WBeslfälische Bezugepreie mit Justellungsgebühr und Versandkosten 60 Ofennig für die Woche. Oost=Bezug monatlich 2,80 Mark einschl. 56 Ofennig Oostzeitungsgebühren. Hierzu 42 Ofennig Bestellgeld. Einzel=Stück 18 Ofennig, Sonntags 20 Ofennig. Erscheint wöchentlich siebenmal. Täglich das bebilderte Unterhaltungsblatt und Sonntags die sechzehnseitige Beilage„DL3 am Sonntag". Für unverlangt eingesandte Beiträge wird keine Gewähr übernommen. Druck u. Verlag: Westfälische Landeezeitung G. m.b.H., Dortmund, Reinoldistr. 19. Fernruf 30441 eszeilung Amtliches Blatt der National-Sozialistischen Deutschen Arbeiter-Partei Anzeigenpreie je Millimeter der Kleinspalte 36 Of. in der Gesamtauflage, für die Bezirksausgaben besondere Oreielisten. Ermäßigte Dreise: Für Jamilienanzeigen 12 Os., Stellenangebote 1S Of. Stellengesuche 12 Of., Gelegenheitsanzeigen nicht geschäftlicher Art in der Rubrik„Rleiner Anzeigenmarkt“ 15 Of. je Millimeter.— Für die Berechnung und Ausführung der Anzeigenaufträge sind die in der Oreieliste vorgesehenen Bedingungen maßgebend.— Erfüllungsort Dortniund.— Postscheckkonto Dortmund 450.— Anzeigen=Annahme für die Wochentags=Ausgabe bis 2 Uhr nachmittags, für die Sonntags=Ausgabe die Freitag abend 6 Uhr. Ausgabe 48. Jahrgang. Folge 20 Hlolland 18 Cente, Belglen 1.50 bire. Frankreich 1 Fr., Schweiz 20 Rappen Einzel-Stück 15 Rpf. König Georg von England+ Auf seinem Landsitz im 71. Lebensjahre verstorben 7 Der Prinz von Wales Nachfolger ALondon, 21. Januar. Georg V., König von Großbrikannien und Irland, Kaiser von Indien, ist am Montag um 23.58 Uhr englischer Zeit auf Schloß Sandringham im 71. Lebensjahre, nach einer Regierungszeit von 25 Jahren und 8 Monaten, sanft entschlafen. König Georg von England# Neuer italienischer Bombenangriff Weiterer Vormarsch an der Südfront ∆ Addis Abeba. 21. Januar Italienische Flieger haben, abessinischen Meldungen von der Front zufolge, wiederum die Stadt Korem mit Bomben belegt und Erkundungsflüge bis südlich von Uardia durch geführt. A Rom. 21. Januar. Das italienische Propagandaministerium gibt das neueste Telegramm des Marschalls Badoglio als amtliche Mitteilung Nr. 101 bekannt, das folgenden Wortlaut hat: Die bei Ganale Doria geschlagene Armee des Ras Desta Damto wird von unseren Truppen unaufhaltsam verfolgt. Die von General Graziani befehligten Abteilungen sind am 18. Januar in das Gebiet des Calla Borana vorgedrungen und haben Fiitu, 230 Kilometer von Dolo entfernt, besetzt, wobei sie feindliche Truppen, die versuchten Widerstand zu leisten, zerstreuten. Die Verfolgung wird fortgesetzt. Unsere Truppen trafen entlang den Karawanenstraßen auf Scharen von Flüchtlingen in erbarmungswürdigem Zustand, die sich ergaben und Wasser und Lebensmittel erflehten, da sich die Verpflegung des Gegners in völliger Zerrüttung befände. Auch den Daua Parma und Web Gestro entlang rücken unsere Truppen schnell vor, wobei sie feindliche Truppen zerstreuten. An der Eritreafront wird eine rege Tätigkeit der Flugwaffe, der Artillerie und unserer Aufklärungstruppen-auf der ganzen Linie zwischen Makalle und dem Takazzefluß fortgesetzt. Als er am 3. Juni 1865 als zweiter Sohn des späteren Königs Eduard VII. das Licht der Welt erblickte, dachte wohl niemand daran, daß er dereinst die Krone Englands tragen und damit über ein Reich herrschen würde, in dem die Sonne nicht unterging. Eine Weltreise, die den jungen Prinzen in den Jahren 1879 bis 1892 durch alle Meere führte, setzte in ihn die große Liebe zur See, der er Zeit seines Lebens treu geblieben ist. 18jährig trat er als Kadett in die britische Kriegsmarine ein. In der harten Schule des Seemanns lernte er die stille Pflichterfüllung, die Menschenkenntnis und die ruhige Ueberlegenheit in allen Lagen, die ihn später als Herrscher über rund 480 Millionen Menschen auszeichnen sollte. Auf zahlreichen Auslandskommandos erwarb er sich eine gründliche Kenntnis des britischen Weltreichs, das damals im Glanz des victorianischen Zeitalters stand, und seiner Probleme. Da starb im Jahre 1892 sein älterer Bruder und Prinz Georg trat in die Rechte des britischen Thronerben ein. Im folgenden Jahr vermählte er sich mit Prinzessin Mary von Teck, die väterlicherseits aus einer Seitenlinie des württembergischen Königshauses stammte. Diesem Bund, der sich überaus glücklich gestaltete, entsprossen vier Söhne und eine Tochter. Als Georg V. am 6. Mai 1910 als Nachfolger seines Vaters, Eduard VII., auf den Thron berufen wurde, sah er sich keiner leichten Lage gegenüber. Ueber Europa begannen sich die ersten drohenden Wolken des kommenden Weltbrandes zusammenzuziehen. In Irland und Indien ergaben sich Schwierigkeiten. Wenn sich auch König Georg V. stets im Rahmen der Verfassung politisch nach außen hin stark zurückhielt, so wirkte er doch um so mehr durch seinen erfahrenen Rat und die ausgleichende Würde seiner wahrhaft königlichen Persönlichkeit. Die schlichte Menschlichkeit seines vornehmen Wesens gab dem englischen Königsziel einen neuen Inhalt. Während seiner Regierungszeit entwickelte sich das britische Weltreich zu jener Gemeinschaft gleichberechtigter Glieder, die ihrer Zusammen fassung weniger in geschriebenen Verfassungsbestimmungen als in dem gemeinsamen Rechtsbewußtsein, mit der Krone als oberste Spitze fand. In ihr und ihrem Träger erblicken alle Teile dieses Reiches das einigende Band, das sie umschließt. Diese unerschütterliche Verbundenheit fand im vorigen Jahre ihren mächtigen Ausdruck, als anläßlich seines 25jährigen Regierungsjubiläums König Georg V. als wahrer„Vater des Vaterlandes“ seine Rundfunkansprache an seine große„britische Familie“ hielt. König Georg V. war aber auch der erste Gentleman seines Landes. Seine großen sportlichen und gesellschaftlichen Interessen— er war u. a. ein leidenschaftlicher Segler und Anhänger des Rennsportes— und sein gütiges Wesen verschafften ihm eine allgemeine Beliebtheit, wie sie nur wenigen Monarchen in diesem Maße zuteil wurde. Wenn sich heute die britische Völkerfamilie an der Bahre Georg V. vereint, so bringt auch das deutsche Volk diesem tiefen Schmerz um den Verlust eines wahren Königs und edlen Menschen aufrichtig sein mitfühlendes Ver stehen entgegen. Als sein Nachfolger wird der bisherige Prince of Wales, der im 42. Lebensjahr steht, als Eduard VIll. den Thron besteigen. Der Reichssportführer über die Olympischen Spiele Eine Unterredung der„Westsälischen Landeszeitung- Rote Erde“ mit von Tschammer und Osten (Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung) Berlin, 20. Januar. Es war selbstverständlich, daß sich der Nationalsozialismus nach seiner Machtergceifung auch des deutschen Sportes und der Pflege der Leibesübungen annahm und dieses Gebiet, das für die Ertüchtigung und die Gesundheit des gesamten Volkes von ungeheurer Bedeutung ist, unter seinen besonderen Schutz stellte. Sport und sportliche Leistung sind heute eine Sache der gesamten Nation und sportliche Höchstleistungen und Erfolge sind nicht— bei aller Anerkennung der Einzelleistungen— der Erfolg der Rekordjagd eines einzelnen, sondern sie müssen unter dem Gesichtswinkel der sportlichen Zusammenarbeit des gesamten Volkes gewertet werden. Deutschland als Sportnation! Dieser Satz wird immer mehr Gewißheit und der sportliche Einsatz des deutschen Volkes steigt von Jahr zu Jahr. Waren es 1934 insgesamt 69 Länderkämpfe, von denen 38 im Inland und 31 im Ausland ausgetragen wurden, und Regelung des Landbutter-Absatzes Sicherung der gleichmäßigen Versorgung der Bevölkerung X Berlin, 21. Januar. Nach einer Anordnung des Vorsitzenden des Milchversorgungsverbandes darf die in landwirtschaftlichen Betrieben hergestellte Butter nur in folgender Weise entgeltlich abgesetzt werden: 1. an Verbraucher innerhalb der Gemeinde des Beriebssitzes; 2. auf einem Wochenmarkt, ofern der Betriebsinhaber eine von dem zutändigen Milchversorgungsverband hierfür ausgestellte Erlaubniskarte besitzt, oder 3. an einen vom Milchversorgungsverband zum Aufkauf zugelassenen Verteiler. Die obengenannte Erlaubniskarte wird denjenigen Milcherzeugern erteilt, die den Wochenmarkt, auf den sie ausgestellt ist, bisher schon zum Zwecke des Butterverkaufs besucht haben und für die die Milchablieferungsverpflichtung nicht besteht. Sie kann enrzogen werden, wenn der Inhaber sie mißbraucht oder wenn sich ergibt, daß er sich der Erfüllung der ihm vom Milchversorgungsverband auferleg ten Verpflichtungen entzieht. Die vom Milchversorgungsverband zum Ankauf zugelassenen Verteiler erhalten einen Ausweis. Der Verkäufer ist berechtigt und verpflichtet, sich beim Verkauf von Butter an einen zugelassenen Verteiler eine Empfangsbescheinigung ausstellen zu lassen, auf der die Menge und der Verkaufstag vermerkt sind. Der Verkäufer ist verpflichtet, die Empfangsbescheinigungen aufzubewahren und dem Beauftragten des Milchversorgungs verbandes auf Verlangen vorzuweisen. Diese Anordnung gilt nicht für die im Sinne des § 29 der ersten Verordnung zur Ausführung des Milchgesetzes vom 15. Mai 1931 hergestellte Butter. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden mit Ordnungsstrafe belegt. Bezweckt wird mit dieser Anordnung eine Sicherung der gleichmäßigen Versorgung der Bevölkerung mit Landbutter aus den Gebieten, in denen eine Erfassung der Milch durch Molkereien nicht möglich ist. mit soll nicht etwa eine Lockerung der Milch ablieferungspflicht, sondern eine Ergän dieser Verpflichtung überall ort bewirkt werden, wo sich bei der Der gel Deutschland im ganzen 55 Siege buchen konnte, so waren es 1935 bereits 154 Länderkämpfe mit 103 Siegen, 48 Niederlagen und 3 unentschiedenen Kämpfen. Die Zahl der Länderkämpfe hat sich also in einem Jahr fast verdreifacht, ein Beispiel, das deutlich genug zeigt, daß Deutschland als Sportnation im internationalen Rahmen immer mehr ein bedeutender Faktor wird. Es mag auf den ersten Blick erscheinen, daß das Verhältnis von 55 Siegen zu 14 Niederlagen im Jahre 1934 günstiger liegt als das Ergebnis von 103:48, das das Jahr 1935 brachte. Dies ist aber ein Trugschluß, denn es muß berücksichtigt werden, daß unter dem Zeichen der Olympischen Spiele und in Anbetracht einer planmäßig gesteigerten Anforderung im Jahre 1935 stärkere Gegnerfür die deutschen Mannschaften vorgezogen wurden. Auch die Zahl der Nationen, mit denen Deutschland kämpfte, hat sich erhöht. Während Deutschland 1934 mit 19 Nationen zum sportlichen Kampf antrat, hat sich der Kreis 1935 auf 26 Nationen vergrößert. In den Sportarten selbst wurde der Rahmen ebenfalls erweitert, 1934 wurden in 15 verschiedenen Sportarten Länderkämpfe ausgetragen, 1935 zählten wir bereits 22 verschiedene Sportzweige. Im Mittelpunkt des Sportjahres 1936 stehen die Olympischen Spiele. Dieses sportliche Ereignis ist zweifellos ein Höhepunkt und gewinnt für uns noch dadurch besondere Bedeurung, daß wir die Sportler der gesamten Welt in unserem Lande als Gäste begrüßen dürfen. Ueber die Bedeutung dieses Ereignisses für die sportliche Weiterentwicklung und körperliche Ertüchtigung unseres Volkes beantwortete der Reichssportführer von Tschammer und Osten einem Vertreter unserer Berliner Schriftleitung einige Fragen, die wir nachstehend wiedergeben. Frage: Durch den Brief des Reichsinnenministers an Sie, Parteigenosse von Tschammer und Osten, ist die Oeffentlichkeit wieder darauf hingewiesen worden, daß es ihre vordringliche Aufgabe ist, Leidesübungen zur allgemeinen Sache des Volkes zu machen. Können Sie uns über die Entwicklung ihrer Aufbauarbeit in dieser Richtung Näheres mitteilen? Antwort: Schon im Programm der NSDAP wurde nach den Erkenntnissen unseres Führers der Grundsatz ausgesprochen:„Die körperlich der Selbsterhaltung des durch den Staat ver tretenen und geschützten Volkstums“. Der Führer hat mir den Auftrag zur Vertretung dieser Forderung erteilt, und ich habe danach in den vergangenen drei Jahren den Reichs bund für Leibesübungen und seine in der ihm gegebenen Rechtsordnung verankerten Einheit aufgebaut. Die kommenden Monate und Jahre bringen die Einrichtung des Reichsbundes nach diesem Gesetz. Frage: Aus Ihren Ausführungen entnehme ich, daß die Olympischen Spiele für uns nicht ein Ereignis an sich oder ein Endpunkt einer sportlichen Entwicklung sind, sondern eine große Leistungsprobe auf einem Wege, der zur allgemeinen Leibeserziehung des Deutschen Volkes führt? Antwort: Ja, so ist es. Wir gehen den Spielen entgegen mit der freudigen Entschlos senheit eines Sportvolkes. Wir werden uns über jeden Sieg und schon über jeden präch tigen Kampf freuen, den einer der Unseren der versammelten Auslese der anderen Sport völker liefert. Wir hoffen und wünschen, daß unser Vertrauen vom ganzen Volke übernom men wird und unsere Olympiamannschaft als Ganzes wie auf einer Welle des guten Willens und Wünschens zu Kampf und Sieg trägt. Wir werden aber der großen Ziele des Reichs bundes wegen dafür sorgen, daß nicht durch lästiges Herumschnüffeln an der Form (Fortsetzung auf Seite2) Wir bringen heute: Krieg im Mittelmeer? Mit einer Arbeit unseres römischen Korrespondenten, die die italienische Stimmung für und wider eine militärische Auseinandersetzung im Mittelmeer behandelt, schließen wir heute unsere Artikelreihe. In Gespräch und Anekdote Eine Seite des Blitzlichtes, das so oft die geschichtsbildenden oder politikmachenden Männer des Auslandes in kleinen Begebenheiten charakterisiert und Einrichtungen oder Ereignisse deutlicher beleuchtet als die offiziellen Agenturberichte des Auslandes. Tanzfest auf spiegelndem Eis In Garmisch-Partenkirchen hat sich die Jugend der Welt zum Weillen Olympia getroffen. Neue Gesichter sind darunter, die wir unseren Lesern heute vorstellen. Das Uhrwerk Richard Euringer, der seit Jahren in treuer Kameradschaft zu unseren Mitarbeitern zählt. stellt sich heute wieder mit einer seiner wertvollen und lebendigen Kurzgeschichten vor. Ablenkungsmanöver in Cenf? (Von unserem Genfer Vertreter) Die Genfer Luft ist absolut sensationslos und die ganze Atmosphäre zeigt keinerlei Anzeichen, die auf entscheidende Entschlüsse hindeuten. Die führenden Politiker Europas sind zwar in großer Zahl wieder an den Gestaden des Lac Léman versammelt. Die Spannung, wie wir sie bei den letzten Tagungen erlebten, fehlt fast vollkommen. Die ganze Sitzung ist gewissermaßen auf Abbruch eingestellt und man weiß nur eines sicher, nämlich daß die Hauptfrage, zu deren Lösung man sich eigentlich zusammengefunden hat, der italienisch=abessinische Konflikt. an Dringlichkeit verloren hat, weniger aus mangelndem Interesse, als wegen der unangenehmen Lage, in die Genf und verschiedene Regierungen durch diesen ganzen Fragenkomplex gebracht wurden. So haben gewissermaßen die Delegationen die Koffer ausgepackt. Laval will bereits Dienstag abend wieder nach Paris zurückkehren, um dort um seine Stellung zu kämpfen. Der englische Außenminister hat sich darauf eingerichtet, im Falle einer Verschlimmerung der Krankheit des Königs sofort nach London zuruczukehren. Man wußte hier bereits vor Beginn der Tagung, daß sowohl England wie die andern Mächte entschlossen waren, keine festen und bindenden Entschlüsse zu fassen. England hält den Augenblick noch nicht für gekommen, neue Vermittlungsversuche zu unternehmen oder aber zu neuen Sanktionsmaßnahmen zu schreiten, die auch in London an Popularität verloren haben, ganz abgesehen davon, daß die Oelsperre bereits eine Aktenangelegenheit für die Genfer Archive geworden zu sein scheint. In Kreisen der englischen Delegation sowie in Völkerbundkreisen konnte man hören, daß erst Ende Februar mit neuen Aktionen im italienisch=abessinischen Konflikt zu rechnen sei. Bis dahin will man anscheinend die Lage sich von selbst„klären" lassen, und man rechnet fest damit, daß Italien im Falle eines weiteren siegreichen Vordringens bereit sein wird, in einigen Wochen an dem Verhandlungstisch zu sitzen. Der Verlauf der Sitzung des 13er=Ausschusses ließ dieses Bild gerechtfertigt erscheinen. Der Ausschuß lehnte die abessinische Forderung, eine Untersuchungskommission nach Der Schaffende liest die NS-Presse bo teilung der Landbutter Mängel gezeigt haben. körperliche Ertüchtigung ist eine Forderung Das Schicksal der Nation ist zugleich das Schicksal des einzelnen. Unsere Weltanschauung Nationalsozialismus aber erst garantiert die Nation. So haben wir gerade als die schaffenden Menschen unentwegt dafür zu kämpfen, daß die nationalsozialistische Idee immer tiefer in unser Volk eindringt, damit die Sicherung unseres Reiches sich immer vollendeter gestaltet. In diesem Ringenist die nationalsozialistische Presse unser Schwert. Unser Gauorgan„Westfälische Landeszeitung— Rote Erde“, unbeugsam und konsequent in Verfechtung nationalsozialistischer Anschauungen, muß das unentbehrliche Rüstzeug eines jeden Schaffenden in Westfalen werden. Deshalb: Mit der„Westfälischen Landeszeitung— Rote Erde“ vorwärts für Hitler und Reich! Gauwalter der DAJ. Leiter der Bezirksarbeitskammer Westfalen-Lippe. Afrika zu schicken, ab und äußerte sich dahingehend, daß auch im Augenblick nichts für eine aussichtsreiche Schlichtung unternommen werden könne. Die Behandlung der Sanktionsfrage überließ man dem Achtzehner=Ausschuß, der seine Arbeit am Mittwoch aufnehmen wird, sich aber wohl mit der Einsetzung neuer Untersuchungsausschüsse begnügen dürfte. Dienstag wird der Dreizehnerausschuß zwar nochmals zusammentreten, er wird sich jedoch nur mit der Abfassung eines Berichtes an den Völkerbundsrat befassen. Man nimmt hier an, daß um den Streitfall zwischen Sowjetrußland und Uruguay noch etwas Lärm geschlagen wird, hofft aber, diese Angelegenheit in einem juristischen Untersuchungsausschuß begraben zu können, ohne dabei auf lauten Protest aus Moskau zu stoßen. Hinsichtlich der Danziger Frage liegen die Dinge offensichtlich anders. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Genfer Politiker hier eine günstige Gelegenheit sehen, abzulenken und unter Vernachlässigung der für den Weltfrieden äußerst wichtigen Fragen das Danziger Problem mit Pathos behandeln wollen. Jedenfalls wird. man feststellen müssen, daß sich der Völkerbund in einem so wichtigen Augenblick mit rein innerpolitischen Danziger Fragen befaßt, die nach dem Spruch und Urteil des Danziger Gerichtshofes bereits ganz einwandfrei gelöst sind, während gleichzeitig verschiedene Pressestimmen in einzelnen Völkerbundsstaaten die Vermutung verstärken, daß man es hier mit einer reichlich ungeeigneten Suche nach einem neuen Hintergrund zu tun hat. Jedenfalls traf man auch in den Wandelgängen des Völkerbundes neutrale Vertreter, die sich in unmißverständlichen Worten über derartige allzu offensichtliche Ablenkungsmanöver aussprachen. Jedenfalls werden auch die in Genf regieführenden Politiker bald erkennen müssen, daß derartige Seitensprünge die drängenden Probleme einer Lösung keineswegs näher bringen. Der Reichssportführer über die Dlympischen Spiele (Fortsetzung von Seite 1) der Leistung der einzelnen Kämpfer der einzelne oder gar die ganze Mannschaft unsicher und schwach gemacht wird. Und wir erhoffen für alle Maßnahmen in dieser Richtung das größte Verständnis. Frage: Erschöpft sich nach alledem das sportliche Geschehen in diesem Jahre in den Olympischen Spielen oder wird das Sportjahr 1936 noch durch andere Gesichtspunkte bestimmt? Antwort: Schon die Veröffentlichung der neuen Rechtsordnung— d. h. das Gesetz des Reichsbundes für Leibesübungen— zu Beginn des Jahres kennzeichnet seine Bedeutung als Jahr der Bewährung für den Reichsbund für Leibesübungen auch nach innen. Die erste große, sich über 40000 Vereine erstreckende Bestandserhebung ist in der Geschichte der deutschen Leibesübungen bahnbrechend. Sie ist zur Zeit im Gange und wird noch vor den Sommerspielen ausgewertet. Die Linie des gesteigerten Sportverkehrs mit anderen Völkern wird fortgesetzt. Schon seine geographische Lage weist Deutschland hier die Rolle eines Mittlers und einer Brücke unter den Sportvölkern zu. Die Liebe zumeigenen Volkstum erzieht uns zur Achtung vor den Volkstümern der anderen. Im Jahre 1935 schon haben sich die Zahl und Erfolge der Länderkämpfe in der erwünschten Weise gesteigert. Die Spiele bedeuten hier einen Höhepunkt, der uns ein Ansporn und ein Ausgangspunkt für weitere unermüdliche Arbeit im Dienste der Verständigungsmöglichkeiten der Völker über den Sport sein wird. Mein Wunsch, mit dem ich auch schon den Dank für die bisherigen Leistungen der NS=Presse verbinde, ist es, daß die Presse meine Arbeit in stets steigendem Maße unterstützen und gerade die für unsere innerdeutsche Entwicklung aufzustellenden Forderungen der Leibeserziehung ganz stark an die Lesermassen herantragen möge. v. M. Der Reichsjugendführer in Westfalen Eine richtungweisende Rede vor der Führerschaft der westsälischen 53 7 Der unabänderliche Totalitätsanspruch Ersassung des gesamten deutschen Jungvolks Schule und Sitlerjugend Gelsenkirchen, 21. Januar. Die Gebietsführung Westfalen der Hitlerjugend hatte die Führer der H3, des Jungvolks und die Führerinnen des Obergaues des BdM zu dem großen, alljährlich stattfindenden Appell nach Gelsenkirchen ins Hans=SachsHaus berufen. Auf diesem Appell hielt Reichsjugendführer Baldur von Schirach eine grundlegende Rede über Aufgaben und Ziele der HI=Arbeit im Jahre 1936. Die Kohlenstadt Gelsenkirchen hat reichen Flaggenschmuck angelegt. Von allen Häusern grüßt die Fahne, der sich die Jugend verhworen hat. Das Straßenbild wird beherrscht von jungen Gesichtern, überall anmarschierende HJ=Kolonnen, BdM=Führerinnen, die sich schon am Morgen zu einer Arbeitstagung eingefunden hatten, Pimpfe, Männer der Bewegung, alle mit dem gleichen Ziel: Hans=Sachs=Haus! Hier steht gegen 15 Uhr eine dichtgedrängte Menschenmenge, der Absperrdienst der Pimpfe und Hitlerjungen kann mit Mühe die Straße freihalten. Fanfarenbläser des Jungvolks erwarten den Reichsjugendführer. Der große Tagungssaal ist ganz einfach, aber darum nicht weniger wuchtig und eindrucksvoll ausgeschmückt. Auf der schwarzen Wand steht in starren gotischen Buchstaben das Wort„Ehr is dwang nog“(Ehre ist Zwang genug). Unter den geladenen Gästen aus Bewegung und Staat bemerken wir u. a. den Landeshauptmann Kolbow, SS=Ober= führer Schleßmann. die Führer der Arbeitsgaue Westfalen=Nord und Süd, Zimmermann und Krichbaum, Brigadeführer Vogel, den Gauwalter der DAF, Stein. die Reichsreferentin des BdM, Trude Mohr, und die vor einigen Tagen mit dem Westfälischen Literaturpreis geehrte westfälische Dichterin Josefa, BerensTotenohl Der Reichsjugendführer erscheint, in seiner Begleitung Gebietsführer Langanke, Gauleiter Dr. Meyer und Stellvertretender Gauleiter Stürtz. Nach der Meldung gibt Unterbannführer Hans Christian Witte, der Leiter des Kulturamtes des Gebietes Westfalen, das Zeichen zum Beginn des großartigen Chorspiels, dessen Text und Musik eigens für diesen Tag geschrieben ist. Ein Fanfarenruf und die kleine Kantate„Wir Werkleute all“ nach Worten von Heinrich Lersch leiten die wahrhaft weihevolle Stunde ein. Aus Worten und Musik formt sich in elementarer Eindringlichkeit und Innerlichkeit das Bild des Industrie= und Bauernlandes Westfalen. Es kündet vom Entstehen dieses Landes und seinen, harten Menschen. Dieses Spiel war ein einzigartiges, tiefbewegendes Bekenntnis zur Gemeinschaft der schaffenden Volksgenossen, zur westfälischen Heimaterde und zur großen Idee des neuen Reiches. Dann spricht Gebietsführer Langanke. Er erinnert daran, daß die westfälische HJ zum zweiten Male zum Appell vor dem Reichsjugendführer angetreten sei und dankt ihm für den Weg, den er im vergangenen Jahr gegangen sei. Er gelobt im Namen der westfälischen Jugend, daß das Gebiet mit ihm weitermarschieren würde, gleich gegen wen, mit ihm ins sozialistische Reich. Dann überreichte er dem Reichsjugendführer ein Kästchen mit Erde von Langemarck und vom Grabe Wittekinds, das er ihn in den Grundstein der kommenden Akademie der Jugend in Braunschweig einzumauern bittet. Wieder rufen die dreihundert Jungen des Chores, wieder dröhnen Fanfaren und Landsknechtstrommeln des Gelsenkirchener Jungvolks zu Versen von Josefa Berens=Totenohl. (Eigener Bericht) So stellt sich der Raum Westfalen dem Reichsjugendführer vor. Dann steht er selbst am Rednerpult, umbraust von dem tosenden Beifall seiner jungen Kameraden. Hart und klar sind seine Worte, mit denen er den Begriff der Jugend umreißt, mit den verschiedenen Gegnern der nationalsozialistischen Jugend abrechnet und die neuen Aufgaben des Jahres umreißt. Immer wieder wird er von begeisternder Zustimmung unterbrochen. In seiner Rede ging der Reichsjugendführer davon aus, daß der Begriff der Jugend nicht immer so klar umrissen gewesen sei wie in unserer Zeit. Mancher aus diesem Kreise würde sich wohl noch der Zeit erinnern können, wo es nicht den organischen Uebergang vom Kind zum Erwachsenen, vom Knaben zum Mann gegeben habe, wie ihn die Jugend des nationalsozialistischen Staates darstelle. Die nationalsozialistische Jugend sei etwas in sich Geschlossenes, eine Lebensgemeinschaft mit eigener GesetzmäßigZeichnung: H. Jansen Reichsjugendführer Baldur von Schirach keit und eigenem Erlebnisinhalt, das sei von ungeheuerer Bedeutung für die Zukunft unseres Volkes. An dem so Gewordenen gelte es unerschütterlich festzuhalten. Nachdrücklich unterstrich der Reichsjugendführer den Grundsatz der Selbstführung der Jugend. den der Führer selbst vor Jahren mit dem Satz prägte:„Jugend muß von Jugend geführt werden.“ Diese Parole sei zum revolutionärsten Gedanken in der Erziehungsarbeit der HJ geworden, sie sei geradezu das Proaramm der nationalsozialistischen Erziehungsarbeit, einer deutschen nationalen Erziehung überhaupt geworden. Wenn man den Gedanken der Selbstführung der Jugend verneine, verneine man die Bewegung und den Staat. Man könne auch nicht die nationalsozialistische Jugendbewegung bejahen und den sie tragenden Gedanken verneinen; das eine bedinge das andere. Der Reichsjugendführer erinnerte an die Zeit des Kampfes, in der die Hitlerjugend in steter Einsatzbereitschaft immer hinter der Droh- und Haßreden Starhembergs Volksabstimmung in Oesterreich nicht möglich 7 Der Kampf gegen die Volksmehrheit soll„härter und gröber“ werden A Wien, 21. Januar. Die Vaterländische Front hat in Wien am Sonntag einen Funktionärappell abgehalten, bei dem Bundeskanzler Dr. Schuschnigg und Vizekanzler Fürst Starhemberg gesprochen haben. Als Aufgabe der nächsten Zeit bezeichnete es Fürst Starhemberg, daß der Grundsatz praktisch durchgesetzt werde, daß niemand außer der Vaterländischen Front berechtigt sei, in Oesterreich Politik zu machen. Er brachte zum Ausdruck, daß jeder, der vom Staat bezahlt werde, auch der Vaterländischen Front angehören müsse. Starhemberg begründete dann den Totalitätsanspruch der Vaterländischen Er werde mit allen Mitteln danach streben, daß sämtliche Posten des öffentlichen Lebens ausnahmslos, und möge es sich auch um die scheinbar bedeutungslosesten Posten, beispielsweise eines Vereinsvorstandes in irgendeinem kleinen Orte, handeln, ausschließlich von Oesterreichern, die bewußte Oesterreicher sind, besetzt würden. Auf eine Frage, wie stark die kommende Miliz sein werde, antwortete Fürst Starhemberg, es würden alle Mitglieder der Wehrverbände, soweit sie physisch und sittlich einwandfrei wären, in die Miliz übernommen werden. Auf eine weitere Frage, was an den Gerüchten über eine bevorstehende Volksabstimmung wäre, erwiderte Fürst Starhemberg, eine Volksabstimmung komme in absehbarer Zeit in Oesterreich nicht in Frage. Wohl werde erwogen, im Rahmen der ständischen Körperschaften nach Möglichkeit dem Gedanken der Wahlen Rechnung zu tragen. An sich könne Oesterreich eine Volksabstimmung wohl abhalten, wenn es die Garantie hätte, daß diese unbeeinflußbar sei. Eine Abstimmung sei aber Sache der Propaganda, und diese hänge ab von den zur Verfügung stehenden Mitteln. In dieser Hinsicht sei Oesterreich nicht in der Lage, in Konkurrenz zu treten mit den Mitteln, die den Nationalsozialisten zur Verfügung ständen. Auf dem Funktionärappell am Sonntag sprach zunächst Bundeskanzler Dr. Schuschnigg, der betonte, daß Oesterreich den Dollfuß=Kurs unabänderlich weiterführen werde. Je mehr man aber glaube, die Regierung zwingen zu können, desto später werde die Volksabstimmung durchgeführt werden. Fürst Starhemberg erklärte auf diesem Appell einleitend, daß ein freies und unabhängiges Oesterreich im Sinne der göttlichen Weltordnung liege. Einen Anschluß Oesterreichs an Deutschland, einen Zusammenschluß Oesterreichs mit deutschen Stämmen in der Form, daß Oesterreich in ein zentralistisches Reich eingegliedert würde, lehne er ab. Der Kampf gegen die Anschluß-Jdeologie sei einHauptprogrammpunkt der Vaterländischen Front. Wenn es Leute in Oesterreich gebe, die behaupteten, daß der Anschluß an das heutige Deutschland vereinbar sei mit einem richtigen und ehrlichen Bekenntnis zum„Vaterland“, so sage er, das sei Schwindel und Betrug. Zum innenpolitischen Kurs erklärte Fürst Starhemberg:„Radikaler, systematischer und hartnäckiger als bisher wollen wir den Kampf gegen versteckte und offene Feinde des vaterländischen Gedankens führen. Nicht nur die öffentlichen Angestellten, nicht nur die Beamten und Angehörigen der bewaffneten Macht müssen vaterländisch denken, und verlieren das Recht, öffentliche Funktionen auszuüben, wenn sie nicht bewußt und erprobt vaterländisch sind, sondern auch in der Wirtschaft haben Vaterlandsfeinde nicht mehr das Recht, aus der österreichischen Volkswirtschaft zu leben. Wir sind entschlossen, härter und gröber als bisher zuzufassen.