Einem längern Artikel der Köln. Ztg. entnehmen wir folgende Ausführungen: Eine allgemeine Bennruhigung lagert über Europa. Nicht nur in Oesterreich=Ungarn, sondern auch in weiten Kreisen Deutschlands herrscht das bange Gefuhl, es könnte jetzt doch der Funke in das Pulverfaß fallen und aus dem etwaigen Zusammenstoß zwischen der Donaumonarchie und dem tleinen Montenegro könnte ein Weltbrand entstehen. Dabei wird die Ansicht laut, daß eine der artige Kleinigkeit wie der zukünftige Anfall von Skutari an das geplante selbständige Albanien oder an das Königreich der Schwarzen Berge doch nicht den Grund zu einem furcht baren Kampf zwischen den Mächtegruppen Europas abge ben dürfe. Es verlohnt nicht die Mühe zu sagen, daß an und für sich die spätere Zugehörigkeit Skutaris wirklich keinen genügenden Kriegsgrund abgeben würde. Der Fehler liegt nur darin, daß man als Grund ansieht, was in Wirklichkeit nur Anlaß ist. Oesterreich und vor allem der ehrwürdige Kaiser Franz Joseph denkt nicht daran, seinen Völkern leicht sinnig die ungeheure Beschwerde eines Krieges aufzuerlegen, weil die Festung an dem blauen See von Skutari von ihm nicht dem vielgewandten und listenreichen König Nikolaus gegönnt wird. Aber als großer Staat muß Oesterreich, wenn es wirklich eine Macht sein will nicht nur dem Namen, son dern auch der Tat nach, darauf bestehen, daß es nicht zum Spielwerk von feindlichen Umtrieben wird. Ein Blick auf die Karte genügt, um zu erkennen, wie groß das Interesse Oesterreichs an den jetzt eingetretenen Verschiebungen der politischen Machtzonen der westlichen Balkauhalbinsel ist. Mit dem im Dreibund neben ihm stehenden Italien hat Oesterreich schon lange ein Abkommen getroffen, das den beiderseitigen Einfluß auf die albanische Küste der Adria derart regelt, wie es den berechtigten An sprüchen dieser beiden an das Adriatische Meer grenzenden Staaten entspricht, Keiner von ihnen will eine Vorzugs stellung für sich auf Kosten des andern einnehmen, jeder ist mit seinem augenblicklichen Besitz zufrieden, aber eben des halb wollen beide Mächte auch keinen neuen Anrainer dort auftreten sehen, der unter dem Einfluß einer dritten Groß macht stände. Aus diesem Grunde sind Oesterreich und Ita lien der Errichtung eines unabhängigen Fürstentums Al banien näher getreten, von ihrem gemeinsamen Bundesge nossen Deutschland unterstützt, und auf der Vereinigung der Botschafter in London wurde der Gedanke zum allgemeinen Beschluß des curopäischen Konzerts erhoben. Seit Jahrzehnten wird in den südlichen Provinzen des Kaiserstaats eine großslawische Wühlerei betrieben, deren ziel ein großslawisches Reich ist, das Serbien und Montenegro, Bosnien, die Herzegowina, Slawonien und Kroatien umfassen soll. Die militärischen Erfolge, die vor allem Serbien in den letzten Monaten errungen hat, sind Wasser auf die Mühle dieser Bestrebungen. In Belgrad sieht man mit Zuversicht immer auf die Hilfe und Unterstützung Rußlands, des überlieferten Schützers der Balkanslawen, und die nationalistischen Kreise des russischen Volks sind mehr als einmal in der Lage gewesen, trotz der amtlichen Politik des Petersburger Kabinetts den geliebten Glaubensbrüdern wesentliche Förderung angedeihen zu lassen. Daß der Zar 1813. Rückzug der Verbündeten beschlossen— Blücher und Gneisenau über die Schlacht— Des Königs Dank. Sowohl auf der Seite der Verbündeten, als auch auf der der Franzosen glaubte man an die Erneuerung der Schlacht von Groß=Görschen am folgenden Tage. Bereits in der Nacht zum 3. Mai aber wußte Wittgenstein die beiden Monarchen von der Zwecklosigkeit eines weiteren augenblicklichen Widerstandes und der Gefährlichkeit des Beharrens in den Stellun gen zu überzeugen. Gleichwohl war der Mai für die Verbündeten kein verlorener Tag gewesen. Sie hatten gegen eine große Uebermacht gekämpft, waren anfänglich Sieger ge wesen, hatten das Schlachtfeld bis zuletzt behauptet, hatten sich in Ordnung zurückgezogen und keine Trophäen dem Feinde überlassen und diesem enorme Verluste beigebracht. Dazu kommt, die vussisch=preußische Waffenbrüderschaft, die auf dem Schlachtfelde mit so schweren Opfern besiegelt wurde, die nun lange Zeit hindurch beide Heere eng verband. Graf Resserre:: sorrieb nach Wien:„Die prrußischen Luppen haben sich mit Ruhm bedeckt, sie sind wieder die Preußen Friedrichs geworden.“ Vor allem aber hatte diesmal Napoleon keine wild sich daher wälzenden, aufgelösten Massen vor sich, sondern ein sich in aller Ruhe und Ordnung zurückziehendes Heer, das, weit entfernt, sich besiegt zu fühlen, dem Verfolger einen so hartnäckigen Widerstand entgegensetzte, daß dieser sich jeden Schritt erkämpfen mußte; die Reiterei der Verbündeten deckte den Rückzug derartig, daß Napoleon nur langsam und mühevoll über di. Truppenbewegungen klar werden konnte. und sein verantwortlicher Ratgeber Sasonow die Erhaltung des Friedens im eigensten Interesse ihres Landes wollen, ist unbestreitbar und unbestritten; wenn man vielfach trotzdem an die Möglichkeit glaubt, daß Rußland seine schützende Hand über den kleinen Gernegroß Montenegro ausstrecken könnte, so liegt der Grund dazu, abgesehen von den verwandtschaftlichen Beziehungen der beiden Häuser, in der Erinnerung daran, daß auch der Urgroßvater des Zaren im Kriege hineingetrieben wurde, weil alteingewurzelte Volksanschauungen übermächtig wurden. Die Mobilmachung der russischen Streitkräfte an der Grenze Österreich=Ungarns, die das Donaureich zu Gegenmaßregeln zwang, ist noch in frischem Gedächtnis. Sie stärkte die altslawischen und großserbischen Strömungen und ließ die Überzeugung aufkommen, daß man ruhig wagen könne, Österreich Schach zu bieten, weil es gegen Rußland doch nichts zu unternehmen in der Lage und gewillt sei. Eine ungeheure Gefahr liegt in dem Vorhandensein solcher Vorstellungen. Österreich hat den Balkan vor seinen Türen, seine ganze wirtschaftliche wie politische Stellung ist schwer bedroht, wenn man dort unten anfängt zu glauben, es sei eine Quantité négligeable, über die man spottend hinweggehen könne. Um das bißchen Skutari handelt es sich jetzt also gar nicht, sondern um den Beweis, ob Österreich eine Vormacht auf dem Balkan bleiben soll oder nicht. Manche gute Freunde, die wir im Ausland haben, mögen denken, wieder einmal biete sich die Gelegenheit, um zuerst unsern Verbündeten und dann auch Deutschland auf die Knie niederzudrücken. Wir verfolgen keine unmittelbaren Ziele an der Adria, doch, wenn das Wohl und Wehe des Bundesgenossen auf dem Spiele steht, so müssen wir ihm zur Seite treten. Eine Schwächung Österreich=Ungarns als einer seiner Geschicke selbstbestimmenden Großmacht wäre nuch eine Schwächung Deutschlands. Keine Verschleppung! Ganze Arbeit! Die Gefahren einer Verschleppungstaktik, die auch jetzt noch mit bezug auf die Verabschiedung der Deckungsvorlagen in gewissen Parteiorganen befürwortet wird, obwohl die Wertung und Wirkung der Erklärung des Reichskanzlers in der streng vertraulichen Sitzung der Budgetkommission des Reichstages in der beschleunigten Inangriffnahme der Bera tung der Wehrvorlage klar vor aller Augen steht, liegen kei neswegs allein auf militärpolitischem Geriete.##ier wird die hoffentlich bei allen bürgerlichen Parteien vorhandene Ein sicht, daß die neue Heeresverstärkung die Sicherheit des Reiches nicht sowohl in als vor Kriegsgefahr verbürgen soll, die kräftige Farbe der Entschließung, die das Programm der verbündeten Regierungen kennzeichnet, nicht verblassen und verschwinden lassen. Es wäre nicht nur eine unverzeihliche Schwäche, es wäre eine unverantwortliche Handlungsweise, wenn die maß gebenden Stellen, die übereinstimmend die Notwendigkeit und Dringlichkeit der neuen Wehrausgaben betont haben und die nur dann die auf ihnen ruhende Verantwortung tragen kön nen, wenn die vaterländische Wehrmacht für alle Eventuali täten gerüstet ist, im Stich gelassen werden sollten. Wenn aber die pflichtmäßig gebotene Fürsorge für die militärische Stärke des Reiches zu einer rechtzeitigen Verabschiedung der Wehrvorlage geradezu zwingt, so darf auf der andern Seite Naturgemäß suchten die Verbündeten die Trennungslinie, die Elbe, zu gewinnen, und so erfolgt denn in den nächsten Tagen der Marsch auf Dresden und Meißen. Der alte Haudegen Blücher wußte sehr wohl, daß die Verbündeten eine Niederlage erlitten hatten; aber es ist bewun dernswert, mit welcher Geschicklichkeit er, um Entmutigung unter den Truppen zu verhüten, diesen den wahren Sachverhalt zu verschleiern wußte. Seine charakteristische Ansprache lautete:„Guten Morgen, Kinder!— Dit mal hat es gut gegangen! De Franzosen sind et gewahr geworden, mit wem se zu duhn hebben!— Der König läßt sich bedanken beu euch!“ Bei diesen Worten nahm er die Feldmütze ab und schwenkte sie über seinem ehrwürdigen Haupte.—„Dat Pulver is alle! Darum gehn wir zurück bet hinter de Elbe! Da kommen mehr Kameraden, un brengen uns wedder Pulver un Blei, un dann gehn wir wedder drup up de Franzosen, dat se de Schwärnoth kriegen!— Wer nn seggt dat wi reteriren, dat is en Hundsfott, en schlechter Kerl! guten Morgen, Kinder!“ Ueber den Eindruck der Schlacht schreibt Gneisenau an Hardenberg:„Der moralische Zustand der Armee ist gut. Der Soldat glaubt nicht geschlagen zu sein. Wenn alles mit Anstrengung an der Wiederherstellung und Vergrößerung der Streitkräfte arbeitet, so bin ich keinen Augenblick zweifelhaft über das Schicksal des Krieges!“ Der preußische König aber spendet der Armee seinen Dank, in dem es heißt:„Sie hat ohne Ausnahme geleistet, was Kühnheit und Disziplin vermögen, und dem preußischen Namen die höchste Ehre gemacht. Wenn die Armee bei diesem Geiste beharrt, so wird sie jede Widerwärtigkeit überwinden und das Ziel ihrer Anstrengung gewiß erreichen.“— Druck von Gebr. Heidemann in Herford. Post=Scheck=Konto: Nr. 369 Hannover. 