Das„Herforder Kreisvlatt; erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Vierteljährlicher im voraus zu zahlender Bezugspreis 1 M. 50 Pf. Durch die auswärtigen Betriebestellen vezogen 1 M. 65 Pf. Bei Selbstabholung aus der Geschäftestelle 1 M. 25 Pf. Monatlich 50 Pf. Anzeigen aus dem Kreise verford werden mnt 1° Pf., auswarnge Anzeigen mit 15 Pf. für die einspaltige Perutzeile berechnet. Enwvaiger Ravatt gili als Kassenrabatt und kann geweigert werden, wenn die Jahlung nicht innerhalb 4 Wochen nach Erhalt der Rechnung erfolgt. Reklamen 45 Pf. pr. Zeile. 1 Verantwortlich: Für den politischen Tell: Ferd. Etzmann in Herford. Für den übrigen Tell: Fritz Heidemann in Herford. Geschäftestelle: Mönchstraße 5. Nr. 80(enthält 8 Seiten). Herforder Kreis=Zeitung. Herforder Kreis=Anzeiger. Fernruf Nr. 13.— Telegramme: Kreisblatt.— Postfach 47. Montag, den 7. April 1913 Verlag von Fritz Heidemann in Herford. Druck von Gebr. Heidemann in Herford. Post=Scheck=Konto: Nr. 369 Hannover. 68. Jahrgang. Der Balkankrieg. Endlich liegt die lang erwartete Antwort der Balkanver bündeten auf die gemeinsame Mitteilung der Mächte vom 22. März vor. Die Verbündeten nehmen die von den Mächten vorgeschlagenen Bedingungen mit folgenden Vorbehalten an. 1. Bei der endgültigen Festsetzung der Grenze von Thrakien wird die von den Mächten angegebene Linie als Grundlage und nicht als endgültige Grenzlinie angenom2. Die Aegäischen Inseln werden von der Türkei an nren von die Verbündeten abgetreten. 3. Die Verbündeten meinen, daß sie die in Aussicht genommene Grenze Albaniens im voraus kennen lernen müßten und hofften, daß diese mit jener Grenzlinie übereinstimmt, die sie in London vorgeschlagen haben. 4. Die Forderung nach einer Kriegsentschädigung soll im Grundsatz angenommen und die Aufgabe, ihre Höhe zu bestimmen, der Kommission überlassen werden, die sich mit den finanziellen Fragen beschäftigen wird und in der die Verbündeten vertreten sein werden. Der Vorbehalt, den die Balkanregierungen hinsichtlich der den Mächten vorgeschlagenen Grenzlinte machen, erscheint nicht als sehr schwerwiegend. Auch die Frage der Kriegsentschädigung ist nicht der schwerste Stein des Anstoßes. Dagegen scheinen in der Frage der Aegäischen Inseln und der Abgrenzung Albaniens die Forderungen des Balkanbundes schwer mit dem Standpunkt der Großmächte vereinbar. Die Blockade. Das Kommando über die internationale Flotte, welche die montenegrinische Küste blockiert, führt der englische Vizeadmiral Cecil Burney, der sich auf dem Schlachtschiff King Edward 7. eingeschifft hat. Die Blockade soll sich zunächst auf reine Sperrmaßregeln beschränken. Damit ist gesagt, daß, eine Ausschiffung von Truppen oder der Beginn militärischer Operationen gegen die montenegrinische Küste zunächst nicht auf dem Programm stcht. Die Befehlshaber der Schiffe würden, wenn sie andere als reine Sperrmaßregeln ins Auge fassen müßten, vorher erst neue Weisungen einzuholen haben. Cattero. 6. April. Gestern haben die Kommandanten der in den montenegrinischen Gewässern versammelten Kriegsschiffe unter dem Vorsitz des englischen Vizeadmirals Cecil Burney eine Beratung abgehalten, auf Grund deren an die montenegrinische Regierung die telegraphische Aufforderung gerichtet wurde, den einstimmigen Beschluß der Groß mächte zu respektieren und unverzüglich Antwort zu erteilen. Cetinje, 6. April. Aus amtlicher monrenegrinischer Quelle. Der Ministerpräsident antwortete heute früh dem englischen Admiral, er bedaure tief eine internationale Flotte in den Gewässern von Montenegro zu dem Zwecke versammelt zu sehen, eine Pression auf Montenegro auszuüben, damit es dem Verlangen der Großmächte, bezüglich der Belagerung von Skutari und der Einstellung der Feindseligkeiten seitens Montenegros im Territorium des zukünftigenAlbaniens nach komme. Montenegro habe seinen Standpunkt bereits in der an die Vertreter der Mächte gerichteten Mitteilung vom. April zum Ausdruck gebracht. Infolgedessen wiederhole er diesen dem Admiral gegenüber und füge hinzu, daß trotz der Pression, die die Anwesenheit der Flotte in sich schließe, Mon tenegro von seiner, den Erfordernissen des zwischen den Ver bündeten und der Türkei bestehenden Kriegszustandes, wie auch dem seitens der Mächte bei Ausbruch der Feindseligkeiten proklamierten Neutralitätsprinzip entsprechenden Hal tung nicht abgehen könne. Dieses Prinzip sei durch die An wesenheit der internationalen Flotte in den Gewässern von Montenegro zum Nachteil Montenegros verletzt. Berlin. 6. April. Nachdem der kleine Kreuzer Breslau zu der Blockadeflotte vor Antivari gestoßen ist, um bei der Flottendemonstration gegen Montenegro die deutsche Flagge zu vertreten, ist dieses Schiff für einen etwa notwendigen Schutz deutscher Reichsangehöriger im Orient nicht mehr verfügbar. Um die sich hieraus ergebende Lücke auszu fullen, kann es notwendig werden, einen bis zwei weitere kleine Kreuzer nach dem Mittelmeer zu entsenden. Es haben deshalb zwei kleine Kreuzer der Hochsceflotte Anweisung bekommen, sich zur Ausreise bereit zu halten. Skutari. ien 5. April. Die Nachricht, daß Skutari seit vorgestern von neuem bombardiert werde, wird von unterrich teter Seite bestätigt. Den Oberbefehl über die belagernden Lruppen führt der serbische General Bojovitsch. Mit dem Generalsturm soll, wie berichtet wird, noch bis zum Eintreffen weiterer serbischer Verstärkungen gewartet werden. Rußland. Petersburg, 5. April. Der Tee, den der Minister des Auswärtigen Sasonow den Vertretern der Reichsduma hab, wurde eingeleitet mit einer Darlegung über die äußere Politik Rußlands. Sasonow erklärte, Montenegro würde läufig als unzeitgemäß, sich aufzuwerfen. Petersburg. 6. April. Auf die Initiative der Ver einigung der slavischen Gesellschaften wurden heute groß artige Kundgebungen zu Gunsten der slavischen Sache in der Hauptstadt veranstaltet. Vom frühen Morgen bis zum spä ten Abend wimmelten die Hauptverkehrsstraßen von Men schen. Gegen 2 Uhr begann in der Kasanschen Kathedrale eine Messe für die Seelen der im Kriege Gefallenen, der viele Militärpersonen, Studenten, Mitglieder der Duma und des Reichsrates und Mitglieder der slavischen Gesellschaften beiwohnten. Nach der Messe wurde ein öffentliches Gebet für den Waffenerfolg der Verbündeten verlesen. Der Platz vor der Kathedrale war dicht mit Menschen gefüllt. Um drei Uhr nachmittags begab sich die Menge, die auf mehrere tau send Personen anschwoll, in die Auferstehungskirche am Ka tharinenkanal, wo in diesem Augenblick ein Gottesdienst statt fand. Fahnen mit den Nationalfarben und ungeheure Pla kate mit der Inschrift„Skutari für Montenegro“ und„Das Kreuz auf der Hagia Sofia“, wurden in der Menge getragen. Der Zug wurde eröffnet durch eine Delogation der slavischen Gesellschaften, die einen Kranz für das Grab Alexander 3. trug, mit der Inschrift:„Dem Kaiser Alexander 3., welcher bekundete, daß Montenegro der einzige Freund Rußlands ist". Mit entblößtem Haupte näherten sich die Manifestan ren der Auferstehungskirche, wo sie sich mit einer anderen Menge vereinigten, die Fahnen, die Transparente und große Kränze mit weißen Blumen für das Grab Alexander 2. trug. Nach der Vereinigung der beiden Mengen zählte der Zug mehrere tausend Personen und erstreckte sich über mehr als ein Kilometer. Der Zug bewegte sich unter Absingen der russischen und der bulgarischen Hymne und unter ununter brochenen Hurrarufen zur Peter=Pauls=Kathedrale. Eine Abordnung betrat die Kathedrale und legte ein Kreuz auf dem Grabe Alexanders 2. und einen Kranz auf dem Grabe Aleranders 3. nieder. Darauf zerstreute sich ein Teil des Zuges. Etwa 3000 kehrten um und begaden sich zur bulgarischen Gesandtschaft, wo sie die russische und die bulgarische Hymne sangen. Sie zogen dann vor die serbische Gesandtschaft, wo sie ebenfalls Kundgebungen veranstalteten. chließlich begaben sich die Manifestanten zur Kasanschen Kathedrale zurück, wo sie auseinandergingen. Der Zwischenfall von Luneville. Berlin, 5. April. Die deutsche Regierung har das Vorgehen der Leitung des Luftschiffes Z.- vollauf gebilligt Wenn das Luftschiff ohne Landung nach Deutschland zurück gekehrt wäre, so würden schwierige diplomatische Verhand= Tat soll Untreue der Frau sein, terung sehr günstig und zeigen bis auf die durch Lagerung der Deckfrucht im Vorjahre hervorgerufenen Lücken einen dichten und kräftigen Bestand. Auch auf den Wiesen und Weiden hat das Wachstum früh eingesetzt. Die Bestellung hat bei dem andauernd günstigen Wetter rasche Fortschritte gemacht, vielfach ist die Körneraussaat bereits beendet und mit der Vorbereitung der Rübenäcker und dem Legen der Kartoffeln der Anfang gemacht. Die gute Beschaffenheit des Bodens erleichtert die landwirtschaftlichen Arbeiten wesentlich. Berlin, Villa Kleine Chronik. 6. April. Adolf Slaby. Frrund drs Kaisers, der ihm eine Roihe von hohen Gunstbezeugungen zu teil werden ließ. Berlin, 5. April. Der Silberfund im Friedrichshain, über den wir berichteten, ist nunmehr aufgeklärt worden. Die Besteckteile, die dicht unter der Erdoberfläche verscharrt lagen, rühren aus einem großen Einbruch her, der im Juli v. J. bei einem Rentier Abraham in Wilmersdorf verübt wurde. Die Täter hatten damals für 9000 Mark Silberzeug erbeutet und den größten Teil der Sachen an einen Händler Gödke verkauft. Die Schöneberger Kriminal polizei ermittelte bald darauf den Arbeiter Löffelhein und den Handler Lichte als Täter und nahm sie fest. Die Beute wurde schon damals bis auf den Rest, der jetzt im Friedrichshain wiedergefunden wurde, beschlagnahmt. „g##sdam, 5. Apri.„Ratselhafter Mord. In ihrer Wohnung ist das 1857 geborene Fräulein Gertrud von Schönfeldt als Loiche aufgefunden worden. Der Toten war von einer Zuggardinenschnur eine Schlinge um den Hals ge legt. Das Ende der Schnur war an einem Fuß des Klaviers befestigt. Das Fehlen zweier wertvoller Miniaturbilder und andere verdächtige Begloitumstände lassen die Annahme gerechtfertigt erscheinen, daß ein Raubmord vorliegt. Ein in Potsdam wohnender Althändler ist in Haft genommen worden. altershausen i. Thür., 5 April. Familiendrama. Heute früh verletzte der Fabrikarbeiter Sachse eine Frau durch einen Revolverschuß lebensgefährlich, tötete drei seiner Kinder durch Revolverschüsse und entleibte sich schließlich selbst. Ein zehnjähriger Sohn hatte sich unter dem Bett versteckt und blieb so am Leben. Der Grund für die lungen entstanden sein, da Frankreich berechtigt gewesen wäre, Spionage anzunehmen. Durch die Landung in Lune ville hat die Leitung des Luftschiffes den Beweis ihrer Ehr lichkeit erbracht und Zwischenfälle diplomatischer Natur ver hindert. Paris, 5. April. Der französische Gesandte in Ber lin, Cambon, hat dem hiesigen Minister des Auswärtigen telegraphisch den Dank der deutschen Regierung übermittelt, die diese der französischen Republik für das Entgegenkommen, mit dem die in Luneville gelandeten deutschen Luftschiffer aufgenommen wurden und für die bereitwillige Hilfeleistung zur Rückfahrt des Luftkrenzers ausspricht. Gleichzeitig hat der Minister des Auswärtigen Pichon von dem hiesigen kaiser lichen Botschafter v. Schoen folgendes Dankschreiben erhalten: Mein lieber Minister! Die kaiserliche Regierung, die ich über die Maßnahmen sofort in Kenntnis gesetzt hatte, die die Regierung der Republik gelegentlich der unfreiwilligen Landung eines deutschen Luftschiffes in Luncville ergriff, hat mich soeben beauftragt, der Regierung der Rupublik die lebhafteste Dankbarkeit zu übermitteln für die Art und Weise, mit welcher jene den bedauerlichen Zwischenfall zu Ende führte und die von der kaiserlichen Regierung hoch ge schätzt wird. Es ist mir äußerst angenehm, mich dieses Auf trags an Eure Exzellenz zu entledigen, und ich bitte Sie, mrein lieber Minister, bei dieser neuen Gelegenheit die Ver sicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung zu geneh migen. v. Schoen. Saatenstandsbericht des Landwirtschaftsrats. Die günstige Witterung der vorigen Woche hat die Vege tation rasch vorwärts gebracht. Die Saaten haben sich ge kräftigt, zeigen ein frisches Grün und bestocken sich gut. Auch die späten Saaten, die hier und da noch etwas schwach stehen, bessern sich zusehends, namentlich wo man mit Kopfdüngung nachgeholfen hat. Was die Futterpflanzen anlangt, so hat der Klee vereinzelt durch Frost gelitten, auch Schädigungen durch Kleekrebs machen in verschiedenen Gegenden Umpflü Leipzig, 5. April. Ein ncuer Spionageprozeß kommt am 22. April vor dem Reichsgericht zur Verhandlung. Die Anklage richtet sich gegen den früheren Buch halter, jetzt berufslosen Eduard Köhler. Marburg, 5. April. Eine der ältesten Eichen Deutschlands, die sog.