Ausgabe B Prg.„ Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis: Monatlich.01 RM. einschließlich 54 Pfg. Postgebühr. Botenbezugspreis.80 RM. (einschließlich Botengeld). Einzelnummer 10 Pfg. Im Falle höherer Gewalt, Betriebsstörung usw. besteht kein Anspruch auf Lieferung und Rückzahlung des Bezugspreises. Anzeigenpreis: 1 mm hoch 46 mm breit 5 Pfg., kleine Anzeigen nicht geschäftlicher Art bis 25 mm Höhe 4 Pfg., Textspalte 1 mm hoch und 68 mm breit 15 Pfg. Bei Konkurs und Zwangsvergleich erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. Gerichtsstand für beide Teile Amtsgericht Büren. Verlagsort Lippstadt. Kostenl. Beilagen: u. a. Der illustr. Sonntag- Am häusl. Herde Fernruf 276( Bankkonten: Kreissparkasse Büren Konto=Nr. 50 opar= u. Darlehnskasse Büren Geschäftsstelle Büren, Adolf=Hitler Straße 13 Der Stntserovore Barener Heimatzeitung für den Kreis Büren Nr. 73(1. Patt) Büren, Donnerstag, 27. März 1941 465. Jahrgang Ein Ereignis von großer geschichtlicher Bedeutung- Begeisterter Empfang Dennwurdiger Tag Mit besonderer Freude hießen die deutsche Staatsführung und das deutsche Volk den gestern in Berlin eingetroffenen kaiserlich=japanischen Minister des Auswärtigen Matsuoka willkommen. Besuche ausländicher Staatsmänner in Deutschland sind in den letzten Jahren keine Seltenheit gewesen. Sie sind um so häufiger geworden, je ausschlaggebender das Deutsche Reich seine führende weltpolitische Stellung zur Geltung gebracht hat. Waren es bisher die Staatsmänner europäischer Mächte, die zu tragweiten Verhandlungen oder Abschlüssen nach Deutschland kamen, so begrüßen wir in Matsuoka zum ersten Male den Minister einer außereuropäischen Großmacht. Und das Deutsche Reich weiß diesen Besuch um so höher zu würdigen, als die Reise des japanischen Ministers des Auswärtigen nicht nur für ihn selbst einen Aufwand an Kraft und Zeit bedeutet— die Reise über Sibirien ist recht beschwerlich—, sondern vor allem in der politischen Tradition Japans einen beispiellosen Vorgang bildet. Daß ein Mitglied des japanischen Kabinetts ins Ausland entsandt wird ist in der japanischen Geschichte eine große Seltenheit. Daß gar der amtierende Minister des Auswärtigen entsandt wird, ist nur einmal vorgekommen. Das war im Jahre 1905. als beim Abschluß des Russisch=Japanischen Krieges der damalige Minister des Auswärtigen Komura nach Portsmouth fuhr, um mit dem russischen Bevollmächtigten, Grafen Witte, den Friedensvertrag zu schließen. Aber damals reiste der japanische Minister immerhin an Bord eines japanischen Kriegsschiffes. Er fuhr über den Pazifik, unmittelbar in das Land, wo er zu verhandeln hatte. Heute hat Japans Minister des Auswärtigen, da infolge des Krieges der Seeweg nach Deutschland gesperrt ist, auch die langwierige Reise durch den Rätebund nicht gescheut, um seinen Vorsatz auszuführen. Ebenso wie gerade das Außerordentliche dieses Vorganges in Deutschland gewertet wird, so wird es auch in der Außenwelt seinen Eindruck nicht verfehlen. Besonders England und die Vereinigten Staaten dürften diese Reise endgültig zu der Ueberzeugung führen, daß sie nicht mehr hoffen können. Japan aus der Achsenfront vielleicht doch noch herauslösen zu können. Bis zuletzt hat in den angelsächsischen Ländern diese Hoffnung bestanden. Der Abschluß des Dreimächtepaktes am 27. September 1940 traf die Regierungen von London und Washington als ein unerwarteter schwerer Schlag. Noch am späten Abend des 27. September machten in Tokio Engländer und Amerikaner kein Hehl daraus, daß der Anschluß Japans an die europäischen Achsenmächte für die britische Kriegsführung eine schwere Gefahr bilde. Wenn damals noch etwas imstande war, ihre Befürchtungen zu mildern. so war es die Aussicht, daß es ihren verdoppelte diplomatischen Bemühungen möglicherweise doch noch gelingen könnte, Jaxan zurückzugewinnen. Sie gaben sich der trügerischen Hoffnung hin, daß Kabinett KonoyeMatsuoka werde sich nicht durchsetzen können, sondern denjenigen— in manchen wirtschaftlichen und intellektuellen Kreisen Japans nach wie vor rührigen— Kräften erliegen, die Japans Vorteil nicht in einer Frontstellung gegen England=Amerika, sondern in einer Verständigung mit den angelsächsischen Großmächten zu erblicken glauben. Derartigen Erwartungen erteilt die Entsendung Matsuokas nach Berlin und Nom eine endgültige Absage. London und Washington wissen nun, woran sie sind. Diese außerordentliche Reise des japanischen Ministers des Auswärtigen nach Europa beseitigt jede angelsächsische Illusion auf eine etwaige Revision der japanischen Bündnisentschlossenheit. Daß die Frage der Kriegsmöglichkeit mit England und USA alle denkenden Köpfe in Ostasien seit langem beschäftigt, versteht sich. Die Japaner sind alles andere als leichtfertigte Draufgänger. Sie sind vorsichtige, spektische Rechner. Wenn sie sich nach reiflicher Ueberlegung entschlossen haben, es unter Umständen auf einen Waffengang mit England=Amerika(daß ein Konflikt mit einem dieser Gegner sofort auf eine angelächsische Doppelfront stößt, wird in Japan als albstverständlich angesehen) ankommen zu lassen, o sind sie ihres Erfolges gewiß. Die Entscheiung fiel im vorigen Oktober, als der damalige 7arineminister zurücktrat und Admiral Oikawa (Fortsetzung nächste Seite.) Berlin, 26. März. Am Tage nach dem Beitritt Jugoslawiens zum Dreimächtepakt in Wien wurde die festlich geschmückte Reichshaupt stadt der Schauplatz eines weiteren politischen Ereignisses von historischer Bedeutung. Der kaiserlich=japanische Minister des Auswärtigen Yosuke Matsuoka leistete der bereits beim Abschluß des Dreimächtepaktes, an dessen Zustandekommen der Außenminister des Tenno im besonderen Maße beteiligt war, durch den Reichsaußenminister erfolgten Einladung zu einem Staatsbesuch in dem befreundeten und verbündeten Großdeutschen Reich Folge. Die Ankunst= Herzliche Begrüßung des hohen Gastes Der japanische Außenminister traf am Mittwoch um 18 Uhr auf dem festlich geschmückten Anhalter Bahnhof zum offiziellen Staatsbesuch in der Reichshauptstadt ein. Der Empfang, der dem hohen Gast bereitet wurde, kennzeichnet den Besuch des Abgesandten des Tenno als ein geschichtliches Ereignis und als ein Ausdruck der freundschaftlichen Verbundenheit zwischen dem japanischen und dem deutschen Volk. Zur Begrüßung des Außenministers des verbündeten Japans hatte sich der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop eingefunden. Ferner waren erschienen: der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht. Generalfeldmarschall Keitel, die Reichsminister Dr. Frick, Dr. Goebbels, Lammers, Graf Schwerin von Krosig!, Ohnesorge, Funk. Dr. Todt, Reichsorganisationeleiter Dr. Ley, Reichsführer 1 Himmler, Stabschef Lutze, Reichspresschef Dr. Dietrich, Reichsarbeitsführer Hierl, Reichsleiter Korpsführer Hühnlein, die Staatssekretäre des Auswärtigen Amtes Freiherr von Weizsäcker, Bohle und Keppler, die Staatssekretäre Schlegelberger. Reinhardt und von Tschammer und Osten. die Botschafter Ritter von Ott, der Chef der Ordnungspolizei Daluege, die=Obergruppenführer Heißmeyer und Lorenz,=Gruppenführer Heydrich, RSKK=Obergruppenführer Krenzlein General der Kavallerie Freiherr von Dalwigk. Unterstaatssekretär Woermann, der Präsident der deutsch=japanischen Gesellschaft Admiral Foerster, der kommissarische Bürgermeister der Reichshauptstadt Steeg, und der Polizeipräsident SA=Obergruppenführer Graf Helldorf. Nachdem Reichsaußenminister von Ribbentrop den japanischen Gast aufs herzlichste willkommen geheißen hatte, stellte ihm Außenminister Matsuoka die Herren seiner Beglei* tung vor: den Direktor der Europa= und Westasienabteilung des Reichsaußenministeriums Sakamoto, den Leiter des Ministerbüros im Außenministerium Legationssekretär Toshikazu Kaze, Legationssekretär in der Europa= und Westasienabteilung Shinsaku Hogen, den Privatsekretär des Außenministers, Chinichi Hasegawa, Oberst Yatsuji Nagai, Fregattenkapitän Shigeru Fujii, den Direktor der südmandschurischen Eisenbahngesellschaft Toshikazu Nakanishi, den außerordentlichen Sekretär im Außenministerium Kinkazu Saionii und den Sonderkorrespondenten der japanischen Nachrichtenagentur Domei, Okamur. Der Reichsaußenminister des Auswärtigen machte dann den Gast mit den zu seiner Begrüßung erschienenen Missionschefs der verbündeten Großmächte und den ihnen angeschlossenen Staaten, den Mitgliedern der Reichsregierung, Reichsleitern, führenden Persönlichkeiten von Staat, Partei und Wehrmacht und den Abteilungsleitern des Auswärtigen Amtes bekannt. Darauf geleitete der Reichsaußenminister von Ribbentrop den japanischen Außenminister auf den Vorplatz des Bahnhofsgebäudes, wo er unter den immer wieder aufbrausenden Heilrufen der Berliner Bevölkerung mit dem Reichsaußenminister die Front der angetretenen Ehrenformationen der Wehrmacht und Partei abschritt. Im Anschluß daran fuhren die beiden Außenminister durch ein Spalier der Wehrmacht und der Formationen der NSDAP zum Gästehaus der Reichsregierung, dem Schloß Bellevue, wo Außenminister Matsuoka für die Dauer seines Berliner Aufenthaltes wohnt. Während der Fahrt durch die fahnengeschmückten Straßen der Reichshauptstadt wurden dem japanischen Gast durch die Berliner Bevölkerung begeisterte Kundgebungen bereitet. Am Schloß Bellevue wurde der hohe japanische Gast im Auftrage des Führers vom Chef der Präsidialkanzlei des Führers, Staatsminister Dr. Meißner begrüßt. Eine Vorschaft=Kratsubras un dus drutsche Volk „Die sapanische Nation wird mit Euch sein in Freud und Leid“ Berlin, 26. März. Der Außenminister des Tenno, Matsuoka, erließ folgende Botschaft an das deutsche Volk: „Nun, da der Dreimächtepakt Tatsache geworden ist, wird die japanische Nation mit Euch sein in Freud und Leid. Sie hat einen unbedingten Glauben an die große Persönlichkeit des Führers und die hervorragenden Eigenschaften des deutschen Volkes. Sie wird nicht hinter Euch zurückstehen an Treue, Mut und fester Entschlossenheit, die Welt auf Grund einer neuen Ordnung aufzurichten. Wir müssen in der Zukunft und nicht in der Vergangenheit leben. Laßt uns vorwärts und nicht rückwärts schauen. Das Ideal, das dem japanischen Volk überaus teuer ist, wird in„Hakko Ichiu“ verkörpert, jener harmonischen Weltgemeinschaft mit Raum für alle Völker zur Verwirklichung ihrer Wünsche und Erfüllung ihrer Sendung, ein Ideal, das der japanischen Nation seit undenklichen Zeiten als Erbe vermacht wurde und auf dem der Grundstein des Kaiserreiches ruht. Dieses Ideal; kommt in der Präambel des Dreimächtepaktes klar zum Ausdruck, ja, es ist tatsächlich die Grundlage des Paktes. Unser Volk vertraut darauf, daß auch das deutsche Volk dem Geist und dem Ziel des Dreimächtepaktes die Treue wahrt. Ich brauche kaum hinzuzufügen, daß die Herzen unseres Volkes für die deutsche Nation schlagen in dem gigantischen Kampf, der gegenwärtig geführt wird; es betet, daß die Kraft und der Mut der tapferen deutschen Nation zu einem raschen Siege seiner Sache führen möge. Ich komme auf Einkedung der deutschen und der italienischen Regierung und hoffe, durch meinen Aufenhalt in den beiden Ländern zu lernen und daraus Nutzen zu ziehen, so daß es mir vergönnt ist, noch besser zur engeren Zusammenarbeit der verbündeten Nationen beizutragen.“ Wieder 57500 6KC. ausgeschaltet Wuchtige Hiebe gegen die feindliche Handelsschiffahrt Berlin, 26. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Luftwaffe vernichtete am 25. März im Seegebiet um England 5000 BRT und beschädigte rund 15 000 BRT feindlichen Handelsschiffsraum. Es wurden versenkt ein Handelsschiff von 2000 BRT ostwärts Clacton on Sea durch Bombentreffer, ein zweites von 3 000 BRT am Eingang des Bristol=Kanals. Ein Schif von 8 000 BRT wurde vor Great Yarmouth in Brand geworfen. Ein Dampfer von 4000 BRT blieb nördlich Newquay nach Tiefangriff mit Schlagseite liegen. Südlich der Faroer=Inseln wurde ein weiteres Handelsschiff von etwa 3 000 BRT getroffen. In Südengland bombardierte ein Kampfflugzeug die Gaswerksanlagen einer Industrie= stadt mit guter Wirkung. Bei Luftkämpfen über der englischen Südküste verlor der Gegner ein Jagdflugzeug vom Muster Spitfire. In der Nordsee schoß ein Vorpostenboot ein angreifendes feindliches Torpedoflugzeug ab. Der Feind flog in der vergangenen Nacht weder in das Reichsgebiet noch in die besetzten Gebiete ein. Mittwoch 31 500 BKL. vernichtet und 5 000 BKI. beschädigt Berlin, 26. März. Das OKW. gibt bekannt: Die Luftwaffe versetzte am heutigen Tage bei gutem Angriffswetter der britischen Handelsschiffahrt erneut harte Schläge. Nach bisher vorliegenden Meldungen wurden insgesamt etwa 31 500 BRT feindlichen Handelsschiffsraum vernichtet und 6000 BRT schwer beschädigt. Auf dem Atlantischen Ozean, mehrere 190 km westlich der Shetland=Inseln griff ein deutsches Fernkampfflugzeug einen besonders stark gesicherten Geleitzug an und versenkte ein vollbeladenes Handelsschiff von rund 10.000 BRT durch Volltreffer. Im gleichen Seegebiet fielen zwei weitere Handelsschiffe von 9000 und 8500 BRT Angriffen anderer Fernkampfflugzeuge zum Opfer. In der Themsebucht, unmittelbar unter der englischen Küste, vernichtete ein leichtes Kampfflugzeug einen Tanker von etwe 6000 BRT. Das Schiff stand nach kühn geführtem Tiefangriff, bei dem auch die Vordwasfen in Tätigkeit traten, lichterloh in Flammen. An der britischen Südostküste blieb außerdem ein Handelsschiff von 8000 BRT nach Bombentresser mit Schlagseite liegen. Nerssenmäcste gewuntnen=Eiptemalisch,r= Tanunschslaust Auslandsecho nach Jugoslawiens Paktbeitritt Jugoslawien: „Politik des Friedens und der Zusammenarbeit“ Belgrad, 26. März. Die Meldung vom Beitritt Jugoslawiens zum Dreimächteabkommen wurde in der jugoslawischen Hauptstadt um 13.30 Uhr Ortszeit durch den Rundfunk sowie durch Sonderausgaben der Zeitungen, die auf der Titelseite mit den Bildern des Prinzregenten und des Führers sowie des Reichsaußenministers, des jugoslawischen Ministerpräsidenten und des Außenministers geschmückt sind bekannt. In den breiten Volksmassen macht sich ein Gefühl der Erleichterung geltend, da die Wochen des Wartens vorüber sind und die Lage nun endgültig geklärt ist. Das große Interesse, das man dieser Entscheidung entgegenbringt, zeigt sich auch darin, daß den Verkäufern der Sonderausgaben die Blätter regelrecht aus der Hand gerissen wurden. Die von den Engländern am Dienstagvormittag noch geforderte Schließung der Geschäfte und Veranstaltung von Trauergottesdiensten wird nur als eine lächerliche Komödie empfunden. „Politika“ veröffentlicht in ihrer Sonderausgabe eine erste Stellungnahme zum Beitritt Jugoslawiens zum Dreimächtepakt, in der es u. a. heißt:„Deutschland hat auch bei dieser Gelegenheit erneut sein hohes Verständnis für die Probleme unseres Landes sowie seine Achtung für die natürlichen Gefühle unserer ritterlichen Nation bewiesen. Die Jugoslawen, die durch die Jahrhunderte hindurch bestehende Nachbarschaft die ganze Kraft des unerschütterlichen Gesetzes der nachbarlichen Verbundenheit begriffen haben, sind tief von dem Bewußtsein der Bedeutung des historischen Tages durchdrungen. Jugslawien ist diesem Pakt in jedem Fall offen und männlich beigetreten, es ist sich bewußt, daß es damit eine Pflicht gegenüber seiner eigenen Nation, wie auch gegenüber den Nachbarn erfüllt, mit denen es durch geopolitische Gesetze eng verbunden ist.“ Japan: „Ereignis von weittragender Bedeutung“ Tokio, 26. März. Die Informationsabteikung des Tenno stellte in einem Kommuniqué fest, man könne mit Genugtuung behaupten, daß nun die Balkanlage geklärt und die allgemeine Linie auch für die Balkangebiete innerhalb der Neuordnung und der Befriedung Europas gesichert sei. Der Beitritt bedeute somit ein Ereignis von weittragender Bedeutung in politischer und diplomatischer Hinsicht. Domei stellt in einem ersten Kommentar fest, daß man hinsichtlich der Balkanpolitik von einem absoluten Sieg der Achsendiplomatie sprechen könne. „Tokio Nitschi Nitschi“ spricht von einem ernsten Schlag für die Politik Englands und Amerikas. Bulgarien: „Wertvoller Beitrag zur Sicherung des Friedens“ Sofia, 26. März. In den politischen Kreisen wird die Entscheidung der jugoslawischen Regierung durchweg sowohl als neuer und großer Erfolg der Diplomatie der Achsenmächte wie auch als wertvoller Beitrag zur Sicherung des Friedens gewertet. „Slovo“ schreibt, die öffentliche Meinung in Bulgarien werde den Beitritt Jugoslawiens zum Dreierpakt mit Freuden und Befriedigung begrüßen. Oberst a. D Gantscheff stellt im Leitartikel des Blattes fest, daß der Beitritt Jugoslawiens den Frieden auf dem Balkan noch mehr befestigen und die Befürchtungen der größten Pessimisten wegen der Möglichkeit einer neuen Front in diesem Gebiet zerstreuen werde. Kömische Stimmen Rom, 26. März. Der Beitritt Jugoslawiens zum Dreimächtepakt wird in Rom als neuer Sieg über England gefeiert. Der Zusammenschluß des kontinentalen Blockes gegen die außereuropäische und die antieuropäische Insel England wird von Giornale'Italia als ein „Zusammenschluß der freien Männer“ bezeichnet. die sich nicht der kapitalistischen Herrschaft des angelsächsischen Imperialismus unterwerfen wollen. Natürlich kommt der offenen Erklärung Jugoslawiens, an der Schaffung einer neuen Ordnung in Europa an der Seite der Achsenmächte mithelfen zu wollen, in den gegenwärtigen Kriegszeiten eine ganz besondere Bedeutung zu. Es ist ein neues und gerade nach den vorangegangenen diplomatisch=politischen Anstrengungen Englands um so gewichtigexes Bekenntnis der Zuversicht in den Sieg der Achse. Mit besonderer Genugtuung begrüßt es Italien, daß Jugoslawien gerade am gleichen Tage seinen Beitritt zum Dreimächtepakt vollzog. an dem vor vier Jahren der Adria=Pakt in Belgrad unterzeichnet wurde. Schweiz und Frankreich Lausanne, 26. März. Die diplomatische Schlacht um den Balkan, letzter zerronnener Traum Großbritanniens. ist geschlagen und von den Achsenmächten, wie der feierliche Festakt in Wien gezeigt hat, gewonnen worden. Dies ist der Ton, in dem ein sehr großer Teil der schweizerischen wie der französischen Presse den Abschluß der großen diplomatischen Balkanaktion Berlins beurteilt. In außerordentlich bemerkenswerter Weise nimmt u. a. der Paris Soir zu dem ganzen Balkan=Problem Stellung und schreibt u.., daß Berlin sich von jeher bemühte und bemüht, dem europäischen Osten einen vorteilhaften Frieden zu sichern, indem es solide Stützen schaffte.„London“. so schreibt das französische Blatt,„tat dagegen das Gegenteil. Es unterließ nichts, eine Balkanfront aufzurichten.“ Klarer hätte eine am Kriege beteiligte Presse die Lage nicht schildern können. Deutschland bedeutet Frieden und Großbritannien Krieg. Britische Erkenntnisse Berlin, 26. März. Daß Jugoslawiens Beitritt in England mit großem Unbehagen aufgenommen und als neue Niederlage Großbritanniens angesehen wird, beweisen Ausführungen von Vernon Bartlett. Die Unterzeichnung Jugoslawiens. so erklärte er, sei ein bemerkenswerter Sieg Hitlers in dem schon längere Zeit anhaltenden Nervenkrieg. Es sei sogar ein eindrucksvoller deutlicher Erfolg. Aehnlich äußert sich der diplomatische Korrespondent Reuters, wenn er schreibt, es wäre müßig, den Beitritt Jugoslawiens zum Dreimächtepakt nicht als einen Erfolg für die deutsche Diplomatie ansehen zu wollen.„News Chronicle“ nannte schon die Reise des jugoslawischen Ministers nach Wien einen schlagenden Erfolg Hitlers im Nervenkrieg. Markowitsch an den Reichsaußenminister Berlin, 26. März. Beim Verlassen deutschen Reichsgebiets hat der jugoslawische Außenminister Cincar Markowitsch an den Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop folgendes Telegramm geschickt: „Beim Verlassen des deutschen Territoriums möchte ich meiner Ueberzeugung Ausdruck geben. das der heute erfolgte Akt der weiteren Entwicklung und Vertiefung der freundschaftlichen Zusammenarbeit unserer beiden Länder dienen wird. Ich bitte Eure Erellenz mit dem Ausdruck meines herzlichen Dankes für die mir erwiesene Aufmerksamkeit die Versicherung meiner ergebenen Hochachtung entgegennehmen zu wollen.“ Die jugoslawischen Staatsmänner wieder in Belgrad Belgrad. 26. März. Ministerpräsident Zwetkowitsch und Außenminister Cincar=Marko= witsch trafen Mittwoch vormittag um 9 Uhr Ortszeit in Begleitung des deutschen Gesandten von Heeren im Sonderzug auf dem Hauptbahnhof Topschider wieder in der jugoslawischen Hauptstadt ein, wo sie vom stellv. Ministerpräsidenten Dr. Matschek und den in Belgrad anwesenden Regierungsmitgliedern begrüßt wurden Weiter waren der italienische und der rumänische Gesandte, die Geschäftsträger von Ungarn. Bulgarien und der Slowakei sowie die Mitglieder der deutschen Gesandtschaft zugegen. Ministervräsident Zwetkowitsch begrüßte seinen Stellvertreter Dr. Matschek mit den Worten:„Jetzt ist alles in Ordnung“. Guertreir=Kr?. Jugoslawien sollte am Beitritt zum Dreierpakt verhindert werden Washington, 26. März. Unterstaatssekretär Summer Welles gab am Dienstag Pressevertretern gegenüber zu. daß die USA. in den letzten Wochen direkte diplomatische Maßnahmen unternommen hatten, um Jugoslawien daran zu hindern, dem Dreierpakt beizutreten. Der Belgrader amerikanische Gesandte Lane unterstützte bereitwillig die Quertreibereien des englischen Gesandten. Er hat vier Wochen lang hartnäckig gearbeitet, um den Standpunkt der Washingtoner Regierung in Belgrad hinreichend klarzumachen. Der Gesandte habe bei Dutzenden von Politikern vorgesprochen, angefangen beim Prinzregenten Paul und versichert, daß die USA. jeder Nation helfen würde, die sich verteidigen wolle. Lana habe seine Bemühungen bis Sonntag fortgesetzt, als der endgültige Beschluß der Belgrader Regierung bekannt wurde. unsere Luftwaffe ein Flugzeug vom Muster Hurricane abgeschossen. Formationen unserer Luftwaffe haben einen seindlichen Flugstützpunkt bombardiert und dabei zahlreiche Flugzeuge am Boden getroffen. Marschall Graziani zurückgetreten Rom, 25. März. Marschall Graziani ist auf eigenen Wunsch von seinem Posten als General= stabschef des Heeres und als Gouverneur von Libyen und Oberbefehlshaber der italienischen Streitkräfte in Nordafrika zurückgetreten. Zu seinem Nachfolger als Generalstabschef des Heeres wurde der bisherige Staatssekretär General Mario Roatta ernannt, als Nachfolger auf den beiden Posten in Libyen General Italo Gariboldi. Schlacht um Feren geht weiter Zäher italienischer Widerstand auch im Galla=Sidamo=Gebiet Rom, 26. März. Der italienische Wehrmachtbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: An der griechischen Front normale Artillerietätigkeit. Einheiten der Luftwaffe haben auf dem rechten Ufer des Devoli Verpflegungsstützpunkte, Depots und feindliche Zeltlager wiederholt bombardiert. In Nordafrika haben italienische und deutsche Flugzeuge Zusammenziehungen feindlicher motorisierter Streitkräfte mit Bomben= und MG.= Feuer belegt. In der Nacht zum 25. März hat der Feind einen Einflug auf Tripolis unternommen. Unsere Jäger haben neuerlich auf der Insel Kreta den Flugstützpunkt Iraklion erneut mit MG.=Feuer bestrichen. Ein feindliches Flugzeug am Boden wurde in Brand geschossen. Feindliche Flugzeuge haben einige unserer Stützpunkte im Aegäischen Meer angegriffen. Einige Personen wurden verletzt. In Ostafrika geht die heftige Schlacht vor Keren weiter: Gewaltige Verluste auf beiden Seiten. Im Galla=Sidamo= Gebiet ist ein seindlicher Versuch, den Uebergang über den Dabus zu erzwingen, erneut abgewiesen worden. In Luftkämpfen über Keren hat „Deutschland bringt Europa ein neues, glückliches Leben“ Preßburg, 25. März. Anläßlich des zweiten Jahrestages des Abschlusses eines Schutzvertrages zwischen Deutschland und der Slowakei trifft der Hauptschriftleiter des„Gardista". Milo Urban, folgende bemerkenswerte Feststellungen: „Heute nach zwei Jahren deutschen Schutzes können wir vor der ganzen Welt bestätigen, daß wir uns in unserem Vertrauen zu Deutschland und seinem Führer in keiner Weise getäuscht haben. Diese Erfahrung ist aber nicht nur für uns Slowaken von größter Bedeutung, sie ist vielmehr auch für die anderen Völker ein eindeutiger Beweis, daß Deutschland jene Grundsätze verfolgt, die den europäischen Kontinent aus seiner Zersetzung herauszuführen vermögen. Das Reich bricht völlig neuen Ansichten Bahn. die tatsächlich dem schwergeprüften Europa ein neues, glückliches Leben bringen können.“ Streiktumult in USA. Schwere Zusammenstöße zwischen Polizei und Streikenden Chikago, 26. März. Amerikas größte Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen. die International Harvester Petrol, die seit vielen Wochen bestreikt wird, war am Dienstag der Schauplatz blutiger Zusammenstöße zwischen der Polizei und streikbrechenden Mitgliedern der amerikanischen Facharbeitergewerkschaft einerseits und Schneid eines vorpostenbootes Es schoß englisches Torpedoflugzeug ab und beschädigte ein zweites Berlin, 26. März. Zu dem im OKW.=Bericht gemeldeten erfolgreichen Gefecht eines deutschen Vorpostenbootes gegen zwei englische Flugzeuge erfahren wir folgende Einzelheiten: Das Vorpostenboot befand sich vor der Küste auf einer Wachtposition und fuhr den ihm zugeteilten Sicherungsstreifen gb. Plötzlich näherte sich ein feindliches Flugzeug, das bald als Torpedoflugzeug erkannt wurde. Das Vorpostenboot eröffnete mit leichten Flugzeugabwehrwaffen das Feuer. Dem britischen Flugzeug gelang es aber noch, im Tiefflug einen Torpedo zu Wasser zu bringen. Während die Führung des Schiffes ihre ganze Aufmerksamkeit nun auf das Ausweichmanöver lenken mußte, setzten die Bedienungsmannschaften an den Abwehrwaffen die Beschießung des kurz vor dem Boot vorbeisausenden Gegners fort und erzielten herbei mehrere gut sitzende Treffer. Das feindliche Flugzeug stürzte ins Wasser. Im selben Augenblick ging der von ihm abgeschossene Torpedo am Heck vorbei. Dem Kommandanten des Vorpostenbootes war das schneidige Ausweichmanöver im letzten Augenblick gelungen. 