68. Jahrgang. die in mühsamer kampfreicher Arbeit wiederhergestellte Gesundheit der Reichsfinanzen nicht durch Verschleppung der Deckungsaufgabe von neuem bedroht werden. Es hört sich ganz harmlos an, wenn der Vorschlag gemacht wird, die Deckung der fortdauernden Ausgaben vorläufig auszusetzen und diesen Teil des Deckungsprogramms in einem späteren Zeitpunkte zu erledigen. Der gefährlichen Tendenz eines dahingehenden Vorschlags wird man erst recht inne, wenn man die Möglichkeit seiner Durchführung ins Auge faßt. Welcher Zeitpunkt wäre denn da der geeignete, um eine starke und geschlossene Mehrheit für die Bewilligung der benötigten Mittel zustande zu bringen? Notwendi gen Forderungen aus dem Wege zu gehen, sie auf eine schein bar bequemere Zeit zu vertagen, hat noch nie gut getan. Das lehrt die Geschichte der Reichsfinanzen zur genüge. Aber es käme noch ein anderes Moment hinzu, um die Situation eher schlechter als besser zu machen. Jeder Versuch, an der Lösung der Deckungsfrage diejenige Partei zu beteiligen, die der Wehrvorlage ihre Zustimmung versagt, würde doch mit der durchaus berechtigten Entgegnung abgewiesen werden, daß die Parteien, die die neuen Ausgaben bewilligt haben, selbstverständlich auch zur Beschaffung der entsprechenden Einnahmen verpflichtet sind. In dieser Verpflichtung ist für die auf dem Boden der Wehrvorlage stehenden Parteien in Bindemittel gegeben, das sich hoffentlich stark genug erweisen wird, um auch bei der Beschaffung des Deckungsbedarfs u. zwar des ganzen Deckungsdedarfs eine gemeinsame und erfolgreiche Arbeit dieser Parteien sicherzustellen. Nur, wenn dieses Ziel erreicht wird, kann die Wirkung der neuen Heeresverstärkung den auf sie gesetzten Erwartungen entsprechen; auf den Dank des Vaterlandes aber werden unter allen Um ständen nur diejenigen Parteien Anspruch erheben können, die im Opferjahr 1913 auch bei der Aufbringung der Mittel für die notwendige Rüstungsvermehrung nicht versagen. Zur Charakteristik der sozialdemokratischen „Enthüllungen“. Der Köln. Ztg. wird aus Berlin geschrieben: Allmählich dürften sich auch diejenigen unter den Sozialdemokraten, die noch objektiv denken können, der Einsicht nicht mehr verschließen, daß die Liebknechtschen„Enthüllungen“ erstens einmal ihren Zweck, der neuen Heeresverstärtung Steine in den Weg zu schlendern, nicht errreichen, uns Laß... zweitens aus Uebertreibungen und Entstellungen zusammengesetzt sind. Nun kommt noch der bündige Beweis hinzu, daß sie zum großen Teil überhaupt nichts Neues bieten. Um zunächst noch einmal die durch den Abdruck von Briefen, die ihn nicht erreichten, vom Vorwärts unterstrichenen Mitteilungen über die internationalen Vereinbarungen in der Waffenindustrie zu erwähnen, die diese mit allen modernen Großindustrien gemein haben, so sei auf den in der Hauptversammlung vom 7. April d. F. erstatteten Geschäftsbericht der Deutschen Waffen= und Munitionsfabriken verwiesen. Der Bericht des Vorstandes über das abgelaufene Geschäftsjahr bespricht da im Tone der Selbstverständlichkeit, was die Herren Sozialdemokraten zum frommen Schauder einer gläubigen Anhängerschaft„enthüllt“ haben: die Beteiligung dieses Unternehmens an der Fabrique Nationake d'Armes de Guerre in Herstal. Diese Beteiligung war ebensowenig ein Geheimnis, wie der Umstand, daß die deutsche Fabrik im Vorstand der belgischen vertreten ist. Was nun die„Enthüllungen“ über den Brief der Deutschen Waffen= und Munitionsfabriken betrifft, durch den sie im Jahre 1907 ihren Vertreter in Paris veranlassen wollten, eine Notiz über die Neubewaffnung der französischen Armee mit Maschinengewehren in den Figaro zu lancieren, eine Notiz, die bekanntlich nie erschienen ist, so ist diese Angelegenheit vereits am 23. Februar 1911 im Reichstag behandelt worden. Wie man im stenographischen Protokoll dieser Sitzung nachlesen kann, hat bei der Beratung der damaligen Heeresvorlagen der Abg. Stücklen die Rolle des Enthüllers gespielt und den Brief der Deutschen Waffen= und Munitionsfabriken verlesen. Der Kriegsminister hat damals erwidert und festgestellt, daß dieses Schreiben lediglich lanciert worden sei, um hierdurch Anhaltspunkte für die Absichten der französischen Heeresvenwaltung zu gewinnen. Der Kriegsminister teilte damals noch mit, daß die deutsche Heeresverwaltung mit den Deutschen Waffen= und Munitionsfabriken bereits ein Jahr zuvor, 1906, über die Maschinengewehre einen Vertrag abgeschlossen hatte. Merkwürdiger Weise hat jetzt niemand daran erinnert, daß vor zwei Jahren diese Enthüllung keinerlei Gensation gemacht. Es ist aber bezeichnend, wie die Sozialdemokraten diese Dinge jeweils vorbringen, wenn eine Heeresvorlage zur Verhandlung steht. Die taktische Absicht dabei ist offenbar. Der Vollständigkeit halber sei noch angeführt, was die Zeukurger Nachrichten über die Art und Weise mitteilen, wie Liebknecht jenen Brief der Deutschen Waffen= und Munitionsfabriken erlangt hat: Ein früherer Angestellter der Deutschen Waffen= und Munitionsfabriken namens Schoeps hatte sich im Dezember 1910 wegen Erpressung vor der Strafkammer des Berliner Landgerichts 3 zu verantworten, und Dr. Liebknecht, der außer Sozialdemokrat auch noch Rechtsanwalt ist, verteidigte ihn. Dieser Schoeps hatte sich eine Abschrift des Briefes auf unredliche Weise angeeignet und mit der Behauptung, der Brief und die Notiz für den Figaro seien zu dem Zwecke geschrieben worden, das Deutsche Reich zu weitern Rüstungen und demgemäß zu Waffenbestellungen anzureizen, Geldforderungen bei den Deutschen Waffen= und Munitionsfabriken erhoben. In Wahrheit sollten Brief= und Zeitungsnotiz nichts anderes bezwecken, als die französische Regierung zu einer Berichtigung und dadurch zu Aufklärungen über ihre Maschinengewehrpläne treiben, aus denen sich nützliche Schlüsse für die deutsche Heeresverwaltung ziehen ließen. Schoeps wurde als Erpresser zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Dr. Liebknecht war als Verteidiger zu der Abschrift des Briefes gekommen, und als Sozialdemokrat gab er sie an seine Partei weiter. Die gestrige Botschafterkonferenz. London, 2. Mai. Die gestrige Botschafterkonferenz war ergebnislos und ist auf Montag vertagt. Österreich scheint nicht abgeneigt, diese zu beschicken. Noch ist daher eine friedliche Lösung möglich. London, 2. Mai. Wie das Reutersche Bureau erfährt hat Rußland Österreich=Ungarn eine neue Mitteilung ge macht, in der es seinen Entschluß wiederholt, auf die Räu mung Skutaris durch Montenegro zu bestehen. Rußland hoffe, daß, wenn irgend eine Macht es für notwendig halten sollte, neue Maßregeln zu ergreifen, man sich bemühen werde, wenigstens eine andere Macht zur Teilnahme daran zu bebegen. London, 1. Mai. Die Botschafter sind etwa um 3 Uhr 30 Minuten zur Konferenz im Auswärtigen Amt einge troffen. Die Konferenz war um 6 Uhr beendet. Der rus sische Botschafter verließ als erster, der österreichisch=unga rische als letzter die Konferenz. London, 1. Mai. Montenegro betont in seiner Ant wort an die Mächte seine Nachgiebigkeit ihnen gegenüber und fügt hinzu, die Einnahme von Skutari stelle in keiner Weise eine Herausforderung auf ihre vorhergegangene Entschei dung dar. Montenegro bedaure jedoch, die in Aussicht genom mene Abgrenzung Albaniens noch nicht zu kennen. Mon tenegro beziehe sich auf die Mitteilung der Balkanverbündeten an die Mächte vom 24. April und behalte sich vor, der Stutarifrage im Laufe der Friedensunterhandlungen näher zu treten, wenn die Balkanverbündeten mit den Mächten über die endgültige Abgrenzung Albaniens verhandeln würden. Eine Information des Reuterschen Bureaus besagt: Ob wohl betreffend die dem montenegrinischen Delegierten Po powitsch anvertraute Mission Stillschweigen bewahrt wird, glaubt man, daß die ihm telegraphierten Anweisungen derart sind, daß sie einen Ausgleich(arrangement) möglich machen. Als erheblicher Fortschritt wird der Umstand betrachtet, daß Montenegro selbst habe durchblicken lassen, daß es bereit sei, Skutari zu verlassen, und daß die Ausdrücke seiner heute vor mittag bei den Mächten eingegangenen Antwort eine ge mäßigtere Haltung zeigten. London, 1. Mai. Die in Bezug auf die etwaige Auf lösung der Botschafterkonferenz ausgesprochenen Befürchtun gen haben sich nicht erfüllt. Der österreichisch=ungarische Botschafter hatte sich. nachdem die übrigen Botschafter das Foreigne office verlassen hatten, einige Zeit mit Sir Edward Grey unterhalten. Kurz darauf zeigte das Foreigne=office an, daß sich die Botschafter kommenden Montag wieder per einigen würden. Inzwischen werden die Botschafter ihren Regierungen über die heute getroffenen Entscheidungen Mit teilung machen. Das Vorgehen Österreich=Ungarns. Die Köln. Ztg. brachte gestern folgendes Telegramm aus Wien: Die gesamte Wiener Presse ist mit dem Beschluß der Regierung einverstanden, endlich selbst gegen Montenegro vorzugehen. Die Reichspost und die andern Blätter, die schon lange mit der Friedenspolitik Berchtolds unzufrieden waren, stimmen diesem Beschluß mit einem Seufzer der Er leichterung bei. Für sie ist die Politik der Gebuld, die Berch told unter dem Zwang der Verhältnisse und nach dem Gebot der Klugheit bisher geführt hat, eine Politik der Beeinträch tigung des politischen Ansehens Oesterreich=Ungarns gewesen, und sie sehen in der nun beginnenden Zeit der Taten eine zwar verspätete aber doch willkommene Gelegenheit, die Scharte auszuwetzen und Oesterreich=Ungarns Geltung auf dem Balkan und in der Welt wiederherzustellen. Der andere Teil der Presse, der immer der friedlichen Entwicklung das Wort geredet hatte und darin häufig für den guten Geschmack sogar zu weit gegangen war, betrachtet Oesterreich=Ungarns Vorgehen als eine unangenehme, aber unvermeidliche Not wendigkeit, da Oesterreich=Ungarn aus Selbstachtung nichts anderes übrig bleibe, als seinen von Guropa genehmigten Willen auch gegen geheime feindliche Kräfte selbst durchzu setzen. Wien, 1. Mai. Morgen findet im Ministerium des Aeußeren ein gemeinsamer Ministerrat statt, der sich mit den heutigen Beschlüssen der Londoner Botschaftervereinigung befassen wird. An dem Ministerrate nehmen die gemein samen Minister, die beiden Ministerpräsidenten, vielleicht auch die beiden Finanzminister teil. Die Meldung, daß morgen ein Kronratunter dem Vorsitze des Kaisers stattfinden werde, ist unrichtig. Extrablätter, die diese Meldung gestern abend in Wien ver breiteten, wurden auf den Straßen konfisziert. Fertig zur Aktion. Der Frankf. Ztg. wird von ihrem Wiener G=Korrespondeuten telegraphiert: Um Essad Pascha will man sich vorläufig nicht kümmern. Dieser vielseitige Kostgänger und Balkangentleman hat auch die Wiener Küche nicht verschmäyt. Nun glaubt er auf die bessere Seite gefallen zu sein, aber Italien zeigt sehr wenig Neigung, ihn im Besitz seiner mit einem wohlbezahlten Verrat erkauften Rechte zu lassen. Es verlautet, daß er nicht mir Skutari den Montenegrinern, sondern auch Durazzo den Ser ben kraft seines königlichen Rechtes abgetreten habe. Diese kleine Schiebung zwingt Oesterreich=Ungarn und Italien, um so energischer auch an Serbien die Forderung zu richten, schleunigst Albanien zu räumen. Man sieht wieder aus die sen Machenschaften, zu welchen Intrigen die russische Ver schleppungspolitik Zeit und Gelegenheit geboten hat. Ein Ultimatum soll, wie es heißt, an Montenegro nicht gerichtet werden. Ein Vormarsch vor Freitag wird für un wahrscheinlich gehalten. Die minder schußfesten Räumlich teiten von Cattaro sind von der Zivilbevölkerung geräumt. Alle irgendwie feuergefährlichen Substanzen sind in bomben sichere Räume gebracht worden. Die Zivilbevölkerung ist auf Staatskosten in den benachbarten Ortschaften in Schulen und allen irgendwie verfügbaren Räumlichkeiten einquartier: worden. Die Mitwirkung Italiens. Der Frankf. Ztg. wurde gestern aus Rom telegraphiert: Die Entscheidung Italiens ist dahin zu erwarten, daß es versuchen wird, England zur Teilnahme an der Aktion zur Durchführung des Beschlusses der Mächte zu bewegen. Ge lingt dies nicht und marschiert Oesterreich, was man jetzt fürchtet, so wird Italien ebenfalls Truppen landen, jedoch in strengster Beschränkung auf die Wahrnehmung seiner eigenen Interessen in Albanien. Strategisch präzisiert heißt dies: Istalien wird den Süden von Albanien besetzen, um bei einer etwaigen Auseinandersetzung einen Gegenstand in der Hand zu haben. Für solche nüchterne Interessenpolitik ist die Stimmung im Lande äußerstenfalls zu haben. Eine direkte Aktion gegen Montenegro kann nach hiesiger Auffassung von Italien nicht erwartet werden, worüber sich auch Oesterreich teinerlei Illusionen hingibt. Albanien. Konstantinopel, 30. April. Der Großwesir hatte eine lange Unterredung mit dem österreichischen Botschafter über die Ausrufung des unabhängigen Albaniens unter der Ober hoheit des Sultans, die, wie man hört, von der Pforte als die einzige tatsächliche Lösung angesehen wird. Die Regierungspresse sagt heute übereinstimmend, daß das Vorgehen Essad Paschas die Beschlüsse der Mächte umarworfen habe, die auf der falschen Ansicht begründet gewesen seien, daß Ismail Kemal und seine Genossen die rechtmäßigen Vertreter des al banischen Volkes seien. Athen, 30. April. Die halbamtliche Hestia schreibt zum Staatsstreich Essad Paschas in Albanien, daß die Vermutung einer Verständigung zwischen Essad und dem König von Mon tenegro nicht unwahrscheinlich sei. Wenn es Essad gelinge, sich als Fürst Albaniens durchzusetzen, und wenn aus den Ereignissen sich ein Zusammengehen Albaniens und Montenegros ergebe, so würde man sich einer sehr ernsten ento päischen, nicht nur balkanischen Verwicklung gegenübersehen, welche die bisherige Lösung der albanischen und aller damit zusammenhängenden Fragen über den Haufen werfen und die Träume beider Adriamächte zunichte machen würde. Valona. 