#4 Westsälische Bezugspreis mit Zustellungsgebühr und Transportkosten 60 Pfennig pro Woche. Post=Abonnements monatlich 2,50 Mark einschl. 56 Pfennig Postzeitungsgebühren. Hierzu 42 Pfennig Bestellgeld. Einzel=Nummer 15 Pfennig, Sonntags 20 Pf. Erscheint wöchentlich siebenmal. Täglich das „Illustrierte Unterhaltungsblatt“ und Sonntags die sechzehnseitige Beilage„W. L. Z. am Sonntag". Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Gewähr übernommen. Druck u. Verlag: Westfälische Landeszeitung G. m. b. H., Dortmund, Reinoldistr. 19,Teleson 30441 Amtliches Organ der National-Sozialistischen Deutschen Arbeiter-Partel Anzeigenpreis je Millimeter der Kleinspalte 30 Pf. in der Gesamtauflage, für die Bezirksausgaben besondere Preislisten. Ermäßigte Preise lt. Tarif für Familienanzeigen(12 Pf.), Stellen= u. Wohnungsmarkt(14 Pf.), einspaltige kleine Anzeigen privater Art(14 Pf.), u. a. m.— Für die Berechnung und Ausführung der Anzeigenaufträge sind die im Tarif festgelegten Bedingungen maßgebend. — Erfüllungsort Dortmund.— Postscheckkonto Dortmund 450.— Anzeigen=Annahme für die Wochentags=Ausgabe bis 2 Uhr nachm., für die Sonntags=Ausgabe bis Freitagabend 6 Uhr. 47. Jahrgang 7 Nr. 179 AHEBG Mittwoch, den 4. Juli 1934 Holland 10 Cents, Belglen 1.50 birs., Frankreich 1 Fr., Tschechoslowakel 2 Kc. Einzel-Nr. 15 Rpf. Gewaltige Arbeitsleistung des Kabinetts Die gestrige Sitzung der Reichsregierung 7 Der Führer berichtet über die Niederschlagung der Röhm-Revolte 7 Mehr als 20 wichtige Gesetze genehmigt Blomberg dankt dem Führer (Drahtbericht der Berliner WLZ.-Schriftleitung) Berlin, 4. Juli. Das Reichskabinett ist gestern vormittag unter dem Vorsitz des Kanzlers zu seiner üblichen Dienstagssitzung zusammengetreten. Die überaus bedeutende Sitzung, in der der Führer eine Darstellung der Ursachen und des Verlaufes der Ereignisse der letzten Tage gab und in der nicht weniger als 20 neue Reichsgesetze verabschiedet wurden, dauerte bis in die späten Nachmittagsstunden. Der Reichskanzler betonte, daß ein blitzschnelles Handeln notwendig war, weil andernfalls die Gefahr bestand, daß viele Tausende von Menschenleben vernichtet worden waren. Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg dankte an Stelle des abwesenden Vizekanzlers von Papen dem Führer im Namen des Reichskabinetts und der Wehrmacht für sein entschlossenes und mutiges Handeln, durch das er das deutsche Volk vor dem Bürgerkrieg bewahrt habe. Der Führer habe sich als Staatsmann und Soldat von einer Größe gezeigt, die bei den Kabinettsmitgliedern und im ganzen deutschen Volk das Gelöbnis für Leistung, Hingabe und Treue in dieser schweren Stunde in allen Herzen wachgerufen habe. * Unter den zur Verabschiedung gelangten Gesetzen gewin## das Staatsnotwehrzrsetz im Zusammenhang mit den Ereignissen der letzten Tage eine besondere Bedeutung. Das Gesetz, dessen einziger Artikel lautet:„Die zur Niederschlagung hoch= und landesverräterischer Angriffe am 30. Juni und am 1. und 2. Juli 1934 vollzogenen Maßnahmen sind als Staatsnotwehr rechtens“, legalisiert formal juristisch, analog dem bekannten Reichsgesetz, das nach dem Reichstagsbrand erlassen wurde; die Maßnahmen, die sich in den letzten Tagen zum Schutze des Staates und der Nation als notwendig erwiesen haben. Die Begründung des Gesetzes, die Reichsjustizminister Guertner laut amtlichem Kommunique gab, in dem er feststellte, daß die vor dem unmittelbaren Ausbruch einer landesverräterischen Aktion ergriffenen Notwehrmaßnahmen nicht nur als Recht, sondern auch als staatsmännische Pflicht zu gelten haben, kann erneut als ein Beweis dafür gelten, wie weit die heutige Rechtsauffassung von einem lebensunwahren Paragraphenrecht abgekommen und in welchem Maße sie zu einem wahrhaften Volksrecht geworden ist. Es ist seit dem damaligen Gesetz das zweite Mal, daß in so eindeutiger Weise ausgesprochen wurde, daß das Leben des Volkes und die Erhaltung der Nation höher gilt als tote Paragraphen, und daß das Recht nicht um seiner selbst Willen da ist, sondern um den Bestand von Volk und Nation zu sichern. Fern von jeder Formaljuristik hat das Volksrecht des nationalsozialistischen Staates nur diesen einen Sinn. Das zweite vom Reichskabinett verabschiedete Gesetz bringt insofern eine Aenderung des vor einem halben Jahre beschlossenen Gesetzes zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat, als in Zukunft der Chef des Stabes der SA nicht mehr Mitglied der Reichsregierung sein muß. Es liegt also in der Entscheidung des Führers, ob das bisherige Ministerium des Chefs des Stabes der SA beibehalten oder ob eine andere Regelung als richtig empfunden wird. Das dritte Gesetz zur Aenderung des Reichswahlgesetzes bedeutete eine weitere Abkehr vom Wahlsystem, so wie es zunächst noch übernommen werden mußte. Es ist ein weiterer Schritt zu einer noch stärkeren Betonung des absoluten Führerprinzips, das heute allein noch Geltung haben kann. Die Vorschriften des Reichswahlgesetzes über den Verlust des Abgeordnetensitzes und das Verfahren bei der Berufung von Ersatzmännern sind dahin ergänzt worden, daß ein Abgeordneter seinen Sitz verliert, wenn er aus der Reichstagsfraktion der NSDAP. austritt oder aus ihr ausgeschlossen wird. Die Bestimmung des Ersatzmannes wird dem Führer der Reichstagsfraktion überlassen, der dabei weder an die Grenzen der Wahlkreise noch an die Reihenfolge der Bewerber aus den Wahlvorschlägen gebunden ist. Die übrigen 17 Gesetze, die die WLZ. im Innern ihrer Ausgabe veröffentlicht, fügen neue Bausteine in den Neuaufbau von Staat und Nation ein. Der Führer besucht das siamesische Königspaar. Der Kanzler in Begleitung des Reichsaußenministers Freiherrn von Neurath beim Betreten des Hotels Adlon, Unter den Linden, wo der König und die Königin für einige Tage Wohnung genommen haben. der Emigrantenpresse Georg Vernhard und die Röhm=Rebellion 7 Sympathie=Ausbrüche für die Meuterer Fehl=Spekulationen Bei diesen (Drahtbericht der Berliner WLZ-Schriftleitung) Berlin, 4. Juli. Das Interesse des Auslandes an den innerdeutschen Vorgängen hält unvermindert stark an. Die französischen und englischen Blätter sind immer noch mit spaltenlangen Kommentaren über die Ursachen und den Verlauf der Aktion des Führers gefüllt. Es ist nicht uninteressant, aus diesen Kommentaren gewisse Schlußfolgerungen zu ziehen. Im allgemeinen kann, nachdem die Ereignisse selbst einige Tage zurückliegen, festgestellt werden, daß eine erste phantasiebegabte Nervosität einer Prinzgemahl der Niederlande gestorben Trauer in ganz Holland] Das Beileid des Reichspräsidenten X Den Haag, 4. Juli. Prinzgemahl Heinrich der Niederlande ist am Dienstagnachmittag im 58. Lebensjahre gestorben. Die Nachricht, die sich wie ein Lauffeuer durch die Residenzstadt und das ganze Land verbreitete, hat überall tiefe Trauer hervorgerufen. Die öffentlichen Gebäude und viele Privathäuser haben halbmast geflaggt und von den Kirchtürmen erschallen die Totenglocken. Die mit Trauerrand erschienenen Abendblätter bringen ausführliche Würdigungen der Persönlichkeit des Verstorbenen. Der Tod des Prinzgemahls ist unerwartet schnell eingetreten. Zwar wußte man, daß er an einer Herzschließmuskelentzündung litt, zu der Bronchitis hinzutrat. Dennoch glaubte man nicht, daß unmittelbare Lebensgefahr bestand. Am Dienstagvormittag hat der Prinz noch eine Zeitlang ruhig geschlafen. Am frühen Nachmittag aber fühlte sich der Patient ausgesprochen unwohl und sein Zustand wurde zusehends schlechter. Die Königin, die in einem benachbarten Palais weilte, wurde sofort verständigt. Ehe sie aber eintreffen konnte, war ihr Gemahl bereits entschlafen. Die Todesursache ist auf eine Wiederholung des Schwächeanfalls zurückzuführen, von dem der Prinzgemahl am Donnerstag betroffen wurde. Da die Thronfolgerin noch in England weilt und erst am Mittwoch nach Den Haag zurückkehren wollte, ist niemand der nächsten Angehörigen bei dem Ableben des Prinzgemahls zugegen gewesen. Prinzgemahl Heinrich errang sich innerhalb kurzer Zeit nach der Vermählung mit der holländischen Königin eine große Beliebtheit. Besondere Anerkennung fand sein entschlossenes Auftreten anläßlich der im Februar 1907 bei Hoek van Holland eingetretenen Schiffskatastrophe. Eine ganze Anzahl Passagiere und Mitglieder der Bemannung des gestrandeten Dampfers„Berlin" verdankten damals seinem mutigen Handeln ihr Leben. 1908 wurde der Prinzgemahl zum Vorsitzenden des niederländischen Roten Kreuzes ernannt; auch in dieser Eigenschaft hat er wiederholt Beweise seines persönlichen Mutes geliefert. Der Prinzgemahl besaß in der holländischen Armee den Rang eines Generalleutnants und in der Flotte den eines Vizeadmirals. Der Gemahl der Königin Wilhelmina der Nieder lande, Prinz Heinrich, wurde am 19. April 1876 in Schwerin als Sohn des Großherzogs Friedrich Franz II. und dessen zweiter Gemahlin, der 1922 verstorbenen Prinzessin Marie von Schwarzburg, geboren. Herzog Heinrich zu Mecklenburg=Schwerin wurde preußischer Offizier und nahm seinen Abschied, als er kurz vor seiner Hochzeit mit der Königin Wilhelmina am 23. Januar 1901 in Holland naturalisiert wurde. Die Hochzeit fand am 7. Februar 1901 statt. An diesem Tage wurde ihm Titel und Name eines Prinzen der Niederlande verliehen. Im holländischen Staatsrat erhielt er beratende Stimme. Der Ehe entstammt die Kronprinzessin Juliane, die am 30. April 1909 geboren wurde. Prinzgemahl Heinrich weilte oft in seiner Heimat zu Besuch und hatte in Deutschland einen großen Freundeskreis. Der Reichspräsident an die Königin der Niederlande Berlin, 4. Juli. Reichspräsident v. Hindenburg hat anläßlich des Ablebens des Prinzen Heinrich der Nieder lande an die Königin der Niederlande das nach stehende Telegramm gerichtet: „Eure Majestät und die Prinzessin bitte ich, auf das schmerzlichste bewegt durch die Nachricht von dem Ableben Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen der Niederlande, mein aufrichtigstes und tiefempfundenes Beileid entgegenzunehmen. von Hindenburg, Reichspräsident.“ merklichen Ernüchterung Platz gemacht hat, die auch in einer größeren Objektivität des Urteils zum Ausdruck kommt. Während beispielsweise maßgebliche Teile der englischen Presse bei dem Bekanntwerden der ersten Meldung über die Vorgänge in Deutschland Kommentare brachten, die jeden Takt und jede Objektivität vermissen ließen, befleißigte sich schon die Londoner Sonntagspresse einer weit mehr sachlichen Beurteilung der Lage. Ueberall wurde das energische und tatkräftige Durchgreifen des Führers zum größten Teil uneingeschränkt anerkannt. Einige bedeutende englische Zeitungen gingen sogar soweit, in ihren Kommentaren festzustellen, daß die Niederschlagung der Revolte größtes Unheil nicht nur für Deutschland, sondern vielleicht für Europa abgewendet habe. Eine bis zu einem gewissen Grade ähnliche Beurteilung der innerdeutschen Vorgänge war auch in Paris festzustellen. Während sich die phantastischen Gerüchte und Sensationsmeldungen in den ersten Stunden förmlich überschlugen, griff auch hier eine immer stärkere Ernüchterung Platz. Es kann aber trotzdem nicht verschwiegen werden, daß gerade die französische Presse in diesen Tagen wieder einmal Beispiele einer übelwollenden Einmischung in die innerpolitischen Verhältnisse Deutschlands übergenug gegeben hat. Abgesehen von der wohl einzig dastehenden Taktlosigkeit, daß„es einem Georg Bernhard möglich war, die übelsten Anwürfe gegen die deutsche Nation und ihre Führer, gegen den Reichskanzler und den Reichspräsidenten persönlich zu publizieren, stand auch ein Teil der Pariser Presse die ganzen Tage hindurch dem nicht nach. Man braucht nur zu wissen, daß beispielsweise der„Intransigeant“ einen Sonderkorrespondenten eigens nach Saarbrücken entsandte, der sich„an Ort und Stelle" von einem Matz Braun(1!) über die Lage in Deutschland unterrichten ließ, um zu wissen, mit welchen Gefühlen man in Paris den Gang der Dinge beobachtete. Einige Blätter sind in ihren Schilderungen der Ereignisse sogar soweit gegangen, offen für die Meuterer Sympathie zu ergreifen und das Vorgehen der Staatsführung mit den unver schämtesten Unterstellungen zu begleiten. Diese Tatsache kann vom Standpunkt des deutschen Beobachters als besonders aufschlußreich bezeichnet werden, da sie sowohl die Meutererclique wie auch ihre Sympathie auf französischer Seite genügend charakterisiert. Im übrigen phantasiert ein Teil der französischen Presse ebenso wie auch einige englische Blätter selbst heute noch weiter über„innerpolitische Auswirkungen“, der Säuberungsaktion, wobei die Reichswehr und die Frage der künftigen Stellung der SA eine besondere Rolle spielt. uferlosen Kombinationen ist selbstverständlich der Wunsch der Väter des Gedankens. Es ist eine Fehlspekulation, anzunehmen, irgend etwas sei in Deutschland„erschüttert". Die SA, die ihre Treue zum Führer glänzend bewiesen hat, gehört nach wie vor zum eisernen Bestand der Bewegung und der Nation. Die Verbundenheit aller Gliederungen der Partei und des Staates ist eine Selbstverständlichkeit. und sie steht mit den jetzt zurückliegenden Vorgängen nur insoweit in Zusammenhang, als sie eine noch stärkere geworden ist. Die deutsche Nation marschiert ihren Marsch in die Zukunft geschlossener und stärker denn je weiter, unbeeindruckt von einer übelwollenden Hetze in einigen auslän dischen Hauptstädten. Eine Anordnung des Führers X Berlin. 4. Juli. Der Führer hat folgende Knordnung erlassen: Die Maßnahmen zur Niederschlagung der Köhm-Revolte sind am 1. Juli 1934 nachts abgeschlossen worden. Wer sich auf eigene Jaust gleich aus welcher Absicht, in Verfolg dieser Aktion eine Gewalttat zuschulden kommen läßt, wird der normalen Justiz zur Derurtei lung übergeben werden. Kdolf hitler. Der Führer beim Reichspräsidenten X Neudeck, 4. Juli. Reichskanzler Adolf Hitler erstattete gestern dem Reichspräsidenten von Hindenburg in Neudeck ausführlichen Bericht über die am Sonntag abend abgeschlossene Aktion gegen die Hoch= und Landesverräter. Reichspräsident von Hindenburg benutzte diese Gelegenheit, um auch persönlich dem Reichs kanzler seinen Dank für das ent schlossene Hündeln auszusprechen durch das dem deutschen Volk großes Blutvergießen und dem Vaterlande schwere Erschütterungen erspart worden find. Der Sieg des Führers Dr. K. Eins erhob sich gleich aus den ersten Berichten über die im Keim erstickte Rebellion der Röhmlinge über den Tatsachen: daß Adolf Hitler mit einer für ihn selbstverständlichen und doch für uns, wenn wir uns etwa nach Vergleichen umsehen, beispiellosen und darum beispielhaften Entschlossenheit und höchstem persönlichen Mut den Aufrührern entgegengetreten ist und sie wie zischendes Gewürm vernichtet hat. Dr. Goebbels hat in seiner Rundfunkrede am Sonntag diese große Art unseres Führes hervorgehoben. Sie hat, wie wir leicht verstehen, auch auf das Ausland den größten und nachhaltigsten Eindruck gemacht. Gerade dieser Hitler, dem man früher andichten wollte, er sei„weich" und„unentschlossen", den man als Diktator hinstellte, der nur noch lebte, weil sein Privatheer, die SA. ihn schützte, gerade dieser Mann hat nicht nur Härte und Entschlossenheit, sondern auch Mut und Nervenkraft genug, um ohne irgendeine Hilfstruppe, ganz auf sich gestellt, den Feinden entgegenzutreten und sie zu Boden zu schmettern. Es handelt sich hier nicht so sehr um jenen Mut, der das Gegenteil von Furcht im platten Sinne ist, sondern. um die Stärke der Entschlossenheit, die diesen Mann jenen gegenübertreten— und wie gegenübertreten!— läßt, die sich durch einen gemeinen Streich von ihm persönlich, von der nationalsozialistischen Bewegung und von Volk und Vaterland, getrennt haben. Er hätte ja das Nest aushebensund die Burschen sich vorführen lassen können, um sie dann abzuurteilen. Aber er ging selbst zu ihnen, er, der sie doch gewissermaßen geschaffen hatte. Er. der mit ihnen persönlich und seit langem verbunden gewesen war. Er ging als ein zürnender Gott, der die Sühne alsehernes Gesetz vollzieht. Diese ungemeine Ballung von Willen und Krafteließ keinen Vollzug durch irgendwelche Organe" zu. Adolf Hitler zeigte seine überragende Persönlichkeif auf einem klassischen Höhepunkte der Totallität von Wollen und Tun. Diese Art herrlichster Männlichkeit, die uns Deutschen im„Instinkt des Blutes liegt und so wie lange keine politische Tat von allen in der Tiefe verstanden würde, ist es, die uns von Hitler als dem Führer sprechen läßt. Denn darin birgt sich nicht nur der organisationsmäßig oberste Vertreter des Führerprinzips, sondern das schlechthinnige persönliche Vorbild für jeden von uns. Das Ausland steht diesem unserm Vertrauen nicht auf den amtsmäßigen Reichskanzler, sondern auf den Führer vielfach blind und verständnislos gegenüber. Vielleicht wird ihnen nach dem 30. Juni ein wenig Verständnis kommen. In Deutschland wissen es heute alle, daß er wahrhaft der Führer ist und daß sein Sieg eben ein Sieg des Führers gewesen ist. Das Ausland hat sich auch gewundert, mit welcher Ruhe das deutsche Volk diese bei Gott nicht geringfügigen Vorgänge erlebt hat. Das Leben und die Arbeit der deutschen Staatsbürger sind nicht aus den Bahnen der Gewohnheit herausgerissen worden. Die Polizei hatte Doppelposten mit Karabinern, die SS war alarmiert, die Reichswehr lag in Alarmzustand. Presse und Rundfunk konnten lediglich einen historischen Bericht geben. Die Rebellion war gewesen. Wenn der Schlag vielen überraschend kam, so wußten doch mehr Männer davon, als sie es sich merken ließen. Das ist erstmalig und groß für die deutsche Geschichte und verrät einen bedeutenden Vorschritt der Nationalerziehung. Der Führer schwieg trotz aller Beschwörungsrufe über Mißstände usw. so lange, bis die Pestbeule genügend reif war, daß sie mit radikalem Erfolge zerschnitten werden konnte. Das deutsche Volk im ganzen hat mitgeschwiegen. Vor allem hat es die deutsche Presse fertiggebracht, verantwortungsvoll zu schweigen, bis der Führer handelte. Das mag man zum 1000. Male als „Niederknüppelung der freien Meinung“ und ihrer Aeußerung abtun wollen. In Wirklichkeit entsprang es dem restlosen Vertrauen auf den Führer, das durch ihn und die Sache glänzend belohnt wurde. Wir müssen es nach Jahrzehnten liberalistischen Zerschwätzens aller Dinge und besonders der Politik gründlich lernen, zu reden und zu schweigen, wenn das eine oder das andere nötig ist. Mit schonungsloser Offenheit ist am Tage der Niederwerfung alles über die Rebellion mitgeteilt worden. Dem Führer ist es nicht leicht geworden, solches über seine ehemaligen Freunde und mannigfach bewährten Mitkämpfer sagen zu müssen. Er stellte das Private zurück und sagte, was sein Volk, das ihm vertraut, wissen muß und soll. * Nun wollen wir das Schweigen nicht wieder verlernen! Wer gestern auf den Redaktionen die nicht abreißende Serie der Telephonanrufe erlebte, mußte die Sorge haben, daß die Zuchtlosigkeit früherer Zeiten wieder ihr Haupt erhöbe. In dem ein wenig blutigen Stück schwerer deutscher Geschichte wurde eine Sensation gewittert. Die Gerüchte übersteigerten sich. Die Lüsternheit, die ehedem eine Generalanzeigerpresse zum Besten ihres Geschäftsvorteils planvoll aufzog, züngelte wieder. Da wurden die wahnwitzigsten „Toten=Listen“ geflüstert, da sollte der eine„Verschwörer" in England, der andere in der Schweiz, der andere werweißwo sein. Und während dem einen der echte Bürgerschreck in die Gebeine fuhr, sagten die„Verständigen",— es handelte sich, Hitlers Worte zu gebrauchen, nicht selten um die „gescheiten Spätlinge“— daß„noch gar nicht genug Blut geflossen" sei. Mögen doch die letzten noch lernen, sich auch, was die persönliche Zucht angeht, in die Volksgemeinschaft einzureihen! Da braucht nicht alles totgeschwiegen zu werden, aber es geht um die Art, wie man es bespricht und wie man danach handelt. Wer am Abend des 30. Juni in aller Gemütsruhe etwa ein„Kirschenfest" feiern und bis in die Frühe des Sonntags fröhlich pokulieren konnte, zeigte wenig„politischen Verstand“, soviel er sonst davon schwätzt. Wer aber tief erschüttert das gewaltige Geschehen miterlebte, Hitlers glänzend formulierten Richtlinien für die neue SA verstand, tief innerlich aufatmete und sagte:„Nun mit neuem Mut und frischer Kraft weiter!"— der ist einer von denen, auf die sich der Führer verlassen kann und die er, soll sein Werk gelingen, verlangen muß. * Der 30. Juni hat zwei Ereignisse gebracht: die Reinigung der Bewegung und die endgültige Vernichtung jener Sportpolitiker, die unter konservativen, monarchistischen, frankophilen und anderen Horizonten wandelten, leider nicht in Deutschland, dem sie zu dienen vorgaben, und mit demselben. Wir mußten bewährten Freunden aus der Vergangenheit begegnen. Wieder einmal war Schleicher gierig, einen„Kanzler zu stürzen", wieder einmal hatte er Gregor Strasser beschwatzt, wieder einmal befiel Arnold Rechberg seine endlose Hingabe an eine„auswärtige Macht". Sie alle haben für sich gestanden, während Hitler für uns alle steht. So ist und bleibt der Sieg dieser kleinen Rebellion sein, des Führers Sieg. So ist es, weil der Führer der höchste Ausdruck des Nationalsozialismus ist, der Sieg des Nationalsozialismus. Die ganze Welt und vor allem wir haben das besonders empfunden und brauchen die näheren Gründe nicht anzudeuten, als der Reichspräsident Adolf Hitler beglückwünschte:„Sie haben das deutsche Volk aus einer schweren Gefahr gerettet!“ Kein Hurra! Dafür war es zu ernst! Aber getrost und fröhlich weiter! Einige Tage war notgedrungen das Gleichmaß der Arbeit unterbrochen. Jetzt gibt es wieder nur die Pflicht und ihre eiserne Erfüllung. * Anordnung des Chefs des Stabes, Lutze () München, 4. Juli. Im Zusammenhang mit der Meldung über die Auflösung des Presseamtes der Obersten SAFührung wird verfügt: Der bisherige Leiter des Presseamtes, Gruppenführer Weiß, ist von den während seiner Abwesenheit im Presseamt vorgekommenen Verfehlungen nicht berührt. Er steht zur Verfügung der Obersten SA=Führung. Der Chef des Stabes: gez. Lutze. Das Ende der Stadtparlamente Die neue Verfassung der Reichshauptstadt7 Latenter Verwaltungskrieg liquidiert (Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung) Berlin, 4. Juli. Die neue Verfassung der Reichshauptstadt Berlin hat nun auf Grund des Gesetzes vom 29. Juni 1934 Gesetzeskraft erlangt. Damit ist der latente Verwaltungskrieg, der im vergangenen System zwischen den einzelnen Dienststellen der städtischen Verwaltungen und der Zentralverwaltung der Reichshauptstadt fast unvermeidlich schien, endgültig liquidiert. Das Grundübel der Verfassungsgebung nach demokratischen Grundsätzen und Mehrheitsprinzipien lag hauptsächlich darin, daß eine in jedem Falle fast nur auf dem Kompromißwege zu erreichende Lösung grundsätzlicher Fragen der Verwaltung zu einer Verwaltungsgesetzgebung führte, die der persönlichen Auffassung des betreffenden Stadtverordneten oder Bürgermeisters nur allzu viel Spielraum ließ und somit eine Verwaltung nach straffen und einheitlichen Grundsätzen so gut wie unmöglich war. Es blieb mehr oder minder eine Frage der persönlichen Energie, ob sich jeweils der Oberbürgermeister gegen den betreffenden Bezirksbürgermeister oder der Bezirksbürgermeister gegen den Oberbürgermeister in dieser oder jener Verwaltungsstreitsache durchzusetzen vermochte. Diesen Uebelständen ist durch das neue Verfassungsgesetz der Reichshauptstadt radikal und unter völligem Bruch mit allen geheiligten Prinzipien der Mehrheit und des Parlamentarismus abgeholfen worden. Die verwaltungsmäßige Neuordnung der Reichshauptstadt stellt eine restlose Durchführung des Führerprinzips dar und muß daher in jene gesetzgeberischen Werke eingereiht werden, die im Kampfe gegen den Amtsschimmel und jede Paragraphenreiterei auch das Verwaltungswesen mit den Prinzipien des Nationalsozialismus durchdringen. Die einzelnen Bestimmungen der neuen Verfassung sind so gehalten, daß sie in ihren wesentlichsten Grundzügen in den Rahmen der kommenden Reichsgemeindeordnung ohne nennenswerte Abänderungen eingebaut werden können. Der absolute Wille zur Verwirklichung des Führerprinzips kommt schon darin zum Ausdruck, daß das Stadtparlament, trotzdem es nur noch aus der nationalsozialistischen Fraktion bestand, aufgelöst wurde. An seine Stelle werden künftig 45 Ratsherren treten, die in ihrer Gesamtheit als beratende Körperschaft dem Oberbürgermeister zur Seite stehen. Eines der hervorragendsten Merkmale des Rücktritt des japanischen Kabinetts neuen Verfassungswerkes der Reichshauptstadt ist ferner der klar erkenntliche Wille, die städtischen Verwaltungskörperschaften mit der nationalsozialistischen Bewegung in engste Fühlung und Verbindung zu bringen. Wenn daher der oberste örtliche Leiter der NSDAP. und der rangälteste Führer der SA oder SS zu Ratsherren ernannt werden müssen, so ist diese Tatsache schon darum von besonderem Wert, als gerade die von der Reichshauptstadt besonders forcierten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen eine Zusammenfassung aller Kräfte erfordern, deren zielklarer und restloser Einsatz aber nur bei einer dauernden geistigen Befruchtung mit nationalsozialistischem Ideengut gewährleistet bleiben kann. Die Verantwortung für alle Maßnahmen ruht künftig auf der Person des Bürgermeisters. In seiner Gemeinde ist dementsprechend der jeweilige Bezirksbürgermeister in vollem Umfange verantwortlich. Die einzelnen Sachverständigenbeiräte setzen sich aus hauptamilich und ehrenamtlich tätigen Beigeordneten zusammen. Das neue Verfassungswerk der Reichshauptstadt trägt alle Merkmale nationalsozialistischen Geistes: klar, straff und organisch. Kein Wort zu viel und keines zu wenig. Keine absichtliche Lücke und keine bewußte Hintertür. Ein Aktienschieberskandal verursacht den Sturz Durch dieses Gesetz wird das Verwaltungsvielerlei (Eigener Drahtbericht der WLZ.) Tokio, 4. Juli. Das japanische Kabinett hat am Dienstag den Rücktritt erklärt, nachdem sich herausgestellt hatte, daß die Verfehlungen eines aktiven Ministers und eines früheren Mitgliedes der japanischen Regierung bereits zu weite Kreise gezogen hatten, um nicht mehr eine Belastung für die Gesamtregierung zu bedeuten. Ausgangspunkt der Kabinettskrise, die schon seit mehreren Wochen schwelte, war ein Aktienschieberskandal, der schon im vergangenen Monat die Verhaftung des stellvertretenden japanischen Finanzministers Kuroda zur Folge hatte. Außer Kuroda waren damals der Direktor der Bankabteilung des Finanzministeriums, Okubu, sowie drei weitere Beamte verhaftet worden. Soviel bekanntgeworden ist, soll Kuroda die Kurse von Aktien der japanischen Kunstseiden=Industrie derart manipuliert haben, daß die Aktien mit einem Schlage von 40 Yen auf 150 Yen anzogen. Kuroda wird beschuldigt, durch seine Vermittlung mehreren hochgestellten Persönlichkeiten den Kauf dieser Aktien unter dem Marktpreis ermöglicht zu haben. Wegen dieser Aktienaffäre ist seinerzeit auch der Präsident der Bank von Taiwan seines Postens enthoben worden. Geraume Zeit hindurch gab man sich in japanischen Regierungskreisen der Hoffnung hin, daß es doch noch möglich sein werde, den Fall, mit dessen eingehender Untersuchung der Justizminister beauftragt worden war, aus der Welt zu schaffen, ohne den Bestand des Kabinetts gefährden zu müssen. Die Untersuchung hat jedoch zu neuen Entdeckungen gefuhrt und ergeben, daß ein weiteres noch aktives Mitglied der Regierung in die Angelegenheit verwickelt ist. Justizminister Koyama wurde infolgedessen am Sonnabend=von Ministerpräsident Saito beauftragt, eine Denkschrift anzufertigen, nach deren Eingang sich der Ministerpräsident am Dienstag zum Kaiser begab, um ihm den Rücktritt des gesamten Kabinetts zu erklären. Wie in politischen Kreisen verlautet, haben der Ministerpräsident Saito, der Innenminister Jamamoto und der Finanzminister Takahaschi jedes weitere Verbleiben im Kabinett abgelehnt. Alle drei Minister beabsichtigen angeblich, sich aus dem politischen Leben zurückzuziehen. Die Neubildung der Regierung dürfte voraussichtlich nicht unerhebliche Schwierigkeiten bereiten, da anzunehmen ist, daß die Verfechter eines schärferen außen= und rüstungspolitischen Kurses die Gelegenheit benutzen werden, um durch Entsendung ihrer Vertrauensleute in das Kabinett stärkeren Einfluß auf die Gestaltung der japanischen Politik nehmen zu können als bisher. In richtiger Voraussicht entfalten die japanischen Militärkreise seit einiger Zeit große Aktivität, um für den Fall des(inzwischen eingetretenen) Sturzes der Regierung, den propagandistischen Nährboden schon bereitet zu haben. Die in London im Gang befindlichen Vorbesprechungen der angelsächsischen Mächte zur nächstjährigen Flottenkonferenz bieten diesen Kreisen eine geeignete Plattform für ihre Werbung in der Oeffentlichkeit, und es entspricht durchaus den neuerlichen japanischen Gepflogenheiten, daß sich auch das Offizierskorps von Heer und Marine an der Propaganda beteiligt. des früheren Systems, das in der Aera der Severing, Boeß und Zörgiebel die übelsten Blüten hervorbrachte, ein, für allemal beseitigt. Der verwaltungsmäßige Aufbau der Reichshauptstadt wird nun nach nationalsozialistischen Prinzipien vollzogen. Damit ist Gewähr dafür geboten, daß die Sünden der vergangenen Zeit wieder gutgemacht werden und die Reichshauptstadt unter neuer Führung und Verwaltung einer Zeit allmählichen und darum um so sicheren Aufstieges entgegengeht. Erlaß von Betriebsordnungen Keine Verzögerung trotz Fristverlängerung # Berlin, 4. Juli. Die Frist für den Erlaß von Betriebsordnungen ist bekanntlich durch Verordnung bis zum 1. Oktober 1984 verlängert worden. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Brandenburg, Dr. Daeschner, führt in einer Bekanntmachung aus, daß sowohl Betriebsführer als auch Vertrauensräte unverständlicherweise diese Verordnung so auslegten, als ob die Arbeit über die Abfassung der Betriebsordnungen nun bis Ende September ruhen soll. Der Treuhänder betont, daß diese Ansicht vollkommen irrig ist. Der Sinn der Verordnung sei, daß für solche Betriebe, in denen unvorhergesehene Schwierigkeiten die Einhaltung des ursprünglichen Termins unmöglich machen, eine zusätzlich Frist gestellt wird, daß aber gleichwohl der Erlaß der Betriebsordnung so früh wie möglich zu erfolgen hat. Nur stichhaltige Gründe berechtigten zur Ueberschreitung des ursprünglichen Termins. Arbeitstagung der Reichs- und Gauleiter der RSDAP. ( Berlin, 4. Juli. Heute, Mittwoch, den 4. Juli, findet eine Arbeitstagung der Reichs= und Gauleiter der NSDAP. statt. Göring an den Chef des Stabes Berlin, 4. Juli. Ministerpräsident Göring hat an den Chef des Stabes der SA, Lutze, folgendes Telegramm gerichtet: Durch das Vertrauen des Führers sind Sie in schwerster Zeit als Stabschef der SA berufen worden. Eine gewaltige Arbeit liegt vor Ihnen. Ich weiß, daß es Ihrer Tatkraft und Treue gelingen wird, die Ihnen gestellte Aufgabe zu meistern, den Geist der alten SA wieder herzustellen. Wir alten Kämpfer wollen in enger Kameradschaft für die Zukunft zusammenstehen als treueste Paladine unseres einzigen Führers. In treuer Kameradschaft Ihr Hermann Göring. Göring zum Reichsforstmeister ernanni Berlin, 4. Juli. Der Reichskanzler hat auf Grund des vom Reichskabinett verabschiedeten Gesetzes zur Ueberleitung des Forst= und Jagdwesens auf das Reich den preußischen Ministerpräsidenten General der Infanterie Hermann Göring zum Reichsforstmeister ernannt, der in Jagdsachen die Bezeichnung Reichsjägermeister führt. Der Führer am Krankenlager von Minister Schmitt X Berlin, 4. Juli. Der Fuhrer stattete Montag nachmittag dem erkrankten Reichsminister Dr. Schmitt in dessen Wohnung in Dahlem einen Besuch ab, der eine Stunde dauerte. Der Reichsminister hatte infolge eines Ohnmachtsanfalles am 28. Juni 1934 bis jetzt das Bett hüten müssen, doch ist er jetzt wieder soweit hergestellt, daß er morgen einen längeren Erholunasurlaub wird antreten können. Aus Recklinghausen Die Ehre der SA wird gemeldet, daß irgendbleibt sauber ein hergelaufener Zeitgenosse in Schutzhaft genommen werden mußte, weil er anläßlich der letzten Maßnahmen des Führers glaubte, die SA in gehässiger Weise beschimpfen zu können. Diese Meldung gibt Anlaß, von vornherein Irrtumer, die in gewissen Kreisen auftauchen könnten, richtigzustellen. Wenn nämlich eine kleine Clique von SA=Führern sich gegen den Führer und gegen den Staat gewandt hat und den Geist der SA verleugnete, so ist das eine Angelegenheit, die weder die Bewegung noch ihre SA als solche trifft. Gerade die Ereignisse der letzten Taße haben bewiesen, daß sich der Geist zieser SA in schweren und entscheidenden Stunden bewährt hat. Zu keiner Zeit konnte die Treue zur Idee und zum Führer besser zum Ausdruck kommen, als gerade jetzt. Die SA hat nicht„gemeutert" und zu keiner Stunde daran gedacht, dem Führer die Gefolgschaft zu versagen. Jene Kreaturen, die inzwischen ihre Tat gesühnt haben, haben sich durch ihr Verhalten selbst außerhalb der Gemeinschaft der Bewegung und der SA gestellt, sie haben die Ehre der braunen Armee besudelt, indem sie die Idee der nationalsozialistischen Revolution verleugneten, und wenn der Führer mit unbarmherziger Strenge gegen sie verfuhr und in scharfen Worten vor der gesamten Oeffentlichkeit die Mißstände geißeln mußte, die durch das Verfehlen einiger SA=Führer offen zutage getreten waren, so trifft das nicht die große und in ihrer Treue unerschütterliche Armee der braunen Kämpfer. Was geschah, diente dazu, ihre Ehre wieder herzustellen. Das aber ist ge.schehen! Die Reihen der SA sind befreit von einer Last, die jeden ehrlichen Kämpfer seit langem bedrückte und überall im Lande atmen die braunen Soldaten Adolf Hitlers auf und danken ihrem Führer, daß sie nunmehr ihre kampferprobten Fahnen wieder frei und offen erheben können. Diejenigen aber, die da glauben, ihrem alten Hasse gegen die braune Armee nunmehr wieder offen Luft machen zu können, befinden sich in einem gründlegenden Irrtum. Nach dem reinigenden Gewitter der letzten Tage steht die SA fester und geschlossener denn je. Wer sie beleidigt, beleidigt die Bewegung und den Staat. Wer von der nationalsozialistischen Bewegung Adolf Hitlers spricht, kann die SA nicht ausschließen. Sie ist der Träger der stolzesten Tradition. In ihr lebt der Geist Horst Wessels. Dieser Geist kann nicht durch die ruchlose Tat einer Handvoll Meuterer getötet werden. Er lebt! Stolzer denn je, klingt das Lied Horst Wessels von unseren Lippen: Die Fahne hoch! Die französische WochenNoch normal? zeitschrift„Vendemiaire" schreibt, daß man wohl nach den sensationellen Enthüllungen des englischen Journalisten„Steed mit Sicherheit annehmen könnte, daß die Typhusepidemie, die in Frankreich zyzischen dem 5. Dezember. 1933 und dem 20. Januart:## gewitet hat, wohl deutsche Versuchen des bakteriologischen Kriegsverfahrens zu verdanken sei. Damals sei der Prozentsatz der Typhussterbefälle von dem normalen Stand von 2,2 Prozent plötzlich ohne jeden Grund auf 14,69 gestiegen, um dann ganz plötzlich am 20. Januar* wieder auf den normalen Stand zurückzugehen. Die Temperatur betrug in Paris vorgestern, als diese Zeilen in Druck gingen, 28 Grad Celsius im Schatten. Barthou fährt nach London Paris, 4. Juli. Wie verlautet, wird der französische Außenminister auf seiner Reise nach London. die er am 8. Juli antritt, von Marineminister Pietri begleitet sein. Pietri geht nach London, um an den Vorbesprechungen für die Londoner Flottenkonferenz teilzunehmen. Nach seiner Rückkehr wird er zunächst dem Cherbourger Hafen einen Besuch abstatten, um die französischen Seestreitkräfte zu inspizieren. Europa zittert! Der Stapellauf des Panzerschiffes„C“ löste in der ausländischen Presse ein Echo aus, das von ebenso viel sachlicher Unkenntnis wie maßloser Uebertreibungssucht zeugt. Es ist die gleiche Kampagne, die schon einmal einsetzte bei dem Stapellouf der ersten beiden Schiffe des gleichen Tyve, der„Deutschland" und Admiral Scheer“. Während die deutschen Schiffe durch den Versailler Vertrag auf eine Tonnage von 10 000 Tonnen beschränkt sind, betragen die größten Kampfeinheiten der anderen Flotten 35000 Tonnen. Das kann man allerdings auch im Ausland nicht abstreiten. Man verlegt sich deshalb auf Gerüchte von einem„geheimnisvollen“ Kampfwert der deutschen Schiffe. Man spricht von einer Gefahr, wenn Deutschland ein einziges kleines Schiff vom Stapel läßt. Die tollsten Kombinationen und unsinnigsten Behauptungen über Tauch= und SchnelligkeitsMöglichkeiten des neuen Panzerschiffes werden in die Welt gesetzt. Es fehlt nur noch, daß behauptet wird, das„geheimnisvolle“ Schiff könne außer tauchen auch noch fliegen und Verdun beschießen. Aber man braucht drüben eben Begründungen für die eigenen ungeheuren Rüstungen und findet sie, indem man Deutschland in der unglaublichsten und lächerlichsten Weise verdächtigt. Es fragt sich nur, wohin es führen soll, wenn weiter die internationale Atmosphäre durch eine derartige Stimmungsmache leichtfertig vergiftet wird. * Der Jude mit dem Silberlöffel In einer in Wien erscheinenden Monatsschrift „Palästina= erschien kürzlich folgende amüsante Geschichte, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten möchten: „Anno 1925 kam ein Jude ins Land; Gold hatte er natürlich keines, doch von besseren Tagen war ihm noch ein schwerer Silberlöffel verblieben. Auf diesen Silberlöffel hin lieh ihm ein ehemalger Landsmann 2 pal. Pfund, mit denen unser Freund Mitglied einer Kredit=Kooporative wurde und eine Anleihe von 20 Pfund erhielt. Mit diesem Kapital ging er zur Terrain=Gesellschaft und erwarb mit einer ersten Anzahlung ein Grundstück, auf das er dann eine stolze Tafel setzte:„Baugrund des Mr. N. N.“ Kaum war das geschehen, da begannen schon die Agenten zu laufen:„Sie werden doch keine ausländischen Ziegel benützen, unsere sind 150 mal so stark, und Sie sind doch ein Zionist. Was, Sie haben jetzt kein Geld? Aber wozu, ein paar Wechsel genügen.“ Kaum werden am anderen Tag die Ziegel abgeladen, da kommt schon der Vertreter der Bankkooperative:„Als guter Jude werden Sie nur mit uns bauen. Ach, das mit dem Zahlen erledigen wir ein anderes Mal“. Und bevor noch das erste Stockwerk fertig war, hatte unser Freund alle drei Stockwerke vermietet gehabt und die Miete auf drei Jahre vorausbezahlt erhalten. Und das alles durch einen Silberlöffel. Und nun noch pst, ein Geheimnis, das Silber war nicht echt!“ 2 Soweit die Monatsschrift„Palästina". Wenn die Niederschrift auch als Anekdote bezeichnet wird, so wissen wir doch alle, daß diese und ähnliche Dinge bei dem„auserwählten Volk“ gang und gäbe sind. In der glorreichen Aera der Novemberlinge verspürten wir die Gschaftlhuberei derer von Zion empfindlich am eigenen Leibe, ohne daß irgend jemand der verflossenen Machthaber Anstoß daran genommen hätte. Erst dem Nationalsozialismus blieb es vorbehalten, mit den dunklen Machenschaften jü.discher Schieber und Gauner radikal Schluß zu machen, und den Korruptionssumpf der schwarz=roten Systemlinge auszuräuchern! 3 „Hüter der Ordnung“ Schon öfter haben wir unter Beweis gestellt, daß die von Dollfuß als Hilfspolizei eingestellten Heimwehrsöldlinge zu 50 Prozent aus vorbestraften Verbrechern besteht. An dieser Tatsache ändert auch das Entrüstungsgestammel des österreichischen Systems und des Heimat=Schutzverbandes nichts. Wie in Wirklichkeit die„Hüter der Ordnung" im Dollfußlande aussehen, zeigt aufs neue blitzartig ein Bericht des Brigadekommandos Schärding in Oberösterreich an das Gendarmerie=Kommando in Waidhofen a. d. Ybbs, den uns der bekannte günstige Wind auf den Redaktionstisch wehte und in dem nachstehender Vorfall berichtet wird: „Bgd.=Komdo. Schärding, Ob.=Oest., E. Nr. 842. Diebstahlserhebung. An das Gd.=Kmdo. Waidhofen a. d. Ybbs. Vom 22. 2. bis 1. 3. 1934 wurde durch Einbruch aus dem Gasthause„Zur Aussichtswarte am Frohn“, Gmd. Schardenberg, während die Besitzer Johann und Anna Hermanseder wegen Verdacht der ns. Betätigung in Schärding interniert waren, Bier, Wein, Lebensmittel, Kleider, Bettwäsche und Schmuck im Gesamtwerte von ca. 11 185 Schilling entwendet. Zur Zeit dieser plünderungsähnlichen Diebstähle war in Schardenberg ein n.=ö. H.=W.= Baon(niederösterreichisches Heimwehrbataillon. D. Red.) unter Kommando des Oberleutnants Heinz Karner stationiert, und es stand sofort außer Zweifel, daß dieser Diebstahl von Mitgliedern dieser Truppe verübt wurde. Im Zuge dieser Erhebungen wurde sichergestellt, daß von den fraglichen H.=W.=Leuten am 1. 3. beim Postamte Schardenberg 14 Pakete, in Wernstein 4 an ihre in Niederösterreich lebenden Angehörigen aufgegeben wurden. In diesen Paketen war durchwegs aus dem Besitze Hermanseder stammendes Diebsgut verpackt.“ Weiterer Kommentar überflüssig! Hauptschriftleiter Dr. Friedrich K. Pfallerott. Stellvertreiender Hauptschriftleiter Ewald Löbberi, Verantwortlich: Für Innenpolllik Fritz Bormann. für Außlenpolitik Wilhelm Juna. für Sozialpolitik Hans Viefhaus, für Lokales und Provinz Ewald Löbbert snwie die jeweils am Ende der Ortsausgabe bezeichneten Schriftleiler. für Wirtschaft und den Alluemeinen Teil leinrich Elsenpeter. für Kunst und Unterhallung I. V. Waller Thomas. für Sport Ernst Schulle. Für den Anzeigentell: Bernhard Stadle, Anzeigenleiter Karl Kirschner Sämtlich In Dortmund Chel vom Dienst Ilaus Wirts Dortmund Berliner Schriftleilung Ilans Graf Relscbach Berlin. Druck und Verlag: Westfälische Landeszeilung Cmbhl., ortmund. Durchschnitts-Auflage Mai 1934: 180 083 D.A Bezirksausgabe Dortmund und Umgebung: 65 446; D.-A. Bezirksausgabe Bochum-Witten: 22 683: D.-A. Bezirksausgabe Hagen-Sauerland: 38 917; D.-A. Bezirksausgabe Hlerne-Wanne-Eich el-Gelsenkirchen Recklinghausen: 16 772; D.-A. Bezirksausgabe Ilamm-Soest und die Börde: 11 586; D.-A. Bezirksausgabe Essen— Reichsausgabe 24 679. 2. Blatt 7 Nr. 179 Westfälische Landeszeitung- Rote Erde Mittwoch, den 4. Juli 1934 Marsch durch die Wüste Gobi Sven Hedins erste große Asienfahrt/ Vergeblicher Angrift auf den„Vater der Eisberge“ Im Labyrinth der Dünen Sven Hedins erste große Asienfahrt vor jetzt genau 40 Jahren, die ihn mit einem Schlage in die vorderste Reihe der bedeutendsten Forschungsreisenden aller Zeiten stellte, darf als eine der denkwürdigsten und abenteuerlichsten in der gesamten Entdeckungsgeschichte angesprochen werden. Die Reise ging zunächst nach Margelan, der Hauptstadt von Fergana, wo Sven Hedin die letzten Vorbereitungen zu seiner Winterfahrt über den Pamir traf. Dieses gewaltige Hochland erhebt sich auf der Grenze zwischen Ost= und Westturkestan, Buchara, Afghanistan und Indien. Ein gigantischer Gebirgsknoten, von dem nach Osten und Südosten die beiden höchsten Bergketten der Erde, Ken=lun und Himalaja, nach Nordosten der Tienschau und nach Südwesten der HinduKusch ausstrahlen, während sich der Kara=Korum zwischen den beiden erstgenannten Ketten nach Tibet hineinzieht, schauen von ihm himmelhohe Bergriesen auf die übrige Erde hinab, und die Völker Hochasiens geben ihm noch heute den Ehrennamen„Dach der Welt". Mutig erstieg der kühne Forscher, der sich übrigens auch jetzt wieder auf einer großen Erpedition befindet, die die Möglichkeit von Autowegen durch den asiatischen Erdteil erkunden will, mit seiner Karawane das in arktische Kälte gehüllte Gebirgsland; auf fußbreiten, vereisten Pfaden schritten, krochen und tappten die Männer oft an den Abgründen dahin; mit Spaten, Picken und Beilen bahnten sie sich den Weg hinauf zu den Pässen, die in 4000 Meter Höhe die parallelen Täler des Pamir miteinander verbinden. Heulende Schneestürme umtosten die Karawane in dieser wilden, großartigen Natur, in der die herrlichsten Landschaftsbilder, unheimlich und entzückend zugleich, aufeinander folgten. In diesem Reiche der Kälte und des Todes, wo kein Grashalm, kein lebendes Wesen zu sehen war, fiel das Thermometer des Nachts zuweilen auf 34 und mehr Grad, mit unvergleichlichem Glanze funkelten die Sterne, und der Schlaf floh die frierenden Männer in ihrem Lager auf den Eisfeldern. Nachdem der Forscher einige Wochen russische Gastfreundschaft genossen und sich tüchtig ausgeruht hatte, zog er weiter nach Osten, um den Mus=tag=ata, den„Vater der Eisberge". zu besteigen, der am Ostrande des Pamir seinen mit ewigem Eise gepanzerten Gipfel erhebt, gleich einem gewaltigen Vorposten gegen die zentralasiatischen Wüsten. Viermal versuchte Hedin, die Spitze des Berges zu erklimmen, viermal passierte er die gigantischen Gletscher, die an seinen Abhängen hinabströmen— vergebens! Unüberwindliche Gletscherspalten, orkanartige Schneestürme, die starke Luftverdünnung, die Menschen und Tiere schlapp machte und unerträgliche Atemnot und Herzklopfen verursachte, zwangen ihn jedesmal zur Umkehr. Er erreichte die Höhe von 6300 Meter und brachte so###ar eing Nacht in dieser Höhe zu, um am folgenden minigeuen Kräften das Zi###u erreichen, doch mußte er froh sein, in einem alles verhüllenden Schneesturm wieder lebend ins Tal zu gelangen. Nach dem erbitterten Kampfe mit dem Pamir zog der junge Forscher nach Osten, dem menschenmordenden Sande der Wüste Gobi entgegen, wo der Todesengel seine Karawane vernichten sollte. Als die stattliche Karawane Sven Hedins in die Wüste hineinmarschierte, da dachte der kühne Forscher nicht, daß er einen Leichenzug führte, den im ewigen Sande bereits ein stilles Grab erwartete. Noch waren auf den ersten Tagesmarschen Spuren von Vegetation zu sehen, spärliche Tamarisken fristeten auf dem dürren Boden ihr kärgliches Dasein, aber allmählich ließ der einsame Zug auch diese letzten Zeichen organischen Lebens hinter sich. Kein Grashalm, kein Blatt ist mehr zu sehen, kein Vogel belebt mehr den Luftkreis, und die Gazellen= und Hirschspuren sind längst verschwunden. Alles ist Sand, feiner gelber Sand! Ganze Berge von Sand erstrecken sich unabsehbar nach allen Seiten hin, soweit der Blick mit Hilfe des Feldstechers reicht. Mißmutig und müde schleicht schneckenartig die Karawane durch diese einförmige, trostlose Landschaft. Denn immer höher werden die Dünen; 20, 30, ja schließlich 60 Meter hoch erhebt sich ein Kamm und Gipfel über und hinter dem andern; es ist ein uferloses Meer von ungeheuren Sandmengen, richtige Gebirgsketten von lauter feinem, gelbem Sand! Da, im schlimmsten Teil der Wüste, eine furchtbare Entdeckung! Das Wasser geyr zu Ende! Und nun beginnen Tage der Angst und der Verzweiflung; gequält von entsetzlichem Durst, den Tod des Verschmachtens vor Augen, schleppen sich Menschen und Tiere niedergeschlagen und kraftlos durch dieses unübersehbare Dünenmeer. Orkanartige Sandstürme, die die Sonne verfinsterten, blendeten die Augen, benahmen den Atem, überschütteten die Unglücklichen mit Wolken von Sand! Und immer wieder das Labyrinth von haushohen Dünen! Schon waren zwei Kamele dem Durst und der Anstrengung erlegen und am 1. Mai ging die einst so stolze Karawane im Todeslager elend zugrunde. Nur Hedin und zwei seiner Diener schleppten sich weiter, verzweifelnd suchten sie den rettenden Wald des Chotan=darja in dem gelben Sanddunste des östlichen Horizonts. Aber auch die beiden letzten Begleiter mußten zurückbleiben und erwarteten den erlösenden Tod! Hedin allein, selbst dem Verderben nahe, erreichte am Abend des 5. Mai den Urwald des langersehnten Flusses, bahnte sich mit den letzten Kräften der Verzweiflung einen Weg durch das wildverwachsene Dickicht und fand in dem Flußbette des Chotan=darja, der um diese Jahreszeit ausgetrocknet war, einen kleinen Tümpel mit süßem Wasser und trank, trank, trank. „Es war ein feierlicher Augenblick!