“ Zum vaterländischen Gedanken übergehend, führte Fürst Starhemberg aus, daß eine gesunde, monarchistische Propaganda absolut in der Richtung des vaterländischen Gedankens liege. Er könne sich vorstellen, daß einmal der Zeitpunkt komme, wo die Begriffe Habsburg und Oesterreich wieder zu beider Glück und Aufblühen zusammenkämen, nicht nur zu Nutz und Frommen Oesterreichs, sondern zum Heile ganz Europas. Er wandte sich dann gegen die Art, mit der die nationale Propaganda in Oesterreich früher den habsburgischen Gedanken gezeitigt habe. Von dieser Seite sei erklärt worden, Habsburg sei ein degeneriertes, undeutsches Herrscherhaus und deshalb abzulehnen. Diese verlogene Legendenbildung über das Haus Habsburg werde er bekämpfen, weil die Schaffung dieser Legenden Oesterreich schade. Alten Garde des Nationalsozialismus stand. So sei sie in dieser ihrer revolutionären Erziehungsidee über alle Widerstände und Gegenwirkungen hinweg die größt Jugendorganisation der Welt geworden. Heute wisse jeder, daß ohne national sozialistische Jugend es auch keine nationalsozia listische Bewegung und keine deutsche Zukunft gebe. Allein und auf sich selbst gestellt und ohne fremde Hilfe, gestützt nur auf die Bewegung, habe die nationalsozialistische Jugend das er reicht, was heute in ihren Erfolgen zu sehen und nicht meyr zu bestreiten sei. Dabei stehe über dieser Jugend kein Zwang, sondern der freie Wille des einzelnen. Sie alle wollten Mitträger sein unseres großen gewaltigen Reiches. künftige Erziehungsarbeit Zu den Fragen der künftigen Er ziehungsarbeit in Deutschland betonte der Reichsjugendführer, daß diese Frage weder von der HI allein noch von der Schul allein, noch von dem Elternhau allein gelöst werden könne. Es müsse viel mehr zwischen den großen Erziehungskräften unserer Zeit, zwischen Elternhaus, Schule und Hitlerjugend so etwas wie eine Arbeits gemeinschaft entstehen. Gewiß sei die verstandesmäßige Erziehung der Jugend not wendig, aber noch wichtiger sei die charatterliche Erziehung, die der HL zukomme, wie Erziehung zur Kamerad schaft, zum Deutschtum uno zur Volksgemein schaft. In seiner Neujahrsbotschaft habe er, der Reichsjugendführer, verlangt, daß bis zum 1. Januar des Jahres 1937 das Jungvolk durch erhöhten Arbeitseinsatz alle im Jungvolkalter befindlichen Jahrgänge in seiner Organisation zusammenschließe. Er habe gefordert, daß gerade diese Orga nisation, die heute in vielen Teilen des Reiches 85 und 90 Prozent und teilweise darüber der Jugend erfaßt habe, durch eine etwas vergrößerte Anstrengung auch die letzten noch ab seits Stehenden in diese Gemeinschaft aufnehme. Der Jungvolkführer erhalte damit eine erhöhte Verantwortung und eine nicht leichte Aufgabe vor der Zukunft; denn die Jungen die er nun in dieser Organisation erziehe würden, wenn sie sich besonders bewähr haben, in die Hitlerjugend berufen. Reichsakademien der 53 Nach kurzem Eingehen auf die noch in diesem Jahre zu schaffenden Reichsakademien für Jugendführer in Braunschweig und München und einer ähnlichen Einrichtung für den BdM in Berchtesgaden betonte der Reichsjugendführer nochmals die Totalitätsforderung der HI in der Führung der gesamte Jugend des Staates. Er gedachte in diesem Zusammenhange der einundzwanzig Toten der Hitler=Jugend, die nicht zuletzt für die verwirk lichung dieses Totalitätsanspruches ihr Leben ließen. Diese Vollendung der einst im Kampfe gestellten Forderung bedeute aber keinen Ab schluß. Sie sei vielmehr ein neuer An fang, sie stelle die nationalsozialistische Jugend vor neue und größere Aufgaben, vor neue Arbeit, deren Erfüllung den restlosen und selbstlosen Einsatz aller erfordere. Mit dem Arndtwort„Ein Volk zu sein, das ist die Religion unserer Zeit" schloß der Reichsjugendführer seine richtung weisenden Ausführungen, die mit stürmischer Zustimmung ausgenommen wurden. Noch einmal spricht der Chor. Dann ruft ein kleiner, unbekannter Pimpf das Sieg=Heil auf den Führer in den Saal. Gemeinsam singen alle„Nun laßt die Fahnen fliegen" und das Lied der Hitlerjungen. Die Führertagung ist zu Ende. Nach Nord und Süd fahren die großen Kraftwagen in die Banne zurück. Die Führerschaft der westfälischen Ho ist für ein neues Jahr der Arbeit, des Kampfes und des Sieges ausgerichtet und um ein unvergängliches Erlebnis reicher. Aufnahme: Donner Gebietsführer Langanke überreicht dem Reichsjugendführer Erde von Langemark und vom Grabe Wittekinds Die Kundgebungen der VaWiener terländischen Front am Widersprüche Sonntag in Wien haben die verantwortlichen Leiter der österreichischen Politik veranlaßt, zu bestimmten Fragen Stellung zu nehmen, deren Beantwortung schon lange auf sich warten ließ. Man muß allerdings feststellen, daß die Antworten, die nunmehr aus amtlichem Munde erfolgt sind, keineswegs geeignet sind, die gewünschte Klärung herbeizuführen. Die wesentlichen Punkte, mit denen sich die Rede Starhembergs beschäftigte, bildeten das Anschlußproblem und die Habsburger Frage. Er bekannte, daß der Kampf gegen die Anschlußideologie ein Hauptprogrammpunkt der Vaterländischen Front sei. Offenbar suchte er dann dadurch dieses Bekenntnis etwas abzuschwächen, indem er erklärte, daß man im wesentlichen jene Theorie bekämpfe, daß Oesterreich ein widerrechtlich abgetrennter Teil des Deutschen Reiches sei. Herr Starhemberg scheint aber einen Kampf gegen Windmühlenflügel zu führen, denn tatsächlich dürfte eine derartige Behauptung, gegen die sich der Führer der Vaterländischen Front wehren zu müssen glaubt, noch von keiner Seite jemals aufgestellt worden sein. Wenn Starhemberg im weiteren erklärte, daß der Widerstand gegen einen Anschluß an ein Großdeutschland nicht das Bekenntnis zu einem gesunden deutschen Denken ausschließe, so bedarf auch diese Feststellung wohl noch einer näheren Erläuterung, die man in den folgenden Ausführungen des Bundesführers vergeblich sucht. Die einzige Begründung findet Herr Starhemberg vielmehr in der Ablehnung des Nationalsozialismus. Diese Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus findet im übrigen noch an anderer Stelle einen merkwürdigen Niederschlag. Auf die vor allem in Oesterreich selbst von weiten Kreisen aufgeworfene Frage nach einer Volksabstimmung antwortete Starhemberg mit dem merkwürdigen Hinweis, daß eine derartige Volksabstimmung nur dann stattfinden könne, wenn die Gewähr gegeben sei, daß sie„unbeeinflußt" durchgeführt werden könne. Die Gewähr sieht Herr Starhemberg im Augenblick nicht gegeben, da sich die Vaterländische Front nicht in der Lage fühle, der nationalsozialistischen Propaganda etwas Gleichwertiges entgegensetzen zu können. Dieses Eingestandnis steht in einem bezeichnenden Gegensatz zu der Behauptung, daß das gesamte österreichische Volk heute hinter der Regierung stehe. Jedenfalls scheint man sich im Regierungslager seiner Sache doch wenig sicher zu sein. Der innere Widerspruch der Haltung, der aus diesen Reden hervorgeht, zeigt sich vor allem auch bei der Behandlung der Habsburger Frage. Grundsätzlich weist Starhemberg die Absicht zurück, Oesterreich in ein Abenteuer stürzen zu wollen. Aber gleich im nächsten Satz heißt es dann, die Tatsache, daß sich heute in Oesterreich der monarchische Gedanke ausbreite und für ihn geworben werde, müsse als eine rein innerösterreichische Angelegenheit betrachtet werden. Wie sich alle diese seltsamen Behauptungen und Begründungen miteinander vereinbaren lassen, diese Frage überließ Herr Starhemberg seinen Zuhörern in Oesterreich und in der Welt. Das Ergebnis aber ist, daß diese Reden die Probleme auch nicht einen Schritt weitergebracht haben. Heute Rücktritt Lavals Herriot läßt Laval fallen A Paris, 21. Januar. In gutunterrichteten Kreisen rechnet man damit, daß Laval am heutigen Dienstag aus Genf zurückkehrt. Am Mittwoch findet ein Kabinettsrat statt, in dessen Verlauf Staatsminister Herriot seinen Rücktritt bekanntgeben wird und die übrigen radikalsozialistischen Minister ihre Absicht verkünden werden, dem Beispiel Herriots zu folgen. Ministerpräsident Laval, so erklärt man, werde sich dann sofort zum Staatspräsidenten begeben, um den Gesamtrücktritt des Kabinetts zu unterbreiten. Weiter glaubt man, daß Laval jedes Angebot, eine neue Regierung zu bilden, ablehnen werde. Ueber die Nachfolge Lavals schein in radikalozialistischen Kreisen noch keine feststehende Meinung zu herrschen. Die radikalsozialistichen Abgeordneten, die am Montag früh in der Kammer waren, bedauerten, daß Staatsminister Herriot nicht geneigt scheine, die Neubildung einer Regierung zu übernehmen. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich K. Pfafferott(z. Zt. krank) Stellvertretender Hauptschriftleiter: Ewald Löbbert. Verantwortlich: Für Innenpolitik Fritz Bormann. für Außlenpolilik Wilhelm Juna, Leiter der gesamten Lokalund Provinzteile: Ewald Löbbert, verantwortlich die eweils am Ende der Ortsausgabe bezeichnelen Schriflleiler. Verantwortlich für Wirtschaft Dr. Helmut Barth-York, für den Allgemeinen Teil Heinrich Elsenpeter. für Kunst und Unterhallung Kurt Ziesel. für Schriftium und Heimatpolitik Günther Stöve, für Westfalen-Rheinland Hubert Hausmann, für Sport Ernst Schulle, für den Anzeigenteil Bernhard Stadle. Anzeigenleiter Karl Kirschner, sämtlich in Dortmund. Berliner Schriftleitung: Hans Graf Reischach. Berlin. Chef vom Dienst: Heinrich Elsenpeter. Dortmund. Druck und Verlag: Westfällsche Landeszeitung Gmbll., Dortmund. D.-A. Dezember 1935: über 178 000 Davon D.-A. D Bezirksausgabe Dortmund und Umgebung 5 215: D.-A. B. Bezirksausgabe Bochum-Witten: 23 355; -A. H Bezirksausgabe Hagen: 18 095; D.-A. A. Bezirksausgabe Sauerland(Arnsberg): 14 005; D.-A. G. Bezirksusgabe Ilerne- Wanne-Eickel- Gelsenkirchen-Recklinghausen: 1015: D.-A. S Bezirksausgabe Hamm-Soest und die Börde: 13 756; D.-A. E-R Bezirksausgabe Essen— Reichsausgabe: 19 100; D.-A. L Bezirksausgabe Lüdenscheid: 10 850(z. 2. reisliste Nr. 5 gültig). A 2. Blett Folge 20 Westsälische Tandeszeitung. Rote Erde Dienstag, den 21. Januar 1936 In Gespräch und Anchdote Politiker fremder Nationen im Spiegel kleiner Szenen Plaudereien der WLZ-Auslandsvertreter in Paris, Genf und Rom — Flandin Oberst de la Roque, der Führer der französischen„Feuerkreuzler“ Arnim Richard-Paris erzählt: Aus Warschau wurde gemeldet, daß bei der Mitternachtsmesse am Heiligen Abend ein Mann in der Kathedrale schluchzend in bittere Selbstanklagen ausbrach und sich mit den Fäusten die Brust schlug:„Ich bin ein Mörder, ich bin ein Dieb. Verhaftet mich, und Gott möge Mitleid mit mir haben!“ Es stellte sich heraus, daß es sich um einen polnischen Gangster aus Chikago handelte, der nach 14jähriger Abwesenheit in seine Heimat zurückgekehrt war und hier in der Mystik der Mitternachtsmesse von Warschau von quälender Reue gepackt wurde. Oberst de la Roque soll auf diese Nachricht hin an den Präsidenten des Stavisky=Prozesses Barnaud einen schriftlichen Vorschlag geschickt haben, den Stavisky=Prozeß bis zum 24. Dezember nächsten Jahres zu vertagen und sämtliche Angeklagten und Zeugen zur Mitternachtsmesse nach Warschau zu schicken. * Pierre=Etienne Flandin ist nicht schlichter Häuslersohn wie Laval oder Enkel eines Erdarbeiters wie Herriot, sondern Sprößling einer begüterten Parlamentarierfamilie. Mit 25 Jahren war er Abgeordneter, mit 30 Jahren Unterstaatssekretär, mit 40 Jahren Minister und mit 45 Jahren Ministerpräsident. Trotzdem ist er nicht mit dem Volk verwachsen, Flandin ist niemals im eigentlichen Sinne populär gewesen. Im Kabinett ist er heute Staatsminister und Exponent der englandfreundlichen Richtung. Er ist sehr stolz auf seine Karriere, sehr selbstbewußt und sehr von seinen Werten überzeugt. „Ich bin als Abgeordneter auf die Welt gekommen“, sagte er eines Tages im Kreise von Freunden. Einer von ihnen lächelte:„Für die Kammer oder das Unterhaus.“ * Zu Herriots schönsten Erinnerungen gehört eine Moskauer Reise, auf der er von den wendigen Sowjeträten mit Ehren und Sympathiebeweisen überhäuft worden ist. Anders in Frankreich! Der Prophet gilt nichts in seinem Vaterlande. Für die Rechte ist Herriot noch immer der„bestgehaßteste Mann“ und die Linke betrachtet ihn heute bedauernd als Abtrünnigen. Als ihn jüngst ein alter Parteifreund auf die Widersprüche seiner Politik und den Umstand aufmerksam machte, daß er nun glücklich zwischen zwei Stühlen sitze, erwiderte Herriot, der überzeugt an seine glanzvolle Zukunft glaubt:„Nicht zwischen zwei Stühlen, sondern auf zwei Stühlen, denn bricht der eine, hält wohl der andere.“ „Und welcher wird zuerst brechen?“ fragte der Parteifreund. „Der andere“, sagte Herriot kurz. Den großen Silvesterreveillon, den Festschmaus am Jahresende, verbrachte der französische Ministerpräsident im Kreise zahlreicher Freunde aus der Hohen Politik und Diplomatie. Ein Witzbold hatte die üppige Speisekarte auf dem Platz Lavals mit einer eigenhändig und künstlerisch angefertigten anderen Karte vertauscht, und der erstaunte Laval las: Antisanktionistische Speisenfolge Würstchen de Milano Kartoffelsalat O la Mussolini mit Mortadella Spaghetti mit Parmesankäse Truthahn à la Ciano Käseplatte: Gorgonzola und Bel Paese Tutti Frutti mit Chianti=Sauce. Laval reichte etwas säuerlich lächelnd die Karte weiter, so daß sie auch der ihm schräg gegenüber sitzende russische Botschafter Potemkin zu Gesicht bekam. „Die Hauptsache ist vergessen“, sagte dieser, „es fehlt Moskauer Paktcreme, auf Eis gelegt!“ Laval parierte unverzüglich und sehr geschickt:„Gewiß, und garniert mit zaristischen Staatsanleihen!“ Der„dumme' Film Die Sache mit den Mondsteinchen 7 Dr. Wolfdieter von Langen-Rom Italien ist das Land, in dem man nicht laut lacht. Sitzt man in einem Lokal und hört schallendes Gelächter, ist es— zehn zu eins— ein Ausländer. Der Deutsche lacht befreiend, zuweilen„platzt“ er, weil der Witz irgendwie aus dem Gefühl kommt, der Angelsachse hat den Scharfblick für die komische Situation, der Franzose lacht über das„bonmot“— Italien hat den leichten, lachenden Sinn nicht! Der Intellekt ist beim Italiener zu wach. Sein Witz ist weder frei von Spott, noch von Satire. Er ist fast immer durchdacht, kaum komisch, weshalb man zwar schmunzeln, aber kaum laut lachen kann. Es ist deshalb keine ganz leichte Sache, in Italien Anekdoten und ustige Begebenheiten zwischen Politikern und Diplomaten aufzutreiben. Italien besitzt keinen Philibert Besson, den mit der Polizei Windmühlen=Gefechte austragenden Don Quimotte des Parlaments. Besäße es ihn, er würde weder ins Parlament gewählt, noch ließe man ihm Gelegenheit, seine Narretei an den Mann zu bringen. Das heißt nicht, daß es hier keine Anekdoten gibt, nur sind sie zumeist zu scharf oder aber für Italien nicht typisch. Im Im Mittelpunkt aller Anekdoten, die Italien kennt, steht der italienische Regierungschef selbst, etwa seine Vorliebe für den Film. Die Privatwohnung Mussolinis ist die Villa Torlonia an der Via Nomentana in Rom. Im Park der Villa unter Palmen und Pinien liegt außerdem das Internationale Lehrfilm=Institut, dem der Duce um so lieber des Abends nach erledigten Staatsgeschäften einen Besuch abstattet, als sich im Archiv des Instituts sämtliche Filme, auch ausländische, in Originalfassung befinden. Eines Abends— die Staatsgeschäfte waren noch nicht so aufregend wie heute— stattet Mussolini dem Intut wieder einen Besuch ab und läßt sich den ilm„Hollywood spricht“, einen der ersten ollywood=Filme in Originalfassung in englischer Sprache vorführen. Der Duce ist begeistert, findet den Film sehr nett. Am nächsich das Haus redlich. Endlich sagte der Held zur Heldin die berühmten Worte:„Wir haben uns heute abend nichts mehr zu sagen...“, worauf eine nur durch das ängstliche Flüstern des Souffleurs unterbrochene Pause eintrat. In diesem Augenblick erhob sich ein Herr im Parkett, wandte sich mit vollendeter Höflichkeit gegen das Publikum und sagte:„Signori, Sie haben gehört, daß sich die beiden heute abend nichts mehr zu sagen haben. Ich benutze die Gelegenheit, um mich nach Hause zurückzuziehen...“ Das Publikum zog mit.. Man weiß nicht, ob diese Geschichte für Rom typisch ist, sie kann sich in einer anderen Hauptstadt ereignet haben. Wahr aber soll die folgende Geschichte sein, die überdies den Vorzug größter Frische hat und in römischen Diplomatenkreisen nicht wenig belacht wurde: Nachdem im feierlichen Konsistorium im Vatikan die neuernannten Kardinäle das Kardinalsbarret aus der Hand des Papstes empfangen haben, pflegen sich die Gesandten der am heiligen Stuhl vertretenen Länder einzustellen, um den Neuernannten ihre Glückwünsche zu überbringen. Da die Zeit eilt, finden die Besuche hintereinander weg statt. So erschien auch der ungarische Gesandte bei dem neuernannten französischen Kardinal B., der ihn herzlichst begrüßte, sich mit ihm unterhielt und schließlich zum nicht geringen Erstaunen des Gesandten in die Worte„un charmant pays, votre pays!“ ausbrach, um hinzuzusetzen„.. et un charmant Président. votre Président Monsieur Masaryk!“. Der Gesandte war einen sten Abend kommt er wieder und bittet, den Film noch einmal aufzuführen. Der Eindruck bleibt, ein guter Film. Am anderen Morgen sitzt die Familie des Ministerpräsidenten am Kaffeetisch. Der Duce sagt zu seinen beiden Söhnen Bruno und Vittorio:„Wenn der Film„Hollywood spricht“ kommt, müßt Ihr ihn ansehen, ist sehr nett...“ und begibt sich arglos in den Palazzo Venezia. Eine Woche später wird der Film am Corso Umberto aufgeführt. Bruno und Vittorio Mussolini sind befehlsgemäß in der Premiere. Am anderen Morgen fragt sie ihr Vater nach ihren Eindrücken.„Es war“— sagt Bruno in seiner gemächlichen Art—„der dummste Film, den ich seit langem gesehen habe. Ueberdies war man mit mir einig, denn es kam zu Protestkundgebungen und Karabinieri mußten eingreifen.“ Mussolini ist über die Verschiedenheit des Geschmacks sehr überrascht, läßt den Polizeipräsidenten kommen und eine strenge „Mcnesia“ über die Protestkundgebungen anstellen. Es stellt sich heraus, daß der Film so zusammengeschnitten worden war, daß er der Originalfassung kaum noch ähnelte und daß überdies der Kinobesitzer reichlich Freikarten verschenkt hatte für Plätze die er, als er an der Abendkasse den Andrang sah, noch einmal verkaufte. Die Freikarteninhaber verteidigten ihre Plätze erbittert gegen die, die sie bezahlt hatten. Es gab einen Skandal. Mussolini aber bedauerte zwar die, die bezahlt und nichts gesehen hatten, war aber sichtlich erleichtert, daß der Geschmack zwischen ihm und der Allgemeinheit nicht verschieden, sondern nur der zugeschnittene Film und die Freikarteninhaber, im Volksmund„Portoghesen“ genannt, schuld waren. Graf Ciano, der Schwiegersohn des Duce und jetziger Propagandaminister, schrieb als Zwanzigjähriger zwei Theaterstücke, die das Publikum, das unmöglich wissen konnte, daß Graf Ciano einmal Propagandaminister werden würde,— durchfallen ließ. Während der Uraufführung des zweiten Stückes langweilte Mussolini Augenblick sprachlos.. wobei zu erwähnen ist, daß Ungarn keinen Präsidenten, sondern einen Reichsverweser hat, dieser nicht Masaryk, sondern Horthy heißt und schließlich der Kardinal den ungarischen und den tschechoslowakischen Gesandten verwechselt hatte. Um an Ort und Stelle, nämlich im Vatikan, zu bleiben: Kennen Sie die Geschichte von den beiden Mondsteinen? Sicherlich nicht! Aber sie ist bestimmt wahr, Zeugen dafür lassen sich in Rom genügend auftreiben. Vor zwei Jahren wurden die in Rom ansässigen Vertreter der gesamten Auslandspresse von Papst Pius XI. in feierlicher Audienz empfangen. Sämtliche Korrespondenten legten zu diesem Zweck Frack mit weißer Weste an und bereiteten sich auch sonst würdig vor. Bevor der Papst erschien, wurden die Korrespondenten im Halbkreis in einem Saal versammelt, wo man sie ersuchte, niederzuknien. Es war ein ebenso feierlicher wie würdiger Anblick, die Presse einmal kniend zu sehen, noch dazu im Schmuck der weißen Weste. Der Korrespondent K., der von Natur etwas dicker geraten war, konnte jedoch den Augenblick nicht völlig genießen, da im Augenblick des Niederkniens einer seiner Frackhemd=Knöpfe, ein für diesen feierlichen Zweck soeben gekauftes Mondsteinchen, absprang, über den kostbaren Teppich kugelte und den kurzsichtigen Augen entschwand. In diesem Augenblick trat der Papst in den Saal... K. wurde vom Schicksal vor die Frage gestellt, entweder sein Interesse der feierlichen Zeremonie oder seinem Mondsteinchen zuzuwenden. K. entschied sich nach kurzem Zögern für das letztere und ruderte kniend, möglichst unauffällig, auf das soeben entdeckte Steinchen zu. Diese Belastung nahm der zweite Frackhemdknopf übel, sprang ab und suchte gleichfalls das Weite. K. unterdrückte ob dieser unziemlichen Haltung seiner Knöpfe den Gesetzen des Ortes entsprechend eine zornige Regung, war aber keinesfalls gewillt, dem Papst mit klaffender Hemdbrust präsentiert zu werden, weshalb er sich kniend auf Jagd begab und, durch seine Dicklichkeit behindert, vornüberfiel. Ein Monsignore aus der päpstlichen Begleitung sprang eilfertig zur Hilfeleistung hinzu, da er annahm, K. sei ohnmächtig geworden. K. winkte jedoch leicht ab und strengte sich aus Leibeskräften an, wenigstens eins der Mondsteinchen zu retten, bevor der Papst zu ihm kam. Es gelang nicht. Als Pius XI. zu ihm trat, versuchte K. in letzter Verzweiflung noch immer das trübe Geschick seiner Mondsteinchen zu verbessern und stellte gerade eine Generaluntersuchung des Bodens an. Selbst Pius XI. kam den intensiven Bemühungen K.'s insofern entgegen, als auch er den Blick verwundert nach unten wandte. In diesem Augenblick richtete K. sein freudig erregtes Gesicht dem Papst zu.. er hatte soeben unter den Filzpantoffeln eines päpstlichen Geheimkämmerers sein geliebtes Mondsteinchen entdeckt und war vollauf glücklich... Woraus man sieht, daß, wenn das Schicksal es will, selbst Kleinigkeiten wie Frackhemden=Knöpfe am erhabenen Ort eine Rolle spielen und ihren Träger in die Chronik der Anekdote eingehen lassen können. Anekdotisches Genf Wenn nicht zum Lachen, so doch zum Lächeln## Von H. Schneider-Senf Angesichts der düsteren Stimmung, wie sie infolge des italienisch=abessinischen Streitfalles seit einigen Monaten in Genf vorherrscht, könnte man mehr denn je meinen, daß der in zunehmendem Maße seinen schillernden ideologischen Charakter verlierende sogenannte Völkerbund nur eine ernste Angelegenheit wäre. Die nachfolgenden Zeilen sollen zeigen, daß der Völkerbundsrummel selbst seit dem Austritt Deutschlands und dem Eintritt der Sowjetunion seinen anekdotischen Charakter nicht verloren hat, daß vielmehr die groteske Seite des Genfer Völkergemisches mitunter in kleinen Zwischenfällen ihren Niederschlag findet, über die man, wenn nicht lachen, so doch wenigstens lächeln kann. * An einem milden Frühlingsnachmittag im Mai 1935 konnte man beim Ueberschreiten der verkehrsreichen, wirklich großstädtisch wirkenden Montblanc=Brücke einige Minuten lang solgenden überraschenden, aber wenig beachteten Anblick genießen: Ueber das Geländer der besagten Brücke beugte sich ein durchaus bürgerlich gekleideter, untersetzter Mann mit rundem Gesicht, goldeingefaßter Brille und spärlichen Haaren: Maxim Maximovitsch Litvinoff= Finkelstein=Wallach= Meer, zu dessen Rechten eine stattliche, sehr vollschlanke, ihn um einige Zentimeter überragende Frau stand, während zu seiner Linken in zwei Meter Abstand ein von Kopf bis Fuß den Geheimpolizisten ausatmender Mann ebenso besinnlich wie Maxim Maximovitsch nordostwärts über den See hinwegblickte. Es war also in doppelter Hinsicht ein unbewachter Augenblick, aber Genf ist ja eine friedliche Stadt, in der man genau so gut geruhsam den Schwänen, Enten und Wasserhühnern auf dem See zuschauen, das herrliche Panorama bewundern oder... in Gedanken versinken kann. Vielleicht dachte in diesem Augenblick Maxim Maximovitsch an jenes Bankett vom September 1934 im Hotel des Berques, wo der damalige französische Außenminister Barthou in Anwesenheit von 300 Journalisten die etwas zu schnell beantwortete, auf den bolschewistischen Volkskommissar des Auswärtigen gemünzte Frage gestellt hatte:„Sieht er aus wie ein Zuchthauskandidat?“(Est-ce qu’il a l’air d’un bandit?) was eine infolge ihrer scheinbaren Diskretion besonders boshafte Anspielung auf die Verhaftung von 1908 in Paris sowie auf den Bankraub von Tiflis darstellte. * Um die Mittagszeit des 19. Dezember 1955, als die 13 Ratsmitglieder nach zweieinhalbstündigen Beratungen recht verspätet und hungrig das Büro des Generalsekretärs im ersten Stock des ehemaligen Hotels„National“ am Wilson=Quai verließen, um eilends zu ihren Hotels zurückzukehren, wurden sie unten an der Treppe von zwölf Dutzend Journalisten aller Herren Länder förmlich belagert, die in ihrer„ewigen“ beruflichen Neugier etwas über den Verlauf und das Ergebnis der Verhandlungen erfahren wollten. Der schlanke Hauptmann Eden— damals noch nicht Außenminister des britischen Weltreiches, sondern„erst“ Völkerbundsminister— überrumpelte die Presseleute, indem er sich mit einem kurzen„Morning“ aalglatt durch die kompakten Menschenmassen hindurchschlängelte. So wurde der unmittelbar nachher die Treppe heruntersteigende französische Ministerpräsident Laval mit einem allgemeinen„Ah“ hoffnungsvoller Erwartung begrüßt, obwohl er sonst immer die Wortkargheit in Person ist. Die Hoffnungen wurden aber zunächst enttäuscht, weil Laval nach der vergeblichen Bitte„Laßt mich doch Mittagessen gehen!“ den Wartenden lediglich ankündigte, daß sie in einer Viertelstunde— die in Wirklichkeit mehr als eine halbe Stunde dauern sollte— ein„Papierchen“, d. h. eine amtliche Verlautbarung bekommen würden, um dann die Frage, was denn in dem Papierchen drinstehe, diplomatisch ausweichend zu beantworten:„Alles Mögliche!“ Eine Minute später sollten die Neugierigen aber doch auf ihre Rechnung kommen, da sich auf dem untersten Treppenabsatz ein kleiner Wortwechsel zwischen Laval und dem elsässischen Sozialisten Grumbach— der in früheren Jahren dauernd mit dem verflossenen deutschen Sozialisten Breitscheid zusammenhockte, so daß man nur noch von Breitbach und Grumscheid sprach— dem Laval grinsend vorwarf, ihn bei seiner Ankunft gefragt zu haben, ob er nicht— dem Beispiel Sir Samuel Hoares folgend— gleichfalls zurücktreten wolle, worauf sich Grumbach in leichter Verlegenheit(wohl wegen der zahlreichen Zuhörer) damit herausredete, das hätten doch „alle Leute“ gefragt, um dann die vieldeutigen Worte hinzuzufügen:„Außerdem haben Sie mir gesagt, daß Sie nicht d an denken und da bin ich vorläufig nicht weiter in Sie gedrungen!“ * Am Vormittag des 15. Januar 1955, mitten in dem Hochbetrieb, der infolge des Bekanntwerdens des Ergebnisses der Saarabstimmung zu völlig ungewöhnlich früher Stunde, nämlich von 7 Uhr morgens ab, in der großen Wandelhalle, im Pressezimmer und um die Telefonkabinen des Völkerbundes herum herrschte, ereigneten sich u. a. zwei kleine Wortwechsel, die für den Eindruck des saardeutschen Treuebekenntnisses in Genf bezeichnend waren: Ein französischer Journalist, der als unentwegter Mann der Linken zu den lautesten Anhängern der Statusquoler rechnete und den seine„Ueberzeugungen“— sowie seine Schulden— später zur Uebersiedlung nach Moskau veranlassen sollten, wurde trotz seiner gefürchteten Zunge von einem anderen französischen Journalisten wegen jener zweiunddreißigeinhalb Prozent ironisiert, die er noch zwei Tage zuvor für den Status quo vorausgesagt hatte, und zwar mit den Worten:„Na, und Ihre zweiunddreißigeinhalb Prozent?“, worauf der Enttäuschte einen Ausweg suchte und fand, indem er sagte:„Ich meinte ja gar nicht Prozente. Ich meinte die Körpertemperatur!" Was wahrlich als ein diskreter Hinweis auf die katastrophale Untertemperatur der Statusquoler betrachtet werden darf, wie sie sich an diesem Tage herausgestellt hatte. Großzkundgebung der Politischen Leiter NSDAp-Führertagung des Gaues Westfalen-Süd in der Westfalenhalle Wie schon in all den Jahren des Kampfes. so verlangt auch heute wieder die ASDAp von jedem Parteigenossen, besonders aber von den führenden Männer der Bewegung, katbereite und sich stets steigernde Mitarbeit am Aufbau des neuen Deutschlands. Mit neuer Tatkraft setzt die Partei auch im Gau Westfalen-Süd ihren Marsch für Deutschlands Zukunft im Jahre 1936 fort im Dienste des Führers und seiner Idee. Den Auftakt des Kampfjahres 1936 im Gau Westfalen=Süd bildet die am kommenden Sonntag, dem 26. Januar, 15 Uhr in Dortmund in der Westfalenhalle stattfindende Führertagung. An ihr werden teilnehmen alle Politischen Leiter im Gaugebiet, SA-, SSund RSKK-Führer und-Männer, die 53Führer, die Kreis- und Ortsgruppen-Frauenschaftsleiterinnen sowie die Bdm-Führerinnen. Im Mittelpunkt dieser Führertagung steht die Rede des Gauleiters Josef Wagner. In seinen Darlegungen wird der Gauleiter über die Aufgaben und Ziele der Arbeit im Gau Westfalen=Süd sprechen und damit zugleich für die kommende Jahresarbeit Weg und Richtung bestimmmen. Rosenberg im Gau Westfalen=Güd Rede auf den hoesch-Werken (Eigener Bericht) Dortmund. 21. Januar. Wie wir von der Gaupropogandaleitung erfahren, wird Reichsleiter Alfred Rosenberg die Stadt Bochum, als Sitz der Gauleitung, am 31. Januar 1936 besuchen und abends der westdeutschen Erstaufführung des Schauspiels„Thomas Paine“ von Hans Johst im Stadttheater beiwohnen. Am 1. Fe bruar wird er in Dortmund auf einer großen Betriebskundgebung zu den Arbeitern der Hoesch-Werke sprechen. Geheimnisvoller Brand im französischen Arbeitsministerium Geheimakten verschwunden ∆ Paris, 21. Januar. In einem Seitenflügel des Arbeitsministe riums brach am Sonntag Feuer aus. Der Brand konnte zwar nach etwa einer halben Stunde gelöscht werden, soll aber dennoch bedeutenden Schaden angerichtet haben. Mehrere Aktenregale und Tische mit wichtigen Akten sind verbrannt. Nach einer sofort eingeleiteten Untersuchung soll sich ein bestimmter Verdacht hinsichtlich der Brandursache ergeben haben. Hierbei spielt ein angeblich verbrannter oder verschwundener Bericht an eine Mission in Pdlen die Hauptrolle. Der verantwortliche Leiter der Abteilung, aus der der Bericht verschwunden sein soll, habe bei der Untersuchung erklärt, es sei ihm von verschiedenen Seiten angedeutet worden, daß diese Akten eines Tages gestohlen werden könnten. Er habe deshalb stets mit besonderer Sorgfalt diese Akten verschlossen gehalten. Die Begleitumstände dieses Brandes erschienen sofort etwas eigenartig. Die Untersuchung hat bis jetzt ergeben, daß der Brand an verschiedenen Stellen gleichzeitig zum Ausbruch gekommen ist. Man hält daher eine Brandstiftung nicht für ausgeschlossen. Bestärkt wird man in diesem Gedanken noch dadurch, daß kürzlich eine Bücherrevision stattfand und der Sachverständige dabei Unregelmäßigkeiten in der Buchführung festgestellt hatte, die aber nochmals nachgeprüft werden mußten. Diese Bücher sind eigentümlicherweise auch ein Raub der Flammen geworden, und die Untersuchung wird sich nunmehr nach dieser Richtung hin erstrecken. Krieg im Mittelmeer? sagt der Italiener? 7 Schlimmer noch als Krieg die Vertagung Mit einer Arbeit unseres römischen Korrespondenten, die die italienische Stimmung für und wider eine militärische Auseinandersetzung im Mittelmeer behandelt, schließen wir unsere Artikelreihe „Krieg im Mittelmeer?“ ab. „Auf sonniger Fahrt ins blaue Mittel meer!“— zu Beginn des Jahres 1936 liest sich die Werbung der Schiffahrtslinien nicht ohne Gefahr. Denn zur Zeit werden von dem blauen Mittelmeer die Touristen weniger be troffen als die Mannschaften britischer und französischer Flotteneinheiten, die„durchaus gewohnheitsmäßig" oder„zu Erholungsfahr ten im üblichen von der Admiralität vorge zeichneten Rahmen“, das Mittelmeer durch kreuzen— von den Säulen des Herkules bis zu den Sehenswürdigkeiten halb ägyptischer — halb arabischer Städte... Das Meer der Touristendampfer wurde zu einem solchen der bestückten und gepanzerten und nur unter Vorbehalt als„Touristendampfer" zu bezeichnenden Schiffe, auch wenn deren Besatzung und ihre Geschütztürme noch so sehr zur Pflege der Gesundheit die laue Luft des Mittelmeers atmen sollen. Von Rom aus sieht das so aus: Geschwader vor Gibraltar, Geschwader vor Marokko, Geschwader vor Korsika, Alexandria, Haifa, der griechischen Küste... und Italien selbst inmitten der Geschwader als ein starrender Geschützturm in Gestalt von... Flotteneinheiten. Nicht das ist das Besorgniserregende, daß sie hier sind. Das Mittelmeer war immer ein überlagertes Kräftefeld, wenn es auch nie so gegenständlich demonstriert wurde wie jetzt. Sondern das: daß sie alle unter Dampf liegen und warten... warten auf das erste Oeltankschiff, das nach einer verhängten Oelsperre sich Gibraltar nähern und den dicken„Bobbies“ in die weit geöffneten Arme laufen würde. Logisch hieße das Oelsanktionen gleich Blockade gleich Krieg. Der Italiener im allgemeinen argumentiert hier so:„England hat den Mittel(Von unserem römischen Vertreter) meerkrieg systematisch vorbereitet. England hat mit Deutschland das Flottenabkommen geschlose sen, um freie Hand im Mittelmeer und Ruhe in der Nordsee zu haben. England hat seine Flotte geschickt, Gibraltar, Alexandria, Haifa, Zypern ausgebaut. England hat, als die Wir kung seiner Flottendemonstration auf Italien verpuffte, sich Verbündete geworben: 50 Staaten mit Sanktionen gegen Italien, vier Staaten mit Kriegsmarinen zum tatsächlichen Einsatz gegen Italien. England will Italien den Prozeß in einem Kriege machen. Die Gefahr, das England allein den Schaden an seinen kostbaren und dem britischen Volk viel Geld kostenden Panzerkreuzern trägt, hat England durch das Wort„wechselseitiger Beistand“ verringert. Einwände dagegen nützen nichts: England ist ein Volk von kühl denkenden, geschäftssicheren Ausgaben und Einnahmen scharf berechnenden Menschen. Schicken solche Menschen umgebaute Passagierdampfer als Truppentransporter mit Tausenden von Soldaten, sogar aus Indien, an die Mittelmeerküsten? Damit demonstriert man nicht mehr, diese Transporte kosten zuviel Geld, das sich niemals lohnt, wenn sie nicht eingesetzt werden. Also...!“ Und der Schluß dieser Betrachtungen lautet jeweils.„Aber wenn wir schon fallen, dann soll England mit uns fallen und geht das nicht, dann soll es wenigstens Schaden davon tragen!“— Diese Ueberlegungen haben ein einleuchtendes System, zu einleuchtend, deshalb werden sie— wie zumeist in der Außenpolitik der Nachkriegszeit— nicht stimmen. Seeschlacht oder Zukunft Italiens? Der italienische Politiker überlegt anders:„Es ist falsch, den Einsatz französischer Geschwader im Mittelmeer dahin auszulegen, daß es nun bestimmt zu einem Kriege kommen deutsche Frontkämpfer=Besuch in England Ehrung der gefallenen englischen Kameraden] Der Dank des Prinzen von Wales für die Anteilnahme am Befinden des Königs A London. 21. Januar. Die deutsche Frontkämpferabordnung ehrte am Montagvormittag die Toten des Weltkrieges, die auf Seiten des britischen Reiches fielen und deren Ehrenmal, der„Kenotaph", sich in White=Hall, dem englischen Regierungsviertel, erhebt. Das Hakenkreuzbanner, der Union Jack und die Flagge des Hauptquartiers der British Legion wehten dem Zuge voran, in dem sich die Mitglieder der deutschen Abordnung gemeinsam mit den Vertretern der British Legion zu den Stufen des Ehrenmals begaben. Eine zahlreiche Menschenmenge beobachtete mit ehrfurchtsvollem Schweigen die feierliche Handlung. Der Leiter der deutschen Abordnung, Sthamer, legte im Namen der deutschen Frontkämpferverbände einen Lorbeerkranz nieder, dessen mit dem Hakenkreuz geschmückte Schleife die Inschrift trug„Die deutsche Frontkämpferabordnung". Als der Kranz niedergelegt wurde, senkten sich die Fahnen und die Mitglieder der deutschen Frontkämpferabordnung ehrten mit der zum Deutschen Gruß erhobenen Hand das Gedächtnis ihrer gefallenen britischen Kameraden aus dem Großen Krieg. Nach der feierlichen Kranzniederlegung besichtigten die deutschen Frontkämpfer in Begleitung der Führer der British Legion einen Betrieb, in dem von ehemaligen englischen Frontkämpfern Mohnblüten hergestellt werden. Diese künstlichen Mohnblumen sollen an die blutigen Kämpfe auf den Feldern Flanders erinnern. Sie werden alljährlich am WaffenDas Sehnen der Volksgemeinschaft Reichsminister Kerrl vor der Rs-Frauenschaft Sannover X Hannover, 21. Januar. Im Kuppelsaal der Stadthalle sprach am Sonnabendabend vor den Amtsträgern der NS=Frauenschaft aus dem Gau SüdHannover=Braunschweig Reichsminister Kerrl, der bei seinem Eintreffen stürmisch begrüßt wurde. Er knüpfte an das Raabe=Wort an: „Habt acht auf die Sachen, schaut auf zu den Sternen!