Tageszeitung für Altendorf= Ulfkotte und Kirchhellen. Aeltestes Heimatblatt. 84. Jahrgang. *"— Erscheint wöchentlich 7mal. Bezugsvreis monatlich 2.20 Mk. einschließlich 10—20 F8., Botenlohn. Verlag: I. Weber, Dorsten i. W., Bismarckwall 27. Postverlagsort: Dortmund 1. sheint heute lüissen bis spáhereingereich ine Zeltung. Ittag ausge. müssen späteInt aufgegeben waltung. ist die Amtsver nissariat in Holin Marl. nken=Sprechstund. prechstunde findet fr in der Lungen13, statt. Borken 9 F. ser Tage der früMedizinalrat Dr. eres Jenseits an sene erfreute sich is Marienhospita e die Aerzteschaft segründer er war rönung Beichte und Feie: ; 5 U h r n a c h m i t ier des hl. Abend Gottesdienst mit 5, Pastor Glauert, Politik: Dr. Georg das Münsterland: für Wesideutschn: Deter Schlauß nkei, sämtlich in nst Häfner, Berlinleil: Verlagsleiter Druck: Zeno C. m. für Dorsten und Verlags- und Anie Lokalredaktion: 1935: 42 662, en, 3216— angeBorkener Zeitung, 1829;— Dülmener Ze tung, Haltern - Münsterländische ische Tageszeitung, — Neuer Emsbote, ip. 1667;— Volkssel, 948;— Volksung. Dorsten, 2001. für Dorsten und ralle Kaffeeoma„belebt“ ser verpackt, affee Frische auft Hill den elt“!— Hillseit 1855 er lobt! Dorsten hen druckerei der Fernruf 2282. Osticheckkonto Röln 65 309. Anzeigenvreis: 22 Milktmeter broite Svakte — Seite— 14 Svalten— 1 Millimeter 3 Pfg. Grundpreis. Ausnahmon und sonktion Bestimmungen nach Preisliste. Sammelpreis für sämtliche Zeno=Zeitungen 10 Pig. bei 22 Millimeter Breite. Textanzeigen(31 Millimeter Breite) 80 Pfa. je Millimeter (Preisliste Nr. 5, gültig vom 15. 2. 35). Bei Nichterscheinen infolge döberer Gewalt besteht kein Anspruch auf Nachlieferung oder Rückzahlung. klummer 108 Preitag, den 79. Kpril 1935 jahrgang 1935 Die Priedensstärke der„Koten Armee“. Angesichts des zu erwartenden Abschlusses des russch=französisch=tschechoslowakischen Militärpakts ineressieren die neuesten Zahlen über die Zusammentzung der sowjetrussischen Armee, wie sie sich nach der rneuten Erhöhung der Friedensstärke ergeben. Diese emonstrativ vorgenommene außergewöhnliche große Erweiterung des aktiven Bestandes auf fast eine Million Mann war bekanntlich einer der direkten Anlässe für das deutsche Wehrgesetz vom 16. März 1935. Die auf dem letzten Sowjet=Kongreß bekannt gehebenen Zahlen, nach denen sich die„Rote Bauern= und Arbeiter=Armee“ im Frieden aus 940000 Mann im Banzen zusammensetzt, sind nur sehr bedingt richtig. Es und in der Roten Armee vorhanden: 23 Armeekorps mit 90 Schützendivisionen, 16 Kaballerie=Divisionen, von denen 4 selbständig und die anderen 12 in 4 Kavallerie=Korps zusammengesaßt sind. Außerdem gibt es 6 selbständige Kavalerie=Brigaden. An schwerer Artillerie verügt jedes Korps über ein schweres Korps=Artillerie=Regiment zu 3 Abteiungen. Jede Abteilung hat zwei schwere 15,2 cm. Haubitz= und eine schwere 10,7 cm. Kanonen=Batterie. Jedes Armeekorps verfügt über ein Pionierbataillon und ein Nachrichten=Bataillon. lußerdem gibt es noch 11 Pionier=Bataillone und in edem Militärbezirk ein Nachrichten=Regiment. Die Nilitärbezirke sind: Moskau, Leningrad, Weißrußland, kraine, Nordkaukasus, Mittelasien, Sibirien, die beondere Kaukasusarmee und die fernöstliche Armee. Zu der Feldarmee treten nun, ähnlich wie in Frankreich, eine ganze Reihe von militärischen Organisationen, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Bunächst die Truppen der„Staatlichen olitischen Verwaltung“ mit etwa 150000 Mann, die zwar angeblich im Felde nicht verwendet werden sollen, aber schon im Frieden in Divisionen, SSchützen= und Kavallerie=Regimenter, Fliegergeschwa wer und Panzerkraftwagen=Züge gegliedert sind. Wei ##ter ist ein besonderes Grenzwachtkorps von 70000 Mann vorhanden, das im Westen in motorisierte Grenzschutzdivisionen, im Kaukasus, Mittelasien uund Sibirien in Grenzschutz=Kavallerie=Divisionen ge liedert ist. Selbst, wenn man die Konvoitrupden(50—60000 Mann), den militarisierten Indutrieschutz, der schätzungsweise 150000 Mann beträgt, Die örtlichen Schützengruppen, den bewaffmneten Schutz der Verkehrswege mit 80000 Mann— won dem Wehrverband Ossoaviachim mit sseinen 15 Millionen Mitgliedern ganz zu schweigen— außer Anrechnung läßt, ist die Zahl von 940.000, die, wie man annehmen darf, für die Genfer Akten besstimmt ist, erheblich zu niedrig. Im September, gegen Ende des Ausbildungsjahres, besteht die Feldarmee, außer den aufgeführten Hilfsformationen, aus rund 40000 Offizieren und 1500000 Mann. Naturgemäß ermäßigt sich diese Zahl in den anderen Monaten, da in ihr auch die Territorialtrupspen mit kürzerer Ausbildungsfrist enthalten sind. Ob zu dem ungünstigsten Zeitpunkt die Zahl aber bis auf 1940000 herabsinkt, erscheint mehr als zweifelhaft. An ausgebildeten Reserven stehen die Jahrgänge von 1923 bis 1934, d. h. Männer bis zum 33. Lebensjahr zur Verfügung, im Ganzen 8,5 Millidnen. Im Uebrigen ist zu berücksichtigen, daß die offiziellen russischen Zahlen Mindestzahlen darstellen. In Wirklichkeit ist die Rote Bauern= und ArbeiterArmee erheblich stärker. Weitere Ergebnisse der Provinzialwahlen in Holland. DNB Amsterdam. 18. April. Die am Mittwoch in acht holländischen Provinzen durchaeführten Wahlen zu den Provinzialversammlungen haben im großen und ganzen einen kühigen Verlauf genommen. Der aus den vorläufigen Teilergebnissen gewonnene Gesamteindruck geht dahin, daß die in der Regierung vertretenen Parteien, aber auch die Sozialdemokratie, auf der ganzen Linie Stimmverluste zu beklagen haben. Die ihnen verloren gegangenen Stimmen sind in erster Linie der National=Sozialistischen Bewegung(NSB) Musserts, aber auch den Christlich=Demokraken, den Revolutionär=Sozialisten und den Kommunisten zugute gekommen. Besonders bedeutsam ist der Wahlausfall in der bisher als„rot“ verschrienen Landeshauptstadt Amsterdam. Von 15 hier an den Wahlen beteiligten Parteien konnte sich die R SBsofortandievierte Stelle setzen. Von den 388 508 abgegebenen gültigen Stimmen entfallen u. a. 128031 auf die Sozialdemokratie, 54 578 die Katholische Staatspartei, 47291 aus die Kommunisten und 40 877 auf die RSB. Es folgen die Liberalen mit 30 880, die Antirevolutionären mit 24 052 und die Christlich=Historischen mit 21472 Stimmen. Bis zur ersten Morgenstunde lagen erst die vollständigen Ergebnisse aus zwei Provinzen vor. Von ihnen ist kamentlich der Wahlausfall in der fast ganz katholischen Provinz Limbura bemerkenswert. Hier konnte die NSB in die aus 45 Mitgliedern bestehende Scher!(M) Zwei frühere bulgarische Ministerpräsidenten verbannt. Zankoff und Georgieff nach Burgas abgeschoben. DNB Sofia, 18. April. Auf Befehl der Regierung wurde am Donnerstagfrüh der frühere Ministerpräsident und Führer der im vorigen Jahre zusammen mit den übrigen parteipolitischen Organisationen aufgelösten national=sozialen Bewegung, Professor Dr. Alexander Zankhoff. festgenommen und nach der Hafenstadt Burgas am Schwarzen Meer verbannt; er wurde unter polizeilicher Bedeckung sofort abgeschoben. Die Verbannung erfolgte wegen eines aufsehenerregenden Briefes, den Prof. Zankoff vor zwei Tagen an seine Anhänger und zahlreiche politische Persönlichkeiten richtete. In diesem Briefe hatte er sich in scharfer Weise mit der jetzigen Regierungspolitik auseinander gesetzt, beschleunigte Rückkehr der Armee aus der Politik in die Kaserne und Wiederherstellung der vollen Rechte des Königs verlangt, da sonst, wie es in dem Schreiben hieß, dem Lande schwerste Erschütterungen drohten. Die Nachricht von der Verbannung Prof. Zankoffs, der in weiten politischen Kreisen als der kommende Mann gilt, verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch die Hauptstadt und rief in der Oeffentlichkeit große Ueberraschung hervor, da die Verbannung all gemein als eine Kampfansage der Regierung an die starke nationalsoziale Bewegung gewertet wird. Zusammen mit Prof. Zankoff sind noch folgende bekannte Persönlichkeiten des politischen Lebens Bulgariens festgenommen und nach der Hafenstadt Burgas am Schwarzen Meer verbannt worden: Der ehemalige Ministerpräsident Oberst der Reserve Kimon Georgieff, dessen früherer Kabinettschef Karakoloff, der frühere Polizeidirektor Natscheff, Oberstleutnant a. D. Porkoff sowie der ehemalige Abgeordnete der Zankoff=Bewegung Kimileff. Man erwartet, daß im Laufe des Tages auch der Oberst a. D. Weltschoff. der Organisator des Staatsstreiches vom 19. Mai 1934, interniert wird. In politischen Kreisen behauptet sich hartnäckig das Gerücht, daß im Laufe dieser Woche noch mit weitgehenden Aenderungen in der Regierung zu rechnen ist. Rechtsschutz des Volkes! Amtliche Kundgebungen, Warnungen, Hinweise.— Vorsicht bei Abschluß von Verträgen! Wie die Praxis der Gerichte zeigt, kommt es vielach nur deshalb immer wieder zu Prozessen, Verträge nicht mit der genügenden Sorgfalt, übereilt und flüchtig ohne schriftliche Form abgeschlossen werden. Zögert sich dann die Abwicklung eines Vertrages, was häufig zu sein pflegt. noch einige Zeit hinaus, so sind beide Vertragsparteien oft über wichtige Punkte des Vertrages im unklaren, so entstehen Meinungsverschiedenheiten, deren Fortsetzung vor Gericht weitergeht. Dieses soll feststellen, was abgemacht gewesen ist. Oft müssen dann zeitraubende und kostpielige Beweisaufnahmen erfolgen, um klarzustellen, ob überhaupt ein Vertrag und zu welchen Bedingungen er abgeschlossen ist. Das BGB. begnügt sich durchweg mit formlos, das heißt mündlich abgeschlossenen Verträgen. Nur bei Rechtsgeschäften, die für die Vertragsschließenden von erheblicher Bedeutung sind, z. B. Abschluß eines Mietvertrages über ein Jahr, verlangt es Schriftform oder wie z. B. bei der Veräußerung von Grundstücken oder bei der Abgabe von Schenkungsversprechen gerichtliche oder notarielle Beurkungung. Wenn nun auch das BGB. im Interesse der Leichtigkeit des Verkehrs sich mit mündlichem Vertragsabschluß zufrieden gibt, so kann dennoch jedem Volksgenossen in seinem eigensten Interesse zur Vermeidung von Streitigkeiten nur empfohlen werden, wichtige Verträge schriftlich abzuschließen. Daß dies nicht für die Bargeschäfte des täglichen Lebens (Einkauf bei Metzger, Bäcker usw.) notwendig ist, liegt auf der Hand. Aber viele nicht gerade alltägliche Geschäfte, wie z. B. Verträge mit einem Spediteur wegen eines Umzuges, Lieferung von Möbeln und dergl., werden zweckmäßig schriftlich unter Festlegung der für beide Teile wichtigen Punkte abgeschlossen. Insbesondere ist folgendes zu beachten: Der Inhalt eines Vertrages muß bestimmt und klar sein. Auch erwaige Nebenabreden, z. B. die Zusicherung gewisser Eigenschaften der gekauften Ware, müssen in den Vertrag ausgenommen werden. Bei vorgedruckten Verträgen wie z. B. Mietverträgen und bei der Ausfüllung von Bestellzetteln achte man vor allem darauf, daß etwaige besondere Abmachungen, die nicht vorgedruckt sind, hineingeschrieben werden und daß alles das, was aus dem vorgedruckten Text nicht gelten soll, gestrichen wird. So nützen etwa im Einzelfall vom Reisenden oder Vertreter in Abänderung der gedruckten Bedingungen mündlich gegebene Versprechen nichts, wenn in den georuckten, meist vom Käufer nicht genug beachteten Bedingungen der Vermerk enthalten ist:„Mündliche Abreden sind ungultig.“ Im Prozeß wird der Besteller auf Grund dieses stehen gebliebenen Vermerks mit seinem Vorbringen nicht gehört. Vom Vordruck abweichende Zusicherungen seitens der Vertreter einer Firma müssen stets in den Bestellschein ausgenommen oder von der Lieferfirma bestätigt werden, um Gültigkeit zu erlangen. Vielfach wird in Vertragsformularen, z. B. bei Autokäufen, beim Versicherungsvertrag, Zwecksparund Bausparvertrag auf besondere Geschäftsbedingungen Bezug genommen. Da diese mit der Bezugnahme auf sie im Vertrage Vertragsbestandteil werden, muß jede Partei vor Leistung der Unterschrift unter den Vertrag die Geschäftsbedingungen genau durchlesen. Nicht selten ist auch in den vorgedruckten Geschäftsbedingungen von Eigentunsvorbehalte die G#de Dies bedeutet, daß die Sache dem Käufer vor Provinzialversammlung mit 5 Vertretern einziehen. Die Katholische Staatspartei. die die größte politische Partei des Landes darstellt. konnte ihre bisherige Anzahl Sitze noch um einen auf 37 erhohen, während die Sozialdemokratie einen Sitz verlor und nur noch mit drei Sitzen in der Provinzialversammlung erscheinen wird. Ferner büßten die Christlich=Demokraten und die Liberalen je einen Sitz ein. In der Provinz Seeland eroberte die nationalsozialistische Bewegung zwei Sitze auf Kosten der Katholischen Staatspartei und der Liberalen. Aufrollung der Dardanellen-Prage? (!) Paris, 18. April. „Journal“, beschäftigt sich mit den Erklärungen des türkischen Außenministers in der Völkerbundsratssitzung, der auf die türkischen Forderungen hinsichtlich der militärischen Klauseln des Lausanner Vertrages und damit vor allem auf die Dardanellen=Frage hingewiesen hatte Das Blatt schreibt dazu: Für die Türken bedeutet die Forderung nach Befestigung der Dardanellen eine vernünftige Auslegung der Verteidigungsgleichheit. vor allem, wenn sie versichern, daß sie freie Durchfahrt gewähren wollen. Interessant an der Angelegenheit ist, daß Rußland wieder in die europäische Politik eingreift. Da sieht man sofort hinter der erwachten Türkei die Rivalität entbrennen, die einst dem„kranken Mann“ galt. So stießen Rußland und England sofort zusammen, als die Frage aufgeworfen wurde. Die Nation, die den Schlüssel zu den Meerengen besitzt, sichert sich eine Ueberlegenheit im Orient. Die Engländer haben den Schlüssel in ihre Tasche gesteckt und dürften ihn vielleicht den Türken zurückgeben, aber sie zögern, sobald sie hinter den Türen den Schatten Peters des Großen auftauchen sehen. Die römische Konferenz am 25. mai (!) Paris, 18. April. In französischen diplomatischen Kreisen verlautet, daß die römische Konserenz endgültig auf den 2 5. Mai festgesetzt sei. Rede. vollständiger Bezahlung des Kaufpreises nicht gehört und er infolgedessen nicht vorher darüber verfügen darf. Auch hier wird der geschäftlich nicht gewandte Käufer sich Aufklärung über die Eigenkumsverhältnisse beschaffen müssen. Häufig ist es auch üblich, daß Firmen, insbesondere Teilzahlungsgeschäfte aller Art, in den allgemeinen Geschäftsbedingungen, Bestellscheinen und Kommissionskopien den Sitz ihrer Firmen als Gerichtsstand und Erfüllungsort vereinbaren. Der Käufer, der derartige Bestellscheine unterzeichnet hat, ist sich nicht selten beim Durchlesen der Geschäftsbedingungen der Bedeutung einer solchen Klausel gar nicht bewußt geworden. Die Bedeutung einer derartigen Vereinbarung bezgl. des Erfüllungsortes liegt gerade auf prozessualem Gebiet. An dem Erfüllungsort— das ist lt. Geschäftsbedingungen der Wohnsitz oder die geschäftliche Niederlassung des Verkäufers— ist ein etwaiger Prozeß mit der Lieferfirma wegen der gekauften Ware zu führen. Wohnt nun der Käufer weit weg, so ist es ihm vielfach erschwert, sein Vorbringen am Wohnsitz der Lieferfirma geltend zu machen. Oft wird er nicht wissen, daß sein Fernbleiben, ohne daß er durch seinen Prozeßbevollmächtigten vertreten ist, ein Versäumnisurteil gegen ihn zur Folge hat, aus dem sofort vollstreckt werden kann. Manchesmal wird er auch kein Geld haben, um sich einen Rechtsanwalt oder sonstigen Bevollmächtigten zu bestellen. Ein verlorener Prozeß und Geldverlust dazu sind dann das Ende derartiger Vertragsabschlüsse. Es kann nicht genug vor dem Unterschreiben unverstandener oder ungelesener Geschäftsbedingungen gewarnt werden. Ist die genaue Durchsicht der Geschäftsbedingungen in jedem Falle eine Notwendigkeit, so um so mehr in gewissen Fällen, in denen nicht faire Geschäftsmethoden sich der„Geschäftsbedingungen“ als eines Hilfsmittels bedienen. Die Versuchung hierzu liegt nicht fern, denn geschickt abgefaßte Geschäftsbedingungen vermögen den oberflächlichen Besteller erheblich zu schädigen. So ist es seitens dieser Firmen üblich, vor die Stückzahl oder die Menge der zu bestellenden Ware das Wort„je“ im Bestellschein aufzunehmen. Der arglose Käufer bringt dann durch Einfügung einer kleinen Zahl hinter dem Wort„je“ oft eine sehr große Bestellung zustande. Zu den Praktiken derartiger Firmen gehört es auch, in die Geschäftsbedingungen einzufügen:„Gerichtsstand beiderseits ausschließlich das Amtsgericht Berlin=Mitte oder ein beliebiges anderes Amtsgericht nach Wahl der Lieferfirma." Der Zweck ist klar. Durch Vereinbarung eines der Lieferfirma überlassen bleibenden Gerichtsstandes soll vermieden werden, daß die Gerichte durch die Häufigkeit der sich wiederholenden Einwendungen der Beklagten auf den Inhalt derartiger Geschäftsbedingungen aufmerksam werden und sich im Urteil damit befassen. Eine Anfechtung wegen Irrtums wird dem Vertragsschließenden nur in den wenigsten Fällen helfen. Vorsicht ist auch geboten käufen. Nicht selten werden verhandlungen vertragliche über Umsätze gegeben, die einmal schriftlich in nur allzu oft nicht Schweden und Uorwegen mit Dänemark einig. In Schweden Verständnis für Deutschlands Lage. Einmütige Verurteilung der Heuchelei Frankreichs und des Mißbrauchs des Völkerbundes. DNB Stockholm, 17. April. bei Geschäftshierbei bei den KaufZusicherungen — häufig noch nicht den Kaufvertrag ausgenommen— stimmen. Hier empfiehlt es sich, Die meisten schwedischen Blätter unterstreichen mit Genugtuung und Befriedigung die mannhafte Haltung des dänischen Außenministers Munch in Genf, der sich als Sprecher der nordischen Länder der französischen Erklärung gegen Deutschland widersetzt habe. Durchweg bringen die Blätter hierbei zum Ausdruck, daß es den nordischen Ländern vor allen Dingen um die Stellung des Völkerbundes gehe, der durch die Politik der Großmächte, insbesondere Frankreichs, zu einem Instrument deren politischer Machtinteressen herabgewürdigt und mißbraucht worden sei.„Nya Dagligt Allehanda“ schreibt, das Urteil über den deutschen„Vertragsbruch“ sei ein Urteil über den Völkerbund, der ein Areopag für den Ausgleich von internationalen Interessengegensätzen sein soll. Diese Versailler Methoden hätten dem Völkerbund den letzten Rest seines Prestiges geraubt. Ankläger und Richter hätten von derselben Tribüne gesprochen, wobei der Angeklagte nicht einmal eingeladen worden sei, sich zu verteidigen. Es habe sich diesmal weder um Recht noch um Gleichheit geyandelt. Was in Genf geschehen sei, das sei der Aufbau eines gegen Deutschland gerichteten Allianz=Systemes gewesen. Das habe aber nichts mehr mit den internationalen Rechtsgrundsätzen zu tun. Das Verhalten der Großmächte in der Abrüstungsfrage, insbesondere im Hinblick auf Deutschland, charakterisiert das Blatt mit dem bekannten biblischen Spruch vom Splitter und dem Balken im Auge.— Fast dieselben Gedanken werden auch im Leitartikel des„Aftonbladet“ vertreten. Die f1 zösische Erklärung hat franE„„„arung hat nach Meinung des Blattes keinen sich Kassenstreifen, Steuerbelege usw. des Verkäufers anderen Zweck, als mit heuchlerischer Sophistik die verzum im Verihnen vorlegen zu lassen, die eine Uebersicht über die Um satzverhältnisse ermöglichen. Beim Abschluß von Mietverträgen sorge man als Mieter dafür, daß der durch Vereinbarung der großen Spitzenverbände der Vermieter und Mieter unter Mitwirkung des Reichsjustizministers zustandegekommene„Deutsche Einheitsmietvertrag" zugrundegelegt wird. Manche der vielfach den Grundsätzen wahrer Volksgemeinschaft nicht entsprechende Klauseln, wie sie sich in zahlreichen der bisher verwendeten Mietvertragsformulare vorfinden, sind durch diesen Einheitsmietvertrag ausgemerzt und gemißbilligt worden, z. B. das außerordentliche Kündigungsrecht des Vermieters bei geringfügiger Vertragsverletzung des Mieters oder bei geringfügigem Mietszinsrückstand. Nicht selten sind gerade in letzter Zeit durch gewissenlose Vermittler kurz nach Erlaß des Gesetzes zum Schutze des Einzelhandels vom 13. 5 1933 Geschäfte neu errichtet und an Leute kauft worden, die über das Gesetz Schutze des Einzelhandels nicht Bilde waren. Wollten die Käufer nach tragsschluß die Geschäfte eröffnen, dann wurde auf Grund des Artikels 1§ 2 des Gesetzes zum Schutze des Einzelhandels vom 13. 5. 1933(RGBl. 1933 1. S. 262) die Genehmigung zur Eröffnung versagt und die bereits eröffneten Geschäfte wurden durch die Polizei wieder geschlossen. Die hereingefallenen Käufer sind hierdurch nicht nur um die Kaufsumme betrogen, sondern in einzelnen Fällen auch in ihrer Existenz zugrunde gerichtet worden. Da die durch das Gesetz vom 25. 10. 1933(RGBl. 1 S. 779) zunächst befristete Sperre der Errichtung von Verkaufsstellen lt. Gesetz vom 13. 12. 1934(RGBl. 1 S. 1241) bis auf wei teres ohne zeitliche Befristung und ohne Einschränkung auch für jegliche Art der Uebernahme gilt, wird es sich empfehlen, beim Kauf von Geschäften mittelständischer Betriebe sich das Vorhandensein der behördlichen Genehmigung zum Betriebe vorher nachweisen zu lassen. Mit der zunehmenden Gründung von Erdölunternehmungen haben in den vergangenen Monaten unlautere Elemente die Leichtgläubigkeit und Hoffnung mancher Volksgenossen auf mühelosen Gewinn ausgenutzt, zumal solcher Volksgenossen, die in Geldgeschäften wenig Erfahrung besitzen. Zweifelhaften Vermittlern ist es gelungen, Anteilscheine von Bohrbetrieben zu verkaufen, die kaum ein Drittel des Kaufpreises wert waren. Jeder einzelne Volksgenosse sollte sich vor Augen halten, daß das Inaussichtstellen derartiger müheloser Gewinne gerade in unserer Zeit, die nur der harten und ehrlichen Arbeit ihren Lohn gibt, zu Vorsicht mahnt. Selbst geschäftlich gewandten Volksgenossen vielfach nicht bekannt zu sein, daß Urkunden abgeschlossene Verträge, wie z. B. rungsübereignungsverträge, Mietverträge usw. demütigenden Bestimmungen von Versailles, gegen Deutschland erneut aufrechtzuerhalten. Indessen sei im Friedensvertrag von Versailles nicht die geringste Spur von Gerechtigkeit und Heiligkeit zu finden. Der Versailler Vertrag sei vielmehr eine Anwendung des Faustrechtes, das im unversöhnlichen Kampf mit der Gerechtigkeit liege. Im Hinblick auf einen solchen Friedensvertrag und das Verhalten der Großmächte nach dem Grundsatz des zweierlei Maß sei es Deutschlands moralische Pflicht als Nation gewesen, diese unwürdige Bestimmung abzuschütteln. Wenn Wehrpflicht eine Kriegsgefahr bedeute, um wieviel mehr seien denn die erhöhten Rüstungen Frankreichs, Italiens und Sowjetrußlands eine Kriegsgefahr. Die Forderungen, die diese Mächte Deutschland gegenüber stellten, bezeichnet das Blatt als kindliche und alberne Ansprüche und zählt hierbei all die Versäumnisse wie in Bezug auf Wilna Memel u. a. auf. Die nordischen Außenminister handelten gemäß der wirklichen Aufgabe des Völkerbundes und täten das, was Vernunft und Anständigkeit erforderten. dies, dann könne Hitler mit großer Sicherheit sein Ziel der Wiederaufrichtung Deutschlands erreichen und dem Reich den natürlichen Platz unter den Staaten in Europa wiedergeben. Wahrscheinlich sei es jedenfalls, daß Hitler schon das schwerste Stück des Weges hinter sich habe. Deutschland sei heute wieder eine Großmacht. Den Eindruck den Molin in Frankreich gewonnen hat, bezeichnet er als beklemmend. Die französische Politik befinde sich im Zustande einer hoffnungslosen Greisenhaftigkeit. Er sei der Ueberzeugung, daß„das neue Leben Europas soeben in Deutschland siedet". Zustimmungserklärung des norwegischen Rußenministers. DNB Kopenhagen, 18. April. Zusammenhang und der von D Im ßung hat der dänische schen„Politiken“ „Das, worauf mit der Genser Entschlieänemark eingenommenen Haltung Außenminister Munch der demokratigegenüber u. a. erklärt: wir unsererseits besonders Gewicht gelegt haben und was für unsere Stellungnahme bei der heutigen Abstimmung entscheidend gewesen ist, war die Rücksicht darauf. nicht die Möglichkeit für kommende Verhandlungen und im Zusammenhang damit für die Bestrebungen nach Stärkung der Stellung des Völkerbundes als Instrument zur Verständigung zwischen den Völkern zu verschärfen. Die Großmächte sehr stark die Notwendigkei sung hervorgehoben. Wir nung knüpfen, daß sie mit keit der Annahme der Entschlie nur die Hoft der Bedeu und daß ihre Be können daran ihrer E tung der Entschließung Recht behalten strebungen glücken werden.“ Die Frage, ob Dänemarks Haltung einen ungün stigen Eindruck in den Ländern machen würde, di# ie Annahme der Entschließung wünschten, beantwortet, Dr. Munch verneinend. Er gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß die Vertreter der anderen Länder die Begründung Dänemarks verstehen würden, ebenso wie man auf dänischer Seite die Begründung der anderen von ihrem Standpunkt aus verstehe. Ministerpräsident Stauning erklärte „Die Haltung von Außenminister Munch stimmt voll. kommen mit dem Ergebnis der Verhandlungen überein, die kürzlich zwischen der Außenministern der nordischen Länder stattgefunden haben. Wir haben die ganze Zeit über geglaubt daß es entscheidend sein müsse, den Weg für DeutschlandRückkehr in den Völkerbund offenzuhalten, und es war unsere Ueberzeugung, daß diese Rückkeh: durch die Annahme einer scharfen Erklärung erschwert werden wurde. Aus Rücksicht darauf haben wir nicht geglaubt, irgendwelche Verant wortung hierfür nicht übernehmen zu können.“ Daß auch der Norden hinter Dänemart steht, zeigt eine Aeußerung des norwegischen Außenministers Prof. Koth, der in der„Politiken“ erklärte:„Jo freue mich sehr über den Stand. punkt, den Dr. Munch im Völkerbundsrat eingenommen hat und ich kann mich ihm nur anschließen. Es war nach meiner Meinung richtig von Dänemark, so zu handeln und ich kann sagen, falls Norwegen Mitglied des Rates gewesen wäre, hätten wir genau in der gleichen Weise gehandelt.“ Schein und Wirklichkeit. „Gazeta Polska“ zur Genfer Entschließung. DNB Warschau, 18. April. „Hitler ist der Staatsmann in Europa“. Ein schwedisches Urteil. DNB Stockholm, 18. April. pflegt über Siche Das Abendblatt„Nya Dagligt Allehanda“ veröffentlicht unter der Ueberschrift„Hitler ist der Staatsmann in Europa“ in großer Aufmachung auf der ersten Seite eine Unterredung mit dem bekannten schwedischen Rechtspolitiker und Publizisten Dr. Adrian Molin, der soeben von einer siebenwöchigen Rundreise in Europa zurückgekehrt ist. Im Mittelpunkt steht seine Erklärung über den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Seiner Meinung nach, und wie er sagt, im Gegensatz zu manchen Vorstellungen hier zu Lande halte Adolf Hitler heute das Steuer fester denn je in seinen Händen. Er stehe vor gigantischen Aufgaben, nicht nur auf dem Gebiete der Wirtschaftsverwaltung, sondern auch der Rechtsordnung. Nach dem bisherigen Verlauf zu urteilen, könne man erwarten, daß Hitler seine Aufgaben lösen werde,„da er der Staatsmann von großem Ausmaß ist, den die Lage erfordert, ja, da er der Staatsmann ist, auf dem nicht nur Deutschlands, sondern auch Europas nächste Zukunft vor allem anderen beruht.“ Zur Außenvolitik erklärte Molin, daß Hitlers Stellung wesentlich gefestigter sei als die seiner Partner. Es komme darauf an, daß Deutschland die Nerven behalte. Geschehe Der Berliner Berichterstatter der„Gazeta Polska" hebt in einem Leitartikel hervor, daß die Ergebnisse von Stresa sich nicht mit den deutschen Erwartungen gedeckt hätten. Die Annahme der Genfer Resolution sei für Deutschland eine sehr unangenehme Ueberraschung. Im Zusammenhang mit den Genfer Beschlüssen sei festzustellen, daß Reichskanzler Hitler sehr wohl zwischen Schein und Wirklichkeit unterscheide. Wirklichkeit aber sei, daß der einseitige Schritt der Reschsregierung in der Frage der Wehrpflicht, obgleich ihn die Genfer Worte verurteilten, im Grunde ungestraft hingehe. Sir John Simon habe mit Nachdruck hervorgehoben, daß die Türen weiterhin orfen seien, das heiße, Deutschland sei nicht aus dem diplomatischen Spiel ausgeschaltet. Bemerkenswert sei weiter, daß man die Unabhängigkeit Oesterreichs nur mit Kraftanstrengung bisher nicht gefunden sei. Wirklichkeit sei endlich, daß der vorgeschlagene Ostpakt das Tageslicht nicht ervlicken werde und daß Deutschland in Osteuropa keinem Vertrage beitreten werde, der eine gegenseitige militärische Hilfeleistung vorsehe. Die erfreuten Kommentare der einen und die erbitterten der anderen wegen des Genfer Beschlusses dürften nicht zu irrigen Schlüssen führen. Diejenigen, die sich freuten, würden sehr schnell feststellen, daß eine Demonstration keine Tat sei. Diejenigen, die sich ärgerten, würden allmählich bemerken, daß sie ein ziemlich billig erworbenes reales Ergebnis in der Hand hätten. Gesamtergebnis der Vertrauensratswahlen aus 20 Gauen. DNB Berlin, 18. April. In 20 Gauen wurden von allen abgegebenen Stimmen 83,8 Prozent Ja=Stimmen abgegeben. Es erhielten: Gau Prozent Ja=Stimmen Essen 81 München=Oberbayern 85,5 Thüringen 85 Berlin 72,4 Kurmark 86 Koblenz=Trier 80 Schleswig=Holstein 89 Kurhessen Westfalen=Nord Baden Schlesien Halle=Merseburg Main=Franken Württemberg Hessen=Nassau Magdeburg=Anhalt Pommern Köln=Aachen Sachsen Rheinpfalz Kommunistische Emigranten sollen holland verlassen. DNB Amsterdam, 18. April. Wie„Algemeen Handelsblad“ erfährt, wird ein großer Teil der von der Amsterdamer Polizei wegen unerlaubKundfunkrede Ulacdonalds. Die Apotheose von Stresa.