— In dem verzückten Zustande, in dem ich mich befand, war es mir, als habe mich ein Engel des Himmels durch das nächtliche Dunkel nach dem kleinen Tümpel geführt, und ich glaubte, das Rauschen seiner Flügelschläge zu hören.“ Nachdem sich Sven Hedin so gekräftigt hatte, füllte er seine Stiefel mit Wasser und machte sich barfuß auf den mit Dornengestrüpp bewachsenen Weg, um seinen Gefährten die Rettung zu bringen. B. Fr. Brand im Wiener Rathaus Wien, 4. Juli. n einem Hofe des Wiener Rathauses, gerade unter dem Fenster des Bürgermeisters, geriet Dienstag vormittag aus unbekannter Ursache ein großer Holzschuppen in Brand, der von der Feuerwehr in kurzer Zeit geloscht werden konnte. In Wien hatte sich schon das Gerücht verbreitet, das Rathaus stünde in Flammen. Riesiger Tabakschmuggel im Hamburger Hafen aufgedeckt Hamburg, 3. Der Zollfahndungsstelle ist es in langwieriger Arbeit gelungen, einem großen Tabakschmuggel im Hamburger Hafen auf die Spur zu kommen. Die Schmugglerbande umfaßte etwa 60 bis 70 Personen. Die Täter, die nach Feststellung ihrer Personalien wieder entlassen wurden, sind zum größten Teile geständig. Es handelt sich bei der Schmuggelware um über 40 Zentner Tabak, über 20 000 Zigaretten, mehrere tausend Importzigarren und kleinere Mengen Spirituosen. Die Waren waren auf 40 Dampfern in den Freihafen eingeführt und in Kraftwagen ins Zollinland weiterbefördert worden. Vierzehn Schmuggelautos konnten beschlagnahmt werden. Schwere Unwetter über Nordbulgarien Sofia, 4. Juli. Ueber dem nordbulgarischen Bezirk Nikopol gingen am Montagabend schwere Unwetter nieder. Mehrere Ortschaften wurden unter Wasser gesetzt. Im Dorfe Musseliewo wurden zahlreiche Häuser und Stallgebäude von den Fluten fortgerissen, wobei sieben Personen ums Leben kamen. Auch aus andern Dörfern liegen beunruhigende Meldungen vor. Bisher zählt man 12 Tote, darunter sechs Kinder. Der Sachschaden und die Viehverluste sind überaus groß. Eifersuchts-Tragödie im Zoo Der tragische Fall Pete: Aussierbende Tiere und Tierkuriosin Pete und Chica waren der Stolz des Zoologischen Gartens in Houston in Texas. Pete und Chica waren Mann und Frau— oder wie man bei Tieren sagt— Männchen und Weibchen. Die beiden liebten sich sehr, viel mehr in der Art, wie Menschen das der Welt zeigen, als in ihrer Affenart. Vielleicht nahm deshalb diese Geschichte mit Pete und Chica auch einen so menschlich=erschütternden Ausgang. Der Direktor des Gartens von Houston war stolz darauf, einen neuen Schimpansen erworben zu haben. Das würde den beiden, Pete und Chica, gewiß nicht unangenehm sein. Man brachte den Neuen zu den beiden in den Käfig. Chica flüchtete in die oberste Ecke. Pete aber ging mit Zähnen, Krallen und einem Stock auf den Neuen los. Man brachte ihn nebenan unter,„bis sie sich gewöhnt hätten". Drei Stunden später hatte Chica sich schon „gewöhnt". Während Pete scheinbar schlief, rückte sie langsam ans Gitter und flirtete mit dem Schimpansen, einem recht jungen und lebhaften Affenherrn. Die Eifersucht weckte Pete. Er sah, was geschah, er sprang hinzu, er packte Chica von rückwärts, wurgte sie mit beiden Klauen, würgte sie so lange, bis Chica tot war. Dann rutschte er in eine Ecke und weinte wie ein kleines Kind. Weiß man nun, weshalb Pete die kleine Chica ermordete?... Neue Rätsel um den Zwergelefanten Immer wieder hebt unter den Elefantenjagern Afrikas der wissenschaftliche Streit um den Zwernelefanten an. Zwar hatte man nie einen richtigen, alten Zwergelefanten erlegt, aber die Eingeborenen im Gola=Waldgebiet erzählten immer aufs neue von ihm. Sir Arnold Hudson vertrat als erster hartnäckig die Idee, daß alle angeblichen afrikanischen Zwergelefanten nur einfach ganz junge „Rroße“ Elefanten seien. Er war selbst Wochen hindurch auf der Jagd. Er fand Gegner, die ihm widersprachen. Um sie zu widerlegen, kehrte er im vergangenen Herbst nach Sierra Leone zurück und brachte fünf Schädel herbei und untersuchte fünf weitere Schädel, die seine Gegner heranschafften. Acht Schädel, die als die von Zwergelefanten ausgegeben wurden, waren wirklich solche von Großelefanten, die einfach noch nicht ausgewachsen waren. An den: Zähnen und an der Struktur so, die Völlige Ruhe in Berlin. Der Potsdamer Platz am Nachmittag des 2. Juli 1934. Der Straßenverkehr wickelt sich wie stets ab. konnte es bewiesen werden.— Es ist schon daß heute niemand mehr nach Afrika auf Zwergelefantenjagd zu gehen braucht. Maschinengewehr=„Jagden“ und aussterbende Tiere Ehe wir noch eine kleine bunte Auslese bringen, müssen wir von jenen Tieren berichten, denen der Tod heute stärker droht denn je. Aus Australien wird gemeldet, daß der Opossum durch Arbeitslose in einem Maße abgeschossen wird, das beunruhigend wirken muß. In Westaustralien jagt man neuerdings den Emu=Strauß mit Maschinengewehren. Nicht weniger schlecht steht es um den dicken, lustigen und gutmütigen See=Elefanten, den man so lange totschlug, bis keiner mehr da war. Jetzt sucht mann die Letzten seiner Art zu verhätscheln und zu pflegen— nachdem es zu spät ist. Zu spät wird es auch bald für den Wal sein. Wo soll es hin, wenn in einer Saison 42000 Wale erlegt werden? König und Königin von Siam in Berlin Schlag gegen die Falschmünzer Entdeckung der Werkstatt in einem Vorort von Hannover 7000 Mark Falschgeld im Aermelfutter Berlin, 3. Juli. Die Falschgeldstelle des Württembergischen Landeskriminalpolizeiamts hat eine Falschmünzerbande in Stuttgart und Hannover ermittelt und verhaftet. Die Bande bestand aus insgesamt 12 Personen, von denen fünf die Herstellung der falschen Zehn= und Zwanzig=Markscheine in Hannover besorgten, während die übrigen die Scheine vertrieben. Die Herstellung und der Vertrieb der Falschscheine geht bis auf das Jahr 1920 zurück. Erst die Ermittlung des Litographen, der in Stuttgart die Druckplatten hergestellt hatte, führte zur Aufdeckung der Falschmünzergruppe, deren Mitglieder alle in verwandtschaftlichen Beziehungen zueinander standen. Die einzelnen„Vertreter“ bereisten ganz Deutschland und brachten die Falschgeldscheine in der üblichen Weise in Verkehr. Für einen falschen Zehn=MarkSchein erhielten sie eine„Provision" in Höhe von vier Mark. Die Fälschungen selbst waren nicht einmal hervorragend gelungen. Soweit bis jetzt feststeht, wurden etwa rund 800 Zwanzig=Mark=Scheine in Umlauf gesetzt. Die Zahl der Zehn=Mark=Scheine dürfte mit 20000 nicht zu hoch geschätzt sein. Das vorhandene Falschgeld konnte sichergestellt werden. Die Mitglieder der Bande wurden im Laufe der letzten Woche verhaftet. Das Tätigkeitsfeld der in Stuttgart und Halle an der Saale festgenommenen weitverzweigten Falschmünzervande erstreckte sich über ganz Deutschland. Eine Hauptstelle der Falschmünzer befand sich in Hannover. Als zwei Mitglieder der Bande, ein gewisser Wichmann und eine Frau Weck, die Dank der Aufmerksamkeit von Marktfrauen und Marktbesuchern nach sorgfältigen Beobachtungen in Halle an der Saale bei der Ausgabe von falschen Scheinen gefaßt wurden, flüchtete der Haupttäter nach Hannover. Man verfolgte seinen Kraftwagen bis nach Bemerode, wo der Insasse, der Ehemann der in Halle verhafteten Frau, eine Villa aufsuchte. Er wurde festgenommen. Man entdeckte in der Villa die mit allem Zubehör versehene Falschmünzerwerkstatt. Als Helfer der Eheleute Weck konnten in Stuttgart die Eheleute Schilpp festgenommen werden, als sie von einer Reise nach Heidelberg, auf der sie gefälschte Scheine abgesetzt hatten, zurückkehrten. Bei Schilpp wurden im Aermelfutter für über 7000 Mark falsche Zwanzigmarkscheine gefunden; weiter sind in Möbeln, die Schilpp auf einem Speicher in Stuttgart untergestellt hatte, falsche Scheine im Betrage von über 30000 Mark beschlagnahmt worden. Mit den Verhaftungen ist der deutschen Zentralstelle zur Bekämpfung von Geldfälschungen beim Polizeipräsidium in Berlin in Zusammenarbeit mit der Landesfalschgeldstelle beim Polizeipräsidium Stuttgart und verschiedenen preußischen Polizeibehörden ein großer Schlag gegen das gemeingefährliche Treiben einer der umfangreichsten und geriebensten Falschmünzerbanden geglückt. Wissenschaft im Zaubergarten Wachstumsexperimente mit elektrischen Strahlen Am Rande von Berlin steht ein kleines Haus Regen die Ursache dieses elementaren Wachstums, mit einem Garten. In diesem Hause, das teils als Wohnung, teils als Forschungsinstitut ausgebaut ist, wohnt der Zivilingenieur F. H., der sich seit einer Reihe von Jahren erfolgreich mit physikalischen Arbeiten beschäftigt. Vor allem mit„Wachstumswellen“, die Flora und Fauna zu einem kaum glaublichen Wachsen und Gedeihen anregen. Man würde diese Berichte für übertrieben ansehen, könnte man sich nicht selbst von der Richtigkeit der Angaben überzeugen. Wissenschaftler über ihre Arbeiten zu befragen, ist mitunter ein schwieriges Problem; denn sie berichten über ihre Tätigkeit in einem schwer verständlichen Deutsch, das außerdem durch allzu zahlreiche Fachausdrücke, Formeln und Bezeichnungen noch schwieriger zu verstehen ist. Hier in Zehlendorf findet man zwar auch einen Forscher, der mit diesen wissenschaftlichen Ausdrücken umzugehen versteht, aber trotzdem seinen Arbeiten eine so volkswirkschaftlich wichtige Grundlage gab, daß man seinen Ausführungen leicht folgen und seine Ideengänge begreifen kann. H. beschäftigt sich Jahre hindurch mit der praktischen Verbesserung unserer Ernährung, unserer Naturprodukte und eigener und eingeführter Rohstoffe. Seine Arbeiten zu einem gewissen Abschluß kommen zu lassen, standen bisher Widerstände zahlreicher Art im Wege. Die Frage, ob wir unsere Einfuhr nicht drosseln könnten, weil Deutschlands Boden, richtig bearbeitet, selbst die bisher bezogenen Importwaren wachsen läßt, war nicht aktuell, da man auf dem Standpunkte„wir können doch alles verhältnismäßig billig beziehen“ stand. Der Einwand, daß man lieber etwas teurer, aber dafür vom deutschen Erzeuger kaufen solle, kam nie zur Erörterung. Vielleicht den Verhältnissen voraussehend oder durchdrungen von seiner Idee, die sich den heutigen politischen Zielen in vielen Punkten anpaßt, arbeitete H. immer weiter an seinen Versuchen. Baute sich große Maschinenanlagen, legte sich einen Versuchsgarten an, experimentierte in seinen Arbeitszimmern. Geboren wurde die Idee aus einer Beobachtung mit Pilzen. H. ging spazieren, sah auf einer Wiese Champignons, die aber zum Pflücken noch zu klein waren. Am nächsten Tage ging er wieder auf die Wiese, aber da waren die Pilze bereits ins Kraut gewachsen, sie waren zu groß. Nach dem Volkssprichwort:„Gewitterregen macht fruchtbar“, müßte man annehmen, daß in der dazwischen liegenden Nacht ein Gewitter niedergegangen sein müßte. Das war aber nicht der Fall; denn es hatte nur gedonnert und geblitzt und darum war nicht der sondern die eletrrische Entladung innerhalb der Luft. Aus dieser Feststellung erwuchs ein Gedanke und aus ihm wurde eine Lebensarbeit, die heute nach vielen Jahren erst zu einem Etappenerfolg geführt hat. Immer wieder von dem Gewitter ausgehend, sagte sich H., daß irgendwelche elektrischen Schwingungen der Grundpunkt sein müßten. Da der Blitz kurze und lange Wellen in sich birgt, mußten an einer Stelle dieses Wellenbandes die Wachstumsstrahlen liegen und diese Wellen mußten auch, richtig eingesetzt, künstlich nach menschlichem Wunsch größeres Wachstum hervorbringen. Die Versuche führten zu der Erkenntnis, daß bestimmt starke Wellen zwischen 10 und 30 Zentimeter Länge tatsächlich den gesuchten Effekt brachten. Wenn man Samenkörner mit diesen Strahlen bestrich, entfaltete später die Pflanze einen üppigen Wuchs. Die Zeitdauer wurde auf 15 Sekunden festgelegt. Interessant vor allem war die Tatsache, daßjede Pflanze nur bei einer bestimmten Wellenlänge ihre Höchstkraft entfal tet; daher mußten gewissenhafte Versuche mit allen erreichbaren Samenkörnern gemacht werden. Fast 80 Prozent dieser Samen versagten— sie starben oder wuchsen wie nicht bestrahlte Samen.„Nur bei einer bestimmten Welle kamen wir zum Erfolg, und hier kann man sagen, daß die Erfolge bei weitem die von uns errechneten Möglichkeiten übertrafen!" H. ist glücklicherweise kein trockener Forscher, der hinter Mikroskop und Formelbuch verborgen nach Erkenntnissen sucht, sondern ein durchaus praktisch veranlagter Mensch, der den Zeitverhältnissen Rechnung trägt, ohne dabei seine per sönliche Meinung zu verlieren. Als Gegner jeder kapitalistischen Geldaufhäufung und Konzernwirtschaft, hat er stets seine Forschung ohne Unterstützung der hierfür interessierten Kreise betrieben. Grundziel: Dem Volksganzen zu helfen, es wirtschaftlich stärker zu machen. Daher kommen auch seine Ueberlegungen, daß Wissenschaft und Volkswirtschaft bei seinen Arbeiten eng verbunden sind und gleichsam betrieben werden müssen. Seine Arbeiten verlieren daher nicht an Wirkung, daß er sie abstoppt, um immer mit einem sichtbaren Ziel zu schaffen. Als die ersen richtig eingesetzten Wellen bei Mais eine sechsfache Ernte erzielten (dabei darf man nicht vergessen, daß sämtliche Versuche auf dem kümmerlichen, märkischen Sandboden unternommen wurden), sagte sich H., daß man nun Versuche mit Pflanzen anstellen müsse, die bisher in Deutschland nicht zur Blüte gelangten oder überhaupt nicht angepflanzt wurden. Er baute, züchtete und erntete Baumwolle. Tabak. Sojabohne und Oelfruchte und bewies damit, daß Deutschland vom Ausland fast völlig unabhängig sein kann, da es für seine Ernährung und Beklei dung selbst sorgen kann. Genau wie die bestrahlten Tomaten nicht allein kräftiger, sondern auch süßer wurden, versuchte man bei Oelfrüchten und Baumwolle Pflanzen zu züch ten, die den klimarischen Verhältnissen Trotz bieten können. Man mußte Pflanzen schaffen, die nicht allein blühen, sondern deren Früchte auch volltom men reif werden. Mit den Wellen erzielte man diese Vorbedingungen und außerdem noch eine Frühreife, so daß bereits mit Beginn der ersten kalten Tage im August die Ernte beendet war. Bei Roggen stellte man fest, daß er in nördlichen Gegen den in 56 Tagen beift und im Süden natürlich viele Lnge weniger. Wenn man den Roggenanbau nach Norden verlegt, kann man hier südliche Resultate erzielen, nimmt man das bestrahlte Saaigut. Die südlichen Gebiete hat man dann für die Pflanzen frei, die man bisher vom Auslande beziehen mußte. Weiter hat man durch die durchaus mögliche Verdoppelung der Ernteergebnisse soviel Land frei, daß auch unsere Vieh= und Milchwirtschaft das Land erhält, das sie unbedingt gebraucht. Unsere Arbeit muß also dahin gehen, Samen und Saaigut lebensfähig zu machen, damit es überall reift. Die Strahlen selbst sind im Ver brauch billig; man rechnet auf einen Zentner Saat 60 Pfennig Strom. Nach diesen„einleitenden" Worten kann man dann Laboratorien, Werkstätten und Versuchsgärten besichtigen, die in ihren Ausmaßen die gestellten Erwartungen bei weitem überragen. Wer hätte gedacht, hier in einem Sommerhaus einen Trans formotor zu finden? Aber dann erfährt man, daß 300000, sogar in einer anderen Apparatur 500 000 Volk Spannung erzeugt werden. Quarzbestrahler, optische Instrumente aller Art, Färbemittel, Rönt genspektoren, Drehbänke, einen Vakuum— ein großes Forschungshaus kann nicht mehr Hilfsmittel besitzen. Die Strahlen selbst werden in hochfrequenten Strömen erzeugt und auf einen Kern— Kolloid— gebracht, von wo aus sie dann in Funktion treten. Zur Bestrahlung von Feldern dient ein Apparat in Form eines Radiosenders, Iu den Gärten stehen die zahlreichen Versuche pflanzen. Jeweils eine Gattung zusammen, von denen sich einige in fast unnatürlicher Größe und Höhe erheben, während andere klein und kümmerlich im Schatten veactieren. Wenn wir uns ausmalen, daß diese kleinen Kümmerlinge aussterben mussen, wenn es der menschliche Wille so verlangt, dann verläßt man um vieles hoffnungsfroher dieses interessante Haus, diesen interessanten Mann auZehlendorf. * Tagesbefehl an die Motor=EA ( Berlin, 4. Juli. Der Chef des Kraftfahrwesens der SA hat folgenden Tagesbefehl an die Führer der Motor=SA und der RSKK. erlassen: Vom„Großen Preis von Frankreich“, dem ersten Auslandsstart der neuen deutschen Rennwagen, zu meiner Dienststelle zurückgekehrt, bin ich stolz dar auf, feststellen zu können, daß kein Führer der mir unterstellten Motor=SA=Einheiten und des Korps durch die politischen Geschehnisse irgendwie belastet ist. Die Arbeit der Dienststellen bleibt in Fluß. Die unmittelbar bevorstehenden Sportveranstaltungen, so der„Große Preis von Deutschland“ auf dem Nürburgring, die„2000 Kilometer=Fahrt durch Deutschland, finden programm= und befehlsgemäß stati. Desgleichen der für den 16. Juli vorbereitete Führerappell der Gruppenstaffelführer und Abtei lungsführer der NSKK. in Koblenz. Bei dieser Gelegenheit werde ich erneut die Grundsätze für das Dienen am Führer und Vaterland darlegen. Noch schärfer wird meine Dienstaufsicht sein. Noch eindeutiger werde ich die Grundsätze für den echten, wahren SA=Geist und den Inhalt der Treue umreißen. Wer körperlich, geistig und sittlich den hohen Anforderungen, die an den gehobenen. Führer gestellt werden müssen, nicht gewachsen ist, kann ein solcher nicht sein. Was wit in Motor=SA und=Korps bisher leisteten, war sachliche Aufbauarbeit, deren Erfolg sichtbar ist. Sie nahm uns ganz in Anspruch. Unsere Treue zum Führer ist ein einmaliges Bekenntnis und für immer bindend, Berlin, 3. Juli 1934. Der Chef des Kraftfahrwesens der SA Hühnlein, Obergruppenführer. Mord an einem SS=Mann „„ X B i l s e c k, 4. J u l i. Nach einer Kampfveranstaltung in Kalksreuth, verübte der ledige Georg Graf und der ledige„Johann= Tuscher an dem S.S=Mann Xaver[Kredler; eine: schwere Bluttat. Nach, einer vorhergegangenen Auseinandersetzung in der, Wirkschaft wurde Kredler auf dem Heimweg nachts von Graf und Tuscher abgelauert und durch zwei Messerstiche in die Brust= und Bauchgegende sowie, durch Schläge mit einem dicken Prügel,, auf den Kopf tüdlich verletzt. SSMänner von Kalksreuth hielten den einen Täter fest. Der zweite wurde von der Polizei festgenommen. Die verabschiedeten Reichsgesetze *: Bedeutsame Maßnahmen auf wirtschafts= und sozialpolitischem Gebiet Berlin, 4. Juli. geben wir einen Ueberblick über die Reichskabinett genehmigten Gesetz Nachstehend weiteren vom entwürfe: Das Gesetz gegen Mißbrauch des bargeldlosen Zahlungsverkehrs sieht vor, daß gewisse Unternehmungen, die zum Zwecke der Einräumung von Krediten im wesentlichen auf unbarem Wege Guthaben schaffen, über die durch Scheckanweisung oder Verechnungsauftrag, nicht aber durch Barabhebung verfügt werden soll, den Betrieb zu schließen haben, und daß neue Unternehmungen dieser Art nicht mehr eröff net werden dürfen. Es handelt sich hierbei in der Hauptsaché um Unternehmungen zu Baufinanzie rungen und ähnlichen Zwecken. Das Gesetz über die Vereinheitlichung des Gesundheitswesens sieht die Schaf fung von Gesundheitsämtern in den Stadt= und Landkreisen vor, wodurch die Zersplitterung auf dem Gebiet des Gesundheitswesens beseitigt wird. Das Gesetz über Aenderungen auf dem Gebiet der Reichsversorgung und das sünfte Gesetz zur Aenderung des Gesetzes über das Verfahren in Versorgungssachen durch die Reichs regierung bringt Verbesserungen über die Versorgung der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen. Das Gesetz über Anwendung wirtschaft licher Vergeltungsmaßnahmen ge genüber dem Auslande ist notwendig geworden durch die Androhung von Zwangsmaß nahmen seitens des Auslandes im Waren= und Zahlungsverkehr gegenüber Deutschland. Um solchen Zwangsmaßnahmen rasch und nachdrücklichst begegnen zu können, gibt das heute genehmigte Geetz den zuständigen Reichsministerien die Ermächtigung, unverzüglich die zur Abwehr erforderlichen Anordnungen zu treffen. Dem gleichen Zweck dient das ebenfalls genehmigte Gesetz über die Er mächtigung zu vorübergehenden Zolländeungen. Darüber hinaus wird dem Reichswirtschaftsminister durch ein besonderes Gesetz über wirtschaftliche Maßnahmen die Möglichkeit gegeben, alle nach der Sachlage nötigen Maßnahmen unverzüglich zu treffen. Das Gesetz zur Aenderung der Ge werbeordnung gibt den obersten Landesbehörden die Befugnis, bei der Errichtung von An lagen, die im öffentlichen Interesse liegen, Ver zogerungen auszuschließen, die auf Grund der geltenden Bestimmungen entstehen könnten. Das Gesetz beseitigt ferner Mißstände im Handel mit sogenannten Blindenwaren, das heißt von Waren, die von Blinden hergestellt wurden, und in der Ausübung eines Gewerbes im Umherziehen. Das Reichskabinett beschloß weiterhin ein Gesetz zur Ueberleitung des Forst= und Jagdwesens auf das Reich. Zur Sicherung der Erhaltung und Pflege des deutschen Waldes in seiner Bedeutung für Volks= und Landeskultur, zur Förderung der Forstwirtschaft und ihrer Aufgaben für die Arbeits= und Rohstoffversorgung des Volkes durch einheitliche Verwaltung und Bewirtschaftung der öffentlichen Forsten und durch Ver einheitlichung der Aufsicht über die nicht staatlichen Forsten sowie zur einheitlichen Regelung des deut schen Jagdwesens, wird als oberste Reichsbehörde ein Reichsforstamt gebildet, an dessen Spitze ein Reichsforstmeiner steht. Der Reich forstmeister führt in Jagdsachen die Amtsbezeichnung Reichsjägermeister. Der Reichsforst meister wird vom Reichskanzler ernannt. Gleichzeitig verabschiedete das Reichs kabinett das Reichsjagdgesetz, das eine zeitgemäße Gestaltung des deutschen Jagdrechtes schafft. Nach einem ebenfalls vom Reichskabinett ver abschiedeten Gesetz sind öffentliche Samm lungen jeder Art mit sofortiger Wirkung bis zum 31. Oktober d. J. verboten. Dies bezieht sich auf alle Sammlungen von Geld= und Sachspenden auf öffentlichen Straßen oder Plätzen, von Haus zu Haus, in Gast= oder Vergnügungsstätten oder an anderen öffentlichen Orten. Das gleiche gilt für den Verkauf von Karten, die zum Eintritt von Veranstaltungen irgend welcher Art berechtigen. Ein Gesetz über die Akademie für deutsches Recht macht diese zur öffentlichen Körperschaft des Reiches. Das Gesetz über die Umwandlung von abitalgesellschaften bezweckt, in geeigneren Faulen die Abkehr von anonymen Gesellschaftsformen zu erleichtern und ihre Ersetzung durch Unternehmungen mit Eigenverantwortung des In habers zu fördern. Dem gleichen Zweck dient das ebenfalls verabschiedete Gesetz über Steuererleich terungen bei der Umwandlung und Auflösung von Kapitalgesellschaften dern nach Deutschland. Das Gesetz sieht daher die Möglichkeit vor, die Umsatz=Ausgleichssteuer gegen über solchen Ländern zu erhöhen. Das Gesetz über den Verkauf von Waren aus Automaten bestimmt, daß ein Verkauf aus Automaten in der Zeit nicht stattfindet, in der die in Frage kommenden Geschäftszweige ihre Verkaufsstellen geschlossen halten müssen. Es müssen danach Vorkehrungen getroffen werden, um die Benutzung der Automaten während der werk täglichen und sonntäglichen Ladenschlußzeiten un möglich zu machen. Das Gesetz über die Neuordnung des Vermessungswesens bezweckt ung eine ein heitliche Leitung des gesamten Behördenapparates in Vermessungsangelegenheiten, Organisation des freien Berufsstandes, Anpassung der gesamten Vermessungsarbeit an die Erfordernisse der Reichs verteidigung und Wirtschaft und eine Neuordnung des Gebührenwesens. Ein Gesetz über Kleinrentnerhilfe schafft Erleichterungen innerhalb der Fürsorge und verbesserte Fürsorgeleistungen für einen bestimmten Kreis von Berechtigten. Das Reichskabinett verabschiedete ferner ein Gesetz über einstweilige Maßnahmen zur Aenderung des Siedungswesens, ein Gesetz zur Aenderung des Gemeindeumschuldungsgesetzes, durch das den ausländischen Gläubigern deutscher Gemeinden und Länder die Möglichkeit gegeben wird, ihre Forderungen in Schuldverschreibungen des Umschuldungsverbandes deutscher Gemeinden umzuwandeln. Das Gesetz über die Rechtmäßigkeit von Verordnungen und Verwaltungsakten gibt eine unanfechtbare Rechtsgrundlage für diese, wo sie bisher nicht vorhanden war. Das Gesetz zur Bekämpfung der Papageien=Krankheit schafft die Grundlage für eine umfassende energische Bekämpfung dieser Krankheit. Schließlich genehmigte das Reichskabinett das vom Reichsarbeitsminister eingebrachte Gesetz Gaolbuchoseri Berlin. Die Beurlaubung der SA für den Monat Juli und das hierfür ausgesprochene Uniformverbot gelten nicht für den Chef des Ausbildungswesens und seine Organe. Bern. Der Anfang dieses Jahres wegen seines Gesundheitszustandes zurückgetretene Bundeskanzler der Eidgenossenschaft, Dr. Robert Kaeslin, ist am Dienstag im Alter von 63 Jahren in Bern gestorben. Hamburg. Das Luftschiff„Graf Zeppelin“ ist in Pernambuco kurz vor 12 Uhr MEZ. zur Rückfahrt nach Friedrichshafen gestartet und stand um 21 Uhr MEZ. 110 Kilometer südwestlich vom St. Paulsfelsen. Paris. Außenminister Barthou empfing am ienstag den englischen Botschafter in Paris, Sir George Clerk. London. Der Oxforder Professor Croßmann sprach am Montag abend von Berlin aus zu den englischen Rundfunkhörern über die Ereignisse in Deutschland. Er sprach seine Anerkennung für das Vorgehen Hitlers aus und erklärte, daß in Deutschland alles ruhig sei. über den Aufbau der Sozialversicherung, durch das die Krankenkassen innerhalb des künftigen Reichsverwaltungsbezirkes zur Erfüllung solcher Aufgaben zusammengefaßt werden, die zweckmäßig nicht von jeder einzelnen Krankenkasse ür sich, sondern für das ganze Gebiet gemeinsam durchgeführt werden. Weiter hat das Gesetz die Aufgabe, den Führergedanken bei den Versorgungsträgern in einer den besonderen Verhältnissen der Sozialversicherung angepaßten Weise durchzuführen, die Aufsicht straff zusammenzufassen und wirksamer zu machen und die Sozialversicherungsbehörden zu vereinheitlichen. Beseitigt werden ferner die Verschiedenheiten des Rechtes der einzelnen Versicherungsarten, wo sie nicht begründet sind. die Aenderungen Getarnte Gottlosenverbände! Festbestände des schwarz=roten Systems werden beseitigt (Drahtbericht der Berliner WLZ-Schriftleitung) „ Berlin, 4. Juli 1934.: Immer noch glaubt die Gottlosenbewegung in Deutschländ, ihre alte Propaganda unter neutraler Parole fortsetzen, zu können. Daß aber das heutige Deutschland für derartige Unternehmungen keinerlei Verständnis besitzt, mag ihr ein Prozeß beweisen, der gestern vor dem Berliner Landgericht gegen die sogenannte„Bestattungsorganisation" begann. Die größte Kulturschande des vergangenen Systems und der Regierungszeit des allerchrist lichsten Zentrums ist zweifellos die Tatsache, daß die Gottlosenbewegung in Deutschland frech ihr Haupt erheben konnte. Während man bringen. Die Angeklagten werden sich dann aber auch über ihre Bestrafung nicht wundern dürfen. Im neuen Deutschland ist für solche kommunistische Zellenbildung kein Platz mehr! Aufruf Oberlindobers an die NEROV. proletarischer Feidenbez“neihen duszustoßen, die gegen diese Treue sich verte wenignens eisken Teil die= sünbigen sollten und die selbstverständliche Geürdigen Umt..3folgschaft der REKOV, dem Führer gegenüber die Religion als Reklameschild im politsichen Konkurrenzkampf mißbrauchte, während man tagtäglich in bigotten Phrasen als scheinheiliger Pharisäer auftrat, war in Wirklichkeit in den langen Jahren der Macht der schwarzen Herren nichts geschehen, um die schönen Redensarten einmal in die Tat umzusetzen. Die Freidenkerverbände und Gottlosenorganisationen der freuten sich einer unangefochtenen Freiheitz Erst die Notverordnung des Reichspräsidenten vom 3. Mai 1932 mit dem Verböt des„Ver bandes beseitig ser unwurdigen Umtrjebe. Durch dieses Verbot ließen sich die Mitgkieder dieses kommunistischen Freidenkerverbandes keines wegs in ihrer Tätigkeit beirren. Das Aktionsfeld wurde nur getarnt. Die systematische Wühlarbeit ging strotzdem, weiter. Allerlei gesellige Vereine wurden aufgezogen; dienur eine illegale Fortsetzung des verbokenen Verbandes darstellten. Ueberall entstanden sogenannte „Kulturvereine",„Studienzirkel" und dergleichen, deren organisatorischer= und propagandistischer Aufbau auf eine gemeinsame Zentrale schließen ließ. Wo sich diese Zentrale béfand, konnte nie genau festgestellt werden. Die meisten Spuren wiesen nach Zürich, Straßburg und zuletzt nach Basel. Darüber aber besteht kein Zweifel, daß alle derartigen„Vereine" nichts anderes waren als getarnte Zellen kommunistischer Wühlarbeit. Als der Nationalsozialismus zur Macht kam, war es ihm vorbehalten, mit diesen Sonderorga nisationen des liberalistisch=marristischen Systems gründlich aufzuräumen. Ein scharfes Verbot besei tigte mit einem Schlag alle Vereinigungen dieser Art. Wo dieses Verbot nicht half, wurde rück sichtslos durchgegriffen. Schon einmal und zwar im Februar dieses Jahres, hatte sich die Staatsanwaltschaft mit einer illegalen Organisation der„Freidenker" zu beschäftigen, die sich hinter dem harmlosen Titel„Reiseverein" versteckt hatte. Dieser sogenannte„Reiseverein“ hatte sogar reguläre Mitgliedsbücher ausgegeben, in die man für die bezahlten Beiträge Marken mit dem Aufdruck„Reist in den deutschen Harz" und ähnlichen Tarnungen klebte. Mit einer weiteren Organisation dieser Art hat es augenblitklich die Große Strafkammer des Landgerichts Berlin zu tun. Die 32 Angeklagten waren Mitglieder der„Volkshilfe mit Bestattungsfürsorge“, wie sie ihre Fortsetzung des verbotenen:.„ Verbandes proletarischer Freidenker" nannten. Diese angebliche„Bestattungsorganisation“ benutzte sogar die Büroräume des alten Verbandes. Auch die Kassierer blieben dieselben. Auf den Mitgliedskarten, die man den früheren Mitgliedern des Freidenkerverbandes zustellte, stand der Aufdruck„Fördert den Kirchenaustritt". Wegen des umfangreichen Materials und der großen Zahl der Angeklagten und Zeugen wird der Prozeß etwa zwei Wochen dauern. Vermutlich wird er über das unterirdische Treiben dieser und ähnlicher Organisationen wertvolle Enthüllungen ( Berlin, 4. Juli. Der Reichskriegsopferführer Pg. wuns Oberlindober hat folgendes Rundschreiben an alle Bezirke und Ortsgruppen der RSKOV. erlassen: „Man hat versucht, die Grundlagen des Staates, für den wir gekämpft und geblutet haben, zu zerstören. Unser Führer hat mit eiserner Hand in letzter Stunde das drohende Unheil abgewendet. Das verpflichtet uns alte Soldaten, die wir nicht nur dem Führer und Kanzler, sondern auch dem Kameraden aus dem großen Kriege mit heißem Herzen verbanden sind, auf allen seinen Wegen treueste Gefolgschaft zu leisten. Die Treue ist für alte Soldaten ein elbstverständlichkeit. Es ergibt sich daraus die“Verpflichtung, alle jene aus unseren Reihen auszustoßen, die gegen diese Treue sich ver dadterch gefährden. Wir deutschen Kriegsopfer und alten Soldaten habeis immer unsere größte Ehre darin gesehen, Adolf Hitler treu zu sein. Wir werden es bleiben Heil dem Führer!" Der Deutsche Sängerbund tritt dem Reichs bund Volkstum und Heimat bei () Berlin, 4. Juli. Zwischen dem Führer des Deutschen Sän gerbundes, Oberbürgermeister Pg. Meister, und dem Leiter des Reichsbundes Volkstum und Heimat, Pg. Werner Haverbeck, ist eine Vereinbarung getroffen worden, durch die sich der Deutsche Sängerbund der breiten Front der im Reichsbund Volkstum und Heimat unter nationalsozialistischer Führung geeinten Volkstumsarbeit eingliedert. Der Führer des Deutschen Sängerbundes hat mit seiner Vertretung im Führerrat des Reichs bundes Volkstum und Heimat den Führer des Gaues Niedersachsen des Der., Dr. Langemann=Hannover, beauftragt. Der Leiter des Reichsbundes Volkstum und Heimat hat seiner seits den Leiter der Abteilung„Praktische Völks tumsarbeit“ des RVH., Pg. von Peinen, in die Bundesführung des Deutschen Sängerbundes ent sandt. Der Terror im Memelgebiet X Memel, 4. Juli. Das neuernannte Landesdirektorium Reizgys setzt die mit seinem Amtsantritt eingeleiteten Entlassungen von Beamten weiter fort. Die Entlassungen werden damit begründet, daß die Betroffenen antistaatlichen Organisationen angehört haben sollen und der litauischen Sprache licht mächtig sind. Danzig=polnischer Sozialvertrag unterzeichnet X Danzig, 4. Juli. Zwischen der Freien Stadt Danzia und der Republik Volen wurde am Montag ein Vertrag über Sozialversicherung unterzeichnet. Die Unterzeichnung erfolgte durch den Senatspräsidenten, Dr. Rauschning, und Senator Dr. Wiereinki=Keiser sowie durch Minister Dr. Papee und Abteilungschef Skolowski. „„„ e i n i g e r V e r brauchssteuergesetze wurden beschlossen, und zwar des Zuckersteuergesetzes, in das der aus Zellulose gewonnene Zucker einbezogen wird der steuerlich dem Stärkezucker gleichgestellt wird. Es handelt sich hierbei um ein Erzeugnis der Deutschen Bergin A.=G. für Holzhydrolyse. Durch eine Aenderung des Salzsteuergesetzes wird erreicht, daß, wer mit einem allgemeinen Vergällungsmittel vergälltes Salz unangemeldet entgällt und dadurch gleichsam Salz gewinnt, zur Steuerzahlung herangezogen und bestraft werden kann, und daß die Verwendung allgemein vergällten Salzes für menschliche Ernährung unter Strafandrohung verboten wird. Das Gesetz zur Aenderung des Münzgesetzes schafft die Voraussetzungen für die Errichtung einer Reichsmünzstätte und bringt die mit der Münzreform zusammenhängenden Aend rungen. Das Gesetz zur Aenderung der Reichsschuldenordnung vom 13. Februar 1924 eröffnet den Erwerbern von Stücken der neuen Reichsanleihe von 1934 die Möglichkeit, ihre Forderungen in Buchschulden des Reiches umwandeln zu lassen. Das Gesetzüber Proteste von Wechseln und Schecks beseitigt Zweifel und Irrtümer in der Auslegung einiger Vorschriften des neuen Wechselgesetzes und Scheckgesetzes. Das Gesetz über die Erhöhung der Umsatz=Ausgleichssteuer ist notwendig geworden, weil andere Länder, die eine Umsatzsteuer haben, die Einfuhr in ihr Gebiet einer besonderen Einfuhr=Umsatzsteuer unterwerfen. Hiernach wird die Einfuhr deutscher Waren in diese Länder höher belastet als umgekehrt die Einfuhr aus diesen LänStarke Faust undeiserner Alfred Rosenberg über die Niederschlagung der Verschwörerelique Berlin, 4. Juli. Im„Völkischen Beobachter" vom Dienstag nimmt Alfred Rosenberg in einem Leitartikel zu den Ereignissen des 30. Juni 1934 Stellung. Er schreibt u. a.: Durch die Revolution des 30. Januar 1933 wurde ganz Deutschland vor dem kommunistischen Chaos gerettet; durch die Säuberung des 80. Juni 1934 schüttelte die nationalsozialistische Bewegung und der nationalsozialistische Staat alles ab, was an Faulem, an Schmarotzern, an ränkesüchtigen Reaktionären sich hervorgewagt hatte. In großmütiger Weise hatte der Führer und Reichskanzler einen Strich unter die Vergangenheit gezogen und seinen übrigen politischen Gegnern die Möglichkeit gegeben, in diesem neuen Staat und für eine deutsche Zukunft zu arbeiten. Diese Großmut ist falsch verstanden worden. Die Herren von der morschen Reaktion hofften, daß die gut bürgerlichen Zustände mit dem alten Intrigantenwesen wieder zu ihrem Recht kommen würden; seit Beginn des Jahres 1934 konnte man dann den einen und den anderen immer drastischer hervortreten sehen. Menschen, die sich sonst zu Tode haßten, fanden sich in dieser Verschwörung, um gemeinsam ein Komplott herzustellen, das in vielen Zentren Deutschlands wirkte, seine Emissäre schon ins Ausland sandte, um hinter dem Rücken der eigenen Reichsregierung bereits Abmachungen für Sicherungen des kommenden Putschkabinetts zu treffen. Ein Sieg dieser Elemente hätte für Deutschland das furchtbarste Elend bedeutet, daß ein Heer unfähiger, ränkesüchtiger Subjekte einen Bürgerkrieg von unabsehbarer Tragweite entfesselt hätte, und alles zusammen hätte bei einem Sieg des Komplotts Deutschland in jenen dunklen, kommunistischen Abgrund hineintreiben müssen, vor dem der Führer und seine Bewegung uns in einem unerhörten Kampf und mit unerhörten Opfern einmal bereits gerettet haben. Es ist nur zu wahr, was der greise Reichspräsident an den Führer gedrahtet hat: Adolf Hitler hat mit seinem entschlossenen Zugreifen und tapferen Einsetzen der eigenen Person das deutsche Volk aus einer schweren Gefahr gerettet. Dafür dankt ihm dieses deutsche Volk heute mehr denn je; es wird noch geschlossener als früher hinter ihm und seiner Führung stehen, alle faulen Elemente, die sich in diesen 1½ Jahren als solche gezeigt haben, von sich Tehschütteln und mit boppelter Energie seinen P#en Ausbau fortführen reu. seinen Kampf um deutsche Gleichberechtigung fortsetzen. Das Ausland selbst, das von den weiteren Einzeltatsachen noch keine Kenntnis hat— Tatsachen, die weit über die Verschwörergruppe in Bad Wiessee hinausgehen—, dieses Ausland hat einen neuen, ungeheuren Respekt vor dem Führer eingeflößt erhalten. Die ganze Welt hat gesehen, daß bei aller Großzügigkeit und aller Großmut in Deutschland eine starke Faust und ein eiserner Wille regiert. Der Mord an Kurt Elsholz vor Die politische Hetze der„Deutschen Jugendkraft" erwiesen] Der Angeklagte schildert den Mord X Meseritz, 4. Juli. Vor dem Elbinger Sondergericht be gann am Dienstagvormittag im Schwurgerichtssaal in Meseritz der Prozeß gegen den Mörder Meißner aus Gollmütz(Kreis Schwerin an der Warthe), der am 18. Juni den Amtswalter der NSDAP. und Gutsinspektor Kurt Elsholz aus Gollmütz aus politischen Beweggründen mit einem Fleischermesser ermordete. Zwischen Meißner und Elsholz hat es niemals eine persönliche Ausein andersetzung gegeben, zumal beide sich kaum kannten. Im Verlaufe der Untersuchung des Mordes wurden zehn weitere Personen festgenommen, von denen mehrere Mitglied der Deutschen Jugendkraft sind. Sie stehen im Verdacht, den Mörder zu seiner Tat beeinflußt zu haben. Das Verfahren gegen diese Personen ist abgetrennt worden. Auf Grund der Untersuchungen in dem Mordfälle ist bekanntlich die Deutsche Jugendkraft für das Gebiet der Grenzmark Posen=Westpreußen verboten worden. Die Anklagebehörde beim Sondergericht hat gegen den Mörder Anklage wegen Verbrechens gegen den § 1 des„Gesetzes zur Gewährleistung des Rechts friedens vom 18. Oktober 1933 und wegen Ver brechens gegen den§ 211 des Strafgesetzbuches erhoben. Unter großem Andrang des Publikums und der Presse“ eröffnete der Vorsitzende des Sonderge richtes die Verhandlung. Wie groß das Interesse an dem Prozeß auch bei den zuständigen Re gierungsstellen ist, beweist die Anwesenheit zahlreicher Behördenvertreter im Gerichstsaal. Nach dem Zeugenaufruf und der Verlesung des Eröffnungsbeschlusses und dem Hinweis auf die Zutändigkeit des Sondergerichtes, da es ein politischer Prozeß sei, begann der Vorsitzende mit der Vernehmung des Angeklaaten. Der Angeklagte machte seine Aussagen völlig ruhig und ohne pur von Reue und innerer Bewegung. Er überlegte alle seine Antworten ganz genau. Der Angeklagte ist im Fehruar 1932 bei der Gründung der Ortsgruppe Gollmütz der Deutschen Jugendkraft“ in diese eingetreten und hat auch immer die Beiträge bezahlt. Er fühlte sich hier zuletzt als vollblütiges Mitglied der„Deutschen Jugendkraft". Aus der weiteren Vernehmung ergibt sich das Bild, daß in Gollmütz" von der„Deutschen Jugendkraft" aufs schwerste gegen die Ortsgruppe der NSDAP. gearbeitet worden ist. Mitglieder der„Deutschen Jugendkraft" aus Berlin haben z. B. auf dem Sportplatz einmal die Hitlerjugend überfallen. Das daraufhin ausgesprochene Verbot des Sport platzes für auswärtige Spieler sollte dem ermor deten Amtswalter Elsholz in die Schuhe geschoben werden. In Kreisen der Mitglieder der„Deutschen Jugendkraft“ ist gesagt worden: „Diese Bande müßte man totschlagen.“ Auf ausdrückliches Befragen gibt der Angeklagte zu, daß er dieser Ueberzeugung zugestimmt habe Er will auch gesagt haben, wenn Elsholz ihm einmal in die Finger komme, werde es ihm schlimm gehen. Wenn der Angeklagte mit seinen Freunden von der Jugendkraft zusammenkam, sei immer gesagt worden, den Hund müßte man am besten totschlagen. Der Angeklagte gab offen zu, daß keiner lei persönliche Reibereien zwischen ihm und dem Ermordeten bestanden hätten. Seinen Häß gegen Elsholz konnte er immer wieder nur mit der Behauptung begründen, Elsholz habe angeblich eine Veranstaltung der Jugendkraft auf dem. Sportplatz verhindert. Der Ermordete soll, den Ausdruck„Schwarze Hunde' gebraucht haben. Der Angekkagte mußte auf Vor halten des Vorsitzenden zugeven, daßer solchen Ausdruck niemals von Elsholz, noch von einem anderen Parteigenossen gehört habe. Am Morgen des Mordtages verließ der Angeklagte nach einer Auseinandersetzung mit seinem Bruder den elterlichen Hof, um sich angeblich das Leben zu nehmen. Wie er als überzeugter Katholik dazu kam, sich das Leben nehmen zu wollen, konnte er nicht erklären. Bevor er das Haus verließ, steckte er sich ein Fleischermesser ein. Auf eine Frage des Vorsitzenden, zu welchem Zweck er es mitgenommen habe, erklärte der Angeklagte, er habe damit verhindern wollen, aus dem Wasser gerettet zu werden, da er ein guter Schwimmer sei. Als ihm die Mutter das Messer weggenommen habe, habe er sich ein Fleischermesser geliehen. Ueber den Mord sagte der Angeklagte u. a. aus, er sei auf den Gutshof gekommen und habe nach Elsholz gefragt. Als man ihn in dessen Wohnung verwiesen habe, sei er mit den Worten ins Zimmer getreten: „Hände hoch oder das Leben!