KAMLT .M. int M Beeg.. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis: Monatlich 2,01 RM. einschließlich 54 Pfg. Postgebühr. Botenbezugspreis 1,80 RM. (einschließlich Botengeld). Einzelnummer 10 Pfg. Im Falle höherer Gewalt, Betriebsstörung usw. besteht kein Anspruch auf Lieferung und Rückzahlung des Bezugspreises. Anzeigenpreis: 1 mm hoch 46 mm breit 5 Pfg., kleine Anzeigen nicht geschäftlicher Art bis 25 mm Höhe 4 Pfg., Textspalte 1 mm hoch und 68 mm breit 15 Pfg. Bei Konkurs und Zwangsvergleich erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. Gerichtsstand für beide Teile Amtsgericht Büren. Verlagsort Lippstadt. Kostenl. Beilagen: u. a. Der illustr. Sonntag- Am häusl. Herde Ausgabe B ernruf 276( Bankkonten: Kreissparkasse Büren Konte=Nr. 56 par= u. Darlehnskasse Büren Geschäftsstelle Büren, Adolf=Hitler Straße 13 Der Stntfeirr Cabeiter Heilnarzeitung fur den Kreis Buren ichen die tsche als ndes Aufbare amrich eine vie 1s. und iner ben. endden inst ird. such sch ime ander jen alle ich. die Die bie inz 3) u in##i sen des hor ner #e tte eses. teng ri113 sie zu 11 en ie ne in 2 u 4 v er 1 at in en t# en he0 er er en in 1 en se *. 1 er s es 16 1 rr 9 * (Fortetzung folgt.) Nr. 101(1. Blat) Büren, Freitag, 2. Mai 1941 45. Jahrgang Stolze Leistungsschau der deutschen Arbeit Der Stellvertreter des Führers eröffnet den fünften Leistungskampf der Betriebe Am Grabmal des Unbekannten Soldaten in Athen halten deutsche Gebirgsjäger und griechische Königsgarde Wache.(PK.-Bauer-Weltb./.) Berlin, 1. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: In Griechenland setzten Verbände des deutschen Heeres die Säuberung des südlichen Pelopannes von versprengten Teilen der britischen, griechischen und serbischen Truppen fort. Bei Angrissen auf die Suda=Bucht auf Kreta beschädigte die deutsche Luftwaffe einen Tanker und zwei große Handelsschiffe durch Bombentreffer schwer. In Nordafrika führte Späh= und Stoßtrupptätigkeit der deutschen und italienischen Truppen zu örtlichen Erfolgen. Deutsche und italienische Sturzkampfflugzeuge versenkten im Hasen von Tobruk ein Handelsschiff von 5 000 BRT. und erzielten in den Befestigungsanlagen um Tobruk sowie bei Fort Palastrio schwere Zerstörungen und ausgedehnte Brände. Aufklärungsflugzeuge bekämpften eine Funkstation, Feldbefestigungen sowie Ansammlungen von Kraftfahrzeugen und Panzerwagen mit guter Wirkung. In der letzten Nacht grifsen deutsche Kampfund Sturzkampfflugzeuge den Hafen von La Valetta auf Malta sowie den Flugplatz Vebezia erneut mit gutem Erfolg an. Am Morgen des 1. Mai wurden in Luftkämpfen über der Insel drei Jagdflugzeuge vom Muster Hurricane abgeschossen. Ein Unterseeboot unter Führung des Kapitänleutnants Heßler meldet die Versenkung eines Dampfers von 7000 BRT. Dabei hat dieses Unterseeboot auf seiner jetzigen Unternehmung bereits 42 650 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes versenkt. Erfolgreiche Angriffe der deutschen Luftwaffe richteten sich gegen Hafenanlagen an der Süd= und Südostküste Englands. Flugzeuge der bewaffneten Aufklärung beschädigten im Seegebiet um Großbritannien ein größeres Handelsschiff schwer. In der Nacht zum 1. Mai versenkte die Luftwaffe vor der schottischen Ostküste einen Frachter von 1 000 BRT. und beschädigte zwei weitere Frachter sowie einen Zerstörer schwer, daß mit ihrem Verlust zu rechnen ist. Der Feind warf in der letzten Nacht mit schwächeren Kräften an verschiedenen Stellen Norddeutschlands und in Außenbezirken der Reichshauptstadt Spreng= und Brandbomben. Militärischer oder wirtschaftlicher Schaden entstand nicht. Einige Zivilpersonen wurden ge# tötet oder verletzt. Oberleutnant Müncheberg errang bei Luftkämpfen über der Insel Malta seinen 39. und 40. Lustsieg. Griechen-Dampfer mit Kriegsmaterial aus flüchtendem Britengeleitzug entkommen Rom, 1. Mai.„Giornale'Italia“ meldet aus Istanbul: Als ein Geleitzug von sieben Dampfern kurz nach dem Verlassen des griechiDrei neue„Dioniere der Arbeit Augsburg, 1. Mai. In diesen Tagen von welthistorischer Bedeutung, da die kämpfende Front den Balkanfeldzug nach bewunderungswerten, unerhörten Leistungen von Führung und Mann mit einem neuen herrlichen Siege über die Churchill=Plutokraten und ihre Helfershelfer krönt, gibt die schaffende Heimat einem Jahr hingebungsvoller, rastloser Arbeit im Leistungskampf der deutschen Betriebe einer stolzen Leistungsschau machtvollen Ausklang. In eindrucksvollen Feiern erhielten am vergangenen Wochenende in den einzelnen Gauen die Gaudiplomträger ihre Urkunden ausgehändigt. Am nationalen Feiertag des deutschen Volkes wurden nun auf einer feierlichen Tagung der Reichsarbeitskammer in einem Werk von Augsburg vom Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, und dem Reichsorganisationsleiter Dr. Len, die besten Betriebe dieses friedlichen Wettstreites schen Hafens Kalamanta an der Südküste des Peloponnes von deutschen Stukas angegriffen wurde, versuchte der Kapitän des in dem Geleitzug unter englischer Flagge fahrenden griechischen Dampfers„Axapolos“ während des Angriffs, den Geleitzug zu verlassen und den griechischen Hafen wieder zu erreichen. Er wurde darauf von englischen Kriegsschiffen unter Feuer genommen und erhielt mehrere schwere Treffer. Es gelang jedoch dem griechischen Kapitän, den Dampfer nach dem griechischen Hafen Logga zu bringen. Auf dem Dampfer befanden sich Panzerwagen und Geschütze des britischen Expeditionskorps in Griechenland. 8 feindliche Schiffe im Indischen Ozean vernichtet Newyork, 1. Mai. In hiesigen Schifffahrtskreisen verlautet, daß in der letzten Zeit acht Schiffe von deutschen Händelszerstörern im Indischen Ozean versenkt worden seien. Wie Associated Preß hierzu meldet, handelt es sich bei diesen versenkten Schiffen, die in der Mehrzahl Lebensmittel für England an Bord hatten, um folgende Dampfer:„City of Bagdad“, 7506 BRT.,„King City“, 4744 BRT., „Scientist“, 6199 BRT.,„Benart“, 5 800 BRT. „Athelking“, 7769 BRT.,„Commissaire Ramel". 10 061 BRT., ein fvüherer französischer Passogierdampfer und der jugoslawische Frachter „Durmitor“, 5623 BRT. Wieder 4 Gritenschiffe gesunken Rom, 1. Mai. Nach einer Meldung von Associated Preß aus Newyork sind in den letzten Tagen der englische Dampfer„Empire Endurance“ in einer Entfernung von 600 Meilen westlich der britischen Küste, ferner der englische Passagierdampfer„Calchas“. 10 305 BRT., 350 Meilen südwestlich der kanarischen Inseln und der englische Frachtdampfer„Shiland“, 2249 BRT., sowie ein weiterer englischer Transportdampfer„Nerissa“, 5 583 BRT., 700 Meilen südwestlich von Grönland torpediert worden. 7 Stunden Fernfeuer Deutsche Fernkampfbatterie beschoß die britische Küste Newyork, 1. Mai. Nach einer Londoner Rundfunkmeldung haben die deutschen Fernkampfbatterien an der französischen Küste die britische Küste am Dienstag sieben Stunden lang mit Granaten belegt. Es habe sich um das bisher schwerste und ausgedehnteste Bombardement gehandelt. Die großen Geschütze hätten mit nur einer Stunde Unterbrechung bis fast 16 Uhr gefeuert. * der Arbeit verkündet, denen der Führer selbst die Auszeichnung„Nationalsozialistischer Musterbetrieb“ verliehen hat. Ihre Bedeutung erhielt diese große Reichsveranstaltung des 1. Mai durch die Verkündung der Ernennung von Reichsleiter Amann, Reichsminister Ohnesorge und Prof. Messerschmitt zu„Pionieren der Arbeit“. Gleichzeitig verkündete der Stellvertreter des Führers namens des Führers den 5. Leistungskampf deutscher Betriebe für das Jahr 1941/42 für eröffnet. Die schwäbische Hauptstadt Augsburg empfing die zahlreichen Gäste aus allen Gauen Großdeutschlands mit Flaggen= und Grünschmuck. Das gleiche festliche Bild bot die zu einem würdigen Feierraum ausgestaltete Werkhalle In dieser Halle versammelten sich neben zahlreichen führenden Männern aus Partei, Staat, Wehrmacht und Wirtschaft, die Mitglieder der Reichsarbeitskammer sowie Betriebsführer und Betriebsobmänner der in den Jahren des Leistungskampfes ausgezeichneten NS=Musterbetriebe. Unter den Anwesenden sah man die Reichsleiter Amann, Buch, Fiehler, Reichsminister Ohnesorge,=Obergruppenführer Heißmeyer als Vertreter des Reichsführers 1 Heinrich Himmler, die Reichsfrauenführerin Scholtz=Klink, Oberbefehlsleiter Marrenbach, den Ministerpräsidenten Siebert, zahlreiche Gauleiter und Gauobmänner der DAF. An der Spitze der Vertreter der Wehrmacht waren Generalfeldzeugmeister Generaloberst Udet und der Befehlshaber im Luftgau VII erschienen. Als Gast des Reichsorganiasationsleiters Dr. Ley wohnte der Leiter des spanischen Falangesyndikats Exz. Salvador Merino mit seiner Begleitung der Tagung bei. Als Vertreter des Beauftragten für den Leistungskampf der deutschen Betriebe betrat Reichshauptstellenleiter Schröder das mit dem Goldenen Rad geschmückte Podium, das von den mehr als 400 Goldenen Fahnen der NS=Musterbetriebe umsäumt war. In seinem Rechenschaftsbericht führte der Redner u. a. aus: Der Leistungskampf 1940/41 ist ein Kriegsleistungskampf gewesen. Die Erziehung zu vollem Einsatz des einzelnen Betriebsführers wie des Gefolgschaftsmitgliedes und damit Erreichung höchster Leistung der einzelnen Betriebsgemeinschaft ist Sinn und Inhalt dieses Kampfeswesens. Es ist dabei kein Schema vorgeschrieben worden, sondern der freien Initiative wurde größter Raum gelassen. Was an Vorbildlichem geschaffen wurde, ist entstanden in freier Leistung aus echter sozialer Selbstverantwortung. Welche Schwungkraft ganz allgemein in den deutschen Betrieben steckt und wie lebendig die Idee des Leistungskampfes in ihnen allen lebt, zeigen die Beteiligungszahlen des letzten Jahres Die Teilnahme steigerte sich nochmals von rund 270 000 Betrieben im dritten Leistungskampf auf fast 300 000 Betriebe. Praktisch hat damit jeder Betrieb mit über 20 Mann Gefolgschaft teilgenommen, während auch die Zahl der beteiligten Kleinbetriebe weiter gestiegen ist. Wir sind stolz darauf, so fuhr der Redner u. a. fort, daß wir diese Erfolge hier feststellen können. Zwei Jahre Kriegszeit haben auch auf diesem Sektor unseres nationalen Lebens bewiesen, wie richtig unsere Idee ist, und in welchem Maße der Gedanke der Betriebsgemeinschaft die Grundlage unseres Volksleben entscheidend umgestaltet hat. Nach Beispielen aber über die wirtschaftliche Auswirkung einer vorbildlichen Menschenbetreuung und einer darauf aufgebauten vorbildlichen Betriebsgemeinschaft auf den einzelnen Betrieb wie auf die Volksgemeinschaft kam Reichshauptstellenleiter Schröder zu dem Schluß, laß solche Ergebnisse ein Wegweiser für uns sind, wie die großen Friedensaufgaben des Städtebaues, der Wohnungsbeschaffung, der Betriebserweiterung usw. gelöst werden können. Gerade die an diesem Beispiel gemachten Erfahrungen geben uns die Ueberzeugung, daß alle heutigen Zweifel, daß wir später nicht genügend Arbeitskräfte haben, unnötig sind. Alle Probleme werden gelöst werden, auf dem gleichen Wege, auf dem diese Leistungssteigerungen erzielt wurden. Entscheidend für die Gestaltung und die Leistungen dieser Musterbetriebe wie überhaupt aller deutschen Betriebe sind vor allen Dingen ihre Betriebsführer gewesen. Es ist hier der richtige Ort, um einmal darauf hinzuweisen, daß Deutschland stolz sein kann auf seine Betriebsführer, die an der Spitze ihrer Betriebsgemeinschaft stehend, mit ihnen diesen Leistungsstand erreicht haben. Nachdem der Redner dann das Verdienst der Block= und Zellenobmänner, des Wrkschutzes und der Werkscharen. die ebenso wie die deutschen Erfinder und Ingenieure im Krieg ihre Bewährungsprobe abgelegt hätten, erwähnt hatte. zählte er die Namen der ausgezeichneten Musterbetriebe auf und betonte zusammenfassend, daß im Arbeitsjahre 1940/41 insgesamt 419 Betriebe die Goldene Fahne tragen. Gleichzeitig werden 3577 mit Leistungsabzeichen ausgezeichnete Betriebe und rund 7000 Gaudiplombetriebe als Vorbild nationalsozialistischer Arbeitsauffassung die Kerntruppe des neuen Leistungskampfes bilden. Der Kriegsleistungskampf, so schloß er, hat auch im schwersten Daseinskampf unseres Volkes seine Bewährungsprobe bestanden. Auch in Zukunft wird sein Ziel sein, die deutschen Betriebe zu Hochburgen nationalsozialistischer Weltanschauung und damit die deutsche Volkswirtschaft zur leistungsstärksten der Welt zu machen.— Reichshauptstellenleiter Schröder bat dann den Stellvertreter des Führers das Wort zu nehmen. „Wenn der Führer“, so führte Rudolf Heß u. a. einleitend aus, in regelmäßiger Folge am nationalen Feiertag des deutschen Volkes die vorbildlichen deutschen Betriebe durch die Verleihung der Goldenen Fahne und die Auszeichnung„Nationalsozialistischer Musterbetrieb" ehre, so sei damit nicht allein der nationalsozialistische Geist der einzelnen Betriebsgemeinschaften gekennzeichnet, sondern die Leistungen von Arbeiter und Betriebsführer fänden ihre sichtbare Ehrung vor dem ganzen Volke. Alle, die als Betriebsführer und Arbeiter, Angestellte und Beamte, als schaffende Frauen und Männer während des Krieges die hohe Auszeichnung errungen haben, könnten mit bewußtem Stolz auf diese Ehrung schauen: Sie hätten die Mustergültigkeit der Betriebe trotz der besonderen Schwierigkeiten des Krieges unter Beweis gestellt. Sie hätten nicht nur ihre (Fortsetzung nächste Seite.) Standgerichte in England Größtes Aufsehen in Usf.