Das„Herforder Kreisblatt; erscheint tägl Ausnahme der Conn= und Feiertage. Biertelsat im vorans zu zadlender Bezugspreis 1 M. 50 die auswürtigen Verriebostellen bezogen 1 M. Bei Seibstabvolung aus der Geschüttestelle 1 M. 89 Tf. Anzeigen aus dein Kreise Herford werhen mit 12 Pf., answartige Anzeigen mit 15 Pf. für die einspattige Peeit zeile berechnet. Etwaiger Radun gilt als Kassenrabatt und kann geweigert werden, wenn die Zahlung nicht innerhato 4 Wochen nach Erhalt der Rechnung erfolgt. Reklamen 45 Pf. pr. Zeile. Verannvortlich: Für den polttischen Teil: Ferd.(ymann in Herford. für den übrigen Teil: Fritz Heidemann in Herford. Geschäftestelle: Möuchstraße d. Herforder Kreis=Zeitung. Fernruf Nr. 13.— Telegramme: Kreisblatt. Herforder Kreis=Anzeiger. — Postfach 47. Verlag von Feitz Heidemann in Herford. Druck von Gebr. Heibemann in Herford. Post=Scheck=Konto: Nr. 300 Hannover, Nr. 48(enthält 8 Seiten). Mittwoch, den 26. Februar 1913. 68. Jahrgang. lus militärischen Kreisen schreibt man der natbl. Korr. „Mit Ungeduld erwarten Volk und Presse nähere Mitteilungen aus dem Kriegsministerium über Art und Inhalt der neuen Hecresvorlage. Gern möchte man die Hülle von dem verschleierten Bilde von Sais lüften, dessen Umrisse kaum erkennbar werden, einmal um die Höhe der zu erwartenden neuen Ausgaben zu wissen, dann aber auch, um schleunigst Kritik zu üben. Allgemein ist man sich in der Üverzeugung von dem Bedürfnis eines weiteren Ausbaues unserer Wehrmacht einig, und freudige Zustimmung fanden daher die Worte des Kaisers, die er in unserer ostpreußischen Hauptstadt gelegentlich der Jahrhundertfeier an sein Volk unter Bezugnahme auf die neue Heeresvorlage richtete. Wenn die Regierung zögert und auch jetzt wieder spät, erst gegen Ende der lausenden Reichstagssession, mit neuen Forderungen kommt, so wird sie ihre schwerwiegenden Gründe haben, die auf verschiedenen Gebieten liegen können. Einmal bildet jetzt immer— und mit Recht— die Deckungsfrage einen wichtigen Gegenstand der Vorberatungen, dann aber findet die Zögerung der Heeresleitung vielleicht ihren Grund in genauerer Kenntnis der Verhältnisse bei den Nachbarheeren, als der Offentlichkeit im allgemeinen zugänglich ist. Nur so läßt sich ein gewisses Zaudern der Regierung erklären, also nur eine Etatisierung dieser provisorisch zusammengestellten Kompagnien nachzuholen. Dies hätte freilich im Sinne der großen Heeresvorlage 1912 schon im Herbst des vergangenen Jahres geschehen müssen. Die ungleichmäßige Stärke der Feldbatterien, je nach niederem, mittlerem oder hohem Etat, und der Bedarf an Gespannen für die in Schuppen gestellten Geschütze und Munitionswagen erschwert ihre Mobilmachung in hohem Maße. Hier also wird Abhilfe geschaffen und eine Erhöhung des Pferdebestandes herbeigeführt werden müssen. Je geringer die Zahl der für eine Mobilmachung anzukaufenden Augierigen Verhandlungen ist es der Nationaldem Entgegenkommen der Deutschen Verchaften gelungen, in Ergänzung der Reichsine Versicherung der Flieger gegen Unfall besellschaften— und zwar zu einer verhältzen Prämie— zustande zu bringen und daschen Flieger im Falle einer durch Unfall erinfähigkeit vor Sorgen um seinen Lebensvahren. Die Versicherung erfolgt unter Geder Viktoria und unter Mitbeteiligung des Stuttgarter Vereins und der Wilhelma. in der Tagespresse mitgeteilte System der n Stundenflügen wird den alten Piloten erdie Versicherungsprämie und noch weitere n unter zunächst leichten Bedingungen zu Bedingungen sollen jährlich neu aufgestellt systematische Steigerung der Flugleistungen ung von neuen Piloten soll sich bis zum 1. jungen Leute erstrecken, die bein die Fliegertruppe einzutreten laubtenstandes vom Gefreiten aufahren. Nach dem 1. Oktober wersonderer technischer Vorbildung tarisches Verhältnis ausgebildet chst den Fabriken überobliegt. Fliegerschulen nicht in Frage. Für die drinAusbildung sollen besondere Feldartillerie recht, die nur Batterien zu 4 Geschützen besitzt #und bei einer Mobilmachung bloß Munitionswagen mit neuen Bespannungen zu versehen braucht. Durch die Zahl der im Frieden überhaupt vorrätig gehaltenen Gespanne ist die französische Feldartillerie der deutschen außerdem bedeutend überlegen. Endlich wird, nach wiederholter Schwächung der Kaders unserer Insanterie=Kompagnien, eine Erhöhung ihrer Kopfstärke zum mindesten auf 150 Mann, wie eine solche bei definitiver Einführung der zweijährigen Dienstzeit als unbedingt notwendig vom damaligen Kriegsminister v. Goßler bezeichnet wurde, erforderlich sein. Die hierfür nötigen Mannschaften sind aus den 50 000 überzähligen kriegsbrauchgarst. Dienstpflichtigen zu entnehmen, deren Zahl ferner zur sohne Rücksicht auf ihr militcht schu##er noch feblenden 18 Infanteriebatailone für die saffegg“: Die Auswahl wird zunäagt der neinen megimenter vönig ausreichen würde. frassen, denen auch die Ausbildung er dem hier angeführten sind noch zahlreiche andere kommen für diese Ausbildung nie Wünsche fur ven Ausbau unseres Heeres in Wort und Schrift gend notwendige, theoretische Ai geäußert worden. Alle hier aufzuzählen und zu besprechen, Anstalten vorgesehen werden. I., P, esschusc dieser Zeilen. Die Jahrbundertfeier gabs. Die Rationalsiugspende bat an zuständiger Stele die steinander u. 124, Jahre 1613 und 1913 in Bezechung Ertellugder Verechligung zum einzsährigsteivillgen Dient bas Freneichswage seng, Vor bundert Jahren scharte sich gemäß 8 89 Zisser 6 der Wehrordnung als Flugzengführer usteare michis Keitriner Stunde der Gesahr um Thron und iuter der Voraussetung besonderer pratischer und beore. des Deuschen weiches besselhekag erwiligset ale Srtande licher Leltugen angereat Es het zu bosen, dast beiser Anregung in Kürze stattgegeben wird. ##0 Faß Wetbewerbe der Vereine ist ein Zuschuß bis zu 150 000 M für einen im Jahre 1914 zu veranstaltenden Wasserflugzeugwettbewerb Preise von 100 000 bis 125 000 + in Aussicht genommen. Ferner sind für eine größere dar die Kriegbgefahr vor hen. Andererseits aber wor die Kriegsgefahr vor einigen Monaten so brennend, hatten sich die kriegerischen Vorbereitungen unserer Nachbarn im Westen und Osten derartig zugespitzt, daß Gegenmaßnahmen unsererseits, die wir zwischen zwei Keilen uns befinden, nicht mehr aufgeschoben werden Im Reichsamt des Innern sind von deutschen Vertretungen im Ausland Untersuchungen über die Lebensmittelteuerung in verschiedenen europäischen Ländern zusammengestellt und veröffentlicht worden, die bei dem in Deutschland vorhandenen Bestreben, die heimische Teuerung mit Hilfe des Auslandes zu mildern, sehr der Beachtung wert sind. Über England, Belgien, die Niederlande, die Schweiz, Ungarn, Schweden und Dänemark haben die Generalkonsulate berichtet, aus dem agrarischen Rußland ein landwirtschaftlicher Sachverstänßen geschah. Das Ausland muß wissen, daß das deutsche Volk in finsterer Entschlossenheit zum Kampf bereit steht, der ihm aufgedrängt werden sollte, und daß in fester Geschlossenheit Arm und Reich, Hoch und Niedrig den Blick auf den Feind gerichtet hält, der sich Deutschlands Grenze zu nahen wagt. Darum ist die neue Heeresvorlage unabweisbar notwen#ig, darum die Jahrhundertfeier in Ostpreußen von so noyer politischer Bedeutung. Der„Temps“ sagt zur Rede des Kaisers in Königsberg:„Das war in der Tat ein großer Augenblick in der preußischen Geschichte, als sich der nationale Widerstand gegen die brutale Politik Napoleons erhob. Frankreich hat die Fehler Napoleons teuer bezahlt.“ Letzteres ist leider nicht richtig, denn der Wiener Kongreß hat vieles wieder zugunsten Frankreichs verdorben, was blutige Siege erkämpften. Wir sind gewiß, daß in der Stunde der Gefahr kein Mann der Fahne fernbleiben wird, der er angehört. Gern möchten wir dieselbe feste Überzeugung von dem Opfermut aller Stände und Klassen im Frieden, der Bereitwilligkeit zur Aufnahme neuer Steuern, von der Voranstellung nationaler Fragen vor sehstsüchtige Interessen und einseitige Anschauungen hegen. Noch ist es nicht klar, wie sich die Parteien neuen Besitzsteuern gegenüberstellen werden, nachdem deren Vorlage schon einmal die Sprengung des nationalen Blocks im Reichstage zur Folge hatte. An jedermann sind die Worte Laisers gerichtet, als er die Erwartung aussprach,„daß veutsche Volk zur Übernahme weiterer persönlicher Oper. nach dem berühmten Vorbild unserer Väter bereit sein! über den Inhalt der Vorlage weiß man nichts Näheres. sorit fämischge es, daß im Falle einer Mobilnachung sonahme der Erzeugung des betreffenden Landes gegenüber; überall wird die Wirkung der furchtbaren Dürre des Jahres 911 erwähnt. Sehr verschieden sind die Mittel, die in dieser „Beziehung zur Abhilfe vorgeschlagen werden; die Stärkung der einheimischen Erzeugung sieht man in mehreren Ländern als das allein wirksame Mittel an. Daneben finden sich sehr beachtenswerte Mitteilungen über Organisation der Fleisch= und Lebensmittelversorgung und auch über Versuche zur Belehrung der Bevölkerung über eine rationelle Ernährung. Sitzung vom 25 Februar. Das Haus beschäftigte sich mit der Prüfung ziemlich umstrittener Wahlen, der Mandate der Abgg. Koelsch, Dr. Becker und Haupt. Besonders bei dem Abg. Becker wurde der Ausgang mit größter Spannung erwartet. Man wußte, daß die Entscheidung nur an wenigen Stimmen hängt. Die Wurfel sind zugunsten des Herrn Dr. Becker gefallen: mit 159 des Zentrums und der Rechten gegen 158 Stimmen der Na tionalliberalen und der Linken, also mit einer Stimmen= beiter war mit großen Schwierigkeiten verbunden. mehrheit bei einer Stimmenthaltung wurde sein Mandat für Schlusse nahm der Staatssekretär gegen Angutffe de Zum für die Gültigkeit stimmte. Abgeordnetenhaus. Sitzung vom 25. Februar. Die Beratung des Etats der Handels= und Gewerbeverwaltung wird bei den Zuschüssen zur Einrichtung und Unterhelden verloren, dessen Andenken man in Ehren halten müsse. Das dänische Königspaar in Berlin. Berl in, 25. Febr. Der Kaiser besuchte heute vormittag mit dem König von Dänemark mehrere Garde=Kavallerie= kasernen, um die Offiziersreitstunden zu besichtigen. Das haltung der Fortbildungsschulen fortgesetzt. Abg.Borchardt Fie#ttis,riptrze beim Garde=Kürassier=Regt. eingenommen. (Soz): Die Fortbildungsschule ist ein Notvehelf. Durch zessin besichtigten vormittags das Säuglingsheim in EharEinführung des obligatorischen Religionsunterrichts würde F#uhur, dann die Köniain mit der Grauyrin=efsin des den Schülern die Religion noch mehr verekelt werden. Der Lehrplan darf nicht überlastet werden. Abg. Frhr. v. Richthofen(Kons.): In den sozialdemokratischen Kreisen ist eine erhebliche Feindschaft gegen die Religion vorhanden, die sich allerdings dem Volke gegenüber hinter dem Deckmantel:„Religion ist Privatsache“, verbirgt, was in Wirklichkeit heißt: „Antireligion ist Parteisache.