20 Minuten später erschien ein zweites britisches Flugzeug und griff das Vorpostenboot mit Bomben an. 12 Bomben fielen rund um das Vorpostenboot in unmittelbarer Nähe ins Wässer. Das Boot wurde geradezu in Wassersäulen eingehüllt. Die Abwehrwaffen beschossen das feindliche Flugzeug so wirksam, daß sein Backbordmotor aussetzte, worauf es den Angriff aufgab und sich entfernte. Ob es mit dem Steuerbordmotor allein die Heimat erreichte. muß bei der großen Entfernung fraglich erscheinen. Nach dem Gefecht stellte das Vorpostenboot, das von beiden Flugzeugen auch noch mit Maschinengewehren beschossen worden war. mehrere Einschüsse in der Brücke und im Rettungsdoot fest. streikenden Mitgliedern der Cio=Gewerkschaft andererseits. Als die Gewalttätigkeiten zwischen den rivalisierenden Gewerkschaften einsetzten, ging ein über tausend Mann starkes Polizeiaufgebot mit Tränengas und Gummiknüppeln vor. während gleichzeitig an allen Fabriktoren ein wildes Handgemenge entstand, in dessen Verlauf zahlreiche Personen verletzt wurden. Später löste die Polizei mehrere Demonstrationszüge der Cio=Gewerkschaft auf, die teilweise eine drohende Haltung einnahmen. Die ernsteren Zusammenstöße zwischen Polizei und Streikenden werden von den Abendblättern in riesiger Aufmachung gemeldet. Die Lage hat sich inzwischen so verschärft, daß die zuständige Polizei Unterstützung von der Staatspolizei angefordert hat, weil sie nicht mehr Herr der Lage zu sein glaubt. Britischer 8 000-Tonner torpediert Lissabon, 26. März.„Diario de Noticis" berichtet aus Sao Vicente auf den Kap Verdischen Inseln, daß der englische Tanker„Malanche“ (8 124 BRT.) in der Nähe der Inselgruppe torpediert wurde. Denkwürdiger lag (Fortsetzung von der 1. Seite) an seine Stelle trat. Seitdem weiß Japan, daß seine Marine mit dem Seekrieg rechnet und ihn zu gewinnen sicher ist. In einem Seekriege Japans gegen England=Amerika würden die Japaner einen bedeutenden Bundesgenossen haben: den strategischen Faktor Raum, der schon manchem Feldherrn zum Verhängnis geworden ist. Die Japaner selber haben in ihrem noch nicht abgeschlossenen Chinakriege diese Schwierigkeit erfahren. Ebenso wie die Weite des Raumes ihnen in China zum Nachteil geworden ist, würde sie ihnen gegenüber Amerika zum Vorteil werden. Die angelsächsischen Seestreitkräfte hätten die Weite des Pazifischen Ozeans zu überwinden, ehe sie in ein Insellabyrinth laufen, das für die Japaner ein ideales Operationsgebiet bildet. Die japanische Seekriegsleitung ist sich über ihren Erfolg nicht im Zweifel. Auch wehrwirtschaftlich ist Japan für einen solchen Waffengang gerüstet. Die japanische Staatsführung hat lange genug mit allen Eventualitäten gerechnet, um ihre Rüstungsbereitschaft auf den erforderlichen Stand zu bringen. Für zunächst ein Jahr intensiver Kriegsführung liegen genügend Stapelvorräte bereit. Prophezeiungen über den Verlauf eines etwaigen angelsächsisch=japanischen Krieges sind müßig. Doch kann man aus zahlreichen Aeußerungen amerikanischer und japanischer Admirale schließen, daß im wesentlichen zwei Hauptkampfgruppen vorhanden sein würden: einmal die japanischen Inseln, welche die amerikanische Luftwaffe zu treffen versuchen würde, um sie industriell und moralisch niederzuringen. Die Japaner glauben nicht, daß es den Amerikanern gelingen dürfte, nahe genug heranzukommen. Sodann Singapur, dieser strategisch und kriegswirtschaftlich bedeutendste Platz Ostasiens. Singapur ist zwar eine der stärksten Seefestungen der Welt, aber seine eigentliche Aufgabe nämlich den ganzen Raum zwischen Hongkong, den Philippinen, Australien und Indien zu beherrschen— kann es erst dann erfüllen, wenn es eine große Flotte beherbergt. Einstweilen hat es jedoch keine dementsprechende Flotte, denn seit der Fertigstellung des Kriegshafens im Frühjahr 1937 hat die politische Lage Europas es den Engländern nicht mehr erlaubt, eine Flotte nach Singapur abzuzweigen. Nur gelegentlich ankern in Singapur einzelne Schiffe des an sich schon sehr schwachen englischen Ostasien=Geschwaders und fahren nach ein paar Tagen wieder weiter. Also eine Flotte hat Singapur nicht. Wohl aber eine gewaltige Küstenartillerie, eine starke Luftwaffe und zurzeit etwa fünf Divisionen Infanterie und Pioniere, um die Festung gegen einen etwa von Norden her erfolgenden Landangriff zu, schützen. Dagegen liegt eine beträchtliche Vorpostenflotte der USA in Manila, und ihr Gros in Hawai. Falls es diesen Flotten gelingen sollte, nach Singapur zu gelangen und sich dort festzusetzen, so würde für Japan die Lage anders aussehen. Denn ebenso wie Singapur ohne eine Flotte nicht gegen Japan vorgehen kann, so kann auch die USA=Flotte ohne einen ostasiatischen Stützpunkt kaum etwas Entscheidendes unternehmen Manila ist kein Flottenstützpunkt. Wie immer man die Aussichten eines Krieges im westlichen Pazifik bewerten mag, so kann man ihm die Tatsache zugrunde legen, daß die vorsichtig kalkulierenden Japaner diese Möglichkeit in ihre politischen Berechnungen eingesetzt haben, und daß sie das nicht tun würden, wenn sie nicht ihres Erfolges sicher wären. Sie, wissen zu genau, daß es in ihrer asiatischen Großraumpolitik ein Zurück nicht mehr gibt. Die Japaner waren vor den Achsenmächten die ersten, die 1931 mit dem Einmarsch in die Mandschurei und mit der Erschaffung des Staates Mandschukuo den Kampf um eine neue. von der angelsächsischen Bevormundung befreite. Weltordnung und um eine neue, gerechtere Besitzverteilung der Weltrohstoffgebiete unternahmen. Der europäische Krieg hat den Japanern Entlastung gebracht und diesen Kampf in sein entscheidendes Stadium geführt. Die Japaner haben erkannt, daß das ostasiatische Befreiungsziel nicht getrennt vom europäischen, sondern nur im Zusammenwirken mit den europäischen Verbündeten erreicht werden kann. Das war der Sinn des Dreimächtepaktes. So hat ihn von vornherein jeder Japaner aufgefaßt. Wenn die britisch=amerikanische Politik bisher gehofft haben mag, Japan so lange zum Stillhalten bewegen zu können, bis sie in Europa aus ihrer Bedrängnis heraus wäre, so belehrt sie die Reise Matsuoka vom Gegenteil. Der Besuch des japanischen Ministers des Aeußeren in Berlin und Rom ist die Antwort der Achsenmächte auf das Rooseveltsche Englandhilfegesetz, das es den Japanern zur gebieterischen Notwendigkeit macht. Ostasiens Interessen zu wahren—, erforderlichenfalls auch durch das Schwert. Japanischer Reichstag geschlossen Tokio, 26. März. Beide Häuser des Reichstages wurden am Mittwoch mit der Verlesung eines Schreibens des Tenno durch den Ministerpräsidenten Konoye geschlossen. Island Operationsgebiet Berlin, 25. März. Amtlich wird bekanntgegeben: Infolge der widerrechtlichen Besetzung der dänischen Insel durch englische Truppen wird neuerdings von nach England fahrenden Blockadebrechern versucht. Island als Stützpunkt zu benutzen. Diese Tatsache zwingt Deutschland, Island in das Operationsgebiet um England einzubeziehen. Die bei Erklärung der totalen deutschen Blockade um England am 17. August 1940 an die neutrale Schiffahrt ergangene Warnung, daß jedes Schiff. welches sich trotz dieser Warnung in das deutsche Operationsgebiet um England begibt, sich der Gefahr der Vernichtung aussetzt und daß für Schäden, die sich hieraus ergeben. von Deutschland keine Verantwortung übernommen werden kann, gilt nunmehr für das erweiterte Operationsgebiet. Sieben Kinder verbrannt Newyork, 25. März. In der Nähe von Windsor Mills in der kanadischen Provinz Quebee entstand in einem einsam gelegenen Farmhanein Brand. Sieben Kinder, die allein gelassen worden waren, kamen in den Flammen um. ger lag der 1. Seite) dem weiß Japan, ekrieg rechnet und ihn In einem Seekriege lmerika würden die nden Bundesgenossen aktor Raum, der schon Verhängnis geworden haben in ihrem noch kriege diese Schwierigdie Weite des Raumes ichteil geworden ist, Amerika zum Vorteil sischen Seestreitkräfte Pazifischen Ozeans zu Insellabyrinth laufen, ideales Operationssische Seekriegsleitung nicht im Zweifel. Auch an für einen solchen ie japanische Staatsmit allen Eventualiüstungsbereitschaft auf zu bringen. Für zuKriegsführung liegen ereit. den Verlauf eines anischen Krieges sind ius zahlreichen Aeußejapanischer Admirale hen zwei Hauptkampfwürden: einmal die he die amerikanische ichen würde, um sie niederzuringen. Die ß es den Amerikanern enug heranzukommen. strategisch und kriegste Platz Ostasiens. er stärksten Seefestuneigentliche Aufgabe m zwischen Hongkong, lien und Indien zu t dann erfüllen, wenn herbergt. Einstweilen sprechende Flotte, denn des Kriegshafens im litische Lage Europas mehr erlaubt, eine abzuzweigen. Nur gapur einzelne Schiffe schwachen englischen fahren nach ein paar so eine Flotte hat aber eine gewaltige !e Luftwaffe und zurnen Infanterie und gegen einen etwa von andangriff zu schützen. htliche Vorpostenflotte ihr Gros in Hawai. gelingen sollte, nach d sich dort festzusetzen, Lage anders aussehen. zur ohne eine Flotte en kann, so kann auch en ostasiatischen Stützsidendes unternehmen ützpunkt. ussichten eines Krieges verten mag, so kann grunde legen, daß die sapaner diese Möglichserechnungen eingesetzt icht tun würden, wenn her wären. Sie, wissen asiatischen Großraumht mehr gibt. Die in Achsenmächten die m Einmarsch in die der Erschaffung des Kampf um eine neue. evormundung befreite. eine neue, gerechtere trohstoffgebiete unterche Krieg hat den acht und diesen Kampf stadium geführt. Die daß das ostasiatische nnt vom europäischen, nwirken mit den euroicht werden kann. Das nächtepaktes. So hat r Japaner aufgefaßt. anische Politik bisher n so lange zum Stilln. bis sie in Europa raus wäre, so belehrt vom Gegenteil. Der kinisters des Aeußeren e Antwort der Achsensche Englandhilfegesetz, ur gebieterischen Rotsiens Interessen zu ifalls auch durch das stag geschlossen de Häuser des Reichsoch mit der Verlesung enno durch den Migeschlossen. tionsgebiet lmtlich wird bekanntberrechtlichen Besetzung ich englische Truppen ch England fahrenden Island als Stützpunkt sache zwingt Deutschcationsgebiet um Engder totalen deutschen n 17. August 1940 an ergangene Warnung, sich trotz dieser Warrationsgebiet um Engfahr der Vernichtung äden, die sich hieraus keine Verantwortung in. gilt nunmehr für sgebiet. verbrannt n der Nähe von Windschen Provinz Quebee gelegenen Farmhanser, die allein gelassen den Flammen um. *• Trotz Krieg ungestörtes Musikleben Cäcilienfest in Münster ein voller Erfolg Münster, 26. März. Der alljährliche traditionelle Höhepunkt des münsterischen Musiklebens, das zweitägige Cäcilienfest, nahm trotz des Krieges seinen in bestem künstlerischen Rahmen sich bewegenden Ablauf. Generalmusik direktor Hans Rosbaud, der wegen seiner Verpflichtung nach Straßburg zum letzten Male diese große musikalische Veranstaltung durchführte, errang durch seine glänzende Einarbeitung des verstärkten Städtischen Orchesters und des Chors des Musikvereins bei dem am ersten Tage zu Gehör gebrachten Requiem von Guiseppe Verdi den uneingeschränkten Beifall der die Stadthalle bis auf den letzten Platz füllenin Jsiou. De Schtungen dur Sotchlen knupften an die besten Zeiten seiner musikalischen Vergangenheit an. Auch der Musikvereinschor zeigte sich wieder auf beachtlicher Höhe seines Könnens. Auch der zweite Tag sah wieder ein ausverkauftes Haus. Den festlich gestimmten Zuhörern wurde zur Einleitung des Abends Liszt's „Préludes“ geboten. Orchestergesänge von P. Cornelius, Richard Strauß, Händel und H. Pfitzner schlossen sich an. Glanzvoll wurde der Abend beschlossen mit der Urfassung von Anton Bruckners 4. Symphonie in Es=dur. Die Durchführung der beiden Musiktage bewies wieder das glänzende Können und die hervorragende Stabführung Hans Rosbauds. Der besonders herzliche Beifall am Schluß des zweiten Tages und die anschließenden Ehrungen durch die Stadtverwaltung und den Musikverein waren beredter Ausdruck des Dankes an ihn. * Werne, 26. März. 20 000 Punkte gestohlen. In einem Werner Manufakturwarengeschäft war man erstaunt darüber, wo nur die Punkte blieben, die von den Kleiderkarten bei Verkäufen vorschriftsmäßig abgetrennt worden waren. Ein 17jähriger Lehrling wurde nun ertappt, als er eben wieder eine Anzahl abgeschnittener Punkte„kassierte". Der Lehrling hatte schon seit Juli vergangenen Jahres lausend jede Woche rund 500 Punkte verschwinden lassen und diese an einen in Rünthe wohnenden Schneider verschleudert, der den BurBericht aus der Viehverkaufshalle in Lehrte vom Verkaufstage 25. März 1941. Es kosteten (Durchschnittsqualität und Durchschnittspreise): a) Ferkel:—6 Wochen alte bis 26 RM., 6 bis 8 Wochen alte 27—31 RM.,—10 Wochen alte 32—36 RM., 10—12 Wochen alte 37—42 RM.; b) Läuferschweine: über—5 Monate alte 43 8 bis 57 RM.; c) ältere Futterschweine: bis 85 RM. Abfallende Ware entsprechend niedriger. ausgesuchte Spitzenware entsprechend höher. Marktverlauf: Langsam. schen auch zu den Diebstählen veranlaßt hatte.— Mit den Punkten trieb der Schneider einen schwunghaften Handel. In Hamm und Dortmund verschaffte er sich die Stoffe für Anzüge und Mäntel. Auf diese Weise kam er in der kurzen Zeit auf 500 Stoffe. Er bevorzugte vor allem ländliche Kundschaft. Wollten die Leute wissen, wieso und warum, dann sprach er von„Beutelstoffen“. Der Schneider wurde im Laufe der Zeit sogar Lieferant an Wiederverkäufer. Nachdem die Werner Kriminalpolizei einen Aufruf erlassen hatte, daß sich alle jene melden sollten, die Stoffe auf diese Weise gekauft hatten, gingen in wenigen Tagen bereits an die 50 Meldungen ein. Bei einer Haussuchung konnten dem Schneidermeister noch 23 Stoffe abgenommen werden. Dieser sieht nun seiner Aburteilung vor dem Sondergericht entgegen und wird die schwerste Strafe zu erwarten haben. Bochum, 26. März. Unwandelbare Treue zum Werk. Zu eeiner erhebenden Feier enger Werksverbundenheit gestaltete sich die Jubilarehrung des Bochumer Vereins. Die Werksleitung ehrte die 451 Jubilare. Generaldirektor Dr. Borbet fand in seiner Ansprache lobende Worte für die unwandelbare Pflichttreue und Einsatzbereitschaft besonders der 35 Gefolgschaftsmitglieder, die bereits 50 Jahre in Diensten der Gesellschaft stehen. Er bat die Jubilare, auch in Zukunft das Beste zu leisten zum Wohle der Gesamtheit. Die Feinde hätten den Friedenswillen des Führers gestört und uns zum Kriege gezwungen. Diesem Kampfe gelte jetzt all unser Denken und Schaffen. Nach dem Kriege werde man mit Stolz davon sprechen können, was das Werk und nicht zuletzt die Jubilare in dieser entscheidungsschweren Zeit im einzelnen geleistet haben. Heute dagegen und in den kommenden Monaten sollen nur die Erzeugnisse des Werkes ihre eherne Sprache reden. An den Führer wurde ein Telegramm gerichtet, in dem die 451 Jubilare mit der gesamten Gefolgschaft des Bochumer Vereins weiterhin rastlosen Einsatz aller Kräfte für Deutschlands Endsieg geloben und unwandelbare Treue versprechen.