper nach Löhne durchgeführt wird.— So naht mit Riesenschritten eine neue Zeit und ändert Tag für Tag das alte, wohl bekannte Bild.— Auf der Strecke nach Bielefeld merken wir in der Nähe der Stadt noch nichts von kommenden Veränderungen. Sobald wir aber jenseits des Bahnhofs Brake sind, sehen wir auch hier das Herannahen künftiger Gestaltung. Wagen um Wagen mit herangeschafften Bodenmassen wird zur Erbreiterung des Bahndammes entleert, und Hunderte fleißiger Hände regen sich, um den neuen Schie nensträngen ein festes Fundament zu errichten. Herford, 13. Nov. Musikverein. Auf die am Bußtage vom Musikverein geplante Aufführung des „Messias“ sei auch an dieser Stelle empfehlend hingewiesen. Dank der regen Teilnahme aller Mitglieder wird man au eine recht erfreuliche Wiedergabe des herrlichen Werkes rechnen dürfen. Der Chor wird in außergewöhnlich starker Besetzung auftreten. Dem Frauenchor, der das Hundert überschritten hat, stehen etwa 80 Männerstimmen gegenüber. Da auch das Orchester, Bielefeld=Herford, voll besetz ist, und von der Firma Klaßmeyer=Kirchheide eine Orge eigens zu diesem Zwecke aufgestellt werden wird, hat der Podiumaufbau, auf welchem die Mitwirkenden Platz finden, eine bedeutende Vergrößerung erfahren. Über die Solisten berichten die Kritiken äußerst günstig. Fräulein Maria Lydia Günther, eine Hannoveranerin, ist in fast allen Großstädten mit bedeutendem Erfolge aufgetreten. Aus dem letzten Jahre allein liegen nicht weniger als fünfzig äußerst rühmende Berichte über ihre gesangliche Tüchtigkeit vor Frau Ida Kuhl=Dahlmann stützt sich u. a. auf ein vor wenigen Monaten vom Generalmusikdirektor Steinbach gefälltes Urteil, in dem es heißt, daß ihr erfolgreiches Auftreten in den Gürzenich=Konzerten die beste Empfehlung ist. Herr Everts— hier schon rühmlichst bekannt— hat den Ru eines ausgezeichneten„Händelsängers"(Niederrhein.Nachr. v. 11. Nov. 1912). Bei den großen Bemühungen, die der Verein aufgewandt hat, ist ihm ein recht zahlreicher Be such von Herzen zu wünschen.— Herford, 13. Nov. Das Kreisfest der„Frauenhülfe“, welches am gestrigen Mittwoch hier stattfand, hatte überaus zahlreiche Mitglieder der zum Verbande gehörenden evangelischen Frauenvereine aus dem ganzen Kreise zusammengeführt, die z. T. mit Extrazügen hier eintrafen. Im Festgottesdienst in der Münsterkirche predigte Herr P. W. v. Bodelschwingh=Bethel. Die Festversammlung im Schützenhof, zu der rund 1200 Frauen sich eingefunden hatten, nahm einen erhebenden Verlauf. Es redeten dor Herr Superintendent Höpker=Kirchlengern, Herr P. Johanneswerth=Soest, der Vereinsgeistliche der Westfälischen Frauenhülfe, und Herr P'. Wilmanns. Es gibt in Westfalen 438 Vereine mit 60000 Mitgliedern. Unter diesen sind kleine Vereine mit 15 Mitgliedern und große, die wei über 1000 Mitglieder zählen. Eine Menge von Arbeiten auf allen Gebieten der Wohlfahrtspflege werden von ihnen verrichtet. In dem Helferinnenheim in Soest werden jähr lich zwei Kurse gehalten zur Ausbildung von Kranken pflegerinnen. Der hohen Protektorin der Frauenhülfe, Ihrer Majestät der Kaiserin, wurde ein Huldigungsgruß gesandt. Herford, 13. Nov.„Geschichte der israelitischen Religion im Lichte der Ausgrabungen und zwar Moses und seine Zeit und der Geschichte der Richter und Könige bis zum Auftreten der Propheten“, so lautete das Thema, über das Herr Pastor Niemöller sen., Enger gestern zu den Mitgliedern des Evang. Lehrervereins sprach. Zunächst gab Referent eine geschichtliche Basis, um Moses Leben würdigen zu können. Ausgrabungen in Raemses und anderen Orten legten Zeugnis dafür ab, daß das Volk Israel in einem Grenzgebiet Egyptens im Lande Goson gewohnt habe, was von den liberal. Kritikern bestritten werde. Auch der Behauptung, daß Hamoramis Gesetzgebung der des Moses überlegen sei, wurde schlagend widerlegt. Israels Gesetzgebung ist auf dem Boden des Monotheismus erwachsen, zugegeben wurde, daß Moses das Gesetz Hamoramis gekannt und vieles, soziales und politisches daraus entnommen hat. Moses wurde nun als Stern erster Größe nicht nur für seine Zeit, sondern auch für die spätere Weltgeschichte hingestellt. Moses gehört zu den Trägern der legitimen Religion, die sich von der Volks religion durch ihre Reinheit von allen heidnischen Gebräu chen unterscheidet. Der Monotheismus war unter ihm Volksreligion. Auch die kritischen Forscher erkennen jetzt an, daß Moses eine geschichtliche Persönlichkeit gewesen ist, im Gegensatz zu anderen, die einen babylonischen Moyses an seine Stelle setzen wollen. Auch die Gottes=Offenbarung am Horeb und die Strafwunder in Egypten werden von manchen rationalistischen Forschern auf natürliche Ursachen zurückgeführt, die aber an die Grenze des Lächerlichen führen. Auch die persönlichen Gottesoffenbarungen werden von vielen Kritikern als Illusionen und die Stiftshütte als Orakelzelt hingestellt. Wer das leugnet, muß auch die Menschwerdung Gottes leugnen, wodurch sich Gott in weitaus deutlicherer Weise offenbart hat. Moses Bedeutung für die Religionsgeschichte bis auf die heutige Zeit liege darin, daß er den Gedanken der Heiligkeit Gottes, die Verantwortlichkeit des Individuums gegenüber einem sittlichen Wesen zum Dokument gemacht hat. Der Heiligkeitshauch hat sich auch auf das Christentum übertragen. Wohl sei die Volksreligion zur Zeit der Richter und Könige tief gesunken durch die Einrichtung von Opferstätten für die Fremden, die heidnische Sitten und Gebräuche ins Volk gebracht hätten, doch fromme Männer hätten dafür gesorgt, daß die mosaischen und davidischen Gottes=Anschauungen nicht untergegangen seien, sie seien dadurch zu Trägern der legitimen Religion geworden. Auch der Psalter, das Gebetund Gesangbuch der Israeliten stehe hoch über den babylonischen Dichtungen, von denen eine Probe gegeben wurde. Die Psalmdichtung habe die Geschichte Israels begleitet, obwohl nicht bestritten werden kann, daß mancher Psalm, der die Überschrift: Psalm Davids trägt, nicht von ihm, sondern später auf ihn gesungen worden ist. Die Großtaten Gottes haben das Lied geweckt, und Einzeldichter haben ihre Empfindung darin zum Ausdruck gebracht.— Nach der lebhaften Aussprache gab der Vorsitzende, Herr Rektor Bohnenkamp=Minden bekannt, daß der letzte Vortrag über die Prophetie erst in drei Wochen, am 3. Dezember, stattfinden kann. An die Versammlung schloß sich dann eine Vorstandssitzung, in der die Tagesordnung der Weihnachtskonferenz besprochen wurde. In Aussicht genommen wurde ein Vortrag des Herrn Pastor Niemann=Herford über die Entwicklung des Protestantismus im 19. Jahrhundert. Herford, 13. Nov. Gestohlen wurde gestern nachmittag ein vor der Post aufgestelltes Fahrrad und ein au dem Rade liegender, fast neuer gelber Regenmantel. Das Rad wird wie folgt beschrieben: Marke„Herkules", Nr. 139 080, Rahmenbau ist schwarz lackiert; Felgen gelb; Freilauf mit Rücktritt; neue Pedalen. Auf der Laterne fehlt der Knopf zum Wasserabstellen. Falkendiek, 13. Nov. Eine Treibjagdfand gestern nachmittag in Falkendiek statt. Es wurden 28 Hasen, 7 Fasanen und 3 Kaninchen erlegt. Abends fand dann im „Jägerkrug" bei Strunk(Vieregge Nachfolger) ein Schüsseltreiben statt, an dem 50 Herren teilnahmen. Das Essen bestand aus Pfefferpottast und war vorzüglich zubereitet Horrido! Löhne, 12. Nov. Kanalisierung der Werre. Das schon wiederholt erörterte Projekt, betr. Schiffbarmachung der Werre, ist nicht neu, denn schon in einer alten amtlichen Chronik ist zu lesen,„daß im Jahre 1578 auf Veranlassung des Herzogs Wilhelm von Jülich die Werre untersucht, deren Schiffbarmachung projektiert, aber wegen entstandener Fehden und Streitigkeiten leider nicht aus geführt wurde.“ Gohfeld, 12. Nov. Bei der Ergänzungswahl der Kirchenrepräsentanten der Gemeinde Gohfeld wurden gewählt: für Bischofshagen: Stuke Nr. 2 und Johannsmeyer Nr. 69, für Depenbrock: Strunk Nr. 14 und Krumme Nr. 11, für Jöllenbeck: Ottensmeyer Nr. 9, A. Nolting Nr. 232 und Gerlach Nr. 16, für Melbergen: Held Nr. 61, Strathmann Nr. 117 und Reinkensmeier Nr. 93. Die Beteiligung an der Wahl war sehr stark. Mennighüffen, 12. Nov. Spareinlagen. Au Antrag des Kuratoriums der Sparkasse des Amtes Mennig hüffen beschloß die Amtsversammlung die vom Regierungs präsidenten angeregte Einführung von Sparbüchern für Neugeborene mit einer gesperrten Einlage von 1 M au Kosten der Sparkasse. Diese Einrichtung soll am 1. Januar 1914 in Kraft treten. Die Standesämter des Bezirks werden der Sparkasse zu diesem Zwecke vierteljährlich die Namen usw. der Neugeborenen mitteilen. Mit diesem Beschluß hat man zweifellos ein zweckmäßiges Mittel ge funden, um den Sparsinn der Bevölkerung zu fördern. Schötmar, 12. Nov. Sein 25jähriges Jubiläum auf Hoffmanns Stärkefabriken begeht morgen der Buchhalter Laemmel von hier. Bielefeld, 13. Nov. Die diesjährige Stadtverordnetenwahl der dritten Abteilung, welche in 11 Abstimmungsbezirken erfolgte, hatte folgendes Resultat: Severing, Redakteur 4158 St., Rüter, Dreher 4155 St., Stüwe, Schlosser 4154 St., Mademann, Lagerhalter 4156 St., Behrmann, Geschäftsführer 4153 St., Kitzing, Tischler (in Ersatzwahl): 4100 Stimmen. Sämtliche Kandidaten gehören der Sozialdemokratie an; sie sind, da die Kandi daten bürgerlicher Richtung(Nationalliberale und Fort schrittler) nur wenig über 1000 Stimmen erhielten, gewählt. Die Wahlbeteiligung war gering; es wählten von 12 992 Wahlberechtigten nur 5236= 40,30%. Handwerker und Geschäftsleute haben sehr wenig gewählt; die Zahlen geven zu denken. Wann kommt die geheime Wahl? Lübbecke, 13. Nov. Selbstmord. Am Montag morgen hat sich der Bankier W. jun. hier in seinem Schlafzimmer erschossen. Zahlungsschwierigkeiten sind die Ur sache des Selbstmordes gewesen. Zu diesem traurigen Vorfall wird uns noch mitgeteilt, daß W. seiner Schwester Clara eine Lebensversicherungspolize über 45000 A testa mentarisch vermacht hat, die aber der Masse zugeführt wer den soll. Ferner besitzt der Vater des W. wertvolle Besitzun gen, die gleichfalls der Masse zur Verfügung gestellt sind. Die Gläubiger werden dadurch hoffentlich vor größeren Verlusten bewahrt bleiben. Bückebura, 11. Nov. Die neue Orchester=Hoch schule des Verbandes Deutscher Orchester= und Chor Leiter wird, wie nunmehr feststeht, am 1. Oktober 1914 hier eröffnet werden. Als Direktor wurde Hofkapellmeister Professor Richard Sahla gewählt, den Unterricht erteilen ein hervorragender Opern= und ein bekannter Konzert=Dirigent. Es sind bereits 40 Stipendien gezeichnet und in Aussicht gestellt uno zwar u. a. von der Königin Charlotte von Württemberg, Prinzessin Adolf und Prinz Wolrad zu Schaumburg=Lippe, Prinz Karl Anton von Hohenzollern; den Ministerien von Braunschweig und Koburg; den Städten Braunschweig, Bückeburg, Hannover und Minden und von verschiedenen mildtätigen Stiftungen, bekannten Kunstmäcenen sowie dem Allgemeinen Deutschen Bühnenverein, dem Allgemeinen Deutschen Musikverein und der Genossenschaft Deutscher Tonsetzer. Hamm, 12. Nov. Eisenbahnminister und tadtverwaltung. Der letzten Stadtverordnetensitzung lag ein Magistratsantrag vor, Einspruch zu erheben gegen das von der Eisenbahnverwaltung ohne Anhörung der Stadt ausgearbeitete Projekt einer Straßenüberführung der verkehrsreichen Münsterstraße über die Köln=Mindener Bahn. Das Kollegium ermächtigt den Magistrat, sofort eine Audienz beim Eisenbahnminister nachzusuchen, und wenn diese nicht gewährt werden sollte, sich an den Landtag zu wenden. Kamen, 12. Nov. Einböses Ende nahm eine hier veranstaltete Rettungsübung, bei der der Fahrhauer Wilh. Starcke in einen mit Rauch angefüllten Raum eindringen wollte. Obwohl er mit einem sogenannten Rauchhelm ausgerüstet war, atmete er doch soviel von den giftigen Gasen, daß er trotz sofortiger Rettungsversuche starb. Letzte Nachrichten. Der Leichenräuber wahnsinnig geworden. Berkin. 18. Nov. Ein vierschrötiger Mann mit auf dem Rücken gefesselten Handen sollte sich gestern vor der ersten Strafkammer des Landgerichts 3 verantworten, weil er in dem Grabgewölbe der alten Kirche in Blumberg bei Pots dam die Särge geöffnet und die Leichen veraubt hatte. Nach der schauerlichen Tat bemächtigte sich einer eeine große Auf regung. Dies fiel auf, als er die Sachen zu verkaufen versuchte. Er wurde verhaftet und gestand den Raub ein. Wäh rand der Untersuchungshaft bemächtigte sich seiner eine wachsende Aufregung. Die Toten, die er beraubt hatte, stan den auf und reihten sich neben seinem Bett auf. Bald brach der Verfolgungswahnsinn aus. Bevor man den Gefangenen gestern vor den Richter führte, erlitt er einen Tobsuchtsanfall und mußte gefesselt werden. Da nach Ansicht der Sachver ständigen der Mann verhandlungsunfähig ist, wurde der Fall vertagt. Entlarvt. Berlin. 13. Nov. In der Maske einer Hausiererin und in der Maske als vornehme Dame hatte eine erst 19 Jahre alte Schwindlerin, namens Elise Bartels, seit meh reren Monaten in den westlichen Vororten und im Zentrum dreiste Diebstähle ausgeführt und dabei insgesamt für 10 000 M Juwelen erbeutet. Jetzt wurde sie auf frischer Tat ertappt und ins Untersuchungsgefängnis gebracht. Brand eines Leichenautomobils. Hamburg, 13. Nov. Ein seltener Vorgang spielte sich heute bei dem kleinen Dorfe Horneburg bei Stade ab. Das Leichenautomobil eines Hamburger Beerdigungsinsti tuts geriet auf der Landstraße in Brand und wurde rasch durch die Flammen zerstört. Im letzten Augenblick gelang es noch, den auf dem Wagen befindlichen Sarg mit einer Leiche zu retten. Der„Imperator“. amburg, 13. Nov. Der Riesendampfer„Impe rator“, der am Sonnabend seine letzte diesjährige Reise zwischen Hamburg und Newyork beendete, ist gestern nach mittag 4 Uhr im Kuhwärder=Hafen vor der Vulkanwerft eingetroffen, wo seine Maschinenanlagen vollständig um gebaut und auch sonst große bauliche Veränderungen vorgenommen werden. Die nächste Fahrt nach Newyork wird am 11. März erfolgen. Wie bekannt, fordert die Hapag, die Besitzerin des Dampfers, von der Vulkanwerft in Stet tin, die ihn erbaute, die Zahlung einer großen Summe als Entschädigung für unzweckmäßige Konstruktion des Schiffes und verspätete Ablieferung. Milde Strafe. Cuxhaven, 13. Nov. Wie erinnerlich, hat bei einem Ausfluge des Jugendbundes„Wandervogel“ am Tage vor Pfingsten der Untersekundaner Kaßler den Sohn des Leh rers Drägert erschossen, nachdem ein anderer Schüler namens Brandt ihm vorher ohne sein Wissen scharfe Ba tronen überreicht hatte. Brandt wurde gestern zu drei Mon Gefängnis verurteilt, während der unglückliche Schütze Kaßler freigesprochen wurde. Betrogene Betrüger. Essen, 13. Nov. Die Polizei verhaftete hier, wie schon mitgeteilt, eine Gesellschaft von sechs Personen, die falsche Hundertmarkscheine herstellte. Sie fanden zahlreiche Gim pel, die sich verleiten ließen, für echtes Geld die Falsifikate von den Schwindlern zu erwerben. Diese machten ihre Opfer dadurch sicher, daß sie ihnen falsches Geld zum Kauf anboten und ihnen dabei ein echtes, jedoch weiß gefärbtes Goldstück zeigten mit der Behauptung, es sei von ihnen selbst geprägt worden und brauche nur noch vergoldet zu werden um kursfähig zu sein. Auf diesen Trick fielen zahlreiche Personen herein. Sie gaben echtes Geld her, erhielten dann aber nicht mehr die von den Fälschern angeblich hergestellten Goldmünzen, sondern gefälschte Scheine. Begünstigt wurde das Treiben der Fälscher durch die begreifliche Scheu ihrer Opfer, der Polizei Mitteilung zu machen. Entdeckter Schwindel. Frankfurt(Main), 13. Nov. Hier ist man gestern umfangreichen Schwindeleien mit Rabattmarken auf die Spur gekommen. Der Kaufmann Emil Steller und der Kellner Anton Bonach ließen für eine Million Mark Rabatt marken des Frankfurter Rabattvereins und für eine Million des Deutschen Rabattvereins anfertigen. Sie hatten bereits für 3000 M Marken verkauft, als sie verhaftet wurden. Todessturz des Fliegers. Paris, 13. Nov. In Villa Coublay ist gestern der französische Hauptmann de la Garde aus etwa 50 Meter Höhe abgestürzt: er war sofort tot. Der Apparat ging dabei in Trümmer. Der Offizier kam vom Arodrom in Reims und wollte in Villa Coublay landen. Der Verunglückte war 36 Jahre alt und unverheiratet. Der Streik in Dublin. London, 13. Nov. Infolge der Einführung von hundert Arbeitswilligen haben die Streikführer zur völligen Stillegung des Hafens aufgefordert. Infolgedessen haben auch die letzten 400 Docker im Hafen von Dublin die Ar beit niedergelegt und kein Schiff der Dubliner Dampfschiffsgesellschaften kann den Hafen verlassen. Italien und die albanische Grenze. Rom, 13. Nov. Die Information des Reuterschen Bureau, Italien habe den britannischen Vorschlägen betreffend die griechisch=albanesische Grenze angenommen, ist ungenau. Der großbritannische Vorschlag ist gegenwärtig Gegenstand des Meinungsaustausches zwischen der italieni chen und der österreichisch=ungarischen Regierung, die ihre übereinstimmenden Entscheidungen seiner Zeit bekannt geben werden. Bestbewährte gesunde und magen dermkranke Nahrung für: sowie schwächliche, In der Entwicklung zurückgebliebene Kinder. Gewerbe=Verein. Freitag, den 14. November, abends 8½ Uhr im evangl. Vereinshause. — Vortrag:— „Einführung, in die modernen Kunstströmungen.“ Redner: Herr Universitäts=Professor Dr. Gaul Weber, Jena. Herforder Verein für Luftfahrt. Am Donnerstag, 20. November, abends 8 Uhr, findet im Stadttheater(Bürgerverein) ein Vortrag des Kapitäns Spelterini statt. Das Thema lautet: „Im Ballon über Alpen und Wüsten“ Zum Besuche dieses hochinteressanten Vortrages laden FI" wir hierdurch ein. Einlasskarten sind zum Preise von 1 Mk für Parkett und 1. Rang. 50 Pfg für Schüler im Vorverkauf in den Zigarren # Sharte u1. Wtn F am Bahnhof, Wessel Im Gehrenssteife de Pertorau Acpekhoff, in der Geschäfts. stelle des Herforder Kreisblattes und an der Kasse zu haben Herford, den 12. November 1913. Herforder Verein für Luftfahrt(e. V.) Alleinverkauf: Carl Steinrück, Bäckerstr. 11. Herford. Bäckerstr. 11. Zahn-Atelier Bertelmann Lübberstrasse 10. Mässlge Preise. Wochen- Spielplan des Stadtheaters Bleleield - II VTI—— Anf. 7½ Uhr Donnerstag, den 18. Nov. 1913 Ende 10½ Uhr Das Farmermädchen Operette in 8 Akten von Georg Jarno Sonnabend, den 15. November 1913 Unbestimmt Bestellungen auf Eintrittskarten werden für Herford ei Herrn Zintl(Kurfürstenstrasse) angenommen Prau Elisabeth Dietrich drztlich geprülte Nasseuse. Hermannetr. 