- Die Aufgabe des „Hinter den Wolken der Sonnenschein“. & London, 18. April. Macdonald sprach Mittwoch nach der Fassung dem Preußischen Stempelsteuergesetz in der Bekanntmachung vom 27. Oktober 1924(geändert durch Gesetz vom 26. Juli 1926 und 5. April 1928) stempelsteuerpflichtig sind. Es wird stets angebracht sein, sich hierüber ins Bild zu setzen, da andernfalls leicht der Verdacht aufkommen kann, die abgeschlossenen Verträge seien fingiert. In den weniger schwierigen Rechtsgeschäften des läglichen Lebens werden die Volksgenossen, auch wenn sie Laien sind, regelmäßig selbst ihr Recht wahren und Verträge und dergl. unter Beobachtung der nötigen Sorgfalt selbst abschließen können. Ist sich jedoch ein Vertragschließender über die Richtigkeit und Tragweite seines Verhaltens nicht im klaren oder ist der Fall schwieriger gelagert, so wird es sich stets empfehlen, die Hilfe fachmännischer Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen, d. h. zu einem Rechtsanwalt oder Notar zu gehen. Sparsamkeit wäre hier schlecht am Platze, und mancher hat sie schwer bereut, wenn er später an Prozeßkosten ein Mehrfaches von dem hat zahlen müssen, was die vorherige Beratung durch einen Anwalt gekostet haben würde. Für minderbemittelte Volksgenossen stehen die NS=Rechtsberatungsstellen und die von den Anwaltskammern eingerichteten kostenlosen Sprechstunden Verfügung! zur Premierminister abend im englischen Rundfunk über die Stresaer Konferenz und die Entwicklung in der internationalen Lage. Er entwickelte zunächst in längeren Ausführungen den bekannten englischen Standpunkt in der Frage der Wiederherstellung der deutschen Wehrhoheit und schilderte im einzelnen die Vorgänge, die zur Konferenz von Stresa geführt hatten. Hierzu erklärte Macdonald: Das wichtigste und befriedigendste Ergebnis der Konferenz von Stresa besteht darin, daß die drei Nationen Großbritannien, Frankreich und Italien ihre Solidarität und ihre Uebereinstimmung darüber erklärten, keine von ihnen gemachte Erklärung aufzugeben und die von ihnen bereits in Angriffgenommene Arbeit fortzusetzen. Sie haben der Spannung Stand gehalten. Und nachdem dies erreicht worden ist, können wir mit rückkehrender Hoffnung in die Zukunft blicken. Denn ihre Uebereinstimmung richtet sich gegen niemand. Sie verlangen nur, daß sich ihnen die anderen bei der Aufrechterhaltung des Friedens und bei der Beseitigung von Drohungen gegen die Sicherheit irgend eines Staates anschließen. In einigen Kreisen glaubt man, daß die britische Nation für die Fortsetzung der Einigkeit— und ich darf hinzufügen: Für ihr Vertrauen in den endgültigen Triumph des Friedens— mit der Uebernahme neuer Verpflichtungen bezahlen müßte. Ich freue mich, auch das erwähnte Ergebnis beSpur einer besonderen Verpflichtung übernommen worden ist. Ihr tragt heute keine richten und versichern zu können, daß nicht eine Last, die Ihr nicht an dem Tage vor unserer Abreise nach Stresa getragen habt. Und wir haben den bis zurzeit der deutschen Erklärung erzielten Fortschritt gerettet. der Mac Donald Konferenz von sind esn auf die einzelnen Ergehnisse tresa ein und sagte, die Versuche, den Nationen Ost= und Mitteleuropas Sicherheit zu geben, werden auf der Grundlage von Richtangriffspakten und gegenseitigen Sicherheitsverträgen fortgesetzt, die, wie ich hoffe, die Grundlagen des Friedens in diesen Gebieten sein werden. Wir sind nicht unmittelbar betroffen. Aber wir sind sehr interessiert und besorgt, in jeder möglichen Weise zu helfen, um die Verhandlungen zu ebnen. Die Bemühungen zum Abschluß eines westeuropäischen Luftvaktes werden weitergeführt werden. Die drei Stresa=Mächte bekräftigen erneut ihre Entschlossenheit und Besorgnis, sich an jeder greifbaren Bemühung für die Forderung einer Vereinbarung zum mindesten über die Begrenzung der Rüstungen zu beteiligen. Ihr könnt versichert bleiben, daß keine von ihnen und am wenigsten England eine einzige Gelegenheit zur Fortsetzung der Besprechungen über diesen Gegenstand mit Deutschland als Partner versäumen wird. Mit Italien bestätigen wir erneut unsere Verpflichtungen gemäß dem Locarno=Vertrag. Wir werden ihnen treu sein. Ich brauche meine eigene Hingabe für den Frieden nicht zu wiederholen— einen Frieden, der sich auf die Grundsätze der Völkerbundssatzung und ihre vollste Anwendung stützt. Aber es besteht ein Unterschied zwischen dem Friedliebenden und den Friedensmacher. Der Friedliebende sitzt an seinem Kamin, träumt von dem, was er getan haben möchte und ist getröstet, weil er in einer unwirklichen Welt seiner eigenen Erfindungen lebt, in der alle praktischen Schwierigkeiten ausgeglichen sind. Der Friedensmacher aber hat den Tatsachen ins Gesicht zu blicken. Er hat allen Schwierigkeiten einer Welt gegenüberzustehen, von der ein großer Teil keinen leidenschaftlichen Friedenswillen hat. Manchmal mag man hoffen und manchmal mag man enttäuscht sein. Trotzdem ich mich zur Enttäuschung bekenne, habe ich kein Atom meiner Hoffnung aufgegeben, denn durch die herabsinkenden Wolken sehe ich den Sonnenschein. Die Konferenz von Stresa wird bestimmt helfen, die Wolken zu zerstreuen und die Sonne durchbrechen zu lassen, wenn ihr Geist erhalten, ihre Beschlüsse befolgt und ihr Zweck nicht ter politischer Betätigung in Haft genommenen früheren deutschen Kommunisten auf ihren Antrag in Kürze wieder freigelassen werden, wenn sie sich verpflichten, Holland umgehend zu verlassen. Klammentod eines Unbekannten. Siedlungsgebäude eingeäschert. DNB Locksteder Lager, 17. April. In der Siedlung Springhof brach in der Nacht zum Mittwoch auf dem Anwesen eines Siedlers ein Großfeuer aus. Trotz der eifrigen Bemühungen der Feuerwehr und des SA=Hilfslagers konnten die Wirtschaftsgebäude nicht gerrettet werden. Lediglich das Wohnhaus wurde gerettet. In der niedergebrannten Scheune fand man bei den Aufräumungsarbeiten ein fremdes Fahrrao vor. Bei näherer Untersuchung wurde die völlig verkohlte Leiche eines unbekannten Mannes aufgefunden, der vermutlich dort im Strohlager übernachtet hatte. Es muß angenommen werden, daß das Feuer durch Unvorsichtigkeit dieses unbekannten Mannes entstanden ist. Lawinenunglück in den Walliser Alpen DNB Bern, 18. April. südlich des Dorfes Saas=Fee In den Walliser Alpen ereignete sich am Mittwoch ein Lawinenunglück, das drei Menschen das Leben gerostet hat. Eine aus etwa 15 Personen bestehende deutsche Touristengruppe aus Baden wurde beim Aufstieg zum Plattie, den sie trotz Schneefalles am Morgen und trotz vorheriger Warnung unternommen hatte, von einer vom Mittagshorn niedergehenden Staublawine überrascht. Von den Verschütteten, die zum Teil verletzt wurden, konnten einige lebend gevorgen werden. Einer der Teilnehmer blieb in der Lawine und erstickte. Von den Geborgenen sind später zwei ihren Verletzungen erlegen. Im Brunnenschacht lebendig begraben : Vor Schmerzen wahnsinnig geworden. — Genf, 18. April. Im Dorfe Pobersch bei Marburg ist seit fünf Tagen ein junger A an der Drau ger Arbeiter in einem tiefen Brunnenschacht lebendig begraben. Alle Rettungsversuche waren bisher vergeblich. Der junge Mann ist vor Schmerzen wahnsinnig geworden. Er hatte in dem acht Meter tiefen Brunnenschacht gearbeitet, als plötzlich von den Brunnenwänden Beton=, Stein= und Erdmassen herabstürzten und ihn bis zum Halse verschütteten. Seine Lage wird als hoffnungslos bezeichnet. gefährdet wird. Im Schnellflugzeug über den Pazifik. 8 Newyork, 18. April. In Alameda bei San Franzisko in Kalifornien startete am Dienstag in Gegenwart von Tausenden von Zuschauern um 18,51 Uhr Newyorker Zeit(23,51 Uhr ME3) das neue amerikanische Schnellflugzeug „Panamerican Clipper“ nach Honolulu. Das Flugzeug, das wochenlang Probeflüge ausgeführt hat, ist mit dem neuen Radiokompaß ausgerüstet. An Bord befinden sich sechs Mann Besatzung. Führer der Maschine ist Kapitän Edwinc Musick. Das Flugzeug hat vier Motore. Es entwickelt eine Stundengeschwindigkeit von 260 Klm. bei einem Gesamtgewicht von rund 18 600 Klg. Brennstoff kann es für über 5000 Klm. mitnehmen. Die Strecke Alameda—Honolulu ist rund 3800 Klm. lang. Der Flug nach Honolulu gilt gleichzeitig als Probeflug auf der ersten Etappe der neugeplanten Handelsfluglinie nach Ostasien. Die Maschine hat 10.000 Briefe und Postkarten nach Honolulu mitgenommen. Wie aus Honolulu gemeldet wird, ist das Schnellflugzeug„Panamerican Clipper“ nach einer Flugzeit von 17 Stunden 45 Minuten in Poarl Harbour glatt gelandet. Das Flugzeug flog nach Zurücklegung der halben Strecke im Zickzackkurs, um den neuen Radiokompaß auszuprobieren. Auf dem letzten Teil der Flugstrecke wurde er von einer Marinestaffel begleitet. Beilag Ueber den wie von Gehe Größten unser Dante, Michel tasten wir im festlegen wolle Todesjahr, we sind einfach h derthalb Jahr „Sandwart", Nürnberg, in mit, der zu se oder Mathes! Humanist und ßen“ Albrecht Lucas Cranack quasi medioc wissermaßen d 1573 spricht de „Mathis von wenige festlieg sind Frankfurt sonst war er u sicher über sein er ein eingezo und sei„übel merkt zu diese Höllenfeuer zug Frauenhand, di Denn kein Ma Weibes so wie bens trinken m unserer größte den Spielraum Der unbändige die innere Err Gestalten fluten Gebanntsein vo den so hell für gehörte, war de des ausgehende Gottesgedanke sondern der u Einsatzpunkt alt lich=weltlichen das was unser insofern:„Zur d. h. für uns. C deren Räumen, umfassende Wir auf Golgatha m Judaeorum,„di ten Östergrab, Herrn. 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Ueber den Namen und Leben Grünewalds liegt es wie von Geheimnis und Tragik. Er ist sicher einer der Größten unseres Volkes gewesen, nur vergleichbar einem Dante, Michelangelo, Bach oder Beethoven, und doch tasten wir im Dunkel, wenn wir sein Leben historisch festlegen wollen. Wir wissen weder sein Geburts=, noch Todesjahr, weder Heimat noch Ort seines Sterbens, wir sind einfach hier auf Vermutung angewiesen. Erst anderthalb Jahrhundert nach des Meisters Tod teilt uns „Sandwart“, Kunsthistoriker des 17. Jahrhunderts zu Nürnberg, in seiner„Teutschen Akademie“ seinen Namen mit, der zu seinen Lebzeiten Meister Matthias, Mathis oder Mathes hieß. 1531 erwähnt ihn der protestantische Humanist und Theologe Melanchthon beim Tode des„großen“ Albrecht Dürer und dem noch lebenden„anmutigen“ Lucas Cranach als einen Dahingeschiedenen:„Mathias quasi mediocritatem servabat“.(„Mathias hielt gewissermaßen die Mitte“, zwischen Dürer und Cranach) 1573 spricht der Straßburger Verleger Jobin von einem „Mathis von Aschaffenburg“, so gibt es nur noch ganz wenige festliegende Daten. Hauptstätten seines Wirkens sind Frankfurt, Aschaffenburg und Nürnberg gewesen, sonst war er unstet und flüchtig. Nur eins wissen wir sicher über seine Lebensführung durch seine Schüler, daß er ein eingezogenes melancholisches Leben geführt habe und sei„übel verheuratet gewesen“. Wilhelm Kotzde bezu dieser Tatsache:„Er, dem ein Himmel= und Höllenfeuer zugleich die Seele brannte, fand keine linde Frauenhand, die Palsam auf seine Wunden gelegt hätte. Denn kein Mann bedarf des verstehenden und weckenden Weibes so wie der Künstler, der vom Urborn alles Lebens trinken muß". Diese Tatsache aus dem Leben eines unserer größten Maler, lassen gesehen auf sein Werk, den Spielraum von Vermutungen und Ahnungen offen. Der unbändige Ausdruck des Schmerzes, den er schafft die innere Erregtheit und Leidenschaft, die durch seine Gestalten fluten, das dumpfe und schwere Hinbrüten und Gebanntsein von einem Fluch tragischen Schicksals werden so hell für uns. Das Zeitalter, dem Grünewald angehörte, war das der zu Ende gehenden Gotik, überhaupt des ausgehenden Mittelalters, ein Zeitalter, in dem der Gottesgedanke nicht ein Gedanke neben anderen war, sondern der weithin beherrschende. Dieser universale Einsatzpunkt als Grundlage der Beurteilung alles menschlich=weltlichen Lebens in allen seinen Verzweigungen, ist das was unserer Gegenwart verloren gegangen ist und insofern:„Zurück zum Mittelalter!“. Denn Religion, d. h. für uns, Christentum, ist nicht ein Raum neben anderen Räumen, sondern die einzige weltweite, weltumfassende Wirklichkeit, dokumentiert durch das Kreuz auf Golgatha mit der Ueberschrift: Jesus Nazarenus Rex Judaeorum,„dieser ist der Judenkönig“ und dem geöffneten Östergrab, als dem Triumphlied des auferstandenen Herrn. Mit diesem Grundsatz: Esse est Deus— neutestamentlich gesprochen„Jesus ist Christus“, d. h. Messianischer König und Herr der Welt, deuten wir Kunst aus christlicher, dem Evangelium entsprechender Verspektive. Wir treten zugleich aber als Menschen, die sehen und hören wollen in dieser Passionswoche des Karfreitag, unter den„Kruzifixus“ des Matthias Grünewald vom Isenheimer Altar(1508—1510 entstanden im Kloster zu Isenheim im Elsaß), um uns unter seinen Gehalt, der symbolische Abschattung der göttlichen Offenbarung in der Geschichte ist, zu beugen und anzubeten als vor einem Geschehnis, das uns ganz persönlich angeht. bleiben von den Segenskräften, die vom Kreuz her ließen, heißt allein gelassen sein in der quälenden Einsamkeit des Menschen mit seiner Zweifelsfrage:„Wo ist nun dein Gott"? Das ist wirklich so, denn das Geschehnis auf Golgatha ist größer als der wortlose Schmerz der zerschlagenen Jüngerseelen. Wir erinnern uns des Wortes Jesu aus dem Evangelium:„Weinet nicht über mich, sondern weint über Euch“! #n allerstärksten Gegensatz zu dieser Gruppe bildet das Geschehnis zur Rechten des Kreuzes. Hier steht Johannes der Täufer, historisch eine unmögliche Zusammenstellung, aber heilsgeschichtlich richtig gesehen. Er ist der Deuter des Todes Christi. In seiner aufrechten Haltung verkündigt er:„Siehe das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt". Was dem wortlosen Schmerz der linken Gruppe nicht möglich ist, den Dienst leistet uns die Prophetie, sie sagt uns was Gott mit diesem Sterben will. So gehört Historie und Prophetie zusammen, und dort, wo sie aufeinander weisen, ist Gottes Offenzu dem Keich ist auf der anderen Seite die Salbenbüchse der Magdalena, historisch unter dem Kreuz wieder unecht, aber heilsgeschichtlich zu Recht darstehend, will sie sagen: Christus als der Getötete muß es leiden, daß man ihn zum Begräbnis, zum Totbleiben einbalsamiere. Das sind die menschlichen Gedanken, und wo sie sind, da ist eitel Tod, darum der Protest von dem Kelch her: Nicht Tod schaust du am Kreuz des Christus, sondern das Leben der Menschen, das Leben der Kirche, die preist das Lamm Gottes, das zwar erwürgt ist, aber den Tod verschlungen hat in den Sieg. Deshalb am fernen Horizont, der schwarz und klagend verdüstert ist, als Trauer über seinen Schöpfer und Herrn, heraufziehender Ostermorgen, erste Morgenröte als Zeichen des Sieges. Paradox klingt die Inschrift auf dem Spruchband schen dem Finger und dem Mund des Johannes, nur auf dem Original sichtbar zu lesen:„Illum oportet crescere, me autem minui,“ d. h.„Er muß wachsen, ich aber muß muß kleiner werden.“ So spricht der lebende Johannes zu dem toten Christus, wahrlich das geht wider den Verstand, aber ist gerichtet auf den Glauben. Denn der Getötete bedeutet das Gericht über die Lebenden. Deshalb Photo: Ew. Schepper So hat der Meister dem starren Eichenholz den Ausdruck tiefster seelischer Ergriffenheit abgewonnen, daß wir die Worte verkörpert sehen, mit welchen der Dichter des mittelalterlichen geistlichen Schauspiels(niederdeutsches Passionsspiel von Alsfeld in Hessen, v. 6450 ff.) die Klage des Johannes verstummen läßt: ach, meyster, myn von königesart! ach, weh mir, daß ich geboren wart. synt ich dich, meyster myn, sehe lyden so groiße pyn und dissen unschuldigen mort! ach, meyster myn, sprich mir zu eyn wort und loiß mich das erwerben, daß ich myt dir mög sterben! Teilbild des Isenheimer Aitars: Die Kreuzigung.(rchir) Es ist wie ein Wunder, daß der Kruzifixus Grünewalds der Kirche geschenkt wurde, hart am Rande der einbrechenden Renaissance, für welche Problem der Kunst wurde„der Mensch“. d. h. die Kunst fängt an diesseitig. „aetheologisch“, von„gott=los“ zu werden. Doch Grünewald bleibt, umbrandet von Renaissance und Humanismus, der Vertreter der Gotik, wo der einzelne Mensch geschaut wird vom Zentrum her, vom Gottesgedanken und Gotteswillen. So hängt Zentral in der Mitte unseres Bildes der Mann am Kreuz, ein schwerer Körper, daß sich die Kreuzesbalken unter der Last biegen, der verschwollene Kopf herunterhängend, im wunden Aufschrei ersterbend, aber die Hände noch im letzten Krampf in die Lüfte qualvoll sich auseinanderspreizend, die Füße furchtbar zu Klumpen verquollen angenagelt, der Körper voller Schwären, durch Geißelhiebe geschlagen, wie bei einem Aussätzigen überall violett=blutig aufbrechende Wunden, selber im grauen aschfahlem Grün der Verwesung. Das ist ein anderer Christus, als der eines Guido Reni, oder auch des edlen Steinhauseschen Kruzifixus, der doch aller Erdenqual schon enthoben ist. Nein, in der ganzen Geschichte christlicher Kunst gibt es keine Kreuzigung, die erdverbundener dargestellt wäre. Viele werden sich gestört und geärgert, andere voll Spott und Hohn von diesem Bild abwenden. Doch der tiefe Sinn Darstellung ist:„Laß o Mensch deine unbarmherzig gleichgültigen Gedanken, schau her und siehe„wie vieles ihm gekostet, daß du erlöst bist“. Die Schau, die hinter diesem Bild steht, ist die— wir nennen es— theologische Schau der wirklichen Geschichte. Nicht von einem erträumten Kruzifixus lebt unser Glaube, sondern von dem Schmerzensmann in der Einsamkeit seiner Qual. Zur Linken des Kreuzes die Gruppe der Jünger in ohnmächtiger Klage verharrend: Maria, die Mutter des Herrn, von den Leiden überwältigt, fällt plötzlich ohnmächtig zurück in die Arme des Johannes. Noch sind ihre Hände gesaltet, aber der Oberkörper wie mit einem Ruck ist vom Kreuz abgewandt. Johannes unter der Aufbietung seiner letzten. Kräfte hält sie in seinen Armen und schaut klagend nieder zu der ärmsten der Frauen, Maria Magdalena, die mit gerungenen Händen in namenlosem Schmerz, in der Haltung hoffnungslosen Sich=aufbäumens unter dem Kreuz kniet. Wir müssen diese Gruppe deuten und sagen: Die Beziehung dieser drei Menschen auf den Gekreuzigten ist eine Scheinbeziehung. Achten wir auf die Bewegung der Linienführung dieser Gestalten, so verlaufen diese Linien in einer Bewegung von Christus weg, ausgehend von der Salbendose der Magdalena, über deren Haupt hinweg zum Haupt des Jüngers Johannes. eine Linie, die mit Wucht über den Rahmen des Bildes hinausstrebt. Was hat uns die Gruppe zu sagen? Das Kreuz als„nur=historisches“, Ereignis, versinnbildlichend den Tod eines„guten Propheten“, eines Helden oder Wundertäters, ist sinnleer, ja sogar sinnwidrig. Irgend ein Theologe sagte: Mit der Haltung des Schmerzes allein, des bloßen tiefen Mitleides vor dem Gekreuzigten stehend, bedeutet ihn nicht verstehen, heißt ausgeschlossen hauung, da können wir von Heilsgeschichte sprechen, die ür uns mit Heil geladen ist. Der ungewöhnlich große Finger des Johannes, der auf den Christus deutet, trägt die Maße des Christus=Körpers selbst, was bedeutet: Nicht als Mensch begreift Johannes mit seinen menschlichen Maßen und Gedanken das Geheimnis des Kreuzes, nein; Prophetie ist stellvertretendes Reden Gottes, denn sie erhält von der Gottheit selbst das Wort in den Mund gelegt. Aus den geöffneten Wunden der verquollenen Füße des Christus fließt dickes geronnenes Blut auf die Erde, scheinbar vergeblich vergossenes Blut. Doch unser Blick geht weiter und bleibt bei dem Lamm als dem Symbol für das:„Siehe das ist Gottes Lamm,“ und deshalb versickert das Blut nicht in der Erde, das Blut des Lamergeht im Kreuz das Gericht über die ganze Welt, die das Leben eigensüchtig für sich und aus sich selbst sucht, aber, und das sagt das Kreuz weiter, um das Leben in Wirklichkeit zu verlieren. Wer sich gegen das„Ich muf abnehmen“, gegen das Sterben sträubt, der betrügt sich um das Leben, das in Christus erschienen ist. Wo aber der Mensch bereit ist, abzunehmen, zu sterben um Christi willen, fängt das Wachsen durch Christus an. Das ist die Predigt des Karfreitags an uns. Voll tiefen Wissens um das Aergernis und um das Heil des Kreuzes ist Matthias Grünewalds Kruzifixus, kein Maler vor ihm und nach ihm hat uns solche Kunde vom Kreuze Christi gegeben. Werner Wortmann. Photo. Ew. Schepper Mariae und Johannis Klage. Von Ewald Schepper, k. Studiendirektor(Dülmen). Selten hat die Karfreitagsklage in der deutschen Holzbildnerei einen so innigen Ausdruck gefunden wie in den ergreifenden Gestalten„Maria und Johannes vom Kreuz“ in der durch ihre reichen Kunstschätze berühmten St. Nikolaikirche zu Kalkar. Sie stammen zusammen mit dem Kreuz von dem 1818 abgebrochenen Lettner, der Chor und Kirchenraum von einander schied und gehören vielleicht dem Anfang des 16. Jahrhunderts an. Was der unbekannte Meister in seinen fast lebensgroßen Figuren aus dem Eichenholz herausgeformt hat, ist gleich eindrucksvoll durch die technische Beherrschung des Materials wie durch die seelische Eindringlichkeit. Die besondere Größe des niederrheinischen Bildschnitzers offenbart sich in der Art und Weise, wie er neben dem Ausdruck des Antlitzes die Gebärdensprache gemeistert und über einen typischen Durchschnitt hinaus gewandelt hat. Vor allem tragen die Geste des Armes und die Beseeltheit der Hand den Hauptanteil der tiefen Empfindung. In der ganzen mittelalterlichen Kunst, in der Literatur, besonders im geistlichen Schauspiel, in der Malerei wie in der Plastik hat ein bestimmter Typus der Gebärdensprache vorgeherrscht Der Schmerz wurde vor allem dargestellt durch Unterstützen der Wange mit der Hand. durch Raufen des Haares. bei Frauen insbesondere auch durch Verkrampfen oder Ringen der Hände. durch Schlagen der Brust oder durch Zerreißen des Gewandes. In mancher Maria=Johannes=Gruppe finden wir diese typischen Ausdrucksmittel verwertet. in Kalkar selbst z. B in der entsprechenden Gruppe des von Meister Loedewich geschnitzten Hochaltars. Eine gewandelte, veredelte Formensprache spricht in unseren Gestalten! Hier finden wir keine ringende, verzweifelte, wehrende Bewegung mehr, sondern seelische Qual ist beherrscht durch seelische Größe, Die unermeßliche Größe des Leidens ist in ihrem Ausdruck deshalb nicht weniger ergreifend, weil er in eine stumme oder eine verstummende Klage eingeschlossen ist. Während das verwühlte Gewand noch die seelische Zerrissenheit aufnimmt und sprechen läßt, verkünden die Hände Mariens die Größe der Ueberwindung und der Ergebung. Wie diese feingebildeten Hände glatt liegen über der Schwere des Gewandes, jede in voller Fläche ganz wirkend, sind sie das Gleichnis einer großen Seele die das Gewoge der Schmerzen niederhält. Wie müde, herb und gramvoll erscheint des Johannes schmales Antlitz unter der Last der schweren, wirren Locken. Der rechte Unterarm ist tief an den Körper gelegt, wie kraftlos werdend, als ob er kaum imstande sei das schwere Buch zu halten. Der linke ist erhoben, aber nicht, um abzuwehren, was nicht mehr zu wenden ist. Wie wundervoll ist auch hier die Hand gebildet mit den tiefgefurchten Linien, wie edel und verhalten und fast nur noch andeutend die Gebärde des Raufens— durch die um die Finger gelegten Locken. Es ist kein Aufbegehren mehr in dieser Hand, vielmehr scheint sie nur bereit zu sein, als Stütze das niedersinkende Haupt aufzunehmen— das Haupt des Gramgebeugten, auf dessen Schultern das Gewand in schweren, fast an Stricke gemahnenden, aufgerundeten Faltenzügen lastet. Entgeltzahlung der Heimarbeiter am j. mai. Der Reichs= und Preußische Arbeitsminister teilt im Einvernehmen mit dem Reichs= und Preußischen Wirtschaftsminister mit: Der Nationale Feiertag des deutschen Volkes soll dem deutschen Arbeiter nach dem Willen der Reichsregierung keinen Lohnausfall bringen. Das Gesetz über die Lohnzahlung am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes vom 26. April 1934 schreibt daher vor, daß dem Arbeiter der regelmäßige Arbeitsverdienst auch für den 1. Mai zu zahlen ist. Auch der deutsche Heimarbeiter soll den Nationalen Feiertag feiern können, ohne daß seine Festesfreude durch Entgeltausfall getrübt wird. Es wird daher erwartet, daß alle Auftraggeber, Zwischenmeister und Hausgewerbetreibenden die von ihnen beschäftigten Heimarbeiter so stellen, daß sie keinen Entgeltausfall erleiden. Im Interesse einheitlicher Behandlung soll jeder Heimarbeiter vier vom Hundert der im Monat April verdienten Entgelte erhalten. In Betrieben, in denen vor dem Osterfest eine saisonmäßige Belebung des Geschäfts zu besonders hohen Entgelten im April geführt hat, kann ausnahmsweise auf drei vom Hundert der im April verdienten Entgelte herabgegangen werden. Da es für manchen Zwischenmeister und die Hausgewerbetreibenden wirtschaftlich nicht erträglich ist, wenn ihnen der Arbeitsausfall zur Last fällt, ist es Pflicht aller Auftraggeber, diesen Zwischenmeistern und Hausgewerbetreibenden die von ihnen gezahlte Entgeltsummen zu ersetzen. Blick nach draußen. „Peteroburger Ausverkauf abgestoppt. * Der amerikanische Multimillionär und frühere FinanzNotizen aus Auslandszeitungen. Westdeutschland Zwei Eheleute mit dem Frontkämpfer= Zeilag Ehrenkreuz. ninister Andrew Mellon hat kürzlich der Sowjetregieeung Raphaels Gemalo#####loa Madonna ung KupyariPWoma."— ##bgekauft. Aller Wahrscheinlichkeit war dies das leyzte wertvolle Kunstwerk, das die Sowjet* zunion verlassen hat, denn die russische Regierung rhat beschlossen. keine Bilder mehr aus der überühmten Gemäldegalerie Eremitage in 1Leningrad zu verkaufen. Die Eremitage=Sammalung ist eine der bedeutendsten, die es in der ganzen Welt : überhaupt gibt. Jahrhunderte lang haben hier die Zaren, die fast alle große Bildersammler waren, die wertvollsten Werke aufgehäuft. Die Bolschewiki schonten zunächst die Kunstschätze, da sie deren Wert genau kannten. Als aber „die fortschreitende Industrialisierung den Geldbedarf der ½1 Union ungeheuer steigerte, wanderte ein Bild nach dem andern ins Ausland. Allein Mellon hat außer der 21„Madonna“, für die er 1166 400 Dollar zahlte(Nikolaus I. hatte das Bild vor hundert Jahren für 50 000 Jugendliche Autoräuber. O Dortmund, 18. April. Im Januar und Februar 1935 brach unter den Autobesitzern Dortmunds zeitweise eine wahre Panir aus, denn ununterbrochen kamen Fälle vor, daß Kraftwagen anscheinend von einer größeren Verbrecherbande von Parkplätzen mitten in der Stadt selbst zu Zeiten, in denen noch regster Verkehr herrschte, entwendet wurden. In der Regel fanden die Bestohlenen dann den Wagen, der sich häufig in stark ramponiertem Zustand befand, nach einem oder mehreren Tagen in einem Vorort Dortmunds wieder. Die Unsicherheit auf den Parkplätzen war so groß, daß kein Mensch mehr mit Ruhe seinen Kraftwagen auf den Parkplätzen abstellen konnte. Der Polizei gelang es aber bald, den Tätern auf kommen n lahr gannonhye die SpHr, 30, Lopper..—#.#uelagehant des Schäffenwagen von Parkplätzen gestohlen und ix ihn Spair fahrten in die Umgebung gemacht zu haben. Der Anführer der Bande war Clajus, der als einziger des Fah rens kundig war Man hätte auf den Gedanken kommen können. es handele sich um dumme Jungenstreiche, wenn ich der Fall ein oder zwei Male ereignet hätte. Aber die Inmenge der Fälle lasse doch darauf schließen, daß die Angerlagten eine gewise ver bre c gr. äsen e aie entwickelt hätten, verschiedene Male hätten sie an ein und demselben Tage mehrere Autos von den Parkplätzen geräubert, um ihre Fahrten zu unternehmen. Die Wagen wurden dann gewöhnlich in gelassen und waren in mehreren Fällen stark beschädigt. Besonders scharf habe das Gericht den Anführe. den.. geklagten Clajus, angefaßt, der die Verantwor tung für das ganze Treiben trage. denn er sei der einzige gewesen, der das Fahren gelern ha Als langjähriger Angehöriger der Hitlerjugend hättee die Verpflichtung gehabt, ein musterhaftes Leben zu führen, er habe aber ein wahres Doppelleben gefuhrt und nachts seine Raubzüge unternommen, die nun seiner Karriere ein Ende bereitet hätten. simonn 1 * Dollar erstanden), noch Tizians„Toilette der Venus" ..