— Werksleitung und Gefolgschaft weilten vor der Jubilarfeier am Gedenkmal, wo zum Gedenken der Toten des Werkes Kränze niedergelegt wurden. Bochum, 26. März. Vorzeitig von der Straßenbahn abgesprungen. Auf der Brückstraße konnte es eine 52jährige Frau nicht abwarten, bis sie an die Haltestelle gekommen war, sprang kurz vor der Haltestelle von der Plattform des Anhängers eines Straßenbahnwagens ab, kam zu Fall und mußte mit schwerem Schädelbruche ins Krankenhaus gebracht werden. Gummersbach, 26. März. Kartoffeltransport im— Leichenwagen. Der Besitzer eines Leichenbestattungsunternehmens hatte sich die unglaubliche Geschmacklosigkeit geleistet, einen Leichentransport nach Köln mit einer Kartoffelfuhre zu verbinden. Unterwegs bekam der Wagen eine Panne, so daß die Kartoffeln verladen werden mußten. Hatten sie vorher im Führersitz geruht, so wurden sie, um vor Nässe geschützt zu werden, jetzt einfach in den Sargraum verladen, wodurch der Sarg stark beschmutzt wurde. Die Geschichte kam ans Tageslicht. Die Witwe des Toten verlangte in selbstverständlicher Empörung Genugtuung, und zwar sollte der Mann eine Buße an die NSV. zahlen. Da er diese ablehnte, kam die Sache zur Anzeige. Erst vor Gericht erklärte er sich bereit, 100 RM. als Buße zu zahlen. Ueberdies hat er allerdings auch die Kosten des Verfahrens zu tragen. Düsseldorf, 26. März. Betrüger vor dem Sondergericht. Das Sondergericht in Düsseldorf verurteilte den schon vorbestraften.19jährigen Adolf Wilhelm Schmitz aus Duisburg wegen fortgesetzten Betruges in 29 Einzelfällen zu zwei Jahren Gefängnis. Schmitz hatte in seiner Heimatstadt Duisburg, in Düsseldorf und in Krefeld Personen versprochen, gegen Vorauszahlung Kaffee, Schokolade, Fett und andere Sachen zu liefern. Die Leute gaben ihm Einzelbeträge von 10 bis 62 RM. In Duisburg hatte er 13, in Düsseldorf 15 und in Krefeld eine Person betrogen und vom 26. November 1940 bis 17. Januar 1941 im ganzen 859 RM. erschwindelt. Das Geld hatte er bis auf 69 RM., die er bei seiner Festnahme noch in der Tasche hatte, in leichtsinniger Gesellschaft verjubelt. Aachen, 26. März. Der Widerspenstigen Zähmung. Das war eine harte Nuß, die die Angeklagte zu knacken gab. Schon der Justizwachtmeister hatte seine liebe Not mit der Geschwätzigkeit und Dreistigkeit dieser Frau, die offenbar glaubte, sich vor Gericht keine Hemmungen auferlegen zu brauchen. Dabei war sie wegen Mißhandlung und Körperverletzung angeklagt. In einer Wirtschaft in Aachen hatte sie die Wirtin überfallen, beschimpft, an den Haaren gerissen und mißhandelt. Dafür sollte sie sich nun verantworten. Auch vor dem Richter trieb sie es weiter so, widersprach frech, log und beschimpfte die Zeugen. Als sie gar das Gericht angriff, da war es mit dem Schimpfen aus. Es wurde beschlossen und verkündet:„Die Angeklagte wird wegen Ungebühr vor Gericht in eine Haftstrafe von sechs Stunden genommen.“ Das Urteil wegen der Anklage auf Mißhandlung und Körperverletzung lautete zudem auf eine empfindliche Geldstrafe. Die Angeklagte zog kleinlaut ab zum Gefängnis, wo sie Zeit fand, über ihr verfehltes Auftreten vor Gericht gründlich nachzudenken. Bönen, 26. März. Goldener Erntesegen. Die neue Arbeitszeit im Kleingarten begann für eine Familie in Bönen gleich mit goldenem Erntesegen, obwohl jetzt doch erst die Zeit der nus gent Vn. auß Sannnz! Roman von ETT VAN LOTT Urheber- Rechtsschutz: Drei-Quellen-Verlag. Königsbrück(Bezirk Dresden) 35 „Das ist die Wahrheit, bestätigt von Schriftsachverständigen“, gab Dr. Klodt ruhig zur Antwort. „Sie sind von Sinnen!“ schrie Setten. Die beiden Männer mußten einander ganz nahe gegenüberstehen, nur getrennt durch den Schreibtisch. Ich hatte mich schon lange erhoben und stand, das Ohr nahe der Türe, um keinen Ton zu verlieren. Jetzt klang das Läuten abermals durchs Haus, lauter, fast wie ein Schrej. „Ich verhafte Sie im Namen des Gesetzes, Herr von Setten.“ Metallisch, scharf und langsam hatte Dr. Klodt diese Worte gesagt. „Was? Mich?“, Heiser und überschlagend die Stimme.„Da hast du!“ Bewegung und Lärm. Ich riß die Tür auf und stürzte ins Zimmer. Setten schlug mit einem blitzenden Gegenstand auf Dr. Klodt ein, hatte wohl zum zweiten Male schon ausgeholt. Ich trat ihm in die Knie, er sank nach rückwärts um wie ein Sack. Ich warf mich auf ihn. Dr. Klodt eilte herzu, und bald hatten wir den Wütenden wehrlos gemacht. Jetzt klangen Schritte auf dem Gang; hastig ohne Atem kam der Wachmann hereingestürzt. „Handfessel und dann Einzelhaft!“ befahl Dr. Klodt. Das war bald geschehen. Nie werde ich diesen Augenblick vergessen! Setten stand gefesselt vor uns, sah uns an, mit wutverzerrtem Gesicht, mit Augen, die keinen menschlichen Ausdruck mehr hatten. Das waren die Augen eines reißenden Tieres! Ohne Setten noch eines Wortes zu würdigen, ließ Dr. Klodt ihn abführen. Ich war von dem Auftritt so erregt, daß meine Hände nur so flogen. Auch Dr. Klodts Atem ging unregelmäßig und stoßweise. Er bemerkte meine zitternden Hände. „Ich danke Ihnen, Herr Ingenieur! Einen Moment später, und ich weiß nicht, wie es ausgegangen wäre. Jetzt, bitte, beruhigen Sie sich. Jetzt ist ja alles vorbei!“, sagte er lächelnd. Am Boden lag der Totschläger Settens. Dr. Klodt hob ihn auf, reichte ihn mir und sagte: „Hier, sehen Sie sich dieses Mordinstrument genau an, womit der feine Herr von Setten zum Verhör bei der Polizei kam. Ich glaube, daß diese Tatsache allerlei Perspektiven eröffnet.“ 19. Kapitel Während des Essens hatte Dr. Klodt die Verhaftung Settens mit keinem Worte erwähnt. Als wir dann nach Tisch im Rauchzimmer saßen, Gohta, Dr. Klodt und ich, trieb mich die Neugier, Gohta zu fragen: „Nun, Herr Doktor, was haben Sie erfahren? Legen Sie los!“ „Nichts besonderes. Klaus' Erstgeburtsrecht wurde mit der Begründung seiner Krankheit auf Hagen übertragen. Klaus erhielt, ebenso wie Eugen und Elfriede, nur den Pflichtteil. Sonst sind alle Bestimmungen im Rahmen des Gesetzes, das für Majoratsgüter allgemein Geltung hat. Außer einigen Legaten ist die einzige Bestimmung des Alten die, daß das Erbgut nur an männliche Nachkommen aus der Rinkh'schen Linie fallen darf, selbst wenn weibliche Erben näheren Verwandtschaftsgrades vorhanden wären. Dadurch sind Töchter und angeheiratete Frauen praktisch von jeder Erbfolge ausgeschlossen.“ Bei diesen Worten sah Dr. Klodt interessiert auf. Gohta fuhr fort: „Der alte Notar versteht diese Klausel selbst nicht, weil ja drei männliche Erben vorhanden waren. Der alte Dietze ist übrigens ein Sonderling geworden! Ein Junggeselle von reinstem Wasser, ein Bücherwurm, nebenbei die lebende Chronik der ganzen Umgebung!“ „Haben Sie zufällig auch über die Familie Setten gesprochen, Herr Doktor?“ erkundigte sich Dr. Klodt. „Nein!“ „Dann bitte ich Sie, mir einen Gefallen zu tun! Ich selbst habe heute noch viel vor. Fahren Sie, bitte, nochmals zum Notar und forschen Sie nach den Eltern Settens. Geben Sie mir dann sobald wie möglich Bericht.“ „Gerne! Ich kann gegen vier Uhr zurück sein.“ „Besten Dank! Jetzt muß ich aber gehen! Ich habe die beiden Jäger bestellt und werde an der Mordstelle Schallproben durchführen lassen.“ „Sie wollen den Ort feststellen. von dem geschossen wurde?“ fragte ich interessiert, denn ich hatte dieselbe Idee auch schon gehabt. „Den Ort kenne ich schon“, lächelte mich Dr. Klodt an.„Ich brauche aber den Beweis für die Richtigkeit meiner Theorie.“ Der Mann ging wahrlich gründlich vor, kontrolliert sich selbst, mußte ich mit Anerkennung feststellen. „Sie, Herr Ingenieur, gehen nach der Aufregung am Vormittag am besten jetzt zur Ruhe! Das wird Ihnen gut tun", empfahl er mir, bevor er uns mit leichter Verbeugung verließ. Auch wir beide gingen, Gohta auf sein Zimmer. Ich suchte Ada, um ihr mein Erlebnis in Bautheim zu berichten. Die wird Augen machen, dachte ich mir. Ich fand sie ziemlich mißgestimmt oben in ihrem Zimmer. „Nun, was ist dir über die Leber gelaufen?“ fragte ich lächelnd. „Dein Herr Egon scheint ein feiner Herr zu sein! Da, lies!“— sie hielt einen Brief in der Hand. „Du weißt, wie gerne ich Briefe lese“, sagte ich.„Erzähle es mir lieber!“ „Also, er war verlobt mit einer Beamtin in einer Notariatskanzlei, hatte ihr die Ehe versprochen und sie dann sitzen gelassen“, sagte sie empört. „Das soll schon öfters vorgekommen sein!“ lachte ich. „Ja, aber er hatte ihr das Spargeld herausgelockt und mit einer französischen Tänzerin durchgebracht. Einer Bardame“, fügte sie mit Verachtung hinzu. „Das ist nicht schön!“ mußte ich zugeben. „Das war eine Niedertracht“, sagte Ada. „Sie hat ihm ja auch einen Denkzettel gegeben, den er nicht so bald vergessen wird.“ „Wieso?“ „Er war mit der Tänzerin in einer Loge im„Femina=Kabarett", als sie plötzlich eintrat und mitten in der Vorstellung ihren Schirm an seinem Kopfe in Fetzen schlug. Aus Rache!“ „Woher stammt deine Weisheit?“ „Von meiner Schneiderin!“ „O je, von der„Stadttratschen“, lachte ich. „Dann streiche ruhig die Hälfte weg, und das, was bleibt, ist noch immer übertrieben.“ „Ihre Auskünfte sind verläßlicher als ein Detektivbüro“, sagte Ada mit Ueberzeugung. Ich war über die Nachricht verstimmt. Egon hatte mir selbst erzählt, daß er wegen eines Skandals mit einer Frau seinen Posten im Central=Café verlassen mußte. Wenn das eben Gehörte auf Wahrheit beruhte, hatte er an dem Mädchen gemein gehandelt. „Wie kamst du dazu, dich über Egon zu erkundigen?“ fragte ich neugierig. Aussaat ist. Eine Frau war nicht wenig erfreut darüber, daß sich beim Umgraben ihr Trauring wiederfand, der vor vier Jahren beim Kartoffelausmachen im Garten verloren gegangen war. Aus der Eisel, 26. März. Acht Schützen— acht Füchse. Wer mit dem edlen Waidwerk vertraut ist, der weiß, daß bei weitem nicht jeder Pirschgang zum Erfolg führt. Ein außergewöhnliches Jagdglück war acht Jägern beschieden, die sich in einem Jagdrevier der Eifel auf die Fuchsjagd machten. Ihnen gelang es, acht Füchse zur Strecke zu bringen. Acht Jäger und acht Füchse. Eine wirklich ungewöhnlich gute Strecke, wie sie zu den Seltenheiten gehört. Jeder Schütze konnte mit einem Fuchs bedacht werden. Kein Jägerlatein, sondern eine wahre Begebenheit, die sich im Rahmen des vereinzelt noch anhaltenden verstärkten Eingriffs in die Fuchsbestände am Rande des Hochwaldes zugetragen hat. * Flucht aus dem Gefängnis Den Aufseher niedergeschlagen Hannover, 26. März. Wie die Kriminalpolizei Hannover mitteilt, sind am 22. März aus dem Gefängnis in Minden zwei Strafgefangene entwichen. Es handelt sich um Karl Kruck, geb. am 25. 1. 1913 zu Herdecke. letzte Wohnung in Minden, und Dietrich Blume, geb. am 24. 8. 1923 zu Posilge, letzte Wohnung Meißen, Kreis Minden.— Die beiden Verbrecher, von denen Kruck kürzlich zu einer Strafe von acht Jahren verurteilt wurde, haben den Aufseher des Gefängnisses niedergeschlagen und ihn dabei sehr gefährlich verletzt und sind dann nach Aneignung der Schlüssel geflüchtet. Beschreibung der Flüchtlinge: Kruck: 1,70 m groß, schlank, dunkelblondes Haar, graue Augen, blasse Gesichtsfarbe, bartlos. Auf der Stirn, vor dem linken Stirnhocker eine etwa drei Zentimeter lange Narbe, die gut sichtbar ist. Bekleidung: Blaue Schirmmütze mit Lederschirm und Sturmriemen, bunter gestreister Wollschal, schwarzes Jakett mit feinen weißen Streifen, schwarze Stiefelhose und schwarze lange Marschstiefel. Blume: 1,74 m groß, schlank, dunkelblondes Haar, blaue Augen, frische Gesichtsfarbe, bartlos, keine besonderen Kennzeichen. Bekleidung: Blaue Schirmmütze, dunkler Anzug mit langer Hose. Die Ausbrecher haben die Gefängnisschlüssel mitgenommen. Beide Ausbrecher sind ohne Barmittel; sie werden versuchen, durch Betteln oder durch Diebstähle Lebensmittel zu bekommen. Die Bevölkerung wird gebeten, die Strafverfolgungsbehörden durch Mitteilungen über das Auftauchen der Ausbrecher zu unterstützen, damit diese rohen Burschen bald dingfest gemacht werden können. Vorsicht ist geboten, da die Ausbrecher wahrscheinlich Schußwaffen mit sich führen! Mitteilungen nehmen alle Polizeiund Landjägereidienststellen entgegen. Mitteilungen werden auf Wunsch vertraulich behandelt. „Ich wollte ein gutes Werk tun und ihn mit seiner Braut versöhnen. Sie will aber nichts mehr von ihm hören", antwortete Ada. Jetzt erzählte ich ihr den Vorfall bei der Verhaftung Settens. Als ich geendet hatte, stand Ada auf, machte vor mir einen Hofknix und sagte, während ihr der Schalk aus den Augen lachte: „Meine Hochachtung, Herr Lebensretter!