11. Oefen Kompanieversammlung der 3. Kompanie, Radewig, beim Kameraden Sieverling& Lauge, am Sonnabend, 15. d. Mis abends 9 Uhr. Tagesordnung: 1. Neuwahl des Hauptmanns. 2. Neuwahl des stellvertr. Hauptmanns. 8. Neuwahl des Schriftführers. 4. Besprechung der Weihnachtsfeier 5. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung werden die Kameraden dringeno eingeladen. Der Hauptmann. best bewährter Systewe kaufen Sie am besten bei Kreis-Sparkasse Herford Ellsabethstrasse Nr. 4(Neues Gebäude.) Der Zinsfuss für Spareinlagen beträgt: Für neus Einlagen vom Tage der Einzahlung ab Für alte Einlagen vom 1. Januar 1914 ab: 3 3/4% Herford, den 10. November 1918. Das Kuratorium der Kreis-Sparkasse. für alle Fahrten H. Wittler, Mindenerstraße 2 Teleson 629 Jobanna Blank Dhrenologin, ist täglich zu sprechen für Damen und Herren von morgens 10 bis abends 10 Uhr Radewigerfir 23. Gehrenberg 24, gegründet 1852, Gehrenberg 24, Telefon 346. Feine Wäsche wird sauber geplättet Treibriemen, anerkannt allerbeste Ware. Turngemeinde e. V.—(M. D. T) Turnzeiten: Männer= und Jugend=Abteilung: Dienstag und Freitag „ von 9 bis 10½ Uhr Gesundheitsriege: Sonnabend von 8½ bis 9½ Uhr. o oge: Montag von 9“ bis Frauenabteilung: Dienstag von 5½ bis 6½ Uhr. Turnerinnenabteilung: Mittwoch von 8½ bis 9¼ Uhr. Kuaben=Abteilung: Mittwoch nachmittag von 2½ bis 4 Uhr. Sämtliche Abteilungen turnen in der Turnhalle am Lübberbruch Der Tururat. IeHICH, Sämtliche Verbindungsarten. Gebr. Weingarten. Herford Lederhandlung Komturstr. 14/16. Telefon 698. Diese Woche besonders schöne, junge bei Frau B. Huev. 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Bei Selbstabholung aus der Geschäftsstelle 1 M. 25 P Monatlich 30 Pf. Herforder anzeigen aus dem Kreise Herford werden mit 12 Dy. auswärtige Anzeigen mit 15 Pf. für die einspaltige Peritzeile berechnet. Erwaiger Rabutt gilt als Kassenrabatt und kann geweigert werden, wenn die Zahlung nicht innerhalb 4 Wochen nach E.halt der Rechnung erfolgt. Rerlamen 45 Pf. pr. Zeile. Verantwortlich: Fur den polittschen Teil: Ferd. Eßmann in Herford. Für den übrigen Teil: Fritz Heidemann in Herford. Geschäftsstelle: Mönchstraße 5. Nr. 267(enthält 8 Seiten) Herforder Kreis=Zeitung. Herforder Kreis=Anzeiger. Fernruf Nr. 13.— Telegramme: Kreisblatt.— Postfach 47. Donnerstag, den 13. November 1913. Verlag von Fritz Heidemann in Herford. Druck von Gebr. Heidemann in Herford. 68. Jahrgang. Verlängerung der Dienstzeit in Deutschland? Berlin, 12. Nov. Das„Berliner Tageblatt"“ verzeichnet folgendes, zunächst nicht recht glaubliche Gerücht „Das Kriegsministerium will einen Gesetzesvorschlag vor legen über die Verlängerung der Dienstzeit der Mannschaften um drei Monate. Die Maßnahme wird begründet mit den von den westeuropäischen Mächten getroffenen Erhöhungen des Standes ihrer Armeen.“(Wir geben diese Nachricht mit allem Vorbehalt wieder.) Die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. Dem Reichstag ist der Entwurf eines Gesetzes betr. die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe zugegangen. Der grund legende Paragraph 1 lautet: Im Handelsgewerbe dürfen Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter vorbehaltlich besonderer Vorschriften am ersten Weihnachts=, Öster= und Pfingsttage überhaupt nicht, im übrigen an Sonn= und Festtagen nur wie folgt beschäftigt werden: In Betrieben der offenen Ver kaufsstellen ist eine Beschäftigung bis zu drei Stunden zu lässig. Die höhere Verwaltungsbehörde kann für Orte, in denen die Bevölkerung der Umgegend an Sonn= und Fest tagen die offenen Verkaufsstellen aufsucht, eine Beschäftigung bis zu vier Stunden zulassen. Die Gemeinde oder ein wei terer Kommunalverband kann durch statutarische Bestim mungen die dreistündige Beschäftigung für alle oder einzelne Gewerbezweige auf kürzere Zeit einschränken oder ganz unter sagen. Die Polizeibehörde kann für jährlich sechs, mit Ge nehmigung der höheren Verwaltungsbehörde für weitere vier Sonn= und Festtage, an denen besondere Verhältnisse einen weiteren Geschäftsverkehr erforderlich machen, eine Beschäf tigung bis zu sechs Stunden zulassen. Im übrigen Handels gewerbe kann die höhere Venwaltungsbehörde, sowie durch statutarische Bestimmung die Gemeinde oder ein weiterer Kommunalverband eine Beschäftigung bis zu zwei Stunden zulassen. Der Zabener Vorfall. Der Köln. Ztg. wird aus Straßburg telegraphiert: Die amtliche Darstellung des Generalkommandos über die von dem Leutnant gemachte Aeußerung, die so viel Auf sehen erregte, wird in einem gewissen Teil der elsässischen Presse, deren Unwahrhaftigkeit wieder einmal an einem trassen Beispiel beleuchtet wird, heute einfach als Ausrede hingestellt. Man schiebt die Darstellung des Generalkom mandos zur Seite, um ungestört hetzen zu können. Im übri gen ist gegenüber den beispiellos übertriebenen Berichten der elsässischen und besonders der französischen Presse, deren Berichterstatter in ganzen Scharen über Zabern herfielen, festzustellen, daß es— wie das auch dem amtlichen Bericht hervorgeht— zu einem ernstlichen Zusammenstoß der Menge mit der Polizei nicht gekommen ist, wenn auch von einzelnen aus der Menge eine herausfordernde Haltung angenommen wurde. Die Polizei hat am Sonntag allerdings unter Zuhilfenahme der Feuerwehr die Menge zurückgedrängt, aber ohne Anwendung von Waffengewalt Der Bürgermeister von Zabern hat eine Bekanntmachung er lassen, un der er zur Ruhe auffordert und bittet, sich den An ordnungen der Polizei unbedingt zu fügen. In Zabern selbst hat sich die Erregung gelegt. Die Zusammenrottungen haben fast ganz aufgehört. Deutsch=Südwest. indhuk, 11. Nov. Der Landesvat hat eine Vorlage über die Einstellung von drei Millionen Mark als erste Rate für den Bau einer Talsperre bei Komatsas angenommen. Weiter nahm der Landesrat einen Antrag Kindt und Genossen an, das Gouvernement zu bitten, einen Fonds für Wassererschließungszwecke zu bilden, aus dem für Damm bauten, die mit Hilfe der Landwirtschaftsbank errichtet wer den, Beihilfen gegeben werden sollen. Zur Ausstattung des Fonds soll im Ergänzungsetat für 1914 eine Million Mark gefordert werden, nötigenfalls soll die erste Rate für die Ko matsas=Talsperre um diesen Betrag gekürzt werden. Durch den Antrag Kindt wird der frühere Beschluß des Landesrats, keine direkte Beihilfe für Dammbauten zu gewähren, um gestoßen. sam einen Einbruchsdiebstahl verübt und sind bei Teilung der Beute in Streit geraten. Der Mörder wurde verhaftet. Essen, 12. Nov. Falsche Noten. Verhaftet wurde eine aus sechs Personen bestehende Gesellschaft von Banknotenfälschern. Sie wohnten in Essen, Gelsenkirchen, Steele und Wattenscheid und verfertigten falsche Banknoten und Reichskassenscheine in großer Zahl. Helfershelfer bezogen die falschen Scheine im großen und brachten sie dann einzeln ins Publikum. Duisburg, 12. Nov. Das Kanalpojekt Weser —Ems. In Hinsicht auf die große wirtschaftliche Bedeutung der Schaffung einer Verbindung von der Weser nach der Emsmündung sind von der Reichsregierung Berichte der in Betracht kommenden Provinzialbehörden, der Eisen bahndirektionen und des Oberbergamts eingefordert worden, die sämtlich vorliegen. Auf Grund dieser Berichte haben Erörterungen zwischen den in Frage kommenden Stellen Preußens und des Reiches stattgefunden, die dazu führten, daß die Regierung selbst sich mit einer sehr eingehenden Prüfung der Kanalpläne befassen wird. Bonn, 12. Nov. Die Zahl der Studierenden beträgt hier im Wintersemester 1913=14: 4451 gegen 4223 im letzten Wintersemester. Davon studieren in der evangelisch=theologischen Fakultät 134 gegen 121, in der katholisch=theologischen Fakultät 467 gegen 417, in der juristischen Fakultät 975 gegen 872, in der medizinischen 575 gegen 521 und in der philosophischen Fakultät 2298 gegen 2292. Bonn, 12. Nov. Der frühere altkatholische Bischof Josef Demmel ist im Alter von 67 Jahren ge storben. Kassel, 12. Nov. Der Kaiser wird sich, wie das Kasseler Tageblatt erfährt, nach den bisherigen Bestimmungen am Samstag nach der Vereidigung der Marinerekruten in Kiel im Sonderzuge nach Kassel begeben, wo er am späten Nachmittag eintrifft. Abends findet im Hoftheater eine Aufführung des Lustspiels Das Stiftungsfest statt. Frankfurt a. M., 12. Nov. Frecher Raubanfall. Heute nachmittag drangen maskierte Männer, etwa fünf an der Zahl, in das Haus Kronprinzenstraße 30 ein, wo sich im zweiten Stock eine Filiale einer Pforzheimer Bijouteriewarenfabrik befindet. Die maskierten Räuber überwältigten zwei Angestellte, die sie an Händen und Füßen fesselten, und raubten dann für 5000 M Gold= und Silberwaren. Die Täter sind entflohen. Schneestürme in Nordamerika Newyork, 12. Nov. Ueber den furchtbaren Sturm, der seit vorigen Sonntag in den Veveinigten Staaten wütet, werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Auf den drei Seen, besonders auf dem Huronsee, wütete der Sturm am stärksten. Vorgestern scheiterte dort ein Schiff, wobei 40 Personen ihr Leben verloren haben sollen. Ein unbekannter Dampfer ging bei Detroit unter, und auch seine ganze Besatzung dürfte in den Wellen ihr Grab gefunden haben. Aus Buffalo wird gemeldet, daß das Leuchtschiff auf dem Eriesee mit seiner ganzen Besatzung zugrunde ging. Mehrere Schiffe werden ferner noch vermißt; der Frachtdampfer„Hawgood“ aus Cleveland ist in der Nähe von Port Huron auf Grund geraten. Die Besatzung von 18 Mann soll im Schneesturm uumgekommen sein. Es wird angenommen, daß bisher im ganzen über 100 Personen zugrunde gegangen sind. Ganz Ohio liegt unter einer 52 Zentimeter hohen Schnec decke. Die Woge sind mit zahllosen Telegraphen= und Tele phondrähten übersät, die durch das Gewicht des Schnces ge rissen sind. Der Verkehr ist vollkommen lahmgelegt, und den Bewohnern droht die Gefahr des Verhungerns. Zahlreiche Personen sind unterwegs im Schnee begraben worden und getötet. Cleveland. 