„Dicke Eiche" bei Treisbach im hiesigen Kreise, ist gestern durch Feuer vernichtet worden. Die ser aus grauer Vorzeit stammende Baummese(man schätzt sein Alter auf 2000 Jahre) hatte bei einer Höhe von 25 Meter am Boden eine Dicke von 14 Meter. München, 5. April. Ueberfalt. In einer Wohnung der Georgenstraße erschien heute vormittag ein unbe kannter Mann, der sich dem Dienstmädchen gegenüber als Telephonarbeiter ausgab. Er schnitt das Hdrrohr ab, schlug das Dienstmädchen nieder, knebelte es, stahl einen größern Geldbetrag und entfloh. Salzburg, 5. April. Großfeuer. In Nußdorf bei Oberndorf an der Salzbach brach im Gasthause von Brand Feuer aus, dessen Ausbreitung vom Winde begünstigt wurde. Die Flammen ergriffen die Kirche. Der Kirchturm stürzte ein, die Kirche brannte aus und ist gleichfalts dem Einsturz nahe. Bisher wurden 21 Häuser eingeäschert. Aus Salzburg wurde militärische Hilfe herbeigerufen. Zürich, 5. April. Von einer Lawine wurden an der Furkabahn eine Arbeiterkolonne verschüttet, wobei zwei Arbeiter getötet und vierzehn verletzt wurden. Paris. 5. April. Milliardär W. Vanderbilt hat das Schloß Chenonceaux, das kürzlich von Staats wegen als historisches Baudenkmal erklärt wurde, bei der heu tigen Versteigerung um 1 717 000 Francs gekauft. Paris. 5. April. Dem Automobilbanditen Lacombe war es heute vormittag gelungen, aus seiner Zelle zu entkommen. Die Verfolgung des Entflohenen wurde sofort ausgenommen und dieser auf den Dächern gestellt. In dem Augenblick, wo er ergriffen werden sollte, stürzte er sich vom Dach herunter und zerschmetterte sich den Schädel. Er war sofort tot. 14 Nur ein Mädchen. Eine einfache Erzählung aus dem Leben von B. v. Winterfeld. 10. Fortsetzung.(Nachdruck verboten.) Im Waldsteiner Park summten die Bienen in den Lindenblüten, die Vögel sangen, und der klare Bach murmelte leise und geschaftig durch den blumigen Wiesengrund, an den blauen Glockenblumen vorüber, wie es schon vor Jahren gewesen, als Heino, Lina und Franz noch als Kinder an dem Ufer geplandert hatten. Auf der Terrasse saß der alte Graf. und Lina reichte ihm den Kaffee. Die stattliche Gestalt schien gebengter, und die runzligen Hände zitterten, als sie dem jungen Mädchen die Tasse abnahmen. Lina war unverändert, noch immer von dem sanften Liebreiz umflossen, der sie so anziehend machte; nur ernster und reifer war der Ausdruck der feinen Züge geworden und die Wangen etwas schmaler und blasser, so daß die blauen Augen noch größer erschienen. Ein leichtes, weißes Kleid umfloß die schlanke Gestalt, und ein schwarzseidenes Band, das um die feine Taille geschlungen, zeigte noch die Halbtrauer um die greise Großmutter, die vor bald einem Jahr, über neunzigjährig, aus dieser Welt geschieden war. Die Postsachen wurden gebracht. Ueber das zarte Gesicht des jungen Mädchens flog ein flüchtiges Rot. Sie erwartete immer etwas wie ein Lebenszeichen von Heino, und doch wurde ihre Erwartung immer enttäuscht. In den blauen Augen lag eine stite Sehnsucht, die Sehnsucht nach dem Freund ihrer Kindheit, dem Bruder. Ganz allmählich hatte sie zu ahnen begonnen, weshalb er so lange fernblieb, warum er nicht mehr an sie schrieb. Tief erglühend und mit zitterndem Herzen war ihr diese Erkenntnis gekommen und sie hatte plötzlich sein Benehmen bei ihrer Verlobung verstanden, und immer mehr stand es bei ihr fest, daß sie Franzens Frau nicht werden konnte. Immer und immer würde sie ja doch an den fernen Heino denken müssen, an ihn, der ihrem Herzen von Kindheit an am nächsten gestanden. Sie sagte sich auch, daß sie ihm alles gewesen, und daß die Großmutter sich geirrt haben mußte, wenn sie meinte, Lina würde einst dem Pflegebruder zur Last fallen. Nein, sie wurte es jetzt besser, sie würde Heino niemals eine Last sein! O, daß ihr diese Erkenntnis erst so spät kam! Tief unglücklich war damals Franz gewesen, als sie ihn immer wieder um Aufschub ihrer Verbindung bat. Er willigte ein, immer noch zu warten, bis er endlich, verzwe felnd nach einem ganzen Jahr vergeblicher Liebesmühe, ihren Wunsch erfüllte und sie freigab. Sie empfand inniges Mitleid mit seinem Schmerz und war ihm aus tiefster Seele dankbar, wie er das Band löste, das sie doch niemals ganz und für immer hätte verbinden können. Wie eine große Erleichterung empfand sie es, als Franz sich für ein Jahr beurlauben ließ, um eine längere Reise in das Ausland anzutreten. Der alte Graf hatte zu den Vorgängen geschwiegen, und als er dann die Auflösung der Verlobung erfuhr, sagte er:„Um dein Levensglück handelt es sich ja, Kind, du mußt wissen, was du tust,“ und als dann Franz abgereist war, schloß er sie innig in die Arme und flüsterte:„Der arme Junge tut mir leid! Aber es ist besser so für euch. Gott segne deinen Entschluß!" Ueber ein Jahr war seitdem verflossen. Eine Zeit, die Vater und Tochter in stillem Frieden miteinander verlebt. Der Tod der alten Gräfin bot vor der Welt Grund genug, sich von dem Verkehr mit der Nachbarschaft zurückzuziehen. Lina lebte mehr denn je ihrem alten Vater und den Dorfbewohnern, denen ihre junge Gräfin über alles ging. Inzwischen waren sie auch auf Reisen gewesen. Der alte Herr hatte im letzten Sommer seinem Töchterchen die Schönheit Norwegens und im Frühjahr die malerischen Herrlichkeiten der Riviera gezeigt. Sie war entzückt von den neuen, ungeahnten Eindrücken, aber immer wieder hatte sie denken müssen:„Könnte doch Heino dies alles mit mir sehen!“ Es fehlte ihr sehr, daß sie ihm nicht mehr schreiben konnte, wie sie früher getan, wo sie ihm alles mitgeteilt, was ihr Leben bewegte, doch sie wußte jetzt ja nicht einmal, wohin sie ihre Briefe hätte richten sollen. Wo mochte er sein? Vielleicht im fernen Amerika, oder Asien, oder auf dem Meer! Es waren schon mehrere Monate verstrichen, seit sie zuletzt durch seine Mutter von ihm Nachricht erhalten hatten. Damals hatte er die Inseln des indischen Ozeans besucht, und er schilderte diese Märcheneilande in ihrer tropischen Pracht. Träumer sch irrte Linas Blick über den Park hinweg, in die duftige Ferne, als ihr Vater, der die Briefe durchblätterte, plötzlich rief:„Da schreibt ja Tante aus Seeburg!" Lina hörte gespannt zu, als er fortfuhr:„Es wird Sie interessieren, daß unser Heino endlich in Genua eingetroffen ist und in einigen Tagen bei uns einzutreffen denkt, später beabsichtigt er, Sie in Waldstein aufzusuchen. Sie können sich unsere freudige Erwartung vorstellen.“ Lina sagte nichts. Dunkle Glut färbte ihre Wangen; sie küßte leise die Stirn ihres Vaters und ging dann hinunter in den Park Es verlangte sie, allein zu sein. Ein heißes Glück und auch ein leises Bangen erfüllten ihre Seele. Sie sollte Heino wiedersehen! Vielleicht schon sehr bald. Wie würde sie ihn nach so langer Trennung wiederfinden? Bald waren drei Jahre seit seinem Scheiden verstrichen. Ob er wußte, was inzwischen alles geschehen? Nun, er würde es sicher durch seine Mutter erfahren haben. Sie ging zu der alten Linde, unter der sie ihn zuerst getröstet, als er dort verzweifelte Knabentränen geweint. Damals hatten sie ihren Freundschaftsbund geschlossen, und waren ihm immer treu geblieben, und dann war Franz in ihr Leben getreten— sie schloß die Augen, aber dann atmete sie auf— das war ja nun alles vorüber, und vor ihr lag wieder das Leben, so klar und schön, wie sie es sich früher immer ge dacht, als Gemeindeschwester von Waldstein; aber dann kam ihr wieder der Zweifel, sie dachte an die Worte ihrer verstorbenen Großmutter. Doch schüttelte sie den Kopf, „nein, es kann nicht sein, Großmutter muß sich geirrt haben.“ Sie wußte, wenn Heino kommen würde, dann mußte sich alles klären, und sie wollte ihn ofsen fragen, ob sie ihm in der Zukunft zur Last fallen würde. Aber bei dem Gedanken wurde ihr doch wieder so eigen beklommen zumute, und sie konnte nicht so heiter und ruhig ihren künftigen Lebensplan ausmalen, wie sie es früher oft getan. In einem der ersten Hotels in Genua saß Heino in dem eleganten Speisesaal an einem Tischchen und las eine deutsche Zeitung, während die Reste des eingenommenen Imbisses von einem Kellner fortgeräumt wurden. Gegen Abend dachte Heind nech Deutschland abzureisen. Er achtete des geräuschvollen Treibens nicht, das ihn umgab, des Kommens und Gehens der Reisenden aller Nationen, der verschiedenen Sprachen, die an sein Ohr schlugen. Nur hin und wieder sah er von dem Zeitungsblatt auf, um den Blick über das wunderbare Bild schweisen zu lassen, das sich ihm durch das weitgeöffnete Fenster bot; da lag azurblau der Golf, die Segel und Masten der kleinen und großen Schiffe spiegelten sich in der glatten Flut, der Sonnenglanz und die Farbenpracht des Sudens verliehen dem Bilde einen besenderen Schmelz. Da fühlte er seinen Arm leicht berührt; als er aussah, stand ein junger Mann in grauem Reiseanzug vor ihm.„Franz! Du? Wie kommst du hierher?“ rief er aufspringend. „Und wo ist—? Bist du allein?“ Erst jetzt blickte er dem einstigen Jugendgefährten in das blasse, ernste Gesicht, und ein jäher Schreck durchfuhr ihn. Franz ahnte wohl, was der andere meinte. „Hast du denn keine Briefe erhalten, Heino? Hast du nichts von zu Hause gehört?“ „Doch, hin und wieder hatte ich Nachricht von meinen Eltern, es mögen mich nicht alle Briefe erreicht haben, aber sprich, wie geht es Lina? Wo ist sie?“ „Es geht ihr gut, soviel ich weiß, sie ist daheim in Waldstein," und nach einer Pause fügte er hinzu:„Wir sind nicht mehr verlobt, Heino.“ Dieser erblaßte, die Mitteilung traf ihn völlig unvorbereitet, längst hatte er die beiden verheiratet gewähnt, und nun war Lina in Waldstein, wie ehemals— ja, wie es immer gewesen. Wie Bergeslast fiel es von seiner Seele, und über seine Züge flog ein Freudenschein. Franz sah es und wandte sich traurig ab. „Wie kam das alles?“ fragte Heino nach einer Pause gepreßt;„ich ahnte ja nichts, es müssen gewiß Briefe verloren gegangen sein.“ „Sie war wohl noch zu jung und traute sich zu iel zu, als sie sich mir verlobte,“ begann Franz mit gedämpfter Stimme und stützte die Stirn in die Hand.„Sie dachte immer nur an dich, sorgte sich um dich, begleitete dich in Gedanken auf deiner Reise, und es wurde mir sehr bald klar, daß ihr Herz dir und nicht mir gehörte. Ich weiß nicht recht, warum sie mich nicht ganz entschieden gleich abwies, ich glauve, ihr gutes Herz sträubte sich, mir den Schmerz anzutun, und dazu kam, daß du sie ja nie begehrt!“ „O, Franz, wie konnte, wie durfte ich das?! Ich kranker, elender Mensch, neben diesem blühenden, jungen Leben! Das wire Frevel gewesen! Wenn du wüßtest, was es mich gekostet, ihr gegenüber zu schweigen! Als du dich dann mit ihr verlobtest, meinte ich, ich würde es nie Franz bedeckte sein Gesicht mit den Händen:„Ich willnicht mehr an die Zeit meines Glückes und dann der Qual denken, Heino, es muß ja alles einmal verwunden werden. Aber dir muß ich doch sagen, wie es gekommen ist. Sie bat mich immer wieder um Aufschud unserer Hochzeit, ich sah, wie sie litt, sie liebte mich eben nicht und wollte doch nicht wortbrüchig werden, da gab ich sie frei, ich konnte nicht anders! Damals war dein letztes Wort an mich: Mache sie glücklich Jetzt sage ich dir: Mache du sie allicklich, denn sie liebt nur dich und sehnt sich unablässig nach dir, und wirklich, ich glaube, das Wey hier in meiner; Brust wird aufhüren, wenn ich sie nur glücklich weiß, wenn ich ihr liebes gesicht wieder strahlen sehe, wie früher, wenn ich selber auch von serne stehen soll!“ Armer, lieber Jreund!“ rief Heino und drückte tief ergriffen des anderen Hand.„Was du mir heute alles sagst. vermag ich kaum zu fassen, du verwandelst meine Zujunft, mein ganzes Leben! Aber um dich ist's mir sehr schmerzlich. Soll ich gewinnen durch deinen Verlust? Du bist so groz und gut!" „Ich war es früher nicht, Heino, aber du hast mich gelehrt, selbstlos zu lieben, was ich früher nie verstanden Beide schwiegen, während Heino noch immer die Hand des anderen mit festem Druck hielt. Was führte dich hierher?“ begann er nach einer Pause. Ich denke für einige Zeit den Orient zu bereisen, dann kehre ich heim. Ich ließ mich in eine entfernte Garnison versetzen, wo mich niemand kennt. Dort muß ich dann mit der Zeit mit mir selber fertig werden, überdies bleibe ich wohl kaum mehr lange im Dienst, mein Vater ist sehr gealtert, ich werde wohl bald ganz ihm übersiedeln und ihm einen Teil der Gutsbewirtschaftung abnehmen. Doch genug von mir. Denke nicht an mich, Heino, sondern an sie. Eigentlich hast du sie von ieher mehr verdient, als ich, es war damals ein Raub, den ich an dir beging; dafür habe ich nun so büßen müssen. Du siehst so gesund und wohl aus, Heino, wie werden sie sich zu Hause freuen! Anfangs war ich im Zweifel, ob du es seiest, so braun bist du geworden, und der Bart macht dich älter. Wann geht dein Zug?