“ Was die„Unterordnung", die„Botmäßigkeit“ angeht, die in den Fortbildungsschulen gelehrt werden soll, so bemerke ich nur, daß gerade die Sozialdemokraten eine Unterordnung der Jugend erstreben, die einer Klassensklaverei gleicht. Keine Partei tut das in einem solchen Grade, wie die Sozialdemokraten, die thre ganze Or(Abg. 9 ganisation darauf zugeschnitten haben. knecht: Sie gehören in den Zirkus!) Vizepräsident Dr. Krause ruft den Abg. Dr. Liebknecht wegen dieses Zwischenrufs zur Ordnung). Die weitere Debatte löst sich auch wieder in zahlreiche Einzelheiten auf, die zum größten Teil lokale Wünsche betrafen. Auf eine Anregung des Abg. Maurer(Natl.) erwiderte der Handelsminister Dr. Sydow, daß er weiter daran festhalten werde, daß die Bekämpfung der Installations= und Materialien=Monopole, die sich vernehmlich infolge der zunehmenden Elektrisierung unseres Landes gebildet haben, in erster Linie im Interesse des Hanowerks erfolgt. Auch teilte der Minister mit, daß die Frage, ob nicht überhaupt etwas gegen die monopolistische Tendenz der Elektrizitätszentralen von Staats wegen im Interesse der Konsumenten getan werden solle, gepruft werde. Das werde aber nur möglich sein, wenn in diesem Punkte die Gewerbefreiheit eingeschränkt werde. Einen breiten Raum nahm in der weiteren Debatte die Erörterung von Innungsfragen ein. Abg. Liebknecht (Soz.) wußte einige Fälle von Terrorismus seitens der Innungen zu erzählen. Aus der Antwort des Ministers ergab sich indes, daß Herr Liebknecht wieder einmal aus einer Mücke einen Elefanten gemacht hat. In dem einen Falle, der in Magdeburg spielt, handelt es sich zudem um einen Kampf des Zentralverbandes der Bäcker gegen die nicht zur sozialdemokratischen man wird es dem es, soweit es mit hält, die tariftreuen Gehilfen zu stützen. Über Innungs- und Handwerkerfragen gerieten auch die Abga. Wenke(Vp.) und Hammer(Kons.) aneinander. Dabei wurde auch wieder einmal die preußische Wahlrechtsfrage gestreift. Ein Schlußantrag machte indeß der weiteren Debatte hierüber ein Ende. Abg. Just(Natl.) verlangte, daß die Regierung Maßtottenburg, balin die Königin mit der Kronprinzessin das Kaiser=Friedrich=Museum. Die Königin speiste bei der Kronprinzessin. Berlin, 25. Febr. Der König von Dänemark empfing heute nachmittag im königlichen Schloß den Reichskanzler und den Staatssekretär v. Jagow. Später begab sich das dänische Königspaar zu dem dänischen Gesandten, um den Tee zu nehmen. Dazu waren zahlreiche Mitglieder der dänischen Kolonie geladen. Bei der Galatafel zu Ehren des dänischen Königspaares brachte der Kaiser einen Trinkspruch aus. Er hieß die fremden Herrschaften im eigenen Namen und im Namen des deutschen Volkes willkommen. Er erinnerte an das Hinscheiden des Vaters des Königs von Dänemark und sprach den aufrichtigen Wunsch aus, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu pflegen und auszugestalten, zum Wohle beider Länder. Als äußeren Beweis seiner Gesinnung stellte der Kaiser den König von Dänemark à la suite der Marine. Der König von Dänemark antwortete mit herzlichen Worten des Dankes für die ihm bewiesene hohe Ehre durch Ernennung zum Chef des Husarenregiments Nr. 14 und ganz besonders dafür, daß der Kaiser ihn à la suite seiner stolzen Marine gestellt habe, und fuhr dann fort: Indem ich in Eurer Majestät den erhabenen Monarchen erblicke, dessen nie ermüdende Friedensliebe der bald 25jährigen Regierung das Gepräge aufgedrückt hat, hege ich die freudige Zuversicht, daß Eure Majestät die meinem Großvater und meinem Vater bewiesene Freundschaft auf mich übertragen möchten. Zu dieser Hoffnung gesellt sich noch der innige Wunsch, daß die Boziehungen zwischen unseren Ländern sich auch fernerhin auf der besten Grundlage gegenseitigen Vertrauens und freundschaftlicher Verständigung unserer beiden stammvenvandten Völker mit ihren volkstümlichen Eigenheiten enwickeln mögen. Der König schloß mit dem innigsten Glückwunsch zu der stattgehabten Verlobung und trank auf das Wohl des Kaisers, der Kaiserin und des gesamten erlauchten kaiserlichen und königlichen Hauses. Die Musik spielte nach dem Trinkspruch des Koisers die dänische Hymne. Nach der unmittelbar darauf erfolgenden Richtung gehörenden Bäckermeister, und Erwiderung des dänischen Königs in deutscher Sprache spielte n Minister nicht verübeln können, wenn er die Musik„Heil Dir im Siegerkranz“. Die beiden Herrscher dem Rechte vereinbar ist, für seine Aufgabe schüttelten sich wiederholt die Hände. Nach der Tafel hielten die Majestäten längere Zeit Cercle. Rußland und Frankreich. Paris, 25. Febr. Der russische Botschafter Iswolski hat heute mittag dem Präsidenten Poincare den St. Annahmen gegen den sozialdemokratischen Einfluß auf die nicht= dreasorden und ein Handschreiben des Kaisers von Rußland gewerbsmäßige Arbeitervermittlung ergreife, und dann verbreitete sich der Abg. Leinert(Soz.) in einer endlosen Rede über die„Gemeingefährlichkeit“ der Arbeitsnachweise der Arbeitgeber und den Standpunkt des Ministers gegen die Arbeiterorganisationen. Alt- und Neu=Kamerum. Berlin, 25. Febr. In der Budgetkommission des Reichstages wurde bei der Beratung des Etats des Reichskolonialamtes der Antrag des Zentrums, von den Summen, die für die Zentralverwaltung und für dauernd erforderliche Hilfskräfte nachgefordert worden waren, 11 500 Mk., und von der Anzahl der Beamtenstellen 14 abzustreichen, gegen die Stimmen der Nationalliberalen und Konservatwen angenommen, trotzdem der Unterstaatssekretär Conze und der Staatssekretär Dr. Solf für die Bewilligung der geforderten Summen eintraten. Das Zentrum beanstandete weiter die überreicht. Dabei sagte der russische Botschafter: Der Kaiser habe bei der Verloihung des Ordens sofort bei der Uebernahme der Präsidentschaft durch Poincare ein neues Zeichen seiner Zuneigung für Frankreich und seiner persönlichen Freundschaft und Hochachtung für Poincare geben wollen. Dieser erneute Ausdruck seiner Gefühle werde als eine neue Bürgschaft für die so engen Beziehungen berrachtet werden, die das befreundete und verbündete Frankreich und Rußland vereinten. Präsident Poincare erwiderte, er sei tief gerührt über diesen Freundschaftsbeweis des Kaisers, dies neue Zeichen der unveränderlichen Gefühle des Kaisers für Frankreich, für die das eigenhändige Schreiben des Kaisers ein beredtes Zeugnis ablege. Poincare fügte hinzu, so halte auch er fest an der Politik, die schon lange Frankreich mit Rußland verbinde, und er würde sorgsam darüber wachen, das Bündnis der beiden Länder zu erhalten und noch enger zu gestalten. Nach der Ueberreichung des Ordens fand bei dem Präsidenten Poincare ein Frühstück statt, an dem auch Ministerpräsident Briand und Minister des Auswärtigen Jonnart teilnahmen. Vermehrung der Kamerunschutztruppen um zwei Kompanien, von denen eine als dauernd in Aussicht genommen ist. Diese Paris, 25. Febr. Das Handschreiben des Kaisers von Forderung erklärt der Staatssekretär jedoch als das Mindest= Rußland an Poincare hat folgenden Wortlaut: Herr Präsident, erhabener guter Freund! Aus Anlaß Ihrer Wahl zum Präsidenten und der Übernahme Ihres hohen Amtes richte maß. Man könne Altkamerun unmöglich von militärischer Macht so sehr entblößen. Er halte sich sogar verpflichtet, zu renuttonlung des can durchdrungen bin, daß das französisch=russische Bündnis eben.sso den Gefühlen wie den Interessen der beiden Völker entwurden bewilligt. Die spricht und nie aufgehört hat, ein wirksamer Faktor des FrieKomitecs auf Bewilli= dens in Europa zu sein. Dieses Bündnis, das dem Herzen Fir di: Fufripzerung des Kan neuem zu versichern, wie sehr ich von dem C hohen Wert der Schutztruppen u. vir Rmmalung des Eun= durchdrungen bin, daß das französisch=russische Bündnis ebendes hervor. Die Forderungen der Regierung Petition des kolomialwirtschaftlichen scomitces auf Orwb#ut dens in Europa zu sein. T gung eines Beitrags von 200 000 Mk. zur Unterstutzung von der beiden Nationen entspringt, und durch ein zwanzigjähBaumwollkolonien wird der Regierung zur Erwägung über= riges fruchtbares Bestehen geheiligt ist, bildet die Grundlage wiesen, als Material die Eingaben von Luftfahrzeugvereinen der auswärtigen Politik, die ich meiner Regierung vorgezur Förderung des Flugwesens in den Kolonten. Es beginn! zeichnet habe. Damit dieses Bündnis aber Früchte trage, die Beratung des Etats für Kamerun. Beim Titel„Schul=welche es zu bringen vermag, erscheint mir ein ständiges Zuwesen“ wird von verschiedenen Mitgliedern der Kommission sammenarbeiten und eine stete Fühlung zwischen den Kabieine lebendigere Förderung des Unterrichtswesens gefordert, netten in Paris und Petersburg unerläßlich. In diesem Eine lebhafte Erörterung schloß sich an die Etatstitel be= Sinne haben Sie, bevor Sie die höchste Würde der Repuzüglich der Mittellandbahn an. Ein Zentrumsvertreter er=blik bekleideten, das Amt des Chefs der französischen Regieklärte diesen ganzen Bahnbau für einen Mißgriff. Man rung ausgeübt. Glauben Sie, bitte, Herr Präsident, ich weiß werde unter Umständen gezwungen sein, eine ganze neue Ihnen in ganz besonderer Weise Dank dafür. Da ich wünsche Trace zu führen. Unterstaatssekretär Contze gab Auskunft sein neues Zeugnis meiner aufrichtigen Anhänglichkeit an über die Schwierigkeiten. Das Gelände ist ungünstig, ebenso Frankreich zu geben und ebenso meine Hochachtung und meiKlima, Vegetation und Arbeiterbeschaffung. ne persönliche Freundschaft für Sie auszudrücken, so gestatte Die großen Brückenbauten über die beiden Arme des Sana= sich mir das Vergnügen, Ihnen heute meinen St. Anga seien technische Leistungen allerersten Ranges. Bei der Ar= dreasorden zu verleihen, dessen Insignien ich Ihnen hierbei beiterbeschaffung mußte auf die Plantagen Rücksicht genom=(mit besten Wünschen für das Gedeihen Frankreichs und das men werden, so daß im ganzen nur 5000Arbeiter durchschnitt= Gelingen der Aufgaben, die Sie auf sich genommen haben, lich beschäftigt werden konnten. Die Verpflegung der Ar= überreichen lasse. Genehmigen Sie, Herr Präsident, mein erhabener guter Freund, die Versicherung meiner vollkommensten Hochachtung und meiner hohen Wertschätzung. Ihr guter Freund Nikolaus. Paris, 25. Febr. Poincare richtete an den Zaren fol dendes Telegramm: Teurer, erhabener Freund, soeben habe ich aus den Händen Eurer Majestät Botschafters die nien Ihres St. Andreasordens erhalten, und es liegt mir am Herzen Eurer Majestät ohne Verzug den Ausdruck meines lebhaftesten Tankes zu übermitteln. Ich bin tief gerührt durch die Worte des Schreibens, durch das Eure Majestät mir dieses glänzende Zeichen der Freundschaft und den neuerlichen Beweis Ihrer Gefühle Frankreich gegenüber gegeben haben. Eure Majestät können versichert sein, daß ich wie in der Vergangenheit treu an dem Bündnis festhalten werde, das Rußland und Frankreich einigt. Indem ich meine aufrichtigsten Wünsche für das Glück Eurer Majestät des Kaisers und Ihrer Majestät der Kaiserin und der ganzen Kaiserlichen Familie darbringe, bitte ich Sie, die Versicherung meiner Hochachtung und meiner beständigen Freundschaft entgegen zu nehmen. Poincare. Politische Rundschau. Berlin, 25. Febr. Der Staatssekretär des Reichsschatzamis Kühn hat sich in einer Besprechung nach München begeben. Der Endabschluß der Reichshauptkasse für das laufende Finanzjahr dürfte sich günstig gestalten. In den ersten 10 Monaten des laufenden Rechnungsjahres find an Zöllen, Steuern und Gebühren über 1395 Millionen Mark aufgekommen und damit 50 Millionen Mark mehr erzielt als im Etatsanschlage vorgesehen waren. Die Postund die Reichseisenbahnverwaltung haben zusammen einen Ueberschuß von über 15 Millionen Mark ergeben, so daß schon in den ersten Fünfsechsteln des laufenden Rechnungsjahret über 65 Millionen Mark mehr in die Reichskasse aus diesen Einnahmequellen geflossen sind, als im Etat angenommen wurde. Nun bringen zwar die Zölle im Februar und März regelmäßig etwas weniger als Durchschnittseinnahmen auf, aber die Postverwaltung zählt gerade diese Monate zu den besseren Einnahmemonaten. Als günstiges Moment ist ferner in Betracht zu ziehen, daß, da Brausteuer und Posteinnahmen günstig abgeschnitten haben, auch die auf diesen basierenden Ausgleichungsbeträge mehr abwerfen werden, als im Etat angenommen ist. Jedenfalls kann schon jetzt als sicher bezeichnet werden, daß das Rechnungsjahr 1912 mit Mehreinnahmen abschließen wird, die, wenn sie selbswverständlich