“, das für die Kämpfer der Bewegung heiße, zwar auf das Alltägliche des Lebens zu achten, sich darin aber nicht zu verlieren, sondern das Hochziel der Bewegung nie aus den Augen zu lassen. Der Minister sprach dann über weltanschauliche und religiöse Fragen und ging aus von der uralten Frage menschlichen Suchens und Sehnens: Woher kommen wir, wohin gehen wir? Das immer noch unbefriedigte Sehnen habe endlich seine Erfüllung gefunden in dem schlichten, namenlosen Zimmermannssohn aus Nazareth, der nicht nur gewaltiger predigte als die Schriftgelehrten und darum vom Volke verstanden wurde, sondern der auch durch sein Leben die Wahrheit seiner Erkenntnis bewies. Als Parallele hierzu entwickelte der Redner ein Bild des deutschen Sehnens nach der großen Volksgemeinschaft durch Jahrhunderte hin, die Kämpfe und Nöte in diesem Ringen und das langsame Weiterschreiten auf dem Wege zu diesem Ziel. Dann sei genau wie vor 1935 Jahren ein einfacher Mensch, der namenlose Gefreite des Weltkrieges gekommen und habe das große deutsche Sehnen gestillt. Auch er habe anders und gewaltiger geredet als die Schriftgelehrten und auch er sei vom Volke verstanden worden. So habe das Wunder der deutschen Einigung geschehen können, die Auferstehung aus Schmach und Schande. Zuletzt befaßte sich der Minister mit der Stellung des Nationalsozialismus zu den Kirchenfragen. Es sei unsinnig, sagte er, zu glauben, daß der Nationalsozialismus dem Volke seinen Glauben nehmen wolle. Der Führer habe selbst gesagt, ein wahrer Nationalsozialist müsse Glauben haben und könne nicht gottlos sein. Es komme aber auf den Glauben an und nicht auf die Paragraphen eines Bekenntnisses. Der Nationalsozialismus habe den Grundsatz, die Kirche zu schützen, er habe aber keinen Zweifel daran gelassen, daß die Führung im Staat nur einem gebühre: Adolf Hitler! Wer das anerkenne, werde in kirchlichen Dingen niemals behindert. Der Nationalsozialismus sei gegründet auf Glauben und Liebe, auf den Glauben an die Notwendigkeit der Erfüllung der von Gott gegebenen Pflicht und auf die Liebe zum Nächsten, den Volksgenossen aus unserem Blut. Möge die Kirche in diesen beiden Punkten in einem starken Wettbewerb zum Nationalsozialismus treten — dem Volke werde ein solcher Wettbewerb nur Nutzen bringen. stillstandstag zugunsten, der ehemaligen britischen Frontkämpfer und ihrer Hinterbliebenen verkauft. In Beantwortung des Telegramms, das die deutsche Abordnung beim Betreten englischen Bodens an den Prinzen von Wales gesandt hatte, traf am Montag von dem englischen Thronfolger folgendes Telegramm ein: „Seine königliche Hoheit der Prinz von Wales empfindet tief den Gruß der deutschen Frontkämpferabordnung bei ihrer Ankunft in England und dankt für ihre Anteilnahme an der Krankheit des Königs. Seine königliche Hoheit wünscht der Abordnung besten Erfolg.“ Keine Beschäftigung ohne Arbeitsbuch X Berlin. 21. Januar. Nach einer soeben erlassenen Verordnung des Reichsarbeitsministers dürfen in folgenden Betriebsgruppen Arbeiter und Angestellte, für die ein Arbeitsbuch auszustellen ist, vom 1. März 1936 an nur beschäftigt werden, wenn sie im Besitze eines ordnungsmäßig ausgestellten Arbeitsbuches sind: 1. Industrie der Steine und Erden: 2. Eisen= und Stahlgewinnung; 3. Metallhütten= und Metallhalbzeug werke; 4. Herstellung von Eisen=, Stahl= und Metallwaren; 5. Maschinen=, Apparate= und Fahrzeugbau(auch mit Gießerei); 6. Optische und feinmechanische Industrie; 8. Chemische Industrie; 9. Papierindustrie; 10. Leder= und Linoleumindustrie: 11. Kautschuk= und Asbestindustrie; 12. Baugewerbe und Bauneben gewerbe; 13. Großhandel; 14. Einzelhandel; 15. Verlagsgewerbe, Handelsvermittlung und sonstige Hilfsgewerbe des Handels; 16. Geld=, Bank=, Börsen= und Versicherungswesen. Wer entgegen den gesetzlichen Vorschriften einen Arbeiter oder Angestellten beschäftigt oder sich als Arbeiter oder Angestellten beschäftigen läßt, macht sich strafbar. Jüdisches Schieberpaar verhaftet X Annaberg(Sachsen), 21. Januar. An der sächsisch=tschechoslowakischen Grenze, bei Oberwiesenthal, konnte die Verschiebung eines namhaften Betrages in deutschen Banknoten im letzten Augenblick verhindert werden. Einige Schüler fanden am Sonntagvormittag etwa 100 Meter von der Grenze entfernt, einen kunstseidenen Frauenstrumpf, in dem sich Reichsbanknoten im Betrage von 4530 Mark befanden. Bei weiterem Suchen entdeckte man noch ein Päckchen mit 7000 Mark. Die Gesamtumme von 11 530 Mark wurde bei der Polizei abgeliefert. Die bisherigen Ermittlungen haben ergeben, daß das Geld von dem jüdischen Ehepaar Heinrich Lisschütz aus Halle beim Erscheinen eines Grenzbeamten, der die beiden ihm verdächtig erscheinenden Personen nach einem vergeblichen Fluchtversuch festnahm, fortgeworfen wurde. Der Beamte hatte bei Lischütz 500 Mark vorgefunden und beschlagnahmt, worauf das Ehepaar nach Feststellung der Personalien wieder entlassen worden war. Als man nach Bekanntwerden des Geldfundes an der Grenze das Schmugglerpaar wieder estnehmen wollte, war der Mann bereits über die Grenze entkommen, während die Frau im Zuge nach Chemnitz festgenommen werden konnte. würde. Gerade dieser Einsatz verringert die Möglichkeiten, daß es zu dem berüchtigten Zwischenfall kommt, der den Krieg bringt. Die englischen Truppentransporte sind vielleicht weniger im Sinne eines Angriffes zu verstehen. England weiß, daß Aegypten durch Libyen einen verwundbaren Punkt darstellt, wenn Italien angreift. Aber Italien greif t nicht an. Italien liegt nichts daran, sich der Gefahr auszusetzen, die Zukunft der Nation von einer Seeschlacht abhängen zu lassen. Und greift England an? Sprechen wir ganz pessimistisch: Was kann England schon daran liegen, Italien so zu schwächen, daß es als politischer und militärischer Faktor in Europa ausfällt. Denn Krieg im Mittelmeer heißt— kommt es erst einmal soweit Schwächung des Gegners bis zum Aeußersten. Niederlage! England mit seinen 50 Sanktionsstaaten wird das nicht sein. Es wird also keinen Krieg geben!“ Kann Italien den Krieg vermeiden? Von allen Menschen müßten es am ehesten der italienische Ministerpräsident und der ita lienische Kriegsminister wissen, nicht der Palazzo Chigi, nicht die italienischen Politiker, nicht die faschistischen Zeitungen. Minister präsident und Kriegsminister zugleich aber ist Mussolini. Mussolini hat am 2. Oktober 1935, dem Starttag in eine ungewisse Zukunft, vor 170000 Römern erklärt, daß die faschi stische Regierung ihr Aeußerstes tun würde, um den Frieden in Europa aufrechtzuerhalten. Mit den 170 000 Römern glauben 44 Millionen Italiener daran. Aber dennoch: Kann Italien diesen Krieg vermeiden? Gesetzt den Fall, die Dinge nehmen einen schlechten Gang, die militärischen Operationen in Ostafrika scheitern an klimatischen, geographischen Gewalten und der Zahl der jetzt gut ausgerüsteten abessinischen Truppen. Italien müßte dann den Weg eines kränkenden Kompromisses gehen, das Land würde eingeengt, Wirtschaft und Finanzen wären ruiniert, es bestände für die nächsten Jahrzehnte keine andere Aussicht, als daß die Blockade der englischen Kriegsschiffe durch die Blockade der englischen Politik bei Lähmung jeder unabhängigen italienischen Politik ersetzt würde. Es gibt in diesem Zu sammenhang das berühmte Wort von dem „glorreichen Selbstmord“, das falsch ist, das richtig heißen mußte:„Alles oder nichts wagen!“ Aber Italien hat in Abessinien bereits gewagt... Kann England zurück? Kann England diesen Krieg vermeiden, wenn Italien zwar jetzt nachgibt, aber stark, unbefriedigt, expansionsmächtig die vielleicht von Rom nicht beabsichtigte, durch die Verhältnisse bestehende Drohung im Mittelmeer bleibt, das Sprungbrett nach Aegypten, über Aegypten nach Afrika und den Indischen Ozean? Ist es klüger, jetzt die Entscheidung zu suchen, wo das Bündnis der 50 Völkerbundsstaaten besteht, die Flotte und Truppen bereit, der Völkerbund selbst Italien als„Angreifer" bezeichnet hat? Oder eine Vertagung der Entscheidung, bis etwa die politische Lage für England schlechter, Italien innerlich stärker, propagandistisch ge schulter und selbst etwa mit Bundesgenossen für eine Auseinandersetzung versehen ist. Man denke nur an die rein strategische Lage im Mittelmeer, an Malta. Festungen, die Zeit schleift! Die Zeit im Mittelmeer aber ist gegen England und für Italien, denn Italien ist jünger, näher. Es gibt hierzulande Leute, die behaupten, Italien habe immer mehr gewinnen als zu verlieren. zu Schlimmer noch als Krieg... die Vertagung? Nimmt man die Erfahrung über die internationale Nachkriegspolitik zu der politischen Vernunft und fragt einen Italiener, der über beides verfügt, dann heißt die Antwort auf die entscheidende Frage:„Nein, es gibt keinen Krieg im Mittelmeer— es gibt etwas schlimmeres— einen Kompromiß. Frankreich und England werden diesen Kompromiß so gestalten, daß ein Nachgeben Italiens nicht allzu deutlich wird. Man Ley auf der Tagung des Gaues Kurmark der DAF. Der Gau Kurmark der Deutschen Arbeitsfront hielt am Sonntag im Landeshaus zu Berlin seine erste diesjährige Tagung ab. Nachdem die Vertreter aus dem ganzen Gaugebiet am Vormittag in neun Sondertagungen fachliche und politische Fragen erörtert und Richtlinien entgegengenommen hatten, waren die Nachmittagsstunden mit der eigentlichen Haupttagung ausgefüllt. Ihren Höhepunkt fand die Tagung mit der Rede des Reichsleiters Dr. Ley. Ehrung des Abtes Schachleiter. Die Philosophische Fakultät der Universität München verlieh auf Grund einmütigen Beschlusses dem Abt Alban chachleiter anläßlich seines 75. Geburtstages den Titel Dr. phil h. c. Wie wir erfahren, erfolgte diese Ehrung Schachleiters wegen seiner großen Verdienste um die Musikwissenschaft. Ihm ist es zu verdanken, daß die antike Schönheit der gregorianischen Choralmelodie neu erstand. Erste Führertagung der Marine=SA. Das Führerkorps der Marine=SA vereinigte sich am Sonnabend zum ersten Male in der Geschichte der Marine=SA zu einer Arbeitstagung in großem Rahmen. Die Tagung fand in Dresden statt, weil man dem Führerkorps Gelegenheit zu einer Besichtigung der Wassersportschule Lauenhain geben wollte. Reichsamtsleiter Sündermann spricht zur NSPresse. Im Rahmen der„Woche der NS=Presse" sprach am Sonntag in Weimar bei einer Kundgebung der Reichsamtsleiter Parteigenosse Sündermann zu den aus dem ganzen Reichsgebiet versammelten Schriftleitern der RS=Presse, den Presseamtsleitern der Gaue und den Pressereferenten der Gliederungen über die Bedeutung der Woche der NS=Presse. Beförderung durch den Führer. Der Führer und Reichskanzler hat mit Wirkung vom 1. Januar 1936 befördert: zum General der Kavallerie; Generalleutnant Knochenhauer, Kommandierender General des X. Armeekorps; zu Generalleutnanten: Generalmajor von Goßler, Kommandeur der 19. Division, Generalmajor Keitel, Chef des Wehrmachtsamtes. Senatspräsident Greiser und Minister Papé in Genf. Der Danziger Senatspräsident Greiser und der diplomatische Vertreter der Republik Polen in Danzig, Minister Dr. Papé haben sich nach Genf begeben, um anläßlich der Behandlung der Danziger Fragen auf der Ratstagung den Standpunkt der Freien Stadt zu vertreten. Beginn deutsch=schweizerischer Besprechungen. In Berlin haben heute deutsch=schweizerische Besprechungen über industrielle und landwirtschaftliche Fragen begonnen. Beginn der deutsch=tschechoslowakischen Reiseverkehrsbesprechungen. Entsprechend den bei der gemeinsamen Tagung der Regierungsausschüsse im Dezember vorigen Jahres getroffenen Vereinbarungen beginnen morgen in Berlin Besprechungen über die Durchführung des deutsch=tschechoslowakischen Abkommens über den Reise= und Bäderverkehr im Jahre 1936. Verletzung Macdonalds nicht erheblich. Der Dominienminister Malcolm Macdonald, dem, wie bereits berichtet, durch einen Schneeballwurf die Brille zertrümmert wurde, mußte in eine Klinik gebracht werden. Seine Augenverletzung ist jedoch nicht ernster Natur, und man hofft, daß er seine Wahltätigkeit nach einer Erholungspause von zwei Tagen wieder aufnehmen kann. Neuwahlen in Aegypten am 10. März. Wie aus Kairo gemeldet wird, sollen die ägyptischen Neuwahlen am 10. März stattfinden. M wird über die Vorschläge des Völkerbundes hinausgehen und diesen, seinen Mut feiern, ohne den Tatsachen nach ein Opfer gebracht zu haben. Alle, von den Abessiniern bis zu den völkerbundstreuen englischen Damen reiferen Alters, werden den Kompromiß als eine Tat rühmen, die alle befriedigt nur— Italien nicht! Kann Mussolini diesen Kompromiß annehmen? Kann Italien— auch aus innerpolitischen Gründen— einen großen Strich durch das abessinische Unternehmen ziehen? Der Mann im Palazzo Venezia allein weiß es. Die Entscheidung aber müßte in Kürze fallen. Das ist das einzige, was wirklich klar scheint. Je länger die Sanktionen dauern, desto mehr treten die Erfolgsaussichten auf eine Seite. Es gibt Italiener, die sagen:„Besser eine noch so schwere Entscheidung als das Warten, das Hinhalten, das Starren auf eine ungewisse Zukunft... besser alles wagen als nichts!“ Es gibt andere, die sagen:„Wir glauben nicht an einen Krieg und das trotz des— Völkerbundes!" Dem Beobachter in Italien scheinen die ersten in der Mehrheit zu sein. unserer Kriegsgegner Balfour=Memorandum von 1917 in USA veröffentlicht Peinliche Enthüllungen A Washingion, 21. Januar. Das bisher aufs strengste geheim gehaltene Memorandum Baldwins vom 18. Mai 1917 ist jetzt in der Hearstpresse veröffentlicht worden. In diesem Memorandum berichtet Balfour über die Verträge, durch die die Alliierten die Kriegsbeute auf Kosten Deutschlands, Oesterreichs und der Türkei unter sich zu teilen planten. Bekanntlich hatte Lansing, der dies Memorandum von Balfour im Jahre 1917 erhielt, noch 1919 vor dem Senatsausschuß erklärt, er habe erst in Versailles 1918 von diesen Verträgen Kenntnis erhalten; das gleiche erklärte Wilson, obwohl die Vermutung naheliegt, daß Lansing seinen Vorgesetzten dieses wichtige Memorandum, das die Kriegsziele der Alliierten enthielt, kaum verschwiegen haben dürfte. Senator Nye hat bekanntlich den Zorn gewisser Kreise hervorgerufen, als er deswegen Wilson der Unwahrheit bezichtigte. Das Memorandum zählt weiter die Versprechungen auf, die man Italien machte, um es aus dem Dreibund in die Entente zu locken und enthält andere Pläne zur Zerstückelung der Mittelmeermächte. Die britische Regierung. hat schon, als seinerzeit der Munitionsausschuß seine Tätigkeit aufnahm. die Anfrage Hulls, ob dieses Dokument veröffentlicht werden dürfte, mit Nachdruck verneint. Das Staatsdepartement ist jetzt sehr verlegen über diese Veröffentlichung, die dadurch entstand, daß Senator Nye, von der Opposition schwer bedrängt, den Inhalt des Memorandums an die Presse gab, obwohl die Regierung ihm Schweigepflicht auferlegt hatte. Die Veröffentlichung des Dokuments hat in Amerika starke Erregung ausgelöst. Staatssekretär Hull hat am Montag eine scharfe Erklärung abgegeben, in der es heißt, daß die Regierung es als ihre heilige Pflicht betrachten müsse, das Vertrauen anderer Mächte nicht zu mißbrauchen und Dokumente nicht zu veröffentlichen, die diese im Vertrauen auf amerikanische Verschwiegenheit und Anstandspflicht an die Regierung der Vereinigten Staaten mit der Bitte um Geheimhaltung senden. Wie verlautet, hat Staatssekretär Hull am Montag alle noch nicht veröffentlichten Geheimakten vom Senatsausschuß zurückholen lassen. Saud wird. zu Stein. Ein Deutscher löst ein Weltproblem/ Bedrohte Bauwerke bleiben durch Injektionen erhalten Berlin. 20. Januar. Der deutsche Bergbauingenieur Dr. Joosten hat nach jahrelangen Versuchen eine aufsehenerregende Entdeckung gemacht. Es gelang ihm, ein Verfahren zu finden, das für das gesamte Bauwesen von höchster Bedeutung ist. Mit Hilfe einer chemischen„Injektion“ wird sandiger Boden derart gefestigt, daß man gefahrlos Großbauten darauf errichten kann. Darüber hinaus ist es durch dieses Verfahren aber auch möglich, bedeutende und historisch wertvolle Bauwerke zu erhalten. Sand, Sand, Sand!— Die Tiefbauingenieure stehen mit sorgenvollen Mienen an der Baugrube, aus der die Arbeiter nichts als Sand und wieder Sand schaufeln. Und wie sehr die Ingenieure auch mit langen Sonden seitwärts in die Grubenwand oder in die Tiefe stoßen— nirgends treffen sie auf Widerstand. Kein Felsenuntergrund, kein Schiefer oder Ton, auf dem das zukünftige Bauwerk einen festen Untergrund finden könnte. Jahrhunderte alt sind diese Klagen der Bauleute schon, die auf sandigem Boden Großstädte erbauten. Man rammte Pfähle, stampfte Beton in große Tiefen und präparierte so wochenlang den Untergrund, bis man endlich an die Ausführung des Bauwerkes gehen konnte. Und ein paar Jahrzehnte später stand man vielleicht wieder vor oem Gebäude. Risse klafften im Gemäuer, gefährliche Wunden, die vom Dachgeschoß bis in den Keller reichten. Der Baugrund hat sich gesenkt, ein schwieriges Flickwerk muß beginnen. In Norddeutschland singt man überall das Lied von der märkischen Heide und denkt nicht daran, welche Schwierigkeiten dieser märkische Sand allen Bauvorhaben bereitet hat, welch enorme Geldmittel aufgewendet werden mußten, bis ein Neubau schlüsselfertig dem Auftraggeber übergeben werden konnte, bis es möglich war, daß durch die kilometerlangen Tunnels die Berliner Untergrundbahn raste. Deutscher Erfindergeist ist es nun wieder einmal gewesen, der geradezu eine Revolution im Bauwesen herbeigeführt hat. Nach jahrelangen Versuchen hat der Bergbauingenieur Dr. Joosten aus seinen Erfahrungen im Bergbau heraus ein neues Bau=Element entdeckt und entwickelt, durch das der Sand, ohne daß man ihn berührt oder ihn sonst in seiner Struktur und Lagerung verändert, durch Einspritzung von Chemikalien verfestigt wird. Die zahlreichen Versuche, die in letzter Zeit im In= und Ausland mit dieser Erfindung angestellt wurden, haben sich so glänzend bewährt, daß nun das Verfahren überall dort angewendet wird, wo auf Fließ= oder Schliefsand gebaut werden muß. Geimpfter Sand gibt Sicherheit. „Der Grad der Verfestigung hängt von der Körnung und Reinheit des Sandes ab", erzählt uns Dr.=Ing. e. h. Mast, Berlin, der bekannte deutsche Tiefbau=Sachverständige,„die Verhärtung, die sofort nach der Einspritzung erfolgt, ist aber sowohl bei feineren wie gröberen Sanden und Kiesen so stark, daß man ruhig von künstlichem Sandstein sprechen kann, den man durch die Durchtränkung der Sandmasse augenblicklich erreicht. Wir haben dieses Wundermittel bereits in allen Bausparten mit größtem Erfolg angewendet, konnten damit den gefürchteten Durchbruch des Grundwassers in Bergwerken verhindern, sicherten damit große deutsche Eisenbahnbrücken, Wasserwerke und Staudämme. Sehr wertvoll erwies sich auch das Verfahren, wo es sich um Verbesserung des Baugrundes bei bereits bestehenden Bauwerken handelte, die aufgestockt werden mußten, wie es zum Beispiel beim Postneubau in Königsberg und anderen Großbauten der Fall war". Da das Verfahren auch gegen Säureangriffe immun ist, ermöglichen die Einspritzungen die Wiederherstellung von Bauwerken, die durch Säuren angegriffen waren. Ja, sogar Beton=Fundamente, deren Verfallserscheinungen schon sehr weit fortgeschritten waren, gesundeten wieder nach dieser„ärztlichen" Behandlung. Die interessanteste Verwendung aber betrifft die Sicherung von Bauwerken, die auf Sand ruhen, beispielsweise bei der Eisenbahnbrücke über den Humboldthafen in Berlin und der Rheinbrücke MannheimLudwigshafen. Auch bei dem Bau der Nordsüd=s=Bahn in Berlin spielt das neue Verfestigungsverfahren eine große Rolle. Die gerettete Domkirche Auch im Ausland hat die deutsche Erfindung bereits ihren Siegeszug angetreten. Ueberall, wo man es mit schlechtem Baugrund zu tun hat, sind die„Sanddoktoren“ mit ihren Injektionen an der Arbeit, in Schweden und Norwegen, Aegypten und Amerika bei Dammbauten und Wasserwerken, in Paris und London bei neuen Tunnelbauten für die Untergrundbahn. Ganz verschiedenartig sind die Anwendungsmöglichkeiten dieses Festigungsmittels. So wurde in der Gemeinde Muri bei Bern eine gebrochene Betonrohrleitung wieder zusammengekittet, in der Tschechei wurde das Flußbett der Becvou gedichtet, die Domkirche in Ribe(Jütland) konnte dem Verfall entrissen werden, die Ufermauer in Calais hält nun wieder den anstürmenden Wogen stand, und das Monument„Queen Anne's Alcove“ im Kensington Gardens in London braucht nicht mehr abgerissen zu werden— und all diese Erhaltung von bedeutenden Bauwerken der Vergangenheit ist möglich durch ein einfaches Injektionsmittel, dessen Geheimnis der deutsche Bergwerksingenieur Joosten streng wahrt. Man darf sich dabei natürlich keine Injektionsspritze vorstellen, wie sie der Arzt handhabt; es sind Rohre, die oft bis zu dreißig Meter tief in den Sand getrieben werden, die in Abständen von rund einem halben Meter Schneesfürme und Tornados Sturmfront über Amerika] Bisher 17 Personen ertroren ∆ Neuyork, 20. Januar. Ueber den Vereinigten Staaten wüten außerordentlich schwere Schneestürme. Der Verkehr liegt vielfach vollkommen still. Der Flugverkehr ist unterbrochen. Der Eisenbahnverkehr ist auf weiten Strecken eingestellt. Die Sturmwarnungen sprechen von einer Sturmfront, die von Maine bis Florida reicht. In Neuyork gab es am Sonntag schwere Gewitter, die von einem außergewöhnlich starken Donner begleitet waren. Der Straßenverkehr stockte völlig. 20 000 Schneeschaufler versuchen vergeblich, die Straßen von dem Schnee zu befreien. Die Schneestürme, die die Gewitter begleiteten, verursachten zahlreiche Verkehrsunfälle. Aus Pittsburg kommt die Nachricht, daß dort der gesamte Verkehr eingestellt werden mußte. Philadelphia meldet eine Schneehöhe von 30 Zentimetern. Von Tornados, die sonst zu dieser Jahreszeit nicht auftreten und die anscheinend in atmosphärem Zusammenhang mit den Schneestürmen stehen, wurden die Südstaaten, Florida, Alabama und Georgia besonders schwer betroffen. Der während der Stürme herrschenden bitteren Kälte fielen am Wochenende 17 Personen zum Opfer. 40 Personen wurden mehr oder weniger schwer verletzt. In der Nacht zum Sonntag sind allein in NordFlorida 13 Menschen, darunter eine sechsköpfige Negerfamilie, ums Leben gekommen. Der Sachschaden beträgt mehrere hunderttausend Dollar. Das Sturmzentrum bewegt sich anscheinend vom Golf von Mexiko entlang der Küste des Atlantik seewärts. Kälte verursacht Eisenbahnunglück A Hsingking, 20. Januar. Auf dem östlichen Abschnitt der Ostbahn ist in der Nähe der Grenzstation Suifenho in der Provinz Kirin ein Personenzug entgleist. Das Unglück forderte einen Toten und 24 Verletzte. Die Lokomotive und sechs Wagen wurden zertrümmert. Die übrigen zehn Wagen stürzten die hohe Böschung hinab. Das Unglück ist auf die Lockerung der Schienen zurückzuführen, die die große, 45 Grad betragende Kälte verursacht hat. Auf dem südlichen Abschnitt der gleichen Bahn stießen zwei Güterzüge im dichten Nebel zusammen. Beide Lokomotivführer fanden den Tod. Die Lokomotiven und mehrere Wagen wurden zertrümmert. die chemikalische Flüssigkeit kubikmeterweise dem Sand einflößen. Das Verfahren ist zwar kostspielig, aber was bedeutet das angesichts des unschätzbaren Vorteils, daß große volkswirtschaftliche Werte auf lange Sicht hinaus erhalten bleiben und die öffentliche Sicherheit gesteigert werden kann. „Auf flücht'gem Sand habt ihr gebaut!“— die Arie aus Rigoletto wird im Jahre 1936 widerlegt! „Ranga Parbat“ Ein deutscher Bergsteigerfilm X München, 20. Januar. Von der deutschen Himalaja=Expedition 1934 wurde ein Schmalfilm hergestellt, der mit bestem Erfolg auf Normalfilmbreite verbreitert werden konnte. Dieser filmische Kampfbericht der Himalaja=Expedition, der Kulturfilm „Nanga Parbat“, wurde in den Doering=Filmwerken von Frank Leberecht bearbeitet und ist nunmehr fertiggestellt worden. Die Musik schrieb Bernd Scholz. Die musikalische Leitung hatte Dr. Guiseppe Becce. Der Schirmherr der Expedition, Reichssportführer von Tschammer und Osten, hat dem Film ein Geleitwort vorangeschickt und angeordnet, daß der Film im Anschluß an die Olympischen Winterspiele in München uraufgeführt wird. Brillantendiebstahl in Baden=Baden Für 26 000 Reichsmark Schmucksachen gestohlen X Baden-Baden, 20. Januar. In dem Juweliergeschäft von E. Burgermeister in Baden=Baden wurde am Sonntag nachmittag ein dreister Einbruchsdiebstahl verübt. Diebe drangen nach Zerstörung der schweren Schutzgitter in die Verkaufsräumlichkeiten vor und stahlen aus der Schaufensterauslage Brillantringe, Anhänger und andere Schmuckstücke. Der Schaden beläuft sich, soweit sich bis jetzt übersehen läßt, auf etwa 26 000 Reichsmark. Explosionsunglück in einer italienischen Schwefelfabrik ∆ Rom, 19. Januar. In einer Schwefelfabrik in Bari ereignete sich ein folgenschweres Unglück. Aus bisher noch unbekannten Gründen explodierte ein Kessel, wobei mehrere Mauern einstürzten und ein Brand entstand, der die Explosion weiterer Kessel zur Folge hatte. Glücklicherweise konnte der größte Teil der etwa 200 in der Fabrik Beschäftigten rechtzeitig flüchten. Aus den Trümmern barg man zwei Tote und 16 Schwerverletzte. Schreckenstat eines Wahnsinnigen Die eigene Familie getötet ∆ Paris, 19. Januar. Ein kleines Dorf in der Nähe von Lyon wurde zum Schauplatz einer Wahnsinnstat. Als der Milchmann am Sonntagmorgen wie üblich an die Tür eines Hauses klopfte, in dem eine Arbeiterfamilie wohnt, erhielt er keine Antwort. Er benachrichtigte die Polizei. Beim Eindringen der Beamten in die Wohnung bot sich ihnen ein furchtbarer Anblick. Die Frau des Arbeiters und ihre beiden Kinder lagen mit zerschmetterten Schädeln und durchschnittenen Kehlen in den Betten. Der Ehemann hatte sich erschossen. Aus einem hinterlassenen Brief geht hervor, daß der Arbeiter seine Familie und sich selbst in einem Wahnsinnsanfall getötet hat. Kleine Weltchronik Dattelernte auf Island. Italienischen Blättermeldungen zufolge soll in Island in diesem Jahre zum erstenmal eine Dattelernte stattfinden. Die Dattelbäume, die in diesem Jahre schon Früchte tragen werden, sind im Jahre 1933 vom italienischen Luftmarschall Balbo anläßlich eines Fluges, bei dem er auch Island berührte, dem isländischen Staat als Stecklinge, die er aus Tripolis mitbrachte, geschenkt worden. Die Dattelbäume gedeihen ausgezeichnet in dem von heißen Quellen und Geysiren durchwärmten Boden Islands. Die Welt im Bild Aufnahme: Weltbild Zeitweise werden Berichte über das Befinden König Georgs am Buckingham-Palast zum Aushang gebracht, um dem englischen Volk, dessen Sympathie sich König Georg in hohem Maße während seiner Regierungstätigkeit erwarb, von seinem Zustand zu unterrichten. Aufnahme: Weltbild In Hamburg ist wieder ein großer amerikaanischer Tankdampfer von Stapel gelaufen. Unser Bild hält den Augenblick des Stapellaufs fest. Aufnahme: Presse-Bild-Zentrale Zur Erkrankung des englischen Königs Das königliche Schloß Sandringham, wo der erkrankte König das Bett hüten muß CSNSE S R IKL-TET ücend marschiert Der Arbeitsdienst in der Arbeitsschlacht Wertvollste volkswirtschaftliche Teistungen] Bedeutsame Maßnahmen in Westdeutschland Ueberall sehen wir die erdbraunen Kolonnen des Arbeitsdienstes mit ihren Spaten wirken und glauben schier, es könne gar nicht mehr anders sein. Erinnert man sich, wie jung noch diese„Schule der Nation“ ist, so kommt einem auch zum Bewußtsein, welch schwerer, aber auch welch erfolgreicher Weg von der Geburt der Idee bis zu der in der Gegenwart sichtbaren Wirklichkeit zurückgelegt werden mußte. Es erscheint als Selbstverständlichkeit, daß die Deutsche Rentenbank=Kreditanstalt den Arbeitsdienst in dem Bericht, den sie dieser Tage über ihre Tätigkeit„im Dienste der Arbeitsbeschaffung“ herausgegeben hat, auch erwähnt. Allerdings muß von vornherein der irrigen Auffassung entgegengetreten werden, als sei der Arbeitsdienst als Mittel zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit von den maßgebenden Männern gefordert und gefördert worden. So liegen die Dinge nicht. Was der Arbeitsdienst stets wollte und heute noch unverändert will, faßte im vergangenen Jahr Reichsarbeitsführer Hierl einmal mit folgenden Worten zusammen:„Am Anfang unseres Weges stand der unbeirrbare Glaube an die ewigen Werte unseres Volkes und der heiße Wille, unserem Volk mit unserer Arbeit zu dienen. Wir haben uns zu diesem Arbeitsdienst an unserem Volke verbunden in der neuen Lebensform der Lagergemeinschaften und haben diese neue Lebensgemeinschaft unter das Lebensgesetz von Pflicht und Ehre, von Treue, Gehorsam und Kameradschaft gestellt. Diese neue Lebensgemeinschaft prägt ihre Menschen und schafft sich ihre Ausdrucksform.“ Aber wie gesagt: Im Bericht der Rentenbank=Kreditanstalt finden wir den Arbeitsdienst. Durch das sogenannte Papenprogramm, das Sofort=Programm und das ReinhardtProgramm wurde der Rentenbank=Kreditanstalt als dem größten landwirtschaftlichen Meliorations=Kreditin stitut der Gesamtbetrag von 350 Millionen RM. zugewiesen. Da als Träger der Arbeit und damit als Empfänger der langfristigen Darlehen hauptsächlich öffentlich=rechtliche Körperschaften und gemischtwirtschaftliche Unternehmungen zugelassen worden waren, so ergibt sich hieraus, daß größere Beträge auch dem Arbeitsdienst zuflossen, der von den Körperschaften und Unternehmungen für Meliorationszwecke angefordert wurde. Sowohl beim Papen= wie beim Sofort= und Reinhardt=Programm war die Heranziehung des Arbeitsdienstes zugelassen bzw. zur Regel gemacht. Im Rahmen der drei Programme wurde über 10 500 Anträge Beschluß gefaßt, von denen 7672 durchgeführt werden konnten. Nach den Vorschriften der beiden Arbeitsbeschaffungsprogramme(Sofort= und Reinhardt=Programm) sind die Kreditmittel für folgende Vorhaben eingesetzt worden: Meliorationen, Flußregulierungen, Wegebau, Aufforstung, Wasserleitungsbau, Landgewinnung, Küstenschutzbau, Finanzierung der Errichtung von Lagern des Arbeitsdienstes und verschiedene Maßnahmen. Aus der Bezeichnung dieser Vorhaben ist ersichtlich, daß für die Durchführung der Arbeiten der Arbeitsdienst sozusagen prädestiniert war. Beim Reinhardt=Programm durften auch die Kosten für Unterkünfte des Arbeitsdienstes bis zu einem Betrage von 10. v. H. der Gesamtkosten der geplanten Arbeiten finanziert werden, vorausgesetzt, daß für das zu errichtende Lager ausreichende Arbeitsmöglichkeiten für einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren nachgewiesen wurden. Von den hierfür bereitgeTeichte und schwere Artillerie Ihre Kampfaufgaben] Don Major a. D. von Keiser Noch im Kriege 1870/71 gab es im Feldheer nur leichte oder Feldartillerie, schwere Artillerie— im deutschen Heere Fußartillerie genannt— war zu mühsam zu transportieren und nur im Festungskampfe zu verwenden. Erst etwa um die Jahrhundertwende wurde im deutschen Heere die bespannte schwere Artillerie des Feldheeres bei der Fußartillerie eingeführt, der unsere Gegner zu Beginn des Weltkrieges nichts Gleichwertiges gegenüberzustellen hatten, und der wird daher unseren glanzvollen Siegeszug zu Beginn des Feldzuges zum guten Teil zu verdanken haben. Heutzutage kann man drei Arten von Artillerie unterscheiden: a) die Feldartillerie, die mit der leichten Feldkanone(meist zwischen 7 und 8 Zentimeter=Kaliber) und daneben teilweise mit der leichten Feldhaubitze(um 10 Zentimeter=Kaliber) ausgerüstet ist; b) die„schwere Artillerie des Feldheeres", die Kanonen, Haubitzen und Mörser in einer Kalibergröße von im allgemeinen 10 bis 21 Zentimeter umfaßt; c) die Belagerungs= oder Festungsartillerie, zu der alle höheren Kaliber bis zu den allerschwersten gehören. Die Feldartillerie hat in erster Linie die Aufgabe, bewegliche und ungedeckte oder nur schwach gedeckte Ziele zu beschießen, wie z. vorgehende und frei liegende Infanterie, Kampfwagen, M.=G.