— Das Versagen der englischen Behörden Chicago, 1. Mai. Die Einrichtung von zivilen Standgerichten in englischen Bezirken, die das Ziel deutscher Luftangriffe wurden, hat in den Vereinigten Staaten größtes Aufsehen hervorgerufen und wird als ein Zeichen dafür angesehen, wie außerordentlich weitreichend die Wirkungen der deutschen Luftangriffe sind. Man war in den USA psychologisch in keiner Weise auf derartige Maßnahmen vorbereitet, da die amtlichen englischen Berichte immer wieder hervorheben, daß das Leben in den angegriffenen Bezirken schon am Morgen nach einem Angriff völlig normal verlaufe. Eingeweihte Kreise wußten allerdings, daß diese Berichte den Tatsachen nicht entsprechen und daß die Zustände in einigen englischen Städten nach den letzten deutschen Angriffen unhaltbar zu werden drohten. Dies galt, wie man hier erklärt, vor allem für Plymouth und andere Städte von mittlerer Größe in noch höherem Maße als für London. Die Hauptursache der einsetzenden Desorganisation und der Zuchtlosigkeit liegt. so erklärt man hier weiter in dem Versagen der Behörden. In Plymouth waren die Zerstörungen so groß, daß die zuständigen Stellen dem dadurch geschaffenen Obdachlosenproblem völlig hilflos gegenüberstanden. Die Verpflegung der Bevölkerung setzte Tage hindurch völlig aus. Das gleiche wird auch aus bestimmten Bezirken Londons berichtet, die, wie z. B. ein Stadtviertel im Osten, zwei Tage nach dem letzten Luftangriff völlig ohne Verpflegung blieben. Nicht einmal der Luftschutz und die Räumungsabteilungen erhielten ihre Rationen. Die Folge war, daß sich einzelne Leute zusammenschlossen, um gemeinsam etwas Eßbares irgendwo zu „requierieren“. Natürlich machte sich überall die Unterwelt diese Zustände zunutze und bald entstanden unter dem Deckmantel der Nothilfe für hungernde Obdachlose allerlei Banden. die systematisch auf Raub und Plünderung ausgingen. Da die Behörden infolge ihrer Organisationsunfähigkeit versagten, müssen jetzt Standgerichte eingesetzt werden. In England wächst, so heißt es in einem neutralen Bericht, ein Gangstertum heran, gegenüber dem die berüchtigten Gangster von Chicago wahre Waisenknaben sind. Der Peloponnes weiter gesäubert Erfolgreiche Angriffe gegen die englische Süd- und Ostküste und La Daletta Oberleutnant Münchebergs 40. Luftsieg Sitize Teistungeschau der Geutschen kirden (Fortsetzung von der 1. Seite). sozialen Einrichtungen auf der Höhe gehalten, sondern zugleich auch die Leistungen. Ja, sie hätten diese sogar vielleicht gewaltig gesteigert. Eine besondere Anerkennung verdienten diejenigen Betriebe, die als vorbildlich ausgezeichnet werden konnten, obwohl ihre besten Stammarbeiter, Meister oder auch Betriebsführer, im Felde stünden. Er. Rudolf Heß, wisse, wieviele Betriebe dies seien und wie gerade in ihnen den Frauen Dank gebühre für ihre große Hilfe und innere Beteiligung an der Schaffung eines sozialen und tatenfrohen Geistes. Gerade auch die Betriebe, die in irgendeiner Form für den Bedarf der deutschen Wehrmacht schaffen, ragten mit ganz besonderen Leistungen hervor. Sie haben sich den schönsten Dank erworben. Das Vertrauen des deutschen Soldaten in die Waffen und das Material, die sie ihm lieferten. „Wenn die Geschichte dieses Krieges einst geschrieben wird, dann wird sie selbstverständlich in erster Linie die geniale Führung und den heroischen Einsatz des deutschen Soldaten vor der Nachwelt würdigen müssen. Aber sie kann nicht geschrieben werden, ohne die Güte der deutschen Wassen und des deutschen Materials, ja deren große Ueberlegenheit zu werten— und sie kann nicht geschrieben werden, ohne der Frauen und Männer zu gedenken, die sie geschaffen haben.“ Die deutschen Betriebsführer und die deutschen Arbeiter können heute mit Stolz darauf hinweisen, daß das von ihnen geschaffene Material sich ebenso wohl in den eisigen Regionen des hohen Nordens bewährt hat, wie im heißen Wüstenstaub Nordafrikas, daß es sich bewährt hat in den Stürmen des Atlantik wie in den Luftschlachten über fast allen Breitengraden Mitteleuropas, sich bewährt hat auf den schlechtesten Straßen, auf wirklich grundlosen Wegen unseres Kontinents. in seinen Gebirgen, in den Schluchten seiner Flüsse, bewährt hat in Sommer und Winter, gegen jeden Feind! Und wenn die deutschen Arbeiter den Unterschied in den Verlusten auf beiden Seiten sich vor Augen hielten, sei es in den Luftkämpfen, sei es in Panzerschlachten, sei es im Artillerieduell und sei es in der Gesamtheit der Feldzüge, so könne jeder glücklich sein, sich sagen zu können: Auch seine Arbeit habe dazu beigetragen, daß diese Verluste so gering seien, auch seine Arbeit habe deutschen Vätern und Söhnen das Leben gesichert, auch seine Arbeit sei ein Teil des Sieges. Der deutsche Soldat wisse: Die Einzigartigkeit und die Fülle seiner Waffen und seines Materials, die danke er der unermüdliche jahrelangen Anstrengung Adolf Hitlers— die stets gleichbleibende Zuverlässigkeit und Güte aber, die verdanke er den deutschen Schaffenden. Und der deutsche Soldat werde sie ebenso wenig vergessen, wie die deutschen Schaffenden seinen Kampf und seine Siege vergessen werden. Wenn bereits bis heute zum Ende des vierten Leistungskampfes der deutschen Betriebe. so führte Rudolf Heß weiter aus, so viele deutsche Musterbetriebe mit der Goldenen Fahne ausgezeichnet werden konnten, so sei es der vorbildliche Einsatz der Persönlichkeit für die Idee des nationalsozialistischen Betriebes und der nationalsozialistischen Betriebsgemeinschaft, der diesen Erfolg errang. Hier wie überall sei es die starke Einzelpersönlichkeit, die das Vorbild gebe und ihre Umgebung mit sich reiße. Wir dürfen nie vergessen, daß nicht die Organisation oder die Organisationsform, nicht der sachliche Begriff des Unternehmens oder des Betriebes das Entscheidende ist, entscheidend sind die Persönlichkeit des Betriebsführers und die Persönlichkeit des Arbeiters. Nicht die Organisation schaffe die Persönlichkeit, wohl aber schaffen sich die schöpferischen und leistungsfähigen Persönlichkeiten den organisatorischen Rahmen für ihre Entfaltung. Für solche hervorragenden Männer der Wirtschaft habe der Führer die Auszeichnung „Pioniere der Arbeit“ und das Ehrenzeichen dazu in Gold gestiftet. Diese Auszeichnung wurde im vergangenen Jahre erstmals an den Betriebsführer des nationalsozialistischen Musterbetriebes Friedrich Krupp.=., Parteigenossen Krupp v. Bohlen=Halbach verliehen. Sie solle in Zukunft jeweils am nationalen Feiertag des deutschen Volkes feierlich verkündet werden. Mit besonderer Freude könne er heute drei Parteigenossen die Ernennung zu „Pionieren der Arbeit“ übermitteln. die mit ihren hervorragenden Leistungen zugleich in besonders enger Verbundenheit zum Kampf des nationalsozialistischen Deutschlands stünden. „Mit Wirkung vom heutigen Tage ab hat der Führer zu„Pionieren der Arbei!“ ernannt: Den Reichsleiter für die Presse, Parteigenossen Amann, den Reichspostminister, Parteigenossen De. Wilhelm Ohnesorge, den Parteigenossen Professor Dr. Willy Messerschmidt. Rudolf Heß wandte sich dann im einzelnen an die neuernannten Pioniere der Arbeit: Die Verdienste des Reichsleiters Amann um das Verlagswesen Sie. Parteigenosse Amann, haben aus kleinsten Anfängen heraus die Hauptzeitung der Bewegung zum größten Blatt Deutschlands und zugleich den mit ihr verbundenen Verlag zum größten Unternehmen seiner Art entwickelt unter den so unendlich schwierigen Verhältnissen der Kampfzeit mit ihren ewigen Widerständen. Verboten und Verfolgungen. Sie haben nach der Machtergreifung unter ungeheurer Arbeitsleistung und mit der ganzen Energie, die Ihrer Persönlichkeit eigen ist, die deutsche Presse von der Verlegerseite her zu einem einheitlich gestalteten Instrument des nationalsozialistischen Staates gemacht. Ihnen ist es wesentlich zu danken, wenn heute dem nationalsozialistischen Deutschland in seiner Presse eines der wichtigsten Kampfmittel uneingeschränkt zur Verfügung steht, das seinen Teil beigetragen hat zum Siege. Ohnesorge: Außergewöhnliche Leistungen auf dem Arbeitsgebiet der Nachrichtenmittel Sie, Parteigenosse Ohnesorge, haben schon in: Weltkrieg außergewöhnliche Leistungen auf Ihrem Arbeitsgebiet der Nachrichtenmittel vollbracht, die kein Geringerer als General Ludendorff besonders hoch eingeschätzt hat. Nach dem Zusammenbruch haben Sie unermüdlich weiter in dieser Richtung gewirkt. Nachdem Sie in frühester Kampfzeit bereits den Weg zum Führer fanden, hatten Sie in Ihrer weiteren Arbeit stets vor Augen, dem kommenden nationalsozialistischen Deutschland zu dienen. Als es dann kam, haben Sie ihm gedient in einem Ausmaß, wie es heute der Oeffentlichkeit noch gar nicht gesagt werden kann. Ihnen ist es vor allem zu verdanken, wenn unsere Luftwaffe auf dem Gebiet der drahtlosen Navigation einen unabsehbaren Vorsprung vor dem Gegner hat und auch auf diesem Gebiet Leistungen zu vollbringen vermag, die ans Wunderbare grenzen. Darüber hinaus leiten Sie seit vielen Jahren im nationalsozialistischen Staat den riesigen Arbeitsorganismus der Reichspost, der im Kriege eine ungewöhnliche Bewährungsprobe ablegte. Messerschmitt: Konstrukteur der besten Jagdflugzeuge und Zerstörer der Welt Sie. Parteigenosse Professor Dr. Messerschmitt, sind der Konstrukteur der besten Jagdflugzeuge der Welt. Ich weiß es zum Teil aus persönlichem Erleben, gegen welche Schwierigkeiten Sie sich mit Ihren neuen Ideen durchzuringen hatten. Daß Sie durchhielten zum Trotz aller Anfeindungen und Ihren genialen Konstruktionen zum Siege verhalfen, ist es zu danken, daß Deutschlands Luftwaffe auch auf dem Gebiet des Jagdflugwesens seine heutige unbestrittene Ueberlegenheit über seine Gegner besitzt. Das Werk spricht für ihn selbst und zugleich für Sie.“ Mit seinen Glückwünschen an die Pioniere der Arbeit verband Rudolf Heß zugleich die Glückwünsche an die mit der Goldenen Fahne ausgezeichneten Betriebe.„Ich rufe Sie auf zur neuen Tat und verkünde hiermit namene des Führers den Beginn des 5. Leistungskampfes der Deutschen Betriebe für das Jahr 1941/42.“ „Ich bin überzeugt, daß zum nächsten 1. Mai die Erfolge des Leistungskampfes nicht geringer sein werden.“ Wir gehen militärischen Entscheidungen entgegen und für sie vollbringt auch die deutsche Wirtschaft Höchstleistungen.“ Während noch der Beifall der Tausende den Worten Rudolf Heß' dankte, überreichten der Stellvertreter des Führers und Dr. Ley den drei „Pionieren der Arbeit“ das vom Führer gestiftete Ehrenzeichen in Gold und beglückwünschten sie zu ihrem Erfolg. Unter Trommelwirbel und den Klängen des Liedes Brüder in Zechen und Gruben“ dankten dann Rudolf Heß und Dr. Ley den Betriebsführern und=obmännern der neuausgezeichneten Musterbetriebe durch Handschlag für ihre Leistungen und überbrachten ihnen die Stiftungsurkunden. Dann nahm Dr. Ley das Wort zu einer kurzen Schlußansprache, in der er all den Männern und Frauen aus der Wirtschaft, dem Handel, der Industrie und des Handwerks. die um den edelsten Preis kämpften, als mustergültig ausgezeichnet zu werden, dankte. Aber auch in dieser Stunde, so rief Dr. Ley abschließend aus, wollen wir daran denken, daß alles das, was wir sind und haben, nur einem Manne verdanken, der Deutschland aus Schmach und Not herausgeführt hat zum Licht. der uns den Glauben und damit die Kraft zum Sieg gab: Adolf Hitler! Ihm gilt in dieser Stunde unser Gruß! An das begeistert ausgenommene Sieg=Heil schloß sich der Gesang der Lieder der Nation. der eine eindrucksvolle Feier beendete die dem Nationalen Feiertag des Deutschen Volkes im zweiten Kriegsjahr das Gepräge gab. Südhäfen des Peloponnes erreicht 5000 Briten gefangengenommen— Berlin, 30. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Unterseeboote versenkten aus stark gesicherten Geleitzügen 35 265 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes sowie ein Geleitfahrzeug der britischen Kriegsmarine. Schnellboote griffen bei einem Vorstoß gegen die britische Südostküste einen stark gesicherten Geleitzug an und versenkten drei Handelsschisse mit zusammen 9500 BRT. In Griechenland stießen motorisierte Kräfte des deutschen Heeres in scharfer Verfolgung bis zu den Südhäsen des Pelovonnes durch und verhinderten die weitere Flucht der Briten über das Meer. Dabei wurden bisher 5000 Briten, darunter ein General, sowie zahlreiche Serben, darunter vier Generale, und weitere 30 Offiziere gesangengenommen. Im Laufe des 28. April schossen deutsche Jäger in den griechischen Gewässern bei der Insel Hydra ein britisches Walrus=Flugboot ab. Vier hritische Wasserflugzeuge wurden an der Subruste des Peloponnes zerstört. Deutsche Kampf= und Sturzkampfflugzeuge griffen in den Abend= und Nachtstunden des 29. Apxil den Hasen La Valetta auf der Insel Malta mit guter Wirkung an. Sie erzielten Bombenvolltreffer auf einem leichten Kreuzer, in Flakstellungen, auf Kaianlagen und in Oeltanklagern und warfen einen Zerstörer sowie ein großes Handelsschiff in Brand. Weitere Angriffe richteten sich gegen die Flugplätze Luca und La Valetta. In Luftkämpfen über der Insel verlor der Feind zwei Jagdflugzeuge vom Muster Hurricane. Eigene Verluste traten nicht ein. In Nordafrika belegten deutsche und italienische Sturzkamnfflugzeuge den Hasen von Tobruk. Artilleriestellungen bei Fort Pilastro und befestigte Werke südlich Via Balbia mit Bomben schweren Kalibers Starke Kampffliegerkräfte bombardierten in der letzten Nacht wiederum den Kriegshafen Plymouth. Es entstanden große Brände, vor allem in Devonport. und heftige Explosionen auf dem Gelände des Gaswerkes und in Betriehsstofflagern. Andere Kampffliegerverbände griffen die Häfen Cardiff. Lowestoft und Inswich sowie Nachtflugplätze des Feindes erfolgreich an. Im Seegebiet um England versenkte die Luftwafse ein Handelsschiff von 4000 BRT. und beschädigte ein größeres Schiff schwer. Fernkampfbatterien des Heeres bekämpften mit guter Wirkung kriegswichtige Anlagen im Raum von Dover. Deutsche Jagdflieger schossen bei Vorstößen gegen die britische Südostküste und an der Kanalfront am gestrigen Tage sechs Jaadflugzeuge vom Muster Spitfire und zwei Kampfflugzeuge vom Muster Beistol=Blenheim ohne eigene Verluste ab. Der Feind warf in der letzten Nacht mit schwächeren Kräften in West= und Südwestdeutschland an verschiedenen Stellen eine geringe Zahl von Spreng= und Brandbomben, die nur unerheblichen Sachschaden verursachten. Unter der Zivilbevölkerung gab es einige Tote und Verletzte. Die Besatzung eines Nachtjägerflugzeuges. Oberfeldwebel Sommer, Oberfeldwebel Reinnagel und Feldwebel Glaß, zeichnete sich in der letzten Nacht über England besonders aus. Die Gesamtverluste des Feindes am 28. und 29. Avril betragen 47 Flugzeuge. Von diesen wurden 21 im Luftkampf und durch Nachtjäger, 9 durch Marineartillerie und leichte Seestreitkräfte und eines durch Flakartillerie abgeschossen. -Boote versenkten 35 000 BNT. der Rest am gleichen Zeit verloren. Boden zerstört. Während der gingen sechs eigene Flugzeuge Kurz berichtet Berlin. Der Führer stattete am Mittwoch dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop einen Besuch ab, um ihm persönlich seine Glückwünsche zum 48. Geburtstag auszusprechen. Berlin. Der zum kroatischen Gesandten in Berlin ernannte Dr. Branko Benzon ist heute früh in Begleitung der Mitglieder der künftigen neuen kroatischen Gesandschaft in der Reichshauptstadt eingetroffen. Im Namen des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop wurde der Gesandte auf dem Bahnhof Friedrichstraße in Vertretung des Chefs des Protokolls von Legationsrat Peter=Pirkham begrüßt. Berlin. Die nachfolgenden Sender des großdeutschen Rundfunks, die bisher ihren Sendebetrieb um 20,15 Uhr einstellten. verlängern ihre Sendezeit mit Wirkung vom 1. Mai bis 21,15 Uhr: Berlin, Bremen, Hamburg, Köln, Leipzig, München, Stuttgart. Rollende Angriffe auf Tobrut Rom, 1. Mai. Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: Ein Verband der Luftwaffe und Abteilungen der Fallschirmjäger haben unter dem Schutz von Bomber= und Jagdverbänden gestern die Inseln von Kephallenia und Zante besetzt. Heute morgen sind Infanterieabteilungen von Albanien her auf der Insel Santa Maura gelandet. Italienische und Kampfflugzeuge des deutschen Fliegerkorps haben ihre Vernichtungsangrifse gegen den Stützpunkt- von La Valetta fortgesetzt. Es entstanden sehr große Zerstörungen und Brände. Im Aegäischen Meer haben unsere Torpedoboote einen stark geschützten feindlichen Geleitzug angegriffen. Ein Kreuzer und ein großer Zerstörer erhielten Torpedotreffer. Trotz der heftigen Gegenwirkung der Artillerie der feindlichen Begleiteinheiten konnten unsere Torpedoboote unbeschädigt zu ihren Stützpunkten zurückkehren. Es gelang einem unserer Aufklärungsflugzeuge, das den Geleitzug ausgemacht hatte, und das von fünf englischen Flugzeugen angegriffen worden war, zwei Engländer abzuschießen und darauf unversehrt an den eigenen Stützpunkt zurückzukehren. In Nordafrika haben italienische und deutsche Aufklärungsabteilungen östlich von Sollum feindliche Streitkräfte in die Flucht geschlagen und Panzerfahrzeuge zerstört. Verbände der italienischen und deutschen Luftwaffe haben von neuem in rollenden Angriffen die Stellungen und den Hafen von Tobruk angegriffen. In Ostafrika dauern die Kämpfe in den verschiedenen Abschnitten und mit besonderer Heftigkeit im Abschnitt von Aladschi an. In Assab sank ein feindlicher Hilfskreuzer durch Auflaufen auf eine Mine. Erhebliche feindliche Verluste Rom, 30. April. Der italienische Wehrmachtbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: Im mittleren Mittelmeer haben Verbände der italienischen und deutschen Luftwaffe feindliche Schiffseinheiten bombardiert.— Flugzeuge des deutschen Fliegerkorps haben die Luftstützpunkte auf der Insel Malta bombardiert und feindliche Schiffe in La Valetta getroffen. In Luftkämpfen wurden zwei feindliche Maschinen abgeschossen.— In der Cyrenaika geht an der Tobruk=Front die Belagerung der englischen Streitkräfte weiter. An der Front von Sollum haben italienisch=deutsche Angriffsunternehmungen dem Gegner, der an verschiedenen Punkten zum Rückzug gezwungen wurde, beträchtliche Verluste zugefügt.— Abteilungen der italienischen und deutschen Luftwaffe haben ihre Zerstörungsangriffe gegen den Hafen und die Verteidigungsanlagen von Tobruk fortgesetzt. Ein Transportschiff wurde von deutschen Kampfflugzeugen versenkt. Batterien und Stellungen wurden getroffen, britische Kraftfahrzeuge mit Maschinengewehrfeuer belegt.— Ein BlenheimFlugzeug wurde abgeschossen.— In der Nacht zum 29. April unternahmen feindliche Flugzeuge einen Angriff auf Benghasi.— In Ostafrika haben unsere Truppen dem feindlichen Druck in den verschiedenen Abschnitten mit Artillerieund Insanterietätigkeit weiterhin Widerstand geleistet. Churchills„Dank“ an Griechenland Stockholm, 1. Mai. Reuter meldet: Das Handelsamt und das Blockadeministerium geben bekannt, daß Griechenland mit Ausnahme der Insel Kreta als ein vom Feinde besetztes Gebiet betrachtet wird, auf das die Gesetze hinsichtlich des Handels mit dem Feinde und der Blockade Anwendung finden. Heimat und kämpfende Front Aufruf Dr. Leys Reichsleiter Dr. Ley hatte zum 1. Mai den folgenden Aufruf erlassen: Arbeiter und Arbeiterinnen! Betriebsführer und Gefolgschaft! Ein neuer Frühling ist gekommen! Wieder feiert das deutsche schaffende Volk den 1. Mai als den Tag des Festes der Arbeit und damit der nationalen Gemeinschaft! Kein= Volk der Welt könnte dies mit mehr Recht tun als das unsere; denn seine Arbeit ist heute eine so schwere, seine Leistungen sind so groß, daß es sich mit Recht zum Dichterwort bekennen kann, daß saure Wochen frohe Feste verdienen! Wenn unsere Soldaten in beispiellosem Heroismus unser Volk und Reich beschützen, dann arbeiten Volk und Heimat nicht minder treu wie die kämpfende Front! Millionen deutscher Arbeiter, werktätige Menschen der Stirn und Faust, mühen sich ab. um dem besten Soldaten der Welt die besten Waffen zu schmieden und die beste Ausrüstung zu geben. Millionen deutscher Frauen und Mädchen nehmen an dieser Arbeit Anteil! Manche Feiertage können deshalb in dieser Zeit nicht mehr gehalten werden. Den einen aber wollen wir gemeinsam festlich verleben: den Tag, der die ganze schaffende deutsche Nation vereint, alle jene Menschen, die nicht nur das Leben in Festen bejahen, sondern durch ihre Arbeit lebenswert gestalten, und die deshalb ein Recht besitzen, sich eines Daseins zu freuen, das ihrem Schweiß seine Schönheit und Würde verdankt! Gerade in diesen Tagen aber geht das Herz Millionen deutscher Menschen besonders über. Unser Volk ist glücklich und stolz auf seine an der Front stehenden Söhne und ihre Taten! Wir fühlen am heutigen Tag des Festes der Arbeit erst recht die Verpflichtung, unserer herrlichen nationalsozialistischen Revolution zu dienen. Denn: für was so viele unserer Männer an den Fronten ihr Blut einsetzen, ist zumindest des höchsten Schweißes der Heimat wert! Euch alle, ihr Arbeiter und Arbeiterinnen, Betriebsführer und Unternehmer, rufe ich daher am 1. Mai zu einem besonderen Appell auf! Wir wollen im Blick auf unsere kämpfende Front uns alle gegenseitig fest an den Händen nehmen und unsere Gemeinschaft enger schließen. Wir wollen unsere Leistungen immer mehr steigern und dabei nicht müde werden. Denn nicht nur in unserem Glauben sondern auch in unserer Arbeit liegt eine Voraussetzung zu unserem Sieg. Die Soldaten unserer tapferen herrlichen Wehrmacht müssen es wissen: Hinter ihnen stehen der deutsche Arbeiter und der deutsche Bauer in einer unerschütterlichen Front von zahllosen Männern und Frauen. Sie werden dafür sorgen, daß unser Volk das tägliche Brot erhält, seine Soldaten aber die Waffen, deren sie benötigen, um die Heimat zu schützen. Die englischen Plutokraten winseln um die Unterstützung des jüdischen Weltkapitalismus. Ein Herr Churchill bettelt um amerikanische Hilfe! Ich appelliere an euch, nur an euch, meine deutschen Arbeiter und Arbeiterinnen, an die Werktätigen in Stadt und Land! Steht zu euren Soldaten durch eure Leistungen! Schließt euch mit ihnen zusammen in einer unzerbrechlichen und damit unbesiegbaren Phalanx. Dann wird es der kämpfenden Front nur noch leichter sein, ihre harte Pflicht zu erfüllen! Unser großer gemeinsamer Feind wird fallen! Der deutsche nationalsozialistische Staat der schaffenden Arbeit aber wird leben! Die Freiheit, die Schönheit und die Würde unserer deutschen Zukunft werden in der heutigen Zeit erstritten! Erstritten durch jeden Mann und jede Frau an den Plätzen, an die sie gestellt sind! Durch den deutschen Soldaten im Einsatz an der Front. durch den deutschen Arbeiter und den deutschen Bauern, durch Mann und Frau am Arbeitsplatz in der Heimat! — Künstlerschaffen für Front und Heimat Soest, 30. April. Die Spielzeit 1940/41 des Westfälischen Landestheaters steht vor den: Die Bühne kann am Ende dieser Spielzeit auf ein Jahr freudigen Einsatzes für Heimat und Front und auf ein Jahr außerordentlicher Erfolge zurückblicken. 500 Vorstellungen hat das Westfälische Landestheater in dieser Spielzeit durchgeführt. Es ist zu den Kameraden un die Front gefahren, in die verschiedensten Länder Europas und hat den Soldaten Stunden der Erbauung beschert. Es hat angesichts dieser großartigen Aufgabe auch seine eigentliche Mission im Lande der Roten Erde nicht vergessen und hat. ganz wie im Frieden, trotz aller Schwierigkeiten auch in diesem Winter die theaterlosen westfälischen Städte und Gemeinden bespielt, um den hier schwer schaffenden Volksgenossen, den Bauern wie den Rüstungsarbeitern, das Erlebnis deutscher Kunst zu vermitteln. In rund 100 westfälischen Orten hat der moderne Thepiskarren des Westfälischen Landestheaters seine Zelte aufgeschlagen gehabt. * Bielefeld, 30. Avril. Er verbarg einen Mörder. Der unlängst in Bielefeld zum Tode verurteilte Zuchthäusler und Schwerverbreche: Richartz hatte bei dem 28 Jahre alten Friedrich F. Unterschlunf gefunden. Mehrere Fahrräder die Richartz stahl, wurden von F. verkauft und der Erlös geteilt. Jetzt hatte sich dieser wegen Hehlerei zu verantworten. Zugunsten des Angeklagten nahm das(bericht an, daß F. start unter dem Einfluß des Schwerverbrechers gestanden hat. Unter Zubilligung mildernder Umstände wurde er zu fünf Monaten Gefänan= verurteilt. Minden 30. April. Kinderreiches Minden Es ist eine schöner Brauch in der alten Weserstadt, daß der Bürgermeister den kinderreichen Familien, die weiteren Zuwachs erhalten haben in einer„Ehrenanzeige“ in der Tagespresse die Glückwünsche der Stadt Minden ausspricht. Jetzt wurden wieder elf Familien beglückwünscht, die ihr viertes Kind erhielten, sechs Familien zum fünften Kind eine Familie zum sechsten Kind und zwei Familien zum siebten Kind. Münster, 30. April. Gute Finanzlage der Stadt Münster. Oberbürgermeister Hillebrand führte in einer Sitzung der Ratsherren aus, daß es gelungen sei. im vergangenen Jahr gut durchzukommen. Eine Uebersicht über das abgelaufene Haushaltsjahr gab darüber im einzelnen einen anschaulichen Ueberblick. Es ist gelungen, den Fehlbetrag des Voranschlags 1940 auszumerzen und darüber hinaus wahrscheinlich noch einen Ueberschuß herauszusparen. der alsdann der Abdeckung des Fehlbetrages der für 1941 buchmäßig angesetzt ist, verwendet werden soll. Die günstige Entwicklung dee Steueraufkommens gab dem Oberbürgermeiste: Veranlassung, die erfreuliche Haltung der Steuerzahler hervorzuheben. Der Haushaltsplan für 1941 schließt ab in den Einnahmen mit 30 und in der Ausgabe mit 34,11 Millionen RM., so daß sich ein Fehlbetrag von.053391 RM. ergibt, der durch den möglichen Ueberschuß aus 1940 teilweise abgedeckt werden soll. Auch während des Krieges wird die planmäßige Schuldentilgung fortgesetzt. Werl. 30. April. Vom durchgehenden Gespann schwer verletzt. Als der bei einem Bauern beschäftigte Landwirtschaftsgehilfe R. die Pferde vor einen Wagen spannen wollte, scheuten die Tiere plötzlich, gingen durch, rissen den R. zu Boden und schleiften ihn eine Strecke mit. R. blieb mit einer großen Wunde im Gesicht und einer Gehirnerschütterung bewußtlos liegen und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Dortmund, 30. April. Generalbebaungsplan für die Stadt Dortmund. In einer Versammlung des Dortmunder Verkehrsvereins behandelte Oberbürgermeister Dr. Banike den für die Stadt Dortmund aufgestellten Generalbebauungsplan. Mit der Verwirklichung der Pläne werde begonnen, sobald die Zeitumstände dies gestatteten. So werden größere Teile der Altstadt von Grund auf neugestaltet. Die vorliegenden Projekte sind sehr eindrucksvoll. Auch Parteibauten sind vorgesehen, die ebenfalls in der Gegend des Stadthauses stehen. Die künftigen Ausstellungshallen der Stadt Dortmund werden westlich des KaiserWilhelm=Hains Platz finden. Hier sind bereits Arbeiten im Gange, durch die die Dortmunder Parkanlagen eine wesentliche Erweiterung erfahren, überhaupt wie Dortmunds Grüngürtel sowohl an Größe als auch an Ausgestaltung einzigartig in Westdeutschland sein wird. Eine weitere starke Durchgrünung der Innenstadt ist außerdem geplant. Dortmund wird durch alle diese Pläne, die auf jeden Fall verwirklicht werden, sehr gewinnen und auch ia seiner baulichen Ausgestaltung seiner Bedeutung als größte Stadt Westfalens würdig werden. Düsseldorf. 