88000 Abonnenten. Nr. 79. 20. Jahrgang. Dortmund, Mittwoch, den 20. März 1907. Abonnenten 88000 TelephonAnschlüsse: Dortmund: Nr. 404 und 761. Haupt=Agentur Avlerbeck Nr. 128.(H. Kümver, Haupt=Agentur Castrov Nr. 53.(FrauH. Reinbardt) „„„ 173(Karl Meibert) Haupt=Agentur Gelsenkirchen Nr. 1437(K. Stoffer.) Erscheintwöchentlich sieben Mal. Bezugsvreis: für Dortmund 65 Pfa. monatlich. im übrigen 60 Pfa. Mit der Wochenbeilage „Dortm. Lustige Blätter“ nur 10 Pfg. mehr. Bei der Post mit de Beilagen: Vierteljährlich.25 Mi Postzeitungs=Nr. 2914 Berliner Bureau Berlin SW.— Markgrafenstraße 12.„„* Verantwortlichfürden redaktionellen Teil: Giesheri Tiesense, TUT TOPTRTRRD UIND DIE für den Inseratenteil: Julius Reitemeier, Dortmund,„AEEEII und Die Größte und verbreitetste Zeitung im westfälischen TelephonAuschlüsse: Haupt=Agentur Herne Nr. 124.(B. Anton.) Haupt=Agentur Hörde Nr. 125.(W. Loos.) Haupt=Agentur Unna Nr. 268.( Haupt=Agentur Wanne Nr. Haupt=Agentur Witten Nr. imermann.) Dortmund, 744.(R. Hartung.) eingdistraße 1 rr- Az Westsnten. Industriegebiet. Unparteiisches Organ für Jedermann. nsertionspreis: Pfa. die Kolonelzeile für auswärtige Inserate 30 Pfa. Reklamen die KolonelZeile 80 Pfa. Für die Aufnahm. von Inseraten an be Kimmtvorgeschriebene. Tagen wird keine Garantie übernommen. Druck und Verlag: „General=Anzeiger Dortmund“, S. m. b. H. Drittes Blatt. Die heutige Nummer enthält drei Ausgaben und das vierseitige Unterhaltungsblatt zusammen Interpellations=Hochflut. (Von unserm Berliner Bureau.) Berlin, 20. März. „Und will sich nimmer erschöpfen und leeren.“ Wiederum erörterte der Reichstag stundenlang Interpellationen und noch ist ein Ende gar nicht abzusehen, da immer neue Interpellationen eingebracht werden. Es ist ein grober Unfug, der allmählich mit einem der wichtigsten Rechte des Hauses getrieben wird, ein Mißbrauch, der nachgerade hemmend auf den ganzen Gang der parlamentarischen Geschäfte gleich einer geflissentlichen Obstruktion wirkt. Am Dienstag wurde zunächst noch über drei Stunden lang die sozialdemokratische Interpellation wegen der amtlichen Wahlbeeinflussungen besprochen. Es war bezeichnend, daß die Nationalliberalen es überhaupt nicht für nötig hielten, sich daran zu beteiligen, und daß die drei freisinnigen Gruppen denselben Standpunkt wenigstens grundsätzlich einnahmen. Sie waren offensichtlich der Ansicht, daß sie ihre Stellung zur Sache gar nicht erst umständlich darzulegen brauchten, nämlich daß sie jegliche amtliche Wahlbeeinflussung, gleichviel zu weffen Gunsten ausgeübt oder gegen wen gerichtet, entschieden und vorbehaltlos verurteilen, daß sie es aber andererseits auch als das gute, unbestrittene Recht der Regierung anerkennen müßten, mit offenen, loyalen Darlegungen ihrer Meinungen und Ziele aufklärend oder widerlegend in den Wahlkampf einzugreifen. Allein der freisinnige Abg. Dr. Hermes nahm das Wort, aber lediglich zu dem Zwecke, einen gegen ihn persönlich gerichteten Angriff zu entkräften. Dieses Schweigen der gesamten bürgerlichen Linken enthielt zugleich die beste aritik der Bebelschen fast zweistündigen Ausführungen.0 4— Diese enthielten in der Tat nichts, was nicht schon neulich der Abg. Fischer=Berlin zu demselben Gegenstande vorgetragen hatté. Immer von neuem kam hierbei der schwere und gewiß begreifliche Aerger der sozialdemokratischen Führung über die erlittene Wahlniederlage zum Ausdruck, nicht minder der Zorn gegen diejenigen, denen sie jene in allererster Linie zuschreibt, den Reichskanzler, den Kolonialdirektor Dernburg, den Flottenverein und zuletzt, aber nicht zum wenigsten den„Reichslügenverband", wie Bebel ständig sagte, auch nachdem Vizepräsident Kaempf diesen Ausdruck einmal gerügt hatte. Alle diese Dinge und Persönlichkeiten nahm sich Bebel noch einmal gründlich vor und beklagte sich über die offizielle, fast napoleonische Einmischung in die Wahlen. Neu waren nur zwei Punkte, einmal, daß er darauf hinwies, wie kein Staatsanwalt darnach krähe, wenn Flottenverein und Kriegervereine, die doch„unpolitisch“ sein wollten, sich in den Wahlkampf mischten, wie aber der Staatsanwalt sofort zugreife, wenn die sozialdemokratische Partei, dem allgemeinen Brauch folgend, im Reichstagsgebäude mit geladenen Gästen konferiere. Er erblickte in dieser Meldung, falls sie sich bestätigen sollte, den Beweis dafür, daß bei uns mit zweierlei Maß gemessen werde. Zweitens polemisierte Bebel so scharf, wie nur denkbar, und ohne daß der Vizepräsident Kaempf einschritt, gegen die bekannte Kaiserrede in der Nacht nach den Stichwahlen. Das Zitat aus Kleists„Prinzen von Homburg“ deute er dahin, es sei also ganz egal, wie gekämpft werde, ob anständig oder unanständig, wenn nur der Sieg erfochten werde, und sei es selbst mit den „gemeinsten Mitteln“. Diese sehr kühne Auslegung des kaiserlichen Zitats ließ der Vizepräsident, wie gesagt, sehr nihig durchgehen, obwohl er immer auf dem Sprunge stand, um einzuschreiten. Zuletzt redete sich Bebel, wie gewöhnlich so in Eifer und Leidenschaft hinein, daß er sich mehrfach im Ausdruck überschlug und lärmende, ironische Heiterkeitsausbrüche seiner Gegner auf der Rechten hervorrief. Sonst griffen noch Liebermann v. Sonnenberg und Zimmermann, teils mit persönlichen Angriffen gegen den Abg. Singer und Dr. Varenhorst von der Reichspartei und der konservative Abg. Dr. Wagner=Sachsen in die Erörterung ein. In seiner Jungfernrede streifte der letztere zwar hin und wieder den Kriegervereinston mehr, als man im nüchternen Reichstag verträgt, sprach aber im ganzen für einen parlamentarischen Neuling überraschend gewandt und erwies sich auch als einen für die Sozialdemokraten recht unbequemen Gegner, der übrigens in seinem Ungestüm und Uebereifer sich einen Ordnungsruf zuzog, weil er Bebel vorwarf, er habe die Unwahrheit gesprochen. Mit einer Flut langer persönlicher Beverkungen schloß diese Besprechung. Es folgte die Poleninterpellation begen der Ausweisung polnischer Schülen von höhecen und mittleren Lehranstalten, weil sich deren die Volksschule besuchenden Geschwister am Schulstreik beteiligen. Es war vorauszusehen, daß der Reichslanzler die Beantwortung dieser Intervellation, die sich auf eine rein preußische Angelegenheit bezieht, ablehnen werde. So geschah es auch. Die Rechte nahm diese Erklärung mit lebhaften Bravos auf, die Polen und Sozialdemokraten brachen in Gelächter aus, als Graf Posadowsky, nachdem er die wenigen Worte gesprochen hatte, schleunig den Saal verließ. In dem hierdurch entstehenden Lärm ging die noch dazu leise gesprochene Frage des Vizepräsidenten Dr. Paasche, ob jemand hierzu das Wort wünsche, völlig verloren. Es gab keine kleine Verblüffung seitens der Polen, als der Vizepräsident darauf ruhig erklärte:„Der Gegenstand ist damit erledigt.“ Stürmischer Widerspruch erhob sich aus ihren Reihen, Abg. Korfanty erhob dagegen in so unparlamentarischen Ausdrücken Einspruch, daß er sich einen Ordnungsruf zuzog. Als Vizepräsident Dr. Paasche Miene machte, seinen Standpunkt aufrecht zu erhalten, eilte Präsident Graf Stolberg auf ihn zu und sprach kurze Zeit auf ihn ein, worauf jener den Rückzug antrat und nach Befragen des Hauses die Besprechung der Interpellation doch noch eröffnete. Ihr Begründer, der Pole Seyda. holte sich eine Rüge seitens des Präsidenten, als er die in der Interpellation berührte Maßnahme eine„geradezu barbarische" nannte. Die beiden konservativen Parteien stellten sich auf den Standpunkt der Regierung und lehnten es ab, sich an dieser Besprechung zu beteiligen. Namens des Zentrums mißbilligte Abg. Fritzen durchaus die fraglichen Schulverweisungen und sprach die Hoffnung aus, daß Fürst Bülow sie als preußischer Ministerpräsident wieder rückgängig machen werde. Dagegen erklärte Abg. [Ortel namens der Nationalliberalen das volle Einverständnis zu dem Vorgehen der preußischen Regierung, der er nur ans Herz legte, für eine erweiterte Volksbildung zu sorgen. Seine Ausführungen fanden nicht nur wiederholt stürmischen Widerspruch bei den Polen, sondern auch Lachen bei anderen Parteien, da Herr Ortel sie Wort für Wort ablas. Abg. Ledebour meinte nachher nicht übel, er wolle jenem keinen Vorwurf daraus machen, denn die Geschäftsordnung gestatte ja das Ablesen solchen Abgeordneten, die— der deutschen Sprachs nicht genügend mächtig seien. Während der Sozialdemokrat nach seiner Gewohnheit unbedingt die Partei der Polen nahm, vertrat der Freisinnige Gyßling einen mittleren Standpunkt, der wohl in deutschnationalen Kreisen zahlreiche Anhänger haben dürfte. Er verurteilte den polnischen Schulstreik als Versündigung gegen Gesetz und Ordnung und namentlich gegen die Seelen der unschuldigen Kinder. Er verurteilte deshalb auch die polnischen Geistlichen, die den Schulstreik geschützt hätten— andererseits aber auch mit aller Schärfe die Ausweisung von Gymnasiasten usw., die bestraft würden, ohne selbst irgend etwas verbrochen zu haben, die insbesondere an dem Schulstreik ganz unschuldig seien. Grade dadurch züchte man großpolnische Agitatoren. Er schließt im übrigen mit der Mahnung an die Polen, Maß zu halten in ihren Agitationen, da sie sich sonst nur selbst schädigten. Nachdem man noch die Polen v. Czalinski und Stychel reichlich hatte reden lassen, schnitt ein erfolgreicher Schlußantrag zwei weiteren Polenreden den Lebensfaden ab. ** Die Debatte. Interpellation Albrecht und Gen.(Soz.) über die Eingriffe der Behörden bei der Reichstagswahl. Abg. Bebel(Soz.): Wir zweifeln nicht, daß, wenn die Dinge sich weiter so entwickeln wie bisher, wir bei den nächsten Wahlen den sämtlichen bürgerlichen Parteien in geschlossener Front gegenüberstehen werden; wir haben, offen gestanden, sogar schon diesmal damit gerechnet.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wir müssen uns also darauf vorbereiten, daß wir bei den nächsten Wahlen allen anderen Parteien gegenübertreten müssen. Wenn wir uns diesmal über die Wahlbeeinflussungen seitens der Reichsbehörden beklagen, so liegt das nicht daran, daß früher keine Wahlbeeinflussungen vorgekommen sind; das ist früher ebenso gewesen wie jetzt(Zustimmung bei den Sozialdemokraten), nur daß man früher nicht das Material in die Hände bekam, das die Vorgänge beleuchtete, und daß diesmal die Wahlbeeinflussungen in einem Maße vorgekommen sind wie niemals zuvor. Es fällt uns nicht ein, der Regierung das Recht zu bestreiten, über die Gründe einer Reichstagsauflösung in sachlicher, ruhiger Weise ohne Verdächtigung irgend einer Partei Aufklärung zu geben. Aber der höchste Beamte des Reiches hat in seinem Brief an den Vorsitzenden des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie, v. Liebert, nicht in objektiver und seiner Stellung würdiger Weise diese Aufklärung gegeben, und das ist der Grund, weshalb wir ihn hier anklagen. Allerdings hat selbst ein so linksliberales Blatt wie die„Vossische eZitung“ an dem Vorgehen des Reichskanzlers nichts Tadelnswertes gesunden. Aber er hat in seiner amtlichen Stellung Wahlpropaganda getrieben, hat in dieser Eigenschaft Geld gesammelt, auch für den Flottenverein. In strenger Praxis hat der Reichstag seit 40 Jahren alle Uebergriffe von Beamten bei den Wahlen aufs entschiedenste gemißbilligt; jetzt hat der ganze Regierungsapparat für und gegen einzelne Kandidaten und Parteien gearbeitet und Sic sollten das billigen? Unter dem Vorsitz des Frhru. v. Schorlemer, des Oberpräsidenten der Rheinprovinz sind die Zentrumsleute in Rheinland=Westfalen nach ihrer eigenen Erklärung drei Tage lang von den Regierungsbeamten bearbeitet worden, um sie für ein Bündnis gegen die Sozialdemokraten zu gewinnen.(Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Demgegenüber sind wir der Anschauung, daß den Wahlkampf die Parteien zu führen hoben. Es soll entschieden werden, ob das Volk für die Regierung oder gegen sie ist. Da soll sich die Regierung nicht einmischen. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Aber allerdings am Schlusse des Wahlkampfes erschien der Kaiser am Fenster und zitierte aus Kleist's„Prinzen von Homburg": „Was kümmert mich, ich bitte dich, Die Regel, nach der der Feind sich schlägt, Wenn er nur nieder vor uns In Staub mit allen seinen Fahnen sinkt.“ Allerdings nennt der Große Kurfürst diesen Sieg des Prinzen vom Homburg „ein Kind des Zufalls“. Aber richtig ist schon, daß dieser Kampf von der Regierung und den Parteien unter dem Gedanken geführt worden ist, daß um jeden Preis gesiegt werden müsse, ob der Kampf anständig geführt sei oder nicht, sei gleich.(Sehr wahr! b. d. Soz.) Nur niedergeritten sollten wir werden, wenn auch mit den schäbigsten Mitteln.(Lebh. Beifall b. d. Soz.) Und wie gemein kämpft der Reichsverband! Noch hier im Reichstage hat Herr v. Liebert behauptet, ich hätte die Bauern als die rücksichtsloseste, bornierteste und egoistischste Menschenklasse bezeichnet. In Wahrheit habe ich von den Agrariern gesprochen. (Nal na! rechts.— Bebel auftrumpfend): Da hört doch alles auf! Wenn Sie zitieren, zitieren Sie richtig! Fälschen Sie nicht!(Sehr gut! b. d. Soz.) Herr v. Dirksen sprach von den Arbeitergroschen, die wir verschwendeten. 2 Der Agitator des Flottenvereins bekommt freie Fahrt 2. Klasse und 158 Mark pro Vortrag. Wir zahlen 8, 10 und 12 Mark Diäten höchstens. Durch alle deutschen Zeitungen ging die Mitteilung über mein und Singers Sektprassen an Kaisers Geburtstag, die Berichtigung brachte niemand, dem ich sie nicht direkt zuschickte. Ein„Generalanzeiger" verlangte sogar, ich solle für die Berichtigung 20 Mk. Annoncen zahlen. Welch unerhörte Schamlosigkeit.(Sehr wahr! b. d. Soz.) Mir spürt jetzt in jedem Hotel ein Agent des Reichsverbandes nach, was ich verzehrt und wieviel Trinkgelder ich gegeben habe.(Große Heiterkeit.) Kein anderer als Max Lorenz.(Zuruf des Abg. v. Liebert: Dafür kann ich doch nicht!), Herr von Liebert seien Sie doch etwas ruhiger!(Große Heiterkeit.) Also ein solcher Sozialistenfresser wie Max Lorenz hat erklärt, daß er entsetzt darüber sei, mit welcher persönlichen Niedertracht man uns jetzt bekämpft. (Hört, hört! bei den Soz.) Selbst die alte Luge, daß Singer zu einer seiner Arbeiterinnen gesagt habe:„Gehen Sie doch auf den Strich!“ ist im Wahlkampfe wieder aufgewärmt worden. In Wahrheit hat es sein Kompagnon Rosenbaum gesagt.(Zurufe rechts: Na also!) Herr v. Liebert, wenn Ihr Bruder ein Schuft wäre, was würden Sie wohl dem Kerl antworten, der Sie dafür verantwortlich macht.(Sehr gut! bei den Soz.). Wer ist Rosenbaum?(Heiterkeit.) Rosenbäume gibt es hunderte und tausende(Gr. Htkt.), aber dem Genossen Singer sagt man es nach. Herr von Dirksen hat uns sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Erpresser genannt; hoffentlich erhält er noch nachträglich den Ordnungsruf. Ich aber habe mir schon lange abgewöhnt, wenn ein Meusch der Gesellschaft fein geschniegelt auftritt und die schönen Redensarten eines charmanten Kerls papageienhaft auswendig gelernt hat, ihn deswegen für anständig oder gebildet zu halten. Meist sind Roheit, Gemeinheit und Brutalität nur unter dieser äußeren Hülle verborgen. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Uns wirft man unseren„Ton“ vor. Dem nationalliberalen Kandidaten in Dresden hat der Oberbürgermeister Beutler Glück gewünscht zu seinem Siege „über Unverstand und Bosheit“. (Sehr gut! rechts).So beleidigt der Bürgermeister die Hälfte der Einwohnerschaft. Durch viele nationale Zeitungen ging ein Gedicht mit dem Wunsche „Die Rosa mög verrecken".(Lachen rechts). Wenn Sie dazu noch lachen, zeigen Sie wieder Ihre ganze Lümmelhaftigkeit.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten, Unruhe rechts). In der„Post erschien der Brief einer deutschen Frau:„Herr Bebel, wenn Sie schon gar kein Gewissen und Schamgefühl mehr haben, trotzdem Sie schon mit einem Fuße im Grabe stehen, hüten Sie sich, auch unter uns deutschen Frauen gibt es noch eine Charlotte Corday.(Große Heiterkeit). Ich habe die„Post“ gebeten, der Dame mitzuteilen, wann ich im Bade zu treffen bin. (Stürmische Heiterkeit). Herr von Dirksen hat uns vorgeworfen, wir hätten den ganzen Reichstag eine Bande genannt. Das Wort von der Bande stammt von jemand ganz anderem und auch das gehört zum guten Ton.