11. Nov. Von den Schneestür men. Durch den gestrigen Schneefall ist der Telegraphen und Eisenbahnverkehr gestört. Es ist der Verlust von 60 bis 100 Menschenleben zu beklagen. Der Sachschaden ist überaus groß. Mehrere Schiffe werden vermißt. Der Frachtdampfer Hawgood geriet in der Nähe von Port=Huron auf Grund. Die Besatzung von 18 Mann soll umgekommen sein. Aus der Brovinz und den Nachborländern Dortmund, 12. Nov. Schwerer Einbruchs diebstahl. In das Manufakturwarengeschäft von Abraham Baum in Huckarde brachen in der vergangenen Nacht Diebe ein und entwendeten Herren= und Damenkonfektion, Stoffe und andere Gegenstände im Werte von mehreren Tausend Mark. Elberfeld, 12. Nov. Mord. Heute nachmittag hat im Gräfratherwald ein vor kurzem aus dem Zuchthaus entlassener Verbrecher nach kurzem Streit den Gelegenheitsarbeiter Schlippköter mit einem von einer Bank losgetrennten Pfahl erschlagen. Vermutlich haben die beiden erst gemeinErdbeben in Pern Newyork, 12. Nov. Die„Newyork Times“ bringt eine Depesche aus Lima, wonach laut amtlichen Moldungen am Freitag ein Erdbeben die Stadt Abancay, Provinz Apu rimae, zerstörte; man zählt mehr als 200 Tote. Tausend Menschen sind obdachlos. Nach einem weiteren Telegramm aus Lima sind durch das Erdbeben vom Freitag 10 kleine Städte in der Provinz Aymaria zerstört worden. Man nimmt an, daß Hunderte von Toten unter den Trümmern biegen. Unter den Ueber lebenden, die den Unbilden der Witterung ausgesetzt sind, herrscht große Not. Kleine Chrontt. Berlin, 12. Nov. 11. 12. 13. Der kommende Dezember bringt einen für Briefmarkensammler durch die Zahlenreihe des Datums bemertenswerten Tag. Zum letzten Male im 20. Jahrhundert kann die Post drei aufeinanderfolgende Zahlen am 11. Dezember auf die Briefe stompeln, nämlich 11. 12. 13. Dieses Zahlenkuriosum ist alle 100 Jahre nur einmal möglich, am 8. 9. 10., am 9. 10. 11., am 10. 11. 12., am 11. 12. 13. Ferner kommen noch dreimal alle 100 Jahre die drei gleichen Zahlen im Poststempel vor, am 10. 10. 10., am 11. 11. 11., am 12. 12. 12. Man wird sich noch des Andrangs am 12. Dezember vorigen Jahres auf dem Postamt 12 in Berlin um 12 Uhr mittags erinnern, als Sammler die fünf Zwölfen ergattern wollten. Berlin, 12. Nov. Der Mörder Boggan ist heute in der vierten Nachmittagsstunde verhaftet worden. Auf seine Ergreifung waren 500 Mark Belohnung ausgesetzt. Berlin, 12. Nov. Der Mörder. Der verhaftete Kutscher Friedrich Johann Bogan wurde sofort einem eingehenden Verhör unterworfen. Er gibt die Tat im allgemeinen zu, versucht aber einen Teil der Schuld auf seine Geliebte, die Frau Prusseit abzuwälzen. Nach seinen Angaben hat er die Wohnung betreten, als Frau Prusseit aus Nahrungssorgen die dreijährige Erna zu töten versuchte. Aus Mitleid mit dem Kinde habe er der Frau heftige Vorwürfe gemacht und dabei sei er in solche sinnlose Wut geraten, daß er die Frau niedergeschlagen habe. Darauf habe er die Wohnung verlassen. Als er nach einiger Zeit zurückkehrte seien die Frau und das Kind bereits tot gewesen. Als nun die 1jährige Klara aus der Schule nach Hause zurückkehrte, habe er in seiner Wut geglaubt, daß es auch für diese das beste sei, wenn er sie töte. Er habe dem Kinde einen Strick um den Hals gelegt und sie so lange gewürgt, bis sie nach seiner Meinung tot gewesen sei. Stuttgart. 12. Nov. Der Schatz im Felde. Der Oekonom Anton Schmatz in Furth i. W. fand auf seinem Felde ein Kistchen in dem für etwa 20 000 Mark Pfandbriefe, Schuldscheine und eine leere Geldtasche waren. Die Pfandbriefe trugen auf der Rückseite den Namen des Besitzers, eines Bauern von Chamerau. Bei einer Anfrage stellte sich heraus, daß der Besitzer gar nicht wußte, daß er bestohlen worden sei. Metz, 12. Nov. Ein Offizier unter Anklage wegen Mordversuches. Gegen den Leutnant Tiegs vom Fußartillerie=Regiment Nr. 16 in Diedenhofen ist Anklage wegen Mordversuchs erhoben worden. In seinem Zimmer war bekanntlich vor einiger Zeit der Fähnrich Förster, durch eine Revolverkugel schwer verletzt, aufgefunden worden. Die Hauptverhandlung findet am 25. November statt München, 12. Nov. Hinterlassenschaft eines„armen“ Mannes. Hier ist ein Tagelöhner gestorben, dessen Lebenshaltung als sehr dürftig galt. Die Erben fanden in seiner Wohnung ein altes Bündel und darin zwei Sparkassenbücher über zusammen 30000 Mark. aris, 12. Nov. Unwetter. Ueber Cherbourg und Umgebung ging gestern ein fürchterliches Unwetter mit Blitz, Regen, Sturm und zuletzt Schneegestöber nieder, das an den Feldern großen Schaden anrichtete. So wurden die Häuser und Magazine eines großen landwirtschaftlichen Betriebes, der einem Herrn Carré gehört, durch Blitzschlag eingeäschert. Warschau, 12. Nov. Ueberfall auf eine Postkutsche. Bei Kielze überfielen Wegelagerer eine Postkutsche, erschossen einen Passagier und verletzten drei Personen schwer. Die Wegelagerer raubten den Wagen aus und verschwanden unbehelligt. Kairo, 12. Nov. Die Pest ist unter den Mekkapilgern ausgebrochen. Das ägyptische Ministerium hat angeordnet, daß die Sinai=Halbinsel und der Suez=Kanal scharf überwacht werden. Produktenbörse Berlin, 12. Nov. Die festeren amerikanischen Notierungen und manche neue Klagen aus Argentinien waren Anlaß, daß für Weizen am heutigen Frühmarkt Abgeber zurückhielten und einige Deckungsfrage etwas höhere Preise anlogen mußte. Roggen wurde für Mailieferung zeitweise begehrt und mußte höher bezahlt werden, dagegen war Dezomber von Kommissionsfirmen angeboten und ging erst später über gestrigen Schlußstand. Hafer blieb reichlich am Markt und ist besonders in geringer Ware schwer verkäuflich. Weizen Dezember Mai Juli Roggen Dezember oorige heutige matt] fest 155 25 154 75 159.75 160 00 stis mai 140 00 140.00 Die Erben von Hohenlinden. 11. Fortsetzung. in von Fr. M. hite. (Nachdruck verboten.) „Vater versicherte mir mehr als einmal, daß es für ihn vollkommen unmöglich sei— und wenn er auch nur die geringste Aussicht gehabt hätte, wäre er doch heute schon nach Berlin gefahren, anstatt auf Hohenlinden zu bleiben,“ erwiderte Margarete. Nun, wo sie zu dem schwersten Punkt Ihrer Mission kam, brannte ihr Antlitz in dunkler Glut. „Als er mir sagte, daß er auch nicht den fünften Teil des Geldes würde auftreiben können, habe ich alle Möglichkeiten durchdacht, wie man sich Geld verschaffen kann. Dabei ist es mir eingefallen, daß es Leute gibt, die auf Juwelen leihen. Ich hatte niemals erwähnen hören, daß wir irgendwelchen Familienschmuck besäßen, wohl aber hatte ich in der Familienchronik davon gelesen. Und Vater sagte mir, daß— wenn sie noch vorhanden wären,— sie sich in deinem Besitz befinden müßten.— Liebe## liebe Mutter— verstehst du, was ich meine? Zwinge mich nicht, noch klarer zu sprechen. Es wäre ja nur für eine kurze— ganz kurze Zeit— Ende der Woche wären sie wieder in deinem Besitz. Ich könnte morgen früh nach Berlin fahren und die Angelegenheit regeln—— Es ist mir schrecklich, daß ich dich mit einer solchen Bitte quälen muß. Aber— nicht wahr— du schlägst sie mir nicht ab?“ „Du willst——— daß ich dir——— daß ich dir meine Juwelen leihe?" stammelte die Gräfin. Ganz fassungslos schien sie.„Weißt du denn— weißt du denn — ob ich welche habe?“ „Ich sagte dir, wie ich darauf kam. Im Augenblick vollständiger Ratlosigkeit erinnerte ich mich, daß in der Familienchronik von dem herrlichen Schmuck der Reckenthin die Rede war, und Vater sagte mir, daß du sie im Besitz hättest. Da kam ich zu dir— Gott weiß, was mich der Gang gekostet hat—— aber wenn An Stolz mir die Schritte lähmen wollte, so trieb mich die Angst um unsere Familienehre vorwärts. Unser Name— unser Besitz— es geht mir ja doch alles über meine Person.“ „Das ist das Erbteil, das von einem in unserer Familie auf den andern übergeht!“ sagte die Gräfin heftig.