Weslfälische Bezugspreie mit Justellungsgebühr und Versandkosten 60 Ofennig für die Woche. Dost=Bezug monatlich 2,50 Mark einschl. 56 Osennig Dostzeitungsgebühren. Hierzu 42 Osennig Bestellgeld. Einzel=Stück 18 Osennig, Sonntags 20 Ofennig. Erscheint wöchentlich siebenmal. Täglich das bebilderte Unterhaltungeblatt und Sonntags die sechzehnseitige Beilage„DK3 am Sonntag". Für unverlangt eingesandte Beiträge wird keine Gewähr übernommen. Druck u. Verlag: Westfälische Landeszeitung G. m.b.H., Dortmund, Reinoldistr. 19. Fernruf 30441 der Nationa eszeilüng mtliches Blatt Jozialistischen Deutschen Arbeiter-Partei Anzeigenpreie je Millimeter der Rleinspalte 36 Of. in der Gesamtauflage, für die Bezirksausgaben besondere Oreielisten. Ermäßigte Oreise: Für Jamilienanzeigen 12 Of., Stellenangebote 15 Of. Stellengesuche 12 Of., Gelegenheitsanzeigen nicht geschäftlicher Art in der Rubrik„Kleiner Anzeigenmarkt“ 15 Of. je Millimeter.— Für die Berechnung und Ausführung der Anzeigenausträge sind die in der Oreieliste vorgesehenen Bedingungen maßgebend.— Erfüllungsort Dortmund.— Postscheckkonto Dortmund 450.— Anzeigen=Annahme für die Wochentags=Ausgabe bie 2 Uhr nachmittags, für die Sonntags=Ausgabe bie Freitag abend 6 Uhr. Ausgabe □ 45. Jahrgang. Jolge 175 Dienstag, den 30. Juni 1936 lolland 18 Cents, Belgien 1.50 bfres., Frankreich 1 Fr., Schweiz 20 Rappen Einzelstück 15 Dfg. Sanktionsfront ohne Sanktionen? e Französisch=englische Annäherung in Genf. Der Negus will zur Sitzung kommen Italienische Denkschrift überreicht (Von unserem Genfer Vertreter) Genf, 30. Juni. Die heute um 17 Uhr beginnende Vollversammlung des Völkerbundes steht im Zeichen der abessinischen Frage. In allen Wandelgangen und Arbeitszimmern des Völkerbundshauses wird die Frage erörtert, ob der Negus, der an der Sitzung teilnimmt, das Wort ergreifen will. Italiens Gegenschlag liegt bereits vor. Die angekündigte römische Denkschrift ist gestern überreicht worden. Sie bezweckt eine volle moralische Rechtfertigung des italienischen Vorgehens und stellt vor allem die zivilisatorischen Leistungen des Faschismus in Afrika in den Vordergrund. Hinter den Kulissen haben sich inzwischen Dinge angebahnt, die weit größere Aufmerksamkeit beanspruchen als die äußeren Vorgange. Die neue englisch=französische Annäherung ist im Munde aller diplomaUniversität und Staat Die große Rede des Reichserziehungsministers Rust über Nationalsozialismus und Wissenschaft in Heidelberg bringt die„WLZ— Rote Erde“ un Innern dieser Ausgabe. tischen und journalistischen Kreise. Die französischen Völkerbundsjournalisten bemühen sich, den Abschluß einer weitgehenden Uebereinstimmung der beiderseitigen Vertreter als bereits vollzogen hinzustellen. Was an greifbaren Abmachungen dabei herausgekommen ist, wird sich in den nächsten Tagen zeigen müssen. Zunächst handelt es sich ja um das Vorgehen in der Sanktionsund Annektionsfrage. Es dürfte sich bestätigen, daß eine Beseitigung der Schwierigkeiten gelungen ist, die bisher dem standesgemäßen Begräbnis der Sanktionen entgegenstanden. Wichtiger war das Verhältnis zu Italien. Hier ist ein nennenswerter Fortschritt in der Richtung auf eine„Normalisierung der Beziehungen“ offenbar nicht erreicht. Wie aus französischen Kreisen verlautet, soll die Eroberung Abessiniens nicht anerkannt und auch keine Aufnahme direkter diplomatischer Verhandlungen mit Italien herbeigeführt werden, da dies im jetzigen Augenblick, wie es hier so schön heißt,„die übrigen Abordnungen vor den Kopf stoßen“ könnte. Ebenso wichtig war die Stellungnahme zur Frage der Völkerbundsreform. Hier scheint sich der englische Wunsch in bezug auf das Tempo mit französischen sachlichen Erwartungen vereinigt zu haben: abwartendes Verfahren, aber in der Richtung auf die französischen Vorschläge in bezug auf Artikel 16. In den Kreisen der Abordnungen ist man zurückhaltender als bei den journalistischen Begleitern. Immerhin gibt der Eifer, der in den Hotels der Franzosen, Engländer— und Sowjetrussen herrscht, zu denken. Alle Beteiligten sind offenkundig bemüht, um jeden Preis rasche und sichtbare Erfolge mit nach Hause zu bringen, um nicht nur dem geschädigten Prestige des Völkerbundes etwas auf die Beine zu helfen, sondern auch die eigene Stellung zu festigen. Dieses Streben wird dem englischen Außenminister genau so nachgesagt wie der neuen französischen Regierung. Blum und Delbos entwickeln unverkennbar den Ehrgeiz, in Genf führend zu werden. Sie werden dabei nicht nur von den heimatlichen Fraktionen, sondern auch von den Verbündeten Frankreichs bedrängt, namentlich von der Kleinen Entente, die eine Wiederkehr der großen Entente erhofft, um hier Anlehnung für ihre Sonderwünsche und Befürchtungen zu finden. Diese erstrecken sich besonders auf das Verhältnis zu Oesterreich. Die Gefahr einer Wiedererrichtung der Habsburger Monarchie steht nach Ansicht dieser Kreise unmittelbar bevor, und sie suchen ihr zuvorzukommen. In Genfer Kreisen erzählt man sich, daß besonders Benesch eine umfangreiche Tätigkeit entfaltet, um den Plänen der österreichischen Regierung in bezug auf einen Einzug Ottos in Wien ein Veto entgegenzusetzen. Er soll auf Leon Blum eingewirkt haben, daß Bundeskanzler Schuschnigg beschleunigt aufgefordert wird, nach Genf zu kommen. Bei dieser Gelegenheit sollen die gesamten zentraleuropäischen Probleme behandelt werden. Diese Bestrebungen tragen unverkennbar eine Spitze gegen Italien. Sie begegnen sich mit den Tendenzen französischer Kreise, das neue englisch=französische Bündnis, von dem Paris träumt, auf dem jetzigen italienisch=englischen Gegensatz aufzubauen. Man kann davon sprechen, daß die Sanktionsfront auch nach der Preisgabe der Sanktionen aufrechterhalten werden soll,„Isolierung Italiens und Deutschlands“ ist der Schlachtruf der Genfer Regisseure, die sich kurzsichtig wie immer nur von der Hoffnung leiten lassen, durch Anklagen gegen andere Mächte von der Kompromittierung des Völkerbundes abzulenken und seine Unfähigkeit zu durchgreifenden praktischen Lösungen zu vertuschen. Kein Wunder, daß Herr Litwinow im Hintergrunde, aber hier um so emsiger, an allen diesen Machenschaften teilhat. Sowjetrußland arbeitet schon deshalb gegen eine rasche Wiedereinreihung Italiens in die Völkerbundszusammenarbeit, weil es dann fürchten müßte, seine Pläne in der Meerengenfrage vereitelt zu sehen, die anscheinend in den Besprechungen zwischen Eden und Litwinow ein gutes Stück vorangekommen sind. Hauer Schmidt, Herne, gerettet Aufnahme: Hecht Eimon zur Rede Duff Coopers Kein britisch=französisches Militärbündnis geplant sondern nur eine„Verständigung“ Nach fast achttägiger Abgeschlossenheit in 800 Meter Tiefe erblickt Hauer Schmidt (in der Mitte im Mantel) zum ersten Male wieder das Tageslicht u. p. London, 30. Juni. Die gestrige Unterhausdebatte über die Pariser Rede des Kriegsministers Cooper war gekennzeichnet durch gewisse Meinungsverschiedenheiten der verschiedenen einzelnen Redner über die Frage, ob Cooper ein englisch=französisches Militärbündnis, oder aber nur die englisch=französische Verständigung befürwortet habe. Von hier aus wurde dann weiterhin ein lebhafter Kampf für und gegen ein englisch=französisches Bündnis selbst ausgefochten. Der Arbeiterführer Attlee übte an der Rede des Kriegsministers scharfe Kritik. Die Arbeiterpartei wünsche zwar enge Zusammenarbeit mit dem französischen Volke, möchte aber in keiner noch so versteckten Form ihre Bereitschaft für ein Militärbündnis aussprechen, denn solch ein Bündnis stehe im Gegensatz zu Englands Verpflichtungen gegenüber dem Völkerbundspakt, da es sich gegen ein drittes Land richte, England aber und ebenso Frankreich durch den Völkerbundspakt zum Vorgehen gegen den Angreifer verpflichtet seien. Sir Archibald Sinclair. der Führer der oppositionellen Liberalen, sprach zunächst seine Zunimmung zu dem allgemeinen Inhalt der Cooperschen Ausführungen aus, wendete sich dann aber gegen die Erklärung des Kriegsministers, daß Frankreichs Grenze auch die Englands sei, womit er sein Eintreten für eine Politik des Militärbündnisses begründet habe. Dies könnten die oppositionellen Liberalen nicht mitmachen. Auch Winston Churchill als Vertreter der Ultrakonservativen interpretierte Coopers Rede als ein Manöver zugunsten der englisch=französischen Militärallianz. Im Unterschied zu den Vorrednern verteidigte er aber gerade diese Tendenz der Cooperschen Ausführungen. Churchill versuchte, den Kriegsminister von dem Vorwurf reinzuwaschen, er habe sich in unverantwortlichem Leichtsinn eine Extratour geleistet. Ganz im Gegenteil hätte Cooper gewissenhaft, vorsichtig und korrekt gehandelt, indem er den Entwurf seiner Rede dem Foreign Office unterbreitete und auf dessen Rat, wie Simon gestern mitgeteilt hatte, auch einige Aenderungen vorgenommen habe. Winston Churchill schloß mit der Aufforderung an die Regierung, die Wirkungen der Cooperschen Rede nicht abzuschwächen, die bei der Entwicklung eines allgemeinen Planes eine Rolle spielen wird, den wir angesichts der um uns herum bestehenden Gefahren verfolgen müssen. Im Namen der Regierung sprach Sir John Simon, der im Gegensatz zu allen anderen Rednern energisch ableugnete, daß der Kriegsminister in seiner Rede für ein englisch=französisches Bündnis auf Kosten Deutschlands eingetreten sei. Cooper habe vielmehr nur von einer englisch=französischen Verständigung gesprochen. Einem Uebereinkommen „mit einem friedlichen Deutschland“ sei die Tür keineswegs verschlossen. Der Führer spricht in Weimar Weimar, 30. Juni. Im Innern dieser Ausgabe veröffentlichen wir das ausführliche Programm der Veranstaltungen zur 10jährigen Wiederkehr des Reichsparteitages 1926 in Weimar am 3., 4. und 5. Juli 1936. Darnach nimmt der Führer an den Erinnerungsfeierlichkeiten teil und wird am Freitag, am Sonnabend und am Sonntag sprechen. Reichsminister Kerrl erkrankt Der Führer am Krankenlager X Berlin, 30. Juni. Der Führer und Reichskanzler stattete am Sonnabend dem seit einiger Zeit erkrankten Reichsminister Kerrl einen Besuch ab und sprach ihm seine besten Wünsche für eine baldige Genesung aus. Hauer Schmidt wohlbehalten geborgen Fast acht Tage in 800 Meter Tiese von der Umwelt abgeschlossen] Vom stillen Heldentum des deutschen Bergmanns Herne, 30. Juni. Der am Montag, dem 22. Juni, auf der Schachtanlage Shamrock IIll in Herne durch Zubruchgehen einer Abbaustrecke auf der 790=Meter=Sohle eingeschlossene Hauer Heinrich Schmidt ist am 29. Juni, 17.10 Uhr, wohlbehalten geborgen und zur Beobachtung seines Gesundheitszustandes ins Knappschaftskrankenhaus Bergmannsheil in Bochum gebracht worden. Er wurde unter Tage von der Bergbehörde und den Kameraden herzlich beglückwünscht und über Tage von Frau und Mutter freudig begrüßt. Die Bergung gelang durch Wiederaufwältigung der auf 20 Meter Länge verschütteten Strecke unter großen Schwierigkeiten, weil die ausgelaufenen Kohlenmassen des steilstehenden Flözes Röttgersbank ständig nachzurutschen drohten. Es mußte daher unter großer Vorsicht mit Getriebezimmerung vorgegangen werden, die nach achttägiger aufopfernder Arbeit der Rettungsmanschaft endlich zum Erfolg führte. * Als uns gestern abend die Nachricht von der Errettung des tapferen Bergmanns erreichte, atmeten wir alle erleichtert auf. Und mit seinen Kameraden, die während banger Tage unter Einsatz des eigenen Lebens die Rettungsarbeiten fieberhaft vorwärts trieben, wurden alle die von einer quälenden Sorge befreit, die im Leben und in der Gesundheit des deutschen Arbeiters die Grundlage allen Aufstiegs sehen. Wir haben schon des öfteren betont, daß die Treue gerade des schaffenden Volkes seit drei Jahren besonders vorbildlich gewesen ist und daß gerade dem Arbeiter wie sonst niemanden die großen Erfolge der nationalsozialistischen Staatsführung zu danken sind. Er hat nie genörgelt, sondern gearbeitet, er ist immer still zur Arbeitsstätte gegangen, in die Tiefe der Erde gefahren und hat das Wort„Nur die Leistung entscheidet" durch die Tat erhärtet. Er fühlt heute beglückt, daß das nationalsozialistische Deutschland das wieder an ihm gur zu machen sucht, was gewinnsüchtige Arbeitgeber vor und nach dem Kriege an ihm gesündigt haben, er weiß, daß der neue Staat das als bindende Verpflichtung auf sich nimmt, was jahrelang vorher verräterische Arbeiterführer ihm vorgegaukelt und vorgelogen haben. Während man einst im Arbeiter ein notwendiges Uebel zur Befriedigung egoistischer Pläne sah, das nur arbeiten aber nie mitgestalten durfte, ist der mit der Faust schaffende Mensch durch den Nationalsozialismus emporgehoben worden zu einem vollgültigen gleichberechtigten Glied einer Kette, die heute die Gemeinschaft des deutschen Volkes bildet. Jene, die auch noch heute in satter Zufriedenheit ein geruhsames Leben zu genießen suchen und deren ewiges Trachten ein in materieller Hinsicht sorgenfreies Dasein ist, mögen einmal bedenken, wie schwer z. B. der Bergmann in der Grube um sein tägliches Brot kämpfen muß, wie groß die todbringenden Gefahren sind, die täglich auf ihn lauern, und wie gering die materielle Entlohnung für seinen erbitterten Daseinskampf ist, der nicht nur das Leben des einzelnen Schaffenden, sondern die Existenz des gesamten Volkes sichert. Wir wissen, daß die Lebenshaltung des deutschen Arbeiters noch nicht so ist, wie wir sie wünschen. Wir wissen, daß er sich jeden Tag neu erkämpfen muß und daß er sich nicht das gestatten kann, was heute vielen bereits zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Aber wir ringen erbittert und mit zähem Willen darum, dem Arbeiter auch das zu geben, was andere bereits der nationalsozialistischen Staatsführung danken. Gerade der Arbeiter liegt den Führern des neuen Deutschland besonders am Herzen, seinem Wohlergehen und Glück widmen sie ihre ganze Kraft und ihr ganzes Können. Wie der vorbildhafte Kameradschaftsgeist tapferer Bergleute nach einer Woche banger Sorge und harter Arbeit Hauer Heinrich Schmidt dem Tode entriß, so wird auch der Kameradschaftsgeist des deutschen Volkes den mit der Faust Schaffenden eine glücklichere und bessere Zukunft bringen. Sünden eines halben Jahrhunderts kann man nicht wiedergutmachen in drei Jahren. Aber der Nationalsozialismus ist Bürge dafür, daß auch dem Arbeiter entscheidend in seinem Lebenskampf geholfen werden wird.(Ausführlicher Bericht über die Rettung im Innern dieser Ausgabe. E. Ae. Das andere Faschoda“? Von Wolidieter Langen, Rom Abessinien gleicht für Europa einer Kerze, die man in einem Keller entzündete, um bei ihrem Lichte zu erkennen, daß der Raum voll — Pulverfässer war. Obwohl das abessinische Problem liquidiert und damit die Flamme gelöscht ist, bleibt immer noch genügend Licht, um zu erkennen, daß das abessinische Problem nur im Schatten eines größeren segelte: Dem des Mittelmeeres. Dies Problem ist für Europa in seiner jetzigen Machtzusammensetzung neu. Vor den Sanktionen haben die wenigsten erkannt, daß seit Jahren— genau: Seit Vollendung der militärischen Stärke Italiens— das Mittelmeer alle Anzeichen eines sich lautlos entwickelnden latenten Kriegszustandes trug. Europa dankt die nunmehr erworbene Erkenntnis, einem Krisenherd auf die Spur gekommen zu sein, ausgerechnet— Abessinien, das Veranlassung war, nicht aber Ursache. Ursache ist Italiens militärische, wirtschaftliche und kulturelle Machtentwicklung und Machtvervollkommnung in diesem mittelländischen Raum, der nach geopolitischen, strategischen und politischen, nach allen Gesichtspunkten des„natürlichen Rechts“ nun einmal der Lebensraum Italiens ist. Kein Staat Europas kann gerechterweise bessere Gründe anführen, daß dies Meer eben das„Mare nostrum“ sei, als Italien. Vor Abessinien hat man diese Gründe kaum gewürdigt, da eine Problemstellung nicht vorhanden schien. Gelegenheit, als erste zu dieser Erkenntnis zu kommen, hatte die britische Politik, die zwar Mussolinis„Panthersprung auf Korfu" sehr energisch widerstand, aber nichts daraus lernte. London hatte damals Mussolinis Einlenken als Schwäche genommen, während im Gegenteil Mussolini selbst die im Falle Korfu getätigte Erfahrung zur Grundlage des machtpolitischen Aufbaus Italiens nahm. Die britische Politik hat tatsächlich die Entwicklung im Mittelmeer erst erkannt, als es„zu spät“ war, da 1935 die im Mittelmeer aufgebotene„home fleet" nach amtlicher britischer Feststellung(Hoares Rede am 23. Juni 1936) gegenüber Italien nicht stark genug war, um bei einem ausgesprochenen Verbot Englands an Italien, den abessinischen Krieg zu führen, das Risiko eines Mittelmeer=Krieges auf sich zu nehmen. Die britische Politik hat das Problem weder in seinem Entstehen gesehen, geschweige denn verhütet. Sie hat vor allem verkannt, daß, so wichtig das Mittelmeer als klassischer Verbindungsweg des britischen Empires auch immer ist, es für Italien noch wichtiger sein muß.„Für England ist das Problem des Mittelmeeres ein Problem großer strategischer Bedeutung— niemand leugnet es— aber für Italien ist es das Problem seines Lebens.“(Tribuna, am 25. Juni 36). Die Lage im Mittelmeer ist nicht mehr so, daß man heute noch das Problem leugnen, vertagen oder„Unterausschüsse" damit befassen könnte. Seine Lösung— für den Frieden Europas!— wird nicht durch einen Mittelmeerpakt geschehen, wenigstens nicht in dauerhafter, befriedigender Form. Nach Lage der □ Dinge begegnet der äußerste Wille Englands, dieses Meer als Schlagader des Empire zu erhalten, der aus den Lebensnotwendigkeiten Italiens geborenen Dynamik, dieses Meer sein, vollends sein zu nennen. Einmal mehr im Ablauf der neueren europäischen Geschichte stehen konservative Ideen dynamisch=revolutionaren gegenüber. Das Problem löst sich erst dann, wenn eine dieser beiden Kräfte gewichen ist. Es kann über Jahre hinaus in Kompromisse eingefangen, verhandelt, vertagt, aufgeschoben werden, aber es bleibt! Es muß so lange bleiben, wie Italien als wirkliche Großmacht und nicht als Großmacht im Schatten des Union Jack leben will. Es muß solange andauern, wie England auf seine Vormachtstellung in diesem Meere nicht verzichten will. Gibraltar, Surz und Dardanellen machen die Großmacht Italien zur„Gefangenen im Mittelmeer" nach dem Atlantik, nach Asien, der Levante, nach seinen Kolonien. Der EmpireAniversität und Staat Der zweite Tag der 550 Jahr=Feier in Heidelberg 7. Reichsminister Rust über Rationalsozialismus und Wissenschaft (Ven unserem nach Heidelberg entsandten G.-St.-Schriftleiter) Heidelberg, 80. Juni. Welch historische Tage wir hier zur Zeit in Heidelberg zur 550=Jahrfeier der Universität er leben, trat nächst dem Empfang der Reichsregie rung in einem zweiten öffentlichen Festakt, den die Universität selbst in der Stadthalle veran staltete, so recht zutage. In feierlichem Zuge und im Prunk ihrer ernsten und alten Ornate folgten die Abgesandten von Universitäten und Ländern des ganzen Erdballs den voranschreitenden Herolden, die mit Fanfarenrufen den Weg weg über das Mittelmeer ist wiederum nicht von der neuen Aula zur Stadthalle durch das völlig ungestört, solange sich ein machtvolles.] Spatier der Bevölkerung wiesen. Die Feier selbst, ausstrebendes Italien wie eine Riesenbarriere Rust. Frank und Seldte beiwohnten, wurde; rch über den ganzen upittelmeerrasm fonant geng, ntust, Frank und Seldte beiwohnten, wurde durch ##n, egnzen Mittelmeerraum lagert. Eng= das Orchester des Nationaltheaters Mannheim land, das soviel Kraft aus dem Konservatis= das unter der Leitung des Gewandhaus=Kapellmus zieht, begegnet einem Staate, der seine meisters Hermann Abendroth konzertierte, er tiefsten Kräfte seit dem Risorgimento aus dem öffnet. Ein Rundblick in der Halle bot ein herrIrredentismus ableitet. Selbst Abessinien war lich buntes Bild, das uns Deutsche mit besonderem für italienische Augen noch Irredenta. Das Stolz erfüllen durfte. Mittelmeer ist bereits heute und morgen noch! Als ersten Gruß verlas der Rektor der Universimehr— wenn Italien stark bleibt, wie es ist tat Heidelberg das Glückwunschtelegramm des Füh— eine einzige Irredenta.„Gefangene deg kers, das wir in unserer gestrigen Ausgabe schon Mittelmeeres, die du doch seine Königin bist.“ Welt für ihr Kommen zu danken, dagen kr Italien leht im Zustand der bek#n:: Welt fur ihr Kommen zu danken, das um so mehr Bedrohzung seitdem Eraland d.n Freude rechtfertige, als wir ja wüßten, daß von Bedrohung, seitdem England, das keinerlei Ur= manchen Seiten in der Welt gegen unsere Feier sprungsrechte am Mittelmeer hat, sich Malta.] und damit gegen die deutsche Wissenschaft eine unCypern, Aegypten, Sudan, Palästina, ange=freundliche Haltung eingenommen worden ist. Die eignet hat".(„Giornale d' Italia“ vom 25. aus mehr als 30 Ländern der Welt erschienenen Juni 1936). Italien glaubt an dieses„Mare! schte haben sich durch diese Versuche, den Sinn nosturm“, mie es an sich felhft glaubt Und## gestes zu entstellen, nicht abhalten lassen. Masge#t men der austs 1###st 16iuner####. Das ist für uns die schönste Ehrung und der stärkste M ssolin wi er erste, der Italien lehrte. Beweis dafür, daß wir auf dem rechten Wege sind, daß Gehorsam, Kampf. aber vor allem Glaube! den Namen Heidelberg in der Welt auch heute und Berge versetzen können.(„Credere, obedire, fernerhin würdig zu vertreten.„Im Zuge ihrer comhattere!“! Man mag in Italien jetzt ruhmreichen Geschichte“, so legte Rektor Professor nicht darüber sprechen— der politische Augen-[Sroh weiter dar,„hat die älteste Universität des blick ist nicht dazu angetan— aver alle wissen! akar hacing Ein eing aiar kreigzgggrieht, ng: nie es, vor allem die Jungen, die die Zukunft sicht und in so stolzer Freude, Glaubige Zuversicht Italiens tragenden Kräfte: In Tembien, vor im Anblick des Hoheitszeichens des neuen Reiches Harrar und am Tana=See wurden die ersten das ihr und der deutschen Wissenschaft Aufgabe und Breschen in den Felsen von Gibraltar, die Richtung gegeben hat, und stolze Freude darüber, Kasematten von Malta und den Hafen von daß sie als die älteste Hochschule des Reiches zu Alexandria geschlagen.„Sicherlich: Krieg und Eroberung Abessiniens haben den Wert der Macht Italiens vermehrt. Wir erkennen das ohne Zögern an!“(„Giornale d' Italia“ vom 25. Juni 1936). Die Regimenter der italienischen Siedler in Abessinien, das Aufblühen des italienischen Ostafrika=Handels und die Erschließung von abessinischen Rohstoffen, dieser großen Sehnsucht aller italienischen Patrioten, werden die heutige Macht Roms vervielfälti : E n t w i c k l u n g I gleich die erste seit der Erneuerung Deutschlands sein darf, die vor der Nation und vor der Welt in feierlicher Form Zeugnis ablegt von der unlöslichen Gemeinschaft, die zwischen der Wissenschaft, dem Volk und seiner Führung besteht.“ Sichtbarer Ausdruck, so betonte Professor Groh, dieser Gemeinschaft sei die Anwesenheit der Mitglieder der Reichsregierung und so vieler führender Männer der Partei und des Staates. Wie die Ruperto Carola seit Jahrhunderten trotz aller schläge bestanden und stets die Nöte überwunden werben die heutige Macht Roms vervielfaltt habe, so auch das Deutsche Reich. In seinem Dienste gen. Die Entwicklung Italienisch=Abessiniens llebendige Gemeinschaft zu sein in Eraber zeichnet die Bahnen vor, die das Mittel meerproblem gehen wird. Italien hat in Abes sinien manches gewonnen, der größte Ge winn ist noch unsichtbar: die Hypothek auf die Zukunft, daß Abessinien Italien stär ker macht.„Abessinien— Plattform der Macht“(„Popolo d' Italia“, im Mai 1936). ziehung, Forschung und Lehre, in engster Verbindung zu stehen mit den Berufsständen des Volkes, denen unsere Arbeit dient, das sei in Zukunft der Sinn und das Ziel dieser Stätte. Reichsminister Rust spricht: In seiner Rede verkündete der Rektor Professor Man versteht, daß Italien heute mehr denn je! Gro“ noch zunter dem lebhaften Beifall aller Ana miel*“; V#gggalgg W####, 1e wesenden, daß die Reichsregierung zum Neubau mit Mißtrauen, aber mit Ruhe der Entwick= einer Frauenklinik soeben 300000 Mk. gestiftet habe lung des Kernproblems folgt. Seine Stuno—1 Reichsminister Rust bestätigte dieses Geschenk in die Stunde Italiens— ist noch nicht gerom= seiner folgenden Ansprache freudig und überbrachte men.„“]vom Führer und von der deutschen Reichsregierung Es ist verständlich, weshalb Italien jetzt und sewie von der Nationalsozialistischen Deutschen Arfür die nächsten Jahre Frieden im Mittel= bei.,rvari., der ältesten deutschen Reichsuniversität meer wünscht. Italien gleicht einem Tier, das eine zu enge Haut abwarf, in die neue jedoch noch nicht schlüpfte. Dieser Prozeß bedingt Zeit. Italien braucht Zeit. Was nicht bedeutet, daß Rom darüber die Probleme des Mittelmeeres vergäße. Es vergäße dann die Probleme seines eigenen Lebens. In diesem einen Punkt begegnen sich bisher italienische und britische Wünsche. Auch England braucht eit, um seine Rüstungen so zu vollenden, daß die herzlichsten Wünsche für eine Zukunft dieser stolzen Hochschule, die ihrer Vergangenheit würdig sei. Er verband mit diesem Wunsche zugleich ein Bekenntnis des neuen Deutschland zum Geiste echter Wissenschaft. Reichsminister Rust führte sodann in seiner grundsätzlichen Ansprache über das Thema „Nationalsozialismus und Wissenschaft" u. a. aus: „Aus der Verbundenheit der Focscher über alle Staatsgrenzen hin sehen wir ein einzigartiges hohes Gut auch heute, wenn auch die einheitlichen Grundlagen der Wissenschaft des Jahres 1386, die mit der Geschlossenheit des christlichen ordo für das ich ein Angriff auf die britische Vorherrschaft Abendland damals noch gegeben waren, inzwischen im Mittelmeer von selbst verbietet, um Bun desgenossen zu verpflichten, denen Italiens Machtverstärkung nicht geheuer ist. Nicht weniger schnell hat die italienische Politik ihre Folgerungen gezogen. Sie erkannte, daß, sollte sich je der latente Kriegszustand im Mittelmeer in einen wirklichen verwandeln, Paris im äußersten Fall näher an London als an Rom liegt und deshalb für eine kommende Entschei dung für Rom nicht zuverlässig genug ist. Sie zerfallen sind. Aus dem Abendlande selbst heraus sind die Grundlagen der Wissenschaft wiederholt verändert worden, und gerade gegenwärtig steht die deutsche Hochschule, getroffen von der großen inneren Entfaltung des deutschen Volkes im revolutionären Umbruch. Das Fundament des Nationalsozialismus ist die Gewißheit, daß alle geistigen Bewegungen nur insoweit auf dauernden Bestand rechnen dürfen, als sie sich auf ein in ihrer Grundrichtung ihm entsprechendes Menschentum stützen können. Die deutsche Geschlossenheit entstand durch Auswirkung einer völ erkannte weiter, daß die Mittelmeermächte heitlichen volitischen Willens. Die Uebernahme des selbst eher noch an einem britischen Status quo in diesem Raum, denn an einer entstehenden italienischen Vorherrschaft interessiert sind. Die Fronten beginnen sich im Mittelmeer zu klären Italien richtet seine Politik neu ein, es hofft auf Fortbestand der traditionellen englisch=italienischen Freundschaftspolitik, aber im Innersten glaubt es nicht daran, deshalb ist es auf Suche nach zuverlässigen Mächten. Man hat Abessinien„das andere Faschoda“ genannt. Nach dem wirklichen kam bekanntlich statt des erwarteten Krieges— die Entspannung. Im Interesse des europäischen Friedens steht zu hoffen, daß auch„das andere Faschoda“ diese Lösung haben möge. Italien lebt offiziell dieser Hoffnung— trotz Kenntnis der Probleme. Aber es vertraut ihr noch längst nicht das Schicksal Italiens an. Es handelt zur selben Zeit:„Gegen diese weiter andauernde und politischen Regiments bedeutete aber nicht das Ende Sudetendeutscher, die kein abgeschnittener und des Kampfes, sondern die Grundlage für die dürrer, sondern ein kräftiger Ast am Baume des Neugestaltung aller Bezirke des völkischen deutschen Volkes seien. So wie sie treue Bürger Lebens aus den levendigen Grundsätzen der national des Staates seien, dem sie angehörten, so fest aber sozialistischen Weltanschauung. So konnte es nicht ständen sie auch in der Blutsgemeinschaft des 100 ausbleiben, daß auch die Stätten der Wissenschaft Millionen=Volkes der Deutschen. hineingerissen wurden in den Sturm der deutschen Revolution, ja daß die Wissenschaft selbst in Bewe gung geriet. Seit dem Jahre der Wende vollzieht sich an den Hochschulen Deutschlands ein Aufbau der einzelnen Wissenschaften aus der neuen völkischen Wirklichkeit, die mit einem Schlage das Auseinander fallen der Wissenschaft beseitigte und ihr wieder eine lebendige, innerlich verpflichtende Mitte gab. Diese Bewegungen der Wissenschaft jedoch erregten die Aufmerksamkeit des Betrachters zunächst nicht so sehr als vielmehr gewisse politische Maßnahmen des Staates, die auch auf den Hochschulen notwendig Nachdem sich endlich der nicht endenwollende Beifall gelegt hatte, folgte die große Reihe der Glückwunschansprachen von mehr als 20 Auslandsvertretern, die zum Teil sehr kostbare Geschenke für die Universität Heidelberg mitgebracht hatten(z. B. China eine seidene, mit Goldbrokat bestickte Hakenkreuzfahne). Bei uns besonders befreundeten Ländern erhob sich der Applaus der Zuschauer zu gesteigerter Wirkung, und zumal dann, wenn die ausländischen Vertreter als sichtbares Zeichen ihrer Wünsche und ihrer Sympathien für Deutschland die is duch auf den Gochschulen nottbenbiaIaI.m..„ wurden. Sie haben uns den Vorwurf eingetragen, Hand zum deutschen Gruß erhoben. Sie alle stimmwir seien unduldsam. Der nationalsozialistische## in den Glückwünschen für die Ruperto Carola Staat braucht sich wegen keiner seiner Maßnahmen u#nd das gesamte Reich überein, wobei der Vertreter zu verteidigen. Was er tat, tar er aus dem Ur Islands insbesondere für die gehobene Pflege des recht der Nation zur Gestaltung seines Lebens nordischen Geistes im neuen Deutschland dankbar nach eigenen Gesetzen. So hat er den unbelehrbaren war. Der Regierungsvertreter Italiens, Professor Feind des deutschen Wiederaufstiegs den marxisti= Dr. de Francisci, verband mit dem Gruß an Rektor schen Leugner des nationalen Prinzips, von allen verantwortlichen Stellen des öffentlichen Lebens entfernt. Wenn er dabei vor den Toren der Universität nicht Halt machen konnte, so nur darum, weil auch hier Vertreter jenes Regiments saßen, das wir und Senat auch die aufrichtigsten Wünsche für die Zukunft Deutschlands und seine Verehrung für den Führer. Nach Ueberreichung der zahllosen Glückwunschtelegramme, die durch die Abgesandten vom ganzen soeben gestürzt hatten. Wir haben sie nicht entfernt Erdball eintrafen, sprach noch Professor Hoops als Vertreter der Wissenschaft, sondern als Partei gänger einer politischen Lehre, die den Umsturz aller Ordnungen auf ihre Fahne geschrieben hatte. Die Aufgaben der Wissenschaft Ferner trat Reichsminister Rust dem Satz ent gegen, daß die Lehre des Nationalsozialismus selbst die Grundlage aller Wissenschaft in Frage stelle. Gegen die Lehre vom abstrakten theoretischen Subjekt, gegen die Zerreißung des wirklichen Lebens zwar stellt der Nationalsozialismus seine Einsicht, für die Gesellschaft der Freunde der Universität Heidelberg. Reichsminister Seldte überbrachte als Festschrift einen Bericht der dreijährigen Tätigkeit seines Ministerium.— Mit außerordentlich frischen und harten Tempi setzte dann die Meistersinger=Ouvertüre ein. Der Rektor Professor Groh dankte nochmals für die überaus rege Anteilnahme der gesamten Kulturwelt. Das Deutschlandlied und das Horst=Wessel=Lied erklangen, und mit uns Deutschen ehrten auch die ausländischen Gäste durch die erhobene Hand unser Land. der Mansch auckh ala- Ersannznden auu##imt; 1 Am Abend des Montags fand in derselben Halle daß der Mensch auch als Erkennender Glied einer ein fröhliches Welttreffen ehemaliger Heidelberaer natürlichen geschichtlichen Ordnung bleibt. Unter Studenten statt. Bei Tanz und fröhlichen, alten Berufung auf Schelling rief Reichsminister Rust! Studentenliedern suchte und fand man hier ein Zieser PErkemntnis auf den Ke zu Stück der unverkitschten Romantik Alt=Heidelbergs. fer Erkenntnis auf den Grund gegangen sind Wie oft konnte man das freudige Erkennen zweier der Nationalsozialismu. bekennt sich zu einer recht alter Studienfreunde sehen, die das Leben seit mne inhet der—. enschaft ermöglicht. Auch Jahren oder gar Jahrzehnten getrennt hatte. Es berg etsztengg hisziimns besenug sih zu einer rech war ein Fest nach alter Heidelberger Art, das als verkandenen„Objektivität,— er hekämpft, Gegengewicht zu den ernsten Feierlichkeiten der ist die zum Grundsatz erhobene Weltanschau ungslosigkeit, die Verwechslung von Objektivität mit jener Haltung des Allesverstehens, welche die Kraft der Entscheidung lähmt und auch den un würdigsten Zustand der Welt rechtfertigt. Die Wissenschaft ist sowohl frei wie gebunden. Wir verlangen nicht von dem Gelehrten, daß er die Schaffung des nationalsozialistischen Staates verherrlicht. Wir sehen allerdings auch nicht seine Aufgabe darin, als Richter über die politische Tat ihr nachträglich die wissenschaftliche Weihe zu geben von einer Grundlage aus, die nicht die des politischen Handelns ist. Wir lehnen eine verordnete Wissenschaft ab, aber wir dulden auch nicht den politisierenden Gelehrten. Wir wissen, daß wir den wieder auf einem lebendigen Grund tehenden Wissenschaften den Weg freigeben können daß sie ihres Amtes walten.„Die alfe Idee der Wissenschaft", so schloß Reichsminister Rust, „war begründet auf dem Glauben an den Herrschaftsanspruch des abstrakten Intellekts. Sie ist letzten Tage nicht schöner gedacht werden konnte. Der Führer hat aus Anlaß der 550=Jahrfeier der Heidelberger Universität dem Geheimen Rat Professor Dr. Ludolf von Krehl in Anerkennung seiner Verdienste den Adlerschild des Reiches verliehen. „Die Jahne des Propheten“ Die gefährliche Zuspitzung, die die Lage in Palästina durch den drohenden Araber=Aufstand in Transjordanien erfuhr, hat, wie aus Londoner Pressestimmen, hervorgeht, dort inzwischen zu ernsten Befürchtungen geführt. Welche Bedeutung man dieser neuen Lage beimißt, geht schon aus den umfangreichen Vorsichtsmaßnahmen hervor, die britischerseits sofort getroffen wurden. Die Grenze zwischen Palästina und Transjordanien ist inzwischen durch starke Truppenkontingente geschützt worden. Motorisierte Truppen sind in den letzten Tagen erneut von Aegypten zur Verstärkung herbeigezogen. Neben den motorisierten Patrouillen, die die Grenze ständig abfahren, sind vor allem auch Bombenflugzeuge eingesetzt worden, um das Vordringen bewaffneter Beduinenabteilungen nach Palästina rechtzeitig zu verhindern. Eine Entscheidung scheint bei den Beduinenstämmen des Transjordangebietes noch nicht gefallen zu sein, wenigstens liegen keine neuen Nachrichten über irgendwelche Entschlüsse der in Amman tagenden Scheiks vor. Aber es ist keineswegs gesagt, daß das Fehlen jeglicher Nachrichten ein Fallenlassen der Pläne bedeuten kann. Ja, es ist sogar das möglich, daß es im Gegenteil die Ruhe vor dem Sturm ist. Die Lage erfährt im übrigen eine neue Verschärfung durch einen Aufruf, den der Groß=Mufti, das geistliche Oberhaupt der Palästina=Araber, an die moslemitische Welt erlassen hat. Dieser Aufruf kennzeichnet die Auseinandersetzungen, die augenblicklich in Palästina stattfinden, nicht allein als ein politiches Problem, sondern auch als eine ernste religiöse Frage. Damit kann unter Umständen die Parole gegeben sein, daß in der zesamten arabischen Welt wieder einmal„die Fahne des Propheten“ entfaltet wird. Die Gechichte lehrt, welche Folgen eine solche Parole unter der Sonne des Südens und in den heizen Wüsten Arabiens haben kann. Sobald einmal der Konflikt auch auf das religiöse Gebiet hin abgedrängt ist, muß es geschickten Agitatoren leicht fallen, alle politischen Argumente, die von englischer Seite vorgebracht werden könnten, auszuschalten. Jedenfalls ergeben sich hier Aspekte, die immer neue drohende Gefahren aufzeigen. Die Kämpfe der letzten Wochen haben auf arabischer Seite 56 Tote und 98 Verwundete gebracht, auf englischer Seite stehen drei Tote und 16 Schwerverwundete auf der Verlustliste. Wie die nächste Wochenbilanz aussehen wird, kann noch nicht gesagt werden! Zusammenarbeit der nordischen Völker Eine Rede des norwegischen Nationalisten=Führers A Oslo, 30. Juni. Am Sonnabend sprach auf dem Reichs dahin. Die neue Wissenschaft unterscheidet sich effen der Nasjonal Samling der Führer der zutiefst von einem Erkenntnisbegriff, der seine Bewegung, der frühere norwegische Wehr Würde in der Zeitlosigkeit seines Wahrheitsstrebens minister Quislina, im größten Lichtspiel ###### wahre Autonomie und Freiheit der theater Oslos. Seine Ausführungen gipfelten und unseres geschichtlichen Schick, Bölter nordischer Art, sich aegen den kuturGeset und de Wahrbeit daraustellae gege dem vernichtenden jüdischen Marxismus zusammen zuschließen. Quisling führte u. a. aus:„Bei Die Glückwünsche der Auslandsgäste der heutigen europäischen Lage sehen wir au Mit der wunderbar gespielten Leonoren=Ouver= Augdrue geite den Bolschewismus als türe konnte sich sodann Hermann Abendroth einen! 4usbruck eines Weltzusammenbruchs, auf dem Beifall holen, der minutenlang nicht abebben wollte, vas Judentum seine Herrschaft aufrichtet, au Nach weiteren Begrüßungen durch den Oberbürger= der anderen Seite den vergeblichen Versuch, meister der Stadt Heidelberg und den Führer der Frieden und Zusammenarbeit herzustellen. Und enschaft überbrachten die Vertreter der mitten in diesem Zerfall die jungen Kräfte der Beiber dr Anshetiäk st einer Posgrsnse Ver aung iu Voresge. Frankfurt am Main im Auftrage aller deutschen I“. Die m 7g# der Dinge im Anmarsch, Reichsuniversitäten und der Hochschule Danzig.] Die Völterbunds= und Sanktionspolitik ist Nach dem Vertreter der Auslandsorganisation der zusammengebrochen, obwohl die ganze Welt, RSDAP., Professor Dr. Bode aus Südafrikg. soweit sie demokratisch und marxistisch ist, sich stlichen Arigstätegz Prag und Krinn un vlaulammenaesunden hatte. Ohne uns mit den benische, uniderstät grüsße, ihre, reichszgebörge kalchzistischen Isalten au. identifizieren, hat die Schwester und mit ihr sprächen die 3½ Millionen P4ssonal Samling, geleitet von den Interessen unseres Landes, von Anfang an die Sank de la Rocque gründet eine Partei Die„Feuerkreuzler“ bilden eine„Französische Soziale Partei“. tionspolitik avgelehnt. Sie fordert die Neutralität Norwegens auch in dieser Sache. u. p. Paris, 30. Juni Oberst de la Rocaues neue„Französische Soziale Partei“, die in Form einer ordentlichen politischen Partei die aufgelöste Feuerkreuz=Organisation ersetzen soll, ist gestern, am Vorabend der Kammerdebatte über die Auflösung militärähnlicher Verbände, gegründet worden. Das am Morgen eröffnete Pariser Parteibüro war den ganzen Tag über von feindliche(britische) Politik antwortet Italien ehemaligen Feuerkreuzlern umlagert, die sich Linaunmn Ri MDitaltoderlisten her nanas Masin:-la. mit der zu Wasser fortgesetzten militärischen Vorbereitung er, zu Lande, in der Luft.“(Giornale )'Italia“ vom 25. Juni 1936.) Deutsche Liederbücher beschlagnahmt Die tägliche tschechische Herausforderung ∆ Prag. 30. Juni. tschechoslowakische Pressegericht in Das in die Mitgliederlisten der neuen Partei ein tragen wollten. Diese Parteineugründung dürfte die heutige Parlamentsaussprache, die schon an sich schwere Zusammenstöße zwischen der Rechten und der Linken zu bringen versprach, noch weiter verschärfen. Die Kommunisten werden ihre sofortige Wiederauflösung fordern mit der Begründung, daß dem Führer der Feuerkreuzler nicht erlaubt werden dürfe, eine politische Partei zu Leitmeritz hat dieser Tage das im Verlage gründen, so legal sich diese auch geben möge Paul Zschorner in Leipzig erschienene„Lie= Die radikale Linke wird mit diesem Verlangen derbuch ir Frauenchöre“ wegen des Textes die heute zu erwartenden Angriffe der Rechzu sieben Liedern beschlagnahmt. Die Maß= ten gegen die militanten Verbände der Linken nahme ist genau so wie das behördliche Vor= zu parieren versuchen, die die Regierung nach gehen gegen die in den deutschen Volkstums= Ansicht der Rechtsparteien ebenfalls aufgebieten getragenen weißen Strümpfeslösen muß, will sie sich nicht dem Vorwurf bezeichnend für die tschechische Haltung. der Parteilichkeit aussetzen. Zwei Gruppen f'hen sich in Europa gegen über, die Sowjetusion, Frankreich und die Tschechoslowakei und hinter ihnen das Judentum. Diese wünschen Deutschland anzugreifer. Bolschewismus und JudenDaß die Linke mit ihrer Haltung Erfolg tum im heutigen Rußland können das Ziel haben wird, muß als zweifelhaft gelten, da der Weltrevolution nicht aufgeben, ohne selbst nach einer Erklärung des Innenministers zusammenzubrechen. Unter diesen Umständen Salengro auf legalem Wege gegründete ist die Stellung Norwegens am Kreuzungspolitische Parteien nicht aufgelöst werden kön=spunkt zwischen Rußland, England und Deutschnen. Bei der Gründung der neuen„Französi= land ganz besonders schwierig, zumal schen Sozialen Partei“ haben sich aber Oberst die Regierungsmacht in den Händen der Marde la Rocque und seine Mitarbeiter ganz be=xisten liegt. Wenn von der Landessicherheit wußt streng an die legale Form ge=] die Rede ist, dann denken wir in erster Linie halten. Sie haben der Form nach noch ein= an Nord=Norwegen. Die Verteidigung mal ganz von vorne begonnen, darum auch Nord=Norwegens muß zu Lande, zu Wasser, nicht den Mitgliederbestand des Feuerkreuzes und in der Luft verstärkt werden. üb, v. Mlen,„sondern neue Mit=] Ich komme dann, so erklärte Quisling weieliederlisten eroffnet, g die sich einzu=iter, zum Kernpunkt meiner Ausführungen. zeichnen den 1,2 Millionen Angehörigen der Die Aufrechterhaltung des Friealten Organisationen völlig freisteht. Es wirdldens zwischen England, und aber allgemein angenommen, daß sich nur ein! Deutschland ist eine Lebensfrage für verschwindender Bruchteil des Mitgliederbe= Norwegen. Es ist unsere Aufgabe, mit allen standes dieser Einzeichnungspflicht entziehen rechtmäßigen Mitteln denen entgegen zu arwird. In dem Parlament sitzen, wie de la beiten, die Zwietracht zwischen England und Rocque bekannt gab, schon zehn Vertr== Deutschland säen wollen. Der dekadente Libeter der neuen Partei, darunter Henry de ralismus und sein Zwillingsbruder, der MarxisKerillis und der bekannte Abgeordnete#us, berichter gegeg den nordischen StaatsXavier Vallat. Diese zehn Parlamentarier entinricht, daß ga sich heute um einan Amaiwerden zusammen mit de la Rocque als einzigem Nichtparlamentarier den Vollzugsausschuß der Partei bilden. entspricht, daß es sich heute um einen Zwei kampf zwischen Judentum und dem nordischen europäischen Gedanken handelt, dann müssen wir das wirksamste Gegenmittel gegen die marxistische Unterwühlungsarbeit in einer nationalen Wiedergeburt erblicken Eine ehrliche Verständigung zwischen den Völkern mit nordischer Einstellung herbeizuführen, ist heute eine heilige Pflicht für alle weitschauenden Männer und Frauen. Ein Block der nordischen Völker könnte in weit höherem Grade als der bankrotte liberalistisch=marxistische Völkerbund ein Bollwerk gegen den Bolschewismus sein. Das nordische Prinzip steht im Gegensatz zu dem jüdischen Liberalismus und Marxismus, die ihre zersetzenden Zwecke verfolgen, indem sie Haß und Klassenkampf ausnutzen zu eigenem Vorteil.“ Der Redner schlug dann eine Entschließung vor, in der friedliches Zusammenarbeiten zwischen allen nordischen Völkern als die notwendige Voraussetzung für den Frieden Europas und der Welt und für unsere Errettung aus Chaos und Vernichtung bezeichnet wird. Die Reichskonferenz der Nasjonal Samling fordere alle, die nordisch nach Art und Einstellung seien, zur Zusammenarbeit auf. Abreise der Gräfin Ciano=Mussolini X Berlin, 30. Juni. Die Gemahlin des italienischen Außenministers, Gräfin Edda Ciano=Mussolini, hat nach vierwöchigem Aufenthalt in Deutschland heute vormittag die Rückreise nach Rom angetreten. Der Führer ließ ihr bei ihrer Abfahrt durch Ministerialrat Kiewitz seine Abschiedsgrüße übermitteln und ihr sein Bild mit eigenhändiger Widmung überreichen. Auf dem Bahnhof hatten sich ferner der italienische Botschafter und Frau Attolico mit den Mitgliedern der Botschaft und der italienischen Kolonie, sowie Vertreter des Auswärtigen Amtes und des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda zur Verabschiedung der Gräfin Ciano eingefunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich K. Pfallerott. Stellvertreiender Hauptschriftleiter: Ewald Löbbert. wo., lich; Far Politik Frils Bormann. Leiter der gesamten Lokal- und Provinztelle: Ewald L. öbbert, verJewells am Ende der Ortsausgabe bezeichnete„Schrif###e.„Verantwortlich für Wirtschaft Dr. Hel„It Barth-York.„für den Allgemeinen Teil Heinrich K### g###r,„## Kunst und Unterhaltung###V Gon%###., Schruilla, und Hleimatpolltik Gönlher e, für Westfalen-Rheinland Hermann Thien. für Schte, für den Anzeigeniell Bernhard Dorimung... Kurl Kirschner. Berliner Schriftleitung: Hans Graf Reischach. Berlin Chef vom Dienst: Heinrich Elsenpeter, Dortmund. Druck und Verlag: Westfällsche Landeszeilung Gmbll., Dortmund D.-A. Mai 1936: über 180 000 .400„L.A D Bezirkseusgabe Dortmund und Umgebung 55 1 U. A. B. Bezitksaussabe Bochum Witten: 23 600; D A I Bezirksausgabe Ilagen: 18 450. D A. A Bezirkeausgabe Sauerland(Arnsbera): 14 500. D A. G. Bezirke lle ne Wanne Eickel-Gelsenkirchen Recklinghausen: B.-A. S Bezirksausgabe Hamm Soesl und die Börde: D.