“ Mit dem Messer in der Hand will er Elsholz aufgefordert haben, herauszukommen. Auf dem Hof hat Meißner dann die tödlichen Stiche geführt. Unter großer Bewegung im Saal erklärte der Angeklagte auf eine Frage des Oberstaatsanwaltes zynisch, daß er den Ermordeten auf den Hof gejagt habe, damit die anderen es sehen sollten, daß Elsholz seinen „Denkzettel“ von ihm bekomme. Auf verschiedene Vorhalte des Vorsitzenden erwiderte der Angeklagte am Schluß seiner Vernehmung immer wieder, daß er keine persönliche Feindschaft gegen den Ermordeten gehabt habe, er habe ihm nur einen Denkzettel geben wollen, da in Kreisen der„Deutsche Jugendkraft" immer gesagt worden sei, daß Elsholz feindlich gegen die„Jugendkraft“ eingestellt sei. * I m G o l l m ü t z e r M o r d p r o z e ß w u r d e a m D i e n s t a g nachmittag eine Reihe von Zeugen vernommen. Es ergab sich klar das Bild, das in den letzten Monaten in der Gegend von Gollmütz und in Prittisch von gewissen Leuten, die zum Teil dem früheren Zentrum angehörten, systematisch gegen die nationalsozialistische Bewegung gearbeitet worden ist. Durch Zeugenaussagen wurde festgestellt, daß von der Deutschen Jugendkraft Werbeveranstaltungen durchgeführt; wurden mit dem Endzweck, die Jugend aus der H J. und aus der SA herauszuziehen in die katholischen Organisationen. Nach Zeugenaussagen des Standartenführers Noatzke(Schwerin=Warthe) ist sogar die SA gegen ihre Führer aufgehetzt worden. Als in dem Dorfe Prittisch ein Hitlerjunge, den man überredet hatte, in die Jugendkraft einzutreten, wieder zur HJ. zurückkehrte, ließ der Pfarrer Roloff an der Kirchentür einen Anschlag anbringen, daß der Junge sein vor dem Altar Christi abaeleates Treueversprechen gebrochen habe. In gleicher Weise wie gegen HJ. und. SA ging man auch gegen den Arbeitsdienst vor. Fast alle Zeugen bekundeten, daß von gewissen Leuten, Geistliche und Lehrer nicht ausgeschlossen, darauf hingearbeitet wurde, einen Keil in die Volksgemeinschaft zu treiben. Im weiteren Verlauf der Beweisaufnahme wurde estgestellt, daß weder der Ermordete, noch ein anderer Parteigenosse Aeußerungen gegen die katholische Religion getan haben. Ein Zeuge katholischen Glaubens, der mit Elsholz befreundet war, gab ausdrücklich an, daß dieser ihm wegen seines Glaubens nie zu nahe getreten sei. Auch in den Versammlungen der RSDAP. habe sich kein Redner gegen ie katholische Religion gewandt. Westsälische Landeszeitung Rote Urde Nr. 179 4. Juli 1934 CHNRNAELLEELIHNI Dei Kampf gekt weiter W. Die nationalsozialistische Revolution ist in einen neuen Abschnitt eingetreten. Mit frischer Kraft geht sie, wie in einem Feuerbade gestählt und gereinigt, in den Kampf um die Errichtung des Dritten Reiches. Von neuem wirbt sie um den vollen Einsatz jedes Volksgenossen bei diesem Werk. Die Richtung wurde vom Führer in diesen Tagen klar vorgezeichnet: Gegen die Reaktion in jeder Form! Unter mutvollem Einsatz seiner Person hat er in der Stunde der Entscheidung den Bestand des Reiches gerettet. Wollen wir so feige sein und nicht einmal in uns selbst jene innere Kampfstellung einnehmen, die erforderlich ist, wenn wir vor unserem Gewissen als Nationalsozialisten bestehen wollen? Wollen wir uns schuldig machen an einer Verzögerung des großen Werkes, indem wir jenen reaktionären, oft gekennzeichneten Typen in unserer Umgebung weich und nachsichtig sind? Nein, die mannhafte Härte des Führers in der Stunde der Gefahr sollte uns Vorbild sein! Auch wir müssen den Weg gehen, den der Führer uns vorgezeichnet hat. Nationalsozialisten, darum seid unbarmherzig gegen Euch selbst, aber seid noch unbarmherziger gegen die Reaktion und ihre Steigbügelhalter. Das Flugzeug der Es kommt in Kürze Arnsberg. Seit vier Jahren zieht einer von jenen großen silbernen Riesenvögeln mit dem stahldröhnenden Motor durch die deutschen Lande und trägt das Erlebnis deutschen Flugwillens und deutscher Flugkraft bis in die letzten Städte und Winkel unseres Vaterlandes, in denen man höchstens einmal hoch oben in den Wolken über sich den schnellen Zug dieser Motorvögel erblickt. Das sechssitzige Junkers=Verkehrsflugzeug F 13 mit der Aufschrift:„Der deutschen Jugend“ hat in den letzten Jahren in 120 deutschen Städten über einer Million unserer Jungen und Alten unvergeßlich eingeprägt, was deutscher Forschergeist, deutsche Kühnheit und, trotz aller Unterdrückung von außen und innen, deutsche Energie vermochten, um, obwohl der Luftwaffe beraubt, in der Weltluftfahrt einen hervorragenden Platz zu gewinnen und zu behaupten. Wir erinnern nur an die einzigartigen Erfolge, die erst in letzter Zeit deutsche Segelflieger in Südamerika errungen haben und an Fieselers erfolgreichen Kampf um die Weltmeisterschaft im Kunstflug. #.Reute, we neu erwachte. Kraft und neuer durch dille alle deutschen Volksgenossen beseelt, trägt das unermüdliche Werbeflugzeug„Der deutschen Jugend“, das über eine Million bisher flugfremder Deutscher oft unter ungünstigen Verhältnissen zu begeisterten Flugfreunden gemacht hat, den deutschen Luftfahrt= und LuftFlieger und Nationalsozialismus Aus der Luftfahrt-Werbewoche muß ein Werbejahr werden Arnsberg. Die Luftfahrt=Werbewoche, in der jeder eine Woche lang, jede Stunde, ja, fast jede Minute an die großen Aufgaben des deutschen Luftsports erinnert wurde, gibt Gelegenheit, einmal über Fliegerei und Nationalsozialismus zu sprechen. Fliegerei ist weiterhin Volkserziehung! Prüfung auf Entschluß und Tatkraft! Selbst setzt sich der Flieger sein Ziel, selbst fordert er von sich immer wieder neue Leistungen. Ueber alle Pflicht hinaus findet er den Mut, der zur Führerschaft verpflichtet. Fliegen heißt zuerst und zuletzt, sich selbst beherrschen. Nationalsozialismus und Fliegerei sind höchstes, aktives, in Stürmen vorwärtstreibendes Leben. Sie haben nichts gemeinsam mit der trägen, bürgerlichen Ruhe, wie man sie oft in sogenannten„nationalen“ Vereinen findet. Nationalsozialismus und Fliegerei kennen nicht die engen Grenzen; sie wirken und müssen wirken aus ihrem Inneren heraus. Gesinnung allein genügt nicht. Das Entscheidende, das, was männliches Wesen verlangt und auszeichnet, ist die Leistung, die sich nicht mit gesinnungsmäßigem Feuer begnügt, sondern nur praktische Bewährung zeigt. Daher drängen die Führer des neuen Staates darauf, daß jeder zu guten Leistungen erzogen wird. Mit überschwenglichem Lippenbekenntnis, selbst wenn es aus einem ehrlichen Herzen kommt, kann man einen Staat nicht aufbauen, nicht errichten. Man deutschen Jugend auch nach Arnsberg sportgedanken mit besonders großem Erfolge bis in die kleinsten, abgelegensten Städte und Dörfer. Die deutsche Luftfahrt=Werbeaktion führt in engster Zusammenarbeit mit dem deutschen Luftsportverband den prachtvollen Gedanten restlos durch, daß nur eigene Anschauung die Hemmungen gegen die Luftfahrt beseitigen und uns zu einem „Volk von Fliegern“ machen kann. Deshalb läßt die Besatzung jeden Volksgenossen selbst an die Maschine heran, erklärt in einem humorvollen und allen verständlichen Vortrag alles Wissenswerte des Luftfahrtwesens und die Möglichkeiten, die im Deutschen Luftsportverband gegeben sind. Sie läßt dann alle Hörer selbst über das Flugzeug klettern und mit eigenen Augen alles betrachten: Kabine, Führersitz, Instrumente, Motorenraum, Steuervorrichtungen usw. Wir sind überzeugt, daß diese einmalige Veranstaltung, die von unseren Schulen, die am Flugzeug einen lebendigen Luftfahrtunterricht erhalten, geschlossen besucht wird, und die die Unterstützung aller zuständigen Behörden hat, auch bei uns in Arnsberg einen begeisterten Widerhall finden wird. Hachen.(Der Schützenverein) beschloß in seiner Versammlung, das Schützenfest am 14., 15. und 16. Juli zu feiern. Die Musik stellt der Musikverein Sundern. Das Bier wird von der Unionbrauerei in Dortmund bezogen. Blick zum Hördler(Rothaargebirge, 759 m ü. M.) kann aber auch damit kein Flugzeug meistern. Eiserne Energie, eiserner Wille, größtes Können, sind erforderlich. Erst wer etwas leistet, und so den Beweis seiner Tauglichkeit erbringt, erfüllt den Anspruch, auf seinem Gebiet ein Führer zu werden. Unsere Kriegsflieger und auch unsere heutigen Jungflieger flogen und fliegen nicht für sich oder für irgendeinen Verein, sondern für die deutsche Nation. Immer wieder ist die enge Verbindung zwischen dem Flieger und dem nationalsozialistischen Kämpfer zu erkennen. Beide sehen ihre ganze Ehre darin, sich als Kämpfer für Staat und Volk einzusetzen. Sie tun ihre Pflicht, weil sie volksverpflichtet sind. Diese LuftfahrtWerbewoche ist nun vorüber. Das Ergebnis hat gezeigt, daß die Bevölkerung Arnsbergs die Wichtigkeit des Luftsportes erkannt hat. Aber noch ist Gewaltiges zu leisten. Aus der Luftfahrt=Werbewoche muß ein Luftfahrt=Werbejahr werden. Darum helft weiter! Darum werdet Mitglied des Deutschen Luftsportverbandes. Besucht die Werbeveranstaltungen und kommt zu jedem Flugtag. Kreissitzung der Né.=Volkswohlfahrt Arnsberg. Am heutigen Mittwoch findet um 19,30 Uhr im Gasthaus Trawenau in Arnsberg eine wichtige Sitzung der NS.=Volkswohlfahrt des Kreises Arnsberg statt. Alle Amtswalter der NSB. aus dem Kreise Arnsberg haben daran teilzunehmen. Es sprechen mehrere Sachreferenten der RSB. Arnsberg.(Kameraden der NSKOV.!) Zur Teilnahme an der Beerdigung unseres verstorbenen Kameraden Horster tritt die Ortsgruppe Arnsberg der NS.=Kriegsopferversorgung am heutigen Nachmittag um 3,30 Uhr pünktlich am Gasthause Schumacher(Ruhrufer) geschlossen an. Anzug: Mütze und Armbinde. Unsere Fahne wird mitgeführt. Welbringen.(Einen gemeinsamen Trainingsabend) veranstalten Hitler=Jugend, Deutsche Turnerschaft und der Spielverein künftighin jeweils einmal wöchentlich. Zu diesem Abend werden alle Jugendlichen von 14 bis 21 Jahren zusammengezogen. Die Leitung hat der Jugendführer der Deutschen Turnerschaft, Turnbruder Franz Neuhaus. Die Uebungsstunden sind auf Freitagabend von 20 bis 22 Uhr im Schützenhofe angesetzt worden. Es wird erwartet, daß sich alle Jugendlichen von Herdringen, auch wenn sie nicht in der Hitler=Jugend, in der DT. oder im Spielverein Mitglied sind, beteiligen. Das gemeinsame Training wird sicherlich gute Erfolge bringen, zur Körperstählung dienen und auch die Leistungen steigern. Balve.(Ein Einbruchsdiebstahl) wurde im Hause des Kaufmanns Th. verübt. Die Diebe hatten die Kellerräume eingehend nach Sachen untersucht, die sie für mitnehmenswert hielten. Sie wurden jedoch gestört und konnten daber nur ein paar wenige Kleinigkeiten mitnehmen, während sie ihre Hauptbeute im Stich lassen mußten. Balve.(Die Schützenbruderschaft) hielt im Hotel Kohne eine außerordentliche Generalversammlung ab, in der zunächst die Neuwahl der Chargen erfolgte. Diese Neuwahlen waren notwendig geworden durch den Beitritt der Schützenbruderschaft Balve zum Schützenbund für das kurkölnische Sauerland. Aenderungen traten durch die Neuwahl nicht ein. Der Führer der Schützenbruderschaft Balve ist mittlerweile als Führer des Kreis=Schützenbundes bestätigt worden. Für das Schützenfest ist das Orchester aus Witten verpfliestet worden. Die Festschänke ist dem Gastwirt Julius Heimann aus Balve übertragen worden. In der Versammlung wurde weiterhin die Abhaltung und Durchführung des Schützenfestes besprochen. Affeln.(Das Schützenfest) wurde auch hier in Harmonie gefeiert. Den Königsschuß gab der Schützenbruder Anton Hesse(Sewerin) ab, der Fräulein Maria Klüppel aus Blintrop zur Königin bestimmte. Der große Fremdenbesuch zeigte auch beim Schützenfest so recht, wie sehr das Affelner Schützenfest als echtes Volksfest geschätzt wird. Den auf 50jährige Mitgliedschaft zurückblickenden Schützenbrüdern Wilhelm Schwermann und Joh. Müller(Gerdruten) wurde ein ehrendes Ständchen naE 0I. Kloster Grafschaft in Grafschaft Der„zweite Schnitt“ sprießt Die erste Heuernte im Sauerlande eingelagert Arnsberg. Auch in diesem Jahre sind die Zeiten schon wieder vorbei, wo Sense und Mähmaschine in den Wiesen zum ersten Male ihr Lied gesungen haben. Unter ihren Schärfen sind Grashalme und Blumen dahingesunken. Erbarmungslos sang auch in diesem Frühjahr wieder deutscher Stahl sein Vernichtungslied für alles, was in den Wiesen sproß und wuchs. Der erste Teil der Heuernte wird im Sauerlande allenthalben als durchaus befriedigend bezeichnet. Hier und da litt der Graswuchs unter der Dürre der vergangenen Wochen und Monate, die die Viehweiden in ganz besonders starkem Maße mitnahm. Für die Heuernte war das trockene Wetter in höchstem Maßze angebracht. Der Bauer des Sauerlandes konnte mit verhältnismäßig wenig Arbeit eine gute Heuware schaffen. Sie ruht jetzt wohlgeborgen auf den Böden der sauerländischen Bauernhäuser. Wochenlang schaute auch der sauerländische Bauer mit Sorgen zum Himmel, der immer wieder einzig und allein Trockenheit und Dürre spendete. Die Grasflächen kamen dadurch näch dem ersten Schnitt nicht wieder zum Sprießen: Ueberall sah man Wiesen, die durch die sengende Dürre ausgesogen und verbrannt waren.. Ihr außeres Bild wurde rot und verbrannt. Der rettende Regen kam jedoch. Der gottverbundene Bauer des Sauerlandes hatte nicht umsonst gebetet. Seinen Wiesen und Feldern wurde die notwendige. Erquickung. In ausreichendem Maße entleerten sich dunkle Regenwolken über dem ausgedörrten, Sauerkand. Mit froher Zuversicht schauen unsere sauerländischen Bauern wieder in die Zukunft. Wenn das Erntewetter gut wird, wird auch die Heuernte des zweiten Schnittes gut. Schützenfest in Freienohl: Ein 300 Jahre altes Volksfest Freienohl. Am Sonntag, dem 8. und Montag, dem 9. Juli, feiert die Schützenbruderschaft in der ausgebesserten Schützenhalle und im Schatten der 300 Jahre alten Eichen des Schützenplatzes ihr diesjähriges Schützenfest. So alt wie die Eichen, so alt ist auch das Schützenfest mit seinen Scherzen und Bräuchen. Ein Fest der ganzen Dorfgemeinschaft war, es in den Jahrhunderten der Vergangenheit, ein Volksfest soll. es auch in Zukunft bleiben. Deshalb sind die Eintrittspreise so gestaffelt, daß es jedem Volksgenossen möglich ist, an dem. Feste keilzunehmen. Ob. Schützenbruder oder nicht, ob in Beschäftigung und Verdienst oder arbeitslos, jeder kann teilnehmen an Frohsinn und Freude. Zwar, könnten wir das altgewohnte Freibier znicht beibehalten, doch hat diese Frage eine Lösung gefünden, die jeden Besucher befriedigen wird. Von dem Besuch und Verlauf des Festes hängt es nun ab, ob wir unser altes Schützenfest in dieser neuen Form auch in Zukunft feiern können, damit es bleibt, was es war: das Fest des Volkes. 100 Jahre Kolonie Lattenberg Einweihung eines Ave=Glöckchens Oeventrop. Der Lattenberg sah am Sonntag ein ungewohntes Bild. Von überall her hatten sich„zahlreiche Gäste eingefunden, das 100jährige Bestehen der Kolonie und des idyllisch gelegenen Ausflugsortes feiern zu helfen. Mit der JahrLhundertfeietz war die Einweihung eines hübsch aufgebauten, ekmä.80 Pfund schweren Ave=Glöckchens verbunden, das die Inschrift:„St. Agathe ora pro nobis" trägt. Pfarrer Lösse, Oeventrop, nahm die kirchliche Einsegnung vor. Professor P. Wienand bom Missionshause hielt die Festrede, in der er aus Anlaß der Bedeutung des Tages über das Thema„Religion und Heimat“ sprach. Choralmusik verschönerte die Feier. Auf dem Gelände des Gasthafes Schürmann und in dessen Räumlichkeiten entwickelte sich anschließend ein reges Leben. wobei namentlich unter den„Alten“ manche schöne und humorvolle Begebenheit aus den vergangenen Tagen des Lattenberges hervorgeholt wurde. Oeventrov.(Die Waldbeererntel ist jetzt freigegeben. In großen Scharen sieht man tagtäglich die Sucher in die naheliegenden Waldungen ziehen und abends mit gefüllten Gefäßen heimkehren. Die Ernte ist im allgemeinen gut zu nennen. Aus der Geschichte der Freiheit Sundern Wechselvolle Geschicke gestalten einen sauerländischen Ort Sundern. Es steht geschichtlich fest daß der Graf Ludwig von Arnsberg auf seinem„Sundern“ bei Langscheid im Jahre 1270 ein Dorf anlegte. Der Name Sundern bedeutet eine große, an einem Bache liegende Fläche, die von den umliegenden Waldungen zum Schutze gegen das Wild eingefriedigt ist—„abgesondert, gesundert". Die drei Täler, in denen Sundern liegt, werden von der Röhre, der Settmecke und der Linnepe durchflossen. Ueber die erste Zeit der Entstehung und Entwicklung fehlen alle Urkunden und. Aufzeichnungen, da diese beim Brande des Auwermannschen Hauses, in dem die Dokumente aufbewahrt wurden, fast vollständig vernichtet worden sind. In der Kirchenchronik in Stockum, Kreis Arnsberg, hat man eine Aufzeichnung gefunden, nach der der Graf von Arnsberg 1310 in Sundern eine Kapelle erbauen ließ, an der Stelle, wo heute die katholische Pfarrkirche steht. Um diese Zeit also wurde Sundern von Stockum abgepfarrt und ein eigenes Kirchspiel. Auch wurde Sundern zur selben Zeit eine Freiheit und erhielt einen eigenen Bürgermeister. Im Jahre 1804 kam das Sauerland zu Hessen=Darmstadt. Der Ort erhielt jetzt einen Schultheißen und 1815 einen Vorsteher. Nach hier vorhandenen Spuren hat in den früheren Jahrhunderten eine rege Industrie in und um Sundern geherrscht. In den Jahren 1850 bis 1870 blühte der Holzkohlenhandel. Es waren 50 bis 60 Pferde mit dem Transport ins Siegerland beschäftigt. Im Jahre 1847 und 1848 wurde zuerst eine kleine Pappendeckelfabrik angelegt. Da dieser Industriezweig wenig Anlagekapital erforderte, erweiterte er sich im Laufe der fünfziger und sechziger Jahre bis zu9 Fabriken, welche so weit.vergrößert wurden, daß man, auch im Winter, durch Heizung auf großen Walzen die Deckel trocknen konnte. Bei dieser Gelegenheit ist er gewiß von Interesse, zu erfahren, daß im Anfange der siebziger Jahre mit einer solchen Maschine jährlich 1500 bis 1800 Taler verdient wurden, und dies bei einer Anlage, die nur etwa 3000 Taler gekostet hatte. Im Laufe der Zeit bekamen diese Fabriken so starke Konkurrenz, daß fast sämtliche Betriebe eingingen oder in andere Werke umgestaltet wurden. Heute befindet sich in Sundern noch die Papierfabrik Joseph Scheffer=Hopvenhöfer. Dieser Betrieb ist mit mehreren Zweigfabriken weltbekannt und der größte Papierkonzern Deutschlands. An Stelle der Pappefabriken traten allmählich Messing= und Drahtfabriken. Die erste dieser Art wurde von Joseph Brumberg aus Neheim hier eingerichtet. Dieser Betrieb hat sich im Laufe der= ken zu einer Lampenfabrik entwickelt, die mit den anderen Beleuchtungskörperfabriken eine führende' Rolle- auf dem Weltmarkt einnimmt. Auch in kirchlicher Hinsicht brachte das Ende des 19. Jahrhunderts eine bedeutende Aenderung. Am 17. August 1899 wurde die neuerbaute Kirche durch den hochwürdigen Weihbischof Gockel eingeweiht. Am 3. Mai 1900 wurde die neue Eisenbahn von Sundern nach Neheim=Hüsten dem Betrieb übergeben. Mit der Erbauung der Bahn trat ein reger Aufschwung in der Entwicklung Sunderns ein. Außer vielen Privathäusern wurde die neue Fabrik Kramer und Schulte gebaut. Ferner baute der Gastwirt Auwermann einen geräumigen Saal und SchefferTulke errichtete das dem Bahnhof gegenüberliegende Hotel„Germania". Das Hotel, das zeitweise noch als Postamt gedient hat, ist heute in ein Geschäftshaus umgewandelt. 1903 wurde unterhalb Sunderns ein Elektrizitätswerk erbaut, und die Straßen unseres Ortes wurden elektrisch be leuchtet. Mit Fertigstellung des Amtshauses im Jahre 1906 wurde aus dem bisherigen Amt Allendorf das Amt Sundern. Im Juli 1907 wurde mit dem Bau der seit Jahren projektierten Wasserleitung begonnen. 1908 traten in Sundern die schwarzen Pocken auf, die von italienischen Arbeitern eingeschleppt waren. Sie forderten zahlreiche Opfer. Der langgehegte Wunsch der Einwohner auf Errichtung einer Apotheke ging endlich in Erfüllung. Am 15. April 1909 wurde sie von dem Apotheter Broich in einem Neubau in der Nähe des Bahnhofs eröffnet. Bei der Volkszählung 1910 zählte Sundern 1951 Einwohner. Im Juli 1913 kam es in Sundern zu großen Tumulten und Ausschreitungen. Anlaß dazu gab das Verbot des dazialigen Amtmanns Claesgens, bei der Franleichnamsprozession nicht zu schießen. Die Verhandlungen vor der Strafkammer in Arnsberg, bekannt unter dem Namen „Böllerprozeß", dauerten acht Tage und endeten mit der Be strafung mehrerer Bürger wegen Landfriedensbruchs zu Freiheits= und Geldstrafen. Die Einführung des neuen Bürgermeisters Reich erfolgte am 7. August 1913. Er leitet noch heute als Bürgermeister die Verwaltung des Amtes Sundern. Am 1. August 1914 traf der Mobilmachungsbefehl ein, der überall patriotische Begeisterung hervorrief. Am Ende des Krieges hatte die Freiheit Sundern 60 Gefallene und 14 Vermißte zu beklagen. Den Helden des Weltkrieges wurde neben der katholischen Pfarrkirche ein prachtvolles Denkmal errichtet, das am 15. Juni 1924 unter Teilnahme der gesamten Ortsbevölkerung enthüllt wurde Am 8. April 1925 wurde die Rektoratschule mit 53 Schülern eröffnet: die Rektoratschule in dem Gymnasium in Neheim unterstellt und wird von Studienassessor Maubach geleitet. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich Sundern zu einem blühenden Industrieort entwickelt, der jetzt beinahe 4000 Ein wohner zählt. Die zahlreichen Fabriken geben nicht nur dem größten Teil der Sunderner Bevölkerung Arbeit und Brot, sondern beschäftigen noch sehr viele Arbeiter aus den umliegenden Ortschaften. Wenn man den rührigen Industrieort auf sein „Gesicht“ hin betrachtet, muß man anerkennen, daß das Verlangen nach Ausdehnung und Verschönerung kein leeres Schlagwort geblieben, sondern zum größten Teil im Laufe der letzten Jahre bereits in die Tat umgesetzt worden ist. In den Kampfjahren des Nationalsozialismus war Sundern, wie fast alle Orte des Sauerlandes, stark zentrümlich eingestellt. Trotzdem gelang es doch im Jahre 1930, eine siehen Mann starke Ortsgruppe der NSTAP. ins Leben zu rufen. In zähem Ringen, gegen eine Welt von Feinden, gelang es diesen Männern, immer mehr Fuß zu fassen und ihre Ortsgruppe immer weiter auszubauen. Seit der Machtübernahme gewann die Sunderner Orts gruppe, die unter der Leitung ihres bewährten Pa. Edelmann steht, Sundern restlos für den Nationalsozialismus. Den besten Beweis dafür brachte die Volksabstimmung, wo Sundern fast hundertprozentig für unseren Führer stimmte. Das Aufbauwerk unserer nationalsozialistischen Staatsregierung wird sicherlich dazu heitragen, daß Sun. dern sich zum Segen seiner Bewohner und zum Segen des deutschen Vaterlandes noch weiter ent wickelt, wie es sich bisher im Laufe seiner Gesalchte entwickelt hat Aus dem Kreise Arnsberg Me Nörgler und Reaktionäre an den Pranger Große Kundgebung der Ortsgruppe Hachen der NSDAP. Hachen. Am Freitagabend fand bei Westphahl eine machtvolle Kundgebung der NSDup. gegen Miesmacher und Norgler statt. Vor Beginn der Kundgebung wurde durch die NS.=Formationen ein Propagandazug durch die Straßen des Ortes gemacht. Der weite Saal war zu Beginn der Versammlung dicht besetzt. Ortsgruppenleiter Pg. Schwartpaul eröffnete die Kundgebung und erteilte dem Redner des Abends, Pg. Eickeimann, Arnsberg, das Wort. Der Redner geißelte mit scharfen Worten das verderbliche Wirken der Nörgler und Kritikaster und betonte, daß diese Menschen sich in Kleinigkeiten verlieren und nie den Blick für das Ganze haben. Er richtete eine letzte Mahnung an die Kritiker und ermahnte sie, treu und unerschütterlich dem Führer zu vertrauen. Anschließend sprach Pg. Bergmann, Neheim. Der Redner ging in seinem Vortrage noch einmal auf die Worte seines Vorredners ein und unterstrich, daß viele echte Deutsche, durch die Machenschaften des Novemberstaates gezwungen, in den vergangenen Jahren ausgewandert sind. Diese Menschen ergreift jetzt das große Heimweh nach unserem geordneten nationalsozialistischen Staate. Das Dritte Reich wird auch für diese Volksgenossen sorgen und ihre Rückkehr in das Heimatland sicherstellen. machen.(Der Grundstein) zum Kirchenerweiterungsbau wurde am Sonntag in feierlicher Weise gelegt. Die Feier wurde durch einen von Schulmädeln vorgetragenen Vorspruch eröffnet. Dann sang der Männergesangverein„Eintracht"“ den Chor:„Das ist der Tag des Herrn". Die Vertreter der Geistlichkeit und die Mitglieder des Kirchenvorstandes unterschrieben sodann die Urkunde, die in den Grundstein eingemauert wird. Bei der Weihe sang der Männergesangverein„Eintracht" das„Sanctus“ aus der Deutschen Messe. Die Weiherede hielt der 76 Jahre alte hochwürdige Dechant Verse aus Hagen, Kreis Arnsberg. In feierlicher Weise schritten dann alle Anwesenden an dem Grundstein vorbei, dem jeder einen Weiheschlag mit einem kleinen Hammer versetzte. Die Sammlung zum Besten des Kirchenbaues hatte ein gutes Ergebnis. Die Feier wurde in würdiger Weise mit einem Gottesdienst in der alten Kirche beschlossen. Hüsten.(Krüppelberatung.) Die diesjährige Untersuchung der Krüppelkinder(unter 18 Jahren) aus dem Amte Hüsten findet am Freitag, dem 6. Juli 1934, 16.30 Uhr, in Hüsten, im Krantenhause, statt. Alle in Frage kommenden Eltern mögen die kostenlose Beratung mit den Krüppelkindern in Anspruch nehmen. Sundern.(Rindvieh= und Schweineversicherung.) Die Fälle mehren sich, daß bei eintretenden Krankheiten der Tiere ohne weiteres der Tierarzt hinzugezogen wird. Es sei noch einmal darauf hingewiesen, daß hiervon erst dem Vorsitzenden oder einen Mitgliede des Vorstandes Nachricht gegeben werden muß. Bei Nichtbeachtung dieser Vorschrift hat das Mitglied selbst für die Kosten aufzukommen. Dringende Fälle sind Ausnahmen und werden gestattet. In kleineren Fällen hat das Mitglied die Kosten bis zur Hälfte selbst zu tragen. Ferner wird daran erinnert, daß die Beitragsrückstände, die 8 Tage nach Vorzeigung der Quittung nicht entrichtet sind, laut Generalversammlungsbeschluß mit 20 Pfg. Strafe belegt werden. Um der Kasse die Möglichkeit zu geben, ihren Verpflichtungen nachzukommen, muß dieses unbedingt durchgeführt werden. Mülheim.(Die Kirchen steuer) wurde für das laufende Jahr vom Kirchenvorstand wieder in der alten Höhe festgesetzt. Sie beträgt 15 Prozent der Einkommensteuer, 30 Prozent der Grundvermögenssteuer vom bebauten Besitz und 40 Prozent der Grundvermögenssteuer vom unbebauten Besitz. Das Kirchgeld bleibt ebenfalls mit 3 Mark in alter Höhe bestehen. Mülheim.(Die Erbbegräbnisse), die im Laufe des letzten Jahres erworben worden sind, müssen bis zum 1. August 1934 bezahlt werden. Künftighin müssen die Gebühren für Sondergräber vor der Beerdigung entrichtet werden. Der Preis beträgt 45 Mark. Zwecks Sauberhaltung des Friedhofes ist in der Südostecke ein Verschlag für Abfälle aufgestellt worden. In diesem Verschlag sind alle Abfälle abzulegen. Sichtigvor.(Der Jungfrauenverein) veranstaltet am 15. Juli eine Wallfahrt nach Werl. Anschließend findet eine Besichtigung der Freilichtbühne in Heeßen bei Hamm statt. Die Kosten für die Beteiligung betragen 3,50 Mark. Anmeldungen müssen sofort erfolgen. Am 25. Juli 1934 wird die Wallfahrt mit dem Ausflug nach Heeßen für die Mütter unserer Pfarrgemeinde wiederholt. E6V.=Bezirkstreffen in Bruchhausen Zahlreiche Freunde des Sauerlandes waren erschienen Bruchhausen. Am Sonntag, dem 1. Juli, feierte der Bezirk Oberruhr des Sauerländischen Gebirgsvereins sein Bezirksfest. Nachmittags gegen 3 Uhr trafen die einzelnen Abteilungen in Bruchhausen ein. Lehrer Walter, der Führer der Ortsgruppe Bruchhausen, begrüßte die zahlreich erschienenen Freunde des Sauerlandes. Die heimatliche Musikkapelle und der Gesangverein sorgten für die Unterhaltung der Gäste. Der Höhepunkt des Festes bildete die Rede des Bezirksführers Lehrer Lutter Bestwig. Starker Beifall lohnte den Redner. Die letzten Stunden des Tages waren der Geselligkeit und dem Frohsinn gewidmet. Kreis OKeschede Sozialismus durch die Deutsche Arbeitsfront Meschede. Am 5. Juli findet um 20 Uhr in der Schützenhalle in Meschede eine Versammlung der Deutschen Arbeitsfront statt, in der der stellvertretende Gaubetriebszellenobmann, Na. Schürmann, und Ministerialrat Pg. Dr. Runte. Berlin, sprechen werden. Meschede=Eslohe.(Die Ortsgruppe des Reichsbundes deutscher Beamten Meschede=Eslohe) hatte die im ländlichen Bezirk wohnenden Mitglieder in Wenholthausen zu einer Besprechung eingeladen. Es sprachen Pg. Bokel und Pg. Siebrichhausen über organisatorische Fragen und nationalsozialistische Schulung, die auch für die auf dem Lande wohnenden Beamten notwendig sei. Um diesen Beamten entgegenzukommen, sollen Sprechabende in Zukunft auch in kleinen Orten stattfinden. Oedingen.(Von einem Stier verletzt.) Als während eines schweren, wolkenbruchartigen Giwetters ein Bauer aus Brenschede sein Vieh von der Weide holen wollte, wobei er zum Schutze gegen den Regen sich in einen weite nMantel gehüllt hatte, fiel der bei der Herde weidende Stier den Mann an. Der Bauer wurde so schwer zugerichtet, daß seine Ueberführung ins Krankenhaus notwendig wurde. Deutsch ist die Saar! Veranstaltung in Schmallenberg Schmallenberg. Zu Ehren der Saarländer und der Saarabstimmungsberechtigten hatte der Unterbezirk Amt Schmallenberg einen Saartag im Lichtspielhaus Habbel veranstaltet. Bürgermeistr Kraß begrüßte die zahlreich Anwesenden und wies hin auf die Bedeutung des Saargebietes für das ganze Deutschland. Pg. Dr. Bald sprach begeisternd über„Unsere Saar". Lichtbilder verschönten den Vortrag. Chöre des Männergesangvereins Schmallenberg, ansprechnd vorgetragen und beifällig aufgenommen, belebten die Veranstaltung, an deren Schlusse Bürgermeister Kraß nach herzlichem Dank für die allseitige Anteilnahme nochmals warmherzig für die Saar warb. Saargedenkstunde in Schmallenberg Jeder kämpft für die Eingliederung der Saar . ins Reich! Schmallenberg. Zu Ehren der Saarländer und Saarabstimmungsberechtigten fand bei Habbel vom Bund der Saarvereine, Unterbezirk Amt Schmallenberg, ein Deutscher Saartag statt, zu dem die Einwohner des Amtes sehr zahlreich erschienen waren. Nach einer Begrüßungsansprache des Bürgermeisters Kraß und Gesangvorträgen des MGV. Schmallenberg folgte ein Vortrag des Regierungspressevertreters Dr. Bald, Arnsberg, über„Unsere Saar". Er wies vor allem auf das Bestreben Frankreichs hin, das Saarland, wegen seiner wirtschaftlichen und strategischen Bedeutung, zu gewinnen, und auf die Aufgabe, die jeder einzelne an der Zurückgewinnung dieses urdeutschen Landes zu erfüllen hat. Die Ausführungen des Redners wurden durch Lichtbildervorführungen ergänzt. Glaubenskundgebung auf dem Wilzenberg Abschluß des Triduums des Dekanates Wormbach Schmallenberg. Am 29. Juni, dem Feste Peter und Paul, fand als Abschluß des Triduums des Dekanates Wormbach eine gewaltige Kundgebung der katholischen Jungmänner= und Männerwelt auf dem Wilzenberg, dem bekannten Wallfahrtsort des Sauerlandes statt. Aus allen Pfarreien des Dekanates zogen in langen Prozessionen die Teilnehmer zur historischen Stätte hinauf, wo ein feierliches Levitenamt den Auftakt bildete. Ein Pfarrer aus Dortmund begeisterte in seiner Ansprache die Zuhörer und ermahnte sie, treu zu Christus und seiner Kirche zu stehen. Ein geistlicher Domherr überbrachte die Glückwünsche des Erzbischofs von Paderborn. Nach Erneuerung des Glaubensbekenntnisses zogen die Tausende von Teilnehmern wieder zu Tal. Bestwig=Velmede.(Schützenfest.) Am 1. und 2. Juli wurde in althergebrachter Weise das Schützenfest gefeiert. Die Königswürde errang Kaufmann Ferdinand Becker(Bestwig). Von herrlichem Sonnenschein begünstigt, nahm die Feier einen harmonischen Verlauf. Bestwig.(Sonderfahrten zur Funkausstellung.) Wie bereits bekanntgegeben, findet vom 17.—26. August unter der Schirmherrschafft von Reichsminister Dr. Goebbels die 2. große Deutsche Funkausstellung im neuen Deutschland statt. Um allen Volksgenossen die Möglichkeit einer Reise nach Berlin zu geben, führt der beauftragte Reichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer billige Sonderfahrten durch. Wegen der Fahrpreisgestaltung, billige Unterbringung, Verpflegung usw. folgen weitere Bekanntmachungen. Allen deutschen Volksgenossen wird empfohlen, heute schon die Tage der Funkausstellung bei Festsetzung des Urlaubs zu berücksichtigen und sich bei der Ortsgruppe Ostwig des Reichsverbandes Deutscher Rundfunkteilnehmer (Funkwart Lorenz Benzler, Velmede) Auskunft zu holen. Bestwig.(Filmvorstellung.)„Sieg des Glaubens",„Blut und Boden“ heißen die beiden Filme, die die Ortsgruppe der NSDAP. Ostwig am 5. Juli 1934 im Lichtspielhause Hegener zeigen wird. Der niedrig gehaltene Eintrittspreis von 0,50 Mk. ermöglicht es jedem, zu kommen. Die Vorführungen sind um 16.30 und 20.30 Uhr. BdM. und HJ. zahlen 0.30 Mt. Eversberg.(Wassernot.) Die hiesige Wasserleitung reicht infolge der in den letzten Jahren angelegten Neuanschlüsse, Badeeinrichtungen usw. nicht mehr aus. In der letzten Trockenperiode war die Wassernot so groß, daß zeitweise nur während einer Stunde im Tage das Wasser lief. Es ist nunmehr geplant, die vorhandene Leitung durch Zulegung mehrerer Quellen, die im Stadtwalde„am Hüls" und„Stahlen Knochen“ gefaßt werden sollen, zu erweitern. Es sind annähernd drei Kilometer Rohre zu legen. Die Arbeit soll noch in diesem Sommer durch auswärtige Notstandsarbeiter ausgeführt werden. Dorlar.(Achtung!) Es wird erneut folgende Bestimmung in Erinnerung gebracht: Zur Verhütung von Unglücksfällen auf unbewachten Eisenbahnübergängen werden die Wagenführer erneut darauf hingewiesen, beim Kreuzen der Bahngeleise die größte Vorsicht zu beachten. Das unachtame Ueberfahren von Eisenbahnübergängen gefährdet die allgemeine Sicherheit und wird bestraft. Ein wundervoller Blick auf Brilon Am Dotzebach Anmeldung beim Oeffentliche Aufforderung fül Meschede. Von zuständiger Seite wird zu der öffentlichen Aufforderung des Reichsbauernführers zur Anmeldung des Landhandels und der Betriebe, die landwirtschaftliche Erzeugnisse be= und verarbeiten, bei den zuständigen Dienststellen des Reichsnährstandes folgendes mitgeteilt: Die Aufforderung des Reichsbauernführers dient lediglich dem Zweck, das Reichsnährstandgesetz und die hierzu ergangenen Ausführungsbestimmungen zuverlässig und erschöpfend durchzuführen: Wer einen der in dem Aufruf aufgeführten Wirtschaftszweige betreibt, hat sich bei seiner Kreisbauernschaft anzumelden. Die Anmeldung hat bis 15. Ernting(August) 1934 zu erfolgen und ist kostenlos. Dazu ist ein Vordruck, der bei sämtlichen Dienststellen des Reichsnährstandes (Ortsbauernführer, Kreisbauernführer, Landesbauernführer, Hauptabteilung IV und bei dem Reichsnährstand, Reichshauptabteilung IV, Berlin RW 7, Mittelstraße 2/4) kostenlos erhältlich ist, zu benutzen. Auskünfte erteilen die Kreisbauernführer, Landesbauernführer(Hauptabteilung IV) sowie die Bürgermeister und Ortsbehörden. Die für den Kreis Meschede zuständigen Adressen sind: 1. Kreisbauernführer Kaspar Kersting(Wenholthausen); 2. Geschäftsstelle der Kreisbauernschaft Meschede, Stiftsplatz 7; 3. Kreishauptabteilungsleiter IV Emil Gnacke, Bracht über Schmallenberg; 4. Landesbauernführer Bauer Albert Kost, Münster i. W., Ludgeriplatz 1; 5. Landeshauptabteilung IV. Münster i. W., Hammer Straße 26. Auch in allen Fällen, in denen die Zugehörigkeit zum Reichsnährstand zweifelhaft erscheint, ist die Anmeldung unbedingt erforderlich. Die Entscheidung über die Zugehörigkeit zum Reichsnährstand erfolgt in zweifelhaften Fällen von zentraler Stelle(Berlin). Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft gemäß§ 9 des Reichsnährstandgesetzes vom 13. 9. 1933 bestimmen kann, daß die Nichtbefolgung dieser Aufforderung mit Gefängnis und mit Geldstrafe bis zu 100 000 Reichsmark oder mit einer dieser Strafen geahndet und daß außerdem die Fortführung des Betriebes untersagt werden kann, wenn wegen Nichtbefolgung rechtskräftig auf Strafe erkannt Nationalsozialismus katen und Worte der 110prozentigen Fredeburg. Trotz der Durchführung großer Taten und Verbesserungen, die im neuen Deutschland auf allen Gebieten von der Regierung geleistet wurden, sind hier noch manche, die so im geheimen ihren Mitmenschen, nur so andeutungsweise, unvollständige Sätze ins Ohr flüstern, deren Deutung verschiedentlich ausgelegt werden kann. Dabei betonen sie immer wieder, hauptsächlich am Biertisch, daß sie schon seit langer Zeit 110prozentige Nationalsozialisten sind. Laut erschallt ihr„Heil Hitler“ beim Gruß auf den Straßen. Daß trotzdem die Angehörigen bei Juden kaufen, kommt daher, weil die gekauften Artikel anderswo nicht zu haben sind, und daß sie keine nationalsozialistischen Zeitungen lesen, liegt daran, daß sie sich an ihre alte Zeitung so schön gewöhnt haben. Sonst aber beteiligen sie sich selbstverständlich an allem, was mit dem Nationalsozialismus zusammenhängt. Wenn sie nun gerade beim Anei Berleburg Reichsnährstand sämtliche Anmeldepflichtigen worden ist. Ausdrücklich befreit von einer neuerlichen Anmeldung sind die Mitglieder des Deutschen Landhandelsbundes e. V., der Wirtschaftlichen Vereinigung der Roggen= und Weizenmühlen, des Reichsverbandes Deutscher Obst=, Gemüse= und Lebensmittelhändler e. V., des Reichsverbandes der Deutschen Süßwarengroßhändler e. V. und diejenigen Betriebe, die sich dort bereits zum Reichsnährstand angemeldet haben; weiterhin sind von einer Anmeldung befreit, die in die Handwerksrolle der Bäcker, der Schlächter, Müller oder Konditoren eingetragenen Betriebe. Dagegen gilt die etwa noch bestehende Mitgliedschaft oder eine bereits bei einer anderen Berufs= oder Standesvertretung oder bei einem anderen Verband oder Verein als den oben genannten getätigte Anmeldung nicht als Anmeldung beim Reichsnährstand. Zweck und Ziel des Reichsnährstandgesetzes ist die Zusammenfassung aller an der Erzeugung, Weiterleitung, Be= und Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse Schaffenden zu einer geschlossenen Organisation unter einer Führung. Bödefeld=Freiheit.(Eine Unsitte,) die sich hier so recht eingebürgert hat, ist das stundenlange Herumgucken und Herumlungern von jungen Burschen in den Abendstunden auf der Palmebrücke bei der Wirtschaft Pieper. Von ihnen werden dann die Vorübergehenden angeulkt und angepöbelt, so daß viele Anwohner und besonders die Sommergäste, die Brücke meiden oder nur ungern passieren. Im Interesse unserer Gemeinde als Fremdenverkehrsort muß das unterbleiben. en 1en. Kückelheim. Versammlung der Schurge#nbruderschaft.) Auf der am 2. d. M. stattgefundenen außerordentlichen Generalversammlung der Schützenbruderschaft Kückelheim wurde u. a. beschlossen, das Schützenfest in diesem Jahre doch noch zu feiern und zwar wie bisher am letzten Sonntag im Juli(29. und 30. d. M.). Der bisherige Vorsitzende und der Schriftführer und Kassierer des Vereins legten ihre Aemter nieder, um die Führung des Vereins jüngeren Kräften zu überlassen. Zum Vorsitzenden wurde Hubert König gewählt und zum Schriftführer und Kassierer Johannes Eickhoff jr. in Vorschlag gebracht. der„Verhinderten“ Kleine Betrachtung eines Spötters bieten von Abzeichen für Volkswohlfahrtszwecke manchmal nur großes Geld haben und der Verkäufer auch nicht wechseln kann, ist das nicht ihre Schuld. Natürlich hätten sie auch gern ein Ferienkind genommen, aber da nun gerade in diesem Jahre allerhand dazwischen kam, daß daran jetzt nicht zu denken ist, tut ihnen sehr leid. Aber sonst soll erst mal einer gesucht werden, der den Nationalsozialismus so erfaßt und begriffen hat wie sie. Wie gesagt, seit Jahren schon sind ihnen die Ideen des Nationalsozialismus in Fleisch und Blut übergegangen. Der Berliner sagt:„Spiegelbrink, ick kenne Dir.“ Fredeburg.(Der Bürgermeister gibt bekannt,) daß die Vorschriften über das Meldewesen mehr beachtet werden müssen, damit der Betreffende keine Unannehmlichkeiten hat. Es wird darauf hingewiesen, daß für An- und Abmeldungen auch die Arbeitgebex mit verantwortlich sind. Die Segelfliegerei im Sauerland! Der Ausbau des Flugplatzes Meschede=Schüren schreitet rüstig vorwärts! Wem die Entwicklung der Segelfliegerei im Sauerland bekannt ist, wird staunen über die schnellen Fortschritte, die in letzter Zeit auf diesem Gebiet erzielt wurden. Selbst der schlaueste Miesmacher, der etwa den Standpunkt vertritt: Was nützt es, daß im Frühjahr die Bäume Laub bekommen, da es im Herbst ja doch wieder von den Bäumen fällt, muß anerkennen, wenn auch widerwillig, daß seine weisen Prophezeiungen über das Mißlingen der segelfliegerischen Bestrebungen nicht eingetroffen sind. Der Tatenwille der sauerländischen Jugend hat sich erlaubt, darüber zur Tagesordnung überzugehen, die nur einen Programmpunkt hat, der lautet:Erfolg! Heute singt die Jugend des Sauerlandes mit Begeisterung das schwungvolle Lied: Vorwärts, vorwärts, schmettern die hellen Fanfaren, Vorwärts, vorwärts, Jugend kennt keine Gefahren. Deutschland, du wirst leuchtend stehn, Mögen wir auch untergehn, Ist das Ziel auch noch so hoch. Jugend zwingt es doch! Segelfliegerei vor verhältnismäßig kurzer Zeit hier im Sauerland mit seinem konservativen Menschenschlag— konservativ in gutem, landläufigen Sinne— noch als Utopie angesehen, ist heute eine weit verbreitete Sportart der sauerländischen Jugend! Das Interesse der Segelfliegerei richtet sich vorwiegend hier im Sauerland auf den Flugplatz Meschede=Schüren. Auf diesem für Segelfliegerei außerordentlich geeigneten Gelände, dessen Entdecker der leider kürzlich viel zu früh verstorbene Segelfluglehrer A. Flueß ist, hat schon mancher seine vorgeschriebene Prüfung abgelegt. Die Bauarbeiten schreiten auf dem Flugplatz rüstig vorwärts, und es wird ein regelrechter Schulungsbetrieb einsetzen, wenn die Flugzeughallen und Räume für Unterkunft erst fertiggestellt sind. Das Meschede= Schürener Gelände, in Fachkreisen die„Rhön Westdeutschlands" genannt, ist heute längst über Westdeutschland als fliegerisches Zukunftsland bekannt. In den Werkstätten herrscht reges Leben. In echter Kameradschaft basteln hier die jungen Flieger ihre Flugzeuge selbst fertig. Arbeit gibt es immer, denn es gibt an manchen Tagen viel— Kleinholz—! Aber das spornt zu neuen Taten an. Mancher fragt sich noch: Kann man etwas mit der Segelfliegerei anfangen? Würden wir uns nicht im Interesse der Sache zwingen, freundlich zu sein, dann wäre sicher schon mancher herausgeplatzt mit einer Auskunft wie: Zu nichts ist es gut, man kann keinen Luftverkehr damit machen, kann keine Post damit befördern, es ist reiner Blödsinn, Zeitvertreib! Aber das stimmt natürlich nicht. Segelflug ist der eigentliche Flug, der Menschenflug, der Flugsport! Segelflieger fliegen des Fliegens wegen, nicht um zu reisen, nicht um Zeit zu gewinnen, nicht um Geld zu verdienen. Nur so ist es auch zu erklären, daß der Segelflug eine von Jahr zu Jahr schnell anwachsende Zahl von Anhängern bekommen hat. Das Segelfliegen bereitet hohe Freude. Allein der thermische Segelflug ist ein Spiel mit unsichtbaren Kräften, in seiner stetigen Abwechslung, seinen zahllosen, verschiedenen Möglichkeiten dem Schachspiel vergleichbar. Wir wunderbar glücklich macht es uns, wenn wir kreisend wie ein Raubvogel tausend Meter Höhe gewinnen, wieder fallen, wieder steigen und so viele Stunden lang über Wälder, Flüsse und Felder ziehen mit unbekanntem Ziel! Wir fühlen uns erhaben über kleinliche Alltagssorgen. Und ist man dann irgendwo gelandet nach seinem Ausflug ins„Blaue", dann sieht man fast überall nur strahlende Gesichter, oft trotz des kleinen Flurschadens, der entstanden ist. Segelflug versöhnt. Das kann man noch ganz zum Schluß feststellen, wenn der Segelflieger und Bauern zusammensitzen im kleinen, bäuerlichen sauerländischen Gasthof. Da überstürzen sich die Fragen. Der Segelflug, das soll auch den ewigen Zweiflern mitgeteilt sein, hat aber auch sehr praktische Zwecke! Er ist nämlich eine treffliche Vorschule für den Motorflug. Was man spielend lernt sitzt besser: Grundlagen der Fliegerei! Der Segelflug verbreitet heute den Fluggedanken in der sauerländischen Jugend. Segelfliegen ist aber nicht nur eine gute Vorschule, es ist, was fast noch wichtiger ist, eine sehr gute Ergänzung für den jungen Motorflieger. Die Technik des Bergauflandens, vor wenigen Jahren noch unbekannt, hat schon manchem bei der Notlandung Bruch vermeiden helfen. Die Kenntnis des Wetters, der Wolken und anderes lernt der Segelflieger besser, weil es zu seiner Flugart unbedingt gehört. Oft kann er diese Kenntnisse später beim Motorflug verwerten. So gesehen, haben wir allen Anlaß, die Segelfliegerei zu unterstützen nach besten Kräften. Der sauerländischen Segelfliegerei wünschen wir eine weitere gedeihliche Entwicklung und den in Meschede=Schüren schulenden Jungfliegern ein herzliches Glück ab! Fredeburg.(Versetzung.) Der Schornsteinfegermeister Reinkenhoff ist zum 1. Juli nach Hamm versetzt. Den Bezirk Fredeburg übernimmt der Schornsteinfegermeister Klur aus Schmallenberg mit hinzu, der auch seinen Wohnsitz nach hier verlegt. Zur Erholung in Eslohe angekommen Ankunft von 60 erholungsbedürftigen Frauen aus Bochum Eslohe. Heute mittag trafen hier in Eslohe etwa 60 erholutigsbedürftige Frauen aus Bochum ein, um vier Wochen von dem täglichen Schaffen und Sorgen auszuspannen. Durch die hiesige NS.=Frauenschaftsleitung wurde diesen erholungsbedürftigen Frauen Unterkunft bei den Esloher Privatpensionen besorgt, welche bestimmt ihr möglichstes tun werden, den Frauen den Aufenthalt für diese Zeit so angenehm wie nur eben möglich zu gestalten. Die Kosten hierfür werden aus den Sammlungen„Mutter und Kind“ bestritten. Bei dieser Gelegenheit sei allen denjengen, die immer wieder fragen, wozu das Geld der Sammlungen für„Mutter und Kind“ gebraucht würde, gesagt, daß die Gelder nur für arme erholungsbedürftige Kinder und Mütter und zur Unterstützung von ärmlichen Familien Verwendung finden. Sängertagung des Bezirkes„Voere Lenne“ Vorbereitungen zum Bezirksfest in Fredeburg Schmallenberg. Im Gasthof„Zur Krone" hatten sich die Vertreter der Gesangvereine des neu ins Leben gerufenen Bezirks„Obere Lenne" des Sängerkreises Meschede versammelt. Der Führer des Bezirks, Lehrer Rinke, Grafschaft, gedachte zunächst des alten, jetzt aufgehobene Sängerbundes „Oberer Lennegau". Im Jahre 1910 mit sieben Vereinen gegründet, erweiterte sich der Bund im Laufe der Jahre mehr und mehr, so daß er 1933 achtzehn Vereins zählte. Mit Ausnahme der Kriegsjahre, sowie der„Jahre 1919, 1923(Ruhreinbruch durch die Franzosen) und 1931 hat der Bund jedes Jahr ein Gesangfest gehabt. Den neuen Verhältnissen Rechnung tragend, löste sich der Bund auf, und die Vereine des Kreises Olpe schlossen sich dem Sängerkreise Olpe an. Der jetzige Bezirk Obere Lenne umfaßt die Gesangvereine der Aemter Schmallenberg und Fredeburg. Lehrer Rinke ist von dem Sängerkreisführer Luterley zum Leiter des Bezirks ernannt. Im August wird in Fredeburg ein Bezirksfest gefeiert werden im Rahmen der früheren Bundesfeste. Als Chorlieder sind ausersehen„Dir möcht' ich diese Lieder weihen" und„Hab' oft im Kreise der Lieben". Zum Abschluß der Tagung trug der Männergesangverein Schmallenberg einen zeitgemäßen Chor vor. Fleckenberg.