Druck und Verlug: Loseph Altmeppen, Rbeine. 50 Pfg, frei durch unsere Boten ins Haus; von der Erpedtion oder durch die Post(Bestellgeld extra) 1,35 Mt. vierteljährlich. Siicheia mittens ub: e Frschetn:: Wiwiaglich mittags mit der wöchentlichen illustrierten Soantagsdeilage: Ssras und Blumen“. Seitung für das Emsland. Kheiner Volksblatt. Organ der Feutrumspartei. Verantwortlicher Redakteurt Andreas MKern, Rheine. Volkszeitung Rbeine 1. Wests. Amtlicher Anzeiger für Stadt und Amt Rbeine. für Stadt und Amt Rheine 15., für Behörden und i wärtige 20 Pfg, die Zeile; die Reklamezeile 50 Bfg. Anzeigenarnagme 5 Uhr nachmittags vor Ausgabe der nächsten Nummer. Bei telephonischer Aufnahme wird für die Richtigkeit nicht garantiert. Bei zwangsweiser Eintreibung von Gedühren oder bei Konkurs fällt der bewilligte Radart zor: Beilagengebühr nach Uebereinkunft. Nr. 134. Kheine i. Wesfs., Samstag, den 12. Juni 1915. 39. Jahrgang. Dechant Dietz f. Dechant Pietz ist nicht mehr. Trauernd steht die Gemeinde an der Bahre dessen, der ihr 24 Jahre hindurch ein treuer Hirte gewesen ist, dessen reiche Geistes= und Herzensgaben ganz in den Dienst der Gemeinde gestellt waren, und den der Herr nun mitten aus seinem Wirken und Schaffen heimberufen hat. Er starb am Mittwoch Abend nach kurzer, schwerer Krankheit, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, indem er noch bei klarem Bewußtsein bis zum letzten Atemzuge die Sterbegebete und den Rosenkranz mitbetete. Mit seinem Tode hat ein langes arbeits= und verdienstreiches Leben seinen Abschluß gefunden. Bernhard Pietz wurde am 5. Juli 1840 in Osterwick geboren. Nachdem er seine Gymnasialstudien in Coesfeld beendet hatte, trat er Herbst 1862 in das Collegium Borromaeum in Münster ein, um sich auf den Priesterstand vorzubereiten. Am 4. August 1866 empfing er aus der Hand des Bischofs Johann Georg die Priesterweihe. Nach kurzer seelsorglicher Tätigkeit in Dülmen und Stadtlohn wirkte er 18 Jahre lang als Kaplan in Kevelaer. Von 1886 bis 1891 war er Subregens im Priesterseminar in Münster; am 11. Juni 1891 wurde er zum Pfarrer von Rheine ernannt. Nach dem Tode des Landdechanten Uppenkamp wurde er im Jahre 1913 vom hochwürdigsten Herrn Bischof in Gemeinschaft mit den staatlichen Behörden zum Landdechanten des Dekanates Steinfurt und zum Ehrendomherrn an der Kathedrale in Münster ernannt. Die Verleihung des roten Adlerordens wurde von seinen Pfarrkindern als eine verdiente Anerkennung seines Wirkens begrüßt. Dechant Pietz war von Gott mit reichen Talenten begabt; ein klarer Verstand mit weitem Blick und großer Willenskräft zeichneten ihn aus; echte Herzensgüte gewann ihm das Zutrauen der ihm anvertrauten Seelen. Für seine Person verlangte er nichts; auch sein kunstsinniges Wirken zielte auf die Ehre Gottes und die Erbauung des Herzens. Seine lange Tätigkeit in Kevelaer während der schweren Zeit des Kulturkampfes brachten ihn mit den verschiedensten und weitesten Kreisen in Berührung; die reiche Lebenserfahrung, die er dort gesammelt hatte, wußte er bei der Erziehung der jungen Geistlichen im Priesterseminare in Münster vortrefflich zu verwerten. Die Anhänglichkeit und Dankbarkeit seiner damaligen Zöglinge ist der beste Beweis für den Segen, den er dort gestiftet hat. Seit Jahren vereinten sich diejenigen Priester unserer Diözese, die das Silberjubiläum ihres Priestertums feierten, in stiller Zurückgezogenheit mit ihrem früheren Subregens in dem Priesterhause zu Kevelger. Im vorigen Jahre nahm auch der hochwürdigste Herr Bischof als Jubilar an der stillen Feier teil. Für Dechant Pietz aber waren es die glücklichsten Stunden, wenn er sich dort wieder mit seinen früheren Seminaristen, die nun schon als Priester viel gewirkt hatten, zusammenfand. 8 Tage vor seinem Tode hat er noch einmal diese Freude erlebt. Als er die Leitung der Pfarrei Rheine antrat, hatte er schon ein volles Menschenwirken hinter sich, das ihm einen reichen Schatz von Kenntnissen und Erfahrungen für das neue Amt mit auf den Weg gab. So war er in jeder Weise ausgerüftet, die kath. Gemeinde in Rheine in ihrem Wachsen und Aufblühen zu leiten und zu organisieren. Allgemein bekannt ist seine Vorliebe für die Jugend, das Gebet der Kinder wurde von ihm hochgeschätzt; darum fühlte er sich auch mit den Lehrpersonen, die mit ihm an der Erziehung der Jugend tätig waren, innig verbunden. Als Prediger und besonders als Beichtvater war er hochgeschätzt. Natürlicher Scharfblick und wahre Hirtensorge machten ihn zum begehrten Ratgeber irrender und schwankender Seelen. Alle Stände und Berufe waren ihm in gleicher Weise teuer; oft war der Ausgleich widerstrebender Interessen Gegenstand seiner lebhaften Sorge. Für die Arbeiterinnen baute er das Marienheim, in dem Arbeiter= und Gesellenverein, wie auch in den übrigen kath. Kongregationen und Vereinen war er unermüdlich tätig. Die Liebe zu den Kranken und Leidenden machten die Ausstattung und die Erweiterung des Krankenhauses zu einem Gegenstand seines steten Strebens. Seine größte Sorge war die Organisation der schnell wachsenden Gemeinde. In der Bauerschaft Rodde, die von der Pfarrkirche in der Stadt zu weit entfernt war, als daß eine geregelte Seelsorge erfolgen konnte, baute er unter vielen Schwierigkeiten eine Kapelle; Hauenhorft, dessen Gotteshaus den Anforderungen längst nicht mehr entsprach, erhielt eine neue Kirche#nd wurde ein selbstständiges Rektorat; sein Lebensihelk ader war der Bau und die Einrichtung der herrlichen Basilika in der neuen Antoniusgemeinde, die für immer mit seinem Namen verbunden ist. An dem Aufblühen der Stadt selbst nahm er innigen Anteil und zeigte für die Entwickelung der Industrie, des Handels und Handwerks tiefes Verständnis. An den verschiedenen städtischen Einrichtungen, dem Kuratorium des Gymnasiums und Lyzeums, den Volksschuldeputationen, den Armen= und Waisenkommissionen nahm er als Mitglied regen Anteil. Sein vielseitiges Wirken hat reiche Früchte getragen. Er selbst ist dahingegangen, aber seine Werke werden bleiben und ihm ein dankbares Andenken und hoffentlich auch manch stilles Gebet von seiten seiner Pfarrkinder sichern. Have anima christiana! Die uTbdte un der Ardeit. Den Gegnern macht sich die Tätigkeit unserer Unterwasser=Waffe in empfindlichster Weise bemerkbar. Fast kein Tag vergeht, an dem nicht wenigstens ein feindliches Schiff daran glauben muß; in der Regel aber sind es deren mehrere. Am Donnerstag morgen hat eines unserer =Boote an der britischen Ostküste zwei englische Torpedoboote versenkt. Dieselben waren je 3000 groß und mit zwei 7,6 Zentimeter=Geschützen und je drei Torpedolanzierrohren ausgerüstet. Die im Jahre 1907 gebauten Boote zählten je 35 Mann Besatzung. Zur gleichen Stunde erfährt die Welt, daß in der Nordadria das italienische Unterseeboot„Medusa“ von einem österreichischen Unterseeboot torpediert wurde. An der Westfront brach ein französischer Angriff in der Champagne unter schwersten feindlichen Verlusten zusammen. Während die Lage der an der galizischen Front kämpfenden deutschen Truppen als unverändert, also weiterhin günstig bezeichnet wird, haben in Nordwestrußland die Feinde mehrere Gegenangriffe unternommen, denen ein Erfolg nicht beschieden war; von den unserigen aber konnte eine Anzahl Gefangene gemacht werden. Hauptquartier, den 11. Juni 1915. (Amtlich WTB) Westlicher Kriegsschauplatz. Vorstöße nordöstlich der Lorettohöhe sowie wiederholte Angriffe gegen unsere Stellungen nördlich und südlich Neuville scheiterten. Der Nahkampf in den Gräben nördlich Ecurie dauert noch an. Südöstlich von Hebuterne und bei Beaumont wurden feindliche Angriffe gestern und heute nacht abgewiesen. Nur am Wege Serrie— Mailly erzielten die Franzosen einen unbedeuteuden Fortschritt. Die in der Champagne am 9. Juni eroberten Gräben versuchten die Franzosen gestern abend uns wieder zu entreißen. Mit starken Kräften und in breiter Front griffen sie nördlich von Le Mesnil bis gördlich Beau Sejour=Ferme an. Der Angriff brach unter schwersten Verlusten für den Feind gänzlich zusammen. Erneute nächtliche Angriffsversuche wurden bereits im Keime erstickt. Oestlicher Kriegsschauplatz. An der unteren Dubissa, nordwestlich von Eiragola, wurden mehrere russische Angriffe abgewiesen. Der Feind verlor hierbei an uns 300 Gefangene. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage bei den in Galizien kämpfenden deutschen Truppen ist unverändert. Oberste Heeresseitung. Neue starke französische Verluste. Berlin, 11. Juni. WTB„Die engl. Admiralität teilt mit, daß am 6. Juni morgens die beiden Torpedoboote 10 und 12. die an der Ostküste Englands operierten durch ein Unterseeboot in den Grund gebohrt sind, 30 Mann der Besatzung wurden gerettet und an Land gebracht. Britischer Schoner versenkt Liverpool, 11. Juni. WTB. Reuter meldet: Der britische Schoner„Expreß“ ist gestern durch ein deutsches Untersee-Boot in den Grund gebohrt worden 3 Mann der Besatzung sind durch einem dänischen Schoner nach Plymouth gebracht worden. Die Dubissa vom Blute gerötet! Kopenhagen, 10. Juni. Die„Morningpost“ meldet aus Petersburg: Nirgend auf der ganzen russischen Front wird mit größerer Erbitterung gekämpft, als an der Dubissa. Hier ringen Russen und Deutsche, bis zu den Knien im Wasser stehend, in Bajonettkämpfen miteinander. Zuerst gelang es den Russen, die Deuschen über den Fluß zurückzutreiben. Die Deutschen zogen aber Verstärkungen zum Gegenangriff heran und warfen die Russen zurück. Diese machten einen neuen Angriff, und an einem Tage wogte der Angriff fünfmal hin und her, bis der vollkommen von Blut gerötet war. An mehreren Stellen liegen hohe Dämme von Leichen. Die letzten Angriffe wurden auf einer Brücke von Leichen gefallener Freunde und Feinde ausgefochten. Russische Ministerkrise? WTB. Berlin, 11. Juni. Aus Petersburg wird der„Voss. Ztg.“ vom 10. Juni gemeldet: Hier mehren sich die Gerüchte über eine bevorstehende russische Ministerkrise. Die jüngsten russischen Niederlagen, der tote Punkt in der Dardanellenfrage und das bisher erfolglose Vorgehen Italiens, auf das man so giohe Hoffnungen setzte, sollen allerhöchsten Ortes arge Verstimmungen hervorgerufen haben. Am Samstag fand eine Sitzung sämilicher Parteiführer der Reichsduma statt. Einstimmig wurde beschlossen, die Regierung zu ersuchen, die Duma schon vor dem festgesetzten Termin einzuberufen. Der Abgeordnete Mansurow stellte den Antrag, die Duma möge eine Adresse an den Zaren richten, mit der Bitte, ein Koalitionsministerium unter Hinzuziehung varlamentarischer Elemente zu bilden. Bezeichnenderweise hätten auch die anwesenden ultra=rechtskonservativen Parteiführer diesem Antrag zugestimmt. Allem Anschein nach soll dadurch in erster Reihe der Ministerpräsident Goremykin gestürzt werden, der als Anhänger des Krieges ohne Ende gilt. Man behauptet auch, daß der Kriegsminister nicht mehr das Vertrauen der Duma genießt. Am Tage nach der erwähnten Sitzung der Parteiführer begaben sich der Ministerpräsident, der Kriegsminister, der Finanzminister und der Hofminister zum Zaren nach Sarskoje Selo. Die rumänische Regierung bleibt besonnen. Bukarest, 11. Juni. Laut zuverlässigen Rachrichten ist Ministerpräsident Bratianu fest entschlossen, den Umtrieben der Straße entgegenzutreten. Die Regierung hat nicht die Lust, nach den berühmten Mustern von Rom und Mailand sich ihre Handlungsweise von den Kaffeehauspolitikern vorschreiben zu lassen. Es sind strenge Maßregeln besonders gegen die öffentlich auftretenden Ausländer in Aussicht genommen. Die Verhandlungen mit den Dreiverbandsmächten können als gescheitert gelten. Diese Meldung hängt offenbar damit zusammen, so schreibt die„Voss. Ztg.“, daß etwa 200 italienische Agitatoren, unter ihnen'Annunzio, sich auf dem Wege nach Bukarest befinden sollen. Budapest, 11. Juni.