Die Morgenpost Tageblatt für den nördlichen Teil des Vestes Recklinghausen. 444 Samstag, den 3. Mai 1924 Politische Besprechungen in London. der Tag der verantwortung. Um die französischen Garnisonen an der Ruhr. eca. London, 2. Mai.(Eig. Drahtb.) Theunis und Hymans, begleitet von ihren Sekretären Terliaden und d'Avignon, sind gesteri, abend 9 Uhr in London eingetrossen. Sie werden sich als Gäste des Premierministers nach Checquers begeben. Am Bahnhofe wurden sie von dem belgischen Gesandten, Baron Moncheur, sowie von den Obersten Maton und Mank als Vertretern Macdonalds empfangen. Eine Information der Reuteragentur beschäftigt sich mit den Gedankengängen, die zwischen Macdonald und den belgischen Ministern erörtert werden sollen. Danach soll es sich zwar um eine Unterhaltung handeln, trotzdem aber würden die Minister in der Lage sein, nicht nur ihre Gesichtspunkte bezüglich des Sachverständigenberichtes darzulegen, sondern auch diejenigen der französischen Regierung. Die erwähnte Information betont. doß der Besuch von Theunis und Hymans dedurch an ichtigkeit gewinne, daß zum ersten Male seit der Ruhrbesetzung der englische Premierminister unmittelbar mit französischen oder belgischen Ministern verhandele. Die Besprechung mit Macdonald wird morgen stattfinden. w. London, 2. Mai.(Drahtb.) Reuter erfährt, daß die Besprechungen der belgischen Minister mit Macdonald amtlicherseits geheim gehalten werden. Es werde angenommen, daß sie sich lediglich auf die Ausführung des Dawes= Planes beziehen werden. Der allgemeine Eindruck in verantwortlichen Kreisen geht dahin, daß es nicht schwierig sein werde, eine Uebereinuimmunn der Alliierten in der Sache der französischen Besetzung des Ruhrgebietes zu erzielen. Es scheine, daß die französische Regierung über die Frage der Rheinlandbahnen besorgt sei. Ihre Aufsassung sei, daß die Beförderung der französischen Truppen im besetzten Gebiet nicht ausschließlich von den deutschen Beamten ausgeführt werden dürfte. eca. Londou, 2. Mai.(Eig. Drahtb.) Theunis und Hymaus frühstückten in Begleitung ihrer Kabinettschefs 1½ Uhr im engen Kreise in der belgischen Botschaft. Dem Frühstück wohnten noch Sir Crowe, der ständische Sekretär im Foreign Office bei. Die belgischen Minister sind um 3,30 Uhr nach Chaquers zurückgekehrt. m. Paris, 2. Mai.(Drahtb.) In einer Besprechung des Besuches der belgischen Minister in London, sagt der Matin, daß die Aussprache begrenzt sei, da niemand mehr Einwendungen gegen die Garnisonen an der Nuhr erhebe. m. Nom, 2. Mai.(Drahtb.)„Corriere d'Italia bespricht die bevorstehende Zusammenkunft zwischen Mussolini und Theunis und sagt, es handele sich nicht nur darum, ein Zusammengehen Italiens mit Belgien gegen Frankreich in der Reparationsfrage zu präzisieren und damit gewissermaßen Belgien seine Haltung zu erleichtern, sondern auch darum, die Stellung Italiens und Belgiens gegenüber England in der Frage der interalliierten Schulden darzulegen. Die Berichte der Sachverständigen. Günstige Aufnahme in Amerika. w Washington, 2. Mai.(Drahtb.) Der Havaskorrespondent erfährt von autorisierter Seite, daß in Regierungskreisen der Bericht, den General Dawes in seinen gestrigen Unterredungen mit Präsident Coolidge, Staatssekretär Hughes und Schatzkanzler Mellon über die Sachverständigenarbeit erstattet hat, günstig ausgenommen wurde. Der General habe, was den Erfolg des Sachverständigenplanes anlange. seinem Optimismus Ausdruck gegeben und die Hoffnung ausgesprochen, daß er im wesentlichen angenommen werde. eca. London. 2. Mai.(Eig. Drahtb.)„Daily Chronicle“ führt in einem Leitartikel aus, der Sachverständigenbericht könne ohne eine vorherige internationale Anleihe nicht durchgeführt werden. Die Kapitalisten könnten aber keine konkreten Vorschläge machen, wenn sie nicht von Frankreich die Zusicherung erhielten daß es keine willkürlichen Eingriffe in das deutsche Wirtschaftsleben mehr machen wolle. * w. Tokio, 2. Mai.(Drahtb.) Die japanische Regierung beschloß, an der Errichtung der geplanten deutschen Golddiskontbank teilzunehmen und der Anregung der Bank von England stattzugeben, sich mit 500000 Pfund Sterling zu beteiligen. Ein letztes Wort des Reichskanzlers. w Berlin, 2. Mai.(Drahtb.) Reichskanzler Marx gewährte einem Vertreter der„Germania“ eine Unterredung, in der er ausführte: Jetzt stehen wir unmittelbar vor den Wahlen, die für das deutsche Volk von weittragendster Bedeutung sind. Als ich die Auflösung im letzten Reichstage verlas, habe ich erklärt, daß sich die Reichsregierung schützend vor ihr Werk stellen wolle, das dem deutschen Volke nach schwersten Erschütterungen wieder Ruhe und Frieden gebracht hätte, durch das die stabile Währung geschafft und erhalten und die deutsche Wirtschaft wieder in Gang gebracht habe. Deshalb hätte im Wahlkampf gestritten werden müssen, wenn er ehrlich getrieben worden wäre, ob die Annahme des Sachverständigengutachtens richtig gewesen sei. Das deutsche Volk ist sich im Ernst darüber einig, daß wir nnsere gesamten Kräfte dafür einsetzen müssen, das Werk der Gesundung zu stützen und daß alles niedergehalten und abgemehrt werden muß, was die Erhaltung der Währung und den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft beeinträchtigt. Das ist nach meiner Ueberzeugung der Grund, daß ein sachlicher Wahlkampf gar nicht ausgeführt wurde. Mit Bedauern muß ich feststellen, daß nie ein Wahlkampf in Deutschland o unfair und verlogen geführt gewesen ist, wie der jetzt am vierten Mai seinen Abschluß findet. In allen Wahlreden, die gehalten, in allen Artikeln, die geschrieben sind, habe ich auch nicht einmal gefunden, daß dem deutschen Volke ein anderer Weg zur Rettung und in die Freiheit gewiesen worden wäre, als der Weg, den die Reichsregierung gegangen ist. Daß die Gegner innerlich auch die Gründe dieser Politik in Deutschland für richtig halten, ist klar. Sie bekämpfen zwar das Gutachten der Sachverständigen und bezeichnen seine Annahme als Wahnsinn, scheuen aber vor der Erklärung zurück, daß sie es verworfen hätten. Sie sind davon überzeugt, daß die Ausführung ihrer Pläne und Forderungen den Krieg bedeuten würde, vermogen aber nicht zu sagen, was anders werden soll. Welch anderen Sinn kann diese ihre Parole, welch anderen Sinn soll man aus den schreienden Plakaten herauslesen, als Krieg? Es ist leider doch so, daß unsere innere Politik unter dem Druck der äußeren Politik steht und daß die Regelung der innerpolitischen Fragen von der Außenpolitik bestimmt wird. Eine Lösung der innerpolitischen Fragen und Schwierigkeiten könne erst stattfinden, wenn man in der Frage der besetzten Gebiete klare Verhältnisse geschaffen habe. Wer sich um diese Wahrheit zu drücken können glaubt, wird dem deutschen Volke niemats nutzen und die Frage nur noch immer verwirrter machen. Unendlich viel wäre gewonnen, wenn am 4. Mai klare Farbe bekannt wurde. Wenn das deutsche Volk das Treiben der Radikalen erst durchschaut, dann ist es zu srät. Es steht aber zu befürchten, daß die Wähler ihre Stimmen für Parteien abgeben, die sich nur durch betörende Ausführungen der radikalen Parteien ködern lassen. In letzter Stunde noch möchte ich das deutsche Volk an seine hohe Bflicht erinnern, am vierten Mai alle kleinen Sonderinteressen, die in entsprechend großer Zahl ihren Ausdruck aefunden haben, zurückzustellen, und am vierten Mai kleinlichen Verärgerungen bei Abgabe der Stimme keinen Ausdruck zu geben. Wer am vierten Mai seine Pflicht nicht erfüllt, handelt wie der Deserteur, der vor der Schlacht feige zurückweicht. Wer am vierten Mai durch seine Schuld nicht wählt, versündigt sich an seinem Vaterlande und ist nicht wert ein Deutscher zu sein. Gerade weil die extremen Parteien ihre Wähler ins Wahllokal treiben werden, tut es vor allem not, daß auch die Mittelparteien nicht zu 100 aber doch zu mindestens 90 Prozent ihre Wähler an die Urne bringen. Dann besteht keine Gefahr mehr, daß das deutsche Volk neuen schweren Erschütterungen ausgesetzt wird und daß das Werk der Rettung und des Wiederaufbaues gefährdet wird. Ein sapanisch=französisches Bündnis. m. Paris, 2. Mai.(Drahtb.) Die Morgenblätter veröffentlichen eine offizielle Mitteilung, daß entgegen der von englischer Seite verbreiteten Nachricht von einem bevorstehenden Abschlusse eines Bündnisvertrages zwischen Frankreich und Japan nicht die Rede sein könne. Der Generalgouverneur von Indochina, Martin, werde während seines Aufenthaltes in Tokio nächstens Besprechungen über das vorbereitete Handelsabkommen zwischen Frankreich und Japan führen. Trotzdem erhalten sich in der Presse Gerüchte von einem bevorstehenden japanisch=französischen Bündnisvertrag. die französisch=polnische Militärkonvention. m. Warschau, 2. Mai.(Drahtb.) Blättermeldungen zufolge, reist der polnische Generalstabschef Haller in der nächsten Woche nach Paris, um mit Foch über die Revision der noch geltenden französise=polnischen Militärkonvention zu beraten. Neise wird in Warschauer politischen Kreisen große Bedeutung beigemessen. Wir stehen am Vorabende des Tages, der einen Wahlkampf von beispielloser Heftigkeit abschließt und das Volk zur Entscheidung über sein zukünftiges Schicksal aufruft. Wie diese Entscheidung ausfallen wird, darüber sollen an dieser Stelle keine Mutmaßungen geäußert werden. Darüber wird noch Zeit zu reden sein, wenn das Wahlresultat vorliegt. Wir haben es in den letzten Monaten immer wieder von den Wortführern der Opposition von rechts und von links gehört, daß der 4. Mai der Tag der Verantwortung für alle Parteien sei, die in den letzten vier Jahren sich um die Führung der Staatsgeschäfte bemühten. Auch für das Zentrum. Einverstanden. Wir akzeptieren das Wortbild und sind willens, die Verantwortung für das, was unsere Parteifreunde in der Führung der Reichsgeschäfte getan haben, auch voll und ganz zu trogen. Wir haben nichts zu verteidigen und nichts zu rechtfertigen: die Politik des Zentrums liegt klarvoraller Augen. Sie findet die beste Rechtfertigung in sich selbst. Wir haben dem Staate gedient— mehr als einmal über unsere Kraft— aus dem Gefühl der sittlichen Verpflichtung und Verantwortung heraus. Angefangen von jenem Unglückstag, dem 9. November 1918. bis auf den heutigen Tag. Die Mitwelt hat noch nicht den nötigen Zeitabstand von den rasch wechselnden Ereignissen des Tages gesunden, um das staatspolitische Wirken der Zentrumspartei in seiner ganzen Größe ermessen zu können. Die vergiftende Kampfesweise der radikalen Parteien von rechts und links, die sich besonders in diesen letzten Wonen des Wahlkampfes zeigte, hat leider den einen Erfolg gehabt, daß manchen Leuten der Blick getrübt wurde für die realpolitischen Erfordernisse der Gegenwart. Das eine aber darf ohne Ueberhebung ausgesprochen werden: Das Zentrum hat seine welthistorische Aufgabe, Deutschland zu retten in den vielen außenpolitisch und auch innerwolitisch drohenden Gefahren seit Jahren erfaßt und ist dieser Aufgabe bis zur Stunde vollauf gerecht geworden. Hoffen wir, daß der 4. Mai das unter so münseligen Opfern bisher Errungene nicht zerschlägt, nicht zerschlägt, wie Maienfröste die Hoffnungen des Frühlings. Dasist die überragende Bedeutung der dies maligen Reichstaaswahlen, die wir noch einmal scharf und klar herausheben wollen aus dem kleinlichen Parteigezänk dieser unerfreulichen Tage: es gilt, Deutschland, unseren Staat. unsere Heimat zu retten. Wir sagen mit Bedacht: unseren Staat. Es geht nicht um die Staatsform. es geht nicht um die zweifellos vollauf berechtigten Klagen und Beschwerden der verschiedensten Stände— Größeres steht auf dem Spiel. Es geht darum, daß wir in der Notzeit der Gegenwart die Befreiung Deutschlands erstreben, schrittweise erstreben und zu erreichen versuchen durch Vernunft. Leistung, Divlomatie, anpassungsfähige Taktik. erstreben in zähem, opferreichem Aushalten und Durchhalten bis zu dem hoffentlich nicht mehr allzufernen Tage, der uns realpolitisch günstigere Gelegenheiten bietet. Wie verwirren doch in der Jetztzeit die ödesten Schlagworte die Köpfe! Man schmäht die Politik des Zentrums, nennt sie gehässig eine Erfüllungspolitik, die das Vaterland in den Abgrund führt. Und doch ist die richtig verstandene, vom Zentrum gewollte und praktisch betriebene Erfüllungspolitik nichts anderes als die einzig mögliche Befreiungspolitik: die Politik des Zentrums ist der einzige Weg. der Deutschland aus dem Dunkel der Cegenwart in eine hellere, freundlichere Zukunft zu führen vermag. Sollen wir wirklich an dieser Stelle noch einmal wiederholen und widerlegen all die Vorwürfe. die engstirniger Parteigeist dem staatserhaltenden Wirken der Zentrumsvartei macht? Wir hören, wie Leute, die sich für die Erben Bismarck'scher Staatsweisheit ausgeben, nichts Besseres zu sagen wissen, als daß man unter Umständen auch vor den äußersten Konsequenzen nicht zurückschrecken dürfe. Worte, Worte. nichts als Worte! Welche Konsequenzen soll ein an Händen und Fühen gefesseltes, eingeschnürtes Volk woh' ziehen?„Konsequenz für einen Politiker, für einen Staatsmann ist umso leichter, je weniger politische Gedanken er ham— sagte kein Feringerer als Otto von Bismarck am 21. April 1887 im Abgeordnetenhause depreußischen Landtages. So stehen die Dinge und nicht anders. Wir vertrauen der staatspolitischen Einsicht unserer Anhänger, die am 4. Mai die Verantwortung des Zentrums zu ihrer eigenen, persönlichen Verantwortung machen werden! 5 Ist der 4. Mai der Tag der Verantwortung für die Parteien, die nach Pflicht und Gewissen das Staatsschiff durch die aufgeregten Wogen der Zeit lenkten, so ist der 4. Mai auch der Tag der Verantwortung für jeden einzelnen Staatsbürger. Kein Zweifel, daß die Quelle der Verbitterung für den einzelnen in den materiellen Einschränkungen liegt, zu denen er sich gezwungen sieht. Aber ist, das denn vielleicht die Schuld des Zentrums? Es gibt Wahrheiten, die nicht oft genug wiederholt werden können. Und eine dieser schmerzlichen und bitteren Wahrheiten, ist doch die, daß wir den Krieg verloren haben. Hier liegt doch die Quelle all des Schweren, das uns auferlegt ist. Kein Zweifel, daß Landwirtschaft, Industrie, Arbeiter, Handwerker, Angestellte, Beamte, Hausbesitzer und Mieter, kurz gesagt, daß alle Stände Grund zu berechtigten Klagen haben, kein Zweifel, daß diesen berechtigten Klagen baldmöglichst Abhilfe werden muß. Aber wir können doch nicht die Standesinteressen derart überspannen, daß wir darüber die großen Gesichtspunkte aus den Augen verlieren. Das Zentrum hat darauf verzichtet, egoistische Standesinteressen in diesem Wahlkampf in den Vordergrund zu schieben und es hat klug daran getan. Die Erfahrung hat gezeigt, daß die verschiedensten Sände innerhalb der Zentrumspartei schon in sich und unter sich den gerechten Ausgleich der Interessen zu finden wissen. Zu finden wissen in dem GedanOrgan der Zentrumspartei. Erscheint siebenmal wöchentlich. lates n hl. usp olts ulen imu öymolksers. jend Uhr gt. F Raryiet Sigung in Vonnerslag abend 3.30 Uhr. peie-on1. Der Amtmann: Kuckelmann ren der sirtlichen Verantwortung des einzelnen für Lasiet uns also heute von unseren Pflichten en„„„— wir dann ein Die letzten Tage des Wahlkampfes. Von unseren Rechten reden andermal *„ Mit einem Eifer, der einer besseren Sache würdig ware, vorsuwersen, es habe die Velan, der katholschen, Religion Sie Kelfastef alicht in den Besliang, gehe Zentrumsanhänger Ist denn doch zu dumm. Gerade weil der Gedanke der Verantwortung jeden einzelnen Zentrumsanhänger beseelt, gerade deshalb übertragen wir— gewitzigt durch=die Erfahrungen der Vergangenheit— den unserer religiösen Interessen, der Interessen von Kirche und Schule nicht den mit schönklingenden, Phraseg um unsere Sim; men werbenden Deutschnationalen, sondern der altbewäh ten, erprobten Zentrumspartet. Für diejenigen aber, die uns nahestehen und die geneigt sein sollten, aus welchen augenblicklichen Gefühlsaufwallungen heraus, die sich gerne an außere Diuge klammern, auf das betörende deutschnationale Locklied zu hören, sei der Vers hierhin gesetzt, den wir vor Jahren am Münster in Straßburg, der wunderschönen Stadt, lasen: Der Fuchs den Enten predigen tut, Als meinet er's mit ihnen gut. Er singt ihnen ein'n so schönen Sang, Bis er sie am Kragen fang! * Man macht uns mangeinve nationale Gesinnung zum Vorwurf, höhnt, wir verständen es, mit Gewandtheit und Schwung„auf den Boden der leicht auswechselbaren Tutsachen“ zu treten. Laßt sie schwätzen und höhnen! Tun wir doch solchen nichtswürdigen Vorwürfen nicht fortge setzt die unverdiente Ehre an, uns dagegen zur Wehr zu setzen. Die Tatsachen reden laut und eindringlich eine andere Sprache. Hat wohl eine Partei allezeit so das Vaterland über die Partei gestellt wie das Zentrum? Kaiser Wilhelm I. hat einstens gesagt:„Es ziert eine Nation in der Gegenwart und es stärkt die Hoffnung auf ihre Zukunft, wenn sie Erkenntnis für das Große und Wahre zeigt, und menn sie ihre hochverdienten Männer feiert und ehrt.“ Weil wir die Hoffnung auf Zukunft stärken wollen, weil in uns das Gefühl der Dankbarkeit noch nicht erloschen ist, für jene hochverdienten Männer, die in vorbildlicher Arbeit die Sorge für das Reich Gottes auf Erden zu vereinen wissen mit der Sorge für unser heißgeliebtes Vaterland, weil wir uns de Ernstes der Stunde und der großen Tragweite unserer persönlichen Verantwortung bewußt sind und bleiben. deshalb wählen wir Zentrum! Die Arbeitszeit'rage im Bergbau. m Essen, 2. Mai.(Drahtb.) Die vier Bergarbeiterverbände erlassen einen Aufruf an die Beraarbeiter des Ruhrreviers, in dem erklärt wird, daß der Schiedsspruch betreffend die Ueberarbeit und den Manteltarif von den vier Arbeiterverbänden avgelehnt werde. Die damit begründet, daß die Einstellung der Berghauunternehmer antisozial und arbeiterfeindlich ist. Die Unternehmer im Ruhrbergbau hätten den Schiedsspruch vom 23 April. der eine Lohnerhöhung von 15 Prozent vorsieht, abgelehnt, den Erholungsurlaub der Bergarbeiter gesperrt, die Erneuerung des Manteltarifs abnesetzt und verschleppt und den Preis für Devutatkohle rhöht. Der Schiedsspruch über die Festsetzung der Arbeirszeit ietze eine Achtstundenschicht unter Tage bis zum 1. jest. Das müßten die Vergarbeiter entschieden ablehnen. Die für den rheinisch=westfälischen Bergbau gültige trage für die Arbeiter unter Tage 7 und für die Arbeiter über Toge 8 Stunden. Diese Schichtzeit sei für die Dauer des tariflosen Zustandes maßgebend und müsse eingehalten werden. eca. Hamm, 2. Mai.(Eig. Drahtb.) Der Reichsarbeitsminister Brauns hat für morgen vormittag die Bergarbeiterverbände zu einer Besprechung nach hier geladen. Der Minister wird versönlich daran teilnehmen. w Beuthen, 2. Mai.(Drahtb.) Wie der Bera= und Hüttenmännische Verein mitteilt, ist der Schiedsspruch über die Arbeitszeit im oberschlesischen Kohlenbergbau, der die bisherige Arbeitszeit für die folgenden vier Monate festlegt, im Reichsarbeitsministerium für verbindlich erklärt worden. Das Zentrum fürchtet den kampf eca. Köln, 2. Mal.(Eig. Drahtb.) Der hiesige Sonderberichterstatter des„Temps“ in Paris schickt seinem Blatte eine Darstellung der Wahlversammlung der Zentrumspartei, in der er einer Rede des deutschen Reichskanzlers Marx beigewohnt hat. Er gibt hiervon eine eingeheude Beschreibung, in der es u. a. heißt: Eine Welle von Vertrauen scheint dem Kanzler bei seinem Erscheinen entgegenzufluten. Der Kanzler lächelt... Seine klare Stimme vibriert mit einer Würme, die ich in seinen sonstigen Reden nie gefühlt habe. Es ist man könnte sagen, der Widerschein der rheinischen Erde. Der Jurist, der Führer der Partei, wird wieder zum fröhlichen Kinde des Rheines. Er präzisiert die Aufgabe des 4. Mai. Jedes Wort, so heißt es in dem Berichte weiter, wird von einem Donner von Beifall begleitet. Man fühlt, daß das Zentrum nicht den Wahlkampf fürchtet und daß es dem Kampfe entgegengeht mit Truppen, die von einem einheitlichen Kampfeswillen beseelt sind. Ich konnte eine Bewegung der Ueberraschung nicht unterdrücken, als der Neichskanzler davon sprach, daß es ein Vergnügen für Voincaré gewesen wäre, wenn Deutschland die Berichte der Sachverständigen abgelehnt hätte, wie das ja auch klar aus der Sprache der großen französischen Blätter hevorgehe. Wo hat der deutsche Kanzler dies lesen können? die Verwilderung der politischen Sitten. □ch Berlin,?. Mol.I unseres Korrespondenten.) Mit dem Wochenende steigern sich die Anstrengungen aller Parteien bei der Wahlarbeit. Die Berliner Sozialdemokretie hatte sogar den ehemaligen österreicischen Staatskanzler De. Renner aus Wien herbeigerufen. Dr. Nenner betrochtete in seiner Berliner Nede die Reichstagswahlen vom österreichischen Standpunkt aus. Er führte aus, daß im Falle einer deutschen Reaktion auch die österreichische Volksfreiheit stark gefährdet fei. Nenner wies auf die eine Woche nach den Reichstanswahlen stattfindenden französischen Wahlen hin und sagte weiter, daß der Wahlausfall das Schicksal Europas, die Völkerversöhnung sowie den politischen und sozialen Fortschritt stark beeinflusse. Während die Sozialdemokratie sich im Wahlkampfe einer bisher bei ihr ungewohnten Mäßigung befleißigt, arbeiten die Völkiscen mit allen Mitteln einer haßerfüllten Demagogie und machen dem Volk die unmöglichsten Versprechungen. Die Politik der Völkischen erscheint aber in einem besonderen Lichte, wenn man einen Artikel der deutschen Zeitung liest, der über die Zerfallerscheinungen im deutschen Volke Aufschluß gibt. Der Artikelschreiber sieht in der völkischen Bewegung eine Parteibildung, die infolge ihrer fast krankhaften Hysterie drauf und dran ist, ihre Siegfriedeinheit und damit ihre Siegfriedstärke aufzugeben. Das Urteil über die Tätigkeit der völkischen Parteiführer ist geradezu vernichtend. Die Prognose ist wenig hoffnungsvoll. Hierzu erübrigt sich jeder Kommentar. Die völkische Bewegung kann nicht mehr befehdet werden als durch die Presse, die bisher die völkischen Ziele zu propagieren suchte. In Zusammenhang hiermit ist die Meldung von Interesse, daß General Ludendorff erklärt hat, entgegen anders lautenden Gerüchten nach seiner Wahl auf sein Mandat nicht verzichten zu wollen. Wie weit im übrigen die Verwilderung der politischen Sitten in diesem Wahlkampfe vorgeschritten ist, ersieht man aus einer uns aus Berlin zugehenden Meldung, wonach in der Nacht zum Freitag in Köpenick der Arbeiter Gandke aus politischen Gründen erschossen wurde. Gaudke geriet mit einer Grupve von jungen Leuter in Konflikt, die völkische Plakate anklebten. Die polizeilichen Untersuchungen haben bereits zur Festnahme von fünf jungen Leuten geführt. Als Täter wurde der 24jährige aus Hannover gebürtige Handlungsgehilfe Teve ermittelt, der den verhängnisvollen Schuß abgegehen hat. Gandke sei auf ihn eingestürmt und er habe ihn abwehren wollen. Aufkauf von Wählerkarten verbeien. w. München, 2. Mai(Drahth.) Agenten rechtsstehender warteigrunpen, die von Haus zu Haus gehen, haben Wählerkarten aufgckauft. Mit diesen Karten wollen sie in verschiedenen Wahlbezirken zum Reichstag wählen. Auf Anzeige der sozialdemokratischen Wahlleitung wird nach den Agenten polizeilich gefahndet. Einer von ihnen wurde festgenommen Er hatte eine Tasche voll mit aufgekauften Wählerkarten. e m TETOON TSIN! S letzte Nachrichten. Deutscher Bauerntag in Hamburg c Berlin, 2. Mai.