=Nester und ähnliches. Dazu braucht sie ein bewegliches und schnell feuerndes Geschütz mit rasanter, d. h. gestreckter Flugbahn, die leichte Feldkanone. Mit der gekrümmteren Flugbahn und dem stärkeren Kaliber der leichten Feldhaubitze ist die Feldartillerie in der Lage, auch widerstandsfähigere Deckungen im Bogenschuß zu durchschlaaen bzw. in nicht zu tiefe Schützengräben oder Geländefalten hineinzureichen. Zu Beginn des Weltkrieges war die deutsche Feldartillerie, die neben ihrem Hauptgeschütz, der Feldkanone, mit einer 10,5=Zentimeter=Haubitze ausgerüstet war, der französischen Feldartillerie, der ein solches Geschütz fehlte, an Feuerkraft entschieden überlegen. Dagegen trug das französische Feldgeschütz um 700 Meter weiter als das deutsche, ein Nachteil, den die deutsche Feldartillerie nur dadurch ausgleichen konnte, daß sie oft unter erheblichen Verlusten im feindlichen Feuer auf wirksame Schußentfernung herangehen und von da aus die feindliche Feldartillerie niederkämpfen mußte. Die Geschosse der Feldartillerie sind Schrapnells und Granaten, Die ersteren werden ausschließlich gegen lebende, ungedeckte Ziele verwendet. Zur Erzielung starker Massenwirkung sind sie mit mehreren hundert kleiner Kugeln und einer schwachen Pulverladung gefüllt, die gerade ausreicht, das auf Zeitzündung gestellte dünnwandige Geschoß zur Explosion zu bringen, so daß die Kugeln und Sprengstücke sich bei einer Tiefenwirkung von rund 300 Metern fächerförmig nach vorwärts ergießen. Mit Granaten wirkt die Feldartillerie gegen Deckungen, z. B. gegen leichtgebaute Unterstände und Kampfwagen, gegen erstere im allgemeinen mit Feldhaubitzen im Bogenschuß. gegen Kampfwagen dagegen nur mit Flachbahngeschützen im direkten Schuß aus möglichst großer Nähe. Während es sich hier natürlich um Volltreffer handelt, also mit Aufschlagzünder geschossen wird, werden Granaten beider Geschützarten mit Zeitzünder ihrer starken, nach allen Seiten wirkenden Explosionskraft wegen gegen lebende Ziele hinter Geländedeckungen verwendet. Die schwere Artillerie des Feldheeres verfügt ebenso wie die Feldartillerie über Flachbahngeschütze(Kanonen) und Geschütze mit Bogenschuß(Haubitzen), ferner über Mörser und ausgesprochen schwere Schnellfeuergeschütze mit steilstem Einfallwinkel. Die mittleren und schweren Kanonen— mit einem Kaliber von 10 bis 15 Zentimeter— sind für die Bekämpfung von lebenden Zielen, z. B. anmarschierenden Truppen, Straßen und Verkehrsanlagen, auf weite Entfernungen, also hinter der feindlichen Front, bestimmt. Die schwere Feldhaubitze— mit einem Kaliber von 15 bis mehr Zentimeter— wird hauptsächlich zur Niederkämpfung der feindlichen Feldartillerie verwendet, während die Aufgaben des Mörsers— mit einem Kaliber von 21 Zentimeter an und mehr— die Zerstörung von Stützpunkten, Befestigungen und Ortschaften, auch von Artillerie hinter steilen Geländehängen, ist. Außerdem führt jedes neuzeitliche Heer schwerste Flachfeuer= und Steilfeuergeschütze zur Beunruhigung des Feindes auf weiteste Entfernungen bzw. zur Zerstörung von starken permanenten Befestigungen mit sich. Unsere berühmte„dicke Berta“, ein Mörser von 42 Zentimeter Kaliber, dessen Konstruktion vor dem Kriege völlig geheimgehalten worden war, war eine ungeheure Ueberraschung für all unsere Gegner und hat die schnelle Einnahme der stärksten feindlichen Festungen in West und Ost sehr erleichtert. Bei Kowno konnte ich nach der Einnahme feststellen, wie ein starkes, damals modernes Fort durch nur wenige Schüsse des Riesengeschützes vollständig zerstört, und die starken Betonmauern wie Kieselsteine durcheinander gewirbelt waren. Eine ebenso große Ueberraschung waren später die beiden schwersten Kanonen, die von Laon aus rund 200 Kilometer weit bis nach Paris hineinschossen und unseren Gegnern zunächst wie ein unlösbares Rätsel erschienen. Die artilleristische Entwicklung in Bezug auf Kaliberstärke und Geschoßweite scheint mit dem Weltkrieg einen gewissen Abschluß erreicht zu haben. Die in der Nachkriegszeit erzielten technischen Fortschritte beziehen sich mehr auf die Entwicklung von Sondergeschützen für bestimmte Zwecke und auf die teilweise Motorisierung der Artillerie. Von Sondergeschützen sind in erster Linie kleinkalibrige Kampfwagenabwehrgeschütze zu nennen, die bei der Reiterei motorisiert sind, von der Infanterie aber mit Menschenkraft über das Schlachtfeld gezogen werden. Ferner die— meist motorisierten— Flugabwehrgeschütze(Flaks), die heute im deutschen Heere zur Flugwaffe gehören und mit größter Wendigkeit und jeder beliebigen Erhöhung stärkste Feuergeschwindigkeit verbinden, um die feindlichen Flugzeuge in kürzester Zeit mit einem Hagel von Geschossen zu überschütten. In welchem Grade eine allgemeine Motorisierung der Artillerie zu erfolgen hat, darüber sind die Ansichten in den verschiedenen Heeren heute noch verschieden. Motorisierte Artillerie hat den Vorteil der größeren Schnelligkeit, ist aber an ein geeignetes Straßennetz gebunden. Pferdebespannte Artillerie, vor allem leichte Artillerie, kann dagegen der Infanterie beim Angriff in jedem Gelände folgen; darum wird sie neben der motorisierten Artillerie auch in Zukunft erhalten bleiben. stellten Mitteln(insgesamt 2715000 RM.) entfallen 65 v. H. auf Westdeutschland, und hier steht wieder die Provinz Hannover an erster Stelle, die bekanntlich über einen besonders großen Arbeitsvorrat an Meliorationen verfügt. Zusammenfassend kann bei Rückschau auf das, was mit den Arbeitsbeschaffungsprogrammen auf land= und forstwirtschaftlichem Gebiete erreicht wurde, gesagt werden, daß es gelungen ist, mit den eingesetzten Mitteln große dauernde Werte zu schaffen, die zu der dringend notwendigen Erkämpfung der deutschen Nahrungsfreiheit beitragen und gleichzeitig breitere Grundlagen für die Erzeugungsschlacht des Reichsnährstandes schaffen helfen. Daß bei dieser wichtigen Aufbauarbeit am deutschen Boden auch der Arbeitsdienst wesentlich beteiligt war, ist ein wertvolles Ruhmesblatt in der jungen Geschichte der„Schule der Nation". Dr. E. H. Die des Die Finanzierung des Deutschen Frauenarbeitsdienstes hat seit dem 1. Januar 1934 die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung übernommen, die ihm gleichzeitig Verwaltungsbeihilfe leistet. Während des Rechnungsjahres 1934 hat die Reichsanstalt für den Frauenarbeitsdienst rund 5.4 Millionen Mark ausgegeben. Der Höchstförderungssatz je Kopf und Tag betrug nach dem letzten Jahresbericht der Reichsanstalt 1,64 Mark einschließlich der Verwaltungsausgaben für die Landesstellen und die Reichsleitung Der durchschnittliche Gesamtaufwand für das geleistete Tagewerk lag bei 1,48 Mark mit einem durchschnittlichen Verpflegungsaufwand von 0,55 Mark. Bei dieser Berechnung ist zu berücksichtigen, daß von Stellen außerhalb der Reichsanstalt für die Durchführung des Deutschen Frauenarbeitsdienstes Bar= und Sachzuwendungen sowie sonstige Unterstützung, die sich finanziell auswirkte, gegeben wurden. Aus dem Bericht der Reichsanstalt geht hervor, daß die Zahl der Arbeitsdienstwilligen nicht in dem gleichen Maße gestiegen ist wie die der Lager. An Stelle der übernommenen Lager mit meist sehr starker Belegschaft trat bei der Umstellung eine größere Zahl kleinerer Lager mit geringerer Belegschaft. Damit vollzog sich gleichzeitig auch eine Veränderung in der Art der einzelnen Arbeitsvorhaben. Während bei der Uebernahme des Deutschen Frauenarbeitsdien= stes Lager für Hauswirtschaft und soziale Hilfe vorherrschend waren, verringerte sich ihr Anteil an der Gesamtzahl der Vorhaben immer mehr. Von 259 Ende Mä.z 1934 bestehenden Lagern gehörten 85 zur Gruppe der Lager für Hauswirtschaft und soziale Hilfe, 100 zur Gruppe der ländlichen Lager, und nur 74 waren Siedlungshilfslager. Ende März 1935 zeigte die Entwicklung folgendes Bild: Von 364 Lagern betrieben etwa 42 soziale Hilfe für Arbeiterfamilien, 134 sogenannte Bauernhilfe, zum Teil mit Eigenbetrieben, und 188 Siedlungshilfe. Im Verlauf der letzten beiden Jahre wurde der Frauenarbeitsdienst stärker vor allem in den Siedlungs= und bäuerlichen Notstandsgebieten eingesetzt, um so die Maßnahmen der Reichsregierung und des Reichsnährstandes zu unterstützen. Zu Beginn des Jahres 1934/35 war der Anteil der Abiturientinnen, Studentinnen und sonstigen Mädchen mit höherer Schulbildung an der Gefolgschaft unverhältnismäßig hoch. Schließlich konnte aber durch eine verstärkte Werbetätigkeit im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatzaustausch die Gefolgschaft der Lager stärker mit Arbeitsdienstwilligen, die als Arbeiterinnen oder Angestellte bereits berufstätig waren, ergänzt werden. 98 Wrr Der Arbeitsdienst im Kampf um die Brotfreiheit des Volkes Deutscher Wehrsozialismus Das deutsche Dolk war niemals imperialistisch Kriegslärm beunruhigt wieder die Völker. An den politischen Horizonten großer und kleiner Nationen zeichnen sich die schreckhaften Gefahren kommunistischer Revolutionen ab— mitten in diesem tollen Tanz innerer Leidenschaften und äußerer Machtansprüche außerhalb unserer Grenzen geht das deutsche Volk unaufhaltsam seinen Weg in Frieden. Es ringt mit sachlicher Ruhe und unerbittlicher Folgerichtigkeit gegen die Not des Winters und fügt Stein um Stein in den Bau seiner völkischen Gemeinschaft. Uns Deutsche treiben keine imperialistischen Machtgelüste voran. Aus der Lebensnotwendigkeit des deutschen Volksbodens und aus dem Volke selbst erwachsen die Grundsätze unseres Kampfes und unserer politischen Forderungen an die anderen Völker. Wir stehen mit unserem Wehrgedanken nicht irgendwo in der Welt, nicht in Abessinien oder Aegypten, sondern wir stehen mit ihm auf deutschem Boden und im deutschen Volke. Wir sind völkisch und sozial gerade im Wehrwillen. Das deutsche Volk war eigentlich niemals imverialistisch und seine besten und bedeutendsten Führer haben es auch nicht anders gewollt. Von dem unglücklichen und vollkommen unklaren politischen Zwitterspiel der Jahrzehnte vor dem Weltkriege abgesehen, wurde zwar im Mittelalter der Versuch zur Errichtung eines Weltreiches von deutschen Kaisern immer wieder gemacht. Die Herrscher aus dem staufischen Geschlecht hatten ihn bis zu einer gewaltigen Höhe verwirklicht. Das Reich, das sie um 1200 in wenigen Jahrzehnten aufbauten, stellte alle damaligen Staaten in den Schatten. Das deutsche Volk hat dieses glanzvolle Reich bewundert wie ein Märchengebilde! Politischen Anteil hat es daran nicht gehabt; es hat vielmehr zu derselben Zeit unter der Führung seiner Herzöge und Fürsten einen ganz anderen Weg beschritten. Gemeinsam mit dem Adel begannen Bürger und Bauern den deutschen Lebensraum wieder in altes Germanenland über Elbe, Oder und Weichsel vorzutragen. Dabei waren sie nicht von Machtgelüsten und wirtschaftlichen Zielen bestimmt, sondern von dem Willen, ihren Nachkommen Heimaterde zu schaffen. Ihre Erfolge wuchsen aus der gesunden Bauernarbeit, die sie leisteten und die sie mit ihrem Blute zu verteidigen jeden Tag bereit waren. Ihre Gemeinschaft in Arbeit und Wehr war die Kraft, die unauswischbare Züge in das Antlitz der deutschen Geschichte meißelte. Der imperialistische Glanz staufischer Kaiserherrlichkeit schwand im Haltlosen und ist in der Erinnerung des Volkes nur noch ein schöner Traum. Im Wehr=Sozialismus der Bauern und Bürger, die im Osten den Kampf um deutschen Boden aufnahmen. lebte die Kraft der deutschen Volkwerdung. 7: ∆ 4 * G b 2.#.#.# cch c se Artillerie auf der Fahrt ins Gelände Aufnahmen: Presse-Bild-Zentrale Wo wir auch einsetzen in der deutschen Vergangenheit, immer finden wir diesen Sozialismus als den Träger der großen Leistungen. Er führte zum ersten Male die zerrissenen germanischen Stämme zum Abwehrkampf gegen die eindringenden römischen Legionen zusammen(9 n. Chr.) und er war es wieder, der 1914 bis 1918 die deutsche Armee des Weltkrieges beseelte. Wie eine pulsende Ader zieht sich dieser Wehrsozialismus durch zweitausend Jahre deutschen Geschehens. Die Sachsen Widukinds haben ihn gefühlt, als sie sich gegen den Gewaltstaat Karls des Großen wehrten. Und als dann hundert Jahre später die Herzöge dieser Sachsen selbst Könige der deutschen Stämme wurden, da begründeten sie ihre politische Großtat(die Aufrichtung des 1. Reiches) im Wehrsozialismus. Sie erzogen die Bauern und Arbeiter, besonders in den östlichen Grenzherzogtümern zum Willen und zur Fähigkeit, ihren Acker mit der Waffeinder Hand zu verteidigen. Durchdrungen von diesem Wehrwillen war das Volk fähig, den asiatischen Anstürmen(Magiaren und Mongolen) durch die Jahrhunderte hindurch standzuhalten, auch dann noch, als das Reich selbst schon sehr schwach und politisch führerlos und unbedeutend geworden war. Dieser gesunde, im Volk wurzelnde Wehrsozialismus war es auch, der den deutschen Volksund Reichsgedanken durch die Gefahren der europäischen Politik hindurch leitete, sogar in den Jahren, als seine machtpolitische Form, das deutsche Reich, nichts mehr bedeutete. Im Ritterwesen des Mittelalters ging der Wehrsozialismus weitgehend verloren. Vor allem in dem Unwesen der späteren Ritterzeit und im Söldnertum der Landsknechtsheere war von den lebendigen Kräften der Wehrgemeinschaft nichts mehr zu finden. Soldat sein war ein einträglich Geschäft für alle, die sonst nicht Lust zur Arbeit hatten. Wenn der König oder sonst ein Herr Soldaten nötig hatte, dann kaufte er sie durch Werber und führte damit seine Kriege. Solche Heere konnten nur zerstören. Das deutsche Land nach dem 30jährigen Kriege war dafür ein grauenvoller Beweis. Schon bei Hermann und bei den Sachsenkönigen war der Wehrsozialismus aus völkischer Not heraus gewachsen. Mit seiner Wiedergeburt im Staate der großen Preußenkonige war es nicht anders. Aus der harten Not des märkischen Landes wuchs der Soldatengeist der Armee, die Friedrich Wilhelm aus seinen preußischen Bauern, Arbeitern und Adeligen aufstellte. Diese Armee, in der wieder ein bodenständiger Wehrsozialismus lebendig war, wurde in der Hand Friedrich des Großen eine Waffe, über deren Leistungen sich die Welt wunderte und vor der Europa zitterte. Als Napoleon das schlecht verwaltete Erbe des Großen Friedrich 1806 bei Jena zerschlagen hatte, bauten Scharnhorst und Gneisenau bewußt auf dem allgemeinen Wehrgeist des preußischen Volkes wieder auf. Mit den Freiheitskriegen erweiterte sich dieses Fundament durch die ganze Nation. Die allgemeine Wehrpflicht war der staatsrechtliche Ausdruck des neuen deutschen Wehrbewußtseins. Diesen Wehrsozialismus sehen wir im 19. Jahrhundert durch alle Ereignisse, die unser Volk angehen, hindurchwirken. Er ist durch die politische Entwicklung oft verdeckt oder unklar, aber er war doch überall vorhanden, wo es um wesentliche Entscheidungen ging, sei es in der schleswig=holsteinischen Frage oder 1859, als man den Rhein am Po verteidigen wollte. Durch die Entscheidungen von 1870/71 wurde er politische Wirklichkeit. Auf ihm gründete Otto von Bismarck das zweite Reich. Dann kam 1914! Ein Volk in Waffen stand auf gegen den Feind des Reiches. Jeder, der ein Gewehr tragen konnte, wollte dabei sein. In dieser wehrbewußten Frontgemeinschaft, in diesem Schützengrabensozialismus wurde die völkische Gemeinschaft zum ersten Male eine große deutsche Tatsache. Diese Zeit und ihr Erlebnis prägte den politischen Menschen, der den Verrat von 1918 überwand und aus dem Wehrsozialismus der Frontsoldaten die nationalsozialistische Weltanschauung gestaltete. Wilm Wortmann. Weltparade unter der olympischen Flagge Ein Tanzfest auf dem spiegelnden Eise Wankt Sonja Henies Thron!:: Die Jugend der Welt in Garmisch- Partenkirchen Uns trennt von der Weltparade der Jugend in Garmisch=Partenkirchen nur noch eine kurze Spanne Zeit. Die Geduldigen können sie noch nach Wochen, die Ungeduldigen, und das sind die Glücklichen, nach Tagen zählen. Vielleicht schon nach Stunden. Jede Nachricht und jede Zahl, die eine Beziehung zu den Olympischen Winterspielen hat, steigert die Erwartung und macht die Uebersicht schwer. Wir wollen versuchen, das herrliche Getriebe der olympischen Begeisterung zu sichten und eine Vorschau zu schreiben. In verschiedenen Abschnitten, denn wie könnten wir so kühn sein, den Zauber dieser vielgestaltigen olympischen Winterwelt auf ein paar hundert Zeilen einzufangen, wo sie so unendlich reich ist und aus der Ferne längst verklungener Zeiten wie aus einem ewigen Born schöpft? Das Programm der Olympischen Winterspiele erstreckt sich vom 6. bis 16. Februar. Lassen wir seinen Rahmen weg, zerfällt es in vier große Teile: Schi, Eislauf, Eishockey und Bob. Wo soll man mit der Sichtung beginnen? Soll man sich nur an Zahlen und Ergebnisse halten oder soll man versuchen, einen kurzweiligen Wegweiser zu schreiben, jenseits einer strengen Fachsimpelei? Gut, damit wollen wir es zunächst einmal halten. Den Vortritt haben die Damen. Im Eiskunstlaufen sind sie in ihrem Element und in der Tat: das Tanzfest auf dem spiegelnden Eise ist eine der fesselndsten und berauschendsten Vorstellungen der Olympischen Winterspiele, bei der man am ehesten den olympischen Krieg vergißt. Den Krieg um die Punkte, den Krieg um den— Sieg. Mädchen und Königin Henie Die Olympischen Winterspiele wurden im Jahre 1924 in Chamonix aus der Taufe gehoben. Damals erschien das elfjährige Mädchen Sonja Henie. Zu jung, um eine Weltmeisterkrone tragen zu können, aber ihre Begabung berauschte die staunende Fachwelt. Zwölf Jahre später schickt sie sich an, ihren dritten olympischen Sieg zu erringen uno zum zehnten Male Weltmeisterin zu werden. Sie ist ein Wunder auf dem Eise, und wenn sie in diesem Jahre entthront werden sollte, war sie ein Wunder. Im Grunde genommen bliebe das das gleiche. Man kann nicht vom olympischen Eiskunstlauf sprechen, ohne von Sonja Henie zu sprechen. Sie ist der Stern, der am längsten und am hellsten leuchtet, der sich prachtvoll über dem Eisparkett erhebt. Man kann das nicht leugnen: der Eiskunstlauf, auch der der Herren und Paare, ist ein Begriff der Namen. Schließlich ist das Eiskaufen die Vorstufe jeglichen Wintersports, die Vorstufe und doch die höchste Vollendung. Natürlich, ein Schisprung über eine MammutAufnahmen: Schirner(3) und Presse-Bild-Zentrale(1) Weltmeister Karl Schäfer mit seiner Partnerin Hedi Stenuf Maxie Herber in einer langsamen SpitzenPirouette schanze ist etwas Unerhörtes, der Gipfel des Mutes. Der Eislauf, der Eiskunstlauf, ist der Gipfel der künstlerischen Körperbeherrschung. Der Gipfel der Anmut und der Schönheit. Einer scheint mir so hoch zu sein wie der andere. Ich habe junge Mädchen und alte Herren getroffen, die eine Sehnsucht kannten: sie wollten einmal Sonja Henie laufen sehen. Von Henies Ruhme profitierten die anderen: Vivianne Hulthen, Lieselotte Landbeck, Hedi Stenuf, Maxie Herber, Maribel Vinson, Fritzi Burger und wie sie sonst noch heißen. Sie war das erste Kind mit der Krone, es sind immer neue gekommen, aber sie blieb, bis zum heutigen Tage, die Eislaufkönigin. Jetzt stehen vor ihrem Thron etwa vierzig Rivalinnen aus 13 Nationen. Sie sind nicht alle dazu berufen, ihr das Erbe streitig zu machen, aber sie wurden ausgewählt. Sie sind die Besten aus 13 Nationen, aus Australien, Belgien, Canada, Tschechoslowakei, Deutschland, Großbritannien, Japan, Lettland, Norwegen, Schweiz, Schweden, aus Ungarn und aus Amerika? Wankt Sonjas Thron? Auf dem kritischen Gipfel Die Henie ist auf dem kritischen Gipfel angelangt. Die Jugend ist der jungen Königin auf den Fersen. Es läßt sich nicht übersehen, daß der Abstand der anderen zu ihr, der Unvergleichlichen, wesentlich geringer geworden ist. Wir brauchen das nicht mit Wertungsnoten und Pflichtfiguren, mit Wenden, Gegenwenden, Dreier=Schlangenbogen=Dreier, mit Schlinge=Schlangenbogen=Schlinge, mit Gegen= und Doppeldreiern zu beweisen. Aber wir können es mit einigen Namen: Vivianne Hulthen, Cäcilia Colledge, Liselotte Landbeck, Emmy Putzinger oder Hedi Stenuf oder Maribel Binson. Eine von ihnen könnte die Henie entthronen. So unwahrscheinlich ist das nicht. Uns will es scheinen, als habe die Landbeck, die nun Belgierin geworden ist, die größten Chancen— nach der Henie. Sie kann auch ihre Nachfolgerin werden. Kinder, wie die zierliche Japanerin Detsuko Inada, werden aktig bei Tische sitzen und aufpassen. Auch im Eislauf ist das Wunder nicht plötzlich vom Himmel gefallen. Wie könnte es, wo jahrelanges, fleißiges Ueben und Entbehren dazu gehört, um hinter die tiefen Geheimnisse dieser Kunst zu kommen. Dabei ist die diesmalige olympische Meisterschaft schwerer denn je. 1932 in Lake Placid konnten bei den Damen 2630 Totalpunkte erreicht werden, bei einem Vervielfältiger von 13,8. Diesmal, bei dem Multiplikator 15, gar 3192 Totalpunkte. Verständlicher ausgedrückt heißt das: das Eislaufen ist, in der Pflicht und in der Kür, um 562 Punkte schwieriger geworden. Noch ein Vergleich: 1932 in Lake Placid kam Sonja Henie dem damaligen Total von 2630 auf 2452,25 Punkte heran. Wahrscheinlich wird es nie eine Eiskunstläuferin geben, die die Vollendung selbst ist. Die Vollendung im Lauf und in ihrer Erscheinung, die zwar keinen Einfluß ausüben soll, es aber doch tut. Mehr, als man es zuzugeben wagt. Das ist die nüchterne Kulisse des Tanzfestes auf dem spiegelnden Eise. Nicht auszudenken, wie warm es uns ums Herz wird, wenn über die in den azurblauen Himmel ragende Alpspitze der goldene Sonnenstrahl hervorlugt und in das herrliche Eisstadion scheint, wo die Fläche silbern blinkt und die Königinnen, eine schöner und anmutiger als die andere, den bunten Reigen um den olympischen Sieg tanzen. Der große Hirt aus Wien Das Einzellaufen der Herren hat eine ähnliche Situation; auch hier hat einer die anderen bei weitem übertroffen: Karl Schäfer. Nachdem der unvergeßliche Gillis Grafström, der dreimal Olympiasieger war und in Lake Placid von dem Wiener Schäfer auf den zweiten Platz verwiesen wurde, von dem Eise endgültig abgetreten ist, beherrscht Schäfer, der„große Hirt aus Wien“, die Lage. Der Schüler Grafströms hat seinen Lehrer und Meister übertroffen. Sein Laufen ist Musikalität, einer hat einmal gesagt, Karl Schäfer liefe die Symphonien auf dem Eise. Man kann nicht sagen, daß das übertrieben sei. Die Namen der anderen sind weniger geläufig. Felix Kasper, ein Landsmann Schäfers, ist hervorragend, man wird sich auch die Namen der Baier=Deutschland und Dunn=England merken müssen. Die Amerikaner kommen mit Robin Lee, einem„Wunderknaben", und die Finnländer bringen den großen Meister des Nordens, Nikkanen, mit. Bei den Männern wird der Kampf nicht weniger heftig toben. Hier und bei den Paaren. Ein Quartett steht an der Spitze, ein Doppelquartett: Maxie Herber und Ernst Baier, die Geschwister Pausin aus Wien, die letzten Olympiasieger, das Ehepaar Brunet und schließlich das Weltmeisterpaar aus Ungarn Rotter=Szollas. Das sind vier Paare, zwanzig bis fünfundzwanzig gehen an den Start. Man muß sich vorstellen: 50 bis 60 Herren, 35 bis 40 Damen und 25 Paare, das Weltregiment der Schlittschuhkünstler marschiert an. Ein Regiment und wenn wir länger darüber nachdenken, kreisen unsere Gedanken immer wieder um die Namen derer, die wir hier nannten. Das Tanzfest auf dem blinkenden Eise. Kampf um das Zehntel. Und dann erleben wir noch die wilde Jagd auf dem Eise. Die Schnellaufwettbewerbe, den Kampf um das Zehntel der Sekunde. Drei Nationen rivalisieren hier unerhört: Norwegen, Amerika und Kanada. Die fürchterlichen Liselotte Landbeck ist die schärfste Gegnerin der Sonja Henie Sonja Henie, die bisher noch unübertroffene neunfache Weltmeisterin Niederlagen der Skandinavier in Lake Placid waren die Sensation der vorigen Weltwinterspiele. Diesmal wissen die Nordländer, was die anderen können. Sie beurteilen ihre Chancen besser, mit welchem Recht, das wird sich zeigen. In allen vier Strecken, 500, 1500, 5000 und 10000 Meter siegte 1932 ein Amerikaner. In allen vier Strecken siegte bei den Weltmeisterschaften 1935, denen die Vertreter des amerikanischen Kontinents fernblieben, ein Norweger. Das Fragezeichen in diesem mörderisch schnellen Kampfe, auf dem idyllischen Riessersee, ist Kanada. Meinen wir. Möglicherweise schieben sich Oesterreicher in diese Front. Sagen die Norweger. Waluzek und Stiepl sind in der Tat Weltklasse geworden. Bei den schnellsten Eisläufern wechselt das Bild und die Lage am schnellsten. Hier wird man gut tun, abzuwarten, was uns die Tage von Garmisch=Partenkirchen bescheren. In allen vier Strecken hat es, wie könnte es bei diesen Rekordspielen anders sein, ein Rekordergebnis der Meldungen ergeben. Und es wäre nicht ausgeschlossen, daß unter den rund 200 Läufern, eine, aber eine große Ueberraschung sich verborgen hält. Und wo bleibt Deutschland? Zugegeben, von unseren eigenen Leuten ist hier wenig die Rede gewesen. Wo bleibt Deutschland? Nun, wir gehen nicht aussichtslos in die Eislaufkämpfe. Gewiß nicht, aber die Siegeschancen sind klein. Im Konzert der Welt, das läßt sich nicht verheimlichen. Alles was uns zufällt, soll uns ein Geschenk der Anerkennung für das Paradies sein, das wir für die Jugend der Welt bereithalten. Gut und schön. Aber Maxi Herber und Ernst Baier? Gewiß, sie sind unsere größten Hoffnungen und eben deshalb haben wir schüchtern von ihnen gesprochen. Das Tanzfest und die wilde Jagd beginnen bald. In wenigen Wochen, in Tagen. Bis dahin wollen wir unsere Hoffnungen im Stillen hegen. Wer hindert uns daran, nachher umso lauter zu jubeln? Niemand. Niemand in der ganzen Welt!. Hans Saalbach. Hein Domgörgen k. o. geschlagen Einer unserer ältesten aktiven Boxer, Hein Domgörgen=Köln, wurde in Viersen durch den Krefelder van der Rheydt in der zweiten Runde durch einen schweren Magentreffer k. o. geschlagen. Das ist tragisch insofern, als Domgörgen, wie erwähnt, einer unserer ältesten Boxer ist, einer von den wenigen, die sich ihre Kampfkraft viele Jahre hindurch bewahrt haben. Der Kölner war 1925 zum ersten Male Deutscher Meister im Mittelgewicht; er hatte Adolf Wiegert im Titelkampf in der dritten Runde auf die Bretter gezwungen Für kurze Zeit mußte Domgörgen den Titel 1930 an obeck=Breslau und 1931 an Seelig=Berlin abtreten, aber dann wurde er wieder Meister und behielt die„Krone" bis 1933. Inzwischen gelang es ihm sogar, Europameister zu werden, und zwar an jenem denkwürdigen Kampftage im Poststadion, an dem auch Hein Müller durch einen Sieg über Pierre Charles Europameister wurde. Im Jahre 1933 wurde Domgörgen der deutsche Meistertitel aberkannt; sein Nachfolger wurde sein Landsmann I. Besselmann. Im gleichen Jahre wurde Domgörgen von Meister Gustav Eder entscheidend besiegt, seitdem nie mehr. Auch die Rahmenkämpfe verliefen recht anregend. Die Schwergewichtler Jacob Schönrath=Krefeld und Willi Müller=Düsseldorf trennten sich unentschieden, der Düsseldorfer Federgewichtler Beck besiegte Flick(Barmen) hoch nach Punkten, und im Weltergewicht kam Nico Droog(Krefeld) zu einem Punktsiege über Graumann(Iserlohn). Deutsche Hallen=Tennismeisterschaften Bremen gab es am Montag die ersten Kämpfe um die Titel eines deutschen Hallen=Tennismeisters. Polens Meister Tloczynski und der Einheimische Kuhlenkämpf machten am Montag das erste Spiel im Männereinzel. Der Pole hatte gar keine Mühe, um mit 6:8, 6:3 schnell zu siegen. Im Gemischten Doppel siegten Fräulein Buß Göpfert über Wedekind Büttner in zwei kampfreichen Sätzen mit 7:5, 11:9. Wie die Blume eines guten Weines, so entwickelt sich auch das Aroma edlen Tabaks erst nach mehrjährigem Lagern. Deshalb verarbeiten wir jetzt die hervorragenden 33er Macedonen in der AlVA-Mischung. Leupold siegt Im Schl-Marathon Schluß der Deutschen Schimeisterschaften in oberstdort Obwohl am Schlußtag der Deutschen Schi meisterschaften in Oberstdorf bei drei Grad Wärme wieder Tauwetter eingetreten war, konnten die Konkurrenzen mit dem auf 44 Kilometer verkürzten Dauerlauf programmäßig beendet werden. Leider war der Schnee recht stumpf, dafür bot aber die Strecke sonst keine besonderen Schwierigkeiten, so daß es in erster Linie auf Ausdauer und Schnelligkeit ankam. Von 74 Gemeldeten hatten sich 60 am Start eingefunden, von den Mitgliedern der Olympiakernmannschaft fehlten nur Matthias Wörndle und Josef Ponn, die sich nach den Anstrengungen der vorangegangenen Wettbewerbe schonen sollen. Der Lauf brachte insofern eine Ueberraschung, als vor allem die Kemptener Jäger in ausgezeichneter Form waren und so manchen Dauerlaufspezialisten zu schlagen vermochten. Allen voran Leutnant Herbert Leupold, der die lange Strecke in bestechender Form und überaus frisch durchstand und sich plötzlich auch als erstklassiger Dauerläufer entpuppte. Seine fünf Minuten Vorsprung sprechen mehr als viele Worte für seinen klaren Sieg. Aber auch auf dem zweiten Platz finden wir mit Johann Hieble einen Läufer unserer Militär=Patrouille, dem erst in wei tem Abstand der Schlesier Helmut Müller folgte. Vom Start an der Schule in Oberstdorf ging es zunächst nach kurzem Flachlauf auf den höchsten Punkt am 1000 Meter hohen Karratsbichel hinauf. Dann ging es über die Höllenwiesen nach Birgsau; hier war eine neun Kilometer lange Schleife zwei mal zu durchlaufen, ene es wieder durch das Stillachtal zurück zum Ziel ging. Wolfgang Müller, der als Sechster gestartet war, kam nach 1:38:50 Stunden als Erster in Birgsau an, wo man eine Verpflegungsstation eingerichtet hatte. Seine Zeit betrug 1:38:50 Stunden. Dichtauf folgte sein Bruder Leo. Von bekannten Läufern benötigte Erich Marx=Friedrichroda 1:38:45 Stun den. Ueberraschend bald erschien dann aber auch der Kemptener Johann Hieble, der mit Start nummer 29 bereits stark nach vorn gerückt war und auch nur 1:28:55 Stunden für die ersten 20 Klm. benötigte hatte. Noch besser war aber die Zeit von Herbert Leupold mit 1:26:05 Stunden, der nur noch rund eine Minute hinter dem vier Minuten früher ab gegangenen Hieble folgte. Leupold, der einen äußerst frischen Eindruck machte, lief auch ohne Halt an der Verpflegungsstation vorbei. Als nach 29 Klm. Birgsau zum zweiten Male passiert wurde, war Hieble bereits auf den dritten Platz vorgerückt. Leupold hatte auch hier mit 2:02:25 Stunden die weitaus beste Zeit und nicht weniger als 25 Konkurrenten überholt, so daß er schon den fünften Platz innehatte. Nach der zweiten Schleife, also nach 39 Klm., war Leupold mit 2:42:00 Stunden seinem schärfsten Konkurrenten Hieble schon dicht auf den Fersen. Auf den letzten 5 Klm. überholte Leupold dann Hieble und kam auch dem immer noch an der Spitze liegenden Wolfgang Müller bis auf wenige Meter nahe. Mit einer Zeit von 3:26:15 Stunden war in Leupold der Sieger unschwer vorauszusagen, wie auch klar war, daß Hieble, der 200 Meter zurück folgte, mit 3:31:03 Stunden einen der ersten Plätze belegen würde. Hinter Leupold kam dann auch Hieble zu einem guten zweiten Platz. (44 Kilometer Dauerlauf) 1. Herbert Leupold(Kempten) 3:26:15; 2. Jobann Hieble(Kempten) 3:31:03; 3. Helmut Müller(Hirschberg=Schlesien) 3:44:02; 4. Ernst Sender(Schreiber= bau) 3:48:50; 5. Fritz Gaiser(Baiersbronn) 3•49:16; 6. Thomas Datzmann(Kempten) 3:51:23; 7. Wolfgang Müller(München) 3:51:59; 8. Erich Marr(Friedrichs= roda) 3:53:06; 9. Willy Gabriel(Hobeneule=Reichen= bach) 3:53:30: 10. Ignaz Vogler(Oberstdorf) 3:54:21; 11. Albert Ricke(Clausthal) 3:54:53; 12. P. Frevse München) 3:55:02; 13. H. Leonbard(Mühlleiten) 3:56:11; 14. L. Hörmannsdorfer(München) 3:57:13: 15. M. Beschorer(Bayrischzell) 3:57:42; 16. Resch (München) 3:57:47; 17. Wörle(Pfronten) 4:01:05; 18. Böttrich(Eilenberg) 4:01:40; 15. Lehner(München) 4:01:46; 20. Höhne(Mittenwald) 4:01:01.— Altersklasse 1, 1. Haus Reinecke(Claustbal=Zellerfeld 3:46:11; 2. Dr. Aler Oeschev(München) 4:16:03; 3. Dr. Fritz Mugler(München) 4:20:49; 4. Alois Aumeiler(München) 4:35:08; 5. Hans Schmid(Oberstaufen) 4:35:12. — Altersklasse 2: 1. Mar Hofvauer(Partenkirchen) 4:24:30; 2. Walter Schneider(Glauchau) 4:40:20. Sandtner ist Eisschnellaufmeister Am Montagvormittag wurde die Deutsche Eisschnellauf=Meisterschaft 1936 in Füssen mit dem 10 000=Meter=Lauf zu Ende geführt. Die Konkurrenz gewann Willy Sandtner(München) in 18:54,7 Minuten vor Heinz Sames(Berlin) (19:18,7 Minuten). Damit fiel Sandtner auch der Meistertitel zu. Sandtner übernahm in der 15. Runde die Führung und siegte schließlich unangefochten mit einer halben Runde Vorsprung. Die Eisverhältnisse waren gut, der Besuch mäßig. 10000=Meter=Lauf: 1. Willy Sandtner(München) 18:54, 2. Heinz Sames(Berlin) 19:06, 3. Barwa(Berlin) 19:27, 4. May(Berlin) 19:55, 5. Bieser(München) 20:06, 6. Jülbe(Berlin) 20:21. Gesamtergebnis der vier Läufe: 1. und Deutscher Meister Willy Sandtner 208,815 Punkte, 2. Sames 210,661 Punkte, 8. Barwa 218,098 Punkte, 4. May 222,258 Punkte, 5. Bieser 226,266 Punkte. Vereinsstaffel: 1. Berliner Schlittschuh=Klub 8:43, 2. Münchener EV. 8:44,5, 3. Berliner EV. 8:47,5. 1500 Meter für Frauen: 1. Ingeborg Grube (Berlin) 8:19, 2. Ruth Hiller(Berlin) 8:23. Unsere Voraussagen Heute in Rizza 1. R.: La Rocaille— Salol 2. R.: Trombon— Kirdul 3. R.: Maestro— Jacoby 4. R.: Leyland— Sultanas Guard 5. R.: Pericles— Curry 6A=Scharführer Pfordte(Essen) siegreich Die letzten Wettbewerbe beim Reitturnier in der Halle Münsterland in Münster waren 2 Jagd. springen. Ein Jagdspringen Klasse L war den Unteroffizieren und Mannschaften der Wehrmacht offen auf Pferden, die in Klasse M noch nicht siegten und in Klasse L noch nicht placiert waren. Von den 32 Bewerbern gewannen Wachtmeister Berg auf Hünefeld mit 0 Fehlern in 72 Sekunden. Im Jagdspringen Klasse M war die Konkurrenz äußerst scharf. Von den 51 Teilnehmern brachten sich 17 Reiter in das Stechen, das erforderlich wurde, da sie den Parcours fehlerlos beendeten. Hier bei gav es einen harten Kampf, denn auf den Längsseiten des Ovals mußten vier Hindernisse übersprungen werden, die erhöht worden waren. Vier Pferde kamen ohne Fehler hinüber. Doch jetzt war die Zeit maßgebend, die SA=Scharführer Pfordte auf Nora 3 einen Sieg brachte, der mit 20 Sekunden die beste Zeit erzielen konnte. Jagdspringen Klasse L: 1.: 1. Reiter=Regiment 15. Hünefeld, Reiter Unteroffizier Berg, 0 Fehler, 72 Sekunden: 2.: 4. Batterie, Artillerie=Regt. 6. Hubertus, Reiter Wachtmeister Staasbelm, 0 Fehler, 76 Sekunden; 3.: 2.=Reiter=Regt. 15, Gnom, Unteroffizier Hombera 3 Fehler, 97 Punkte. Jagdspringen Klasse M. durch Stechen entschieden: 1. SA=Scharführer Pfordte, Nora 3, Besitzer. 