auch nicht die Höhe des ganz anormalen Jahrer 1911 erreichen werden, doch ins Gewicht fallen werden. Oesterreich. Der Kaiser hat heute die erbetene Enthebung des Marinekommandanten Grafen Montecuccoli genehmigt und ihm das Großkreuz des Stefansordens verliehen. Zum Marinckommandanten wurde Flotteninspektor Vizeadmiral Haus ernannt. Ungarn. An der Demissionsabsicht des ungarischen Kultusministers Grafen Johann Zichy kann nicht mehr gezweifelt werden. Der ungarische Ministerpräsident Herr v. Lukacs ist schon auf dem Wege nach Wien, um dem Monarchen Bericht über die dadurch geschaffene Lage zu erstatten. Es gibt nun mehrere Möglichkeiten: Entweder bestimmt der König den Grafen Zichy, seine Demission zurückzunehmen, um im Hinblick auf die noch ungeklärte auswärtige Lage die Schwierigkeiten im Innern nicht zu vermehren, oder Lukacs vertvitt die Ansicht, daß Kabinett und Majorität auch das Ausscheiden des Grafen Zichy überstehen und ihre Aufgabe lösen könnten. Es wird daran gezweifelt, daß Graf sich umstimmen läßt. Dann muß sich zeigen, ob der Monarch dieser Ansicht sei, wenn nicht, ist die Demission des Kabinetts unausbleiblich. Die Opposition rechnet auf diese und hierzn kommt der Versuch des Grafen Julius Andrassy, eine oppo sitionelle Koalition auf der Basis der Realunion zu schaffen, der aber noch nicht gelungen ist, da Jursth an seinem Prinzip der Personalunion festhält. Der Austritt des Grafen Zichy ist jedenfalls von größerer Bedeutung, da Zichy als ein Vertrauensmann des Thronfolgers berufen war, um die Stellung des Kabinetts nach seiner Seite zu formen. Es muß auch gesagt werden, daß aus dem Lager des Thronfolgers die Wahlreformvorlage starken Anfechtungen ausgesetzt ist. Eine sofortige Entscheidung ist unwahrscheinlich, da voraussichtlich die Klärung der internationalen Lage abgewartet wird. Frankreich. Die Kammer hat einen Zusatz zum Finanzgesetz angenommen, der von der Regierung bereits genehmigt worden ist. Er unterwirft vom 1. Juli dieses Jahres ab die fremden Reisenden und auswärtigen, Handelsvertreter, die ihren Beruf dauernd oder vorübergehend auf französischem Gebiet ausüben, denselben Bestimmungen und Abgaben, denen die französischen Reisenden im Auslande unterworfen sind. Die Zollverwaltung wird nach dem Grundsatze der Gegenseitigkeit und gemäß den Bestimmungen der Zollgesetze von 1892 und 1910 die Abgaben nach der Nationalität des Reisenden und nicht nach der Herkunft seiner Waren berechnen. England. Frau Pankhurst erschien heute vor dem Polizeigericht von Epsom; sie wurde gegen eine Kaution von 700 Pfund Sterling freigelassen.4 Rußland. Dem Ministerrate sind zwei Gesetzvorlagen des Generalgouverneurs von Finnland zugegangen über dir Einführung der russischen Sprache im schriftlichen Verkehr des finnischen Landtages und Senats sowie der finnischen Behörden mit den Reichsbehörden. Die Vorlagen fordern ferner, daß die Kenntnis der russischen Sprache für alle Regierungsbeamten Finnlands und für die Stuvierenven an der Universität von Helsingfors obligatorisch sein soll. Aus Russisch=Polen kommen Nachrichten, die auf eine steigende Erregung der Behörden wegen der Haltung der Bevölkerung schließen lassen. In Warschau wurde eine Gesellschaft für polnische Kultur, die in vielen Städten Zweigvereine besitzt, geschlossen. Im Gouvernement Wolhynien umstellten Kosaken das Schloß des polnischen Magnaten Grafen Potzki, da die Polizei vermutete, daß dort bewatfrete Parz den ausgerüstet wurden. Die Durchsuchung des Schlosseverlief jedoch ergebnislos. Aus der Provinz und den Nachbarländern. Herford, 26. Febr. Wetterwarte. 8 Uhr früh: Barometer 761 Millimeter. Thermometer—2. Nebel. Südsüdostwind. Oeffentlicher Wetterdienst. Dienststelle: Meteorologisches Observatorium Aachen. Vorerst keine Witterungsveränderung. Herford, 26. Febr. Mit dem Bahnhofsumhau wird hier in Verbindung gebracht die gestrige Anweenheit von zwei Geheimräten aus dem Ministerium der öfjentlichen Arbeiten. Die Herren besichtigten eingehend das Gelände am Bahnhof. Herford, 26. Febr. Stadttheater.„Frühlingsuft“, Operette von Lindau. Musik von J. Strauß. Es war der Benefiz= und Ehrenabend für den Tenorbufso des Ensembles, Herrn Max Meinecke. Daraus erklärte sich auch, daß das Haus fast vollständig ausverkauft war. Herr M. Meinecke gehört zu den beliebtesten Mitgliedern des diesjährigen Ensembles; im Spiel und Gesang anmutend und sicher. Eine schier erdrückende Fülle von Blumen und Angebinden aller Art wurden ihm gestern abend überreicht, während der Beifall des Hauses kein Ende nehmen wollte. Neben dem Benefizianten erhielten Blumenspenden auch die Herren Kapellmeister Schneider, Fred Himmighojen und Frl. Zborowsky.— Die Aufführung des übermütigen Stückes gefiel. Man konnte sich einmal nach Herzenslust auslachen und übersah in dieser Stimmung gern, wenn es hier und da im Chor oder an den Einsätzen etwas haperte. An einzelnen Stellen der Aufführung wurde bei offener Szene so lebhaft applaudiert, daß der Gang der Vorstellung stockte. Besonders gut schnitten bei diesen Beifallsbezeugungen selbstverständlich die Inhaber der komischen Rollen ab, und ihre Zahl ist ja in dem bekannten Stücke nicht gerade gering. Herford, 26. Febr. Aus dem Theaterbüro wird uns geschrieben: Infolge häufiger Nachfrage gelangt am Freitag nochmals die Operette:„Das Autoliebchen“ zur Aufführung zu ermäßigten Preisen. Am Sonnabend ist die letzte Volksvorstellung zu ganz kleinen Preisen:„Das Glück im Winkel“ von Sudermann.— Am Donnerstag, den 27. Februar ist die letzte Vorstellung in dieser Saison für den Gewerbeverein, gegeben wird die Operette:„Leutnantsliebchen". Herford, 26. Febr. Das neue Lichtspielhaus „Wittekind“ an der Höckerstraße gibt heute abend vor einer größeren Zahl geladener Gäste eine Eröffnungsfeier und Festvorstellung und öffnet morgen seine Pforten für das große Publikum. Es ist nicht zu leugnen, daß dieses nach den Plänen und unter der Leitung des Herrn Architekten Münter erbaute Lichtspielhaus einen sehr vornehmen und vorteilhaften Eindruck macht. Der Zuschauerraum, der rund 400 Sitzvlätze hat, bildet einen Saal von fast 30 Meter Länge, 14 Meter Breite und über 7 Meter Höhe. Die gesamte, von einer Berliner Firma gelieferte Innendekoration wirkt mit ihren Wandbekleidungen und Applikationen sehr ruhig und wohltuend. Der Zuschauerraum ist absolut feuersicher, da der Operationsraum mit seinen Films sich in einem feuersicheren Raum außerhalb des Gebäudes befindet. Der Orchesterraum ist tief gesenkt, und vor dem Ganzen her zieht sich ein modern ausgestattetes Foyer von 14 Meter Länge und 6,50 Meter Breite. Daß alle Aufenthaltsräume Dampfheizung und elektrisches Licht haben, sei nur der Vollständigkeit wegen erwähnt. An dem Bau waren von hiesigen Firmen beteiligt: B. Breder(Maurerarbeiten), Althoff und Lakemeier(Tischler= und Zimmererarbeiten), G. Breder(Plattenarbeiten), Stein(Anstreicherarbeiten), Westheide(Stuckausführungen); Laux(Klempner= und Installationsarbeiten), H. Opitz(Lichtanlage), Mühlenforth(Dachdeckerarbeiten) G. Metzler(Heizungsanlage), O. Hentschel(Schlosser= und Schmiedearbeiten.) 0 Herford, 26. Febr. Vor Ankaufwird gewarnt. Einem hiesigen Schuhmachermeister wurde Sohlleder im Werte von 20 M gestohlen. Letzte Drahtnochrichten. Bukarest, 25. Febr. Die Mächte werden wahrscheinlich Deutschland und Rußland das Mandat übertragen, den rumänisch=bulgarischen Streitfall beizulegen. Die Unterhandlungen dürften in Petersburg stattfinden. Wien, 26. Febr. Die„Wiener Allgemeine schreibt inspiriert, angeblich aus London: Eigentlich bestehen in der Frage der Abgrenzung Albaniens noch so weitgehende Differenzen zwischen dem Standpunkt Österreich=Ungarns und Rußlands, daß es sich kaum annehmen läßt, daß die Meinungsverschiedenheiten bereits Donnerstag beseitigt werden können. Sofia, 25. Febr. Die halbamtliche Bulgaria schreibt, die Bevölkerung an der rumänischen Grenze sei über die rumänischen Forderungen sehr aufgebracht und beabsichtige, Protestkundgebungen gegen eine Abtretung des Gebietes. Es seien Maßnahmen getroffen, um derartigen Kundgebungen vorzubeugen. Das Blatt spricht die Hoffnung aus, daß das bulgarische Volk bei dieser großen Versuchung Vernunft und Kaltblütigkeit bewahre und dadurch die Regierung bei der Lösung der rumänisch=bulgarischen Streitfrage unterstütze. Berlin, 26. Febr. Im Reichstagsgebäude haben gestern unter dem Vorsitz des Gewerbegerichtsvorsitzenden von Schulz, Dr. Prenner=München und Dr. Rath=Frankfurt a. Main die Verhandlungen über einen neuen Tarif für die Maurer, Zimmerer und Bauhilfsarbeiter begonnen. In der Generaldebatte erklärten sich die Arbeitnehmerdelegierten bereit, auf die zur Zeit nicht besonders günstigen Baumarktverhältnisse Rücksicht nehmen zu wollen, keineswegs aber könnte der bestehende Tarif ohne jede Aufbesserung für die Arbeitnehmer verlängert werden. Die Verhandlungen sollen heute fortgesetzt werden. Breslau, 26. Febr. Der in Orterau bei Breslau wohnhafte Ingenieur Lange der Firma Siemens=Schuckert, der ein luxiöses Leben führte, ist seit Sonnabend verschwunden, man vermutet, daß er als Spion im Dienste einer frem den Macht stand und aus Furcht vor Entdeckung das Weite gesucht hat. Hagen, 26. Febr. Die Wiederwahl des Oberbürger= meisters Kuno, der am 15. Januar d. J. mit 23 von 45 Stimmen auf 12 Jahre gewählt wurde, ist vom Kaiser bestätigt worden. London, 26. Febr. Die Admiralität erhielt eine Meldung von der Küstenwache in Hornsea, daß dort gestern abend 8½ Uhr ein geheimnisvoller Luftkreuzer mit einem Licht gesehen wurde. Madrid, 25. Febr. Aus Gijon wird gemeldet, daß bei den Erweiterungsarbeiten des Hafens Musel, wo Felsensprengungen vorgenommen werden, ein zu stark mit Dynamit geladenes Bohrloch vorzoitig explodierte, wobei nach bisherigen Nachrichten sechzig Personen, darunter neben vielen andern Zuschauern ein General, getötet wurden. Newyork, 25. Febr. Ein Konflikt ist zwischen der Bundesregierung und dem Staate Texas ausgebrochen. Der texanische Gouverneur entsandte Staatstruppen nach Brownswille, da im gegenüberliegenden Maramoras(Mexiko) die Amerikaner in großer Gefahr sind. Die Bundesregierung dirigierte nun Kavallerie nach Brownsville, um die texanischen Truppen am Ueberschreiten der Grenze zu hindern.“ Ovicdo, 26. Febr. Der Gouverneur hat Nachrichten aus Gijon erhalten, nach denen im Vorhafen eine Minen=Explosion sich ereignete, wobei 60 Personen getötet sein sollen. Oviedo, 26. Febr. Eine amtl. Meldung sagt, daß bei der Minen=Explosion 24 Tote sich befinden, darunter der Ingenieur und der Unternehmer. Die Zahl der Verwundeten ist beträchtlich. Man glaubt, daß noch zahlreiche Personen unter den Trümmern liegen. Die Katastrophe ereignete sich folgendermaßen: Eine Mine von 3500 Kgr. schwarzen Pulvers war gelegt, um einen Felsen zu sprengen. Die Sprengung mißglückte. Sydney, 25. Febr. Der Südpolarforscher Mawson hat den König Georg um Erlaubnis gebeten, dem großen neu entdeckten Land den Namen König Georg V.