(Schützenfest.) Bei dem in echter Dorfgemeinschaft und nachbarschaftlicher Zusammengehörigkeit gefeierten Schützenfest, das auch von den Nachbarorten recht gut besucht war, errang die Königswürde der MSA=Mann Josef Bette. Flugzeugbesuch in Meschede Anschauungsunterricht für die Jugend Meschede. Ein Junkers=Flugzeug wird in den nächsten Tagen das Sauerland überfliegen und auch in Meschede landen. Um dieses Flugzeug werden die Schüler und Schülerinnen der Stadt und der Umgebung versammelt, um etwas Luftfahrt=Unterricht zu erhalten. Die Volksbildungsministerien haben in klarer Erkenntnis der Wichtigkeit dieser frühzeitigen Schulung der Jugeno durch besondere Erlasse angeordnet, daß sämtliche Schulen an dem Luftfahrt=Unterricht teilnehmen. In lebendigem Vortrage wird der Jugend das Luftfahrtwesen vorgeführt; dann ist ihr Gelegenheit gegeben, das Flugzeug von außen und innen genau zu besehen. So kann Görings Wort verwirklicht werden:„Das deutsche Volk muß ein Volk von Fliegern werden!" Auch die Bevölkerung hat die Möglichkeit, das Flugzeug zu besichtigen. Aus dem Kreise Cipe Zur„Braunen Messe“ nach Bochum Die Reichsbahn gibt Sonntagskarten aus Olpe. Die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" lädt alle Volksgenossen des Kreises Olpe ein, die„Braune Messe“ in Bochum zu besuchen. Eine Fahrt nach dorthin wird sich angesichts der Reichhaltigkeit und der Originalität der Ausstellung lohnen, zumal auch den Besuchern während der Messewoche gegen Vorzeigung der Eintrittskarte 50 Prozent Ermäßigung für Aufführungen im Stadttheater gewährt wird. Außerdem geben alle Eisenbahnstationen, ebenfalls unter Vorlegung der Eintrittskarte, eine Sonntagsrückfahrkarte aus. Der Eintrittspreis für die„Braune Messe" beträgt nur 30 Pfg. Wer die Absicht hat, nach Bochum zu fahren, möge sofort eine Eintrittskarte bei der Deutschen Arbeitsfront, Olpe, Hohenzollernstr. 4, bestellen. Die Messe dauert nur noch bis Ende dieser Woche. Schützenfest rückt näher Am kommenden Samstag, Sonntag und Montag Heggen. Der kommende Samstag, Sonntag und Montag werden in Heggen ganz im Zeichen des Schützenfestes stehen. In traditioneller Weise und ganz im Sinne der wahren Volksgemeinschaft nehmen alle Schichten an diesem echten Volksfeste teil. Gerade das Schützenfest ist frei von jedem Standesdünkel und jedem Klassenunterschied; es ist so recht ein Volksfest.— Das Fest beginnt am Samstag mit dem Aufsetzen des Vogels und anschließendem gemütlichen Beisammensein in der Schützenhalle. Die Zeiten zum Antreten werden durch Böllerschüsse bekanntgegeben. Vereinsführer und Beirat haben sich alle erdenkliche Mühe gegeben, um ein wirklich schönes Fest zu ermöglichen. Die Bevölkerung wird gebeten, zum Zeichen der Festfreude die Häuser zu beflaggen. Nach den schweren Regenschauern, die in der letzten Zeit das ganze Sauerland heimgesucht haben, ist sicherlich anzunehmen, daß uns der Wettergott nunmehr hold ist. Heggen.(80 Jahre alt) wurde Frau Robert Preusser, die vor Jahrzehnten hier als Lehrerin tätig war. Sie erfreut sich noch bester Gesundheit und Geistesfrische. 25 Jahre Schützenverein Kirchhundem Das neue Königspaar Kirchhundem. Der hiesige Schützenverein feierte am Sonntag und Montag sein 25jähriges Bestehen. An dem Festzug am Sonntag nahmen neun Schützenvereine aus den umliegenden Ortschaften teil. In der Schützenhalle sprachen nach Begrüßungsworten des Vereinsführers Garte der Bürgermeister des Amtes Kirchhundem, Pg. Dr. Hucke, und der zweite Führer des Sauerländischen Schützenbundes, Johannes BiggemannFinnentrop. Letzterer sprach über Wesen und Ziele der Schützenvereine und über ihre Stellung in der Heimatbewegung. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß gerade Landrat Dr. Evers zum Gebietsführer für das kurkölnische Sauerland im Reichsbund„Lolkstum und Heimat“ ernannt worden sei. Dem Kreisleiter Fischer dankte er für seine Ausführungen an läßlich der Bundestagung in Kirchhundem. Nach einer Ehrung der Gefallenen zeichnete der stellvertretende Bundesführer 22 Schützenbrüder, die den Verein mitgegründet haben und ihm heute noch angehören, mit der Jubiläumsplakette aus. Am Montag begann nach dem Schützenfest „Ringen um die Königswürde, aus dem Wilhelm Wortmann aus Herrntrop siegreich hervorging. Schützenkönigin wurde Frl. Schaub, Attendorn. Eine besonderen Reiz verlieh dem Fest das chießen der alten Könige um die Kaiserwürde. Josef Müller=Flape tat hier den Kaiserschuß. Bei den Klängen des Langeneier Musikvereins nahm das Fest einen schönen Verlauf. Altenhundem.(Deutsche Angestelltenschaft.) Die Zahlstelle der Werkmeister und der Büro= und Behörden=Angestellten steht av 1. unter der Leitung von dem vom Hauptamt für Organisation berufenen Zahlstellenleiter der Deut schen Angestelltenschaft, Clemens Müller, Altenhundem, Kampstr. 48. Es wird daher gebeten, nachfolgende Richtlinien zu beachten: 1. Die Bei träge sind bis spätestens zum 15. eines jeden Monats zu zahlen. 2. Die Beiträge sind an den Zahlstellenleiter persönlich oder durch die Post zu zahlen. 3. Müssen die Beiträge eingeholt wer den, so wird Botengeld erhoben. Die Büro= und Behörden=Angestellten wollen eine Bescheinigung über die Höhe des Gehaltes beibringen. Auf dieser müssen angegeben sein Name, Mitglieds nummer, Geburtsdatum, Geburtsort, Wohnorund Straße. Altenhundem.(Ausgabestelle der Deutschen Hausbücherei.) Die Bücher erscheinen jeweils am 1. eines geraden Monats, der nächste Band erscheint am 1. August. Die Mitglieder werden gebeten, diese immer pünktlich abzuholen. Die Ausgabestelle befindet sich bei dem Zahlstellen leiter der Deutschen Arbeitsfront Clemens Mül ler, Altenhundem. Versammlung der Arbeitsfront Der Führer ist um das Wohl seiner Arbeiter besorgt Wenden. Der Ortsgruppenführer der Arbeits front, Peter Stracke(Wenden), leitete die gut besuchte Versammlung der Deutschen Arbeitsfront Er erteilte dem Kreisfachschaftswart F. Klein (Olpe) das Wort. Der Redner entwarf ein Bild der Entwicklung und des Wirkens der Arbeitsfront, in der Arbeitnehmer und Arbeitgeber nebeneinander unter einheitlicher Leitung stehen. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Einrichtung„Kraft durch Freude“ gewidmet. Sie wird auch den erholungsbedürftigen Kameraden aus der hiesigen Gruppe bald die ihnen so notwendige Erholung vermitteln, aus der sie dann wieder. neu gestärkt, zu weiterem Schaffen angeregt werden. bewußt geht die Arbeitsfront ihren Weg. Jeder Kamerad weiß, daß der Führer um das Wohl seiner Arbeiter sehr besorgt ist und nicht eher rastet und ruht, bis er ihr Los gebessert hat. Wenden.(Jubiläum bei der Firma Sieler.) In der vergangenen Woche stellte die Fahrradfabrik Sieler in ihrem Betriebe den 100 000. Fahrradrahmen her. Aus diesem Anlaß versammelte sich die Werksleitung mit ihren Arbeitern und Angestellten zu einer schlichten Feierstunde im Gasthof Sieler. Das Unternehmen wurde in den ersten Jahren nach dem Kriege gegründet. Den schweren Stürmen der Inflation und anderer Krisenzeiten hat es tapfer standgehalten und ist so in der Lage, zu seinem Teil mit zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit beizutragen. Das wird hier umso mehr begrüßt, als zahlreiche Arbeitsmöglichkeiten, die früher der Bergbau und die Kleineisenindustrie boten, eingegangen sind. Das Sielersche Unternehmen ist das einzige seiner Art in der das näheren und weiteren Umgebung Wendens. Stimmungsbild aus dem Dollenbruch bei Silberg, einem der schönsten Wacholdergebiete des Sauerlandes haltek die Gräber in Ordnung! Eine dringende Bitte des katholischen Pfarramtes Wenden. Das katholische Pfarramt weist darauf hin, daß der Friedhof, die Ruhestätte unserer lieben Toten, mehr als bisher in Ordnung gehalten werden muß. Zahlreiche Gräber sind von Unkraut förmlich überwuchert und bieten mit den schiefstehenden Kreuzen einen verkommenen Eindruck. Eine besondere Gefahr bilden die Denkmäler, die stark zur Seite geneigt dastehen und jeden Augenblick umzustürzen drohen. Kinder ollten deshalb nur in Begleitung Erwachsener den Friedhof besuchen. Es wird Wert darauf gelegt, daß die bestehenden Mißstände in allernächster Zeit beseitigt werden. Die verwilderten Grabstätten verfallen der Einebnung, wenn sie nicht in Ordnung gebracht werden. In Zukunft dürfen Grabeinfassungen und Denkmäler nur mit Genehmigung der kirchlichen Behörde angebracht werden, um die ordnungsgemäße Ausgestaltung des Friedhofes zu gewährleisten. Alter religiöfer Brauch in einem Teil der Pfarre Drolshagen Drolshagen. Der Tag Maria Heimsuchung (2. Juli) wird in einem Teil der Pfarrei Drolshagen in althergebrachter Weise begangen. Des Morgens um 6 Uhr geht vom Gnadenbilde in Sendschotten aus eine sakramentale Prozession, bei der das Gnadenbild mitgeführt wird. Sie zieht über Hützemert, Wegerinhausen, Scheda, Essinghausen und endet gegen 10½ Uhr wieder in Sendschotten, woselbst dann ein feierliches Levitenamt zu Ehren der Gottesmutter abgehalten wird. Auch gestern nahmen wieder hunderte von Menschen an der Prozession und am Gottesdienst teil. Wie alljährlich sah man auch am Sonntag altbekannte Gesichter, die zu diesem Tage aus nah und fern herbeigeeilt waren, vor allem auch um an der Familienfeier, die sich an die religiöse Feierstunde am Morgen anschließt, teilzunehmen. Gebt Euer Reisegepäck auf! Eine große Erleichterung in der Reisezeit Die Deutsche Reichsbahngesellschaft teilt mit: Obwohl allgemein bekannt sein müßte, daß der Reisende nur Anspruch auf den Platz über und unter seinem Sitz zur Unterbringung seines Handgepäcks hat, werden immer noch Koffer und sonstiges Gepäck ohne Rücksicht auf die Mitreisenden in großer Zahl in die Abteile mitgenommen. Unliebsame Auseinandersetzungen zwischen den Reisenden und dem Zugbegleitpersonal sind die Folge und bringen die erste Mißstimmung in die Urlaubsfreude. Der Reisende, der auch jetzt noch glaubt, sich aus falsch angebrachter Sparsamkeit von seinem großen Gepäck nicht trennen zu können, möge bedenken, daß er durch seine nicht angebrachte Sparsamkeit sowohl sich selbst einer Bequemlichkeit beraubt, als auch seinen Mitreisenden gegenüber wenig Gemeinsinn beweist. Er möge überlegen, daß er durch die Mitnahme seines Gepäcks in das Abteil Lasten auf sich nimmt, die in seinem Verhältnis zu der ersparten Gepäckfracht stehen, denn der Reisende, der sein Gepäck aufgibt, hat es nicht nötig, seine Koffer usw. von einem Zug zum andern zu schleppen oder von einem Bahnhof zum andern besorgen zu lassen. Er spart Gepäckträger= und Fahrtkosten und braucht auch beim vorübergehenden Verlassen des Abteils keine Sorge vor Verlust des Gepäcks zu haben. Wenn auch zugegeben werden muß, daß der größte Teil der Volksgenossen in den gegenwärtigen Zeiten mit seinen für die Reise zurückgelegten Mitteln haushalten muß, so sind doch die Kosten für die Gepäckbeförderung im Vergleich zu den Gesamtausgaben der Urlaubsreise derart gering, daß man die Aufgabe des Reisegepäcks im Hinblick auf die eingetretenen großen Reiseerleichterungen nur dringend empfehlen kann. Notstandsarbeiter-Lager Grevenbrück Volksgenossen aus dem Ruhrgebiet stärken sich an Geist und Körper Notstandsarbeiler bauen am Sandberg einen Wirtschaltsweg und leisten damit volkswirtschaftliche wertvolle Arbeit im Dienste der Gemeinschaft Grevenbrück. In dem schönen abgeschiedenen Tal der Hengstebeck standen früher die Betriebe der Dynamitfabrik Förde. Jahrzehntelang gingen hier Hunderte von Arbeitern ihrer zwar gefährlichen, aber lohnenden Arbeit nach, bis die Wirtschaftskrise der Systemzeit auch diesen blühenden Betrieb zum Erliegen brachte. Die Verwaltungs= und Lagergebäude standen lange Wochen leer und drohten dem Verfall entgegenzugehen. Durch die Initiative des stellvertretenden SASonderbeauftragten Hermann Schneider gelang es dann, die Genehmigung und die Mittel zu bekommen, die Gebäulichkeiten für ein Lager der Notstandsarbeiter aus dem Industriegebiet einzurichten. Unter der Leitung des Sturmführers Beule haben die fleißigen und geschickten Hände unserer Arbeitsdienstwilligen hier geradezu Hervorragendes geleistet, so daß bei einer kürzlich vorgenommenen Besichtigung dieses Lagers als vorbildlich bezeichnet werden konnte. Unsere Volksgenossen aus dem Industriegebiet können sich hier in der reinen Luft der sauerländischen Berge an Körper und Geist stärken und mit frischer Kraft demnächst ihrem eigentlichen Beruf wieder nachgehen. Das Lager enthält große helle Schlafsäle, einen freundlichen Speise= und Aufenthaltsraum und musterhafte hygienische Einrichtungen. Eine modern eingerichtete, von einem Berufskoch geführte Küche liefert den Insassen eine gute und reichliche Kost. Grevenbrück.(Zum neuen Oberpostmeister) ist Oberpostinspektor Wiegers aus Hagen ernannt worden. Kreis Grilon Olsberg.(Neue Badeanstalt freigegeben.) Um den Wünschen der Bevölkerung und der Fremden entgegenzukommen, ist mit dem gestrigen Tage die neue Badeanstalt zur Benutzung freigegeben. Die offizielle Einweihung wird nach völliger Fertigstellung vorgenommen werden. Gerlingen.(Berufung.) Der Neupriester Eduard Dornseifer, der Ostern. in seinem Heimatort Gerlingen Primiz feierte, wurde als Vikar nach Büren berufen. Mittwoch, den 4. Juli Kreis Arnsberg NSV., Kreis Arnsberg. 19.30 Uhr: Kreissitzung bei Drawenau(Braunes Haus) mit Referaten von Sachbearbeitern der Gauleitung der NSV. Alle Amtswalter der NSV. aus dem Kreise Arnsberg haben unbedingt zu erscheinen. Ortsgruppe Oeventrop. 19.30 Uhr: Amtswalterdienst auf dem Schützenhof; anschließend um 20.30 Uhr Schulungsabend bei Schnetfler. Kreis Olpe Frauenschaft Attendorn. 20 Uhr: Heimabend mit Filmvorführung im Verkehrslokal Dingerkus. Donnerstag, den 5. Juli Kreis Olpe Frauenschaft Olne. 20.15 Uhr: Pflichtabend in der Aula der Aufbauschule. Stützpunkt Kirchhundem. 20.30 Uhr: Mitgliederversammlung im Saale Cordes. Redner: Dr. Böhmer-Flape. Nur Parteigenossen erscheinen. Kreis Meschede DAF. Meschede. 20 Uhr: Versammlung in der Schützenhalle. Redner: Der stellvertretende GauBetriebszellenobmann Schürmann. Münster. und Ministerialdirektor Dr. Runte. Berlin. Thema: .„ Die Deutsche Arbeitsfront marschiert im Kampfe um den Sozialismus.“ Aus dem Nachburgebiet Mimmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm Frühere Sustemgröße unter Anklage Die bemeinnützige Baugenossenschaft Hohenlimburg um 42000 Mark geschädigt= Kirchenkasse und frühere Zentrumspartei als Nutznießer der Unterschlagung Hohenlimburg. Schon gleich nach der Uebernahme des Gemeinnützigen Bauvereins Hohenlimburg, eingetragene Genossenschaft, durch Nationalsozialisten konnte man die Feststellung machen, daß in der Buch= und Kassenführung des Bauvereins etwas nicht stimmte. Das Ergebnis der Untersuchung führte am 16. Dezember zur Verhaftung des Vorstandsmitgliedes und Kasierers Karl Sch., der seit Bestehen des Bauvereins Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes und Kassierer war. In der gestrigen Verhandlung vor der Hagener Strafkammer III hatte sich nun Sch. wegen seiner Verfehlungen zu verantworten. Es wurde ihm Unterschlagung von 42000 Mk. und Urkundenfälschung zur Last gelegt. Der Angeklagte war außer Kassierer des Bauvereins noch Rendant der katholischen Kirchenkasse, Vorsitzender der früheren Zentrumsfraktion im Stadtparlament, Vorsitzender der Zentrumspartei, Vorstandsmitglied der Wirtschaftskommission im kath. Vereinshaus und Mitglied von 13 Vereinen. Fast in allen katholischen Vereinen war er aktiv tätig. Als Kassierer des Gemeinnützigen Bauvereins erhielt er eine monatliche Vergütung von 300 Mk., als Rendant der katholischen Kirchenkasse erhielt er monatlich 100 Mk., später 60 Mk. Der Angeklagte gibt die ihm zur Last gelegten Vergehen und Verbrechen zu. Die Veruntreuungen gehen bis in das Jahr 1927 zurück. Von den unterschlagenen Summen will er nach seinen Angaben 8—10 000 Mk. für sich bzw. für seine Familie verbraucht haben. 10—15000 Mk. will er zum Vorteil der katholischen Kirchengemeinde verwandr und 3—5000 Mk. der früheren Zentrumspartei zugeleitet haben. Ueber den Verbleib des übrigen Geldes weiß er keine Rechenschaft zu geben. Wie der Angeklagte weiter erklärte, habe er durch die viele Arbeit beim Bauverein und durch seine umfangreiche politische Tätigkeit keine Zeit gehabt, um sich um sein Privatgeschäft zu kümmern, sodaß sein Agenturgeschäft zum Erliegen kam. Bei seiner Tätigkeit für all die Vereine, für die Zentrums partei und für den Bauverein habe er viele Spesen machen müssen. Auch als Vorsitzender der früheren Zentrumspartei habe er Auslagen gehabt; diese habe er aber nicht der Partei in Rechnung gestellt, sondern die Gelder aus der Kasse des Bauvereins genommen. Diese Beträge bezifferte der Angeklagte auf 3—5000 Mk. Es sei ihm durch die anderweitige Tätigkeit nicht Zeit geblieben, für die katholische Kirchenkasse zu arbeiten, sodaß diese Arbeiten liegen blieben. Rechnungen und sonstige Verpflichtungen für die Kirchenkasse habe er aus der Kasse des Bauvereins gezahlt. Wie der Sachverständige, Stadtrentmeister Horstmann, der eine Prüfung der Kassenverhältnisse des Bauvereins vorgenommen hatte, aussagte, ist der Bauverein um etwa 42000 Mark geschädigt worden. Auf dem Geschäftsanteilkonto konnte ein Fehlbetrag von 9790 Mark, auf dem Mietkonto ein solcher von 2000 Mark festgestellt werden. Eine Reihe von Quittungen und Rechnungen seien gefalscht gewesen, auch unter der Liste über ausgeschüttete Dividenden seien zwei Unterschriften gefälscht worden. Zuschüsse der Stadt an den Bauverein in Höhe von 8400 Mark seien nicht in Einnahme gestellt worden. Um seine Veruntreuungen zu verschleiern, habe der Angeklagte mit falschen Quittungen operiert. Besonders als die Uebergabe der Kasse infolge der Geichschaltung bevorstand, habe der Angeklagte eine große Menge Falschbuchungen gemacht, um den Sollbestand herunterzudrücken. Bücherrevisor Fischer hatte die Buchführung der kath. Kirchenkasse zu prüfen gehabt, um festzustellen, wieviel Gelder vom Bauverein in die Kirchenkasse geflossen sind. Wie der Sachverständige angibt, ist es ganz unmöglich, in dieser Frage irgendwelche genauen Feststellungen zu treffen. Die Bücher seien in einem unbeschreiblichen Zustande, es sei ein Durcheinander, daß sich keiner darin zurechtfinden könne. Eintragungen ins Kassenbuch seien fast gar nicht gemacht. Eingetragene Buchungen seien nicht aufaddiert gewesen. Nach den Statuten habe der Kirchenvorstand jährlich eine unvermutete Kassenprüfung vorzunehmen. Aber, wie der Angeklagte angibt, sei in all den Jahren nie eine Prüfung erfolgt. Der Vertreter der Anklage beantragte eine Gefängnisstrafe von drei Jahren und drei Monaten. Es sei zu berücksichtigen, daß der Schaden für den Bauverein ein ganz erheblicher sei, auch wenn er die Anklage wegen 6000 Mark fallen lasse. Es blieben dann immerhin noch 36,000 Mark übrig, um die der Bauverein geschädigt wurde. Der Verteidigung blieb nichts anderes übrig, als für den Angeklagten auf eine milde Bestrafung zu plädieren. Er führte u. a. an, daß man dem Kirchenvorstand die größten Vorwürfe machen müßte. Wenn eine alljährliche Prüfung der Kirchenkasse vorgenommen worden wäre, dann wäre die Sache nicht so weit gekommen. Nach kurzer Beratung kam das Gericht zu einer Verurteilung von drei Jahren Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe. Die erkannte Geldstrafe wird durch die Untersuchungshaft als getilgt betrachtet. Der Angeklagte sowie der Staatsanwalt nahmen das Urteil an. Hinauf aufs Land 500 Kinder reisen nach Brandenburg Iserlohn. Montag abend traten vom Westbahnhof Iserlohn aus 500 Kinder die Reise nach der Mark Brandenburg an, um dort für 6 Wochen Aufenthalt zu nehmen. Auf dem Bahnhofsvorplatz herrschte reges Leben und Treiben, die Hitlerjugend=Kapelle verabschiedete die Kinder mit flotten Märschen. Kurz nach 8 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung, den erwartungsvollen Gesichtern der Kinder war die Freude anzusehen über das, was sie auf der Fahrt und während ihres Landaufenthaltes erleben werden. Es ist ihnen zu wünschen, daß sie sich recht gut erholen und daß sie zurückkehren mögen, gekräftigt an Körper und Geist und mit fest verwurzelter Liebe zur deutschen Heimat. Statt Straßenbahn Autobusse? Iserlohn. Wie wir hören, besteht bei der Verwaltung der Westfälischen Kleinbahnen in Letmathe die Absicht, die Befahrung bestimmter Strecken ihres Straßenbahnnetzes mit Schienenwagen einzustellen und statt dessen Autobusse einzusetzen. Es wird vor allem von den Strecken Hemer, Sundwig— Deilinghofen, Grüne— Nachrodt und Letmathe— Hohenlimburg gesprochen. Bei der Verwendung von Autobussen besteht die Möglichkeit, daß das Verkehrsnetz an manchen Stellen erweitert wird, so wird man wohl vor allem daran denken, eine Verbindung von Grüne nach Altena und von Hemer— Sundwig zum Hönnetal herzustellen. Für den heimischen Frem denverkehr wäre diese Verbesserung ungeheuer zu: begrüßen. Großer Turnerwettkampf in Lendringsen Ringfest der DT. Menden. Am 21. und 22. Juli findet in Lendringsen das Ringturnfest der DT. statt. Es sind bie jetzt für Lendringsen bereits 800 Wettkämpfer und Wettkämpferinnen gemeldet, die an 950 Einzelwettkämpfen teilnehmen. Es handelt sich also um eine Groß=Veranstaltung, wie sie Lendringsen auf die sem Gebiet noch nicht gesehen hat. Höhepunkt de Veranstaltung werden die Feier des 40jährigen Be stehens des Turnvereins„Westfalia“ in Lendringse. und die Massenvorführungen des Ringes und de einzelnen Vereine sein. Ein Volk, ein Reich, ein Führer! Abschiedsgruß an die deutsch-österreichischen SA-Kameraden Hagen Bei den SA=Kameraden und Blutsgenossen von der unteren Donau, die wir vorgestern in den Mauern unserer Heimatstadt begrüßen und beherbergen durften, handelt es sich um edelste Menschenauslese in Kampf und Gefahr, handelt es sich um jene zähen und tapferen politischen Flüchtlinge, die das ebenso rücksichtslose wie kurzsichtige Dollfuß=System wegen ihrer großdeutschen und nationalsozialistischen Gesinnung aus der über alles geliebten Heimat vertrieb. Insgesamt 30—35000 Menschen haben sich im Laufe des vergangenen Jahres einzeln und truppweise bei Nacht und Nebel über die deutsche Grenze gestohlen, um bei den Volksgenossen im Reich Aufnahme und Stützung zu suchen. In München wurden sie zunächst auf die verschiedensten kasernenartigen Sammelläger verteilt. In dem Lager Wöllershof bei Neustadt an der Waldnaab leben. allein 1800 Vertriebene, die durch die Machenschaften des Judentums und des Jesuitismus außer=Landes verwiesen wurden. Zu ihnen gehören die beiden Tiroler und Kärntner Sturme 22 und 23 von der Lehrstandarte L., die mit ihrem Musikzug zu insgesamt 342 Mann auf 11 Lastwagen und Anhängern eine umfässende Propaganda= und Studienfahrt in die westfälischen und rheinischen Gaue unternommen haben. Unter der Leitung ihres Obersturmführers Hosp setzten sie sich dabei die große Aufgabe, für den hehren Gedanken der Blutsbrüderschaft zu werben und insbesondere der Arbeit des Kampfringes der Deutsch=Oesterreicher im Reich neue Anregungen uund neue Auftriebe zu vermitteln. So nahmen sie an der gewaltigen Soester Kundgebung teil, so wiesen sie in Hagen die SA=Kameraden und Volksgenossen eindrucksstark auf die blutenden Wunden im deutschen Südosten hin. Gestern vormittag sind sie nun— mit Ausnahme ihres Musikzuges, der noch in Hagen und Umgebung konzertieren wird— nach Köln weitergefahren, um sich von dort über Mainz und Fürth wiederum in ihr Stammlager Wöllershof zu begeben.. Die 14tägige Fahrt wird sicherlich nicht umsonst gewefen sein. Die österreichischen SAKameraden werden ihre Kenntnis des Deutschtums ungemein vertieft und bereichert haben. Die reichsdeutsche Bevölkerung des Westens aber hat einmal wieder erleben dürfen, welch einen' gigantischen Kampf die Nationalsozialisten DeutschOesterreichs um die endgültige Fügung und eindeutige Formung Großdeutschlands führen mussen. Dieses heilige Dritte Reich, das sich von der Leitha bis zum Aermelkanal, von den Karawanken bis zur Weichsel erstreckt, wird kommen und muß kommen. tingen), 8. Preis: Zwinger„vom Beskidenhof", Bes. G. Urbanke(Hagen), 4. Preis: Zwinger„vom Darfelder Schloß", Bes. H. Pöttger(Hervest Dorsten. Die Stadtplakette der Stadt Hagen (Oberbürgermeister Na Retter hatte die Schirmherrschaft der Schau übernommen) errang der beste Hund der Gesamtveranstaltung der Rüde der Altersklasse„Argos vom Lünenschloß", der übrigens vor einigen Wochen auf einer in Brüssel abgehaltenen und mit rund 120 deutschen Schäferhunden beschickten Siegerausstellung den„Königspreis“ des belgischen Königs erhielt. Lüdenscheid.(Luftschutzhauswarte.) Die Aufforderung an die hiesigen Luftschutzhauswarte, ihre Angaben für die Luftschutzkartei zu machen, ist bisher noch nicht restlos befolgt worden. Um den Säumigen Gelegenheit zu geben, die Meldungen nachzuholen, ergeht hiermit nochmals die Aufforderung, im Laufe dieser Woche im Rathaus, Zimmer 5, und zwar in der Zeit von 7½ bis 13 Uhr, und von 15 bis 18½ Uhr, vorzusprechen. Es wird erwartet, daß bis Ende der Woche die Meldungen sämtlich abgegeben sind. Milspe.(RS.=Volkswohlfahrt ist umgezogen.) Das Büro der NS.=Volkswohlfahrt Milspe, das bisher im Raume der Ortsgruppe der NSDAP. in der Voerder Straße untergebracht war, ist in das Amtshaus an der Winkelstraße, Zimmer 16, verzogen. Vorsicht bei Tollkirschen! Die„schöne Frau“ ist giftig! Alljährlich um die Zeit der Tollkirschenreife können Kinder und auch Erwachsene nicht eindring lich genug vor dem Genuß der giftigen Frucht ge warnt werden. Die Gefährlichkeit der Tollkirsche ist allgemein bekannt, und wenn man an geschicht liche oder legendenhafte Begebnisse erinnert, die mit der Tollkirsche in Beziehung stehen, so wird dadurch ihre todbringende Wirkung nur unter strichen. So sei daran erinnert, daß im Jahre 1813 bei Pirna in Sachsen viele französische Sol daten im Feldlager nach dem Genuß von Toll kirschen unter Wahnsinnsanfällen und entsetz lichen Schmerzen starben oder daß einst die Schotten durch Mischung eines Getränkes mit Tollkirschensaft ein feindliches Kriegsheer eingeschläfert und vernichtet haben sollen. Denn die schwarz blaue Kirsche erregt Schwindel, Betäubung, Doppelsehen, und ihr Genuß hat sehr oft den Tod zur Folge. Atropa bella donna— schöne Frau— heißt ihr stolzer botanischer Name, weil sie wie die dritte der Parzen, Atropos, ohne Erbarmen den Lebensfaden abschneidet. Aber wie kommt sie zur Bezeichnung bella donna— schöne Frau? Nun, auch üble Dinge haben häufig eine gute oder— wie in diesem Fall— wenigstens eine praktische Seite. Die italienischen Schönen pflegen nämlich mit einem Tropfen Saft aus der Beere ihren Augen Glanz und Schönheit zu verleihen. Daher der schmeichelhafte lateinische Beiname. Der germanischen Mythologie entsprechend, heißt die Beere am Niederrhein auch Walkürbeere, weil der, der sie genoß, den Walküren verfallen war. Der Kampf gegen die Saboteure Auch der Einzelhandel muß mithelfen! Hundeschau in Haspe Gute Leistungen— Die Preisverteilung In Haspe fand kürzlich eine gut beschickte Hundeschau statt, die unter Beweis stellte, daß die Züchter im letzten Jahre sehr erfolgreich gearbeitet haben. Die Leistungen der geprüften Tiere waren außerordentlich gut. Die Prämiierung; der vorgeführten Hunde hatte folgendes Ergebnis: In der Altersklasse Rüden erhielten die Bewertung„vorzüglich": Argos vom Lünenschloß, Bes. Rita Linz (Barmen), Etu von der Fürstensalmburg, Bes. hernard de la Couture(Düsseldorf), Nestor vom Westenberg, Bes. Dr. Rudolf Schäfer(Hagen). In der Altersklasse Hündinnen erhielten die Note „vorzüglich“: Ansa vom Resser=Eck, Bes. Wilhelm Brudereck(Wattenscheid), Cilly vom Wittgensteiner Schloß, Bes. Ernst Schröter(Lüdenscheid), Asta vom Resser=Eck, Bes. Wilhelm Hermsen(Buer=Resse), Sieglinde vom Hain, Bes. N. Luxem(Velbert), Asta von der Buchenstraße, Bes. A. Teiner Schwelm=Linderhausen). In den Jugendklassen wurden, da hier ein„vorzüglich“ den Erfordernissen der Zucht entsprechend nur in ganz besonderen Ausnahmefällen vergeben werden darf, mit der Bewertung„sehr gut" ausgezeichnet: Hasso von Finkenquell, Bes. Joh. Such(Bottrop), Dorn vom Darmfelder Schloß, Bes. G. Urban(HervestDorsten), Bärbel aus der Senderstadt Langenberg. Bes. Joh. Hartmann(Haan), Pauline vom Hooptal, Bes. Friedrich Oberberg(Hagen), Alonatbei der Hitler=Eiche, Bes. F. W. Ernst(Schwelm). Die wertvollen Ehrenpreise wurden wiefolgt vergeben: 1. Preis: Zwinger-„von Strünkede“, Bes. Heinrich Kortebusch(Herne), 2. Preis: Zwinger „aus der Rheinprovinz“, Bes. Gust. Esser(RaDer Pressedienst der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels schreibt: Staat und Partei haben im ganzen Reich den Kampf gegen Kritikasterei und Miesmachertum ausgenommen. Dieser Propagandafeldzug hat den Zweck, zu verhindern, daß das große Werk des deutschen, staatlichen und wirtschaftlichen Neubaues gestört wird, indem kleinliches Kritisieren und Gerüchtemacherei die freudige Bereitschaft aller Volksgenossen zur Mitarbeit beeinträchtigen. Dabei zeigte sich aber, daß sich bei vielen der alte deutsche Fehler breit machte, an Kleinigkeiten zu nörgeln, aus Mücken Elefanten zu machen, aus der Dackelperspektive das deutsche Geschehen zu beurteilen. Den Feldzug der Regierung und der NSDAP. muß jeder deutsche Volksgenosse, der über guten Willen verfügt, mit allen Kräften unterstützen. Dem Einzelhandel aber fällt dabei eine besonders wichtige Aufgabe zu. Täglich besuchen Millionen deutscher Volksgenossen die Geschäfte des Einzelhandels und täglich entspinnen sich dort, entsprechend den vertrauensvollen Beziehungen zwischen Händler und Kunden, Gespräche über die Ereignisse des Tages und der Wirtschaft. Wir haben deshalb immer wieder darauf hingewiesen, daß jeder Kaufmann und Handwerker im Laden sich vor Augen halten muß, welche außerordentliche Rolle ihm dabei zufallt, das Vertrauen und die freudige Mitarbeit des Volkes gegenüber allen Versuchen Böswilliger oder Ueberängstlicher aufrecht zu halten. Deshalb ergibt sich als Selbstverständlichkeit, daß der Kaufmann und Kaufmannsgehilfe, der Handwerker und der Geselle sich nicht nur von der Verbreitung haltloser Gerüchte und Meckereien fernhalten muß, sondern ihnen auch mit guten Gründen entgegentreten soll. Der Einzelhändler ist im nationalsozialistischen Staat nicht nur letzter Warenvermittler und Verteiler an sich, sondern er darf diese wirtschaftliche Tätigkeit nur ausüben, wenn er als Glied=der politischen Schicksalsgemeinschaft handelt. Mitunter kann man es wirtschaftlich weniger geschultenVolksgenossen nicht einmal übel nehmen, wenn sie gegenüber falschen Gerüchten bestimmter Leute oft wehrlos sind; nicht jedes kritische Wort, micht jeder gutgläubige Irrtum verdient Mißachtung und Strafe. Der Einzelhandel ist aber als Glied der Völkswirtschaft und als Berater seiner Kunden die beste Stelle, um irreführenden Gerüchten mit ruhiger und sachlicher Darlegung der Luge entgegenzutreten. Wir haben es in den letzten Monaten leider erleben müssen, daß durch mißverstandene Nachrichten und Reden über unsere Rohstofflage in manchen Kreisen der Eindruck erweckt wurde, als ständen wir hier vor ernstlichen Gefahren, ja, als sei der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit durch diese Wirtschaftsvorgänge behindert. Diese Vermutungen— mögen sie böswillig oder gutgläubig verbreitet werden— verkennen die wirkliche Lage und schaffen einen unbegründeten, aber in seinen Wirkungen bedenklichen Wirtschaftspessimismus. Mit Hilfe des ihm von seinem Fachverbande zugeleiteten Materials und auf Grund seiner eigenen Einsicht muß der Einzelhändler in ruhiger Form den Verbrauchern die wirkliche Lage schildern und alle Uebertreibungen zurückweisen. Er darf seine bessere Kenntnis von den wirklichen Zusammenhängen nicht für sich behalten sondern muß sie seinen Kunden weitergeben. Wenn er diese Pflicht versäumt, handelt er nicht nur fahrlässig gegenüber Volk und Staat, sondern schädigt letzten Endes sich selbst. Denn an einer stetigen Entwicklung unserer Absatzverhältnisse und an der Vermeidung aller unnützen Störungen und Schwan kungen ist er unmittelbar interessiert. Das Ehrenmal des RJR. 57 im Werden Die feierliche Grundsteinlegung Wir rusen... Wir rufen Euch alle mit mahnendem Mund: Wir bauen die Zukunft auf schwankendem Grund, Solange das giftige Gürtelband Der Bomber umschnürt unser Vaterland, Solang wir zur Ohnmacht verdammet sind, Zum Stillhalten„gleichberechtigt“ sind Und an Verträge gebunden sind, Die nicht zum Vertragen erfunden sind. Wir rufen Euch alle mit werbendem Mund: Wir brauchen zur Rettung den mächtigen Bund. Bundaller für alle! So schaffen wir Schutz, Nicht andern zuleide, doch Deutschland zu Nutz', Es gilt zu beschützen das edelste Gut, Das deutsche Leben, das deutsche Blut, Dem gilt unser Schutz vor Vernichtung und Not, Vor gräßlichem Jammer, vor grausigem Tod. Wir rufen zu keinem frischfröhlichen Spiel. Wir rufen zum Kampf für ein heiliges Ziel, Das Deutschlands Herzen gemeinsam bewegt: Ganz Deutschlands Hände zusammenlegt, Verwachsen zu einer Riesenhand, Die halten wir schützend über das Land, Wohl über den Führer, so herrlich und groß, Wie über das Kind auf dem Mutterschoß. Die Stadt Hagen wird in Kürze um ein Ehrenmal für ihre Heldensöhne reicher sein. In den Grünanlagen an der oberen Heinitzstraße, gegenüber der Schlußhaltestelle der Straßenbahnlinien 8 und 9, entsteht das Ehrenmal des ReserveInfanterie= Regiments Nr. 57, das mit unserer Heimatstadt ganz besonders innig— wie schon kürzlich dargelegt— verbunden ist. Die feierliche Grundsteinlegung fand dieser Tage statt. Der Führerring des Vereins und einige Gäste hatten sich eingefunden. Der stellvertretende Führer des Vereins, R. Marquis, hielt eine kurze, packende Ansprache, in der er Sinn und Zweck des Vorhabens treffend zeichnete, das im Werden begriffene Ehrenmal für die teuren Kameraden solle eine ständige Erinnerungs= und Wallfahrtsstätte für die überlebenden Kameraden und die Hagener Bevölkerung werden. Es solle ein Beweis dafür sein, daß man den im großen Völkerringen auf dem Felde der Ehre gebliebenen Mitkämpfern die Treue halte. Ihre Taten würden immer unvergessen sein. Kamerad Marquis führte dann die drei Hammerschläge aus.— Der ausführende. Architekt Ew. Wachenfeld= Hagen(BDA.) erläuterte noch kurz den Bauplan. Das Ehrenmal konnte kaum einen besseren Aufstellungsplatz finden. Es wird das Kernstück bilden der großen Grünanlage, die allmählich ihrer Vollendung entgegengeht. Baurat Kegel gab noch nähere Erklärungen zu der Ausgestaltung dieses Grünzuges, der sich harmonisch einpaßt in den langen Grünstreifen, der hinfort von der Badstraßenbrücke sich bis zur Bredelle erstrecken wird. Die Arbeiten am Ehrenmal schreiten rüstig voran. Sie werden bis zum 15. August abgeschlossen sein. Mit einer größeren Feier wird es dann feierlich seiner Bestimmung übergeben. Mißbrauch des Jüchtigungsrechts Ein Meister mißhandelte seinen Lehrling= Sechs Wochen Gefängnis Das Amtsgericht zu Hohenlimburg verhandelte be reits am 12. April 1934 gegen den E. R. aus Hohenlimburg, der angeklagt war, seinen Lehrling W. Bo., der bei ihm im Haushalt lebte, mißhandelt zu haben. Der Junge war Vollwaise und im April 1932 bei R. in die Lehre gekommen. Das Amts gericht Hohenlimburg stellte auf Grund der Haupt verhandlung fest, daß der Junge bei seinem Lehr herrn keine rosigen Tage gesehen habe. Wegen jeder geringsten Kleinigkeit wurde er geschlagen, oft so, daß er blaue und blutige Stellen am Körper davontrug. Das Gericht kam zu dem Ergebnis, daß der Angeklagte gefühllos und unbarmherzig gezüchtet habe und verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten. Gegen dieses Urteil hatte der Angeklagte Berufung eingelegt und beantragte gestern vor der Hagener Strafkammer seine Freisprechung. Er gab zu, daß er den Jungen gezüchtigt habe, aber nicht über den Rahmen des Erlaubten hinaus. Der Junge habe oftmals Gelder, die er bei den Kunden einkassierte, unterschlagen, auch sei er sonst recht lügenhaft gewesen und habe ihn, den Lehrherrn, durch seine Verstocktheit gereizt. Von einer Mißhandlung könne aber keine Rede sein. Auf Grund der nochmals durchgeführten Beweisaufnahme kam das Berufungsgericht zu dem Ergebnis, daß der Angeklagte das ihm durch die Gewerbeordnung zutehende Züchtigungsrecht weit überchritten habe. Es sei kein Zweifel, daß der Angeklagte aus einer gefühllosen Gesinnung heraus gehandelt und den Jungen roh mißhandelt habe. Auch der frühere Lehrling, der als Zeuge auftrat, habe bekundet, daß er wiederholt mißhandelt worden sei. Immerhin habe das Gericht berücksichtigt, daß der Angeklagte Kriegsverletzter und sehr aufgeregt ist. Ferner habe das Gericht berücksichtigt, daß der Angeklagte bisher unbescholten durchs Leben gegangen ist. Aus diesen Gründen habe das Gericht dem Angeklagten mildernde Umtände zugebilligt. Das angefochtene Urteil des Amtsgerichts Hohenlimburg wurde darin abgeändert, daß die erkannte Strafe von drei Monaten Gefängnis auf sechs Wochen Gefängnis ermäßigt wurde. Immer wieder Motorradunfälle Uebt mehr Verkehrsdisziplin! Brügge. Die Motorradunfälle scheinen in der hiesigen Gegend trotz der Verkehrserziehungswoche an der Tagesordnung zu sein. Ein Unfall reiht sich an den anderen. Am Ausgang unseres Ortes wurde der verheiratetr 60 Juhrr allte Kurl Schmidt aus Schlade, der schwerhörig ist und die Provinzialstraße überqueren wollte, von einem Motorradfahrer aus Lüdenscheid angefahren und überfahren. Der nachfolgende Motorradfahrer, der nicht genügend ausweichen konnte, riß dem am Boden Liegenden mit der Fußraspe die Kopfhaut auf. Die Fußraspe wurde dabei abgerissen. Der Schwerverletzte, der außerdem noch einen doppelten Unterschenkelbruch und einen Schlüsselbeinbruch davontrug, wurde sofort dem Lüdenscheider Krankenhaus zugeführt. Nachts fuhr ein Motorradfahrer aus Lüdenscheid in der Elspe gegen einen Baum. In schwerverletztem Zustande wurde der Fahrer in das Krankenhaus geschafft. Lüdenscheid.(40 Jahre im Schuldienst.) Dieses nicht alltägliche Jubiläum beging in diesen Tagen der Rektor der katholischen Schule, Theodor Mönnighoff. Dem verdienten Schulmanne wurden mancherlei Ehrungen zuteil. Nahezu 30 Jahre wirkt Rektor M. bereits als Erzieher der hiesigen Jugend, nachdem er vorher in der Provinz Posen, in Stockum bei Arnsberg und in Grumme bei Bochum tätig war. Adolf Weber. Dortmund. Verantwortlich für das Sauerland: Sauerländische Hammerwerke Tradition des Handwerks Auf uralte Hammerschmieden und Drahtrollen stößt der Wanderer, der die Täler der Flüsse des Sauerlandes durchwandert. Mitten im Wald, an Bergflüßchen mit großem Gefälle, liegen sie ver steckt. Das ist der Sitz der im Mittelalter bis nach England, Spanien, Schweden und Rußland berühmten sauerländischen Hammerschmieden. Der Ackerbau im Sauerland ist mühsam und schwer. Der Sauerländer entdeckte aber schon recht früh, daß seine Berge eine Gesteinsart enthielten, die, geschmolzen, zu Waffen und Werkzeugen, sowie zu sonstigen Bedarfsgegenständen verarbeitet werden konnte. Die Schmieden, in denen man das gewonnene Eisen verarbeitete, nannte man Iserschmitten. Um Schmied und Schmiedeplatz rankte bald die Sage ihre üppigen Blätter. Schwerter, treu und kostbar in der Hand der Helden, entstanden in dunklen Schmiedehöhlen. In der bekannten großen alver Höhle soll unter Leitung des Schmiedes Regin Siegfried seinen Balmung geschmiedet haben. Schon früh machten sich die Schmiede die Wasserkraft der Gebirgsbäche nutzbar. Das Wasser mußte die Kraft des Menschen verstärken. Schwere Wasserräder setzten einen dicken eichenen Balken in Bewegung, an dessen oberstem Ende ein wuchtiges Eisenstück befestigt war. Ursprünglich waren die Iserschmitten trag= oder fahrbar; sie konnten daher leicht an jeder Stelle aufgeschlagen werden. Der Schmied der Frühzeit versah sein Gewerbe im Wandern, so ähnlich wie es heute noch die Kesselflicker tun. Der Blasebalg war an der Karre befestigt und wurde mit dem Fuß ge treten. Das gewöhnlich an Ort und Stelle gewon nene Eisen wurde mit der Hand geschmiedet. Diese Iserschmitten hielten sich so lange, bis die Ausnutzung der Wasserkraft einsetzte. Mit der Entstehung größerer Siedlungen wurden auch die Schmiede seßhaft. Die Lupenfeuer wurden zu Stück= und Hochöfen; der einfache Handbetrieb, das Hämmern, wurde durch die Wasserhämmer abgelöst, die bei den Schmelzhütten angebaut wurden. Die regierenden Herren der Mark hatten frühzeitig großes Verständnis für die Bedeutung dieses wichtigen Industriezweiges. Sie förderten ihn durch große Privilegien, sorgten für eine kluge Reglementierung und legten vor allem Wert auf Seßhaftigkeit des Hammerschmiedegewerbes. Sie erließen sogar Verordnungen, durch die Löhne und Preise geregelt wurden. Es ist noch eine Verordnung vom Jahre 1608 vorhanden, in der es heißt, daß der Schmiedelohn für eine Altenaer Karre zu 135 Pfund für den Schmied zwei Reichstaler 80 Stüber und für den Hammerzieher oder Knecht zu 4 Kopfstücken berechnet sein soll. Bis zum Jahre 1768 blieb diese Verordnung in Kraft. Die Besitzer der Iserschmitten und Drahtrollen, sowie die selbständigen Schmiede und Drahtzieher, nannte man Reidemeister. Der Ursprung dieser Bezeichnung ist dunkel. Es waren selbstbewußte, stolze Kerle, diese Reidemeister, ein Geschlecht, das Tod und Teufel nicht fürchtete und von dem der Volksmund sagte:„Ein Reimester singet in de Kiärke nit selver, hai hiät dotau sine Lüe“. Oft waren Reidemeister Besitzer einer großen Anzahl Mönch bei der Drahtfabrikation um 1300 Hämmer. So hatte z. B. die Reidemeisterfamilie Brüninghaus(Stahlwerke Brüninghaus=Werdohl) bereits ausgangs des siebzehnten Jahrhunderts 30 Hämmer in ihrer Hand vereinigt. Das berühmte sauerländische Eisen wurde außer zu landwirtschaftlichen Werkzeugen, fast ausschließlich zur Stab= und Dratfabrikation verwandt. Im Jahre 1252 werden in Zollurkunden in Brügge(Belgien) schon Sensen erwähnt, die im märkischen Sauerland hergestellt wurden. In der alten Kirche in Werdohl befand sich ein kunstvoll geschmiedetes Eisengitter, welches das Chor von der Kirche abschloß und die Jahreszahl 1336 trug. Dieses Gitter war der Kirche von 2 Hammerschmieden, den Gebrüdern von Ludermert aus Werdohl, geschenkt worden. Außerdem wurde das sauerländische Eisen vielfach zur Herstellung von Panzern, Schwertern und Speeren verwandt. Die Panzerfabrikation in Iserlohn ist bereits um das Jahr 1000 berühmt. Nach Schriftstücken bestand dort eine Panzerschmiedezunft, welche im Jahre 1443 schon uralt genannt wurde. Die alten Hammerschmiede betrieben eine weitsichtige Wirtschaftspolitik. Ihnen lag viel weniger an Kapitalanhäufung als an der sogenannten gesicherten Nahrung und an der Fabrikation einer guten Ware. Sie kannten auch ohne Statistiken und Weltwirtschaftskonferenzen den Unsegen der Ueberproduktion, welche Absatz und Preise wie ein Sturmwind durcheinanderwirbelt. Deshalb bestimmten sie schon früh, daß die Hämmer mindestens 4 Monate im Jahr stilliegen mußten. Das war gewöhnlich zu der Zeit, wo sich die Arbeit in der Landwirtschaft drängte. Außerdem wurde an jeden Hammer nur ein bestimmtes Quantum Holzkohle geliefert. Im Jahre 1755 wurde ein besonderer Plan vereinbart, nach welchem jeder Hammer nur ein bestimmtes Quantum Eisen verarbeiten durfte. Aber alle diesen guten und trefflichen Maßnahmen brachen zusammen, als der ungehemmte Orkan des liberalistisch=kapitalistischen Denkens und Wirtschaftens Gesicht und Wesen einer Epoche veränderten. Erst unseren Tagen und unserem Staat ist es vorbehalten geblieben, anknüpfend an das gute Alte, Arbeit und Arbeitsmenschen neue, höhere Aufgaben zu stellen. Drahtzug um 1500 ## en Nr. 179 3. Blatt Westfälische Landeszeitung- Rote Erde Mittwoch, den 4. Juli 1934 sen auf fern die r undersann die ende Ar9A.) erIhrenmal latz fingroßen ing enthere Erünzuges, i Grünrücke sich iten am rden bis einer ner BeKonaten ngnis in der gswoche ill reiht Ortes " Kür: ist und einem en und ter, der em am opfhaut n. Der einen d einen rt dem Lüdenm. e der enst.) diesen Lheodor wurJahre iesigen Posen, sie bei ist es ; g u t e teue. Westfälisches Volkstum Tagut; der Westdeutschen Gesellschaft für Jamilienkunde in Soest und Münster Münster. Ort der diesjährigen Sommertagung der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, die ihren Sitz in Köln hat und nach Auflösung der Westfälischen Gesellschaft für Familienkunde auch den Räum Westfalen mitumfaßt, waren die beiden westfälischen Städte Soest und Münster. Senator Dr. Schwartz, Soest, hielt eine Führung durch die herrliche alte westfälische Hansestadt Soest ab. Das Burghofmuseum, die berühmte Aldegrever=Sammlung und nicht zuletzt Soests Kirchen wurden als Hauptsehenswürdigkeiten besichtigt. Staatsarchivdirektor Dr. Meyer, Münster, führte die Mitglieder der Gesellschaft sowie die Tagungsteilnehmer durch die Familienkundliche Ausstellung im westfälischen Landesmuseum in Münster. Eine Sitzung im Festsaal des Schlosses zu Münster bildete den eigentlichen Beginn der Sommertagung, die der Vorsitzende, Archivdirektor Dr. Huyskens, Aachen, eröffnete. Einen fesselnden Lichtbildervortrag über münsterländische Wasserburgen und Wasserschlösser hielt Professor Dr. Grimme, Aachen, ein Sohn des bekannten sauerländischen Dichters Friedrich Wilhelm Grimme. Er gab ein anschauliches Bild ritterlichen und adeligen Lebens auf den alten Burgen, schilderte ihre baulichen Eigenarten (Pictorius, Schlaun) und wies dabei auch auf manche weniger bekannte Einzelheiten hin. Den ersten Vortrag der wissenschaftlichen Sitzung im alten münsterschen Rathaus hielt Privatdozent Dr. v. Klocke über„Westfälisches Volk und westfälische Geschlechter von Widukind bis heute". Der Redner ging in Anlehnung an Ernst Kriecks Forschungen auf die Bedeutung der Ahnenforschung für eine Richtigstellung eines vielfach verwässert gesehenen Geschichtsbildes ein. Bereits in Vor= und Frühgeschichte seien die Kräfte rassischer Artungen als Geschichtsbildner spürbar. Nordische Tatkraft und westfälische Zähigkeit haben die Geschichte Westfalens bestimmt. Armin und Widukind sind zwei Repräsentanten dieser Erbmasse, die auch durch das Christentum nicht wesentlich umgestaltet wurde. Keltische Einflüsse haben sich nur wenig im Westfalentum breit machen können. Die obengenannten rassischen Eigenschaften des Westfalen machten sich— wie Dr. v. Klocke ausführte— auch zurzeit der westfälischen Ostkolonisation geltend. Doch müsse man hier betonen, daß für den Westfalen stets die stammverwandte Scholle als Mittelpunkt seines Seins anzusehen sei. Bis ins 18. Jahrhundert hinein ist das westfälische Volkstum bodenverhaftet geblieben. Die westfälische Bauernfamilie hatte Staatsarchivrat Dr. Pfeiffer zum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung gemacht. Er wies hier Wege zu einer umfassenden Familienforschung, die nicht nur von genealogischen Gesichtspunkten ausgehen dürfe, sondern rechts=, kulturund wirtschaftsgeschichtliche Momente miteinbeziehen müsse. Mit einer Führung durch den Dom zu Münster unter Leitung von Museumsdirektor Prof. Dr. Heisberg, Münster, und einer Besichtigung westfälischer Wasserburgen am Nachmittag(u. a. Hülshoff, der Geburtsort der Dichterin Annette von Droste) wurde die diesjährige Sommertagung der Westdeutschen Gesellschaft beschlossen. Deutsche Arbeitsfront Westfalen Anordnung des Bezirkswalters Johlitz Essen. Um allen Irrtümern vorzubengen, er läßt der Bezirkswalter Nordwest der Deutschen Ar beitsfront, Pg. Johlitz, folgende Anordnung: Alle mündlichen Vereinbarungen und Absprechun gen mit dem ehemaligen Bezirkswalter Nagel, sei es in organisatorischer oder wirtschaftlicher Hinsicht, haben keine Gültigkeit. Alle Vereinbarungen in obengenannter Art, die durch schriftliche Bestätigung des ehemaligen Bezirkswalters Gültigkeit haben, werden von dieser Anordnung nicht betroffen. Sollten jedoch bei Prüfung dieser Vereinbarungen diese dem nationalsozialistischen Geiste, also dem Willen unseres Führers zuwiderlaufen, werde ich den einzelnen Beteiligten Nachricht zukommen lassen. Schließung einer Kartoffelgroßhandlung Wegen Forderung ungerechtfertigter Preise Düsseldorf. Der Regierungspräsident in Düsseldorf hat Anweisung zur Schließung einer Kartoffelgroßhandlung gegeben, weil ungerechtfertigte Preise gefordert wurden. Es ist strengste Anweisung an die Polizeiverwaltungen ergangen, die Preisgestaltung am Kartoffelmarkt zu überwachen und im Falle der Uebertretung der Anordnungen des Regierungspräsidenten schärfstens zuzufassen. 