0 Febler, 20 Sekunden; 2. Oberleutnant Kablers, Ellen, Besitzer, 0 Fehler, 20 Sekunden; 3. Oberleutnant a. D. Betzel, Kerze, Reiter Besitzer, 0 Fehler, 21 Sekunden; 4. Hauptmann Sanders, Veva, Besitzer, 0 Fehler, 23 Sekunden. Die deutschen Olympia-Kandidaten Für die Winterspiele in darmisch-Partenkirchen Olympia-Straße München— Garmisch Im Rahmen einer Einladung des Gaues München=Oberbayern wurde am Sonntag bei herrlichem Winterwetter von München aus die Olympiastraße München—Garmisch eingeweiht. Mit diesem Straßenbau ist wieder eine großzügige Maßnahme zur Sicherung der reibungslosen verkehrstechnischen Durchführung der Olympischen Winterspiele getroffen, durch die der Ausbau der Eisenbahnstrecke ergänzt und auch für alle Zukunft eine außerordentliche Verbesserung der Verkehrsverhältnisse zwischen München und dem Garmischer Land geschaffen wurde. An der Einweihungsfahrt beteiligten sich mit dem Gauleiter Staatsminister Wagner, Staatssekretär Pfundtler als Vertreter des Reichsinnenministers, der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen Dr. Todt, der bayrische Ministerpräsident Siebert und andere führende Persönlichkeiten der Bewegung, des Staates und der Behörden sowie zahlreiche Gäste, darunter viele in= und ausländische Pressevertreter. Sie nahmen in insgesamt 200 Wagen an der wundervollen Fahrt teil. Alle Orte waren festlich geschmückt, man erreichte Starnberg, Weilbeim und Murnau. Zur Begrüßung waren Musikzüge und Gliederungen der Bewegung aufgestellt. Am neugeschaffenen Eschenloher Straßentunnel war eine kurze Begrüßungsfeier vorbereitet, bei der Regierungsbaumeister Brunner in Begleitung eines Arbeiters urwüchsige Verse über den Werdegang der Straße vortrug. Dann ging es weiter nach Garmisch, wo die Wagen mittags eintrafen. Dort schritt Gauleiter Wagner mit seinen Gästen die Front der vor dem Bahnhofshotes aufgestellten Ehrenstürme ab. Nachmittags wurde im neuerbauten Festsaal in Garmisch ein großer Führerappell abgehalten, bei dem Gauleiter Wagner in einer ausführlichen Rede auf die Bedeutung der Olympischen Spiele und dem Wunsche Ausdruck gab, daß sich insbesondere auch die ausländischen Gäste der Olympiade im neuen Reich recht wohl fühlen möchten. Stabsleiter Hausböck brachte ein begeistert ausgenommenes dreifaches Siegheil auf den Führer aus. Ein Vorbeimarsch der Formationen vor dem Gauleiter beschloß die würdige Kundgebung. Westdeutsche Sochschulmeisterschaft im Handball Hochschule für Lehrerbildung Dortmund— Universität Köln Innerhalb des weiten Raumes, den die Hochschule für Lehrerbildung in Dortmund ihren Studenten zur körperlichen Ertüchtigung durch sportliche Betätigung einräumt, konnte sich eine harmonische sportliche Vielseitigkeit und gesunde Regsamkeit entwickeln, die ihren Kämpfern und Kampfmannschaften zu überzeugenden Erfolgen verholfen hat. Den nächsten sportlichen Wettkampf bildet das Handballspiel in der ersten Vorrunde gegen die Universität Köln, die im vergangenen Jahr bei den Hochschulmeisterschaften Deutscher Meister wurde. Das Treffen findet am morgigen Mittwoch um 15 Uhr in der Dortmunder Kampfbahn Rote Erde statt. Vorher ist ein Spiel der zweiten Mannschaft gegen das Realgymnasium Hörde. Kein Sonderzug nach Bartelona Der Verkehrsverein Dortmund teilt mit: Die kürzlich ausgeschriebene Sonderfahrt nach Barcelona zum Fußballspiel Spanien—Deutschland, das bekanntlich am 23. Februar stattfindet, wird infolge Devisenschwierigkeiten nicht durchgeführt. Meisterschaftskämpfe der Wehrmacht Die sportliche Ausbildung der Wehrmacht ist ein Kapitel, dem ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Nach einem Erlaß des Oberbefehlshabers des Heeres, General der Artillerie Frhr. v. Fritsch, wird es auch in diesem Jahre für die Angehörigen der Wehrmacht zahlreiche Betätigungsmöglichkeiten im sportlichen Wettkampf untereinander geben. Die Zusamenstellung der umfangreichen nament lichen Meldeliste für die IV. Olympischen Winterspiele steht kurz vor ihrer Beendigung. Sie wäre schon fertig, wenn nicht noch einige Unklarheiten hinsichtlich verschiedener Meldungen hätten geklärt werden müssen. Das deutsche Aufgebot steht nun mehr in allen Einzelheiten fest. In den Schiwettbewerben ist von der Möglichkeit, die doppelte Anzahl der für jeden Wettbewerb startberechtigten vier Teilnehmer zu nennen, durchweg Gebrauch gemacht worden, ebenso wurden für die übrigen Prüfungen sicherheitshalber einige Ersatzleute namhaft gemacht. Die Aufstellung der Mannschaft erfolgte nach eingehender Prüfung auf Grund der in den bisherigen Prüfungen des Winters gezeigten Leistungen oder sonstiger Qualifikation. Auf die einzelnen Prüfun gen verteilt, hat die Liste folgendes Aussehen: Schisport: 18 Klm.: Toni Zeller, Hans Speckbacher(Ruh polding), Willi Bogner, Walter Motz(München), Friedl Däuber(Berchtesgaden), Mathias Wörndle (Partenkirchen), Fidel Wagner(Oberstaufen), Georg v. Kaufmann(Bayrisch=Zell). 50 Klm.: Toni Zeller, Mathias Wörndle, Albert Rieke(Clausthal), Erich Marx(Friedrichroda) Fritz Gaiser(Bauersbronn), Josef Ponn(Berch tesgaden), Theo Lesch(München), Karl Lense (Oberkochen) Kombination Lang=Sprunglauf: Max Fischer (Wangen), Anton Eisgruber, Josef Gumpold (Partenkirchen), Franz Haselberger(Traunstein), Christian Merz(München), Fidel Wagner, Willi Bogner, Walter Motz. Sondersprunglauf: Hans Marr(Oberhof), Max Meinel(Aschberg), Richard Körner(Brückenberg), Paul Kraus(Johanngeorgenstadt), Alfred Stoll (Berchtesgaden), Karl Dietl(Gauting), Anton Hintermaier(Reichenhall), Franz Haselberger. 4X10=Klm.=Staffel: Willi Bogner, Walter Motz, Toni Zeller, Friedl Däuber, Georg v. Kaufmann, Fidel Wagner, Hans Speckbacher, Herbert Leupold(Kempten). Abfahrt Torlauf(Männer): Franz Pfnür, Johann Pfnür(Schellenberg), Rudolf Cranz, Dr Vetter(Freiburg), Roman Wörndle, Hans Kemser, Gustav Lantschner(Partenkirchen), Xaver Kraisy(München). Abfahrt Torlauf(Frauen): Christel Cranz Freiburg), Lisa Resch, Käthe Grasegger, Hadi Pfeiffer(Partenkirchen), Liesl Scharz(Berchtesgaden), Rosl Ackermann(Bayrisch=Zell), Ruth Gründler(München). Militär=Patrouille: Lt. Herbert Leupold, Lt. Fritz Bader, Oberjäger Johann Hieble, Gefr. Hermann Lochbihler, Andreas Heinle, Gerhard Höhne, Michael Kirchmann. Bobrennen: Zweierbob: Hanns Kilian=Huber(Rießersee), Fritz Grau=Breme, Hptm. Zahn=Heimann(Berlin). Viererbob: Hanns Kilian, G. v. Valta, Schwarz, Huber(Rießersee), Fritz Wiese, Hinrichs, Lucas, Ruhstrat(Hahnenklee), Walter Trott, Werlich, Kummer, Vonhof(Erfurt). Eislauf: Kunstlauf(Männer): Ernst Baier, Günther Lorenz, Herbert Haertel(Berlin), Vierlinger (München). Kunstlauf(Frauen): Viktoria Lindpaintner, Marie Herber, Lidia Veicht, Irma Hartung (München). Kunstlauf(Paare): Maxie Herber=Ernst Baier, Eva Pravitz=Otto Weiß(Berlin). Schnellauf(alle vier Strecken): Willy Sandtner, Bieser, Falkemeier(München), Heinz Sames, Jülge(Berlin). Eishockey: Kaufmann, George, Jänecke, Trantmann, R. Ball(Berlin), Dr. Strobl, Schröttle, v. Bethmann=Hollweg, Egginger(Rießersee), Kuhn, Schenk, Weidemann, Kögel(Füssen), Schibukat (Rastenburg) Weltmeisterschaft im Dreibandenspiel Im weiteren Verlaufe des Weltmeisterschaftskampfes im Dreibandenspiel mußten die beiden Favoriten je eine Niederlage einstecken. Der Düsseldorfer Tiedtke wurde von dem Franzosen de Gasparin und der Titelverteidiger Lagache von dem Spanier Puigvert geschlagen. Nach seiner Niederlage gegen de Gasparin fertigte Tiedtke den Belgier Zaman in überlegenem Stile mit 50:27 ab. Tiedtke benötigte für diese Partie nur 49 Aufnahmen bei einer Höchstserie von sieben Bällen und erreichte den fabelhaften Durchschnitt von 1:020. Mit einem Gesamtdurchschnitt von 0,711 behauptet der Düsseldorfer noch die Spitze vor Lagache, Sengers, Puigvert und de Gasparin. Deutschland gegen Tschechoslowakei im Fußball Der Fußballverband der Tschechoslowakei gibt bekannt, daß das fällige Rückspiel gegen Deutschland am 27. September in Prag zur Durchführung gelangen wird. Es handelt sich um das dritte Zusammentreffen der beiderseitigen Nationalmannschaften. Bei der Fußball=Weltmeisterschaft 1934 siegte die Tschechoslowakei in Rom mit 3:1. Am 26. Mai 1935 gewann Deutschland in Dresden mit 2:1 Toren. Meisterschaften der Ringer Um die Bezirksmeisterschaft — Lünen 05 11:5 g## wicht: Krömer(Lünen) (Hoesch) durch bessere Gesamtarbeit nach 15 M raewich:: Dege(Lünen) sichert sich irch Hüttschwung die Führung über Fach(Hoesch) und wird Punktsieger, Leichtgewicht: Schacht(Hoesch) Punnie kampflos, da Lünen keinen Ringer stellt. Weitergewicht: Stief(Lünen) muß durch und verliert gegen Bretzke Soach#ac Punin: Mittelgewicht: Zullet #)„schert sich durch Klemmer am Boden über Löppel,(Lünen), die Führung und wird Punktsieger. palbschwergewicht: Werbnik(Lünen) unterZimmer(Hoesch) nach fünf Minuten. 3c.m####sewzaf: Albitz(Hoesch) flegt über Meyer minuten* Kopischleuder aus dem Stand nach zwei Meisterschaften der Junioren Hörde 29— Heros 94/08 Dortmund 4:15 Endkampf wurde mit größter Erbitterung durchgeführt, von Heros aber sicher mit dem Gau=Endergebmis von 12:0 Punkten gewonnen. Bantamgewicht: Schulze=Frieling(Heros) muß zuerst in die Brücke, siegt dann aber durch Armzug am Boden über Kunze (Hörde) nach zwei Minuten. Federgewicht: Durch verfehlten Zug muß Haumann(Heros) in eine gefährliche Brückenlage, siegt aber über Wölke(Hörde) durch Hüftschwung nach sieben Minuten. Leichtgewicht: Läge(Heros) besiegt Lipinski(Hörde) durch Doppelnelson nach zwei Minuten. Weltergewicht: Sperna(Heros) unterliegt gegen Wagner(Hörde) nach einem harten Kampf durch bessere Arbeit. Mittelgewicht: Jordan(Heros) verliert gegen Englars Hörde) überraschend durch seitlichen Untergriff entscheidend. Schwergewicht: Walter(Hörde) unterliegt gegen Weiermann(Heros) durch bessere Gesamtarbeit. Brambauer— Hoesch Dortmund 2:15 Bantamgewicht: Stock(Brambauer) unterliegt gegen Schmeer(Hoesch) durch Eindrücken der Brücke nach zwei Minuten, Federgewicht: Tomzak Hoesch) besiegt Grovosch(Brambauer) im Bodenkampf nach zwei Minuten. Leichtgewicht: Friedrich (Brambauer) verliert gegen Herberholt(Hoesch) durch Hammerlock nach einer Minute, Mittelgewicht: Szydlak(Hocsch) besiegt Kümper(Brambauer durch Armzug am Boden nach sechs Minuten Halbschwergewicht: Offen(Brambauer) bekommt durch Fändel(Hoesch) eine Schulterniederlage durch Ausbeber aus dem Stand nach sechs Minuten, Schwergewicht: Köster(Brambauer) erringt durch einen Punktsieg über Kaminsti(Hoesch) die Ehrenpunkte für seinen Verein. Hörde 29— Heros 94108 Dortmund 6:14 Bantamgewicht: Lindner(Hörde) verliert gegen Clasbaus(Heros) durch bessere Gesamtarbeit. Federgewicht: Buchbolz(Heros) siegt über Prüm Hörde) durch Klemmer am Boden nach einer Minute. eichtgewicht: Im ausgelosten Bodenkampf sieat ipinsti(Hörde) über den in Führung Regenden Harses Heros) durch Eindrücken der Brücke nach sechs Minuten. Weltergewicht: Schulze=Frieling(Heros) unterliegt gegen Thau(Hörde) durch Hüftschwung nach iner Minute. Mittelgewicht: Makowiak(Heros) besiegt Kracht(Hörde) durch Gepäckträger nach einer Minute, Halbschwergewicht: Bobbert(Hörde) verliert gegen Landien(Heros) durch Schulterschwung nach einer Minute, Schwergewicht: Quante Heros) siegt über Dreving(Hörde) durch Eindrücken der Brücke nach einer Minute. A Eine hroßstadt gesundet Dortmund nach drei Jahren nationalsozialistischer Aufbauarbeit. 4o 000 in Arbeit gebracht Mit dem Aufstieg der Industrie in Dortmund, den wir gestern in unserer Großreportage zur Darstellung brachten, ging organisch die Durchführung der Arbeitsschlacht vor sich. Von 70000 auf 30000 sank die Zahl der Arbeitslosen in drei Jahren. Eine Bilanz der gesamten Arbeitsschlacht nach diesem Erfolg bringt unsere heutige Reportage. Als in den Jahren des allgemeinen poli tischen Niedergangs die deutsche Wirtschaft mehr und mehr zum Erliegen kam, gab es nicht wenige, die darin eine Krisenerscheinung sahen, die von Kräften bedingt wurde, gegen die ein Volk allein sich nicht behaupten könnte. Weltwirtschaftskrise war damals ein Wort, das alles entschuldigte, die eigene Un fähigkeit, die verantwortungslose Experimen tiererei am Bestand des Volkes. Die Krise in der Welt war nicht wegzuleugnen, aber nicht wegzuleugnen war ebenfalls die Tatsache, daß man mit dem zunehmenden Elend und der immer größer werdenden Katastrophe die Leere der eigenen Gedanken verschleiern konnte. Man hatte sich daran gewöhnt, dami zufrieden zu sein, wenn man im Volke die Ansicht verbreitete, daß gegen den Unheilszug der Krise kein heilsames Kraut gewachsen sei. Es blühte der Weizen der Allerweltsbeglücker, der Propheten und Erlöser, der Zukunftsdeuter und der Goldmacher. Das Volk aber war dem Wirrwarr des politischen Ränkespiels, der Dummheit, des Verrats, der Scharlatanerie und der Demago= gie ausgeliefert. An den Stempelstellen wuchsen die Reihen der Arbeitslosen ins Un endliche. Sieben Millionen wurden es in gang Deutschland. Eine graue Mauer des Elends und der Verzweiflung zog sich quer durch Deutschlands Gaue. In den Großstädten schienen überhaupt nur noch Mauern des Elends zu sein. Dortmund, die traditionsstolze Stadt der Hanse, einst freie Reichsstadt im Ring der großen deutschen Städte, konnte den traurigen Ruhm für sich beanspruchen, in der vordersten Reihe der sterbenden deutschen Städte zu stehen. Ueber 70000 Dortmunder waren zu Beginn des Jahres 1933 ohne Arbeit. Der hundertste Teil des Sieben=Millionen=Heeres der Arbeitslosen in ganz Deutschland fristete sein kümmerliches Dasein in den Mauern unserer Stadt. Wie lange konnte es noch dauern und diese Stadt war nur noch eine Herberge für Arbeitslose. Dem Tempo der Entwicklung zum restlosen Zusammenbruch entsprechend lag die Zeit nicht fern, wo kein Mensch mehr in Dortmund arbeiten konnte. Kann es ein furchtbareres Symptom für den Krankheitszustand einer Stadt geben als diese 70000 Arbeitslosen? Sie waren die ersten zahlreichen Opfer des chaotischen Strudels, der sich anschickte, eine Großstadt mit über 500000 Einwohnern in das Verderben zu reißen. Dann kam die Wendung des Schicksals. Nur kleingeistige Phantasten konnten glauben, daß danach über Nacht das Paradies entstehen werde. In Dortmund wird es kaum solche Phantasten gegeben haben, im Gegenteil, die Männer der Arbeit, die Kumpels und Fabrikarbeiter hegten mehr Mißtrauen als Optimismus. Sie hatten zuviel Elend erlebt und gesehen, als daß sie jetzt plötzlich eine rosige Zukunft hätten vor sich sehen können. Sie wissen was Arbeit heißt, sie wissen, daß nur die zähe Pflichterfüllung und die opferbereite, harte Arbeitsleistung auf die Dauer Erfolge sicherstellen kann. Und ehe ein Jahr vergangen war, da konnten Erfolge aufgewiesen werden. Manchem ehemals zweifelnden Arbeitsmann wird die stille Erkenntnis gekommen sein, daß sein Mißtrauen jetzt nicht mehr berechtigt war. Denn wie lange war es her, seit man gehört hatte, daß irgendwo in großen oder kleinen Werken des Dortmunder Gebietes wieder Volksgenossen an den Arbeitsplatz gebracht wurden? Wann hatte man zum letzten Mal von der Inangriffnahme großer Arbeitsprojekte gehört? Wann war überhaupt die Zahl der Arbeitslosen in den vergangenen Jahren gesunken? Im ersten Jahr nationalsozialistischer Aufbauarbeit war das unmöglich Scheinende Wirklichkeit geworden. In 12 Monaten sank die Ziffer der Erwerbslosen in Dortmund von über 74000 auf 53000. 22000 Volkszu entfernen und den Kreislauf des Lebens so zu lenken, daß Dortmund langsam seiner Gesundung entgegengeht. Wenn irgendwo Zahlen ein anschauliches Bild von der geleisteten Arbeit und der gestaltenden Kraft einer verantwortungsbewußten Führung geben können, dann sind es die Zaylen der Entwicklung des Arbeitseinsatzes von Januar 1933 bis Dezember 1935. Ende Januar 1933 zählte man in Dortmund 73 710 Arbeitslose(Ende Febr. 74013), Ende Januar 1934 waren es 53112, zur gleichen Zeit 1935 noch 39 500 und Ende Dezember 1935 nur noch 32•349. Drei Jahre Aufbau brachte 40 000 in Arbeit und Brot. Noch bedeutsamer für die Gesundung unserer Stadt sind die Zahlen der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen. Anfang Januar 1933 Die kabelle des Erfolges DIE ENTWICKLUNC DER ARBEITSLOSICKEIT IN DORTMUND IN DEN JAHREN 1050-1055 ARBEITSUCHENDE ARBEITSLOSE 1930 JANIFEB genossen konnten wieder die Hände regen, fast ein Drittel des Dortmunder Arbeitslosenbestandes war in einem Jahr wieder in den Produktionsprozeß eingereiht worden. Zum ersten Male waren nicht einmal in den Wintermonaten saisonbedingte Rückschläge eingetreten. Die Tatsache, daß selbst in den Monaten Oktober, November und Dezember des Jahres 1933 die Zahl der Arbeitslosen kleiner wurde, dürfte am eindrucksvollsten die Durchschlagskraft der nationalsozialistischen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen widerspiegeln. Ein Jahr hatte genügt, um den Krankheitsbazillus aus dem Arbeitsleben unserer Stadt Das Eisen fließt, die Arbeit geht vorwärts Werksaufnahme ANERK. WOMLFAHRTSERWERBSLOSEKRISENUNTERSTOTEUNGSEMPFANGER *#ASE SLOS ENUNTERSTUR UNCS EMPFANGER waren es 42 976, Ende Dezember 1933 29.078, Ende Dezember 1934 18316, Ende Dezember 1935 nur noch 10320. Diese Zahlen sagen mehr als Worte, sie beweisen die Richtigkeit der planmäßigen Arbeitseinsatzvolitik, deren Durchführung in erster Linie in den Händen des Arbeitsamtes liegt. Das Bestreben des Arbeitsamtes, in besonderem Maße die langjährigen, arbeitslosen Un terstützungsempfänger wieder an ihren Arbeitsplatz zu bringen, hat in Dortmund schöne Erfolge gezeitigt. Der Rückgang der Wohlfahrtserwerbslosen um über 32000 hat zu einer wesentlichen Entlastung des Wohlfahrtsetats der Stadt Dortmund geführt und damit eine beachtenswerte Voraussetzung geschaffen für die kommunale Gesundung unserer Stadt. Wer die graphische Darstellung der Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Dortmund in den Jahren 1930 bis 1935 betrachtet, wird vielleicht etwas überrascht sein über das Ansteigen der Unterstützungsempfänger in der Arbeitslosen= und Krisenfürsorge. Während hier die Linie von Januar 1933 von 18 585 über 18 424 Ende Dezember 1933 über 14 107 Ende 1934 bis 13 185 im Oktober 1935 herunterging, stieg sie dann bis Ende Dezember 1935 wieder auf 16 827. Der oberflächliche Beurteiler wird hierin ein Anschwellen der Arbeitslosigkeit sehen, der ewige Meckerer einen Fehlschlag der Arbeitseinsatzpolitik des Nationalsozialismus. Aber alle jene aufdringlichen Kritikaster vergessen allzu schnell, daß sie in den Jahren des Niedergangs niemals an rgend ein Wunder geglaubt haben, und nun verlangen sie, daß der Nationalsozialismus taatäglich Wunder vollbringt. Sie können es nicht verstehen, daß auch der Nationalsozialismus naturgegebene Schwierigkeiten zu überwinden hat. Wer erwartet hat, daß das einmalige Ereignis, in den Wintermonaten des Jahres 1933 noch die Arbeitslosigkeit herabzumindern, sich alljährlich Sie kamen in Arbeit beim Bau der Straße n Adolf Hitlers. an der Strecke im Dor tmunder Gebiet. Aufnahme: Schley Reichsautobahnarbeiter wiederholen müsse, der hat auzu leichtfertig seine unmaßgebliche Phantasie spielen lassen. Die Zunahme der Unterstützungsempfänger ab November 1935 hat ihre ganz natürliche Ursache. Es ist nun einmal nicht zu verhindern, daß die Beschäftigung in gewissen Saison außenberufen abhängig ist von der Witte rungslage. Für jeden dürfte es verständlich sein, daß im Baugewerbe in den Wintermonaten infolge schlechten Wetters zahl reiche Entlassungen vorgenommen werden müssen. Man kann eben die Natur nicht in eine Zwangsjacke stecken. Was nun für einen Berufszweig zutreffen kann, muß notwendigerweise auch anderen gleichgelagerten Berufen zugebilligt werden. Da aber bekanntlich viele Wenige schnell ein Viel werden können, ist es durchaus möglich, daß die Zahl der Beschäftigten, im ganzen gesehen, immerhin in den Wintermonaten trotz befriedigender Wirtschaftslage avnehmen kann. Das Anziehen der Arbeitslosenzahl in den letzten Monaten des Jahres 1935 bedeutet somit keineswegs einen Rückschlag in der Durchführung der Arbeitsschlacht. Bei der Steigerung der Zahl der Unterstützungsempfänger der Arbeitslosen= und Krisenfürsorge um etwa 3000 von Oktober bis Ende Dezember 1935 muß besonders das Ausscheiden von Fürsorgearbeitern beachtet werden. Die Fürsorgearbeiter, die bisher vom Wohlfahrtsamt dem Arbeitsbeschaffungsamt der Stadtverwaltung Dortmund und dem Arbeitsamt zugewiesen wurden, haben nach sechs Monaten Arbeit wieder neuen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung und scheiden damit als Unterstützungsempfänger beim Wohlfahrtsami aus. Die Zahl der Unterstützten muß also schon allein hierdurch bei der Arbeitslosen= und Krisenfürsorge steigen und beim Wohlfahrtsamt sinken. Diese Verschiebung der Unterstützungsbehörden, durch die bekanntlich auch der Wohlfahrtsetat der Stadt entlastet wird, muß man berücksichtigen bei der Beurteilung der Gesamtentwicklung, die doch dazu geführt hat, daß die Arbeitslosenzahl von Ende Dezember 1934 bis Ende Dezember 1935 trotz Ansteigens der Arbeitslosen= und Krisenunterstützungsempfänger um 7000 abgenommen hat. Die Arbeitsschlacht geht also vorwärts. Auch in der Arbeitsschlacht geht es, wie bei jedem Kampf, nicht immer im gleichen Tempo weiter nach vorne. Nach jedem Sturmangriff muß die Stellung erst ausgebaut und gesichert werden. Nur die Stammtischstrategen siegen in unaufhörlicher Folge. Die Arbeitsschlacht aber spielt sich nicht an den runden Tischen der Debattenredner ab, sie wird ausgefochten auf dem großen Felde der Arbeit und an ihrer Front stehen Männer, die weniger reden, aber dafür handeln. Sie haben den Befehl des Führers bekommen: Fanget, an!. und keine Schwierigkeit wird groß genug sein, sie daran zu hindern, den Befehl in die Tat umzusetzen. Vor drei Jahren wurde angefangen. Viele standen damals noch abseits, weil sie nicht glauben konnten, daß der stockende Fluß der Arbeit wieder in flotten Lauf kommen könnte. Der Strom aber wurde breiter und mächtiger. Vier Millionen wurden in ganz Deutschland erfaßt, 40 000 in Dortmund. Sie alle stehen wieder an ihren Arbeitsplätzen und schaffen für Familie und Volk und für die, die noch abseits stehen vom Strom der lebendigen Arbeit. 40 000 sind in Dortmund die Zeugen dafür, daß die Arbeitsschlacht erfolgreich geführt worden ist. Sie lassen den Glauben erstarken, daß die Zeit kommen wird, wo Dortmund wieder wie einst in der Geschichte in vorderster Reihe im Kreis der Großstädte steht, aber diesesmal mit dem stolzen Ruhm, eine Stadt der rastlosen Arbeit zu sein, in der Handel und Wandel gedeihen und wo die Wohlfahrt aller gesichert ist durch der Hände Werk seiner Halbmillionenbevölkerung. H. V. Heinkehr von der Morgenschicht Aufnahme: Heta abe das beutsche Volr in einer Zeit gelebt, wie die heutige eit Jahrhunderten sei erstmalig acht worden, uns selbst zu überZu einer öffentlichen Kundgebung mit dem Stoßtruppredner Parteigenossen Koch(Altona) als Redner über das Thema„Unser Weg zur Freiheit“ hatte die Ortsgruppe Eving der NSDAP eingeladen. Der große, festlich geschmückte Frankesche Saal war bis zum letzten Platz besetzt, als der Musikzug des SA=Hilfswerklagers Eving den Abend mit flotter Marschmusik einleitete. Nach unter den Klängen des Badenweiler Marsches vollzogenem Fahneneinmarsch eröffnete Ortsgruppenleiter Parteigenosse Weber die Kundgebung mit herzlichen Begrüßungsworten. Es sei immer wieder notwendig, zu den Fragen der Gegenwart Stellung zu nehmen, betonte dann Parteigenosse Koch einleitend; denn niemals habe das deutsche Volk in einer so großen Zeit Generation. Seit der Versuch gemach winden, um den Zusammenschluß aller deutschen Menschen zu einem einheitlichen großen Verband zu ermöglichen. Dem Führer sei es vorbehalten gewesen, die Zielsetzung eines Jahrtausends zu verwirklichen. Menschen eines Blutes und eines Charakters seien zu Menschen eines Willens geworden. In seinen weiteren Ausführungen behandelte Parteigenosse Koch ausführlich die Gründe, warum es zuvor niemals gelang, das deutsche Volk zu einem einheitlichen Block zusammenzuschweißen. Er betonte, daß die Gesetze über die fernere Erhaltung unserer Rasse und unseres Blutes als notwendige Kräfte des Willens des deutschen Menschen alle Sonderinteressen für alle Zeiten überwinden werden. Sodann betonte er, daß man in den Jahren vor der Machtübernahme politisch und kulturell völlig in die Irre gegangen sei. Unter Freiheit habe man damals Hemmungslosigkeit des persönlichen Willens verstanden, der identisch sei mit der Ideologie der Zersetzung und der Versklavung. Wirkliche Freiheit bedeute aber bedingungslose Unabhängigkeit in jeder Hinsicht, bedeute auch Sicherstellung der Ernährung unseres Volkes aus eigenem Boden. Durch Steuerermäßigungen schaffte der Nationalsozialismus Arbeit, dadurch stiegen aber wiederum die Steuereinnahmen und sanken die sozialen Lasten. Zur Ehre des deutschen Arbeiters sei gesagt, daß er das Marschziel unseres Führers verstanden habe. Er habe sich in die Reihen der Kämpfer um ein besseres Deutschland gestellt und kämpfe um die Freiheit und für die Unabhängigkeit seines Volkes. Abschließend betonte der Redner: Wir haben den Kreislauf des Geldes wieder verwirklicht. Wir pumpen nicht und trotzdem haben wir zum Aerger der ganzen Welt Geld. Was wir schaffen, schaffen wir mit der Arbeit des deutschen Volkes, mit seinem Willen zur Freiheit und zur Unabhängigkeit. Auf diesem Wege marschiert das ganze deutsche Volk, einig mit seinem großen Führer Adolf Hitler! Versammlung der neuen Ortsgruppe Wellinghofen. Mittwoch, den 22. Januar, 20 Uhr, findet in dem Lokal Schäfer, Wellinghoferheide, eine öffentliche Versammlung statt. Alle Partei= und Volksgenossen sind herzlich eingeladen. Die Ortsgruppe Dortmund=Mitte der NSDAP weist ihre Mitglieder nochmals hin auf die heute abend im großen Saale des„Reinoldus“(Handwerkskammer), Reinoldistraße, stattfindende Mitgliederversammlung, in der Kreisleiter Parteigenosse Hesseldieck sprechen wird und gleichzeitig die Verabschiedung des bisherigen Ortsgruppenleiters Parteigenossen Kleiner, der in den Gaustab berufen worden ist, und die Einführung des neuen kommissarischen Ortsgruppenleiters Parteigenossen Edelmann vornehmen wird. Beginn pünktlich um 20.30 Uhr. Ein alter Kämpfer nimmt Abschied. Wir berichteten, daß Parteigenosse Kloppmann von seiner Ortsgruppe Hafen im Rahmen einer großen öffentlichen Kundgebung am Freitag Abschied nahm, um in Zukunft als Kreisrevisor tätig zu sein. Als sein Nachfolger wurde Parteigenosse Viehweg (nicht Viebig) als kommissarischer Ortsgruppenleiter eingesetzt. Mütterberatungsstellen der Altstadt. In den Mütterberatungsstellen am Fredenbaum, im Kin dertagesheim, Weißenburger Straße, und in der Stollenstraße 41, fallen die Beratungsstunden am Mittwoch, dem 22. dieses Monats, aus. Olympia-Theater. In zehn Varieténummern zeigen Künstler ihr Können auf allen Gebieten der Artistik. Man glaubt kaum, daß noch eine Steige rung möglich ist. Der Narrentempel brüllt und tobt, wenn Heinrich Kohlbrand erscheint Rolf Enger, der Minister des Prinzen sagt mit Humor das Riesenprogramm an. Kampf dem Krebs! broßer Aufklärungsfeldzug- Aufführung des Zweckbramas„Zu spö““. Zuspät! Ein Schauspiel in 3 Akten von Berufsschauspielern dargestellt! Im Kampf gegen Krebskrankheiten und in Verbindung mit neuzeitlichen bevölkerungspolitischen Fragen. Im Einvernehmen mit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda haben sich die für die Volkswohlfahrt und Gesundheitsfürsorge verantwortlichen Stellen zusammengefunden, um die so notwendige Aufklärung über die Gefahren und Heilungsmöglichkeiten der Krebserkrankungen in das Volk zu tragen. Jeder zehnte Deutsche stirbt an Krebs! Eine grauenhafte Zahl, die uns ermahnt, uns Aufklärung zu holen und daraus zu lernen, die Behandlung dann aufzusuchen, wenn sie am erfolgreichsten ist, nämlich im Frühstadium. Darum fort mit der Scheu vor dem Arzt! Krebsangst wird und soll durch diese Aufführung nicht gezüchtet werden. Sie will nur eintreten für frühzeitigen Einsatz der ärztlichen Hilfe. Die NSV veranstaltet nun in Gemeinschaft mit der Landesstelle des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda und der Landesversicherungsanstalt Westfalen das aus dem Geist unserer Zeit erwachsene Schauspiel der staatlich=gemeinnützigen Deutschen Bühne für Volkshygiene„Zu spät“.(Leitung: Parteigenosse Müller=Manger.) In Dortmund finden Aufführungen des Aufklärungsschauspiels„Zu spät“ in folgenden Sälen statt: am Mittwoch, dem 22. 1., in der Kronenburg für die Einwohner der Ortsgruppe Süd=Ost, am Donnerstag, dem 23. Januar, im Kreuzhof für die Einwohner der Ortsgruppe Vinckeplatz, am Freitag, dem 24. 1., im Stiftshof, Hörde, für die Einwohner der Ortsgruppe Hörde, am Samstag, dem 25. 1., Restaurant„Börse“, Steinstraße, für die Einwohner der Ortsgruppe Hafen. Den Einwohnern aller übrigen Ortsgruppen ist es selbstverständlich freigestellt, diese Veranstaltungen zu besuchen. Um möglichst großen Kreisen der Dort munder Bevölkerung Gelegenheit zu geben, dieses bedeutende Aufklärungsdrama kennen zulernen, ist der Eintrittspreis einschließlich Programm auf nur 0,20 Mark, für Erwerbs lose 0,10 Mk., festgesetzt worden. Programme, die zum Eintritt berechtigen, sind in den Ge schäftsstellen der Ortsgruppen Süd=Ost, Vincke platz, Hafen und Hörde zu haben. Raffinierte Flucht Peinliche Ueberraschung auf der Straße Der 36jährige Anton H ging eines Tages über die Rheinischestraße. Er behauptet, daß man ihn weiter oben überfallen habe und er sehr erregt gewesen sei, als hinter ihm ein Mann herging. Er drehte sich um, sah seinen alten Schulkameraden Rudnik, sagte:„Du bist es, Du warst auch dabei“, und fiel über den Ahnungslosen hei, zerriß ihm sogar den Man tel. Rudnik übergab den rabiaten Burschen dem nächsten Polizeibeamten. H. versuchte mit großsprecherischen Worten loszukommen und gab sich als alter Kämpfer und Sturmführer aus. Als sich der Beamte darum nicht küm merte, da sich H. nicht entsprechend ausweisen konnte, griff dieser zu einer List. Er deutete auf zwei harmlose Passanten, die auf der anderen Straßenseite gingen und sagte:„Die beiden haben mich überfallen, die haben ge ladene Schußzwaffen in der Tasche und wollen heute noch etwas mit einem Mädel anfangen". Der Beamte mußte seine Pflicht tun und hielt die Passanten an, die sich nachher auf der Wache einwandfrei als Kaufleute ausweisen konnten, die es sehr eilig zu einer geschäftlichen Besprechung hatten. Die Sache hatte also nicht gezogen und der Beamte behielt den H. noch bei sich. Da kam ein Kraftwagen, der nur eine Lampe brennen hatte. Der Beamte hielt ihn an. In diesem Augenblick sagte H.:„Jetzt ist es Zeit" und verschwand. Vor dem Strafrichter hatter sich nun wegen wissentlich falscher Anschuldigung und wegen Mißbrauchs von Partei= und SA=Zugehörig keit zu verantworten. Der Staatsanwalt wollte ihn mit 4 Monaten Gefängnis bestraft wissen Das Urteil lautete auf 3 Monate Gefängnis Strafmildernd fielen seine früheren Verdienste für die Bewegung ins Gewicht. Wiederum zum Kaisberg Nachdem die erste Sonntagsfahrt zum Kaisberg mit bestem Erfolg und zur Zufriedenheit aller Teilnehmer durchgeführt worden ist, kann schon heute mitgeteilt werden, daß für den nächsten Sonntag die gleiche Fahrt auf dem Programm steht. Der Fahrpreis beträgt 1,15 Mark. Anmeldungen werden ab heute vom Kreisamt entgegengenommen. Zur Remscheider Talsperre Eine Nachmittagsfahrt ins Bergische Land gibt es am nächsten Sonntag zum Fahrpreis von 2,50 Mark. Insbesondere wird es zur Remscheider Talsperre gehen. Aber auch sonst zeigt das Programm der Fahrt viele schöne Punkte auf. Bei gutem Wetter— Winterberg! Die Reise nach Winterberg war für den vergangenen Sonntag offiziell zwar abgesagt worden. Aber als sich das Wetter änderte, gab das Kreisamt dem stürmischen Drängen vieler seiner Freunde nach und im Handumdrehen waren fünf Autobusse besetzt, die nach Winterberg zum Wintersport fuhren. Deshalb kann schon heute gesagt werden, daß bei richtigem Wetter am Sonntag„Kraft durch Freude" wieder nach Winterberg fahren wird. Man kann sich schon heute vormerken lassen. 20000 Mark an kinderreiche Familien Die Gewährung von Kinderbeihilfen in Dortmund Die Maßnahmen der Reichsregierung zur Herstellung eines Ausgleichs der Familien= lasten sind am 15. September 1935 durch die Verordnung über die Gewährung von Kinderbeihilfen zielbewußt fortgesetzt worden. Bis zum 31. Dezember 1935 sind beim Städtischen Wohlfahrtsamt insgesamt 3039 Anträge auf Gewährung von Kinderbeihilfen gestellt worden. Hiervon entfallen auf Familien mit 6 und mehr Kindern 591 Anträge, auf Familien mit 4 und 5 Kindern 2448 Anträge. Nach den Richtlinien des vorerwähnten Erlasses sind die Anträge der Familien, die 6 und mehr Kinder umfassen, als vordringlich bezeichnet worden. Aus diesem Grunde wurden zunächst auch die Anträge der kinderreichsten Familien bearbeitet. Bis Ende Dezember vorigen Jahres sind vom Wohlfahrtsamt rund 600 Anträge in Bearbeitung genommen worden. Sie verteilen sich u. a. auf 250 Fälle mit 6 Kindern, 97 Fälle mit 7 Kindern, 65 Fälle mit 8 Kindern, 15 Fälle mit 9 Kindern und 5 Fälle mit 10 Kindern. Gardekameraden hielten Rückschau Jahreshauptversammlung des Garde-Vereins Dortmund Im Hellweger Hof hielten gestern die Kameraden vom Garde=Verein Dortmund Rückschau über das vergangene Jahr. Vereinsführer Dr. Brauß gab nach altem Brauch Rückblick und Ausblick. Das Jahr 1936 wird ein Jubiläumsjahr für den Verein sein, kann er doch sein 50jähriges Bestehen feiern. Mit Freude, so betonte Dr. Brauß, sehen die alten Kameraden, daß sich erfüllt hat, was in der Sage um den Kyffhäuser webt,— das Auferstehen des einigen deutschen Volkes. Was 1813 nicht Wirklichkeit wurde durch Kleinstaaterei und Eigennutz, das ist erfüllt durch Adolf Hitler, der Einheit schuf auf allen Gebieten völkischen Lebens. Der Vereinsführer schloß mit dem Wunsch, daß auch in Zukunft der Kameradschaftsgeist der alten Soldaten alle Krisen besiegen möge. Kamerad Engels gab den Jahresbericht über das 49ste Geschäftsjahr, das im Zeichen der Wehrfreiheit und der Saarbefreiung stand. Zu Ehren der 13 Toten des Vereins erhoben sich die Kameraden von ihren Plätzen und weihten den zur großen Armee Eingegangenen das Lied vom guten Kameraden. Aus dem weiteren Bericht ging hervor, daß 2610 Mark an Sterbegeldern ausgezahlt wurden, und daß der Mitgliederbestand 544 beträgt. Acht Kameraden konnten für gutes Schießen die bronzene Ehrennadel des Kyffhäuserbundes erringen. In den Beirat berufen wurde Kamerad H. Fattiger. Kamerad Wohlers erstattete den Kassenbericht, der über 10000 Mark umfaßt. Das Vermögen des Vereins beträgt 3907 Mark. Entlastung wurde erteilt, und mit Genugtuung die Nachricht entgegengenommen, daß trotz der nicht unerheblichen Schwierigkeiten der Beitrag nicht erhöht wird. In die FrauenSterbekasse haben sich bereits 62 Mitgliederfrauen aufnehmen lassen. Anschließend nahm der Kreisverbandsführer des Kyffhäuserbundes, Dr. Schröder, die Ehrung der Jubilare vor. Er verkündete noch einmal das Hohelied der Kameradschaft, das die alten und die jungen Soldaten verbindet, wo immer sie auch stehen. Den Kameraden Karl Hartmann, Franz Pargmann, Gustav Pascha, G. W. Schulte und Gustav Schmalt überreichte er das Kyffhäuserbild und das Schreiben des Bundesführers Oberst a. D. Reinhardt für 40jährige Mitgliedschaft, und den Kameraden Schlickmann, Lauber und Ehm das silberne Ehrenabzeichen. Der Ehrenführer des Kreis verbandes, Major a. D. Walther, zeichnete Neue Arbeit an alten Zielen Versammlung der Kreisfachschaft„Haststätten“ In der von der Kreisfachschaft„Gaststätten“ einberufenen Versammlung hielt der Ortsgruppenwalter der DAF Gerwin die Begrüßungsansprache und übergab dann dem Organisationswalter Henkel das Wort, der seinen Ausführungen das Motto voranstellte: „Im neuen Jahr neue Arbeit an den alten Zielen.