“ für 544000 Dollar, Botticellis„Anbetung“ für 838000 Dollar, Peruginos„Kreuzigung“ für 195.000 Dollar gekauft. Heute glaubt die Sowjetregierung auf die Devisen1 beschaffung durch den Ausverkauf der Eremitage ver!“ zichten zu können. Ob das wirklich der Fall ist, lassen zichten zu konnen.T..-——„— wir dahingestellt. Ebenso erscheint es uns einigermaßen Wir Gähingesern..—„„„„„ i zweifelhaft, daß die amerikanische Schätzung stimmt, nach in der sich die Goldvorräte der Union auf rund 1 Milliarde „„„#f f. b54t. M. Rubel belaufen sollen. Wäre das der Fall, so hätte Ruß land vermutlich nicht nötig, mit dem Ausland nur gegen eine mehrjährige Kreditgewährung Geschäfte zu machen, außerdem hätte es dann keinen Anlaß, in allen statistischen Veröffentlichungen die Frage der Goldvorräte ängstlich zu umgehen. Streit um das englische Bier. Die englischen Brauer feierten kürzlich das 500 * jährige Jubiläum des englischen Bieres. Es hieß damals, daß das Bier während der Kontinentalkriege im 15. Jahrhundert von britischen Soldaten mit " n a c h E n g l a n d g e b r a c h t u n d d o r t v o n u n t e r n e h m u n g s lustigen Bauern nachgeahmt worden sei. In der englischen F Presse ist nun ein lebhafter Streit über die Frage I entstanden, ob es wirklich erst seit 500 Jahren d Bier in England gebe, obwohl das Bier schon den n alten Aegyptern bekannt gewesen sei und ein Alter von fl sicher 6000 Jahren habe. In den„Times“ vertritt ein Einsender die Auffassung, daß in England das Bier eben" falls schon längst vor der normannischen Eroberung, also * s c h o n i m e r s t e n J a h r t a u s e n d n a c h C h r i s t i b e k a n n t g e w e s e n I sein müsse. Das Wort„ale“(Name des bekanntesten englischen Bieres) sei beispielsweise ohne Zweifel skan dinavischen Ursprungs(tatsächlich heißt in allen skandinavischen Ländern das Bier„Oel“). Auch das Wort „beer“ kommt nach Meinung des Einsenders nicht von ““ d e m d e u t s c h e n W o r t„ B i e r“ h e r, s o n d e r n v o n d e m k e l " tischen„beere“(deutsch: Gerste). Ganz unrecht wird der „ E i n s e n d e r n i c h t h a b e n, d e n n e s w ä r e i n d e r T a t s e h r „ sonderbar, wenn die seit Jahrtausenden auch in der engh sten Nachbarschaft der britischen Insel bekannte Kunst des Bierbrauens gerade in England unbekannt geblieben K sein sollte. Zum mindesten wird man annehmen können, II daß die Angeln und Sachsen das Bier mit nach England gebracht haben. ) Die Sultanin von Johore. * London hat einen interessanten Besuch. Die Sulta* nin von Joyore, die Frau eines der reichsten Herrscher des Ostens, ist eingetroffen. Derartige Besuche sind in London zwar nicht gerade selten, aber die Sultanin von Johore beschäftigte die Londoner Oeffentlichkeit sehr stark; sie ist nämlich eine Schottin, die Tochter eines Arztes, der in Britisch=Malaya tätig war. Sie hatte vor einer Reihe von Jahren ihren europäischen Mann verlassen, um dem märchenhaft reichen Sultan in seinen Harem zu folgen. Ihre exotische Heirat hat man ihr in London nicht verübelt. Sie wurde vor ein paar Jahren sogar dem Königspaar vorgestellt und erregte bei der Gelegenheit die Bewunderung und wohl auch den Neid der Londoner Damenwelt, denn sie trug Juwelen, wie sie sich selbst die reichsten Engländerinnen nicht leisten können. junge Bürschchen in der Anklagebank des Schöffengericht, um für ihre Taten Rechenschaft abzulegen. Es handelte sich um den 19jährigen Walter Clajus, den 18 Jahre alten Rudolf Riegel und den 20 jährigen Friedrich Beste. Ein Vierter namens Langenberg ist mittlerweile bereits durch das Jugendgericht abgeurteil worden. Der Anführer der Horde war Walter merkwürdiges Doppelleben führte, wie der Vorsitzende in der Begründung des Urteils ausführte. Clajus bekleidete einen Führerposten in der HJ. und galt am Tage als der unbescholtene Hitlerjunge, der seinen Kameraden ein musterhaftes Leben vorführte. Am Abend tat er sich mit seinen Kumpanen zusammen und betrieb das Handwerk eines Autoräubers. Der Angeklagte ist be bereits seit dem Jahre 1930 Angehöriger de jugend und hat das Autofahren gelernt. Anscheinend wurde er von einem unwiderstehlichen Trieb, sich seine Fahrkenntnisse zunutze zu machen, geleitet, denn in den Monaten Januar und Februar verging fast kein Abend, an dem er sich nicht mit seinen Genossen zu sammenfand. Während die übrigen Angeklagten sozu sagen„Schmiere" standen und beobachteten, ob der Be sitzer des Kraftwagens nicht herankam, bestieg Clajus blitzschnell den aufs Korn genommenen Wagen, steuerte ihn auf die Straße und mit gleicher Schnelligkeit sprangen die übrigen Angeklagten hinein und die Fahrt ging los. Der Angeklagte Clasus hatte 16 solche Fahrten mit widerrechtlich in Gebrauch genommenen Kraftwagen unternommen, Riegel war in 15 Fällen dabei gemelen und rühmte sich vor Gericht noch in beinahe zynischer Weise, er habe bei den Spritzfahrten wenigstens das Autofahren gelernt, Beste war in 10 Fällen beteiligt. Blutiger Ausgang von Mietsstreitigkeiten. J Gelsenkirchen=Buer, 18. April. Der seltene Fall, daß ein Eh paar gleichze Hauseigentümer auf dem Nordring und seinem erneut zu Streitigkeiten. Beide lebten schon längere Zeit in Feindschaft. Im Verlauf der Streitigkeiten am Dienstag schoß der Hauseigentümer auf seinen Widersacher mit einer Flobertbüchse und traf diesen in den Kopf. Der Angeschossene wurde im besinnungslosen Zustande in das Krankenha geschafft. Die Verletzung ist glücklicherweise nicht lebensgefährlich. Der Schießwütige wurde von der Kriminalpolizei festgenommen; er wurde ins —geliefert. Scherl(M) zeitig das Ehrenkreuz für Frontkämpfer erhielt, ist aus Leubnitz in Sachsen zu berichten. Der dortige Pfarramtsleiter Max Michel nahm an dem Feldzug in Deutsch=Ostafrika teil und geriet im Jahre 1917 in englische Kriegsgefangenschaft. Seine Frau Emma, die schon im Jahre 1911 in Dudee in der von ihrem Gatten geeiteten station Krankenhilfe leistete, war während des Weltkrieges im Feld= und Seuchenlazarett als Rote=KreuzSchwester tätig und im September 1916 ebenfalls in englische Kriegsgesangenschaft geraten. Bezpe. hatten, die unser Bild zeigt, erhalten nunmehr das Ehrenkreuz für Frontkämpfer. Polizeigefängnis eingeliefert. Flaggerlaß des Kölner Erzbischofs zum 20. April. 1( Köln, 18. April. Der kirchliche Anzeiger für die Exzdiözele Köln, teilt mit: Se. Eminenz der hochwürdigste Herr Kardinal und Erzbischof hat angeordnet, daß am 20. April lich des Geburtstage des Reichsober hauptes zum Ausdruck vaterländischer und reichstreuer Gesinnung die kirchlichen Gebäude in der imlichen W Bruchtal führt und im Volksmunde das„Bimmelbähn= chen“ genannt wurde, ist nunmehr auch von der modernen Technik erfaßt worden. Auf der Strecke ist soeben ein neuer, mit allen modernen Einrichtungen ausaerüsteter Holzgastriebwagen in Dienst gestellt worden. Die Probefahrten sind zur vollen Zufriedenheit verlaufen. Es handelt sich um den ersten Wagen dieser Art, der in Deutschland gebaut und in den Verkehr eingesetzt wurde. Der Wagen bietet 32 Fahr gästen auf gut gepolsterten Plätzen bequemen Platz und kann eine Höchstgeschwindigkeit von 55 Kilometern je Stunde erzielen. herkömmlichen Weise zu beflaggen sind. Das Schöffengeria,„verurteilte Tigiue,#7#. Monaten, Riegel und Beste zu je 3 Monaten GeIn der Urteilsbegründung wurde ausgejängnis, In der Arlensbezeansn.—= führt, die Angeklagten wären geständig, dauernd Kraft Kleinbahnstrecke Bielstein-Waldbröl mit Holzgastriebwagen. O Gummersbach, 19. April. Die weit und breit bekannte Kleinbahnstrecke Bielstein=Waldbröl, die durch das Bechtal und Hamburger Blutiger Streit. ## Trier, 18. April. Wer bekommt gebührenfreie Kriernachweis=Urkunden? — 101 E h.. Eiefl= hiIn der vergangenen Nacht gerieten zwei jungere Leute, die zusammen ein Zimmer andersetzungen, die schließlich zu schweren Tätlichkeiten zwischen den beiden ausarteten. Einer von ihnen griff zum Messer, während der andere aus der Werkzeugkiste ein Magneteisen hervorholte und sich gegen de. Angreifer zur Wehr setzte. Als dieser nicht nachließ und immer mit dem Messer gegen den anoszen Verzagenen wieder mit dem Messer gegen den anderen vorzugehen versuchte, geriet der mit dem Magneteisen Bewaffnete in eine derartige Wut, daß er wie wild auf den Zusammenstellung der gesetzlichen Bestimmungen. Die Gebührenfreiheit bei der Ausstellung von Urkunden zum Nachweis der arischen Abstammung ist zur Behebung zahlreicher Schwierigkeiten, die bei der Handhabung der bisher ergangenen Bestimmungen entstanden waren, durch einen Runderlaß des Reichs= und schen Ministers des Innern geregelt worden. Die obersten Kirchenbehörden haben ihr Einverständnis mit dieser Neuregelung erklärt. Staatliche und kirchliche Stellen werden jedem Volksgenossen bei dem Nachweis seiner arischen Abstammung nach Möglichkeit behilflich sein. Dies ändert aber nichts an der selbstverständlichen Tatsache, daß es grundsätzlich Sache jedes einzelnen ist, den Nachweis seiner Abstammung selbst zu führen. Jeder genosse muß sich daher bemühen, den Anträgen auf Ausstellung bestimmter Personenstandsurkunden möglichst genaue Angaben über seine Vorfahren Das Unvermögen ist von der Stelle, die den Nachweis der arischen Abstimmung verlangt hat, aus dem Schreiben. durch das die Urkunde angefordert wird, zu bescheinigen. Erwerbslose, Wohlfahrtsempfänger und Sozialrentner sind stets als unvermögend anzusehen. Wird das Unvermögen zur Zahlung der Gebühren bezweifelt, so kann die um Bescheinigung angegangene Stelle den Antragsteller zunächst zur Beibringung einer von der zuständigen Gemeindebehörde ausgestellten Unvermögensbescheinigung auffordern. Messerhelden einhieb. Sein Gegner wurde übel zugerichtet. Mit 27 Schlägen auf den Kopf, die sämtlich schwere Schlagwunden hinterließen, wurde der eine ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem die Wohnungsnachbarn die Polizei benachrichtigt hatten. Der Täter wurde in Haft genommen und wird sich wegen chwerer Körperverletzung vor Gericht zu verantworten saben. Er selbst trug bei der Schlägerei nur geringügige Verletzungen davon. Gebührenfreiheit tritt ferner ein, wenn der Nachweis zu amtlichen Zwecken beizufügen. Nur in diesem Fall kann er bei der großen Zahl der zu erledigenden Anträge damit rechnen, die anDie Schnellzugskatastrophe bei Marcheprime hat noch ein viertes Todesopfer gefordert. In einem der zertrümmerten Wagen wurde die bis zur Unkenntlichkeit „ 0 z i n e r M a g e n s c h a r i n e verstümmelte Leiche einer Wagenschaffnerin gefunden. geforderten Urkunden binnen kurzer Zeit zu Sind die Angaben unrichtig oder unbestimmt, so läßt sich wegen der notwendigen Sucharbeiten eine oft längere Verzögerung nicht vermeiden. Es ist auch ein Irrtum, wenn vielfach angenommen wird, daß alle Urkunden zum Nachweis der arischen Abstammung gebührenfrei auszustellen sind. Grundsätzlich sind vielmehr Gebühren zu entrichten; Gebührenfreiheit tritt, von einigen Sonderfällen abgesehen, im allgemeinen nur im Falle des Unvermögens zur Zahlung der Gebühren ein. angefordert wird. Die Stellen der Partei usw., die eine Urkunde im parteiamtlichen Interesse kostenlos anfordern wollen, werden sich hierfür der Vermittlung der Gauleitungen. S.A.=Gruppen, S.S.=Abschnitte, N.S.K.K.=Brigaden, des N.S. Deutschen Frontkämpfer=Bundes oder höherer Stellen bedienen. Ebenso tritt Gebührenfreiheit für folgende Fälle ein: bei Abstammungsnachweisen zur Durchführung des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. Hier wird im allgemeinen nur die Ausstellung der Geburtsurkunde des Antragstellers und der Heiratsurkunde seiner Eltern in Frage kommen. Wer um seine Einstellung als Beamter, Angestellter oder Arbeiter in den öffentlichen Dienst nachsucht oder in ehrenamtillen berufen werden soll, erhält keine Gebührenliche Stellen verufen werden son, erhal— freiheit. Auch der Nachweis der arischen Abstammung der Ehefrau oder Verlobten eines Beamten usw. erfolgt nicht gebührenfrei. Dagegen werden die Personenstandsurkunden für den Antragsteller zur Durchführung des„Reichserbhofgesetzer kostenlos ausgestellt. Keine Gebührenfreiheit erhalten die Angehörigen des Reichsnährstandes, die nicht Bauern sind Mmmirnnzrzmrmmmmn Internationaler Filmkongreß in Berlin. finden. Erhaten Sie ich Shre BjOX-ULIKEEA SaUEE ROTT-ZAHNFAS IAA vein, weis und biank. Jähne gesund mit Handelsschule!“# m Höhere Hondelsschuft min, Handelsschale Realabtellung Jneule Chemieschule Verreist 2395 Noelle’sche Handelsschule Osnabrück. Prospekt. 1179 vom 24. April dis 22. Mai. Hahues, Heilpraktiker, Dülmen. von=Papen=Straße 128. Prival-Schulhelm Delmold Achtung! 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Die und allerdings er gendein sofor Die Erklärung unterlassen habe, d len Gemeinschaft o hgegangenen Vertri (2). Aber sie er zit und werde na immen und einseiti trachtet, daß der Vi erkzeug in den Hän „Times“, sagt: Eörperschaft u ine Rücksicht äinde genomme lind seine Ver 0 Es würde den teiische Körpersch mindesten eine Art und Weise z Vertrag auferleg unterzeichnet, buck Bajonettspitze. Das Blatt erinne utschen Abordnung eutschen sich erst zu arschall Foch Anwe Deutschland binne Der Leitaufsatz we raufgegangenen Fr n Vertretern der b h auch in nachteilig n sei, über jeden A ##ndeln. Das Blat ariser Kongreß(naongreß von 1878 an arck um jeden Vertr inn auf die„ganz eutschen 1919 zuteil „Times“ schließt: ersailler Vertrags eisten Regierungen cht nur wohlbekani ebrannt. Die nationalso Teil eine Enpör grundlegende Ta wird, wird es ke geben. Augenblicklich mu ge Verbindung de e mit den Ergebni sine Versuchung hal riede wird solu1 affenstillsten auptziel nicht tik der Organ Endern in der hhlusses eines icken. Scherl 1M0) Vom 25. April bis 1. Mai tagt in Berlin der Film kongreß, an dem etwa 800 Vertreter der internationalen Filmindustrie teilnehmen werden. Am 26. April wird aus Anlaß dieses Kongresses im ganzen Reich ein VolksKino=Tag veranstaltet, an dem Sondervorstellungen statt—. Diese Nadel soll an diesem Tage zum freien EinEintritt in die Kinos berechtigen. Der liberale„Ne s, daß der beda hen Presse e irzer Dauer sein Es Premierministe onach der Abschlus Leutschland nach wi kleibe und daß die erf nicht geschlosser „Daily Hera Stresa=Entschließung Die Aussicht Genf rücke in di allen Leuten be Systems von Der 6 Be (Nachdruck verbot ZENO-Anzeigentell! Er hatte den gar net a bissel bei dir bin? S vll alles gut w * Wie ein Sti die ganze Liebe #phas wundes, ast ohne zu vei en. „Was soll gl „Morgen kin Tor deiner Reise : Wohnung, olen. Mußt d # genau wie i. Josepha schlu „Jetzt greins uat?“ Sie waren i der. gegangen u asse Schnee ihr sob Josepha de aso guat, so se „Dann ist's Jetzt wollte I woaß net, 1 zu tun. J sie waren ja d it i in Münch s, Ihre Frau „Aber waru „Sie wissen ### seinem Herze anzes Leben g uam, den siei net glauben, seich. so warm, ungl auffahre hlaff herabhär rlich kam ihr kämpfer5 Scher!(M) tig das Ehrenubnitz in Sachitsleiter Max h=Ostafrika teil kriegsgefangenJahre 1911 in eten Missionsind des WeltIs Rote=Kreuz6 ebenfalls in ide Gatten, die Ehrenkreuz für is„Bimmelbähn= von der moderStrecke ist soeben ichtungen ausgen Dienst ged zur vollen Zuh um den ersten jebaut und in den bietet 32 Fahrjuemen Platz und 55 Kilometern je rier, 18. 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Reuter meldet aus Genf: Vor seiner Abreise nach Engnd sagte Sir John Simon:„Stresa war gut, nfwar noch besser"(!). Times“ führt in enem Leitaufsatz aus, gegen den halt der gestern angenommenen Entschließung von uf sei an und für sich nichts einzuwenden. Auch sei ; L o n d o n e r P r o g r a m m v o m V ö l k e r b u n d s r a t s o r m e l l billigt worden. Die Aufnahme der Nachricht in Deutschid auerdings erwecke ernste Zweifel, ob gendein sofortiger Fortschritt möglich Die Erklärung der Entschließung, daß Deutschland unterlassen habe, die allen Mitgliedern der in kernatiolen Gemeinschaft obliegende Pflicht der Achtung vor gegangenen Verträgen zu erfüllen, sei„unwiderlegr“(?). Aber sie enthalte nicht die ganze Wah sit und werde naturgemäß in Deutschland voreingemmen und einseitig angesehen und als ein Beweis strachtet, daß der Völkerbund nach wie vor ein williges erkzeug in den Händen der Siegermächte sei. „Times“, sagt: Es ist bedauerlich, daß eine örperschaft wie der Völkerbundsrat ine Rücksicht auf die besonderen Umäinde genommen hat, unter denen Deutschnd seine Verpflichtungen eingegangen Es würde den Ruf des Völkerbundes als unparteiische Körperschaft erhöht haben, wenn sich zum mindesten eine Stimme erhoben hätte, um an der Art und Weise zu erinnern, in der dieser besondere Vertrag auferlegt worden ist. Deutschland hat ihn unterzeichnet, buchstäblich unter Bedrohung mit einer Bajonettspitze. Das Blatt erinnert an die Proteste des Führers der utschen Abordnung in Versailles und daran, daß die eutschen sich erst zur Unterzeichnung entschlossen, als arschall Foch Anweisung erhalten hatte den Einmarsch Deutschland binnen drei Tagen vorzubereiten. Der Leitaufsatz weist auch darauf hin, daß es bei allen raufgegangenen Friedenskongressen der modernen Zeit un Vertretern der besiegten Länder, wenn sie sich natür#h auch in nachteiliger Lage befanden, zugestanden worzn sei, über jeden Artikel der Friedensverträge zu ver##ndeln. Das Blatt führt den Wiener Kongreß, den ariser Kongreß(nach dem Krimkrieg) und den Berliner ongreß von 1878 an, erklärt, daß 1871 Thiers mit Bismarck um jeden Vertragspunkt kämpfen durfte und kommt inn auf die„ganz andersartige Behandlung“, die den utschen 1919 zuteil geworden sei. „Times“ schließt: Die Tatsachen des Abschlusses des rsailler Vertrags sind, so wenig auch heute von den meisten Regierungen daran gedacht wird, den Deutschen icht nur wohlbekannt, sie sind ihnen in die Seele gebrannt. Die nationalsozialistische Bewegung ist zum großen Teil eine Emnpörung gegen Versailles. Bevor diese grundlegende Tatsache nicht voll in Rechnung gestellt wird, wird es keinen wahren Frieden in Europa geben. Augenblicklich muß der Friede zweifellos durch eine ge Verbindung der Mächte aufrecht=erhalten werden, e mit den Ergebnissen des Krieges zufrieden sind und ine Versuchung haben, den Frieden zu stören. Aber der riede wird solunge nur ein unbehaglicher saifenstillstand bleiben, bis die Mächte ihr sauptziel nicht mehr in der negativen Poktik der Organisierung gegen den Krieg, ndern in der positiven Politik des Ab#hlusses eines vereinbarten Friedens erlicken. Der liberale„News Chronicle“ drückt die Hoffnung As, daß der bedauerlicher weise in der deutihen Presse entstandene Sturm nur von #rzer Dauer sein und daß Deutschland die Aeußerung Es Premierministers MacDonald würdigen werde, vonach der Abschluß einer allgemeinen Regelung mit h#eutschland nach wie vor das Ziel der kleibe und daß die Tür für Deutschlands Rückkehr nach erf nicht geschlossen sei. „Daily Herald“ sagt, die unmittelbare Folge der Stresa=Entschließung sei nur zu offenbar. Die Aussicht auf eine Rückkehr Deutschlands nach Genf rücke in die Ferne. Dieses Ergebnis werde von allen Leuten begrüßt werden, die die Bildung eines Systems von antideutschen Bündnissen wünschten. Von allen Anhängern eines wahren Kollektivsystems aber werde es bedauert werden. Das Blatt erklärt, es sei jetzt mehr denn je notwendig, das System der kollektiven Sicherheit nicht nur„im Rahmen“, sondern auch im Geiste des Völkerbundes zu schaffen. Es dürfe nicht zugelassen werden, daß es sich zu einem bloßen System antideutscher Bündnisse oder zu einer„heiligen Allianz“, herunterentwickele, einer Allianz, in der drei Großmächte, wenn auch unter Bezugnahme auf den Völkerbund, tatsächlich eine gemeinsame Diktatur in den europäischen Angelegenheiten ausüben und unter dem Schutzmantel der„Sicherung des Friedens“ ihre eigenen Ziele verfolgen. „Daily Mail“ verweist auf die Bedenken, die eine Anzahl kleiner Staaten gegenüber der Entschließung gezeigt hätten, und bemerkt, Deutschland werde stets den Standpunkt vertreten, daß weder Frankreich noch Italien in der Frage der Rüstungsbeschränkung dem Geiste des Versailler Vertrages entsprochen hätten. In dieser Auffassung werde Deutschland von vielen Juristen unterstützt. „Ein Erfolg der französischen Hicherheitspolitik“. DNB Paris, 18. April. Der Genfer Spruch wird von der französischen Presse mit um so großerer Befriedigung aufgenommen, als noch Mittwoch früh Zweifel über die Haltung einiger Staaten bestanden. Die Annahme des französischen Entschließungsentwurfs bei nur einer Stimmenthaltung wird als ein Erfolg der französischen Sicherheitspolitik. ein persönlicher Erfolg des französischen Außenministers, ein mittelbarer Erfolg des Völkerbundes, der immerhin seine Daseinsberechtigung bewiesen habe und auch als der schlagende Beweis für die französisch=englisch=italienische Solidarität gefeiert. Die Zustimmung Polens findet lobende Erwähnung. Einige Blätter möchten darin eine Besinnung Polens auf das Militärbündnis mit Frankreich und ein günstiges Anzeichen für eine Umstellung der polnischen Politik erblicken. Trauerfeier in Danzig. Ehrung des in Pommerellen ermordeten Fritz Groen.- Proteste gegen die Gewaltakte. Erschütternde Darstellung eines Rugenzeugen. DNB Danzig, 17. April. Der BDA in Danzig veranstaltete am Mittwoch nachmittag in der Aula der Petri=Schule eine würdige, tief ergreifende Trauerfeier für den bei dem polnischen Ueberfall in Nordpommerellen ermordeten jungen Deutschen Fritz Groen. Anwesend waren u. a. Senator Boeck in seiner Eigenschaft als Landesleiter des BDA in Danzig, der Danziger evangelische Landesbischof Beermann, sowie der deutsche Konsul Köster. Senator Boeck wies in seiner Ansprache einleitend auf das Schicksal unserer Volksgenossen hin, die gegen ihren Willen unter die Herrschaft anderer Völker gekommen seien und trotzdem ihre Pflicht gegenüber ihrem neuen Staat erfüllten, gleichzeitig aber aus Liebe zu ihrer Heimat ihrem Volkstum die Treue bewahrten. Sowohl das Reich wie auch die Freie Stadt Danzig hätten gegenüber den Angehörigen fremden Volkstums dem Grundsatz der Gleichberechtigung Rechnung getragen. Umsomehr müsse man es bedauern, daß die deutsche Minderheit in Polen nicht nur in der Pflege ihres Volkstums vielfach behindert, sondern, wie die jüngsten Vorgänge in Pommerellen zeigten, noch immer willkürlichen Terrormaßnahmen bestimmter Verbände ausgesetzt sei. Der Schutz der Minderheiten habe nur dann einen Sinn, wenn er auf Gegenseitigkeit beruhe. Senator Boeck wandte sich dann mit Nachdruck gegen die Behauptung, daß die Wahlen in Danzig einen Anlaß für die Terrorakte in Pommerellen abgegeben hätten. Wir verlangen— so fuhr der Redner fort—für die Zukunst, daß die polnische Regierung unverzüglich Maßnahmen trifft, das Leben und Eigentum der deutschen Minderheit gegen alle ruhestörenden Elemente zu sichern. Vor aller Welt legen wir gegen die Gewaltakte in Pommerellen flammenden Protest ein. Gleichzeitig verneigen wir uns vor dem Toten, der nichts anderes tat, als daß er seine Liebe zu seiner Heimaterde und zum Deutschtum bekundete. K Scher! 110) n Berlin der Film der internationalen Am 26. April wird zen Reich ein Volkservorstellungen stattTage zum freien Einerechtigen. ## C * * Ein neuer Bildteppich aus dem Sitzungssaal der Reichskanzlei. Auf Anordnung des Führers werden im historischen Sitzungssaal der Reichskanzlei in der Wilhelmstraße vier Bildteppiche angebracht, die ihre Motive aus der nordischen Edda=Sage entnehmen. Die künstlerische Arbeit wurde dem Berliner Kunstmaler Franz Strassen übertragen, dessen Darstellungen fast durchweg in der germanischen Mythologie und im deutschen Sagenschatz wurzeln. Die vorgeschlagenen Entwürfe, die der Führer bereits genehmigte, sollen der München=Nymphenburger Bildwirkerei=Manufaktur als Vorlagen für die Bildteppiche dienen. Dieser Entwurf stellt die Ordnung der Welt durch die germanischen Götter dar. Scher! M. Nach der Ansprache des Senators Boeck senkten sich die Fahnen und die Versammelten erhoben sich. Dann sprach der stellvertretende Landesleiter des Danziger BDA, Studienrat Dr. Johann Hoffmann. Als Augenzeuge gab er eine Darstellung der blutigen Ausschreitungen. Der Redner schilderte zunächst den Ueberfall in Kölln. Er habe dort vor einem Kreis von nur 20 Personen einen kulturellen Vortrag gehalten, in dessen Verlauf er ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht habe, daß die Staatsbürgerpflichten gegenüber dem Wirtsvolk von den Volksdeutschen auf das genaueste erfüllt werden müßten. Plötzlich sei die Nachricht eingetroffen, daß zwei Lastkraftwagen mit Unruhestiftern aus Neustadt heranrollten, um die Versammlung aufzulösen. Der Versammlungsleiter habe darauf die Versammlung selbst aufgelöst, und er, der Redner, sei mit zwei anderen Personen bei einer Tasse Kaffee sitzen geblieben. Nach wenigen Minuten sei eine wilde Horde in das Lokal gestürmt. Als der Redner sich als Danziger zu erkennen gab, hätten ihn die Burschen von seinem Sitz gerissen und ihm mehrere Faustschläge auf den Kopf und ins Gesicht versetzt. Die polnische Polizei, die an dieser Stelle auf dem Posten war, habe dann eingegriffen und Schlimmeres verhütet. Im weiteren Verlauf habe die Polizei sich jedoch schwerer Versäumnisse schuldig gemacht. Sie habe ruhig zugesehen, daß die beiden Lastwagen mit dem Rollkommando nach Klein=Katz weiterfuhren, um dort den Ueberfall auf die zu einer friedlichen Zusammenkunft versammelten deutschen Menschen zu vollführen. Dabei seien zwei Deutsche durch zahlreiche Stichwunden verletzt und ein 60jähriger Deutscher so auf den Kopf geschlagen worden, daß er blutüberströmt zusammenbrach. Fritz Groen aus Gdingen, ein junger strebsamer Mensch, habe nach fast 24stündigem Leiden die Augen für immer geschlossen. Er sei eingegangen zu den Märtyrern seines Volkstumes und zu den beiden tapferen Deutschen, die vor nicht langer Zeit in Graudenz gleichsalls dem Wüten eines entfesselten Pöbels zum Opfer gefallen seien „Es ist verständlich“, so erklärte Studienrat Hoffmann zum Schluß,„daß wir mit einem Gefühl der Bitterkeit diesem empörenden Vorfall gegenüberstehen, aber dieses Gefühl darf uns nicht dazu treiben, die gerechte und klare Ueberlegung zu verlieren. Wir können und wollen nicht das polnische Volk als solches für die Ausschreitungen einzelner, und wenn sie noch so empörend gewesen sind, verantwortlich machen. Wir müssen jedoch erwarten, daß der berechtigten Empörung der Deutschen von Seiten der polnischen Regierung Rechnung getragen wird.“ Nachdem die Versammlung noch des in Posen ermordeten Deutschen Rieck gedacht hatte, fand die Trauerkundgebung mit dem Gesang des Deutschlandund Horst=Wessel=Liedes sowie mit der Führerehrung ihr Ende. Das„Pommereller Tageblatt“ erneut beschlagnahmt und wieder freigegeben. DNB Danzig, 18. April. Das Presseorgan der deutschen Minderheit in Pommerellen, das„Pommereller Tageblatt", ist am Mittwoch erneut beschlagnahmt worden, nachdem bereits die Ausgabe des Dienstag der Beschlagnahme verfiel. Beanstandet wurde eine rein sachliche Zusammenstellung von weiteren deutschfeindlichen Ausschreitungen in Pommerellen und sogar der Bericht der amtlichen polnischen Telegraphenagentur über die Vorfälle. Nachdem bereits mit dem Druck der neuen Auflage ohne die beanstandeten Artikel begonnen worden war, wurde die Beschlagnahme wiederaufgehoben. In ganz Oesterreich keine Ehescheidung mehr. Aenderung des Eherechtes im Burgenland. DNB Wien, 17. April. Wie amtlich mitgeteilt wird, beschloß der Ministerrat ein Gesetz über die Durchführung der eherechtlichen Bestimmungen des Konkordates im Burgenland. Bis jetzt galt im Burgenland für in der Vorkriegszeit geschlossene Ehen das ungarische Eherecht, das eine Scheidung ermöglichte. Durch den Beschluß des Ministerrates ist nunmehr das Konkordat in seinem ganzen Umfang auch für das Burgenland gültig, so daß in Zukunft auch Vorkriegsehen nicht mehr gelost werden können. Der Gemsjäger vom Bernina-Paßi Roman von O. von Hanstein. (Nachdruck verboten.) Copyright: Verlag„Der Zeitungsroman“, Berlin RW 29. Anzeigentel!! 