8300 Volksgenossen fuhren in Ferien Die Urlauberfahrten der Ré=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ Westfalen=Nord hat inzwischen Essen. In welch segensreicher Weise sich die Arbeit der NS.=wemeinschaft„Kraft durch Freude“ auswirkt, dafür legt eine Kostprobe aus dem Arbeitsprogramm für Westfalen=Nord Zeugnis ab. Zugrundegelegt sei die Zeit von Mitte Mai bis zum 24. Juni. So wurden aus dem Gaugebiet insgesamt 1200 Arbeiter zur Nordsee=Insel Noroerney zu einem Erholungsurlaub befördert. 130 Arbeitskameraden nahmen an einer großen Englandfahrt teil. Erinnert sei ferner an die wunderschöne Weserbergfahrt. an der 250 Kameraden teilnahmen. Der Zug, der im Juni nach dem schönen Nordseebad Borkum abdampfte, hatte 1300 Teilnehmer gefunden. Damit nicht genug. Die Zahl der an die Säuberungsarbeiten im Rhein=Hernekanal Taucher bei der Arbeit Beseitigung von gefährlichen Untiefen Herne. In dem Kanalbett des Rhein=HerneKanals auf der Strecke Wanne=Eickel bis zur Schleuse 7 in Herne werden zur Zeit interessante Säuberungsarbeiten ausgeführt. Mit der Zeit haben sich im Kanalbett, insbesondere an den Schleusenbauten, große Schlammassen aufgeschichtet, die geeignet sind, bei der geringen Wassertiefe des Kanals die Schiffahrt zu gefährden. Von zwei großen Baggern, zehn Schleppern werden hervorgeholt und in Schiffifft. Außer Baggerarbeiten werim Kanalbett ausgeführt. Diese ernung der aus Beton und Mauerrichteten sogenannten Haltepflöcke, die di„ enahlpflöcke ersetzt werden. Taucher bohren mittels einer Spezialbohrmaschine die Betonpflöcke an und setzen in die entstandenen Löcher Dynamitpatronen, die gegen Wasserdruck isoliert sind, ein, die dann von einem entfernt liegenden Motorschiff zur Entladung gebracht werden. Diese Unterwasserarbeiten verursachen heftige Detonationen, durch die gewaltige Betonmassen emporgeschleudert werden. Zugleich erheben sich aus dem Kanalbett haushohe Wassersäulen. Diesem grandiosen Schauspiel sehen täglich große Menschenscharen zu. Beileid Dr. Ley's Das Grubenunglück auf der Zeche„Concordia“ Essen. In Anbetracht des am 30. Jumi erfolgten Grubenunglücks auf der Zeche„Concordia“ in Oberhausen, wodurch drei Bergleute getötet und fünf schwer verletzt wurden, hatten sämtliche Dienststellen der RSBO. sowie der DAF. am Dienstag Halbmast geflaggt. Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Dr. Ley, sowie der Reichsobmann der NSBO., Pg. Walter Schuhmann, haben den Bezirkswalter der DAF., Bezirk Westfalen, Pg. Johlitz, MoR., beauftragt, den Angehörigen der Verunglückten ihr tiefempfundenes Beileid auszusprechen. Vor der Aufklärung der Oberhausener Schlagwetterexplosion Dortmund. Wie das Oberbergamt in Dortmund mitteilt, hat man zur Aufklärung der Schlagwetterexplosion auf der Zeche„Concor= dia IV/V“, bei der drei Bergleute den Tod fanden, eine Fahrt in den Unglücksschacht unternommen. Als Ursache wird die aufgefundene Wetterlampe eines Wettermannes, der bei der Explosion tödlich verunglückte, angesehen. Die Untersuchungen nehmen ihren Fortgang. Zum Gauamtsleiter der NSBO. Westfalen=Nord ernannt Münster. Der Gauleiter von Westfalen=Nord, Pg. Dr. Meyer, hat den Pg. Ferdi Schürmann, Münster, im Einvernehmen mit dem Reichsobmann der RSBO., Pg. Schuhmann, zum NSBO.=Gauamtsleiter für Westfalen=Nord ernannt. See gebrachten Arbeitskameraden die Zahl von 3000 überschritten. Neben diesen Maßnahmen liefen noch die so begehrenswerten Wochenendfahrten zu bedeutend ermäßigten Preisen. Die vor acht Tagen nach Berlin durchgeführte Wochenendfahrt erfreute sich eines besonders regen Zuspruchs, zumal die Wochenendler Gelegenheit hatten, gleichzeitig auch dem Fußballspiel um die Deutsche Meisterschaft beizuwohnen. Erinnert sei aber auch an die kostenlose Unterbringung von Urlaubern in Bielefeld beziehungsweise Münster. Die vorstehenden Fahrten geben nur einen bescheidenen Auszug aus den durchgeführten Vorkehrungen wieder. Man wird zu berücksichtigen haben, daß auch die einzelnen Kreisstellen, es sind ihrer 32 im Gaugebiet, eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, die der Erholung und der Freude dienten. Zahlenmäßig ausgedrückt hat das Gauamt allein 5400 Volksgenossen zu Wochenendfahrten verholfen, während 2900 Arbeiter an der See Erholung suchen konnten. Der Mord an dem Landwirt Dierichs 500 Mark Belohnung für die Ermittlung des Mörders Wuppertal. Am Montag fand die Leichenöffnung des am 29. Juni in seinem Kuhstall überfallenen Landwirts Dierichs statt. Sie ergab, daß neben den schweren Kopfverletzungen verschiedene Rippenbrüche und ein Wirbelsäulenbruch den Tod herbeigeführt haben. Das Publikum wird unter Hinweis auf die vom Regierungspräsidenten in Düsseldorf ausgesetzte Belohnung im Betrage von 500 Mark nochmals zur Mitarbeit bei der Aufklärung des Verbrechens aufgefordert. Jede auch noch so unwesentlich erscheinende Mitteilung ist der Kriminalpolizei erwünscht. Die Deutsche Arbeitstront marschiert Großzügige Werbeaktion im Gau Westfalen-Süd Der 2. Mai 1933 ist ein historischer Tag in der deutschen Geschichte. An diesem Tage übernahm die NSBO. die Gewerkschaften aller Schattierungen. Traurig war das Erbe. Die vielen Verbände, die sich bis dahin einander bekämpft und befehdet hatten, standen vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Manche dunklen Geschäfte und Schiebungen hatten sich hinter den Kulissen in den Gewerkschaftsbüros abgespielt. Da galt es Hand anzulegen und auf den Trümmern Neues aufzubauen. Die Deutsche Arbeitsfront entstand. Hatten sich früher mehrere Verbände als die alleinigen Vertreter eines Berufsstandes aufgespielt, so war dieser widerliche Zwist beseitigt. Jede große Berufsgruppe wurde in einen Verband zusammengefaßt. Aus diesen Verbänden entstanden die Reichsbetriebsgemeinschaften. Das war die erste Entwicklungsstufe der Deutschen Arbeitsfront. Nunmehr setzt der nächste Abschnitt in der Aufwärtsentwicklung ein. Waren bislang die einzelnen Berufe rein mitgliedsmäßig getrennt zusammengefaßt und wurden sie, auch in weltanschaulicher Hinsicht getrennt betreut, so wird das in Zukunft anders sehn. Vorbild ist in dieser Hinsicht die NSDAP., die alle deutschen Menschen, ganz gleich welchen Standes, in Gaue, Ortsgruppen, Zellen und Blocks zusammenfaßt und so die deutsche Volksgemeinschaft bildet. Nach diesem Organisationsplan wird die Deutsche Arbeitsfront aufgebaut. Da marschieren der Bergmann und Mittelständler, der Hüttenmann und Handwerker in einer Front. Im Gau Westfalen-Süd ist dieser Entwicklungsgang schon soweit fortgeschritten, daß die Bezeichnungen NSBO. und NS.-Hazo hinter den Begriff„Die Deutsche Arbeitsfront“ zurücktreten, der alle eint. Und im Zeichen dieser unerschütterlichen Einheit steht die Propagandaaktion der Deutschen Arbeitsfront. Vom 1. bis 15. Juli werden im Gau Westfalen-Süd täglich Versammlungen abgehalten. die nicht Versammlungen der NS.-Hago, der NSBO. oder irgendeiner Reichsbetriebsgemeinschaft sind, sondern die über alle Stände und Schichten hinweg deutsche Menschen zusammenfassen werden, um so die Einheit der Millionen deutscher schaffender Menschen zum Aufbau und zur Gesundung des deutschen Volkes zu bekunden. Es soll mit dieser Versammlungswelle gezeigt werden, daß die Unterschiede' von einst beseitigt sind. Daß jenes, was zwischen den einzelnen Berufsgruppen stand, beseitigt ist, und daß das ganze deutsche Volk in der Deutschen Arbeitsfront wie ein Block zusammengeschmiedet ist und zusammenhält, komme was wolle. Gau-, Presse- und Propaganda-Amt der DAF. Westialen-Süd, an gemeinnützige Baugesellschaften Generalversammlung der deutschen Beamten=Versicherung: Münster. Die„Deutsche BeamtenVersicherung“ hielt in diesen Tagen die diesjährige Generalversammlung ihrer Mitglieder ab. Aus dem von der Versammlung genehmigten Geschäftsbericht entnehmen wir, daß es gelungen ist, die rückläufige Bewegung der vergangenen Jahre aufzuhalten. Besonders ist der vorzeitige Abgang erheblich zurückgegangen, und das Neugeschäft hat im besonderen gegen Ende des Jahres einen erfreulichen Aufschwung genommen, der sich im laufenden Jahre in verstärktem Maße fortgesetzt hat. Der Neuzugang ist von 1932 zu 1933 von 40,9 auf 44.6 Millionen Mark gestiegen, während der irreguläre Abgang durch Rückkauf, Verfall, Verzicht und Herabsetzung von 61 auf 35 Millionen Mark zurückgegangen ist. Der Gesamtbestand hat sich von 726 auf 729 Millionen Mark gehoben. Dabei ist zu berücksichtigen, daß in diesen Bestandzahlen der Bestand an Aufwertungsversicherungen enthalten ist, der von 25.5 auf 22.3 Millionen Mark Frauenart, Frauentum und Frauenwesen e Gautagung der RS.-Frauenschaft Westfalen=Süd in Bochum Frauenwirken im nationalsozialistischen Staat Bochum. Aus allen Teilen des Gaues Westfalen=Süd, besonders auch aus dem entfernten Siegerland sowie aus dem schönen Sauerland waren am Dienstag die Amtswalterinnen und Mitglieder der NS.=Frauenschaft nach Bochum gekommen. Sie versammelten sich zu ihrer ersten Gautagung und zweitens nahmen sie Gelegenheit, in Verbindung damit die„Braune Messe— Deutsche Woche“, die zurzeit in Bochum abgehalten wird und das größte Interesse weiter Kreise auch außerhalb Bochums findet, zu besuchen. Schon gegen 9 Uhr trafen die ersten Autobusse mit den erwartungsvollen Gästen auf dem Ausstellungsgelände ein, wo sich im Verlauf der Morgenstunden ein äußerst reger Betrieb entwickelte. Gegen Mittag beherrschte die Hausfrau das Feld auf der Messe, die sich ja auch in erster Linie an sie, die maßgebende Einkäuferin und Verwalterin des deutschen Volksvermögens Westfälische Wasserstraßen Neue Schleuse des Wesel-Dattelnkanals bei Datteln, kurz vor dem Zusammenfluß mit dem Dortmund-Emskanal mit der Mahnung, deutsche Waren in deutschen Qualitätsgeschäften zu kaufen, wendet. Eingehend gewürdigt wurden aber nicht nur die reinen Verkaufsstände der Messe, sondern gerade die Frauen vom Lande brachten der umfangreichen ersten Ausstellung der NS.=Frauenschaften größte Aufmerksamkeit und Anerkennung in allen ihren Gliederungen:„Familienforschung und Familienpflege",„Frauenfragen“,„Zweckmäßige Kleidung",„Mutters stille Freuden“,„Frauenschrifttum" und„Deutsche Frauenkultur" entgegen. So war den westfälischen Frauen Gelegenheit gegeben, in realer Darstellung sich mit den für deutsche Art und Sitte werbenden Zielen der RS.=Frauenschaft bekanntzumachen. Besonders den Amtswalterinnen vermittelte die hervorragende Schau wertvolle Anregungen für ihre Frauenschaftsabende. Vertieft wurden diese Eindrücke am Nachmittag bei der Gautagung im Parkhaus Schon lange vor Beginn um 15 Uhr waren die Festsäle des Parkhauses überfüllt. Viele Frauen nahmen auf der geräumigen Terrasse Platz. Bei dem herrlichen Sommerwetter war der Aufenthalt dort angenehm und zwei Lautsprecher sorgten hier für die Uebertragung der Rede. Ein Musiktrio der Vereingung zur Pflege alter Haus= und Kammermusik leitete die Tagung ein. Sodann begrüßte die Kreisfrauenschaftsleiterin, Frau Bruckner, die zum ersten Male in der Gaustadt Bochum versammelten Frauen. Sie legte dar, daß es innerhalb der Ausstellung auch gelte, unter Beweis zu stellen, daß die Frauenschaften keine sogenannten„Srickstrumpforganisationen“ sind, sondern daß sie den Führer in seiner Arbeit zu unterstützen gewillt sind und zu ihrem Teil mithelfen wollten, Deutschland neu aufzubauen. Stehend gedachte man dann unter den Klängen des Liedes„Ich hatt' einen Kameraden" der Mütter, die ihr Heiligstes für Deutschland gaben. Stürmisch begrüßt trat dann die Gauschulungsleiterin Frau Becker, Gerthe, vor die Vertreterinnen des Gaues, denen sie in einer von recht nationalsozialistischem Frauengeist beseelten Rede das erstrebte Frauenwirken im neuen Reich vor Augen führte. Frauenart, Frauentum und Frauenwesen tun kund, daß ein Volk in den Urgründen des Lebens eng verbunden ist. Diese Urgründe des Lebens sind Gotr, Natur, Familie, Volk und Vaterland. Frauentum war in allen Zeiten die Wurzel und die Erfüllung des Lebens. Die Frau war Priesterin und Hüterin des Heiligsten und Mittlerin der starken Ewigkeitswerte. In der Frühgeschichte des germanischen Volkes war die Frau verantwortlich für Zucht und Sitte. Sie war die Unantastbare, die unwandelbar treu Haus und Hof verwaltete. Sie wurde aber im Mittelalter allmählich von Blut und Boden, Heimat und Vaterland entwurzelt und in der Zeit des Kapitalismus durch Frauenrechtlerinnen im üblen Sinne, die die Männerrechte auf die Frau übertragen wollten, vollkommen irregeleitet. Sie fiel aus der Freude an der Schönheit und der Kultur dem Kitsch anheim. Hier liegt der Unterschied Dirne. zwischen Frau und Darum, so führte Frau Becker aus, ist die deutsche Frauenschaft dem Nationalsozialismus dankbar, daß er eine Umwälzung hervorgerufen hat, die der Frauenwelt ihre hausfrauliche und mütterliche Berufung wieder nahebrachte. Aufgabe der deutschen Frau sei es nun, den deutschen Blutstrom gegen Ueberfremdung zu schützen und in seiner Reinheit zu erhalten. Es liege weiterhin an der deutschen Frau, ob unser Volk an den ungeborenen Kindern sterbe. Es müsse das Gefühl der Mütterlichkeit wieder geweckt werden, der heldische Geist der deutschen Frau, um nicht hinter den Müttern des Weltkrieges zurückzustehen. In diesem Sinne müsse die deutsche Frau auch ihre Kinder erziehen, in Liebe und Treue zum Vaterland. Natur und Heimat sind die Kräfte der Erneuerung des Volkes. Sie müssen in der Pflege des Gemeinschaftsgeistes zum tiefsten Erlebnis werden. Und aus dieser Erkenntnis heraus sollten alle deutschen Frauen die in der Ausstellung zum Ausdruck gebrachten Gedankengänge und Mahnungen, die über die deutsche Familiengemeinschaft zur Volksgemeinschaft führen sollen, beherzigen. Auf das Thema„Berufstätige Frau" überleitend, betonte die Rednerin, raß der nationalsozialistische Staat auch die Frau im Berufe brauche. Wir wollen keine politischen Frauen darstellen, verlangen aber von den Männern, daß sie überall dort die Mitarbeit der Frau fordern sollen, wo ihre Art eines Ausgleiches und einer Ergänzung bedarf. Nach dieser eindrucksvollen, mit lebhaftem Beifall ausgenommenen Rede sprach dann noch Frau Cosmann über„Deutsche Frauenkleidung". Die deutsche Frau solle sich nicht bloß nach der Mode, sondern vielmehr nach den Voraussetzungen der Arbeits= und Lebensweise richten und aues vermeiden, was lächerlich wirken könnte. Musikalische Darbietungen, sowie Volkstänze unterhielten die Frauen dann noch. Mit Eintritt der Dunkelheit reisten die auswärtigen Gäste wieder ab, und wir glauben, daß sie die besten Erinnerungen aus der Stadt der Kohle und des Eisens mit heimgenommen haben. zurückging. Der Zuwachs des Neugeschäfts beläuft sich demnach auf 6.9 Millionen Mark. Die Anstalt pflegt vor. allem das Kleinlebensgeschäft. Die durchschnittliche Versicherungssumme betrug in der Lebensversicherung, ohne Renten= und Kollektivversicherungen. 1468 Mark. Sie hat andererseits ihrem gemeinnützigen Charakter auch bei der Ausleihung der bei ihr angesammelten Kapitalien Rechnung getragen, indem sie zahlreiche kleine Hypotheken ausgeliehen hat; 396 größeren Hypotheken, über 50000 Mark, sind 341 an gemeinnützige Baugesellschaften vergeben worden. Für die Sicherheit der angelegten Hypotheken spricht die Tatsache, daß von dem Jahreszinssoll am, Jahresschluß nur ein kleiner Restbetrag von 3.55 Prozent rückständig war. Die Darlehen an öffentliche Körperschaften beliefen sich auf insgesamt 26.4 Millionen Mark. In der Aufwertungsabteilung wurden die Ermittlungen in den noch immer in großer Zahl vorhandenen ungeklärten Fällen mit Nachdruck fortgesetzt. Im vierten Vierteljahr ist auf alle aufgewerteten Versicherungen eine zusätzliche Ausschüttung erfolgt.= Ein Plan für eine zweite zusätzliche Ausschüttung liegt bereits der Aufsichtsbehörde vor. Inder Unfallversicherung wurde im Jahre 1933 eine neuer=Tarif eingeführt. Der Reinüberschuß beläuft sich auf 4.51 Millionen Mark. Davon werden abgeführt: an den Gründungsstock 0,10 Millionen Mark, an die Sicherheitsrücklage 0 24 Millionen Mark, an die Gewinnrücklage der Lebensversicherten 4,07 Millionen„Mark und an die Gefahrenrücklage der Unfallversicherten 0,09 Millionen Mark. Die in der Satzung verankerte besondere Zweckbestimmung der Anstalt, in erster Linie'der Selbsthilfe der deutschen Beamtenschaft und der Angehörigen der Wehrmacht zu dienen, bedingte in persönlicher und sachlscher Hinsicht eine enge Verbindunm der. Anstalt mit den durch die nationalsozialistische Revolution gegebenen Umwälzungen in der organisatorischen=Erfassung der deutschen Beamtenschaft.: :. Der Führer der deutschen Beamtenschaft, Pg. Neuf, ist in den Verwaltungsrat der Anstalt eingetreten; die Leitung der Anstalt ist in die Hände des Abteilungsleiters im Amt für Beamte der obersten Leitung der PO., Ministerialrat Dr. Witte, als Generaldirektor übergegangen. Zum 2. Direktor wurde das vieljährige Mitglied des Verwaltungsrates, der Leiter der Reichsfachgruppe „Steuer", Steueramtmann Ferdinand Potzel, gewählt. Die traditionelle Verbindung der Anstalt mit der Armee ist dadurch neu belebt worden, daß durch Verordnung des Reichswehrministers alle vom 1. August 1933 ab zum Offizier usw. beförderten Soldaten der Wehrmacht zum Abschluß einer Lebensversicherung von 1000 Mark bei der Deutschen Beamten=Versicherung verpflichtet worden sind. Im Jahre 1934 hat sich das Lebensgeschäft kräftig weiterentwickelt. Um die neu übernommenen Aufgaben bewältigen zu können, ist die Zahl der beschäftigten Arbeitskräfte erheblich erhöht worden, so daß die Anstalt nicht unwesentlich zur Entlastung des Arbeitsmarktes beigetragen hat. S EEE Hinter der zur mittleren Ostsee abgewanderten Störung hält der Zustrom kälterer Meeresluft an. Ueber Mitteleuropa wird daher noch vielfach stär kere Bewölkung mit vereinzelten Niederschlägen verursacht. Das vom Westen nachflutende umfang reiche Hochdruckgebiet wird südlich von Island von einer neuen Störung angegriffen, die aber vorläufig an Kraft nachgelassen hat. Daher ist mit etwas anhaltender Beruhigung zu rechnen. Vorhersage für Mittwoch: Abflauende Winde aus südwestlichen Richtungen, nachlassende Bewölkung, nur noch vereinzelte Regenschauer; wärmer. Vorhersage für Donnerstag: Schwache, veränderliche Wind wolkig bis heiter; warm. Schmidt im Westen Aufbau und Aufgaben des deutschen Handwerks Düsseldorf. Das Handwerk des Handwerks kammerbezirks Düsseldorf hatte am Montagabend zu einer Kundgebung aufgerufen, die in den bis auf den letzten Platz besetzten beiden Sälen der Städtischen Tonhalle stattfand. Es sprach der Reichshandwerksführer. Pg. W. Schmidt, der u. a. ausführte: Alle deutschen Volksgenossen, so betonte er, nicht nur Meister, Gesellen und Lehrlinge, sollen die Ueberzeugung haben, daß der Führer immer wieder und wieder nur Deutschland im Auge hat. Am Anfang seiner Arbeit, Tag für Tag, stehen die Worte:„Für Freiheit und für Brot!“ und diese Worte stehen auch am Ende des Kampfes. Wenn man die Handwerksgeschichte sieht und betrachtet, kann man nur sagen, daß dieses Ziel nur in engster Anlehnung an die Arbeit des Führers erreicht werden kann. Jene marxistische Plantheorie konnte nie diesem höchsten aller Ziele nahe kommen. Politik ist das Primäre, die Voraussetzung auch einer gesunden Wirtschaft. Arbeit und Mühe wird uns gewiß nicht erspart bleiben, aber am Ende steht eine klare Zielsetzung, aus der das deutsche Handwerk neugeboren hervorgehen wird. Auf die Leistung kommt es heute an! Aus der Volksgemeinschaft muß die Wirtschaftsgemeinschaft geboren werden. Aus ihr folgert die Betriebsgemeinschaft ganz von selbst. Der Aufbau des deutschen Handwerks ist ohne gesunden Mittelstand nicht zu denken. Aus dem deutschen Handwerk soll in Zukunft eine Wirtschaftskompagnie des Führers werden, ein Meilenstein zum Enderfolg. Und wenn der Führer uns Handwerker anerkannt hat, dann muß auch das deutsche Volk uns anerkennen. Zwei Ordnungen müssen helfen, das deutsche Handwerk zum Erfolge zu führen. Die erste Ordnung, die wir bereits haben, befaßt sich mit dem Aufbau der Organisation, die zweite Ordnung, die noch kommen wird, wird die Führerfrage nach dem Führerprinzip regeln. Ein Ziel darf uns alle, die wir im Handwerk stehen, nur beseelen: Das deutsche Volk und das deutsche Handwerk! Tagung des Naturhistorischen Vereins der preußischen Rheinlande und Westfalens Der Naturhistorische Verein der preußischen Rheinlande und Westfalens, der auf ein 90jähriges Bestehen zurückblicken kann, hielt in Bonn seine Hauptversammlung ab, die mit einem Bericht des Geschäftsführers Prof. Dr. Zepp eingeleitet wurde. Prof. Dr. Zepp betonte, daß sehr viele Nichtakademiker in den letzten Jahren dem Verein beigetreten sind, und daß auch bulgarische, belgische und polnische Vereine Beziehungen zu der Gesellschaft ausgenommen haben. In einer weiteren Sitzung hielten die Bonner Professoren Dr. Reichensperger(Zoologie), Dr. Richter(Geologie) und Dr. Fitting(Botaniker) Vorträge über die neuesten Forschungen in ihren Fachgebieten. In der Festsitzung gab Prof. Zepp einen Rückblick über die Entwicklung des Vereins, der in Aachen gegründet wurde und seit 1853 seinen Sitz in Bonn hat. Der Vertreter des Landeshauptmanns, Dr. Apfelstedt, gab bekannt, daß der Landeshauptmann zum Ausbau der großen Bibliothek des Vereins 2500 Mk. bereitgestellt habe. Glückwünsche überbrachten u. a. ein Vertreter der Stadt Bonn, der Universität und der Geologischen Landesanstalt in Berlin.— Zum Schluß der Tagung hielt Prof. Riede, Bonn, einen Vortrag über Gegenwartsfragen und Vererbungsforschung. dem aus Rheinland und aus Sachsen Verlustmeldungen von wertvollen Reisebrieftauben eingetroffen waren und Brieftaubenliebhaber in der Porta ihren Brieftaubenbestand in auffallendem Maße vergrößert hatten, nahm die Polizei eine Durchsuchung der Brieftaubenschläge in den Hüttenhäusern vor. Dabei wurden 21 fremde Brieftauben beschlagnahmt. Ein„Spezialist“ hatte nicht weniger als 19 fremde Tiere in seinem Schlage. Die Tiere haben vermutlich auf einem Deutschlandfluge an der Porta gerastet und sind abgefangen worden. Gefängnis für einen wilderer Waffen und Munition eingezogen Iburg. Unter der Anklage des Wilderns stand ein gewisser K. aus Sentruv bei Iburg vor Gericht. Er wurde beschuldigt, in den Jahren 1933 und 1934 auch während der gesetzlichen Schonzeit gewildert zu haben. Er gab zu, seit einem Jahre fortgesetzt auf dem Freden bei Iburg in der Staatlichen Försterei Freudenthal auf Rehwild Jagd gemacht zu haben. Hierbei will er fünf Rehe, wovon eins tragend war, erlegt haben und zwar teils mit einem Jagdgewehr Kaliber 16, einem sogenannten Wilddiebgewehr, teils mit einer 6=Millimeter=Kleinkaliberbüchse mit 22 Millimeter langen Kugelpatronen. Auf Antrag des Amtsanwalts erhielt er eine Gefängnisstrafe von zusammen 4 Monaten und 2 Wochen. Außerdem wurden die Gewehre nebst Munition eingezogen. U He Eitan KEEEE Heimatspiele 1934 Fünf Festtage im Juli und August7 Volksliedertag am 29. Juli Brieftaubenfalle an der Porta Gewissenlose Verbrecher Minden. Einem eigenartigen Verbrechen kam die Gendarmerie in der Porta auf die Spur. NachSchwalenberg. Das malerische lippische Städt chen Schwalenberg rüstet für die Schwalenberger Heimatspiele, die, von Pausen unterbrochen, seit mehreren Jahrzehnten mit von Jahr zu Jahr steigendem Erfolg stattfinden. Die Schwalenberger Festspiele 1934 werden von der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" durchgeführt. Die bedeutsamste Neuerung gegen früher ist, daß das Heimatstück„Schwalenberg“ statt im Theatersaal heute erstmalig als Freilichtaufführung auf dem historischen Marktplatz und auf dem landschaftlich herrlich gelegenen Adolf=Hitler= Platz am Dohlenberge stattfinden. Auch wurden Text und Inhalt des Spieles einer Umarbeitung unterzogen, die der Verfasser, Studiendirektor Dr. Lohmeier, vornahm. Als Spieltage sind der 22. und 29. Juli und der 5., 12. und 13. August bestimmt worden. Eine besondere Ausgestaltung erfährt das Schwalenberger Volks= und Heimatfest am 29. Juli. Der Tag steht unter dem Motto: Das deutsche Volk singt wieder. Ueberall auf den Straßen und Plätzen sollen Volkslieder erklingen. Verschiedene Sängergruppen des Lippischen Sängerbundes werden an die, sem Sonntag zur Feststadt kommen und den Kern des großen Gemeinschaftssingens bilden. Wir berichteten schon, daß während der Festspieltage die ganze Schwalenberger Bevölkerung in alter Tracht gehen und ausschließlich das lippische Platt sprechen soll. Weiter wird eine Ausstellung der guten alten Handwerkskünste vorbereitet. Die Sterkrader Bluttat gesühnt Fünf Jahre Gefängnis für den Täter Duisburg. Das Schwurgericht Duisburg befaßte sich in seiner zweiten Sitzung mit der Bluttat, die sich am 8. August v. J. morgens 3 Uhr in der Sandbergstraße zu Oberhausen=Sterkrade zu getragen hatte. Dort hatte in jener Nacht der Maurer Wilhelm Breuker sein Leben lassen müssen. Als Täter wurde wenige Tage später der 24jährige Otto Kaldewey aus Oberhausen ermittelt, der sich jetzt vor den Geschworenen zu verantworten hatte. Die Beweisaufnahme ergab kein klares Bild von den Vorgängen dieser Nacht. Man war zum großen Teil auf die Aussagen des Angeklagten angewiesen, die von denen der Augen zeugen wesentlich abwichen. Kaldewey will nach einem gemeinsamen Spaziergange, bei dem man auch auf die Politik zu sprechen gekommen sei, von Breuker bedroht worden sein und von diesem einen Faustschlag aufs Auge erhalten habe. Als Breuker zum zweitenmal auf ihn hätte eindringen wollen. habe er die angeblich nichtfunktionierende Waffe gezogen. Breuker habe sich auf ihn losstürzen wollen, als die Waffe unversehens losgegangen sei. Dann habe er der indes hinzugekommenen Mutter noch zugerufen, daß er einen Arzt holen und sich der Polizei stellen wolle. Am 13. August kam die Polizei seinem„Wunsche" zuvor und verhaftete ihn. Das Gericht betonte, daß von Notwehr nicht die Rede sein könne und verurteilte den Angeklagten, dem Antrage des Staatsanwalts gemäß, wegen vorsätzlicher Tötung zu 5 Jahren Gefängnis wobei es ihm noch seine Jugend und seine Gereiztheit zugute hielt. Fahrlässige Tötung Leichtsinniges Hantieren mit einer Pistole Köln. Ein bedauerlicher Vorfall ereignete sich in einem Hause an der Venloer Straße, wo sich drei Männer zu einem Bierabend zusammengefunden hatten. Im Laufe der Unterhaltung, die durch den Biergenuß erheblich angeregt war, hat einer der Leute beim Hantieren mit einer Pistole seinen Kollegen durch einen Herzschuß getötet. „Herrgottsvögel aus dem Naradies“ Volkskundliches von der Biene und vom Honig Die Bienenzucht ist heute organisch dem Nähr stande angegliedert. Damit ist ihr wieder der Platz eingeräumt, den sie schon in früheren Zeiten einnahm. Damals gab es kaum eine Bauern stätte ohne Bienenstand. Der Honig ersetzte bei nahe die Hausapotheke, und die Bienen halfen den Obst= und Samenertrag sicherzustellen. Die Bienenzucht ist in deutschen und überhaupt in germanischen Landen sehr alt. Bestimmte Nach weise reichen bis ins 4. Jahrhundert v. Chr zurück, wie auch die Namen„Biene",„Imme“ „Drohne",„Wabe“ echt germanischen Ur sprungs sind. Honig, Met und Wachs finden schon früh Verwendung. Das wohlgeordnete Leben der Bienen, ihre mustergültige„staatliche“ Organisation und ihr nutzbringender Fleiß führten zu dem Glauben, daß sie mit höheren, übernatürlichen Eigenschaften be gabt seien. Nach der Legende ist die Biene das einzige Lebewesen der Schöpfung, das unverwan delt aus dem Paradiese übriggeblieben ist. In manchen Gegenden heißen die Immen auch Herrgotts= oder Marienvögel. Sie werden mit beson derer Ehrfurcht behandelt. Hinzu kommt, daß sie der Kirche das Wachs für die geweihten Kerzen liefern. Wer nach Bienen schlägt oder sie gar tötet, beging nach früherer Anschauung ein tod würdiges Verbrechen. Im Lande Lauenvura kannte man im 17. Jahrhundert, ein Bienenzüchter=Recht, das Bienenfrevler mit überaus harten Strafen bedrohte. Die Bienenstöcke waren damals in den Wäldern in abgestandenen Bäumen angelegt. Ein Artikel des Bienenzüchter=Rechtes lautet„Wer eigenwillig fremde Bienen besteiget, oder heimlich bestiehlt, soll ohne einige Gnade mit dem Galgen bestraft werden". Auch der Bienenzüchter selbst konnte mit seinen Bienen nicht machen, was er wollte, denn„Wer entweder seine eigene oder fremde Bienen aus der Büthen(Bienenstock) ganz ausnimmt, der soll ohne einige Gnade dem Henker überantwortzt werden, welcher ihm alles sein Gedärme und Eingeweide umb die bestohlene Fichte herumwinden, und ihn hernach an eben selbiger erhenken soll" Es ist nicht verwunderlich, daß sich der Volksglaube in starkem Maße mit dem seltsamen Leben der Bienen beschäftigt hat und ihnen die verschie densten Eigenschaften andichtete. So heißt es, die Bienen könnten zwischen guten und bösen Menschen unterscheiden. Trinker, streitsüchtige Personen und besonders leichtsinnige Frauen werden von ihnen gerne gestochen, während gute Menschen verschont bleiben. Bei geizigen Menschen und bei unfriedlichen Familien bleiben die Bienen nicht lange, sie fliegen fort oder gehen ein. Beim Kauf von Bienen darf nicht betrogen oder gefeilscht werden; wer Bienen stiehlt, hat Unglück und kann auch im Tode noch keine Ruhe finden. Ganz seltsam ist der Glaube an die tieferen Beziehungen, die zwischen Bienenvolk und Bienenvater bestehen sollen. Die Bienen, so heißt es zum Beispiel, merken den bevorstehenden Tod des Imkers, des Bienenvaters; sie kommen vors Fenster geflogen und nehmen mit jammernden Tönen Abchied. Ist der Imker gestorben, dann müssen die Bienen sofort Nachricht erhalten. Die Bienenstöcke werden gerüttelt und man sagt den Insassen die Trauerbotschaft an. Vielfach befürchtet man, daß die Bienen dem Bienenvater bald nachsterben. Deshalb bittet man: „Imme, Imme, dein Herr ist tot; Nun bleib bei mir in meiner Not.“ Beim Begräbnis des Imkers müssen die Bienenkörbe herumgedreht werden, wenn die Leiche zum Hause hinausgetragen wird; auch schmückte man die Körbe mit Trauerflor.— Doch auch an frohen Familienereignissen nahmen die Bienen Anteil. So wurden am Hochzeitstage die jungen Brautleute vor den Bienenstand geführt und man sprach dazu: Immen in, Immen ut— Hier is de junge Brut. Immen um, Immen an— Hier is de junge Mann: Immekes verloat se nitt, Wenn se nu mal Kinner kritt!“ Oft wird die Biene auch als Wetterprophet in Anspruch genommen. Steht ein kalter Winter bevor, dann verkleben die Bienen schon im Herbst das Flugloch ihres Stockes mit Wachs. Wenn die Bienen erst spät am Morgen ausfliegen, bleibt das Wetter wie es ist. Aber:„Machen die Bienen ein arges Gesumm, gar bald schlägt dann das Wetter 115.:„ Ungewitter ist zu erwarten, wenn die Bienen morgens hastig ausfliegen und schnell zurückkehren. Zeigen sich die Bienen zornig und gereizt, dann kommt heißes Wetter. Wenn die Immen ohne Honig nach Hause kommen, ist Gewittersturm im Anzug. Starke Brut zeigt ein fruchtbares Jahr an; auch wenn die Bienen im Frühjahr laut summen, wird die Ernte gut.„Ein Bienenschwarm im Mai, ist wert ein Fuder Heu.“ Haben die Bienenvölker im Winter keine Nahrung, so daß sie mit Honig gefüttert werden müssen, dann wird es den Menschen im nächsten Jahre schlecht gehen. Ein schlechtes Honigjahr ist zu erwarten, wenn die Bienen beim Schwärmen durchgehen. Niemand läßt sich gerne von einer Biene stechen. In der Volksmedizin aber gilt der Bienenstich als gutes Mittel gegen Rheumatismus und Gicht. Nur merke man sich:„Während man von der Biene gestochen wird, darf man nicht lachen, sonst bleibt der Stachel stecken.“ Auch der Honig war früher und ist es teilweise heute noch, Gegenstand kultischer, abergläubischer und volksmedizinischer Gebräuche und VorstellunSorgt dafür, daß unsere Jungens starke Männer werden! Spendet für das Hilfswerk„Mutter und Kind“. Gebt freudig dem Sammler Euer Opfer! gen, die zum großen Teil auf indogermanischen Ursprung zurückgehen. Man sprach vom Honig als „Götterspeise“ oder„Tau, der vom Himmel fällt". In der germanischen Mythologie tropft von der Weltesche Yggdrasill Honigtau. Germanische Anschauung, die man jedoch auch bei anderen Völkern feststellte, war, daß jedes Neugeborene durch das Einflößen von Honig für das Leben gerettet ist. Die Mutter des Hl. Liudger, Liafburg, sollte auf Befehl der heidnischen Schwiegermutter, bevor das Kind Nahrung erhalten hatte— bis zu diesem Zeitpunkt durfte es nach heidnischer Sitte getötet werden— von einer Dienerin ertränkt werden. Aber eine mitleidige Frau flößte dem Kinde Honig ein und rettete es so. Auch als Opferspeise war der Honig früher bekannt, und eine besondere Bedeutung hatte er als Fruchtbarkeitssymbol im Liebes= und Eheleben. Bei den alten Preußen wurde die junge Frau bei dem Betreten des Hauses ihres Mannes zum Feuerhord gafi' ihre Füße und besprengte mit d Brautbett und das Vieh. Hierau den Mund mit Honig. Honig war zu allen Zeiten ein berr. mittel der Volksmedizin und eines der me. en Hausmittel. Auch wir schätzen den Honig allgemein als Kräftigungsmittel und gebrauchen ihn auch wohl bei Halsleiden. In früheren Zeiten aber gab es ast keine Krankheit, gegen die Honig nicht helfen sollte. ck. man wr4 d n d r C LETTT Taresverdienst RM. 15.- und mehr Wir fordern: 1. Fleiß u. Energie; 2. Ausdauer; 3. Gewandtes Auftreten; 4. Gute Garderobe: 5. Positive Einstellung; 6. 20—40 Jahre, bisheriger Beruf ist gleichgültig. Persönliche Wir bieten: 1. Kostenl. Schulung u. Ausbildung; 2. Gute Bezahlung bei erfolgreicher Arbeit; 3. Bei Leistung feste Bezüge; 4. WeihnachtsPrämien; 5. ½= JahresPrämien: 6. Lebensexistenz Meldungen nur heute von 10—12 und 15—17 Uhr in Dortmund, Betenstr. 7, I. bei Herrn Österbrink. 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Die große Sensation brachte der 1500= MeterLauf. Lange sah das unerhört spannende Rennen nach einem Siege von Glen Cunningham aus, der mit großem Vorsprung führte. Auf den letzten 200 Metern kam Bill Bonthron mit mächtigem Endspurt auf, machte nicht weniger als 20 Meter gegen Cunningham gut und gewann mit einem Yard Vorsprung in der ganz großartigen Zeit von 3:48,8. Damit war der bisherige Weltrekord von Luigi Beccali, der auf 3:49 stand, um 3/10 Sekunden geschlagen. Das Kugelstoßen brachte Jack Torrance mit dem phantastischen Stoß von 16,89 Meter an sich. Er überbot damit seine letzte großartige Leistung von 16,80 Meter ganz beträchtlich. Der dritte Weltrekord war im 400=MeterGürdenlauf fällig. Hier siegte Glen Hardin in 51,8 Sek. und verbesserte damit seine eigene Bestleistung um 3/10 Sekunden. Auch in den übrigen Wettbewerben gab es großartige Leistungen auf der ganzen Linie. Jesse Owen gewann den Weitsprung mit 7,81 Meter. Die beiden Sprinterstrecken beherrschte Metcalfe. der die 100 Meter in 10,4 und die 200 Meter in 21,3 Sek. an sich brachte. Ivan Fuqua feierte über 400 Meter in 47,4 Sek. einen überlegenen Sieg. Ueber 110=Meter=Hürden war Percy Beard in 14,6 Sekunden überlegen. Den Hochsprung entschied Walter Marty mit 2,04 Meter nach Stechen mit Johnson für sich. Der 800=MeterLauf brachte einen spannenden Kampf zwischen Ben Eastman, Brown und Hornbostel. Eastman siegte in 1:50,4 knapp gegen Brown. Im 3000= Meter=Hindernislaufen setzte sich Manning in 9:31,1 siegreich durch. Westdeutsche Hochschul=Meisterschaften Am heutigen Mittwoch kommen in Aachen die Westdeutschen Hochschulmeisterschaften zum Austrag. Etwa 200 Wettkämpfer, aus den Hochschulen des Westens ausgewählt, traten zu diesen Kämpfen an. 7 Mannschaften werden um die Entscheidung im Faustball kämpfen: Köln, Münster, Bonn, Bonn=Poppelsdorf, Dortmund, Weilburg Lahn, Aachen. Die Universitäten Köln, Bonn, Münster stelleg je eine Studentinnen=Faustballnannschaft. ! E i n e A n z a h l d e r L e i c h t a t h l e t e n h a t s i c h d u r c h gllänzende Leistungen im deutschen Sport schon lange eichen Namen gemacht, darunter Weinkötz=Köln, Debus=Köln, Vollmert=Köln, Jakobs=Frankfurt M., Nottbrock=Köln, Großfengels=Marburg, DinklerMarburg, Danz=Marburg, Vent=Bonn, RuyterBonn, Van Aaken=Bonn, Seybold=Bonn, KieferFranfurt M. Nach den Ausscheidungskämpfen in dieser Woche wird dann vom 13. bis 15. Juli die gesamte deutsche Studentenschaft in, Frankfurt am Main ihre Meisterschaften zum Austrag bringen. Leider war die Kölnerin nicht in ihrer besten Form. Eine Armverletzung hinderte sie an der vollen Entfaltung ihres Können. Frl. Jacobs zwang gleich zu Beginn mit kraftvoll männlichen Schlägen die Rheinländerin in die Verteidigung. Die genau in die Ecken gesetzten Bälle waren für Frl. Außem unerreichbar und in nur zwölf Minuten hatte die Amerikanerin den ersten Satz ohne Spielverlust gewonnen. Im zweiten Satz gewann Cilly Außem das erste Spiel und sie schien für kurze Zeit von der Grundlinie den Kampf offener gestalten zu können. Helen Jacobs gewann aber bald mit ihren raffiniert geschnittenen Flugbällen wieder die Oberhand und gewann auch diesen Satz und den Kampf nach einer Dauer von nur insgesamt 33 Minuten mit 6:0, 6:2. Die Jugend zu den Kampfspielen Die Reichsbahn hat sich bekanntlich bereit erklärt, gelegentlich der Deutschen Kampfspiele in Nürnberg Jugendlichen der Turnund Sportvereine, der HJ. und des BdM. eine Fahrpreisermäßigung von 75 Prozent in Sonderzügen zu gewähren. Als Ausweis zur Erreichung dieser Fahrpreisermäßigung gilt die Mitgliedskarte der jeweiligen Organisation oder des Vereins. In Nürnberg selbst werden die männlichen Jugendlichen in einem Zeltlager, die weiblichen Jugendlichen in Jugendherbergen und Schulen untergebracht. Die Stadt Nürnberg hat es übernommen, die Unterbringung und Verpflegung aller Jugendlichen zu garantieren. Um nun einer großen Zahl von Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, den Kampfspielen beizuwohnen, hat der Reichssportführer sich bereit erklärt, einen Teil der Unterbringungs= und Verpflegungskosten für die Jugendlichen zu übernehmen. Die Kosten für den Aufenthalt in Nürnberg vom 21. bis 30. Juli werden sich somit nur auf etwa 6 Mark stellen. Außerdem hat der Reichssportführer auch die Eintrittskosten für den Eröffnungs= und Schlußtag der Kampfspiele übernommen. Für den Besuch weiterer Veranstaltungen vom Mittwoch bis Sonnabend wird von den Jugendlichen der sehr geringe Eintrittspreis von 30 und 50 Pfg. erhoben. Es ist zu erwarten, daß diese großzügigen Ver günstigungen Veranlassung dazu geben, daß in Nürnberg tausende deutscher Jungen und Mädel den Deutschen Kampfspielen beiwohnen und so zum Gelingen dieses großen nationalen Festes beitragen. Unsere Voraussagen Heute in Mülheim=Duisburg 1. R.k Hatz— Strachan— Bargello 2. R.: Drostei— Utamaro— Jan von Werth 3. R.r Rosenkrieg— Hyksos— Haudegen 4. R.: Volumnius— Chrysler— Urbino 5. R.: Obersteiger— Marbella— Pfennigkommschnell 6. R.: Rheinlandmädel— Natango— Läufer 7. R.: Stall Zimmermann— Rosenkönig— Perillo Heute in Le Tremblay 1. R.: Ice— Voute Celeste 2. R.: Xanbie— Tel Avio 3. R.: If— Asbestus 4. R.: The Sheik— Stargote 5. R.: Tracer— Hel 6. R.: Borodino— Tudan Rennen in Harzburg am 3. Juli 1. R.: 1. Antonius(K. Schlitzkus), 2. Elm, 3. Optant. Ferner liefen Schumi, Mariza, Struan. Tot. V an 1. Schwarzwaldreise(W. Wolff), 2. Sifaro, 3. Goldine. Ferner lief Visier. Tot. 14, Pl. 11, 14. 3. R.: 1. Wittekind(W. F. Peters), 2. Jambus, 3. Lilla. Ferner liefen Offerte, Sterndenter, Adelita. Tot. 21, Pl. 13, 13. 4. R.: 1. Verdi(K. Narr), 2. Flor, 3. Chinafreude. Ferner liefen Arbogast, Micky, Immermein, Marienseier, Ovid, Canonika, Verzug. Tot. 54, Pl. 15, 13, 20. 5. R.: 1. Fra Diavolo(H. Blume), 2. Glücksstern, 3. Torpedo. Ferner liefen Athos, Habgier, Was Ihr wollt. Tot. 30, Pl. 19, 36. 6. R.: 1. Roselli(I. Pinter), 2. Violine, 3. Profina. Ferner liefen Fuchsjagd, Lovenswert, Mannit, Volte. Tot. 37, Pl. 16, 18, 18. 84e 7. R.: 1. Lachteufel(H. Berndt), 2. Kastroper Husar, 3. Altpreuße. Ferner liefen: Mogul, Partner, Mirandola. Tot. 25, Pl. 15, 13. Rennen in Compiegne am 3. Juli 1. R.: 1. Gafse(W. Sibbritt), 2. Red Hot, 3. Tritonienne. Ferner: Dialonka, Etaples, Caramel, stafe, Le Palmier, Spiona, Katusha, Starlet, Larghetto, Deb' Roi René, Maunganni. Toto 47, Pl. 18, 43, 19. 2. R.: 1. Felton Rose(F. Hervé), 2. Fanar, 3. Bivonac. Ferner: Sanaa, Orviéto, Radieur II, Tamarin, Burmi. Toto 228, Pl. 33, 13, 29. 3. R.: 1. Pont an Change(A. Rabvé), 2. Tokei, 3. Fée Rageuse. Ferner: Restful, Bouffemont, Haubert, Roi Modus, Normalien, Tara, Karagheuz, Clairvoyante, Marqueterie. Toto 122, Pl. 44, 41, 24. 4. R.: 1. Bilbao IV(F. Rochetti), 2. Belarius, 3. Amyn. Ferner: Priocère, Grand Lama, Totila, Chiste. Toto 58, Pl. 29, 29. 5. R.: 1. Collier d'Or(M. St. Mirel), 2. Magyar, 3. Honey Moon. Ferner: Brin d'Or II, Bénares, Fistoulic, Histoire d’Or Maki, Hébrard, Snow Storm, Guard's Parade, Erique Marine, Dragée Haute. Toto 88, Pl. 27, 26, 21. 