„Dieser Familienstolz— nein— dieser Dünkel! Himmel— was hat er nicht schon für Unheil über uns gebracht— wie unglücklich hat er mich gemacht. Er allein hat es zuwege gebracht, daß ich vor der Zeit habe alt werden müssen, und daß mein Alter kein friedvolles gewesen ist. Er hat meinen Sohn vertrieben, hat ihm die Heimat geraubt— er hat mir den Gatten genommen-— Und doch war ich verblendet genug, auch dich in ihm großzuziehen— doch lehrte ich dich, deinen Namen, unser Wappen— unsern Besitz meyr zu lieben als dich selbst— bis du stolz und kalt wurdest— so kalt und so stolz, daß nur ich wußte, wie weich und gut dein Herz trotz allem war—— Aber was hilft uns nun die Reue?— Du willst meine Juwelen— wenn ich dir nun sage, daß ich keine besitze?“ „Ich— ich könnte es dir nicht glauben.“ „Kind, du darfst nicht so zu mir sprechen!— Deine Liebe war der letzte, der einzige Trost, den ich in meiner Verlassenheit hatte: laß mich nicht fürchten, daß ich sie verlieren könnte!— Nimm an, daß ich— daß ich die Verwendung, zu der du die Steine haben wolltest, schon— selbst für sie gehabt habe— daß einer nach dem andern dahingegangen ist— daß ich sie verkaufen mußte, um ein gefährliches Familiengeheimnis vor der Oeffentlichkeit hüten zu können!— Nimm an, daß ich gestern den letzten von ihnen habe opfern müssen!— Glaube es!— Glaube es mir!“ Sie befand sich in furchtbarer Erregung. Und noch ehe Margarete etwas hatte erwidern können, stand sie plötzlich auf. „Ich halte es nicht mehr aus hier herinnen— ich muß hinaus— muß allein sein!— Warte hier auf mich— nur wenige Minuten will ich in den Park. Vielleicht— vielleicht fällt mir noch irgend etwas ein, was uns helfen kann— Nur jetzt— jetzt muß ich allein sein.“ 12. Kapitel. Einen schmalen, wenig begangenen Seitenpfad schlug die Gräfin ein, der von dichten Büschen eingefaßt war, die nichts von dem grellen Mondlicht durchdringen ließen Sie ging mit tief gesenktem Kopf, und trotz der milden Wärme der Luft flog es fortwährend wie Kälteschauer über ihren Körper. Unaufhörlich bewegte sich ihr Mund, als murmelte sie unhörbare Worte vor sich hin, und über ihre Wangen rannen große Tränen. Ohne des Weges zu achten, gleich einer Nachtwandlerin, schritt sie dahin, sis sie an die Parkmauer kam. Hier sah sie wie aus tiefen Gedanken erwachend auf. Vor ihr lag ein alter, halb verfallener Bogengang, dessen gewaltige Sandsteinblöcke ganz von Efeu übersponnen war. Einer ihrer Vorfahren hatte sich da eine künstliche„Ruine“ erbaut— ein Sonderling, der Welt und Menschen gemieden hatte und sich hier draußen in der Einsamkeit seinen Gedanken hinzugeben pflegte. Die Stätte wurde von den Bewohnern des Schlosses gemieden, weil es hieß, daß die Geister der Abgeschiedenen hier ihre Wohnung hätten— der Gräfin aber war der Ort in ihrer augenblicklichen Stimmung gerade recht. Sie betrat den Bogengang, unter dem einige aufgescheuchte Fledermäuse hin und wieder flatterten, und ging bis zu der eigentlichen Ruine— ein verfallenes Gemäuer, das doch mehrere bewohnbare Zimmer enthalten hatte, deren abenteuerlich phantastische Einrichtung bis auf den heutigen Tag unangetastet geblieben war. Die eingerostete schwere Eisentür, die den Eingang zu den unteren Zimmern verschließen sollte, stand offen, und nach einem kurzen Zögern schritt die Gräfin die wenigen Steinstufen hinauf, um einzutreten. Eine dumpfe, erstickende Moderluft schlug ihr entgegen, und das Mondlicht, das durch eines der hohen Bogenfenster in das Gemach fiel, hatte etwas Gespenstisches. Unwillkürlich mußte die Gräfin an die Schauergeschichten denken, die man sich von diesem Ort erzählte, und wie sie jetzt den Blick über die hohen Bücherschränke, über die Wandbretter, darauf allerlei Apparate und Gerätschaften standen, über all die seltsamen Gegenstände schweifen ließ, mit denen der Raum angefüllt war, vermochte sie wohl zu begreifen, wie diese Geschichten hatten entstehen können. Schon wollte sie sich zum Gehen wenden, als sie plötzlich entsetzt zusammenfuhr und unwillkürlich nach einer Stütze tastete. Denn die Stille der Nacht wurde plötzlich durch den Klang menschlicher Stimmen unterbrochen, die aus den Zimmern über der Gräfin zu kommen schienen. Eine angenehme, wohltönende und klare Stimme war es, die da sprach— und jedes Wort war in der herrschenden Stille deutlich zu verstehen. „Ich sagte Ihnen, daß es unmöglich ist,“ vernahm die Gräfin.„Ich muß auf dem Wege bleiben, den ich eingeschlagen habe. Verlassen Sie sich darauf— wir kommen so zum Ziele— zu dem Ziel, das ich erstrebe. Außerdem — die Gefahr ist ja doch nicht so groß. Wir haben ja doch für alle Fälle noch sechs Monate Zeit: Sie brauchen also keine Angst zu haben.“ „Allein Sie haben die Gräfin Reckenthin nicht in Betracht gezogen, Herr!“ entgegnete eine andere Stmime. „Gewiß habe ich auch an sie gedacht. Ich habe nichts vergessen. Aber sagen Sie doch ganz ehrlich: meinen Sie wirklich, daß die Gräfin meinen Plänen gefährlich ist?— Sie selbst haben mir gesagt, daß sie das Schloß kaum betreten hat, oder gar nicht betreten hat, seitdem Tarnow hier ist. Sie verläßt ihre Wohnung beinahe nie; da ist es doch nicht schwer, eine Begegnung mit ihr zu vermeiden.“ Mit weit geöffneten Augen, in denen das Entsetzen wohnte, lehnte die Lauscherin an der Mauer der Wand. Beide Hände preßte sie gegen den schmerzenden Kopf, der ihr zu zerspringen drohte. „Ich träume,“ flüsterte sie mit zuckenden Lippen.„Ich muß träumen! Gewiß— ich werde gleich erwachen— es kann ja nur ein Traum sein—— Der, der so gesprochen hat, ist ja doch tot— lange tot—.—. Mein Gott— mein Gott— wäre es denn möglich——“ Sie fuhr zusammen, denn droben erklangen Schritte— die, die da gesprochen hatten, schienen herabzukommen. Hastig wollte sie sich zur Flucht wenden; dabei stieß sie heftig gegen eines der Möbelstücke, und im Schrecken schrie sie unwillkürlich leise auf. Einen Augenblick darauf stand Walter an ihrer Seite und sah ihr mit einem eigentümlichen Blick in die Augen. „Ich sah Eure Gnaden in die Ruine treten,“ sagte er gelassen, obwohl sie wußte, daß er log.„Haben Eure Gnaden sich verletzt— darf ich mir gestatten, Sie zum Schlaß zurückzuführen?“ Bei aller Bescheidenheit lag ein versteckter Befehl in seinen Worten— und die Gräfin, deren Ohr die Aufregung und die Angst geschärft hatten, vernahm den Unterklang wohl. Sie richtete sich hoch auf und sah den alten Diener fest an. „Sie vergessen sich, Walter,“ sagte sie kalt.„Was hatten Sie hier zu tun?— Ihr Platz ist, denke ich, in dem Schloß.“ Walter setzte seine undurchdringlichste Miene auf. „Ich glaube. Euer Gnaden bewiesen zu haben, daß ich wohl auf meinem Platze sein kann, wenn es nötig ist,“ sagte er.„Ich bin nur ein einfacher Mann und will nichts sein als ein treuer Diener. Ich weiß, was meine Pflicht ist; und eben weil ich es weiß— bin ich hier.— Ich bitte Euer Gnaden, mir zu gestatten, Sie nach dem Schloß zurückzuführen.“ „Nein!— Sie haben mir jetzt Auskunft zu geben Walter. Es ist mir sehr gleichgültig, ob Sie hier sind oder auf dem Schlosse— Sie haben es vorgezogen, unter dem Grafen Tarnow weiterzudienen, und es ist seine Sache auf seine Diener zu achten. Aber Sie waren nicht allein. Ich hörte Sie mit jemandem sprechen.“ Walters Gesicht blieb undurchdringlich wie zuvor. „Sehr wohl!— Ein Freund von mir——“ „Wollen Sie mich belügen, Walter?— Es war kein Freund von Ihnen— die Stimme gehörte einem gebildeten Manne an. Und— sie war der meines armen toten Jungen so ähnlich— so ähnlich, daß ich glaubte, ihn sprechen zu hören. Was war das, Walter?— Wer verbirat sich da oben?— Ich will ihn sehen!“ „Das ist nicht möglich. Euer Gnaden!“ erwiderte Walter hastig.„Euer Gnaden wissen, daß die Ruine noch einen zweiten Ausgang hat— mein Freund hat sie auf diesem Wege verlassen.“ Die Gräfin machte eine ungeduldige Bewegung. Sie wußte, daß Walter diesmal die Wahrheit sprach— der menschenscheue Erbauer des seltsamen Gebäudes hatte auf der Rückseite eine zweite Pforte anbringen lassen, durch die er die Ruine verließ, wenn er einen Besucher kommen sah. Warum aber trug Walter so große Sorge, ihr den Anblick seines angeblichen Freundes zu entziehen?— Sie sal ihn scharf an. Durch mehr als dreißig Jahre war er ihrem Hause ein treuer Diener gewesen, und wenn er zuzeiten nicht wie ein Diener auftrat, so trug sie selbst die Schuld daran. Sie selbst hatte ihm mehr Rechte eingeräumt, als einem Diener zukamen; weil sie seine Treue und seine Ergebenheit kannte, hatte sie ihn in Geheimnisse eingeweiht, deren Kenntnis ihn für immer zu mehr als einem Diener machte. Aber sie durfte auch nicht vergessen, daß er von dieser Kenntnis niemals einen unwürdigen Gebrauch gemacht hatte. Es ist gut,“ sagte sie langsam.„Ich weiß, daß man von Ihnen nichts erzwingen kann. Aber ich erwarte noch eine Aufklärung von Ihnen— wenn nicht in diesem Augenblick, so doch in nächster Zeit.— Diese Stimme— sie war schön und furchtbar— wie ein Ruf aus dem Grabe. Mir war's, als wäre mein toter Sohn auferstanden, als wäre er noch einmal zurückgekehrt. Walter— wenn Sie mich KaUscen— 11440 „Ich täusche niemanden," erwiderte Walter mit seltsamer Heftigkeit.„Das überlasse ich anderen.— Wenn Eure Gnaden sich meines Armes bedienen wollten, würde ich Eure Gnaden nach dem Schloß zurückführen.