37 ! Er hatte den Arm um sie gelegt.„Sepherl, bist denn tar net a bissel froh, daß du mi getroffen hast, daß i ei dir bin? Schmal und elend schaust aus, aber nun spll alles gut werden, alles, alles.“ Wie ein Strom lauen, wohligen Wassers ergoß sich sie ganze Liebe des ungebärdigen Mannes über Vo##phas wundes, verbittertes Herz. Sie hatte zugehört, sast ohne zu verstehen, jetzt löste sie sich aus seinen Aren. „Was soll gut werden?" „Morgen kimmst zu meinem Mutterl, i hab ja schon Dor deiner Reise mit dem Vater gesprochen. I war ja in e Wohnung, als du grad fortgereist warst, wollte di ##olen. Mußt dem Vater nit bös sein, er kennt di net genau wie i.“ Josepha schluchzte vor sich hin. „Jetzt greinst gar! Bist mir denn gar net mehr uat?“ — Sie waren immer in dem einsamen Gäßchen hin und er gegangen und hatten nicht darauf geachtet, wie der Dasse Schnee ihnen in die erregten Gesichter schlug. Josepha den Kopf und sagte ganz leise:„Sie sind #so guat, so sehr guat.“ „Dann ist's schon recht.“ . Jetzt wollte er sie küssen, aber sie trat wieder zurück. woaß net, wie ich's Ihna sagen soll, ohne Ihnen Ley zu tun. I hab Ihna gern, wie sollt ja net, denn ele waren ja der einzige Mensch, der guat zu mir war, flki in München bin, aber net wahr, Sie san mir net 05, Ihre Frau— Ihre Frau, dös kann i net werden? „Aber warum denn net?" „Sie wissen selbst, daß der Mensch nur an anzige Liab seinem Herzen haben kann, und mei ganze Liab. mein Anzes Leben gehört halt nur dem armen, unschuldigen Pllam, den sie ins Gefängnis eingesperrt haben und dem s“ net glauben, daß er ka Mörder ist.“ Sie hatte so keich. so warm, so innig gesprochen, daß der Wastel nicht Enmal auffahren konnte, und nun war sie es, die seine Maft herabhängende Hand ergriff. unt ganz unwillsklich kam ihr jetzt, nun sie ihm gesagt hatte, wie sehr sie ihn kränken mußte, auch das„Du“ über die Lippen: Net wahr, Wastel, bist mir net bös? I kann net anders. Du findest hundert Madel, die glücklich sind, wann du sie nur magst, der arme Xaver hat aber niemand auf der Welt als eben nur mi. Ich hab ihm geschworen, daß i ihm treu bleib, solange i leb, und dös siehst doch ein, was man geschworen hat, dös muß man doch a halten.“ Er antwortete tonlos:„Freilich, dös muaß man. halten.“ „Aber mein Freund bleibst, mein liaber, guter Freund, dem i dankbar bin für jedes Wörtl. dös er mir Wastel antwortete nicht und sie faßte wieder seine Hand.„Versprich mir's!" I will's versuchen.“ Und dann schluchzte der starke Mann plötzlich laut auf, riß sich los und stürzte die Gasse hinunter, ohne sich noch einmal umzusehen nach der weinend ihm nachsehenden Josepha. Spät in der Nacht war Josepha heimgekommen, nachdem der Wastel so rasch davongelaufen. Sie fror und war naß, und im Zimmer war es kalt und ungemütlich. Geheizt durfte ja schon wegen des Obstes unter den Betten nicht werden. Rasch kleidete sie sich aus und kuschelte sich unter die Decke. Ein billiges Zimmer war es jedenfalls, denn Licht brauchte sie auch kaum zu brennen. weil eine der wenigen Straßenlaternen dicht vor ihrem Fenster stand. Sie konnte nicht schlafen, und als sie endlich warm geworden, kamen erst recht die Gedanken.„„„ Wie gut hatte der Wastel gesprochen! Da war kein Zweifel, er meinte es ernst. Ohne daß sie es wollte, spann sie den. Faden weiter Er war ein tüchtiger Mensch! So jung schon Sudmeister! Der Vater war nächst dem Direktor der wichtigste Mann in der Brauerei! Ein tüchtiges Stück Geld wird er auch auf der Bank haben. der alte Schindhammer. Frau Bräumeister? Eine gesicherte Zukunft, und ein braver Mensch war er, der Waste!! Josepha zuckte zusammen. Ganz plotzlich war es ihr, als sähe sie den Taver vor sich, ihren armen, unschuldigen Xaver. Sie hätte hinknien und ihm abbitten mögen, sie liebte ihn ja so sehr, aber dann— dann kamen doch wieder diese dummen Gedanken! An einem dieser Tage, an denen sie ja so viel Zeit hatte, war die Josepha bei dem Offizialverteidiger gewesen, dem man ansah, daß er vollkommen ohne Interesse und von der Schuld seines Klienten überzeugt war. Er hatte die Achseln gezuckt und ein dickes Buch aufgeschlagen. „Nach meiner Ansicht vollkommen hoffnungslos. Er hat selbst zugegeben oder wenigstens nicht abgestritten, daß er den Infanger erschossen hat. Paragraph 214 des Strafgesetzbuches lautet: „Wer bei Unternehmung einer strafbaren Handlung um ein der Ausführung derselben entgegentretendes Hindernis zu beseitigen oder um sich der Ergreifung auf frischer Tat zu entziehen, einen Menschen tötet, wird mit Zuchthaus nicht unter zehn Jahren oder mit lebenslänglichem Zuchthaus bestraft.“ Das hatte der Mann ihr mit ganz gleichgültigem Gesicht vorgelesen, und daran dachte sie jetzt. Nun war es in sechs Tagen so weit, und wenn Taver wirklich verurteilt würde, dann war er ja lebendig begraben— was nützte es ihm, wenn sie ihm auch—? Unoillkürlich dachte sie wieder an den Wastel mit seinen großen, treuen Hundeaugen, wie er vor ihr stand, so gar nicht wie der selbstbewußte Schürzenjäger, sondern fast wie ein bettelnder Bub. Aber dann lag die Josepha ausgestreckt auf dem Rücken und wurde ruhiger. Der Versucher war's halt gewesen, und der Himmel hatte schon entschieden. Fortgelaufen war der Wastel, hatte gar nicht einmal nach ihrer Adresse gefragt, und mit Radi wird sie nicht mehr gehen! Hat genug gehabt von dem wüsten Treiben unter all den trunkenen Menschen. Da bleibt sie lieber die paar Tage bis zur Verhandlung in dem Zimmer und hilft der Frau. Der Wastel war abends spät in das Sudhaus gekommen, um wieder Nachtschicht zu halten. Seitdem der Direktor einige Male gerügt hatte, nahm er sich mächtig zusammen. War auch besser, hier allein bei seinen Thermometern und Sudpfannen zu hantieren, als zu Hause den ewig besorgten Augen der Mutter standzuhalten oder den Ermahnungen des Vaters. Er schaffte fleißig. maischte selbst in den Pfannen umher, kommandierte die Bräuknechte bald da= bald dorthin und war froh, wenn er so aufpassen mußte daß er gar keine Zeit zum Nachdenken hatte, aber dann— dann kam wieder die Zeit, in der er abwarten mußte, die drei Viertelstunden, die er dem eben in das Läuterbassin abgefüllten Jungbier lassen mußte, um sich zu setzen. Im Nebenraum saßen die Bräuknechte und spielten Karten. Er selbst ging mit auf dem Rücken zusammengelegten Händen und mit klappernden Schritten oben auf der Terrasse hin und her, sah auf die Thermometer und blickte zuweilen durch einen der Spalte zwischen den Fenstergittern hinaus. Ziemlich hoch lag die Brauerei, und um ihn herum war ein ganzes Gewirr von Dächern. Da war die Mälzerei gleich gegenüber und die Hopferei und die Darre und der große Keimspeicher und schließlich die vielen Lagerschuppen. Ein ganzes Stadtviertel für sich, viele der Baulichkeiten bestanden aus Balken und Fachwerk. Die meisten waren drei. vier und fünf Stockwerk hoch und durch eiserne Brücken untereinander verbunden. Weiter hinten kamen dann die Dächer der Stadt, und über allem lag ein klarer Sternenhimmel mit Vollmond. Warum mußte gerade an jenem Abend der grausige Schneefall wüten? Schon wieder dachte er an Josepha. Dann aber sah er zur Mälzerei hinüber und sein Auge bekam einen gespannten Ausdruck. Was war denn das? In der Mälzerei war doch keine Nachtarbeit? Warum war denn Licht in dem großen Saal? Und was für ein seltsames Licht, das beständig hin und her zu hüpfen schien? Bald war es groß, bald wieder klein? „Loisl! Andres! Kimmt amal schnell! Seht doch, was ist drüben in der Mälzerei los?“ „Jesses Maria!“ „Was ist?“ „Da brennts!“ Schnell laufts abi, die Feuermelder—“ Die beiden Burschen sprangen die Treppe hinunter, er selbst durfte den Sud nicht verlassen. Eben war die Zeit um, und er mußte an die Arbeit. Eine Viertelstunde verging mit angestrengter Arbeit, bei der Wastel gar keine Zeit hatte, an das Fenster zu treten. Da gab es einen gewaltigen Knall, ganz hell wurde es draußen, und gleichzeitig drang von allen Seiten das Sirenengeheul der Feuerwehrautos durch die Nacht. Wastel sprang an das Fenster. Die Mälzerei stand in hellen Flammen, die beiden Bräuknechte, die eben noch an seiner Seite gestanden, waren verschwunden. Die Fenstergitter der Mälzerei, die gleichfalls aus Holz waren, brannten lichterloh. Auch Wastel rannte jetzt so schnell er konnte, die Treppe hinunter. Der einzige Ausgang des Sudhauses ging auf den Hof, denselben Hof. an dem auch die Mälzerei lag. Als Wastel versuchte, die Tür zu öffnen, orang ihm eine dichte Rauchwolke entgegen. Die kohlenden brennenden Fenstergitter der Mälzerei waren herabgestürzt, andauernd regnete ein glühender Funkenguß hernieder, die Schindeln des Daches stürzten in den Hof, und es war ganz unmöglich, diesen zu betreten. (Fortsetzung folgt.) 11 1 7 11 — : Die Geschichte der mennoniten II. Menno Simons wurde 1492 in Witmarsum in Friesland geboren. In Pingjun wirkte er als katholischer Priester. Er widmete sich eifrig dem Bibelstudium und überließ sich der Wirkung von Luthers Schriften. Schon bald bekam er Zweifel an der Richtigkeit der Lehre von u. der Umwandlung von Brot und Wein beim Abendmahl. ## 1534 fand er den Anschluß an eine stille Täufergemeinde. Er ließ sich wieder taufen. 1536 legte er ein öffentliches Bekenntnis ab und trat mit zahlreichen Sendschreiben und i Schriften als der führende Geist der Täufer hervor. Inzwischen entwickelte sich eine äußerst heftige Verfolgung * d i e s e r s e k t i e r e r i s c h e n B e w e g u n g. 1 5 4 2 w u r d e e i g e n s e i n Edikt gegen Menno erlassen und ein sehr hoher Preis auf seinen Kopf gesetzt. Menno flüchtete nach Groningen .. und von da weiter nach Emden, das sich wie ganz Ostfriesland infolge der Toleranz seiner Regierung als Zufluchtstätte für alle Verfolgten erwies. : 0 *: I. 1 1 1 1 * * In Ostfriesland war schon unter Graf Edzard l. die Reformation eingeführt worden. Führer der reformierten Kirche wurde ein nach England und von dort nach Ostfriesland geflüchteter polnischer Edelmann Johannes ca Lasco, der die stillen Täufer tolerant behandelte, aber die revolutionären Ausläufer aus Münster, die Anhänger Batenburgs, verfolgen ließ. Die stillen Täufer breiteten sich an der ostfriesischen Küste und in der Marsch aus. Die Emdener Täufer nannten sich nach ihrem Aeltesten Dirk Philips Dirkisten. Zwischen den Täufern und den Reformierten kam es infolge mancherlei Spannungen zu verschiedenen Religionsgesprächen; so 1543 zwischen a Lasco und Menno. Wieder wurde der Sieg dem Vertreter der herrschenden Kirche zugesprochen. Die strittigen Fragen bezogen sich auf die zwei Naturen Christi, die Taufe und Erbsünde. Menno wurde verschiedentlich bei täuferischen Richtungskämpfen in Anspruch genommen, welche die fürderen Zeiten seines Wirkens verbitterten. Wegen der verschiedenartigen Anwendung des Bannes hatten sich die Täufer in Richtungen wie die der Waterländer, der Alten Flaminger und Jungen Friesen gespalten. In den nächsten Jahren weilt Menno, der sich inzwischen verheiratet hatte, in Köln, wo der Kurfürst Hermann von Wied die Reformation des Landes anstrebte. Mit der Vertreibung des Kurfürsten 1546 nahm auch das Wirken Mennos sein Ende. Er flüchtete zur Ostseeküste, wo er in Livland, Ostpreußen, Pommern ein unruhiges Leben als Wanderprediger führte. Längere Zeit war Menno in Wismar ansässig, wo er 1554 ein Religionsgespräch mit Hermes und Micronius führen mußte. 1555 erließen die lutherischen Hansestädte ein Edikt gegen die Täufer, sodaß sie sich wieder auf die Flucht machen mußten. Vom Grafen von Ahlefeldt wurden sie gastlich aufgenommen. Bei Oldesloe errichteten sie die Siedlung Wüstenfelde, wo Menno am 31. Januar 1561 starb. Die Siedlung ist im Dreißigjährigen Kriege zerstört worden. Inzwischen ging in den Niederlanden der blutige Kampf hin und her. Unter dem Regiment von Alba flüchteten 100 000 Menschen, über 100 Mennoniten, wie sich die Täufer nach Menno nannten, wurden hingerichtet. 1568 begann der Aufstand der Niederländer unter Wilhelm von Oranien, der an den Mennoniten eine große finanzielle Stütze fand. Auch sein Sohn Moritz blieb bei einer tolerierenden Haltung. Zwischen 1584, dem Jahr der Ermordung Wilhelms von Oranien, und 1626 unternahmen die Reformierten mannigfaltige Unterdrückungsversuche, bis dann eigene Spaltungen in Lobadisten und Sozinianer ihre ganze Kraft in Anspruch nahmen. Zwischen 1651 und 1687 wandten sich wieder schärfere Edikte gegen Sozinianer und Täufer. Doch die bedeutenden finanziellen Leistungen der Täufer, die der Staat für seinen Krieg mit England dringend brauchte, hinderten ein schärferes Ausarten der Verfolgung. Mit den neu aufkommenden Quäkern, Sozinianern und Kollegianten hielten die Täufer Verbindung. Es bildeten sich die Sekte der Dompelaers. der Untertaucher, die bei der Taufe den Täufling ganz untertauchten. Letztere haben in der Geschichte der Mennoniten und Baptisten immer wieder eine Rolle gespielt. So trennte sich im 19. Jahrhundert die„Täuferische Brudergemeinde“ aus diesem Grunde von der Kolonie in Chortiz in Südrußland und siedelte in Wohldemfürst im Kaukasus an. In den Niederlanden spaltete sich 1664 die täuferische Bewegung in die beiden Lager der Lammisten(unter Galenus de Haan) und Sonnisten(unter Samuel Apostool); beide nannten sich nach dem Wappenzeichen ihrer Versammlungshäuser. Diese Spaltung vollzog sich durch alle Gemeinden hindurch und schied Konservative und weniger Traditionsgebundene. Andrerseits schlossen sich zahlreiche Gemeinden zu Zweaverbänden zusammen; so z. B. die „friesische Sozietät“ und die„Groninger Sozietät“. Die Mennoniten in den Niederlanden gelangten bald zu großem Wohlstand, zumal ihnen 1705 die Schenkungs= und Erbfreiheit zugestanden wurde. Sie erreichten sogar mehrfach eine außenpolitische Intervention der Generalstaaten zu Gunsten ihrer verfolgten Brüder in der Schweiz und in der Pfalz. Für verfolgte Glaubensbrüder wurde der Ponds voor buitenlandsche nooden(Fonds für auswärtige Nöte) begründet, der die großen Auswanderungs= und Siedlungsbewegungen der Mennoniten ermöglicht hat. 1784 wurde die Gemeinnützige Gesellschaft zur Hebung des Volkswohls gegründet, die Volksschulen, die Volksbibliotheken und Kindergärten eingerichtet und viel Gutes geleistet hat. Bedeutende und von der ganzen Welt berühmte holländische Mennoniten waren der geniale Maler Ruisdael und der größte holländische Dichter Jost van den Vondel, der allerdings 1641 zum Katholizismus übertrat. In der Pfalz und Schweiz dauerte die Verfolgung der Taufgesinnten noch über 1½ Jahrhunderte fort. Ihre Güter wurden eingezogen: Ein= und Auswanderungen verboten. Zu allen Schwierigkeiten kamen religiöse Meinungsverschiedenheiten hinzu, vor allem die Spaltung in der Schweiz. wo wieder die alten Streitfragen, ob Fußwaschung und Untertauchen, eine Rolle spielten. Nach dem Hauptstreitführer Jakob Amann nannten sich dessen Anhänger die„Amischen“, die heute noch in Amerika— ähnlich wie die Hutterischen— getrennte Wege gehen. Zwischen 1643 und 1660 kann man feststellen, wie die niederländischen Mennoniten durch ihre Regierung fortgesetzt auf die Schweizer Behörden einzuwirken versuchen. Sie erreichen ein Verbot des freien Durchzuges der zur Dehortation nach Amerika verurteilten Schweizer. Diese wurden bei Groningen auf Höfen angesiedelt, wo sich bis heute noch Schweizer Elemente bewahrt haben. An die Pfälzer Mennoniten, die durch die Raubkriege Ludwig XIV. wie das ganze Land furchtbar gelitten hatten, erging ein Angebot des englischen Königs, in Amerika zu siedeln. Schon 1663 waren die ersten Mennonitensamilien dorthin ausgewandert und hatten sich in Pensylvanien niedergelassen. Namen wie Dirk Sipmann(Waldenkirchen), Jacob Telner, Jan Streepers, Gottfried Remkes, Leonhard Arels und Jaacob van Becker aus Krefeld tauchen hier auf. Sie legten den Grund zur bedeutenden Leinen=, Strumpf= und Textilfabrikation in Philadelphia. Sie erhielten 1688 weiteren Zuwachs aus Emden, Hamburg und aus der Wormser Umgebung. Von 1717 bis 1730 währte die Pfälzer Einwanderung, die mit niederländischer Hilfe ermöglicht wurde. Als der amerikanische Unabhängigkeitskrieg begann, zogen viele Mennoniten nach Kanada. Die Grundlage für die große Mennonitenwanderung nach Wolhynien und Südrußland war die Ansiedlung der Täufer in Ost= und Westpreußen. Bei dem Durcheinander der Reformation waren viele Täufer in Preußen untergekommen. 1526 findet man sie schon in Marienburg. Aus einem Hammerwerk der böhmischen und mährischen Brüder entwickelte sich später die Stadt Hammerstein. Infolge der offenen Seeverbindung flüchteten sich zahlreiche niederländische und englische Verfolgte nach Ostpreußen. Ihr Anschwellen stimmte Herzog Albrecht so bedenklich, daß er Luther zu Rat zog. Dieser riet zur Ausweisung, worauf sich aber der Herzog nicht einließ, nachdem er auf die bedeutenden wirtschaftlichen Vorteile, die ihm die Täufer brachten, aufmerksam geworden war. Die Flamländer leisteten bedeutendes in Industrie und Gewerbe, die Friesen im Landbau und in Deich= und Moorwirtschaft. Gegen hinreichende Zahlungen wurden die Täufer auch auf den königlichen Gütern in Polen ausgenommen. 1549 gab es schon zahlreiche Gemeinden in Danzig, Elbing, Königsberg und an der Weichsel entlang. 1570 vollzog sich die mennonitische Ansiedlung in Tiegenhof. 1586 bildeten sich neue Gemeinden in Thorn, Danzig, Graudenz. Von Bischof und Kloster geduldet arbeiteten sie auf kirchlichen Gütern. Unter dem Großen Kurfürsten und dem ersten Preußenkönig erfolgte eine großzügige Neubesiedelung des kriegverwüsteten Landes. 1710 wurden schweizerische Täufer für„Preußisch=Litauen“ geworben. Benedikt Brechtbühl, der später den Pfälzer Zug nach Amerika leitete, organisierte die Wanderung nach Ostpreußen. Wegen der Ablehnung der Wehrpflicht gerieten die Mennoniten mit Friedrich Wilhelm l. in Konflikt, der zu ihrer Ausweisung führte. Durch Fürsprache der Generalstaaten wurden die Schwierigkeiten beseitigt. Doch nahmen viele Mennoniten den Augenblick zur Auswanderung in das damals Nleue elektrische Lokomotiven der Deutschen Reichsbahn. Das Jahr 1933 brachte für die Deutsche Reichsbahn nicht nur in verkehrswirtschaftlicher Beziehung einen Wandel zum Besseren; vielmehr wurde dieses Jahr auch in technischer Hinsicht zu einem Markstein für den Betrieb der Reichsbahn, namentlich für die elektrische Zuaförderung. Fanden doch in diesem Zeitraum die Schnellfahrversuche mit neuen elektrischen Lokomotiven statt, bei denen ein Zug von rd. 400 t Gesamtlast eine Höchstgeschwindigkeit von über 150 kmh erreichte. Die Versuche zeitigtenaußerordentlich wertvolle Ergebnisse in Richtung der Möglichkeit eines Bahnbetriebes mit Geschwindigkeiten dieser Größenordnung. Seit dem Jahre 1933 kamen bei der Deutschen Reichsbahn einige neue Gattungen elektrischer Lokomotiven in Betrieb, die in knapper Uebersicht aufgezeigt sein mögen. Die Lokomotive, mit der die Schnellfahrversuche ausgeführt wurden, ist eine 1 Co 1=Lokomotive der Reihe E 04, eine Maschine mit einteiligem Rahmen, drei einzeln angetriebenen Treibachsen und je einer Laufachse an den Enden. Die ursprünglich für 130 kmih von der AEG gebaute Lokomotive liegt auch bei Geschwindigkeiten von über 150 kmh völlig ruhig im Gleis. le alle neueren elektrischen Lokomotiven der Reichsbahn hat auch diese Lokomotive die bewährte Feinregler= steuerung erhalten. Als weitere neueste Schnellzugslokomotive sei die 1 Do 1=Lokomotive der Reihe E 18 genannt. Bei ihrem Entwurf, der auch von der AE6 stammt, wurden die Erfahrungen zugrunde gelegt, die man bei den Versuchsschnellfahrten gemacht hatte. Auch diese Lokomotive hat einen einteiligen— elektrisch geschweißten— Rahmen, aber vier einzeln angetriebene Treibachsen und je eine Laufachse an den Enden. Für sie werden die gleichen Motoren wie bei der 1 Co 1. Reihe E 0t verwendet. Die Maschine ist für 140 kmh Höchstgeschwindigkeit ausgelegt; sie dürften aber 170 kmh erreichen. Es ist die erste elektrische Reichsbahnlokomotive, der man eine gewisse Windschnittigkeit durch Stromlinienform gegeben hat; der Kastenaufbau der Maschine wird übrigens auch in elektrischer Schweißung hergestellt. Zur Betätigung der Feinreglersteuerung wird ein Servomotor herangezogen. Die Konstruktion der Stromabnehmer zeigt Abweichungen von der Regelbauart der Reichsbahn, die sich durch die Schnellfahrversuche als notwendig erwiesen haben. Von den elektrischen Personenzuglokomotiven sind zu nennen die Bo=Bo=Lokomotiven der Reihe E 443. Der einteilige Rahmen der Maschinen ruht auf zwei Triebdrehgestellen mit je zwei einzeln angetriebenen Treibachsen. Die Motoren dieser Maschinen sind anderer Bauart als die der Schnellzuglokomotiven; es sind sogenannte Tatzenlagermotoren, wie sie bei Straßenbahnwagen ebenfalls verwendet werden. Die 80 schweren Lokomotiven sind für 80 bezw. 90 kmh=Geschwindigkeit ausgelegt und auch zur Beförderung leichterer Güterzüge verwendbar; sie vermag Anhängelasten bis ro. 1200 t zu schleppen. Für die schwersten Güterzüge(etwa 1600 t Anhänge= sind die Co=Co=Lokomotiven der Reihe E 93 bestimmt. Der Aufbau dieser Lokomotiven ist ein anderer als der der bisher beschriebenen Maschinen. Zwei dreiachsige Triebgestelle sind kurzgekuppelt und tragen etwa halbhohe Aufbauten. Führerstände und Geräteraum befinden sich auf einem Brückenrahmen, der auf den Triebgestellen auflagert Alle Achsen werden einzeln durch Tatzenlagermotoren angetrieben. Die Lokomotiven, die ebenso, wie die der Reihe E 44,3 von der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft gebaut worden sind, entwickeln 65 kmh Höchstgeschwindigkeit. Sie stehen im Dienst auf der schwierigen Strecke Ulm über die bekannte Geislinger Steige. Es sei hinzugefügt, daß die Reichsbahn auch neue Einphasen=Wechselstrom=Triebwagen in Betrieb nimmt, und zwar Einheits=Doppeltriebwagen für Geschwindigkeiten bis 120 kmsh mit einem Gesamtgewicht von 100 t und einer Leistung von 1000 PS. Ferner werden Schnelltriebwagen für 160 kmh Geschwindigkeit gebaut. Man darf daher wohl behaupten, daß es auch auf dem Gebiete der elektrischen Zugförderung in der Marschrichtung:„Beschleunigung und Verdichtung des Verkehrs bei der Deutschen Reichsbahn“ vorwärts geht. Sven Hedin wird von seiner Schwester in Berlin begrüßt. Scher!(M) Der schwedische Forscher Sven Hedin traf auf seiner Rückreise in die Heimat am Sonntag in Berlin ein, wo er u. a. von seiner Schwester(links) und dem chinesischen Gesandten(Mitte) begrüßt wurde. Zwischenbilanz des Reichsberufswettkampfes. # Berlin, 18. April. Am Mittwoch trat nach Abschluß der Gau=Zwischen= entscheidungen und vor Beginn der Endkämpfe im Saargebiet der Reichsausschuß für den 2. Berufswettkampf zusammen, um einen Bericht des verantwortlichen Leiters des Reichsberufswettkampfes, Obergebietsführer Arthur Axmann, über die endgültigen Ergebnisse des Wettkampfes entgegenzunehmen. Im Anschluß daran empfing Obergebietsführer Axmann einen Vertreter des DRB, demgegenüber er sich ausführlich über die Ergebnisse und Erfahrungen des zweiten Reichsberufswettkampfes äußerte. Auf die in diesem Jahre erstmals durchgeführten sportlichen Wettbewerbe im Rahmen des Reichsberufswettkampfes eingehend, erklärte Obergebietsführer Axmann. es sei außerordentlich wesentlich, daß die werktätige Jugend angespornt werde, sich der körperlichen Ertüchtigung zu unterziehen, weil die körperliche Ertüchtigung die Grundlage für die Leistung im Berufsleben sein müsse. Nachdem Obergedietsführer Axmann berichtet hatte, daß sich insgesamt über eine Million Teilnehmer für den Reichsberufswettkampf gemeldet hätten, stellte er anschließend fest, daß hier und da ein Zwang auf die Teilnehmer ausgeübt worden sei. Hierzu sei zu sagen, daß mit der Freiwilligkeit der Reichsberufswettkampf stehe und falle. Er solle nicht die Gesellenprüfung ersetzen, wie auch umgekehrt die Gesellengrüfung den Reichsberufswettkampf nicht ersetzen könne. itlerjugend und Arbeitsfront wollten gemeinsam die chaffung einer berufsfreudigen Jugend. Dies sei eine ergänzende Arbeit, die auch dem staatlichen Berufswesen zugute komme. Die Elend=Wohnungen im Haargebiet werden beseitigt. Ein Stiftungsverband in Saarbrücken gegründet. DNB Saarbrücken, 18. April. Gauleiter Bürckel hat Ende voriger Woche zusammen mit Kreisleiter Dürrfeld die Elendsbaracken und Elendswohnungen im Stallgebäude der früheren Ulanen= und Dragoner=Kaserne in Saarbrücken besichtigt. Zur Beseitigung dieser fürchterlichen Zustände hatten Gauleiter Bürckel und Kreisleiter Düerfeld die Vertreter der Industrie und der Wirtschaft sowie Privatpersonen zu einer Aussprache ins Rathaus eingeladen. Gauleiter Burckel gab bekannt, daß zuerst in Saarbrücken ein Stiftungsverband zur Beseitigung der Elendswohnungen ins Leben gerufen worden ist. Der weitaus größte Teil der Anwesenden erklärte sich sofort bereit, sich in die Zeichnungslisten einzutragen. Die von den Anwesenden sofort gezeichneten Summen haben bereits den Betrag von 150000 RM. überschritten. Es ist berechtigte Hoffnung vorhanden, daß die zur Finanzierung erforderlichen 7 Millionen RM. schnellstens ausgebracht werden Gauleiter Bürckel selbst hat 30000 RM. aus den ihm zur Verfügung stehenden Ostpreußische Glückwunschadresse zu Hitlers Scherl(M) In Königsberg startete der SA=Oberscharführer Ma Wolff mit einer Glückwunschadresse, die er am 20. April dem Führer als Geburtstagsglückwunsch der ostpreußischen SA übermitteln will. Hier sieht man Obergruppenführer Schöne. der Wolff den Köcher mit der Glückwunschadresse überreicht. Mimnrnnnnnnrnnmmhm Mitteln gestiftet. Auch die Stadt Saarbrücken wird sich mit einem entsprechenden Betrag an der Stiftung beteiligen Desgleichen hat die Regierung einen namhaften Betrag gezeichnet. Dem Beispiel der Stadt Saarbrücken folgend, sollen auch in allen anveren Städten und Ortschaften des Saarlandes, in denen Elendswohnungen vorhanden sind, Stiftungsverbände zur Beseitigung der Elendswohnungen ins Leben gerufen werden.— Denjenigen Stiftern, die einen Betrag über 1000 RM. zeichnen, wird eine künstlerisch ausgestattete Pergamenturkunde übergeben. Pflastersteine beim Straßenbau. Im Auftrage des Generalinspektors für das Deutsche Straßenwesen wurde eine Untersuchung über die Absatzund Beschäftigungsverhältnisse in der Pflasterstein= und Schotterindustrie durchgeführt. Die Industrie hatte geglaubt, bei der Vergebung von Aufträgen benachteiligt worden zu sein. Der Bedarf der straßenbaupflichtigen Behörden an Pflastersteinen, Schotter usw.