30. April. Die Behandlung von Stimm= und Sprachstörungen. An den Städtischen Krankenanstalten in Düsseldorf wurde eine neue Abteilung für Stimm= und Sprachstörungen errichtet. Damit wird der Kampf gegen Stammeln, Stottern und andere Sprachfehler in verstärktem Maße fortgesetzt. Eine gleiche Abteilung war bereits vor einem Jahr. zehnt geschaffen worden. Leider wurde sie im Jahre 1938 mit der Emeritierung von Prof. Oertel aufgegeben. Das Ansehen der Medizinischen Akademie hat bisher das Fehlen eines solchen fachärztlichen Instituts schmerzlich vermissen lassen. Der spezialwissenschaftlichen Weiterbildung ist damit wieder eine dankbare Möglichkeit gegeben, nachdem der gesamte westdeutsche Raum trotz seiner Bevölkerungsdichte keine derartige Stätte bisher aufwies. Die neue Einrichtung stellt ein Werk des Direktors der Hals=, Nasen= und Ohrenklinik der Medizinischen Akademie in Düsseldorf dar, des Professors Dr. med. K. Amersbach. Sie ist jedermann zugänglich, ganz gleich, ob zur Beratung oder vollen Stimm= und Sprechbehandlung. Rees, 29. April.„Goldenes Großvaterjubiläum“ durch den 50. Enkel. Dem Provinzialstraßenwärter Wilhelm Wissen wurde dieser Tage von seiner jüngsten Tochter das 50. lebende Enkelkind geboren. Der Großvater ist mit seinen 75 Lebensjahren sehr stolz auf diese Tatsache und meinte scherzhaft:„Das soll mie mal einer nachmachen!“ Seine zehn Kinder schenkten insgesamt 24 Söhnen und 26 Töchtern das Leben. Viersen, 29. April. Vom Waschmaschinen= deckel das Genick zerschlagen. Die Ehefrau H. war von der Wäsche in der Waschküche in die Wohnung gegangen, um Hausarbeiten zu verrichten. Inzwischen machte sich ihr neunjähriger Sohn Karl=Heinz an der Waschmaschine zu schaffen. Der Deckel schlug zu und zertrümmerte dem Jungen das Genick. Der Junge wurde als Leiche gefunden. Hopsten, 29. April. Eine der dicksten Eichen des Münsterlandes. An der Kunststaße von hier nach Recke steht vor dem links an der Straße gelegenen Hofe des Kolonen Brockmöller eine gewaltige Eiche, die zu den mächtigsten Bäumen des Münsterlandes gehört. Der Baum, der ein Alter von mindestens 700 Jahren besitzt, hat einen Stammesumfang von 7,50 m, gabelt seine mächtigen Aeste bereits in drei Meter Höhe zu einer Krone von etwa 30 m Umfang und 25 m Höhe. Der stolze Baum ist noch voll lebenskräftig. Esserden, 30. April. Ueber 50 Jahre auf dem gleichen Hof gearbeitet. Hier ist im Altevon 87 Jahren der landwirtschaftliche Arbeiter Heinrich van Merwyk gestorben, der sich durch eine seltene Arbeitstreue ausgezeichnet hatte. Ueber 50 Jahre stand er im Dienst des Bauern W. Markett, dem er durch all die Jahre nach besten Kräften und in Treue gedient hat. Die Gemeinde verliert in dem Verstorbenen zugleich einen Menschen, der seiner Heimatscholle mit allen Fasern seines Tuns und Denkens verbunden war. Süchteln, 30. April. Unter die Dampfwalze geraten. Das sechsjährige Töchterchen der Eheleute F. beobachtete nach Kinderart die Arbeit der Dampfwalze und lief hinter ihr her. Plötzlich setzte die Dampfwalze zurück. Die Kleine hatte es nicht rechtzeitig bemerkt und ein Bein geriet unter die schwere Walze. Jetzt liegt das Kind in besorgniserregendem Zustande im Krankenhause. Prag, 29. April. Die Barbarakirche in Kuttenberg ist nach dem Prager Veitsdom die berühmteste gotische Kirche Böhmens. In diesem Jahr soll dieses prächtige Bauwerk einer gründlichen Erneuerung unterzogen werden. Prag, 30. April. Erneuerung des Schlachtendenkmals von Kolin. Dieser Tage wurde mit der Herrichtung des Schlachtendenkmals von Kolin begonnen. Das Denkmal wurde 1898 auf einem Hügel bei Kretzschhorsch in der Nähe von Kolin errichtet, wo die Entscheidung in der am 18. Juni 1757 zwischen Friedrich dem Großen und General Daun geschlagenen Schlacht gefallen war. Das Denkmal wurde mit einem Aufwand von 30000 Gulden nach einem Entwurf von Architekt Weinztl von der Bildhauerschule in Herschitz hergestellt. Das Denkmal ist mit zahlreichen Reliefs und Medaillonen geschmückt, die Momente aus dem Verlauf der Schlacht darstellen. Es war von einem riesigen, aus Kupfer gegossenen Adler mit einer Flügelspannweite von sieben Meter und einem Gewicht von etwa einer Tonne(20 Ztr.) gekrönt. Der Adler wurde nach dem Umsturz im Jahre 1918 entfernt und im Städtischen Museum in Kolin aufbewahrt. Er wird nun wieder auf die Spitze des Sandsteinobelisken gesetzt, so daß das Denkmal wieder das ursprüngliche Aussehen erhält. * Zigeuner-Turann abgeurteilt Essen, 30. April. Länger als ein Dutzend Jahre hindurch hat der 80 Jahre alte Adolf Schoppers, der Häuptling der in West. deutschland ansässigen Zigeuner, seine StammesDer Spielplan für den 11. Mai Die Ansetzungen für die Gruppenspiele um die Deutsche Fußballmeisterschaft am 11. Mai sind erfolgt. Zum letzten Male werden an diesem Sonntag acht Spiele abgewickelt. Der Plan lautet: Gruppe la: Vorwärts Rasensport. Gleiwitz— Preußen Danzig(Schiedsrichter: Jacobs, Kalisch) Gruppe 2a: PfB Königsberg— 1. SB Jena Schulze, Danzig) Gruppe 25: Borussia Fulda— FC. Schalke 04(Sackenreuther, Nürnberg) Gruppe 3: FC. 93 Mülhausen— VfL. 99 Köln in Straßburg(Gersbach, Schopheim) Tus Helene Altenessen— Kickers Offenbach in Esse auf dem Not=weiß=Platz(Schaldt, Hispe) Gruppe 4: TSV 1860 München— Stuttgarter Kickers(Scheuer, Straßburg) Rapig Wien—. VfL Neckerau(Büttner, Beuthen. Kumänien nächster Länderspielgegner Nach der Verlegung des anfangs für den 18. Mai vorgesehen gewesenen Fußball=Länder= spiels gegen Italien in Berlin hat die deutsche Nationalmannschaft nunmehr als nächste Aufgabe im 183. Länderkampf das Treffen gegen Rumänien am 1. Juni in Bukarest vor sich. Diesem am Pfingstsonntag stattfindenden Länderspiel sieht man in der rumänischen Hauptstadt mit hochgespannten Erwartungen entgegen. Im Zeichen der politischen Zusammenarbeit beider Nationen wird dieser Länderkampf eine ganz besondere Bedeutung haben. Wie in der Bukarester Presse angekündigt wird, dürfte auch mit einem stattlichen Aufgebot deutscher Soldaten als Zuschauer bei dem Länderspiel zu rechnen sein. angehörigen in der gewalttätigsten Weise drangsaliert, indem er ihnen Tribute auferlegte, die sie an ihn laufend zu zahlen hatten, und die er mit allen Gewaltmitteln aus ihnen herauspreßte. Er holte ihnen sogar das letzte Pferd aus dem Stall, wenn sie die ihnen auferlegten Lasten nicht bezahlen konnten. Schließlich hatte er es so arg getrieben, daß aus den Kreisen seiner Stammesangehörigen Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erfolgte. Nun gab es eine ganze Woche hindurch ein mit wechselvollen Bildern aus dem Tun und Treiben des Zigeunervolkes durchsetztes Nachspiel vor der Essener Strafkammer. Nötigung, Betrug, Erpressung und sogar räuberische Erpressung waren die Straftaten, die der Staatsanwalt in diesem umfangreichen Prozeß dem betagten Zigeunerprimas zur Last legte. Ueberall, wo er seine Stammesgenossen antraf, sei es auf den Landstraßen und vor allen Dingen auf den Pferdemärkten weit und breit, auf denen der Gewaltmensch stets auftauchte, nahm er den Stammesangehörigen die Gelder ab, und nicht selten hielt er ihnen bei seinen Erpressungsmanövern die Pistole entgegen. Die mehrtägige Beweisaufnahme gewann nach und nach eine für die Allgemeinheit und den Staat bedeutsame Entwicklung, und mit Recht gelangte das Gericht zu der Feststellung, daß der Staat dem Ausgang dieses Zige##erprozesses mit lebhaftem Interesse entgegensehe, weil er die kriminellen Gefahren offenbarte, die der deutschen Volksgemeinschaft von dem Zigeunervolk in Deutschland drohen. Das Gericht verurteilte den betagten Zigeunerhäuptling unter Freisprechung von verschiedenen Untaten, die nicht mehr abgeurteilt werden konnten, zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren gemäß dem Antrage des Staatsanwalts. Es spukt im Seehaus Ein heiterer Roman von Marianne von Ziegler Urheber-Rechtsschutz: Drei Quellen-Verlag. Königsbrück(Bezirk Dresden) 17) Sie suchte ihre Tochter auf.„Kommst du mit, Kind? Ich nehme den„Zeppelin" und rudere in den stillen Winkel drüben unter dem Bannwald. Das wird uns gut tun. Heut' haben wir ja Zeit.“ „Zeit?“ Gutrune schüttelte den blonden Kopf. Vor zwei Tagen hatte sie zuletzt an Kurt geschrieben, und das waren nur ein paar Worte, wenn auch mit Doppelporto, gewesen. Sie mußte unbedingt die paar Stunden Ruhe ausnützen, sie wußte ja, wie sehnsüchtig er auf ihre. Briefe wartete, der Arme, der jetzt bei dem schönen, heißen Wetter ganz allein in der Stadt saß. „Na, meinetwegen!“ Frau Hollweck zuckte ungeduldig die Schultern.„So lang er keine Briefe von mir verlangt, aber sieh wenigstens dabei nach Frieder, daß er keinen Unfug treibt. Adien!“. Ein leichtfertiges Liedchen auf den Lippen fuhr sie unbeschwert ins Blaue hinaus. Die Luft flimmerte, das graugrüne Schilf stand unbeweglich. Auch das Seehaus lag heute wie verzaubert da; das steile, grünbemooste Dach wie eine Mütze tief über Augen und Ohren gezogen, schien es im Schutz der riesenhaften alten Weidenbäume zu schlafen; oder blinzelte es vielleicht spitzbübisch unter seinen halbgeschlossenen grünen Läden hervor? Das liebe alte Ding! Gina hatte es so sehr ins Herz geschlossen; sie nickte ihm wie einem vertrauten, lebenden Wesen zu, trieb den ächzenden„Zeppelin“ mit kräftigen Ruderschlägen in die Mitte des Sees. streckte sich auf den Planken des Bodens aus. verschränkte die Arme unterm Kopf, hörte das Wasser am Kiel leise glucksen und schloß die Augen. Inzwischen hatte Gutrune dem kleinen Bruder nebst einem umfangreichen Butterbrot die nötigen guten Ermahnungen erteilt, die darin gipfelten, daß er sich ja hüten solle, die Zimmer des Afrikaners zu betreten. Sie ging darin so weit, zu den sonst von ihr verachteten und in der Tat veralteten Erziehungsmethoden ihrer Mutter zurückzugreifen und den kleinen Jungen zu erinnern, daß außer vielen gefährlichen Waffen eine Reihe von Skalpen nichtnutziger und neugieriger Buben, von Piet auf seinen Reisen gesammelt, diese Zimmer schmücke, und es daher dringend geboten sei, sich möglichst weit von ihm entfernt zu halten. Nachdenklich trollte sich Frieder, und Gutrune, im Gefühl erfüllter Pflicht. versank vollständig ins Gedenken an ihren fernen Bräutigam. Auch Zenzi und Fannerl hüteten sich, durch großstädtische Hast Mißtöne in den Frieden des Sommertages zu bringen. Schläfrig taten sie, was unbedingt sein mußte, aber nur das, und selbst ihre Zungen arbeiteten langsamer als sonst. Ja sogar die Ankunft Krähubers, sonst ein mit Sehnsucht erwartetes und mit Freuden begrüßtes Ereignis, wirkte heute fast als Störung. Die Waren, die er brachte: Butter, Eier, einige in einem alten Weidenkorbe leise jammernde Hähnchen, mußte man ihm abnehmen und versorgen, statt hübsch bequen am Küchentisch sitzen zu bleiben. Aber so hartherzig konnte doch auch Zenzi nicht sein, den immer gefälligen Besuch gleich an die von der Herrschaft angeordnete Holzarbeit zu schicken. Sie stellte ihm eine Flasche Bier und einen ordentlichen Keil Brot auf den Tisch bei den Tannen, und Krähuber ließ sich mit einem Schnaufer der Erleichterung in den Rohrsessel fallen. Er trank ein vaar Züge— sa, das tat einem wohl. der schon an der Arbeit gewesen war, ehe noch die Sterne verblichen... Sein müdes Haupt sank auf den Tisch——— er träumte von dem schweren Hecht, den er heute früh auf eigene Rechnung und Gefahr am anderen Ufer geborgen hatte; vorsichtig luchste er eben durchs Weidengestrüpp, ob Gendarm Graswandl nicht etwa in die Nähe kam, immer bereit, durch ein Bündel frisch geschnittener Weidenruten sein harmloses Korbmacherdasein zu dokumentieren. Da legte sich eine schwere Hand auf seine Schulter, er fuhr auf:„Bluatsteifi!“ und kah sich, erwachend, einem großen und breiten, gut gekleideten Herrn gegenüber, der ihm eine elegante rindlederne Handtasche vor die Füße schmiß. Mit Gewalt riß er sich zusammen.„Jessas, der Herr Direktor Westhoff! Ja, was war denn jetzt dös! As Kofferl aufitragn? Jawohl. wohin, Herr Direktor?“ „Wohin, du Idiot? In mein Zimmer natürlich. Marsch vorwärts!“. Der Herr schien bereits ungeduldig zu werden. Krähuber tat sich immer schwer, wenn es so schnell gehen sollte. Und erst jetzt! Er griff unschlüssig nach dem Koffer.„Ja. aber Herr Direktor Dieser schien jedoch Widerspruch nicht zu ertragen. Sein feistes, glattrasiertes Gesicht rötete sich bedenklich, er hob den Fuß— Krähuber setzte sich in Bewegung, der stiernackige Besuch folgte ihm auf den Fersen und trieb ihn vor sich die Treppe hinauf. Im Vorplatz versuchte Krähnber einen letzten schwachen Protest. Aber mit dem Zuruf„Rindvieh!“ drängte Herr Direktor Westhoff ihn beiseite, riß die gesuchte Tür auf und stand schon in Piets Zimmer, der mit dem zornigen Ruf„Hinaus!“ im Bette emporfuhr. „Was soll das heißen?“ wandte sich der Ankömmling mit rotem Gesicht an Krähuber. „Herr, das frage ich Sie!“ schrie ihn Piet an. der womöglich noch roter war.„Scheren Sie sich zum Teufel oder ich rufe meinen Diener. He. Chocolat, hierber! Diebe! Räuber!