29. April. Der Freiheitskämpfer Niazi Bei war in den Bergen, um Propaganda zu machen für einen usmanischen Kronanwärter. Heute Mittag wurde er samit seinem Adjutanten, als sie sich von hier einschiffen wollten, von Albanern aus Kossowo erschossen. Beide waren sofort tot. Die Boweggründe der Tat liegen noch nicht klar zutage. Es ist aber anzunehmen, daß Niazi=Bei von Albaniern er mordet worden ist, die nicht dulden wollten, daß an Stelle eines nationalen Albaniers ein Türke den Thron Albaniens besteigt. Niazi=Bei hat als türkischer Vizemajor den Anstoß gege ben, daß die jungtürkische Bewegung zu Taten führte. Im Fahre 1908 lehnte er sich als erster mit unterstellten Trup pen in Resna gegen das alte System auf, zog in die Berge und führte einen eifrigen Kampf um die Verfassung. In Valona herrscht volle Anarchie. Die Bevölkerung lebt in großer Furcht, da sie Repressalien von Tschawid Pascha, einem Freunde Niazi Beis, befürchtet, Dschawid Pascha steh: mit 15000 türkischen Truppen in der Gegend von Scieri. Die Annahme erscheint auch wahrscheinlich, daß Valona von Tschawid Pascha angegriffen wird. Der italienische Konsu hat seine Regierung ersucht, schleunigst Kriegsschiffe zum Schutze der italienischen Interessen zu senden. Korfu, 1. Mai. Die Konsuln von Turazzo nämlich der österreichische und der italienische Konsul und der franzö sische Konsularagent haben sich heute morgen nach Tirana begeben um mit Essad Pascha zusammenzutreffen. Essad Pascha sandte Offiziere ab, um die Serben zur Uebergabe Durazzos aufzufordern. Die Serben antworteten, Essad könne die Stadt erst dann besetzen, wenn sie von den Serben geräumt sei. Athen, 1. Mai. Wie aus Korfu gemeldet wird, ist dort der Donner eines lebhaften Geschützfeuers zu hören. Er kommt aus der Richtung von Valona. Es wird vermutet, daß die unter Dschawid Pascha bei Valona stehenden tür kischen Truppen die Stadt besetzt haben. Politische Rundschau. Berlin, 1. Mai. Prinz Ernst August,#erzog zu Braunschweig und Lüneburg, ist gestern vormittag hier eingetroffen. Fürst Bülow und die Landtagswahlreform. Die im Landtagswahlkampfe gefallene Acußerung des Vorsitzenden des Danziger Konservativen Vereins, Pa stors Wichmann, der Passus von der Notwendigkeit einer Wahlreform sei seinerzeit in der Thronrede nur durch den Fürsten Bülow ohne Vorwissen des Königs ausgenommen worden und die berichtende Acußerung des konservativen Organs, Bülow habe die Worte:„Es ist Mein fester könig licher Wille“ selbständig eingefügt, haben die liberale„Dan ziger Zeitung“ veranlaßt, sich um Aufklärung an den Fürsten Bülow zu wenden. Von Rom aus ist jetzt die Antwort erteilt worden: Die Haltlosigkeit der von Pastor Wichmann aufgestellten Behauptung sei wohl inzwischen allgemein be kannt geworden. Die Sühne für einen Deutschenmord auf Neuguinea. Die Expedition gegen die Mörder der im Okto ber 1912 auf der Insel Umboi ermordeten Pflanzer Gebru der Weber ist vom Kaiserlichen Bezirksamt Friedrich=Wil helmshaven in der Zeit vom 25. Februar bis 4. März ausgeführt worden. Dabei wurde nach einem soeben in Berlin eingetroffenen Bericht des Gouverneurs festgestellt, daß die Tat von den Kumtungan, einem Bergstamme an der Süd westseite der Insel, wohl aus Habsucht nach den Warenvor räten der Gebrüder Weber, begangen worden ist. Die an der Ermordung unmittelbar beteiligten Eingeborenen, deren Namen vorher ermittelt worden waren, fielen in dem Kampf gegen die Truppe. Nur einer der Mörder wurde bei dieser Gelegenheit lebend ergriffen und standrechtlich erschossen. wolland. Die 2. Kammer setzte gestern die Beratung über die Küstenverteidigung fort. Der Kriegsminister führte aus, das Gerede von einem Druck, den irgend eine Macht zwecks Errichtung eines Forts bei Vlissingen ausübe, sei ein vollkommener Nonsens. Der Minister des Aeußern bemerkte, der Gesichtspunkt betreffend die Frage des Rechts oder der Verpflichtung Hollands, eine englische Flotte zu hindern, nach Antwerpen zu fahren, erfuhr keine Aenderung durch die Bor lage, die somit nicht als ein gegen Belgien gerichteter feindseliger Akt angesehen werden könne. England. Annie Kenny, eine Anhängerin des Frauenstimmrechts, ist heute in Dover verhaftet worden, als sie von Frankreich zurückkehrte. Sie wurde dem Polizei gericht in Bowstreet vorgeführt unter der Anklage, zum Zwecke böswilliger Sachbeschädigung an einer Verschwörung teilgenommen zu haben. In Hendon ist ein Wagenschuppen in Brand gesteckt worden. An der Tür war ein Platat ange heftet, das die Worte trug: Stimmrecht! Stimmrecht! Stimmrecht! Hütet Euch! Noramerika. Im Kalifornischen Senat ist die Landbill mit dem Zusatzantrag, durch welchen Ausländer, die das Bürgerrecht nicht erwerben können, vom Landerwerb in Kalifornien ausgeschlossen werden, angenommen worden. Der Kronprinz als Herausgeber. Unter dem Titel„Deutschland in Waffen“ ist bei der Deutschen Verlagsanstalt in Stuttgart von dem Kronprinzen als Herausgeber ein neues Werk erschienen, das dem Kaiser gewidmet ist. Der Kronprinz hat selbst zwei Artikel verfaßt: „Ein Wort zum Geleit" und„Regiment der Garde du Corps, Standarteneskadron“, die beide von frischem militärischem Geiste zeugen. Der Kronprinz wendet sich an die gesamte wehrfähige Bevölkerung Deutschlands, beweist überzeugend, daß wir wegen unserer ungünstigen geographischen Lage den kriegerischen Geist pflegen müssen und wendet sich gegen die falschen Friedenspropheten und die Friedensfreunde um jeden Preis. Das Wort zum Geleit schließt mit folgender Mah nung: „Gewiß kann und soll diplomatische Geschicklichkeit wohl eine Zeitlang die Konflikte hinhalten, zuweilen lösen. Gewiß müssen und werden sich in der ernsten Entscheidungsstunde aller Berufenen ihrer ungeheuren Verantwortung voll bewußt sein. Sie werden sich klarmachen müssen, daß der Riesenbrand, einmal entsacht, nicht mehr so leicht und rasch erstickt werden kann. Aber wie der Blitz ein Spannungs ausgleich zweier verschieden geladener Luftschichten ist, so wird das Schwert bis zum Untergange der Welt immer der letzten Endes ausschlaggebende Faktor sein und bleiben. Und deshalb muß ein jeder, dem seine Heimat lieb ist und der an eine große Zukunft unseres Volkes glaubt, freudig mitar beiten für sein Teil, daß der alte soldatische Geist unserer Väter nicht verloren geht, nicht von des Gedankens Blässe angekränkelt werde. Denn das Schwert selbst macht die Sache nicht allein, sondern der in Uebung gestählte Arm, der es führt. Jeder einzelne von uns muß sich waffenfähig er halten und auch innerlich vorbereitet sein auf die ernste, große Stunde, da der Kaiser zu der Fahne ruft. Auf jede Stunde, da wir uns nicht mehr selbst, sondern nur noch dem Vater land mit all unseren geistigen und körperlichen Kräften gehören; da alle diese Fähigkeiten zur höchsten Auspannung gebracht werden müssen zu jenem„Willen zum Siege“, der noch niemals in der Geschichte erfolglos gewesen ist.“ Außer den Beiträgen des Kronprinzen enthält der Band 20 Tafeln und zu jeder einen knapp gefaßten instruktiven Aufsatz aus der Feder von Offizieren der betreffenden Waf fengattung, während die Tafeln die Namen unserer bekanntesten Militär= und Marinemaler tragen. Alle Waffengattungen und Kontingente werden so im Bilde vorgeführt. Neben den Worten, die der Kronprinz dem„Deutschland in Waffen“ mit auf den Weg gab, wird es dem Buch auch viele Sympathien erwerben, daß der Reinertrag auf Aure gung des Kronprinzen den Zwecken des Jugenddeutschland bundes zugute kommen soll. Aus der Provinz und den Nachbarländern. Herford, 2. Mai. Wetterwarte. 8 Uhr früh: Barometer 758 Millimeter. Thermometer+ 10. Trüb. Westwind. Oeffentlicher Wetterdienst. Dienststelle: Meteorologisches Observatorium Aachen. Kühl, wolkig, vereinzelt noch Regen, Westwind. Zur Landtagswahl in Bielefeld=Herford=Halle. Am Samstagabend fand im Bielefelder Konzerthaus eine Versammlung nationalliberaler Wähler statt, in der Fabrikant Kisker, der Vorsitzende der nationalliberalen Partei Bielefelds, über die Geschichte des nunmehr gescheiterten Wahlabkommens zwischen den Nationalliberalen und Freisinnigen unseres Wahlkreises nachstehende Darlegung gab: Sämtliche Verhandlungen sind Schritt für Schritt im Einverständnis mit den Herforder Nationalliberalen geführt worden, und wir werden auch in Zukunft unter allen Umständen mit unsern Herforder Freunden zusammengehen, haben wir uns doch unsers besten Einflusses beraubt, als wir bei der vorigen Wahl uns in verschiedenen Lagern befanden. In allen Phasen der jetzt hinter uns liegenden Verhandlungen haben wir stets in Herford offene Türen gefunden, sind stets den gleichen Absichten begegnet. Der sie beherr * schende Gedanke war von Anfang an: Herbeiführung einer Einigung aller bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokratie. Wir hofften, das dadurch erreichen zu können, daß wir der Aufstellung eines konservativen, eines nationalliberalen und eines freisinnigen Landtagskandidaten das Wort redeten. Aber wir hatten uns in unserer Erwartung über die Aufnahme dieses Vorschlages sowohl bei den Konservativen als auch bei den Fortschrittlern geirrt. Jene lehnten ihn bedingt, diese glatt ab, eine Folge der Tatsache, daß in beiden Parteien einige radikale Elemente überwiegenden Einfluß besitzen. Wir mußten daher notgedrungen versuchen, uns mit einer Partei zu verständigen, und wandten uns dieserhalb an die Freisinnige Volkspartei. Sie bot uns an, für die bevorstehende Landtagswahl gemeinsam 2 nationalliberale und einen freisinnigen Kandidaten aufzustellen, so daß unumwunden zugegeben werden muß, daß ein solcher Vorschlag für unsere Partei etwas Verführerisches hatte. Um dieses Ziel zu erreichen, sollte nun bei der Haupt=, Stich= und etwaigen Nachwahl im gegenseitigen Einverständnis gehandelt werden. Gibt es nun aber auch einen gangbaren Weg, diesen Plan zu verwirklichen? Wenn nicht alles täuscht, wird das Kräfteverhältnis der einzelnen Parteien, wie es sich in den Wahlmänner=Wahlen darstellt, gegenüber dem vor 5 Jahren nur wenig Verschiebungen aufweisen, so daß wieder das damalige Bild entstehen dürfte. In ihm aber ist das Markante, daß die Sozialdemokratie damals schreiben durfte, der Freisinn war bereit, mit uns zu verhandeln, und schreiben mußte, die Nationalliberalen aber lehnten ab, und deshalv ließen wir sie durchplumpsen. Auf jene Anerkennung unserer Haltung der Sozialdemokratie gegenüber sind wir noch heute stolz(Lebhafter Beifall.) In Vergegenwätigung des eben gezeichneten Bildes erklärten wir daher dem Fortschritt: Wir sind mit dem Wahlabkommen auf der vorgeschlagenen Grundlage einverstanden, vorausgesetzt, daß keinerlei Verhandlungen mit der Sozialdemokratie gepflogen werden. Wir verlangten also, daß die Freisinnige Volkspartei unseres Wahlkreises einen scharfen Strich zwischen sich und der Sozialdemokratie ziehe. Hierauf ist uns bislang keine unzweideutige und klare Antwort geworden. Sie ist uns aber in dem ganzen Wahlabkommen das wichtigste, da von ihrem