— mit Ausnahme der noch nicht genau zu erfassenden Gemeindeaufträge— erbrachte im Jahre 1934 die Höhe von rund 1,7 Millionen Tonnen Pflastersteinen und etwa 21 Millionen Schotter und Kleinpflastersteinen. Rechnet man die Ausfuhr von rund 5000 Tonnen sowie den mutmaßlichen Verbrauch der Gemeinden und anderer öffentlicher Auftraggeber hinzu, so dürfte die Industrie neben dem Schotter insgesamt etwa 2 Millionen Tonnen Pflastersteine im Werte von schätzungsweise 115 Millionen RM abgesetzt, d. h. ihren Umsatz gegenüber dem Jahre 1933 um etwa 30 Millionen RM erhöht haben. Um diese Steigerung richtig bewerten zu können, muß man berücksichtigen, daß die Industrie stark auf Lager gearbeitet hat und mit Vorräten in Höhe von etwa 450 000 Tonnen Pflastersteinen und 2.8 Mill. Tonnen Schotter in das Frühjahr 1934 gegangen ist. Im Jahre 1934 sind zunächst nur 44 500 Tonnen Pflastersteine und 591 000 Tonnen Schotter usw. verbraucht worden. Nach Anweisung des Generalinspekteurs für das Deutsche Straßenwesen sollen nun aber im Jahre 1935 sowohl im Rahmen des Bauprogramms für die Reichsstraßen (frühere Provinzial=, Länder= und Kreisstraßen) als auch für die Autobahnen erheblich mehr Pflastersteine verbaut werden. In dem für mehrere Jahre berechneten Bauprogramm soll der Anteil der gepflasterten Straßen verdoppelt werden. Die Straßendecke der Autobahnen wird grundsätzlich aus Beton gebaut. Hier kommt nur für einige wenige Strecken— z. B. bei Steigungen— Straßenpflaster in Frage. Dagegen besteht die Möglichkeit, die Zufahrtstraßen zu den Bahnen in größerem Umfang als bisher zu pflastern. Auch die an den Kreuzungen und Auffahrten vorgesehenen Straßen sollen soviel wie möglich gepflastert werden, so daß für das Jahr 1935 Aufträge in Höhe von 250000 Tonnen Pflastersteinen, also der fünffachen Menge des Jahres 1934, und etwa 1,3 Millionen Tonnen Kleinpflaster und Schotter, d. h. weit über das Toppelte der Menge des Jahres 1934, vergeben werden. Die Kssyrer-Prage vor dem Völkerbundsrat. DNB Genf, 18. April. In der letzten öffentlichen Sitzung seiner außerordentlichen Tagung hat der Völkerbundsrat Mittwoch vormittag auch noch die Frage der Ansiedlung der christlichen Assyrer behandelt. Der Berichterstatter, der spanische Vertreter Lopez Olivan, bedauerte, daß die Absicht, die Assyrer in Britisch=Guayana anzusiedeln, nicht zur Durchführung gelangen könnte. Die einzige offenbleibende Möglichkeit sei die Ansiedlung in Syrien. Der Völkerbundsrat gab seine Zustimmung zu dem beabsichtigten Vorgehen und beschloß die Bereitstellung eines weiteren Vorschusses von 40 000 Schweizer Franken. Neues in Kürze. Nach einer Meldung aus Tsitsikar stießen zwischen den Bahnhöfen Peianschen und Schinzen zwei Eisenbahnzüge zusammen. Nach den bisherigen Meldungen sind sieben Tote und sechzehn Verletzte zu verzeichnen. In der Nähe von Bayonne ist ein Personenzug entaleist. Die Maschine und mehrere Wagen stürzten um. Die meisten Fayrgäste trugen leichtere Verletzungen davon. Der kommunistische Dichter Bikow ist in Leningraderschossen aufgefunden worden. Von den Tätern fehlt bis jetzt jede Spur. Bikow wirkte früher in der Roten Armee. Später trat er als Vertrauensmann der Partei und der Regierung in die Wirtschaft über. In der Zeit vom 9. bis 16. April haben in Berlin die deutschen und ungarischen Regierungsausschusse getagt, um die laufenden Angelegenheiten des deutsch=ungarischen Waren= und Zahlungsverrehrs zu besprechen. Es sind für alle schwebenden Fragen Vereinbarungen gefunden worden, die dem weiteren Ausbau der deutsch=ungarischen Wirtschaftsbeziehungen dienen. Es ist eine Ta es Nationalsozial immer wieder zun tionalsozialismus chen Gebiet, durch richtung auf Lebens seine letzt hat. Denn der A chauung und eine durchsetzen. In diesem 8 beidelberger Unit der einer der ält mus auf den deut Von der vol lution“ von be legte der Redner lismus, seine Best In der Grünk Redner u. a. aus lußeren Gefahrenz mus sind zwar g delt. Mit neuen die Weltanschauun des deutschen Men dafür sind die Re mente— geht u der Volksgen wußtsein der des gemeinsa Die gestellte aufgabe, ein den. Das ist über mung neuer: nen Grundla vor Aufgaben stel gelöst werden könr ihm gemäße Volkhalten. Im Rückse Vorwärtsschaun al winnen wir die Er aus dem Vol! ernährt er sich. Ni Vollendung. Aus halt der Persönlich bestimmung. Es Mensch“, der sich Politische Gliederungen der etwa nur auf de „politische Soldat“ im Leben auszufü sich dem Volk und fühlt. Die Umfort auf der Grundla In ihrem Mittel Boden und Gesch Werteordnung, de nach persönl nach Ebrung d haftigkeit, de bindung an de der Arbeit. ei und der Ganzhei Ehre erwirbt sich und sein Schaffen Werte gründet sick reines Menschentus schen zu vollenden die ihm die Gesch Der Uebergan zur inneren geistigung notwendiger Gleichschaltung na es tauchte der Ri verfehlter, als we sich nun der Ersta sie eine Min die auch in Zukun schaftlichen und ku ist sonst die Gefal und Vereinigung in das Volk hine mer das Volk der gewesen. Das Ja weil diese Revoli Kräfte, die in de zusammenhielt un An dem ges Revolutionsansätze Reformation die RSG. Die 2 kertag sind Veran! des Brauchtums in früherer Jahrhund doch sind wir es u tum der Vergessen So berichten a sonderes Vergnüge Würste zu tragen. Jahre 1558 in ein Länge: im Jahre Wurst von 596 E Wurst, welche die 103 Gesellen Ellen lang u Wurst hatten die 2 Kringel gebacken. von den genannten herrschaft“ wurden Strützel abgetreten schinken, anderthal benötigt. Neunz Wurst gearbe sse zu Sitlers Scherl(M) rscharführer Ma ie er am 20. April der ostpreußischen Obergruppenführer der Glückwunschrbrücken wird sich er Stiftung beteieinen namhaften en folgend, sollen schaften des Saarvorhanden sind, r Elendswohnunnienigen Stiftern, chnen, wird eine unde übergeben. aßenbau. für das Deutsche über die AbsatzPflasterstein= und ndustrie hatte geägen benachteiligt en Behörden an usnahme der noch deaufträge— erund 1,7 Millionen Rillionen Schotter die Ausfuhr von chen Verbrauch der uftraggeber hinzu, schotter insgesamt ne im Werte von gesetzt, d. h. ihren twa 30 Millionen ing richtig bewerdaß die Industrie Vorräten in Höhe en und 2.8 Mill. gegangen ist. 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Von den Täirkte früher in der rtrauensmann der tschaft über. haben in Berlin 1 Regierungs= n Angelegenheiten d Zahlungsr alle schwebenden den, die dem wei1 Wirtschaftsbezievon der politischen zur geistigen Revolution, Es ist eine Tatsache, die von den führenden Männern # Nationalsozialismus in ihren Reden und Schriften mmer wieder zum Ausdruck gebracht wird, daß der Nationalsozialismus durch die Machtübernahme im politischen Gebiet, durch die Neuordnung und Gleichrichtung auf den andern Gebieten des öffentlichen Lebens seine letzte Verwirklichung noch nicht gefunden hat. Denn der Nationalsozialismus ist eine Weltanchauung und eine Weltanschauung kann sich nur langsam durchsetzen. In diesem Zusammenhang war ein Vortrag des beidelberger Universitätsprosessors Dr. Ernst Krieck, der einer der ältesten Vorkämpfer des Nationalsozialismus auf den deutschen Universitäten ist, über das Thema Von der politischen zur geistigen Revolution“ von besonderem Interesse. Klar und deutlich legte der Redner das geistige Wollen des Nationalsozialismus, seine Bestrebungen und Ziele dar. In der Gründung des dritten Reiches, so führte der Redner u. a. aus, stehen wir noch in der inneren und lußeren Gefahrenzone. Die Gegner des Nationalsozialismus sind zwar geschlagen, aber noch nicht verwandelt. Mit neuen Mitteln hebt nun der Kampf an um die Weltanschauung. Lebenshaltung und Lebensrichtung des deutschen Menschen. Das letzte Ziel der Bewegung— dafür sind die Reden des Führers die klassischen Dokumente— geht um den deutschen Menschen in der Volksgemeinschaft, die aus dem Bewußtsein des gemeinsamen Blutes und des gemeinsamen Bodens beruht. Die gestellte Aufgabe ist also eine Erziehungsaufgave, ein neues Menschentum muß geformt werden. Das ist überhaupt der Sinn der Geschichte: Formung neuer Menschen aus den vorhandenen Grundlagen, wenn das Schicksal die Menschen vor Aufgaben stellt, die nur von unverbrauchter Kraft gelöst werden können. Dies neue Menschentum muß eine ihm gemäße Volks=, Rechts= und Wirtschaftsordnung erhalten. Im Rückschaun nun auf unsere Herkunft und im Vorwärtsschaun auf die Kette künftiger Geschlechter gewinnen wir die Erkenntnis: Der Einzelne kommt aus dem Volksganzen, aus ihm lebt er, aus ihm ernährt er sich. Nur im Dienst des Ganzen findet er seine Vollendung. Aus der Volkheit erwächst so ein neuer Gehalt der Persönlichkeit und ein neuer Sinn der Daseinsbestimmung. Es erwächst daraus der„politische Mensch“, der sich seinem Volke verantwortlich weiß. Politisches Soldatentum, wie es in den Gliederungen der Partei gepflegt wird, bewährt sich nicht etwa nur auf dem Gebiete der physischen Kraft. Der „politische Soldat“ bewährt sich an jedem Platz, den er im Leben auszufüllen hat, als Charakter, als einer, der sich dem Volk und der Zukunft gegenüber verantwortlich fühlt. Die Umformung des Menschen kann natürlich nicht auf der Grundlage vergangener Denkweisen geschehen. In ihrem Mittelpunkt stehen die Begriffe von Blut, Boden und Geschlechterkette. Sie umschließt eine neue Werteordnung, deren Gegenstände sind: Forderung nach persönlicher und völkischer Ehre. nach Ehrung der Kriegsbelden, nach Wehrhaftigkeit, deren Gegenstände weiter sind: Treubindung an den Führer, Kameradschaft. Ehre der Arbeit, endlich die Gesetze des Gemeinnutzes und der Ganzheit. Persönlichen Wert und persönliche Ehre erwirbt sich der Einzelne nur durch seine Leistung und sein Schaffen für die Gemeinschaft. Diese Tafel der Werte gründet sich auf politisch hochwertiges und rafsisch reines Menschentum und ist bestimmt, den deutschen Menschen zu vollenden und ihn der Lösung jener Aufgabe, die ihm die Geschichte gestellt hat, entgegenzuführen. Der Uebergang von der politischen aktiven Revolution zur inneren geistigen Revolution brachte für die Bewegung notwendiger Weise eine Gefahr. Die äußere Gleichschaltung nach der Machtübernahme verblüffte und es tauchte der Ruf nach Beruhigung auf. Nichts ware verfehlter, als wenn die nationalsozialistische Bewegung sich nun der Erstarrung anheimgegeben hätte. Noch ist sie eine Minderheit, die aktiv sein muß, die auch in Zukunft der Motor in dem politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Getriebe sein muß. Zu groß ist sonst die Gefahr, daß statt einer endlichen Einigung und Vereinigung aller deutschen Menschen ein neuer Riß in das Volk hineingetragen würde. Deutschland ist immer das Volk der großen Ansätze in seinen Revolutionen gewesen. Das Jahr 1933 führte nur darum zum Ziele. weil diese Revolution einen Führer besaß, der alle Kräfte, die in der Bewegung strömten, von Anfang an zusammenhielt und formte. An dem geschichtlichen Beisviel der großen Revolutionsansätze im 16. Jahrhundert, die außer der Reformation die Bauernkriege, die Wiedertäuferkämpfe brachten, erweist der Redner dann die Tragik, die das Fehlen eines Führers für das aufbrechende Volk und Land in sich birgt. Die Kräfte, die eine Neuordnung zätten herbeiführen können, verströmten und das Volksleben barst auf in zahlreiche Risse, an denen die fremden Mächte im 17. Jahrhundert den Hebel ansetzten und Deutschland auseinanderbrachen. Von 16 Millionen deutschen Menschen blieben nach Beendigung der großen Kriege nur 4 Millionen übrig. Deutschland war ein einziger Kriegsschauplatz, ein Land. in dem Fremde schalteten und walteten nach Gutdünken, ein Land. darin man sich schämte, deutsch zu sprechen oder deutsche Sitte hochzuhalten. Der Redner schildert dann weiter, wie sich das deutsche Volk trotz allem in anderthalb Jahrhunderten wieder erholte und sich einen Namen schuf, der in der ganzen Welt mit Achtung genannt wurde. Er schilderte die französische Revolution und die Herrschaft Napoleons mit ihren teils verderblichen, durch die Zertrümmerung deutscher Kleinstaaterei auch guten Folgen und fuhr fort: Heute ist das einheitliche Reich im Sturm gewonnen. Die Aufgabe, die zu erfüllen bleibt, ist: Schaffung des Menschen, der dies Reich stützt, es in die Zukunft trägt, bis das Endziel erreicht ist. „Volk im Werden“ heißt die Losung. Seit den Völkerverschiebungen im frühen Mittelalter sind wir Deutschen das Volk im Werden, erlebten wir Aufstiege und Niederbrüche. Der Nationalsozialismus, in Erfüllung der beiden in ihm zusammengewachsenen Begriffe des Nationalen und Sozialen, wird an die Stelle des Wechsels die Festigkeit setzen. Denn beide Begriffe bedeuten dasselbe: Unterordnung des Einzelnen unter die Ganzheit. Um dies Gesetz zu erfüllen, das auf Generationen die wichtigste Aufgabe der Bewegung ist, hat die Bewegung auf allen Gebieten in die bestehenden Lebensformen eingegriffen, in der Familie. auf dem Gebiete des Rechtes. der Wirtschaft und der Kultur. Deshelb schuf die Bewegung neue Lebenssormen von Anfang an und sab in ihnen die Wiedergeburt germanischer Gefolgschaftsordnung und verwirktlichte sie in ihren Gliederungen als Erziehungsordnung. Der Einsatz dieser neuen Lebensformen muß auch erfolgen auf den Gebieten, in denen der Geist berrscht. Wir kennen keinen Geist mehr, der sich selbst genügt und in sich selbst zurückläuft und in sich selbst erfüllt. Aller Geist, alle Kultur und Erziehung haben nur eine Aufgabe: Den neuen deutschen Menschen zu bilden und mitzuhelfen, sein Dasein heraufzuführen. Eines solchen Zieles braucht sich die Wissenschaft wahrhaftig nicht zu schämen. Das Gesetz der Wahrheit ist das Gesetz des Weges, den die Wissenschaft geht. Das Gesetz der Wahrheit stellt aber auch die Wissenschaft in die Spannungen des Lebens mit seinen Nöten. Auch die Schulen müssen in diese Aufgaben hine.gestellt werden. Das bedingt eine Schulreform. die von innen und unten her kommen muß, nicht von außen ausgezwungen. Denn die Umstellung auf diese Ziele maht einen großen geistigen Schöpfungsprozeß notwendig und braucht zu ihrer Durchsührung Generationen. Denn die Reform der Schule ist nicht eine Wiedererweckung der Vergangenheit in neuer Sicht der Geschichte, sondern eine schövferische Neuwerdung. Dabei muß die Schule sich gleichordnen mit den anderen Erziehungsorganisationen. Das Entscheidende bei der Erziehung liegt nicht in der Vermittlung von Wissenschaft und auch nicht in der Bildungsarbeit. sondern in der Willensbildung und Weckung des Verantwortungsgefühls. Als Letztes behandelte Pros. Dr. Krieck die Fragen: Ist der Nationalsozialismus eine Weltanschauung? Ist der Nationalsozialismus eine Religion? Die erste Frage bejahte er ebenso deutlich wie er die zweite verneinte. Der Nationalsozialismus als Weltanschauung besagt den Willen zur Zukunft, den Willen zur Neugestaltung des deutschen Menschen nach dem Bilde. das der Nationalsozialismus geschaffen hat. Aber der Nationalsozialismus ist keine Religion und seine Führer sind keine Priester und Propheten. Die nationalsozialistische Weltanschauung ist berufen, im deutschen Volke vorbandene Risse zu überbrücken und allen zu zeigen, daß sie desselben Blutes sind, auf demselben Boden stehen und vor denselben Aufgaben und zu zeigen. daß das Ziel nicht erreicht werden kann durch neue Spaltungen.“ Wir werden nicht zurückgehen in die Geschichte, sondern wir sind berufen, neue Ziele zu finden. Geschichtliche Erkenntnisse sollen nur den Weg in die Zukunft beleuchten.“ so erklärte der Redner. Die religiöse Grundfrage für uns alle ist, daß wir nicht in Vereinzelung vor dem Angesichte Gottes stehen, sondern in der schicksalsmäßigen Verbundenheit mit dem ganzen Volke. So wie der Führer es ausdrückte: Mein einziger Gedanke, so wahr mir Gott helfe, ist Deutschland! Hier liegt der Weg offen zur Vollendung des deutschen Menschen. 4 Saarurlauber kommen! NSG. Am 28. April treffen im Gau WestfalenNord rund 1000 Saarurlauber ein. Die Urlauber, die auf verschiedene Kreise verteilt werden, bleiben bis zum 12. Mai. 1000 Saarbrüder werden wieder unter uns weilen, werden neben der geistigen und körperlichen Erholung ein Stück des schönen großen Deutschland kennen lernen, zu dem sie sich in der entscheidenden Stunde bekannten. Die NS Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ spannt sich für die Erholungszeit ein. Der genaue Fahrplan mit den Ankunftszeiten auf den einzelnen Bahnhöfen wird noch bekanntgegeben. e Landois-Ausstellung im Provinzial=Museum für Naturkunde ∆ Münster, 18. April. Das 100jährige Gedenken des Geburtstages des weit über Westsalens Grenzen hinaus bekannten Zoologen Pros. Landois hat dem Provinzialmuseum für Naturkunde Veranlassung gegeben, in seinen Räumlichkeiten im Zoologischen Garten eine Landois=Ausstellung einzurichten, die laut„M. A.“ am 24. April, also nächsten Mittwoch, eröffnet werden soll. Zwei Zimmer des Museums sind als Ausstellungsräume hergerichtet. Das eine ist ausgestattet mit dem Arbeitszimmer Landois' aus der Tuckesburg, seiner Wohnung, und enthält allerhand durchaus persönliche Erinnerungen, wie den traditionellen Zylinderhut und den charakteristischen Botanikerstock, ferner Pseisen, Tabaksdosen, viele Erinnerungen an die Zoologische Abendgesellschaft und Gegenstände, die Landois zur Selbstironisierung oder Verulkung anderer dienten. Das andere Zimmer ist als das wissenschaftliche Arbeitszimmer des Gelehrten ausgestattet, zeigt eine Reihe von Originalmanuskripten und=briesen, wie auch Kompositionen, auch Briefe seiner Zeitgenossen, namentlich von Levin Schücking, Emil Rittershaus u. a. m. Landois war ein ungemein fruchtbarer Schriftsteller, der allerdings über ein sehr starkes„Anlehnungsbedürfnis“ verfügte und auch in der Schriftstellerei das Material nahm, wo Es muß auch ohne Tärm Lärmbekämpfungswoche vom 6. bis 12. Mai. * Münster, 17. April. Auf Anordnung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda. Dr. Goebbels, wird im gesamten Deutschen Reich in der Woche vom 6. bis 12. Mai eine Lärmbekämpfungswoche veranstaltet, deren Durchführung dem Amt für Volkswohlfahrt. Abteilung Schadenverhütung, übertragen wurde. Im vorigen Jahre führte das Amt für Volkswohlfahrt bereits zwei ähnliche Wochen durch. die Reichsverkehrserziehungswoche und die Reichsfeuerschutzwoche. Die Lärmbekämpfung gliedert sich in drei Aufgabengebiete. und zwar: 1. Bekämpfung des Hauslärms. 2. Bekämpfung des Betriebslärms und 3. Bekämpfung des Verkehrslärms. Um die Durchführung der Lärmbekämpfungswoche im Gau Westfalen=Nord und=Süd nach den ergangenen Brauchtum im das„Wursttrager" der Metzger bei Handwerkerfestzügen in früherer Zeit. RSG. Die Vorbereitungen für den Reichshandwerkertag sind Veranlassung zu einem eingehenden Studium des Brauchtums im Handwerk. Mancher schöne alte Brauch früherer Jahrhunderte ist in Vergessenheit geraten, und doch sind wir es unserer Zeit schuldig, dieses alte Brauchtum der Vergessenheit zu entreißen. So berichten alte Chronisten, daß die Metzger ein besonderes Vergnügen daran fanden, bei Aufzügen riesige Würste zu tragen. Die Königsberger Metzger trugen im Jahre 1558 in einem Festzuge eine Wurst von 198 Ellen Länge: im Jahre 1583 trugen 91 Metzgergesellen eine Wurst von 596 Ellen Länge, sie wog 434 Pfund. Die Wurst, welche dieselben Metzger im Jahre 1601 von 103 Gesellen tragen ließen, war gar 1005 Ellen lang und 885 Pfund schwer. Zu der Wurst hatten die Bäcker acht Riesenstrützel und sechs große Kringel gebacken. Wurst, Strützel und Kringel wurden von den genannten Gilden verzehrt. Der„hohen Landesherrschaft“ wurden aber 130 Ellen Wurst und 2 große Strützel abgetreten. Zu der Wurst wurden 81 Schweineschinken, anderthalb Tonnen Salz, 18¼ Pfund Pfeffer benötigt. Neunzig Personen haben an der Wurst gearbeitet. Sie scheinen dabei ordentlich Durst bekommen zu haben, denn sie haben„nur“ 40 Faß Bier getrunken. Die Bäcker benötigten für ihre Backwaren u. a. 12 Scheffel Weizen und 2 Pfund Anis. Sie haben„nur“ für 6 Mark Bier bei ihrer Arbeit getrunken, während die Bierrechnung der Metzger sich auf 480 Mark belief. Die Nürnberger„schweinen Metzgersknechte“ zogen im Jahre 1614 durch die Stadt mit einer Riesenwurst, die 493 Ellen lang und„von gutem Bratwustzeug“ hergestellt war.„In Frolichkeit“ haben sie die Wurst nach dem Aufzuge miteinander verzehrt. Im Jahre 1658 trugen die Nürnberger Metzger eine Bratwurst, die zwei Zentner wog und mit Grün reichlich geschmückt war. Auch in Zittau war das Wursttragen üblich. Im Jahre 1726 führten dort die Metzgergesellen eine 626 Ellen lange Wurst in einem Zuge mit. Daß das Herumtragen von solchen Ungeheuern von Würsten großes Aufsehen erregte, braucht uns nicht zu wundern. Und wir können es verstehen, wenn der Nürnberger Chronist bezüglich der im Jahre 1614 getragenen Wurst schreibt:„., und ist von Mans= und Weibs Personen von Jungen und Alten. von Großen und Kleinen ein großes Zulauffen und Gedräng in allen gassen gewest und jedermann hat die große Wurst sehen wollen.“ Richtlinien durchzuführen und entsprechend vorzubereiten. hatte der Gauamtsleiter des Amtes für Volkswoblfahrt (Abteilung Schadenverhütung) für den Gau WestsalenNord die Vertreter aller in Betracht kommenden Behörden. der Kraftfahrorganisationen, der Presse usw. zu einer Besprechung geladen. Der Gauamtsleiter erläuterte eingehend Zweck und Bedeutung dieser neuen Aktion für das gesamte Volkswohl und betonte, daß sämtliche Reichsministerien die untergeordneten Dienststellen zur Unterstützung angewiesen haben. Der Reichsverkehrsminister erließ als Motto dieser Aktion an alle Kraftfahrer die zu beherzigende Mahnung: Statt Hand an der Hupe, Fuß aus der Bremse!“ Am einfachsten durchzuführen wird die Bekämpfung des Hauslärms sein, da es sich hierbei in der Hauptsache darum handelt. alle Volksgenossen dazu zu erziehen, auseinander Rücksicht zu nehmen und jeden unnötigen Lärm zu vermeiden. Schwieriger ist schon die Beseitigung des Betriebslärms, die erst auf lange Sicht durchzuführen sein wird und deren Durchführung in erster Linie dem Amt für Schönheit der Arheit in Verbindung mit den Gewerbeaufsichtsämtern, den Berussgenossenschaften usw. obliegt. Das wichtigste Kavitel blidet zweisellos der Verkehrslärm. Namentlich das unnötige und überlaute Huven soll weitgehend abgeschafft werden. Den größten Lärm verursacht ohne Zweifel das Geknatter der Motorräder, bei denen vielfach die erforderlichen Schalldämpfer nicht eingebaut sind. Ueberhaupt die kleineren Fahrzeuge, wie Motorräder, Dreiradkraftfahrzeuge und Lieserwagen sind diejenigen, die den weitaus größten Lärm verursachen. Das Hupen ganz abzuschaffen, wird nicht ohne weiteres möglich sein, aber daß eine wesentliche Einschränkung möglich ist, läßt sich nicht bestreiten. Wesentlich hängt dies aber auch von der Verkehrsdisziplin der Radfahrer und Fußgänger av, die in sehr vielen Fällen der Grund sind, daß die Kraftfahrzeuglenker unnötigerweise häufig hupen müssen. Nachdem alle Behörden und Organisationen sich zur restlosen Unterstützung in der Durchführung der Lärmbekämpfungswoche bereiterklärt hatten, wurden in einer eingehenden Aussprache wertvolle Anregungen und praktische Vorschläge gemacht, die von der Gauamtsleitung zwecks Prüfung und Berücksichtigung gern entgegengenommen wurden. Sobald das Programm der Lärmbekämpungswoche in seinen Einzelheiten festgelegt ist, wird die Oeffentlichkeit durch die Tagespresse darüber eingebend informiert. er es sand. Zwar hat er eine ganze Anzahl größerer und kleinerer Werke herausgegeben, so vor allem bisher noch unerreicht dastehende Lehrbücher der Zoologie und Botanik für Schulen. Aber man geht doch zu weit, wenn man, sußend aus einer Angabe von Hermann Löns, der schon 1899 in einem Aufsatze in„Niedersachsen“ die Zahl seiner Veröffentlichungen auf mehr als 900 andab, etwa glauben will, daß es sich hier um die Herausgabe so vieler in Buchform erschienener Werke handele. Jedensalls aber wird die Ausstellung allen Freunden der Heimat und echten, kernigen Westfalentums gewiß viel Freude bereiten. Sorgt für Hitler=Freiplätze! Immer dann, wenn das Reich in seiner Gesamtheit gefährdet schien, wenn die Wolken schwerer Krisen über das Volk dabinzogen, fanden sich sonst seindliche Gruppen zu einer Einheit zusammen. Zu solchen Zeiten erst begrub man langwierige Streitfälle, um in den Dienst für die Nation zu treten. Sobald aber Krisen und nationale Gefahren überwunden waren, traten auch wieder die einstigen Gegensätze in Erscheinung. Erst der Nationalsozialismus hat auch darin einen grundsätzlichen Wandel geschaffen. Er hat aus Bevölkerungsgruppen. aus anonymen Ständen und Berufsgruppen eine wirkliche Gemeinschaft gebildet, die boch und niedrig, arm und reich, alt und jung in gleicher Weise umsaßt. Sinnfälliger Ausdruck des Gemeinschaftsdenkens aber wurde die Ns Volkswohlfahrt. Sie hat nicht nur das Winterhilfswerk, hat nicht nur die bisher einzigartige Aktion„Mutter und Kind“. aus der heraus sich das „Erholungswerk des deutschen Volkes“ entwickelte, mit großem Ersolg durchgeführt, sie hat vor allem und mit besonderer Kraft in diesem Jahr auch die Förderung der „Hitler=Freiplatzspende“ übernommen. Durch die Hitler=Freiplatzspende sollen die erholungsbedürftigen Männer aller NS Gliederungen auf das Land verschickt werden. Alte und junge Männer, die seit Jahren aktiv im Kampf für die nationalsozialistische Revolution standen, die in den langen Jahren vor der deutschen Erhebung den Nachweis lieferten, daß sie mit Leib und Leben dem Führer und seinem Werk ergeben sind, erhalten nun mit ihrer Verschickung eine kleine Anerkennung ihrer Opfer. Gewiß, diese Anerkennung steht in keinem Verhältnis zu dem, was diese Männer an versönlichen Opfern einst gaben: Aber sie gibt ihnen die zuversichtliche Genugtuung, daß das ganze deutsche Volk stolz auf diesen einstigen Einsatz ist, und spornt die Männer der Alten Garde an zu weiterem Kampf und zu ständiger Hingabe an das Dritte Reich. Der tiefste Sinn der„Hitler=Freivlatzspende“ liegt aber wohl darin, daß sie vorsorgliche Gesundheitspolitik betreibt. Die Arbeitskraft eines Volksgenossen gilt endlich wieder als nationales Gut, das geschont und behütet werden muß. Diese Erhaltung und Steigerung der allgemeinen Volksgesundheit ist damit aber eine Aufgabe, die letztlich jeden Volksgenossen angeht. Wer zur Lösung dieser Aufgabe aus bösem Willen nicht beiträgt, erweist sich als Saboteur. Wie im Vorjahr werden auch in diesem Jahree überall im ganzen Reich Freiplätze geworben. Der Bauer und Ackerbürger wird auch im Jahre 1935 seine Verbundenheit mit den Volksgenossen der Städte beweisen können, indem er einzelne oder mehrere von ihnen kostenfrei zur Erholung aufnimmt. Er trägt damit nicht nur zur Vertiefung der Volksgemeinschaft bei, erfüllt nicht nur eine notwendige Pflicht, sondern schafft mit einem solchen Freiplatz bei dem alten Nationalsozialisten die seelische Voraussetzung zu einem erneuten Kampfeinsatz für die vom Führer und Reichskanzler Adolf Hitler angestrebte Zielsetzung der deutschen Politik. (Meldungen für die„Hitler=Freiplatzspende“ nimmt jede Ortsgruppenamtsleitung der NSV entgegen.) Glanzleistung eines Segelfliegers in den Borkenbergen. A Dülmen, 18. April. # In Möhne. W MLITE nn In-A -AEEETLERFH AIN VEUEESE 1 . Ein im Segelfliegerlager in den Borkenbergen aufgestiegener Segelflieger vollbrachte die erstaunliche Lei# stung, mit seiner„Kiste“ einen Segelflug bis ins Sauerland zu machen und dabei eine Höhe von 2000 Metern zu erreichen. Er landete ohne jeden Unfall unweit des Bauernhofes Schirk in der Gemeinde Mülheim an der X Warendorf, 18. April. Ein Warendorfer erfindet den kurbellosen Motor. Seit vielen Jahren beschäftigte sich der Techniker Riba, der vor Jahren hier ein Lichtsviele, theater leitete und dessen Angehörigen noch heute bier wohnen, mit der Konstruktion eines kurbellosen Motors also mit der Lösung eines Problems. an dem schon seit. sast 50 Jahren von Fachleuten gearbeitet wird. Die Arbeiten sind jetzt lt.„N. Emsb.“ so weit gediehen, daß der Versuchsmotor bereits von Fachleuten besichtigt worden ist und gegenwärtig beim Reichsamt für Technik auf seine Rentabilität geprüft wird. Festgestellt ist schon, daß der Motor der Rihaschen Konstruktion bei vibrationsfreiem Arbeiten bis zu 6·000 Umdrehungen in der Minute leisten, kann. Ebenso sollen die großen Schwierigkeiten der Abdichtung und Schmierung hier überwunden worden sein und die höhere Kraftausbeute wird schon ohne weiteres erreicht durch den Fortfall bedeutender Reibungsverluste, die in der Kraftübertragung auf die Kurbelwelle begründet sind. Auch wird ein solcher Motor durch den Fortfalk des Gehäuses bei weitem nicht das Gewicht der bisherigen Motore haben. ∆ Sassenberg, 18. April. Am Tage der goldenen Hochzeit gestorben. Das in der Bauerschaft Dackmar wohnende Ehepaar Heinrich Ostlinning wurde ausgerechnet an dem Tage. an dem die alten Leute ihre goldene Hochzeit hätten feiern können, auseinandergerissen. Infolge Altersschwäche starb an diesem Tage die Frau im Alter von 76 Jahren. Ein neues Heft der„Kunstkammer". Das Aprilheft dieser vom Präsidenten der Reichskammer der bildenden Künste berausgegebenen volkstümlichen Kunstzeitschrift, beginnt mit Bildhauer=Zeichnungen und Fridericus=Illustrationen Adolpb Menzels. Hans Weidemann beschäftigt sich mit dem Mäzenatentum. Andere Aufsätze sind neuen Kunstgläsern und der Keramik, modernen Bühnenbildern und jüngst erbauten Dorsschulen gewidmet. Professor Kurt Wehlte spricht über Rissebildung an Gemälden. 