(Heiterkeit.) Auf den Festen des Landwirtschaftsrats spricht der Reichskanzler von Rhinozeroshaut, davon, daß er nicht der größte Ochse sei (Heiterkeit), und zieht das ganze Register der Edelsten und Besten vom Kasernenhofe.(Heiterk.) Aber ich weiß ja, Sie(nach rechts) sind die Stützen von Thron und Altar(Sehr wahr! rechts), sind die Edelsten und Besten der Nation(Sehr wahr! rechts, stürmisch. Gelächter links) und doch herrscht in Ihren Kreisen, wie kaum irgendwo anders, Gemeinheit, Roheit und Niedertracht.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten, große Unruhe rechts). Vizepräsident Kaempf: Ich hatte den Eindruck, als ob Sie den Mitgliedern der Rechten hier im Hause diese Vorwürfe machen wollten.(Widerspruch b. d. Soz.) Abg. Bebel(fortfahrend): Das Stenogramm wird Sie vom Gegenteil überzeugen.(Vizepräsident Kaempf läßt es holen; Zuruf des Abg. v. Oldenburg. Rufe b. d. Soz.: Ruhe, Ruhe! Bebel winkt mit der Hand ab, worüber auf der Rechten wieder große Heiterkeit entsteht.) Ich möchte Ihnen auch so zur Ruhe winken können, aber was liegt mir denn daran, wenn ein preußischer Junker von Schlage eines Oldenburg mir etwas zuruft.(Sehr gut! bei den Soz.) Die Mehrheit des Volkes hat bei der Wahl vom 25. Jan. sich für die Opposition entschieden.(Lachen rechts.) Halten Sie denn die Stimme eines Ihrer ostpreußischen Heloten für mehr wert, als die des deutschen Industriearbeiters?(Zuruf rechts: Ja, ja!) Einem Oldenburg glaube ich das! Vizepräsident Dr. Paasche bittet den Redner nicht durch Zwischenrufe zu immer weiteren Ausführungen zu veranlassen.(Heiterkeit.) Von allen Seiten sind im Wahlkampfe Ausschreitungen begangen worden, auch von uns, aber wir haben von vornherein unsere Anhänger ermahnt, sachlich zu kämpfen, und die haben es im wesentlichen auch getan.(Lachen rechts.) Sie aber haben mit Lüge und Verleumdung gearbeitet. Durch die Schwindeleien der Gegner und das systematische Eingreifen der Staatsorgane ist das Wahlresultat gefälscht worden. Und wenn es nach Recht und Gerechtigkeit ginge, gehörte als Hauptmatador der Wahlmache der Reichskanzler auf die Anklagebank. (Lebhafter Beifall b. d. Soz.) Abg. Dr. Wagner(kons.): Abg. Bebel hat heute lebhaft bestritten, den deutschen Bauernstand beschimpft zu haben. Er will die Agrarier gemeint haben. Nun kann wohl kein Zweifel darüber bestehen, daß auch mit den Agrariern die deutschen Bauern gemeint sind.(Sehr wahr! rechts.) Außerdem ist das Wort„Bauern" aber in der Tat gesagt worden. Abg. Bebel hat nur das offizielle Protokoll geändert.(Hört! Hört! rechts.) er hat heute also bewußt eine Unwahrheit gesagt. Vizepräsident Paasche: Wegen dieses Ausdrucks rufe ich Sie zur Ordnung. Hierauf wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten ein Schlußantrag angenommen. Es folgen persönliche Bemerkungen. Abg. Singer(Soz.): Was der Abg. Zimmermann aus der Urteilsbegründung hier vorgetragen hat, ist ein tendenziöser Auszug aus dem Urteil.(Hört, hört! bei den Soz.) Im übrigen kann ich angesichts dieser nun schon 20 Jahre alten Verleumdung nur sagen: Von der Dummheit gehaßt zu werden, ist beneidenswert.(Lachen rechts. Bravo! bei den Soz.) Abg. v. Liebert(Rpt.): Angesichts der unerhörten Beleidigungen, die hier gegen den Reichsverband und meine Person ausgesprochen worden sind.. Vizepräsident Dr. Paasche: Wenn Sie beleidigt worden wären, hätte ich das gerügt. Abg. v. Liebert(fortfahrend): Ich kann nur sagen, daß der Reichsverband fortfahren wird, so gegen die Sozialdemgkratie zu kampfen wie bisher. (Bravol rechts.) Abg. Bebel(Soz.): Der Reichsverband zur Verleumdung der Sozialdemokratie.... Vizepräsident Dr. Paasche: Soviel ich weiß, heißt der Verband„Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie" und nicht„zur Verleumdung der Sozialdemokratie".(Stürmische Zurufe bei den Sozialdemokraten: Aber das ist er!) Ich bitte doch diesen Ausdruck nicht zu wiederholen, da ich ihn sonst als Beleidigung auffassen müßte.(Lebhaftes Bravo! eechts.) Abg. Bebel(fortfahrend): Wenn ich auch nicht glaube, Sie überzeugen zu können,— ich rede für die da draußen. Die Unterstellung des Abg. Dr. Wagner weise ich zurück. Wenn er weiter gelesen hätte, hätte er finden müssen, daß ich mich nur gegen die Agrarier gewendet habe.(Widerspruch rechts.) Gegenüber dem Abg. Dr. Hermes bemerke ich, daß der Wahlaufruf seiner Parteifreunde ihn als Regierungskandidaten empfohlen hat. Abg. Dr. Hermes(Frs. Vpt.): Dieser Wahlaufruf ist mir vor der Veröffentlichung nicht vorgelegt worden; ich kann aber auch nicht finden, daß diese Erklärung des Herrn Bebel zu meinen Ausführungen irgendwie in Widerspruch steht. Abg. Dr. Wagner(kons.): Die persönliche Bemerkung des Herrn Bebel richtet sich nicht gegen meine Person, sondern gegen Logik und gesunden Menschenverstand.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Das ist allerdings nicht dasselbe! Heiterkeit.] Berlin, 19. März. Die Budgetkommission des Reichstages verhandelte für die Schutzgebiete. Kolonialdirektor Dernburg verteidigt die rechnerische Aufstellung dieser Vorlage gegenüber Bemängelungen des Abg. Erzberger. Der Entwurf wird nach kurzer Debatte gemäß einem Abänderungsantrage des Abg. Semler(natl.) genehmigt.— Es folgt die Beratung des Postetats (Ergänzungsetat). Die Debatte erstreckt sich auf die Aufbesserung der Beamtengehälter und auf die sog. gehobenen Stellen. Aus der Kommission wurde angeregt, die Aufbesserung für die gehobenen Stellen abzulehnen, um dadurch die Verstimmung der nicht gehobenen Unterbeamten nicht noch zu vermehren. Von anderer Seite wurde es aber als nicht angängig erklärt, die gehobenen Beamten in solcher Weise zu„strafen". Die Titel, die die Mehrforderungen für die Unter=Beamtengehälter enthalten(Gesamtmehrbedarf 1 518 246 Mk.) werden bewilligt. Im weiteren Laufe der Debatte erklärt Reichsschatzsekretär Freiherr v. Stengel, er hoffe im Laufe der zweiten Lesung die gestern im Plenum angekündigte Vorlage betreffend die Beamtenbesoldungen vorzulegen.— Beim Militäretat bittet Abg. Speck um Auskunft wegen einer Anzeige in der Deutschen Exportrevue, in welcher ungebrauchte Armeesättel(keine zurückgewiesene Ware) zu billigen Preisen von einer Firma angeboten werden. Regierungsseitig wurde darauf erwidert, daß die Sache untersucht werden würde. Reversicht. Deutsches Reich. Berlin, 20. März. Gegen die Verfügung des evangelischen Oberkirchenrats gegen die 147 liberalen Geistlichen, die sein Verhalten im Falle César nicht billigten, hat jetzt der Gemeindekirchenrat der Trinitatiskirche in Charlottenburg und die Gemeindevertretung eine scharfe Protesterklärung erlassen. Berlin, 20. März. Aus vatikanischen Kreisen glaubt die„Neue Pol. Korr.“ mitteilen zu können, daß die Kurie erfreut ist von der ihr von vertrauenswürdiger und kompetenter Seite zugehenden Information, nach welcher das neue Reichstagszentrum keineswegs beabsichtige, eine sterile Oppositionspolitik zu betreiben, sondern wie im vorigen Reichstage an. allen Regierungsvorlagen aktiv und vorurteilsfrei mitzuarbeiten gedenkt. Die Kurie mischt sich offiziell nicht in die Haltung des Zentrums, da sie jedoch ein durchaus berechtigtes Interesse daran hat, daß das bisherige gute Verhältnis zwischen der Reichsregierung und Katholiken bestehen bleibt, kann sie eine Zentrumspolitik nur gut heißen, die diesem Ziele zu dienen wünscht. Berlin, 18. März. Der Seniorenkonvent des Abgeordnetenhauses beschästigte sich heute, wie schön kurz gemeldet, wieder mit der Frage der Freifahrtkarten für die Abgeordneten. Bekanntlich erhalten die Mitglieder des Abgeordnetenhauses jetzt nur zu Beginn und Ende jeder Tagung eine Freifahrtkarte von und nach ihrem Wohnort gemäß den Bestimmungen des Dienstreisentarifs für die höhern Staatsbeamten vergütet. Der Wunsch nach Gleichstellung mit den Reichstagsabgeordneten ist schon früher wiederholt in den Fraktionen und im Seniorenkonvent zum Ausdruck gebracht worden. Heute konnte der Führer der konservativen Partei, Abg. v. Heydebrand, mitteilen, daß er sich in Verfolg der Anregungen aus dem Hause mit dem Finanzminister in Verbindung gesetzt habe und daß dieser, allerdings unverbindlich, aber doch mit der Erlaubnis, davon Gebrauch zu machen, gesagt habe, er glaube, daß die Regierung nur dann einer Bewilligung der Freifahrtkarten für die ganze Dauer der Tagung und ganz Preußen zustimmen werde, wenn auch die Diäten in Anwesenheitsgelder umgewandelt würden. Namens seiner Fraktion fügte Herr v. Heydebrand die Erklärung hinzu, daß sie lieber auf die freie Fahrt verzichten, als sich der im Reichstag beliebten Kontrolle unterwerfen wollte. Auch der Vertreter der Freisinnigen Volkspartei, Abg. Kindler, erklärte das Reichstagsdiätengesetz für unannehmbar und eines freien Parlaments unwürdig. Die übrigen Fraktionen waren geteilter Meinung. Das Zentrum hielt die Bewilligung eines Pauschquantums für immerhin annehmbar. Ein Beschluß wurde natürlich, wie stets im Seniorenkonvent, nicht gefaßt, doch dürfte die Frage der Freifahrtkarten damit für längere Zeit von der Tagesordnung verschwinden. Die Österferien sollen im Abgeordnetenhause am Donnerstag beginnen. Eigener Depeschendienst des„Scherar Andeigere“. Der Oberkirchenrat in Nöten. Der„Berl. Volksztg.“ wird unter diesem Titel aus theologischen Kreisen folgendes geschrieben: Berlin, 20. März. Der evangelische Oberkirchenrat hat gesprochen. Ist damit die Sache beendet? Seine Antwort richtet sich an jene 147 tapferen Geistlichen, die den Mut hatten, sich dem gemaßreglten Pfarrer César als Gesinnungsgenossen an die Seite zu stellen. Aus den 147 sind inzwischen 175 geworden und weitere 200 protestierende Pfarrer sind im Anmarsch. Wie jene liberalen Pfarrer zum Oberkirchenrat sprachen, so sprechen mutige überzeugungstreue Männer und wissen, was sie tun. Wie der Oberkirchenrat ihnen geantwortet hat, so redet die kirchenregimentliche Ohnmacht, die es auf keiner Seite verderben möchte und deshalb schilt, anerkennt mit einem Munde. Und doch ist die Logik der Tatsachen ganz klar: Ist Herr Pfarrer César wegen seiner „Hetzereien“ nicht würdig, in der preußischen Landeskirche das Pfarramt zu bekleiden, so sind auch alle die Pfarrer, die sich als Gesinnungsgenossen Césars zu erkennen geben, von der obersten Kirchenbehörde resp. von den Konsistorien als unwürdig ihres Amtes zu entheben. Dies würde der kirchliche Liberalismus, wie die Dinge jetzt liegen, mit lebhafterer Freude begrüßen, als eine konsequente Maßregelung aller preußischen Geistlichen. Es sind in Berlin allein etwa 75 Männer, also der 4. Teil aller angestellten Pfarrer. Man mache ihnen mit heiligem Eifer den Prozeß mit dem Ziele auf Amtsentsetzung und die Kräfte in der evangelischen Kirche würden sich messen. Auch dem bibdesten Auge würde dann sichtbar werden, daß die orthodoge und liberale Richtung innerhalb der evangelischen Kirche Preußens tatsächlich gleichberechtigt sind. Denn wenn die Gemeinden sehen, daß die Geistlichen ihres Vertrauene die Jahre und Jahrzehnte ihrer Gemeinde in Segen gewirkt haben und denen sie und ihren Kindern vielfache geistliche Auregung und innere Förderung verdanken, ihnen wegen ihrer Ueberzeugung, die sie sich im ehrlichen Lebenskampf erworben haben, beraubt werden sollen, so werden sie zu diesen Pfarrern stehen und die Kirche ist verbrochen, sie ist gewesen, eine geschichtliche Erinnerung. Diesen Sturm hält die ohnehin schon schwer erschütterte evangelische Kirche Preußens nicht aus, denn sie wurzelt nicht mehr, wie in vergangenen Tagen, in der Tiefe des Volkslebens und ihre Förderer und Gönner in den höheren Regionen der vielzackigen Krone machen ellein keine Kirche aus. Aber die Kirchenbebörden Vun uschenden Bastensere de urien sich mit den liberaten Pfarrern herum. Die„Liebesbriefe“, legt sich jeder Empfänger— warum auch nicht?— zur fröhlichen Erinnerung, in sein Hausarchir. Oder welcher aufrechte Mann nimmt es auch nur einen Augenblick ernst, wenn der Oberkirchenrat sich ohne den Mut der Konsequenz einen Satz wie diesen gestattel:„Die an uns adressierte Erklärung der Geistlichen zeigt deutlicher als alles andere, daß die Verwirrung wie ein Bann auf den Gemütern liegt und die Klarheit und Urteile trübt, wenn die unterzeichneten Geistlichen es als ihre Pflicht gefunden haben, die vorliegende nichts. sagende(!) Erklärung über ihre theologischen Standpunkte abzulegen, so ist das nur ein Beweis dafür, daß die Verwirrung des Urteils schon in die Gewissen einzudringen beginnt.(11)“ Die Frage kann nur sein: Hat der Oberkirchenrat die Machtmittel, seinen Worten Nachdruck zu verleihen durch die Tat oder waren alles gesalbten Phrasen vor uns, die billig wachsen wie Brombeeren? In diesem Oberkirchenrat, der die Gewissensbisse der liberalen Pfarrer zu überzeugen wagt, sitzt ein Mann wie Julius Kaftan, der vor 15 Jahren an seiner eigenen Person erfahren hatte, was es um die Verdächtigung der persönlichen Gewissensüberzeugung ist, wenn die Meute der orthodoxen Presse und der Stöckerschen Versammlungen einen ehrlichen und bedeutenden Mann zu Falle bringen will. Ist ihm der Respekt vor dem persönlichen Gewissen inzwischen so zweifelhaft geworden? Ihm, der gegenwärtig die hohe Würde eines Rektors der Berliner Universttät bekleidet. Warum protestiert Kaftan nicht als Mitglied der Kirchenbehörde? Warum läßt er die Vermutung ohne Widerspruch, daß er selbst die Seele dieser jüngsten Verfügung sei?(!) Man sagt, er werde nach Ablauf des Rektoratsjahres mit der Würde des geistlichen Vizepräsidenten des Oberkircheurates bekleidet werden. Ist sein Verhalten seine Vorbereitung? Der vielgenannte Pfarrer Traub unterzieht in seinem evangelischen Gemeindeblatt für Rheinland und Westsalen diese oberkirchenrätliche Verordnung einer einschneidenden Kritik und sagt mit Recht: „Ob die Erklärung Gewissenssache für uns gewesen ist oder nicht, darüber haben wir schließlich das alleinige Recht der Entscheidung. Ob die Gemeinde durch diese Verfügung, wodurch das Gewissen ihrer Pfarrer behördlicherseits als verwirrt dargestellt wird, nicht noch mehr verwirrt werde, das wird die Zukunft zeigen. Wir wissen, daß wir unseren Gemeinden und uns selbst dadurch nichts anderes getan haben, als einfache Pflicht. Wir wissen, daß die Religion nicht von der Theologie lebt; aber darum kämpfen wir ja, weil man uns bestimmte, vergangene theologische Gedankengänge und Spekulation zur sittlichen Pflicht machen will. Das Glaubensleben unserer Bäter ist nicht unsere Glaubensvorstellungen. Wer hat denn bisher die orthodoxen Parteien alles ungehindert tun lassen? Man wußte doch genau, daß die liberale Richtung überall schikaniert wird, offen oder geheim? Wir wissen, daß der Tag der orthodoxen Alleinherrschaft den Ruin in unserer Landeskirche bedeutet.