“ Parteigenosse Henkel erinnerte an die großen geschichtlichen Marksteine des vergangenen Jahres und gab dem Wunsche Ausdruck, daß der nationalsozialistische Geist immer stärker in die Betriebe dringen möge. Der Kreisfachschaftswalter Parteigenosse Viehweg gab dann einen Rechenschaftsbericht über das Jahr 1935. Er führte aus, daß innerhalb der Kreisfachschaft 6200 Berufsberatungen erfolgt seien, 164 Sitzungen abgehalten wurden und 12 große Versammlungen die Angehörigen des Gaststättengewerbes zusammenführten und schließlich noch auf 10 Kreis= und Gautagungen die Amtswalter geschult worden seien. Im Laufe des Jahres konnten 220 Personen als berufsfremd wieder aus dem Gaststättengewerbe ausgesondert werden. Man werde weiterhin alle Kräfte einsetzen, um die nicht bodenständigen und berufsfremden Elemente ein für allemal dem Gaststättengewerbe fernzuhalten. Erfreulich sei die Mitteilung, daß demnächst ein völlig neuer Tarif endgültig die bisher bestehenden Schwierigkeiten regele. Parteigenosse Viehweg beschäftigte sich dann mit der Altersrentenkasse, in die nicht nur die Besitzer der weißen Berufskarten auf genommen würden, sondern alle Gaststätten angestellten können bis zum 50. Lebensjahre bei einem monatlichen Beitrag von 0.50 Mk. Aufnahme finden. Die ältesten Mitglieder der Kasse erhalten alljährlich eine beachtliche Sondervergütung. Von Bedeutung war auch der Hinweis, daß die Berufsausweise für 1936 gestempelt werden müssen. Der Redner kam dann auf den Reichsberufswettkampf zu sprechen, der in diesem Jahre eine größere Beteiligung als in den vergangenen Jahren aufweise und den Einsatz aller Kräfte bedürfe. Im weiteren Verlauf der Versammlung gab Parteigenosse Peter noch einen Bericht über die Schulungstagung in Buddenburg. dann die fünfzehn Kameraden Herm. Kiebler, Heinr. Schmülling, J. H. Schulz, Franz Keller, Wilh. Rudack, Wilh. Kemper, Th. Noltus, Ed Bier, Heinr. Lohmann, Heinr. Reckhennerich, Peter Geuer, Fr. Platte, Heinr. Kuhlmann, Willi Brauß und Karl Kerksiek mit der Ehrenurkunde für 25jährige Zugehörigkeit zum Verband der Gardekameradschaften von Rheinland, Westfalen und Lippe aus. Generalversammlung der RSKOB Eving. Die Ortsgruppe Eving der RSKOV hielt im Lokale Becker, Evinger Straße, ihre Generalversammlung ab. Kamerad Borrmann wies auf die große Frontkameradschaft der NSKOV und die Ziele und Aufgaben der ehemaligen Frontkämpfer hin. Nach Beendigung der Versammlung erfreute Kamerad Otto Schröder die Kameraden mit herzerfri schenden Front= und Garnisonerlebnissen. Berth. Hertel, 70 Jahre alt. Der Dirigent der Hoesch=Werkskapelle B. Hertel, über dessen erfolgreiche Tätigkeit wir im Laufe der Jahre schon des öfteren berichteten, feierte im Kreise seiner zahlreichen Angehörigen seinen 70. Geburtstag. ie Hoesch=Kapelle brachte ihrem Dirigenten in den Abendstunden ein Ständchen. Die offizielle Ehrung des Jubilars fand in den Räumlichkeiten des Hoesch=Kasinos statt, wo sich die Kapellenmitglieder sowie Angehörige des Jubilars, Freunde und Gön ner zahlreich eingefunden hatten. Dr. Reimer sprach dem Jubilar für seine Verdienste den Dank aus. Im Anschluß daran wurde der Jubilar unter dem Beifall der Anwesenden zum Ehrendirigenten ernannt und ihm für seine Verdienste um das Werden der Hoesch=Kapelle ein Diplom, sowie Taktstock mit Widmung überreicht. Die Feier fand in einem gemütlichen Beisammensein ihren Abschluß. Die sehr eingehende und umfangreiche Prüfung der Anträge hatte sich darauf zu erstrecken, ob die Eltern Reichsbürer, ob sie nach Vorleben und Leumund einwandfrei, ob sie und ihre Kinder frei von vererblichen geistigen und körperlichen Gebrechen waren. Schließlich mußte festgestellt werden, ob die Antragsteller nach ihren Einkommenund Vermögensverhältnissen für die Bewilligung von Kinderbeihilfen bedürftig waren. Zu diesem Zwecke mußten vor allem die Wohnungsverhältnisse der Familien an Ort und Stelle geprüft werden. Um einen großen Teil der kinderreichsten und bedürftigsten Familien noch vor oder kurz nach Weihnachten in den Genuß der Kinderbeihilfen zu bringen, sind bis zum Schluß des Jahres 1935 239 Anträge befürwortend an die hiesigen Finanzämter abgegeben worden. Insgesamt mußten bis jetzt 76 Anträge wegen Nichterfüllung einer der fünf Voraussetzungen, an welche die Bewilligung der Kinderbeihilfen geknüpft ist, abgelehnt werden, und zwar 35 Anträge von Familien mit weniger als 4 Kindern unter 16 Jahren, 20 Anträge wegen nicht einwandfreien Leumunds der Eltern, 8 Anträge wegen Erbkrankheiten der Eltern und Kinder, 5 Anträge wegen Nichtbesitzes des Reichsbürgerrechtes der Eltern, 4 Anträge wegen Nichtvorliegens des Reichstagswahlrechtes der Eltern und 4 Anträge wegen der asozialen Einstellung der Familien. Von den an das Finanzamt weitergegebenen Anträgen sind bis Ende Dezember 1935 52 Fälle mit einem Gesamtbetrage von 19 250 Mark bewilligt worden. Im Durchschnitt haben die Familien 400 Mark in Bedarfsdeckungsscheinen erhalten. Die Zahl der bewilligten Anträge wird sich aber vom laufenden Monat ab wesentlich erhöhen. Die Bedarfsdeckungsscheine berechtigen zum Bezuge von Möbeln, Hausgerät und Wäsche, und zwar nur in den Verkaufsstellen, die von der Gemeindebehörde(in Dortmund vom Oberbürgermeister— Städtisches Wohlfahrtsamt) — zugelassen worden sind. Die zugelassenen Verkaufsstellen sind durch ein amtliches Plakat, das auf die Annahme der Bedarfsdeckungsscheine der Kinderbeihilfen bzw. der Ehestandsdarlehen hinweist, kenntlich gemacht. Wer von den Beihilfenempfängern andere als die vorgenannten Waren und Waren in einer nicht zugelassenen Verkaufsstelle kauft, wird zur Rechenschaft gezogen werden. Ebenfalls machen sich die zugelassenen Verkaufsstellen, die auf Bedarfsdeckungsscheine der Kinderbeihilfen nicht zugelassene Waren abgeben, strafbar. Darüber hinaus haben sie mit der Entziehung der Zulassung zu rechnen. Verkaufsstellen, die von der Stadtverwaltung Dortmund zur Annahme der Bedarfsdeckungsscheine nicht zugelassen sind und trotzdem Bedarfsdeckungsscheine in Zahlung nehmen, werden strafrechtlich verfolgt. Aus den südlichen Vororten Hörde Durch eine Stiftung konnte setzt auch in Hörde eine ca. fünf Meter hohe Fliegerbomben=Attrappe an dem verkehrsreichen Brückenplatz errichtet werden, um alle Volksgenossen zu mahnen, daß nur der die Gefahr meistern kann, der sie kennt. Gestern abend säumten mehrere hundert Volksgenossen die Straßen, ###. 44 * 5 Das Deutsche Jungvolk bringt am 25. Januar ein chorisches Spiel„Schlachtruf der Jugend“ von Richard Euringer zu Gehör. Die Veranstaltung findet im großen Zieglerschen Saal in Dortmund=Dorstfeld statt und beginnt um 19 Uhr. U. a. werden der Standortführer der HJ Groß=Dortmunds, Oberbannführer Parteigenosse Bierkämver und Parteigenosse Dr. Pikhan das Wort ergreifen. Die bereits im Dezember gekauften Karten haben für diesen Abend Gültigkeit. Die Kundgebung verspricht ein Erlebnis für alle zu werden.— um der Weihe dieses Mahnmals beizuwohnen. Unter Führung der Polizeikapelle traf ein langer Zug der Luftschutzhauswarte mit brennenden Fackeln auf dem Brückenplatz ein, wo Bezirksgruppenführer Stadtrat Dr. Delfs eine längere Ansprache hielt. Eingangs betonte er, daß die große Zahl der Teilnehmer beweise, daß in Hörde der Luftschutzgedanke festen Fuß gefaßt habe. Trotz der friedlichen Entwicklung von Leben und Wirtschaft und trotz unerschütterlichen Friedenswillens des deutschen Volkes könne unser Land bei der zunehmenden Vervollkommnung der Vernichtungswaffen Angriffen aus der Luft ausgesetzt sein, denn ein kommender Krieg würde niemals örtlich beschränkt bleiben. Daher heiße es, sich auf alle Gefahren vorzubereiten, da nur der sie meistern könne, der sie kenne und sich auf sie vorbereite. Niemand dürfe die Hände in den Schoß legen, sondern alle müßten tun, was in ihren Kräften steht, um den inneren Abwehrwillen der Nation zu stärken. Ein voller Erfolg könne aber nur werden, wenn der Reichsluftschutzgedanke Gemeingut des gesamten Volkes werde, verbunden mit dem Gedanken der echten Volksgemeinschaft, Anschließend, ging es dann in den Stiftshof, wo Direktor Rahmer eine längere Ansprache über den Luftschutzgedanken hielt. NSKOB Hörde. Die im Sängerheim Stümpel stattgefundene Jahreshauptversammlung wurde von dem Kameraden Zimmermann mit einem herzlichen Willkommen eröffnet. Nach einem Gedenken der im vergangenen Jahre gestorbenen Kameraden wurde der Geschäftsbericht bekanntgegeben. Erfreulicherweise ist ein Zuwachs der Mitgliederzahl zu verzeichnen, so daß die Ortsgruppe Hörde heute 412 Mitglieder zählt. Im Verlaufe des Abends wurde der Kassenbericht verlesen und dem Kassenwart Entlastung erteilt. Es wurden die Führeranweisungen vom Kriegsopferführer Oberlindober verlesen. „Der wachsame Hahn". Ebenso wie alle bisher in Hörde stattgefundenen„Kraft=durch=Freude"= Veranstaltungen von allen Seiten als willkommene Abwechslung begrüßt wurden und zum andern dazu dienen sollten, den schaffenden Volksgenossen im Alltag einige Stunden der Freude und Entspannung zu bieten, so wurde auch die letzte Aufführung„Der wachsame Hahn" ein voller Erfolg. Parteigenosse Ruster äußerte sich in seiner Begrüßungsansprache eingehend über die Feierabendveranstaltungen. Ueber den Inhalt der Aufführung berichtete die Westfälische Landeszeitung wiederholt eingehend, so daß wir heute nur noch betonen wollen, daß auch in Hörde der Erfolg ein großer war. Berghofen Haus= und Grundbesitzerverein. In das Lokal Schlüter hatte der Haus= und Grundbesitzerverein Berghofen seine Mitglieder zur Jahreshauptversammlung eingeladen. Nach einer Eröffnungsansprache von Vereinsführer Küster sprach Schriftwart Brendt. Vor allem hob er die Reichszuschüsse hervor, die sowohl dem Haus= und Grundbesitz, wie auch dem Handwerkerstand zugute kamen. Ebenso wurde die Siedlungspolitik der Reichsregierung als großer Fortschritt begrüßt. Vereinsführer Küster wurde von der Versammlung einstimmig erneut zum Leiter gewählt. Erfreulicherweise ist eine Zunahme der Mitglieder zu verzeichnen. Zum Schluß äußerte sich in recht anschaulicher und verständlicher Weise Syndikus Rechtsanwalt Dr. Schmidt über den Einheitswert= Steuerbescheide und Nachbarrechte. Verantwortlich für Groß-Dortmund und Umgehunm. H. Kiefhaus in Dortmund. A Erfolgreiche Luftschutztätigkeit in Kamen 1000 Volksgenossen als Blockwarte und Luftschutzhauswarte geschult Kamen. Die Ortsgruppe Kamen im Reichsluftschutzbund entfaltete auch in unserer Stadt im vergangenen Jahre eine rege Tätigkeit. Viele Volksgenossen, die dem Luftschutzdienst vorher skeptisch gegenüberstanden, haben ihren Eintritt in den Reichsluftschutzbund erklärt, um auch ihrerseits der Verteidigung unseres Vaterlandes zu dienen. Bisher sind rund 800 Personen als Luftschutzhauswarte und etwa 200 Personen als Blockwarte ausgebildet worden, und zwar nach dem von der Landesgruppe herausgegebenen Lehrplan. Die gründliche Ausbildung erfolgte in 27 Kursen; 5 Lehrgänge finden zur Zeit noch statt und kommen in nächster Zeit zum Abschluß. Damit sind die Ausbildungskurse jedoch nicht zum Abschluß gebracht. Im Gegenteil, in Zukunft werden weitere Kurse abgehalten, damit auch alle stellvertretenden Luftschutzhauswarte die erforderliche Ausbildung erhalten können. Eine Selbstverständlichkeit dürfte es sein, daß sich von der Teilnahme dieser Kurse keiner der in Frage kommenden Personen ausschließen wird. Weiter wurden im Ortsgruppenbereich Kurse für die Angehörigen der Hitler=Jugend abgehalten, die in Kürze abgeschlossen werden. Im Februar wird auch ein Kursus für die Angehörigen des Bundes deutscher Mädel beginnen. Während zwei Amtsträger auf der Reichsluftschutzschule ihre Ausbildung erhielten, konnten zwei weitere auf der Landesgruppenschule in Hagen ausgebildet werden. Als Lehrkräfte wirken zur Zeit acht Personen, darunter eine Frau bei den laufenden Kursen mit. In Ausbildung begriffen sind noch 13 Frauen der NS=Frauenschaft, die demnächst in den Schulungsstab übernommen werden. menden Jahr entgegensieht, muß wissen, daß er als unentbehrliches Glied in der Volkswirtschaft vom Staat anerkannt und vom Volke geachtet ist und daß eine einheitliche Wirtschaftsführung dafür sorgt, ihn leistungsfähig zu erhalten. Wenn im alten Jahr der einzelne Berufskamerad nicht alle seine berechtigten Wünsche erfüllt fand, so möge er bedenken, daß in dem Riesenorganismus der neu aufbauenden deutschen Wirtschaft die Dringlichkeit einzelner Probleme nicht gemessen werden kann nach der persönlichen Auffassung, sondern nach dem allgemeingültigen Maßstab des Bedürfnisses, der von der alles entspannenden autoritären Wirtschaftsführung jeweils im Interesse des Gesamtwohls von Volk und Staat ermittelt werden muß. Kamen.(Winterhilfswerk.) Von der NS=Volkswohlfahrt wurden vor Weihnachten an die vom Winterhilfswerk Betreuten Gutscheine für Schuhe usw. verabfolgt. Die Bezugsberechtigten werden nochmals gebeten, die für sie bestimmten Sachen auf der Geschäftsstelle der NS=Volkswohlfahrt in Empfang zu nehmen. Bergkamen.(Die Eintopfsammlung) zum ersten Eintopssonntag im neuen Jahre ergab den stattlichen Betrag von 673,67 Mark. Der Erlös des Verkaufes der Edelweißabzeichen brachte den Betrag von 85,15 Mark. Insgesamt ergab die Sammlung demnach 758,82 Mark. Unna.(Hexporragendes Eintopf ergebnis.) Die letzte Sammlung zum Eintopfsonntag, die die erste des neuen Jahres war, erbrachte im Kreise Unna ein glänzendes Ergebnis. Der Blumenverkauf ergab einen Betrag von 1901,27 Mark und die Haussammlung 16 493,08 Mark, zusammen also 18 394,35 Mark. Es sind dies rund 1000 Mark mehr als bei der Eintopfsammlung im Dezember 1935. Der Einzelhandel in der Wirtschaft Grundsätzliche Ausführungen beim Appell in Castrop-Rauxel Castrop-Rauxel. Bei dem ersten großen Appell des Castrop=Rauxeler Einzelhandels am vergangenen Sonntag im Saale Richter im Stadtteil Rauxel, über den wir bereits berichteten, hielt Kreisbetriebsgemeinschaftswalter Parteigenosse Bohe einen Vortrag über Lebensfragen des Einzelhandels. Er führte u. a. aus: Der Wirtschaftsverlauf des Jahres 1935 zeigt die mengenmäßige Entwicklung der Einzelhandelsumsätze in einer langsamer fortschreitenden Linie als 1934, entsprechend der schrittweisen Verlangsamung von Neueinstellungen nach der ersten umfassenden und erfolgreichsten Offensive gegen die Arbeitslosigkeit. 1935 war für viele Einzelhändler gewissermaßen ein Opferjahr— infolge der staatlichen Maßnahmen für eine angemessene Preisgestaltung, die sich zur Erhaltung der Kaufkraft des Volkes als dringend notwendig erwiesen hat. Der Einzelhändler, der mit vollem Vertrauen zum Staat uno zu sich selbst dem komNochmal ausgelegt! „Buch des Opfers" in Castrop-Rauxel Castrop-Rauxel. Das„Buch des Opfers“ war mit dem 31. Dezember 1935 abgeschlossen. Es enthält 2000 Eintragungen. Nach Durchsicht des Buches mußte festgestellt werden, daß noch mancher Volksgenosse es vergessen hat, seine Spende einzutragen; denn nach der städtischen Statistik waren bisher 34000 Per sonen wahlberechtigt und davon 18 700 Männer. Von diesen stehen schätzungsweise ca. 15000 in Arbeit. Rechnet man nun die bedürftigen Volksgenossen und die, die als Gefolgschaftsmitglieder bereits gezeichnet haben, davon ab, so dürften nach vorsichtiger Schätzung immerhin noch etwa 3000 Personen verbleiben, die für die Zeichnung bestimmt in Frage kommen. Es liegt bei diesen sicherlich keine böse Absicht zugrunde, weshalb die NSV bittet, das Versäumte in den nächsten Tagen nachzuholen. Auch die allerkleinste Spende wird, wie schon immer betont worden ist, gern angenommen. Das„Buch des Opfers“ liegt deshalb noch in der Kreisgeschäftsstelle, Wit tener Straße 28, auf. Tageseinnahme geraubt Raubüberfall in Ickern Castrop-Rauxel. Ein verwegener Raubüberfall wurde am Freitagabend, kurz nach 19 Uhr, auf die Filiale des Lebensmittelgeschäftes Otto Meß im Stadtteil Ickern, Friedhofstraße 1, verübt. Ein maskierter Mann betrat das Geschäft, feuerte einen Schuß ab und raubte eine braune Geldkassette, in der sich die gesamte Tageseinnahme befand. Der Ueberfall spielte sich blitzschnell ab. Das durch den Schuß eingeschüchterte Personal wagte keine Gegenwehr. Der unerkannt entkommene Räuber wird als eine etwa 20 bis 25 Jahre alte, 1,65 Meter große Person beschrieben, die mit einem braunen Mantel bekleidet war, der mit hellen Streifen in Karoform durchwirkt war. Außerdem trug er eine dunkle, wahrscheinlich blaue Schirmmütze. Die geraubte Kassette war etwa 30X20X10 Zentimeter groß. Wer kann der Polizei zweckdienliche Angaben machen? Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei in Castrop=Rauxel, Zeppelinstraße, oder jede andere Polizeidienststelle. AdJ-Sport für Dienstag, den 21. Januar Allgemeine Körperschule. 20—22 Uhr: Hindenburggymnasium, Münsterstraße: 20—22 Uhr: Propsteiturnhalle, Schwarze=Brüderstraße; 20—22 Uhr: Weingartenschule, D.=Hörde. Fröhliche Gymnastik und Spiele. 20—22 Uhr: Lyzeum, D.=Hörde; 20—22 Uhr: Aloysiusschule, Paulinenstraße: 20—22 Uhr: Hindenburgschule, Ickern; 20—22 Uhr: Goethe=Oberlyzeum, Kronprinzenstraße. Gymnastik. 19—20 Uhr: Gymnastikschule, Töllnerstraße: 20—22 Uhr: Gymnastikschule, Prinzenstraße; 20—22 Uhr: Gaststätte Waldeier, D.= Mengede. Kinderturnen. 15—17 Uhr: Aloysiusschule, Paulinenstraße; 15.30—16.80 Uhr: Lyzeum, D.= Hörde; 18—19.15 Uhr: Gaststätte Waldeier, D.= Mengede; 16.30—18.30 Uhr: Hindenburgschule, Brackel; 17—18 Uhr: Franziskusschule, Kochstraße. Schigymnastik. 18—20 Uhr: Pestalozzischule, Liebigstraße 43; 20—22 Uhr: Pestalozzischule, Liebigstraße 43. Schwimmen. 19.15—20.30 Uhr: Südbad, Göringstraße(Frauen); 20.30—21.45 Uhr: Nordbad, Westerbleichstraße(Männer); 21.15—22.30 Uhr: Nordbad, Westerbleichstraße(Männer und Frauen) Reiten. 20.15—21 Uhr: Tatersall, Leibnizstr. Kegeln. 20—22 Uhr: Keglerheim, Sedanstraße. Schach. 20—22 Uhr: Schiller=Schenke, Haydnstraße(Anfänger); 20—22 Uhr: Hotel Nord, Königshof 55(Nordausgang Hauptbahnhof). Rollschuh. 20—22 Uhr: Germaniasaal, I. Kampstraße 73. Schikurse in Oberbayern! Im Februar finden vier Schikurse in Oberbayern statt und zwar zwei zu 14 Tagen und zwei zu acht Tagen. Nähere Unterlagen sind kostenlos von allen Dienststellen der NSG„Kraft durch Freude" erhältlich. Abnahme des Schwimmens für das Reichssportabzeichen Jeden letzten Freitag im Monat um 21.30 Uhr findet im Südbad, Göringstraße, die Abnahme für das Reichssportabzeichen im Schwimmen statt. Höchste Berufsleistung ist Oflicht Jahresappell der DAF in Lünen Lünen. Die Deutsche Arbeitsfront, Kreis Lünen, hielt im Saale Weistropp eine ab, zu der sich alle DAF=Walter, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, sowie Gefolgschaftsführer und Vertreter anderer NS=Organisationen eingefunden hatten. Kreispresse= und Propagandawalter, Parteigenosse Walter, begrüßte die Erschienenen. Der Kreis have sich zusammengefunden, um Rückschau zu halten auf das vergangene Jahr und um neue Kraft zu schöpfen für die Arbeiten, die im vierten Jahr nationalsozialistischer Aufbauarbeit durchzuführen seien. Zum Schluß seiner Ausführungen gedachte der Redner der Opfer der Arbeit, die durch ein stilles Gedenken geehrt wurden. Nach einem Gedicht, vorgetragen von dem Werkscharangehörigen Kraus, nahm Parteigenosse Krause(Bochum) das Wort zu seinem Vortrage über„Arbeitsführung und Berufserziehung“. Ein Jahr neuer Aufbauarbeit stehe bevor und man müsse einen Blick in die Zukunft werfen und dem nationalsozialistischen Arbeitsgebiet„Arbeitsführung und Berufserziehung“ Betrachtung schenken. Der Beruf sei früher eine willkommene Gelegenheit gewesen, viel Geld zu verdienen und sich ein angenehmes Leben zu bereiten. Andere wieder hätten die Arbeit als eine Ware betrachtet, die nicht teuer genug verkauft werden könne. Auch heute seien noch Volkskreise da, die diesen Standpunkt vertreten. Für den Nationalsozialisten sei die Arbeit ein Geschenk.Wie für den Soldat im Heere,müsse es für jeden Deutschen Pflicht sein, seine Ar beitskraft dem Vaterlande zur Verfü gung zu stellen. Höchste Berufsleistung seinationale Pflicht. Irgend ein Ar tikel in der Geschäftspresse oder ein schöner Tonfilm verleite oft junge Volksgenossen dazu, einen verkehrten Beruf zu ergreifen, wodurch diese nur unglücklich und somit unbrauchbar für die Volksgemeinschaft würden. Es könne Gymnastikkurse auch in Schwerte Erfreuliche Erweiterung der„Kraft durch Freude"-Veranstaltungen Ein schwerer Schaden Hund zerreißt 65 Hühner Castrop-Rauxel. Ein nicht alltäglicher Vorfall, der für den Beteiligten einen großen Schaden mit sich brachte, trug sich auf einem Hofe im Stadtteil Obercastrop zu. Hier hatte ein Hauseigentümer auf der Christinenstraße einen Bernhardinerhund gekauft, der des Nachts in den Hühnerstall seines neuen Herrn eindrang und hier nicht weniger als 65 Hühner zerriß. Als der Besitzer den Stall betrat, bot sich ihm ein grauenvoller Anblick von zerrissenen Tieren, Federn und Blut. Der Schaden ist sehr groß. Schwerte. Die Sportkurse der NS=Gemein schaft„Kraft durch Freude“, die in den Nach barstädten bereits großen Zuspruch fanden, werden nun auch in Schwerte ausgenommen. Der endgültige Anfang wird am 28. Januar mit dem Lehrgang„Fröhliche Gymnastik und Spiele“ gemacht, und zwar 20 Uhr in der Turnhalle des Realgymnasiums. Die Leitung st vom Gausportamtswart der Gymnastiklehrerin Aenne Döpp übertragen worden. Der Kursus wendet sich nicht an einen bestimm ten Interessenkreis, sondern an alle jungen Mädchen und Frauen, die Wert legen auf fröhliche Ausspannung und Gesunderhaltung des Körpers. Es ist zu wünschen, daß recht viele Volksgenossinnen aus Schwerte und Umgebung sich am 28. Januar in der Turnhalle einfinden. Die Teilnehmergebühr ist volkstümlich niedrig gehalten. Sie beträgt nur 20 Pfennig pro Abend. Außerdem muß einmalig eine Jahressportkarte zum Preise von 30 Pfennig gelöst werden, die dann zur Teilnahme an allen Kursen, die das Sportamt der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude, durchführt, berechtigt. Schwerte.(Kahle=Abend.) Am morgigen Dienstag weilt die bekannte westfälische Dichterin Maria Kahle in Schwerte. Die Vorkämpferin für das Auslandsdeutschtum wird auf der Veranstaltung der NS=Kulturgemeinde im„Reiche des Wassers" über, Ringendes Deutschtum jenseits der Grenzen“ sprechen. Einleitend trägt ein Sprechchor der HJ mehrere Werke der Dichterin vor. Westhofen.(Jeder will) den„Krach im Hinterhaus“ miterleben, der am Freitag, dem 24. Januar, im großen Saale der Wirtschaft Fritzenkötter vor sich gehen soll. Es war ein guter Gedanke der hiesigen Ortsgruppe der NSDAP, daß sie das Hagener Stadttheater zu einer Aufführung dieser erfolgreichen Komödie hier verpflichtete. Gerichtsverhandlung in Westhosen Gefängnis wegen falscher Anschuldigung Westhofen. Im Sitzungssaal des Amts hauses fand eine Hauptverhandlung des Hagener Schöffengerichts statt. Die Anklage richtete sich gegen den 36jährigen Ludwig K. und gegen den 33jährigen Wilhelm H. Beiden wurde zur Last gelegt, über einen im Amtsbezirk Westhofen tätigen Gendarmeriebeamten Angaben gemacht zu haben, durch die der Beamte fälschlich der Verletzung seiner Amtspflichten in mehreren Fällen bezichtigt wurde. Die Verdächtigungen waren in der Absicht gemacht worden, ein' behördliches Verfahren gegen den Beamten herbeizuführen. Von den Zeugen, die die Angeklagten zu ihrer Verteidigung aufgeboten hatten, erklärten mehrere schon von vornherein, daß sie über die behaupteten Punkte keinerlei Aussagen machen könnten. Auch bei der Vernehmung der übrigen Zeugen blieb von den vorgebrachten Anschuldigungen gegen den Gendarmeriebeamten nichts bestehen. Der Beamte wurde vollständig rehabilitiert. Der Staatsanwalt beantragte gegen den schon mehrfach wegen Beleidigung und Körperverletzung mit Geängnis vorbestraften K. drei Monate Gefängnis und gegen H. einen Monat Gefängnis. Das Urteil lautete gegen K. diesem Antrage entsprechend und gegen H. auf 40 Mark Geldtrafe. Ferner wurde dem Gendarmeriebeamten Publikationsbefugnis zuerkannt. gar nicht schnell genug in der Berufsberatung gearbeitet werden, um hier Abhilfe zu schaffen. „Anschließend sprach der Kreiswalter der DAF, Parteigenosse Orthmeier, über die Einführung der Arbeitsopferversorgung in die Deutsche Arbeitsfront und die bevorstehenden Vertrauensratswahlen. In diesem„Jahre müßten wiederum die Vertrauensratswahlen in Lünen erfolgreich durchgeführt werden. Nach einer kurzen Pause folgten die Leistungsberichte der Kreisabteilungsleiter der DAF, aus denen zu ersehen war, daß die DAF in Lünen einen guten Aufschwung genommen hat. SS=Sturmführer Schmidt nahm energisch Stellung gegen die Dunkelmänner unserer Zeit. Der Leiter der Arbeitsopferversorgung schilderte kurz die organisatorische Entwicklung des Verbandes, der nunmehr in die DAF eingegliedert sei. Das Schlußwort hatte der Kreiswalter, der noch einmal kurz zu allem Stellung nahm und auf die am 2. Februar in Lünen und Brambauer stattfindenden Kundgebungen hinwies, in denen der Treuhänder der Arbeit, Parteigenosse Hahn, sprechen werde. Staatsrat Spaniol in Lünen Großkundgebung im Schützenhof Lünen. Die Ortsgruppe Lünen=Mitte der NSDAP ruft alle Volksgenossen zu einer Großkundgebung auf, die am Donnerstag, 23. Januar, um 20 Uhr, im Wichernhaus stattfindet. Staatsrat Parteigenosse Spaniol(Andernach) wird über das Thema:„Unser Weg in die Freiheit!“ sprechen. Die Kundgebung wird wieder durch einen Propagandamarsch aller Politischen Leiter und Angehörigen der NSGliederungen eingeleitet, wozu die Formationen um 19.15 Uhr auf dem Neumarkt antreten. Es wird erwartet, daß die ganze Bevölkerung an dieser Großkundgebung teilnimmt. Lünen.(Unterstützungszahlungen.) Die nächste Auszahlung der Wohlfahrtsunterstützungen erfolgt wie folgt: für LünenStadt am Dienstag, 21. Januar, von Nr. 1 bis 1200, am Mittwoch, 22. Januar, von Nr. 1201 bis Schluß, an beiden Tagen von 8.30 bis 11 Uhr, in der Zahlstelle Baracke Kantstraße; für Lünen=Süd am Dienstag, 21. Januar, von Nr. 2501 bis 3200, am Mittwoch, 22. Januar, von Nr. 3201 bis Schluß, an beiden Tagen von 9 bis 11 Uhr, in der Pestalozzischule in LLünen=Süd; für Brambauer am Dienstag, 21. Januar, von 8.30 bis 10.30 Uhr, in der bekannten Reihenfolge bei der Kassennebenstelle; für Horstmar und Beckinghausen am Dienstaa. 21. Januar, von 9 bis 10 Uhr, bei der Nebenstelle in Horstmar. Lünen.(Schauspielabend im Wichernhaus.) Am heutigen Dienstag beginnt um 20 Uhr im Wichernhaus die Aufführung der Bauernkomödie„Der G’wissenswurm“ von Ludwig Anzengruber durch das Westfälische Landestheater. Die NS=Kulturgemeinde erwartet, daß wiederum viele Freunde echter Theaterkunst diese mit größtem Erfolge aufgeführte Komödie besuchen. Karten ind noch an der Abendkasse erhältlich. Wambel.(Brieftauben= Ausstelung.) Der Liebhaber=Tauben=Verein„Columbia“, Wambel, veranstaltete anläßlich seines 35jährigen Bestehens im Lokal„Wambeler Hof“, Beerensmann, Wambel, eine Austellung. In sauberen Ausstellungskäfigen waren insgesamt 180 Brieftauben zur Schau getellt. Erster Sieger wurde Beerensmann mit 242 Punkten, 2. Sieger Schäfer mit 239½ Punkten und 3. Sieger Schuhmacher mit 238 Punkten. Den besten alten Ausstellungsvogel hatte der Züchter Friepan, den besten jungen Vogel und die beste junge Taube Schuhmacher, die beste alte Taube Beerensmann. Favoriten behaupten sich Die zweite Vorrunde um den DFB-Vereinspokal Der zweite Pokalsonntag stand im Kreise Dortmund im Zeichen verschnetter Fußballselder. Der aufgeweichte und schwere Boden stellte an die Leistungsfähigkeit der Spieler große Anforderungen und es ist zu verstehen, wenn ein Teil der Spiele erst gar nicht angepfissen wurde. In den durchgeführten Kämpfen behielten meist die führenden Vereine die Oberhand. Westsalla Eving— Sportverein 08 2:5 Schon im ersten Spielabschnitt erwies sich der Sportverein auf Grund des besseren Zusammenspiels als stärkere Elf. die es denn auch bis zur Pause fertig brachte, einen Vorsprung von 4:1 herauszuholen. Westfalta war allerdings nicht mit der stärksten Vertretung zur Stelle und mußte für zwei der besten Spieler mit Ersatz antreten.. In der zweiten Hälfte konnte der Plapverein das Spiel zwar offenhalten, aber gegen die starke Hintermannschaft der Gäste gelang es nur noch zu einem wetteren Treffer. Der Haupttorschütze beim Sportverein war der Halblinke. Hervorzubeben wären noch Mittelstürmer, Mittelläufer und linker Verteidiger, welche sich als Stützen der Elf erwiesen. BV. 11 Castrop— Eintracht Rauxel 5:0 Während des ganzen Spielverlaufs waren die Castroper tonangebend. Dem Linksaußen des Platzvereins glückte schon nach wenigen Minuten das Führungstor und schon wenig später dolte der Rechtsaußen den zweiten Erfolg. Bis zur Pause waren Halblinks und Linksaußen nochmals erfolgreich., so daß Eintracht mit Rückstand in die zweite Spielbälfte ging, Aber auch hier hatten die Castroper bedeutend mehr vom Spiel, die trotz der starken Verteidigung durch Halblinks noch zu einem fünften Tor kamen. SV. 09 Dorstfeld— Eintracht Dortmund 7:0 Das Können der Dortmunder Turner reichte nicht aus, sich gegen die spielstarken Dorstfelder durchzusetzen. Zudem fand sich die Mannschaft mit den schweren Bodenverhältnissen nur äußerst schlecht ab. Trotz des eifrigen Spiels in der ersten Halbzeit konnte Elntrachts Hintermannschaft nicht verhindern, daß der Linksinnen des Platzvereins schon bis zur Pause zwei Tore vorlegte. Nach dem Wechsel kam die Ueberlegenheit der Dorstfselder noch stärker zum Ausdruck. Nach einem weiteren Tor des Halbrechten war der Mittelstürmer noch viermal erfolgreich. Sportfreunde Lücklemberg— Merkur Dortmund 1:10 Die Sportfreunde hatten zu Beginn des Spiels ihre Mannschaft nicht vollständig zur Stelle und traten zunächst mit acht Mann an. Hierdurch behielten naturgemäß die Dortmunder die Oberhand und waren in der Lage, schon bis zur Pause in regelmäßigen Abständen sechs Tore vorzulegen. Erst nach diesem Ergebnis wurde Lücklembergs Mannschaft komplett und leistete nun im zweiten Spielabschnitt bedeutend härteren Widerstand. Aber erst nachdem Merkur mit 7•0 in Führung lag gelang dem Platzverein das Ehrentor. Zum Schluß kam Merkur nochmals gut in Fahrt und brachte es zu einem zweistelligen Ergebnis. Germania Lünen— Hansa Dortmund 1:2 Das Hauptverdienst an diesem knappen Ergebnis trägt Lünens Torwart, der sich als ein ausgezeichneter Hüter erwies. Kurz nach Beginn kam Hansa durch den Mittelstürmer durch ein unhaltbares Tor in Führung. Auch im weiteren Verlauf drängte Hansa stark. ohne aber Lünens Torwart schlagen zu können. Selbst ein Elfmeterball wurde von ihm unschädlich gemacht. Kurz vor der Pause gelang dem Halbrechten des Platzvereins bei einem unerwarteten Vorstoß der Ausgleichstreffer. Nach Wiederanstoß drängte Hansa mit aller Macht auf den Siegestreffer, der aber erst in der Mitte der zweiten Halbzeit durch einen Strafstoß des Rechtsaußen fiel. Arminius Marten— SC. Rahm 7:5 Die beiden Mannschaften lieferten sich ein torreiches Treffen, das die Martener auf Grund der besseren Sturmreihe knapp für sich entscheiden konnten. Die Rahmer standen den Martenern im Feldspiel nichts nach und ihrem Eifer glückte es einigemale, das Ergebnis wieder gleichzustellen. Im Endspurt blieb Arminius glücklicher Sieger. Bei einwandfreiem Boden wäre das Ergebnis allerdings bedeutend einveutiger zu Gunsten der Martener ausgefallen. Edelstahlwerke Dortmund— Westfalia Huckarde 4:1 Gegen die stark ersatzgeschwächte. Huckarder Mannschaft lieferten die Weiksleute einen überlegenen Kampf. Ausgezeichnet gefallen konnte das Spiel der Sturmreihe, die jede sich bietende Gelegenheit zum Torschuß ausnutzte. Auf der Gegenseite stand aber ein Hüter, der selbst die schärfsten Torschüsse zu meistern verstand. Eine Vorlage des Linksaußen verwandelte der Mittelstürmer des Platzvereins zum ersten Treffer und noch bis zur Pause erhöhte Lewandowskt auf 2:0. Erst, als nach dem Wechsel noch ein drittes Tor durch den Rechtsaußen gefallen war, kam Westfalia durch den Mittelstürmer zum Gegentor. Im Endspurt brachte es der Platzverein noch zu einem vierten Erfolg. Schwarz=Weiß Dortmund— Britannia Dortmund 4:1 Auf dem stark aufgeweichten Gelände des Mendespielplatzes lieferten sich beide Gegner einen barten Kampf. Die Platzherren fanden sich mit dem Boden bedeutend besser ab und nach dem Führungstor des Rechtsaußen fielen in regelmäßigen Abständen durch die rechte Sturmsette bis zur Pause noch drei weitere Treffer. Nach dem Wechsel kam Britannia dann zeitweise gut auf, aber die Sturmreihe zeigte sich zu unentschlossen und schußunsicher. Selbst zwei Elfmeterbälle wurden verschossen. Das Gegentor fiel erst kurz vor Schluß nach einem schönen Durchspiel durch den Mittelstürmer Matuschek. Urania Lütgendortmund— Alemannia Rauxel 7:3 Alemannia legt scheinbar keinen Wert auf die wettere Teilnahme an der Pokalrunde, denn sie traten nicht in stärkster Aufstellung an. Die Elf Lütgendortmunds dagegen war mit Eifer bei der Sache und stellte erneut die augenblicklich gute Form unter Beweis. Ganz ausgezeichnet verstand sich die Angriffsreihe Uranias, die jede Torgesegenbeit ausnutzte. Dem Spielverlauf entsprechend behielt Lütgendortmund mit 7:2 klar die Oberhand. BfR. Kirchlinde— Phönix Lindenhorst ausgefallen SV. Wamdel— BfR. Sölde ausgefallen Hörder Verein— VfL. Ver. Stahlwerke ausgefallen Westfalia Somborn— VfL. Lütgendortmund ausgefallen Germania Kirchhörde— TuS. Reichsbahn ausgefallen Germania Hombruch— SV. Schüren ausgefallen Meisterschaftsspiele SV. Husen— Spielverein Herta 2:3 Durch den knappen Sieg in Husen ist der Spielverein Herta in der Tabelle aus den dritten Platz vorgerückt und wird in der augenblicklich guten Verfassung noch ein ernstes Wort mitsprechen. Wider Erwarten traf der Spielverein in Husen auf Widerstand. Obwobl Herta im Feldspiel überlegen war, langie es bis zur Pause nicht zu einem Vorsprung. Mit dem Ergebnis von 1:1 wurden die Seiten gewechselt. Auch im weiteren Verlauf konnten die Husener den Kampf jederzeit offen halten, so daß die Dortmunder vom Glück sagen können, daß sie mit einem Tor Unterschied knapp die Oberhand behielten. Gesellschaftsspiele Viktoria Dortmund— BV. 05 Lünen 3:2 Viktoria trat zum Freundschaftsspiel gegen Lünen 05 nicht in stärkster Besetzung an und hatte schwer zu kämpfen, um gegen die flinke Lünener Elf einen knappen Sieg berauszubolen. Die Gäste waren gleich im Bilde und legten durch den Mittelstürmer den Führungstreffer vor. Durch den Halbrechten Kaftan fiel der Ausgleich und Kopp erböhte bis zur Halbzeit auf 2:1. Eine Viertelstunde nach Wiederbeginn siel durch den Halbrechten Lünens das Ausgleichstor und wenig später stellte Viktorias Linksinnen, Kopp, durch scharfen Schuß den Sieg sicher. VfB. Lünen=Süd— SV. Lünen 1:0 Im ersten Spielabschnitt war der Kampf verteilt. Beiderseits wurden gute Torgelegenbeiten verausgespielt, aber zum Erfolg langte es bis zur Pause nicht. Auch in der zweiten Hälfte wollte die Entscheidung zunächst nicht fallen, bis etwa zehn Minuten vor Schluß der Mittelläufer des Platzvereins in guter Schußstellung durch einen unverhofften Weitschuß den 1:0=Sieg sicherstellte. Fußball in und um Unna MSV. Massen— Schwarz=Gelb Unna 3:2 In diesem einzigen Punktespiel der 1. Kreisklasse mußte der unvollständig in Massen angetretene Tabellenführer eine knappe Niederlage dinnehmen. die seine führende Stellung ins Wanken gebracht hat. Der Punktevorsprung vor dem Tabellenzweiten. Unna 08, ist nun dahin und die Meisterschaft somit arg gefährdet. Auf das weitere Abschneiden der beiden Unnaer Vereine darf man gespannt sein Pokalspiele Preußen=Werl— SS Soest 6:1 Die Preußen machten dem Ruf der Gruppe Unna alle Ehre und schickten die Soester mit einer eindentigen Niederlage heim. Sie werden auch weiterhin im Pokalwetdbewerb eine achtbare Rolle spielen. VsL. Mark— VfL. Altenbögge 0:14 Die„Husaven“ aus Altenbögge spielten in der Hammer Vorstadt Schützenfest und vertraten wieder sehr ehrenvoll die Gruppe Unna gegen die Gruppe Hamm im Pokalwettbewerb. Allerdinas soll gesagt werden, daß Mark nur ein zweite Mannschaft aufgestellt datte, um die erste Mannschaft für die Punktespiele zu schonen. Erwartungsgemaß vatten die eifrigen Friesen gegen die Heerener nicht viel zu bestellen und mußten sich eindeutig mit 4:1 geschlagen bekennen TuS. Lünern— BV. Königsborn 1:2 Das knappe Resuldat besagt schon, daß der Kampf zähr und ziemlich ausgeglichen war. Lünern enttäuschte eigentlich seine Anbänger. Man batte auf eigenem Platz einen Sieg erwartet, doch hatte man den Gegner wohl unterschätzt. Kegeln in Dortmund Im Kegler=Verein Dortmund sind die Meisterschaftskämpfe in ein entscheidendes Stadium eingetreten. Der 4. Lauf über 100 Wurf wurde auf allen drei Bahnarten abgeschlossen. Es gilt nunmehr für den einzelnen Kegler, im letzten Lauf(200 Wurf) sein Können in der langen Strecke unter Beweis zu stellen Wolff 2036: Dreibahnenkam! dem 4. Lauf): 1. Blum 7695; 2. Ellerlage 7553. (Stand nach ot h 7591; 8. Aus Söer Beioegung Dienstag, den 21. Januar Kreis Dortmund NSDAP Ortsgruppe Mitte. 