“ Ich legte mich dann auf das Sofa, konnte aber keinen Schlaf finden. Meine Gedanken kamen nicht zur Ruhe. Bald stand ich wieder auf. Unschlüssig strich ich im Hause umher, zuletzt ging ich in die Bibliothek und stöberte in alten illustrierten Zeitungen. Frau von Lehrten trat' ein.„Störe ich?“ fragte sie lächelnd. „Im Gegenteil! Ich weiß nicht, was vor Langeweile anfangen.“ Sie setzte sich zu mir, und ich reichte ihr meine Zigarettendose.„Wie war es auf Sarten?“ fragte ich, bemüht, ein Gespräch in Gang zu bringen. „Langweilig! Zwei komische, alte Leute.“ Dann begann sie nachdenklich, ohne mich anzusehen.„Das sind jetzt aufregende Tage auf Krannitz. Ich bin bald am Ende meiner Kraft. Die steigende Sorge um Klaus, die Vorfälle, die Kommissionen, alle die fremden Menschen und der ganze Haushalt— das ist zu viel. Ich habe noch nie geklagt, aber glauben Sie mir, Herr Ingenieur. wenn ich die Baronin nicht so gern hätte, wenn sie mir nicht so leid täte, und wenn Klaus nicht wäre— längst schon wäre ich ausgerissen.“ „Bitte, tun Sie das nicht, gnädige Frau!“ „Ich weiß, ich kann's nicht! Aber es ist wirklich schon zu viel.“ „Diese Ungewißheit wird hoffentlich nicht mehr lange dauern“, sagte ich, um sie zu trösten. „Dieser Dr. Klodt scheint scharf hinter dem Täter her zu sein.“ „Jedenfalls ist er gründlicher, als alle vor ihm waren. Ich bin ja auch nicht so oberflächlich, wie Sie vielleicht meinen. Auch ich habe mir Gedanken gemacht— auch als Frau.“ „Ich kann Sie verstehen“, sagte ich, um sie zu ermuntern, fortzufahren. „Ein Umstand gibt mir schon lange zu denken— ist mir aufgefallen, nicht erst heute, schon früher, als noch normale Zeiten hier waren.“ Ich unterbrach sie nicht. „Haben Sie den alten Rinkh gekannt?“ „Nein!“ „Oben in der Galerie hängt sein Bild— ein Profil, das sehr gut ist. Sehen Sie sich das einmal an!“ Wo will sie hinaus, fragte ich mich. (Fortsetzung folgt.) Aus der Heimat!] Wendepunkt für die Jugend Büren, Donnerstag, den 27. März 1941 Am 30. März geschlossene Ueberführung in die Stamm-HJ. Am 30. März werden die Angehörigen des I eine bisher allen Pimpfen und Jungmädeln im 7. Reichsstraßensammlung am 29. und 30. März 1941 * Standkonzert am Freitag. Wie wir hören, veranstaltet ein Musikkorps der Wehrmacht in den Spätnachmittagstunden des morgigen Freitags, wahrscheinlich zwischen 5 und 6 Uhr, auf dem hiesigen Marktplatz ein Standkonzert. 45 155,27 RM. spendete der Kreis Paderborn=Büren am Tage der Wehrmacht, während beim letztjährigen Tag der Wehrmacht insgesamt 21 185.— RM. gesammelt wurden. Die Gesellenprüfung bestanden im Tisch lerhandwerk: Franz Dönni, Brenken(gelernt bei Kaspar Michels, Büren), Hans Sprink, Paderborn(Franz Sprink, Enkhausen), Franz Werner, Westheim(Friedr. Zieren, Westheim), Karl Freise, Verne(Heinrich Bruns, Salzkotten), Alfons Ruhmann, Boke(Heinrich Dreier, Anreppen), Engelbert Bunte, Verlar(Konrad Kloke, Bokee), Franz Kleinemeier, Verlar(Karl Buttner, Hörste), Friedrich Eikler, Verne(Matthias Heinrichs, Salzkotten), Julius Schäfers, Siddinghausen(Heinrich Wiehe, Siddinghausen), Wilhelm Wessel, Oberntudorf(bei seinem Vater); im Zimmererhandwerk: Wilhelm Hecker, Salzkotten(gelernt bei seinem Vater). Punktbewertung von zweiteiligen Knabenanzügen. Auf der zweiten Reichskleiderkarte für Knaben sind zweiteilige Anzüge mit 40 Punkten bewertet. Wie die Reichsstelle für Kleidung amtlich mitteilt, rechnen hierzu nicht Anzüge, die aus Hose und Pullover oder Strickweste bestehen. Diese sind vielmehr unter Zugrundelegung der Punktbewertung der Einzelteile zu berechnen und daher mit 28 Punkten zu bewerten, wenn der Pullover oder die Strickweste Aermel hat, und mit 25 Punkten ohne Aermel. Jahrganges 1926/27, also Hunderttausende von Jungen und Mädeln, im Vollzug der Jugenddienstpflicht aus dem Jungvolk und dem Jungmädelbund in die HI und den B0M übernommen werden. Die Jungen und Mädel legen dabei folgendes Gelöbnis ab:„Ich verspreche, in der HI allzeit meine Pflicht zu tun, in Liebe und Treue zum Führer und unserer Fahne". Diese Ueberleitung der Vierzehnjährigen aus der unteren Stufe der zusätzlichen Jugenderziehung in die HI bedeutet einen wichtigen Wendepunkt für die Beteiligten, insbesondere auch für die Eltern, deren Teilnahme ebenso wie die der Erwachsenen an dem feierlichen Akt möglichst zahlreich sein soll. Es gibt innerhalb der Jugenddienstpflicht einige solche entscheidenden Tage der Erziehungsarbeit. Sie stellen eine Steigerung im Lebensablauf des Jugendlichen dar. Es sind dies der 19. April, der Vortrag des Geburtstags des Führers, an dem die Zehnjährigen in das Jungvolk und den Jungmädelbund ausgenommen werden, ferner der diesmal auf den 30. März festgelegte Termin der Ueberführung der Vierzehnjährigen aus Jungvolk und Jungmädelbund in die HJ und BDM, und endlich der 9. November, der die Aufnahme der Achtzehnjährigen in die Partei bringt. Die feierliche Verpflichtung auf die HJ am 30. März wird bannweise oder auf dem flachen Lande in den einzelnen Orten stattfinden, nach Möglichkeit im Freien, sonst in Feierräumen. Für die beteiligten Angehörigen des Jahren 1926/27 unserer Jungen und Mädel bedeutet die Verpflichtung einen wichtigen Abschnitt im Verlauf ihrer Jugenderziehung, soweit sie die HJ im Auftrage der NSDAP durchzuführen hat. War Kindesalter sorgsame Erziehung zusätzlich zu Elternhaus und Schule zuteil geworden, so kommen sie nun in den Bereich der systematischen Betreuung der Jugendlichen. Die Jungen erhalten die erste Fühlung mit den Gebieten der vormilitärischen Ertüchtigung, die Mädel mit ihren künftigen Aufgaben als Hausfrau und Mutter, vor allem aber haben sie nun auch eine wichtige neue Stufe der geistigen Führung innerhalb der Jugenddienstpflicht erreicht. Rein äußerlich liegt der Unterschied darin, daß die Pimpfe und Jungmädel ihren Dienst nachmittags versehen, während 5I und BDM Rücksicht auf das Berufsleben nehmen und daher auch auf die Abendstunden zurückgreifen müssen. Dabei ist aber immer Vorsorge getroffen, daß weder eine Ueberlastung der Jugendlichen, noch gar eine Verkürzung der Nachtruhe eintreten kann. Der Reichsjugendführer hat hierüber eindeutige Vorschriften erlassen. Noch eine Besonderheit ist für den Jahrgang 1926/27 zu erwähnen. An sich ist in den Bestimmungen über die Jugenddienstpflicht vorgesehen, daß die HI in eine allgemeine und eine Stamm=HJ gegliedert wird. In die allgemeine HI kommt jeder erfaßte Jugendliche, in die Stamm=HJ aber nur eine Auslese derjenigen, die sich als Nachwuchs für die Partei eignen. Die Ueberleitung in die StammHI kann jedoch auch noch ein Jahr nach der Verpflichtung auf die HI erfolgen. In diesem Kriegsjahr 1941 nun fällt die Unterscheidung fort. Am 30. März werden daher alle Pimpfe und Jungmädel in die Stamm=HJ aufgenommen. Die Pflege der Kleidung! Das Ausbürsten, Aufbewahren und Einmotten der Winterkleidung Im Frühjahr hängt man bei geeignetem Wetter alle Kleidungsstücke nach draußen. Man bürstet sie unter Zugluft gründlich aus, besonders die Taschen und Nähte. Die Schränke müssen ebenfalls gut durchlüftet werden. Man wäscht sie zweckmäßig mit einer schwachen Lösung von übermangansaurem Kaliwasser und etwas Lysoform aus. Diese Lösung reinigt und desinfiziert zugleich. Die Kleidungsstücke müssen auf zweckentsprechende Bügel gehängt werden. Bügel benutzen, die mit Wolle behäkelt sind. Kleiderbügel dürfen auch kein rauhes Holz haben, da dadurch leicht die Gewebe aufgerauht werden, woraus später Löcher entstehen. Kleider dürfen nicht zu dicht gehängt werden. Der Kleiderschrank muß von Zeit zu Zeit durchlüftet werden. Das Einmotten der Winterkleidung muß rechtzeitig im Frühjahr vorgenommen werden, weil dann die Kleidermotte ihre Eier ablegt, aus denen sich die Raupe entwickelt, die sich in die Gewebe einfrißt. Die Mottenwürmer nehmen die Farbe des Gewebes an, weshalb man sie oft nicht rechtzeitig bemerkt. Besonders gefährdet sind: Wollsachen, Pelze, Polstermöbel und unbenutzte Betten. Nur einwandfrei, saubere Gegenstände dürfen weggepackt werden. Die Stücke werden entstaubt und die Flecken entfernt. Wenn Sonnen möglich, soll es nicht unterbleiben. Um die Gegenstände mottensicher zu machen, gibt man Mottenmittel wie z. B. Kampfer, Naphtalin in Kugeln oder Tabletten hinein und schlägt sie in Zeitungspapier ein. Dann legt man sie in gutschließende Kartons, Gauarbeitstagung des HS=Lehrerbundes In Münster versammelten sich die Kreiswalter des NSLB. mit dem Gaustab zu einer Arbeitstagung. Gauhauptstellenleiter Pg. Harnacke, der die Grüße des im Felde stehenden Gauamtsleiters Pg. Reimpell übermittelte, sprach eingehend über die schulpolitische Lage und die Aufgaben, die den Erziehern in der Gegenwart erwachsen. Anschließend sprachen der Gaubeauftragte für die erweiterte Kinderlandverschickung, Pg. Dr. Knops, über die Tätigkeit der Erzieher in den Jugendlägern, und als Vertreter des im Felde stehenden Gauschulungswalters der Gaustellenleiter Pg. Sieg über die Schulungsarbeit der Erzieher im Kriege. Hauptstellenleiter Pg. Wolff berichtete ferner über die Bereinigung der Büchereien, eine Aufgabe, die bekanntlich dem NSLB. von der Partei gestellt wurde. Am Nachmittag stand im Mittelpunkt der Besprechungen der Schülerwettbewerb„Seefahrt ist not“. Der neue Gaubeauftragte für die Schülerzeitschrift„Hilf mit“. Gaustellenleiter Pg. Vogel, berichtete über die Reichstagung, die Anfang März in Straßburg stattfand. Der Wettbewerb der bis Ende März verlängert wurde hat schon jetzt einen durchschlagenden Erfolg zu verzeichnen. Die Presseberichte aus den Kreisen berechtigen zu den höchsten Erwartungen. Im Laufe des Monats April werden in allen Kreisen des Gaues Kreisausstellungen durchgeführt, um der Oeffentlichkeit einen Einblick in die Schaffensfreudigkeit Tägliche, gründliche Zahnpflege ist viel mehr als Schönheitspflege: sie ist praktische Gesundheitspflege. FET zu geam 31. der nationalsozialistischen Schuljugend ben. Am Tage der Skagerrakschlacht, Mai, werden dann die besten Arbeiten in einer großen Gauausstellung der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht. Als Ort der Ausstellung wurde Herford, die Heimatstadt unseres =Boot=Helden aus dem Weltkriege, Otto Weddigen, bestimmt. Die Reichsausstellung in Köln wird dann im August den Abschluß des Wettbewerbes und die Auswahl der Reichssieger bringen. Der Gausachbearbeiter für den Schiffsmodellbau, Pg. Jacobi, machte interessante Ausführungen über die notwendigen weiteren Auswertungen des Wettbewerbs. Nach Abschluß sollen durch die Schulen alle für die Seefahrt und für den Schiffbau begeisterten Jungen im Werkunterricht und Zeichenunterricht erfaßt werden. Auch die gewerblichen Berufs= und Fachschulen werden eingesetzt. In Fachlehrgängen in Mark werden geeignete Lehrkräfte laufend für den Unterricht im Schiffsmodellbau vorgebildet. Die Schule hat die große Aufgabe. den Nachwuchs für Marine und Werften sicherzustellen. Sie ist bereit, dem Rufe zu folgen und auch hier ihre Pflicht zu tun. Korvettenkapitän Bergmann vom Wehrkreis dankte für die vorbildliche Arbeit der westfälischen Erzieher und versprach jede nur mögliche Unterstützung. Zum Abschluß der arbeitsreichen Tagung sprach noch der Sachbearbeiter beim Landesbauernführer, Pg. Dr. Feldmann, über Fragen der Landflucht. Wenn der dringend notwendige Nachwuchs für die Landwirtschaft sichergestellt werden soll, kann auf die Mitwirkung des Volksschullehrers nicht verzichtet werden. Die zur Entlassung kommende Schuljugend muß immer wieder darauf hingewiesen werden, daß der Freiheitskampf des Führers ihr auch die Möglichkeit wiedergegeben hat, ein freier Bauer auf freier deutscher Scholle zu werden. Pg. Harnacke versprach dem Redner die Unterstützung des RS2B. der stets eng mit der Landesbauernschaft zusammenarbeite und bat um Unterstützung bei der Lösung mancher noch ungelöster Landlehrerfragen. verklebt die Ränder und schreibt auf die Kästen den Inhalt. Schuhe„mit" und„ohne“ Neuer Katalog bezugscheinfreier Schuhe Die Reichsstelle für Lederwirtschaft hat zur Frühjahrssaison mit Anordnung vom 17. März 1941 die Bestimmungen über bezugscheinfreie Schuhwaren neu gefaßt. Es bleiben wie bisher bezugscheinfrei: Holzpantinen, Vollholzschuhe, Babyschuhe. Hausschuhe aus Altmaterial, Stroh= schuhe, gebrauchte Schuhe. Dagegen sind künftig nicht mehr wie früher bezugscheinfrei: Männerstiefel mit hohen Filzschäften. Unfallverhütungsschuhe. Artistenschuhe. Arbeitsschuhe mit Holzsohlen und Straßenschuhe, zu denen weder Leder, Gummi noch Lederaustauschstoffe verwandt werden. Eine Sonderregelung haben die Straßenschuhe mit Holzsohle erfahren, sie bleiben bis zum Preise von 5 RM.(Größe 36 und darüber) bezugscheinfrei; die höherwertigen Straßenschuhe mit Holzsohle sind künftig bezugscheinpflichtig. Praktisch bleiben also die einfachen Holzsandaletten wie im vergangenen Jahre frei, während dagegen die Straßenschuhe mit Holzsohle bezugscheinpflichtig werden. Das ist etwas anderes Herr Fronzel, Inhaber eines Versandgeschäftes, kam mit einer dicken Aktentasche voller Briefe zum Postamt. Er peilte den Annahmeschalter an und stapelte dort die säuberlich mit Firmenaufdruck und Anschriften versehenen Sendungen auf. Der Postbeamte legte einen der recht gewichtigen Briefe auf die Waage.„Da fehlt aber noch das Porto, Herr Fronzel“, sagte er. „Porto?“, staunte Fronzel.