-A. L Bezirksausgabe Lüdenscheid: 11 800(z. Zt. Preisliste Nr. 5 gültig) 2. 1 Er Nur zehnjähr parteita 4. Juli licher S größten Kämpfer Reiches die einst Aug Faust Entschli zunehm gen tro mangel durchge besserge Es gele primitir sind ja Freit los. SA anderen wünschte Fahrt. 2 denden Heilrufer nicht be Gegentei und Re kolonne. störte sie rollten d hin. Hi klapperig behoben daß der deres Fa blieb dal drückend Paderboi geplagt, den einz um eine damals wurde; n die Häuse Wegestre daß der zurückgeb Terbor sorgt um ein Priv kurzer Ze gem hin als an I Kameraddie es er mobil zu Fahrt oh in den E die unser mit Steir mando de Wagen!" kurze Hol, war die stärkster 1 einigen di verletzten dem Gesa Polize ken lassen anstatt pfl stellen, na suchung d gefunden durch das ging der 2 Uhr tre Ruhrgebie teigenosser Gauleiter verständlic Das Wein 10jähriger T A 2. Blatt 7 Jolge 175 Westsälische Landeszeitung- Rote Erde Weimar 1926 Nur einige Tage noch trennen uns von der zehnjährigen Wiederkehr des ersten Reichsparteitages in Weimar. Damals— am 3. und 4. Juli— kamen nach Ueberwindung unendlicher Schwierigkeiten, verbunden mit den größten persönlichen Opfern, die verschworenen Kämpfer Adolf Hitlers aus allen Gauen des Reiches und den entlegensten Grenzgebieten in die einstmals rote Hauptstadt Thüringens. Auch deutsche Arbeiter der Stirn und der Faust aus dem Ruhrgeviet faßten den Entschluß, an dieser großen Kundgebung teilzunehmen. Wenn es auch infolge der damaligen trostlosen Wirtschaftslage überall an Geld mangelte, so konnte das Vorhaben dennoch durchgeführt werden, weil wirtschaftlich etwas bessergestellte Kameraden helfend einsprangen. Es gelang schließlich, einige, wenn auch nur primitive, Lastwagen zu mieten. Wir Nazis sind ja anspruchslos und keine Salonmenschen. " 9##tags in auler Frühe ging die Fahrt los. SA=Kameraden, die aus dienstlichen oder anderen Gründen leider zurückbleiben mußten, wünschten den Teilnehmern eine glückliche Fahrt. Daß diese damals nicht von spalierbildenden Volksgenossen mit Blumenspenden und Heilrufen verabschiedet wurden, braucht wohl nicht besonders hervorgehoben zu werden. Im Gegenteil: haßerfüllte Blicke, geballte Fäuste und Rotfront=Rufe begleiteten die Autokolonne. Das war unsere SA gewohnt und störte sie weiter nicht. Unter fröhlichem Gesang rollten die Wagen mit wehenden Fahnen dahin. Hinter Soest hatte der letzte ziemlich klapperige Lastwagen die erste Panne, die nicht behoben werden konnte, weil sich herausstellte, daß der Anker durchgebrannt war. Ein anderes Fahrzeug stand nicht zur Verfügung, es blieb daher nichts anderes übrig, als trotz drückendster Julihitze den Weg zunächst bis Paderborn zu Fuß zurückzulegen. Von Durst geplagt, baten die erschöpften SA=Männer in den einzelnen Ortschaften an der Landstraße um einen Trunk Wasser, der ihnen von den damals verhetzten Volksgenossen verweigert wurde; man versperrte ihnen den Eingang in die Häuser. Mittlerweile hatten die bereits eine Wegestrecke vorgefahrenen Wagen festgestellt, daß der letzte Lastwagen mit SA=Kameraden zurückgeblieben war. Die Transportführer Terboven und Schleßmann hatten, besorgt um das Schicksal ihrer Kameraden, schnell ein Privatauto gemietet und erreichten nach kurzer Zeit die Zurückgebliebenen. Nach langem hin und her blieb nichts anderes übrig, als an Ort und Stelle nochmals unter den Kameraden eine Sammlung zu veranstalten, die es ermöglichte, einen anderen Lastwagen mobil zu machen. Bis Kassel ging dann die Fahrt ohne Zwischenfälle. Hier aber hatte sich in den Straßen Kommune zusammengerottet, die unsere SA=Männer aus dem Hinterhalt mit Steinwürfen empfing. Auf das Kommando des Transportführers„Runter vom Wagen!“ sprangen sofort alle ab. Es gab eine kurze Holzerei und innerhalb weniger Minuten war die feige, rote Meute, die immer nur in stärkster Uebermacht Mut zeigte, zerstoben. Mit einigen durch Steinwürfe zum Glück nur leicht verletzten Kameraden ging die Fahrt unter dem Gesang von Kampfliedern weiter. Die Polizei, die sich bis dahin nicht hatte blik ken lassen, jagte den Autos nach und nahm, anstatt pflichtgemäß die roten Angreifer zu stellen, nach bekannter Methode eine Untersuchung der SA=Kameraden nach Waffen vor; gefunden wurde natürlich nichts. Weiter gings durch das herrliche Thüringer Land. Langsam ging der Sommertag zur Neige. Nachts gegen 2 Uhr trafen die ersten Lastwagen aus dem Ruhrgebiet mit Essener SA und anderen Parteigenossen in Weimar ein. Unser damaliger Gauleiter Dr. Goebbels hatte es sich selbst verständlich nicht nehmen lassen, die Partei genossen aus seinem Gaugebiet persönlich zu begrüßen. Nach einer kurzen Erfrischung ging es übermüdet in die Quartiere. Der Auftakt in Weimar Schon am Samstag erklangen vom frühen Morgen an in den Hauptstraßen Kampflieder und Marschmusik. Ueberall rüstete man für den großen Tag aller Deutschbewußten. Die Ruhe dieser herrlichen Goethe=Stadt schwand langsam. Immer mehr uniformierte Sturmtrupps, Parteigenossen, alt und jung, Mann und Frau, rückten heran. Viele hatten noch kein Braunhemd, man sah Windjacken, feldgraue Röcke, sowie braune und graue Mützen. Allmählich glich der Marktplatz einem Heerlager. Immer wieder trafen Sonderzüge, Lastautos, Fahrradtrupps und Fußgänger ein, die tage=, ja wochenlang das Opfer gebracht hatten, hatte, stand heute der deutsche Frontsoldat Adolf Hitler, der den Wandel der Dinge aus Verrat, Schande und Judenherrschaft zum Freiheitskampf andeutete. Das war das Zeichen vom Beginn einer neuen Zeit. Die blutbefleckte Fahne vom November 1923 wurde an den Reichsführer der SS übergeben— ein erhebender Augenblick. Nach einer kurzen Begrüßung hielten Dr. Frick, Dr. Goebbels, Rosenberg, Julius Streicher und andere führende Parteigenossen Referate. Eine Entschließung wurde angenommen, nach der von der NSDAP. die Anschauung, als könne die Rettung unseres Volkes von Parlamentsregierungen oder Parlamentsmehrheiten kommen, verworfen wurde. Alfred Rosenberg erstattete das Pressereferat, während Dr. Frick über die Aufrechterhaltung des Berufsbeamtentums und den „Deutschland erwache!“. Dieser Weckruf Dietrich Eckarts wurde zur Parole der Partei. Der Fuhrer grüßt seine Standarten auf dem Weimarer Parteitag 1926. Vor dem Auto: Frankenführer Streicher, Gottfried Feder u. Alfred Rosenberg Marsch durch Weimar 1926. Der Berliner Gauleiter Dr. Goebbels und Viktor Lutze, der jetzige Chef des Stabes der SA an der Spitze eines Zuges der Braunhemden. Links hinter Dr. Goebbels(mit Brille) Parteigenosse Albert Meister, der jetzige Oberbürgermeister von Herne Das Weimarer Festabzeichen zur Feier der 10jährigen Wiederkehr des Reichsparteitages 1926 in Weimar nach Weimar zu marschieren. Hier muß einmal die Frage aufgeworfen werden: Aus welchem anderen Lager wohl hätte jemand für eine politische Organisation solche Opfer gebrachtr— Wir Nationalsozialisten waren die ärmste Partei in ganz Deutschland. Unsere Organisation besaß keine kapitalistischen Stützen, wie unsere Gegner dies wider besseres Wissen zwar immer frech behaupteten. Auf Reichsbanner und Kommune taf das allerdings zu, weil diesen Organisationen zur Bekämpfung der„Faschisten“ geldliche Zuwendungen in überreichem Maße vom Judentum zuflossen. Bei uns opferte eben jeder Parteigenosse freudig seinen letzten Heller. Dafür stellte unsere herrliche Bewegung denn auch eine wahre deutsche Opfer= und Kampfgemeinschaft dar. Die Kundgebungen am Sonntag Im Deutschen Nationaltheater fand vormittags der Reichsdelegiertenkongreß statt. Der stimmungsvolle Raum war bis auf den letzten Platz besetzt. Es war jene Halle, in der einst der Jude Hugo Preuß die„neudeutsche" Reichsverfassung ins Leben rief. 1926 war diese Stätte Quartier vieler tausender deutscher Freiheitskämpfer. An Stelle des schwarzrotgelben Tuches wehte überall das Hakenkreuzbanner. An der Stelle, an der einstmals Fritz Ebert gesessen „Die politische Macht kann nur durch Verbin dung von Idee und Organisation erreicht wer den. So stehen wir als Kämpfer einer besseren Zukunft da. Was wir wollen, ist keine Kolonie, sondern ein Deutsches Reich.“ Der Aufmarsch Die große öffentliche Kundgebung auf dem Marktplatz wurde durch den Aufmarsch der SA und SS eingeleitet. Der Führer selbst marschierte an der Spitze und nahm anschließend den Vorbeimarsch ab. Ueberall wurde er schon damals— 1926— mit Blumen überschüttet. Die Bergleute aus dem Ruhr gebiet grüßten ihn mit erhobener Gruben lampe. Nach dem Vorbeimarsch sprach Julius Streicher auf dem Marktplatz zu der Massenversammlung:„Wir predigen den Kampf gegen die Verderber des deutschen Volkes und Geistes. Wir sind die einzige Bewegung, die den Mut aufbringt, dem Volke die Wahrheit zu sagen. Weimar, die große deutsche Stadt, soll uns den Glauben an unsere Zukunft wiedergeben.. Ausklang Ueber 10000 Parteigenossen hatten sich vor zehn Jahren in Weimar versammelt. Mustergültige Disziplin beherrschte alle Teilnehmer, die es doch nicht hatte verhindern können, daß es hier und da zu Zwischenfällen kam. Unter dem Schutze der Dunkelheit überfielen rote Strolche vereinzelt gehende SA=Kameraden. Die Systempolizei griff nicht etwa die Ruhestörer heraus, sondern wandte sich gegen die überfallenen SA=Männer. Bezeichnend und erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang ein „Bericht" des damaligen WTB., das von der Größe des Parteitages keinerlei Notiz nahm, indes den Zwischenfällen breitesten Raum gab. Die„Journaille“ an der Arbeit Daß der große Aufmarsch an der Stätte der Nationalversammlung vor sich ging, hatte natürlich die gesamte Hebräerpresse in maßlose Wut versetzt. Einzelne Auseinandersetzungen mit ihren roten Knechten wurden zum Anlaß genommen, um über„nationalsozialistischen Terror" zu jammern. So konnte man in der gesamten Judenpresse, die natürlich die Kundgebung und den Aufmarsch selbst totschwieg, folgenden wütenden Ausfall im„Berliner Tageblatt“ lesen:„Die Auslese, die Hitler in Weimar zusammengezogen hatte, machte zum Teil den denkbar schlechtesten Eindruck. Man sah viel Arbeitslose darunter, die auf eigene Rechnung die Reise nach Weimar nicht hatten unternehmen können und schon bei ihrer Ankunft über keinen Pfennig Geld mehr verfügten.“—— Die Parteigenossen, die in Weimar waren, konnten damals schon an diesem Beispiel die typisch jüdische Verdrehungskunst feststellen. Eines allerdings stimmte: es waren viele Erwerbslose unter denen, die da marschierten, also in erster Linie jene Menschen, die dank der Versklavungspolitik der jüdischen Hochfinanz betrogen und begaunert worden sind. Diese hatte zwar den Wunsch, alle Arbeiter ins rote Lager zu schaffen—— und nun standen sie plötzlich unterm Hakenkreuz.—— Die„Frankfurter Zeitung“ wieder faselte folgendes:„Die Leute, die da marschierten, waren teilweise ohne Mittel, woraus zahlreiche Zechprellereien sich naturnotwendig(!) ergeben mußten. Es kann und darf„aus bestimmten Gründen“ nicht verschwiegen werden, daß 90 Prozent der Teilnehmer an dieser Heerschau Proletarier—, Arbeiter, Angestellte und Erwerbslose waren.“ —— Dieses Hebräerblatt hatte also„seine bestimmten Gründe“, aufzuhorchen. Unsere Parteigenossen, die sich die Reise buchstäblich abgehungert hatten, die Hunderte von Kilometern zu Fuß gegangen waren, sie konnten auch aus diesem Beispiel ersehen, welches wahre Gesicht hinter der jüdischen Larve hervorschaute. Jawohl, 90 Prozent Arbeiter, Angestellte und Erwerbslose, das war der Kern der nationalsozialistischen Freiheitskämpfer. Den jüdischen Verdrehungsjournalisten aber ist inzwischen im nationalsozialistischen Deutschland oas Handwerk für immer gelegt worden. Wir alle aber, die damals in Weimar waren, wissen, daß dieser Parteitag groß und harmonisch verlief. Die Tage gaben der alten thüringischen Hauptstadt ihr besonderes Georäge. Das Hakenkreuz behauptete das Feld. Kein Schwarzrotgelber wagte sich während der ganzen Tage öffentlich hervor. Und so gingen wir nach dem großen Erlebnis von 1926 neu gestärkt in den Kampf, um die Seele des schaffenden Menschen auch im Ruhrgebiet zu gewinnen, und wir haben es geschafft! Heute nach zehn Jahren ruft uns wieder Weimar. Wieder werden die alten Marschtritte dröhnen. Zwar sind die Voraussetzungen andere geworden. Wir sind an Alter und Lebenserfahrung zehn Jahre vorwärts geschritten, jedoch wir tragen in uns das Gefühl, daß diese Marschschritte von der heutigen Jugend aufgenommen werden. Den Glauben aber gab uns und ihnen Adolf Hirler. Abbau der Novemberbeamten sprach. In einer weiteren Entschließung hieß es:„Der Reichsparteitag in Weimar lehnt grundsätzlich und mit aller Entschiedenheit das Versklavungsdiktat von Versailles sowie die daraus resultierende Erfüllungspolitik ab.“— Dann sprach Dr. Goebbels über Propaganda, ausgehend von seinen Erfahrungen im Ruhrgeviet. Allgemeine Heiterkeit lösten seine ironischen„Zehn Gebote für den Versammlungsleiter“ aus.—„Terror wird nicht mit sachlichen Auseinandersetzungen, sondern nur mit Gegenterror überwunden"—— rief Goebbels am Schlusse seiner Rede in den Saal hinein. Und dann kam der feierliche Augenblick, in dem der Führer selbst das Wort ergriff. Von ungeheurem Jubel begrüßt, sprach er zum Thema„Politik, Idee und Organisation".— „Eine Organisation ist reif zum Sturz“— so führte Adolf Hitler aus—„wenn ihre Träger nicht mehr an sie glauben und sich nicht mehr dafür einsetzen. Die anderen glauben selbst nicht mehr an das, wofür sie eintreten. Wir sehen das Schicksal unseres Vaterlandes, sehen die Träger des Chaos, klein an Glauben, an Ueberzeugung, klein an Mut. Vollziehen wir das Schicksal unseres Volkes, auf daß es nicht von anderen an uns vollzogen werde.“ Adolf Hitler schloß in dieser historischen Stunde seine immer wieder von stürmischem Beifall unterbrochenen Ausführungen mit den Worten: Aufnahmen: Hoffmann Reichsparteitag 1926 in Weimar. Frankenführer Streicher spricht zu den 10000 Teilnehmern auf dem Marktplatz, dem jetzigen Adolf-Hitler-Platz Erinnerungen von einem, der mit dabei war] Von Ewald Löbbert Toco Rothermere ruft zur Vernunft England muß sich mit Deutschland und Italien verbünden A London. 30. Juni. Lord Rothermere nimmt in einem „Daily=Mail"=Artikel, der„Großbritanniens einzige Politik“ überschrieben ist, zur gegenwärtigen europäischen Lage Stellung, die außerordentlichen Veränderungen insofern unterworfen sei, als sich der Kräftestand der einzelnen Staaten beträchtlich verändert habe. Nachdem der Verfasser hierüber seine Auffassungen im einzelnen dargelegt hat, wobei er u. a. auf die Gefährlichkeit des französischzussischen Bündnisses hinweist, fordert er von britischen Politik, daß sie positiv sei und ich frei mache von den Staaten, die unter den owjetrussischen Einfluß gelangt seien. Werde Frankreich bolschewislert, so würde Großbritanniens Lage noch ernster. Deutschland und Italien hätten ihre bitteren Erfahrungen mit dem Kommunismus gemacht und wollten, wenn notwendig, zu ihrer Verteidigung ein Vorwärtsdringen des Bolschewismus an ihren Grenzen verhindern. Unter keinem Vorwande dürfe Großbritannien mit dem Bolschewismus gemeinsame Sache machen.„Uebereilt und dumm“ sei es, die Unabwendbarkeit einer britisch= französischen Allianz zu proklamieren, während rote Flaggen über französischen Fabriken und Häfen flatterten. Rothermere zweifelt daran, daß die britische Politik den tiefen Wechsel verstünde, den Hitler und Mussolini für Europa gebracht haben. Der Weg zur engen Zusammenarbeit mit den beiden mächtigsten und bestorganisiertesten Mächten des Kontinents stünde zur Zeit offen. Hitler habe sein Anerbieten am 31. März gemacht, und Mussolini habe ähnliches durch den italienischen Botschafter' bei Monatsanfang wissen lassen Beiden sei eine skeptische und ungünstige Antwort erteilt worden. Hier sei eine Chance, die Führung in der Neuorganisation Europas zu übernehmen, gegeben gewesen. Frankreich sei nicht mehr die Macht von 1914, und Großbritannien sollte sich nach Bündnissen mit Deutschland und Italien umsehen. Das erste für Großbritanniens Sicherheit sei seine gute Bewaffnung, oas zweite starke Freunde zu haben. Einer solchen Freundschaft würde auch Frankreich beitreten, wenn es seine politische Seuche abgeschüttelt habe. Rothermere tritt dann für einen Zusammenschluß zwischen den vier westeuropäischen Hauptmächten ein und meint, dieser wäre eine bessere Garantie als das schiffbrüchige Genf. Eine dauernde europäische Bereinigung, wie sie der britische Außenminister als sein Ziel angibt, könne nicht ohne Zusammenarbeit mit Deutschland und Italien zustande kommen. Weimar Die zehnjährige Wiederkehr des ersten Reichsparteitages 7 Der Führer spricht () Weimar, 30. Juni. Das Programm für die zehnjährige Wiederkehr des ersten Reichsparteitages 1926 in Weimar am 3., 4. und 5. Juli 1936, an dem der Führer teilnimmt zeigt den folgenden Ablauf des großen Jubiläums: Freitag, den 3. Juli: 17 Uhr: Feierlicher Staatsempfang der Spitzen der Behörden und des Staates im Schloß zu Weimar. Die Weimarische Staatskapelle des Deutschen Nationaltheaters spielt: Fünfte Sinfonie, erster Satz, von Ludwig van Beethoven. Ansprache des Gauleiters und Reichsstatthalters Parteigenossen Sauckel. Ansprache des thüringischen Ministerpräsidenten Parteigenossen Marschner. Der Führer spricht 20.30 Uhr: Festaufführung von Richard Wagners „Tannhäuser" im Deutschen Nationaltheater in Weimar. Sonnabend, 4. Juli: 9.30 Uhr: Die historische Tagung im Deutschen Nationaltheater. Eröffnung durch den Gauleiter Reichsstatthalter Parteigenossen Sauckel. Es spricht der Stellvertreter des Führers. — Weimarische Staatskapelle:„Sturm, Sturm, Sturm", Lied von Dietrich Eckart, vertont von Hans Gansser. Der Führer spricht. 14.00 Uhr: Historischer Marsch der Führerschaft der NSDAP. der alten Garde und der Teilnehmer des Jahre 1926. 15.00 Uhr: Die historische Massenkundgebung auf dem Marktplatz.— Es sprechen Gauleiter Streicher und Gauleiter Sauckel.— SZ und M.; und Chor:„Niederländisches Dankgebet". 17.00 Uhr: Feier anläßlich des ersten Spatenstichs für die nationalsozialistischen Bauten und den „Platz des Führers". Begrüßung durch den stellvertretenden Gauleiter Siekmeier. Ansprache des Architekten Gauamtsleiters Baurat Hermann Giesler(Sonthofen). Es spricht Reichsminister Dr. Frick. Dank des Gauleiters an den Führer. 19.00 Uhr: Kundgebung der HJ auf dem Marktplatz. Es sprechen der Reichsjugendführer Baldur von Schirach und Reichsleiter Alfred Rosenber g. 20.30 Uhr: Schluß der Kundgebung. ßend Vorbeimarsch auf dem Karlsplatz Reichsjugendführer Baldur von Schirach. 19.30 Uhr: Deutsches Nationaltheater: mann als Erzieher", Komödie. 21.00 Uhr: Kameradschaftsabend für die alten Marschteilnehmer und Ehrenformationen in der Weimar=Halle, im Stadthaus, in der Erholung, Armbrust, im Schützenhaus, im Brauhaus und im Deutschen Haus. Es spricht der Reichsorganisationsleiter Parteigenosse Dr. Ley. 21.00 Uhr: Im Zeltlager der SS: Lagerleben. 22.00 Uhr: Zapfenstreich, ausgeführt von der Kapelle der Leibstandarte. Allgemeiner Zapfenstreich für alle Formationen einschließlich alte Marschteilnehmer 1 Uhr. Sonntag, 5. Juli: 9.30 Uhr: Appell der Ehrenformationen, der SA, SS, des RSKK, des Arbeitsdienstes aus dem Anschlievor dem „FlachsReich und der Formationen des Gaues Thüringen im Schloßpark zu Tiefurt. 9.25 Uhr: Stabschef Lutze, Reichsführer SS Himmler, Korvsführer Hühnlein treffen ein und nehmen die Meldungen ihrer Formationen entgegen. 9.30 Uhr: Eintreffen des Führers auf dem Appellplatz. Ansprache des Stellvertreters des Führers mit Gefallenenehrung. Ansprachen des Korpsführers Hühnlein, des Reichsführers des Reichsarbeitsdienstes Hierl, des Reichsführers SS Himmler und des Stabschefs Lutze. Der Führer spricht 11.15 Uhr: Abmarsch. 12.00 Uhr: Beginn des Vorbeimarsches am Karlsplatz. 15.00 Uhr: Große Massenkundgebung der natio nalsozialistischen Volksgemeinschaft in der Landes kampfbahn. Es sprechen Reichsstatthalter Sauckel und Reichsminister Dr. Goebbels. Es spricht der Führer 19.00 Uhr: Deutsches Nationaltheater:„Rienzi", Oper von Richard Wagner. Volksfront auch in Belgien? Kommunisten, christliche Demokraten und Freidenker ∆ Brüssel, 30. Juni. Was bringt das Reichsumlegungsgesetz? Tatkräftige Förderung der Bodenkultivierung [Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung) Rücktransport italienischer Ostafrika=Divisionen ∆ Rom. 30. Juni. Nachdem die Rücktransporte der Truppen aus Italienisch=Afrika in den letzten Tagen bereits zugenommen hatten, wird jetzt nach amtlicher Mitteilung die Heimschaffung größerer Truppeneinheiten folgen. Bei dem Rücktransport sollen zunächst möglichst die Truppeneinheiten berücksichtigt werden, die im Frühjahr 1935 als erste nach Ostafrika ausgereist sind. Nach einer Information des„Giornale d' Italia“ werden nach und nach alle italienischen Truppen, die an dem ostafrikanischen Feldzug teilgenommen haben, in die Heimat zurückbefördert werden Bei ihrem Abschied erhalten die Offiziere und Mannschaften ein besonderes Erinnerungsabzeichen. Die Uniform und der Tropenhelm bleiben in ihrem Besitz. Außerdem bekommen sie nach dem Dienstgrad gestaffelte Geldsummen zwischen 200 und 400 Lire. Die Reserveoffiziere erhalten ein Monatsgehalt. Vor Erlaß einer„Umlegungsordnung“ Berlin, 30. Juni. Unter dem vom Reichskabinett in seiner letzten Sitzung angenommenen Gesetzen be findet sich auch ein„Reichsumlegungsgesetz über dessen Bedeutung in weiten Kreisen der Bevölkerung noch Unklarheit herrscht. In einem kurzen Vorspruch zu dem Wortlaut des Gesetzes wird der Begriff der„Umlegung“ ganz all gemein dahin gedeutet, daß hierunter eine nutz bringende Zusammenfassung zersplitterten ländlichen Grundbesitzes und alle darauf folgenden Arbeitsvorgänge der Fruchtbarmachung des Bodens zu verstehen ist. Das jetzt erlassene Gesetz stellt gleichsam den Auftakt für eine spätere großzügige Bodenkultivierungsaktion dar und gibt dem Reichsernährungsminister zunächst die Er mächtigung, das Recht der ländlichen Grund stücksumlegung neu zu regeln. Die gebung ist auf diesem Gebiet verhältnismäßig wenig fortgeschritten, so daß das Schwergewicht des Agrarrechts noch heute bei den einzelnen Ländern liegt. Die Vorschriften für die Umlegung zersplitterten ländlichen Besitzes sind in zahllosen Ländergesetzen verstreut, die teilweise sogar schon seit der Zeit der Bauernbefreiung zu Anfang des vorigen Jahrhunderts in Gel tung sind. Auch auf diesem Gebiet wird nun an der Schaffung eines einheitlichen Reichsrechts gearbeitet, durch das die Grundlage für eine großzügige Planung überhaupt erst gegeben ist. Das Ziel der begonnenen Neuregelung ist in erster Linie, die landwirtschaftliche Erzeu gung durch Vermehrung und Beschleunigung der Umlegungstätigkeit zu steigern, um die Versorgung des deutschen Volkes mit einhei mischen Nahrungsmitteln und Rohstoffen zu sichern und das deutsche Bauerntum zu stärken. Das Gesetz ist daher ein Stück der großen Erzeugungsschlacht der deutschen Landwirtschaft. Fast sechs Millionen Hektar nutzbarer landwirtschaftlicher Fläche bedürfen in Deutschland noch der Umlegung uno Zusammenlegung. Allein auf Preußen entfallen hiervon 2.7 Millionen Hektar. Ein Umlegungsverfahren schafft die Möglichkeit, die im Boden noch schlummernden Wachstumskräfte zu erwecken, Oedland zu kultivieren, die Entwässerung zu verbessern, eine Bewässerung zu schaffen, Wege anzulegen und alle die Arbeiten zu verrichten, die zur Steigerung des Wertes und Ertrages notwendig sind. Die Umlegung schafft daher auch große wertvolle Arbeitsaufgaben für den Arbeitsdienst und für erwerbslose Volksgenossen. Im Gegensatz zu früher sollen künftig die Meliorationsarbeiten an den Anfang der Durchführung des Gesamtprojektes gestellt werden. Die Aufbringung der Kosten für das Verfahren, für die Anlage von Wegen und Gräben und sonstigen Bodenverbesserungen soll den Beteiligten durch einen begrenzten prozentualen Landabzug erleichtert werden. Auf diesem Wege wird vor allem erreicht, daß das verbleibende Land völlig lastenfrei ist und seinem Besitzer keine wirtschaftlichen Schwierigkeiten erwachsen. Die Einzelheiten der Durchführung des neuen Reichsumlegungsgesetzes werden nach Abschluß eingehender Beratung mit den verReichsministerien und dem Reichsin Form einer für das ganze Reich „Umlegungsordnung“ bekanntgeAm Sonntag fand in Brüssel eine Konfe renz linksgerichteter Politiker statt, die unter dem Namen„Konferenz für die Zusammen fassung der demokratischen Kräfte" tagte und deren Ziel die Herbeiführung einer„Volksfront“ in Belgien war. Von den marxistischen Mitgliedern der Regierung hat nach dem Bericht des Brüsseler„Soir“ der Vorsitzende der belgischen Arbeiterpartei, Vandervelde, an der Konferenz teilgenommen. Verkehrsminister Jaspar, der dem linken Flügel der Liberalen Partei angehört, hat schriftlich seiner Zustim mung zu der Bildung einer Volksfront in Bel gien Ausdruck gegeben. Der Vorsitzende, Professor Brien von der Universität Brüssel, erklärte in seiner Eröffnungsansprache, daß das Ziel der Konferenz eine Gegenaktion gegen die Gefahren sei, die dem demokratischen System in Belgien drohten. Er wies in diesem Zusammenhang insbesondere auf die Rex=Bewegung Léon Degrelles hin, den flämischen Nationalverband Staf de Cler que's sowie die Dinaso=Bewegung Joris van Severens. Diese politischen Gruppen seien von einem Geist erfüllt, der zu einer„reaktionären Diktatur“ und einer sozialen Barbarei führen könnte. Um gegen die politischen Tendenzen dieser Gruppen zu kämpfen, müsse ein Zusam menschluß zwischen den Liberalen, den links erichteten Katholiken, den Sozialisten und ommunisten erfolgen. Mehrere bekannte Linkspolitiker ergriffen in der Versammlung das Wort. Zur Vorberei tung der Volksfront wurde ein Initiativaus schuß eingesetzt, dem Persönlichkeiten folgen der politischer Gruppen angehören: Kommu nisten, Sozialdemokraten, Liberale, christ liche Demokraten(linker Flügel der katho lischen Partei), Freidenker und inter nationale Rote Hilfe. Chef=Reiterführer der SA in das OlympiaKomitee berufen. Auf Antrag des Reichssportführers, SA-Gruppenführer von Tschammer und Osten, wurde der Chef=Reiterführer der SA, Obersturmbannführer von Schwerin, in das deutsche Olympia=Komitee für Reiterei berufen. Wassersportausstellung in Kiel. Aus Anlaß der Olympia=Regatten und der Kieler Woche ruft die Kriegsmarinestadt Kiel zum Besuch einer Ausstellung auf, die deutsche Höchstleistungen auf dem Gebiet des Wassersports zeigt. Die Ausstellung wird vom 1. bis 18. August 1936 geöffnet sein. Senkung des niederländischen Diskontsatzes. Die Niederländische Bank hat erneut den Diskontsatz um ½ v. H. von 4 auf 3½ v. H. gesenkt. Nach den zweimaligen Diskonterhöhungen vom 29. Mai (2½ auf 8½) und vom 8. Juni(3½ auf 4½) hatte die Niederländische Bank am 24. Juni eine Diskontermäßigung auf 4 v. H. vorgenommen. Die heutige Diskontsenkung kann sowohl als ein Anzeichen für eine bereits eingetretene Beruhigung der Lage am Geldmarkt gewertet werden. Wachsender Separatismus in Spanien. Eine Volksabstimmung zur Erlangung des Selbstverwaltungsrechts fand in vier Provinzen Galiciens statt. Ueberall wurde die vorgeschriebene Zweidrittelmehrheit erreicht. Die Wahlbeteiligung betrug 90 v. H. Japan tritt dem Londoner Flottenvertrag nicht bei. Der japanische Botschaftsrat Fujii überreichte am Montag im englischen Außenministerium eine Note seiner Regierung. Wie verlautet, wird in der Note endgültig mitgeteilt, daß die japanische Regierung unter den gegenwärtigen Umständen nicht beabsichtige, dem Londoner Flottenvertrag von 1986 beizutreten. Vereinbarungen Ergänzungen zum Handelsabkommen ∆ Rom. 30. Juni. In Rom ist eine Reihe von Vereinbarungen unterzeichnet worden, die als ergänzende und korrigierende Bestimmungen zu dem Vertragssystem gelten können, das auf dem deutschitalienischen Handelsabkommen von 1925 beruht und seine Ordnung in dem Verrechnungsabkommen von 1934 und dem Abkommen von Avril 1935 fand.— Bekanntlich sind Regierungsausschüsse in diesem Abkommen vorgesehen, die in gewissen Zeitabständen zur Regelung technischer Fragen zusammentreten. So galten auch die jetzt beendeten Verhandlungen der Behebung gewisser Schwierigkeiten der Balanzierung des Clearings und der Sicherstellung des Reiseverkehrs auf eine gewisse Amerikanisch=italienische Verhandlungen über die neue Lage in Abessinien u. p. Washington, 30. Juni Wie zuverlässig verlautet, wird sich demnächst ein Sondervertreter der Bundesregierung nach Rom begeben, um in Verhandlungen mit der italienischen Regierung die Probleme zu lösen, die sich aus der Eroberung Abessiniens durch Italien für die italienisch=amerikanischen Beziehungen ergeben haben. schiedenen nährstand gültigen geben. Rom auf dem Beobachtungsstand Geringes Interesse für die Genfer Prozedursorgen„Regus=Vertretung unzulässig“ Kofferpacken in Addis Abeba Abreisevorbereitungen der Gesandtschaften Wo sind Ras Desta und Nas Imru? (Von unserem römischen Vertreter) 30. Juni. Erwartung, w. I. Rom, In Addis Abeba herrscht die daß das Problem der ausländischen diplomati schen Vertretungen in der abessinischen Hauptstadt demnächst geklärt wird. Die britische und nordamerikanische Gesandtschaft sind bereits verwaist, da beide Gesandte„urlaubshalber“ die Stadt verlassen haben. Man weiß, daß der britische Gesandte Sir Barton auf keinen Fall wieder abessinischen Boden betreten wird. Der japanische Gesandte für Addis Abeba befindet sich außerhalb Abessiniens, da die italienischen Kolonialbehörden ihm keine Einreiseerlaubnis erteilt haben. Es ist ferner bekannt, daß der Vizekönig von Abessinien den ausländischen Gesandtschaften wiederholt bedeutet hat, ein Grund für ihr weiteres Verbleiben in der Hauptstadt sei nach italienischer Ansicht nicht vorhanden. Anscheinend erwarten die verschiedenen Gesandtschaften in Kürze die Anweisung ihrer Regierungen, das Vizekönigreich zu verlassen. Ueber das Schicksal der ehemaligen abessinischen Heerführer verlautet in der italienischen Presse folgendes: die Rasi Nasibu, Cassa und einige weniger bekannte sind nach Europa entkommen. Den italienischen Behörden haben sich folgende gestellt: Ras Seyum, der in Tembien und Semien gegen Badogli kämpfte, Ras Hailu, der den äußersten linken Flügel der abessinischen Nordfront befehligte, Ras Aileu, der sich gleichfalls an den Kämpfen an der Nordfront beteiligte usw. Sie haben ihre Unterwerfung feierlich erklärt, stoßen jedoch bei der italienischen Militärverwaltung auf ein berechtigtes Mißtrauen, wie überhaupt Graziani ein Feind allzu großer Vertrauensseligkeit gegenüber den Eingeborenen ist. Vorläufig bleibt, wie„Corriere della sera“ meldet, das System erhalten, daß die italienische Militärmacht den Einge borenen immer wieder vor Augen geführt wird, damit sie die Zwecklosigkeit von Auf ständen erkennen. Weniger geklärt ist bisher das Schicksal der ehemaligen abessinischen Heerführer Ras Desta und Ras Imru. Beide halten sich in Abessinien vor der italienischen Verwaltung verborgen. Während Desta einen Schlupfwinkel in der Landschaft Sidamo gefunden haben muß, wird dem Ras Imru in der Pro vinz Godscham nachgespürt, ohne daß er bis her sichtbar geworden wäre. Die italienische Presse führt Klage darüber, daß die von Italien nach Abessinien eingeführten Waren infolge der uneryort hohen Transvortkosten in Abessinien selbst zu teuer sind. Für diesen Warenverkehr müssen zuerst in Suez, dann im Hafen von Diibuti und schließlich für die Beförderung auf der französischen Addis Abeba— Djibouti=Eise bahn hohe Abgaben bezahlt werden. Da sich in der letzten Zeit der Warenverkehr von Djibouti nach Addis Abeba verfünfsacht hat, erwachsen der italienischen Kolonielverwaltung riesige Transportspeseen. Die neue Autostraße Dessie— Assab soll deshalb mit äußerster Beschleunigung ausgeführt werden. Reichssportfeld zur Besichtigung frei Berlin. 30. Juni. Die letzten Arbeiten auf dem Reichssportfeld in Berlin, der größten Sportanlage der Welt, werden mit größter Beschleunigung zum Abschluß gebracht. Wie wir erfahren, wird das Reichssportfeld in den Tagen vom 1. bis 12. Juli auf Anordnung des Reichsinnenministeriums zur öffentlichen Besichtigung im Rahmen amtlicher Führungen freigegeben. In dieser Zeit ist jedem deutschen Volksgenossen die Möglichkeit gegeben, diese einzigartige Sport= und Kampfstätte in allen Einzelheiten kennenzulernen. rote Präsidentschafts=Kandidaten in USA Ein Neger als Vizepräsident vorgeschlagen ∆ Neuyork, 30. Juni. 25000 im Madison Square Garden versammelte Kommunisten, unter denen sich Abgeordnete aller Staaten befanden, beschlossen die Ernennung des Generalsekretärs der kommunistischen Partei der Vereinigten Staaten, Browder, zum Präsidentschaftskandidaten und des Negers Ford aus Alabama zum Vizepräsidentschaftskandidaten. Der Neger Ford ist als kommunistischer Oberhetzer des Neuyorker Negerviertels berüchtigt. Die beiden größten Radiogesellschaften der Vereinigten Staaten, Columbia und National Broadcasting, übertrugen die Agitationsreden Browders und Fords über alle amerikanischen Sender. Browder bezeichnete den kommunistischen Parteitag ganz offen als Geburt der neuen Massenrevolution und kündigte die Errichtung einer Sowjetregierung in den Vereinigten Staaten an. Dann rief er zum Kampf gegen das Oberste Bundesgericht, gegen Wallstreet, gegen die Republikaner und gegen ihren Kandidaten Landon auf. Tausende voli Kommunisten füllten die Straßen um den Madison Square Garden herum, wo die Reden der Parteiführer durch an allen Ecken aufgesteilte Lautsprecher verbreitet wurden. Wilde Agitationsrufe wechselten fortwährend mit dem Gesang der Internationale ab. (Von unserem römischen Vertreter) w. I. Rom. 30. Juni Die Vorgänge in Genf lösen bei der italie nischen Oeffentlichkeit keine große Anteil nahme aus. Nachdem feststeht, daß die Sank tionen verschwinden, andererseits die Aner kennung oder Nichtanerkennung Italienisch Abessiniens die tatsächliche italienische Herrschaft in Abessinien nicht berührt, beschränkt man sich darauf, in den Genfer Verhandlungen im wesentlichen das„Leichenbegräbnis der Sanktionen“ zu sehen. Es ist für Italien sehr wenig wichtig, auf welche Weise nun die Sanktionen abgeschafft werden, ob durch Initiative der einzelnen Völkerbundsstaaten, auf Vorschlag des Sanktionskoordinationsausschusses oder durch die Völkerbundsversammlung, immerhin erscheint der Weg, jedem einzelnen Staat Initiative und Verantwortung zur Aufkündigung der Sanktionen zu überlassen, am gangbarsten, da schließlich im November 1935 auch jeder einzelne Staat die Sanktionen gegen Italien verhängte. Das von Polen gegebene Beispiel wird lobend herausgestellt. die Frage der Anerkennung Italienisch=Abessiniens enbelangt, so haben die hiesigen Regierungskreise in unmißverständlicher Weise zu verstehen gegeben, daß diese die Angelegenheit in keiner Hinsicht für vordringlich halten oder von den einzelnen Mächten eine sofortige Stellungnahme verlangen. Der österreichische Schritt zur Anerkennung des„faschistischen Reiches“ wurde bekanntlich hier„mit Beifall“ und nichts anverem begrüßt. Die Presse vermied dabei, der Anerkennung selbst größere Bedeutung zu geben. Die verschiedenen Möglichkeiten, die Genf in dieser Hinsicht hat: einfache Vertagung der Frage, Einsetzung einer Prüfungskommission(d. h. Vertagung auf kaltem Wege) oder Freigabe der Entscheidung durch jeden einzelnen Staat, werden in Rom ohne jede Leidenschaft beurteilt. Die augenblickliche Haltung Italiens zu Genf findet ihren Niederschlag in seinem Memorandum an den Völkerbund, das außerdem Erklärungen über die politische Situation im Mittelmeer enthält. Die italienische Denkschrift zielt zugleich darauf ab, die in der letzten Zeit in der britischen Oeffentlichkeit häufigen Alarmrufe über die von Italien bedrohte Sicherheit des Mittelmeeres zu beschwichtigen und als unbegründet darzustellen. Das mit Ruhe und scheinbarer Gleichgültigkeit gepaarte Abwarten Italiens heißt trotz der farblosen und zurückhaltenden Sprache der italienischen Regierungspresse nicht, daß man die Genfer Ereignisse kritiklos zur Kenntnis nähme. Die„Leutseligkeit“, mit der der türkische Außenminister in Montreux den Völkerbundsdelegierten des Ex=Negus, Nasibu, begrüßte, die Bereitwilligkeit, mit der der Generalsekretär des Völkerbundes die mit „Haile Selassie, Kaiser von Abessinien“ unterzeichneten Erklärungen wiedergibt, werden als Zeichen dafür genommen, daß die italienfeindlichen Strömungen in Genf ebensowenig ihr Ende gefunden haben wie in London und Paris. Daraus erklären sich die hier erhobenen Forderungen: 1. Das Ende der Sanktionen müsse zugleich das Ende jener Mentalität und diplomatischen Methoden bedeuten, mit denen Italien eingekreist werden solle. 2. Die Vertretung des Ex=Negus vor dem Völkerbund sei unzulässig, da ein eigener abessinischer Staat nicht mehr bestehe und sich der Negus durch seine Flucht aller Rechtstitel begeben habe. 3. Die von England mit den Mittelmeerstaaten im Dezember 1935 gegen Italien geschlossenen Bündnisse müßten für nichtig erklärt werden, da sie der durch Abschaffung der Sanktionen geschaffenen„neuen Lage" widersprächen und nur Hindernisse für die auch von London im Mittelmeer gewünschte Entspannung bedeuteten. Obwohl Näheres über die englisch=französischen Abmachungen in Genf bisher nicht bekannt ist, gewinnt man aus den Veröffentlichungen besonders der französischen Presse den Eindruck, daß die Tendenz dahin geht, Italien — genau wie Deutschland— vorläufig aus dem Geschäft herauszuhalten und dafür lieber einen Ersatz in der zweifelhaften Partnerschaft wjetrußlands zu suchen, das begreiflicherweise alles tut, um eine solche Entwicklung „im Inleresse des Völkerbundes“ zu fördern. G SLTTE A Westsälische Landeszeitung Rote Urde BLICKGBE Sommerzeit... Text und Zeichnung: Döpp Sommerzeit— die Zeit der Reise. Meier reist auf seine Weise (Kostenlos und amüsant) Meier kennt fast jedes Land! Wüste, Meere, hohe Berge, Räuber, Neger, kleine Zwerge, Stürme, Eis und Schnee und Regen Machen Meier nicht verlegen! Todesmutig, unermüdlich Reist er nördlich, reist er südlich, Reist vom Westen nach dem Osten, Meier kümmern nicht die Kosten... Tausend=Kilometer=Strecken Können Meier gar nicht schrecken——! Kommt die Dämmerschoppen=Zeit, Dann ist er das Reisen leid Und er klappt in aller Ruh Einfach die— Atlanten zu!! Zum tödlichen Verkehrsunfall auf dem Westfalendamm Radfahrer als Zeugen gesucht Am 17. Juni 1986 gegen 9.05 Uhr wurde auf dem Westfalendamm kurz vor der Kreuzung Nußbaumweg der Reichsbahnoberinspektor Heinrich Grüter von einem Lastzug angefahren und schwer verletzt. An den erlittenen Verletzungen ist G. noch am gleichen Tage verstorben. Wir haben bereits am 19. Juni ausführlich über den Unfall berichtet. In dieser Angelegenheit werden von der Kriminalpolizei noch einige Radfahrer als Zeugen gesucht, die zur Zeit des Unfalls die Unfallstelle passierten. Diese werden gebeten, beim 1. Kriminalkommissariat im Polizeipräsidium Dortmund, Zimmer 117, vorzusprechen. SLEIINELLEE Immer wieder Kampf dem Verkehrsunfall 12 Regimenter Lote, 120 Regimenter Verletzte gab es im letzten Jahr als Opfer von Verkehrsunfällen Aus der Erkenntnis heraus, daß der Kampf gegen die Geißel der Verkehrsunfälle nie erlahmen darf, und bewogen durch die Besorgnis über die in den letzten Wochen wieder ständig zunehmenden Straßenunfälle, hatte Polizeipräsident Schramme gestern Vertreter der Hitlerjugend und der Erzieherschaft zu einer Besprechung geladen. Es sollte dabei über Mittel und Wege beraten werden, um besonders die Jugend durch eine gründliche Verkehrsschulung sicherer gegen die Gefahren der Straße zu machen. Polizeipräsident Schramme wies einleitend auf die gewaltigen Schäden hin, die der Volksgesundheit und dem Volksvermögen täglich zugefügt werden, weil noch nicht alle Fahrer die notwendige Disziplin aufbringen, und weil die Fußgänger im Verkehr zu unvorsichtig, ja oft wie mit Blindheit geschlagen sind. Es sei bekannt, daß in Städten des Auslandes, die einen weit größeren Autoverkehr als wir aufzuweisen haben, die Unfallzahlen erstaunlich niedrig lieEin„Fünfhunderter“ für fünf Arbeitslose Ein guter Griff in die Kiste des Glücksmannes Wenn Herr Meier oder Herr Müller, nachdem er sich schweren Herzens den Entschluß abgerungen hat, ein Los der Arbeitsbeschafungslotterie zu kaufen, 100 Mark gewinnt, dann ist das für ihn sehr angenehm und erreulich, für die Allgemeinheit allerdings veniger von Interesse. Anders wird die Sache dann, wenn sie sich so abspielt, wie wir es gestern am Körnerplatz vor dem Arbeitsamt erlebten. Kamen da fünf Arbeitslose, die gerade ihre Unterstützung abgeholt hatten, zum Glücksmann, legten jeder einen Groschen zuammen, kauften ein Los und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Bei den ersten Versuchen kam ein schön ausgemaltes„Nichts“ zum Vorschein. Doch das konnte unser Quintett nicht weiter aufregen, sie versuchten es noch einmal. Mit welchem Erfolg, das bewies ein Freudengeheul, das kurz darauf die Fenstern des Arbeitsamtes erzittern ließ. 500 Mark satten sie gewonnen! Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hatte, schloß der Glücksmann einen Bauchladen und wanderte mit den strahlenden Gewinnern zur Auszahlungsstelle. Nun geschah etwas, was als strahlendes Beispiel hervorgehoben zu werden verdient. Jeder dieser fünf Arbeitslosen, die doch wahrhaftig die 100 Mark, die auf jeden entfielen, ganz hätten gebrauchen können, gab dem gen. Es müsse also bei uns noch an wesent=1 Praxis. Aus den täglichen Berichten über lichen Voraussetzungen zur Verkehrssicherheit! die Straßenunfälle gab er Auszüge bekannt, fehlen. 1 die besonders Fußgänger und Radfahrer als Das vergangene Jahr habe an Todesopfern Beteiligte erkennen ließen. Sehr groß sei des Verkehrs in Deutschland nicht weniger alsl immer noch der Prozentsatz an Jugendlichen, die Kopfzahl von zwölf Regimentern gefordert. und das mache zur Pflicht, den Kindern das Auf die Stärke von 120 Regimentern beliefen richtige Verhalten gegen die Gefahren der sich die Verkehrsopfer, die für kürzere oder Straße in Fleisch und Blut übergehen zu längere Zeit ans Krankenlager gefesselt waren, lassen, sie vor allem auch von der Größe dieser und dadurch, sowie durch etwa nachfolgende Gefahren zu überzeugen. Invalidität, eine starke Belastung für das! Im Januar habe die Polizei im Bereich ganze Volk bedeuteten. Die Unsumme von des Polizeipräsidiums Dortmund 4893 geBlut und Tränen, und die ungeheuren Werte, bührenpflichtige Verwarnungen und Anzeigen die dabei vernichtet werden, machten den Kampf] gegen Verkehrssünder erstatten müssen. Im gegen den Verkehrsunfall zu einer dringenden Februar stieg die Zahl auf 800=, im März Pflicht. Von der Erzieherseite her, vor allem sank sie auf 6420, um dann im April weiter zu aber durch charakterliche Einwirkung der HI=1 steigen auf 6850, und im Mai den Höchststand Führung, müsse im Zusammenwirken mit der1 von 8702 zu erklettern. Daneben seien unPolizei dieser Kampf auf breitester Grundlage zählige Verwarnungen und Belehrungen ereröffnet werden. teilt worden, ohne daß es den Beamten immer Hauptmann Bernhard machte dann gedankt wurde. Der Staat brauche das Geld als Verkehrsoffizier einige Angaben aus der nicht, das durch diese Maßnahmen einkomme, aber er müsse bei Vergehen gegen die Verkehrsordnung strafen, um die Betroffenen nachdrücklich an ihre selbstverständliche Pflicht zu erinnern. In der Aussprache zwischen den Männern der Polizei, der Bannführung der HI, der Führung des NS=Lehrerbundes und der Schulverwaltung wurde dann Uebereinstimmung Glücksmann 10 Mark und spendete einen saruser erdielt, daß vor allem di, ochul.ng netten Batzen für die Arbeitsbeschaffung. Wie setzen muf, Geeignete Kräfte mancher wird sich vor diesen Männern schämen auch auf Unterstützung nurm#.de müssen! Einer von ihnen hat Frau und fünf des RegK, falle in eir agrene Männer Kinder zu Hause und ist seit fünf Jahren ar= naitem Rle, au die Ark... nat, gebeitslos. Heute beginnt für ihn ein mehr= möglichst meitgasra######seit= um einen wöchiger Kursus in der Wehrmacht, gestern sichen in mirstgespannten Kreis von Jugendholte er sich für einige Zeit die letzte Unter= g### in wirrungsv, e,„Form von den auf der stützung. Da kann man wohl sagen, daß sich ihner#rgogg. Gefahren zu überzeugen, das Glück den richtigen ausgesucht hat. Wir! 191141##ein Bild von den ungeheuren Schäden wünschen ihm und seinen vier Kameraden, daß richtat m durch Verkehrsunfälle angesie nun eine fette Glückssträhne erwischt haben1 warbag“ und sie vor aulem zu richtigem und noch oft derartig freudige Ueberraschungen..... gu eiserner Verkehrsdisziplin erleben. zu erziehen. 