(Telear. unseres Korrespondenten) Die Vereinigung der deutschen Bauernvereine veranstaltet am 28. und 29. Mai in Hambura einen deutschen Bauerntag Am 29. Mai findet in Hamburg eine öffentliche Versammlung der Mitglieder aller Bauernorganisationen statt, auf der der Vorsitzende des Neutschen Bauernvereins. Staatsrat Wahldhof über die Bedeutung der Landwirtschaft für Staat und Volk sprechen wird. Die Maiseier im RNuyrgebiet. w. Essen. 2. Mai.(Drahtb) Die Maifeier ist auf allen Zechen des Ruhraebietes ruhig verlaufen. Von den Belegschaften der Morgenschicht, die sich auf etwa 255 000 Mann beläuft, feierten etwa 51.000, das sind 27.48 Prozent. Bei der Maiseier im Jahre 1922 waren 49.51 Prozent der Gesamtbe= legschaft der Morgenschicht nicht zur Arbeit erschienen. Abgelehnter Schiedsspruch. w Hambura, 2. Mai.(Drahtb.) Eine Konferenz der Werftarbeiter lehnte nach längerer Beratung den gestern gefällten Schiedsspruch ab. Durch Starkstrom getötet. w. Ermsdorf in Schlesien, 2. Mai.(Drahtb.) Ein zwöl'jähriger Knabe wurde, als er den niederhängenden Draht einer elektrischen Leitung ergriff. vom Starkstrom erfaßt, desgleichen auch ein zu Hilfe eilender 10jähriger Spielgefährte. Beide wurden getötet. Der Aufstand in Havanna. w Newyork, 2. Mai.(Drahtb.) Nach Blätkermeldungen über den Ausstand in Havanna wurden zwischen den Regierungstruppen und den Aufständischen zahlreiche Gefechte geführt. In Cienfuegos sei es zu neuen Erhebungen gekommen. es:— Kindes Schicksal. Noman aus dem Leben von Katharina Kleebeck. Die Tränen standen ihr plötzlich bis an den Hals, aber der neugieriven Weiber wegen beherrschte sie sich. Sich jetzt klein zeigen? Nie und nimmer! Aber sie mußte sich Luft machen. Zwei Schritte trat sie langsam vor. Mit einem eineigen, Gehorsam heischenden Rlick umfaßte sie die ungebetenen Gäste und zeigte mit snitzem Finger auf die Tür. „Hinaus!“ Und die ganze Gesellschaft stob lachend und schubsend hinaus. 5. Indes die Dreisags sich mit trockenen Kartoffeln begnügen mußten, hielt Dora eine herrliche nie erlebte Mahlzeit. Sie saß mit den Orgelleuten in einem Wohnmagen hinter einem gedeckten Tisch und aß Bratwurst zu ihren Kartoffeln. Dabei ließ sie ihre Argen tüchtig umherschweifen und kannte den Wagen bald auswendig als wenn sie schon Jahr und Tag darin verbracht hätte. Ein großer Hund von unerklärbarer Rasse lag unter dem Tisch und lauene auf die mohlschmeckenden Wurstpellen, die hm zugeworsen wurden und die er jedesmal mit einem lauten „Blaff. blaff“ quittierte. Ein gelbgraues Kanarienvöglein hing zwischen wißen Vorhängen an einem der kleinen Fenster im Sonnenschein unt zwiticherte vergnügt. „Das ist— ein Vogel.“ sagte Dora, als wenn sie in der Schufe Spiechühnigen machte. „Ja. ein Kancrienvogel“ erklärte Frau Berta Lindner. „Er flngt wie eine Nachtigall.“ Dora macht große Augen hatte aber keine Zeit, eine Frage zu stellen; ihre Praturst nahm gerade all ihre Aufmerksimkeit 12 Anspruch Die Frau legtz ihrem Manne noch ein Stückchen vor und sagte lächelnd. indem sie mit den Augen nach Dora hinüberzwinkerte: „Hast du wohr bemerkt. Johann, daß uns heute das Glück zugeflogeg ist?“... Der Mann stief unverständliche Laute aus, was die Frau als Zustimmung aufsaßte. „Scbald man die neue Nachtigall hörte, flogen uns Nickelvögel ohne Zahl und zuweilen auch Silbervögel zu. Ich hatte schwer daran zu tragen.“ „Wo sind sie geblieben. Tante?“ fragte Dora umherschauend. Sind sie weggeflogen?“ „Tante“ sollst du nicht sagen. Liebling,“ sagte Frau Lindner, Meine Mutter ist tot“ meinte Dora,„und Mutter Rusen ist auch tot!“ Frau Lindner stieß ihren Mann mit dem Fuße an: er sollte den überirdischen Blick des Kindes beachten. „Ich bin deine Mutter, und der Mann dort ist dein Vater. sagte sie bestimmt.„Du bist unser Bube. Du heißest gar nicht Dora, du heißest Julius.“. Sie langte aus einem Kästchen, zu dem sie den Schlüssel an einem Bändchen um den Hals trug. ein Buch. „Sieh her, in diesem Buche steht dein Name: Julius Lindner. Kannst du ihn lesen? Ich selbst habe ihn geschrieben— einige Tage nach deiner Geburt.“ Ja, da stand richtig: Julius Lindner. Dora las es deutlich. Als sie aber leise die Tür öffnete und Dorg nicht erblickte, verließ sie alle Zuversicht. „Du bist uns verloren gegangen,“ fuhr die Frau Lindner fort,„und jetzt haben wir dich wiedergefunden. Von nun an rufen wir dich wieder„Julius“, und gleich ziehe ich dir wieder deine Bubenkleider an.“.... Dié Frau zwinkerte mehrmals zu ihrem Manne hinüber und sagte öfters:„Nicht wahr, Johann? Nicht wahr?“ Und jetzt sagte sie:„Glaub mir Mann. die Nachtigall bringt uns Glück. Der Himmel selbst hat sie uns gesandt— als Ersatz für —— für— den andern. Wir haben sie doch nicht gesucht und auch nicht gerufen, sie ist von selbst zu uns gekommen.“ Der Mann brummte für die Ohren des Kindes unverstandliche Laute, die Frau aber hörte:„Du hast recht, Alte. Sie ließ nicht von uns. Ich selbst war darüber im stillen verwundert und glaubte die Musik habe es ihr angetan. Sie hat offenbar seines Gehör" „Musikalisches Talent!" „Wenn sie größer ist, wollen wir sie ausbilden lassen. „Er! Er!“ warf die Frau dazwischen.„Versprich dich doch nicht immer. Es heißt: Er!“ „Ja. Er!“ sagte der Mann nachgiebig.„Und nun will ich enspannen, daß es uns hier nicht zu heiß wird. Wir müssen heute noch einige Meilen machen." „Und ich will——— Julius, bist du satt?" Julius steckte den letzten Rest. der auf leinem Teller lag. in den Mund. Dann war er satt. Handelsnachrichten Der Stand der Mark. w. Newyork, 2. Mai.(Funkspruch.) Schlußkurs der Mark 23 ¾—23 5/8. Der Stand des französiichen Franken. w. Newyork. 2. Mai.(Funkspruch.) 100 Franken= 6,48 Dollars. Kölner Warenbörse. I. Köln, 2. Mai.(Drahtb) An der heu#i#gen Warenbärse wurden ne#iert. Rohlaffee. Santos 108—111 Cent, Sumatra 26 Goldmark. Rüböl 21.5 Gulden. Salatöl 109 Schilling. Seltaninen 80—85. Korinthen 76—78, Keker 64—65. Graupen 10.5. Weizengries 21.5, Haferflocken 14—22 Enlden, Schnittnudeln in Kisten 32—34 Goldmark, hyfländischer Ra#on Gulden. inl. Zucker 86 Goldmark. Weiße Bohnen 18—20 Gulden, Viktoriaerbsen. gelbe 32—34 Goldmark. kleine Erbsen 21¾ bis 22 Goldmark. Linsen. mittel 52 Goldmark, volle Linsen 68 Goldmark, Rübenkraut 37 Goldmark. Apfelkraut 72—80 Goldmark, alles für die 100 Klg. Schmalz in Kisten oder=Kübeln zu 25 Kilo 28.5 Dollar, Butter 1. Qual. 3.60 Goldmark, Seife 2.80 Goldmark das Kilo. Milch. amerikanische gezuckerte 6 Dollar, uegezuckerte 4.5—5 Dollar, Corneed Beef 65—7 Dollar,„Eier, sortiert 13 Pfennig, unsortiert 11 Pfennig das Stsia, Tilsiter Käse 1.9—2. Emmenthaler Käse 3—3.4. Limburger Küse 1.4 bis 15 Goldmark das Kilo. Goudakäse 100—130 Gulden, Edamer Käse 100 Gulden die 100 Kilo. Baumwollnotierungen. w. Bremen, 2. Mai.(Drahtb.) Amtl. Schlußpreis von 2 Uhr mittags 33.29(1. Mai 32.79). w. Newnark, 2. Mai.(Funkspruch.) Amtlicher Schlußpreis: flau 30 15. Mai 29.70—29,79. Juli 38,13—38,15, Oktober 24,25 bis 24.30, Dezember 63,60—63.70. Er segnete sich, wie er bei Frau Nusen immer nach dem Essen getan hatte, und Frau Lindner segnete sich auch. Der Mann hatte es vergessen. „Nun setz dich hierher!“ befahl sie. und Julius mußte sich auf einen Stuhl setzen, den sie mitten in den Gang gestellt hatte. Sie holte eine Schere aus dem Näbkasten, und ohne ein Wort weiter zu verlieren, schnitt sie ihrem Sohne die Haare kahl ab. Dann vertauschte sie die Mädchenkleider mit einem hübschen Knabenanzug, der genau für ihn gemacht zu seln schien. Dabei weinte sie herzzerreißend. „Nun vergiß es nicht, daß du Julius Lindner heißt,“ sagte sie schluchzend und drückte ihm einen schallenden Kuß auf den „Jetzt geh und hilf Vater beim Anspannen. Das wirst du doch wohl noch nicht verlernt haben? Wir fahren gleich weg! Julius sprang nach Jungenart gleich von der obersten Stufe hinab zur Erde, was dem Vater ein billigendes Lächeln ent„Er macht sich! Er macht sich!“ nickte er seiner Frau zu. Wenn nur—— „Was denn: wenn nur?“ fragte sie sehr ärgerlich über seine„ewigen Einreden.“ Da wollte er tun, als hätte er nichts gehört, sie aber ließ nicht locker und fragte noch einmal:„Was wolltest du sagen: Wenn nur?" „Wenn nur die Polizei nicht wäre!— Wenn sie uns faßt, werden wir wegen Kindesentführung schwer bestraft. (Fortsetzung folgt.) annnn Befragen Sie Ihren Arzt nach Felsol, dem neuen innerlich zu nehmenden de Mittelin Vulverforus Vontägl eintarfend= Wien; ven zua. Pae oe#### — 56 kann Ihnen die angenegne Pteilung machen, daß Jelsel bei meiner Schwiegermutter, welche seit 20 Jahren an schwerem Bronchialasthma leidet, gerade zu Wunder wirkt. Schon nach einem Bulver stellt sich völlige Freiheit und Leichtigkeit des Atmens ein; die Patientin kann ihren häuslichen Beschäftigungen nachgehen. Stiegen steigen usm.... Dr. Heineich Keller, städt. Arzt, Wien 11. Haus tst aße 141. In allen Apotheken zum Preise von M. 3.50 zu haben. 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Ssce es e ae. sete s e Seste Kengeaden ost her Sanls Ksern. aei. eue Acteit ses sce e.. ie i. schscescesce ece ce e dechselb. rgen. ia. Aerlaunt Lesteageng. zu Cend 21.245 sich d n zu einem kleinen Trunk nach dem Stadt=Café. 109 Iu ehrezoler Weise in evangel. Arbeiterverein besucht hat vuar jahr auguhrang im Pe ir ie asie, Plde eute weiteiserten Miast voie Tariekelsde Laste Cceileseiebeulecge Gechgeshe li, elten. 915 Ie selien Pherdehoele Lihesicte PKielsen ercg Seigr in seinen wundervollen Gesangsszenen Abends wurde aber aegeben in dem m Der ,Paupächlager des Schlage reich zu werden, sich um au.: Awerita mit einen es ehalite A.cd ae hacde Kechtcsl eschere 1e. hrein. ich zur Heimreise; wo setzt seine Gatin szena une4chleht er rige Vater auf diese Nachricht bin vam Schla de ters, während mimische Dasktastue.:prache des alten Bas schschshcscce Wenn man Figur und Stimme(dünn) außer Betracht läßt ses alie adere Pasen, Pelnen gpetgnuenewerte LesontVerein wit den künilerschen serial.an Händen und kann der egelisen, Kutel Hiuraun dan ver alen dis verziglscheselreich, Lede, Lel den Sase de: Kentizreschkeun sird Binperig, Actustik(6asant aie d.2 Gemeinnützigen Gasthauses jegliche Seale ier Seeilichl. Kath. Gottesdienstoronung. Pfarrkirche Dorsten. 2. Sonntag nach Ostern, den 4. Mai. Ostertemmunion des Männer=Aposiolates und der Männer=Sodalität in der 8=Uhremenr.— In allen hl die Psarrgeistlichen, Kirchenangestellten usp. Samstag nackhmittag: 2.30 Uhr Beichtgelegenbei: Cags, Mie e. 1..#. Messe. 7 Uhr hi. Messe mit Volis ommunion der Oberklassen der Volksschulen nion der Männer 9 Uhr Fl. Meige 2a.P.: Oterkoumu noums, 10 Uhr g.scugt, vi. Blesse fur die Schüler des Gymgeaung und Presieseaut. 1 Uhr heste V. Mes mit Vols. Sonzta achmittag 3 Uhr Maiandacht. In der Woche: 6, 6.30, 7.30 und 8 Uhr hl. Messen. Donnera 5c, wergen 8 Uhr Salkranensehatomt. Donnerstag abend 859 Auhr Pinzenzverein in der Pastoral. Jeden avend 8 Uhr Psarrkirche Hervest. 7 Uhr 1. hl. Mene. 10 Uhr Hochamt. Nachmittags 3 Uhr Woche hl. Meise ur 7.15 Uhru Veih gelegenheit. In der „ 116— Sruem St. Marienkirche Hervest=Dorsten. Männer=Apestolate 9.30 Uhr 2. Bl. Bn=sa Nachmittags 2.30 Uhr Maiandacht. In 7 Ubr 1. hl. Messe., 9.30 Uhr 2. Zl. Messe mit Predigt. Nach # 2.30 Uhr Maiandacht. Samstag von 3—5 Uhr Beicht gelegenheit. In der Woche hl. Messe um 7.25 Uhr. „ ver Frscmen, Pfattkirche Halsterhausen. r Frühmesse mit gemeinschaftlicher hl. Kommunion Kyaben und Mädcken. 9 90 Uhr 8p. 2“ Sommünion der De an L ase a. Kaskestenicshez i0d Meiebsecht. Sane, In der Wocke hl. Messen um 6 und 7.15 frou di Klucer „ 1er Früß„Vonisatiuskirche Holstethausen. 3. Mai.(Dienstjubiläum.) Am heutigen Sam.###r Leiter der hiesigen Essener Kredit=Anstalt Herr Direktor Ahlmann, auf eine 25jährige Dienstzeit bei der u,. Thinam bei Dr.Heig, Zerigersalt in erienter SielI mit bein Wenen Vebäude in der Recklinghäuserstraße Veigehast Hisckelste der Wbüche Kaudoich, Schweister und Sesce ece es ce. eichche ce S1ase Aeisereaiel. weische ie ehepsigen Keira il aien schen. seshse Kan Le. chlsegice henle e er bese Regelug ausnersam zu machen. Andes aun Sscs hsce schche scheee Kelsete, 56 zu einer Leichenseier, wie sie Gahlen wohl noch pehz, s mektz nan sich den Orte Gaslen.—.) Slalge Pi. lometer vor Gahlen erwarteten die Vereine mit einer Musikkavelle den Leichenzug und geleiteten ihn zum Friedhofe. Die Teiluchner des Leichenkonduktes setzten sich aus allen Kreisen und Ständen zusammen, u. a. waren vertreten der Landra: der Bürgernezister, jahlre che Angehörige des„Landjägerkorps des Sösilkesz Zms, ien, wie auch des Kreises Recklinghausen ebenso al isti“ azs Saylen und allen Nachbargemeinden, einatr Listatlsch ares ugroser Jahl. Auch die Jahi der Kräine war erstaunlich groß: sie wurden zum Teil im Leichenzuge mitPelssehingen Tell mapen de grsahten verden. Die, gunze Beerdigungsieier verlief in aller Ruhe. Ihr tiefer Endruck alle Taiinehmer wie Amgebung war offensichtlich. Die Res s e escsc Sesike Peslae esie alte Bice Liaser als is ie d hesete de. Ketrte de ereice eischer Vesleser sene Linie Segen. Sihenück enigen durch fire schernbeck(Cäeilia) fand das Fest mit einemn vom Hern Iuas Susge“ Pate chrch sul Bürgermeiterei Schermnbek und Vaterlandsliedes einen mirdiagn Gebegestertem Absingen des Evangl. Gottesdienstordnung. Sonntag, den 4. Mai. Miserikordias. Dorsten: 9.30 Uhr Eoltesdienst, Pastor Ferlemann. 11 Uhr Kindergottesdienst. 6 Uhr Gesellenverein. Dienstaa 8.15 Uhr Gesellenverein. 8.15 Uhr Jungms#c 6.15 Uhr Hervest=Dorsten: 9.30 Uhr Hauptgottesdienst, Pastor Schötz 11 Uhr Kindergottesdienst. 12 Uhr Taufen. 2 Uhr bei gutem Wetter Ausflug der Jungfrauen. Die jetzigen und esvern in der Kleintinderschule. Bei schlechtem Weiter um Pihesfande. Mentog 8 uhr, Kirchencor, Dienstag 7 Uhr Kosdsestung dr Pouensle. Von 2.4 Uhz. Uhie Von Donnerstag 8 Uhr Jungfrauenverein. Uhr Kindergasedierst. Re e elsce elsce s ece ece 7.30 Uhr Pfadgruppe. Freitag 8 Uhr Bibelstunde. Rese e e ece eisceche Sesse esc e cece Horsten, Obergzröshent Srenepes, Aig, Reszsagercesen und seegaes ses elie, Aesiahastei, Keatsiek Hanr Asen direktor Bitter die erschienenen Gäste, worauf ein Rundgang ag#. d neuen, Raume statfand. Abends 8 Uhr vereinigten g.pe Ehrengäste mit den Vertretern und Aktionären der Gsellschaft zu einem Festessen im Hotel Winkelmann. Bemerkt sei noch, daß die„Recklinghauser Volkszeitung" aus 50jährigen Bestehens eine 48 Seiten umfasende alänuende Kait nummer herausgebracht, in welcher mancher Glückwunsch und Beitrag von hochgeschäßzter Seite zu finden ist.0 Bekanntmachung betr. Verzeichnis der Beschlüsse der Körkommission. Edelzucht. 1 Norodo 301. Fuchs St. Schn. 1. Voffl. und Hik. m aat cre.#: Nordend(Cell), M. Huslage(Hamn) sitzer: A. Hermeling gt. Siever., Osthellen b. Billerbeck(Coesfeld). Standort: Osthellen. Deageld: 30.— M. 2 Carsen.—. Arbeiteschlag. I. Garson de Soignes 970. Fuchs, Be geb. 7. 7. 1921; N 73 535 esßer: Hengsthaltungsgenossenschaft Drensteinfurt (Lüdinghausen), Standort: Drensteinfurt. Dedgeld 20.— M. v. F m. Fastze. 3, Jt. u. geb. 2. u. 102, Prabhen Pr. p, 455. M.: Mannheim v. Elmenhorst 8010. Besitzer Roxel(Münster). Standort: Noxel. Deckge!! .I.## Attraction 833, Fuchs B. geke 26. 6. 1919; V.: aus Belholz(Porsen), Ste gagen gaa: 5: Honsel gt. Ströting, Barding, bolt, Hanse)„H# al ichol. Deckheld 20.— A. o. Dante 731, F. B. geb. 7. 4, 1919. V.: Daniel II 48: M Morgenröte r. Liesborn 4502. Besitzer: B. Koggenhorst. Büren b. Gescher(Coesfeld). Standort: Büren. Deckgeld 20.— M aaem be i. Fuchs Si. ged. 5. 6. 1917. V.: Pharaon de Hele rscgels= el. Srisont(Sensturd), Sandon: Calen 264 M.: Arda v. Mao—. Besitzer K. Hege, Harier(Telenbuag), Standort: Halprnder. DetSer 8e- Ta, Pa.sha.s Sike e.e, Relsrze Derzionez. K Deageld 4.... Hamm, den 7= Februar 1924. Die Hengstkörkommision. . Wird veröffentlicht! Wulfen, den 22. April 1922. Der Amtmann: Kuckelmann. Bekanntmachung. Iie. Lesrihreikei. eiutei. Sennslang), geiche einr und necte Sekase Aacder le.elen. L eu don Wohschrloant in Halt 1nd secherliste go.4 h. dert g Mai 1924, vormietaar u... Dienstag, Wulsen, den 30. April 1924. Der Amtmann: Kuckelmann W Letzte Mahnworte für die Wahlen! Zentrumsmann! Zentrumsfrau! Wähler! trfülle am morgigen Wahltag unter allen Umständen deine Pflicht und wähle Zentrum! sowohl für den Reichstag wie für das Stadtm#####nctenkollegium. Für die Reichstagswahl mußt du auf den Einheitsstimmzettel, der dir im Wahllokal ausgehändigt wird, den an 10. Stelle mit der Ueberschrift Zentrumspartei und den Namen Herold, Stegerwald, Schreiber und Höfle stehenden Kreis ankreuzen. Dein Stimmzettel muß also so aussehen: 13. Unabhängige sozialdemokr. Partei Liebknecht Zölfel Möller Förster Für die Stadtverordnetenwahl bei der hier in Dorsten gleichfalls ein Einheitsstimmzeltel in den Wahllokalen amtlicherseits— nicht durch die Parteien— ausgegeben wird, mußt du den 1. Kreis, neben dem Zentrum und die Namen Nordmann, Frau Blome, Franz Edler und Bernhard Albers stehen, ankreuzen, so daß der Stimmzettel wie folgt aussieht: Stadtverordnelenwahl. 1 Zentrum H. Nordmann Frau Gertrud Blon: Franz Edler Bernard Albers 2. Shrinliche Arbeitnehmer Wilhelm Stockmann zernhard Bürmann Josef Pieler Wilhelm Neumann 3. Kommunale Vereinigung Hermann Majert Hans Darmstadt Adolf Cramer Th. Langenstroer S. Kommunistische Pottei Robert Müller Theodor Eltelbrück Emil Pyschny Theofil Tresler Im freiwl, Auftrage des Herrn Th. Jeusfeld in Hülsten 34(bei Gross-Reken) verkaufe ich am Dienstag, den 6, Mai 1924 nachmittags 5 Uhr in nieinem Büro dessen gehörigen Kotten] Die Besitzungbesieht aus Wohnhaus mit Tenne und Stallung, Garte“ nebst 12½ Morgen Weide und Ackerland,(arondiert) alles in bester Kultur. Zu diesen 12½ Morgen die zum Verkaufe stehen, kann noch eie Partie Wiese und Acker vom Herin Jeusfeld nach Uebereinkunft zugepachtet werden. Das Objekt liegt ¾ Stunden vom Bahnhof Gross-Reken, eine Besichtigung kann zu jeder Zeit beim Herrn Jeusfeld stattfinden. Verkaufsbedingungen liegen bei mir offen. Bei Anfrage Rückporto. Hos. Copiksine vereid. Buktionelor, Eallern, Tellien 9. Fämdliche Pogaraturel. von Haarsbangen u. Haarschmuck dauerhaft und billg. Bochmiann, Dort#2n. Recklin ghäuserstraße. Torsstreu in Ballen Breuntorf Verkauf ständig ab Lager. Vernardy& Co. G. m.b. H. Zum Ondulleren, Iristeren und Koyswaschen halte mich bestens empfohlen. paare werden zu den höchst. 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Stadtverordnetenwahl! Daß die hiesigen Wähler und Wählerinnen bei der Reichstagswahl in alter Zentrumstreue zusammenstehen werden, dessen sind wir gewiß. Es geht hier um die höchsten Güter des Voiles und des Vaterlandes. Wenn die Masse des Volkes ihr Geld verloren und alle Verussstände sich in großer Not befunden, so ist daran nicht die Partei. sondern der verlorene Krieg schuld. Wir halten nur die Wahl zwischen harten Maßnahmen oder dem Untergang des ganzen Volkes. Wir mußten uns an einen Strohhalm klammern, um nicht in dem Strudel unterzugehen. Bei der Stadtverordnetenwahl liegen die Dinge ebenlo ernst. Große Aufgaben stehen unserer auf. blühenden Stadt bevor. Ihre Vertretung wird in nächster Zeit über Zuschläge zur Einkommensteuer, über Wohnungsund Wohlfahrtswesen, über eine etwaige Vereinigung mit den Nachbargemeinden und nicht an letzter Stelle über unsere Kulturgüter, Volksschulen und höhere Schulen, die wir jahrhundertelang in unserer Obhut hatten, zu entscheiden haben. Auf all diesen Gebieten können wir unseren Einfluß nur dann zur Geltung bringen, wenn wir eine starke Zentrumsfraktion in das Stadtparlament senden. Wir bedauern daher lebhaft die Sonderliste der christl. Arbeitnehmer, die unter Verkennung der Gesamtaufgaden des Stadtverordnetenkollegiums eine ihrer Stücke entsprechende Vertretung erstrebt. Diese gewünschte Vertretung kann die Arbeiter= und Landwirtschaft ebenso gut durch die Zentrumsliste erreichen, wenn wir treu zusammenstehen. Fünfzehn Sitze kann das Zentrum erobern wenn jede Eigenbrödelei aufhört und persänliche Wünsche zurücktreten. Das Zentrum hat den Arbeitern den 3., 7., 12., 14. und 15. und den Landwirten den 13. Platz eingeräumt. Die aufgestellten Kandidaten genießen das beste Vertrauen ihrer Gruppe. Diese werden alle gewählt, wenn die Wähler noch in letzter Stunde begreifenlernen, daß es der heiße Wunsch unsererpolitischen Gegliek ist, die starke Mehrheit des Zentrum auf dem Rathause zu brechen. Aufklärend sügen wir noch hinzu, daß Lehrer Teupe, von den Arbeitern der siebte Platz eingeräumt wurke und nicht als Beamlenvertreter anzusehen ist. Arbeitnehmer, Feldmärker, überlegt noch einmal, was am Sonntag auch bei der Stadtverordnetenwahl auf dem Spiele steht! Wählt nur die Zentrumsliste. Hundesteuer und Zentrum. Bei der Wahlagitation wird behauptet, das Zentrun habe die Hunde der Landwirte und der allein liegender Gehöfte besteuert. Das Gegenteil ist richtig. Sowoh im Kreistage als auch im Stadtverordnetenkollegium lat sich das Zentrum auf den Standpunkt gestellt, daß es ungerecht sei, den Hund des Landwirts zu versteuern, solauge ihm nicht ein ausreichender volizeillcher Schutz gewährt wurde. Das Zentrum hat im Kreistage keine Mehrheit und im Stadtverordnetenkollehium handelte es sich nur darum, ob die im Kreistage beschlossene Steuer an den Kreis oder an die Stadt fallen sollte. Da konnte man sich natürlich nur für das letztere entscheiden. Also Landwirte, sorgt für Stärkung des Zentrums, es lieg in eurem Interesse! Verkündigung der Wahlergeonisse. Am Sonntag abend 8 Uhr versammeln sich die Zentrumsanhänger im Gesellenhause, um die Wahlergeb nissen von Dorsten und Umgegend entgegenzunehmen und um die Zahl der geioühlien Stadtverordneten der verschiedenen Listen festzustellen. Nach früherem Brauch wird die Gesellenvereinskapelle musizieren. Auch werden politische Ansprachen gehalten werden. Spiel und Sport. Sportvereinigung Dorsten E. V. A-N’. Mitglied des Westdeutschen Spielverbandes E. V.“ Vorschau. Wie bereits gestern an dieser Stelle bekannigegeben kringt der morgige Sonnlag für die Dorstener Sportge“ meinde einmal wieder einen besonders guten Fußballsport mit sich.— Die 1. Mannschaft der Sportvereinigung Dorsten hat, wie wir hören, ein ganz anderes Gesicht bekommen. Die Mannschaft wird ihrem sehr guten Gegner, dem Sportverein Germania=Buer in folgender Aufstellung gegenübertreten: Krüskemper kleinespel Kaiser, K. Kiv. Ad. Köhler mann Praum Ersatz: Behlert Budde E. Wilmen Ein Blick auf diese Neuaufstellung spricht mehr wie genug. Ob sie sich indessen schon gleich beim ersten Spiele am morgigen Sonntag gut bewähren wird, bleibt abzuwarten. Jedenfalls steht fest, daß diese Elf alles daransetzen wird, einen guten Fußball vorzuführen, sodaß der Dorstener Sportgemeinde ein schöner Sportgenuß bevorstehen wird. Das Spiel beginnt um 4.30 Uhr nachmillags auf dem Platze an der Grenzstraße. Nachmittags um 2 Uhr spielt die 2. Mannschaft gegen 2. Mannschaft Germania=Buer auf dem Platze an der Alleestran=.