Ausfall es abhängt, ob eine Solidarität des Bür gertums gegenüber der Sozialdemokratie erreicht werden kann oder nicht. Diese Solidarität herbeizuführen, wollten wir dann in einem vielleicht ganz aussichtslosen Beginnen auch noch nach ungünstig verlaufenen Wahlmänner=Wahlen versuchen, indem wir uns auch dann noch auf der Grundlage unsers ersten Vorschlages um einen Anschluß nach rechts bemühen wollten. Aber auch das hat der Freisinn abgelehnt. Worin der Grund dieser Ablehnung liegt, haben wir nicht erfahren können, sondern der Freisinn hat alle unsre Zugeständnisse endlich damit beantwortet, daß er einen zweiten Kandidaten nominiert und einen dritten in Aussicht genommen hat. Er motiviert diese Schroffheit uns gegenüber mit der Redewendung, wir wollten ihm nicht„Gleiches Recht für alle“ zubilligen. Aus dieser Auslassung geht die zarteste Rücksichtnahme auf die Sozialdemokratie hervor, die zugleich auf eine Stufe mit jeder bürgerlichen Partei gestellt wird. Wir bedauern diese Stellungnahme, bedauern sie umsomehr, als wir einmütig mit großer Freude den ersten vom Freisinn nominierten Kandidaten, Herrn Justizrat Brand=Herford, gewählt haben würden. Wir schätzen diesen Kandidaten außerordentlich hoch ein, nicht nur als Persönlichkeit und vortrefflichen Kenner unserer heimischen Verhältnisse, sondern auch in seiner unzweidentig ablehnenden Haltung der Sozialdemokratie gegenüber, welche Stellungnahme ihm denn auch in den Kreisen der radikalen Bielefelder Fortschrittler sehr verübelt wird. Für die Nationalliberalen des Wahlkreises aber hat sich nun für den Wahlkampf folgende Direktive ergeben: Selbständiges Vorgehen durch Aufstellung eigener Wahlmänner und volle Freiheit des Handelns nach allen Seiten hin, sobald die Wahlmänner=Wahlen vorbei sind. (Lebhafter Beifall.)— In der Aussprache, die den vorstehenden Darlegungen folgte, wurde wiederholt dem lebhaften Bedauern über das Scheitern des Wahlabkommens Ausdruck gegeben; doch war man fast ebenso einmütig auch der Ansicht, daß der abgerissene Faden zu einer Verständigung zwischen den Liberalen beider Richtungen nur durch den Freisinn wieder geschürzt werden könne.— Das Endergebnis der interessanten Versammlung war die einstimmige Gutheißung der eben gekennzeichneten Wahltaktik und die einstimmige Nominierung der Herren Landtagsabgeordneten Meyer zu Jerrendorf und Reichtagsabgeordneten P. Meyer aus Herford zu Kandidaten für die bevorstehende Landtagswahl. Hierbei wurde vom Vorstandstisch besonders betont, daß Herr Meyer zu Jerrendorf ein durchaus geschätztes und zuverlässiges Mitglied der nationalliberalen Partei sei und hinsichtlich der Wahlrechtsfrage auf dem Boden der nationalliberalen Forderung stehe.— Daß dasselbe für Herrn P. Meyer zutreffe, bedürfe wohl keiner besonderen Feststellung. Herford, 2. Mai. Pfingstfrost und Maistürme stellt ein Fachmann in den letzten Mitteilungen der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Aussicht. Es heißt darin u. a.: „Für Mai 1913 ist eine ganz ähnliche Witterungsfolge zu erwarten wie die, welche im April 1913 zu jenem Wettersturze geführt hat. Abgesehen von dem aus„klimatologischen Gründen wahrscheinlichen Nachwinter“ deutete auf diese Katastrophe die„westpazifischen Sturmerscheinungen gewöhnlich folgende Kältewelle". Die Stürme selbst sind an europäischen Gestaden in der ersten vollen Maiwoche 1913 fällig. Ihr westpazifischer Ursprung bürgt für das Auftreten einer Welle scharfer Kälte in der zweiten Maiwoche, also um Pfingsten und um die Zeit der sprichwörtlichen„Gestrengen Herren“. Herford, 2. Mai. Dergestrige Himmelfahrtstag war in der Morgenfrühe wunderbar schön. Laub und Blüten überall; dazu der sonnigste Sonnenschein und Maienglück auf allen Wegen. Selten gibt es einen Himmelfahrtstag, an dem die Natur sich in einem solchen Festgewande uns zeigt, wie sie heuer zum 1. Mai es angelegt. Da war es denn in der Tat kein Wunder, daß nicht nur die Vereine und Klubs hinauszogen in die Frühlingspracht, sondern auch zahlreiche Familien den Tag weitab vom Getriebe der Tätigkeit in Gottes schöner Welt verlebten. Leider hielten die späteren Tagesstunden nicht, was der Sonnenschein am Morgen verhieß. Schon am Vormittag zogen Gewitter am Horizont entlang und schienen besonders im Teutoburger Walde erhebliche Niederschläge zu bringen. Merkliche Abkühlung folgte, und die Fernsicht verschwand. Am Nachmittag kamen schon mit den ersten Zügen zahlreiche Ausflügler zurück und berichteten, daß ihnen am Ziele ihrer Fahrt der Regen die Wanderung verdorben. Auch hier setzte ein kurzer Gewitterregen ein, nach dem die Luft freilich von köstlicher Frische wurde, der andererseits aber auch Scharen von Spaziergängern heimwärts oder unter ein schützendes Dach drängte. Zugleich aber brachte er den Besitzern der hiesigen Sommergärten insofern eine recht unangenehme Enttäuschung, als die angesagten Konzerte nicht in den Gärten stattfinden konnten. Herford, 2. Mai. Der Himmelfahrtsausflug der Freien Gewerkschaften hatte heuer sehr viele Teilnehmer gefunden. Der Zug, in dem mehrere Kapellen die Marsch= musik lieferten, ordnete sich auf dem Lübberbruch und zog dann über Stiftberg und durch den Wald bis zum Schützenhof in Salzuflen. Die Rückkehr, mit der ein Umzug durch die Stadt verbunden war, erfolgte in den ersten Nachmittagsstunden. Herford, 2. Mai. Eine Ballonwettfahrt, veribunden mit kriegsmäßiger Ballonverfolgung fand gestern, veranstaltet vom Westfälisch=Lippischen Luftfahrverein und dem Automobilklub Westfalen, von Bielefeld aus statt. Hier wurden die Ballone kurz vor 11 Uhr gesichtet; in gleicher Richtung mit ihnen zog ein Gewitter. Anscheinend veranlaßte es zwei Ballone— sie standen von hier aus in der Richtung auf Orlinghausen— frühzeitig zu landen. Die beiden übrigen Ballone waren dagegen noch sehr lange zu beobachten und sollen um 12 Uhr in geringer Höhe über Lemgo geschwebt haben. Jeder Ballon wurde von 3 Kraftwagen verfolgt; sie hatten schon recht früh ihren Standort, 5 Kilometer von Bielefeld entfernt, eingenommen und starteten in jeder Gruppe— 1 Ballon und 3 Automobile— um je 2 Preise, die entweder der Ballonführer, wenn er von keinem Automobil gefangen wurde, oder die Automobilisten, die den Ballon fingen, erhalten sollten. Über das Resultat der Fahrt hatten wir bislang noch keine authentische Nachricht. Herford, 2. Mai. Ein interessanter Lichtbildervorrran— so schreibt man uns— wird Sonntag, den 4. Mai, abends von dem Evangel. Jugendverein im Vereinshause veranstaltet. Herr Pastor Westenhoff aus Mettingen wird über seine Reise nach Amerika und besonders auch über die dortigen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse eingehend berichten und seinen Bericht durch sehr gute Lichtbilder veranschaulichen. Der Überschuß des Ertrages soll der christlichen Jugendpflege zugute kommen. Der Altstädter Jünglingsverein wird durch seine Mitwirkung zur Verschönerung des Abends beitragen. Karten zu 20§ sind bei Gemeindehelfer Lichte, Elisabethstraße 12, und am Sonntag am Saaleingang zu haben. Bielefeld, 1. Mai. Stadttheater. Spielplan vom 4. bis 10. Mai. Sonntag: Die Walküre; 1. Tag der Trilogie:„Nibelungenring“ von Wagner. Montag: Mignon; Op. v. Thomas(letztes Gastsp. der Kammersängerin Boehm van Endert.) Dienstag: Madame Butterfly; Op. v. Puccini. Mittwoch: Die Jüdin; Op. v. Halevy. Donnerstag: Das Glöckchen des Eremiten; Op. v. Maillart. Freitag: Hoffmanns Erzählungen; Op. v. Offenbach. Sonnabend: Der Evangelimann; Mus. Schausp. v. Kienzl. Minden, 1. Mai. Die Kleinmüller befürchten von der Überlandzentrale eine Schädigung ihres Gewerbes, weil viele Landwirte dazu übergehen würden, und manche tatsächlich dazu übergegangen sind, sich eigene Schrotmühlen anzuschaffen. Diese Gefährdung der Kleinmüller ist nun aber weniger auf die elektrische Versorgung als solche zurückzuführen, als auf die Ausbreitung von Motoren aller Art auf dem Lande. Um den Kleinmüllern nun aber in ihrem Gewerbe eine Förderung zuteil werden zu lassen, hat der Aufsichtsrat des Elektrizitätswerks Minden=Ravensberg beschlossen, solchen Müllern, welche Mitglieder der in ihrem Bezirk bestehenden Innung sind, den Strom statt für 20 L für 15§ zu liesern, und bei dem tarifmäßigen Mindestmehrverbrauch für 8 H.(M. Kr.) Gütersloh, 30. April. Wegen der Verstaatlichung der Teutoburger Wald=Eisenbahn schweben, wie die„Glocke“ mitteilt, zurzeit Verhandlungen zwischen der Direktion der T.W.E. und dem Preußischen Eisenbahnfiskus.— Wie das genannte Blatt weiter mitteilt, soll der Stadt Gütersloh seitens der Militärverwaltung nahegelegt worden sein, sich um eine Garnison zu bewerben. Die Stadtverordneten beschlossen, daß der Magistrat sich alsbald mit der Militärverwaltung in Verbindung setze, um eventuell für Gütersloh ein Bataillon oder eine Schwadron zu erhalten. An einer Garnison hätten nicht nur die Handwerker und die kleineren Leute in der Stadt Interesse, sondern auch die Landwirte und die Industrie. Haltern, 30. April. Einenerheblichen Verlust hat der Buchhalter R. der Westfälisch=Anhaltischen Sprengstoffgesellschaft zugefügt. R. soll mit einer Konkurrenzfirma gegen die Gesellschaft gearbeitet haben, indem er dahin auf einige Arbeiter einwirkte, daß diese das Pulver verschlechterten. R. bestreitet diese Anklage. Er gibt jedoch zu, der Firma ungefahr 1150 m entwendet zu haben, indem er die Invalidenkarten längere Zeit nicht geklebt hatte. Als dann unvermutet eine Revision kam, nahm er sämtliche Quittungskarten und flüchtete damit nach Belgien. Hier vernichtete er die Karten, wodurch der Gesellschaft ein weiterer Schaden von 6000 A entstand. Der Staatsanwalt beantragte einen Monat Gefängnis. Das Urteil lautete auf drei Monate Gefängnis. Stiepel, 30. April. Entdeckung einer Falsch= münzerbande. Bei Haussuchungen wurden Maschinen und andere Einrichtungen zur Herstellung von falschem Papiergelde entdeckt. Die Beschuldigten hatten sich einen Münchener Lithographen verschrieben, Leipold mit Namen, der sie offenbar aber belogen und betrogen und seinen Kostwirt Wagner dazu bestohlen hat. Durch diesen Diebstahl von 160 A ist alles herausgekommen. Als Leipold ergriffen und von dem Bestohlenen und seinen Freunden eigenhändig der Polizeibehörde vorgeführt wurde, drehte er den Spieß um und erzählte die Geschichte von der Falschmünzerei. Außer Wagner und Leipold wurde noch der Wirt Sonnenschein nach Bochum ins Gefängnis gebracht. Leipold ist 23 Jahre alt, er hat die anderen Beschuldigten um höhere Geldbeträge gebracht, die er angeblich zu„wichtigen Reisen" nach Hamburg und Berlin gebrauchen mußte. Köln, 30. April. Die größte deutsche Stadt, dem Flächeninhalt nach, ist jetzt Köln nach Vereinigung mit Mülheim a. Rh. Das Stadtgebiet wird dann fast 20000 Hektar umfassen und Köln damit über ein dreimal so großes Gebiet als es Berlin besitzt, verfügen. Die Reihenfolge der deutschen Großstädte ist nach der Einwohnerzahl folgende: Berlin, Hamburg, München, Köln, Leipzig; dagegen stellt sich diese Reihenfolge, wenn man den Flächeninhalt betrachtet: Köln, Frankfurt a. M., Düsseldorf, Magdeburg, Hannover. Letzte Drahtnachrichten. London, 2. Mai. Wenn auch keine endgültige Ent scheidung erreicht wurde, erzielte gestern die Botschafterver einigung dennoch ein wichtiges Ergebnis, in dem sie bewies, daß sie noch in Kraft bleibt und indem sie eine weitere Zu sammenkunft für Montag einberief. Der sehr stark. Beweis versöhnlicher Stimmung Montenegros bildet einen wichtigen Faktor für die Lage. Einige wenigstens von den Botschaftern hoffen, daß es bis