31 Tage im Fahrradsattel Unser Dortmunder Langstreckenfahrer Karl kaufhold, über den wir seinerzeit berichteen, als er von einer Fahrt kreuz und quer durch den Kontinent zurückkehrte, und der dann wieder bei der letzten„Tour de France" eine gute Leistung vollbrachte, als er auf seinem Rade mit Kamera und Bleistift während der ganzen Fahrt dabei war, hat sich in diesen Tagen zu neuen Taten gerüstet. Er will die Monats=Welthöchstleistung im Dauerradfahren ohne Schrittmacher überbieten, die zur Zeit von dem Italiener Mario Gaioni mit 6 430.400 Kilometer gehalten wird. Am Mittwochfrüh startet er auf dem Ostwall zu seiner Dauerfahrt, um in 31 Tagen unter Kontrolle des Radrennklubs08 Dortmund diese Höchstleistung zu überbieten. Zwei wichtige deutsche Erfindungen, die Sichelgabel und die Dreigangschaltung, sollen bei dieser Fahrt des jungen Dortmunders einer Belastungsprobe unterzogen werden. Der Präsident Dr. Borbet hat in den Manchmal ist das so, da weht einem das Glück ein kleines Erlebnis über den Weg, gerade wenn man am wenigsten daran denkt. Wir waren aus gewissen Gründen an einem Morgen ganz früh aufgebrochen, um in verschiedenen Winkeln unserer gesegneten Stadt nach dem Rechten zu sehen. Von der Arbeit da draußen rechtschaffen müde, stark beeindruckt davon, daß überall neue Häuser aus dem Boden wachsen, daß die Hackfrüchte prächSorgsamer Pflege bedürfen die Rosenstöcke Wem gehören die Uhren? Sie wurden in der südlichen Badeanstalt gestohlen Bei der Dortmunder Kriminalpolizei befinden sich zwei Uhren, die in der südlichen Badeanstalt gestohlen wurden. Er handelt sich um eine Gold doublé=Armbanduhr, die vor einigen Wochen ent wendet wurde, und um eine Herrentaschenuhr.- Persern Li. Vorder hal in den Dieser Diebstahl liegt schon weiter zurück und Beirat der Industrie= und Handelskammer zu wurde bereits vor einem Jahr ausgeführt. Ge Hartmund aing an. am: schädigte werden gebeten, in den Vormittagsstunden Vortmund eine Reihe neuer Mitglieder beru vom 9—14 Uhr beim 3. Kriminalkommissariat im1fen und sie mit Ausführungen begrüßt und Zimmer 40, vorzusprechen. Portmund, verplichtzt, ereg, pze kelgendes entneymen. !„Ich lege Wert darauf, daß alle Teile der Wirtschaft und insonderheit die Gruppen, die unserer heimischen Wirtschaft das Gepräge geben, wie Kohle, Eisen, Brauereien großchemische Industrie neben allen anderen die ihr gebührende Vertretung finden. Die Kammer Dortmund kann nur so die ihr zukom mende Bedeutung zum Ausdruck bringen. Wei Zu Hunderten blühen die Königinnen des Sommers auf einem Bauernhof wesentlick mit das Rückgrat der Organisation de. gewerblichen Wirtschaft und müssen auch und Korn, Ein weites Tätigkeitsfeld Vergrößerung des Beirates der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund Kleine Schwärmerei von Rosen tig gedeihen und das Korn dick und schwer auf den Halmen schwankt, hatten wir dann die Begegnung mit dem Rosenkavalier. Draußen im Westen der Stadt, wo der Blick weit über die Niederung zu den im Dunst der Ferne verschwimmenden Bergen geht, da standen wir hinter einer alters grauen Mauer auf einmal in einem Rosen paradies. Nun leben wir zwar mitten drin in der Rosenzeit, auch haben wir eine mit Recht weit und breit berühmte Rosenterrasse und unsere städtischen Anlagen weisen auch sonst manches schöne Plätzchen mit Rosen auf, aber hier konnte einem doch die Ehrfurcht vor soviel blühender Herrlichkeit überkommen. Als in diesen Dingen gar nicht verwöhnter Städter, der jeden Morgen auf dem Balkon seine beiden Rosensträucher und die drei Knospen daran scharf unter die Lupe nimmt, und der auch jeden Abend vor dem Schlafengehen noch einmal einen Blick hinauswirft, ob aus der Knospe noch nicht die Blüte sprang, weiß man die Pracht von vielen hundert blühender Edelrosen wohl zu schätzen. Und die standen hier, wahre Königinnen des Sommers, süßer duftend als alle andere Blüten. Ringsum war das däftige aber etwas profane Geschehen eines Bauernhofes, dehnte sich ein Bauerngarten mit nahrhaften Früchten, aber das alles versank vor der Rosenpracht. Nicht hörte man mehr das schläfrige Brüllen der satten und sanften breitgestirnten Rinder in den Stallungen, nicht mehr das aufgeregte Krähen der kampfesmutigen jungen Hähne. Hier war eine Märchenlandschaft aufgetan, schien wahrhaftig ein kleines Stück der Rosengärten von Schiras sich nach Westfalen verirrt zu haben. Aus den Säften der Erde waren ihre schlanken Stämme getrieben, waren der Reife, dem Ziel, entgegengediehen, und verschwendeten hier wahrhaft ihre Blütenherrlichkeit. Wie ein Wunder erschien die vieltönige Zartheit ihrer Farben, glühten die dunklen Roten, die großen und zarten Gelben, die Weißen, die so voll Adel und Glanz sind. Der sie hütete, das war ein echter Bauersmann von rechtem Schrot und Korn, der I.lt.ug kringg. hre Zusammensetzung zur Gardemaß, oder auch wohl noch ein bißchen Delttgs bringen. Ich habe aus allen diesen mehr hatte. Trotz dieser gewaltigen Körner= Grunden bei dem Herrn Reichswirtschaftslichkeit liebt er nichts mehr als das Wunder wininer beantragt, die Zahl der Beiratsmit der sich entfaltenden Knospen, und den Duft glieder wieder zu erhöhen. Der Minister hat und das Leuchten der Königinnen des Som= den vorgebrachten Gründen Rechnung getramers. Und er ist auch nicht das, was man gen und die Erhöhung der Mitgliederzahl für so gern den Bauern nachsagt, er ist durchaus die Industrie= und Handelskammer zu Dort nicht knickerig mit seinen Blütenschätzen. Man mund von 35 auf 42 bewilligt. Ich bin des sieht es daran, daß dem gar nicht verwöhnten halb in der Lage, einschließlich der freigewordeGroßstädter, der ganz unversehens in dieses nen Posten insgesamt 10 neue Mitglieder in Rosenparadies geriet, ein ganzer Arm voll den Beirat der Kammer zu berufen. Es sind schönster Blüten geschenkt wurde. Und manch= dies Generaldirektor Dr. Dr. Albert Vögler mal soll es auch geschehen, daß ein Vorüber= Generaldirektor Dr.=Ing. Friedrich Springehender irgendwo an der grauen Mauer fein gorum, Direktor Julius Grauenhorst, säuberlich abgeschnittene Rosen findet, auf daß Castrop=Rauxel, Direktor Wilhelm von auch er seine Freude daran habe. 1 Krogh, Gewerkschaft Viktor, Castrop=Rauxel, Direktor Oskar Warnholtz, Deutscher Benzolvertrieb der Hoesch=KölnNeuessen A.=G. für Bergbau und Hüttenbetrieb G. m. b. H., Dortmund, Brauereibesitzer Dr. jur Oskar Brand, Dortmund, Dipl.=Ingenieur Gottfried Flach, Gaswerksdirektor i. Fa. Dortmunder Gaswerk Akt.=Ges., Oberingenieur Karl Berrang, Elektro=Handels=Ges. m. b. H., Dortmund, Kaufmann Ludwig Brügmann, Brügmann& Sohn K.=G., Dortmund, Generaldirektor Otto Bökenkamp, Handwerk, Handel und Gewerbe, Krankenversicherungsanstalt A.=G., Dortmund“. Dr. Borbet wandte sich darauf an die neuen Mitglieder: „Meine Herren, mit Ihrem Eintritt in die Kammer übernehmen Sie eine Mitverantwortung an der Gestaltung und Formung der BdM-Sporf bedeufet Grundlage inerer Halfumg heimischen Wirtschaft im Geiste des Dritten Reiches. Es soll unser aller Aufgabe sein, die Arbeit der öffentlichen Vertretung der Wirtschaft in der Industrie= und Handelskammer zu Dortmund fruchtbar zu gestalten. Wir bedürfen Ihres Rates und Ihrer Mitarbeit bei er Bewältigung der Vertrauensaufgaben, die die Industrie= und Handelskammern gegenüber dem Staat und allen seinen Gliederungen und Aemtern zu erfüllen haben. Wir bedürfen Ihrer Sachkunde zur unparteiischen Urteilsbildung in Fragen, die wir zu bearbeiten und zu entscheiden haben. Staat und Partei erwarten von Ihnen vorbildliche Pflichterfüllung als Vertreter der Wirtschaft im Dritten Reiche. Wirtschaft und Kapital sollen und dürfen nicht Selbstzweck sein, sondern sollen Mittel zu dem Zweck sein, die Arbeit zu schaffen und das Leben des Volkes dadurch sicherzustellen. Ist es Aufgabe eines jeden Unternehmers als Volksgenosse, in diesem Sinne seine Pflicht zu tun, so ist es die Ehrenpflicht der im Beirat oer Industrie= und Handelskammer berufenen Vertreter der Wirtschaft, besonders vorbildlich zu wirken.“ Weiter gab Dr. Borbet bekannt, daß er sich in Zukunft in der Hauptsache darauf beschränken wolle, das Amt des Leiters der Wirtschaftskammer für Westfalen und Lippe auszuüben. Er habe deshalb Herrn Buskühl, den Generaldirektor der Harpener Bergbau Aktiengesellschaft in Dortmund gebeten, das Amt des geschäftsführenden Vorsitzenden der Dortmunder Kammer zu übernehmen. Here Buskühl hat sich bereit erklärt, diese Aufgabe zu erfüllen. 5 Aushilfskräfte und der 1. Mai Auch sie haben Anspruch auf Ersatz des Lohnausfalls Wenig verständlich war es, daß die Firma, von der hier im Klagewege Bezahlung der durch den„Nationalen Feiertag des deutschen Volkes" ausgefallenen Arbeitsstunden verlangt wurde, es so weit kommen ließ. Sie hatte den übrigen Gefolgschaftsmitgliedern den Tag bezahlt, nur dem Kläger nicht, und zwar mit der wenig nationalsozialistischen Geist atmenden Begründung, daß er nur zur Aushilfe beschäftigt gewesen sei. Das Arbeitsgericht hatte sich also mit der Frage zu beschäftigen, ob auch aushilfsweise Beschäftigten der Lohn für den 1. Mai zu zahlen ist. Während die Firma dies verneinte und darauf hinwies, daß das Aushilfeverhältnis durch einen Feiertag beendet wird und hernach wieder von neuem beginnt, mithin also Aushilfskräften auch nicht der Lohnausfall am„Nationalen Feiertag des deutschen Volkes“ zu ersetzen sei, vertrat die den Kläger vertretende Rechtsberatungsstelle der DAF eine gegenteilige Ansicht. Es wurde darauf hingewiesen, daß ein mehrtägiges Aushilfeverhältnis nicht durch einen dazwischenliegenden Feiertag unterbrochen wird, sondern als ein zusammenhängendes Ganzes zu bewerten sei. Wer also am 1. Mai in einem Arbeitsverhältnis gestanden habe, auch wenn es erst ein paar Tage vorher begann und einige Tage später wieder beendet wurde, habe Anspruch darauf, daß ihm der durch den Feiertag bedingte Lohnausfall ersetzt wird. Diesen letzten Darlegungen folgte der Arbeitsrichter. Die Firma wurde verurteilt, dem Kläger den Lohnausfall in Höhe von 6,16 Mk. zu zahlen. Die Berufung beim Landesarbeitsgericht wurde aus grundsätzlichen Erwägungen zugelassen. Kameradschaft im Luftschutz Unterhaltsame Stunden beschlossen ernste Arbeit Wochenlang hatten sich die Männer und Frauen der Ausbildungstrupps Landwehrund Unionschule des Reviers IV des Reichsluftschutzbundes zu ernster Arbeit zusammengefunden. Nun, nachdem in der Vorwoche der Kursus mit einer Luftschutzübung seinen offiziellen Abschluß gefunden hat, traf man sich noch einmal im großen Teutenbergschen Saal zu einem Abschieds= und Kameradschaftsabend wieder. Nachdem den Versammelten, unter denen sich auch ein Laienhelfer=Ausbildungs= trupp befand, noch einmal in eindringlichen Worten die Bedeutung des zivilen Luftschutzes für unser Vaterland vor Augen geführt worden war, erfolgte ihre Verpflichtung als Mitarbeiter des Reichsluftschutzbundes und anschließend die Aushändigung der Zeugnisse. Für die Partei war Ortsgruppenleiter Parteigenosse Viehweg erschienen, der betonte, daß Mitarbeit im Luftschutz Dienst an der Volksgemeinschaft sei. Er erinnerte an die Zeit, als das deutsche Volk, aller seiner Rechte beraubt, ohnmächtig seinen Gegnern preisgegeben war. Nun sei es wieder frei und besitze seine Wehrhoheit wieder. Wer im Luftschutz mitarbeite, schütze mit die uns von unserem Führer wiedergegebene Freiheit. Nachdem ein Volksgenosse dem Schulungsleiter von Wallenstein den Dank aller Teilnehmer für die Ausbildung ausgesprochen hatte, betonte dieser, daß er sich gern der Arbeit unterzogen habe, nachdem er gesehen habe, daß mit viel Freude und großer Begeisterung mitgearbeitet wurde. Ernste und heitere Darbietungen umrahmten den weiteren Abend, der alle Teilnehmern in schönster Kameradschaft noch ein paar recht unterhaltsame Stunden verleben ließ. Wem gehören die Fahrräder? Bei der Dortmunder Kriminalpolizei befinden sich mehrere Fahrräder, die vermutlich aus Diebstählen herrühren. Die rechtmäßigen Eigentümer konnten bis her nicht ermittelt werden. Es handelt sich um folgende Räder: Damenfahrrad, Marke„Hansa", Nr. B 417 580, schwarzer Rahmen und schwarze Felgen, grün und weiß abgesetzt, verchromte Lenkstange, Torpedo=Freilauf, Dynamo der Marke„SchmitzOriginal", Nr. 437 238, Balocc=Scheinwerfer, Vollballon; Damenfahrrad, Marke„Astoria", Nr. unkenntlich, schwarzer Rahmen mit breitem, rotem Streifen, Doppelfedersattel, Lenkstange und Speichen verchromt, auf dem vorderen Schutzblech befindet sich das Schutzmarkenzeichen A. S., Markenschild Astoria Berlin, Suhler Waffen= und Fahrzeugwerke Simson& Co., Suhl, Thüringen; Herrenfahrrad, Marke„Adler", Nr. 971212, schwarzgemuffter Rahmen, gelbe Felgen mit schwarzen Streifen, Doppelfedersattel, Vollballonrad, Glockendeckel trägt die Aufschrift:„Röl, Fahrradhaus am Rathaus; Herrenfahrrad, Marke„Osiris“, Nr. B 81 641, schwarzer Rahmen, gemufft, die beiden Muffen am Steuerkopf sind verchromt, mit blauem Strahlenkopf, Dynamo der Marke„Berko=Automat"; Damenfahrrad, Marke„Magnet", Nr. 11 961, schwarzer Rahmen mit hellblauen Streifen, Felgen gelb mit schwarzen Streifen. Geschädigte werden gebeten, in den Vormittagsstunden von 8 bis 10 Uhr bei der Kriminalpolizei im Polizeipräsidium Dortmund, Zimmer 94, vorzusprechen. Versuchter Trinkhalleneinbruch Wer kann Angaben über die Täter machen? der Nacht zum 21. Juni 1936 gegen 2.30 Uhr versuchten Einbrecher in die Trinkhalle im Grävingholz einzudringen, wurden aber von dem Sohn des Inhabers gestört. Die Täter, es handelt sich um drei Männer, führten ein Motorrad mit Beiwagen bei sich, ergriffen die Flucht und fuhren in Richtung Holthausen davon. Das Kraftrad trug das polizeiliche Kennzeichen IX 48075. Dieses Kennzeichen ist aber bei der Polizei nicht zugelassen und muß demnach unberechtigt geführt werden. Wer kann Angaben über die Täter machen? Einer derselben ist etwa 1,56 Meter groß, von schmächtiger Statur und war bekleidet mit schwarzer Lederjacke, blauer Schirmmütze und schwarzen, hohen Stiefeln. Sachdienliche Mitteilungen erbittet das 2. Kriminal=Kommissariat im Polizei=Dienstgebäude Steinstraße 48 in Dortmund, Zimmer 48, oder die nächste Polizei=Dienststelle. Liköre gestohlen. In der Nacht zum 27. Juni hatte sich ein Dieb in die Wirtschaftsräume der Casino=Gesellschaft auf der Betenstraße eingeschlichen. Er erbrach einen Schrank und entwendete Liköre der verschiedensten Marken. Achtung, Betriebswarte! Am Mittwoch, dem 1. Juli, 20 Uhr, findet im Gewerbeverein eine wichtige Besprechung aller Ortsund Betriebswarte statt. Erscheinen ist Pflicht. Fahrten 13 und 23 Es wird darauf hingewiesen, daß die Fahrten 13 nach Ostpreußen und 23 ins Fichtelgebirge ausfallen. Wer will noch nach Rügen? Wer kurz entschlossen ist, kann noch teilnehmen an der am 1. Juli beginnenden Rügenfahrt, weil infolge Krankheit einige Rücktritte eingetreten sind. Mittwoch=Nachmittag=Kaffeefahrt Die Fahrt am kommenden Mittwochnachmittag führt zum Schloß Kappenberg. Fahrpreis 1 Mk., Abfahrt 15 Uhr vom Stadttheater. Am 12. Juli: Fahrt ins Blaue Wald, Berge und darin eine idyllisch gelegene Ortschaft, das ist das Ziel der„KdF“=Blaufahrt am 12. Juli. Der Fahrpreis beträgt 1,90 Mk. Anmeldungen müssen sofort erfolgen. Eintrittskarten Auf dem Kreisamt„Kraft durch Freude“, Hansastraße, sind Karten für den Volksflugtag am 5. Juli zum Preise von 40 Pfg., von 1 und 2 Mk. zu haben. Eintrittskarten für die zur Zeit im„Haus der Kunst" untergebrachte Ausstellung„Kohle— Eisen — Bier“ sind für 20 Pfg. erhältlich. Ab heute werden für Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront auch verbilligte Karten für das Hohensyburg=Rennen ausgegeben. Nach Hamburg zum großen Weltkongreß Der Gau Westfalen=Süd der RSG„Kraft durch Freude" startet einen Sonderzug zum großen Weltkongreß in Hamburg. Abfahrt des Zuges am 26. Juli gegen 9.30 Uhr ab Hagen, Rückkehr von Hamburg in der Nacht vom 30. zum 81. Juli. Der Preis einschließlich Fahrt und Verpflegung, Uebernachtung und Führung in Hamburg beträgt 28,60 Mk. pro Person. Schon jetzt sind Anmeldungen möglich. Sonderzug zu den Olympischen Spielen Der Gau Westfalen=Nord fährt mit einem Sonderzug zur Olympiade, den auch die Volksenossen aus Westfalen=Süd benutzen können. Der ug fährt am Abend des 11. August nach BerlinPotsdam, er kehrt in der Nacht vom 12. zum 13. zurück, es steht also in Berlin der 12. August zur Verfügung, ein Tag, an dem das Handballspiel im Stadion und das Boxen in der Deutschlandhalle stattfindet. Preis für die Bahnfahrt einschließlich Eintrittskarte zum Handballspiel oder zum Boxen 11,60 Mk. Alles Nähere durch das Kreisamt. Die Fisserschlacht von Cochem Am 5. und 6. September findet in Cochem das tradionelle Winzerfest statt. Ein auserlesenes Programm sorgt für Unterhaltung und Stimmung, wie man das von jeher bei den Cochemer Volksfesten gewohnt ist. Auf dem Marktplatz wird das Heimatfestspiel„Die Fässerschlacht von Cochem“ aufgeführt. Tänze, Reigen und eine bengalische Beleuchtung der Burg rahmen die volkstümliche Veranstaltung ein. Westfalen=Süd will einen Sonderzug nach Cochem fahren. Wer fährt mit? Die Fahrt mit Verpflegung wird etwa 9.— Mk. kosten. Entgültige Entscheldung Wegen versuchten Betruges rechtskräftig verurteilt Das Landgericht Dortmund verurteilte am 11. Januar d. Is. den Angeklagten Hubert Br. wegen versuchten Betruges zu vier Monaten Gefängnis und 500 RM. Geldstrafe. Br. hatte im Winter 1933.34 an seinem Grundstück Umbau= und Instandsetzungsarbeiten ausführen lassen, für die er Reichszuschüsse beantragte. Diese Reichszuschüsse wurden bewilligt. Um möglichst viel herauszuholen, täuschte Br. die Behörden durch Vorlegung gefälschter Rechnungen, deren Preise außerdem noch übersetzt waren. Außerdem wurde die Ausschachtung nicht in der für die Bewilligung der Zuschüsse vorgeschriebenen Tiefe ausgeführt. Zur Auszahlung der Reichszuschüsse ist es nicht gekommen, da die Behörden bei der Nachprüfung die Täuschungen entdeckten. Br. suchte sich vor Gericht darauf hinauszureden, daß er von der nicht ordnungsmäßigen Ausführung der Bauarbeiten und den falschen Angaben nichts gewußt habe. Das vom Landgericht Dortmund ergangene Urteil hat nunmehr Rechtskraft erlangt, da das Reichsgericht die vom Angeklagten eingelegte Revision als unbegründet verworfen hat. Lechniker üben die Kunst der Rede Einführungsvortrag zum Rednerkurlus im Bezirksverein deutscher Ingenieure Der Westfälische Bezirksverein des Vereins deutscher Ingenieure hatte gestern abend seine Mitglieder zu einem Vortrag in den großen Saal der Vereinigten Technischen Staatslehranstalten geladen, in dem Direktor Schmidtke, der Leiter des Redner=Seminars in Berlin, über die Auswertung der Muttersprache für eine erfolgreiche Lebensgestaltung sprach. Dipl.=Ingenieur Hömberger sagte in seiner Eröffnungsansprache, daß der Techniker eigentlich viel zu wenig in der Oeffentlichkeit gewürdigt werde, weil ihm in den meisten Fällen die Gabe der schönen Rede fehle. Der Redner des Abends wolle durch seinen Einführungsvortrag klarmachen, wie diesem Uebel in einem kurzen Lehrgang abzuhelfen sei. Direktor Schmidtke ging in seinem Vortrag davon aus, daß gerade Ingenieure und Techniker einen Beruf haben, der zur Wortkargheit erzieht, daß es aber heute mehr denn je erforderlich sei, die Gedanken in Worte zu formen, um die inneren Werte, das Können und Wissen auch äußerlich zum Ausdruck zu bringen. Um die Mängel und Hemmungen zu überwinden, die dabei im Wege stehen, müsse man sie zuerst genau kennen. Niemand Die Amtswalter der DAF erhielten das SA Sportabzeichen. Am Samstag stellten sich die Amtswalter der Deutschen Arbeitsfront in der Körnerhalle zur Empfangnahme des SA=Sportabzeichens ein. Obersturmführer Grimm begrüßte die Männer und hieß auch die Frauen und Gäste herzlich willkommen. In schlichten Worten hielt er an die Männer eine Ansprache, worin er auf die Bedeutung des SA=Sportabzeichens besonders hinwies. Oberbürgermeister Dr. Banike, der an diesem Lehrgang der DAF teilgenommen hatte, war ebenfalls erschienen. Im festlichen Teil trug Kamerad Angenet durch seine Vorträge zur Ver schönerung des Abends bei. Verpflichtungen. Aus dem Gesangsinstitiut Erlenwein, unter der Leitung des Bühnenlehrers und Gesangspädagogen Adolf Erlenwein, gingen wiederum zwei Schüler hervor, die nach erfolgreichem Probesingen für die kommende Spielzeit verpflichtet wurden: Walter Ottma(Tenor) geht nach Augsburg, Gugo Zwanziger(Heldenbari= ton) nach Oberhausen. Sippentag. In diesen Tagen trat die Sippe Beckhaus in allen ihren Stämmen zum 3. Sippentag in Dortmund zusammen. Eine Autobus= fahrt führte die Teilnehmer an für die Sippe historische Stätten, den Stammhof in Ergste, Hohenlimburg und auf den Friedhof in Syburg, wo noch alte Grabsteine der Familie vorhanden sind. Ein zwangloses Beisammensein der 65 erschienenen Sippenangehörigen vereinigte sie abends im Burgrestaurant der Hohensyburg. Bei den geschäftlichen Angelegenheiten wurde insbesondere beschlossen, den schon im Oktober 1934 auf der Tagung in Bad Oeynhausen ins Leben gerufenen Sippenverband in das Vereinsregister eintragen zu lassen. Motorradunfall. Am Sonntagnachmittag ereignete sich am Fredenbaum ein schweres Motorradunglück. Ein in scharfem Tempo die Münsterstraße heraufkommender Motorradfahrer mit Sozius rannte mit voller Geschwindigkeit gegen einen Baum, als er einem den Burgweg heraufkommenden Radfahrer ausweichen wollte. Das Rad fing Feuer und stand in hellen Flammen; beide Fahrer lagen schwerverletzt auf der Straße. Die gerade von einer Uebung zurückkehrende Sanitätskolonne 2 Dortmund und ein SA=Sturm wurden sofort eingesetzt zur Absperrung, da die Gefahr einer Explosion bestand. Die Schwerverletzten wurden ins Brüderkrankenhaus transportiert. Die Feuerwehr löschte den Brand. Diebstahl aus einem Auto. Ein Franz Sch. aus Unna hatte am 24. Juni 1936 gegen 15 Uhr seinen Personenkraftwagen auf dem unbewachten Parkplatz an der Badeanstalt im Dortmunder Stadion unverschlossen abgestellt. Als Sch. gegen 18 Uhr zu seinem Wagen zurückkam, hatte ein Dieb in der Zwischenzeit aus der Seitentasche der Tür einen Briefumschlag mit 5.— Mk. gestohlen. Geschäftseinbruch auf dem Westenhellweg. In der Zeit vom 27. bis 29. Juni 1936 wurde in das Schuhgeschäft Tack auf dem Westenhellweg in Dortmund eingebrochen. Die Täter entwendeten Damen= und Herrenschuhe aller Art, schwarze und braune SA=Stiefel, Damen= und Herrenstrümpfe und Bargeld. Die Sohlen sämtlicher Wingeshausener Sänger in Lünen Erfolgreiches Chorkonzert in Brambauer Lünen. Einen großen Erfolg hatte das am Samstag abend im Saale Eickermann in Brambauer von dem Männergesangverein Brambauer und dem Männergesangverein „Eintracht", Wingeshausen, Kreis Wittgenstein, veranstaltete Chorkonzert. Das Orchester Höhm(Brambauer) leitete den Abend mit dem„Einzug der Sänger auf der Wartburg“ aus Richard Wagners„Tannhäuser“ ein. Nach dem Westfälischen Sängergruß hielt der Vereinsführer Lücke eine Ansprache, in der er die Verbundenheit mit den Siegerländer Sängern zum Ausdruck brachte. Er erinnerte daran, daß der Verein im vergangenen Sommer dem 50jährigen Jubelfeste des Wingeshausener Männergesangvereins beigewohnt habe. Bürodirektor Lecon übermittelte als Vertreter der Stadtverwaltung die Grüße des dienstlich verhinderten Oberbürgermeisters. Der Chor sang Lieder von Georg Nellius, Ludwig Baumann, Ludwig Rebbert, August Klughardt, Wilhelm Kirchl und Karl Hirsch. Wurde schon bei allen Darbietungen mit dem Beifall nicht gekargt, so bildete den Höhepunkt der Vortagsfolge die Wiedergabe des RadetzkyMarsches und des Marsches„Frei weg". Mit einem frohen Sängerkommers und Tanz endete die wohlgelungene Veranstaltung. Lünen erhält Einquartierung Am Samstag großer Manöverball Lünen. Am 4., 5. und 6. Juli wird die 1. Kompanie der Nachrichtenabteilung 16 (Münster) unter der Führung Hauptmanns Eckstein gelegentlich einer Geländeübung in Lünen Quartier machen. Nach dem Einrücken am Samstagnachmittag erfolgt am alten Rathaus ein Vorbeimarsch. Am Abend findet um 20.30 Uhr im Schützenhof ein großer Manöverball statt. Die ganze Bevölkerung ist zu dieser Veranstaltung eingeladen. Am Sonntag wird die Kompanie in Lünen sicher noch durch ein schönes Platzkonzert die Bevölkerung erfreuen. Schuhe tragen die Firmenbezeichnung„Tack". Vor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen erbittet das 2. Kriminalkommissariat im Polizeidienstgebäude Steinstraße 48 in Dortmund, Zimmer 48, oder die nächste Polizeidienststelle. Der Dieb im Schlafzimmer. In der Raudestraße war in der Nacht zum 28. Juni ein Dieb über eine Glasveranda in das Schlafzimmer einer in der 1. Etage wohnenden Familie eingestiegen. Die Frau des Wohnungsinhabers war allein anwesend, hörte verdächtige Geräusche und traf im Schlafzimmer einen fremden Mann, der sich schleunigst aus dem Staube machte. Er ist etwa 1,55 Meter groß und hat schmales, längliches Gesicht. Wer kann Angaben über den Täter machen? Einbruch in eine Gärtnerei. In die Schloßgärtnerei des Schlosses Bodelschwingh wurde in der Nacht zum 21. Juni 1936 eingebrochen. Gestohlen wurden vier Arbeitskittel der verschiedensten Farben, eine beige Strickjacke mit grauen Aermeln, eine Sommerjacke und eine Gartenhacke. Reinoldikirche. Mittwoch, 1. Juli, findet von 18 bis 19 Uhr die 142. Orgel=Feierstunde von Gerard Bunk mit folgendem Programm statt: 1. J. S. Bach: Orgelchoral„Komm, Gott, Schöpfer, heiliger Geist"“; 2. Ch. M. Widor(Paris): Symphonie romane, op. 78(Erstaufführung für Dortmund); 8. Hermann Grabner(Leipzig): Fantasie über das liturgische Paternoster, op. 27. Eintritt und Programm zu den Orgel=Feierstunden frei! Städtisches Konservatorium, Dortmund. Am Donnerstag, dem 2. Juli, findet abends 8 Uhr im Festsaal des alten Rathauses ein„Abend für zwei Klaviere" statt, ausgeführt von Gerard Bunk und seinem Schüler Heinz Geißen. Es gelangen zur Aufführung Johannes Brahms: Variationen über ein Thema von Schumann; Max Reger: Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart; Franz Liszt: Concerto pathétique. Eintrittsprogramme zum Preise von 0,20 RM. sind in der Geschäftsstelle des Konservatoriums Balkenstraße 34 erhältlich. Lehrergesangverein. Samstag, den 11. Juli, veranstaltet der Lehrergesangverein mit seinem Frauenchor unter Leitung des neuen Chormeisters Dr. Hans Wedig für den Westfälischen Blindenverein e. V.— Ortsgruppe Dortmund— in den Anlagen der Kronenburg einen Liederabend. Da der Ertrag dieses Konzertes dem„Blindenverein“ zugeführt wird, richtet der Lehrergesangverein an die Bürgerschaft die Bitte, ihn in seinen idealen Bestrebungen durch zahlreichen Besuch der Veranstaltung zu unterstützen. habe es nötig, in diesen Fehlern zu verharren, jeder könne bei richtiger Führung noch vieles gutmachen. Direktor Schmidtke sprach dann über die Hauptpunkte der Sprachtechnik, zu der vor allem vier Punkte gehören. Es gilt zunächst die Zähne auseinander und den Ton nach vorn zu bringen, weiter müssen Vokale, Konsonanten und Endungen deutlich gesprochen, und die feinen Muskeln des Mundes zur deutlichen Aussprache verwendet werden. Zur Technik geselle sich der Ausdruck, der vor allem nicht durch überhastetes Sprechen verdorben werden dürfe. Dazu gehöre auch die Regelung der Lautstärke und der Klangfärbung, die durch bewußte Schulung zur höchsten Wirkung gebracht werden können. Was er bis dahin auseinandergesetzt, das ließ der Redner dann in kurzen Proben sich auswirken. Er kam weiter auf die Kunst der freien Rede zu sprechen und wußte alles so unterrichtend und gleichzeitig humorvoll zu gestalten, daß schnell der Kontakt mit der Hörerschaft hergestellt war. Es wurde weiter die gute Formgebung für alle Gedanken behandelt, und auch dem richtigen Aufhören am Schluß von Reden war ein Kapitel gewidmet, Die ersten Begriffe von der Suggestivkraft des gesprochenen Wortes leiteten über zur Erkenntnis des Wertes guter geschulter Rede für das berufliche Fortkommen. Die gesamten Ausführungen fanden die ungeteilte Aufmerksamkeit der Hörer, von denen sich viele schon an diesem Abend von ihrer anfänglichen Voreingenommenheit zu tatkräftiger Mitarbeit bekehren ließen. An dem Lehrgang, der sich dem Vortrag anschließt und am 30. Juni von 18—20 und von 20—22 Uhr in den Vereinigten Staatslehranstalten, Sonnenstraße 98, beginnt, können auf Einladung des B0J. auch Angehörige anderer Berufskreise teilnehmen. Aus den südlichen Vororten hörde Ausgabe der Fettverbilligungsscheine. Buchstabe A—D Mittwoch, 1. Juli; E—H Donnerstag, 2. Juli; JI—K Freitag, 3. Juli; L—O Sonnabend, 4. Juli; P—S(ausschl. Sch und St) Montag, 6. Juli; Sch bis St Mittwoch, 8. Juli; T—8 Donnerstag, 9. Juli. Abfertigungsstunden: 7.30—12.30 Uhr. Die Ausgabe erfolgt in den Diensträumen der Wohlfahrtskreisstelle D.=Hörde und zwar: an die Empfänger, die in Arbeit stehen, Zimmer 1—6; an die übrigen Empfänger(Renter pp.), Zimmer 17, 18, 23 bei den für die Buchstaben zuständigen Sachbearbeitern. Die blauen Ausweiskarten, Familien= bücher und Unterlagen über das Einkommen in der Familie sind mitzubringen. Abfertigung außerhalb der Reihe kann nicht erfolgen. Höchsten Kundgebung auf dem Höchsten. Die Ortsgruppe Wellinghofen hatte auf dem Höchsten im Saale Pröbe zu einer öffentlichen Parteikundgebung eingeladen, die sich eines regen Besuches erfreute. Das alte Kampflied:„Brüder in Zechen und Gruben" und Begrüßungsworte des Ortsgruppenleiters leiteten den Abend ein. Dann sprach der Redner des Abends, Parteigenosse Frielingsdorf aus Köln über die innerund außenpolitische Lage Deutschlands. Anfangs hob er hervor, daß auch heute noch verschiedene soziale Fragen zu klären seien, die einzelne Berufsgruppen betreffen, doch augenblicklich hieße es noch, den Rest der Erwerbslosen in den Arbeitsprozeß einzugliedern. Wenn Deutschland heute mit allen Mitteln an seine eigene Aufrüstung denke, so sei dies eine dringende Notwendigkeit; denn erst Deutschlands Rüstung und Stärke sei der beste Garant des Friedens. Weiter ging der Redner mit den Volksgenossen ins Gericht, die meinen, die Grundsätze des Nationalsozialismus mißachten zu müssen. Der deutsche Bruder und Volksgenosse würde durch diese Handlung geschädigt und betrogen. Rund um Lütgendortmund Lütgendortmund Verlegung von Impfterminen. Der für Montag, 8. Juni, in der Verwaltungsstelle Lütgendortmund angesetzte Impftermin für Erstimpflinge des Stadtteils Lütgendortmund ist auf Mittwoch, 1. Juli Uhr, 10.45 Uhr, 11 Uhr, 11.15 Uhr und 11.30 Uhr verlegt. Der für Dienstag, 9. Juni, in der Gemeindewir.schaft Merklinder Straße angesetzte Impftermin für Erstimpflinge Bövinghausen für Wiederimpfling; der evangelischen, katholischen und Hilfsschule Böv'nghausen sowie der evangeli schen und katholischen Schule Westrich, der zunächst auf Mittwoch, 1. Juli, verlegt wurde, findet erst am Dienstag, 14. Juli, um 16 Uhr, 16.15 Uhr 16.80 Uhr, 16.45 Uhr, 17 Uhr, 17.15 Uhr, 17.30 und 17.45 Uhr statt. Der für Montag, 15. Juli, in der Verwaltungsstelle Dortmund=Lütgendortmund angesetzte Impftermin ist auf Mittwoch, 8. Juli 11 Uhr, 11.15 Uhr, 11.30 Uhr, 11.45 Uhr und 12 Uhr verlegt. Die Nachschautermine finden in den genannten Impflokalen statt. Am 8. Juli Verwaltungsstelle Lütgendortmund, 10.00 Uhr, 10.15 Uhr, 10.80 Uhr, 10.45 Uhr. Am 21. Juli 16.00 Uhr, 16.15 Uhr, 16.30 Uhr, 16.45 Uhr, 17.00 Uhr, 17.15 Uhr und 17.30 Uhr.— Gemeindewirtschaft Merklinder Straße.— Am 15. Juli in der Verwaltungsstelle D.=Lütgendortmund 11.00 Uhr, 11.15 Uhr, 11.30 Uhr und 11.45 Uhr. Bundesschießen des Kyffhäuserbundes. Begünstigt vom schönsten Sommerwetter fand in den Anlagen des Dellwiger Waldes das Bundesschießen des Kyffhäuserbundes statt. Außer einigen Einzelschützen nahmen an dem Schießen die Krieger= und Landwehrkameradschaft und die Gardekameradschaft von Lütgendortmund, die Kriegerkameradschaften von Bövinghausen, Westrich, Kirchlinde und Dellwig=Holte, sowie die Kriegerkameradschaft Graf von Häseler und die Artillerie=Kameradschaft von Lütgendortmund teil. Die besten Schützengruppen sind wie folgt: Kriegerkameradschaft Kirchlinde mit 447 Ringen, Gardekameradschaft Lütgendortmund 418 Ringe, Krieger= und Landwehrkameradschaft Lütgendortmund 409 Ringe. Die bronzene Ehrennadel erhielten Kamerad Ludwig von der Kriegerkameradschaft Graf von Häseler und Kamerad Ickler von der Gardekameradschaft Lütgendortmund. Bester Schütze des Tages wurde Kamerad Ludwig mit 140 Ringen. Gespel Zum Vereinslandesschießen in Oespel traten auf dem Schießstand Christoph 27 Mitglieder des Kleinkalibervereins an und erzielten eine gute Durchschnittsziffer. Die Berechtigung zum Bezirkslandesschießen mit 63 Ringen und höher erzielten nachstehende Schützen: Freese 88, Torwesten I. Köhne 76, Rüßmann 75, Quallo 71, Helmich 71, W. Lange 71, Niederste=Bera 71, Auffermann 71, R. Schlehenkamp 68. Schmidt 68, E. Lange 67, Schlehenkamp 64 und Hülnhagen 68. Somit kann Oespel zum Bezirkslandesschießen drei Mannschaften zu je fünf Schützen stellen. Vereinsmeister wurde mit 88 Ringen wieder Gustav Freese. Kirchlinde Gute Durchschnittsleistungen beim Kirchlinder Schießen erzielten die Vereinskameraden im Kirchlinder Schützenverein. Breitenarbeit war auch hier bei den 46 beteiligten Schützen zu erkennen, kamen doch 22 über 68 erforderlicher Ringzahl mit 9 Schuß in drei Anschlagsarten. Wie im Vorjahr erzielte H. Bors mit 85 Ringen abermals die Vereinsmeisterschaf, dem dann Schützenmajor H. Overbeck mit 78 folgte. Verantwortlich für Groß-Dortmund und Umgebung: H.Vlefhaus In Dortmund. A Schon jetzt Vorbereitung des Reichsberufswettkampfes 1937 Castrop-Rauxel. Die Ausbildungsleiter der Lehrlingswerkstätten aller Schachtanlagen sodie Wettkampfleiter des Reichsberufswettkampfes 1936, umfassend die Städte Herne, Wanne=Eickel und Castrop=Rauxel, hatten im Lokal Grünendahl in Herne eine bedeutungsvolle Tagung. In einer Aussprache, an der auch der Reichsbetriebsgemeinschaftsjugendwalter Siebert und sein Mitarbeiter, Gau betriebsgemeinschaftsjugendwalter Umbach von der Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau teilnahmen, wurden die bei der Durchführung des letzten Reichsberufswettkampfes aufgetretenen Schwierigkeiten und Mängel besprochen. Durch diese Aussprache wurde erreicht, daß der Reichsberufswettkampf 1937 den vergangenen Reichsberufswettkampf in seiner Form und Größe übertreffen wird. Alle Mitarbeiter wurden aufgefordert, die Pläne für die praktischen und theoretischen Arbeiten schon jetzt der Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau in Bochum einzureichen, um in eine sorgfältige Vorberei tung des nächsten Reichsberufswettkampfes ein treten zu können. Sonnwendfeuer rund um Dortmund Ueberall eindrucksvoller Verlauf des„Deutschen Jugendtestes“ Castrop-Rauxel.(Vermißt) wird seit dem 24. Juni der Erdarbeiter Franz Wal kenhorst, der am 3. Dezember 1897 in Castrop geboren ist uno zuletzt in Castrop= Rauxel, Im Osterkotten 2, wohnte. Er wird wie folgt beschrieben: 1,65 Meter groß, dunkelblondes Haar, glatt rasiert, gebräuntes Gesicht, blaue Augen, gradlinige Nase, kleine abstehende Ohren, lückenhafte Zähne. Auf dem rechten Unterarm ist eine Frau in einer Schaukel sitzend, die Buchstaben F. W. und auf dem linken Unterarm ein Herz mit einem Dolch eintätowiert. W. ist bekleidet mit graubraunem Rock, einer braunen Hose mit rötlichem Streifen, grünem Sportoberhemd mit gleichem Kragen und Krawatte, schwarzen Strümpfen und braunen Halbschuhen. Wer kann der Kriminalpolizei Angaben über den Verbleib des Vermißten machen? Castrop-Rauxel.(Schwimmen für das Reichssvortabzeichen.) Eine öffentliche Abnahme der Bedingungen im Schwimmen zum Erwerb des Reichssportabzeichens findet am Dienstag, dem 30. Juni, um 19.45 Uhr, im Städtischen Freibad im Stadtgarten statt. Bewerber wollen sich dort einfinden. Castrop-Rauxel.(Neuer Kursus in der Gebietsführerschule.) Am Montag begann in der Gebietsführerschule II der HI ein neuer Kursus, der 42 Jungvolkführer aus dem Oberbann Bochum für 14 Tage zusammenführt, die gestern aus den Standorten Bochum, Wattenscheid und Wanne=Eickel hier eintrafen. Castrop-Rauxel.(Ein Beispiel macht Schule.) Der große Erfolg des ersten diesjährigen Stadtgartenkonzertes am vergangenen Sonntag, bei dem die Bevölkerung der Altstadt durch die Klänge der Kapelle der Schutzpolizei des Polizeipräsidiums Bochum erfreut wurden, hat nun endlich auch die heimischen Kapellen auf den Plan gerufen. Am Mittwoch, dem 1. Juli, konzertiert in der Zeit von 19 bis 20 Uhr im Stadtgarten bei schönem Wetter die neue nördliche Blaskapelle unter Leitung des Dirigenten Franzrahe. Zu diesem Konzert wird die Bevölkerung wieder herzlich eingeladen. Castrop=Rauxel Das uralte Fest der Sonnenwende ist von der nationalsozialistischen Jugend wieder zu neuem Leben erweckt worden. Zu einer Gemeinschaftsfeier versammelt sich unsere Jugend alljährlich am flammenden Holzstoß, um neue Kräfte zu gewinnen und die Verbundenheit mit der Natur neu zu fühlen. Als Auftakt zu diesem Feuer wurden in Castrop=Rauxel auf drei Sportplätzen die Wettkämpfe zum Deutschen Jugendfest durchgeführt. Am Samstag kämpften die Mannschaften des Jungvolks und der Jungmädel, von denen dann des Abends die Besten ausgezeichnet wurden. Am Sonntag kämpften die Mannschaften der Hitler=Jugend und des Bundes deutscher Mädel um sportliche Ehren. Es gab auf der Kampfbahn an der Ludwigstraße, auf dem Sportplatz an der Kanalstraße im Stadtteil Habinghorst und auf dem Sportplatz am Ickener Volkspark manche schöne Kampfbilder. Die Siegerverkündigung fand am Sonntagabend an verschiedenen Plätzen des Stadtgebietes statt. Im Anschluß an die Siegerverkündigung marschierten die Jungen und Mädchen aus dem Süden zum Renngelände am Haus Goldschmieding und die aus dem Norden zum Sportplatz an der Kanalstraße im Stadtteil Habinghorst, wo mächtige Holzstöße aufgebaut waren. Musikvorträge, Lieder der HI=Singund Spielschar leiteten die Feierstunden ein, bis dann die Fackeln die Holzstöße entzündeten und die Flammen hell auflodernd gegen den dunklen Himmel prasselten. In den Ansprachen, die im Süden Gefolgschaftsführer Pfaff und im Norden SS=Untersturmführer Otto Mückenheim hielten, wurde auf die Bedeutung der Sonnenwende hingewiesen. Machtvoll erklang das Lied„Flamme empor!“ Nachdem im Gedächtnis an die Toten von den Hitlerjungen Kränze in die lodernden Feuer geworfen worden waren, beschloß das HJ=Lied die Feierstunden. Lünen bereits in den letzten Tagen die Wettbewerbe der einzelnen Schulen abgeschlossen waren. Sonntag vormittag um 8 Uhr begannen auf dem Sportplatz an der Moltkestraße die Wett kämpfe des BdM und auf dem Sportplatz Kolonie die der H3. Da sah man ausgezeich nete Sprünge und Laufstarts, gute Schlagball und Keulenwürfe. Sonntag nachmittag mar schierten alle Jugendeinheiten zum Sportplatz Moltkestraße, auf dem sich auch viele Eltern und Volksgenossen, die sich für die Arbeit un serer Jugend auf dem Gebiete der Leibesertüchtigung interessieren, eingefunden hatten. Als Umrahmung der Siegerverkündigung am Sonntagnachmittag hatte man ein Programm aufgestellt, das noch einmal alle Formationen im Wettkampf der Kräfte sah. Zunächst gab es ein interessantes Handballspiel zweier Fähnlein, die HI maß ihre Leistungen im Hochsprung, die Besten der BdM=Gruppen standen sich im Völkerballspiel gegenüber, dann gab es Stafettenläufe aller Einheiten und die 5J gab eine Probe ihrer Kraft im Tauziehen. Den Abschluß des Nachmittags bildeten Massenfreiübungen der etwa 2000 Jungen und Mädel. Die Flieger=HI bescherte den zahlreichen Zuschauern noch einige besondere Leckerbissen durch die Ausführung der Modellflüge. Zu erwähnen ist noch, daß für die Sieger in dem Rahmenprogramm des Sonntagnachmittags schöne Preise zur Perfügung standen, Schlag=, Fuß= und Handbälle, Blockflöten und Wurfkeulen, die mit einem wahren Freudengeheul von den Gruppen, die den Sieger stellten, in Empfang genommen wurden. Bürgermeister Kloeber nahm als Vorsitzender des Ortsausschusses für Jugendpflege noch kurz das Wort, um die Bedeutung der Wettkämpfe der deutschen Jugend herauszustellen. NieHolzwickede ohne Fehlbetrag Der haushaltsplan für 1936 ist mit 416000 Mark ausgeglichen Am Samstag starteten das Jungvolk und die Jungmädelgruppen des südlichen Stadt teiles auf dem Sportplatz am„Triftenteich“ und die der Stadtmitte auf dem Sportplatz am Schützenhof. In Brambauer wurden die Kämpfe im Volksgarten=Sportplatz ausgetra gen. 2838 zehn= bis vierzehnjährige Jungen und Mädel waren angetreten. Den Abschluß der Tage bildete das Sonnwendfeuer auf dem Vogelsberg. Der weite Hang oberhalb des Waldheimes„Am Vogelberg“ war dicht von Volksgenossen umlagert. Chorlieder der Jugend wechselten mit Einzelsprechern ab. An der Mordstelle des SA=Truppführers Emil Fröse waren die Fackeln angezündet wor den, mit denen der Holzstoß in Brand gesetzt wurde. Unterbannführer Werner Grund mann hielt die Feuerrede. Unna In der Frühe des Samstag trafen sich auf dem Sportplatz an der Moltkestraße die Jungmädel und auf dem Kolonie=Sportplatz die Pimpfe zum Auftakt der Wettkämpfe, nachdem Schalkes Reservemannschaft in Unna Jubelfeier des Ballspielvereins Königsvorn Unna. 25 Jahre sind jetzt gerade verflossen, seit die Fußballfreunde in unserm nördlichen Stadtteil Königsborn sich zusammenfanden und den Ballspielverein Königsborn 1911 aus der Taufe hoben. Es war zu der Zeit, wo man auch hei uns dem König Fußball schon etwas mehr Verständnis entgegenbrachte, aber den noch stand bei den gesitteten Zeitgenossen der Fußballspieler immer noch als der rohe, drauf gängerische Patron in einem etwas üblen Ruf. Nachdem vor einigen Wochen bereits im eng sten Rahmen des Vereins die Königsborner der 25. Wiederkehr des Tages ihrer Vereinsgründung gedacht hatten, wurde der vergan gene Sonntag als offizieller Jubeltag gefeiert. Selbstverständlich sollte dieser Tag durch ein „bombiges“ Spiel eingeleitet werden, und dazu hatte man für die 1. Mannschaft des Vereins einen Gegner verpflichtet, der von vornherein die Gewähr dafür bot, daß ein rechtes Propagandaspiel zustande kam. Die Reservemannschaft von Schalke 04 hatte man geholt, die auch ein Spiel vorführte, das eine wahre Augenweide war. Unter der Führung von Berg zeigten die Schalker ein hinreißendes Stürmerspiel, dem die Königsborner Hintermannschaft nicht gewachsen war, wie überhaupt die Königsborner in der zweiten Halbzeit dem schnellen Spiel und dazu noch in der Hitze, zum Opfer fielen. 8:3 für die Schalker hieß das Endergebnis. Von den zahlreichen Zuschauern hat wohl niemand bereut, trotz der glühenden Hitze den Weg zum Sportplatz an der Steinstraße eingeschlagen zu haben. Abends fand dann im Lokale Nuß an der Kamener Straße die eigentliche Jubelfeier statt. Der Vereinsführer Brüggenhorst ging noch einmal kurz auf die Geschichte des Vereins ein. Ein einziger Sportfreund gehört von denen, die vor 25 Jahren den Fußballsport in Königsborn heimisch machten, heute noch dem Verein an: Anton Böhmer. Ihn ehrte der Vereinsführer besonders. Acht weiteren Sportfreunden konnte er seinen und seiner Kameraden Dank für 15jährige treue Mitgliedschaft aussprechen. Frohsinn, Konzert, turnerische Vorführungen und Tanz füllten dann die Stunden der Jubelfeier aus, und von gutem Einvernehmen unter den Königsborner Vereinen zeugte es, daß der Männergesangverein Königsborn und der Turnverein Colonie 1880 durch ihre Darbietungen den Festtag der Königsborner Fußballer verschönern halfen. Fröndenberg.(Fettscheinausgabe.) Unser Bericht über die Fettscheinausgabe in eria„erdicke wird insofern berichtigt, juhl 1950 zur Aufrechterhaltung des Betriebes Beh 2ce Air Sie al.Ponie 2. i. uger Zelte, der Geneindelase vicht in. Aüseruch genom„.—11 Uhr(nicht von 12—13 Uhr) statt= men werden. Die Gemeindesteuersätze sind wie inder. 1 folgt festgesetzt worden: 290 v.H. der Grund Holzwickede. Die für das Rechnungsjahr 1936 aufgestellte Haushaltssatzung der Gemeinde Holzwickede ist von der Aufsichtsbehörde genehmigt worden. Der Haushaltsplan schließt in Einnahme und Ausgabe mit 416 000 Mark ab. Es ist eine erfreuliche Tatsache, daß der diesjährige Haushaltsplan nicht nur ohne Fehlbetrag abschließt, sondern es konnte auch eine Rücklage in Höhe von 11000 Mark zur Schaffung eines Ausgleichs eingesetzt werden. Darüber hinaus ist es möglich gewesen, eine Betriebsmittelrücklage für den kommunalen Friedhof zu schaffen. Die wichtigsten Abschnitte des Haushaltsplanes weisen in der Einnahme folgende Zahlen auf: Allgemeine Verwaltung 3378,45 Mk., Schulwesen 6408 Mk., Straßen wesen 2400 Mk., Einnahmen aus den Ge meindebetrieben 49 200 Mk. Die Steuerein nahmen sind mit 332 147,59 Mk. eingesetzt Die Einnahmen aus dem Biersteueraufkommen sind etwas zurückgegangen. Während im vergangenen Jahre 13100 Mk. an Biersteuer gezahlt worden sind, wurden für dieses Jahr 11 500 Mk. eingesetzt. Dagegen sind die Zuschüsse der Reichsbahn 3000 Mk. höher. Sie betragen für das laufende Jahr 10 300 Mark. Diese Mehrausgabe der Reichsbahn ist ein er freulicher Beweis dafür, wie sich die Arbeits beschaffung und damit der Wiederaufstieg der Wirtschaft auch bei der Reichsbahn ausgewirkt hat. Den Einnahmen stehen folgende Ausgaben gegenüber: Allgemeine Verwaltung 8740 Mk., Schulwesen 59 257 Mk. In dieser Ausgaben summe sind u. a. die Beiträge für die Lan desschulkasse enthalten. Straßenwesen 28 178 Mk., Gemeindebetriebe 35 925 Mk., Finanzund Steuerverwaltung 198 898 Mk. Der Anteil der Gemeinde an den Fürsorgelasten beträgt in Einnahme 9541 Mk. und in Ausgabe 72283 Mk. Für die Jugendpflege ist ein Betrag von 300 Mk. eingesetzt worden und für die Schaffung eines Jugendheimes ein solcher von 3000 Mk. Die Einnahmen der Reichsumsatzsteueranteile sollen 52 678 Mk. betragen. Ein Kassenkredit braucht für das Rechnungsjahr 1936 zur Aufrechterhaltung des Betriebes Entwicklung der Spar- und Darlehnskasse Steigerung des Umsatzes um vier Millionen mand könne sich heute im neuen Deutschland mehr ausschließen von den Leibesübungen, die die Gewähr dafür geben, daß ein gesundes und starkes Geschlecht heranwächst. Kreisjugendwart Westermann nahm anschließend die Siegerehrung vor. Kamen Das Deutsche Jungvolk und die Jungmädel bestritten ihre Wettkämpfe am Samstag, die Hitler=Jugend und der Bund deutscher Mädel die ihren am Sonntag. Die Sonnwendfeier des Jungvolks erfolgte am Samstagabend auf der Lünener Höhe im Beisein des Ortsgruppenleiters Cramer, des Bürgermeisters Braunheim und zahlreicher Volksgenossen. Fanfarenbläser leiteten die Feier ein, während der Holzstoß entzündet wurde. Gemeinschaftlichen Liedern folgten Gedichte, die auf die Sonnwendfeier und altes Brauchtum hinwiesen. Jungvolkführer Ebbinghaus hielt die Feuerrede. Anschließend nahm Ortsgruppenleiter Cramer die Siegerehrung der Jungen vor; die Jungmädelführerin gab die aus den Mannschaftskämpfen hervorgegangenen Siegerinnen der Jungmädel bekannt. Mit dem Lied der Jugend schloß die eindrucksvolle Feierstunde. Die Sonnwendfeier der HitlerJugend am Sonntag nahm im Stadion im Hemsack einen ähnlichen Verlauf. Holzwickede Bei herrlichstem Sommerwetter konnte die 1 führer Waltenberg am Langemarckheim #gen v. Holzwiaer#, Hengsen und Opher= statt. Unter Vorantritt des Spielmannszuges dicke a. vergangenen Samstag und Sonn= marschierte sodann die gesamte Hitler=Jugend ## begehen. Der erste Tag des Iu geschlossen über die Ruhr auf den Villigster gendfestes wurde auf dem Sportplatz mit einer Berg, um als Ausklang des Deutschen Jugendfestes die Feier der Sommersonnenwende zu begehen. 