“ Aus dem Nebengemach schob sich lautlos, aber in ehrfurchtgebietender Länge die braune Gestalt und faßte Posto vor dem Bett. „Noch einen Schritt und Sie sind ein toter Mann!“ tobte der Afrikaner. Herr Westhoff, immerhin überrascht, wich bis gegen die offene Tür zurück, begann aber von dieser gesicherten Stellung aus seinerseits die Stimme zu erheben und gegen solche Insulten zu protestieren. Laut dröhnte das Gezänk in dem vor kurzem noch so stillen Haus, von unten kreischten ängstliche Frauenstimmen. Aus ihrem Zimmerchen kam schreckensbleich Gutrune heruntergeflogen, in der linken Hand den Revolver, den ihr Vater ihr neulich für einen einsamen Spaziergang aufgedrängt, in der rechten noch immer die Füllfeder, aus der sie noch eben, alles andere vergessend, ihr Herz an den fernen Kurt ergossen hatte.„Um Gottes willen, was gibt's denn?“ rief sie atemlos. „Mein Zimmer" begann Westhoff, ohne die Stimme zu dämpfen, doch mit einer halben Verbeugung gegen die hübsche Unbekannte. „Ihr Zimmer! Frechheit!“ schrie Piet. „Sagen Sie ihm. Fräulein, wessen Zimmer das ist.“ Gutrune faßte Mut.„Hier wohnt allerdings unser Gast. Herr van Dongern“, sagte sie mit aller Hoheit, die ihr zu Gebote stand. „Kenn ich nicht!“ knurrte der Fremde. „Kennen ihn nicht? Sollen ihn kennenlernen.“ Piet hatte offenbar vergessen, wie wertvoll ihm noch vor kurzem sein Inkognito war.„Piet van Dongern aus Pretoria— South african Diamond limited— wie wird Ihnen nun, he?“ Westhoff schluckte ein paarmal und hatte dann seine Fassung wieder. Er verbeugte sich tief. „Meinen Respekt, Sir. Konnte nicht wissen und bedaure das Vorgefallene. Ein Mißverständnis offenbar.. Ich habe das Zimmer, in dem ich schon früher zu wohnen pflegte, telegraphisch bestellt. Warum ist nichts vorbereitet?“ wandte er sich stirnrunzelnd an Gutrune. (Fortsetzung folgt.) Aus der Heimat Büren, Freitag, den 2. Mai 1941 Vergünstigung von Hinterbliebenen Gefallener auch bei der Bürgersteuer Der Reichsfinanzminister hatte kürzlich die Begünstigung von Hinterbliebenen gefallener Wehrmachtangehöriger und diesen Gleichgestellten bei der Einkommensteuer geregelt. Jetzt erklärt sich der Reichsfinanzminister, zusammen mit dem Reichsinnenminister, damit einverstanden, daß die Vergünstigung auch für die Bürgersteuer angewendet werde. Infolgedessen sind Kinder, die als Wehrmachtangehörige oder diesen Gleichgestellten im gegenwärtigen Kriege gefallen sind, bei der Berechnung der Kinderermäßigungen und der Freigrenze für die Bürgersteuer in dem Erhebungsjahr, das auf das Todesjahr des Kindes folgt, auch dann zu berücksichtigen, wenn sie vor dem maßgebenden Stichtag gefallen sind. Witwen von Wehrmachtangehorigen oder diesen Gleichgestellten. die im gegenwärtigen Kriege gefallen sind, gelten bei Berechnung der Freigrenze zur Bürgersteuer für das Erhebungsjahr, das auf das Todesjahr des Ehemannes folgt, auch dann nicht als ledig, wenn der Ehemann vor dem maßgebenden Stichtag gefallen ist. SA=Wehrmannschaft Büren. Die Wehrmänner treten am morgigen Sonnabend pünktlich 19.30 Uhr mit Fahrradern an der Aufbauschule an. Es wird die Prüfung im Radfahren abgenommen. Höchstpreise für jedermann bindend! Der weitverbreitete Irrtum, daß sich bei Verstößen gegen die Preisvorschriften nur der Verkäufer und nicht auch der Käufer strafbar macht, wird vom Reichsgericht in einer Entscheidung vom 30. Januar 1941 richtiggestellt. Nach der für die Preisfestsetzung maßgebenden Verordnung vom 3. Juni 1939 macht sich strafbar, wer u. a. den Vorschriften oder Anordnungen über Preise usw. vorsätzlich oder fahrlässig zuwiderhandelt. Das Reichsgericht stellt ausdrücklich fest, daß die Höchstpreise vorschreibenden Bestimmungen schlechtweg Höchstpreise festsetzen. Das bedeutet mangels einer Einschränkung, daß sie von jedermann, nicht nur von den Verkäufern, sondern auch von den Käufern einzuhalten sind. Vor dem Bürener Jugendgericht hatten sich drei aus Fürstenberg stammende Jugendliche J. Sch., Th. F. und K.D. wegen Nötigung zu verantworten. Als sie im Winter mit anderen Jugendlichen mit Schneeschippen beschäftigt waren, hielten sie ein des Weges kommendes Fuhrwerk an. Ein Pferd wurde ausgespannt und querfeldein geritten; es zog sich dabei einen Kronentritt zu. Die Burschen standen bereits am 1. 4. wegen dieser Untat vor dem Jugendrichter; da sie aber hartnäckig leugneten, wurde die Verhandlung zwecks Ladung weiterer Zeugen vertagt. In der jetzigen Hauptverhandlung konnten die Täter einwandfrei überführt werden. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte für jeden Jugendlichen ein Wochenendkarzer von 48 Stunden beantragt. Mit Rücksicht darauf, daß dem Fuhrwerksbesitzer kein größerer Schaden entstanden war, lautete das Urteil auf je ein Wochenendkarzer von Aoe der Speisemult. Was darf in Saststätten angeboten werden? Zu der bei Kriegsbeginn vom Leiter der Wirtschaftsgruppe Gaststätten= und Beherbergungsgewerbe erlassenen Anordnung über die vereinfachte Speisenkarte sind inzwischen mehrere Aenderungen und Ergänzungen erfolgt. Danach ergibt sich folgendes Bild. Alle Gaststätten dürfen an mindestens zwei Tagen, nämlich Dienstags und Freitags, nur fleischfreie Gerichte verabfolgen. Auch Gemeinschaftsverpflegungsbetriebe sollen das tun, ihnen sind jedoch keine bestimmten Wochentage vorgeschrieben worden. An den übrigen Tagen dürfen die Gaststätten höchstens vier Fleischgerichte in Form von Eintopf oder Teller= gerichten anbieten, von denen eins ein markenfreies Stammgericht sein muß. Von den übrigen drei Gerichten muß ein Gericht für 50 Gramm Fleischmarken angeboten werden. Wird ein Gericht zu 150 Gramm Fleisch verabfolgt, so dürfen neben dem Stammgericht und dem 50=Gramm=Gericht für das vierte zulässige Fleischgericht höchstens 100 Gramm Fleischmarken genommen werden. Gaststätten, die außer dem Stammgericht bisher nur ein Eintopf= oder Tellergericht geführt haben und weiterführen, brauchen kein 50=Gramm=Fleischgericht anzubieten, dürfen für das Fleischgericht aber höchstens 100 Gramm Fleischmarken verlangen. Werden außer dem Stammgericht nur zwei Eintopf= oder Tellergerichte geführt, so muß eines dieser Gerichte auf 50 Gramm Fleischmarken erhältlich sein. Ist für die Zubereitung eines 50=Gramm=Fleischgerichts Fett erforderlich, so dürfen auch Fettmarken bis zu 10 Gramm genommen werden. An sonstigen Speisen dürfen auf der Speisenkarte höchstens angeboten werden bis zu drei kalten Vorgerichten und kalten Speisen (einschließlich Fischgerichten), ein warmes Vorgericht, zwei Suppen, zwei Fischgerichte, eine Eierspeise, zwei Wurst=, zwei Käse= und zwei Süßspeisesorten, zwei frische oder ein Konservenkompott, an Gemüsen und Salaten je nach der Jahreszweit je zwei, bei Frischgemüse an fleischlosen Tagen drei, bei Konservengemüse an fleischlosen Tagen zwei. Werden Konserven verwendet, so ist höchstens eine Gemüse= und eine Salatart zugelassen, Konservengemüse darf aber nicht angeboten werden, wenn frisches Gemüse vorhanden ist. Wild und Geflügel werden nicht als Fleischgerichte betrachtet. Gedecke dürfen zusammengestellt werden, dürfen aber nur ein Hauptgericht enthalten. Zulässig sind höchstens drei Gerichte, von denen mindestens eins Fisch oder Gemüse als Hauptgericht enthalten muß. Für ein ausgegangenes Gericht kann ein Ersatzgericht verabfolgt werden. das aber erst dann angeboten werden darf, wenn ein Gericht wirklich ausgegangen ist. Werkküchen. Kantinen usw. dürfen höchstens anbieten eine Suppe, zwei Eintopf= oder Tellergerichte, ein Kompott oder eine Speise, einmal Salat, ein Wurst= und ein Käsegericht. War das Speisenangebot bisher geringer, so dars es von ihnen— wie übrigens auch bei anderen Gaststätten— nicht erweitert werden. Die Inhaber von Gaststätten und Speisewirtschaften einschließlich der Gartenlokale haben nach einer Verordnung des Reichskommissars für die Preisbildung Preisverzeichnisse für Speisen und Getränke vorzulegen. Nun kommt es aber häufig vor, daß manche Gerichte deshalb nicht sogleich mit festem Preis ausgezeichnet werden können, weil die Größe der dem Gast zu verabfolgenden Portion nicht von vornherein feststeht. Das ist z. B bei Kalbshaxen. Eisbein, Fischen und dergleichen der Fall. Die Gastwirte setzen dann häufig den Vermerk „Preise je nach Größe“ auf die Speisenkarte. Ein derartiger Hinweis entspricht jedoch nicht der Forderung des Preiskommissars nach einem festen Preise. Von der Wirtschaftsgruppe Gaststätten= und Beherbergungsgewerbe wird dazu nun ein Ausweg vorgeschlagen. Es wird empfohlen, eine bestimmte Gewichtseinheit mit einem festen Preis in den erwähnten Fällen anzugeben, z. B. 50 Gramm gleich.20 RM. Mindestens muß bei Bekanntgabe der Speise der Zusatz„von RM.... bis RM....“ enthalten sein. 24 Stunden.— Außerdem wurde anschließend gegen den obengenannten K. D. wegen Diebstahls verhandelt. Er hatte aus einem Schrank ein Tesching entwendet, damit geschossen und es dann einem anderen Jugendlichen gegeben, der ebenfalls dem dem Gewehr herumhantierte. Antragsgemäß wurde gegen D. ein Wochenendkarzer verhängt. nsg. Reifenkarten müssen mitgeführt werden. Für die zum Verkehr zugelassenen Kraftfahrzeuge muß bekanntlich eine Reifenkarte ausgestellt sein, die bei allen Fahrten mitzuführen ist. Wer seine Reifenkarte beim Wirtschaftsamt einreicht mit dem Antrag auf Zuerteilung eines neuen oder auf Runderneuerung eines abgenutzten Reifens, muß sich vom Wirtschaftsamt hierüber eine Bescheinigung ausstellen lassen und mit sich führen, bis er die Reifenkarte zurückerhält. Die NSKK=Transport=Kontroll=Einheiten sind angewiesen, bei ihren Kontrollen neben allen anderen Papieren auch die Reifenkarten gründlich zu überprüfen. Kreis Büren und Nachbaltkeise Kreis Paderborn=Büren, 1. Mai. Glänzendes Ergebnis der ersten Haussammlung für das 2. Kriegshilfswerk des Deutschen Roten Kreuzes. Der Führer hat von neuem die Hilfsbereitschaft des ganzen deutschen Volkes für seine kämpfenden Helden aufgerufen. Durch seine Opfer im zweiten Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz soll jeder Volksgenosse helfen, den besten Soldaten der Welt die beste Pflege zu geben. In diesem Gedanken wurde am Sonntag die erste Haussammlung für das DRK durchgeführt. Das Ergebnis im Kreise Paderborn=Büren erreichte die hohe Summe von 33 041 R M. und ist damit ein sprechender Beweis für die Kameradschaft, die Heimat und Front in Deutschlands größter Zeit unauflöslich miteinander verbindet.— Im Vorjahr erbrachte die gleiche Sammlung im Kreisgebiet rund 22 305 RM. Hegensdorf, 1. Mai. Der Führer als Pate. Den Eheleuten Heinrich Schrewe von hier wurde kürzlich das 9. Kind, ein Mädchen, geboren. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler übernahm die Patenschaft und ließ den Eltern ein Geldgeschenk zukommen. Siddinghausen, 1. Mai. Unfall im Walde. Beim Aufladen von Fichtenstämmen im sogenannten Schreienholz rutschte ein Stamm vom Wagen herunter und traf den etwa 28 Jahre alten Hubert Kneer aus Steinhausen ins Gesicht. Erste Hilfe leistete Dr. Hagel aus Büren. Mit einer sehr schweren Kopfverletzung wurde der bedauernswerte junge Mann durch den DRK=Krankenwagen ins Bürener Krankenhaus gebracht. Ahden, 1. Mai. Betriebsunfall. Der Schreiner sosef Hasse von hier, der bei der Firma Krummel in Alfen beschäftigt ist, verletzte sich an der rechten Hand so schwer, daß ihm vier Finger abgenommen werden mußten. Barkhausen, 1. Mai. Wir grüßen das Alter. Herr Bernhard Müller von hier vollendete vor einigen Tagen sein 75. Lebensjahr. Der alte Herr ist ein treuer Bezieher der„Bürener Zeitung“, in der er das gewaltige Zeitgeschehen mit großem Interesse verfolgt. Dank seiner körperlichen und geistigen Rüstigkeit ist er noch von morgens bis abends tätig. Möge es ihm vergönnt sein, noch viele Jahre in gleicher Gesundheit zu verleben und mit seiner Gattin in zwei Jahren das Fest der Goldenen Hochzeit zu feiern! Fürstenberg, 1. Mai. Für das Deutsche Rote Kreuz wurden am letzten Sonntag 500 RM gesammelt. Verlar. 29. April. In einer Sitzung der Gemeinderäte wurden der Nachtragshaushaltsplan 1940 und der Haushaltsplan 1941 beraten. Durch zwangsläufiges Einsparenerschiedener im Haushaltsplan 1940 vorgesehener Ausgaben und durch Erhöhen der vorgesehenen Einnahmen konnte ein Betrag von 4000 RM der Ausgleichsrücklage zugeführt werden. Auch konnte der Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1941 aach der Zuführung eines Betrages von rund 1000 RM an die Ausgleichsrücklage ausgeglichen werden. Ein Teil der Rücklage soll zur Förderung der Landwirtschaft, insbesondere der Gössel= und Rindviehzucht verwandt werden. Lippstadt, 2. Mai. Gefängnis für falschen „Kriminalbeamten“. Vor dem Amtsgericht Bielefeld hatte sich der 1904 hier geborene und jetzt in Bielefeld wohnende Karl Knobloch zu verantworten, der bereits zweimal erheblich vorbestraft war. Der Angeklagte hatte sich wegen tätlicher Beleidigung und Amtsanmaßung zu verantworten. Wie die Beweisaufnahme ergab, war er im Januar ds. Is an einem Sonntag auf einem Morgenspaziergang in einer Gaststätte eingekehrt, hatte dort ziemlich getrunken und sich in diesem Zustand am Nachmittag auf den Heimweg gemacht. Unterwegs hatte er sich dann mehreren Frauen gegenüber in recht übler Weise benommen und sie nicht nur frech und in beleidigender Form belästigt, sondern sich dabei auch noch als Kriminalbeamter ausgegeben. Das Gericht gab dem üblen Burschen, der sich durch leere Redensarten zu entlasten versuchte, den notwendigen Denkzettel und verurteilte K. zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Brot und Brötchen Wie verteilt man die Abschnitte der neuen Brotkarte? Die Mehlsorten haben sich mit den neuen Brotkarten nicht geändert; es handelt sich lediglich um das Mischungsverhältnis, das heute bei dem Roggenmischbrot 80 Prozent Roggen und 20 Prozent Weizen enthält. Neben dem Roggenmischbrot gibt es reines Roggenbrot und Vollkornbrot. Die Brotkarte enthält in Zone II 45 Prozent Weizen= und 55 Prozent Roggenerzeugnisse. Der Karteninhaber erhält kein Gramm Brot oder Mehl weniger als vorher. Wer reines Roggenbrot— Vollkornbrot oder Pumpernickel— ißt, kann für die nicht mit einem R bezeichneten Abschnitte Brötchen, Kuchen oder auch Weißbrot kaufen. Bezieht er aber Roggenmischbrot, so müssen 20 Prozen“ des Brotgewichts an Weizenabschnitten abgegeben werden. Weizenmischbrot(Bauernstuten usw.) darf nicht mehr hergestellt werden. Da die Brötchen zum größten Teil frühmorgens geholt oder gebracht werden, geht es nicht anders, daß der Kunde die Marken für eine Woche im Voraus abgibt. Hövelhof, 30. April. 