zum Montag möglich sein dürfte, durch diplomatische Mittel den Anschauungen der Mächte, hinsicht lich der Durchführung ihrer Entscheidung über Skutam entgegen zu kommen und auch annehmbare Mittel zur Befrie digung der Wünsche Montenegros„zu finden. Die Botschafter erörterten auch die Friedenslage. Es heißt, die Mächte wer den in allgemeinen Umrissen die Friedensbedingungen ent werfen, um sie den Kriegführenden vorzulegen, aber die Aus füllung der Einzelheiten solle den Telegierten vorbehalten bleiben, sobald sie in London zusammentreten. Wien. 2. Mai. Zwischen Österreich=Ungarn und Italien ist ein Übereinkommen über ihr gemeinsames Vorgehen zur Durchführung der Beschlüsse der Mächte in der Skutarisache im Grundsatz zustandegekommen. Über die Einzelheiten des Vorgehens wird noch verhandelt. Sofia, 1. Mai. Bulgarien steht auf dem Standpunkt, daß seine Interessen von der Skutarifrage nicht im mindesten berührtt werden. Es denkt nicht daran, sich in den Streit Montenegros mit Österreich=Ungarn einzumengen. Serbien scheint seine Haltung von Rußland abhängig zu machen: aber auch, falls Serbien aktiv in den Kampf Montenegros gegen Österreich eingreife, würde für Bulgarien keine Verpflichtung bestehen, seine Truppen gegen Österreich zu entsenden. Soweit man hier unterrichtet ist, besteht auch für Griechenland keinerlei Verpflichtung, Montenegro und eventuell Serbien in einem Kampf gegen Österreich zu unterstützen. Homburg v. d. Höhe, 2. Mai. Gestern nachmittag hat bei einem über dem Taunus niedergegangenen Gewitter der Blitz in eine hinter dem Herzbergturm gelegene Jagdhütte eingeschlagen. Dabei wurden 15 Personen betäubt. Zwei Damen aus Frankfurt a. M. wurden schwer verletzt. Kopenhagen, 2. Mai. Der deutsche Ballon Riesa aus Riesa i. S. mit 4 Passagieren landete gestern mittag bei Nygsted auf Laaland. Der Ballon war um Mitternacht in Riesa aufgestiegen. Der Führer, Wolf, und seine drei Be gleiter sind abends nach Deutschland abgereist. Brüssel. 2. Mai. Im St. Jean=Hospital brach abends Feuer aus, das namentlich in dem Pavillon für weibliche Tuberkulöse große Verheerungen anrichtete, sodaß sämtliche Säle des Pavillons geräumt werden mußten. Paris, 2. Mai. Der 30jährige Romanschriftsteller Peyre de Betonzet erschoß gestern mittag im Hausflur seines Wohnhauses seine 25jährige von ihm geschiedene Gattin, welche ihr Kind besuchen wollte. Die ermordete Frau war die Urenkelin der berühmten Sängerin Malibran. Paris, 2. Mai. Aus Saint Etienne im Departement Haute=Loire wird gemeldet, daß in verschiedenen Gegenden des Departements gestern reichlicher Schneefall eingetreten ist. Herford, 2. Mai. Am 30. v. Mts. nachmittags wurde auf dem hiesigen neuen Friedhof eine Ehefrau von dem Friedhofgärtner dabei betroffen, als sie von einem fremden Grabe eine Topfpflanze entwendete.— Wegen Trunkenheit Sachbeschädigung und Mißhandlung seiner Ehefrau, mußte am Mittwoch abend ein auf dem Holland wohnhafter Arbeiter in Haft genommen werden. Dem ihn abführenden Polizeibeamten leistete er Widerstand und griff ihn tätlich an. Mit Hilfe des Hauswirtes wurde er dem Polizei=Gewahrsam zugeführt.— In der Nacht zum 24. v. Mts. wurden in Düsseldorf in einem zahntechnischen Institut mittels Einbruchs gestohlen: 1. 7000 Stück echte Platinzähne; 2. 2000 Stück Truallox=Zähne; 3. 2000 Stück Duplo=Patentzähne, 4. 1200 Stück Zahnfleischlochzähne; 5. 500 Stück echte Platin=Zahnfleischzähne: 6. 200 Stück echte Platinzähne, verschiedene Fabrikate; 7. 100 Stück echte Platin=Rekordzähne; 8. 2 Dtd. Gebißfedern; 9. verschiedene Gebißfederträger; 10. 4 Stück Zinnteller, antik, mit hebräischer Inschrift und einer bildlichen Darstellung(Auszug aus Agypten) im Gesamtwerte von 5 500 M. Die Zähne sind teils lose, teils auf Wachsplatte ausgelegt. Außer den hier aufgeführten Gegenständen hat der Täter noch mehrere Hundert geringwertige Zähne erbeutet, die letzteren wurden am Tage nach der Tat in den öffentlichen Anlagen Düsseldorfs in einem Papp=Karton aufgefunden, welcher auf buntem Untergrunde mit den üblichen chinesischen Schriftzeichen die Aufschrift trägt:„Chinesische Thees, direkter Import, F.& H. Kauert, Crefeld=Rheinhafen". Den Karton hatte der Täter zum Wegschaffen der Beute an den Tatort mitgebracht. Am Tatorte hat der Täter mehrere Zigarettenstummel(Salem Aleikum Nr. 3) und 1 Streichholzschachtel(Unionhölzer Augsburg) zurückgelassen. Auf die Ergreifung des Täters ist eine Belohnung von 100 A ausgesetzt. HA OS STA Das Beste zum Einweichen der Wäsche sowie zum Putzen, Scheuern und Spülen. Altbewährt und unerreicht! HENREL& Co., Düsseldorl. Bekanntmachung. Die Lieferung von 15 bis 20 Dutzend Badehandtüchern für das städtische Brause= pp. Bad und die Schulen soll schleunigst vergeben werden. Schriftliche Angebote mit Probehandtuch(Preisangabe einschl. eingewebtem Namen„Stadt Herford“) sind bis zum 3 Mai vor mittags 12 Uhr verschlossen auf Zimmer Nr. 1 Rathaus I abzugeben. Der Magistrat. Ein an der Friedrichstraße gelegenes Wohnhaus mit Garten und Baupluh günsigen Bedingungen verkauft werden. Von wem, sagt die Expedition dieses Blattes unter No. 4758. Fortzugshalber ist die 1. 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Zu diesem Vortrag laden wir unsere Mitbürger mit ihren Damen hierdurch freundlichst ein. Der Vorltand. Falkendiek u. Schwarzenmoor. Unser diesjähriges Stiftungsfest findet am Sonntag, den 4. Mai. in den Lokalitäten und in dem dazu erbauten Zelte unseres Vereinswirtes Albert Vieregge, Mindenerstr., statt. Nachm. 3 Uhr: Empfang der fremden Wehren. Nachm. 4 Uhr: Anfang des Festballes. Für Belustigung des Publikums ist bestens gesorgt. Es ladet ergebenst ein Das Herforder Bank Zweiganstalt der Osnabrücker Bank Aktienkapital Mik. 14 5000000 Reserven Mk. 1275000 Besorgung aller in das Bankfach schlagenden Geschäfte. Eingang verschafft in den weitesten Kreisen! Warum! Weil„Kavalier" das Leder durchaus nicht angreift, nicht abfärbt,wasserdichten Hochglanz gibt und das Leder geschmeidig macht! Union=Augsburg Hofphotograph C. Fricke ist das bevorzugteste Ateller des Publikums guten Geschmacke. Am Alten Markt.— Eingang Bügelstrasse. 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Herforder Kreis=Zeitung. Herforder Kreis=Anzeiger. Für den übrigen Teil: Friyz Heidemann in Herford. Geschäftsstelle: Mönchstraße 5. Fernruf Nr. 13.— Telegramme: Kreisblatt.— Postfach 47. Verlag von Fritz Heidemann in Herford. Druck von Gebr. Heidemann in Herford. Post=Scheck=Konto: Nr. 369 Hannover. Nr. 101(enthält 8 Seiten.) Freitag, den 2. Mai 1913. 68. Jahrgang. Abgeordnetenhaus. 175. Sitzung vom 30. April. Der Präsident Graf v. Schwerin=Löwitz erbittet und erhält die Ermächtigung, dem Kronprinzen zu seinem Geburtstag die Glückwünsche darzubringen. Der Gesetzentwurf betr. die Umlegung von Grundstücken in der Landgemeinde Griesheim a. M. wird in dritter Lesung ohne Debatte angenommen. Hierauf wird die dritte Lesung des Entwurfs eines Eisenbahnanleihegesetzes fortgesetzt. Zahlreiche Wünsche ihrer Wahlkreise werden von einzelnen Abgeordneten vorgebracht. Der Rest des Gesetzes wird debattelos und das Gesetz in zweiter und dritter Lesung endgültig angenommen. Eine lange Reihe von Petitionen wird ohne Wortmeldungen meist nach den Kommissionsbeschlüssen erledigt. Präsident Graf v. Schwerin=Löwitz: Wir sind am Ende unserer Tagung. Ich erbitte die Ermächtigung, falls es durch Herrenhausbeschluß notwendig werden sollte, die nächste Sitzung anzuberaumen und die Tagesordnung festzusetzen. Da ich aber annehme, daß die heutige die letzte Sitzung unserer Legislaturperiode ist, so wünsche ich Ihnen allen ein recht frohes Wiedersehen im Juni d. J. Ich hoffe, daß wir uns, soweit wir wiedergewählt werden,(Heiterkeit), alle recht gestärkt wieder zusammenfinden werden.(Bravo). Herrenhaus. 33. Sitzung vom 30. April. Beim Landwirtschaftsetat machte der Berichterstatter Graf Yorck zu Wartenburg die interessante Mitteilung, daß in der Kommission der Minister die Ansicht vertreten habe, daß die zur Linderung der Fleischnot getroffenen Maßnahmen die Landwirtschaft nicht benachteiligt haben. Es wurde zugleich anerkannt, daß den städtischen Verwaltungen Dank gebühre für ihr besonderes Eingreifen. Der Einwand der Fleischer, sie haben beim Anziehen der Viehpreise mit den Fleischpreisen nicht entsprechend folgen können und müssen sich jetzt dafür schadlos halten, wurde als nicht berechtigt anerkannt. Man war vielmehr der Meinung, daß die Großstadtfleischer in ihrer Mehrheit kein schlechtes Geschäft machen. Die Etatsberatung wurde zu Ende geführt. Die Wehrvorlage in der Budgetkommission. Sitzung vom 30. April. Die Beratung begann sofort mit der Forderung der 34 neuen Eskadrone. Ein nationalliberales Mitglied trat für die Bewilligung ein. Es scheinen doch in der Tat für die Kavallerie=Divisionen nicht genügend Formationen vorhanden zu sein. Ein volksparteiliches Mitglied erklärte sich als noch nicht vollständig von der Notwendigkeit überzeugt. Man sollte die„privilegierten“ Kavallerieregimenter an die Grenze schieben. Ein Sozialdemokrat bestritt die Notwendigkeit weiterer Kavallerie vollständig. Ein Zentrumsmit glied erinnerte daran, daß im siebziger Kriege die Kavallerie nie eine entscheidende Rolle gespielt habe. Der Kriegsminister trat diesen Einwendungen entgegen. Ein Ersatz der Kavallerie durch Luftschiff und Flieger sei nicht möglich. Ein Mitglied der Volkspartei begründete einen Antrag, statt sechs neuer Regimenter deren drei zu bewilligen. Ein nationalliberales Mitglied hielt die Notwendigkeit des verstärkten Grenzschutzes für erwiesen. Das Auseinanderreißen der Korpsverbände sei immerhin bedenklich. Nun ließen sich vier Regimenter logisch begründen für die, die nicht alle sechs Regimenter bewilligen wollen. Bei der Garde könnten zwei Regimenter herausgezogen werden, und mit vier neubewilligten hätte man dann die sechs Regimenter. Nach wiederholter warmer Verteidigung der Kavallerieforderungen der Regierung durch den Kriegsminister kam es zur Abstimmung. Für die Regierungsvorlage traten nur Konservative uno Nationalliberale ein. Die ablehnende Mehrheit bestand aus Sozialdemokraten, Volkspartei, dem Elsässer, dem Polen und der Hälfte des Zentrums. Abgelehnt wurde ebenfalls der nationalliberale Antrag auf Bewilligung von vier Regimentern, und zwar mit 15 gegen 13 Stimmen(diesmal stimmte der Abg. Erzberger mit der Minderheit). Angenommen wurde dann, wiederum mit 16 gegen 12 Stimmen, der volksparteiliche Antrag auf Bewilligung von drei Regimentern. Mit diesem Ergebnis ging die Kommission in die Pfingstferien. Die nächste Sitzung findet am 20. Mai statt. Aus der Provinz und den Nachherländern. Kassel, 1. Mai. Großfeuer vernichtete den einen großen Teil der Waggonfabrik von Wegmann u. Co. Ein großer Gebäudekomplex, in dem sich die Tischlerei, die Stellmacherei und die Sattlerei befinden, wurde zerstört. Der Schaden ist sehr groß. Bei den Aufräumungsarbeiten wurden zwei Feuerwehrleute schwer verletzt. Wiesbaden, 1. Mai. Die Deutsche Gesellschaft für Kaufmannserholungsheime konnte heute ein im Taunus, unweit Wiesbaden, errichtetes viertes Ferienheim für Kaufleute, das den Namen„Kaiser=Wilhelm=Heim“ führt und im Kriegsfalle als Lazarett und Genesungsheim der Militärverwaltung zur Verfügung gestellt wird, eröffnen. Zu dieser Feier waren erschienen: Handelsminister Sydow, Oberpräsident Hengstenberg, Regierungspräsident von Meister u. a. Hannover, 30. April. Unter dem Verdacht der Genickstarre sind in diesen Tagen beim 2. Bataillon des Infanterke=Regiments