WBeslsälische eczeilüng Bezugepreis mit Justellungsgebühr und Versandkosten 60 Ofennig für die Woche. Oost=Bezug monatlich 2,80 Mark einschl. 56 Ofennig Dostzeitungsgebühren. Hierzu 42 Ofennig Bestellgeld. Einzel=Stück 18 Ofennig, Sonntags 20 Ofennig. Erscheint wöchentlich siebenmal. Täglich das bebilderte Unterhaltungsblatt und Sonntags die sechzehnseitige Beilage„WL3 am Sonntag". Für unverlangt eingesandte Beiträge wird keine Gewähr übernommen. Druck u. Verlag: Westfälische Landeszeitung G. m.b.H., Dortmund, Reinoldistr.19. Jernruf 30441 Ausgabe □) 49. Jahrgang- Jolge 190 Amtliches Blatt Nationgl-Sozialistischen Deutschen Arbeiter-Partel Mittwoch, den 15. Juli 1936 se Millimeter der Rleinspalte 36 Of. in Oreielisten. Ermäßigte Oreise: Für Ja gesuche 12 Of., Gelegenheitsanzeigen: markt“ 15 Of. je Millimeter.— Für sind die in der Oreieliste vorgesehenen B Postscheckkonto Dortmund 450.— An nachmittags, für die Soi Holland 1° C. Frankreich 1 Kompromißlösung in Montreur Einigung über das Durchfahrtsrecht in Kriegszeiten A Montreux, 15. Juli. Zwischen den Delegierten auf der Meerengen=Konferenz ist im Laufe des gestrigen Nachmittags eine vorläufige Einigung über die Durchfahrt in Kriegszeiten zustande gekommen. Diese Formel sieht, wie verlautet, die Durchfahrt auf Grund von Beschlüssen des Völkerbundes oder in Erfüllung von Abkommen, an denen die Türkei beteiligt ist, vor. Die englischen Vertreter haben das Kompromiß ihrer Regierung telegraphisch zur Genehmigung übermittelt. Desgleichen haben sich die rumänischen Vertreter mit dem noch in Bukarest weilenden Außenminister in Verbindung gesetzt, dessen Antwort ebenfalls im Laufe des Abends erwartet wird. Litwinow und der türkische Außenminister haben dagegen schon in ihren Besprechungen, die sie nachmittags mit Paul Boncour hatten, ihre Zustimmung ausgesprochen. Die Klausel über die Abkommen, an denen die Türkei beteiligt ist, wird dahin ausgelegt, daß die Türkei dem französisch=russischen Regionalpakt beitreten werde. Eine türkische Stellungnahme hierzu ist im Augenblick nicht zu erlangen. Die Verkehrsopfer der letzten Woche 139 Tote, 4450 Verletzte X Berlin. 15. Juli. Die vom Reichs- und Preußischen Verkehrsminister bekanntgegebenen Ziffern der Verkehrsopfer der letzten Woche lauten diesmal 139 Tote, 4450 Verletzte. Der Reichs. und Preußische Verkehrsminister bemerkt: Wie unachtsam und sorglos viele sich noch im Verkehr verhalten, ergibt sich z. B. daraus, daß täglich etwa viermal, im Jahre mehr als 1300mal, Fahrzeuge in herunlergelassene und beleuchtete Eisenbahnschranken hineinfahren. Ebenso wichtig, wie die Vorsicht an Eisenbahnkreuzungen, ist ein vernünftiges Verhalten an Straßenkreuzungen. Das Hupen an Straßenkreuzungen, um sich die gebotene Verlangsamung des Tempos zu ersparen, ist strafbar. Japan erhöht die Heeresausgaben (Ostasiendienst des DNB.) ∆ Tokio, 15. Juli. Der japanische Kriegsminister überreichte am Dienstag den langerwarteten Voranschlag für den Heereshaushalt, der nach Domei einen zweiten Ergänzungsplan für den Zeitraum von 12 Jahren vorsieht. Für die ersten sechs Jahre werden insgesamt 3 Milliarden Yen zusätzlich angefordert. Domei weist darauf hin, daß die wichtigsten Aufgaben in der Verstärkung der in Mandschukuo liegenden Truppenteile und der Luftwaffe lägen. In militärischen Kreisen wird betont, daß zwei Drittel des Heereshaushalts mittelbar der Kleinindustrie und dem Landvolk zufließen würden. Während der jetzige Haushalt rund 2,2 Milliarden betrage, werde der kommende einschließlich der Marine etwa 3 Milliarden umfassen. Gespannte Lage in Spanien Zusammenstöße bei der Trauerfeier für den Monarchistenführer Neue bolschewistische Terrorwelle? Aufruf zu den Olympischen Spielen Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda erläftt folgenden Aufruf: Nach dem Willen des Führers hat Deutschland für die Olympischen Spiele 1936 Vorbereitungen wie kaum ein anderes Volk zuvor getroffen. Die Hunderttausende der ausländischen Gäste sollen würdig empfangen werden und ein besonders glänzendes Beispiel deutscher Gastfreundschaft erleben. Ich bin gewiß, dast jeder Deutsche seine Ehre darin setzen wird, den ausländischen Besuchern, die alle unter dem Schutze des Deutschen Reiches stenen, zuvorkommend gegenüberzutreten und, wenn sie einer Hilfe bedürfen, ihnen mit Rat und Tat Beistand zu leisten. (Eigener Bericht der WLZ) Madrid, 15. Juli. Die furchtbare Mordtat an dem Führer der spanischen Monarchisten Calvo Sotelos hat in Spanien offenbar wie ein Fanal gewirkt. Die innerpolitischen Spannungen sind mit ihr gefährlich gesteigert worden. Aus allen Landesteilen treffen Nachrichten über Unruhen und Zusammenstöße im Zusammenhang mit den Vorgängen in Madrid ein. Dabei wird die Planmäßigkeit dieser ganzen Aktion allzu deutlich. Es sieht aus, als ob die Ermordung Calvo Sotelos den Auftakt zu einer neuen Terrorwelle des Bolschewismus bilden sollte. Diese Annahme wird bestätigt durch eine neue Darstellung der Ereignisse, wonach Gil Robles, der bekannte spanische Katholikenführer, das Schicksal Calvo Sotelos hatte teilen sollen. Der kommunistische Plan ist offenbar nur zum Teil ausgeführt worden. Auf dem Madrider Friedhof, auf dem die Mörder Calvo Sotelos Leichnam nach der Tat niedergelegt hatten, fand gestern nachmittag die Beerdigung des monarchistischen Abgeordneten statt. 30000 Menschen gaben dem Ermordeten die letzte Ehre. Eine Abordnung des spanischen Landtages, die in mehreren Autos erschienen war, mußte auf die Drohungen der Menschenmenge, die die Behördenvertreter als Abgeordnete der Mörder Calvo Sotelos bezeichneten, wieder umkehren. Während der Begräbnisfeierlichkeiten erhob die fast unübersehbare Trauergemeinde wiederholt die Hand zum Faschistengruß und brachte Hochrufe auf Spanien und den Faschismus und Niederrufe auf das Parlament aus. Als die Menschenmenge von der Beerdigung des monarchistischen Abgeordneten zurückkehrte, entstand eine Schießerei, in deren Verlauf eine Person getötet und drei lebensgefährlich verletzt wurden. Wohin die Absichten des spanischen Marxismus zielen, geht aus der frivolen Forderung der kommunistischen Landtagsfraktion hervor, die anläßlich der Ermordung Calvo Sotelos beschloß, die Regierung aufzufordern, sämtliche politischen Rechtstruppen zu verbieten. Das anarcho=syndikalistische Parteihaus sowie sämtliche Lokale der Monarchisten wurden inzwischen schon geschlossen und die Ministerien unter besonders starken polizeilichen Schutz gestellt. Die Lage in Spanien hat also wieder einmal den Charakter vollkommener Undurchsichtigkeit angenommen. Ziemlich unklar ist vor allem die Haltung der Regierung. Statt sofort mit wirksamen Mitteln gegen die Schuldigen vorzugehen, wurden zahlreiche rechtsstehende Personen verhaftet. Die Zahl der Verhafteten in Madrid beläuft sich allein auf 175 Mann. Weiterhin wurde das Blatt der Rechten, daß die Ermordung Sotelos zuerst gemeldet hatte, verboten. Ein weiteres Zeichen für den Ernst der Lage ist der Beschluß der Regierung, den Landtag noch vor dem Beginn der Dienstagssitzung für eine Woche schließen zu lassen. Britisch=italienisches Clearing=Amt ∆ London, 15. Juli. Wie„Daily Telegraph“ meldet, befinden sich zur Zeit einige Beamte des britischen Schatzamtes in Rom, um mit den italienischen Behörden die finanziellen Fragen zu erörtern, die sich nach der Aufhebung der Sanktionen durch Großbritannien ergeben haben. Die Verhandlungen befassen sich u. a. mit der Bezahlung der großen Summen, die Italien dem britischen Handelsamt schuldet. Gleichzeitig mit der offiziellen Beendigung der Sanktionen am Mittwoch, dem 15. Juli, wird ein britisch=italienisches Clearing=Amt eröffnet. Freizeit=Kongreß in Hamburg Auch Dr. Goebbels spricht Hamburg, 15. Juli. Im Rahmen des„Weltkongresses für Freizeit und Erholung“ wird auch Reichsminister Dr. Goebbels in einer großen, über alle Sender geleiteten Rede zu den Kongreß themen ausführlich Stellung nehmen. „Deutschlands Mitarbeit in Afrika lebenswichtig“ Eine Erklärung des südafrikanischen Verteidigungsministers 7 Britische Initiative in der Kolonialfrage London, 15. Juli. Der südafrikanische Verteidigungsminister Pirow hat nach seiner Rückkehr von London Erklärungen abgegeben, die in bemerkenswerter Weise das Problem einer Wiederbeteiligung Deutschlands in Afrika vom südafrikanischen Standpunkt aus aufrollen. Unter Bezugnahme auf seine in England geführten Besprechungen hat er sich dahin geäußert, daß es keine ständige Grundlage für eine friedliche Vereinbarung mit Deutschland geben könne, solange nicht die Deutschen eine angemessene Entschädigung für ihre Kolonien erhalten hätten,„und zwar nicht irgendwo auf der Erdoberfläche, sondern in Afrika". Die Erklärung, die er der Presse abgab, lautete:„Sehr einflußreiche Kreise in England sind sich darüber einig, daß es keine ständige Grundlage für eine friedliche VereinAufnahme: Hoffmann Deutsche Totenehrung in Verdun Die deutsche Abordnung em Ehrenmal in Verdun. Hauptmann a. D. von Brandis. der Erstürmer von Douaumont, bei der Kranzniederlegung (Eigener Drahtbericht der WLZ) barung mit Deutschland geben kann, solange nicht die Deutschen eine angemessene Entschädigung für ihre Kolonien erhalten, womit eine gebietsmäßige Entschädigung gemeint ist, und zwar nicht irgendwo auf der Erdoberfläche, sondern in Afrika. Ich habe starke Unterstützung für die Ansicht gefunden, daß Deutschlands Mitarbeit in Afrika für die Aufrechterhaltung der Zivilisation in diesem Erdteil lebenswichtig ist.“ Es wäre noch erfreulicher gewesen, wenn Pirow seine geographischen Angaben noch um einen weiteren Grad verdeutlicht hätte. Er hat sich leider negativ dahin ausgedrückt, daß viele „politische, strategische und wirtschaftliche Veränderungen seit 1914“, eine Rückgabe von Deutsch=Südwest= oder Deutsch=Ostafrika unmöglich machten. An welche Gebiete denkt Herr Pirow also? Es ist weiterhin festzuhalten, daß hier keine deutsche Initiative vorliegt, sondern vielmehr eine britische. Sie wird aus den besonderen Verhältnissen der südafrikanischen Union begreiflich, die in einer gewissen Sorge vor der Entwicklung des Stärkeverhältnisses zwischen Schwarz und Weiß lebt. Ihre Bevölkerung besteht nur zu einem Viertel aus Europäern. Schon während des abessinischen Konfliktes wurde sichtbar, daß hieraus eine besondere Stellungnahme zu den gesamtafrikanischen Fragen resultiert. Südafrika wünscht keine schwarzen Armeen, wohl aber möglichst starke europäische Machtstellungen in Afrika, die seiner eigenen Lage als Verstärkung des weißen Einflusses zugute kommen würden. Die Union hat daher nicht nur besonderes Verständnis, sondern auch ein direktes Interesse an aktiver kolonialpolitischer Wiedereinschaltung Deutschlands. Wer solche begrüßenswerten Erkenntnisse vertritt, muß dann allerdings auch die Folgerung ziehen und greifbare Wege für die Verwirklichung aufzeigen. Einstweilen mag Pirows Stimme immerhin als eines von mannigfachen Anzeichen dafür bewertet werden, wieweit die Welt sich allmählich von der Kolonialschuldlüge des Versailler Diktats entfernt hat, und wie sich auch ohne deutsches Zutun gewisse realpolitische Notwendigkeiten allmählich durchsetzen. De; ist um so mehr festzuhalten, als gerade von englischer Seite gern der Eindruck erweckt wird, Deutschland sei der Unruhefaktor in der Welt, und man müsse sich auf immer neue Ueberraschungen von dieser Seite gefaßt machen. Nein, gerade durch die jahrelange Ausschaltung Deutschlands ist das Spannungsverhältnis so groß geworden, daß es durchaus im Interesse der anderen liegt, diesen ungesunden Zustand abzubauen, unter dem sie selbst ebenfalls genug Unannehmlichkeiten auf sich nehmen mußten. Es ist nicht so, als ob Deutschland als ewiger Nimmersatt jetzt auch noch Kolonien verlangte, sondern das Interesse der anderen gebietet, daß der anormale Zustand der deutschen Abgeschlossenheit von jeglicher kolonialen Betätigung beseitigt wird. Das wohlverstandene Interesse der ganzen Welt verlangt nach Revision. Deutschland selbst ist weniger der Fordernde als der, dessen Mitbeteiligung auch den anderen Nutzen und Sicherheit gewährleistet. Delbos und Douaumont Um die deutsch-französische Verständigung Beim Abschluß der ergreifenden und als Symbol sehr bedeutsamen Erinnerungsfeierlichkeiten in Verdun haben sich Szenen ereignet, die davon zeugen, wie stark die Sehnsucht nach einer deutsch=französischen Verständigung, nach einem friedlichen Verhältnis zwischen den beiden großen Völkern gerade in den Reihen derer ist, die sich in den furchtbarsten Schlachten des Weltkrieges gegenübergestanden haben. Der nächtliche Schwur der internationalen Frontkämpferabordnungen, sich mit ganzer Kraft für die Erhaltung des Weltfriedens einzusetzen, wird Widerhall in den Herzen von Millionen finden, zumal er aus dem Gefühl geboren ist, wie wenig es bisher gelungen war, wirklich die Voraussetzungen für einen wahren und dauerhaften Frieden zu schaffen. Noch eindrucksvoller aber waren nach der Schilderung der Augenzeugen die Begrüßungen der deutschen und französischen Verdun=Veteranen. Hauptmann von Brandis, der 1916 den siegreichen Sturm auf das Fort Douaumont anführte, wurde von Angehörigen jenes französischen Regiments, das damals das Fort verteidigt hat, vor der Abreise in strömendem Regen durch eine Ovation geehrt, wie sie wohl zwischen ehemaligen Feinden selten vorzukommen pflegt. Sein Wort bei dem Empfang der Stadt Verdun:„Wir wollen, wie Adolf Hitler es verkündet hat, aufrichtig den ehrenvollen Frieden und mit den anderen Völkern wie gute Nachbarn eines Hauses zusammenleben", war eine wirkungsvolle Ergänzung zu jener überraschend aufgeschlossenen verständnisvollen Rede, die der Außenminister Frankreichs, Delbos, bei einem relativ untergeordneten Anlaß, einer Schuleinweihung in der französischen Provinz gehalten hat. Sie war, um ein Schlagwort zu gebrauchen, im besten Sinne „evolutionistisch“, indem sie den wahren Entwicklungsbedürfnissen des Lebens Rechnung trug und sich von der üblichen Ueberschätzung des Formalen und Statischen fernhielt, die man bei französischen Staatsmännern leider meistens anzutreffen gewohnt ist. Es macht dem Minister Delbos Ehre, daß er Sätze prägte, die für viele Franzosen vermutlich eine neue Gedankenwelt erschließen, beispielsweise:„Wir nennen es nicht Ordnung, wenn der Stärkere dem Schwächeren seinen Willen aufzwingt", oder„Es ist nicht vervoten, Verträge zu verbessern, auch wenn man solange an alten festhalten muß, bis es neue gibt“. Recht verstanRätselraten um Brüssel Geheimnisvoller Plan Edens/ Französische Widerstände (Eigener Drahtbericht der WLZ) London, 15. Juli. Die britische Oeffentlichkeit hat sich von der Ueberraschung über die deutsch=österreichische Verständigung erholt und beurteilt die Lage heute ruhiger als im ersten Augenblick. Manche Kreise glaubten, hinter dieser dem Frieden dienenden Vereinbarung doch noch alle möglichen finstern und unheilvollen Motive suchen zu müssen. Die Tagesordnung tritt jetzt wieder in ihre Rechte. Auf ihr stehen die beiden Konferenzen von Montreux und Brüssel, von denen die erste in eine Sackgasse zu geraten scheint, während die zweite, ohne überhaupt begonnen zu haben, in einer schweren Krise steckt. Wie in unterrichteten englischen Kreisen verlautet, ist die Möglichkeit einer Vertagung der für den 22. Juli nach Brüssel einberufenen Konferenz der RumpfLocarno=Mächte größer denn je. Mancherorts wird bereits von einer Verschiebung auf unbestimmte Zeit gesprochen. Als Grund hierfür wird in London angegeben, daß die Frage, ob es wünschenswert sei, die Konferenz abzuhalten, im Lichte der neuesten Entwicklung, die eine neue Lage geschaffen habe, neu erwogen werden müsse. Gemeint ist wohl das deutschösterreichische Abkommen. Allgemeines Rätselraten herrscht darüber, welche Pläne Außenminister Eden verfolgt. Nach einer Meldung von„News Chronicle“ soll er einen Vorschlag entworfen haben, der einigermaßen geheimnisvoll klingt. Danach sollten die drei restlichen Locarnomächte eine gemeinsame Erklärung ihrer Ziele herausgeben: Verhandlungen über einen gegenseitigen Unterstützungspakt im Westen und Rückkehr Deutschlands in den Völkerbund. Diese Erklärung erledige den ersten Teil der Konferenz, zu dem Deutschland nicht eingeladen werden sollte. Es heißt, daß Frankreich den neuen Plan Edens bereits abgelehnt habe. Nunmehr werde Eden, so berichtet das Blatt, ein„Ultimatum“ ergehen lassen, wonach Großbritannien an der Konferenz ebenfalls nicht teilnehmen werde, falls Deutschland und Italien zum Fernbleiben gezwungen würden. den, bedeutet die erste Feststellung die schärfste Kritik an der französischen Nachkriegspolitik, die je ausgesprochen wurde. Und der zweite Satz krankt lediglich daran, daß er nicht gleichzeitig die Notwendigkeit ausspricht, rechtzeitig für neue, bessere Regelungen zu sorgen. Insgesamt entfernen sich die Anschauungen, die Herr Delvos bei dieser Gelegenheit ausgesprochen hat, gar nicht mehr so weit von der deutschen These. Er wird sich mindestens innerlich darüber klar sein, daß etwa der Völkerbund ein sehr untaug Ruhiger Verlauf des französischen Nationalfeiertages Rote Fahne neben der Trikolore Reden Blums und Daladiers 7 Freudentaumel in den Straßen von Paris (Von unserem Pariser Vertreter) —.— Paris, 15. Juli. Während diese Zeilen telefoniert werden, krachen nebenan auf einer Seinebrücke die Feuerwerkskörper. Der 14. Juli 1936 gehr zu e Stichender einanderlebens der völkischen Eigenarten bildat wohrend vom dunklen Himmel ein glühender Wenn, der, Wille zum„Welfrieden sich nicht Volt und trinkt den Mein des Volk und trinkt den Wein des Landes. Nur ein gemeinder 14. Juli. stge“ zu 2-dr grganischen m. P4 9), aber dieies eme Mal sol auch bis zur letzten des Völter ebens, dessen Donamie eben ira Reige ausgefostet werden. So lehrten es die ker ist als alle Gesetze. Die Né=Studentenkampfhilfe Aufruf des Gauleiters Adolf Wagner C München, 15. Juli. Der Stellvertreter des Führers, ReichsGroßväter, so machen es die Väter und so lernen es bereits die Jungen. Die amtlichen Feiern des Tages hatten in diesem Jahre ihren eigenen Charakter. Wer den 14. Juli schon öfter in Paris miterlebte, spürte den Unterschied bei allen Gelegenheiten: bei der militärischen Parade, bei den Zuschauern, bei den Volksmassen, die nachmittags ihren gewaltigen Festzug durch die Stra listischen Studentenkampfhisfe hetraut Aua Zia, snugen und dem geselligen Zusammensein der sem Anlaß hat Gauleitar gu... 4u die: Soldaten mit den Zivilisten. Der Ton war Aufruf erlassen, in dern es. diesmal ernster, die Freude gedämpfter. Aber Dag Olltasesemiserium. beibi: dafür erschien das nationale Bewußtsein „Das Altakademikertum der vergangenen gewachsen, und der Stolz über den guten Epoche war genau so wie unser Volk in alle Rüstungsstand war diesmal im ganzen Volke möglichen Gruppen, Verbände und Verbänd=lsichtbar. Während der Parade bot die Pariser chen zersplittert. An die Stelle dieser Zersplit= Bevölkerung ein noch niemals gesehenes Schauterung soll nun durch die jetzt ins Leben ge rufene nationalsozialistische Studentenkampf hilfe eine geschlossene Einheit treten mit dem Ziel, dem deutschen Studententum, das sich unter der Führung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes zusammengeschlossen hat, tatkräftige, nachhaltige und dauernde Hilfe zu bringen, um es instand zu setzen, seine hohen Aufgaben zu erfüllen.“ Der Gauleiter bittet dann weiter alle Altakademiker, der nationalsozialistischen StuTschechische Seltsamkeiten. Die Tschechoslowakei bietet jedem, der nicht ganz genau in die Geheimnisse der Prager Regierungskünste spiel. Der römische Gruß und die geballte wiederholen, daß die Volksfront, komme was Faust zeigten zwar symbolisch an, daß die poli=skommen maa, zäh bleiben wolle, um ihr tischen Meinungsverschiedenheiten weiter Programm auf gesetzlicher Grundlage durchbestehen. Aber angesichts der Truppen schrie zuführen. Blum fügte noch einige Worte eingeweiht ist, täglich neue Seltsamkeiten. die die Menge begeistert und einig in allen Reihen: hinzu, indem er auf die Leistungen seiner Re der Laie schwerlich zu begreisen vermag. B „Es le., die republikanische Armee!“ Das war gierung hinwies und von seinen Anhängern kanntlich ist die Finanzlage der Republik nicht neu, völlig ungewohnt und überraschend für verlangte, daß sie nunmehr jede une gerade rosig zu nennen. Die öffentlichen alle, die in früheren Jahren Pfeisen undgesetzliche Maßnahme unterlassen soll Hilferufe in Gestalt einer gewaltigen R Johlen gehört haben, wenn die Truppen durch ten, weil die Regierung alles von ihnen Ge für die züng er geichattigen Setiame die Arbeiterviertel marschierten. 1forderte erfulle de 1 für die jungste Staatsagleihe bestätigen diese Pünktlich um 9 Uhr vormittags begann die! Mahrand sic#i######... 1=Vermutung“ vollauf. Trotzdem sind in der Parade. War sie früher mehr ein gesellschaft 12g gagu gz no sich dieses vollzog, wachten etwa letzten Zeit im sudetendeutschen Grenzgebiet liches Ereianis, das alliährlich die Spitzen der das v. votzsen und Mobilgardisten darüber, Hunderte von neuen tschechischen Schulen einsches Ereig., va al. rlich die Spipen der daß die Ordnung in Paris auf den Straßen gerichtet worden. Sie verfügen über die beste Armee mit denen der Verwaltung vereinigte und Plätzen nicht gestört wurde Auch das war! Augstattung unddie veringen üder oi.,besse und den g Saun Oasen der Oale-tuumt T:“Toull. An aulen Straßenecken war der Asphalt Zu ihrer Verwaltung wird e Tausende aus dem Lager der Volksfront, die zum Tanzplatz geworden. Die Menschen trin=[Angestelltenheer von nahezu 600 000 Staats nach dem Konkordenplatz geströmt waren, ver=Iken und tanzen und tanzen und trinken. Die angestellten unterhalten, so daß heute die Be anstaltet; für die einen, um vor ihnen die Kar=l ganze Stadt steht Kopf. Ein Freudenrausch züge der aktiven Beamtenschaft jährlich beten über die Ausbildung und Ausrüstung der hat ihre Einwohner befallen, als ob sie in reits 100 Millionen Kronen verschlingen. ZuArmee aufzudecken und für die anderen, um dieser einen Nacht alle Sorgen eines ganzen züglich der etwa 40 Millionen Kronen. die die ihnen nach allen aufregenden politischen Ereig=Jahres loswerden wollten. nissen der letzten Monate die Ruhe einer starken Nation zurückzugeben. Tschechoslowakei an Ruhegehältern zahlt, macht das genau die gleiche Summe aus, die der Staatskasse durchschnittlich an Steuern und sonstigen Abgaben zufließt. „Es lebe die republikanische Armee!“ Das Defizit der tschechischen Finanzen ist somit einigermaßen erklärlich, zumal diesem Die Truppen hatten auf dem Platz vor dem Invaliden=Hotel Aufstellung genommen. Der Präsident der Republik, Albert Lebrun, erschien einige Minuten vor 9 und schritt in dentenkampfhilfe beizutreten. Gleichzeitig hat Begleitung des kommandierenden Generals Parteigenosse Wagner mit dem Aufruf auch und des Ministers für die nationale Verteidie Satzungen der nationalsozialistischen Stu=Idigung, Daladier, die Front der Ehren dentenkampfhilfe erlassen.(kompanie ab, begab sich dann vor das Haupt * 1portal des kleinen Palais und begrüßte dort Alle nationalsozialistischen Altakademiker. den Präsidenten des Senats und der Kammer, die, dem Aufruf Adolf Wagners folgend, der die mit ihren Mitarbeitern einschließlich der neubegründeten Studentenkampfhilfe beitreten kommunistischen Abgeordneten neben dem Präwollen, werden gebeten, Name und Anschrift sidenten Platz nahmen. Auf den Glockenschlag unter dem Kennwort: Studentenkampfhilfe an neun rückten die Truppen heran. Die Kapelle die Reichsstudentenbundsführung München, der republikanischen Garde spielte die MarKarlstraße 16, einzusenden. Alles weitere wird seillaise, und nach altem Brauch eröffneten die ihnen von dieser Dienststelle aus umgehend Offiziersschüler der Infanterie, der Artillerie Belagerungszustand in Kanton Auflehnen gegen Ranking ∆ Ranking, 15. Juli. Am Dienstagmittag wurde die Vollsitzung Angestelltenheer noch immer rund 800 000 Ar des Vollzugsausschusses der Kuomintang mit beitslose gegenüberstehen. Die Bemühungen der Verlesung einer Entschließung beendet, in des Prager jüdischen„Börsenkuriers“, in einem den kleinen 5 Tonnen schweren Einmann= der die Wichtigkeit eines einigen Chinas her=langen Leitartikel unter der Ueberschrift„AufTanks bis zu den schweren von 30 Tonnen vorgehoben wird. Von den Tagungsteil- stieg" die Konjunktur der Rüstungsindustrie, Gewicht, die 5 Mann Besatzung zählen und nehmern wurde ein Begrüßungstelegramm an die in der Tat einen hohen Beschäftigungsgrad den ganzen Asphalt zerstörten. den zur Zeit in Deutschland zur Erholung von aufweist, als„Wirtschaftsbelebung“ hinzu Die Menge war von dieser Vorführung den Folgen des auf ihn verübten Attentats stellen, können über jene Zahl nicht hinweg einige Augenblicke lang geradezu betroffen, weilenden, früheren Ministerpräsidenten täuschen. Sie ist für einen so kleinen Staat aber dann löste sich die Spannung in brausen=[Wangtschingwei abgesandt. Die Tagung erschütternd. Wohlweislich unterlassen es jene den Beifallsrufen aus. Die Hände und Fäuste der Kuomintang war besonders bedeutungs= Stimmungsmacher, anzugeben, daß gleichzeitig streckten sich in die Luft und immer lauter er=voll, weil durch den Beschluß der Abschaf=[Hunderte von Betrieben, wie z. B. die Alttönte im Takt der Ruf„Es lebe die Armee, essfung der politischen Sonder= rohlauer Porzellanfabriken, die Arbeit für lebe die republikanische Armee“. In demsoraane in Kwangtung und Kwangsi die lange Zeit, ja vielleicht für immer einAugenblick, als ein Bataillon der Flieger= Südwestprovinzen in ein gleich enges Verhält=sgestellt haben. In den Porzellanfabriken truppen in neuer Uniform an dem Präsidenten nis zur Zentralregierung gebracht werden wurden allein 2000 Arbeiter entlassen. In vorbeimarschierte, donnerten aus dem hohen dürften wie die anderen Provinzen. den Skodawerken, die zur Zeit die Arbeit für Himmel die Motoren von 220 Flugzeugen aller! Art, die in guter Ausrichtung über den Parade ler! In offener Auflehnung gegen die Nankinger Moskau besorgen, werden zwar, wie es heißt, de= Zentralregierung beschloß der politische Sud= neue Arheiter eingestellt, aber nach echt bolmitgeteilt werden. Ordensschwester wegen Unzucht verurteilt X Darmstadt, 15. Juli. und der Kavallerie den Zug. In ihren blauen Röcken, weißen Federbüschen und roten Hosen boten sie ein malerisches Bild. Dann wurde die Sache ernster. Unmittelbar hinter ihnen erschien nämlich eines der neugebildeten Festungsregimenter, das eigens aus dem Elsaß nach Paris gekommen war. Diese Truppen Vor der Großen Strafkammer wurde in trugen eine neue Uniform aus Khakistoff und achtstündiger teils nicht öffentlicher Sitzung gegen die Emilie B. aus München, frühere Schwester Wendeline, verhandelt unter der Beschuldigung, sich fortgesetzt an einem dreizehnjährigen Zögling vergangen zu haben. In der Verhandlung erklärte die geständige Angeschuldigte, daß sie mit 17 Jahren in ein Karmeliterinnen=Kloster eingetreten sei. Nach der Ausbildung im Mutterhaus in Holland sei sie 19jährig nach Offenbach am Main in ein dortiges Karmeliterinnen=Kinderheim gekommen, in dem arme und verwahrloste Kinder ohne Eltern oder Heim erzogen wurden. 1931 habe sie noch mit freiem Gewissen die zeitlichen Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams ablegen können. Später sei sie aber in sexuelle Nöte geraten und schließlich so weit gekommen, daß sie ein regelrechtes Liebesverhältnis mit einem ihrer Obhut anvertrauten Zögling begonnen habe, das über ein Jahr lang gedauert habe. Im Jahre 1935 habe sie ein Kind geboren. Nach eingehender Beweisaufnahme erkannte das Gericht wegen fortgesetzter Unzucht mit einem minderjöhrigen Zögling auf eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr und 3 Monaten. auf dem Kopf anstelle des Stahlhelms eine Baskenmütze aus braunem Stoff. Ihr Erscheinen steigerte den Beifall zum Orkan. Der bärtige Oberst, der sie anführte, war einem solchen Gefühlsausbruch nicht gewachsen, und während er salutierend den Degen nach rechts und links zeigte, rannen ihm die Tränen über die Wangen. Einige Kompanien und Schwadronen der republikanischen Garde unterbrachen darauf mit ihren schwarzen Uniformen das einheitlich braune Band der marschierenden Truppen, gerade als wollte der Befehlshaber der Parade die große Spannung der Massen noch steigern. Es war dann aber auch wirklich eine große und allgemeine Ueberraschung, als die motorisierten Einheiten vorgeführt wurden: motorisierte Infanterie, motorisierte Artillerie, motorisierte Kavallerie, motorisierte Pioniere, motorisierte Nachrichtentruppen, motorisierter Train. Alle Truppen haben jetzt an Stelle des Pferdes den Motor. Maschinengewehre, TankAbwehrgeschütze, Langrohre und Mörser ruhten auf dicken Ballonreifen und rasten beinahe geräuschlos über den Konkordenplatz. Dazwischen polterten die Tanks in allen Größen, von Begeisterung nicht fassen konnten. Politisch ur= der Stellungnahme des Südwestrates und die Tlchechei, sichz, den Methoden. ihrer neuen teilend kann man sagen, daß diesmal am versprach diesem militärische Unterstützung.] sowsetrussischen Freunde anzupassen. Solche 14. Juli nicht die Rechte und nicht die Linke,I In santon ist die Sen=-#####ins= seltsamen Methoden werden freilich einen sondern die Armee gesiegt hat und daß der— Tar manigangs:. a apherst, gespann. Staat, in dem immerhin 3 Millionen Deutsche den Beweis erbrachte, daß Frankreichs 2n der Montagnacht wurde der Belage ihre Lebensrechte verteidigen, in einen immer Volk und Frankreichs Heer in der gleichen unsszuLand erklärt. trostloseren Kulturzustand bringen. Tradition des Landes die Gefahr des Auseinandergleitens jetzt überwunden habe. Der Festzug Unmittelbar nach der militärischen Parade versammelten sich aufs neue die Massen, um an dem großen Festzug teilzunehmen. Gegen 1 Uhr mittags waren im weiten Umkreis um das Rathaus und in den nordöstlichen Bezirken alle Straßen mit Menschen verstopft, die ich in langsamem Zug auf den Platz der Nation bewegten. Von beiden Versamm lungsplätzen aus marschierten die Menschen hetzt in Palästina Streikzusammenstöße in Kairo 7 Hauptquartier der Kommunisten entdeckt Rudolf Heß zum Freizeitkongreß Grußworte des Schirmherrn des Hamburger Weltkongresses WVe 07 A 1730 Eine gutgestaltete Freizett der schaffenden Menschen ist eine wesentliche Voraussetzung nicht nur ur den soztalen Frieden innerhalb der Völker, sondern auch für den polttischen Frieden zwischen den Nationen. ∆ Kairo, 15. Juli. Wegen rückständiger Lohnforderungen besetzten am Montagnachmittag 3000 Arbeiter n d e r Z u c k e r f a b r i k H a w a m d i j a b e i K a i r o d a s bis vor die großen Tribünen auf dem Nation=] Fabrikgebäude. Da gütliche Einigungsversuche platz. Waren es 400000, war es eine halbe vergeblich waren, beorderte die Regierung Million oder mehr? Es ist unmöglich, in neven starken Polizeikräften auch TruppenZahlen auch nur annähernd richtig die Be= abteilungen, insgesamt 1000 Mann, nach teiligung anzugeben. Kilometerweise waren Hawamdija. Nach abermaligen gütlichen Verdie Straßen schwarz von Menschen, und nur suchen kam es zu Zusammenstößen, in langsam kamen die beiden Züge vorwarts deren Verlauf die Arbeiter die Polizeibeamten Rote Fahnen und die Trikolore, aver mit Zuckerstücken von bis zu 10 Kilogramm mehr rot als blau=weiß=rot, Plakate mit poli= Gewicht bombardierten. Die Polizei sah sich tischen Aufschriften. Riesige Gemälde von den gezwungen, scharf zu schießen. Mehrere Tote geschichtlichen Ereignissen der großen Revolu= und Schwerverletzte auf beiden Seiten waren tion, überlebensgroße Bilder Robespierres, die Opfer des Gefechts. Ueber Nacht zogen sich Dantons und der heutigen Führer der Volks= die Truppen zurück, während die Arbeiter die front gaben dem Ganzen ein buntes Aus= Einrichtung der Fabrik zerstörten. Es handelt sehen. Immer wieder ertönte im Chor gesun=lsich um die modern eingerichtete Fabrik einer gen und nacheinander die Internatio=lbelgischen Gesellschaft, die das Zuckermonopol nale und die Marseillaise. Sprechchöre Aegyptens besitzt. Der gegenwärtig vorhandene übertönten sich in den bekannten Schlagwör= Zuckervorrat reicht für den zweijährigen Beoarf tern und das ganze östliche Paris war in den ganz Aegyptens aus. frühen Abendstunden in großer Erregung, als! endlich die Führer der einzelnen Gruppen der! ∆ London, 15. Juli. Volksfront zu Worte kamen. Glücklicherweise]„Daily Mail“ meldet aus Jerusalem, daß faßten sie sich kurz, so daß der Zug baldl die britische Geheimvonzei festgestellt habe, daß weiter marschieren konnte. Kriegsminister die Aufstandsbewegung in Palästina zum groalagier„ir die Radikalsozialisten, Mini=Ißen Teil von Moskan geschürt werde. Vor sterpräsident Leon Blum für die Sozialisten kurzem habe man im Norden der Stadt Fel und ein Kommunist begnügten sich damit, den Avis das Hauptquartiet der Kommunistischen Eid vom 14. Juli des vergangenen Jahres zu Partei entdeckt, das in unmittelbarer VerbinCanterbury fordert Verständigung Diplomatische Förmlichkeiten dürfen den sofort igen Verhandlungsbeginn nicht stören ∆ London, 15. Juli. Der Erzbischof von Canterbury behandelte in einer Rede in Canterbury u. a. auch die internationale Lage. Er führte u. a. aus, daß der Kernpunkt aller Schwierigkeiten und Ursachen der in Europa herrschenden Unruhe das deutsch=französische Verhältnis sei. Für England gebe es im gegenwärtigen Augenblick keine andere Rolle als die eines Mittlers zwischen diesen beiden Großmächten. Er glaube im Namen aller zu sprechen, wenn er erkläre, saß keine diplomatische Förmlichkeit den soforligen Beginn von Verhandlungen Englands mit Deutschland verhindern dürfe. Ziel solcher Verhandlungen müsse es sein, eine Verständigurg zu erreichen, und spüter müsse England die französische Regierung bewegen, daran teilzunehmen. Sicherlich habe der Völkerbund. von dem soviel für den Frieden der Welt abhänge, nur geringe Erfolgsaussichten, solange nicht Deutschland zur Rückkehr bewogen werden könne. Auf alle Fälle dürfe man die Ideale des Völkerbundes nicht aufgeben. Alle etwaigen Aenderungen müßten auf die schließliche Stärkung und nicht auf die Schwächung des Völkerbundes ausgehen. Es sei jetzt nutzlos, sich in Bedauern über die Eroberung Abessiniens zu ergehen. Die Völkerbundssatzungen würden sich nicht als wirksam erweisen, solange nicht die Mitgliedsstaaten gewillt seien, sie dem Geiste und den Buchstaben nach zu achten. dung mit Moskau gestanden und von dort Anweisungen für die Unruhen erhalten habe. In dem Gebäude habe man u. a. Schriftstücke des Moskauer Departements für Propaganda im Nahen Osten gefunden sowie Quittungsabschnitte für große Geldsummen aus Moskau. Einige der Schriftstücke seien in Chiffre, andere in unsichtbarer Tinte geschrieben gewesen. Generalstreiks-Bilanz ∆ Jerusalem, 15. Juli. Es ist nun ein Vierteljahr her, daß die Araber in Palästina ihren Protestfeldzug begonnen haben. Nirgends ist ein fühlbares Nachlassen des Generalstreiks und Aufruhrs festzustellen. Der Streik wird hartnäckig unter der Kontrolle der aktiven Araberjugend fortgeführt. Täglich liefern die arabischen Freischaren den Engländern Kämpfe. Täglich ereignen sich Ueberfälle in Städten und auch auf den wichtigsten Verkehrswegen. Die amtlichen Verlautbarungen meldeten in der letzten Woche 18 tote, 25 verwundete Araber und Juden, 7 verwundete Polizisten und Engländer. Seit Beginn des Aufruhrs gab es mindestens 150 Tote und 300 Verwundete. Auf jüdischer Seite macht sich wachsende Nervosität bemerkbar. Man fürchtet eine Aenderung des Einwanderungssystems und glaubt, daß dann das ganze jüdische Nationalheimgebäude ins Wanken geraten könnte. Diese Nervosität hat zu Spannungen zwischen der zurückhaltend, operierenden politischen Führung der Juden und der aktivistischen jüdischen Miliz geführt. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich K. Pfafferott. Stellvertreiender Hauptschriftleiter: Ewald Löbbert Verantwortlich: Für Polilik Fritz Bormann, Leiter der gesamten Lokal- und Provinzteile: Ewald Löbbert, verantwortlich die jeweils am Ende der Ortsausgabe bezeichneten Schriftleiter. Verantwortlich für Wirtschaft: Dr Helmut Barth-tork. für den Allgemeinen Teil Heinrich Elsenpeter. für Kunst und Unterhallung 1. V. Günther Stöve. für Schrifttum und Heimatpolitik Günther Stöve, für Westfalen-Rheinland Hermann Thien, für „po. Ern.„Schulte, für den Anzeigenteil Bernhard Stadie, Anzeigenleiter: Karl Kirschner, sämtlich In Dortmund. Berliner Schriftleitung: Hans Graf Reischach. Berlin Chef vom Dienst: Heinrich Elsenpeter. Dortmund. Druck und Verlag: Westfälische Landeszeitung Gmblf., Dortmund. D.-A. Juni 1936: über 180 000 D Bezirksausgabe Dortmund und Umgebung: 66 175; D.-A. B. Bezirksausgabe Bochum-Willen: 23 750; D.-A. H Bezirksausgabe Ilauen: 18 525: D.-A. A Bezirksausgabe Sauerland(Arnsberg): 14 516: D. A. G. BezirksHerne-Wanne- Eickel-Gelsenkirchen-Recklinghausen: 14 640: D.-A. S Bezirksausgabe Hamm-Soest und di: Börde: 14 510; D.-A. R Reichsausgabe: 16 200: D.-A. L Bezirksausgabe Lüde ischeid: 11 800(z. Zt. Preishiste Nr. 5 gültig). D Schicksale zwischen Leben und Iod /# Von Dr. Wolfgang Hoffmann-Harnisch VI. Ihn selber schien niemand zu bemerken, denn die Gesichter der Posten, die er nach wiederholtem Beobachten ganz deutlich erkennen konnte, blieben bewegungslos. Der feldgraue Stahlhelm, die Uniform, der feldgraue lackierte Feldstecher machte ihn den Erdschollen gleich. Minutenlang starrte er regungslos, lauschte gespannt, sog sich mit allen Sinnen sest an den vielfach gebrochenen Linien der feindlichen Stellung, an der Unendlichkeit der braunschwarzen Erde und an der Luft, die leise darüber hinstrich. Plötzlich hörte er wieder ein gedämpftes Sprechen, das irgendwo ganz dicht vor ihm aus der leeren Luft aufquoll und ebenso plötzlich verstummte, vom Nichts verschluckt. Seine Hände zitterten leicht, als er jetzt das Glas senkte und mit bloßem Auge die breite Fläche abzusuchen begann, die zwischen ihm und der Stellung lag. Aber nirgends trafen seine Augen auf die Ränder eines Laufgrabens; überall breitete sich unendlich die Erdhaut aus, mit ihren Schollen, Trichterrändern, Furchen, Hebungen und Senkungen, schwarz, unendlich, unendlich. Und immer wieder und wieder quoll das Sprechen auf, verstummte, setzte von neuem ein. Es war, um wahnsinnig zu werden! Es war, als äfften ihn seine überreizten Nerven. Es war, als hockten unsichtbare Gegner um ihn herum, sprächen mit einander, von Tarnkappen gegen Blicke geschützt. Er wischte sich mit dem Handrücken über die Augen. Da, jetzt war es ganz deutlich zu sehen, dicht vor ihm geriet die Erde ins Wanken. Er konnte gerade noch sehen, wie eine gelbe Tellermütze dicht vor ihm aus der Erde auftauchte, er konnte gerade noch hören, wie Erdmassen in die Tiefe kollerten und prasselten— da war er schon blitzschnell in seinen Trichter zurückgerutscht. Schwer atmend hockte er bei seinen Gefährten.„Sie buddeln unterirdisch", flüsterte er. Seine beiden Kameraden starrten ihn fassungslos an. Bertlein wollte gerade den Mund öffnen, aber mit einer raschen Bewegung gebot ihm Steinmeyer Schweigen. Der Leutnant nahm die Kartentasche vor, kramte mit hastigen Bewegungen einen Meldeblock heraus und kritzelte eilig die Worte aufs Papier: Unmittelbar vor unserm Trichter zieht sich überdeckter Laufgraben vorbei. Er reichte den Zettel hinüber. Bertlein und Tank lasen. Die beiden zuckten die Achseln und gaben zu verstehen, daß sie sich nicht erklären konnten, was vorging. Der Leutnant hatte weder Lust noch Zeit, Erklärungen zu geben. Er war im tiefsten erregt wie ein Jagdhund, der nach langem Suchen endlich die Fährte des Wildes erfaßt hat und der die Spur aufnimmt, blind und taub gegen alles, was außerhalb seiner Auf gabe liegt. Zum zweiten Male machte er sich auf den Weg nach oben. Diesmal brauchte er den Kopf nicht allzuweit herauszustecken; überall bot sich ihm das gleiche Bild: Hände tauchten aus der Tiefe der Erde auf, reckten sich empor zerrten Strohmatten, Latten und Zweige hin über und herüber und schüttelten die Erde aus Körben auf die Matten, indes gedämpfte Kommandos und Zurufe von allen Seiten ertönten. Der Leutnant wagte einen raschen Blick nach rechts, einen ebensolchen nach links er erfaßte den Verlauf, den der gedeckte Lauf graben in beiden Richtungen nahm— dann tauchte er zurück in die Tiefe. Wolfsgruben Jetzt war ihm mit einem Schlage klarge worden, was sich in den letzten Nächten er eignet hatte. Ein Glück, dachte er, daß die Russen nicht auf die Idee gekommen sind, das Vorfeld zu beobachten, sie hätten mich sonst unbedingt entdecken müssen; die Angst vor der deutschen Artillerie hat sie in der Tiefe gehalten. Fieberhaft durchliefen seine Gedanken alles, was sich möglicherweise und notwendigerweise aus der vorliegenden Situation für ihn ergab. Da war zuerst die Gefahr, daß der Feind in der Dämmerung heraufkommen und ihn ent decken konnte. In diesem Falle war alles ver loren, die neuen Patrouillen würden wieder um in den Wolfsgruben verschwinden, wie alle ihre Vorgänger. In der Tat, es konnte sich um nichts anderes handeln, als um Wolfsgruben. Was konnten die Laufgräben, die mit Strohmatten bedeckt und mit Erde dünn beworfen waren, für einen andern Zweck haben? Auf diese und keine andere Weise waren die Patrouillen verschwunden. Sie waren durchgebrochen und von den in der Tiefe bereitstehenden Russen in Empfang genommen worden. Durch einen Zufall war er von seinen Leuten abgekommen und hinter ihnen zurückgeblieben. Bertlein und Tank war es ebenso gegangen. Der Zufall hatte sie dann in ihren Granattrichter zusammengeführt, dicht genug vor der kaschierten Stellung, um Beobachtungen machen zu konnen, und doch entfernt genug, um nicht entdeckt zu werden. Die Falle wird ausgehoben Ueberraschungen im Niemandsland] Mit Gefangenen zurück Endlich war sich Steinmeyer darüber klar, was zu geschehen hatte. Zunächst zeichnete er das Ergebnis seiner Beobachtungen so sinnfällig auf, daß seine Kameraden ihn verstehen konnten. Es war anzunehmen, daß die Russen bis zum Anbruch der Dämmerung ihre Arbeit beenden und dann in den vorbereiteten Gruben das Herannahen der Deutschen abwarten würden. Steinmeyer mußte also den Trichter so schnell wie möglich verlassen und so viel Terrain wie er irgend konnte, gewinnen. Hatte man ihn bisher nicht entdeckt, so konnte er einen zweiten Blick in das Land wagen; diesmal galt es, das Terrain nach der andern Seite hin zu erkunden. Auftauchen und das rückwärtige Gelände absuchen, war eins. Aus der Unzahl von Trichtern, die sich seinem Blick boten, griff er die zunächstgelegene Kette heraus. Dann machte er sich ohne Zögern daran, den Spaten in die Erde zu stoßen und einen Verbindungsgang zum nächsten Erdloch zu wühlen. Eine halbe Stunde später konnten die drei ihren Standort mehrere Meter zurückverlegen. Keuchend und schwitzend langten sie, einer nach dem andern, im nächsten Trichter an. Von da ging es zum dritten und vierten Erdloch, immer der deutschen Stellung entgegen. Als die Dämmerung hereingebrochen war, konnten sie wagen, sich freier zu bewegen. Steinmeyer riß sein Taschentuch in Streifen und band die Fetzen an die Spatenstiele; noch war es hell genug, um sich an der russischen Front orientieren zu können. Bertlein und Tank schickte er je hundert Meter nach rechts und links hinaus ins Gelände. Vorsichtig krochen die beiden davon, jeder mit dem bewimpelten Spaten bewaffnet, um ihre Markierungen einzupflanzen. Endlich streckten alle drei, jeder an seinem Platz, die ermatteten Glieder von sich und warteten die Nacht ab. Steinmeyer mußte einige Stunden in jenem Zustand des Schlafens verbracht haben, den der Soldat so gut kennt, bei dem die Glieder ruhen, während die Sinne wachen. Jedenfalls war der Mond aufgegangen, als er sich aufrichtete und umsah. Obgleich er doch wußte, an welchen Stellen seine Kameraden sich befanden, mußte er eine ganze Weile suchen, ehe er die beiden schwachen, weißen Punkte der Markierungszeichen entdeckte. Vorsichtig gegen hochgehende Leuchtkugeln sichernd, huschte er erst zu Bertlein, dann zu Tank und gab ihnen seine Instruktionen. Die beiden hatten neben ihren Markierungen auszuharren, bis er sie abholen würde. Er nahm an, daß die Russen keine Patrouillen ins Vorgelände hinausschicken würden; das Vorhandensein der gedeckten Laufgräben berechtigte ihn zu dieser Schlußfolgerung. Er konnte also seine beiden Helfer verlassen und der deutschen Stellung entgegengehen. Endlich tönte ihm das wohlbekannte„Wer da?