=Land geben zu dürfen. Es liegt zwischen Viktorialand und Adelieland und ist das Gebiet, auf das hauptsächlich die Schlittenfahrten der Expedition gerichtet waren. e W (Schutzmarke Schwan) ist billig, bequem, sparsam, Bwungsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Herford belegenen, im Grundbuche von Bauerschaft Neustadt Band 35 Blatt 318 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Landwirts und Gewerken Carl Röttger zu Revel bei Weitmar eingetragenen Grundstücke Flur 24 Nr. 2341/128, Hofraum groß 13.88 ar mit: a. Wohnhaus Nr. 3 Mindenerstraße mit Anbau und Hausgarten— vorm Lübbertore— mit 1950 Mark Gebäudesteuernutzungswert. Flur 24 Nr. 2342/128, Garten, daselbst, groß 18,23 ar mit 5.71 Talern Grundsteuerr einertrag, Flur 23 Nr. 124, Garten, daselbst, groß 8.58 ar mit 2.35 Talern Grundsteuerreinertrag am 22. April 1913, vormittags 10 Uhr durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle — Zimmer Nr. 17— versteigert werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 10. Februar 1913 in das Grundbuch eingetragen. erford. den 20. Februar 1913. Die Verpachtung der Jagd in dem gemeinschaftlichen Stift=Quernheim bestehend aus den Grundstücken des Gemeindebezirk: Stift=Quernheim zur Größe von 156 ha, mit gemischtem Wildbestande soll auf die Dauer von 6 Jahren, beginnend mit dem 1. April 1913 am Dienstag. den 18. März, 1913 nachm. 8½ Uhr in dem Lokale des Gastwirts Heuer zu Stift=Quernheim öffentlich meistbietend erfolgen. Die Bedingungen können bei dem Unterzeichneten eingesehen werden; sie weiden auch im Termin bekannt gegeben Stift=Quernheim, den 24 Februar 1913. Der Jagdvorsteher: H. Menke, Gemeindevorsteher. ArRertslt e. G. m. b. H. Wir empfehlen hiermit unsern werten Mitgliedern zum Freitag allerfeinste grüne Heringe pro Pfund 10 Pfg. und findet der Verkauf vorläufig in den Verkauf stellen 1, 2, 8, 5, 6, 7 und im Zentrallager(Mindenerstraße 7) statt. Vorstand. Solide Stellung. Wir suchen zum Vertrieb unserer kenku renzlosen Fabrikate einen fleißigen, nüchternen Herrn(auch Nichtkaufmann) als Vertreter zum Besoch von Landwirten für den Kreis Herford. Sehr hoher Verdienst, auch als Nedenerwerb, früherer Landwirt, schaftsbeamter oder Orer, der schon mit Landwirten gearbettet hal. bevorzugt. Zur Uebernahme find Mk 500 erforderlich. Herten. welche über vorstehenden Betrag in bar versügen, wollen schriftl. Bew. mit kurz. Ang. d. Berhäl'n eins. Laaser& Co., G. m. b. H. Hannover. Am Montag abend verschied sanft nach mit grosser Geduld ertragenen Leiden meine innigst geliebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Priederike Pieer geb. Bartling im 38. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten im Namen der Hinterbliebenen Hermann Fleer und Tochter. Herford, 26. Februar 1913. Die Beerdigung findet am Freitag, den 28. ds. Mts., mittags 1 Uhr vom Trauerhause, Wellbrockerweg 74, aus statt. Realprogymnasium zu Bünde i. W. (Sexta bis Untersecunda einschl.) Anfang des neuen Schuljahres am 8. April 1913. Aufnahmeprüfung tags vorher. Anmeldungen nimmt entgegen und nähere Auskunft, auch über Pensionen, erteilt Direktor Messing. Das im Konkuise„Neuheiten=Bazar“, Wilhelmine Hermtmeyer vorhandene Konkurswarenlager, bestehend aus: Galanterie-, Bijouterie-, Porzellan-, Glaswaren, Spiellachen und Daue. baltungsgegenständen etc. eic. soll von Sonnabend, den 1. März, an zu bedeutend ermäßigten Preisen verkauft werden. Herford. den 25. Februar 1913. Der Konkursverwalter: Otto Cramer. Zum Ehepaar 1. Juni sucht junges freundl. Wohnung von ca. 4 Zimmern, mögl. Nähe Lübbeitor=Hansabrücke. Gesl. Angebote werden erbeten unter A L. 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Deutschland habe in ihm einen wirklichen Kolonial= helden verloren, dessen Andenken man in Ehien halten müsse. daß ein kleinerer Teil der Nationalliberalen mit der Rechten für die Gültigkeit stimmte. Abgeordnetenhaus. Sitzung vom 25. Februar. Die Beratung des Etats der Handels= und Gewerbeverwaltung wird bei den Zuschüssen zur Einrichtung und UnterDas dänische Königspaar in Berlin. Berl in, 25. Febr. Der Kaiser besuchte heute vormittag mit dem König von Dänemark mehrere Garde=Kavalleriekasernen, um die Offiziersreitstunden zu besichtigen. Das haltung der Fortbildungsschulen fortgesetzt. Abg.Borchardt Frühstück wurde beim Garde=Kürassier=Regt. eingenommen. (Soz.): Die Fortbildungsschule ist ein Notbehelf. Durch Hig.sk glstist, die Königin von Dänemark und die KronprinEinführung des obligatorischen Religionsunterrichts würde besichtigten vormittags das Säuglingsheim in CharEinfihrung des obligatorischen Religionsunterrichts den Schulern die Religion noch mehr verekelt werden. Der Lehrplan darf nicht überlastet werden. Abg. Frhr. v. Richthofen(Kons.): In den sozialdemokratischen Kreisen ist eine erhebliche Feindschaft gegen die Religion vorhanden, die sich allerdings dem Volke gegenüber hinter dem Deckmantel:„Religion ist Privatsache“, verbirgt, was in Wirklichkeit heißt: „Antireligion ist Parteisache.“ Was die„Unterordnung", die„Botmäßigkeit“ angeht, die in den Fortbildungsschulen gelehrt werden soll, so bemerke ich nur, daß gerade die Sozialdemokraten eine Unterordnung der Jugend erstreben, die einer Klassensklaverei gleicht. Keine Partei tut das in einem solchen Grade, wie die Sozialdemokraten, die thre ganze Or(Abg. ganisation darauf zugeschnitten haben. knecht: Sie gehören in den Zirkus!) Vizepräsident Dr. Krause ruft den Abg. Dr. Liebknecht wegen dieses Zwischenrufs zur Ordnung). Die weitere Debatte löst sich auch wieder in zahlreiche Einzelheiten auf, die zum größten Teil lokale Wünsche betrafen. Auf eine Anregung des Abg. Maurer(Natl.) erwiderte der Handelsminister Dr. Sydow, daß er weiter daran festhalten werde, daß die Bekämpfung der Installations= und Materialien=Monopole, die sich vernehmlich infolge der zunehmenden Elektrisierung unseres Landes gebildet haben, in erster Linie im Interesse des Handwerks erfolgt. Auch teilte der Minister mit, daß die Frage, ob nicht überhaupt etwas gegen die monopolistische Tendenz der Elektrizitätszentralen von Staats wegen im Interesse der Konsumenten getan werden solle, gepruft werde. Das werde aber nur möglich sein, wenn in diesem Punkte die Gewerbefreiheit eingeschränkt werde. Einen breiten Raum nahm in der weiteren Debatte die Erörterung von Innungsfragen ein. Abg. Liebknecht (Soz.) wußte einige Fälle von Terrorismus seitens der Innungen zu erzählen. Aus der Antwort des Ministers ergab sich indes, daß Herr Liebknecht wieder einmal aus einer Mücke einen Elefanten gemacht hat. In dem einen Falle, der in Magdeburg spielt, handelt es sich zudem um einen Kampf des Zentralverbandes der Bäcker gegen die nicht zur sozilottenburg, dann die Königin mit der Kronprinzessin das Kaiser=Friedrich=Museum. Die Königin speiste bei der Kronprinzessin. Berlin, 25. Febr. Der König von Dänemark empfing heute nachmittag im königlichen Schloß den Reichskanzler und den Staatssekretär v. Jagow. Später begab sich das dänische Königspaar zu dem dänischen Gesandten, um den Tee zu nehmen. Dazu waren zahlreiche Mitglieder der dänischen Kolonie geladen. Bei der Galatafel zu Ehren des dänischen Königspaares brachte der Kaiser einen Trinkspruch aus. Er hieß die fremden Herrschaften im eigenen Namen und im Namen des deutschen Volkes willkommen. Er erinnerte an das Hinscheiden des Vaters des Königs von Dänemark und sprach den aufrichtigen Wunsch aus, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu pflegen und auszugestalten, zum Wohle beider Länder. Als äußeren Beweis seiner Gesinnung stellte der Kaiser den König von Dänemark à la suite der Marine. Der König von Dänemark antwortete mit herzlichen Worten des Dankes für die ihm bewiesene hohe Ehre durch Ernennung zum Chef des Husarenregiments Nr. 14 und ganz besonders dafür, daß der Kaiser ihn à la suite seiner stolzen Marine gestellt habe, und fuhr dann fort: Indem ich in Eurer Majestät den erhabenen Monarchen erblicke, dessen nie ermüdende Friedensliebe der bald 25jährigen Regierung das Gepräge aufgedrückt hat, hege ich die freudige Zuversicht, daß Eure Majestät die meinem Großvater und meinem Vater bewiesene Freundschaft auf mich übertragen möchten. Zu dieser Hoffnung gesellt sich noch der inige Wunsch, daß die Boziehungen zwischen unseren Ländern sich auch fernerhin auf der besten Grundlage gegenseitigen Vertrauens und freundschaftlicher Verständigung unserer beiden stammvenandten Völker mit ihren volkstümlichen Eigenheiten enwickeln mögen. Der König schloß mit dem innigsten Glückwunsch zu der stattgehabten Verlobung und trank auf das Wohl des Kaisers, der Kaiserin und des gesamten erlauchten kaiserlichen und königlichen Hauses. Die Musik spielte nach dem Trinkspruch des Kaisers die dänische Hymne. Nach der unmittelbar darauf erfolgenden Erwwerming Ar eunischen Mönigs in Erutscher Sprache spielte aldemokratischen Richtung gehörenden Bäckermeister, und Erwiderung des dänischen Königs in deutscher### man wird es dem Minister nicht verübeln können, wenn er die Musik„Heil Dir im Siegerkranz“. Die beiden Herrscher es, soweit es mit dem Rechte vereinbar ist, für seine Aufgabe schüttelten sich wiederholt die Hände. Nach der Tafel hielten hält, die tariftreuen Gehilfen zu stützen. Über Innungs= und die Majestäten längere Zeit Cercle. Handwerkerfragen gerieten auch die Abgg. Wenke(Vp.) und Hammer(Kons.) aneinander. Dabei wurde auch wieder einmal die preußische Wahlrechtsfrage gestreift. Ein Schlußantrag machte indeß der weiteren Debatte hierüber ein Ende. Abg. Just(Natl.) verlangte, daß die Regierung Maßnahmen gegen den sozialdemokratischen Einfluß auf die nichtgewerbsmäßige Arbeitervermittlung ergreife, und dann verbreitete sich der Abg. Leinert(Soz.) in einer endlosen Rede über die„Gemeingefährlichkeit“ der Arbeitsnachweise der Arbeitgeber und den Standpunkt des Ministers gegen die Arbeiterorganisationen. Alt- und Neu=Kamerum. Berlin, 25. Febr. In der Budgetkommission des Reichstages wurde bei der Beratung des Etats des Reichskolonialamtes der Antrag des Zentrums, von den Summen, die für die Zentralverwaltung und für dauernd erforderliche Hilfskräfte nachgefordert worden waren, 11 500 Mk., und von der Anzahl der Beamtenstellen 14 abzustreichen, gegen die Stimmen der Nationalliberalen und Konservatwen angenommen, trotzdem der Unterstaatssekretär Conze und der Staatssekretär Dr. Solf für die Bewilligung der geforderten Summen eintraten. Das Zentrum beanstandete weiter die Vermehrung der Kamerunschutztruppen um zwei Kompanien, von denen eine als dauernd in Aussicht genommen ist. Diese Rußland und Frankreich. Paris, 25. Febr. Der russische Botschafter Iswolski hat heute mittag dem Präsidenten Poincare den St. Andreasorden und ein Handschreiben des Kaisers von Rußland überreicht. Dabei sagte der russische Botschafter: Der Kaiser habe bei der Verloihung des Ordens sofort bei der Uebernahme der Präsidentschaft durch Poincare ein neues Zeichen seiner Zuneigung für Frankreich und seiner persönlichen Freundschaft und Hochachtung für Poincare geben wollen. Dieser erneute Ausdruck seiner Gefühle werde als eine neue Bürgschaft für die so engen Beziehungen betrachtet werden, die das befreundete und verbündete Frankreich und Rußland vereinten. Präsident Poincare erwiderte, er sei tief gerührt über diesen Freundschaftsbeweis des Kaisers, dies neue Zeichen der unveränderlichen Gefühle des Kaisers für Frankreich, für die das eigenhändige Schreiben des Kaisers ein beredtes Zeugnis ablege. Poincare fügte hinzu, so halte auch er fest an der Politik, die schon lange Frankreich mit Rußland verbinde, und er würde sorgsam darüber wachen, das Bündnis der beiden Länder zu erhalten und noch enger zu gestalten. Nach der Ueberreichung des Ordens fand bei dem Präsidenten Poincare ein Frühstück statt, an dem auch Ministerpräsident Briand und Minister des Auswärtigen Jonnart teilnahmen. Paris, 25. Febr. Das Handschreiben des Kaisers von Forderung erklärt der Staatssekretär jedoch als das Mindest= Rußland an Poincare hat folgenden Wortlaut: Herr Präsimaß. Man könne Altkamerun unmöglich von militärischer dent, erhabener guter Freund! Aus Anlaß Ihrer Wahl zum Macht so sehr entblößen. Er halte sich sogar verpflichter, Iu Präsidenten und der Übernahme Ihres hohen Amtes richte an= dur des hervor.