Nr. 74 drei Soldaten in das Garnisonlazarett gebracht worden. Die Feststellungen der Arzte ergaben verhältnismäßig leichte Erscheinungen von Gehirnhautentzündung. Hannover, 1. Mai. Prinz Waldemar von Preußen, der einige Zeit an der Regierung in Hannover als Referendar tätig sein wird, ist gestern, von Dresden kommend, hier eingetroffen. Braunschweig, 30. April. Opfer eines Schneesturms. Der seit dem 10. März verschollene Student Jalkowski aus Hamburg, der sich auf einer Harztour befand, ist heute am Schierker Wege bei dem sogenannten dreieckigen Pfahl als Leiche aufgefunden worden. Er ist zweifellos im Schneesturm umgekommen. Celle, 30. April. Eingroßer Wald= und Heidebrand entstand heute abend unweit Höfer. Das Feuer wurde zuerst in einem kleinen Fuhrenbestande bemerkt und dehnte sich mit großer Geschwindigkeit auf Habichhorst aus, übersprang bei Posten 29 die Bahn und griff dann in die Privatforsten über. An dieser Stelle hat der Bahndamm eine Breite von über 70 Metern. Die an dem Bahndamm aufgestellten Bahnbeamten waren nicht in der Lage, das Vordringen des Feuers zu verhindern und mußten flüchten. In dreiviertel Stunden hatte das Feuer die mehrere Kilometer lange Strecke von Höfer bis zur Bahn zurückgelegt. Mehrere Schuppen, die in der Heide standen, wurden vernichtet. Die Eisenbahnzüge mußten auf freier Strecke halten, da es nicht möglich war, das Flammenmeer zu durchfahren. Der Schaden wird auf insgesamt eine Million Mark geschätzt. Fünf Kompagnien Soldaten sind an die Brandstellen beordert worden. Viel Wild ist in den Flammen umgekommen. Mehrere Mann von den Löschmannschaften haben Brandwunden erlitten. Der Brand hat eine Ausdehnung von etwa fünf Kilometer in der Breite und 30 bis 35 Kilometer Länge. Man vermutet, daß der Brand durch Funkenwurf aus einem arbeitenden Dampfpflug entstanden ist. Wilhelmshaven, 1. Mai. Zur Maifeier fand im benachbarten oldenburgischen Orte Rüstringen ein Umzug statt, an welchem sich mehr als 2000 Personen beteiligten. Trotz wiederholten Verbotes versuchte der Zug die preußische Grenze zu überschreiten. Die Polizei machte von der Waffe Gebrauch; mehrere Personen sind verletzt worden. Cuxhaven, 1. Mai. Schiffbruch. Heute früh stieß beim Elbefeuerschiff 2 der ausgehende englische Dampfer Mozart mit dem einkommenden schwedischen Dampfer Flora aus Gothenburg zusammen. Die Flora sank. Zwei Stewardesses, ein Heizer und ein Matrose ertranken, der Kapitän, 8 Mann und eine Stewardeß wurden gerettet. Luftschiffahrt. Adenau(Eifel), 30. April. Auf der Nürnburg landet heute nachmittag kurz nach 2 Uhr ein französischer Flieger, der von Berlin nach Paris wollte. Er gab an, die Richtung verloren zu haben. Eine Kommission, bestehend aus dem Landrat und einigen andern Beamten, stellten die Persönlich keit des Fliegers fest. Auf Anfrage beim Generalkommando in Koblenz wurde der Weiterflug sofort gestattet. Trier, 30. April. In Ripsdorf(KreisSchleiden) lau dete heute vormittag 9 Uhr 30 Min. ein französischer Flie ger mit Namen Constant Chennel, der heute früh 5 Uhr 30 Min. in Paris aufgestiegen war. Die Landung erfolgte wegen Benzinmangels. Um 12 Uhr 45 Min. stieg der Flieger wie der auf. Tarmstadt, 30. April. Bei einem Absturz der beiden Offiziersflieger Lt. v. Mirbach und Lt. v. Brunn starb der erstere nach 20 Minuten, während der letztere in das Lazarett geschafft wurde. Es besteht die Hoffnung, ihn zu retten. Kleine Chronik. Berlin, 30. April. Erich Schmidt t. Hier ist gestern abend der Literarhistoriker Erich Schmidt nach kurzem Krankenlager im Alter von 60 Jahren gestorben. Der Ent schlafene hat sich fast ausschließlich mit der Erforschung und Darstellung der neueren Literaturgeschichte befaßt, besonders mit der klassischen Periode. Weitesten Kreisen ist er als Goethe=Forscher bekannt. Berlin, 30. April. Ehedrama. Heute nachmittag erstach nach einem Eifersuchtsstreit der Rohrleger Siewert seine von ihm getrennt lebende Ehefrau. Hierauf verwundete er sich selbst durch mehrere Messerstiche. Berlin, 1. Mai. Im Waldbrand. Der Kopenhagener D=Zug, der abends hier eintrifft geriet bei Grau see in ernste Gefahr. Durch Funkenflug aus einer Maschine war an der Bahnstrecke ein Waldbrand entstanden, der sich in einer Länge von 300 Meter am Bahngleise ausdehnte. Die Feuerwehren aus Oranienbara und den umliegenden Ortschaften waren bemüht, dem Feuer Einhalt zu iun. Als der Kopenhagener D=Zug kurz nach 8 Uhr herankam, schlugen die Flammen noch lichterloh empor und dichter Rauch verwehrte jeden Ausblick. Der Zug wurde zum Einhalten gebracht, fuhr dann aber plötzlich durch Rauch und Flammen chindurch. Unter den Passagieren entstand eine Panik, weil man ein Unglück befürchtete. Der Zug konnte die Fahrt unbeschädigt fortsetzen. An mehreren Wagen war der Lack verbrannt und am letzten Wagen waren sogar einige Holzteile in Brand geraten. Von den Passagieren hatte niemand Schaden erlitten. Berlin, 30. April. Diesommerliche Hive dieser Tage hat wie in den Hundstagen ein außerordentlich star ekes Ansteigen des Wasserverbrauchs veranlaßt. Sehr groß war die gegenüber dem Vorjahr mehr geförderte Wassermenge bei den Charlottenburger Wasserwerken A.=G., die den Graß berliner Süden von Grünau bis Wannsee mit Wasser versorgen. Während die Wasserwerle am 28. April v. Is. ins gesamt nur 101,000 Kubitmeter Wasser förderten, mußten sie am gleichen Tage dieses Jahres 152,000 Kubikmeter lie fern, um dem Verbrauch zu genugen. Das Mehr beträgt also 51,000 Kubikmeter. Eine starke Zunahme war auch bei den städtischen Wasserwerken zu verzeichnen. Das Werk der Stadt Charlottenburg am Teufelssee im Grunewald förderte 56,600 Kubikmeter gegenüber 46,600 Kubikmeter am glei chen Tag des Vorjahres. Die Berliner städtischen Wasserwerke beförderten am Montag 245,000 Kubikmeter gegenüber 165,000 am gleichen Tage des vorigen Jahres. Potsdam, 30. April. Die Maikäfer treten in diesem Jahre in solchem Maße auf, daß die Forstbehörden sich genötigt sehen, energische Abwehrmaßregeln zu ergrei fen. Besonders die Gegend, die zum Potsdamer Forst gehört, ist von den Maikäfern vollständig verheert worden. Diens tag mußte sogar der Schulunterricht in einigen Anstalten ab gesagt werden, um die Schuljugend zum Maikäferfang ver wenden zu können. Zahlreiche bereits in voller Blüte stehend. Baumbestände drohen einer raschen Vernichtung anheimzu fallen, wenn es nicht bald gelingt, der Plage Herr zu werden. Kottbus, 30. April. Kohlenstauberplosion. In der Kühlanlage der Brikettfabrik Mariannesglück bei Kausche ereignete sich heute vormittag um 10¾ Uhr eine Kohlenstaubexplosion. Drei Monteure wurden schwer, drei Hilfsmonteure und 4 Arbeiter leichter verletzt. Bromberg, 30. April. Aus Anlaß eines Streiks in der Höcherlbrauerei in Kulm kam es zu ernsten Ausschreitungen. 23 auswärtige Arbeitswillige wurden von einer johlenden Menschenmenge belästigt. Die Menge wollte die Brauerei stürmen. Die Polizei und Militär stellten die Ruhe wieder her. Mehrere Personen sind verletzt worden. Einige Verhaftungen wurden vorgenommen. Bräunlingen(Baden), 30. April. Großfener. Hier sind heute nacht sechs landwirtschaftliche Besitzungen verbrannt, trotz der Anstrengungen mehrerer Feuerwehren, die aus der Umgebung herbeigeeilt waren. Ein Feuerwehr kommandant wurde dabei vom Schlage getroffen und starb bald darauf. Athen, 30. April. Erdbeben. In Patras sind um Mitternacht zwei starke Erdstöße wahrgenommen wor den. Die Bevölkerung verließ erschreckt ihre Häuser. Zu gleicher Zeit wurden Erdstöße in Pyrgos, Zante, Aegion und in Missolonghi bemerkt. Algier, 1. Mai. Großfeuer hat hier eine Schwefelniederlage am Hafen eingeäschert. Bei den Lösch arbeiten wurden ein Feuerwehrhauptmann und ein Feuer wehrmann schwer verletzt, während acht Feuerwehrleute leichtere Verletzungen davontrugen. Bombay, 30. April. Zusammenstoß. Ein Per sonenzug und ein Güterzug sind bei Boregom in der Nähe von Nagpur zusammengestoßen. Dabei wurden 28 Indier getötet, 14 Indier und zwei Europäer schwer verletzt. Newyork, 30. April. Einheftiges Erdbeben wird vom Unterlauf des St. Lorenzstromes gemeldet. In Ottawa waren die Erschütterungen so stark, daß die Straßen bahnwagen stehen blieben. Das große Teleskop des Observatoriums zerbrach. Hermann's Fahrpläne— Verlag von A. Mahlstedt, Bremen— sind soeben in der Sommerausgabe erschienen; ein sicherer Reiseführer, ein Kursbuch auf der Höhe der Brauchbarkeit, wie es jeder Reisende in Nord=, West= und Mitteldeutschland mit Vorliebe gebraucht. Jede neue Ausgabe zeichnet sich aus durch fortschreitende Verbesserungen. Dieses Mal sind es mehrere eingedruckte Eisenbahnkarten der verkehrsreichsten Gegenden. Von den vielen Badezügen, Dampfer=Verbindungen nach Nord= und Ostsee=Bädern, Rhein=, Weser= und Moseldampfern fehlt nichts, es wird jeden Sommerfrischler an sein Reiseziel bringen.— Mit der großen Übersichtlichkeit weiter Entfernungen verbindet das Buch auch sehr leichtes Zurechtfinden. Cöln Hbf. Mülheim-Styrum ab Mülh.-Eppingh. Essen West Essen Hbf. Essen Hbf. Kray Süd Wattenscheid Bochum Süd al Bochum Süd al Langendreer al Langendreer al Lütgendortmund Dorstfeld Dortm. Hbf. a Cöln—Mülhelm(Ruhr)-Essen Hbf.—Dortmund 0 1.3 2.27 3.04 3.07 3.27 3.46 3.50 3.57 4.12 4.14 4.28 4.30 4.40 — 9 0• 3.04 3.07 3.27 4.02 4.11 4.15 4.17 4.21 4.33 4.37 4.40 0 1•2 14 von Paris 4.27 4.47 4.57/5.03 5.13 über Steele 5.11 5.14 5.24 5.25 5.31 5.38 5.44 5.00 5.07 5.20 5.21 5.85 5.36 5.54 5.17 5.19 5.23 5.36 5.40 5.45 5.53 6.00 6.08 6.10 6.20 6.21 6.27 6.33 6.38 1 0 1.3 4.55 5.29 5.32 5.51 5.53 6.93 6.04 5.30 über Steele 5.58 5.59 6.99 6.10 6.16 6.23 6.28 6.19 6.21 B. 61 6.19 6.32 1.26 3.40 ber teele 6.9 6.2 6.2 51 7.9 Dortmund ab Mengede Rauxel Herne Wanne Wanne Gelsenk. B.an Gelsenk.Aß. ab Caternb. Süd Altenessen an Altenessen ab Berg.-Borb. Dellwig Oberhaus. an Oberhaus. ab Duisburg an Duisburg ab Düsseld. 1B. an Düsseld. AB. ab Cöln HB. 519 5.20 527 5.52 5.54 538 539 554 6.04 6.07 6.28 6.32 10 93 8 2 75 6.03 604 6.09 6.16 6.23 6.25 635 Dortmund D Oberhausen—Duleburg Hbf. * verkehrt nur in der Nacht von Sonntag zum Montag. Cöln. * an Dortmund Sü 1—3 12.12 1—3 12.87 12.47 12 48 55 * 12.57 12.44 1.08 12.46 1.05 12.531.12 12.55 1.02 1.14 1.08 110 1.19 121 1.41 1.45 2.21 1 08 1.13 1.20 1.27 1.31 1 40 2.18 305 3.09 4.03 1.23 124 1.35 1.37 1.46 1.49 2.09 2.13 2.55 Cöln-Duisburg Hbf.-Oberhausen-Dortmund —. 924 1011 1014 1011 1033 104 1041 105 1050 1199 190 11 1111 1124 11 1114 x Vorzug verkehrt Sonnabends und am 1., 2., 14., 15. Bielefeld-Lage-Hameln und letzten Tage jeden Monats. Hameln-Lage-Blelefeld. Bielefeld K „ Hertor Schildesche Schildesche Schildesche Theesen Kahlerkrug Horstheid Jöllenbeck Ringsthof-P Enger Süd Enger Bah Zug 38 Enger B Enger 8t Ringsthof Jollenbeck Horstbeid Kahlerkra Theesen Schildesch Schildesch Schildesc Bielefeld Bielefeld-Heepen-Eckendorf. Heeperhof Heepen Heepen Lübrassen Eckendorf 71 73 75 77 77a 79 81 81a Wt Zug verkehrt Werktags vom 1. Herford-Enger-Wallenbrück. 9 5, 16[5—28./6 und 29 /7.—27./9. Herford-Salzutlen-Exter-Vlotho. 1 9 11 Eckendorf-Heepen-Bielefeld. 