“ entgegen. Mit hastigen Worten instruierte er den Führer der Patrouille, auf die er gestoßen war. Dann wurden Meldegänger nach rechts und links hinaus ins Gelände geschickt, um die anschließenden Patrouillen gleichfalls zu unterrichten. Unter Steinmeyers Führung gingen die Patrouillen vor, bis sie zu Bertlein und Tank gelangten. Die beiden kauerten neben ihren weißen Fähnchen. An diesen Markierungen war die Richtung mühelos abzulesen, in der der unterirdische Laufgraben angelegt war. Zwanzig Männer gingen zu Boden nieder und krochen ihrem Ziel entgegen. Als Steinmeyer bei dem Trichter angelangt war, in dem er den Tag verbracht hatte und den er unschwer wiedererkannte, richtete er sich auf, zog seine Handgranate ab, zählte sie aus und warf sie an die Stelle, wo er zwölf Stunden zuvor die Tellermütze hatte auftauchen sehen. Neun zehn weitere Granaten prasselten mit der seinen zu Boden, explodierten, teils breite Lücken reißend, in die tarnende Haut, teils im Innern des Laufgrabens ihr Vernichtungs werk verrichtend. Gleichzeitig wurde es überall lebendig in der Tiefe der Erde. Das Fluchen, Schreien und Trappeln der Davoneilenden vermischte sich mit dem Niederprasseln der Erdmassen und mit dem Explodieren der zweiten Serie von Handgranaten, die im Abstand weniger Sekunden der ersten folgte. Dann ertönte ein kurzer Ruf von Steinmeyer und schon sprangen die Deutschen aus ihrer geduckten Stellung auf, drangen bis an den Rand des Laufgrabens vor und rissen die Matten, die als brennende und zerrissene Fetzen über dem Gestänge hingen, beiseite. Steinmeyers Anweisung entsprechend verschwand die Hälfte der deutschen Mannschaft in der Tiefe, während die andere Hälfte zurückblieb, das Gewehr im Anschlag, bereit, einen Gegenstoß der Russen aufzufangen. Die Ereignisse folgten einander mit rasender Schnelligkeit.„Hier kommt einer, hier noch einer, Achtung!" tönte es aus der Tiefe heraus. Entwaffnete Russen schoben sich, durch Gewalt und Drohungen vorwärtsgetrieben, über das Gestänge hinaus an die Oberfläche, wo sie von den Wartenden in Empfang genommen wurden. Knappe Rufe tönten von rechts und links an die Ohren der Offiziere: „Sieben Gefangene und zehn Mann zurück“. konnte Steinmeyer noch eben verstehen, da wurde es in der Hauptstellung der Russen lebendig. Gewehrfeuer knatterte, Maschinengewehre begannen ihr eintöniges Lied zu singen, Kommados, Rufe und Flüche wurden laut. „Zurück! Marsch, marsch!“ schrie Steinmeyer gedämpft,„die Gefangenen voraus!“ Durch! Die Oberkörper bis zu den Knien heruntergedrückt, so huschte die Schar davon. Im Aufsteigen der russischen Leuchtkugeln erkannte Steinmeyer, daß die Gefangenen von seinen Leuten vorwärtsgetrieben, vor der Schützenlinie herliefen, dann warf sich die kleine Schar, die Gefangenen mit sich zu Boden reißend, auf die Erde nieder. Als das leuchtende Projektil in der Ferne verlöscht war, kommandierte Steinmeyer von neuem: „Sprung auf! Marsch, marsch!", und alles rannte und hastete davon. Auf der Linie der Markierungen wurde zum zweitenmal Halt gemacht. Irgendwo schrie jemand auf. Ein russischer Fluch folgte dem Schrei. Einer der Gefangenen war getroffen. „Schnell, Kinder, schnell!“ schrie Stein meyer,„wir müssen durchkommen, ehe sich die Artillerie beteiligt!“ Alles hastete vorwärts. Immer, wenn die Maschinengewehre aussetzten und die wohlbekannten Pausen des Ladens eintraten, ging es in großen Sprüngen vorwärts. Das Inanteriefeuer blieb, wie meistens in der Nacht, völlig wirkungslos. Als die Deutschen eine halbe Stunde später mit ihren Gefangenen hinter den Sandsäcken und Erdwällen der eigenen Stellung verchwanden, platzten die ersten Schrapnells über dem Niemandsland. Morgen setzen wir unsere Tatsachenberichte ort mit der Geschichte des Grafen Schlabrendorff: „Ein Paar Schuhe“. Die neue Schilderung erzählt das beglaubigte Spiel des Zufalls während der französischen Revolution von 1789, als eine Kleinigkeit darüber entschied, ob der Deutsche Graf Schlabren= dorff ein Opfer der Guillotine werden sollte. Aufnahme: Hoffmann Das Arbeitslager des Kultur- und Rundfunkamtes der H. Die Reichsjugendführung veranstaltet zur Zeit in Heidelberg ein Arbeitslager, woran alle jungen Künstler des neuen Deutschlands beteiligt sind. Die Lagerteilnehmer des Arbeitslagers der RIF statteten der Schnellpressen-Fabrik in Heidelberg einen Besuch; ab, um dort die Belegschaft durch ihre Darbietungen zu erfreuen. Die Rundfunk-Spielschar der HI spielt unter Leitung von Wolfgang Stumme.(Uebertragung auf Rundfunk.) Aufnahme: Weltbild Bernd und Elli standesamtlich getraut Vorgestern fand im Standesamt in Schmargendorf die schon angekündigte Trauung des bekannten Rennfahrers Bernd Rosemeyer und der Sportfliegerin Elli Beinhorn statt. Bernd Rosemeyer und Elli Beinhorn verlassen nach vollzogener Trauung das Standesamt Unzureichender Regen Die amerikanische Hitzewelle hält an) Bereits 1780 Todesopfer Vollstreckung eines Todesurteils X Berlin, 14. Juli. Am 14. Juli 1936 ist in Halle Saale der am 8. November 1897 geborene Walter Gelbke zingerichtet worden. Gelbke, der durch Urteil des Sondergerichts in Halle vom 15. Mai 36 zum Tode verurteilt worden war, hat am Abend des 3. Mai 1936 in Leopoldshall einen Polizeibeamten, der ihn wegen eines Diebtahls zur Wache bringen wollte, mit einer Pistole bedroht und den SA=Rottenführer Ehrenberg, der in Ausübung seines Dienstes dem Polizeibeamten auf dessen Bitte zu Hilfe gekommen war, durch einen Bauschuß getötet. A Neunork, 14. Juli. Die Hoffnung, daß die Regenfälle der letzten Tage eine durchgreifende Wetteränderung einleiten würden, hat sich als trügerisch erwiesen. Die Hitzekatastrophe nimmt vielmehr stündlich einen größeren Umfang an. Die Zahl der Todesopfer beträgt 1780. Sie wächst durchschnittlich um 50 Personen in der Stunde. Die Leichenschauhäuser in Chikago, Minneapolis und Detroit sind mit langen Reihen von unbekannten Toten überfüllt. In Detroit starb am Montag im Verlaufe von 14 Stunden alle zehn Minuten eine Person am Hitzschlag. Das Dürregebiet erstreckt sich jetzt über 12 Staaten der Union. Die Regenfälle der letzten Tage sind anscheinend für den aus gedörrten Boden zu spät gekommen. In Nord und Süddakota schießen jedenfalls nach dem Regen zum Entsetzen der Farmer nur noch Kakteen aus dem Boden, die als einzige Pflanzen die Dürrezeit überstanden haben. Eine Anzahl hoher Regierungsbeamter, darunter der Leiter der Wiederansiedlungsbehörde, Tugwell, begaben sich Dienstagabend im Flugzeug von Washington in die Dürre gebiete, um die Vorbereitungen für die Um siedlung eines Teiles der Bevölkerung der „Staubschüssel“, wie die von Sandstürmen heimgesuchten Landesteile bezeichnet werden, zu treffen. Wie verlautet, beabsichtigt Präsident Roosevelt, in der nächsten Tagung des Kongresses ein großzügiges Programm für die Wiedergewinnung unfruchtbar gewordener Landstriche vorzulegen, das sich über viele Jahre erstrecken soll. Erdbeben in Chile Die Stadt Taltal völlig zerstört ∆ Santiago de Chile, 14. Juli. Ein schweres Erdbeben, das eine Flutwelle im Gefolge hatte, hat in einer Breite von 600 Kilometer am Montag das nordchilenische Küstengebiet heimgesucht. Der Mittelpunkt des Bebens lag in der Hafenstadt Taltal, wo ast sämtliche Häuser mehr oder weniger schwer beschädigt wurden. Schweren Schaden hat das Erdbeben, das drei Minuten dauerte, auch in der Stadt Copiaco angerichtet. Ob auch das Hinterland, in Mitleidenschaft gezogen worden ist, konnte noch nicht festgestellt werden, da sämtliche Drahtverbindungen zerstört sind und auch die Eisenbahnen den Verkehr einstellen mußten. Man hegt jedoch für das Innere der Provinzen Antofagasta und Atacama, wo in den Kupferminen Hunderte von Arbeitern beschäftigt sind, die schwersten Befürchtungen. Ueber die Zahl der Menschenopfer, die das Erdbeben gefordert hat, liegen genaue Angaben noch nicht vor. Kleine Weltchronik Großfeuer in einer polnischen Stadt. In einer Vorstadt von Pinsk wurden durch ein Großfeuer 13 Wohnhäuser und mehrere Wirtschaftsgebäude vernichtet. Fünf Personen fanden in den Flammen den Tod. Schweres Kraftwagenunglück in Südtirol. In der Nay. von Gonazoi in Südtirol stürzte ein mit Militärpersonen besetzter Kraftwagen in den Trafoi=Bach. Drei Personen kamen ums Leben und sechs wurden verletzt. Erschütternde Flaschenpost. An der Küste bei Albano wurde unlängst eine Flasche auf den Strand gespült, in der man einen Zettel mit den folgenden Worten fand:„Unser Motor ist zerstört Barberan schwer verletzt, Schenkelbruch. Collor.“ Es dürfte sich hierbei um die letzte Botschaft der beiden Spanier, des Obersten Barberan und des Leutnants Collor handeln, die im Frühjahr 1934 Sevilla zu einem Transatlantikflug im Flugzeug verließen. Sie wollten Portorico erreichen. Sie sind dann noch bis Kuba weitergeflogen und starteten hier nach Mexiko. Von diesem Augenblick an sind beide verschollen. Die Flaschenpost dürfte wahrscheinlich ihre letzte Botschaft gewesen sein. SAHKLTE n eic SCE — Die Wehrpflicht älterer Jahrgänge Wer ist anmeldepflichtig? X Berlin, 15. Juli. Auf Grund verschiedener Anfragen über die Anmeldepflicht militärisch ausgebildeter Wehrpflichtiger älterer Geburtsjahrgänge wird nochmals auf folgende Punkte hingewiesen: Die Anmeldepflicht beschränkt sich auf Per sonen, die noch wehrpflichtig sind, die also pätestens am 31. März 1937 das 45. Lebens jahr(in Ostpreußen das 55. Lebensjahr) voll enden. Innerhalb des wehrpflichtigen Alters sind anmeldepflichtig: 1. die Offiziere und Beamten aller Gattungen des früheren Heeres, der Schutztruppe, der kaiserlichen Marine, der Reichswehr(des Reichsheeres und der Reichs marine). Hierunter fallen demnach auch die Kriegsteilnehmer, soweit sie Offiziere und Be amte des Beurlaubtenstandes waren. 2. Alle seit dem 1. Januar 1921 aus der Wehrmacht oder der Landespolizei ausgeschiedenen Deck offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften so wie alle Männer, die durch eine von der Wehrmacht oder Landespolizei veranlaßte kurzfristige Ausbildung militärisch geschult sind, sofern sie einem älteren Geburtsjahrgang als 1913(in Ostpreußen 1910) angehören. Maßgebend für die Anmeldepflicht ist im Falle der Ziffer 2 nur die Tatsache, daß der Wehrpflichtige seit dem 1. Januar 1921 ausgeschieden oder militärisch geschult ist, gleich gültig, ob er Kriegsteilnehmer ist oder nicht. Starhemberg wieder in Wien ∆ Wien, 15. Juli. Der Bundesführer des Heimatschutzes, Fürst Starhemberg, ist Dienstag früh mit dem fahrplanmäßigen Zug aus Italien nach Wien zurückgekehrt. Frelwillige Gemeinschaft Frau Scholtz-Klink in London ∆ London, 15. Juli. Auf dem Dritten Internationalen Kongreß für soziale Arbeit hielt die Reichsfrauenführerin Frau Scholtz=Klink am Dienstag eine Rede, die mit großem Beifall ausgenommen wurde. Sie sprach zuerst über die Idee des Nationalsozialismus, der das Wort„Gemeinnutz geht vor Eigennutz" prägte, und gab sodann eine umfassende Uebersicht über die deutsche Freizeitgestaltung„Kraft durch Freude". Frau Scholtz=Klink stellte im Verlaufe ihrer Ausführungen mancherorts auftretenden Mißverständnissen gegenüber fest, daß die organisierte Freizeit in Deutschland sich in erster Linie an die deutschen Menschen wende, die aus Eigenem heraus niemals auch nur ähnliche Möglichkeiten erkannt hätten. Wir hätten uns vorgenommen, jeden Weg zu erschließen, der uns einander näher bringt, nicht nur in unserem Tagewerk, sondern auch in unserem Feierabend. Unsere Gemeinschaft sei eine absolut freiwillige; wir verständen allerdings unter unserer Freizeit heute, daß nur der frei ist, der das tut, was für sein Volk notwendig ist. Wir wollen, so sagte Frau Scholtz=Klink, zum Schluß ihrer Rede, gerne allen Menschen in allen Ländern die Hand reichen, über die Wege unserer Freizeitgestaltung, die ihr Volk genau so lieben wie wir das unsrige. Jedes Voltes Eigenart wird von uns die Achtung erfahren, die ein aufrechtes Volk verlangen kann. Wir müssen aber dieselbe Haltung auch für unser deutsches Volk erwarten. Ernteschlacht Landwirtschaftliche Tätiokeit als Ersatz für Arbeitsdienstpflicht 7 Wie wird man Landdienstmädel? Berlin, 15. Juli. Die Reichsreferentin des BdM, Trude Bürkner, hat zur Teilnahme am Mädellanddienst aufgerufen. Gleichzeitig ist in einer amtlichen Verfügung mitgeteilt worden, daß die landwirtschaftliche Tätigkeit der Mädel als Ersatz für die Arbeitsdienstpflicht angesehen wird. Diese landwirtschaftliche Tätigkeit muß allerdings nachweislich vor dem 1. Oktober 1937 geleistet werden und zwar mindestens nenn Monate lang in einem freien landwirtschaftlichen Arbeitsverhältnis, in der Landhilfe oder in einem landwirtschaftlichen Umschulungslager des BdM. Welchen Sinn hat nun der Mädellanddienst und wie arbeiten die Mädel aus der Stadt auf dem Lande? Ueber diese Fragen gab die zuständige Referentin im Sozialen Amt der Reichsjugendführung Gauführerin Gertrud Kunzemann, Auskunft. Anmeldungen von Mädeln, die für einige Zeit in der Landwirtschaft tätig sein wollen, werden dringend benötigt. Die Anmeldungen sind an das Soziale Amt der Reichsjugendführung, Berlin NW 40, Kronprinzenufer 10, zu richten. Jedes Mädel, das sich gemeldet hat, wird— nötigenfalls nach einer Umschulung— einer bereits bestehenden Mädellanddienstgruppe, die im allgemeinen 6 bis 20 Mädel umfaßt, zugewiesen. Die Gruppe wohnt durchweg in einem gemeinsamen Heim, das von der zuständigen Dorfgemeinschaft zur Verfügung gestellt und unterhalten wird. Die Mädels sind teils mit auf dem Felde, teils in der ländlichen Hauswirtschaft tätig und helfen der Bäuerin beim Aufräumen des Hauses, bei leichten Stallarbeiten, beim Kochen, Melken, Buttern, in der Garten= und Feldarbeit. Sie stehen mit dem bäuerlichen Betrieb in einem regelrechten Arbeitsverhältnis und erhalten je nach Alter und Leistung im einzelnen 10 bis 40 Mark im Monat. Jedes Mädel hat die Pflicht, von seinem Wochenlohn einen Tageslohn für die Bildung eines Pflichtsparschatzes zurückzulegen, über den sie insgesamt erst beim Ausscheiden aus dem Landdienst verfügen darf. Die Mädel gehen morgens an ihre einzelnen Arbeitsstätten, wo sie den ganzen Tag über tätig sind. Sie erhalten in jedem Falle eine bestimmte Freizeit, die sich nach den einzelnen bäuerlichen Betrieben richtet. Abends kommen die Mädel wieder in ihr Heim zurück, wo sie an bestimmten Abenden mit dem zuständigen BdM Singeabende für die Dorfgemeinschaft abhalten oder auf andere Weise sich in das dörfliche Gemeinschaftsleben stellen. . J e d e L a n d d i e n s t g r u p p e w i r d v o n e i n e r b e sonders hierfür geschulten Führerin, die in jedem Falle dem BdM angehört, geleitet. Diese Führerin steht genau wie ihre Kameradinnen mit einem bäuerlichen Betrieb in einem regelrechten Arbeitsverhältnis— nur wird ihr für ihre Führerinnentätigkeit etwas mehr Zeit gelassen. Die Verpflegung Der Reichssportführer im Olympischen Dorf Empfänge am lausenden Band] Der Einzug der Aeoypter und Südafrikaner (Drahtbericht unserer Berliner Sehriftleitung) Berlin, 15. Juli. Fast täglich treffen neue Olympiamannschaften aus allen Teilen der Welt in der Reichshauptstadt ein. Draußen im Olympischen Dorf reiht ich in diesen Tagen ein Empfang an den andern. Kaum waren am Montag abend die Inder eingetroffen, als für Dienstag Nachmittag die Ankunft zweier weiterer Mannchaften bekannt wurde: um 17 Uhr fuhr in zwei großen Autobussen der Wehrmacht die aus 75 Sportlern bestehende Mannschaft der Aegypter vor dem Hauptgebäude des Olympiadorfes vor. Lachend entstiegen die ägyptichen Sportler in ihren schmucken blauen Jacken und den roten Fezen dem Wagen und nahmen vor dem Hauptgebäude, wo sich inzwichen eine große Schar Neugieriger uno zahlreiche Sportler aus dem Dorfe angesammelt hatten, Aufstellung. Der Lagerkommandant hieß die Mannschaft herzlich willkommen und wünschte ihnen besten Erfolg für den bevorstehenden schweren Kampf. Der ägyptische Sportattaché Marig dankte in herzlichen Worten für den großartigen Empang, der ihnen einen ersten Eindruck von der weltbekannten deutschen Gastfreundschaft vermittelt habe. Unter den Klängen der Militärkapelle stieg die grüne Fahne mit dem Halbmond am Fahnenmast neben den 13 bereits hochgezogenen Fahnen empor. Nach einem „Schlachtruf“ der Aegypter, der in einem Hoch auf Deutschland ausklang, ging es unter der Führung vom Ehrendienst=Offizier, Oberleutnant Schäfer, durch den lichten Birkenwald zu den Häusern Frankfurt, Wiesbaden und Speyer, in denen die Aegypter wohnen werden. Bei der Ankunft vor den Häusern wurde auch hier die ägyptische Nationalflagge gehißt. Kaum hatten die Aegypter ihr Quartier bezogen, als am Dorfeingang am Fahnenmast die südafrikanische Flagge unter den Klängen der Nationalhymne feierlich in die Höhe gezogen wurde. Nach einer Begrüßung der 26 Der Sanktionskrieg beendet Ganz Italien im Flaggenschmuck 7„Die politische Kapitulation des Völkerbundes“ A London, 15. Juli. Die Sanktionen Englands gegen Italien verlieren am Mittwoch um Mitternacht ihre Wirksamkeit. Gleichzeitig laufen die gegenseitigen Beistandsversicherungen ab, die im vergangenen Dezember zwischen einer Reihe von Mittelmeermächten und England ausgetauscht wurden und in denen sich die Länder gegenseitige Hilfe für den Fall versprachen, daß irgendeiner der Staaten von Italien wegen der Durchführung der Sanktionen angegriffen werden sollte. ∆ Rom, 15. Juli. Das Ende des Sanktionskrieges begeht ganz Italien auf Anordnung Mussolinis wie seinerzeit den Beginn in vollem Flaggenschmuck. Die Presse verherrlicht aus diesem Anlaß die Volksgemeinschaft, die in Italien in den 241 Tagen der wirtschaftlichen Belagerung auf allen Gebieten die Probe bestanden habe. Mit der geistigen und wirtschaftlichen Kraft Italiens sei zugleich seine militärische Stärke gewachsen, während der Versuch der wirtschaftlichen und politischen Isolierung Italiens scheiterte. Der Freudentag Italiens bedeute, so führt „Giornale d' Italia" im einzelnen aus, nach den harten Sanktionsmonaten den Beginn eines neuen Lebens. Der Sieg, den Italien in Afrika statt in drei Jahren in wenigen Monaten errang, habe ihm das Imperium gebracht. Zugleich stehe es am Ende des Sanktionskrieges in Europa und in der Welt stärker, sicherer und entschlossener da. Im Bewußtsein seiner Mission habe Italien in den Sanktionsmonaten nichts getan, was Europa und seiner Kultur unheilbaren Schaden gebracht hätte. Andererseits könne es auf keine seiner Rechte verzichten, begonnen mit der ihm gebührenden Achtung. Die Sanktionen könnten ebensowenig wie die ostafrikanische Expedition den Gana der italienischen Außenpolitik aufhalten, noch ihre Bewegungsfreiheit beschränken. Die einzigen konstruktiven Abmachungen von Bestand, die in der Sanktionszeit in Europa getroffen wurden, entstanden unter Mitwirkung Italiens und außerhalb des Kreises der Sanktionsmächte. Im übrigen hätten Italien auch in diesen Monaten der Verdunklung des europäischen Horizonts die internationalen Freundschaften nicht gefehlt und Italien entbiete diesen bewährten Freunden in dieser Stunde seinen Gruß. Von den Ländern des anderen Lagers erwarte es, daß sie nunmehr die Richtung ihrer Politik klar zu erkennen geben. „Tribuna“ weist darauf hin, daß das Ende der Sanktionen mit dem Abschluß der deutschösterreichischen Verständigung zusammenfalle, deren glänzender Erfolg gerabezu wie gerufen komme, um die vollkommene Ohnmacht des Völkerbundes und die aufbauende Kraft anderer Methoden zu beweisen. Mit dem Sanktionsexperiment sei auch der Mythos der Kollektivsicherheit zusammengebrochen. Die Aufhebung der Sanktionen bedeute nicht einen einfachen technischen Mißerfolg, sondern die vollstandige politische Kapitulation des Völkerbundes. Mit seiner Ohnmacht höre auch das praktische Funktionieren des Systemes auf, das keinen anderen Zweck hatte, als die Erhaltung des Status quo zugunsten einiger bevorrechtigter Großmächte. Jetzt sei der Ueberstaat auseinandergebrochen, mit dem der Lauf der Geschichte aufgehalten werden sollte. Südafrikaner durch den Lagerkommandanten zogen auch diese unter Führung einer Militärkapelle durch den Birkenwald des Dorfes zum „Würzburger Haus“. Auf dem Weg zu ihrem neuen Heim schloß sich dem Zuge eine gerade vom Training zurückkehrende peruanische Mannschaft an. Anschließend besichtigten die Neuangekommenen das gesamte Dorf, von dessen Einrichtung und großzügiger Planung sie restlos begeistert waren. Bei dem gemeinsamen Abendessen aller bereits im Olympischen Dorf untergebrachten Mannschaften erschien zum ersten Male seit dem Bezug des Dorfes durch die olympischen Kämpfer der Reichssportführer, der von allen Anwesenden auf das herzlichste begrüßt wurde. Wachsende Verständigung Das Abkommen mit Oesterreich und die Olympischen Spiele X Berlin, 15. Juli. Anläßlich des Abschlusses des deutsch=österreichischen Abkommens fand zwischen dem Präsidenten des österreichischen Olympischen Komitees Dr. Theodor Schmidt und dem Präsidenten des Organisationskomitees für die XI. Olympiade, Staatssekretär a. D. Lewald, folgender Telegrammwechsel statt: „Präsident Erellenz Lewald, Berlin. Gedenke Euer Exzellenz, heute nach Abschluß des deutsch=österreichischen Abkommens, in aufrichtigster olympischer Verbundenheit und bin sicher, daß starke Teilnahme Oesterreichs an den Olympischen Spielen das begonnene Werk erfolgreich fortsetzen wird.“ Staatssekretär a. D. Lewald antwortete wie folgt:„In gemeinsamer Freude über das Freundschaftsabkommen Oesterreich=Deutschland als glückbringendes Vorzeichen für Olympische Spiele sende ich Ihnen herzliche kollegiale Grüße." Wer dart olymvische Symbole verwenden? Berlin, 15. Juli. Entsprechend einer wiederholt bekanntgegebenen Anordnung dürfen die olympischen Symbole— fünf Ringe, Olympiaglocke— nur von den Stellen und Geschäften verwendet werden, deren Anträge vom Propagandaausschuß genehmigt wurden. Im Zusammenhang hiermit weist der Propagandaausschuß der olympischen Spiele nochmals darauf hin, daß die Frist zur Einreichung dieser Anträge am 20. Juli abläuft und nach diesem Tage Anträge nicht mehr angenommen werden können. im Lager wird meistens von den Bauern bestritten, die Naturalien liefern. Um diejenigen Mädel, die noch nie vorher in der Landwirtschaft tätig waren, auf den Landdienst vorzubereiten, hat die Reichsanstalt gemeinsam mit dem BdM achtwöchige landwirtschaftliche Umschulungslager eingerichtet. Die Mädel müssen sich verpflichten, ein Jahr auf dem Lande zu bleiben. Die Reichsanstalt zahlt für diese Umschulungslager einen täglichen Förderungssatz für jedes Mädel. Wie sind die Erfolge? 80 bis 90 Prozent der Mädel, die sich für die Umschulung gemeldet haben, bleiben ein Jahr draußen auf dem Lande und sehr viele haben sich sogar entschlossen, für noch längere Zeit oder für immer auf dem Lande ansässig zu werden. Der Grund hierfür ist meistens in der gesunden Arbeit zu suchen, die in keinem Falle eine ungesunde Ueberanstrengung bedeutet. Es liegen begeisterte Schilderungen von Mädeln vor, die von ihrer Landdienstarbeit berichten.„Hätte ich gewußt, wie gesund und abwechslungsreich die Arbeit auf dem Lande ist, ich wäre schon viel eher aus der Großstadt herausgegangen.“ So und ähnlich lauten die Dankschreiben, in denen die Mädel ihre Freude an der Landarbeit ausdrücken. Auch von den bäuerlichen Betrieben liegen Schreiben vor, die bekunden, daß die Landdienstmädel wertvolle und richtige Arbeit leisten. Häufig wird gemeldet, daß sich alle Bauern des Dorfes bereit erklären, Landdienstmädel aufzunehmen, da man so gute Erfahrungen gemacht habe. Einen schöneren Beweis für den Erfolg des Landdienstes kann es kaum geben. Er ist zwar erst im Aufbau begriffen, hat sich aber doch als unbedingt notwendig erwiesen, um dem Lande die so dringend notwendigen Arbeitskräfte zu sichern. Der Landdienst rufteuch, Großstadtmädel! Tage Frohsinn und Heiterkeit ASU-Aktion für das Hilfswerk „Mutter und Kind“ Berlin, 15. Juli. Der Gau Berlin der NSV veranstaltet vom 18. Juli ab eine„Woche des Lachens" unter dem Motto„Acht Tage Frohsinn und Heiterkeit" als Sonderaktion für das Hilfswerk „Mutter und Kind“. Die bekanntesten Künstler von Bühne, Film und Funk wurden verpflichtet. Die Bayreuther Festspiele Furtwängler mit den Vorbereitungen beschäftigt X Berlin, 15. Juli. Wilhelm Furtwängler ist seit mehreren Wochen mit der musikalischen Vorbereitung der Bayreuther Festspiele beschäftigt. Nach diesen wird er seinen längeren Urlaub, der ihn über den Winter von jeglicher Betätigung als Dirigent in Deutschland und im Auslande fernhält, antreten. Koustberselte Begrüßungstelegramm des NS=Lehrerbundes an den Führer. Die Reichstagung des NS=Lehrerbundes in Bayreuth hat an den Führer und Reichskanzler ein Begrüßungstelegramm gerichtet. Deutsche Jugendgruppe in Warschau eingetroffen. Am Montagabend traf in Warschau eine deutsche Jugendgruppe ein. Sie ist hier Gast der polnischen Jugendorganisation Ymea, die ihrerseits auf dem Weg durch den deutsch=polnischen Jugendaustausch eine polnische Jugendgruppe nach Deutschland entsendet. Die deutsche Jugendgruppe hält sich in Polen etwa zwei Wochen auf. Milchwirtschaftlicher Weltkongreß 1937 in Berlin. Im August des nächsten Jahres wird in der Reichshauptstadt der XI. Milchwirtschaftliche Weltkongreß zusammentreten, zu dessen Teilnahme zahlreiche Delegationen in einer Gesamtstärke von vielen hundert Personen nach Berlin kommen werden. Italienischer Rundfunk sendet in Deutschland aufgenommene Oper. Die entzückende Kurzoper„Susannes Geheimnis“ von Ermanno Wolf=Ferrari, die vor einiger Zeit der Deutschlandsender unter Leitung von Hans Georg Görner zur Aufführung brachte, hat der italienische Rundfunk zur Wiederholung als Wachsplattensendung vom Deutschlandsender erworben. Die Oper wird am 15. Juli um 21 Uhr von Berlin aus über fünf italienische Sender verbreitet werden, und zwar über Rom, Bologna, Bari, Palermo, Neapel. Urlaubsreise Hodzas. Der tschechoslowakische Ministerpräsident Dr. Milan Hodza, der seit Sonnabend voriger Woche auf Urlaub weilt, hat sich über Wien nach der Schweiz begeben.— Nie von tschechoslowakischer Seite verlautet, hatte sein kurzer Aufenthalt in Wien privaten Charakter. Dr. Hodza hat am Dienstagvormittag Wien wieder verlassen. Die Verringerung der britischen Mittelmeerflotte. Am Dienstag haben zwei britische und zwei australische Kreuzer den Hafen von Alexandrien endgültig verlassen. Die britischen Kreuzer„Warwick" und „Ereter“ kehren nach England zurück, während die australischen Kreuzer„Australia" und„Sydney“ sich wieder in ihre Heimatgewässer begeben. Zeitungsverbot in Madrid. Die katholische Zeitung„Ha, das größte Blatt Madrids, ist wegen Herausgabe einer Sondernummer, die in der Schlagzeile die Ermordung Calvo Sotelos anzeigte, vom Innenminister bis auf weiteres verboten worden. Ein Gefahrenherd beseitigt Schwiegersohn Churchills begrüßt das Freundschaftsabkommen ∆ London, 15. Juli. Der konservative Unterhausabgeordnete Duncan Samdys, ein Schwiegersohn Churchills, begrüßt in einer Zuschrift an die„Times“ das deutsch=österreichische Abkommen, das auf dem Wege der Versöhnung einen gefürchteten Gefahrenpunkt von der Karte Europas entfernt habe. Wenn Deutschland durch seinen staatsmännischen Akt zu einer engeren Zusammenarbeit mit Italien komme, so sei das nur die wohlverdiente Belohnung für den Beitrag, den es für die mitteleuropäische Stabilität geleistet habe. Jeder Schritt, der das Vertrauen in Europa erweitere, verdiene ein uneingeschränktes Willkommen. Prag beruhigt sich Der tschechoslowakische Standpunkt zum Abkommen Berlin=Wien ∆ Prag, 15. Juli. Die„Prager Presse“ bringt unter der Ueberschrift„Der tschechoslowakische Stand punkt“ einen Leitartikel zu dem deutsch=öster reichischen Abkommen, dessen Gedankengänge man zum mindesten als von maßgebender Seite der tschechoslowakischen Außenpolitik zerrührend, ansprechen darf, wenn er nicht ogar unmittelbar von dieser Seite verfaßt ist Der Verfasser erklärt zunächst, daß die tschechoslowakische Außenpolitik in dem öster reichisch=deutschen Streit für sich selbst immer ein Passivum gesehen habe. Die tschechoslowa kische Außenpolitik habe sich nie über diesen Konflikt gefreut und habe nie etwas getan, was ihn hätte steigern können. Sie sei sich immer bewußt gewesen, daß irgendein Aus leich kommen müsse. Die Festigung des selb tändigen Oesterreich habe sie immer ohne die Einwilligung und Mitarbeit des Deutschen Reiches für schwer erreichbar gehalten. Das gegenwärtige Abkommen zeitige neben einigen Nachteilen auch eine Reihe von Vorteilen für die Tschechoslowakei. Es sei nicht daran zu Das ist Sozialismus der Tat! Rach siegreicher Arbeitsschlacht— siegreiche Ernteschlacht Königsberg, 15. Juli. Gauleiter Oberpräsident Koch hat einen von den Leitern aller ostpreußischen Parteigliederungen mitunterzeichneten Aufruf an die gesamte Bevölkerung Ostpreußens erlassen, sich durch aktiven Einsatz an der Einbringung der Ernte zu beteiligen. Schulter an Schulter mit ihrem Gauleiter werden die Männer des Gaucs Ostpreußen, vom Schneidergehilfen bis zum Fabrikdirektor, an den kommenden fünf Sonntagen in den Dienst dieser beispielhaften sozialistischen Aktion treten. Für jeden Helfer zahlt der Bauer pro Tag einen Ehrensold von einer Reichsmark in den Kampffonds der Partei. Im Jahre 1933 trat Ostpreußen unter Führung seines Gauleiters Erich Koch in der Arbeitsschlacht an die Spitze aller deutschen Gaue: schon wenige Monate nach der Uebernahme der Macht durch den Führer gab es in ganz Ostpreußen keinen einzigen Arbeitslosen mehr. Während früher zur Einbringung der Ernte ein Heer erwerbsloser Volksgenossen zur Verfügung stand, wäre der ostpreußische Bauer jegt auf sich selbst angewiesen, da auch im übrigen Reichsgebiet durch den überaus starken Rückgang der Arbeitslosigkeit keine zusätzlichen Hilfskräfte bereitstehen. Es gilt nun, die Ernte der ostpreußischen Bauern in kürzester Frist sicher einzubringen und durch Einsatz aller Kräfte vor allen nachteiligen Einflüssen der Witterung zu schützen. Zum ersten Male wird nun die gesamte Bevölkerung Ostpreußens durch freiwillige Mitarbeit dem Bauer Hilfe leisten und damit die Idee des Sozialismus und der Volksgemeinschaft in die Tat umsetzen. Zehntausende schaffender Menschen aus allen Berufen werden aus den Städten hinausziehen auf die Dörfer, um durch ihr eigenes Opfer den Bestand der Gemeinschaft zu gewährleisten. Nach siegreicher Beendigung der Arbeitsschlacht packt ganz Ostpreußen zu, um auch die Ernteschlacht 1936 siegreich durchzuführen. zweifeln, daß die gegenseitigen Versicherungen, wenn sie folgerichtig und auf die Dauer eingehalten würden, eine Zusammenarbeit des Deutschen Reiches mit den übrigen mitteleuropäischen Staaten ermöglichen werden. Die Tschechoslowakei habe unter einer mitteleuropäischen Zusammenarbeit immer eine solche mit dem Deutschen Reich verstanden. Der Verfasser glaubt, daß durch das österreichisch=deutsche Abkommen die Verhandlungen über ein neues Locarno beträchtlich erleichtert werden könnten und knüpft hieran eine allgemeine Betrachtung über die europäische Politik, wobei er bekannte Prager Auffassungen, aber auch Vorurteile(„nationalsozialistische Irredenta in der Nachbarschaft Deutschlands!“) vertritt. Auch die Tschechoslowakei betrachte also, fährt er fort, das Abkommen sachlich, ruhig und positiv. Von vornherein wolle man nicht mißtrauen. Die Tschechoslowakei habe immer mit etwas Derartigem gerechnet und sei deshalb auch— wie der Artikelschreiber meint— gegenüber allen Alarmnachrichten der letzten Zeit über einen Anschluß oder Angriff des Deutschen Reiches auf Oesterreich oder gegenüber den Meldungen über die nahe Habsburger Restauration äußerst zurückhaltend geblieben. Jedenfalls werde die Tschechoslowakei alles, was in diesen Dingen auch in Zukunft geschehen werde, zwar mit Vorsicht, Umsicht und Aufmerksamkeit, aber auch mit innerer Ruhe aufnehmen. Zum Schluß wird noch gesagt, daß die Tschechoslowakei die österreichischen und mitteleuropäischen Angelegenheiten immer als gesamteuropäische betrachtet habe und sie als solche gemeinsam mit den übrigen Staaten auch in Zukunft lösen wolle. Cholera=Bazillen in Freiheit Gefährliche Tat eines betrunkenen Matrosen ∆ Alexandrien, 15. Juli. Am Sonntag drang ein betrunkener englischer Matrose in das Bakteriologische Laboratorium von Alexandrien ein uno zerstörte alles, was ihm in die Hände fiel. Er zerschlug auch einige Glasbehälter, die Kulturen von Cholera=Bazillen enthielten. Die englische Admiralität und das ägyptische Geundheitsministerium haben die sofortige Eineitung entsprechender Maßnahmen angeordnet, um die Auslagtung und Verschleppung der gefährlichen##rien zu verhindern. Der Täter wurde der englischen Polizei übergeben. Deütscher Volkssport Westfälische Landeszeitung Rote Erde Me An 12 M Ann An 12 Mim Dramatische Ueberraschungen aus der Geschichte der Olympischen Spiele W S am Olympia-Himmel II. Der„Schatten“ erkämpft Englands Sieg Es ist schwer, ein guter Läufer zu sein, aber nie ganz bis zu jener auserlesenen Schar vorstoßen zu können, die man internationale Extraklasse nennt. Noch schwerer aber ist es, im eigenen Lande einen übermächtigen Gegner zu haben, gegen den man immer und immer wieder vergebens aurennt. Das Schwerste aber ist, der zweite Mann seines Landes zu sein, wenn es gilt, die heimischen Farben nach außen zu vertreten. Denn dann heißt es meist, den eigenen Ehrgeiz endgültig begraben, sich opfern für den besseren Kameraden, Schrittmacher spielen und die Gegner zermürben, ohne Rücksicht auf das eigene Abschneiden. Wenn nur die Fahne des Landes schließlich am Siegesmast aufzieht. Tragik des„zweiten Mannes“ D. G. A. Lowe, Cambridgestudent und Hochschulmeister, ist der zweite Mann Englands über die Mittelstrecken im Jahre der achten Olympischen Spiele zu Paris 1924. Er steht im Schatten des Genies Stallard. Es ist seit jeher gewissermaßen Tradition, daß die angelsächsischen Nationen diese Mittelstrecken, also die 400, die 800 und die 1500 Meter, unter sich ausmachen. Schon zu Athen 1896 hat ein Engländer, Flack, beide Mittelstrecken gewonnen, ein Amerikaner die 400 Meter. Dann kam die Zeit der großen Yankees Lightbody, Sheppard, Meredith, die alles unter sich ausmachten. Aber in Stockholm durchbrach plötzlich der unbekannte Schotte Jackson die Phalanx der Amerikaner, in Antwerpen gar holte Hill beide Läufe für den Union Jack. An diese ruhmreiche Tradition gilt es anzuknüpfen, Stallard! Die Marschroute ist klar. Stallard wird die 800 und 1500 bestreiten. Ueber 1500 wird Nurmi dabei sein, hier gilt es in erster Linie, den zweiten Platz zu holen, die Silbermedaille. Denn wer könnte Nurmi schlagen? Ueber 800 aber, mein Junge, da geht es aufs Ganze. Da bekommst du den langen Lowe mit als Schrittmacher, der wird ein Tempo vorlegen, daz den Yankees die Puste ausgeht, und dann... Also, die Marschroute ist klar. D. G. A. Lowe wird Schrittmacher sein. Er wird diese 800 Meter laufen auf eine tapfere und sinnlose Art. Er wird vom Start weg losgehen, als handle es sich um eine Viertelmeile, 600, vielleicht sogar 700 Meter lang wird er das Feld führen, dann wird er kameradschaftlich seinem Landsmann Platz machen, der auf der Innenseite vorstoßen wird mit seinen herrlichen langen Schritten. Die Amerikaner werden Augen machen. Und der Union Jack wird siegreich am Hauptmast flattern... Irgendwo im geschlagenen Felde wird D. G.. Lowve eintaufen, aber das macht nichts. Er hat seine Pflicht getan Und so stehen am Nachmittag eines heißen Augusttages des Jahres 1924 acht schlanke, sehnige Gestalten am Mal des 800=Meter=Endlaufes, vier Amerikaner, ein Schweizer, ein Schwede und die beiden Engländer Stallard und Lowe. Angelsachsen unter sich Im Innenraum der prachtvollen Kampfbahn der schnellsten Bahn der Welt, sind gerade ein paar Werfer und Springer bei der Arbeit. Von den Tribünen, die dichtbesetzt sind an diesem entscheidungsreichen Nachmittag, tönt das aufgeregte Summen der Tausende herüber, die voll Spannung diesen Lauf erwarten. Für die Franzosen freilich ist es eine schmerzliche Enttäuschung. Wo sind ihre Asse? Die Baraton und Wiriath und Bontemps, wo sind sie geblieben? Geschlagen sind sie, aus geschieden, einfach glatt ausgeschaltet von diesen Amerikanern und Engländern, die wieder alles fressen wollen... Eines Tages wird auch Frankreich wieder da sein, da wird ein neuer Bonin erstehen, ein neuer Guillemot. Ja, England oder Amerika heißt die Parole. Im in den 400. Und jetzt wieder in den 800. England oder Amerika. Zwei gegen vier. Attention! sagt der Starter und hebt schon die Pistole. Es ist jetzt mit einem Male mäuschenstill geworden in dem Riesenoval, man würde eine Nadel fallen hören. Mit angehaltenem Atem hocken die acht Läufer in ihren Startlöchern und warten auf den Schuß. Denn schon der Start kann entscheidend sein in einem solchen Rennen ebenbürtiger Gegner. Wer zuerst vorne ist, hat Innenbahn. Wer ihn überholen will, muß außen heruen, verliert Meter. Freilich, wer führt, hat es auch am schwersten. Muß das Tempo regulieren, wird bedrängt und getrieben, kann seine Gegner nicht beobachten. Ach, selten hat in den letzten Jahren ein Mann von der Spitze weg sein Rennen gewonnen. Aber abhängen darf man sich auch nicht lassen, also... Attention! Prét? Wie Peitschenschläge fallen die Worte des Starters in die Stille. Jetzt, jetzt gleich kommt der Schuß. In diesem Bruchteil einer Sekunde vor dem Schuß hat der Engländer Stallard eine Vision, eine umheimlich deutliche, furchtbare Vision. Er hat die Vision eines 800=Meter=Laufes, eines olympischen 800=Meter=Endlaufes, des tragischsten und dramatischsten, den es je gab. Er hat ihn natürlich nicht miterleht, jenen Lauf vor einem Dutzend Jahren. Aber gehört hat er oft davon. Und jetzt, eine Sekunde, eine halbe Sekunde vielleicht nur vor seinem eigenen entscheidenden Lauf, tritt jäh die warnende Erinnerung vor ihn hin: es ist, als riefe eine unsichtbare Stimme ihm zu: Hanns Braun! Denk an Hanns Brann! So aber war das damals mit dem darunter. Schon in den frühen Mittagsstunden sind ie gekommen. Denn heute gibt es eine besondere Sensation. Heute läuft Hanns Braun gegen die Amerikaner. Hanns Braun, der beste Läufer, den Deutschland, ja den ganz Europa bisher hervorgebracht. Dreimaliger Sieger in der englischen Meile, Rekordmann in allen drei Mittelstrecken. Hart und zah wie kein zweiter. Ein guter Tempoläufer mit einem Endspurt, einem Endspurt, Kinder...! Wenn der am Schluß loslegt, bleiben die anderen einfach stehen. Hanns Braun wird heute die 800 Meter gewinnen. Jawohl, er wird sie gewinnen, trotz Sheppard und Meredith und all den anderen Yankees. Denn die Amerikaner sind seine Hauptgegner. Sechs Amerikaner sind im Endlauf. Sechs gegen einen. Aber der eine wird sie alle sechs schlagen, jawohl! Aber da geschieht das Unglaubliche, das Bittere, das diesem olympischen Endlauf eine traurige Berühmtheit gesichert hat für alle Zeiten: Die sechs Amerikaner wissen Bescheid. Hanns Braun, Endspurtspezialist. Nun, wie wird es sein, wenn man ihn nicht zum Endspurt kommen läßt? Wenn man... Freilich, ein oder zwei, vielleicht auch drei Mann müssen sich opfern. Sie nehmen einfach diesen Brann schön in die Mitte. Einer vor ihm, einer hinter ihm, einer außzen. Dann laufen sie mir ihm spazieren. Nicht zu langsam, aber auch nicht zu schnell. Und inzwischen gehen die anderen außen auf und davon. Und wenn der Deutsche dann spurten will, ha ha, soll mal sehen, wie er es anfangen will. aus der Mauer herauszukommen! Wird nicht so einfach sein. Zwei, drei müssen sich eben, wie gesagt, opfern. Aber die anderen gewinnen dann um so sicherer. Die Hauptsache, Kameraden: USA. siegt! Und so geschah es. Und ob es nun fair war oder nicht, Hanns Braun, der große Favorit, blieb hoffnungslos im geschlagenen Feld, während vorne zwei Amerikaner das Ende unter sich ausmachten. Das war 1912 zu Stockholm. Vision in der Startsekunde? Und heute Stallard? Wie ist das heute? Sitzen da nicht auch wieder vier von diesen verdammten Yankees rund um dich herum? Hast du nicht selbst mit Lowe verabredet, daß er führt, während du dann...? Können nicht auch die Amerikaner sich verabredet haben? So wie damals. Nur daß heute nicht Hanns Braun zu schlagen ist, sondern du selbst, Stallard! Vielleicht, wenn du meinst, du kannst schön an die Spitze gehen, nachdem Lowe die Puste ausgeht, vielleicht haben sie dich dann längst auch so eingeschlossen wie damals den Deutschen. Sei wachsam, Stallard! Man kann es Nervosität nennen oder plötzliche Eingebung. Sicher ist nur, daß diese Vision da war, diese plötzliche rätselhafte Erinnerung tauchte auf in Stallards Hirn, in dem Bruchteil einer Sekunde zwischen Kommando und Schuß. Er hat es später selbst zugegeben, daß ihn ganz plötzlich eine wahnsinnige Angst befiel, es könne ihm so gehen wie damals dem Deutschen. Und da vergaß er alle Taktik und alle Pläne. Er wollte siegen in diesem olympischen Lauf. Er mußte siegen! Was ist mit Stallard...? Mit dem Schuß sprintet D. G. A. Lowe an die Spitze. Rechts und links bleiben die Gegner zurück. Aber da neben ihm, da rast auch einer, genau so wild wie er nach vorne. Um Gottes willen, was ist denn das? Das ist doch Stallard! Stallard, der sich doch hinter ihn legen sollte. Ist er verrückt geworden? Warum geht er denn selbst in Führung? Das geht doch nicht gut, das kann ja nicht gut gehen. Auf den Tribünen beginnt man zu raunen, zu rufen, zu schreien. Ha, dieser Stallard. Das ist ein Kerl! Ein Favorit, der sich sein Rennen selbst macht. Wie er davonzieht mit seinen langen Schritten. Prächtig, einfach prächtig! Im Innenraum steht der englische Trainer. Seine Augen weiten sich, seine Hände ballen sich zu Fäusten. Ist der Kerl verrückt geworden? Hat er denn alle guten Lehren vergessen? Soll sich von Lowe führen lassen, bekommt den besten Schrittmacher mit auf den Weg und geht jetzt selbst vor wie ein Irrer! Weiß er denn nicht, daß man einen olympischen 800=Meter=Lauf nicht von der Spitze weg gewinnt? 