4 Nach der Gruppierung um den ragenden Holzstoß leitete das chorische Werk:„Der Glaube an das Reich“ die Feier ein. Gemeinsame und Lieder des BdM folgten. Als das Lied:„Flamme empor“ aufklang, schlugen die Flammen des entzündeten Holzstoßes zum Himmel. Dann sprach Unterbannführer Waltenberg über den uralten Brauch der Sonnwendfeiern. Die Feuerrede schloß der Unterbannführer mit einem Gedenken an die Toten des Weltkrieges und der Bewegung; ebenso gedachte er der Deutschen im Auslande. Ortsgruppenpropagandaleiter Lenz sprach anschließend über den Sinn nordischen Brauchtums. feierlichen Flaggenhissung eingeleitet. Neben den Wettkämpfern hatten sich viele Volksgenossen und Volksgenossinnen auf dem Platz eingefunden, um den Leistungen der Jugend zuzuschauen. Die überaus starke Beteiligung und die erzielten Durchschnittsergebnisse waren schöne Beweise dafür, wie tief der Gedanke der Körperertüchtigung in der deutschen Jugend verankert ist. Am Sonntagmorgen marschierte die Hitler=Jugend und der BdM auf dem Sportplatz auf. Einzeln und in Mannschaften kämpften die Hitlerjungen nach der feierlichen Flaggenhissung um die Plätze. Das Jugendfest fand dann am Sonntagabend unter Teilnahme zahlreicher Volksgenossen mit der Sonnwendfeier auf der Höhe des Haarstranges seinen Abschluß. Als nach einigen Kampfliedern und Feuersprüchen die Flammen von dem gewaltigen Holzstoß in den nächtlichen Himmel emporloderten, hielt Reichshauptstellenleiter Brock=Berlin die Feuerrede. Er ging von dem jahrtausendealten Brauchtum unsere Altvorderen aus, denen bei ihrer engen Verbundenheit mit Blut und Boden die Sonnenwende Bekenntnis zu den ewigen Kräften des Lichtes war, das ewig siegreich über die Finsternis ist. Schwerte In Schwerte begann Samstag früh 7.45 Uhr mit der Flaggenhissung am Langemarckheim das Deutsche Jugendfest 1936, der sich auf den Sportplätzen am Schützenhof, am Gymnasium nud in Schwerte=Ost die Wettkämpfe des Deutschen Jungvolks und der Jungmädel anschlossen. Am Sonntag trug die Hitler=Jugend und der Bund deutscher Mädel die Wettkämpfe aus. Die feierliche Siegerehrung fand Sonntag abend durch Ueberreichung der Ehrenurkunden durch Unterbannführer Waltenberg vermögensteuer vom bebauten Grundbesitz und 260 v. H. vom unbebauten Grundbesitz, 540 v. H. Gewerbesteuer nach dem Ertrage und 1800 v.H. nach der Lohnsumme. Verkehrsunfälle in Holzwickede Holzwickede. Am Samstagnachmittag gegen 16 Uhr kam es an der Ecke Unterführung Hermann=Göring= und Rausingerstraße zu einem Verkehrsunfall. Als ein MotorradfahWesthofen.(Vom Tode des Ertrinrer, von Bochum kommend, an der Rausinger=skens gerettet.) Am Abend gegen 21 Uhr einem von der Südseite her kommenden Last wagen in die linke Flanke. Der Zusammen stoß war so gewaltig, daß der Motorradfahrer im Bogen rücklings auf das Straßenpflaster geschleudert wurde. Er kam erfreulicherweise mit leichteren Verletzungen davon. Sein Motorrad wurde derartig zertrümmert, daß es abtransportiert werden mußte. Um Haaresbreite wäre er vor den Lastwagenzug gefahren und dann sicherlich unter die Räder des Wagens geraten. Ein weiterer schwerer Unfall ereignete sich wiederum auf der HermannGöring=Straße. Als eine Kraftwagenkolonne vom Truppenübungsplatz Hengsen zurückaus Wandhofen, als er in seinem Garten am Sportplatz beschäftigt war, von der Ruhr ner Hilferufe. Er eilte zum Ufer und sah, daß unweit der Eisenbahnbrücke der Iserlohner Strecke ein junger Mann hilflos unterging. Zweimal war er bereits untergetaucht, als ihn R., nur notdürftig entkleidet, schwimmend erreichte. Mit Anstrengung gelang es dann, den fast Bewußtlosen ans Land zu bringen. Es handelt sich um einen 15jährigen Landhelfer. Westhofen.(Rüpelhafter Unfug.) In einem Wirtschaftslokal zwischen Westhofen und Syburg ist in letzter Zeit wiederholt von jungen Burschen gemeiner Unfug verübt worse her 1nd über die genannte Straße fuhr lief der 10jährige Schüler Heinz B. aus der fen und zerstört, Tore ausgehängt und beschädigt, wüste Drohungen ausgestoßen und andere Rüpelhaftigkeiten begangen. Als Täter wurden einige junge Männer aus Westhofen festgestellt und zur Anzeige gebracht. „„„„ aus Kronprinzenstraße durch eine im Zuge der Kraftwagenkolonne entstandene Lücke vor einen aus der anderen Richtung kommenden Kraftwagen. Auf dem Wege zur Feuerlöschpolizei 600 Wehrleute marschierten auf dem Kreisverbandstag in Kamen Unna. Die Unnaer Spar= und Darlehnskasse hielt kürzlich ihre Generalversammlung ab. An Stelle des verhinderten Aufsichtsratsvorsitzenden Spring eröffnete das Aufsichtsratsmitglied Bauer August Spielfeld (Lünern) die Versammlung und erstattete den Geschäftsbericht. Die Genossenschaft ist auch im Jahre 1935 gut vorwärts gekommen. Die Spareinlagen sind im Berichtsjahr um 150 000 Mk., die Kontokorrenteinlagen um 160000 Mk. gestiegen. Die Ausleihungen im Kontokorrentund Darlehnsverkehr erhöhten sich um 125 000 Mark. Der Umsatz auf einer Hauptbuchseite betrug 13,6 Millionen. Gegenüber dem Vorjahre ist eine Steigerung von 3,9 Millionen festzustellen. Auch im Geschäftsjahr 1936 hat sich der Geschäftsbetrieb weiterhin gut entwickelt. Sodann wurde die Bilanz vorgelegt und der Revisionsbericht des Revisionsverbandes besprochen. Die Ge Zeneralversammlung genehmigte einstimmig die Bilanz und Gewinn und Verlustrechnung. Dem Vorstand, Aufsichts rat und Rendanten wurde für das Jahr 1935 Entlastung erteilt. Direktor Bell von der Ländlichen Centralkasse Dortmund hielt einen Vortrag über Genossenschaftsfragen und über die Bedeutung der genossenschaftlichen Kreditinstitute für die nationalsozialistische Wirtschaft. Unna.(Die Personalien des Toten festgestellt.) Es ist nunmehr gelungen, die Personalien des Toten, der sich anfangs der vorigen Woche auf dem Unnaer Bahnhof unter einen ausfahrenden Zug geworfen hat, zu ermitteln. Der Zettel, den der Tote bei sich trug, und auf dem Hans Klein zu lesen war, nannte den rechten Namen des jungen Mannes, der aus Radevormwald stammte, nervenleidend und in letzter Zeit schwermütig war. Er hatte sich einige Tage vor seinem Tod von Hause entfernt. Kamen. Aus Anlaß des 60jährigen Be tehens der Kamener Feuerwehr hatte der Kreiswehrführer Kamen als Tagungsort für den diesjährigen Kreisverbandstag der Feuerwehr bestimmt. Die Jubelfeier der Kamener Wehr wurde am Samstagabend zusammen mit der Sanitätskolonne vom Roten Kreuz durch eine schlichte Heldengedächtnisfeier ein geleitet. Unter Vorantritt der Wehrkapelle bewegte sich ein stattlicher Zug durch die Stadt zum Kirchplatz. Nach feierlicher Flaggensissung legte der Wehrführer einen Kranz am Ehrenmal nieder. Bürgermeister Brauneim sprach Gedenkworte zu Ehren der Ge fallenen. Der Sonntagmittag sah die Abordnungen sämtlicher Wehren des Kreises Unna im Saale Scholz versammelt. Um 13 Uhr eröffnete Kreisfeuerwehrführer Dr. Barthels (Hemmerde) die Tagung und begrüßte alle Teilnehmer, besonders den Vertreter des Landrats, Kreisinspektor Warnecke, die Bürgermeister des Kreises sowie die Polizeikommissare Cramer und Saxowski Bürgermeister Braunheim entbot den Wehrleuten und den Ehrengästen einen herz lichen Willkommensgruß. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Kreisfeuerwehrtag in die Stadt des schiefen Turmes gelegt sei, zumal die Kamener Wehr das Jubelfest des 60jährigen Bestehens feiert. Bei der anschließenden Uebung der Wehr werde sich jeder überzeugen können, daß die Kamener Wehr stets einsatzbereit ist. Kreiswehrführer Dr. Bartels übermittelte zunächst namens des Kreisverbandes der Kamener Wehr die herzlichsten Glückwünsche zum Jubelfest. Der Kreiswehrführer gedachte dann vor Beginn des geschäftlichen Teiles der verstorbenen Kameraden, insbesondere des verstorbenen stellvertretenden Kreiswehrführers Schumacher. Es folgte die Besprechung einer Reihe interner Angelegenheiten. Bürgermeister Lehmhaus erörterte die Zweckmäßigkeit des Zusammenschlusses der Feuerwehren zu einem Amtsverband, der unbedingt zu empfehlen sei. Bürgermeister Potthoff sprach dann über die Verhältnisse der Freiwilligen Feuerwehr Pelkum und über die Frage des zu bildenden Amtsverbandes. Kreisinspektor Warnecke übermittelte der Jubelwehr die Grüße des Kreises Unna und des Landrats und gab anschließend ein Bild von der Entwicklung der Wehren im vergangenen Jahr. Die Fortschritte der Wehren auf dem Wege zur Feuerlöschpolizei seien günstig. Kreiswehrführer Li. Bartels gab noch einige Rundschreiben bekannt, erörterte feuertechnische Fragen und schloß mit dem Dank an alle Behörden für die zuteilgewordene Unterstützung. Im Anschluß an die Tagung fand am Steigerturm vor den Ehrengästen und den Wehrmännern des Kreisverbandes eine Anund eine Schulübung der Kamener Wehr statt, an der auch die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz mitwirkte. Nach einem Festzug, an dem sich rund 600 Wehrleute beteiligten, begann im Saale des Schützenhofes die Jubiläumsfeier der Kamener Wehr.— In Anbetracht der hohen Aufgaben der Feuerwehr, die stets bereit ist, Hab und Gut aller Mitmenschen zu schützen, ist es bedauerlich, eststellen zu müssen, daß gerade die bürgerlichen Kreise der Stadt Kamen nur in ganz eringem Maße an der Einsatzübung und der Jubiläumsfeier unserer wackeren Wehr Anteil nahmen. Füßball Im Kreise Dortmund BB. Alemannia TuB. Mengede— SV. Höntrop 0:0 Das Fußball=Propagandaspiel auf dem Alemannenplatz zwischen Alemannia Mengede komb. und dem SV. Höntrop wurde in jeder Beziehung ein voller Erfolg. Die Zusammenstellung der Mannschaft bewahrte sich bis auf die Sturmreihe, die man etwas durchschlagskräftiger erwartet hatte, ausgezeichnet. Der sicheren Abwehr der Dortmunder einschließlich Höcker, der eine besonders guten Tag hatte, ist es auch in der Hauptsache zu verdanken, daß es bei einem Unentschieden blieb, denn die Angriffsreibe der Höntroper, in der besonders der Rechtsaußen Timpert hervorragte, drückte zeitweise stark, ohne sich aber bei der stabilen Abwehr durchsetzen zu können. Auch bei den Gästen war das Schlußdreieck mit Stein, Timpert I und Jest der stärkste Teil. Im ersten Spielabschnitt bekam Dortmunds Hintermannschaft reichlich Arbeit. Die Angrisse Höntrops scheiterten aber entweder an der schlagsicheren Verteidigung oder Höcker klärte sicher. In der zweiten Hälfte fanden sich die Dortmunder weitaus besser, ohne naß sich aber die ziemlich unsichere Sturmreihe durchsehhen konnte. Hörder Sportclub— VfL. Hörde 1:0 Die beiden Ortsrivalen lieferten sich einen flotten und fairen Kampf. den der HSC. auf Grund des technisch besseren Feldspiels knapp für sich entscheiden konnte. Beim HSC. feblten drei Stammspieler, während der VfL. auf Eisch verzichten mußte. Die Deckung war sowohl beim Platzverein als auch beim VfL. sehr gut. Die Sturmreihe des HSC. hatte mit ihren Angriffsaktionen wenig Glück, hatte aber auch eine Verteidigung vor sich, die sehr schlagsicher war und sich mit größtem Eiser einsetzte. Bis zur Pause blieb es beiderseits ohne Torerfolge. Das einzige Tor des Tages fiel etwa 20 Minuten nach der Halbzeit. Ein Drebball, aus 20 Meter Entfernung vom rechten Läufer des HSC. geschossen, war für den Hüter des VfL. unhaltbar. Arminia Marten— TuS. Werne 3:1 Die Werner rechtfertigten ihren guten Ruf und warketen mit einer guten Leistung auf. Arminia, erstmalig seit langer Zeit wieder mit Kunz spielend, lieferte ein großes Spiel, das bis zum Schlußpfiff in flottem Tempo durchgeführt wurde. Martens Sturmreihe war insgesamt besser und der Sieg ist deshalb durchaus verdient. Mittelstürmer Lieber legte in der ersten halben Stunde zwei Tore vor, aber noch vor dem Wechsel gelang den Wernern das Gegentor. Nach Wiederanstoß drängten die Gäste mit aller Macht auf den Ausgleich, verschiedentlich kam Martens Tor in barte Bedrängnis, aber der Ersatztorwart Arminias hielt sich recht gut. Eine Viertelstunde vor Schluß kam der Halblinke Martens schließlich zum dritten Tor und stellte damit den Sieg sicher. Spielverein Herta— VfL. Ver. Stahlwerke 9:0 Die Werksmannschaft der Ver. Stahlwerke hatte auf dem Herta=Platz nicht viel zu bestellen. Hertas Sturmreihe war wieder in ausgezeichneter Verfassung und spielte den Gegner in Grund und Boden. Dazu kam, daß auch die Hintermannschaft dicht hielt und den Angriff der Werksleute so ziemlich kaltstellte. Als nach etwa 20 Minuten das erste Tor durch den Mittelstürmer des Spielvereins gefallen war, folgten die übrigen Tore in regelmäßigen Abständen. Halbrechts, Mittelstürmer und Linksaußen erhöhten noch bis zur Pause auf 4:0 und nach dem Wechsel gab es noch fünf weitere Treffer. Sportfreunde Eichlinghofen— Westfalia Somborn 0:4 Einen bösen Hereinfall erlebten die Sportfreunde am Samstagabend gegen die Werksmannschaft Westfalia Somborn. Eichlinghofen traf mit einer stark verjüngten Mannschaft an, die den Sombornern in keiner Weise gewachsen war. Schon gleich zu Anfang lagen die Somborner vor dem Tor des Platzvereins und schon nach zehn Minuten erzielte der Mittelstürmer den ersten Treffer und kurz darauf köpfte der Linksaußen zum zweiten Tor ein. Der Halbrechte erhöhte wenig später auf 3:0 und noch vor der Pause gab es das vierte Tor. In der zweiten Hälfte war der Kampf ausgeglichen, trot guter Torgelegenheiten stellten sich beiderseits keine Erfolge mehr ein. SV. 02 Castrop— BC. Siegen 2:0 In der Runde der Zweiten traf Castrop 02 am letzten Spielsonntag auf den BC. Siegen, der sich als außerordentlich kampfkräftig erwies. Castrops Verteidigung und auch die Läuferreibe waren in großer Form und konnten alle Angriffe der Siegener unschädlich machen. Nach etwa halbstündiger Spieldauer schoß der Linksaußen Castrops das Führungstor. Nach Wiederanstoß drängten die Siegener mit aller Macht auf den Ausgleich, zum Torerfolg langte es jedoch nicht. Eine Minute vor dem Abpfiff kam Castrops Sturmreibe nochmals gut durch und der Halblinke schoß den zweiten Treffer. Hansa Dortmund— SuS. Derne 8:1 Die Derner konnten nur in der ersten Halbzeit gefallen. Beide Mannschaften setzten sich vom Anstoß an mit aller Macht ein, ohne jedoch vorerst Tore anbringen zu können. Schließlich glückte dem Rechtsaußen Hansas noch kurz vor dem Wechsel durch schönen Kopfball das Führungstor. Nach Wiederanstoß wurde Hansa aber zusehends überlegen und der Sieg stand keinen Augenblick mehr in Frage. In regelmäßigen Abständen erhöhte der Innensturm noch auf 8:1. Erst beim Stande von 3:0 gelang den Dernern durch Strafstoß ein Gegentreffer. Minister Stein— Sportfreunde Dortmund 0:9 Obwohl sich die Werksmannschaft von Minister Stein durch hinzugezogene Spieler verstärkt hatte, langte es gegen die spielstarke Elf der Sportfreunde zu keinem einzigen Erfolg. Der Bezirksligist war in stärkster Aufstellung zur Stelle und batte während des gesamten Spielverlaufs die Oberband. Die treibende Kraft beim Platzverein war der Linksaußen Schriewer, der es aber allein auch nicht reißen konnte. Bei den Sportfreunden waren Engler und Stemkowitz in großer Form. Bis zur Pause lagen die Sportfreunde schon mit sechs Toren in Führung und auch nach dem Wechsel kam die Ueberlegenheit der Sportfreunde mit drei weiteren Toren zum Ausdruck. Borussia Höchsten— SV. Berghofen 3:1 Die Borussen bestätigten erneut ibre augenblicklich gute Form. Im Feldspiel war Berghofen durch den überaus großen Eiser zeitweise sogar überlegen, aber Borussias sichere Verteidigung ließ vorerst keinen Erfolg der Gäste zu. In der ersten Hälfte schoß der Halblinke den Führungstreffer und kurz nach Wiederanstoß buchte der Mittelstürmer den zweiten Erfolg Berghofen konnte zwar ein Tor aufholen, aber im Endspurt holte Borussias Mittelstürmer noch einen dritten Treffer. Blau=Weiß CR. Nord— SV. Waltrop 5:1 — Die Blau=Weißen zeigten sich gegen die Waltroper Mannschaft von der besten Seite. In der ersten Hälfte hatten die Gäste sogar etwas mehr vom Spiel, doch wurden verschiedene gute Torgelegenheiten von den übereifrig spielenden Stürmern nicht ausgenutzt. Bis zur Pause erzielte Castrop=Nord einen 2:0=Vorsprung. Nach Wiederanstoß hatten meist die Blau=Weißen mehr vom Spiel und blieben zum Schluß mit 5:1 sicherer Sieger. SC. Rahm— Arminius Marten 0:5 Arminius Marten war im Feldspiel durchweg besser und kam zu einem verdienten Sieg. Die Rahmer dagegen spielten weit unter der sonst gezeigten Form und besonders die Verteidigung erlaubte sich manchen Schnitzer. Martens Rechtsaußen und Mittelstürmer forgten dis zur Pause für eine 2:0=Führung und nach dem Wechsel hielt die Ueberlegenheit der Martener, die noch dreimal einsenden konnten, an. SV. 09 Dorstseld— Hürder Verein 3:2 Eine überraschende Niederlage mußte die Hörder Werksmannschaft in Dorstfeld einstecken. Obwohl sie in der ersten Halbzeit völlig überlegen war, fiel erst kurz vor der Pause durch Köhler das Führungstor. Dorstfelds Halbrechter erzielte kurz nach Wiederanstoß den Ausgleich, aber wiederum war es der Halbrechte Köbler, der seinen Verein in Führung brachte. Erst wenige Minuten vor Schluß schoß Dorstfeld im Anschluß an eine Ecke den Ausgleich und kurz darauf noch das Siegestor. SV. Schüren— Tus. Werne 1:2 Auch in Schüren erwies sich die Werner Mannschaft als außerordentlich durchschlagskräftig. In der ersten Hälfte waren allerdings die Schürener tonangebend und konnten durch Grabowfkt nach etwa 25 Minuten in Führung gehen. Erst als Mittelstürmer Hagemann kurz nach Wiederanstoß Platzverweis erhielt, kamen die Werner auf und drängten die Schürener in die Verteidigung zurück. Der Ausgleichstresser ließ nicht lange auf sich warten und noch wenige Minuten vor Schluß ftel das Siegestor der Werner. BC. 04 Bövinghausen— VfL. Lütgendortmund 3:1 Mit demselben Ergebnis, mit dem Urania von Bövinghausen geschlagen wurde, mußte sich auch der VfL. zufrieden geben. In technischer Hinsicht reichte Lütgendortmund nicht ganz an die Platzherren berau, die durch ihre schnellen Angriffsaktionen gefährliche Situationen herbeiführten. Wenige Minuten nach Spielbeginn schoß der Halbrechte das erste Tor und bei einem Gedränge in Lütgendortmunds Strafraum lenkte ein Verteidiger den Ball ins eigene Tor. Auch im zweiten Spielabschnitt lag Bövinghaus meist im Angriff und konnte noch ein weiteres Tor vorlegen. Erst zum Schluß fiel der Gegentreffer für Lütgendortmund. SV. Wambel— Sportgem. Hoesch 2:2 Das Ergebnis entspricht nicht ganz dem Spielverlauf, denn die Wambeler waren fast während der gesamten Spielzeit tonangebend. Mittelstürmer und Halbrechts legten in der ersten Hälfte zwei Tor vor, aber die Dortmunder Werksmannschaft ließ sich nicht entmutigen und setzte sich nach denn Wechsel mit aller Macht für den Ausgleich ein. Ein schöner Angriff führte zum ersten. Gegentor und einen Eckball fanstete Wamvels Hüter ins eigene Tor. Germania Kirchhörde— VfR. Kirchlinde 1:1 Das erste Tor für Kirchhörde fiel bei ausgeglichenem Kampfverlauf nach etwa einer halben Stunde Spielzeit. Auch Kirchlinde kam nun zeitweise stark auf und brachte es 20 Minuten vor Schluß durch den Halbrechten zum Gleichstand. VfL. Kurl— Teutonia Lanstrop 1:3 Wie zu erwarten war, kamen die Kurler gegen den klassenhöheren Gegner nicht auf und mußten, wenn auch erst nach hartem Kampf, eine Niederlage einstecken. In der ersten Hälfte erzielte Lanstrop das Führungstor und blieb auch in der zweiten Hälfte überlegen. Sportfreunde Schwerin— Westfalia Huckarde 4:1 Die Sportfreunde hatten besonders in der ersten Hälfte schwer zu kämpfen, denn nach dem Führungstor der Sportfreunde drängten die Huckarder zeitweise sehr stark und brachten es auch nach etwa 20 Minuten zum Ausgleich. Die Hintermannschaft des Platzvereins war aber auf dem Posten und konnte alle weiteren Angriffe der Gäste zerstören. In der 2. Hälfte wurden die Sportfreunde überlegen. Der Linksaußen erzielte noch zwei Tore und der Halbrechte schoß den vierten Treffer. Rasensport Deusen— Hansa Huckarde 0:0 Die beiden Neulinge in der Dortmunder Kreisklasse lieferten sich einen ebenbürtigen Kampf. Beiderseits waren die Hintermannschaften die stärksten Teile und der Kampf wickelte sich in der Hauptsache im Mittelfelde ab. Tus. Reichsbahn— Turngemeinde Dortmund 0:1 Handball Im Kreise Dortmund Wir übernehmen am 1. Juli 1936 das In Hörde bekannte Geschäft R. Rosenthal Alfred-Trappen-Straße 28-30 Wir führen: Porzellan- und Glaswaren Geschenkartikel Lederwaren Haus- und Küchengeräte Kohlenherde- Gasherde Waschmaschinen Kinderwagen Spielwaren Wir bieten: niedrige Preise gute Ware große Auswahl Ihr Weg führt deshalb beim Elnkauf zu ließter&. 6o. Dortmund-Hörde, Alfred-Trappen-Straße 28-30 Gartenmöber Kinderwagen zu selten günstlgen Preisen. 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Ein großer Endspurt der Kölner bringt diesen aber noch das verdiente Unentschieden. ATV. Dorstfeld— Arnsberg 09 7:4 Auch hier wurde guter Handballsport gezeigt. Die Platzperren finden sich auf heimischem Boden weitaus schneller zurecht und sind bis zur Pause fünfmal erfolgreich, während auf der Gegenseite nur zwei Treffer zustandekommen. Der Kampf flaut in der Folge merklich ab. Auf beiden Seiten werden noch je zwei Trefser angebracht und kann Dorstfeld somit den Vorsprung halten. VB. Alemannia— Wassersport Ahlen 4:7 In technischer Hinsicht waren die Ablener klar überlegen. Alemannia kämpfte eifrig und fatr, ohne aber die Niederlage abwenden zu können. Nachdem sie bereits in der dritten Minute die Führung übernommen hatte, geht die Gästeelf ganz aus sich beraus und erzwingt bis zur Pause noch ein Unentschieden(2:2). Alemannia bat sich im ersten Abschnitt verausgabt und nutzt der Gast diese Schwäche geschickt aus. Der Sieg mit 4:7 Toren entspricht so recht dem Stärkeverhältnis beider Gegner. Eintracht Lütgendortmund— Lünen=Süd 12:4 Eintracht warf alle Voraussetzungen über den Hausen und schlug die spielstarken Lünener, überzeugend. Die Gäste machten einen überspielten Eindruck. Schon beim Seitenwechsel lagen sie mit 8:3 Toren im Nachteil, um auch weiterhin dem Gegner keinen zu großen Widerstand entgegensetzen zu können. Minister Stein, Eving— Jahn Dortmund 10:4 Auch den Jahnleuten wird die Sommerpause gut tun. In der Mannschaft stecken befähigte Kräfte, doch In Eving ließ das Zusammenspiel manchen Wunsch offen. Durchweg waren die Werksleute tonangebend. Halbzeit 6:2. Lindenhorst—. Germania Marterloh 5:5 Ein flottes, saires Spiel zweier durchaus gleichwertiger Gegner. Hatte Marterloh vorerst mehr vom Spiel(1:4), so ging nach dem Wechsel der Platzverein stark aus sich heraus und holte noch ein Unentschieden. BV. Selm 19— Lünen 19 4:18 Viktoria Somborn— VfL. Henrichshütte Hattingen 12:8. Germania Lütgendortmund— Lücklemberg 9:4. ser(Hö): Leichtgewicht: Torlop(Do) gegen Zwingler (Hö): Weltergewicht: Lohosener(Do) gegen Heß(Hö): Mittelgewicht: Wilhelm(Do) gegen Lerbs(Hö), Zienau (Do) gegen Stein(Hö): Halbschwergewicht: Roski(Do) gegen Höcker(Hö), Strunk(Do) gegen Bohne(Hö). durch Freude. Boren Boxkreunde 1929 Hörde— Boxring 1927 Dortmund Am kommenden Mittwoch, dem 1. Juli, geht der mit großer Spannung erwartete Boxkampf Hörde gegen Dortmund im Hörder Stiftshof vonstatten. Die Boxfreunde haben auch diesmal wieder einen Gegner verpflichtet, der in seiner Gesamtheit etwas stärker erscheint. Damit ist die Garantie gegeben, daß interessante und spannende Kämpfe zu erwarten sind. Hörde hat den Vorteil der eigenen Matte, und wenn Höcker wieder ganz bergestellt sein sollte und Bohne mehr Kampfgeist aufbringt, dürfte der Sieg nur knapp ausfallen. Die Paarungen: Schüler Papiergewicht: Becker(Do) gegen Fetting(Hö): Jad. Federgewicht: Schlüter(Do) gegen Borchers(Hö): Fliegengewicht: Pauli(Do) gegen Stobbe(Hö); Bantamgewicht: Galka(Do) gegen Heufür Dienstag, den 30. Juni Allgemeine Körperschule. 20—22 Uhr Hindenburggymnasium, Münsterstraße: 20—22 Uhr Propsteiturnhalle, Schwarze Brüderstraße: 20—22 Uhr Weingartenschule, D.=Hörde; 20—22 Uhr Pestalozzi=Schule, Lievigstraße 43. Fröhliche Gymnastik und Spiele. 20—22 Uhr Aloysiusschule, Paulinenstraße: 20—22 Uhr GoetbeOberlyzeum, Kronprinzenstraße; 20—22 Uhr Lyzeum, D.=Hörde: 20—22 Uhr Hindenburgschule, C.=Raurel; 20—22 Uhr Kalthoff, D.=Brackel; 20—22 Uhr PaulGerbardtschule, Kielstraße. Deutsche Gymnastik. 19—20 Uhr Gymnastikschule Töllnerstraße: 20—22 Uhr Gymnastikschule Prinzenstr. Kinderturnen, 15.30—16.30 Uhr Lyzeum, D.=Hörde; 17—18 Uhr Franziskanerschule, Kochstraße; 18.15—20 Uhr Aloysiusschule, Paulinenstraße; 18.30—19.30 Uhr Turnhalle Gneisenauschule, D.=Derne. Tischtennis. 20—22 Uhr Bismarck=Gymnasium, Luisenstraße. Schwimmen. 18.45—19.45 Uhr Südbad, Göringstraße(Frauen); 19.45—20.45 Uhr Südbad Göringstraße(Frauen); 20.30—21.45 Uhr Nordbad, Westerbleichstraße(Männer): 21.15—22.30 Uhr Nordbad, Westerbleichstraße(Männer und Frauen). Fröhliche Morgenstunde. 6.30—7.30 Uhr Schwimmbahn Volkspark, Tennis. 15—16 Uhr Hobertsbura, Fredenbaum; 16—17 Uhr Hobertsburg, Fredenbaum; 17—18 Uhr Hobertsburg, Fredenbaum; 18—19 Uhr Hobertsburg, Fredenbaum. Die Gausportwerbeschar des Gaues Westfalen=Süd der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" sucht noch einige junge Mädchen, die Lust haben, ihr Können in den Dienst der Sportbewegung„Kraft durch Freude“ zu stellen. Wir bitten diese, sich sofort auf dem Sportamt Dortmund zu melden. Sämtliche Teilnehmer unseres Reichssportabzeichenkursus, Mittwochs von 20—22 Uhr in der MarieReinders=Mittelschule, Landarafenstraße, werden gebeten, an diesem Mittwoch(1. Juli 1936), vollzählig zu erscheinen. Es ist eine wichtige dienstliche Feststellung vorzunehmen. Schwimmen im Kappenberger See Lünen. Endlich ist es so weit! Die von vielen Volksgenossen erwarteten Schwimmkurse für jung und alt am Kappenberger See sind inzwischen eingerichtet worden und nun geht es mit Eifer an die Erlernung dieses Sports, der den Körper stärkt, erfrischt und an heißen Tagen köstlichste Erholung bedeutet.„Kraft durch Freude“ gibt Gelegenheit, diesen Sport in kürzester Zeit zu erlernen. Scheue niemand die kleine Ausgabe, die durch die Beteiligung am Unterricht entsteht, sie macht sich sehr gut bezahlt. Die Kursusstunden finden wie folgt statt: Dienstags von 20—21 Uhr für Erwachsene, Mittwochs von 16 bis 17 Uhr für Kinder, Freitags von 20—21 Uhr für Erwachsene, Samstags von 16—17 Uhr für Kinder, Sonntags von 9—10 Uhr für Erwachsene. Kursusstätte: Nappenberger See.— Unkosten für Kinder 20 Pfennig, für Erwachsene 30 Pfennig pro Stunde. Erster Unterrichtstag ist Dienstag, 30. Juni. Anmeldungen werden vom Schwimmlehrer entgegegenommen. Federn 3.50 2.90 2.25 1.60 Halbdaunen 6.80 5.40 4.80 3.50 Daunen 14.-11.50 9.50 5.90 90 cm 2.40 1.90 1.40 1.10 130 cm 3.80 3.20 2.20 1.90 100 cm 6.20 4.50 3.50 2.70 Kinderbetten UND FAHRBETTEN 24.50 22.50 18.75 14.50 34.50 32.- 29.- 26.50 Matcatzen beste Facharbeit aus eigener Werkstatt Alpengras 26.- 22.50 19.50 15.50 Wollauflage 36.-29.- 24.50 19.75 mit Stahlfedereinlagen 76.- 68.- 52.- 42.Jeinlack=Mößel formschöne Modelle, beste Wertarbeit, feinste Lackierung Einzelschränke 115.- 98.- 79.- 68.Frisiertoiletten 84.- 74.- 69.- 48.Nachttische 29.- 24.50 22.50 17.50 Kinderwagen Wochenendwagen 24.50 21.50 18.45 16.80 13.75 Promenadenwagen 51 50 48.50 42.50 39.- 35.50 54.50 von 1936 rückzahlbar zum Nennwert in den Jahren 1943 bis 1948 nehmen wir zu Gerhinur-Zerchnungsbeuingungen entgegen Burgardt& Bröckeischen, Bankgeschäft DORTMUND, Westenhellweg 22 (Singerhaus) Ruf Sa. 26855 Gegen Hitze und Verderb Im Zuge der Neuausrichtung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse und der Ordnung der deutschen Bedarfswirtschaft ist schon manche Maßnahme getroffen worden, um bei geringstem Aufwand größte Wirkung zu erzielen. Auf dieser Linie liegt es auch, wenn zur Sicherung unserer Ernährung alles getan wird, um das, was wir besitzen, auch voll auszuwerten, und nichts unnötig umkommen zu lassen Wir können es uns nicht erlauben, daß au irgend einem Gebiet immer wieder Verluste entstehen, die sich bei richtigen Gegenmaßnah men vermeiden ließen, und so hat sich naturgemäß die Aufmerksamkeit der maßgebenden Stellen auch auf die Feststellung von Schäden gerichtet, die dem deutschen Volksvermögen bis heute noch in jedem Jahr während der heißen Sommermonate durch Verderben von großen Mengen der verschiedensten, der menschlichen Ernährung dienenden Stoffe, zugefügt werden Es wurden Maßnahmen eingeleitet, die durch Hitze verderbenden Lebensmittel mengenmäßig näher zu erfassen. Dabei ist man zu dem Ergebnis gekommen, daß beinahe für eine und eine halbe Milliarde an wertvollen Nahrungsstoffen dem Volksganzen verloren gehen. Diese vorsichtig berechneten Zahlen sind zum ersten Male auf der Reichsnährstandsausstellung zu Frankfurt am Main der breiteren Oeffentlichkeit bekanntgeworden und haben berechtigtes Aufsehen erregt. Das hatte man sich nicht träumen lassen, daß der Einfluß der Sommerwärme auf leichtverderbliche Lebensmittel dem Volke jährlich einen Schaden zufügt, der so hoch ist wie etwa der Gewinn aus einem beträchtlichen Teil der deutschen Eisenerzeugung. Man hat sich gewiß früher auch schon Gedanken über die nachteiligen Folgen der Sommerhitze auf leicht verderbliche Nahrungsmittel gemacht. Nie ist es aber dazu gekommen, den Gedanken weiter zu denken, den Schaden in seiner ganzen Größe zu erfassen und einmal der Oeffentlichkeit klarzumachen, was hier, zum größten Teil unnötig und vermeidWirksame Maßnahmen gegen Lebensmittelverderbnis geplant bar, an Werten verlorengeht. Noch viel weniger hat man sich natürlich in den Zeiten ver antwortungslosere Staatsführung dazu aufraf fen können, eine einheitliche Aktion gegen die sen Krebsschaden einzuleiten. Auch hier ist heute ein erfreulicher Wandel eingetreten, und der Reichsnährstand, als die gegebene verantwortliche Körperschaft, ist nicht gesonnen, wie die Männer der Vergangenheit diese Schäden als ein unvermeidliches Schick sal hinzunehmen. Man denkt nicht daran, un tätig zuzusehen, wie solche ungeheuren Nah rungswerte nutzlos der Sommerhitze zum Opfer fallen. Der Kampf dem Verderben soll eingeleitet werden durch Förderung aller Maßnahmen, die in diesem Feldzug einen Erfolg versprechen. Dazu gehört natürlich an erster Stelle der Schutz leichtverderblicher Le bensmittel durch künstliche Kälte, durch große und kleine Kühlanlagen. Ein großzügiger Plan ist aufgetaucht und soll gefördert und der Verwirklichung entgegengeführt werden. Es handelt sich darum, eine sogenannte„Kühlkette" zu schaffen, die beim Erzeuger und Groß=Warenverteiler mit Kühlhäusern beginnt, sich zu den größeren und kleineren Kühlräumen der Warenverteiler schlingt, und schließlich bei dem Verbraucher abschließt, der seine Vorräte in Kühlschränken vor dem Verderben sicherstellt. Der Gedanke ist gut und leuchtet ohne weiteres ein. Schwierigkeiten, die sich ihm entgegenstellen, sind nur dazu da, daß sie überwunden werden. Schon vor Jahrhunderten hat die Menschheit versucht, Nahrungs= und Genußmittel gegen die verderbliche und zersetzende Wirkung der sommerlichen Witterung zu schützen. Kluge Baumeister versuchten das Problem durch Herstellung von Räumen zu lösen, die mit einiger Sicherheit auch im Sommer erfrischende Kühle versprachen. Man lernte im Laufe der Zeit dann auch, das natürliche Eis der Seen und Flüsse im Winter zu gewinnen und bis in den Sommer in tiefen Kellern verwendungsfähig zu erhalten. Ein großer Fortschritt war erzielt, als endlich die Herstellung von Kunsteis gelang, aber erst in der neueren Zeit ist die Kältetechnik so weit vorgeschritten, daß sie erfolgreich überall angewendet werden kann. Das ist nur zu begrüßen, denn unsere Ernährungsbasis hat sich gründlich verandert. und es werden in unseren Tagen viel mehr leicht verderbliche Lebensmittel erzeugt und verbraucht, als zu unserer Väter Zeiten. Das geht mit Deutlichkeit schon daraus hervor, daß die gut haltbaren Hülsenfrüchte, wie Erbsen, Bohnen oder Linsen, viel von ihrer früheren Bedeutung als Volksnahrungsmittel verloren haben. Ihr Verbrauch ist gegen die letzte Vergangenheit auf etwa dreißig vom Hundert gesunken, und an ihre Stelle sind natürlich andere, meist leichter verdauliche, aber auch schneller dem Verderben ausgesetzte Lebensmittel getreten. Schon dieser Umstand zeigt mit zwingender Notwendigkeit, daß zur Frischhaltung heute ganz besondere Anstrengungen gemacht werden müssen. Bisher ist das längst nicht in dem erforderlichen Maße geschehen, wie wäre sonst die Unheilsziffer der Verluste durch verdorbene Nahrungsstoffe von eineinhalb Milliarden denkbar. Geschähe alles auf diesem Gebiet, um den Schaden fernzuhalten, so könnte es auch nicht mehr vorkommen, daß die Beamten des Gewerbe=Außendienstes der Polizei bei der Kontrolle von Lebensmitteln des täglichen Bedarfs zur Sommerszeit in den Verkaufsstellen mmer wieder einmal auf Nahrungsmittel stoßen, die im wahrsten Sinne des Wortes „anrüchig“ sind. Vielleicht waren sie am Vortag noch einwandfrei, sind aber durch offenes Umherliegen den Einflüssen eines Witterungsumschlages,— Gewitterluft wirkt da oft uneilvoll— zum Opfer gefallen und verdorben. Solche Fälle sind häufig genug, obwohl man es heute eigentlich kaum verstehen kann, daß ein wirtschaftlich denkender Geschäftsinhaber sich der Gefahr solcher Verluste durch verdorbene Nahrungsmittel und den daraus möglicherweise drohenden Unannehmlichkeiten aussetzt. Er müßte ja auch sehr wohl bedenken, daß die Ware, die noch nicht als verdorben bezeichnet werden kann, die aber bereits einen deutlichen„Stich“ hat, bestimmt keine Propa ganda für den Verkäufer und sein Geschäft macht. Hat er aber noch nie etwas von den Erzeugnissen neuzeitlicher Kältetechnik gehört, die es ohne übermäßigen Aufwand möglich machen, leichtverderbliche Waren gut zu sichern, so sollten ihm früher erlittene Verluste ein Ansporn sein, sich jetzt um so mehr um diese Dinge zu kümmern. Das gleiche trifft zu einem großen Teil ja auch auf Gastwirtschaftsbetriebe zu, deren Lei ter ihren Besuchern nach Möglichkeit neben dem guten Trunk auch einen guten Happen bieten wollen. Ist der Umsatz groß, dann ist das weiter nicht schwer; anders aber, wenn es aus irgendwelchen Gründen einmal ruhig geht und der Gastwirt trotzdem auf diesem Gebiet auf der Höhe sein will. Nur dann kann er vorteilhaft einkaufen und wirtschaften, wenn er die benötigten Nahrungs= und Genußmittel, besonders Fleischwaren, im Kühlraum oder Kühlschrank frisch und schmackhaft bewahrt, um dem Gast stets etwas Einwandfreies bieten zu können. Doch auch auf die kleineren Verbraucher in den Privathaushalten muß sich der Kampf dem Verderb erstrecken. Er muß das um so eher, als die aufgelockerte Bauweise heute immer mehr Anklang findet, und der Großstädter seine Wohnung nach Möglichkeit aus dem steinernen Häusermeer verlegt. Die Hausfrau dort am Rande der Stadt muß aber einfach auf einen Vorrat an Lebensmitteln bedacht sein, denn es ist ihr unmäglich, wegen jeder Kleinigkeit den Weg zum meist weitab liegenden Kaufladen zu machen. Wie ärgerlich ist es da ür die einzelne Hausfrau, läßt man die volksvirtschaftliche Seite ganz außer Betracht, wenn die für gutes Geld eingekauften Dinge durch die Sommerhitze schlecht werden und fortgeworfen werden müssen. Und doch könnte sie sich viel Mühe und Sorgen darüber, wie sie dem Verderb entgegenarbeiten und auch an heißen Tagen nur frische und bekömmliche Speisen auf den Tisch bringen kann, mit Leichtigkeit ersparen, wenn sie von dem wirksamsten Mittel Gebrauch machen und sich die Anschaffung eines neuzeitlichen Kühlschrankes überlegen wollte. Ob sie dabei einen mit Elektrizität oder Gas arbeitenden wählt, bleibt sich im Grunde gleich. Die Technik hat diese Kühlschränke heute so ausgestaltet, daß sie selbsttätig, geräuschlos und billig arbeiten. Zu allen Bequemlichkeiten und der Sicherheit gegen das Verderben der fertigen Speisen und Lebensmittel kommt hinzu, daß ein solcher Kühlschrank auch die Möglichkeit der eigenen Eisbereitung bietet. Wie wertvoll er ist, und wie vielseitig er ausgenutzt werden kann, merkt man erst im Gebrauch, wo oft der Wunsch wach wird, einen noch größeren Kühlschrank zu haben. Es ist erfreulich, daß die Erkenntnis davon, wie wichtig und begründet der Kampf gegen den Verderb von Lebensmitteln ist, bereits reiche Früchte zu tragen beginnt. Vielfach hört man, daß in neuen Wohnhäusern von vornherein Kühlschränke mit eingebaut, werden, und es ist leicht vorstellbar, daß in einigen Jahren solche Kühleinrichtungen immer mehr zur Selbstverständlichkeit werden, so wie es heute auch in kleineren Wohnungen die Badeeinrichtung allmählich geworden ist. Die Annehmlichkeit einer Kühleinrichtung für den Großverbraucher und eines Kühlschrankes für kleinere Verhältnisse, liegt auf der Hand, und die Möglichkeiten der Verwendung sind groß. Ausschlaggebend und weit wichtiger ist aber das große Ziel, die unheilvolle Ziffer von eineinhalb Milliarden für verdorbene Lebensmittel herabzusetzen und mögichst viel von diesen verlorengehenden Werten zu erhalten. Darum muß der Kampf dem Verderb auf der ganzen Linie mit allen Mitteln gefördert werden, zum Nutzen des Volksganzen. Dabei sind die Kosten des Elektrokühlschrankes Hausfrauen! Schützt die Lebensmittel vor dem Verderben! S# c AII-IUEC LIE SEAUEL TEISN 1TAAST Warum ausgerechnet den GAs-Kühlschrank? Weil moderne Haustrauen sowieso in der Küche Gas haben und wissen, wie wirtschaftlich und praktisch es ist. Ein kleines, billiges Flämmchen hält den GAS-Köhlschrank in gleichmällig ununterbrochenem Betrieb. Er ist billig und auch die Betriebskosten sind unglaublich niedrig. Wer die wichtigen Vorteile des GAS-Köhlschranks erfahren will kommt zum Köhlschrankfochmann SESA HNXTLE geringer als der Verlust an Lebensmitteln. 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Die stürzenden Steine der Mauer drückten das Führerhas des Wagens ein, doch blieb der Fahrer wie durch ein Wunder unverletzt, während der Beifahrer nur Schnittwunden im Gesicht erlitt. Ein weiterer Verkehrsunfall ereignete sich am Sonntag auf der Hörder Straße. An einem Motorrad löste sich der Hinterreifen. Fahrer und Soziusfahrerin stürzten auf die Straße. Schwerte.(Die Sprechstunde des Amtsarztes) Dr. Merkert findet in dieser Woche nicht am Mittwoch, sondern am Dienstag, dem 30. Juni, von 11½ bis 13 Uhr im Kreisgesundheitsamt Schwerte, Hindenburgplatz 3, statt. Wer kennt den Toten? Nach eineinhalb Jahren noch nicht ermittelt Schwerte. Vor eineinhalb Jahren, am 6. Dezember 1934, wurde an der Villigster Ruhrbrücke die Leiche eines unbekannten Mannes aus der Ruhr geborgen. Nach dem ärztlichen Befundbericht ergab sich, daß der Mann vermutlich durch Selbstmord aus dem Leben geschieden ist. Obwohl alle Nachrichtenstellen für vermißte Personen im deutschen Reiche benachrichtigt worden sind, ist es bisher nicht möglich gewesen, die Personalien des Toten zu ermitteln. Es handelt sich um einen Mann, der etwa 40 Jahre alt war, von breitschultriger Figur, mit rotem Haar und rotem Schnurrbart; am linken Mittelfinger fehlten zwei Glieder. Lichtbilder von dem Toten liegen bei der Polizeibehörde in Westhofen aus. Famslienchronik und Jubilchen Alter 80 Jahre wurde Heinrich Heringhaus.DortmundBerghofen. Schwerter straße 392 a. D. Siegler, Kamen, 88 Jahre: Rektor Bahnhofstraße 52. 80 Jahre: Gustav Thüner, Schwerte, Iserlohner Straße 4; Witwe Karoline Krüger, Kaiserau 75 Jahre: Heinrich Schmidt, Unna, Nicolaistraße 4: Lina Westebbe, Unna, Kaiserstraße 10 Gr ssenaustreg, wiiwe Battenberg, Holzwickede, Goldene Hochzeit straße 120: a inkenstev, Dortmund, Silberne Hochzeit Eheleute Richard Hapke, Schwerte Eheleute Richard Lange, Lünen. Arbeitsjubiläen 30jähriges Arbeitssubiläum: Heinrich Lapp. Dortmund=Marten, Wischlingerweg 231(Reichsbahn). 25jähriges Dienstjubiläum beging der Rittergutsbesitzer W. H. Schulze=Dellwig, Sölde, Allen unseren herzlichsten Glückwunsch! HoheDienstag, den 30. Juni Kreis Dortmund Kreisschulungsamt. 20 Uhr: Kreisschulungsabend im Restaurant„Zum Stadttheater“, Dortmund. Kuhstraße. Erscheinen ist für die Ortsgruppenschulungsleiter, die Schulungsobmänner der Gliederungen und die Referenten der Formationen Pflicht. NSDAP. Dortmund-West. 20 Uhr: Schulungsabend im Biologie-Saal des Bismarck-Realgymnasiums. Luisenstraße. Studienrat Dr. Thaemert hält seinen 2. Vortrag über„Germanische Vor- und Frühgeschichte“. NSDAP. Eving. 20 Uhr: Im Lokal Brandhoff. Evinger Straße, Schulungsabend für sämtliche Politischen Leiter und Walter der Gliederungen. Frauenschaft Derne. Zusammenkunft fällt aus. Frauenschaft Dortmund-Westen. 20 Uhr: Zusammenkunft bei Berghoff. Körnerplatz. Frauenschaft Leipziger Platz. 20 Uhr: Pflichtabend in der Maria-Reinders-Schule. NSDAP. Wickede-Asseln, Zellen Wickede 20 Uhr: Mitgliederpflichtversammlung im Lokal Strathmeier in Wickede. NSDAP. Huckarde. 19.30 Uhr: Antreten der Politischen Leiter an der Geschäftsstelle zur Sportausbildung. Kreis Unna Frauenschaft Massen. 20 Uhr: Singen im Lokale Heinrichs. Frauenschaft Holzwickede. 20 Uhr: Gymnastikstunde in der Hermann-Göring-Schule. Frauenschaft Hemmerde. 15 Uhr: Mütterschelung in der katholischen Schule. Frauenschaft der Pestalozzi-S Kreis Herne-Castrop-Rauxel Uhr: Singabend Schwerin. 20 hule. Kreis Lünen DAF Lünen-Mitte. 20 Uhr: Schulungsabend für Zellen- und Blockwalter, Betriebszellenobmänner und Betriebswalter bei Hartmann. NSDAP. Brumbauer. 16 Uhr: Sämtliche Parteigenossen, Gliederungen. Vereine und Verbände nehmen an der Beerdigung des Hitlerjungen Frits Demtroder teil. NSDAP. Brambauer. 20 Uhr: Besprechung über das SA-Sportfest bei Brügmann. Es erscheinen die Führer sämtlicher Gliederungen. Vereine und Verbände. Frauenschaft Lünen-Mitte. 20 Uhr: Arbeitsabend im Wiehernhaus. Kreis Iserlohn Frauenschaft Schwerte, Gruppe I. Wanderung nach Haus Ruhr. Abmarsch 15 Uhr vom MarktMittwoch, den 1. Juli Kreis Dortmund Frauenschaft Kreis Dortmund. Die Geschäftsstelle bleibt wegen der Kassenwalterinnentagung geschlossen. Hans Moser als Ludwig Schig! in dem übermütlgen Syndikattilm Ein prachtvolles LustMcie spiel, das über alle Bühnen ging und den größten Erfolgen der Theatergeschichte zuzuzählen ist, felert nunmehr als Tontilm eine vielbelachte Auferstehung! ... ein Abend potenzierter Heiterkeit. an dem man sich gesuna lachen kann, schreibt aie Presse. In weiteren Rollen: Käthe Haack, Wilh. Bendow Grete Weiser. H. A. Schlettow m Vorprogramm: Der Lehrfilm: Impressionen in Sevilla Das Lustspiel: Die Reise nach dem Mond UFA-WOCHENSCHAU GRUFA-PALAST Anfana: 3.30 5.50 8.10 tafé Odeon und Bier-Bar Heute, Ehren- und Abschieds-Abend der Kapelle WIIIV Manns Ab 1. Juli d. J. hören Sie des Orchester Kurt Janson Im Reengagement. Bis 5 Uhr morgens geöffnet. OLTMPIA 4.30 Täglich 8.15 Frau Luna Dle große Ausstattungsopereite mit da Bauer Eliy Krohn Rolf Enger Arthur Hell Karl Bleeck Talmadge amp; Cyrill 100 Mitwirkende i Vostine) □ Restaurant„Gartenstadt Schönau“ Tel. 225 76 Am Mittwoch, d. 1. Juli nachmittags: Großes Kaffee-Konzert Dr. Giesbert Stand-Uhren Sonder-Angebot in Eiche. Kauk.NußbTisch uhren o.Zwischenhandel Bequem. Zahlg. A. Gerlings Kreuzstr. 18 August Mülker Dortmund Spezial-Gesch. für Möbeltransporte u Lagerung. AutoMöbelwagenzüge Ab 8 Uhr: Tanz Im Freien. Vereinen und Gesellschatten bestens empfohlen. 4,50 Mark Unerreicht an Qualität und Haltbarkeit Salon Lübker Dortmund, Brückstr. 15. I. 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Gemäß§ 57 des Preußischen Zuständigkeitsgesetzes wird der öffentliche Fußweg Parzelle Flur 11 Nr. 141/36— Gemarkung Unna— Verbindungsweg zwischen Bürgerschützenhof und Friedensstraße, als öffentlicher Weg eingezogen und für den Verkehr geschlossen. Unna, den 26. Juni 1936. Der Bürgermeister als Wegepolizeibehörde: Kloeber. Fabrikationseinrichlung zur Herstellung von techn. Fetten. Adhäsionsmitteln, Flammenschutzmitteln. Paul„Stratmann& Co., Dortmund Lübeckerstraße 18. Postfach 300. ückend marschiert Arbeitsdienstlager in England Jugend wird der Untätigkeit Überörüssig] Mit deutschen Tagern nicht vergleichbar, aber dennoch anerkennenswert Kann das sein? Es wird, wie ich vermute, vielen Lesern noch unbekannt sein, daß die moralische und praktische Bedeutung unserer Arbeitsdienstlager auch jenseits des Kanals nicht nur bewundert wird, sondern seit dem 7. März 1932 auch in die Praxis umgesetzt worden ist. Es paßt eigentlich gar nicht zu dem konservativen Wesenszug des Briten, aber dennoch bestehen die Lager. Mochte nun die immer größer werdende Not und Arbeitslosigkeit in den englischen Industriegebieten spontan die Lageridee ins Leben gerufen haben oder sollte die Einrichtung nach deutschem Vorbild entstanden sein, am vergangenen 7. März feierte man im Lager bei Godshill(Hampshire) den 4. Jahrestag seiner Gründung. 