— Die 3. Mannschaft ist spielfrei, da der Gegner in letzter Minute absagte. Drucksachen liefert diese Zeitung Belblatt Samstag, den 3. Mai Nr. 122 Zwei Steuermonate. Von * Ministerialdirektor Dr. Paul Beusch. Es ist bekannt, wie durch die Geldentwertung seit dem Juli 2 die bis dahin günstige Finanzlage des Reiches sich von onat zu Monat verschlechterte, um schließlich trotz verschiedener setzgeberischer Maßnahmen zu einem vollkommenen Zusammenbruch der Finanzwirtschaft des Reiches zu führen. Die Geldentwertung höhlte alle Steurn in ihrem Goldwerte aus und satte zur Folge, daß ähnlich, wie in der Privatwirtschaft, die Einnahmen des Reiches sich von Woche zu Woche, von Tag zu Tag und später von Stunde zu Stunde entwerteten. Die große Bedeutung der Stabilisierung der Währung, welche das unbestreitbare Verdienst der jetzigen Regierung ist, liegt vor allem darin, daß nunmehr auch die Steuereingänge wieder ein ganz ander es Bild aufweisen. Hatte man in früheren Jahren auch in Kreisen der Sachverständigen zum Teil die Meinung ausgesprochen, daß die Geldentwertung vom fiskalischen Standpunkt aus günstig zu beurteilen sei, indem die Ausgaben des Reiches sich verminderten, während andererseits infolge der progressiven Steuersätze die Einnahmen höher werden würden, so ist diese irrige Meinung durch die Entwicklung der letzten 20 Monate vollkommen widerlegt worden und es haben diejenigen recht behalten, die schon vor zwei Jahren die Stellung der Steuern auf Gold verlangt hatten. Die Geldentwertung hat nach der Seite des Reichshaushaltes gerade die umgekehrten Wirkungen gehabt, wie man früher von ihr erwartete. Die Einnahmen sind rapide gefallen, die Ausgaben dagegen sind in rascherem Tempo gestiegen, als die Geldentwertung, d. h. der Goldwert der Ausgaben war in dem Jahr größten Geldentwertung viel größer als in dem vorausgehenden Jahre. Diese letztere Erscheinung ist vor allem zurückzuführen darauf, daß die Betriebsverwaltungen schließlich vollkommen ertraglos wurden und weitaus der größte Teil des Aufwandes durch die Inflation auch bei den Betriebsverwaltungen gedckt werden mußte. Bei den schwebenden Schulwar das Anwachsen des Zinsendienstes, auch in Gold gerechnet, geradezu enorm. Während im Rechnungsjahre 1922 die monatlichen Zinsausgaben für die schwebende Schuld durchschnittlich 28 Millionen waren, betrugen diese Ausgaben im September 1923 nicht weniger als 375 Millionen Goldmark! Auch die sonstigen allgemeinen Reichsausgaben wurden höher, weil keine Uebersicht mehr vorhanden war über die Gestaltung des wirklichen Geldwertes. Die Einnahmen des Reiches gingen aber rasch zurück, sodaß in den letzten Monaten der Geldentwertung ein völliger Zerfall des gesamten Einnahmewesens eingetreten war. Dies ersieht man am besten, wenn man die Einnahmen des Monats Oktober 1923 in Goldmark umrechnet. Hält man dann dieser Rechnung gegenüber den Goldwert der Steuereinnahmen im März 1924, so sieht man deut.„ Wriche außerordentliche Bedeutung die Währungsumstellung 293., letzten Winters auf die Gestaltung der Reichsfinanzen S„etrugen die Einnahmen des Reiches in Millionen Einkommensteuer Umsaßzsteuer Stempel= und sonstige Verkehrssteuer Beförderungssteuern Zölle Sonstige Verbrauchsabgaben Verschied. direkte Steuern(Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer etc.) Einmalige Steuern Sonstige Abgaben Zusammen: Oktober 1923 März 1924 6 0.5 1,1 0.06 3.1 1,6 98 0.7 20,1 159,7 208 126,6 39.6 11,0 17,9 K 112,7 887 4.5 5953 Insgesamt wurden also im Monat März 1924 rund 30mal soviel Steuern eingenommen, als im Oktober 1923. Ueberblickt man die einzelnen Gruppen, so ergibt sich, daß vor allem die Einkommensteuer, die Vermögenssteuer, die Umsatzsteuer und die Körperschaftssteuer ganz andere Erträge abgeworfen haben. Die Einkommensteuer war im Oktober 1923 auf den lächerlichen Betrag von 4,6 Millionen heruntergesunken. Obwohl im März 1924 durch die Vorauszahlungen noch nicht die vollkommene Steuerschuld, die nach Neuregelung der Einkommensteuer für den Monatsdurchschnitt in Frage kommen dürfte, abgegolten ist, sind doch 155 Millionen mehr aus der Einkommensteuer herausgekommen als im Monat Oktober. Bei der Körperschaftssteuer liegen die Dinge noch eigentümlicher. Sie hatte im Oktober bloß 300000 A gebracht, während jetzt ein einziger Monat 26,8 Millionen erbrachte, eine Summe, die 90mal so groß ist, als der Monatsertrag vom Oktober. Die Vermögens= und Erbschaftssteuer, sowie die Besitzsteuern hatten im Oktober überhaupt keinen Ertrag mehr erbracht. Die Steuerbeträge waren so minimal, daß sich ihre Einziehung nicht mehr lohnte. Nachdem die Vermögenssteuer auf Gold umgestellt worden ist, sind aus ihr im Monat März allein 111.2 Millionen aufgekommen. Eigentümlich ist das Ergebnis der Erbschaftssteuer, die auch jetzt nur eine halbe Million einbringt. Es kann dies bloß damit zusammenhängen, daß die Erbabfälle, die nach der Umstellung auf Gold in Frage kommen, noch nicht veranlagt sind. Am allerschärfsten tritt der Gegensatz zwischen den beiden Steuermonaten bei der Umsatzsteuer in die Erscheinung. Dieselbe brachte im Ortover nur noch eine halbe Million. im Monat März dagegen 126.6 Millionen. Wenn man die Erhöhung des Satzes, die inzwischen eingetreten ist, eliminiert, so ist der rrirag der Umsatzsteuer durch die Umstellung der Steuern auf Gold zweihundertmal so groß geworden, als er im Oktober war. Hervorzuheben ist weiter, daß das Steuererträgnis vom ast zur Hälfte aus einmaligen Steuern. nämlich der Rhein=Ruhrabgabe und der Betriebsabgabe bestand. die zusammen 9,6 Millionen erbracht hatten. Im Oktober wurden also aus laufenden Steurn nur noch 10,5 Millionen Goldmark eingenommen.mus ving Bei dem Ergebnis des Monats März spielen die einmaligen Steuern nur noch eine verhältnismäßig kleine Rolle, indem aus einmaligen Steuern nach Abzug verschiedener Rückzahlungen 38,3 Millionen gewonnen wurden. Davon entfielen auf die Obligationsstcuer 30,3 Millionen. Diese Uebersicht lehrt vor allem eines mit aller Deutlichkeit: daß ohne Währungsstaoilisierung keine vernunftige Finanzwirtschaft sich führen läßt, während umgekehrt unser Steuersystem bei Aufrechterhaltung der stabilen Währung schon heute erwarten täßt, daß wir die Ausgaben des kommenden Rechnungsjahres mit Einnanmen decken können. Darum hat der Aufruf der Reichsregierung recht, wenn er vor Katastrophenpolitik warnt und in der Fortführung der Aufbauarbeit das einzige Mittel für die allmähliche Hebung ungerer wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse sieht. Linksparteien und Am kommenden Sonntag ist nicht nur für den Reichstag zu wählen, sondern auch für die Gemeinderäte. Die Wahlen zu den letzteren sind genau genommen nicht weniger bedeutungsvoll wie diejenigen zu der ersteren. Wird doch in der Gemeinde das Schicksal des einzelnen, an der Wiege bis zur Bahre, nicht minder intensiv berührt als im Lande oder im Reiche. *„* Dem Ausgang der Gemeindewahlen sieht die Sozialdemokratie mit ähnlich großen Sorgen entgegen wie den Ergebnissen der Reichstagswahlen. Hier wieder fürchtet sie ganz besonders die Konkurrenz des radikalen Bruders zu ihrer Linken, der Kommunistischen Partei Deutschlands. Man kann es daher verstehen, wenn die sozialdemokratische Presse angesichts dessen die„kommunistische Gemeindepolitik“ gründlich herunterzureißen und dafür die eigene umsomehr in den Himmel zu heben sucht. Der Kenner der Verhälmisse aber lächelt. Hat die Aaitationsvolitik, die heute die Kommunisten in den Gemeinden treiben, in ähnlicher Form die Sozialdemokratie nicht selbst praktiziert? Muß doch die sozialistische„Kommunale Rundschau“(1924, April) jetzt unmittelbar vor den Wahlen gestehen:„Die sozialdemokratische Partei hat sich verhältnismäßig spät an den Arbeiten in den Gemeinden beteiligt. Nicht von vornherein war die Auffassung von der Notwendigkeit der Teilnahme an der Gemeindepolitik Allgemeingut der Partei. Vor etwa zwei Jahrzehnten machte sich vielmehr eine starke Gegnerschaft gegen die aktive Gemeindearbeit in der Partei geltend. Für die damalige Stellungnahme eines Teiles der Parteigenossen waren wohl in erster Linie die schimpflichen Zustände unter dem Sozialistengesetz maßgebend. Außerdem dürfte der Einfluß der Katastrophentheorie mit für die Taktik der Partei gegenüber der Gemeindepolitik maßgebend gewesen sein.“ — Jedenfalls wollte die Sozialdemokratie vor dem Kriege, ähnlich wie sie den preußischen Landtag„verfaulen" lassen wollte, lange Zeit von einer Gemeindexolitik teilweise recht Fürsten des Geldes. Von Krösus bis Stinnes. Wenn jemand unermeßliche Reichtümer besitzt, werden wir von ihm immer sagen, daß er reich wie Krösus sei. Damit knüpfen wir an den halb sagenhaften, halb historischen König Krösus von Lydien in Kleinasien an, der im 6. Jahrhundert vor Christus als der reichste Mann seiner Zeit galt. Dieser Königsreichtum war aber nicht sein Glück; denn nachdem ihm das Ovakel prophezeit hatte, er würde im Kriege gegen die Perser ein großes Reich zerstören, zog er mutig ins Feld und zerstörte sein eigenes. Dennoch hat die Sage von seinem Reichtum sein politisches Unglück überlebt.„Für das irreführende Orakel hat er freilich eine ganz geraltige Summe ausgegeben, wenn man den Angaben Herodots Glauben schenken darf. Danach nämlich sollen die von ihm dem Tempel in Delphi übermittelten Geschenke, umgerechnet in deutsches Geld, einen Wert von 27 Millionen Goldmark gehabt haben. Es war freilich im Altertum leichter, reich zu werden, als ute, wenigstens für die Leute, die an der Spitze eines Slaates standen; denn ihnen blieb es unbenommen, ihren Untertanen soviel Steuern aufzuerlegen, als sie für den Luxus ihrer Lebensführung brauchten, und dazu kamen noch die erbeuteten Schätze, die sie aus siegreichen Kriegen heimbringen konnten. Unermeßlich reich waren alle orientalischen Herrscher, wie auch heute noch die unter englischer Oberherrschaft stehenden Fürsten in Indien, Schätze von nicht abmeßbaren Wert ihr eigen nennen. Besonders bekannt für ihren Neichtum waren die in Aegypten herrschenden Ptolemäer, die Erben eines Nachsolgestaates Alexander des Großen. Das Altertum nennt uns unter den Geldfürsten noch Polykrates, Lucullus, Alkibiades, Pompejus. Bekannt ist auch aus der römischen Entartung der Schlemmer Trimalchio, der nicht genug an Kostbarkeiten für den Gaumen zusammentragen konnte. Die Zeiten des emporstrebenden Christentums, der Untergang des römischen Emperiums und das Durcheinander der sölkerwanderung begünstigten zwar das schnelle Zusammenraffen von Schätzen, ließen aber die erworbenen Reichtümer auch rasch wieder zerfließen. Einen Gipfelpunkt des Luxus bildete zur Zeit der Völkerwanderung vor allem das Hoflebon in Byzanz. Im Mittelalter war der reichste der enopäischen Fürsten der burgundische Herzog Karl der Kühne, der durch seine Tochter Maria, die Kaiser Maximilians I. Cattin wurde, sein Vermögen auf die Habsburger vererbte. Es war die Zeit, in der auch das Bürgertum durch den Fleiß seines Handels mächtig emporzublühen begann. In Norditalien, in Flandern und auch in Deutschland erstarkten die großen Kaufmannsgeschlechter, die es den Fürsten gleichtun konnten. Man erzählt, wie der Nürnberger Fugger, als er den ihm verschuldeten Kaiser Karl V. als Gast bei sich sah, mit einer einzigen lässigen aHndbewegung dessen Schuldscheine in das Kaminfeuer warf. Von den etwa 50 reichen und vornehmen Bürgerfamilien Augsburg waren die Weiser die größten. Ihre Schiffeg ingen über alle Weltmeere. Sie haben auch die ersten deutschen Kolonien in Südameriko gegründet, die später wieder verloren gingen. Ein Kaufmannsgeschlecht waren auch ursprünglich die italienischen Medici, die Florenz beherrschten, mehrere Päpste aus ihren Reihen stellten und mit den großen Fürstengeschlechtern sich verschwägerten. Sprichwörtlich für Reichtum ist ähnlich, wie es im Altertum Krösus war, in unserer Zeit die jüdische Frankfurter Familie Rothschild geworden. Wenn sie auch inzwischen von den großen amerikanischen Riesenvermögen längst überschattet worden sind, so haben doch noch Ende des vorigen Jahrhunderts die in Frankfurt wohnhaften Rothschilds jeder ein jährliches Einkommen von mehr als 5 Millionen Mark versteuern können. Die nach London, Paris und Wien verzweigten Brudersamilien waren teilweise noch reicher. Ueber viele reiche Familien verfügt auch das englische Königreich, das seine finanzielle Kraft aus allen Teilen der Welt an sich herangezogen hat. Die altenglischen Familien sind besonders durch Zusammenraffung von Großgrundbesitz reich geworden. So besaß um 1900 der Herzog von Norfolk 225 Millionen Franken. Auch der englische König ist zu den„reichen Leuten" zu rechnen. Die Koburger haben es überhaupt verstanden, ihren Besitz geschickt zu vermehren. Das zeigte insbesondere der verstorbene König Leopold von Belgien. Die Hohenzollern sind durch Sparsamkeit reich geworden, obwohl sie ä zollern sind durch Sparsamkeit reich geworden, obgleich sie wiederholt ihren Reichtum in die Staatskasse haben fließen lassen. Die reichste Herrscher=Familie waren seit jeher die Orleans, die mehr als 400 Millionen Franken noch heute ihr eigen nennen sollen. Alle europäischen Maßstäbe und Begrisse verblassen aber, wenn man seinen Blick nach Amerika wendet. Der Petroleumkönig Nockefeller hat als kleiner Handlungsgehilfe angesangen. Ein Bruder von ihm heißt in Newyork„der arme Rockeseller", weil sein Vermögen bloß 100 Millionen Goldmark beträgt. Die Familie Vanderbilt ist durch Schiffahrt und Eisenbahnen reich geworden. Der alte Vanderbilt hat bei seinem Tode im Jahre 1877 mehr als 100 Millionen Dollar hinterlassen. Das Gesamtvermögen der Jamilie wird heute auf 500 Millionen Dollar geschätzt. Die aus Deutschland stammenden Astor haben ihr *„* Aber auch dort, wo die Sozialdemokratie in den Gemeinde vertretungen Platz griff, hat sich ähnlich, wie in den staatlichen Parlamenten, vielfach unsruchtbare Alles= oder Nichtspolitik getrieben, lange Agitationsreden zum Fenster hinaus gehalten, darüber, wie man es besser machen könne wenn, ja wenn einmal——— Und erst nach dem Kriege, als die Genossen in hellen Scharen in die Gemeindevertretungen einzogen, ist da auf einmal durch sie alles anders als besser geworden? Haben aber auch sie hier Bäume ausreißen können, wie sie, bordem wohl in Aussicht stellten? Haben sie vielmehr nicht einsehen müssen, daß auch hier mit Wasser gekocht wird und dementsprechend ihre Taktik einrichten mussen? Geredet worden ist auch von ihnen in Ueberfluß, aver praktisch handeln können haben sie im letzten Augenblick auch nicht viel anders als die übrigen Eemeindevertreter. Den sozialdemckratischen Massen ist die Anzulänglichkeit des praktischen Könnens ihrer Eemeindevertreter nicht verborgen geblieben. Als ferner nach der Revolution die Genossen im Staate die Sozialisierung verlangten, bedeutete das für die Gemeinden die Kommunalisierung. An entsprechenden Anregungen der Sozialisierungskommission und an praktischen Forderungen auch für die Gemeinden hat es nun nicht gefehlt. Aber mit der Kommunalisierung ist es ergangen, wie mit der einst so viel berufenen Sozialisierung. Heute geht die Entwicklung sogar den umgekehrten Weg. Heute schwimmen auch in der Gemeinde die sozialdemokratischen Felle immer weiter fort und die sozialdemokratischen Gemeindewähler erfaßt bittere Enttäuschung. *„* Darauf spekulleren die Kommunisten und wie früher die Sozialdemokraten, so versprechen sie heute den Wählern das Blaue vom Himmel, was alles werden würde, wenn sie erst das Heft in Händen hätten. Dabei kommt es in Wirklichkeit ihnen auf eine praktische Tätigkeit in den Gemeinden gar nicht an. Schreibt doch die„Kommunistische Rundschau"....„Es muß der Glaube zerstört werden, daß eine sozialistische Mehrheit Opportunitätspolitik(d. h. den gegebenen Verhältnissen Rechnung tragen) treiben müsse, weil den Kompetenzen einer Gemeinde gesetzliche Schranken gezogen sind. Wir wollen, und suchen den Konflikt mit dem Staat, weil wir ihn stürzen wollei., wir können ihn nie stürzen, wenn wir seine Gesetze respektieren. Nur wenn wir die Gemeindeverwaltungen dazu bringen, ihrem bisherigen Besitzer den Dienst zu versagen, #. unlers Tätigleit praktische Arbeit für die proletarische Also genau dieselben Rezepte wie für die Reichstagswahl. Die Kommunisten wollen erst einmal in den Gemeinden Macht gewinnen, um dann die Gewalt hier an sich zu reißen und die Diktatur des Proletariates aufzurichten. In den Gemeinden ist eine solche Politik aver ooppert gefährlich, weil hier ein Bürgerkrieg besonders scharfe Formen annehmen müßte und andererseits die Führung eines Gemeindewesens besondere Klugheit und Erfahrung erfordert. Daß diese Eigenschaften in starkem Maße bei den kommunistischen Worthelden und Radauschlägern zu holen wären, wird man wohl kaum sagen wollen. Darum auch bei den Gemeindewahlen am 4. Mai keine Stimme für den Kommunismust Aber ebensowenig eine solche den Sozialdemokraten, die e ähnlich wie jene an großen Versprechungen nicht fehlen lassen, umsoweniger aber auch in den Gemeinden mit Taten und Erfolgen aufwarten können. Der aufgeklärfe Teil der Wählerschaft steht den sozialdemokratischen Lockungen auch für die Gemeindewahlen am 4. Mai mit berechtigtem Mißtrauen gegenüber und wählt der Vorsicht halber die Partei, diesich auch in den Gemeinden seit Jahrzehnten bewährt hat, nämlich die Zentrumspartei! Einberufung des westfälischen Provinzial=Lanötages. Das Preußische Staatsministerium hat den Westfälischen Provinziallandtag für Sonntag, den 18. Mai ds. Is. nach Münster zusammenberufen. Besatzungsbehörde und Wahlrecht. A Mannheim, 2. Mai.(Drahtber.) Die französische Besatzungsbehörde hat dahin entschieden, daß die in den pfälzischen Gesängnissen infolge der Sevaratistenherrschaft und deren Ende untergebrachten deutschen Gefangenen nicht wählen dürVermögen aus der steigenden Rente des Newyorker Bodens gewonnen. Der letzte Astor, Mr. William, ist nach England übergesiedelt, weil er der Meinung war, als Gentleman nicht in Amerika leben zu können. Der reichste Mann der Welt war bis zu seinem Tode Andrew Carnegie. Er ist im Elend als Sohn eines armen schottischen Webers zur Welt gekomen. Harrison, den der Strudel des Lebens kräftig umhergespült hat, konnte bei seinem Tode immerhin mehrere hundert Millionen Dollar hinterlassen. Pierpont Morgan gehört zu den großen internationalen Finanziers, die auch für den Wiederaufbau des zusammergebrochenen Europas viel genannt worden sind. Der berühmte Schiff, ein Mann deutscher eHrkunft, stand im Anfang seiner Laufbahn hinter dem Schalter einer Bank. Mehrere der amerikanischen Finanzgrösen liefen in ihrer Jugend als Zeitungsverkäufer in den Gassen umher, so z. B. Doberty, der einer der Petroleumkönige geworden ist. Sie alle hat in wenigen Jahren Henry Ford überflügelt, der die Automobilindustrie seiner Heimat zu einem gewaltigen Ausschwung gebracht hat. Ford ist heute wohl der reiähste Mann der Welt. Auch in Deutschland ist ein gesunder Nährboden für di Entwicklung größerer Kapitalien vorhanden gewesen. Die aus ganz kleinen Verhältnissen hervorgegangene Familie Krupp war so etwas wie eine ungekrönte Dynastie im rheinisch=westfälischen Wirtschaftsgebiet. Das Vermögen der Familie betrug vor dem Kriege 283 Millionen Goldmark. Zu den reichen Familien des deutschen Westens gehören auch die Thyssen, Kirdorf und Haniel. Im Saargebiet ist die Familie Stumm groß geworden. Einen beispiellosen Ausstieg hat in Dresden Karl Lingner seinerzeit genommen, der mit einem Betriebskapital von 300 Goldmark anfing und durch die großzügige Reklame mit seinem„Odol“ in kurzer Zeit 21 Millionen Goldmark zusammenbrachte. Im Zeitungsgewerbe haben es die Familien Mosse, Scherl und Ullstein zu ansehnlichen Reichtümern gebracht. Mit den Warenhäusern wuchsen empor Tietz und Wertheim, in der Industrie sind führend Borsig, Siemens, Rathenau, im Bankwesen Mendelssohn, Bleichschröder, Gwinne, Urbich, Fürstenberg, Delbrück. Sie alle wurden in dem letzten Jahrzehnt weit in den Schatten gestellt von Hugo Stinnes, der eine bisher in Deutschland unbekannte wirtschaftliche Macht in seinen Händen zu vereinigen verstand. Aus dem Kohlenhandel hervorgegangen, vereinigte Stinnes in den ihm angegliederten Konzernen Bergwerke, Hütten, Schiffsreedereien, Zellstoffabriken, Papierfabriken und Zeitungsunternehmungen. Wie groß sein Privatvermögen schließlich gewesen ist, wird wohl niemand genau angeben können. Weit über dessen Umsang hinaus ging jedoch unzweifelhaft die wirlschaftliche Macht und die Kapitalsfähigkeit der in seiner Hand zusammengeballten Unternehmungen. W Sozialdemokratie uno „Neuproletariat“. Angesichts der der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei unmum##tischer Seite drohenden Gefahr eines Deutschlands von kommuistischer Seine orghengen##,.