400 Meter sind zurückgelegt. Die Zeitnehmer staunen. Das Tempo ist unerhört. Ja, dieser Stallard. Aufnahme: Presse-Bild-Zentrale Das Zeltlager, das die Jugend von 30 Nationen während der Olympischen Spiele beherbergen wird. In der Mitte die Olympische Flagge 600 Meter. Stallard führt. Passen Sie auf, das gibt einen neuen Rekord. Das gibt eine Zeit, wie sie noch kein Mensch gelaufen ist! 700 Meter. Stallard führt. Jetzt kommt die Gerade. Jetzt kommt der Spurt. Jetzt kommt die Entscheidung. Was D. G. A. Lowe betrifft, so hat dieses Rennen für ihn plötzlich eigentlich gar keinen Sinn mehr. Er ist als Schrittmacher Stallards ins Rennen gegangen. Aber Stallard braucht ja gar keinen Schrittmacher. Stallard will ja gar keinen Schrittmacher. Er, Lowe, ist eigentlich ganz überflüssig. Oder doch nicht? Wie, wenn nun wirklich Stallard dieses Tempo nicht durchhält. Wenn er nun in der Geraden ermüdet? Wenn von hinten die anderen kommen, die Yankees, frisch und munter und froh, so einen famosen Pacemaker gefunden zu haben? Wenn Stallard dann nachgeben muß..? Was kosten die olympischen Geheimnisse? Das Spiel mit verdeckten Karten* Dic starken Männer mit dem Fes Hockey-Weltmeister Indien im Training= Die feschen Boys aus Südafrika (Von unserem Olympia-Sonderberichterstatter) Berlin, 15. Juli. Der Krieg um den olympischen Sieg wird nicht in der Kampfbahn selbst eröffnet, dort kann er nur zu einem Ende gebracht werden. Entscheidend sind die Vorbereitungen. Ihre Größe und ihre Wichtigkeit wuchsen mit der Größe der Spiele. Wir sind nicht mehr weit von den Tagen entfernt, da mit dem letzten Tage der letzten Spiele der erste Tag der neuen Vorbereitungen beginnt. Man darf sich nicht wundern, daß die Vorbereitungen immer stärker in ein geheimnisvolles Dunkel gebracht werden. Die Trainer wurden schweigsam, am schweigsamsten, wenn sie das lauteste Geschrei verursachten. Von einer Zeit= und Metergrenze an, bei der man dem Weltrekord nahe ist, verschließt man den Mund. Auch in dieser Beziehung werden die Olympischen Spiele von Berlin einen neuen Retord aufstellen. So ist es gekommen, daß sich das Schwergewicht der Kämpfe verlagert hat. Das Wichtigste sind nicht mehr allein die Geschehnisse in der Kampfbahn, wichtiger sind die Dinge, die außerhalb geschehen unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. Wir können das in diesen Wochen und Tagen beobachten. Nicht nur, daß der Anmarsch der Nationen früher denn je einsetzte, das Training wird immer mehr in eine geheimnisvolle Atmosphäre gebracht. Man will ein Spiel mit versteckten Karten. Gut. Aber ist das nicht widersinnig? Vom ersten Tage der Spiele an gibt es keine Geheimnisse mehr für Hunderttausende von Zuschauern, denn sie messen den Erfolg und den Mißerfolg an den nackten Ergebnissen. Zugegeben, ein streitbares Kapitel. Denn wo ist das Ende eines solchen geheimnisvollen Beginnens? Einer hat schon gerufen: Zurück in die Kampfbihn! Das war wie ein Verzweiflungsschrei. Er ist ungehört verhallt. Es werden noch einige Olympische Spiele vergehen, ehe eine rückläufige Entwicklung als ein Fortschritt angesehen werden muß. Das hängt auch von der Größe ab, die diese Spiele überhaupt vertragen, denn auch da gibt es eine Grenze. Schließlich werden die Olympischen Spiele über ihr eigentliches sportliches Problem ein Organisations= und Finanzproblem. Denn, um wieder zurückzukommen, jedes Geheim nis kostet viel Geld. Man frage die Japaner, welche Summen ihre Expedition verschlingt. Sie wollen eine goldene Bilanz ziehen, sie wollen es, aber sie wissen trotzdem nicht, ob sie genügend von den anderen wissen, die nichts von ihnen wissen sollen. Die voreiligen Rekorde Wir können weitergehen. Das breitangelegte Training bürgt zwei Gefahren in sich. Einmal kann es zu einem frühen Ueberschreiten der besten Form kommen, und zum anderen kommen die Rekorde zu früh. Das beste Beispiel sind wieder die japanischen Schwimmer, die ein unerschöpf liches Thema bilden. Masdnori Yusa erzielte im Training fabelhafte Zeiten, einige Tage lang. bis dann plötzlich der unbekanntere Arai ihn überflügelte. Matsuzawa, der schweigsame Feldherr, stoppte jetzt eine 100=Meter=Zeit für Arai mit 52,6 Sekunden, für Yusa nur 57 Sekunden, nur sagen wir. Arai schwamm übrigens die 200 Meter in 2,09 Minuten. Udo die gleiche Strecke in 2:10,2 Minuten. Jetzt weiß Matsuzawa nicht recht, was er reiht genau wissen wollte, oder anders ausgedrückt: die Tragik, daß ein wundervoller Athlet nicht zu den olympischen Lorbeeren kommt, weil urplötzlich ihn ein anderer überflügelt, vollendet sich nun schon im Training. Die Dinge werden immer schwieriger. Man kann viele andere Beispiele nennen. Kämen nun die Rechner anmarschiert, nähmen sie Bleistift und Papier und rechneten, sie errechneten sich dann die märchenhaftesten Rekorde. Und wenn ihre Rechnung nicht aufgeht, werden sie enttäuscht sein und ihre Stoppuhren in den Mülleimer werfen. Ein gefährliches Spiel mit den voreiligen Rekorden, nicht für die Zuschauer allein, sondern in erster Linie für die unmittelbar Beteiligten. Es gehört keine Prophetengabe dazu, um vorauszusagen, daß bald diejenigen den sichersten Erfolg haben, die nicht unsicher über das eigene Leistungsvermögen werden. Denn, um zu einem letzten Male auf die japanischen Schwimmer zurückzukommen: welche Entscheidungen soll Matsuzawa treffen, wo sich alle seine Schüler bei den Vorentscheidungen übertreffen? Er tat zunächst das Klügste und hielt Training inne, zwe: Tage lang. Sie können den größten Gewinn bedeuten. glücklich gekommen. Soweit sind wir nun Aegypten und seine Garde Da kamen sie nun, Fuad, Hassan und wie sie sonst noch heißen mögen, Aegyptens wackere Söhne, 76 Mann hoch, und auf dem Anhalter Bahnhof gab es einen jubelnden Empfang mit größtem Aufgebot. Als der Zug in die Halle des Bahnhofs einfuhr, schauten sie alle zum Fenster ihrer Abteile heraus, alle mit dem roten Fes auf dem Kopfe, einer wie der andere, ein malerisches Bild. Acht Leichtathleten, acht Gewichtheber, drei Ringer, vier Borer, acht Fechter, 10 Schwimmer, 10 Basketballspieler und 18 Fußballspieler. Uebrigens Fußball. Nun sind schon drei Nationalmannschaften in der Stadt der Olympischen Spiele: Japan, Peru und Aegypten. Dann folgten der Begrüßung auf dem Bahnhof der Empfang im Rathaus und der Einzug in das Olympische Dorf. Wir mußten uns beeilen. Eine knappe Stunde später kamen die Südafrikaner auf dem Bahnhof Friedrichstraße an, 36 Mann hoch, mit einem Dutzend Leichtathleten. Sie sahen prachtvoll aus, diese blonden, feschen Boys aus Südafrika, große, wundervoll gebaute Gestalten. Das war eine stimmungsvolle Begrüßung, mit großem Geschrei und einem Maskottentanz. Prachtvolle Sportjungen. Und ihre Kameraden, die in London studieren, waren auf dem Bahnsteig erschienen in ihren lustigen, bunten Klubjacken. Die Aegypter waren ernst und feierlich. Eine lustige, frohe Gesellschaft wie diese Südafrikaner, haben wir noch nicht empfangen. Und kaum saßen sie im Omnibus, um nach dem Rathaus zu fahren, sangen sie ein fröhliches Lied. Die Berliner stannten.„Junge, Junge“, sagte einer,„det is knorke. Die sind goldrichtig. Sonne Kerls sind das.“ Er hat recht. Die meisten werden das erst im Stadion sehen. Attraktion mit dem Turban Die Aegypter haben den Fes, die Inder den Turban. Die Turbanträger kamen einen Tag früher und mit ihnen All=Indiens Hocken=Mannschaft, der Weltmeister des Spiels und zweifacher Olympiasieger. Nun haben wir in diesen Tagen eine neue Attraktion, bis die nächste kommt. Denn nichts hat in diesem Punkte einen Bestand. Ueber das Können der indischen Hockenspieler etwas auszusagen, ist eine überflüssige Angelegenheit. Sie sind die Beherrscher dieses Spiels. Ob sie es noch oder wieder sind? Ich frage Dhyan Chand. Wir kennen uns seit nunmehr acht Jahren. Er hat sich verändert, immer noch der kleine, schlanke Mann, aber seine Augen sind wissender, seine Züge ernster.„Seid Ihr immer noch so stark?“ frage ich meinen Freund.„Ich denke doch aber wir haben nur noch vier Mann von Los Ange les dabei und zwei von Amsterdam, Allen und ich.“ „Hallo, Allen, goldige Hoffnungen oder nicht? frage ich.„Na, Du bist ja goldig. Diesmal sind es 13 Gegner.“ Stimmt, das war eine sehr diplomatische Antwort. Nun ist es jedem selbst überlassen, zu überlegen, ob die Inder meinen, sie fürchten sich auch vor 13 Gegnern nicht, oder ob das eine kleine, aber bedeutungsvolle Einschränkung sein sollte. Die Hoffnung, Indiens Weltmeisterschafts=Mannschaft schon heute beim Training zu sehen, war vergeblich sie zogen es vor, sich im Olympischen Dorf von den Strapazen der weiten Reise zu erholen. Wo sind die Schweden? Die Tatsache, daß die japanischen und die argentinischen Marathonläufer schon seit langer Zeit in Berlin weilen, um sich an Ort und Stelle sorgsam für die mörderischste Prüfung vorzubereiten, hat die Schweden nicht ruhen lassen. Sie denken an Garmisch=Partenkirchen, wo Viklund, Wikström Englund und Bergström die ersten vier Plätze im Schi Marathon über 50 Kilometer belegten. Sie haben für den Marathonlauf der Leichtathleten über 42 Kilometer zwei ausgezeichnete Leute, Enochsson und Palmé. Und sie haben begreiflicherweise einen Wunsch: an die Ueberlieferung von Garmisch Partenkirchen anzuknüpfen. Zunnächst ist das ein Wunsch. Sie wollen sicher gehen und schickten Enochsson und Palmé für einige Tage nach Berlin Sie sollen das Gelände studieren und die Gegner Sie kamen völlig inkognito und hielten sich verbor gen. Allmählich nimmt der olympische Krieg For men an, die an die vollendetsten Täuschungsmanöver erinnern. Aber am Ende kommt dann erst die Aus tragung der Kämpfe im Stadion. Aber darüber haben wir schon gesprochen, Hans Saalbach. Wird dann nicht ganz England plötzlich auf D. G. A. Lowe schauen? Wird es dann nicht an ihm, an Lowe allein, liegen, ob der Union Jack oben flattert? Und das Unausbleibliche geschieht! Lowe sieht es als erster. Stallards Schritte werden kürzer. Der Schwung, dieser herrliche, vielbeneidete Schwung des langen Ausholens, des Dahinfliegens gleichsam, er wird schwächer. Stallard wankt. England wankt! Und von hinten kommen sie an. Die Yankees rücken auf. Und da, was ist das? Ein neuer eind! Ein Mann mit einem Kreuz auf der Brust. Ha. Martin, der Schweizer. Wie, er will vorbei? Er will an Stallard heran? No, my boy. Wenn Stallard auch wankt, England wankt noch nicht! Der Weg an die Spitze geht erst über D. G. A. Lowe. Und während die Tribünen toben, während die Engländer mit Entsetzen sehen, daß ihr bester Mann zu weichen beginnt, während die Amerikaner mit tosenden Buh=Buh=Rufen und schmetterndem Ra=Ra ihre Landsleute zum entscheidenden Spurt anfeuern, während Paul Martin, der unbeachtete Schweizer Läufer, plötzlich weit über sein eigenes Können hinauswachsend, mit jähem fanatischen Entschluß nach dem olympischen Lorbeer greift— in diesen letzten dramatischen Sekunden des olympischen 800=MeterLaufes zu Paris 1924 wächst der Cambridgestudent D. G. A. Lowe weit über das Maß hinaus, das er selbst und alle seine Landsleute bisher als seine Grenze erkannten. Der Schatten Stallards, das war er jahrelang. Aber jetzt macht der Schatten sich selbständig! Stallard fällt zurück. Er hat sich selbst sein Grab geschaufelt. Aber in die Bresche springt mit kühnem Entschluß Lowe, D. G. A. Lowe. Und bevor noch der Schweizer Martin, verbissen kämpfend, den geschlagenen Favoriten erreicht hat, bevor noch Enck, der Schnellste der Amerikaner, zum letzten Spurt angesetzt hat, ist Lowe schon an Stallard vorbei, hat selbst die Spitze genommen und strebt nun unaufhaltsam dem Ziele zu.(Forts. folgt.) Unterhaltungsabend im Olympischen Auf Einladung der Reichsfilmkammer war die in= und ausländische Presse am Dienstagabend zu einem Unterhaltungsabend ins Olympische Dorf gekommen. Sie sollten hier einmal mitten unter der Jugend einen Abend bei frohem Programm verbringen und erleben, mit welcher Begeisterung die jungen Sportler aus der ganzen Welt an den von Hauptmann Baugen inszenierten allabendlichen Darbietungen seines„Amtes für Freude“, wie man es im Dorfe scherzhaft zu nennen pflegt, teilzunehmen. Als die ersten Lichter im Dorfe aufflammten, zogen singend und scherzend die einzelnen Sportlergruppen aus allen Teilen des Dorfes zum Hindenburghaus. Der große Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Mitten unter den Sportlern saß der Reichssportführer neben dem Lagerkommandanten. Ein lustiges Programm echtester Varietékunst rollte unter den Klängen der Dorfkapelle über die Bretter und immer wieder wurde jede Nummer mit lautem Beifall begrüßt. Den Abschluß des Abends bildete der Film„Die Jugend der Welt". Die Sportler folgten dem mitreißenden Tempo des Films mit großem Beifall. Victor Boin lobt die Olympia=Anlagen Beim 24=Stunden=Rennen der Sportwagen um den Großen Preis von Belgien hatte unser Vertreter Gelegenheit, mit Victor Boin, dem Präsidenten des Internationalen Sportpresse=Verbandes, zu sprechen. Herr Boin war kurz vorher in Berlin gewesen und hatte die gesamten Anlagen besichtigt. Er erklärte, daß die Sportpresse der Welt von den Einrichtungen, die in Berlin getroffen sind, begeistert sein werde. Alle ihre Wünsche seien schon jetzt erfüllt. Das olympische Sportfeld hätte in der Welt nicht seinesgleichen. Er bewundere besonders die Geschlossenheit der gesamten Anlagen, die mit dem Sportforum als Herz für alle Jahre der sportliche Mittelpunkt Deutschlands sein werden. 1 Unsere Voraussagen Heute in Köln 1. R.: Mitropa— Florian— Commodore 2. R.: Ilona— Wellenberg— Paul Feminis 3. R.: Fedeler— Gängerin—. Ne bögj 4. R.: Kameradschaftler— Edel=Bitter— keres 5. R.: Griffon— kerres— Olearius 6. R.: Segelflug— Glanz— Giazza 7. R.: Lebensart— Stall v. Bylandt— Seeräuber. Heute in Le Tremblay 1. R.: 2. R.: 8. R.: La Bievre— Starlike Magyar— Mondragon II Duleinee— Landari 4. R.: Saint Andrews— Treve des Confiseurs 5. R.: Sirlan— Schnock 6. R.: Chenonceaux— Sequana Rennen in Bad Harzburg am 14. Juli 1. Rennen: 1. Norddeich(W. Wolff), 2. Mahatma, 3. Rani II: ferner: Chemielehrer, Punktina, Gustausburg. Fertenreise: Tot.: 17; Pl. 13, 21, 24. 2. Rennen: 1. Wilderich(Schlaefte), 2. Frigga, 3. Gastrolle: ferner: Grasfrosch, Pantber, Dennoch, Adept,„Stableck. Er Abrupto: Tot. 14: Pl. 13, 20. 38. 3. Rennen: 1. Wunschlos(R. Fritsche), 2. Flor, 3. Einzige, 4. Silbersee; ferner: Lampade, Perkeo. Pfalz817011827½:„Ala. Lachendes Leben, Opbloch: Tot. 61: 4. Rennen: 1. Lv(Lt. Ziervogel), 2. Jota, 3. Tergeant: ferner: Reichsmark, Stobel, Frag Papa; Tot. 4: Pl. 14, 11, 14. 5. Rennen: 1. Herzober(H. Wenzel), 2. Pontiser, 3. Fra Diavolo; ferner: Saarfels: Tot. 19: Pl. 13, 17. 6. Rennen: 1. Frauenfreund(A. Machan), 2. Spata, 3. Musca; ferner: Junion: Tot. 13: Pl. 10, 10 7. Rennen: 1. Varus(A. Evert), 2. Weddegast, 3. Mogul: ferner: Urfaust, Barolea, Frauenode, Inländer. Gondola, Arabba: Tot. 52; Pl. 20, 21, 20. Rennen in Saint=Cloud am 14. Juli 1. Rennen: 1. Hades(J. Hart), 2. Queenie, 3. Le Monde: ferner: A Propos: Tot. 26: Pl. 14, 19. 2. Rennen: 1. El Mers(F. Hervé), 2. Tamorelli, 3. Athena: ferner: Falstafs. Faru. La Caporale, Croir de Lorraine, Beau Gosse: Tot. 19: Pl. 15, 25, 28 3. Rennen: 1. Reaumur(M. Morel), 2. Boissise, 3. Alternance: serner: Petite Favortte. Turkish Delight, White Light. San Juan, Disdemone: Tot. 48: Pl. 4. Rennen: 1. Cap Nord(M. Allemand), 2. Carius, 3. Bouillon: serner: Le Vizier, Samovar, Orichalque, Radnor, Turbotin: Tot. 31: Pl. 26, 18, 18. 5. Rennen: 1. Cnaucrona(A. Cheret), 2. Patata, 3. Mulato: ferner: Masterful. Canatbos, Imperatrice, Gay Recruit, Noroc, Ambush, Azoni; Tot. 70; Pl. 6. Rennen: 1. Maniton(G. Duforez), 2. Tamaris II, 3. Baby Rose II: ferner: Plaisante Tape, Omvelle, Folle Avoine III. Le Zouave, Americ. Ma Merveille: Tot. 62; Pl. 22, 24, 17. Temperamentvolles Balkan-Tennis Blitzlichter vom Davispokalkampf Deutschland-Jugoslawien Von unserem nach Agram entsandten Sonderberichterstatter Agram, 15. Juli. „Diese Tage von Agram werden mir unvergeßlich sein“, sagte Gottfried von Cramm nach der zweieinhalbstündigen Doppelschlacht zum Vizepräsidenten des Jugoslavischen Tennis=Verbandes. Diese Worte hatten allerdings eine doppelte Bedeutung. Auch wir werden diese drei mörderisch heißen und ebenso heiß umstrittenen Kampftage auf dem Salata=Berge nicht so leicht vergessen können, denn das, was wir dort erlebten, ist wirklich einzigartig und alleinstehend in der an interessanten Begebenheiten bestimmt nicht armen Geschichte des internationalen Tennissports. Die Sensation des Balkans Die Davispokalbegegnung Deutschland gegen Jugoslavien, die die ganze Sportwelt Jugoslaviens so in Aufregung versetzte, hat bekanntlich eine Vorgeschichte, die allein schon recht interessant ist. Wider Erwarten war es der jungen jugoslavischen Tennisgarde Pallada, Puncec, Mitic und Kukuljewic gelungen, nacheinander Oesterreich, die Tschechoslowakei und schließlich sogar auch Frankreich im diesjährigen Wettbewerb um den Davisvokal auszuschalten und damit in die Schlußrunde der Europazone zu gelangen. Gegner waren unsere deutschen Tennisspieler, die ja auch in den beiden letzten Jahren schon jedesmal Sieger der Europazone geblieben waren. Da Agram für den europäischen Tennissport noch ein unbeschriebenes Blatt war, zumal es dort bisher keine europäischem Format entsprechende Tennis=Anlage gab, hatte man den Jugoslaven angeboten, gegen eine entsprechende Entschädigung das Treffen in Berlin bei Rot=Weiß auszutragen. Davon wollten sie jedoch nichts wissen, denn durch die plötzlichen, auch in Jugoslavien selbst überraschenden Erfolge ihrer Tennisspieler war dort das Interesse für den Tennissport plötzlich ungeheuer gestiegen. Man hatte den heißen Wunsch, nun endlich auch einmal in Agram ein Tennisereignis von Bedeutung zu starten, wofür unsere deutschen Spieler mit dem Weltzweiten von Cramm an der Spitze gerade recht waren. baute der Akademische Tennis=Club, auf dessen mitten in der Stadt auf dem Salata=Berge liegenden Anlage der Kampf ausgetragen werden Witt schlägt Rutz in der 1. Runde k. o. Die Berutsbonkämpte in Berlin 7 Ehrung für max Schmeling Nach langer Pause kamen am Dienstagabend im überdachten Garten der Berliner Bockbrauerei wieder Berufsborkämpfe zum Austrag, die ihren ausgezeichneten Besuch nicht nur dem verheißungsvoll zusammengestellten Programm zu verdanken hatten. Den Ausschlag gaben vor allen Dingen die für Max Schmeling vorgesehene Ehrung durch den Verband Deutscher Faustkämpfer und die Vorstellung der deutschen Olympia=Kandidaten. Werner Riethdorfs harte Rechte sorgte im einleitenden Bantamgewichtskampf für ein schuelles Ende. Der Gegner des Deutschen Meisters, Herbert List(Zwickau), verlor den Kampf in der fünften Runde durch k. o., nachdem er bereits in der zweiten Runde mehrfach den schützenden Boden hatte aufsuchen müssen. Der Sachse bewies wohl sein Kämpferherz, war aber den stets genau kommenden Schlägen des Berliners nicht gewachsen. In der fünften Runde wurde List nach dreimaligem Niederschlag aus dem Kampf genommen. Auch der Schwergewichtskampf zwischen dem Mannheimer Kreimes und Kurt Haymann München brachte eine technisch sehr gute Leistung des nach Punkten siegreichen Bayern, der sich stark verbessert hat. Hanmann zeigte eine flüssige Beinarbeit, brachte seine schwere Rechte mehrfach gut an und bewies während der ganzen sechs Runden seine klare Ueberlegenheit, die ihm einen verdienten Punktsieg einbrachte. Für den ausgebliebenen französischen Mittelgewichtler André Gillet war als Gegner für Erwin Bruch(Berlin) der Thüringer Walter Müller (Gera) eingesprungen. Der Berliner erhielt nach acht Runden die Punktentscheidung, was der guten technischen Leistung Müllers nicht ganz gerecht wurde. Dem Hauptkampf des Abends ging die Ehrung für Mar Schmeling voraus. Zusammen mit den Mitgliedern der deutschen Olympia=Mannschaft der Amateure betrat Schmeling, von allen Seiten jubelnd und begeistert begrüßt, den Ring. Der Fachamtsleiter des Borsports betonte in seiner Ansprache, daß Schmelings Sieg in Neuyork über Joe Louis gerade im Zeichen der Olympischen Spiele ein leuchtendes Beispiel und Vorbild sei. Er überreichte Mar Schmeling den„Goldenen Handschuh". Dieser„Goldene Handschuh“ ist in Deutschland noch nicht verliehen worden und bedeutet also eine einzigartige Auszeichnung. Unter stürmischer Begeisterung begrüßte Max Schmeling dann jeden seiner 16 Amateur=„Kollegen“ und wünschte ihnen für das olympische Borturnier recht viel Glück. Ein schnelles Ende nahm der Schlußkampf, in dem der deutsche Halbschwergewichtsmeister Adolf Witt den Elsässer Charles Rutz schon nach 2:37 Minuten für die Zeit zu Boden schickte. Der schlagstarke Kieler brachte einen„tödlichen“ linken Schwinger an, so daß Rutz sich auszählen lassen mußte. zum zweiten Male eine Rheinland=WestfalenStaffel durch. Die Staffel ist offen für alle drei westdeutschen Gaue. Westfalens beste Vereine im Faust- und Schlagball Die westfälischen Sommerspiel=Meisterschaften werden am 25. und 26. Juli in Gelsenkirchen durchgeführt, nachden am vergangenen Sonntag in vier Kreisgruppen die teilnahmeberechtigten Mannschaften ermittelt wurden. In Minden trug der TV. Gütersloh vor dem MTV. Minden im Faustball der Männer den Sieg davon, bei den Frauen siegte die Bielefelder TG. und im Schlagball wurde auch in diesem Jahre der WV. Einigkeit Jöllenbeck nicht bezwungen. Die Dortmunder TG. setzte sich in Hamm im Faustball der Männer vor Westfalen Hamm erfolgreich durch, bei den Frauen belegte überraschend der Post=SV. Dortmund den ersten Platz, In Iserlohn trug die TG. Wetter vor dem TV. Kierspe den Sieg davon, und in Gelsenkirchen wurde der SC. Gelsenguß vor dem WV. Gladbeck Gruppenbester im Faustball der Männer, während bei den Frauen sich der TV. Schalke 77 die Teilnahmeberechtigung an den Gaumeisterschaften erwarb. Neben den Meisterschaften der Männer und Frauen werden in Gelsenkirchen auch noch die besten Gauvertretungen in den Männerklassen II und III ermittelt. Amateure auf der Matte Einigkeit Herne gegen Siegfried Horst=Emscher 15:6 antamgewicht: Menzel, Gladbeck, muß durch mehrere Standzüge die Punktführung an Wawrzyniak, Herne, abgeben, siegt aber nach fünf Minuten durch abgefangenen Armzug. Federgewicht: Vorerst kontert Schwinger, Horst=Emscher, alle Standzuge von Schareina, Herne, gut ab, in der zweiten Minute siegt Schareina durch Klemmer aus dem Stand entscheidend. Im Rückkampf siegt Schareina über Bieler durch Hüftschwung nach drei Minuten Leichtgewicht: Helduser, Herne, bringt Uebergewicht auf die Waage, so daß die Punkte kampflos an Bielert. Gladveck, fallen. Im Herausforderungskampf besiegt Wawrzyniak, Herne, seinen Gegner Menzer. Gladbeck, nach sechs Minuten entscheidend. Weltergewicht: Einen Schultersieg erringt Hülsmann, Herne. über Hallmann, Gladbeck, nach kurzer ttelgewicht: Ein barter Kampf entwickelt sich zwischen Schareina I. Herne, und Uklam der Gladbecker muß den Kampf wegen einer alten erletzung aufgeben. Halbschwergewicht: Horst=Emscher stellt keinen Ringer, so daß die Punkte kampflos an Herne fallen. Im Einlagekampf verliert Schwinger gegen Schareina, Herne, durch Klemmer nach sechs Minuten. Schwergewicht: Detmara Herne, siegt über Launer durch Gepäckträger nach einer Minute, verliert aber im zweiten Gang durch Aufgabe sollte, in aller Eile um seinen Meisterschaftsplatz Tribünen für nicht weniger als 8000 Zuschauer. Die Karten waren für sämtliche Tage schon lange vor der Fertigstellung der Tribünen ausverkauft. Die Kosten der nur für die drei Tage mit gelieheuem Material errichteten Tribünen=Anlage beliefen sich nach deutschem Geld auf 20000 Mark. Inzwischen hatte die jugoslavische Presse täglich spaltenlange Vorberichte über den Kampf gebracht und den Nationalstolz der Kroaten aufs höchste angestachelt. Obwohl man sich in Fachkreisen darüber einig war, daß Deutschland der Form nach glatt gewinnen müßte, machte sich jedoch die Masse des Volkes ernste Hoffnungen auf einen neuerlichen Sieg der jugoslavischen Spieler. Interesse und Spannung wuchsen von Tag zu Tag und als die deutschen Spieler schließlich in Agram eintrafen und ihr letztes Training aufnahmen, war der bevorstebende Kampf das Tagesgespräch der gesamten 250 000 Einwohner großen Stadt. Mehr als 30000 Besucher strömten aus dem ganzen Lande in Agram zusammen und zahlreiche Sonder=Omnibusse kamen auch aus den naheliegenden österreichischen Städten Graz und Klagenfurt. Agram war überfüllt. Drei Balljungen und ein Aristokrat Inzwischen trainierten nun Jugoslaviens Auserwählte Tag für Tag und wurden durch die nahezu fanatische Begeisterung der Massen von Tag zu Tag nervöser. Man muß dies verstehen, denn mit Ausnahme von Franz von Kukuljewic, der als Sohn reicher Eltern schon auf fast allen Tenniscourts Europas gestanden hat, waren die übrigen Spieler alle einfache Bauernjungen und hatten ihre Tennislaufbahn als Balljungen begonnen. Ihnen fehlte große internationale Turniererfahrung, und obwohl sie von dem fanatischen Siegeswillen ihrer Landsleute getragen wurden, fehlten ihnen schließlich auch die für einen so bedeutenden Kampf notwendigen Nerven. Das zeigte sich schon am ersten Tage, als Pallada und Puncec in ihren Spielen gegen v. Cramm und Henkel ziemlich versagten. Auch Kukuljewic wurde nervös und nur Mitic, mit achtzehn Jahren, der jüngste Teilnehmer, zeigte wenigstens beim Doppel ein unbekümmertes und angriffslustiges Spiel. Noch schlimmer mußte dagegen die Wirkung auf die deutschen Spieler sein, die einen derartigen Zuschauerfanatismus bisher noch nicht erlebt hatten. Rauhe Balkansitten Man kann sich einen Begriff von dem Publikum machen, wenn selbst eine Agramer Zeitung feststellt, daß 5000 von den 8000 Anwesenden nie zuvor ein Tennisspiel gesehen hatten und daß unsere Spieler dazu noch durch die Linienrichter immer wieder „verschoben“ wurden. In der Tat hat es in Agram bis zum Vorjahre nie mehr als höchstens 500 Zuschauer bei Tennisspielen gegeben, und auch dem Spiel gegen die Tschechoslowakei vor wenigen Wochen hatten nur 1500 beigewohnt. Die meisten Zuschauer waren offenbar auf Fußballtribünen zu Hause. Beifallsstürme, Zwischenrufe und Lärmszenen hörten während des ganzen Spieles kaum auf. Bei jedem guten Ball von Puncec oder Pallada brauste es minutenlang von den Tribünen, fast noch größer aber war jedesmal der schadenfrohe Beifall, wenn einer unserer Spieler einen Ball verschlug. Ja, lautes Hohngelächter ertönte sogar von den Tribünen, als Henkel einmal einen raffinierten Stopball anbringen wollte und dieser nicht gelang. Damit nicht genug. Allmählich spielte sich das Publikum immer mehr zum Schiedsrichter auf und stimmte jedesmal ein vieltausendstimmiges Protestgeschrei an, wenn ein Ball Henkels oder Cramms irgendwo in der Nähe einer Außenlinie aufsprang und der Schiedsrichter ihn als„gut" gab. Das ging soweit, daß es nachher schon immer laut„Aus“ von den Tribünen schrie, selbst wenn die Bälle noch durch die Luft flogen. Ein besonderes Kapitel: Die Linienrichter Die Schiedsrichter und Linienrichter hatten die Spiele am zweiten und dritten Tage überhaupt nicht mehr in der Hand und erlaubten sich nach unseren mitteleuropäischen Begriffen unglaubliche Sachen. Bälle, die um Schlägerbreite aus waren, wurden für die Jugoslawen gut gegeben, während für die deutschen Spieler die Außenlinie um ebensoviel nach innen verlegt schien. Bei wichtigen Bällen schliefen die Linienrichter aus Prinzip und einer beschäftigte sich, anstatt aufzupassen, intensiv mit seinem Fotoapparat. Es hatte allerdings auch gar keinen Zweck, daß sie aufpaßten, denn sie wurden vom Publikum einfach überbrüllt. Einmal lief ein eifriger Linienrichter sogar auf den Platz und zeigte genau, daß der Ball noch„innen“ aufgesprungen war; es hatte keinen Zweck, der Schiedsrichter gab ihn als„aus". sich das Publikum an Unsportlichkeit spottet jeder mitteleuropäischen Vorstellungskraft. Es geschah sogar, daß man einen Tennisball, der in die Reihen der Zuschauer gefallen war. mitten während eines wichtigen Ballwechsels Gottfried von Cramm vor die Füße rollte. Nach internationalen Gepflogenheiten hätte dieser Vallwechsel unterbrochen werden müssen, nicht jedoch auf dem Balkan. Doch wir wollen alle diese kleinen und großen Unarten den Agramern nicht mehr zu sehr übelnehmen, denn schließlich haben unsere Spieler doch einwandfrei gewonnen, wenn sie auch drei Sätze an die Zuschauer und Linienrichter abgeben mußten. Man muß schließlich berücksichtigen, daß sie noch nie einen großen Tenniskampf gesehen haben und alle ihre Sünden nur ihrer allzu großen Begeisterung entsprangen. Sicher waren sie über die Ermahnungen des Oberschiedsrichters zu sportlichem Verhalten selbst sehr erstannt. Der gewissenhafte Berichterstatter muß zum Schluß noch feststellen, daß trotz aller Radauszenen während des Spiels der Sieg der deutschen Spieler nachher kräftig gefeiert wurde und die Aufnahme der Deutschen im allgemeinen sehr herzlich war. Es war wirklich schade, daß die Spiele am Sonntag wegen des Gewitterregens abgebrochen werden mußten. Harry Gehm. Achtzehn neue Weltrekorde Eystons Rekordfahrt in Utah beendet Am Dienstag beendeten der Engländer George Eyston und sein Mitfahrer Bert Danly ihre Rekordjagd in Utah(USA). Nach 48 Stunden waren 11511 Klm. zurückgelegt, und mit 261 Std.=Klm. wurde nicht nur der Weltrekord über 100 Meilen gebrochen, sondern im weiteren Verlauf der Fahrt mußten nicht weniger als 18 Weltrekorde über die verschiedensten Strecken ihr Leben lassen. Ueber die genauen Zeiten wird man noch Näheres hören. Der neue Rennwagen„Windeseile" der rekordlustigen Briten hat also sein Ziel erreicht. 384 Amerikaner kommen nach Berlin Der Schatzmeister des Olympischen Komitees von USA., Gustaf Kirsy erklärte, daß Amerika seine größte Olympiamannschaft entsenden wird. Am Mittwoch werden mit dem Dampfer Manhattan wenigstens 362 Mitglieder der Olympia=Mannschaft die Reise nach Berlin antreten. Der Schatzmeister erklärte weiter, daß zwar noch einige 1000 Dollar fehlten, doch hege er die besten Hoffnungen, daß die Beiträge noch rechtzeitig eingehen werden. In diesem Falle würde sich die USA.=Olympiamannschaft aus 384 Teilnehmern zusammensetzen, und das wäre die größte Expedition, die IISA. bisher für die Olympischen Spiele bestimmt habe. Olympia-Endkämpfe der Schwimmer Die Deutschen Schwimm-Meisterschaften in Halberstadt Verhältnismäßig spät werden am 18. und 19. Juli auf der nicht leichten 50=Meter=Bahn in Halberstadt die Deutschen Schwimm=Meisterschaften ausgetragen. Das Abschneiden der Mitglieder unserer Kernmannschaft entscheidet darüber, wer von ihnen zu den Olympischen Spielen gemeldet wird. Da bis zum 24. Juli die namentlichen Nennungen zu den Einzel= und StaffelWettbewerben abgegeben sein müssen, werden in Halberstadt tatsächlich die Würfel fallen. Alles, was nur irgendwie Aussicht auf eine Einreihung in die deutsche Olympiamannschaft hat, ist am Start. Bis auf Mahraun und die Europameisterin Schieche verteidigen alle Vorjahrsmeister ihre Titel. Ob mit Erfolg, das glauben wir nicht! Das Meldeergebnis Männer: 100 Meter Kraul: Helmut Fischer, H. Heibel. W. Leisewitz(alle Bremen), Laugwitz. Mendrzickt Stuttgart). Fick(Otteusen). Komtesse(Heidelbera), Heukel(Halberstadt), Heiko, Schwartz(Magdebura), Wille(Berlin), Maus(Offenbach), Hoffmann(Wünsdorf), Schreier(Dresden), von Eckenbrecher(Span dau), Diebold(Berlin), Weber(Dresden), Jabusch (Magdeburg), Hein(Breslau), Schmittner(Nürnberg), Herkelrath(Halle), Höhle(Witten), Hebermeyer(Nürnberg). 200 Meter Kraul: H. Gaucke, G. Rüske(beide Stettin), Plath, Birr. Wille(alle Berlin). Höhle, Weber. Hebermever, Schmittner. Fick. Heimlich,(Reichenbach), Lorev(Frankfurt=M.), Schreier. Heiko Schwartz, Hirschmann, Mattiä(beide Dutsburg), Stephan(Dessau), Hans Schulze(Magdeburg). Heihel. Fischer, Laugwitz, Leisewitz. Freese. Stetter, Kienzle(beide Stuttgart), Svellecken(Regensbura) 100 Meter Kraul: Gerbard Nüske(Stettin), Arendt Plath(beide Berlin), Schönfelder(Dresden). Ledgard (Augsbura), Prziewara(Hindenburg), Freese. Kienzle. 1500. Meter Kraul: C. Przywara(Friesen Hindenburg). Arendt, Freese. Kienzle, Schlichtig(Düsseldorf), Wittbauer(Frankfurt=M.), Rundmund(Erkenschwick). 100 Meter Rücken: Hans Schwarz(Wünsdorf), Gerstenbera. Schlauch(beide Wünsdorf), Küvvers (Halle), Simon(Gladbeck), Rubfuß(Witten), Rundmund. 200 Meter Brust: Artbur Heina(Wünsdorf), Paul Schwarz(Göppingen), Erwin Siets(Hamburg) Joachim Balke(Dortmund), Dornquast(Stettin), Herzer(Heidelbera), Beron(Reitlingen), Minnia(Frankurt=M.), Obliaschläger(Trier). Oberstein(Breslau), Bünger(Hildesheim), Engel(Breslau), Rückewoldt Schmerbach(beide Magdeburg), Temke. Keil tbeide Berlin). 4X100 Meter Kraul: Bremischer SV. Poseidon Köln, Maadebura 96. Waspo. Stettin. Dresdner SV. Spandau 04. Schwaben, Stuttgart. 4X200 Meter Kraul: Magdeburg 96. AsV Breslau, Wasvo Stettin Frankfurter SC. 91. Presdner SV. Poseidon Köln. Amateur Duisburg.,4X200 Meter Brust: Hellas Maadebura(mit zwei Mannschaften), Berliner=P 78 nV Ulm. Frankfurter SC 91, SV Gladbeck 13. Charlottenbura 87, Bremischer SV, Schwaben Stuttgart. Lagenstaffel(100, 200. 100): Maadebura 96 Poseidon Leipzta. Halle 02. Gladbeck 13. ASP Bres lau, Poseidon Berlin, Frankfurter SC 91, Hambura 79. Bremischer SV. Hellas Magdeburg(zwei Mann schaften). 4X100 Meter Kraul(VoW): Wormser 20 Poseidon, SP Hof 11. Delphin Wittenberge. 32 Oppeln, 11.„Rathenower SC. 4X200 Meter Brust Was leistete, Lüttropp(Opladen), Jöckel(Kiel), Dallmever(Osna brück). Schöne(Kamenz), Jaiser(Cannstatt). Aderbold (Osnabrück). Haster(Berlin), Kitzig. E. Weiß(beide Dresden), Volk(Mannbeim), Wunderlich(Cottbus) Turmspringen: Hans Stork(Frankfurt), Jaiser(Cann ga. 2r., Heter(Osnabrück). Ostermeier(Frankfurt), Weiß(Dresden), Wollenhaupt(Dortmund). Schütz (Taxmstadt), Hoff.(Spandau). Frauen: 100 Meter Kraul Salbert, R. Obliger(Düsseldorf), Pollack. Schmitz(beide Spandau), Lohmar(Bonn), Grotb(Breslau), Mans(Dortmund), Sickenberger(Offenbach), Lindner(Erkenschwick). 400 Meter Kraul: Ruth Halbsguth, Salbert, Buchholz (alle Nire Charlottenburg), Zölffeld(Reichenbach), Sikkenberger, Feldmann(Dresden). 200 Meter Brust: Martha Genenger(Krefeld 93), Fritsch(Ottensen), Engemann, Kuutb(beide Charlottenburg), Salzwedel, Heinze(beide Schöneberg), W. Müller(Dortmund), Wollschläger(Duisburg), Hölzner(Plauen). 100 Meter Rücken: Christel Rupke(Ohligs), Hinz(Schöne= berg), Rudolph(Dresden), Kellermann(Hamm), Heiling(Dortmund), Schminke(Krefeld), Bletsch(Hamm). 3X100 Meier Kraui: Nire Magdeburg, Krefeld 93, Nire Charlottenburg, Düsseldorf 98 3100 Meter (Vom): SV. Schleswig, Wasserfr. Stendal, SV. Hof 11, Poseidon Worms, Delmenvorster SV. 05.## 200 Mes ter wrust: Nire Charlottenburg, Nire Magdeburg, Schöneberger Damen SV., Krefeld 93, Stillinge Dessau. 3X200 Meter wrust(VoW): Wormser=K. Poseidon, Friesen Cottbus, SV. Hof 11, Delmenborster SV 05. Lagenstaffel: Nire Charlottenbura(2 Mannschaften), Düsseldorf 98, Nire Magdeburg, Krefeld 93, Germania Dortmund. Kunstspringen: Olga Jensch, Daumerlang(beide Charlottenburg), Heinze (Schöneberg), Müller, Kapp(beide Frankfurt), Schlüter (München), Friedrich. Bauer(beide Dresden), Hirschmann(Nürnberg), Köhler(Hambura), Hauselmann Stuttgart). Turmspringen: M. Mund=Borgs (Halberstadt), Daumerlang(Charlottenburg), Kapp (Frankfurt). Heinze(Schönebera), Bingel(Dortmund) Schlüter(München), Wendevorn(Weimar), Trappmann (Gladbach). Köhler(Hamburg), Hauselmann(Stuttgart), Bartsch(München). Rollschuhsport in Westdeutschland , u m k o m m e n d e n S o n n t a g w i r d d e r w e s t d e u t s c h e n Sportgemeinde im Eisstadion am Zoo in Düsseldorf Rollschuhsport geboten, wie er wahrscheinlich in gleicher Kombination in absehbarer Zeit nicht mehr zu sehen sein wird. Der vierfache deutsche Meister Schmitz, Nürnberg; die zweifache deutsche Meisterin Paula Renner, Stuttgart; das deutsche Meisterpaar Sellmair Pfister, Bayern und der beste deutsche Eis= und Rollschuhkomiker Faltermeier, München, werden zeigen, wieweit der Rollschuhsport sich schon im Kunstlauf entwickelt hat. Der deutsche Hockeymeinter Stuttgart spielt ein Werbespiel gegen den zweiten Meister Berlin=Westen. Dazu zeigen auch die neuen westfälischen Gaumeister ihr Können. Das Gauamt der NSG„Kraft durch Freude", Abteilung Reisen, Wandern und Urlaub, führt deshalb zu dieser Veranstaltung einen Sonderzug durch und zwar zu dem geringen Preis von 2,50 Mark einschließlich Besuch des zoologischen Gartens und der Veranstaltung im Eisstadion. Es ist also eine sehr günstige Gelegenheit, nicht nur die Stadt Düsseldorf im Sommerschmuck und den Rhein zu sehen, sondern auch damit verbunden den herrlichen zoologischen Garten und die einzigartige Veranstaltung aller deutschen Reister des Rollschuhlaufens im Eisstadion kennenzulernen. Halbsguth(alle Gisela Arendt, H. Nixe Charlottenburg), Tennis-Pokalkämpfe in Dortmund Westsalenhalle erhält Kunsteisbahn Der Eislaufsport hat im vergangenen Winter im Westen des Reiches durch die neue Kunsteisbahn in Düsseldorf einen starken Impuls erhalten. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn auch andere Städte im Westen derartige Anlagen schaffen werden. So wird das Mittelfeld der Dortmunder Westfalenhalle zu einer Kunsteisbahn umgebaut werden. In Essen hat die Stadtverwaltung die Ausstellungshalle I für den Einbau einer Eisfläche zur Verfügung gestellt. Auch Krefeld wird eine Kunsteisbahn erhalten, und zwar als Freiluftbahn mit Tribünen für mehr als 6000 Zuschauer. Hörde 29 Norddeutscher Meister im Gewichtheben Im Endkampf um die Norddeutsche Meisterschaft standen sich Germania Elberfeld, und der Sport= und Turnverein Hörder Verein 1929 gegenüber. Zu Beginn vergrößerte sich der Vorsprung der Hörder im Reißen derart, daß man mit einem sicheren Siege rechnen konnte. In der Elberfelder Staffel überragte Tatzko alle Konkurrenten und erreichte die beste Tagesleistung im beidarmigen Stoßen mit 260 Pfund. Verselbe brachte also ein höheres Gewicht zur Hochstrecke, wie die Halbschwer= und Schwergewichtler. Leichtathletik in Menden und Halver Am 26. Juli finden in Menden zum ersten Male Hönnetaler Kampfsviele statt, offen für den Gau Westfalen. Ausrichter ist Sviel und Sport Menden 09. Der SV. Halver führt am 23. August W. Tatzko Vahlemann Steinert Tatzko Kronenberg Plaschke Antonie Koch Dörrbecker Petry Menze Velten Germania Elberfeld 150 155 195 160 135 185 155 175 210 185 170 260 175 160 240 170 150 200 Hörde 29 155 150 195 150 130 200 170 160 230 93 183 239 200 215 250 500 480 540 615 575 520 3230 Pfd. 500 180 560 95 665 8415 Pfd. Diese so gut vorbereitete Großveranstaltung der Dortmunder Tennis=Gesellschaft litt bedauerlicherweise sehr unter der regnerischen Witterung. Wenn schon die Spiele am Sonnabendnachmittag mit einer leinen Verspätung beginnen mußten, so war es am Sonntag nur noch möglich, in Etappen zu spielen, da die vielen kurzen Regenschauer immer wieder eine Unterbrechung der Kämpfe notwendig machten. Wenn trotzdem die Veranstaltung bis zum Schluß durchgeführt werden konnte, so weist dies einerseits auf die sportliche Einstellung aller Beteiligten hin und beweist andererseits, daß die Leitung des Turniers bei Herrn Radermacher in guten Händen lag. Bis zum Schluß war der Ausgang des Kampfes sehr offen, denn sowohl der Tennisklub Rot=Weiß Dortmund als auch die Dortmunder Tennis=Gesellschaft hatten bis zu den letzten Spielen immer noch die Aussicht, Pokalsieger zu werden Entscheidend war das Doppelspiel zwischen den Essenern Gebrüder Kaindorf und Prüsmann=Heiling (Dortmunder Tennis=Gesellschaft). Endergebnis der Vereinswertung: Sieger: Tennisklub Schwarz=Weiß e. V., Essen, 5 Punkte, Tennisklub Rot=Weiß, Dortmund. und Dortmunder Tennis=Gesellschaft je 13 Punkte Hagener Tennisklub Blau=Gold 5 Punkte, Tennisklub„Tennis=Preußen", Wanne=Eickel, 5 Punkte Lüdenscheider Tennisverein 1899 5 Punkte, Tennis klub Raurel, Castrop=Rauxel, 5 Punkte. Herren Einzel: Vogt(Castrop=R.)— Killing(Hagen 6:4, 6:2 Dr. Hueck(Lüdenscheid)— Heuser(Hagen) 6:1, 6:0. Chau vel(Dortm. Tennis=Gem.)— Müller(Lüdenscheid) 6:3, 5:7, 6:3. Menne(Essen)— Bleckmann(Castrop= Raurel) 4:6, 6:3, 6:1. Jordan(Ludenscheld)— Förster(Wanne=Eickel) 6:2, 7:5. Cordes(Hagen)— Pridat(Dortm. Tennis=Gem.) 6:4, 6:3. Prüsmann(Dortgund., Iunzezez). Schemmann(Castrop=R.) 6:0, 6:1. P. Kaindo.k(Essen)—. Neuen Rot=Weiß Dortmund) 6:1, 6:1. Groth(Rot=Weiß Dortm)— Podzun(Wanne=Eickel) 8.6, 6:4. O. Kaindorf(Essen) (Lüdenscheid. 6:1, 6:3. Dr. Freistein(Rot Weiß Dortm.)— Trachte ach(Essen) 6:2, 6:3. Oeken (Castrop=R.)— Ottmer(Hagen) 6:1, 7:5. Aisch(Dort munder Tennis=Gem.)— P#lato(Essen) 3:6, 6:2, 6:1 Harras(Rot=Weiß Dortm.)— R. Müller(Lüdenscheid) 6:1. 6:1. Mirvoff(Wanne=Cickel)— Bögerbar(Ca strop=R.) 6:3, 6:1. Vogt(Casrop=R.)— Behr(Essen) 6:4, 6:3. Dr. Hueck— Chaudel 6:0, 3:0. Menne— Jordau 6:4, 6:2. Prüsmann— Cordes 6:2. 6:1 Kaindorf P.— Groth 6:2, 6:2. Kaindorf O.— Jung Hagen) 6:3, 6:0. Speltbahn(Wanne)— Köster(Ha gen) 1:6. 2:6. Knauer(Wanne)— ten Bruggencate Lüidenscheid) 6:0, 6:3. Koller(Rot=Weiß Dortm.)— Herms(Wanne) 6:3, 7:5. Appel(Dortm. Tennisnem.)— Schlitzer(Castrop) 6:0, 6:2. Adam(Roteiß Dortm.)— Heiling(Dortm. Tennis=Gem.) 6: 6:3. Dr. Fraisl=I„„„ 6:4, 6 Menne 6 O. Kaindorf— Köster 6:1, 6:2. Knauer— Koller 8:6 612, 621. Alsch— Dr. Freistein 6:4, 6:3. Mirhoff— Dr. Hueck 8:6, 8:6. O. Kaindorf gegen Adam 6:2, 6:0. Alsch— Mirhoff 6:1, 10:8 Herren Doppel: Gebr. Kaindorf— Harms Speltbahn(Wanne=Eickel) 6:1, 6:0. Dr. Hueck Dr. Reif— Groth Henkel 7:5. 6:2 Förster Gewehr— Harras Koller 3:6, 1:6. Frei stein Adam— Trachternach Menne 6:1, 6:2. Schlitzer Schemmann— Plato Müller 1:6, 2:6. Killing]säster gegen Appel Pridat 6:1, 6:1. Heuser Cordes— Jordan ten Bruggencate 4:6, 6:4, 6:3 Bleckmann Vogt gegen Ottmer Jung 6:0, 2:6, 7:5. Aisch Chanvel gegen Bögerbarf Oeken 6:4, 6:0. Prüsmann Heiling— Gebr Müller 6:2, 6:1. Gebr. Kaindorf—. Dr. Hueck Dr. Reif 6:1, 6:2. Harras Koller—. Knauer Mirhoff 6:1, 1:6, 6:3. Dr. Freistein Adam— Plato Müller 6:1. 6:1 Heufer Cordes—. Killing Köster 7:5, 5:7, 6:4. Bleckmann Vogt—. Ottmer Jung 6:0, 2:6, 7:5. Prüsmann Heiling— Aisch'Chauvel 6:4, 6:4. Gebr. Kaindorf— er. Freistein Adam 7:5, 633. Gebr. Kaindorf— Prusmann Heiling 9:8. Dorim.)