40 Bilder schmücken das Heft. 9 IIAA Eine afrikanische Großstadt. . Am 20. April 1885— vor nunmehr 50 Jahren — starb Gustav Nachtigal während seiner Rückreise aus den westafrikanischen Küstenländern, die er einem Auftrag des deutschen Kaisers gemäß unter die Hoheit des Deutschen Reiches gestellt hatte. Der Arbeit Gustav Nachtigals, der mit zu den bedeutendsten Entdeckern Afrikas gehört. obwohl er kein Geograph. sondern Arzt war, ist es zum großen Teil zu verdanken, daß Kamerun. Togo und Südwestafrika zu deutschen Kolonien wurden. In seinem umfangreichen Werk„Sahara und Sudan“(F. Brockhaus. Leipzig) gab Nachtigal eine interessante Schilderung seiner mühevollen Entdeckertätigkeit. Aus Anlaß seines 50. Todestages entnehmen wir dem dreibändigen Werk mit besonderer Genehmigung des Verlages den folgenden Abschnitt: Ende der vierziger Jahre des 18. Jahrhunderts wurde die alte Stadt Kuka von dem Sultan von Wadai zerstört, dann hat der im Sudan so berühmte„große Scheich“ Mohammed sie in Gestalt zweier Städte wieder aufgebaut Der 1 breite Zwischenraum, der die Schwesterstädte trennt, ist in seinem nördlichen Teil wenig bebaut; der südliche Teil enthält ein fast ebenso dichtes Häusergewirr als die Städte selbst. Wenn man diesen Zwischenraum „einrechnet, haben die beiden Städte eine Länge von West mach Ost von etwa 4 Kilometer, die Breite von Nord nach Süd beträgt annähernd die Hälfte. Bei einer Bevölkerung von 50—60 000 Seelen gehört Kuka zu den größten Städten Innerafrikas. Zwei Drittel mögen auf die Weststadt kommen, in der die kleineren Wohnungen dichter gedrängt stehen, während die ausgedehnten Behausungen in der östlichen, der„Königsstadt“, einen unverhältnismäßig großen Raum einnehmen. Beide sind ummauert, aber diese Befestigung ist schwach; die etwa 20 Fuß hohe, mit Zinnen versehene Mauer der Königsstadt bestand aus kiesgemischter Tonerde und trug schon zahlreiche Spuren der kaum begonnenen Regenzeit. Der obere, dünnere Teil war hier und da bereits zusammengestürzt oder weggewaschen; die terrassenförmige Innenseite hatte sich in eine abschüssige Wiese umzuwandeln bezonnen, die von den Ziegen der benachbarten Einwohner abgeweidet wurde. Die Weststadt bildet ein nahezu quadratisches Viereck. Eine fast gerade verlaufende Hauptstraße, der Dendal, verbindet das West= mit dem Osttor; eine platzähnliche Verbreiterung dient zur Abhaltung des täglichen Hauptnarktes, der an Lebhaftigkeit fast den Wochenmarkt von Tripolis übertrifft. Die Erdhäuser zu beiden Seiten des Dendal sind niedrig und unansehnlich, haben aber oft eine sehr bedeutende Ausdehnung. Etwa in der Mitte der Stadt wird die Hauptstraße durch eine Wohnung des Scheich und eine daranstoßende Moschee eng eingechnürt. Außer dem Dendal gibt es nur wenige gerade Straßen, die zahlreichen Verkehrswege sind vielmehr gevundene Pfade. Von Gustav Nachtigal. Die tiefen, durch ein Dorngehege eingefriedigten Brunnen sind belagert von Frauen und Mädchen, die schwatzend ihre großen Tonkrüge füllen und sie geschickt auf den Köpfen nach Hause tragen. Sklaven, die das Gewand beiseite gelegt haben, und nur ein Schurzsell tragen, sind beschäftigt, eine eingestürzte Mauer wieder aufzurichten. In der Vorhalle eines Hauses hat ein Lehrer seine Schule eingerichtet und plärrt seinen Schülern die Verse des Koran vor. Handwerker aller Art sehen wir in ihrer Tätigkeit; an einer trockenen Stelle hat eine Geschäftsfrau ihre Bude errichtet, in der sie Früchte und Kuchen feilbietet; der Barbier lockt durch schrilles Pfeifen die Kunden an, bearbeitet die Köpfe vor ihm kniender Männer und Frauen mit den beliebten steiermärkischen Rasiermessern oder schröpft kunstgerecht am Hinterkopf; Milchfrauen rufen ihre Ware aus. Karawanen von Kamelen. Packpferden, Ochsen und Eseln bringen Handelswaren, Getreidebedarf, Steuern in Naturprodukten aus den Provinzen.— Unter Bäumen und Schattendächern sitzen vom Morgen bis zum Abend schwatzende Männer. Wenn die Sonne untergeht, erteilen die Vornehmen gern öffentliche Audienzen auf der Straße, inmitten ihrer Klienten, Dienstmannen und Sklaven, mit denen sie wohl gemeinsam das Maghrebgebet zum Sonnenuntergang verrichten. Erst später vereinigt sich die Jugend in den Straßen und auf den Plätzen zu Musik und Tanz. Unglaublich groß ist die Zahl der Blinden, die halb nackt und verhungert die Mildtätigkeit anflehen. Eigentümliche Erscheinungen sind die vielen Bettelstudenten, die aus allen Nachbarländern Kuka aufsuchen, um Gelehrsamkeit und Brot zu erwerben. Man findet unter ihnen die verschiedensten Lebensalter, Knaben und Greise, wahrhaft „bemoßte Häupter". Das Leben auf dem Dendal der Oststadt ist weniger mannigfaltig, aber glänzender durch die Menge der Hofbeamten, schöner Pferde und reich gekleideter Reiter.— In den Nebenstraßen schwächt sich der Verkehr erheblich ab. Die Pfade sind winklig und schmal, die Wohnungen bescheidener; man stößt auf Ruinen, unbebaute Plätze. große Gruben. Abfallhaufen, stinkende Pfützen und tiefe Regenteiche. In einem der letzteren lebte sogar ein kleines Krokodil, das auch eine mehrmonatioe Trockenheit überstand. Diese Teiche sind Brutstätten der Malaria, dazu kommt die Anhäufung von allerhand Unrat. Der Gesundheitszustand Kukas würde noch weit schlimmer sein, wenn nicht die vielen Aasgeier die Wohlfahrtspolizei ausübten. Die ersten weiblichen Pollzisten in Beilage Ozeanriefe auf Grund gelaufen. Ein Gele Scher! M. Zum erstenmal in Frankreich wurden jetzt in Paris diese beiden Frauen in den allgemeinen Polizeidienst eingestellt. Ihre Aufgabe besteht in der Bekämpfung der Kinderbettelei und der Betreuung junger Mädchen. Der Warenaustausch mit Italien. Befriedigender Abschluß der deutsch=italienischen Wirtschaftsbesprechungen. DNB Rom, 18. April. Scher!(M) 45 000 Tonnen große englische Schiff„Aquitania“ der Cunard=White=Stare=Linie lief kurz vor dem englischen Hafen Southampton während eines heftigen Sturmes auf Grund. Die größte Anzahl der Passagiere verließ den Riesendampfer auf kleinen Schiffen und traf mit fünfstündiger Verspätung in London ein. Nach langen Bemühungen gelang es, das Schiff wieder freizubekommen. Auch die Oststadt hat eine regelmäßige Gestalt. Ihr Dendal ist sehr breit, am Ende des zweiten Drittels der Längenausdehnung hört er mit dem eigentlichen Königsdalast und der vor diesem liegenden Moschee auf. Die Oststadt wird von den in unmittelbarer Beziehung zum Hofe stehenden Personen bewohnt, während in der Westtadt die Masse des Volkes und die Fremden leben. Verkehrsfortschritt in Büddeutschland Das öffentliche Leben bewegt sich hauptsächlich in den beiden Hauptstraßen. Spazierritte durch dieselben waren ür mich stets von neuem, fesselndem Interesse und entfüllten ein Leben von solcher Mannigfaltigkeit und selbst 5roßartigkeit, wie es ein Europäer mit der Vorstellung von einer Negerstadt kaum verbinden kann. Selbst die folgen der Regenzeit, die seeartigen Wasseransammlunen und ihre kotige Umgebung, vermochten das rege Treiben nur wenig zu stören. Männer und Frauen, Freie ind Sklaven, Einheimische und Fremde durchwateten die kümpel des westlichen Dendal, nackte Kinder tummelten ich vergnügt in ihnen herum, eingeborene und fremde keiter, oft auf hübschen Pferden, durcheilten die breite Straße. Die Städtebewohner, die wohlsituierten Kanuri ind Kanemba, die Bewohner der Landschaft Kanem östich vom Tsadsee, und die einflußreichen Sklaven angeehener Häuser behängen sich gern mit Kleidungsstücken, eren Anzahl in schreienden Widerspruch zur Temperatur eht; zwei, drei oder vier Gewänder von ansehnlichem bewicht sind ihnen Stolz und Vergnügen. So werden die Jornehmen zu Maschinen, die mühsam von ihren Dietern auf die Pferde gehoben werden. Das sind die Günstinge der Neuzeit. Daneben wandelt wohl ein Greis, in in grobes weißes Gewand gekleidet, den Kopf sauber asiert, mit bescheidener Würde einher, durch einen lanen Stab mit olivenförmiger Endanschwellung als ein delmann gekennzeichnet, dessen Vorfahren zu den Großen es Reiches unter der früheren Dynastie zählten. Vor der Fertigstellung der Neckarkanalisierung. DNB Heidelberg, 18. April. Wie die Direktion der Neckar AG. mitteilt, ist damit zu rechnen, daß die Arbeiten an den drei noch im Bau befindlichen Staustufen Guttenbach, Neckarzimmern und Gundelsheim im Juni zu Ende geführt werden können, falls nicht noch weitere größere Frühjahrshochwasser Störungen bringen. Damit wird dann die Neckarkanalisierung soweit sertiggestellt sein, daß vom Juli 1935 ab Schiffe bis zu 1200 Tonnen Ladefähigkeit auf dem Neckar von Mannheim bis nach Heilbron durchgehend fahren können. Kranzösisch=sowjetrussisches Abkommen in„großen Linien“ fertiggestellt. Die deutsch=italienischen Wirtschaftsbesprechungen sind am Dienstag abgeschlossen worden. Hierzu wurde folgendes gemeinsames Kommuniqué ausgegeben: In Rom sind in diesen Tagen zwischen einer deutschen Abordnung und der italienischen Regierung Besprechungen geführt worden mit dem Ziel, zu vermeiden, daß durch die in beiden Ländern bestehenden Einfuhrsysteme eine Minderung der Höhe des gegenwärtigen Warenaustausches eintritt. Diese Besprechungen haben zu einem durchaus befriedigenden Ergebnis geführt. Es ist die Einsetzung eines deutschen und eines italienischen Regierungsausschusses beschlossen worden, deren Aufgabe es sein soll, die Entwicklung des Warenund Zahlungsverkehrs zwischen beiden Ländern in enger Fühlungnahme ständig zu verfolgen und erforderlichenfalls in gemeinsamen Besprechungen etwa auftretenden Schwierigkeiten zu begegnen. Es ist ferner die Möglichkeit erörtert worden, daß die deutsche Regierung in gewissem Umfange die Transferierung privater Forderungen italienischer Gläubiger vornimmt. Die italienische Regierung ihrerseits hat mitgeteilt, welche Maßnahmen getroffen worden sind, um die ungestörte Abwicklung des deutschen Reiseverkehrs nach Italien sicherzustellen. Am 19. Apr Münster und mit in unermüdlicher Professors der Zo rade dreißig Jahr abrief. Viele M wüchsige Gestalt, linder, in der H# Botanisierspaten, durch die Straß gespann eine Sp. auch des Staune schen Bemerkunge sich zu Lebzeiten auch noch einige Schüler, deren G. der Name„Land und Liebe zu die menfassen:„Dal Sie haben? 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Während das Thermometer auf 0 Grad sank, fiel auf den Bergen bis zu 700 Meter herunter Schnee. Auf der Spitze des Mottarone, des bekannten Skiberges von Mailand, werden 25 Zentimeter Neuschnee gemeldet. Sogar an der Riviera haben die Verge unversehens wieder ein Winterkleid angelegt. In Livorno tobte ein schwerer Sturm, der beträchtlichen Schaden anrichtete. Auch aus Piacenza in der norditalienischen Tiefebene und aus den Dolomiten, wo einige Straßenübergänge unpassierbar geworden sind, werden Schneefälle gemeldet. In Trient ist bis an die Ränder der Stadt Schnee gefallen. Der Bukarester polnische Gesandte Arciszewskt hat am Mittwoch dem Ministerpräsidenten Tatarescu und dem Unterstaatssekretär des Aeußern offiziell den Text der Genfer Rede des polnischen Außenministers Beck zum französischen Memorandum überreicht. Aus den Mitteilungen, die aus den Kreisen des rumänischen Außenministeriums gemacht werden, scheint hervorzugehen, daß der polnische Gesandte bei seiner Vorsprache gleichzeitig hervorhob, daß die Ausführungen Becks als programmatisch für die Außenpolitik Polens und für seine Stellungnahme zur europäischen Sicherheitspolitik und vor allem zu den schwebenden Paktverhandlungen betrachtet werden müssen. Man nimmt hier an, daß die Mitteilungen des polnischen Gesandten als abschließend im polnisch=rumänischen Meinungsaustausch über die von der Warschauer Regierung in der Frage des Ostpaktes einzuschlagende Politik anzusehen sind. Das Pariser Strafgericht verkündete am Mittwoch das Urteil gegen die 32köpfige Spionagegesellschaft Lydia Stahl und Genossen, die zu Gunsten der Sowjetunion arbeitete. 20 Personen saßen auf der Anklagebank; die anderen 12 hatten die Flucht ergriffen. Gegen eine Anzahl der Angeklagten, die wohl der Spionage überführt sind, aber zur Aufklärung der ganzen Angelegenheit beigetragen hatten, wurde auf Straffreiheit erkannt. Unter ihnen befindet sich das vielgenannte amerikanische Ehepaaer Switz. Lydia Stahl, die als eine der Hauptbeteiligten angesehen wurde, erhielt fünf Jahre Gefängnis. 3000 Franken Geldstrafe und fünf Jahre Aufenthaltsverbot. Die übrigen Urteile schwanken zwischen der Höchststrafe von 5 Jahren und einem Jahr Gefängnis. Der rumänische Staatsangehörige Berkowitsch, den man als das Haupt der Spionagegesellschaft betrachtet, erhielt ebenfalls die Höchststrafe von 5 Jahren Gefängnis, verbunden mit 3000 Franken Geldstrafe und 5 Jahren Aufenthaltsverbot. Eine unerwünschte Kontraverse. Ein bezeichnender Hinweis. DNB London, 18. April. Der Präsident des Staatsrates Baldwin teilte am Dienstag in Beantwortung einer Anfrage im Unterhaus mit, daß der britische Botschafter in Washington in einer Aussprache mit dem amerikanischen Staatssekretär den Hinweis gemacht habe, daß bei der Prüfung des Vorschlages auf Untersuchung des während des Weltkrieges zwischen amerikanischen Banken geführten Briefwechsels über die Finanzierung gewisser Kaufverträge durch die alliierten Regierungen an die Gefahr des Wiederauflebens einer schon seit langem überlebten Kontroverse gedacht werden müsse, die unter Umständen eine un erwunschte Wirkung auf die gegenwärtige internationale Lage haben könne. Das führerkorps der Partei in München. Ein Tresor für kostbare Bücher. 38 500 Bücher. darunter 2500 Inkunabeln, wie die Fachwissenschaft Buchdrucke aus dem 15. Jahrhundert nennt, werden demnächst aus der spanischen Nationalbibliothek in einen dieb= und feuersicheren Tresor übergeführt werden, der in dem Gebäude der Bibliothek zur Zeit angelegt wird. Der Tresor wird genau so aussehen wie ein moderner Bankentresor. Vor allem hat man Wert darauf gelegt, daß ein Schadenfeuer nicht auf ihn übergreifen kann. Daher bestehen die Wände aus doppelten Stahlplatten, die durch eine feuerfeste Schicht voneinander isoliert sind. Bibliothekbenutzer haben zu diesem Tresor nur Zugang, wenn sich jeder einzelne in Begleitung eines Bibliothekbeamten befindet. Unter den Büchern, die auf diese Weise vor Vernichtung und Diebstahl gesichert werden sollen, befinden sich große Kostbarkeiten. Am wertvollsten ist wahrscheinlich eine Ausgabe der Apokalypse mit Bildern von Albrecht Dürer. Das Buch wird heute auf mindestens 100000 Mark geschätzt. Fast ebenso wertvoll dürfte eine Bibel sein, die 1422, also zwei Jahre Schon im ju die den Mann b liebte er die kö kenntnis: Nur ei Entfaltung der Durchführung die im Zoologischen Volks= und Jug ließ ihn andererse Natur aufmerk er den Geheimni Wir wissen, daß lingssammlung 1 künstlerische lich, ein gutes# Zeit beherrschte lich, daß er für Vorstellungen ga trittsgeld zugäng daran, wie der! des Zoologischen noch heute fortb quelle für die 1 Schalk saß ihm b Der Wunsch einer Familienst Landois, nach Studium de war dieser Beru späteres Leben ha Mal ließ er sich die er später als so erbitterter weh seine Pläne dur Hasse, der bis 3 Bosheit und auch er seine Gegner. Persönlichkeit ist hang zu sagen lichen Bruchs m wandfrei geklärt Geistliche„niemo abzuwürdigen g Lebensführung zuwidergehandelt lzisten in Scher! M. tzt in Paris diese lizeidienst eingeimpfung der Kiner Mädchen. t Italien. ch=italienischen n. m. 18. 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Viele entsinnen sich auch des Staunens und Kopfschüttelns und der hämischen Bemerkungen, die es absetzte, als Hermann Landois sich zu Lebzeiten ein Denkmal errichten ließ. Es leben auch noch einige seiner treuen Mitkämpfer, Freunde und Schüler, deren Gesicht ein freudiges Lächeln zeigt, wenn der Name„Landois" fällt, und die ihre Bewunderung und Liebe zu diesem Manne in eine große Geste zusammenfassen:„Dat was nen Kiärl“. Sie haben damit gewiß nicht unrecht. Hermann Landois war wirklich ein ganzer Kerl, eine jener seltenen Persönlichkeiten, die in sich selbst zur vollen Reife gekommen sind und in sich selbst ihr Genüge finden. Jeder Zoll ein Westfale: aufrecht, ungeschminkt und derb, unverwüstlich und zäh in der Erreichung seines Zieles, bedächtig, genau und ein guter Rechner, voll Mutterwitz und Narretei, ein Grübler und Sehender, einer, dem die leblosen Dinge sprachen. Dazu von väterlicher Seite her— sein Großvater war zur Zeit der französischen Revolution nach Westfalen eingewandert— bedacht mit großer Beweglichkeit des Geistes, die ihn befähigte, scharf und schlagfertig Gegner abzutun. Was ihn uns heute so schätzen läßt, ist seine Verbundenheit mit der Heimat, seine Erdhaftigkeit und die Liebe, mit der er die Landschaft und ihre Dinge hegte und pflegte. Von der Mutter, die sehr klug, gänzlich unbürgerlich und voll Phantasie war, erbte er die Begabung zur Kunst, vom Vater, einem gewissenhaften, fleißigen und praktischen Beamten, den Blick für das Reale. Rincheit und Jugend. Schon im jungen Landois waren die Kräfte rege, die den Mann bestimmen sollten. Bis ins späte Alter liebte er die körperliche Bewegung in der Erkenntnis: Nur ein gesunder Leib gewährleistet die volle Entfaltung der geistigen Kräfte. In folgerichtiger Durchführung dieses Gedankens eröffnete er noch 1896 im Zoologischen Garten einen Sportplatz für Turn=, Volks= und Jugendspiele. Der Aufenthalt im Freien ließ ihn andererseits schon früh auf die Stimmen der Natur aufmerken und wie in innerem Zwang mußte er den Geheimnissen, die ihn rings umgaben, nachgehen. Wir wissen, daß der Knabe eine Käfer= und Schmetterlingssammlung besaß. Daneben war schon früh der künstlerische Trieb in ihm wach. Er war so glücklich, ein gutes Kasperltheater zu besitzen, und mit der Zeit beherrschte er die Kunst des Puppenspiels so trefflich, daß er für Freunde und bekannte Altersgenossen Vorstellungen gab, die allerdings nur gegen— Eintrittsgeld zugänglich waren. Unwillkürlich denkt man daran, wie der Mann Landois die mundartliche Bühne des Zoologischen Gartens schuf, eine Einrichtung, die noch heute fortbesteht und wie damals die Hauptgeldquelle für die Unterhaltung des Gartens ist. Auch der Schalk saß ihm bereits als Kind im Nacken. Der Wunsch seiner Mutter und das Vorhandensein einer Familienstiftung zu diesem Zwecke bestimmten Landois, nach Erledigung der Schulausbildung das Studium der Theologie zu ergreifen. Leider war dieser Beruf von allen der ungeeignetste. und sein späteres Leben hat darunter sehr gelitten. Nur dieses eine Mal ließ er sich in seinem Leben in eine Bahn drängen. die er später als verhängnisvolles„Muß“ empfand. Um so erbitterter wehrte er sich als Mann dagegen, wenn man seine Pläne durchkreuzen wollte. Mit unversöhnlichem Hasse. der bis zur Gehässigkeit ging und zu kleinlicher Bosheit und auch das private Leben angriff. überschüttete er seine Gegner. Zur richtigen Erkenntnis seiner Persönlichkeit ist erforderlich, in diesem Zusammenhang zu sagen, daß Landois trotz des äußerlichen Bruchs mit der Kirche, dessen Ursache nicht einwandfrei geklärt ist, trotz der Kämpfe gegen vorgesetzte Geistliche„niemals Religion und Priestertum selbst herabzuwürdigen gesucht oder in Fragen der persönlichen Lebensführung bestimmten Vorschriften seines Standes zuwidergehandelt hat". Der schaffende Mann. Seine Studentenjahre, die er zwischen ernsten Studien und froher Ungebundenheit teilte, waren von dieser Tragik noch nicht überschattet. Neben der Theologie widmete er sich eifrig dem Studium der Naturwissenschaften. Als er 1859 zum Priester geweiht worden war, übernahm er zunächst eine Hauslehrerstelle auf einem Adelshofe an der Ruhr. 1862 finden wir ihn als Lehrer an der Ackerbauschule zu Botzlar bei Lüdinghausen. 1865 wurde Landois als Lehrer an das Paulinische Gymnasium in Münster berufen. Nebenher blieb er seinen wissenschaftlichen Studien treu und veröffentlichte in den nächsten Jahren eine Reihe wissenschaftlicher Aufsätze und Abhandlungen, die ihm den Weg an die Akademie Münster als Privatdozent der Zoologie bereiteten. Als akademischer Lehrer war Landois sehr beliebt und erfreute sich einer zahlreichen Zuhörerschaft. Gern lauschten seine Schüler den geistreichen Ausführungen, die Liebe zur Sache beseelte und Witz und Humor würzten. Lebendigkeit, und Anschaulichkeit waren die Grundforderungen, die Landois an den wissenschaftlichen Vortrag stellte. Zeichnungen, Modelle und biologische Präparate, die er in den Dienst der Vorträge stellte und die zum Teil eine erstmals von ihm angewandte bedeutsame Bereicherung des Unterrichtswesens waren. brachten ihm Anerkennung und Beifall ein. Außer kleineren Abhandlungen wurde Landois zum ersten Male in Fachkreisen durch seine„Tierstimmen“ bekannt. Die Bedeutung dieses Buches beruht darin, daß„vor ihm wohl kaum einer daran gedacht hatte, die Lautäußerungen der kaltblütigen Tiere, der Reptilien, Amphibien, Fische, Insekten, Spinnen, Krebse, Schnecken und Muscheln zu erforschen und langwierige, ebenso geduldig durchgeführte, wie genial angelegte Versuche darüber anzustellen“. Seine Lehrbücher. die für den Gebrauch in der Schule bestimmt waren und noch nach dem Kriege vielfach als Grundlage für den Unterricht dienten, zeigen den Verfasser nicht nur als ausgezeichneten Naturforscher, sondern auch als klugen Pädagogen. Und sein Werk. In diesem Zusammenhange ist auf die Gründung der„Zoologischen Sektion für Westfalen und Lippe“ hinzuweisen, die im Jahre 1872 erfolgte. Ihre Aufgabe war die wissenschaftliche Erforschung der heimischen Natur, der Tier= und Pflanzenwelt, der Mineralien und auch der Vorgeschichte. In mühevoller Arbeit sammelte die Sektion Dokumente aus allen Zeitaltern westfälischen Bodens. Jahrelang kämpfte Landois für eine würdige Unterkunft der Funde, die vorläufig in Räumen der Gaststätte des Zoo untergebracht worden waren, bis endlich im Jahre 1892 das Naturhistorische Provinzialmuseum im Gelände des Zoologischen Gartens für diesen Zweck fertiggestellt wurde. Je länger sich Landois mit dem Studium der heimischen Tierwelt befaßte, um so stärker brannte in ihm der Wunsch, durch eine großzügige Einrichtung Verständnis für sie in allen willigen und heimatgebundenen Menschen zu wecken. Gleichzeitig wollte er so das Leben der Natur schützen. So gründete er 1871 den„Westfälischen Verein für Vogelschutz, Geflügelund Singvögelzucht". Die Gründung fand lebhaften Widerhall, in kurzer Zeit zählte der Verein mehr als tausend Mitglieder, die sich aktiv und durch freigebige finanzielle Unterstützung der guten Sache annahmen. Die gemachten guten Erfahrungen ermutigten Landois dazu, einen schon lange gehegten Wunsch zu verwirklichen, und nachdem er im Jahre 1873 zum ordentlichen Professor ernannt worden war, nahm er die Schaffung eines Zoologischen Gartens in Münster ernstlich in Angriff. Den Grundbestand des Gartens sollte die einheimische Tierwelt bilden. Die lebenden Tiere sollten durch Beschaffung bereits ausgestorbener, wie Bär, Luchs, Wolf usw., aus anderen Ländern ergänzt werden. Bodenfremde Tiere, wie Affen, Löwen usw., sollten gewissermaßen nur als„AtUnsere Bilder zeigen: In der Mitte: das Landois=Denkmal im Zoo. Untere Reihe von links nach rechts: das Geburtshaus auf der Rothenburg 33. das Naturwissenschaftliche Museum im Zoo. der neue Eingang zum Zoo, die Tuckesburg im Zoo und das Grabmal Landois' auf dem Zentralfriedhof in Münster. Photos(6) Rediger. traktionen“ dienen, um die Schaulust befriedigen zu können. Der Zoo ist das Lebenswerk Landois' geworden, dessen Verwirklichung er alle seine Kräfte weihte. Trotz vieler finanzieller Schwierigkeiten, die sich namentlich im Anfang einstellten, hat er durchgehalten. Für den Zoo fand er tausend Gelderwerbsmöglichkeiten, für den Zoo verpuffte er das Feuerwerk seiner witzigen Einfälle, für den Zoo wurde er bewußt zum Original und steckte manchen Spott und manches Achselzucken seiner Berufskollegen ein. Für den Zoo wurde er zum Dichter mundartlicher Possen, für den Zoo schuf er die mundartliche Volksbühne. die einen reichen Segen brachte. Für den Zoo gründete er die Abendaesellschaft des Zoologischen Gartens, die durch ihre toll=lustigen Sitzungen berühmt wurde und viele Leute anzog, Mitglieder warb und so manches Scherflein zum Besten der Sache erbeutete. Auch die ernste Wissenschaft mußte herhalten, und Landois zögerte keine Sekunde, aus einer ernsten Sache einen knallenden Witz zu machen, sofern nur dadurch der Endzweck erreicht wurde. Denn der Zoo brauchte Geld, viel Geld. Im Zoo gedachte Landois auch sein Leben zu schließen. Aus diesem Grunde erbaute er sich ein Heim auf einem Hügel im Zoo und nannte es Tuckesburg. 1892 hielt er darin als Graf„Tucks“ feierlichen Einzug. Das Innere der Burg stattete er mit der ganzen Fülle seiner verschwenderischen Phantasie aus und schuf darin ein abenteuerliches Museum, das unter anderen Berühmtheiten aufweisen konnte den Backenzahn des Riesen Goliath und die lange Pfeise Goethes. Skelette, Eulen und Totenköpfe schreckten die Besucher. Im„Burgverlies" trafen sich bisweilen die alten Freunde und bei herzhaftem Umtrunk wurde hier mancher Schabernack geboren und wohl auch gleich in Szene gesetzt. Als Krönung des Ganzen ließ Landois vor der Tuckesburg zur Feier des 25jährigen Bestehens des Gartens ein Denkmal errichten, das ihn selbst in voller Lebensgröße in seiner täglichen Erscheinung darstellte. Nur den Zylinderhut hatte er aushöhlen lassen, um damit einem Starenpaar einen schönen Nistplatz zu verschaffen. Die Begründung dieses genialsten aller Landoisschen Einfälle gibt die Inschrift des Denkmals, die so lautet: Ne lange Piev vull Oldenkott Gelt mehr äs duusend Jaohre Vull Ehr un Ruhm.— Aoltbeer in'n Pott, Dat is und bliw dat Waohre. Doch wenn Ji jetzt mien Kleihn un Dohn Met’ne Statue willt betalen, Dann mott ik sölwst de seien staohn, Süs mags de Düwel halen. Drüm häw ik auk vüör mien Quarteer Mien Standbeld setten laoten. Dat Ding mäk unwies wahn Plaseer, Auk Aerger üöwer Maoten. Wellt seih'n will, kumm un kiekt sik an, Et is nicht to verachten: Und well't von vüörn nicht lieden kann, Mag't Achterdeel betrachten. tach s1 Schon in seinen Studienjahren hatte sich Landois, der von Haus aus nicht mit Reichtum belastet war, das Geld für seine Reisen' durch Schriftstellerei verdient. Durch den Roman„Franz Essink“ rückte er mit einem Schlage unter die besten Dichter mundartlicher Erzählkunst. Hermann Löns urteilt über die dichterische Leistung seines allzeit verehrten Lehrers Hermann Landois: „Hochmögende Gelehrte aus den hohen Regionen der vergleichenden Anatomie und der einst alleinseligmachenden Systematik haben die Nase darüber gerümpft, daß ein Universitätsprofessor sich soweit herablassen konnte, der Leiter dilettantischer Karnevalspossen zu sein und sich zum Hofnarren des Volkes herzugeben. Aber abgesehen davon, daß Landois durch die Aufführung dieser Operettenpossen die Mittel zur Verbesserung und Verschönerung des westfälischen Zoologischen Gartens in die Hand bekam, ist diese seine Tätigkeit für die Gemütsbildung der Westfalen gar nicht hoch genug einzuschätzen Landois verstand es, eine urheimatliche Bühne zu schaffen... und so kann man sagen: der Possendichter Herman Landois ist vielleicht noch mehr wert als der Naturforscher, denn er bewahrte sein Volk vor der vor Berlin ausgehenden Verflachung des Empfindungslebens an der Deutschland so sehr krankt. Das darf West falen und Niedersachsen ihm nie ver gessen.“ L. W. 5 Auf der Fhlucht vor dem schwarzen Tod Die Pest in San Luis= Von Rudolf Verka=artung It 18 93 * 1 :1 1 San Luis ist eine Negersiedlung, etwa eine Tagereise im Auto von Lima entfernt. Sie liegt, von grünen, saftigen Zuckerrohrpflanzungen umgeben, still und tot in der Nähe der Küste. Wir hätten nie mit unserem Wandervarieté uns in diese Gegend verirrt, wein uns in Lima nicht einige Agenten dazu geraten und uns märchenhafte Einnahmen vorgerechnet hätten. Die Fonda, in der wir wohnten, war unsagbar schmutzig. In den Gasträumen roch es nach Schweiß und Zuckerroyrschnaps. An den Wänden standen gelbe, vertrocknete Zuckerrohrstangen, um die Wolken von Staub und grünen Fliegen stoben. Der Boden war gestampfter Lehm, löchrig und uneben. Der Wirt, ein Neger, ging mit lautloser Schnelle hin und her, umkreiste uns wie ein lauerndes Raubtier, fing gierig jedes unserer geflüsterten Worte auf, als wir am einzigen Tisch des Raumes saßen und unsere mitgebrachten Konserven öffneten. Ein halbwüchsiges Negermädchen strich hungrig um uns herum, blickte uns unverwandt an, entblößte manchmal, wie ein gähnender Hund, die starken, breiten Zähne, fiel gierig über eine Konservenbüchse her, die wir unter den Tisch geworfen. In der jäh und unvermittelt fallenden Dämmerung gingen wir fröstelnd durch den Ort. Uns alle hatte das Fieber wieder in den Krallen. Unsere Gesichter waren grau, wie von dickem Staub überzogen. Alle Türen, alle Fenster, von denen die Bretterläden zurückgeschlagen waren, lagen finster. Kleine, struppige Hunde sprangen am Weg auf, den Schwanz eingezogen, einen verfaulten Knochen im Maul. Nur manchmal huschten Schatten menschlicher Gestalten an uns vorbei. Das war San Luis, wo wir mit unserem Programm ein Gastspiel geben wollten, wo wir aber das nackte, bloße Grauen kennenlernten. Aus einer Fonda, deren Fenster von schmutzigen, brüchigen Vorhängen bedeckt waren, kreischte ein Grammophon. Wir traten ein, standen in einem rauchgeschwängerten niederen Raum, in dem einige Karbidlichter brannten. Ein alter, weißhaariger Neger kam auf uns zugestürzt, schüttelte uns die Hände. Obwohl Gesichter und Einzelheiten in dem unruhigen, rauchigen Licht nicht zu erkennen waren, konnten wir entnehmen, daß mindestens vierzig Personen in dem engen Raum beisammen saßen, oder eigentlich beisammen standen, ausnahmslos Neger, die aus kurzen Pfeifen rauchten und aus großen Gläsern Branntwein tranken. Es war ein Lokal, in dem am nächsten Abend unser Gastspiel stattfinden sollte. Eine Stimme übertönte das verworrene dumpfe Gemurmel:„Ich höre, die Künstler sind gekommen!! Zeigt euch!