— großen Wählerverluster bei den bevorstehenden Reichstagswahlen läßt die erstere es sich aufs äußerste angelegen sein, sich neue Wähler zu suchen in den Schichten, die bisher nicht sozialdemokratisch zu wählen gewohnt waren. Als ein derartiges Rekrutierungsgebiet sieht sie heute ganz besonders das„Neuproletariat an. Mit diesem allerdings nicht übermäßig schmeiTitel belegt nämlich der sozialdemokratische Angetelltenführer S. Aufhäuser in der sozialdemokratischen Presse diejenigen Volksschichten, abgesehen von den Arbeitern als dem alten“ Proletariat, durch die Geldentwertung ganz besonders in ihrer Lebenshaltung herabgedrückt worden sind, nämlich die Angestellten, Beamten, vor allem aber die Akademiker und die ehemaligen Pensionäre und Rentner und macht hier für seine Partei Propaganda. G Der böse„Kapitalismus“, worunter hier die bürgerlichen Parteien und die bürgerliche Regierung verstanden wird, soll diese Schichten auf dem Wege des Währungsverfalles„enteignet und proletarisiert" haben. Dafür sollen sie sich an diesen rächen und mit den Arbeitern die sogenannte Einheitsfront bilden. womit dann auch für das„Neuproletariat“ die Möglichkeit neuen— sellbstverständlichen— sozialistischen Aufstieges und neuer Kultur gegeben sei. Gut gebrüllt Löwe, Siegfried Aufhäuser! Die Sache hat für dich und deine gloriose Partei nur einen Haken, namlich den, daß die Kreise. auf die Löwe Siegfried spekuliert, über die wahren Urfachen ihres wirtschaftlichen Niederganges— teilweise bis zur völligen Verelendung— ganz anderer Meinung sind, als die sozialdemokratischen Wahllockvögel. Wie soeben auch der sozialdemokratische Innenminister Karl Seocring in der Nummer 3 der„Sozialistischen Monatshefte“ mit Recht wieder hervorhebt, ist die Währungsfrage„nicht nur eine finanzbechnische, sondern mehr denn je eine volkswirtschaftliche: In ähnlicher Weise betont an gleicher Stelle eine andere sozialdemokratische Autorität, Max Schippel, daß dem Uebel des Pshmmseralles mit ven deastengeltischen und wattlegschen Eingviffen wirksam nicht gesteuert werden könne und iß es in erster Linie einer gründlichen Wiederaufrichkungspolitik auf dem Produktionsgebiete bedürse, wenn die deutsche Währung wirblich genesen sollte. Nicht ohne Vorbedacht spottet Schippel weiter od der„Tagespolitischen Verlegenheitsroutine und agitatorischen Gelegenheitsmacherei“, mit der seine Parteigenassen die Währungssanierung betrieben. And das mit vollstem Recht! Die sozialdemokratische Mißwirtschaft nach dem Kriege, die dem Kredit der deutschen Wirtschaft im Ausland untergrabende Spielerei mit der SoziaUisierung, der Mangel an Mut zu einer wirblichen Produktionspolitik, das seige Zurückweichen vor der Verantwortung in wirtschaftlichen und nationalen Dingen, all diese und noch andere soziald emokratische Verfehlungen sind neben den Einwirkungen vom Ausland und dem Zerfall unserer Zahlungsbilanz(die ebenfalls wieder bedingt wurde durch eine Verbrauchs= statt einer Produktionspolltik) die tiefsten Mitursachen für den Währungszersall. Hier trägt die Sozialdemokratie ein gerütteltes Maß von Mitschuld, der gegenüber ihr Bedauern mit den Opfern der Inflakion nur wieeinwidriges Pharisäertum wirken Die Sozialdemokratie geht also von völlig jalschen Voraussetzungen aus, wenn sie glaubt, die heute ohne Zweifel vorhandene teilmeise große Notlage der verschiedenen Schichten— sagen wir einmal— des gebildeten Bürgertums für ihre parteipolitischen Ziele ausbeuten, unter diesen moralische Eroberungen machen oder sich gar eine feste politische Kundschaft sichern zu können. Für den ruhig abwägenden Angehörigen des unkapitakistischen Bürgertums ist die Frage des Verhältnisses zur Sozialdemokratie sowohl als politische wie wirtschaftliche Bewegung nicht eine Frage etwaiger Stimmung und Taktik, sondern eine grundsätzliche. Denn das was Siegfried Aufhäusser und mit ihm die sozialdemokratische Presse so liebenswürdig neues Proletariat nennt, ist in Wirklichkeit gar kein Proletariat. Es würde es auch nicht sein, wenn es nach Vermögens=, Einkommens= und Lebensverhältnissen von der Arbeiterschaft nicht mehr zu unterscheiden wäre. Denn: den Proletarier macht nicht das allein aus, was der Mensch hat, sondern was er ist. Das verarmte Bürgertum verteidigt in der bürgerlichen Welt sich selbst; es will sich die wirtschaftliche Grundlage für den ferneren Mitbesitz der tausend Dinge des geselligen, geistigen, häuslichen und persönlichen Lebens erneut retten, die das sozialistische und kommunistische„alte“ Proletartat in tödlicher Feindschaft bekämpft, denen es täglich von neuem den Vernichtungskrieg ansagt. Ihm und damit der SoKaldemokratie oder gar dem Kommunismus sich anschließen chieße für das verarmte Bürgertum Selbstmord begehen, um sein Leben zu retten. Das sozialdemokratische Liebeswerben um den verarmten geistigen Mittelstand ist deshalb so besonders intensiv, weil die ##aldemokratie selbst am besten weiß, daß sie ohne Mithilfe dieser geistigen Schichten niemals ihren Zielen näher kommen kann, ander alls diese bisher so wenig den sozialdemokratischen Lockungen gefolgt sind. Und zwar aus dem sicheren Gefühl heraus, daß in der Sozialdemokratie nicht etwa die Bedürfnisse der Geistesarbeiter die Taktik und Politik der Partei bestimmen, sondern in erster Linie diejenigen der Massen, der Lohnarbeiter. Eine Partei aber, die wesentlich oder fast ausschließlich sich an den Interessen und Wünschen der Handarbeiter orientiert, die basiert auf einer Weltanschauung. die wegen ihrer materialistischen Grundlage gerade auch den Kopfarbeiter so wenka befriedigen kann und zu völligem Versagen nach Krieg und Revokution bezüglich des Wiederaufbaues von Wirtschaft und Volkstum führen mußte, wird auch am 4. Mai sich vergevens um die Stimmen des Neuproletariates bemüht haben. Dieses dankt für Siegfried Aufhäusser und seine Süd'rsichte. Der Berliner Lokal=Anzeiger veröffentlicht Einzelheiten über die Mordtaten und die Mordpläne der deutschen kommunistischen Tscheka. Das Geständnis der verhafteten Mitglieder der Mordorganisation und die vorgefundenen Urkunden hätten ergeben, daß die Tätigkeit der Geheimorganisation im Auftrage und in engster Zusammenarbeit mit der Leitung der kommunistischen Partei erfolgte. Der erste Auftrag. der der Tscheka erteilt wurde, war die Ermordung des Generals v. Seeckt. Anfang Dezember hätten zur Ausführung des Auftrages die beiden Mitglieder Pöge und Szon und der Leiter der Tscheka, Neumann, den Befehl erhalten, den General im Tiergarten während eines Spazierrittes vom Pferde zu erschießen. Der Plan sei nur daran gescheitert, daß v. Seeckt an dem fraglichen Morgen nicht ausritt. Ein zweiter Plan, dahingehend, den General durch eine Bomde zu töten, sei aufgegeben worden, weil man befürchtete, daß die Polizei Kenntnis davon erhielt. Zur Ausführung gelangte der Mordanschlag gegen den von der Kommunistischen Partei als Spitzel bezeichneten Friseur Johann Rausch in Berlin. Rausch erhielt am 7. Januar von Neumann in dem Flur des Hauses, in dem Rausch wohnte, zwei Schüsse, an deren Folgen er bald darauf im Krankenhaus verstarb. Wie der„Vorwärts“ mitteilt, hat sich die Zahl der verhafteten Mitglieder der kommunistischen Geheimorganisation auf 15 erhöht. Ein Teil der Festgenommenen, darunter Neumann, befindet sich in Gewahrsam der Stuttgarter Polizeibehörden. während der 1 Rest, darunter der eszentliche Deiter dir Organisatlon, Hellmuth alias Goress, in Berlin in Haft sitzt. Die Angelegenheit beschäftigt bereits den Oberreichsanwalt. Im Anschluß an die Veröffentlichung der politischen Ermittlungen über die Tscheka wird dem„Tag“ noch folgende Begebenheit mitgeteilt, die den Beweis liefert, daß die Kommunisten die Beseitigung unbequemer Personen schon geraume Zeit betrieben haden. In der Zeit der kommunistischen Unruhen in Berlin wurden zahlreiche unbekannte Leichen aus dem Landwehrkanal und der Spree gelandet. Fast alle diese Toten wiesen Schußverletzungen auf. Die Persönlichkeiten waren jedoch nur in sehr wenigen Fällen festzustellen, da Papiere usw. fehlten, verschiedentlich sogar die Wäschezeichen enifernt waren. Schon damals tauchte die Vermutung auf, daß es sich um Mordtaten der Kommunisten handeln müsse, doch in der Zeit der damaligen Unruhen und der durch die kommunistische Besetzung des Berliner Polizeipräsidiums herbeigeführten Verwirrung der Polizeiakten waren die Nachforschungen fast unmöglich gemacht worden. Dies ist ame! Londern der Bleistift: den Du endichltage nicht vergessen Gartes Für im kreuze den Hreis der Aartei an, die Du wählst! Hast Du ihn dennoch vergessen, derrlächere denders mit dem Tegere K18.9 110 Aus aller Welt. Verhaftung eines deutschen Steuerdefrandanten in Schweden. w. Berlin, 2. Mai.(Drahtber.) Wie das„Berliner Tageblatt“ aus Stockholm meldet, ist in dem schwedischen Badeort Sastjoe bei Stockholm der deutsche Kaufmann Eisenschmidt auf Antrag der deutschen Behörden verhaftet worden, da der Verdacht besteht, daß dieser Kaufmann Steuern in Höhe von 60000 Goldmark hinterzogen hat. Ueber die Auslieserung finden zwischen den beteiligten Staaten Verhandlungen statt. Ein Automobil vom Zuge überfahren" w. Berlin, 2. Mai.(Drahtber.) Nach einer Meldung des „Lokalanzeigers“ aus Augsburg wurde zwischen den Eisenbahnstationen Possenhofen und Starberg ein Automobil vom Zuge überfahren und die beiden Insassen, ein Architekt und seine Frau schwer verletzt. Das Unglück wurde dadurch hervorgerufen, daß die Schranke nicht geschlossen war. Die Marienburger Schiffsbrücke in Gefahr. Das Hochwasser im östlichen Deutschland hat die stellenweise dort noch üblichen Schiffsbrücken in Gefahr gebracht. So ist die ralte Schiffsbrücke dei Marienvucg nahe daran, ein Opfer der Fluten zu werden. Immer wieder haben sich die Prähme mit Wasser gefüllt, und obwohl Scharen von Erwerbslosen eifrig tätig waren, sie wieder auszuschöpfen, ist ein Prahm bereits in den Fluten der Nogat verschwunden. Auch die anderen Prähme sind Wasserdurlässig. Der Verkehr ist natürlich gesperrt, Eine neue Stadt in Schlesien. Im mittleren Schlesien hat sich die Gemeinde Langenbielau, die mehr als 17000 Einwohner zählt, durch seine bemerkenswerte Textilindustrie allmählich zu einer Größe entwickelt, die weit über den Charakter eines Dorses hinausgewachsen ist. Langenbielau trug schon längst das Bild einer Stadt. Jetzt ist hier ein seit mehr als 50 Jahren verfolgtes Bemühen, auch im Verwaltungssinne Stadt zu werden, endlich erfolgreich gewesen. Die Gemeinde erhält nunmehr das Recht, die Städteordnung einzuführen. Luftverkehr Deutschland—Holland. X Berlin, 2. Mai.(Drahtber.) Der regelmäßige Luftverkehr Berlin—Amsterdam wurde gestern wieder eröffnet. Das erste Flugzeug des deutschen Aero=Lloyd startete heute morgen kurz vor 10 Uhr in Staaken. Das ungefährliche Achtel. Eine ergötzliche Geschichte wird aus einem ländlichen Wahlkreis Norddeutschlands erzählt, in dem für einen demokratischen Kandidaten von seinen Freunden eine rege Propaganda entfaltet wurde. Ein Wahlredner hatte auf den demokratischen Kandidaten in einer Versammlung, in der fast nur wackre Landsleute anwesend waren, eine fulminante Rede gehalten, uns es war alles sehr gemütlich verlaufen. Schließlich sagte ein Bäuerlein zu dem strahlenden Redner:„Nu könnten Sie uns auch noch ein Achtel Bier spendieren!“ Worauf dieser erwiderte:„Das täte ich gern, aber das wäre ja Wahlbeeinflussung.“ Da meinte der andere treuherzig:„Wenn's deswegen ist, dann können Sie er ruhig tun. Wir wählen Ihren Freund ja doch nicht!“ Tausende Skelette ern ordeter Armenier an holländische Leimfabriken verkauft! In dem Hasen Vathy ist eingeheimnisvoller holländischer Dampfer eingelaufen. Die ganze Ladung besteht aus menschlichen Gebeinen, die aus Kleinasien geholt worden sind. Wie die Blätter melden, hat sich ein schwunghafter Handel in dieser schaurigen Ware entwickelt. In Kleinasien und Anatolien werden die Skelette der ermordeten Armenier und anderer Leichen von den Eingeborenen ausgegraben und an holländische Leimfabriken verkauft. Das Gerücht von der grausigen Last verbreitete sich mit Windeseile im Hasen von Vathy und die Bevölkerung strömte herbei, um von den Matrosen und Hasenarbeitern näheres zu erfahren. Die Besatzung bestätigte, daß sich Tausende von Säcken mit Skelettan an Bord befinden. Der Erfinder der Kunstseide gestorben. Graf Hilaire de Obardonnet: der Erfinder der künst lichen Seide, ist in Paris gestorben. Wie in der„Nature" in einem Nachruf mitgeteilt wird, wurde er durch die Pasteurschen Arbeiten über den Seidenwurm ganz zufällig dazu angeregt, sich ebenfalls mit diesem Tier vom biologischen Standpunkt aus zu beschäftigen, und dieses Studium brachte ihn dann auf den Gedanken, die Arbeit des Seidenwurmes durch künstliche Herstellung zu ersetzen. Die wesentlichen Punkte seiner Erfindung wurden von ihm in einer Beschreibung niedergelegt, die er 1884 der Pariser Akademie der Wissenschaft versiegelt zur Aufbewahrung übergab. Im Jahre 1889 führte er dann sein Verfahren auf der Pariser Ausstellung vor, und es erfolgte die Gründung einer Ersellschaft, die die industrielle Ausnutzung der Erfindung in die Hand nahm Handel, Industrie und das Ausfuhrgeschäft der deutschen Textilindustrie. Von unserem fachmännischen Mitarbeiter. Seit der Stabilisierung der deutschen Währung ist das Ausfuhrgeschäft der Textilindustrie immer mehr zuruckgegangen und der Umstand, daß in den letzten Wochen einzelne Artikel wieder einige Auslandsaufträge aufweisen, vermag an dieser bedauerlichen Tatsache nichts zu andern Die Preise unserer deutschen Textilwaren sind eben im Vergleich mit den Notierungen der ausländischen Konkurrenz zu hoch und erschwerend kommt noch hinzu, daß auch die Lieferungsund Zahlungsbedingungen einen Vergleich mit der ausländischen Konkurrenz nicht aushalten können. Es mag unserer Industrie schwer sein, ein gleich langes Zahlungsmittel wie die Fabrikation des Auslandes zu gewähren, weil sie selbbst an einer ganz empfindlichen Kapitalknappheit leidet. Die Erfahrungen der letzten Monate haben deutlich bewiesen, daß gerade der Wiederaufbau des Ausfuhrgeschäftes sehr von den Lieferungs= und Zahlungsbedingungen abhängig ist und daß deshalb die deutsche Textilindustrie hierbei bis an die äußerste Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gehen muß. Aber auch in anderer Beziehung geschieht von unsern deutschen Fabrikanten nicht alles, um ihren Angeboten nach dem Auslande von vornherein eine größere Erfolgaussicht zu sichern. Man macht zum Beispiel zwischen den Angeboten nach Plätzen des Festlandes und nach Uebersee keinen Unterschied. Für die Ausbreitung der deutschen Ausfuhr ist es von Bedeutung, daß jüngst zwischen Deutschland ein Siam ein vorläufiges Wirtschaftsabkommen abgeschlossen werden konnte und daß dadurch deutschen Erzeugnissen der siamesische Markt wieder geöffnet wurde. Auch nach Westsamoa ist die Einfuhr deutscher Waren seit dem 1 April wieder freigegeben worden. Von den Märkten des Ostens interessiert besonders Japan, das in der letzten Zeit deutschen Sportartikeln eine größere Ausmerksamkeit schenkt und dabei von den Erzeugnissen der Textilindustrie Strickwaren wie Sportmützen, Strümpse, Handschuhe und Schlüpfer berücksichtigt. Marokko bietet auch für Tertilwaren gute Absatzmöglichkeiten. Man hat hier besonders mit der Konkurrenz Frankreichs und Englands zu rechnen und in der letzten Zeit bemüht sich auch die Textilindustrie in der Tschechoslowokei um dieses Absatzfeld in steigendem Maße. Die von der deutschen Textilindustrie vielfach mit einer gewissen Vorliebe bearbeiteten Märkte Südamerikas bieten zur Zeit im allgemeinen weniger gute Aussichten, denn die wirtschaftliche Lage dieser Länder ist nicht sehr günstig. Wirtschaftlich am besten steht eigentlich noch Pern da und dieses Land würde deutschen Erzeugnissen ein ganz gutes Absatzfeld sein können wenn hier nicht eine erhebliche finanzielle Abhängigkeit der Großunternehmen von England und Amerika bestehen würde. Die Zeiten, da unsere Industrie an den Auslandsgeschäften mehr rerdienen konnte als im Inlandsgeschäft, sind vorüber. Sie muß versuchen, ihre Preise denen der Konkurrenzen des Auslandes anzupassen und sich dabei mit einem bescheidenen Nutzen begnügen. * * Die Reichsbank in der dritten Aprilwoche. Die Hinzugänge zur Aechsel= und Lombardanlage ist von 31,6 Trill. in der Vorwoche auf 18.7 zurückgeführt. Die ausgeliehenen Rentenmarkkredite zeigen erstmalig eine Verminderung, und zwar um 37 Mill. Rentenmarkt. Die Nentenmark=Wechselbestände nahmen um 14.4 auf 11495 Mill. ab, während die RentenmarkLombardforderungen um 10,7 aus 118,8 Mill. anwuchsen. Die ausgeliehenen Papiermarkkredite erhöhten sich um 22.4 Trill.; das Papiermarkwechselkonto stieg auf 757,2 das Papiermarklombardkonto auf 24,1 Trill. Der Effektenbestand vermehrte sich um 91.4 auf 91,9 Trill. durch Uebernahme von Aktien der Golddiskontbank. Die Zuflüsse an fremden Geldern waren groß; sie überstiegen die gewährten Kreditzummen. Die Girobestände erhöhten sich um 93.9 auf 934,9 Trill. Der Umlauf von Reichsbankscheinen und Rentenbanknoten verminderte sich um 77 Mill. Goldmark. Der Banknotenumlauf verminderte sich auf 674 Trill., der Umlauf an Rentenbankscheinen auf 1653 Mill. Rentenmark Der Rentenmarbbestand wuchs von 259,8 auf 332.6 Mill. Rentenmark. Das Darlehen bei der Rentenbank, blieb unverändert. Der Goldbestand weist eine neue Verminderung um 18 auf 441,8 Mill. Goldmark auf. Die Bestände an Scheidemünzen stiegen um 0,3 auf 1.3 Mill. Goldmark. * Gelddiskontbank und Geldmarkt. Die bisherige Tätigkeit der Golddiskontbank wirkt sich berits erleichternd auch am offenen Geldmarkt aus. Die Zinssätze sind für Dollar= und Pfundkredite in den letzten Tagen nennenswert zurückgegangen. Zwischen ersten Banken und Bankhäusern stellten sich diese Zinssätze am 30. April auf 14 2 das Jahr, wöhrend kurz vor Ostern noch 17—18% dafür bezahlt worden waren. w. Der Goldwert des Silbergeldes. Aus Anlaß der jetzt erfolgenden Ausgabe der neuen Silbermünzen zu 1 und 3 Mark werden Zweifel ausgesprochen, ob diese den entsprechenden Betrag in Goldmark darstellen, da sich auf ihnen weder die Bezeichnung Goldmark noch Rentenmark findet. Es sei daher auf§ 3 des Gesetzes über die Ausprägung neuer Reichssilbermünzen vom 20. März 1924 hingewiesen, wonach die neuen Münzen auf Verbindlichkeiten, welche in gesetzlichen Zahlungsmitteln erfüllt werden können, in der Weise in Zahlung zu nehmen sind, daß eine Mark in Silbermünzen einer Goldmark gleichgesetzt wird. Goldmark in diesem Sinne ist der Wert von 1/1200 Kilogramm Feingold. * Deutschlands Kohlenproduktion im März. Vom Statistischen Reichsamt werden jetzt die Förderziffern des deu schen Bergbaues für März bekanntgegeben. Danach wurden 10.82 Mill. Tonnen Steinkohle gegen 7,78 i. V. und 11.36 im Jahre 1913 gefördert. Die Braunkohlenproduktion betrug 10.39 Mill. gegen 11.46 bezw. 6.7 Mill., die Kokserzeugung 2,1 Mill. gegen 1.93 bezw. 2.52 Mill., die Steinkohlen=Briketcherstellung 0.29 gegen 0.20 bezw. 0.43 Mill. und die Braunkohlen=Brikettherstellung 2.46 gegen 2,70 bezw. 1,63 Mi. Diese Zahlen beziehen sich auf das gesamte Deutsche Reich ohne Saargebiet. Wie die Zisfern erkennen lassen, ist erfreulicherweise die Vorkriegsproduktion in fast allen Sorten nahezu eereicht. * Westfälische Baumwollspinnerei Gronau i. W. In der jetzt veröffentlichten Goldmarkeröffnungsbilanz der Gesellschaft ner 1. Januar 1924 erscheinen u. a. Fabrikgebäude und Maschinen 500000, Grund= und Wohnungenkonto 100 000, Wun. und Pferde 1, Debitoren 210 643, Effekten 248, Kasfe 46, Vorschuß 180. Affekcrang 2890, Vorräte an Baumwolle, Garnen usw. 332 984, Kapitalentweriungrkonto 17 850, und anderegel## tationsoknto 283 750, Kreditosen 135 789 und schuldige Löhne 1105 Goldmark. Das Aktienkapital beträgt 745 200 Goldmark * Konkurse im Adril 1924. Die Zahl der neueröffneten Konkurse ist in andauerndem starken Steigen begriffen, die meisten Schuldner Gebrauch von der Rechtswohltat der schäftsaussicht machen. Es sind nach einer Zusammenstellung der Finanzzeitschrift„Die Bank“ im April 125 Konkurse eröffne worden gegen 62 im März. 42 im Februar und 28 im Januar Unterhaltungsbeilage der Zeno=Zeitungen Samstag, den 3. Mai 1924 vier glückliche Menschen. ++ „Ich heirate eine Witte, die Nichte von Francis Markrute; ou kennst ihn doch!“ Lodr# Ethelrida nickte bejahend.„Sie ist das wunderbarste und dabe anziehendste Geschöpf, welches dir je ist. Du wirst mich verstehen, sobald du sie siehst. Sie hat stürmische, schwarze Angen,— nein, schwarz sind sie nicht— mehr schieferfarben; rote Haare und ein weißes Gesicht. Dazu eine Gestalt——!! Ich glaube, ich bin furchtbar verliebt in . A g l a u r n t n u r, T r i s t r a m! W e i ß t d u, d a ß d a s a l s H e i r a t s grund sehr wunderlich klingt. Tristram trank rasch seinen Tee aus und sprang auf. Er war heute besonders ruhelos. „Sie ist die Art von Frauen, die die Männer verrückt machen ## erst kennen;— ich denke, daß ich auf dem Wege Als er den amüsierten Ausdruck in dem Gesicht seiner Cousine bemerkte, brach Tristram in ein knabenhaftes Lachen aus:„Die Tatsache ist, so wunderlich es klingt, daß ich sie eigentlich gar nicht kenne. Nur dir will ich dieses Geständnis machen, hörst du, Kind! Ich bedarf heute deines Trostes—— ich bin abfällig von meiner Braut behandelt worden. Trotzdem werden wir uns am 25. Oktober verheiraten. Sei doch bitte recht nett zu ihr. Ich glaube, sie hat bis jetzt ein ganz verfehltes, jedensalls unglückliches Leben gehabt“. „Ich tappe da noch vollständig im Dunkeln, lieber Tristram Wenn du mir aber etwas Näheres von ihr erzählt hast, auch wie und wo du sie kennen gelernt, verspreche ich dir, so nett wie möglich zu ihr zu sein.“ „. Lord Tankred setzre sich wieder auf das Sofa und berichtete reicht verlegen den trockenen Sachverhalt. Es wäre alles sehr plötzlich gekommen; aber das sei ja das, was er sich immer gewunichr gurr:„Meine Braut ist jung, schön und reich;— sehr zurückhaltend— eher kalt. Sie gedenkt jetzt sofort nach Paris abzureisen und erst eine Woche vor der Hochzeit zurückzukommen. —— wie?— Trotzdem wird meine liebe Cousine ein., ehen für mich haben und nicht mit mir rechten.“ Ethelrida schwieg. Ungeachtet des losen Zusammenhanges In seinem Bericht, war ihr doch sofort klar geworden, daß ein frischer Strom von neuen Empfindungen durch das Leben ihres Vetters gegangen war— sie kannte den Charakter der Guisre#dlich str., sie üver seine Hand hin, tat ohne jede Indiskretion Fragen voll warmem Interesse: und in einer klei### war es ihr gelungen, die Unruhe in ihm zu beschwichSchließlich berührte das Gespräch zwischen den beiden auch die am zweiten November stattfindende Jagd. „Ich hoffe, dein Vater wird die Güte haben, Francis Markrute einzuladen, und außerdem noch jemand— die Gräfin Schelsky ist dann bereits Ladn Tankred— verstehst du mich?“ doa,, daß diese Jagd meine und ros„Seche ist, du liebe akte Gans!. Selbstverständlich kannst du deine Zara mitbringen. An Markrute werde ich enenmeint zwar, er sei ein zynischer Ausländer, aber ich habe ihn trotzdem gerne.“ Kavitel IX. Die Morning Post hatte die Anzeige von Lord Tankreds Verlobung gebraa.. Wie eine Bombe schlug diese Nachricht in die Gesellschaft ein. Wohl war von seinem Auswandern nach Kanada gesprochen worden; man hatte sich darüber belustigt, ohne daran zu glauben. Und statt dessen seine Verlobung! Beinahe wäre Laura Highford, als sie die Zeitung zur Hand genommen, vor Schreck gelähmt zu Boden gesunken. Das konnte ihr geschehen—— wie sollte sie es ertragen?!— Sie griff unwillkürlich nach ihrem Herzen. In ihr Gesicht trat ein verzweifelter Ausdruck. So war es denn zur Wahrheit geworden! Er hatte ihr ja oft genug gesagt, daß er keine weiteren Szenen von ihr vertrage, und trotzdem hatte sie sein Schweigen seit der Begegnung in Cowes nur als schlechte Laune aufgefaßt Gräfin Schelsky—— was bedeutete dieser Name? Nichte 5ecd Toch den Naesch.— an, da lag ja alles klar; das gab den Ausschlag!— Wie verabscheungswürdig doch diese Männer waren! Noman von Elinor # ia Nach, einer, Seite beruhigend wirkte es für Laura, daß sie sich der Gesellschaft gegenüber nichts vergeben hatte. Immerhin wese Lore, Fapk, H#e graße Feu, in ihrem Hutschmuck ge# Er sah, so sehr gut aus; wie eitel war sie auf ihn gewesen— obwohl sie sich seiner nie so recht sicher gefühlt.— Er Fan###. B au., ollte,„dieses büßen. Fürs erste erforderte die Taktik, daß sie über alles hinweg die gratulierende Freundin Rasch fuhr das Tuch über die Augen. Laura machte mit bel iche das Nähere zu erfahren. belridg, um Lüick enpesend: Carstage Redelf und swei gndere Herren, der Politi# r, der andere ein Vetter der Familie. Gerade die richtigen Leute, die jedenfalls etwas wissen würden. als Laurea den, eristen Poestoß machie: Fustück engenomne Verloluung Ihres Neffen ist ja eine große Ueberraschung, Herzog! Die gute Ladn Tankred wird entzückt sein. Auch ia, als eine seiner besten Freundinnen, habe ihm schon seit zwei Jahren zugeredet, sich zu verheiraten.“ „Ich bin ganz davon überzeugt, daß Sie es gut mit ihm gemeint ha er, antwortete der Herzog, indem er das Monokel zwinkerndes Auge klemmte.„Aber Tristram ihn nur auf Trense nehmen. Lady Highford sah auf ihren Teller:„Trense oder KanLate.#eb, ühren überhaupt ist bei Lord Tankred wohl ausgeschlossen. Und was sagt man von der jungen Schönheit? Sie kinnen sie doch wohl alle?“ „Das nun weniger. Ihr Onkel, Mr. Markrute, hat neulich .21 Po.#.c. In seiner ruhigen Art ist er ein sehr nützGars u. 40lt.#. sereg Part„Scheint überhaupt ein kapitaler Kerl zu sein. Seiner Nichte sind wir noch niemals begegnet.“ „„Das is. ja höchst seltsam.“ meinte Lady Highford—„eine Braut, die niemand kennt. Wissen Sie nicht wenigstens, ob sie jung oder alt irr Also eine Witwe, das klingt immer interanderen Seite des Tisches her nahm jetzt Lady Ethelrida das Wort:„Ich kann Ihnen wenigstens sagen, daß sie außerordentlich schön sein soll; nebenbei jung und reich. Tristram scheint sehr glücklich zu sein.