— Heiling(Dortm. Tennis=Gem.) 6:1. Oeken 6:0, 6:2. Aisch— Harras 6:3. Mirhoff— Vogt 6:2, 6:1. Dr. Hucck— ow. P. Kaindorf— Prüsmann 7:5, 6:3. Holländersieg in der„Tour de France“ Die Siebente Etappe der„Tour de France" sah nach dem Ausfall der drei Deutschen noch 71 Fahrer in Air=les=Bains am Start zu der 230 Klm. langen Tagesstrecke nach Grenoble. Am Galibier und Louteret ging es bis zu einer Höhe von über 2000 Meter hinauf. Die Spanier Ezquerra und Berrendero erwiesen sich einmal mehr als beste Bergsteiger, konnten sich aber auf dem letzten Teil nicht mehr behaupten. In Grenoble gab es wieder einen pagenden Endkampf einer zwölfköpfigen Spitzengruppe. Nach einer Fahrzeit von 8:32,02, die nahezu eine Stunde schlechter ist als im Vorjahre, gewann der Holländer Middelkamp vor Archamband, Level, Berty, M. Clemens, Goasmat, Maes, P. Clemens, Berrendero und Ezquerra. Die französische Mannschaft verlor auf dieser Etappe ihre ersten Fahrer. Mithouard gab schon bald nach dem Start wegen seiner am Vortage erlittenen Sturzverletzungen auf, und Speicher stürzte bei der Abfahrt vom Galibier in einer Kurve so unglücklich, daß er das Rennen nicht mehr fortsetzen konnte. Die noch im Rennen befindlichen fünf Deutschen traten mit Ausnahme von Händel, der sich am Telegrafenpaß noch unter den ersten 15 befand, nicht in Erscheinung. In der Gesamtwertung behauptete Archamband auch weiterhin die Führung mit 48:23:22 vor S. Maes 48:27:44 und P. Clemens 48:28:44. Schwalbe Westig und RV. Teutoburg Vierer=Meisterschaften der Radsportler Neben den Meisterschaften des westfälischen Industriebezirks im Vierer=Vereinsmannschaftsfahren in Bochum wurden auch noch in Bielefeld und Westig Bezirksmeisterschaften ausgefahren. In Bielefeld holte sich überraschenderweise der RV. Teutoburg den ersten Platz mit der Mannschaft Langhoff, Schmidt, Postler, von der Ahe, Viehmeier und Dahlhoff vor dem RV. Bastert mit Oberquelle, Klemme, Rocholl, Butt und Kaiser und dem RC. Zugvogel. In Westig blieb der RV. Schwalbe RC. Marienburg Iserlohn und dem RV. Fröndenberg erfolgreich. Erntearbeit am Rande der Stadt Die hohe Zeit der Ernte ist auch in der Umgebung Dortmunds angebrochen 5# Wir haben seit einigen Wochen eine geschichtliche Ausstellung über die Entwicklung Dortmunds in den letzten hundert Jahren im „Haus der Kunst“. Eine gute Ausstellung ist das, die sich jeder ansehen sollte, und die von drei Dingen ihr Gesicht erhält, das sind Kohle, Eisen und Bier. Daß Dortmund aber mehr ist als die Stadt dieser gewichtigen Dreiheit, und daß als vierte große Kraftquelle eigentlich auch das Bauerntum dazugehörte, dafür wird uns der Blick geöffnet, wenn wir in diesen Tagen einen Gang in die stille Weite tun, die sich mit Wiesen und Feldern und Wäldern ringsum dehnt. Jetzt wo die Zeit der Erfüllung und Ernte für den Bauer anbricht, erkennen wir erst, wieviel auch für unsere Stadt die Landwirtschaft bedeutet. Weithin gebreitet liegen die Felder, auf denen sich schwer auf den Halmen das Korn wiegt, liegen die Aecker, auf denen die Hackfrüchte gut gedeihen. Sonne, Regen und Wind haben ihr Werk getan, um die Sorgfalt der Feldbestellung zu lohnen. Bis an die Umfassungen der Hüttenwerke und an die Benzoltürme der Schachtanlagen hat der Bauernfleiß die Kornfelder vordringen lassen, daß es scheint, als wollten die Halme wie tausend Lanzenspitzen die übermächtige Industrie abwehren. Die Ernte hat bereits begonnen, und sie wird sich durch lange Wochen hinziehen. Still liegen die Gehöfte in dieser Zeit, wo alle Hände sich draußen regen müssen. Doch kann es geschehen, daß man mitten auf dem Bauernhof plötzlich eine Werkstatt aufgeschlagen sieht, in der einige Sattler arbeiten. Sie rüsten das Geschirr für die Pferde, die bei der Erntearbeit trotz aller Motorisierung auch in der Landwirtschaft doch noch die Hauptrolle spielen. So ein großer Bauernhof hat ganze Menge von Kumten, Blattgeschirren und Zugsträngen, an denen es zu flicken und zu erneuern gibt, wie unser Bild zeigt. Der Bauer hat keine Zeit, damit zum Sattler zu gehen, und wenn der Berg nicht zu Mohammed kommt, muß Mohammed zum Berge gehen— dieses alte orientalische Sprichwort hat auch für diesen Fall seine Richtigkeit. Also erscheint der Sattler mit seinem Gehilfen auf dem Hofe selbst und schlägt seinen Werktisch, wenn ihn der Regen nicht auf die Diele oder in einen Schuppen verbannt, draußen im Freien auf. Ist alles in Ordnung gebracht, dann wird das Krämchen eingepackt und zum nächsten Bauernhof gezogen, auf dem man schon den Sattler erwartet, damit er vor dem Hochbetrieb der Ernte alle Schäden an den Pferdegeschirren behoben hat. Dr. Ley zum Gruß Wieder einmal weilt einer der führenden Männer des neuen Deutschland im Lande der Roten Erde: Reichsorganisationsleiter Dr. Robert Ley. Die westfälische Bevölkerung grüßt Dr. Ley, den Gründer der größten Organisation aller Schaffenden, der Deutschen Arbeitsfront, und der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude". Dankbar schlagen die Herzen der Arbeiter ihm entgegen, denn gerade sie wissen, seine Entschlossenheit und Tatkraft, die er für die Belange der Arbeiterschaft bewies, zu würdigen. Nicht zuletzt ist es Dr. Leys Verdienst, daß es gelungen ist, die schaffende, damals durch kapitalistische und Klassenkampfparolen zerrissene Arbeiterschaft für den Nationalsozialismus und damit für die deutsche Volksgemeinschaft zu gewinnen. Mit seiner ganzen Person setzte sich der Reichsorganisationsleiter dafür ein, daß das Wort des Führers vom Mai 1933„Ehret die Arbeit und achtet den Arbeiter!“, Wirklichkeit wurde und daß die Arbeit heute unsere Ehre ist und nur die Leistung allein den einen vom andern unterscheidet. Wir wünschen, daß der Reichsorganisationsleiter und Reichsleiter der DAF einen unverfälschten Eindruck von der Schaffensfreude im Lande der Roten Erde erhalten wird. Am Mittwoch, vormittags gegen 9 Uhr, wird Dr. Ley die Siedlungen in DortmundOespel besichtigen. Anschließend wird Parteigenosse Dr. Ley einige Worte an die Siedler und an die Arbeiter richten. Bis an die Stätten der Industrie rückt der Lanzenwald der Aehren vor Geschlossen in der RSB Erfolgreiche Werbeaktion Wie bereits vor einigen Tagen mitgeteilt, haben einige Industrieunternehmungen im Zuge der Mitgliederwerbung der RSB auch ihren Gefolgschaftsmitgliedern gegenüber den Wunsch zum Ausdruck gebracht, daß diese, soweit es ihre finanziellen Verhältnisse zulassen, sich als Mitglieder in die Reihen der NSV eingliedern. Wir können heute mitteilen, daß nachstehende Firmen uns berichten, daß ihre Gesamt=Gefolgschaft geschlossen für den Sozialismus der Tat bereitsteht: Weber u. Schmitz, Dortmund, Hansastr. 3; Emil Wolsdorf A.=G., Dortmund, Königswall 14/16; Inden u. Söhne, Dortmund, Mallinkrodtstraße; Walter Dobbelmann, Dortmund=Barop; Baroper Walzwerk, Dortmund=Barop; Dortmunds Textil=Kaufhaus, Dortmund, Am Steinplatz; Wirtschaftsberater Reinhold Specht, Dortmund, Märkischestraße 120; Volksfürsorge=Versicherungsgesellschaften, Dortmund, Schmiedingstr. 8; R. Rohe, Dortmund, Bremerstr. 19; Karl Dissel, Dortmund, Westenhellweg 33; Verband Deutscher Kraftfahrzeuggesellschaften, Moltkestr. 21½; Kramer u. Schröder, Dortmund, Elisabethstraße 24. Weiter so im Sinne unseres Führers für den Sozialismus der Tat! Einheitliche Eintrittskarten für Filmtheater Der Präsident der Reichsfilmkammer hat auf Grund der ihm zustehenden Befugnis, Bedingungen für den Betrieb, die Eröffnung und Schließung von Unternehmen auf dem Gebiete seine: Zuständigkeit festzusetzen und Anordnungen über wichtige Fragen innerhalb dieses Gebietes zu treffen, eine Anordnung über die Verwendung einheitlicher Eintrittskarten bei den Filmtheatern ergehen lassen. Darin ist festgestellt, daß nur einheitliche Eintrittskarten Verwendung finden dürfen, deren Form und Inhalt genau geregelt wurde. Diese Bestimmungen treten am 15. Juli d. J. in Der Zweck, den die einheitliche Gestaltung der Eintrittskarten sämtlicher Filmtheater im Deutschen Reich verfolgt, kommt auch den gemeindlichen Steuerbehörden zugute. Es wiro durch die Neuregelung in vielen Fällen eine ordnungsmäßigere und zuverlässigere Abrech= nung der Filmtheaterbesitzer gewährleistet, als dies bisher der Fall war. Froher Morgenritt zur Erntearbeit Dortmund im 12. Jahrhundert Heimatschau„Kohle— Eisen— Bier" bis zum 2. August verlängert Die am 13. Juni d. J. im„Haus der Kunst“ eröffnete 2. Geschichtliche Ausstellung „Dortmund im 19. Jahrhundert“ hat bei der Dortmunder Bevölkerung— besonders in den letzten Wochen— verstärkte Beachtung gefunden, die neben der Besuchssteigerung in einer großen Nachfrage nach Vorverkaufskarten zum Ausdruck gekommen ist. Diese erfreuliche Tatsache hat der Geschäftsführung der Ausstellung Veranlassung gegeben, die Ausstellungszeit bis zum 2. August einschließlich zu verlängern. Durch diese Verlängerung ist den zahlreichen Inhabern von Vorverkaufskarten, die die Ausstellung bisher noch nicht besuchen konnten, nunmehr Gelegenheit gegeben, die Ausstellung in aller Ruhe zu besichtigen. Darüber hinaus dürfte es besonders von den Schulen begrüßt werden, daß diese für den heimatkundlichen Unterricht wertvolle geschichtliche Ausstellung noch für eine längere Zeit geöffnet bleibt. Die Aufnahmebereitschaft für die Darstellung geschichtlicher Entwicklungslinien ist bei der heutigen Jugend besonders groß. Ihr Eltern und Erzieher! Fördert diese Bereitschaft und ermöglicht Euern Kindern bzw: Schülern einen Besuch dieser die Geschichte der Heimatstadt behandelnden Ausstellung! Die in der Ausstellung vorhandenen zahlreichen Modelle, wie z. B. Modell einer Zeche, Untertagebetrieb eines Bergwerks mit 82 beweglichen Männern, ein Hochofen mit den dazugehörigen Anlagen, Modelle von inter essanten Brückenbauten u. a. Erzeugnisse der eisenverarbeitenden Industriefirmen Dortmunds, stehen im Mittelpunkt des Interesses bei groß und klein. Um die Bauernhäuser wird es still zur Erntezeit Aufnahmen: Schley Alles Pferdegeschirr muß nachgesehen werden, damit im größten Betrieb „die Stränge nicht reißen“ Drei Baugesellschaften berichten Die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft will 1000 Kleinwohnungen erstellen Soweit die Ausstellung zur Hervorhebung wichtiger Tatsachen und Zusammenhänge Zahlen verwenden muß, ist dies nicht in Form langweiliger Statistiken, sondern in bildhafter, künstlerischer Wiedergabe geschehen. Auf diese Weise wird die stark bewegte Vergangenheit Dortmunds im 19. Jahrhundert zu einem lebendigen Erlebnis, das Einheimische wie auch Fremde zu fesseln vermag. Es versäume daher niemand die durch die Verlängerung gebotene Gelegenheit, Dortmunds Wirtschaftsaufstieg im 19. Jahrhundert in ausstellungsmäßiger Darstellung kennen zu lernen. Die Ausstellung ist täglich geöffnet von 9 bis 13 Uhr und 15 bis 20 Uhr. Einbrecher am Werk Sonntag gegen 21.45 Uhr wurde festgestellt, daß Einbrecher in die Büroräume einer Krankenversicherung in der Hansastraße eingedrungen waren. Die Behältnisse waren alle durchwühlt. Gestohlen wurden Stahlfedern, Blei=, Kopier= und Rotstifte sowie ein Klebeapparat. In den Mittagsstunden des 12. Juli 1936 wurde in das Tapetengeschäft W. auf der Betenstraße eingebrochen. Die Täter haben alle Behältnisse burchwühlt, wurden aber anscheinend gestört und mußten ohne Beute wieder abziehen. In der Stiftstraße wurde in den letzten Tagen ein Gasautomat nachgeschlossen. Der Dieb entwendete den darin befindlichen Geldbetrag. In diesen Tagen veröffentlichten drei in einer Verwaltungsgemeinschaft zusammengeschlossene Baugesellschaften, und zwar die Dortmunder Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft m. b. H., die Gemeinnützige Kreisbaugesellschaft Hörde G. m. b. H., und die Dortmunder Gemeinnützige Bau=AG.„Hellweg“ ihre Geschäftsberichte über das Jahr 1935. Besonders aus dem Bericht der großen Dortmunder Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft läßt sich erkennen, wie günstig sich die fortschreitende Erholung der Wirtschaft auch im Wohnungswesen auswirkte. Die Gesellschaft verwaltete am 21. Dezember 1935 im Eigenbesitz 1376 Häuser mit 6615 Wohnungen, 8 Gastwirtschaften, 50 gewerblichen Räumen, 1 Kindergarten, 1 Mutterberatungsstelle, 1 Polizeirevier, 32 Garagen und 234 Stadtrandsiedlerstellen. Für die Stadt Dortmund wurden weiter treuhänderisch verwaltet 143 Häuser mit 524 Wohnungen und gewerblichen Räumen. Im Jahre 1936 werden Bauvorhaben in verschiedenen Stadtteilen durchgeführt, durch die der Bestand der Gesellschaft um 24 Häuser mit 148 Wohnungen, sowie um 26 Einfamilienhäuser erweitert wird. Besserung der Arbeitslage und dadurch bedingte gesteigerte Heiratslust machte die Nachfrage nach zwei= bis dreiräumigen Wohnungen sehr stark. Mit Rücksicht darauf, daß der Bedarf an Kleinwohnungen durch die geplante Altstadtsanierung noch erheblich steigen wird, sieht es die Gesellschaft als ihre Pflicht an, diesem Mangel energisch abzuhelfen. Sie will neben der Förderung der Kleinsiedlung in den nächsten beiden Jahren etwa tausend Kleinwohnungen erstellen, wenn die Bewilligung der Reichsbürgschaften geregelt ist. Im Berichtsjahr wurden auch die Vorarbeiten zur Mietenangleichung abgeschlossen, die notwendig wurde, um für den Gemeinschaftsgedanken richtunggebend zu sein. Es gelang weitgehend, die Mieten mit Art und Beschaffenheit der Wohnräume in ein richtiges Verhältnis zu bringen. Die Mietangleichung bedeutet für die Gesellschaft einen jährlichen Aufwand von 85000 Mark. Der Mietsausfall durch Leerstand betrug nur 0,10 v. H. der Jahressollmiete, gegen 0,48 v. H. Jahre 1934, und 1,69 v. H. im Jahre 1933. Für pünktliche Mietzahler sind seit dem 1. Januar 1936 Prämien in Höhe von 3 v. H. der Jahresmiete eingeführt, die für Instandsetzungsarbeiten verwandt werden können. Die Geschäftsunkosten haben sich auf der Höhe des Vorjahres gehalten. Sie liegen mit 3,9 v. H. der Erträge unter dem für gemeinnützige Siedlungen zulässigen Höchstsatz. Der Reingewinn von 55 261 Mark wurde der gesetzlichen Rücklage zugeführt. Der Besitz der Gemeinnützigen Kreisbaugesellschaft Hörde stellt sich auf 185 Häuser mit 287 Wohnungen und sieben gewerblichen Räumen, auf deren Verwaltung und Unterhaltung sich die Tätigkeit der Gesellschaft erstreckte. Klagen gegen Mieter, welche die bei der Sanierung der Gesellschaft erforderlich gewordenen Mietserhöhungen nicht anerkannten, wurden von der Gesellschaft gewonnen. Das ursprünglich 500000 Mark betragende Darlehn der Bank der Deutschen Arbeit A.=G. konnte nach der Umschuldung weiter getilgt werden. Die Darlehnsschuld beträgt am 1. April 1936 noch rund 250000 Mark. Die verstärkte Tilgung war nur möglich durch geringere Zinsausgaben und Geschäftsunkosten, durch Erhöhung der Mieten und Verkauf unbebauten Grundbesitzes. Um die Sanierung uneingeschränkt durchführen zu können, wurden Anträge zur Befreiung vom Hypothekenzins auf weitere drei Jahre gestellt. Bleiben sie ohne Erfolg, und werden die Mietzinserhöhungen nicht gezahlt, so ist der Konkurs unvermeidbar. Die Dortmunder Gemeinnützige Bau=A.=G.„Fe#weg“ hatte am Jahresbeginn 20 Häuser mit 107 Wohnungen, eine Gastwirtschaft, vier gewerbliche Räume und 12 Garagen als Eigentum. Auch sie führte eine Mietesenkung im Wege der Angleichung um etwa 4,4 v. H. durch. Mit der seit längerer Zeit geplanten Kleinsiedlung in Dortmund=Oespel wurde begonnen. Ende dieses Jahres werden die 194 Kleinsiedlerstellen bezogen sein. Die Gesellschaft wird es sich weiter zur Aufgabe machen, die Kleinsiedlung und den Eigenheimbau zu fördern, und beschafft dazu bereits weitere Grundstücke. Ein Darlehen der„Gemeinnützigen“ von 150000 Mark wird bis Ende 1937 vollständig getilgt sein. Nach Burg an der Wupper Am kommenden Sonntag führt das Kreisamt eine Autobusfahrt nach Bura an der Wupper durch. Der Fahrpreis beträgt 3,50 Mark. Eine beschränkte Anzahl Anmeldungen können noch entgegengenommen werden. Nach Düsseldorf Ebenfalls am kommenden Sonntag wird eine Fahrt nach Düsseldorf zum Rollschuhturnier gestartet. Der Fahrpreis beträgt 2.50 Mark. Ein Vormittag beim Arbeitsrichter Tragödien des Alltags spiegeln sich in den Verhandlungen wider Bunt und abwechslungsreich wie das Leben sind die Verhandlungen vor dem Arbeitsrich= ter. Gegenseitiges Nichtverstehen, gewollt oder ungewollt, Unkenntnis der gesetzlichen Bestimmungen auf beiden Seiten, die aber nun mal Grundlage eines jeden Arbeitsvertrages sind, dazu oftmals wenig schätzenswerte Eigenschaften hüben und drüben, schaffen auzuleicht Situationen, durch die Explosivstoffe angesammelt werden, die sich dann eines Tages entladen. Die Rechtsberatungsstelle der Deutschen Arbeitsfront greift vermittelnd ein, wenn es sich um Mitglieder handelt, uno zwar meist mit dem Erfolg, daß eine außergerichtliche Einigung zustande kommt. Was übrig bleibt, beschäftigt den Arbeitsrichter, aus dessen Tätigkeit wir unseren Lesern einige Momentaufnahmen zeigen wollen. * Eine alte Frau stand da, mit weißem Haar. Viele Jahre half sie in der Küche eines städtischen Betriebes. Jetzt war sie entlassen worden Der Grund: man hatte bei ihr trotz wiederholter Verwarnung Lebensmittel gefunden, wenn sie den Betrieb verließ. Sie sagte zwar, daß es sich um ihre Ration gehandelt habe und um die einiger anderer Frauen, die damit nicht fertig wurden. Demgegenüber bestand aber das Verbot, irgendetwas mit aus dem Betrieb zu nehmen. Irgendwer hatte anonyme Briefe geschrie ben. Die Stadtverwaltung dachte nicht daran, darauf zu reagieren. Ein Brief folgte dem anderen, selbst der Oberbürgermeister blieb nicht davon verschont. Es wurde später kontrolliert und. Versteht sich, daß von dem gemeinen Schreiberling wenig achtungsvoll gesprochen wurde. Die alte Frau, häufig verwarnt, hatte aber gefehlt. Sie hatte die Anordnungen wiederholt überschritten, selbst, wenn es sich um ihre Ration von mehreren Tagen handelte. Der betreffende Betrieb verursacht der Stadt viel Kosten, darum schon muß eine scharfe Kontrolle ausgeübt werden, damit in ihm nicht noch dazu gestohlen wird. Unter Berücksichtigung aller dieser Umstände mußte das Gericht die Unbilligkeit der Kündigung, weil sie selbst verschuldet war, ver neinen, und die Widerrufsklage abweisen. 1. August auf der Rheinischenstraße einen neuen Laden aufmachen will. * Die Werksleitung hat für Ruhe und Frieden im Betrieb zu sorgen, wurde dem Manne gesagt, von dem behauptet wurde, daß er ein außerordentlich jähzorniger und streitsüchtiger Mensch sei. Wegen einer Kleinigkeit war er mit einem Mitarbeiter zusammengeraten. Er war aus der Auseinandersetzung, wenn auch selbst zerschunden, als Sieger hervorgegangen, weil er seinem Kameraden mit einem Handhammer auf den Kopf geschlagen hatte. Obwohl über 26 Jahre auf dem Werk beschäftigt, hatte man ihn sofort entlassen. Jetzt wurde der Lohn für die Kündigungszeit verlangt. Man hielt sich aber weigerlich mit Hinweis auf die Betriebsordnung, die die fristlose Entlassung rechtfertige. Ob man ihn denn nicht allein an einen Arbeitsplatz stellen könne, so wurde gefragt, er sei doch bald 65 Jahre alt. „Hier ist das Corpus delicti, nein, solche Leute können wir nicht gebrauchen!“ hieß es, während der Hammer auf den Tisch des Hau ses gelegt wurde. Trotzdem erklärte sich der Werksvertreter nach Zurücknahme der Klage unter Verzicht des geltendgemachten Anspruchs bereit, mit dem Betriebschef des Klägers ein paar passende Worte zu sprechen, damit er schließlich doch bis zur Erreichung der Altersinvalidengrenze weiterbeschäftigt wird. * 200 Mark waren futsch, wo sie geblieben sind, vermochte auch das Arbeitsgericht nicht zu klären. Wenn man dem jetzt klagenden Knecht Glauben schenken will, wurden sie ihm gestohlen. Er war mit einem Fuhrwerk in die Stadt geschickt worden, Treber zu holen und einige Rechnungen zu bezahlen. Und als er mal kurz Zigaretten holen ging und zurückram, war der Mann fort und mit ihm das Geld. Lebensmittelkontrolle in Dortmund Bericht über das zweite Vierteljahr 1936 In der Zeit vom 1. April bis 30. Juni wurden von den damit beauftragten Stadttierärzten und den ihnen zugeteilten Beamten in Groß=Dortmund 5 Bahnhofs= und 612 Wochenmarktrevisionen durchgeführt. Außerdem wurden revidiert 414 Metzgereien, Wurst= und Hotelküchen und Speisewirtschaften, sowie 903 mit animalischen Lebensmitteln handelnde Kolonialwarengeschäfte und deren Läger. 91 Verwarungen wurden erteilt, davon waren 15 gebührenpflichtig und außerdem 17 Anzeigen erstattet. Es erfolgten ferner zwei Meldungen, die im Intersse der Hygiene liegende Veränderungen in Wurstküchen betrafen. Inzwischen ist den Anforderungen Genüge geschehen. Dem Veterinärnntersuchungsamte wurden 20 Fleisch=, 1 Geflügel=, 7 Fisch=, 5 Milch= und 1 Eier probe zur Untersuchung überwiesen. Davon gaben Grund zur Beanstandung 19 Fleisch=, 1 Geflügel=, Fisch=, o Milch= und 1 Eierprobe. Die Beanstandung der 5 Milchproben erfolgten wegen Vorhandenseins von Eitererregern. Der zuständige Veterinärrat wurde durch die Polizeibehörde benachrichtigt. Der neuen Anordnung entsprechend wurden die übrigen Milchproben dem Veterinäruntersuchungsamt in Arnsberg zugesandt. Beschlagnahmt und wegen Verdorbenseins vernichtet wurden 70 Liter Blut, 60 Klg. Fleischwurst, 15 Klg. Wurstgut, 29 Klg. Schweinekleinfleisch, 3 ganze Rinderlebern und 17½ Klg. Rinderleber 17½ Klg. Mettwurst, 7 Klg. Schwarten, 21/8 Klg. Leberwurst, 2 Klg. Wurstreste, ¼ Klg. Plockwurst, 8 Rinder= und 2 Schweinelungen, 5 Rinderköpfe und 3 Kuheuter. Ferner wurden beschlagnahmt und wegen Verdorbenseins vernichtet: 12 Zentner Schellfisch, 5 Zentner Rotbarsch, 25 Klg. Kalbsdärme, 5 Klg. Hühnerkleinfleisch und 1¼ Klg. Hirschragont. Weiter wurde eine Rinderzunge vorläufig beschlagnahmt, da der Untersuchungsnachweis fehlte. Nach Aufklärung wurde aber die Zunge im Einverständnis mit den zuständigen Behörden wieder freigegeben. S Aufführung im Ufa-Palast Abgesehen von der politischen Bedeutung einer solchen kulturellen Zusammenarbeit, wie sie die Gemeinschaftsherstellung des heiteren Films„Die klugen grauen- unter der ausgezeichneten Spielleitung von Jacques Feyder bedeutet, liegt der besondere Reiz in der Wahl des Stoffes und seiner Atmosphäre, in der sich, dem romanischen und germanischen Verständnis gleich zugänglich, beide Naturells wie auf neutralem Boden treffen, nämlich auf flämischem Gebiet, auf dem sich die Elemente des Volkstums so eigenartig mischen. Die klugen Frauen werden befehligt überdies, und das ist ein weiterer Reiz des Spiels, von jener Francoise Rosay, die in beiden Sprachen gleich sicher infolge ihrer Grenzbeheimatung ist, und wenn auch Französin durch und durch, doch auch in der deutschen Version eine erstaunliche Angleichung an die Wesensart unseres Volkes vollzog. Das Spiel steckt voller köstlicher Einzelheiten, die sich vor dem großartigen Bilde der niederländisch=flämischen Landschaft ereignen. Es kommt nicht nur der jüngere Breughel in Gestalt Albert Lievens darin vor, sondern man hat auch nicht mit Unrecht den ganzen Film mit einem Gemälde Berghelscher Vollsaftigkeit verglichen. In die behäbige, dem flachen Lande mit den träge fließenden Kanälen abgelauschte Beschaulichkeit einer auf Behaglichkeit und Kirmes eingestellten Stadt platzt wie eine Bombe auf das Mannsvolk, aber wie ein elektrisierender Funke auf das Weibsvolk die Nachricht, daß die Spanier mit ihrem Herzog heranrücken. Die Männer, höchst diplomatisch, versuchen den argen Feind durch List vom Besuch abzuhalten, die Frauen, längst ihrer läppischen Männchen überdrüssig, ihn zum angenehmen Bleiben zu bewegen Während die Stadt betrübt Kunde erhält, daß der werte Bürgermeister eines plötzlichen Todes verstorben sei(in Wirklichkeit schwitzt die„Leiche" im Bett), haben die Frauen, aufgeregt wie ein Hühnerhof, dem Feinde, der galant und lebensfroh die Tore durchschreitet, die Honneurs zu machen. Jede auf ihre Weise, hier drastisch und unbekümmert, dort tugendhaft und züchtig. Beides aber in einer glücklichstimmenden Frische und Unbeschwertheit Die Bilder der alten holländischen Reister werden lebendig, rubenssche Lebensfülle breitet sich aus, es wird pokuliert und getätschelt, daß es eine wahre Lust ist. Wie bei solchem Treiben die ängstlichen Männer der Etappe vor der Conrage ihrer Frauen von der Feront das Nachsehen haben, das beschreibt die Hand eines Meisterregisseurs mit den vortrefflichen Schauspielern, von denen Paul Hartmann durch seine Galanterie und Männlichkeit als Herzog, der schnurrig=korpulente Will Dohm als bänglicher Burgermeister, der den weltfreudigen Geist des klerikalen Beraters Seiner Katholischen Majestät von Spanien in liebenswürdiger Weise verkörpernde Willem Holsboer zu nennen sind, neben der gewinnenden Frische der Rosay, der als Helferinnen in ihren schlauen Einfädelungskünsten Trude Marlen und Carsta Löck würdig zur Seite stehen. H. B Der Norden wird schöner bemeinnützige Anlagen aller Art sind entstanden „Deutsche Qualitätsarbeit“, so stand in dem Schaufenster der Schnellsohlerei zu lesen. Nun ja, die Arbeit machte nicht der Eigentümer des Betriebes, der kein Fachmann ist, sondern sein Gehilfe, ein taubstummer Volksgenosse, der aber etwas von seinem Beruf versteht. Zunächst hatte er nur aushilfsweise gearbeitet, abgespeist wurde er mit Beträgen bis zu 5,— Mark. Dann war er ganz tätig geworden, das heißt 54 Stunden und oftmals noch mehr in der Woche, wofür er— 20,— Mark erhielt. Daß der Volksgenosse ausgenutzt worden ist, dürfte jedem klar sein. Auch er sah es schließlich ein und ging zur DAF. Jetzt wurde für 13 Wochen der tarifliche Stundenlohn von 63 Pfg. verlangt. Der Mann auf der anderen Seite spielte den Mitleidigen, der dem Taubstummen, der im übrigen ein schlechter Arbeiter gewesen sei (und das Schildchen im Schaufenster?), nur habe helfen wollen. Vorsitzender(zum Beklagten):„Sie haben wieder glatt zu machen, was Sie eingesteckt haben!“ Alles Jammern half nicht. Es wurde schließlich vergleichsweise Erledigung der Angelegenheit auf der Basis von 100 Mark vorgeschlagen. Wieder jammerte die Gegenseite; als es keinen Ausweg gab, wurde zugestimmt, unter der allgemeine Heiterkeit auslösenden Voraussetzung allerdings, daß monatliche Teilzahlungsraten von 10 Mark festgelegt würden. Vergleich: 100 Mark, zahlbar in zwei Raten von 50 Mark. Die Gegenseite war ein Fremdling, der Jud Süßkind, der, wie er selbst erklärte, am Der Bauer war nicht so. Man vereinbarte, daß er weiterbeschäftigt bleiben soll und jeden Monat 10 Mark bis zur Erledigung der Schuld vom Lohn einbehalten werden sollen. Das wollte der Knecht nicht. Das Gericht wollte die dumme Sache bequem für beide Teile aus der Welt schaffen und schlug vor, daß es bei der bisherigen Vereinbarung bleiben solle. Dem wurde schließlich von beiden Seiten nach vielem hin und her zugestimmt. Kleinkaliberwettkampf im kriegerverband Dortmund=Süd Am Sonntag fand der erste Vorkampf im Kleinkaliber=Schießen des Kreiskriegerverbandes Dortmuno=Süd auf der Schanze statt. Es beteiligten sich an diesem Kampfe die Kriegerkameradschaft Großholthausen, Kirchhörde und Bittermark. Die Kriegerkameradschaft Großholthausen ging mit ihrer 1. Mannschaft mit 415 Ringen aus diesem Kampf als Sieger hervor, dann folgte die 2. Mannschaft Kirchhörde mit 371 Ringen, 1. Mannschaft Kirchhörde mit 349 Ringen, 2. Mannschaft Großholthausen mit 340 Ringen, 1. Mannschaft Bittermark mit 263 Ringen und 2. Mannschaft Bittermark mit 115 Ringen. Die besten Einzelschützen waren Fritz Köster(Großholthausen) mit 132 Ringen, Heinrich Falkenberg(Kirchhörde) mit 131 Ringen, Hermann Eggenwirth (Großholthausen) mit 111 Ringen und Kurt Haupt(Großholthausen) mit 107 Ringen. Der nächste Vorkampf findet Sonntag auf dem Schießstand„Fort Keilau“ in Brünninghausen statt. Es beteiligen sich hieran die Kriegerkameradschaften aus Hombruch, Barop und Eichlinghofen. Es liegt erst einige Jahre zurück, da wurde der Dortmunder Norden noch von seinen Be wohnern als das„Stiefkind unserer Stadtver waltung“ bezeichnet. Damals galt das Stadt gebiet nördlich des Burgtores als eine Gegend, in der sich die Wölfe gute Nacht sagten. Aller dinas nur bei jenen, die in den für die Schaf fung gemeinnütziger Anlagen zuständigen Aem tern saßen, während die„Nördlichen“ ihren Norden dennoch liebten. Nichts oder nur wenig wurde damals getan, um auch den Norden in ein dem deutschen Menschen würdiges Wohngebiet umzuwandeln. Inmitten stark von schaffenden Volksgenossen bewohnten Straßenvierteln lagen verwahrloste Plätze, aus denen sich mit geringen Kosten und mit gutem Wil len herrliche, der Allgemeinheit dienende An lagen hätten schaffen lassen. Gewiß, die„Nörd lichen“ hatten ihren Fredenbaumwald, ihr Westerholz und ihr Grävingholz, doch haben alle diese Grünanlagen den Nachteil, daß sie zu weit herausliegen. Und wenn sie, da sie zwischen der Schützenstraße und dem Borsigplatz außer einer einzigen, unbedeutenden Platzanlage, kein Fleckchen mit etwas Grün besaßen, oft recht erbost waren, daß bei ihnen kaum etwas in dieser Hinsicht getan wurde, dann ist das verständlich. Inzwischen hat sich manches geändert. Wurden beispielsweise in früheren Jahren nur in anderen Stadtteilen der Erholung und den Leibesübungen dienende Anlagen angelegt bzw. ausgebaut, so kann man dies nun auch im Norden der Stadt feststellen. Gewiß, was in vielen Jahren vernachlässigt wurde, kann nicht von heute auf morgen wieder gut gemacht werden. Doch tut man alles, um den Schaden so schnell wie eben möglich zu heilen. Man geht von der in der nationalsozialistischen Weltanschauung verankerten Erkenntnis aus, daß der unter schwierigsten Verhältnissen im Unter= und Uebertagebetrieb unserer Zechen und in den gewaltigen Industrieanlagen unter den gleichen Bedingungen schaffende Volksgenosse ein Anrecht darauf hat, nach der der Gemeinschaft geweihten Tagesarbeit sich in wohlgepflegten Anlagen erholen und erfreuen zu können. Hand in Hand mit der Stadtverwaltung arbeitete in diesem Sinne die Wirtschaft. Es sei erinnert an die im vergangenen Jahre fertiggestellte Siedlung für Gefolgschaftsangehörige des Hoeschwerkes und an die von den verschiedensten Firmen in großzuigster Weise geschaffenen Schrebergartenanlagen. Nicht nur den weiteren Ausbau der bereits genannten Parkanlagen im Norden der Stadt ließ sich die Stadt angelegen sein. Die„Danziaer Freiheit", selbst vom Borsigplatz schnell erreichbar, wurde geschaffen. Der Stahlwerksplatz wurde das schönste Paradies der Kleinen, ein Kinderspielplatz, wie wir ihn in der Stadt nicht zum zweiten Male haben. Aber auch an den Ausbau der Sportplaßzanlagen wurde gedacht. So wurde der den„Alemannen“ gehörige Platz an der Eberstraße zu einem wahren Fußballstadion umgestaltet. Hier wurden wie schon auf vielen anderen Sportplätzen durch die städtische Arbeitsbeschaffungsstelle wohlfahrtserwerbslose Volksgenossen eingesetzt. Erinnert sei auch an die vorzügliche Platzanlage an der WalterUfer=Straße in Eving. Aber noch manches gibt es zu tun. Da liegt beispielsweise gegenüber der Nordfeuerwache die gewaltige Fläche des sogenannten LortSchlamm bei nasser Witterung die in der dahinterliegenden Siedlung wohnenden Volksgenossen durchwaten müssen. Trostlos ist der sich von der Münsterstr. aus bietende Anblick und dem Rufe Dortmund als Fremdenstadt betimmt nicht förderlich. Vielleicht überlegt man bei der zuständigen Stelle, ob sich nicht auch hier etwas machen läßt, um den Platz in einen würdigen Zustand zu setzen. Die hier wohnenden Volksgenossen wären jedenfalls sehr dankbar, wenn in dieser Richtung etwas unternommen würde. Kammermusikabend des städtischen Konservatoriums Das in gutem Besuch und Verhalten des Publikiuns erkennvar werdende starke Interesse, das man dem Kammermusikabend der Kammermusikklasse Weckauf des städtischen Konservatoriums im Saale des alten Rathauses entgegenbrachte, war vollauf berechtigt und die Anforderungen, die an das Schubert= Brahms=Dvorak=Programm gestellt werden mußten, wurden über das Maß des Geglaubten mit kühnem Schwung erfüllt. Dus gilt sowohl für die Arbeit des Streichquartetts(August Winkler, 1. Violine, Harry v. d. Abé, 2. Violine, Karl Hollmann, Viola, Kurt Schabrich, Cello), das in letzter Zeit geradezu glänzende Fortschritte gemacht hat obwohl die letzten Leistungen schon wohlgereift waren), als auch für das temperamentvolle Spiel des Trios mit Heinz Geißen(Klavier), Florian Schary(Violine) und Kurt Schabrich (Cello) Bot Franz Schulierts posthumes demoll=Streichquartett Winkler und seinen Leuten reiche Gelegenheit, die mühelos ausgeglichene Technik ihres besonders im Piano unerhört sauberen und packenden Spiels zu zeigen und im Erfassen jeder einzelnen Phase des stimmungsdurchwühlten Tod=und=Mädchen=Bildes ihre Wandlungsfähigkeit zu beweisen, so nahmen sie sich beim F=Dur=Streichquartett von Anton Dvorak— das zu Anfang nicht sehr viel von dem vital und ungehemmt auslaufenden böhmischen Musikantentum des Komponisten zeigt, das aber, als frühestes der drei letzten Streichquartette des technischen Meisters in gewisser Hinsicht einen Hohepunkt bedeutet und wirklich elementare, vollblütige Musik darstellt— genügend Zeit und Atemraum, um Eigenart und Schönheit restlos auszuschöpfen. Selbst der unübersichtliche erste und der vielfältig verwobene langgedehnte zweite Satz überzeugten in ihrer Auffassung. Tus Trio war sich darüber klar, in welch besonderer Weise Johannes Brahms mit Meisterhand Stimmung macht", und entging daher auch den Gefahren einer allzu dünnscheinigen oder aber— das geschieht häufiger— zu sehr kompakten Darstellung. So hatte Brahmsens H=Dur=Klaviertrio trotz der mitreißenden Impulsivität und des remperamentvollen Schwunges ein vornehmes Gesicht und eine eindentige Gestalt. Vom sanften, nachdenklichen Schwärmen(Adagio) über stürmisches Aufbrausen bis zum rücksichtslosen Drängen blieb dieser Brahms ein Sucher, dessen Antwort im Unendlichen liegt, wie im Finale trefflich deutlich zum Ausdruck kam. Der begeisterte Beifall kam aus ehrlichem Herzen und muß den jungen Künstlern Anregung zu weiterem Fortschreiten sein. Städtisches Konservatorium. Wie bereits angekündigt, findet heute abend 8.15 Uhr im Festsaal des alten Rathauses ein Wagner=Liszt=Abend statt. Das Eintrittsprogramm kostet 20 Pf. Verantwortlich für Gronl-Dortmund und Umgebung: H. Viefhaus in Dortmund. KOO Besuch bei zweien, die man„Könige; nennt Es ist die seltsamste Rede, die ich je gehört. Gehalten wurde sie in einer lustigen Gesellschaft, als jeder der Gäste, um die Stimmung zu erhöhen, einen Witz, ein Erlebnis, oder eine Anekdote zum Besten geben mußte. Sie sei sehr„unpassend“ gewesen, diese Rede, sagte man später, so„unangenehm wahr": „Nur hereinspaziert, meine Herrschaften, herein in den Zoo. Wenn ich Ihnen zuerst die Raubtiere zeigen darf, die Löwen, Tiger und Leoparden, diese prächtigen Burschen. Löwen.. Keine Angst vor dem„König der Wüste"— aber Hut ab vor uns, den Menschen! Was haben wir vollbracht! Gefangen haben wir ihn im fremden Land, haben ihn hergeholt und seine ungezügelte Wildheit gezähmt. Er hat sich beugen müssen, der stolze Herr. Jetzt haust er dort in seinem Käfig, ein Kinderschreck— und mehr nicht. Oder doch mehr? Gewiß, alten Jungfern mag ein Schauer über den Rücken laufen, und mancher andre wird sich denken: dem mal allein zu begegnen in seiner Heimat, schrecklich! So einfach wie die drei lustigen Gesellen, würde man sich da nicht aus der Affäre ziehen können. Der„Hans“ erzählte es:„Zwei Löwen und ich mit nur einer Kugel im Lauf meiner Donnerbüchse. Was tun? Ich mein Bowiemesser aus dem Gürtel reißen, es genau zwischen die beiden Löwen in den Sand werfen, ist das Werk einer Sekunde. Dann knallt mein Schuß, genau auf die Messerschneide gezielt, die Kugel teilt sich und getroffen sinken die beiden Bestien zusammen.“ So einfach ist das nicht! Und doch: Wir haben den König der Wüste gefangen, da steht er nun, und mag er noch so ungnädig dreinschauen, knurren und brüllen, und der geschmeidigen Panterkatze mag die Mordlust aus den Augen blitzen, und der Tiger mag sich hinducken zum Sprung, und der Leopard mit dem Schwanze schlagen— das Eisengitter ist dick und fest. Sie mögen sich alle das Maul lecken— vergebliche Liebesmüh!—— Sie sähen gar nicht so gefährlich aus, die Raubtiere, sagen Sie, lauerten ja gar nicht so blutgierig hinter den Eisenstäben? Richtig! Ich vergaß, sie haben augenblicklich eine ganz andere Beschäftigung, eine sehr wichtige, sie lausen, von einem Käfigende zum anderen. Drei Meter mögen das sein; wenn sie ihr „Heim“ zehnmal durchmessen, haben sie schon zurückgelegt, wenn zwanzigmal schon sechzig Meter. Und wie oft mögen sie die Runde machen? Ja, es ist peinlich, daß sie uns nicht anbrüllen, daß sie uns nicht haßerfüllt anblitzen, dann könnten wir wenigstens sagen: Ja, Freundchen, mit dem Blutlecken und dem Menschentöten ist es aus... peinlich! Statt dessen laufen sie mit gesenktem Kopf friedlich stundenlang hin und her, werfen sich dann und wann zu Boden, bald treibt es sie wieder hoch, weiter machen sie ihre Runde mit langen, geschmeidigen Schritten, hin und her, her und hin... ruhelos. langweilt Sie, meine Herrschaften? Also. Sehen Sie, die Aeffchen, wie sie hopsen und springen, wie sie sich jagen, wie sie turnen und klettern, sich lausen oder eine Erdnuß knacken. Die fühlen sich wohl, da kann man so recht lachen, sich freuen— ohne auf seltsame Gedanken zu kommen.— Seltsame Gedanken? Nun mal ehrlich, hatten Sie die nicht, als wir Aufnahme: Klager eben vor dem Löwenzwinger standen?— Und sehen Sie, dort ist Jambo, der Wunderaffe. Ist das nicht putzig, wie er mit toternster Miene auf seinem Fahrrad sitzt und durch die Gegend fährt. Ein ganz kluger Bursche, dieser Jambo! Was er sich wohl bei seiner Fahrerei denkt? Ob er uns nicht im stillen auslacht? Uns, die wir von ihm aus gesehen, Menschen hinter Gittern sind. Ja, man kann sich von Herzen über Jambo freuen, er fühlt sich wohl, es geht ihm Na, und jetzt, warum sind Sie denn plötzlich so ernst geworden? Wo ist Ihr Schmunzeln geblieben? Gefällt Ihner. dieser Käfig nicht? Dieser hohe, mit den kaolen Baumstämmen oarin.„cher, hier geht es sehr still zu, friedhofsstill. Meine Herrschaften, dafür haben Sie aber auch die Ehre, den„König der Lüfte", den stolzen Aar, bestaunen zu können. Ja, hier ist es still, seine Majestät ist die Einsamkeit gewohnt, sie sehnt sich danach, legt Wert auf Ruhe und— wenn ich ehrlich sein soll— keinen auf Ihren Besuch. Dort sitzt er ruhig und geassen. Er schaut Sie an, meinen Sie? Täuschung! Der schaut durch Sie hindurch irgendwohin, durch Bäume und Hauswände auf einen Punkt. Auf einen Punkt— und dann schießt er vor ins Leere— Verzeihung— vor das Gitter, schlägt die gewaltigen Schwingen. Federn fliegen, prasselnd rutscht er ab— blickt verstört. Den anderen dort oben rührt das nicht, der wendet nicht den Blick, sitzt wie aus Stein, gemeißelt. Nur seine großen Augen leben, die glühen in den Himmel, starren in die Ferne. So sitzt er Stunde um Stunde, Tag um Tag. Es wird Ihnen unheimlich, meine Herrschaften? Unheimlich, oder besser gesagt, ungeAufnahme: Presse-Photo mütlich vor diesem Blick, in dieser Friedhofsstille, die nur dann und wann durchbrochen wird, wenn hilflos mächtige Schwingen vor das Eisengitter schlagen.— Ein schlechter Abschluß unseres Rundganges, behaupten Sie, ein trauriger? Warum?— Er hatte Sie nachdenklich gestimmt?— Dann hat er seinen Zweck erfüllt! Sie wollen gerne zu den possierlichen Aeffchen zurück, aber nicht mehr am Raubtierzwinger vorbei? Gut, ganz wie Sie wünschen.. Werner Blanckertz. Der Sieg einer Leistungsgemeinschaft Erfolg der Castrop-Kauxeler Stenographen Castrop-Rauxel. Die im Bilde gezeigte Plakette stellt den zweiten Wanderpreis des Gaugebietes Westfalen=Süd der Deutschen Stenographenschaft dar, der beim Gaugebietsschnellschreiben am 5. Juli in Witten von der Ortsgruppe Castrop=Rauxel errungen werden konnte. Die Plakette ist zur Zeit in einem Schaufenster der Firma Genter, Münsterstraße, ausgestellt. Anläßlich des schönen stenographischen Erfolges sind der Ortsgruppe Castrop=Rauxel aus allen Kreisen zahlreiche Glückwünsche und Anerkennungen zugegangen, die von dem regen Interesse zeugen, das man in Castrop= Rauxel der stenographischen Arbeit entgegenbringt. Die Ortsgruppe und ihr Führer, Lehrer Bruno Kreutner, danken allen für die Anteilnahme an ihrem beim Gaugebietswettschreiben erzielten Erfolg. Da der Wanderpreis erst nach dreimaliger Erringung endgültiger Besitz wird, wird die Arbeit der Ortsgruppe Castrop=Rauxel für die kommenden zwei Jahre darauf abgestimmt sein, die Plakette zu halten. Mit gleichem Eifer im Dienste der deutschen Leistungsgemeinschaft weiterarbeiten ist die Parole, die dieses Ziel verwirklichen wird. Jeder heimische Stenograph und Maschinenschreiber wird in den Reihen der Ortsgruppe dabei mithelfen. Castrop-Rauxel.(Anhaltender Rückgang.) Die Einwohnerzahl Castrop=Rauxels ist im Laufe des Monats Juni von 57757 auf 57.577 gesunken. Dieser Rückgang ist auf eine abermalige größere Abwanderung zurückzuführen, die durch den Geburtenüberschuß nicht wett gemacht werden konnte. Unter den Weggezogenen befinden sich diesmal wieder mehrere Ausländer, uno zwar: 5 Jugoslawen, 3 Tschechoslowaken, je 2 Italiener, Oesterreicher und Polen und 1 Holländer. Die Stadtverwaltung Castrop=Rauxel hat die hiesige Ortsgruppe ebenfalls zu ihrem großen Erfolg beglückwünscht. Oberbürgermeister Dr. Anton sandte dem Ortsgruppenführer Bruno Kreutner ein Schreiben, in dem er der Ortsgruppe zu der Erringung des Wanderpreises der Gruppe II für Ortsgruppen bis zu 120 Mitgliedern im Kurzschriftwettschreiben auf dem Gaugebietstag in Witten seine Glückwünsche übermittelt und der Hoffnung Ausdruck gibt, daß die Bemühungen der Ortsgruppe auch weiterhin von Erfolg gekrönt sein würden. Ortsgruppenführer Kreutner hat für diesen Glückwunsch gedankt und versprochen, die ganze Arbeit auch weiterhin darauf auszurichten, die Heimatstadt bei auswärtigen Wettkämpfen stets erfolgsicher zu vertreten. Die Ortsgruppe hält am Samstag, 18. Juli, um 20,15 Uhr im Bahnhofshotel Westerbusch, Kaiser=Friedrich=Straße, eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab. Die öffentliche Siegesfeier findet voraussichtlich in der Patenwein=Werbewoche, und zwar am 19. September im Kolpinghaus statt. Werbetag für den Rundsunk Großveranstaltung Im Kreis Herne-Castrop-Rauxel Castrop-Rauxel. Am Samstag, dem 25. Juli, wird im Kreis Herne=Castrop=Rauxel der NSDAP. eine großzügige Werbung für den Rundfunk durchgeführt. Die Kreisleitung der RSDAP. hat in Verbindung mit dem Funkhandel der beiden Städte alle Vorbereitungen getroffen, um dieser umfangreichen Werbung einen vollen Erfolg zu verschaffen. Eine große Funkschau wird allen Volksgenossen einen Einblick in die Entwicklung und den Aufbau des deutschen Rundfunks gewähren. Der Rundsunkwerbewagen wird am Vormittag durch Castrop=Rauxel und Herne fahren. Am Nachmittag wird eine große Jugendveranstaltung stattfinden, bei der lehrreiche Filme gezeigt werden und die Jugend über die Bedeutung des Rundfunks aufgeklärt werden soll. Am Abend findet dann im Saale Strickmann in Herne ein Bunter Abend statt, bei der heimische Künstler mitwirken. Bemerkenswert ist, daß bei dieser Werbeveranstaltung ein Volksempfänger für 20 Pfg. zu gewinnen sein wird. Castrop-Rauxel.