“ Wer widerspricht? An die Stelle des Pfarrers César hat die evangelische Gemeinde in Dortmund den liberalen Pfarrer Licentat Götz aus Hull gewählt. Also 60 000 kirchliche Evangelische haben ihn gewährt, 105 Orthodoxe haben dagegen beim Konsistorium Beschwerde eingelegt. Nun wird aus dem Fehlgreifen der Kirchenbehörde gegenüber César fortdauernd Böses geboren. Ein neuer kirchlicher Streit löst den alten ab. Es ist ausgeschlossen, daß sich die protestantischen Gemeinden auf die Dauer vond en Kirchenbehörden in derselben Weise behaudeln lassen. Es muß zu einer Katastrophe führen, denn die religiöse Ueberzeugung ist nun einmal, soweit nicht der Papst in Frage kommt, nicht durch Erlasse zu dirigieren. Sie schafft sich selbst ihr Ausdrucksgebiet und bereitet sich selbst die Bahn. Und eben dieser religiöse Individualismus der Gottesfurcht und sonst nichts auf er Welt und der sich in diesen Gemeinden gewählt weiß, das ist der echte Protestantismus des Luther, dem wir die deutsche Reformation verdanken. Der Oberkirchenrat kämpft noch mit fragwürdigen Worten. Die entscheidenden Taten sind ihm ausgange. Es wird ihm nichts helfen: Wie er schon nüchterne Ansätze macht, so wird er durch die Ereignisse selbst geneigt werden, mit hellen und klaren Worten die Standpunkte in Glaubensfragen völlig freizugeben und die Gleichberechtigung aller Richtungen innerhalb der evangelischen Gemeinden unzweideutig zu proklamieren. Wir lassen den Herren ihren Glauben, der ihre persönliche Angelegenheit ist, die wir ehren. Sie mögen auch unseren Glauben, den ihrer Geistlichen wie ihrer Gemeinden, in Ehren halten und sich nicht daran vergreifen. Als Behörde haben sie nicht darüber zu befinden, denn ein evangelischer Lehrsatz ist protestantischer Unfug. Der Oberkirchenrat soll die Konsistorien angewiesen haben, künftig in Fragen des Glaubensgewissens sich vorher mit ihm zu verständigen. Da diese Verfügung bisher noch nicht amtlich voröffentlicht worden ist, trägt sie einstweilen einen unkontrollier. baren Charakter. Aus den angstvollen Betrachtungen der orthodezen Presse kann man bisher nur so viel entnehmen, daß man im Oberkirchenrat so grobe Ausschreitungen, wie den Münsterschen Keverprozeß gegen Gésar künftig vermeiden mill. Dei„Reichsbote“ jammert über diese Aussicht wie ein altes Weib und provhezett in der an ihm bekannten Weise die schwärzetzen Foigen. Jedenfalls muß daran gedacht werden, das durch die Neuordnung des Instanzenzuges es nicht dahin kommt, daß der Oberkirchenrat sich als leute Entscheidung dadurch selber ausschalze, doh die Eutscheidung des Landeskonsisteriums durch vie vorengegangene Verständigung mit dem Oberkiecheneet nicht zur ersten unw letzten Entscheidung im Konstiktiale gestempelt wird. Denn dos viehe, von Teufel austreiben durch Belzebub, den obersten von Teufel. Bebels Klagelied. Das„Berliner Tageblatt“ schreibt zur gestrigen Reichstagssitzung: Berlin, 20. März. Die gestrige Reichstagssitzung wurde durch eine kluge und sehr temperamentvolle Rede des Abgeordneten Bebel beherrscht. Es handelte sich wieder um das nun allmählich recht abgedroschene Thema der behördlichen Eingriffe in den letzten Wahlkampf. Doch muß man es dem Abgeordneten Bebel lassen, daß er dem Gegenstande noch manche interessante Seite abzugewinnen vermochte. Allerdings war ihm dabei der Eingriff der Staatsanwaltschaft in das Hausrecht des Reichstages sehr zu statten gekommen. Auch in diesem Falle trat es wieder zutage, daß die Sozialdemokratie keinen bessern Agitationsstoff sich wünschen kann als den ihr die Reaktion unfreiwillig liefert. Wenn der preußische Staatsanwalt sich liebevoll einer Konferenz im Reichstagsgebäude annimmt, an der ein„paar Genossen“ teilgenommen haben, die keine Abgeordneten sind, während er der Wahlagitation des angeblich„unpolitischen“ Flottenvereins keine Beachtung schenkt, so heißt das allerdings Mücken seigen u d Kamele verschlucken. Indem der Abgeordnete Bebel dieses zweispaltige Vorgehen wirkungsvoll herausgeholt, war er dieses Erfolges sicher. Nachher verlor er sich in Einzelheiten. Er ist offenbar mit sich selbst unzufrieden, weil es der Sozialdemokratie bei den Wahlen schlecht gegangen ist. So machte er aus allerlei Lapalien ein Aufhebens, das sie nicht verdienten. Daß es im Wahlkampfe nicht immer nach den Regeln des„guten Tous in allen Lebenslagen“ zugeht, weiß er selbst. Daß die Sozialdemokratie sich nicht an die „Tanzstundenhöflichkeit“ bindet, weiß er erst recht. Warum also lamentieren, wenn der Gegner grob wird. Wir billige ndeshalb natürlich längst nicht alles, was im Wahlkampfe geschah. Ganz besonders möchten wir uns dagegen verwahren, daß das„B..“ wie nachher der Abg. Bahrenhoff bohauptete, dem „Reichsverbande zur Bekämpfung der Sozialdemokratie“ zugestimmt habe. Wir halten diesen Verein und seine Methode für schädlich und haben aus unserer Meinung nie ein Hehl gemacht.— Aber wenn der Abgeordnete Bebel über derartige Dinge bis zur Siedehitze sich ereifert, dann ist er übernervös. Ihm war gestern kein Ausdruck stark genug, um die Schlechtigkeit der Gegner der Sozialdemokratie zu kennzeichnen. Es hagelte nur so von Ausdrücken wie: insame Lüge, Verleumdung, Gemeinheit, Brutalität, Niederträchtigkeit usw. Wozu der viele Lärm um einen Eierkuchen? Wenn Herr Bebel mit den Worten schloß,„der Reichskanzler müßte als Hauptmatador auf die Anklagebank“, so war auch das nicht klug. Was Herr Bebel denkt, das ist seine Sache; aber wozu spricht er das aus, wenn ihm die Macht fehlt? Die sozialdemokratische Claque applaudierte ihrem Führer natürlich kräftig, aber das Haus lachte. Die weitere Debatte verlor sich immer tiefer im Wüstensande. Hamburger Hafenarbeiterstreik. Hamburg, 19. März. Unter dem Konflikt im Hafen leidet die Expedition der Schiffe ganz erheblich. Die Anzahl der auf Entladung oder Beladung wartenden Schiffe nimmt täglich zu. Der heutigen Sitzung des Hafenbetriebsvereins wohnte Generaldirektor Ballin bei, der erklräte, das völliger Ersatz für die entlassenen Schauerleute von auswärts in wegen Bedrohung den Schutz der Polizei angerufen. — Auch hier droht ein großer Bäckerstreik auszubrechen..10 — Die neuen Forderungen der Bäckergesellen. Berlin, 19. März. Nach den Schneidern, den Ziehleuten usw. treten jetzt auch die Bäckergesellen mit ihren neuen Forderungen hervor. Eine gestern nachmittag von 2000 Gesellen besuchte Versammlung stimmte einstimmig dem durch die Vertrauensmänner aufgestellten neuen Tarifentwurf zu, der als Hauptforderung die völlige Abschaffung von Kost und Logis im Hause des Meisiers, den paritätischen Arbeitsnachweis und einen freien Tag in der Woche verlangt. Zum Tode Barthelots. Präsident Dubies gab im Senat, wie uns aus Paris telegraphiert wird, der Trauer Ausdruck, in die der Senat, Frankreich und die Menschheit durch den Tod Barthelots versetzt sei.(Ueber den Tod Barthelots berichten wir im 1. Blatt.) Minister Briand bat, den von der Kammer bewilligten Kredit von 20 000 Francs zur Beisetzung Barthelots auf Staatskosten ebenfalls zu bewilligen. Der Senat stimmte dem zu und beschloß einstimmig, die Sitzung zum Zeichen der Trauer zu schließen. Wie Marcellin Barthelot das Urteil eines deutschen Forschers über sein Wirken aufgenommen hat, übermittelt uns folgendes Privattelegramm: Paris, 19. März. Professor Painleve, Mitglied der Akademie der Wissenschaften erzählt, daß keine der bei Barthelots goldenem Doktorjubiläum gehaltenen Ansprachen den Gelehrten mit solcher inneren Befriedigung erfüllt habe, wie die des deutschen Chemikers Geheimrat Fischer, der überzeugend darlegte, wie sonverän Barthelot das Allgemeine wie die einzelne Erscheinung in der Wissenschaft beherrschte. Barthelot war danach wiederholt auf Fischers Worte zurückgekommen und sagte zu Pain. leve:„Es ist richtig; die Natur hält es zeitweise für notwendig, ein Gehirn so zu organisieren, daß es nur zu funktionieren braucht, um das alles zu erfassen. Meinem Gehirn war, glaube ich, diese Gabe beschieden; vielleicht war ich der letzte meiner Art.“„ 14226445 Aristokratische Wien, 19. März. Gräfin Festice und der Zigennerprimas Nyary, über deren Liebesroman wir ausführlich berichteten, sind, wie uns ein Privattelegramm meldet, jetzt in Oedenburg getraut worden. Allerdings hat vorläufig nur die Ziviltrauung stattgefunden, während die kirchliche bis nach Ostern verschoben ist. Als Zeugen fungierten zwei Zigennermusiker. Die Großherzöge und die Verfassung in Mecklenburg. Von verschiedenen Seiten sind Zweifel darüber laut geworden, ob es ihnen gelingen werde, die angekündigte Mecklenburgische Verfassungsreform in absehbarer Zeit aus dem Reiche der Pläne in die Wirklichkeit überzuführen. Namentlich fürchtet man den Widerstand der Ritterschaft als eine Klippe, an der diese Reform möglicherweise scheitern könnte. Daß man in den Mecklenburgischen Großherzogtümern auf solche Möglichkeiten und ihre Bekämpfung der kurzen Zeit nicht möglich war, jedenfalls aber schon heute sich vorbereitet, erhellt aus dem nachzum Schluß der zweiten Woche einigermaßen beschafft werden könnte. Bauernunruhen in Rumänien. die anscheinend Ausläufer der Judenfeindlichen Bewegung sind, greifen in den Obermoldauer Distrikten rasch um sich und nimmt so bedrohlichen Charakter an, daß die Juden den König um schleunigen Schutz angegangen haben. Die Regierung hat ein starkes Militäraufgebot auf den Schauplatz der Unruhen gesandt, wo es bereits zu scharfen Zusammenstößen zwischen Landbevölkerung und Truppen kam. Ein Spezialbericht meldet uns darüber folgendes: Wien, 19. März. Aus Baean wird der Czernowitzer Allgemeinen Zeitung gemeldet: Die jüdische Bevölkerung ist wegen der Bauernunruhen sehr aufgeregt, da auch hier Ausschreitungen befürchtet werden. In Jassy werden alle jüdischen Geschäfte und die Läden geplündert. In den um Jassy liegenden Ortschaften spielten sich ähnliche Szenen ab.— In Dolezestie und Czora teilten Bauern das Land unter sich.— Aus Targul und Frennussa wird telegraphiert: Soeben marschierten 2000 Bauern ein und eröffnen ein Steinbombardement auf jüdische Geschäfte. Setzte sich jemand zur Wehr, so wurde er blutig geschlagen. In den Schenken und Branntweinläden öffneu die Bauern die Hähne und lassen alle Getränke auf die Gasse laufen. Das Jassyer Vorkommando rief die Reservisten ein, um genügend Truppen zur Verfügung zu haben. Man ist bemüht, den Bauern das Eindringen in die kleinen Städte zu verwehren, die Bewegung dehnt sich jedoch von Stunde zu Stunde aus. Wien, 19. März. Die Lage in Czernowitz wird von Stunde zu Stunde gefährlicher. Von russischen Agitatoren aufgestachelte Bauern ziehen sengent. plündernd und mordend in Städte und Dörfer.— Vom Militär wurden bis jetzt 16 Bauern getötet und viele verletzt. Der Grenzort Vordjudent wurde dem Boden gleich gemacht. Den Ortschaften Dorohoi, Boicesi und anderen droht ein gleiches Schicksal. An der österreichischen Grenze werden den übertretenden Inden keine Schwierigkeiten bereitet. Streik der Franksurter Möbeltranspo: ter. Grankfurt a. M. vortarbeiter fiud m0 Ausstand getreten. Die Möbeltrauserenzen in den sswilligen haben stehenden Spezialdrahtbericht: Schwerin, 19. März.„Von einer der Regierung nahestehenden Seite erfahre ich soeben, daß beide Großherzöge fest entschlossen sind, die Frage der Verfassungsreform auf einem außerordentlichen Landtage unbedingt zum Abschluß zu bringen. Sollte das Reformwerk jedoch an dem Widerstande der Ritterschaft tatsächlich scheitern, dann werden die Großherzöge selbst sich über die Köpfe der Ritterschaft hinweg an den Bundesrat wenden, dort ihre Anträge einbringen und einen Zusatz zu Artikel 3 der Reichsverfassung beantragen, um sich dadurch freie Bahn zur Einführung einer zeitgemäßen Verfassung zu verschaffen.“ Hochwasser. Wie uns Privattelegramme melden, ist die Ruhr im Laufe des gestrigen Dienstags um einen Meter gestiegen. Ausgedehnte Weidenflächen sind überschwemmt, verschiedene Gehöfte durch Hochwasser vom Verkehr abgeschnitten. Auch der Rhein bei Duisburg und die Emscher sind in wenigen Stunden stark gestiegen. Ein deutscher Dampfer untergegangen. Lübeck, 19. März. Der Dampfer„Luise Horn“ von der Dampfschiffreederei Horn war seit mehreren Tagen mit 30 Mann Besatzung hoffnungslos überfällig. Wie nunmehr gemeldet wird, ist das Schiff mit der gesamten Mannschaft in der Nordsee untergegangen. Die Bergwerkskatastrophe in Klein=Rosseln. bildete gestern der Gegenstand von Beileidskundgebungen in parlamentarischen Körperschaften. Ein Privattelegramm berichtet uns darüber: Stratburg, 19. März. Bei Eröffnung der heutigen Sitzung des Landesausschusses gedachte Landespräsident Jaunetz in warmen Worten des schrecklichen Unglücks von Klein=Rosseln, das nicht nur in Lothringen, sondern auch über die Grenzen des Landes hinaus innige Teilnahme wachgerufen habe. Besonders wohltuend hätten die Beileidskundgebungen des Kaisers und der Kaiserin gewirkt. Zum Zeichen ihrer Anteilnahme erhob sich das Haus und ermächtigte den Präsidenten, den Hinterbliebenen und dem Hause de Wendel sein Beileid auszusprechen. Unterstaatssekretär Wandel schloß sich im Namen der Regierung den Ausführungen des Prä##sidenten an. Sollte weitere staatliche Hilfe nötig sein, werde eine neue Vorlage gemacht werden. Eine stürmische Dumasitzung. Petersburg, 19. März. Die vom Ministerpräsidenten Stolypin abgegebene Erklärung wird von der großen Mehrheit der Duma mit Schweigen und nur von der Rechten mit Beifall aufgenommen. Sodann hält der sozialdemokratische Abgeordnete Zereteli eine flammende Rede gegen die Regieung, in der er in heftigen Ausdrücken die Politik des Kabinetts Stolypin nach Auflösung der Duma kritisiert. Redner wirft dem Ministerpräsidenten die Einführung der Feldgerichte vor, Knebelung der Presse und die sogenannte Verbesserung des Loses der Bauern, deren wahrer Zweck nur sei, den Appetit der Grundbesitzer zu befriedigen.(Lärm. Rufe: Genug! Hinaus! uf der Rechten.) Der Präsident hat große Mühe, den Lärm zu unterdrücken, der sich noch verschiedentlich wiederholt und besonders stark wird, als Zereteli die Worte des Abgeordnete Nabokow wiederholt, die dieser im Jahre 1906 nach der Erklärung des damaligen Ministerpräsidenten Goremykin äußerte, daß die Exekutiv. gewalt sich der gesetzgebenden Gewalt unterzuordnen habe. Zereteli meint, er zweifle, daß diese Hoffnung sich erfüllen werde, aber dessen sei er gewiß, daß die ganze Nation sich gegen die Unterdrücker und die Veranstalter der Pogrome erheben werde. Die Duma wisse bereits, daß die Regierung sich dem Willen des Volkes nur unterwerfen werde, folglich müsse das Volk organisiert werden, um sich die Exekutivgewalt gewaltsam zu unterwerfen.(Lärm auf der rechten Seite. Rufe: Wir können nicht mit anhören, daß die Duma zur Erhebung mit den Waffen aufgefordert wird). Bereteli fährt fort und sagt, nicht er bereite eine bewaffnete Erhebung vor, sondern die Regierung, die das Volk zum äußersten treibe. Er verliest sodann namens der sozialdemokratischen Partei eine Erklärung, welche besagt, daß die Partei als einziges Ziel anstrebe, dem Volke die Augen über die wahren Absichten der Regierung zu öffnen, um es für den Entscheidungskampf gegen das Willkürsystem zu organisieren. Präsident Golowin verliest hierauf einen von 35 Deputierten eingebrachten Antrag auf Schluß der Debatte; der Antrag wird abgelehnt, da mehr als 50 Deputierte dagegen stimmen. Fürst Dolgorukow verliest einen Antrag auf Uebergang zur einfachen Tagesordnung, welcher von den Kadetten eingebracht ist. Der Sozialrevolutionär Shirsky, das Mitglied der Arbeiterpartei Karawajeff, der Muselmann Khan=Khoisky, der Volkssozialist Karachewsky und der Pole Garusewitsch schließen sich dem Antrag an. Nach lebhafter Debatte über die Erklärung Stolypins wird mit großer Mehrheit beschlossen, über dieselbe einfach zur Tagesordnung überzugehen und die nächste Sitzung auf morgen angesetzt. Vermischtes. Berlin, 19. März. Der vielgenannte Divisionspfarrer Bachstein ist zum 1. April mit Pension in den Ruhestand versetzt worden. Berlin, 19. März. Was für Gehalt die Schauspieler beziehen. Der bekannte Komiker Guido Thilscher vom Thaliatheater in Berlin wurde gegen eine Jahresgage von 400000 Mark für das Berliner Metropoltheater verpflichtet. Thilscher wirkte 8 Jahre am Thaliatheater als Komiker und bezog zuletzt als solcher eine Gage von 25 000 Mark. — Breslau, 18. März. In Beuthen wurde in der Osterzeit vorigen Jahres auf dem Heumarkt in zwei Säcken verpackt eine zerstückelte Leiche gefunden, weswegen beinahe eine Judenhetze entstanden wäre. Jetzt hat der Haushälter Kioltyka das Geständnis abgelegt, der Mörder sei der Beuthener Roßschlächter und Speisewirt Liberka in der Ritterstraße, welcher im Streit einen bei ihm arbeitenden Oberösterreicher mit einem Spatenstiel erschlagen, die Leiche zerstückelt und auf den Heumarkt geschafft habe. —(Die älteste Frau Deutschlands), die 119 Jahre alte Holzarbeiterswitwe Josefine Eder, feierte am gestrigen Dienstag im Hause ihrer Enkeltochter, in einem kleine Bauernanwesen in Spitzendorf, Gemeinde Witzmannsberg, Station Kalteneck der Waldbahn Passau—Preyyung, ihren Geburtstag. Die greise Matrone wurde im Alter von 50 Jahren Witwe; von ihren drei Kindern ist nur noch eine Tochter am Leen, die auch schon im 86. Lebensjahre steht. Die Enkelin, bei der Frau Eder wohnt, ist 88 Jahre alt. Die Greisin hört und sieht noch recht gut, auch der Appetit ist ein guter, doch hat das Denkvermögen bei ihr in der letzten Zeit nachgelassen. Paris, 18. März. Die Kriminalpolizei hat heute in der Nähe von Crédit Lyonnais den nach Veruntreuung bedeutender Summen aus Speier geflüchteten Bankkassierer Wendelin Müller verhaftet. Bei seiner Verhaftung hatte er 400 Francs bei sich. Man glaubt, daß er beträchtliche Summen bei verschiedenen Kreditinstituten hinterlegt hat. Müller wurde bis zur Erledigung der Auslieferungsverhandlungen in Gewahrsam genommen. Malmoe, 18. März. In einem Personenzuge von Simrishamm nach Malmoe wurden heute abend der Postbeamte im Postwagen von zwei mastierten Männern überfallen und durch zwei Revolverschüsse schwer verletzt. Die Räuber bemächtigten sich der Wertsendungen und sprangen aus dem in voller Fahrt befindlichen Zuge. Ein Schaffner, welcher die Schüsse gehört hatte, eilte nach dem Postwagen und fand den Postbeamten schwer verwundet am Boden liegen. Der Verwundete wurde bei der Ankunft in Malmoe in das Hospital gebracht. Bis jetzt ist noch nicht ermittelt, wie viel den Räubern in die Hände gefallen ist. dem Gerichtssaal. Erste Strafkammer. Dortmund, 19. März. Wegen Urkundenfälschung hatte sich die von ihrem Manne getrennt lebende Ehefrau Andreas Otto von hier zu verantworten. Die Angeklagte kam am 10. Januar 1905 zum Möbelgeschäft von Ewald Hohrath hierselbst und kaufte dort verschiedene Mobilien, auf die sie eine Anzahlung von 20 Mark leistete. Den Rest verpflichtete sie sich. ratenweise zu zahlen, und um das Geschäft sicherzustellen, unterschrieb sie einen Schuldschein als Ehefrau Densing, den Namen eines Mannes, mit dem sie lebt und der sie heiraten will. Das Gericht konnte in der Handlungsweise der Frau die Absicht eines Betruges nicht erblicken und sprach sie frei. Wegen wissentlich falscher Anschuldigung wurde der Arbeiter Louis Moritz aus Welver unter Ausschluß der Oeffentlichkeit zu einer Gefängnisstrafe von 4 Monaten verurteilt. Westfalen und Rheinland. Witten, 18. März.