“ In Lady Highfords braunen Augen flammte etwas Beunruhigendes auf, und mit viel Geschick und Takt lenkte Ethelrida das Gespräch auf ein anderes Thema über. Die Heirat mußte ja, wie sie eben zu Tristam gestanden hatte, Laura wehetun. Und gerade darum erschien es ihr geboten, die bereits an diese Inladung rückgängig zu machen. Vielleicht fand sie nach dem Essen Gelegenheit dazu. Mittlerweile, nahm d.s Frühstück seinen Fortgang. Laura aber erfaßte die Unruhe. Um der politischen Grspräche halber war sie nicht gekommen; und kaum, daß man sich vom Tische erhoben hatte, wußte sie den Better der Tankreds zu stellen. Sie nach einzurichten. Verhalten daDer junge Mann aber konnte nichts weiter berichten, als „ er kürzlich Tristram beim Rennen getroffen, und daß dieser ihm von Kanada gesprochen habe. Kein Wort von Verlobung, ec e alt i Jungen nun heute bat, mich seiner Braut vorzustellen, bekam ich den Bescheid, sie sei nach Paris gereist und käme erst eine Woche vor der Hochzeit zurück.“ „Sehr geheimnisvoll!“ flüsterte Laura.„Tristam wird dann wohl auch nach Paris abgefahren sein. Natürlich spielt hei der Ja## Geschichte das Geld seine Rolle. Es kommt bei ihm ja so sehr in Frage.“ Sir James schüttelte den Kopf:„Mit dem Maß ist Tristram nicht zu messen—— ums Geld täte der es nie. Da müßten Sie ihn doch kennen—“ fügte er verwundert hinzu. Der gute Kerl „“ eben nicht der Mann, um eine Situation rasch zu er„Naturlich kenne ich ihn!“ rief Laura lächelnd.„Trotzdem ie Sär da sein) Rännern so ine Sache: Geld lockt euch ja alle „Da möchte ich denn doch ein Wort zu Tristrams Gunsten sagen: Sie können Ihren letzten Heller verwetten, Lady Hiahwersiehe esin Vetter sich nur verheirate., wenn er wahriunig Lauras kleines, rosa und weißes Gesicht sah plötzlich alt und verzogen aus, und ihre Augen bekamen einen gelben Schein. Sie hätte es ertragen, wenn das Geld der Grund für diese Verlobung gewesen wäre—— der Gedanke an Liebe aber brachte Siich#üßer na. Sie lachte kurz auf:„Lange wird das dauern. Tankred kann eben niemand treu bleiben „Meinen Sie?— Richtig verliebt ist Tristan wohl noch nie gewesen. Die verschiedenen kleinen Techtelmechtel, die er gehabt waren immer nur vorübergehend“ mche au gegrl n. dieser Seite war nicht Gäste sich verabschiedet hatten, begaben sich Laura und Ethelrida in deren kleines Wohnzimmer. "„Du glauhst nicht, Ethelrida, wie ich mich auf eure Jagd nach Har lbire a. s„Allerdinas fahre ich morgen bier zu kein:“ gebenke aber zum zweiten November bestimmt Ethelrida griff nach Lauras Hand:„Verzeih, wenn ich zu dir, spreche: Aber ich überlegte mir gerade, ob du dich möglicherweise nicht langweilen würdest, Laura. Deine Freunde Segeworth kommen wegen des Todesfalles nicht. Es ist eben mehr eine Familienzusammenkunft. Em und Mary, Tristram t##ge Frun, außerdem Mr. Markrute, deren Onkel und die sonstigen Verwandten—“ „Das scheint mir im Gegenteil sehr amüsant zu werden. Es würde mich ja riesig freuen, die junge Ladn Tankred kennen zu lernen. Als so gute alte Freunde. wie Tristram und ich es seit Jahren sind, möchte ich ihm gleich schreiben. Weißt du. wi er sich augenblicklich aufhält?“ „Ich vermute, er ist in London.— So willst du also wirklich kommen—— das ist freundlich vor dir!“ sagte Lady Ethelrida in ihrer gelassenen Art, während ihre Gedanken weitere Wege gingen: entweder ist es schneidig von Laura, daß sie nicht abaat„ oder si, vi folat einen bestimmten Zweck. Vielleicht will sie es hinter sich haben. Jedenfalls werde ich Tristram vorbereiten! Noch einige gemachte sentimentale Reden über Tankreds Mutter und deren Empfindungen für ihren lieben Tristram. und Laura Higford bestieg ihr Automobil. Ladn Etbelrida hatte sich sofort an ihren Schreibtisch gesetzt um an ihren Vetter Tanfred wegen der Jagd zu schreiben. Er mußte wissen, wem er unser den Eingelodenen begegnen würde Leise öffnete sich die Türe und der Herrog, ihr Vater. trat ein; stellte sich an den Kamin und wärmte sich am Holzfeuer „Das Weib ist eine Katze!“ sagte er, ohne irgendwelche Einleitung. Vater und Tochter verstanden einander in scheinbar unzulammenhängenden Bemerkungen, die für den Dritten oft ein Rätsel blieben. „Sie besteht aber darauf, zur Jagd zu kommen. Ich habe Tristram eben darüber orientiert. Einmal müssen sie doch einander wieder begegnen; und ich meine, daß gerade in unserem Hause eine Unhöflichkeit Lauras nicht zu befürchten ist.“ „Well!“ sagte der Herzog und pfiff durch die Zähne. Wir können uns schon auf irgendwelche aufregende Szene gefaßt ma chen. Uebrigens wollen wir denn heute unsere Karten abgegeben bei der Gräfin Schelsky, und die meine für den Onkel auch. Wir müssen nun mal die Konsequenzen herunterschlucken.“ „Ich finde Mr. Markrute ganz nett, nachdem ich mich neulich abend zum ersten Male mit ihm unterhalten habe,“ meinte Ethelrida;„jedenfalls ist er auffallend gescheit. Wir haben vielleicht zu viel Vorurteile gegen ihn, nur weil er ein Ausländer ist und in der City arbeitet. Auf Tristrams besonderen Wunsch habe ich ##### Zweiten eingeladen:— du hast doch nichts dagegen, (Fortsetzung folgt.) Eine lustige Italienreise. Von Ernst Hofrichter. I. Dem Süden zu..! Wenn man nach Italien reist, dann sieht man erst— wieviele Koffer und Hutschachteln es in der Welt gibt. Unser Zug bekam vor der Abfahrt im Münchener Hauptbahnhof durch das Einladen der vielen Gepächstücke eine halbe Stunde Verspätung .. Und jetzt werden wir— so dachte ich mir— wegen des ichen Modewahnsinns eine halbe Stunde später nach Rom .. Ei, altmünchener Packträger fluchte uns die letzten heimataute ins. Ohr, indem er immer wieder auf das Gepäcknetz hinaufschrie, wo ein Rohrkoffer sich immer wieder weigerte — sich zwischen seine Kollegen hineinzwängen zu lassen. der Teisi bolen tal...“, damischen..: Wenn no glek alles „Sie haben über meinen Koffer keine derartigen Wünsche auszusprechen!“ erwiderte ihm eine Dame, die vom Berliner Nachtzug herüber gekommen war.—„Wissen Sie überhaupt, mas, ich, in dem Koffer have? Ich verbitte mir Ihre„Neuße„Dös is' mir wurscht, was Sie in dem Bluatskoffer drinna hab’n; von mir aus Stallhasen und a' Stieg'ng'länder..!“ S### reger„Mensch, Sie! In diesem Koffer befinden sich meine ABnuskripte, verstehen Sie!“ „So, dös a' no’! Wissen Sie net, daß Viecher in ein Coupé net mitg'nommen werden derfa?“ Aber da löste der Zugführer das sich zuspitzende Mißverständnis. Er pfiff mit beiden Lungenflügeln— und der D=Zug München—Rom bekam Bewegung. Frauentürme versanken immer mehr in den Erdboden. Aber dafür wuchsen im Süden die Alpen vom Horizont herauf. Schnee und Eis überdeckte sie gänzlich. In Kufstein wurden die großen Koffer wie Schokoladentafeln in Silberpapier aufgerissen. Vorne im Gepäckwagen erlebte ich ein zollamtliches Zwischenspiel. Der Beamte der österreichischen Zollrevision forderte, einen Herrn im Sportanzug immer wieder auf— den neben ihm Cebenden Koffen zu öffnen.— „Ich mag nicht“, sagte dieser Herr Reisende in aller Ruhe. schliehend Sie zum letzten Mal auf, den Koffer aufzu„Fällt mir gar nicht ein.“ „Gut, dann lasse ich das Schloß sprengen.“ tun Sie das— aber ich mache diesen Koffer nicht um Haaresbreite auf. zenun# warum wollen Sie denn eigentlich den Koffer nicht „Warum? Ja, weil er mir gar nicht gehört!" Das klingt wie alter Witz, aber dieses Gespräch habe ich wörtlich so gehört, und der Beamte ist darauf herengefallen. Dann kam der Bahnvorstand, der auf seinem Spazierrock nach alter österreichischer Art und Weise die rote Abfahrtsignalfahne befestigt hatte— und damit dem Lokomotivführer winkte auf daß er nunmehr ruhig ins Land Tirol hineinfahren möge. Und die spitzen Tiroler Dorfkirchen uagten wie Zahnstocher aus den weiten Schneefeldern hervor. Durch den Zug liefen die ersten italienischen Kellner; denn inzwischen war an das Ende ein welscher Speisewagen gehängt worden, aus dem es auch schon nach Spoghetti dampfte. Innsbruck kam und verschwand — und nach einer Kurve nach links gings langsam zum Brenner empor. Zur Bequemlichkeit der Brautpaare— und solcher, die es noch werden wollen— waren viele dunkelschöne Tunnels eingebaut, in denen es viel Kuß mit dem dazu passenden naheliegenden Reim gab——— Draußen lag die alte Brennerstraße, historisch stark helaftet. Almen und Wassersälle flogen in der Umrahmung des Counä= fensrers in winterlicher Pracht vorüber. Mein Nachber im Abteil wandte all dieser Schönheit den Rücken zu, öffnete eine Konservenbüchse nach der andern— und erzählte seiner Reisebegleiterin von den sieben Polenkriegen. So kam die Station Brenner, die jetzt„Brennero“ ausgerufen wro. einen italienischen Gedenkstein und Stacholdraht be sitzt. Den Zug entlang steht italienisches. Grenzmilitär postiert, von denen jeder Mann für sich eine Miene aussetzte, als hätte er den Brenner wirklich erobert. „. Und jetzt waren wir in Italien, mein Freund Bizzi und ich. And der Jug sanste wie auf einer abschüssigen Kegelbahn ins Land der Sehnsüchte und Trinkgelder hinab.——— Bunte Blätter. Die unbekannte„Elfenbein=Grube“. Elfenbein ist heute ein sehr teures Material. Das komm der Elefanten und ihrer Stoßzähne abhängt, sehr begrenzt ist und immer weniger Elefanten erlegt werden. Nach den Mitteilungen einer englischen Wochenschrift muß es aber irgendwo n den unerforschten Urwäldern Mittelafrikas noch eine riesige Vorratskammer an Elfenbein geben, die ihren Entdecker zu einem schwerreichen Manne machen würde. Diese Vermutung stützt sich auf die Tatsache, daß es bisher noch nie gelungen ist. den Körper eines Elefanten zu finden, der eines natürlichen Todes gestorben ist. Nun müssen aber alljährlich Tausende von Elefanten eingehen, die nicht der Kugel des Jägers erliegen. Die Eingeborenen behaupten nun, daß es irgendwo im Innern des schwarzen Erdteils— man vermutet in der Nähe des Victorig Ryanna=Sees— eine riesige Grube gibt mit steilabfallen. den Wänden. die die Knochen und damit zugleich auch die Stoßzähne von vielen, vielen Tausenden von Elefanten enthält. Nach den Angaben der Eingeborenen schleppt sich jeder afrikanische Elefant, der seinen Tod herannahmen fühlt, mit Aufbietung seiner letzten Kräfte zu diesem ungeheuren Massengrab und stürzt sich hinein. Die riesigen Rüsselträger sollen Tage und soaar Wochen wandern; um diese letzte Ruhestätte aufzusuchen. Allerdings ist es bisher trotz vielfachen Suchens noch niemandem gelungen, dieses gewaltige Elefantengrab im Urwald ausfindig zu machen. Im Zeichen des Automobils. Nach den letzten Statistiken gibt es gegenwärtig 17 Millionen Automobile in der Welt. Hiervon entfallen 14¼ Milnonen, d. h. 85 Prozent, auf die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Automobil=Industrie der Vereinigten Staaten beschäftigt 3 Millionen Menschen. Die amerikanische Automobilfabrikation hat im letzten Jahre 70 Prozent der Gummivorräte, o z e n t d e r G l a s f a b r i k a t i o n, 2 5 P r o z e n t d e r A l u m i n i u m f a brikation, 14 Prozent der Kupfervorräte und 54 Prozent der amer lunischen Lederfabrikation verbraucht. Gegenüber diesem Automobilfiedet serdient es Erwähnung, daß im Juhre 1894— alse wyr 30 Jahren!— bei der Prüfungsfahrt Paris—Versailles uur ein einziges Automobil von vielen Konkurrenten das Ziel erreichte. Der Bericht über dieses Rennereignes besagt, daß„das Publikum den gewaltigen Leistungen gegenüber keine Begeisterung und kein Verständnis zeigte. Von Ranchwolken eingehüllt und vom Höllenspektakel betäubt. klammerten sich die Automobilinsassen schreckensbleich an die Sitze unt waren heilfroh, wenn sie den gefährlichen Wagen verlassen * Wurzeln. 5 Von von Oheiwb. (Aus dem neuesten Heft der Zeitschrift„Gartenschönheit). Sie ist ja eigentlich häßlich, so eine in der Erde fortstehende Wurzel, die mit großer Dreistigkeit nach jedem reichen Nährstoffplätzchen hinzieht, gierig ihre tausend Finger ringsum ausstreckt und andere ihresgleichen verdrängt und bekämpft. Wo gestorbene Wurzeln faulen und ihre Säfte und Bestandteile aufhören, wo ein Engerling verdorrte, ein durch die Totengräberkäfer heruntergezogener Vogelleichnam verweste, sich also dessen gesammelte kräftige Stoffe wieder lösten, da eilt von allen Seiten gierig und verdrängerisch, rucksichtslos das Wurzelende aller Kräuter und Stämme aus weitem Umkreis herbei und schlürft und sangt und schwillt. Ueberall der Kampf ums Leben! Hier unten in der fast finsteren Boden schicht wie droben im Sonnenlicht, das eigentlich nur Luft und Frieden, Liebe und Güte bescheinen sollte. Ich sagte,„fast finsteren Boden“, denn so absolut finster ists da unten garnicht, wie wirs uns immer vorstellen. Da leuchtet der überall vorhandene Regenwurm, der glatte fleißige Lumbricus, bei durchstechenden Winden und hinterläßt eine lange rhosphoreszierende Bahn hinter sich, dort kommen zwei große Leuchtaugen des Tausendfuß, die in jener Finsternis wie blankgeputzte Laternen eines Autos, einer Lokomtive erscheinen müssen. Dort glimmt unaufhörlich in grünlichem Scheine faulendes, nasses Holz aus einer alten Weiden= oder Pappelwurl. Kurz, wer sich erst wie eine bodenständige Wurzel an diese Dunkelheit gewöhnte, der kann sich durch all diese Merkmale schon ganz gut zurechtfinden; vielleicht stecken noch viele Käfer und Larven Taschenlaternen an da unten, die wir und selbst die großen Gelehrten noch nicht mal kennen. Und wer kann es fachlich widerlegen, ob nicht doch die allerzartesten Wurzelenden auch Vorrichtungen zum Sehen haben wie zum Tasten? Solch eine Wurzel hat nun noch neben ihrem Kampf ums Leben auch die große Verantwortung für das Leben ihrer Pflanze da oben und mag ganz gehörige Befehle und Verweise erhalten bei einiger Trägheit und Lässigkeit. Darum auch eigentlich das Ringen und Drängen um jeden erreichbaren Nährstoff. jeden neu auszufüllenden Raum, den sie, wenn er ihr ganz besonders gefällt, auch möglichst dicht netzartig umspinnt und einnimmt. Wie oben im strahlenden Licht sich allerlei Pflanzen umstricken und zu töten suchen, sich verdrängen, aber auch wieder trotz größter Nähe vertragen lernen, so ists auch in der Unterwelt, es kommen allerlei Wurzeln auf kleinstem Raum zusammen von sehr verschiedener Gestalt und Schönheit oder schrecklicher Häßlichkeit. Neben glatt behäbigen Rüben und Knollen, den Vorratskammern# seinen dünnen Wurzelchen. widerlich freche zehrend zeizige Wurzeln des Schöllkrautes, die so oft in gelbroten Tropfen perlen, neben den Haarfilzen der Gräser die dürren schwarzborstigen, knorrig krummen der Birken und Nadelhölzer. Seidenseine Saugewurzeln der Kartoffeln und Dahlien, die wie die der dicken Rüben pflichtschuldig all ihre Ausbeute zurückliefern an diese großen Vorratshäuser, die noch für das nächste Jahr zu sorgen haben. Diese Saugwurzeln sterben wie die der Getreide im Herbst ab. während solche von Klee und Luzerne mehrere Meter tief gehen. um frostsicher auszuhalten über den Winter, aber auch, um bei dürren Zeiten genügend Wasser aus größeren Tiefen heraufzupumpen, oder Cavillarsträme abzulangen. r Zu gewissen Zeiten mögen arge Anforderungen an den Fleiß aller dieser Wurzeln gestellt werden von droben her, wenn die Blätter—: as.- und wenn die Blütenknospen schnell wie ürer Nachl aufplatzen, zur Blüte werden und dann wieder, wenn die jungen Triebe hervorbrechen und die Samen reifen wollen. In solchen Perioden mag der Wurzeldienst streng und hart sein, fortwährend wird Wasser von oben verlangt, während zu anderen wieder mehr Nährstoffe da sein sollen, besonders nach dem Abfall der Blätter, die ihnen ja manche Arbeit abnehmen während des Frühjahrs und Sommers. Wieviele Befehle mögen da die für uns unsichtbaren Leitungsdrähte und Sprachrohre in die Arbeitsstätten hinabrufen! Ja gleich! o schallts dann wohl herauf und schnell müssen Ueberstunden oder Reservekräfte eingesetzt werden. Dann heißt es eben strenge Arbeit von Pumpe und Mahlmühle und am Wasserbottich. Und das alles in finsteren stickigen Arbeitsräumen ohne Ventilatoren oder Unterführungsschächte. Da gibt es keinen Achtstundentag, keine Ruheschichten, keinen Feierabend. Unaufhörlich bohrt und schwellt und gluckst es in all den Fasern und Kanälen. Und der Arbeitskittel wird hier unten nie abgelegt, selbst nicht in heißester Zeit Wie unschön und schlicht alle diese Wurzeln sein mögen im Verhältnis zu allen oberen Teilen der Pflanze, so nötig und wichtig sind sie, ja, sie sind so eigentlich ihr Leben, sie müssen selbst in größten Hunger= und Durstzeiten restlos arbeiten und doch werden sie sich nie darüber beschweren, nie sich mürrisch zusammenrotten zur Arbeitseinstellung, sie fühlen sich glücklich und stark und unersetzlich in ihrem Beruf, ja, der ist ihnen so die Hauptsache, daß sie garnicht erst heraufgucken wollen zu den ananderen Pflanzenteilen da droben, sie bilden und haben ihr Reich für sich und wissen, daß sie völlig unentbehrlich, ja, die Wie es überhaupt da unten in der Erde Schoß hergeht, davon machen wir uns eigentlich keine rechte Vorstellung. Wir hören nichts von den vielen ganz seinen, für unser Ohr nicht vernehmbaren und doch sicher vorhandenen Geräuschen, nicht das Bohren und Sägen und Sprengen der Wurzeln, das Knabbern, Mahlen und Schmatzen der Käfer, des Engerlings, sein seines Quieken, wenn er von einem Coradus oder von einer Spitzmaus angefressen wird oder vom unersättlichen Maulwurf, der täglich anderthalb bis zweimal sein eigenes Körpergewicht an Larven und Würmern zu fressen nötig hat, der Schlemmer! Einem daberbrausenden Eilzug im Tunnel ähnlich gegen diese Feinlaute muß ein alle seine Gänge durchsausender Maulwurf, eine zur Minute pünktlich alle ihre Laufgräben befahrende Großtiere der Unterwelt neue Gänge wühlen und austappezieren und glätten durch flottes Reiben mit ihrem glatten Fell Mit wahrer Dreistigkeit gehen doch manche Wurzelarten vor! Wie weit und dicht können die der Resseln und Quecken hinkriechen und gar die erst unserer Akazien und Pappeln, die sich armdick bis 25 Meter und weiter ausbreiten und keine Hinderniße scheuen und das mit verhältnismäßig großer Schnelligkeit. Es ist oft fast beängstigend, wie schnell Wurzeln in gut gelockertem Erdreich hinschießen. Ganz dichte Polster können einige Gräser und Bäume bilden und damit große Nachbarbäume strangulieren und töten, so unglaublich es scheint. Und doch muß selbst für uns Menschen ein großer Teil von Wurzeln in den von ihnen angelegten Vorratsspeichern dienen, also für uns arbeiten, und wir bauen eigens dazu all die Rüben, Kartoffeln, Knollen und fingerdicke Helianihus an, die alle nur von haarfeinen Wurzeln, teilweise recht wenigen, erzeugt und gesammelt wurden, ohne daß wir im mindesten dankbar dieser dächten. Die Wurzeln haben mit der alten berüchtigten Hydra das gemein, daß sie für jeden abgehackten oder verbissenen Teil ihres Körpers Dutzende von Ersatzwurzeln ansetzen, auch in neues Erdreich umgepflanzt, selbst ohne Verletzung unzählige neue bilden. Und diese Hydraeigenschaft ist für den Gärtner und Gartenfteund überaus wichtig. Der Baumsämling begnügt sich mit 3 bis 6 Haftwurzeln, die er von Jahr zu Jahr weiter hinausstößt, je mehr Widerstand die vergrößerte Krone den Wetterunbilden entgegensetzen muß. Wird ein solcher Baum erst in älteren Jahren versetzt, so geht er ohne ganz besonders liebevolle Gießkanne vielfach ein, weil die Saug= und Nährwurzeln bei ihm nicht genügend ausgebildet wurden. War er aber in der Jugend vielfach umgepflanzt, so bildet er einen wahren Schopf von Feinwurzeln aus und diese Vermehrung der Oberfläche bietet ihm Gelegenheit, sehr viel mehr Nahrung aufzunehmen. Gleichzeitig halten diese Feinwurzeln soviel Erdboden fest, halten Ballen, so daß sie prachtvolle Vorräte ins neue Pflanzenloch mit hinunternehmen, also nicht gleich ihre gewohnte Speisekarte ändern müssen. Blume des„Madonnenmonös“ in und Volksglauben. Von R. M. Witte. „Maria, Maienkönigin, dich will der Mai begrüßen!“ So klingt es aus einem alten Liede zu uns. Und mit Recht, kein zweiter Monat paßt so gut zu der gebenedeiten, reinen Jungfrau, wie des Jahres Blütenmond, in dem sich die Natur ringsum noch in ihrer ganzen keuschen, unberührten Schönheit zeigt Etwas jungfräulich Erhabenes liegt auf der Frühlingslandschaft, auf den frisch grünenden Bäumen und lieblich sprießenden Blumen. Darum ward dieser Monat in der ganzen katholischen Christenheit der hehren Himmelskönigin geweiht. Ihr, die der Menschheit den Heiland und durch ihn die Erlösung geschenkt, wollte man das schönste darbringen, was die Erde bot: Blütenduft, Vogelsang, Sonne, Farbenpracht,— kurz, die ganze hewrliche Maienwonne, die die Welt durchzittert, die aus jedem Blatt, aus jeder Blüte zu uns spricht und uns selbst mit neuer Freude, neuer Hoffnung erfüllt. Alles, was sich im Madonnenmond entfaltet, gehört der Gebenedeiten und ist ihr zu Ehren benannt: Das zierliche Liebfrauengras, Frauenschuh und Frauenauge, Marienbalsam, Marienminze, Muttergotteskelchglas, Mariemblümchen oder Sternblume sowie das Frauenhaat, das zur Zeit des germanischen Heidentums der Göttin der Liebe, später als„Freya har“ der Tochter Njörds geweiht war, und bei der Einführung des Christentums in den deutschen Landen sofort in den Dienst der hehren Gottesmutter überging. Vor allen Dingen ist aber ein Blümchen charakteristisch für des Jahres schönsten Monat— genau so charakteristisch wie das lieblich dustende Vellchen, der Frühlingskünder, für den März — das Maiglöckchen, dessen verschiedene Beinamen: Marienglöckchen, Marienschelle usw. gleichfalls an die Mutter Gottes erinnern. Eenau wie die Lilie stempelte man auch diese Blume zum Sinnbild der Rheinheit, Keuschheit und Unschuld, wie es besonders im Mittelalter, in dem man gern alles versinnbildlichte, üblich war. Darum wählte man das zarte Glöckchen auch in jenen fernen Tagen gern als„Liedesboten". Gab es doch einst neben den sogenannten„Maifesten“, die im Zeitenlauf vollständig in den Pfingsthesten aufgingen, auch noch sogenannte „Maiblumenfeste“, für die Jugend, zu denen beide Geschlechter mit Maiblumensträußen geschmückt erschlenen. Der Austausch dieser Sträuße galt als„Aufforderung zum Tanz“. Behielt ein junges Mädchen die ihr dargebotenen Blumen in der Hand, so war dies das Zeichen, daß ihr der Betreffende nur als Tänzer willkommen war, steckte sie den Strauß eben an das Mieder, so deutete sie an; daß sie einer Werbung nicht abgeneigt sei. Natürlich verweben sich zahlreiche Legenden, Sagen und Märchen mit den silberweißen, duftenden Glöckchen. Einer Lesart zusolge sollen sie den Tritten Marias entsprossen sein, als diese über das Gebinge Juda zu Elisabeth gegangen, einer andern nach den Tränen, die die heilige Jungfrau aus Schmerz um des Sohnes Martertod am Kreuze geweint. Beide Legenden vereint klingen an die Mythe von der altdeutschen Todesgöttin Hel an, von der es heißt, daß„ihren Tritten die Tränen der Menschheit gefolgt und sich zu Maiblumen gewandelt. Das phantasievolle Volk hat seit grauer Vorzeit dieser Blume ganz besondere Beachtung geschenkt, sie in sein Gefühlsleben verflochten und mit seinem Kult vereint. Maiglöckchen gehörten bereits zu den„unblutigen“ Opfern, die in heidnischen Tagen der lieblichen Göttin Ostara dargebracht wurden, wenn diese aus rosigen Wolken herniederstieg, um neues Blühen und neuen Segen der Erde zu schenken. Noch heute besteht in einzelnen Ortschaften des Hessenlandes eine sich hauptsächlich an Pfingsten knüpfende Sitte, die an dieses „Opfer“ anklingt. Die jungen Leute aus Hilgershausen und Kammbach ziehen am zweiten Festtage zur„Höhle des Hohlstein“, um in das Wasser des dort befindlichen kleinen Sees Maiblumen zu streuen und dann von dem hierdurch als„geweihi“ geltenden Wasser zu trinken. Zu gleicher Zeit übersendet Hilgershausen dem Kloster Gernrode als Festgruß einen Maiblumenstrauß und bekränzt den Allar mit Gewinden der silberweißen Glöckchen. Der„heidnische“ Ursprung der alten Volkssitte ist aber ziemlich kiar; besonders, wenn man bedenkt, daß der„Meißner“, zu dessen Füßen Hilgershausen liegt, als Wohnsitz der Frau Holle gegolten, seitdem der„Wolkenberg“, hinter dem das germanische Heidentum seine Götter suchte, auf die Erde verlegt worden war. Frau Holle wird häufig genug mit einem Baiblumenkranz geschmückt dargestellt, daneben allerdings auch„schlüsseltragend, wie die meisten„weißen Frauen“ der deutschen Volkssage, die man sich im Sachsenstein, im Hörselberge, im Stauffenbeig, ja selbst in den Müggelbeigen der Provinz Brandenburg wohnend deukt. Einzelne dieser Mythengestalten, die wohl alle das allerdings stark verblaßte Abbild der Gemahlin Wotans sind, sollen sich, dem Volksglauben nach, alle sieben Jahre, am ersten Mai, den Menschen zeigen, um„die Erlösung zu suchen“, welche ihnen nur durch einen mutigen, edlen Jüngling von fleckenlosem Charakter werden kann. In dieser echt germanischen Frühlingssage von der Erlösung der weißen Frau(d. h. des Winters durch den Lenz) spielt aber auch wieder die Maiblume eine gar bedeutsame Rolle. Sie ist nämlich in zahlreichen Gegenden identisch mit der Wunderblume, die den Eingang zu dem Berge und den dort lagernden Schätzen erschließt; sie vertritt somit die in deutschen Sagen und Märchen häufiger vorkommende„Springwurzel". Vermutlich führt die Maiblume darum auch in Schlesien den Namen„Spring auf“. Die meisten Sagen lassen die erlöste weiße Frau dann mit ihrem Retter in Liebe vereint werden. Unbewußt nimmt das Volkswort deraus Bezug, das, sobald es bei hellem Sonnenschein regnet, meint: Frau Holle feiert Kirmes! Von allen Blumen, die der Mai uns spendet, ist das Maiglöckchen das bekannteste geworden, und mit Recht sagt Trojan: Es kommt der Mai mit tausend Spenden Und bringt des Schönen allerlei, Doch trüg' er dich nicht in den Händen, Nicht wär’ er unser deutscher Mai. Es gewährt auch einen ungemein poetischen Anblick, wenn die zarden Blumen in hellen lichten Scharen beisammenstehen und ihren Kranz um Busch und Baum schlingen. Wie Perlen in der Muschel glänzen die Tropfen des Morgentaus am Grunde der dicht zusammengerollten, lichtgrünen Blätter, und darüber nichen und grüßen die weißen Glöckchen, als wollten sie den Wanderer willkommen heißen im deutschen Walde, als wollten sie alle Blumen wachrusen zu neuer Daseinsfreude. Wunderfein„, Allersetnße Jutatenl 3 Reppin Consummittel=A.