(Eine Sitzung der Ratsherren) findet am Donnerstag, 16. Juli, um 16 Uhr, im Sitzungssaal des Rathauses statt. Die Ratsherren beraten die 2. Nachtragshaushaltssatzung für das Rechnungsjahr 1936, den Erlaß einer neuen Ortssatzung und Gebührenordnung für die Städtischen Friedhöfe in Castrop=Rauxel, sowie Grundstücksangelegenheiten. Im Anschluß an die Beratung findet mit einem Autobus eine Umfahrt durch die Stadt statt, bei der verschiedene Verkehrspunkte besichtigt werden. Friedhofsamt jetzt zuständig Castrop-Rauxel. Die Gebührenordnung für die Städtischen Friedhöfe in Castrop= Rauxel ist neu zu erlassen. Bei dieser Gelegenheit ist es zweckmäßig, die Ortssatzung über das Friedhofs= und Begräbniswesen der Stadt Castrop=Rauxel den durch die Deutsche Gemeindeordnung veränderten Rechtsverhältnissen anzupassen und ebenfalls neugefaßt zu erlassen. Die Sätze der zu erlassenden Gebührenordnung bleiben gegenüber den der bisherigen unverändert. Die neue Ortssatzung hält sich textlich streng an die bisherige Ortssatzung. Die in ihr ausgenommenen Aenderungen ergeben sich zwangsläufig aus dem durch die Deutsche Gemeindeordnung herbeigeführten veränderten Rechtszustand. Wo bislang die Friedhofskommission zu beschließen hatte, ist jetzt das Friedhofsamt zur Entscheidung zuständig. Die übrigen Aenderungen in der Ortssatzung sowohl als auch in der Gebührenordnung sind nur formeller Art. Castrop-Rauxel.(KdF=Erlebnis am Baldenensee.) Die Fahrt der drei Kreisämter Wanne=Eickel, Herne und Castrop= Rauxel der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“, an der über 1100 Volksgenossen und Volksgenossinnen teilnahmen, vermittelte allen ein schönes Erlebnis am Baldeneysee und seiner herrlichen Umgebung. Ob es die Wanderungen, Motorbootfahrten oder das Training unserer Olympiateilnehmer unter den Wassersportlern waren, sie wurden von den KdF=Fahrern besucht und bewundert. Die Arbeit eines Großkreises lagung der nsond. Herne-Castrop-Rauxe! Castrop-Rauxel. Die Kreisleitung der NSDAP. Herne=Castrop=Rauxel hatte ihre Mitarbeiter zu einer Arbeitstagung in das Parteilokal Nordmann in Herne zusammengerufen, in der Kreisleiter Nieper richtungweisende Ausführungen über die künftige politische Arbeit des Großkreises HerneCastrop=Rauxel machte. Im Laufe des Abends kamen auch die einzelnen Kreisamtsleiter zu Wort. Kreispropagandaleiter Bongardt sprach über das Verhältnis der Ortsgruppen zum Kreis, wobei er besonders organisatorische Fragen herausstellte. Kreisschulungsleiter Grümer referierte über die künftige Gestaltung der politischen Schulung, wobei er auf die Wochenendschulung für sämtliche Kreisamtsleiter in einer eigenen Kreisschule hinwies. Nur die Teilnahme an den örtlichen Schulungen berechtige zum Besuch der Gauführerschule. Kreisfunkleiter Svors wies in seinen Ausführungen über die Arbeit der Kreisfunkstelle auf die Rundfunkwerbeveranstaltung am 25. Juli in Herne hin. Kreisamtsleiter Boldt kündigte einen kommunalpolitischen Vortrag des Gauamtsleiters Dr. Pagenkopf(Dortmund) für die Herner und Castrop=Rauxeler Ratsherren an und bat um zahlreiche Beteiligung. Im übrigen wurden bei diesem regen Gedankenaustausch eine Reihe weiterer Fragen, die für die kommende Arbeit des Großkreises von Bedeutung sind, geklärt. Zum Zwecke einer steten Förderung des Arbeits= und Kameradschaftsverhältnisses zwischen den Herner und Castrop= Volksfest in Brackel broße lage der Krieger- und Landwehrkameradschaft Brackel. Der Stadtteil Brackel stand lange nicht mehr im Zeichen und im Banne eines solch glanzvollen Festes, wie es die Kriegerund Landwehr=Kameradschaft Samstag und Sonntag veranstaltete. Das Fest begann am Sonnabend mit dem Abmarsch vom Vereinslokal zum Ehrenmal, wo vor Beginn der Feier die Kranzniederlegung stattfand. Die Gedenkansprache hielt der Kameradschaftsführer Niederschulte. Dann gings zum Festzelt an der Richthofenstraße, wo sich bei Anbruch der Dunkelheit auch die SA, SAR, Motor=SA, Marine=Kameradschaft, Knappenverein und der Bürger= und Schützenverein versammelten. Im Fackelzug gings durch die Straßen, wo überall zahlreiche Feuerwerkskörper abgebrannt wurden. Den Höhepunkt bildete dann ein feierlicher Zapfenstreich am Ehrenmal. Der Begrüßungsansprache des Kameradschaftsführers schloß sich die Ehrung der Jubilare an. Um 6 Uhr leitete das„Wecken“ des Spielmannszuges den Festsonntag ein. Kurz nach mittag wurden die zahlreich erschienenen auswärtigen Kameradschaften empfangen. Dann formierte sich der Festzug. Kurz vor dem Festzelt nahm Polizei=Major Remmers den Vorbeimarsch ab. Im Zelt nahm Kamerad Hegemann das Wort zur Festansprache, worauf sich dann der allgemeine Festbetrieb entwickelte. Auch der Festsonntag nahm bei größter Beteiligung einen schönen Verlauf. Am Montag wurde der Abschluß des Sommerund Volksfestes gefeiert. Nachmittags fand eine Volksbelustigung auf der Festwiese statt, und gegen Abend erfreute ein großes Konzert und ein frisch=fröhlicher„Manöverball“. Castrop-Rauxel.(Eheberatung gesetzlich geregelt.)„Durch§ 3 des Gesetzes zur Vereinheitlichung des Gesundheitswesens vom 3. Juli 1934 ist den Gesundheitsämtern die Durchführung der ärztlichen Aufgaben der Erb= und Rassenpflege einschließlich der Eheberatung übertragen worden. Durch § 2 in Verbindung mit§ 8 Absatz 2 des Gesetzes zum Schutze der Erbgesundheit des deutschen Volkes vom 18. Oktober 1935 ist weiterhin vorgeschrieben, daß in absehbarer Zeit alle Verlobten durch Vorlage eines Ehetauglichkeitszeugnisses eines Gesundheitsamtes nachzuweisen haben, daß Bedenken gegen das Eingehen der Ehe nicht vorliegen. Die Ausstellung eines Ehetauglichkeitszeugnisses soll hierbei den Abschluß einer den Verlobten zu erteilenden Eheberatung bilden. Nachdem die Eheberatung so durch Gesetz den Gesundheitsämtern ausdrücklich übertragen ist, ist es nicht tragbar, daß noch andere Stellen den Namen „Eheberatungsstelle“ führen und daß unter ärztlichen bzw. erbbiologischen Gesichtspunkten von anderen als den hierfür in Frage kommenden Stellen eine solche Eheberatung betrieben wird.“ Castrop-Rauxel.(Angeschossene Schmuggler.) In Heiden bei Borken stieß ein Zollbeamter auf zwei Schmuggler, die beide rund 50 Kilogramm Tabak bei sich hatten. Die Schmuggler warfen sofort ihre Waren ab und flüchteten. Auf den Anruf des Zollbeamten hin, blieb einer sofort stehen, während der andere weiter flüchtete. Darauf schoß der Grenzbeamte und traf den Flüchtenden in den Unterschenkel. Beide Schmuggler stammen aus Castrop=Rauxel. Castrop-Rauxel.(Meldepflicht älterer gedienter Jahrgänge.) Der Polizeipräsident in Bochum teilt im Anschluß an die bereits in der Presse veröffentlichten Bestimmungen über die Meldepflicht für gediente ältere Jahrgänge mit: Häufige Rückfragen geben Veranlassung, noch darauf hinzuweisen, daß 1. die Wehrpflicht vom vollendeten 18. Lebensjahre bis zu dem auf die Vollendung des 45. Lebensjahres folgenden 31. März dauert und 2. die Meldung zur Regelung des Wehrpflichtverhältnisses dient. Rauxeler Parteigenossen Sitzung der Kreisleitung abgehalten. wird die nächste in Castrop=Rauxel Ins Sommerlager der 63! 150 Hitlerjungen vor schönen Erlebnissen Castrop-Rauxel. Die ersten 150 Hitlerjungen des Bannes 259, Emschertal, haben ihre Heimatstadt Herne bzw. Castrop=Rauxel verlassen, um einem zwölftägigen Aufenthalt im Sommerlager Delle bei Brederfeld im Sauerland entgegenzusehen. Schon seit langem sind die Vorbereitungen im Gange. Bannführer Nagel und Kreisjugendwalter Porsfel weilten seit einigen Tagen mit dem Aufbaukommando im Sauerland, wo das Standlager des Bannes 259 errichtet wird. Es liegt in herrlicher Umgebung an der Bahnstrecke Hagen— Lüdenscheid. Jetzt nach Errichtung der vielen Spitzzelte sieht es hier richtig heimelig aus, Jedes Lager ist vom Gesundheitsamt dahingehend geprüft worden, ob es auch allen hygienischen Ansprüchen genügt. Dazu befindet sich in jedem Lager ein Sanitätszelt, ein Wachzelt, ein Vorrats= und Verwaltungszelt, woraus man ersehen kann, daß die HJ alles in bester Weise organisiert und vorbereitet hat. Dieses Leben im Sommerlager ist etwas für unsere Jungen. Der Dienst, der nach einer genauen Ordnung eingerichtet ist, wird unterbrochen durch Wanderungen in die herrliche Umgebung. Ganz groß werden die Geländespiele werden, bei denen Mut und Ausdauer, Entschlossenheit und Tatkraft eines jeden einzelnen erprobt werden. Alte Soldaten schossen Soldatenbund Castrop-Rauxel am Schießstand Castrop-Rauxel. Die Soldatenkameradschaft Castrop=Rauxel des neugegründeten Soldatenbundes veranstaltete auf dem Kleinkaliber= Schießstand Neuhaus=Klöster im Stadtteil Rauxel=Dorf ihren ersten Schieß=Wettbewerb. Die Kameraden hatten sich zahlreich eingefunden und machten von der ersten Gelegenheit, ihre Schießkunst in diesem Kreise mit dem Kleinkaliber zu erproben, regen Gebrauch. Die Ehrenpreise hatten zum Teil der Soldatenbund selbst beschafft, zum Teil die Kameraden gestiftet. Mit besonderer Freude konnte Kameradschaftsführer Rottmann in der anschließenden Versammlung das Schießergebnis als sehr günstig bezeichnen. Die besten Schützen und somit die Preisträger waren: die Kameraden Brosmowski mit 34 Ringen, Müser mit 33, Kaiser mit 33, Pohl mit 33, Loosen, Kortkamp und Schröder mit je 32 und Wegener und Brade mit je 31 Ringen. Die Ehrenscheibe 1(stehend aufgelegt geschossen) erhielt als bester Schütze Kamerad Cramme, die Ehrenscheibe 2 (stehend freihändig geschossen) Kamerad Kortkamp. Nach Beendigung des Schießens erfolgte der Gemeinschaftsempfang der Regierungserklärung des Reichsministers Dr. Goebbels und daran anschließend die Monatsversammlung. Verkehr und öffentliche Betriebe Großkundgebung der DAF Herne-Castrop-Rauxel Freitag abend 20 Uhr findet im evangelischen Vereinshaus, Herne, Schulstraße 14, eine Kundgebung der Deutschen Arbeitsfront, Reichsbetriebsgemeinschaft Verkehr und öffentliche Betriebe, Kreis Herne=Castrop=Rauxel, statt. Es sprechen der Gaubetriebsgemeinschaftswalter Böke(Bochum) und der Kreiswalter des Reichsbundes Deutscher Beamten, Buchholz(Herne). Zu diesem Abend sind sämtliche Gefolgschaftsführer und Gefolgschaftsmitglieder (Arbeiter, Angestellte und Beamten) der öffentlichen Betriebe eingeladen. AutoLaren keeine Künst! III. Fahrer. Kraftfahren verpflichtet! Wenn Dir der Staat den Führerschein in die Hand drückt, dann sei Dir dessen bewußt, daß dies ein Vertrauensbeweis ist. Die Behörde stellt Dir damit das Zeugnis aus, daß sie Dich als einen zuverlässigen Staatsbürger betrachtet, der im Besitz seiner vollen körperlichen und geistigen Kräfte ist. Wenn Du dieses Vertrauen durch Leichtsinn und Gewissenlosigkeit mißbrauchst, so lieferst Du selbst den betrüblichen Beweis, daß Du zum Kraftfahren ungeeignet und des Vertrauens nicht würdig bist. Sei Dir daher Deiner Verantwortung bewußt, die Du in dem Augenblick übernimmst, in welchem Du Dir die Kraft des Motors untertan machst. Es kann sein, daß Du einmal durch die Last Deiner Arbeit oder die Länge Deiner Fahrt überalgemeine Automobl-Verkauts Geselschan m. b. A. müdet dist. Dann ist die Versuchung groß, aus Ziel zu sagen, um endlich ausspannen zu können. Bekämpfe sie und fahre dann besonders vorsichtig, damit Du— vielleicht zwar etwas später— dafür aber um so sicherer ans Ende kommst. Fahre besonders gewissenhaft, wenn Du Gäste im Wagen hast. Sie nehmen es sehr übel, wenn Du sie ins Krankenbaus statt an den sonnigen Badestrand fährst und außerdem— Du bist blamiert. Bedenke auch, daß Du böchstens einem darmlosen Laien durch Schnellfahren imponieren kannst; dem Fachmann und gewandten Fahrer kannst Du Dich nur dann als guter Automobilist erweisen, wenn Du vorsichtig fährst, sauber schaltest und angenehm brenist. Es soll in den allerbesten Familien und Gesellschaften einmal vorkommen, daß einer einen Schoppen über den Durst trinkt. Du kennst doch das Sprichwort:„Wer niemals einen Rausch gehabt...“ Aber ein böser und gefährlicher Mann wird er, wenn er sich in diesem Zustand ans Steuer setzt. Laß in einem solchen Fall Deinen Wagen steben und gib einem Taxiführer eine Verdienstmöglichkeit oder besorge Dir einen nüchternen Fabrer. Ewig schade, wenn eine lustige Stunde ein betrübliches Ende nehmen würde. Und solltest Du einmal das Pech haben, einen Unfall zu verursachen, dann halte unter allen Umständen an und stebe mannhaft dafür ein. Wer sich in einem solchen Falle der Verantwortung entziehen würde, macht aus einem vielleicht entschuldbaren Fehler ein unverzeihliches Vergehen, setzt sich schwerer Strafe aus und stempelt sich selbst zum Außenseiter. Ist das viel, was von Dir verlangt wird? Gewiß nicht. Diesen moralischen Anforderungen zu genügen, der Lastwagen von Weitrut 1 To. Iyp Expreß 1¼ To. Typ Columbus 2 To. Typ Bremen 2½ To. Ivo„ 3 so. Typ Europa RM. 2480.—1 Für den RM. 3180.—I kompletten RM. 4680.— Pltschenwagen RM. 5480.—I eb Werk RM. 6700.— Bremen Dortmund, Burgwall 26/28 Teleton 33154 DORTMUNDA Grossmann Auto-Ges. m. b. H. DORTMUND. Treibstraße 73 repariert Kratttahrzeuge aller Art Spez.: Fahrzeugdiesel Karosseriebau Vertragswerk u. Ersatzteillager für Henschel & Sohn A.-G., Kassel Eugen Boss Bosch-Dienst . 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Davon entfallen auf den Regierungsbezirk Arnsberg 82 659 Haushal tungen mit 284 381 Schweinen. Es ist ganz natürlich, daß der Regierungsbezirk Arnsberg in der Schweinehaltung in Westfalen an letzter Stelle steht, was in seiner im Gegensatz zu den anderen Regierungsbezirken anders gearte ten Struktur begründet ist. Interessant ist, daß von den 13 Stadt= und 12 Landkreisen im Regierungsbezirk Arnsberg der Stadtkreis Dortmund die größte Zahl der schweinebesitzenden Haushaltungen aufzuweisen hat, nämlich 14 782. Es folgt dann der Landkreis Unna mit 11 813 Haushaltungen, dann in weitem Abstand der Stadtkreis Bochum mit 7026 und anschließend der Landkreis Soest mit 5368 Haushaltungen. Wenn man aber für die Rangordnung den Gesamtschweinebestand der Kreise zugrunde legt, marschiert der Kreis Unna ungeschlagen an der Spitze, denn nicht weniger als 43 704 Borstentiere sind in ihm beheimatet. An zweiter Stelle folgt der Kreis Soest mit 37552, dann der Kreis Lippstadt mit 32 913 und dann erst der Kreis Dortmund mit 31 589 Schwei nen. In weitem Abstand folgt der Kreis Meschede mit 19 381 Schweinen. Im einzelnen zergliedert sich der Schweine bestand im Kreise Unna wie folgt: 8908 Fer kel unter 8 Wochen alt, 24117 Jungschweine (8 Wochen bis ½ Jahr alt). Zuchteber: 105 Stück ½ bis 1 Jahr alt, 121 Stück 1 Jahr und ältere. Zuchtsauen: 442 trächtige ½ bis 1 Jahr alte, 247 nichtträchtige ½ bis 1 Jahr alte, 1034 trächtige 1 Jahr und ältere, 557 nichtträchtige gleicher Altersklasse. Andere Schweine (Mast= und Schlachtschweine): ½ bis 1 Jahr alt 7675 Stück, 1 Jahr und älter 498 Stück. Unna.(Feuerlöschvorführungen.) Dienstag nachmittag hatten sich auf dem Schulhof des Oberlyzeums an der Bornekampstraße eine Anzahl Behörden= und Industrievertreter eingefunden. Die verschiedensten Feuerlöschvorführungen nach den modernsten Verfahren fanden reiche Beachtung und zeigten, in welch kurzer Zeit und mit welch ausgezeichneten Erfolgen heute die Feuerlöschtechnik arbeitet. Unna.(Kinder, auf den Straßen Augen auf!) Ein böser Verkehrsunfall, der um ein Haar wieder ein Todesopfer gefordert hätte, ereignete sich um die Mittagszeit auf der Wasserstraße. Der Schüler Heinz W. wollte bei der Metzgerei Müller die Straße überqueren, hatte wohl anscheinend den Lastzug nicht gesehen, der in dem Augenblick herankam. Wie es heißt, soll der Junge sich umgesehen haben, anscheinend ist er von einem Kameraden angerufen worden. Der Wagenführer konnte jedenfalls nicht mehr halten, riß sein Fahrzeug herum, konnte aber nicht verhindern, daß der Junge von der Stoßstange zu Boden gerissen wurde. Er kam direkt vor ein Vorderrad zu liegen, das aber glücklicherweise nur den Schulranzen erfaßte und an ihm den Jungen herumschleuderte, der dabei einen Unterschenkelbruch davontrug und dem katholischen Krankenhaus zugeführt werden mußte. Immerhin kann er von Glück sprechen, daß ihm das Rad des Lastzuges nicht den Kopf zermalmt hat. Alle Eltern mögen in Anbetracht dieses aufregenden Vorfalls ihre Kinder immer wieder anhalten, auf der Straße die größte Aufmerksamkeit und Vorsicht an den Tag zu legen. Zwei weitere Verkehrsunfälle ereigneten sich Samstag nachmittag. Auf dem Kessebürerweg fuhr ein Personenkraftwagen infolge der Glätte des nassen Asphalts gegen einen Baum und am Markt stießen ein Personenkraftwagen und ein Autobus zusammen. In beiden Fällen wurden Personen leicht verletzt und auch einige Sachschäden angerichtet. Amerikanische Studiengruppe in Lünen Besichtigung der Schulen der H3 und des Reichsarbeitsdienstes Ein verkannter Marienkäser Falscher Kartoffelkäfer-Alarm im Kreise Unna Unna. Vor einigen Tagen entdeckten in den des gefürchteten Kartoffelkäfers gleich festzu schiedensten Teilen des Kreisgehieres Volks=stollen damit laine wassmata 7.12. 1•2: verschiedensten Teilen des Kreisgebieres Volks genossen auf ihren Feldern unzählige Käfer und Larven, die nach den bisher gezeigten Abbil dungen ungemeine Aehnlichkeit mit dem Kar toffelkäfer und seinen Larven hatten. Natürlich verständigte man vorschriftsmäßig die zuständigen Gendarmerie= und Polizeibeamten von der Entdeckung, und so wurde auf dem schnellten Wege ein Fachmann, Gartenbauinspektor Eggebrecht(Unna), zur Klärung hinzugezogen. Glücklicherweise stellte es sich heraus, daß es sich bei der Entdeckung nicht um die gefürchteten Kartoffelkäfer handelt, sondern daß ein harmloser Marienkäfer, der sogar sehr nützlich ist, damit verwechselt worden ist. Es wäre nun verkehrt, wollte man über den Eifer, den die Volksgenossen, die den„falschen“ Kartoffelkäfer in ihren Gärten und auf ihren stellen, damit seine Bekämpfung gleich in die Wege geleitet werden kann. Der Polizeibeamte und der Versammlung des Kameradschaftsbundes der Polizeibeamten Unna. In der„Lindenschänke“ versammelten sich die Kameraden der Ortsgruppe Unna des Kameradschaftsbundes der Polizeibeamten. Ortsgruppenwart Schleef entbot kameradschaftliche Willkommensgrüße und gab eine ganze Reihe geschäftlicher Mitteilungen zur Kenntnis. Recht interessant war auch sein Bericht über die kürzlich stattgefundene Ortsgruppenwarttagung. Eine besondere Note Kampf gegen Schwarzarbeit! Scharfe Maßnahmen werden eingeführt Feldern entdeckt hatten, lächeln. Es ist vielmehr erhielt die Versammlung durch einen äußerst Voltsgenosen auf dem Posen sind, den Kar der üher das Prozem de iter Gut schutztoffelkäfer, falls er auch bei uns auftauchen der über das Problem des zivilen Luftschutzes würde, aufzustöbern und seine Bekämpfung sprach und die besonderen Aufgaben der gleich in die Wege zu leiten. Daß sie nun Polizeibeamten im Rahmen dieses zivilen durch den Marienkäfer getäuscht worden sind, ist Luftschutzes herausstellte. Mit großer Aufmerkdarauf zurückzuführen, daß dieser Käfer und samkeit wurden die Worte des Redners auf besonders seine Larve einige besondere Merk= genommen, die noch wirksam durch einige Licht male aufweist, die auch dem Kartoffelkäfer bilder erläutert wurden anhaften. Hinzu kommt, daß noch niemand von den Volksgenossen einen Kartoffelkäfer gesehen hat, sich also nur auf Beschreibungen stützen kann. Möge die Aufmerksamkeit unserer Volks=I Unna.(Fahrradmarder erwischt.) genossen im Kreise durch diese Täuschung nicht Dienstag nachmittag wollte ein Bursche in beeinträchtigt werden, sondern nach wie vorl einem unbewachten Augenblick vor der Spardarauf gerichtet sein, das mögliche Erscheinen und Darlehnskasse im Seldtering ein Damenfahrrad stehlen. Es war jedoch möglich, den Burschen zu erwischen. Er behauptet, keine bösen Absichten gehabt zu haben. Er habe das Rad nach einiger Zeit wieder zurückbringen wollen. Die Polizei führte ihn dem Amtsge richt zu. Lünen. Die Physical Education Group of the Columbia Teacher Colleae, die sich gegenwärtig auf einer Studienreise durch Deutschland befindet, stat tete der Gebietsführerschule I der Hitlerjugend „Walter Wagnitz“ auf Schloß Schwansbell in Lünen einen Besuch ab. Die amerikanischen Gäste wurden von dem Leiter der Schule, Bannführer Greiling, bereits am Haupt bahnhof Lünen in Empfang genommen und herzlich begrüßt. Er geleitete die Gäste als dann zur Führerschule, wo sie noch am gleichen Abend an einem Heimabend teilnahmen. Am zweiten Tage besichtigten die amerikanischen Sportlehrer und Sportlehrerinnen die Schule und gewannen einen Einblick in die körper liche und weltanschauliche Erziehung der Hitler jugend. Die Gäste zeigten sich für alles sehr interessiert und hielten mit anerkennenden Worten nicht zurück. Anschließend folgte eine Besichtigung der Feldmeisterschule 3 des Reichsarbeitsdienstes auf Haus Buddenburg, wo Oberfeld meister Schorn und Feldmeister Schmidt der amerikanischen Studiengruppe die Schule mit ihren Einrichtungen zeigte. Bei dieser Besichtigung erhielten die Gäste einen Einblick in das Wesen und die Arbeit des Reichsarbeitsdienstes. Abschließend wurde die Stadt Lünen besichtigt. Der Führer der amerikanischen Studiengruppe, Dr. Jackson Scharmann, sprach im Namen aller Teilnehmer seinen Dank für die gastliche Aufnahme aus und hob die Eindrücke hervor, die die Studiengruppe bei ihrem Besuch in Deutschland bisher erhalten habe. Bannführer Greiling geleitete die Gäste wieder zum Bahnhof und wünschte ihnen weiterhin eine gute Fahrt durch die deutschen Gaue. Die Ausgestaltung der Weinwoche Vorbereitungen in Lünen Lünen. Die Stadt Lünen hat erstmalig in diesem Jahre die Patenschaft über zwei Weindörfer übernommen, uno zwar sind dies Oberheimbach am Mittelrhein und Kreuznach an der Nahe. Es gilt, durch Aufklärungsarbeit die Bevölkerung zu veranlassen, den Wein als Volksgetränk anzusehen und dem notleidenden Winzerstand zu helfen. Durch die Maßnahmen des Reichsnährstandes ist Vorsorge getroffen worden, daß nur allerbester Wein verkauft wird. Für die Stadt Lünen sind inzwischen die Weinverteiler für den Bezug und Vertrieb vom PatenstadtOrganisationsausschuß zugelassen worden. Alle Gaststättenbesitzer und Einzelhändler, die sich am Vertrieb des Patenweines beteiligen wollen, haben einen entsprechenden Antrag an den Patenstadt=Organisationsausschuß bis spätestens zum 15. August zu richten und gleichzeitig eine Gebühr von einer Mark bei der Stadthauptkasse Lünen, Stadthaus, einzuzahlen. Es wird den Gaststättenbesitzern geraten, den Zulassungsantrag durch die zuständige Fachgruppe bei der Kreiswaltung der Deutschen Arbeitsfront zu stellen, bei der auch das geforderte Antragsformular unentgeltlich zu haben ist. Die Weinwerbewoche vom 19. bis 27. September wird in der Lippestadt eine besondere Ausgestaltung erfahren. Alle Organisationen, Vereine und Verbände sollen in dieser Woche irgendeine gesellige Veranstaltung durchführen, die im Sinne der Weinwerbung aufgezogen ist. Es wird besonderer Wert darauf gelegt, die Feiern auf sämtliche Wochentage der Weinwerbewoche zu verteilen, damit jeder Tag eine Abwechselung bringt. Lünen.(Kurse im Rettungsschwimmen.) Dem Vereinsführer des Schwimm=Vereins Lünen 08, der bei den Westfalenmeisterschaften der Vereine ohne Winterbad so schöne Erfolge erzielen konnte, wurde von dem Kreisschwimmwart Dr. Brandt(Dortmund) im Auftrage des Gauführers Löhr die goldene Nadel der Deutschen Lebensrettungs=Gesellschaft überreicht. Damit ist Lehrer Buse im Besitze des Lehrscheines der DLRG. und berechtigt, Prüfungen abzunehmen. Es ist beabsichtigt, jeden Freitag= und Samstagnachmittag in der Badeanstalt am Buchenberg Kurse im Rettungsschwimmen abzuhalten. Die Leitung hat Lehrer Buse. Holzwickede.(Die Gefahrenecke an der Hermann=Göring= Straße.) Die Ecke Chaussee= und Hermann=Göring=Straße gehört zu einer der größten Gefahrenecken unserer Gemeinde. Sie ist eine Autofalle im wahrsten Sinne des Wortes. Am Samstagnachmittag kam es an dieser Ecke zu einem olgenschweren Verkehrsunfall. In dem Augenblick, als ein Gemüsewagen mit Anhänger die Kreuzung passierte, wollte ein von Sölde kommendes Personenauto einen Lastzug überholen und fuhr mit ihm zusammen. Der Zusammenstoß war so gewaltig, daß der Anhänger umkippte und in den Straßengraben geworfen wurde. Sämtliche Früchte und Kisten des Wagens lagen auf der Straße. Erreulicherweise kam es nur zu einigen Verletzungen der Personen. Der Lastwagen wurde derart beschädigt, daß er abgeschleppt werden mußte. Hausstreit mit blutigem Ausgang Ein Nachspiel vor dem Dortmunder Strafrichter Kamen. Das Stadtwohlfahrtsamt Kamen hat beobachtet, daß das Unwesen der Schwarzar beit in der letzten Zeit wieder zugenommen hat. Eigennützige Arbeitgeber beschäftigen immer noch Arbeitslose oder Wohlfahrtser werbslose, die vom Arbeits= oder Wohlfahrts amt Unterstützung beziehen, ohne Wissen der Behörden mit allen möglichen Arbeiten. Sie wollen dadurch Lohngelder und Sozialversicherungsbeiträge sparen. Durch diese Handlungsweise durchkreuzen solche auf Eigennutz eingestellten Arbeitgeber die von der Regierung durchgeführten Ar beitsbeschaffungsmaßnahmen. Sie schädigen rücksichtslos das ohnehin schwer um sein Dasein ringende Handwerk und Gewerbe und erhöhen die überaus hohen Wohlfahrtslasten. Hier hilft nur ein forsches Zufassen aller Gemeinnutz übenden Bürger und sofortige Meldung jedes wahrgenommenen Falles von Schwarzarbeit beim Arbeits= und Wohlfahrtsamt. Alle einsichtigen Bürger, insbesondere die Mitglieder der Innungen, der DAF usw. werden daher zur Mithilfe im„Kampf der Schwarzarbeit“ aufgerufen. Auf Wunsch werden alle Angaben vertraulich behandelt. Es ist allgemein bekannt, daß nach den gesetzlichen Bestimmungen sich beide Teile, also der Arbeitgeber und der Schwarzarbeiter, strafbar machen. Der erstere kann gemäß der Polizeiverordnung vom 17. März 1934 zur Bekämpfung der Schwarzarbeit mit empfindlichen Geld= und Haftstrafen belangt werden, während der Schwarzarbeiter wegen Betruges zum Nachteil des Arbeits= und Wohlfahrtsamtes zur Anzeige gebracht wird. Kamen.(Fahrt nach Königswinter.) Der Ortswalter der NS=Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ gibt bekannt, daß die bestellten Fahrkarten für die Fahrt am 26. Juli nach Königswinter von den Bestellern unbedingt abgenommen werden müssen. Kamen.(Wenn die Steuerung versagt.) An der Ecke Hammerstraße=Oststraße ereignete sich gegen 19 Uhr ein Verkehrsunfall, der sehr leicht schlimme Folgen hätte haben können. Ein Personenkraftwagen geriet auf dieser verkehrsreichen Straße, vermutlich infolge Versagens der Steuerung, ins Schleudern, fuhr über den Bürgersteig und prallte vor ein Haus. Es ist als ein Glück zu bezeichnen, daß sich keine Personen auf dem Bürgersteig befanden, die hierdurch hätten zu „KdF“ fördert die Volksmusik Lauten- und Gitarrenkursus in Bergkamen Bergkamen. In einer Sitzung der NSG „Kraft durch Freude“ unter Leitung des Ortswarts W. Schürmann wurden berufen: als Betriebswarte Lunenberg, Engelking und K. Müller, als Wanderwart Ewald Bothe, Sportwart Weinert, Amt Schönheit der Arbeit: Störtekorf, für Volks Schaden kommen können. Der Kraftwagen tum und Heimat, Brauchtum: Franz wurde, trotzdem er mit geringer Geschwindig= Baldrich und Schlamminger; für das Feierkeit gefahren war, durch den Anprall gegensavenowerk: I. Neumann, H. Kramer das Haus so schwer beschädigt, daß er abgeschleppt werden mußte. Kamen.(Fahrtnach Königswinter.) Der Ortswart der RS6„Kraft durch Freude“ gibt bekannt, daß die Fahrkarten für die KdF fahrt am 26. Juli nach Königswinter am 15. bzw. 16. Juli, auf der Verwaltungsdienststelle der DAF, Hindenburgdamm, bezahlt sein müssen. Zahlungen können von 10 bis 12 Uhr und von 16 bis 18 Uhr vorgenommen werden. Josef Horstmann, Fr. Werth, Reinhold Barz; für den Tanzkreis: Grieger; für Musik: R. Fräger und Hermann Scholz. Für die Pflege der Volksmusik ist die Einrichtung eines Lauten= und Gitarrenkursus geplant. Die Ausbildung dauert ein Jahr, und zwar wöchentlich eine Stunde. Der Unterricht erfolgt in einwandfreiem Spiel nach Noten durch einen geprüften Lauten= und Gitarrenlehrer. Im ersten Jahr werden 60 bis 70 uns von 10 bis 18 Uhr Vorgenommen Werden, Peeheee. Ei ersten Gahr Werden UU bIS 10 Der Fahrpreis beträgt 3,60 RM. Nach dem bekannte und unbekannte Lieder— besonders genannten Termin eingehende Zahlungen kön nen nicht mehr berücksichtigt werden. Wer ist Verlierer? In den letzten Wochen sind folgende Sachen als gefunden gemeldet worden: Verschiedene Börsen mit Inhalt, 1 weißes Taschentuch mit einem Geldstück und 1 Trauring, verschiedene Uhren, 1 Kneifer, 1 Brille mit Etui, 1 Brosche mit 5 Steinen, 2 Armbänder, darunter 1 mit Blumengarnierung, 1 Halskette, 1 Trauring gez. Marie, 4 Handtaschen mit Inhalt, 2 Aktentaschen mit Inhalt, 1 Kinderhandtasche, 1 leere Aktentasche, 3 Damenschirme, 1 Frühstückstasche, 1 Paar weiße Wildlederhandschuhe, 1 Wasserleitungsverschlußstück, 1 Karton mit 25 Paketen Persil, 2 Stränge Wolle, 1 Kinderkleidchen, 1 HI=Koppel mit Schulterriemen und 1 schwarzer HI=Binder mit Knoten, 1 Hitlerjacke mit 6 Schlüsseln am Ring, 1 Morgenrock, 1 blaues Damenjackett, 1 schwarzer Lederol=Regenmantel 1 Damenweste, Volkslieder— in den verschiedensten Tonarten gelehrt. Das Zusammenspiel mit Flöten, Geigen usw. soll ebenfalls gepflegt werden. Der Kauf dieser Instrumente für die, die noch keine besitzen, wird zu sehr günstigen Preisen und Bedingungen vermittelt. Anmeldungen sind beim Ortswart vorzunehmen. Kamen.(Ferienkur auf Juist.) In dem gut geleiteten Kinderheim des Kreises Unna auf der Insel Juist sind noch einige Plätze für die Selbstzahler=Ferienkur zu besetzen. Dauer der Kur vom 21. Juli bis 1. September. Alles nähere ist bei der Volkspflegerin im städtischen Wohlfahrtsamt, Rathaus, Zimmer 22•23, in der Zeit von 8—10 Uhr, zu erfahren. Kamen.(Aufstellung von Warnungsschildern.) Die Reichsbahn hat Lünen-Brambauer. Zwischen den beiden in einem Haus zu Brambauer wohnenden Familien Sablotzki und Holz bestand seit längerer Zeit eine Spannung, die am 7. März derart heftig zur Entladung kam, daß sich jetzt der Strafrichter mit den kriegerischen Parteien befassen mußte. Man sah insgesamt sieben Personen auf der Anklagebank, die der Körperverletzung, beziehungsweise der gefährlichen Körperverletzung beschuldigt wurden. Am Morgen des 7. März war erst Frau Gott lieb Holz mit Frau Sablotzki und deren Toch ter aneinandergeraten. Frau G. Sablotzki und eine Frau Burre liefen stracks zur Polizei, um behördlichen Schutz zu erbitten. Die Beamten beruhigten die Aufgeregten, hielten es aber nicht für erforderlich, in den offenbar harmlosen Hausstreit einzugreifen. Wütend gingen die Frauen nach Hause und eine äußerte:„Wenn wir hier keinen Schutz kriegen, müssen eben heute nachmittag unsere Männer helfen.“ " Am Nachmittag ging es dann wirklich los. Frau Sablotzki war die erste, die mit einem Hackenstiel aus dem Fenster nach dem ahnungslosen Gottlieb Holz schlug. Das Signal war gegeben. Das Resultat der Keilerei war, daß Hugo Sablotzki den vom Angeklagten Kuffel mit einem Vierkanteisen zu Boden geschlagenen Julius Holz mit einem Fahrtenmesser stach. Kuffel schlug auch mit seiner gefährlichen Waffe af Burre ein, dem dann Hugo Sablotzki zwe Stiche in den Rücken versetzte. Hugo Sablotzki wurde wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen, sowie wegen Waffenmißbraugs zu einem Jahr Gefängnis, Johann Kuffel wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen zu einem Jahr Gefängnis verurteilt; gegen diese beiden Angeklagten wurde Haftbefehl wegen Fluchtverdachts erlassen. Frau Anna Sablotzki und Dewvid Sablotzki kamen wegen gefährlicher Körperverletzung mit je drei Monaten Gefängnis davon. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Verwaltungsnebenstelle, in der Zeit von 10 bis 11 Uhr. Diejenigen Unterstützungsempfänger, die die Fettverbilligungsscheine noch nicht abgeholt haben, müssen diese am Mittwoch mit der Unterstützung abholen. Lünen.(Ausgabezeiten der Städtischen Bücherei.) Während der Monate Juli und August bleibt die Städtische Bücherei in Lünen, Kantstraße, des Dienstags geschlossen. Die Ausgabezeiten bleiben während dieser Zeit auf den Freitag jeder Woche in der Zeit von 15.30 bis 16.30 Uhr beschränkt. Lünen.(Die Kriegsgefangenen in der NSKOV.) Im Lokal Brüggemann in Brambauer fand eine Sitzung der Ortsgruppen der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener und der NS=Kriegsopferversorgung statt. Der Ortsführer der NSKOV, Parteigenosse Serafin, hielt eine Begrüßungsansprache. Bezirksführer Struckmann legte in einem Vortrage die Ziele und Wünsche der alten Frontsoldaten dar. Bezirksführer der REK., Hayenga, gab bekannt, daß die Reichsvereinigung nach ihrem Ausscheiden aus dem Kyffhäuserbund der NS=Kriegsopferversorgung korperativ angeschlossen sei. Die Sitzung endete mit einem Appell an alle Kameraden, das große Kriegsopfertreffen am 8. und 9. August in Detmold zu besuchen. Familienchronik und Jubiläen Hohes Alter 80 Jahre Anna Mittelberg, Castrop-Rauxel, Im Scheiten. Sporthose, 1 Sborkend ur P'Pagr Spartz setht auch an der Ostseite der gefährichen Bohn strümpfe, 1 Herrenfahrrad Marke„Eterna“ Nr. tberfuhrung auf beiden Seiten der Bahnhof488 9/3, 2 Autoreserveräter, 1 Damenfahrradsstraße neuzeitliche Warnungstafeln aufstellen Marke„Opel=Standard“, Nr. 170.888 mit Akten=lassen. In Abständen von 80, 160 und 240 Metasche, 1 dunkelrote Flugmotorschutzscheibe gez.iter zeigen diese auffällig wirkenden und bei L3 021. Außerdem sind verschiedene Hunde als zu= Dunkelheit im Scheinwerferlicht aufglühenden * Mgeeeent sins Verschiebene Gunde uIs„ePGuhteitert gelaufen gemeldet worden. Die Eigentümer können Tafeln an, daß ein sich im Fundbüro, Olpe 1, Zimmer 501, melden. lqueren ist. Bahnübergang zu überLünen.(Unterstützungszahlungen.) Die Zahlung der Sozialrenten-Unterstützung für Sozialrentenempfänger und die der Zusatzrente für Kriegsbeschädigte findet am 15. Juli statt, und zwar in der Zahlstelle Lünen=Stadt, Baracke am Stadthaus, in der Zeit von 8.30 bis 11 Uhr; in der Zahlstelle im Stadtteil Brambauer, Lünen=Süd, Pestalozziz=Schule, in der Zeit von 9 bis 10.30 Uhr: in der Zahlstelle im Stadtteil Brambauer, Verwaltungsnebenstelle, in der Zeit von 9 bis 10 Uhr; in der Zahlstelle im Stadtteil Horstmar, Rordsträße 15. Frau A. C. Lünemann, Kamen, I.#re: Witwe Wiesendahl, Lünen=Süd. ". Jahre: Anna Werning, Bergkamen rm Jahre: Reinbold Gimbach, Schwerte, MesSilberne Hochzeit marschtraße 5Jaldemar Nilsen, Dorrmu.., OesterRömerstraße agcermann, Lichtendorf, #heleute Fritz Ellerbroa, Kirchderne, Grügge40jähriges Dienstsublläum verwalter Abmeier, Caf ße 19. eu Allen auch unsere herzlichsten Glückwünsche! Wasserwertstraße 19. Cestrob=Rauxel I. Rund um Lütgendortmund Lütgendortmund Große Kaninchenaussteuung. Der Kaninchenverein Gut Zucht", Lütgendortmund, veranstaltete im Saale Platte,„In der Schmechting“, eine große Kaninchen= ausstellung und Produttenschau. Die Schau war mit 100 Tieren beschickt und hatte einen guten Besuch zu verzeichnen. Als Preisträger gingen vervor in der Alttierklasse: 1. Preis: Otto Berti mit 95 Punkten auf „Holländer“; 3. Preis: O. Bertl(Hermelln). Außerdem ervielt Bern noch zwei wettere 3. Preise und einen 1. Preis auf„Hermelin“. 3. Uurich mit 93 Punkten (Blaue Wiener): 2. Kulpmann(Weiße Wiener) mit 93 und 92 Punkten; 3. und 4. Preis: Krebstakts auf „Weiße Wiener“; 4. Wendt mit 94 Punkten auf „Marburger Feb“; 5. Preis: Wendt#Marvurger Fev): 4. Preis: Langeseld mit 92 Puntten auf„BraunSilver“ und zwei wettere Preise. 3. Wengemann mit 93 Punkten(Gelb Silver) und zwei wettere Preise: 2. Wenzel mit 91 Punkten(Gelb=Silber); 3. Rohr mit 93 Punkten(Gelb=Silber); 4. und 5. Preis auf„GelbSilber": Becker mit 92 und 91 Punkten; 2. Kröger mit 93 Puntten(Schwarz=Zilber), serner 4. Preis mit 91 Punkten und einen 5. Preis: 5. Munk mit 90 Punkten (Schwarz= Zilber); 3. und 4. Preis: Kröger mit 93 und 92 Punkten(Schwarzlob); 3. O. Berti mit 93 Pkt. (Hermelin) und zwei weitere Preise; 4. J. Berti mit 91 Puntten(Hermelin).— Die aus der Jungtierklasse bervorgegangenen Preisträger: Brettenstein zweimal „Gut“(Belg. Riesen); Ambos einmal„Sehr gut“ und zweimal„Gut“(Weiße Riesen); Uhrban einmal„Seyr aut“ und viermal„Gut“(Weiße Riesen); Nohr einmal„Gut“(Weiße Riesen); Walter einmal„Gut“ (Weiße Riesen): Hahn zweimal 3. Preis auf„GroßChinchilla": Wenzel 2. und 3. Preis(Groß=Chinchilla): Lange dreimal„Gut"(Javauer): Krebs zweimal „Gut"(Japaner); Krebsiakts zweimal„Sehr gut“ un deinmal„Gut“ auf„Hasen"; Karmiusti zweimal 3. Preis(Hasen): J. Berti einmal„Gut“ und dreimal 3. Preis auf„Lur“; Holzbüter einmal„Gut“ (Englische Schecke); Krebs zweimal„Gut“(Marburaer Feb): Langefeld einmal„Gut“(Braun=Silber); Wengemann einmal„Sehr aut“ und zweimal„Gut“ (Gelb=Silber); Weber einmal„Gut“(Gelb=Silber); Wendt einmal„Gut“(Schwarz=Silber): Munk zweimal „Gut“(Schwarz=Silber); O. Berti einmal„Sehr gut“ und dreimal„Gut“(Holländer); Kröger einmal„Sehr aut“, einmal„Gut“ und einen 3. Preis auf„Schwarz= loy“.— Die Produktenschau zeigte wertvolle, aus Kaninchensellen handgearbeitete Schlummerrollen, Vorleger usw., die von der Frauengruppe des Kaninchen= zuchtvereins„Havanna“, Lütgendortmund, zur Verfügung gestellt waren. Außerdem fanden im Saale Verlosungen statt, bei denen wertvolle Preise zur Ausgabe gelangten. Gespel Kameradschaftsabend der Zeche. Führer und Gefolgschaft des Betriebes„Zeche Oespel“ fanden sich am Sonnabend zu einigen Stunden froher Ausspannung zusammen. Ueber 750 Besucher hatten sich im Garten des Lokals Goldberg in Kley eingefunden. Hallo gab es, als von der SABrigade 67 vier Feldküchen angefahren wurden. Schnell war der Garten vom Duft der leckeren Erbsensuppe erfüllt, und die lange Schlange der Anstehenden bewies, daß man die Güte der Suppe zu schätzen wußte. Stark belagert war auch der Schießplatz, wo begehrenswerte Preise winkten. Der Führer des Betriebes nahm kurz das Wort und wies darauf hin, daß der heutige Abend vor allem neben der Ausspannung zur Vertiefung der Verbundenheit zwischen Führer und Gefolgschaft beitragen solle. Große Freude bereiteten dann die Jungbergleute mit ihrer Turnriege, ihrer Musik= und Gesangsabteilung. Gelegenheit zum Tanz war vorhanden und wurde eifrig wahrgenommen. Als Abschluß wurde gegen Morgen eine Feldküche zur Zeche gefahren. Als die Nachtschicht ausfuhr, erhielt jeder— schwarz wie er war— seinen Napf Erbsensuppe. Man hielt in der Lohnhalle frohe Morgenmahlzeit, wobei es natürlich nur lachende Gesichter gab. Gegen 7.30 Uhr morgens rollte auch die letzte Küche wieder nach Dortmund ab. Marten Tödlicher Unfall. Heute morgen gegen 11.80 Uhr verunglückte im Grubenbetriebe der Zeche„Zollern I/III“ der 17jährige Schlepper Heinz Brand, wohnhaft zu Dortmund=Marten, Ferdinandstraße 4. B. geriet beim Anknebeln mit dem Kopf zwischen zwei geladene Bergewagen. Die Verletzung war so schwer, daß er nach kurzer Zeit verschied. Der Monatsappell der Gardekameradschaft war gut besucht. Nach der Begrüßung gab Kameradschaftsführer Voßkamp Eingänge und Verordnungen bekannt. Vom Reichskriegertag in Kassel berichtete Kamerad Dawin. Ferner wurde ein Ausflug mit Familien für den 9. August zum Schießstand Derdack in Dortmund=Huckarde beschlossen. Die Kriegerkameradschaft Westwacht folgte der Einladung ihres Kameradschaftsführers zahlreich zum Lokal Henß. Kamerad Stute gedachte des 100. Geburtstages des Grafen Haeseler und dessen Verdienste um die deutsche Armee. Im kommenden Jahr findet der Tag des Haeselerbundes in Lütgendortmund statt. Polizeisportverein Besitzer des Silberpokals. Im Schützenheim Dorstfeld fand der letzte SchützenWettkampf um den wertvollen Silberpokal des Bezirks Rote Erde statt. Die 1. Polizeimannschaft erzielte diesen endgültig mit der Gesamtleistung von 423 Ringen mit 45 Schuß im Dreianschlag. BSV. Dorstfeld mit 403 und 2. PSV mit 400 belegten die nächsten Plätze. Der Gesamtdurchschnittsschuß lag über acht Ringe. Handball=Schiedsrichter kämpfen Pflichtveranstaltung des Kreises Dortmund Am kommenden Sonntag findet um 15 Uhr ar dem Eintrachtplatz in Dortmund, die leichtatbletisch Pflichtveranstaltung aller Handballschiedsrichter de Kreises Tortmund statt. Ausgeschrieben ist ein Dre kampf. bestehend aus: 100=Meter=Lauf, Kugelstoße und Weitsprung. Gestartet wird unter den amtliche Bedingungen und in Altersklassen. Nach der leich atbletischen Veranstaltung findet, ein Handballbelel rungsspiel gegen die Schiedsrichter=Vereinigung de Kreises Hagen statt, zu der folgende Mannschaft au gestellt worden ist: Dresing(Wellinghofen): Pöpp## (Stahlw.), Kleinsorg(Lünen): Schubert(Alem.). Min ler(Aplerbeck); Lewanowski(Hörde); Meier(Wellin( hofen), Goldstein(Hörde), Wambach(Turng.) Ku schuß(Hösch), Milde(Stahlw.). Ersatz:„Fuege (Somb.), Pohlmann(Turng.). Heister(Bramb. Schiedsrichter: Galda(Somv.), Drees(Wellinghosen Dickmann(Hörde), Daume(Eintr.). Rudererfolge des Hitler=Gymnasiums Auf der Ruderregatta in Duisburg am letzten Sonntag gelang es dem 1. Jungmannenvierer des HitlerGymnasiums mit der Mannschaft Spanke, K. Obling, Tengelmann, Wienke und Barop als Steuermann den Siea unter sechs Mannschaften davonzutragen. Der 1. Anfängervierer mit Uvoe, Wallbauer, G. Obling. Stade und Spanke als Steuermann belegte den 2. Platz unter fünf Mannschaften. Allgemeine Körperschule. Nur für Frauen: 20—22 Ubr. Propsteiturnvalle, Schwarze Brüderstraße. Tortmund=Evina 20—22 Uhr, Moltkeschule, Evinger Straße. — Nur für Männer: Dortmund=Marten 17—20 Uhr, Sportpitt Arminia(geschlossene Kurse). Fröhliche Gymnastit u. Spiele. Nur s. Frauen: 9.30 bis 10.30: Gymnastikschule, Prinzenstr.; 17—19 Uhr MarieReinders=Mittelschule, Landarasenstraße: 20— Uhr Furnyalle, Prinzenstraße: 20—22 Uhr Lutverschulc, Oesterbolzstraße: 19.30—20.30 Uhr WTAG. Mallinck rodtstraße: Dortmund= Derne 20—21.30 Uhr Gneisenauschule; Dortmund=wombruch 20—22 Uhr Turnhalle, Froschloch: Dortmund= Husen 20—22 Uhr Gaststätte Lahr; Dortmund=Körne 20—22 Uhr Livorischule: Castrop=Rauxel 20—22 Uhr Viktoriaschule Deutsche Gymnastik. Nur für Frauen: 20—22 Uhr Gymnastikschule, Markt 6—8. Reichssportabzeichen für Frauen und Männer gemeinsam. 20.30—22.30 Uhr Marie=Reinders=Mittelschule, Landarasenstraße; 18—20 Uhr Mende=Tpielplatz. Boxen. 20—22 Uhr Sportschule Trippe, Weberstr. Schwimmen. Nur für Frauen: 18—19 Uhr Südbad, Göringstraße.— Für Männer und Frauen gemein sam: 10—11 Uhr Südbad, Göringstraße: 21.15—22.30 Uhr Südbad, Göringstraße.— Nur für Kinder: 17 bis 18.15 Uhr Südbad, Göringstraße; 17—18.15 Uhr Nordbad, Westerbleichstraße. Schwimmkurse in Freibädern. Freibad Froschloch: 17—18 Uhr für Kinder: 18—19 Uhr für Frauen; 19 bis 20 Uhr für Männer. Reiten. Für Frauen und Männer gemeinsam: 21 bis 22 Uhr Tattersall, Leibnitzstraße. Reichssportabzeichenkurse in der Marie=Reinders Mittelschule finden von nun an unter der alten Leitung in der Zeit von 20.30—22.30 Uhr statt. Feriensportlager Feudingen. Die ersten Volksgenossen sind gestern in Feudingen eingetroffen und waren von allem, was sie antrasen, ganz begeistert. Nachsten Montag soll der nächste Transport abgeben. Dafür sind noch einige Plätze zu haben. Die Anmeldun gen müssen aber umgebend bis Donnerstig mittag auf dem Sportamt, Hausastraße 14 III, erfolgt sein. Gauwerbeschar. Die Mädelgruppe der Gauwerbeschar übt allwöchentlich Freitags von 20—22 Uhr in der Turnhalle Prinzenstraße. Jedes Mädel, das Lust hat. ibr Können in den Werbedienst der Sportbewegung der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" zu stellen, wird ausgefordert, der Werbeschar beizutreten. Die Männerabteilung der Gauwerbeschar übt von nun an regelmäßig Samstags von 16—17 Uhr(vor dem Reichssportab zeichen=Kursus, in der Kampfbahn„Rote Erde“. Kamen.