6. R.: 1. Le Drac(G. Duforez), 2. Olympienne, 3. Royal Hart. Ferner: Rig Véda, Chant du Cog, Qu'en Dire, Dilleman, Jaffa. Toto 40, Pl. 16, 36, 22. Deutschlands größer Radsport-Erfolg Wimbledon=Tennismeisterschaften Helen Jacobs schlägt Cilly Außem Die am Dienstag fortgesetzten Spiele brachten auf dem Hauptplatze die Begegnung zwischen der amerikanischen Weltranglistenerste Helen Jacobs mit der deutschen Spitzenspielerin Cilly Außem. Heute Pferderennen in Mülheim Preis von Oberhausen im Mittelpunkt Am heutigen Mittwoch führt der MülheimDuisburger Rennverein sein Juli=Meeting zum Abschluß. Der Veranstalter hat auch diesmal ein interessantes Programm zusammengestellt, das seine Anziehungskraft auf die westdeutsche Turfgemeinde nicht verfehlen sollte. Von den sieben Prüfungen hebt sich der als Ausgleich II ausgeschriebene Preis von Oberhausen ab. Im 1. Kahlenbera=Hürdenrennen über 3000 Meter wird man das Ende in der Hauptsache zwischen Hatz, Bargello und Strachan legen müssen. Besonders von Strachan, der sich zuletzt gut zu Sonny Boy hielt, ist ein großes Laufen zu Welche Boxer starten in Nürnberg! Die Ausscheidungskämpfe der deutschen Amateurboxer für die Teilnahme an den Kampfspielund deutschen Meisterschaften in Nurnberg sind in den Gruppen Nord, Mitte und Südwest zu Ende geführt. Die Gruppe Ost hat ebenfalls ihre Teilnehmer bis auf drei Gewichtsklassen ermittelt; die übrigen werden sich am 5. Juli in Berlin qualifizieren. Mit den Borern zusammen, die im März bei den Europameisterschafts=Ausscheidungskämpfen in Stuttgart die Teilnahmeberechtigung erlangt haben, werden in Nürnberg in jeder Gewichtsklasse acht Bewerber um die Titel zu kämpfen haben. Dies sind in den einzelnen Klassen: Fliegengewicht! Spannagel=Barmen, Bruß=Berlin, Brofazi=Hannover, RappsilberFrankfurt, Weinhold=Berlin, Färber=Augsburg, Kopf=Ulm und Krüger=Flensburg. Bantamgewicht: Mener=Breslau, Ziglarski=München, Wilke=Hannover, Liwowski=Magdeburg, Fäth=Nürnberg, Cremer=Köln, MertensNeuß und Völker=Berlin. Federgewicht: Schwager=Dortmund, Bieselt=Berlin, Ahring=Osnabrück, O. Kästner=Erfurt, Burger=Münster, Arenz=Berlin oder AckermannKönigsberg, Schöneberger=Frankfurt, Bialas=Hannover. Leichtgewicht: Frei=München, Fluß=Köln, Schmedes=Dortmund, Häußer=Böckingen, Gehlhaar=Berlin oder Kloos=Königsberg, RadomskiSchalke, Esser=Köln und Kremers=Dülken. Weltergewicht: Campe=Berlin, MellinHamburg, Kartz=Oberhausen, Murach=Schalke, Leitner=Stuttgart, Niemann=Magdeburg, LütkeBerlin, Pruß=Duisburg=Beeck. Mittelgewicht: Blum=Altena, BernlöhrStuttgart, Schmittinger=Würzburg, Hornemann Berlin, Schellin=Berlin, Kolwalczik=Bochum=Gerthe, Baumgarten=Hamburg und Stein=Bonn. Halbschwergewicht: Figge=Elberfeld, Voigt=Hamburg, Pürsch=Berlin, Pietsch=Leipzig, Koppers=Bocholt, Maier=Singen, Dieffendahl=Solingen und Lorbeer=Berlin. Schwergewicht: Runge=Elberfeld, Kohlhaas=Münster, Eckstein III=Lübeck, BadstübnerPlanitz, Fischer=Nürnberg, Leis=Kaiserslautern, Wegner=Berlin oder Knorr=Königsberg und SahmKiel. Eder gegen Venturi Unlängst hat Italiens Weltergewichtsmeister Vittorio Venturi an unseren Europameister Gustav Eder bei der Internationalen Box=Union eine offizielle Herausforderung um den Titel eingereicht. Eder hegt die Absicht, diese Herausforderung anzunehmen, ergibt sich doch für ihn die Möglichkeit, seinen„Rekord zu bereinigen. Bekanntlich wurde der jetzige Europameister vor einigen Wochen in Rom, durch eine Handverletzung benachteiligt, von Venturi nach Punkten besiegt. Diese richterliche Entscheidung wurde allgemein als recht zweifelhaft angesehen. Es sind bereits Verhandlungen wegen eines Kampfes zwischen Eder und Venturi angebahnt worden, woraus man entneh men kann, daß die geplante Amerikareise des Europameisters offenbar vorläufig auf einen späte ren Termin verschoben worden ist. Gydé bleibt Europameister Der Franzose Praxile Gyde verteidigte seinen Titel als Europameister im Fliegengewichtsboxen einmal mehr mit Erfolg. In Nimes trug Gydé über 15 Runden einen sicheren Punktsieg über den Spanier Antonio Ruiz davon. Ein Sieg von Dülberg In Nutley bei Newyork wurde ein 50=Meilen lauf zur amerikanischen Stehermeisterschaft durch geführt, den der Dortmunder Franz Dülberg in 1:18:58 Stunden vor Giorgetti, Letourneur G. Debaets, Reboli und Jäger gewann. Im Ge samtklassement führt Debaets mit 14 Punkten vor Giorgetti(11), Dülberg(9), Reboli(8), Letourneur(7) und Jäger(0). Merkens(links) und Richter(rechts) nach ihren Siegen im Großen Preis von Paris. In der Mitte der Präsident des Pariser Magistrats, der die beiden deutschen Fahrer zu ihren großen Erfolgen beglückwünschte. rwarten. Von den übrigen Bewerbern verdienen Fantasia und Sonny Boy einen Hinweis. Das 2. Hamborn=Jagdrennen über 3300 Meter müßte endlich mal Drostei einen Erfolg einbringen. Die Stute hat sich bisher gut geschlagen und war stets auf den vorderen Plätzen zu finden. Rhenus wird schon mehr zeigen als bisher. Der alte Utamaro, Rheinlandmädel und Jan von Werth sind weitere Anwärter. Im 3. Duisbura= Jagdrennen über 4000 Meter erscheinen einige der besten westdeutschen Steepler am Start. Haudegen steht diesmal um 5 Kilo ungünstiger als Rosenkrieg, so daß er für seine zahlreichen Niederlagen Revanche nehmen könnte. Fahrewohl währe wahrscheinlich schon in Köln zum Siege gekommen, wenn er nicht umgeritten worden wäre. Der Berliner Hyksos kann natürlich allen Gegnern das Nachsehen geben. Im 4. Preis von Oberhausen über 1600 Meter(Ausgleich II) findet man eine ziemlich offene Situation vor. Der das Höchstgewicht tra gende Volumnius wird bei elastischem Boden be stimmt eine Rolle spielen, zumal er auf seiner besten Distanz läuft. Sehr gut auf dem Posten sind auch Chrysler und Urbino. Eilwerk. Gnom oder Jahrtausend könnten überraschen. Im 5. Preis von Ruhrort über 1600 Meter sind Natango, Marbella, Obersteiger, Muster knabe, Letzter Siour nud Cornet die chancenreichsten Anwärter. Auch Pfennigkommschnell, die in Köln knapp gegen Paramour unterlag, wird eine beacht liche Rolle spielen. Der 6. Jägerhof=Ausgleich über 2400 Meter hat die stärkste Besetzung gefunden. Aus der großen Zahl der Bewerber greifen wir Rhein landmädel, Natango, Sisikon, Nebukadnezar, Leutvogt, Schwerthieb, Feldscher und Läufer als chancenreichste Pferde heraus. Im 7. Stabs= Flachrennen über 1400 Meter(Klasse B) stellen wir den Stall Zimmer mann, Perillo, Artist und Rosenkönig zur engeren Wahl. Die deutschen Rennfahrer Richter und Merkens haben im großen Preis von Paris, dem größten französischen Fliegerrennen, den Sieg über die besten Sprinter der Welt davongetragen und zwar in einer Art und Weise, daß man die beiden Deutschen heute unbedingt als die Weltbesten ansprechen kann. Richter und auch Merkens gewannen ihre. Vorläufe mit selbstverständlicher Sicherheit. Für den deutschen Amateurmeister Merkens gab es nach seinem Siege im Preis Rigouelli am Vorsonntag in Paris und seinen großen Erfolgen in London und Kopenhagen auch im Großen Preis von Paris eigentlich keine rechten Gegner mehr. Der Verlauf des Rennens hat durch die überlegene Abfertigung seiner Gegner bewiesen, daß Merkens bei normalem Verlauf auch die diesjährige Weltmeisterschaft kaum zu nehmen ist. Nach Engel und Richter konnte Merkens als dritter Deutscher in der langen Geschichte des Grand Prix die kostbare Schärpe der Stadt Paris in Empfang nehmen. Die Freude über Mertens Sieg erfuhr aber am selben Tage noch eine Steigerung dadurch, daß s a u c h u n s e r m V e r t r e t e r i n d e r B e r u f s f a h r e r klasse, namlich Richter, gelang, nach Henry' Mayer und Walter Rütt(1904 und 1913) den dritten Großen Preis von Paris nach Deutschland zu entführen. Richter, der vor zwei Jahren bereits den Preis als Amateur gewinnen konnte und bei den Berufsfahrern im vorigen Jahr nur knapp gegen Scherens unterlag, galt auch diesmal neben scherens wieder als großer Favorit. Es kam allerdings nicht zu dem erwarteten Ende zwischen cherens und Richter, da der Belgier in der Vorentscheidung überraschend von dem Franzosen Gerardin ausgeschaltet wurde. Der Deutsche, der seinen Vorlauf überlegen gewann und im Zwischenlauf den als Geheimtip ausgegebenen Faucheux mühelos mit einer Länge abgefertigt hatte, schlug hierauf in der Vorentscheidung den gefürchteten Michard und in der Entscheidung mußte sich der 12. Gabelbach=Rennen mit guter Besetzung Eine ausgezeichnete Besetzung weist das am Sonntag stattfindende 12. Gabelbach=Rennen für Wagen und Motorräder auf. Auf der 4 Kilometer langen Bergrennstrecke bei Ilmenau werden viele der besten Deutschen um den Sieg streiten. Der tüchtige Schwarzwälder Pietsch(Alfa Romeo) ferner Burggaller=Berlin(Bugatti), Kohl rausch=Eisenach, Brudes=Breslau(MG.) Steinweg=München, Hartmann=Budapest Simons=Berlin(Bugatti) und viele andere stehen auf der Liste der Wagenfahrer. Auch unter den Motorradfahrern findet man viele Bekannte wie Toni Babl=Miesbach Sebastian Roth=Münsingen, Mansfeld Breslau, Schneider=Wesling, Bodmer Ebingen. Die Rennstrecke ist überholt worden, vor allem wurden an den oberen Kurven einige Ver besserungen getroffen, so daß gute Zeiten erwartet werden können. Franzose Gerardin zweimal unter dem Jubel von über 20000 Zuschauern vor dem Deutschen Richter beugen. Wenn man bedenkt, daß der ideale Fliegersport in Deutschland, insbesondere bei den Berufsfahrern, so gut wie gar nicht gepflegt wird, muß man ob solcher Leistungen der Deutschen Richter und Merkens unwillkürlich den Hut ziehen. Jetzt rückt auch die Weltmeisterschaft, die in diesem Jahre bekanntlich vom 10. bis 19. August in Leipzig zur Durchführung kommt, für uns Deutsche in ein besonderes Licht. Mit Richter, Merkens und Engel, der ja auch erst im Zwischenlauf gegen Michard unterlag, stellen wir drei aussichtsreiche Fahrer. Das Nordische Schach=Turnier Die 9. Runde sah die deutschen Vertreter bei vier Begegnungen mit den Spielern der Nordstaaten dreimal siegreich. Damit wurde der Ausgleich 16:16 erzielt. Stahlberg ließ sich auch von Stoltz, seinem Lande mann, der eine schwache Eröffnung wählte, nicht stoppen. Der Tabellenführer kam früh in Vorteil und gewann leicht. Nielsen spielte gegen Ahnes stark auf Vereinfachung, doch unterlief ihm im Endspiel ein Versehen, das Ahues zum Siege auswertete. Rasmussen konnte gegen Koch, der etwas oberflächlich spielte, am Damenflügel in Vorteil kommen und mit Hilfe zweier Freibauern gewinnen. Die einzige deutsche Niederlage. Brinckmann versuchte es gegen Lange mit einem wilden Angriff. Nach einem Bauernopfer in der Eröffnung folgte später ein zweifaches Figurenopfer. Lange ver teidigte aber sicher, so daß Brinckmann sich mit ewigem Schach begnügen mußte. Richter konnte als Nachziehen der vermittels eines Bauernsturmes den Königsflügel seines Gegners Andersen zertrümmern und im Mattangriff gewinnen. Reinhardt hätte gegen Halvorsen durch leichtsinniges Spiel leicht in Nachteil kommen können. Da der Norweger aber zu passiv spielte, ge lang Reinhardt ein nachhaltiger Angriff, den er zum Siege führte. Das ist nun nach einem schlechten Start der vierte aufeinander folgende Sieg der Deutschen. Stand nach der 9. Runde: Stahlberg 7, Richter 6, Nielsen 5½, Ahnes, Lange und Reinhardt se 5, Andersen und Rasmussen je 4, Stoltz 3½2, Brinkmann, Halvorsen und Koch je 3. Speicher siegt im Endspurt Die erste Etappe der Frankreich-Rundfahrt Die 28. Rundfahrt durch Frankreich, das schwerste Straßenrennen der Welt, wurde am Dienstagmorgen gestartet. 60 Fahrer traten in Paris die Fahrt mit der ersten Etappe von Paris nach Lille über 262 Kilometer an. Der vorjährige ieger, Weltmeister Speicher, trug sich als erster Etappensieger in die Liste ein. Er gewann sehr sicher im Endspurt vor dem Belgier Romain Macs und Bergamaschi=Italien. Eine dichte Zuschauermenge hatte sich am Morgen am Sammelplatz der Fahrer eingefunden, als diese sich zum Pariser Vorort Le Vesinêt begaben, wo sie während eines kurzen Aufenthaltes abermals lebhaft gefeiert wurden, um dann vom Sieger des „Großen Preises von Frankreich", Louis Chiron, auf die lange Reise geschickt zu werden. Bereits die erste Etappe stellte hohe Anforderungen an die Fahrer, da die Straßenverhältnisse gerade nicht ideal waren. Teilweise ging es über Kopfsteinpflaster und teilweise über weiche Sandstrecken. Dazu wehte noch ein frischer Gegenwind, so daß die Zuschauer am Ziel in Lille auf eine harte Geduldsprobe gestellt wurden, denn die achtköpfige Spitzengruppe traf erst mit einer einstündigen Verspätung in Lille ein. An der letzten Kontrolle bei Bethune(42 Kilometer vor dem Ziele) hatten sich 14 Fahrer abgesondert. Darunter auch die beiden Deutschen Kutschbach und Risch, der jedoch mit fünf weiteren Fahrern wieder zurückfiel. Speicher siegte im Endspurt sicher vor R. Maes, Bergamaschi, Archambaud, den beiden ersten Einzelfahrern S. Maes und Vorwaccke, Kutschbach und A. Magne, der für Speicher den Endspurt angezogen hatte. Durch ihre Vergütung von 1½ Minuten bezw. 45 Sekunden führen Speicher und Maes nun mit einem kleinen Vorsprung vor den übrigen Fahrern der Spitzengruppe. 1. Etappe von Paris— Lille über 262 Kilometer: 1. Speicher=Frankreich 8:16:50 Stunden, 2. B. Maes=Belgien, 8. BergamaschiItalien, 4. Archamband=Frankreich, 5. S. MaesBelgien(1. Einzelfahrer), 6. Verwaccke=Belgien (Einzelfahrer), 7. Kutschbach=Deutschland, 8. A. Magne=Frankreich(alle dichtauf), 9. Ghyssels=Belgien 8:17:38, 10, Lapebie=Frankreich, 11. CarnardoSpanien, 12. de Caluwé=Belgien(alle dichtauf). Metze startet in Paris Der deutsche Stehermeister Erich Metze geht am kommenden Sonntag auf der Pariser Buffalobahn an den Start. Im Großen Preis des französischen Radsportverbandes trifft der Dortmunder Steher auf die Franzosen Lacquehay, Pail= lard, Grassin, G. Wambst, Raynand, ferner auf den Engländer Grant und den Italiener Manera. Tennisturnier in Dortmund Werkssportverein Hoesch gegen VfL. Ver. Stahlwerke Die Tennismannschaften der beiden Vereine trafen sich auf den Tennisplätzen des PfL. Ver. Stahlwerke zu einem gemeinsamen Turnier. Es gab teitweise sehr interessante und schöne Kämpfe. Mit 13:7 Punkten, 29:17 Sätzen und 223:182 Spielen blieb der PsL. Ver. Stahlwerke siegreich. Tamen=Einzel: Köhler 4.)— Brunswick##1 0:6, 1:6. Hagemann(H)— Schaper### 1:6. 236. Köhler(H)— Benwinkel(11) 612, 6:2. Hake(H) Hübscher(11) 1:6, 136. Feldmann(H)— Kern I1 117) 6:3, 4:6, 4:6. Bemm(H)— Overstadt(II) 6:1, 3:6, 6:4. Herren=Einzel: Kurschat H)— Fischer(11) 6:2, 6:1. Zielmann(H)— Ventzinger#II) 6:2, 6#2. Junge(H)— Greu(uI 633, 527. 2.0. Schneider 16) - Dr. Fritz(11) 6:0. 6:3. Tüsberg 46)— Frisse(11) 7:9, 3:6. Weder(H)— Lequis(11) J16. 6J4. 0 Damen=Doppel: Hagemann Hake(H)— Schaper Bellwinkel(U) 0:6, 1:6. Herren=Doppel: Kurschat Zielmann(K)— Fischer Bentinger(11) 517, 634, 13. Junge Tusberg (H)— Dr. Fritz Greil e11) 336, 1:6. Schneider Weber (H)— Frisse Lequis(11) 6:2, 2:6, 7:5. Gem. Toppel: Köhler Kurschat(H)— Brunswick Bentzinger(11) 3:6, 4:6. Kohler Düsberg(H) Hübscher Fischer(11) 517. 466. Hagemann Zielmann(H) Schaper Gren(11) 0:6. 4:6. Kohler Kurschat(H)— Brunswick Bentzinger(11) 2:6. 1:6. Kuusst und wissenschaft Deutsche Sängerwoche Nürnberg 1934 II. Das 4. Konzert, in der Gustav==Adolf=Kirche litt unter den gleichen Unzulänglichkeiten leistungsmäßiger Natur, wie wir sie schon in den ersten Berichten rügen mußten. Manche Werke, wir denken dabet besonders an Weber und genav, wurden durch die schlechte Wiedergabe einfach abgewürgt. An und für sich konnte man sich mit der äußerlichen Linie des Programms, das auf den Charakter einer geistlich=musikalischen Feierstunde eingetönt war, befreunden. Allerdings vermißte man auch hier wie in allen bisherigen Konzerten die stilistische Geschlossenheit, und Sinn wie Wert der Feierstunde wurden durch die übermäßige Länge des Programms wieder zunichte gemacht. Richard Wetzs Gemischter Chor„Alle Menschen herkommen aus der Erden" machte den soliden Beginn. Näher an die Gegenwart führte Hermann Grabners„Der Tod ist groß"(Rilke) der bei aller„akademisch“ gezügelten Sauberkeit des Satzes feine Stimmungswerte besitzt. Der jetzt in Mülheim lebende Ludwig Weber steuerte den Gemischten Chor' mit Orchester„Heilige Namen“ bei, eine neue Form der Chorgemeinschaft auf wechselseitiger Koppelung vom„Kunst"= und „Gemeinde" gesang, die sich auch„liturgisch" ver wenden läßt. Es ist sichere und schlichte Ge brauchsmusik, anständig, unaufdringlich in der Gesinnung, die in der polyphonen, melodisch getragenen Strebigkeit des eigentlichen Chorsatzes den überragenden Könner verrät. Leider amputierte ihm die Aufführung durch Bruno Stürmers nasseler Madrigalchor dem ganzen Lebensnerv. Die Betreuung eines Kammerchores mit einer solchen Aufgabe läuft schon dem Gedan len des Werkes zugegen. Zudem wurde das Par titurbild durch die schlendrianische Ungenauigkeit der Wiedergabe völlig verwischt, und der cantus lirmus des hartmetallisch sich durchmeißelnden Knahenchores erdrückte das kunstvolle Satzgefüge. Es ist wirklich schade um ein solches Werk, das berufen gewesen wäre, bedeutende und entscheidende Aikregungen zu geben, wenn ihm nicht eine derartig unglückliche Behandlung zuteil geworden wäre.. Der siebenstimmige Chor„Liebe“ des gleichen Komponisten, der allem Anschein nach schon Jahre zurückliegt, wirkt etwas abseitig und monoton. Zwei Motetten von Lang Lang erfrischten durch ihre zwanglose musikantische Art: keine Höhepunkte der Werkschau, aber brauchbare verwendungsreiche Literatur. Die Wiedergabe unter Ludwig Euler(Sängerlust Rodach und Kuvenchor der Alten Oberrealschule Nürnberg) ließ sich, obwohl sie klanglich nicht übermäßig kultiviert war, hören. Chöre von Rein. und Sebastian sang der Männerchor Kitzingen. Die„Singakademie Hannoper“ gefährdete durch schwankende Tongebung zwei schön empfundene und in weiten melodischen Kurven sich, wiegende Frauenchöre Armin Knabs(Texte von Billinger) sowie den dreistimmigen Chor„Wenn der jüngste Tag anbricht" des Deutsch=Böhmen Paul Stuiber. Mar Gebhard schloß den religtösen Reigen mit seiner „Kleinen Passion“, die auffällig und augenscheinlich eklektische Stilanleihen bei Johann Sebastian Bach vornimmt aber zu keiner wirklichen Renaissance kommt, da ihm neue gegenwärtige Im pulse fast ganz fehlen. Namentlich in den instru mentalen Vor= und Nachspielen, die ritornellartig eingefügt sind, entsteht so eine fast genaue„Kopie" die sogar kleine, ganz persönliche Instrumentationseigenarten des Thomaskantors nicht vergißt. Immerhin: in den verbindenden Vokal=Solostücken gelingt dem Komponisten eine neue liedmäßig gebundene und getragene Form des Rezita tivs, die bei allen seelisch=musikalischen Annäherungsversuchen zu den Bachschen„Christus"erscheinungen doch durch eine eigene Note ausgezeichnet sind. Sehr fein die rankenden Linien der obligaten Soloinstrumente. Leider verliert sich das Wert gegen Schluß in überflüssige Verbreiterungen. Die Wiedergabe(Madrigalchor der Jenaer Liedertafel) war musikalisch ansprechend, obwohl der Dirigent Georg Böttcher die Taktstriche viel zu kantig einkerbte(statt auf fließende Bewegung zu achten) und auch klanglich durch von vornherein übereckte und überspannte Gestik keine echten Steigerungen erzielen konnte. Ganz hervorragend der innerlich aufquellende Christus von Hermann Achenbach (Tübingen). Das fünfte Konzert brachte auch keinesfalls den ersehnten„Höhepunkt“". Der junge Karl Höller versuchte sich mit einer dreistimmigen„Hymne“ mit Orchester nach Worten des Krishnamurti. Er ist fraglos eine Begabung, aber in diesem Werk steckt zuviel„kosmisch“ gesuchte Klang,philosophie". Die chorische Stimmigkeit öffnet sich zeitweise einer gesunden Linearität, meistens jedoch fällt die Komposition apathisch in mystisch vergrabene Impressionen zurück. Der Schubertbund Dresden, unter Alfred Krahl meinte es gut. Ein krasser Gegensatz war Karl Hasses „Deutschland“, eine bedeutungslose, keinesfalls das sonstige Können des Komponisten anzeigende Gelegenheitsarbeit. Rinkens musikalisch handfest fundiertes„Bauerntrutzlied" und Böttchers herkömmlich effektvoller Pflüger erzielten durch die kraftvolle Wiedergabe Hugo Lotzs mit der Union Wetzlar; einen Publikumserfolg. Nach zwei „üblichen". Volksliederbearbeitungen Alexander Preuß" und Phil. Mohlers ließ Willy Landts„Erntelied“, eine eigenartige und eigenstrebige Abwandlung des„Es ist ein Schnitter, der heißt Tod“ in Form einer Choralkantate, aufhorchen. Einer der wenigen guten Chorvertreter war der Quartettverein„Beethoven", Wuppertal, der unter Willi Griesenbeck gepflegte, musikalisch reine Chorkultur demonstrierte. Hans Gebhards Männerchor— uite vom Glück“ ist eine Bündel von„instrumentalisch“ aufgelockerten„Charakterstücken", mit denen sich der MGV.„Eintracht", Niederauerbach, wohlverdiente Lorbeeren pflückte. Der Kinderchor der Pestalozzischule, Nürnberg, sang Volkslieder bezw. Bearbeitungen von Pilland recht ansprechend. Bruno Stürmers„Musikantenleben“ Eichendorff), eine Suite für Männerchor, mit Geigen, Klarinette, Fagott, Horn, Trompete und Schlagzeug ist trotz aller gewollten melodischen und musikantischen Zügigkeit abgesunkene Genremalerei, über die keine noch so äußerlich bedachtsam aufgeputzte„Modernität“ hinwegtäuschen kann(Ridelscher Männerchor, Plauen). Den Beschluß machten Chöre(Minnelied und Soldatenlieder) von Wickenhauser, Ehrenberg und Gerster(Eisenbahn=Gesangverein„Flügelrad“ fOrl Kassel). Das 6. Konzert war vorwiegend auf Volkslieder bzw. volkstümlich Gesänge abgestellt. Neue Wege der Volksliedbear beitung konnten wir nicht entdecken. Im Gegen teil, wir hatten den Eindruck, daß ein vorherrschen der Zug zu teils billigen teils ausgetretenen „Effekten“ bemerkbar war. So sind die„Fröhlichen Lieder" des Bearbeiters Franz Willms in dieser Richtung übersetzt, und wenn sie auch allein schon durch die Wahl der Vorlagen einen Gewinn bedeuten, so dürfen wir trotzdem in ge schmacklicher Hinsicht nicht allzu willig die Zügel zum Publikum hinschießen lassen. Den Vogel schossen sie zwar ab, aber in erster Linie durch die wundervoll frische und abgetupfte Art, mit der der Madrigalchor Quedlinburg unter der überlegenen Führung von Fritz Prieß zu Werke ging. Auch der Jenaer Männergesangverein unter Professor Volkmann machte mit den Lang'schen Volksliedsätzen nicht viel Federlesens, er sang sie flüssig und beschwingt mit selbstverständlichem Können. Ueberhaupt hatten sich in diesem Konzert bessere Leistungen als vorher zusammengefunden und so dürr die Auslese an neuen wertvollen Werken blieb: das Konzert befriedigte durch einigermaßen gleichwertige Leistungen. Der M.=G.=V. Teutonia Suhl(Grabner, Grieshammer, Prümers), die ängerlust Rodach mit dem frischen Kinderchor (Sätze von Wüst) und vor allem das Männer quartett Wiesbaden=Biebrich(geschmackvolle, ro mantisch zarte Lieder von Trunk), sie alle konnten bestehen. Einen Sondererfolg holte sich der iKnderchor des Hindenburg=Realgymnasiums Nürn berg, der ein so„empfindliches“, auf präziser Echo technik aufgebautes Werk wie den doppelstimmigen Kanon von Reiß in phantastischer Glätte aus bügelte. Keinen würdigen Abschluß bereiteten die Arbeiten A. Knöcheis, der einen kämpferisch so fortschrittlichen Textdichter wie Anacker in die musikreaktionärsten, phrasenhaftesten Gefilde führte, regelrecht aufgewärmte„Liedertafelei“ bei allem angehörten Marschtritt und Aehnlichem. Dabei scheint es, als wenn Knöchel auch bessere und ehrlichere Kinder in die Welt setzen könnte. Der Männergesangverein Moers, der prachtvolles Material zur Stelle hatte, machte die Kompositionen durch einen brutalen Fortissimo=Kampfstil, der keiner ist, nicht besser. Erwähnen wollen wir noch die gediegenen, lyrisch knappen Gesänge Hugo Herrmanns(Eisenbahngesangverein Meiningen). Dr. Julius Friedrich. Festspiele auf dem Frankfurter Römerberg Eröffnung der Römerbergspiele mit Schillers„Jungfrau von Orleaus“ Festlichkeit und positive Größe des Schiller= schen Theaters brauchen wir deutsches Nationaltheater und Schillers Wiederkehr mehr als deutscher Schicksalsgemeinschaft für unser neues deshalb liegt in die Verbundenheit — es ist ein Gebot der Stunde. Wer den weltgeschichtlichen Heroismus der Schillerschen Dramen gestalten will, braucht weite Bühnenräume, die keine Kulisse einengt. Kein Raum konnte dazu geeigneter sein, als der Römerberg der Kaiser= und Krönungsstadt Frankfurt, jener Platz, der jahrhundertelang zum ehrwürdigen Zeugen des Schicksals des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation wurde und in den festlichen Höhepunkten der Krönungen seine Weihe erhielt. Mit der Darstellung der Jungfrau von Orleans auf diesem Platz wurde die Schillersche Tragödie verankert in deutschem Geschick und erhielt dadurch festliche Weihe und symbolhafte Aus deutung. Der Beginn der unter der Schirmherrschaft Hermann Görings stehenden und von Reichsminister Dr. Goebbels als reichswichtig erklärte Festspiele wurde zum theaterfestlichen Ereignis. Aus dem Licht= und Farben rausch der Massenszenen und unvergeßlichen Bilder schält sich das große Erlebnis des Abends: Ellen Daub als Jungfrau von Orleans. Vor der inneren Kraft ihrer Darstellung und zwingenden Ueberzeugungsgewalt verblaßt alles, was uns als „Theater" erscheint. Ihr Spiel ist der magische Zauber dieser Römerbergaufführung. Die von Rudolf Meyer und Generalintendant Meißner ausgeführte Inszenierung hielt sich im wesentlichen in das bühnenmäßige Vorbild. Man beschränkte sich in der Hauptsache darauf, den im Scheinwerferlicht herrlich erstrahlenden Römer als Hintergrund zu verwenden und weitgehendst in das Spiel einzubeziehen. Der große Spielraum vor dem Römer wurde in den Masser szenen mit hoher Regiekunst in farbenfrohe Bilder verwandelt. Szenen wie die Krönungsfeier in Reims, Einzug in Orleans, die fliehenden Heerhaufen der Schlacht bleiben unvergeßlich.— Aus der großen Menge der diszipliniert spielenden Statisten und des Ensembles seien noch genannt Luise Glan(Königin=Mutter), ussthe.Wolf (Agnes Sorel), Otto Graf(Dunois), Rovert Taube(Talbot). Die Römerbergspiele, die nehen der„Jungfrau von Orleans" noch die„Wallenstein"=Trilogie und Kleists„Käthchen von Heilbronn" bringen werden, sind das sommerliche Theatererlebnis Frankfurts. A. M. #4 8 er: Siegfried Wagner: „An allem ist Hütchen schuld Schlußaufführung in der Hochschule für Musik Berlin, 3. Juli. Es ist üblich, daß jedes Konser vatorium und besonders die Hochschule für Musik in Charlottenburg als führendes Institut am Schluß der Spielzeit Abschlußaufführungen veranstaltet, in denen sich die Elite der Schülerschaft zum ersten Male einer wohlwollenden Oeffentlichkeit vorstellt. Seyr vernünftig war es von Professor Franz Ludwoi Worty, daß er nicht wie sonst„Figaro",„Martha“ oder„Freischütz" wählte, die ohnehin im Berliner Repertoire stehen, sondern die liebenswürdige Märchenoper Siegfried Wagners. Selbstverständlich ist es sicherer, einen routinierten Mann wie Clemens Schmalstich dirigieren zu lassen, aber gerade hier hätte ebenso und mit Recht ein begabter Dirigentenschüler hingepaßt. Das Werk selbst mit meistersingerlichen und Humperdinckschen Anklängen briugt in reichlicher Gedrängtheit eine Fülle deutscher Märchenelemente. Man könnte fast sagen: Grimms Märchenschatz konzentriert. Carl Banzhaf als spukhafter Teufel ist ein brauchbarer Buffo. Auch die Stimme der Anna Marie Schramm als Katherlieschen hat bis auf die noch nicht deutliche Aussprache schon Bühnenreise. Hausjoachim Stein spielte den Frieder mit weichen Gesten und kleiner, aber angenehmer Stimme. Nicht alle Dar steller erreichten dieses Niveau, doch wollen wir noch Margarete Grasnickel als Mutter nennen Kue. Kurz=Feui# Leton Herbstausstellung der Preußischen Akademie Die diesjährige Herbstausstellung der Preußischen Akademie der Künste findet in den Monaten November und Dezember statt. In die Ausstellung werden Graphik jeder Art, Zeichnungen, Aquarelle, Gnachen und Pastelle sowie Groß= und Kleinplastiken ausgenommen. Die Anmeldung der Kunstwerke, die zur Schau gestellt werden sollen, hat bis zum 16. Oktober zu erfolgen. Ein deutsch-nordisches Dichterheim Auf Grund einer Stiftung des Lübecker Senators Possehl wurde in der Nähe des Östseebades Trapemünde ein deutsch=nordisches Dichterheim eingerichtet, das jetzt seiner Bestimmung übergeben worden ist. Das Heim wird von diesem Jahr ab allsommerlich je einen dänischen, finnischen, norwegischen, schwedischen und mehrere deutsche Dichter als Gäste beherbergen. Der Aufenthalt soll den nordischen Dichtern Eindrücke über deutsches Leben und Kultur vermitteln. Beginn der Festspiele des Harzer Bergtheaters Das auf dem Herentanzplatz bei Thale gelegene Harzer Bergtheater, die älteste deutsche Freilichtbühne, eröffnete seine diesjährige Spielzeit mit einer Aufführung von Schillers„Räubern". Die von Heinrich Kreutz geleitete Inszenierung fesselte vor allem durch die Lebendigkeit ihres Ensemblespiels. H. Wiegner, E. Bruns, P. Prangenberg, G. Keller und. Irene Marwitz waren markante Träger der Hauptrollen. Im weiteren Verlause der diesjährigen Festspielzeit, finden Aufführungen von„Alle gegen einen",„Die Kreuzelschreiber", „Ein Sommernachtstraum",„Die Pfingstorgel", und „Wenn der Hahn kräht" statt. 40 Jahre im Dienste des Rheydter Musiklebens Wenn der Musikdirektor einer Stadt ein Jubiläum feiert, so ist das im allgemeinen nur ein Lakalereignis. Bei einem Manne wie Rudolf Hütten, der jetzt seit 10 Jahren im Dienste des Rheydter Musiklebens steht, ist eine Ausnahme berechtigt. Nicht allein, daß Hütten ein hervorragender Organist ist, daß er als Musikpädagoge einen hervorragenden Ruf besitzt, hat er auch als Tondichter seine Bedeutung. Der Jubilar ist aus einer Musikerfamilie hervorgegangen. Stettins neuer Musikdirektor Die pommersche Hauptstadt bat in Ewald Lengstorf einen neuen Musikdirektor und lettenden Kapellmeister für das Stadttheater erhalten. Lengstorf wirkte bisher als Operndirektor in Essen. Der Vertrag mit dem Intendanten des Stadttheaters ist verlängert worden: Friedrich Siems verbleibt bis zum 15. August 1936 in Stettin. Freilicht-Serenaden in Leipzig An jedem Mittwochabend nach Eintritt der Dunkelheit finden jetzt im Hofe des Neuen Grassi=Museums in Leipzig Freilicht=Serenaden statt. Das Programm bringt in erster Linie Werke alter klassischer Meister, Werke von Haydn, Mozart, Beethoven und Schubert. Nach der Instandsetzung des historischen Gobliser Schloßchens werden die Serenaden in den dortigen Gätten stattfinden. Deutsches Land jenseits der Meere betitelt sich ein Aussatz des„NS.=Funks“, dessen Bilder den Leser in die seit 1918 verlorenen deutschen Kolonten führen. Der Aussatz, von einem alten Kolonialvionier verfaßt, betont erneut unseren unbedingten Rechtsanspruch auf koloniale Betätigung.— Honston Stuart Chamberlain, die Lichtgestalt an der Zeitwende, heißt eine Sendung, die im Rahmen der Wagner= Schiller=Chamberlain=Trilogie Freitag, 6. Juli, über alle Reichssender gebt.— Die Kieler Woche und die aus ihrem Anlaß veranstalteten Rundfunkübertragungen werden in Bildern, die von einem Sonderphotographen des „NS.=Funks“ ausgenommen sind, ausführlich gewürdigt. Die neue Schallplatte Kristall, Bestellnummer 1064: Lustspielouvertüre von Köler=Bela. Die Aufnahme dieses flotten, häufig, gespielten und zum Repertoire guter Kaffeehausmusik immer noch gehörenden Werks erfolgte unter dem Dirigentenstab von Prof. Clemens Scmalstich, dem der Berliner Konzertverein willig geborcht. Die Platte ist auf beiden Seiten mit der Ouvertüre bespielt. Ihre Popularität verdankt die Musik noch jener Zeiten der Stummfilme, die für ihre tempobewegten Szenen entsprechende Begleitmusik erforderten. Preiswerte Platten=Hausmusik! Kristall, Bestellnummer 5121: Auf der einen Seite rklingt das Lied von der Lore, durch das narschierende Deutschland unserer Zeit popularisiert. Das Neue daran ist die Instrumentation mit Mando linen. Dynamisch sehr gut gelungen. Es nennt sich Marsch unter Benutzung einer Volksweise, die selbst dezent wiederholt wird. Bruno=Henze=Mandolinen=Orchester ohne Gesang. Man kann die Platte gut und gern ein paarmal hintereinander hören. — Die andere Seite läßt einen vom gleichen Orchester gespielten Argonnermarsch hören. Die Melodie entstammt dem Argonnerlied von Gordon, eine ruhige Marschweise, umrahmt von der für Mandolinen möglichen Untermalnng van Nor- glb Nachsbiel. Ganz gute Unterhaltungsplatte. Rundfunkprogramm vom 5. bis 7. Juli Donnerstag, den 5. Juli 1934 Reichssender Köln 6.00 Morgenruf. Anschließend: Frühkonzert(Schall platten).— 6.30 Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen. 6.50 Zeit. Wetter, Nachrichten.— 7.00 Wiederholdng des Morgenrufs.— Anschließlend: Morgenkonzert(Schall platten). Polonäse(Chopin), Londoner Phllharmonisches Orchester. Leitung: Landen Ronald; Zwei Volkslieder. a) Es ritten drei Reiter zum Tore hingus., b).Es Stieß ein Jäger wohl in sein Horn, Lotte Lehmann,Sopran, mit Chor und Orchester: Ouvertüre„Die Felsenmühle (Reißiger), Kapelle der Staatsoper Berlin; Verlöreneg Glück, Konzertwalzer(Schmalstich). Kapelle der Staats oper Berlin, Leitung: Der Komponist; Querschnitt dusch die Oper„Carmen“(Bizet). Solisten und Chor der Staals oper Berlin, Begleitung: Berliner Pfilharfnoniker: Rallett Suite(Popr), Philharmonisches Orchester Berlin, Leitung: Alois Melichar: Das elektrische Klavier(Tpanchant): Akkor dion-Virtuose Alexander und sein-Orchester; Aus der Operette„Der Beltelstudent“(Millöcker):„Ach ich hab sie ja nur auf die Schulter geküßt“, Solisten mit Char und Orchester-Mitgliedern der Staalsoper, Berlin, Leitung Joseph Snaga; Matrosenstreiche, Charakterstück(Rathke) Kristall-Salon-Orchester: Treu vervinf. Marsch##Linack); Telefunken-Blas-Orchester.— 8.00 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen.— 8.05-bis 8.20. Hilde„Bremus: Frauenturnen.— 10.00 Zeit. Nachrichten., Wasserstaudsmeldungen.— 10.10 Das Spiel vem Meier-Ilelmbrecht. Ein Hörspiel nach dem Epos Wernhers des Garthers“ vohr Dr. Karl Jacobs. Spielleitung: Rudoll Rieth, für Schüler vom 18. Lebensjahre an.— 10.50 Wir. und die. Welt Hans Münchhalffen:„Rechtsfragen des Alltägs“;, Dr. ing. H. W. Loose:„Technische Großtaten im Haushalt der Natur“.— 11.30 Funkwerbung der Reichspostreklame (ohne Verantwortung des Intendanten).— 12.00 Musik am Mittag. Von Frankfurt: Das Orchester Offenbacher Berufsmusiker, Leitung: Toni Doebbert. Unter deutscher Jagge. Marsch(Andre): Vorspiel zu„Der Erlenhügel“ (Kuhlau): Weaner Madin. Walzer(Zichrer); BackfischParade, Intermezzo(Lincke); Melodien aus„Der Obersteiger“.(Zeller): Paraphrase über das Lied„Wie schön bist du“(Nesvadba).— 12.45 Mittagsmeldungen I. Glück wünsche.— 13.00 Schallplatten. Erstaufführungen(Juli Neuaufnahmen der Schallplatten-Industrie).— 13.45 Mil lagsmeldungen II.— 14.00 bis 14.45 Die fröhlichen FFünf. Faust-Walzer(Gounod); Im Liebesgarten, Zwischen spiel(Hartung): Musikalische Trümpfe(Noack); Rheinlied(Obermeyer): Stelanie-Garotte(Czibulka): Im Glanz der Sterne(Rust); lokey-Galopp aus dem Ballett„Rund um Wien“(Bayer).— 15.10 Edwin Ostendorf: Das neue Reichsgesetz über die Feuerbestattung.— 15.30 Wirtschaftsmeldungen I.— 15.50 Stimme der Zeit.— 16.00 (nach Leipzig): Nachmitlagskonzert. Das Kleine Orchester, Leitung: Leo Ersoldt. Vorspiel„Britannicus“(Scassola); Aearplisches Ballett(Luigini): I. Vorspiel aus den dramatischen Szenen(Massenet); Kleine Konzerlfolge(ColeridgeTavlor); An der schönen grünen Narenta, Walzer(Komzak).— 17.00 Spuren germanischer Frühgeschichte in unserer Heimat. Bodenfunde. Urkunden □ Warum die Frühgeschichtsforscher unentwegt weitergraben 1 Jede Scherbe ist wichtig! Ein Zwiegesprüch von Dr. Hans (ummel. Osnabrück.— 17.20 Franz Schubert. Sonatine op. 137 Nr. 2: Sonate op. 137 Nr. 1. Terese SarataKuermann(Violine), Carl Ottersbach(Klavier).— 17.45 Uingedruckte Dichter. Hleinz Vollmer: Die unerfüllten Wünsche. Eine Erzählung.— 18.00 Ileinrich der Löwel Eine Buchbesprechung von Irmgard Win.— 18.20 Fortschritte in Technik und Wissenschaft. Kurzberichte aus leimat und Well, Berichterstalter: Otto Garbe V. D. Sprecher: Hans Tenhoff.— 18.40 Vom Tage.— 18.50 Wirtschaftsmeldungen II. Sportvorbericht.— 19.00 „Zar und Zimmermann“,-Komische Oper von Albert Lortzing(als Kurzoper), Solisten mit Chor- und OrchesterMitgliedern; der Staalsoper, Berlin(Grammophon„Die Stimme seines Herrn").— 19.40 Aus Aachen und Minden: Landesturnfeste der DT. Festlicher Auflakt und Bannerübergabe.— 20.00 Erste Abendmeldungen.— 20.15 Von Berlin: Reichssendung. Stunde der Nation. Die Jobsiade. Ein lustiges Hörspiel von Richard Euringer. Der denkwürdige und sehr sellsame Lebenslauf des Herrn Hieronymus Jobs. Mitwirkende: Paul Dahlke, Jeanette NVethge. Anneliese Wuertz. Erika Helmke. Grete Wiederke. Karl-Heinz Carell, Bruno Fritz. Karl Iellmer. Wilhelm Krüser. Leo Peuckert. Hans Sternberg. Musik: Karl Knauer. Spielleitung: Harald Braun.— 21.00 Aus Aachen:„Virtuose Musik aus aller Welt“. Einleitung zu „Reineke Fuchs“(Blerle); Kinder-Suite(Bizet): a) Marsch, b) Impromptu. c) Kleiner Mann— kleine Frau, d) Galopp Spanische Rhapsodie(Chabrier); a) Chinesischer Tanz b) Arabischer Tanz. c) Trépak(Tschaikowsky): a) Orien talischer Zug(Blon). b) Hörselberger Venus-Polka Stassny); a) Tarantella(Nicodé); b) Perpetuum mobile (Strauß). Das Städtische Orchester Bad Aachen, Leitung Willi Pitz.— 22.00 Zeit. Wetter, Nachrichten.— 22.20 Fortsetzung des Konzertes aus Bad Aachen. Vorspiel „Römischer Karneval“(Berlioz): Neapolilanische Bilder (Massenet): a). Der Tanz. b) Die Prozession, c) Das Fest Slawischer Tanz Nr. 8(Dvorak): Zum Ausklang: Oecher Jonge, heitere Melodien(Röhrig).— 23.00 bis 24.00 Die Mär vom Peter Hochhinaus. Ein Lob der bäuerlichen Zu friedenheit, Hörfolge von Carl Hanns Erkelenz, Leitung Wilhelm Wahl Deutschlandsender 5•45 Welterbericht für die Landwirtschaft(Uebertra gung Hamburg).— 5.50 Wiederholung der wichtigsten Abendnschrichten.— 6.00 Uebertragung Berlin: Funk Gomnastik(Willy Driske).— 6.15 Tagesspruch.— 6.20 Uebertragung Berlin: Frühkonzert.— In einer Pause gegen 7 Uhr: Neueste Nachrichten.— 8.00 Sperrzeit.— 8.45 Letbesübung für die Frau.— 9.40 Max Mezger: Erkenntnisse.* Nachdenkliches über Kalzen, Hunde. Nachtigallen und Mehschen. Sprecher: Der Verlasser.— 10.00 Neueste Nachrichten.— 10.10 Funkstille.— 11.15 Deutscher Seewolterbericht.— 11.30 Bei den Passionsspielern von Oberammergau II. Sprecherin: Ellie Tschauner.— 11.55 Wetterbericht für die Landwirtschaft.— 12.00 Uebersragung Frankfurt: Mittagskonzert. Unter deutscher Flagge Marsch(Andre): Ouvertüre zu„Der Erlenhügel“(Kuhlau); Weaner Madln, Walzer(Ziehrer); Potpourri aus„Der Obersteiger“(Zeller): Paraphrase über das Lied„Wie schön bist du“(Nesvadba); Walzer aus der Operette„Die Tanzgrä fin"(Stolz).— 12.55 Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. — 13.00 Schrammeln, spielts ma no an Tanz(Schallplatten). Schrammeln, spielts ma no an Tanz(Nützlader-Simlinger): Da droben in der Wachau(Arnold): Wiener Fiackerlied(Pick); Wiener Liederpotpourri; Ich bin echter Weaner(Sioly): Ich bin a Steirerbua(Dietrich); Ich hab amal a Räuscherl g’habt(Kapeller); A g'’sunder Rausch luts a(Wolf).— Anschließend Wiederholung des Wetterberichts für die Landwirtschaft.— 13.45 Neueste Nachrichten.— 14.00 Sperrzeit.— 14.45 Glückwünsche. — 15.00 Wetter- und Börsenberichte.— 15.15 Fürs Kind: Altdeutsche Reigenspiele. Paula Walendy mit Kindern. 15.40 Polen singt und spielt(Schallplatten).— 16.00 Uebertragung Königsberg: Nachmitlagskonzerl. Orchester des Königsberger Opernhauses. Leitung: Wollgang Brückner. Ouvertüre zu„Andora“(Flotow): Fantasie aus„Tiefland“(d’Albert); Träume auf dem Ozean(Gungl); KareliaSuite(Sibelius); Spanische Legende(Rust).— 17.00 Ferien daheim. Zeitfunkfolge für verhinderte Urlauber.— 17.20 Was unsere Hörer sich wünschen(Unterhaltungskonzert auf Schallplatten).— 18.00 Balkanfahrt deutscher Jungen. Ein fröhlicher Bericht mit Schallplatten von Günter Hanke. Spielleilung: Hans Anklam.— 18.30 Stunde der Scholle. Landwirtschaftliche Betriebsleitung im nationalsozialistischen Staat. Gerhard Broesan.— 18.50 Zeitfunk.— 19.00„Drei Sträuße“. Eine muntere Planderei von Hans Pott um Johann Vater. Johann Sohn und Josef Strauß, mit Musikbeispielen. Sprecher: Der Verfasser.— 20.00 Kernspruch.— Anschließend: Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes.— 20.15 Reichssendung: Stunde der Nation. Uebertragung Berlin: Jobsiade. Der denkwürdige und sehr seltsame Lebenslauf des Herrn Hieronymus Jobs. Ein lustiges Ilörspiel von Richard Euringer. Mitwirkende: Paul Dahlke, Jeanelle Bethge, Annaliese Würtz, Erika Ilelmke, Grete Wiedecke, Karl-Heinz Carell. Bruno Fritz, Karl Hellmer. Wilhelm Krüger, Leo Peuckert. Hans Sternberg. Musik: Karl Knauer. Spielleitung: Harald Braun.— 21.00 Uebertragung Frankfurt: Richard Wagner, der musikalische Erfinder. Manuskript: Dr. Hans Scholz. Es liest: Dr. Otto Strobel. Das Rundfunkorchester. Leitung: Hans Rosbaud.— 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem kulturellen Leben.— 22.45 Deutscher Seewetterbericht.— 23.00 Uebertragung München: Nachtmusik. Es spielt das Kleine Funkorchester. Leitung: Erich Kloß. Freitag, den 6. Juli 1934 Reichssender Köln Rinteln, Weser: Blasmusik. Ausgeführt von der Standartenkapelle Jäger 7 Bückeburg, Leitung: MZ.Führer H. Schwone.— 8.00 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen.— 8.05 bis 8.20 Hilde Bremus: Frauenturnen. — 10.00 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen.— 10.10 Käthe Martin: Kinderturnen mit Musik, für Schüler vom 7. bis 10. Lebensjahre.— 10.30 Wir und die Well Rich. Heinemeyer:„Was ist los im Sport?“ 1 H. G. Althoven:„Djumbal“(Aus den Notizen eines Weltreisenden) Liesel Bauer:„Allerlei Wissenwertes von unseren Pilzen“ — 11.30 Funkwerbung der Reichspostreklame(ohne Verantwortung des Intendanten).— 12.00 Musik am Mittag. Was spiell man heut zum Tanz?(Schallplatten). Lolita spanischer Marsch(Santeugini), Columbia-Tanz-Orchester; Altes Spinnrad(Hill), Adalbert Lutter mit seinem Tanzorchester: Ein Walzer für dich, Walzer(Meisel), Robert Renard mit seinem Tanzorchester; Das macht die Liebe (Grothe), Orchester Will Glahé: Zu einer kleinen Liebelei Tango(Richartz), Robert Gaden und sein Orchester; Mein Kaktus tanzt(Kalthoff), Hans Bund mit seinem Tanzorchester: Sprich zu mir von Liebe, Marin, langsamer Walzer(Bixio-Weider), Oscar-Joost-Tanzorchester; Warum lind' ich die Welt gerad' heut' so schön(Stolz), Kapelle Ludwig Rüth: Du schwarzer Zigenner, Tango(Vacek), Kapelle Ludwig Rüth; Hochzeit bei Kather Murr(Landschulz-Schoppe). Oscar-Joost-Tanzorchester: Mein Herz kennt nur die eine Frage, langsamer Walzer(Engel-Berger) Egon-Kaiser-Tanzorchester: Wie nett(Fischer), Hans Bund mil seinem Tanzorchester; Die Heuschrecke(Bertolys), Kristall-Tanz-Orchester.— 12.45 Mittasmeldungen I, (ilückwünsche.— 13.00 bis 14.45 Das Kleine Orchester, Leitung: Leo Ersoldt. Im Schritt der Zeit, Marsch Krueger): Vorspiel zur Oper„Der Feensee“.(Auber); a) Spanische Legende(Rust), b) Liebesständchen(Löhr) Melodien aus dem Schauspiel„Preziosa“(Weber); Hloch lebe der Tanz, Walzer(Waldteufel).— 13.45 Mittagsmeldungen II. Streifzug durch Straußlsche Operetten (Schlögel): Menuett(Bolzoni); Czardas Nr. 8(Michleis) Balleltmusik aus der Oper„La Gioconda“(Ponchielli).— 15.10 Ileinrich Herpers: Unser Garten im Juli.— 15.30 Kristall-Tanz-Orchester.— 15.45 Elisabeth Esser: Die volksdeutsche Arbeit ruft dich.— 16.00 Von Leipzig: Nachmittagskonzert des Funkorchesters, Leitung: Willy Steffen, Csokonay-Ouvertüre d-moll(Keler-Bela): Im son nigen Spanien(Elliot); Serenade für Streichorchester noll(filgar); Vorspiel zur Oper„Consaloo“(Azzoni). 17.00 Verner von Ileidenstam zum 75. Geburtstag. Rudolf Rieth liest die Anekdole: Der Schatten.— 17.10 Barbara Pochan. Liebesgedichte an ein Bauernmädchen von Jakob Kneip, Sprecher: Kurt Ehrhardt.— 17.20 Kammermusik. Ausführende: Margarete Wirwahn(Sopran), Walter Beissel(Klavier). Vier Lieder(Brahms): a) Saphische Ode, b) Nicht mehr zu dir zu gehen, c) Von wiger Liebe, d) Ständchen, Margarete Wirwahn(Sopran); Tanzfantasie op. 35(Weismann), Waller Beissel(Klavier). — 17.45 Wanderungen in Rheinland und Westfalen. Armin Renker: Wanderung über das llohe Venn.— 18.00 Kartenlesen der Hitlerjugend(2)(Aufnahme).— 18.20 inglische Unterhaltung.— 18.40 Vom Tage.— 18.50 Wirtschaftsmeldungen II. Sportvorbericht.— 19.00„Neue talienische Musik“. Das Große Orchester des Reichs enders Köln, Leitung: Otto Julius Kühn. Solist: Rudi Rein(Violine). Venezianisches Rondo(Pizetti); Romanlisches Konzert für Violine und Orchester(Zandoniai). Rudi Rhein(Violine).— 19.50 Erste Abendmeldungen. 20.00 Von Berlin: Politischer Kurzbericht.— 20.15 Von München: Reichssendung. Stunde der Nation, Houston Stewart Chamberlain, die Prophetengestalt an der Zeitwende. Manuskript: Dr. Georg Schott. Musik: G. F. Iländel— H. Wolf— H. Zilcher. Mitwirkende: Hans Haur(Sprecher), Otto Goebel(Ball); Das Rundfunkorchester Der Rundfunkchor— Leitung: Hans A. Winter.— 21.00 Musik am Sommerabend“. Das Großle Orchester. Der Kammerchor. Leitung: Josef Breuer. Das Streichquartett(Rudi Rhein— Toni Fallbender— Regnerns Ringnalda— Robert Grote). Elfenlied(für gemischten hor und Orchester)(Wolf): Italienische Sercnade(Woll), Das Streichquartett; Zigennerleben(für gemischten Chor nd Orchester)(Schumann).— 21.40 Junge deutsche Dichtung. Georg Britting: Abenteuer in der Wolfsschlucht.— 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten.— 22.20 Theaterecke,— 23.00 bis 24.00(nach Königsberg von 23.00 bis 24.00. Stutigart 23.20 bis 24.00. Deutschlandsender 23.00 bis 24.00): Wir fanzen in den Sommer. Das Westdeutsche Kammerorchester und die fröhlichen Fünf, Willi Jansen (Akkordeon). 6.00 Morgenruf. Anschließend:„Bauer und Bäuerin m Monat Juli“.— 6.15 Frühkonzert(Schallplatten).— 6.30 Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen.— 6.50 Zeit. Wetter. Nachrichten.— 7.00 Wiederholung des Morgenrufs. Anschließend: Morgenkonzert. Uebertragung aus „Abadäus Hirsebreis Glück im Unglück“. Sprecher: Eri Oswald Pelers.— 10.00 Neuesle Nachrichten.— 10.10 Funkstille.— 10.30 Spielturnen im Kindergarten. Leitung: Ruth Neumann-Neurode.— 11.15 Deutscher Secwette bericht.— 11.30 Die Wache zieht auf(Schallplatten). 11.55 Welterbericht für die Landwirtschaft.— 12.00 Uebertragung München: Mittagskonzerl. Leitung: Eri Kloß. Ungarische Konzertouvertüre(Keler-Bela): Traum spiel, Suite(Recznicek); Die weille Dame. Fantasie(Boiel dien); Schleicrintermezzo aus„Monna Lisa“(Schillings) Internationale Suite(Tschaikowsky); Valse coquelle(Leon cavallo); Rhapsodie(Kallenberg): Schmelterling. Intermezzo (Schmalstich).