72 74 76 78 80 80a 82 13 13a 920/1029 922/103 937/1037 943 949 952 WV 1043 1019 1052 1054 1193 1109 F’ W 2 62— F 5.52 5.55 W 725 728 5.58/2721 6.29 733 84a F 903 9 98 7911 912 Wallenbrück-Enger-Herford 603 749/84 6/9917 628.1741 912 614/174 6 911 611 759/852 921 612 75 1|900 723/992 932 911 Wallenbr. ab Spenge an Spenge ab Westreng. Enger Bb. an Enger Bh. ab Enger-W. Steinbeck Oetingh H. Oetingh. Herf. Kl. an W 6.05 6.09 6.15 6.21 6 26 4 6 8 6.28 9.50 12.35 6.38 10.0012.45 6.41/10.04 12.48 6.48/10.11/12.55 6.56/10.19 1.03 7.03/10.25 7.07/10.29 7.18/10.35 7.19/10.41 7.24/10.46 2 1.10/2.32 1.14/2.36 1.20s2.42 1.26/2.48 14a F 10 12 14 4.23/752/820 4.88/82 3/840 4.37/897 843/1120 4.44/814/850|1127 4.52/82 1/823|1124 4.57/821 5.01831 5.07/897 5.13/843 6.3717.3510.57 1.31/2.53s5.18/848 1.42/3.03/5.29 859 An der Haltestelle Waldfrieden halten die Züge nurpedarf. (Zugführer vorher rechtzeitig benachricht 0 14 1.3 4.185.25 4.58/6.00 5.06/6.01 5.28/612 5.58/6.23 3.98 1•3 623 659 701 6.33 6.54 648/749 6.50/753 7.94/802 7.96/810 7.16 7.11 820 821 29/823 1.4 61.5 650 653 713 1 2 717 727 731 734 738 751 755 3 706 756 816 817 827 828 842 805/844 813 82.2 830 833 843 845 852 852 904 859 901 911 912 924 Löhne Kirch! Büinde Bünde Ahle Brucht Melle Wissin Oenbr. Oenbr. Ibbnb. Rhein. 2—4 1124 1232 1243 112 124 134 141 14# 135 159 2 90 206 24 214 221 223 220 240 248 3 90 Rbeine Ibbenb Osnabr Osnabr Wissin Melle Bruchn Able Bünde Bünde Kirchle Lähne Ha Rh We We Bor SOe Soest Borgel Welver Welver Rhyne Hamm d-Schildesohe32 7.21 7.23 7.28 7.33 7.39 7.42 7.48 7.53 7.58 8.04 8.08 8.1 8.26 8.28 34 36 W 368 10.43 10.45 10.50 10.55 11.01 11.08 11.09 11.14 11.19 11.25 11.30 11.39 e 157 2.02 2.07 2.13 2.18 2.27 1148• 2.86 F8. 11 50 2.88 3. Sonn- u. Festtage Schildesche-Bie 31 W 33 34 1.80 2. 1.82 2. 1.37 2 1.42 2. 1.48 2. 1.51 B. *3 3. 3 3 3 3 ab an ab sh. 513 512 7528 536 539 546 551 54.6 6.01 6.02 6.09 6.13 6.16 6.18 6.67 9 27.01*9. 7.10 9. 7.18 9. 7.20 9. 7.27 9. 7.32 7.37 7.42 743 7.50 7.54 7 58 8.00 9. 9. 9. 9. 10. 10. 10 10. Vlothof Salzutien-Herto Iibf.—Dortmund. 0 4 1.3 4.185.25 4.58/6.20 5.06/6.01 .28/6.12 5.58/6.23 6. 6.98 1 6.19 6.32 1.26 40 ber teele 12 5 44 51 5 8 928.03 2—4 742 756 894 814 821 833 845 820 851 902 904 999 916 023 000 0.10 015 052 120 217 6.33 6.54 1•3 623 659 701 648/749 50/753 7.94/804 7.90/810 7.16 7.11 7.20/833 820 821 1.4 61.5 650 653 713 717 727 731 734 738 751 755 3 706 756 816 817 827 828 842 89 5/844 813 82.2 830 833 843 845 852 852 904 859 901 911 912 924 1.4 632 710 714 734 741 752 756 800 894 817 821 848 über Steele 918 920 930 931 937 944 920 1.4 1000 1009 1010 1024 1026 945 955 951 1012 1014 über Steele 1034 1036 1016 1047 1001 1005 1006 1010 1021 1025 1027 1043 1051 1053 1103 1105 1112 1119 110112 Bielefeld-Paderborn-Altenbeken 3.13/6.24 715 104: 3.22/6.33 8.28/6.39 3.34/6.45 3.41/6.51 3.49/6.59 an 17.98 17 6 — W 72. 728 724 739 741 755 804 819 821 83.0 814 84.0 844 900 1051 1046 1191 1194 1114 1122 1121 1141 1154 1290 1295 120•9 1216 917 /1240 Altenbeken-Paderborn-Bielefeld. Löhn 102010.40 1028/10 4s 1039/10 5 1047/11.98 1100 11.21 814 916 922 947 954 1004 1024 1032 1039 1043 1044 1050 1056 1190 1197 1123 1131 1141 1149 12.00 —. 924 1011 1014 1011 1033 1044 104 10 1035 12 1199 111 111 1124 114 — 12.47 12.58 1.906 1.14 1.12 1.21 1. 50 Löhne ab Kirch! Bündean Bündeab Ahle Bruchm Melle Wissing. Oenbr.an D 2—4s1—32 138 145 152 154 158 29 6 216 231 245414 Oenbr. ab Ibbnb. ab Rhein.an Rbeine ab Ibbenbür Osnabr. an Osnabr. ab Wissingen Melle Bruchmhl. Able Bünde an Bünde ab Kirchleng. Löhne ar 4 2—4 6.34 6.42 6.49 6.52 6.57 7.04 7.14 2—4 DID 1—3 2—41—32.4 10.34/12.22s2.285.11 10.42 2.86 7.46 2—4 1-3 7.53/10.27 8.01 8.0810.37/10.49/12.322.485.22 8.10/10.38 8.15 8.24 10.52 10.57 11.05 12.33/2.445.23 2—4 1—3 2—42—4 5.42/65 4/730 5.49 1721 2.49 2.57 7.80 8.50 8.35 10.54/11.1612.49/3.07/5.40 482/6.48 7.28 5 22/8.02 11 32 9.0411.12/11.48 12.18 12.59 1.32 9.4611.17 10.24/11.43 3.22 1.07/3.855.58 622 1.36/8.42/ 62 1/614636 2.004.211 650 2.184.49634 716/725 709 2—4 440 456 512 52•2 530 535 541 554 6.03 3 12—4 5.54 6.29 7.08 7.11/8.04 9.42/10.44 8.19 7.32/8.35 8.45 8.53 ab 943 948 953 959 1003 1008 1014 1021 102.7 1036 1038 1041 1051 1057 1194 1108 1112 1135 1142 11.50 Bielefeld K4 „ Herior Schildesche Schildeschel Schildesche Theesen Kahlerkrng Horstheid Jöllenbeck RingsthofEnger Süd Enger Ba Zug 38 ve Enger Be Euger Si Ringsthof Jollenbech Horstbeid Kablerkr Theesen Schildesc Schildesch Schildesc Bielefeld 2—4 1124 1232 1243 112 124 134 141 14# 135 159 2 90 206 212 214 221 223 220 240 248 3 90 Id-Schildesche-Enger. 32 34 36 W 36aF 238 40 W 10.5312.00 Rheine-Oenabrück-Löhne. F 5.56 5.57 602 610 610 725 635 50/743 748 826 855 708744 745828 750/833 757840 80 7/850 8219#0 837923 2-4 2—4 993/1016 911/1014 918 verk. S. v. I./s b. 30./9 U. 1. u. 12./5 —3 1110 1120 11.20 1031 1041 1046 1054 1194/1137 1112 11311 1216 1254 122 Wiedenbrück-Sennelager. Wiedenbr. ab Jägerheim Lintel Rietberg-N. Westerw. Westerloh Nordhagen Delbrück Ostenland Sennelag.an 8 4912.09 8 56/12.16 9.1512.35 922/12.42 9.27 9 33 6.20 9.52 6.29/10.01 6.39/10.11 8 4012.00 5.80/840 5.38/848 5.44/854 5.511991 5.58/908 603 /913 609 /919 1.12/615 924 1.21/624 an 1.31/634 12.47 12.53 Altenbeken ab Paderborn an Paderborn Hat „ Casselertor Paderborn Nord Neuhaus Sennelager„ Klausheide„ Hövelhof„ Hövelriege„ Schloss Holte Kracks„ Windelsbleiche Brackwedesöd„ . 99 Bielefeld an W 522 532 539 544 5.51 6.00 6.55 9.82 7.15 9.54 7.27/10.10 448 504 510 5.14 520 526 /7.43 532 /752/10.35 542/8.01 544 /8.06/10.50 6.04/8.15 6.16/8.25 11.07 625·8.84.11.16 6.828.40 11.22 6.87/8.45 64385111.32 6.51/8.58 11.39 11.24/1.50 11.45 11.52 2.10 2.88 7.31/10.14/11.56/2.37 7.87 10.20 /12.02 2.43 12 08 2.49s 12.18 3.01 12.27/8.10s 12.32/3.15 12.42/8.24 12.52/8.884.18 1.0118.414.27 08/3.464.34 1.13/3.51 1.19/8.57 4.57 5.18 5.27 5.31 5.37 5.43 5.54 6###4 6##8 618 617 636 6##5 4.40/650 4.46/656 1.27/4.054.54/793 I 731 741 720 758 825 842 891 901 99.7 913 92.2 931 936 947 946 100#5# 894/101: 819/1047 816 1013 82410* Sohieder-Blomberg Sennelager Wiedenbrück. W F Sennelag. ab 6.49/10 36/2.30 2—41—3 8.18— 8.49/9A 9.26 5 9.58 10.15 10.26 10.34 8.58/10.41 7.46 7.57/9.08/10.56 9.1611.05 8.089.2811.12/11.31 11.05 11.19 11.20 2—4 11.04 11.33 12.00 12.15 12.29 12.44 12.53 1.00 1.05 1.06 1.13 D — 12.28 12.49 1.11 1.21 verkehren Sonntage v. 1 5.30. 9 u. I. u. 12. 5 2.15 0 2—4|1—3 2.28 2.37 1.20 2.00 2.44 2.24 8.05 3.12 2.30 3.28 2.45/8.46 2.53/3.55 3.00 3.05 3.15 4.03 4.09 3.05 8.30 3.38 3.59 —3 4.21/4.14/7.98|92 4.29 7.15/945 4.37/4.26 7.21/953 2—42—4 1—3 2.4 1.55/2.44/4.55 754 990 5.24 815 929 5.59 831/1003 6.14/84 5 6.28|900 6.44/915 101: 6.54/924 7.01/921 4.13/7.91/9 26 1021|1241 D — 10 59/11# 1121 1114 952/1150 1295 1220 1229 1236 294 S 5 □ Ostenland Delbrück Nordhagen Westerloh Westerw. Rietberg-N. Lintel Jägerheim Wiedenb. an 7.00/10 47/2.46 7.09/10 56/3.09 7.15/11 02/3.18/3 36/723 7.21111 08/3.27/3 41/729 7.26 11 13/3.37/3 47/724 7.33 11 20/4.004.00/724 7.40/11 27/4.09/4.09/803 7.45 11.33/4.16/4 16/810 3 00/648 3 11/650 3 31/717 7.53/11.41/4.25 Schieder Noltehof Blomberg Blomberg Noltehof Schieder ab an 7.47 9.53/12.18/2.38 4.03/721 85 8/1034 7.54/10.0012.25 2.40 4. 10|722 994/104 8.07/10.13/12.38/2.534.29/751 918/1044 Biomberg-Schieder. ab an 6.53 8.45 11.48/2.03/3.33/799 7.02 8.55 /11.58/2.13/3.43/719 7.08 9.00/12.03 2.18/3.48/715 825/1092 83 5/1012 849/1024 4.25/8.19 00 102S 1242 124. 1039/1252 Hamm ab Rhynern Welver an Welver Borgeln Soest 2—42—4 5977.18 518/7.28 521/7.36 5287.87 581/7.45 —3— 7.31/9.24 9.58 9.8410.09 7.469.4210.17 Hamm-Sooat. — 1—4 1—4DI-3 11.47/1.584.01 2.08 12.03/2.17 7.559.44,10.20 11.52/12.042.27 9.51110.2912.01 2.85 an 548/7.58 /S.07/10.00 10.88 12.09/12.1 7/2.434. 25 Soeat-Hamm. 5.04 5.32 656 726 940 5.14 1796/731 951 5.22 3.285.1715.24 3.871 5.82 — 1050 1191 1109 1110 723/756/1009 111 714746 959 715747.1000 Hannover-Braunschweig-Magdeburg. 1— 1.36 2.09/3.53 2.35/4.11 3.154.35 4.42 6.01 D 1-3 1-4 3.843.43 4.09 4.35 5.15 5.28 D 2-4 1-3 628 641 795 658 734 711 818 743 842759 7.28 1044 921 welg-Hannover 2—4 820 848 916 959 1-S1 1-3 942/1194 952/1122 1016/1110 1039 1204 1048 120 1 3.46 5.80 5.40 5.56 730/804 1011/1126 714 939 Lippstadt-Warstein. 2-4 1-411-3 2-4 1.17/358 612 3.43/612/740 4.86/6 21/751 5.21/65 9/844/10 35 5.54/726/8 32/1192 6.207 40/84 1114 Warstein- Lippstadt. 0 2-411-3 1134•321 1157•334 1221/325 1254/412 423 551 1-3 9.0•9 1034 10•42 1196 1135 1141 7.21 7.23 7.28 7.33 7.39 7.42 77.48 7.53 7.58 8.04 8.08 8.17 8.26 8.28 2.43 2.45 247 2.52 2.58 3.00 *3 06 3.11 3 16 3 22 3.24 333 *1148 2.868.42 11 50 2.88 3.44 725 Sonn- u. Festtagen 15 Minuten später. Schildesche-Bielefeld. 10.43 10.45 10.50 10.55 11.01 11.08 11.09 11.14 11.19 11.25 11.30 11.89 1.80 1.82 1.37 1.42 1.48 1.51 1 57 2.02 2.07 2.13 2.18 2.27 628 630 625 640 646 648 7654 659 794 710 715 724 *-3 990 902 995 910 916 918 924 929 924 949 942 951 1000 1002 40aF 935 91.7 940 945 941 953 959 109#4 1009 1015 1011 1015 1025 1011 Bialefold-Schildescha-Warther. Blelefeld Kleinbhf. Schildesche Bahnhof Schildesche„ Theesen Süd Gellershagen Babenhausen Dornberg Dornberg-Lückinghof Isingdort Werther ab an ab Vlothe Vlotho Staatsbahnhof Vlotho Weserstrasse Vlotho Friedhofstr. Vlotho Kleinbahnhof Vlotho Kleinbahnhof Horst Valdort Holwiesen-Wehrend. Solterwisch Exter Exter Hagenmühle Loose Salzuflen Kurpark Salzuflen Kurpark Salzutlen Kleinbahnb. Salzutien Kleinbahnh. Friedenstal Hertord Bergertor Herford Bergertor Herford Lübbertor Herford Göbenstrasse Herford Kleinbahnh. lalten die Züge## itzeitig benachricht an ab h n ab an Salzutlen-Herford: ba 17 19 21 23 25 25a 11.15 2.15 11.18 2.18 11.21/ 2.21 11.23 2.23 Werther ab Isingdort„ Dornberg-Lückinghof Dornberg„ Babenhausen Gellershagen„ Theesen Süd Schildesche Bahnhof an Schildesche„ ab Schildesche-Rettungsh. Bielefeld Herforderstr. an . 99 „ Kleinbhf. an 622 F 94.0 942 944 949 954 957 1002 1006 1011 101. 1022 1029 1036 61a F 82.0 829 *835 839 846 851 825 859 920 907 911 913 915 Kirohlengern-Wallücke Wallücke-Klrohlengern Kirchlengern ab Obernbeck Lohne an Löhne a0 Haus Beck Mennighüffen Holzbrede“„ Westscheidt Halstern Tengern„ Schnathorst Struckhof“ Wallüicke 6.40 6.52 657 6.58 7 03 7.08 7.11 7.16 7.19 7.26 7.87 2.03/658/1020 9.55 1.40 63A 948 10.07/1.52/641,1019 10.11/1.57/6S2/1014 10.12/1.58/65 2/101 10.17 10.21 10.23 10.27 10.80 10.37 10.45 2•08 2 11 2.19 2.26 2.87/741104 7.42/10.49/2.42751/1052 7.50 10.55/2.50 742 1058 Minden- Elokhorst-Lübbecke. 708/1024 79 6/1026 2.13/711 1030 714/1013 7211040 Wallücke ab Struckhof“„ Schnathorst„ Tengern„ Halstern Westscheidt Holzbrede“„ Mennighüffen Haus Beck Löhne an 5 28/8.18/11.883 53 800 5 348.24/11.454.00/807 5.52/8.28/11.504.05/81: 5.46 8.36|12.004.15/822 5.53/8.43s12.07/4.22s829 5.568.4612.104.25/832 6.00 8.5012.154 30 8 37 602852/12.184 38/840 6 06/8.56/12.234 38/845 6 1090012.28443 830 4 Minden Stbh. ab Minden Stadt Hahlen Hartum Südhemmern Hille Rickhorst Nettelstedt Eilhausen Iübberke Stadt 7.82111.15 7.43/11.25 8.00/11.44 0 Löhne ab'6 11/9.01/12.304.44s919 Obernbeck„ 6 15/9.05/12.354.49 915 Kirchlengern,, 6.27/9.17/12.47/5.01/927 Lübbeoke- Eickhorst- Minden. 1.00 3.00s655 1.06 3.101791 1.24.3.287719 8.06/11.50 1.80 3. 341728 8.12/11.56 /1.35 8.21/12.051.43 829/12.14s1.50 8.36 12.21 8.42|12.27 8.52s12.37 Lübbecke Stbf. an 8.56 12.41/2.15 1.57 2.02 2.11 3.39 3.48 3.55 4.031754 4.09 4.19 4.24/811 720 739 746 800 819 940 958 1017 1024 1031 1041 1049 1056 1192 1113 1112 Lübbecke Stbf. ab 5. 25 9.05 Lübbecke Stadt Eilhausen Nettelstedt Eickhorst Hille Südhemmern Hartum Hablen Minden Stadt Minden Stbb. an 5.49 9.18 5.22 9.09/12.59 12.55 5.40 5.53 6.03 6.11 2.17 6.24 9.28 9.30 9.37 9.45 9.50 9.56 6 44/10.19 6.48/10.23 1.08 1.13 1.20 1.27 1.35 1.40 1.46 2.05 2.10 2.455 10 2.495.14 2.585.23 3.085.28 3.115.35 3.185.42 3.265.50 3.345 55 3.40/6.91 3.58 6 20 4.04s6.25 845 8.19 858 993 910 911 92. 