50jährige Ehegemeinschaft. Das Fest ihrer Goldenen Hochzeit können heute Mittwoch die Eheleute Heinrich Brinkmann und Anna geb. Gröpper begehen, am gleichen Tage die Eheleute Heinrich Uhr meister und Frau Elisabeth geb. Altehülshorst. Wir gratulieren! Rheda, 29. April. Durch Verkehsunfall zu Tode gekommen. Auf der Gütersloher Straße wurde nachts ein Mann tot aufgefunden, der einen Verkehrsunfall erlitten hatte und dabei entweder sogleich zu Tode gekommen oder kurz danach gestorben ist. Viersen, 29. April. Vom Waschmaschinendeckel erschlagen. Die Ehefrau H. war von der Wäsche in der Waschkuche in die Wohnung gegangen, um Hausarbeiten zu verrichten. Inzwischen machte sich ihr neunjähriger Sohn Karl=Heinz an der Waschmaschine zu schaffen. Der Decke schlug zu und zertrümmerte dem Jungen das Genick. Er wurde als Leiche gefunden. Aus der Reihe der loten Westheim: Frau Anna Wegener geb. König. 61 J.— Kirchborchen: Kaufmann Wilhelm Driller, 47 J.— Paderborn: Karlheinz Bischof, 29 J.— Ottbergen: Frau Theresia Brockmeier geb. Happe, 53 J.— Eversen(Krs. Hörter): Bauer Wilhelm Ahlemeyer, 80 J.— Löwen: Bauer aKrl Münninghoff, 91 J.— Brilon: Justizobersekretär a. D. Franz Einhoff, 69.; Frau Bernhardine Schröder geb. Böddecker, 57 J. Neue Reichsbahner=Uniform Pistole Seitengewehr oder Dolch Die Kriegsverhältnisse haben eine Aenderung und Ergänzung der gegenwärtigen Reichsbahndienstkleidung bedingt. Noch im Frühjahr dieses Jahres wird im besetzten West= dann im Ostgebiet, anschließend im Reich sich die Reichsbahndienstkleidung in einem neuen, schmucken Gewand zeigen. Durch das Hinzutreten der Waffe ist sie zur Reichsbahnuniform ausgestaltet worden. Es hatte sich gerade beim Einsatz der Reichsbahner zu Kriegsbeginn im Osten die Notwendigkeit der Waffe erwiesen. Die etwas schmucklose offene Joppe, die bisher meist getragen wurde, ist jedoch für das Tragen einer Waffe nicht eingerichtet und hat sich auch sonst als nicht ganz zweckmäßig erwiesen. Die wesentlichen Kennzeichen der neuen Reichsbahndienstuniform sind die folgenden: Hoheitszeichen an Rock und Mütze. Einführung des einreihigen dunkelblauen Dienstrocks mit offenem Umlegekragen. Beibehaltung der bisher eingeführten Schulterstücke— mit einigen Aenderungen bisher wehrmachtähnlicher Schulterstücke—. Kennzeichnung des Dienstgrades auf den Schulterstücken durch Rosetten statt der bisherigen Sterne. Einführung neuer Spiegel mit Flügelrad und Hakenkreuz sowie Kennzeichnung der Gefolgschaftsgruppen am Spiegel aus schwarzem Tuch oder Samt, wozu noch eine verschiedene Kordelumrandung kommt. Die Waffe, Pistole oder Seitengewehr, wird mit Leibgurt getragen. Für die Beamten vom Obersekretär an aufwärts wird der Dolch eingeführt. Aermelstreifen zeigen die Zugehörigkeit zu den Reichsbahndirektionen. An der blauen, mit drei roten Vorstößen versehenen Dienstmütze wird das stilisierte Flügelrad mit Reichskokarde und Hoheitsabzeichen getragen. Es kann auch die Schiffchenmütze getragen werden Zunächst für das besetzte West= und im Ostgebiet ist ferner zugelassen für besonders heiße Gegenden ein weißer offener Rock mit weißer Dienstmütze. Außerdem wird ein festlicher „Dienstanzug bei besonderen Anlässen“ eingeführt. Stärkere Umstellung auf Kleinwagen Durch einen Erlaß des Reichsverkehrsministers werden die Verkehrsbehörden angewiesen, durch eine zielbewußte und bewegliche Steuerung und Umlagerung des Jerkehrs die Voraussetzungen für weitere Kraftstoffeinsparungen im Gebiet des zivilen Kraftverkehrs zu schaffen. Es soll eine weitere Herabsetzung des Bestandes der zugelassenen Kraftwagen und Krafträder angestrebt und insbesondere bei mißbräuchlicher Benutzung nachdrücklich eingeschritten werden, auch durch Entwinkelung. Ständig ist zu überwachen, ob die Voraussetzungen für die Weiterbenutzung noch vorliegen. Eine schematische Herabsetzung der Kontingentzahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge soll jedoch nicht erfolgen. Ihr besonderes Augenmerk sollen die Verwaltungsbehörden dagegen auf die Umstellung von größeren Wagen auf Kleinwagen richten. Bei den jetzt zugelassenen Personenkraftwagen handelt es sich zum großen Teil um mittelschwere Wagen. Die laufende Umstellung dies Wagen auf Kleinfahrzeuge soll angestrebt und notfalls erzwungen werden. In allen Fällen, in denen der Kraftfahrzeughalter regelmäßig nur allein und mit geringem Gepäck fährt, wird eine Umstellung auf ein Motorfahrrad(Leichtkraftrad mit Tretkurbel) geboten sein. Motorfahrräder sind in ausreichender Anzahl verfügbar. Eine derartige Umstellung kommt bei Personenwagen und auch bei Motorrädern in Frage. Bei der Umstellung sollen die Verwaltungsbehörden mit den Stellen der Wirtschaft eng zusammenarbeiten, um den Bedürfnissen der Wirtschaft Rechnung zu tragen. Die neue Hausbrandversorgung Der Reichsbeauftragte für Kohle hat eine Anordnung über die endgültige Regelung der Hausbrandversorgung im Kohlenwirtschaftsjahr 1941/42 veröffentlicht. Die Wirtschaftsämter oder Landeswirtschaftsämter erhalten Jahreskontingente, die sie unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse und Bedürfnisse über den Handel aufzuteilen haben. Die Händler sind durch die Anordnung zu einer ordnungsgemäßen und gerechten Belieferung der Verbraucher verpflichtet worden. Sie dürfen nur die Verbraucher beliefern, die am 1. April 1941 in ihren Kundenlisten eingetragen waren. Ein Händlerwechsel ist nur in besonderen Fällen möglich; er bedarf der Zustimmung des Wirtschaftsamtes. Für Verbraucher mit wechselndem Standort(z. B. Binnenschiffer. Schausteller) wird die Reichskarte für Kohle weiterhin angewandt. Welche Hausbrandmengen die Verbraucher jeweils beziehen dürfen, erfahren sie aus den amtlichen Bekanntmachungen der Wirtschaftsämter die diese nach Richtlinien der Landeswirtschaftsämter erlassen. Auf die Beachtung der aus diesen Bekanntmachungen ersichtlichen Regelungen wird nachdrücklich hingewiesen. Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, heute morgen 2 Uhr unsern lieben Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, den Jüngling Anton Vonnahme im Alter von 36 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Er starb nach kurzer, schwerer Krankheit, versehen mi den hl. Sterbesakramenten. Um ein Gebet für den lieben Verstorbenen bitten: Die trauernden Angehörigen. Barkhausen, Verden, z. Zt. im Felde, Klein-Vernich, Dortmund, den 29. April 1941. Das Seelenamt ist Samstag morgen.15 Uhr in Barkhausen, die Beerdigung nachmittags 13 Uhr vom Trauerhause aus. Fl..74 Sork.##WIEOERRERSTLER Fachdrogerie Steitmann, Bertholdstr. 2 Rotbuntes Hauptschriftleiter: Emil Reuber, Lippstadt; verantwortlich für den heimatlichen und Anzeigenteil: Otto Birkle, Büren; Verlag und Druck: C. Jos. Laumanns, Lippstadt. Z. Zt. ist Preisliste Nr. 8 v. 1. Jan. 1941 gültig. S CITER PIREEL ELHFO O HAARFARBE pbeselligtORE Kutterrald abzugeben. Anton Schumacher, Büren, Bahnhofstraße 51. Lest die Heimatzeitung! Arbeiter Auch ich. ein! den Geistern. auch ich, auch hab' an dem Auch ich, auch die stets nach sind eingegrab des Reiches vi Auch ich. der die andre schm Dies stolze Sa gab mehr auch Auch ich, ein den Tausender bin Vater ihn und wünsch ih Löhmanns feie mann wurde 50. der„Festivität“ zu geben, hatte schaft einen großen bestellt. Da saß feuchtfröhlicher Ge burtstagskind ein leben. Dem Schm man an, daß sie stillen, aber freud Zu den ausgel gehörte Willi, Löh Die Mutter hatte Vater mit Apfelsa sagte die vernün junger Mensch v spielte Willi der Zigarette zündete der soeben einged Einer der ab Vater Löhmann er,„das ist doch achtzehn?“ „Nein“, schütte muß er noch eine fünfzehn! Wieso „Unter achtzel Rauchen nicht ge Vater Löhma wir hier eine ges bin ich doch da Der Gast bel Lokal mit Zaung öffentlich. Und achtzehn ist, dar 5 So hauste serbis Suche nach Gelc E 18 905 Wenn die Stra Aber selbst der ahner=Uniform ewehr oder Dolch sse haben eine Aenderung genwärtigen ReichsbahnNoch im Frühjahr dieses ten West=, dann im OstReich sich die Reichseinem neuen, schmucken ch das Hinzutreten der eichsbahnuniform is hatte sich gerade beim ier zu Kriegsbeginn im eit der Waffe erwiesen. offene Joppe, die bisher ist jedoch für das Tragen erichtet und hat sich auch deckmäßig erwiesen. Kennzeichen der neuen n sind die folgenden: und Mütze. 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Erich Otto Funk. * ja wahr“ Löhmanns feierten Geburtstag. Vater Löhmann wurde 50. Zur Feier des Tages und um der„Festivität“ einen großzügigen Charakter zu geben, hatte Löhmann in einer Gastwirtschaft einen großen Rundtisch für zwölf Personen bestellt. Da saß nun die kleine Gesellschaft in feuchtfröhlicher Gemütlichkeit und ließ das Geburtstagskind einmal über das andere hochleben. Dem Schmunzeln der übrigen Gäste sah man an, daß sie an Löhmanns Familienfest stillen, aber freudigen Anteil nahmen. Zu den ausgelassensten Festteilnehmern aber gehörte Willi, Löhmanns fünfzehnjähriger Sohn. Die Mutter hatte es durchgedrückt, daß er dem Vater mit Apfelsaft zuprostete.„Ich dulde nicht“ sagte die vernünftige Frau,„daß sich so ein junger Mensch voll Alkohol pumpt!“ Dafür spielte Willi den Kettenraucher. Die neue Zigarette zündete er sich an dem Feuerstumpf der soeben eingeäscherten an. Einer der abseits sitzenden Gäste stieß mit Vater Löhmann an.„Entschuldigung!“, sagte er,„das ist doch sicher Ihr Sohn. Ist er schon achtzehn?“ „Nein“, schüttelte Löhmann den Kopf.„Da muß er noch einen guten Sack Salz essen. Erst fünfzehn! Wieso?“ „Unter achtzehn Jahren ist das öffentliche Rauchen nicht gestattet“, meinte der Gast. Vater Löhmann protestierte:„Erstens sind wir hier eine geschlossene Gesellschaft, und dann bin ich doch dabei!“ Der Gast belehrte:„In einem öffentlichen Lokal mit Zaungästen ist eine Gesellschaft immer öffentlich. Und wenn der Junge noch nicht achtzehn ist, darf er auch in Gegenwart des Auharirein für eie Srafin Erzählung aus dem Siebenjährigen Kriege] Von Franz Heinrich Dohl Generalmajor von Finck, der preußische Befehlshaber in dem eroberten Dresden, stand mit rotem Kopf vor seinem höchst ungnädigen derrn. 4g541 hama#te Gani „Er hat nicht ausgepahr, vonnerte Konig Friedrich,„sonst wäre es nicht möglich, daß unter meinen Soldaten solche Wische umliefen!“ Er schlug mit der Hand auf eine Anzahl vor ihm auf dem Tisch liegender Blätter, auf denen die im preußischen Heer befindlichen Sachsen zum Davonlaufen aufgefordert wurden. „Alle Briefe, die in Sachsen eintreffen. werden geöffnet und gelesen, Majestät“, wagte zu erwidern,„kein Postwagen, kein Reisender kommt an, der nicht gründlichst durchsucht würde.“ „Hier hat er den Beweis seiner Grundlichkeit“, Friedrich wies wieder auf die Flugblätter, „hängen lasse ich nicht nur jeden, der dieses schändliche Zeug einschmuggelt, sondern auch den, dessen Nachlässigkeit die Verbreitung ermöglicht. Danach richte Er sich, Finck.“ Finck ging langsam die Treppe hinunter. Eine ganz verteufelte Sache war das: Sollte seine glänzende Laufbahn, die ihm chon als junge Vierziger hohe militärische Ehren eingebracht hatte, durch eine solche lächerliche Angelegenheit vorzeitig beendet werden? Aber mit Fridericus war nicht zu spaßen: Finck beschloß, die Ueberwachungsmaßnahmen in Sachsen äußerst zu verschärfen. Der Befehl lautete: Die Gräfin solle den Wein erhalten, das Faß müsse jedoch ausgeliefert und gründlich untersucht werden. „Aha!“ Finck nickte verständnisvoll.„Also, mein Lieber, dann lassen Sie das Faß von einem Unteroffizier und zwei Mann bis in den Keller begleiten, dort das Abfüllen des Weine überwachen und das Faß zu mir auf die Kommandantur bringen.“ Der General ging um das Faß herum, es aufmerksam betrachtend, und ließ sich dann bei der Gräfin Brühl melden, die nach der Flucht ihres König Friedrich besonders verhaßten Mannes noch einige Gemächer ihres prächtigen, Palastes bewohnte. Obgleich die Gräfin wußte, daß das Erscheinen eines preußischen Offiziers immer mit einer Forderung oder einer unangenehmen Nachricht verbunden war, empfing sie den Generalmajor von Finck doch mit großer Liebenswürdigkeit. Als sie die Anordnung des Königs, ihm das Faß auszuliefern, erfuhr, schlug sie die Augen nieder und Finck wollte es scheinen, als ob sie unter der Schminke erblaßte. Aber sogleich blickte sie ihn wieder voll an und schüttelte lächelnd den Kopf: „Seine Majestät ist zu mißtrauisch! Aber selbstverständlich wird auch dieser Wunsch des Königs sogleich erfüllt werden. Entschuldigen Sie mich bitte einen Augenblick, Herr General, ich werde die entsprechenden Weisungen geben.