„„#sso den Gefühlen wie den Interessen der beiden Völker entDie Forderungen der Regierung wuroen vewinigt. Die spricht und nie aufgehört hat, ein wirksamer Faktor des FriePetition des kolonialwirtschaftlichen Komitees auf Bewilli= dens in Europa zu sein. Dieses Bündnis, das dem Herzen gung eines Beitrags von 200 000 Mk. zur Unterstützung von der beiden Nationen entspringt, und durch ein zwanzigjähBaumwollkolonien wird der Regierung zur Erwägung über= riges fruchtbares Bestehen geheiligt ist, bildet die Grundlage wiesen, als Material die Eingaben von Luftfahrzeugvereinen der auswärtigen Politik, die ich meiner Regierung vorgezur Förderung des Flugwesens in den Kolonten. Es beginn! zeichnet habe. Damit dieses Bündnis aber Früchte trage, die Beratung des Etats für Kamerun. Beim Titel„Schul= welche es zu bringen vermag, erscheint mir ein ständiges Zuwesen“ wird von verschiedenen Mitgliedern der Kommission, sammenarbeiten und eine stete Fühlung zwischen den Kabieine lebendigere Förderung des Unterrichtswesens gefordert, netten in Paris und Petersburg unerläßlich. In diesem Eine lebhafte Erörterung schloß sich an die Etatstitel be= Sinne haben Sie, bevor Sie die höchste Würde der Repuzüglich der Mittellandbahn an. Ein Zentrumsvertreter er=sblik bekleideten, das Amt des Chefs der französischen Regieklärte diesen ganzen Bahnbau für einen Mißgriff. Man frung ausgeübt. Glauben Sie, bitte, Herr Präsident, ich weiß werde unter Umständen gezwungen sein, eine ganze neue Ihnen in ganz besonderer Weise Dank dafür. Da ich wünsche Trace zu führen Unterstaatssekretär Contze gab Auskunft ein neues Zeugnis meiner aufrichtigen Anhänglichkeit an über die Schwierigkeiten. Das Gelände ist ungünstig, ebenso Frankreich zu geben und ebenso meine Hochachtung und meiKlima, Vegetation und Arbeiterbeschaffung. ne persönliche Freundschaft für Sie auszudrücken, so gestatte Die großen Brückenbauten über die beiden Arme des Sana= sich mir das Vergnügen, Ihnen heute meinen St. Anga seien technische Leistungen allerersten Ranges. Bei der Ar= dreusorden zu verleihen, dessen Insignien ich Ihnen hierbei beiterbeschaffung mußte auf die Plantagen Rücksicht genom= mit besten Wünschen für das Gedeihen Frankreichs und das men werden, so daß im ganzen nur 5000Arbeiter durchschnitt= Gelingen der Aufgaben, die Sie auf sich genommen haben, lich beschäftigt werden konnten. Die Verpflegung der Ar= überreichen lasse. Genehmigen Sie, Herr Präsident, mein erhabener guter Freund, die Versicherung meiner vollkommensten Hochachtung und meiner hohen Wertschätzung. Ihr guter Freund Nikolaus. Paris, 25. Febr. Poincare richtete an den Zaren foldendes Telegramm: Teurer, erhabener Freund, soeben habe ich aus den Händen Eurer Majestät Botschafters die Insig nien Ihres St. Andreasordens erhalten, und es liegt mir am Herzen Eurer Majestät ohne Verzug den Ausdruck meines lebhaftesten Tankes zu übermitteln. Ich bin tief gerührt durch die Worte des Schreibens, durch das Eure Majestät mir dieses glänzende Zeichen der Freundschaft und den neuerlichen Beweis Ihrer Gefühle Frankreich gegenüber gegeben haben. Eure Majestät können versichert sein, daß ich wie in der Vergangenheit treu an dem Bündnis festhalten werde, das Rußland und Frankreich einigt. Indem ich meine aufrichtigsten Wünsche für das Glück Eurer Majestät des Kaisers und Ihrer Majestät der Kaiserin und der ganzen Kaiserlichen Familie darbringe, bitte ich Sie, die Versicherung meiner Hochachtung und meiner beständigen Freundschaft entgegen zu nehmen. Poincare. Politische Rundschau. Berlin, 25. Febr. Der Staatssekretär des Reichsschatzamis Kühn hat sich in einer Besprechung nach München begeben. Der Endabschluß der Reichshauptkasse für das laufende Finanzjahr dürfte sich günstig gestalten. In den ersten 10 Monaten des laufenden Rechnungsjahres sind an Zöllen, Steuern und Gebühren über 1395 Millionen Mark aufgekommen und damit 50 Millionen Mark mehr erzielt als im Etatsanschlage vorgesehen waren. Die und die Reichseisenbahnverwaltung haben zusammen einen Ueberschuß von über 15 Millionen Mark ergeben, so daß schon in den ersten Fünfsechsteln des laufenden Rechnungsjahret über 65 Millionen Mark mehr in die Reichskasse aus diesen Einnahmequellen geflossen sind, als im Etat angenommen wurde. Nun bringen zwar die Zölle im Februar und März regelmäßig etwas weniger als Durchschnittseinnahmen auf, aber die Postverwaltung zählt gerade diese Monate zu den besseren Einnahmemonaten. Als günstiges Moment ist ferner in Betracht zu ziehen, daß, da Brausteuer und Posteinnahmen günstig abgeschnitten haben, auch die euf diesen basicrenden Ausgleichungsbeträge mehr abwerfen werden, als im Etat angenommen ist. Jedenfalls kann schon jetzt als sicher bezeichnet werden, daß das Rechnungsjahr 1912 mi Mehreinnahmen abschließen wird, die, wenn sie selbstverständlich auch nicht die Höhe des ganz anormalen Jahrer 1911 erreichen werden, doch ins Gewicht fallen werden. Oesterreich. Der Kaiser hat heute die erbetene Enthebung des Marinekommandanten Grafen Montecuccoli genehmigt und ihm das Großkreuz des Stefansordens verliehen. Zum Marinekommandanten wurde Flotteninspektor Vizeadmiral Haus ernannt. Ungarn. An der Demissionsabsicht des ungarischen Kultusministers Grafen Johann Zichy kann nicht mehr gezweifelt werden. Der ungarische Ministerpräsident Herr v. Lukacs ist schon auf dem Wege nach Wien, um dem Monarchen Bericht über die dadurch geschaffene Lage zu erstatten. Es gibt nun mehrere Möglichkeiten: Entweder bestimmt der König den Grafen Zichy, seine Demission zurückzunehmen, um im Hinblick auf die noch ungeklärte auswärtige Lage die Schwierigkeiten im Innern nicht zu vermehren, oder Lukact vertvitt die Ansicht, daß Kabinett und Majorität auch das Ausscheiden des Grafen Zichy überstehen und ihre Aufgabe lösen könnten. Es wird daran gezwoifelt, daß Graf Zichy sich umstimmen läßt. Dann muß sich zeigen, ob der Monarch dieser Ansicht sei, wenn nicht, ist die Demission des Kabinetts unausbleiblich. Die Opposition rechnet auf diese und hierzu kommt der Versuch des Grafen Julius Andrassy, eine oppositionelle Koalition auf der Basis der Realunion zu schaffen, der aber noch nicht gelungen ist, da Justh an seinem Prinzip der Personalunion festhält. Der Austritt des Grafen Zichy ist jedenfalls von größerer Bedeutung, da Zichy als ein Vertrauensmann des Thronfolgers berufen war, um die Stelkung des Kabinetts nach seiner Seite zu formen. Es muß auch gesagt werden, daß aus dem Lager des Thronfolgert die Wahlreformvorlage starken Anfechtungen ausgesetzt ist. Eine sofortige Entscheidung ist unwahrscheinlich, da voraussichtlich die Klärung der internationalen Lage abgewartet wird. Frankreich. Die Kammer hat einen Zusatz zum Finanzgesetz angenommen, der von der Regierung bereit genehmigt worden ist. Er unterwirft vom 1. Juli dieses Jahres ab die fremden Reisenden und auswärtigen, delsvertreter, die ihren Beruf dauernd oder vorübergehend auf französischem Gebiet ausüben, denselben Bestimmungen und Abgaben, denen die französischen Reisenden im Auslande unterworfen sind. Die Zollverwaltung wird nach dem Grundsatze der Gegenseitigkeit und gemäß den Bestimmungen der Zollgesetze von 1892 und 1910 die Abgaben nach der Nationalität des Reisenden und nicht nach der Herkunft seiner Waren berechnen. England. Frau Pankhurst erschien heute, vor dem Polizeigericht von Epsom; sie wurde gegen eine Kaution 700 Pfund Sterling freigelassen.4 Rußland. Dem Ministerrate sind zwei Gesetzvorlagen des Generalgouverneurs von Finnland zugegangen über di Einführung der russischen Sprache im schriftlichen Perkehr des finnischen Landtages und Senats sowie der finnischer Behörden mit den Reichsbehörden. Die Vorlagen ferner, daß die Kenntnis der russischen Sprache für alle Re gierungsbeamten Finnlands und für die Studierenven an der Universität von Helsingfors obligatorisch sein soll. Aus Russisch=Polen kommen Nachrichten, die auf eine gende Erregung der Behörden wegen der Haltung der e völkerung schließen lassen. In Warschau wurde eine Ge schaft für polnische Kultur, die in vielen Städten Zweig vereine besitzt, geschlossen. Im Gouvernement Wolhynien umstellten Kosaken das Schloß des polnischen Magnaten. fen Potzki, da die Polizei vermutete, daß dort bewaffnete Port den ausgerüstet wurden. Die Durchsuchung des Schlossee verlief jedoch ergebnislos. Aus der Provinz und den Nachbarländern. Herford, 26. Febr. Wetterwarte. 8 Uhr früh: Barometer 761 Millimeter. Thermometer—2. Nebel. Südsüdostwind. Oeffentlicher Wetterdienst. Dienststelle: Meteorologisches Observatorium Aachen. Vorerst keine Witterungsveränderung. Herford, 26. Febr. Mit dem Bahnhofsumhau wird hier in Verbindung gebracht die gestrige Anweenheit von zwei Geheimräten aus dem Ministerium der öfjentlichen Arbeiten. Die Herren besichtigten eingehend das Gelände am Bahnhof. Herford, 26. Febr. Stadttheater.„Frühlingsuft“, Operette von Lindau. Musik von J. Strauß. Es war der Benefiz= und Ehrenabend für den Tenorbufso des Ensemnbles, Herrn Max Meinecke. Daraus erklärte sich auch, daß das Haus fast vollständig ausverkauft war. Herr M. Meinecke gehört zu den beliebtesten Mitgliedern des diesjährigen Ensembles; im Spiel und Gesang anmutend und ücher. Eine schier erdrückende Fülle von Blumen und Angebinden aller Art wurden ihm gestern abend überreicht, während der Beifall des Hauses kein Ende nehmen wollte. Neben dem Benefizianten erhielten Blumenspenden auch die Herren Kapellmeister Schneider, Fred Himmighofen und Frl. Zborowsky.— Die Aufführung des übermütigen Stückes gefiel. Man konnte sich einmal nach Herzenslust auslachen und übersah in dieser Stimmung gern, wenn es hier und da im Chor oder an den Einsätzen etwas haperte. An einzelnen Stellen der Aufführung wurde bei offener Szene so lebhaft applaudiert, daß der Gang der Vorstellung stockte. Besonders gut schnitten bei diesen Beifallsbezeugungen selbstverständlich die Inhaber der komischen Rollen ab, und ihre Zahl ist ja in dem bekannten Stücke nicht gerade gering. Herford, 26. Febr. Aus dem Theaterbüro wird uns geschrieben: Infolge häufiger Nachfrage gelangt am Freitag nochmals die Operette:„Das Autoliebchen“ zur Aufführung zu ermäßigten Preisen. Am Sonnabend ist die letzte Volksvorstellung zu ganz kleinen Preisen:„Das Glück im Winkel“ von Sudermann.— Am Donnerstag, den 27. Februar ist die letzte Vorstellung in dieser Saison für den Gewerbeverein, gegeben wird die Operette:„Leutnantsliebchen". Herford, 26. Febr. Das neue Lichtspielhaus „Wittekind“ an der Höckerstraße gibt heute abend vor einer größeren Zahl geladener Gäste eine Eröffnungsfeier und Festvorstellung und öffnet morgen seine Pforten für das große Publikum. Es ist nicht zu leugnen, daß dieses nach den Plänen und unter der Leitung des Herrn Architekten Münter erbaute Lichtspielhaus einen sehr vornehmen und vorteilhaften Eindruck macht. Der Zuschauerraum, der rund 400 Sitzvlätze hat, bildet einen Saal von fast 30 Meter Länge, 14 Meter Breite und über 7 Meter Höhe. Die gesamte, von einer Berliner Firma gelieferte Innendekoration wirkt mit ihren Wandbekleidungen und Applikationen sehr ruhig und wohltuend. Der Zuschauerraum ist absolut feuersicher, da der Operationsraum mit seinen Films sich in einem feuersicheren Raum außerhalb des Gebäudes befindet. Der Orchesterraum ist tief gesenkt, und vor dem Ganzen her zieht sich ein modern ausgestattetes Foyer von 14 Meter Länge und 6,50 Meter Breite. Daß alle Aufenthaltsräume Dampfheizung und elektrisches Licht haben, sei nur der Vollständigkeit wegen erwähnt. An dem Bau waren von hiesigen Firmen beteiligt: B. Breder(Maurerarbeiten), Althoff und Lakemeier(Tischler= und Zimmererarbeiten), G. Breder(Plattenarbeiten), Stein(Anstreicherarbeiten), Westheide(Stuckausführungen); Laux(Klempner= und Installationsarbeiten), H. Opitz(Lichtanlage), Mühlenforth(Dachdeckerarbeiten), G. Metzler(Heizungsanlage), O. Hentschel(Schlosser= und Schmiedearbeiten.) 