20 Uhr: Mitgliederversammlung im groben Saale des„Reinoldus“. DAF-Ortsgruppe Ost. 18 Uhr: Betriebsversammlung der Straßenbahner im Betriebsbahnhof Brambauer. Frauenschaft Leipziger Plats. 20 Uhr: Pflichtabend bei Pieper. Alter Mühlenweg, für die Zellen Rosenkrans, Bertram, Kähler, Ressel, Albrecht, Krafft. Frauenschaft Derne. 20 Uhr: Veranstaltung „Haustrau und Handwerk“. Teilnahme iet Pflicht. NSDAP Ortsgruppe Huckarde. 20.15 Uhr: Sitzung der Politischen Leiter bei Hackeloer. Frauenschaft Westen. 20 Uhr: Zusammenkunft bei Berghoff. Körnerplatz. Frauenschaft Yorck. 15—18 Uhr: Arbeitsstunde in der Landwehrschule, Kreis Unna Frauenschaft Hemmerde. 15 Uhr: Pflichtversammlung im Lokale Götzen. NSDAP Fröndenberg. 20 Uhr: Schulung der Politischen Leiter und Führer der Gliederungen im Lokal Karl Schulte. Festlegung des Arbeitsplanes für Februar. Frauenschaft Unna-Kolonie. 20 Uhr: Pflichtabend im Lokale Nuß. Kreis Castrop-Rauzel NSDAP Castrop-Rauxel-Nord. 20.15 Uhr: Schulung der Polltischen Leiter der Zellen 5 bis 8 bei Müller, Vincke-Platz in Ickern NSDAP Castrop-Rauxel-Süd. 20.15 Uhr: Sitzung der Politischen Leiter bei Haller. Kreis Iserlohn NSDAP Schwerte. 20 Uhr:„Im Reiche des Wassers“, Maria-Kahle-Abend der NS-Kulturgemeinde und der HJ. Die Dichterin spricht über „Ringendes Deutschtum jenseits der Grenzen“. Mittwoch, den 22. Januar Kreis Dortmund NSDAP Ortsaruppe Wellinghofen. 20 Uhr: Oeffentliche Versammlung im Lokal Schäfer, Wellinghoferheide NSDAP Ortsaruppe Westerfilde-Bodelschwingh. 20 Uhr: Sitzung der Politischen Leiter in Westerfilde im Lokal Schwenke. Frauenschaft Dorstfeld. 20 Uhr: Pflichtabend bei Dörstelmann. Frauenschaft Ortsgruppe Schüren. 20 Uhr: Pflichtabend bei Weltecke. Frauenschaft Barop. 20 Uhr: Pflichtversammlung bef Harscheidt, Baroper Bahnhofstraße. Kreis Unna NSDAP Rünthe. 20 Uhr: Sport für Politische Leiter in der Gemeinde-Turnhalle. Frauenschaft Lansschede. 20 Uhr: Zusammenkunft in Dellwig im Lokale Kalthoff. NSDAP Mark. 20 Uhr: Besprechung der Ortsgruppenamtsleiter im Lokale Westerhoff. NSDAP Holzwickede. 20 Uhr: Schulungsabend für sämtliche Politischen Leiter, Walter und Warte in der Hermann-Göring-Schule. Frauenschaft Unna. 20 Uhr: Pflichtabend im Lokale Lehmann, Königstraße. Frauenschaft Heeren-Werve. 20 Uhr: Singabend. Kreis Castrop-Rauzel Frauenschaft Frohlinde. 20 Uhr: Pflichtabend bei Pennekamp. „Buch des Opfers“ in Heeren Heeren. Fr. Clothmann 5, Fr. Wagner 2, W. Stork 2, Fr. Lücke 1, A. Rautert 0.50, E. Hessenkemper 0.50, H. Tockenbürger 1. H. Kampmann 1.50, W. Specht 5, Leop. Reinold 5, Filler=Königsborn 0.50, Schänzer 0.50, W. Korte 0.50. Uffelmann 0.50, W. Stemper 0.50, A. Bleidick 0.30, Wahl=Müblhausen 0.50, Omanstek=Königsb. 0.50, Thüß=Königsb. 0.20, Fr. Scharpenberg 2. Capelle=Unna 1, K. Hülsmann 0.50, SchäferAltenb. 0.50, Korte=Königsborn 0.50, K. Dettmar 0.50, Jager=Königsborn 0.50. Jahn=Königsborn 0.30, K. Rabe 0.50, A. Ludwig 0.50, H. Westermann 1. Rüschenbaum=Königsborn 1, Satrie=Königsborn 0.50, Hilsmann=Königsvorn 0.60, P. Fröblich 0.20, J. Lysowick 0.50. W. Klostermann 5, J. Schulte=Uebbing 3, Löwe 3, Grimm 3. H. Soeder 3, E. Weile 2. A. Roggenkemper 1, A. Hilbert 1, W. Schulze 1, Heinr. Heimann 1. Erich Hausche 2, A. Brand 8, E. Hälker 2.50, P. Reimann 2, G. Kockerbeck 0.50, Buschmann=Königsvorn 0.50, Reichenberg=Kamen 0.50, H. Forneberg 0.20, Wiemeier=Königsborn 0,50, W. Frackmann 0.50, E. Rose 1. W. Geßner 2, Jöschke=Unna 0.50, SiepmannKönigsborn 0.50, Fritz Kalle 0.50, E. Vogt=Königsborn 0.50. Nielinger=Königsvorn 0.50, F. Keuer 0.50, Thaten= borst 0.50, W. Schlösser 0.30, Alb. Potthast 0,50, W. Disselhoff 1, Westermann=Unna 1, O. Rose 0.50, Kolter 0.50, Hagenboff=Kamen 0.50, Fr. Jübe=Königsborn 1, A. Scheidemantel 0.40. R. Walper 1, Gemeinderatssitzung 5.50, H. Schwirkmann 3, Eugen Voß 10, W. Schulte 1, H. Pseisser 5, E. Fleitmann 3, E. Pasternak 1. 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Auswärtige Schüler(innen) werden hinsichtlich des Schulgeldes den einheimischen gleichgestellt. Castrop=Rauxel, 20. Januar 1936. Für das Realgymnasium: Steffen, Studiendirektor. Für das Tyzeum mit dreijähriger Frauenschule: Happel, Studiendirektor. kein Kauf ohne Besichtigung meiner großen Lager ausstellung in Küchen und Schlafzimmern enorm billig Annahme von Ebestandsdarlehen Möbel-Steinbrink, Rosental 27, Ecke Ostwall. Zwangs= versteigerung. Es werden öffentlich meistbietend gegen sofortige Barzahlung ver steigert Mittwoch, den 22. Januar 1936, vormittags 11 Uhr, Ostenbell weg 51, ca. 1800 Schrubber, fünf Kisten Messerputz, 179 Zollstöcke, 500 Taseln, 250 Farb kästen, 1200 Hand segerhölzer u. a. m. Schönberger, Obergerichtsvollzieher. Neue Kleidschr. 28, Tische 6 M. Lager Rheinischestr. 23 a 5 gebr. Nähm., gt. n., St. 15 M. Dtd., Weberst. 14, Gesch. Ecke 1. Kampstr. ab Werk Hansapatentkontor Lemgo. Postfach 34 Eintritt trel: C 80 Wichtig für Eigenheim-Interessenten! 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Solche Einwendungen sind bei dem Oberbürgermeister in Dortmund schriftlich einzureichen oder mündlich zu Protokoll zu erklären. J. A.: gez. Unterschrift. Verdingungsarbeiten Die Kanalisierungsarbeiten a) der Schüruferstraße in D.=Apler= beck, b) der Lukas= und Stuttgarter Straße und c) der Kreuzstraße, von Tremoniastraße bis Haus Nr. 160, sowie die Arbeiten zum vorläufigen Ausbau der Hausbergstraße sollen vergeben werden. Verdingungsvordrucke können, soweit der Vorrat reicht, im Westsalenhaus, Hansastraße 11, III. Obergeschoß, Zimmer Nr. 312, gegen Erstattung der Selbstlosten bezogen werden. Einreichung der verschlossenen Angebote daselbst bis zu dem am Dienstag, dem 28. Januar 1936, 11 Uhr, stattfindenden Eröffnungstermin. Zuschlagsfrist: 4 Wochen. Die Vergebung unterliegt als Vergebung einer öffentlichen Stelle der Verordnung zur Ergänzung der V. O. über Preisbindungen und gegen Verteuerungen der Bedarfsdeckung vom 29. 3. 1935(R.G.Bl. 35 I S. 488). Dortmund, den 20. Januar 1936. Der Oberbürgermeister. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das im Grundbuch von Brackel, Band 8, Blatt Nr. 3, eingetragene nachstehend beschriebene Grundstück am 48. Februar 1936, 10 Uhr, an der Gernichtsstelle Gerichtsstraße 22, Zimmer Nr. 77, versteigert werden. Lid. Nr. 1, Gemarkung Brackel, Flur Nr. 24, Parzelle Nr. 42, Grundsteuermutterrolle Nr. 231, Gebäudesteuerrolle Nr. 518, a) Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten, b) Stallaubau, Richthofenstraße 65, Größe 11 a 76 gm, Einheitswert 1900 RM. Der Versteigerungsvermerk ist am 26. August 1935 in das Grunsbuch eingetragen. Als Eigentümer war damals der Kaufmann Wilbelm Holtkamp in Recklingbausen eingetragen. Interessenten wollen sich an den Zwangsverwalter: Kaufmann Langendorf in Dortmund, Kronenstr. 13, wenden. Holzverkauf. Freitag, den 24. Jannar, um 10 Uhr, sollen in den Forsten des Gutes Villigst, Forstort Ohl, ca. 100 Nr. Rottannenstangen zu Gerüst= u. Leiterbäumen, Frechtungsholz und Baumpfählen, ca. 45 Nr. Eichen, Ulmen u. Buchen zu Stellmacher= u. Schreinerholz, ca. 60 Nr. Eichen= und Buchenbrennholz. öffentlich meistbietend verkauft werden. Zusammenkunft auf Haus. Villigst. Haus Villigst bei Schwerte, den 21. Januar 1936. Frhrl. v. Gemmingen'sche Rentei. Die mit Beginn des nächsten Schuljahres schulpflichtig werdenden evangelischen Kinder sind Mittwoch, den 22. Januar 1936, oder Sonnabend, den 25. Januar 1936, vormittags zwischen 10 und 12 Uhr in der alten Marktschule und die schulpflichtig werdenden katholischen Kinder an denselben Tagen und zu denselben Stunden im Amtszimmer der Weißenburgerschule anzumelden. Auf Grund des Gesetzes über die Schulpflicht in Preußen(Schulpflichtgesetz) vom 15. Dezember 1927 beginnt die Schulpflicht mit dem 1. April für alle Kinder, die bis zum 30. Jumi desselben Jahres das sechste Lebensjahr vollenden. Kinder, die in der Zeit vom 1. Juli bis 30. September das sechste Lebensjahr vollenden, können auf Antrag des Erziehungsberechtigten zu Beginn des Schuljahres in die Schule aufgenommen werden, wenn sie die für den Schulbesuch erforderliche körperliche und geistige Reife besitzen. Schwerte(Ruhr), d. 10. Jan. 1936. Der Bürgermeister. mit gefleckten, dunklen oder hellen! Windsor-Rändern Brille und hohlgeschl. EARZL Giesem„ F 4,30 WIA. Optiker Zweibäumer& Dieckerhoft Dortmund. Betenstraße 3 neben Blerhaus Stade A Westsälische Landeszeitung* Rote Erde WesFalen* Kheinland Milch in Kisten und Säcken Jolge 20 e 21. Januar 1936 die wenigsten der auswärtigen Kraftfahrer, die tagtäglich die überaus verkehrsreiche Provinzialstraße Lippstadt—Bad Waldliesborn—Wiedenbrück—Münster durchfahren, mögen wissen, daß sie kurz vor den Toren der Lippestadt an einem in seiner Eigenart überaus bemerkenswerten Werk vorbeikommen. Schräg gegenüber der langgestreckten Kiskerschen Brennerei liegt auf der anderen Seite der Straße ein schornsteinüberragter Gebäudekomplex, in dem die Anlagen und Verwaltungsräume des Lippstädter Trockenmilchwerkes untergebracht sind. Die Baulichkeiten dienten vor Jahren der fabrikmäßigen Herstellung von Fässern. Durch eine geraume Zeit lagen sie nach der Einstellung der Faßfabrikation völlig unbenutzt und drohten zu verfallen. Das tatkräftige Eingreifen des heutigen Landrats des Kreises Lippstadt, Parteigenossen Simon, führte indessen wieder zur Instandsetzung der Fabrikruine, die für die Aufnahme des Trockenmilchwerkes vollständig umgebaut wurde. Am 30. Oktober 1934 wurde das Trockenmilchwerk in feierlicher Form seiner Bestimmung übergeben. Die praktische Arbeit wurde am 12. November 1934 ausgenommen. Es läßt sich heute bereits sagen, daß die guten Wünsche, von denen die Einweihung begleitet wurde, nicht nur in vollstem Maße bisher in Erfüllung gegangen sind, sondern selbst die kühnsten Erwartungen noch weithin übertroffen haben. Das Werk hat in einem Jahre nicht weniger als 5 Millionen Liter Milch„getrocknet“. Im zweiten Werkjahr hofft man zuversichtlich, daß sich die Verarbeitungsmenge sogar auf 6 Millionen Liter steigert. Die Bestimmung des Werkes liegt, wie sein Name schon sagt, in der Herausnahme des Wassers aus der Milch. Wohl mancher Städter wird erstaunt sein, wenn er hört, daß unsere Milch nicht weniger, als bis zu 80 Prozent Wassergehalt besitzt. Dieser Prozentsatz ist natürlich für die einzelnen Milcharten unterschiedlich. Aufgabe des Trockenmilchwerkes ist es nun, diesen Wassergehalt der Milch zu enrziehen und damit eine erhöhte Verwertungsmöglichkeit der Milch für die Selbsternährung des deutschen Volkes zu gewährleisten. Die Milch im trockenen Zustande wird insbesondere von den Bäckereien und vor allem auch von der Schokoladenindustrie benötigt. Bis vor kurzer Zeit noch mußte sie vorwiegend aus dem Ausland bezogen werden. Mit der Errichtung eigener Trockenmilch= werke hat sich aber die deutsche Argrarwirtschaft vom Ausland so gut wie unabhängig gemacht und damit auch dem deutschen Volke eine nicht unbeträchtliche Menge von Devisen erspart, die sonst zum Ankauf von Trockenmilchprodukten aus dem Ausland benötigt werden müßten. Darüber hinaus aber hat das Trockenmilchwerk auch eine ausgleichende Bedeutung für die innerdeutsche Argrarpolitik. Mit der Errichtung von Trockenmilchwerken hilft die Dauermilchindustrie mit der Herausnahme überschüssiger Tag des NSKK Das große motorsportliche Ereignis Dortmunds Die Ausbildung und Heranbildung eines kämpferischen Fahrer=Nachwuchses nimmt im RSKK einen planvollen Aufschwung. Nicht allein, daß die Disziplin innerhalb der einzelnen Motorstürme und Staffeln vorbildlich ist, auch technisches Können und Wissen werden zielbewußt weiter gesteigert. Zum ersten Male zeigt die Motorstandarte 67 bei der motorsportlichen Großveranstaltung in der Westfalenhalle am 1. Februar 1936 unter anderem ein geschlossenes Programm von Kunstfahrten auf Motorrädern. Dieser Zweig des Motorradfahrens hat in erster Linie ideellen, dann aber auch überaus praktischen Wert. Es ist ein Zeichen eihten Kameradschaftsgeistes und wahren Opfersinns, diese unendliche Geduld uno Zeit aufzubrin gen, die zur Einstudierung solcher Darbietun gen gehören. Denn nicht Entlohnung und selbstgefallige Zurschaustellung sind die Motive dieses mühevollen Trainings, sondern der Wille, daran mitzuhelfen, wenn die Motorstandarte 67 am„Tag des RSKK“ der Oeffentlichkeit gegenüber Zeugnis davon ablegen will, wie sie Körperertüchtigung und Sport freudigkeit bei ihren Männern pflegt und för dert. Darüber hinaus haben solche Darbietungen durchaus praktischen Wert für jeden, der wirklich zum Beherrscher seines Motor rades werden will. Keiner sollte daher versäumen, sich diese Vorführungen am 1. Februar 1936 in der Westfalenhalle anzusehen. Restmilch aus der täglichen Produktion sowohl dem Bauer, wie auch dem Verbraucher und trägt damit auch zur Sicherung der Volksernährung aus eigener Kraft wesentlich bei. In der Herausnahme von Restmilch in der Zeit der Dauerschwemme für die Verwertung in magerer Winterzeit liegt weiter auch die Bedeutung des Werkes als Träger gerechter Preisregelung für Erzeuger und Verbraucher. Nicht in letzter Linie liegt die agrarpolitische Bedeutung in einer organisch sinnvollen Absatzregelung. Damit kennzeichnet sich das Trockenmilchwerk nicht als Unternehmen im Sinne kapitalistischer Gewinnwirtschaft, sondern im Dienste gemeinnütziger Bedarfsdeckung. Ein Blick in die Werkhalle der modern und übersichtlich ausgestalteten Anlage zeigt in ihrer Einrichtung die drei Arbeitsvorgänge des Verarbeitungsprozesses sozusagen im Grundriß. Die in früher Morgenstunde angelieferte Milch kommt zunächst in die große Milcheindeckungslage mit einer Stundenleistung von nicht weniger als 3000 Litern. Von hier aus wird sie in riesige Kessel, oder wie sich ein Rundfunksprecher ausdrückte — in kupferne Kochtöpfe— geleitet, in denen die Verdampfung der Milch oder besser gesagt, ihres Wassergehaltes, erfolgt. Wesomnun RO Blick in einen Teil des Milchtrockenwerkes Lippstadt Jugend im Wettkampf Am 2. Jebruar Beginn des Reichsberufswettkampfes in Westfalen=Süd Der dritte Reichsberufswettkampf steht unmittelbar vor der Tür. Jungarbeiter und Jungarbeiterinnen aus allen Berufen und Betrieben haben sich zur Teilnahme gemeldet. In der Zeit vom 2. bis zum 15. Februar werden sie durch die Tat beweisen, was sie im letzten Jahr in ihrer Lehre, in der Berufsschule und nicht zuletzt in der zusätzlichen Berufsschulung der Hitlerjugend und der Deutschen Arbeitsfront hinzugelernt haben. Die Wettkampftage sind für die einzelnen Berufe im Gau Westfalen=Süd wie folgt festgelegt: Sonntag, den 2. Februar: Appell aller Wettkampfteilnehmer. Montag, den 3. Februar: Wettkampfgruppen: Eisen und Metall(Industrie), Handel. Mittwoch, den 5. Februar: Wettkampfgruppen Friseure, Eisen und Metall(Feinmetall), Verkehr und öffentliche Betriebe, Bau, Hausgehilfen. Freitag, den 7. Februar: Wettkampfgruppen: Eisen und Metall(Handwerk), Leder, alle Mädel von Eisen und Metallgruppen. Sonntag, den 9. Februar: Wettkampfgruppen: Gesundheit und Bergbau. Dienstag, den 11. Februar: Wettkampfgruppen: Nährstand, Bekleidung, Holz, Chemie, Stein und Erde, Gaststätten. Donnerstag, den 13. Februar: Wettkampfaruppen: Nahrung und Genuß, Druck, Papier, Freie Berufe(einschließlich Kindergärtnerinnen). Sonnabend, den 15. Februar: Wettkampfgruppe: Textil. General=Betriebsappell für sämtliche Betriebe der Betriebsgemeinschaft Eisen und Metall Hagen. Am Freitag fand unter der Leitung des Gaubetriebsgemeinschaftswalters der Reichsbetriebsgemeinschaft„Eisen und Metall“, des Parteigenossen Viebach, Bochum, im Sitzungssaal der Kreiswaltung Hagen eine Besprechung mit sämtlichen ehren= wie auch hauptamtlichen Kreisbetriebsgemeinschaftswaltern statt. Diese Zusammenkunft bezweckte die Bekanntgabe sämtlicher vorhandenen Möglichkeiten für die erfolgreiche Durchführung des am 11. Februar stattfindenden Generalbetriebsappells, wobei auch die allgemeinen Richtlinien dafür bekanntgegeben wurden. Eine Aussprache ergab die erfreuliche Bestäti gung, daß in allen Kreisen dieser General betriebsappell mit dem gewünschten Erfolge durchgeführt werden kann. Notwendig sei es natürlich, daß alle Betriebsführer darauf bedacht sein müssen, bis zu dem fraglichen Tage für ihren Betrieb einen Arbeitsfront=Rund funkempfänger anzuschaffen, damit der Gefolg schaft des Betriebes die Möglichkeit gegeben wird, als feierlichen Abschluß dieses General betriebsappells auch die Rede des Reichsorgani sationsleiters Dr. Ley anzuhören. Gauleiter Wagner spricht zu den Mitgliedern der Bezirksarbeitskammer Westfalen-Lippe Dortmund. Gauleiter Josef Wagner, der in diesen Tagen im Gau Westfaten=Süd weilt, wird auch am 24. Januär die Gelegenheit wahrnehmen, auf der 1. Arbeitstagung der Bezirksarbeitskammer Westfalen=Lippe, die in der Industrie= und Handelskammer Dortmund stattfindet, über„Staats= und Wirtschaftspolitik“ zu sprechen. Auf dieser Tagung, die von dem Leiter der Bezirksarbeitskammer Westfalen=Lippe, Parteigenossen Ernst Stein, geleitet wird, werden weitere Mitglieder vereidigt. Unter diesen befinden sich auch die Führer verschiedener Gliederungen der Partei aus den Gauen Westfalen=Süd und Westfalen=Nord. Der Vortrag des Partei genossen Dr. Bühler vom Arbeitswissen schaftlichen Institut, Berlin, über„Konjunk turpolitik" wird besondere Beachtung verdie nen, zumal Vorträge gerade in Bezug auf die Arbeitsbeschaffung, die saisonmäßig bedingten Zu= und Abgänge auf dem Arbeitsmarkt und andere Einflüsse auf die Konjunktur belehrend wirken. Platt als Amtssprache? Tagung der Heimatgebietsführer Minden-Ravensberg Herford. Auf einer vom Heimatgebietsfüh rer Minden=Ravensberg, Kreiskulturwart Wilke, nach Herford einberufenen Heimattagung wurde u. a. auch die Arbeit des vergangenen Jahres besprochen. Dabei wurde als einer von vielen Erfolgen des am 1. Dezember veranstalteten Minden=Ravensberger Rundfunktages bezeichnet, daß ein Dorf im Ravensbergischen beschlossen hat, als Verhand lungssprache wieder das Platt einzuführen. Schließlich folgt der Einlauf der nunmehr bereits sehr dickflüssigen Milch in die eigentliche Vertrocknungsanlage. In hauchdünnen Schleiergeweben kommt hier die Milch in trockener Form wieder zum Vorschein. In der Luftbewegung einer Heißluftanlage — einer Art„Fön“— flattern diese schleierartigen Gewebe sozusagen aus der Anlage heraus, um dann gleich von der Pulverisierungs= und Mahlanlage erfaßt zu werden. Wie ungemein staubiges Mehl strömt die weiße Köstlichkeit schließlich in die bereit gehaltenen Kisten, Säcke und Blechbehälter, um fachgemäß verpackt und verschickt zu werden. Die für die einzelnen Arbeitsphasen notwendigen technischen Einrichtungen des Werkes, wurden zum größten Teil von deutschem Erfindergeist geschaffen. Unter Ausnutzung ihrer enormen Wirtschaftseffekten ist es möglich, in Doppelschichten täglich 50 000 Liter Milch zu verwerten. Es war auch so möglich bereits im ersten Arbeitsjahre(bis zum 31. Dezember 1935) 5,074,638 Liter Milch zu verarbeiten. Davon waren 1,290,402 Liter Vollmilch und 3,487,236 Liter Magermilch. Davon wurden hergestellt 157,841 Kilogramm Vollmilchpulver, 225,837 Kilogramm Magermilchpulver und 104,304 auf Milch aufgebaute Backhilfe=Artikel. Neben der in seiner Bestimmung liegenden wirtschaftlichen Bedeutung wirkt sich der Be trieb des Trockenmilchwerkes in seiner Eigen art auch auf die Verpackungsindustrie, auf das Fuhrgewerbe und schließlich auch auf das Handwerk nicht unernevlich aus. Der Erfassungsradius beträgt rund 50 Kilometer im Umkreis. Tagtäglich kommen in der Mor genstunde die mit großen Milchkannen beladenen Wagen vor die große Rampe des Werkes gefahren, um ihre Milchfracht abzuladen, die dann in Kisten und Säcken als Trockenmilch verpackt, das Werk wieder verläßt, um in alle Gaue des deutschen Vater landes verschickt zu werden. Neuerdings ist man damit beschäftigt, im Trockenmilchwerk auch eine kleine Versuchsbäckerei einzurichten, in der ausschließlich Trockenmilchprodukte zur Verwendung kom men. Die Versuchsbäckerei soll vor allem dazu dienen, neue Rezepte auszuprobieren und die Verwertungs= und Anwendungsmöglichkeit der trockenen Milch auch für die Hausfrau zu untersuchen. Die außerordentliche Nährkraft und der Wohlgeschmack von Backwerk, das mit Milch im trockenen Zustande bereitet wurde, soll möglichst allen Volksgenossen zu gute kommen, zumal auch das mit den Trocken milchprodukten hergestellte Weißbrot in ver blüffend kurzer Zeit in allen Bevölkerungs kreisen einen durchschlagenden Er folg erzielt hat. Damit darf sich Lippstadt rühmen, ein Werk zu besitzen, das über seine rein wirtschaftspolitische Bedeutung hinaus im Dienste der Ernährung des deutschen Volkes aus dem Erträgnis eigener Scholle und damit im Dienste nationalsozialistischen Gemeinsinns steht. F. Trockenmilch wird in Kisten verpackt Aufnahmen: WLZ Auch Kannen und Säcke werden zum Versand der Trockenmilch benutzt Das Tatsachenbild der Arbeitslosigkeit Dr. Mangels sprach in der Vortragsreihe der Verwaltungsakademie Dortmund. In der Sondervortragsreihe über Arbeitsmarktfragen, die gemeinsam von der Verwaltungsakademie Industriebezirk und dem Landesarbeitsamt Westfalen veranstaltet wird, sprach gestern abend in der Lehrerhochschule Regierungsrat Dr. Mangels, Hamburg, über Veränderungen im Tatsachenbild der deutschen Arbeitskosigkeit, unter besonderer Berücksichtigung des rheinisch=westfälischen Industriegebietes. Ohne mit großen Zahlenreihen die Köpfe der Hörer zu belasten, verstand es Dr. Mangels, den Vortragsstoff gründlich auszudeuten. Wenn man das Wort Arbeitslosigkeit ausspricht, so sagte der Redner, und daraus das Tatsachenbild formen will, so ist man versucht, ihr Wesen allein in wirtschaftlichen Dingen zu suchen. Es muß aver umjassender gesehen werden, muß auch eine Beleuchtung in staatspolitischer Hinsicht und in ihrer psychologischen Auswirkung auf den Einzelmenschen erfahren. Die Scheinblütejahre der Nachkriegszeit beruhten auf Fehlspekulationen, führten in unheilvollem Zirkel zu immer größerer Arbeitslosigkeit. Auf das Konjunkturschema vertrauend, harrte man bei uns wie in der ganzen Welt jahrelang vergeblich auf Besserung. Es schien unmöglich, diesen Zirkel zu durchbrechen, bis nach der nationalen Revolution durch sinnvollen Einsatz der Wirtschaftsmittel und durch planvolle Förderung großer Arbeitsvorhaben der Durchbruch gleich an mehreren Stellen gelang. Während in manchen Bezirken die Arbeitslosigkeit praktisch behoben ist, blieb sie in anderen durch Veränderungen der Wirtschaftsstruktur noch bestehen. So wirkte sich besonders im Bergbau die Rationalisierung weiter aus, machte bei gleichbleibender Förderung weniger Menschen nötig. Hier und in ähnlich gelagerten Fällen geht der Wille des Staates dahin, nach Möglichkeit eine Lockerung zu schaffen. Durch Umlagerung in andere Berufe, durch Rückwanderung aus der Der Reichssender Köln überträgt heute(Dienstag) abend 19.45 Uhr die Aufnahme von dem Besuch der westfälischen 53 in dem Betriebe der WL3.— Rote Erde. Stadt auf das Land, wird weitere Erleichterung erreicht. Abschließend sprach der Redner von der großen seelischen Auswirkung der besseren Wirtschaftsverhältnisse auf den Mann am Arbeitsplatz. Die Tatsache, daß nicht mehr dauernd vom Abbau geredet wird, daß sogar ältere Arbeiter wieder eingestellt werden, läßt ein großes Aufatmen durchs Volk gehen.— nennt die Wissenschaft die Lecithindepots der Nervenzelle. Gesunde Nerven sind reich an Tigroidkörpern. Beruf, Sport und das Verkehrsieben stellen heute größere Anforderungen an ihre Nerven. Das bedeutet höheren Verbrauch der Lecithindepots, der Tigroidkörper. Führen Sie daber dem Körper zur Wiederauffüllung der durch starke Nervenbeanspruchung lecithinarmen Tigroidkörper reichliche Mengen Lecithin zu und Sie werden Nervosität, Abspannung, nervöse Kopt-, Herz- und Magenschmerzen, nervöse Schlaflosigkeit etc, nicht kennen. Nehmen Sie daber das örzilich und klinisch erprobte SSIIE S-Erhältlich in Apotheken und Drogerien Wirtschaftliche Nachrichten Folge 20 2I. Januar 1936 Wir haben unsere Semmeln bezahlt Bernhard Köhler über die zukünftige Weltwirtschaft In der ersten Tagung der Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft, die an Stelle des erkrankten Präsidenten, Gouverneur I. R. Dr. Schnee. Visepräsident Prof. Dr. Prion leitete. sprach der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP, Bernhard Köhler. über die „Zukunft der Weltwirtschaft“. Wo eine Wirtschaft ist, muß jemand sein, der wirtschaftet, führte Parteigenosse Köhler aus; da es einen„Herrn der Welt“ nie gegeben hat, hat in diesem Sinne auch eine Weltwirtschaft nie bestanden. Wohl aber hat es in der Vergangenheit nicht an Versuchen gefehlt, eine solche zentrale Lenkung der Weltwirtschaft zu erreichen. Die letzten Ergebnisse der Untersuchungen über den Eintritt Amerikas in den Weltkrieg lassen erkennen, daß Kräfte von gewaltiger Potenz dieses Ziel anstrebten. Das gleiche Resultat ergibt sich bei Betrachtung der Geschichte der letzten Jahrzehnte. Der Vertrag von Versailles, dieses„politische Verbrechen aus wirtschaftlichem Wahnsinn“, ist in seinen wirtschaftlichen Auswirkungen nur zu verstehen, wenn man einen solchen Plan als bestehend annimmt. Man müßte denn gerade meinen, daß die wirtschaftlichen Berater von Versailles, Männer, die ihren klaren Blick doch vielfach zuvor bewiesen hatten, plötzlich alle insgesamt wahnsinnig geworden wären. Auch die gerade in Deutschland so verhängnisvolle Wirkung der ideologischen Propaganda, daß die Weltkrise nur durch das Weltkapital beseitigt werden könnte, beweist das Bestehen solcher Absicht. tatsächlich eine Weltwirtschaft als zentrale Macht zu schaffen, von der alle Völker abhängig sind und von der sie ihre Rechte und Pflichten zugeteilt bekämen. Der Plan war auch keineswegs so aussichtslos, wie man heute annimmt. Denn wenn es gelang, ein Volk zur Sklavenarbeit für alle Zeit zu zwingen, dann hatte man„eine Spitze in der Hand. die durchaus genügte, den Markt damit zu manipulieren“, d. h., man konnte mit der unbezahlten Tributarbeit die Arbeit aller anderen Völker entwerten und so jenes Verhältnis von Arbeitnehmer und Arbeitgeber schaffen, das den Vätern dieser „Weltwirtschaft“ vorschwebte. Der Weltkrieg war der Versuch, diesen Plan den Völkern mit Waffengewalt aufzuzwingen. Er endete damit, daß der politische Widerstandswille der Völker geweckt wurde, zumal man das Pech hatte. gerade Deutschland als erstes Musterheispiel für die Uebertragung dieser Kolonialmethoden auf ein europäisches Volk auszusuchen. Die Stärke dieses Volkes zwang zum Einsatz mehr oder weniger dunkler Hilfsvölker mit dem Erfolg, daß diese aus der Waffenkameradschaft auch wirtschaftliche Gleichberechtigungsforderungen ableiteten und „rechnen“ lernten. Nicht die Politik ist also schuld au der Zerstörung der Weltwirtschaft, sondern der Versuch, eine Monopolwirtschaft mit Waffengewalt zu erzwingen. Die Völker besannen sich auf die Urinstinkte der Selbsterhaltung und gingen mehr oder weniger radikal zur Autarkie über. Diese Autarkie zu deuten als Streben nach unbedingter Selbstversorgung. wäre falsch. Es kommt nicht darauf an. daß man alles, was man bisher gebraucht hat, auch weiterhin sicher erhält, sondern daß man entschlossen ist, unter keinen Umständen auf irgendeine politische Freiheit zu verzichten, weil man etwas nicht erhalten kann, auch wenn man wirtschaftliche Opfer bringen muß. Kein wirtschaftlicher Bedarf beruht auf einem Naturgesetz. Man kann darauf verzichten, man kann andere Wege zu seiner Befriedigung suchen. Ein Naturgesetz ist nurder Hunger. Der muß gestillt werden. Wenn diese Bedingung erfüllt ist, gibt es keine Möglichkeit mehr, eine Volkswirtschaft von außen aus den Angeln zu heben Erst dann ist man gleichberechtigter Kontrahent in der Weltwirtschaft, wenn man von dem Minderwertigkeitskomplex des Verschuldeten befreit ist, der„seine Milch anschreiben lassen möchte, aber seine Semmeln noch nicht bezahlt hat“, wie es der Zustand der deutschen Volkswirtschaft von 1933 war. Wir haben Schluß gemacht mit dieser.Bettlerpolitik“. Wir sagen nicht mehr„Wir können nicht zahlen“, sondern„Wir wollen zahlen“. Wenn der Partner unsere Waren nicht annimmt. kann man uns nicht dafür verantwortlich machen. Im übrigen sind wir entschlossen, zu arbeiten. Denn wenn wir arbeiten, müssen wir mit Naturnotwendigkeit wieder„reicher“ werden. Das sollten sich die Leute mit dem„schlechten“ Gewissen klarmachen, die wohl an der Arbeitsbeschaffung verdienen, also ihr Grundgesetz nicht begreifen und darum immer fragen:„Wie lange kann das noch weiter zo gut gehen, wenn das Kapital fehlt?“ Wenn wir kein Kapital haben, müssen wir es uns eben durch Arbeit wieder beschaffen. Wer so rechnet, rechnet bestimmt richtiger als die Systemzeit, die da sagte:„Ein Arbeitsloser köstet mich 500 Mark. Einen Mann in Arbeit zu bringen, kostet 2500 Mark; also spare ich 2000 Mark, wenn ich Arbeitslosenunterstützung zahle.