“ Sofort war peinliche Stille. Alles drehte sich um, blickte uns aus kleinen verschwommenen, tränenden Trinkeraugen an. Eine schmale Gasse bahnte sich zu einem Tisch, an dem ein einzelner Neger saß, scheinbar der Rufer, der sich erhob und uns entgegenkam. Andere setzten sich geräuschvoll in Bewegung, reichten leere Holzkisten über die Köpfe der noch immer wortlos und neugierig blickenden Gäste. Der Neger, der uns gerufen hatte, bedeutete uns mit einer Handbewegung, daß wir auf den Holzkisten Platz nehmen sollten und sagte mit freundlichem breiten Grinsen:„Es freut mich, daß Ihr mich gleich am ersten Tag besucht. Ich bin der Alcalde(Bürgermeister)". Dabei füllte er aus einem Tonkrug kleine Becher und trank uns zu:„Auf einen reichlichen Ertrag eurer Künste!“ Er war ein kleiner, unschöner Mann. In seinen wulstigen Lippen steckte eine kurze, erloschene Zigarre. Er befahl mit einem winkenden Ruck seines Kopfes, das stehengebliebene Grammophon wieder in Gang zu setzen. „Wieso kommt Ihr nach San Luis?“ fragte er,„fürchtet Ihr nicht das Fieber?“ „Nein“, sagte einer meiner Begleiter, das sitzt uns schon in allen Gliedern". Der Neger lächelte zufrieden. Jetzt konnte ich, schon besser an die trübe Beleuchtung gewöhnt, bemerken, daß sein Gesicht zersprungen und zerklüftet, von irgendwelchen Narben über und über bedeckt war. Seine Lippen waren rissig und scheinbar blutleer. Auch seine Augen erschienen mir auf einmal fahl, wie von einer giftig=grünlichen Farbe überzogen. Und als ich, aufmerksam und mißtrauisch geworden, ihn aufs Korn nahm, sah ich, daß an der Innenseite seiner Hände, zwischen den Fingern und am Unterarm, wenn die Hemdärmel zurückfielen, die Haut sich in weißlichen Flecken abhob und wie von Blut verkrustete Ränder hatte. Er schien jedoch meine erschrockene Ueberraschung bemerkt zu haben: Das haben wir hier in San Luis alle? Geben Sie uns lieber eine kleine Probe Ihrer Kunst zum besten!“ Ein zustimmendes Gegröhle und Gelärme erhob sich ringsum. Mit einem schrillen Mißton hörte das Grammophon zu spielen auf. Meine Begleiter, die vielleicht die Zeichen der Krankheit an den Händen und im Gesicht des Negers nicht bemerkt haben mochten, nickten mir aufmunternd zu. Die anderen Gäste erhoben sich, hockten sich auf Tische und Kisten, tranken ihre Gläser leer und sahen mich erwartungsvoll an. Ich stieg also auf eine Kiste, übersah noch einmal dieses seltsame, halbbesoffene Publikum, als die Tür aufgerissen wurde und eine unförmliche Negerin in ihrem Rahmen erschien. Nach Luft schnappend, klammerte sie sich einen Augenblick an die Pfosten. Mit einem Zipfel ihrer Schürze wischte sie über die schweißtriefende Stirne. Stumpf, mit hängenden Armen, stierte sie mich an. Es war ganz still im niederen, rauchigen Raum. Die Gäste und auch der Wirt hatten nichts bemerkt, da sie ja m#rl Erwartung auf meine Darbietungen warteten und mit dem Rücken gegen die Tür standen. Plötzlich kam wieder Leben in die dicke Negerin. Mit einer resoluten Gebärde zwängte sie sich in die dichtgeschart stehenden Gäste, gebrauchte ihre Ellenbogen und kam trotz des keifendes Widerspruchs der beiseite Gedrängten immer näher zu unserem Tisch heran. Als sie der Alcalde gewahrte, drehte er sich unwillig um. Einige lachten. Jemand schrie:„Was, du stehst noch immer unter dem Pantoffel? Sollst dein Weib öfter prügeln, dann läuft sie dir bestimmt nicht mehr nach“. Doch die Negerin ließ sich nicht abwehren. Voll Verachtung blickte sie den Sprecher an, dann beugte sie sich zu ihrem Mann herum, sagte ihm ein paar Worte flüsternd ins Ohr. Der fuhr auf. In seinem Gesicht war Furcht und Entsetzen. Er schüttelte sich, blickte mich an, als wollte er etwas sagen, schluckte einige Male und griff mit zitternden Händen nach dem Branntweinglas. Er goß den ganzen Inhalt glucksend in seine Kehle und strebte dem Ausgang zu. Unter der Tür hielt er an, trat zum Wirt hinter den Schanktisch, umsaßte seine Achseln und murmelte einige Worte. Auch auf dem Gesicht des Wirtes malte sich Angst und Entsetzen. Mit einem feindseligen, fast haßerfüllten Blick übersah er die Gäste. Dann trieb er einer Flasche, die er eben geöffnet hatte, den Kork wieder ein und warf sie unter den Schanktisch. Mittlerweile hatte sich der Menge eine gereizte, hastige, aber fast lautlose Unruhe bemächtigt. Alle, die soeben noch voll Neugierde mich angestaunt hatten, flüsterten halblaut, duckten die Köpfe, griffen in die Hosentasche, warfen dem Wirt einige Münzen hin und entfernten sich fast laufend. Niemand kümmerte sich um uns, die wir bald allein an unserem Tische saßen. Der Wirt trat zu uns heran. „Hay un accidente?(Ist ein Unglück geschehen?)“ fragte ich. „Nein!“ sagte der Wirt abweisend.„Aber es ist Zeit, daß sie schlafen gehen". „Warum floh alles so rasch auseinander?“ beharrte ich auf meine Frage. des Zimmers, schreit erstickt:„La pesta bubonica!“ Wir sind in einem Pestort. Er vergräbt seinen Kopf in die Decken meines Bettes und beginnt laut zu weinen. Myar rüttelt mich, seine Hand ist nicht mehr heiß, sie ist vor Schreck eiskalt geworden. Ohne zu denken, mechanisch in fliegender Eile, packen wir unsere Sachen und Ueberkleider. Wir klettern durch das Fenster, das schwere Gepäck schleppend, hasten wir über die Straße. Drüben, wo der Karren nicht gefahren ist, bleiben wir stehen. Wir sehen einen schwülen, finsteren Himmel über uns. San Luis liegt schweigend und wie ausgestorben. Wir hören nur das langgezogene, klagende Geheul der Hunde. Irgendwo in der Ferne verstummt der Räderlärm des Totenwagens. Unser Auto kommt. Enrique kauert am Lenkrad, zitternd und geduckt. Wir wersen das Gepäck hinein, legen uns darauf, fühlen noch einmal diese laue unheilschwangere Luft und das Grauen des Todes in ihr, wühlen uns in den ausgebreiteten Poncho, daß wir fast ersticken, dann springt der Motor rasend an. In Chincha, wo wir unseren Lastwagen gegen ein Personenauto umtauschten, erfuhren wir, daß in San Luis wieder, wie alljährlich, die Pest ausgebrochen und bereits einige Opfer gefordert hätte. Man sagte uns, daß nicht einmal Chinesen als Händler bereit wären, diesen verfluchten Ort zu betreten, der nicht ohne Grund so fern von jeder Ansiedlung läge. Unter den Schwarzen, die dort wohnen, grassierten alle Krankheiten, Fieberseuchen, Aussatz und zeitweise, wie jetzt, sogar die Pest. Wir hielten es für besser, über unseren Aufenthalt und unser Erlebnis in San Luis zu schweigen. Denn, wenn man gewußt hätte, daß wir aus dieser verseuchten Gegend geflohen waren, hätte man uns zur Weiterreise wohl kaum die Möglichkeit gegeben und hilfreiche Hand geboten. ∆ K VIII K Am Dortteich Scherl(M) „Warum?“ Der Wirt sah uns geringschätzend an, strich mit gierigen Händen das Geld ein, das ich ihm hingelegt hatte, reichte uns die Hüte und sagte: „Gehen Sie in Ihr Fonda. Sie werden es noch früh genug erfahren!" Er begleitete uns bis zur Tür, warf sie ohne Gruß ins Schloß und drehte den Schlüssel um. Wir standen auf der Gasse. Wir wußten, irgend etwas Ungeheuerliches war geschehen. Ekelerregend kroch ein Geruch aus den Lehmhäusern, an denen wir schaudernd vorübergingen und in denen kein lebendiger Laut zu hören war. Keinen Menschen sahen wir auf dem ganzen Weg bis zu unserer Fonda, die ebenfalls dunkel und verlassen wie die anderen Häuser lag. Wir mußten lang klopfen, bis uns der Wirt öffnete. Er entzündete eine dünne, unruhig flackernde Kerze und reichte sie uns. In unserem Zimmer, auf dem Bettrand sitzend, sagte Myar, mein Begleiter„Senor Derka, ich weiß nicht...“ Er sprach den Satz nicht zu Ende, rieb sich die Stirne und sah mich traurig an. „Ja, mein Freund, es ist ganz gut, daß wir unsere Koffer noch nicht ausgepackt haben!“ Er sprang auf:„Sie wollen fort? Wann?“— „Morgen, sobald es Tag wird. Wir haben in diesem elenden Negernest ohnedies nichts zu hoffen. Keine Macht wäre imstande gewesen, mich hierher zu bringen, wenn ich geahnt hätte, wie es hier aussieht.“ „Glauben Sie nicht?“ antwortete er.„Aber der verdammte Theaterdirektor in Lima fabelte von den unglaublichen Verdienstmöglichkeiten für Künstler, von einem kindlich dankbaren Publikum; ich werde ihn mir ausborgen, wenn ich ihn wiedersehe!“ Wir verlöschten das Licht und gingen bleiern müde zu Bett. Wir lagen angekleidet in der Dunkelheit und stöhnten vor Hitze und schwerer, warmer Luft. Ungeziefer wimmelte über unsere Gesichter. Fiebermücken sangen fein und dünn. Ab und zu stieß ein großer Nachtschmetterling gegen die Fenster. Da kracht auf einmal ein Fensterladen. Wir fuhren erschreckt auf. Eine schwarze Hand griff von draußen herein und tastete nach dem Fensterriegel. Myar hatte den Revolver herausgerissen. Ich falle ihm in den Arm. Wir stehn still und halten den Atem an. Ich fühle Myars Hand brennend heiß und feucht in der meinen. Ich weiß, daß er das Fieber hat, glaube in diesem Augenblicke selber Fieber zu haben, fahre mir über die Augen und halte das alles für eine gespenstische, lächerliche Täuschung unserer fieberkranken Sinne. Denn, ein Neger, ein grauenhaft verzerrtes, aschgraues Gesicht, das wie tot und versteinert wirkt, erscheint im Fensterrahmen. Er will sprechen. Er rollt die weißen, schreckhaft großen Augen. Sein Mund schnappt auf und zu. Wir hören abgerissene, gurgelnde Laute. Myar erkennt das Gesicht der Angst. Es ist Enrique, unser Chauffeur. Er hilft ihm herein. Der Revolver liegt auf dem Tisch. Der Atem des Schwarzen geht jagend und krampfhaft. Er hat die Hände zu Fäusten geballt, zittert am ganzen Körper. Noch immer formt sein Mund Worte, die nicht laut werden. Seine Zähne schlagen klappernd aneinander. Und da sehe ich draußen, wie ein von vermummten Gestalten getriebener Gaul einen Karren vorüberzieht, von dem zwei nackte schwarze Füße herabbaumeln. Enrique hört das Knarren der Räder. Er dreht sich um, springt auf, ist mit einem Satz in der äußersten Ecke Der Hase im Mond Ein indisches Märchen Es gab ein großes Fest. Wundervoll leuchtete der Vollmond am dunklen Nachthimmel. Zu dieser Zeit, es war gerade im Mai, feierten alle frommen Buddhisten den Tag der Geburt, der Erleuchtung und des Todes des Herrn Gotamo, des Fürsten der Sakya, des Bettelmönchs und des Heilands der Welt. Von Wutnarafider bis Bangkok wurde dieses Fest gefeiert. Als es sich dem Ende näherte, verbrannten die Gläubigen Lichter und Wohlgerüche und hatten schon dreimal den Wat umkreist, dann legten sie die Ringe unter den heiligen Feigenbaum, dem jahrhundertealten Banyam, der in allen Tempel= und Klostergärten den Baum vertritt, in dessen Schatten der Herr Buddha die göttliche Erleuchtung empfing. Eine große Menschenmenge bevölkerte die Gärten, auch die Bonzen mit ihren Anverwandten waren dabei. Ich saß abseits, am Ufer eines kleinen Teiches, dessen ruhiger Wasserspiegel im Mondschein flimmerte, worin die schwarzen Schatten der Palmenkronen und der steinernen Tiere geisterhaft aufleuchteten. Diese Tiere stellen die Erinnerungszeichen an die tierische Inkarnation des Herrn Buddha dar. Der Teich befand sich abseits von den Gartenwegen, wo das Volk lustwandelte. So genoß ich in vollen Zügen die göttliche Natur und die Ruhe, die mich hier umgab. Plötzlich störte mich ein Knistern von Blättern auf. Ich wendete mich um, und gewahrte einen Mann von hoher Gestalt mit regelmäßigen Gesichtszügen wie der Herr von Wainarasider trug. Er war ein frommer, guter und geistvoller Mann, der sehr angenehm zu unterhalten wußte. „Wohlan“, sprach er mit ernster und fester Stimme zu mir,„was denkst du, Fremdling, über diese wundervolle Wesaknacht?“ Nachdem er so gesprochen hatte, setzte er sich auf einen flachen Stein nieder, der mir zur Bank diente, und blickte zum Mond traumverloren empor... Ich ließ ihn in seinem Nachdenken, weil ich die Heiligkeit dieser göttlichen Nacht nicht stören wollte. „D Fremdling, hast du sicherlich schon die dunklen Flecke auf der Mondscheibe bemerkt, und erkennst du darin die Gestalt des Hasen?“ Etwas erstaunt, gestand ich, daß dieses Nachtgestirn wohl Flecke besitze, die an Augen, Nase und Mund gemahnen, wie also können dieselben die Gestalt eines Hasen haben?„Ueber diese dunklen Zeichen gibt uns ein altes Märchen Bescheid“, sprach daraufhin der Bonze weiter. „wenn du es hören willst, so will ich es dir gern erzählen!“ Ich nickte freudig zu und er begann: Vor vielen tausend Jahren, als unser Heer Gotamo noch dem Tierleben angehörte, hatte Gott ihn zum Hasen werden lassen. Er lebte, gemäß den Vorschriften, die alle guten Wesen kennen müssen. Dieser Hase, der ein glänzendes Leben führte, lebte an den Ufern des Ganges in Gesellschaft mit drei anderen Kameraden, die ebenso tugendhaft waren, wie er. Das waren ein Affe, ein Biber und ein kleiner Schakal. Obgleich sie sich sehr von einander unterschieden, näherten sie sich infolge ihrer Lebensweise nach den höheren Grundsätzen innerlich sehr. Schon seit mehreren Jahren lebten sie beieinander und halfen sich gegenseitig. In einer Mononacht nun, ließ der Hase seine Kameraden zu sich kommen und sprach: „Morgen, wenn das große Nachtlicht vollkommen rund sein wird, werde ich euch wieder zu mir rufen, um die Vollmondnacht in Gebet und Fasten zur Reinigung unseres Geistes und Körpers zu verbringen. Jedoch rate ich euch, morgen in aller Früh auf die Suche nach etwas Eßbarem zu gehen, das wir als Almosen verwenden können, wenn ein Bettler darum heischt!“ Alle Tiere stimmten diesem Vorschlag zu, und jeder ging dann in seine Höhle zurück, um dort den Rest der Nacht zu verbringen. Nur der Affe kletterte auf einen Baum, schlang seinen Schwanz um einen Ast und schlief ein. Am anderen Morgen ging jeder, wie es der Hase befohlen hatte, auf die Suche nach etwas Eßbarem, um es, wenn sich die Gelegenheit bieten würde, als Almosen zu verwenden. Der Biber hatte fünf Fische erbeutet, die er in seinen Bau brachte. Der Schakal erwischte das Frühstück eines im Gebüsch schlafenden Flötenspielers, welches aus Sauermilch, Butter und Reis bestand. Der Affe pflückte von einem Mangobaume die herrlichsten und saftigsten Früchte. Nur der Hase hatte seit Morgenanbruch seine Höhle nicht verlassen. Er legte sich vor den Eingang und betrachtete ruhigen Auges die unermeßlichen im Morgenglanz sich badenden Dschungeln bis hinab zum breiten ruhig dahinfließenden blauen Ganges. Er lag in Versunkenheit und erhob sein Sinnen zum höchsten Geiste der Natur und ließ seinen Willen und seine Gedanken mit dem göttlichen Willen sich paaren... Anstatt auf die Suche nach etwas Eßbarem zu gehen, sagte er zu sich selbst:„Wenn ein Bettler mich um Nahrung angeht, so werde ich ihm einfach sagen: zünde dir hier einen Holzstoß an, dann werde ich mich darauf legen, um dir einen saftigen Braten zu schenken!“ Diese so einfache und schöne Idee der Selbstaufopferung konnte in der höheren Welt nicht unbemerkt bleiben, denn Sekra, der Gott der Dewas, von einer derartigen Seelengröße bewegt, entschloß, selbst auf die Erde herabzusteigen, um bei diesen vier Tieren betteln zu gehen. Nachdem sich der Gott als ein alter Brahmane verkleidet hatte, stieg er zur Erde nieder und klopfte zuerst am Bau des Bibers an. Der Biber saß gerade im Gebet und Andacht, und der Brahmane sprach:„Sei mir gegrüßt, o Biber, stehe, seit gestern morgen habe ich nichts gegessen, und ich habe so großen Hunger, kannst du mir nichts zu essen geden? Dann werde ich deinen Bau segnen, damit das Glück dich niemals verlassen kann!“ „Edler Brahmane“, sprach daraufhin der Biber,„ich habe im Hause nur fünf Fische, die ich heute morgen im Ganges fing. Sie gehören dir, nimm sie, iß und werde satt! Ich selbst faste heute zu Ehren des Vollmondes, um meinen Körper zu reinigen und meinen Geist zu erheben!“ „Dir sei Dank“— antwortete darauf Sekra,—„heb mir dein Almosen auf, denn ich geh erst zum Ganges hinab, um mich vom Staub und Schweiß zu reinigen, dann werde ich wiederkommen, und meine Fische verzehren!“ Der Brahmane entfernte sich, aber anstatt zum Fluß hinabzusteigen, ging er zur Höhle des Schakals. Dieser lag gerade in Andacht und Gebet. „Lieber Freund“— sprach daraufhin der Brahmane— „kannst du einem hungrigen Manne nichts zu essen geben? Die Götter werden dein Almosen, das du einem frommen Brahmanen reichst, hundertfach vergelten!“ „O Herr“ antwortete der Schakal—„heute faste ich, aber ich habe heute früh etwas Eßbares mir verschafft, um es einem heiligen Manne zu reichen, der mich darum bittet. Nimm diese Sauermilch, diese Butter und den Reis, setz' dich in den Schatten eines Baumes und sättige dich!“ „Vielen Dank, lieber Freund“— antwortete der Brahmane—„hek“ mir die Speise einen Augenblick auf, bis ich mein Gebet gesprochen habe. Ich komme sofort wieder und werde dann bei dir essen!“ Der Brahmane begab sich zum Affen, der ihm die Früchte reichte, die er am Morgen vom Baume pflückte. Und so kam Sekra zum Hasen, der vor dem Eingang seines Versteckes im Gebet lag. „Mein Sohn“— sprach der verkleidete Gott,—„hast du nichts zu essen. Ich bin ein armer, hungriger Mann, und habe seit zwei Tagen nichts mehr genossen!“ „Mit großem Vergnügen, heiliger Mann“,— antwortet der Hase,—„will ich dir einen köstlichen Braten schenken. Mache erst ein großes Feuer, und wenn die Glut am größten sein wird, werde ich dir etwas geben, damit du dich sättigen kannst.“ Der Brahmane schleppte Holz herbei, und als er einen großen Hausen aufgerichtet hatte, rieb er zwei Hölzer zusammen bis Funken zu Flammen wurden. Doch als der Holzstoß lichterloh brannte, fragte der Brahmane, welche Nahrung er bekomme. „Meinen Körper selbst gebe ich dir“,— sprach der Hase und sprang ins Feuer. Aber der Hase litt im Feuer nicht, weshalb er rief:„Dein Feuer heizt ja nicht, heiliger Brahmane, leg noch mehr Holz hinzu, und fache es zu hellen Flammen an, denn ich friere hier.. Da war der Brahmane verschwunden, und an seinerstatt stand ein wunderschöner Jüngling. Dieser ließ sich als Gott Sekra erkennen. So sprach er zum Hasen:„Ueber deine große Selbstaufopferung sind die Götter tief bewegt. Eine solche Tat muß den Menschen immer vor Augen gehalten werden!“ In diesem Augenblick stieg am Horizont der runde Vollmond auf. „Ich wünsche“, so sprach Sekra—„daß alle Völker, die leben, und die noch kommen werden, im Mond das Abbild eines Hasen wieder erkennen, der alles, selbst sein eigenes Leben zum Wohle seines Nächsten hingab!“ „Deshald“, so schloß der Bonze von Watnarasider, „sehen wir noch heute auf der gelben Mondscheibe das Abbild des Hasen, dessen Lebensgeschichte jedem Menschen immer vor Augen gehalten werden soll, damit er gut und hingebend mit seinen Nächsten sei.“ (Aus dem Sanskrit übersetzt von M. R. Funke). Das Jahr! zunächst nicht uns daher auf nach langer D erste Herbstreg Vorbedingunge stoffe— fürd renträger gegeb die für manch gestalten in zah sere Gärten und Wälder. Sogleich beg Pilzjäger. Ueb Erfolg ihrer Li dert Zentner melt und teils aber auch zu a bracht. 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Sporenträger gegeben, und sozusagen über Nacht bevölkerten die für manche Menschen noch geheimnisvollen Pilzgestalten in zahlreichen Arten und großen Mengen unfere Härten und Felder, Raine und Heiden, Wiesen und Wälder. Sogleich begann ein nie gesehenes Rennen unserer Pilzjager. Ueber ein Vierteljahr konnten sie sich mit Erfolg ihrer Lieblingsbeschäftigung widmen. Viele hundert Zentner köstlicher Speisepilze wurden eingesammelt und teils in der eigenen Familie verbraucht, teils aber auch zu annehmbarem Preise auf den Markt gebracht. Wer wie der Leiter der Pilzprüfungsstelle die Sammler täglich an sich vorbeiziehen sah, der muß zugeben, daß die Pilze schon heute für unsere Industriebevölkerung von hoher wirtschaftlicher Bedeutung sind. Auffallend groß war im verflossenen Jahre die Ernte an Egerlingen(Champignons). Die Wiesen und Weiden erschienen vielerorts von Wiesen= und Schafegerlingen (Psalliota campestris u. arvensis) wie besät. Erfreulicherweise begann die Ernte bereits im August und dauerte im Gegensatz zu früheren Jahren bis tief in den Oktober hinein. In Heiden und Wäldern waren neben Perlschwamm, der Kahle Krempling und der vielbegehrte Hallimasch(Honigpilz) vertreten, während der wohlschmeckende Schopftintling massenweise Wegeränder und Schutthaufen schmückte. Trichterlinge und Ritterlinge kamen auch nicht selten vor, wurden aber zumeist nur von„Kennern“ genommen. Vielleicht ist das gut so; denn wer weiß, ob nicht das berufsmäßige Sammeln dem Pilsreichtum unserer Heimat auf die Dauer Abbruch tut. Beispielsweise ist der geschätzte Eierpilz(Pfifferling) hierzulande schon zur Seltenheit geworden. Von den wertvollen Milchlingen fehlen bei uns die köstlichen Reizker und Brätlinge fast ganz, wogegen der zum Würzen brauchbare Maggipilz(Lactarius volemus) verhältnismäßig häufig ist Leider scheinen einige Volksgenossen noch immer nicht gelernt zu haben, wie sich ein anständiger Mensch in Gottes heiliger Natur benehmen muß. Nicht mit Unrecht beklagen sich die Wald= und Feldhüter darüber, daß Pilzsammler unbefugterweise in die Schonungen eindringen, durch lautes Gebahren das Wild vergrämen, Stechpalmenzweige, Heidekraut und andere unter Naturschutz stehende Pflanzen mit roher Hand abzureißen, Eierschalen, Butterbrotpapier und Obstreste rücksichtslos umherwerfen, auch wohl, anstatt ihre Körbe mit Pilzen zu füllen, die Kartoffelfelder und Obstgärten der Jauern heimsuchen. Solche Verfehlungen einzelner tragen östverständlich mit dazu bei, das große Heer harmloser Pilzfreunde in Verruf zu bringen. Letztere werden es daher begrüßen, wenn künftig jeder Sammler sich durch einen Erlaubnisschein ausweisen muß, der ihm bei nachgewiesenem Frevel an der Natur kurzerhand wieder entzogen werden kann. Nur durch entschiedenes Vorgehen auf der ganzen Linie ist es möglich, hier dauernd Wandel zu schaffen. Die Pilzberatungsstelle wurde im verflossenen Jahre verhältnismäßig oft und vielseitig in Anspruch ge nommen. Im Landkreis Recklinghausen und den angrenzenden Gebieten wurden im Laufe des Jahres 1934 folgende 20 Pilzarten zum ersten Male festgestellt: Der eßbare aber seltene Strubbelkopf(Boltus strobilaccus), der strahligrunzelige, ledergelbe, angebrannte Wurzel=Schichtporling(Polyporus floriformis, alutaccus, adustus und und annosus), der gelbblättrige und fleischbraune Ritterling(Frischoloma flavobrunneum und sordidium), der ausblassende Trichterling(Clitocybe expallens), der weißmilchende und überhäutete Helmling(Myzena galopus und epipterygia), der trapezsporige Wirr lopf(Inocybo carpta), der Rettich=Fälbling(Hebe oma sinapizans), der staubstilige Tannenflämmling Flammula pierca), der nidergedrückte Rötling(Ento oma rhodopolium), der scherbengelbe Glöckling(No lanca cetrata), der steifstielige Schwindling(Maras mius ingratus), der wässerige Milchling(Lactarius lerifluus), der grünlich tränende Täubling(Russula sardonia Ri= drimeia Cooke f. viridis Singer), der virkenblättling(Leucites betulina), und endlich das „Harte Brotmark“(Poria medulla panis). Von den Genannten sind Strubbelkopf, Fälbling, Trichterling, sowie die beiden Ritterlinge als eßbar bekannt. Der Laie wundert sich vielleicht über die vorstehenden, zum Teil seltsamen Gattungs= und Artnamen. Eingehende Beschäftigung mit der Pilzkunde wird ihn aber bald überzeugen, daß die Bezeichnungen durchweg dem Wesen bezw. der Gestalt ihrer Träger entsprechen. 1. Infolge der 20 Neubestimmungen ist die Zahl der im Landkreise Recklinghausen vorkommenden Pilzarten 338 gestiegen. Gewiß eine stattliche Reihe! Und och muß diese im Hinblick auf die in Deutschland begannten, 2000 größeren Pilzarten als recht bescheiden lezeichnet werden. Für die Pilzprüfungsstelle und die le unterstützenden Pilzfreunde gibt es also in den hächsten Jahren noch reichlich Arbeit. Die Zeitungen wußten im Laufe des Jahres wieder von zahlreichen Pilzvergiftungen zu berichten. BedauPflicherweise sind auch in unserer Heimatprovinz an drei Piten Vergiftungen durch den Genuß von Pilzen vorbekommen. In 90 von 100 Fällen ist der gelbe oder küne Knollenblätterpilz(Amanita mappa und phalloies der Schuldige. Da bei ihm die Giftwirkung geböhnlich erst viele Stunden nach dem Genusse eintritt, 0 kommt der Arzt meist zu spät. Vorkommendenfalls volle sofort mit dem Obmann für Pilsvergiftungen, werm Sanitätsrat Dr. Welsmann, Pelkum, in Ver Marktpolizei verdächtig erschienen, wurde der Korb mit Inhalt beschlagnahmt. Wie der Leiter der Pilzprüfungsstelle kurz nachher einwandfrei feststellte, hatte er Man. in sträflicher Unwissenheit gelbe KnollenBlätterschwämme und Speiteufel eingesammelt, die beide als giftig anzusprechen sind. Er selbst lehnte es ab, von den gesammelten Pilzen zu kosten. Hier wurde also durch die Wachsamkeit der Polizei ein größeres Unheil verhütet. Möge diese überall, wo auf Märkten und in Läden Pilze feilgehalten werden, ein wachsames Auge haben! Von dem geschilderten Einzelfalle abgesehen, darf man wohl behaupten, daß sich die Pilzsammler hiesiger Gegend im Laufe der Zeit ausreichende Kenntnis und Erfahrung angeeignet haben, sodaß sie nicht leicht mehr in Gefahr kommen, Gift= und Speisepilze zu verwechseln. Ferner haben die Lehrwanderungen der Schulen und die Zeitungsberichte der Pilzprüfungsstelle belehrend und aufklärend gewirkt. An dieser Stelle seien die Be hörden und Schulen auch auf die hervorragenden Pilz tafeln(Knollenblätterpilz, Frühlingslorchel und Hausschwamm) von Kallenbach empfehlend aufmerksam ge macht. Es muß künftig undenkbar sein, daß Volksge nossen nicht einmal den giftigen Knollenblätterpilz kennen. Ein vorzügliches Mittel, Pilzkenntnis ins Volk zu bringen, sind die Pilzwanderungen. Darum hat die Pilzprüfungsstelle auch im verflossenen Jahre zahlreiche Lehrausflüge für kleinere und größere Kreise gemacht. U. a. veranstaltete der Leiter am 1. Oktober mit den Lehrkräften eine Pilzwanderung in den Köllnischen Wald, wo trotz der voraufgegangenen Dürrzeit an 70 Pilzarten(darüber der seltene Strubbeikopf) ge funden, ausgestellt und besprochen wurden. Dagegen mußte die für den 14. Oktober vom Bezirk Emscher Lippe des SGV. angesetzte Lehrwanderung nach Schlägerhardt wegen andauernden Regens ausfallen; sie soll aber kommenden Herbst nachgeholt werden. Eine prächtige Pilzausstellung hatte wiederum die Lehrerschaft von Haltern=Stadt und Land in Verbindung mit dem Leiter der Pilzprüfungsstelle gelegentlich der Halterner Obstmesse in der Zeit vom 17. bis 24. Oktober zustande gebracht. indung treten. Im Landkreis Recklinghausen sind Pilzvergiftungen icht bekannt geworden. Wohl brachte ein in Schermz; ansässiger Holländer am 20. November einen Korb —„„* Ein Freund der münsterländischen Landschaft schreibt uns folgendes: Wer ein echtes Westfalenkind ist, fühlt sich nirgendwo im weiten, schönen deutschen Vaterland ganz wohl, ganz zu Hause. Immer wird ein Sehnen und Drängen in ihm bleiben nach Westfalen, ins Münsterland, nach Hause. Ich war weit in Deutschland herum, bei den Rheinländern, Hessen, Alemanen, Schwaben, Bayern Thüringern, Schlesiern, Sachsen,— aber das Münsterland mit seinen saftigen Wiesen, seinen wogenden Feldern, seiner leuchtenden Heide, seinen herben Kiefernwäldern, mit seinen stillen, weitblickenden Menschen war es nie. Auch der Schwabe ist still und grüblerisch, eng mit seiner Heimat verbunden, er konzentriert sich sehr stark auf sein Land und Leben und findet alles am schönsten und besten, wie es seit Generationen in seinem Land bestanden hat. Schwaben ist— könnte man sagen— ein Zellenland mit vielen Meinungen und vielen kleinen Gemeinschaften. Wie zahlreich sind allein die religiösen Sekten! Kommt ein Norddeutscher ins Schwabenland, so fühlt er sich lange Zeit als„Ausländer“, er fühlt, wie man sich bewußt zurückhält. Der Westfale hält auch streng auf Tradition, lebt auch für sein althergebrachtes Kleingut— für sich. Schon allein in seiner Siedlung zeigt sich das an. Abgesehen von den großen Städten, die durch die Industrie bedingt sind, lebt der Westfale für sich, auf eigenem Grund und Boden, abgeschlossen von anderen — als König auf seinem Gute. Aber er läßt nicht an verschlossenen Augen den Fortgang an Kultur und Technik vorüberziehen. Gehen wir nur in die Dörfer, auf die Höse! Wie modern und fortschrittlich ist alles eingerichtet! Man sollte meinen, die Berge mit ihren abwechslungsreichen Formen im Süden Deutschlands, die mannigfachen Täler seien schöner als unser Münsterland, das nur kleine Höhenzüge hat, eine Ebene ist. Aber gerade die weite Ebene ist es, die immer wieder anzieht. Sie ist nicht eintönig. Sie macht die Herzen der Menschen weit und groß. Die weite Außenschau wird ebenso zur weiten geistigen Schau. Denken wir nur an unsere verschiedenen Künstler, sie sind ganz aus heimatlichen Boden erwachsen. Anette von Droste Hülshoff könnte kein Kind südlicher Lande sein, sie ist herb und stolz, beUnsere Heimat Eine Stimme aus der Herrlichkeit sinnlich, nach innen gekehrt, naturverbunden und religiös wie eben ein Westfale, ein Kind münsterländischer Wohl ist der Westsale eng mit seinem Boden, mit seiner Scholle verwachsen, aber er verabsolutiert den Boden nicht. Er ist ihm doch nur zur Verfügung gestellt von Generation zu Generation. In allem sieht er ein Kunstwerk und Geschenk des Schöpfers. Er schafft und arbeitet zum Lobe des Allerhöchsten: Benedicite omnia opera Domini Domino, laudate et supereraltate eum in säcula— so scheint es oft mit dem Psalmisten von den Lippen, aus dem Herzen des arbeitenden Westfalen zu kommen. Ja, sogar die unvernünftige Kreatur muß mit in den Lobgesang einstimmen: benedicite omnes bestige et pecora Domino— so kann man es zuweilen über einer Stalltür lesen. Und wenn auch hier und da manche Miesmacher und unzufriedene Stimmen laut werden, denen die Heimat zu eng, zu langweilig, zu wenig produktiv ist— das sind keine wirklichen Westfalen, das sind Menschen, die nirgendwo zu Hause sind. Wieviel Abwechslung bietet allein die Natur! Machen wir einmal einen Spaziergang durch Feld, Wald und Heide, jetzt zur Osterzeit! Die Wiesen werden lebendig, Schlüsselblumen, Marienblümchen zeigen sich ganz vorwitzig. Das Feld lockert sich. Die Herbstsaat verkündet schon in ihrem kräftigen Grün eine gute Ernte. Und in den Gärten möchte man fast vergehen, so pocht und hämmert es nach oben, zum Licht. Man muß nur hin horchen, dann wird man fast erdrückt von der Lebenskraft der jungen Pflänzchen! Und wie künden erst Wald und Heide das Frühjahr an, ja, man möchte sagen, läuten das Osterfest ein! Die Birken mit ihren lichten Stämmen und zarten Kätzchen sind so recht das Symbol für diese Zeit. In der Heide ahnt man schon das leuchtende Herbstrot— ganz blau=violett schimmert von weitem schon die große Fläche. Und ein Summen und Singen und Sichfreuen geht durch die sonnige Frühlingsluft, als hätten sich Pflanzen und Tierreich mit den Menschen zu einem gemeinsamen Loblied zu sammengefunden. Man muß nur sehen können und mit der Natur leben— dann lernt man die Schönheiten der Heimat immer mehr kennen und lieben und freut sich ihrer. Das Gespräch vom Tage Zum Geburtstag des Führers Bewirtung der alten Männer. Der Geburtstag des Führers soll im Lande i schlichter, würdiger Weise gefeiert werden. Nicht lau Feiern sollen der Inhalt des Tages sein, sondern m der Zielsetzung des Nationalsozialismus vereinbart Zusammenkünfte, in deren Mittelpunkt diesmal d älteren Männer stehen. In allen Orten de Landkreises werden die alten Männer über 65 bezu 70 Jahren zu einer stimmungsvollen Geburtstagfeier versammelt. So soll auch die ältere Generatio den Gemeinschaftsgeist des Nationalsozialismus kenner lernen als etwas Großes, Neues, das in ihrer Zei unbekannt war. In Dorsten findet diese Geburtstagsfeier nach mittags um 4 Uhr bei Koop statt, in Hervest=Doi sten im Haus Rose und in Holsterhausen au Maria Lindenhof. Selbstverständlich ist natürlich, daß alle Häuser Flag genschmuck zu Ehren des Führers und Retters Deutsch lands tragen. In diesem äußeren Bekenntnis findet sic ganz Deutschland zusammen. In dieser Ehrung ist da Gelöbnis enthalten, dem Führer und Deutschland z allen Zeiten die Treue zu halten. 