“ „In einer halben Stunde, ich muß jetzt wohl aufbrechen.“ „Ich begleite dich natürlich.“ Der Zug stand zur Abfahrt bereit. Die beiden jungen Leute gingen Arm in Arm vor dem geöffneten Coupé erster Klasse auf und ab. „Wie soll ich dir danken, daß du mir das alles gesagt," begann Heino,„ich bin nur deinetwegen betrübt.“ „Es ist mir nur recht geschehen,“ erwiderte der Angeredete ernst;„solange wir uns kennen, habe ich auf dich herabgesehen; habe auf meine Gesundheit und Kraft, auf meine kleinen Erfolge in der Schule und im militärischen Beruf gepocht, ich habe dich immer gequält mit meiner Art und habe dir mit meinen Worten oft wehe getan. Nur in den letzten Jahren wurde ich freundlicher, nur weil ich wußte, daß ich dadurch Linas Herz gewann, die mir so oft mein häßliches Benehmen gegen dich vorwarf. Aber Linas Herz hat ja immer nur dir gehört. Ach, Heino, wie leicht hättest du es dir längst gewinnen können, wenn du weniger selbstlos gedacht! Das war die Vergeltung für mich, daß ich sie doch nicht gewinnen konnte, obwohl mir alles übrige im Leben so leicht in den Schoß fiel. Damals. als du so großmütig und selbstlos auf Lina verzichtetest, weil du meintest, es sei für sie besser so, damals bin ich zur Besinnung gekommen, und ich schämte mich vor dir.“ Ein schriller Pfiff der Lokomotive brach das Gespräch ab „Leb wohl, Heino, mache sie glürlich!“ rief Franz mit erstiater Stimme, während sein Gefährte in das Coupé sprang. Tief bewegt drückten sie sich die Hand, dann rollte der Zug davon, immer rascher dem Auge des Nachblickenden entschwindend, der einsam, mit traurigen Augen, auf dem Perron stand, bis eine scharfe Kurve den Zug unsichtbar machte.—— Der leuchtende Sonnenschein des Spätnachmittags ließ die Landschaft rings in wunderbarer Farbenpracht erglühen, und einförmig rauschend brachen sich unten am Gestade die weißen Wogenkämme des tiefblauen Mittelmeeres. Der schwüle Sommertag ging zu Ende. Golden beschien die untergehende Sonne die Baumwipfel des Parkes und die Zinnen des Waldsteiner Schlosses. An ihrem Lieblingsplatz unter der Linde saß Lina; das Buch, in dem sie gelesen, war ihr in den Schoß gesunken, und sinnend blinte sie auf die feurigen Strahlen, die durch das Laubwerk fielen. Ihre Gedanken nahmen wie gewöhnlich, wenn sie allein war, ihren Weg zu Heino. Wo mochte er weilen, wann würde er kommen, wie würde sie ihn wiedersehen? Sie hatte das Rollen eines Wagens überhört, aber jetzt vernahm sie Schritte auf dem Kies. Die niederhängenden Lindenzweige wurden auseinandergebogen und vor ihr stand die hohe, sehr schlanke Gestalt eines jungen Mannes mit gebräuntem Gesicht und kurzem, dunklem Bart. Erstaunt hatte sich das junge Mädchen erhoben— da traf sie ein Blick aus den dunklen geliebten Augen. „Heini!“ Mehr vermochte sie nicht hervorzubringen, dann fühlte sie sich von seinen Armen fest umschlungen, und er beugte sich zu ihr herab, ohne sie loszulassen: „Linchen, jetzt bleibst du hier und bleibst zeitlebens die kleine Gemeindediakonisse von Waldstein, aber nur unter einer Bedingung: daß du mein Herzensweib wirst. Linchen, willst du?“ Statt aller Antwort schmiegte sie sich noch inniger an ihn, und er kußte zum erstenmal ihre Lippen, und es war, als wollte der Kuß kein Ende nehmen. Wer vermöchte das wortlose Glück zu schildern, das die Herzen beider erfüllte. „Warum hast du mich so lange verlassen, Heini? begann sie endlich leise. „Ich hielt mich damals für zu krank und darum nicht berechtigt, dein unges Leben an mich zu binden; aber als du dann Franzens Braut wurdest, ging es über meine Kraft, in eurer Nähe zu bleiben. Ich glaubte, in der Ferne eher alles überwinden zu können. Nun ist ja alles anders gekommen. Ich weiß es von Franz selbst. Und ich darf jetzt zu dir kommen, Geliebteste, denn der große Arzt, Prosessor R., den ich in Berlin aufsuchte, erklärte mich für gesund und riet mir, mir bald eine treue Lebensgefährtin zu suchen. Ich wußte, Linchen, daß ich nicht erst zu suchen brauchte." Er zog sie fester an sich und küßte sie zärtlich:„Laß uns Gott danken, mein Lieb, der alles so wunderbar und so schön gefügt hat!“ „Ja, laß uns ihm danken, Heini. Weißt du noch, hier an diesem Platz nahmen wir uns vor vielen Jahren vor, ihn immer wieder zu bitten, dich gesund und stark zu machen und dir zu helfen. Damals war dein Leben so traurig. Wir hätten nie gedacht, daß er unsere Gebete so herrlich erhören würde!“ „Laß unser ganze, ferneres Leben ein Dank sein für unser großes, großes Glück!“ *** Jahre waren vergangen. In die Kastanienallee, die auf das Portal des Schlosses zuführte, bog ein Reiter. Ernst und wettergebräunt war sein Gesicht, es heiterte sich auf, als zwei kleine Knaben von etwa vier und drei Jahren ihm entgegensprangen. „Onkel Franz, Onkel Franz!“ riefen die hellen Stimmen, „weißt du schon, daß wir eine kleine Schwester haben?“ Ja, er wußte es schon, denn Heino hatte ihm das frohe Ereignis schon tags vorher telephonisch mitgeteilt, und er kam jetzt, seinen Glückwunsch persönlich zu bringen. Er übergab das Pferd dem herreieilenden Stalltnecht, strich den Buben liebevoll über die Krausköpfe und betrat mit ihnen die Vorhalle. Heino hatte ihn kommen sehen und eilte ihm entgegen. „Es ist ein Prachtmädelchen, Franz, und Lina ist so glücklich!“ „Nun, alter Freund, meine herzlichsten Glückwünsche! Und du mußt wissen, daß ich eben nur gekommen bin, um mich als Paten deines Töchterchens zu melden. Ich hoffe, diesen Wunsch wirst du mir nicht versagen. Als Patengeschenk verschreibe ich ihr noch heute Burgfelden nebst Zubehör— nach meinem Tode.“ Und als Heino lachte, fuhr er fort:„Es ist mein voller Ernst. Deine beiden Jungens sind ja versorgt, durch Waldstein der eine, durch Seeburg der andere, aber dein Töchterchen soll nicht einst arm wie eine Kirchenmaus bleiben. Nein, ihr Patenonkel wird schon für sie sorgen, noch heute mache ich alles fest. (Schluß folgt.) Bestbewährte gesunde und magen: darmkranke Nahrung für: sowie schwächliche, in der Entwickhng zurückgebliebene Kinder. ** Im Genuß liegt der Wert! „Unsere Marine“ 2 Pi. Cigarette. Georg A. Jasmatzi A.-G., Dresden Größte deutsche Cigarettenfabrik. Kleine Cbronik. Frankenthal, 5. April. Ein Geschenk von 20 000 Mk. erhalten die Arbeiter der Zuckerfabrik Frankenthal. Die Erben des verstorbenen Geh. Kommerzienrats Karl Karcher haben der Direktion den Betrag von 10000 zur Auszahlung an das Arbeitspersonal zum Gedächtnis an den Verstorbenen zur Verfügung gestellt. Um jedoch diese Gabe auf die Höhe früherer außerordentlicher Zuwendungen zu bringen, hat der Aufsichtsrat der Gesellschaft den gleichen Betrag aus Geschäftsmitteln bewilligt. Die Verteilung erfolgt an die Arbeiter und Arbeiterinnen, die mit dem heutigen Tage ein volles Jahr in der Fabrik beschäftigt gewesen sind. London, 6. April. Ein schwerer Nordoststurm wühlte gestern im Solent das Meer auf und unterbrach den Passagierdienst der Insel Wight. In Cowes sah man seit langem keine so hohen Wellen wie gestern. Das Wasser schoß über die Esplanade. Im Bristol=Kanal wurde der deutsche Dampfer Götz bei Cardiff auf den Strand getrieben und bei Lands End sank der Einmaster Woolwich Infant. Windhuk, 5. April. Das Obergericht hat den Farmer Cramer zu Otjisororindi wegen Mißhandlung Ein geborener zu vier Monaten Gefängnis und 2700 Mk. Geld strafe verurteilt. Hongkong, 4. April. Piraten. Der hier ein getroffene britische Dampfer„Taion“, der auf dem Haikiang (West=Fluß) verkehrt, berichtet, daß er von Piraten angegrifsen worden sei, deren Zahl auf 90 bis 100 geschätzt werden. Die Piraten, die mit Revolvern bewaffnet waren, waren in Hongkong als Passagier für Konkmun an Bord gegangen. Bei der Einfahrt in das Delta des Kantonflusses erhoben sich die Piraten, töteten den chinesischen Steuermann und hiel ten so das Schiff auf. Sie fesselten den Kapitän, den ersten Offizier und den Ingenieur; sie töteten einen und verwundeten vier chinesische Passagiere, plünderten die Kabine einer Missionarin, die Kabine der Schiffsoffiziere und machten sich in einem Boot mit beträchtlicher Beute, darunter 30 000 Mark in bar, davon, nachdem sie die Maschinerie des Schif ses zum größten Teil zerstört hatten. Hongkong, 5. Apvil. Die Piraten sind von Sol daten und Zollbeamten bei Nantau angetroffen. Ein Pirat ist getötet, sechs sind verhaftet worden. Ein großer Teil der Beute wurde wiedergefunden. . a Gerornoconech ner, Fwon Voi KND an Über 34,000 ähnlich lautende schriftliche Anerkennungen! Bekanntmachung. Zum 1. Oktober d. J. wird für die Müntersche Gewerbeschule für Frauen und Töchter eine Wohnung, bestehend aus 6—7 Zimmern, Mädchenkammer, Küche und Zubehör gesucht. Reldungen mit Preisangabe werden an den Magistrat erbeten. Herford, den 28. März 1913. Der Magistrat: Busse. Die Erd. Beton Wege= und Oberbauarbeiten am Ostende des Bahnhoft Löhne(Westf) sollen vergeben werden.(60000 chm Abtrage mit eigenem Gerät zu fördern, 50 000 chm auf Bahnwagen zu laden und 600 9 chm Beton.) Angehotshefte gibt die unterzeichnete Bauabteilung, solange der Vorrat reitt, gegen Einsendung von 8 Mk. in bar, keine Briefmarken, ab. Die Verdingungsunterlagen können ebenda eingesehen werden(8—12½, 3½—6½). Oeffnung der Angebote am 18. April 11 Uhr. Zuschlagsfrist 6 Woch Löhne(Westf) im Anil 1913. Königl. Eisenbahn=Bauabteilung Bomöopatbie- und Naturbeil- Institut „Reform“ Oetinghauserweg 76, 1. Etage. Sprechstunden täglich von v rmitttags 8—11 Uhr, für Unbemittelte jeden Abend von 7—8½ Uhr, außer Sonntags Gebrauchtes, guterhaltenes Klavier wegen Umzug billig zu verkaufen. Gutenderastr. 8. Renntor Weingroßhandlung sucht zur Uebernahme einer Filiale gutempfohlenen Herro gegen festes Gehalt, Provision u. freie Wohnung. Offerten mit Lebenslauf und Angabe des verfügbaren Kapitals u. Nr. 3893 Fortzugshalber beabsichtige ich mein in schöner Lage Herfords neu erbautes Zweifamilienhaus preiswert unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Die Einrichtung ist modern. Auch zu Pen sions zwecken vorzüglich geeiqnet Zu jed. Wohnung gebören 6 Räume, 1 Badezimmer, Straßen= u. Gartenbalkone. Anzahlung gering. Rest geld bleibt auf Wunsch stehen. Gefl. Off. erbitte unter 8. 2830 an die Geschäftsstelle d. Bl. Stück Land abzugeben; in der Nähe Haasa straße und Lübberbruch. Fritz Kramm. Eimterstr. 25. 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Die zur Disposition der Ersatz=Behörden wegen Untauglichkeit und Reklamation Entlassenen. zu erscheinen: Die auf Zeit anerkannten Invaliden kommen mit ihren Jahrgängen. Diejenigen Mannschaften der Landwehr I. Aufgebots, welche in der Zeit von 1. April bis 30. September 1901 eingetreten sind brauchen zur Frühjahrs=Kontrolleversammlung nicht zu erschei nen haben aber, zwecks Ueberführung zur Landwehr II. Aufgebots an der Herbstkontrollversammlung 1913 teilzunehmen.(siehe Militärpaß Abschnitt III Ziffer 12a). Die Jahresklasse ist auf dem Deckel der Militärpässe Aus den Orten, Gemeinden usw. Kreis Herford. I. Im Bezirk des Meldeamts Bünde. Amt Gohfeld. desgl. Uhlenburg des Amtes Mennighüffen desgl. Kirchlengern, Klosterbauerschaft u. Rehmerloh des Amtes Mennighüffen Amt Spenge desgl. Amt Enger desgl. Stadt Bünde und Amt Enniglod desgl. desgl. desgl. desgl. Stadt und Amt Blotho. desgl. Stadt und Feldmark Herford und Stiftberg desgl. Amt Herford=Hiddenhausen 1. Den Offizieren, Sanitätsoffizieren und oberen Militärbeamten geht eine besondere Aufforderung zur Teilnahme an den Kontroll= versammlungen nicht zu. 2. Militärpaß und Führungszeugnisse sind mitzubringen. s. Sämtliche Mannschaften haben die ihnen bis Ende dieses Monats zugehenden Kriegsbeorderungen oder Paßnotizen vorschriftsmäßig in die Militärpässe eingeklebt mitzubringen. Jedes Fehlen der Kriegsbeorderung oder Paßnotiz wird bestraft. 4. Ausbleiben odne Entschuldigung oder unpünkliches Erscheinen zur Kontrollversammlung wird nicht nur mit Arrest bezw Beorderung zum Standort des Meldeamts oder des Bezirkskommandos bestraft, sondern es erfolgt auch auf Grund der §§ 11,4 und 12,8 der Wehrordnung Versetzung in die nächstjüngere Jahresklasse. desgl. desgl. Anmerkung. 