— 12.55 Zeitzeichen der Deutschen Seewarte.— 13.00 Spanisches Feuer(Schallplatten). Spani sches Capriccio(Rimsky-Korsakoff); In Cranada(Alvarez) Malaguena(Albeniz); Bolero(Ravel): Tango(Albeniz): St nischer Tanz(Granados).— Anschließlend: Wiederholung des Wetterberichtes für die Landwirtschaft.— 13 45 Neueste Nachrichten.— 14.00 Sperrzeil.— 14.45(ilü0 wünsche.— 13.00 Weller- und Börsenberichte.— 15.15 „Am Strande“. Melodien und Gespräche.— 15.40 Di Frau und der Wellkampfsport. Sprecher: Edilh von I. höffel.— 16.00 Uebertragung Stullgart: Nachmillugskonzert des Rundfunkorchesters. Leitung: Otto Serfert Mitwirkende: Guslav Fullperg(Bariton): Otto Hohn(Violine). Türkischer Marsch für Bläser(Ilagdu); Adagio für Violine und Orchester(Mozart):„Der Prozeßl ist schon gewonnen“, Rezitatir und Arie aus„Figuros Hochzeil“ (Mozart); Ouverfüre zur Oper„Don Juan“(Mozarl): Ouver füre zur Oper„Der Barbier von Bagdad“(Cornelius):„An jenem Tag“, Arie aus„Hans Heiling“(Marschner): Vor spiele zum ersten und dritten Akt der Oper„Die Königs kinder“.(Humperdinck).— 17.00 Leben und Werk des Dramatikers Otto Erler. Ines Schmid-Jürgens.— 17.13 Zeitfunk.— 17.30„Musik am Nachmitlag“. Bunte Folge kleiner Stücke für Violine. Cello, Gesang und Klavier. 1. Violine: a) Ernst Schiffmann: Konzertstück; b) Paul Juon Valse mignonne; c) D’Ambrosio: Canzonella. 2. Violoncello a) Heinrich Werkmeister:„Gesangsszene“; b) Gaspar Cassado: Serenade. 3. Gesang: a) Konrad Ramrath; Tanzlied b) Konrad Ramrath: Liebe kleine Melodie: c) Konrad Ramrath: Leise Klinklarei: d) Konrad Ramrath: In der Kirschenblüte: e) Mirsch-Riccius: Haucht der Wind, der leise. 4. Violine und Violoncello: Nils Gade: Aus c „Noveletten“. Gesang: Martha Groeck-Weller. Violine: Erich Röhn. Violoncello: Max Bleiß. Am Flügel: Hertha Düring.— 18.25 Jungvolk, hör zul Ernstes und Heileres von Land und Leuten an der Saar(Aufnahme).(Vom Reichssender Frankfurt).— 18.55 Das Gedicht.— Anschließend: Wetterbericht für die Landwirtschaft.— 19.00 Verner von Heidenstams 75. Geburtstag. Aus„Krieger und Soldaten Karls XII.“ Sprecher: Franz Konrad Hoefert 19.30 Schwedische Volksmusik.— 20.00 Kernspruch. — Anschließend: Kurznachrichten des Drahtlosen Diensles. — 20.15 Reichssendung: Stunde der Nation. Uebertragung München: Houston Stewart Chamberlain, die Prophelen gestalt an der Zeitwende. Mannskript: Dr. Georg Scholl. Musik: G. F. Händel— II. Wolf— II. Zilcher, Milwirkend: Hans Baur, Sprecher: Otto Gochel, Baßl: Das Rundfunkorchester: Der Rundfunkchor. Leitung: Ilans A. Winter.— 21.00 Wer hat Angst vorm bösen Woll? Tier geschichten mit Hans Bund und seinem Orchester.— 22.00 Politischer Kurzbericht(Aufnahmer.— 22.10 Wetler-, Tages- und Sportnachrichten.— 22.45 Deutscher Seewetterbericht.— 23.00 Uebertragung Köln: Nachtkonzerl. Samstag, den 7. Juli 1934 Reichssender Köln Deutschlandsender 5.45 Wetterbericht für die Landwirtschaft(Uebertragung Hamburg).— 5.50 Wiederholung der wichtigsten Abendnachrichten.— 6.00 Uebertragung Berlin: FunkGymnastik(Willy Driske).— 6.15 Tagesspruch.— 6.20 Uebertragung Kiel: Frühkonzert.— In einer Pause gegen Uhr: Neueste Nachrichten.— 8.00 Sperrzeit.— 8.45 Leibesübung für die Frau.— 9.40 Charlotte Strere: 6.00 Morgenruf. Anschließend: Frühkunzert(Schallplatten).— 6.30 Hans Jucoh Reinarz:-Leibesübungen.— 6.50 Zeit. Wetter, Nachrichten.— 7.00 Wiederholung des Morgenrufs.— Anschliellend: Morgenkonzert. Uebertragung aus Minden I. W.: Blasmusik. Ausgeführt von der Kapelle des 6. Preufl. Pionier-Bail. Minden. Leitung: Obermusikmeister Händel.— 8.00 Zeil. Nachrichten. Wasserslandsmeldungen.— 8.05 Milde Bremus: Frauenturnen.— 8.20 Rose Pokorny: Blumen und Vasen.— 10.00 Zeit. Nachrichten, Wasserslandsmeldungen.— 10.10 Liesclolle Hloppe: Kindergarten.— 10.30 Guckkasten. Kleine Reise durch die Planelenwelt. Neues aus der Entslehungsgeschichte des Menschen und anderes Wissenswerte. 11.00 Vor hundert Jahren. Briefe deutscher Ansiedler aus den Urwäldern Amerikas. Von Alfred Paris. Für Schüler vom dreizehnten Lebensjahre an.— 11.30 Funkwerbung der Reichspostreklame(ohne Verantworlung des Intendanten).— 12.00 Musik am Wochenende. Uebertragung aus dem neuen Kurhaus Bad Anchen: Das Aachener Streich-Orchester. Leitung: Kapellmeister Eduard Maria Jeßlnitz. Mit Eichenlaub und Schwertern. Marsch(Blon); Vorspiel zur Oper„Fra Diarolo“(Auber): ToscaniniSerenade(Murzill): Melodien aus der Operetle„Der Zigennerbaron“.(Strauß): Immer oder nimmer. Walzer(Waldteufel).— In einer Pause 12.45 Mitlagsmeldungen I. Glückwünsche.— Anschlieflend Fortseizung des Millagskonzertes: Einzus der Gladiatoren, Marsch(Blankenburg); Vorspiel zu„Wenn ich König wär“(Adam); Liebesserenat (Becce); Aus Mozarls Reich(Urbach); Wiener Blut, Walz (Straull).— 13.45 Mittagsmeldungen II.— 14.00 Heiter vom Schallplattenlisch.— 14.45 Kleines Kunterbunt.— 15.30 Wirtschaftsmeldungen I.— 15.45 Arbeitsbeschafsungsfront. Oberingenieur H. Goertz: Die volkswirtschaftliche Bedeutung der deutschen Gasindustric.— 16.00 Von Königsberg: Nachmillagskonzert. Aus dem Königsberger Tiergarten. Das Orchester des Königsberger Opernhauses unter Leitung von Wolfgang Brückner.— 17.00 Westfälische Ileimalmuseen erzhlen. Bochum. Kleff: Aus der Kortum-Sammlung des Heimatmuseums.— 17.15 HJ, singt und musiziert. Die Speere empor: Drüben am Wiesenrand; Argonnerwald um Mitternacht; Wie oft sind wir geschritten: Der mächligste König: Stelzt vor dem Zug ein langer Mann; Wildgänse rauschen durch die Nacht; Der Tod reit’ auf einem kohlschwarzen Rappen; Weit laßt die Fahnen wehen.— 18.00 Arbeitsschlacht im Westen. Edgar Maria Moog: Der Angestellte.— 18.30 Volk erzählt. Fritz Iläker: „De Hesenkiepe“. Eine Erzählung in oberbergischer Mundart.— 18.50 Wirtschaftsmeldungen II, Sportvorbericht.— 19.00 Abendmusik.„Zeitgenössische deutsche Vorspiele“. Appassionata(Ebel): Donna Diana(Recznicek); Ingwelde, II. Aufzug(Schillings): Das Fest auf Solhaug (Pfitzner): Lebensfreude(Gg. Schumann). Das Große Orchester. Leitung: Dr. Wilhelm Buschkötter,— 19.50 Erste Abendmeldungen und Saar-Rundschau.— 20.00 Wir suchen die besten Rundfunk-Sprecher. Bezirkswettbewerb für das Preisausschreiben der Reichssendekeitung und des Reichsverbandes deutscher Rundfunkteilnehmer.— 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten.— 22.20 Bunter Hörbericht von den Landesturnfesten der Deutschen Turnerschaft in Aachen und Minden(Aufnahme).— 22.50 lleiterer Ausklang des Sprecherwettbewerbes. Deutschlandsender 5.45 Wetterbericht für die Landwirtschaft(Uebertragung Hamburg).— 5.50 Wiederholung der wichtigsten Abendnachrichten.— 6.00 Uebertragung Berlin: FunkGymnastik(Willy Driske).— 6.15 Tagesspruch,— 6.20 Uebertragung Königsberg: Frühkonzert.— In einer Pause gegen 7 Uhr: Neueste Nachrichten.— 8.00 Sperrzeit.— 8.45 Leibesübung für die Frau.— 9.40 Die körperliche Erzichung des Sänglings und Kleinkindes. Sprecher: Neumann-Neurode und Gustav Schäfer.— 10.00 Neueste Nachrichten.— 10.10 Funkstille.— 10 30 Fröhlicher Kindergarten. Leitung: Elfi von Cranach.— 11.15 Deutscher Seewetterbericht.— 11.30 Ernst Adolf Dreyer pricht über sein Buch:„Die deutsche Kullur im neuen Reich“. Wesen, Aufgabe und Ziele der Reichskulturkammer.(Schlieffen-Bücherei, Berlin).— 11.45 Die Wissenschaft meldet. Neueste Forschungen über die Temperaturen des Weltmeeres und der Weltkörper. Dr. Edgar Müller.— 11.55 Wetterbericht für die Landwirtschaft.— 2.00 Uebertragung Frankfurt: Millagskonzert. Hymne und Triumphmarsch aus der Oper„Aida“(Verdi); Ouverlüre zur Oper„Rienzi“(Wagner); Solveigs Lied aus„Peer Gynt“(Grieg): Münchner Kindl, Walzer(Komzak): Dornröschens Bfautzug, Charakterstück(Rhode): Alle deutsche reue, Marschpotpourri(Frantzen).— 12.55 Zeitzeichen ler Deutschen Seewarte.— 13.00 Wochenendunterhaltung auf Schallplatten.— Anschließend Wiederholung des Wetlerberichtes für die Landwirtschaft.— 13.45 Neueste Nachrichten.— 14.00 Sperrzeit.— 14.45 Glückwünsche. 5.00 Wetterbericht.— 15.15 Kinderbastelstunde: Neues Spielzeng aus altem Kram. Zirkus— und noch was Feines, Max Graeser.— 15.45 Wirtschaftswochenschau. Karl Emil Weis.— 16.00 Uebertragung Königsberg: Nachmillagskonzerl. Orchester des Königsberger Opernhauses. Leitung: Wolfgang Brückner. Ouverfüre zur Oper„Alessandro Stradella“(Flolow); Melodie aus der Oper„Madame Butterflr“(Puccini): Estudiantina, Walzer(Waldleufel): Ballell-Sulte(Popr): Norwegische Rhapsodie Nr. 1 (Svendsen): Intermezzo pomposo(T’schaikowsky); Weaner Madin, Walzer(Ziehrer): Kinderspiele(Bizet): Melodien aus der Operelte„Geisha“(Sidner-Jones); Ouvertüre zur Oper„Die Italienerin in Algier“(Rossini).— 18.00 Sportwochenschau(Gustav Schäfer).— 18.20 Arbeilskamerad, Du bist gemeint!— 18.35 Fröhlicher Tanz im Grünen mit der Kapelle Woitschach.— 19.50 Der deutsche Rundfunk Drinar— 19.55 Glockengeläute vom Bonner Dom.— 20.00 Kernspruch.— Anschließend Wellerbericht für die Landwirtschaft und Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes.— 20.10„Wir suchen den besten Rundfunksprecher!“ (Preisausschreihen der Reichssendeleitung und des Reichserbandes Deutscher Rundfunkteilnehmer). Uebertragung eines großen Bunten Abends aus Frankfurt an der Oder. Start der besten Sprecher. Aus dem Wettbewerb im Gau Kurmark. Ansprache des Sendeleiters des Deutschlandsenders. Vorführung der Funkberichtsaufnahmen. Unteraltungsprogramm mit einheimischen Kräften.— 21.15 Tanzmusik. Berlin tanz und lacht.— 22.00 Weßter-, Tagesnd Sportnachrichten.— 22.45 Deutscher Seeubtterbericht. — 23.00 Feierstunde der Hitler-Jugend auf der Wartburg — Waldbühne in Eisenach.—28.45 Fortsetzung des Bunten Abends aus Frankfurt an der Oder.— Verkündung der ersten Preisträger und Ueberreichung der Preise. 2 Feierstunde „Westfälische Landeszeitung— Rote Erde“. Mittwoch, den 4. Juli 1934 ILLUSCRIGRTSS UNCERHALCUNGSBIAT Der alte Eisenbahnwagen Von Artur H. Knoblich Fast eine Million Kilometer hatte der alte Eisenbahnwagen durchrollt. Eine Million Kilometer in Stürmen und Gewittern, in Regengüssen und Sonnengluten. Von Norden bis Süden, von Osten bis Westen und alle Himmelsrichtungen zwischendurch, ohne Murren, ohne Reden und Feiern und Jubiläen. Das will etwas heißen in unserer Zeit. Aber nun war er müde geworden. Ein wenig klapprig. Wenn er so zwischen seinen breitschultrigen neuen Brüdern stand, da sah er betrüblich und mitgenommen aus. Da merkte man ihm wohl seine Million Kilometer an. Nun hatte man ihn herausgeholt aus der rollenden Front und ihn auf ein totes Gleis geschoben. Und da stand er und wartete. Wenn er so stand, glaubte er immer, noch wie einst zu rollen. Das ewige Rollen lag ihm in allen Gliedern und war zu seiner zweiten Natur geworden. Er wollte es noch nicht glauben, daß er zum Stillstand verurteilt worden sei. Ein toter Minister, ohne Aufgabe, ohne Arbeit, ohne Ziel. Vielleicht wäre es besser gewesen, er wäre vor Jahren bei dem Eisenbahnunglück mit zertrümmert worden. Aber er war davongekommen. Wozu? Um hier nun zu stehen und zu warten? Oder gar zu sterben? Wer stirbt von den Alten gern? Zum Sterben fühlte er sich noch zu jung. Es knackte zwar in allen Gliedern, es quietschte in den Gelenken, aber beim Rollen merkte man nichts. An einem dieser toten Tage erschienen handfeste Männer und klopften und hämmerten an dem Waggon herum. Sie schraubten und fluchten und klopften dem Alten vertraulich an die Wände. Auf einmal fühlte er sich emporgehoben. Er schwebte über der Erde, sehr leicht, denn seine stählernen Räder blieben auf dem Gleis stehen. Es ging zur Rampe hoch. Er sah etwas ängstlich unter sich, auf seine getreuen Räder, die ihn durch alle Jahre getragen hatten. Er wurde auf einen Rollwagen gehoben. Der Rollwagen bog sich unter der gewaltigen Last eines alten Waggons. Dann stürzten sich schwere Gäule in die Sielen. Der Rollwagen knarrte ächzend davon. Der Eisenbahnwagen fuhr auf einem Rollwagen. Es holperte entsetzlich. Auf den glatten Schienen fuhr man gemächlicher. Es holperte zwar auch bei den Stößen und Weichen, aber es war gar nicht unangenehm; jeder ist eben sein eigenes Poltern gewöhnt. * Inmitten eines Gartens wurde der alte Waggon abgeladen. Das war nicht so einfach. Die Last eines rollenden Lebens wurde auf die geruhsame Erde gestellt. Dem alten Waggon kam es sonderbar vor. Er mußte sich in dieses neue Leben erst eingewöhnen. Nun war er pensioniert. Das heißt, er hatte nichts meyr zu sagen. Oder, mit andern Worten, nichts meyr zu tun. Aber dieses neue Leben behagte ihm nicht. Immer noch glaubte er auf den Schienen zu rollen. Und zuweilen im Traum ruckte er nach vorn, um jedesmal ganz verstört aufzuwachen. Dann hörte er das ferne Rollen seiner Brüder, den Gesang der Schienen und die Musik der Räder. Dann konnte er sehr sehnsüchtig und sehr traurig werden. Was war ihm der Duft der Blumen und der Blüten? Sein ganzes Leben hatte er Schmierfett und Oel gerochen. Das war etwas Herzhaftes. Was sagte ihm das Gesumme der Bienen und das Gezwitscher der Vögel? Das Donnern des Eisens, das Dröhnen der Brücken und das Gepolter der Weichen dünkte ihm vertrautere Musik. Das hier war kein Leben. Das war keine Kraft. Das war keine Welt für ihn. Jeder nach seinem Geschmack. Der gute, alte Waggon wurde mißmutig und unglücklich. Freilich die Kinder brachten Lärm genug. Die hatten sich zwischen den Schaufeln und Rechen und Kannen eine richtige Spiel= und Räuberhöhle zusammen getragen. Im andern Teil hatten die Alten und Gemäßigten eine Stube eingerichtet mit sittsamen Vorhängen und richtigen Möbeln. Dort saß man und führte Reden über seine Mitmenschen. Es gab immer etwas zum Aergern. Und wenn alle wieder gegangen waren, stand er wieder einsam —— und aus den Tälern steigt et der weile Nebel wunderbar und verlassen. Und das kam ihm recht böse an. Einen toten Minister spielen, das verbittert. Im Winter sah der alte Waggon mit dem dicken Schneepelz sehr vornehm aus. Er war in der Tat ein feiner alter Herr, wie er in den Romanen vorkommt. Aber diese Herrlichkeit dauerte nicht auzulange. Da warf ihm der lose Lenz Regen und Schmutz ins Gesicht. Im Mai begab sich etwas, das den alten Eisenbahnwagen zunächst in Erstaunen versetzte. Eine Kletterrose hate sich an ihm heraufgemacht. Sie nannte ihn in der Anfangsschüchternheit Onkelchen. Später wurde sie deutlicher und umarmte ihn. Dem alten Waggon wurde unbehaglich zu Mute. Er rückte sich zurecht und tat sehr steif und zurückhaltend. Das fehlte ihm gerade noch auf seine alten Tage. Er hatte von der Liebe die Nase voll. In seinen jungen Jahren liebte er eine blitzsaubere, funkelnde, blanke Lokomotive. Das war eine selige Sache. Einmal fuhr sie mit ihm ganz allein einen langen Tag umher. Das tat sie natürlich aus ganz andern Gründen, als der gute Waggon glaubte. Aber Verliebte merken so etwas nicht. Sogar eine Nacht Jel habe immer auf die Verdienste meiner Widersachter aclitgekabt und daven Vorteil gezogen- Geeihe hatte sie bei ihm gestanden. Er wäre damals vor Glück beinahe aus den Schienen gehopst. Aber am andern Morgen war die blitzsaubere, funkelnde Lokomotive davon gerollt. Mit einem hellen, durchdringenden Pfiff, daß der vor lauter Liebe Entschlummerte aufwachte, aber nur noch den zischenden Rauch von ihr sah. Dann hatte er sie gesucht, lange Jahre, auf allen Schienen, auf allen Bahnhöfen und in allen Schuppen. Es war eine verdammte Zeit. Die funkelnde Geliebte blieb verschwunden. Treulose— hämmerten lange seine Räder. Dann war er fertig mit dieser Geliebten und mit der Liebe überhaupt. Und nun sollte er sich nochmals foppen lassen? Und noch dazu von einer gewöhnlichen Kletterrose? Er sah sie vorsichtig von der Seite an, um sie mit seiner einstigen Geliebten zu vergleichen. Er lächelte ein wenig überlegen. Aber die Rose deutete dieses Lächeln falsch. Das geht allen Verliebten so. Sie wandte sich geschmeichelt zu ihm herum und flüsterte:„Geliebter.“ Aber der alte Eisenbahnwagen behielt Haltung, trotz der sehr deutlichen Gebärde. Schließlich trat der Herbst dazwischen. Die Luft wurde kühler, die Liebe auch. Die Kletterrose lehnte sich erschöpft an den rauben Gesellen, an den Starken, Gewaltigen. Einen zweiten Winter hindurch. Aber im neuen Lenz erwachte die Kletterrose zu neuer Leidenschaft. Der alte Waggon spürte einen aufdringlichen Duft.„Aha“, dachte er,„jetzt parfümiert sie sich noch, dieses Mensch. Wagenschmiere wäre mir lieber.“ Und er blickte bockbeinig und kühl. Aber davon wird wahrhafte Liebe nur noch heißer und wilder. Und so geschah es auch mit der verliebten Kletterrose. Ihre Umarmungen wurden inniger und drängender. Sie umrankte ihn ganz und gar und hielt ihn fest. Dem alten Waggon wurde allmählich schwül, er begann zu schwitzen, buchstäblich zu schwitzen. Es tropfte aus seinen verhunzelten Fugen uund rann in Perlen über seine verwitterten Wände. Die Rose flüsterte:„Geliebter, Du.. Da geschah eines Tages etwas Unerwartetes. Die Kinder hatten wieder einmal in ihrer Waggonhöhle getobt. Aber diesmal waren sie auch in den vornehmen Teil der Großen geraten und hatten dort Koch und Köchin gespielt und ein lustiges Feuer in dem kleinen Ofen angebrannt. Dann waren sie auf und davon und hatten, wie Kinder sind, Feuer und Ofen vergessen. Da fiel aus dem offenen Türchen eine brennende Kohle heraus. Sie zischte ein wenig beleidigt, aber dann fraß sie sich wohlig in die Diele ein und glühte weiter. Der Appetit kommt mit dem Essen. Sie fraß sich langsam die Wände hoch. Es dauerte eine ganze Weile. Der alte Eisenbahnwagen war darüber eingenickt. Aber als spät abends der Nachtwind kam, und ein bißchen hineinblies, da gab es einen kleinen Zug, und auf einmal stand der ganze Waggon in hellen Flammen. Die Kletterrose war selig erschrocken. Aufgewacht aus Traum und Schlaf.„Da“, stammelte sie,„nun ist er doch noch in Liebe entflammt, nun brennt er lichterloh“, und sie kicherte und hielt ihn in schmerzlicher Liebe umfangen. „Geliebter“, rief sie noch einmal und sank mit ihm in das Flammenmeer. Zuletzt kamen die Menschen angelaufen. „Nanu“, riefen sie,„der alte Waggon!" und schüttelten die Köpfe.„Natürlich die Kinder!" schimpften die Alten.:„Ach“, rief ein Witzbold,„der alte Knabe wird modern, er läßt sich verbrennen.“ Vielleicht aber war es ein seliger Liebestod. Der vertauschte Jod Anekdote von Karl Lerbs Seltsam und schauerlich sind in einer alten Geschichte, die über zwei Jahrhunderte hinweg zu uns herüberklingt, Tod und Leben ineinander verschränkt: als hätte es der Fügung gefallen, einmal beispielhaft deutlich zu zeigen, wie rasch und leicht uns ihre Hand her und hin über die dünne Grenze zwischen den beiden Bezirken hebt. Denn so viel uns Menschen diese Grenze gilt— was gilt sie ihr? Wir können es nicht ermessen. Dies war, so darf man respektvoll vermuten, der Gedanke eines alten baltischen Edelmannes, der täglich beim einsamen Mittagsmahl im Speisesaal seines Schlosses einen herrlichen kristallenen Pokal leerte und um so andächtiger und nachdenklicher wurde, je näher er beim guten Trunk dem Grunde des Kelches kam; denn je mehr der rote Wein zur Neige ging, um so deutlicher las man die Worte, die der kunstreiche Glasbildner drunten als sinnbildlichen Bodensatz der Füllung zierlich eingeschnitten hatte:„Memenlo mori“— denk an deinen Tod. Lächelnd, die hageren Hände um das kühle blanke Rund des Pokals gelegt, betrachtete der alte Herr diesen Spruch und fand wohl in ihm die rechte Krönung und Würze einer alltäglichen Verrichtung, die der Erhaltung des offenbar gottgewollten fleischlichen Vorhandenseins galt; erhob sich dann, reinigte mit eigener Hand das kostbare Gefäß und trug es in den Ahnensaal, um ees an seinen Platz im Schrank zu verwahren. Dann verweilte er lange und ganz dem Schauen hingegeben in dem strahlenden, funkelnden, gleißenden, tiefleuchtenden, buntsprühenden Glanz, mit dem er diesen Saal erfüllt hatte: denn es standen darin auf Borten, Tischen und Simsen, in Schränken, Fächern und Nischen viele hunderte von Gläsern, Karaffen und Pokalen aus edelstem Kristall und von erlesenem Schliff. Schien die Sonne nicht, so ließ der alte Herr die Fenster verdunkeln und viele Kerzen anzünden, um die verborgenen und bunten Feuer in den zauberischen Kristallen zu wecken: alle Flammen und Farben des unvergänglichen himmlischen Lichts in den vergänglichen und zerbechlichen Gefäßzen aus irdischem Stoff. Dies war für ihn die höchste und deutungsreichste Stunde des Tages, und was er in den anderen tat, schien ihm daneben in seinen letzten Jahren so unwichtig, daß auch wir uns nicht darum zu kümmern brauchen. Wir finden es nach alledem nicht verwunderlich, daß er die letzte Probe auf seine standhafte Weltweisheit einsam und ohne das übliche Drum und Dran ablegte und seinen Leuten, die ihn eines Morgens leblos im Bett fanden, ein zur unausdeutbar rätselhaften Maske erstarrtes Antlitz zeigte. Man bahrte ihn, wie es seit langem bestimmt war, im Ahnensaal auf und sandte einen Kurier zu seinem Neffen und einzigen Leibeserben, der als Offizier bei einem feudalen Reiterregiment ein von allen Kennern weltlicher Vergnügtheit bewundertes, von seinem nun verblichenen Oheim aver um so gründlicher verabscheutes Dasein führte! Er=reiste sogleich herbei, musterte, schlank und hochmütig in blitzender Uniform auf dem Trittbrett der Kalesche stehend. Schloß und Dienerschaft mit herrischem Blick und verweilte zu der schuldigen stummen Betrachtung an der Leiche; klirrte dann mit klingenden Sporen durch alle Räume und ließ' uch von einem feierlichen Notarius bestätigen, daß dem Oheim nichts anderes übriggeblieben war, als ihn nach dem Hausgesetz zum Herren des Besitzes zu machen und damit von allen Schulden und Sorgen zu entbürden. Einsam, wie das des Oheims seit so vielen Jahren, war sein Nachtmahl im Speisesaal: aber während der alte Herr sich den Tod als unsichtbaren Tischgenossen geladen hatte, dachte der neue Herr, dem Freude und Wein im Blute brausten, nicht an den dunklen Gast, der sich, geläden oder ungeladen, eines Tages zu uns an die Tafel setzt: ihm wäre wohl ein anderer Tischgeselle recht gewesen, der ihm bei einem Trinkspruch auf das Leben mit lachender Kameradschaft Bescheid tat. Zum Bescheidtun war niemand da— aber es kam ihm, der schon ein wenig trunken war, plötzlich der Einfall, dem stillen Mann im Ahnensaal aus dem eigenen Lieblingskelch einen triumphiernden, Gruß des Lebens zuzutrinken. Sogleich ergriff er die Kanne und ging hinüber; stand einen: Augenblick geblendet und beklommen vorm Schein der Kerzen, dem bunten und blitzenden Gefunkel der täusend Kristalle, der ferngerüc Erhabenheit des Antlitzes auf dem weißen Atlaskissen; riß sich dann mit einem Ruck zusammen, nahm den Pokal aus dem Schrank, füllte ihn und wollte, das leuchtende Gefäß in hochaufgeschwungener Hand haltend, zur Bahre gehen: schlank, straff, in herrischem Hochmut. Da nun geschah es, daß er sich mit den Sporen in einer Matte verfing und, da er im Taumeln nach einem Halt griff, einen der kristallgefüllten Schränke stürzend mit sich riß:, so daß die Gläser und Schalen mit schmetterndem Geklirr am Boden zerschellten. Als er sich, schwänkend und blutend aufrichten wollte, sah er sich vor einer gespensterischen Erscheinung, die ihm den gurgelnden Atem in die Kehle zurückstieß: der Toke, der vermeintlich Tote öfftete die Augen und sah, ihn an— richtete sich auf und sah ihn an.“ Die Dienerschaft, aufgestöbert durch den Lärm, lief herbei— nur um aksbald schreiend zu flüchten und drunten im Dorf, eine! schauerliche Kunde zu verbreiten. Man wird es ihr nicht verargen, daß sie dem gedoppelten Entsetzen nicht standhielt, da sie den eben noch legenden neuen Herrn tot, mit zerschmettertem Schädel, drunten am Fuße der Treppe und den ehen noch toten alten Herrn lebend drohen im Ahnensaal gefunden hatte. Der Pfarrer, durch sein geistliches Amt ebenso verpflichtet wie nach allgemeiner Ueberzeugung geschützt, entschloß sich, dem Spuk zu Leibe zu gehen; nicht ohne sich den“ irdisrh verläßlichen Beistand des Arztes zu sicherü. Sie konnten freilich nur feststellen, daß drobeschim Schloß der eine ebenso unabänderlich tot mi der andere unabänderlich lebendig war: ohne Jas' der vom Tode Erweckte ihnen auf ihre Fragen irgendeine Antwort gegeben hätte. Er saß, den durch einke sinnvolle Absicht der Fügung unversehrt gelassenen Lelch in der Hand, auf dem Rande des Lagers, in einer. Haltung, wie er sie im stummen und sleisen„Gleichgang seiner ferneren Tage noch zu vielen Malen einnahm: lächelnd, die hageren Hände uur das kühle.blanke Rund des Pokals gelegt, den er so zinvezwandt betrachtete, als ob ihm die auf dem Grunde zierlich eingeschnittene Inschrift os Rätsel,des ertauschten Todes auf eine guts-und. tröstliche Art zu lösen vermochte. Der Rebell VON LUIS TRENKER 9) Ein Freiheitsroman aus den Bergen Tirols Mimmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm : I n g r i n i n s i g e n t l e d i g e n s i c h d i e R e i t e r i h r e r Kleidunßsstücke. Die heredte Sprache von vier auf lie geruhteten. Gewehren läßt keine Weigerungsgelkite u ihrren auftommen. ' Grinfenk schauen die befreiten Bauern dieser so; gänzlich- unmilitärischen Verwandlung ihrer Bedrücker zu.“#ind sind voll Eifer dabei, ale Seuerin die erbeuteten Pferde, Waffen und Kleidungsstücke unter sie verteilt. Helle Freude leuchtet den armen Teufeln aus den Angen. So gute Stiefel und warme Mäntel können sie wohl gebrauchen. Nicht schnell genug können sie die Sachen anziehen. Auch die Röcke und Hosen wer den nicht verachtet— denn heile Sachen sind rar. Den größten Jubel aber lösen die Pferde und Waffen aus— denn dus ist in diesen Zeiten kostharstes Gut in Tirol. Den ausbrechenden Dank seiner Landslente schneidet Severin kurz ab. „Schauts, daß Ihr weiterkommt— und laßts Euch nit erwischen!" Das lassen sich die Bauern nicht zweimal sagen. Noch ein herzliches„Vergelts Gott!" und schon sind sie in dem dunklen Wald verschwunden. Auf heimlichen Wegen hasten sie hinauf in die Berge— in die schützenden Felsen! Severin und seine Freunde bringen die Dragener noch bis an den Ausgang der Schlucht und jagen sie dann davon. „Laufts und grüßts mir Euern Capitaine recht schön," ruft er ihnen noch nach. Eilig trotten die Tragoner— barfuß in Unterzeug und Raupenhelm gar= komisch anzuschauen— ihren Weg dahin. Als sie nach einiger Zeit wagen, sich vorsichtig umzuschauen, da ist von Severin und seinen Freunden schon längst nichts mehr zu sehen Der Ueberfall Anderlans in der Sillschlucht war durchaus kein vereinzelter Fall derartiger Befreiungsversuche. Allenthalben war die Lage der verhältnismäßig kleinen Garnison sehr bedroht. Viel Schuld an dieser gespannten Lage in Tirol trugen auch die unsinnigen Verordnungen der bayerischen Regierung. Warum verbot man den Bauern den Besuch der Kirche? Warum ZusamSeverin, der die politischen Verhältnisse von seinem Studium in Deutschland her besser kannte, hoffte ebenfalls. Wenn er auch einsah, daß auf den österreichischen Kaiser nicht zu rechnen war, so wußte er andererseits doch, daß trotzdem in Wien ein Herz blutete, auf das sich die Tiroler voll und ganz verlassen konnten. Dieses Herz gehörte dem Erzherzog Johann, der mit glühender Liebe an seinen Tirolern hing. Aber auch Severins stärkste Hoffnung war, daß einmal das ganze große deutsche Reich sich zu einem geeinten Freiheitskampf erheben würde. Einmal müßte doch der Tag kommen, an dem sich das deutsche Volk seines Jochs entledigen würde, und dannk war auch bestimmt die Zeit für Tirol gekommen. Die Tiroler allein konnten sich ja nur wehren, so gut es ging; Napoleon und seine Armeen mußten anderswo niedergerungen werden. Eigentlich konnten sie ja stolz sein, die armen, kleinen Bergbauern von Tirol, denn 1805 bis 1807 gab es eine Zeitlang nur einen einzigen wirklich freien Fleck in Europa, und der hieß Tirol. Wenn auch alle Welt und das ganze deutsche Reich und der Kaiser Franz in Wien sich vor der Macht des großen Korsen verneigten, wenn auch der König von Preußen es vornehm fand, statt seiner Muttersprache französisch zu sprechen, so waren die Tiroler freie Herren dagegen, sprachen deutsch, wie ihnen der Schnabel gewachsen war, warfen die gesamte bayerische und französische Armee aus ihrem Land hinaus und hatten sich so, wenn auch nur für kurze Zeit, ihr Recht und ihre Freiheit selber verschafft. Aber jetzt war es mit Recht und Freiheit vorbei, und es nützte nichts, sich in ruhmvoller Vergangenheit zu sonnen. Als der Abend kam, hockte sich Severin mit seinen Kameraden ans flackernde Herdfeuer. Wieder— wie schon den ganzen Tag— schmiedeten und entwarfen sie Pläne und überdachten ihre Lage. Hagspiel meinte, daß seiner Schätzung nach mehr als die Hälfte, mindestens zwei Drittel, aller Ausgehobenen von St. Vigil desertiert seien. Eine schöne Wut mußten die Bayern haben! Klotz, der Severin am nächsten sitzt, sagt:„Du, Anderlan, mußt schon überhaupt auf der Hut sein. Denn wer weiß, es könnte doch einer sich die 500 Taler ganz gern verdienen wollen!“ Aber Severin meint zuversichtlich:„Der Teufel soll sie alle holen, mi zeigt keiner an.“ Während sie ums Feuer sitzen und miteinander sprechen, pochen plötzlich starke Schläge an die Tür. Erschrocken fahren die fünf herum. Panzl schlägt ein Kreuz. Die anderen springen auf, ergreifen die Stutzen und richten die Gewehre auf die Tür. Hagspiel hat einen schweren Schlägel erwischt und holt aus. Langsam öffnet sich der Türladen und Kathrin, Hagspiels Braut, steht vor ihnen. Da sinken die Gewehre und Hagspiel läßt seinen Schlägel fallen. Mehr als verdutzt und mit nicht gerade gescheiten Gesichtern blicken alle auf das Mädchen, das ganz unerwartet, atemlös und verweint in der Tür steht.—— Die Kathrin setzt sich erschöpft nieder und sagt zunächst gar michts. Der erste, der die Sprache wiederfindet, ist Anderlan: „Schön sein mir erschrocken! Was ist denn eigentlich geschehen, daß Du jetzt mitten in der Nacht daherkommst?" Unter Schluchzen erzählt Kathrin, daß in der Früh bayerische Reiter die Ausgelosten aus den Betten geholt, sie wie Verbrecher gebunden und abgeschleppt hätten. Während ihr die hellen Tränen über die Backen laufen, berichtet sie, daß ihre beiden Brüder Thomas und Hannes dabei seien. Und sie sei so verzweifelt und unglücklich gewesen, daß sie es einfach nicht mehr ausgehalten hätte und hier herauf zum Hagspiel hätte laufen müssen. Klotz fragt:„In welcher Richtung sein sie denn fort, die Bayern mit Deine Brüder?" „Ja, ich weiß es nicht genau, aber ich glaub, auf die Sillschlucht zu sinds gangen!“ 7. Kapitel Die Sillschlucht wurde im Volksmund„Teufelsmeg“ genannt. Und sie trug diesen Namen nicht zu Unrecht! Tief in die Schlucht eingeschnitten zog sich ein schmaler Weg an dem reißenden, sprühenden Gebirgsbach entlang, der die Enge mit Kälte und Nässe erfüllte. Senkrecht stiegen die triefenden Felsmauern rechts und links auf; stellenweise bis auf Handbreite zueinandergeneigt, Hunderte von Metern hoch.— Nur wenn die Sonne hoch im Zenith stand, sandte sie ein paar Strahlen in die Schlucht hinein. Zumeist aber lagerte ein dämmeriges Halbdunkel zwischen den Felswänden, das der Schlucht etwas merkwürdig Unheimliches gab. Ungern benntzten die Soldaten den Weg durch diese düstere Klamm. Er hatte für sie etwas Feindliches, zumal nicht selten, von einem Tier oder den Naturgewalten ausgelöst, Steinblöcke und Geröll in die Tiefe stürzten. Wehe denen; die in solchen Augenblicken gerade unten in der Schlucht dahinzogen. Solange aber die neue Paßstraße, die man in diesem Jahr zu bauen begonnen hatte, noch nicht gangbar war, blieb die Sillschlucht der einzige Weg von St. Vigil zu den südlichen Nachbartälern. Dies also war der Schauplatz, auf dem Severin den Zwingherren von Tirol ein Stück aufspielen wollte, das ihnen keinen Spaß machen sollte. Er kannte eine Wasserrinne, durch die ein guter Kletterer von oben her in die Schlucht hineinsteigen konnte. In dieser Rinne steigt er mit Rabensteiner hinunter bis zu einem tischgroßen Felsvorsprung, der wenige Fuß über der Straße sich wie eine Kanzel in die Schlucht hinausschob. Von hier aus konnte er fast den ganzen Einschnitt überblicken, ohne selbst von unten gesehen zu werden. Den Klotz und den Hagspiel schickt er zum Ausgang der Schlucht, wo sich die zwei zwischen Felstrümmern so geschickt verstecken, daß sie die Steinkanzel, von der Severin aus den Ueberfall leiten wollte, im Auge behielten. Sie liegen noch nicht lange in ihrem Versteck, als sie Pferdegetrappel näherkommen hören. Schon tauchen auch die metallblinkenden Raupenhelme der Reiter am Eingang der Schlucht auf. Ein seltsamer Troß zieht heran. Drei schwer bewaffnete Dragoner eröffnen ihn. Ihnen folgt eine Kokonne junger Männer, zu dreien aneinandergebunden. Die Ausgehobenen von St. Vigil sind es, die da in Fesseln vorwärtsgetrieben werden. Den Schluß dieses traurigen Zuges bilden abermals drei Reiter, die mit Flüchen und mit Gewehrkolben dafür sorgen, daß die Kolonnesvor ihnen das gewünschte Marschtempo einhält. Severin stößt den neben ihm liegenden Rabensteiner an: jetzt heißt es aufpassen und im richtigen Augenblick handeln! Als die Schlußeskorte unter der Felskanzel, auf der die zwei, platt an den Boden gedrückt, liegen, vorbeigeritten ist, hebt Severin die Rechte in die Höhe. Das ist das Zeichen für die Kameraden am Ausgang der Schlucht. Mit einem Satz schnellen Klotz und Hagspiel aus ihrem Versteck heraus und springen, das Gewehr vorgestreckt, auf den Weg. Erschreckt steigen die Gäule der Reiter steil in die Höhe. „Hände hoch! Alles halt!“ schreien die zwei, und sogleich erschallt dasselbe Kommando vom Ende des Zuges her, wo Severin und Rabensteiner mit angelegter Büchse auf der Felskanzel knien. Panischer Schrecken ergreift die Reiter. Sie beeilen sich, dem Befehl nachzukommen, werfen ihre Gewehre weg und beben die Hände hoch. Das Gebrüll der vier, das die steilen Wände der Schlucht um ein Vielfaches verstärkt zurückwerfen, lassen sie zuerst glauben, eine ganze Uebermacht habe sie überfallen. Zu weiterem Ueberlegen bleibt ihnen jedoch keine Zeit.„Absteigen!“ kommandiert Severin, „Die Leute losbinden!" Und brav folgen die sechs Reiter seinen Be fehlen. Blitzschnell ist das Häuflein Tiroler von seinen Fesseln befreit, und so mancher der Reiter bekommt dabei einen kräftigen Fluch zu hören, der der reichlich aufgespeicherten Wut einiger maßen Luft macht. „Stiefel aus!“ schnanzt Severin die Soldaten an. Die machen erst große Augen und zögern, aber ein nicht mißzuverstehender Wink mit Seve rins Gewehr genügt, um sie rasch in Bewegung zu setzen. Innerhalb weniger Sekunden fliegen zwölf schwere Reiterstiefel auf die Landstraße. Severin heißt die Tiroler inzwischen alle Gewehre aufsammeln und die Pferde, die Neigung zeigen, sich selbständig zu machen, einfangen. „So— und Mäntel könnten wir auch brauchen und Röcke und Hosen,“ herrscht Severin die Eskorte wieder an.„Aber a bissl fir— mir ham wenig Zeit.“ 4 8. Kapitel Der Schleier hebt sich Mit wachsendem Erstaunen hatten die Umstehenden von diesem seltsamen Schreiben Kenntnis genommen. Ratlos sahen sich die Offiziere an, bis der englische Kommandant mit einem Befehlswort die Mannschaften fortschickte, um sich dann an die Gruppe der Offiizere zu wenden: „Die Herren Kameraden," begann er,„werden wohl ebenso erstaunt sein über das merkwürdige Ergebnis unserer bisherigen Tätigkeit wie ich selbst Es dürfte sich die Frage erheben, was sollen wir mit diesem Ergebnis anfangen.“ „Und was glauben der Herr Kamerad", fiel der französische Kommandant ein,„was man nun tun soll?" „Ich stehe nicht an“, ergriff der englische Kommandant wieder das Wort,„meine höchst persönliche Meinung zu sagen: Ich halte es für angebracht, unseren zuständigen Dienststellen einen genauen Bericht über den Hergang der Sache einzureichen, ohne besondere Schlußfolgerungen an dieses Ergebnis anzuknüpfen. Daheim mag man sich dann mit den politisch verantwortlichen Stellen in Verbindung setzen, um dieses Ergebnis auszuwerten, wie man es für gut findet. Wir unsererseits können hier nur noch veranlassen, daß unsere Mannschaften, soweit sie dieses Ereignis miterlebt haben, über den Hergang reinen Mund halten. Darf ich im übrigen den Vorschlag machen den Bericht an unsere Dienststellen gemeinsam festzustellen, damit unsere Herren Politiker, die sich ja wohl verständigen werden, auf der gleichen Grundlage ihre Entschlüsse aufbauen können. Wenn die Herren damit einverstanden sind, bitte ich Sie, nach einer Stunde zu mir an Bord zu kommen.“ Dieser Vorschlag fand allerseits Beifall. Die Kommandanten begaben sich an Bord ihrer Schiffe, instruierten ihre Mannschaften und verpflichteten sie zum Schweigen über die soeben erlebten Vorgange bis ein weiterer Befehl gegeben würde. Wenige Stunden nachher gingen Funksprüche gleichen Inhalts mit der Bitte um weitere Befehle an die Admiralität in London, Paris und Washington. Während des nächsten Tages unternahm man noch einmal eine genaue Durchsuchung der Explosionsstelle und ihrer weiteren Umgebung, ohne aber irgend etwas entdecken zu können, was zu weiteren Vermutungen hätte Anlaß geben können. Insbesondere fand man nirgends Kleider oder Reste eines bei der Explosion verunglückten Menschen, sodaß der Verdacht in den Offizieren rege wurde, man habe es hier mit einer wohl abgekarteten Sache zu tun, wofür ja auch der merkwürdige Brief sprach. Ueber das Warum und Wozu konnte keiner sich ein Bild machen, nur daß sich allgemein die Meinung bildete, der ganze Vorgang habe irgendeinen irreführenden Zweck. Noch war das Suchen und Ueberlegen nicht zu Ende, da liefen Funksprüche ein mit dem Befehl, zur mündlichen Berichterstattung zum Heimathafen zurückzukehren. Offenbar hatten sich die Admiralitäten verständigt und waren zu dem Entschluß gekommen, bei der unglaublichen Art des Vorgangs zuerst einmal mündlichen Bericht sich erstatten zu lassen, ehe man neue Entschlüsse fasse. Als auch der mündliche Bericht keine Aufklärung brachte, fand ein eifriges Hin und Her zwischen den Auswärtigen Aemtern statt, dem aber plötzlich ein Ende gemacht wurde durch eine Nachricht, die ein Neuyorker Blatt brachte. Dieses berichtete in einer abenteuerlichen Aufmachung über eine Explosion in der Nähe der Insel Miquelon, bei der der unbekannte Seeräuber sein Ende gefunden habe. Bevor man noch etwas unternehmen konnte, um die Weiterverbreitung dieser Nachricht zu verhindern, erschien sie in allen führenden Blättern der Weltpresse. In London und nicht weniger in Paris und Washington kam man dadurch sehr in Verlegenheit, denn nun mußte man sich irgendwie zu der Sache äußern. Nach einigem Hin und Her erschien dann in der Pariser Presse eine regierungsseitige Erklärung, daß tatsächlich jene Explosion stattgefunden habe und man Grund habe, anzunehmen, daß hierbei der unbekannte Seeräuber sein Ende gefunden habe, wenn man auch entsprechende genaue Feststellungen nicht habe machen können. Diese Beruhigungspille wurde von London und Washington aus bestätigt und tat ihre Wirkung. Schon glaubte man aufatmen zu können, da kam aus Le Havre eine Nachricht, die wie ein Donnerschlag wirkte. Der soeben dort eingelaufene Dampfer„La Provence“, einer der größten Passagierdampfer der französischen Handelsmarine, meldete, daß er unmittelbar vor dem Einlaufen in den Hafen von Le Havre seiner Goldladung, die er aus Neuyork an Bord hatte, beraubt worden sei. Begleitet von zwei Zerstörern der französischen Kriegsmarine sei er unbehelligt in der vergangenen Nacht vor Le Havre angekommen. Wegen des herrschenden Nebels habe er den Tagesanbruch erwarten wollen, während die zwei Zerstörer nach Brest gedampft seien in der Annahme, daß ihre Aufgabe beendet und der Provence angesichts des Hafens wohl nichts mehr passieren könne. Im Morgengrauen sei plötzlich eine Dampfpinasse, die man im ersten Augenblick für einen Lotsenkutter angesehen habe, an die Provence herangekommen; man habe das Fallreep niedergelassen und mehrere Männer seien an Bord gestiegen. Einer von ihnen habe verlangt, Tags darauf strotzten die Titelseiten der Zeitungen von Schlagzeilen tollster Art daß sofort der Kapitän vor ihm erscheine. Als man ihn an den ersten Offizier aus der Brücke verwies, habe er auf der sofortigen Ausführung seines Befehls bestanden, während er durch ein Megaphon dem Wachhabenden auf der Brücke zugerufen habe, bei langsamster Fahrt zu bleiben, widrigenfalls das Schiff torpediert würde. Während man den Kapitän holte, rief der Fremde dem Wachhabenden wiederum zu, er möge scharf nach Backbord die See beobsichten, worauf sich alles Mühe gegeben habe, den Nebel nach Backbord hin mit den Augen zu durchdringen. In dem Augenblick, als dann der Kapitän kam, habe man deutlich die Bahn eines Torpedo=Kreisläufers gesehen, auf den der Fremde, den Kapitän am Arm packend, mit einem Wink der Hand hingedeutet habe. Mit wenigen Worten habe er dann den Kapitän aufgefordert, die gesamte Goldladung auszuliefern, andernfalls die Provence torpediert würde. Dem Kapitän sei nichts anderes übrig geblieben, als die Goldladung herauszugeben, die teils durch die Dampfpinasse mitgenommen, teils an Ort und Stelle versenkt worden sei. Die Ueberraschung und Erregung über diesen Vorfall war bei dem Kapitän und alsdann bei den Passagieren, die von dem Vorgang selbst kaum etwas gemerkt hatten, da er in frühester Morgenstunde sich ereignete, so groß, daß niemand auf den Gedanken kam, die Meldung hierüber auf die einfache Tatsache zu beschränken. Man schrie vielmehr durcheinander, und als der Dampfer anlegte, hatte der Vorfall schon groteske Darstellungsformen angenommen. So kam es, daß die Mittagsblätter bereits tolle Beschreibungen des frechen Goldraubes brachten, während die Abendblätter schon voller ironischer und boshafter Bemerkungen waren über die vor wenigen Tagen erst verbreitete Nachricht der Regierung über den vermutlichen Tod des Seeräubers. Während noch die Redakteure sich den Kopf zerbrachen, wie sie diesen tollen Fall für den nächsten Tag auffrisieren sollten, wie die einen die Regierung zu decken, die anderen sie zu verhöhnen suchten, und während diese Regierungen selbst ratlos waren, wie sie diesem tollen Streich begegnen sollten, trat ein neues Ereignis ein, dessen Wirkung geradezu verheerend war. Als gegen Mitternacht der Pariser Sender eine Pause machte, hörte man unmittelbar nach der Ankündigung der Pause eine fremde Stimme: „Achtung!— Alles herhören!