1932, an jenem Tage, schlugen die ersten sechs Pioniere ihre Zelt auf einem rauhen und unbebauten Stück Waldland auf, fingen an, den Boden zu ebnen, Abzugskanäle zu graben, überbrückten Bäche, fällten Bäume und bauten die ersten Geräteschuppen. So entstand nach und nach das erste englische Arbeitsdienstlager. Der Zustrom junger Arbeitsloser war bald derartig groß, daß Godshill sie nicht alle beherbergen konnte. So entstand ein zweites Lager bei Shining Cliff in Derbyshire, viel größer noch als das Godshiller Lager. Sie weben Decken, stricken Strümpfe, flicken Schuhe und tischlern. Das erforderliche Material wird von dem Ueberschuß der Lagerbeiträge gekauft. Wer seine Wäsche waschen will, beantragt seinen Waschtag und ist von den übrigen Arbeiten an diesem Tage befreit. Auf diese Weise verbringt jeder den Vormittag bis um 12.50 Uhr. Um 13 Uhr ruft der Gong zum Mittagessen, das immer reichlich und schmackhaft zubereitet ist. Anschließend herrscht bis 2.30 Uhr Ruhe. Man spielt im Tagesraum Tischtennis, Karten oder Schach. Andere erfreuen sich an Grammophonplatten oder Radio, wieder andere haben Gelegenheit, auf dem Avon zu rudern. Von 2.30 bis 5 Uhr ist„activity“ d. h. Beschäftigung irgendwelcher Art, es wird Fußball, Rugby oder Kricket gespielt, mit verteilten Rollen gelesen und besprochen. Um 5 Uhr gibt es Tee mit Kuchen, der inzwischen gebacken worden ist. Wiederum eine schmackhafte liegen die Dinge anders als bei uns. Wenn wir bedenken, daß jeder Arbeitslose vom Wohlfahrtsamt wöchentlich 15 Schillinge(ca. 15 M.) erhält und davon 13 Schillinge an das Lager abgibt, somit für seinen eigenen Bedarf an Zigaretten, Tabak usw. nur 2 Schillinge pro Woche erübrigt, müssen wir uns dann nicht darüber wundern, daß überhaupt junge Leute freiwillig in das Lager eilen? Hierin aber liegt die für England neue und große Idee, die immer mehr Fuß faßt: es ist besser, mit 2 Schillingen Taschengeld in der frischen Luft und mit gleichgesinnten Kameraden etwas zu leisten— und es wird tatsächlich gearbeitet, denn sonst wäre das Lager nicht vorhanden— als 15 Schillinge in der dumpfen Großstadt untätig zu vergeuden. Diesen Gedanken müssen wir achten und dabei berücksichtigen, daß alles, was die jungen Leute unternehmen, freiwillig und mit gutem Willen geschieht. Sie leben und gesunden und viele erzählten mir, daß sie Besuch in Gosshill Der Avon-Fluß zwischen Godshill und Fordingbridge Vor einigen Wochen hatte ich Gelegenheit, das Lager in Godshill näher kennenzulernen und verbrachte daselbst eine lehrreiche Zeit. Werfen wir nun einen Blick auf die Einrich= tung des Lagers und die Arbeit der Insassen: Der Arbeitsmann hilft dem Bauern Einsatz des Arbeitsdienstes bei Erntenotständen Wieder steht die Ernte vor der Tür, und voller Sorge denkt der Landmann daran, ob er sie wohl ohne Katastrophe oder Gefährdung unter die Scheuer bringen wird. Es ist seine ewige Sorge während der Ernte, ob nicht doch noch irgendein Unwetter die Arbeit eines langen Jahres in wenigen Stunden zunichte macht. In früheren Zeiten ist Hilfe bei Not ständen in den meisten Fällen auch schwer ge wesen, denn selten waren genügend Arbeits kräfte vorhanden. Heute ist es anders geworden. In den Verbänden der Partei, und vor allem im Arbeitsdienst, stehen heute bei Katastropheneinbrüchen der Landwirtschaft viele Hände als wertvolle Helfer zur Verfügung. Man muß an die vielen Meldungen über den Katastrophenschutz denken, wenn man die neueste Anordnung des Reichsarbeitsführers über den Einsatz des Arbeitsdienstes bei landwirtschaftlichen Erntenotständen liest. Der Reichsarbeitsführer hat darin noch einmal umrissen, wann ein Ernte notstand vorliegt und wie dabei die Anforde rung des Arbeitsdienstes zu erfolgen hat. Auch die Durchführung wird darin behandelt. Es ist einmal notwendig gewesen, grundsätzlich hierzu Stellung zu nehmen, um für die Zukunft Fälle zu vermeiden, in denen der Arbeitsdienst zur Hilfeleistung herbeigerufen worden ist, mein Schwert und Spaten Dem neuen Buch von Hans H. Seitz „Wir", zweite Folge, entnehmen wir folgenschriftlich und rechtzeitig erfolgen, und eine Be scheinigung des Kreisbauernführers und der zuständigen Regierungsstelle, wie Landrat oder Kreisdirektor, enthalten, daß ein wirk licher Notstand vorliegt. Ebenso muß das zu ständige Arbeitsamt bescheinigen, daß keine anderweitigen Arbeitskräfte rechtzeitig verfüg bar sind. Schließlich hat die schriftliche Bescheinigung des Kreisbauernführers vorzuliegen, daß keine landwirtschaftlichen Arbeitskräfte vor oder während der Ernte zur Entlassung gekommen sind. Ueber die Kommandierung ist bestimmt, daß der Einsatz des Arbeitsdienstes bei landwirtschaftlichen Notständen nur durch geschlossene Verbände zu erfolgen hat. In besonders begründeten Ausnahmefällen wird Einzelurlaub gewährt. Die Mehrkosten für Verpflegung und Unterkunft, für die Hin= und Rückbeförderung einschließlich des Gerätes und für verlorengegangene und unbrauchbar gewordene Ausrüstungs= und Bekleidungsstücke und Geräte sind dem Arbeitsdienst zurückzuerstatten. Die neuen Richtlinien zeigen von neuem, wie der Arbeitsdienst in aufopferungsvoller, selbstloser Art immer bereit ist, das deutsche Landvolk in Zeiten der Not und der Gefahr zu unterstützen. Wenn der Begriff des Notstandes vielleicht etwas enggefaßt ist, so ist das einmal auf die Verpflichtung des Arbeitsdienstes zurückzuführen, sich nur für den Gemeinnutzen, nicht nur für den Eigennutzen einzusetzen. Auf der anderen Seite aber gefährdet er zu starke Einsatz das Erziehungsziel des Arbeitsdienstes. In der schon an und für sich Das Lager liegt im New Forest(neuen Wald) östlich von Fordingbridge und ca. 18 Meilen von Southampton. Der hinter dem Avon=Fluß al sgehauene Platz beträgt ca. 2500 am. Er wird von den Schlafzelten, Geräteschuppen, Tagesraum(einschließlich Küche, Bibliothek, Geschäftsstelle) und dem Arbeitshaus eingeschlossen. Hinter dem Tagesraum, in dem die Mahlzeiten eingenommen werden, befindet sich eine Wasser=Pumppvorrichtung, und das Waschhaus mit einer Feuerstelle, sowie die Bienenstände. Weiter oberhalb des Lagers im Walde liegen Garten, Weide und Stallungen für die Hühner uno Ziegen. Die Betten im Godshiller Lager des Gedicht: Es steht an uns'rer Straße Zum Weißen Moor hinaus Im Schatten hoher Eichen Ein fälisch Bauernhaus. knappen Dienstzeit kann nur eine bis ins kleinste durchgeführte Arbeitseinteilung, die Aus altersbraunem Fachwerk, Das seinen Meister ehrt, Grüßt uns an jedem Morgen Ein Spaten und ein Schwert. durch zu starken anderweitigen Einsatz gefährdet ist, einen Erziehungserfolg gewährleisten. Aber wenn wirkliche Not am Mann ist, wird der deutsche Bauer jederzeit auf den Arbeitsdienst als Helfer rechnen können. Wie gestaltet sich nun die Tagesarbeit? Um 7 Uhr morgens ertönt der Gong, der in der Lagerplatzmitte an einem pyramidenförmigen Holzgestell aufgehängt ist, zum Wecken. Er wird von dem für diesen Tag bestimmten Koch, der bereits um 6½ Uhr aufgestanden ist und mit einer Hilfskraft den Küchendienst verrichtet, 7mal angeschlagen. Die Schläfer springen aus ihren„Betten“ und stellen sich auf dem Platz für die allmorgendlichen Freiübungen auf, die von dem Lagerleiter oder seinem Stellvertreter geleitet werden. Hierauf findet allgemeines Waschen statt und um 8 Uhr, die Zeit wird wiederum durch acht Gongschläge angekündigt, gemeinschaftliches Frühstück im Tagesraum. De Mahlzeit besteht aus einer Schüssel Haferschleim, einem gerösteten Stück Brot mit Käse, Rührei oder Fisch und einem Becher Tee. Bei neun Gongschlägen ist allgemeines Antreten auf dem Lagerplatz. Der Führer verteilt die zu verrichtenden Arbeiten, und jeder geht an seinen Platz. Etwa fünf junge Leute gehen in den Garten, wo sie zu meiner Zeit eine Unmenge Kartoffeln zu pflanzen hatten. Eine andere Gruppe hütet die Ziegen, reinigt und bessert die Stallungen aus. Der dritten Abteilung ist die härtere Aufgabe. gestellt, aus der Kieselgrube mit Hacke und Schüppe zwei bis drei Handkarren Steine zu holen, die zur Ausbesserung von Wegen und Plätzen verwendet werden. Die nächste Gruppe hat das Gelände zu säubern. Zwei weitere reinigen die Schlafzelte und Tagesraum und heizen diesen ein. Die arbeitslosen Facharbeiter versehen ihren Dienst im„craft house“(Arbeitshaus). Mahlzeit.— Damit ist die Tagesarbeit vorüber und ein jeder kann sich auf seine Art vergnügen. Um 22 Uhr ist offiziell das letzte Mahl, bestehend aus Kakao, Toast und Käse. Ab 23 Uhr herrscht Ruhe im Lager, alle Lichter müssen ausgelöscht werden. So wiederholen sich die Tage nur mit dem Unterschied, daß die„Schichten“ gewechselt werden und jeder seine Arbeit wenigstens alle drei Tage mit einem anderen tauscht. Was denken Sie nun über dieses Arbeitsdienstlager? Seien Sie nicht übereilig mit Ihrem Urteil. Ich weiß es, in einem deutschen Lager herrscht eine größere Disziplin und die vielen Stunden werden nicht„verspielt", sondern harter Arbeit gewidmet. In England nach ihrem Urlaub— sie erhalten alle drei Monate ein Wochenend, oder alle sechs Monate eine Woche, oder nach einem Jahr 14 Tage Urlaub— gerne wieder in das Lager zurückgekehrt seien. Wir finden also in England unserer Anschauung verwandte Pläne und Bestrebungen wieder. Wenn auch die englischen Lager bei weitem nicht den deutschen Lagern an Disziplin und Leistung gleichkommen, so ist es jedenfalls begrüßenswert, daß eine Reihe von jungen Leuten tatkräftig an die Lösung des Arbeitslosenproblems nicht mit hohlem Geschwätz, sondern mit vollem Einsatz ihrer Lebensenergie aus freien Stücken herangetreten ist. Dr. Walther Spelbrink. Sowjetrussische Rezepte: „Alles kurz und klein schlagen... 6c 9 Genosse Kossarew über die Aufgaben der sowjetrussischen Jugend Dazu in steifen Lettern Der stolze Bauernspruch: „Hab' ich nur Schwert und Spaten, Hab' ich auzeit genug!“ Hans H. Seitz. ohne daß ein wirklicher Notstand vorlag. Auf der anderen Seite regelt der Erlaß die Einsatzbereitschaft für wirkliche Fälle der Not. Der Erlaß des Reichsarbeitsführers betont nochmals, daß der Arbeitsdienst dem Gemeinschaftsnutzen des Volkes und nicht dem Eigennutz einzelner dient, und daß unter diesem Gesichtspunkt der Arbeitsdienst der Landwirtschaft Hilfe bei Erntenotständen leistet. Nach dem Erlaß liegt dann ein Notstand vor, wenn die Erhaltung volkswirtschaftlicher Werte, insbesondere die Sicherung der Erntebestände, nur noch durch den Einsatz des Arbeitsdienstes zu erreichen ist. Das bedeutet insbesondere, daß die Ernte mit Rücksicht auf Witterungseinflüsse beschleunigt eingebracht werden muß, und daß es unmöglich ist, andere Arbeitskräfte rechtzeitig zu beschaffen. Erntenotstände in diesem Sinne bedeuten also Katastrophengefahr. Die Anforderung des Arbeitsdienstes erfolgt ausschließlich nur durch den zuständigen Kreisbauernführer bei dem zuständigen Gruppenführer des Arbeitsdienstes, der nach den Weisungen des Arbeitsgauführers über die Anforderung entscheidet. Sie muß Nach dem Bericht der Moskauer„Iswestija Nr. 106 hat der Führer der bolschewistischen Parteijugend, des„Komsomol“, Genosse Kossa rew, in einer Rede über die„Aufgabe der Jugend in der Verteidigung des sozialistischen Vaterlandes" unter anderem gesagt:„Die junsen Arbeiter, die jungen Bauern, die jungen Ingestellten und die junge Intelligenz, erzogen durch den sozialistischen Staat, gehegt von dem großen Stalin werden unter der Führung des Marschalls der Sowjetunion, Klim Woroschi low, alle kurz und klein schlagen, die es unter nehmen sollten, uns zu überfallen. Und wahr lich müßten die Feinde große Kühnheit auf bringen, um ihren Kopf zu riskieren. Sie werden es alle mit der Stalinschen Generation der Jugend zu tun bekommen, die an die unbesiegbare Richtigkeit der großen Idee von Marx, Lenin, Stalin glaubt, vor deren Kraft die moderne Ausbildung der imperialistischen Armeen wie Spreu vor dem Winde verfliegen wird.“ Nach dem Bericht der Antwerpener Zeitung„Neptune“ Nr. 164 hat Genosse Kossarew noch hinzugefügt:„weder die Tapferkeit der Samurais noch die Macht der braunen uniformierten Banditen mit dem Hakenkreuz werden sich vor einem jämmerlichen Schicksal retten können, wie alle, die es wagen sollten, über uns herzufallen. Wir werden sie in die Luft fliegen lassen wie Strohhälmchen. Im Kriegsfalle werden wir unsere Flugzeuge haben, unsere Tanks sowie die Intervention der uns günstig gesinnten Arbeiter in Japan, Deutsch land und Polen.“ züglichen Verhältnisse in Rußland kennen mag, aber von dem, was im Ausland auf demselben Gebiete geleistet wird, wohl keine blasse Ahnung besitzen dürfte. Uebles Säbelgerassel Illusionen!“ * Aufnahmen: Dr. W. Spelbrink im Godshiller Lager(Im Hintergrund ist der Tagesraum ersichtlich) Fürwahr, ein gewaltiges Kraftgefühl, das da aus dem vollen Mund des Genossen Kossarew spricht! Inwieweit es berechtigt und begründet ist, läßt sich nicht ganz absehen, obwohl wir gern glauben, daß die Angaben, die der Redner im folgenden über die vormilitärische Ausbildung und den Rüstungsstand der sowjet russischen Jugend macht, nicht bloße„Angaben“ sind. Der Berichterstatter der erwähnten Wesch, Aüusonen- und führt dann auz, ausauhau B 9.8 Kossarew, der„vermutlich nie den russi: aulsvauer. P7. 9.8. schen Boden verlassen hat", wohl die diesbe Wesentlicher jedoch als die Frage, ob Genosse Kossarew mit oder ohne Angabe mit dem Säbel rasselt, ist der merkwürdige Gegensatz, der zwischen der Tonart dieser Rede und ihrem vorgeblichen, rein defensiven Sinn besteht. So spricht man im allgemeinen nicht, wenn man wirklich nur die Absicht hat, sich mit den„Aufgaben der Verteidigung“ zu beschäftigen. Unser Verdacht, daß dieser aggressive Ton einer ebensolchen Haltung entspringt, wird in der Rede selbst auch rasch genug bestätigt. Es heißt da etwa:„Ohne Kriegswissenschaft, ohne die Fähigkeit zu siegen, kommen wir nicht aus, wenn wir ernsthaft um den Triumph des Kommunismus kämpfen wollen. Ihr ganzes persönliches Schicksal verbindet unsere Jugend völlig mit dem Schicksal der großen proletarischen Sache.“ Die großsprecherischen Angaben des sowjetrussischen Jugendführers sind zumindest insofern wohl begründet, als Kossarew ja über die Pläne der kommunistischen Machthaber gut unterrichtet sein dürfte. Sollte die Schärfe und Ueberheblichkeit der Sprache gar schon einen Schluß auf den Grad zulassen, bis zu dem diese verbrecherischen Vorbereitungen für den „Triumph des Kommunismus in der ganzen Welt" bereits gediehen sind? Beweisen nicht die derzeitigen Vorgänge in Westeuropa, daß es sich doch wohl um ein einheitlich dirigiertes System und nicht um bloße Zufallserscheinungen oder gar„Illusionen“ handelt?— Die Jugend des Volkes der„uniformierten braunen Banditen mit dem Hakenkreuz" lebt nicht in der Sehnsucht,„alles kurz und klein zu chlagen“, wenn auch nur zur„Verteidigung“, sondern im aufrichtigen und festen Willen, in Ruhe und Frieden ein neues Reich, ein neues Volk und ein neues internationales Völkerleben Verantwortlich: E. Aeckersberg, Dortmund * Nach neun Tagen begrüßt der Hauer Schmidt zum ersten Male wieder Mutter und Kind Aufnahmen: Hecht Und nun gehts ins Auto zur Fahrt ins Bergmannsheil Aufnahme: Hoffmann 550-Jahrfeier der Universität Heidelberg Am ersten Tage der Universitätsfeier fand eine Beleuchtung des Heidelberger Schlosses statt. Blick auf das Schloß mit alter Brücke, Karlstor und Neckar Kulllahline. Flesse-Fhofo Zapferstreich der Luftwaffe zu Ehren der italienischen Gäste Zu Ehren des Staatssekretärs im Königl. Italienischen Luftfahrtministerium, ArmeeGeneral Valle, fand ein Großer Zapfenstreich der Flieger vor dem Haus der Flieger in der Prinz-Albrecht-Straße statt denn mit Opekta wird die Marmelade billiger. Ohne Opekta nämlich kocht die Marmelade durch die lange Kochzeit häufig bis zur Hälfte ein. Mit Opekta jedoch bekommen Sie ungefähr das ganze Gewicht an Marmelade in die Gläser, das Sie an Obst und Zucker in den Kochtopf geben. 179 Stunden im 914 Wie der Bergmann Heinrich Schmidt gerettet wurde Eine heroische Tat bergmännischer Kameradschaft J. B. Herne, 30. Juni Nach einem heroischen Rettungswerk ist es gestern nachmittag um 17.05 Uhr gelungen, den seit voriger Woche Montagfrüh im Gruben betrieb der Zeche Shamrock I/II in Herne durch Zubruchgehen einer Strecke eingeschlossenen Knappen Heinrich Schmidt lebend zu bergen. Trotz der großen Nervenprobe befand sich der Gerettete in überraschend guter Verfassung. Es war ihm kaum anzumerken, daß er seit seiner Einfahrt in den frühen Morgenstunden des 22. Juni insgesamt 179 Stunden abgeschlossen von der Außenwelt tief unten im Schacht zugebracht hat. Auf dem Zechenplatz herrschte natürlich ein sehr lebhafter Betrieb, als der Abschluß des als bisher einmalig in der Geschichte des deutschen Bergbaus zu verzeichnende Rettungswerk bekannt wurde. In der Nähe der Zeche erwarteten seine Frau und sein 11jähriger Junge die Ankunft des Gatten und Vaters. Die Frau des Knappen, die wegen des Schicksals ihres Mannes manche schlaflose Nacht gehabt haben mag, war sehr zuversichtlich und gefaßt. In Begleitung seiner Frau und seines Jungen wurde dann Heinrich Schmidt mit dem Auto ins Bergmannsheil überführt, damit dort sein Gesundheitszustand eingehend geprüft und ihm Gelegenheit gegeben wird, sich von den schier unmöglichen Strapazen zu erholen. Nach seiner Entlassung aus dem Bergmannsheil wird Heinrich Schmidt dann mit seiner Familie auf Kosten der Zechenverwaltung einige Wochen zur Kräftigung seiner Gesundheit in einem Kurort verbringen. Unterredung mit den Brüdern des Geretteten Kurz nach der Bergung des Verunglückten hatte unser I. B.=Mitarbeiter Gelegenheit, sich mit den Brüdern des Geretteten, die tagein und tagaus aktiv an dem Rettungswerk beteiligt waren, über nähere Einzelheiten der unterirdischen Vorgänge zu unterhalten. Dabei war zu erfahren, daß Heinrich Schmidt einer alten Knappenfamilie entstammt. Seit 21 Jahren ist er bereits auf der Zeche Shamrock beschäftigt, ohne in seiner beruflichen Laufbahn jemals einen ernstlichen Unfall erlitten zu haben. Schmidt steht im 33. Lebensjahr. Seiner Ehe entsprossen zwei Jungen. Von seinen drei Brüdern ist Friedrich der älteste; er ist 45 Jahre alt, dann folgen Ernst mit 37 Jahren und Willi mit 35 Jahren. Sämtliche Brüder lösten sich in drei Schichten vom Unglückstage bis zur Stunde der Befreiung ab und standen ununterbrochen mit dem Verschütteten durch eingebaute Rohrleitungen in Verbindung. Der älteste Bruder erfuhr zuerst von dem Unfall in Herne, als er sich auf der Nachtschicht befand. Sowohl er, als auch die beiden anderen Brüder meldeten sich sofort freiwillig zu der Bergungsarbeit. Die erste Verständigung In der Nacht zum Dienstag gelang es dann, die erste Verständigung mit dem Verschütteten herzustellen. An Hand der Klopfzeichen schätzte man die Entfernung auf acht Meter. Zuerst mußte darangegangen werden, dem Abgeschlossenen frische Luft zuzuführen. Zu diesem Zwecke bediente man sich einer Achtzigerleitung. Später, als die Einsturzgefahr größer wurde, wurde die Luftzufuhr auf eine Zwanziger Rohrleitung, einer Wasserleitung, übertragen. Als der Eingeschlossene dann 24 Stunden ohne Flüssigkeit war und durch die Achtzigerleitung, die auch als Sprachrohr Verwendung fand, starken Durst äußerte, wurden die Leitungen wieder auf das alte Verhältnis umgestellt. Durch das Luftrohr wurden dem Verunglückten auch Nahrungsmittel zugeführt, damit er bei Kräften blieb. Ein neuer Bruch Bis Mittwoch abend betrug der Raum hinter dem Bruch, in dem Heinrich Schmidt sich als Abgeschlossener befand, 15 bis 17 Meter. Zum Glück hatte Schmidt Stempel und anderes Material zur Verfügung, um sich den Raum einsturzsicher auszubauen. In der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag sah sich die Rettungstruppe vor eine kaum lösbare Aufgabe gestellt, als ein neuer Bruch fiel und den Raum, in dem sich Schmidt befand, um sechs bis acht Meter verkleinerte. Zunächst hieß es, eine neue Hunderter=Rohrleitung anlegen, was in der Weise geschah, daß Rohrtücke mit einer Kappschiene durch die Kohlenmassen gerammt wurden. In dem ersten Das Buch der Deutschen Adolf Hitlers Buch„Mein Kumpf“ als handgeschriebener Pergameniband auf der Ausstellung„Deutschland“ In der Ehrenhalle der großen Ausstellung „Deutschland“, die unter der Schirmherrschaft des Reichsministers Dr. Goebbels vom 18. Juli bis 16. August auf dem Ausstellungsgelände der Reichshauptstadt stattfindet, werden die beiden bedeutsamsten deutschen Bücher zur Schau gebracht werden. Im „Raum des deutschen Genius" wird vor den Büsten der drei größten Deutschen, Goethe, Kant und Beethoven, die GutenbergBibel liegen, das erste gedruckte Buch der Menschheitsgeschichte, das eine deutsche Kulturtat darstellt uno zum ersten Male öffentlich gezeigt wird. In der Mitte des Kulturraumes der Ehrenhalle aber wird das auf 965 Pergament= seiten mit der Hand geschriebene Werk des Führers„Mein Kampf“ liegen. Dies auf eine in der gesamten Menschheitsgeschichte beispiellose Weise gestaltende Buch, das die deutsche Beamtenschaft dem Führer zu seinem diesjährigen Geburtstage in der vorliegenden Form überreichte, wurde als Symbol der Unvergänglichkeit auf Pergament geschrieben, da dies aus der Tierhaut gewonnene Schreibmaterial nach menschlichen Begriffen allen Einwirkungen der Zeit widersteht; und mit der Hand wurde es deshalb geschrieben, weil die Kunst des Schreibens fast vergessen war. Das Pergament wurde in Mühlhausen in Thüringen hergestellt, wo allein die Kunst der Pergamentzubereitung noch geübt wird. Das Erz für die Eisenplatten der Einbanddeckel wurde in Dillingen gefördert, während Kölner Handwerker das Schmieden des Roheisens übernahmen. Die mühsame Arbeit des Schreibens wurde in einem Berliner Atelier durchgeführt, ebenso die Montage und das Binden des 70 Pfund schweren Buches. Das Werk stellt daher eine Kostbarkeit sondergleichen dar und wird auf der Ausstellung sicher eine gewaltige Anziehungskraft ausüben. Außerdem wird zur Zeit der Ausstellung „Deutschland“ in den Lichtspielhäusern ein Kulturfilm laufen, der die Herstellung dieses Riesenbuches von der Erzförderung und der Pergamentbereitung bis zur Fertigstellung zeigt und zugleich den Inhalt des Buches, seine geistige Entstehung, die Ideen und die politischen Geschehnisse, die ihm zugrunde liegen, in großartigen Bildern lebendig macht. „Gespenster“ in der Delmühle DD. Madrid, 28. Juni. In der Nähe von Arcos de la Frontera in Andalusien wurden die Pächter einer Oelmühle mehrere Tage hindurch von seltsamen Erscheinungen heimgesucht, die die abergläubischen Dorfbewohner auf das übernatürliche Treiben von Gespenstern zurückführten. Als die Familie beim Abendbrot in der Küche versammelt war, wurde von„geisterhafter Hand" die Stalltüre zertrümmert und die Maultiere losgebunden. Die Schüssel mit dem bescheidenen Mahl sprang vom Tisch und zerbrach am Fußboden; fast im gleichen Augenblick kam eine Wasserflasche durch den Raum geflogen und zerschellte an der Wand. Auch während der nächsten Abende, stets zu später Stunde, flogen Steine und Küchengeräte durch das einzige Wohnzimmer der Mühle. In den folgenden Nächten versammelten sich dort die Landarbeiter und Pächter der Umgebung, um den geheimnisvollen Erscheinungen auf den Grund zu gehen. Alle Nachforschungen blieben jedoch ohne Erfolg, und die „Geister“ vergnügten sich weiter mit ihrem Zerstörungswerk, bis endlich alle zerbrechlichen Gegenstände des ärmlichen Hauswesens in Trümmern lagen. Die verängstigte MüllerFamilie entschloß sich dann, die Nächte nicht mehr in der Mühle zu verbringen und ihr Lager im Freien aufzuschlagen. Seither ist Ruhe in der Behausung eingekehrt. Rohrstück wurde ein spitzförmiger Pfropfen eingekeilt, um zu verhindern, daß bei dem Durchtreiben Schmutz in das Rohr eindrang. In 1½ Schichten waren die Rohrstücke durchgetrieben und zu einer zusammenhängenden Leitung verbunden. Die Länge des Rohres betrug 14 Meter. Als man das Rohr durchgetrieben hatte, wurde der Pfropfen mittels eines 20=Millimeter=Rohres ausgestoßen. Spärliches Licht Schmidt war mit seiner Grubenlampe, die eine Brenndauer von 16 Stunden hatte, sehr sparsam umgegangen. Nur wenn er sich des Sprach= und Proviantrohres bediente, zündete er das Licht an, sonst saß er im Dunkeln. Zuerst reichte man ihm mehrere Lampen durch das Rohr und dann führte man ihm für mehrere Wochen ausreichenden Proviant zu. Es handelte sich ausschließlich um einen eisernen Bestand, wie Büchsenmilch, Keks, Zwieback, Mineralwasser, Kaffee und Würstchen, die ihm durch das Rohr zugestoßen wurden. Als Flüssigkeit wurde ihm Tee mit Taubensaft zugeführt. Am Freitag stand man mit drei Rohrleitungen mit dem Verunglückten in Verbindung. Die Zwanzigerleitung diente der Zuführung von Wasser, die Achtziger war die Luftleitung und durch die Hunderter wurden Proviant und Lampen zugestoßen. Zwei Eisen im Feuer Nach dem Fallen des zweiten Bruchs in der Nacht zum Freitag betrieb man eine zweite Maßnahme zur Erzielung einer absoluten Sicherheit der Rettungsarbeit. Seit Montag hatte man nämlich durch Vortriebzimmerung in der zu Bruch gegangenen Strecke versucht, zu dem Eingeschlossenen vorzudringen. Es handelte sich um eine Strecke von 20 Meter, die freizulegen war. Die „Pfändung“, um den bergmännischen Ausdruck zu gebrauchen, erfolgte in der Weise, daß in einer bestimmten Höhe Bretter durch den Schutt getrieben wurden, die dann durch Stempel und T=Eisen gestützt wurden. Daneben ging man dazu über, von dem Ort 4 und Ort 5 eine Gesteinsbohrung vorzunehmen. Hierfür wurde ein 40=Millimeter=Schlangenbohrer angesetzt, der ein Loch von 20 Meter Tiefe durch das Gestein schuf. Da aber ein weit größeres Loch vorhanden sein mußte, um den Eingeschlossenen zu befreien, wandte man sich dann in verstärktem Maße der Vortriebzimmerung zu. Hierdurch wurde auch die Rettung ermöglicht. Durch das schlechte Gebirge wurde allerdings die Anbahnung eines Ganges durch den Schutt sehr erschwert. Trotzdem gelang schließlich das Vortreiben eines Stollens in der ganzen Länge. 40 brave Retter Eine übermenschliche Leistung wurde von der unter der Leitung von Betriebsführer Lammermann stehenden Rettungstruppe in den sieben Tagen vollbracht. Wie uns der Leiter der Rettungstruppe erklärte, setzt sich die Truppe aus vierzig der erfahrendsten Knappen zusammen. Um die Arbeiten zu beschleunigen, wurden sie seit Sonntag in vier Schichten eingesetzt. Kleine Weltchronik Fünf Personen von einem Blindgänger zerrissen. Sieben Personen suchten auf den Höhen von Montevecchio bei Görz nach Resten von Kriegsmaterial aus dem Weltkrieg. Fünf von ihnen fanden einen 30,5=cm=Blindgänger. Sie machten sich daran, ihn auseinanderzunehmen. Plötzlich explodierte die Granate und riß alle fünf Personen in Stücke. Man fand von ihnen nur noch wenige Knochen und Kleiderreste in etwa 100 Meter Entfernung. Neue Verbindung Norwegen—Deutschland über Jütland—Nordschleswig. Der Plan einer Schnellverbindung von Norwegen bis zur deutschdänischen Grenze ist nun Tatsache geworden: Von Norwegen bzw. von Schweden bringt eine Fähre die Reisenden nach Frederikshavn, südlich von Skagen, und von dort führt ein Blitzzug sie weiter nach Pattburg an der Grenze.— Der erste Zug wird am Sonntag Nordschleswig passieren, und zwar mit einer Geschwindigkeit von 100 bis 120 Stundenkilometer. Künftig werden wöchentlich zwei Züge nach jeder Richtung fahren. Ende August wird diese Sonderverbindung für dieses Jahr eingestellt. Ein Riesenspargel. Ein wahrer Goliath unter den Spargeln ist in dem kleinen Dorfe Stoitze geerntet worden. Sein Züchter war ein Gastwirt des Dorfes. Der Spargel hatte ein Gewicht von 225 Gramm, eine Länge von 26 Zentimeter und einen Umfang von 12 Zentimeter! Westsälische Landeszeitunge Rote Erde Jolge 175 e 30. Juni 1936 Vorte spielt Zür das Velle Mendens Waldbühne eröffnet 7 Eine ideale Kultur- und Erholungsstätte für den schaffenden Menschen Menden. Liebe zum schaffenden deutschen Menschen hat diese einzigartige Mendener Waldbühne errichtet, die ihresgleichen im Gau Westfalen=Süd sucht. Die ganze Poesie des Waldlebens blüht auf beim Anblick dieser Freilichtbühne, und das Menschenherz kommt wieder zu sich selbst und kann sich erholen und freuen inmitten einer stillsinnigen Waldlandschaft im prächtigen Sauerland. Die NSG „Kraft durch Freude“, Gau Westfalen=Süd, hat mit der Schaffung dieser Freilichtbühne dem deutschen Arbeiter eine ideale Kultur= und Erholungsstätte erbaut. Hier steht dem Besucher nicht nur die Waldbühne zur Verfügung, sondern das ausgedehnte Waldgelände, in dem später das Schießen von Wild nicht mehr gestattet sein wird. Der Waldbühnenbesucher soll ein Fleckchen Erde kennen lernen, auf dem Tier und Mensch gute Freundschaft halten. Die Mendener Freilichtbühne steht nicht nur der Mendener Spielschar zur Verfügung, sondern allen Gliederungen der Parteis Nicht das Dilettantenspiel wird auf dieser Waldbühne gefördert, sondern, wie Gauwart Breidenbach ausführte, das Laienspiel. Darum auch das Losungswort: Volk spielt für das Volk. Und dieses Mendener Volk muß man einmal für das Volk spielen sehen! Nicht das bloße Schauspielen ist hier maßgebend oder das er worbene Wissen, sondern das, was diese Men schen aus eigenem Ich hervorzubringen ver mögen. Zur Eröffnung der Mendener Waldbühne hatten sich führende Männer der Bewegung eingefunden. Ortswart Allhoff hieß besonders willkommen: Gauwalter der DAF Stein, Gauwart Breidenbach, Gruppenführer des RAD Seidlitz, für den Kreisleiter den Parteigenossen Ossenberg, Kreiswalter der Deutschen Arbeitsfront Kirsch, Kreiswalter der RSG„Kraft durch Freude" von der Heyde, Ortsgruppenleiter Strathmann, Ortswalter der DAF Lackner und Bürgermeister Rau. Gauwart Breidenbach dankte allen, die da zu beitrugen, diese vorbildliche Freilichtbühne zu schaffen, besonders der Stadtverwaltung, dem unermüdlichen Förster Traebert, Ortswart Allhoff, den Industrieführern, die das Mendener Kulturwerk uneigennützig und kraftvoll unterstützten. Die RSG„Kraft durch Freude" beabsichtige, die Arbeitskameraden aus dem ganzen Gaugebiet nach Menden zu führen. Dort sollten sie dann in den schönen, bewaldeten Bergen einen Sonntag der Erholung erleben, dessen Abschluß der Besuch der einzig artigen Waldbühne bilde. Die Aufführung des Volksspiels„Aufbruch An die Arbeit für den Volkssender! Reichssendeleiter Hadamovsky sprach auf der Henrichshütte in Welper Haktingen. Auf der„Henrichshütte“ in Welper bei Hattingen fand gestern mittag ein Sonderwerksappell statt, in dessen Mittelpunkt grundsätzliche Ausführungen des Reichs sendeleiters, Parteigenossen Eugen Hadamovsky zum deutschen Volkssender standen. Der Reichssendeleiter führte u. a. aus, daß die schon vor der Machtübernahme gestellte Forderung„Jeder deutsche Volksgenosse soll Rundfunk hören!“ insoweit heute verwirklicht worden sei, als sich die Zahl der Rundfunkhörer seit der Machtübernahme verdoppelt habe. Und jetzt komme man mit der neuen Parole, daß der schaffende deutsche Volksgenosse nicht nur Rundfunk hören, sondern auch das Programm des Rundfunks mitgestalten solle. Wie es Politik nur in der Gemeinschaft gäbe, so sei auch Kultur nur in der Gemeinschaft von Bestand. Man erdreiste sich auch heute noch zu der Behauptung, daß das deutsche Volk vielleicht der Kultur folgen, aber niemals Kultur mitgestalten könne. Diese Behauptung verenne die Begriffe von Führertum und Geolgschaft, denn Gefolgschaft bedeute nicht, gedankenlos einer Sache zu folgen, sondern Geolgschaft bedeute, lebendig an einem Werke mitzuschaffen. Der Führer habe in Deutschland den großen politischen Erfolg gehabt, weil er als erster Deutscher politische Grundsätze vertrat, die frei sind von jeder heuchlerischen Kompliziertheit. Und wenn man dann weiter von reaktionärer Seite behaupte, der Volkssender verdränge die Künstler, dann sei auch das eine große Unwahrheit, weil ja erst durch die intensive kulturelle Mitgestaltung des gesamten deutschen Volkes für das deutsche Künstlertum eine Grundlage für dessen Arbeit geschaffen würde. Die mit starkem Beifall ausgenommene Rede des Reichssendeleiters endete mit einem Appell zur tätigen Mitarbeit am deutschen Volkssender. 24 000 auf der Deutschen Luftschutzausstellung Köln. Wie die Leitung der großen Deutschen Luftschutzausstellung mitteilt, haben bereits über 24000 Besucher die Ausstellung besichtigt. Diese gewaltige Zahl beweist, welches Interesse die Bevölkerung dem Luftschutzgedanken entgegenbringt. Ueber 100 Führungen und über 50 Brandschutzvorführungen wurden bisher veranstaltet. Bernsteinfund in der Aller Verden. Beim Baden fand man in der Aller ein Stück unbearbeiteten Bernsteins. Das Stück ist höchstwahrscheinlich auf dem Handelswege von der Ostsee nach Venetien verloren gegangen; denn offenbar hat der Fund schon jahrhundertelang in der Aller gelegen. Die Venetier verstanden sich schon auf die Bearbeitung des Bernsteins, als man an der Ostsee diese Geschicklichkeit noch nicht kannte. 1813“ durch die Mendener Spielschar war bodenverwachsen wie der sauerländische Wald, der dieses gehaltvolle Spiel von der Pflich zu Volk und Vaterland umrahmte. Der Bei fall war spontan. Alles in allem: Mut und Begeisterung haben diese Freilichtbühne im Mendener Stadtwald geschaffen. Menden kann stolz sein, eine solch ideale Waldbühne im Gau Westfalen=Süd zu besitzen. W. Auf nach Berlin! Einpfennig-Sonderzüge zur Ausstellung„Deutschland“ In der Zeit vom 18. Juli bis 16. August dieses Jahres, also bis zum Schlußtag der Olympischen Spiele, findet auf dem gesamten Ausstellungsgelände der Reichshauptstadt die große Ausstellung„Deutschland“ statt, deren Schirmherrschaft der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda übernommen hat. Da Hunderttausende deutscher Volksgenossen während der Olympischen Spiele, also vom 1. bis 16. August, nicht nach Berlin kommen können, werden aus allen Gauen stark verbilligte Sonderzüge am 18., 19., 25. und 26. Juli nach Berlin gefahren. Der Fahrpreis beträgt pro Kilometer 1 Pfennig. Anmeldungen nehmen überall die Gau=, Kreis= und OrtsgruppenPropagandaleitungen entgegen. Durch ihre außergewöhnliche Verbilligung wird es jedem ermöglicht, die Ausstellung„Deutschland“ und darüber hinaus noch das Reichssportfeld mit seinen gewaltigen Kampfstätten und Bauten zu besichtigen. Wer das Reichssportfeld vor Beginn der Olympischen Spiele gesehen hat, wird am Lautprecher die Wettkämpfe viel intensiver erleben önnen. Der Preis für den Besuch der Austellung, Besichtigung des Reichssportfeldes einschließlich Führung und Zubringerdienste von den Bahnhöfen zum Reichssportfeld und zur Ausstellung„Deutschland“ ist ebenfalls verbilligt und beträgt insgesamt 2,10 RM. Die Anzahl dieser stark verbilligten Sonderzüge ist beschränkt, Bestellung ist deshalb im eigensten Interesse bei den Ortsgruppen der NSDAP. sofort notwendig. Aufnahme: Weis Am Bergeshang, von Tannen umrahmt, bietet sich Mendens Waldbühne dem Auge dar Durch das Sauer= und Siegerland Die dritte Wirtschaftskundliche Fahrt des Gaues Westsalen=Süd nahm in Hagen ihren Anfang Hagen. Wieder war Hagen der Aus! Für den Gauberufswalter überbrachte Parteigangspunkt einer Wirtschaftskundlichen Fahrt, genosse Krause die Grüße des Gauwalters der der dritten der in diesem Jahr durchgeführten DAF, Stein. Parteigenosse Krause bat, wie es Studienfahrten des Gaues Westfalen=Süd der in dem Begrüßungsschreiben an die TeilnehDeutschen Arbeitsfront. Wieder war auch der i mer gefordert worden sei, um AufgeschlossenBeginn dieser Fahrt festlich ausgestaltet Leit und Kameradschaft, Man werde auf der worden. Nachdem sich die Teilnehmer in der out in der miteehzaote große deutsche, WirrUnweilungen zu emmn uus. uach „(weisungen zu amalgen und noch, einmal großen politischen Willens des Führers. Der , nide den Sinn und Zweck Arbeitskamerad solle auf der Wirtschaftskundwa##- Studienfahr zu hären, begrüßte im lichen Fahrt erkennen, daß er in der großen Sreiggeun der Sseisgßteilung ggen fu. Berufs deutschen Wirtschaft nur ein ganz kleiner Teil erziehung Bannführer Schoop die An=l ist. Aber er dürfe stolz darauf sein, an diesem a.“ dae die Fahre seinen iner Anigrache kurg gewaltigen Werk mitarbeiten zu können. Das bedeuten zos Fahrt keinen billitgg; 3gitg###eib Lied„Brüder in Zechen und Gruver" beendete bedeuten soll, sondern durch den Einblick in die Feierstunde. Alsdann begaben sich die daß alle Telnehmer viele dort duarier zu heziehen. erge, um in fremden Betrieben gesammelten Erfah rungen in ihren eigenen Arbeitsstätten ver werten möchten Geologen und Biologen Dreifache Naturwissenschaftle=FTagung in Dortmund „Tag der Motorstandarte 69“ Aufnahme: Küper Die Vereidigung auf dem Adolf-Hitler-Platz in Witten.(Den Bericht brachten wir in unserer gestrigen Ausgabe) Dortmund. In Dortmund traten die rhei nisch=westfälischen Naturwissenschaftler zu einer dreifachen Hauptversammlung zusammen. Neben einer Reihe von wissenschaftlichen Vorträgen mit anschließender Aussprache über die behandelten Themen, war der Zweck dieser Hauptversammlungen auch der organisatorische Zusammenschluß der Vereine im Natur historischen Verein der Rheinlande und West falens, dem künftig der botanisch=zoologische Verein als„biologische Abteilung“ und der niederrheinische geologische Verein als„geologische Abteilung“ korporativ eingegliedert sein werden. Die beiden Vereine wurden durch die Hauptversammlung bestätigt. Nach Besichtigungen von Instituten und Industriewerken begannen in der Hochschule für Lehrerbildung die Hauptversammlungen. Die 24. Hauptversammlung des Niederrheinisch=geologischen Vereins leitete Professor Tilmann(Bonn), der ehrend der Verstorbenen des Jahres gedachte, die sich um die geologische Forschung unserer Heimat verdient gemacht hätten. Die Veröffentlichungen des geolog.schen Vereins würden noch in diesem Jahre in einem Sammelheft für 1935 und 1936 erscheinen. Bergrat Fischer erstattete den zufriedenstellenden Kassenbericht. Dann begannen die wissenschaftlichen Vorträge. Anhand von Lichtbildern sprach Professor Kukuk(Bochum) über die nichttektonischen Störungen in Flözen des Ruhrkohlenreviers, Professor Oberste=Brink(Essen) über den Stand der Karbon=Stratigraphie nach dem zweiten Heerlener Geologenkongreß. Professor Schmidt (Göttingen) gab eine Einführung zu dem geologischen Lehrausflug der Tagungsteilnehmer in die Gegend von Balve und Iserlohn, und Dr. Steeger(Krefeld) sprach über die Altersstellung der Niederterrasse am Niederrhein, Professor Brockmeier(München=Gladbach) über den Löß am Rodderberg und Dr. Keller (Essen) über diluviale und alluviale Ablageschen Hagen und Düsseldorf und die des Ruhr gebiets gezeigt hatte, in das Gebiet des Sauerund Siegerlandes. Für den gestrigen ersten Tag waren Besichtigungen industrieller Werke in der Nähe Hagens vorgesehen. So bestieg man am Vormittag den Omnibus, der in schneller Fahrt die Teilnehmer am Harkortsee vorbei nach Herdecke brachte, wo das Elektri zitätswerk Mark besichtigt wurde. Am Nach mittag wanderte man durch die großen Werkshallen der Firma Harkort=Eicken=Stahl „„„ und anschließend durch die Räume der Alku Essen. Bergbaubeflissener Paul mulatorenfabrik. In letzterem Betrieb inter(Essen) behandelte die„Transgression der essierte vor allem das Werksmuseum, das in Viséstufe in Nordwest=Europa“.l seiner Art wohl einzig dasteht in der ganzen Die Tagung des Botanisch=Zoologischen Welt. Ueber, die es„wuseum har vn„We3 Vereins für Rheinland=Westfalen leitete— sore Erde“ anläßlich seiner Eröffnung einRechtsanwalt Koenen=Münster. Der geschäft gehend berichtet. Der Abend vereinigte die liche Teil der Hauptversammlung war rasch Fahrtteilnehmer zu einem Kameradschafts erledigt, war doch der Hauptpunkt der Tages= abend im Gefolgschaftshaus der Akku. ordnung die Eingliederung des Vereins als „biologische Abteilung“ in den Naturhistorischen Verein der Rheinlande und Westfalens. An= Start am 12. Juli schließend hielt Dr. Graebner=Münster einen! Hagen. Diesmal aeht es von Hagen aus Koltepante an verschsedenen Bahnhiösen bis durch die klimatischen Verhältnisse, besonders sichtigungen und wandarungateger: De“ durch die Wandlung des Klimas in verschiede Hey“ zungen, un Wanoexungen gegeben. Wie nen früheren Zeitepochen. Besondere Aufmerk= Gagt## rut stärkstem Erfolge gefahrenen 1. samkeit widmete die Tagung auch den Auf=#.93=Sonderzug, mit dem weit über 1300 gaben des Naturschutzes, der in Westfalen dank befördert wurden, werden die Fahrkarten wieeifriger jahrzehntelanger Naturschutzarbeit allen er#rüt.60 Pr, dent Fahrpreisermäßigung, für anderen Gauen unseres Vaterlandes um ein Teilstrecken allerdings nur mit 50 Prozent Bedeutendes voraus ist.— Am Samstagnach=(ausgegeben, außerdem auch für alle Anschluß mittag fanden Besichtigungen der Dortmunders#####en bis und abends von Hagen im Um Museen und historischen Baudenkmäler statt.„ eise, von 100 Klm., so daß eine besonders günstige Gelegenheit geschaffen wurde, auf Der Sonntag brachte die Hauptversamm= einer Rundfahrt durch das westliche Sauerland lung des Naturhistorischen Vereins der Rhein= und das Oberbergische Land, die Täler der lande und Westfalens, die unter Leitung des Lenne, der Bigge, der Agger und der Volme, Professors Dr. Cloos=Bonn zusammentrat. dazu eine Reihe landschaftlich hervorragender Nach der geschäftlichen Sitzung, in der auch Bergzüge kennenzulernen. eine Satzungsänderung vorgenommen wurde, die der Ueberführung der beiden obengenannten Vereine als„geologische" und„biologische“ Abteilung in den Verein vorbereitend dient, enthielt die wissenschaftliche Sitzung einen Licht(Götingen) über die Landwirbeliere und ihre Misde asg, 81 un. eide aulaigh, belet, dani Ce: Lebensspuren im oberen Paläozoikum Deutsch=an##t sehr warm und schwül, dann kühler grnsch] Weitere Aussichten: Woltiges, nicht unfreundliches Wetter bei normalen Temperaturen. Wetteraussichten für Dienstag: Schwache bis frische E rein arisch!" Verkaufsstelle: Dortmund jefz Westenhellweg 5 Kunst und Dichtertag an der Weser Festliche Stunden bei Hans Grimm in Lippoldsberg Vor einem aufkommenden Südtest läßt das Ruhrrevier seine grauen Rauchfähnen flattern. Die Gerstenfelder zwischen den Zechen und Eisenwerken, schon sommerlich gelb, als erste dem Schnitter zureifend, wogen tiefliegend unter dem warmen Atem der Lüfte. Unser Zug prescht aus der Halle und hat in wenigen Augenblicken den aschig=violetten Dunst des westfälischen Kohlenbeckens hinter sich gelassen Es breitet sich herrlich weitschwingend zu beiden Seiten die fruchtbare Börde aus. Auf langem Halm schwankt der pralle Weizen, und in die offenen Fenster des Zuges kommt mit zarten Wellen der weiche, süßlich=herbe Duft von den trocknenden Heuhaufen der sommerlichen Wiesengründe. Das Land hebt sich allmählich, am Horizont erwachsen dunkle Tannenwälder, zu denen die glatte Ordnung der bebauten Felder emporsteigt. In den tiefer werdenden Buchten des beginnenden Berges stehen dicke, behagliche Kopfweiden. Schwarzweiß gefleckte Kühe ruhen sonntäglich satt dem Mittag entgegen, aus den Kirchen der schmucken, eben westfälischen, und nun schon niedersächsischen Dörfer treten die Menschen, die dieses Land bebauen, die ein Teil von ihm sind und es ihre Heimat nennen. Die Sonne lacht beglückend aus dem weißen Putz der Fachwerkhäuser. Wir haben das Weserland erreicht. Die Waldberge des Solling und des Reinhardtwaldes drängen an die Ufer des windungsreichen Stromes, der sich in seine hellgrünen Wiesenränder bettet. Die Weser! Altes, heiliges Land! Ein stiller, traumseliger aber härtender Kraftborn des Volkes, ein Fluß der Lieder und Sagen, ein Strom des Glücks in den Adern der Nation. Flußaufwärts fahren wir; mit fröhlichen Wimpeln, mit schmetternder Bordmusik und tücherschwenkenden Ausflüglern gleiten die rauschenden Raddampfer vorüber. Wolkenlos wölbt sich der blaue Himmel über uns, als wir in Bodenfelde bei Karlshafen dem heißen Zuge entsteigen und zu Fuß unter den Waldhängen durch die mittäglichen Felder auf Lipvoldsberg zuwandern. Der Turm der romanischen Kirche grüßt herüber, und schon erkennt man auch das langgestreckte ehemalige Klosterhaus in seiner Nachbarschaft, in dem der Dichter von„Volk ohne Raum" wohnt, der Gastgeber einer deutschen Dichterversammlung, Hans Grimm. Drunten am Fluß läßt der Fährmann sein Floß hin und wider über die braungrüne Flut ziehen. Er holt Menschen und Fahrzeuge über, viele Hunderte. Sie kommen aus den kleinen schmucken Städten des Wesertales, aus Kassel, Göttingen, Hannover, Paderborn, und auch von weiter her, von der Ruhr und dem Rhein. Für jeden steht heute nachmittag der Klosterhof des Hans Grimm offen für die festlichen Stunden mit den Dichtern des Volkes, die hier aus allen Teilen des Reiches eingetroffen, acht Tage des Gedankenaustausches inmitten des grünen Herzens Deutschlands verbringen. Im Klosterhof werden Sitzgelegenheiten geschaffen. Zwischen Stößen gespaltenen Holzes, unmittelbar neben dem scharrenden Hühnervolk und ihrem Paradies, einem riesigen, prächtigen, goldenen Misthausen, setzt man sich zwanglos nieder, so wie man kommt, denn jeder ist willkommen. Aber die Sitzgelegenheiten reichen diesmal bei weitem nicht. In dieses abgelegene Dörfchen kamen weit über tausend Menschen! Sie holten aus ihren Autos die Sitze heraus und trugen sie in den Klosterhof, sie klappten mitgebrachte Feldstühle auf, Jagdbeflissene hockten sich auf ihre schnurrigen Sitzstützen. Aus allen Fenstern des großen Hofgevierts sahen sie heraus, die Sommerfrischler und die Bauern, wan dernde Jugend, Studenten der Universität Göttin gen, Mädelgruppen und Stadtmenschen mit Steh kragen, die das Auto hergebracht hatte, dunkelbraune Gesichter und feuchtblasse, ein buntes Gewoge aller Stände. Die bemoosten Weserschindeln sehen darauf hinab, die ehrwürdige Umrißlinie des alten Klosters, nunmehriger Heimstätte eines Dichters und Künders der Nation, und der breite, edle Rumpf der Kirche umschließen mit den Wirtschaftsgebäuden den Hof, der Himmel wölbt sich wie eine blaue Glasglocke darüber, und neben dem Gedränge des Volkes schreien übermütig die Hähne aus vollem Halse. Und dort, im schützenden Schatten des Wohnhauses steht ein Podium mit einem Stuhl, und rund herum sitzen die Dichter. Man reckte den Hals und stieg auf die Mauer des kleinen Wehrgrabens der Kirche, um sie zu sehen, denen man glückliche Stun den über ihren Büchern verdankte, den Gastgeber selbst, Hans Grimm, mit dem scharfgeschnittenen Gesicht und der blitzenden Brille, Werner v Scholz, breit und nachdenklich, vom Bodensee heraufgekommen, Erich Edwin Dwinger, den mitreißenden Erzähler der Heldenleiden in Sibirien, Rudolf G. Bindings graues Haupt mit den lebendigen Augen, Hermann Claudius, braun gebrannter Sohn von der Küste, Börries von Münchhausen, der Schöpfer der neuen Ballade, Georg Grabenhorst, der Dichter des„Fahnen junger Volkenborn“ aus Hannover, die Lyriker Rudolf Alexander Schröder und Friedrich Bischoff aus Schlesien, Paul Alverdes, Hans Carossa und mancher andere. Im Schatten eines breitästigen Baumes hat ein Buchhändler einen Stand aufgeschlagen, auf dem die Bücher der Dichter liegen. Der Mann hat Schilder gemalt und sie an verschiedenen Plätzen zum Aushang gebracht:„Unterschriften der einzelnen Dichter nur in Bücher und auf Karten und gegen 10 Pfg. Quittung der Hilfskasse Lippoldsberg beim Buchhändler Ullrich.