„Anap“ meldet aus Athen: Griechische Blätter veröffentlichen eine Erklärung des britischen Gesandten in Athen, wonach Rumänien vom Vierverband Teile von Bessarabien forderte, mit dem Hinweis darauf, daß die alleinige Beherrschung der Donaumündung Rumänien zukomme. Die griechischen Blätter bemerken zu dieser Erklärung, daß nach alldem Rumänien wahrscheinlich den Anschluß an die Zentralmächte als am zweckmäßigsten halten werde. Zu spät gekommene russische Verstärkungen. Budapest, 11. Juni. Aus Vordujeni wird gemeldet: Zur Sicherung der an der Bukowinfront stehenden Truppen hatte die russische Heeresleitung neue Streitkräfte herangezogen, die aber verspätet eintrafen. Sie wurden nach dem gefährdeten Flügel geworfen, wo sie den Uebergang über den Pruth erzwingen sollten, der aber unter ungeheuren Verlusten für die Russen scheiterte. Entrüstung in Griechenland. Wien, 11. Juni. Wie das„Neue Achtuhrabend= blatt“ aus Sofia meldet, haben die Versprechungen des Dreiverbandes an Bulgarien in Athen peinliche Ueberraschungen hervorgtrufen. Die Vertreter der griechischen Veoierung„haben in Rom, Petersburg, London und Paris Protest dagegen erhoben, daß ohne weiteres und gegen den Willen Griechenlands Versprechungen gemacht werden, die Bulgarien große und wichtige Gebietsteile für den Fall zusichere, daß Bulgarien seine Neutralität aufgibt. Die Vertreter Griechenlands erklärten, daß nicht nur Griechenland, sondern auch Serbien kein Stück Boden an Bulgarien abzugeben beabsichtigen, und meinten ferner, daß ihrer Ansicht nach Serbien lieber Belgiad der habsburgischen Monarchie, als Monastir an Bulgarien überlassen werde. Der Munitionsbedarf der Enzländer. „Rotterdam, 10. Juni. Der Roteroamsche Courant ban.au London: In der Debatte im Oberhaus über munzige zur Schaffung eines Ministeriums für gros; a, beionte Lord Curzon, daß England auch eine 3 Ggr### ge Munition für die Bundesgenossen herstelle. = Lotvs, die an der Front waren, sprachen über die dringende Notwendigkeit, die englische Armee mit mehr Munition zu versorgen. Lord Stanhope sagte, ich hoffe nichts zu sagen, was nicht jeder drutsche Stabsoffizier weiß, aber im allgemeinen kann ich erklären, daß die Franzosen sich in den Schützengräben mit wenig Gewehre, UnterAützurz der prächtigen 75 MillmeterKanonen halten. bostet wiet an, Gewehrseuer. Die französische Art kostet viel Dunition, unsere viel Menschenleben. Depeschenwechsel zwischen Poincare und dem Zaren. Gir de##s: 11. Juni. Zwischen Poineare und dem Zaren vermuset.“ dos Pai. s ae cenwechsel stalt. Mon Zugeständnissen.. den Zaren zu weitgehenderen Zugeständnissen an Rumänien bewegen soll. Amtsmüdigkeit des russischen Generalissimus. Juni. TU. In holländischen diplomaKreisen sind Petersburger Berichte eingetroffen, welche die baldige Abberufung des russischen Generalissimus Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch wegen angeblich, sehr ungünstigen Gesundheitszustandes voraussehen für Europäer einigermaßen bewohnbar sind, so ist doch das Klima im allgemeinen eines der ungesundesten. Nicht besser ergeht unseren Kriegsgefangenen in Nord. afrika. Mit dem fortschreitenden Sommer erhöhen sich dort die Tagestemperaturen auf 50 und 60 Grad Celsius. Ohne Tropenhelme müssen unsere braven Soldaten in dieser Gluthitze schwerste Arbeit verrichten. Das einzige, was die französische Regierung bis jetzt zugesagt hat, ist eine Verlängerung der Mittagspause von 11 bis 3 Uhr. Nach den übereinstimmenden Urteilen von Fachmännern ist es für Europäer und noch dazu solche die das Klima nicht gewohnt sind, ohne Gesundheitsschädigung unmöglich, diese Arbeiten auszuführen. Noch schlimmer scheint es, daß die Franzosen auch Verwundete und Kranke nach Asrika gebracht haben und diese ohne Erbarmen zur Arbeit zwingen. Die Ernährung ist auch hier durchaus unzureichend. Die Pakete aus der Heimat kommen in den meisten Fällen beraubt oder gar nicht an. Auch Geldsendungen gehen sehr unregelmäßig ein. Das Klima ist außerordentlich gesundheitsschädlich, eine Tatsache, die auch der Fremdenlegion schon längst bekannt ist. Vielfach haben die Kriegsgefangenen aus Verzweiflung über ihre Lage den Lockungen für den Eintritt in die Fremdenlegion nachgegeben, wo sie es natürlich auch nicht besser haben. Aus einer großen Anzahl von Briefen hört man übereinstimmend die erschütternden Klagen über die Leiden unserer gefangenen Krieger in Afrika heraus. Hierbei ist zu bedenken, daß alle Postsachen der Prüfung durch die Zensur unterliegen und die Leute nicht das schreiben können, was sie wollen. Aber durch die eidlichen Aussagen zurückgekehrter Frauen und Missionare und von ihnen durchgeschmuggelte Nachrichten zeigt sich stets dasselbe traurige Bild. Unsere Heeresverwaltung hat sich gezwungen gesehen, jähriges Veruseindiczuer. g dier sein, 25=1 da alle Verhandlungen ersolglos blieben, nunmehr zu ntänte u S###läum.— In der Nacht zum 9. Juni Taten, das heißt zu energischen Gegenmaßregeln zu schreiten. erionie um 2 Uhr die Brandolocke. In einem aslein Das mändorische“ mn v stoht scht zur niedergetreten und dadurch der Ertrag der Ernte verringert. Keiner denke, aus die kleine von ihm beschädigte Fläche komme es nicht an. Nur Gedankenlose können das glauben. Bei dem Ernste der Jetztzeit, in der unsere Feinde unablässig bemüht sind, uns auszuhungern, dark kein Deutscher dazu beitragen, die Ernte zu verringern und damit die Pläne unserer Feinde zu fördern. Es ergeht daher die öffentliche Bitte, das Abpflücken von Kornblumen zu unterlassen. Wer trotzdem fernerhin zum Zwecke des Abpflückens von Kornblumen Kornfelder betritt, hat auf Grund der Polizeiverordnung empfindliche Bestrafung zu erwarten. 889 7 Rheine, 12. Juni. Mehr Fahnen unserer Bundesgenossen! Die„Nordd. Allg. Ztg.“ bringt folgende beachtenswerte Aussührungen:„Die Wiederer Asrika oberung von Przemysl durch die verbündeten Heere legt eine Anregung nahe, die für alle Fälle gilt, bei denen wir unserer freudigen Teilnahme an wichtigen Kriegser= eignissen durch Aushängen von Flaggen Ausdruck verleihen, gleichviel, ob sich die Ereignisse auf dem westlichen oder östlichen Kriegsschauplatz, in türkischen oder italienischen Gebieten abspielen. Vielfach ist schon bisher in Uebung gekommen, neben deutschen Fahnen auch solche unserer Bundesgenossen zu ziehen. Dieser Brauch verdient aber eine größere Verbreitung. Die treue Waffengemeinschaft, die Deutschland, Oesterreich=Ungarn und die Türkei verbindet, und auf die wir mit hoher Wertschätzung blicken, würde dadurch mehr als bisher im festlichen Gewande des Straßenbildes Ausdruck finden. Deshalb wäre es wünschenswert, daß bei der Begehung von Siegestagen in größerer Zahl österreichische(schwarz=gelb), ungarische (rot=weiß grün, die Streifen senkrecht zur Fahnenstange) und türkische Fahnen ausgehängt würden. der Griganzschehafiser 10 Juni. Dieser Tage seierte der Kreisausschußasnistent W. Kerkhoff von hier sein 25erionte um 2 Uhr die Brandgiocke. In einem aulemLehenden kleinen Holzschuppen waren die dort lagernden Die amerikanische Antwortnote eingetroffen. Die Fres„panz unbekanmte Weise in Brand geraten. TU. Berlin, 11. Juni. Die neue amerikanischei den Pranz. Stelle und löschte Baig"i Verttrz.11. Juni. Die neue amerikanf't. Note in der„Lusitania"=Angelegenheit ist, der„B..“ Scgisatge ie vormittag dem hiesigen amerikanischen Basschaft in.. zugegangen. Sie lief auf der gacb Jas in 12 Teilen nacheinander ein, woraus hervor## S# nie ein sehr ausführliches Dokument ist. An der Entzifferung der Depesche wurde auf der Botschaft bis Josieg nachts gearbetiet. Die fertige Note soll heute wer Mitagstunden dem Auswärtigen Amt übergeben Unterseebootstätigkeit. Thomgsing: 11 Juni(Reuter) Die russische Bark von einemn. u der Auslandsreise in der Nacht Unterseeboot torpediert. Die Besatzung wurde gerettet und in Queenstown gelandet. Torpediert. Origiggt u 45.. 282 3. Die englischen Kutter ####“ und„Edward“ sind gestern in der Nordsee von einem deutschen Unterseeboot durch Bomben versenkt orden. Das Boot des„Edward" wurde versehentlich von dem=Boot in den Grund gefahren. Die Besatzgugen, der beiden Schiffe sind von einem holländischen Dumpfer gerettet worden. Schiffe von einem Zeppelin angegriffen. Courant; meitet...11 Juni. Der„Rleuwe Rotterd. barbe landese... a luis: Eine holländische Fischerr.—I gesternnachmittag in Maasluis die Bemannung zweier englischer Kutter namens„Welfar" und„Laureting Fungt zwar acht Mann. Während diese Schiffe in Magemii einer Entfernung von 30 Meilen von der — otandung fischten(), wurden sie von einem Zeppelin angegriffen und mit Boben beworfen, die auch trafen und die Schiffe versenkten. Lokales und Drovinzielles. Nachdruch mit Original=Zeichen versehener Artihel ist nur mit deutlicher Quellenangabe gestattet. #.### Rheine, 12. Juni. Mit der Verwaltung der Bisches äuspfarret wurde von dem Hochwürdigsten Herrn sischof Herr Kaplan Grünefeld betraut. Gote Pheine, 12. Juni. Die heute ubend 8½ Uhr im Srert untscher stattfindende Generaloersammlung des Zerschönexung svereins wird hiedurch den Mitgliedern nochmals in Erinnerung gebracht. . O Rheine, 12. Juni. Balkon= und Fensterschmuck. Als im Vorjahre, einec Anregung(wenn wir nicht irren, ging dieselbe vom Fremdenverkehrsverein aus) „vige, gar viele unserer Hausbesitzer daran gingen, Fenster und Balkone mit lange blühenden Blumen zu schmücken, SeneceingndAue unserer Straßen ganz bedeutend. imag het dies im Vorsahr begonnene Bestreben etwas nachgelassen; denn bei einem Gange durch die Straßen unserer Stadt bemerkte man, daß heuer der Schmuck an manchen Häusern fehlt, den man in den letzSommermonaten bewundern konnte. Sollte dies 6 Ibbenbüren, 10. Juni. Der 16jährige Rottenarbeiter Karl Gerstemeyer von hier wurde in der Bauerschaft Alstedde von einem.=Zug, aus Osnabrück kommend, überfahren und sofort getötet. Der Junge soll schwerhörig gewesen sein. Aus dem Sauerlande, 10. Juni. Schwere Gewitter, welche strichweise mit furchtbarem Hagelschlag verDas molberische Klima von Dahomey steht uns nicht zur Verfügung. Auch auf dem Wege der Erniedrigung der weißen Rasse durch die Aufsicht von Schwarzen vermag Deutschland dem„Kulturstaat" Frankreich nicht zu folgen. Aber man wird kriegsgefangene Franzosen in ungefähr gleicher Anzahl wie unsere Kriegs= und Zivilgefangenen in Afrika aus den schönsten Gefangenenlagern, wo sie alle Annehmlichkeiten und alle Fürsorge seitens der Lagerkommandanturen genießen, zu Arbeiten in die Moorkulturen überführen. Die Auswahl der Gefangenen wird ohne jede Rücksicht auf die soziale Stellung und den Beruf geschehen. Wir wollen dadurch erreichen, was der Appell bunden waren— sielen doch Körner in Huoschlslag ver: grf Zigen. Wir wollen dadurch erreichen, was der Appell Tankame# veien von, nutster in der Größe eines gn.#gte Menschlichkeit Frankreichs und langmütigste VerTaubeneies— gingen gestern über das Sauerland nie- handlungen bisher nicht erreicht haben. handlungen bisher nicht erreicht haben. Letzte Nachrichten. Taubeneies— gingen gestern über das Sauerland nieder. Besonders schwer heimgesucht wurden einzelne Orte des Vollmetales; in Schalksmühle und angrenzenden Ortschaften, wo der Hagel noch lange nach dem Gewitter w Wien, 11. Juni. Tu. Amilsch wird migetelt: beingesuch. wpurde von dem Gewiter schwer gesange Wochen nach Friedensschluß jedem verheirateten Arbeiter 50 Pfg. und jedem unverheirateten Arbeiter 30 Pfg. Kriegszulage für den Tag bewillige. Dasselbe eröffnet auch die Firma Carl Berg im nahen Eveking ihren Arbeitern. — Bravo! Medusa; ist im Jahie 19:1 erbaut. beträgt getaucht 300 Tonnen. Vergeltungsmaßregeln in der Gefangenen-Behandlung. Schon im November vorigen Jahres hat die deutsche boie die„9echon, gerden solen. Diese Forderung st Engische ner purch die amerinanische und auch durch die spanische Bot= EII. Christiania, 11 S, 9 der Resch schaft verschiedentlich wiederholt worden. Die franzssche 3“ gresnanza, 11. Juni. on der Geschästswel Die Besatzung beläuft sich auf 17 Mann. Der englische Vormarsch aufgehalten. Konstantinopel, 11. Juni. WTB. Nach einer Depesche aus Bagdad wurde der Versuch der Engländer, gegen Tigris vorzurücken, von den türkischen Truppen zurückgewiesen. Der Kreuzer„Midilli“ versenkt einen russischen Torpedobootszerstörer. Konstantinopel, 11. Juni. Bei einem Gefecht in der letzten Nacht im Schwarzen Meere versenkte der türkische Kreuzer„Midilli“ einen großen russischen Torpedobootszerstörer und kehrte unbeschädigt hierber scr bewerb um den schönsen Fenster= und Bolkonschmuch sed. goge ssen mit leichten Kopsbedechtungen verichte enteien, gesöidert durch Prämten welche geneisam vom nungen epasge eh Verein zur Hebung des Frendendertechis und Veischöne oder Sztrohülten edouten Schm rungsvereins ausgesetzt werden? Sicherlich würde die Stadtverwaltung ebenfalls einen kleinen Zuschuß für beregten Zweck übrig haben. Wenn die hier gegebene AnTegume„gus, ruchbaren Boden fält, würde ihre Befolgung scherlich eine weitere Verschönerung des Straßerbildes im Gefolge haben. Also handeln wir! K Rheine, 12.Juni. Keine Kornblumen pflüIn gegenwärtiger Zeit können sich Ausflüg'er und Wanderer wiever oieser Bumen erfreuen. We Gese es scs se ee se ae e echin eic c beäece nach Frankreich zu senden wären, deren Gesundheit einen; Hasd die ericht den internationalen Abmachungen, weslängeren Aufenthalt in Aftika nicht gestatte. Frankreichf leitet haben. Dedörden eine Untersuchung eingehat also diese Forderung nicht erfüllt. Zurzeit befinden Hrabans sich annähernd 400 deutsche Kriegs= und Zivilgefangene Drohender Vergarbeiterstreik in England. in Dahomey, teils aus Kamerum, teils aus Togo, und######n 12. Juni. WaB. Die Maschinisten und mehrere tausend Kriegs= und Zivilgefangene in Marokko) Sohaff##r sk'ohlenbergwerke von Dudley baben das Anund Tunis und den anderen französischen Besitzungen. 