0 Herford, 26. Febr. Vor Ankaufwirdgewarnt. Einem hiesigen Schuhmachermeister wurde Sohlleder im Werte von 20 M gestohlen. Letzte Drahtnochrichten. Bukarest, 25. Febr. Die Mächte werden wahrscheinlich Deutschland und Rußland das Mandat übertragen, den rumänisch=bulgarischen Streitfall beizulegen. Die Unterhandlungen dürften in Petersburg stattfinden. Wien, 26. Febr. Die„Wiener Allgemeine Zeitung" schreibt inspiriert, angeblich aus London: Eigentlich bestehen in der Frage der Abgrenzung Albaniens noch so weitgehende Differenzen zwischen dem Standpunkt Österreich=Ungarns und Rußlands, daß es sich kaum annehmen läßt, daß die Meinungsverschiedenheiten bereits Donnerstag beseitigt werden können. Sofia, 25. Febr. Die halbamtliche Bulgaria schreibt, die Bevölkerung an der rumänischen Grenze sei über die rumänischen Forderungen sehr aufgebracht und beabsichtige, Protestkundgebungen gegen eine Abtretung des Gebietes. Es seien Maßnahmen getroffen, um derartigen Kundgebungen vorzubeugen. Das Blatt spricht die Hoffnung aus, daß das bulgarische Volk bei dieser großen Versuchung Vernunft und Kaltblütigkeit bewahre und dadurch die Regierung bei der Lösung der rumänisch=bulgarischen Streitfrage unterstütze. Berlin, 26. Febr. Im Reichstagsgebäude haben gestern unter dem Vorsitz des Gewerbegerichtsvorsitzenden von Schulz, Dr. Prenner=München und Dr. Rath=Frankfurt a. Main die Verhandlungen über einen neuen Tarif für die Maurer, Zimmerer und Bauhilfsarbeiter begonnen. In der Generaldebatte erklärten sich die Arbeitnehmerdelegierten bereit, auf die zur Zeit nicht besonders günstigen Baumarktverhältnisse Rücksicht nehmen zu wollen, keineswegs aber könnte der bestehende Tarif ohne jede Aufbesserung für die Arbeitnehmer verlängert werden. Die Verhandlungen sollen heute fortgesetzt werden. Breslau, 26. Fehr. Der in Otterau bei Breslau wohnhafte Ingenieur Lange der Firma Siemens=Schuckert, der ein luxiöses Leben führte, ist seit Sonnabend verschwunden, man vermutet, daß er als Spion im Dienste einer frem den Macht stand und aus Furcht vor Entdeckung das Weite gesucht hat. Hagen, 26. Febr. Die Wiederwahl des Oberbürgermeisters Kuno, der am 15. Januar d. J. mit 23 von 45 Stimmen auf 12 Jahre gewählt wurde, ist vom Kaiser bestätigt worden. London, 26. Febr. Die Admiralität erhielt eine Meldung von der Küstenwache in Hornsea, daß dort gestern abend 8½ Uhr ein geheimnisvoller Luftkreuzer mit einem Licht gesehen wurde. Modrid, 25. Febr. Aus Gijon wird gemeldet, daß bei den Erweiterungsarbeiten des Hafens Musel, wo Felsen. sprengungen vorgenommen werden, ein zu stark mit Dynamit geladenes Bohrloch vorzeitig explodierte, wobei nach bisherigen Nachrichten sechzig Personen, darunter neben vielen andern Zuschauern ein General, getötet wurden. Newyork, 25. Febr. Ein Konflikt ist zwischen der Bundesregierung und dem Staate Texas ausgebrochen. Der texanische Gouverneur entsandte Staatstruppen nach Brownswille, da im gegenüberliegenden Matamoras(Mexiko) die Amerikaner in großer Gefahr sind. Die Bundesregierung dirigierte nun Kavallerie nach Brownsville, um die texanischen Truppen am Ueberschreiten der Grenze zu hindern." Oviedo, 26. Febr. Der Gouverneur hat Nachrichten aus Gijon erhalten, nach denen im Vorhafen eine Minen=Explosion sich ereignete, wobei 60 Personen getötet sein sollen. Oviedo, 26. Febr. Eine amtl. Meldung sagt, daß bei der Minen=Explosion 24 Tote sich befinden, darunter der Ingenieur und der Unternehmer. Die Zahl der Verwundeten ist beträchtlich. Man glaubt, daß noch zahlreiche Personen unter den Trümmern liegen. Die Katastrophe ereignete sich folgendermaßen: Eine Mine von 3500 Kgr. schwarzen Pulvers war gelegt, um einen Felsen zu sprengen. Die Sprengung mißglückte. Sydney, 25. Febr. Der Südpolarforscher Mawson hat den König Georg um Erlaubnis gebeten, dem großen neu entdeckten Land den Namen König Georg V.=Land geben zu dürfen. Es liegt zwischen Viktorialand und Adelieland und ist das Gebiet, auf das hauptsächlich die Schlittenfahrten der Expedition gerichtet waren. Bwungsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Herford belegenen, im Grundbuche von Bauerschaft Neustadt Band 35 Blatt 318 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Landwirts und Gewerken Carl Röttger zu Revel bei Weitmar eingetragenen Grundstücke Flur 24 Nr. 2341/128, Hofraum groß 13.88 ar mit: a. Wohnhaus Nr. 3 Mindenerstraße mit Anbau und Hausgarten— vorm Lübbertore— mit 1950 Mark Gebäudesteuernutzungsweit. Flur 24 Nr. 2342/128, Garten, daselbst, groß 18,23 ar mit 5.71 Talern Grundsteuerreinertrag, Flur 23 Nr. 124, Garten, daselbst, groß 8.58 ar mit 2.35 Talern Grundsteuerreinertrag am 22. April 1913, vormittags 10 Uhr durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle — Zimmer Nr. 17— versteigert werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 10. Februar 1913 in das Grundbuch eingetragen. Herfold. den 20. Februar 1913. Königliches Amtsgericht. Die Verpachtung der Jagd in dem gemeinschaftlichen Stift=Quernheim bestehend aus den Grundstücken des Gemeindebezirks Stift=Quernheim zur Größe von 156 ha, mit gemischtem Wildbe. stande soll auf die Dauer von 6 Jahren, beginnend mit dem 1. April 1913 am Dienstag. den 18. März, 1913 nachm. 8½ Uhr in dem Lokale des Gastwirts Heuer zu Stift=Quernheim öffentlich meistbietend erfolgen. Die Bedingungen können bei dem Unterzeichneten eingesehen werden; sie werden auch im Termin bekangt gegeben Stift=Quernheim, den 24 Februar 1913. Der Jagdvorsteher: H. Mente, Gemeindevorsteher. e. G. m. b. H. Wir empfehlen hiermit unsern werten Mitgliedern zum Freitag allerfeinste grüne Heringe pro Pfund 10 Pfg. und findet der Verkauf vorläufig in den Verkau## stellen 1, 2, 8, 5, 6, 7 und im Zentrallager(Mindenerstraße 7) statt. Der Vorstand. Solide Stellung. Wir suchen zum Vertrieb unserer kenku renzlosen Fabrikate einen fleißigen, nüchternen Herin(auch Nichtkaufmann) als Vertreter zum Besoch von Landwirten für den Kreis Herford. Sehr hoher Verdienst, auch als Nedenerwerb, früherer Landwirt, Wiet. schaftebeamter oder Heer, der schon mit Landwirten gearbeitet hat. beworzugt. Zur Uebernahme find Mt. 500 ertorderlich. Herien. welche über vorstehenden Betrag in bar versügen, wollen schriftl. Bew. mit kurz. Ang. d. Berhäl n eins. Laaser& Co., G. m. b. H., Hannover. Am Montag abend verschied sanft nach mit grosser Geduld ertragenen Leiden meine innigst geliebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Priederike Pleer geb. Bartling im 38. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten im Namen der Hinterbliebenen Hermann Fleer und Tochter. Herford, 26. Februar 1913. Die Beerdigung findet am Freitag, den 28. ds. Mts., mittags 1 Uhr vom Trauerhause, Wellbrockerweg 74, aus statt. Realprogymnasium zu Bünde i. W. (Sexta bis Untersecunda einschl.) Anfang des neuen Schuljahres am 8. April 1913. Aufnahmeprüfung tags vorher. Anmeldungen nimmt entgegen und nähere Auskunft, auch über Pensionen, erteilt Direktor Messing. Das im Konkusse„Neuheiten=Bazar“, Wilhelmine Hermsmeyer vorhandene Konkurswarenlager, bestehend aus: Galanterie-, Bijouterie-, Porzellan-, Glaswaren, Spielfachen und Haue. baltungsgegenständen etc. eic. soll von Sonnabend. den 1. März, an zu bedeutend ermäßigten Preisen verkauft werden. Herford, den 25. Februar 1913. Der Konkursverwalter: Otto Cramer. Jum 1. Juni sucht junges Ehepaar freundl. von ca. 4 Zimmern, mögl. Nähe Lübbertor=Hansabrücke. Gesl. Angebote werden erbeten unter A L. Nr. 2603 Herr sucht nur hübsch möbliertes Zimmer mit ernklassiger bestempfohle. uer Pension. Offerten unter Nr. 2625 an die Exp dition d Blattes. Möbl. Baltonzimmer Nähe Schützenhof, an 2 junge Herren oder Damen, mit od. ohne Morgenkaffee sofort oder später zu vermieten. Zu erfragen unter Nr. 2636 in der Geschäftestelle d. Bl. Zum Donnerstag und Freitag empfehle feinsten blutfrischen Ei H. Ebmeyer, Fernruf 653. Verloren Inhalt, schwarz= weiß gestreift. von der Jahannisstraße bis zur Zimmerstraße. Gegen gute Belohnung abzugeben Johannisstraße 19. für unsere Näherei im Hause (elektr. Betrieb) per bald gesucht. J. Slebach& Co., A.=S. Solider, zuverlässiger Mann sucht, gestützt auf gute Zeugnisse, Stellung, am liebsten auf Lager oder sonstigen Vertrauensposten. Gefl. Offerten unter Z 9609 an die Geschäftsstelle d. Bl erb In unserer Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen, Spezialtiät Dreschmaschinen, finden noch eine Anzahl Schlosser u. Dreher dauernde Beschäftigung. Gebr. 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Zeile. Verangwertich: Für den volitischen Tetl: Ferd. Etzmann in Herford. Für den übrigen Beil: Frin Heidemann in Versord. Geschtfosstelle: Mönchstraße 5. Nr. 48(enthält 8 Seiten.) Herforder Kreis=Zeitung. Herforder Kreis=Anzeiger. Verlag von Feiz Heidemann in versord. p. Bo Druck ven Gehr, Zeibemann inr Herfere., Fernrnf Nr. 15.— Telegramme: Kreisblakt.— Postfach 47. Post- 3—eramme: Kreisslat.— Posfach 17. Dost=Schusgomg, Nr. donneren. Mittwoch, den 26. Februar 1913. 68. Jahrgang. 500 Millionen für Kriegszwecke. aris, 25. Febr. In der Budgetkommission der Kammer erklärten der Finanzminister und der Kriegsminister, sie würden am Montag eine Kreditvorlage im Betrage von 500 Millionen einbringen, die dazu bestimmt sei, gewisse für Kriegszwecke erforderliche Arbeiten zu beschleunigen. Der Baltankrieg. Konstäntinopel, 25. Febr. Ein amtlicher Kriegsbericht besagt: Infolge des herrschenden Schneesturmes hat sich vor Tschataldscha, Adrianopel und Bulair nichts ereignet. Serbien und Bulgarien. Der K. Ztg. wird von Berlin telegraphiert: In der Presse sind Andeutungen darüber enthalten, und man will daraus Grund zu Besorgnissen entnehmen, daß Bulgarien erklärt habe, es unterwerfe sich der Entscheidung der Großmächte, während Rumänien nur eine Vermittlung der Mächte im Sinne der Haager Konvention angenommen habe. Der Unterschied zwischen der Antwort Bulgariens und derjenigen Rumäniens liegt ja auf der Hand. Das Wesentliche ist aber, daß beide bereit sind, der Vermittlung der sechs Großmächte stattzugehene deun.d Bulgarien sogar bereit ist, eine schiedsrichter... Entscheidung anzunehmen, die doch das Weitergehende varstellt, so folgt daraus, daß es auch zur Annahme des minder Weitgehenden, der Vermittlung, bereit ist. Man nimmt also an, daß es, wenn die sechs Mächte einhellig vermitteln, einer schiedsgerichtlichen Entscheidung überhaupt nicht bedürfen wird, sondern daß die Vermittlung schon hinreichen wird, den Streit zu schlichten. Die schiedsgerichtliche Entscheidung bringt einen Spruch, den beide Parteien von voruherein anzunehmen sich verpflichten müssen, wie immer er ausfalle; die Vermittlung stellt eine viel weniger zwingende Form der Schlichtung dar, sie ist lediglich ein Rat, dem die beiden streitenden Parteien nicht zu folgen brauchen, dem sich zu entziehen freilich nicht leicht ist, zumal wenn dieser Rat durch die Autorität aller Großmächte gestützt ist. Entscheidung setzt gewisse RechtsEtelvgraus, sie stellt ein Urteil dar, das begründet sein muß. Man kann dem Hinweis durchaus zustimmen, daß, so gute Gründe Rumänien für seine Forderungen auführt— das Orfer, das§§ 1878 hat bringen müssen, den großen Dienst, den Balkanstaaten durch die Bewahrung seiner Neutralität gebracht hat— die daraus herzuleitenden Ansprüche sind und ihre Übertragung in Quadratkilometer und so und so viel tausende Einwohner immer willfürlicher Art bleiben muß. Jeder der beiden Interessenten legt die Ansprüche verschieden aus; ein dritter, der ihnen eine Entscheidung auf der mittleren Linie auferlegen wollte, liefe Gefahr, beide unzufrieden zu machen. . Aber. Form und Inhalt der gemeinsamen Vermittlung ein sgrechte wirh noch gerhandelt. Selbstverständlich haben die einzelnen Machte bioyer vermieden, zu den Forderungen me eshuiens oder den Anerbietungen Bulgariens Stelung „#: Es ist deshalb mit Vorsicht aufzunehmen, wenn #### Presse bereits versucht wird, den Standpunkt Deutschlanos in der Frage der Abtretung Silistrias festzustellen. albanische Frage. Der Frkf. Zig. wird von ihrem Wiener G.