“ Ein Heer von jungen Menschen wartet darauf, auf die Autoren losgelassen zu werden. Als die Mitglieder der Göttinger Akademischen Orchestervereinigung mit ihren Instrumenten und Notenbüchern Platz genommen haben, spricht Hans Grimm Worte der Begrüßung und der Freude über den zahlreichen Besuch. Und damit beginnt die festliche Stunde mit den Dichtern deutscher Art, während der Stille und Weihe über der vielköpfigen Menschenschar liegt. Musik erklingt, ein reichströmendes maestoso und ein leichtes Mozartfeuer, Madrigale, getragen von edlen Stimmen, schweben innig in den sonnigen Tag auf. Schon am Vormittag gab die Göttinger Vereinigung eines ihrer bedeutenden Kirchenkonzerte in der wohlgegliederten Architektur des kühlen Lippoldsberger Gotteshauses, und Hans Grimm gedachte dankend gerade dieser Mitwirkenden, die mit Freude auf ein dreißigjähriges Bestehen ihrer akademischen Vereinigung zurückblicken können. Börries v. Münchhausen sprach eine Ballade, Hermann Claudius mit großer Wärme ein plattdeutsches„Volk", Rudolf Alexander Schröder beglückte mit einer starkempfundenen „Legende", und der Schlesier Friedrich Bischoff fand starken Widerhall mit drei Gedichten von schlesischer Art,„Heimat in Ewigkeit",„Andreasnacht" und„Kirmes“ hießen sie. Als letzter bestieg Rudolf G. Binding das kleine Podium, der änger vom Liebeskummer an der Mosel und von der Schönheit des Pferdes, und sprach in den Gedichten„Erdgewalt des Sommers" und Gipfelgespräch am Abend" von der herrlichen Weite der Erde. Dichtertag an der Weser! Im Angesicht uralter Haine, am blanken Band eines der schönsten deutschen Ströme, lasen Dichter, die unserer neuen Zeit den Ausdruck verleihen, vor dem Volk ihre Lieder. Der Lippoldsberg ist eine neue Stätte der Wallfahrer nach deutscher Art geworden. Alljährlich einmal sind es ein paar Stunden der Besinnung auf Hans Grimms schönem Besitz, wo Volk und Dichter unbeschwert zusammenkommen. Worte und Streichinstrumente verklingen; der Fährmann setzt uns über, während die Schwalben geschmeidig nach den Mücken jagen und die Sonne blank wie ein Kupferkessel in den himmelhohen Tannen des Sollings versinkt, und die Wesernacht nimmt uns behutsam auf, ein schönes Erlebnis in uns für den kommenden Alltag bewahrend. Henry Bleckmann. „Sommernachtstraum“ auf der Freilichtbühne Mülheim In dem mächtigen Rund der Mülheimer Freilichtbühne, einem ehemaligen, in zäher Arbeit umgeschaffenen Steinbruch, versammelt sich eine vieltausendköpfige Menge, um der Festaufführung der RS=Gaubühne Düsseldorf zur Eröffnung des Theaters für Kunst und Kundgebung beizuwohnen. Spielleiter Ludwia Mülheims sprach richtungweisend den Vorspruch, um einem Spiele Raum zu geben, das reinstes Theater ohne Vorbehalt und Sonderziel ist, Shakespeares Sommernachtstraum. Julius Weismann hat die Bühnenmusik dazu geschaffen, die, völlig romantisch, gewisser Ueberlieferung nicht aus dem Wege zu gehen vermag. Volkstümliche Einfälle reihen sich hier zu sehr brauchbarer Klangform, ohne allerdings zu zwingen. Hermann Meißner setzte sich eindringlichst für diese feingliedrig gearbeitete Musik ein und führte das versteckt postierte Ruhrlandorchester zu fröhlichem Klingen. Aus dem bunten Reigen der Spieler traten der derbgeschnittene und launige Zettel(Heinrich Schmitz=Düsseldorf), die ein glückliches Maß mit Anmut haltende Hermia(Ruth HornemannKoburg), der temperamentvoll zupackende Squenz (Artur Mentz=Wuppertal), nicht zuletzt aber der lebendige Puck(Alois Gara=Essen) hervor. Sehr lustig in Maske und Spiel die Handwerker, und ansprechend im Bewegungsmäßigen geführt die Elfenreigen(Schüler höherer Lehranstalten). Weni ger treffend gab sich Liebhaber Lysander(Franz Reinhardt=Berlin), reichlich unterstrichen die Helena(Erika Zweigert=Hagen). Das bunte Treiben der verwobenen Handlung spielte sich au den Hängen und dem eigentlichen Podium pausen los und flüssig ab unter trefflichen Resonanzbedin gungen den angeregten Hörern zu rechter Freude Dr. D. Künstler an die Front! Sonderschau künstlerisch hergestellter Reiseandenken Die Landesstelle Westfalen=Süd der Reichs kammer der bildenden Künste gibt bekannt: Wäh rend der diesjährigen Leipziger Herbstmesse soll im Grassi=Museum eine Sonderschau künstlerisch hergestellter Reiseandenken und Mitbringsel durchge führt werden, an der sich alle Mitglieder der Kammer beteiligen können. Die für die Ausstellung bestimmten Arbeiten sind bis zum 10. Juli 1936 bei der Landesleitung einzuliefern. Es soll sich um Reiseandenken und Mitbringsel handeln, deren kleinere Stücke bereits zu einem Verkaufs preis von 0.50 Mark bis 1 Mark geboten werden können. Es können auch wertvollere Stücke gezeigt werden, die als Geschenke im Werte bis zu 50 Mark und 100 Mark gedacht sind. Als günstige Preis lage kann die Spanne zwischen 2 und 5 Mark bezeichnet werden. Alle Preise sollen Ladenpreise sein. Näheres ist in der Landesstelle zu erfahren. Erfolgreiche Bühnenwerke Festwoche zeitgenössischer Dichter und Komponisten in Braunschweig Das Braunschweigische Landestheater veranstaltete eine Festwoche zeitgenössischer Dichter und Komponisten, um Rechenschaft abzulegen über das in der abgelaufenen Spielzeit Erreichte. Es war daher nur folgerichtig, daß die beiden größten Erfolge der Bühne in diesem Jahr, erfreulicherweise zwei sehr ernstzunehmende Werke: Felix Dhünens„Uta von Naumburg" und Arthur Kusterers„Was ihr wollt". in Festaufführungen wiederholt wurden. Dhünens packendes Schauspiel erreichte in der beispielgebenden Inszenierung Otto Burgers in der Festwoche die 25. Aufführung, eine für Braunschweiger Verhältnisse ganz ungewöhnliche Zahl, da die Stücke hier im allgemeinen nur etwa achtmal gegeben werden können. Kusterer hatte mit seinem für die moderne heitere Oper richtungweisenden Werk einen nicht minder großen Erfolg. Da er sich in Braunschweig für dauernd Freunde erworben hat, brachte die Festwoche in einer Morgenfeier als Uraufführung eine viersätzige Suite von ihm, die seine Begabung erneut ins Licht stellte. Helmut Degens„Festliches Vorspiel“ für großes Orchester und Chor konnte sich dagegen nur schwer behaupten. Zwischen den beiden Kompositionen lassen Henrik Herse, Wilhelm Munnecke, Heinz teguweit und Heinrich Zerkaulen aus ihren Werken. Der Reichsdramaturg Dr. Rainer Schlösser beschäftigte sich in einer Ansprache mit der geistigen und kulturellen Entwicklung Deutschlands vorwiegend im 19. Jahrhundert und kennzeichnete von hier aus das im nationalsozialistischen Sinne zu Erstrebende. Betont ließ er seine Worte in den Satz ausklingen:„Wir wollen wieder Deutsche sein, und also haben wir eine deutsche Kunst". Heinz Steguweit kam ein zweites Mal mit seinem in Mannheim kürzlich uraufgeführten„Nachbarn zur Linken" zu Wort. Der sehr eindringlichen Aufführung unter der Spielleitung Julius Cserwinkas und der werbenden Kraft des Gedankens der Verständigung mit Frankreich vermochte sich niemand zu entziehen, so daß der Abend demonstrativen Beifall brachte. Die weiteren Festtage waren mit Wiederholungen der mit starkem Erfolg in Braunschweig uraufgeführten Komödie„Das Blumenhaus“ des Dänen Johannes Buchholtz und des über viele Bühnen gegangenen rheinischen Volksstückes„Der Sprung aus dem Alltaa“ von Heinrich Zerkaulen angefüllt. Den Abschluß der Woche schließlich bildete die Aufführung zweier Operneinakter, die sich beide in der Handlungsanlage durch das Motiv des eifersüchtigen Ehemannes stark ähneln.„Soleidas bunter Vogel“ von Max Donisch, ein dem Experiment abgeneigtes, ganz auf Melodienfülle gestelltes Werk, konnte sich dabei neben Ernst Schliepes köstlichem„Herrn von Gegenüber“. der ernsthaft um die Erneuerung der alten Buffo=Oper ringt, durchaus sehen lassen. Beide Werke bereiteten in der slotten Inszenierung Heinz Arnolds und unter der musikalischen Leitung Kurt Teichmanns dem Publikum sichtlich Vergnügen. Ein deutsches Volkstheater für Jugoslavien wird von der Bundesleitung des Schwäbisch=Deutschen Kulturbundes in Neusatz gegründet. Das Spieljahr soll am 15. Jeptember dieses Jahres eröffnet werden. Das künstlerische Personal setzt sich aus heimischen Kräften zusammen. Gespielt wird an allen Orten, wo die Zahl der deutschen Bevölkerung entsprechenden Besuch gewährleistet. In erster Linie werden Volksstücke aufgeführt. Kurz-Feuil Leton Ständige Cranach Ausstellung In Wittenberg. Wittenberg wird noch im Lufe dieses Sommers eine ständige Cranach=Ausstellung erhalten, die in der Tülderhalle untergebracht werden soll und als Erinverungsstätte an das künstlerische Lebenswerk des großen Meisters gedacht ist. Seine nächste größere Aufgabe sleht der Vorstand der Lutherhalle in der Wiederverstellung des Wittenberger Schlosses, das im Gegensatz zu anderen Burgen des Protestantismus sehr erhebliche Schäden aus früheren Zeiten ausweist. Neubau an der deutschen Universität in Prag. Seit nahezu 30 Jahren bemüht sich die deutsche Universität in Prag um die Errichtung eines neuen Hauptgebäudes. Nunmehr bat das Finanzministerium den Entwurf und die Gesamtkosten im Betrage von 36 Millionen Kronen genehmigt. Das neue Gebäude wird am Ufer der Moldau errichtet werden und eine Bauzeit von vier Jahren beanspruchen. 1000 Nachkommen Luthers. Am 15. und 16. August wird in Zeitz ein Luther=Familientag abgehalten werden, der rund tausend Luther=Nachkommen aus allen Teilen der Welt vereinigen wird. Deutsche bildende Kunst bei den Olympischen Spielen. Im Rahmen der künstlerischen Veranstaltungen bei den Olympischen Spielen Berlin 1936 steht in der bildenden Kunst Deutschland zahlenmäßig an erster Stelle. Die Reihenfolge in bezug auf Beteiligung der drei zum Wettbewerb zugelassenen künstlertschen Geviete ist: Bildbauerkunst, Malerei und Architektur. Auf dem Gebiet der Malerei und Graphik wird Deutschland vertreten durch Hermann Teuber, Adolf Dahle, Mar Ludwig(Berlin), Ludwig Angerer, Professor. Angelo Jank, Paul Bürck und Carl Otto Müller(München), Professor Carl Reiser(Partenkirchen), Professor A. Babberger(Karlsruhe), F. Rieger(Mühlhofen), Rudolf Otto und W. Pepold(Dresden), Professor Hans Sviegel(Stuttgart), Joh. Heinrich Höhl(Frankfurt a. M.), Professor Paul Bindel(Düsseldorf), Emil Flecken (Köln), Professor Josef Urbach(Essen), Professor Willi Dietze(Lemsahl), H. Pfeil und Alerander Posch(Darmstadt), J. Kuch(Nürnberg). Schöpfungen der modernen Bildhauerkunst werden zeigen: Arno Breker, Milly Steger. Werner Primm, Ernst Balz. Ernesto de Fiort, Günter von Schewen, Adolf Wamper und Eberbard Encke(Berlin),„„„ mann Wden), Egon Euimann, Emm Suidr und Erioi Spufer (Karlsrube), Wilhelm Rietschel(Oschatz), Otto Rost (Dresden), Richard Martin Werner(Frankfurt a. M.), Harold Winter(Oberursel), Professox Hermann Geibel (Darmstadt), Erich Kühn(Düsseldorf), LudwiK von Scheiben, Abolf Wamper und Eberhato (Berlin), Professor E. Vierthaler, Professor HerHahn, Georg Müller und Hans Stangl(MünEgon Gutmann, Emil Sutor und Erwin Spuler „, Ludwig Kunstmann(Hamburg),„Hans Ruwold(Altona). Arbeiten für den Archttektür=Wettbewerb haben eingereicht: Reg.Baumeister Werner March(Berlin), Erich zu Putlitz Hamburg), Dieter Oesterlen(Berlin), Stadtbaurat Theo Nußbaum(Köln), Professor H. R. Alker(Karlsruhe), Professor K. Wach(Düsseldorf), Dr. Schmidt und E. Krüger(Stuttgart), H. Rubl(Berlin), B. Bichler (München), Stadtbaurat Otoo(Chemnitz), R. Fick (Herrsching), Professor F. Schuster(Wiesbaden). Deutsche Künstler im Ausland. Erna Sack von der Staatsoper Dresden wurde für ein Gastspiel an die Staatsoper Rom verpflichtet.— Der Organist der Dresdner Kreuzkirche, Herbert Collum, hat die Einladung erhalten, nach seiner Konzertreise durch Schweden auch in einigen norwegischen Städten Gastspiele zu geben. Beginn der Proben in Bayreuth. Die Probenarbeit zu den diesjährigen Bayreutber Festspielen bat jetzt ihren Anfang genommen. Solisten, Cyor, Orchester und der Stab der künstlerischen Oberleitung sind fast vollzäblig in der Festspielstadt eingetrossen. Die Aufführungen nehmen am 19. Juli mit„Lohengrin“ unter Wilhelm Furtwänglers Stabführung ihren Anfang. Die Vorstellung wird vom deutschen Rundfunk übertragen werden. Generalintendant Tietsen führt die Leitung über die szenische Gestaltung der Spiele. Bachfest in Königsberg. Die ostpreußische Landeshauptstadt veranstaltet in der Zeit vom 10. bis 12. Oktober ein Bachfest. Das umfangreiche Chorprogramm des Festes wird von der Königsberger Vereinigten Musikalischen und Singakademie ausgeführt. Die Konzerte sind in der Hauptsache dem großen protestantischen Kirchenkomponisten Bach gewidmet. Clemens Krauß als Gast an das Frankfurter Opernhaus verpflichtet. Professor Clemens Krauß wurde vom Frankfurter Generalintendanten Hans Meißner für zwanzig Abende an das Frankfurter Opernhaus verpflichtet. Clemens Krauß, der einstige Direktor der Frankfurter Oper, wird gemeinsam mit Generalintendant Meißner und dem Maler Ludwig Sievert eine völlige Neuinszenierung der Oper„Carmen" berausbringen und außerdem die Opern„Artadne auf Naxos“ von Richard Strauß und Wolf=Ferraris„Vier Grobiane“ neu einstudieren. Zu diesem Castspielvertrag kommt noch ein zweiter, den das Frankfurter Opernhaus mit dem Bayreuther Dirigenten und künftigen Mannheimer Generalmusikdirektor, Karl Elmenr##, geschlossen hat und nach dem Elmendorff für zwanzig Abende und eine Reihe von Neueinstudierungen, u. a. Wagners„Ring", fest verpflichtet wurde. Ehrenvolle Einladung Karl Elmendorffs. Karl Elmendorff erhielt zum dritten Male die ehrenvolle EinFrühjahr 1937 die Deutsche Wagnerstagione am Teatro Liceo in Barcelona zu leiten. Zur Aufwerden, u. a.„Tannhäuser“, die„Meistersinger" und„Tristan und Isolde“ gelangen. Ime ee een Manchmal ist es kaum zum Aushalten. Sie können es nicht abwarten, bis sich Gelegenheit bietet die Schuhe auszuziehen, besonders wenn sie neu oder eng sind. Das sind alles unnötige Qualen. Greiten Sie radikal zur Selbsthilfe, legen Sie sofort eines der antiseptischen, gebrauchstertigen DR. SCHOLL’S ZINO-PADS auf und beseitigen Sie Ihre Hühneraugen In kurzer Frist. 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Am Montag hatte der deutsche Meister Gottfried von Cramm wiederum einen schweren Gegner zu überwinden. Hecht, der talentierte Tscheche, Boussus, Frankreichs erfahrener Tennischampion, und schließlich Enrico Maier, sie alle, die schon einmal von Cramm bezwingen konnten, mußten in Wimbledon die Ueberlegenheit des Deutschen anerkennen. Am Montag erreichte auch den Australier Jack Crawford kein anderes Schicksal. Crawford unterlag Gottfried von Cramm in drei Sätzen 1:6, 5:7, 4:6. Ebenso wie in Berlin 1935 beim Davispokalkampf Deutschland gegen Australien, gab von Cramm nur zehn Spiele an den Australier ab, obwohl dieser sich prächtig zur Wehr setzte und alles versuchte, um den tödlichen Schlägen des Deutschen zu entgehen. Mit diesem Siege über den australischen Meisterspieler hat von Cramm die Vorschlußrunde erreicht, obwohl ihm der Weg gewiß nicht leicht gemacht wurde. Ebenso wie von Cramm kamen auch Perry, Budge und Austin durch Siege über Grant, Quist und Allison in die Vorschlußrunde, die nunmehr die Paarungen Perry gegen Budge und Austin gegen von Cramm vorsieht. Ein Endspiel zwischen Perry und dem Deutschen liegt also im Bereich des Möglichen, so daß der Pariser Endkampf zwischen dem englischen Weltbesten und von Cramm eine Neuauflage erleben würde, die in Wimbledon mit ungeheurer Spannung erwartet werden sollte. Im Männer=Doppel unterlagen Kaj Lund Enrico Maier überraschend den Engländern Hare Wilde 4:6, 5:7, 4:6. Der Kieler war in recht guter Form, fand aber bei dem schlecht aufgelegten Spanier nicht immer gute Unterstützung. Im gemischten Doppel mußte der Kampf Marieluise Horn Lund gegen Mathieu Petra beim Stande von 4:6, 5:3 wegen Regens abgebrochen werden. Im FrauenEinzel trug Marieluise Horn einen beachtlichen 6:3=, 6:3=Sieg über die Engländerin Curtis davon. Damit gehört die Deutsche zu den letzten acht und trifft im Viertelfinale nunmehr auf die Französin Mathien. Freiluft=Werbe=Boxen in Dortmund Mit der ersten Freiluftveranstaltung im Garten der Funkenburg hatte der Verein Boxfreunde Dortmund=Körne, der in Gemeinschaft mit der Sportgemeinschaft Hoesch und dem Dortmunder Boxring 27 diese Veranstaltung ausgezogen hatte, einen vollen Erfolg zu verzeichnen. Ueber 1000 Zuschauer hatten sich eingefunden, die mit Interesse dem Verlauf der einzelnen Kämpfe folgten, Sportlich konnte der Abend ebenfalls befriedigen, so daß der Zweck der Veranstaltung voll und ganz erfüllt wurde. Leichtgewicht: Rosteck gegen Wiggen(beide Körne). Nach wechselvollem Verlauf bleibt Rosteck Punktsieger über seinen Vereinskollegen. Fliegengewicht: Banks(Körne) gegen Wiesnewski(Hoesch). Technisch ein hervorragender Kampf beiderseits. Da Banks mehr Treffer zu verzeichnen hat, wird er verdienter Punktsieger. Mittelgewicht: Disselhoff I (Körne) gegen Nowack(Hoesch). Der Körner schlägt hart und genau und kommt dadurch zu einem hoben Punkisieg. Mischgewicht: Ibel(Körne) gegen Zienau(D. B. R. 27). Zienau, der für Strunk eingesprungen war, erweist sich bereits in der ersten Runde als gleichwertiger Gegner und ist im Nahkampf teilweise sogar überlegen. In der Schlußrunde aber kann Ibel ausholen und wird knapper Punktsieger. Jugend=Leichtgewicht: Denn gegen Thurau(beide Körne). Ein wenig überzeugender Kampf, so daß sogar der Ringrichter zu größerer Aktivität ermahnen muß. Sieger Thurau nach Punkten. Jugend=Papiergewicht: Westermann(Körne) gegen Noppeney (Hoesch). Nach mäßigem Kampfverlauf bleibt Westermann Sieger nach Punkten. Leichtgewicht: Schmidt(Körne) gegen Henn(Hoesch). Lebhafter Kampf über alle Runden, wobei Schmidt besonders in der letzten Runde stark einstecken muß. Sieger Henn nach Punkten. Schwergewicht: Jaworski(Körne) gegen Kreutzkamp(D. B. R. 27). Dieser Kampf nimmt ein schnelles Ende. Bereits in der ersten Runde wird Kreutzkamp hart am Kinn getrossen und muß zu Boden. Wohl nimmt er den Kampf nochmals auf, gibt aber nach einigen weiteren harten Schlägen den aussichtslosen Kampf auf. Sieger Jaworski durch Aufgabe. Paillard vor Lohmann Die Radrennen in Zürich Zu einem klaren Sieg kam der frühere französische Steherweltmeister Paillard bei den Radrennen in Zürich. Der Bochumer Lohmann vertrat allein die deutschen Farben und mußte sich jedesmal hinter dem Franzosen Paillard mit dem zweiten Platz begnügen, sowohl im 30=Klm=Lauf als auch im Stundenrennen. Ein 20=Klm.=Einzelfahren holte sich der Schweizer Heimann vor Barral und Egli. Unsere Voraussagen Heute in Maisons=Lassitte 1. R.: Stall Connt— Hue 2. R.: Monclo— Ribnik 3. R.: Reaumur— Aetha 4. R.: Hylander— Gaffeur 5. R.: Madhinia— Soysambu 6. R.: Wizzard— Rhazia 7. R.: Anneau de Saturne— Carpia Rennen in Auteuil am 29. Juni 1. R.: 1. Valsine(H. Gleizes), 2. Trés Sport, 3. Timbre Poste, Ferner: Jacoby, Yérimigé, Caxton, Lucky Year. Toto: 17, Platz 13, 21. 2. R.: 1. Marchenoir(N. Pelat), 2. Semi Ton, 3 Iman. Ferner: Bilimoria, Montlucon, Capello, Beau Tenebreux, Guitton, Giovanni. Toto: 61, Platz 13, 11, 12. 3. R.: 1. Trombon(R. Bates), 2. Colindres II., 3. Toutva II, 3 liefen. Toto: 25. 4. R.: 1. Apres Nous(N. Pelat), 2. Folle, 3. Eos II. Ferner: Evohé II., Larringes, Grand Gala. Toto: 29, Platz 18. 37. 5. R.: 1. Calorina(R. le Fur), 2. Rallye Puisage, 3. Notseau. Ferner: Duc d' Ansou. Loup de Mer, Chamzy. Toto: 68, Platz 30, 52. 6. R.: 1. Saint Germer(A. Kalley), 2. Bleuette, 3. Fièrabas Ferner: Gama, Le Clair de Lune, Tintamarre, Pop, Lily Eder. Toto: 69, Platz 18, 18, 18. Hohensyburg=Bergrennen ganz groß Schon heute steht das am 5. Juli zum Austrag kommende Hohensyburg=Bergrennen im Mittelpunkt des Interesses der rheinisch=westfälischen Motor sportgemeinde. Aus allen Teilen Nordwestdeutsch Reit- und Fahrturnier in Wanne-Eickel Vom SA=Reitersturm 5/67 wurde auf dem Platz des Städtischen Stadions in Wanne=Eickel ein Reit=, Spring= und Fahrturnier veranstaltet, das in seinem Umfang gegenüber dem vorjährigen eine bedeutende Erweiterung erfahren hatte. Das Programm, das an beiden Tagen zur Abwicklung gelangte, war äußerst geschickt gestaltet und wurde von den 2000 Zuschauern mit viel Begeisterung verfolgt. Das Turnier begann mit einem Jagdspringen Klasse A, das dem Reiter=Nachwuchs vorbehalten war. Hier kam die junge Dortmunder Amazone Bärbel Krämer auf„Alte Liebe" zu Siegesehren. In der Abt. B, offen für SA, SS und HI, wurden 5 Pferde gesattelt, hier war es SASturmmann Althüser, der mit„Castor“ seine Gegner auf die Plätze verwies. In der Materialprüfung für Reitpferde siegte in der Abt. für Pferde in Privatbesitz SA=Scharführer Möllenbeck auf„Nanu“, während Oberw. Pier von der Schutzpolizei Bochum auf„Adelheid“ in der Abt. für Pferde im Staatsbesitz, Sieger blieb. Dem reiterlichen Nachwuchs war eine Dressurprüfung der Anfänger=Klasse vorbehalten, die in der Abt. A offen war für alle Reiter= und Reiterinnen und in der Abt. B. für Angehörige der SA, SS und HJ. Die goldene Schleife erhielten Oberw. Sedat auf „Aula“ bzw. SA=Truppf. Sudhoff, Bochum, auf „Helga". Gut besetzt war eine Dressurprüfungder Klasse L, die von Frl. Lommberg auf „Sulamit“ gewonnen wurde. Die Wibbelingschen Rappen„Magnet" und„Norma“, die von SATruppf. Wibbeling ganz vorzüglich herausgebracht wurden, endeten in der Eignungsprüfung für Wagenpferde in Front. Mit einem leichten Jagdspringen wurde der erste Tag zu Ende geführt. Drei Pferde kamen fehlerlos über die zwölf Sprünge, doch mit 56 Sek. blieb SA=Obertruppf. Staupendahl auf„Näschen“ Sieger. Mit einem Jagdspringen der Klasse L begann das Programm des Hauptturniertages. SAObertruppf. Staupendahl gewann die Prüfung, die vier fehlerlose Ritte brachte, in 58 Sek. SA=Scharf. Möllenbeck holte sich mit„Nanu“ die Vielseitigkeitsprüfung. Die leichte Dressurprufung sah Uffz. Tetzerow mit„Hofgänger“ auf dem ersten Platz, während die mittelschwere an SS=Untersturmf. Andreas fiel, dessen „Indra" wieder in vorzüglicher Form herausgebracht wurde. SA=Gruppenreiterführer Scheunemann nahm die Preisverteilung in den Mannschaftswettbewerben vor, die im Dressurreiten vom Reitersturm 267 und im Springen vom Reitersturm 1/67 gewonnen wurden. SA=Obertruppf. Henschel erhielt in der Vielseitigkeitsprüfung den Ehrenpreis der SA=Gruppe Westfalen, da er aus beiden Mannschafts=Wettbewerben als bester Reiter hervorging. In der Einspänner=Prüfung kam es SA=Scharf. Möllenbeck mit„Nanu“ erneut zum Siege. Seinen dritten Erfolg mit„Näschen“ holte sich SA=Obertruppf. Staupendahl im Glücksjagdspringen, wo er mit 20 Sprüngen am weitesten an die Höchstzahl der 24 verlangten Sprünge herankam. Das Jagdspringen Klasse M, mit dem das Turnier seinen Abschluß fand, brachte den Endkampf zwischen dem besten westfälischen und rheinischen SA=Reiter, der zugunsten von SA=Truppf. Pfordte entschieden wurde. Jagdspringen Kl. A: B. Prümers Alte Liebe(Frl. Bärbel Kremer) 4/54; 2. W. Wibbelings Magnet(Frl. M. Lommberg) 4/59; 3. D. Heidbauers Fiat(SARottenführer Heidbauer) 4/66. Jagdspringen Kl. A: A. Altbüsers Castor(SA=Sturmmann Althüser) 4/59 2. D. Heidbauers Fiat(SA=Rottenf. Heidbauer) 5/1/4/68; 3. Sudhoffs Helga(SA=Truppf. Sudhoff) 12/79. Materialprüsung für Reitpferde: 1. Schutzpolizei Bochums Adelheid(Oberwachtm. Pier); 1. H. Möllenbecks Nanu(SA=Scharf. Möllenbeck), 3. Schutzpolizei Bochums Adeline(Oberwachtm. Sprenger). Dressurprüfung für Reitpferde Kl. A. Abt. A: 1. Schuyzpolizei Bochums Aula(Oberwachtm. Sedat); 2. Schutzpolizei Bochums Adelheid(Oberwachtm. Pier); Dr. J. Standers Morgenstern(J. G. Stauder); Abt. B: 1. Sudhoffs Helga(SA=Truppf. Sudhoff); 2. Dr. Heidemanns Nokturn(SA=Scharf. Heidemann):3. D. Heidbauers Fiat(SA=Rottenf. Heidbauer. Dressurprüfung für Reitpferde Kl. L: 1. Frl. M. Lommbergs Sulamit(Bes.); 2. W. Wibbelings Magnet(SA=Truppf. Wibbeling); 3. W. Staupendahls Coralle(SA=Obertruppf. Staupendabl). Eignungsprüfung für Wagenpferde(m. M.): 1. W. Wibbelings Magnet und Norma(SA=Truppf. Wibbeling); 2. Frau Mettes=Schatzi und Th. Rothofs Nuanee(SS=Sturmm. Rothoff): 3. H. Buddes Alice und Roland(SA=Reiter Budde). Jagdspringen Kl. L: 1. Fritz Tönnis Näschen(SA=Obertruppf. Stauvendahl) 0/56: 2. L. Reiterregiment 15(Uffz, Diebl) 0/62; 3. W. Wibbelings Norma(SA=Scharf. Wibbeling) 0167. Jagdspringen Kl. L: 1. Tönnis Näschen(SA Obertruppf. Staupendabl): 2. Beversmann Hellebarde (SS=Oberscharf. Beyermann); 3. Prümers Alte Liebe (SA=Sturmf. Prümer). Vielseitigkeitsprüfung:(Eignungsprüfung für Rett= und Wagenpferde): 1. Möllenbecks Nanu(SS=Scharf. Möllenbeck); 2. H. Wibbelings Magnet(SA=Truppf. Wibbeling). Dressurprüfung für Reitpferde Kl. L: 1. Hofgänger(Uffz. Tetzerow); 2. Morgenstern(SA=Obertruppf. Bolt). Dressurprüfung Kl. M: 1. Idra(SS=Untersturmf. Andreas); 2. Hofgänger(Uffz. Tetzerow); 3. Morgenstern(SA=Obertruppf. Bolt). Mannschaftswettbewerb in Dressurreiten: 1. SA=Reitersturm 2/67 Dortmund. Mannschaftswettbewerb im Springen: 1. SAReitersturm 1/67 Dortmund. Vielseitigkeitsprüfung: Preis der SA=Gruppe Westfalen: 1. SA=Obertruppf. Hentschel. Eignungsprüsung für Wagenpferde(Einspänner): 1. Nanu(SA=Scharf. Möllenbeck); 2. Sudermet(Fr. Lommberg=Mettmann); 3. Magnet(SAObertruppf. H. Wibbeling). Glücksjagdspringen Kl. L: I. Näschen(SA=Obertruppf. Stauvendabl): 2. Krimbild(Oblt. von Hobe); 3. Hellebarde(SS=Oberscharf. Bevermann). Jagdspringen Kl. M: 1. Lunte(SA= Truppf. Pforte); 2. Scheik(SA=Obertruppf. Staupendahl); 3. Näschen(SA=Obertruppf. Staupendahl). Aufnahme: DDAC Die Plakette für das Hohensyburg-Rennen lands laufen Nennungen namhafter Fahrer und Kartenvorbestellungen ein. Welches Interesse diese Veranstaltung außerhalb der Grenzen der drei Gaugebiete Westfalen, Niederrhein und Westmark auslöst, geht allein daraus hervor, daß 30 Nennungen aus dem ganzen Reich zurückgewiesen werden mußten, da nur Teilnehmer aus den drei engeren Gauen zugelassen werden dürfen. Bei einer Streckenbesichti gung waren sich Fahrer und Fachleute darüber einig, daß diese neue Hohensyburg=Bergrennstrecke eine der landschaftlich schönsten und in bester Verfassung befindlichen Bergrennstrecken Deutschlands ist. Die NS=Gemeinschaft Kraft durch Freude hat die Kartenverteilung für das gesamte rheinisch=westfälische Industriegebiet übernommen. Sie plant weiter, in weitem Umfange Sonderfahrten zu dieser Veranstaltung durchzuführen. Die Reichsbahn läßt von allen größeren Bahnhöfen der engeren und weiteren Umgebung Sonderzüge nach besonderem Fahrplan fahren. Vorverkaufsstellen sind in Dortmund, Hamm, Bielefeld, Krefeld, Münster, Hattingen, Bochum, Düsseldorf, Duisburg, Datteln, Mülheim, Lünen und Unna eingerichtet worden. Engel siegte, Richter geschlagen Auf der Pariser Munizipal=Bahn in Vincennes wurden die Vorläufe zum klassischen Grand Prix de Paris für Flieger durchgeführt. Deutschland war durch folgende fünf Fahrer vertreten: Richter, Engel, Steffes, Hürtgen und Bragard. Zur größten Ueberraschung wurde der Meister Albert Richter geschlagen. Er konnte nur den zweiten Platz hinter Kerkhoff belegen, da dieser einen erfolgreichen Ausreißversuch unternommen hatte und mit 15 Längen Vorsprung über das Band ging. Auch Bragard, Hürtgen und Steffes wurden geschlagen, sie haben aber wie Richter am kommenden Samstag Gelegenheit, durch die Hoffnungsläufe wieder in die Vorentscheidung zu kommen. Zusammen mit Gérardin, Faucheux, Scherens, Falck Hausen, Kerkhoff und dem Australier Eddie Smith steht noch Matthias Engel in der Vorentscheidung, der seinen Vorlauf gegen Beaufrand und Szamota gewann. An der vorolympischen Front Das schönste Bad der Welt“ Australiens Schwimmer haben das Tralning aufgenommen Auch ein Rekord: über 8 millionen Drucksachen Berlin, 29. Das olympische Heerlager wird von einem Tag zu dem anderen größer, der Kriegsschauplatz ist jetzt auf die Trainingsstätten verlegt worden Gestern vormittag trainierten die australischen Schwimmer und Schwimmerinnen im Olympischen Schwimmstadion. Sie sind hellauf begeistert. Einer der Begleiter, Mister Hay, sagt:„Das ist das schönste Bad der ganzen Welt!“ Und die kleine, entzückende Miß Norton nickt zustimmend, dann springt sie mit einem eleganten Startsprung in das Wasser. In einem wundervollen Stil schwimmt sie Rücken, langsam, sie legt viel Wert auf die flüssige Armarbeit. Ein schönes Bild: wie die schlanke Schwimmerin durch die grünschimmernden Wasser fluten gleitet, über ihr die Sonne und unter ihr die amethystfarbenen Kacheln des Bassins. Auf den Rängen die Arbeiter des Stadions, die eine Pause haben und gebannt zusehen. Miß Norton hat Ge sellschaft, Miß Mac Kay und Miß de Lacay. Pracht volle Mädels, die Mrs. Fergusson betreut. Natür lich haben sie alle einen Foto=Apparat mitgebracht und wenn sie nicht springen oder schwimmen, dann machen sie unentwegt Aufnahmen. Von nun an trainieren sie täglich im Olym pischen Stadion. Vorwiegend Freistil und Rücken kraul. Und Mrs. Fergusson sammelt fleißig die Zeitungen mit den Artikeln, die man über ihre „Kinder", wie sie sagt, geschrieben hat. Zweimal eine Sieben Da wir gerade vom Schwimmen sprechen: jetzt haben die deutschen Wasserballspieler das Schluß training für das Olympische Wasserball=Turnier, zu dem 20 Nationen gemeldet haben, ausgenom men. Zweimal sieben Mann, also zwei komplette Mannschaften, hat das Fachamt Schwimmen im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen ausge wählt. Das sind im einzelnen: Gunst, Stolze, Allerheiligen, Schwenn und Baier aus Hannover, die Duisburger Klingenburg, Schneider und Lütke maier, der Aachener Strauß, die Magdeburger Schulze, Teller und Heinrich und die beiden Stuttgarter Kienzle und Mendrzycki. Aus diesen vier zehn Mann wird dann die Kernmannschaft gebildet. Wie sie sich zusammensetzt, das steht natür lich noch nicht fest. Deutschland hat ein großes Erbe im Olympischen Wasserball=Turnier zu ver teidigen: den triumphalen Sieg von 1928 in Amsterdam. In einem unvergessenen Finale besiegten wir die Ungarn mit 5:2. Dieser Erfolg war eine aus gemachte Sensation. Ein glorreicher Sieg. 1932 hielten sich die Ungarn schadlos: sie gewannen 6:2. Wir standen, mit einer vielleicht überalterten Mannschaft, auf verlorenem Posten. Von den jetzt aufgebotenen Spielern gehörten nur Gunst und Schulze der Mannschaft von Los Angeles an. Uebrigens erscheint diesmal auch Uruguay mit einer Wasserballmannschaft. Wenn die Uru quayer so vollendete Wasserballspieler sind, wie sie 1928 vollendete Fußballspieler waren, darf sich die Welt auf eine neue Sensation gefaßt machen. Der Anmarsch der Nationen Die Amerikaner entsenden zwei Basketball=Mannschaften. Der Ausfall der französischen Mannschaft wird also wettgemacht. Das französische Olympia=Aufgebot wurde bekanntlich von 225 auf 200 Mann reduziert. Jetzt haben die Rumänen die genaue tärke ihrer Expedition angegeben: 6 Leichtathleten, 8 Boxer, 20 Reiter, 20 Handballspieler, 18 Turner, 12 Ringer, 10 Fechter und 6 Schützen. Uruguays Aufgebot bilden 12 Basketballspieler, 8 Boxer, 12 Wasserballspieler, 9 Ruderer, 2 Segler und 7 Fechter. Die Südamerikaner, die eine weite Reise haben, sind bereits am 13. Juni aufgebrochen, an Bord der„Oceania", Haspe, Börnig und Ehrenfeld steigen auf Der Sonntag brachte in den Aufstiegskämpfen zur westfälischen Fußball=Bezirksklasse die endgültige Entscheidung. Die drei Tabellenersten, also Union Haspe, PfB. Börnig und Turngemeinde Ehrenfeld werden der Bezirksklasse eingereiht, während die drei übrigen Vereine ein weiteres Jahr in der Kreisklasse zubringen müssen. Die Tabelle Punkte 13:7 12:8 10:10 10:10 9:11 6:14 Mit dem knappen 4:3=Steg über den SV. Herbede sicherte sich Union Haspe nicht nur die Tabellenspitze der Aufstiegsrunde, sondern brachte die Herbeder auch um den sicheren Aufstieg. Beide Mannschaften waren zu Anfang des Spiels sehr nervös und erst kurz vor der Halbzeit fiel das erste Tor durch den Halblinken des Platzvereins. Nach Wiederanstoß erhöhte der Linksaußen Haspes auf 2:0 und als nun Herbede ein Tor aufholte, warf Haspe die ganze Mannschaft nach vorn und konnte das Ergebnis auf 4:1 schrauben. Herbede gab sich aber nicht geschlagen und drückte nun mächtig auf das Tempo, konnte den Vorsprung der Hasper aber nicht mehr ganz aufholen. Germania Hombruch— VfB. Börnig 3•3 Im entscheidenden Kampf langte es bei den Hombruchern nur zu einem Unentschieden, wodurch der Aufstieg verlustig ging. Im Feldspiel standen sich beide Mannschaften nur wenig nach, Börnig ging zunächst durch den Linksaußen in Führung, aber Hombruch holte bald darauf durch einen Weitschuß den Ausgleich und noch vor der Pause erhöhte der Halbrechte auf 2:1. Nach wechselvollem Spiel kam Börnig kurz nach Wiederanstoß wieder zum Gleichstand und als nun der Linksaußen Hombruchs abermals in Fühkurz vor Schluß den Ausrung ging, gab es noch gleichstreffer für Börnig Turngemeinde Ehrenfeld— Viktoria Dortmund 7:1 Die Dortmunder versagten in Ehrenfeld auf der ganzen Linie. Der Kampf wickelte sich meist in Viktorias Hälfte ab und schon kurz nach Beginn gab es durch schönen Kopfball des Ehrenfelder Rechtsaußen den ersten Treffer. Bis zur Halbzeit sielen noch zwei weitere Tore für Ehrenfeld und auch nach dem Wechsel konnten die Turner in kurzen Abständen auf 7:0 erhöhen. Erst wenige Minuten vor Schluß fiel durch den Halbrechten der Dortmunder der einzige Gegentreffer. Amateure auf der Matte Hörde 04— Heros 94/08 Dortmund 9:10 Beide Juniorenstaffeln standen sich in stärkster Aufstellung gegenüber und zeigten technisch sehr gute Kämpfe. Bautamgewicht: Arens(Hörde) zwingt seinen Gegner Schulze=Frieling gleich zu Beginn des Kampfes in die Bodenlage und siegt dort durch Schulterdrehgriff nach zwei Minuten.— Federgewicht: Pfüller(Hörde) kontert alle von Haumann(Heros) angesetzten Griffe gut ab und zeigt im Verlauf des Kampfes eine leichte Ueberlegenheit, so daß Haumann nach der Zeit eine Punktniederlage einstecken muß. Leichtgewicht: Läge(Heros) ist seinem Gegner Niggemann(Hörde) sichtlich überlegen, führt durch Schulterdrebgriff und siegt durch Eindrücken der Brücke nach zwei Minuten, Weltergewicht: Einen harten Kampf zeigen Ellerbrock(Heros) und Heitmann (Hörde). Zuerst kontert Heitmann alle angesetzten Griffe gut ab und greift selbst an. Ein Hüftschwung von Ellerbrock wird nicht gewertet, sofort zieht er aber nach, worauf der Bodenkampf ausgelost wird. In der Unterlage zwingt Ellerbrock seinen Gegner durch Armfessel in die Brücke und siegt nach acht Minuten. Mittelgewicht: Der Kampf zwischen Gocke (Heros) und Nohl(Hörde) dauert nicht lange, denn Gocke siegt schon in der zweiten Minute durch Hüftschwung. Halbschwergewicot: Funtowitz(Heros) und Kaune(Hörde) ringen hart auf Schultersteg. Beide Ringer müssen einmal durch eine gefährliche Brückenlage, aus der sie der Mattenrand rettet. Der Gang geht über die volle Ringzeit und endet unentschieden. Schwergewicht: Schütt(Heros) hält gegen Rennecke(Hörde), da er durch großes Uebergewicht im Vorteil ist, bis zur fünften Minute aus, dann siegt Rennecke durch Eindrücken der Brücke. Hier können wir ein Beispiel von der weltumspannenden Idee und Propaganda der Weltspiele anfügen: bis zum heutigen Tage hat die Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr 9 102 517 Drucksachen in alle Länder und Erdteile verschickt. Ein olympischer Rekord für sich und es bleibt den Statistikern überlassen, auszurechnen, welche Strecke Weges das ergibt, wenn man die Prospekte einzeln aneinanderreihen würde. Hierher paßt auch die erstaunliche Meldung aus Riga: 700 Besucher der Olympischen Spiele fahren von Lettland nach Berlin. Die norwegische Expedition wird 180 Köpfe stark. Die norwegischen Boxer bereitet übrigens der bekannte Schwergewichtler Otto von Porath vor. Daß die chilenischen Leichtathleten von dem deutschen Sportlehrer Karl Strutz vorbereitet wurden, daß für die Finanzierung der uruquayischen Expedition die Stadtverwaltung von Montevideo aufgekommen ist und daß der Weltmeister und Olympiasieger im Eiskunstlauf, Karl Schäfer (Wien), den letzten Teil des Fackellaufes vor Wien läuft, sind interessante Dinge, die der Reporter an der vorolympischen Front auskundschaftete. Ein Mann von Klasse Die Finnländer werden Tolamo, Martti Tolamo, der 1930 den Fünfkampf bei den Studentenweltmeisterschaften gewann und der bei dem berühmten Länderkampf zwischen Deutschland und Finnland 1934 in Berlin mit 7,28 Meter einen neuen finnischen Rekord im Weitsprung aufstellte, wobei er die Deutschen Long und Leichum besiegte, wahrscheinlich für den Olympischen Zehnkampf melden. Dabei ist Martti Tolamo nicht mehr der jüngste, er ist 28 Jahre alt. Einige seiner letzten Trainingsleistungen interessieren auch hierzulande. Sie sind 100=MeterLauf 10,9 Sekunden, 400 Meter in 49 Sekunden, 110=Meter=Hürden 17,2 Sekunden, Weitsprung 6,75 Meter, Hochsprung 1,80 Meter, Stabhochsprung 3,40 Meter, Diskuswerfen 36,39 Meter und Speerwerfen 49,38 Meter. Den Zehnkampf in Los Angeles gewann bekanntlich der Amerikaner Bausch mit 8462,23 Punkten vor Järvinen(Finnland) mit 8292.48 Punkten. Immerhin kann man sagen, das Tolamo, im Vergleich zu den Einzelleistungen von Los Angeles, gute Chancen auf einen der vorderen Plätze hat. Noch einen guten Bekannten werden wir auch in Berlin wiedersehen: den Olympiasieger im Viererbob: den Führer vom Bob„Schweiz II“, Leutnant Pierre Musy. Der populäre Sieger von Garmisch=Partenkirchen und der Held der Eisquader=Bahn startet im modernen Fünfkampf. Die schnellen Italiener Eine phantastische Zeit für das 4000=MeterVerfolgungs= und Mannschaftsfahren auf der Radrennbahn wird aus dem Velodrom von Mailand gemeldet. Italiens vorgesehene Olympia=Mannschaft Rigoni, Calini, Gentil und Saponetti erreichte ein Stundenmittel von 50,861 Kilometer. Die Mailänder Bahn baute bekanntlich auch Clemens Schürmann. Er hält die Olympiabahn von Berlin, die er jetzt baut, für viel vollkommener und schneller. Es gehört also keine Prophetengabe dazu, sich auszudenken, daß es auch bei den Olumpischen Radwettbewerben ein großes Sterben der Rekorde geben wird. Hans Saalbach. Oblt. Pelz Fünfkampfmeister der Wehrmacht Die Meisterschaft der Wehrmacht im Modernen Fünfkampf ging am Montag in Wünsdorf zu Ende. Im Beisein von Generalleutnant Keitel. Generalmajor Busch und Oberst Reinhard kam der Geländelauf über 4000 Meter zum Austrag, der mit einem Siege des in der Gesamtwertung führenden Oberleutnants Pelz von der Heeressportschule Wünsdorf endete, der sich damit mit der guten Platzziffer 7 auch den Titel des Fünfkampfmeisters der Wehrmacht vor Oberleutnant Einwächter Platz 13 und Oberleutnant Kreitmeyer sicherte. „1. Oblt. Pelz(Heeressportschule Wünsdorf) Platzziffer 7; 2. Oblt. Einwächter(Wachttr. Luftwaffe) Platzziffer 13; 3. Oblt. Kreitmeyer(Heeressportschule Wünsdorf) Platzziffer 16: 4. Hauptmann Beckh(Oldenburg) Platzziffer 18; 5. Oblt. Roland(Breslau) Platz= ziffer 21. Klasse B: 1. Lin. Wiedemann(13. JR. 55) Platz= ziffer 12; 2. Lin. Stark(Fl. Gr. Stargard) Platzzif= fer 14,5; 3. Lin. Koch(NA. 49) Platzziffer 16. Fortung Düsseldorf- Klafeld verlegt Das für Dienstaa abend vorgesehene Pokalspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und der SVg. Klafeld wurde auf den 16. August verschoben. Westfälische Landeszellung Rofe Erde Wirtschaftliche Nachrichten Folge 175 30. Juni 1936 Erhöhte Umsätze im Großhandel Umsatzsteigerung über 10% In wichtigen Zweigen Tail, uns in vlelen, und zwar zum bmungen sokar uis zusaizliche Belebung zutage. Dies „rane den wichtigeren Geschäftszweigen über##l in erster Linie vom Baumarkt, auf dem sich eine Prozent hinaus. Eine Gesamtdurchschnittszahl###nerororntncne rege Tätigkeit entwickelt hat. Die Beuber die Umsatzzunahme im deutschen Absatz- Stellungen und Abrufe in Baucisen haben sich gerade #T% z errechnen, ist allerdings vorläufig Nonat Juni noch erheblich gesteigert. mit Rücksicht auf die Erhebungslücken und man-I. Ein reger Bedarf geht nach wie vor auch vom Iagerseis Zaglenmater### aus den, Nährstandszweigen Ihaltenden Einzelhandel aus. Inlolge der langen Liedes Großhandels nicht möglich. Pfertermine der Walzwerke waren die Lagerabrufe in der d e s N a h r u n g s m i t t e l- G r o ß h a n d e l s### 7“„ Z e i t r e c.,„ l e b h a f t, s o d a ß l d i e L i g e r z i e m l i c h a u s lagen 1936 im Januar um 15. im Februar um 12(erkauft sind. Die Iländler gehen infolgedessen wieder und im März um 11 Prozent höher als in den glei- Itragaapzagg## Maße zu Lagerersinzungen über und enen Monaten 1935. Das Umsatzergel Berliner Wertpapiermärkte 29. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Die Börse eröffnete zum Wochenbeginn in nicht gans einheitlicher Hallung. Die Bankenkundschaft zeigte im allgemeinen wenig Interesse und auch der berufsmäßlige Handel hielt sich zurück. Die Entwicklung an den Aktienmärkten vollzog sich zunächst auf überwiegend ansteigender Linie. Trotz der sehr engen Marktlage kamen größlere Abweichungen gegenüber dem Sonnabend nur vereinzelt vor. Einiges Interesse erhielt sich für Spezialpapiere, so u. a. Aulowerte. Schilfahrtsaktien und I. G. Farben. So wurden Hlamburg-Süd um 2½ v. II, heraufgesetzt. Auch Daimler sewannen ungefähr im gleichen Maßl. Von Brauwerten tendierten Schultheiß ziemlich lebhaft, während die übrigen kaum Beachtung fanden. Am Monlanmarkt seizten sich überwiegend Befestigungen durch, die jedoch kaum die Grenze von 1 v. H. überschritten. Von Elektropapieren waren Siemens und Schuckert befestigt, während AEG. nur behauptet blieben. Nach Eriedigung der ersten Aufträge herrschte Geschäftsstille. Soweit sich Veränderungen Im fortlaufenden Verkehr ergaben blieben diese geringfügig Unterstrichen wurde die ruhise Marktlage dadurch, daß In einer Anzahl variabler Aktien keine Tagesnotiz zustande kam. Dies traf u. a. für Accumulatoren und einige Kaliwerte zu. Im Schlußlverkehr ging ein Teil der anfängMonaten 1935. Das Umsatzergehnis des ersten icsPRe. Biarh, jicht unwesentlich zur Belebung des Mark- lichen Erhähungen wie ar Vierteljahres war insgesamt um 13 Prozent höher### vei: Die Liefertermine sind im allsemeinen ziemlich!—Bx-tuccpte. Tteder Vertfer., 1935, Diese Er. 318#rur.. und man muß rechtzeilig bestellen. um auf grar.:“ Tersingllche, Werlpapiere lagen ruhlg. Die als das des ersten Vierteljahres 1935. Diese Er-Ijangan 1.:“ man muß rechtzeitig bestellen, um auf höhung der Umsatzwerte ist nicht nur auf den er Radart: bekommen. Bemerkenswert ist, dal Verkauf größerer Warenmengen zurückzuführen. 