“ Beim Verlassen des Schloßhofs begegnete General von Finck einem mit vier struppigen Pferden bespannten klumpen Wagen, auf dem ein großes Faß lag. Auf dem Bock saßen ein fremdartig gekleideter Kutscher und ein ebensolcher Begleiter. „Wo kommt ihr her?“ fragte Finck. „Aus Polen, gnädiger Herr!" war die in gebrochenem Deutsch gegebene Antwort. „Aus Polen! Dort, wo sich der sächsische Kurfürst, der zugleich polnischer König war, und seine Minister Reichsgraf Brühl befanden.“ „Und was soll's mit dem Faß?“ fragte Finck weiter. „Ungarischer Wein, gnädiger Herr, für ihre Exzellenz die hochgeborene Frau Gräfin Brühl.“ Der General zog nachdenklich die Stirn in Falten. Dann schickte er einen jungen Leutnant mit der Bitte um Entscheidung über die Sendung zum König. Erziehungsberechtigten nicht rauchen! Behördliche Anordnung!“ Ganz höse wurde Frau Löhmann:„Willi. laß das Rauchen sein. Ist ja wahr! So ein Kiekindiewelt spielt hier Schornstein! Die Anordnungen sind doch nicht zum Spaß da! Was meinst du, wie schädlich der Tabak für dich ist!“ Finck, der für weibliche Reize sehr empfänglich war, blickte der nicht mehr jungen, aber immer noch schönen Frau, bei der jede Bewegung voller Grazie war, aufmerksam nach. Dann sah er sich neugierig um. Auch hier eine verschwenderische Pracht! Herrliche Gemälde, auf denen antike Götter und Göttinnen in gewagten Stellungen ihre schönen Körper zur Schau stellten, oder wo unwahrscheinlich elegante Schäfer und Schäferinnen miteinander scherzten. Spiegel, goldene Uhren, weiche, mit zartgetönten Damast gespannte Sessel und Sofas, zierliche Tische mit Nippessachen— für den rauhen Krieger eine fremde, aber lockende Welt. Da erschien die Gräfin wieder, hinter ihr ein Diener, der auf einem Tablett eine stattliche Kristallkaraffe und Gläser brachte. „Man füllt schon den Wein ab, den Sie, mein Herr, aber unbedingt probieren müssen!“ Mit kokettem Lächeln blickte die Gräfin den sich ein wenig steif verneigenden General an. Teufel— das schmeckte! Finck hatte auf seinen Kriegszügen manchen Wein probiert, aber dieser goldfunkelnde, duftende Ungarnwein übertraf alles! Er ließ sich nicht lange nötigen, trank noch ein zweites. ein drittes Glas. Sein braunes Gesicht rötete sich und seine blauen Augen strahlten. Eine charmante Frau, diese Gräfin Brühl! Immer wohlgefälliger ließ Finck seine Augen über die schlanken, weißen Hände, den aus weitem Ausschnitt rind und zart aufsteigenden Hals. die roten Lippen, das feingeschnittene, von Geist und Sinnenfreude zeugende Gesicht der Gräfin gleiten. Donaerwetter noch mal, man war Soldat— überall warteten die Abenteuer! Du schlug die Uhr auf dem Kamin, schlug immer wieder. Dann tropften ganz zart die Töne einer Spieluhr in den Raum, formten die einfache Melodie eines Liedchens. Generalmajor von Finck faßte sich an den Kopf und sprang auf. „Euer Gnaden, ich bitte mich verabschieden zu dürfen—“ um nach dem Faß zu sehen!“ ergänzte die Gräfin mit drakonischem Lächeln und läutete nach dem Diener, der dem Offizier den Weg zeigen sollte. Im Keller erwartete Finck eine unangenehme Ueberraschung. Der Unteroffizier und seine beiden Soldaten hatten, auch den köstlichen Ungarwein probiert und waren in seliger Stimmung. Fluchend ging Finck auf die Fässer zu. Kreuzbombenelement! Da standen ja 2, 4, 7 völlig gleiche leere Fässer! Wahrscheinlich war das heute angekommene Faß schon beiseite geschafft worden. Unmöglich konnte Finck zum Gelächter der ganzen Garnison die leeren Fässer alle anrollen und untersuchen lassen. Und was würde der König sagen? Verzweifelt stand Finck da und zerbrach sich den Kopf. Plötzlich entsann er sich, daß er beim Betrachten des vollen Fasses ein in das Holz geschnitztes Zeichen. wohl von einer Kellerei herrührend, bemerkt hatte. Klopfenden Herzens ging er um das Faß herum. Nein, das war es nicht! Auch das zweite nicht, nicht das dritte. Hatte er sich denn geirrt? Fortgeschafft konnte das Faß doch wohl nicht sein! „Kerls, ist hier ein Faß weggebracht worden?“ herrschte er die drei Preußen an. „Nein, Herr General, gewiß nicht", beteuerte der Unteroffizier,„nur zur Seite geschoben.“ „Verdammte Dunkelheit hier", schimpfte Finck, dem schon der Schweiß auf der Stirn stand,„schieb' Er mal das letzte Faß dort vor und halt Er die Lampe höher!“ Der Kellermeister warf dem preußischen Offizier einen giftigen Blick zu, kam aber seinem Befehl nach. Gottseidank! Hier war das Zeichen! Ganz deutlich erkannte Finck die verschlungenen Buchstaben. Und aus dem Spund tropfte es noch! Finck fuhr mit der Hand darüber hin und hielt sie unter seine Nase. Einen Augenblick sah er vor einem Vorhang von Göttern. Armoretten und Schäfern eine schöne Frau ihn anlächeln. dann schrie er: „Raus mit dem Faß!“ Es war das richtige Faß: Sein doppelter Boden enthielt aufschlußreiche Briefe aus dem schichs Loger und Flugzetel, in denen Friedruhs Soldaten zu Meuterei und Desertion aufgefordert wurden. Serbische Gendarmerie plünderte die deutsche Botschaft So hauste serbische Gendarmerie im Gebäude der deutschen Botschaft in Belgrad auf der Suche nach Geld. Dabei wurden Schubfächer, Kassetten und Kisten erbrochen. (PK.-Springmann-Weltbild /M.) Alle fassen mit an! Diese Wagen der Waffen-] waren in dem unergründlichen Morast einer Balkanstraße steckengeblieben. Viele Helfer griffen ein, um sie aus dem Dreck zu ziehen. (61-PK.-Augustin-Scherl.) Unmittelbar vor Athen Wenn die Straßen gesperrt sind, geht der Vormarsch auf der Eisenbahnstrecke weiter. Aber selbst den Schienenstrang haben die Briten oft blockiert.(PK.-Bauer-Weltbild].) Einmarsch der deutschen Truppen in Athen Auf dem Regierungsgebäude im Hintergrund weht stolz die Hakenkreuzfahne. „(PK.-Bauer-Weltbild /M.) Die„Insel des Pelops“ Der Peloponnes— geographisch und geschichtlich gesehen Den Süden der Landmasse des griechischen Staatsgebiets bildet der Peloponnes, eine 21 470 Quadratkilometer große Halbinsel, die im Isthmus von Korinth mit Mittelgriechenland zusammenhängt. Ihr Name bedeutet„Insel des Pelops" nach einer bekannten Gestalt der griechischen Sage. Aeltere Geographen, die solche Vergleiche liebten, sahen in der Gestalt der Halbinsel mit ihren Auszackungen das Bild eines Blattes des Maulbeerbaumes, wonach der Peloponnes nach einer griechischen Bezeichnung auch„Morea“ hieß. Hier regieren die Gebirge Die zerstückelte und zerrissene Küstenbildung Griechenlands schafft auch hier zahlreiche Golfe, so im Norden die von Paträ und Korinth, im Süden die von Kyparissia, Messenien, Lakonien und Nauplia. Charakteristisch sind auch hier die hohe Gebirge, die den Peloponnes erfüllen, und die bis zu einer Höhe von 2400 Metern aufragen. Tiefe Täler und abflußlose Becker liegen kreuz und quer zwischen den vielfach zerstückelten und zerrissenen Gebirgsketten. Im Norden finden wir die Gebirge Olonos, Chelmos und Zyria. im Süden ragen Taygetor und Parnon. Die tiefen Flußtäler erschweren auch hier erheblich den Verkehr. Das Herz des Peloponnes ist die Landschaft Arkadien, die einst von romantischen deutschen Dichtern als Phantasieland eines idyllischen und poetischen Schäferlebens geschildert wurde. Die Wirklichkeit von heute sieht etwas anders aus. Das mächtige Tafelland ist die Wurzel aller Gebirge des Peloponnes, die es umragen und die von hier nach der Küste zuzuströmen scheinen. Um Arkadien gruppieren sich die Landschaften Elis, Achaia, Korinth, Argolis, Lakonien und Messenien. Wie Patras wurde Die Bevölkerung des Peloponnes ist überwiegend bäuerlich. Sie betreibt in erster Linie den Anbau von Korinthen, Wein und Oelbäumen. Seit altersher sagt man den Peloponnesiern einen besonderen insularen Stolz nach, der sie dazu veranlaßte, den Peloponnes als eine Welt für sich anzusehen, und sich in einen gewissen Gegensatz zum übrigen Griechenland zu stellen, das sie gerne als das „äußere Griechenland“ bezeichneten. Hauptort des Peloponnes ist Patros am gleichnamigen Golf von Korinth, mit rund 65 000 Einwohnern. Patras ist eine lebhafte Handels= und Hafenstadt. Als Colonie Jula Aros Patrensis in der römischen Kaiserzeit gegründet, blühte der Ort bald auf, weil er günstig für den Verkehr mit Rom lag. Unter den Byzantinern wurde Patras Mittelpunkt der Seidenverarbeitung. Oft wurde die Stadt von slawischen Einfällen heimgesucht. Im Mittelalter stand sie fast zweihundert Jahre lang unter der direkten Herrschaft des Papstes. 1458 türkisch geworden, sollte Patras der Ort werden, an dem am 6. April 1821 unter Leitung des Erzbischofs Germanos das Signal zum Ausbruch des Freiheitskampfes gegen die Türken gegeben wurde. Die siegenden Osmanen zerstörten darauf die Stadt fast vollständig. Erst später blühte sie wieder auf. Der Styx— Grenzwasser der Unterwelt Die Landchaft Achäa, deren Hauptstadt Patras ist, bildet ein Stufenland des nordarkadischen Hochgebirges. Berüchtigt sind die zahlreichen reißenden Gebirgsbäche, die hier hinabstürzen. Einer von ihnen ist der Styx, dessen drohendes Tosen und wildes Gefälle zwischen schwarzen Felswänden in der Gebirgswildnis den alten Griechen so unheimlich war, das sie den düsteren Fluß zum Grenzwasser der Unterwalt machten, über das die Seelen der Toten, geleitet vom gespenstischen Fuhrmann Charon, fahren mußten. Die Landschaft Korinth umfaßt den eigentlichen Isthmus. Hier liegt das altberühmte Korinth, nächst Athen die reichste und bedeutendste Handelsstadt des alten Griechenland. Schon in vorgriechischer Zeit war der Ort besiedelt. Heute hat er 10000 Einwohner. Die alte Stadt hat mehrfach durch Erdbeben gelitten, die auch in neuerer Zeit— z. B. 1928— den Ort heimsuchten. Auch Korinth sind mancherlei Wandlungen und Schicksale nicht erspart geblieben, die besonders aus seinem Gegensatz zu Athen erwachsen. Mazedonier und Römer, Byzantiner, italienische Herzöge, Venetianer und Türken haben hier nacheinander gekämpft und geherrscht, bis Korinth mit Griechenland vereint wurde. gelegen, Hafen. insel am innersten Golf von Argolis besitzt Nauplia einen ausgezeichneten „Wanderer, kommst du nach Sparta Der Landschaft Argolis schließt sich im südöstlichen Peloponnes Lakonien an, mit dem berühmten Eurotasfluß, dem wild zerrissenen Parnongebirge im Osten und mit einem Tei. des mächtigen Taygetosgebirges im Süden bis zur Grenze Messeniens. Hauptort ist Sparta, jener kriegerische und berühmte Stadtstaat des Altertums, dessen Geschichte wir hier als bekannt voraussetzen müssen. In der hellenistischen Zeit sank die Stadt, seitdem sie ihre Macht verloren hatte, immer mehr hinab. Der Ort verfiel unter den verschiedensten Herrschern. denen er nach und nach angehörte. Es war ein deutscher Fürst, König Otto von Griechenland, der Wittelsbacher, der im Jahre 1834 Sparta neugründete und es zum Sitz von Behörden machte. Heute besitzt die in herrlicher Umgebung am Eurotasfluß und am Fuß des Taygetosgebirges gelegene Stadt etwa 7000 Einwohner. Die dichtbesiedelte im südwestlichen Peloponnes gelegene Landschaft Messenien gehört dank ihrer fruchtbaren Ebenen und der verhältnismäßig geringen Höhe ihrer Gebirge— bis zu 1000 Metern— zu den wirtschaftlich wichtigsten Landschaften Griechenlands. Hiei gedeihen Korinthen, Reben, Oelbäume, Feigen und zahlreiche andere Südfrüchte. Hauptfluß ist der in den Messenischen Golf mündende Pamisos. Messenien war im Altertum nach heftigen Besitzkämpfen, das ertragreichste Gebiet für Sparta geworden. Sein späterer Verlust hat wesentlich zum Niedergang Spartas beigetragen. Die heutige Hauptstadt von Messenien ist Kalamä. Die Stadt, in sehr fruchtbarer Umgebuag gelegen, hat rund 30000 Einwohner und ist Endpunkt der Peloponnesbahn. Arkadien— die Kernlandschaft des Peloponnes Die westliche Küstenlandschaft des Peloponnes ist die alte Landschaft Elis, die heute reilweise schon in den politischen Bezirk Achäa fällt. Das alte Elis war das Tempelland des olympischen Jupiters. An seinen Grenzen legten die Völker die Waffen ab. Hier lag und liegt der heilige Bezirk von Olympia, die Stätte edelsten Wettstreites, der berühmten olympischen Spiele, die ihre sinnvolle Wiedererweckung in den Olympiaden unserer Zeit sanden, mag ihre Reihe auch heute durch den von England entfesselten Krieg unterbrochen sein. Die Landschaft Elis bietet heute das Bild eines dichtbesiedelten Hügel= und Tieflandes mit fast mittelmeerischer Vegetation. Hauptstadt des 1931 neugebildeten politischen Bezirks Elis ist Pyrgos in der fruchtbaren Ebene der Mündung des Alphios. Die Stadt hat 20000 Einwohner. Daneben spielt Amalias an der Bahn PatrasPyrgos, ebenfalls in fruchtbarer Wein= und Korinthengegend gelegen und 10 000 Einwohner zählend eine gleichfalls bedeutende Rolle. Die Kernlandschaft des Peloponnes. Arkadien, ist mit seinen wilden, zerstückelten, bis 2400 m hochragenden, verkarsteten nud teilweise baumlose Gebirgen, seinen tief eingesenklen Talwannen, seinen Sümpfen und Einoden ein ausgesprochenes Hirtenland. Es ist ein rauhes Hochland, das in Leonidon den einzigen Hasenort, in Tripolis seinen Hauptort besitzt. Das Kindermädchen Eine heitere Geschichte um Moltke Es war im Jahre 1882 in der kleinen oberbayrischen Stadt Rosenheim. Alles war in höchster Aufregung: Kaiser Wilhelm sollte, von Bismarck und Moltke begleitet, auf der Reise nach Bad Gastein hier kurz Aufenthalt nehmen. Fahnen wehten an allen Häusern, eine froh erregte, erwartungsvolle Menge säumte die Straßen. Etwas abseits ging ein hübsches junges Mädchen mit einem kleinen Jungen an der Hand unruhig hin und her. Die sonst so gute Betreuerin des Knaben hatte heute keinen Sinn für ihn; ihr war befohlen, sich ja nicht mit dem Kinde in das Gedränge zu wagen, sondern nur weitab davon zu bleiben— wie sollte sie da hinter der dichten Mauer der Zuschauer den großen Augenblick miterleben? War denn niemand in der Nähe, der ihr nur für ein paar Minuten die Sorge für den Jungen abnehmen konnte? Doch, da kam der alte Herr, sehr gut aussehend, in einfacher Uniferm — und ohne sich ihn genauer anzusehen, eilte sie auf ihn zu: „Herr Nachbar, möchten Sie nicht einmal etwas auf das Kind hier aufpassen? Ich bin gleich wieder da.. Und schon war sie davongelaufen, ehe der Angeredete ein Wort erwidern konnte. Was sollte er tun? Er ergab sich gutwillig in sein Schicksal und spielte Kindermädchen, er machte es sogar sehr gut, zog einen Taler aus der Tasche und ließ den aufgeweckten Jungen damit spielen, erzählte ihm auch kleine Geschichten. Endlich kam das junge Mädchen zurück, ganz erfüllt von dem, was es gesehen. Der alte Kaiser wäre dagewesen, erzählte es strahlend und Bismarck neben ihm... aber wo sei der Moltke geblieben? Und den hätte sie doch vor allen Dingen sehen wollen. Ihre Brüder seien Soldaten gewesen und hätten den Krieg gegen die Franzosen mitgemacht, und sie könnten gar nicht genug erzählen, was für ein großer Feldherr er wäre und was für ein herrlicher Mensch. Und nun wäre er nicht nach Rosenheim gekommen und sie hätte ihn nicht sehen können... „Er ist aber doch mit hierhergekommen“, sagte der alte Herr freundlich,„und wenn Ihnen so sehr daran liegt, ihn zu sehen. will ich Ihnen dazu helfen.