„Warum denn das? Geht doch alles an Soldaten. Feldpost natürlich. Ist ja gebührenfrei!“ „Darf man fragen, was Sie da versenden wollen?“ „Meinen neuesten Katalog! Warten Sie... Sie sollen auch einen haben. Hier bitte! Was glauben Sie wohl, wieviel Soldaten zu meiner Kundschaft gehören! Die wollen doch auch wissen, was für Neuerungen es bei Fronzel gibt!“ „Das schon, Herr Fronzel. Aber... Gewerbliche Sendungen genießen keine Gebührenvergünstigung!“ „Erlauben Sie mal! Mein Bruder, für den ich das Geschäft leite, läßt sich doch alles unter Feldpost schicken!“ „Das ist etwas anderes, Herr Fronzel. In ihren eigenen geschäftlichen, gewerblichen oder beruflichen Angelegenheiten können Angehörige der Wehrmacht Gebührenfreiheit oder Ermäßigung in Anspruch nehmen. Was Sie da vorhaben, ist aber Reklame auf Kosten der Post. Das ist verboten!“ Brauchtum im Frühling Der März ist der Frühlingsmonat und wurde schon immer von den nordischen Völkern, die ja das Erwachen der Natur am ehesten zu fühlen vermochten, mit festlichen Bräuchen begrüßt. Die Bauern schenkten sich untereinander mit bunten Bändern und Blumengebilden verzierte Weidenstangen, die sogenannten„Frühlingsstöcke". Wenn die Kinder in Stadt und Land jetzt im März und April wieder ihre Kreisel= und Reifenspiele beginnen, so weiß heute kaum noch jemand, daß wir es hier mit neuzeitlich verfeinertem uralten Brauchtum unserer Vorfahren zu tun haben. Früher warf man um diese Zeit runde Feuerräder durch die Lüfte oder rollte sie die Hänge herunter als Symbole der wiederkehrenden Sonne. Das ist unser heutiges Reifenspiel. Ebenso sind die sich lustig drehenden Kreisel stark abgewandelte Symbole der Frühlingsscheiben unserer Vorfahren und damit' der Sonne selbst. Mit dem Brauchtum verknüpft ist eine Menge alten Volksglaubens, der sich besonders auf die ersten Blüten und Blumen in der Natur richtet. Als berühmte Heilpflanze mit Zauberkräften gilt noch heute der Gundermann. In der Pfalz findet man noch die Sitte, daß die Bauern Kühen, die keine Milch geben, geschnittene Gundermann unter Hersagen eines ganz bestimmten „Zauberspruchs“ zu fressen geben. Dagegen bleiben Küchenschelle und Nieswurz dem Bauernhaus fern, wenn nicht die Hühner mit Legen aufhören sollen. Für die brennende Liebe im Herzen und um den Ehemann zu fesseln, soll Knabenkraut, unter grünen Bohnen oder Mohrrüben gemischt, ein ausgezeichnetes Mittel sein. Unsere Vorfahren haben den Pflanzen vielerlei geheimnisvolle Kräfte zugeschrieben, und wenn wir heute wieder die Lehre von den Heilkräutern aufnehmen, so wissen wir am besten, daß es damit eine gute Bewandtnis hat, nur daß wir den damit so viel verbundenen Aberglauben ablehnen! Ein„Bad mit Märzentau“, das so gesundheitsfördernd sein soll, können wir uns aus Mangel an Zeit und Gelegenheit ja sowieso nicht mehr leisten. Aus dem Kreise Büren Kreis Paderborn=Büren, 26. März. Die Röntgen=Reihenuntersuchungen werden, wie bereits kurz berichtet, in der Zeit vom 16. April bis 20. Mai im Kreis Paderborn=Büren durchgeführt. Vorweggenommen wurde am letzten Montag die Untersuchung der Geistlichkeit der Stadt Paderborn, die vollzählig erschienen war, und zwar traten vormittags die Ordensschwestern an, während am Nachmittag die Priester, Ordensbrüder und die Angehörigen der Priesterbildungsanstalten folgten.— In Büren werden die Untersuchungen voraussichtlich am 6. und 7. Mai durchgeführt. Salzkotten, 26. März. 300 Silben in der Minute. Der Kreisverband Lippstadt der Deurschen Stenographenschaft veranstaltete am letzten Sonntag in der hiesigen Berufsschule ein Leistungsschreiben, das eine sehr gute Beteiligung gefunden hatte. Abermalige Kreismeisterin wurde Ferdinande Volmer(Lippstadt) mit einer Leistung von 300 Silben in der Minute; es wurde ihr daher der Ehrenpreis der Stadt Salzkotten(eine große Leiderschreibmappe mit Widmung) zuerkannt. Einen weiteren Preis der Stadtverwaltung mit eigenhändiger Widmung des Bürgermeisters Seidler erhielt Erna Trutt(Lippstadt) für ihre Leistung von 240 Silben. Ferner erzielten 120 Silben: Hedwig Lange, Josefine Voß und Maria Krambrock, 180 Silben: Franz Josef Ewers, 200 Silben: Fritz Schrewentigges, sämtlich aus Salzkotten. Aus der Bewegung B9M.=Werk, Büren. Alle Mädel treten heute(Donnerstag) pünktlich um.30 Uhr an der Josefschule an. Der Betrag von RM..— ist mitzubringen. Aus der Reihe der loten Paderborn: Josef Bickmeyer, 34., Josef Schäfermeyer, 77., Frau Maria Blaschke geb. Bergschneider, 34 J.— Löwen: Bauer Josef Arendes, 70 J. Paderborn: Frau Wwe. Maria Richters geb. Brinkmeier, 78 I.— Nörten=Hardenberg: Oberbahnwärter a. D. Franz Drewes, 71 J. Hauptschriftleiter: Emil Reuber. Lippstadt; Stellvertreter: Otto Birkle. Büren. Verantwortlich für Politik und Unterhaltung: Emil Reuber: Sport und Provinz: Hans Joachim Koziolek(z. Zt. im Felde) i..: Dr. Anton Hans Meyer, Lippstadt: Bilder: die Ressortschriftleiter: für den heimatlichen und Anzeigenteil: Otto Birkle, Büren. Verlag und Druck: C. Jos. Laumanne Lippstadt. 1941 gültig. WPbetaut. Z. Zt. ist Preisliste Nr. 8 v. 1. Jan. Es lohnt sich, ein paar Groschen für eine kleine Anzeige anzulegen, denn sie ist der beste Vermittler bei An- und Verkäufen jeder Art. Die Anzeige muß aber in der Heimat= zeitung erscheinen. Wegen dringender Lagerarbeiten bleibt mein Geschäft am Freitag, dem 28. und Sonnabend, dem 29. März 1941 geschlossen Wilb. Roolf, Büren 1. Nicht nur die völkische schwerer als reichende auß Beitritt zum slawien ist zu staaten, aber hat es sich dur in den letzten anderen Balk Schöpfungen Jugoslawie schaften zusan Grund des Di 1919 aus den tenegro sowie maligen k. u. Steiermark wonien, Bos Teilen des 2 Ostufers der Einschaltunger dem Meer be von 2475420 ausbruch: 29. lionen Einwo Staatsvölk mit 7 Million und die Slo wohner. Di 15 Prozent Deutschen ersten Platze gyaren. Bulg baner, Türken * In das L Kronprinzen Schicksal: sein 9. Oktober 11 zum Opfer. zu jener Zeit schulstudien jugoslawischen nicht, wenn weilen darf. kehren. Die nächste für den nach Regentsch Peters Onkel. walt ausübte, erziehung gen ausging. nebe lichen und m heranreifender bewußten Che datische Persö bei dem klug chaels von Ri Peters II. eine Jünglinge all jugoslawischen kehrston diese „königlich“ ei vielmehr kar edelsten Sinn liefen Erlebeschaft. Die S die sich in r Problem der lichkeiten bese von„Prinzen gehabt. Als König vier Jahren! gelegt hatte. Hauses Kara, litärdienst ein studium. Die obliegt dem sie umfaßt al die praktische chenen soldati Menschen bral das lebhafte litärischen Dir die allerfeste wird von sei Jüngling gesch auffassung sein Er steht heut wird mit des erreichten Gro den Thron be schichte Jugosl Tode des„rit gann. nähert Di Vor etwa das anonym, zunächst merk als Erzie sehen und fat hältnisse fast wirkte mit se und seiner seinem volksi seiner geistige von Ideen, die beschäftigt ha Mahnruf ine von dem Gla der Wissenscha beherrscht, auf und sozialen Zeit, die inn kulturell ohn lebte. 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Jugoslawien Nicht nur Einflüsse von außen, sondern auch die völkische Vielfalt hat es Jugoslawien schwerer als anderen Staaten gemacht weitreichende außenpolitische Entschlüsse wie den Beitritt zum Dreimächtepakt zu fassen. Jugoslawien ist zwar der größte unter den Südoststaaten, aber auch der uneinheitlichste. Dennoch hat es sich durch kluge Innen= und Außenpolitik in den letzten Jahren stabiler erwiesen als die anderen Balkanstaaten, besonders die restlichen Schöpfungen der Pariser Vorortsverträge. Jugoslawien ist aus verschiedenen Landschaften zusammengewachsen. Es entstand auf Grund des Diktates von St. Germain im Jahre 1919 aus den Binnenstaaten Serbien und Montenegro sowie den Randlandschaften der ehemaligen k. u. k. Donaumonarchie, der südlichen Steiermark. Krain, Dalmatien, Kroatien=Slawonien, Bosnien=Herzogowina, Batschka und Teilen des Banats; durch die Besetzung des Ostufers der Adria(mit kleinen italienischen Einschaltungen) wurde die alte Sehnsucht nach dem Meer befriedigt. Es entstand ein Staat von 247512 gkm Größe(Preußen vor Kriegsausbruch: 295000 gkm), der heute 15.4 Millionen Einwohner zählt. Staatsvölker Jugoslawiens sind die Serben mit 7 Millionen, die Kroaten mit 4 Millionen und die Slowenen mit.5 Millionen Einwohner. Die Minderheiten machen etwa 15 Prozent aus, unter ihnen nehmen die Deutschen mit 500000 zahlenmäßig den ersten Platz ein; ferner sind vertreten die Magyaren. Bulgaren. Rumänen. Italiener, Albaner, Türken, Aromunen und Zigeuner. König Peter II. In das Leben des jungen jugoslawischen Kronprinzen Peter griff ein unerbittliches Schicksal: sein Vater, König Alexander, fiel am 9. Oktober 1934 dem Anschlag von Marseille zum Opfer. Der elfjährige Kronprinz weilte zu jener Zeit in London, wo er seine Mittelschulstudien abschließen sollte. Da nach der jugoslawischen Verfassung der König auch dann nicht, wenn er minderjährig ist, im Ausland weilen darf, mußte Peter nach Belgrad zurückkehren. Die nächsten Lebensjahre des jungen Königs, für den nach dem Willen seines Vaters eine Regentschaft mit dem Prinzen Paul. Peters Onkel, an der Spitze die königliche Gewalt ausübte, waren einer planvollen Prinzenerziehung gewidmet, die von dem Grundsatz ausging. neben einer umfassenden wissenschaftlichen und militärischen Ausbildung aus dem heranreifenden Jüngling einen verantwortungsbewußten Charakter, eine männliche und soldatische Persönlichkeit zu formen. Aehnlich wie bei dem klugdurchdachten Erziehungsplan Michaels von Rumänien stellten auch die Erzieher Peters II. eine Sonderklasse auf. der auserwählte Jünglinge aller Stämme und Schichten des jugoslawischen Volkes angehörten. Der Verkehrston dieser Klasse war keineswegs auf „königlich“ eingestellt, die Grundhaltung war vielmehr kameradschaftlich, demokratisch im edelsten Sinne des Wortes, erfüllt von dem liefen Erleben einer wirklichen Volksgemeinschaft. Die Schriftsteller des 18. Jahrhunderts, die sich in vielbändigen Romanen mit dem Problem der Heranbildung fürstlicher Persönlichkeiten beschäftigten, hätten an dieser Art von„Prinzenerziehung“ ihre wahre Freude gehabt. Als König Peter die Gymnasialstudien in vier Jahren beendet und die Reifeprüfung abgelegt hatte, trat er, den Ueberlieferungen des Hauses Karageorgewitsch gemäß. in den Militärdienst ein und begann mit dem Hochschulstudium. Die militärische Erziehung des Königs obliegt dem Chef des Großen Generalstabes; sie umfaßt alle militärischen Disziplinen und die praktische Ausbildung. Bei der ausgesprochenen soldatischen Haltung des jugoslawischen Menschen braucht kaum betont zu werden, daß das lebhafte Verständnis Peters für alle militärischen Dinge seine Sympathie im Volke auf die allerfeste Grundlage stellt. König Peter wird von seiner Umgebung als ein ernster Jüngling geschildert, der an Reife der Lebensauffassung seinen Altersgenossen weit voran ist. Er steht heute im achtzehnten Lebensjahr und wird mit dessen Vollendung und der damit erreichten Großjährigkeit am 6 September 1941 den Thron besteigen. Ein Abschnitt in der Geschichte Jugoslawiens. der mit dem schmerzlichen Tode des„ritterlichen Königs“ Alexander begann, nähert sich damit seinem Ende. „ Regetdennden Vom„Fliegermäuschen“ Bei Beginn des Weltkrieges war eine brauchbare wirkungsvolle Fliegerbombe noch nicht eingeführt worden, da man sich über den Kampfeinsatz des Flugzeuges vor dem Weltkrieg keinesfalls klar gewesen war. Zuerst wurden dann 800 Gramm schwere Bömbchen, an denen ein Tuchwimpel zur Stabilisierung hing. verwendet, man nannte sie„Fliegermäuschen“ und kennzeichnete damit eigentlich schon ihren Wert. Infolge starker Abdriften trafen auch selbst die Zielgeübten mit ihnen schlecht. 1915 wurden dann„Karbonitbomben“ eingeführt, sie hatten einen birnenförmigen Stahlkörper und wiesen bereits Gewichte bis zu 50 Kilogramm auf. Aber ihre Treffgenauigkeit war noch sehr gering, da das Abwurfverfahren zu primitiv war. Dabei hatten damals die Flugzeuge noch keine Geschwindigkeit über 200 Stundenkilometer. Im Verlauf der Weiterentwicklung kam man zu einer Sprengbombe, die bereits äußerlich der heutigen ähnlich war. Diese sogenannte „.= und.