“ Seine Beharrlichkeit siegte endlich über ihren schwachen Willen. Sie nahm seinen Arm, und langsam gingen sie den Weg hinunter. Ehe sie aber vom Ausgang des Vogenganges in den Park hinaustraten, mandte sie, wie von einer unsichlbaren Gewalt gezwungen, noch einmal den Kopf— und stieß einen Schrei namenloser Freude aus. „Egbert!— Mein Egbert!— Komm zu mir— komm zu mir— es ist deine Mutter, die dich ruft!“ Auch Walter war herumgefahren. Und auch er hatte die Gestalt des jungen Mannes wahrgenommen, der für einen Augenblick an einem Fenster des oberen Zimmers sichtbar geworden war, um auf den lauten Ruf rasch zu verschwinden. Unwillig zog sich seine Stirn zusammen; aber er erkannte die Notwendigkeit sicheren Auftretens, und er verlor seine Selbstbeherrschung nicht. „Wen riefen Eure Guaden?“ fragte er in gut gespieltem Erstaunen. Und die Gräsin, die sich zitternd und bebend auf ihn stützte, flüsterte: „Sie müssen ihn gesehen haben— dort— an jenem Fenster stand er. So, wie er mich damals verlassen hat, sah er aus— Walter— sagen Sie nicht, daß mich meine Augen getäuscht haben— es war mein Sohn— es war mein Sohn—“ Der alte Diener schüttelte ein wenig den Kopf. „Ich habe nichts gesehen als den Mondschein auf den Fensterscheiben,“ sagte er in jenem rücksichtsvoll mitleidigen Ton, den man einem Fieberkranken gegenüber anwenden mag.„Eure Guaden müssen sich getäuscht haben.“ „Nein, nein, nein— er war es!— Und so jung wie damals— als wenn die Zeit stillgestanden hätte!— Walter— Sie müssen ihn gesehen haben!— Und er ist gegangen, als ihn seine Mutter rief—“ „Es war nichts da, und also können Eure Gnaden nichts gesehen haben. Das grelle Licht auf der Wand muß Eure Gnaden getäuscht haben.“ Die Gräfin murmelte einige unverständliche Worte, und sie war es, die den Diener nun halb gewaltsam fortzog. Vor dem Tor des Schlosses machte sie sich von ihm los und winkte ihm hastig, sich zu entfernen, um selbst zitternd und bebend den Salon zu erreichen, in dem Margarete auf sie wartete. Das junge Mädchen erschrak, als sie sie sah. Voll zärtlicher Sorge eilte sie auf sie zu und führte sie zu einem Sessel. „Was ist geschehen?“ fragte sie.„Kann ich dir helfen?“ „Niemand— niemand kann mir helfen," flüsterte die Gräfin in abgebrochenen Lauten.„Margarete— ich habe einen Geist gesehen. Vielleicht bedeutet es, daß ich nun bald mit meinem Sohne vereinigt sein werde— wie ich es lange— lange wünsche—— Ich sah den Geist nicht nur— ich hörte ihn auch sprechen—— Und sie wollten mich überreden, daß es nur die törichte Einbildung einer alten Frau gewesen sei———— Ich weiß— ich sollte irgend etwas für dich tun. Aber ich habe vergessen, was es war. Ich kann jetzt an nichts denken als an die Erscheinung. Und ich muß allein sein— muß allein sein! Du mußt nicht denken, daß ich dir nicht helfen will, aber im Augenblick kann ich an nichts denken. Komm morgen früh wieder, und ich will alles tun, was du verlangst Nur jetzt kann ich nicht!“ Margarete erhob sich und verabschiedete sich von der alten Dame, deren Aussehen wahrhaft erschreckend war. Heimlich beauftragte sie die Zofe, sorgsam auf ihre Herrin achtzuhaben; dann verließ sie das Gebäude, um zu ihrem Vater zurückzukehren. Sie war entschlossen, morgen in den ersten Vormittagsstunden noch einmal zur Gräfin Reckenthin zu gehen und dann sofort nach Berlin zu fahren, wenn sie die Juwelen doch noch erhielt; aber ihre Hoffnungen waren gering und ihre Sorgen größer, als da sie vorhin gekommen war. Als sie sich dem Schlosse näherte, nahm sie die Gestalt eines Mannes wahr, der auf der Terrasse auf und nieder ging; und sie erkannte nach einigen weiteren Schritten in ihm ihren Vater. Eine Ahnung, die sich beklemmend auf ihre Brust legte hieß sie schneller gehen, und nach zwei Minuten stand sie ihrem Vater gegenüber. Er war blaß und verstört, und ohne ihre Anrede abzuwarten, stieß er hervor: „Es ist geschehen, Margarete— Slawik hat seine Drohung wahrgemacht!— Gleich, nachdem du gegangen warst, ist der— der Gerichtsvollzieher gekommen!“ (Fortsetzung folgt.) .. Wie junge Mädchen zu Weihnachten ein schönes Werk christhel ebestätigkeit ausüben können, wird in der neuesten Nummer der„Madchenpost“ in recht anschaulicher und zu Herzen gehender Weise erzählt. Die Lektüre dieses Anssatzes sei Eltern, Lehrern jungen Mädchen selbst angelegentlichst empfohlen. Die 7555c rnpost“ hat in dem ersten Monat ihres Bestehens über 10000 Abonnenten erworden, gewiß ein Zeichen dafür, daß sie durch den frischen, fröhlichen Geist von Redaktion und Mitarbeiterinnen die weibliche Jugend ungemein anspricht. 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Klasse 5. 8 Auf jede gezog und zwar je Nur die G (Ohne Gewähr 178 423 34 35 5 288 421 539 70 756 737 938 58(1000) (500) 223 52 93 644 10084 142 60 24 336 441 508 67 650 3.3 528 88 608 43(5 639 718 15047(30 17677 87 729 849 66 (1000) 19067 94 30 20005 98(1000 22081(1000) 348 86 96 843 62 92 242 240 394 484 668 706 185 212 413 83 927 29078 429 548 94 64 30157 440 42 64 870 962 79 32256 34076 542 829 350 655 658 61 746 867 1 403 626 48 708 42 60 77 909 40246(500) 88: 54 126 84 220 38 459 44022(3000/32 43 171 801 51 407 65 53 314 466(1000) 637 65 96 664 76· 957(500) 50063 98 132 696 519)) 778 52076 54269 463 610 307 9 921 25 K 41088(100 378 402 93 613 71 98. 0u417 652 796 8 62135 135 58 289 30 938 64·51 63 425 66191 631 730 521(500) 42 804 70 36 179 91(30 43 845(1000) 7“1 648 869 936 74113 19 825 76137 255 6 78033 49 60 100 41 H0020 94(600) 2 832 926 74(1000) a 72 99 R“081 13000 87 653(3000) 706 821 734(500) 837 43 966 68 95 525 39 614 1100 820 438 91(500) 5286 226(000) 95197(1000) 214 62 600 837 42 58 956 9 9819 303(500) 64„ 784 865 955 100070 9n 190(1 678 9.48 68 102000 538 845 10141127 244 023 341 494 668 77 613 49 7.2 03(3 1.0119(500) 42 5 (301Kn 112 28 400 1140 1B 26 e5 91 1•* 6.39 77 1500) 870 1IO 963 117226 66 374 00 93 531 4 000 11 120029 107(500) 122.05 300 48 41 81(500) 147 94 467 724 26 88 474 79 545 643 6 78 698 7·9 P0 858 990 263 326 32 37 40 414 6 1302 E 79 150 0) 76 1b O) 17 73 76(5909 14• 709 865 76 4848 132 345 76 529 778 615 930 90 1 4.03270 301 29 479 496 506 637(1100) 818 77 (500 930 42 72 14310 669 859 140 00 8% 244 932 36(10001 631 3 149001 87 259 323 59 1b0128 313 431 (100) 744 934 66 15 78 62 0.— 154084 10 497 156104 83:377 46 67 1b11054 55 129 72 99 213 32 352(3410: 6— 100379 473(—00) 5 197 215 666 705 940 600 94 608 748 801 98 106021 66(5000) 227 4 590 973 16806 11500 46 726 1500) 832 59 974 170361 590 762 (1000) 902 172027 35 821 174027 32 276 83 622 718(500) 64 827 87 86 1741017 54 472 580 180074 472 518 63 938 1843011 132 39 31 546 602(1000) 703 96 93 82 14851033 67 104 49 535 36 747(3000) 823 41 (1000 401 24 606 763 15 190176 95 485 7 48 619 733 54 19316 81 811 40 960 90(3 ½)) (1000) 81 915(3000) 769 942 51 191.070 1 313(500) 919(1000) 200 59 86 97 140 94 2613034 244 63 431 204152 U0l 228 3 621 730 809 201250 4 348 65 82 434 513 97 65. 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Is. an werden die Invaliden- und Altersversicherungsangelegenheit, die Angelegenheiten des Versicherungsamtes und der Angestellten=Versicherung in Zimmer 5 und 7 im Rathaus I. Eiisabethstr. 9, bearbeitet. Dezerneut der Abteilung ist der II. Bürgermeister, Bürcvorsteher Stadts=kretär Kinder. Die Armensachen, die Fürsorgeerziehungs=, Entmündigungs= und Vormundschaftssachen, sowie die Stiftungssachen werden wie bisher in den Räumen 8 und 4 im Rathause I bearbeitet. Dezernent ist der I. Bürgermeister, Bürovorsteher Stadtsekretär Zweimann Das Revisionsbüro befindet sich im Hause Elisabeihstr. 8 1. Herford, den 8. Novbr. 1913. wer Mogtstre Herrenwohnung, Se Mark sofort frei. Alter Markt 6, 8. Etage. Bekanntmachung. Am 1. April werden von den nachgenannten Infanterie=Regimeutern des VII. Armeekorpsbe###s. Einjährig=Freiwillige einge1. Infanterie=Regiment Herwarth von Bittenfeld(1. Wests.) Nr. 18 in Münster, 2. Infauterie=Regiment Vogel von Falkenstein(7. Westf.) Nr. 56 in Wesel Minden, den 18. Oktober 1913. Der Regierungspräsident. J. A.: gez. Winzer. Vorstehende Bekanntmachung wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Herford, den 1. Novbr. 1913. Der Zivil=Vorsitzende der Grsatzkommission des Aushebungsbezieks Herford-Stadt. 2 Räume zu sofort zu vermieten. Sundern Nr. 84. 3. Preuhisch-Indbeursche (229. Königlich Preussische) Klassenlotterie 5. Klasse 5. Ziehungstag 12. November 1913 Nachmittag Auf jede gezogene Nummer sind zwei und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in deu beiden Abtellungen 1 und II. gleich hohe Gewinne gefallen, Numme 79029 76 116 273(500) Nur die Gewinne über 240 M. sind in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr A. St.=A. f. B.)