5. Begründete Befreiungsgesuche sind unter Beifügung amtlich beglaubigter Atteste rechtzeitig bei den Meldeämtern bezw. Bezirksfeldwebeln anzubringen, widrigenfalls sie unberücksichtigt bleiben.(Für Offiziere siehe Dienstanweisung S. 8 VIII, Ziffer 5.) 6. Nach Beendigung der Kontrollversammlung werden An= und Abmeldungen sowie Gesuche und protokollarische Vernehmungen auch von denjenigen Mannschaften entgegengenommen, welche bei der Kontrollversammlung nicht in der Front stehen. 7. Den Mitgliedern von Kriegervereinen wird das Anlegen von Vereinsmütze gestattet. 8. Die Zivilbehörden werden ersucht, hinsichtlich der Veröffentlichung bezgl. der Termin nach den Verfügungen Fürstlicher Regierung vom 25. 1. 1874 Nr. 614 bezw. vom 5. S. 1906 Nr. 1868 zu verfahren. Detmold. den 11. März 1913. Königl. Bezirkskommando. Ein gewisse hafter Zuschheider findet dauernde Stellung bei Pilgrim& Nolting. Fücht. Näherinnen auf Waschjoppen und Lodenfaltenjoppen erhalten dauernde, gut bezahlte Arbeit bei Julius Koch Nachf. 2 fixe Jungen im Alter von 14—10 Jahren gesucht. Fr. Streuber, Blechwaren=Fabrik, Waltgeristraße. Gesucht ein tüchtiger Bildhauer Bruno Haupt. Melbergen, Gerforderstraße 60. Viehseuchenpolizeiliche Anordnung betreffend Maul= und Klauenseuche. Die Maul= und Klauenseuche ist neuerdings in einer Reihe von Fällen durch Rindvieh aus Bayern, namentlich durch Zugochsen eingeschleppt. Auf Anordnung des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten wird zum Schutze gegen die Verbreitung dieser Seuche auf Grund der§§ 18 ff. des Reichs=Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909(R. G. Bl. S. 519) in Verbindung mit§ 1 Nr. 3 des Preußischen Ausführungsgesetzes vom 25. Juli 1911(G. S. S. 149) folgendes bestimmt: 1. Klauenvieh, das aus dem Königreich Bayern mit Ausnahme der Pfalz in den Regierungsbezirk Minden eingeführt wird, ist, wenn es mit der Eisenbahn oder zu Schiff eingeführt wird, bei der Entladung, wenn es auf dem Landweg eingeführt wird, bei der Einfuhr an einer vom Landrat zu bestimmenden Untersuchungsstelle einer amtstierärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Der Besitzer oder Führer des Viehtransportes hat von dem Eintreffen des untersuchungspflichtigen Viehs dem für die Entladungsstelle zuständigen Kreistierarzt Anzeige zu erstatten und darf das Vieh nicht eher von der Entladestelle oder von dem bestimmten Untersuchungsort entfernen, bis die Untersuchung stattgefunden hat. 2. Klauenvieh, das aus den unter Nr. 1 erwähnten Bezirken eingeführt wird, ist am Bestimmungsorte in abgesonderten Stallräumen unterzubringen und für die Dauer von 8 Tagen der polizeilichen Beobachtung zu unterwerfen. Ist eine Unterbringung des Viehs in gesonderten Stallräumen nicht möglich, so ist die polizeiliche Beobachtung auf das gesamte, in den Ställen untergebrachte Klauenvieh auszudehnen. 3. Ein Wechsel des Standorts des unter polizeiliche Beobachtung gestellten Viehs ist verboten. Die Ausfuhr des Viehs zur Abschlachtung ist während der Beobachtungsfrist unter den für die Ausfuhr von Vieh aus Beobachtungsgebieten geltenden Bedingungen mit polizeilicher Genehmigung gestattet. 4. Nach Ablauf der achttägigen Frist ist das der Beobtung unterliegende Vieh amtstierärztlich zu untersuchen. Wenn die Untersuchung die Unverdächtigkeit der Tiere ergibt, ist die Beobachtung auszuheben. 5. Für das aus den oben genannten Bezirken zum Zwecke sofortiger Abschlachtung in öffentliche Schlachthäuser eingeführte oder auf Schlachtviehmärkte aufgetriebene Klauenvieh greifen die Vorschriften über die abgesonderte Aufstellung und die polizeiliche Beobachtung(vergl. Nr. 2) nicht Platz. Das auf Schlachtviehmärkte aufgetriebene Klauenvieh darf jedoch von den Schlachtviehmärkten nur zur Schlachtung ooer zum Auftrieb auf andere Schlachtviehmärkte abgetrieben werden. Diese Anordnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung in Kraft. Zuwiderhandlungen gegen obige Anordnungen werden, sofern nicht strengere strafgesetzliche Bestimmungen verletzt sind, nach den§§ 74 ff. des Reichs=Viehseuchengesetzes und§ 328 des Reichsstrafgesetzbuches bestraft. Minden, den 8. März 1913. Der Regierungs=Präsident. I. V.: v. Borstell. Zwangsversteigerung. Am 8. d M., vormittags 11½ Uhr, sollen in der Wirtschaft von Herrn Ashauer 2 Stühle, 2 Tische, 1 Ofen, 1 Wandschrank, 1 Rasierstuhl, 1 Glaskasten, 1 Fenstervorsatz, 1 Doppelpult, 1 Schrank, div. Weine und Liköre öffentlich gegen Meistgebot und Barzahlung verkauft werden. Meckler, Gerichtsvollzieher in Herford. Hermannstraße 13. Bekanntmachung. Der mit dem Gastwirt Heinina in Besenkamp abgeschlossene Vertrag über die Verpachtung der Jagd in dem gemeinschaftlichen Jagdbezirke Rehmerloh, bestehend aus den Grundstücken des Gemeindebezirks Rehmerloh liegt gemäß§ 23 der Jagdordnung vom 15. Juli 1907(G. S. S. 207) vom 2 Apcil ab zwei Wochen lang in der Wohnung des Unterzeichneten öffen lich aus. Jeder Jagdgenosse kann während der vorbezeichneten Auslegungsfrist beim Kreisausschuß zu verford gegen den Pachtvertrag Einspruch erheben. Dieser darf sich jedoch gegen die Art der Verpachtung und gegen die Pachtbedingungen soweit nicht richten, als dieselben durch das Verfahren nach§ 21 der Jagdordnung festgestellt sind. Rehmerloh, den 2. April 1913. Der Jagdvorsteher öke, Gemeindevorsteher. Wir lassen am Donnerstag, den 10. Abril 191—, mittags 1 Uhr auf der Brauerei Felsenkeller bei Herford ca. 60 Hausen Dünger öffentlich meistbietend versteigern, wozu wir Kaufliebhaber einladen. Gebr. Uekermann. Blauplätze an der Salzuflerstraße und in der Nähe des Renntors an der Karlstraße zum sofortigen Bebauen habe preisweit unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Baugelder können beschafft werden Otto Marcus, Comtburstraße Nr. 10, 1. Etg. soll in jedem Bezirk errichtet werden. 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Dieser Film. der vom Leben und Leiden des Kapitäns Scott und seiner Gefährten erzählt, reicht bis zu den letzten Etappen der Expedition, deren tragisches Ende in den Eisgebirgen des Südvols diesen Bildern den Wert zeitloser Bedeutung gibt. „Alleiniges Aufführungerecht. An allen 3 Tagen, nachmittags von s bis 7 Uhr: T- I. bei kleinen Preisen. Abends gewöhnliche Preise. Achtung! Achtung! Streik der Speditionsarbeiter! Von Seiten der Firma W. Schröder, Bahnspediteur, werden Arbeiter und Kutscher für dauernde Arbeit gesucht. Wir machen darauf aufmerksam, daß sich die Kutscher und Arbeiter aller Speditionsbetriebe im Streik befinden. Vor der Annahme von Arbeit erkundige man sich bei der Streikleitung im Gewerkschaftshause, Kurfürstenstraße 3. Deutscher Transportarbeiter=Verband. 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Das staatlich eingeführte System „Gabelsberger“ ist das unbestritten beste und in seinen Leistungen unübertroffenste StenographieSystem, welches nachweislich weit mehr verbreitet und weit mehr erlernt wird, wie das gegnerische System„Stolze=Schrey.“ Wir müssen daher allen jungen Damen und Herren, denen es daran gelegen ist, etwas auf dem Gebiete der Stenographie zu erreichen, dringend einpfehlen, nur das „Deutsche System Gabelsberger“ zu erlernen, da dieses System auch besonders von den größten Firmen Deutschlands, gegenüber dem System„Stolze=Schrey", durchweg bevorzugt wird und in vielen Hochschulen Deutschlands eingeführt ist. Der Vorstand. Ein fast neuer, nur wenig gebrauchter Kinderwagen preiswert abzugeben Oetinghauserweg 47•. Paterrewohnung von 5 Zimmern, Küche und Zubehör sofort oder p. später preiswert zu vermieten Nachzufragen Hansastraße 19, 2. Et. Irdl. Wohnung zum 1. Okt. zu vermieten. Bevorzugt kl Fam. od. älteres Ehevaar. Offert. untec 4008 an die Geschäftsstelle d. Bl. 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Fernruf Nr. 13.— Telegramme: Kreisblatt.— Postfach 47. Dost=Scheck=Konto: Nr. 369 Hannover. Nr. 80(enthält 8 Seiten.) Montag, den 7. April 1913. 68. Jahrgang. Das europäische Problem in französischer Beleuchtung. II. Das schicksalsschwere Zukunftsbild des Majors de Civrieux findet sein tiefes aus der Vergangenheit und Gegenwart durchdachtes Gegenstück, das für jene stvategische Studie den diplomatisch=politischen Auftakt bietet— wie in einem zwei den längeren Aufsatz der K.. dargelegt wird—in einem Werke des Hauptmanns Pierre Felix, das sich betitelt La Riposte (Paris, Berger=Levrault 1912). Hauptmann Felix ist weni ger Stratege als Politiker, der die Nowwendigkeit des Augenblicks nach den Gesichtspunkten der internationalen Lage für Frankreich erörtert und seinen Leitsatz hierfür gleich dahin aufstellt: „Wenn man die Dinge unparteiisch prüft, so kann man sich nicht enthalten, zu erkennen, daß in internationaler Hinsicht die Lage Frankreichs derjenigen Deutschlands bei weitem überlegen ist und uns gestattet, nicht allein festen Fußes abzuwarten, sondern auch die Sache vorweg zu nehmen, um endlich den Stand der Dinge in Europa nach dem historischen Recht, der Gerechtigkeit und den Erfordernissen der Zivilisation zu regeln.“ Jedoch ist der Verfasser dafür, daß Frankreich den Ausgang des englisch=deutschen Duells ruhig abwarte, in der sichern Erwartung, daß England allein mit Deutschland fertig werde. Er ist sogar auch so gutmütig— und man wird in Deutschland gut tun, dies für den tiefern Endzweck des von den französischen Chauvinisten ins Werk gesetzten, aber auch von andern u. selbst den Behörden ruhig mitangesehenen Boykott=Feldzugs gegen die deutsche Industrie und den deut schen Handel im Auge zu behalten— dem Dreiverbande erst den Versuch zu überlassen, Deutschland„durch einen tatkräftigen finanziellen und wirtschaftlichen Druck, der wahrscheinlich schon entscheidend wäre“, wenn nötig mit seiner Verschär fung durch eine Blockade der deutschen Häfen matt zu setzen und ihm seine künftige Stellung anzuweisen, die dahin geht, daß„Deutschland dafür gemacht ist, zu folgen, aber nicht zu führen". Diese Führerrolle kommt nur Frankreich zu, denn, so erklärt Felix,„wir sind wieder eine große Nation geworden, die erste Nation. Der zweite Punkt in der Lösung dieses Weltproblems bildet die Wiederherstellung„des wirklichen Deutschen Reiches, wie es die Geschichte geschaffen hatte und wie es sein muß,“ ein neues Deutschland unter Österreichs Vorherrschaft.“ Der Aussicht, meint Felix, neben Preußen für das Deutschtum weiter eine Satellitenrolle zu spielen, werde Österreich sicherlich diese Aufgabe seiner historischen Wiedergeburt vorziehen, die dann zugleich mit einem Schlage sein slawisches Problem löse, wie es weiter dann auch leicht sich dazu verstehen könne, neben der unter seiner Kaiserkrone vereinigten neuen„deutschen Einheit“ die„italienische Einheit" erstehen zu lassen. Und Frankreich? O, Frankreich ist sehr bescheiden. Es wird nur Elsaß=Lothringen zurücknehmen und„die ganze natürliche Rheingrenze, die jetzt Deutschland gehört, um auf diese Weise wieder Herr im eigenen Hause zu werden und in Europa seine Rolle ersten Ranges wieder aufzunehmen, die einzuhalten, Preußen offensichtlich ohnmächtig ist.“ Schöne Aussichten nebenbei 1813. 8. April. lber die Saale— Davout— Napoleons Truppenmacht. Wie außerordentlich verschieden die Kriegsführung vor undert Jahren von unserer heutigen war, geht daraus hervor. daß die Freikorps allenthalben eine große Rolle spielten. Diese Freikorps eilten in der Regel, ihrer größeren Bewegichkeit wegen, dem Hauptheere voraus und trugen vielfach vesentlich zur Aufklärung der Truppenstellungen bei. Am senannten Tage überschritten russische Parteigänger, dem Blücherschen Heere voraufeilend, die Saale. Am gleichen Tage erhielt Davout die Nachricht, daß inbeschränkte Vollmacht über den 32. Divisionsbezirk(Hansatädte und Umgegend), über den der Belagerungszustand verhängt sei, gegeben werde. Die Kühnheit und militärische Tatkraft dieses französischen Generals ist über allen Zweifel rhaben; dennoch sah er, da er noch nicht über die genügende Truppenzahl verfügte, seine Lage in dem allenthalben garenden Lande als gefährdet an und er beschränkte sich deshalb auf die Defensive unter Festhaltung der Allerlinie. Wie wenig Napoleon den rheinbündischen Fürsten raute, geht aus einem Briefe Napoleons an Ney vom geiannten Tage hervor, in dem es heißt:„Sie wissen, wie venig man auf die Verbündeten zählen kann; es ist also sehr vichtig, sie keinem Fehlschlag auszusetzen.