9eoo; ger Arheitgeber auf eine 10prozentige Kriegszulage Uebereinstimmende sichere Nachrichten besagen, daß abgelehnt. Wenn ihnen nicht 15 Prozent bewilligt werdie Deutschen dort an den verschiedensten Plätzen verteilt den, werde vom 17. Juni ab die Arbeit niedergelegt und besonders in Dahomey geradezu schmachvoll behan werden. Dann müßten 10000 Arbeiter feiern. dett würden. Zum großen Teile müssen sie in glühender Holland kriegsbereit. Sonnenhitze schwere körperliche Arbeiten verrichten, wie Haag, 12. Juni. WTB. Der Ministerpräsident erWegarbeiten, Steineklopfen und so weiter. In Dahomey klärte gestern in der Kammer unter Beifall: Die Niederist ihre Bekleidung völlig unzureichend. Sie durften nichts lande seien zum Kriege bereit, wollten aber den Feieaus Kamerun oder Togo mitnehmen. Ju den leichten den. Er sei sicher, daß die holländische Neutralität durch Sachen gurden sie im Herbst. 1914 nach Dahomey ge. den Wilen des Voihes sessehe. Irhasrisen, mit leichten. Kopfpege chungeni gereichten Hondaxtn französischeg Schiff versenkt, Siberte“ mit eine 3u Die französische Batka.La vver Sroguten, ohne Moskitgnetz, auh Strohmatten, sa, von Lundy von einem deuschen unier=.2“ auf dem nachten Fuhboden. Zum Teil zimmern sie sich ben zum Sinken gebracht. eboot burch Vomihre Betten selbst. Sie müssen selbst kochen. Eine Be= dienung wird ihnen zum Teil versagt. Die Bewachung! geschieht in entwürdigender Weise durch Schwarze, die den Weißen ihre Macht zeigen. 1 Jugendverein Pasilik Die französische Zeischrift Minoir halte sogar die lung im Jugendheim. Sommag 4 Uhr Verlamm: Sieniaur gein chnem Bide u baigen das von enen den Aisgals, uichen. Kanchiste s P ehe hohnischen Kommentar begleitet war. Es fehlt an den Vereins-Kalender. den ariageshau... Vottrag: Die Maiereignisse aut Penderer wieden diser Plemagsen Iich Austüger und(Hezalg=Pezgumenar begleicet vor. Es sehzt an den Kaholischer Geseleaveteln. e“ mörderschsten an der ganzen Westüse von Aftika. Nicht die Restias Eudermnest a. m ue liu ertlagt wiedern vur. Leusche, londern auch französche Fechleute haben sich bithze, de Hetaten der beizumnzien Möirchen vie Rortoche oder Sneewittchen, waren, die als Ausschneidebilder dargebracht ohne einen Strauß davon nicht nach Hause kommen zu können, sollte sich vergegenwärtigen, welcher Schaden durch das Abpflücken entstehen kann. Klein und groß pflücken bekanntlich nicht nur die am Rande der, Felder stehenden Kornblumen ab, sondern sie dringen vielfach in die Kornfelder ein, um einige Blumen zu erwen hat, häur Siere Fiach(Don jeder, wahrgenom, hann sich u men hut, hausig gloßere Frachen des wachsenden Korns: Insekten schur in diesem Sinne ausgedrückt. Gelbes Fieber. Schwarz= wasserfieber, Malaria sind an der Tagesordnung. Man kann sich nur mit Hilfe von Moskitonetzen gegen die Hife von Moskionetzen gegen die kostenstet, auf Gunsch auch schützen. Wenn es auch Orte geben mag, die berühmten Kindermehleg. gung einer Peovedose des 2 wiederholte„Angriffe gegen Neuville kam ein Teil des ., in französischen Besitz; eist vorgestern haben sie von eine Ba.rikade überrannt und ein Haus genommen, aus dem sie aber eine halbe Stunde später wieder hinausgeworfen wurden. Hier wird noch lange gekämpft werden. Ihre Position im oder beim Friedhof von Neuville ist auch nicht angenehm für sie; wie in einem Sack können sie von beiden Seiten hier durch Maschinengewehrfeuer gefaßt werden. Eine unserer Batterien hat hier auch ganz famose Schießleistungen erzielt. Weiter südlich ist reiner Grabenkampf. Hier richteten sich französische Angriffe auch gegen La Maison Blanche nördlich von Ecurie. An der Allee, die von Ecurie nach Noclincourt führt, sieht man ganze Graben voll französischen Toten. Das ist das Resultat. 4. Die Zerstörungen in Arras. Vor Arras selbst ist kein eigenlicher Angriff gewesen. Das Feuer unserer Geschütze hat aber in der Stadt viel zerstört. Arras ist zwar groß und unsere Flieger sagen, daß es noch genügend Häuser gibt, die ganze Dächer tragen; aber manches Gebäude hat vor unserer schweren Artillerie, die der des Feindes überlegen ist, kapitulieren müssen. Der empfindlichste Verlust in Arras ist der des schönen Belfriede. Schon in den ersten Oktobertagen wurde wahrgenommen, daß die Beobachtungsposten der Franzosen auf dem Belfried seien. Er ist deshalb mit Sorgfalt und Erfolg beschossen worden. Die Tätigkeit der feindlichen Flieger hat in der letzten Zeit abgenommen, nachdem zwei ihrer Flugzeuge durch unsere herabgeschossen wurden. Obwohl wir durch die Entwichelung der Situationn uns hier verteidigen, haben wir in den Maikämpfen immerhin 8 Offiziere und 1500 Mann gefangen genommen. Der Terraingewinn des Feindes während dieser Zeit kann in einer Länge von 4 hm mit 800 Metern bei Maison Blanche, 1300 m bei Neuville, 1700 Meter bei Carenost bezeichnet werden. Die Opfer, die sie dafür gebracht haben, hat ein englisches Blatt selbst mit 100000 Mann erklärt. Wenn dies auch übertrieben ist, viele Tausende von Franzosen und Engländer haben wieder einen Versuch, gegen die deutschen Eisenmauer zu rennen, mit dem Tode bezahlt. Julius Hirsch, Kriegsberichterstatter. Die Marine in Feldgrau Bis zum 1. Februar, dem Tag der Ablösung durch Truppen der Armee, lag die Division am rechten Flügel der der deutschen Westheere im Kampf und schlug namentlich im Dezember und Januar erbitterte feindliche Aneiffe von Land wie See her ab. Dem Feuer englischer Schiffgeschütze antwortete damals nur das von Feldbatterien. Von ihrer, guten Wirkung erzählt ein unlängst veröffentlichter Bericht des britischen Admirals Hood. Heute würden britische Fahrzeuge nach einem Angriff schwerere Verluste zu buchen haben. Das Marinekorps, zu dem die Division im Dezember schon anwuchs, hat die Küste befestigt. Zwischen der holländischen Grenze und Middetkerke trägt mit Beton beschwerter Dünensand Batterie neben Batterie von schweren und schwersten GeIm Laufe von zwei bis drei Monaten entstand die wwohl ausgedehnteste und stärbste Küstenbefestigung der Schier überwältigend eindrucksvoll droht sie nach Nordwesten mit permanenten Werken, die dem militärischen Willen zu dauernder Behauptung entschlossenen Ausdruck geben. Jubeln möchte dort deutscher Stotz im Bewußtsein, daß nur deutsche Kraft und deutsche Kunst in so kurzer Frist so für die Ewigkeit bauen konnten. Danaidenarbeit muß es schon gewesen sein, den flüchtigen Sand der Dünen an den Grund zu fesseln, aber sie wurde ür nach Nacht geleiset wie das mühselge Heranschleppen Material und schwerem Geschütz. So lange stehen Batterien schon kampfbereit, daß die in den Werken wohnenden Leute der Matrosenartillerie jetzt ihrem Alltagsdienst und der Aufgabe, sich das Dasein behaglich zu machen, leben. Im Sand unter den Geschützständen bergen bombensichere Unterstände geräumige, von elektrischem Licht erhellte Stuben mit Kasernenbetten. Der Chefarzt keines Lazaretts auf deutscher Erde bann einen schmucker, sauberer und praktischer eingerichteten Operationssaal als den Verbandplatz unter dem Dache von Dünensand an der flandrischen Küste zeigen. Unsere Matrosen sind Bastler und finden Techniker oder geschulte Handwerker jeder Art unter sich. Sie bauen Waschstände mit fließendem Wasser, segen hinter den Batterien Gärten, ja kunstvolle Anlagen an, ziehen Blumen und Gemüse und pflanzen Bäumchen. Als Blumentopf, über dessen Rand die Ranken von Schlingpflanzen fallen, findet die angeschwemmte feindsiche Mine Verwendung. Aufgefischt werden so viele, daß die sachverständige Entleerung eine ihm lieber gewesen als der Kerker, und alles an seine Befreiung wagend, war es ihm denn auch vierzehn Tage später gelungen, aus seiner mangelhaft bewachten Zelle in Oberaudorf zu entspringen. Die Verfolgung war völlig ergebnislos gewesen und seither hatte man nichts mehr von dem Verdächtigen gehört. Die wenigen Verhöre, die bereits mit ihm statigefunden, hatten ebenfalls zu keinem Ergebnis geführt. Der Pole behauptete nach wie vor seine Unschuld, die er zwar nicht beweisen konnte, durch seine Aussagen aber ziemlich wahrscheinlich machte. So ergrimmt man anfangs auf den fremden Landstreicher gewesen war, so würde man den armseligen Burschen längst vergessen haben, hätte nicht das, was mit seiner vermeintlichen Tat zusammenhing, noch immer alle Gemüter in heftiger Wallung erhalten. Die tollsten Gerüchte gingen um. Ja, man scheute sich nicht, in vertraulichem Klatsch selbst Traudl zu verdächtigen. Der Abscheu, den sie gegen den ihr aufgezwungenen Mann empfand, war ja bekannt. Nun sollte sie, um sich von ihm zu befreien, oder an ihm zu rächen, durch einen gedungenen Brandstifter den Hof ihres Mannes haben anzünden lassen. Ob dies der Pole oder ein anderer gowesen, blieb im Dunkel. Fortsetzung folgt. erkleckliche Mehrung unseter Sprengvorräte bringt. Die: große kugelrunde Eisenhülle bestreicht der Matrose mit weißer Farbe, malt die Flagge, den Adler oder ein Witzwort darauf, fülle sie mit Erde und Pflanzen und stellt den Topf als'errot auf. Deutsche Liebe zur Natur und ihren Geschöpfen bekundet er auch den Vögeln. Das Nest der Drossel im Gestrüpp des Neviers weiß wie jeder Matrose der Batterie, auch ihr Kommandeur mit verbundenen Augen zu finden. Natitrlich wird der Batterievogel inspiziert, revidiert, aber auch in den Verpflegungslisten geführt. Zaischen Himmel, Wasser und Sand mögen die Tage manchmal schleichen und eintönig scheinen. Doch der Beschästigungsplan hängt wie daheim an der Wand der Kasematte und sorgt für Bewegung, die unsere Leute froh und gesund auf der Wacht am Meere hält. Die Offiziere tummeln sich nachmittags zu Roß beim Reitunterricht und waren östlich Blankenberghe gerade dabei, als das Alarmsignal schrillte. Flugs sprangen sie von den Pferden in den Sand. Gerte in der Hand, liefen sie in die Batterien, wo die stämmigen Riesen der Matrosenartillerie in freudiger Erwartung zu den Geschützen eilten. Einen feindlichen Zerstörer zeigte der wachhabende Leutnant in der 15 cin-Vatterie dem vom Lauf hoch atmenden Kommandeur. Auf eine Entfernung von etwa 14 Kilometer schimmerte ein leichter schwarzer Schatten durch loses Grau, das tief unter heiterem Himmel über dem Wasser hing. Seemann=augen sehen schärser:„Hat Kurs nach Osten“, murmele bestätigend der Oberleutvant und gab oald das Kommando:„Erster Zug feuern!" Der Telephondraht trägt es zu zwei Geschützen. Zwei Matrosen ziehen ab. Aus jedem Stahlmund schlägt eine Flamme Papiersetzen und Rauch wirbelt eine Welle von Hitze auch nach hinten über den Stand. Aber weit geöffnet blicken die Augen der Bedienungsmannschaft durch den Qualm zum Ziel, während derbe Fäuste den Verschluß aufreißen und hastig eine neue Granate ins Rohr drücken. Der lachend frohe Eifer, endlich einmal Britenpelze sengen zu können, beflügelt die Arbeit. Eine Minute wohl dauert es, bis die spähenden Augen dicht bei dem schwarzen Schatten in losem Grau drüben zwei hohe Wassersäusen ausspritzen sehen. Dann sausen die Granaten des Nachbarzuges hin. Im Nebenwerk bracht die Salve der ganzen Vatterie.—— Dann schlagen sechs klobige rechte Fäuste befriedigt in die flache linke Hand.„Getroffen!