1#### daß die anf gs dringend ist. ein Zei sondern zu einem Teil auch auf in der Zwischen-dürfnis au:#rungen auci. inem wirklichen zeit eingetretene Preiserhöhungen. Die vorwiegend mit dem Vertrieb der gleichen Waren, die auch der Nahrungsmittelsortimentshandel führt, befaßten„Einkaufvereinigungen der Lebensmitteleinzelhändler steigerten ihre Umsätze an die angeschlos senen Einzelhändler im ersten Vierteljahr 1936 gegenüber 1985 um 10.6 Prozent. Aehnlich stark wie im Nahrungsmittelgroßhandel waren im Januar und Februar die Umsatzerhöhungen des Süßwarengroßhandels. Das März-Ergebnis blieb mit einer Umsatzzunahme um 2 Prozent erheblich hinter den Vormonaten zurüick. Insgesamt ergab eich für den Süßwarengroßhandel für das erste Vierteljahr 1936 gegenüber dem ersten Vierteljahr 1935 eine Umsatzerhöhung um 8 Prozent. Aus dem Gebiet des Großhandels mit Beklei dung und anderen Textilwaren liegen Angaben über den Umsatzverlauf nur für den Tuchgroßhandel, den Großhandel mit Kurz-, Galanterieund Spielwaren und den Schuhwarengroßhandel vor. Im Tuchgroßhandel lagen die Umsätze, insbesondere des Januars, erheblich unter denen des entsprechenden Vorjahrsmonats. Dabei ist aller dings zu berücksichtigen, daß die Hamsterkäufe In Textilwaren des Finzelhandels und des Schneiderhandwerks, die für die meisten Waren im wesentlichen nur von August bis November 1934 gedauert hatten. für Tuche auch noch in den ersten Monaten des vergangenen Jahres anhielten. so daß der Tuchgroßhandel vor allem im Januar 1935 noch außerordentlich starke Umsatzzunahmen gegenüber Januar 1934(+ rund 40 Prozent) aufzuweisen hatte. Ein Vergleich der Monatsumsätze Anfang 1936 mit den entsprechenden Umsätzen 1934 ergibt für Januar und Februar eine Erhöhung des Umsatzstandes um 1 bis 5 Prozent und für März um 5 bis 10 Prozent. Ein ganz ähnliches Bild zeigt die Entwicklung der Umsätze der Einkaufsgenossenschaften der Schneider in den Monaten Januar und Februar: im März hatten diese Unternehmungen allerdings gegenüber März 1935 bereits wieder erhebliche Umsatzsteigerungen zu verzeichnen. Der Großhandel mit Kurz-, Galanterie- und Spielwaren erhöhte im ersten Vierteljahr 1936 seine Umsätze um 8.8 Prozent. Auffallend ist die übereinstimmende Tendenz der Umsatzentwicklung im Schuhwarengroßhandel und im Lederhandel. Beide Geschäftszweige führten ihr im Gesamtdurchschnitt des ersten Vierteljahrs recht günstiges Umsatzergebnis allein auf starke Umsatzzunahmen in den Monaten Februar und März zurück. Im Januar dagegen hatte der Lederhandel nur schwache Umsatzerhöhungen, der Schuhwarengroßhandel sogar Umsatzverluste zu verzeichnen.—9— „ Klirnen Reentsprechen. Die allgerneine Beschäftigungslaue der Eisen- und Stahlwerke ist recht befriedigend. Die Rohstahlerzeugung erreichte im Mai mit 1 568 462 t einen neuen Höchststand, der der durchschnittlichen Monatseistung des Jahres 1913 ungefähr gleichkommt. Der Auftragsbestand auf Grund der Juni-Bestellungen ist durchweg gut, wenn auch in den einzelnen Erzeugnissen verschier ist gronen und ganzen derart, daßl er den Werken eine gleichmäßig gute Beschäftigung auf mehrere sichert. Der weiteren Entwicklung des Beschäftikan. man hiernach, soweit das Inlandsgeschäft in Frage kommt, mit Zuversicht entgegensehen. dem Eisenausfuhrmarkt nimmt das Geschäft nicht einen gleich günstigen Verlauf wie am In nasmark. Wenn sien auch im Wege des Warenauslausches manche gute Geschäftsmöglichkeiten mit den ver schiedenen Ländern bieten, so hindern doch, abgesehen on de. bekannten allgemeinen Handelshemmungen die bestehenden quotenmälligen Bindungen durch die internationalen Eisenverbände sowie die niedrisen Preise die deutschen Werke nach wie vor an der vollen Ausnutzung aller sich bietenden Ausfuhrmöglichkeiten. Dr. Fr Rheinmetall-Borsig AG., Düsseldorf Düsseldorf. 29. Juni. Die GV., in der neun Aktionäre ein AK. von 33.10 Mill. RM vertraten, beschloß einstimmig die Verteilung einer Dividende von 3% auf das alte AK. von 28 Mill. RM für das sechs Monate umfassende Zwischengeschäftsjahr 1935 und wählte Geheimrat Prof. Dr. Ca. Bosch-Heidelberg neu in den AR. Nach Mitteilung des Vorstandes ist die Entwicklung des Auftragsbestandes im laufenden Jahr bisher senr gut gewesen Die Gesellschaft hat auch nennenswerte Auslandsaufträge, besonders innerhalb des Fabrikationsprogramms von Borsig. zu verzeichnen. Die großen chemischen Anlagen verschiedenster Art, deren sich das Unternehmen durch das Borsigonz besonders angenommen hat, begegnen einem sehr lebhaften Interesse im In- und Ausland Die Verwaltung glaubt, daß das laufende Geschäftsjahr befriedigend abschließen wird. Neue Fördersteigerungen Im Siegerländer Erzbergbau Umsätze hielten sich hier im gleichen Umfang wie in der Vorwoche. Auch der erste Tag der Zeichnung für die neue Reichsanleihe beeinflullte die Märkte kaum. Von Reichsanleihen konnte die Reichsaltbesitzanleihe leicht anziehen Dac„vorübergehenden kleinen Schwankungen kam die Schlußfnotiz dem Anfang fast gleich. Eine wesentliche Erholung hatte die Gemeindeumschuldungsanleihe aufzuweisen Der Mittelkurs errechnete sich auf 88¾. Reichsschuldbuch forderungen gaben In mittleren Fälligkeiten etwas nach Wiederaufbauzuschläge behaupteten sich. Industrielle Schuldverschreibungen mit mehrfacher Tagesnotiz waren durchweg angeboten, wobei recht erhebliche Kursrückgänge eintraten, so insbesondere Für die Serien der Ver. Stahlwerke. Am Einheitsmark“ zogen Farbenbonds bei kleinUmsätzen um 1½ v. H. an. Von Länderanleihen gingen 1929er Braunschweiser leicht zurück, Stadtenleihen bröckel ten vereinzelt um ½—½ v. H. ab. Am Pfandbriefmarkt lagen einige Liquid Pfandbriefe gedrückt. Am Geldmarkt brachte der Ultimobedart eine leichte Anspannung mit sich. D-y Anl. Ausl. einschl. 112½. Aku 53. 141¾. I. P. Bemberg 86. Julius Bergei 137¾. Berl. Maschinen 132. Braunkohlen-Brikett 212. 103%. Charl. Wasser 118¼/. Compania Hispano 133 ½. Conti Gummi 191¼. Daimler Benz 120½. Dessauer Gas 119. Dtsch. Erdöl 126½. Dtmd. Union-Brauerei 200. Elektr. Licht und Kraft 157¼. Engelhardt-Brauerei 100 I. u. Farben 168%4. Feldmühle 129¾. Gesfürel 140¼. Th Goldschmidt 113. Harpener Berghau 127 ¾/. Hoesch-KölnVen essen 112½/. Kall Aschersleben 126¾. Klöcknerwerke 107 54 Koksw. Chemie 130%. Laurahütte 21%. Mannesmann 103 Nansfeld 139½. Maschinenbau 109½, Orenstein& Konnel 80%. Rheinstanl., 141. RWE. 135%, Rütgerswerke 12978 Salzdetfurth 183¼. Schubert& Salzer 144¼, Schuckert & C. 455½, Schultheiß-Patzenhofer 112%. Ver. Stahlwerke 98. Zellst It Waldhof 142. Reichsbank 194. AG. für Verkehr 123. Hapag 14%. Nordd. Lloyd 16½. Otavi Minen 26 7/8 Konkurse Düsseldorf. Fa. Gerhard Florack Söhne Gmbll., Baugeschäft und Bauunternehmungen. Düsseldorf. Nachlaßl der am 7. Dezember 1933 gestorbenen berufslosen Witwe Maria Christine Feldmann geb. Greiwing. Köln. Fa. N. Anioni Gmbli., Düsseldorf, Sitz der Verwaltung Köln. — Nachlaß der am 16. Februar 1936 gestorbenen Lehrerin 1. R. Marie Cäcilia Brock St. Goar. Klm. Hans Schmidt. Inh. der Fa. Hans Schmidt, Weineinkaufsgeschäft in Oberwesel. Nach Einstellung des Vergleichsverfahrens Anschlullkonkurs.——— f% uinwei feer ichmj. alsent 49 Wetzlar. Klm. Heinrich Schreyer, Inh, der gleichnamigen##). Marktverlauf: Rinder und Schweine zugetellt, bei KälFirma. bern sehr schlecht. Bezahlt wurden für 50 kg LebendgeSchweine 3500. Marktverlauf: Grollvich und Schweine zugeteilt, bei Kälbern ruhig. Bezahlt wurden für 50 kg Lebendgewicht: Ochsen: a) 45. Bullen: a) 43. b) 39. Kühe: a) 43. b) 39. c) 33. d) 25. Färsen(Kalbinnen): a) 44. b) 40. Kälber: a) 65—68. b) 56—62, c) 48—55, d) 38—46. Schale: b2 45—48. Schweine: a) 56.50, b 1) 55.50, b 2) 54.50, c) 52.50, d) 50.50, g 1) 55.50, g 2) 50—52.50. Wuppertaler Viehmarkt Wuppertal u. Nebenmarkt Hagen, 29. Juni.(Eingeklammerte Zahlen für Hagen). Auftrieb: Rinder: 319(40), dav. Ochsen 104(1), direkt 1. Bullen 59(6). Kühe 106(29), direkt 4(1), Färsen 50(4). Kälber 975(87), direkt 3(1), Schafe 15(2), direkt 35(0), Schweine 4357(560), dirckt 23 Fredeburg. leld. Neunkirchen(Saar). Kolonialwarenhandlung Firma Gebr. Gierse in Walbecke bei BödeGustav Hübchen, Inhaber einer Warenmärkte Die Siegerländer Rohstahlerzeugung Im Mai Siegen, 29. Juni. Die Rohstahlerzeugung im Siegerla. Je„naustriegebiet ist im Ma., nachdem bereits, der, vorm,nat einen Rückgang gebracht hatte. weiter. rssslaunig gewesen, was sich aber nach der Kertisstellung.„, Umbaus bei den Geisweider Eisenwerken wieder ändern wird. Es wurden im Mai bei 24 Arbeitstagen 30 695 t Rohstahl hergeArbeitatssn 31 170 t im April bei gleicher Zahl der Rheinisch-Westfällsche Textil-Berufsgenossenschaft #nnach. 29. Juni. In ihrem 51. Jahresbewartubare35 weier gi., Rheinisch-Westfälische werktäglich 1a., Tonnen aufzuweisen hatte, stieg im 2650 Betrieben mit durchschnittlich 205 805 VerMai werktäglich um, weitere 130 Tonnen. Es wur-sicherteni Hamburger Warenmarkt Hamburg, 29. Juni. Reis: Unveränderte Markt- und Preislage. Neue Mühlenabgaben sind für Dienstag zu erwarten.— Preise unverändert. Baumwolle: Stetig. Superfine 4.85. Fine Oomra 5.85 Pence per lbs. Kaffee: Keine Veränderung der bestehenden Marktund Preislage, " Scnm],: Ruhig. Amerik. Steamlard 26¼, Amerik. Purelard 27¼—27¼ Dollar für 50 kg. Dänisches Schmalz nicht notiert. Fettwaren: Unverändert. Oele und Fette: Am Oel- und Fettmarkt hielt sich die Umsatztätigkeit in recht engen Grenzen. Holländisches Leinöl eine Kleinigkeit leichter. Holl. Leinöl, cif Hamburg prompt 17%, August-September 17¼, Sept.-Dez. 17% hfl. für 100 kg. Uebriges unverändert. IIdlsenfrüchte: Saisongemäß sehr ruhiges Inlandsgeschäft. Preise unverändert Kautschuk: Stetig. Sheets loko 7 11/16, Juli-August 7%, August-September 7% Pence per lbs. Zucker: Am Effektivmarkt herrschte sehr ruhige Tendenz bei unveränderten Preisen. Terminzucker uneinheitlich. Nahe Sichten bis 15 Pf. nachgebend, spätere Termine unverändert. Preise unverändert. Jewürze: Gute Nachfrage bei teilweise etwas anziehenden Preisen. Schwarzer Lampong Pfeffer 65, schwarzer Tellicherry 74, weißer Muntok Pfeffer 81, weiller JavaMuntok Pfeffer 82, Muskalnüsse je nach Größe 190—230, Nuskaus ale 450—500, Janan Ingwer 175, Cerlon Kanchl Cassia vera 120—135 RM für 100 ka. Rest unRohkakao: Stetig,— bei unveränderten Preisen. „„halbfabrikate: Lebhaftes Bedartsge schäft. Preise unverändert. Rauhfutter: Ruhig. Unverändert. Magdeburger Zucker-Notierungen .M. jdeburg. 2o. Juni. Gemahl. Mehlis Juni 32.15+20+25, p„ 24 13„ 3/###. Tendenz: ruhig. Notierungen in RM für 50 kg Weillzucker(einschl. M 0.50 für Sack und 0 Verbrauchssteuer) brutto für netto ab Fabrikstelle Magdeburg und Umgebung, bei Mengen von mindestens 200 Zentnern, Magdeburger Zucker-Terminnotierungen Magdeburg. 29. Juni. Erste Ziffer Brief, zweile Geld: 3—s 360 Otich 3.%0 3.45. Auaust 3.70, 3.55, Leptember 70: Okt„„3.80, 3.50, November 3.80, 3.65, Dezem per 3.80, 3.70. Tendenz: ruhiger. Notierungen in RM für wicht: Ochsen: a) 45. b) 41. Bullen: a) 43. b) 39. Kühe: a) 43. b) 39. c) 33, d) 25. Färsen: a) 44. b) 40. Kälber: a) 56—60, b) 50—55 c) 42—50. d) 35—11. Schweine: a) 56½, b1) 55½ b2) 54½, c) 52½, d) 50½. Sauen: g1) 52½—55½, 82) 48—52½. Dulsburger Schlachtviehmarkt Duisburg, 29. Juni. Auftrieb: Rinder 158, Ochsen 16. Bullen 52, Kühe 73, Färsen(Kalbinnen) 17. Kälber 445. Schafe 9, Schweine 2784. Marktverlauf: Großvich und Schweine vertellt, bei Kälbern langsam. Bezahlt wurden ür 50 kg Lebendgewicht: Bullen: a) 43. b) 39. Kühe: a) 43. b) 39. c) 33. Färsen(Kalbinnen): a) 44. Kälber: a) 60—68, c) 42—48. d) 36—10 Schweine: a) 57, b) 56, b2) 55. c) 53. d) 51. gl) 56, g2) 53. Düsseldorfer Schlachtvichmarkt Düsseldorf, 29. Juni. Auftrieb: Rinder 119. Ochsen 26, Bullen 14. Kühe 64, Färsen(Kalbinnen) 15, Kälber 704, Schafe 4. Schweine 3092. Marktverlauf: Großvich und Schweine zugeleilt, bei Kälbern schlecht. Bezahlt wurden ." ks Lebendgewicht: Ochsen: a) 45, b) 41. Bullen: b) 35., Kon., a) 49. b) 39. c) 23, d) 25. Fürsen (Kalbinnen): a) 44. b) 40. c) 35. d) 28. Kälber: Sonderklasse 68—75, a) 58—62, b) 50—55, c) 43—43, d) 35—12 Schweine. a) 5., b 1) 56, b 2) 55, c) 53, d) 51, g 1) 54—56, S 2) 51—53. Kölner Schlachtviehmarkt po####r. sunl. Auftrieh: Rinder: 20. Ochsen 119, Bullen 29. Kühe 105. Färsen(Kalbinnen) 40, Kälber 1066, Schafe 4, Schweine 4979, Marktverlauf: Rinder und Schweine zuge., bei Kälbern ziemlich belebl. Bezahlt wurden für 50 Lebendgewicht: Ochsen a) 45. Bullen: a) 43. b) 39. Kühe: s„ 35, c) 33, d), 25. Fürsen: a) 44. Kälber: a) 56—68, b) 5—os. c) 45—53, d) 37—44. Schweine: a) 57, bi) 56, b2) 55. c) 53, d) 51, g1) 53—56, g2) 47—51. Frankfurter Schlachtviehmarkt " g r a n k f u r t, 2 5. J u n i. A u f t r i e b: R i n d e r 2 4 4, O c h s e n 1 6, Bullen 50, Kühe 138, Färsen(Kalbinnen) 40. Kälber 551, Schafe 11. Schweine 4123. Bezahlt wurden für 50 kg Lan. gewi„Ochsen u) 45. Bullen a) 43. Kühe a) 40—43, b 36—55. c) 28—33, d) 25. Färsen: a) 43—44. Kälber: „—6b b 94—60, c) 45—52. d) 38—44. Marktverlauf: Rinder und Schweine zugeteilt, bei Kalbern, Hammeln und Schale######## limmer: b2) 46—48. Schweine: a) 57, b) 56. b2) 55, c) 53, d) 51, g) 54—56, g2) 50—53. Husumer Marktbericht Husum, 29. Juni. Auftrieb: 3300 Stück Ferkel- und Jungschweine. Der Handel war langsam. Es kosteten: % Wachen„alte FFerkel. 15—18 RM., 6—8 Wochen alte 18—22 RM., über 8 Wochen alte 22—25 RM. das Stück ach Gewicht kosteten:..— 6 kostet 29. Juni. Im Siegerländer Erzbergbau ist im Mai eine nicht unerhebliche Fördersteigerung eingetreten. Es wurden bei 24 Arbeitstagen „ 9 Tonnen gefördert gegen 126 016 Tonnen im Vormonat bei gleicher Zahl der Arbeitstage. Der Absatz, der schon im April einen Mehrversand von 50 ks Weilzucker netto, einschl. Sack. frei Gaaschiffsats 1 Schweine am Markt. Hamburg. Getreidemärkte „acn Gewicht kosteten: leichte Ferkel 68—72 Pf., mittlere 65—68 Pf., schwere 60—65 Pf. das Pfund. Fette Schweine „beie Ware 51 Pf., mittlere 48—50 Pf., geringere 13—46 Pf., Sauen je nach Güte 43—48 Pf. das Pfund Lebendgewicht. In Kiel waren 2078, in Flensburg 1096 fette Anhaltend lebhafter Elsenmarkt Obwohl das Frühjahrsgeschäft sich dem Ende nähert. Ist die Geschäftstätigkeit am Eiseninlandsmarkt auch im Verlauf des Monats Juni recht lebhaft geblieben, und die Hamburger Cif-Notierungen für Getreide, Kleie und Saaten 2. Juni. Weizen: Manitoba I hard Atlantic gul 57½ Manitoba 1 Juli 5.50, Rosafé 79 kg Juni-Juli 5.40, Bs., uss0 80 ks Juni-Juli 5.30. Gerste: Plata 67-68 kg JuniJuli 3.30. Roggen: La Plata 71-73 kg Juni-Juli 3.15. Mais: La Plata schw. 3.12½. Juni 3.10. Juli 3.10. Aug. 3.10, Sept. ialfor Juli 3.05. Hafer: Plata Unclipped fag Juli 3.35. Plata clipped 51-52 kg Juni-Juli izenkleie: Pollards schw 92/6. Juni 92/6. Bran S.##uni 80/6. Leinsaat: La Plata 96 7 Juni 8.00. 00 gTidug s######ug. 12/17/6. Rombay Leinsaat 100% Juli-Aug. 132/7/6, Rapssaat Toria Juli-Aug. 12/13/9. " Borr.„-Fegu. Sie Stiex um 2ee Wralin auf 5955; die Vorräte gingen auf 40 017 t zurück. einem fast 1 268 821 Mark. auf Viehmärkte AUS SCHIFFAHRT UND SPEDITION Rotterdamer Frachtenmarkt Nachgebende Tendenz) Reichliches Leerraumangehof Wenn wir in unserem letzten Wochenendbericht darauf hinwiesen, daß Rotterdam von dem Antwerpener Streik nur wenig Vorteil gehabt habe und wahrscheinlich höchstens 50 Dampfer pro Woche mehr abzufertigen bekommen hätte, so wurde diese Annahine durch die Ziffern der letzten 8 Tage als richtig bewiesen. In der vergangenen Woche wurden nämlich in den Rotterdamer Häfen stalt ca. 300 Seedampfer, einschließllich Motorschiffen usw., die während der 3 Antwerpener Streikwochen gezanit werden konnten, nur 240 abgefertigt. Hierbei handelt es sich demnach nicht um einen Rückgang, sondern um einen mehr oder weniger normalen Verkehr. Ferner sind irgendwelche Gewinne infälge der in Kraft getretenen Tarifermäßligungen noch nicht zu verbuchen. so daß ungefähr das Bild wieder enstanden ist, das vor dem Antwerpener Streik zu beobachten war. Am Frachtenmarkte ging denn auch nur wenig um, indem tagläglich genügend bis reichlich Leerraum angeboten wurde, ohne daß alle Schiffe einigermaßen zufriedenstellend hätten untergebracht werden können, im Gegenteil mußten die Wartezeiten teilweise verlängert werden, was die Tendenz begreiflicherweise nachteilig beeinflußte. Die Schiffsgestellungsverträge, darüber dürfte kein Zweifel bestehen, haben sich, wenn der Umlang der angedienten Mengen auch bescheiden blieb, günstig ausgewirkt, denn durch sie war es möglich, eine mittelmäßlige Frachtbasis zu halten. Eine einheitliche Notierung kam an keinem einzigen Tage zustande, und eine genaue Feststellung, wenigstens eine zuverlässige über die erzielten Frachten wurde stark dadurch erschwert, daß Reedereiraum von solchen Firmen, die keine eigenen Transporte ab Rotterdam haben, mehr an den freien Markt gebracht worden ist, wie ferner das Austauschgeschäft lebhafter unter den verschiedenen Firmen war. Als Durchschnittssatz galt ein Preis von ca. 50 Cts. pro Tonne nach Mannheim mit den entsprechenden Zuschlägen nach Karlsruhe, Strabburg und nach den Mainstationen bis Aschaffenburg. Auch diese Notierung läßt erkennen, daß eine Ermäßigung der Frachten nicht verhindert werden konnte. Tatsächlich war die Tendenz meistens nachgebend und unfreundlich. was nicht zuletzt darauf zurückgeführt werden muß, daß die Holzmengen nicht wie erwartet, also keineswegs nach Wunsch eintreffen. Es wurden zwar bis einschließlich Samslag 19 Holzdampfer gelöscht, aber da andererseits die Erzzufuhr, die in der vorletzten Woche sehr günstig war. auf 19 zurückging. so wurde weniger Raum vom freien Markte benötigt und für den Oberrhein mehr Reedereiraum eingeteilt, der sonst wahrscheinlich für die Ausführung der Erzverfrachtungen benötigt worden wäre. Das Oberrhein-Geschäft läßt nach wie vor zu wünschen übrig. und nur schneller fallendes Wasser könnte zu der Hoffnung berechtigen, dasl höhere Preise durchzuholen sind, jedoch geslattet der Kauber Pegel augenblicklich eine volle Ausnutzung der Schiffe von solchen Kontraktfirmen, die hauptsächlich auch für die Abwicklung der Holztransporte sorgen müssen. Die Getreidezufuhr war mit nur 15 Dampfern höchstens mittelmäßig zu nennen und führte unter solchen Umständen nicht zu einer besseren Gesamtlage. Unzweifelhaft werden intensiv Verhandlungen von Rotterdam aus in dlie Wege geleitet, um zu einer Erhöhung des Gesamt Schiffahrtsverkehrs zu gelangen. Wenn die uns erteilten Auskünfte stimmen, so wurden bereits einige gute Ergebnisse erreicht, wobei eine sofortige Realisierung der Vereinbarungen nicht möglich sein soll sondern eine sukzessive Zuweisuns beabsichtigt ist. Letzteres ist deshalb ohne welteres erklärlich, weil es sich bekanntlich in erster Linie darum handelt. Antwerpener Mengen zurückzugewinnen, die indessen für bestimmte Termine festliegen. Die lustlose Tendenz am Oberrhein-Markt war schon vom ersten Tage der vergangenen Woche an am Niederrhein-Markt zu erkennen, aber es konnte, wenn auch mit einigen Schwie rigkeiten, bis Mitte der Woche eine Notierung von 25.30 Cis pro Tonne für Erz nach Duisburg gehalten werden. Wenn dieser Satz auch nach Mittwoch vorübergehend noch genannt wurde, so hatte dies nur noch wenig praktische Bedeutung, höchstens in Ausnahmefällen, denn bei Annahmen von Schiffsraum nach Stationen oberhalb Duisburg, beispielsweise nach Köln und Umgebung lagen die Frachtgebole relativ niedriger, während Freitags eine Ermäßigung unbedingt feststand. Erst wurde ein Nachlaß von Ets pro Tonne bewilligt, aber daß u. a. für Erz nach Duisburg 17½, 22½ Cis pro Tonne bei 4 bzw. 8 Löschtagen bezahlt worden sind, konnte kein Geheimnis bleiben, und dieser Preis dürfte sicherlich ab Freitag allgemein als Verhandlungsbasis gedient haben. Bei der erwähnten rückgängigen Erzzufunr war es für die Verlader leicht, in allen Größen Partikulier- und Reedereiraum zu chartern; auch hatten die Verlader, ähnlich wie beim Oberrhein, durchweg nennenswerten Eigenraum in Rotterdam zur Verfügung. Die Verfrachtungen nach Löschplätzen oberhalb Duisburg bis Köln hielten sich in mäßligen Grenze## Bei der holländischen Seehäfenpolitik fällt seit einigen Tagen noch die früher kaum gekannte intensive Werbung Amsterdams auf, wo eine Zusammenarbeit mit Rotterdam erstrebt werden soll. Jedenfalls ist die Tarif ermäßigung in Amsterdam definitit beSssen, und die Anträge, die zwecks Unterstützung und Verkehrserhöhung bei der Regierung im Haag eingereicht werden, stimmen fast genau mit denjenigen überein. die vor Monaten seitens Rotterdam dem Ministerium überreicht wurden. Inzwischen wird sogar seitens Amsterdam die von der deutschen Reichsregierung gehandhabte Hafenpolitik als vorbildlich anerkannt und vorgeschlagen, möglichst dasselbe System zur Anwendung zu bringen. Unumwunden geben die Redner zu, daß man es in Deutschland verstehe, notwendige Schritte mit der nötigen Eile zu unternehmen, während in den Niederlanden alles zu lange dauere, obwohl die Regierung anerkannt habe, die Häfen sel.0 g1. gröfter volkswirtschaftlicher Bedeutung für ganz Holland. Es zeigt sich hier, wie vorher schon auf anderen wirtschaftlichen Gebieten in den Niederlanden, das Leute, die zu Beginn der Machtübernahme Adolf Hitlers in Deutschland, von Amsterdam und Rotterdam aus nur die abwegigste Kritik übten, plötzlich zu Befolgern derselben Wege werden, wie sie in Deutschland schon lange bekannt sind. Ro. gehend, als Nachfolgen der Antwerpener Umleitung, noch 217 angetertigt werden. Es sieht zu erwarten, daß schon in der nachsten Woche der Ausgleich zwischen eintreffenden und ausgehenden Dampfern in Rotterdam wieder hergestellt sein wird. Ro Vereinheitlichung der Verkehrsstatistik „Die Revision der Rheinschiffahrtsakte, die am 1. Januar 1937 in Kraft treten wird, hat auch zu einer Vereinheitlichung der„Verkehrsstatistik geführt, indem beschloszen Rheinisch-Westfälische Börse zu Düsseldorf 2.. Juni. Die Börse eröffnete die neue Noche, bei ziemlicher Zurückhaltung auf fast allen Märk#g,#gger Anleihemarkt war vereinzelt etwas lebhafter. GegenSchluß war das Geschäft still und die Börse schloßl nicht ganz einheitlich, meist jedoch gut gehalten. Dortmunder Schlachtrichmarkt " eur„ 2m auftrieb: Grollvich 193, darunter: #.#9#5##"„Bullen 126 Künr, 18 Färsen. Kälber 580. afe 37. 2 Ziegen, Schweine 2645. Der Marktverlauf war bei Groflrich zugeteilt, bei Kälbern sehr schlecht, bei Schavo uc, Tchans Schweingn zugeleilt. Bezahlt wurden für Eg##cb, degwicnt:, Oggsen: a) 45. Rullen: a) 43. b) 39 Kohe; 2) 41.—49. b) 39. c) 33. d) 25. Färsen(Kalbin„ Kälber. a) 60—65, b) 54—59, c) 46—53, d) 28.—45. muunr: c 49—48, 1) 41—.—. 6) 3, Schweine: a) „„ o! 5.50, b 2) 51.50, c) 52.50, d) 50.50. g 1) 53 wreisc tor 3ash--52.5l., Die festgesetzien Preise sind MarktSesheoisten. C allerige Jd. 2ul. dir Preik berite 1704 c n Gewichlsverlust ain Umsstrsteuer und für den natdrEssener Schlachtriehmarkt ae Fgrahe#2###ri. Auftrieb: Rinder 1b). Ochsen 23. Bullen 29. Kühe 94, Färsen(Kalbinnen) 23, Kälber 742, Schafe 28, Berliner Produktenbericht Berlin, 29. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Am Getreidemarkt ist eine Entwicklung unverkennbar. Das Angebot war zwar nach wie vor gering, die Mühlen nahmen auch das vorhandene Material auf, doch konnte man die Nachtrage nicht als dringend bezeichnen. Allgemein erwartet er Markt die Bekanntgabe der Bestimmungen über die neue Getreideernte. Es dürfte sich hier vorher kaum noch nennenswertes Geschäft entwickeln. Dies um so weniger, als die Beslände der Landwirtschaft sehr gering sind Kontingentfreier Weizen sehlte fast völlig. In kontingenttreiem Roggen gingen Forderungen und Gehote zu weit auseinander. so daß Umsätze nicht getätigt werden konnten. In Weizen- und Roggenmehl wurde der laufende Bedarf gedeckt. Futterhafer und Futtergerste waren sch verwertbar. Futtermitlel lagen ruhig. Dies ist auf die glänzende Heuernte zurückzuführen. H. 29. 6. worden ist, das neue deutsche Güterverzeichnis vom neginn 1935 auf die Statistik der Zentralkommission für die Rheinschilfahrt zu übertragen. Im ganzen ist das deutsche Güterverzeichnis so übernommen worden, wie es in Deutschland angewandt wird. Lediglich einige Positionen weichen vom deutschen Verzeichnis ab. Das Verzeichnis der Güterarten für die Stalistik der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt ist bereits fertiggestellt in der Form, wie es ab 1. Januar 1937 in Anwendung kommen wird. Die Vereinheitlichung der Verkehrsstatistik unter Ueber nahme des gründlich durchgearbeiteten deutschen Verzeich nisses bedeutet eine wesentliche Vereinfachung des statistiscnen Verkehrs. Kommen doch für Zwecke der Zentralkommission demnächst nur noch 13 besondere Unterteilungen und einige Zusammenziehungen in Frage, während es bisher nocn 55 Unterteilungen und 30 Zusammenziehungen waren. Auch auf diesem Gebiete bedeutet die neue Rheinakte einen Fortschritt. Duisburg-Ruhrorter Schifferbörse Duisburg-Ruhrort, 29. Juni. Am Ruhrorter Frachtenwar mit Wochenbeginn für die Bergfahrt keinerlei Geschäft,„eshalb auch die Notierungen nicht genannt wurden. Nach Rotterdam war mittelmäßige Befrachtung mit Kanalvorlage bei weiter unveränderten Frachten Bergchie,„fallen aus, Talfrachten ab Rhein-Zechen-Häfen pach.„Rotte. ag 0.8., ab Rhem- und Ruhrhäfen nach Rotterdam 0.90, nach Antwerpen-Gent 1.20, nach Brüssel 1.40 und nach Lüttich 1.80 RM, ab Rhein-Herne-Kanal nach Rotterdam 1.10, nach Antwerpen-Gent 1.40, nach Brüssel 1.60, und nach Lüttich 2.00 RM, einschließlich Schleppen. Schlepplöhne ab Rhein- und Ruhr-Häfen nach MainzGustavsburg 0.80—0.90 und nach Mannheim 0.90—1.00 RM. Rotterdamer Hafenverkehr In der vergangenen Woche sind in Rotterdam 240 Seeschiffe, einschließllich Motorboote usw. eingetroffen, darunter führend unter deutscher Flagge 75 Die sonstige Flaggenverteilung war wie folgt: 59 holländisch, 33 englisch, 9 französisch. 7 griechisch, s italienisch, 16 norwegisch, 12 schwedisch usw.— Beladen waren die Dampfer wie folgt: 106 mit Stückgütern, 15 mit Getreide, leilweise mit deutschem und für Deutschland bestimmtes Getreide. 19 mit Holz, hauptsächlich für Deutschland bestimmt, 19 mit Erz für die rheinisch-westfälische Hüttenndustrie, 2 mit Phosphat usw. Ausklariert wurden 277 Dampfer, darunter ebenfalls führend unter deutscher Flagge 83. Des weiteren 68 holländische, 32 englische, 12 französische. 9 italienische, 19 norwegische. 20 schwedische usw. Die schwedischen Dampfer entfallen fast durchweg ebenfalls auf deutsche Ladungen, genn sie brachten meistens Erz für die rheinisch-weslfälische Hüttenindustrie an. Es handelt sich hierbei um Mengen, welche seitens des Grängesberg-Erzkonzern selbst, harptsächlich mit eigenen Schiffen nach Rotterdam verfrachtet werden auf Grund der speziellen Lieferungskontrakte.— Beladen waren die ausgehenden Dampfer wie folgt: 147 mit Stückgut, 44 mit Kohlen, hauptsächlich mit deutschen Exportkohlen, 5 mil Thomasmehl, 9 mit Sand usw.— In Rotterdam liegt nur noch ein holländischer Seedampfer auf. Aus obigen Ziffern geht ebenfalls hervor, daß der Hüterverkehr nach Beendigung des Antwerpener Streiks in Rotterdam sofort nachgelassen hat, denn während eintreffend nur 240 Dampfer gemeldet eind, konnten ausTemperatur +18 +14 Ort Pegelstand Rheinfelden 343+ 3 Breisach 264— 4 Straßburg 365+ 3 Kchl 365+ 3 Maxau 528+ 2 Mannheim 443+ 2 Mainz 171+ 4 Bingen 258— 6 Caub 253+ 7 Koblenz 278+ 5 Köln 270— 3 Düsseldorf 205— 5 Duisburg 103— 2 Ruhrort 127— 3 Wesel 108— 5 mmerich 237— Thiel 289 Nebentlüsse: ohr(Main) 130— 8 Ims(Lahn) 112 Trier(Mosel) 72+13 Mülheim(Ruhr) 133— 4 Ruhrschl. Duisb. 447— 4 (Unterwasser) Weserwasserstände Bremen, 29. Juni. Hann.-Münden 1.35+5 12+6. Hameln 1.42— 4, Minden 1.87—1. Elbewasserstände „„Hamburs., 29,, Jum. Dresgen+1.46, Wittenberg 12.44, Magdeburg+1.48, Tangermünde+2.25. Oderwasserstände broch:*:* gostrin. 2e Panie ser 968, Peselbaum. Wetter still, Nebel still, hell Südwest, bedeckt Nordost, hell Ost. hell Nord, hell Südwest, hell Südost, hell Südost, hell Südost, hell Südost, hell Ost. hell Süd, hell West, bedeckt Nordost, hell Festverzinsliche Werte: Duisburg 1926 Dulsburg 1928 Essen 1926. Ag 19 Oberhausen 1927 Rheinprov Ldsbk G Pfdbr. S dto Kom A. 4 Ot. Kom Sammelabl Anl. R. 2 dto. ohne Auslosung Rh. Westf Bod Cr G IIyp. R. 1 dto. R. 11 dto Kom. 1926 R. 4-6 Westd. Bod. Cr. G. 24-26 dto. Kom Em 4. 8. Di Schiffskr G. Pfdbr R. 6 Aktien: Bösperde Walz Bonner Bergw u. Hüttenverein Braunkohle Zukunft Dahlbusch dto Vorz Dorstener Eiseng Gerresheim Glas allesche Salz Köln Gummifäden Königsbrauerei Duisburg Rheinische Energie Schlegel Scharnens. Ver Rumpuswerke Waggon Uerdingen Dortmunder Aktienbrauerei Dortmunder Ritterbrauerei Dortmunder Unionbrauerei 29. 6. 91 G 91 G 92¼ G 96½ G. 94½ G 136 7/ G 29¾ G. 970. 101⅞ 95 G 96 ½ 94 G. 95¼ G. 144 G. 137 151 G. 101½ 145 52 B. 120 B. 140 G. 88 G. 185 B. 119 G. 26. 6. 91¼ G. 91¼ G. 92•0. 96½ G. 94½ G. 156¾ G. 30 G 970. 101 ½ 95 G. 96½ 0 94(I. 95¼ G. 120 G. 143½ G. 137 G 12914 150 G. 100⅝ 141⅞ 125 G. 119 G. 140 68 G. 164 ¾ 116½ 205 G. Weizen trei Berlin Roggen frei Berlin Braugerste gute frei Berlin Wintergerste, zweizeilig tkrei Berlin Wintergerste, vierzeilig krei Berlin Hlafer ab Station Weizenmehl PreisgebietV Rosgenmehl PreisgebietV* Weizenkleie Roggenkleie„ Vikte riaerbsen Kleine Speiseerbsen Fullererbsen Peluschken Ackerbohnen Wicken, deutsche Lupinen, blaue Lupinen, geine Seradella, neue Leinkuchen Basis 37% Erdnufik Bas 50% ab Hbg Erdnußlkuchenmehl deutsche Mahlung Trockenschnitzel Sojabohnenschrot 46% ab Hamburg Sojabohnenschrot 46% ab Steitin Kartoflelflocken, waggonfrei Stolp Kartoffelflocken Parität Berlin Tolegrachische Auszahlung am 29. Juni 1936 Argentinien Belglen Brasillen Bulgarten Dänemark England Hentige Vot JeinH 91 □ Vorige Jeld Brief Pap 1’ese 100 Belga 1 Milrei100 Leva 100 Kronen 1 Pfund Karlshafen Finnland 100 finn! M Frankreich Holland Island Ita!“ Japai Jugoelawien Lettland Norwegen Oesterreich Portuan! Schweden Schweiz Spanien 100 Prcs 100 Gulden 100 Isl Kr 100 Lire 1 Ven 100 Dinar 100 Latis 100 Kronen 100 Schilling 100 Escudo 100 Kronen 100 Franken 100 Peseten Tachechoslowakei 100 Kr Ungarn 100 Pengö V. St. v. Ameriks 1 Dollar 0.676 41.96 0.139 2 047 55.66 12.465 5.405 16.44 168.97 55.91 19.53 0.728 5.654 80.92 62.65 48.95 11.33 64.28 81.20 34.03 10.30 2.482 Berliner Metallmarkt Berlin, 29. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Noch am Sonnabend trat die KP. 156 in Kraft, die die Preise für Kupfer und Rotguß um 0.50 RM. für Bronze um 0.25 RM erhöhle.„# heulige Kr. 157 senkte die Preise für Kupfer um 0.25, k#r Bronze um 3.50, für Reinzinn und Banka um ##7 RA. Gegen Freitag lag heute Diedel-Notiz mit 0.25 RM höher auf 53.— RM. Feinsilber blieb gegen Freitag unverandert.— Am Terminmarkt erfuhr die Kupfernotierung eine Erhöhung um 0.25 RM.— Zurückhaltend gedrückt eröttn## S t108## Mara. Unsicher und gedrückt eröffnete Zinn, erholte sich aber gegen Schluß bin 2ac sur seini, notier,e„Zina. Auf inländisches Angebot hin gab Silber nach. Blei hatte ruhige Haltung.—ck. Del-Notis Elektrolytkupfer(wireb.) prompt cif Hamburg. Bremen oder Rotterdam Berliner Metalle Orig. Hütten-Aluminium 98—99% In Blöcken. Walz- od. Drahtbarr Orig. Hütten Aluminium In Walz- od Drahtbarren Reinnickel 98—99 0 Antimon Regulus Silber in Barren ca 900 f. kg. Gold Freiverkehr per 10 g Platin Preiverkehr 1a Amtl. Preisfestsetzung für Kupfer, Blei und Zink (Reichsmark per 100 kg) Finanzanzeigen der„Wealällsck Pern, Aklengeselt Actien- Gesellschaft: hein. Allsemeine VersicherungA *„ Oienstag, den 20. Juni 1936 Sieleierstünde V. S Gedanken aus Hans Grimms Schicksalsbuch (c „Tolk ohne Raum Zum 10. Jahrestag seines Erscheinens im Juni 1936 " Wir erweisen unsere Leser auf die an anderer Stelle dieser Ausgabe erschienene Besprechung des Dichtertages in Lippoldsberg, bei der Haus Grimm eingehend gewürdigt wird. Was heißt leben, Freund? Es lebt der Sieche und lebt der Dieb und lebt das Gewürm, das einander frißt, aber der deutsche Mensch braucht Raum um sich und Sonne über sich und Freiheit in sich, um gut und schön zu werden. Soll er bald zwei Jahrtausende umsonst darauf gehofft haben? Und wenn du gerade und adlig zu sein vermagst von Körper und Sinn, und wenn deine Kinder noch nicht kranke Krüppel und verstohlene Diebe geworden sind, ist das dein Verdienst? Schau um dich, schau vor dich und bedenke die Enkel und Neugeborenen! Es gibt eine Sklavennot der Enge, daraus unverzwungene Leiber und Seelen nie mehr wachsen können. Ich aber, mein Freund, ich weiß, daß meine Kinder und mein Geschlecht und das deutsche Volk ein und dasselbe sind und ein Schicksal tragen müssen. * Teilt die Welt auf nach Kopfzahl und Leistungsfähigkeit, danach ist jeder Friede möglich. Wenn solches endlich geschieht, ist auch kein Kämpfer des schweren, furchtbaren Krieges umsonst gefallen, dann sind alle für neues Menschenland gestorben. * Vielleicht ist es nur Drang nach Raum und Sonne, danach die Deutschen den langen Weg von den Teutonen an über die Hohenstaufen herlaufen. Vielleicht müssen immer wieder ein paar Deutsche Raum und Sonne erfahren, da mit die Verkündigung niemals aufhört. * Der Gradmesser für die Leistungen einer Truppe ist der Wille des Führers. Seine Einwirkung auf die seelische Spannkraft vermag auch körperliche Unzulänglichkeit auszugleichen und die allgemeine Leistungsfähigkeit über das gewöhnliche Maß hinaus zu erhöhen. Ohne Rücksichtslosigkeit, die im Hinblick auf das Gemeinwohl und auf das Ziel sich im einzelnen Fall bis zur Härte steigern muß, wird kein Führer vermögen, seinen Einfluß zur vollen Geltung zu bringen. Es bedarf dazu des Einsatzes des Temperamentes und der Person, um schwache Gemüter in der Bedrängnis auf zurichten und der Truppe auch bei Ueberspan nung ihres Widerstandsvermögens den Geist des Willens und der Zuversicht zu erhalten. * In erster Linie die größte Selbstachtung. Nichts Gemeines tun, Leib und Seele reinhalten. Sich stets beherrschen; selbstlos, heiter und mutig sein. Sich sagen, daß eine grade, aufrechte Haltung auch die Aeußerung einer graden, aufrechten Seele ist. Sich an einfachen Dingen erfreuen; nichts Unmögliches verlangen; an ein erreichbares Ziel aber Geduld, Ausdauer, gesammelten Willen wenden. Bleibe nie im Schmutz. Auch der Beste kann gelegentlich hineingeraten, aber darin zu bleiben braucht niemand. Der Federnhur Von Julius Jerzer Es war am Tage Christi Himmelfahrt des Jahres 1620, als die aufständischen Bauern des oberösterreichischen„Landls“ den verhaßten Statthalter Herberstorf bei Peuerbach schlugen. Um zwei Uhr nachmittags war der Statthalter von Waizenkirchen her mit seinen Kroaten und sonstigen Kriegsknechten angerückt, war in die Mulde der Ledererwiese vor Peuerbach eingebogen, nicht ahnend, daß er geradeswegs in die Falle ging. Denn kaum drangen seine Kroaten zum Angriff vor, so regte es sich rechts und links von den dunklen Schwärmen der Bauern, die sich im jungen Korn, im frischen Laubwerk des Nußbaumwäldchens in der gedeckten Biegung des Tales verborgen gehalten hatten. Todesmutig brachen sie vor und bald stoben Reiter und Fußvolk vor den hageldichten Streichen ihrer eisenbeschlagenen Prügel zu entsetzter Flucht auseinander. Der Statthalter ritt zwei Pferde zuschanden, bis ihn endlich das dritte durch das hastig geöffnete Stadttor von Linz in Sicherheit brachte. Die Bauern, von der Verfolgung, zu der sie den Fliehenden todbringend nachgestoßen waren, zurückkehrend, sahen sich als Herren des zertretenen Schlachtfeldes. Gleichsam klagend hielt der Boden die achtlos hin und wider taumelnden Spuren der Streitenden fest. Trümmer von Waffen, Fetzen zerrissener Fahnen entstellten ihn. Da waren, aus ihrer Lage gebracht und hilflos verschoben, die Kanonen des Statthalters müßige Zuschauer nur des Kampfes, da die Bauern, die sie heranbringen sollten, gleich zu Anfang des Treffens die Stränge der Gespanne durchgeschnitten hatten. Da war auch die Kalesche des Henkers, der den Statthalter auf seinem übermütigen Feldzug begleiten mußte, um an den Rebellen nach ihrer vermeintlichen Niederlage ein schnelles Gericht zu üben. Die Stricke und Haken, deren er sich bedienen sollte, fanden sich noch, aber der Henker war auf eilig ausgespanntem Wagenpferde entritten und die Aeste der Bäume, die den Weg seiner Flucht überschatteten, griffen frei und unbeugsam in die Höhe und weigerIn#ch der ihnen zugedachten schmählichen Last. Verwundete stöhnten, Tote lagen umher Man ging daran, an Waffen und Rüstungsstücken zu sammeln, was etwa tauglich sein mochte zu weiterem Widerstand. Denn an Waffen und Kriegszeug gebrach es den Bauern von Anfang an, sie hatten nicht genug Eisen, ihren Mut damit zu bewehren. So ging es ans Beutemachen. Sie hielten auch darin auf eine gewisse Ordnung, daß nichts zerstreut und verwüstet werde. Zuerst ward das feindliche Pulver samt den Lunten und Kugeln beiseite gebracht; der Statthalter hatte nicht weniger als zwei Wagen dieser köstlichen Gottesgabe mitzunehmen vergessen. Dann schickte man die Buben über das ganze Feld, die mußten nach verschossenen Kugeln suchen, jedes zerrissene Bandelier und jeden zersplitterten Degen sorgsam zusammentragen. Denn so offenbar' die Niederlage des Statthalters sein mochte, so hatten doch die Bauern ein dunkles Gefühl, daß der Kampf noch lange dauern konnte und daß das Schlimmste noch nicht überstanden war. Da hieß es gerüstet sein. Sie standen am Anfang, den hatten sie nun gemacht. Und alles war gut gegangen. Gott war auf ihrer Seite. Nur durften sie keinen eisernen Splitter verlieren von ihrem Sieg, denn wer konnte sagen, ob sie nicht später einmal auf jeden halb zerbrochenen Büchsen lauf noch anstehen würden? In der Mitte des Feldes hatte sich eine Gruppe berittener Bauern gesammelt, zu welcher dann und wann ein weiterer stieß, sowie er von der Verfolgung des Gegners, zu weilen ein Beutestück tragend und es den übri gen weisend, zurückkehrte. Zuweilen löste sich auch einer von der Gruppe und ritt langsam prüfend, da und dort Weisungen gebend, über das Feld. Es waren offenbar die Führer oder doch die angesehensten, die gewichtigsten Män ner, die sich hier, auf ihren kräftigen Ackergäulen schwankend, zu Beratung und Umblick vereinigt hatten. Bei ihnen trug man das verstreute Gut des Schlachtfeldes zusammen. An ihrer Seite, fast von den gewaltigen Hufen der Gäule gestreift, wuchs der Haufen aus Spießen, Hellebarden und Pulverflaschen empor. Zuweilen wies einer nach diesem und jenem Stück, ließ es sich wohl auch reichen und nickte, wenn er es tauglich fand. Da geschah es, daß ein Knabe an sie herandrängte, der trug in seiner Hand ein seltsames Ding. Zum mindesten mußte es den Berittenen seltsam erscheinen. Denn als der Knabe rufend herbeilief, löste sich ihre Gruppe und bildete einen halben Kreis und alle sahen auf den Gegenstand, den der Knabe zeigte. Und doch war es keine Waffe, überhaupt nichts eigentlich Kriegerisches. Eher ein Ding des Friedens, zum Stolzieren mit vornehmen Damen oder zu fröhlichem Ritt. Es war ein Hut, ein schwarzer Samthut mit breiter Krempe und mit zwei wallenden Straußenfedern, einer weißen und einer blauen. Ein Federnhut. Ein feines, ein adeliges Ding; denn wer hätte je gehört und gesehen, daß ein Bauer ein solches Ding auch nur berührt hätte? Für die war ein durchlöcherter Filzhut eben vornehm genug. Einen Federnhut, den trugen die großen Hanen, vor dem bückte man sich, vor dem stand man mit gekrümmtem Rücken und klemmte den Filz, den man schon von weitem abgenommen hatte, in die bittenden Hände. Der Federnhut rückte sich vor dem Bauern nie, der saß fest auf einer stolzen Stirne und winkte bestenalls gnädig schwankend auf ihn herab. Und nun hatte er sich doch gerückt, der Samthut mit den mächtig nickenden weißen und blauen Federn. Nicht nur gerückt, man hatte ihn sogar abgenommen, tief abgenommen, tief bis zum Boden. So tief, daß er über eine vermooste Bauernwiese im Winde rollte. Ganz freiwillig war es freilich nicht geschehen, daß Stille Wasser Aufnahme: Peterssen. man ihn lüftete. Um die ganze Wahrheit zu sagen, man hatte ihn mit dem Prügel herabgeschlagen, den Federnhut. Die Bauern schwiegen. Sie waren etwas betreten über den Fund des Knaben. Mag sein, sie wußten erst jetzt, was sie heute gewagt hatten. Das war keine kleine Sache. Sie würden damit noch zu schaffen haben. Sie hatten viele und große Gegner. Die ganze Vergangenheit hatten sie gegen sich. Das Herkommen mußten sie brechen. Es war bisher im Lande nicht üblich gewesen, Federnhüte über den Boden zu rollen. Um den Bann des Schweigens zu lösen, wagte einer die Frage:„Wer mag ihn verloren haben?“ Da fielen die andern ein, Gelächter entstand, die Bedenken waren vergessen. „Schade, daß er nicht vom Statthalter Adam ein kann, der trug eine Eisenhaube. Wir wollten ihn sonst an den Galgen hängen.“„Nein, an die Linde auf dem Haushamerfelde, wo er im vorigen Mai das Blutgericht hielt.“„Et gehört wohl seinem Vetter, dem Obersten mit der weiten Tasche, in die so viel Geld hineingeht.“„Nein, dem Kroatenhauptmann, das ist einer vom Adel.“ Da richtete sich ein Mann aus der Mitte der Gruppe im Sattel auf, die Wucht des Leibes gegen den Himmel hebend. Ein dunkler Bart umschattete sein Gesicht. In seinen Augen glomm verächtliches Feuer.„Was schwätzt ihr, von wem der Hut ist? Als käme es darauf an! Wir werden ihn niemand nachtragen. Mag ihn sich holen, wer ihn verloren hat. Doch danach wird es keinen gelüsten. So sucht euch lieber das Haupt, das ihn fürderhin tragen soll.“ Da riß Christoph Zeller, der Wirt aus St. Agatha, der die Ehre des Tages gewonnen hatte, den Hut aus den Händen des Knaben. Die Federn schwankten wie Fahnen. Dann reichte er ihn behend dem Bärtigen hin:„Da, nimm! Du, Steffel Fadinger, sollst unser Hauptmann sein!“ udue. an, elsgenrärigen, getchrliche Kansiähfete, Ganchte ut Zue Sceieche. atea er te tes. gg Roman von Martin Luserke Copyright Ludwig Voggenreiter, Verlag. Potsdam 30. Fortsetzung Sie sahen, wie der Hafenwächter draußen unter dem Fensterchen, durch dessen Ladenritze der junge Geuse spähte, mit eifriger Beflissenheit grüßte. Der alte Herr hob die Krücke zum Dank. Hasko sah eine lange, sehnige Hand. Sie verursachte ihm, ohne daß er wußte warum, ein Unbehagen. Als das Boot schon in den Hafen hineingeglitten war, richtete der große Hund sich plötzlich mit gesträubten Nackenhaaren auf und witterte in der Richtung auf das Windenhäuschen zurück. Der alte Ratsherr blickte forschend empor, und einen Augenblick sah Hasko zwei weit auseinander liegende helle Augen auf den Fensterspalt gerichtet, hinter dem er stand. „Junge, dieses Wrack von einem Erzvater auf der Salzinsel, das ist unser Mann“, flüsterte Jan van Troyen wie begeistert hinter Hasko. Der konnte den Freund nicht verstehen. „Was, Mac?“ puffte Jan den schweigsamen Schotten,„der Kleine soll morgen seiner Tochter das Leben retten oder sich sonst auf eine geschickte Art in das Salzkontor auf der Insel machen. Schau nicht wie die Kuh, wenn man ihr einen Blumenstrauß hinhält! Du mußt auch dies Handwerk für den großen Orlog lernen!“ Der Regen hatte mittlerweile aufgehört. Draußen war es jetzt heller, und in dem engen Stübchen bei dem großen Maschinenwerk schien sich das Dunkel drohend zusammenzuziehen. Es Lauschen in der Luft. „Es ist gerade noch Zeit, zu gehen“, sagte Mac plötzlich mit der kehligen Stimme, die er jedesmal hatte, wenn das schottische Gesicht über ihn kam. Jan van Troyen verdeckte mit seiner riesenhaften Gestalt die ganze Türöffnung. Hasko spürte, daß alle Lässigkeit plötzlich aus dem alten Bären gewichen war. „Laß deinen Degen eingewickelt, Kleiner", raunte er zurück.„Wir sind doch man bloß drei arbeitslose Schiffsleute aus Oldersum. Und nun paß gut auf mich und Mac, daß du das Handwerk lernst! Von Bord, Leute!“ Sie verließen das Windenhäuschen so leise, daß die beiden Hafenwärter nichts bemerkten, die immer noch dem Boot vom Salzkontor nachschauten. Hasko fiel auf, daß jetzt der gelbe Schein einer Laterne, die vorher nicht ausgehangen hatte, auf der Hafenseite um die Balkenköpfe spielte. Sie schritten schon halbwegs auf dem Bohlenweg dem Ufer zu, als sich die Hafenwärter plötzlich nach ihnen umschauten. Jan mußte es mit seinem Rücken gesehen haben, denn er drehte sich sofort um und winkte lässig zurück.„Und jetzt mit ruhigem Schritt immer voraus“, brummte er den Freunden dabei zu. Sie schritten auf dem hallenden Bohlengang, der nach dem Strom hin ein Geländer hatte. Hasko ging etwas voraus auf der ungeschützten Hafenseite. Seitlich und etwas hinter ihm trottete Jan van Troyen mit langen, weichen Schritten, jetzt völlig wie ein Bär.„Wer sich nur einmal umsieht, fliegt von einem Hochländertritt ins Wasser", fistelte Mac, der steifbeinig den Beschluß machte. Hasko fühlte, daß es eine Männerprobe war, diesen langen Steg im Halbdunkel unbekümmert bis ans Ufer zu gehen. Fünfzig Schritt vor ihnen, wo eine Holztreppe von der Hafensperre zum Uferwall ihren Partisanen auf. Die drei Freunde schrit ten unbekümmert weiter. Fünf Männer sperrten da vorn den Bohlensteg, ein Stück von der Treppe weg. Hasko merkte mit wilder Erregung, daß sie alle drei unwillkürlich in den gleichen Schritt fielen, nachdem Jan van Troyen jetzt begonnen hatte, lauter aufzutreten. „Ich besorge schon das Reden, Kleiner", brummte er. Trapp, trapp hallten die Schritte auf dem Bohlengang. Stracks voran gingen die drei. Die Wächter rückten nach der Geländerseite zusammen. „Heda, Leute“, räusperte sich der schnauzbärtige Anführer und setzte den Fuß vor, um in die Mitte des Ganges zu treten,„seid ihr die drei Wassergeusen?“ „Wat schalln wi för Güsen(Gänse) sin?