(Ein Wechselfälscher) hat die Märkische Bank in Bochum um den Betrag von 18000 Mk. geschädigt. Er bediente sich, wie wir erfahren, eines Wechselformulars der RosinyMühlen=Akt.=Ges. und wußte die Unterschriften der in Frage kommenden Personen, darunter auch diejenige des Mühlendirektors, täuschend zu fälschen. Ausgehändigt wurde das Geld einem jungen Manne der als Schreiber bei einem Bochumer Rechtsanwalt bedienstet ist, und der im Auftrage einer Frauensperson gehandelt hat, die ihm auch die Legitimation übergeben hatte, auf die hin der Betrag ausgezahlt wurde. An dem Tage, an dem der Wechsel fällig war, wurde der Schwindel aufgedeckt. Siegen, 19. März.(Ein neues Grubenunglück.) Auf der Grube Große=Burg bei Neunkirchen stürzte ein Stollen ein. Der Obersteiger Reiffenrath und 8 Bergleute wurden getötet. Dortmund, 20. März. Eine neue kurzfristige Anleihe von 2 Millionen Mark soll städtischerseits ausgenommen werden, weil die im vorigen Jahre beschlossene Anleihe in Höhe von 86 Millionen noch immer nicht perfekt geworden ist. Förderseile. Angesichts des am 16. d. M. auf der Gerhardtsgrube im Saarbrücker Revier durch einen Bruch des Förderseils herbeigeführten großen Unglücks mag hier darauf hingewiesen werden, daß es im hiesigen Kohlenrevier nur noch sehr wenig Gruben gibt, auf welchen flache Gußstahldrahtseile zur Verwendung gelangen. Aber auch dort, wo sie noch im Gebrauch sind, werden sie allmählich durch Rundseile aus Gußstahldraht ersetzt werden, da es durch die Förderseilstatistik schon längst als erwiesen gilt, daß die letzteren eine größere Dauerhaftigkeit besitzen und dementsprechend auch eine erhöhte Sicherheit bei der Seilfahrt gegenüber den flachen Drahtseilen bieten. Wahrscheinlich wird dieser schreckliche Unglücksfall die Bergaussichtsbehörden veranlassen, den Ersatz der flachen Gußstahldrahtseile durch Rundseile nach Möglichkeit zu beschleunigen. Es ist hierbei allerdings zu berücksichtigen, daß damit auch ein teilweiser Umbau der Fördermaschinen und der Einbau anderer Seilscheiben verbunden ist. Daß die einzelnen Drähte des Seiles an der Bruchstelle, wie es in dem amtlichen Bericht über das Unglück auf der Gerhardtsgrube heißt. zu Nadelspitzen sein aufgezogen sind, bildet eine Erscheinung, die bei Rundseilen aus Gußstahldrähten gar nicht vorkommt. (Weitere lokale und provinzielle Nachrichten stehe zweites Blatt.) Letzte Nachrichten und Bepeschen. Berlin, 19. März. Wie eine parlamentarische Korrespondenz berichtet, begab sich der Reichstagspräsident Graf Stolberg gestern abend, nachdem er von einer Mitteilung über ein von der Staatsanwaltschaft gegen die sozialdemokratische Fraktion eingeleitetes Strafverfahren wegen Vergehens gegen das Vereinsgesetz Kenntnis erlangt hatte, zum Reichskanzler Fürsten v. Bülow, um gegen dieses Vorgehen Protest einzulegen. Die Geschäftsordnung des Reichstages schreibt vor, daß der Präsident im Hause Polizeigewalt hat, und die staatliche Polizei nur insoweit im Reichstage vorkommende Ungesetzlichkeiten ahnen darf, als der Präsident seine Erlaubnis hierzu gibt.— Der Seniorenkonvent des Reichstags trat heute Mittag zu einer Besprechung zusammen, die bis gegen ¼3 Uhr dauerte. Man darf woh annehmen, daß auch er sich mit dieser Angelegenheit beschäftigte. Berlin, 20. März. General von Werde: .) Der Chef des Reitenden Feldjägerko##ps, General der Infanterie und Generaladjutant des Kaisers Bernhard von Werder, früher langz ihriger deutscher Botschafter am Zarenhofe und Vertraute: General der Infanterie Bernhard v. Werder 1. des alten Kaisers Wilhelm, ist heute früh 6½ Uhl hier in seiner Wohnung, Schöneberger Ufer 16 in 85. Lebensjahre nach vierzehntägiger schwerer Krankheit sanft entschlafen. Stadttheater Dortmund. Die für Sonnabend den 23. März angesetzte Aufführung der„Zauberflöte" beginnt wegen der Probe des Musikvereins erst um 8 Uhr, worauf noch besonders aufmerksam gemacht wird. Am Palmsonntag, den 24. März, findet nachmittags 8 Uhr„Iphigenie auf Tauris" als Volksvorstellung zu ganz kleinen Preisen, statt. Fuchtigs Verkaufermn für Haushalt 1 ValgI#ma für Eisenwaren waren und* Wenrling gesucht. Berthold& Kühndahl, 10104) Dortmund, Münsterstrasse—8. 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Nachnahme die Fleischwar.= Fabrik Heinr. Ludwig Poppenburg, Rheda in Westfal. Gegründet 1879. CE A Döken die SeiwhennGnsokbhn Sie sind nicht wirklich krank, aber trotzdem sicherlich nicht wohl. Es fehlt Ihnen an Manneskraft. Sie fühlen sich den Lebensschwierigkeiten nicht gewachsen und alle Männer, welche ihre Nervenstärke missbraucht haben, fühlen wie Sie. Durch jugendlichen Leichtsinn, sowie durch die Excesse im reiferen Alter ist Ihr Nervensystem angegriffen, und falls Sie nicht ein natürliches und wirkungsvolles Mittel anwenden sind Sie verurteilt mehr abzuschwächen. Dr SANDEN schreibt:„Diese Erklärung ist keineswegs übertrieben. Im Laufe meiner 35 jährigen Praxis in der Behandlung der besonders Männer heimsuchenden Schwächezustände, wie NERVOSITAT, RUCKENSCHMERZEN, VARICOCELE etc. und besonders in allen Fällen von organischer Erschlaffung habe ich konstatiert, dass solche regelmässig von gewissen Gewohnheiten herrührten, welche die Nervenkräfte erschöpft hatten. Ein schwacher Mann kann unmöglich im Leben denselben Erfolg haben, wie einer, der sich vollkommenster Gesundheit erfreut. Er ist bei seinen Anstrengungen durch die Folgen seines eigenen Leichtsinnes gebunden. Indessen Jung und Alt werden mit Freuden hören, dass sie in allen Fällen die verlorene Kraft wiedergewinnen können, vorausgesetzt, dass Sie zu einem natürlichen, geeigneten Mittel greifen.(2806 der ErEkrkische GURTEL des Dr SANDEN Modell 1907• nebst elektrisch. SpezialZubehör für Männer, bildet für letztere eine ausgezeichnete Privat- BehandJungsmethode. Erwird während ganzen Nacht getragen und leitet in den Rücken, die Leber, den Magen, Blase etc. einen kräftigen Lebens- und Stärke-Strom, welcher den Mut neu belebt und gleichzeitig sämtliche Teile, die Drüsen und die Nerven anspannt. Tausende von Personen wurden bereits geheilt. 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Und doch bleibt dem Schüler sonst kaum Zeit und Ruhe zu anregender Privatlektüre. Aus diesem Grunde lernen ihrer biele auch ohne Ibsenverbot vieles nicht kennen. Und die anderen Bildungsmittel: Theater, Konzerte, belehrende Vorträge? Du lieber Gott, die sucht man an den Pflanzstätten der Seminarbildung meistens vergebens! Und wo soll der junge Mann, in jeder Weise von dem Umgang mit Menschen abgesperrt, behütet und bewahret, die äußeren Bildungsformen sich aneignen? Offenbar ist auch das nicht beabsichtigt. Und damit er sich später nicht dennoch erhebe, setzt ihn der Staat auf den Lohn eines Tagelöhners; zeigt ihm durch die Landdotation, daß man einen Teil jenes Lohnes durch Feldarbeit zu erwerben hat; gibt ihm durch den Herrn Rittergutsbesitzer als Patron zu verstehen, daß man wohl auf dem Acker durch sauren Schweiß viel ernten, aber die Ernte zur Erhöhung des Einkommens nicht freihändig verwenden dürfe; appelliert, umgekleidet mit der Würde des Vorgesetzten, an sein volksfreundliches Herz und weist ihm eine ganze Reihe von Dingen zu: Bienen=, Obstbaum= und andere Zucht, Pflage der inneren, äußeren und mancherlei anderen Missionen. So entzieht er ihn den Pflichten und Aufgaben seines Berufes und lenkt absichtlich seinen Blick nicht auf das Ganze des preußischen Volksschulwesens, dessen geschichtliche Entwicklung, gegenwärtige Zustände, Kämpfe und Aufgaben. Zuletzt bestellt er ihm die Glieder anderer Stände, Geistliche, vom Ortspfarrer bis zum Mitgliede des Oberkirchenrats, Juristen, vom Landrat bis zum Staatsminister, zur Leitung Beaufsichtigung in und außer dem Amte, um so den großen Ring staatsfürsorglicher Maßnahmen zu schließen. Und der Erfolg dieses fein angelegten Systems? Hat es sich nicht bewährt? Haben wir nicht mit Hilfe der Schule Königgrätz und Sedan geschlagen? Hat die geistige Durchbildung der unteren Voltsschichten im wirtschaftlichen Kampfe der Nation nicht ausgereicht! Kommen nicht noch alljährlich Hunderte von Ausländern, unser Schulwesen zu studieren? Alles richtig, nur die Voraussetzung trifft nicht ganz zu. Die heutige preußische Volksschule ist im letzten Grunde nicht hochgekommen durch die oben gekennzichnete Erziehung, Ausbildung und Leitung des Lehrerstandes, sondern trotz derselben durch einen Geist, wie er sich in Pestalozzi, Diesterweg und Wander verkörperte, einen Geist, der in hartnäckigem, zielbewußtem Kampfe um jeden Fußbreit Boden mit der Schulbureaukratie gerungen hat. Diesen Geist hat der Lehrerstand umgesetzt in pädagogische Tat auf dem großen geistigen Ackerfelde unserer Dorf= und Stadtjugend. * Es entsteht die Frage: Wie hat trotz alledem und alledem ein solcher Geist im Lehrerstande sich entwickeln können? Im Leben eines jeden Menschen wird das eigene Selbst immer das Wesentliche, das äußere ihm aufgezwungene Wesen immer das Nebensächliche bleiben. Dies persönliche Moment wirkt vom ersten Tage an, wo der Staat den Jüngling in seine Schule aufnimmt, den staatlichen Erziehungszwecken entgegen. Schon der Entschluß Lehrer zu werden hebt dem Knaben aus dem Kreise seiner Kameraden heraus. Sobald er zum Buche und nicht zum Pfluge oder Hammer greift, ist die Grenzlinie zwischen dem Einst und Jetzt gezogen. Mit Bewußtsein will er etwas aus sich nachen und werden sehen. Das Neue, das sich ihm in der anderen Schulart und im Unterricht offenbart, führt ihn Schritt um Schritt weiter ab von der alten in eine ganz andere Gedankenwelt hinein. Mag der Unterricht von einer Art sein, wie er will. einen Stoff wählen, welchen immer— in jedem Falle wird der Schüler hinausgehoben über die Welt seiner engen, stillen Heimat. Ja, wenn die selbständige Persönlichkeit, die unbewußte und ungewollte Pädagogik nicht wären, dann würde der Staat mit seinen Erziehungsgrundsätzen Sieger bleiben! Durch das eifrige Bemühen, den Lehrerstand wirtschaftlich niederzuhalten, untergräbt der Staat selbst sein mühsames Erziehungswerk. Für den Dienst an den Kindern des Volkes zahlt er einem jungen Lehrer vier lange Jahre 740 Mark bares Gehalt, das nach 31 Dienstjahren die gewaltige Höhe von 2080 Mark erreicht. Bei der Verteilung dieser Summe auf 365 Tage wird der gute Wille, die Sparsamkeit des Lehrers auf die härteste Probe gestellt. Wenn er dann gelegentlich einer Repision ohne jeden Grund hören muß, daß die jungen Lehrer stets die unzufriedensten seien; wenn man ihn, der kaum das Geld für die Leibesnahrung und Notdurft erhält. auf der zweiten Prüfung anherrscht: Buch haben Sie nicht gelesen?— dann hat für die ganze sechsjährige Erziehungsarbeit die Glocke geschlagen. Und welche eindringliche Sprache reden die veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse von heutel Wie geringen Anteil hat hingegen der Lehrer an der wirtschaftlichen Aufwärtsbewegung gehabt! Wohl erhält er im Alter seine Pension. Wie steht es aber um die Zukunft seiner Kinder? Wie soll ein Landlehrer bei seinem dürftigen Gehalt für ihre gute Ausbildung oder einstige wirtschaftliche Existenz sorgen können? Die jetzt bewilligten Gehälter von 1000 und 1100 Mark sind doch der nackte Hohn auf eine solche traurige Lage. Und wie sicht es dann, wenn Krankheit und Unglück in ein Lehrerhaus einkehren? Das beherzigenswerte Wort:„Spare in der Zeit, so, hast du in der Rot!“ wird angesichts solcher Gehälter zum Ankläger derer, die solche Verhälntisse noch länger dulden. Weiß man denn nicht, wie of; die Lehrerschaft, zugreifen muß um eine heimgesuchte Famile nicht sinken zu lassen? Sind die zahlreichen Wohltätigkeitsanstalten der Lehrer nicht Gedenksteine auf dem Wege, den Not und Sorge diesen Stand und seine Glieder führen? Und damit es ferner so bleibe, läßt der Kultusminister seinen Bremserlaß erscheinen, und der Finanzmimister legt seine schützenden Hände auf die Finanzen der Städte mit den Worten: Weg mit dem„Sport“! Und dann steht man vor der im Lehrerstande herrschenden Unzufriedenheit wie vor einem Rätsel und wundert sich, daß alle Beteuerungen eines aufrichtigen Wohlwollens vergeblich sind. Uns wundert das nicht im geringsten; denn wer Wind sät, wird Sturm ernten. Die Forderung des Tages sind nicht zu nichts verpflichtende Worte, sondern ernste, durchgreifende Taten. Das Herrenhaus und die Beamtenpensionen. Berlin, 20. März. Die Finanzkommission des Herrenhauses hat über ihre Beratungen über die Beamtenpensionsnovellen Bericht erstattet. Aus der Kommission wurde der Finanzminister gebeten, an den Grundlagen des Pensionsgesetzes von 1872 nichts zu ändern und den Grundsatz festzuhalten, daß das neue Pensionsgesetz keine rückwirkende Kraft bekomme oder doch nur in den Ausnahmefällen der Kriegsteilnehmer. Rüttle man an diesem Grundsatz, so sei die finanzielle Tragweite eines solchen Gesetzes gar nicht abzusehen. Das Herrenbaus habe allen Anlaß, den Finanzminister in dem Bestreben zu unterstützen die Finanzen des preußischen Staats in sicheren Bahnen festzuhalten und nicht Erschütterungen durch Anträge auszusetzen, wie es in anderen Parlamenten recht häufig geschehe.— Der Finanzminister dankte namentlich für die Warnung, den Gesetzen eine rückwirkende Kraft zu geben, auch mit Rücksicht auf die Gemeinden. Hinsichtlich der Anrechnung eines Reichsgehaltes auf die preußische Pension sei im neuen Entwurf allerdings keine Bestimmung enthalten, aber de jure sei es so, daß, wenn ein preußischer Beamter in den Reichsdienst trete, er sich das Gehalt auf die Pension anrechnen lassen müßte, insofern beide zusammen das frühere Diensteinkommen übersteigen. Ferner wurde festgestellt, daß die Bestimmungen des Entwurfs auch für Kommunalbeamte nach Paragr. 