“ Die Truppenmacht, die dem Kaiser Napoleon jetzr zur Verfügung stand, betrug auf dem Pavier 750000 Mann; darunter waren 100000 Mann alter Soldaten. — diese natürliche Rheingrenze Frankreichs— für Belgien und Holland, aber ohne Schaden für England. Denn großmütig gesteht Felix England zu, daß es seine Stelle als erste Weltmacht zur See behaupten soll und wird, wenn es nur sich beeilt, mit Frankreich das europäische Problem— in seinem eigenen richtig verstandenen Interesse— so zu lösen. Auffassungen und Träume temperamentvoller, aber vereinzelter Militörs— könnte man versucht sein, einzuwerfen. Das ist auch noch sehr die Frage. Denn, da diese Offiziere, wie de Civrieux und Felix nicht die einzigen sind, die so schreiben, so sind sie sicherlich noch weniger die einzigen, die so denken. Und wenn sie, was sie denken, nur mit ihrem Namen decken, und in Buchform unter das Volk, unter ihre Kameraden hinaussenden, was bedeutet es dagegen, wenn das gelesenste Blatt im Heere, die France Militaire, dieselben Gedanken und Tendenzen zu Zehntausenden von Exemplaren in einer Reihe von Tagesartikeln verbreitete? „Die Stunde ist da, wo Frankreich das Verlorene wiedergewinnen, muß.— Frankreich hat, es ist notwendig, das laut zu sagen, alle Kräfte an eine Entscheidung zu setzen, von der es wünschen muß, daß sie schleunigst falle.— Wir haben einer rücksichtslosern Militärpolitik nie dringender bedurft als jetzt.— Die Stunde naht, wo ein allgemeines Erwachen (der Mächte Europas) den deutschen Alp abschütteln wird. — Der Krieg wird kurz sein, denn Deutschland wird schon mit dem ersten Schlage zerschmettert werden.“ Das sind so einige der Leitsätze, womit dieses Blatt im Verlauf des letzten Jahres— ehe noch von der neuen deutschen Wehrvorlage die Rede war— den baldigsten Entscheidungskrieg und die Zerschmetterung Deutschlands, natürlich auch mit Hilfe der Engländer predigte. Wenn aber ein Blatt wie die France Militaire das in die Öffentlichkeit hinaussendet, so bedeutet das keine Ansicht dieses oder jenes einzelnen mehr, sondern es ist bei ihr der Ausdruck von Gefühlen und Meinungen, die den Anspruch erheben, als Ausdruck weiterer Kreise zu gelten und unmittelbar die öffentliche Meinung zu bilden und zu vertreten. Und von französischer Seite selbst bestätigt man diese Kundgebungen als den Ausdruck einer allgemeinen Strömung. Unter dem Pseudonym Agathon ist vor kurzem ein Buch erschienen, das das „nationale Erwachen“ in der heutigen Generation Frankreichs untersucht. Zur Kennzeichnung des Geistes, der heute im Heere vorherrsche, bringt es den Beitrag eines jüngeren Generalstabsoffiziers, der darlegt, daß, wenn das ältere Geschlecht als Zeuge des Unglücks und Elends von 1810, dem Gedanken eines neuen Krieges sich abhold gezeigt habe, es ganz anders mit der jüngern, nach 1870 geborenen Generation sei. Ihren Sinn kennzeichnet der Offizier mit den Worten: „Sie kennt von dem Kriege 1870 nur die Erzählungen darüber, in denen man die Tapferkeit unserer Truppen, ihre Todesverachtung preist. Unsere Mütter sprachen uns von Revanche. Wer aber Revanche sagt, sagt Angriff, und unsere jungen Köpfe sind von dem Gedanken durchdrungen, daß wir handeln, daß wir kämpfen müssen.... Wir fühlen, daß zwischen Deutschland und uns eine Frage liegt, die abgewickelt werden muß. Solange Elsaß und Lothringen„ihnen“ gehören, darf man nicht von Frieden sprechen. Man muß den Krieg voraussehen und ständig bereit sein, ihn zu erklären. Als Soldaten haben wir die unheilvollen Lehren der Defensive aufgegeben. Wir wollen handeln. Um unsern Willen dem Feinde aufzuerlegen, werden wir ihn angreifen. Angreifen ist immer noch das beste Mittel, sich zu verteidigen.“ Bedarf es einer Schlußfolgerung aus all diesen Zeugnissen? Wohl kaum. Sie zeigen zur Genüge, wo heute in Wirklichkeit die„Geistesverfassung“ ist, die aus sich selbst allein schon heraus wie doppelt bei der augenblicklichen kritischen Lage der Dinge in Europa den Frieden bedroht, und sie zeigen auch, wo heute in Wirklichkeit diejenigen sitzen, die zugleich mit ihren Gefühlen auch in dem Begriffe ihrer engern nationalen Interessen, wie in dem Begriffe des europäischen Problems die Idee des Angriffs verkörpern, gegenüber denen, die mit ihren Gefühlen wie in ihren Interessenbegriffen den Frieden wollen. Es bleibt nur noch zu erörtern, wie diese Geistesverfassung in den militärischen Kreisen Frankreichs sich zu der der bürgerlichen und politischen Kreise der Nation und des Volkes selbst verhält. stärke des deutschen Heeres um rund 120 000 Mann fordert, mit Begeisterung eintreten werden. Der Ernst der Weltlage und die Notwendigkeit verstärkter Rüstungen wird in dem Aufruf wirkungsvoll betont:„Niemand kann vorher sagen, ob das drohende Gespenst eines Weltkrieges für immer verscheucht ist. Das eine aber wissen wir ganz bestimmt, daß Deutschlands Feinde und Neider beständig am Werke sind, uns unserer Großmachtstellung zu berauben, daß feindliche Gruppierungen der Mächte nur auf den Augenblick warten, das Deutsche Reich bedeutungslos zu machen. Wenn die Reichsregierung in diesem Augenblicke, in dem die ganze Welt von Waffen starrt, hohe Forderungen an das deutsche Volk stellt, weil nur eine starke Rüstung dem deutschen Volke die Sicherheit verbürgt, dann ist die dringendste nationale Notwendigkeit die Erhaltung von Deutschlands Machtstellung. Der Friede ist niemals zu teuer bezahlt. Falsche Sparsamkeit wäre hier ein Verbrechen. Die Vorlage der verbündeten Regierungen sieht vor, daß überwiegend die starken Schultern durch die neuen Heereskosten belastet werden. Da sollte kein Deutscher zurückstehen, um dem Vaterlande zu geben, wessen es zu seinem Schutze bedarf. Nur die Sozialdemokratie, die noch jedesmal dem Reiche die Mittel zur Rüstung versagt hat, steht wieder abseits und bezeichnet die neuen Heeres= und Steuervorlagen als eine „Orgie des Militarismus". Der Volksverhetzung der internationalen Sozialdemokratie muß eine nationale Bewegung zugunsten der neuen Heeresvorlage gegenübergestellt werden. Jeder deutsche Mann muß sich in den Dienst des Vaterlandsgedankens stellen. Das Ausland bewundert und beneidet den großartigen wirtschaftlichen Aufschwung Deutschlands, es soll auch unsere nationale Volkskraft und unsere Einmütigkeit gegen die antinationale Sozialdemokratie bewundern. In Sachen der Heeresvorlage muß ein Block aller bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokratie hergestellt werden.“ Reichstag Sitzung vom 5. April. Die Reichshaushaltsrechnung für 1910 und die Rechnung über den Haushalt der Schutzgebiete für 1906 wurden in dritter Beratung ohne Diskussion erledigt. Darauf setzte das Haus die Beratung des Reichshaushaltsetats für 1913 fort mit dem Etat für den Reichstag. Dazu lagen zwei Resolutionen der Nationalliberalen vor, 1. betreffend freie Fahrt für die Reichstagsmitglieder auf den deutschen Eisenbahnen während der Dauer der Legislaturperiode, und 2. betreffend Überweisung der Wahlprüfungen an eine gerichtliche Behörde. Die Resolution betreffend Wahlprüfungen, wurde an die Geschäftsordnungskommission verwiesen und die Resolution betreffend Freifahrt fast einstimmig angenommen. Darauf wurde der Etat des Reichstags bewilligt. Vom Etat des Reichsschatzamts war die Position aus den Allgemeinen Fonds„zur Gewährung von Beihilfen an hilfsbedürftige Veteranen(2 Millionen mehr als im Vorjahre)“ auf die Tagesordnung gesetzt. Staatssekretär des Reichsschatzamts Kühn: Ich kann mich darauf beschränken, hier vor dem Plenum des Hauses meine Erklärung aus der Kommission zu wiederholen, daß es in der Absicht der Verbündeten Regierungen liegt, einen Gesetzentwurf, welcher die Bezüge der Kriegsteilnehmer in der Richtung der vom Reichstage ausgesprochenen Wünsche festsetzt, dem Reichstage vorzulegen. Dringende nationale Notwendigkeit ist die Erhaltung der Machtstellung des Deutschen Reiches. Das ist der Grundgedanke eines Aufrufes, den der„Reichsverband gegen die Sozialdemokratie“ an seine Mitglieder richtet, in der Erwartung. daß sie an allen Orten für die neue Wehrvorlage, die die vollständige Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht und die Erhöhung der FriedenspräsenzAbgeordnetenhaus. Sitzung vom 5. April. Die Beratung des Kultusetats wurde in der allgemeinen Besprechung des Universitätswesens fortgesetzt. Abg. Funk (frs.) betonte die durchaus zuverlässige Finanzierung der Universität Frankfurt a. M., von der der Abg. Heine(ntl.) auch eine Schädigung Göttingens befürchtet. Dem Grafen Moltke(frk.) ist die beabsichtigte Errichtung einer Universität in Hamburg nicht recht sympathisch, weil sie Kiel Abbruch tun könnte. Den verschiedenen Wünschen gegenüber sagte der Kultusminister das größte Entgegenkommen zu. Etwas Leben in das schwachbesetzte Haus brachte der Abg. v. Savigny(Ztr.), als er sehr scharf gegen die gestrigen Ausführungen Dr. Liebknechts polemisierte. Es folgte die erste Beratung des Gesetzentwurfs betreffend die Verpflichtung zum Besuch der ländlichen Fortbildungsschulen in den Provinzen Brandenburg, Pommern, Sachsen, Schleswig=Holstein, Westfalen sowie in der Rheinprovinz und den Hohenzollernschen Landen. Abg. v. Gescher(Kons.): Ich hoffe, daß mit der Zeit ein allgemeines Fortbildungsschulgesetz kommen wird. Abg. Dittrich(Ztr.): Wir verlangen nach wie vor die Einführung des obligatorischen Religionsunterrichts für die Fortbildungsschulen. Abg. Schröder=Kassel (Natl.): Eine Verweisung der Vorlage an die Kommission würde gleichbedeutend sein mit ihrem Scheitern. Wenn der obligatorische Religionsunterricht beschlossen würde, so würde der Gesetzentwurf für uns unannehmbar sein. Abg. Frhr. v. Zedlitz(Freikons.) schloß sich dem an. Nationalliberaler Preußentag. annover, 6. April. Der Delegiertentag der durchberaten: „Der 10. men, damit sie über die der Wahlaufruf ein stärterer Schutz der Arbeitswilligen, den wir unbedingt vom Stamte beant#ruche minm mi. minifuAn 10 M## Stagte beanspruchen müssen. Die wirtschaftliche Lage vie Wähler Preußens wieder zusam= unserer Beamten, Lehrer und Lehrerinnen ist durch die BeScharnhorsts knüpft. Scharnhorst hat die Grundlage ge schaffen für die Siege von 1810. An ihn denken wir zurück, wenn wir den Grundsatz vertreten, daß jeder waffenfähige Mann mit der Waffe ausgebildet werden soll. Mit Wehmut denken wir in diesen Tagen auch zurück an Bismarck, den leitenden Staatsmann Europas. Aber an seinem Lager stand bereits die Sorge um unsere künftige nationale Entwicklung; sie führte ihn zum Bündnis mit Österreich, um Vorsorge zu treffen gegen russische Angriffsgelüste. Er war anderseits bemüht, das Zusammenkommen von Rußland u. Frankreich #ndern durch den bekannten Rückversicherungsvertrag mi . Diese geniale Politik wurde aber nicht weitergeführt, Frankreich und Rußland sind heute Verbündete, und Frankreich war in der Lage, in Anlehnung an Rußland sein großes Kolonialreich zu gründen, und schließlich kam es zu dem Gegensatz zwischen Dreibund und Tripelentente. Bassermann schilderte dann unsere koloniale und maritime Eniwicklung, und zeigte, wie der imperialistische Gedanke bei allen Völkern durchdringt und damit auch die Kriegsgefahr steigert. Für uns ist diese Kriegsgefahr noch größer durch die Entwicklung der letzten Balkankrise, und die Konsequenz ist die neue Wehrvorlage mit der Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht. Der letzte Mann müsse bei uns mit der Waffe ausgebildet werden, dann könnten wir getrost in die Zukunft blicken Zu den Steuervorlagen bemerkte Abg. Bassermann: Die nationalliberale Fraktion sei im Prinzip bereit, auf den Boden der Vrolage über den Wehrbeitrag zu treten. In der Besitzsteuerfrage sei die Haltung der Fraktion bekannt. Die Fraktion fordere nach wie vor eine allgemeine Besitzsteuer entweder eine Reichsvermögens= oder eine Reichserbschaftssteuer.(Lebh. Beifall.) Und weiter: wo so hohe Opfer vom Volk für das Reich verlangt werden, da müßte man fordern, daß die Mittel auch durch Reichssteuern aufgebracht werden. und nicht auf dem Umweg über die Einzelstaaten! Und wenn man die Opfer von allen Schichten der Bevölkerung fordere dann sei nur gerecht, wenn man der so notwendigen freiheitlichen Entwicklung kein Hemmnis mehr entgegensetze. Abg. Bassermann ging hier näher auf die Frage der Reform der Diplomatie ein. Tüchtige Leute, das müsse die Hauptsache sein, Volkskraft und zäher Fleiß, so schloß der Redner, haben uns emporgeführt, friedlich sind wir gesinnt, aber unsere Wehrkraft wollen wir ausbauen und gewappnet sein gegen jede Gefahr. Dröhnender Beifall durchbrauste das Haus als Herr Bassermann geendet hatte. Dann nahm der Abg. Schiffer das Wort, um über die preußische Landespolitik und ihren Zusammenhang mit der Reichspolitik zu reden. Sein Ruf: Hinein ins Volk! fand ein begeistertes Echo, nicht minder seine Auslegung dieses Wortes: nicht buhlen um das Volk, sondern seine Liebe erwerben! Noch ist das Werk des Frhrn. v. Stein nicht vollendet, noch stellen sich der politischen Emporführung des Volkes große Hemmnisse entgegen. Sie zu übrwinden, legt gerade die Erinnerung an die Leistungen dieses Volkes vor 100 Jahren besonders nahe. Vertrauen aber gegen Vertrauen: das Volk muß auch den Weg zu den Parteien finden, die ihm helfen wollen; nicht bei der internationalen Sozialdemokratie liegt sein Heil, sondern allein bei den Parteien, die fest im vaterländischen Boden wurzeln. Das war der Ausklang der größten öffentlichen Versammlung, der in nicht endenwollendem Jubel sein Ende fand. „„ vichlag Wr Hn Banna„„„-Veresfeleder kasam-onserer=Geumten, Tehrer und nationalliberalen Partei Preußens setzte hier gestern abend gu#e über die Jzusammensetzung der Volksvertretung soldungsgesetze von 190, an denen die Nationalliberale Parmit einer öffentlichen Versammlung ein, in der die Abgg.