(Nachdruck verboten) 16 169 382 428 690 734 823 38(1000) 973(500) 998 1197 269 308 64(500) 76 430 41 60 612 629 35 822 43 73 2312 462 622 757 912(600) 3302(3000) 433 59 (1000) 76 643 724 864(1000) 69 73(500) 4117 42 63 226 426 87 570 732 33 942 78 5012 169 208 51 324(500) 72 436 668 6068 79 107 78 90 292 416(500) 92 658 197 847 62 63 90 966 87 7006 89 91 166 276 85(500) 357 684 822 960 6044 102 214 68 327 94 458 714 28 866 9026 46 178 399 505 603 25(500 872 10100 9 319(500) 97 814 11076 234 86 97 316 687 12036 62 208 599722 43 87 13169 308 90 796 835 45 14075(3000) 187(1000) 364 67 451 733 34 83(1000) 868 76(1000) 15076(500) 209 81 351 432 516 70 645 904 94 16091 102 443 61 718 877 17046 128 90 348 62 405 634(15 000) 783 18024 271 398 670 90 849 85 998 19106 734 965 20325 39 636 830 21169 89 212 42(500) 847 995 22263 333(500) 408(500) 94.1200) 565(600) 759 82 23079 83 115 97 236 654 826 29 30 24090(3000) 235 481(1000) 637 88 706 885 963 59(3000) 25018 45 260 367 411 39 77(3000) 504 6 689 803 26431 37 55 510 781 802 949 82 27385 632 617 702 98 28031 67(500) 209(1000) 411 19 571 633 708 827 68 29011 42 82 198 328 47 665 880 #90s(600) 78 600) 218 969 91 31040 167 702 40(1000) 801 6 14 4779 90 91 9X286 300 85 33054 247(500) 469 636 649 702 38 34122 26 418 65 79 620 822(600 98 646 83 98 35038 224(500) 406624 861(600) 36007 78(500) 117 214 21 Kc 315 631(3000) 804 940, 27004 100 210 647 729 55 803 33132(600) 41 (1000) 68 226 381 416 42964 630 837 66 89069 202 76 337 67(6000) 84 696 823 40115 326 418 683 843 41350 63 672 827 923 42023 34(500) 204(3000) 689 (600) 643 793 817 36(1000 40 61(1000) 920 48016 167 210 48 65(1000) 305 637 (1000) 814 30 44021 46 72 88 190 226 629 693 934 45129 37 201 324 450 ### 699 80 66 80 81 96(1000) 46006(500) 108 276 305 738 835 40 47018(500) 148.88(80) 263(500) 776 48135(1000) 235(500) 77 96 378 424 554 691 804 49076 135 858 483 542 690(1000) 741 966 50428 47 697(500) 752 866 927 51293 421 72 92 691 763(500) 52014 29.172 240(1000) 388 604(500) 71 53076 111 68 82(1000) 211 466 58 617 796 54032 429 721 43 813 18 55092 188 409 544 629 700 35 40 914 19 56149 . 52 u00 70 635 810 913 57030 42(500) 87 379(3000) 639 714 810 23 35 65 58070 73 76 228 616 888 904 59127 318 81 912(1000) „ 60043 84 395 444 527 98 843 77 931 64 61215 324 56(500) 456 568 624 67 (009) 28 809 17 64 78 62025(500) 54 299 340 80 652 700 63020 143 58 71 334 5o0 688 761 64084 90 324 79 429 45 66 600 664 785 836 963 65197 300 440 654 06026 69 179 346 413 43 63 644 834 77 67003 135 64 99 236(1000) 76 366 68 449-22 46 748 928 68118 247 86 399 462 637 745 75 89 60179 81 390 405 68 512 84 625 99 774 841 # 1000) 46 170 256 93 95 566(500) 980 71013 69 136 78 225 42(500) 625 41 74 80 92 811 33 68 907 72062 81 294 444 657 83 643 84 944 73489 699 705 926(500) 74084 169 330(1000) 50 54 63 527 80 632(600) 43 769 810 58 84 75086 93 201 37(500) 470 91 574 651 96 809 76487 642 635 804 72 96 974 77602 22 937 89 78245 47 380 486(500) 88 679 633 337 428 63 618 764 807 55 20 498(500) 555 605 774(500) 898 81018 106 64 207 12 303(3000) 18 19 407(5000) 28 93 641 603 783 869 975 62033 188 244(1000) 370 437 58 96 706 Ss 333„83113 88.99 271 324(1000) 606 37 840, B 4055 139 345(1000) 63 452(500) ### 7,9.871 968 85006 80(1000) 161 271 417 18 658 66 880 86197 354 460 . 8 966 80 B7095 107 32 686(500) 790 89320 63 406 79 604 768 854 945 81 8004) 111 222 300 82 510 51 73 965(1000) 99 998 10, 346 464. 69 94 501 77 656 709 77 974 B1448(1000) 680 959(3000) 76 24%8 102 s. 4 17 80) 222 59 91 500 613 729(1000) 842 75 93021 43 174 99 Ae 335 422, S41 48, 763 811 89 981 94041 158 433 578 643 62 836 59 951 95063 315 u0 3 840 45 62„96014 240 401 78 736 38 809 97022 123 362 611 711(600) 813 28 29 93. 99146 341 96(600) 441 693 99096 284 87 555 94 603 706(3000) 967 „ 100027 326 2, 61(3000) 79 808 50 58 191165(1000) 66 71(500) 296 340 67 un 662 uun ucn lneg:. 9m(500) 989 102144 211 621 730 68 861 901 103022 169 e 00(300, 6. 887 945 10 4017 460 6506 82 666 751 853 105108 60 283 394 1890), 276 6 2 686 814 967 83 1063098 202 23 311 434 669 94 756 849 64 946 100%%% 715 923 108039 294 704 969 10.9332(1000) 443 47 51 19%8, 25,1 3.423 332 70(1000; 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Linden 35. Lotte Fricke ist diese Woche zu sprechen Elverdisserstr. 18 I. Handels=Register des Königlichen Amtsgerichts zu Herford. Unter Nr. 521 des Handelsregisters Abt. A ist die, am 1 Oktober 1913 unter der Firma„Malz= und KornKaffee=Fabrik Herfordia Gebr. Matzmann“ errichtete offene Handelsgesellschaft zu Herford am 6. November 1913 eingetragen. Als persönlich haftende Gesellschafter sind vermerkt:0 1.) der Kaufmann Carl Matzmann 2.) der Kaufmann Wilhem Matzmann beite zu verford. Bekanntmachung. Meisterkurse für die Provinz Westfalen. weist“.5 Jan a. 191% beginnt je ein neuer achtwöchiger Meisterkursus für Schneider, Schuhmacher, Bau= und Möbelschreiner, Stuben= und Dekorationsmaler, Klempner und alla.„ur Gas= und Wasseranlagen, Kunstschmiede — Seeuschloner, sowie Stellmacher und Wagenschmiede im Gebäude der Handwerker= und Kunstgewerbeschule in Dortmund, Brügmannstraße 25. # zufgenommen werden Meister und solche Gesellen, die sich in Kürze selbständig machen wollen und die Gesellenprufung abgeleg. aven. Gesellen, welche diese Prüfung noch nicht nachweisen können, aber an einem Meisterkursus eilnehmen wollen, tun daher gu., sich sofort zur Ablegung der Gesellenprüfung zu melden. Anmeldungen zu oben erwähnten Meisterkursen sind bis spätestens 10. Dezember ds. Irs. unter Beifügung eines selbstgeschriebenen Lebenslaufes, eines amtlichen Führungszeugnisses und der Ausweise über die Lehrlings=, besellen;, Militär= und evtl. Meisterverhältnisse an den unterzeichneten Leiter der Kurse einzureichen Da. An rrichtsger betragt 20 Mk. für den Kursus. In der Regel erhalten die Teilnehmer reichliche Beihülfen zum Lebensunterhalt. Geschäftszimmer des Leiters: Dortmund, Brügmannstraße 25 im Gebäude der Handwerker= und Kunstgewerbechule. Die westfälischen Handwerkskammern sind weiterer Auskunftserteilung gern bereit. Dortmund, den 5. November 1913. Das Kuratorium der Meisterkurse: Dr. Eichhoff, Oberbürgermeister. Der Leiter: Professor Regling, Direktor. zu Reiseposten von alter großer Verlagsfirma an Damen, intelligent, gut sprechend, sofort zu vergeben. Der Posten hie###t eine augenehme, selbständige, dauernde Tätigkeit bei hohem Verdienst Anlernen ersotat durch gewandte Dame: Fahit III. Klasse wird unter 309 an die Annoncen- Expedition Anlernen ver güter. Offerten Blelefeld. Me Rheuma, Gicht.(= Zahnschmerzen.= Gliederreissen.= Hexenschuss,= Rückenschmerzen Nagenbeschwerden 2 reit per Flasche:— 50475 5125f.2.-M.350 0= Wer gründl. Karl Gehring, erteilt einem Tertianer Nachhülfestunden Mashematik? Angeb. unter A. 11027 an d. Exp. ds. Bl. haben bei: Fritz Reese, Lübbeckerstr. 25. Zum 1. Jannar 1914 wird für Rheinland und Westfalen ein tüchtiger junger Reisender gesucht, der bereits mit guten Erfolgen Geschifte der Lebensmittelbranche besucht hat. Offerten unter Nr. 11036 an die Geschäftsstelle d. Bl. 1 SchuhmacherGeselle gesucht. Mechanische Besohlanstalt, Bäckerstr. 8. per sofort oder wegen Krankheit Johanne später gesucht meines jetzigen. Biermann, Höckerstraße. Ersahrenes junges Mädchen wird baldigst als Stütze gesucht von Frau Pastor Olpp in Levern. Kr. Lübbecke. Verloren auf der Bielefelderstraße, goldener Ring, (Schlange mit Stein) Gegen Belohnung abzugeben unt. 11008 in d. Exp. d. Bl. Friedds Freude ist fehr grolodenn Erdal-chuubcreme putzt Emos Dex Einlender ron ½2 verschiedenen ABC- Anzeigen erhält einen ganzen Satz von 25 ABC-Künstlermarken von der Erdal-Fabrik in Mainz. Am 11. August ds. Is. sind die Eber folgender Besitzer angekört worden: feiert sein Gesangverein„Lyra“ gegr. 1897 17. Stiftungsfest, Herford, den 8. November 1913. Der Vorsitzende des Kreisausschusses. J. A.: Kügler, Regierungs=Assessor. Konkursverfahren. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Wilbelm Hildebrand in Herford ist zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen Termin auf den 2. Dezember 1913. vormittags 11½ Uhr vor dem Königlichen Amtsgerichte in Herford, Zimmer Nr. 16 anberaumt. Herford, den 10. November 1913. Königliches Amtsgericht. Stadtsparkasse zu Herford Wilhelmsplatz 2, —.—(besonderer Hauseingang links.)—: Geschäftsstunden: Vormittags 8½—12½ Uhr.— Nachmittags 3 Sonnabend nachmittags geschlossen. Uhr Zinofuß für Spareinlagen 3 ¾4% Depositen=, Kontokorrent= und Scheckverkehr. Reichsbank=Giro=Konto. Postscheckkonto Nr. 5353 Hannover. Fernruf Nr. 755. Im freiwilligen Auftrage werde ich am Sonnabend, den 15 und Montag, den 17. November, mittags von 12 Uhr an im Auktions. lokale Bürgerverein hier: 1 größere Partie Kleider, Blousen= und Schürzenstoffe öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern. Die Sachen sind neu und 1 Stunde vorher zu besichtigen. Rob. Formel, Auktionator. Bekanntmachung. An unserer städtischen Ver waltung ist die Stelle eines Bau aufsehers möglichst umgehend zu besetzen Die Besoldungleiaschl. Wohnungs geld) beträgt 1500 Mk. und steigt von 3 zu 8 Jahren 3 mal um 100 und 5 mal um 80 Mk., bis zum Höchstbetrage von 2200 Mk. Die Anstellung, der eine Probezeit von 2 Jahren vorhergeht, erfolgt auf dreimonatige Kündigung mit Beamteneigenschaft. Ruhegehalt und Hinterbliebenenfürsorge nach dem bestehenden Ortestatute. Die Tätigkeit der Bauaufseher erstreckt sich u. a. auf Ueberwachung des Betriebes der städtischen Kläronlage, Beaussichtigung von Ausfübrungsarbeiten bei Hausan schlüssen, Ueberwachung der Kanal reinigung durch die einzelnen Reinigungskolonnen, Aufstellung der Lohnlisten Geeignete Beweiber wollen Bewerbungsgesuche unter Anschluß beglauöigter Zeugnisabschriften und einer kurzen Darstellung ihres Lebenslaufes umgehend bei uns einreichen. Herford, den 11. Nov. 1913. Der Maaistrat Bekannt machung Dem Zig.