12 des bestehenden Kommunalbeamtengesetzes auszudehnen seien, da für diese Beamten die für Staatsbeamte gültigen Grundsätze gelten. Betreffs der Reliktenfürsorge hätten die Kommunen freie Hand, diese umfassender auszugestalten. Von einem Mitgliede wurde bestritten, daß die Kommunen jetzt gezwungen seien, mit dem Staate gleichen Schritt zu halten. Demgegenüber wurde entgegengehalten, daß man später im Kommunalbeamtengesetze Veränderungen vornehmen könnte, falls sie sich notwendig machten. Die Kommission nahm den Antrag an, grundsätzlich alle Anträge abzulehnen, die auf rückwirkende Kraft hinzielen. Nach einer längeren Spezialdiskussion wurden beide Gesetze mit einigen redaktionellen Aenderungen angenommen. Da in Beamtenkreisen, namentlich in den Kreisen der bereits verabschiedeten und pensionierten Beamten, über die Frage der rückwirkenden Kraft der beiden Novellen vielfach Unklarheit herrscht, geben wir den hierauf bezüglichen Passus der Begründung nachstehend wieder: Die Beamtenpensionsnovellen(Beginn der Pension nach 10 Dienstjahren mit zwanzig Sechzigstel. Steigerung um ein Sechzigstel jährlich bis zum 30. Dienstjahre, dann Steigerung um ein Hundertzwanzigstel bis fünfundvierzig Sechzigstel erreicht sind mit 40 Dienstjahren) sollen am 1. April 19007 in Kraft treten. Die Festsetzung rückwirkender Kraft für die erhöhten Pensionssätze auf die bereits laufenden Pensionen kann nach dem in Preußen stets festgehaltenen Grundsatze, daß das Rechtsverhältnis des pensionierten Beamten zum Staate mit der Festsetzung der Pension endgültig geregelt, ist, nicht in Frage kommen, auch würde sie wegen des sofort eintretenden. auf viele Millionen zu beziffernden jährlichen Mehrbedarfs entscheidenden finanziellen Bedenken unterliegen. Eine Ausnahme soll indessen zugunsten derjenigen bereits in den Ruhestand getretenen Beamten zugelassen werden, welche an einem Kriege teilgenommen haben. Eine derartige Ausnahme ist zwar in älteren Pensionsgesetzen nicht gemacht worden, doch nachdem die Militärpensionsgesetze diese Ausnahme gemacht haben, ist es auch hier als ein Gebot der Gerechtigkeit notwendig; denn die Tätigkeit, die diese Zivilbeamten im Kriege ausgeübt haben, kann nicht geringer bewertet werden als die Tätigkeit der Militärbeamten. Um besondere Härten gegenüber denjenigen am 1. April 1907 bereits im Ruhestand befindlichen Beamten, welche nicht Kriegsteilnehmer sind, sowie auch gegenüber denjenigen Hinterbliebenen von Beamten, welchen die Vorteile der gleichzeitig vorgelegten Novelle zum Hinterbliebenen=Fürsorgegesetz nicht zu teil werden, ausgleichen zu können, sind im Etat 1907.200.000 Mk. für Unterstützungen im Falle der Bedürftigkeit ausgeworfen.— Auch das Hinterbliebenen=Fürsorgegesetz hat keine rückwirkende Kraft, sowohl aus grundsätzlichen Erwägungen als auch wegen der hohen, sofort eintretenden Mehrausgaben, deren Betrag auf mehrere Millionen zu beziffern wäre. Um auch hier Härten ausgleichen zu können, sind im Stat 1,750,000 Mk. ausgeworfen worden. Aus diesem Fonds würden somit den Hinterbliebenen aller vor dem 1. April 1907 verstorbenen aktiven Beamten und Pensionäre sowie den Hinterbliebenen der nach diesem Zeitpunkte verstorbenen, aber bereits vorher pensionierten Beamten im Falle der Bedürftigkeit Anteritützungen zu gewahren sein. Vermischtes. *) Aus der„Kranlf. Ztg.“ Märzluft Tagtäglich scheint, die Sonne netter, Sanft überm Tempelhofer Feld; Dann wieder mulmig wird das Wetter, Und knüppeldicker Gagel fällt. Das sind des Winters letzte Wochen. Bald flieht sein Trubei— busch, husch, husch; Noch brechen Ringer sich die Knochen Sowohl bei Schumann wie bei Busch. In kurzem wehn des Südens Lüfte Heiß um den Alexanderplatz; Der Künstler löst die Sommerklüfte Und gibt den Raglan in Versatz. Go oft wir dies erleben dürfen, Reift auch der Seele Plan um Plan. So— als Erfüllung von Entwürfen— Kriegt Rirdorf eine Schwebebahn. Ein wildes Blühen, neues Werden: Hoch klopft Und puppert jedes Herz. Es gibt nichts Sdleres auf Erden Als wie Berlin um Mitte März. Gottlieb im„Tog“. „ etar mitte eber enchichene Amerikanischen Blättern zufolge sind innerhalb der letzten zwanzig Jahre rund 1000.000 Ehen im Vereinigten Staatengebiet geschieden worden und in mindestens 2500 000 Fällen die Gerichte von Ehemüden vergeblich angerufen worden. Im Durchschnitt entfallen also auf jedes 50.000 Scheidungen, auf den Tag— die Sonntage, an denen Gerichtssitzungen nicht stattfinden, abgerechnet— 170 und auf die Stunde 8. In zwei Jahrzehnten mag die Zahl der Ehescheidungen unter Berücksichtigung der Zunahme der Bevölkerung sich mehr als verdoppelt haben. Nach abermals zwei Jahrzehnten, meint ein westliches Blatt, wird sie sich, wenn es in dem bisherigen Tempo weitergeht, vervierfacht oder gar verfünffacht haben! Handel, Gewerbe und Verkehr. Massener Bergbau=Akt.=Ges. Unna, 20. März. In der gestern in Unna abgehaltenen ordentlichen Hauptversammlung vertraten 20 Aktionäre 2185 Stimmen. Der Bericht des Vorstandes wurde genehmigt. Aus der Mitte der Versammlung wurde die niedrige Einschätzung der Vorräte und der unbefriedigende Ertrag der Kokerei bemängelt. Weiterhin wurde die Verstärkung des Spezialreservefonds angexegt, Der Vorsitzende, Rittergutsbesitzer Overweg=Reichsmark, bemerkte hierzu, daß die Vorräte tatsächlich klein seien und nicht als stille Reserve aufzufassen seien. Der geringe Ertrag der Kolerei sei in der Hauptsache darauf zurückzuführen, daß weniger Gießereitots als Hochofenkoks hergestellt worden sei. Das liege aber an den Bestimmungen des Kokssyndikats, auf welche die Verwaltung der Zeche keinen Einfluß habe: es sei ferner zu berücksichtigen, daß der Berechnung die Verkaufspreise der Kosten zu Grunde gelegt seien. Im übrigen sei zu erwarten, daß die Bereiligungsziffer beim Kokssyndikat voraussichtlich um 30 plt. erhöht werde. Für eine rationelle Beschäftigung müsse das Bestreben gelten, in guten Jahren das Unternehmen möglichst zu konsolidieren, zumal die Gesellschaft vor größeren Ausgaben stände, die in der Betriebserweiterung bezw. Verbesserung ihre Ursache hatten; außerdem seien voraussichtlich als Entschädigung für Bodensenkungen erhebliche Summen zu zahlen, weshalb auch Vorsicht in der Ausschüttung der Dividende ratsam sei. Die Versammlung erteilte dann einstimmig die Entlastung, genehmigte die Gewinn= und Verlustrechnung und setzte die am 1. Mai zahlbare Dividende gemäß dem Vorschlage der Verwaltung auf 8 pCt. fest. Weiter stellte die Versammlung der Verwaltung einen Betrag von 4000 Mark zur Verteilung an Beamte zur Verfügung. Ueber die Aussichten für die Zukunft wurde mitgeteilt, daß die Lage im Bergbau infolge der steigenden Löhne von Tag au Tag kritischer wurde. Durch die Verteuerung der Matericklien werde die Einnohme geschmälert, daran könne auch die Erhöhung der Kohlenpreise ab 1. April nicht viel ändern. Im übrigen könne man mit Befriedigung in die Zukunft sehen, das laufende Geschäftsjahr werde bei gleichem Geschäftsgange ein gleich günstiges Resultat bringen. Die Nachfrage sei so günstig, daß wohl noch 60—70000 Bergarbeiter im deutschen Kohlenbergbau Beschäftigung finden könnten. Theater, Konzerte, Vereine 2c. Im Olympia=Theater zu Dortmund übt nach wie vor das Millowitsch=Theater eine große Anziebungskraft aus und ist das Theater täglich ausverkauft. Das Millowitsch=Theater beendet bekanntlich Ende März das Gastspiel. Um nun zum Schluß etwas ganz außergewöhnliches zu bieten, hat das Millowitsch=Theater den bekannten Schwank von Jean Kren und Albert Lippenkitz„Bis früh um Fünfe“ erworben.— Musik von Paul Lincke. Die erste Aufführung ist heute Abend 8 Uhr. Konservatoriums Nachrichten. Donnerstag, den 21. März, abends 6 Uhr, zweiter Vortragsabend des Holtschneider=Hüttner Konservatoriums im kleinen Saal des Kölnischen Hofes. Alle Eltern der Schüler der Anstalt, sowie Freunde derselben, sind herzlich willkommen. Das zweite Orgelkonzert von C. Holtschneider findet, wie schon bekannt, und wie nochmals aus heutiger Annonce ersichtlich, erst am Dienstag nach Ostern statt. Junkermann's„Fritz Reuterabend". Bei dem heute Donnerstag stattfindenden„Reuterabend“ kommt folgendes, sorgsam ausgewähltes Programm zum Vortrag: 1. Abteil. 1. Hanne Rüte: a) Kapitel 4. De Abschied Hanne Nüte's von sinen Pastur. b) Kapitel 7 und 8. Die Spatzenfamilie(Lotting's Gardinenpredigt). 2. Ut mine Stromtid: Kapitel 8 Onkel Bräsig's Kaltwasserkur.(Pause.) 2. Abteil. 3. Ut mine Stromtid: Kapitel 48. In Kaufmann Kurz's Laden. 4. Läuschen un Rimels. * Am verflossenen Sonntag fand im Lokale des Herrn Pähler der Delegiertentag zu dem am b. Mai d. Is. stattfindenden internat. Quartett=Wettstreit statt. Gemeldet haben sich in der Solo=Quartettklasse 6 Quartette, nämlich:„Glocke“=Barmen, „Loreley“=Sterkrade,„Elberfeld“=Elberfeld,„Blasebalg“=Sterkrade,„Vokal=Qugrtett“=Düsseldorf und „Sölde“=Sölde; in der Doppelquartettklasse 11 Quartette und zwar:„Rheingold“= Gevelsberg, „Liederkranz“=Dorstfeld,„Glocke“=Barmen,„Rheingold“=Elberfeld,„Hagen“=Hagen,„Loreley“=Röhlinghausen,„Liedertafel"=Reckbinghausen=Süd,„Ruhrgold“=Horst.„Ruhrtahler“=Heyen b. Witten,„Assindia“=Vorbeck,„Zanglust“=Heerlen(Holland). Durch die Teilnahme des letztgenannten Quartetts gestaltet sich der Wettstreit international. Hoffen wir, daß die„Philomele“ durch Stiftung von Preisen seitens ihrer Gömer und Freunde in die angenehme Lage versetzt wird, die Sieger aus den oben genannten Quartetten zufrieden zu stellen und den Ruf der Sängerstadt Dortmund alle Ehre zu machen. Sprechsaal. Der Artikel:„Der Lokomotivführer und der Eisenbahnetat“ in Nr. 71 des General=Anzeigers vom 12. d. M. ist geeignet, falsche Vorstellungen über die Verhältnisse der Eisenbahn= Lokomotivführer hervorzurufen, weshalb es angebracht erscheint, diese sachgemäß klar zu legen. Jeder Schlosser, Schmiede= und KupferschmiedeGefelle, der jung und gesund ist, militärtauglich ist nicht erforderlich, und die Volksschule besucht hat, kann Lokomotivführer werden. Die Anstellung als Heizer, den frühzeitigen Eintritt in eine Eisenbahn=Haupt, oder Betriebs=Werkstätte vorausgesetzt, erfolgt gewöhnlich im 26. Lebensjahre mit einem Einkommen von rund 1700 Mark, welches sich aus Gehalt, Kleidergeld, Wohnungsgeld, Stellenzulage und Nebengeldern zusammensetzt. Die Ernennung zum Lokomotivführer erfolgt dann im 38. Lebensjahre mit einem Einkommnen von 2800 bis 2400 Mark. Recht viele Lokomotivführer, auch in Dortmund erfreuen sich eines Einkommens von über 3200 Mk. (Gehalt, Wohnungsgeld und Nebengelder). Ob sich die Lokomotivbeamten, wenn sie bei ihrem Handwerk geblieben wären, besser gestanden hätten, dürfte sehr fraglich sein.„Daß die Verhältnisse der Lokomovivführer, den Umständen nach sehr günstige sind, beweist, daß überall ein großer Andrang vorhanden ist und die Anwärter ausgesucht werden köngen. Daß nach Lage der Sache keine besonders große Eile erforderlich ist, das Einkommen=Verhältnis der Lokomotivführer zu verbessern, können nur diese nicht begreifen. Die Auslassungen der Lokomotivführer in den öffentlichen Blättern stimmen mit den Tatsachen nicht überein. Die Richtigkeit der=betreffenden Angaben werden sämtliche Eisenbahn=Betriebs=Werkstätten bestätigen können. Ein Betriebsbeamter! Die Riesenräume in der ersten Stage uind speziell nur für Jeder Familienvater sollte, darauf sehen, daß stets eine Flasche Scotts Emulsion im Hause ist. 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Aber für die breitere Menge Mädchen mit gutem Elementarschulzeugnis fehlt eine solche umfassende und intensive Ausbildungsmöglichkeit auf einer Tagesvollschule. Viele junge Mädchen drängen heute dem kaufmännischen Berufe zu, ohne zu wissen, daß gerade in diesem Berufe eine sehr gute Bildung, gute Befähigung sowie eine kräftige Gefundheit notwendig sind. Der kaufm. Verband für weibl. Angestellte hat deshalb an die Schulvorstände die dringende Bitte gerichtet, den ungenügend Befähigten und gesundheitlich Schwachen von der Wahl des kaufmännischen Berufes abzuraten. Denen aber, bei welchen diese Vorbedingungen gegeben sind, soll eine sehr gründliche Berufsvorbildung in einer guten Gandelsschule nahegelegt werden. Die auf sogenannten Pressen in wenigen Wochen vermittelte Halbbildung muß oberflächlich sein und schadet nicht nur durch ihre Unzulänglichkeit, sondern hindert später direkt daran, die Erfahrungen der praktischen Tätigkeit richtig zu verwerten. Auch die hier bestehenden kaufmännischen Mädchenfortbildungsschulen können bei ihrer gedrängten Stundenzahl nur ihren Zweck neben der kaufmännischen Lehre erfüllen. Wo eine solche nicht gegeben ist, sondern wo von Beginn an eine gut bezahlte Anfangsstellung auf Kontoren angestrebt wird, kann nur eine Handelsschule mit vollem Tagesunterricht und mindestens 24 Stunden Unterricht pro Woche zusammen mit einer graduierenden Abschlußprüfung die vorhandene Lücke ausfüllen. Das Schulgeld ist auf 25 Mark im Quartal festgesetzt. Eine große Anzahl halber Freiplätze ist vorgesehen. Eine enge Anlehnung an die kaufmännische Praxis durch praktisch und pädagogisch tüchtige Lehrkräfte bleibt ebenso ein Haupterfordernis wie die besondere Betonung von Stenographie und Maschinenschreiben. Der Stellenvermittelung für die abgehenden Schülerinnen wird die Schulleitung ein Hauptinteresse zuwenden. 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Frau Marie Lunke Stellenvermittlerin, Hansastr. 24.( Sofort gesucht 3 Hausmädchen f. Privat, 2 Mdch. f. Haush. u. Büffei Frau Gertr. Thielmann, Stellenvermittlerin, Dortmund, Münsterstraße 69.( Gefunde Amme, 2 Küchen=, 3 Hausmädch., 2 Zimmer=, 2 Spül=, 2 Zweitmädch., 2 2 Köchinnen f. Restaur. u. Privat, 6 Landmädch, 2 Ackerknechte, 2 Jungen v. 14—16.,können. Stellen erhalten. Wwe, Klise Sievers, Stellenvermittlerin, Weberstraße 18(20978 Sofort gesucht: 12 Mädch. f. Priv. u. Wirtsch., 10 Landmädch., 1 Zweitknecht. Stelle suchen: 1 Schlosserlehrling durch Frau Maria Müller, Stellenvermittlerin, Dortmund, Weberstr. 25. Ich habe mich in(20824 Dortmund, 1. Kampstr. 14 als Stellenvermittlerin niedergelassen. Halte mich den geehrten Herrschaften sow. Dienstpersonal bestens empfohlen. Frau Auguste Piellter. Maurerpolier m. Kol. Maurer sucht St., am liebsten für Akkordarb. Schriftl. Angeb. u. W. 4988 a. d. Geschäftsst. d. Zta I W gen Schreibimmen. Heiligegartenstr. 7, pi. Junger Mann sucht Stelle als Reisender in der Kolonialwarenbranche. Schr. Angeb. u. W. O. befördert, B. Anton Herne.(10673 Schachtmeister mit besten Zeugnissen für ErdOberbau(20 Mann) sucht Stelle. Schriftl. Off. u. H. A. 4931 an die Geschäftsst. b. Zta. Tüchtiger solider(20802 Bäckergehülfe sucht Stellung zur Führung einer kl. Bäckerei auf sof. zw. spät. Uehernahme. Off. unt. P. Z. Werne bei Langendreer, Bismarckstr. 28 erbeten. Schaufenster-Oekorsteur emfiehlt sich fürs Kohlenrevier. 21083) Zimmerstraße 23. 1. ernde Stellung 2. 1. April in Fabrik od. Brauerei. Schr. Ang. u. W. 1830 g. die Geschst. d. Zta erb.— „ie Wlhate. Junger Mann wünscht sich i. Pirtschaftsbetr. a. Zapfer ausgubild. Es wird mehr auf guse, Behandlung als auf hohes Salair gesehen. Schrift., Angeb, iz A. 1828 a. d. Geschaftsst. d. Ztg. 6 2. Brenner. sucht sof. od. spät. Stellung. Offerten u. Alkohol, bahne postlagernd.