“ murmeln sechs schmunzelnde Lippenpaare. Der schwarze Schatten scheint noch kleiner. Im rechten Winkel zur Küste, Heck oder Bug zu unseren Batterien gekehrt und sichtlich bewegungslos, also havariert, liegt der feindliche Zerstörer. Aber noch schwimmt er, und neue Salven krachen. Die Minuten schleichen. Der Schatten wächst wieder und scheint zum Ufer zu treiben. Ganz plötzlich reckt er Bug oder Heck hoch aus dem Wasser, wälzt waidwund sich auf die Seit und— schwimmt hieloben! Die Mienen der Männer im Geschützstand härten sich um grimmig geschlossene Lippen. Die rührigen Hände sinken am Leibe herab. Die Arbeit der Vernichtung des Feindes ist getan. Das Werk der Rettung von Menschen in Seenot beginnt. Zwei kleine Fahrzeuge unserer Vorpostenflottille halten von Westen her in flinker Fahrt auf das Wrack zu. Da kommt hinter dem gekenterten Schiff ein Rauchfahne in Sicht. Ein zweiter britischer Zerstörer mit Kurs auf den wegsackenden wird gemeldet. Die Batterien nehmen das Feuer wieder auf. Es währt wenige Minuten, dann flüchtet der Gegner. Unsere Fischdampfer nahmen die unversehrt in ihre Boote gestiegene Besatzung der„Maori“ und auch einen mit begreiflicher Wut sein Pech verfluchenden jungen Offizier mit der Bemannung zweier zur Rettung ausgeschickter Boote des„Crusader“ gefangen. Englische Zeitungen behaupten, daß unsere Seeleute sich keine Mühe gäben, nach dem Kamf Briten aus Seenot zu retten. Wir können jetzt antworten, daß wir die Mannschaft nicht nur kranker, sondern auch gesunder englischer Schiffe„retten“ Das Korps lebt gegen Bezahlung durch Beitreibungsschein von dem Land, das es behauptet. Nur eine geringe Zufuhr von Getreide schien nach Vermahlen der gefundenen Vorräte durch die Intendantur erforderlich. Wahre Schähze an Nahrungsmitteln bargen die Badeorte längs der Küste, weil unsere Truppen die Städtchen vor Beginn der Hochsaison betraten. Heute weiß jede Gemeinde, welche Lieferungen sie zu machen hat. Das Korps aber sorgt durch die Arbeit der Intendantur dafür, daß die Bestände nicht erschöpft, sondern für die Ernährung der Truppe wie Bevölkerung ergänzt und gemehrt werden. Verlassene Felder oder Höfe übernahmen wir zur Bestellung oder Bewirtschaftung. Inspektoren riefen die Bauern ihrer Bezirke zu Versammlungen und fragten, was den Leuten für die Frühjahrsarbeit fehle. Die Verhandlungen gestalteten sich meist freundschaftlich. Verständigung warleicht, da die flämische Sprache dem von unseren Seeleuten gesprochenen Platt ähnelt. Oft klagen die Bauern über Mangel an Pferden, die ihnen dann die Truppe aus den Kolonnen lieh. Saatkorn fehlte seltener und konnte reichlich abgegeben werden. Dreschmaschinen für die nächste Ernte stehen schon bereit. Tage der Freude kamen wieder für das Marinekorps, als unlängst der große Angriff gegen die Eiterbeule in der feindlichen Front östlich des Kanals vor Ypern angesetzt wurde. Ein Matrosenregiment entriß in tapferen Vorwärtsstürmen dem Gegner viel Boden. Das andere behauptete sich siegreich gegen eine überwältigende Uebermacht von Turkos. Der Matrose hat seine eigene Taktik wie seine eigene Art, Gefechte zu schildern. Beim Vorgehen durch Sand wird ihm wohl das Gewehr zu schwer, denn es kommt vor, daß er zum Spaten oder Brodmesser als der ihm handlicheren Waffe greift. Der Gefechtsbericht eines derbknochigen Hünen, der den Angriff der Turkos abschlagen half, lautete:„Erst schrien sie „Thulemong an avang“; da stürzte zwei aus dem Schützengraben, aber duckten sich wieder, weil keiner weiter mitkam; dann kamen achzig und duckten sich auch; dann kamen wenigstens achthundert und liefen bis an unsere Stellung. Wie sie aber sahen, daß wir sie da nicht wollten, machten sie kehrt, nämlich was noch übrig war.“ Otto v. Gottberg. Letzte Nachrichten. Amerikanische Arbeiterführer gegen die Waffenausfuhr und einen Krieg mit Deutschland. Berlin, 11. Juni. Tel. Die„Nundschau“ meldete London: Nach der„Times“ sollen die Arbeiterführer Vereinigten Staaten erne:t Versuche unternehmen, um die Ausfuhr von Kriegsmaterial zu verhindern und auf jeden Fall den Krieg mit Deutschland zu vermeiden, sofern keine Verletzung der amerikanischen Grenze erfolge. Torpedierter englischer Dampfer. WTB. London, 10. Juni. Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Dampfer Lady Salysbury, der mit Kohlen von Hartlepool nach London fuhr, wurde ohne vorherige Warnung bei Harwich torpediert. Mehrere Mann der Besatzung wurgen getötet. Von einem-Boot vernichtet. London, 10. Juni. Der russische Dampfer„Adolf“, ist von einem Unterseeboot vernichtet worden. Die Spannung zwischen Amerika und Deutschland. Amsterdam, 10. Juni. TU. Aus Nemyork wird gedrahtet: Die Note an Deutschlayd wird heute in Berlin überreicht und ihr Wortlaut morgen den Blättern mitgeteilt werden. Ungeheure Aufregung herrscht über Bryans Rücktritt. Rotterdam, 10. Juni. TU. Die Ankündigung, daß Staatssekretär Lansing die Note am Feitag morgen in den amerikanischen Blättern veröffentlichen werde, ist nach Reuter dahin auszulegen, daß man nicht, wie anfangs angeßündigt, warten will, bis in Berlin das Eintreffen der Note bestätigt wird. Englandfreundliche amerikanische Blätter meinen, der Rücktritt Bryans sei unangebracht, da man ihn in Deutschland als Zeichen auffassen könnte, die Meinung des Volkes sei geteilt. Friedensbewegung unter den englischen Arbeitern. TU. Wien, 10. Juni. Das„N. W. Tagbl.“ meldet indireht aus London: Die unabhängige Arbeiterpartei hat auf ihrer Glasgower Tagung mit 134 gegen 6 Stimmen beschlossen, die Regierung zur öffentlichen Bekanntgabe ihrer Bedingungen für einen baldigen Frieden aufzufor dern. Vereins-Kalender. Jungfrauen= Kongregation der Dionysiuspfarre. Sonntag, den 13. Juni, morgens 6 Uhr Monatskommunion und 6 Uhr nachm. Andacht und Predigt des Herrn P. Cornelius O. F. M. Die hl. Kommunion werden sicherlich sämtliche Mitglieder für den i Dechanten aufopfern. Der Präses. NB. Eine Viertelstunde vor der Andacht wird der Rosenkranz gebetet. EtEE Allzufröh und fern der Heimat, Starbst du junger, tapferer Held, Sollten dich nicht wiedersehn, Ruh' sanft auf dem Ehrenfeld. Alle, die gekannt dich haben, Teilen mit uns diesen Schmerz, Du gehörtest zu den Braven, Gabst fürs Vaterland dein Herz. Den Heldentod fürs Vaterland stard am 22. Mai mein innigstgeliebter Mann, meiner 2 Kinder treusorgender Vater, unser guter Sohn, Schwiegersohn, Bruder und Schwager Bernh. Kloster Musketier im Ins.=Regt. 56, 10. Komp. im Alter von 25 Jahren. Um ein Gebet für den lieben Verstorbebitten: Rheine, Gescher, Legden, Ahaus, Stadtlohn, Wessum, den 10. Juni 1915. Die trauernden Hinterbliebenen. nen Das Seelenamt, wozu freundlichst eingeladen wird, findet statt am Dienstag, den 15. Juni 1915 um. 8 Uhr in der Bafilika. Die Todessturde schlug zu früh, Doch Gott der Herr bestimmte sie, Den Heldentod fürs Vaterland Starb unser Sohn in Feindesland. Geflossen ist sein junges Blut Für uns zu früh, er war so gut. Kc ae! Den Heldentod fürs Vaterland starb am 18. Mai 1915 unser unvergeßlicher Sohn, Bruder, Onkel und Schwager, der Garde=Füsilier Artlen Eingwerk im Alter von.22 Jahren, bei einem Sturmangriff durch Gewehrschuß in die Brust. Um ein andächtiges Gebet für den lieben Berstorbenen bitten: Rheine, den 12. Juni 1915. Die trauernden Angehörigen: Familie Das feierliche Seelenant findet statt am Montag. den 14. Juni 1915 morgens 8 Uhr in der Basilika, wozu Verwandte und Bekannte fteundlichst eingetaden werden. K Nächrul. Am Mittwech, den 9. Mai, abends 9½ Uhr, verschied unerwartet der Statt Karten. Gestern abend 9½ Uhr verschied sanft und gottergeben, versehen mit den hl. Sterbesakramenten nach kurzem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden unser lieber Onkel und Schwager der hochw. Pfarrer Beriii. Pietz, Landdechant des Kreises Steinfurt, Ehrendomherr an der Kathedrale zu Münster, Inhaber des roten Adlerordens IV. Klasse im 75. Jahre seines Lebens und im 49. seines Priestertums. Um ein stilles Gebet bitten Die trauernden Angehörigen. Rheine, den 10. Juni 1915. Nächruf. Gestern abend ist der Hochwürdige Herr Pfarrer, Dechant und Ehrendomherr Berlmard-Pietz gestorben. 24 Jahre hat er in der katholischen Seelsorge unserer Stadt auf das segensreichste gewirkt. Aber auch für die städtischen Angelegenheiten hat er stets ein warmes Interesse bekundet und sie als Mitglied verschiedener Kommissionen mit seiner reichen Erfahrung, insbesondere auf dem Gebiete des Schulwesens, gefördert. Manche gemeinnützige Einrichtung verdankt ihm ihr Entstehen. Ein dauerndes Denkmal hat er sich in der von seinem kunstsinnigen Geiste geschaffenen Antoniusbasilika gesetzt. Sein Andenken wird in unserer Bevölkerung allezeit fortleben. Rheine, den 10. Juni 1915. Schüttemeyer, Bürgermeister. Die feierlichen Exequien finden statt am Montag, den 14. Juni, 9 Uhr in der alten Pfarrkirche, gleich darauf die Beerdigung. Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen absehen zu wollen. Hochwürdige Herr Landdechant, Ehrendomherr u. Pfarrer Derhhard-Pietz. Seit dem Jahre 1891 hatte der Verstorbene das Amt eines Ortsschulinspektors über die katholischen Volksschulen der ausgedehnten Pfarrei Rheine inne. Mit rastloser Sorge, seltener Liebe und Hingebung hat der nunmehr Verewigte seit dieser Zeit sich die Förderung der Schule und des Lehrerstandes in unserer Pfarrei angelegen sein lassen, Schmerzlich bewegt sehen wir in dem Heimgegangenen einen warmherzigen Kinder- und Lehrerfreund scheiden, dem die Ausbildung und Erziehung der heranwachsenden Jugend aufrichtiges Herzensbedürfnis war. Tief erschüttert stehen wir an seiner Bahre und geloben, dem Entschlafenen auch über das Grab hinaus ein liebevolles, dankbares Andenken bewahren zu wollen. Die Lehrpersonen des Ortsschulinspektionsbezirks Rheine 1. Veranntmachung. In Sachen betreffend die Bildung einer Genossenschaft zur Bodenverbesserung der Elter=Mark und der Nachbargebiete in den Gemarkungen Rheine r. d. Ems, Rodde, Heine und Gellendorf des Kreises Steinfurt in Gemäßheit der Königlichen Verordnung vom 7. November 1914 habe ich zur Vorlegung des Planes und der Satzungen, sowie zur Anhörung der Beteiligten darüber einen Termin auf Donnerstag, den 17. Juni 1915 2° Uhr nachmittags in dem Gasthaus Cordesmeyer in Eschendorf anberaumt, zu welchem die Beteiligten hierdurch vorgeladen werden. Der Plan und der Satzungsentwuf liegen zur Einsichtnahme durch die Beiligten auf dem Amte zu Rheine W. offen. Münster, den 8. Juni 1915. Der Königliche Spezialkommissar Giese, Regierungsrat. c Am Sonnabend, 12. Juni, werde ir hierselbst, Auf dem Thie Nr. 15, 1 Sofa, 2 Sessel, 4 Bilder, 2 Schweine, 1 Kleiderschrank, 1 Flurgarderobe, 1 Herrenfahrrad, 5 Marmorplatten, 100 Flaschen Wein, 1 Bild, 1 Schreibtisch und 1 Bücherschrank öffentlich meistbietend gegen sofortige Barzahlung versteigern. Suche für sofort mehrere tüchtige, möglichst militärfreie Instauakrate gegen guten Lohn und dauernde Ste.lung. Antritt möglichst sofor.. Johannes Eickens, Licht= und Wasser-Installation, Rheine i. W, Telephon 25. suche Un erkunst für ein 13jähriges Mädchen, katholisch, möglichst bei einem kinderlosen Ehepaar, gegen wäßige Vergütung. Zu erfragen Poststraße 24. Ferlige Feldpostsendungen empfehlen wir Kaffes- und Thea-Würfel, Kola- und Wieberttabletten, Hypiamatabletten, Schokolads in verschied. Preislagen, Rum, Cognac, Steinhäger, Magenbittern, Rotwein, Sherry, Portwein, Vino Vermeuth, Fruchtsätte in Citrone, Kirsch, Himbeer, Erdbeer, Johannisbeer. Geschw. Smits, Drogen-Handl., Poststr. 16. 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Im Westen und Südwesten folgten dann die österreichisch=ungarischen Truppen; der Armee Puhallo. Am Morgen des 30. Mai wurde ein Parlamentär nach Przemysl geschickt. Er sorderte die Garnison zur Uebergobe auf, bekam aber keine Antwort. Nach Aussagen von Gesangenen scheint es, daß die Russen anfangs die Festung nicht zu verteidigen gedachten. Erst in zwölfter Stunde sandte der Großfürst Nikolai 40000 Mann al: Verstärkung nach Przemysl und zugleich den Befehl, die Festung um jeden Preis und ohne jede Rücksicht auf Menschenopfer zu halten. Der Geist der neu eingerückten Truppen soll aber zichts weniger als gut gewesen sein. Sie hielten dem fürchterlichen Vombardement nicht stand, das gleich nach der Rückkehr des Parlamentärs eröffnet wurde. Mein Gewährsmann hat die Jocts 10, 10a und 11 besucht, auf die sich die Angriffe der Bayern von Anfang an richteten. Zwei dieser Forts hatten die Nussen wieder völlig instand setzen können, das dritte war nach der von Kusmanek angeordneten Zerstörung noch bei weitem nicht wieder hergestellt. Doch leisteten sie gerade hier den hartzächielten Widerstand. Indessen vollbrachte unsere schwere wieder einmal Großes. Auch die skodaschen Iwelandvierziger waren herangebracht worden. Mit Staunen und Entsetzen schilderte mir der ausländische Offizier die Wirkung eines einzigen Schusses, der schwere Betonpanzer wie bloßen Mörtel zertrümmerte. Während die Geschütze ihre Arbeit taten, zeigten sich Rschesieg. gmnare, Rüchzugslinine sehr beforgt und heftige Angriffe gegen den nordöstlichen und südöstlichen Flügel der im Ringe um Przemysl gruppierten en um sich den Ausweg nach Osen sel helen. 