=Arb. Kaspar Bentrup in Eilshausen Nr. 5 ist ein Hund zugelaufen. Der Eigentümer desselben kann sich innerhalb 8 Tagen im hiesigen Amte büro melden. Herford, den 12. Nov. 1913. Der Amtmann v. der Schulenburg „ bestehend in Konzert. Ball und humoristischen Vorträgen, am Sonntag, den 16. November d. J., in Brinkmanns Etablissement unter gütiger Mitwirkung hiesiger und fremder Vereine. Anfang des Konzertes 4 Uhr. Freunde des Gesanges und alle Gönner unseres Vereins sind hiermit freundlichst eingeladen Der Vorstand —— ∆ erscheint im Lichlspielhaus am Altes Markt. Heute Abend: Auftreten der humoristischen Tiroler Kapelle: „Die urfidelen Alpensänger“ in Original-Kostümen. Eintritt frei. Eintritt frei. Central-Automat. Sonnabend. den 15. er., abends 9 Uhr: Hauptversammlung beim Kameraden W. Bracksiek. Per Vorstand Aufruf Kameradschattl. Verein Bekanntmachung. Dem Maurerpolier Heinrich Düning in Schwa zenmoor ist ein Hund zugelaufen. Der Eigentümer kann sich innerhalb 8 Tagen im hiesigen Amts büro melden. Herford. den 12. Nov. 1913. Der Amtmann v. der Schulenburg. Drucksachen mit der Schutzmarke ( des Verbandes Deutscher Herd-Fabrikanten bleten Gewähr für erprobte Güte und Preiswürdigkeit. Achten Sie daher beim Kauf auf diese Marke! ür den geschäftlichen Verkehr als Briefpapter mit Firma, Mittei ungen, Rechnungen, Fakturen, Couverts, Poftkarten, Nachnahmekarten, Quittungen, Paketadressen, Wechsel, Frachtbriefe, Etiketten jeder Art, Preislisten u. I. w. liefern schnell und billigst Gebr. Heidemann, Buchdruckerei, Herford, Mönchstraße 5, Fernsprecher 18. von zu Wohnung 4 Räumen per 1. Jan. 1914 vermiet=n Näheres Diebrockerstraße 69 Versetzungshalber von Wohnung Jeder Lierkreund, Lierzüchter, Landwirt, Förkter, Gärtner u. f. w. u. f. w. welcher eine gute Zeitschrift lesen will, die ihn über alles Wissenswerte unterrichtet, oder Interesse für irgend ein Haustier besitzt abonniere auf die jeden Donnerstag erscheinenden Zeitschriften 3 bis 4 Räumen sofort oder später zu vermicten. Sachsenstr. 7 3 freundl. möbl Zimmer Allgemeine Tier=Börse Praktischer Ratgeber für Landwirtschaft anAn:— mit guter Pension zum 1. Dezbr. rei, daselbst auch guter Mittagstisch Alte-Markt 13. 2. Eta. Mövelfabrik sucht trockenes Verlag: Gebr. Müller, Bautzen i. Sa Das Jahres Abonnement beträgt für die Zeit vom 1. Januar bis 81. Dezember Mk. 1.— 1. April" 81.„„ 0 75 1. Juli„„„„ 0 50 1. Ottober„ 31.„ 0.25 Bestellgebühr pro Vierteljahr nur Mt. 0.12 Inserate für diese Zeitschriften nimmt außer dem Verlage auch die Expedition dieses Glattes ohne Preisaufschlag entgegen. — Probenummern vom Verlag gratis und franko.— Lager per 1. Januar zu mieten. Offerten mit Preisangabe bef die Exped. ds. Bl. unt. 11060. Zur Auehülfe bis Weihnachten wird tüchtiger gesucht. Wo sagt die Exp. d. Bl. unt. Nr. 11066 gesucht, nicht unter 12 Jahren. Gehrenberg 2. per Dutzend 65, 90, 1.— empfehlen Corsett-Spezial=Geschäft A. Straffer& Co., Gehrenbera 2. Tüchtige für Trockenwäsche außer dem Hause gesucht. J. Elsbach& Co., Aktiengesellschaft. Tüchtige zur Errichtung eines Bismarck=National=Denkmals auf der Elisenhöhe bei Bingerbrück=Bingen. Gedanken und Erinnerungen führen uns ein Jahr hundert zurück, in jene Tage, so überreich an Sturm und Sieg, an Opfern und Heldentum, an lodernder Begeisterung und flammender Vaterlandsliebe, da sich unser Volk erhob zur Befreiung vom Joch des Eroberers. Zu vaterländischem Tun rufen uns diese Erinnerungen auf; hohen vaterländischen Flug geben diese Gedanken unserem Wollen. Zu gemeinsamer Tat sollen die Enkel der Helden der Be freiungskriege zusammentreten. Das höchste Gut, für das unsere Väter und Groß väter freudig ihr Herzblut hingegeben haben— uns ist es zuteil geworden; das geeinte, mächtige deutsche Reich. Des deutschen Volkes Dank gilt es jetzt darzubringen dem Gewaltigen, der, ein treuer deutscher Diener seines Herrn, uns die Einheit geschaffen hat. Auf Bergeshöhe soll ein Mal erstehen, würdig des größten Sohnes, den eine deutsche Mutter gebar. Soll das Denkmal aber Bismarcks würdig sein, so muß die ganze Nation teilnehmen an der Errichtung des Werkes. Alle Deutsche, aus allen Stämmen und aus allen Gauen und auch die, die fern von der Heimat, in fremden Landen, sich ein deutsches Herz bewahrt haben, sie müssen sich einig und einmütig zusammenschließen, im Gedenken an das, was er für alle getan hat. Wie er den Wust des Nebensächlichen von sich wegge schoben, wie er alles Trennende und Hemmende gemeistert und gezwungen, so wollen auch wir einhellig zusammenstehen, die Vollendung des Denkmals zu sichern. In seiner Neubearbeitung paßt sich der Kreis'sche Entwurf der schön geformten Berglinie der Elisenhöhe reizvoll an. Der Entwurf ist bereichert um den von Säulen umgebenen Hof, der die Scharen aufnehmen soll, die zu der deutschen Weihestätte am Rhein wallen werden, um sich dort in vaterländischer Begeisterung zu erheben aus des Werktags Einerlei. Der Bismarck Lederers, eine Gestalt von unvergleichlicher Wirkung, blickt zu uns herab als Warner vor deutscher Zwietracht, als Mahner zu deutscher Einheit und zu deutscher Treue. Hinüber schaut er zu der Germania, die nach den Worten des greisen Heldenkaisers in erster Linie Bismarcks ureigenes Werk ist. In erhabener Ruhe hält er getreulich die Wacht am Rhein; in seiner Hut ist die Germania geborgen. Wer deutsch denkt und fühlt, wird freudig an dem großen Werke mitwirken wollen. Deutsche, helft zu deutscher Tat! Der Ehrenvorsitzende: Dr. von Bethmann Hollweg, Reichskanzler, Berlin. Der Vorstand: Dr. Beumer. Landtage abgeordneter, Düsseldorf, Vorsitzender; Dr. Clemen, Geh Reg=Rat, Professor, Bonn: Dr. von Schwabach Generalkonsul, Berlin; Hagen, Kommerzienrat, Köln; Falk, Justizrat, Köln; Neff. Bürgermeister, Bing n; Peter, Generalsekretär. Köln: Bode, Regierungsbaumeister, Kreuznach. Für den Vorstandsbeirat: Freiherr von Rheinbaben, Staatsminister, Oberpräsident der Rheinprovinz, Coblenz, V rsitzender; zur Redden, Regiernagsoräsident a. D. Coblenz; Freiherr von Thüngen, Würzburg Für den Landesausschuß der Provinz Westfalen: Carl Prinz von Ratibor und Corvey, Oberpräsident von Westfalen, Münster, Ehren=Vorsitzender; Dr. Hammerschmidt, Landeshauptmann der Provinz Westfalen Münster, Vorsitzender; Schweckendieck, Kommerzienrat, Vorsitz nder des Provinzialverbandes des Deutschen Flottenvereins Dortmund: Schulz, Fabrikbesitzer, Vorsitzender des Westfälischen Bismarckbundes. Hagen i. W.: Kleine, Geh. Bergrat, Dortmund; Zimmermann, Landesbaurat, Mitglied des Kunstausschusses für das Bismarck=Nationaldenkmal, Münster; Delius, Paul, Kommerzienrat, Bielefeld. Beiträge sind zu senden an: die Landesbank in Münster i. W (e. W) I. Kompanie(Rititadt). Kompanieversammlung am Montag, den 17. November, abends 8¾ Uhr beim Kameraden Aug. Kropp, Unter den Linden. Vollzähliges Erschinen dringend erforderlich. Der Hauptmann. FleischerInnungs-Krankenkasse Herford 4. Generalversammlung n Donnerstag, den 20. Novdr., obends punkt 9 Uhr im Hotel evgl. Vereinshaus. Tagesordnung: 1. Wahl d's Ausschusses zur Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres. 2. Wahl des Kassierers. 8. Verschiedenes. Fr. Reckendorf, Vorsitzender. Der Bäcker- und Kondiior-Gehülfen-Verein „Germania“ feiert am Sonntag, den 16. ds. Mits. in den overen Räumen des Bürgervereins sein diesjähliges Herbstfest. Freunde und Gönner des Vereins sind herzlichst eingeladen Anfang 4 Uhr. Der Vorstand. 0000000000 Frische Katskeller, am Neuen Markt. Ia. neues Pflaumenmus, garantiert rein, mit Raffinade eingekocht, a Pfund 25 PIG. emp fiehlt Heinrich Nolting, Rennstraße. Welcher kapitalkräftige Herr würde sich an einer flottgehenden Kunstglaserei, verbunden mit Glasschleiferei beteiligen. Offert unt. 11031 an d. Exp. d. Bl. Näherinnen Heute trifft ein Trausport belgischer und französischer für Jacken außer dem Hause gesucht. J. Elsbach& Co., Aktiengesellschaft. 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Lediglich trachtet, wird stehenden Aus zeichnen dürfe den heutigen für den durch Wäscheabsatz: legensten Orte geschäfte die Wäsche gegebe Ausnahmever man dann noc liebsame Begle und Wäsche, z. den häufiger führen, daß si Kundschaft ein mehr als nötic besserer Warei Was diese gegen die Art so enthalten sie gemeinerungen, eher ausscheiden wohl auch beseit der Bundesrats sichtspunkt aber sicht auf die neu gehoben wissen ebenso wichtig Wäsche=Industr hier die beider werdeni Wied York von des Gebi Stadt Cl sich unge Schneestü reszeit vo berhälfte Die eigen April; all tungsberi# gestempelt Blizzard gleichzeiti und Canheimsucht Schneefall und die al Echte gewöhnlich sind näml mal beoba Dezember Januar 18 stürme, die schen Kont im südlich