(20828 M Südwestafrika zu Nutze zu machen und daß bei ihnen Patriotismus und Geschäft Hand in Hand gegangn seien. Wie weitere Kreise des deutschen Volkes über das Verhalten speziell der Woermannlinie dächten, gehe am ehesten daraus hervor, daß der Reichstag die Mitteilung Dernburgs von der Auflösung der Verträge mit der Woermannlinte mit lautem Beifall aufgenommen habe. Schließlich erklärte die Redaktion noch, sie werde den bevorstehenden Prozeß dazu benupen, um alle Verträge der Firma Woermann mit dem deutschen Reiche in der Prozeßverhandlung zur Sprache zu bringen, damit endlich ein klares Bild der Beziehungen geschaffen werde,e nicht nur Woermann, sondern auch Tippelskirch u. a. zur Rolonialverwaltung gehabt hätten. Die Verteidigung des Privatbeklagten Gul bransson hat der frühere Reichstagsabgeordnete Hausmann=Stuttgart und das Mitglied der Hamburger Bürgerschaft Dr. Brabandt=Hamburg übernommen, während die Firma Woermann durch Rechtsanwalt Dr. Hauers=Hamburg vertreten wird. Pontische Arbersicht. Deutsches Reich. — Zum Reichsapothekengesetz beabsichtigt, wie wir der Täglichen Rundschau entnehmen, die preußische Staatsregierung durch Landesgesetz eine Regelung nach folgenden Gesichtspunkten zu treffen: Den Inhabern von Apothekenbetrieben wird eine angemessene und in billiger Weise abgestufte Betriebsabgade auferlegt. Diese fließt einem mit juristischer Persönlichkeit ausgestatteten besonderen Fonds zu, welcher ausschließlich den Zwecken des Apothekenwesens und des Apothekerstandes zu dienen bestimmt ist. Es ist beabsichtigt, die Mittel des Apothekenfonds insbesondere auch zum allmählichen Ankaufe der bestehenden übertragbaren Apothekenberechtigungen oder wenigstens eines großen Teiles derselben zu verwenden. In seiner Hand erlischt die Uebertragbarkeit. Zur Durchführung dieser Aufgabe soll ihm ein gesetzliches Vorkaufsrecht für alle auf Grund übertragber Berechtigung betriebenen Apotheken eingeräumt werden. Einer Steigerung der bestehenden Idealwerte bei Apotheken soll dadurch. entgegengetreten werden, daß die Verwaltungsbehörde das Recht erhält, bei jedem Besitzwechsel hinsichtlich des von dem Besitznachfolger zu zahlenden Preises eine Kontrolle mit der Befugnis auszullben denselben erforderlichenfalls aus Rücksichten des öffentlichen Interesses auf die dem wirklichen Werte der Apotheke entsprechende, durch Sachverständige festzustellende Höhe herabzusetzen. — Die neueste Nummer der Dutschen JuristenZeitung bringt eine interessante. Jusammenstellung der Juristen im Reichstag. Im ganzen zählt man unter den Reichstagsabgeordneten 68 Juristen, und zwar sind 85 aus dem Richte-stande und 33 Rechtsanwälte und Notare. Auf die einzelnen Parteien verteilen sich die Juristen wie folgt: Aus dem Richterstande gehören an: dem Zentrum 19(früher 19), den Konservativen 4(früher), den Nationalliberalen 8(früher), der Reichspartei 3 (früher), der Wirtschaftlichen Vereinigung 3 (früher), der Freisinnigen Volkspartei 2(früher 9) der Freisinnigen Vereinigung 1(fruher), keiner Fraktion 0(früher). Von den Rechtsanwälten und Notaren gehören an: dem Zentrum 8(früher), den Nationalliberalen 6(früher), den Polen 4(früher), der Freisinnigen Volkspartei 8(früher), keiner Fraktion 8 (früher), der Wirtschaftlichen Vereinigung 2(früher), den Sozialdemokraten 2(früter), den Konservativen. 1(früher), der Freisinnigen Vereinigung 1(früher), der Reichspartei 0(früher), keiner Fraktion 0(früher). Der Tod des Ehepaars Berthelot. Ganz Paris steht unter dem Eindruck, den das tragische Hinscheiden Marcellin Berthelots gemacht hat.„Unser Größter ist gestorben.“ schreibt Henry Berenger in der„Action“, und die Zeitungen das Leben aller Parteien würdigen in Ehrfurcht Aus der GratisUnsau=Anterstügung des General=Anzeigers. Unser Adonnent, der Lokomotivführer Hans Tendig von Langendreer, ist durch Ueberfahren tödlich verunglückt.— Wir haben der Frau des Verunglückten die Unfall=Unterstützung im Betrage von 300 Mark ausgezahlt. Weiter=Ruhr, 19. März. Heute wurde mir aus der Gratis=Unfallunterstützung des Geveral=Anzeigers der Betrag von 300 Mark in bar ausbezahlt, worüber ich hiermit mit bestem Danke quittiert. Nwe. Heiur. Lührs. senbezeichnung die Nummer der Gepäckzone, welche den Abfertigungsbeamten die Berechnung der Gepäckfracht erleichtert und den Reisenden die Kontrolle der Richtigkeit ermöglicht. Marrellin Berthelst f. Das Ergebnis der preutisch=hsesschenl gemeinschäft im Februar. Die„Norddeutsche Ztg.“ schreibt: Im Februar d. J. brachte der Personenverkehr der preußisch=hessischen Staatsbahnen eine Mehreinnahme von 189 000 Mark, der Güterverkehr eine seiche von 2142000 Mark, die sonstigen Einnahmequellen eine solche von 1205000 Mark gegenüber dem Februar des Vorjahres. Bei der Vergleichung darf nicht außer Betracht bleiben, daß die Verkehrseinnahmen des vorjährigen Februars infolge des damals bevorstehenden Inkrafttretens des neuen Zolltarifes— eingeführt am 1. März des Vorjahres— außergewöhnlich hohe waren und die Ergebnisse des— wegen des Bergarbeiterstreiks allerdings etwas schwachen— Februar 1906 um 20 235000 Mark, also um rund 20 Prozent überstiegen hatten. Andererseits war im Februar d. J. die Witterung sehr ungünstig, insbesondere hat sie durch Behinderung der Bautätigkeit und der Ackerbestellung zu einer Einschränkung der Baumaterialien und Düngemittektransporte geführt, auch den Wagenumlauf so ungünstig beeinflußt, daß namentlich beim Kohlen= und Koksversand stellenweise wieder ein bedauerlicher Wagenmangel zu Tage getreten ist. Zieht man diese besonderen Umstände in Betracht, so läßt die gleichwohl noch erzielte Mehreinnahme einen Rückschluß darauf zu, daß das allgemeine Erwerbsleben immer noch ein hoch entwickeltes geblieben ist. Das finanzielle Gesamtergebnis der Eisenbahnverwaltung wird durch diese Mehreinnahmen kaum beeinflußt, da die ungünstigen Witterungsverhältnisse auch zu einer erheblichen Steigerung der Ausgaben geführt haben. dieses großen Gelehrten und aufrechten Mannes, der nur Bewunderer, aber keine Feinde hatte. Von dem dramatischen Vorgang im Sterbezimmer der Madame Berthelot hat einer der Söhne einem Redakteur der„Petite République“ die folgende Schilderung gegeben:„Meine Mutter war schon lange herzkrank, und auch mein Vater, der trotz seiner Arbeit im Institut die Kranke pflegte, hatte ein Herzleiden, das uns mit Sorge erfüllte. Wir saßen nachmittags um vier Uhr alle am Bett unserer lieben Kranten, die sich bemühte, heiter zu erscheinen und über einige Aenderungen in unserer Wohnung sprach. Mein Vater antwortete auf alle ihre Fragen. Gegen fünf Uhr hörte meine Mutter plötzlich auf zu sprechen und holte einige Male mühsam Atem. Sie winkte uns, sie zu küssen, und als einer von uns sie auf ihr Kissen zurückgleiten ließ, war sie tot. Mein Vater stand auf, machte einige Schritte, drückte die Hände an die Brust und sagte schwach: „Meine armen Kinder!“. Er setzte sich auf einen Zauteuil nieder, und wir eilten zu ihm, weil wir glaubten, er sei ohnmächtig. Aber der Doktor Broca, der im Zimmer war, sagte uns, daß er gestorben sei. Der achtzigjährige Gelehrte ruht neben der achtundsechzigjährigen Gefährtin seines Lebens auf demselben Totenbett. Die Züge beider sind friedlich; diese beiden Menschen sind Seite an Seite durchs Leben gegangen und haben sich auch im Tode nicht verlassen. Wie bereits angekündigt worden war, beschloß der französische Ministerrat in seiner gestrigen Sitzung, Berthelot auf Staatskosten zu beerdigen und in der Kammer eine entsprechende Kreditforderung zu unterbreiten. Die Leichenfeier wird gemäß dem Wunsche des Verstorbenen einen rein zivilen Charakter tragen. Die Gattin Verthelots wird mit ihm beerdigt werden. Neue Schutzmaßregeln gegen Schlagwetter=Gefahr. Die letzten Bergwerkstatastrophen geben den Behörden Anlaß, eifrig nach neuen, wirksamen Mitteln zut Verhütung von Unglücksfällen zu suchen. Ein sehr beachtenswertes scheint folgendes zu sein: Die Bergwerkdirektion Saarbrücken hat an alle Inspektionen der Saargruben eine Verfügung erlassen, wonach in jeder Steigerabteilung außer dem eigentlichen„Spritzmann“, der für die Berieselung der Arbeitsstellen zwecks Verhütung von Kohlenstaubexplosionen zu sorgen hat, noch ein Spritzmeister tätig sein muß. Diese Beamten werden nur in der Nachtschicht beschäftigt, und haben dafür zu sorgen, daß morgens heim Anfahren der Frühschicht alle Strecken und Betriebspunkte genügend naß gemacht sind. Außerdem müssen jeden Sonntag abend in jeder Steigerabteilung zwei Mann zum Natzmachen anfahren, damit Montag morgens, beim Anfahren der Frühschicht, kein trockener Kohlenstaub in der Grube vorhanden ist. Die Spritzmeister, zu denen nur zuverlässige Arbeiter ernannt werden können, sind den Schießmeistern gleichgestellt und erhalten auch denselben Schichtlohn wie diese. Mittelschulangelegenheit. Seit Jahren beschäftigt sich die hiesige städtische Schulverwaltung mit der Frage der Uebernahme der privaten MädGsedigemelude Moigemeinde. Wie wir hören, hat sich der Magistrat auch jetzt noch nicht für die Uebernahme ausgesprochen, weil die prinzipielle Frage der Errichtung städtischer Mittelschulen noch nicht spruchreif ist, dagegen sind aber, weil die Schule, die sich vorzüglich entwickelt hat und etwa 400 Schülerinnen zählt, erhebliche Aufwendungen erfordert, in den Stadthaushaltsetat für 1907 8000 Mark als einmaliger städtischer Zuschuß zu den Kosten der Schule eingestellt worden. Cotale Nachrichten. Dortmund, 21. März. Die neuen Eisenbahn=Fahrkarten, wie sie nach der Personentarlfreform zur Einführung gelangen werden, kiegen jetzt im Muster vor. Für die Unterscheidung der einzelnen Wagenklassen sind die bisherigen Farden beibehalten. Ebenso ist als Unterscheidungsmerkmal für die Schnellzugkarten der senkrechte Mittelstrich von roter Farbe beibehalten. Für den Uebergang aus Eil- und Personenzügen in Schnellzüge hat der Reisende eine Zuschlagskarte zu lösen. Diese ist von weißer Farbe und für die drei Klassen(.—.) dadurch gekennzeichnet, daß sie einen breiten Mittelstreifen(von gelber, grüner odet brauner Farbe) trägt. Die Preise dieser Zuschlagkarten bemessen sich, wie bekannt, nach den Zonen: bis 75 Kilometer, bis 160 Kilometer und über 150 Kilometer. Außerdem gibt es noch Umwegs= und Zulösekarten. Die ersten, von weißer Farbe, mit dem schrägen, farbigen Klassenstreifen, sind für die Benutzung einer längeren, auf der Karte nicht vorgesehenen Linie bestimmt; die letzteren, von hellroter Farbe mit dunkelrotem Streifen, stellen nur Quittungen über gezahlte Strafgelder dar, wie sie für verspätete Lösung von Fahrkarten, versuchte Fahrgeldhinterziehung usw. in der Verkehrsordnung vorgesehen sind. Die Militärfahrkarten, deren obere Hälfte weiß, deren untere rot ist, gelten für Eilund Personenzüge; die Hundefahrkarten sind weiß. die Rückseite enthält die Vorschriften über die Auflieferung und Abholung. Fahrkarten können auch für die Rückfahrt gelöst werden; sie erhalten den Stempel„Rückf.“ und sind nur 8 Tage gültig. Auf den Personenfahrkarten befindet sich unter der KlasDie Römer in Nordwestdeutschland. Der„Frankf. Zeitung" wird geschrieben: Nachdem längere Zeit hindurch die Ausgrabungen an dem wichtigen Römerplatz bei Haltern an der Lippe die Aufmerksamkeit weiterer Kreise gefesselt hatten, lenkt seit dem vorigen Jahr eine andere Fundstelle nahe bei Oberaden in Westfalen die Blicke auf sich. TatHunsl und Wisschschaff. Dortmunder Stadttheater. Dortmund, 81. März. Die Regimentstochter. Donizettis komische Oper„Die Regimentstochter“ hatte die Regie des Herrn Brandes eine sorgsame Einstudierung zuteil werden lassen, so daß die gestrige Wiedergabe dieses melodiösen prickelnden Werkes einen vollen Genuß brachte. Zu dem unstreitbaren Erfolge, den die Oper errang gebührt der Löwenanteil der Darstellerin der Titelrolle, Frl. Dölitzscher, die ihren gesanglichen Teil mit einer Souveränität beherrschte, welche dem Publikum nach jedem Aktschluß und auch bei offener Szene anhaltenden Beifall abzwang. Ihr helles freies Organ ist besonders in der Höhe von bestrickendem Klangzauber, während die mittleren und jeferen Lagen etwas zurücktreten müssen. Ihre tieferen Lagen etwas zurücktreten müssen. Rolle gestattete ihr, ihre sauberen Triller, ihre Koloraturen, ihre Staccati und verlenden Läufe zu zeigen. Ihre Glanznummer war die von ihr eingangs des zweiten Aktes auf italienisch gesungene Einlage, die zum Ganzen allerdings wenig paßt, dafür der Eängerin aber willkommene Getegenheit gad, ihre Sangeskunst im hellsten Lichte strahlen zu lassen. Ihr flottes, degagiertes Spiel den Erfolg, den sie erzielte, noch vergrößern. Herrn Stein"s umfangreicher wohltönender Tenoi feierte gestern abend wahre Triumphe und ließ vergessen, daß seinem Spiel noch manche Eckigkeit anhaftet, die aber bei selsohr größerer Bühnenrontine zweifelsohne verschwinden wird. Eine abgerundete Leistung war die Marquise des Frl. Hofmann, mim'sch uns gesanglich gleich vortrefflich. Auch Herr Brano4s als Feldwebel Sulpiet war ganz an seinem Platze eine ehrliche, wenn auch etwas bärbeißige Soldatennatur, zu der sein wenig modulationsfähiger Baß ganz gut paßte. Herr Förster als Haushofmeister Hortensio fand Gelegenheit, seiner wirkungsvollen Komik die Zügel schießen zu lassen Von den Chargen seien erwähnte Frl. La Barti als Herzogin und Herr Oeser, als Notar. Dem Orchester unter der Leitung des Herrn Kapellmeister Zengerls, der übrigens den Instrumentalen Part mit sicherer Hand leitete, hätte man zuwellen mehr Diskretion wünschen können; der Chor, numerisch gerade nicht sehr stark, befriedigte gesanglich mehr als darstellerisch. Der Oper ging das Mimodrama„Die Hand“ von dem Franzosen Bereng voraus, bei dem wiederum wie bei der Erstaufführung Frl. Esche als Tänzerin Vivette, Herr Kerzmann als Baron und Herr Förster als Einbrecher mitwirkten. Der gruselige Inhalt dieser Pantomime verbunden mit seiner vorzüglichen Wiedergade machten auf das Publikum einen tiefen Eindruck. sächlich hat sich auch hier ein sehr bedeutendes römisches Lager gefunden, das von der Stadt Dortmund gemeinschaftlich mit der westfälischen Altertumskommission und dem archäologischen Institut erforscht wird. Natürlich hat sich gleich auch an dieses Lager der unfruchtbare Estreit um die Lage des Drususkastells Aliso geknüpft. Viel wichtiger versprechen die Funde zu werden, auch für die Zeitbestimmung der Anlage, wie sie ja für Haltern gerade auf grund der Einzelfunde so glänzend und allgemein überzeugend geglückt ist. Als das bisher bedeutendste Ergebnis in diesem Sinn wird der Fund von mehreren Hunderten zum Teil sehr gut erhaltenen, hölzernen, sorgfältig bearbeiteten Stangen eigentümlicher Form bezeichnet. Die über 1,5 Metet langen Geräte laufen nach beiden Enden spitz zu, messen in der Mitte etwa 5 bis 7 Zentimeter und weisen an dieser Stelle eine etwa 25 Zentimeter breite handhabenförmige Einschnürung auf. Der Deutung auf Verteidigungswaffen, auf pila muralia, stehen erhebliche Bedenken entgegen, doch ist eine sichere Erklärung noch nicht gewonnen. Daß die in dem sumpfigen Graben vor dem Wall gefundenen Geräle sicher römisch sind, das lehren die auf den Schäften eingeschnittenen Inschriften, die beweisen, daß diese„pila“ Eigentum verschiedener Zenturien waren; die eigentlichen Truppentelle, zu denen diese Kompanien gehörten, werden freilich leider nicht genannt. Auf dem Wege zum Minister. Der Vorsitzende der Vergwertsdirektion zu Saarbrücken, Geheimer Bergrat Giesbert Krümmer wurde zum Berghauptmann und Oberbergamtsdirektor ernannt. Herr Betghauptmann Krümmer ist ein geborener Dortmunder. Sein Vater war Großkaufmann und besaß auf dem Westenhellweg. Ecke Petersgasse, ein großes Anwesen, das sich bis zur Weberstraße hinzog. Die Eltern des Herrn Berghauptmanns sind schon vor längerer Zeit gestorben; der Vater war ein äußerst wohltätiger Heer, bei dem keiner vergebens anklopfte. Ein Bruder des Herrn Berghauptmanns stard im Feldzuge 1870 als junger Leutnant den Heldentod. Er ist hier auf dem Westentotenhof in der Familiengruft beigesetzt. Verkehrs=Verein Dortmund. Im Anschluß an unsere gestrige Notiz betreffend die Früherlegung des Personenzuges Nr. 417 ab Witten=West um 21 Minuten, macht uns der Vorstand des VerkehrsVereins noch besonders darauf aufmerksam, daß mit dieser Zugveränderung neben der bereits mitgeteilten Verbesserung des Verkehrs mit Leipzig und Kassel vor allem zwei Punkte von Bedeutung sind. Det wichtige Vorteil, der durch die Abfahriszeit.16 Uhr ab Witten=West erreicht wird, ist die hierdurch gewonnene schnellere Verbindung mit Arnsberg. Für die Rückkehr aus Arnsberg benutzt man von jetzt ab zweckmäßig den Schnellzug Kassel=Arnsberg=Dagen. ab Arnoberg 4,44 Uhr nachmittags, ab Hagen.65 Uhr, in Witten 6,11 Uhr, ab Witten.15 Uhr. in Dortmund 6,45 Uhr. Der weitere Vorteil besteht darin, daß der Zug in Dortmund=Hauptbahn= hof ankommt und somit den Reisenden sofort in das Zentrum der Stadt bringt, während die Benutzung des Zuges ab Hagen 6,15 Uhr über Löttringhausen der Reisende auf Dortmund=Süd und erst.57 Uhr in Dortmund eintrifft. Leider ist der von dem Verkehrsverein ausgesprochene Wunsch. im Schnellzug 194 durchgehende Wagen nach Dortmund einzulegen, die ab Witten als besonderer Schnellzug nach Dortmund gefahren werden, nicht erfüllt worden mit der Begrüdung. der Zug Nr. 417 diene auch dem VerBesitzwechsel. Das neuerbaute Wohnhaus des Heinrich Wittenberg, Schützenstr. 