“setzte Mal im Jahre 1009 u.“ am###s#peiven. Als wir das stei hervorragenden Anteil gehabt hat, wesentlich gebessert Bassermann u. Schiffer vor einer zweieinhalbtausendköpfigen zuversichtt#e# Luprc 1305 zur Wahl schritten, da hofften wir worven. Lo jeooch nachträglich Härten sich herausgestellt Versammlung über Fragen der Reichs= und Landespolitik und gerechteren Mahlruchten Wahlen unter einem neuen haben, ist die nationalliberale Partei bemüht, Abhilfe zu sprachen. Der Abg. Bassermann erinnerte zunächst an die liher“:e Rartei hate glea ggaus gen gürden. Die national=schaffen, wie sie es durch ihr„Eintreten für die Teuerungs Zeit vor hundert Jahren, da sich die Wiedergeburt Preußens dies Di.ch ar et. 2at aues getaß, was in ihren Kräften stand, zulage und die Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses bean die Naien der Frhrn. v. Stein und Hsderstand der jeder Pesaur gru sind aber an dem wiesen hat. Wir verlangen, daß die staatsbürgerlichen Rechte spft, Scharnhorst hat die Grundlage ge. der Reform avgeneigten konservativen Par= der Beamten und Lehrer nicht durch Maßnahmen der Behörtei gescheitert, die von ihr eine Verminderung ihres künstlich den geschmälert werden. Die Besserstellung der Altpensionäre geschaffenen politischen Übergewichts fürchtet. Entgegen muß durch Gesetzgebung, nicht durch Unterstützung im Einiarem,. Verst#sen haf die Zentrumspartei diesen Widerstand zelfalle erfolgen. Bei den materiellen Interessen dürfen die unterstützt. Wir hoffen auf das allerbestimmteste, daß die geistigen Güter nicht vergessen werden. Wir fordern FreiRegierung die Wahlreform als eine der ersten Aufgaben der heit im Denken und Glauben, Freiheit für Wissenschaft und Le#islaturveriooe betrachtet. Die Einführung Kunst. Die Bildung des Volkes ist ein hohes nationales des gleichen Wahlrechts lehnt die nationalliberale Partei ent= Gut, das wirksam der Pflege bedarf. Das gesamte Unter schieden. g. Sie verlangt vor aulem direkte und geheime richtswesen soll auf den höchsten Stand der Leistungsfähigkeit e e# ee ue Meich pt, Beseitigung der Drittelung in den Urwahlbezirken gebracht werden. In der Volkschule, als eine Einrichtung zu hindern durch den bekannten Rückversicherungsvertrag mitise durch verzngen Zahl der Abgeordneten, wo des Staates, wie auch an der Förderung der fachmännischen Rußland. Diese geniale Politik wurde aber nicht weiterge. wirtschaftliche Verhältnisse ge Schulaufsicht halten wir unbedingt fest. Wir fordern die rechtfertigt erscheint. Wir verwerfen die Eintei= Beseitigung aller gesetzlich begründeten Vorrechte, die Beung der Wahlkreise nach der Volkszahl und setzung aller Amter der staatlichen Verwaltung nach Lebens###zung der Wahlkreise unter Berücksichtigung zeit und Tüchtigkeit, nicht nach Geburt, Religion und Verd und Leuten. Ein maßvolle Reform unseres Wahls mögen. Kein guter preußischer Vaterlandsfreund, der nicht altbewährten Grundlagen des preußischen zugleich auch ein guter Deutscher ist! Deshalb wollen wir Staates nicht, wie die Gegner behaupten, schwächen, sondern auch in der preußischen Vaterlandspolitik das deutsche Reich stärten, weil sie sich den Erfordernissen der veränderten Zeit in seinen Grundlagen kräftigen. Dazu bedarf es vor allen anpassen und damit auch die Gewähr der Dauer für sich Dingen des Schutzes unserer Grenzmarken im Norden und tragen. Diese Grundlagen selbst, aus denen Preußen zu Osten. Die Politik der Staatsregierung wird deshalb überGr ze und Blüte emporgewachsen ist, wollen all unsere Unterstützung finden, wo sie bemüht ist, das frecht e chalten und gegzen Angriffe schützen. Wir be= Deutschtum zu schützen und zu stärken. Wir setzen voraus ampfen mit allen Mitteln die Sozialdemokratie, die darauf daß die Staatsregierung unbeirrt durch parteiische oder konog legiitli und wirtschaftliche Ordnung umzustür=fessionelle Widerstände mit Kraft und Zähigkeit das Staatszen. id a.#h# r#,#elle eine rucksichtslose Klassenherrschaft interesse wahrnimmt und einen zielbewußten Kurs in der zu setzen. Wir bekämpfen sie wegen des unerhörten Terro= Polen= und Nordmarkenpolitik inne hält. Die Vorlage eines gsmus, wegen der rückhaltlosen Verhetzung der einzelnen Parzellierungsgesetzes darf nicht länger hingezögert werden gegeneinanv. und nicht zuletzt wegen Wähler! Das sind die Grundsätze, nach denen die nationalver offenen Verhöhnung, die bar ist jedem vaterländischen liberale Partei in der Vergangenheit gehandelt hat und nach Srpfinden, wie dies gerade in jüngten Tagen anläßlich der denen sie auch in Zukunft handeln wird. Wer in diesen Gedenkfeiern der Befreiungskriege besonders verletzend her= Grundsätzen mit uns gleichstimmig ist, der verstärke unsere vorgetreten ist. Die nationalliberale Partei huldigt einem Reihen und gebe seine Stimme den von uns aufgestellten tetige, un„maßvollen Fortschritt auf auen Gebieten des Männern. Das Recht der Wahl zur Volksvertretung ist zuöffentlichen Lebens, wie es die Entwicklung der staatlichen, gleich eine Pflicht. Darum fehle keiner bei der Wahl. Das PAszispaitlicher= Vezielen und Zulturelen Verhältnisse im An= freibeitlich gesinnte Bürgertum kann nur dann zu seinem bechluß an das geschichtliche Übereinkommen erfordern. So rechtigten, ihm bisher vorenthaltenen politischen Einfluß geeine zielbewußte und raschere Fortsetzung der flangen, wenn auch der letzte Mann seine Schuldigkeit tut. chon vor Jahren begonnenen Reform der innern Verwal= Jeder sei sich seiner Verantwortung bewußt!“ ung im Sinne einer Vereinfachung und einer bessern An=] Damit war die Tagesordnung erschöpft. Der Vorsitzende dassung an das wirtschaftliche Leben. Auch der Finanzpolitik Dr. Krause, dem Dr. Friedberg namens des Zentralvor##. bie megerne ztwickung neue Aufgaben. Der glän= standes herzlichen Dank für die überaus sachliche Leitung tschaftliche Aufschwung, dessen wir uns seit einigen des Parteitags aussprach, schloß die Versammlung mit dem hat nicht nur die Fehlbeträge aus dem Wunsche, daß die Partei freudig und hoffnungsfroh in den F##shalt verschwinden lassen, sondern wir sind auch Kampf ziehen und hoffentlich wesentlich gestärkt daraus herin der Lage gewesen, in d.m von der nationalliberalen Par=[vorgehen wird. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch tei längst geforderten Ausgleichsfonds mehrere hundert Milli= auf die Partei ain:..ictt bandenuenen Pg Der Vertretertag begann am Sonntagvormittag im„Tivoli“. Im Auftrage des Zentralvorstandes der Nationalliberalen Partei eröfsnete die Versammlung der Abg. Dr. Friedberg. Er übermittelte zunächst Grüße des ersten Vorsitzenden des Zentralvorstandes, des Abg. Bassermann, den die parlamentarischen Arbeiten bereits wieder nach Berlin gerufen haben, und hieß dann die Delegierten herzlich willkommen. Geheimrat Dr. Krause übernahm sodann den Vorsitz. Er brachte ein begeistert aufgenommenes Hoch auf Kaiser und König aus. Wie die liberalen Grundsätze der nationalliberalen Partei sich in die praktische Politik übersetzen, das zeigte der Abg. Friedberg dann in seiner Rede, die er zur Einführung des Wahlaufrufs vor der Vertreterversammlung hielt. Wie gewohnt, gab der Führer der Landtagsfraktion ein lebendiges, klares und erschöpfendes Bild all der Fragen, die die preußische Landespolitik beherrschen, und rückte sie in das Licht liberaler Gedankengänge. An der Spitze aller Fragen erscheint die Wahlrechtsfrage, die die Partei als wichtigste Frage der kommenden Legislaturperiode ansieht. Unter dem allgemeinen Beifall appellierte Dr. Friedberg in dieser Frage an die Regierung, daß es ihre Pflicht sei, hier führend voranzugehen und nicht zu warten, bis sich die Parteien geeinigt haben. onen anzusammeln, die für schlechtere Zeiten aufgespart werden sollen. Von dem Grundsatze ausgehend, daß die Steuerraft des Volkes in ruhigen Zeiten geschont werden muß, ordert die nationlliberale Partei angesichts der günstigen inanziellen Verhältnisse den Wegfall der Steuerzuschläge di. Jahre 1909 unter einer so ungünstigen Finanzlage beschlossen worden sind. Weiter fordern wir eine Verbesserung des Veranlagungsverfahrens, damit der Gedanke der gerechteren Verteilung der Steuern nach der Leistungsfähigeit auch in vollem Umfange zur Durchführung gelangt. Sollte die Reichsgesetzgebung nach dem Vorschlage der verbündeten Regierungen die dauernden Ausgaben zum Teil auf die Einzelstaaten abwälzen, so würde die nationalliberale Partei dafür eintreten, daß die Aufbringung der Lasten in Preußen nach dem Grundsatze ausgleichender Gerechtigkeit erfolgt und nicht zuungungsten der unbemittelten Klassen und des Mittelstandes ausfällt. In der Vertretung der wirtchaftl. Interessen ist für die nationalliberale Partei oberster Grundsatz: Dergerechte Ausgleich unter allen Berufsständen und Erwerbszweigen. Unserer Landwirtschaft wollen wir ebenso wie der Industrie die Vorbedingung für ihr Gedeihen den Schutzzoll erhalten. Wir widersetzen uns dem Abbau der Zölle. Die nationalliberale Partei tritt im Interesse unserer Landwirtschaft für Beibehaltung des notwendigen Seuchenschutzes ein und für alle sonstigen Maßnahmen, die zu ihrer Förderung dienen. Unser Ziel muß sein, sie so eistungsfähig zu machen, daß sie imstande ist, den Fleischbedarf unseres Volks zu decken. Die innere Kolonisation in Form der bäuerlichen Ansiedlung muß mit allen Kräften gefördert und ein neues zeitgemäßes Fideikommißgesetz erstrebt werden, daß die weitere Bildung großer landwirtschaftlicher Bodenflächen in einer Hand für die Zukunft nach Möglichkeit erschwert. Der gewerbliche Mittelstand bedarf nach wie vor staatlicher Unterstützung und Förderung. Wir fordern noch auf die Partei ging man auseinander. Politische Rundschau. Berlin, 6. April. Jubiläumsgeschenk des deutschen Offizierskorps für den Kaiser. Unter dem Vorsitz des Generalfeldmarschalls Grafen v. Haeseler hat sich ein Komritee gebildet, das im Auf trage aller Offiziere und höheren Beamten des deutschen Heeres einen kostbar gearbeiteten Feldmarschallstab als Ge schenk für den Kaiser herstellen läßt und in deren Namen dem Monarchen zu seinem Regierungsjubiläum überreichen wird. Ueber die peeres= und Steuervorlage ist in den Sitzungen der Nationalliberalen Fraktion in allen grundsätzlichen Fragen, die in Betracht kommen, volle Ein mütigkeit erzielt worden. Die Fraktion hält an der Forderung einer allgemeinen Besitzsteuer(Erbschafts=und Vermögens steuer) fest. Sie erblickt in der Vorlage der Regierung nicht eine Erfüllung des Besitzsteuerantrages Erzberger=Bassermann. Ungarn. Die Königliche Tafel annullierte aus Bern fungsinstanz das Urteil erster Instanz in dem Verleum dungsprozeß des Ministerpräsidenten Lukacs gegen den Abgeordneten Desy, ordnete ein neues Beweisverfahren auf der ganzen Linie mit Ausnahme der die Klassenlotterie betref fenden Angelegenheit an und verwies die Sache zur neuer lichen Verhandlung an die erste busan: zurück. In den Kreisen der Regierung wird der Ansicht Ausdruck gegeben, daß die neuerliche Verhandlung des Prozesses Desy=Lukacs volle Klarheit bringen und daß Desy der Wahrheitsbeweis in keinem einzigen Punkte gelingen werde. Die Durchführung der Verhandlung soll beschleunigt werden, um der Agitation einen Riegel vorzuschieben. kaust die E uug das Sehmttcamsumarnne#rr....1 Schweiz. In der Westschweiz führte die bereits ge sonst die Regelung des Submissionswesens, Abgrenzung von meldete Genehmigung des Gotthardvertrages durch den Industrie und Handwerk, Heranziehung der Industrie zu Schweizer Nationalrat zu großen Protestkundgebungen. Ma den Kosten der Lehrlingsausbildung, Einschränkung der nifestanten in einer Zahl von über 500 begaben sich in Geuf Konkurrenz der Gefängnisarbeit, Ausbau des Bildungs= unter Niederrufen auf den Abgeordneten Charbonnet, der wesens, besseren Schutz des Handwerks gegen den Bau= für den Vertrag gestimmt hat, vor dessen Haus, um seinen schwindel, Aufhebung des§ 100 der Gewerbeordnung. Die Rücktritt zu verlangen, während dem vertragsfeindlichen De Ong. af k;r1, 8.. e. 4rf Perleren geemint haven, schwinder, Kushebung der§ 100 der Gewerbeoronung. Die Ruatritt zu ve Alle Gebiete des staatlichen Lebens zog dann Dr. Friedberg schwierige Frage des städtischen Grundbesitzes erfordert sorg= putierten Ador von der Menge ihr Wohlwollen bezeigt wurde in den Bereich seiner Betrachtungen und zeigte an allen den fältige Prüfung und Mittel zur Abhilfe der vorhandenen Dieser hielt eine begeisterte Ansprache an die erregte Menge Einzelfragen, wieviel noch zu tun ist, bis den einzelnen Er= Mißstände. Industrie und Handel müssen ihre Bewegungs= Unter Absingung patriotischer Lieder, mit den Rufen:„Wir werbszweigen die für sie notwendige Bewesungsfreiheit zu= freiheit behalten. Das Lebensinteresse für die beiden ist eine wollen von Deutschland den Gotthard wieder baben!