“ Er nahm ein Blatt aus seinem Notizbuch, schrieb ein paar Worte darauf und gab es ihr. „Morgen gehen= Sie mit diesen Zeilen in das Hotel, dann werden Sie Moltke sehen.“ Glücklich nahm das Mädchen den Zettel. und der Freude seines Herzens kramte es dreißig Pfennig aus der Tasche, die es dem freundlichen Herrn als Lohn für seine Wächterrolle aushändigte. Er nahm sie auch schmunzelnd an und steckte sie sorgsam in die Tasche. Am nächsten Tage kam das Kindermädchen mit seinem Zettel und einem schönen Strauß in das Hotel. Ein Offizier empfing es und führte es in einen Saal. Die Tür tat sich auf, und— der alte Herr von gestern trat ein. „Sie wollten doch Moltke sehen— hier ist er“. Blutübergossen stand das junge Mädchen vor dem großen Mann und stammelte nur mühsam einige Worte der Entschuldigung, daß sie ihn, ohne ihn zu erkennen, einfach als Kindermädchen angestellt hatte. Aber er lächelte nur nahm die Blumen entgegen und reichte dem Mädchen einen Siegestaler als Geschenk. Die dreißig Pfennige, die er als Kindermädchen verdient hatte, bewahrte er als Andenken. Kkademisches Förderungswerk für die Frontsoldaten Danzig, 29. April. Bei einem akademischen Festakt in der Aula der Technischen Hochschule in Danzig=Langfuhr verkündete Reichsminister Rust einen Erlaß zur Förderung der Kriegsteilnehmer bei der Durchführung des Studiums an wissenschaftlichen Hochschulen. Der Erlaß sieht folgende Regelung vor: 1. Kriegsteilnehmer, die studieren wollen oder ihr bereits begonnenes Studium fortzusetzen beabsichtigen, erhalten, gestaffelt nach der Dauer ihrer Wehrdienstzeit nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen Gebührenbefreiung für ihr Studium an den Wissenschaftlichen Hochschulen sowie laufende Unterhaltszuschüsse, Verehrte werden hierbei besonders berücksichtigt 2. Für den Fall der Bedürftigkeit können Kriegsteilnehmer über die sich im einzelnen ergebenden Vergünstigungen hinaus während ihres Studiums gefördert werden. Diese Förderung kann auch gewährt werden, wenn die im einzelnen für die Vergünstigungen festgelegten zeitlichen Voraussetzungen nicht gegeben sind. 3. Die Gebührenbefreiuung kommt auch Ehefrauen und Kindern gefallener oder infolge einer Wehrdienstbeschädigung verstorbener Kriegsteilnehmer zugute. Im einzelnen gelten foldende Bestimmungen: 1. Befreiung der Kriegsteilnehmer von der Zahlung der Hochschulgebühren Fünf Jahrhunderte lang gekämpft Im nordöstlichen Zipfel der Halbinsel, in der Landschaft Argolis, liegt vier Kilometer vom Meere entfernt die Stätte des alten berühmten Argos, das schon sieben Jahrhunderte vor der Zeitrechnung die gesamte Argolis beherrichte, aber dann in heftige und erbitterte Kämpfe mit Sparta geriet. Auch unter den Römern behauptete Argos noch seinen alten Ruf als Stadt der Erzgießer, der Bildhauer und überhaupt der schönen Künste. Das moderne Argos besitzt 10 000 Einwohner und liegt nordöstlich der altm Kulturstätte,=die der Alterstumswissenschaft noch heute als Ausgrabungsort viele wertvolle Ergebnisse und Funde geschenkt hat. Hauptstadt der Argolis ist heute Nauplia, mit rund 3000 Einwohnern, das seit 1309 bis 1822, also fast fünf Jahrhunderte lang, heiß umkämpft und immer wieder wechselnd, bald venetianisch, bald türkisch war. Auf einer schmalen felsigen HalbKriegsteilnehmer, die versehrt sind, sind von der Zahlung der Gebühren für die Durchführung ihres Studiums an den Wissenschaftlichen Hochschulen befreit. Kriegsteilnehmer, die über zwei Jahre aktiv Wehrdienst, davon mindestens ½ Jahr während des Krieges geleistet haben, erhalten Gebührenbefreiung für ein Viertel der Studienzeit(restliche Studienzeit). Kriegsteilnehmer, die über 2½ Jahre aktiv Wehrdienst, davon mindestens ein Jahr während der Krieges, geleistet haben, erhalten Gebührenbefreiung für die Hälfte der Studienzeit(restliche Studienzeit). Kriegsteilnehmer, die über drei Jahre aktiv Wehrdienst, davon mindestens 1½ Jahre während des Krieges, geleistet haben, erhalten Gebührenbefreiung für drei viertel der Studienzeit(restliche Studienzeit). Kriegsteilnehmer, die über 3½ Jahre aktiv Wehrdienst, davon mindestens zwei Jahre während des Krieges geleistet haben, erhalten Gebührenbefreiung für die gesamte Studienzeit (fehlende Studienzeit). Kriegsteilnehmer, die ein Hochschulstudium bereits abgeschlossen haben, erhalten ein weiteres Studium gebührenfrei nur, wenn das weitere Studium für den angestrebten Beruf unerläßlich notwendig ist oder wenn sonstige stichhaltige Gründe für dieses weitere Studium (z. B. bei Versehrten infolge von Verwundungen notwendig gewordener Berufswechsel) vorliegt. Entsprechendes gilt für den Wechsel des Studienfaches. Bei der Befreiung von den Prüfungsgebühren tritt die gleiche Staffelung ein. Eine Befreiung von der Entrichtung der Promotionsgebühren tritt nur in den Studiengebieten ein,“ in denen die Promotion üblicherweise mit als Abschluß des Studiums gilt. Als Studienzeit gilt die in den Studienund Prüfungsordnungen vorgesehene Mindeststudienzeit zuzüglich eines Studiums von einem weiteren Semester. In besonders gelagerten Ausnahmefällen. vor allem bei Versehrten, kann die Gehührenbefreiung darüber hinaus auf die Dauer von höchstens zwei weiteren Semestern gewährt werden. Die Feststellung über das Vorliegen der Voraussetzungen der Gebührenbefreiung sowie die Feststellungen, daß und in welchem Umfang der Kriegsteilnehmer die Gebührenbefreiung genießt, trifft der Rektor der Hochschule. Im Falle des Wechsels der Hochschule ist die Entscheidung für die übrigen Hochschulen verbindlich. II. Befreiung der Frauen und Kindei Gefallener und an den Folgen einer Wehrdienstbeschädigung verstorbener Kriegsteilnehmer von der Zahlung der Hochschulgebühren Die Bestimmungen des Abschnitt I gelten entsprechend für Frauen und Kinder gefallener und an den Folgen einer Wehrdienstbeschädigung verstorbener Kriegsteilnehmer. Die Gebührenbefreiung erstreckt sich hier auf die gesamte Dauer der Studienzeit. Die Gebührenbefreiung ist bei Kriegswitwen im Falle einer Wiederverheiratung mit Ende des Semesters zu widerrufen, in dem die erneute Eheschließung stattgefunden hat. III. Gewährung von Unterhaltszuschüssen an Kriegsteilnehmer während der Durchführung des Studiums und der nach den bestehenden Vorschriften erforderlichen praktischen Ausbildung Kriegsteilnehmer, die über zwei Jahre aktiven Wehrdienst, davon mindestens ½ Jahr während des Krieges, geleistet haben, erhalten neben der Vergütung nach Abschnitt I laufend Unterhaltszuschüsse. Die Gewährung dieser Zuschüsse für ein zweites Studium erfolgt gleichfalls nur unter den entsprechenden Vorgussetzungen nach Abschnitt I. Der Umfang der Vergünstigung entspricht der Dauer der Gebührenbefreiung. Kriegsteilnehmer, die über zwei Jahre aktiven Wehrdienst, davon mindestens ½ Jahr während des Krieges, geleistet haben, erhalten somit die Vergünstigung für ein Viertel der Ausbildungszeit (fehlende Ausbildungszeit), diejenigen, die über 3½ Jahre aktiven Wehrdienst, davon mindestens zwei Jahre während des Krieges, geleistet haben, erhalten Unterhaltszuschüsse für die gesamte Ausbildungszeit(fehlende Ausbildungszeit). Versehrte der Versehrtenstufen II und III erhalten Unterhaltszuschüsse für die gesamte Dauer der Ausbildungszeit(fehlende Ausbildungszeit) auch dann, wenn die zeitlichen Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Auch bei der Gewährung der Unterhaltszuschüsse gilt als Ausbildungszeit die in den Studien= und Prüfungsordnungen vorgesehene Mindeststudienzeit zuzüglich eines Studiums von einem weiteren Semester bzw. in besonderen Ausnahmefällen bis zu höchstens zwei Semestern. Darüber hinaus gilt als Ausbildungszeit die sich hieran anschließende für die Ablegung der sich aus dem Studiengang des Kriegsteilnehmere ergebenden staatlichen oder akademischen Abschlußprüfung erforderliche Prüfungszeit, ferner die Zeit eines notwendigen Zusatzstudiums für die Erlangung des Doktorgrades, wenn die Promotion üblicherweise als Abschluß des Studiums gilt und wenn das Zusatzstudium sich unmittelbar an das Bestehen der staatlichen oder akademischen Abschlußprüfung anschließt. Die Zahlung des Unterhaltszuschusses erstreckt sich ferner auf die für einzelne Studienzweige vorgesehene praktische Ausbildungszeit vor Veginn des Studiums, während des Studiums oder nach bestandener Abschlußprüfung. Kriegsteilnehmern währden der Dauer dieser praktischen Ausbildungszeit gewährte laufende Barvergünstigungen werden auf den Unterhaltszuschuß, der in dieser Zeit zu entrichten ist, angerechnet. Der Unterhaltungszuschuß beträgt monatlich 50 RM. Er erhöht sich auf monatlich 100 RM für die Ausbildungszeit, die außerhalb des Heimatortes verbracht wird, und zwar wird der erhöhte Unterhaltungszuschuß während der Durchführung des Studiums auf die Dauer von vier Monaten je Semester festgesetzt. Maßgebend für die Unterscheidung der Höhe ist die Tatsache, daß der Student beim Auswärtsstudium größere Unkosten hat als bei einem Studium am Wohnort. Die Gewährung von Unterhaltszuschüssen. über die gleichfalls der Rektor der Hochschule entscheidet, beginnt bei Aufnahme bzw. Wiederaufnahme des Studiums oder der praktischen Ausbildung. Es wird möglichst im voraus gezahlt, und zwar durch die Kasse der Hochschule. Für die Dauer der unterrichtsfreien Zwischenspanne zwischen den Studien=Abschnitten wird die Zahlung durch die Kasse derjenigen Hochschule geleistet, welcher der Student im vorausgegangenen Semester angehört hat. IV. Besondere wirtschaftliche Förderung der Kriegsteilnehmer Ueber die Vergünstigungen im Abschnitt 1 bis III hinaus können studierende Kriegsteilnehmer bei nachgewiesener Bedürftigkeit und sbeim Vorliegen der übrigen Voraussetzungen durch die bestehenden Einrichtungen wirtschaftlich gefördert werden. Für diese Förderungen kommen auch solche Studenten in Frage. die die Vergünstigung nach Abschnitt I und III nicht erhalten können, weil sie die notwendigen zeitlichen Voraussetzungen nicht erfüllen. Dies gilt insbesondere für Gewährung von ganzem oder teilweisem Gebührenerlaß. Hierbei sind Kriegsteilnehmer älterer Geburtenjahrgänge vorzugsweise zu berücksichtigen. Besondere Betreuung der Kriegsteilnehmer während der Durchführung des Studiums Die Betreuung der Kriegsteilnehmer bezüglich der Durchführung ihres Studiums ist eine der wichtigsten Aufgaben der Hochschulen. Der Rektor der Hochschule, der für die Betreuung verantwortlich ist, trifft zu ihrer Durchführung die notwendigen Maßnahmen. Die Betreuung erfolgt in Zusammenarbeit mit der örtlichen Studentenführung und dem örtlichen Studentenwerk. Der Rektor kann zu seiner Unterstützung geeignete Personen des Lehrkörpers und der Assistentenschaft der Hochschule— die nach Möglichkeit selbst Kriegsteilnehmer sein sollen — heranziehen. Bei der Ueberprüfung der Fortdauer der Voraussetzungen zur Gewährung der Vergünstigungen sind diese zur Betreuung eingesetzten Personen mitverantwortlich. Der Rektor kann sie, soweit erforderlich, mit der Durchführung einzelner Feststellungen beauftragen. In einem Abschnitt IV behandelt der Erlaß bestimmte Sonderfälle, die bereits ausgesprochene Gebührenvergünstigung für Angehörige des Arbeitsdienstes, die durch eine während des Krieges im Rahmen der Wehrmacht erlittenen Arbeitsdienstbeschädigung körperlich erheblich beeinträchtigt sind sowie für Kriegsbeschädigte Studenten des Studenteneinsatzes wird in einem besonderen Runderlaß zusammengefaßt werden. „Die Bestimmungen dieses Erlasses treten mit sofortiger Wirkung in Kraft.