=E., Engelsdorf bei Leipzie Der herzlose Heinz. Von Johauna v. Wenzel. Geheimrat Möller hatte vier Jahre lang zum Kummer einer Frau auf die Freude verzichtet, seinen Enkel Heinz als esuch im Haus zu haben. Die„Fräuleinerziehung“ des Fünfjährigen hatte ihm nicht zugesagt! Jetzt aber, als er bei flüchtigem Besuch bei seinen Kindern den frischen hübschen Jungen wiedergesehen und die leidlich guten Schulzeugnisse inspiziert, daneben die beweglichen Klagen der Schwiegertochter über den „wilden Unband“ vernnommen hatte, verlangte er entschieden den Ferienbesuch des Enkels. „So'n forscher Junge im Haus macht uns selber wieder jung!“ sagte er seiner Frau. Die Großmama stimmte begeikert zu. Nun war Heinz da und brachte Leben in Haus und Garten! Schon am zweiten Tage besaß er zwei intime Freunde, die bei allem dabei sein mußten: Den„flinken Hirsch“ und„das Prairiegespenst". Heinz war an Indianergeschichten geraten und da der eine Junge Hirsch hieß, der andere durch Masern, vielleicht auch durch Unterernährung, ein schmales, blasses Kerlchen war, hatten sie sofort passende Namen. Ein vaar Tage wurde unentwegt„Indianer“ gespielt, was dem Großpapa viel Spaß machte und wobei er bei einigen Zerstörungen im Garten sowie bei der widerrechtlichen Verwertung von Großmamas grauen Stirnlöckhen„für bessere Gelegenheiten“, als Skalpe, gern beide Augen ückt Ein altes Mythologiebuch, das die Jungen aufstöberten, el ein Ende. Mit heißen Köpfen saßen vor und ergingen sich in begeisterten zudrückte. machte dem Indianerspiel sie darüber, kasen daraus Reden. Abends erklärte Heinz energisch:„Großmama, ich und der „flinke Hirsch“, und auch das„Prairiegespenst“ haben uns fest entschlossen, nur noch an die alten Götter zu glauben.“ „Das ist ja fürchterlich, Kind!“, Großmama bekam vor Erzegung rote Bäckchen.„Wie dürft ihr denn an heidnische Sagen and Märchen glauben, wo euch der wahre Glaube gelehrt wird.“ And auf eigensinniges Kopfschütteln des Jungen fuhr sie fort: „Sieh mal, Heinz, schon die alten Juden gaben für den Glauben an einen Gott Zeugnis im Alten Testament und——“ „Ach, Großmama, so alte Juden wissen auch nicht alles, n mußt du noch lange nicht alles glauben!“ und damit stürmte Heinz zur Tür hinaus. Der Geheimrat lachte und suchte seine erregte gute Frau zu beruhigen. „Der Junge hat kein Herz,“ sagte sie bitter. „Bei dem Jungen darfst du nicht alles gleich tragisch nehmen. Sein Glaube an die alten Götter geht den Weg mit dem an den Osterhasen und das Christkindchen. In den nächsten Ferien wird er nicht mehr daran denken, dann wird etwas anderes an der Reihe sein.“ Schon in den nächsten Tagen schienen„die Götter“ an Interesse verloren zu haben. Eine alte Dame aus der Nachbarschaft sprach in ziemlicher Aufregung vor, als Möllers vormittags bei ihren Zeitungen saßen. „Verzeihen Sie die frühe Störung, aber ich denke mir, daß Ihnen das Treiben Ihres Jungen draußen doch peinlich sein muß.“ Der Geheimrat runzelte die Stirn, er mochte die Alte mit der stets etwas scharfen Zunge nicht. Seine Frau dagegen erschrak. „Liebes Fräulein, was ist geschehen. Sprechen Sie doch!“ „Nun, die Jungens haben sich einen Gartentisch auf die Straße gestellt und rufen alle Passanten an: „Wer kauft belegte Brote, Stück für Stück zehn Pfennige? Sie haben eine ganze Schüssel voll Brote dastehen und haben auch schon Geschäfte damit gemacht.“ Die arme Großmutter! Und sie hatte sich so über den guten Appetit der Jungen gefreut und reichlich gespendet. Minna, die Köchin, hatte, wie sich nachträglich herausstellte, auf Heinzens Klagen, sie seien so hungrig, eine zweite Sendung verabfolgt. Dies erste kaufmännische Geschäft des Enkels fand einen raschen, etwas herben Abschluß. Der Großvater gab ihm die erste Ohrfeige und öe Großmutter„machte ein Gesicht". Als der Enkel zerknirscht dem Gebot folgte, an die Ferienarbeiten zu denken, lachte der Geheimrat herzlich über den Bubenstreich. Seine Frau aber war verstimmt. „Du lachst über all die tollen Streiche. Ich kann es nicht. Mich bedrückt es, daß der Junge so gar kein Gemüt zeigt. Hätte er die Brote an Arme verschenkt...“ „Mariechen, dem. Knaben ist augenblicklich alles Spiel. Tiefes Nachdenken und Gemütsregungen darfst du nicht bei ihm suchen. Sind sie vorhanden, so zeigt ein Junge sie vorsätzlich nicht. Das geht gegen seinen Stolz, und der Mann ist ja im Grunde ebenso.“ „Du überzeugst mich nicht, Paul. Ich fürchte ernstlich, der Junge ist gemütlos.“ Die Ferien gingen weiter bei Sonnenschein und Regen! Die Heinz im Hause zu beschäftigen oder ihm einigemal des Tages, triefend vor Nässe, umzukleiden. Heute übernahm es der Geheimrat die drei Jungen unter Aufsicht zu nehmen. Denn draußen goß es in Strömen. Seine Frau mußte leider einen nötigen Besuch abstatten. Er hatte alte Zeitschriften mit schönen Illustrationen herausgesucht, und die Großmutter verließ einigermaßen beruhigt das Haus. Als sie nach zwei Stunden heimkehrte, tönte ihr auf der Treppe schon wilder Lärm entgegen, Geschrei und Getöse. Es kam aus ihrem Heiligtum, ihrem Salon. Sie lauschte. War das nicht ihres Mannes Stimme? „Ganze Eskadron— Teraaab!“ Dann ein tolles Spektakel. Sie riß die Tür auf. Da saßen ihr Mann und die drei Jungen, mit hochgeschwungenen Stöcken in der Hand, rittlings auf ihren schönen Salonstühlen und rumpelten nach dem Kommando über das— ach, so fein gebohnerte und liebevoll geschonte Parkett. Der Geheimrat sang dazu, mit stürmischer idenschaft, das Attackesignal: „Schenkel ran, Schenkel ran, laßt ihn laufen was er kann. Die Jungen wieherten vor Vergnügen, verstummten aber plötzlich, als sie die Großmutter in der Tür und ihre entsetzte Miene sahen. Der Geheimrat stieg von seinem Streitroß und ging, etwas verlegen lächelnd, seiner Frau entgegen. „Alte Erinnerungen an meine Kavalleristenzeit, Mariechen. Ich zeigte den Jungen gerade, wie eine Attacke sein muß!“ „Nein, das ist doch zu arg. Ich finde keine Worte. Daß ein alter Mann wie du...“ Da sprang Heinz, rot vor Zorn zwischen sie und stampfte mit dem Fuß: „Der Großpapa ist gar kein alter Mann. Aber wenn du bös über ihn bist, bist du eine alte Frau!“ Die Großmutter erblaßte, sie war bis ins Innerste verletzt. „Herzlos, ich wußte es ja,“ murmelte sie. Sie wandte sich zur Tür:„Schon gut! Die alte Frau kann ja gehen!“ Da umschlangen sie zwei Arme und eine tränenerstickte Stimme rief: „Großmama— liebe gute Großmama, geh nicht fort! Ich war unartig, verzeih mir. Prügele mich durch, aber hab' mich wieder lieb! Nein, sag dem Großpapa, daß er mich prügeln soll. du könntest dir ja wey an deinen Händen tun.“ Die alte Frau umfaßte zitternd den Knaben und drückte ihn an sich. Ueber seinen Kopf weg flüsterte sie ihrem Manne zu: Frauenbeilageder Jeno-Zeitungen der Frau Samstag. 3. Mai 1924 Eo gibt nur eine ganz selbstlose, ganz reine, ganz göttliche Liebe, und das ist die der Mutter für ihr Kind. Georg Ebers. Es gehr um deutschland. e Ein Ueberschuß von drei Millionen weiblicher Wähler wird Deutschlands innen= und außenpolitisches Schicksal zweisellos entscheidend beeinflussen können. Darum ist wirklich jede einzelne Frauenstimme wichtig! Das sei allen gesagt, die das Gezänkt, der Parteihader, die oft rüden Kampfsitten des öffentlichen Lebens in ihre vier Wände zurücktrieben. Gerade die kritisch wägende, besonnene Frau ist für den Staat wertvoll; die Mitläuferinnen, die man gleich den urteilslosen Allzuvielen im männlichen Lager mit ein paar Schlagworten und tönenden Phrasen unter dieser oder jener Parteifahne zusammenscharen kann, werden in den Wochen vor der Wahl umkreist, bis man ihren Stimmzettel hat. Dann haben sie als„Herde“ ihre Schuldigkeit getan. Aber hier ist eine große Gefahr auch für die denkende, die kluge Frau, weil das weibliche Gefühl so leicht dem Verstand ein Schnippchen schlägt. Wir Frauen haben in ohnmächtigen Herzeleid an dem Meer von Blut und Tänen gestanden, wir haben bis zuletzt zusammen mit der Frontarmee gegen ein übermächtiges Schicksal gerungen, wir haben in dem dann folgenden Chaos mit aufräumen, orden, wiederaufbauen helfen— und sahen das mit so großer Hingabe begonnene Werk in Kleinkram, In eitler Selbstbespiegelung, in persönlichen Gehässigkeiten, in getäuschten Erwartungen enden. Wir bemerkten auch nur zu gut, wie die Frau, erst als brauchbarer Stimmenzuwachs umworben, langsam, aber sicher, dort, wo ihre Wählarbeit in Frage kam, zurückgedrängt wird. Wen überrascht da die Tatsache, daß man in großen Frauenorganisationen ernsthaft den Gedanken erwog, sich geschlossen von der Wahl zurückzuhalten?... Diese Frauen, die ihre Intereisen also benachteiligt und gerade im Hinweis auf ihren zahlenmaßigen Stimmenüberschuß ungerecht behandelt sehen, sind für schlagwortkräftige Wahlpropagandisten leicht einzufangende Beute. Da wird das im Althergebrachten wurzelnde Frauenherz mit ein paar Phrasen von damaligen Wohlstand, von der schönen Vorkriegszeit, von einstmaligem Glück und Glanz gerührt, und das gärende, brodelnde Jetzt dagegen gehalten, wohlweislich aber verschwiegen, daß die ganze Zeitentwicklung. deren Handlanger die Menschheit sein mußte, dieses goldene„Damals“ unwiederbringlich zertrümmert hat. Das, was werden soll, muß von uns, mit unseren Hirnen, Herzen und Händen, erst neu gebaut werden, und Verachtung der Frau, Fluch der Mutter, die schmollend beiseite stehen wollte aus Verärgerung und gekränkter Eigenliebe, und das Vaterland, das alle Herzen notwendig braucht, darüber zugrunde gehen läßt. Denn kluge, bewährte Parteiführer haben es wie oft ausgesprochen, daß sie die Frau als Beraterin brauchen, zumal wenn weibliche Interessen in Frage stehen: Mutterschutz, soziale Fürforge für den Sängling, das Waisenkind. Gefährdete und Verwahrloste, Schutz der weiblichen Arbeitskraft, die Behandlung der Sittlichkeitsfragen— der Komplex der sozial=caritativen Probleme im modernen Staat überhaupt, die großen Kulturfragen, die Belange für Frauenbildung und Frauenerwerb. An diesen einsichtigen Männern liegt es sicher nicht, wenn die Frauenwelt aller Parteien sich üder Zurücksctzung in der Mandatsverteilung beklagt. Aber es zeht um Größeres, als um Gekränktsein oder Machtvorstellung des Mannes— es gehr um Deutsaland um das Haus, in dem wir wohnen, um unsere Muttererde. Wollen wir unseren Kindern nichts Besseres überantworten, als ein gedemütigtes, von außen ständig bedrohtes und innerlich zerrissenes Vaterland? Laßt die Männer streiten und ihre Kraft in unfruchtbaren Disputen verzetteln. Wir Frauen wollen einander die Hände reichen, durch gleiches Schicksal und Erleben naturverbunden, Wiege der Menschheit und einer neuen Zeit. Das Bekenntnis zu einer Partei sei uns der Weg zur Betätigung unserer opferbereiten, heißen Liebe zum Vaterland, nicht aber Forum für Selbstbeweihräucherung und Beschimpfung der anderen..... Der Stimmzettel, den wir Frauen in die Urne werfen, wird, wenn wir alle unsere Pflicht erfüllen, das deutsche Schicksal entscheidend beeinflussen— vergessen wir das nicht! Die Frau ist der Ruhepunkt der Welt, sagen die Dichter, in ihr verkörpern sich alle jene Kräfte, die erhaltend und aufbauend wirken. Es ist nicht von ungefähr, daß das Wahlprogramm, das sich von altersher für den Sieg der christlichen Weltanschauung eingesetzt hat and der Erzieherin dei Jugend in der ichweierrungenen konfessionellen Schule bei dem verantwortungsvollen Amt hilft, ihre Stimme freudig und ohne Vorbehalt bekommt. Der 4. Mai wird die religiös eingestellte Katholikin wie die positiv gerichtete Protestantin unter die Zentrumsfahne rusen müssen, weun anders die heilende, aufbauende, helfende Frauenkraft lebendig werden soll. M. R. Jünnemann. die Löhne für Hausangestellte. Kurz nachdem sich die Währung im Deutschen Reich stabili#ert hatte, setzte sich allenthalben ein heftiger Kampf um die Löhne der Hausangestellten ein. Da im allegemeinen das Einkommen den Friedensstand nicht erreicht hatte weigerten sich die Hausfrauen, den Alleinmädchen, Stubenmädchen, Köchinnen usw. die Löhne der Vorkriegszeit zu bewilligen. Die Hausangestellten dagegen erklärten, sie müßten höhere Löhne als im Frieden beanspruchen, da sie während der Nachtriegsjahre in Kleidung. Wäsche und Schuhwerk so heruntergekommen seien, daß sie zwecks Auffrischung ihrer„Sachen“ größere Beträge in die Hand bekommen müßten. Allmäh ich haben sich diese Streitigkeiten gelegt und heute gibt es in sast allen größeren Städten und in den einzelnen Kreisen Tarise, die sowohl von den Arbeitgebern als auch von den Hausangestellten anerkannt werden. Im allgeminen bekommen pro Monat jugendliche Hausangestellte bekommen pro Monat fugendliche Hausangestellte v 14 bis 16 Jahren 5 Mark, Mädchen in der ersten Stelle nach der Lehre oder Haushaltschule 6 bis 7 Mark. Hauemädchen neben dei Frau oder Köchin 7 bis 8 Mark, Alleinmädchen nach zwei= bis vierjähriger Tätigkeit im Haushalt ohne Selbständigkeit im Kochen 9 Mark, Akleinmädchen, selbständig im Hauschalt und im Kochen, 12 Mark, einfache Kindermädchen 9 Mark, Kinderfräulein, erfahren in der Instandhaltung von Wäsche und Kleidung. 12 bis 14 Mark, Köchin für einsache bürgerliche Küche mit Hausarbeit 12 Mark, Köchinnen mit sachlicher Vorbildung in seiner Küche 16 Mark, einfache Stubenmädchen nach zweijähriger Tätigkeit 9 Mark, geübte Stubenmädchen, erfahren im einbügeln und Nähen, 13 Mark, Jungfern, persekt in persönsicher Bedienung, erfahren im Frisieren, Wäsche ansertigen und Schneidern, 16 Mark, Wirtschafterinnen im einfachen Haushalt 14 Mark, Wirtschafterinnen für großen Haushalt mit Personal 23 Goldmark. In großen Städten sind die Löhne vielfach 20 Prozent höher. Für Schlasen der Hausangestellten außerhalb der Wohnung des Arbeitgebers werden im allgemeinen pro Woche 1 Mark vergütet. Als Entschädigung für Ferientage werden pro Tag außer dem Lohn 2 Mark gezahlt. f. Kultur im Rlitag! Von Alice Günther. Wenn von Kulturfragen und=forderungen die Rede ist, dann kann man vielfach der Meinung begegnen, daß dazu uibedingt das nötige Kapital zur Verfügung stehen müsse. Zum Glück ist diese Meinung ein Trugschluß. Sie ist einseitig verbogen, weil sie von falschen Voraussetzungen ausgeht. Bei guter Beobachtungsgabe wurden auch jene, die genügende Mitte! als wichtig'te Vorbedingung zur Erfüllung von Kulturforderungen ansehen, rasch anderer Meinung werden, wenn sie die verschiedenen Neureichen in deren Kreis zögen. Wieviel Unkultur, wieviel Geschmacklosigkeiten hier vielfach schon an der eigenen Person, wievielmehr aber erst in deren Heim, wo sich oft wahre Anhäufungen davon vorfinden, trotzdem, oder vielmehr weil genügend Mittel zur Befriedigung aller Wünsche vorhanden sind. Die innere Kultur ist glücklicherweise von äußerem Besitz völlig unabhängig. Sie bedarf deren aber auch zu ihrem Auswirken nicht in jenem Maße, wie viele Besitzlose wähnen. Leider läßt aber so manche Frau und Mutter mit angeborenem Geschmack und Schönheitsempfinden dieses wertvolle, ihr verliehene Pfand völlig ungenützt und benachteiligt dadurch nicht nur sich und ihre Familie, sondern darüber hinaus auch die Allgemeinheit. Denn so, wie die kultur= und geschmacklose Frau ständig willige Nachahmerinnen findet, wird es auch derem Widerpart: der Frau mit gutem Geschmack und entwickeltem Schönheitsempfinden nicht an Anhängerinnen fehlen. Wo jene aber kulturhindernd vielfach sogar=Aruorend wirkt, verrichtet diese wertvollfte Aufbauarbeit. Wie und wo sich Kultur im täglichen Leben auswirkt und auszuwirken vermag? Im Heim, an der eigenen Kleidung, auf der Straße, in Gesellschaft, im Beruf und selbst auf den täglichen Besorgungsgängen. Mit sicherem, untrüglichen Instinkt wird die Hausfrau mit Geschmack und Schönheitsempfinden, ihrem Heim fern halten, was dessen Harmonie zerstört, sei es eine aufdringlich wirkende Stickerei, ein unzweckmäßiger Gegenstand, ein kitschiges Bild u. a., das ihr vielleicht als„Geschenk“ zugemutet wird. Sie sollte keinesfalls so„widerstandslos“, wie sie es zumeist aus falsch empfundenen Taktgefühl tut, derartige Dinge annehmen, gegen die sich ihr guter Geschmack auflehnt oder die als störende Eindringlinge in ihrem Heim wirken. Lieber lasse sie es zum„Bruch“ mit den Spendern dieser Dinge kommen, als ständige Vergewaltigung ihress Geschmackes und Beeinträchtigung der Kultur in ihrem Heim durch sie zu erleiden. Ihre Kleidung kann selbst bei einfachstem Stoff harmonisch wirken, wenn sie im Einklang mit ihrer Persönlichkeit steht und jederzeit ihre eigene Geschmackskultur verrät. Freilich, det Spiegel und ein sicherer Blick für alles Störende oder Fördernde, das er im Bilde wiedergibt, muß vorhanden sein.(Der Letztere ist bei ständiger Uebung im Vergleichen zwischen Schön und Unschön an sich und anderen bald zu erreichen). Die Kultur des Alltags verbietet dei Frau aber auch, auffallendes Benehmen auf der Straße, denn alles Auffallende ist unschön, Haltung und Gang, verraten oft mehr von der Unkultur einer vielleicht dank einem geschickten Schneider geschmacklich vorzüglich gekleideten Frau, als sie auch nur entfernt ahnt. In der Gesellschaft kann schon unbeherrschtes Lachen, allzu zwangloses Niedersitzen und Anlehnen dem Beobachter verraten, wie wenig innere Kultur die Betreffende in Wirklichkeit besitzt. Wenn nun schließlich auch der Beruf als ein Betätigungsfeld für die Förderung der Kultur des Alltags durch die Frau angezogen wird, so geschieht das aus der Erwägung heraus, daß gerade hier durch ihr unablässiges gutes Beispiel Kolleginnen und Kollegen viel für sich gewinnen und dadurch weiterwirkend auch der Allgemeinheit nutzen können. Die Kultur des Alltages, ständig mit Hingabe gepflegt und gefördert, vermga unendlich viel neue Lebenswerte zu schaffen, Ecken und Kanten abzustoßen, die Armut und Mangel sonst fühlbar machen würden, versöhnendes Licht und warmen Glanz über Dinge zu breiten, die uns sonst in ihrer Armseligkeit und Dürstigkeit ständig an unwiederbringlich Verlorenes erinnern und dadurch herabstimmen würden. Wir möchten behaupten: je mehr Pflege und Kultur wir dem Alltag angedeihen lassen, desto erträglicher wird unser Leben auch unter dem Druck der heutigen Armut und dadurch bedingten Enge und Gebundenheit. Gesundheitliches von der Beunnenkresse. Wenn die Hausfrau noch vor einigen Jahren mit größter Angeduld zu Anfang des Frühlings dem ersten Auftauchen der Brunnenkresse auf dem Markt entgegensah, so dauerte es meist nicht lange und sie konnte diese in jeder beliebigen Menge einkaufen. Das geschah dann meist auch in derartigem Umfange, daß selbst das größte Quantum bei den Händlern rasch vergrifen war und die Nachfrage nach diesem ebenso begehrten Salatkraut, wie zum Butterbrot bestimmten Auflage, stets das Angebot überstieg. Heute erwartet die Hausfrau vergeblich ihr Erscheinen. Wo die Brunnenkress vereinzelt noch angeboten wird, ist es, wie der Händler sagt,„Auslandsware", und kommt der einheimischen im Geschmack auch nicht annähernd gleich. Die große Beliebtheit, die sich die Brunnen=, Bach= oder Wasserkresse erfreut, ist uralt. Zumeist wildwachsend, wure sie schon von den alten Griechen als harntreibende Heilmittel im Frühjahr in Massen genossen. Die alten Römer, die die Kreffe ihres scharfen beizenden Saftes wegen Nasturtium (Nasenschinder) nannten, wurde sie ebenfalls als Salat, wie als Sxeisenwürze viel verwendet und zur Kaiserzeit auch schon im Carten gezogen. Griechenland, Italien und Spanten, zogen jedoch immer die wildwachsende Kresse damals wie auch heute noch der kultivierten vor. Sie sehlt daher auch als Gartengewächs in dem berühmten Verzeichnis derselben in der Wietschaftsordnung Karls d. Gr., die im Jahr 800 herausgegeben wurde und wird nur einmal von der hl. Hildgard v. Bingen (1160) als treffliches Fiebermittel empfohlen. Im 16. Jahrhundert wird ihrer das erstemal wieder als kultivierte Küchenwürze gedacht, die in Flandern und am Niederrhein mit besonderer Vorliebe gepflegt wurde. Nun trat aber der grundlegende Wandel in der Schätzung dieses eigenartigen„Würzkrautes“ ein, als während des dreißigjährigen Krieges der Erfurter Gärtner, Nikolaus Meißner den Anbau der Kresse am Niederrhein kennen lernte und 1650 in seiner Heimat mit ihrem Andau begann und damit den Grund zu einem gesuchten Handelsartikel legte. Auch Frankreich ging im 19. Jahrhundert baran, den Kressebau nach Erfurter Muster einzuführen und zwar war es der Militär=Lazarettdirektor Cardon, der den Anbau der Kresse in Erfurt kennen gelernt hatte und 1810 zwischen Senlis und Chantilly im Tale von Nonette die ersten„Klingen“(Kressengräben) anlegte, sodaß nun Frankreich, das bis dahin wildwachsende Kresse