=Korrespondenten telegraphiert: In einzelnen Blättern verdichten sich die in den letztenTagen umlaufenden und durch den Artikel der„Norddeutschen AllDie Wirren in Mexiko. lganz nahe beim magnetischen Pol festgestellt. Es sei wahrDer belgische Gesandte in Mexiko telegraphierte, daß in scheinlich, daß Mawson selbst und sechs Mitglieder der ExMexiko völlige Anarchie herrsche. Der Gesandte mußte sich pedition noch für ein weiteres Jahr nicht zurückkehren könmit seinem ganzen Personal auf die preußische Gesandtschaft ssen. Mawson sandte auch an den König von England ein flüchten, da sein Haus dem Kugelregen ausgesetzt sei.[Telegramm. Die amerikanische Presse führt eine überaus heftige Sprache gegenüber den letzten Ereignissen in Mexiko und erklärt diese als ein Schandblatt in der Geschichte der mexikanischen Entwicklung. Kleille Shroatt. rlin, 25. Febr. Aus Eifer ucht Aus der Provinz und den Nachbarlandern. Gasemenmalter u., Hehdr. Aus Eifersucht erschoß der Lagerverwalter Novert Cotzmann gestern abend seine Frau und versuchte, sich dann selbst zu erschießen. Als ihm das nicht gelang, öffnete er die Gashähne und erhängte sich. Verlit, 35., Febr. Die Schereinder Bauch hohle. Ein 30jahriger Mann namens Gottfried Moltkau, gr. in ziuer Praucrei beschäftigt war, litt seit langem an einem Tarmleiden und hatte sich bereits früher zweimal Operationen unterziehen müssen. Als die Schmerzen neuerdings zunahmen, begab er sich nach einer Klinit in der DerfHerford, 26. Febr. Für den Fackelzug der militärischen Vereine am 10. März wurde durch das Los folgende Reihenfolge bestimmt: 1. Die Veteranen sämtlicher Vereine; 2. Verein alter Krieger und Landwehrleute Herford und Umgegend; 3. Artillerieverein; 4. ehemalige 15er; 5. Kriegerverein Stiftberg; 6. Sanitätskolonne; 7.Gardeverein; 8. Kameradschaftlicher Verein; 9. ehemalige 55er; 10. Ka=lingerstraße, und bei einer Durchleuchrung mit Rön rahvallerieverein; 11. Verein ehemaliger Jäger und Schützen;len wurde hier festgestellt, daß bei ein 12. Kameradschaftlicher Verein Stiftberg. eine Schere in der Bauchhöhle des Detmold, 25. Febr. Landtag. In das Präsidium des Landtages wurden wiedergewählt Landesökonomierat Rielehof=Böhmer auf Schloß Brake als Präsident und Generaldirektor Lebrecht Hoffmann als Vizepräsident. Zum Geschäftsführer des Landtages wurde vorläufig Gerichtssekretär Fronermeyer ernannt. Zu Ausschußdeputi erten des Landages wurden Präsident Riekehof=Böhmer, Vizepräsident Hoffmann und Abg. Schelp gewählt. Am Mittwoch vormittag findet die Vereidigung der Mitglieder des Landtages durch einen vom Fürsten ernannten Kommissar statt, der sich die feierliche Eröffnung des Landtages im fürstlichen Residenzschlosse anschließt. Im Anschluß hieran findet ein Diner im Residenzschlosse statt, zu dem der Fürst sämtliche Mitglieder des Landtages eingeladen hat. Münster, 25. Febr. Der Vere ürsorge in der Provinz Westfalen des Vorsitzenden des Verwaltungsrats, Salm, seine Hauptversammlung abgeyunten. Jzusizeut ppeu= sikberichte der Münchener Zeitung lieferte 91.2““ racth hielt einen Vortrag über die Säuglingsfürsorge in ihrer überarbeitet, hatte er nach Schluß dentt2 eutt staatlichen und sozialen Bedeutung. saison mit seiner Fran einen lau, aer= und Aonzert Gronau, 24. Febr. 100000 A stifteten Herr und Frauszuletzt am 31. Juli 1912 von, Prren utiaus angeltetcn une Kommerzienrat Meier der evangelischen Kirchengemeinde aus die Redaktion sainan Fuig amt Tiecuer aus an Anlaß des Regierungsjubiläums des Kaisers für einen Krankenhausbau. Das Krankenhaus soll den Namen AugusteBitgria=Krantenhaus erhalten. schlungenen Leichen eines Maunes Dortmund, 25. Febr. Schurkenstreich. In der Fremdkörper verursachte ihm natürlich große bei der die Schers zuge er3t zu eiuer nerntchn Operation, der der on Schen zungt gefördert wurde. Potsdam, 25. Febr. Das Luftschiff„Hausa“ von einer Fahrt über Leipzig und Mitterfeld um ¾46 Uhr Strsch##er sizgetrossen. Die Fahrt hatte sich über eine Strear von 200 Kilometer ausgedehnt. Gaggn g.... 25. Jebr. Banderotenfälscher. heute vor der Ttreat Iicaettensabrikauten Jalobsohu wurde „.. Strafkammer verhandelt. Der Angeklagte arbeitete in seinem Geschäft mit gefälschten Banderolen, die er Anstalt sich hatte anfertigen lassen. Ter. sugsklagte soll das drei Jahre lang getrieben haben. Das urten lautet auf 10,000 Mark Geldstrafe. infür Säuglings=]vorigen Jahres war von hier der 53jährige Musikschriftstellen hat unter der Leitung ler Arthur Hahn verschwunden, ein überaus fleißiger und gehalten Justizrat Helldie Redakt 2 vom Steiziung am Breinner aus an Gimm##ttion seiner Zeitung geschrieben. Seitdem war das Ehepaar verschollen. Im Januar entdeckten Holzarbeiter auf dem Laaserberg bei Kötschach in Kärnten die engumim Lod gemeinen Zeitung" verstärkten Gerüchte über eine wesentliche Besserung der internationalen Situation schon zu der Maßnahme, daß eine Entlassung der österreichischen Reservisten nahe bevorstehe. Um Stimmungsrückschläge zu vermeiden, wird es gut sein, diesen verfrühten Mitteilungen einstweilen noch Zweifel entgegenzubringen, da die hiesigen maßgebenden Stellen selbst vor einer übertriebenen Bewertung der bisher erzielten Ergebnisse warnen. Es wird vielfach so dargestellt, als ob die ganze Differenz zwischen Rußland und Oesterreich=Ungarn in der Frage von Skutam bestehe. Das ist nun aber, wie die verantwortlichen Stellen erklären, nicht der Fall. Skutari sei nur ein vorgeschobener Posten der russischen, Taktik. Der Gegensatz zwischen Oesterreich und Rußland ersiche lediglich in der Frage der Vergrößerung Serbiens, und da erhebe Rußland noch timmer den Anspruch, ein größeres Stück von Albanien für Serbien abzureißen. Neber diese u zenz sei man noch nicht hinausgekommen. Es sei ärgeruich, in einem Augenblick, wo die ganze Welt auf eine Entspanitung hoffe, dem allgemeinen Verlangen Widerstand leisten zu müssen. Aber darüder müsse sich Europa bei Rußland beschweren. Die„Goeben“ geht nach Syrien. Konstantinopel, 25. Febr. Ein englisches und ein französisches Geschwader kreuzen jetzt vor der syrischen Küste. Der deutsche Panzerkreuzer„Goeben“ wird ebenfalls dorthin abgehen, um die deutschen Interessen in Syrien zu schützen. Nähe des Bahnhofs Vortfeld bemerkte gestern abend kurz vor durch Vergiftung(nach arstichem Vefund etwa 8 unr ein in seinem Garten beschäftigter Stellmeister, daß ber) drei leere Veronaltablattewzlaser fremde Personen eine 12 Meter lange Schiene auf das Ge= die Identität sich Pe. 80 leise schleppten. Leider vermochte der Beamte nicht, sie zu er= denen auch einen kennen. Ereilte an die betreffende Stelle und zog mit großer Kötschach berdigt. Erst jetzt hat sich herausgestellt Mühe das Hindernis beiseite, so daß der um 8 Uhr von Lebensmüden Arthur Hahn und seine Frau waren. In der passieren konnte. Wanne, 25. Febr. Grubenunglück. Auf der Zeche Unser Fritz wurden in einem Aufbruch drei Gesteinhauer von giftigen Gasen betäubt. Einer erstickte, die beiden andern konnten nach einiger Zeit ins Leben zurückgerufen werden. Die Leute hatten sich zu ihrer Arbeitsstätte zurückbegeben, noch nicht abgezogen waren. Hangelar, 25. Febr. Der Flieger Bruno Werntgen ist heute abend 6 Uhr bei einem Flugversuch aus 60 Meter Höhe abgestürzt, wobei er seinen Tod fand. Hamborn, 24. Febr. Schießerei im Wirtshaus. In der vorigen Nacht brach in einem hiesigen Restaurant zwischen mehreren Gästen ein Streit aus, der in eine wüste Schlägerei ausartete. Als die Situation bedenklich wurde, griff der Wirtschaftsgehilfe zum Revolver und gab blindlings Die Sängerin Alberfine Zehme0 mehrere Schüsse auf die Gäste ab. Ein Beramann wurdel hatte die au.n Oreziac aus Terlin, die die Aufgabe mehrere Schüsse auf die Gäste ab. Ein Bergmann wurde von einer Kugel in die Brust getroffen, wodurch auch die Lunge schwer verletzt wurde. An dem Aufkommen des Mannes wird gezweifelt. Ein anderer Bergmann erhielt einen Schuß in den Oberschenkel, der ihn zeitlebens zum Krüppel machen dürfte. Aufzeichnungen, aus denen hervorgeht, daß Nervenzerrüttung den Mann in den Tod trieb, und die Frau ihn auf diesem trüben Gange begleitet hat. Wien, 25. Febr. Familientragödie. Der bei der Karpathischen Petroleum=Aktiengesellschaft angestellte Fabrikdirektor Banting hat heute zuerst seine Frau und dann sich selbst mit dem Jagdgewehr erschossen. Das Motiv der Tat scheint in finanziellen Schwierigkeiten begründet zu sein. Prag, 24. Febr. Die Lieder des Mondsüch tigen. Bei dem heutigen Konzert im Prager Kammermusikverein, der vornehmsten Prager musikalischen Vereinigung, gelangte vor etwa 1000 Zuhörern Schönbergs„Lieder eines Mondsüchtigen“ zur Aufführung. Die Aufführung war von unerhörten Skandalszenen begleitet, so daß sie unterbrochen werden mußte. Der Komponist war selbst anwesend. hatte, die Lieder zu interpretieren, wurde verhöhnt und verlacht, und das Publikum pfiff und johlte. Die Lärmszenen setzten bei jedem Liede ein und verstärkten sich bis zum Schluß. Paris, 25. Febr. Der französische Flieger Brindejonc de Moulinais, der heute vormittag 9 Uhr 15 Min. in Villacablay bei Versailles aufgestiegen war, ist mit Zwischenlandung in Calais um 4 Uhr nachmittags auf dem Flugfelde in Hendon bei London eingetroffen. Brindejone de Moulinais, der bekanntlich im Herbst vergangenen Jahres über Hannover nach Berlin fliegen wollte, deabsichtigt, noch heute den Rückflug nach Calais anzutreten, um von dort nach Brüssel zu fliegen. Neue Opfer der Antarktis. Sydney, 25. Febr. Ein drahtloses Telegramm der antarktischen Expedition Mawsons aus Adelens=Land meldet, der englische Leutnant Ninnes und der Schweizer Arzt Dr. Mertz sind gestorben. Mawson und sechs andere waren nicht rechtzeitig nach der Küste zurückgekehrt, um das Schiff„Aurora“ zu erreichen, das auf die Rückkehr der Forscher von der Schlittenexpedition wartete. Mamson und seine Be=! Jerkelmarkt. gleiter überwinterten wahrscheinlich in Adelensland. Weiter Altenessen, 25. Febr. Ferkelmarkt. Auftrieb 3470 wird gemeldet, daß die Schlittenexpeditionen von großem Ferkel und Schweine. Durchschnitts=Engros=Preise: Ferkel Erfolg gewesen sind. Man habe östlich und westlich von der im Alter von 3—9 Wochen 20—25 J von 8—12 Wochen Commonwealth=Bucht neue Gebiete in weiter Ausdehnung 25—35 J, Faselschweine 35—62„K. Tendenz: In kleinen erforscht und wichtige Einzelheiten auf zahlreichen Stationen Ferkeln lebhaft, in größeren Schweinen ruhig. Strandgut. Ern Roman aus dem Westerläuder Badeleben von Auny Wothe. Copyriglit 1912 by Anny Wothe, Leipzig. (28 Fortsetzung.)