“=Bombe besaß die aerodynamisch günstige Torpedoform und war mit Stabilisierungsflächen versehen. Von dieser Bombenart Eekse-unt zur Stukabombe wurden bereits solche mit einem Gewicht von 300 Kilogramm verwendet. Man hatte bei ihrer Konstruktion besonderen Wert auf den Zünder gelegt. Um die Zündung sicher zu gewährleisten, wurden bei schwereren Bomben zwei Zünder, und zwar einer vorn und einer hinten angebracht; auch Minenzeitzünder wurden schon verwendet. Ebenfalls hatte man an eine Bombenabwurf= und=zieleinrichtung gedacht. Mitte 1916 wurde eine Reihenabwurfeinrichtung mit mechanischer bzw. elektrischer Auslösung eingeführt; ebenso fand ein schon für den Nachtflug brauchbares Abwurfvisier Verwendung. Die schwerste Bombe, die im Weltkrieg, erstmalia im Frühjahr 1918, eingesetzt wurde, hatte ein Gewicht von 1000 Kilogramm, ein Gewicht, das damals von uns nicht überschritten worden ist. Immerhin wurden bei den im Weltkrieg gegen London durchgeführten 52 Einzel= und Verbandsangriffen allein 2772 Bomben abgeworfen, die einen Sachschaden im Werte von 1434 500 Pfund Sterling verursachten, 857 Engländer töteten und 2058 verwundeten. Insgesamt wurden von deutschen Fliegern im WeltUnser Bild zeigt eine der neuesten Aufnahmen des jugoslawischen Königs Peter II. und des Prinzregenten Paul. (Associated-Preß-.) Unten: Das Königliche Schloß in Belgrad. der Hauptstadt Jugoslaviens, das seinen Beitritt zum Dreimächtepakt vollzog. (Weltbild-.) Der„Remsrandideutsche zu seinem 100. Geburtstag] Von O. H. Sarnetzhi Vor etwa fünfzig Jahren erregte ein Buch. das anonym„von einem Deutschen“ unter dem zunächst merkwürdigen Titel„Rembrandt als Erzieher“ erschien, das größte Aufsehen und fand eine für die damaligen Verhältnisse fast ungewöhnliche Verbreitung. Es wirkte mit seinem kulturkritischen Idealismus und seiner schwärmerischen Religiosität, mit seinem volksverbundenen Reformwillen und seiner geistigen Offenheit— getragen zum Teil von Ideen, die auch schon Lagarde und Nietzsche beschäftigt hatten— wie ein prophetischer Mahnruf in eine Zeit, die auf der einen Seite von dem Glauben an die welterlösende Kraft der Wissenschaft, des Fortschritts und der Technik beherrscht, auf der anderen Seite von politischen und sozialen Krisen durchwogt wurde. in eine Zeit, die innerlich brüchig war und geistigkulturell ohne klares Zielbewußtsein dahinlebte. In der Dichtung jener Tage. im Naturalismus Strindbergs etwa wie im romantischen Symbolismus Maeterlincks. ist das geheime Grauen der Welt gespiegelt, das hintergründig die Menschen befallen hatte, und vordergründig entwickelte sich aus der fortschreitenden Industrialisierung das bedrückende Problem der Masse ein Problem, das mit den überlieferten Mitteln nicht gelöst werden konnte und neue Mittel erforderte, die nicht gefunden werden konnten. Es kamen Stimmen mit dunklen Ahnungen, Stimmen der Klage und des Aufschreis— die Zeit hörte sie nicht. Und auch vom Volklich=Nationalen her traten ein paar Einzelgänger auf, die in feinfühliger Witterung auf die Gefahren der Zukunft hinlenkten, die in diesem Zeitwesen begründet lagen: 1886 Lagarde in seinen Deutschen Schriften, vier Jahre darauf der„Rembrandtdeutsche". Was Julius Langbehn— erst später gab er seinen Verfassernamen bekannt— zu seinem Mahn= und Warnruf bewegte, war die (zwar nicht immer klar und manchmal auch utopisch geschaute.) Erkenntnis, daß alle die Schwächen und Schäden aus dem dürren Materialismus und aus dem dünkelhaften Vernunftglauben, die sich in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts entwickelt hatten, naturnotwendig zum inneren und äußeren Verfall alles echten volklichen Lebens führen müßten. und so griff er, zwar predigerhaft rhetorisch. aber gedankenreich und ausdrucksmächtig. in alle Zeitfragen ein, um an ihnen sein Bild der Erneuerung und der Gesundung des deutschen Menschen zu demonstrieren.(In diesem Zusammenhang ist es bemerkenswert was die Sprachkraft des„Rembrandtdeutschen“ anlangt. daß in dem schönen Plane des„Buches deutscher Dichtung", das der Insel=Verlag in sechs Bänden herausgibt. sowohl von Lagarde als auch von Langbehn Stücke aus ihren Schriften als Meisterstücke deutscher dichterischer Prosa vorgesehen sind.) So bekämpfte er den einseitigen Intellektualismus, überhaupt die einseitige Verstandesbildung, an deren Stelle er Wirken und Handeln gesetzt sehen wollte, bekämpfte„Ichsucht, Gewinngig:. Massenwahn und Kulturbarbarei“, stritt für die Heranbildung der Persönlichkeit, gegen die Ueberschätzung der übersteigerten Schulbildung und stellte seiner Zeit den Menschen und Künstler Rembrandt als Ideal seiner niederdeutschen Wesenswelt gegenüber. Daher der Name: der „Rembrandt deutsche". Dieser Rembrandtdeutsche sollte werden und ist auch in einem gewissen Sinne geworden ein geschichtliches Wegzeichen und ein geistiges Sinnbild. Langbehn. der ein Leben in Armut lebte, in enger Freundschaft dem schleswigholsteinischen Landsmann und seinem späteren Biographen Benedikt Momme Nissen, der wie er religiös vom Protestantismus zum Katholizismus hinüberwechselte, den Malern Leibl und Haider und vielen Gleichgesinnten verbunden, war ein Mensch von einem hohen geistigen Adel, der in seinem Leben wie in seinen Werken ganz der ihn bewegenden Idee ergeben war: dem Einklang von Schönheit und Wahrheit im unbedingt deutschen Vorstellungskreise. der Reinheit der Sitte. der Heimattreue und einem erdverbundenen Volkstum. Sein Buch war für die damaligen Deutschen eine Sensation. aber kein Buch, das sie zur Selbsterkenntnis geführt hat, war ein hochherziger Anruf zur Selbstbesinnung, der aber nicht beherzigte Lehre wurde, war ein Kampf gegen eine entseelte Zeit, für die sittliche Kraft der Arbeit und ein echtes veredeltes Deutschtum, aber er blieb ohne tiefere Wirkung. Als Langkrieg 1072 957 Sprengbomben im Gewicht von 27 386010 Kilogramm auf den Gegner und seine Einrichtungen. abgeworfen. Nach der Wiedererstehung der deutschen Luftwaffe wurde das Bombenwesen mit der dem Deutschen eigenen Umsicht und technischem Können weiter ausgebaut, vor allem wurde der Ballistik der Bombe besondere Beachtung geschenkt und erreicht, daß auch bei verschiedenen Gewichten umständliche Verstellungen des Zielgeräts vermieden wurden, wie man sich überhaupt, sehr der Verbesserung des Zielgeräts, und zwar mit großem Erfolg, widmete. Die Unterbringungsmöglichkeiten der Bomben im Flugzeug wurden zweckmäßig ausgenutzt, so daß derselbe Platz z. B. für eine schwere Bombe, ebenso für die Unterbringung einer entsprechenden Zahl leichterer Bomben geeignet ist. Von vornherein hatte man auf eine komplizierte Gestaltung der Bomben verzichtet, um ihre Herstellung auf breiter Basis im Ernstfall zu gewährleisten. Was das Gewicht unserer neuzeitlichen Fliegerbomben angeht, so ist die 1000=Kilogramm=Grenze des Weltkrieges längst überschritten worden. Bei der Zünderentwicklung ist man neue Wege gegangen. An die Stelle des im Weltkrieg verwendeten mechanischen trat der elektrische Zünder. Da die für die Zündung notwendige elektrische Kraft dem Zünder erst in dem Augenblick zugeführt wird, in dem die Bombe in der Lösung begriffen ist, wird der Transport der Munition auf allen Verkehrsmitteln ganz ungefährlich, aber auch für das Flugzeug ist die Gefahr, die durch Erschütterungen bei Start und Landung sowie bei böigen Wetterlagen eintreten könnten, völlig beseitigt. Der Bombenschütze kann zudem kurz vor dem Abwurf die Zünderart selbst wählen, ob er also Zündung„mit“ oder„ohne Verzögerung“ oder„Verzugszündung“ nimmt. Die Verzugszündung ist eine Einrichtung, die für Tiefangriffe geschaffen wurde und verhindern soll, daß das Flugzeug beim Tiefangriff von den eigenen Bomben getroffen wird.„Langzeitzündungen“ hingegen verschieben den Zeitpunkt der Detonation auf Stunden oder sogar Tage; sie werden durch chemische, physikalische oder elektrische Mittel ausgelöst. Auch im Weltkriege verwandte man neben der Sprengbombe bereits die Brandbombe. Sie hat in der neuzeitlichen Luftkriegführung besondere Bedeutung gewonnen und ist entsprechend weiterentwickelt worden. Die deutsche Brandbombe von heute hat zylindrische Form; sie besteht aus Elektron, das einen Thermitsatz beim Aufschlag entzündet und dann Temperaturen bis zu 2000 Grad erreicht. Die deutsche Brandbombe ist etwas leichter als die englische und kann daher in großen Mengen mitgeführt werden. Sie wird in Paketen zu 36 Stück abgeworfen, die sich beim Abwurf öffnen und so die einzelnen Bomben über einen größeren aber abgegrenzten Raum verteilen. Die Wirkung deutscher Bomben ist gewaltig. Mit ungeheurer Präzision treffen sie, trotz der hohen Geschwindigkeiten der Flugzeuge, ihr Ziel. So trafen die Bomben deutscher Stukas so genau, daß sie z. B. Kirchen schonten, während sie darumstehende, vom Gegner besetzte Gebäude vernichteten. Ungeheuer sind die Bombenmassen, die auf England und besonders auf London gefallen sind. In kurzer Zeit war das Gesamtgewicht der im Weltkrieg auf den Gegner abgeworfenen Fliegerbomben weit übertroffen. Deutsche Fliegerbomben sind heute noch mehr als einst der Schrecken des Gegners. * Botschaft de Valeras an USH. „Entscheidende Gründe für Irlands Neutralität“ Dublin, 26. März.„Die unnatürliche Trennung von sechs unserer Grafschaften von dem übrigen Irland ist immer noch einer der entscheidenden Gründe für Irlands Neutralität", erklärte de Valera in einer Botschaft an Amerika anläßlich des Sankt=Patrick=Tages. „Ein kleines Land, wie das unfrige, das Jahrhunderte hindurch den Aufsaugungsversuchen des Empire widerstanden hat und das seine nationale Eigenheit zu erhalten wünscht. lonnte nur den Weg der Neutralität in diesem Kriege wählen. Kein anderer Weg hätte die nötige Einigkeit und gemeinsame Anstrengung des Volkes sichern können.“ de Valera legte Nachdruck darauf, daß die überwältigende Mehrheit der Irländer in Frieden zu leben wünscht.„Es hat uns jahrhundertelange Anstrengungen gekostet, unsere Unabhängigkeit zurückzugewinnen und wir sind entschlossen, sie nicht wieder zu verlieren.“ behn lebte, war seine Zeit noch nicht gekommen, und er starb in halber Vergessenheit. Was dem Buche als Ganzes versagt blieb, erreichte die Ausstrahlung vieler seiner Ideen, und es läßt sich feststellen, oft mehr gefühlsmäßig als unmittelbar nachweisbar, daß diese größer gewesen ist, als gemeinhin angenommen wird. So leiten sich viele kulturkonservative Bewegungen, auch die sogenannte Heimatkunst, von seinen Anregungen her, Avenarius und sein Kunstwart gaben diesen auf vielen Kulturgebieten eine praktische Auslegung und förderten das Bodenständige. Lichtwark erzog vor allem die Hamburger Lehrerschaft zum künstlerischen Geschmack, die Jugendbewegung hatte zum Teil hier ihren Ursprung. So bleibt das Buch. historisch gesehen, eine Tat, mag auch inzwischen, über die vorausgesagten bitteren Notjahre des deutschen Volkes hinüber, manche seiner Ideen verwirklicht oder nicht mehr zeitgemäß sein, mögen andere sich als lebensunwirksam, auch als paradoxe geistige Gebilde erwiesen haben. Es hat dennoch seine geschichtliche erzieherische Aufgabe für das deutsche Geistesleben behalten. Das soll heißen: im Rembrandtdeutschen" als Begriff haben wir wie in ähnlichen vereinsamten Erscheinungen zu sehen das geistige, sittliche und religiöse reine Streben des Deutschen nach einer höheren Entwicklung. das Streben der deutschen Seele nach Vertiefung und Verinnerlichung zur echten Menschlichkeit, nicht zum wenigsten aber die bedingungslose Hingegebenheit an Volk und Volkstum und Heimat als deutsche Wesenheit. Und um diese Ideale wird ewig neu gekämpft werden müssen. Jcet nieg a Gbcen Wildgemüse helfen sie vertreiben! ZdR. Auch der längste Winter geht einmal vorüber. Es wird wieder Frühling; die ersten jungen Gräser sprießen, die ersten zarten Knospen springen auf— alles geschieht jedes Jahr programmäßig, auch dies: die Menschen klagen wieder einmal über Frühjahrsmüdigkeit. Wir wissen ja alle längst, daß diese Erscheinung im Frühjahr zusammenhängt mit der Ernährungsweise des Winters. Der Körper hat den langen Winter über auf ausreichend frisches, vitaminreiches Gemüse und Salate verzichten müssen. Das Dauergemüse des Winters ist eben trotz bester und sorgfältigster Aufbewahrung nicht in der Lage, dem Körper das zu geben, was ihm frisches junges Grün bedeutet, und auch Salate stehen im Winter nicht in so großer Menge zur Verfügung, wie sie der Körper zu Beginn der wärmeren Jahreszeit nötig hat. Gewiß erscheinen jetzt schon die ersten jungen Salatblättchen— aber doch noch recht schüchtern— am Markt. Bis zu der Zeit, wo junges Frischgemüse und Salate wieder ausreichend zur Verfügung sind, müssen wir versuchen, uns auf andere Art zu helfen, und da brauchen wir uns nur an die Natur zu halten, die ja zwar die Frühjahrsmüdigkeit mit sich bringt, aber doch auch gleich die Mittel dagegen kostenlos liefert: die draußen auf Wiesen, an Hecken, Wegrändern wachsenden Wildgemüse und Wildkräuter. Diese zu sammeln setzt keine sehr großen Kenntnisse voraus, es ist doch wohl so, daß wir alle die hauptsächlichsten Wildgemüse kennen: Löwenzahn, Brunnenkresse, Sauerampfer, Taubnessel Brennessel, Vogelmiere, Rapunzel, Melde, Gänseblume, Breitwegerich. Löwenzahn, mancherorts auch Pusteblume genannt, wächst auf Wegen, Wiesen und Weiden. Man schneidet von ihm die ersten zarten Triebe, bevor noch die Blütenknospen aus den Blattrosetten herausgewachsen sind, ab. Feinstreifig geschnitten, ergeben diese Blättchen einen guten Salat, der im Geschmack ein wenig an die Endivie oder Chicoree erinnert. Als Gemüse verwendet man den Löwenzahn am besten mit Brennessel und Rapunzel zusammen. Sauerampfer findet man auf Wiesen, an Wegrändern, in lichten Wäldern. Man sammelt von ihm die jungen Blätter, die für Salate, als Suppeneinlage und in Verbindung mit Melde, Vogelmiere, Brennnessel und Gänseblume ein vortreffliches Gemüse ergeben. Sauerampfersuppe erfreut sich in sehr vielen Gegenden unseres Vaterlandes einer außerordentlichen Beliebtheit. Napunzel wird zwar schon im Garten angebaut, die wildwachsende Form ist aber meist früher da. Ihre Blattrosette, die vor dem Treiben des Blütenstengels zu sammeln ist, gibt einen vorzüglichen Salat. Aber auch als Suppeneinlage und mit Löwenzahn und Brunnenkresse gemeinsam läßt sich aus Rapünzchen ein sehr nährstoffreiches, vitaminhaltiges Gemüse herstellen. Brennessel und Taubnessel die an Hecken. Wegen. Gräben und Waldrändern wachsen, sind mit ihren jungen