“ lachte Jan van Troyen ihm dreist ins Gesicht. Und dann lachte er immer lauter und schallender weiter. Aber dies Lachen war so merkwürdig, daß die Stadtwächter scheu auf ihn blickten. Der Anführer riß seinen Fuß noch gerade unter dem schweren Tritt Jans weg und drückte sich ärgerlich gegen seine Leute. Trapp, trapp gingen sie, ohne sich umzusehen, an den fünf Bewaffneten vorbei und gelangten unangefochten auch noch die Holztreppe hinab. „Beschädigt doch das schöne Stück Zimmermannsarbeit nicht", sagte Mac, als sie die Treppenleiter losrissen. Der Schotte trug sie über die Ufergasse und lehnte sie ordentlich an die Wand des nächsten Hauses. Oben auf der Laufbrücke erschienen jetzt die Wächter und begannen zornig hinter ihnen herzuschimpfen, als die drei im Schatten der nächsten Gasse verschwanden. Vor der letzten Abendhelligkeit im Westen stieg der Dampf aus den Sudhäusern von Nesserland hoch empor und neigte sich schräg über den Strom hinter ihnen her. * An diesem düsteren Novembernachmittag Gang des Schlosses in Brüssel von seinem Beichtvater, einem müde und kalt blickenden Geistlichen, einen merkwürdig gezackten Schlüssel geben lassen.„Ihr meint ernstlich, daß es nicht gegen die heilige Lehre der Kirche verstößt, sich auch verwerflicher Mittel gegen die Ketzer zu bedienen?“ fragte er lauernd. Der andere machte nur eine abweisende Gebärde Nachdem sich der Herzog in dem verrufenen Tapetenzimmer eingeschlossen hatte, fand er sich mit tiefem Unbehagen im Dämmerlicht durch drei verschmutzte schmale Fenster allein. Von einer unbekannten, totenstillen Rückseite aller Welt her schienen diese Oeffnungen ihr Licht zu erhalten. Der kleine Raum war verstaubt. Ein so tiefes Schweigen herrschte hier, daß man hinter den Wandbespannungen zuweilen den Sand aus dem Mörtel herabrieseln hörte. Alba trat auf den Zehenspitzen an eine Seitenwand. An der Wand gegenüber war die verblaßte Bildwebearbeit auf der Tapete nur noch ein fast unkenntliches Durcheinander von Schattenflächen. Der Wandteppich stellte die Krönung eines Burgunderkönigs dar. Dies war das Bild, von dem unter den Leuten geflüstert wurde, es enthalte Albas Teufel. Abenteuerliche Gerüchte können einen Menschen überspinnen, bis er sie eines Tages selber als Andeutung noch abenteuerlicherer Tatsachen zu entdecken meint. Daß der Herzog Alba im Felde noch niemals besiegt worden war, führten die abergläubischen Soldaten und Bauern auf die dienspare Mitwirkung eines Teufels zurück, und Alba fand den Höllenschimmer um seine Gestalt oft als sehr nützlich. Aber in den letzen Jahren zog sich die Niederwerfung des ketzerischen Aufruhrs in den Niederlanden quälend hin. Alba erzwang dauernd Siege und Erfolge, konnte aber den Auftrag seines Königs doch nicht ausführen. fah und saate mit kalter, brüchiger Stimme in die Stille hinein, als hörte ihm jemand in dem Bildgewebe gegenuber zu.„Ich muß gegen Emden rüsten lassen“, sagte er,„wie stark ist die Besatzung?“ Ha, da war es wieder! Eine der unscheinbaren grauen Gestalten in dem Tapetenbild schien sich etwas zu verschieben. Und plötzlich wehte eine körperliche Stimme von der Wand herüber:„Du ungehorsamer Hund wirst deinen stinkenden Soldatenehrgeiz bezähmen müssen. Emden darf nicht angegriffen werden!“ Der Herzog verschränkte die Arme auf dem Rücken, und lehnte sich hochmütig aufgerichtet gegen die Wand.„Wenn die Wege im Winter hart gefroren sind, werde ich marschieren", drohte er. Aber aus dem Bild wehte nur ein leises, grausiges Lachen herüber. „Es wird regnen“, sagte die Stimme. „Fässer um Fässer voll wird es regnen!“ ..De.„Herzog hatte sich jetzt vorgebeugt. Seine Augen sprühten in grausamem Zorn. „Ja, das ist eure Tücke“, schalt er.„Wenn alles so weit ist, daß wir ganz von eurer Hilfe abhängen, genau dann zieht ihr euch zurück! Jetzt wollen die Piratenschiffe in Emden überwintern. Ostfriesland ist allezeit heimlich auf seiten der Rebellen. Ein Sturm aller ketzerischen Nordvölker gegen uns bereitet sich vor, und du kalter Schatten willst mich hindern loszuschlagen, ehe es zu spät ist?“ Es war dunkler geworden im Zimmer. „Sprich doch lauter“, schrie Alba,„ich kann nicht verstehen, was du aus deiner staubigen Finsternis heraus sagst.“ Aber die Stimme hauchte nur ganz leise: Du alberner Eisenfresser, ahnst du denn gar nicht, daß immerfort schon eine dritte Macht im Dunkeln weithin aufmarschiert gegen die Anmaßung der verfluchten Nordleute mit ihrem Gespenst der Freiheit?“ (Fortsetzung folgt). Zeichnungen: Jansen Roman von Hans Rabl Verlest bei Carl-Duncker-Verlag. Berlin 8. Fortsetzung. Friedrich verstaute die Zigarre in den anderen Mundwinkel und reichte Möbius die Hand.„In jedem Fall empfehle ich Ihnen Vorsicht,“ sagte er.„Ich ahne nicht, was eigentlich mit Ihnen los ist— aber Vorsicht und Geduld sind immer gute Dinge.“ Als Möbius davonsauste sah der Kommissar ihm eine kleine Weile nach. Dann schüttelte er den Kopf und wandte sich gleichfalls um. Er versuchte zusammenzuzählen, was er alles noch an diesem schon ziemlich angebrochenen Tag vor sich hatte. Die Finger einer Hand reichten nicht dazu. Seufzend ging er davon. * Möbius ging einen Tag lang mit schwerem Kopf herum. Er wußte nicht, was er tun sollte. Er sah ein, daß es schwer, ja unmöglich war, seinen Ideen Unterstützung zu verschaffen, da er sie ja durch nichts beweisen konnte und sie nur dazu gut waren, alles bisher Zusammengetragene umzuwerfen. Er wußte aber auch, ja, das wußte er ganz genau, daß es ihm unmöglich war, tatenlos zuzusehen, wie Inge Hillger unschuldig verurteilt wurde. Er prüfte sich genau, er nahm jede Falte seines nneren auseinander und besah sie sich eingehend: er war wirklich und wahrhaftig in dieses Mädchen nicht verliebt. Er wollte nichts von ihr. Es lag ihm ganz fern, sich von ihr etwa als Held und Retter bewundern und lieben zu lassen; im Gegenteil, sollte es ihm gelingen, sie herauszuhauen, so würde er froh sein, wenn sie gar nichts von seinem Tun erführe als einzig das Resultat. Er dachte daran, wie viele Protokolle er in seinem Leben schon geschrieben hatte, an die er sich nicht mehr erinnerte; aber dieser Fall, dieser eine Fall, der ihn gepackt hielt und nicht mehr entließ, dieser Fall mußte durchgefochten werden: er sah keine Möglichkeit, sein Amt weiter richtig und ordentlich zu versehen, wenn er nicht, jetzt und hier und an diesem einen Punkt für sich privatim die Gewißheit bekam, daß es in diesem Hause um das Recht allein ging und um nichts sonst. Dies gedacht, erschrak Möbius heftig. Wie sollte er das machen? Er war ja kein grüner Junge mehr, er glaubte nicht an die schönen Geschichten, in denen Sherlock Holmes mit einer Pfeife am Feuer sitzt und im Umsehen, aus logischem Denken heraus, die schwierigsten Probleme kleinkriegt. Er wußte, so war das nicht. Er wußte welche Unmenge von Klein arbeit dazu gehörte, einen Verbrecher zu über führen— wenn er nicht so freundlich war, zu gestehen und auf diese Weise der Polize wenigstens einen Teil ihrer Arbeit abzunehmen. Und wie sollte er, Möbius, kleiner Justizangestellter, diese Arbeit erledigen, die sonst nur das Aufgebot der gigantischen Staatsmaschinerie schaffte? Möbius schüttelte den Kopf. Er wurde, und er spürte es fast körperlich, störrisch wie ein Maulesel. Auf irgendeine Art mußte er es schaffen— er konnte sein bisheriges friedliches Leben nicht weiterführen, ehe er es nicht geschafft hätte. Er mußte die Dinge selbst in die Hand nehmen— und irgendein Wunder mußte geschehen, um ihm zu helfen. Möbius setzte sich und begann zu überlegen Es war, dachte er, einmal völlig klar, daß die Polizei, wie sie es zu tun pflegte, jeden Winkel in der Neuen Grünstraße um und um besehen hatte. Dort konnte nichts Wichtiges zu finden sein. Ueberdies— wenn die Hillger wirklich jemand deckte, mit dem eigenen schmalen Körper, dann mußte dieser Jemand nicht im Umkreis des toten Herrn Krause zu finden sein, sondern in dem des Mädchens. Hier mußte man einhaken. Möbius fragte sich, wer wohl über ein sehr einsames Mädchen in einer Großstadt Bescheid wissen könne; er erinnerte ich, daß er hatte sagen hören, möblierte Zimmerwirtinnen wüßten über ihre Mieter tets alles und noch ein bißchen mehr. Er bechloß, die Wirtin der Hillger aufzusuchen und auszufragen. Er hatte zwar mit Zimmerwirtinnen keinerlei Erfahrung, aber er meinte, ertig zu werden müßte auch mit einer solchen Dame schließlich sein. Er stand nachmittags nach Dienstschluß auf dem Winterfeldplatz, ganz nahe dem Nollendorfplatz mit seinem Getriebe von Automobilen, Autobussen, Elektrischen, Taxis, der Hochbahn gelegen und trotz der unmittelbaren Nachbarschaft des größeren Platzes seltsam ruhig und verstaubt anmutend— und sah sich um. Das Haus, in dem Inge Hillger gewohnt hatte, besaß eine Fassade von roten Ziegeln, die mit allerlei mythologischen Figuren aus Stuck geziert war, ein paar kleine Balkons hingen halsbrecherisch an ihr, und einige schwindsüchtige Geranien und Petunien friste .. u n d e n d l i c h k a m s i e d a m i t h e r a u s, d a ß die vorige Mieterin säße—„im Gefängnis“. Sie redete wie ein Wasserfall ten auf ihnen ein trostloses, staubiges und überhitztes Dasein. Das Haus sah aus, als enthielte es große, ramponierte, vielleicht gar aufgeteilte Wohnungen, es war wie ein Ueberbleibsel aus einer besseren Zeit, als„man" noch in diesem alten Westen gelebt, ehe der große Zug hinaus aus der Stadt alle diese Straßen entvölkert und entkräftet hatte. Und wie das Haus waren auch die Menschen, die Möbius inein= und herausgehen sah. Eine alte Dame kerzengerade die Haltung, aber mühsam der Schritt, um das weiße Haar einen Schal geschlungen, eine verschlissene, lederne Markttasche in der Hand, wie sie kaum noch semand besaß. Ein Mann schleppte zwei dicke Aktenmappen mit sich und bewegte sich auf schmerzenden, abgerannten Füßen; ein Stadtreisender vielleicht, früher einmal etwas anderes und Besseres. Ein Mädchen dann— nicht zwei—, durchaus eindeutig, zu bunt das Kleid, zu frech der Hut, zu rot die Lippen, zu geschminkt das Gesicht, auf unbekümmert und frisch hergerichtet, aber mit Sorgenfalten um den früh alten Mund. An ihnen allen erkannte Möbius das Haus. Er gab sich einen Ruck und trat in den Flur. Die Holztreppe war abgetreten und fast ohne Farbe, man sah noch in der inneren Kante die Oesen für die Teppiche, die früher hier gelegen hatten. Er stieg langsam zum zweiten Stock hinauf.„Wierczocziewna“ stand auf einem Emailleschild mit Rundschrift gedruckt, darunter verkündeten zwei Visitenkarten, daß Frau Wierczocziewna möblierte Zimmer zu vergeben hatte. Möbius klingelte und wartete. Nach einer Weile wurde ausgemacht. Eine ältliche dicke Person stand in der Tür, schlampig, das Fleisch zerflossen, das Haar ungekämmt— die Füße aber in spiegelnd neuen hochhackigen Schühchen, die so klein waren, daß über den Spangen das Fett in dicken Wülsten stand. Die Frau hatte kleine Augen von unbestimmbarer Farbe, die den Fremden scharf ansahen und auf seine Zahlungsfähigkeit prüften.„Wollen Sie das Zimmer ansehen?“ fragte sie süßlich.„Bitte sehr!“ Sie machte eine einladende Handbewegung und ging voran. Möbius folgte. Er überlegte fieberhaft und erinnerte sich jetzt, am Haus eine schwarze Tafel gesehen zu haben, auf der mit Kreide tand, daß man zwei Treppen hoch ein möbliertes Zimmer an Herrn oder Dame abzugeben habe. Das mußte das Zimmer Inge Hillgers sein— die Frau konnte doch unmögich mehr als drei Räume abvermieten. Möbius sah das Zimmer, es war klein, ging auf den Hof hinaus, war spärlich möbliert und kostete mit Morgenkaffee, aber ohne Heizung—„Heizung berechne ich nach Versrauch“— vierzig Mark monatlich. Möbius versprach, sich die Sache zu überlegen, die Frau verfinsterte ihr Gesicht— sie mochte diesen Satz als Ausrede von Leuten, die niemals wiederkamen, allzuoft gehört haben. Möbius zog hastig fünf Mark aus der Tasche, gab einen falschen Namen an und mietete mit diesem Handgeld. Er sei selten in Berlin, sagte er, man werde sich also sicherlich gut vertragen — und wer denn vor ihm dagewesen sei. Die Frau fing wie auf Kommando ein großes Lamento an über die Zeiten, daß es ihr nicht an der Wiege gesungen worden sei, daß ihr Seliger sich im Grabe umdrehen würde, wüßte er, daß insonderheit die Mädchen gar nichts taugten— und endlich kam sie damit heraus, daß die vorige Mieterin säße—„im Gefängnis“. Sie redete wie ein Wasserfall, sie bedauerte sich, bedauerte die Welt, die Eltern, die Geschwister des Mädchens, endlich bedauerte sie auch den Bräutigam—„so ein feiner, stiller Mensch.“ Als Möbius ging, war er zwar um fünf Mark ärmer, aber er hatte dafür erfahren, daß Inge Hillger einen Bräutigam besaß, der Walter Grünau hieß und in der Lindenstraße arbeitete. Das zu erfahren hätte Möbius freilich nicht zum Winterfeldplatz fahren müssen. Kommissar Friedrich hatte ihm Namen und Adresse des Bräutigams auf eine telefonische Anfrage hin bereitwillig mitgeteilt und sogar hinzugefügt, daß er persönlich nicht eben begeistert von diesem jungen Mann sei. Doch trotzdem vorderhand keine Veranlassung sehe, etwas gegen ihn zu unternehmen. Aber Möbius hatte sich weiter selbst davon überzeugt, daß diese Inge Hillger eine geradezu unheimlich solide, zurückgezogene Person sein mußte. Es schien, daß sie wirklich, von jenem Walter Grünau abgesehen, ganz allein in der Welt stand. Möbius dachte nach. Da er starr bei seiner Meinung blieb, daß das Geständnis des Mädchens falsch war, mußte er sich diesen Menschen einmal besehen. Er war doch der einzige, den zu decken sie Grund und Ursache hatte— wenn er es gewesen war. Schmal und blaß saß Ulrike Seiler auf einer Bank der kleinen Anlage des Hausvogteiplatzes und schaute, ohne etwas zu sehen, die Häuserzeile an, in der sich die Wohnung ihrer Tante befand. Sie tippte unruhig mit den Schuhspitzen im Kies herum, sie zerrte manchmal an den Fingern der zerwaschenen, gestopften Handschuhe, sie bohrte mit der Zungenspitze in der Backe, und sie wußte nicht, was sie tun sollte. Der Riese (Fortsetzung folgt). Mmimmmmmmmmmmmm Unbestechlichen, ann aber gecht. Darauf können Sie sich verlassen. Leideri schen in Verdacht bringen?—— Wie hieß läßt„ den, kleinen Sunve., den er da vor sich ist er bei meiner Untersuchung in der Fassung denn dieser Hausfreund?“ en. S62 eP Päik- Ven sgagte erie ue u schn„Peworden, Ist es Ineg recht, wenn ich].„Oh, ganz verscheben, einmal nannte er sch kangen soll: An einer Freuzungsstatian beim= sei ganzlich entferne, damit Sie schon morgen Fred Walter, dann Tom Miller, ein andermal %##. euzungsstation heim= bei Ihrem Juwelier den Schaden in Ordnung wieder Maurice Renard oder Me. Faith. Die In Kronstadt lebte ein Professor mit lan gem Barte, einem Barte, in dessen grauem Gespinst Zaunkönige zu nisten schienen, so alt war das Haar. Seine Riesengestalt trug der Würdige auf steifen Beinen. Er stolperte einst auf dem Marktplatz und fiel erst vor dem Gymnasium— zweihundert Schritt weiter— auf die nordische Nase. Aber er führte die Lausbuben der vierten Realklasse noch immer mit Begeisterung in die Geheimnisse altdeutscher Geschichte ein.„Karl der Große, ein gewaltiger Krieger, mit blauem Auge und mächtigem Bart, an Gestalt etwa so groß wie ich—“ Worauf ein Schüler in der näehsten Unterrichtsstunde seine Aufgabe augenblinzelnd herschnatterte:„Karl der Große ein gewaltiger Krieger, mit blauem Auge und mit einer Gestalt wie dem Herrn Professor seine—“ Da hob sich der Zeigefinger des Alten:„Halt, mein Junge. Das war nicht wörtlich gemeint. Ich sagte das neulich nur, um den Vortrag zu beleben.“ Die Schüler glaubten es nicht. Diese graue Erhabenheit war vorgeschichtlich. Niemand hätte sich gewundert, wenn ihm plötzlich ein Adlerpaar auf den Schultern gesessen wäre Er selbst, wohl um wenigsten erstaunt, hätte bloß genickt:„Sieh an! Germanische Aare.“ Kleine Erinnerung von Heinrich Zillich=Kronstadt.“„Das ist ein plumper Trick“, rief der kleine dicke Herr,„da könnten Sie recht haben. für solche Fürsorglichkeit. Sie öfnete weit die Türe zum Schulzimmer, Wäre ich dieser Hahstapler, ich würde mir und Ring und schiäkte am nächsten Tag beides Renar,„., wer sind 8 lich vereiste Fenster gerichtet. Mäuschenstill saßen die Bengel. Einer nur hatte den Lehrerstuhl an den Beinen gepackt und hielt ihn nahe an den ausstrahlenden Ofen. Der Alte, ein Sieh da, sieh da“, lachte der Hochgewachsene,„da haben wir schon den besprochenen Denkfehler. Diesen Scheck würde der Geschäeroeeer S# i 4###### digte natürlich sofort drahtlich von der nächwandelnder Turm, schritt heran, legte ihm dielsten Eisenbahnstation aus sperren lassen, und Hand, groß wie eine Damenmütze, auf die-4 Stoppelhaare.„Was treibst du hier, mein Sohn?“ Der Kleine blickte auf. Sein rechter Fuß wetzte aufgeregt nach rückwärts.„Ich wärme Ihnen den Stuhl, damit sie nicht frieren, Herr Professor.“ Der Greis blieb stumm. Deutsche Jungen, dachte er, Jungen mit Herz! Nahm ihm den Stuhl aus der Hand, streifte mit dem harten Zeigefinger über das heiße Sitzbrett und lächelte gerührt. „Setz dich, mein Sohn, du bist ein besorgtes Gemüte, aber—“ und seine Stimme donnerte erhaben auf—„noch erträgt der Germane die Kälte wie einst in den Bergen von Island. Schande wäre es mir, auf warmem Sitz zu hocken.“ Er öffnete das Fenster, daß die einschnei dende Luft die Schüler durchfröstelte, hob den Stuhl hinaus und hielt ihn lange in den Winter zum Abkühlen. Die spannende Erzählung den Hochstapler könnte man sofort dingfest machen, wenn er das Geld abheben will.“ „Da könnten Sie recht haben“, sagte der kleine Dicke seelenruhig zum siebenten Male. „Wie würden Sie denn so etwas machen?“ „Aber ich bitte Sie! Ich bin weder Hochstapler noch Kriminalschriftsteller.“ „Das ist nicht gemeint. Doch wenn Sie den Hochstaplern oder den Kriminalschriftstellern diesen Vorwurf eines Denkfehlers machen, dann können Sie doch nicht nur schimpfen, sondern müssen es besser wissen.“ Der Elegante überlegte einen Augenblick. „Es gibt natürlich auch Ausnahmen unter den Hochstaplern und Kriminalschriftstellern, die diesen Denkfehler nicht begehen...“ „Da könnten Sie recht haben!“ „Und von denen will ich Ihnen etwas erzählen.“ Von den Schriftstellern oder den Hochstaplern", fragte der Kleine mit schlauem Augenaufschlag. Natürlich von den Schriftstellern", rief der Hochgewachsene,„oder— besser— von einer solchen Kriminalgeschichte ohne Denkfehler. Die Geschichte spielt in einem sehr reichen Haus, bei einem Bankdirektor, dessen Frau einen wundervollen Brillantring von „ vielen tausend Mark Wert besaß. Der Herr Eine seltsame Detektivgeschichte von Hanns Terchlum den es sich hier handelt, ging in der Fabringen lassen können!“ Die Frau des Hauses Namen wechselten, nur die Fingerabdrücke nickte und war ihrem Gast unendlich dankbar blieben die gleichen. In Wirklichkeit heißt er auf französisch Sie?“ rief der „ vom Polster aufspringen. .„Kriminalinspektor Vogel aus Berlin", Westentasche sagte freundlich der dicke Herr.„Und Sie sind obe obolt färmte der veins###.# Walter Fuchs.“ Im gleichen Augenblick hatte „Oho, on#. lärmte der kleine, dicke Herr,ser die Goldbrille abgesetzt, die beiden Handkönnen recht haben unn vom... Wenn gelenke seines Gegenübers umklammert und noch heute ihren Ring mit dem Similistein trägt? Denn den echten Stein hatte der Hausfreund längst in der stecken.“ —.„„—e Der kleinee, bille Herr, „Sie können recht haben, und doch... Wenn Glaube Der Denkfehler „Lächerlich, höchst lächerlich“, brummte der hochgewachsene Herr und schien dennoch in seine Zeitung so vertieft, daß er kaum einen Blick auf die schöne Berglandschaft warf. die an den Fenstern des Expreßzuges vorbeiflog. „Was ist lächerlich?“ fragte der kleine, dicke Herr mit der Goldbrille und dem feisten Gesicht, der ihm gegenüber saß und augenscheinlich Kleinstädter war. „Jawohl! Lächerlich!“ wiederholte der Hochgewachsene und ließ jetzt die Zeitung sinken. „Immer ist es das gleiche, was diese Schriftsteller den Lesern vorerzählen.“ „Hm ja“, machte der Dicke und sog an seiner Zigarre.„Ich weiß nicht recht, was Sie meinen. Aber Sie könnten recht haben.“ Um die Augen des Eleganten zuckte ein Lächeln. Aha, der andere schien redselig. Und da fuhr der Kleine auch schon fort: „Aber was wollen Sie? Unsere Damen lesen doch gern was von gebrochenen Herzen und Schlössern, die im Monde liegen.“ Das meine ich nicht", erwiderte der Hochgewachsene und brannte sich eine Zigarette an.„Ich lese da eine Detektivgeschichte, und die ist genau so unmöglich.“ „Sie könnten recht haben", meinte vorsichtig der kleine Dicke und wartete darauf, was der andere sagen würde. „In diesen Detektivgeschichten", fuhr der Elegante lehrhaft fort,„es ist stets das gleiche, was diese Papierdetektive zum Erfolg und zum Fassen des Verbrechers kommen läßt. Stets muß ein solcher Verbrecher einen Denk fehler begehen und auf den ist dann solche Geschichte aufgebaut.“ „Sie könnten recht haben“, nickte der Kleine aus dichten Rauchwolken heraus tuschelte:„Und jetzt wollen wir es nicht so wie in Kriminalgeschichten machen und etwa mit dem Schießeisen herumknallen, sonst müßte ich Ihnen bis zur nächsten Station einen netten Kinnhaken geben. Es ist schon besser, Sie bleiben vernünftig und folgen mir, denn Sie können sich denken, daß ich Ihnen nicht ganz zufällig gegenübersitze und längst das Zugpersonal verständigt habe. Die Fingerabdrücke habe ich übrigens auch bereits verglichen. Sie stimmen.“ „Woher wissen Sie das?“ „Weil ich vorhin ein Zeitungsblatt aufhob, das Sie hatten fallen lassen. Gott ja, in der Eisenbahn hat man rußige Finger und auf dem Gang draußen habe ich mein Vergrößerungsglas hervorgeholt...“ „Und Ihre Erkennungsmarke?“ rief kreidebleich der Hochgewachsene. „Die können Sie sehen, doch ich weise mich wohl besser der Bahnhofspolizei gegenüber aus. Sie könnten sonst Dummheiten machen und am Ende doch noch eine Kriminalgeschichte schreiben, das Talent haben auch Sie dazu. Ich merkte es an Ihrer Erzählung.— Uebrigens haben auch Sie den gleichen Denkfehler wie die Kriminalschriftsteller gemacht, sonst hätten Sie mir doch nicht alles so schön erzählt!“ uung in ver urg- nun der Juwelier auf den Gedanken gekom=.sie könntin recht haben“, sagte da der milie aus und ein und kannte genau die men wäre, den Stein, den er neu fassen sollte,) ochstapler Fuchs mit Galgenhumor und ergab Von Albert Gustav Puppke Als wir verzweifelnd In den Nächten standen Und nicht mehr glaubten an ein Auferstehn, Wie Blinde irrten und den Weg nicht fanden, Da stieg ein Wanderer auf zu wahren Höhn. Er schritt zur Sonne, die mit ihren Strahlen Das Böse scheuchte und die Finsternis. Ein reiner Strahl war in sein Herz gefallen, Der Ihm den Schleler von den Augen riß. Und alle, die das Herz In Flammen sahen, Die wurden gläubig, so wie er, Der längst schon fühlte neue Wahrheit nahen. Da scharte sich um ihn ein gläubig Heer. Das schreitet nun mit Ihm, wie einst es schritt, Eln Feuer, ewig leuchtend In der Welt, Ein Feuer, das solange glüht, Bis auch der Letzte sterbend fällt. Größe und Schwere des Steines, ehe er sei zu prüsen! non Rlan ausfiihstn R. Iin„„ Der he Der hochgewachsene Herr lächelte beinahe erhaben.„Mochte er auf den Gedanken kommen oder nicht. Hier lag der Einsatz im Spiel. Kam der Juwelier auf den Gedanken, dann mußte der Hausfreund schnellstens das erste ee# i# de.#a##beste Flugzeug nach dem Ausland benutzen milie weilte, brachte er das Gespräch auf Dig= oder noch besser— einfach so tun, als ob ihn nen Plan ausführte. Er ließ sich im Ausland einen gleich schweren und gleich geschliffenen Similistein anfertigen. Da er ein hübscher, fescher Junge war, eroberte er sich bald die Zuneigung der Frau Bankdirektor... Als er eines Abends im kleinen Kreise in der Fa „Wieso recht haben?!“ fuhr sein Gegenüber manten und erzählte eine tolle Geschichte von die ganze Geschichte nichts angehe. Wo will auf.„Dann frage ich Sie nach der Zahl der einer amerikanischen Oelkönigstochter, die man einen solchen Stein denn suchen, wenn Verbrecher, die keine Denkfehler begehen und ohne es zu wissen, seit Jahren ein Geschmeid#er einmal verschwunden ist und der Dieb auch die infolgedessen nicht gefaßt werden. Von von Similisteinen trug, denn die echten hatts über genügend Geldmittel verfügt, so daß denon erfährt man naturlich in solchen Ge= ihre Kammerzofe auf gleiche Art verschwindenser das Kleinod nicht zum Hehler zu tragen lassen. Die Bankdirektorsfrau bekam es mit braucht?! Es braucht sich ja auch noch nicht denen erfährt man natürlich in schichten nichts.“ der Da könnten Sie recht haben“, schmunzelte der Anan zu run und sah ihren Brillianten um ei,gen Zieb au handeln, vielleicht Herr mit der Goldbrille.„Doch um wel immer mißtrauscher an. Sammler, der auf das Kleinod ar chen Denkfehler handelt es sich denn in Ihrer liebsten möchte ich gleich morgen zu.!“ Geschichte?“„Um einen ganz lächerlichen einem Juwelier gehen und ihn prüfen lassen“.! ns'e um einen an sich ereinen Hören Sie zu! Denkfehler! Hören Sie zur Ir— einem Hochstapler erzählt, der sich im D=Zugser verstehe von Edelsteine geschickt in ein Gespräch mit Reisenden ein=solle ihm den Ring doch läßt, bei denen er eine gespickte Brieftasche! vermutet. Er fragt sie erst nach allem mög lichen aus und monn fin in M.fnna 1.2 könnten recht haben", versetzte der Hier wird von rief sie. Doch der Freund des Hauses meinte,]:eine Dicke,„das ist einfach eine erstaunlich Sie darauf?" fragte der aus, und wenn sie im Gespräch ihm von einer kleinen strafbaren Handlung erzählen— wissen Sie, von irgendeiner kleinen Gesetzesübertretung, die schließlich ein jeder von uns begangen hat— holt dieser Hoch=si-—stapler aus seinem reichhaltigen, stets mitge= kleine, dicke Herr. führten Lager von polizeilichen Erkennungsmarken die des Landes heraus, durch das gerade die Reise führt, stellt sich als Kriminalbeamter vor, treibt den anderen in die Enge, gute Kriminalgeschichte. Sie ist so gut, daß sie beinahe wahr sein könnte!“ „Wie kommen Hochgewachsene. Ach nur so“, lachte der kleine Herr,„weil so etwas in meiner Heimat vorgekommen ist, und den Salscher Bztus ss####s fallerdings vor einem Jahr und den Bankdirekkönnten Sie recht haben“, rief aufgergat Dae surg. herne, Frau. kenne sich jebt auch. Den er verstehe von Edelsteinen recht viel. Sie solle ihm den Ring doch einen Augenblick überlassen. Während er sich zum Lichte wandte, um den Stein zu betrachten, hatte er längst mit vorsorglich geübter Fingerfertigkeit und mit winzigem Werkzeug den Stein gelockert.“ „D nein“, widersprach der Hochgewachsene. „pa hatten wir ja sonst einen solchen Denkfehler. Rein, der Freund des Hauses drehte sich um und rief:„Der Stein ist natürlich rief aufgeregt der Täter kannte ich natürlich bis heute noch nicht, aber jetzt kenne ich ihn. Das war näm“ y auch so ein Hausfreund...!“ sich seufzend in sein Schicksal. Mmmmmmmmmmmmmm Magische Figur die nord. Göttin der Unterwelt Handelsobjekt Bergabhang Opernkomponist die dem Wind abgewandte Schiffsseite a**** aa dd eeeeee hh i III rr vy w Die hieraus gebildeten Wörter waage- und senkrecht gleich. (Lösung in der morgigen Folge) lauten ABRiss uSter Lösung aus der gestrigen Folge Konkurrenten IElter eRlard elPern plAuen „Aber Herri rief der Hochgewachsene, „wie können Sie durch meine harmlose Erzählung vielleicht einen ganz unschuldigen MenBeryll— Saphir Pralle Rasiercreme 50 Pfa. 4 Zahncreme 40 Pfg. 3 " De glückliche Gebur eines ,0 So SONNTAGSTUNGEN zeigen an Polstermeister H. Mähnert u. Frau Eise geb. Eweler Dortmd.-Dorstfeld, den 28. Juni 1936 -Rceacth. Statt Karten! Heut wurde unser drittes Kind, ein gesundes Sonntagsmädel, geboren. In dankbarer Freude Eugen Schütz u. Frau Milli Wattenscheld. Parkstraße 4, den z. Z. Bochum, Landostrauenklinik. geb. Möller 28. Juni 1936 90 lt Die glückliche Geburt einer Tochter zeigen hochertreut an Frau Esi Frank geb. Urban Dipl.-Kfm. Dlpl.-Hdl. Max Frank Wanne-Eickel, den 27. Juni 1936 z. Z. Prlvetklinik v. Dr. Großkopf C Willy Dickel Emmy Dickel geb. Finkenslep geben Ihre Vermählung bekannt Dortmund-Hörde, Märklschestraße 285 den 30. Juni 1936 Willi Halle Allce Halle geb. Grävinghoft Vermählte Dortmund, Gänsemarkt 10, 30. Juni 1936 Statt Karten Ihre Vermählung zeigen an Justizinspekter Paul Schiller Anne Schiller geb. Wollt Dortmund, den Märkischostraße 202 30. Juni 1936 Statt Karten! hre Vermählung geben bekannt Gustav Hiddemann Ellyy Fiiddemann geb. Rohleder Otma-wickede. den 30. Juni 1036 . C Wir haben uns vermählt Ewald Kaldeweler Smmy Kaldeweier geb. Patt Bochum. Im Junl 1936 Wrangelstraße 57 O STAIT KARTEN Heinrich Berkhoff Ottilie Berkhoff geb. Berkhoft Vermählte. Overberge Dim.-Kleinholthausen 50. Juni 1936 — Gärtner-Chautteur ledig, nicht unter 25 Jahren, zum sofort. Eintritt für Privat gesucht. Ang. mit Zeugnisabschriften und Empfehlungen, sowie Gehaltsanspr. u. Nr. 1670 WLZ. in Gladbeck.( 2 Monteure die selbständig arbeiten können, sof. esucht. Monteure, d. auf MercedesZenz u. Dieselmotore eingearbeitet sind, bevorzugt. 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Off. u. Z. 3770 a. WLZ., Dim.( Victoria-Versicherung Bilanz der Victoria am Rhein Allgemeine Versicherungs-Aclien-Gesellschaff für das Geschäftsjahr 1935. Akt1y. Reichsmark Forderungen an die Aktionäre für noch nicht eingerahltes Aktienkapital 675 000 Grundbesits S 261 121 Hlypotheken 10 950 780 Schuldscheinforderungen gegen öllentliche Körperschaften 1 000 000 Wertpapiere 5 391 606 Vorauszahlungen und Darlehen auf Policen 1 858 546 Guthaben bei Banken u. a. 2 182 179 Technisch gestundele Prämienraten, fallig 1936 2024 872 und Mieten Generalagenten PostscheckRückständige Zinsen Außenstände bei und Agenten Kassenbestand einschl. guthaben Sonstiges Posten, die der Rechnungsabaren zung dienen........ 99 343 Gesamtbetrag 28 201 851 375 008 263 726 42 368 80 302 99 313 Pasefve Aktienkapital Geselzlicher Reservefonds Rückstellungen Wertberichtigungsposten Prämienreserven und Ueberträge Reserven für schwebende Versicherungslälle Gewinnreserven der Versicherten Verwaltungskostenrücklage Sonstige Reserven und Rücklagen Verbindlichkeiten gegenüber anderen Versicherungsunternehmungen Sonstiges Posten, die der Rechnungsabgrenzung dienen Ueberschuß Reichsmark " 1 000 000 . 500 000 " 17 221 . 1 599 194 18 865 283 203 721 3 702 281 439 038 441 867 41 622 252 512 232 469 909 642 Gesamtbetrag 28 201 851 Aus dem Ueberschußl werden den mit Gewinnanteil Versicherten der LebensversicherungsAbteilungen RM. 830 418.— zugewiesen; es beträgt die Dividende in der Abteilung der grölleren Lebensversicherungen ebenso wie im Vorjahre für die Versicherungen nach dem Gewinnplan Bm S Prozent nach dem Gewinnplan Boln. 2.4 Prozent von der bedingungsgemäßen Summe der gezahlten gewinnberechtigten Prämien. Für die Tarifgruppe D wurde der Zinsgewinnanteil auf 1½ Prozent der maßgebenden Prämienreserve festgesetzt, die Zusatzleistung von 90%o auf 100%o der Versicherungssumme erhöht. Diese Sälze gelten für das Versicherungsjahr, das im Jahre 1937 beginnt. In der Lebensversicherung ohne Untersuchung beträgt die Dividende wie Im Vorjahre 21 Prozent der Jahresprämie. Fräulein geschäftstücht., wie auch im Haushalt völlig selbständig, katb.; 31 sucht Vertrauensstellg. im Gesch., od. Fübrung eines gut., frauenl. Haushaltes. Ang. u. V. 1751 an We stag=Ag. Vendel, Münster i. W.( sucht Stellung. Hausarbeit wird mit übernomm. Lotte Elstrodt, b. Miebach, Dim., Markgrafenst. 31. Servierträulein 22 J., s. St., a. l. in Tagescafé z. Verk. u. Serv. Im Dekor. perf. Dortm. od. Saison bevorzugt. Off. u. G. 3777 a. WLZ., Dim.( Mädchen in allen Haus arbeiten erfab ren, sucht sich z 15. 7. zu verän dern nach Dort mund. Else Wach, Barmen, Schimmelsburg.( Bilanz am 31. Dezember 1935 Aktiva: I. Rückständige Einzahlungen auf das Aktienkapital II. Anlage-Vermögen: 1. Leitungsnetz: Stand am 1. 1. 1935. 4 627 774,98 Zugang in 1935 131 530,52 2. Betriebs- und Mellgeräte: Stand am 1. 1. 1935 399 905.24 Zugang in 1935. 65 862,99 Abgang in 1935 3. Werkzeuge, Betriebs- und Stand am 1. 1. 1935 Zugang in 1935 Geschäfts-Inventar: III. Abschreibung am 31. 12. 1935„„„ 4. Im Bau befindliche Anlagen Umlaufsvermögen: 1. Baumaterial und Ersatztelle 2. Forderungen 3. Anzahlungen für Lieferungen und Leistungen 4. Wechsel 5. Kasse, Reichsbank und Postscheck 6. Bankguthaben 7. Rechnungsabgrenzung 465 168,23 18 245.76 2 300.40 2 153,90 4 451.30 3 784,85 RAI. 125 455.55 4 759 30550 446 922.47 669.45 14 613.61 24 835.20 556 321.03 7 881.— 18 242.64 24 297.21 54 643.27 76 498.48 6 109 685,41 Fräulein Ende 30er, ev., 1 ges. Hauswesen erf., sucht Stel lung zur selbst Führung eines bürgerl. Hausb. Off. u. V. 3789 a. WL3. Dtm. Friseuse die gut ondul., sucht Dauerstelle. Off. u. T. 3766 a. 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Rechnungsabgrenzung„ Gewinn: Gewinn-Vortrag aus 1934. 43 039,90 abzüglich Entnahme für Reservefonds II 40 00.— Gewinn in 1935. 69 580.10 abzüglich Entnahme für Reservelonds II à 00.— Gewinnvertellungsvorschlag: Dividende Vortrag auf neue Rechnung.„„„ RM. 130 000.— 60 000.— 152 760.26 50 000.— 18 000.— 695 892,98 192 109,90 888 002.88 9 791,60 S 039,90 49 580.10 RM. 1 266 500.— 190 000.— 220 760.26 878 211.28 56 247.22 3 080 503.64 36 172.03 33 113,94 295 557,04 52 620.— 48 953,81 3 666.19 52 620.— 6 109 685.41 Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1935 Aufwendungen: Gehälter und Löhne* Soziale Abgaben Abschreibung in 1935: auf Inventar„„„„„„ 3 784.85 auf Anlagen„„„ 192 109.90 Zinsen, soweit sie die Ertragszinsen übersteigen Besitzsteuern Sonstige Verwaltungs- und Betriebskosten Entnahme für den Reservefonds II Entnahme für den Pensionsfonds Gewinn am 31. 12. 1935: Gewinnvortrag aus 1934 43 039.90 abzüglich Entnahme für Reservefonds II 40 000.—. 3 039.90 Gewinn in 1935. 69 580.10 abzüglich Entnahme für Reservefonds II 20 000.—. 49 580.10 RM. 96 966.— 917,83 195 894.75 177 411,92 52 262.53 103 934.94 60 000.— 10 000.— 52 620.— 754 007.97 Erträge: Gewinn-Vortrag aus 1934 Brutto-Ueberschuß aus Gasverkauf Abzug der Gaseinkaufskosten) Sonstige Einnahmen und Gas-Durchleitung(nach RM. 43 039,90 710 856,07 112.— 754 007.97 westälische Ferngas Aktiengesellschalt Der Vorstand: gez. von Bornhaupt, Starke. Nach dem abschließenden Ergebnis meiner Prüfung auf Grund der Bücher und Schriften der Gesellschaft sowie der mir vom Vorstande erteilten Aufklärungen und Nachweise entsprechen die Buchführung, der Jahresabschluß und der Geschäftsbericht den gesetzlichen Vorschriften. Siegen, den 5. Juni 1936. gez. Saakel Wirtschaftsprüfer. HAFIE Wirtin, evgl., 40 J., bietet strebs., sol. Geschäftsm. Einheirat Auch Rentn. angenehm. Off. u. D. 3752 an die WeZ., Dortm.( Dame, 54 J., evgl., mit schön. Land=Hotel, nabe Bad Wildungen, sucht Lebenskamerad welcher über ein Barkapital von 7000 Mark verfügt, od., wenn wen., eine Rente bezieht. Alter b. 65 J., auch mit Kind angenehm. Offerten unt. A. L. 6316 an die WSZ., Dortm. Ig. Mädel, 22 I., schlank und bellbl., wünscht d. Bekanntsch. e. nett. geb. Herrn zwecks späterer Heirat. Bildangeb. unt. H. 326 an die WLZ. Hamm in Westfalen. Handw., 27 J., evgl., in fester Arb., w. nettes anständ. Mädel kennenzulernen zwecks Heirat Ang. m. Bild u. 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Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin, Tante und Cousine, die Ehefrau Karl Schäfer Marie geb. Huhn im 61. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: Karl Schäfer und Kinder Dortmund(Zimmerstr. 37), den 29. Juni 1936. Die Trauerfeier findet am Donnerstas, dem 2. Juli 1936, um 11½ Uhr in der großen Trauerhalle des Hauptfriedhofes statt. Autobusfahrgelegenheit um 10¼ Uhr vom Trauerhause. Sollte jemand aus Versehen keine Anzeige erhalten haben, so diene diese als solche. Heute morgen 4 Uhr rief Gott meinen geliebten Mann, unseren guten Vater, — Schwiegervater. Großvater. Schwager und Onkel Wilhelm Ernst Professor I. R., Malor d. L. a. D. Ritter hoher Orden zu sich in die Ewigkeit. Er starb. versehen mit den heil. Sterbesakramenten, an einer schweren Lungenentzündung, die er mit heldenhafter Geduld und voller Ergebung in Gottes heil. Willen ertrug. In tiefer Trauer: Frau Mariechen Ernst geb. Schräder Agnes Weinrich geb. Ernst Dr. med. Theo Weinrich Oberingenieur Paul Ernst Magda Ernst geb. Wefers Gertrud Diederich geb. Ernst Studienrat Theo Diederich Kaufmann Walter Ernst Lisbeth Ernst geb. Krökel Maria Keimer geb. Ernst Oberlandesgerichtsrat Robert Keimer und fünf Enkelkinder. Attendorn, den 28. Juni 1936. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 1. Juli. vormittags 9 Uhr vom Sterbehause aus statt, im Anschluß daran das Seelenamt. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Nachruf! Nach kurzer, schwerer Krankheit wurde für uns alle unerwartet der Ehrenführer des Kreisverbandes Olpe Professor I. R. Wilhelm Ernst Major d. L. a. D. Inhaber des EK. II und anderer hoher Orden zur großen Armee abberufen. Der Verstorbene hat unseren Kreisverband im Jahre 1897 gegründet und in all den 39 Jahren geführt. Mit unserem von uns allen hochverehrten Ehrenführer verlieren wir zugleich unseren treuesten und besten Kameraden. Ein deutscher Offizier, ein aus ganzem, reinem, tiefem Herzen begeisterter deutscher Mann ist aus unserem Kreisverbande gerissen worden. Er verstand es bis in sein hohes Alter, die Flamme der Begeisterung für Führer. Volk und Vaterland im Kameradenkreise und bei jeder Gelegenheit zu entfachen. Die Treue zum Führer, zu Volk und Vaterland und die Treue auck. zu seinen Kameraden des Kreisverbandes hat er bis zu seinem letzten Atemzuge gehalten. Es senken sich die Fahnen und Bundesflaggen des Kreisverbandes Olpe an seiner Bähre. Wir gedenken mit Dank und dem Gelöbnis Treue um Treue unseres Ehrenführers. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 1. Juli 1936, morgens 9 Uhr. in Attendorn statt. Kreisverband Olpe Im Deutschen Reichskriegerbund (Kyffhäuserbund) e. V. Dresler, Kreisführer. Am 27. d. M. entschlief unerwartet der Beamte unserer Einkauf-Abteilung Herr Hugo Basler Wir betrauern in dem Verstorbenen, der seit 14 Jahren in unseren Diensten stand, einen durch gewissenhafte Pflichterfüllung ausgezeichneten Mitarbeiter und Kameraden, dem wir ein bleibendes Andenken bewahren werden. Castrop-Rauxel, den 29. Juni 1936. Führer und Gefolgschaft der Klöckner-Werke A.-G. Abtellung Bergbau. Niein Kind ernähre ich mit Kufekel ich weiß, denn wird es gesund und hräftig und bleibt von VerRtopfung, BIähungen, Durchtall ulw. verschont. Wer lagt, Kufeke lei teuer, hat keine Erfahrungen mit Kufeke, denn eine Dose Kufeke reicht für Kinder bie zum Beginn des fechsten Monate Gestern abend 23¼ Uhr entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit meine gute. treusorgende Tochter, mein gutes Mütterlein Frau Berta Schulte geb. Marohn wohlvorbereitet mit den hl. Sterbesakramenten, im Alter von 44 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Johann Marohn Hans Schulte Das feierliche Seelenamt findet am Donnerstag, dem 2. Juli. vormittags 8 Uhr, in der Dreifaltigkeitskirche statt. Die Beerdigung ist am selben Tage. nachmittags 14 Uhr. von der Haupttrauerhalle aus. Von Beileidsbesuchen und Kranzspenden wolle man Abstand nehmen. Mein lieber Mann, mein guter Vater, ist heimgegangen. In tiefer Trauer: Eisa Meyer-Schleusner Helmut Meyer-Schleusner Dortmund, den 28. Juni 1936. Die Einäscherung findet auf Wunsch des Verstorbenen in aller Stille statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Von langem, schwerem Leiden erlöste Sonntag mittag 1¼ Uhr ein sanfter Tod meinen lieben Mann, unsern guten Vater. Großvater. Schwiegervater, Schwager und Onkel Rentner CarlVahland im Alter von 67 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Wwe. Vahland nebst Angehörigen. Aachen, Valdeck, den Dortmund, 29. Juni 1936. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 2. Juli. 10 Uhr von der Haupttrauerhalle des Hauptfriedhofes aus statt. Autobus fährt ½9 Uhr vom Trauerhause U.-Vorstadt, D.-Straße 37. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Nachricht erhalten haben, so diene diese als solche PPE Lebens. Ruhe sanft, nichts stört mehr deine Ruh. alle Hilfe von uns war für dich vergebens. zu früh, zu früh, eilst du dem Grabe zu. Heute vormittag 11.35 Uhr nahm Gott der Herr meine innigstgeliebte Frau, unsere gute treusorgende Mutter. Großmutter, Schwägerin, Tante und Cousine, die Ehefrau Lina Möller geb. Fleer nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 59 Jahren zu sich in den Himmel Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Werl, Coesfeld, den 28. Juni 1936. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 1. Juli. nachmittags 15.15 Uhr. vom Trauerhause, Richthofenstr., aus statt. Trauerfeier eine viertel Stunde vorher. Nach schwerer, mit großer Geduld ertragener Krankheit entschlief heute abend 10½ Uhr meine liebe Frau, unsere treusorgende, nimmermüde Mutter. Schwiegermutter, Großmutter, Schwester. Schwägerin und Tante Wilhelmine Eichler geb. Inacker im Alter von 69 Jahren. In tiefer Trauer: Franz Eichler Eleonore Eichler Elisabeth Eichler Georg Eichler Erna Eichler geb. Ostmeyer Karl Ganz und 2 Enkelkinder. Bochum(Herner Straße 222), Witten, Bielefeld. Halle i. W., den 27. Juni 1936. Die Beerdigung findet am Mittwoch. dem 1. Juli 1936, nachmittags 16 Uhr. von der Friedhofshalle Bochum-Riemke aus statt. Sollte jemand aus Versehen keine Nachricht erhalten haben, so diene diese als solche. Danksagung! Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Sohnes. Bruders. Schwagers, Onkels, Vetters und Neffen danken wir herzlichst. Hagen, den 28. Juni 1936 Familie Oswin Teichmann und Angehörige. Nachruf Am 27. Juni 1936 verstarb in Bad Oeynhausen, wo er seinen Lebensabend verbrachte. plötzlich und unerwartet im Alter von 75 Jahren der Amtmann i. R. Herr Carl Berkermann Inhaber des Roten Adlerordens IV. Klasse und des Verdienstkreuzes für Kriegshilfe. Amtmann i. R. Berkermann war vom 1. Juli 1897 bis zum 1. April 1919 Amtmann des früheren Amtes Eickel. Seine Amtszeit fiel in die Zeit der stärksten Entwicklung dieses Amtes. Während das Amt Eickel bei seinem Dienstantritt 16 600 Einwohner zählte, hatte es. als Amtmann Berkermann am 1. April 1919 in den Ruhestand versetzt wurde, über 34 700 Einwohner. Den damit verbundenen Verwaltungsaufgaben hat Amtmann Berkermann sich stets gewachsen gezeigt. Mit Amtmann i. R. Berkermann ist ein urwüchsiger Westfale von altem Schrot und Korn, ein echter deutscher Mann, der die Geschicke des Amtes Eickel immer erfolgreich geleitet hat und der den Ruf eines besonders hervorragenden Verwaltungsbeamten genoß, dahingegangen. Er war ein Mann von entschlossener Tatkraft, von großem Weitblick und reicher Initiative. Seinem Amte hat er stets in Treue gedient und ihm manche segensreiche Einrichtung verschafft. In der Geschichte des Amtes Eickel wird Amtmann Berkermann fortleben Wanne-Eickel, den 29. Juni 1936. Der Oberbürgermeister: Gannwig. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß entschlief heute abend nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 64 Jahren mein lieber Mann, unser herzensguter Vater. Schwiegervater. Großvater. Bruder, Schwager und Onkel, der Kriminalsekretär i. R. Josef Kambat im festen Glauben an seinen Erlöser, In tiefer Trauer: Käthe Kambat geb. Stein Fritz Mettner und Frau Else geb. Kambat Wilh. Kittel und Frau Hedwig geb. Kambat und 3 Enkelkinder. Bochum und Oberliblar, 26. Juni 1936. Die Beerdigung findet statt am Dienstag, dem 30. Juni, nachmittags 3.30 Uhr, von der Kapelle des Friedhofs in Wiemelhausen. Trauerfeier 3.15 Uhr. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche. Am 26. Juni starb durch Unglücksfall im Alter von 27 Jahren der SAKamerad SA-Schafführer Clemens Drees Wir verlieren in ihm einen Kameraden, der jahrelang für die Idee unseres Führers gekämpft hat. Niederbarge b. Menden, 29. Juni 1936. Der Führer der Standarte 259 m. d. F. b. Heßler, Standartenführer Der Führer des Sturmbannes II/259 m. d. F. b. Dietmair. Obersturmbannführer Der Führer des Sturmes VIII 259 m. d. F. b. Weide. Sturmführer. Die Beerdigung findet am Mittwoch. dem 1. Juli. nachmittags 2¾ Uhr. in Niederbarge statt. Nachruf Am 26. Juni d. J. ist der Hochbautechniker Herr Wilhelm Wehking nach langer, schwerer Krankheit im 33. Lebensjahre verstorben. In der fast 3jährigenTätigkeit bei der Stadtverwaltung Hagen hat er seine Dienste in mustergültiger Weise der Stadt zur Verfügung gestellt. Seinen Kollegen gegenüber war er stets ein guter Kamerad. Die Stadtverwaltung wird sein Andenken in Ehren halten. Hagen, den 29. Juni 1936. Der Oberbürgermeister Vetter. für 12 Tage oder 50 Mahlzeiten Statt besonderer Anzeige Am 25. Juni 14.30 Uhr starb auf der Urlaubsreise in Berchtesgaden infolge Herzschlages mein lieber, guter Mann, unser Bruder, Schwager, Onkel und Velter Versicherungsinspektor Im 46. Lebensjahre. In tiefem Schmerz: Trude Voltmann geb. Scholten. Dortmund, den 29. Juni 1936. Leppinghof 7. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 30. Juni. 10 Uhr von der Haupttrauerhalle des Hauptfriedhofes in Dortmund statt. Von Beileidsbesuchen bitte ich höfl. Abstand zu nehmen. T EEIITT Fußgerecht- bequem preiswert und schön Dortmund, Westenhellweg 47 Gute Pflegestelle in Dortmund f. 1jährig. Knaben gesucht. Off. mit Preis u. A. 3771 a. WLZ., Dim.( Kleiner Anzeigenmarkt Gelegenheitsanzeisennrentgeschäftlicher Art, wie Kaufangebote, Kaufgesuche, Vermielungen, Mietgesuche. 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