4 Osen Am 31. Mai waren die Werke 10, 10a 11 sturmreif. Man hatte sie früher mit schweren Geschützen beschießen können als die Forts im Westen, vor denen unser zehntes Korps wacker kämpfte. Der Sturm gelang, ohne daß die Bayein besonders schwere Verluste erleiden Thiessch Zuerst siel Werk 10, dann die anderen, bis am 2. Juni fünf Werke im Norden Przemysls u8 peniommen waren. U Am Aberd des 2. Juni versuchten die Russen aus geinnern heraus einen plötzlichen Gegenanar Doch Gott der Herr bestimmte sie. Den Heldentod fürs Vaterland Erlittest Du im Feindesland. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 28. Mai unser guter Bruder, Schwager und Onkel, mein lieber Bräutigam Heinrich Koling Reservist im Ins.=Reg. Nr. 98, 14. Komp. im Alter von 27 Jahren. Um ein Gebet für den lieben Verstorbenen bitten Rheine, Greven, 11. Juni 1915. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Seelermesse, wozu freundlichst eingeladen wird, findet statt am Mittwoch, 16. Junt, früh 6 Uhr in der Basilika an, wenn auch mancher Tapfere im Wasser sein Leben ließ, saßen drüben ab und kamen der deutschen Vorkolonne zu Hilfe. Jetzt gelang es ihr, die Forts zu behaupten. Auch andere österreichisch=ungarische Truppenteile nahmen an diesem Sturm teil und vollbrachten im Verein mit den Bayern wunderbare Heldentaten. Die Leitung des Festungsangiiffes lag in den bewährten Händen des Ginerals von Emmich, des Bezwingeis von Lüttich.“ Die große Aehnlichkeit zwischen den Belagerrngen von Przamysl und Lütlich ist auch unverkennbar. Daß sich der größte Teil der Garnison rechtzeitig zurückziehen konnte, ist bei dieser Ari des Angrifses auf einen einzelnen Frontsektor zu vermeiden. Dafür aber kann die Einnahme ohne lange Einschließung sehr rasch erfolgen. Vorbediggung dafür ist freilich die Ueberlegenheit der schweren Artillerie und der stählerne Mut der stürmenden Truppen. An beiden hat es bei der Wiedereroberung von Przemysl nicht gefehlt. Dr. Arold Höllriegel, Kriegsberichterstatter. Sitzung des StadtverordnetenKo'legiums am 8. Juni 1915. n. Anwesend waren unter dem Vorsitze des Herrn Bürgermeisters Schüttemeyer mit Herrn Stadtbaurat Vigener die Herren Stad verordneten: F. E. Beil, Ferd. Bernholt, Ludger Bultmann, Chr. Cirkel, Heinrich Dyckhoff, Prof. Dr. Karl Dörholt, Hermann Flenker, Reichstagsab. Wilhelm Frerker, Justizrat Ludwig Froning, Kgl. Gymnasial= direktor Dr. Anton Führer, Ferdinand Hollweg, Wilhelm Jackson, Rudolf Linnemann, Joseph Mauve, Georg Nadorff, Vernhard Overwaul, Hans Oppermann und Fritz Schultze. Sein Fernbleiben hatte entschuldigt Herr Stadtverordneter Gustav Timmerman. Seit dem Jahre 1909 hat die Stadtgemeinde Rheine der Landgemeinde Rheine l. d. E. zur Deckung der Schullasten für jene Kinder, deren Eltern in der Stadt arbeiten, aber in der Landgemeinde wohnen, einen Beitrag von 1500 Mk. gewährt. Nun stellte seit einigen Jahren schon die Landgemeinde l. d. E. das Ansinnen an die Stadt, diese solle auch die über den vorerwähnten Betrag hinausgehenden Mehrkosten decken und hat, weil dem ein entschiedenes„Nein“ entgegengestellt wurde, den Klagewege beschritten, der verschieden? Instanzen schon beschäftigte, ohne den gewünschten Erfolg zu erzielen. In der heutigen Sitzung gab der Vorsitzende, Herr Bürgermeister Schüttemeyer, ein Schreiben des Herrn Gemeindevorstehers der klageführenden Gemeinde bekannt, wonach die Gemeinde die Klage zurücknehmen will, wenn jede Partei die Hälfte der entstandenen außergerichtlichen Kosten trägt. Da dieselben nicht nennenswert sind, erklärte das Stadtverordnetenkollegium hinzu seine Geneigtheit. Vom Bezirksausschuß ist eine Verfügung eingelaufen, nach welcher, um die Aufnahme von Anleihen zu Straßenbauzwecken künftig hintanzuhalten, vom 1. April 1918 an ein Straßenbaufond gegründet werden soll. Diesem sollen außer den eingehenden Straßenkostenbeiträgen jedes Jahr 5000 Mk. von der Stadt zugeführt werden. halb einzelne Klagen zu Ohren gekommen wör In Berlin habe man ihm auf eine Anfrage gesagt, daß die Kürzungen nicht gerechtfertigt sein. Der Herr Vorsitzende verwies auf einen Kommissionsbeschluß, bei Wöchnerinnenunterstützung solle die städtische Kriegszulage für die betreffende Zeit um die Hälfte gekürzt werden. Herr Gymnasialdirektor Dr. Führer empfahl wohlwollende Prüfung und Behandlung dieser Fülle, womit sich auch die Herren Stadverordneten einverstanden eiklätten. Dor Horr„Rorsihonhe brachte. und Rothenstein in Berlin, Zweigniederlassung in Rheine, folgendes eingetragen: Lfd. Nr 5 Spalte 6 Rechtsverhältnisse Frau Maria Baer geb. Rothenstein zu Wiesbaden ist zur Vertretung der als Geschafte in der offenen Handelsgesellschaft eingetragenen ungeteillen Erbengemeinschaft der Erben der Frau Agnes Rothen= stein geb. Mossener berechtig:. Rheine, den 8. Juni 1915. Königl. Amtsgericht. 13. Juni In der Pfarrkirche. „ ½6 Uhr hl. Messe, 6 Uhr hl. Meise, 7 Uhr hl. Messe, * 8 Uhr hl. Messe, im Anschluß daran Prozession, rach dieser hl. Messe, letzte hl. Messe un 11 Uhr, 2½ Uhr Andacht, 6 Uhr Andacht mir Predigt für die Jungfrauenkongregation. Die hl. Messe 8 Uhr tir für Heinr. Osterholt.(Sodalität.) „ An den Wochentagen. .es Se urf. Ane iue Aade Ang ie w Messe für Theresia Rövemeier. 8 Uhr Sechswochenamt für Frau„anphues Mittwoch 6 Uhr hl. Messe für Antonia Schulte, 7 Uhr Jahresmesse für Heinrich Tellk mp, 7½ Uhr Jahresmesse für Lehrerin Paula Ising, 8 Uhr Sechswochenamt für Franz König. Letzte Nachrichten. Der Rücktritt des amerikanischen Staatssekretärs Bryan In unserer letzten Rummer konnten wir noch in dem größten Teile der Auflage eine wichtige Depesche mitteilen, die wir in der Gesamtauflage nochmals wiederholen: Washington, 9. Juni. WTB. Reutermeldung: Staatssekretär Bryan hai demissioniert. Berlin, 9. Juni. Die Nachricht von der Demission des Staatssekretärs Bryan kommt überraschend und keine näheren Umstände, noch die Ursache und der Anlaß der Demmission Bryans sind bis jetzt bekannt. Man wird deshalb vorläufig bei uns den Vorgängen mit einiger Zurückhaltung gegenüber zu stehen haben Noch weniger läßt sich sagen, welche Zukunftskombinationen die Tatsache des Rücktritts haben wird. Die„Deutsche Tageszeitung“ schreibt: Der Rücklritt Bryans eifolgt in dem Augenblick, wo die Beantwortung der deutschen„Lusitanio=Note“, erfolgen soll. Reuters Büro wußte vor einigen Tagen zu berichten, daß diese Note sehr scharf sein werde. Darauf kam eine weitere Meldung, Präsident Wilson überlegte sich die Note sehr gründlich und im Anschluß hieran folgte die Nachri gt, die Beantwortung der deutschen Note werde einen Ausschub erfahren. Der Rücktritt Bryans bildet also einen weiteren Etappenpunkt dieser Entwicklung. Es ist denkbar, daß Meinungsverschiedenheiten über Form und Inhalt der Note der Grund seines Rücktritts gewesen ist. Darüber weiden wohl bald Nachrichten einlaufen. Ernste Differenzen mit Amerika? Amsterdam, 9. Juni. TU. Reuter meldet aus Washington: Präsident Wilson nahm das Entlassungsgesuch des Staatssekretärs Bryan an. Die Ursache des Rücktritts sollen Meinungsverschiedenheiten über die deutsche Note sein. Bryan widersetzte sich jeder Fassung, die einem Ulimatum an Deutschland ähnlich gewesen wäre, da er sich dadurch mit seiner Friedenspolitik in Widerspruch gesetzt haben würde. In dem Entlassungsgesuch erklärte er dieses ausdrüchlich. Biyans Nachfolger wird ohne weitere Formalitäten sein bisheriger Stellvertreter im Staatssekretariat, Lansing, werden, der auch die Note unterzeichnen wird, nachdem sie die Zustimmung der Minister gefunden hat. Die Note ist mit besonderer Sorgfalt stilisiert, weil man annimmt, daß die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten saula Ising, 8 Uhr Sechswochenamt für Franz König. Donnerstag 6 Uhr kl. Messe für Wenzel Schürmeyer, 7 uyr Hermann Brüning— Lambers, 7½ Uge Sichtr Seche. ür Dechant Den Heldentod fürs Vaterland starb am 18. Mai unser aeg Sshn user auer Bruder, Schwager und Onkel der Garde-Füstlier Arrteis-Kleler im jugendlichen Alter von 22 Jahren. Um ein stilles Beileid bitten Die traueruden Hinterbliebenen Rheine, Reimsbach, Saarburg, Lingen, Das Seelenam 18. Juni, morgens 6 Uhr. den 10. Juni 1915. finder statt am Freitag, den Im freiw. Auftrage der Frau Wwe. L. Beil werde ich am Freitag, den 18. Juni, nachmittags 6½ Uhr, fortzugshalber, an ihrer Wohnung, Ibbenbürener= straße 33 Tische, Stühle, 1 Kleiderschrank,1 Küchenschrank, 1 Herd, 1 Nähmaschine, Spiegel und Bilder und sonstiges Haus= und Küchengeräte öffentlich meistbietend gegen Barzahlung verkaufen. Die Sachen sind gebraucht und 2 Stunden vorher in genannter Wohnung zu besichtigen. Hermann Juest, beeid. Aukt., Rheine i. W. Jahresmesse für Fermamn Trumn-Lambers, 7½ Ul wochenamt für Direktor Waldau, 8 Uhr Seelenmesse für Dech Wed. Freitaa 6 Uhr hl. Messe zu Ehren des hl. Herzens Jesu, 7½ Uhr hl. Messe für Gustav Brink, 8 Uhr Jahresseelenamt: Hiesige rote für Wilhelm Ecker. Samstag 6 Uhr hl. Mese für Lehrerin Sophia Frühling, 7½ Uhr Sechswoche amt für Bernard Niehues, 8 Uhr Seelenamt für den gef. Kr. Alfons Esselmann. Basilika. Fest des Kirchenpatrons, des hl. Antonius von Padua. 6 Uhr hl. Messe, 7 Uhr h. Messe, Kommunion der Kinder Stadtschulen), 8 Uhr hl. Messe mit Predigt, ½10 Uhr Feierl. (Wasch-Exfrakt K 90 Mi. Bklohnung gebe Demjenigen, der den Dieb angibt daß ich denselben gerichtlich belangen kann, welcher vor einiger Zeit und jetzt ars meiner Weide in Alieorheine Schafe gestohlen hat. F. Falk. E. Speisekariosseln Zentner 5 Mark. v. d. Heuvel, Elterstr. 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Heimrich Koling, ½7 Uhr Seelenmesse für Ehefr. Korte. 7¼ Uhr Seelenmesse für Louis Beil, 8 Uhr Sechswochenamt für GeorBeckers.—4½ Donnerst. 6 Uhr Seelenmesse für den im Felde gef. Bernard Bolk, 7¼ Seelenmesse f. Karl Mühlmeyer, 8 Uhr Sechswochenamt für Bernard Fieke s. Freitaa 6 Uhr Scelenmesse für den im Felde ges. Arnold 4 Kiefer, ½7 Uhr Seelenmesse für Joseph Koneimann, 7¼ Uhr Seelenmesse für Ehel. Leugers, 8 Uhr Seelenmesse für Familie Rutze. Brinkmann. Samstag 6 Uhr Seelenmesse für Bernard Schäfers, ½7 Uhr Seeler messe f. Ehel Bernard Schmitz, 7¼ Uhr Jahresmesse für Ehefr. Hinterding, 8 Uhr Jahres Seelenamt für Hermann Blanke Petrigymnasialkirche. Sonntag, d. 13. Juni 7, 10(sofort nach der Prozession) 10½ Uhr hl. Messen. bsgesseee) Montag ¼7 Uhr Seelenmesse für Aug Raape. Dienstag ¼7 Uhr Seelenmesse für Jos. Krick, ½8 Uhr: Seelenmesse für Frau Dirkes ged. Sievers. Mittwoch ¼7 Uhr Se lenmesse für Wwe. Jos. Plagemann, ½8 Uhr Seelenmesse für Heinz Wil. Stern i Kr. gef. Donnerstag ½7 Seelenmesse für Heinr. Risau t. Kr. gef. ½8 Uhr Seelenmesse für Ehel. L. Forstmann Bentlage. Freitag ¼7 Uhr=elenmesse für Frau Schweers, ½8 Uhr Seelenmesse für Jos. Remmes Samstag ¼7 Uhr Seelenmesse für die Verst. der Fam Fey, ½8 Uhr Seelenmesse für Direktor Waldau. Bönekes=Kirche. Dienstag 6½ Uhr Seelenmesse für Aug. Lütkemeyer. Mittwoch 6½ Uhr Seelenmesse für Frau Jos. Schulten. Männer=Sodalität. Donnerstag 6 d Seelenmesse für Ww J. Ruwe. Freitag 6° Seelenmesse für Bernar Niehus. Samstag 6: Uhr Seelenmesse für Frau Schäpermeier Aelteres Ehepaar 2 Personen sucht zum 1. Septemb. od. Oktob. Off. unt..1 erbeten. Mein in der Herrenschrriberstraße belegenes Haus, bestehend aus 8 Räumen im Ganzen oder geteilt zu 2 Wohnungen per 1. Juli oder später zu vermieten. M. Reingenheim. Die 2. Etage in meinem Hause Salzbergenerstraße 87, ist wegen Einberufung des bisherigen Mieters zu vermieten. J. Weinrich. Abgeschl. Parterkewöhnung desgl. 2. 