“ durchzog die Menge die Straßen bis zum Nationaldenkmal, vor dem sie die Schweizer Fahne mit Trauerstor aufpflanzen wollten. Großbritannien. Die große Tribune des Renn platzes in Ayr in Schottland geriet nach Mitternacht in teil wird. Getreu der Tradition der Nationalliberalen Par- großzügige Verkehrpolitik durch den weiteren Ausbau von tei fordert der Redner auch die Pflege der geistigen Güter, Eisenbahnen und Wasserstraßen. Das Erfordernis der Konder Freiheit im Denken und Glauben, die Berücksichtigung kurrenzfähigkeit auf demWeltmarkte bedingt eine weise Tarifder Bildungsbedürfnisse des Volkes, die Gleichberechtigung politik durch Ermäßigung der Frachtsätze, insbesondere für der theologischen Richtungen. Die Volksschule soll eine Ein= Roh= und Hilfsstoffe der Landwirtschaft und Industrie. Die richtung des Staates bleiben# I-nlin„„ o„„„„„„„„„** Se,###even und lediglich Fachmännern un= Fürsorge für Arbeiterschaft erfordert auch künftighin unsere Brand und ist volltändig zerstört worden. Der Schaden beterstelt sein. Wir kämpfen für Grundsätze, die doch über kurz größte Aufmerksamkeit, noch gllt es, berechtigte sozialpoli= läuft sich auf 3000 Pfund Sterling. An der Brandstelle er Nation sein werden. Auch m itische Forderungen zu verwirklichen. Auf deranden Sa#. nr-#na...„. an der Drandsteuc oder lang Gemeingut unserer Nation sein werden. Auch in der Politik gilt das Wort: Dem Mutigen gehört die Welt. Und mit diesem Mute und diesem Vertrauen lassen Sie uns in den Wahlkampf gehen. Denn es ist nicht der Mut eines waghalsigen politischen Spielers, sondern der sittliche Mut eines Mannes, der sich in seinem Innern bewußt ist, daß er für die idealsten Güter unserer Nation kämpft. Darauf wurde tische Forderungen zu verwirklichen. Auf der andern Seite aufgefundene Zettel weisen darauf hin, daß es sich um eine trie und gewerblicher Mittelstand diejenige Tat von Anhängerinnen des Frauenstimmrechts handelt.— Rücksichtnahme bei weirern sozialpolitischen Gesetzen bean In Kelso(Schottland) wurden heute vormittag zwei Anhän spruchen, die sie brauchen, um konkurrenzfähig gegenüber dem gerinnen des Frauenstimmrechts in dem Augenblick verhaftet Auslande zu bleiben. Die Hebung der wirtschaftlichen Lage wo sie die Große Tribüne des Rennplatzes in Brand stecken ###.„ Arbeiterschaft bedinar oi.g Au gechterhaltu.,g der wollten. vi varten bereits mit Petroleum getränkte PapierKoalitionsfreiheit. Ihre notwendige Ergänzung ist aber stücke angezündet. Aus der Provinz und den Nachbarländern. Herford, 7. April. Wetterwarte. 8 Uhr früh: Barometer: 752 Millimeter. Thermometer+ 6. Wechselnde Bewölkung. Nordwind. Oeffentlicher Wetterdienst. Dienststelle: Meteorologisches Observatorium Aachen. Vorwiegend trocken, wolkig, kühl, nördliche Winde. Herford, 7. April. Als frühere Garnisonsstadt gehört Herford zu den preußischen Plätzen, welche in erster Linie berücksichtigt werden sollen, wenn für die Unterbringung der für die Verstärkung der deutschen Wehrmacht zu schaffenden neuen Truppenkörper die Aufenthaltsorte zu wählen sind. Vom Jahre 1822 bis 1855 stand hier eine Invalidenkompanie; von 1825 bis 1830 eine reitende Batterie. Später lagen hier 2 Kompanien des 7. Reservebataillons. Bei der Reorganisation des preußischen Heeres wurde Herford 1860 Garnison des FüsilierBataillons der 55er. Nach dem Feldzug von 1866 wurde, infolge der mit dem Fürstentum Lippe am 26. Juni 1867 abgeschlossenen Militärkonvention, das Bataillon nach Detmold verlegt. Vielfachen Bemühungen, die besonders 1894 sehr lebhaft wurden, für Herford wieder eine Garnison zu erhalten, blieben bislang erfolglos. Die bevorstehende starke Heeresvermehrung hat die alten Hoffnungen neu belebt. Herford. 7. April. Für die Festspiele, die hier demnächst stattfinden sollen, hat das Reserve=Offizierkorps des Bezirks Detmold einen Garantiefonds von 2000 Mk. gezeichnet Außerdem erklärt sich ein Herr bereit, einem darüber evtl hinausgehenden Fehlbetrag zu decken. Diese Mitteilungen wurden von den hier vorgestern versammelten Vorständen der militärischen Vereine freudig und dankbar begrüßt. Der Ehrenvorsitzende des Kreiskriegerverbandes, Herr Professor Fellinger, forderte die Kameraden zur eifrigen Mitarbeit an dem patriotischen Werke auf und schloß die Versammlung mit einem lebhaft aufgenommenen Hoch auf den obersten Kriegsherrn. Herford, 7. April. Die prächtige Kunstaus stellung, die gegenwärtig von der städtischen Turnhalle auf dem Lübberbruch beherbergt wird, wird uns in einigen Tagen wieder verlassen. Deshalb wollen wir nicht verfehlen, alle diejenigen, die sie sich noch nicht anschauten, noch einmal auf den Wert und die Schönheit dieser Ausstellung aufmerksam zu machen. Gelegentlich der Kunstausstellung 1910 hat das Kreisblatt eingehend über die Worpsweder berichtet, und aus jenen Besprechungen wollen wir folgende Sätze hier nochmals wiederholen: Die Worpsweder haben das Verdienst, einer neuen Anschauung der Natur den Weg gebahn zu haben in einer Zeit, als in Deutschland alles Heil für die Malerei in Frankreich gesucht wurde. Sie haben die Schönheit der Ebene, der Heide, des welligen Hügellandes dem Verständnis erschlossen und gezeigk, daß man weder in das Hochgebirge noch an den Rhein oder an das Meer zu gehen braucht, um künstlerische Genüsse aufzufinden.— Das zeigt sich mit allem Nachdruck auch in der gegenwärtigen Aus stellung; möge sich an ihrer Schönheit in diesen Tagen noch mancher erfreuen und erbauen. Herford, 7. April. Verein für Motorluftfahr im östl. Westfalen und in Lippe(E. V.). Die von 74 Mitgliedern am 30. März besuchte Versammlung in Lippspringe wurde von dem Präsidenten des Vereins, Herrn Fr. Elmen dorf, Isselhorst, eröffnet, worauf Herr Amtmann Hachmann, Lippspringe namens der Lippspringer Stadtverwaltung die Erschienenen, besonders die von Paderborn, Bielefeld und Herforo zur Versammlung gekommenen Herren begrüßte.— Zum ersten Punkte der Tagesordnung gibt der Schriftführer in kurzen Umrissen ein Bild von der bisherigen Tätigkeit des Vorstandes und der Entwickelung des Vereins, der schon über 300 Mitglieder hat und aus Zuwendungen und Mitgliedsbeiträgen z. Zt. über ca. 12000 A verfügen kann. Inbetreff der erbetenen Unterstützung aus der Nationalflugspende bezw. aus Mitteln des Kriegsministeriums kann Redner nur darauf hinweisen, daß diese Verhandlungen ständig unter dem Signum„vertraulich“ geführt würden und er deshalb auch nicht in der Lage wäre, Genaueres über diesen Gegenstand in öffentlicher Versammlung zu sagen. Jedenfalls aber haben die bisherigen Verhandlungen gezeigt, daß man auf eine Unterstützung behufs Ausbildung der geplanten Fliegerschule zum Flugstützpunkt für die Armeen mit Grund hoffen dürfe. Ferner teilt der Präsident mit, daß zu unterstützenden Mitgliedern des Vereins, denen Sitz und Stimme im Vorstandsrat zusteht, die Stadtverwaltungen von Lippspringe, Gütersloh, Horn und Blomberg und die Verwaltung des Arminiusbades in Lippspringe ernannt wurden Zur Vervollständigung des Präsidiums sind satzungsmäßig zu wählen ein stellvertretender Präsident und 3 Beisitzer. Es werden vorgeschlagen die Herren Bürgermeister Müller und Leutnant Stoeber, Paderborn, Wilhelm Ehl, Lippspringe, Hartmann, Direktor der Dürkoppwerke in Bielefeld, das Amt eines Beisitzers im Präsidium soll der Ortsgruppe Herford offen gehalten und die Ortsgruppe ersucht werden, nach ihrer Konstituierung einen Herrn dafür vorzuschlagen. Die vorgeschlagenen Herren werden gewählt und nehmen, soweit anwesend, die Wahl an. Das Präsidium setzt sich nunmehr wie folgt zusammen: Präsident: F. Elmendorf, Brennerei besitzer, Isselhorst; stellv. Präsident: Dr. Broelemann,Biele feld; stellv. Präsident: Bürgermeister Müller, Paderborn; Schriftführer: G. Riefenstahl, Redakteur, Bielefeld; stellv Schriftführer: W. Menckhoff, Fabrikant, Herford; Schatz meister: P. Seidlitz, Bankdirektor, Bielefeld; stellv. Schatz meister: P. Hanke, Sparkassenrendant, Bielefeld; Beisitzer: Marfording, Paderborn, Amtmann Hachmann, Lippspringe, Direktor Hartmann, Bielefeld, Leutnant Stoeber, Paderborn, Zeitungsverleger W. Ehl, Lippspringe, offen für die Ortsgruppe Herford. Auf Vorschlag des Präsidiums soll Herr Generalmajor von Pawell, Kommandant des Truppen übungsplatzes Senne, um Eintritt in den Vorstandsrat ge beten werden. Herr Leutnant Wiemann übernimmt es, dieses Ersuchen Herrn Generalmajor von Pawell vorzutragen. Für die Vereinsveröffentlichungen soll im Bezirk jeder Ortsgruppe eine Tageszeitung bestimmt werden. Auf Vorschlag aus der Versammlung wird als Publikationsorgan für Herford bestimmt das„Ferforder Kreisblat“". Der Schriftführer berichtet dann über die Vorarbeiten behufs Anlegung einer Verankerungsvorrichtung für Lenkluftschiffe auf dem Truppenübungsplatz Senne. Die Genehmigung der militärischen Stellen für die Anlage ist erteilt, der Platz ist ausgewählt in Gemeinschaft mit den Herren Kommandanten des Trupvenübungsplatzes auf dem sogenannten Paradefelde bei Lippspringe, und der Vorstandsrat wird sich nun schlüssig zu machen haben über die Art der Ausführung der Anlage. Es wird bekannt gegeben, daß der Westfälisch=Lippische Luftahr=Verein am 19. April, abends 8 Uhr im Saale der Eintracht in Bielefeld einen Lichtbildervortrag veranstaltet. Herr Förster=Osnabrück wird über Fahrten im Luftballon prechen. Die Mitglieder des Vereins für Motorluftfahrt im östlichen Westfalen und Lippe sind zu diesem Vortrag, der außerordentlich interessant zu werden verspricht, und zu dem der Eintritt kostenlos ist, eingeladen.— Beitrittserklärungen nimmt Herr W. Menckhoff jr. für den Bezirk Herford entgegen. Herford, 7. April. Stadttheater. Sowohl die vorgestrige Aufführung, in der zu kleinen Preisen„Der Graf von Lüxemburg“ gegeben wurde, als auch die gestrige Vor stellung, in der die Operette„Die Försterchristl“ zur Auf ührung gelangte, waren gut besucht und fanden lebhaften Beifall.— Morgen abend wird zum Benefiz des Herrn Kapellmeisters W. Schneider die Oprtte.„Wiener Blut mit Frl. Käthe Becker als Gast aufgeführt werden. Bei der Beliebtheit, der sich Herr Schneider in weiten Kreisen er freut, geht man in der Annahme schwerlich fehl, daß sein morgen stattfindender Ehrenabend ihm ein vollständig aus. verkauftes Haus bringen wird; um so mehr, als die mitwir kende Sängerin, Frl. Käthe Becker, sich mit ihrer ansprechen den Stimme rasch die Gunst des Theaterpublikums erworben hat, und auch die mitwirkende Soubrette Frl. Adele Carlo sich großer Sympathien erfreut. Herford, 7. April. Im Obst= und Gartenbau verein sprach Herr Obstbaulehrer Muselich vorgestern abend über rationellen Gemüsebau. Er verlangte für ihn eine günstige Lage des Gemüselandes, zusagenden Boden sachgemäße Bodenbearbeitung, richtige Düngung und gün stige Wasserverhältnisse.