— Neueste Nachricht vom unbekannten Seeräuber!" Und dann kam in knavpen Sätzen die Mitteilung, daß der unbekannt Seeräuber noch lebe, daß die Regierungen das Volk betrogen hätten. Und dann kam wörtlich jenes seltsame Schreiben von Miqnelon, das der unbekannte Sprecher abschloß mit den Worten:„Das ist die erste öffentliche Warnung!" Wie ein Spuk war die Stimme weg. Als wenn sie einer Geistersitzung beigewohnt hätten, starrten sich die Beamten des Pariser Senders an, und wie gebannt hingen die Blicke der Hörer an ihren Lautsprechern. Daß der Unbekannte auf der Pariser Welle gesprochen, daß man ihn hätte stören können, kam den Beamten des Pariser Senders erst Minuten nachher zum Bewußtsein. Tags darauf strotzten die Titelseiten der Zeitungen von Schlagzeilen tollster Art, wie man sie seit dem Krieg nicht mehr gesehen hatte. Ein unbefangener Beobachter hätte glauben können, die Welt stünde am Vorabend eines neuen Krieges, so erregt war das Treiben auf den Straßen der Städte. Aber während die Zeitungen noch über die unerhörte Kühnheit des Unbekannten ihre Verwunderung und über die Regierungen ihres Landes die Lauge ihres Spottes zum Ausdruck brachten, hörte man schon seltsame Stimmungen der Freude aus der Masse des Volkes. War es die Kühnheit des Unbekannten, der chnippchen schlug und ursprünglich den Großen der Welt ein Iimmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm damit die Sympathie der Massen gewann, so er# schien er jetzt durch seine Erklärung, wem eigentlich sein Kampf gelte, in einer seltsamen Aureole. Das war ja kein Abenteurer, kein Seeräuber, das war ja ein Held, der sich eine kaum vorstellbare Aufgabe gestellt hatte. Das hatte man ja selbst schon einmal in irgendeiner Form gedacht. stinktiv fühlte die Masse, daß dieser Unbekannte ja etwas wolle, was sie alle schon einmal bewußt und unbewußt geträumt, gedacht, erwogen und sicher einmal gewünscht hatten. Und wie eine Seuche einen ganzen Erdteil plötzlich erfassen kann, so fraß sich mit Gedankenschnelle die Idee des Unbekannten in der Seele all dieser mehr oder minder geplagten Menschen fest: Ja, das Gold, das ist das Uebel! Los vom Golde! Tod dem Gold! Die Zeitungen, die da behaupten und glauben, sie bildeten die öffentliche Meinung, sie wurden mit in den Strudel gezogen: das Volk, ja, die Straße machte dieses Mal die Meinung, und schließlich mit einer solchen Einhelligkeit, daß auch die Regierungen, mochten sie wollen oder nicht, dieser Meinung in irgendeiner Form Rechnung tragen mußten. Zuerst suchte man die Dinge auf ein anderes Gebiet zu verschieben, indem man das Verbrecherische der Handlungsweise des Unbekannten in den Vordergrund schob. Die Presse, die diesen Gedankengang der Regierungen unterstützte, kam aber damit schlecht an. Der größte Teil der Presse folgte dieser Parole nicht, ja ein nicht geringer Teil ging dazu über, die These zu verfechten, es sei verbrecherisch seitens der Regierung, diesen Erlösergedanken eines Furchtlosen zu sabotieren. Sie seien eben alle von der Weltfinanz abhängig, die nun ihren Thron wanken sehe. Von Tag zu Tag wurden die Gegensätze schärfer, und als ein Maler auf den Gedanken kam, den neuen Menschheitshelden in einem Bilde darzustellen, da wurde dieses Bild der Schwarm der Frauenwelt, das Idol aller kämpferischen Männer, und es schien, daß dieses Zeitalter, das so viel gegen den heldischen Gedanken gesündigt hatte, sich einen neuen Helden schaffen würde, der die nationalen Helden Hitler und Mussolini noch überragen sollte. Und als nun gar die deutsche und italienische Regierung erklärten, sie billigen zmar nicht das Vorgehen jenes Unbekannten und sie hätten nichts mit ihm zu tun, sie verurteilten vielmehr aufs schärfste die gewählten Mittel, seien aber im Grunde der Ueberzengung, daß die derzeitige Bewertung des Goldes als Währungsmittel und seine Ausnutzung als volitisches Kampfmittel auf die Dauer unhaltbar, da bäumte sich zwar noch einmal alle Kraft der goldenen Internationale hiergegen auf. Das Eis aber war gebrochen:„Aus dem Rahmen einer Pressekampagne, aus der zwar gefährlichen aber immerhin noch abwandelbaren Stimmung der Massen heraus war die Frage des Goldes, der Goldwährung, zu einer Staatsaktion geworden, die nicht mehr als quantité négligéable betrachtet werden konnte. (Fortsetzung folgt.) Der Garten im Juli Im Juli hat die Vegetation in vielen Fällen bereits ihren Höhepunkt überschritten. Nach dem starken Einfluß der Wärme und Feuchtigkeit beginnt bei vielen Pflanzen ein Stillstand und es zeigt sich eine gewisse Erschlaffung. Allerdings rafft sich die Flora Ende dieses und zu Anfang des nächsten Monats noch einmal zu einer kurzen Wachstumsperiode, dem sogenannten Johannistriebe, auf. Doch der Gärtner darf die Hände nicht in den Schoß legen. Es gilt zu ernten, daneben die noch stehenden Kulturen zu pflegen, und weiter von neuem für die kommenden Monate zu säen und zu pflanzen. Im Obstgarten bedürfen stark beladene Bäume einer hinreichendenStütze, damit die Aeste nicht brechen, und der Wind nicht massenhaft die Früchte schüttelt. Die Zufuhr reichlicher Feuchtigkeit in Verbindung mit Dunggüssen verhindert das Abwerfen und fördert das Wachstum der Früchte ungemein. Auch ist weiterhin eine sorgsame Pflege der Baumscheibe erforderlich. Hier darf sich kein rissiger Boden zeigen. Eine Lage Torfmull oder trockenen Mistes verhindert das Austrocknen des Bodens. Bei der Ernte geht man sorgsam vor. Das Obst soll keine Druckstellen oder abgerissene Stiele zeigen. Allzu dichter Behang stört die Entwicklung der einzelnen Früchte. Ein Ausdünnen bis auf ¾ vermindet keineswegs die Quantität der Ernte, hebt aber ihre Qualität ganz besonders. Alle Arbeiten an den Bäumen erfordern Schonung der nächstjährigen Fruchtknospen und des Laubes. Die Blätter sind ja bekanntlich zur Ernährung der Bäume auch dringend nötig.— Pfirsiche, Aprikosen und Birnen pflückt man einige Tage vor der Reife und läßt sie an einem kühlen, dunklen Orte nachreifen. Dadurch wird das Aroma bedeutend verbessert. Unmittelbar nach der Beerenernte beginnt die Bodenbearbeitung und das Schneiden sowie die Düngung. Die Pflanzen müssen bereits jetzt die nötigen Nährstoffe für das nächste Jahr aufspeichern. Stachelbeeren werden durch Niederbeugen der Aeste und Decken derselben mit Erde vermehrt. Die Ausläufer bewährter Erdbeermutterpflanzen erfahren eine besondere Pflege. Jedem Stock bleiben nur 3—4 Ausläufer. Man kneift sie hinter der ersten jungen Pflanze ab. Diese bewurzeln sich schnell, wenn sie etwas in die Erde gedrückt werden. Bis August September entwickeln die jungen Erdbeeren einen guten Wurzelballen und können dann auf die neuen Beete kommen. Dreijährige Erdbeerbeete sind gleich nach der Ernte abzuräumen und mit Gemüse zu bestellen. Die übrigen Beete brauchen nach der entsprechenden Bodenlockerung reichlich Dung. Im Gemüsegarten erfolgt die Räumung der Frühgemüsebeete, sobald der größte Teil geerntet ist. Es wäre falsch damit zu warten, bis Nachzügler zur Verwertung reif sind. Die Zeit ist kostbar, die Neubestellung darf keine Verzögerung erleiden. Auf Frühkohlrabi können vorteilhaft Buschbohnen folgen, auf Erbsen, Kopfsalat, Endivien, Oberkohlrabis, Wirsing und Winterkohl. Frühe Karotten entwickeln sich bei jetziger Aussaat noch gut. Für den Herbst sät man Spinat, weiterhin: Rosen= und später Blumenkohl, Lauch, Schwarzwurzeln, Winterrettich. An trüben, regnerischen Tagen erfolgt das Pflanzen von: Grünkohl, Wirsing, Rosenkohl, Blumenkohl, Lauch, Sellerie. Kompost, Dunggüsse mit stark verdünnter Jauche oder Lösungen von Volldüngern fördern das Wachstum der jungen Pflanzen. Wie im Obstgarten schützt auch hier eine Schicht Torfmull, kurzer Mist usw. wirksam vor dem Verdunsten der Feuchtigkeit. Immer wieder hält die Hacke den Boden offen und vernichtet dabei gleichzeitig das Unkraut. Wenn die Witterung es erfordert, gießt man regelmäßig und recht durchdringend. Leere Mistbeete lassen sich mit Blumenkohl(Erfurter Zwerg), Kopfsalat(Maikönig) oder Aussaaten von Rettichen sowie Radieschen nutzen. In den Mittagsstunden wird bei trockenem Wetter Endivien gebunden, jedoch immer nur soviel wie der Haushalt in einigen Tagen verwerten kann. Gurken bekommen allwöchentlich einen Dungguß. Mancher entspitzt die jungen Pflänzchen über dem zweiten oder dritten Blatt und später nochmals über dem vierten. Die Ranken sollen nicht durcheinander wachsen. Zu dichtes Gewirr erfährt ein Auslichten. Nach genügend starkem Ansatz der kleinen Gurken nimmt man die Triebe nochmals bis auf das zweite Blatt nach der Frucht zurück. Auch der Blumengarten benötigt bei trockener Witterung hinreichend Bewässerung. Besonders Lorbeer, Oleander, Hortensien, Fuchsien, sowie Azeleen. Rhododendron sind dankbar für Dunggüsse. Verblühte Hortensien sind auf sechs Blätter zurückzuschneiden. Efen und Rosen lassen sich nur durch Stecklinge vermehren, Nelken durch Absenker.— Abgeblühte Blumen wandern zeitig auf den Komposthaufen, da sie den Pflanzen im weiteren Stadium zu viel Nahrung entziehen. Es sei denn, daß Samen von ihnen gezogen werden soll. Am meisten erfreuen die Rosen im Garten. Zu einem reichen Flor brauchen sie wiederholte Dunggüsse und Feuchtigkeit. Gegen den Rost der Rosen ist Kupferkalkbrühe anzuwenden. Bei allzu starkem Befall schneidet man die betreffenden Zweige ab und verbrennt sie. Gegen Meltau ist gepulverter Schwefel ein gutes Mittel. Die wilden Triebe der Rosen müssen an ihrem Ursprung an der Wurzel entfernt werden, sonst treiben sie immer wieder aus. Um eine Anreicherung mit den genannten orKletterrosen ganischen Stoffen(Assimilate) zu erzielen, hemmt man das Wachstum auf verschiedene Weise. Es werden Fruchtgürtel angelegt, die Aeste geringelt, oder starke Wurzel abgestoßen. Dies alles erübrigt sich, wenn die Bäume auf schwachwüchsiger Unterlage(Paradies oder Quitte) stehen. Zur Bildung der Assimilate ist vor allem viel Licht erforderlich. Durch entsprechenden, sachgemäßen Schnit ist daher dafür zu sorgen, daß die Kronen der Bäume licht und luftig sind. Wo alles wirr durcheinander wächst, kann die Sonne nicht vordringen. Ganz abgesehen davon, daß sich in solch vernachlässigten Bäumen alle Krankheiten und Schädlinge wohlfühlen.— Reicher diesjähriger Fruchtbehang behindert ferner die Bildung der Assimilate und daher den Ansatz von Fruchtknospen. Deshalb wird auch immer wieder betont, daß die Früchte solch beladener Bäume auszudünnen sind. In Kalifornien z. B. weiß man es gar nicht anders. Man dünnt dort bis auf zwei Drittel des Behanges aus und erhält so jedes Jahr gute Durchschnittsernten.— Eine reichliche Assimilation ist weiterhin nur bei gesunden Blättern der Fall. Die Schäden durch Blattläuse, Raupen, Mehltau, Fusikladium usw. müssen daher mit allen Mitteln verhütet werden. Auch einseitige starke Stickstoffdüngung und weiterhin durch mangelhafte Gesamtdüngung sowie Wassermangel bedingte Schwäche der Bäume beschränkt die Anlage der nächstjährigen Fruchtknospen. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß eine reichliche Bildung kräftiger nächstjähriger Fruchtknospen zu erwarten ist bei sachgemäßer, nicht einseitiger Düngung, hinreichender Bewässerung, und bei gesundem Laub auf schwachwüchsiger Unterlage. Ferner muß evtl. starker Behang gehörig ausgedünnt werden. Künstlicher Dünger für Bäume Breitwürfig streuen Vielfach herrscht Unklarheit, wie man künstlichen Dünger an Obstbäume verabfolgen soll. In manchen Fällen macht der Gätner einfach mehrere Löcher unter dem Baume und streut den Dünger hinein. Im Raume zwischen dem Stamme und der Kronentraufe ist aber eine Düngung wirkungslos. In diesem Bereiche befinden sich vor allem die ogenannten Haltewurzeln des Baumes, die nicht in der Lage sind, Nährstoffe aufzunehmen. Dies geschieht vielmehr durch die äußeren Spitzen der Faserwurzeln. Deren große Menge befindet sich unter der Kronentraufe und noch weiter nach außen. Hier ist also der Platz, den Dünger unterzubringen. Reichliche Mengen künstlichen Düngers, in Löchern gegeben, haben noch den weiteren Nachteil, daß sie sich ungelöst zusammenklumpen. In diesem Zustande verbrennen sie dann die Wurzeln, besonders der zarten Faserwurzeln. Es bilden sich Wulste an ihnen und bei Trockenheit sterben sie chnell ab. Dies hat wiederum ein starkes Abwerfen des Fruchtansatzes zur Folge. Aus diesen Tatsachen ergibt sich, daß der künstliche Dünger am besten breitwürfig gestreut wird. Je nach Größe und Alter des Baumes beschränkt man sich nicht nur auf die Kronentraufe, sondern düngt im weiteren Umkreise.— Jeder Baum braucht zu seiner Gesunderhaltung und zur reichlichen Fruchtbildung die nötigen Düngestoffe: Phosphorsäure, Kali, Sticktoff und Kalk. Bei Gaben von Mist und Jauche muß durch Kali und Thomasmehl— die gemischt werden können— eine Ergänzung erfolgen. Besser noch verwendet man einen Volldünger, der alle Nährstoffe im richtigen Verhältnis zueinander enthält. Die richtige Anlage des Komposthausens Der Komposthaufen stellt gewissermaßen die Gartensparbüchse dar, weshalb er in keinem Garten fehlen sollte. Denn schon nach kurzer Zeit stehen aus den sogenannten Abfällen sehr wertvolle Humusstoffe zur Verfügung, die zu den Aussaaten und zur allgemeinen Bodenverbesserung verwendet werden können. Darüber hinaus bringt der Kompost wertvolle Nährstoffe in den Boden. Allzuhäufig aber wird der Komposthaufen recht stiefmütterlich behandelt, sodaß die erzielte Erde wenig Nährstoffe und Bakterien enthält, dafür aber reich an Unkrantsamen und Krankheitsbakterien ist. Bei der richtigen Anlage, des Komposthaufens ist zunächst darauf zu achten, daß eine schaltige Lagerstelle gewählt wird. Wir sehen also zu, daß südlich die Laube oder Buschwerk steht. Denn andernfalls scheint die Sonne ungehindert auf den Haufen und trocknet ihn übermäßig aus, sodaß die Zersetzung der Stoffe beeinträchtigt wird. In den Sonnenstrahlen sind die ultravioletten Strahlen, die Feinde der Bakterien sind, also die Zersetzungsund andere wichtige Bakterien töten würden. Nach der Wahl des passenden Platzes werden die Abfallstoffe jeweils auf der ganzen Lagerfläche chichtweise verteilt, also nicht vor den werdenden Haufen geworfen. Wenn eine Schicht etwa 40 Zentimeter stark ist, decken wir sie mit Erde zu. Dann kann der Haufen nicht austrocknen und den bakterienfeindlichen Strahlen ist der Weg versperrt. Wenn der Haufen dann etwa 1½ Meter hoch ist, erhält er einen stärkeren Erdmantel und bleibt bis zum Herbste liegen. Bei dem nun folgenden Umetzen des Haufens wird die Pflanzenmasse stets enkrecht abgestochen, damit die Stoffe sich gut vermischen. Selbstverständlich dürfen kranke Pflanzen und samentragende Unkräuter nicht kompostiert werden, da sonst die oben erwähnten Uebel nicht ausbleiben. Die schwarzen Läuse an den Puffbohnen Diese widerlichsten unter allen Garteninsekten, die nicht nur die Puffbohnen, sondern auch Holunder und Schneeball heimsuchen, sind wieder einmal da! Da half kein frühes Säen und hilft auch kein Auskneifen der Spitze: unaufhaltsam vermehren ich diese Läuse und verderben uns die Freude an den Dicken Bohnen schon jetzt. Da ist kein Gartenreund, der sie nicht feststellen mußte und immer vieder wird um Mittel zur Beseitigung dieser chwarzen Pest gefragt. Daher seien nachstehend einige genannt, die helen werden: Als Streupulver helfen die ungiftigen Mittel„Spruzil"=Staub und„Jowelin". Damit die Wirkung intensiver ist, wird zweckmäßig in das Herz jeder Pflanze zunächst ein Tropfen Salatöl geträufelt. Nach einigen Stunden werden die Pflanzen dann bestäubt. Ganz hervorragend bewährte sich das Spritzmittel„Thripsolin", das wohl das billigste Präparat ist und einen sehr hohen Wirkungsgrad hat. Mit einem Spritzmittel können naturgemäß die Lauskolonien besser erreicht werden, als mit Staubmitteln, deren Verteilung durch die Blätter und den Wind beeinflußt wird. Eine gute Spritze, wie z. B. der„Schädlingsteufel", vernebelt die Spritzflüssigkeit äußerst fein und ermöglicht das Bespritzen jedes Blattwinkels. Außerdem geht nicht viel des Mittels dabei verloren, da wir eine größere Zielsicherheit haben, als bei Staubpräparaten. Wer also eine Spritze zur Hand hat, sollte ein Spritzmittel bevorzugen. Beim Spritzen ist besonders darauf zu ach ten, daß die Spritzendüse recht nahe an die Läusegesellschaft gehalten wird, damit sie auch ihr Teil abbekommt. Der Büchertisch des Kleingärtners „Das neuzeitliche Kräuterbuch“ von Ludwig Kroeber In unserer Zeit haben die Kräuter, die mit das Fundament der Heilkunde bilden, einen entschiedenen Wert. Aus dem Altertum wurden uns umfangreiche Werke überliefert, die eine erschöpfende Aufzählung von Heilstoffen sowie Erläuterungen in bezug auf die Heilkunde enthalten. Diese Erkenntnisse wurden später hauptsächlich von Mönchen ergänzt, die sich im Mittelalter in Deutschland und im übrigen Europa um die Pflege der Arzneipflanzenkulturen verdient gemacht haben. Die gesammelten und vorliegenden Erfahrungen nutzte man dann in der Neuzeit in steigendem Maße aus, was sehr dazu beitrug, die Kenntnis zur Volksmedizin zu vermitteln. Das vorliegende Kräuterbuch, das im Hippokrates=Verlag, Stuttgart Leipzig erscheint, befaßt sich in ergiebiger Weise mit Geschichte, Entwicklung und Kultur der Kräuter. Wir haben damit für die gesamte einschlägige Literatur ein Werk, das durch seine Reichhaltigkeit außerordentlich lehrreich wirkt. Qualitätszeichen Alles für den Garten erstklassig in Dortmunds Samenhaus NEBELUNG Ostenhellwet 35— Fernruf 28305 * K·A B E a G·GG LINN ** 0 0 S W 1. Reihe: Stern. 2. Reihe: Männlicher Vorname. 3. Reihes=Wüste, 4. Reihe: Gewürzpflanze. Auflösung in der-morgigen Nummer: Auflösung aus der gestrigen Nummer: Alter Sinnspruch 1 EII. 2 Ikarus, 3 NorberT, 4 ElhpsE, Haitl, 6 EhemanN. 7 RegensburG, 8 ReporteR, 9 LitewkA, 11 ImpromplU, 11 ChalkidikE, 12 EdelweisS, l5. Kaengurulf, 14 RivierA, 15 OberammergaU, 16 Nachtrupr. ElemenT. „Eine herrliche Kröne ist em graues Haupt“ P Westfälische Landeszeitung Rote Erde Wirtschaftliche Nuchrichten Nr. 179 4. Juli 1934 Gegen Kapitalzerstörung und-Fehlleitungen Ein Jahr Kartellverordnungen: Nationalsozialistische Wirtschaftsgesetzgebung Von der Oeffentlichkeit wenig beachtet, sind seit etwa Jahresfrist als Ergebnis der Arbeit der verschiedenen Ministerien eine Reihe von Gesetzen und Verordnungen ergangen, die für die neue Gestaltung der privalen Wirtschaft einschifeidende Bedeutung haben. Zu den typisch nationalsozialistischen Gesetzen gehören das Gesetz über Aenderung der Kartellverordnung vom 15. Juli 1933 und das Gesetz über Errichtung von Zwangskartellen vom 15. Juli 1933, die den Weg zu einer planmälligen Wirtschaftssteuerung freimachten. Das Gesetz über Errichtung von Zwangskartellen hat seit seiner Verkündung in zahlreichen Fällen die Grundlage für Verordnungen gegeben, die sich mit Verbofsbeslimmungen für die Neuerrichtung bestimmter Fabrikationsanlagen bzw. der Erweiterung bereits bestehender befallten. Nachstehende Aufstellung zeigt, welche Industriezweige bisher davon berührt worden sind: Am 25. Dezember 1933 erging die Verordnung über Gründungdes Salzbundes, am 4. und 13. Januar 1934 wurde eine Marktregelung auf dem Gebiet von viereckigem Drahtgeflecht, sowie eine Beschränkung der Herstellung von Wäscheknöpfen und ein Erweiterungsverhot der Ierstellung von Zigarrenkisten vorgenommen. Weiter ergingen u. a. folgende Verordnungen: 16. 2. 34. Verordnung über die Hohlglasindustrie. 8. 3. 34. Verordnung über die Herstellung von Uhren. 12. 3. 34, Beschränkung der Herstellung von metallischem und Rot-Arsen. April 34. Zusammenschluß der Zigarettenindustrie und Erweiterungsverbot 15. 5. 34. Verordnung für die Papicrindustrie. 16. 5, 34. Errichtungs- und Erweiterungsverbot für Rundfunkempfangsapparate. 19, 5. 34. Verordnung für die Steinzeugindustrie. 29. 5. 34. Verordnung für die Superphosphatindustrie. 11. 6. 34. Verordnung für die Rauchtabakindustrie. Man muß schon von dem liberalistischen System der sogenannten freien Wirtschaft ausgehen, wie es bis zum 30. Januar 1933 in Deutschland geherrscht hat, wenn man diese auf einer Linie liegenden umfassenden Gesetzesmasinahmen an der richtigen Stelle in die Aufbauarbeit der verschiedenen Ministerien eingliedern will. Gerade die Nachkriegsjahre, insbesondere die der Scheinkonjunktur nach der Stabilisierung der Reichsmark, hatten Verhältnisse geschaffen, die nicht zuletzt zur wesentlichen Verschärfung der Krisenerscheinungen beitrugen und, auf die Dauer gesehen, untragbar waren. Der Bankiergeist und das Nurdenken in Kapital und Gewinn errichtete ohne jede Rücksichtnahme auf tatsächlich vorhandene Absatzmöglichkeiten am deutschen und am Weltmarkt nach freiem Ermessen Produktionsstätten. Typisch waren die Verhältnisse in der wesldentschen Zementindustrie. Die Neuerrichtung von Außlenseiterwerken oder wenigstens das Androhen einer solchen hat dem Bochumer Verband viel Geld gekostet. Soiche Erscheinungen der damaligen Zeit waren in der Tat nur aus der liberalistisch-kapitalistischen Führung erklärlich. Wir können es uns heute ersparen, auf diese wohl unerfrenlichsten Erscheinungen der deutschen Nachkriegszeit einzugehen, die im übrigen nicht nur in der Zementindustrie, sondern allenthalben zutage traten und das wirtschaftliche Leben vergifteien, und stellen lediglich die Tatsache fest. daß das Ergehnis der Scheinkonjunktur in dem Vorhandensein weit über den Bedarf hinausgehender, teilweise planlos errichteter Produktionsanlagen und damit in einer Kapitalzerstörung und Kapitalfehlleitung sondergleichen besland. Nur so ist es zu verstehen, daß sich bei einzelnen Industriezweigen die Verhältnisse ins Katastrophale entwickelt hatten. Der Nationalsozialismus vertritt den Standpunkt, daß der Staat nicht selbst zu wirischaften, sondern die Wirtschaft, die sich als dienendes Glied dem Staat ein- und unterzuordnen hat, p.lanmäßig nach nationalwirtschaftlichen Gesichtspunkten zu lenken hat. Das Reichskabinett sah sich also alsbald nach der Uebernahme seines Amtes vor die dringende Aufgabe gestellt, dem noch immer teilweise die Wirtschaft beherrschenden Liberalismus ein rasches Ende zu bereiten und an seine Stelle unter Wahrung der freien Unternehmerinitiative die neue Wirtschaftsordnung zu selzen. Grundlage hierfür bilden neben dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit vom 20. Januar 1934 und dem Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaues der deutschen Wirtschaft vom 27. Februar 1934 jene beiden, obenerwähnten, grundlegenden Gesetze, die die Erzeugung bestimmter Industriezweige aus Planlosigkeit in Planmäßligkeit und damit in die große Linie nationalsozialistischer Wirtschaftsführung einordnen. Alle obenerwähnten Verordnungen sind so getroffen, dall weder der Unternehmerinitiative noch der schöpferischen Leistung irgendwelche Hemmnisse in den Weg gelegt werden. Gerade darin unterscheiden sich die ergriffenen Maßnahmen von einer gewissen Planwirtschaft, die auf deutsche Verhältnisse nicht übertragen werden kann. Gleichzeitig sind sie nur vorübergehender Natur, teilweise nur bis zum 31. Dezember 1934 oder Ende 1935 begrenzt, um den Weg für den in bestem Zuge befindlichen Wirtschaftsaufschwung freizulassen. Endgüllig aber ist Schluß gemacht mit den liberalistischen Verhältnissen der Nachkriegszeit, unter denen einzelne Werke und Unternehmer unter Verkennung der dienenden Aufgabe der Wirtschaft selbstsüchtige Ziele verfolgten ohne Rücksicht darauf, daßl die nationalwirtschaftlichen Belange mehr und mehr in Vergessenheit gerieten. Mit dieser Wirtschaftsauffassung ist gründlich aufgeräumt worden. In allen von diesen Verordnungen betroffenen Industriezweigen verfügt Deutschland über vorzügliche Produktionsställen, die vollständig und bestmöglich auszunutzen, erstes Bestreben ist. Die deutsche Volkswirtschaft hat aber kein Interesse daran, diesen Produktionsapparat durch fehlgeleitetes Kapital aufzubauschen, um dann die Anlagen nur zur Hälfte oder noch weniger ausnulzen zu können. Das hießle, nicht nur Kapital fehlleiten, sondern auch Kapilal zerstören. Dies zu verhindern, hat die Reichsregierung mit ihren Malinahmen verstanden, und so, ohne ernste Zwangseingriffe vorzunehmen und ohne den Staat direkt an der Wirtschaft zu beteiligen, nationalsozialistische Ausbauarbeit im Sinne des Führers geleistet. Gg. Gufe Beschäftigung in der Krefelder Vermehrte Aufträge in der Samfindustrie Krefeld, 3. Juli. In Der Krefelder Seidenindustric sien im Monat Juni in der Nachträge nach KleiImstoiten teilweise ein Rückgang, soweit es sich 1 Waren handelte, für die die Saison jetzt zu Ende gehl. „ übrigen herrschte weilerhin gute Nachfrage. Die BeGläftigung der Betriebe war gut. In Krawatienstoffen besland erwas größere Nachfrage, die sich aber hauptsüchlich wieder „ur auf billige kunslseidene und ganzseidene Stolfe in Miittleren Preislagen erstreckt. Die Preise waren durchweg unlohnend. Im Auslandsgeschäft trat noch keine wsentliche Besserung ein.— Das Geschäft in Schirm stüffen ist verhällnismällig ruhig gewesen, doch sind die Neumusterungen recht günstig aufgenommen worden. Da die Hauptsaison des Jahres noch bevorstcht, kann sich das Geschäft noch zum Besseren wenden, vorausgesetzt, dall in den nächsten Monaten ein für den Verkauf von Schirmen günstigeres Wetter eintritt. Die Lage in der Samlindustrie hai sich elwas gebessert. Mit der Annäherung an die Verkaufssaison sind Aufträge hereingekommen, die es auch schon ermöglicht haben, in mäßligem Umfange neue Arbeiter einzustellen. Vor allem hat die Industrie alles aufgeboten, um Auslandsaufträge in größerem Maße hereinzuholen, allerdings unter den größten Opfern hinsichtlich der Preise. Insbesondere haben die Fabrikanten in dieser Weise den Kampf gegen die Auslandskonkurrenz in England aufgenommen. Der deutsche Markt ist noch wenig beleht und geht nur zögernd an Bestellungen heran. In der Seidenveredlungsindustrie hat in den für die Samlindustrie arbeitenden Betrieben die leichte Belebung angehalten; es konnten sogar, wenn auch nur in geringem Umfange, neue Arbeiter eingestellt werden. Bei den Druckereien werden sich allerdings weilere Betricbseinschränkungen wohl kaum vermeiden lassen. In der Krawattenindustrie ist im wesentlichen aus Saisongründen der Auftragseingang gegen den Vormonat ganz erheblich zurückgegangen. Immerhin besteht noch etwas Nachfrage für Sommerkrawalten. Ruhiger Berliner Getreidemarkt Hafer weiter abgeschwücht Die Marktlage war am Berliner Getreide groümarkt gestern noch ruhiger als in der letzten #cit. Das Angebol war keinesfalls groß, trotzdem hielt es schwer, die Ware abzusetzen. Die Mühlen heobachteten allergrößte Zurückhallung, neue Ernte kann bisher noch nicht gehandelt werden, da die für dieselben gültigen Festpreise bisher nicht bekanntgegeben wurden. Alter Rog gen wird nur wenig umgesetzt. Die Mühlen werden größtenteils aus den Lagern versorgt. Roggen waggonfrei oder wurde mit 161—165 RM. Fob Stettin mit 169 RM., eif Hamburg mit 173 RM., cif Bremen mit 177 und cil Niederrhein mit 178 RM. gesprochen. In Weizen waren die Umsätze ebenfalls gering. Foh Steilin erzielte 198 RM., cil Hamburg 203 RMl., cif Breinen 204 RM., cif Niederrhein 208 RM., waggonfrei oder Station 188—190 und waggonfrei Elbe Station 195—198 RM. In Niehl wird seilens der Bücker nur der Tagesbedarf gedeckt. Hafer lag wescntnen ruhiger, der Iandel, der in spekulativer Absicht sich Vorräte hingelegt hat, will zwar von seinen hohen Forderungen nur schwer herunter. Die Giebole lauten aber durchweg niedriger. Es erfolgten nuch Zusagen auf 2 RM. niedrigerer Preisbasis. Die amlliche Berliner Noliz wurde dementsprechend herabgesetzt. Von Gersten findet Sommergerste aus dem letzten Erntejahr keinerlei Beachtung. Zweizeilige neue Wintergerste ist bei abnehmendem Angebot leicht abzusetzen, bewilligt werden für diese waggonfrei Steitin 180—182 RM., Schlesien 181—184 RM. und Berlin 178—188 RM. Vierzeilige neue Wintergerste bleibt knapp im Angebot und wird weiter beachtet. Für waggenfrei Steitin wurden 172, Oder-Stationen 163—164 und waggonfrei Berlin 170—175 RM. bezahlt. Am Futtermiltelmarkt ist die Tendenz ruhig. Roggen- und Weizenkleie wurden zu gestrigen Preisen umgesetzt. Oelkuchen gelangten kaum zum Angebot. Einiges Interesse bestcht für Zuckerschnitzel und vollwertige Zuckerschnitzel, während Steffensschnitzel vernachlässigt liegen. Brauereiabfallprodukte wurden auch etwas mehr beachtel. In Rauhfutter ist das Angebot sehr gering. Getreidemärkte Hamburger Cif-Notierungen für Getreide. Kleic und Saaten Hamburg, 3. Juli. Weizen: Maniloba 1 schw. 5.12½. Juli 5.12½, Aug. 5.12½, Manitoba II schw. 4.9 7 1/8, Juli 4.97½. Aug. 4.97½. Amber Dur. II, Canada Juli 5.07½, Rosafé 80 kg Juli 3.60. Barnsso 80 kg Juli 3.45, Bahin 80 kg Juli 3.60. Gerste: Platagerste 64-65 kg schw., 3.60, 61-65 kg Juli 3.65, 67-68 kg schw., 3.65, 67-68 kg Juli 3.70. Russengerste 66-67 kg 1. Ilälfte Juli 3.72½. Roggen: Plata 72-73 kg Juli 2.85. Mais: La Plata, schw., 3.20—3.45, Juni 3.17½. Juli 3.17½, Aug. 3.17½, Donauftialfox, Sept.- 3.22½. Hafer: Plata Unclipped 46-47 kg Juli 2.70. Plata Clipped 51-52 kg Juli 2.80. Weizenkleie: Pollards: schw., 2.80, Juli 2.80. Bran, schw., 2.75, Juli 2.75. Leinsaal: La Plata, 96% Juli 7.87½, Aug. AUS DER SCHIFFAHRT Neue Verhandlungen im Rheinsee-Verkehr Erste Einigung. zwischen Linienschiffahrt und Motorsegler in der Ostsee Ilamburg Tanderten Mit Beginn des neuen Monats tritt, das Abkommen zwischen Linienschiffahrt und Motbrsegfer' Güstenschifffahrt) wegen der Mindestfrachtei in Kraft;“. Die Verlader schaft hat daher für bestimmte, Verkehre# nuch Ostseeplälzen in Zukunst mi#er# Prachlen zu kalkulieren,e en heutigen Tiefsland der Sätze durch wesentlich, höhere„Ouolierungen erselzen werden. Eine Ueberbetuslung der Verladerschaft durch überhöhte Frachten soll-äindesseß vermieden und nur der Küslenschiffahrt das Existenfninimum gesichert werden. Das Stückgut Soll der LinienSchiffahrt vorbchallen werden und das Massengul dem Motorschiff. Die Küstenschiffer verzichten auf den, Transport von Stückgul, ab Hamburg nach Kiel, Kolberg, Steilin, Stralsund. Danzig usw. Zum Ausgleich wirtl ihnen mehr Massengut zugestanden werden.: Die um Sinne der Abgrenzung notwendige: Aufteilung, bestimnfter Warengattungen hat natürlich zu den verschiedensten Zuteilungen für die beiden Interessenten geführt. Diese Regelung, die nuch jahrelangen Bemühungen endlicht zum Abschlull gekommen sind, haben keine Geltung für den Verkehr der Weser-, Ems- und Rheinhäfen. Wie, die Regelung bei letzteren sich entwickeln„wird, an der man nun auch schon seit einem Jahr,„insbesondere“ hinsichtlich des Molorseglerverkehrs, arbeitet, wird sich in den nächsten Wochen wohl endgültig entscheiden. Es finden hierüber demnächst zwischen dem Küstenschifferverhand, dem Leiter der Meldestelle und den interessierten Maklern Verhandlungen slatt. Rotterdamer Frachten Rotterdam, 3. Juli. Niederrhein:“ Anscbot Schillernum uenügend: Nachfrage,, mällig; Stimmung Fuhig. Erzfracht Rotterdam—Ruhrhäfen: 4 Tage Löschzeit 55, 8 Tage Löschzeit 604 Erzfracht Rotterdam-Rhein-Herne-Kanal: 4 Tage Löschzeit. 65, 8 Tage Löschzeit 70. Oberrhein: Angehot Schiffsiumn genügend. Nachfrage mällig. Stimmung ruhig Fracht-für Rohprodukte Rotterdam nach Mannheim in Tagesmiete 165.(Die Frachten werden nach den Wasserslandsumständen und der, Jahreszeit per Last oder Tagesmiele abgeschlossen. Die Notierungsweise ergibt sich dentlich aus der Notierung. Tagesmiete ca 2¼ Cenis. Per Last 100 Cents.): Schlepplohn für gelndene Schiffe 20—22½ Cenis Tarif. Gründung des Verbandes der Häfen und Umschlagsbetriebe des Elbestromgebietes Nachdem im Mai bereits der Verband der Häfen und Umschlagsbetriebe des wesideutschen Kanal- und Weser gebietes gebildet worden ist, kam es vor wenigen Tagen zur Bildung eines gleichen Verbandes für das Elbestromgebiet. Die Horn-Linie läuft den Bremen an Hafen Die mil Passagier- und Fracht-Motorschilfen nach West Indien lahrende Horn-Linie hat sich entschlossen. den Iafen Breinen In Zukunft regelmällig direkt zu be dienen. Die I'rma Nicolaus Uare& Co. hat die Vertre lung ab 1. Juli übernomen. Ladestelle in Bremen: Frei hafen II, Schuppen 13. Berliner Wertpapiermärkte Nach der Beobachtung des letztägigen Ellektenverkehrs muß man zu der Feststellung komnen, dall der Börsenverlauf ein sehr wertvolles wirtschaftliches Vertrauensmoment gezeigt hat. Weder an den Bankschallern, noch in den Dispositionen der Besitzer privater und öffentlicher Wertpapiere war irgendein Moment zu erkennen, dall von Unruhe in der Auffassung zu den letzttägigen politischen Ereignissen zeugte. Wie groß das Vertrauen zur Führung des Reichskanzlers Adolf Ilitler in den Kreisen der Rentner und Sparer ist, kann man am besten dann ersenen, wenn man Vergleiche ziehl zu der vergangenen parlamenlarischen Epoche, wo jedes Gerücht und jede Regierungsmaßnahme sofort Spekulationsmanöver größter Ausmaße hervorriefen. Dagegen fanden die mit der Säuberungsaktion des l’ührers zusammenhängenden Uistände in der Entwicklung der Tendenz der Wertpapiere kaum Niederschlag. Im Gegenteil ist festzustellen, dall man die wirtschaftliche Entwicklung sehr zuversichtlich ansichl, wie das in der Beobachtung der verstärkten Hoffnung einer Einigung in den Verhandlungen über den Transier mit England zum Ausdruck kommt. Darüber hinaus lagen verschiedene anregende und belebende Momente vor, so zum Beispiel die erhöhten Anforderungen im Konsum der sogenannten gemischtwirtschaftlichen und Versorgungswerke,(Gas, Wasser und Elektrizität). An den Aktienmärkten entsprach der Auftragseingang dem Umlang der Vortage. Wenn die ersten Notierungen vielfach erheblich niedriger waren, so war das keinesfalls immer darauf zurückzuführen, daß grölleres Angebot vorlag, sondern mehr eine Folge der Enge des Marktes. Im Verlauf machten sich auf last allen Gebielen Ansätze zu fester Tendenz bemerkbar und gegen Schlull der Börse wurden die anfangs eingetretenen kleinen Abschläge vorwiegend wieder eingeholl. Die Antcile der Reichsbank erfuhren zur ersten Notiz eine Steigerung um ca. 1¾, um dann später auf 154¼ nachzugeben. Am Marki der festverzinslichen Werte sland der Pfandbriefmarkt im Vordergrund. In erster Linie waren Goldpfandbriefe beachtet, die fast ausnahmslos ½—¼ Prozent gehessert waren. Liquidations- und Kommunalpfandbriefe entwickelten sich nach beiden Seiten unler leichten Schwankungen und mäßligen Umsätzen. Von Staatsanleihen, die allgemein ruhig lagen, wurde die bayer. Serien-Anleihe in kleinen Stücken ½ höher mit 95¼ bewertet. Sonst traten Schwankungen nach beiden Seiten um höchstens ¼—½ Prozent ein. Reichsschuldbücher späte Fälligkeiten waren zu Beginn leicht nachgebend, im Verlauf jedoch befestigt. Mittlere Fälligkeiten tendierten unverändert. Dagegen bestand Nachfrage für frühere Termine. In der Kursgestaltung für Stadtanleihen spielten die begrenzten Umsätze bei der amtlichen Notierung eine größere Rolle. Breslauer Schatzanweisungen, die seit zwei Tagen gestrichen waren, wurden heute 1¾ niedriger festgesetzt. Die Ware fand auf dieser Basis glatt Aufnahme. Provinzialanleihen waren zum Teil fester. Als außlergewöhnlich gebessert sind 1928er Pommern anzuschen(+ 1¼). Dagegen gab die 1928er Brandenburger Provinzialanleihe ungefähr im gleichen Ausmaß nach. Reichsbahn-Schatzanweisungen erhöhten ihren Stand auf 101. Hamburger Altbesitz zogen auf 90⅛ an. Industrieobligationen mit fortlaufender Notiz bewegten sich mit Ausnahme von Iloesch auf ermälligter Basis. Bei den Einheitsnotierungen war die Haltung geteilt. Zum Teil gingen die Veränderungen bis ½ nach unten und nach oben. Concordia Bergbau gelanglen 1¼ höher mit 87¼ und Lüdenscheider ½ Prozent höher zur Notiz. Am Geldmarkt blieb der Satz für Blanko-Tagesgeld unverändert. Der Privatdiskont wurde wieder mit 3¾ Prozent notiert. 7.90. Rizinussaat Juli 9/7/6, Bombay Leinsaat, 100% Juli 12/7/6. Liverpooler Getreidekurse und MehlNotierungen Liverpool, 3. Juli. Weizen(100lb.): Juli 4/7¼+; Okt. 4/10⅝—½; Dez. 5/1⅛ 0; März 5/3⅛ ⅛. Mais (100lb.): cif Plate(480 lh.) Juni 18/1½; Juli 18/1½; Aug. 18/1½. Mehl(280 lb.): Liverpool Straighis 22 0: London Weizenmehl 17-24½ 0. Tendenz: stelig.— Preise in Schilling und Pence. Warenmärkte Essener Wochenbericht über den Lebensmittelmarkt im niederrhein.-westfäl. Industriegeblet Essen, 2. Juli. Butter: Obwohl die Butterzufuhren entsprechend der vorgeschrittenen Zeit kleiner auslielen, ist die erwartele Geschäftsbelebung bisher noch ausgeblieben. Lediglich für deutsche seine Molkereibutter beslanden mit Rücksicht auf die knappen Lieferungen befriedigende Absatzmöglichkeiten. Für diese Herkünfte wurden die Forderungen leicht erhöht. Der Absatz von Markenhutter entwickelle sich nur schr langsam, da der Butterverbrauch angesichts des großlen Obstverbrauches sehr zu wünschen übrig lätt,— Käsc: Auf den Käsemärkten sind wenig Veränderungen zu verzeichnen. Die Anlieferungen von holländischem Gouda sind ungesichts der Kontingentsbeschränkung nach wie vor sehr klein. Die Abgabepreise lagen für den Verbraucher infolge der neuen Kursregelung elwas preisgünstiger. Rheinischer Käse nach Holländer Art war weiler gut gefragt. Tilsiter und Emmentaler hatten etwas festere Tendenz. Limburger war wenig begehrt.— Eier: Die flaue Stimmung hat auf dem Eiermarkt angehalten. Der Verbrauch wird durch den Obstkonsum ungünstig beeinflußt. Die anfallende Ware findet daher trotz rückgängiger Erzeugung nicht immer reibungslosen Absatz. Hamburger Warenmarkt Hamburg, 3. Juli. Brasil-Kaffees: Die brasilianischen Ablader offerieren zu unveränderten Preisen. Kost-FrachtGeschäft ruhig. Am Lokomarkt herrscht gutes Bedarts geschäft nach dem Inlande. Preise unverändert.— Gewaschene Kaffees: Unveränderte Markt- und Preislage.— Schmalz: Ruhig. Amerik. Steamlard 15½, Purelard 17¼ bis 17¾ Dollar per 100 kg. Magdeburger Zuckertermin-Notierungen Magdeburg, 3. Juli.(Erste Ziffer Brief, zweile Geld.) blai 5.00, 4.80: Juli 4.10, 4.00; Aug. 4.50. 1.10; Sepl. 4.50, 1.20; Okt. 4.60, 4.30; Nov. 4.70, 4.40: Dez. 4.70, 4.50. Tendenz: ruhig.(Notierungen in RM. für 50 kg Weillzucker nello, einschl. Sack, frei Seeschiffseite Hamburg.) Duisburg-Ruhrorter Schifferbörse Duisburg-Ruhrort, 3. Juli. Nachdem gestern in der Kohlenfahrt zum Oberrhein keine Frachtabschlüsse zuslande gekommen sind. wurden heute vereinzelt Vorlagen ab Nuhrhäfen und Kanalslationen zu ermälliglen Frachten vorgenommen. In der Fahrt nach Rotterdam ist die Geschäftslage gegen gestern unverändert. Auch die Frachten sind dieselben geblieben. Bergfrachten ab Rhein- und Ruhrhäfen nach MainzGuslarsburg und Mannheim 1.20, nach Frankfurt 1.35, nach Karlsruhe 1.40, nach Lauterburg und nach Aschaffenburg 1.45, und nach Straßburg 1.70 RM., ab Rhein-Herne-Kanal nach Mainz-Guslarsburg und Mannheim 1.40, nach Frankfurt 1.55, nach Karlsruhe 1.60, nach Lauterburg und nach Aschaffenburg 1.65, und nach Straßburg 1.90 RM. bei ganzer Lade- und Löschzeit. Talfrachten ab Rhein-Zechen-Iläfen nach Rotterdam 0.95. ab Rhein-Ruhr-Häfen nach Rotterdam 1.00. nach AntwerpenGent 1.50 und nach Lütlich 2.30 RM., ab Rhein-Herne-Kanal nach Rotterdam 1.20. nach Anlwerpen-Gent 1.70 und nach Lüttich 2.50 RM. einschlielllich Schleppen. Schlepplöhne ab Rhein- und Ruhr-Iläfen nach St. Goar 0.51, nach Mainz-Guslarsburg 0.80—0.90, und nach MannHann.-Münden: 113 plus 5. Hameln: 118 minus 7. Carishafen: 188 minus 6. Minden: 162 plus 2. Flbunsserstünde Kamburg, 3. Juli. Dresden—1.59: Willenberg+-0.96. Magdeburg—0.08; Tangermünde+0.13 Oderwasseratünde Steilin, 3. Juli. Normalwasserstand 0.63: Pegelhaum brücke 0,62; Küstrin 0,19. Magdeburger Zucker-Notierungen Magdeburg, 3. Juli. Gemahl. Mchlis Juli 32.55. Tendenz: ruhig.— Notierungen in RM. für 50 kg Weillzucker (einschl. Mk. 0.50 für Sack und Mk. 10.50 Verbrauchssteuer) brutto für netto ab Fabrik-Verladestelle Magdeburg und Umgebung. bei Mengen von mindeslens 200 Zentnern. Amsterdamer Oel-Notierungen Amsterdam. 3. Juli. Leinöl Aug. 12 3/. Sept. 12½, Sept.-Dez. 12½. Jan.-Aug. 125, Mai-Aug. 12%.(Preise per 100 kg netto excl. Barrels ab Tank Rotterdam oder Amsterdam) Rotterdamer Waren Rotterdam, 3. Juli. Kaffee Santos 19½; Kaffee Robusta loko 18. Fettwarenkurse: Oleo Oil extra Juli 22½; Olco Stock extra Juli 20⅛; Oleo Stock prime Juli 16¼; Oleo Oil prime Juli 16¾; Preinier Jus extra Juli 21¼; Premier Jus prime Juli 20⅛.— Amsterdamer Waren: Kautschuk Herea Crepe Juni 23¼; Juli-Sept. 23¼; Okl.-Dez. 24; Jan.-März 24½. Viehmärkte Altenessener Schweinemarkt Altenessen, 3. Juli. Auftrieb: Ferkel 1200, Läufer 779; Gesamtauftrieb 1979. Es kosteten im Großlhandel(Durchschnittsware): Ferkel: bis 6 Wochen alte bis 5.50; 6 bis 8 Wochen alte 6—10; 8 bis 12 Wochen alte 10—14. Läuferschweine: 3 bis 4 Monate alte 14—20; 4 bis 6 Monate alte 20—38. RM. Größere entsprechend höher. Marktverlauf: sehr langsam. Vieh- und Schweinemarkt in Vechta 1. Oldbg. Vechta 1. Oldbg., 2. Juli. Auftrieb: 864 Schweine. Es kosteten: Ferkel bis 6 Wochen 6—7 RM., 6—8 Wochen 7—9 RM., 8—10 Wochen 9—11 RM. das Stück; Läuferschweine 31—36 Pfg. das Pfund. Sämtliche Preise für mittelgute Tiere, bessere entsprechend feurer. Marktverlauf: Schweine: mittelmällig, Ueberstand.— Nächster Wochenmarkt: Montag nächster Woche. Berliner Schlachtrichmarkt Berlin, 3. Juli. Auftrieb: 436 Ochsen, 447 Bullen. 718 Kühe und Färsen.2562 Kälber, 4217 Schafe, 17 718 Schweine. Marktverlauf: Rinder in guter Ware gatt, sonst langsam. Kälber mittelmäRlig, Schafe und Schweine ziemlich glatt. Es wurden bezahlt für 50 kg Lebendgewicht: Ochsen: Jüngere vollfleischige, ausgemästele, höchsten Schlachtweris 35: sonstige vollfleischige 31—34; fleischige 25—28; gering genährte 20—23. Bullen: jüngere vollfleischige höchsten Schlachtweris 30—31; sonstige vollfleischige oder gemästete 26—29; fleischige 22—25; gering genährte 18—21. Kühe: jüngere vollfleischige höchsten Schlachtweris 26 bis 27; sonstige volllleischige oder ausgemästele 20—23; fleischige 15—17; gering genährte 10—13. Färsen: vollfleischige, ausgemästele höchsten Schlachtwerts 32; vollfleischige 27—31; fleischige 20—25; gering genährte 10—19. Fresser: mällig genährtes lungrich 15—20. Kälber: besle Mast- und Saugkülber 38—43; mitllere Mast- und Sangkälber 30—37: geringere Saugkälber 22—30; geringe Kälber 15—20. Schafe: Stallmastlämer 37—39; Stallmasthammel 35—37; mittlere Mastlämmer und ältere Masthammel 31 bis 34; geringere Lämmer und Hammel 18—30; beste Schafe 24; mittlere Schafe 22—23; geringe Schafe 16—21. Schweine: Fettschweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 42 bis 50: vollfleischige Schweine von ca. 240—300 Pfd. Lebendgewicht 38—40; vollfleischige Schweine von ca. 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 36—38: vollfleischige Schweine von ca. 160—200 Pfd. Lebendgewicht 32—35; fleischige Schweine von cu. 120—160 Pfd. Lebendgewicht 28—31; beste Sauen 37—39; andere 34—36. Bremen, den 3. Juli Notierungen der Baumwollterminbörse in Bremnen nach den Bedingungen der Börse Preisnotlerungen für Metalle Berliner Altmetall-Preise Berlin, 3. Juli. Feuerbuchskupfer, tiegelrecht 48—50; altes Elektrolylkupfer 42-44; Schwerkupfer 42—44; Kupferspäne 41—43; Leichtkupfer 37—39; alter Eisenbahnrolguß 40—43: aller Maschinenrotgust 40—43: Messingblechabfälle 10—42: Blockmessing NSW-Ware 37—39; Messingspäne 30 bis 32;(ußl- und Schwermessing 27—30: Leichtmessing 18 bis 20; altes Weichblei 14—15; Remeltedzink 17½—18½; artzink 17 ½—18 ½/; Altzink 13—15; Aluminium-Blechabfälle 127—130; Aluminium-Legierung 85% 90—100; AluminiumMotorengehüuse 83—88. Preise in RM. per 100 kg Frachtbasis Berlin. Amtliche Berliner Produkten-Notierungen Berlin, 3. Juli. Weiter ruhig. Im großen und ganzen hat sich die Siluation im Berliner Getreideverkehr kaum verändert. Das Angebot ist auf der ganzen Linie keineswegs dringlich, andererseits zeigt sich aber überwiegend nur recht geringe Aufnahmeneigung. Brotgetreide wird von den Mühlen, soweit diese nicht noch ausreichend versorgt sind, lediglich auf Basis der Mühlenfestpreise aufgenommen. In Hafer nimmt das Geschäft gleichfalls nur geringes Ausmal ein, wobei Untergebote Beachtung finden. Am Gerstenmarkt liegt nur minimales Offertenmaterial vor, doch sind auch Gebote nur spärlich erhältlich, da man auf die neuen Festpreise wartet. Mehle liegen unverändert. Telegraphische Auszahlung am 3. Juli 1934 Bergwerks- und Hüttenerzeugnisse Preise für Metall-Halbzeug Berlin, 3. Juli.(Die Preise verstehen sich für Abschlüsse auf 100 kg in RM.) Aluminium: Bleche, Ronden, Bänder, Drähte und Slangen(je nach Menge) 222.— seil 20. 7. 33; Rohre 285.—, seit 1. 1. 32.— Kupfer: Bleche 75.25. Rohre 91.25, Drähte und Stangen 68.25, seil 2. 7, 31: Schalen 167.—, seit 8. 6. 34.— Messing: Bleche. Bänder und Drähte 94.—. Slangen 74.—. Rohre 92.—, seit 2. 3. 34; Kronenrohre 128.— seit 19. 5. 1934. Hamburg, den 3. Juli London, den 3. Juli Düsseldorfer Börsenbericht vom 3. Juli 1934 Mitgetellt vom Burgardt& Bröckelschen Bankgeschäft. Dortmund Tendenz: ruhig. Kohlen-Kuxe Carolus Magnus Conslantin der Große Deutschland Diergard: Mevissen Ewald Graf Schwerin leinrich König Ludwig Langenbrahm Westfalen Kohlen- u. Braunkohlen-Aktien I. RM% Dahlbusch Lothringen Angebol 7000 6000 2000 2000 1900 6200 22½ 221 71 Amerikanischer Funkdienst vom 3. Juli 1934 ** Die Geburt ihres JUNGEN zelgen an Fritz Brüninghaus und Frau Annellese geb. Bleckmann Hagen-Vorhalle, den 2. Juli 1934. □ Statt Karten! Ihre Vermählung zeigen an: Rechtsanwalt Stalt Karten! Ihre Vermählung geben bekannt Erich Lincke Staatsenwaltschaftsrat Frieda Lincke geb. Everling Essen, den 4. Juli 1934. Max-Fiedlerstr. 19. STATT KARTEN Dr. Theo Spenneberg Martha Spenneberg Franz Potthoff Ottilie Potthoff geb. Homborg Vermählte Bochum, den 4. Juli 1934. Gr. Beckstraße 27 Nachruf! Nach- langem Leiden verschied plötzlich unser frühe rer treuer Mitarbeiter Pensionär Wilhelm Bilz im 62. Lebensjahr. Wir werden dem Verstorbenen ein ehrendes Andenken bewahren. Hagen-Vorhalle, 2. Juli 1934. Die Werksangehörigen der Firma Stahlwerke Brüninghaus, A.-G. Abt. Hagen-Vorhalle geb. Tiemann Hamm I. W., den 4. Juli 1934. Rothebach 17 z. Zt. Borghorst, Schützenhof Borghorst I. W. SS EETTEEEE Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten, was man hat, muß scheiden. Statt besonderer Anzeige! Heute nachmittag gegen 3 Uhr entschlief plötzlich und unerwartet im Krankenhaus zu Lüdenscheid mein herzensguter, geliebter Mann, unser lieber Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Richard Kämmerer im Alter- von 43 Jahren. In tiefer Trauer: Clärchen Kämmerer geb. Hefendehl und Angehörige. Kierspe-Bhf., den 1. Juli 1934. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 4. Juli. nachmittags 15½ Uhr, vom Träuerhause aus statt. Beileidsbesuche dankend verbeten. Ein rauhes Geschick riß aus unseren Reihen den Parteigenossen Richard Kämmerer Er war uns stets ein Vorbild treuer Pflichterfüllung und echter Kameradschaft. Sein Andenken wird auch über das Grab hinaus in uns erhalten bleiben. NSDAP: Ortsgruppe Kierspe-Bahnhof August Schröder, Ortsgruppenleiter. Statt jeder besonderen Anzeigel Heute mittag ging nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater. Schwiegervater und Grolvater, der beratende Ingenieur Eduard Waskowsky im Alter von 65 Jahren von uns. In tiefer Trauer: Margarete Waskowsky geb. Winter Hans Hochstein und Frau Margarete geb. Waskowsky Dr. Hermann Albers und Frau Dr. Else geb. Waskowsky Matilde Waskowsky Hildegard Waskowsky Gertrud Waskowsky Ute Albers. Dortmund. den 2. Juli 1934. Heiligerweg 42a. Die Beerdigung findet statt am Donnerstag, dem 5. Juli um 12 Uhr von der Trauerhalle des sudwestlichen Friedhofes. Trauerfeier dortselbst eine halbe Stunde vorher. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. 2=ZimmerWohnung zu mieten gesucht. Off. u. A.T. 33140 a. Weh., Dortm. Für meine Mieter ruhiges, kinderlos Ehepaar suche ich per sofort 2 Zimmer Off. unt. G. 1630 a. WLZ., Dortm. 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