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Unter seiner umsichtigen Wirksamkeit entstanden die Antonius-Gemeinde mit der Basilika, das Rektorat und die neue Kirche in Hauenhorst und die Kapelle in Rodde. Sein ganzes Leben war der Ehre Gottes und dem Heile der Seelen gewidmet und fand Anerkennung von seiten der geistlichen und weltlichen Behörden durch die Ernennung zum Landdechanten und Ehrendomherrn. Wir bitten alle Gläubigen, besonders seine Pfarrkinder, für die Seelenruhe des Verstorbenen zu beten. Rheine 1.., den 10. Juni 1915.— Die Geistlichkeit in Rheine. Der Kirchenvorstand. Die kirchl. Gemeinde-Vertretung. Die feierlichen Exequien findet statt am Montag, den 14 Juni, morgens 9 Uhr. Im Anschluss daran die Beerdigung. Gestern abend ist der Hochwürdige Herr Pfarrer, Dechant und Ehrendomherr Berlmard Pietz gestorben. 24 Jahre hat er in der katholischen Seelsorge unserer Stadt auf das segensreichste gewirkt. Aber auch für die städtischen Angelegenheiten hat er stets ein warmes Interesse bekundet und sie als Mitglied verschiedener Kommissionen mit seiner reichen Erfahrung, insbesondere auf dem Gebiete des Schulwesens, gefördert. Manche gemeinnützige Einrichtung verdankt ihm ihr Entstehen. Ein dauerndes Denkmal hat er sich in der von seinem kunstsinnigen Geiste geschaffenen Antoniusbasilika gesetzt. Sein Andenken wird in unserer Bevölkerung allezeit fortleben. Rheine, den 10. Juni 1915. Schüttemeyer, Bürgermeister. Rodde, Heine und Gellendorf des Kreises Steinfurt in Gemäßheit der Königlichen Verordnung vom 7. November 1914 habe ich zur Vorlegung des Planes und der Satzungen, sowie zur Anhörung der Beteiligten darüber einen Termin auf Donnerstag, den 17. Juni 1915 2½ Uhr nachmittags in dem Gasthaus Cordesmeyer in Eschendorf anberaumt, zu welchem die Beteiligten hierdurch vorgeladen werden. .... Der Plan und der Satzungsentwuf liegen zur Einsichtnahme durch die Beiligten auf dem Amte zu Rcheine mn ven. a aus den Amie u Münster, den 8. Juni 1915. Der Königliche Spezialkommissar Giese, Regierungsrat. Am Sonnabend, 12. Juni, werde ia hierselbst, Auf dem Thie Nr. 15, 1 Sofa, 2 Sessel, 4 Bilder, 2 Schweine, 1 Kleiderschrank, 1 Flurgarderobe, 1 Herrenfahrrad, 5 Marmorplatten, 100 Flaschen Wein, 1 Bild, 1 Schreibtisch und 1 Bücherschrank öffentlich meistbietend gegen sofortige Barzahlung versteigern. Thomas, Grichtsuolsicher. Soche für sofort mehrere tüchtige, möglichst militärfreie Installateure gegen guten Lohn und dauernde Stellung. Antritt möglichst sofor.. „Jehannes Eickens, Kbeine i. 23), Telephon 23. Ich suche Un erkunst für ein 13jähriges Mädchen, katholisch, möglichst bei einem kinderlosen Ehepaar, gegen wäßige Vergütung. Zu erfragen Poststraße 24. 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An jeder Seite des Mittelschiffes in der Kirche bleiben frei die ersten zehn Bänke für die Verwandten des Verstorbenen, den Klerus, die kirchlichen und weltlichen Behörden, die 10 ersten Bänke des nördlichen Setenschiffes für die Ordensschwestern, die 10 ersten Bänke des südlichen Seitenschiffes für die Lehrpersonen. Ordnung des Trauerzuges zum neuen Friedhof. Aufstellung um 10¼ Uhr. 1. Volksschulen(Emsstr.) a) der Antoniusgemeinde b) der Dionysiusgemeinde 2. Schülerinnen des Lyzeums(Emsstr.) 3. Jungfrauenkongregationen(Münsterstr.) 4. Müttervereine— Frauen(Münsterstr.) 5. Kapelle des hath. Arbeitervereins (Münsterstr.) 6. Gymnasium(Markt—Beckers) 7. Kirchenchor 8. Klerus. Der Leiche folgen: 9. Die Verwandten des Verewigten 10. Die kirchlichen und weltlichen Behörden 11. Jünglinskongregationen (Markt—Letterhaus) 12. Gesellenverein(Markt—Leiterhaus) 13. Arbeiterverein(Markt—Morx) 14. Kreuzbündnis(Marnt—Marx) 15. Männersodalität(Markt—Marx—.) 16. Die übrigen Leidtragenden. Für König und Vater. and starb unser Mitglied Durch das am 9. d. M. erfolgte Hinscheiden des Hochwürdigen Herrn Pfarrers, Dechanten u. Ehrendomherrn Seelenamt Montag. den 14. Juni, 8 Uhr. Der Vorstatd. in Rheine. Zu der am Montag, d. 14. d. Mts., abends 8½ Uhr stattfindenden im Lokale des Herrn Aug. Dirks werden die Ausschußmitglieder hiermit ergebenst eingeladen Tagesordnung: 1. Rechnungslage, 2 Verschiedenes. Der Vorstand. Heute 1 P f u n d 5 5 P f g. Fisch- u. Gemüsehalle Kathagen. Das Kuratorium des St. Mathias-Spitals. „Luhns“ Wasch-Extract und „Luhns“Salm.-Terp.-Kernseite verbürgt rein u. frei v. Tran. HAUSPUTZ Sonntag den 19. 8.. uuus Todesstunde schlug zu „ Doch Gott der Herr bestimmte sie. 1„Den=Heldentod fürs Vaterland Erlittest Du im Feindesland. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 28. Mai unser guter Bruder, Schwager und Onkel, mein lieber Bräutigam Heinrich Koling Reservist im Ins.=Neg. Nr. 98, 14. Komp. im Alter von 27 Jahren. Um ein Gebet für den lieben Verstorbenen bitten Rheine, Greven, 11. Juni 1915. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Seelermesse, wozu freundlichst eingeladen wird, findet statt am Mittwoch, 16. Junt, früh 6 Wasch-Extrakt Im freiw. Auftrage der Frau Wwe. L. Beil werde ich am Freitag, den 18. Juni, nachmittags 6½ Uhr, fortzugshalber, an ihrer Wohnung, Ibbenbürener= straße 33 Tische, Stühle, 1 Kleiderschrank,1 Küchenschrank, 1 Herd, 1 Nähmaschine, Spiegel und Bilder und sonstiges Haus= und Küchengeräte öffentlich meistbietend gegen Barzahlung verkaufen. Die Sachen sind gebraucht und 2 Stunden vorher in genannter Wohnung zu besichtigen. Hermann beeid. Aukt., Rheine i. W. Ein Beamter sucht zum I. Okrober fiür den gest. Kr. Alsons Esselmann.. Jeutner 5 Mark. Basilika.] E. v. d. Heuvel, Elterstr. Fest des Kirchenpatrons, des hl. Antonius von Padua.! Aelteres Ehepaar 2 Personer . 6 Uhr hl. Messe, 7 Uhr h. Messe, Kommunion der Kinder, sucht zum 1. Septemb. od. Oktob. (Stadtschulen), 8 Uhr hl. Messe mit Predigt, ½10 Uhr Feierl. Walepung Hochamtmit Prerigt, 11 Uhr hl. Messe mit Predigt, ½3 Uhr, Wohnung= Andacht, 6 Uhr Ardacht, Die stag urd Freitag abend 8 Uhr Kriegsandacht Montag 6 Uhr Seelenmesse für Anton Winkeler, ½7 Uhr Seelenmesse für Sophio Eilring, 7¼ Jahresmesse für Ehefr. Weber, 8 Uhr Seelenamt für den im Felde ges. Anton Dingwerh. Dienstag 6 Uhr Sechswochenmesse für Hackenbrock, ½7 Uhr Seelenmesse für Ehefr. Pröbsting, 7¼ Uhr Seelenmesse f. Ehefr. Roosen, 8 Uhr Seelenamt für den im Felde gef. Bernard Kloster. Mittwoch, 6 Uhr Scelenmesse s. den im Felde gef. Heinrich Koling, ½7 Uhr Seelenmesse für Ehefr. Korte. 7¼ Uhr Seelenmesse für Louis Beil, 8 Uhr Sechswochenamt für Geor: Beckers. 4 Donnerst. 6 Uhr Seelenmesse für den im Felde gef. Bernard Bolk, 7¼ Seelenmesse f. Karl Mühlmeyer, 8 Uhr Sechswochenamt für Bernard Fieke s. Freitag 6 Uhr Scelenmesse für den im Felde gef. Arnold Kiefer, ½7 Uhr Seelenmesse für Joseph Koneimann, 7¼ Uhr; Seelenmesse für Ehel. Leugers, 8 Uhr Seelenmesse für Familie Rutze= Brinkmann. Samstag 6 Uhr Seelenmesse für Bernard Schäfers, ½7 Uhr Seeler messe f. Ehel Bernard Schmitz, 7¼ Uhr Jahresmesse für Ehefr. Hinterding, 8 Uhr Jahres Seelenamt für Hermann Blanke Petrigymnasialkirche. Sonntag, d. 18. Juni 7, 10(sofort nach der Prozession) 10½ Uhr hl. Messen.= Montag ¼7 Uhr Seelenmesse für Aug Raape.1 Dienstag ¼7 Uhr Seelenmesse für Jos. Krick, ½8 Uhr: Seelenmesse für Frau Dirkes ged. Sievers. Mittwoch ¼7 Uhr Se lenmesse für Wwe. Jos. Plagemann, ½8 Uhr Seelenmesse für Heinz Wil. Stern i Kr. ges. Donnerstag ¼7 Seelenmesse für Heinr. Risau t. Kr. gef. ½8 Uhr Seelenmesse für Ehel. L. Forstmann Bentlage. Freitag ½7 Uhr Selenmesse für Frau Schweers, ½/8 Uhr Näheres Geschäftsstelle Seelenmesse für Jos. Remmes— Samstag ½7 Uhr Seelenmesse für die Verst. der Fam Fey, Maschinis ½8 Uhr Seelenmesse für Direktor Waldau. Bönekes=Kirche.. suchr Stelle als ] Maschinist. Offerte unter Den Heldentod fürs Vater4 land starb am 18. Mai unser I Stnger. Schwager und Onkel der Garde-Füstlier Haus. im jugendlichen Alter von 22 Jahren. Um ein stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen Rheine, Reimsbach, Saarburg, Lingen, den 10. Juni 1915. Das Seelenam finder statt am Freitag, den 18. Juni, morgens 6 Uhr. J. Weinrich. in der Nähe des Gerichtes. Off. unter erbeten. mit allem Zubedör zu sofort vermieten. Näh Exped. Reine abfärbende Wassereréme! Schuhputz gibt ohne Mühe tadellosen, tiesschwarzen nicht abfärbenden Hochglanz. Sofortige Lieferung. Auch Schuhfett und Seifenpulver Schneekönig(erstklassiges Produkt) und Veilchenseifenpulver Goldperle. Elegante neue Heerführerplakate. Fabrikant: Carl Gentner, Göppingen(Württbg.) Dienstag 6½ Uhr Seelenmesse für Aug. Lütkemeyer. Mittwoch 6½ Uhr Seelenmesse für Frau Jos. Schulten. Männer=Sodalität. Donnerstag 6 d Seelenmesse für Ww J. Ruwe. Freitag 6 Seelenmesse für Bernar' Niehus. zumstag 6: Uhr Seelenmesse für Frau Schäpermeier Mädchen zesucht für leichte Hausarbeit und zu 2 Kindern. Näh. Expedition. 1 KII K Abschrift. VII. Armeekorps Münster, d. 29. Mai 1915. Stellvertretendes General= kommando Abt. Id Nr. 2050. An den Herrn Regierungs=Pcäsidenten, Münster. Betr. Gewinnung von Buchenöl. Es ist bei mir angeregt worden, die Bevölkerung auf die Gewinnung von Buchenöl aufmerksam zu machen, das früher viel verwandt ist, aber schon seit langer Zeit durch die fremden Oele ersetzt wurde, da die Sammlung der Bucheckern nicht mehr so lohnend wie früher war. In Westfalen bestehen mehrere Oelmühlen; die Oelgewinnung aus dem Buchenwalde soll nach sachverständiger Aeußerung keine größeren Schwierigkeiten bereiten. Buchenöl kann als Nahrungsmittel z. B. als Salatöl, Verwendung finden und die fremden Oele, die nicht mehr importiert werden können, ersetzen. Euere Hochgeboren verfehle ich nicht, vorstehende Anregung mit Rücksicht auf die jetzt herrschende Oelteuerung mit dem Anheimstellen ganz ergebenst mitzuteilen, die Beteiligten auf die Vorteile der Oelgewinnung aufmerksam zu machen. Der kommandierende General: gez. Frhr. v. Gayl. Münster, 3 Juni 1915 Regierungs=Präsident. No. 2449. 1. 2. 14. 17.12. Abschrift übersende ich mit dem Ersuchen um gefällige weitete Berumassung. G. d„. gez. Graf von Merreldt. An die Herren Landräte pp. Da5, Pspfgt Burgsteinfurt, den 8. Juni 1915 Vorstehende Verfügung wird mit der Bitte um Veröffentlichung übersandt. Plenio. Diejenigen unausgebildeten Landsturmpflichtigen welche 1. der russisch=polnischen Sprache, 2. der holländischen Sprache, 3. der nordischen(norwegischen, dänischen, schwedischen) Sprache mächtig sind, erhalten hierdurch den Befehl, sich sofort beim Bezirkskommando schriftlich unter Angabe des Wohnorts, Geburtsdatums und Zivilberufes sowie welche Sprache sie beherrschen, zu melden. Coesfeld, den 9. Juni 1915. Königliches Bezirkskommando. ###machung. Das elektrische Lettungsnetz wird am Sonntag, d. Is. von 12 Uhr mittags bis 2 Uhr nachmittags zwecks Vornahme von Revisionen außer Rheine, den 10. Juni 1915. Der Bürgermeister. I..: Vigener. Bekanntmachung. Wiederholt mache ich darauf aufmerksam, daß Gesuche um Bewilligung von Familien=Unterstützungen, Miels= oder Wochenbeihülfen, sowie, Beschwerden in solchen Angelegenheiten zur Vermeidung unerwünschter Verzögerungen und Weiterungen lediglich bei den Ortsberägggv„ Bürgermeistern und Amtmännern) anzuI.„Die, Ministerien und andere höhere Militär= und Ziondehorben geben als nitt zuständig alle bei ihnen eingehende Gesuche oder Beschwerden an die zuständigen Zehörden, ab, womit naturgemäßig eine Verzögerung verBurgsteinfurt, den 4. Juni 1915. Der Landrat: Plenio. sstensächste Deanutmachung wird hierdurch vere. Amtmann: Der Bürgermeister: I..: Zimmermann. Schüttemeyer. 4 Hien KI Aufruf an die Bürger von Rheine u. die Hofbesitzer der Ungegend. Kammerjäger Niediek ist hier, um Ratten und Mäuse unter zweijähriger Garantie wirklich radikal zu beseitigen durch Auslegen von Ratten-Pest-Bazillus, welcher für Menschen und Haustiere unschädlich ist, aber unter Nagetieren eine ansteckende Krankheit erwirkt. Schwaben, Wanzen, Russen usw. werden auch unter Garantie vertilgt. Bestellungen sende man sofort unter„Kammerjäger Niediek“ an die Geschäftsstelle dieser Zeitung. Ich din am Mittwoch, 16. Juni, bestimmt in Rheine anwesend. — Hemelter Mühle (Schützenhof.) 