56, ist zum Preise von rund 39 000 Mark in den Besitz des Privatiers Louis Meier hier übergeangen. Hotelbesitzer=Vereinigung. Mit dem Sitz in. Dortmund ist dieser Tage eine Hotelbesitzer=Verei igung für das rheinisch=westfälische Industriegebiet gebildet worden. Zu Zwöchigen Uebungen zieht das 2. Seebataillon zu Wilhelmshaven vom 8. April d. Is. ab eine Anzahl Unteroffiziere und Mannschaften der Reserve der Marine=Infanterie ein. Die Einberufenen müssen sich schon im Laufe des 2. April bei ihren Bezirkskommandos melden. Der Stadthaushaltsplan für das Rechnungsjahr 1907 ist nunmehr seitens des Magistrats festgestellt und der Stadtverordneten=Versammlung vorgelegt worden. Er schließt im Ordinarium mit 12600 000 Mark(11 841 450 Mt.), im Extra=Ordinarium mit 5 943 500 Mk.(8 707000 Mt.). Der durch Steuern aufzubringende Gemeindefehlbetrag beläuft sich, wie schon mitgeteilt, auf 7190000 Mk.(6 426 500 Mark) und soll derselbe zunächst gedeckt werden durch 410000 Mk.(500000 Mt.) Umsatzsteuer, 150000 Mt.(150000 Mt.) Wertzuwachssteuer, 82000 Mk.(82000 Mk.) Hundesteuer, 110000 Mk. (110000 Mt.) Billet= und Lustbarkeitssteuer und 300 Mk.(800 Mt.) Wanderlagersteuer; sodann durch 200 Prozent(200 Prozent) der Betriebssteuer durch 245 Prozent(230 Prozent) der Grund= und Gebäudesteuer, durch 260 Prozent(260 Prozent) der Gewerbesteuer nach Maßgabe der besonderen Gewerbesteuerordnung und durch 215 Prozent(200 Prozent) Zuschläge zur Staatseinkommensteuer. Die von der städtischen Finanzkommission angeregte Kopfsteuer von 10 auf 16 Mark ist vom Magistrat abgelehnt worden. gnügungsverkehr der Zwischenstationen. Der Verlehrdverein hält e: jedoch für seine Pflicht, weiter dafür einzutreten, daß ein dleeiter Schnellzugsvern, duß vin Vilelter Schneugagee.k. kehr ab Hagen im Anschluß an den Schnellzug 194 von Kassel geschaffen wird. Ein großer Einbruchsdiebstahl wurde in vergangener Nacht in dem Schuhwarengeschäft der Firma Philipp u. Moses, Münsterstr. 15, ausgeführt. Die Spitzbuben sind von der Seitengasse aus in den Hof und von hier aus in das Haus gelangt. Die Ladentür wurde mittels Brecheisens erbrochen, sodaß die Tür total beschädigt ist. Im Laden haben die Einbrecher Schuhwaren, die einen Wert von etwa 600 Mark repräsentieren, gestohlen. Von den Spitzbuben fehlt bisher jede Spuhr. In der Nacht zum 19. d. M. wurde einem Landwirt aus einem Nachbarort Pferd und Wagen gestohlen. Die Spitzbuben fuhren damit nach Duisburg und versuchten das Fuhrwerk dort zu verkaufen. Hierbei wurden sie von der Polizei angehalten und stellte sich denn auch alsbald der Diebstahl heraus. Der Eigentümer konnte daher Pferd und Wagen wieder in Empfang nehmen. Zwei angehende Vaterlandsverteidiger, die zur Musterung gewesen waren, bekamen vergangene Nacht in der Stahlwerkstraße mit dem Bergmann Hermann K. von hier einen Wortwechsel, der alsbald in eine Schlägerei ausartete. Hierbei wurde K. mittelst Messerstiche am Kopfe lebensgefährlich verletzt. Der Polizei gelang es kurz darauf, den Messerhelden in der Person des Schlossers Franz Tucholski, hier, zu ermitteln und hinter Schloß und Riegel zu setzen. Die Stiche waren mit solcher Heftigkeit geführt, daß die Spitze des Messers dadurch verbogen wurde. Unfug. Als die Ehefrau des Anstreichers Anton Nettsträter vorgestern Abend zur Besorgung von Ausgängen die Wohnung verließ, erhielt sie auf der Straße plötzlich einen Schuß in die rechte Wade, der von einem auf der Straße spielenden Burschen abgegeben war. Als er merkte, welches Unheil er angerichtet hatte, lief er davon. Der Name des Täters ist aber festgestellt. Die Verletzte mußte ins Krankenhaus geschafft werden. Nicht identisch ist der Schlosser Otto Kudert von hier mit dem vor einigen Tagen festgenommenen Arbeiter Otto K. Was die Feuerwehr nicht alles machen muß. Vorvergangene Nacht gegen 12 Uhr wurde durch den gewaltigen Sturm eine große Spiegelscheibe von der Konditorei Bramann eingedrückt und die Scherben auf die Straße geschleudert. Da die terabfallenden Scherben eine Gefahr für die Passanten bildeten, wurde die Feuerwehr telephonisch um Hülfe angegangen, welche einige Mann entsandte, die die Gefahr durch Entfernung der Glassplitter beseitigten. Nachts gegen 3 Uhr wurde die Feuerwehr abermals aus der Ruhe geskört. Auf der Münsterstraße in der Nähe der Mallinkrodtstraße hatte sich ein Telephondraht gelöst und lag auf der elektrischen Starkstromleitung der Straßenbahn. Da hier ein öffentliches Interesse vorlag, entfernte die Feuerwehr den Draht, wodurch jede Gefahr beseitigt wurde. Westsalen und Rheinland. Hörde, 20. März.(Pflasterung und chausseemäßiger Ausbau neuer Strazenzüge.) Im Haushaltsplan für 1907 ist eine Summe von 68000 Mart vorgesehen, die sich auf folgende Straßen verteilt: Ausbau des Wallraben= hofes und Höherlegung eines Teiles der Goldstraße 17000 Mark. Ausbau der Straße Stift=Chausseestraße über Wallraben=Besitzung 9000 Mk., Neupflasterung des Stifts und der Umgebung der katholischen Kirche 13000 Mark. Veränderung der Chausseestraße am Hotel Hörder Hof 5000 Mart. chausseemäßiger Ausbau der Moltkestraße 16 500 Mark, chausseemäßiger Ausbau der Roonstraße 12000 Mark, Ausbau des Grünen Weges von Schulstraße bis Schützenstraße. Die 68000 Mark sollen angeliehen werden. Oespel, 19. März.(Eindruchsdiebstaht.) Dem Gutsbesitzer Östermann wurde ein gelblackterter zweisitziger Somm wagen und ein fünfjähriges braunes Pferd gestohlen. Wagen und Pferd haben einen Wert von etwa 1500 Mark. Dem Tiere fehlt am Hinterhufe ein Eisen; es hat an der Stirn einen tleinen weißen Fleck. Auch ein sogen. Blattgeschirt haben die Diebe mitgenommen. Lütgendertmund. 30. März.(Herr Guls. desiter Schulte=Overberg) verkaufte seine am hiesigen Nordbahnhofe gelegene Wirtschaft an Herrn Gastwirt Wilhelm Specht in Marten zu dem angeblichen Preise von 60000 Mark. Der Käufer hat bereits vor Jahren als Pächter die Wirtschaft schon verwaltet.— Die Gelsenkirchener BergwerksGesellschaft läßt die an der Westricherstraße gelegene und erst kürzlich erworbene Schulte=Overberg'sche Besitzung, bestehend aus Wohnhaus, Scheune und Stallung, zu Arbeiterwohnungen umbauen. Wie bestimmt verlautet, sollen für 20 Bergarbeiterfamtlien Wohnungen eingerichtet werden. Eickel, 20. März.(EIn Unglücksfal!) ereignete sich auf den Behrens=Schächten der Zeche Shamros. Vergardeiter Johann Kanteswett aus Holsterhausen war mit dem Setzen eines Holzes beschäftigt, als unverhofft aus dem Hangenden ein großes Gesteinsstück hereinbrach und auf den n fiel, der dadurch lebensgefährliche Verletzungen erlitt. Arnsberg, 18. März.(Ueber ein Viertel. jahrhundert hinter Kerkermauer). Ein alter Zuchthäusler, namens Friedrich Brinkmann, wurde kürzlich der Strafkammer aus dem Gefängnis zwecks weiterer Aburteilung vorgeführt. Br. ist 1885 zu Obergrüne(Kreis Iserlohn) geboren und befindet sich jetzt im 73. Lebensjahre. Seit 1862 hat der Mann wegen schweren Diebstahls, Betruges und Körperverletzung usw. nicht weniger wie 25 Jahre Zuchthaus und 91 Monate Gefängnis verbüßt. Er ist im Sauerlande den Gerichten woht bekannt. Diesmal wird ihm die Führung eines falschen Namens zur Last gelegt. Im September 1903 wurde Br. aus dem Zuchthause entlassen. Da brachte ihn der Zufall auf einen, seiner Ansicht gach sehr glücklichen Gedanken. Br. wurde nämlich von einem Fremden für einen seiner Altergenossen namens Dülberg, ebenfalls zu Obergrüne geboren, angeredet, da er mit diesem einige Aehnlichkeit haben soll. Flugs entwickelte Br. hieraus eine Idee. Er nannte sich von der Zeit ab Heinrich Dülberg und lebte froh unter dem falschen Namen. Als er im Februar 1904 wiederum mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt geriet, erschien er in Balve als der bisher unvorbestrafte H. D. vor den Schranken des Gerichts. Niemand hegte Zweifel an seiner Person hegte Zweifel an seiner Person und wohlgefällig ließ er sich wegen Betruges zu nur zwei Wochen Gefängnis verurteilen. Dieses Manöver wiederholte sich noch sechs Mal; so erhielt er u. a. der noch so wenig Vorbestrafte von der Arnsberger Kammer wegen schweren Diebstahls zwei Monate, dann in einem anderen Falle acht Monate Gefängnis usw. Natürlich wurden nunmehr die Eintragungen in die Gefängnisbücher und in die Strafregister falsch. Der Staatsanwalt beantragte für Br. jetzt eine Gefängnisstrafe von drei Jahten sechs Monaten. Die Strafkammer ließ es jedoch bei einer Zusatzstrafe von fünf Monaten. Gefragt, ob er sich bei dem Urteil beruhigen wollte, antwortete Br.:„Ja“ und tat hierauf eine klassische Bitte. Er bat, man möge ihn doch die Strafe nicht in Arnsberg verbüßen lassen, sondern ihn einer größeren Strafanstalt überweisen, da dort die Bequemlichkeit resp. Verpflegung eine bessere sei. Die Kammer verwies ihn mit seinem Wunsche an den Staatsanwalt, bei dem könne er die sonderbare Bitte zu Prototoll geben. Theater, Konzerte, Vereine 2c. Variéte Walhalla. Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, wie sehr Dortmund sich nach allen Richtungen emporschwinge. Besonders auch im Musik= und Theaterleben. Das ist eben ein notwendiger Faktor für ein großstädtisches Gemeinwesen, welches auf die Frandenwelt eine große Anziehungskraft ausübt. Dortmund bedarf neben seinen historischen Sehenswürdigkeiten, stolzen Kaufpalästen und hübsch geputzten Straßen, Stätten der Erholung und des Vergnügens. Und zwar müssen diese Konzert= und Theater=Etablissements nach Möglichkei: auf die ganze Stadt verteilt sein. Es war daher kein übler Gedanke von den Erbauern der„Walhalla“, ihr Lokal in Dortmund=W. aufzumachen. Es sollte ein Volkshaus sein, wo man sich nach des Tages Last und Hitze einige Stunden dem Frohsinn und der Freude hingeben konnte. Und in der Tat, es gab dort schöne und genußreiche Abwechslungen, denn die Direktion bot für billig Geld ein Programm, wie man es kaum irgend anderswo finden konnte. Das kam daher, weil der Leiter der „Walhall“ ein geschickter und diplomatischer Geschäftsmann war, der den Geschmack des Publikums stets zu treffen wußte. Leider schied er vor 2 Jahren infolge Verkertung von Umständen, die mehr einen familtären Charakter trugen, aus der Direktion aus und zog in das„Gildenhaus“, das er rasch zur Blüte brachte. Seit einem Monat führt er nun wieder in Walhallens Gefilden das Zepter und setzt sein ganzes Können daran sein Lieblingswerk, das er damals gegen seinen Willen verließ, zur früheren Höhe zu bringen. Und seltsam, mit dem Tage seiner Rückkehr waltet der alte Geist in der Walhalla, ein schneidiges Künstlerpersonal ist seinem Rufe gefolgt, und mit diesen kam in hellen Scharen das Publikum zurück, um das Lokal jeden Abend bis auf den letzten Stuhl zu füllen. Die Leser sind nun gewiß gespannt darauf, was Herr Direktor Benkhoff bietet. Hier ist das Programm, welches ausschließlich Varietenummern umfaßt: Er wird eröffnet von dem Walhalla=Bioskop, welcher eine reich garnierte Schüssel von lebenden Photographien präsentiert. Dann tänzelt mit Grazie und Eleganz das Duett Ormays auf die Bühne, um recht gute Vorträge ernster und heiterer Art vom Stapel zu lassen. Ihre Verwandlungsstudien„Blumenmädchen“ und„Weinen und Lachen" sind Meisterwerkchen. Einen Schlager für die Walhalla bieten die Meteors mit ihren herrlichen künstlerischen Reproduktionen. Wir sehen in malerischer Darstellung Schiffbrüchige(Bas=Relif), Denkmal, errichtet zur Erinnerung an die Opfer des Fischfanges, La Gueuse, Die Seemannstochter, Pro Patria, Auferstehung(Meisterwerk, ausgestellt im Museum zu Versailles), Phebes Schlaf von Varianne, Kriegerdenkmal 1870 und 71, Die Gladiatoren, Gruppe von Charpaux, Der Friede, sowie eine allegorische Gruppe. Diese Nummer findet jeden Abend stürmischen Beifall. Als fernere Attraktion gilt das italienische Lyriko=Quartett, ein musikalisches Musterensemble, das jedem Konzertsaale zur großen Zierde gereicht. Die Künstler wirkten bis jetzt nur an den größten Theatern und besitzen einen Weltruf. Mit Buderus optischer Berichterstattung, die wiederum prächtige Bilder auf die Leinwand zaubert, schließt das Programm. Die Besucher werden indessen noch erfreut durch die beiden Hauskapellen, welche in geschmackvoller Uniform in den Pausen das Publikum in der angenehmsten Weise unterhalten. Jedenfalls ist ein Besuch der „Walhalla“ für alle Freunde der besseren Varietekunst bestens zu empfehlen. Freischüe bei Schwerte. Die Tanzhusaren haben vor Kurzem betreffs des Umzuges von Düsseldorf nach Crefeld viel von sich reden gemacht. Herrn Straetmanns, dem Wirt des Freischütz, ist es nun gelungen, die Kapelle dieses Regiments am Sonntag zu einem Konzert zu verpflichten. Das äußerst reichhaltige, geschickt zusammengesetzte Programm bietet Kompositionen der hervorragendsten Meister. u..: Cornet a Piston=Solo, vorgetragen vom Kgl. Stabstrompeter Herrn Sürer. Wir bemerken noch. daß bei Abnahme von 10 Karten der Eintrittspreis zu den Freischütz=Konzerten nur 30 Pfg. beträgt. An der Kasse 60 Pfg. Einladun zur außerordentlichen Sitzung der Stadtverordneten am Montag den 25. März 1907, abends 6 Uhr, und erforderlichenfalls zur Fortsetzung am Dienstag den 26. März 1907, abends 6 Uhr, im Stadtverordneten=Sitzungssaale. Tagesordnung: 1. Antrag des Magistrats, zur erstmaligen Einrichtung einer Sparkassen= Zweigstelle im Hause Rheinischestraße 58 einen Betrag von 3000 Ml. 3“ Lasten der dieser zuglei kasse einen letzteren Bei jedoch unter mereikasse i 2. Antr an Kohlen 5 den Rechnug nachzubewill 8. Antre des Stadtha 1907, abschl Ordinarium rium mit 5 tungsfonds: planes der jewinnbring schließend 952 477,25 9 tige Genehm a) der BeAbschni d) für die Abschni e) des Ele Kämme d) 1. der des Rä 2. für Hafen etats, *) des Wa schnitts und Er Vaum des Kär 1) der Sti Kämme g) der Bal neu Ner #d u gegen rium m des Kän 6) des Viel einiger Konto abschlief gegen bi# mit 162 Abschnit 1) der Leik Kämmer k) der Arn Abschnit 1) der Alte des Käm m) des Lu# nahmepo um 8000 mereizus Ermäßig narium Kämmer a) des Dud mereieta o) des Kohl Kämmer p) der Beer gabeposit von 16 24 mereietal a) des Stak Kämmer *) des Gym Kämmer9) des Real Kämmere t) der Ober Kämmere u) der Reast mereietat v) der höher des Käm Hengs der am., 9 Inns v. J. stutiiher Jnn“ d J. stattfind 45 jähr. Jube des Gesangvereins„ sind noch Plätze für K u. SchaubndMeldungen beim *** Grarkase Anekdott Gesammelt und## geben von Friedrich Spor Preis 1,00 M (Nach auswärts gesendung von 1,10 l „Graf Haeselet gellenz Gottlieb lange Heinrich wie ein Halbgott! von alten und jung daten verehrt. Die# abgehaltenen Appel seine unter seiner herangewachsenen soldaten beweisen es. land, Westfalen, wig=Holstein, bayrisch und Teile von Baye Sachsen sind der# seiner Bewunderer, Deutschland blickt n Deutschland blickt n Stolz auf ihn, und meen ganz Europas ihm, dem Stratege gebührende Achtung. Anckdoten geben e# von dem Charakter Eigenarten dieses uster Mannes„Eluncole Harnekop und zugle neralfeldmarschall“. C. L. Kru G. m. b. MI. Buch= und Musikalien=H. in Dortmund Guter Strohaut is g# baben iR an 6 ackerstraße 30. Zie Guterb. Herd m. Zu z. verk. Sedanstraße Rühmaschine, fehr au erl. B f. 16 Ml. zu verk Bre straße 2, am Vorsian! und auf den R he Verletzungen ererein Viertel termauer). Ein siedrich Brinkmann, aus dem Gefängnis vorgeführt. Br. ist rlohn) geboren und 1sjahre. Seit 1862 diebstahls, Betruges #t weniger wie 25 ate Gefängnis veren Gerichten woht die Führung eines gt. Im September ause entlassen. Da seiner Ansicht gach wurde nämlich von r Altergenossen nargrüne geboren, anAehnlichteit haben aus eine Idee. Er inrich Dülberg und kamen. Als er im Strafgesetzbuch in alve als der bisher Schranken des Gean seiner Person en Betruges zu nur eilen. Dieses MaMal; so erhielt er zafte von der ArnsDiebstahls zwei Mole acht Monate Genunmehr die Einr und in die Strafalt beantragte für n drei Jahren se ließ es jedoch Monaten. Gefragt, en wollte, antworteine klassische Bitte. trafe nicht in Arnsihn einer größeren die Bequemlichkeit sei. 