zarten Blättern sowohl für Salate als auch Gemüse geeignet. Sie liefern mit Löwenzahn, Spinat, Melde zusammen bereitet, ein spinatartiges, sehr gehaltreiches Gemüse. Die Vogelmiere wächst auf gutem Boden. Man findet sie an Gartenzäunen, auf Aeckern, an Ufern. Ihr blühendes Kraut kann schon im März, wenn es besonders zart ist, gesammelt werden und findet als Salat, Suppeneinlage und, feingehackt, für Tunken Verwendung. Zusammen mit Brunnenkresse, Breitwegerich und Sauerampfer läßt sich aus ihr ein seines Gemüse herstellen. Die Melde wächst auf Aeckern, in Gärten, auf Schutthalden usw. Ihre jungen Blätter und Stengel lassen sich zu einem sehr gut schmeckenden, spinatartigen Gemüse verwenden, an das man auch Sauerampfer geben kann. Die Gänseblume oder das Tausendschönchen wächst beinahe überall, auf Wiesen, an Wegrändern usw. Ihre jungen Blätter ergeben feingeschnitten einen schmackhaften Wenn das Vieh zur Weide gehl De rrcheitee pitentbehengselerpeshmensHe Z4R. Am in der kommenden Weidezeitz einen ordnungsgemäßen Weidebetrieb durchführen zu können, ist es notwendig, daß! rechtzeitig die erforderlichen Unterteilungen der Weiden und Reparaturen an den vorhandenen Weideeinfriedigungen durchgeführt, werden. Da die erforderlichen Stachel= und Glattdrahtmengen hierfür nicht immer ausreichend und rechtzeitig zur Verfügung stehen, ist in Zukunft noch mehr als bisher auch der in der Praxis noch nicht allgemein bekannte Ovalstahldraht heranzuziehen. Es. handelt sich hier, wie schon der Name sagt; um einen Stahldraht mit einem ovalen Querschnitt von durchschnittlich 2,8X3,4 mm, mit einer Zerreißfestigkeit von 1000 kg, während gewöhnlicher Glattdraht von 4,6 mm Stärke nur eine Zerreißfestigkeit von 700 kg hat. Die Herstellung und Verwendung dieses, Drahtes wird besonders gefördert, da hierbei eine nicht unwesentliche Materialeinsparung gegenüber der Verwendung von Glatt= oder Stacheldraht erzielt wird. Er kann an die Verbraucher ohne Kennziffer abgegeben werden, da den Herstellerfirmen eine Sammelziffer erteilt wurde. Ovalstahldraht wird in erster Linie verwandt zur Herstellung eines sogenannten „Knotengitters“. Hierbei werden die drei oder vier Längsdrähte durch einen Knoten oder durch Knotenmuffen mit senkrechten Querstäben in einem Abstand von—1,25 m; verbunden. Durch diese Querverbindung sieht die fertige Einzäunung wie ein weitmaschiges Netz aus. Dadurch wird jeder Anprall von sämtlichen Drähten aufgefangen. Außerdem ist durch die Querverbindungen ein Verschieben der einzelnen Drähte unmöglich Der Vorteil der Weide=Einzäunung unter Verwendung von Ovalstahldraht=Knotengitter besteht im wesentlichen in folgendem: 11. Durch die Verwendung von Ovulstahldraht wird eine erhebliche Materialeinsparung erzielt gegenüber der Verwendung des üblichen Glatt= und Stacheldrahtes. 2. Durch die Querverstrebungen beim Ovalstahldraht= Knotengitter ist ein größerer Pfostenabstand(mindestens 5 m und noch mehr) möglich, so daß ebenfalls eine erhebliche Pfostenersparnis erzielt wird. 13. Da es sich um feuerverzinkten Stahldraht handelt, ist seine Lebensdauer wesentlich größer gegenüber den anderen Drahtarten. 4. Die Einzäunung mit Ovalstahldraht= Knotengitter ist elastisch und bietet keinerlei Verletzungsmöglichkeiten für das Vieh gegenüber der Einzäunung mit Stacheldraht. Hinsichtlich des Preises besteht kein wesentklicher Unterschied, da die etwas höheren Kosten des Ovalstahldrahtes durch die Pfosteneinsparung wieder ausgeglichen werden. Hinzu kommt dann noch die größere Lebensdauer und die geringen Unterhaltungskosten für Pfosten und Drahtmaterial bei der Einzäunung mit Oval#stahldraht=Knotengitter. Da Ovalstahldraht sich nur für die Herstellung ganzer Zaunlängen, nicht aber für kleine Ausbesserungsarbeiten eignet, empfiehlt es sich, einzelne Einfriedigungen vollständig mit Ovalstahldraht=Knotengitter zu errichten und die beim Abbruch der alten Einzäunung anfallenden Drahtmengen für Instandsetzungsarbeiten an anderen Einfriedigungen zu verwenden. Nach Rammist Srauch Pfiege ZdR. Im Rahmen der Erzeugungsschlacht kommt der besseren Humusversorgung zur Gesunderhaltung unserer Böden und zur Erhaltung und Förderung der„alten Kraft“. eine große Bedeutung zu. In diesem Zusammenhang ist die sachgemäße Pflege und Anwendung des wirtschaftseigenen Düngers, insbesondere des Stallmistes, von großer Wichtigkeit. Es ist absolut nicht gleichgültig, ob der zur Anwendung kommende Mist strohig oder speckig, ob frisch oder schon gut verrottet ist. Strohiger, unverrotteter Stallmist hat stets Ertragsminderungen zur Folge, weil bei der Zersetzung des Stallmistes die strohzersetzenden Bakterien des Ackerbodens den Kulturpflanzen einen Teil des leichtlöslichen Stickstoffes zum Aufbau ihres eigenen Körpers fortnehmen. Welche Unterschiede allein im Ernte=Ertrag durch die Anwendung von nicht ausgereiftem, d. h. nicht verrottetem Stallmist hervorgerufen werden können, zeigt nachstehendes Versuchsergebnis von Dr. Kaßnitz, Stettin. Art der Düngung Ernte von Kartoffeln Mehr=bezw. „ Minderertr. in dziha im Versuch l Versuch ll in dziha Ohne Düngung 125,— 150,—— Düngung mit Stroh 107,— 140,——14,— Düngung mit unverrottetem Mist 127,5 175.—+13,75 Düngung mit gut verrottetem Mist 197,5 210,—,+66,25 Aus diesen Zahlen kann man sich ein Bild von dem gewaltigen Ernteausfall machen, der durch die Anwendung von schlechtem Stalldünger entsteht. Unser Ziel muß deshalb sein, die Aufbewahrung und Anwendung des Stallmistes so zu handhaben, daß sich der Verrottungsvorgang bereits im Miststapel auf der Düngerstätte abspielen kann und nicht mehr erst im Ackerboden vor sich gehen muß. Diese Forderung wird am besten und sichersten erfüllt bei der Durchführung des Stapelmistverfahrens. Das wichtigste bei diesem Verfahren ist, daß der täglich anfallende Mist nicht mehr über die gesamte Düngerstätte ausgebreitet wird, sondern zunächst nur auf einen Teil, etwa einem Drittel oder Viertel der Düngerstätte aufgesetzt und bis zu einer Höhe von 2,50 m bis 3,— m hochgestapelt wird. Ist der erste Stapel bis zur erforderlichen Höhe fertig, so wird er am besten mit Erde abgedeckt. Neben diesem Stapel wird dann ohne Zwischenraum der zweite Stapel aufgesetzt usw. Auf diese Weise erhält man verschieden alte Stapel, die in der Zwischenzeit genügend Zeit zur Verrottung haben. Die Mindestrottezeit beträgt sechs Wochen, d. h. ein Stapel soll erst dann ausgefahren werden, wenn die letzte oberste Schicht mindestens sechs Wochen gelagert hat. Soweit unter den jetzigen Verhältnissen der Bau einer neuzeitlichen Düngerstätte nicht durchgeführt werden kann, muß wenigstens eine behelfsmäßige Stapelung des Mistes auf der bereits vorhandenen Düngerstätte durchgeführt werden. Sälat, feingehackt lassen sie sich als Brotbelag verwenden, der besonders gut schmeckt. wenn man noch Schnittlauch oder Kümmel darunter mischt. Ebenso gut eignet sich die Brunnenkresse zum Brotaufstrich, die an oder in Gräben. Flüssen. Bächen. an Brunnenrändern zu finden ist. Ihre zarten, jungen Triebe verwendet man mit Spinat, Melde, Vogelmiere zu einem sehr bekömmlichen Gemüse. Breitwegerich wächst an Wegen Gräben, auf Wiesen; seine zarten jungen Blätter gibt man zusammen mit Peterstlie und Schnittlauch an mancherlei Tunken; als Gemüse verwendet man ihn am besten zusammen mit Vogelmiere. Außer den vorgenannten Wildpflanzen gibt es noch eine ganze Reihe weiterer, die aber im zeitigen Frühjahr noch nicht so weit sind, daß sie gesammelt werden können Wichtig ist bei allen gekochten Gerichten, die man aus solchen Wildpflanzen herstellt, daß man einen Teil derselben ungekocht, wenn das Gericht schon gar ist, daran tut, weil auf diese Weise die in den Pflanzen enthaltenen Vitamine und Nährsalze voll erhalten werden. Go reichhabtig deckt uns im Frühjahr Mutter Natur den Tisch. Wäre es da nicht undankbar von uns, wenn wir diese Gebefreudigkeit durch Nichtbeachtung lohnten? Also, heraus in die Fluren, Wiesen und Wälder, einsammeln, was uns da ohne große Mühe kostenlos erwächst. Unser Körper wird es uns durch gesteigerte Leistungsfähigkeit danken, denn alle die genannten Wildpflanzen sind ja auch Heilpflanzen. Jede von ihnen besitzt besondere heilbringende Eigenschaften, und so führen wir, indem wir diese Pflanzen als Nahrungsmittel verwenden, dem Körper auch noch wichtige Heilstoffe zu. Düngung der Kulturpflanzen mit starkem Stickstoffbedarf Feldgemüse und Kartoffeln, Zucker= und Futterrüben— ob Massen=, ob Gehaltsrüben; Futtermöhren und Steckrüben auch— und gleichfalls als masseliefernd die Wiesen und Weiden sind(neben Tabak, Reben, Hopfen und mancher Blume) jene landwirtschaftlichen Kulturpflanzen, die schon wegen der hohen Gewichtsernten stark stickstoffbedürftig sind, laso abgesehen von der Möglichkeit der Eiweißsteigerung reichlich mit Stickstoff(N) bedacht werden müssen. So, wie jetzt Nitrophoska für verschiedene Zwecke und als Volldünger auch für den kleinbäuerlichen und Siedlerbetrieb wieder hergestellt wird, so, wie uns, nachdem seit Kriegsbeginn Hakaphos Neu nicht mehr zu haben ist, neuestens der Gartenvolldünger Igephoska zur Verfügung gestellt wurde, als Spezialdünger für den Erwerbs= und Kleingärtner, den Garten= und Blumenfreund, so kann nun Bauer und Landwirt wieder zu einem hochprozentigen=Handelsdünger(der BA(SF) greifen, wie wir ihn für Stickstoffbedürftige lang entbehrt haben, zum Harnstoff mit seinen 46% anhaltend wirkenden Amidstickstoff, in dem das Kilogramm Reinstickstoff das gleiche wie ein Kalkammonsalpeter kostet. Für leichte Böden und solche in wenig guter Kultur ist der Harnstoff freilich nichts. Aber er wirkt hervorragend auf tätigen, nicht zu leichten Bodenarten. Die Qualität der Erzeugnisse wie gesagt beeinflussend, ein Spezialdünger für empfindliche Kulturen, wird Harnstoff am besten als Krumendünger, also vor oder bei der Saat gestreut und gut in den Ackerboden eingebracht, sorgfältig mit ihm vermischt. Der hochwertige Harnstoff entspricht je Zentner etwa 2¼ Zentner schwefelsaurem Ammoniak, dem er betreffs der Schnelligkeit seiner Wirkung ungefähr gleichzurechnen ist. Harnstoff ist physiologisch neutral, enthält keinerlei irgendwie beeinträchtigende Nebenbestandteile, weshalb er ja, wie schon erwähnt, gerade auch als Spezialdünger für Gemüse(Hopfen, Wein, Tabak) gedacht ist. Um ihn bei seiner Hochprozentigkeit gut zu verteilen, mischt man ihn gern mit Kalisalzen evtl. mit trockenem Sand. Feldgemüse benötigen folgende Mengen: Kohle, also Weiß= und Rotkohl. Kohlrabi. Wirsing, Rosen=, Blumen= und Winterkohl 80 bis 120 kgiha Reinstickstoff, d. i. auf den Morgen 87 bis 130 Pfund Harnstoff: Wurzelgewächse, wie rote Rüben, Karotten, Möhren; Zwiebeln. Sellerie 50 bis 70 kglha= 52 bis 76 Pfund; ebenso Spinat und Salate; Spargel etwas mehr (60 bis 80= 65 bis 87 Pfund). Kartoffeln erhalten 40 bis 60 kglha Rein=R vom 46°/igen Harnstoff, also 44 bis 65 Pfund je Morgen. Runkeln, Gehaltsrüben, Steckrüben bekommen 65 bis 87 Pfund je Morgen= 60 bis 80 kg'ha Rein=N. Zuckerrüben verlangen 80 bis 100 kglha= 87 bis 108½ Pfund je Morgen. Bei Wiesen und Weiden müssen wir unterscheiden zwischen guten und Bewässerungswiesen und guten Stand= und Umtriebsweiden gegenüber geringeren. Danach sind zu empfehlen: für gute Wiesen 40 bis 80, für geringere 20 bis 40 kglha.N= je Morgen 44 bis 87 bzw. 22 bis 44 Pfund. Gute Weiden brauchen— auf gesamt gedacht— 60 und mehr. Umtriebsweiden bis 100 kg'ha.N, d. i. 65 bis 108½ Pfund, geringere 30 bis 50 kglha= 32½ bis 54 Pfildd. Je nach Vorfrucht und Höhe der Stallmistgabe greift man von den niedrigen Angaben bis zu den hohen Mengen, welch letztere bei Hackfrüchten und Kohlarten mindestens gegeben werden müssen, wenn allein Mineraldüngung in Frage kommen sollte. Bei den Wiesen und Weiden wird es sich nur um einen Herbstteil Harnstoff handeln sollen, da man— neben geregelter Kaliphosphatgabe; diese zu allen Früchten— sowohl zu Wiesen wie besonders den Weidekoppeln im Frühjahr und über Sommer, nach dem Schnitt bzw. Abweiden der Koppel, räsch wirkenden N. wie Kalksalpeter, oder teils=teils wirkenden, wie Kalkammonsalpeter, geben wird. Jedenfalls freuen wir uns, daß wieder Harnstoff hergestellt wird, der auch dort besonders bevorzugt wird, wo weite Transporte nötig sind. R. Steppes, Brakel(Kr. Höxter). Vorsicht beim Umgang mit Tieren Jährlich 45 000 bis 48 000 Unfälle durch Tiere Man hört oft die Ansicht, daß der Umgang mit Tieren völlig gefahrlos sei. Das ist eine grundsätzlich falsche Auffassung; denn nach den Erhebungen der gewerblichen und landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften ist die durch Tiere hervorgerufene Unfallziffer sehr viel höher als man allgemein anzunehmen geneigt ist. Wie der„Oeffentliche Gesundheitsdienst“ mitteilt, sind in den Jahren von 1928 bis 1937 jährlich 45 000 bis 48·000 Unfälle durch Tiere verursacht worden, von denen etwa 12 bis 13 v. H. den Tod zur Folge hatten. Die Todesursache bei den Unfällen, die durch Pferde hervorgerufen wurden. sind meist auf Hufschlagverletzungen zurückzuführen, bei Rindern und Ziegen in der Hauptsache auf Hornstöße und bei Hunden und Schweinen auf Bisse. Darüber hinaus wurde der Tod vielfach durch an sich geringfügige, aber nicht sachgemäß behandelte Verletzungen, die zu schwerwiegenden Wundinfektionen führten, hervorgerufen.