(„KdF“=Gymnastik=Kursus.) Der am Montag ausgefallene Gymnastikkursus der RSG„Kraft durch Freude" findet nunmehr am Donnerstag, dem 16. Juli, um 19.30 Uhr, auf der Liegewiese der städtischen Badeanstalt statt. Alle Interessenten können teilnehmen, auch die nicht im Besitz einer Jahressportkarte sind. Ermäßigte Kursusgebühren von 10 Pfennig.— Die Badeanstalt ist in der Zeit von 19—21 Uhr nur für Frauen und Mädchen geöffnet. Fröndenberg.(Der nächste Sprechtag des Finanzamtes Hamm) in Fröndenberg findet am Freitag, dem 17. Juli 1936, von 8 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr im Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes(Zimmer 4) statt. Schwerte.(Reichssportabzeichen.) Für die Bewerber um das Deutsche Reichssportabzeichen findet Dienstag um 19 Uhr das Flußschwimmen am Wellenbad Geisecke statt. 40 Jahre Schwerter Brieftaubensport Jubelfeier des Jüchtervereins„Blitz“ Schwerte. In schlichter Weise beging in seinem Vereinslokal Boecker in der Beckestraße der Brieftauben=Züchter=Verein„Blitz“ Schwerte die Feier seines 40jährigen Bestehens. Als ältester Brieftauben=ZüchterVerein von Schwerte ist der Verein auch heute noch zu den besten Vereinen der Reisevereinigung Schwerte und Umgebung zu zählen. Im Juli des Jahres 1896 fanden sich zehn Züchter usammen, die den Verein gründeten. Wie chwer die Ausübung des Brieftaubensportes in der damaligen Zeit war, ist daraus zu ersehen, daß die Tauben noch mittels Fuhrwerk nach Dortmund gebracht werden mußten und nur mit anderen Liebhabern aus Dortmund, Barmen und Hagen konnten die Tauben dann nach Spandau, Magdeburg, ja sogar schon bis Königsberg und Thorn auf Reisen geschickt werden. Wegen seiner Verdienste und seiner Leistungen wurde dem Verein im Jahre 1908 die große, allgemeine Brieftaubenausstellung übertragen, die 1200 Tauben aus allen Teilen Deutschlands nach Schwerte brachte und die den Verein sehr bekannt machte.— Als im Jahre 1926 die Brieftauben=Reisevereinigung Schwerte und Umgebung ins Leben gerufen wurde, da war es der jetzige Leiter des Vereins„Blitz“, August Engelhardt, der sich um das Zustandekommen der Vereinigung verdient machte. Schwerte.(Zu der Tierschau,) die anläßlich des Kreistierschaufestes kommenden Sonnabend, den 18. Juli am„Freischütz" im Schwerter Wald stattfindet, sind in allen Tierklassen zahlreiche Anmeldungen eingegangen. Der bereits vormittags beginnenden Schau schließen sich Prämiierung, Preisverteilung und Vorführung der preisgekrönten Tiere an. Nachmittags finden sportliche Vorführungen statt. Die Schau wird Zeugnis von dem Stand der Tierzucht im Kreise Iserlohn ablegen. Schwerte.(Handwerker=Sprech= taa.) Am Donnerstag, dem 16. Juli, hält die Kreishandwerkerschaft Iserlohn im Lokale Kordeck, Kampstraße 20, von 15—18 Uhr einen kostenlosen Sprechtag für die Handwerker der Stadt Schwerte und des Amtes Westhofen ab. Schwerte.(Nachmusterung.) Am 18. Juli, um 8.30 Uhr, findet in der Schauburg in Iserlohn, Hagener Straße, die Nachmusterung der nicht gemusterten Dienstpflichtigen der Jahrgänge 1913 16 und der zurückgestellten Jahrgänge 1914/15 des Landkreises Iserlohn statt. Die Dienstpflichtigen haben die in der Bekanntmachung vom 3. April 1936 erforderlichen Personalpapiere und zwei Lichtbilder mitzubringen. Mittwoch, den 15. Juli Kreis Dortmund NSDAP. Aplerbeck. 20 Uhr: Schulungsabend im Parteilokal für Partei und Gliederungen NSDAP. D.-Marten. 20 Uhr: Mitgliederversammlung in Marten bei Wirt Preuß. Es spricht Parteigenosse Nentzel(Dortmund) über die Kriegsschuldfrage. Frauenschaft Dorstfeld. 20 Uhr: Pflichtabend bei Dörstelmann. Kreis Unna NSDAP. Hemmerde. 20 Uhr: Ausbildung der Politischen Leiter auf dem Schießstand Götzen. NSIAP. Kaiserau. 20 Uhr: Schulung der Politischen Leiter. Walter und Warte in Methler im Lokale Stoltefuß. NSDAP. Bergkamen. 19 Uhr: Besprechung der Block- und Zellenleiter im Stadion. DAF. Kaiserau. 20 Uhr: Sitzung des Ortsgruppenstabes in Westik im Lokale Kemper. Kreis Herne-Castrop-Rauxel Frauenschaft Frohlinde. Der Autohus zur Fahrt ins Sauerland steht um 8 Uhr bei Pennekamp. DAF. Ortsbetriebsgemeinschaft„Handwerk“ Castrop-Rauxel-Süd. Die Fachschaftsversammlungen der Obg.„Handwerk“ fallen vorläufig solange aus, bis eine Fachgruppenwaltersitzung von der Kreisbetriebsgemeinschaft„Handwerk“ Herne einberufen und dort neue Anweisungen gegeben worden sind. Donnerstag, den 16. Juli Kreis Dortmund DAF, K. B. G.„Nahrung und Genuß— Fachgruppe Süßwaren-Industrie. 20 Uhr: Fachgruppenversammlung im„Haus der Deutschen Arbeit. I. Kampstraße 88. DAF, VW. Mengede. 20 Uhr: Ortsgruppenversammlung des Arbeitsdankes im Lokal Kaffsack. Mengeder Straße. DAF, Arbeitsdank-Jungmannschaft Mengede. 20 Uhr: Versammlung im Lokal Kaffsack. D.Mengede, Mengeder Straße. Kreis Unna NSLB. Unna. 18 Uhr: Versammlung in der „Lindenschänke“. Rednerin: Frauenschaftsleiterin Parteigenossin Nüsperling:„Aufgaben der Frau im nationalsozialistischen Staat“. NSDAP. Kamen. 20.15 Uhr. Schulung der Politischen Leiter im Parteilokale Rieder. Frauenschaft Lünern. 14 Uhr: Versammlung im Lokale Kettler. NSDAP. Rhynern. 20 Uhr: Schulung der Politischen Leiter im Lokale Schwiermann. NSDAP. Unna. 20 Uhr: Versammlung der Zellen Heßler und Lindemann in der„Lindenschänke“. NSDAP. Altenbögge. 20 Uhr: Schulungsabend der Politischen Leiter mit den Führern und Schulungswaltern der Gliederungen im Lokale Timmering, Anschließend Amtsleitersitzung. NSDAP. Frömern. 20 Uhr: Schulungsabend in Kessebüren im Lokale Brüggemann. Im Wege der Zwangsvollstrekkung sollen die im Grundbuch von Dortmund Band 108, Blatt Nr. 389 eingetragenen nachstehend beschriebenen Grundstücke am 13. August 1936, 9 Uhr an der Gerichtsstelle, Gerichtsstraße Nr. 22, Zimmer Nr. #7. versteigert werden. " Lid. Nr. I1, 12, Gemarkung Tortmund, Flur Nr. 172. Parzelle Nr. 21, 22, Grundsteuermutterrolle Nr. 130, Gebäudesteuerrolle Nr. 707, Wohn= und Geschäftshaus mit Hofraum, Westenvellweg 47, Größe 02 am. 2 n 16 qm, Einheitswert per 1. 1. 1935: 85 900.— RM. Der Versteigerungsvermerk ist am 27. September 1935 in das Grundbuch eingetragen. Als Eigentümer war damals der Kaufmann Martin Reichenbach in Köln a. Rh. eingetragen. Interessenten wollen sich an den Zwangsverwalter, Rechtsanwalt Meens in Dortmund, Hansastr. 28. wenden. Dortmund, den 16. Juni 1936. Amtsgericht. Im Wege der Zwangsvollstretkung sollen die im Grundbuch von Marten Band 10, Blatt Nr. 257 eingetragenen nachstehend beschriebenen Grundstücke am 11. August 1936, 10 Uhr an der Gerichtsstelle, Gerichtsstraße Nr. 22, Zimmer Nr. 77 versteigert werden. Lsd. Nr. 1, 2. 3. Gemarkung Marten. Flur Nr. 2, Parzelle Nr. 1182/316. 1554/318 pp., 1552/315, Grundsteuermutterrolle Nr. 308, Gebäudesteuerrolle Nr. 99, 98, Wohnhaus mit Hofraum, Martener Straße 301, a) Wohnhaus mit abgesondertem Abort und Hofraum, b) Schlachthaus, c). Stallgebäude, Martener Straße 303, Größe 1 a 73 qm, 2 a 86 gm, 01 gm, Einheitswert: 20 700 Reichsmark. Der Versteigerungsvermerk ist am 23. Dezember 1935 in das Grundbuch eingetragen. Als Eigentümer war damals 1. die Witwe Josef Nutt, Ottilie geb. Henn in Dortmund und die Ebefrau Walter Hünerlage, Josefine geb. Nutt, 2. Josef Nutt in Marten, 3. Elisabeth Nutt in Marten, 4. Erich Rutt in Marten, sämtlich in ungeteilter Erbengemeinschaft eingetragen. Dortmund, den 16. Juni 1936. Amtsgericht. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die im Grundbuch von Wambel Band 8. Blatt Nr. 323 eingetragenen, nachstehend beschriebenen Grundstücke am 11. August 1936, 9 Uhr, an der Gerichtsstelle, Gerichtsstraße Nr. 22, Zimmer Nr. 77, versteigert werden. Lid. Nr. 3, 6, Gemarkung Wambel, Flur Nr.1, Parzelle Nr. 183/28, 186/29, Grundsteuermutterrolle Nr. 282, Weg, Holzstraße, Größe 1 a, 56 am. Weg. Wambelerholz, Größe 2 a. 68 am Der Versteigerungsvermerk ist am 13. November 1935 in das Grundbuch eingetragen. Als Eigentümer war damals die Witle Hermann Stoll, Alwine geb. Schultz in Dortmund=Wambel eingetragen. Dortmund, den 16. Juni 1936. Amtsgericht. Verdingung: Die Klempnerarbeiten für die Triebwagenballe des Triebwagenabstellbahnhofs Dortmund=Betriebsbahnhof werden vergeben. Verdingungsunterlagen können, soweit der Vorrat reicht, vom Reichsbahnbetriebsamt Dortmund 1, Zimmer 17, gegen portofreie Einsendung von 1.20 RM. in bar(nicht in Briefmarken) bezogen werden. Oeffnung der Angebote am 21. Juli 1936, nachmittags 17 Uhr, beim Reichshahnbetriebsamt Dortmund 1, Schwanenstr. 68, Zimmer 17. Die Zuschlagsfrist läuft 3 Wochen nach Leffnung der Angebote ab. Reichsbahnbetriebsamt Dortmund 1. Im Wege der Zwangsvollstrekkung sollen die im Grundbuch von Wambel Band 8. Blatt Nr. 323 ein getragenen nachstebend beschriebenen Grundstücke am 11. August 1936. 9 Uhr an der Gerichtsstelle, Gerichtsstraße Nr. 22, Zimmer Nr. 77 versteigert werden. Lfd. Nr. 3. Gemarkung, Wambel, (Flur) Nr. 183/28, Grundsteuermut terrolle Nr. 282, Weg. Holzstraße, 1 a 56 am: Lid. Nr. 6. Gemarkung Wambel,(Fur) Nr. 1. Parzelle Nr. 186/29, Grundsteuermutterrolle 282, Weg, Wambelerholz, 2 a 68qm. Der Verbandspräsident des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk. VR II b 30/34 Essen, den 6. Juli 1936. Beschluß In dem Umlegungsverfahren des unaufgeschlossenen Stadtgebietes zwischen Hindenburgdamm, Limburger Straße, Bergisch=Märkische Eisenbahn und Hohe Straße in Dortmund=Süd wird auf Grund der§§ 38 und 40 des Gesetzes beiressend die Umlegung von Grundstücken in Frankfurt aM. vom 28. 7. 1902— GS S. 273— in 8. 7. 1907— GS S. 259— Verbindung mit§ 14a des preußischen Wohnungsgesetzes vom 28. März 1918 sowie der§S 25 und 26 des Gesetzes betr. Verbandsordnung für den Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk vom 5. Mai 1920 GS S. 286— in Verbindung mit § 3 Abs.(1) des Gesetzes über die wettere Anpassung des Ruhrsied lungsverbandsgesetzes an die Grundsätze des nationalsozialistischen Staates vom 25. Mai 1936— GS S. 113 beschlossen: 1. Der von der Umlegungskommission gemäß den Beschlüssen vom 20. November 1934, 28. März 1935 und 6. März 1936 aufgestellte und vorläufig festgesetzte Verteilungsplan nebst Karten wird endgültig festgesetzt. 2. Der Eigentümer Richard Werner, Dortmund, Brünningbaufer Straße Nr. 28— lsd. Nr. 56 des Verteilungsplanes— erhält aus dem der Stadtgemeinde Dortmund— Grundstücksfonds— zugewiesenen Plan Block W. Nr. 108b die Fläche von 3,57 a anschließend an das Grundstück von Halfmann, Plan Nr. 107 in Block W. 3. Die endgültige Ueberweisung wird hiermit ausgesprochen. Die Rechtsänderungen hinsichtlich der nach dem Verteilungsplan umzulegenden Grundstücke sollen am 1. November 1936 erfolgen. Mit diesem Tage werden die Umlegung und der Inhalt des Verteilungsplanes rechtswirksam. In Vertretung: Mertens. Veröffentlicht! Dortmund, den 15. Juli 1936. Der Oberbürgermeister. Im Auftrage: Buddendiek. 4.30 läglich 8.15 Unwiderrutlich nur noch 4 Tage das Tagesgespräch Dortmunds jener Blut Große Operette von Joh. 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Juli 1936 im Geschäftslotal Dortmund Schwarze=Brüder=Straße, morgens 8.30 Uhr beginnend. Zum Verkauf gelangen: Brillantringe für Damen= u. Herren, gold. und silberne Damen= u. Herrenuhren, Ringe, Wanduhren, Bestecke, Musikinstrumente, Nähmaschlnen, Fahrräder, Anzüge, Paletots, Bett= und Tischwäsche, Teppiche, Photos und andere Waren und Wertsachen. Die Einlösung oder Verlängerung obiger Pfänder kann bis spätestens am 2. Tage vorher(Dienstag, den 28. Juli, 17 Uhr) vorgenommen werden. Am Tage vor den Versteigerungen bleibt das Leihhaus wegen Vorarbeiten geschlossen. Der beim Verkauf der Pfandstücke evtl. erzielte Ueberschuß kann innerhalb 14 Tagen in der Leihaustalt abgeholt werden, andernfalls solcher dem städtischen Wohlfahrtsamt überwiesen wird. Dr. Noack, Notar,„ Emprenwng. Schreinen Dortm und. Betenstr. 10=12. Tel. 28737/ desholb mi der beröhmten Heute letzter Tag des Möber- Jotakausverkaufs. Der Schlußtag bringt den größten Vortell Möbelkaus Tillmann& Co. 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Kleinigkeiten mit nach Bielefeld nehmen? Ana. u. G. 4216 an WLZ., Dim.( Warne hierm. jed., m. Frau auf m. Namen etwas zu borgen. Walter Seyffarth, Iserlohn. An der Isenburg 16. A Westsälische Landeszeitung= Rit: Erde Dr. Leu bei südwestfälischen Urlaubern Tage der Erholung und des reichen Erlebens in Saßnitz auf Rügen Auf Rügen. Rund tausend.—., KdF=Fahrer befinden sich zur Zeit an der Ost see, in Saßnitz, Juliusruh, Lohme und anderen herrlichen Orten auf Deutschlands größter Insel, Rügen. Man muß Tag für Tag unter diesen Menschen weilen, muß mit ihnen— angefangen von einer Eisenbahnfahrt quer durch Deutschland bis zu jenen Stunden, da man sich restlos wohl fühlte auf Rügen— zusammengelebt haben, um verstehen zu können, daß diese KdF=Fahrten eine unerhörte Leistung darstellen. Die Urlaubstage unserer südwestfälischen KdF=Fahrer waren über alle Stunden der Erholung und Entspannung hinaus aber auch noch überreich an besonderen Erlebnissen. Weilte doch mehrere Tage Reichsorganisationsleiter Dr. Ley mit seinem Stabe mitten unter den Menschen der Roten Erde. Und wer die nächtliche Hochseefahrt oder die Fahrt zum Kaffeetrinken nach Binz auf Einladung des Reichsorganisationsleiters miterleben durfte, wird diese Fahrten nicht vergessen. Aber nicht nur Dr. Ley besuchte unsere Urlauber, es waren u. a. auch Reichsleiter SS, Himmler, Reichsminister Rust. Admiral Schroder und Staatssekretär Körner in Saßnitz, um einige Stunden mit unseren KdF=Fahrern zusammen zu sein. Eine ganz besondere Freude aber war es für die westfälischen Volksgenossen, Gauwalter Parteigenosse Stein, Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Parteigenosse Padberg und Gauwart Parteigenosse Breidenbach begrüßen zu weilten zu einer Tagung auf der Schulungsburg Saßnitz, die der Ausbildung der Werkscharführer dient, und nahmen Gelegenheit, sich von dem Leben und Treiben der südwestfälischen Urlauber zu unterrichten. Wir unterhielten uns mit Parteigenossen Stein, der seine Freude Ausdruck gab, daß alle Urlauber, mit denen er gesprochen habe, sich außerordentlich wohl fühlten und sich ausgezeichnet erholt hätten. Auch Parteigenosse Stein wies noch einmal auf die erlebnisreichen Tage im Kreise der hohen Gäste hin und betonte besonders die eindrucksstarken Erlebnisse der Fahrten an der Küste der Insel Rügen entlang zu der Stelle, wo in einigen Jahren das KdF=Bad erstehen wird. Den schönsten Strand und die herrlichste Lage der ganzen Insel hat man für dieses Bad gewählt, das einzigartig in der ganzen Welt dastehen wird. Als wir durch den Sand, an Strandkörben und lustig in frischer Seeluft sich tummelnden Menschen vorbeigingen und sahen, wie die KdF=Fahrer sich um den Gauwalter drängten und ihre Eindrücke und Erlebnisse schilderten, trafen wir auch Parteigenossen Padbera, der ebenfalls inmitten einer Gruvve westfälischer Urlauber am Strande der Ostsee saß und sich erzählen ließ von den Tagen des reichen Erlebens und der besten Erholung. Parteigenosse Padberg gab uns seiner besonderen Freude darüber Ausdruck, daß an dieser Fahrt nach Rügen auch Bergleute aus dem Industriegebiet teilnehmen, mit denen er ge Stein und Padberg sprochen habe, und die einmütig erklärten, daß Das größte Erholungsheim Deutschlands Königswinter erhält das Haus der 5000( Eine Anlage, die ihresgleichen sucht Königswinter. Anläßlich seines Besuchs im Gau Köln=Aachen gab Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, wie der„Westdeutsche Beobachter“ meldet, Mitteilung von einem neuen großen Plan im Rahmen des sozialen Programms der Deutschen Arbeitsfront. Danach wird in Königswinter das größte Landerholungsheim der DAF und damit ganz Deutschlands errichtet. Dieses Projekt liegt bereits in festen Formen vor und wird sich würdig an die Seite der gewaltigen Seebadeanlage auf der Insel Rügen stellen. Mehr als 5000 Gaste sollen in der gewaltigen Anlage gleichzeitig Aufnahme finden können. Zur Unterhaltung der geplanten Betriebe und zur Betreuung der Erholungsuchenden sind 1000 Mann Personal vorgesehen. In einer Front von 200 Metern werden sich die ausgedehnten baulichen Anlagen an einem der landschaftlich schönsten Punkte des ganzen Rheinstromes erheben. Die notwendigen Geländekäufe sind bereits vorgenommen und notariell abgeschlossen. Es ergibt sich die Notwendigkeit, eine Reihe auf den Grundstücken vorhandener älterer Gebäude abzureißen, um dem gewaltigen Riesenbau Platz zu machen. Auch der jetzige große Kurpark der Stadt mit seiner Kohlensäurequelle ist in das Projekt einbezogen. Das bisherige Schulungsgebäude in Königswinter wird, nachdem Dr. Ley kürzlich den Grundstein zu einem neuen Schulungshaus gelegt hat, frei und ist als der verwaltungstechnische Mittelpunkt der Gesamtanlage vorgesehen. Um den Gästen den Aufenthalt nicht nur zur körperlichen Erholung, sondern auch zum abwechslungsreichen Erlebnis zu gestalten, sind mannigfache Einrichtungen vorgesehen, so u. a. neben dem eigenen Theater und Kino eigene Kurkapellen, zahlreiche Vergnügungsmöglichkeiten, große Parks, Badeanlagen, sowie eine eigene Rheinflottille. Die mit mehr als 5000 Betten ausgestatte ten Gastzimmer werden so eingerichtet wie die Zimmer des Seeerholungsheimes auf Rügen. Bei schönem Wetter dienen große Terrassen, bei ungünstiger Witterung geschlossene Aufenthalts= und Restaurationsräume sowie eine mit Glas überdachte Halle einen angenehmen Aufenthalt. Für Gemeinschaftsveranstaltungen soll ein großer Versammlungsraum zur Verfügung stehen. Die jeweilige Aufenthaltsdauer ist bei einem Gesamtpreis von 2 RM. pro Tag und Kopf auf zehn Tage berechnet. Jeden Tag soll ein großer Transport Gäste ankommen, um gleichzeitig die Rückreisenden mitzunehmen Dr. Lens Abschied von Köln Großkundgebung der DAF in der Messehalle Köln. Den Abschluß der Besichtigungsfahrt Dr. Leys durch den Gau Köln=Aachen bildete am Montagabend eine große Kundgebung der DAF in der Kölner Messehalle, zu der sich Abordnungen der Gefolgschaften, Betriebsführer und Vertrauensmäner der Betriebe aus dem ganzen Gaugebiet zu Tausenden und viele Abordnungen der Partei und ihrer Gliederungen eingefunden hatten. Nach Begrüßungsworten des Gauwalters der DAF, Dr. Schmidt, legten Regierungspräsident Reeder und ein Vertreter der Wehrmacht in kurzen Ansprachen die Bedeutung der Deutschen Arbeitsfront für das gesamte öffentliche Leben dar. Gauleiter Staatsrat Grohé bekundete in seiner Ansprache die Verbundenheit der Partei und ihrer Gliederungen mit der DAF und sprach Reichsorganisationsleiter Dr. Ley den Dank auer aus für das, was er insbesondere für den deutschen Westen getan habe Dr. Ley führte dann in seiner Ansprache aus, der Nationalsozialismus habe das deutsche Volk für sich gewonnen und gebe es nie wieder her. Der Glaube an den Führer habe uns alle Opfer ertragen lassen. Immer wieder müsse dieser Glaube an Führer und Volk gepredigt werden. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen wies Dr. Ley auf die letzte große Tat des Führers, die Verständigung mit Oesterreich, hin. Auch hier habe der Deutsche den Deutschen gefunden und das deutsche Blut den Sieg davongetragen. Warstein im Reichssender Köln Uebertragung am 17. Juli. Warstein. Wie wir bereits berichteten, be uchte vor einiger Zeit der Aufnahmewagen des Reichssenders Köln das Müttererholungsheim Warstein der NSV des Gaues Westfalen Süd, um dort einen Hörbericht über das Leben und Treiben unserer Mütter aus dem Industriegebiet aufzunehmen. Die Uebertragung dieses Funkberichtes erfolgt am 17. Juli in der Sendung„Der Erzähler" des Reichssenders und wird gegen 17.30 Uhr wiederge geben. es die herrlichste Fahrt ihres ganzen Lebens gewesen sei. Einmal die See zu sehen, einmal an das Meer zu kommen, sei der Wunsch eines jeden deutschen Arbeiters. Dieser Wunsch würde bald seine restlose Erüllung finden, wenn das Kdir=Bad von Binz nach Saßnitz fertiggestellt sei, und wenn die KdF=Flotte die Meere befahren würde. Wenn man, so führte Parteigenosse Padberg weiter aus, die Pläne der Zukunft hört, wenn man erfährt, daß ganze Städte für den deutschen Arbeiter umgebaut und hergerichtet werden, dann kann man erfassen, was in dem Deutschland des Nationalsozialismus geleistet wird. Noch einige Tage werden die südwestfälichen Urlauber auf Rügen bleiben. Kommenden Freitag kehren sie wieder heim, reich an Eindrücken und Erlebnissen. Gesund und braungebrannt werden sie wieder ihren Arbeitsplatz einnehmen. Die Tage auf Rügen werden allen, die hier oben am rauschenden Meer in frischer, gesunder Luft leben, unvergessen bleiben. Kr. der Tat“ NsU-Ausstellung in Paderborn Paderborn. Der Gauamtsbereich 3 des Amtes für Volkswohlfahrt, Gau WestfalenNord, veranstaltet vom 18. Juli bis 2. August 1936 im großen Saal des Rathauses zu Paderborn eine Ausstellung aus der Arbeit der NS=Volkswohlfahrt und des Winterhilfswerkes.4 Die Ausstellung„Sozialismus der Tat“, die nicht nur in Paderborn, sondern im ganzen Gauamtsbereich mit Interesse erwartet wird, gibt einen Querschnitt durch die Wohlfahrtsarbeit im neuen Deutschland, wie er im Bezug auf Umfang und Anschaulichkeit im hiesigen Bezirk bisher noch nicht gezeigt wurde. Die interessante Ausstellung wird manchen Volksgenossen zu noch stärkerer täti ger Mithilfe in der NSV. aufrufen, manche subjektive Anschauung berichtigen und nicht zuletzt dazu beitragen, Volksgenossen, die noch außerhalb stehen, in die gewaltige Front des Sozialismus der Tat einzureihen. Wie wir erfahren, wird die Ausstellung am 18. Juli, 11 Uhr morgens, vom Gauamtsleiter des Amtes für Volkswohlfahrt, Parteigenossen Degenhard, eröffnet. Sonderfahrt der Reichsbahn in den Bayrischen Wald Die Reichsbahn beabsichtigt, in der Zeit vom 2. bis 10. August d. J., wie alljährlich, wieder einen Sonderzug mit 50 Prozent Fahrpreisermäßigung nach Süd=Bayern(Passau) verkehren zu lassen. Die Fahrt, die mit den bekannten neuen, vierachsigen Eilzugwagen mit Lautsprecheranlage ausgeführt wird, geht über Nürnberg, Regensburg und Passau. Für die Teilnehmer, die durch besondere Reiseleitung betreut werden, werden für Unterkunft, ortskundige Führung, und gemeinsame Ausflugsfahrten usw. Vorzugspreise vereinbart. Die Fahrt kann nur stattfinden, wenn sich bis zum 20. Juli mindestens 300 Teilnehmer bei den Fahrkartenausgaben oder MER=Vertretungen, die weitere Auskunft geben, gemeldet haben. Eine Werbeschrift mit allen Einzelheiten ist ebenfalls bei diesen Stellen zu haben. Gepanzertes Schmuggel=Auto gestellt Verwegener Berufsschmuggler wieder einmal in Händen der Aachen. In der Montagnacht konnte bei Laurensburg, in der Nähe der deutsch=holländischen Grenze, einem verwegenen Schmuggler das Handwerk gelegt werden. Bei Vetschau war ein das holländische Kennzeichen tragender Schmugglerwagen an der Grenze durchgebrochen und hatte die Aachener Landstraße erreicht. Ein Zollbeamter, der den Wagen anhalten wollte, sah sich schließlich gezwungen, mehrere Schüsse auf den Wagen abzugeben, da der Fahrer keine Anstalten zum Halten machte. Im Gegenteil, der verwegene Bursche versuchte, den Beamten zu überfahren, der sich in letzter Sekunde durch einen Sprung in den Straßengraben in Sicherheit bringen konnte. Der Schmugglerwagen war jedoch bei diesem Manöver etwas ins Schleudern geraten und streifte auf der anderen Straßenseite so stark einen Bordstein, daß das hintere rechte Rad absprang. Der am Steuer sitzende Schmuggler sprang aus dem Wagen heraus und versuchte, obwohl die Zollbeamten mehrere Schüsse auf ihn abgaben, zu entkommen. Erst nach einiger Zeit gelang es, den Burschen zu fassen. Es handelt sich um einen 23jährigen Berufsschmuggler aus Köln, der erst vor zwei Tagen aus dem Gefängnis in Aachen entlassen worden war. Der Schmugglerkraftwagen, der mit seiner Ladung von 1540 Pfund gebranntem Kaffee beschlagnahmt wurde, war in der raffiniertesten Weise gepanzert. Der Führersitz, die Wagentüren und der Benzintank waren durch Panzerplatten gesichert. Selbst die Windschutzscheibe war mit einer 29 Zentimeter Dr. Ley lud die KdF-Fahrer zu einer Dampferfahrt nach Binz ein Aufnahmen: Goris Reichsführer SS Himmler und Reichsorganisationsleiter Dr. Ley inmitten südwestfälischer KdF-Fahrer in Saßnitz Weine von Mosel, Saar und Ruwer Im Gaugebiet Koblenz=Trier rühren sich schon die Hände für die Weinpatenschaftsaktion breiten und 8 Zentimeter starken Panzerplatte versehen. Ein weiterer guter Fang gelang den Zollbeamten bei Stolberg. Hier wurde ein Schmugglerkraftwagen gestellt, der 70 Pfund Kaffee, 45 Pfund Tabak, 2500 Zigaretten sowie einige Posten Butter und Schmalz geladen hatte. Wagen und Ware verfielen der Beschlagnahme. Der Fahrer wurde festgenommen und dem Richter zugeführt. Gruppenführer Schramme bei den verletzten SA-Männern Greven i. W. Montag nachmittag weilte SA=Gruppenführer Schramme in Begleitung des Brigadeführers Lorenz(Münster) im Maria=Josephs=Krankenhaus, wo er den durch Autounfall verletzten Hagener SA=Männern einen Besuch abstattete. Wie wir erfahren, ist im Befinden der verletzten SA=Männer eine kleine Besserung eingetreten. Hauer Schmidt in den Harz eingeladen Bad Harzburg. Der Hauer Schmidt ist von dem Besitzer eines Hotels in Bad Harzburg mit seiner Familie zu einem mehrwöchigen Erholungsaufenthalt nach Bad Harzburg eingeladen worden. Der Bergmann hat in einem Schreiben dem Hotelbesitzer seinen Dank ausgesprochen und mitgeteilt, daß er nicht wisse, wann er nach Bad Harzburg kommen könne, da er zunächst eine vierwöchige mit seiner Familie unternehme. Trier. Die Vorbereitungen für die diesjährige Weinpatenschaftsaktion und das achttägige Fest der deutschen Traube und des deutschen Weines sind nunmehr im Gaugebiet Koblenz—Trier offiziell in Angriff genommen worden. Die Winzerschaft von Saar, Ruwer und Mosel und darüber hinaus alle Wirtschaftskreise dieser Gebiete setzen in den Erfolg dieser bedeutsamen, von allen Parteiund Staatsstellen geförderten Aktion die größten Hoffnungen. Aus allen Teilen des Deutschen Reiches liegen bereits erfreulich viele Meldungen der größten Städte für die Uebernahme der Patenschaften vor, ein lebendiges Zeichen der Volksgemeinschaft und des wachsenden Verständnisses aller deutschen Gaue für den Existenzkampf und die besondere Lage des westlichen Grenzlandes. Man ist sich im übrigen Deutschen Reich bewußt geworden, daß man der deutschen Westmark durch die Weinpatenschaftsaktionen tätige Hilfe leisten kann, ohne selbst große persönliche Opfer bringen zu müssen. Man weiß, daß unsere Reben restlos an steilen, kaum zugänglichen Berghängen gedeihen, wo nichts anderes wachsen kann, und daß für uns nicht die Möglichkeit einer Umstellung der Produktion, etwa auf Spargelzucht, besteht, wie dies in anoeren Flachland=Weingebieten durchaus möglich ist. Wenn auch die vorjährige Weinpatenschaftsaktion dem Weinwirtschaftsgebiet des Westens eine fühlbare Entlastung gebracht und die Winzerkeller in erfreulichem Ausmaß geräumt hat, so muß der diesjährigen Aktion eine umso stärkere Förderung zuteil als auch die diesmalige Ernte voraussichtlich gut ausfallen wird. Erwähnt sei an dieser Stelle, daß die Verschuldung der Winzer sich zur Zeit noch auf rund 40 Millionen Mark beläuft, und daß außerdem die seinerzeit gewährten Winzerkredite in diesem Jahre fällig sind. Das Weinbaugebiet des Westmarkgaues ist mit seinen 13.000 Hektar und seinen weltbekannten Qualitätsweinen das bedeutendste Weinbaugebiet des Deutschen Reiches. Es gilt, die gesamte deutsche Oeffentlichkeit davon zu überzeugen, daß es Pflicht eines jeden Deutschen ist, den Winzern der Westmark zu helfen und den deutschen Wein aus dem deutschen Westen zum Volksgetränk werden zu lassen, damit auch unserem schwerringenden Grenzland eine fühlbare Hilfe zuteil werde. Kreistag in Mülheim Mülheim. Unter großer Anteilnahme der ganzen Mülheimer Bevölkerung hielt die RSDAP. in dem reichlich beflaggten und geschmückten Ruhrstädtchen ihren Kreistag ab, bei dem der Samstag ganz den einzelnen Fachtagungen gewidmet war. Gauwalter Johlitz von der Deutschen Arbeitsfront sprach auf der Sozialtagung und bezeichnete die Sozialgesetzgebung als wesentlich für die Gestaltung der Volksgemeinschaft. Zwar hätten wir auch schon vor dem Kriege Vorbildliches in dieser Beziehung gehabt, doch hätte der rechte Geist gefehlt, um diesen Rahmen zu füllen. Bereitschaftsführer Bülow von der Ordensburg Vogelsang stellte in den Mittelpunkt seiner Ausführungen die Erkenntnis, daß die Gesinnung eines Volkes für sein Bestehen viel wichtiger sei als Waffen.— Auf der Tagung der Erzieher sprachen Gebietsführer Deinert von der HJ und Kameradschaftsführer Gierga von Vogelsang, während auf der Propagandatagung Gaustabsleiter Fischer und Reichsleiter Geiger das Wort ergriffen. Den Auftakt des Sonntags bildete der Aufmarsch der Hitler=Jugend auf dem Kaiserplatz, woran sich die Großkundgebung der NSDAP. Die stark kann man bräunen? Nun— da gibt's keine feste Skala; die natürliche Veranlagung entscheidetl Fest steht aber, daß Sie das„Braunwerden“ ganz wesentlich fördern, wenn Sie sich vor jeder Sonnenbestrahlung gin mit Nives einreiben. auf dem Rathausmarkt schloß. Hier gab Staatsrat Börger einen Rückblick über den Kampf des Weltkrieges und der Bewegung, um dann zu den neuesten Ereignissen in der Außenpolitik Stellung zu nehmen. Ein Vorbeimarsch aller Formationen und Gliederungen der Bewegung und der aus Anlaß des Kreisgruppenturnfestes in Mülheim versammelten Turner und Turnerinnnen des rechten Niederrheins bildete den Ausklang. Der ganze Abend stand dann im Zeichen eines Volksfestes an der Ruhr, deren Ufer hell und festlich erleuchtet waren. Ehem. 50. Reserve=Division Am 25. und 26. Juli 1936 treffen sich die Kameraden der ehemaligen 50. Reserve=Division aus Rheinland und Westfalen in W.=Barmen. Auskunft erteilen: Pfarrer Kockelke, W.=Barmen, Mövenstraße 5, Rechtsanwalt und Notar Dr. Eversbusch, Hagen=Haspe i. W. Das Wetter Wetteraussichten für Mittwoch: Immer noch Westbis Südwestwinde, wechselnd, meist starker bewölkt Neigung zu Niederschlag, wenig Temperaturänderung. Weitere Aussichten: Immer noch wolkiges, verduderliches Wetter. Westiällsche Landeszeltung Rote Erde Wirtschaftliche Nuchrichten Krisenfeste Textilwirtschaft Die Heichstagung der Reichsbetriebsgemeinschaft Textil in Bad Hersfeld Folge 190 15. Juli 1936 der SSba“ Bernh ra Sa-ach el erce ece ce e eie ecscheice Konjunkturhimmel abläuft, gibt es nicht Vorstellung von einer krisenlosen Wirtschaft Sinne ist sachlich falsch—.— irtchet ewig heiteren Die marzistische "—ca in diesem Verführungsabale verziehen. Ihr Zwach 41 Aür die Bnlelemung ded varnt Paulrei aus eniehge be eteatecuegetrnechen die Vei. a1 Cce Siesktesehe-sunschet in den iumeren Lilenschelund Entschlußwie ein Betrieb und verantwortGewerbe keinen Seine Funktion unzähligen Einzel freudigkeit seiner Führung. In dem Sinn be Bohmsg###t#rnant eine einheitliche lic., Führung hat, kann naturgemäß ein einheitlichen Wirtschaftskörper darstellen besieht gerade darin, dall es mit seinen unternehmungen Betriebspersönlichkeiten darstellt, deren jede ihre eigene Aufgabe, ihre eigene Struktur und ihre eigenen Lebensgesetze hat. Wohl aber lassen sich für ein Gewerbe aus der Volkswirtschaft wichtige Momente finden die für alle oder für den gröllen Teil der Gewerbeangekrise neesstict s½rtschen sbedingungen darstellen. Die 14 Wede: Prs#eescherhe Sonderkonjunkluren innerhalb einer ungünstigen GesamtPese gere. ies Lur. von kuraer baider. ud d.“. wie wir sie seit hundert Jahren Wirtschaft mit ihren natürlichen Bedingungen des Wett wesg der, Weserahr tdglichen Latkalue verzieben. Wirlg entgehen kann. uis P-plslislichen Krisen könt und d und garnicht die kapitalistischen Krisen kennen, sehr wohl reien Verbrauch vieder medr Raum gewähren könen. #### Textilwirtschaft wird sich diese Aussicht zu Nutze runs aich auf die Dauer die Vortelle ssen der Weber* frt. mit gründet Ist. Die zweckmälige und dauerhafte KleiVorrecht der Schchlen gröherern du nicht mehr du. die Vigegeches. unmehr zucich bechanf omaiengen. Luns der Wirt sch a fr dur& A#### einsatz, schafft die nationalsozialistische Führung eine eahschise eiers lch errezgung ichzeiseigne 6er Gesamikaustrast gechallen, die von der Redar“ siu. dung für Gesctigen Scherenkungen denen die Paphhrsen, des dehnbaren Bedarls, unter Die Verluste. Aia:: s0 besonders zn leiden halte Lue veria.., die infolgedessen vermieden werden können erlauben eine andere Disposition der Gewinne, und zwar Verbilligung und Verbesserung der ndes beruht aber die Krisenfestigauf der Tüchtigkeit ihrer Unternd Handel. Diejenigen, die die erstehen, wie sie sich z. B. in loffbasis geltend machen, werden vinn haben. Fortschritte der Weltkohlenwirtschaft Europas Uebergewicht an der Weltkohlenförderung SSoPSsa n. ür 50 ka Weibrucker(einachl. 0.50 M sen ven mindellens aal Paeburk und Umedung, bei Maut Der soeben .orderung von Welt interessieren. konnte im Jahre 1935 Berliner Wertpapiermärkte 169% einsetzten und Proz. erreichten Kursgestaltung zunächst Kulisse auf Teilgebieten Ings— sich eine allgemeine Befestigung einigen Sonderbewegundie bei einem Tageszunächst%s Proz. höher mit der Erwerbslosigkeil Nahendes Ende der„eigentlichen“, Erwerbslosigkeit 0 waren. 1 ZAHL DER ARBEITLOSEN BEI DEN ARBEITSAMTERN: in Millionen 1935 1936 holdarüber dungsanleihe lon aus. Mittler roz auf schlossen Stadtanleihen %. Eisenacher Goldplandbr. Sachsen-Serien Was der Nationalsozialismus in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Deutschland im Verlauf der letzten 3½ Jahre erreicht hat, geht aus den allgemein bekannten Zahlen über die jeweilig bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen hervor, die von 6.01 Millionen Ende Januar 1933 auf rund 1.31 Millionen Ende Juni 1936 gesunken ist. 1950" dieser Tiefstand der Arbeitslosigkeit nicht Tasisand Heie.... nür um wenige Tausend höher als im Juni 1929(1.26 Millionen), d. h. in Zeit der wirtschaftlichen Hochkonjunktur. Die Arbeitslosigkeit ist gegenwärtig bereits ereiner „eigentliche“ heblich geringer, als diese Zahl der registrierten Arbeitslosen erkennen läßt. Zumindestens eine halbe Million diegemeldeten Arbeitslosen sind entweder arbeitsunfähig oder nur beschränkt arbeitsfähig— wegen zu hohen Alters der aus anderen persönlichen Gründen—. Diese Gruppe ch bei den gunstigsten Arbeitsverhältnissen gar nicht oder nur teilweise für eine Beschäftigung in Frage kommen. Der jetzt noch verbleibende Rest zeigt, wie nahe ##m Einde, der Arbeitslozigkeit im eigentlichen dinne Srschetteseh.“ be## konzunkturelle Spannungen im Schon haflsishen beg#### und deren annähernde Beseitigung schon in sichtbare Nähe gerückt ist. Berlin, 14. Juli. Die Börse eröffnete enlgegen der vor#r%e t Se, wenn guchin indlicher und zum Tell nicht ganz einheillich war, da lie in Fortselzung aes senon gestern bekundeten GlatistellungsBedürfnisses weilere Realisationen vornahm, so selzte nach den ersten Nolierungen durch, die ihren Ausgangspunkt in gen hatte. Zu diesen zahlten Farben umsatz von eiwa ½ Mill. RAl bis zum Börsenschluß einen Kurs von Schrzatig, snsbeignckere llaogs gud e. ururuicten Schiur da der Abgabedruck völlig nachgelassen erfohr dusch a. Die 3gemein freundliche Tenden. vallen Zeichnungserlolges der neuen Reichsanlcihe sowie ihre aesitrige Steigerung weitler kortscizten 1 Zusammensumtt zouen Disch. Erdöl um insgesant 3 Von versorgungswerten sind Thüringer Gas mit+ 3 Proz „Cee### die anlangs schwächeren Papiere ten den Verlust nicht nur ein, sondern ninaus durchschnittlich 1 Proz Am Rentenmarkt ging von der Erholung der Umschulum J Pig. auf 88.15 ein freundlicher Grundbreg nis###r heunsschuidbuchforderungen gewannen anlangs schwächeren Reichsaltbesit Vortagsbasis. Von Kassarenten blieben geuer im Anslies. So gewannen Elberfelder ###% Erdener### Pro., Von Landschaftl. sind 8er Pommern mit+½ und einzelne mit+ ¼ Proz, zu erwähnen. „ Im Geldmarkt wurden trotz des erhöhten Bedarfs Halbmonatstermin unveränderte Sätze gefordert # 12„notierte: Disch. Anl. Ausl. einschl. 112.7. Aku 52¼ E|„. BIIW 140, I. P. Bemberg 85%. Jul. Berzer 130½ Berl. Maschinen 134°, Buderus 111¾, Charl. Wasser 117¼ ompama Alispano 409. Conti Gummi 1891, Daimler Benz 2311. Dessauer Gas 120¾. Disch. Erdöl 131. Elektr. Licl ., Krait%, Engelhardi-Brauerei 99¾, I.(i. Farben 1¼, heldmunte 13., Gesfürel 113½8. Th. Goldschmidt 11: besch-Köln Neuessen 118½. Kali Aschersleben 12 71/4. Klöcknerwerke 115, Kokswerke Chemie 131¼. Laurahütte Mannesmann 110¼, Mansfeld 140, Maschinenbau 11 renstemn u. Koppel 83½, Rheinstahl 147°/. RWE 13748 Rülgerswerke 129¼/4, Salzdelfurth 182, Schubert u. Salrer 148. Schuckert u. Co. 164½. Schultheiß-Patzenh e. p 201! Ver, Stahlwerke 108 Waldhof 155½, Reichsbank 197½. AG. für Hapag 14¾. Nordd. Llord 15. Otari Minen 21# „#eld 3-3¼, Privaldiskont 2½, Reichsbankdiskont4 Lombarddiskont 5. Steuerdurchschnitt 1091. dto. 1031 111. 33- I piach Ani Laz, 17. 1936 1118. 1937 1128. ... Dtsch. Anl. Ausl. 112.7. 5½proz. Int.„Toung“ 132, a#Purge##salau, 1928 108.7, 6proz. Pr. Landrente 1— go. wesif. Prov.-Ausl. 115¼, 6proz. Aachener RM 29 Srd 0239·5g Püsseldorfer RMt 26 94½, 6proz. Oldenb. Stl. Krd. 1 98, dto. Kom. 1 96. Sproz. Pr. Ld.-Pfdbrf. R 4 3+15, 17418., 19. 21 97½, dto. 22 98, dlo, Kom. 16. 20. 6 ., 6proz. Landsch, Ctr. G. 89 1/. Sproz. Westf. Ld. De“ „ Ecipgold 29.-6 91¼, dto. Feingold 27 R 1 dto. Gold 1+2 95¼. 6proz. Westf. Hausgrund R 1 6proz. Westf. Landsch. Gold 95%. 4proz. Disch. Zir Gold Em 4 89. 6proz. Pr. Ztr. Bod. 24, 28. 26-27 06 „.26 Liquid, 101%, 6proz. dto, Kom. 26-28 01½ Ztr. Bod. Liquid. 101%. 6pror. Rh.-Westf. Bod. 16. 1+2 Erw., 7. 9, 17 97, dto. Kom. 29, Ser. 7 Roggenrenten 1—3 96¼. Steinkohle und Braunkohle in der Die Kohlenförderung der Welt elwas gesteigert werden, sie erreichte 1316 4 Ni Cesamtadien enlallen auf Steink. Lle 144 se enieprechenden Zillern for das Voriahr 35 br 13 entielen Jon, der Cezamizomme Ma Protent kohle und 9.6 Prozent auf Braunkohle. Europas Antell an der Weitkohlen Europa hat die erste Stelle in eseie ece eeetcäh e. übrigen Erdteile haben ihren Anteil nicht nennenswert verändert Relieferung der europslschen Rohlenmärkte. Ee ust er. festzustellen, daß die deutsche Kohle auf last tischen Markt wird reichlich. dem beldie. Zisahuge au anderen Kohlennzenzgen eichen durch # nocn vermerkt, daß sich die Welt2056 Zilionen To. und die welt-Kokserz““ jung von 106.8 Millionen To. auf 116,0 200 Zentnern.) Magdeburger Zucker-Terminnotierungen Magdeburg. 14. Juli.(Erste Zitfer Brief, zweite Geld.) „J##:#pi. 3.65, 3.35; Okt. 3.60, einsch. Juli 3.55, 3.45; 3.55; Nov. 3.60, Jungen In frei Aug. 3.50 3.60 Dez. 3.65. netto, einse Sack, von 1913 zurück. Welt-SteinkohlenförDie Vorjahr Getreidemärkte Kölner Produkten-Börse und Gerstenstroh, geprellt 1.80—1.90 Mlk. Hamburger CiZetiggungen für Getreide, Kleie und Saaten un 3,37½, Aug. 3.40, Sept. 3.42½ füzza###g schw., Juni, lafer: Plata Unclipped 46-17 ka Juli 3.55. freulich allen Märkten 1 Bran Ang. 100% schw 8.47 Juli-Aug. Rosafé 79 kg Juli Plata 67-68 ks Juli Wg. Mais: La Plats b. Sept. 3.42½, DonaufCalfor Juli 3.22½. ceintiag.„Juli 3.45, Plata clipped Weizenkleie: Pollards schw., Juli 97/6 o. Leinsaal: La Plata 96% Juli 8.42½. Rizinussaat Juli-Aug. 13, Bombay Leinsaat 13 16/3, Rapssaat Toria Juli-Aug. 13/5. Juli 87/6. Viehmärkte erhöht haben. r euMillionen To. — ∆— Konkurse O. II.-G. In. Vescecheee, c. derer Mliahens er e Fritz Isemann in Mennighülfen Köln. Ehefrau Josef Mühlhöre — Kaufmann Josef Ebel, Inhaber eines SchuhwarenAblehnung des Vergleichsverfahrens. Anver. Ebel, geschäfts. Nach schlußkonkurs. Darmstadt. Bauunternehmer Ludwig Marie geb. Poth, zugleich als Alleininhabe geschäftes Ludwig Meyer in Rolldorf Zigarrenhersteller Paula geb. Schindler. Meyer rin des Wilwe, TiefbauAltenessener Schweinemarkt Marktverlauf: Jangser Autg: versel u, LAuter 511. Durchschnittsware): Ferkel bis 6 Wach lia a cehchg 6—8 Wochen alte 10-16. 8-12 wagen dlie Fertel bis 9. Aulerschweine: 3-4 Monale alte Bariu gn ue ub-21 Rb. alle 30-30 RAl. Grölere enisprechend höher. Vichmarkt zu Münster 1. W. mit 18 Pferden und Fohlen und 10di Seh del war in Pierden Hlott und in Cch. Schweinen. Der Hanien: Warmblüter 1000.-1200. Kallhsatau Es kasteden bis 1000, Schacntinferde P aun unt u gd, Kreutun. se Woche 2.— bis 2.50 Mk. n. 30%4-Ferkel kosielen am Dienslas, dem 28. Juli. stait usciste Viehmarkt findet zun Proz. und Kaufmanns Firma Heinrich Vergleichsverfahren Dortmund-Hörde. Witwe des Wirts Ileinrich Rosemann als Inhaberin der Rosemann Prant##.#73. pern. zd Wolf. Musik- und Radiohaus. Frankfurt(Main). Carl Fröhling Akliengesellschaft. und wasche: Lesser geb. Kunze, Inhaberin und Wäschehauses am Leineschloß. Kasseler Vichmarkt Juli. Auftrieb: 51 Stück Hannover des Strumpf2 Ochsen. 4 Bullen, 36 Kühe p. Schafe, 790 Schweine, Waz######. Falden, 249 Kälber, 63 zusetellt, Aussichliere über Hotiz. Sch kostelen: Ochsen: a. 41: Rullan:“ Schweine zugetellt. Es bis 42. b) 34.-38 ½)“28, PSglen: v) 1, b) 36: Kühe: a) 40 hälber: a) 56—65. b) n.*** Farsen: a) 1) 85, b2, 34. C) S2. 4) Jo.“ a 56 bis 52 Mk. Sauen: a) c) 31: Schweine: 53—54, b) 49 Warenmärkte * oier 110 ¾. 1. Zellstoff Verkehr 119, Hamburger Warenmarkt Hamburs. 19„ Juli. Reis: Saigon meldet feste ige, wodurch Burmah mitgerogen wurde.— Am 22## das bescnäft ruhig. Preise unverändert. Von und Südamerika lagen einige Anfragen vor Baumwolle: Marktlage stetig. Oomra 5.95 Pence per lbs. lande auf s:#seimälliges„Abzugsgeschäft nach dem MarktPlatze Afrika Superfine 4.95, Fine Cloppenburger Marktbericht Cloppenburg. 14. Juli. Auftrieb: Ferkel von 5 bis 6 Wochen 8 bis 10 Wochen 15 Pfund. Handel 18 MIk. mittelmällig. Sangine. Es kosteten 11—12. 6 bis 8 Wochen ällere Tier 12—15. nere 48—50 Pia pro Ausgesuchte Tiere über Notiz Inollar 2 94¾. 95⅞ Bod 5½proz 5½proz. 4. 6. 12, 95. 6proz. Regelmäßliges Abzugsgeschäft auf letzter Preisgrundlage. #%cMa: sienn. Amerik. Steamlard „ Pollar per 100 kg. Dänisches noliert, Feltwaren unverändert. Rauhfutter: ruhig unverändert ele und Fette: Die Nachfrage nach fetten hat sich erhalten. Die Umsät bisherigen Rahmen nicht hinaus 9„#ster. während Sojabohnenöl Hloll. Leinöl wenig verändert, Cerlon Juli-August 22/17/6, Sojabohnend Pfund Sterling per 1016 kg. Uebriges Berlit Berliner Produktenbericht 100 kg. Kokosöl Juli-Aug. 24/10— unverändert. Ilülsenfrüchte kleines Geschäft zu Erbsen neuer Ernte 26 1/, Purelard Schmalz nicht Schweinegingen über den International lag Kokosniedriger genannt wurde. per Sept.-Dez. 18¾ hfl. per —. 