verspeist hatte, nun auch kultiviert genießen durfte. In Oesterreich lernte Kaiser Ferdinand 1. den Wert der Brunnenkresse mit ihrem würzigen rettigartigen Geschmask sehr bald schätzen und sicherte ihr als „Schmackrelzung“ einen ständigen Platz auf seiner Tafel, auf der sie sich auch später behauptete. Sie, die auf eine so lange Dauer unbedingter Schätzung in jeder Küche zurückblicken konnte, wurde wie so vieles andere, ein Opfer der Geldentwertung, da sich bei den ständig steigenden Arbeitslöhnen ihr Anbau nicht mehr lohnt. Vielleicht bringt es nun die Stabilisierung der Währung mit sich, daß auch sie wieder in Massen kultiviert wird, zum Besten unserer Zunge und unseres Blutes. K. G. M. Rundschau. Die Frauenbewegung in Aegypten. Nachdem die ägyptische Nationalregierung ein Gesetz einbrachte, das das Mindestalter der Eheschließung für Mädchen auf 16, für Männer auf 18 Jahre erhöhte und welches auch vom Parlament angenommen wurde, hoffen die Aegypterinnen auch aus die Erfüllung ihrer weiteren Forderungen. Diese bestehen nach den Ausführungen von Frau Charani, einer der bedeutendsten Führerinnen der ägyptischen Frauenbewegung, in der Ausdehnung der weiblichen Bildungsmöglichkeiten, sozialen und politischen Gleichberechtigung, Umgestaltung der Ehegesetze, der Heiratssitten und Bekämpfung der Prostitution. G.M. Männerforderungen zum Schutze der Frauen im Staate Newyork. Nach einigen von Männern eingebrachten Anträgen, wird für Frauen in Zukunft mehr gesetzlicher Schutz gefordert. So sollen uneheliche Kinder im Erbrecht, wie die ehelichen gestellt werden und die weiblichen Lehrer die gleichen Rechte, wie ihren männlichen Kollegen ungeschmälert zugestanden werden. Gesundheitspflege. Die Frau im Kampf gegen die Tuberkulose. In dem Maße wie in den letzten Jahrzehnten der Kampf gegen die Tuberkulose in immer weiterem Umfange ausgenommen und sortgeführt wurde und in dem Maße, wie sich immer breitere Schichten der Bevölkerung dafür zur Verfügung stellten, ist auch ein mächtiger und außerordentlich wirksamer Truppenteil der Offensivärmee angegliedert worden, das sind die Frauen! Sei es in dung mit gemeinnützigen Vereinen, sei es als Aerztinnen, Pflegerinnen oder als Mithelferinnen anderer Art. Was hier bisher von den Frauen geleistet worden ist, sogt Herr Dr. Amrein in einer von ihm versaßten Schrift über die Tuberkulosebekämpfung, erscheint aller Bewunderung wert, und ist um so höher anzuschlagen, als es sich nicht um eine Frucht der Emanzspation handelt, sondern weil sich die Frau hier als Gattin und Mutter oder schlechthin als Schmerzen, Krankheit und Kummer bekämpfendes gütiges Wesen betätigt. Im Kampfe gegen die Tuberkulose ist es die Hauptausgabe der Frau, ein tuberkulosefreies Geschlecht mit heranziehen zu vellen. Was nicht dem Kinde schon anerzogen wird, kann dem Erwachsenen nie so recht in Fleisch und Blut übergehen. Wer wäre dazu berusener als die Frau? Als Mutter muß sie für die vernunftgemäße körperliche und geistige Entwicklung ihrer Kinder besorgt sein, muß die richtige Körverpflege, die zweckentsprechende Ernährung, die gesundheitlich beste Instandhaltung der Wohn= und Schlafräume ständig überwachen: als Erzieherin muß sie die ihr anvertrauten Kinder sachgemäß unterweisen; als Krankenschwester, als Fürsorgerin muß sie die heranwachsende Jugend vor Ansteckung bewahren helfen. Eine Verbindung mit organisierten Frauenverbänden ist zwar an sich nützlich, aber durchaus nicht notwendige Voraussetzung; jede Frau kann mithelfen in segensreicher Kleinarbeit. Sie kann Kranke und Gefährdete besuchen, Unwissenden Aufklärung bringen, Leichtfertigen Sorgsalt predigen, gerade durch die ihrem Geschlecht eigene, gütige, von Herzen kommende Art. Sie wird, und das ist besonders wichtig, bei anderen Frauen am leichtesten Gehör finden und ihnen die Haushygiene fördern helfen. Haushugiene ist Sache der Frau. Sind die Hausstauen in der Haushygiene rechte Vorbilder, so werden sie ihre Dienstboten bewußt oder unbewußt in demselben Sinne erziehen. Diese wiederum werden das Samenkorn aufnehmen, welches bei Gründung eines eigenen Haushaltes dann aufgeht und Früchte trägt. Ungeheuer viel wäre schon gewonnen, wenn alle über den Wert der Sonne in hygienischer Beziehang hinreichend ausgeklärt wären. Denn der Satz:„Von allen Blumen hat die Menschenblume Sonne am nötigsten“ gilt in erster Linie für den Kampf gegen die Tuberkulose. Dr. S. Winke bei der Ernährung Nervöser. Die Wahl der richtigen Nahrung für Nervöse spielt für deren Wohlbefinden eine größere Rolle, als die meisten Hausfrauen annen. So bedürfen Nervöse neden verschiedenen anderen Nährstoffen vor allem auch der Kieselsäure und des Schwefels, die beide vorzügliche Nervenberuhigungsmittel sind. Erstere hält, wie Dr. med. Winkler, Stettin, schreibt, die Körperelekiriziicht beisammen, der Schwefel aber verhütet den allzu raschen Verbrauch des Phosphors, und ohne Phosphor kein Gedanke“. Diese wertvollen Mineralstoffe sind nun besonders im Meerrettich, Retlich und Nadieschen reichlich vorhanden, und zwar im Meerrettich 12,72 Prozent Kieselsäure und 30,80 Prozent Schwefel, im Rettich 8,17 belsäure und 7771 Prozent Schwefel, im Radieschen 9,81 Kiefelsäure und 0.47 Prozent Schwesel. An Phosphorsäute besitzt Rettich dagegen 41,12 Prozent, Radieschen 10,86 Prozent und Meerrettich 7,75 Prozent. Abgesehen von ihrem Gehalt an anderen wertvollen Nährsalzen wie Natron, Eisenoxyd, Magnesia, Kalk und Kali, sind sie also äußerst wertvolle natürliche Heilmittel für Nervöse, die ihnen die Natur den ganzen Sommer hindurch noch zu verhältnismäßig billigen Preisen spendet. Ein unsehlbares Warzenmittel besteht aus einer Lösung von 2 Teilen Wasser und 1 Teil Chromsäure, die man sich entweder in der Apotheke herstellen läßt oder selbst mischt. Damit betupft man allabendlich die Warzen, bis diese verschwunden sind. Dies und das. Ein verschollenes Gericht. Ein in unseren Breitegraden völlig aus der seinen Küche verschwundenes Gericht, ist der gebratene Pfar. Und doch wurde dies Geflügel von unseren Altvordern als köstlicher Braten hoch geschätzt und fehlte selten auf einem Gast= oder Festmahl. Auf kostbaren Platten angerichtet, prunkvoll garniert und geschmückt, wozu der Federputz des prächtigen Tieres diente— wurde der Pfau, das„königliche Gericht“, in den Speiseraum getragen und von den anwesenden wasten bewundert und gelobt. Die altdeutsche Hausfrau rechnete er sich stets zur Ehre an, das Gericht den besonders auszuzeichnenden Gäften vorzusetzen, die dann das Amt des Vorschneiders über nahmen. In einem alten Küchenbuche, stammend aus der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts, finden wir manigfache Rezepte zur Zubereitung des Pfauenbraten-, der häufig feine Gultunz“, erbiekt und mit seinen Tunken angerichtet wurde# Empfehle meine beiden Ausstellungslokale mit ca. 125 komplett aufgestellten Zimmern, resp. Wohnungs=Einrichtungen in nur prima Qualität und gediegener Ausführung. ternehmen dieser Branche hier am F weiterer Umgebung. Ju einer zwang— losen Besichtigung lade ergeben einst. Organisatorisch Münster i. W., Hauptgeschäft Bahnhofstr. 60, Tel. 2174 vorm. Gebr. Husemann. 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Im Endlauf über 1000 Mtr. wurde Rütt von Moeskops in unfairer Weise auf den Rasen gedrückt. Das Rennen wurde abgeläutet. Bei zweiten Start hatte Rütt in der ersten Runde Defekt, doch wurde das Rennen diesmal nicht abgeläutet. Es wurde aber auch vergessen, die letzte Runde anzuläuten, worauf Rütt Protest einlegte. Kaufmann kam mit einer Länge Vorsprung vor Verri, dem in gleichem Abstand Poulain als dritter folgte, durchs Ziel, während sich Moeskops aufgerichtet hatte. Die Fahrer einigten sich dann unter sich über die Gültigkeit des Lauses und beließen es bei dem obigen Resultat. „ Gleiche Spannung löste der Sachsen=Preis für [Dauerfahrer aus, den der Belgier Linart ganz überlegen gewann. Schon im 25=Klm.=Lauf entpuppte sich der Belgier als eine ganz besondere Klasse. Er folgte dem Kölner Nosellen mit 100 Mtr. Rückstand griff ihn in der 21. Runde an und ging glatt vorbei, um leicht in 19:37 mit 300 Mkr. Vorsprung (gegen Weiß, 300 Mtr. zurück, Rosellen 425 Mtr., Saldow 550, i ssn. Guignard 2400 Mtr. und Dickentmann 4000 Mtr. zurück, zu siegen. Im großen Rennen über eine Stunde gab es einen ständigen Kampf zwischen Saldow und Linart, aus dem schließlich Linart als Sieger hervorging. Der Belgier gewann mit 77,750 Klm. gegen Rosellen 75,300 Klm., Saldow 74,350 Klm., Weiß 74,150 Klm., Dickentmann 73,220 Klm. und Guignard 66,100 Klm. Vor Antritt der Ehrenrunde übergab Linart Saldow den Kranz und einen Teil der Schleife Rosellen. Unter ohrenbetäubenden Lärm der Massen legten die drei Fahrer dann ihre Ehrenrunde zurück. * Moterrad=Prüfungsfahrt durch die Niederrheinische Tiesebene. Der Automobil= und Motorradclub Cleve(ADAC) bringt für den 11. Mai eine Motorradfahrt„Durch die Niederrheinische Tiesebene" als„Ohne=Halt=Fahrt" zur Ausschreibung. Das Rennen gelangt in sieben Klassen bis 150, bis 250, bis 350, bis 500, bis 750, über 750 Kubilkzentimeter Pylinderinhalt und für Motorräder mit Beiwagen aller Stärken zur Entscheidung. Die 36 Kilometer lange Rundstrecke ist von Klasse 1 zweimal, von Klasse 2 dreimal, von den übrigen Klassen fünfmal zu durchfahren. Startberechtigt sind alle ADAC=Mitglieder. Als Preise werden Ehrenpreise und Diplome gegeben. Nennungsschluß ist am 5. Mai, Nachmeldungen bei doppeltem Einsatz(20 Mark) werden bis zum 8. Mai bei Gebr. Eich, Cleve, Emmerichstraße 26, angenommen. Die Oberleitung liegt in den Händen von P. Jockel=Köln, des Begtünders der Deutschlandfahrt. Es wird mit zahlreicher Beteiligung auch aus den nicht besetzten Gebieten gerechnet. Vom Turf. Rennen Hoppegarten. K. Berlin, 2. Mai.(E.g. Drahlder.) Eröffnungs=Rennen. 4050 Mk., 1600 Meter. 1= O. Backes Barde(O. Schmidt). 2. Mandarin. 3. Gnadenfrist. Tot. 15. 3. liefen. urmarg uowee u. Ausmärker=Rennen. 3375 Mk. 1890 Medere 1. A. und C. Weinbergs Escorial(O. Schmidt). 2. Volmar. 3. Kadewitt. Tot. 15, Pl. 13, 18, 37. Ferner Naseweiß, Henry, Prinz Karneval, Basalt, Theokrit, Maura, Mumpitz, Robertine, Falter. Asche=Rennerk. 4050 Mark. Für Dreijährige Stuten. 1800 Meter. 1. Gestüt Harzburgs Saint Hellen:(Grabsch). 2. Laufeya, 3. Jlias. Tot. 29, Pl. 16, 14. Ferner Rüstung, La Mara. Hoppegartener Ausgleich. 8100 Mark. Ausgleich I. 1600 Meter. 1. L. Lewins Staffelstab(Oleinik), 2. Per Dark, 34 Traumdeuter. Tot. 17, Pl. 13. 22. Ferner Nicotin, Aralinda, Enver, Ilsenstein, Sanguiniker, Zwirn. Sperber=Rennen. 2700 Mark Für Drejährige. 1200 Meter. 1. H. Meyers Mundschenk(Tooke), 2. Tod und Leben, 3. Fichte. Tot. 37, Pl. 20, 26, 48. Ferner Lebenslauf, Erzhallunke, Habakuk, Pharisäer, Schirmherr, Doktor, Kappenberg, Cambutta, Weiße Dame, Eisenkrone. Hardenberg=Rennen. 3375 J. 1600 Mtr. 1. Gestüt Starpels Fundin(Kaiser). 2. Palamedes. 3. Vergleich. Tot. 96, Pl. 15, 11, 20. Ferner Lapis Electrix, Patroclus, Da Capo, Labrador, Theokrit, Dalberg. Kiober=Ausgleich. 4050 M. Ausgleich II. 2000 Mtr. 1.M. Schönemanns Tuan Fang(Torke), 2. Manlius, 3. Mortala. Tot. 23, Pl. 14, 16, 27. Ferner Fillipov, Ordensritter, Habicht, Kingrivals, Denar, Heldin, Piarist, Träumerin, Erbschleicher. * Alemannia Berliner Fußballmeister. Das zweite Entscheidungsspiel um die Berliner Meisterschaft lieferten sich Alemannia und Norden=Nordwest am Donnerstag vor etwa 6000 Zuschauern in Schmargendorf. Das Spiel stand vollkommen im Zeichen von Norden=Nordwest, aber die Nordleute hatten kein Glück. Das erste Tor fiel bereits zwei Minuten nach Beginn durch Sobek für Alemannia. Den Ausgleich schaffte Teske in der 15. Minute für Norden Nordwest. Gleich nach dem Wiederanstoß liefen die Nordleute bis vor das gegnerische Tor und legten durch Bansorge ein zweites Tor vor, bei welchem Stande es auch zu bleiben schien, als Alemannia eine Minute vor Beendigung des Kampfes durch den Mittelstürmer Bauer abermals gleichzog. Damit hat Alemannia die Berliner Meisterschaft getonnen Magazin=Genossenschaft vereinigter Innungsmeister Alter Steinweg Nr. 16 Telephon Nr. 879 Größtes Spezialhaus vornehmer Wohnungs=Einrichtungen in erstklassiger, solider Verarbeitung. bel äußerst günstigen Preisen. Besichügung unterer Ausstellungsräume gefl. erbeten ohne Kauszwang. (543 E S Suche zu kausen: Lokomobilen, Personen= und Lastwagen, der Holz= und Eisenbearbeitung Ludwig Rapgen, Münster i. W., Elisabethstraße 15. Telephon 3256. — WIR UEBERNEHPIEN SPHR- UND DEPOSTTENGELDER MIT SICIIERUNGGEGENWHEHRUNGSVERLUST Viehversicheruugen aller Art, wie ViehLebens= Versicherung. n= Trüchtigkeitsumnd Beide=Dievstahlung usw. verm ten zu äußersten Prämien u. kulantesten Bedingungen. 944 B. Wenmaring, Ochtruv. Telephon 30. Vermittl. gegen, hobe Provision überall ges. An der Wertber Chaussee, bei der Roten Erde gelegenes AckerGrundstück ist sofort zu verpachten. Näheres bei Ww. Aug. Meyer, Bocholt. am Markt. 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Die Tendenz war zunächst geteilt und vorwiegend schwächer, da nur geringe Kauflust und äußerste Zurückhaltung zu beobachten war, weil heute der letzte Börsentag vor den Neichstagswahlen war. Im weiteren Verlauf machte die Abwärtsbewegung einige Fortschritte, da Meldungen aus Hamburg einliefen, daß dort mehrere Firmen in Bedrängnis geraten seien und auch wieder Exekutionen für Rechnung Schwab., Nölle u. Co., vorgenommen wurden. In Berlin dagegen sind keinerlei neue Zahlungsschwierigkeiten eingetreten, nur eine außerhalb der Börse stehende Textilfirma hat Geschäftsaussicht beantragt. In der zweiten Börsenstunde stagnierte das Geschäft vollständig, doch wurde gegen Schluß der zweiten Stunde der Verkehr etwas lebhafter, ausgehend von starken Kurssteigerungen in Berlin=Karlsruher Maschinen und Ludwig Löwe, in denen sich starke Materialknappheit bemerkbar machte. Erstere konnten schnell um 13, letztere um 11 Prozent in die Höhe gehen. Dies war das Sianal zu einem allgemeinen Stimmungsumschwung. An der Nachbörse machte die Aufwärtsbewegung dann noch weitere Fortschritte, und man schloß zu den höchsten Tageskursen. Tägliches Geld heute wieder etwas leichter 1—1 260 Monatsgeld 4½—5 Prozent. Kurs=Neumärk. Roggen 2.3, Hannover Kohle—. Mecklenburg. Reggen 3, Annener Guß 11½, Deutscher Eisenhandel 4,7, Gladbach Textil 4, Gutmann Maschinen 4,8. Lüdenscheid 2,8, Rhein. Elektr. 7, Stock u. Co. 2,4, Becker Stahl 5½, Kabel Rheydt 5½, Usa Film 5¼. Dortmunder Wertpapierbörse. d. Dortmund, 2. Mai.(Eig. Drahtb.) Die Börse eröffnete weiterhin in freundlicher Haltung bei allerdings kleinen Umsätzen. Besonders zeigte der Kalimarkt eine etwas festere Stimmung. Auf dem unnotierten Markt ebenfalls lebhafteres Gehäft, Bei lebhafterem Geschäft befestigten sich die Kurse im weiteren Verlauf, und die Börse schloß zu den höchsten Tageskursen. Nächste Börse Dienstag. Von Berliner Werten notierten: Bemberg 15,5, Deutsche Erdöl 38, Dortmunder Aktienbr. 21,5, Dortmunder Unionbr. 24,5, Halbag Masch. 2.5, Hansa Lloyd 1.25, Harpener 50, Hoesch 35, Mannesmann 27, Ver. Glanzstoff 49, Phönix 23. Von unnotierten Werten: Dortmunder Zement 500, Stahl Oese 200, Rhein. Westf. Schachtbau 2,25, Dortmunder Hansabr. 15 000, Dortmunder Ritterbr. 15 000. Starke Abweichungen von den heutigen Düsseldorfer Kursen zeigten folgende Kohlenwerte: Alte Haase 1000, Caroline 1500, Carolus Magnus 2750, Diergard 3000, Ewald 21000, GlückhilfFriedensh. 500, Graf Bismarck 22.000, Graf Schwerin 6250, Heinrich 3000, Langenbrahm 7000, Mörs 1400, Trappe 700, Trier 1—3 5000. Wilh. Mevissen 3750, Blankenburg=Aktien 4 Westf. Bergbau=Aktien 4,5, Montania 2. Braunkohle und Verschiedenes: Bellerhammer 400, Oskarsegen 500. Elsa=Zeient=Aktien 6500. Kalikuxe: Alicenhall 150, Bernsdorf 1000, Burbach 6000, Carlshall 690, Einigkeit 1500, Erichsegen 1400, Felsenfest 1200, Fürstenhall 1300, Hebra 17,50, Günthershall 1300, Habighorst 600, Heiligenmühle 100, Hedwigsburg 275, Heimboldhausen 400, Heldrungen 1 und Heldrungen 2 250, Herfa 900, Hermann 2 600, Hildasglück 500, Hindenburg 3500, Hüpstedt 1200, Hugo 3250. Johanneshall 900, Mariaglück 650, Meimershausen 150, Neusollstedt 900, Neustaßfurt 5000, Oberhof 600, Siegfried Giesen 3750, Thüringen 800, Volkenroda 1900, Wilhelmshall 3000, Wintershall 19500. Kaliaktien: Adler Stammaktien 13, Friedrichshall Nst. 21. Hallesche 12, Heldenburger Vorz. 25, Salzdetfurth 15,5, Wittekind 3. düsseldorfer Kuxenbörse. h Düsseldorf, 2. Mai.(Eig. Drahtb.) Die Börse eröffnet in etwas freundlicherer Haltung. Auf allen Marktgebieten fanden verhältnismößig lebhafte Umsätze statt. Der Kalimarkt erschien ruhig. Kaliaktien wurden vernachlässigt. Hier bewegten sich die Umsätze ebenfalls auf erhöhter Marktbasis. Die Schlußstimmung entsprach der an der Berliner Börse. Nächste Börse Montag in Essen. Kölner Wertpapierbörse. h. Köln, 2. Mai.(Drahtb.) Die Aufwärtsbewegung an der Wertpapierbörse ist auch heute wieder fortgeschritten. Die Zwangskäufe scheinen aufgehört zu haben. Die Umsätze waren auf alen Marktgebieten heute entschieden lebhafter. Das zeigte sich besonders bei Montanwerten, die fest lagen. Begehrt waren Eschweiler Bergwerk, Bonner Bergwerk, rheinische Braunkohlen, Klöckner und Harpener. Auch Adler= kohle und Phönix wurden höher bezahlt. Farben und Anilinwerte wurden höher bezahlt. Rheine Zuckerverein war sehr begehrt, der seinen Kurs erheblich erhöhen konnte. Die Bankaktien hatten ebenfalls lebhaftes Geschäft. Versicherungsaktien hatten sich gut behauptet. * Wertbeständige Anleihe der Sadt Haunover. Die Stadt Hannover hat zur Ausführung von Bauten für die städtischen Betriebswerke die Aufnahme einer wertbeständigen Anleihe Die amtlichen Hurse betragen das 1 000 000 000 000 lache der nachl. Kurse. vom Ma! oocr. v. Tostosplof? 5% Reichsanleihe 4% Reichsanleihe 31% Reichsanleibe 3% Reichsanleihe 4% Konsoll 3½% Konsole 3% Konsole Sparprämie Goldanleihe Westf. Kohlenwertanl. Dollarschatz Schutzgebletanleihe Verkahrr-Aktizg. Bagdad Bagdad 1 Urco Dtsch. Hustr. Dampfer Hamburg-Nmer.Pake Hamburg-Süc Hansa Kosmos Norddeutscher Lloyd Rolandlinie Stettiner Dampfer Vereinigte Flbe " Bonk-Option. Barmer Pank Barmer Creditbank Berliner Handels-Oes. Commerzbank Dermstädter Bank Deutsch-Aslat. Bank Deutsche Bank Disconto D. osdner Bank Fasoner Credit-Anstalt Mitleldetitsche Osnabrticker Bank Reichsbenk " Brauerei-Aalien. Bochum Viktoria-Fr Dortmunder Akt.-Br. Dortmunder Union-Br. Gißckauf Gelsenkirch. Schlef el-Brauerei Schulthels Wiküler Küpper Indasiria-Aktian. Hachener Leder Hachener Spinne Necumulatoren Hkt.-Ges. f. Hinilin Akt.-Oes.f.Verkohrew Hdler& Oppenheim Hdleruerke R. E. G. Hleranderwerke Kisen Zement in selo0unno Anhalter Kohle Ankerwerke Archimedes Atlaswerke Hugsburg-Nürnberg Badische Hnilin Balke-Maschinen Bank f. eloktr. Werke Bonnin g Baroper Basel Bavr. Spiegelglas Bedburger Wolle Berl. Masch. Schwarzk. Berlin-Gubener Hut Berl.-Karlsrun Masch Bember Berger Tielbau Bergmann Berl.-Anhalter Masch. Berl.-Bautzener Berlin-Burger Eisen Berthold-Messing Berzellus Bielefelder mech. Web. Bingwerke Boeddinghaus, Reimann& Co. Braunkohlenbriketts Breitenburger Zement Busch Lüdenscheid Busch Opt. Busch Waggon Bismarckhütte Bochumer Guf Bocspoerde Braunschweiger Kohle Bremer Linoleum Bremer Vulkan Bremer Wolle Buderus Calmon Hsbest Capito& Klein Charlottenb. Wasser Chem. Criesheim Chem. Heyden Chem. Gelsenkirchen Concordie Spinne aimler Delmenhorster Linol Deutsche Asphalt Deutsch. Hlt. Telegraf. Deutsche Eisenbahnsignal Deutsche Erdöl Dische.dußstahikugel Disch.-Lusemburger Deutsche Kabel Otsch. Kall Disch. Maschinen Dtsch, Post- u. Eisenbahnverkehr Disch Spiegelglas Disch. Wollwaren 2. 5. 18 30 46 21.4 13.75 9 6 24 32 9.7 6.5 8.8 8.8 23.5 73 3 1 7.25 1. 3.9 9 8.8 19 3.8 2 17.25 2.8 5, 3.2 7.4 9 26.5 5.5 20 10.5 43 79,5 12.2 31 16 9.875 3.125 60 2 3 11 5 4.5 13 3.3 6 5 36 25 1.1 31 5,1 1.7 12.5 17 1, 5. 16.75 0 3.6 19.5 1 # 5 19.75 12 10.9 5.1 9.5 9.123 11.75 59.5 16.25 16 3.7 11 1.2 3 8 5 25 3.5 2 13.25 3.25 4.8 3 7.9 28 43 4.9 22 11.35 13 77 9.875 1.95 32 13.75 11.75 * 50 2.4 2.7 11 4.6 11,625 4.2 87 1.2 31.25 5,125 1.7 11.5 4 5 Donnersmarkhütte Drahtlose Uebersee Dresdener Chromo 'irener Metall Dürkoop Düsseld. Kammgern Dynamit Eggestorl Salz Eintracht Braunk. Eisenb.-Material Leih Eisenb.Verkehrsmitte Eisengießerei Velber Eisenwerk Mever Elberleider Farben Elektr. Licht und Kral Zlektr Lieferungen Erdmennsdorter Ernemann Tlltewerk Eschweiler Bergu. Essener Steinkohle Faber Bleistift Fahlberg List Feinute Feldmühle Felten& Quilleaume Flender Flexills Frankonla Franstadt Zucker Friedrichshall Kall Fröbel Zucker Fuchs Waggen Gaggenau Gasmotoren Deutz Gebhardt& Co. Geisenkirchen Berg Gelsenkirchen Guß Georg Marie Germanie Gerresheim Glas Ges. f. elektr. Untern Gildemeister Girmes Gladbacher Wolle Gleuziger Zucker Goedhar“ Goldschmidt Görlitzer Waggon Goerz opt. Gotha Waggon Grevenbroich Masch Gruschwitz Textil Hackethal Hammersen Haunover Waggon Harburg-Wien dumm Harburger Eisen Harkort Bergwerk Harkort Brücken Harpener Hartmann Maschiner 1el1& Franke Hindriche* Nullerm Iirech Kupler Hollmann Stärke 158c öchster Farben Hohenlohe öster umbold Maschinen lutschenreuter 132 unghans Tahla Porzellan Kall Aschersieben Kalker Maschinen Kammerichwerke Karlsruher Maschinen Tarstadt Kasseler Federstahl Kathe Kattowitzer Tirchner Klauser Spinnerei (oia Neuessen oln Kottweller Kälsch Fölzer Königsborn Bergw. Körtin g Kostheim Zellulose Krause Lokom. Kromschröder Kronorinz Metall Lahmeyer r Leipziger Landkraft Leonhard Braunkohle Leeooldgrube Lindes Eis Lindström Lingel Schuh Linke Hollmann I. Hophone Ludwig Löne Lothringer Hütte Luther Maschinen Magdeburger Bergw. Nagirus Mannesmann Mannesmann Mulag Manslelder Marie Consolldation Mark Zement Märk.-Westl. Bergw. Maschinen Baum Maximillensau Mech. Linden Mechan. Zittau Heinecke Dr. Paul Mayer Maguin Miae Mis& Genost Mühle Rüningen Mühlheimer Bergw. Müller Gummi Vationalautn beschlossen, der die Weizenpreise zugrunde gelegt werden. Die Anleihe soll mit 5 Prozent verzinst und mit 3¼ Prozent sowie den durch die fortschreitende Tilgung ersparten Zinsen getilgt werden. Zum Handel und zur Notiz an der hannoverschen Börse sind 25000 Zentner dieser 5prozentigen Weizenanleihe amtlich zugelassen. * Eröffnung der Mannheimer Messe. Im Rosengarten wurde die Fünfte Deutsche Erfindungen=, Neuheiten= und Industriemesse eröffnet. Besonders stark beschickt ist die Abteilung Motorräder. * Herrauf russischer Erze nach Deutschland. Der südrussische Erztrust hat der Berliner Firma Nawack u. Grünseld 500000 Tonnen Eisenerz und 200 000 Tonnen Maganerz verkauft. Die Lieferung erfolgt vertragsgemäß zu 3 Millionen Pud im MoEisenerznat. Im Februar hat der südrussische Erztrust 1 400 000 Pud Eisenerz(um 17 Prozent mehr als im Januar) und 000 000 Pud Mangnaerz(um 24 Prozent mehr als im Januar) preduziert. Warenmärkte. Berliner Produktenmarkt. w. Berlin, 2. Mai.