— Ferner berichtete Herr Stadtgärtner Dammann über die vom Verein gehaltenen Fach zeitschriften. Herford, 7. April. Das gestrige Konzert auf dem Schützenhofe fand schon im Freien statt. Daß es da durch an Reiz gewann, wagen wir angesichts der Tatsache daß mancher Konzertbesucher sich baldigst in die inneren Räume begab, nicht zu bejahen. Herford, 7. Avril. Sport. Auf dem Lübberbruch trugen gestern die ersten Spielmannschaften der Bückeburger Jäger und des Clubs„Union“ ein Fußball=Wettspiel aus Sieger blieb„Union“ mit 3:0. Herford, 7. April. Das Fest ihrer silbernen Hochzeit feiern heute Herr Rektor Rathert und Gemahlin in Friedenstal. Möge das Silberpaar von heute, das 25 Jahre des Lebens Wechselfälle gemeinsam getragen hat, sich dereinst in zufriedenem Glück des goldenen Kranzes freuen! Herford, 7. April. Herr Polizeiinspektor Lücken und die Eisenacher Schutzleute. In Eisenach ist nach Berliner Blättern gegen sämtliche Schutzleute ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Dem Fall liegen folgende Vorgänge zugrunde: Herr Polizeiinspektor Lücken, der am 1. März in den Dienst der Stadt trat, traf verschiedene Anordnungen für die Schutzleute, die diesen nicht genehm schienen. Er bestimmte, daß die Schutzleute frisch rasiert zum Dienst kommen sollten, in einheitlichen Litewken und auch außerdienstlich in Uniform erscheinen sollten. Die Schutzleute erklärten daraufhin, daß sie mit ihrem neuen Chef nicht arbeiten könnten, und reichten eine Beschwerde beim Oberbürgermeister der Stadt ein. Dieser untersuchte den Fall und erklärte das Vorgehen der Schutzleute als einen unerhörten Vorgang. Die Folge der Untersuchung ist das eingeleitete Disziplinarverfahren gegen die Schutzleute. Herford. 7. April. Eingeäschert wurde das Kolonatshaus des Herrn Reinke in Bermbeck. Das Vieh konnte gerettet werden, dagegen ist die fahrende Habe zum großen Teil mitverbrannt. Detmold, 5. April. Dem Landtag ist der Entwurf zu einem neuen Volksschulgesetz zugegangen. Die Vorlage beseitigt die geistliche Ortsschulaussicht und stellt die Volksschule unter scharfer Betonung ihres Charakters als staatliche Anstalt unter die Oberaufsicht des Ministeriums. An die Stelle des Konsistoriums tritt zur Leitung des Schulwesens die Staatsregierung als Oberschulbehörde. Die Regierung beaufsichtigt und leitet auch das Seminar und die Präparandenanstalt. Als Schulaufsichtsbeamte walten zukünftig nach der Vorlage an Stelle der Ortsgeistlichen ein Schulrat und zwei Kreisschulinspektoren. Auf die Erteilung des Religionsunterrichts hat die Kirche nur einen bescheidenen Einfluß zugebilligt erhalten. In einem fernern Gesetzesentwurf fordert die Staatsregierung vom Landtag zur Erhöhung der Staatsbeamtengehälter 280000 M. Dortmund, 5. April. Der Hauptprozeß gegen Ohm und die 15 mitangeklagten Vorstands= und Aufsichtsratsmitglieder der Niederdeutschen Bank und ihre Grün dungen wird in 10 Abschnitte eingeteilt. Die Verhandlung beginnt am 28. d. Mts. mit der Maschinenbauanstalt Altenessen und schließt mit der Niederdeutschen Bank. Man rechnet auf jeden Teil etwa 8 bis 14 Verhandlungsrage, mit Ausnahme der Niederdeutschen Bank, für die entsprechend mehr Zeit verwendet werden muß. Wanne, 5. April. Jäher Tod. Heute abend wurde in einem Abteil 1. Klasse der Direktor der Gelsenkirchener Bergwerksaktiengesellschaft, Buddeberg, tot aufgefunden und nach Rhein=Elbe gebracht. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende bereitet. Barmen, 5. April. Die Tarifberatungen im Baugewerbe sind gescheitert, sodaß ein allgemeiner Kampf in Barmen und Elberfeld als bevorstehend gilt. Krefeld, 6. April. Panikin der Kirche. Heute rüh kurz nach 7 Uhr verschaffte sich ein offenbar Irrsinniger etwa 30 Jahre alter Mann, der später als der Handlungsgehilfe Mones festgestellt wurde, Eingang in die Messe in der Hauptpfarrkirche„Zum heiligen Dyonysius“, wo er plötzlich mit einem Stock auf zahlreiche Personen einhieb. Der nur mit einem Hemd und Unterhose bekleidete Irrsinnige verletzte sierbei mehrere Frauen zum Teil erheblich. In wilder Hast drängten sich die Besucher des Gotteshauses zu den Ausgängen, wo ein furchtbars Gedränge entstand und mehrere Personen schwer zu Schaden kamen; im ganzen wurden 30 dis 40 Personen verletzt, darunter eine Frau lebensgefährich. Erst Mannschaften der Feuerwehrstation konnten den Irrsinnigen überwältigen und ihn unschädlich machen. Köln, 5. April. Vermächtnis. Geh. Kommerzienrat Heidemann hat als Haupterbe eine ihm befreundete Familie eingesetzt, bei der er seinerzeit seine erste kaufmännische Tätigkeit begonnen hat. Von den Vermächtnissen in der Höhe von etwa 1½ Millionen Mark entfallen u. a. 200 000 A auf die Stadt Köln für Armenzwecke und andere Betimmungen, 50 000 M auf die Handelshochschule, 50 000 M auf den Kölner Museumsverein, 50000 auf den Kunstgewerbeverein, 30 000 i auf die Ferienkolonie, 25 000 M auf die Pfarrkirche St. Jakob usw. Außerdem erhalten Hospitäler, fast alle Wohltätigkeitsanstalten und Kinderhorte größere Zuwendungen und eine Reihe ihm nahestehender Personen Legate. Köln, 5. April. Zum Diebstahl der Kaiserkette. Vor der Strafkammer hatte sich heute der Artist und Agent Willy Sturm aus Hamburg zu verantworten, der aus der von Kniep und Hochgeschurz gestohlenen Kaiserkette zwei Brillanten aus der Fassung herausgedrochen und ver kauft hatte. Er erhielt 4 Monate Gefängnis. Frankfurt a. M., 7. April. Prinz Ernst August, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, traf gestern abend mit dem Mailänder D=Zug auf dem hiesigen Hauptbahnhofe ein. Zum Empfange hatte sich Prinz Adalbert von Preußen auf dem Bahnsteig eingefunden. Die beiden Prinzen begaben sich, vom Publikum herzlich begrüßt, zu dem bereitstehenden Automobil und fuhren nach Homburg v. d. H., wo sie um 10,50 Uhr eintrafen. Emden, 5. April. Jubiläumsgabe. Heute haben die städtischen Kollegien aus Anlaß des Regierungsjubiläums des Kaisers die Stiftung eines Fonds zur Errichtung eines Volksbades in Höhe von 10000 M in Aussicht genommen. Hamburg, 5. April. Fluchderbösen Tat. Rechtsanwalt Lehmann von hier hat nach Veruntreuung von 700 000 A verwalteter Vermögensgelder Selbstmord verübt. Letzte Drahtnachrichten. Elberfeld, 5. April. Die Fleischvergiftung Berlin, 7. April. Mit dem Zwischenfall von Lune ville beschäftigt sich eine Anfrage des Abg. Bassermann im Reichstage. Der Führer der Nationalliberalen fragt an, ob der Reichskanzler Auskunft geben könne über vie Gründe, die das Luftschiff zwangen über die französische Grenze zu flie gen und ferner über die Verhandlungen, die mit der französischen Regierung hierüber stattgefunden haben. Berlin, 7. April. Ein in der Frankfurter Chaussee wohnender Rechtsanwalt überraschte bei seiner Heimkehr in seiner Wohnung zwei Einbrecher. Währeno es dem einen gelang zu entkommen stürzte sich der andere vom Balkon der dritten Etage auf die Straße, wo er schwer verletzt festgenom nen wurde. Dortmund, 7. April. Im Ohmprozeß erkannte die zweite Strafkammer auf teilwoise Einstellung des Verfahrens in 7 Anklagepunkten, die die Pyrophor=Metallgesellschaft, die Maschinenbauanstalt Altenessen, die Mulag=Maschinenbau anstalt=Aachen, das Dortmunder Brauhaus, die Poetter u. Co.=Aktiengesellschaft, die Lünener Bank und die Glasprä zisions=Werkstätten betreffen. Saarbrücken, 7. April. 27 Vertrauensmänner des Gewertvereins christlicher Bergarbeiter von der Grube Hostenbach beschlossen einstimmig, in eine Lohnbewegung einzutreten. Frankfurta. M., 7. April. Der Frankf. Ztg. wird von ihrem Berliner G=Korrespondenten telegraphiert: Was Oesterreich=Ungarn für den Weltfrieden tun konnte, hat es in vielfachem Widerspruch mit der Mehrzahl seiner eigenen Bevölkerung getan. Die Lage ist aber heute kritischer als sie je gewesen ist. Von maßgebender Stelle wird uns versichert, daß für Oesterreich=Ungarn, dessen Volkswirtschaft unter der Fortdauer der jetzigen Zustände schwer leidet und in dessen Bevölkerung subversive Strömungen angesichts der vermeintlichen Schwäche der Staatsgewalt sich täglich dreister ans Licht wagen, das Maß der Geduld nahezu erschöpft sei, daß es ein Zurück nicht mehr gebe, und falls das geeinigte Europa vor dem Panslawismus die Segel streichen sollte, Oesterreich die Räumung Albaniens mit Waffengewalt er zwingen werde, unbekümmert um Freund und Feind. Paris, 7. April. Nach einer offiziösen Meldung sind in dem von dem Marineminister Baudin ausgearbeiteten Kadregesetz verschiedene Maßnahmen in Aussicht genommen, durch die eine Verjüngung des Offizierskorps der Flotte er zielt werden soll. Der Marineminister werde gleichzeitig einen auf 10 bis 12 Jahre zu verteilenden Nachtragskredit von etwa 500 Millionen verlangen, durch den das von der Kammer bereits genehnrigte Flottenprogramm volle Wirk samkeit erlangen soll. Paris, 7. April. Anläßlich der Kritik, die einzelne französische Blätter an dem Vorgehen der Mächte gegen Montenegro üben, schreibt Jaures in der Humanite: Jene Leute, die den letzten Vermittlungsversuch Europas zum Scheitern bringen wollen und Montenegro zur Unnachgiebig keit aufstacheln, welche die Fanatiker des Panslawismus gegen die maßvollsten Bemühungen der Diplomaten auf reizen und sich bemühen, England zu entmutigen und zu ver stimmen, dienen gewiß nicht dem Interesse Frankreichs Wenn Frankreich einmal alle Gemeinsamkeit des Gedankens und der Aktion mit England aufgegeben hat und auf Gnade hat auch hier ein Opfer gefordert. Ein hier wohnender und Ungnade einen zügellosen Panslawisnus preisgegeben Italiener, der nach dem Genruß von Pferdefleisch erkrankt sein wird, werden dann die Zivilisation und der Friede besser war, ist gestorben. verbürgt sein. Aktiva. Bilanz per 31. Dezember 1912. Mm Paselva. Kasse. fremde Geldsorten und Kupone Guthaben bei Noten- und Abrechnungebanken Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen a) Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen des Reiches und der Bundesstaaten b) eigene Akzepte e) eigene Ziehungen d) Solawechsel der Kunden an die Order der Bank Nostroguthaben bei Banken u. Bankfirmen Reperts und Lombarde gegen börsen gängige Wertpapiere Vorschüsse auf Waren und Waren verschiffungen davon am Bilanztage gedeckt: durch Waren, Fracht oder Lager scheine M 124069.— Eigene Wertpapiere a) Anleihen u. verzinsliche Schatz anweisungen des Reiches und der Bundesstaaten b) sonstige bei der Reichsbank beleihbare Wertpapiere c) sonstige börsengängige Wert papiere d) sonstige Wertpapiere Konsortial-Beteillgungen Oebitoren In laufender Rechnung a) gedeckte Debitoren b) ungedeckte Debitoren Aval- und Bürgschaftsdebitoren M 774360.— Bankgebäude Sonetige Immobilien abzüglich Hypotheken. Inventarien Talonsteuer-Konto Aktienkapital Reserven a) Reservefonds b) Spezialreservefonds Kreditoren a) Nostroverpflichtungen. b) seitens der Kundschaft bei Dritten benutzte Kredite c) Guthaben deutscher Banken und Bankfirmen. d) Einlagen auf provisionsfreier Rechnung 1. innerhalb 7Tagen fällig M3151 999.48 2 darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig„ 1190607.19 3. nach 8 Monaten fällig 3356701.41 e) sonstige Kreditoren 1. in nerhalb 7Tagen fällig M1 495948.16 2. darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig 25000 3. nach 8 Monaten fällig 49052.24 Akzepte und Schecks a) Akzepte b) noch nicht eingelöste Schecks Aval-u.Bürgschaftsverpflichtungen M 774360.— Eigene Ziehungen„ 241173.15 davon f. Rechnung Dritter—.— WeiterbegebeneSolawechsel der Kunden an die Order der Bank—.— Unerhobene Dividenden aus 1910 und 1911 Reingewinn % Abschreibung auf zweifelhafte Forderungen" M 23300.— Abschreibung auf Immobilien„ 26700.— 330 000 210 000 A 7000 000 — 540 000— 2 950 256[99 520 450 143 699308 108 1 570 000 3 452 153 1071 4012 740 015 70 36 3453 225 608 357 50 000 29 250 558357 24 291 848/25 90 06 29 Debet. Gewinn- und Verlust-Rechnung per 31. Dezember 1911. Credit. Verwaltungekosten Steuern Beamten-Versicherungs-Prämien Abschreibungen auf zweifelhafte Forderungen Abschreibungen auf Immobilien Reingewinn A Gewinn-Vortrag aus 1911. Zinsen„ Provisionen. Gewinn auf Wechsel und Devisen Gewinn auf Wertpapiere und Konsortialbeteiligungen A 10 801 377874 278082 235 701 47141 949600 Die auf 5%— Mk. 50.— pro Aktie festgesetzte Dividende für das Geschäftsjahr 1912 gelangt vom.. bei den Kassen unserer Gesellschaft in Bielefeld, Detmold, Herford, Lemgo, Bad Oeynhausen, Rinteln und Salzuflen, sowie beim A. Schaaffhausen'schen Bankverein in Berlin, Köln und Düsseldorf zur Auszahlung. Bielefeld, den 3. April 1913. Westfälisch-Lippische Vereinsbank Aktiengesellschaft. Seidlitz. Katzenstein. April cr. ab Minden, Alle-geraue- Form Neuergebogene-For - Kleines Sehfeld-— Grosses SehfelchLehrerverein Herford u. Umgegend. Mittwoch, den 9. April, nachmittags 4 Uhr im Vereinslokal. 1. Zur Reform der Allgem. Bestimmungen. 2. Verschiedenes. Der Vorstand. af Eingand zur TLITTTLTT ITTE Färberei Münzer Chem. Wäscherei 15 Steinstrasse 15 — Fernsprecher 493.— Seit Jahren bekannt durch gute und preiswerto Arbeit. 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