145 Teilnehmern die Einzelheiten des Glockengießens prak tisch gezeigt. So wurde u. a. ein Kernstück gegossen. In Stadtlohn wurde eine Töpferei besichtigt. Mar konnte beobachten, wie der Ofen fertiggemacht und de Ton gewonnen und verarbeitet wurde. Zum Abschlu kehrten die Hervester bei einem Kalkwerk in Oedin ein und ließen sich Einzelheiten der Kalkbrennung vor führen. Gegen 10 Uhr waren die Ausflügler wieder in de Heimat angelangt. Sie alle waren des Lobes voll übe das Geschaute und waren alle mit der Anregung ein verstanden, jeden Monat eine solche Fahrt zu machen Niemand darf sich ausschließen! Jeder muß Mitglied des Reichsluftschutzbundes werden. Den Mitgliedern des Reichsbundes der deutschen Beamten wird in einem Erlaß des Reichs= und preuzischen Ministers des Innern die Zugehörigkeit zum Reichsluftschutzbund dringend empfohlen. Die Ortsgruppe Hervest=Dorsten des Reichsluftschutzbundes richtet daher an die Beamten und Lehrerschaft des Amtsbezirks Hervest=Dorsten und der Stadt Schermbeck die dringende Bitte, der Ortsgruppe als Mitglied beizutreten. Anmeldungen werden zu jeder Zeit in der Geschäftsstelle, Hervest=Dorsten, Borkener Straße 29 oder aber in den einzelnen Gemeinden des Ortsgruppenbereichs bei den Gemeindegruppenleitern entgegengenommen. Es sei noch besonders darauf hingewiesen, daß der Jahresbeitrag nur eine Mark beträgt, also von jedem einzelnen leicht getragen werden kann. Darum nochmals hinein in den Reichsluftschutzbund. KolsterkausenIn der Ortsgruppenversammlung. am Dienstagabend beim Gastwirt Möller sprach Schulungsleiter Dr. Schmitz, Dorsten nach einigen Bekanntgaben des Ortsgruppenleiters über„Volksgemeinschaft“. Der Vortrag fand viel Beifall. Wulzen. Dorsten Karsreitag Ernstester und zugleich erhabenster Tag, des ganzen Jahres. Tag der Todesfeier des Herrn, voll ergreifender, erschütternder Trauer und zugleich voll geheimnisvoll leuchtendem Trosteslicht, das sich aus dem Grundquell göttlicher Liebe, aus Kreuz und Opfertod in die Seelen der Gläubigen ergießt. Es ist der Tag, dessen feierliche Begehung hinabreicht bis in die Urzeiten der Kirche. In den tiefsten und wunderbarsten Geheimnissen ihrer Liturgie feiert sie dieses unendlich gewaltige Jahresgedächtnis, begeht sie diese erschütternde Todesfeier, die wunderbar und tröstlich ausklingt in stillfrohe Glaubenszuversicht und Erlösungshoffnung. Karfreitag ist der Tag im Jahr, dessen Stimmungsgewalt und Erinnerungsgröße wohl kein Mensch sich entziehen kann. Selbst in die nüchternen, seelenlosen Steinhaufen der Großstadt dringt so etwas wie Karfreitagsschauer und Karfreitagsgeheimnis. Die Gläubigen drängen sich in die weitgeöffneten Kirchen, um mit dem Priester am schmucklosen und entblößten Altare des Kreuzestodes des Erlösers zu gedenken. Ostern und Ostergebräuche Aus der Versammlungl des kath. Gesellenvereins. Mittwochabend versammelten sich die Gesellen zu ihrer üblichen Versammlung im Kolpingsheim. Als das Lied verklungen war:„Wir sind Kolpingssöhne“, orderte der Senior alle auf, sich werbend für den Verein einzusetzen. Wo man irgendwo gute Freunde wisse, solle man sie örtlich oder gar von Köln zum Beitritt einladen lassen. Der Präses wies auf die Wichtigkeit der Werbeaktion hin. Er hielt dann einen sehr inhaltreichen Vortrag über das hl. Osterfest und über Sitten und Gebräuche in der Osterzeit. Er erklärte den Ausdruck ze auf dem Dorstener Wochenmarkt. Da sie der Ostern und schilderte den Ritus des Palmsonntags Sehr schöne Worte fand der Präses über die Liturgie und die Gebräuche der Karwoche. Der Vortrag brachte auch manches Heitere, sodaß alle recht erbaut von ihm waren und eine lebhafte Aussprache über gute und schlechte Sitten in unserer Gegend ausgelöst wurde. Für den 5. Mai wurde eine Maiwanderung nach Deuten vereinbart. Mit dem Liede:„Und wenn wir marschieren“ wurde die Versammlung geschlossen. Polizeiliches für Karfreitag und Ostern. Die Ortspolizeibehörde teilt mit, daß der Karfreitag geseltzicher Feiertag im Sinne der reichsgesetzlichen Bestimmungen ist, d. h. an diesem Tage sind alle öffentlich bemerkbaren Arbeiten, die geeignet sind, die äußere Ruhe des Tages zu beeinträchtigen, verboten, sofern ihre Ausführung nicht nach lrichsrecht besonders zugelassen ist. Am Karfreitag sind weiter in Räumen mit Schankbetrieb musikalische Darbietungen jeglicher Art unzulässig, desgleichen alle anderen der Unterhaltung dienenden öffentlichen Veranstaltungen, sofern bei ihnen nicht der diesem Tag angepaßte Charakter gewahrt Cist. Am Vorabend des Ostertages und am 1. Ostertag selbst sind jegliche öffentlichen Tanzlustbarkeiten verboten. Kervest. Ins westliche Münsterland Lehrreiche Fahrt des Obst= und Gartenbauvereins. Mit etwa 25 Mitgliedern unternahm der Obst= und Gartenbauverein am Mittwoch eine interessante und lehrreiche Fahrt ins westliche Münsterland. Gegen 1.15 Uhr fuhr der vollbesetzte Autobus vom Cafe Becker ab und steuerte ein Torfwerk in Velen an, wo die Ausflügler Gelegenheit hatten, sich über alle Zweige der Torfstecherei und Fabrikation zu unterrichten. Sie wurden durch das Moor geführt und lernten auch hier mancherlei kennen. Nach einem gemütlichen Kaffetrinken führte die Fahrt zur Glockengießerei in Gescher. Hier wurden den Bullen= und Eberkörung in der Herrlichkeit. Am Mittwoch, 24. April, findet im Amtsbezirk Hervest=Dorsten die Bullen= und Eberkörung wie folgt statt: In Hervest Wirtschaft Einhaus, in Wulfen Wirtschaft Humbert, in Lembeck Wirtschaft Stegemann, in Rhade Wirtschaft Krebber, in Erle Wirtschaft Schneemann, in Altschermbeck Wirtschaft Triptrap, in Altschermbeck Hof Hohenhinnebusch, in Holsterhausen Wirtschaft Möller. Schwarzbunte Bullen dürfen nur dann gekört werden, wenn eine Bescheinigung des Landrats beigebracht wird, daß in einem geschlossenen Bezirk mindestens 100 deckfähige schwarbunte Kühe und Rinder! vorhanden sind. Die Gebühr für die Ankörung eines Ebers beträgt 3 Mk. Die anzukörenden Eber müssen acht Monate alt sein und nachweislich dem Zuchttyp des veredelten deutschen Landschweines angehören. .. Gemeindeschulzen sind Bürgermeister. Seit dem 1. April heißen in ganz Preußen die Dorfund Gemeindeschulzen Bürgermeister und die Gemeindeschöffen Beigeordnete. In der Herrlichkeit haben wir also neben den hauptamtlichen Bürgermeister noch sieben Ortsbürgermeister. In der rechtlichen Stellung hat sich allerdings nichts geändert. Die vorliegende Ausgabe ist die Karfreitagsausgabe. Karsamstag früh erscheint keine Zeltung. Karsamstagnachmittag wird dafür schon die erweiterte Osternummer ausgegeben. Diese Nimmer liegt, da an den Osterleiertagen selbst keine Zeitung mehr erscheint, drei Tage auf und gibt daher allen Anzeigen nachhallige Wirkung. Besonders eignet sich diese Nummer für Familien-, Gaststätten-, und Vergnügungs-etc.-Anzelgen. Wir bitten, solche Anzeigen baldigst, spatestens bis Karsamstagmorgen 9 Uhr aulgeben zu wollen. Gottesdienstordnung in den katholischen Kirchen Dorstens und der Herrlichkeit 1405 4 44 11 11 Pfarrlirche Dorsten. Ostersonntag: Osterkommunion der Kongreganistinnen in der kesse. Osterkommunion der Knaben der Mitteltlassen der 7=Uhr=Messe. 5 Uhr Auferstehungsfeier. 5.30 Uhr Osterhochamt mit ussetzung des hochwürdigsten Gutes und mehrstimigen Gesängen. 7 Uhr hl. Messe mit Volksgesang. Uhr hl. Messe mit Volksgesang und Osterpredigt. Uhr Kindermesse mit Osterpredigt. 9.45 Uhr feierliche rozession um die Kirche. 10 Uhr feierliches Levitenochamt mit Aussetzung und mehrst. Gesängen. 11 Uhr tzte hl. Messe mit Osterliedern und Osterpredigt. 3 ihr feierliche Levitenvesper. 8 Uhr Eröffnungsvortrag es Professors Dr. Hermann Muckermann mit nach#lgendem Segen. Ostermontag: 6 Uhr hl. Messe 7 Uhr hl. Messe mit Volksgesang. Uhr hl. Messe mit Volksgesang und Festpredigt. 9 Ihr Kindermesse. 10 Uhr feierliches Hochamt mit mehrimmigen Gesängen. 11 Uhr letzte hl. Messe mit Volksesang und Festpredigt. 3 Uhr Osterandacht. 8 Uhr . Vortrag von Pros. Hermann Muckermann. Donnerstag: 8 Uhr Sakramentshochamt. In der Woche: 6, 6.30, 7, 7.30, 8 Uhr hl. Messen. Bis Freitag einschließlich jeden Abend 8 Uhr Vorcag des Professors Dr. Hermann Muckermann. Franziskanerkirche Dorsten. Ostersonntag: 5.30 Uhr 1. hl. Messe. 6 Uhr Singmesse. 7 Uhr stille l. Messe. 7.30 Uhr feierliches Levitenamt. 3.30 Uhr eierliche Vesper. Ostermontag: 5.30 Uhr 1. hl. Messe. 6 Uhr Gemeinschaftsmesse. Uhr stille hl. Messe. 7.30 Uhr Singmesse mit igt. 9 Uhr Levitenhochamt mit feierlicher Profeß von 0 Klerikern. 3.30 Uhr volksliturgische Osterandacht Pfarrkirche Hervest. Ostersonntag: 5 Uhr Auferstehungsfeier, Hochamt mit Predigt. 0 Uhr Prozession und Hochamt. 2.30 Uhr Vesper. Ostermontag: 7 Uhr hl. Messe mir gem. hl. Kommunion des Irbeiter= und Knappenvereins. 10 Uhr Hochamt. 2.30 Ihr Vesper. St. Marienkirche Hervest. Ostersonntag: 5.30 Uhr Auferstehungsfeier, danach hl. Messe Predigt und gem. hl. Kommunion der Jungfrauenongregation. 9.30 Uhr feierliches Hochamt mit mehr timmigem Gesang. 3 Uhr Vesper. Ostermontag: 7 Uhr 1. hl. Messe. 9.30 Uhr 2. hl. Lolksgesang. 2.30 Uhr Osterandacht St. Bonisatiuskirche Holsterhausen. Ostersonntag: 5.30 Uhr Auferstehungsfeier, erste hl. Messe mit Volksgesang und Predigt. 8.45 Uhr 2. hl. Messe mit Volksgesang. 10.15 Uhr feierliches Hochamt mit mehrstimmigem Gesang des Kirchenchores. Abends 6 Uhr Festandacht. Ostermontag: 7 Uhr 1. hl. Messe mit Volksgesang. 8.45 Uhr 2. hl. Messe mit Volksgesang. 10.15 Uhr Hochamt. Abends 6 Uhr Osterandacht. Pfarrkirche Wulfen. Ostersonntag: 6 Uhr Kreuzaufnahme und Prozession um die Kirche. Gegen 6.30 Uhr 1. Hochamt. 8 Uhr 2. hl. Messe. 9.15 Uhr Prozession um die Kirche. 9.30 Uhr feierliches Hochamt mit Predigt. 3 Uhr Vesper. Ostermontag: 7 Uhr Frühnes'se mir gem. hl. Kommunion der Jungfrauen. 8.30 Uhr 2. hl. Messe. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 3 Uhr Andacht. Herz=Jesu=Kirche Deuten. Ostersonntag: 6.30 Uhr Auferstehungsfeier, anschließend hl. Messe mit gem. hl. Kommunion der Jungfrauen. 9 Uhr Festhochamt mit Predigt. 2.30 Uhr Festandacht. Ostermontag: 7 Uhr hl. Messe mit gemeinschaftl. hl. des Arbeitervereins und der übrigen Männer. 9.30 Uhr Hochamt. 2.30 Uhr Andacht. Pfarrtiiche Rhade. Ostersonntag: 5 Uhr Auferstehungsfeier, darauf 1. Hochamt mit hl. Kommunion des Arbeitervereins, der Jungfrauen u. der Kinder des 5. Schuljahres. 9.30 Uhr Sakramentsprozession um die Kirche. 9.45 Uhr 2. Hochamt mit Predigt. 2.30 Uhr Vesper und Festandacht. Ostermontag: 6.45 Uhr Frühmesse. 9.45 Uhr Hochamt mit Predigt. 2.30 Uhr Vesper und Festandacht. Pfarrkirche Erle. Ostersonntag: 5.30 Uhr Kreuzaufnahme und 1. Hochamt mit gem. hl. Kommunion der Jungfrauen. 9 Uhr Umgang um die Kirche, darauf feierliches Hochamt mit Predigt. 3 Uhr Vesper. Ostermontag: 6.30 Uhr hl. Messe. 9.30 Uhr Hochamt. 2.30 Uhr Festandacht. Pfarrkirche Altschermbeck. Ostersonntag: 5 Uhr Auferstehungsfeier und Hochamt. 9.15 Uhr Prozession um die Kirche. 9.30 Uhr feierliches Hochamt und Predigt. 2.30 Uhr feierliche Vesper und Festandacht. Ostermontag: 6.30 Uhr hl. Messe mit gemeinschaftlicher hl. Kommunion der Schulkinder. 9.30 Uhr Hochamt mit Pre ***—* digt. 2.30 Uhr Festandacht. Pfarrkirche Lembeck. Ostersonntag: 5 Uhr Aufnahme des Kreuzes und 1. Hochamt mit Predigt und gem. hl. Kommunion der Jungfrauen. 7.30 Uhr 2. hl„Messe mit Predigt. 9.15 Uhr sakramentale Prozession um die Kirche und Levitenamt. 2.30 Uhr Vesper. Ostermontag: 7 Uhr 1. hl. Messe. 8.30 Uhr 2. hl. Messe. 10 Uhr Levitenamt. 2.30 Uhr Osterandacht. Evgl. Gottesdienstordnung Schonzeit für Fische Es wird hiermit in Erinnerung gebracht, daß das Fischen in offenen Gewässern in der Frühjahrsschonzeit für Fische vom 20. April bis 31. Mai verboten ist. Das Verbot erstreckt sich nicht auf das Fischen mit der Handangel und auf Geräte der stillen Fischerei. Geräte dieser Art sind solche, die weder gezogen noch gestoßen werden. Spinnangeln und Schleppangeln(Blinker) sind als bewegte Geräte verboten. Uag U Aeltest In der Natur eines katholischen Hauses liegt es, daß es sich nicht auf praktische Ausbildung beschränkt. Daher wird auch in diesen kurzfristigen Kursen zugleich eine Einführung in Fragen des katholischen Familienlebens und katholischer Familienkultur gegeben. Auch solche Anregungen sind für die künftigen katholischen Familienmütter außerordentlich wertvoll. Der nächste Kursus beginnt am 11. Mai. Auskunft erteilt das Frauenbundhaus Essen, Hedwig=DransfeldPlatz 2. Ruf 26419. 7mal. einschl Verla Kummer 109, Ein Erlaß des Iunenmiuisters: LFntrere 1. Ostertag Dorsten. 9.30 Uhr Gottesdienst: Pastor Glauert, anschließend Beichte und Feier des hl. Abendmahls, 11 Uhr Kindergottesdienst, 12 Uhr Taufen. 2. Ostertag 9.30 Uhr Gottesdienst: Pastor Mayweg. 1. Ostertag Holsterhausen. 8 Uhr Kindergottesdienst, 9.30 Uhr Hauptgottesdienst, anschließend Feier des hl. Abendmahls, Pastor Krüsmann, 12 Uhr Taufen. 2. Ostertag 9.30 Uhr Gottesdienst: Pastor Borgards, 12 Uhr Taufen. 1. Ostertag Kirchhellen. 3 Uhr nachmittags Gottesdienst: Pastor Glauert. Dorsten. Was muß der Landjahrpflichtige an Ausrüftung mitbringen? St. Josefskirche Hervest. Ostersonntag: 5 Uhr Auferstehungsfeier, Te Deum und erste hl. Resse mit Festansprache und hl. Kommunion der Jung8.30 Uhr Kindermesse mit Osterpredigt und hl. rauen. 8.30 Uhr Kmbermessenee=##I. I# kommunion der unteren Jahrgänge der Josessschule. 0 Uhr feierliches Hochamt mit Festpredigt und mehrtimmigem Gesang des Kirchenchores. 4 Uhr Festanacht. Ostermontag: 7 Uhr hl. Messe. 8.30 Uhr Kindermesse. 10 Uhr sochamt mit Predigt. 3 Uhr Festandacht. Pfarekirche Holsterhausen. * Ostersonntag: 5.30 Uhr Auserstehungsfeier, erste hl. Messe mit geneinschaftl. hl. Kommunion des Arbeitervereins. 9.30 Ihr sakramentaler Amgang um die Kirche, Festhochamt nit Predigt. 3 Uhr Vesper. Ostermontag: 7 Uhr hl. Messe mit gem. bl. Kommunion der Jungfrauen. 9.30 Uhr Hochamt mit Predigt. 2.30 Uhr Österandacht. In einem neuen ministeriellen Erlaß sind genaue Angaben gemacht über die Bekleidungs= und sonstigen Ausrüstungen, die die landjahrpflichtigen Knaben und Mädchen mitbringen müssen. Wo erhebliche Neuanschaffungen nötig, aber in einzelnen Fällen unmöglich sind, müssen, so heißt es in dem Erlaß, kommunale Stellen oder sonstige Wohlfahrtseinrichtungen zur Unterstützung herangezogen werden. Auf jeden Fall ist es zu vermeiden, daß unnötige Anschaffungen gemacht und von den Landjahrpflichtigen überflüssige und nicht brauchbare Zivilkleidungsstücke mitgebracht werden. Die Regierungspräsidenten sollen deswegen über die Ausrüstung der Landjahrpflichtigen ein Merkblatt herausgeben und den Landjahrpflichtigen aushändigen. Für die Jungen sind erforderlich: 1 Paar feste Wanderstiefel(Schnürstiefel), 1 Paar Schuhe oder Arbeitsstiefel(als Ersatz), 3 Paar graue Strümpfe, je 2 Unterhemden und kurze Unterhosen, 2 Nachthemden, 1 Trainingsanzug oder 1 Wolljacke zum Umziehen, 1 schwarze Turnhose, 1 schwarze Badehose, ausreichend Taschentücher, 1 Paar feste Turnschuhe, Zahnbürste, Wasch=, Stopf=, Näh=, Schreib= und Schuhputzzeug, Sodann wird noch eine Reihe von Ausrüstungsgegenständen aufgezählt, die erwünscht sind.— Noch etwas umfangreicher sind naturgemäß die Bekleidungs= und Ausrüstungsgegenstände, die die Mädchen mitbringen müssen Wer die Verhältnisse in manchen Familien kennt, weiß, daß es diesen Familien unmöglich ist, auch nur den Bedarf an den nötigen Ausrüstungsgegenständen, wie sie oben aufgeführt wurden, aus eigenen Mitteln zu decken, es wird dabei der nachhaltigen Hilfe der Gemeinden oder sonstiger Wohlfahrtseinrichtungen bedürfen. Verdiente Anerkennung. Zur Förderung der mit dem Preußischen Goldenen Mitär=Verdienst=Kreuz ausgezeichneten Angehörigen der Polizei hat der Reichs= und Preußische Minister des Innern Dr. Frick an die Landesregierungen und an alle preußischen Polizeibehörden folgenden Erlaß er gehen lassen: Ich bin sehr stolz, in den Reihen der Schutzpolizei, Gendamerie, Kriminalpolizei, Verwaltungspolizei und Gemeindepolizei insgesamt 82 mit dem Preußischen Goldenen Militär=Verdienst=Kreuz,„dem Pour lemerite des deutschen Unteroffiziers", ausgezeichnete Beamte zu wissen. Ich halte es für eine Selbstverständlichkeit, daß die Dienststellenleiter und alle Vorgesetzten die mit dem höchsten preußischen Kriegsorden für Unteroffiziere aus gezeichnete Beamten in jeder Hinsicht fördern und in ihrem zukünftigen Leben betreuen. Von den mit diesem so selten verliehenen Orden ausgezeichneten Beamten erwarte ich, daß sie ihre ganze Kraft vorbildlich in Dienstauffassung, Pflicht treue und Lebensführung auch fernerhin in den Dienst an Volk und Staat stellen. Wenn das deutsch shskanzler Adol #il, seinen 46. G Ar zurückschaut, da ##llen, daß es ei Ed mutigen Sch #nationalen B Erfolges je s gewesen ist, mi hes jetzt im dritte Ein Monat Kochen und Hauswirtschaft Das Frauenbundhaus in Essen will der katholischen Familie dienen durch Schulung der Mütter und Vorbereitung junger Mädchen auf ihre Aufgabe in der Familie. Von seinen Einrichtungen hat besonders Anklang gefunden eine kurze, intensive Ausbildung junger Mädchen in der Führung der bürgerlichen Küche. Besonders von Bräuten wird eine derartige Ausbildung oft gesucht. Die jungen Mädchen haben oft manches von der Mutter oder in Frauen= und Haushaltungsschulen gelernt. Sie suchen nun nach einer abschließenden gründlichen Unterweisung, die sie auch in manche Feinheiten der Küche einführt und auf Kenntnissen in Nahrungsmittellehre und moderner Ernährungslehre aufbaut. Das kann bei methodischer gründlicher Arbeit gut in einem Monat geleistet werden, wie die Erfahrung bewiesen hat, besonders wennndurch Internatsbetrieb der ganze Tag ausgenutzt, werden kann. Solche Kurse sind, weil man im Hause wohnen kann, besonders geeignet für junge Mädchen aus kleineren Städten. Hauptschriflleiter und verantwortlich füür Politik: Dr. Oeorg Heider, Münster i. W.; für Miinster und das Münsterland; Friß Rediger Münster i. Westfalen; für Westdeutschland: Otto Heinz Tehbe: für Feuilleton: Peter Schlauß für Handel und Sport: Dr. Anion Henkel, sämtlich in Dortmund: Berliner Redaktion: Dr. Ernst Häfner, BerlinLichterfelde; für den Zeno-Anzeigenleil: Verlagsleiter Dr. Erich Altmeppen, Münster i. W. Druck: Zeno C. m. b. H., Münster i. W. Volkszeitung für Dorsten und Herrlichkeit: Verantwortlich für die Verlags- und Anzeigenleitung: Joseph Weber; für die Lokalredaktion: Alfons van Bevern, beide Dorsten. Durchschniltsauflage III. 1933 er Zeno-Zeitung Insgesamt 42 662, 2— enthaltend: Ahlener Volkszeitung, Ahlen, 3216— Allgemeine Zeitung Coesfeld, 5867:— Borkener Zeitung, Borken, 3211;— Bürgerblatt, Emmerich, 1829;— Dülmener Zeilung, Dülmen, 1888;— Hallerner Zetung, Haltern, 1779— Kreiszeitung Ahaus, 3172;— Münsterländische Volkszeitung Rheine, 4190;— Emsländische Tageszeitung. (Lingen, Papenburg), Rheine, 1677;— Neuer Emsbote, Warendorf, 2544;— Tageblatt Ochtrup, 1667;— Volksblatt Bocholt, 6347;— Volksblatt Wesel, 948;— Volkszeitung. Emsdellen, 2326;— Volkszeilung, Dorsten, 2001. Zur Zeit ist für die Volkszeitung für Dorsten und Herrlichkeit die Preisliste Nr. 4 gültig. Wer verlobt sich zu Ostern? Ihre Verlobung zum Osterfest geben Sie am besten bekannt durch die Volkszeitung, das allbewährte Heimat- und Familienblatt von Dorsten, der Herrlichkeit und Umgebung. Für die Osterausgabe spätesiens bis Karsamstag früh 9 Uhr hereingeben. 1 Die wirkungsvolle Kleinanzeige gehört hierhin! 1 * 1y Zahlung der Hauszinssteuer. Grund des Gesetzes vom 30. März 1935 (RGBI. I. S. 469) ist in den Rechnungsjahren 1935 und 1936 die Hauszinssteuer einschließlich des im Gesetze bezeichneten Anleihebetia ges nach den für das Rechnungsjahr 1934 geltenden Vorschriften zu entrichten. Die Hauszinssteuer ist also wie bisher in unveränderter Höhe weiter zu zahlen. Die am 29 März 1935 erlassene Bekanntmachung soweit sie sich auf Hauszinssteuer erstreckt, ist gegenstandslos gewolden. Dorsten. den 16. April 1935. Der Bürgermeister: I V. F. Köster. Vergessen Sie nicht Ihren Festtagskuchen frühzeitig zu bestellen und zwar in der Bäckerei und Konditorei B. Hermes Lippestraße 34 StellenAngebote in dieser Zeitung haben besten Allgemeiner Bürger=Schützenverein Dorf Hervest. zu verkaufen. Josef Gerdes, Erle, Dorf. Am Dienstag, dem 23. April, nachmittags 6 Uhr, findet der öffentliche Erfolg Bekanntmachung Der Schlosser Emil Schult zu Dorsten hat die benehmigung zur Ansiedlung auf dem außerhalb der im Zusammenhang gebauten Ortschaft in der politischen Gemeinde Dornen belegenen Grundstug Flur 2 G Parzelle 534·98 der Kotastergemeinde zur Errichtung von 1 Wohnhaus mit 1 Wohnung Gemäß§ 16 des Gesetzes vom 25. August 1876 und 10. August 1904 bringe ich diesen Antrag mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis, daß dagegen von den Eigentumern. Nutzungs= und Gebrauchs berechtigten und Pächtern der benachbarten Grundstöcke innerhalb einer Ausschlußttin von 21 Tagen bei dem vom Verband= ausschuß beauftragten unter: zeichneten Bürgermeister in Dorsten Einspruch erhoben werden kann. Dorsten. den 17. April 1935. Der Bötaermeister. J. V. gez. Köster. Zur ersten hl. Kommunion Gebet- u. Gesangbücher in den verschiedensten Einbänden Große Auswahl in Geschenkartikeln. Zum Schulanfang Schulbücher und Bedarfsartikel. Dorsten, Markt 2 DRUCKSACHEN für den Geschäftsbedarf Brietbogen. Mitteilungen, Rechnungen Quit tungen, Postkarten, Geschäftskarten. Lieferscheine. B ietumschläge, Rundschreiben, Flugzettel, Plakate, Preislisten und Kataloge Schwarze Wolken, en sich im Somr Stunden der Ge deln in kürzester ten sich die Fahne : der Reichspräs Hindenburg, den s als den Vater Augen für imme onalen Trauer u folgte am 19. 2 dgebung des deu wi durch Erbfolge ung und Kraft, d des Vertrauens g und Frieden en der Mann stützen #führen will. Ei s Vertrauens br nberg Anfang St an der Saar an ng des Saargebi s besonders bede Tag, an dem den sickgegeben und stschlands als eur je vorher aus der ingsbereitschaft, al hrung der nation chten von Versail wollem Entschluß llt wurde, so verg nach den hervor jahres des Führ auf allen politist sers unter den Be n und sich in Ge unentwegte und die Arbeitslosigke Arm, die Neuregel bungen um die B i Wirtschaftsleben gehört, mögen #schon angeführter #g der Wehrfreihe m der vollen reichhaltigen po # dem die Anstrer # gegolten haben. für den Privatgebrauch In Aber mutige ur Visitenkarten, Einladungen, Verlobungs- und Vermählungsanzeigen. Geburtsanzeigen Danksacungen, Trauerbriefe, Totenzettel, Trauerdanksagungen für Vereine bei Einhaus, Dorf Hervest, statt. Der Oberst Wir drucken alles Buchdruckerei Josef Weber. Verpachtung der Jagdbezirke. Auf die in den Gitterkästen der Gemeinden Marl Polsum Hamm und Altendorf=Ulfkott. aushängenden Bekanntmachungen betreffend die am Samstag, dem 5. Mai 1935, 16 Uhr Saale des Gastwirts Frentrov in Mai 1 stattfindende Verpachtung der gemeinschaft lichen Jagdbezirke der genannten Gemeinden wird hingewiesen. Marl, Polsum. Hamm, Altendorf=Ulfkotte, den 15. April 1935. Die k. Bürgermeister. ein Hedoli-Palast Herv.-Dorsten Freilag bis Monlag das Festprogramm wahrhaltes Voksslück und ein ganz großer Erlolg: Hermine und die sieben Aulrechten mit Heinrich George, Karin Hardt, Paul ienkeis, Källle Haack Sieg der Liebe Gewaltig wie die Alpenweit ist die dramatische Steigerung dieses Fillns. Belprogramm Mitglieds- und Eintrittskarten, Satzungen, Pro gramme, Plakate, Festbücher für Behörden Formulare aller Art unter Berücksichtigung der Din-Vorschritten, Verwaltungs- u Haushaltpläne liefert in bester Ausführung die Buchdruckerei JOSEF WEBER Fernruf 2282 Bismarckwall 27 Verlangen Sie unverbindlichen Kostenanschlag und Vertreterbesuch Verinserierl wirdbekannl nen der Exekut stische Merkmal ung, als ausre Umfang ihre mt es auf den ung aus auf d de es ihr geli lf Hitler hat 1 tisch zur einigen geschart, sonde Klassenideologi ksgemeinschaftsg zwar schon v die innere Un nverkennbare n gewaltigen hri ansehen ka Stämme m völkischen Gen rdeutschen Zwi kurzen Zeit vio ung der Macht r gesteigerte K ung, ohne Zwei sehr in Adolf sführer verein hat das, was s Volk, das einem größeren rifugaler Dyna it zu machen neinschaft erken sohl das Leben und Harten m jungen Ste nicht alles au sillung harren.