1 Trotz der warmen Sommerzeit habe ich mich entschlossen, einen groß. Schlagerfilm auf das Programm zu stellen, und bringe ich am Sonntag, den 13. Juni eines der größten Sensationsdrama der Nordischen Film Co. Kopenhagen, belitelt: Die Rückkehr se eines Verlorenen in 5 Akten zur Vorführung. Spieldauer 2 Stunden. Dieses hervorragende=Akterdrama spielt größtenteils auf hoher See und enthält viele Sensationen, unter anderen die Ereignisse am Leuchtturm, Untergang des Dampfers Harland, Explosion der Nitroglycerin=Ladung, Rettung der Ueberlebenden usw. Außerdem gelangt zur Vorführung ein =Akter, der Amerikaner, Die Vombe oder die Furcht vor Anarchisten, Tokajel in Norwegen und vieles mehr. Anfang 4 Uhr. Es ladet ein H. Cordesmeyer. NB. Durch gute Ventilation bieten meine Räumlichkeiten einen frischen und kühlen Aufenthalt. Rheiner Bankverein Ledebzer, Driessen& Co. Eröffnung von laufenden Rechnungen. Gewährung von Crediten und Vorschüssen auf Wertpapiere unter günstigen Bedingungen. Ausführung von Aufträgen zum An- und Verkauf von Wertpapieren. Eröffnung von provisionsfreien Schechrechnungen. Scheckbücher stehen gern zur Verfügung. Zinsvergütung in laufender Rechnung z. Z. 3½ Prozent und auf Chekkonto 2½ Proz. Zins. CScoslett, weiss, lose und in Paketen. Kunstspeisefett Pfd. 95 Pf. 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Auf den Maashöhen wiederholte der trotz seiner Mißerfolge viermal seine Versuche zur Wiedereroberung der verlorenen Stellung bei Les Eparges. Wir wiesen seine Angrisfe glatt ab. Nordwestlich von Regnieville eroberten wir die französische Stellung von 600 Meter Breite und entrissen nördlich von Frey=en=Haym dem Feinde ein Waldstück. Die Fliegertätigkeit war gestern sehr lebhaft. Deutsche Flugzeuge bewarfen das Landguardfort bei Harwich sowie eine englische Zerstörerflotille und griffen das befestigte Nancy, die Bahnanlage von Dombasel und das Sperrfort Remiremont an. Ein englisches Flugzeug stürzte nördlich von Gent an der holländischen Grenze brennend ab. Ein deutsches Kampfflugzeug zwang einen französischen Flieger zum Landen. Der Feind bewarf Brügge, ohne militärischen Schaden anzurichten. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Armee des Generals v. Linsingen ist in voller Verfolgung in Gegend Zlota=Liska. 3000 Russen fielen in unsere Hand:. Unter ihrem Druck weicht der Feind aus seinen Stellungen von Narajow=Miasto bis nördlich Przemyslany. Von Kamianka bis Kylow(am Bug) ist die Lage unverändert. Die Armeen des Generalfeldmarschalls v. Makkensen sind im fortschreitenden Angriff. Zwischen der Weichsel und der Pilica hat sich nichts wesentliches ereignet. Oberste Heeresleitung. Der Zar mahnt zur Geduld. bb Berlin, 3. Juli. Nach einer Meldung der„B. .“ aus Wien wird bekannt, daß außer dem Dekret des Zaren eine Art offizielles Manifest erschien, das besagt, das Volk müsse jetzt in Einigkeit alle Kräfte anspannen, denn, sich durch die Wechselfälle des Schicksals zwingen zu lassen, auf halbem Wege stehen zu bleiben, sei für einen Staat Selbstmord. Ehe sich die russische Armee nicht auf ihrer neuen Basis konsolidiert habe, dürfe man nicht hoffen, daß der Generalstab sich zu einem entscheidenden Unternehmen entschließen werde. Bis dahin gelte es, ruhiges Blut und vor allem Geduld zu bewahren. Eine französische Aufforderung an Holland. Amsterdam, 3. Juli. Der Pariser„Temps“ fordert in einem von Delcassee inspirierten Leitartikel Holland neuerdings auf, sofort an der Seite des Vierverbandes in den Krieg einzugreifen, weil sonst die deutsche Annexion Belgiens und damit auch der niederländischen Unabhängigkeit bevorstehe. Die holländische Presse weist mit Ausnahme des berüchtigten deutsch=feindlichen„Teledie französische Aufforderung mit aller Entschiedenheit zurück.(OV.) Frankreich droht mit einer großen Luftoffensive. ####. Genf, 3. Jul. Um den Kampfplatz in seindliches Land zu tragen, bringen französische Blätter den Vorschlag, den Luftkrieg auf neuer Basis zu beginnen. Es müßten große Einheiten von etwa 100 bis 150 Flugzeugen gebildet werden, die sich in geschlossenen Gruppen oder Abständen nach den zu bezeichnenden Stellen zu begeben hätten. Die Verluste bei derartigen Operationen würden im Verhältnis zu den Verlusten, die der gegenwärtige Schützengrabenkrieg fordere, gering sein, während der moralische und maierielle Erfolg eines derartigen Luftkriegs ganz unberechenbar sei. Ein Schrecken 2s, Vevölkerung, eroreisen, und die großen Fabriken, Werne und ursenale würden lahm gelegt werden. Düstere Stimmung in Rußland. bb. Bukarest, 3. Juli. Die Berichte der auf der Flucht aus ihrem Vaterland in großer Zahl hier durchreisenden angesehenen und begüterten Russen sind wenig geeignet, hier für die Besiegten von Lemberg Stimmung zu machen. Nach diesen Berichten hält man in Rußland ganz allgemein die Armee für vollständig geschlagen, und man ist überzeugt, daß die Revolution, die bereits auf Westsibiren übergreift nicht mehr aufzuhalten sei. In den meisten Häfen der russischen Schwarzmeerküste herischt vollkommene Anarchie. In Odessa wechseln Barrikadenkämpfe, Plünderungen und Progroms in rascher Folge ab. In Sewastopol, Rostow und Feodosa die Behörden alle Autorität verloren. Der ganze Süden ist infolge der durch Konfusion, Organisationsmangel und Sabotage noch gesteigerten Verkehrsschwierigkeiten vom Zentrum so gut wie abgeschnitten und wird von den russischen Donaumündungen aus verproviantiert. Seit Lemberg ist die rusische Schwarzmeer=Flotte fast auf hoher See, da in mehreren Hafenplätzen auf Schiffe geschossen wurde. In Kiew ist es zu wüsten Tumulten gekommen. Aufrührerische Manifeste proklamieren die Befreiung der Ukraine. In verschiedenen Bezirken erhoben sich die Bauern und brannten GutsHauptsächlich richtet sich der Tatendrang der russischen Revolutionäre gegen die Fabriken und Anlagen, die bereits der Herstellung von Munition dienen oder für diese eingerichtet werden. Die jetzt ausgehobenen, noch in der Ausbildung begriffenen Mannschaften sympathisieren überall offen mit den Revolutionären. Konsikt zwischen Italien und Montenegro! OV. Bukarest, 3. Juli. Nach einer Meldung aus Cetinje wurde Montenegro von der italienischen Regierung um ausdrückliche Anrekennung der italienischen Besitzrechte auf Skutari ersucht. Inzwischen hat Montenegro bereits den Balkanstatten die staatsrechtliche Besitznahme von Skutari in amtlicher Form angezeigt. Kennseken.n 7s.5e.„Krl.ag Ihein“. Eieneste Eleirnngtin Neue serrtschegenertiin.... ∆ 6 Großes Hauptquartier, den 20. Oktbr. 1915. Amtlich WTB. Westlicher Kriegsschauplatz. Bei einem Erkundungsvorstoß nordöstlich Prunay in der Champagne machten wir 4 Offiziere, 364 Mann zu Gefangenen und und erbeuteten 3 Maschinengewehre, 3 Minenwerfer und viel Geräte. Bei Middelkerke wurde ein englisches Flugzeug abgeschossen; die Insassen fielen in Gefangenschaft. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Nordöstlich und nordwestlich von Mitau machten unsere Truppen weitere Fortschritte. Wir nahmen mehrere feindliche Stellungen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Nichts Neues. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Die örtlichen Kämpfe am Styr dauern noch an. Balkan=Kriegsschauplatz. Oesterreich=ungarische Truppen dringen) auf Sabac vor. In der Gegend südlich von Ripans sind weitere Kämpfe im Gange. Südlich von Lucica—Bozevac ist der Feind erneut geworfen. Bulgarische Truppen setzten sich durch schnelles Zufassen in Besitz des Sultan Tepe(südwestlich Egri=Palanka). Sie machten beim Vormarsch auf Kumanovo 2000 Gefangene und erbeuteten 12 Geschütze. Oberste Heeresleitung Der Zar ist des Kommandos müde. TU. Wien, 20. Okt. Hiesige Blätter erfahren indirekt aus Petersburg: Der Zar wird den Oberbefehl wegen seiner geschwächten Gesundheit wieder niederlegen. Kuropatkin ist für eine hohe Stelle ausersehen. „Die furchtbare Entscheidung naht... OV. Genf, 20 Okt. Die französischen Zeitungen besprechen das schnelle Vorgehen der Bulgaren. Das „Journal“ schreibt: Die Diplomatie der Mittelmächte ist ebenso unterschätzt, wie ihre militärische Großzügigkeit Die Ernüchterung in Frankreich sei eine große. Der„Matin“ schreibt: Das Kriegsende rückt näher und die furchtbare Entscheidung naht für alle Völker. Kujazevac vor dem Fall. bb. Budapest, 20. Okt. Aus Sofia wird berichtet: Man erwartet stündlich die Einnahme von Knjazevc. Die äußerste bulgarische Vorhut befindet sich in unmitelbarer Nähe der Stadt. Die Eisenbahnlinien um Knjazevae herum sind von den Serben völlig zerstört worden. Wie erst jetzt bekannt wird, drang unmittelbar nach der bulgarischen Kriegserklärung an Serbien eine kleine Schar bulgarischer Infanterie durch die serbischen Linien nach Knsajeve, schickte Feuer in einen Teil der Stadt und zog sich erst wieder zurück, als die serbische Uebermacht erdrückend zu werden drohte. Das junge bulgarische Fliegerkorps zeichnete sich besonders aus. Die Festung Pirot wurde von den bulgarischen Fliegern zu wiederholten Malen mit Bomben belegt. Die Donauschiffahrt ist endgültig gesperrt. Bulgarische Flußdampfer erbeuteten noch weitere acht serbische Trausportdampfer und mehrere Schlepper. Das ganze serbische Ufer wurde mit Minen belegt. EAUFA BIGFI Neueste Meldungen. 2000 Englanger„Rungin! Berlin, 21. Okt, 3 Uhr 30 Min. mittag. Amtlich. WTB. Hauptquartier, 21. Okt. vormittag Am Vser=Kanal stehen unsere Truppen noch im heftigen Kampfe. Der Feind unterstützte seine Artillerie vom Mere nordwestlich von Nieuport aus. Ein englisches Torpedoboot wurde dabei von unserer Artillerie kampfunfähig gemacht. Die Kämpfe westlich von Lille dauern an. Unsere Truppen gingen auch dort zur Offensive über und warfen den Feind an mehreren Stellen zurück. Es wurden etwa 2000 Engländer zu Gefangenen gemacht und mehrere Maschinengewehre erbeutet. Auf dem östlichen Kriegsschauplatze ist keine Entscheidung gefallen. Italien besetzt albanisches Gebiet. Rom, 21. Okt: Telegr. Der„Messagero“ gibt im Extrablatt bekannt, daß Valona durch eine Matrosen=Expedition des Kreuzers„Agorda“ und des Torpedobootszerstörers„Dardo“ besetzt wurde. Das Infanterie-Regiment Nr. 47 aus Lesce sei gleichfalls dorthin unterwegs. Die Regierung gibt zwar ein Dementi heraus, doch hört der Korrespondent der„Frankfurter Zeitung"," daß das Demenki nur kurze Zeit aufrecht erhalten werde, weil man bald vor einer vollendeten Tatsache stehen werde. (In dieser Nachricht liegt ein feindlicher Akt Italiens gegen Oesterreich. Da eine B. stätigung noch nicht vorliegt, geben wir diese Nachricht unter allem Vorbehalt wieder). Eine italienische Flottenrevue. Tarent, 21. Okt.(Spezialtelegramm der „Telegraphen=Union“.) In den nächsten Tagen wird König Viktor Emanuel in Tarent eine Revue über die gesamte italienische Streitmacht zur See abnehmen. Münstertäurische Eritzssterung, Kenleste=Eteleungen. * Trei werkere servesche Trie erstarmi. Der Kriegszustand über Griechenland.— Erbitterung gegen Poincaré. Großes Hauptquartier, 26. Oktob 1915 Amtlich. WTB. Nordöstlich von Souchez wurden feindliche Handgranatenangriffe abgewiesen. In den Kämpfen vom 24. Oktober sind an der vorspringenden Ecke nördlich von Le Mesnil in der Champagne etwa 250 Meter unserer Stellung vorübergehend in feindliche Hand gekommen. Gestern wurden die Franzosen wieder daraus vertrieben. 5 Offiziere und über 150 Mann blieben gefangen in unserer Hand. Nordöstlich von Le Mesnil hält der Feind noch einen kleinen deutschen Graben besetzt. Auf der Combres=Höhe hatten unsere Sprengungen guten Erfolg, französische Sprengungen im Priesterwalde blieben ergebnislos. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschallv. Hindenburg. Der Illuxt=Abschnitt nördlich von Illuxt ist wieder überschritten, das bereits vorgestern vorübergehend genommene Gehöft Kasimirschki ist fest in unserer Hand. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern Russische Angriffe östlich Baranowitschi und gegen unsere Kanalstellung südlich des Wygonowskoje=Sees sind abgeschlagen. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Oestlich von Kukli(westlich von Czartorysk) wurden in der Nacht vom 25 Oktober die feindlichen Stellungen gestürmt. Ein allgemeiner russischer Gegenangriff blieb erfolglos. murden weitere Forschritte gemacht, Der Feind ließ 4 Offiziere, 1450 Mann und 10 Maschinen= gewehre in unserer Hand. Balkan=Kriegsschauplatz. Oestlich von Visegrad ist die Höhenlinie Suha Gora—Panos erreicht. Der Angrißf der, Armen der Generäle v. Koeveß und v. Gallwitz schheellet gut fort. Südlich von Palanka sind die Nordhänge des Raca=Tales in unserem Besitz, weiter östlich sind Markovac, Vk. Laole und genommen. In den letzten drei Tagen sind 960 Serben gefangen genommen. Von der Armee des Generals Bojadjeff liegen keine neuen Meldungen vor. Oberste Heeresleitung. England und der Flaggenschwindel. London, 26. Okt. WTB. Die„Gazette“ veröffentlich eine Kabinettsorder, durch die die frühere Kabinettsoder beseitigt wird, in der die britische Regierung für die Dauer des Krieges den Artikel 57 der Londoner Deklaration annahm, der bestimmt, daß der neutrale oder feindliche Charakter eines Schiffes durch die Flagge, die zu führen es berechtigt ist, entschieden wird. An Stelle des genannten Artikel werden die britischen Prisengerichte zukünftig die Bestimmungen anwenden, die früher von ihnen beobachtet wurden. Verhängung des Kriegszustandes über Saichalanl. bb. Wien, 26. Okt. Dem„Neuen Wiener Tagebl.“ wird aus Bukarest gedrahtet, daß nach einer Athener Meldung König Konstantin ein Dekret unterzeichnet hat, wonach die Verhängung des Krsegezustandes angeoednet mnirh Erbitterung und Verwirrung in Frankreich. TU. Budapest, 26. Okt. Zahlreiche aus Frankreich in die Heimat zurückgekehrte Bulgaren gaben interessante Schilderungen über die Zustände in Frankreich. Nach einem Bericht des„Az Est“ aus Sofia herrschen seit der katastrophalen Erfolglosigkeit der letzten französchen Offensive große Verwirrung und Bitternis über die enormen Verluste Ueberall werde vom Frieden gesprochen. Die Stimmung sei offenbar gegen Poineare. Delcasses Ansehen sei gestiegen, seitdem er erklärte, daß französische Sodaten wie Söldner für fremde Interessen kämpfen müßten. Wenn England Soldaten für Aegypten benötige, dann hätte es rechtzeitig für Soldaten Sorge tragen sollen. Allgemein herrscht die Ueberzeugung, daß Serbien bald aufhören werde, zu existieren. Auf Rußland und Italien setzt niemand mehr seine Hoffnung. Entente=Hilfe für Serbien. Paris, 26. Okt. WTB.„Figaro" meldet aus Athen: Diplomatische Mitteilungen besagen, daß die Mächte der Entente beschlossen haben, neue wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um Serbien zu unterstützen. Bedeutende Truppenkörper sollen unverzüglich gelandet werden. England habe versprochen, sofort zahlreiche Truppen und beträchtliches Material zu entsenden. Frankreichs letzte Reserven— die Achtzehnjährigen. KZ. Von der französischen Grenze meldet die Köln. Zig.: Der radikale Abg. Dumont bespricht im Matin die Einstellung des Jahrgangs 1917, indem er darüber bemerkt: Frankreich hat noch immer den Feind im Lande. Wir haben also nicht das Recht, einen Augenvlick zu zögern, um die Stärke unseres Heeres zu vermehren. Das Opfer ist hart, da es aber sein muß, bringen wir es guten Herzens. Die jungen Leute des Jahrgangs 1917 stellen unsere letzten Reserven dar. Sie sind der beste Teil unserer Rasse und unseres Blutes. LAUTE PIEVIT Lieneste Lteldungen. Wiederum über 3000 Kussen ins Gurn gegun, Großes Hauptquartier, 30. Nov. vormittag. Amtlich WTB. Von der Westfront ist nichts wesentliches zu melden. An der ostpreußischen Grenze miß glückte ein Ueberfallsversuch starker russischer Kräfte auf deutsche Befestigungen östlich Darkehmen unter schweren Verlusten. Der rechte Angreifer, einige Ofsiziere und 600 Mann, wurden von uns gefangen genommen. Südlich der Weichsel führten die gestern mitgeteilten Gegenangriffe zu nennenswerten Erfolgen. 18 Geschütze und mehr als 4500 Gefangene waren unsere Beute. In Südpolen ist nichts besonderes vorgefallen. Oberste Heeresleitung. Hauir in Puris! Genf, 30. Nov. Telegramm. TU In Paris hat die Verbreitung von Nachrichten über die ungünstige Lage der Verbündeten einen solchen Umfang angenommen, daß die Polizei durch Maueranschläge die Ahndung einer derartigen Panikmacherei noch verschäfft hat. In den scharf zensurierten Berichten der Pressevertretrr aus Verdun und Umgegeno darf nur mitgeteilt werden, daß die Deutschen den oberen Teil des Argonnenwaldes besitzen und 15 Kilometer vor Verdun stehen. Kontrollieren könnten die Journalisten diese optimistischen Angaben nicht. Eine englische Landung in Belgien geptaut! Kopenhagen, 30. Novbr. Telegramm. TU. Der Sonderberichterstatter der„Berlinske Tidende“. in Rotterdam berichtet seinem Blatte: Vorgestern wurde die belgische Küste wieder von englischen Fliegern beschossen. Da über die Beschießung nur wenig genaues bekannt geworden ist, sind die Absichten der Engländer schwer zu erkennen. In Holland gewinnt die Auffassung immer mehr Raum, daß eine englische Landung in Belgien (eplant sei. Verzweiflung in Serbien. Sofia, 30. Nov TU. Drahtbericht. Von der Grenze wird gemeldet, daß die Oesterreicher Lazarewatsch eingenonmmen und damit die zweite befestigte serbische Linie durchbrochen haben. Infolge der frühzeitig eingetretenen Kälte sind vielen serbischen Soldaten, wie Deserteure erzählen, Hände und Füße erfroren. Das 11., 12., 14. und 20. Reserveregiment von der Timok=Division hat sich nach Uesküb zurückgezogen. In Serbien herrscht große Verzweiflung. Englische Angst vor den Deutschen. London, 30. Nov. TU. Die angesehensten Fachleute der großen englischen Presse sind einig in der Ansicht, daß ein furchtbarer Angriff der Deutschen gegen die Stellung der Verbündeten bei Calais unmittelbar bevorsteht. Die Militärkritiker schließen das aus den umfassenden Vorbereitungen, die die Deutschen in den letzten Tagen dort getroffen haben. Die„Times" und „Evening News“ veröffentlichen hierzu folgende Informationen: Täglich kommen riesige Militärzüge aus allen Teilen Belgiens mit ungeheneren Truppenmassen in den vordersten Reihen der Schützengräben an. 60 Militärzüge haben Gent, 28 Brügge, 30 Mons, 40 Maubeuge und 50 Brüssel verlassen, alle in der Richtung Nordwest. Starke Truppenmassen sind in Dixmuiden, Ypern und Ostende angelangt, darunter große Mengen Kavallerie aus Braunschweig. Die Deutschen haben das Bombardement von Ramscapelle begonnen. Ein deutscher Flieger versuchte schon wiederholt, das englische Hauptquartier in Poperinghe zu zerstören. Diese Absicht gelang ihm nicht. Jedoch töteten seine Bombien eine Anzahl von Personen. 200 neue Geschütze von 32,5 Kaliber sind ebenfalls nach der Nordfront gebracht worden, außerdem 50 gepanzerte Automobile, alle geleitet von Kruppschen Ingenieuren. In Seebrügge ist eine Anzahl neuartig konstruierter Unterseeboote aus Kiel eingetroffen, außerdem eine Anzahl sehr schneller, gepanzerter und mit Schnellfeuerkanonen versehener Motorboote. Die Presse begleitet diese Darlegungen mit äußerst gedrückten Kommentaren. Es ist sehr bezeichnend, daß kein Blatt sich zu der Annahme aufschwingt, die Verbündeten könnten dieser Offensive wirksam begegnen. Ihre ganze Hoffnung besteht darin, daß, wie die„Times" schreiben, die Verbündeten stark genug sein würden, um auch noch diesen furchtbaren Ansturm der deutschen Kräfte aufzuhalten.„Können wir nur dieses eine Mal noch standhalten, so wird wohl der Winter auf absehbare Zeit ein Ziel setzen. Inzwischen müssen wir dann immer mehr und mehr neue Männer in Feld schicken, denn davon hängt schließlich der Enderfolg ab“. Neueste Meldungen. Berlin, 3. Dez. Amtlich. WTB. Das gegenwärtig wieder auftauchende Gerücht von einer in Aussicht stehenden Verlängerung der gesetzlichen Wehrpflicht entbehrt der Begründung. Siegreiche Kämpfe in Serbien. Großes Hauptquartier, 2. Dez. 1915. WTB. Westlicher Kriegsschauplatz Zwei feindliche Monitore beschossen wirkungslos die Gegend von Westende Südlich von Lombartzyde(bei Nieuport) wurde ein französischer Posten überrascht; einige Gefangene fielen in unsere Hand. Im übrigen zeigte die Gefechtstätigkeit an der Front keine Veränderung gegen die vorhergehenden Tage. Westlich von Roye mußte ein feanzösischer Doppeldecker im Feuer unserer Abwehrgeschütze landen. Die Insassen, zwei Offiziere, wurden gefangen genommen. Auf dem größten Teile der Front hat sich nichts von Bedeutung ereignet. Bei der Heeresgruppe des Generals v. Linsingen überfielen unsere Truppen bei Podczereweze am Styr (nördlich der Eisenbahn Kowel—Sarni) eine vorgeschobene russische Abteilung und machten 66 Mann zu Gefangenen Balkan=Kriegsschauplatz. Im Gebiete südwestlich von Mitrovica spielten sich erfolgreiche Kämpfe mit vereinzelten feindlichen Abteilungen ab. Dabei wurden gestern über 1200 Serben gefangen genommen. Oberste Heeresleitung Die Gesamtverluste der Briten. London, 3. Dez. WTB. Die gesamten britischen Verluste bis zum 9. November betrugen: Auf dem französischen Kriegsschauplatz: Getötet oder gestorben: 4620 Offiziere, 69272 Mannschaften; Verwundet: 9654 Offiziere, 240283 Mannschaften; Vermißt: 1583 Offiziere, 54446 Mannschaften. Im Mittelmeer: Getötet oder gestorden: 1504 Offiziere, 21531 Mannschaften; Verwundet: 2866 Offiziere, 70148 Mannschaften; Vermißt: 350 Offiziere, 10211 Mannschaften. Auf den anderen Kriegsschauplätzen: Getötet oder gestorben: 227 Offiziere, 2052 Mannschaften. Verwundet: 337 Offiziere, 5587 Mannschaften; Vermißtt: 76 Offiziere, 3223 Mannschaften. Flotten= und Marinesoldaten: Getötet oder gestorben: 589 Offiziere, 9928 Mannschaften; Verwundet: 161 Offiziere, 1120 Mannschaften; Vermißt: 92 Offiziere, 310 Mannschaften. Zusammen: 510230. Die Beschützer der kleinen Staaten. Amsterdam, 3. Dez. WTB,„Standard“ schreibt, jeder vornehm denkende Mensch ärgere sich über das unanständige Spiel, das England, von Frankreich unterstützt, mit Griechenland treibe. Griechenland zählt zu den„kleinen Staaten,“ für deren Erhaltung die Westmächte sich einsetzen sollten. Griechenland müsse erleben, daß die Truppen, welche es ins Land gelassen habe, sich tatsächlich gegen Griechenland selbst kehren. Gesandter um Gesandter drohe König Konstantin, daß es um Griechenland geschehen sei, wenn es die über seine Grenze flüchtenden Soldaten internieren würde. Man frage sich, wo in der Welt wurde mit einem kleinen Staate ein so übermütiges Spiel getrieben. ChFra bVETET Keneste=Cieleung. Lero neu Helaltl. Fneren. Berlin, 19. Dez. Der Sonderberichterstatter des „B..“ schreibt aus dem österreichischen Pressequartier: 14tägigen Kämpfe bei Limanowo und im Flußgebiete von Dnujanek und Poprad haben den Waffen unserer Verbündeten den erhofften Erfolg gebracht, die Eindrückung des linken Flügels der russischen Gesamtfront, die vom Weichselgebiet bis zu den Karpathen reichte. Die unmittelbare Bedeutung dieses Erfolges ist die Befreiung durch einbrechende Kolonnen, wie die Wiedergewinnung von Westgalizien. Die mittelbare Einwirkung auf die Gesamtlage ist heute noch unübersehbar. Die Russen haben bis in die letzten Tage von Kielze und Lemberg Verstärkungen herangezogen. Sie verloren in dieser Schlacht außer tausenden von Toten und Verwundeten 26000 Gefangene und viel Kriegsmaterial. Tagesbericht dis Großen Taupthaurniers. Großes Hauptquartier, 19. Dez. vorm Amtlich WrB. Im Westen erfolgte gestern eine Reihe von feindlichen Angriffen. Bei Nieuport, Dixschotten und nördlich La Bassee wird gekämpft. Westlich Lens, östlich Albert und westlich Namen wurden die Angriffe abgeschlagen. An der ostpreußischen Grenze wurde ein rufsischer Kavallerieangriff westlich Pillkallen zurückgewiesen. In Polen wird die Verfolgung fortgesetzt. Oberste Heeresleitung. Aufstand in Indien. Konstantinopel, 19. Der. Aus Herat erhielt das hiesige Perser Blatt„Chaver“ Mitteilungen, wonach England von dem Emir von Afghanistan durch einen Sondergesandten die Entfernung und Auslieferung aller türkischen Offiziere und Reisenden, ferner die Entfernung aller deutschen und umerikanischen Werkmeister in den Fabliken verlangt. Der Emir soll seine Verbindungen zu Persien und der Türkei abbrechen, seine Truppen von der indischen Grenze zurückziehen und die indischen Flüchtlinge ausliefern. Nach weiteren Mitteilungen des Blattes sind in den großen Städten in Indien sowohl die Mohammedaner wie die Hindus gegen die Engländer aufsässig. Die indischen Soldaten verweigern den Offizieren den Gehorsam und sollen außer Landes gehen. Zwischen den Mohammedanern und Hindus ist eine Verständigung erfolgt. Neue Offensive der Oesterreicher in Serbien. Budapest, 19. Dez. TU. Wie die hiesigen Blätter melden, steht die neue Offensive der österreichisch=ungarischen Truppen in Serbien bevor. Darnach soll die Neugruppierung der Kräfte so gut wie vollendet sein.