(Drahtb.) Die Verhältnisse sind unverändert geblieben. Das Angebot ist in abgeladener Kahnware verstärkt worden und findet ungenügende Aufnahme. Der Mehlabsatz hält sich in ungewöhnlich engen Grenzen, da die Mühlen nach wie vor große Zurückhaltung beim Einkauf von Rohmaterialien üben, zumal auch die Mehlpreise durch das Angebot der zweiten Hand der inländischen Mühlen und teilweise auch des Auslandnes stark gedrückt werden und unrentabel bleiben. Hafer wird in großem Ausmaße zu verkaufen gesucht, doch sind bei der Zurückhaltung der Verbraucher Abschlüsse sehr schwer und zumeist kaum unter den Einstandspreisen zu erzielen. Die amtlich notierten Preise in Goldmark betrugen ab Station: Weizen, märkischer 170—174, Roggen, märkischer 128 bis 134, Futtergerste 150—160, Braugerste 170—188, Hafer 125 bis 132 alles für 1000 Kilogramm). Weizenmehl 24—26, Noggenmehl 19,75—22, Weizenkleie 10,20, Roggenkleie 8.9—9, Raps 310, Leinsaat 410, Viktoriaerbsen 26—27, Speiseerbsen 15—16, Futtererbsen 12—13, Peluschken 11—12, Ackerbohnen 14—16, Wicken 12—13. Lupinen, blau 12—12,5, gelb 16, Seradella 13 bis 13.5, Rapskuchen 11,2, Leinkuchen 21, Trockenschnitzel 10.5 bis 10,7, Kartofselflocken 24.8—25(alles für 100 Kilo). Rauhfutter. Weizen= und Roggenstroh(drahtgepr.) 1,15—1,35, Haferstroh(drahtgepr.) 1—1,15, Weizen= und Roggenstroh, (bindfadengepr.), geb. Roggenlangstroh je nach Frachtlage, Heu gutes 2—2.25, Heu, handelsüblich 1,50—1,80, Kartaffeln, weiße 3.20, rote 3.20. Kölner Getreidebörse. h. Köln, 2. Mai.(Drahtb.) Die Kölner Getreidebörse fand heute bei anhaltend starkem Angeböt, infolge der Geldknappheit bei ermäßigten Preisen statt. Es wurden für 100 Kilo in Billionen Mark notiert: Inl. Weizen 16,40—16,70, Inl. Roggen 1400—1450. inl. Hafer 1480—1550, inl. Gerste 19—20, Mais grob und sein 19—19.50, Roggenmehl 23—25, ausl. Weizenmehl 24—-26,50, Weizenkleie 8.50—9.75. Rübkuchen 9,50. Leinkuchen 23—25. Zuckerschnitzel 14.75—15, Wiesenheu 8—9, Wiesenhen, gepreßt 11—12, Kleehen 9.50—10,50, Roggenstroh und Weizenstroh, gepreßt 2.30—2.80. Haferstroh 1.50—2.—. Rohmelasse 8.50. Man lese bei den Aktienkursen also 15= 15000000 000 000% naw. Natronzellstoft Neptun Schiftswerk Niederlausitzer Kohle Vitrit Nordi. Wolle Oberbedarf Oberschi. Eisenindusl Oberschi. Koks Ohles Erben Oeking Osnabrlicker Kuoler Ostpreuß. Damofwolle Orens’ein& Koppel Otav Ottensen Pelpers& Co. Pintsch Plauener Spitzen Phönix Polyphan Päge elektr. Poppe& Wirth Rasquin Rauchwaren Walter Ravensber ger Reichelt Metall Telsholz Papler Thein. Braunkohle thein. Metal Rhein. Möbel Rhein-Nassau Rhein. Spiegelglas Rhein. Zucker Rheinstah Rhein.-Westl. Elektr. Rh.-Westl. Sprengstol Rhenania Riebeck Riedel Riehm Söhne Rombacher Rosenthal Porzellan Rositzer Braunkohle Rositzer Zucker Rückforth Rütgerswerke Sachsenwerke Sächs. Kammgarn Sächs. Kartonnagen S 1111 Sauzr Sched:ni1 Schlo Mabrik Schalle Hugo Schneider Schöller Eltor! Schött Schubert& Salzer Schuckert Schwelmer Eisen Seaback Seck Mühlenbau Siegen Seiingen Siemenst Halske Siem###oler,e Stettiner Vulkan Stöwer Nühmaschinen Stolberg Zink Tack& Co. Titel a Krüger Teutonie Thärf Oel Thürlager Blumen Thürlager Glas Trachenberg Zucker Trintis Porzellan Tuchfabrik Hachen Thltfabrik Flöhe ebr. Unger Inion cem. Stettin Varziner Panier Verein. Otsch. Nictel Verein. Flenschen Verein.(ienzetoff Verein. Lausitzer Glas Verein. Mürk. Tuch Verein. Motallw. Haller Verein. Schmiegel Verein. Schuh Wessel Ver. Smyrna Teppich Vogel Draht Vorwärts-Spinnerei Vorwohler Zement Wagner&a Co. NVanderer Narsteiner Graben Wegelin& Hübbner Wessel Porzellan Tostarag 2 Vestialla Wostf.Draht Langendr. Nestf. Kupfer Wicking Wilke R. Wolfl Zeitzar Maschinan Zellstoff Waldhoff Zimmermann Warto. Hdler Kohle Becker Kohle Sen Dautsche Petrol Dortmundor Zement Hansa Lloyd Manoll Nivell-kigaretten Pomona Oeynhauser Maschin St5war Motoren Slomau Süasse Tlag Ummendorf Kall Urgentin entonbonds Petersburger Intorn. Hanßels#. 2.75 Die Notlerungen 2. Mai sind die der Essener Börse. Düsseldorter Bärss vom Z. Maiinna. Nuxe In Biillonen Mark. IIktien in Billionen% 5 Empfehle zu günstigen Preisen und Bedingungen zur sofortigen Lieserung ab Lager: neueste, bestbewährte. Konstruktion, mit und ohne Kartoffelpflanzlochvorrichtung. errr, Original Saronia, mit Breitsävorrichtung. 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Rom, 2. Mai.(Eig. Drahtb.) Der Berichterstatter der„Times“ in Villeneuve hatte eine Unterhaltung mit dem Präsidenten Masaryk vor dessen Abreise nach Italien. Der Präsident hielt zwar sein Zusammentreffen mit Mussolini für möglich; doch betonte er, daß seine Reise, die aus Gesundheitsrücksichten unternommen worden sei, mit der Reise des Außenministers Dr. Benesch nichts zu tun habe. Dr. Bencsch begebe sich mit der Absicht nach Italien, um über ein wirtschaftliches und finanzielles Abkommen zwischen den beiden Ländern zu verhandeln. Vielleicht kämen bei dieser Gelegenheit auch die politischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zur Sprache. Bezüglich der Kleinen Entente äußerte er sich dahin, daß Frankreich durch historische Entwicklung eine vorherrschende Stellung habe. In diesem Punkte treffen sich die Ziele Italiens und der Tschechoslowakei. Italien und Frankreich hätten ein beiderseitiges Interesse daran, sich zu verständigen. Nach der weiteren Aeußerung Mazaryks werde Ungarn in näherer Zukunft der Kleinen Entente beitreten.(?) Um die Streichung der alliierten Schulden. w. London, 2. Mai.(Drahtb.)„Daily Telegraf" berichtet aus Newyork, daß die Nationalcitybank, das größte Finanzinstitut der Vereinigten Staaten, öffentlich gemeinsam mit anderen finanziellen und kaufmännischen Unternehmungen für die Verminderung bezw. Streichung der alliierten Kriegsschulden an Amerika eintritt. In ihrem Monatsbericht sagt die Bank, die Annahme des Reparationsplanes der Sachverständigen werde ein formelles Ersuchen um Verminderung der Schulden an die Vereinigten Staaten nach sich ziehen, und die Amerikaner müßten bereit sein, eine Antwort darauf zu erteilen. Die Sachverständigengutachten bedeuteten eine wesentliche Verminderung der Reparationssumme. Die Autwort der Botschafterkonferenz. eca. Paris, 2. Mai.(Eig. Drahtb.) Nach einem von Havas veröffentlichten Communiaué hat sich die Botschafterkonserenz in ihrer gestrigen Sitzung mit lausenden Angelegenheiten sowie mit der Antwort beschäftigt, die demnächst Deutschland in der Frage der interalliierten Militärkontrolle erteilt werden soll. Die Morgenblätter machen dazu noch einige Angaben. Danach ist entgegen einer anderen Mitteilung der Gedanke, daß Deutschland vorläufig eine provisorische Antwort auf die letzte Note über die Militärkontrolle erhalten werde, von der Botschafterkonferenz fallen gelossen worden. Dem„Echo de Paris“ zusolge soll ein verartiger Gedauke vor einigen Tagen durch die englische Regierung dem englischen Botschafter in Paris übermittelt worven sein. Es sei darin angeregt worden, eine vorläufige Antwort an Deutschland zu senden, um der nationalen Bewegung in Deutschland vor den Wahlen nicht noch neue Zugluft zuzuführen. Eine endgültige Note solle dann später nachgesandt werden. Die Botschafterkonferenz hatte, wie in den Morgenblättern erklärt wird, die Ueberzeugung gewonnen, daß eine Verartige Prozedur keinerlei Wert habe, und daß sie infolgebessen entschlossen sei, den Textder endgültigen Antwort auszuarbeiten und ihn der deutschen Regie-ung nach den Wahlen zugehen zu lassen. Antwort an die polnische Regierung. #mi; Mat.(Drahtb.) Die polnische Regierung hatte in einer Note an die deutsche Regierung u. a. gesagt, die Verhaftung ehemaliger polnischer Untertanen, die jetzt in Deutsch=Oherschlesien ansässig wären, hätte begreifliche Erregung in der Bevölkerung Oberschlesiens hervorgerufen und könntenicht zu friedlichen Beziehungen zwischen der polnischen und deutschen Bevölkerung beitragen. Die deutsche Regierung erwiderte in einer Note, daß die in Oberschlesien Verhafteten Reichsangehörige seien, die einer ausländischen, nachgewiesenermaßen auf die Losreißung deutscher Gebietsteile hinarbeitenden Geheimorganisation angehören. Inzwischen nahmen in Polnisch=Oberschlesien die Bedrohungen der deutschen Bevölkerung Formen an, die das schlimmste befürchten lasen. Die Reichsregierung wies daher in einer weiteren Note in Warschau nachdrücklich auf die außerordentlich ernsten Folgen hin, die ein Andauern der für die Deutschen Polnisch Oberschlesiens bedrohlichen Lage notwendigerweise für die Beziehungen beider Länder haben müsse. Die polnische. Regierung müsse zugeben, daß sie keinen Anlaß zu Vergeltungsmaßnahmen e wen. Deutschland gegenüber seinen Staatsangehörigen die Machtmittel des Staates anwende. Reichsministerien aufgelöst. m. Berlin, 2. Mai.(Drahtb.) Auf Beschluß des Reichskabinetts gelangt nunmehr das Reichsministerium für die besetzten Gebiete zur Auflösung. Die Erledigung der bisher von ihm geleisteten Arbeit ist vom Reichsfinanzministerium übernommen worden. c Berlin, 2. Mai.(Telegr. unseres Korrespondenten.) Das Wiederaufbauministerium ist nach dem Beschluß der Reichsregierung heute aufgelöst. Die diesem Ministerium übertragenen Arbeiten sind vom Reichsfinanzministerium übernommen. Ein Spionageprozeß. w Breolau, 2. Mai.(Drahtb.) Die„Breslauer Neuesten Nachrichten“ berichten, daß der Strassenat des Breslauer OberLandesgerichtes den polnischen Oberleutnant Albert Bachno wegen Spionage und Verrat militärischer Geheimnisse zu 12 Jahren Zuchthaus und 5000 Mark Geldstrafe verurteilt habe; die Geldstrafe wurde durch die Untersuchungshaft für verbüßt erachtet. Der Angeklagte bereiste im Auftrage des französischen Kapitäns de Noux, der in Kattowitz ein Nachrichtenbüro unterhielt und Arbeiter für das Ruhrgebiet anwarb, schlesische Städte und übermittelte unter anderem Berichte über die Stellung der schlesischen Truppen uno die Stärke der Sipoformationen. die Wiederaufnahme der russischen Handelsbeziehungen zu Holland und Belgien. cca Haag, 2. Mai.(Drahtb.) In Erwiederung auf eine Anfrage über die niederländisch=russischen Verhandlungen antwortete der Minister des Aeußern in der Kämmer: Der Standpunkt der Regierung in außenpolitischen Fragen set unverändert. Die Berhandlungen in Berlin würden auf der Grundlage geführt, daß die Beziehungen zwischen Holland und Rußland wieder ausaenommen werden. Voraussetzung sei, daß eine befriedigende Regelung der zwischen beiden Ländern schwebenden Fragen erreicht wird.— Der„Notterdamsche Courier“ meldet: Die in den niederländisch=russischen Verhandlungen eingetretene Pause ist darauf zurückzuführen, daß die niederländische Delegation ihre Regierung von der Durchführung der Verhandlungen verständigte und jetzt auf Instruktionen wartet. Die Russen haben ihre Regierung ebenfalls von den bereits angeschnitenen Gesichtspunkten unterrichtet und aus Moskau schon eine Antwort erhalten. Sie sind bereit, die Besprechungen wirtschaftlicher Art fortzusetzen. eca Brüssel, 2. Mai.(Eig. Drahtb.) Die belgische Regierung hat ihren Gesandten in London beauftragt, sich mit Rakowsky wegen der Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen zwischen Rußland und Belgien in Verbindung zu setzen. Falls es notwendig werden sollte, werden offizielle Verhandlungen geführt werden. Verunstaltung der Porta Westfalica. w. Berlin, 2. Mai.(Drahtb.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteil:. erwiderte der Kultusminister Boelitz auf eine kleine Anfrage der Demokraten, daß der Kreis der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen zu begrenzt sei, um die Verunstaltung der Porta Westfolica durch einen schon in Betrieb genommenen Steinbruch zu verhindern. Es wird daher der Versuch gemacht werden müssen, die weitere Ausdehnung der Steinbrüche zu verhindern. Der zuständige Regierungspräsident ist beauftragt, in dieser Angelegenheit vorzugehen. Es ist ferner auf Grund des Beschlusses des Hauptausschusses des preußischen Landtages ein Gesetz in Vorbereitung, das hoffentlich Handhabe zum Einschreiten in dieser Angelegenheit gibt. And wenn alle dich Und dir mancherlei erzählen. Las' für niemand dich erwärmen; Jentrum mußt du heute wählen! Aus Westdeutschland. Westfalen. X Münster, 2. Mai.(Der Lanowirtschaftliche Hauptverein) für den Regierungsbezirk Münster hält am Freitag, den 16. Mai, eine Ausschußsitzung und Mitgliederversammlung ab. In der Mitgliederversammlung, die um ½10 Uhr stattfindet, werden u. a. Herr Dr. Steinhausen über„Die gegenwärtigen Preisverhältnisse in der Landwirtschaft in ihrer Einwirkung auf die Betriebsverhältnisse“ und Herr Dr. Reinecke über„Die wirtschaftspolitische Lage der Gegenwart“ sprechen. X Rheine, 2. Mai.(Kommerzieurat Hermann Kümpers gestorben.) Am heutigen Tage ist im Alter von 70 Jahren der Seniorchef der Firma Hermann Kümpers, Kommerzienrat Hermann Kümpers, einem Schlaganfalle erlegen. Lange Jahre hindurch war er Vorsitzender der Handelskammer für den Regierungsbezirk Münster und hat sich in diesem, wie in anderen Ehrenämtern große Verdienste um die Entwicklung des Handels und der Industrie erworben. Um das Wohl seiner Arbeiter und Angestellten hat er sich stets in warmverziger Weise bemüht und allen gemeinnützigen Unternehmungen hat er seine Hilfe angedeihen lassen. X Bocholt, 2. Mai.(Stadtverordnetensitzung.) In der heutigen Stadtvererdnetensitzung wurde zunächst der Festsetzung des Fluchtlinienplanes am Ende der Blücherstraße zugestimmt. — Die bisher wegen der Erweiterung des neuen Friedhofes mit den Grundstückseigentümern geführten Verhandlungen sind an den Forderungen gescheitert. Es soll nun um das Enteignungsrecht nachgesucht werden.— Einigen Grundstücksverkäufen soll zugestimmt werden.— Die Satzungen des Arbeitsnachweises wurden genehmigt.— Der Anstellung von hauptamtlichen Lehrkräften an der Fortbildungsschule wurde zugestimmt. X Gelsenkirchen, 2. Mai.(Das brennende Straßenpflaster.) Hier fiel einem Bäckergesellen ein Glasbehälter mit 10 Liter Schwefelsäure auf die Straße. Ein Vorübergehender warf achtlos einen brennenden Zigarrenstummel achtlos weg. so daß im Nu das gesamte Straßenpflaster in Flammen stand. D'e Feuerwhr löschte dann ohne weitere Schwierigkeiten den BraukRheinland. t Düsseldorf, 1. Mai.(Ein verdienter Journalist), der sich mit vieler Liebe der Heimatkunde Düsseldorfs und des bergischen Landes widmete und jahrzehntelang als Gerichtsberichterstatter mit der ganzen Presse im rheinisch=westfälischen Industriegebiet verwachn war, Herr Joseph Daniel, seiert am Montag, den 12. Mai 1924, mit seiner Frau Gemahlin das seltene Fest der goldenen Hochzeit. In der Gewissenhaftigkeit treuester Pflichterfüllung dient er noch heute der jüngeren Generation als leuchtendes Vorbild. An seinem Ehrentage nehmen die weitesten Kreise gerne freudigen Anteil. Düsseldorf, 2. Mai.(Mit einem Rasiermesser seiner Frau den Hals durchzuschneiden) versuchte hier ein Mann aus der Friedrichstraße. Die Frau wurde lebensgefährlich verletzt, man zweiselt an ihrem Aufkommen. * Wesel, 2. Mai.(Auch eine Herbstmesse.) Das Stadtverordneten=Kollegium hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, auch eine Herbstmes: abzuhalten. * Barmen, 2. Mai.(Der Schulstreik) der evangelischen Schulgemeinde zur Durchdrückung der Forderung, daß auch die Schulgemeinde zur Mitbestimmung bei Aenderungen der Schulverhältnisse herangczegen wird, wird mit aller Strenge durchgeführt. * Ohligs, 2. Mai.(Aus seinem Amte entfernt) wurde der hiesige unbesoldete kommunistische Beigeordnete Menge. Auf Grund einer alles erträgliche Maß übersteigenden Hetzrede wurde gegen ihn das Disziplinarverfahren eröffnet, das den Herrn kommunistischen Beigeordneten der Stadt Ohligs, Menge, auf Grund der Feststellung des Tatbestandes absägte. * Köln, 2. Mai.(Die Einweihung des Neubaues) der Kunstgewerbe= und Handwerkerichule fand am vergangenen Sonntag statt. * Frankfurt, 2. Mai=(Seinen Schädel gespaltet) erhielt hier ein Student aus der Westendstraße, der von Leuten, deren Gesichter durch Nuß unkenntlich gemacht worden war, während seines Heimweges um Mitternacht überfallen wurde. Hannover und Oldenburg. ∆ Hannover=Münden, 2. Mai.(Vom großen Werrastanwerk.) Die erste Turbine des großen Werrastauwerkes, die saglich 20000 Kilowattstunden Strom liefert, ist still gelegt worden, weil sich 15 mächtige Flöße aus Thüringen vor der Stauanlage angesammelt haben. Die Maschine wird solange still liegen, bis die Flöße durch die Schleuse gebracht sind. ∆ Papenburg, 3. Mai.(Gelandete Leiche.) Im Ems=Jade=Kanal bei Alelsberg wurde die Leiche eines etwa 13jährigen Knaben aufgefunden und geborgen. Es handelt sich um den seit 14 Tagen verschwundenen Schüler Ulfert Rosenberg Ki höchste Stelle des Kanals gekommen ist, ist vorläufig noch ungeklärt. Die Leiche ist von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden. &à Leer, 2= Mai.(Tragischer Tod.) Bei einem Autounglück ist der Fabrikant Ernst Halbach ums Leben gekommen. Der Verunglückte befand sich mit seinem Kraftwagen auf der Fahr: von Berlin nach seinem jetzigen Wohnsitze Hamburg. Der Wagen erlitt bei Perleberg einen Steuerbruch und wurde gegen einen Baum geschleudert, wobei der Lenker in seinem Führersitze eingeklemmt wurde und der Fabrikant Halbach jedenfalls schwere innere Verletzungen erlitt. Bei dem Versuch, den eingeklemmten Chauffeur aus seiner Lage zu befreien, brach H. zusammen und war kurz darauf eine Leiche. A Geestemünde, 3. Mai.(Spiel und Tod.) Das dreijährige Töchterchen eines hiesigen Zigarrenhändlers, das mit seinem Brüderchen„Haschen“ spielte, wurde von einem Auto, das die Weserstraße passierte, überfahren. Das Kind war sofort tot. ∆ Oldenburg, 2. Mai.(Aufgeklärter Einbruch.) Der Oldenburger Kriminalpolizei ist es gelungen, einen Einbruchsdiebstahl zum Nachteile der Firma Havekost in Oldenburg aufzuklären. Der Täter ist festgenommen Er war am Tage nach der Tat mit dem größten Teile der Sachen nach Osnabrück gefahren. Die gestchlenen Sachen kennten bis auf zwei Teile wieder herbeigeschafft und der Eigentümerin zurückgegeben werden.„— Nachrichten. 4 Ernennungen im Vistum Münster. Kaplan Heinrich Völkering, zur Zeit in Dorsten, zum Kaplan in Duisburg (St. Joseph), Kaplan Klaudius Jüssen, zu Duisburg, zum Präses im Heerdekolleg in Münster.— Kaplan Heinrich Aymanns zu Duisburg=Ruhrort zum Hausgeistlichen im Kloster der Schwestern von der göttlichen Vorsehung Maria Nopaan in Holland.— Kaplan Wilhelm Neamann aus Haltern zur Aushilfe in Suderwich. 4 Der erste Chinese, der Bischof wird. Papst Benedikt XV. hatte mit besonderem Nachdruck es als ein Ziel der Missionsarbeit hingestellt, einen zahlreichen heimischen Klerus heranzubilden, damit die Missionsländer immer mehr vom Zuzug europäischer Missionäre unabhängig werden. China, wo die Missionsarbeit bereits auf beinahe vier Jahrhunderte zurückblickt, ist eines der Länder, das eine ansehnliche Zahl von einheimischen Priestern zählt. Die Bischöfe, d. h. die Apostolischen Vikare, wurden aber bisher immer aus der Zahl der europälschen Missionäre genommen. Nun ist auch von dieser(ungeschriebenen; Regel zum ersten Male abgegangen worden. Für das neuerrichtete Apostolische Vikariat Ost=Hu=Pe wurde der chinesische Franziskauerpater Odorich Tscheng als Apostolischer Vikar bestellt. Derselbe kam als Seminarist nach Italien. wo er in den Franziskanerorden eintrat, um im Jahre 1902 in sein Vaterland zurückzukehren. Dort war er lange Jahre Subregens des Seminars für einheimische Priesterkandidaten in Tscha=yuen=ku und zuletzt Lehrer der chinesischen Literatur im Zentralseminar von Kiu=tschou=fu. Er ist Verfasser von verschiedenen Schriften in chinesischer Sprache und einer chinesischen Grammatik für Italiener. Die Tatsache, daß Bischof Tscheng dem Franziskanerorden angehört, dem die Mission der Provinz Hupe anvertraut ist, und daß er viele Jahre in Europa zugebracht hat, erleichterte seine Wahl zum Obern einer Mission, die übrigens in der Hauptsache von einheimischen Priestern versehen werden soll. Chefredakteur Dr. Karl Maser. Verantwortlich für Politik und die Sozialpolitische Umschau: Iranz Weder. für Handel und Sport: Dr. Hans Contzen, für Feuilleton und die Unterhaltungsbeilage: Peter Werland für den übrigen allgemeinen Teil und den Nachrichtendienst oh. Bretz. für den Zeno=Inseratenteil und Reklame E. Kupfer sämtlich in Münster i. W. Berliner Redaktion: Dr. Iranz Fortmann. Berlin=Dalensee. „„ 2101———„„ Fernsprechanschlüsse der Redaktion in Münster Werbezentrale 457. und 2196, der Inseraten= und Wetterbericht der Bremischen Landeswetterwarte. Die Luftdruckverteilung über Mitteleuropa hat gegen gestern nur geringe Aenderungen erfahren. Es ist noch immer die Reiner tiefen Druckes Ausgeprägt, der von Großbritannien über Deutschland und Polen bis nach Rußland hinein reicht. Ein flaches Teiltief liegt südlich von uns, ist aber in Auffüllung begriffen. Hoher Druck ist bis nach Island und Spanien zurückgewichen. Die Wetterlage ist noch unbeständig. Vorhersage für den 3. Mai: Zunehmende Bewölkung und Niederschlagsneigung bei nach Südwest drehenden Winden. Vorhersage für den 4. Mai: Veränderlich, mäßige westliche Winde, mild, Niederschläge. Opgbmis(Sbch Shattedaint 8 esr Kche an bess eftebel Rbonbr C sfll O- Ontn um sun4 hr : Eine trobe Bolschall für aus Rüstringen. Wie der Knabe, bezw. seine Leiche diese Gallensleinkranke Die Rohstoffe zur Herstellung der altbew. Arotheker Fürstenberg’schen Gallensteinkur sind wieder in alt. Güte zu beschaffen. Inzählige Frauen wurden ohne Operation durch Hnwendung der 1Urstenberg’schen Kur von ihrem Leiden befreit. Bei richtiger H.wendung Erlolg garantiert. Viele denkbare Anerkennungen asz allen Kreisen. Zu beziehen zum Preise von Mk. 10.— nur d. troh die Fürstenberg'sche Apotheke, Rotthausen(Kreis Essen) 22. 58 55 ahr. sen be; nes den Hente und folgende Tage frische Alleinvertretung der Schreib maschine „Rheinmetall““ zu hohen Tagespreisen. Halternerstraße 59. für Vorsten und Umgegend übertragen worden. Ich habe jederzeit Maschinen am raaer und bitte ich, diese in meinen Verkaufsräumen besichtigen zu wollen. Schreibmaschinentische und sonstige Buromöbel stets am Lager. Wilhelm Hoffrogge, Bürobedarf und Schreibwaren, Dorsten. 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Elrsomsbeliabrik Suhl ITNDr.) 4610e erkannt hat, daß eine solche, dem Gemeindewohl dienende Vertretretung ihre Aufgabe nur erfüllen kann, wenn die Meinungs= u. Entschlußfreiheit ihrer glieder unangetastet bleibt und sie nicht durch vorher gefaßte Parteibeschlüsse oder sonstige Bindungen festgelegt sind, von den Gemeindeverordneten hingebungsan einer Gefl. Angebote unter Nr. 8133 an M. I. Reichartz, Dorsten. Sildwall 27. bringen wir die Lachen ohne Ende! Lachen ohne Ende! volle, uneigennützige Mitarbeit zielbewußten Geindeverwaltung, gesunde Wohnungs= und Bauverhältnisse, Erhaltung der Bekenntnisschulen, Pflege der Volksgesundheit und=wohlfahrt, Förderung der Wirtschafts= und Verkehrsinteressen verlangt, immag am 4. Mai bei den Wahlen limme zur Gemeindevertretung und Amtsverwaltung für die die bekannte Lustspielderstellerin in ihrem größten Film Ossl Owalda, Riesenlustspiel in 5 niegesehenen Akten Fix und Fax, die besten Komiker Amerikas in 2 Akte zum Totlachen und 2 groteske Akte voll Sensationen SEIRRE Ferner Die Kandidaten sind: die Gemeindevertretung: Adolf Spaltmann, Baumeister, Franz Surrey, Bergmann, Eduard Kleinewiese, Bahnhofsvorsteher, Heinrich Hagedorn, Zechenschmied, usw. Für die Amtsverwältung: Ludwig Klinken, Bürovorsteher, Karl Patrus, Magazinarbeiter. Fiernter 2 Akte zum Schreien Alles in allem, ein Lustspieloro in keinem anderen Theater werden kann. ramm, wie es besser gezeigt Dusterheit! Welt!