14. Juli Markt lebhaft sen, daß wir jetzt trockene geschnittene R mit der beachtet Wetter notwendig haben. Verschiedentlich- urden sch. 1. Jzux 2c#elangen kann. Anlieferungen sind bisher ne Umsätze zur Lieferung Juli noch nicht „ jedoch bereits kleinen Zufuhren in Weizen absesetzt. Weizenmehl hatte für Rosgenmehl war Nachfrage Neue Winlerger: ersersie, waren und August getätigt Material und Roggen wurden glatt laufendes Bedarfsgeschäft vorhanden. Futterhafer abrusetzen AUS SCHIFFAHRT UND SPEDITION Rotterdamer Frachtenmarkt Oberrhein. Der Wasserstand war Monlag steigend. Die Nachfrage nach Leerraum war mittelmäßig, jedoch nicht befriedigend, so daß bis Börsenschluß eine einheitliche Frachtnotierung nicht zuslande kam. Die Stimmung war ruhig bei genugendem Angebot von Leerraum in allen durchschnittlich benötigten Größen. Reedereischiffe wurden elwas mehr angeneien. Die Stückgut- und Holzzufuhr trug nicht zu einer Belebung der Chartertäligkeit bei. Die Kontraktfirmen konnten nennenswerten Eigenraum einteilen, mullten jedoch etwas Raum aus dem freien Markte nehmen. e g e r r h e i n. D e r W a s s e r s l a n d w a r s t e i g e n d. D i e Nachfrage nach Leerrium war besser als beim Oberrheingeschäft. Raum wurde durchschnittlich etwas weniger angeboten, aber vollständig genügend, um allen Anforderungen slatt entsprechen zu können. Auch beim Niederrheingeschäft wurde etwas mehr Reedereiraum an Markt gebracht. Die Stimmung war unver" während verschiedene Frachtpreise genannt wurden, so u. a. für Erz nach den Ruhrhäfen 20, 25 Cents pro en acu n eschtagen mit den üblichen Zuschlägen nach Mülheim-Ruhr und nach dem Rhein-Herne-Kanal Charterungen nach Stationen oberhalb Duisburg bis waren mällig. An der Erzabfertigung waren beteiligt: Mannesmann, GutehoffnungshüttelN und die I. G. FarbenindustrielN. V. Wega. Der Schleppfarit war für beladene Kähne 22½ Cts. Wirtdurch bauten wähnte Die Koln V. Walsam einer auch im gesamideutschen Interesse liegenden schaftsentwicklung entgegengeführt werden, wenn es eine Großischiffahrtsstraße mit dem Rhein verbunden ist Er wies in diesem Zusammenhang auf die Wasserstraßen „Igleu, Holland und Frankreich hin und erholländische Bestrebungen, das Aachener Grenzland verkehrspolitisch an dee Maas zu ziehen. Oberbürgermeisger.„Dr., Pösche(Gladbsch) erklärte die Bereitwilligkeit mötzuarbeisen. 4.*iees uneingeschränkt Gute Beschäftigung der niederrheinischen Schiffswerften Duisburg. 14. Juli. Die Beschäftigung der niederrheinischen Schiffswerften ist weiterhin gut. Besonders Neubauaufträgen sind einzelne Unternehmen obschon in den letzten Wochen eine Reihe sertiggestellt werden konnte. ders Spezialfahrzeugen. fahrern von einzelnen den. Nachgelassen hat dagegen das Reparaturgeschäft, da gegen hat sich die Umbautätigkeit wieder leicht gehoben sellend in, Tesamlase der Werten weiterhin zurickenDuisburg-Ruhrorter Schifferbörse Duisburg-Ruhrort, 14. Juli. Für die Kohlenfahrt berg####e,„urde heute„an der Ruhrorter Börse nur vereinzell wecien uic trachlet.##n der Fahrt nach Rotterdam beKonelvorlese Annahmen etwa auf gestriger Basis mit Kanalvorlage. Die Frachten blieben hier unverändert Bu stracatss.## Rhein- und Ruhrhälen nicht noliert, ab Rhein-Herne-Kanal nach Mainz-Guslarsburg 1.10. nach #nparzen bei Franklurt 1.25, nach llanau 1.30, nach Aschaffenburg 1.35, nach Mannheim 1.10, nach Karlsruhe bei ganser##a#srbb. ug#und nach Strallburg 1.60 R)l. ganzer Lagr- und Löschzeit. Talfrachten Zechen-Häfen nach Rotterdam 0.85, ab Rheinhäfen nach Rotterdam 0.90, nach Antwerpen-G Brüssel 1.40 und nach Lüttich 1.80, ab In Schmalzbohnen konnte sich Listenpreisen entwickeln. Für grüne Anderungen waren nicht zu uepereu lutercste. Preistel: Okt. Dez, 811e Pen, per sbe Zucker: Von effektiver Ware wurde britischer Zucker War kitverlant trapgrgen, var lschechischer wie zulelzl. im las rubig. racht u eiseruns ein. Der Terminmarkt „ r.hig., Ischech. Kristalle Feinkorn Juli 5/8¼. British line granulated Juli-Sept. 5/9. Okt.-Dez. 5/8¼ sh. per 50 ka Markt- und Preislage unverändert. Rohkakao: Markt- und Preislage unverändert. Magdeburger Zucker-Notierungen Tage 32.22½, per Juli 32.27/-632.37½. Tendenz: ruhig. bahnsichend Seitens der Kösfe war m.Euttermittemarkt standen Trock ausreichend zum Angebot. In konnte die Nachti florken lauen gefragt. age voll weiler fest während Malzkeime in Berlin teilweise die Nachfrage gut. ken- und Stelfenschnitzel lwertigen Zuckerschnitzeln befriedigt werden. KartolfefGetrocknete Biertreber vernachlässigt lagen. waren 14. 7. Rheinisch-Westfälische Börse zu Düsseldorf Düsseldorf. 11. Juli. Kursbessern gänge hiellen sich in fester Haltung. verzeichnen und die vereinzellen Rückin engem Rahmen. Die Börse schloll nach Rotterdam ab Rheinund Ruhrient 1.20, nach Rhein-Herne-Kanal Werte: In gut versorgt. von Neubauten Neben Binnenschiffen, besonkonnten auch Aufträge in KüstenUnternehmen hereingenommen werhat dagegen das die Umbautätigkeit 1.10, nach Antwerpen-Gent 1.40, nach Brüssel 1.60 und nach Lüttich 2.00— Schleppen. Schlepplöhne ab RheinMainz-Gustavsburg 0.80—0.90 und RM. einschließlich und Ruhrhäfen nach nach Mannheim 0.90 bis 7.— Der Streik der Secleute In Antwerpen Verhandlungen, welche zwischen den ArbeitnehmerVerbänden, den Ofliziers-Organisationen und dem sterium für das Transportwesen in der vergangenen geführt worden sind, haben kein günstiges Ergebnis gehabt, so dast zuletzt rund 3000 Leute streikten, die Offiziere einbegriffen. Wie wir hören, soll von Brüssel aus Anweisung ertellt worden sem, jedenfalls in dieser Woche zu einer Lösung, sei es vorläufig auch nur eine Zwischengelangen, weil die belgischen Reedereien Gegenergreifen wollen, wozu sich in ausländischen ## a i e M ö g l i c h k e i t b i e t e t. D a i n d e s s e n d i e S t r e i k Instruktionen zweisellos einheitlich genannt werden müssen s dürtten die erwähnten Bemühungen der Reedereien die , jediglich verschlimmern, weshalb denn auch das Ministerium auf eine schnellmöglichste Beilegung des Konfliktes andringt und einen Vertrag in Vorschlag brachte, der den Arbeitsfrieden für längere Zeit sichern soll. Die Streikverluste für die belgische Staatskasse sind während der letzten Wochen außlerordentlich hoch geworden, denn erst jetzt liegt zuverlässiges Zahlenmaterial fall, der in Antwerpen bei dem standen ist. vor. Mit Streiks ist bar vorläufig übersältigtl Die lösung. malinahmen Hafen ertl. die Der Kölner Hafenverkehr im ersten Halbjahr 1936 Mit 3n 6n T6. Honer um ersien Malbiah## in der Ver einer. Gesamtumschlag von 1 570000 To. liegt um To. höher im ersten Halbjahr als in der sichthssiia###, erjahres. Auch der Rhein-See-Verkehr hat Wetter Südwest, bedeckt West, bedeckt West. bedeckt Südwest, bedeckt Südwest, bedeckt Südwest, bedeckt West, bedeckt Südwest, bedeckt Schulschiff auf dem Rhein Duisburg-Ruhrorf. 14. Juli. Der Ausbau des zur Schu## Buhre;#ernschwuchses auf dem Rhein in den Duis g-Ruhrorter Häfen liegenden alten Schraubenschleppskörpers ist soweit vollendet, daßl im Laufe der Woche gisindienstste ung des Schulschifles erfolgen kann Schiff wird feierlich getauft und eingeweiht werden Das Halbjahrsverkehr der Duisburg-Ruhrorter Häfen In 1936 Nach den der GesamtHäfen in der über den EinnahmeausIlafenarbeiterstreik entman in Belgien scheinbis jetzt vorliegenden Zahlen, die sich jedoch nur unwesentlich verschieben können, betrug.. umschlagsverkehr in den Duisburg-Ruhrorter ersten Hälfte des laufenden Jahres 7650 000 To. gegen in der gleichen Zeit des Vorjahres. Auf den r entfallen 5810 000 To. gegen 4 600 000 To. des Vorjahres. 6 400 000 To. Kohlenverkehr in der gleichen Zeit Vom Aachen-Rhein-Kanal-Verein Mitgliederversammlung des zur Förderung eines KanaliMtgliederversammlung des zur Förderung eines Kanalbaues vom rohstoffreichen Aachener Industriegebiet durch 1 bacher„Wirtschaftsraum zum Rhein gegründeten Sachen-Rhein, K, nal-Vereins beionte der Vorsitzende, Konsul Schiffers, daß der Verein sein Ziel unentwegt folge, das sich bei der Gründung vor zehn stellt habe. Nach mehrjähriger Prülung sei reichte Entwurf vom Reichsverkehrsministeri nischer und wirtschaftlicher Hinsicht als bauwarnn erkannt worden. Der Geschäftsführer Direktor Hell-Stolbera b. 12g e, e in einem ausführlichen Relerst die grenzpolittsche Bedeutung eines Aachen-Rhein-Kanals. Das:solchen Kanal erfaßte Wirtschaftsgebiet k weiter verJahren geder eingeum in techbauwürdig anSchulen für holländische Schifferkinder am Niederrhein holländischen Meldungen haben die Bestrebungen sländige Schulklassen im aufkatholische und evanselische Schiflerkinder eingerichtet bereits den Schul5.— Neues Zollamt in den Dulsburg-Ruhrorter Häfen In den Duisburg-Ruhrorter Kaiserhafen be1.00 RM Ort Konstanz Rheinfelden Breisach Straßburg Kehl Maxau Mannheim Mainz Caub Koblenz Köln Düsseldorf Duisburg Ruhrort Wesel Emmerich Nebenilüsse: Lohr(Main) Ems(Lahn) Trier(Mosel) Mülheim(Ruhr) Ruhrschl. Duisb. (Unterwasser) Weserwasserstände " Bremen,, 19.„Juli. Hann.-Münden 1.30— 2,14+2. Hameln 1.50—1, Minden 1.92—5. Elbewasserstände „wurg. 14. Juli. Dresden+1.87, Wittenbers Magdeburs 11.71, Tangermönde+2.40. Oderwasserstände Normalwasserstand 0.63. PegelbaumSüdwest, Südwest, Südwest, Südwest, Südwest, Südwest, bedeckt bedeckt bedeckt bedeckt bedeckt bedeckt Temperatur +13 +14 +15 +14 +12 +13 +15 +14 +14 +14 +13 +14 +15 +14 R. 2 R. 1 Festverzinsliche Duisburg 1926 Duisburg 1928 Essen 1926, Ag. 19... Oberhausen 1927 Rheinprov. Ldsbk. G. Pfdbr. 3 dto. Kom. A. 4 Dt. Kom. Sammelabl. Anl. dto. ohne Auslosung Rh. Westf. Bod. Cr. G. Hyp dto. R. 11 dto. Kom. 1926 R. 4-0 Westd. Bod. Cr. G. 24-26 dto. Kom. Em 4. 8. Dt. Schiffskr. G. Pidbr. R. 6 Aktien: Bösperde Walz Bonner Bergw. u. Hüttenverein Braunkohle Zukunn Dahlbusch dto. Vorz. Dorstener Eiseng. Gerresheim Glas Hallesche Salz Köln Gummiläden Königsbrauerei Duisburg Rheinische Energie Schiegel Scharpens...... Ver. Rumpuswerke Wagson Uerdingen Dortmunder Aktienbrauerei Dortmunder Ritterbrauerei Dortmunder Unionbrauerei 14. 7. 92 92½ G 92% G. 92 0. 96½ G. 94½ G. 136½4 G 29¾ 0 97G. 101¾ 95 G. 96½ G 94½ G. 95¼ G. 122 G. 147 G 135 G. 130¾ G. 145 G. 75 G. 100¼ 144 142½ C. 90( 1.8½ G. 207¾ 13. 7. 91% 920. 92¼ G. 92 G. 96½ G. 94½ G. 13615 G. 29⅝8(1. 97G. 102 G. 95 G. 96½ G. 94½ G. 95¼ G. 122 G. 146 ¾ 135(. 130 G. 145 G. 75 G. 108½ G. 146 120½ 142½ G. 90 G. Weizen frei Berlin Roggen frei Berlin Braugerste gute frei Berlin Wintergerste, zweizeilig frei Berlin Wintergerste, vierzeilis trei Berlin Hlaler ab Station Weizenmehl PreisgebietV Roggenmehl PreisgebietV Weizenkleie Roggenkleie* Viktoriaerbsen Kleine Speiseerbsen Futtererbsen Beluschken..... Peluschken Ackerbohnen Wicken, deutsche Lupinen, blaue Lupinen, gelbe Seradella, neue Leinkuchen Basis 37% Erdnußk. Bas. 50% ab Hbe Erdnußkuchenmehl deutsche Mahlung Trockenschnitzel Sojabohnenschrot 46% ab Hamburg Sojabohnenschrot 46% ab Stettin„„ Kartoffelflocken, waggonfrei Stolp Kartoffelflocken, Parität Berlin 220.00 162.00 27.65 21.50 11.30 9.90 35—38 32-35½ 24—26 32—35 20—22 31—32 20.60—21.60 32-33½ 41—45 17.30 16.90 18.10 9.62 15.50 15.90 19.35 19.55 220.00 162.00 27.65 21.50 11.30 9.90 35—38 32-35½ 24—26 32—35 20—22 31—32 20.60—21.60 3233½ 41—45 17.30 16.90 18.10 9.62 15.50 15.90 19.35 19.55 Berliner Metallmarkt Geschsfatt les. hngte gen werden neue Kurspreislestactrungen für Zinn und Feinzslbder auf 925 Rül anigs und reinsilber auf 0.25 RM anzog und 38.— bis 41— — Am internationalen Markt begann Zinn mit dann um Verlauf der Börse aber stetig notierten ab und Silber tenKupfer während RM notierte einem Rückschlag, den Bis- sind# Konpie., Unverändert und Gierge lustigg dröckelte leicht 206¾ G. Karlshafen Telegraphische Auszahlung am 14. Juli 1936 +2.85, Steitin, 14. Juli brücke 0,52.— Küstrin: 2.08. Nach hon der holländischen Schiffer um Prüshurs-d##Prieg,„ Naienbezi,k endlich einen Erlols zuweisen. Es sollen zwei holländische Schulen und evangelische Schifferkinder wer##p. die mpit Besinn des September betrieb aufnehmen werden. „Düsseldorf als Schillahrts- und direktor Hch. E tterich waltung Düsseldorf. aus inlaß des 40jährigen Besiehen dorfer Rhein- und Sechafens Hlaienstadt. Von HafenHerausgeber: Hafenverogne von einem nur dann ul. 4.m Bg, einge genen Lolsengeun iu dere. 11en eine Zusammenlesung von Hialenzollamier 8u erfolgen wird. 1.— is des neuen DüsselSesce sce i ee c ce. ese ie eee Anfängen bis zur Gegenwart schildert. Ein Werk, aus dem die Verladerschaft die Behandlung der Ware im Hafen Seeräacer nd selscg er. laleonr. 861 sschliches Material anz un 241 n sich trackenes und ues Material anschaulich und eindringlich behandeln K. H. Argentinlen Belgien Brasilien Bulgarien Dänemark England Finnland Frankreich Hlolland Island Italien Japan Jugoslawien Lettland Norwegen Oesterreich Portugal Schweden Schweiz Spanien 1 Pap Peso 100 Belga 1 Milreis 100 Leva 100 Kronen 1 Pfund 100 finnl. M. 100 Frcs 100 Gulden 100 Isl. Kr. 100 Lire 1 Ven 100 Dinar 100 Latis 100 Kronen 100 Schilling 100 Escudo 100 Kronen 100 Franken 100 Peseten Tschechoslowakei 100 Kr Ungarn 100 Pengö V. St. v. Amerika 1 Dollar Korige Geld Brie! 0.675 42.00 0.142 3 047 55.70 12.475 5.499 16.415 169.07 55.94 19.53 0.727 5.654 80.92 62.70 48.95 11.335 64.32 81.18 33.95 10.285 2 482 0.679 42.08 0.144 3.053 55.825 12.50 5.511 16.455 169.41 56.06 19.57 0.729 5.666 81.06 62.82 49.05 11.355 64.44 81.34 34.01 10.305 2 466 Del-Notin Elektrolvikupfer(wireb.) prompt cif Hamburg. Bremen oder Rotterdam........ Berliner Metalle Orig. Hütten-Aluminium 98—99% in Blöcken, Walz- od Drahtbarr. Orig. Hütten-Aluminium In Walz- od. Drahtbarren Reinnichel 98—99 0. Antimon Regulus Silber in Barren ca. 900 f. Gold Freiverkehr per 10 Platin Freiverkehr 1 g ka Preise für 100 kg Vorige Heutige 53 144 148 269 38—41 53 144 148 269 37¾ 40¾ Amtl. Preisfestsetzung für Kupfer, Blei und Zink (Reichsmark per 100 kg) Juli August September Oktober November Oezember ***** Kupfer Blei Brief l Geld 1 BriefI Geld 47¼ 47¼ 47¼ 47½ 11¼ 47¼ 48 46 ¾ 49¼ 20½ 20½ 70½ 6 20½ 20½ 20¾ 21 21¼ Zink Briet (ield 17 ¾ 17¾ 17¾ 17¾ 17 ¾ 17¾ 18 16 ¼ 18½ FIL Wiltt Woch. den 19. Juli 1730 Eierstünde Der Gewitterabend D on Willi Steinborn Ils der Ingenieur erst am sechsten oder sieb ten Gehöft vorbeizog, zeigte sich, daß hier mit das Dorf bereits aufhörte. Verwun dert blieb er stehen. Er knurrte. Mit einem Ruck hob er dann die Wanderkarte vor die Augen Niemand konnte zweifeln, er würde dem Dor sogleich entschieden beweisen, es habe mehrfach größer zu sein und mindestens doch ein Gasthaus zu besitzen, das Gasthaus nämlich, in dem er zu übernachten gedacht hatte. Aber er mußte finden, daß das Dorf im Recht lag, daß vielmehr er bei seiner letzten Orientierung unachtsam gewesen war und nun an verkehr ter Stelle stand. Also nicht! Er ließ die Karte fallen. Da er sich jedoch ermüdet fühlte, beschloß er, trotzdem nicht noch zum immerhin über eine Stunde entfernten größeren Ort zu gehen, um dort zu übernachten, sondern zu versuchen, hier bei einem Bauern eine Unterkunft zu An das Wieer Von Günther Gablenz Immer lieb ich euch, Wogen, Weil ihr unendlich seid! Euch scheinen nicht Grenzen gezogen, Ihr schlagt euren brausenden Bogen Zeitlos in die Zeit. In euren grünen Haaren Kämmt schneller Schiffe Kiel. Viel Völker sind gefahren— Menschen, die ehmals waren, Trugt ihr zum ewgen Ziel. All meiner Sehnsucht Träume Trag ich. o Meer, dir zu. Wo an des Himmels Räume Stoßen der Wellen Säume, Findet mein Sehnen Ruh. erhalten. Er kehrte darum um und tat die paar Schritte zum nächsten Hof zurück. Wie schwül es außerdem ist, drängt sich im Schreiten eine Empfindung auf. Er traf es glücklich. Allerdings stünde das Belt auf dem Boden unter dem Dach, wo die Hitze des Tages auch nachts unangenehm bedrücke——. Das machte nichts, unterband er die Bedenken, und übrigens hoffe er, aus dem dickdunstigen Westen mit seiner vielversprechenden Bläue entwickle sich in kurzem ein kräftiges Gewitter mit gehörigem Blitz und Krach und Wolkenbruch. Ja, sagte der Bauer, es wird kommen. Während der Ingenieur in der Küche sein Abendbrot verzehrte, stieg plötzlich eine Dunkelheit heran; sie stand einen Augenblick vor dem Fenster, hängte sich ihren Mantel zurecht, und dann stieg sie herein, setzte den einen Fuß über die Brüstung, zog den zweiten Fuß nach, Mas o war drinnen. Und es war eine Dunkelheit, braun, nebelbankbraun angetan, wie die Nacht, wenn sie sich an den Horizonten des Meeres hinlagert, auf die verirrten Kähne der Fischer zu lauern, und wie sie erschienen war, ging aller Schein vor ihr unter, der von den Töpfen, der von den Kannen, von den Tassen, den Tellern, von den Herdkacheln, der von den Händen, der von den Gesichtern, jeglicher Schein. Nur aus dem Feuerloch glomm eine Glut und zeigte unverhohlener ihr wahres Element. Was ist das? fragte der Ingenieur. Das Wetter zieht auf! sagte die Frau wie von fernher, die mit ihrem Gast am Tische saß und ihn bediente. Das lobe ich mir, rief der Ingenieur, kommt pünktlich und scheint ordentlich zu werden; er rief es, der Ingenieur, aber sein Ruf fand keinen Widerhall, war ein Ruf, blieb ein Ruf, nichts sonst. Nanu? fragte er betroffen, ist es nicht so? Er erhielt statt einer Antwort die Tasse zum zweiten Male mit Milch gefüllt; ich muß noch durchs Haus, sagte die Frau, erhob sich, ging, er war allein. Schnell beendete der Ingenieur sein Mahl. Er gedachte, das Gewitter im Freien abzuwarten. Bei seiner Ankunft hatte er vor dem Haus eine Bank gesehen, die durch das überhängende Dach geschützt sein mußte— die suchte er jetzt. Es war ein leises Fieber in ihm, wie die ersten Blitze vor dem Himmel hinzuckten und die blaue Wand geradeswegs auf das Dorf zurückte. Draußen fand er schon den Bauern sitzen. Er ließ sich neben ihm nieder. Dabei wies er mit Daumen und Kopf aufwärts wie einer, der seine vergnüglichste Erwartung ausdrücken will, Händereiben hinterher, ich bin bereit, es beginne. Jedoch schien es, als bemerke der Bauer diesen Hinweis nicht, oder er erfasse ihn nicht. Er saß vorgebeugt unbeweglich und betrachtete die Gebilde, die in rätselhaft schrecklichem Wandel über der Erde herzuwandelten, ihre grellfahlen tödlichen Blicke um und um spielen ließen, suchten sie wen? Nein, sie suchten niemand, die Spielenden, sprangen, sich selbst genug, kreuz und quer von Wolke zu Wolke, wie die neugeborenen Lämmer zwischen den Hügeln des Frühlings. Aber da waren sie auf einmal verscheucht, und es war für Sekunden eine große finstere Stille ringsum, und sie war schlimm, die Stille, sehr schlimm in ihrer großen Finsternis und finsteren Größe, und dann war es gewiß, es war vorbei mit dem Wo die Kuhglocken läuten Aufnahme: Scherl — Königliches Spiel Don Frieda Peltz SE Roman von Martin Luserke Copyright Ludwig Voggenreiter, Verlag, Potsdam 45. Fortsetzung Da geschah ein ungeheurer Knall hinter ihnen. Das große Heckgeschütz auf der„Loopover=de=Loft“ hatte sich entladen, und sie hörten Macs Fistelstimme in der Ferne kreischen:„Aasstück, für dich tut's wohl nur eine silberne Kugel!“ Das Pulvergewölk schoß vom Schiff voraus und wälzte sich über das Wasser bis an den Sand hin, auf dem die beiden standen. Sie sahen die Kugel dicht bei der ungeschlachten Gestalt des Feindes furchend in den Sand hauen, abprallen und sich in flachem Satz weiter in die Dunstwand hineinschnellen. Oyto hatte noch mit der Faust gedroht und war dann rasch wieder in die Nebelschleier zurück verschwunden. Hasko und Sygun atmeten schwer. Aber da schütterte im Nordwesten, wo Terschelling liegen mußte, die Luft vom Rollen erst vereinzelter und dann immer zahlreicherer Schüsse.„Gut so, schrie Hasko,„da verknallen die Spanier ihr Pulver, das ich ihnen für teures Geld verkauft habe.“ Und er lachte, als es nur von einer einzelnen Kugel weit entfernt vor der Nebelwand auf dem Wasser aufspritzte. Noch einmal schleuderte das Ding näher heran den Gischt hoch und warf sich dann auf den Sand, um nach drei ungeschickten Sprüngen auszurollen. Ja, die Stille war nun vorbei. Auch der Wind zog plötzlich fühlbar an. Die Flut hatte eingesetzt, und drüben auf dem schwarzen Schiff stiegen die Segel flatternd empor. Die „Loop=over=de=Loft" war entdeckt. Heute ist Dienstag. Da ist das Fräulein für niemanden zu sprechen. Für niemanden, denn es kommt der Baron zum Schachspiel. Das Fräulein ist neunzig Jahre. Der Raum mit all seinen Sachen schließt sich um sie zum Rahmen. In ihr hohes Gesicht ist die Zucht einer Zeit geprägt, der ein einsamer aber eiserner König seine Seele gab. Immer, wenn der Baron zum Schach kommt, prüft sein erster Blick, bevor sein leichter Mund ich auf die leichte Hand neigt, die Frisur. Sie ist noch wie vor siebzig Jahren. Genau so peinlich gewunden und geordnet. Er nickt, so ist es ihm recht. Wie in weite Ferne nickt er. Bevor er in den Krieg gezogen, damals, als junger Offizier, hatten sie sich versprochen, aufeinander zu warten. Als er wiederkam, war er ein Krüppel und hat sie nicht mehr gefragt, ob sie ihn noch wolle. Der Stolz des Mädchens hatte sich dem seinen ebenbürtig erwiesen. Auch sie hat nie gefragt, ob seine Liebe und sein Vertrauen nicht größer sein könne als seine Verschossenheit. Seit jener Zeit spielen sie Schach miteinander. Jeden Dienstag. Alles bleibt dahinter zurück. Es geht nach Punkten, und es ist ein Turnier, das nun schon ein Menschenalter läuft. Wenn es an der Zeit ist und die Klingel geht, setzt sich das Fräulein aufrechter. Sie gleicht den hölzernen Figuren, die bereit stehen. Bringen Sie den Wein“, sagt sie zu BaM „Es gibt gewaltiges Wasser heute nachmittag. Wer können uns am Wind übers Watt hinpressen bis an die Ems, wenn wir gegen den Strom nicht wieder hinauskreuzen können. Aber jetzt sag mir rasch, was willst du nun hier ganz allein machen, Sygun von der Insel?“ fragte Hasko, während die letzte blaue Stelle am Himmel sich rasch verkleinerte. „Du mußt jetzt mit mir davonfahren auf diesem guten Schiff!“ Und während sie sich ihm an die Brust warf, hatte er sie plötzlich vom Boden gehoben und rannte mit ihr auf das Boot zu, das man von der„Loop=overde=Loft“ absetzen sah. Unheimlich rasch bließ der zunehmende Nordwind jetzt die Dünste über dem Watt hoch. Schwarzgrün und drohend lagen die Wasserflächen, gefährlich streckten sich mit einem Male die Sande. Unter Terschelling kamen die acht flachgebauten Schiffe Boschhuyzens zum Vorschein und setzten das wirkungslose Schießen gegen die„Loop=over=de=Loft“ fort. Man sah über den Qualmwolken die winzigen Segel schwanken, während sich die Schiffe langsam gegen den Strom heranarbeiteten. Aber als jetzt die Sicht über dem Borndiep frei wurde, sahen sie auch draußen Segel. Boschhuyzens Schiffe strebten weiter zerstreut heran, als machten sie untereinander eine Wettfahrt bei der Einschließung des verhaßten Feindes. Auf der„Groote Klacht", Boschhuyzens Führerschiff, stand der tapfere Mann stampfend und brüllend unterm Besanmast, um dessen Stenge ein schwarzer Fetzen genagelt war. Boschhuyzen beschwor den Wind, noch rascher zum Sturm zu wachsen. Noch dreimal so gewaltig sollte ihn der Flutstrom an den Feind herantragen! Wenn das flachergehende Geusenschiff die Untiefen rechtzeitig gewann, war ja die Jagd wieder umsonst gewesen! bette, die den Gast hineingeleitet. Das sagt sie jedes Mal so. Und jedes Mal nippen die Partner einmal an dem Glase. Dann vergessen sie es. Babette trägt die vollen Gläser wieder hinaus, wenn das Spiel zu Ende ist und die Prismenkrone verlöscht. Heute ist Dienstag, und es ist schon spät. Das Spiel will nicht zu Ende gehen. „Schach“, sagt eben der Baron und denkt, heute bekomme ich wieder einen Punkt. Die schmalen Hände aber, deren Bewegungen er kennt wie die Figuren, sind heute fremd in ihrer Unentschlossenheit. Sie wollen sich nicht besiegen lassen, die kleinen Hände, denkt der Baron, und summt eine Melodie. Ein Soldatenlied. Wie er aufsieht, faßt er erblassend nach der säumigen Hand. Sie ist kalt. Aber sie hält die Königin. Schach, sagt die Stille. Der Baron steht auf und deckt seine warme Hand behutsam über die noch immer blauen Augen. „Du hast gesiegt, Christiane“, sagt er und nimmt die Königin aus ihrer Hand. Er stellt sie zu den beiden vollen Gläsern. Zucht einer Zeit, der ein einsamer aber eiserner König seine Seele gab, ist in sein Gesicht geprägt. Dann läutet er nach Babette. Spiel der Blicke, und die Blicke spielten nicht mehr hin und her ohne Plan und Ziel, und die Blicke waren fortan jäh, kurz, ohne Umschweif, nichts als Plan, nichts als Ziel, blanker, schauderbar nackter Griff nach der wehrlosen Beute. Mitleid? Wer wagt auf Mitleid zu hoffen, denn der Name der Beute ist diese Zeit und alle Zeit und das besagt genug: Kreatur! Als es so um das Dorf stand, richtete sich der Bauer auf und blieb fortan starr gerade sitzen. Der Ingenieur neben ihm geriet in immer heftigere Bewegung. Bald zog er mit dem Zeigefinger die Bahn eines Blitzes nach, bald schlug er sich mit der Faust auf den Schenkel, und immerwährend stieß er Rufe aus. Hallo! jetzt, Donner! nun, Allerlei! darauf Herrlich! dann— solche und viele andere waren seine Rufe, und diesmal wartete er nicht auf Widerhall: die Rufe richtete er an sich selbst, an seine kaum zu bändigende Lust über die Ereignisse der Wildheit, der reinen Kraft, die nichts war als Kraft, ohne Abzug, ohne Hemnung, ohne Grenzen, und ihre Erscheinung entzückte ihn immer maßloser, je unverhüllter sie hervortrat. Ja, ja! schrie er am Ende wie rasend, denn es deuchte ihn, nie in seinem Leben hätte sich ihm wunderbarer, überwältigender offenbart, welche Möglichkeiten, da sie sich draußen zeigten, auch in seiner Seele vorhanden waren. Aber in seinem Taumel fühlte er sich mit einem angerührt. Der Bauer hatte auf seinen Arm getippt und sagte zu ihm: Genug damit! Womit? wollte der Ingenieur fragen. Doch er fragte nicht; er sah dem Bauern ins Gesicht, und da blieb er still. Aber ein Unmut regte sich in ihm, ein Trotz auch, weil er sich irgendwie beschämt fühlte, wozu eigentlich kein Auf Ameland aber rannten die Männer und standen Haufen von Weibern und Kindern gaffend auf den Dünen. Peitschen knallten, und schwerbeladene Wagen polterten auf dem Landweg nach dem Ostdorfe Nes dahin. Die Wallonen dagegen zogen in Trupps zum Sammelplatz bei der Kirche von Hollum, deren Türen weit offen standen. Drinnen beteten die drei Priester um die Vernichtung des Feindes. Dem belfernden Läuten vom Turm freilich hatte der Herr Spicäus ein rasches Ende gesetzt, indem er den Glöckner die Treppe hinunterstieß und die Holzschuhe hinterherwarf. Denn er brauchte den Turm für wichtigere Zwecke, nämlich als erhöhten Befehlshaberstand in diesem ungeheueren, flachen Kampfgefilde. Weit umher breiteten sich unter dem alten Soldaten Watt und See. Wie in einem kleinen Sondermeer eingekesselt lag fern im Süden bei den Bänken winzig das schwarze Schiff. Durch seinen törichten Schuß hatte es sich rechtzeitig verraten, so, daß der Angriff noch vor dem Ausbruch des Sturmes erfolgen konnte. Mindestens drei Stunden mußten vergehen, ehe die Auswege über die Untiefen des Watts hinweg anfingen, mit der Flut wieder benutzbar zu werden. Mit einem Hornissenschwarm von Booten griff man ein Schiff in solchen Fällen an. Aber der kriegserfahrene Spicäus dachte auch daran, daß die erste Wattrinne, die mit der Flut befahrbar wurde, dicht unter Ameland hinführte. Aus der Ladung eines gestrandeten Walfängers lagerten auf der Insel noch einige sechzig Fässer Tranöl. Diese ließ er auf allen verfügbaren Wagen nach Nes fahren, während auf der Reede von Hollum schon die Boote für den Angriff bemannt wurden.„Loop=over=deLoft“, ja, jetzt loop du over de Loft“, summte Oyto, der unten wie ein Geist der Rache überall tätig war. Männer unten in der fremdartigen Umgebung belauschen konnte. Immer wieder schaute sie nach den Strickleitern, die zum Besanmast hinaufführten, aber sie scheute sich, vor den Männern nach oben zu klettern. Es war schrecklich genug gewesen, als Hasko sie aufs Schiff brachte und unten auf dem Mitteldeck einfach absetzte. Alle die Männer hatten schweigend auf ihren Kapitän gestiert, der hier selber das strenge Gesetz durchbrach, daß kein Frauenzimmer den Fuß auf die„Loop=over=de=Loft“ setzen durfte. Hasko war sofort auf das Vorderschiff gestiegen.„Mac, was machst du?“ rief er zornig. Sie waren dabei, die langen Kanonen sturmsicher festzubinden und mit Teerleinwand zu überdecken. Mac hatte nach dem aufsteigen den Sturmgewölk gedeutet.„Bei dem Seegang, den wir nachher kriegen, kann ich dir nicht mit Schießen helfen“, sagte er.„Mein Pulver wenigstens soll gespart werden. Aber während du uns heraussegelst, sollst du auch nicht erleben, daß Mary und Dorothee da hinten plötzlich seekrank werden und sich über Bord hängen.“ Und als der Alte sich wieder an die Arbeit machte, zankte er erst noch leise und giftig: „Du hättest besser getan, Flackerfüer, statt einer wilden Meerfrau dein Glück wieder zurück an Bord zu holen, denn mir scheint schon jetzt die Zeit gekommen, wo wir es brauchen könnten!“ Auf dem Mitteldeck der„Loop=over=de=Loft“ wurde um diese Zeit Schiffsrat gehalten. oygun von der Insel kauerte verschüchtert im ernsten Winkel oben auf dem Hüttendeck, aber so, daß sie gerade noch das Treiben der achtzig Hasko hatte dem erfahrenen Manne nichts erwidern können, und Sygun hatte sich trotzig so weit weg und so hoch hinauf geflüchtet, als es noch Platz auf dem Schiff gab. Der Schiffsrat, der nach altem deutschem Brauch vor allen Entscheidungen um Leben und Tod auch auf der„Loop=over=de=Loft" abgehalten wurde, war für das Mädchen von der katholischen Insel nun doch wieder ein Anlaß zum Staunen. Wie diese Führer mit den Leuten sprachen, als wären sie ihresgleichen! Nur daran, daß er unter dem Großmast stand, erkannte man den Kapitän. Als erst die Reden Grund vorhanden war nach seiner Ansicht. Nein, verbohrte er sich in diesen Gedanken, ich brauche mich nicht zu schämen, weshalb denn, und darum fragte er, nachdem es etwas stiller geworden war, dennoch, fragte nachdrücklich: Was sollte ich vorhin? Befürchteten Sie, ich zöge den Blitz an, weil ich nicht wie ein Klotz saß? Der Bauer antwortete nicht. Da fragte der Ingenieur herausfordernd weiter: Ist einer im Dorf, der nicht versichert ist? Der Bauer blieb stumm. Angst hat doch noch nie etwas abgewendet, beharrte der Ingenieur auf seinem Gespräch, Der Bauer schwieg wie zuvor— einzig, daß er seinen Blick von dem Gast nahm, den er während der Fragen aufmerksam auf ihm gehabt hatte. Da ließ der Ingenieur seine Rede. Selbst eine Feuerspritze besitzen wir neuestens, die vergaßen Sie..., sagte der Bauex schließlich. Danach fiel wieder lange kein Wort zwischen beiden. Es war eine schlimme Rede, meine Rede zuletzt, sagte der Ingenieur dann. Man muß sie verstehen, sagte der Bauer. Nein, sagte der Ingenieur, ich, ich hätte eher verstehen müssen! Der Regen floß rauschend und küyl. Sie erzählten sich noch bis gegen die Mitternacht. Auch die Frau kam für eine Weile hinzu und gab dies und jenes Wort. Als aus dem Hause eine Uhr schlug, man wußte nicht, war es et oder zwölf, gaben sie sich die Hände, und# tat wohl, die Hände einen Augenblick inernander zu haben vor der Ruhe nach diesem langen Tag und dem gewitterschweren Abend angingen, konnte man es freilich auch hören, daß Hasko hier der Erste war, und Sygung wilde, spähende Augen wurden wieder sanfter, Das war zu entscheiden: es gab zwei Auswege über die Untiefen des Watts. Auf beiden freilich mußte gekämpft werden. Den dritten Weg in die See hinaus verboten der Nordwind und die einlaufende Flut. Beide Wattwege aber wurden erst mit der Flut befahrbar. Am Festland hin war der bessere Der Kurs dicht unter Ameland sollte zwar über tiefere Gründe führen, aber niemand auf dem Geusenschiff kannte das Fahrwasser. Und dae Gewimmel auf der Insel, das selbst aus dieser Ferne schon zu erkennen war, ließ vermuten daß man sie nicht unangefochten durchfahre lassen würde, wenn sie sich mit verkürzten geln langsam hindurchloten mußten. Hasko trug die Sache vor, und nach altes Schiffsbrauch hatte sich zuerst die Mannscho zu äußern. Sygun kannte nur den sklavische Gehorsam der einfachen Leute gegenüber ihren Befehlshabern. Es gefiel ihr, wie jetzt der grauköpfige Bootsmann bedächtig aufs Ankerspill kletterte. Und sie wurde ganz heiß und rot, als sie hörte, wie offen der Seemann die Meinung der Schiffskinder kundtat. Es sei eine verzwickte Lage, sagte er bedächtig. Und wenn alle Kameraden so dächten wie er, dann wollten sie diesmal stracks tun, was der Kapitän für richtig finde und keine Zeit verlieren. Die Mannschaft murmelte beifällig, und Haskos Augen glänzten. Schön ist er, dachte Sygun, als Hasko an die Nagelbank des Großmastes sprang und# mit hochgerecktem Arm an den niederfahren den Tauen hielt.„So meine ich denn“, rief er, „daß uns die größere Gefahr von Wind um Wasser kommt, und daß wir unter Amelat hin rasch durch die Anstalten der menschlich Feinde brechen wollen. Help God en Oranie (Fortsetzung folgt) Verlegt bei Carl-Duncker-Verlag. Berlin 25. Fortsetzung. Sie ging langsam zu der Verbindungstür der beiden Läden, lehnte den Kopf daran und ließ sich von einem lautlosen Schluchzen schüt teln. Sie hatte keine Gewalt über ihren Körper, er flog unter der Macht von etwas Stärkerem— und dieses Stärkere, dem sie sich ergab, war gut. Sie ließ sich hineinfallen und erlosch in ihm. Möbius wanderte nordwärts durch die Stadt. Er wollte sich losmachen, er wollte an anderes denken, an Ulrike etwa, aber er wußte nicht mehr, wie Ulrike aussah, wie Ulrike war. Jetzt, dachte er, hatte er sich ganz eingesetzt, hatte er sich ganz hineingeworfen. Jetzt mußte er ertrinken oder schwimmen. Grund gab es unter den Füßen nicht mehr. Den Mantel geöffnet, den Hut ein wenig in den Nacken geschoben, bummelte der ältere Seiler die Uferstraße entlang. Er schien mit Gott und der Welt recht zufrieden zu sein, sein Gesicht strahlte Wohlwollen und Milde. Leise pfeifend bog er in die Neue Grünstraße ein, blieb stehen, um einem sehr jungen Mädchen nachzusehen, gab dann seinen Schultern einen Ruck, daß der Mantel gut sitze und trat in den Laden seiner Schwester. Grußlos und feindselig schaute Helene ihn an.„Was willst du schon wieder?“ fragte sie. Hermann ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.„Fünf Zigarren zu zehn“, sagte er und ließ ein Silberstück auf die Zahlplatte gleiten. „Hast du anständige Zigarren zu zehn?“ Sie griff wortlos nach einer Kiste und stellte sie aufgeklappt vor ihn hin. „Man sieht, wir sind lange nicht mehr beisammen gewesen“, tadelte er mild und klappte die Kiste wieder zu.„Diese schwarzen Dinger vertrage ich nicht, das weißt du doch.“ Sie legte die Hand auf die geschlossene Kiste. „Du willst ja gar keine Zigarren kaufen“, sagte sie,„Vazu brauchst du doch nicht dis hierher zu kommen. Aber sonst haben wir nichts mit einander abzumachen. Warum kommst du also? Geh' lieber gleich!“ „Gott, bist du unfreundlich“, sagte er und lachte dabei ein wenig.„Wo bleibt die schwester liche Liebe?“ „Die hast du lange verbraucht, und mehr als das. Viel mehr. Du pfeifst ja auch auf sie. Du willst ja doch nur Geld.“ „Ich habe nie etwas gegen Geld“, grinste er, man sah die Goldkrone über dem Eckzahn. „Und außerdem— du weist ja, wie die Lage „Interessiert mich nicht. Sieh zu, wie du fertig wirst. Habe ich das Anna immer noch nicht deutlich genug erklärt?“ „D gewiß, deutlich war es. Recht deutlich. Und sehr herzlos dazu.“ Helene setzte sich. Sie nahm eine Strick arbeit auf, die an der einen Ecke des Ladentisches lag, und begann, emsig die Nadeln umeinander zu bewegen.„Du hast mich einmal so gründlich übers Ohr gehauen, mein Lieber", sagte sie kalt,„du hast dir sowieso schon genug Geld von mir geholt. Verlaß dich drauf, die Art, wie du unsere Erbschaft geteilt hast, die guten Aktien an dich, den anderen Mist an mich— das habe ich dir nicht vergessen. Da hast du dich schadlos gehalten. Jetzt komm' nicht um mehr— sei lieber froh, daß ich dich nicht verklagt habe!“ „Und doch mußt du mir helfen!“ Hermann Seiler hockte sich auf die Kante des Ladentisches. Unbewegt sah er zu, wie ein Kunde hereinkam, sechs Dreieindrittelzigaretten kaufte und wieder ging. Er öffnete den Mund, um weiterzusprechen, als jener noch in der Tür war. Das sind keine Gespräche für meinen Laden“, sagte Helene scharf,„was soll denn die Kundschaft denken!" „Möglich“, gab Seiler zu.„Aber da du mich abends nicht empfängst—“ „Nein.“ „Nun, dann muß ich eben sehen, dich in der Geschäftszeit zu sprechen, liebe Helene.“ „Ich will aber mit dir nicht sprechen, ich habe nichts mit dir abzumachen.“ Seilers Gesicht verlor etwas von seinem Wohlwollen und seiner Freundlichkeit.„Das ist mir verhältnismäßig gleichgültig, liebe Helene“, sagte er rasch.„Wenn die Not drängt — und das tut sie!— dann muß man über deine Bedenken hinwegsehen. Und du wirst so freundlich sein, es gleichfalls zu tun. Für die Bedrängnis, in die ich mit meiner Familie geraten bin, kann ich nichts— und über die unverschuldete Not mußt du mir weghelfen. Da hilft dir nichts!“ Sie lachte.„Ich wüßte nicht, wie du mich ganz gut, daß ihre Beherrschung nicht mehr von langer Dauer sein konnte.„Um so besser“, dachte „onsere Not ist tatsächlich unverschuldet. Wir standen dicht vor einem wichtigen und bedeutenden Abschluß mit— mit dem Herrn da drüben.“ zwingen wolltest. Und deine unverschuldete Not— na, darüber reden wir wohl nicht erst. Wer soll sie denn verschuldet haben, wenn nicht du selbst mit deinen krummen Geschäften!“ „Ich werde dir beides sehr rasch beantworten, liebe Helene!“ Seiler streifte die getapelten Zigarrenkisten mit einem lächelnden Blick, griff in die Tasche, zog eine Zigarre aus einem Etui, biß umständlich die Spitze ab, lopfte, pustete, zündete sie endlich an. Er sah dabel aus einem Augenwinkel auf seine Schwester. Sie hielt an sich, aber er bemerkte er,„soll sie nur loslegen!“ Er paffte noch zwei Züge, dann sagte er endlich:„Das zweite zu erst, wenn es dir recht ist. Unsere Not ist tat sächlich unverschuldet. Wir standen dicht vor einem wichtigen und bedeutenden Abschluß mit — mit dem Herrn da drüben.“ Er wies mit dem Daumen auf die Wand zum Wachspuppenladen.„Der Herr hatte das Pech zu sterben. Schlimm für ihn. Für uns noch viel schlimmer. Nun kam unser Abschluß nicht mehr zustande. Er ist tot, er merkt's nicht mehr— aber ich—“ „Das wird schon wieder eine nette Sache gewesen sein“, sagte die Frau, noch ruhig. „Deine Geschäfte, diese Abschlüsse—“ „Bitte!“ antwortete Seiler scharf.„Deine Kritik für dich! Ich mag sie nicht hören.“ Sie zuckte die Achseln und schwieg wirklich. „Und was nun den ersten Punkt betrifft sieh mal, liebe Helene, ich weiß doch, daß du Geld hast. Ich will's auch nicht geschenkt, ich will nur einen Kredit. Ich gebe dir Wechsel, mit kurzem Ziel. Das ist doch kaufmännisch gesprochen, nicht?“ „Und die geplatzten Wechsel“, sagte sie höhnisch,„was tu ich mit denen?“ „Wenn du aber“, sprach er weiter und überhörte den Einwurf,„wenn du mich aber zur Verzweiflung bringst, dann darfst du dich nicht wundern, wenn etwas geschieht, was dir unangenehm ist. Ich brauche fünftausend Emmchen, bis übermorgen. Uebermorgen bin ich wieder hier und hole sie ab.“ „Einen Dreck holst du ab!" Die Frau kreischte den Satz, sie war blaurot im Gesicht. „Verrecken will ich, ehe—“ „Nichts verschwören, liebe Helene“, sagte Seiler und glitt vom Ladentisch. Er zog den Paletot zurecht und nahm den Hut in die Hand. „Sieh mal, ich habe immer gute Informationen, das ist ja mein Beruf. Und ich könnte mich mal an Hand meiner Informationen dafür interessieren, ob die fünftausend, die man neulich nebenan gefunden hat, nicht von dir gekommen sind. Und dann könnte ich mich weiter erkundigen, wie sie dahin kamen, was sie da sollten, für was du sie Herrn Krause gegeben hast— wieso du an dem Abend überhaupt bei Herrn Krause warst. Und so weiter. Du verstehst mich doch? O, du verstehst mich sicher, du bist sa nicht dumm. Also dann bis übermorgen.