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Eitzung der eten 7, abends 6 Uhr, Fortsetzung 7, abends 6 Uhr, sungssaale. 19: rerstmaligen Einheigstelle im Hause von 3000 Ml. 50 Lasten der Sparkaf dieser zugleich als kasse einen Betrag sse, zur laufenden Unterhaltung Steuerhebestelle dienenden Sparvon 5000 sp“, zu bewilligen, kasse einen Betrag von 5500 Mi. zu bewilligen, letzteren Betrag ebenfalls zu Lasten der Sparkasse, jedoch unter Gewährung einer Beihülfe der Kämmereikasse in Höhe von 2000 Mk. 2. Antrag des Magistrats, für Mehrerbrauch an Kohlen bei dem südlichen Stadtbade im laufenden Rechnugsjahre einen Betrag von 11000 Mk. nachzubewilligen. 8. Antrag des Magistrats auf Genehmigung des Stadthaushaltsplanes für das Rechnungsjahr 1907, abschließend in Einnahme und Ausgabe im Ordinarium mit 12 650000 Mk., im Extraording= rium mit 5 988000 Mk., beim Legaten- und Stiftungsfonds mit 85 228,20 Mt., sowie des Haushaltsplanes der Rücklagen des Kämmereifonds und der gewinnbringenden gewerblichen usw. Anlagen, abschließend in Einnahme und Ausgabe mit 952 477,25 Ml., ferner zweite Lesung und endgültige Genehmigung des Haushaltsplanee: a) der Beamten=Witwen= und Waisenkasse zu Abschnitt IV B des Kämmereietats, d) für die Kanalisation und die Rieselfelder zu Abschnitt VII B 6 des Kämmereietats, e) des Elektrizitätswerks zu Abschnitt VI1 C des Kämmereietats, d) 1. der Hafenverwaltung zu Abschnitt VII Da des Kämmereletats, 2. für das Wohn= und Wirtschaftsgebäude am Hafen zu Abschnitt VII D d des Kämmereietats, e) des Wasserwerks nach Erhöhung des Abschnitts 111 A 2 der Ausgabe um 15000 Ml. und Ermäßigung der Ausgabe bei Abschnitt Vaum denselben Betrag, zu Abschnitt VI1 K des Kämmereietats, 1) der Straßenbahn zu Abschnitt VII F des Kämmereietats, g) der Badeanstalten nach Vornahme verschiedeneu Aenderungen abschließend in Einnahme und Ausgabe im Ordinarium mit 261 540 Mt. gegen bisher 282540 Mk., im Extraordina= rium mit 20 496,16 Mk. zu Abschnitt VII G des Kämmereietats, a) des Vieh= und Schlachthofes nach Vornahme einiger Aenderungen im Ordinarium beim Konto„Schlachthof" und im Extraordinarium abschließend im Ordinarium mit 691 000 Mk. gegen bisher 568 600 Mk., im Extraordinarium mit 162 250 Mark gegen bisher 62 250 Mark zu Abschnitt VII 11 u. J des Kämmereietats, 1) der Leihhauskasse zu Abschnitt ViI M4 des Kämmereietats, k) der Armen= und Gemeindewaisenratskasse zu Abschnitt VII Ne und d des Kämmereietats, !) der Altersrentenanstalt zu Abschnitt VII Ne des Kämmereietats, m) des Luisenhospitals nach Erhöhung der Einnahmeposition Ordinarium Abschnitt IV C= um 8000 Mark und Ermäßigung des Kämmereizuschusses um denselben Betrag, sowie Ermäßigung der Position IV eim Extraordi= narium um 1500 Mt. zu Abschnitt VII O des Kämmereietats, a) des Dudenstifts zu Abschnitt VII P des Kämmereietats, o) des Kohlgartenstifts zu Adschnitt VII O des Kämmereietats, p) der Beerdigungskasse nach Streichung der Ausgabeposition Extraordinarium 1 D im Betrage von 16 246 Ml. zu Abschnitt VII R des Kämmereietats, g) des Stadttheaters zu Abschnitt VII W des Kämmereietats, r) des Gymnastums zu Abschnitt VIII A des Kämmereietats, 9) des Realgymnasiums zu Abschnitt VIII B des Kämmereietats, t) der Ober=Realschule zu Abschnitt VIII C des Kämmereietats, u) der Reaschule zu Abschnitt VIII D des Kämmereietats, w) des Seminars zur Ausbildung von technischen Lehrerinnen zu Abschnitt VII! F des Kämmereietats, n) der Handwerkerschule zu Abschnitt VII1 K des Kämmereietats, „) der gewerblichen Fortbildungsschule zu Abschnitt VIII L des Kämmereietats, a) der obligatorischen kaufmännischen Fortbildungsschule zu Abschnitt VIII N des Kämmereietats, aa) der Volksschulen nach Ermäßigung der Ausgabepositionen Ordinarium VI A um 15.000 Mark und IX um 10000 Mark zu Abschnitt VIII P des Kämmereietats, und weiter: Beschlußfassung über die Deckung des Gemeindefehlbetrages für 1907. 4. Geheime Sitzung(1 Sache). Dortmund, den 19. März 1907. Der stellv. Stadtverordneten=Vorsteher: Pork. Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen unsern lieben treusorgenden Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel den 10684 Anstreichermeister Prieurieh Schöne Standesamt Dortmund. Standesamt 1. Geburten. Ein Sohn: Vorarbeiter Treder Union=Vorstadt,.=Straße 10. Schlosser Gärtner, Uhlandstr. 87. Bergm. Kaiser, Altermühlenweg 38 (Zwill.) Eisenwerkarb. Kedziora, Richardstr. 18 Platzard. Rohde, Schillerstr. 19. Eine Tochter: Friseur Brode, Kirchenstr. 17. Feuerwehrmann Rohleder, Lessingstr. 6. Buchhalter Herzing. Neuer Graben 16. Maurer Hartmann, Mälzerstr. 16a. Schlosser Gundermann, Friedrich= straße 23. Anstreicher Eisenhardt, Kesselstr. 4. Bureaubeamter Sengerling, Westerbleichstr. 56. Aufgebote: Hulfsbremser Anton Himmel= haus und Emilie Hartmann. Schreiner Josef Wien und Anna Bluhm. Eisendreher Gust. Böcker und Katharina Genter. Vorarb. August Armbrust und Wilhelmine Brockmann. Bäcker Wilh. Hunscher und Anna Peters. heute Morgen ½9 Uhr nach kurzem schweren Leiden im Alter von 62 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten Westhofen März 1907. Verkauf. Dienstag, den 26. März er. morgens 10 Uhr anfangend, werde ich im Auftrage des Herrn Gustav Wilhelm hier Asselerstraße, wegen Aufaabe der Landwirtschaft folgende Gegenstände: a) 8 komplette Wagen. 3“ u.“, 1 Sturzkarte, 1 Dreschmaschine mit Gövel. 1 Häckselmaschine, 1 Rübenschneider, 1 Extirvator, 2 Pflüge, Eggen, 1 großer Viehtopf. 50 " Zentner Stroh, mehrere Fuder Dünger, b. ferner, 2 gute Ackerpferde, 10 kleine u. große Schweine, zirka 30 Hüh. ner, 9058 Ofentlich meistoietend gegen Barzahlung versteigern. Die Sachen zu a sind gebraucht, bereits neu, Besichtigung 2 Stunden vorher. Zusammenkunft beim Wirt Menze u. an Ort u. Stelle. Friedr. Brauckmann, Avlerbeck. Die trauernden Hinterbliebenen. Auktion. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 4½ Uür vom Trauerhause aus statt. Freunde und Bekannte, denen keine besondere Anzeige zugegangen sein sollte, wollen diese als solche betrachten. Eheschließungen: Hülfsdremser G. Wasz= kiewitz und Rosa Hinzmann. Schneider Philipp Riehl und Sofie Bedder. Heute Vormittag 10 Uhr entschlief plötzlich und unerwartet infolge GehirnGestorben: Theodor Groll, Alsenstr. 27. 8 Monat. Wilh. Teppe, Uebelgönne 5, 4 Monat. Standesamt 9. schlags im fast vollendeten 68. Lebensjahre mein lieber Mann, unser guter, unvergesslicher Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel Geburten. Ein Sohn: Schlosser Heinrich Brandts, Courlerstr. 3. Gärtnereiarb. Wisnewski, Enschederstr. 1. Eine Tochter: Platzard. Grasok, Dürenerstr. 81. Bergm. Schuk, Burgweg 97. Schneider Sommer, ergg.#ber, paydnstr. S. Bergm. Huver, Kielstr. 29/, Schlepper## welland Prokurist der Dortmunder Unlon Gondek, Oesterholzstr. 36.(Zwill.) Schreinermeister 188 v) der höheren Mädchenschule zu Abschnitt VIII E des Kämmereietats, Berensmann, Weißenburgerstr. 14. Postassistent Hiegemann, Stollenstr. 6. Bergm. Coors, Kleinestr. 5. Schlosser Franz, Schulgasse d. Aufgebote: Fuhrmann Martin Angert und Anna Huneke. Postschaffner Heinr. Köster und Maria Kruse. Milchhändler Kaspar Stöber und Elisabeth Süllwold. Bureaugehülfe Wilh. Böings und Meta Reinhard. Schlosser Heinr. Verholen und Wilhelmine Viebahn. Anstreicher Rudolf Beck und Elisabeth Merten. Eheschließungen: Bauarb. Friedr. Peters und Berta Greidner. Schmied Cmil Wegner und Wilhelmine Schulz. Serbefälle: Grete Schümer, Düppelstr. 40, 94 Tage. Witwe Anna Friedrichowski, Steigerstr. 81, 61 J. Maria Macedowski, Kamenerstr. 25, 1 J. Tiefbetrüht zeigen dieses mit der Bitte um stille Teilnahme an In freiwilligen Auftrage werve ich am Freitag den 22. März, morgens 10 Uhr, im Lokal Merkert folgende Sachen: 1 fast neue kompl. Ladeneinrichtung u. Theke mit 40 Schubladen, eine fast neue Nation.= Registrierkasse, 3 Eisschränke, zwei Kleiderschränke. 1 Fliegenschrank, 2 Tische u. viele and. Haushaltungssachen öffentlich metstbietend gegen Barzablung versteigern. Die Sachen sind gebraucht und zwei Stunden vorher zu besichtigen.(10708 Dortmund. 20. März 1007. Alfred Heyenbrock, Auktionator, Auf d. Berge 22. Es sind vorrätig- und werden unter der Hand tagtäglich zu sehr bistigen Preisen abgegeben: Herren u. Damenuhren in Silbern Gold. Regulateure, Weckuhren(genau reauliert mit schriftl. Garantie) Oandkosser, Uhrkett., Kleidungs= m. 10711 Dortmund, Witten, Holoubkau, Burglengenfeld, den 20. März 1907. stücke usw. 10 Dortmunder Privat-Leih-Anstalt Zimmerstr. 1 u. 3. am Steinplatz 4• Catiorien, Rösetien. — Kompl. Zugeinrichtungen— und Zubehör billig bei Joh. Marcussen, Münsterstr. 26. Milnge Möbel. Extra-Angebot. Wichtig für Brautleute. Kleiderschränke mit Schublade 54, 45, 35, 25.—. Waschkonsolen, nußbaum lackiert 29, 24, 10.50. Waschkommoden, nußb. lack., saub. Ausf. 28, 24, 22.—. Nachtkonsolen, tadellos gearbeitet 14, 12.50,.—. Vertikows m. eleg Aufs u. Krystallsp. 35, 68. 57, 44, 35. Ausziehtische, nußbaum poliert und Wachstucheinlage 26, 24.50, 22.50. Trumeaux mit Untersatz und geschliffen Glas 58, 43. piegel mit ssichrn. 30. 35, 99.—. Zimmerspirger, mit geschuiffen. 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Rheinland, Westfalen, Schleswig=Holstein, bayrisch. Pfalz und Teile von Bayern und Sachsen sind der Hauptsitz seiner Bewunderer, in ganz Deutschland blickt man mit Stolz auf ihn, und die Armeen ganz Europas zollen ihm, dem Strategen, die gebührende Achtung. Obige Anckdoten geben ein Bild von dem Charakter u. den Eigenarten dieses seltenen Mannes„Einstedler von Harnekov und zugleich Generalfeldmarschall“. Wegzugshalber Buffet, Sofa, Lederstühle billig zu verkansen(21109 Kaiserstraße 26. She alffag ganz neu, billig zu verkaufen. 10685) Bruderwen 10, part. Für Bauunternehmer! Sinder Stuckrosetten ganz billig zu verkaufen. A. Oeischläger, Herne. Bochumerstraße 86.(10671 Vollständige Schlsteinmst-Einrichtaug 2 Bettst. m.., 2 Kleiderschr., 1 Waschschr. m. Spiegelauff. f 100 K. g. verk., fern. 1 eich Tisch, ge., 1 kl. Tisch, 1 Plüschsopha u. 1 echr nußb. Bertikow umzugsh. billig zu verkaufen. 1. Kampstraße 105, 2. Et. Past neuer Sportwagen mit Verdeck zu verkaufen. Westerbleichstraße 54, 2. 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Nr. 81 Hanse. 891. 8 Ar64. Liere VI#b 137.501 102.006 11S 202.00 11 228.505 200.005 185.5010 117.2846 148.00 171.756 208.00 113.756 118.006 232.5010 231.0040 94.500 130.005 95.000 179.2910 150.5010 12. Spi 81 92 91: ## 8. TA. S4 #mstero-R# 8 Sgoseie Lppesbeg. Lendes. 187. Ga.. ven Fert ## A... wios 13 u. 187. 12 05 47. 12 85 ltal. Platze 1e T. eaganz le! 108.0000 128.0000 170.900 138.709 190.250 71.004 168.0059 127 100 123.0019 89.005 Mechsel-Torst. 166. 905E 90.8945 112.005 20.490 20.245 .2258 90.900 90.5010 84.750 96.255 90.8349 313.759 Süder, Baatssles. 70 Frases-Jwete 116.325 Severetgos pre 3t 120.4719 Housensdete e 100R 2 15.855 Amerihnessehe Retesfe. 395 Balgache beien“ 90.909 tachsebe Saabn 11/20. 495 Fram. Sesin. 160fl. 90.950 Rolland, Bastestes /169.055 AOesterr. Net. 100 Kf 86.855 #ess Betes 100 Rbf Beisslas6. 750 218.2819 unser Handelsregister A l ist unter Nr. 257 be der Firma:„Heinrich Hempelmann“ in Dortmund heutfolgendes eingetrageng iga#####l. Smmstinser# Die Prokura des Technikers Otto Denzlinger zu Dort. mund ist erloschen.# 2 u. Das Handelsgescaf ist auf die Firma„Heinrich Hempelmann Gesellschaft mit beschränkter Haftung" in Dortmund übergegangen,###### en mur. aao#. Zugleich ist im Handelsregister B unter Nr. 228 die „Heinrich Hempelmann, Gesellschaft mit beschränkte: Haftung“ mit dem Sitz in Dortmund eingetragen. Gegenstand des Unternehmens ist: die Forlführung des von dem Gesellschafter Hempelmann betriebenen Handelsgeschäfts, sowie Großhandlung in Baumaterialien und Ausführung von Terazzo=, MarmorMosaik=, Beton= und Plattierungsarbeiten. Das Stammkapital beträgt 130000 Mark. Der Gesellschaftsvertrag ist am 13. Februar 1907 er richtet. Zu Geschäftsführern sind: der Kaufmann Heinrich Hempelmann zu Dortmund und der Techniker Otto Denzlinger zu Dortmund bestellt mit der Maßgabe, daß jeder derselben zur Vertretung der Gesellschaft hefugt ist. Der Gesellschafter Hempelmann bringt das von ihm unter der Firma Heinrich Hempelmann betriebene Handelsgeschäft in die Gesellschaft ein. Die Einlage ist für den Geldwert von 130 000 Mark angenommen und 129 500 Mark sind hiervon auf die von Hempelmann übernommene Stammeinlage angerechnet. Dortmund, den 12. März 1907. Königliches Amtsgericht. ese Kasdeanender de enideresine, elen. Kamener Verkaufsverein für Ziegeleifabrikate, Gesellschaft mit beschränkter Haftung" zu Lünen heute folgendes eingetragen: An Stelle des ausscheidenden Geschäftsführers Richard Flume ist der Kaufmann Otto Theobald zu Lünen zum Geschäftsführer bestellt. Dortmund, den 6. März 1907. Königliches Autegericht. Ven In. unsex Handelzregister ist bei der Firma:„.! ndieck“ zu Die Pro Ren sendieck" zu Vortmund heufe folgendes einge Die Prokura des Kaufmanns August Clod zu Dortmund ist erloschen. August Clod ist in das Handelsgeschäft als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Die nunmehr aus den Kaufleuten Ww. Kaufmanne F. Mensendieck und August= Clod zu Dortmund bestehende soffene Handelsgesellschaft hat am 1. Januar 1907 begonnen. Das Geschäft wird unter unveränderter Firma fortgesetzt. Dortmund, den 5. März 1907. Königliches Oronnuemsechulg. Die Heberollen der Gemeinden des Amtes Aplerbeck über die Beiträge für die westfälische landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft nebst Umlegungstabelle für das Jahr 1906 liegen vom 20. März 1907 ab 2 Wochen lang bei den betreffenden Herren Gemeindevorstehern zur Einsicht der Beteiligten offen. Einspruch gegen die Beitragsberechnung kann der Betriebsunternehmer innerhalb einer weiteren Frist von 2 Wochen; unbeschadet der Verpflichtung zur vorläufigen Zahlung, bei dem Sektionsvorstand= in Hörde erheben. Aplerbes, den 14. März 1907. Der Amtmann: Leonhard. Der Bedarf an Heizungsmaterial für die Königl. Lehranstalt für Wein=, Obst= und Gartenbau zu Geisenheim a. Rb. soll für die Zeit vom 1. April 1907 bis 31. März 1908 öffentlich vergeben werden.„(10595 Zur Vergebung kommen auf Abruf ungefähr: 2600 Ctr. Steinkohlen Nuß I, 800 Ctr. Authracit=Kohlen Größe II für Bauerbrandösen, 600 Ctr. Anthracit=Kohlen Größe III, 16·25 mm, zur Erzeugung von Generatorgas, 1800 Ctr. gebr. Koks 40/60 mm, 500 Ctr. Briketts. Angebote mit der äußeren Aufschrift„Angebote auf Kohlenlieferung“, in denen die Preise für Kohlen und Fracht frei Station Geisenbeim je für sich besonders anzugeben sind, sind bis zum Eröffnungstermine, den 28 März an die Direktion der Lehranstalt einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Geisenheim, den 11. März 1907. Königliche Lehranstalt. Sprotten per Kiste 65 Pfg., Rollmöpse Stück 5 Pfg., Rohessbückinge per Kiste 93 Pfg., Sardinen Faß 137 Pfg., Bratheringe 16 Ltr.=Dose 247 Pfg. 10710 Importhaus F. Wens 22 Ostenhellweg 22 30 Betten bochfein rot, dicht Daunenköver, große Ober= und Unterbetten und 2 Kissen, mit 17 Pfund Halbdaunen gefüllt, wegen kleiner Farbiedler à Gebett Mk. 30.00, dasselbe Bett mit Daunendecke Mk. 35.00, seinstes, berrschaftliches Daunenbett Mr. 40.00 Nichtgeiallend Geld zurück...—..— 8459 Kataloa von Beiten. Aussteuern. Wäsche u. Möbeln franko. Betienfabrik Th. Kranefuß, Kassel 11. Be gibt heine senelltollenehle(immre, erbliche und Sputita. Ein Trostwort für che Menschbeft. Schoifl von D. med u chb. Josef Hermaen, 30 Johre k k. Chalarrt der Syphits Abseilg, a k. k. Krankenhause Wiedes in Wien.— Nach dem m dien Buch beschrich. ssuen einf Halverfahr. wurd, mehr eile 89000 Koonke vollständ, ohne Röckfalle in hürsest. Zeit gehelle. Das Doch in intoige auser Verheltungassweisuagen unentbehrt f jedes Geschlechtsktranken, der uch vor jahreigag. Stchtem echotsen eil. Geg. Eina v. 2 P4(auf Wonsch verschl 30 H mchr) au ber von des. Veriagabschheig Ote& Co., Leipetg 50