(Nachdr. verboten.) „Als ob man Ray Lassen zu nahe treten könnte! Habe ick Ihnen nicht gesagt, daß ich sie liebe, hören Sie, liebe, und daß ich wahnsinnig werde, wenn ich sie nicht erringe?“ „Ich glaube Sie sind krank, bester Graf. Die große Liebe, von der Sie da reden, wird vorüber gehen wie alle die anderen, und Sie werden in Bälde wieder andere Mädchen so strahlend zulächeln, wie einst.“ Graf Dieter packte Bünau über den Tisch herüber an der Brust und schüttelte ihn. „Himmeldonnerwetter, begreifen Sie denn nicht, Bünau, daß das ganz was anderes ist als sonst? Des Nachts irre ich wie ein Sinnloser beim Mondenlicht in den Dünen umher oder schleiche wie ein Dieb um den Uhlenkamp, und am Tage sehe ich nur immer sie, sie, die mich mit einer Schnödigkeit behandelt, daß ich oft vor Wut alles um mich her vernichten könnte.“ „Ja, man reizt Ray Lassen nicht ungestraft,“ nickte Bünau amüsiert.„Sie hat eben eine schlechte Meinung von Ihnen, bester Eckartshausen.“ „Aber Sie, Bünau, Sie sind doch ihr Freund, Sie haben ihr Vertrauen. Sie können ihr doch klarmachen, daß ich nicht ganz so schlimm bin, wie ich scheine, und daß ich mein zudringliches, albernes Wesen zu ihr tief bereue.“ „Das wird nicht viel nützen, Freund, denn Nay Lassen bildet sich selber ein Urteil über die Menschen, die sich ihr nahen.“ „Lieber Bünau, gehen Sie doch mal in sich und helfen Sie mir! Sehen Sie, kein Opfer soll mir zu hoch und zu groß sein, dieses Mädchen, die einzige Frau, die mir jemals imponiert hat, zu erringen.“ „Was? Sie wollen Ray Lassen gar heiraten?“ Ein erstaunter Blick traf Bünau. „Na, was sonst?“ Bünau lachte hell auf. „Graf, Sie sind köstlich! Und das soll ich Ihnen glauben? Sie, bei Ihren feudalen Anschauungen und die Tochter des Kapitäns Lassen? Nee, mein Lieber, mit diesem Mumpitz kommen Sie mir nicht!" „Und wenn ich Ihnen mein hoiliges Ehrenwort gebe, daß es mein fester und unumstößlicher Wille ist, wenn— wenn sie mich nimmt.“ Bünau faßte schnell des Grafen Hand. Mit festem Druck umschloß er sie. „Das ist ein gutes Wort, Graf,“ sagte er warm,„aber wie ich Ray Lassen kenne, ist Ihre Aussicht gleich null.“ „Ach was, Sie gönnen mir das Mädchen nur nicht. Haden Sie etwa selber gar Absichten?“ Bünau blickte ernst vor sich hin. „Wer weiß, wie alles gekommen, Eckartshausen, wenn nicht etwas anderes in mein Leben getreten wäre. Wenn Sie hören, lieber Graf, daß ich mich vor ein paar Stunden mit Fräulein von Haßberg verlobt und daß ich nachher hingehen will, mir die Einwilligung ihrer Mutter zu holen, so werden Sie ja wohl glauben, daß die hohen und heiligen Gefühle, die ich für Ray Lassen hege, nur freundschaftlicher Natur sind.“ Graf Eckartshausen sah Bünau ebenso erstannt wie schmerzlich bewegt an. „Ich wünsche Ihnen natürlich alles Glück, Baron,“ nahm er zögernd das Wort,„aber haben sie wohl bedacht— die Mutter und gar der Bruder— ich möchte ja nichts Böses auf die beiden sagen— die Kleine ist ja einfach entzückend, und es gab eine Zeit, wo ich lichterloh für Syrta gebrannt habe— aber die Familie, Brr!“ Bünau nichte ernst. „Das ist der einzige dunkle Punkt bei der Sache. Aber ich hoffe, alles glücklich zu lösen.“ Eckartshausen nickte vor sich hin. „Mit Geld,“ dachte er, und weiter fiel ihm ein, wie der Kerl, der Lockwitz, ihn kürzlich um 1000 Mark angepumpt hatte, natürlich auf Nimmerwiedersehen. Aber wozu das noch erörtern. Er hatte wohl mehr als genug gesagt. Mit warmem Druck umfaßte er Bünaus Rechte. „Sie sind trotz alledem zu beneiden, Baron, denn Sie werden geliebt, und wenn Sie jemand gebrauchen, um da die Familienbande glatt entzwei zu schneiden— denn das wollen und müssen Sie doch— so stehe ich jederzeit gern zur Verfügung. Auf meine Diskretion können Sie bauen.“ „Damit ich bei Ray Lassen ein gutes Wort für Sie einlege?“ versuchte Bünau zu scherzen. Graf Eckartshausen sah ihn fast finster aus den stahlblauen Augen an: „Sie haben ganz recht, Baron, mein Ansinnen abzulehnen. Selbst ist der Mann! Kann ich Ray Lassen nicht selber von meinem Wert oder Unwert überzeugen, so wird es ja wohl auch ein anderer nicht können. Ich bitte Sie, über mich zu schweigen.“ Dann gingen sie mit einem festen Händedruck auseinander. Beide aber fühlten, der heutige Tag hatte sie zu Freunden gemacht.— Und dann hatte Bünau lange unter dem Apfelbaum bei Ray Lassen gesessen und hatte ihr, der so ernsten, verstehenden Freundin, sein übervolles Herz ausgeschüttet. Und Ray Lassen hatte die Hände über der Brust gefaltet, als er von seiner Liebe über Syrta sprach, und ihn gebeten: „Bringen Sie mir Ihre kleine Braut doch heute, lieber Baron. Wie eine Schwester will ich sie lieben und sie an meinem Herzen halten, und wie Vater schon zu Syrta selber gesagt hat, hier im Uhlenkamp soll sie eine Heimat haben, bis sie ganz Ihr eigen wird, wenn Sie Syrta nicht mehr in der Umgebung ihrer Mutter und ihres Bruder lassen wollen. Ist es aber nicht sehr hart, sie so von allem zu trennen, die ihr nahe stehen?“ „Es ist die einzige Bedingung, die ich Syrtas Mutter zu stellen habe. Sie muß gehen.“ „Und sie wird gehen? Aber kann man ein solches Opfer von einer Mutter fordern?“ „Ich glaube die Frau besser zu kennen, als man nach so flüchtiger Bekanntschaft annehmen kann, aber wer weiß, vielleicht täusche ich mich. Etwas Unheimliches, Schweres lastet auf der Seele, wenn ich an Frau von Haßberg denke. Ihnen aber, Ray Lassen, danke ich tausendmal, daß ich Ihnen meine kleine Syrta bringen kann. In ihrer Freundeshut weiß ich sie sicher und geborgen.“ Dankbar hatte er Rays Hand an seine Lippen geführt, und dann war er an den Strand gegangen, ungeduldig die Stunde ersehnend, wo er ins Haus Miramar treten vurfte, sein junges Glück wieder zu sehen. Am Aeußersten Südende der Wandelbahn, wo es ganz menschenleer, wandelte er schnellen Schrittes auf und nieder. Nun ging die Sonne schoiden, nun kam das Glück.— Flüchtig dachte er auch an Imogen. Er hatte sie recht vernachlässigt in den letzten Tagen, und ein unbehagliches Gefühl quoll in ihm auf, wenn er sich vergegenwärtigte, daß Imogen es war, die er einst so heiß geliebt, die noch die erste Zeir in Westerland, trotzdem sechzehn Jahre seit ihrer Trennung verflossen, seine Sinne entflammt, und die ihm doch jetzt so fern gerückt war durch dieses zarte, kindliche Geschöpf, das sich ihm heute für immer zu eigen gegeben. Ihm fiel ein, daß heute nicht nur das große StrandläuferFest im Kurhaus stattfinden sollte, wo er hinzukommen versprochen, sondern daß ihn auch Frau Imogen zu sich in die Schollernburg eingeladen hatte, um mit ihm und einigen ihrer Freunde, wie sie schrieb, am Strande eine Bowle zu trinken, und um dann noch gemeinsam das Strandläufer=Fest zu besuchen. Er hatte flüchtig zugestimmt, und jetzt fiel es ihm schwer auf die Seele, daß er ganz vergessen hatte, abzusagen. Prüfend blickte er auf seine Uhr. Es blieben ihm immerhin noch einige Minuten. Giligst schritt er die Wandelbahn entlang, Miramar zu, das hoch im Sonnengolde auf der Düne lag. Nicht weit davon am Südstrand hatten die Schollerns ihre Burg. Es war noch zu früh für die Bowle, aber vielleicht konnte er doch Imogen treffen oder ihr durch eines der Kinder seine Entschuldigung übermitteln. Aufmerksam spähte er die Reihe der Strandburgen entlang. Da flatterte Imogens blaugelbe Fahne. Eiligst schritt Bünau durch den tiefen Sand der Burg zu. Die kleine Abix kam ihm schon entgegengesprungen. „Du, Onkel Bünau,“ rief sie schon von weitem,„komm doch erst einmal her. Wir haben einen Preis bekommen, unsere Burg war die schönste, und darum trinken wir jetzt eine Bowle; sieh nur wie fein.“ Hasso faßte des Kindes Hand und trat mit leichtem Gruß in den Burgkreis. „Man darf also gratulieren, Baronin?“ rief er schon von weitem Imogen zu, die mit prüfendem Blick den weißgedeckten Tisch überflog, auf dem die silberne Bowle in einem Kranz von lichtroten Wicken thronte. Imogens duftiges, weißes Kleid wehte im Winde. Ihren Gürtel schmückte ebenfalls ein Strauß hellroter Wicken, die einen feinen, süßen Duft aushauchten. Ein hellroter Schleier schlang sich wie ein Turban um Imogens Haupt, das goldene Haar vor dem Winde zu schützen. „Sie kommen früh, Baron, aber ich bin mit meinen Vorbereitungen zum Empfang unserer Gäste bereits fertig. Wollen Sie da in dem Strandkorb inzwischen Platz nehmen? Ich bringe Ihnen gleich eine Zigarette.“ Leicht, wie ein junges Mädchen, eilte sie an den großen Vorratskorb, der sich im Grunde der Burg unter bunten Fahneu barg, und halb zu Bünau zurückgewandt, fragte sie lachend: „Und wie gefällt Ihnen meine Burg?“ Bünau blickte zerstreut um sich. „Sehr hübsch,“ bemerkte er artig. „Na, ich danke, liebenswürdig sind Sie nicht. Meinen Sie denn, es wäre eine Kleinigkeit, die Unmenge der schönen, blaugrünen Stranddisteln zu finden? Schauen Sie nur, welch eine Pracht. Tagelang bin ich mit Hasso in den Dünen danach umhergeirrt.“ „Aber wir haben ja den ersten Preis, Mama,“ rief Alix dazwischen.(Fortsetzung folgt). A- A Ca., PP-She C Bekanntmachung Einstellung von dreijährig Freiwilligen für die Maschinistenlaufbahn bei der 1. Torpedo=Division in Kiel. Einstellung erfolgt am 1. April 1913 als dreijährig=freiwilliger Heizer oder Maschinistenanwärter. Bedingungen: Mindestens 17½ Jahre alt, körperlich gut entwickelt und gesunde Zähne. Zur Kapitulation für die Maschinistenlaufbahn ist erforderlich: 1. Das Bestehen einer Vorprüfung nach dem Eintritt im Deutschen, im einfachen Rechnen und im Skizzieren ganz einfacher Maschinenteile. Ein Zeugnis über dreijährige Lehr= oder Arbeitszeit als Maschinenbauer, Schlosser oder in ähnlichen Berufen. Dem Einstellungsgesuch sind beizufügen: 1. Ein vom Zivilvorsitzenden der Ersatzkommission des Aushebungsbezirkes ausgestellter Meldeschein. 2. Ein selbstgeschriebener und selbstverfaßter Lebenslauf. 3. Sämtliche Lehr= und Arbeitspapiere, ev. Seefahrtspapiere. 4. Genaue Wohnungsangabe. Beförderungen erfolgen bei guter Führung und Geeignetheit für den Dienst nach Maßgabe des Etats und finden nach den bisherigen Erfahrungen statt: Zum Torpedo=Obermaschinistenanwärter nach 15—18 Monaten. Zum Torpedomaschinistenmaaten nach etwa 2 Jahren.(Diensteinkommen an Land als Kapitulant ca. 70 M, an Bord ca. 100 M monatlich.) Zum Torpedo=Obermaschinistenmaaten nach etwa 6 Jahren(An Land ca. 100 M, an Bord ca. 130 M monatlich.) Kaiserliches Kommando der 1. Torpedo=Division in Kiel. K Poghart Men. Nahrhaft! Bekömmlich! Lebenverlängernd! Von vielen Aersten empfohlen und in deren persänlichem Gebrageh. Versand nach auswärts. Alleinvertrieb für Herford: Wilh. Eckrath Elisabethstr. 13. Man verlange Prospekte und achte besonders auf die Schutzmarke. 8 KI 9 Liebig-Kugeln treffen stets die Sympathien der Hausfrau! 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Der den der Mati nach Berlin g der Vergangen zu verfolgen. vierfachen Be Deutschland, Welt in den I Deutschland,f durch das Zus lands davon 1905 Frankre Frankreich stre von Frankreich serteure in Ca die Aneignung in Petersburg 1911 den Pan Man kann hier in wenige schieht. 1. Es jenen Hinweis gehen Frankre dieses Vorgehselbst bei dem daß es die deu und Deutschlar négligeable heute nun von lung sich ruhig das Frankreich marokkanischen Konferenz able gegen auf den klärte:„Engla das tut nichts! reich heißen: D ist unwahr, das schuldigungen“ das für die Rec Entscheidung v sischen Soldate folgten Tätlich vorschlug, genat darüber entschie ausforderung z1 andern Mächten schung der Gesch das Petersburg gen gegenüber um damit zum verhindern, was diesen Schritt Kriege gekomme hier eine unwal deutschen Schri Herausforderun der angeblichen Frankreich. De stens, um eigene Frankreich vor Vorgehen Deuts los lassen könne,