“ Er winkte mit der Hand, gab der wütenden Frau keine Gelegenheit mehr zu sprechen, sondern verließ eilig den Laden. Er zog dabei den Kopf etwas ein— konnte man wissen, ob das rabiate Frauenzimmer ihm nicht eine Kiste in den Nacken schleudern würde? Ihr erstarrtes Gesicht sah er nicht mehr. eaer# frber 2u. in. Verhummsmapig heichhultig, liebe Schwester. Sie hielt an sich, aber er bemerkte Du verstehst mich doch? O. du verstehst mich! Munnnmnusunmmnmnmn Möbius stand abends unschlüssig auf dem Spittelmarkt. Bis hierher war er gefahren, nun wußte er nicht, ob er das letzte Stück seines jetzt fast allabendlichen Wegs gehen sollte oder nicht. War es nicht Wahnsinn gewesen, der Frau offen ins Gesicht zu sagen, was er suchte, wes er sie verdächtigte? Hatte er nicht damit alles zu einem schmutzigen Brei geschlagen, was er bisher, mühsam, Stückchen für Stückchen, zusammengeschleppt hatte? Aber sie würde es nicht wagen, sie würde nicht stark genug sein. Sie würde wohl mucken und Winkelzüge machen und ihn auf alle Arten hindern und hinhalten und äffen— aber für die Dauer konnte sie es nicht. Er hatte das Richtige getroffen, als er die kleine, kriechende Haltung aufgab, als er der alternden Frau gegenüber den Mann herauskehrte. Er hatte sie, sie konnte sich wehren, entkommen konnte sie nicht mehr. Möbius setzte sich in Bewegung; und während er auf den Rhythmus seiner Schritte sorchte, fiel ihm plötzlich Inge Hillger ein, ihm fiel ein, daß er seit einer ganzen Reihe von Tagen kaum noch an sie gedacht hatte. Er blieb wieder stehen, er wunderte sich über ich selbst. Er hatte das Mädchen vergessen. Hatte er auch den Fall Krause vergessen? Nein, den nicht— aber das Mädchen war für ihn nur noch Nebenperson dieses Falles, die ganz weit am Rande stand, nur ein Anstoß, durchaus nichts Handelndes. Er begriff: die Sache Krause wuchs sich für ihn selbst immer mehr zu einer Kraftprobe, zu einer Lebensprobe aus. Es kam nicht einmal mehr darauf an, daß er das Mädchen aus dem Gefängnis holte, es kam darauf an, daß er, er selbst, der kleine unbekannte Beamte G. Möbius, den Mörder des Krause fand. Fand, zur Strecke brachte, erlegte. (Fortsetzung folgt). Am Bienenstand Die Anzucht neuer Königinnen Wir haben an dieser Stelle schon des öfteren auf die große Bedeutung der Bienenzucht hingewiesen und unseren Lesern gezeigt, wie stark gerade die Pflanzenwelt, die wir zu betreuen haben, von dem befruchtenden Anflug der emsigen Bienen abhängig ist. Deshalb haben wir uns das Ziel gesteckt, in einer Reihe von Artikeln grundsätzliche Fragen der Bienenzucht zu behandeln. Als erste soll der entscheidende Einfluß der Bienenkönigin auf den jeweiligen Stock und ihre Aufzucht nach neueren Methoden aufgezeigt werden. Die Königinzucht ist eine unbedingte Notwendigkeit für jeden kleineren und größeren Bienenstand. Wer sich vor dem Ausfall abfallender Königinnen schützen will, denn es gehen im Laufe des Jahres hier und da einige Königinnen ein, sei es durch die Unvorsichtigkeit des Imkers, durch das Alter der Königin oder durch widrige Witterungseinflüsse, dem kann nur dringend empfohlen werden, sich näher mit der Königinzucht zu befassen. Aelter als zwei Jahre soll keine Königin werden, man muß sie dann durch eine neue ersetzen. Dies geschieht entweder durch das Gesetz der Natur, indem sich die Bienen eine neue Königin heranziehen, oder der Imker muß helfend eingreifen, was heute wohl am wichtigsten ist. Um auch eine gute Nachzucht von den besten und leistungsfähigsten Bienenvölkern heranzuziehen, kommt es hauptsächlich auf die Qualität der Königin an. Sie ist ja die Mutter aller Bienen in ihrem Volk, ohne sie gebt das Volk zugrunde. Haben die Bienenvölker Ende Mai und Anfang Juni die Höhe ihrer Ertragfähigkeit erreicht, muß man bestrebt sein, Königinnen nachzuziehen, dabei wählt man am besten das Volk aus, das im vorigen Jahre den meisten Honig einbrachte und sich durch großte Stechunlust auszeichnete. Diesem Volk nimmt man die Königin fort, es ist dann weisellos. Das Volk zieht sich aus den vorhandenen Eiern mehrere junge Königinnen heran. Will der Imker diese jungen Tiere zur Anzucht verwenden, so muß er die noch in ihren Zellen sitzenden jungen Larven sehr vorsichtig mit der Zelle ausschneiden und in kleinen Königinnenkäfigen ein setzen und diese Käfige dem Muttervolke zur Warm haltung wieder zusetzen. Dies muß aber vor dem Ausschlupf der jungen Königinnen geschehen Vom Tage der Entfernung der alten Königin aus dem Volk rechnen wir den 11. bis 12. Tag, da die Königin bis zu ihrer Entwicklung 16 Tage gebraucht und zwar 8 Tage Ei, 6 Tage Larve und 7 Tage Puppe. Nach 16 Tagen, vom Ei ab gerechnet, schlüpft die junge Königin im Käfig aus und wird in einem kleinen Schweizer= oder Sander=Kästchen unter der nötigen Vorsicht mit der entsprechenden Menge von Bienen(etwa 150 Gramm) zwei bis drei Tage in einen abgedunkelten Keller gesetzt. Die Beigabe eines ausreichenden Futterteiches, bestehend aus Puderzucker und Honig, ist die Hauptbedingung. Nach drei Tagen wird das Kästchen gegen Abend im Freien an einer geschützten Stelle aufgestellt und die weitere Entwicklung bis zur Befruchtung der jungen Königin müssen wir der Natuir überlassen. Wer die Zeit hat, kann beobachten, wenn die Königin bei warmem Sonnenschein ihren Hochzeitsflug hält und nach einiger Zeit zum Stand zurückkehrt. Ein heller Punkt an der Königin ist das sichtbare Begattungs zeichen. Hierauf lassen wir das kleine Völkchen noch 8 bis 12 Tage in Ruhe, dann kann man die junge Köni gin in anderen Völkern verwenden, wenn wir uns überzeugt haben, daß sie einen lückenlosen Brutstand hat. Königinnenzuchtkäsichen nach Prof. Dr. Sander. Hler haf man dar Uastalt#r. u. Unser Fragekasten Frage: M. P., Hagen. Die Blätter an meinem Apfelbuschbaum sind von einem weißen Staub bedeckt; um welche Krankheit handelt es sich, und was ist dagegen zu tun? Antwort: Bei dem Befall handelt es sich um eine pilzliche Krankheit, den Apfelmeltau. Befallen werden besonders die Bäume der besseren Sorten. Feuchtwarme Witterung trägt zur Verbreitung des Pilzes bei. Bäume, die übermäßig mit Stickstoff gedüngt werden, sollen besonders anfällig sein. Man vermeide also zu starke Stickstoffgaben. Eine reichliche Zufuhr von Kalt und Kali ist zu empfehlen. Die befallenen Triebspitzen müssen während des Winters abgeschnitten werden. Im Sommer ist eine Behandlung der befallenen Bäume mit Schwefelpräparaten unerläßlich. Ein restloser Erfolg wird mit 0,2prozentiger Kolloisanlösung garantiert. Schachts Schwefelkalkbrühe in entsprechender Verdünnung schränkt das Auftreten dieser Krankheit ein. Wo keine Spritze zur Verfügung steht, ist Schachts Naphthal=Schwefel in der handlichen Spritzdose das geeignete Mittel zur Bekämpfung des Meltaupilzes. Frage: G. S. Brambauer. Meine rebhuhnfarbigen Italiener, 1 Jahr alt, setzten vor etwa drei Wochen mit der Legetätigkeit ganz aus. Worin hat dieses seinen Grund? Die Hühner erhalten morgens nachmittags und abends eine normale Tasse Kornfutter, des mittags als Weichfutter gekochte Kartoffeln und sonstige Küchenabfälle. Die Tiere sehen gut aus, sind frei von Ungeziefer, sitzen aber ständig fest. Der Stall für meine sechs Hühner ist sechs Quadratmeter groß. Futtermittelarten sind alle wichtigen, für Legehennen sehr notwendigen Aufbaustoffe in reichem Maße enthalten. Emu in Größe von 6 Quadratmeter genügt für einen Nachtraum, ist jedoch für die zu den leichten Rassen gehörenden Italiener als Tagesraum zu klein. In Ermangelung eines Auslaufes wäre es angebracht, für die Hühner eine Scharrecke, in die kurzes Stroh oder Torfmull gestreuk wird, einzurichten. Das Körnermischfutter ist in die Streu ein zuharken. Unfruchtbarkeit der Obstbäume und ihre Ursachen Antwort: Gute Legeergebnisse erzielt man, soern der Stamm gute Legeeigenschaften besitzt, durch Verabreichung eines an eiweißhaltigen Stoffen reichen Kraftfutters. In dem von Ihnen bisher verfütterten Kornfutter ist dieser, für die Heranbildung des Eies wichtige Aufbaustoff, in nur unzureichender Menge vorhanden. Gekochte Kartoffeln sind sehr stärkehaltig, jedoch arm an Eiweißstoffen. Die regelmäßige Verfütterung dieses Weichfutters hat zur Folge, daß die Hühner verfetten und aus diesem Grunde die Legetätigkeit einstellen. Wir empfehlen, die auf wissenschaftlicher Grundlage von den Futtermittelfabriken zusammengestellten Kraftfuttermittel zu verabreichen. Dieses Körnermischfutter und ein Trockenweichfutter, das Legemehl, können bei jedem — beid Wenn Obstbäume nicht den erwarteten Erfolg bringen, so kann das verschiedene Ursachen haben: Ungeeignete Standortsverhältnisse, falsche Sorten oder Unterlagen, falsche Behandlung, starke Trockenheit und anderes mehr. Zu nährstoffreicher Boden und Bodennässe führen zu starker Triebbildung, trockener Boden regt die Fruchtbarkeit früher an. Uebermäßige, besonders fette Düngung verzögert den Beginn der Fruchtbarkeit. Deshalb sollte man bei tark im Holz wachsenden Bäumen hitzige Dünger, wie Geflügeldünger und Stickstoffdünger vermeiden ind lieber mit Kali und Phosphorsäure düngen. Be. mäßig treibenden Bäumen werden Stickstoffdünger günstig wirken. Schlechte Bodenbearbeitung behindert die Wurzelbildung und infolgedessen auch die Nährstoffaufnahme und den Ertrag. Zu hoher Grundwasserstand ist der Fruchtbarkeit abträglich, während sich trockene Böden für den Obstbau nicht eignen. Entzieht man nassen Böden das überflüssige Wasser, so wird der starke Trieb der Bäume nachlassen und die Fruchtbildung beginnt. Graswuchs unter den Bäumen ist immer nachteilig für den Ertrag. Falsche Unterlage behindert die Fruchtbarkeit da hilft auch kein Kurzschnitt, er regt nur zu neuem Holztrieb an und verzögert dadurch die Fruchtbarkeit. Jede falsche Schnittbehandlung wirkt ertragschädigend. Bei tragfaulen Sorten, wo noch dazu der Standort nicht paßt, hilft nur Umveredeln mit Reisern von ertragreichen Sorten. Hitze, in Verbindung mit Trockenheit, kann ebenfalls zur Unfruchtbarkeit führen. Dann versiegt nämlich die Flüssigkeit der Narbe; der Blütenstaub kann von ihr nicht mehr festgehalten werden und die Befruchtung bleibt aus. Deshalb soll man dafür sorgen, daß die Obstbäume während der Blütczeit ausreichend mit Wasser versorgt werden. Kartoffelkäser weiter auf dem Anmarsch! In Luxemburg, das schon seit vorigem Jahr durch den von der Ostgrenze Frankreichs herrückenden Kartoffelkäfer bedroht ist, wurde jetzt ein Herd in Steinsel=Müllendorf, sechs Kilometer nördlich der Hauptstadt, im Alzettetal festgestellt. Damit ist der Kartoffelkäfer dort nur mehr 20 Kilometer von der reichsdeutschen Grenze entfernt. Die luremburgische Regierung hat seit längerer Zeit alles vorbereitet, um den Kartoffelkäfer zu bekämpfen und hohe Geldmittel dafür bewilligt. Hoffentlich gelingt es ihr, der von Frankreich kommenden Gefahr Einhalt zu gebieten. (Schluß des redaktionellen Teiles.) M 1 Unangenehm Als Plage findt sichs auf dem Kopf. Der Hecht kommt— ohne— in den Topf. Und jüngst, ich hab’ mich nicht verseh’n, sah ich ein Auto drinnen steh’n. (Lösung in der morgigen Folge) Lösung aus der gestrigen Folge Dreisilbig MarterP Steig— Martersteig. WLZ- Anzeigen lassen Umsätze stelgen. Ihreigener Obst u Beerenwein mit. Jith „Reese's Konserven-Dosen“ wirdimmer e Arleitungen ul ezentenr lonsweinbereiturg i bwa u. Aoofh. kost mit Schreibdeckel in jeder Anzahl haben Sie innerhalb 24 Stunden Im Haus vom Auslieferungsleger: H. Ed. Rosien IT, Wetter-Ruhr— Telefon 2369 Eindeutige Klarstellung aus Wien Bundeskommissar Adam gegen falsche Kombinationen 7„Ein Schus Optimismus notwendig“. Einzelhandelsgesetz und Kulturkammerbetriebe Stellungnahme des Reichswirtschaftsministers * Berlin, 15. Juli. Der Reichswirtschaftsminister hat in einem Runderlaß das Verfahren für alle die Fälle geklärt, in denen Eröffnung, Uebernahme und Verlegung von Einzelhandelsgeschäften sowoh den Beschränkungen des Einzelhandelsschutzgesetzes als auch den Sperrvorschriften der Reichskulturkammer unterliegen. Der Minister hat im Zusammenhang hiermit auch zu der grundsätzlichen Frage Stellung genommen, in welcher Form das Einzelhandelsschutzgesetz auf die Einzelhandelsbetriebe Anwendung finden soll, die organisatorisch zur Reichskulturkammer gehören. Es bestehe, so sagt der Minister, mit dem Reichspropagandaministerium Uebereinstimmung darüber, daß die Zulassung von Einzelhändlern zur Mitgliedschaft bei der Reichskulturkammer oder einer ihrer Einzelkammern die Genehmigung zum Betrieb eines Einzelhandelsgeschäftes nach dem Einzelhandelsschutzgesetz nicht zu ersetzen vermag. Das bedeutet, daß in allen Fällen— auch wenn es sich z. B. um den Vertrieb von Zeitungen und Zeitschriften handelt— die Genehmlgung nach dem Einzelhandelsschutzgesetz erforderlich ist. Danziger Eisenbohnerprotest erledigt A Danzig, 15. Juli. Seit dem Frühjahr dieses Jahres sind von der Danziger und der polnischen Regierung Verhandlungen geführt worden, um im Sinne des beiderseitigen Verständigungswillens für die Beziehungen der polnischen Eisenbahnverwaltung zu ihren Lohnbediensteten im Daniger Gebiet eine befriedigende Regelung zu inden. Diese Verhandlungen haben zum Abschluß eines Uebereinkommens geführt, das von den beiderseitigen Bevollmächtigten, für den Danziger Senat von Staatsrat Büttner, für die polnische Regierung von dem Abteilungsvorstand des polnischen Verkehrsministeriums Dr. Klechnikowski und dem Vorstand des Danziger Büros der polnischen Staatsbahnen in Danzig Dr. Schiller am 11. Juli 1936 in Warschau unterzeichnet wurde. Durch dieses Uebereinkommen finden auch die Prozesse ihre Erledigung, die in den letzten Monaten beim Arbeitsgericht in Danzig anhängig gemacht wurden. Verleihung des Verwundetenabzeichens X Berlin, 15. Juli. Der Reichs= und Preußische Arbeitsminister hat in einem Ergänzungserlaß zu den Bestimmungen über das Verwundetenabzeichen bestimmt, daß auch die Angehörigen der Freiwilligen Krankenpflege, des Freiwilligen Automobilkorps und des Freiwilligen Motorbootkorps die Verleihung des Verwundetenabzeichens beantragen können, sofern sie während ihrer Tätigkeit im Kriegsgebiet eine Kriegsdienstbeschädigung erlitten haben. Anträge sind an die Versorgungsämter zu richten. Die Antragsfrist läuft bis zum 31. Dezember 1936. Streik gefährdet Flottenprogramm ∆ Paris, 15. Juli. Wie der Sonderberichterstatter des„Paris Midi“ aus St. Nazaire meldet, sind nach nunmehr dreiwöchigem Streik auf den dortigen Marinewerften die Schlichtungsverhandlungen erfolglos abgebrochen worden. Durch diesen Streik, der etwa 10000 Arbeiter umfaßt, ist der für den 29. Oktober vorgesehene Stapellauf des 26 000=Tonnen=Dampfers „Stlußbourg“ in Frage gestellt. Die Arbeiten an den Kreuzern„Georges=Leygue" und „Marseillaise“ sind ebenfalls unterbrochen. ∆ Wien, 15. Juli. Bundeskommissär Oberst Walter Adam gab im Rundfunk eine Uebersicht über das Echo, das das deutsch=österreichische Abkommen in Europa gefunden hat und knüpfte daran einige Bemertungen. Er sagte u. a.: „Die positive Einstellung der Pariser Presse hat seit gestern abend eine gewisse Abschwächung erfahren. Es macht sich die Besorgnis bemerkbar, daß das Uebereinkommen den Auftakt zur Bildung eines deutsch=italienisch=österreichisch=ungarischen Blocks bilden könnte. Zu solchen Kommentaren des Ereignisses vom 11. Juli möchte ich mir einige Bemerkungen erlauben. Die Spannung Wien=Berlin dauerte mehr als zwei Jahre. In ganz Europa hatte man sich an diesen Zustand gewöhnt. Es ist daher nicht überraschend, daß sich an das Uebereinkommen da und dort sehr weitgehende Kombinationen knüpfen, die auch manchen Irrtum einschließen. Es bedeutet gewiß einen Irrtum im SachX Koblenz, 15. Juli. Die Dritte Große Strafkammer hatte sich am Dienstag mit dem 29. und 30. Fall im Franziskanerbruder=Prozeß zu beschäftigen. Die eine Anklage richtete sich gegen den 1910 in Castrop geborenen Ordensbruder Romuald, der mit sieben Ordensbrüdern in Waldbreitbach Unzucht getrieben hatte. Außerdem wird ihm zur Last gelegt, sich an ihm anvertrauten minderjährigen Zöglingen vergangen zu haben. Die Vernehmung des Angeklagten entwickelte wiederum ein Bild sittlicher Verkommenheit. Der Angeklagte stellte im Kloster den Brüdern nach, wo sich dazu auch nur die Gelegenheit bot. Ein Zögling erzählt u. a. auch, daß er und seine Kameraden in ihrer Werkstätte ein Bild des Führers und Hindenburgs angebracht hätten. Das Bild sei am nächsten Morgen völlig zerstört gewesen. Als ein Zögling äußerte, das könne nur ein Bruder getan haben, wurde er strafversetzt. Ein anderer Zögling erklärte, er habe dem Oberen Placidus Mitteilung von den sittlichen Verfehlungen des Bruders Romuald gemacht. Hierauf sei dem Bruder nahegelegt worden, aus dem Kloster auszutreten. Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten in sämtlichen ihm zur Last gelegten Fällen für überführt und beantragte eine Gesamtzuchthausstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Verbrechens gegen§ 174, Ziffer I, des Strafgesetzbuches und wegen fortgesetzter widernatürlicher Unzucht zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Mildernde Umtände mußten dem Angeklagten versagt werden, da er ein Mensch sei, der sich außerordentlich schwer gegen Gott, Staat und Kirche vergangen und Unzucht in großem Umfange getrieben hat. Der zweite Fall behandelte den 1912 in Garmisch=Partenkirchen geborenen Bruder Zoinus der geständig ist, mit sieben Ordensbrüdern Unzucht getrieben zu haben. Der Angeklagte kam 1930 als Vollwaise in das Kloster Waldbreitbach und fiel schon nach wenigen Monaten der schauderhaften Seuche zum Opfer. Seine vielen tierischen Verfehlungen sind einfach unglaublich und schauderhaft. Er erzählt u. a. auch, daß er 1934 nach Rom gekommen sei und auch dort mit zwei Franziskanerbrüdern Unzucht getrieben habe. Auch nach seiner Rückkehr nach Waldbreitbach habe er sein liderliches Leben bis kurz vor seiner Verhaftung fortgesetzt. Der Staatsanwalt beantragte zwei Jahre und drei Monate Gelichen, die Wiederherstellung gutnachbarlicher Beziehungen zwischen beiden Ländern als einen Schritt zu einer europaischen Blockbildung aufzufassen. Berufenste Personen haben in diesen Tagen wiederholt bekräftigt, daß die römischen Protokolle einen Tragpfeiler der österreichischen Außenpolitik bilden. Diese Protokolle schließen keinen anderen Staat aus. Demgemäß hatte auch kein Partner die Absicht, das Deutsche Reich von der Ordnung der Dinge im Donauraum abzuschalten. Dieser Ordnung kann es nur nützen, wenn die Beziehungen zwischen Oesterreich und Deutschland freundnachbarlich gestaltet werden, um so mehr, als es sich um zwei Staaten handelt, die nicht nur auf den lebhaftesten wirtschaftlichen und kulturellen Austauschverkehr angewiesen, sondern auch durch Stammesverwandtschaft und Sprache verbunden sind. Die Aufrechterhaltung eines unnatürlichen Spannungszustandes zwischen den zwei deutschen fängnis. Mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte die Taten begangen hat, als er noch minderjährig war, daß er von frühester Jugend an keine Eltern gehabt hat, die ihm Halt und Stütze hätten sein können, daß er mit 18 Jahren schon ins Kloster gekommen sei und schließlich mit Rücksicht auf seine Reue und sein Geständnis verurteilte das Gericht den Angeklagten wegen fortgesetzter widernatürlicher Unzucht zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis. Die Untersuchungshaft wurde ihm angerechnet. Berlin, 15. Juli. Auf allen Gebieten des privaten und öffentlichen Rechts ist der Nationalsozialismus seit der Machtübernahme bemüht, an Stelle der übernommenen gesetzlichen Bestimmungen und Kodofikationen, die geboren wurden im Geiste der liberalistischen, volksfremden Zeit, deutsches Gemeinschaftsrecht zu schaffen. Unter den unzähligen Gebieten, die dringendst einer Reform und Neuschöpfung bedürfen, gehört auch das Erbrecht. Neben einer Anzahl von gesetzlichen Bestimmungen auf dem Gebiete des Erbrechts, die seit der Machtübernahme erlassen wurden, kommt dem Reichserbhofgesetz vom 29. September 1933 eine grundlegende Bedeutung zu, da durch dieses Gesetz die bäuerliche Erbfolge erstmalig im Sinne der neuen Rechtsanschauung geregelt wurde. Der Zweck dieses wahrhaft revolutionären Gesetzes liegt in der Erhaltung und dem unbedingten Schutz der Erbhöfe in der Hand der Bauernsippen, die nach dem Vorspruch des Gesetzes selbst den Blutsquell des deutschen Volkes darstellen. Gebundenheit an die Blutsgemeinschaft Bei der Schaffung eines neuen Erbrechtes gilt es vor allem, die typisch germanischen Gedanken der Gebundenheit des Erbes an die Bluts= und Familiengemeinschaft des Verstorbenen zu verwirklichen. Im Gegensatz zu der mit dem römischen Recht nach Deutschland eingedrungenen Auffassung, stand über dem Erbrecht des Mittelalters der Rechtssatz„Das Gut rinnt wie das Blut“. An Stelle der absoluten Testierfreiheit, der überspannten Fronerfordernisse, den Beschränkungen des Pflichtteils auf einen rein schuldrechtlichen Anspruch und der Hintansetzung des Pflicht= und Treugedankens, muß die Neugestaltung im Hinblick auf die Gebundenheit des Erbes an die Gemeinschaft der Familie und des Volkes geschehen. Richtungweisender Leitsatz hat zu sein, daß das Erbrecht nicht aus der Staaten könnte doch nie als Sicherung gegen eine Blockbildung aufgefaßt werden. Diese Sicherung kann nur durch internationale Verhandlungen au sehr breiter Basis gewonnen werden. Die Aussichten derartiger Verhandlungen werden gewiß nicht verschlechtert, sondern erheblich verbessert, wenn ein tief beklagenswerter Streit ausgelöst wird, dessen Wirkungen weit über die Grenzen der unmittelbar Beteiligten fühlbar waren. In einigen ausländischen Blättern kommt auch die Besorgnis zum Ausdruck, daß Oesterreich mit dem Uebereinkommen vom 11. Juli seine Unabhängigkeit erst recht gefährdet habe. Wenn solche Betrachtungen etwa aus einer Betrachtung des Größenverhältnisses zwischen Oesterreich und Deutschland stammen, so müßte man ganz allgemein zu dem Fehlschluß kommen, daß es ein aufrichtiges freundnachbarliches Verhältnis zwischen einem großen und einem kleinen Staat überhaupt nicht geben könne. Oesterreich hat nie eine antideutsche Politik getrieben und wird auch in aller Zukunft nie eine antideutsche Politik mitmachen. Das wäre wider die Natur eines Staates, der sich schon in seiner Verfassung ausdrücklich als ein deutscher Staat bekennt. Soweit die Besorgnisse einzelner ausländischer Zeitungen nicht auf unmittelbar politischen Erwägungen, sondern auf einem Gefühl des Mißtrauens beruhen, möchte ich auf ein Wort zurückkommen, das ich gestern von dieser Stelle aus gesprochen habe:„### ruckwarts gewendetem Blick wird man das Schicksal der europäischen Völkergemeinschaft nicht ersprießlich gestalten können.“ Man muß über vieles, was in der Vergangenheit geschehen ist, seelisch hinwegkommen, um vorwärts zu kommen. Das ist notwendig. Auch ein Schuß europäischen Optimismus ist notwendig, um zu einer Konsolidierung Europas zu gelangen, an der Oesterreich als kleiner Staat im Schnittpunkt so vieler Interessen im besonderen Maße interessiert ist. Wir wissen uns darin mit der Außenpolitik des Deutschen Reiches solidarisch. Die europäische Friedenspolitik ist von dem Begriff„Optimismus“ nicht zu trennen.“ erliner Schriftleitung) Persönlichkeit, sondern aus der Bluts= und Familiengemeinschaft des Verstorbenen hergeleitet wird. Die Zugrundelegung der germanischen Gedanken des Erbrechts führt zum Teil zu einer Erweiterung, zum Teil zu einer Einengung des Kreises der Erbberechtigten. Das uneheliche Kind soll wegen seiner blutsrassigen Zugehörigkeit am Nachlaß seines Vaters beteiligt werden, ohne es jedoch völlig mit den ehelichen Kindern gleichzustellen, da dies mit Recht als ein Einbruch in die Sippe aufgefaßt werden könnte. Das bisher geltende Verwandtenerbrecht ist dahin zu begrenzen, daß der dünne Blutszusammenhang mit den erntferntesten Verwandtschaftsgraden nicht mehr die Zuerkennung eines gesetzlichen Erbrechts zu rechtfertigen vermag. Hand in Hand mit der Begrenzung des Erbrechts der Familienangehörigen wird eine Ausweitung des Erbrechts des Volkes gehen. Der organische Zusammenhang allen Gemeinschaftslebens fordert, daß die über diesem stehende Volksgemeinschaft das bekommt, was die engere Gemeinschaft der Sippe nicht mehr in sich aufzunehmen vermag. Das Ehegatten-Erbrecht Einer völligen Neugestaltung bedarf auch das Ehegatten=Erbrecht, da das neue Erbrecht neben den Bindungen des Blutes auch die der Ehe berücksichtigt. Den deutschrechtlichen Vorbildern entsprechend ist das Erbrecht des Ehegatten nicht wie bisher dem Verwandten=Erbrecht neben oder gar nachzuordnen, sondern sinnvoll einbeziehungsweise sogar überzuordnen. Neben diesem familienrechtlichen Gesichtspunkt muß erstrebt werden, das Familiengut als Grundlage einer überpersönlichen Lebensgemeinschaft in möglichst gebundener Form der Familie durch Geschlechter hindurch zu erhalten. Es ist eine Erbordnung anzustreben, durch die die Güter, die an der Person des Eigentümers haften wie z. B. eine alte Familienfirma oder Werkstatt, an die betreffende Kaufmanns= oder Meisterfamilie gebunden wird, ohne durch den Tod des jeweiligen Trägers in alle Teile zersplittert werden zu können. Reichstagung der Dr. Ley in Bad Hersfeld X Hersfeld, 15. Juli. In Bad Hersfeld begann am Dienstag die Reichstagung der Reichsbetriebsgemeinschaft Textil, die mit einer Textilleistungsschau verbunden ist. Nach Begrüßungsworten des Leiters der Reichsbetriebsgemeinschaft, Stock, sprachen der Leiter des Organisationsamtes der Deutschen Arbeitsfront, Claus Selzner, über das Wesen und Wirken der Reichsbetriebsgemeinschaft und der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP., Bernhard Köhler. Am Nachmittag ergriff Reichsorganisationsleiter Dr. Robert Ley das Wort zu einem Vortrag über das Wesen und Wirken der Arbeitsfront. Die Ausstellung„Deutschlans“ Sonnabend Eröffnung durch Dr. Goebbels X Berlin, 15. Juli. Die Eröffnungsfeier der Ausstellung „Deutschland“ findet am kommenden Sonnabend, dem 18. Juli, 11 Uhr, statt. Nach der Jubelouvertüre von Karl Maria von Weber begrüßt Staatskommissar Dr. Lippert im Namen der Reichshauptstadt die Gäste, worauf Reichsminister Dr. Goebbels die Eröffnungsrede hält und die Ausstellung der Oeffentlichkeit übergibt. Daran schließt sich ein Rundgang der Ehrengäste durch alle Abteilungen der Ausstellung und eine Rundfahrt mit der ersten deutschen Eisenbahn an. Zum Schluß werden tänzerische und artistische Darbietungen im Terrassengarten gezeigt werden. Für den allgemeinen Besuch wird die Ausstellung am Sonnabend, ab 13 Uhr, geöffnet. Wehrmacht spielt für Olympiagäste Berlin, 15. Juli. In der Zeit vom 15. bis zum 31. Juli wird die Wehrmacht für die bereits zu Tausenden in Berlin weilenden Olympiagäste auf den Straßen und Plätzen Berlins täglich Standkonzerte geben, an denen sich die Kapellen aller Waffengattungen beteiligen. In der gleichen Zeit wird auch die Wache täglich mit Musik aufziehen. An allen ungraden Tagen des Monats stellt das Heer die Kapelle, an den übrigen abwechselnd die Marine und die Luftwaffe. Hungermarsch nach Pennsylvania ∆ Harrisburg, 15. Juli. Von allen Seiten strömten im Laufe des Montags Arbeitslose nach Harrisburg, der Hauptstadt von Pennsylvania, um gegen die Einstellung der Arbeitslosenunterstützung zu protestieren. Die Staatsverwaltung hatte nämlich am vergangenen Dienstag die Zahlung abgestoppt, wodurch mehr als 600000 Arbeitslose dem Hunger preisgegeben sind. Die Bereitstellung der erforderlichen 45 Millionen Dollar Unterstützungsgelder ist bisher durch Streitigkeiten zwischen republikanischen und demokratischen Abgeordneten verhindert worden. Die Arbeitslosen, zu denen sich noch Tausende auf einem Hungermarsch nach Harrisburg befindliche Leidensgenossen gesellen werden, kampieren auf den großen Plätzen der Stadt und drohten auf einer am Montagabend abgehaltenen Protestkundgebung mit einem Sturm des Senatsgebäudes. Erfolgreiche Berobesteigung In den peruanischen Kordilleren ∆ Innsbruck, 15. Juli. Zwei österreichische Bergsteiger, und zwar das bekannte Mitglied der letzten deutschen Nanga Parbat=Bergfahrt 1934, Erwin Schneider, aus Hall in Tirol und sein Begleiter, der junge Salzburger Awerzger, haben, wie aus Peru gemeldet wird, vor kurzem zum ersten Male den 5749 Meter hohen Gipfel Chambara in den weiten Kordilleren bestiegen. 2½ Jahre Zuchthaus für Bruder Romuald Der 29. und 30. Urteilsspruch im Franziskaner=Sittenprozeß Neues Erbrecht Schutz der Familie 7 Grundsätzliche Neuordnung in Vorbereitung (Drahtbericht unserer B Kunst ue wissenschaft „Olympia“ im Folkwangmuseum Dazu: Aquarelle von Geigenberger Wir haben vor kurzem auf einen wertvollen kunstgeschichtlichen Beitrag zur Olympia hingewiesen, und zwar auf das die„Olympische Kunst“ in volkstümlicher und gewinnender Weise verständlich machende Bilderwerk von Richard Hamann und R. Hamann=Macreun, das mit sechzig Abbildungen nach Aufnahmen des Kunstgeschichtlichen Seminars Marburg im August Hopfer=Verlag, Burg bei Marburg, hergestellt wurde. Es sind das jene während der Ausgrabungen hergestellte Aufnahmen, denen eigentlich erst die breitere Kenntnis von einer olympischen Kunst zu danken ist, dank der hervorragenden Vorkämpfertätigkeit des Forschers Hamann. Das Folkwangmuseum in Essen hat nun von diesen Fotos wirkungsvolle Vergrößerungen herstellen lassen, um sie zu einer schönen kleinen Ausstellung „Olympia“ zu vereinigen. Sie wird sehr viel zum Verständnis der außergewöhnlichen alten Bildwerke beitragen; denn gerade eine starke Vergrößerung läßt die Feinheiten des Apollonkopfes vom Westgiebel des Zeus, des Pferdekopfes vom Ostgiebel aus dem Gespann des Oinomaos, des Kopfes des„Bekümmerten Sehers" oder der Athena aus der AtlasMetove hervortreten. Leicht läßt sich beim Anblick dieser Reproduktionen jenes zauberhafte Bild vor dem geistigen Auge erneuern, das sich den an ihrem großen nationalen Sportfest teilnehmenden Menschen seinerzeit allein im Ausdruck ihrer Kunst dargeboten hat. Wenn wir uns vergegenwärtigen, daß es damals alle Griechen, also alle zu einer Heimat gehörigen Männer waren, die sich im Tal von Olympia zum friedlichen Wettstreit versammelten, so will uns die Idee der Erneuerung dieses Ereignisses heute durch die internationale Gültigkeit des Kampfes als heimatlos erscheinen. Um aber der Idee den gemeinsamen Geist einer Heimat zu verleihen, gibt es einen unfehlbaren Weg: die Heimkehr nämlich zu den griechischen Gefilden, im westlichen Peloponnes, wo die Skulpturen des Zeustempels alle Fragen nach dem Geheimnis von Olympia beantworten. In den unteren Räumen des Folkwangmuseums zeigt man Aquarelle von Otto Geigenberger. dem bekannten Münchner Maler, der außer älteren Arbeiten auch jene aus Italien vorlegt, die er dank des ihm verliehenen Rom=Preises im letzten Jahre schaffen konnte. Geigenberger ist von jener Zahl eifriger Münchner, die ihr Heil in der Weite suchen, sehr verschieden. Gerade seine Aquarelle zeigen in ihren kräftigen, unpathetischen und wohltuenden Farben und Strichen, wie wenig er im Grunde annahm von der verführerischen Luft, die über die Alpen, über Rhone und Rhein in die Schwabinger Ateliers wehte. Er blieb dem Geheimnis der Landschaft in jeder Weise treu. Die Ausstellung im Folkwangmuseum ist so geordnet, daß man von einigen Talentproben des Künstlers mit ihm vom Süden nach dem Norden durch Deutschlands Gaue wandert, um sich zuletzt seinen italienischen Studien gegenüberzusehen. Und dabei offenbart sich Geigenberger deutlich als ein auf der Höhe seines Schaffens stehender— er ist schon ein hoher Fünfziger— ungebrochener und durch nichts angekränkelter Maler deutscher landschaftlicher Eigenarten, der in allen Geheimnissen ihrer bunten Vielfältigkeit Bescheid weiß, erlauschend die romantischen Schönheiten alter Kleinstädte und empfindend die nordländische Kühle der Küste. H. B. Grabbe-Woche in Detmold Reichsminister Dr. Goebbels als Schirmherr dieser Veranstaltung Der Reicsmininer für Volrsaufklärung und Prop ganda hat die Schirmherrschaft über die vom 26. Se tember bis zum 2. Oktober 1936 in Detmold stat findende Grabbe=Woche übernommen. Auf dies Jahrhundertfeier werden die Bühnen der engere Heimat Grabbes, die Stadttheater Münster, Düsseldor Bochum, Hannover, Bielefeld und Detmold die b deutendsten Werke des Dichters zur Aufführun bringen. Der erste Theaterbau Deutschlands Eine kulturhistorisch interessante Entdeckung Bisher galt das von Joseph Furttenbach in den Jahren 1840 und 1841 in Ulm errichtete Theater als der erste selbständige deutsche Theaterbau. Das Modell dieses Theaters wurde auch auf der großen deutschen Theaterausstellung 927 als Leihgabe des Münchener Theater=Museums gezeigt. Runmehr weist Hans Hartleb in einer im Verlage von Walter de Gruvter& Co in Berlin erschienenen, auf sorgfältiger Forschungsarbeit berubenden Dissertationsschrift nach, daß das sogenannte„Ottonium“, das der Landaraf Moritz von Hessen=Kassel in den Jahren 1603 bis 1606 als Hoftbeater in Kassel erbauen ließ, den Ruhm des ersten selbständigen deutschen Theaterbaus für sich in Anspruch nehmen kann. Ein Theater des Herzogs Heinrich Julius von Brannschweig in Wolfenbüttel, das lange Zeit für das älteste Theater Deutschlands gebalten wurde, hat im eigentlichen Sinne nicht existiert. Die Aufführungen vor dem brannschweigischen Hof gegen Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrbunderts fanden in provisorisch hergerichteten Sälen statt. Die Forschungen Hartlebs stellen jedenfalls eine wichtige Bereicherung für die Geschichte des deutschen Theaterlebens dar und sind von erheblicher Bedeutung für die Kenntnis von den Anfingen des deutschen Theaterbaues. per. In Hannover wurde eine Ausstellung nieder sischer Bildteppiche des Mittelalters eröffnet, die Anfang September dauern wird. Es bandelt sich eine Ausstellung, wie sie für Niedersachsen noch nie zeigt worden ist und die daher die Möglichkeit g sonst weit auseinanderliegende Stücke in nächster N vergleichen zu können. Tanzspiele der Nationen Im Rahmenprogramm der Olympischen Spiele Vierzehn Tage vor Beginn der Olympischen Spiele werden in Berlin die„Internationalen Tanzwettspiele“ eröffnet, bei denen sich die führenden Tänzer der Nationen treffen. Die Bewertung erfolgt nicht nach Siegerranglisten und es werden keine Preise verteilt, sondern jeder Ttilnehmer erhält auf einer Ehrenurkunde ein seiner Leistung entsprechendes Urteil, das dem Wesen des Tanzes und der nationalen Eigenart des Künstlers gerecht wird. Neben dem Kunsttanz ist auch der Volkstanz in den Kreis der Darbietungen einbezogen, und jede Nation bemüht sich, das sichtbar zu machen was seinem völkischen Erleben Ausdruck verleiht. In einer ganzen Reihe von Aufführungen drängt sich neben dem unverfälschten natürlichen Volkstanz auch eine neue stilisierte Form dieser Gattung in den Vordergrund und gerade hier werden grundsätzliche Diskussionen notwendig sein, die diese Frage in all ihren Wechselbeziehungen klärt. Die Beteiligung der verschiedenen Länder ist äußerst stark, besonders der Süden ist sehr rege gewesen. Die Leitung der gesamten Tanzfestspiele hat man Rudolf von Laban mit der„Deutschen Tanzbühne“ übertragen und mit Ausnahme zweier Abende finden sämtliche Aufführungen im Theater am Horst=Wessel=Platz statt. Das Programm beginnt am 16. Juli, der zwei deutsche und eine bulgarische Volkstanzgruppe vereint. Bei den Solotänzern findet man die Palucca Harald Kreutzberg neben den Ausländern Britta Schellander, Olga Slawska, Angelo Grimani. Erika Dreßnandt, Leon Wojcikowski, Lili Green, Mia Corak=Slawenska und anderen. Den deutschen Gruppentanz betreuen Mary Wigman und die Gruppe Günther(München), zwei in ihrem Stil grundsätzlich verschiedene Kunstgemeinschaften, deren Können aber nicht gegeneinander abgewertet werden kann. Sie messen sich mit dem indischen Menaka„Ballett“ der Wiener Heppner=Gruppe und anderen. Die Jury der Tanzwettspiele ist international beschickt worden. Ihr gehören von deutscher Seite Ministerialrat Zierold, Dr. Hanfstängl, Intendant Mutzenbecher, Rudolf von Laban, Intendant Dr. Schum, Ballettmeisterin Kratina und Rolf Cunz an. Von den Ausländern sind bis jetzt bekannt Professor Michailow(Bulgarien), Graf Magistrati(Italien), Dr. Coritz(Jugoslawien), Ernst Krauß und Henriette van Lennep(Holland), Professor Glowacki und Janina Mieczynka(Polen), Professor Jahirnik (Rumänien) und Monsieur le col. Tripet (Schweiz) an. Kurz- Feuil Leton Essens neuer Musikdirektor. An Stelle des aus städtischen Diensten ausgeschiedenen Musikdirektors Jobannes Schüler hat die Stadtverwaltung den General= musikdirektor Albert Bittner aus Oldenbura für die nächste Spielzeit als städtischen Mustkdirektor und mustkalischen Leiter der Oper verpflichtet. Die Detmolder Richard=Wagner Woche ständige Einrichtung. Die in den beiden letzten Jahren in Detmold abgehaltene Richard=Wagner=Woche soll eine ständige Einrichtung bleiben. Man ist bereits an die Vorbereitung der Veranstaltung für 1937 gegangen, in deren Mittelpunkt neben Wagner Beetboven steben soll. Um dem Ziel der Vorbereitungen für Bavreuth zu entsprechen, sollen im nächsten Jahre fünf Tage für die gesamte Oeffentlichkeit bestimmt sein, wahrer drei bis fünf andere Tage in mehr geschlossener Form für größere Betriebe vorbehalten sein sollen. Germanisches Gräberfeld, in Ostpreußen entdeckt. Beim Bau neuer Siedlungen in Elbing=Treddinkenhof wurde ein neues germanisches Gräverfeld entdeckt. Prolessor, Dr. Ehrlich=Königsberg und der Konservator des Städtischen Museums Elbing haben die Fundstatte untersucht und alte Urnen mit Schalendeckel bergen können, deren Alter auf etwa 2500 Jahre geschätzt wird. Plötzlich und unerwartet, infolge Unglücksfalles am 22. Juni auf der Donau bei Ingolstadt, wurde unser lieber, unvergeßlicher Sohn, mein einziger guter Bruder, unser lieber Enkel. Neffe und Vetter, der Büroschilfe Herbert Wagenknecht uns im 24. Lebensjahre durch den Tod entrissen In tiefer Trauer: Familie Emil Wagenknecht nebst Angehörigen Bochum, An der Kaiseraue. HarburgWilhelmsburg. Ostrauderfehn. Rotenburg i. H. und Sommerfeld, den 14. Juli 1936. Die Beerdigung findet Freitag, den 17. Juli 1936 um 16.30 Uhr von der Leichenhalle des. Friedhofes Grumme aus statt, Am 11, Juli verstarb nach kurzem Leiden im Alter von 61 Jahren Herr Lehrer Wilhelm Weber Von seiner länger als 41jährigen Lebensarbeit hat der Verstorbene nahezu 26 Jahre an der Lüdenscheider Volksschule gearbeitet und der ihm anvertrauten Jugend wertvolle Kenntnisse für das Leben vermittelt. Nebenher hat er seine Erfahrung als Schulmann der früheren Schuldeputation zur Verfügung gestellt, der er von 1929—1933 als Mitglied angehörte. Sein vorbildlicher Charakter und sein gerades, offenes Wesen sichern ihm die aufrichtige Wertschätzung der Stadt Lüdenscheid. die dem Verstorbenen auch über das Grab hinaus ein ehrendes Gedenken bewahren wird. Lüdenscheid, den 13. Juli 1936. Der Oberbürgermeister I. V.: Rommel. Nachruf Auf dem Wege zu seiner Arbeitsstätte wurde uns am Sonntagmittag unser lieber Kamerad, der stellvertretende Gruppenführer Erich Brose infolge eines Verkehrsunfalles entrissen. Wir verlieren in Erich Brose einen freuen und hilfsbereiten Kameraden, dler sich in vorbildlicher Weise zu jeder Zeit für die Idee des Deutschen Roten Kreuzes einsetzte. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. HIalbzug Kirchhörde der Sanitätskolonne Dortmund 4 Kolonnenwalter W. Ritter. Nachruf! Am Sonnabend, dem 11. Juli 1936; verstarb der Verwaltungssekretär Heinz Temmié Erst seit zwei Monaten gehörte er unserer Gefolgschaft an. Die ausgezeichneten Empfehlungen, die er aus seinem früheren Wirkungskreise, der Allgemeinen Ortskrankenkasse Gelsenkirchen, mitbrachte und seine lobenswerte Arbeit während der Zugehörigkeit zur Gefolgschaft der Allgemeinen Ortskrankenkasse Dortmund berechtigten für seine fernere Zukunft zu den besten Hoffnungen. Seine ideale Berufsauffassung im Dienste für die Allgemeinheit und seine Kameradschaftlichkeit lassen uns das Ableben dieses geschätzten Berufskameraden in so jugendlichem Alter umso schmerzlicher empfinden. Wir worden ihn stets in bester Erinnerung behalten. Dortmund, den 14. Juli 1936. Führer und Gefolgschaft der Allgemeinen Ortskrankenkasse Dortmund Am 13. Juli 1936 verschied nach Gottes Ratschluß Herr Strufanstalts-Direktor Oronsch Allzufrüh, im Alter von 43 Jahren, wurde er, der nur Pflichterfüllung kannie, seinem Wirkungskreis und seiner Familie entrissen. Er gehörte seit Gründung der Ortsgruppe Werl dem NSRB. an. Die Ortsgruppe verliert in ihm einen Mann von echt nationalsozialistischem Geist, kameradschaftlichem Sinn und tüchtigem Fachwissen. Die Ortsgruppe wird dem Entschlafenen über das Grab hinaus ein ehrendes Andenken bewahren. Werl, den 14. Juli 1936. Nationalsozialistischer Rechtswahrer-Bund Ortsgruppe Werl. Am Montag, dem 13. Juli 1936 verschied nach langer, schwerer Krankheit der Rottenführer Erich Dronsch aus Werl. Er war uns ein treuer Kamerad. Sein Andenken wird in den Reihen der SA-Führer und Männer in dauernder Erinnerung bleiben. Der Führer der Standarte R 220 m. d. F. Groß, Obersturmbannführer Der Führer des Sturmbannes III R 220 m. d. F. b. Weigel. Sturmführer Der Führer des Sturmes 24 R 220 m. d. F. b. Lange. Trupoführer. Nach Gottes heiligem Willen entschlief Sonntag abend sanft und unerwartet unser lieber, guter Vater. Schwiegervater, Groffvater, Onkel und Croßionkel Karl Hoffmann Lokf. 1. R. Inhaber des Kronenordens IV. Klasse im Alter von 88 Jahren. In tiefer Trauer: Georg Leonhardt und Frau Wilhelmine geb. Hoffmann Frau Karl Hoffmann Berta geb. Iloffmann Karl Hoffmann und Frau Elly geb. Schroers Frau Emilie Hoffmann geb. Hoffmann Enkelkinder: Karlheinz und Karl Hoffmann. Dortmund(Ardeystraße 122), Bork i. W., Gelsenkirchen-Bismarck, Berlin-Wilmersdorf, den 14 Juli 1936. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 16. Juli 1936, vormittags 11 Uhr, von der Trauerhalle des Südwest-Friednores aus statt. Trauerfeier ½ Stunde vorher.— Sollte jemand aus Versehen keine Anzeige erhalten, dem diene diese als solche. Der allmächtige Gott. Herr über Leben und Tod. rief heute morgen 5½ Uhr plötzlich und unerwartet unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwester. Schwägerin und Tante Witwe Wilhelmine Schlingmann geb. Kruthoff im Alter von 78 Jahren zu sich in die Ewigkeit. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Wwe. Friedr. Rüsse geb. Schlingmann. Dortmund-Brackel, den 14. Juli 1936. Oberdorfstraße 5. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 17. Juli. um 15.45 Uhr vom Trauerhause aus statt Beileidsbesuche dankend verbeten. Jedem, der keine Nachricht erhalten hat, diene diese als solche. Nachruf Am 12. d. M. entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit im 49. Lebensjahr unser Mitarbeiter Herr Hugo Mierkel Tief bewegt stehen wir an der Bahre des Verstorbenen, der uns während seiner nahezu siebenjährigen Zugehörigkeit zu unserer Gefolgschaft ein tüchtiger Mitarbeiter gewesen ist. Wir rufen ihm ein letztes Glückauf in die Ewigkeit nach. Führer und Gefolgschaft der Deutsche Ammoniak-Verkaufs-Vereinigung Gesellschaft mit beschränkter Hattung. Am Montag, dem 13. Juli 1936, verschied der Strafanstaltsdirektor Erich Dronsch im Alter von 42 Jahren. Seit dem 1. Juli 1931 war er Leiter der Strafanstalt in Werl. Sein inneres, schweres Leiden ertrug er stillschweigend, ohne zu klagen, mit aufopfernder Geduld. Es war stets sein Bestreben, allen untergebenen Mitarbeitern in jeder Beziehung gerecht zu werden. Die Beamtenschaft betrauert in dem Dahingeschiedenen einen wohlwollend gesinnten Vorgesetzten und wird sein Andenken stets in Ehren halten. Werl. den 14. Juli 1936. Die Beamten und Angestellten der Strafanstalt Werl Nachruf Am Sonnlagmorgen verstarb plötzlich und unerwartet infolge Schlaganfalles in Frönspert. wo er zur Epholung weille, unser langjähriger Mitarbeiter Adam Heising Der Verstorbene war stels ein treuer und fleißiger, allseits beliebter Mitarbeiter. Wir betrauern seinen unerwarteten Hleimgang und werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren. Führer u. Gefolgschaft d. Westfälischen Union AG. für Eisen und Drahtindustrie Lippstadt Danksagung Wir danken hiermit herzlichst für die warme Anteilnahme, die uns beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen zuteil wurde. Castrop-Rauzel 3, im Juli 1936. Frau irmgard Bassler Christel Bassler Gesucht wird für junges Unternehmen billige Bezugsquelle in Feinkost, Aufschnitt, Käse, Eier und Butter. Daselbst wird eine gebrauchte Schnellwagge zu kaufen ge sucht. Off. mit Preis unter 3545 an die WLZ., Witten=R., Ruhrstr. 38. Statt jeder besonderen Anzeige! Heute abend 9¾ Uhr entschlief sankt unsere liebe, gute Schwester, Schwägerin, Tante und Großtante Lehrerin I. R. im Alter von 53 Jahren. Um stille Teilnahme bittet im Namen der Hinterbliebenen: Hulda Neunonl sent. Bramkamp Dortmund, Wittekindstr. 16, den 13. Juli 1936. Die Trauerfeier zur Einäscherung findet Freitag, den 17. Juli, 10½ Uhr, in der Haupttrauerhalle des Hauptfriedhofes statt. Blumenspenden im Sinne der Verstorbenen dankend verbeten. Grundstück in Größe von 1200 bis 1500 am (bebaut oder unbebaut) in Bochum, Innenstadt oder Ebrenseld zu kansen gesucht.— Angevote mit Angabe der Lage, des Preises und der sonstigen Verkaufsbedingungen erbeten unter 4743 a. d. WeZ., Bochum. Gutgehendes Kolonialwarengeschäft mit Obstverkauf. ca. 2000 Mk. nach weisl. monatl. Umsatz, Näbe Essen, ist von ält. Wwe. die in Rubestand tritt, zu verk. Miete mit 3 Zimmern 70 Mk. Für Einrichtung u. ca. 1000 Mk. Ware 1500 Mk. erforderl. Ein arbeitung gestattet. Sichere Eristenz. Heckmann, Herten i. 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Dortmund, Zimmerstraße 53 Existenz! Krankheitshalber gut eingeführtes Zigarren Geschäft sof. zu verkauf. Off. u. J. 4240 an WeZ., Dim Obst- und Gemüsegeschäft (Innenstadt) auch für and. Branche geeign., sof. z. vr. Off. u. O. 4223 an WL3., Dim.( MöbelGeschäft Schlafst. fr. Did., Annenstr. 9, 1. Schlafst. m. Herd Dortmund, Holsteinerstr. 30 3=4 Zimmer m. Lagerung und Hofraum in Tid. od. Körne sof. o. 1. Okt. zu miet. ges. Off. u. V. 4229 WL3., Tid. Kleiner Anzeigenmarkt Gelegenheitsanzeigen nicht geschäftlicher Art, wie Kaufansebole, Kaufgesuche. Vermietungen, Mietgesuche, Tauschverkehr und ähnliche— ein- und zweispallig bis 100 mm Ilöhe— kosten in dieser Rubrik nur 15 Pfg. je Millimeter und erscheinen in der Gesamlauflage. Großes Ladenlokal in Schwerte, für jed. Geschäft geeignet, mit oder ohne Wohng., an der Hauptstr. gelegen, z. 1. 1. 37 zu vermiet. Näh. Wilh. Göckmann, Schwerte, Hörder Str. 9. 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