929 935 957 1003 Blelefeld-Brackwede-Osnabr Ook. 11.25 11.29 11.38 11.38 11.45 11.51 11.56 12.01 12.08 2.88 2.38 2.45 2.51 5.02 6.42 5%3 994 5.05 6.46/3# 908 49 P% 2.2965 5.18 .22 s 527 *5 34 5 40 5.08] 6.4m E. 6.51 S 5.10 14 2.56 3.01 3.09 12.17 8.18 12.19 8.19 12.22 8.22 12.24 3.24 12.84 3.34 12.41 3.41 12.44/ 8.44 12.47 8.47 12.52 3.52 12.54 8.54 edarf. 5.42 5.47 5.58 6.9.7 6.10 6.13 6.14 6.24 6.31 6.23 6.36 6.41 6.41 651/38 27.91 7.20 7.19Es 7.29 7.24/1020 7.43/1009 911 913 915 912 923 928 935 941 944 942 1000 1009 7.49101 7.42/1018 7.21/101 7/1011 8.01/10 21/101 1034 8.49103 8.13/1032 S 14/1044 8 201046/1016 1014 1016 1011 1036 1039 1044 Bielefeld ab Brackw.„ Quelle„ Steinhag.„ Künseb.„ Halle i.W. Hesseln„ Borgholzh Westbarth. Dissen-R. ilter Hankenb. Wellend. Kl. Oesede Oesede„ Malberg. Sutthaus.„ Osnabr an W 5.25·7.34 8.50 11.10/1 5.34/7.43 9.0411.18 5.49/7.48 9.11/11.28 5.46/7.55 9.18/11.30 9.2511.35 9.33/11.41 5.51 5.42/8.06 6.00 6.11/8.1 9.39·11.47 9.47/11.54 6.19/8.22 9.52/11.59 452 6.26/8.29s10.01/12.08 926.36 8.8510.09s12.14 5126.44/8.42/10.18 5216.51/8.4810.25 531/6.5 7/8.54s10.32 528 7.08/8.5910.38 an 7.07/9.04/10.43 7.13/9.10/10.49 7.249.21/10.59 12.22 12.29 12.86 12.41 12.45 12.51 1.01/3 263.053.56 1.35 B. 15/4.06 1.423.224.13 1.51/3.29/4.20 56/3.364.27 2.02/3.42/4.34 2.083-48/4.41 2.15 3.554.48 2.204.004.53 2.304.06/5.02 an 612 613 631 639 619 651 an 2.37 2.44 2.53 3.01 3.07 3.11 3.17 29 5.11 5.19 5.26 5.32 5.87 5.41 5.46 5.50 656 702 728 713 720 732 FFE* 700718 798726 712/735 724742 739/756 745/891 751/805 893/818 F* 855 900 907 919 726 F 744 749 756/s 891/ 80 7 813— 820E 826/ 845 844 852 85 8 907 913930 918936 924911 927954 F* 944 955 1002 1009 1015 10.20 102 10.0 1040 1131 1114 1149 1156 1292 1208 1214 1221 12.26 1292 12.9 10• 113 11# 125 129 143 Osnabr. ab Sutthaus.„ Malberg. Oesede„ Kl. Oesede Wellend.„ Hankenb. Hilter„ Dissen-R. Westbarth. Borgholzh. Hesseln„ Hallei.W. Künseb.„ Steinhag. Quelle Brackw.„ Bielefeld an Oenabrück-Brackwede-Biefefeld. 5.25 8.09/10.44/12.12/2.20s2.45 3.12/3.354. 40/4.596. 22 W 5.38 8.21/10.57/12.232.31/2.58 3.25 3.514, 5 15. 126.24 5.44 8.26/11.01/12, 27/2.86/3.08/8.29/3.56 5.00 5. 17/ 6. S8 5.42 8.81/11.0512.312.40 3.08 3.33/4.02/5.06 5. 23 6.42/620 5.54 8.87/11,1012.87/2.46/3.13/3.38/4.07 6.02 8.47/11.18/12.45/2.53 6.10 8.5511.26/12.54/3.01 6.15 9.01/11.32 1.02/3.07 6.26 9.08/11.41 1.12/3.18 6.34 9.1411.47 W 6.41 9.21/11.53 6.48 9.27/11.59 534/6.56 9.35 12.06 9.41/12.11 9.48/12.18 9.54/12.24 10.04/12.31 521/7.02 545/7.10 554/7.17 6.007.24 6.07/7.81/10.18/12.38 1.20/3.24 1.26/3.30 1.32/3.36 1.39/3.43 1.45/3.48 1.52/3.54 1.594.00 2.064.07 2.144.14 3.21 3.30 3.35 3.41 an 3.45 5.13/5.32 6.42/637 4.14/5.25/5.41 6.56 645 5.335-48 an 5.37/5.54 7.92 F* 5.436.03/7.12 an 6.02/7.24 6.157.30 F“ 6.21 6.287.42 6.33/7.48 6.417.55 6.428.91 7.218.08 7.988.12 835 842 850 83.0 929 916 92 93 8.19s1151 8.31|1292 8.35|1296 8.49s1211 8.46|1210 8.58|1224 9.0512 9.12129 9.28|124 9.30 an 9.37 9.44 9.21 9.56 10.93 10.09 94310.14 95910.23 F Zug verkehrt Sonntags vom 1./5. bis 26./10. und am 1. und 12./5. Die Zeiten von 629 abends bis 512 morgens sind durch Unterstreichen der Minutenzahlen gekennzeichnet. F bedeutet: Zug verkehrt nur Sonnund Festtags; W bedeutet: Zug verkehrt nur Werktags;- bedeutet: Zug hält nur nach Bedarf. Zuschlagspflichtige D- und Schnellzüge sind durch den Buchstaben Z am Kopfe des Zuges bezeichnet. Todes-Anzeige. Heute nachmittag 3½ Uhr entschlief sankt nach kurzem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Grossmutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Marie Rethemeyer geb. Koch im 57. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Herford, den 30. April 1913. Die Beerdigung findet am Sonntag nachmittag 2½ Uhr vom Trauerhause, Jungfernstr. 9, aus statt. Todes-Anzeige. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluss entschlief plötzlich und unerwartet am Mittwoch unser innigstgeliebter Sohn und Bruder Willi im zarten Alter von fast 6 Jahren. Dies zeigt schmerzerfüllt an Familie Klausmeier. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 3. d. Mts., mittags 1 Uhr vom Trauerhause, Ortsiekerstrasse 69, aus statt. So Gott will, wird an diesem Sonntage, den 4. Mai die Landeskirchliche Gemeinschaft zu Herford ihr diesjähriges Jahresfest im Evangelisch. Vereinshause, nachm. 3 Uhr feiern Ansprachen werden halten: Pastor Wagner=Cöln und W. Wolk=Bethel u. andere. Bekanntmachung. Die Firma Pfensig. Steuber und Niebel zu Mel bergen beabsichtigt auf ihren Grundstücken Flur 5 Parzelle Nr. 402 110 der Katastergemeinde Gohfeld einen Schlachthaus= und Räuchereierweiterungsbau vorzunehmen. Dieses wird mit der Aufforderung zur öffentlichen Kenntnis gebracht, etwaige Einwendungen binnen 14 Tagen nach Ausgabe dieses Blattes, bei der unterzeichneten Behörde schriftlich in zwei Exemplaren oder zu Protokoll anzubringen; nach Ablauf dieser Frist können Einwendungen nicht mehr angebracht werden. Die Beschreibungen, Zeichnungen und Pläne liegen bis zum Ablauf der genannten Frist auf dem hiesigen Amtsbüro während der üblichen Dienststunden zur Einsicht aus. Zur mündlichen Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen wird Termin auf Sonnabend, den 17. Mai d. J., vormittags 10 Uhr im hiesigen Amtsbüro mit dem Bemerken anberaumt, daß im Falle des Ausbleibens des Unternehmers, oder der Widersprechenden, gleichwohl mit der Erörterung der Einwendungen wird vorgegangen werden. Löhne, den 28. April 1913. Die Ortspolizeibehörde. Schrakamp, Amtmann. Bekanntmachung. Die Königliche Staatsregierung hat die Herstellung einer geologischen Karte vom Königreich reußen unternommen. Mit der Ausführung der betr. Arbeiten in dem hiesigen Kreise ist der Königl Geologe Dr. Mestwerdt aus Berlin beauftragt worden. Mit Rücksicht auf die Gemeinnützigkeit dieser Arbeiten und ihre Wichtigkeit für die Interessen der Land= und Forstwirtschaft und der Industrie ist es dringender wünscht, daß die Ortsbehörden und Kreiseingesessenen den Genannten bei seinen Arbeiten unterstützen und ihn namentlich von etwa gemachten geologischen Funden und Beobachtungen, welche für die Kartenaufnahme von Interesse sein können, in Kenntnis setzen. Von Seiten der geologischen Landesanstalt ist der genannte Beamte mit Legitimationskarte versehen worder. Koftenlos! vermittelt Stellen jeder Art der Städt. Arbeitsnachweis Herford Gaisenhausstr. 1 Fernspr. 102. Weibliche Abteilung Gesucht werden zu sofort 1. Mai und 1. Juli: 2 Küchenmädchen, 1 Haushälterin, 5 Stützen, 28 Haus=u Küchenmädchen, 2 Zweitmädchen, 4 Kindermädchen, 2 Haushaltslehrlinge, 1 Verkäuferin oder Lehrmädchen für Glas und Porzellan, 1 Damenschneiderin, Näherinnen, 7 Landmädchen. Männliche Abteilung. Gesucht werden zu sofort: Ackerknechte und Landarbeiter, 2 Steinmetze, 1 Kupferschmied, 2 Schmiede, 2 Bauschlosser, 1 Feilenbauer 4 Stellmacher, 5 Weber, 6 Polster, 12 Sattler und Polsterer, 2 Tischler, 1 Drechsler, 1 Korbmacher, 2 jg. Gäcker, 2 Metzger, 1 Cigarrenmacher, 30 Schneider, 2 Schuhmacher, 1 Friseur, 34 Maler, Laufburschen, 2 Kutscher, 2 Heizer, 10 Fabrikarbeiter f. Glashütte. Aelterer, erfahrener Räckergehilfe sofort gesucht. Ang. Kleine, Rennstraße 37. Tages=Ordnung für die am Dienstag, den 6. Mai 1913, nachmittags 3 Uhr stattfindende Stadtverordneten=Versammlung. Tages=Ordnung: 1. Rechnung a. der Fortbildungsschulkasse 1911 b der Schulneubaukasse Stiftberg c. der Neubaukasse Gasweik d. der Pflasterbaukasse 1911 e. der Gymnasialkasse 1911 k. der Neuvermessungskasse 1911 Vorlagen des Magistrate betr.: a. Grundstücksaustausch zwischen der Stadt Herford und dem Herrn Sanitätsrat Dr. Nolting. b. Rückauflassung von Splißteilen auf dem Schildkamp von Frau von Nordheim und Magistratssekretär Schulte. c. Bewilligung von 40000 Mark für einen Umformer und eine Schaltanlage auf dem Elektrizitätswerke. d. Ordnung, betr. die Festsetzung der für dienstliche Reisen außerhalb des Stadtbezirks Herford zu gewährenden Tagegelder und Reisekosten e. Bewilligung von 15000 Mark Entschädigung an Heirn Emil Winkelmann für zur Regulierung der Werrestraße abgetretenes Gelände. k. Abschluß eines neuen Pachtvertrages mit Herrn Aßbauer und eventuelle Bewilligung von weiteren 14000 Mark für den Umbau des Theaters. Herford, den 30. April 1913. Der Stadtverordneten=Vorsteher: Lücken. Daß Herford“ liebendes Publikum hat, bewies gestern das rege Interesse, die atemlose Stille während des Spiels der Das Urteil aller nach Schluß der Vorstellung: Die letzte Liebe einer Königin ist an schauspielerischen Leistungen das Geste was wir bis jetzt gesehen! Nur noch heute! Spätestens 9 Uhr! reicht: nach Maß bis 3 hl Nach Gewicht von 4 Ctr. ab: Bekanntmachung. Vom 1. Mai d. Is. ab kosten soweit der Vorrat grober Koks 1 hl 90 Pfg. Brechkoks 1„ 100„ grober Koks 1 Ctr. 90„ Brechkoks 1„ 100„ sämtlich ab Gasanstalt. Bei dieser Gelegenheit weisen wir darauf hin, daß wir unsern Gaskoks und vergleichsweise Hüttenkoks im Chemischen technischen Laboratorium Osnabrück untersuchen ließen. Das Ergebnis war: Wärmeeinheiten Wassergehalt Aschegehalt Gastols 7094.1 Cal. 2,08% 9 10% Hüttenkoks 6922.6„ 2,53% 8,85% Städtische Gas-, Wasser- und Elektrizitäts-Werke. Sanitätskolonne. Zu einer Besprechung heute abend 8½ Uhr werden die Mitglieder nach Brinkmann eingeladen. Der Vorsitzende: Turnerbund Herford Gegründet 1877. Monatsversammlung am Sonnabend, den 3 Mai, abends 9 Uhr im Vereinslokal O. Geilker Laufbursche per sofort gesucht. Alvert Rosenbaum, Alter Markt. Zwangsversteigerung. Am Sonnabend, den 8. d. Mts., mittags 12 Uhr versteigere ich in meinem Auktionslokale Bürgerverein hier: 1 Kastenwagen und 1 Arbeitspferd ferner aus einer Prozeßsache ebenfalls ein Arbeitspferd öffentlich meistbietend gegen Barzahlung. Wittenburg, Gerichtsvollzieher. Aufwärterin empfiehlt sich für morgens und nachmittags. Zu erfragen: Renntorwall 15 v. Stiftberg 42. G Dienstmädchen, properes und zuverlässiges per sofort nach Lielefeld gesucht. Zu melden bei: L. Buksbaum, Neuer Markt. Verloren ein Portemonnaie mit Inhalt von Elverdisserstraße bis Vergertor. Gegen Belohnung abzugeben Elverdisserstr 28. Straußenfeder verloren. Bäckerstraße—Alter Markt. Gegen Belohnung abzugeben in der Erv. d. Bl. Damenuhr mit Hette gesunden. Abzuholen: Comthurstr. 33. Bekanntmachung. Meisterkurse für die Provinz Westfalen. Am 2. Juni 1913 beginnt je ein neuer achtwöchiger Meisterkursus für Schneider, Schuhmacher und Bau= und Möbelschreiner im Gebäude der Handwerker= und Kunstgewerbeschule in Dortmund, Brügmannstraße 25. Aufgenommen werden Meister und solche Gesellen, die sich in Kürze selbstständig machen wollen und die Gesellenprüfung abgelegt haben. Gesellen, welche diese Prüfung noch nicht nachweisen können, aber an einem Meisterkursus teilnehmen wollen, tun daher gut, sich sofort zur Ablegung der Gesellenprüfung zu melden. Das Unterrichtsgeld beträgt 20 Mark für den Kursus. In der Regel erhalten die Teilnehmer reichliche Beihilfen zum Lebensunterhalt. Geschäftszimmer des Leiters: Dortmund, Brügmann straße 25, im Gebäude der Handwerker= und Kunstgewerbe schule. Die westfälischen Handwerkskammern sind zu weiterer Auskunftserteilung gern bereit. Dortmund, den 3. April 1913. Das Kuratorium der Meisterkurse: Der Leiter: Dr. Eichhoff. Regling, Oberbürgermeister Direktor. 2 Sofa, Betistelle, Tisch, Schränke, Stühle, Wasch tisch billig zu verkaufen. Gäusemarkt 5. Ein gut erhaltenes Fahrrad billig zu verkaufen. Eimeerstrah= 34. Weißes Voile=Kleid m. 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