“ Das hieß auf deutsch:„Arbeit macht arm“. „Arbeit macht reich“, ist dagegen nationalsozialistischer Grundsatz. Zweifler mögen bedenken, daß wir ja nicht nur Konsumerzeugnisse durch unsere Arbeit herstellen müssen, sondern auch die Rüstung des deutschen Volkes. Wäre das nicht der Fall, brauchte Dr. Schacht keine Finanzierungssorgen zu haben. Die könnte er dann ruhig Herrn von Krosigk überlassen. Aehnliche Bestrebungen wie Deutschland, verfolgen auch die meisten anderen ehemals vom „Weltkapital“ abhängigen Völker, von der hellsten bis zur dunkelsten Tönung. Die Weltwirtschaft befindet sich daher im Zustand eines„Großreinemachens“. Daß eine neue Weltwirtschaft daraus einmal entstehen wird, ist klar, aber sie wird nicht mehr auf. dem Plan irgendeiner zentralen Lenkung bestehen, sondern auf der Existenz lebensfähiger Wirtschaftskörper der einzelnen Völker, und sie wird zweitens nur so wachsen können, wie die Weltwirtschaft in ihren ersten Anfängen gewachsen ist, im Austausch von Waren und Leistungen von Volk zu Volk. Mehr und mehr werden nicht einzelne„Weltwirtschaft“ betreiben, sondern die Völker selbst, vertreten durch ihre„Geschäftsführer“. Das wird auch bei internationalen Wirtschaftsverhandlungen mehr als es jetzt schon der Fall ist. in Erscheinung treten. Vielleicht wird es in ferner Zukunft auch einmal eine„Weltwirtschaft“, im eigentlichen Sinn eine„Bewirtschaftung der Welt“, geben, aber nur bei einer Einigung aller Völker, niemals aber als Knechtschaft unter einem Weltkapital. Bb. Der deutsche Außenhandel 1935 Die Außenhandelsumsätze sind im Dezember sowohl in der Einfuhr als auch in der Ausfuhr gestiegen. Die Einfuhr war mit 373 Mill. RAl um annähernd 8 v. H. höher als im November. Diese Zunahme beruht zu einem Teil auf einer Erhöhung der Preise bei der Einfuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen. Mengenmäßlig betrug die Zunahme nur etwa 5 v. H. An dieser Steigerung, die, wie ein Vergleich mit der Vorjahrsentwicklung erkennen läßt. größtenteils jahreszeitlich zu erklären ist, waren alle Hauptgruppen beteiligt. Zugenommen hat vor allem die Einfuhr von lebenden Tieren und Lebensmilleln. Im letzteren Fall beruht die Steigerung überwiegend auf einer jahreszeitlichen Zunahme in Südfrüchten. Darüber hinaus ist jedoch auch die Einfuhr von Fleisch. Fischen und Butter gestiegen. Nennenswerte Rückgänge sind nur in wenigen Fällen, so z. B. bei Obst, eingetreten. Die Rohstoffeinfuhr hat gegenüber dem Vormonat dem Wert nach um annähernd 6 v. H., mengenmäßlig um nicht ganz 4 v. H. zugenommen. An dieser Steigerung waren in erster Linie Textilrohsloffe beteiligt, jedoch sind auch auf anderen Rohstoffgebieten, so bei verschiedenen Erzen, Bau- und Nutzholz, Zinn und landwirtschaftlichen Rohstoffen. Einfuhrzunahmen zu verzeichnen. Rückgängig war in der Hauptsache nur die Einfuhr von Aluminium. Papierholz und Häuten. Die Fertig wareneinfuhr war gegenüber November nur leicht erhöht. — Die Steigerung der Einfuhr im Dezember entfällt auf die Gruppe der europäischen Lieferländer. Im Jahre 1935 betrug die Gesamteinfuhr unter Berücksichtigung eines Nachtrages aus dem Jahre 1934 in llöhe von 13 Mill. RM. 4159 Mill. RM. Die Ausfuhr belief sich 1935 auf 4270 Mill. RM. Die Handelsbilanz schließt hiernach für das ganze Jahr 1935 mit einem Ausfuhrüberschun von 111 Mill. RM ab. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Aktivierung um rund 400 Mill. RM. Sie ist zum weitaus größten Teil durch den Rückgang der Einfuhr bedingt. Insgesamt war die Einfuhr wert- und mengenmäßig um etwa 7 v. H. geringer als 1934. An diesem Rückgang waren alle Hauptgruppen beteiligt. Der Rückgang der Einfuhrzahlen für Fertigwaren ist, abgesehen von den Auswirkungen der Rückgliederung des Saarlandes, auf die Durchführung des Neuen Plans zurückzuführen. Die Ausfuhr war im vergangenen Jahr um rund 100 Mill. RM. das sind 2.5 v. H., höher als 1934. Mengenmäßlig betrug die Steigerung demgegenüber rund 11 v. H., da die Ausfuhrdurchschnittswerte in der gleichen Zeit um annähernd 8 v. H. gesunken sind. An der Steigerung des Ausfuhrwerts waren ausschließlich Fertigwaren beteiligt. Die Ausfuhr von Rohstoffen hat dem Wert nach leicht abgenommen, mengenmäßlig war sie jedoch ebenfalls höher als im Vorjahre. Die Im ganzen geringe Ausfuhr von Lebensmitteln und Getränken bleibt sowohl dem Wert als auch dem Volumen nach um mehr als ein Drittel hinter Ihrem Umfang im Jahre 1934 zurück. AUS DER SCHIFFAHRT Rotterdamer Frachtenmarkt Ruhige Geschäftslage bei gutem Kahnraumangebof Der hohe Schlepplohn, der in der zweiten Hälfte der vergangenen Woche wieder auf 35 Cts. für beladene Schiffe und auf 32½ Cts. für leere Schiffe erhöht wurde, veranlaßtte viele Partikulierschiffer, die sonst leer aufschleppen, in Rotterdam auf eine Erzreise zu warten. Dies hatte zur Folge, daß das Kahnraumangebot an allen Tagen gut blieb und manchmal sogar ziemlich reichlich war. Nicht nur Kähne von 1300, 1400 bis 1600 Tonnen Tragfähigkeit wurden genügend an den freien Markt gebracht, sondern auch nicht wenige Schiffe von 2000 Tonnen Tragfähigkeit und größer. Da die Erzzufuhr in der vergangenen Woche etwas schwächer, wenn auch nicht ungünstig war, so muliten begreiflicherweise die Wartetage verlängert werden. Bei dem unverändert hohen Wasserstand ist mit einer Verkürzung der Wartezeit in der kommenden Woche wahrscheinlich noch nicht zu rechnen, wenn auch vielleicht eine geringe Verbesserung unter evtl. Ausnutzung der erwarteten höheren Erzzufuhr erreicht werden kann. Indessen hängt letzteres in maßgeblicher Weise von den Dispositionen der Konzernreedereien ab. Die Verlader hatten mit Rücksicht auf die Winterrisiken dafür gesorgt, in den letzten Wochen regelmäßlig Eigenraum zur Verfügung zu haben. Bisher beschränkten sich die Firmen hauptsächlich darauf, die in Rotterdam leer werdenden Schiffe für Erztransporte einzuteilen. Wenn es den Vertretern der Partikuliere an der Ruhr gelingt, dafür 21 sorgen, daß die Firmen nicht beginnen, in verstärktem Maße Leerraum von Duisburg nach Rotterdam zu schleppen. dann werden die Partikulierschiffe, sei es auch relativ ungünstig. so doch regelmäßig weiter berücksichtigt. Augenblicklich nehmen die Schiffer in Rotterdam ein sogenanntes„groot havenbriefje“, weil der sonst übliche Termin einschließlich Löschen und Rückladen nach Deutschland nur in Ausnahmefällen genügend ist. Nach dem Oberrhein herrscht nach wie vor geradezu Geschäftsstille, was auch dadurch bestätigt wird, daß die Beurtliste die Forderung von Tagesmiete hat fallen lassen müssen und dafür Fracht notierte. Diese Entscheidung zu treffen, wird nicht leicht gefallen sein, war aber unter Berücksichtigung der Gesamtlage unvermeidlich. Hatten verschiedene Firmen bereits vorher damit begonnen, Kähne den Verladern anzubieten, ohne freie Rücklieferung nach den Ruhrhäfen zu verlangen, so gingen diese Gesellschaften mehr und mehr dazu über, die Schilfe in Fracht nach Mannheim, Karlsruhe und sogar nach Straßburg abzugeben. Anfangs wurde versucht, die Geschäfte einschließlich Schlepplohn zu tätigen, um die Bestrebungen der Beurtliste nicht offensichtlich zu durchkreuzen. Aber nachher blieb nichts anderes übrig, als die Schilfe ausnahmslos in Fracht zu verchartern. Unter solchen Umständen kann die Beurtliste nicht anders, als sich anzuschließen, wenn sie nicht Gefahr laufen will, daß für die Partikulierschiffer keine Ladung mehr angeboten wird. Aber trotz der ziemlich einschneidenden Aenderung bei der Frachtforderung, war von einer Chartertäligkeit kaum etwas festzustellen; das Geschäft hielt sich in bescheidensten Grenzen, d. h. auch die Annahme von Reedereiraum seitens der Verlader. Die Kontraktfirmen hatten keine Mühe, die eintreffenden Oberrhein-Partien mit eigenen Schiffen zu befördern, und der für den freien Markt übrigbleibende Prozentaatz war äußerst gering. Hierbei muß hervorgehoben werden, daß infolge des hohen Wasserstandes und des aus jahreszeitlichen Gründen zurückgegangenen Güterverkehrs für den Oberrhein die ungünstige Entwicklung an der Börse nicht zu überraschen brauchte. Nach Mannheim war die Basisfracht 62 1 Cts. pro Tonne, aber die Notierungen keineswegs einheitlich. Nach dem Niederrhein ließ das Geschäft ebenfalls sehr zu wünschen übrig. Nachdem die Fracht bereits einmal um 5 Cts. pro Tonne ermäßigt worden war, multen von Fall zu Fall noch weitere Kürzungen in Kauf genommen werden. War die Basisfracht für Erz nach der Ruhr 20, 25 Cts. pro Tonne bei 4 bzw. 8 Löschtagen, mit 5 Cts. pro Tonne Zuschlag nach dem Rhein-Herne-Kanal, so gelang es den Verladern, Reedereiraum zu 17½, 22½ Cts. pro Tonne bei den genannten Fristen zu chartern. Die Beurtliste, die bekanntlich auch keine unbedingt feste Notierung abgibt, verhandelte bei seriösen Anfragen, vor allen Dingen, wenn sich die Möglichkeit der Unterbringung von mehreren Schiffen zugleich bot, auf einer etwas billigeren Basis als 20, 25 Cts. pro Tonne. Es erhebt sich indessen die Frage, ob es nicht zweckmäßiger bei einer Geschäftslage wie der augenblicklichen wäre, sich grundsätzlich einem billigeren Satz anzunassen, damit auch kleinere Partien der Liste nicht entgehen. Die Behandlung dieser Abschlüsse ist mit Rücksicht auf die Stellung verschiedener Verlader der Beurtliste gegenüber indessen eine durchaus individuelle und keinesfalls einfache. J. G. K. Gründung eines Saarpfalz-Rhein-Kanalvereins Saarbrücken, 20. Jan. Der mit der Rückgliederung des Saarlandes in den Vordergrund gerückte Plan einer Kanalverbindung von der Saar durch die Pfalz an den Rhein bei Mannheim-Ludwigshafen ist durch die soeben in Saarbrücken erfolgte Gründung eines„Saarpfalz-Rhein-Kanalvereins“ in ein neues, entscheidendes Stadium getreten. Die Städte Saarbrücken und Mannheim haben die Führung ergriffen, um alle am Kanalbau interessierten Kreise des Saarlandes, der Pfalz und der angrenzenden Gebiete zu gemeinsamer Arbeit zusammenzuschließen. In der Gründungsversammlung, die am 17. Januar 1936 im Rathaus zu Saarbrücken stattfand, und in der außler Mannheim und Saarbrücker auch die Städte Ludwigshafen, Kaiserslautern und Neunkirchen und ferner die Organisationen der Wirtschaft vertreten waren, übernahm Oberbürgermeister Dürrfeld-Saarbrücken den Vorsitz und Oberbürgermeister Renninger-Mannheim den stellvertretenden Vorsitz im Kanalverein. Ihnen steht ein Führerrat, ein groller Ausschuß und ein Sachverständigenausschuß zur Seite. Die Geschäftsführung befindet sich in Saarbrücken 1. Hindenburgstraße 9. In einer großen Kundgebung, die in einigen Wochen In Mannheim stattfinden soll, wird der Saarpfelz-Rhein-Kanalverein erstmals an die große Oelfentlichkeit treten und für den Kanalgedanken werben. Berliner Wertpapiermärkte (Eigener Bericht) Berlin, 20. Januar. Der am Sonnabend eingetretene starke Rückgang in den Aktien der Bemberg AG scheint eine gewisse Wirkung auf die Unternehmungslust der Bankenkundschaft nicht verichlt zu haben, bewies er doch, daß die Aktienmärkte nach wie vor die Gefahr großer Rückschläge in sich tragen. Jedentalls waren, obwohl sachliche Gründe für eine Verminderung der letzthin zur Schau getragenen Zuversicht nicht vorlagen, die Aufträge in etwas geringerem Umlange eingetroffen als in der letzten Zeit. Sie betrafen überdies In der Hlauptsache nur einige Spezialgebiete des Aktienmarktes. Hier ergaben sich auch vorwiegend neue Steigerungen, gefördert durch die Rückkäufe des berufsmälligen Handels, der bekanntlich Ende der vorigen Woche zu Glattstellungen geschritten war. Im Vordergrund des Interesses standen wieder Elektrizitätsaktien, besonders Siemens, sowie Montanwerte, von denen namentlich Ver. Stahlwerke und Mansfeld zu einer höheren Preislage als am Sonnabend umgingen. Maschinenbauaktien und Automobilwerte neigten dagegen eher zur Schwäche. Schwächere Haltung wiesen Brauereiwerte auf, von denen Schultheil abzüglich 3.6 Prozent Dividende gehandelt wurden. Von Verkehrsaktien wurden AG für Verkehrswesen wieder in grölleren Beträgen angefordert und im Kurse etwas heraufgesetst. Durch erwähnenswerte Nachfrage fielen ferner Reichsbankanteile auf. Bemberg zeigten auch am Montag starke Schwankungen; sie eröffneten erholt, gewannen dann nochmals 1¼ Prozent und gaben später um 2¼ Prozent wieder nach. Sonst war die Marktlage im Verlauf ziemlich ruhig. Für Daimler kam etwas erhöhtes Interesse auf, und einheitlich fester waren Montanaktien Die Anleihemärkte verkehrten in ziemlich ruhiger Haltung. Die Reichsaltbesitzanleihe seizte zwar 0.40 v. H. lester ein, gab aber diesen Gewinn später fast voll wieder her. Reichsschuldbuchforderungen und Zinsvergütungs scheine blieben ebenso wie die Gemeindeumschuldungsanleihe im Kurse unverändert. Die 1934er Reichsanlcihe wurde um ½ v. H. heraufgesetzt. Länderanleihen gaben vorwiegend leicht nach, 1929er Mecklenburg Schweriner büllten ½ v. H. ein. Von Goldpfandbriefen, die sehr stilles Geschäft hatten, gaben Westf. Landesbank um ¼ v. H. nach. Liquidationspfandbriefe verkehrten bei ebenfalls nur kleinen Umsätzen in etwas unregehmäßiger Haltung. Der Geldmarkt erfuhr eine leichte Entspannung. Zwar blieb der offizielle Geldsatz mit 2¼ bis 3 v. H. unverändert, jedoch war In einzelnen Fällen auch schon darunter anzukommen. D—y. Man nannte: Deutsche Anl. Ausl.-Sch. einschl. ½ Abl.Schuld 103¼; Aku 52¼: AEG 37½; BMW 122¼; I. P. Bemberg 93%; Julius Berger 110½; Berl. Maschinen 112¼; Braunkohlen u. Briketts 200%; Buderus 96½: Charl. Wasser 109½: Compania Hispano 287½: Conti Gummi 162⅛; Daimler Benz 97¼; Dessauer Gas 123¼: Dtsch. Erdöl 109: Dim. Union 190¼; Elektr. Licht u. Kraft 131%; EngelhardtBrauerei 81½: I. G. Farben 151; Feldmühle 118: Gesfürel 127½: Th. Goldschmidt 110¼; Harpener Bergbau 110; IIgesch-Köln-Neuessen 87%: Kali Aschersleben 130: Klöcknerwerke 84¼; Koksw. Chemie 118; Laurahütte 22: Mannesmann 84: Mansfeld 126 1/8: Maschinenbau 78%: Orenkoppel 78½; Rheinstahl 109%: RWE 128; Rülgerswerke 118: Salzdetfurth 188; Schubert u. Salzer 133¼; Schuckert u. Co. 127⅞; Schultheißl-Patzenhofer 98½: Siemens u. Halske 172½; Ver. Stahlwerke 79; Zellstoff Waldhof 118½: Reichsbank 185: AG für Verkehrswesen 103%. Hapag 15¼; Nordd. Lloyd 17; Otavi Minen 17¼. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt Hamburg. 20. Jan. Reis: Die von den Mühlen angebotenen Partien haben im Handel schlank Unterkunft gefunden. Das Geschäft nach dem Inlande war weiter lebhaft. Preise unverändert. Baumwolle: Stelig. Superfine mgd. Scinde 4.40, Fine Oomra 5,60 Pence per lbs. Kaffee: Von den Ursprungsländern liegen unver: änderte Angebote vor. Am Lokomarkt entwickelte sich zu letzten Preisen regelmäßiges Abzugsgeschäft nach dem Inlande. Preise unverändert. Schmalz: Ruhig. Amerik. Steamlard 28¼. Purelard 28%—29 Dollar per 100 kg. Dänisches Schmalz: Blasen, Blöcke, Tierces 162 Kronen per 100 kg. Fettwaren: Unverändert. Oele und Fette: Zum Wochenbeginn blieb es am Oel- und Fettmarkt bei kleinem Geschäft recht ruhig. Preisveränderungen sind nicht zu verzeichnen. Auch an den ausländischen Märkten entwickelte sich nur geringes Geschäft. Preise unverändert. Gewürse: Ruhige Marktlage bei unveränderten Preisen Rohkakao: Am Lokomarkt wurden marktgängige Sorten lebhaft gefragt. Neu hereinkommende Partien werden vom Verbrauch schlank aufgenommen. Am Weltmarkt zeigte sich verstärkte Nachfrage nach schwimmende Accra. Preisveränderungen sind nicht zu verzeichnen. Rauhfutter: Unverändert. Hülsenfrüchte: Unveränderte Markt- und Preislage. Magdeburger Zuckertermin-Notierungen Magdeburg. 20. Jan.(Erste Ziffer Brief, zweite Geld.) Jan.-Febr. 4.05, 3.90; März 4.10, 3.95; April-Mai 4.10, 4.00; Aug. 4.35, 4.30. Tendenz: ruhig.— Notierungen in RM für 50 kg Weilzucker netto, einschl. Sack, frei Seeschiffseite Hamburg. Magdeburger Zucker-Notierungen Magdeburg, 20. Jan. Gemahl. Mehlis Jan. 31.52½+ 31.60 1/. Tendenz: ruhig.— Notierungen in RM für 50 kg Weilzucker(einschl. RM 0,50 für Sack und RM 10.50 Verbrauchssteuer) brutto für netto ab Fabrik-Verladestelle Magdeburg und Umgebung, bei Mengen von mindestens 200 Zentnern. Getreidemärkte Hamburger Cif-Notierungen für Getreide, Kleie und Saaten Hamburg, 20. Jan. Weizen: Manitoba I hard Febr. 5.95; Manitoba 1 Febr. 5,77½; Rosafé 79 kg Jan.-Febr. 5.70; Barusso 80 kg Jan.-Febr. 5.60. Gerste: Plata 64-65 kg Jan.-Febr. 3.15; 67-68 kg Jan.-Febr. 3.25. Roggen: La Plata 72-73 kg Jan.-Febr. 3.30. Mais: La Plata schw. 2,70—2,72½; Jan. 2.70; Febr. 2.70½; März 2.77½; neue Ernte April-Mai 2,82½. Hafer: Plata Unclipped 46-47 kg Jan. 3,60; Plata clipped 51-52 kg Jan.-Febr. 3.75. Weizenkleie: Pollards schw. 85/0; Jan. 85/0; Bran schw 77/6; Jan. 77/6. Leinsaat La Plata 96% Jan. 7,87½—7,90; Rizinussaat Dez. 13-; Bombay Leinsaat 100% Dez. 13/12/6; Rapssaat Toria Dez. 130 Dulsburg-Ruhrorter Schifferbörse Dulsburg-Ruhrort, 20. Jan. Am Wochenbeginn war an der Duisburg-Ruhrorter Börse für die Kohlenfahrt zum Oberrhein keinerlei Befrachtungstätigkeit. Die Frachten wurden daher auch nicht notiert. Nach Rotterdam war mittelmäßige Annahme mit Kanalvorlage und unveränderten Frachten. Bergfrachten ab Rhein- und Ruhrhäfen sowie ab RheinHerne-Kanal nicht notiert. Talfrachten ab Rhein-ZechenIläfen nach Rotterdam 0,95, ab Rhein- und Ruhrhäfen nach Rotterdam 1.—, nach Antwerpen-Gent 1,50, nach Brüssel 1.50 und nach Lüttich 2,10 RM. ab Rhein-Herne-Kanal nach Rotterdam 1.20, nach Antwerpen-Gent 1.50, nach Brüssel 1,70 und nach Lüttich 2.30 RM einschlißlich Schleppen. Schlepplöhne ab Rhein- und Ruhrhäfen nach MainzGustavsburg 0,70—0.80 und nach Mannheim 0,80—0,90 RM. (Unterwasser) Weserwasserstände Bremen, 20. Jan. Hann.-Münden: 2.29—11: Hameln: 2.56—7; Karlshafen: 3.11—8; Minden: 3.15—4, Elbewasserstände Hamburg, 20. Jan. Dresden+1.82; Wittenberg+3.82; Magdeburg+2.23; Tangermünde+3.51. Oderwasserstände Stettin, 20. Jan. Normalwasserstand 0.63, Pegelbaumbrücke 0.54. Viehmärkte Dortmunder Schlachtviehmarkt Dortmund, 20. Januar. Auftrieb: 416 Stück Großvich; 546 Kälber; 16 Schafe; 2 Ziegen; 1590 Schweine. Bezahlt wurden für 50 ka Lebendgewicht In RM: Ochsen: Voll fleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes 43; sonstige vollfleischige 43; fleischige 42—43.— Bullen: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwertes 43; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43.— Kühe: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwertes 43; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 42—43: fleischige 33—41; gering genährte 28—32.— Färsen: Vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes 43; vollfleischige 43.— Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 65—72: mittlere Mast- und Saugkälber 54—64; geringere Saugkälber 43—53; geringe Kälber 35—42.— Schweine: Fette Speckschweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 56½; vollfleischige Schweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 56½; vollfleischige Schweine von ca. 240—300 Pld. Lebendgewicht 54½; vollfleischige Schweine von ca. 200—240 Pfd. Lebendgewicht 52½; vollfleischige Schweine von ca. 160—200 Pfd. Lebendgewicht 50½; fette Specksauen 54½; andere Sauen 52½.— Marktverlauf: Grollvich a), b) zuseteilt, e) und d) sehr langsam: Kälber sehr langsam; Schweine zugetellt.— Die festgesetzten Preise sind Marktpreise für nüchtern gewogene Tiere und schließen sämtliche Spesen des Handels ab Stall für Fracht, Markt- und Verkaufskosten sowie für Umsatzsteuer und für den natürlichen Gewichtsverlust ein. Bochumer Schlachtviehmarkt Bochum. 20. Januar. Auftrieb: 243 Stück Grollvieh; 257 Kälber; 5 Schafe; 1056 Schweine; 2 Ziegen. Bezahlt wurden für 50 kg Lebendgewicht in RM: Bullen: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwertes 43.— Kühe: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwertes 43; sonstige vollfleischige oder gemästete 42—43; fleischige 36—41; gering genährte 28—35.— Färsen: Vollfleischige ausgemästele höchsten Schlachtwertes 43.— Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 60—68; mittlere Mast- und Saugkälber 50—58; geringere Saugkälber 43—48; geringe Kälber 38—42.— Schweine: Vollfleischige Schweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 56½; vollfleischige Schweine von ca. 240—300 Pld. Lebendgewicht 54½; vollfleischige Schweine von ca. 200—240 Pfd. Lebendgewicht 52½; vollfleischige Schweine von ca. 160—200 Pfd. Lebendgewicht 50½: fette Specksauen 54½.— Marktverlauf: Rinder, gute Qualität, lebhaft, geringe Qualität langsam; Kälber langsam; Schweine zugetellt. Markt geräumt. Essener Schlachtvichmarkt Essen, 20. Januar. Auftrieb: 704 Stück Groflvich; 835 Kälber; 29 Schafe; 2319 Schweine. Bezahlt wurden für 50 kg Lebendgewicht in RM: Ochsen: Jüngere vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes 43; sonstige vollfleischige 43.— Bullen: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwertes 43; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43.— Kühe: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwertes 13; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43; fleischige 33—41: gering genährte 27—30.— Färsen: Vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes 43: vollfleischige 43. — Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 65—70; mittlere Mast- und Saugkälber 60—64; gerinfgere Saugkälber 48—58; geringe Kälber 35—46.— Schafe: Stallmasthammel 45—50; mittlere Schafe 35—43.— Schweine: Fette Speckschweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 56½; vollfleischige Schweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 56½: vollfleischige Schweine von ca. 240—300 Pfd. Lebendgewicht 54½; vollfleischige Schweine von ca. 200—240 Pfd. Lebendgewicht 52½; vollfleischige Schweine von ca. 160—200 Pfd. Lebendgewicht 50½; fette Specksauen 54½; andere Sauen 50½.— Marktverlauf: Großvich in guten Tieren lebhaft, sonst langsam, Ueberstand; Kälber ruhig; Schweine zugeteilt. Duisburger Schlachtviehmarkt Wuppertaler Vichmarkt Wuppertal, 20. Januar. Auftrieb: 542 Stück Grollvich; 930 Kälber; 9 Schale; 2525 Schweine. Bezahlt wurden für 50 ka Lebendgewicht in RM: Ochsen: Jüngere volltleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes 43; sonstige vollfleischige 43; fleischige 42—43.— Bullen: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwertes 43; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43.— Kühe: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwertes 43; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43; fleischige 38—43; gering genährte 32237.— Färsen: Vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes 43; vollfleischige 43; fleischige 43.— Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 63—67; mittlere Mast--und Saugkälber 57—62; veringe Saugkälber 50—56; geringe Kälber 43—49.— Schweine: Felle Speckschweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 56,5; vollfleischige Schweine über 300 Pld. Lebendgewicht 56.5; vollfleischige Schweine von ca. 240—300 Pfd. Lebendgewicht 54.5; vollfleischige Schweina von ca. 200—240 Pfd. Lebendgewicht 52.5; vollfleischige Schweine von ca. 160—200 Pfd. Lebendgewicht 50.5; fette Specksauen 54.5; andere Sauen 50.5.— Marktverlauf: Großvich, Klasse= und b zugeteilt, sonst flott; Kälber ruhig; Schweine zugeteilt. Kölner Schlachtvichmarkt Köln, 20. Januar. Auftrieb: 641 Stück Großlvieh; 1040 Kälber; 188 Schafe; 3195 Schweine. Bezahlt wurden für 50 kg Lebendgewicht in RM: Ochsen: Vollfleischige ausgemästete jüngere und altere 43; sonstige vollfleischige 43.— Bullen: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwertes und sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43.— Kühe: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwertes und sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43; fleischige 37—42; gering genährte 31—36.— Färsen: Vollfleischige ausgemäsiete höchsten Schlachtwertes 43; vollfleischige 43.— Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 65—66; mittlere Mast- und Saugkälber 58—64; geringere Saugkälber 48—56; geringe Kälber 35 bis 45.— Schafe: Stallmasthammel 50—51.— Schweine: Fettschweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 57; vollfleischige Schweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 57; vollfleischige Schweine von ca. 240—300 Pfd. Lebendgewicht 55; vollfleischige Schweine von ca. 200—240 Pfd. Lebendgewicht 53; vollfleischige Schweine von ca. 160—200 Pfd. Lebendgewicht 51: fette Specksauen 55; andere Sauen 51.— Marktverlauf: Rinder, gute Ware sehr gesucht; Kälber ruhig; Schafe belebt; Schweine zugeteilt. Frankfurter Schlachtviehmarkt Frankfurt, 20. Januar. Auftrieb: 902 Stück Grollvich; 370 Kälber; 36 Schafe; 3085 Schweine. Bezahlt wurden für 50 kg Lebendgewicht in RM. Ochsen: Jüngere vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes 43; sonstige vollfleischige 43; fleischige 43; gering genährte 35—42.— Bullen: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwertes 43; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43; fleischige 43; gering genährte 42—43.— Kühe: Jüngere vollfleischige höchslen Schlachtwertes 43; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 37—42.— Färsen: Vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes 43; vollfleischige 43; fleischige 43; gering genährte 38—42.— Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 62 bis 70: mittlere Mast- und Saugkälber 51—58; seringere Saugkälber 40—50; geringe Kälber 32—39.— Schafe: Weidemasthammel 51; mittlere Mastlämmer und ältere Masthammel 50; geringere Lämmer und Hammel 47—48.— Schweine: Fette Speckschweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 57; vollfleischige Schweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 57; vollfleischige Schweine von ca. 240—300 Pfd. Lebendgewicht 55; vollfleischige Schweine von ca. 200—240 Pfd. Lebendgewicht 53; vollfleischige Schweine von ca. 160—200 Pfd. Lebendgewicht 51; fleischlue Schweine von ca. 120—160 Pfd. Lebendgewicht 51: fette Specksauen 57; andere Sauen 57. — Marktverlauf: Rinder lebhaft, geringe Kühe abflauend; Kälber. Hammel, Schafe mittelmäßig, ausvefkauft; Schweine zugeteilt. Duisburg, 20. Januar. Auftrieb: 457 Stück Grollvich 489 Kälber; 8 Schafe; 1625 Schweine. Bezahlt wurden für 50 kg Lebendgewicht in RM: Ochsen: Jüngere vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes 43.— Bullen: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwertes und sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43.— Kühe: Jüngere voll fleischige höchsten Schlachtwertes 43; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 40—43; fleischige 35—39.— Färsen: Vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes 43.— Kälber: Beste Mast- und Saugkälber. 66—70; mittlere Mastund Saugkälber 60—65; geringere Saugkälber 50—58; geringe Kälber 42—48.— Schweine: Fette Speckschweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 57; vollfleischige Schweine über 300 ’fd. Lebendgewicht 57; vollfleischige Schweine von ca. 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 55; vollfleischige Schweine von ca. 200—240 Pfd. Lebendgewicht 53; vollfleischige Schweine von ca. 160—200 Pfd. Lebendgewicht 51; fette Specksauen 55; andere Sauen 51.— Marktverlauf: Rinder a)-Tiere zugeteilt, geringe Qualität langsam, Ueberstand; Kälber mittel; Schweine zugeteilt. Düsseldorfer Schlachtviehmarkt Düsseldorf, 20. Januar. Auftrieb: 144 Stück Großvich: 635 Kälber; 6 Schafe; 1939 Schweine. Bezahlt wurden für 50 kg Lebendgewicht in RM: Ochsen: Jüngere vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes 43; sonstige vollfleischige 43.— Bullen: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwertes 43: sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43.— Kühe: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwertes 43; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43: fleischige 40 bis 43: gering genährte 37—39.— Färsen: Vollfleischige 43. — Kälber: Sonderklasse: Doppellender bester Mast 80—83; beste Mast- und Saugkälber 60—68; mittlere Mast- und Saugkälber 34—59; geringere Saugkälber 47—52; geringe Kälber 42—46.— Schweine: Vollfleischige Schweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 57; vollfleischige Schweine von ca. 240—300 Pfd. Lebendgewicht 55; vollfleischise Schweine von ca. 200—240 Pfd. Lebendgewicht 53; vollfleischige Schweine von ca. 160—200 Pfd. Lebendgewicht 51: fette Specksauen 55: andere Sauen 51.— Marktverlauf: Großlrieh a) und b) zugeteilt: Kälber schlecht: Schweine zugeteilt. Rheinisch-Westfälische Börse zu Düsseldorf Düsseldorf, 20. Jan. Bei kleinem Geschäft war die Börse freundlich gestimmt. Im Verlaufe kam es besonders für einige bevorzugtere Papiere zu weiteren Kursbesserungen. Sowohl Verlauf als auch Börsenschluß waren als fest zu bezeichnen. Festverzinsliche Werte: Duisburg 1926 Duisburg 1928 Essen 1926, Ag. 19 Oberhausen 1927 Rheinprov. Ldsbk. G. Pfdbr. 3 dto. Kom. A. 4 Dt. Kom. Sammelabl. Anl. R. 2 dto. ohne Auslosung Rh. Westf. Bod. Cr. G. Hyp. R. 1 dto. R. 11.. dto. Kom. 1926 R. 4-6 Westd. Bod. Cr. G. 24-26 dio. Kom. Em 4. 8. Dt. Schiffskr. G. Pfdbr. R. 6 Aktien: Bösperde Walz Bonner Bergw. u. Hüttenverein Braunkohle Zukunft Dahlbusch dto. Vorz. Dorstener Eiseng Gerresheim Glas allesche Salz Köln Gummiläden Königsbrauerei Duissurg Rheinische Energie Schlegel Scharpens. Ver. Rumpuswerke Waggon Verdingen Dortmunder Aktienbrauerei Dortmunder Ritterbrauere. Dortmunder Unionbrauerei Telegraphische Auszahlung am 20. Januar 1936 Husumer Marktbericht Husum, 20. Januar. Die Zufuhr zu den schleswig-holsteinischen Ferkel- und Jungschweinemärkten betrug in der letzten Woche etwa 2300 Stück. Der Handel war mittel. Es kostelen: 4—6 Wochen alte Ferkel 13—17 RM; 6—8 Wochen alte Ferkel 17—21 RM: über 8 Wochen alte Ferkel 21 bis 26 RM das Stück. Nach Gewicht kosteten: Beste Ferkel 65—70 Rpf.; mittlere 60—65 Rpf.; geringere 53—60 Rpf. das Pfd.— Fette Schweine kosteten: Beste Ware 50 Rpf.; mittlere 48 Rpf.; geringere 43—45 Rpf.; Sauen je nach Güte 43—47 Rpf. das Pfd. Lebendgewicht. In Kiel waren 864, in Flensburg 860 fette Schweine am Markt. Berliner Produktenbericht (Eigener Bericht) Berlin, 20. Jan. Das Angebot in Brotgetreide, vor allem in Weizen, war klein. Das vorhandene Material konnte glatt abgeseizt werden. Weizen in Berlin leichter als in der Provinz, während Roggen bei den Provinzmühlen Unterkunft fand. Mehl hatte kleines, laufendes Bedartsgeschäft. Am Hafermarkt war von Angebot nichts zu hören. Futtergerste blieb zu kaufen gesucht. Industrie- und Brangersten konnten zu den geforderten Preisen schwer abgeseizt werden. Der Futtermittelmarkt lag stetiger. Kartoffelflocken zogen leicht an. Melassemischfutter wurde beachtet, während Kleien kaum zur Verfügung standen. Getrocknete Biertreber lagen ruhig. Malrkeime vernachlässigt. Blut-, Fleisch- und Fischmehle kamen kaum an den Markt. H. 17. 1 206.00 171.00 224—276 27.06 21.55 11.30 9.95 22—23 20—21 12½—13½ 17½—13½ 11¼—12¼ 14¾—15 83¾—9½ 12¼—12¾ 21—23 8.65 8.45 9.05 4.46 7.76 7.95 6.75 9.35 Berliner Metallmarkt (Eigener Bericht) Berlin, 20. Jan. Auch die neue Woche begann am internationalen Metallmarkt wieder unsicher. Standardkupfer war abbröckelnd und Elektrolytkupfer zu Beginr gehalten. Geschäftslos lag Silber.— Am deutschen Markt war die Lage unverändert. Delnotiz: 40.75 Feinsilber lag um eine RM 37—40 RM billiger.— Am Terminmarkt war die Haltung still.—ck Del-Notis Elektrolytkupfer(wireb.) prompt cif Hamburg. Breinen oder Rotterdam Berliner Metalle Orig. Hütten-Aluminium 98—99 0 in Blöcken, Walz- od. Drahtbarr. Orig. Hütten-Aluminium in Walz- od. Drahtbarren Reinnickel 98—99% Antimon Regulus Silber in Barren ca. 900 f. ka. Gold Freiverkehr per 10 g Platin Freiverkehr 1 g (Reichsmark per 100 kg) Januar Februar März April Mai Juni —„ Dienstag, den 21. Junuar 1936 Selleierstünde Das Uhrwerk Richard Euringer gehört in treuer Kameradschaft seit Jahren zu den ersten Mitarbeitern unserer Zeitung. Auch er schreibt nebenstehend bekenntnishafte Worte über seine Mitarbeit in der nationalsoziallstischen Presse. Wintergewitter zählen, wohl nicht nur in dem verlorenen Windmühlenzwickel Westfalens, wo wir hausen, zu den Seltenheiten. Aber das Jahr treibts nach Laune! Kein Schnee. Kein Schnee... Eine Stunde vor Sonnenuntergang setzte der Sturm ein, daß Schindeln von den Dächern stoben, und vom Zug durchs geschlossene Fenster die bunte Liebesampel meiner Stube pendelte wie ein Weihrauchfaß. Türen knallen ins Schloß, aus den Krautgärten vorm Fenster starteten ganze Geschwader an Spreu, Papier, Kleinholz, gepeitscht von breiten Fahnen Landstraßensand und morschem Vorjahrlaub; Schlagregen erwartend, tappten die Frauen von Speicher zu Flur. Dann aber lehnten wir beide wortlos am Küchenfenster, Mijntreud und ich. Wohl eine Viertelstunde lang. Gebannt vom berückenden Blendwerk dieses Wetterleuchtens, das Landstriche aufwarf in Glut und Farbe, Scheinwerferkegel hieb in rasenden Eichenwald, flammende Häuserfirste jählings einschluckte in wesenloses Grau. Einmal erhob sich Mijntreud, schob den Schemel vor die Tür zur Vorratskammer, langte sich das rote Lämpchen vor der Madonna della sedia herunter, und blies es aus. Dann versank die Sonne, unnatürlich groß, verquollen und tomatenrot. Unter ihren letzten, sonderbar faden Strähnen verschlappte der Sturm. ... Wir sahen uns an wie Kinder, als es draußen so unwahrscheinlich still wurde, und kein Tropfen Regen fiel. Worauf wir wohl warteten? Treud sah nach der Uhr. Zum Abendessen schien es zu früh. Wir blieben beisammen und warteten. Dann scharrte draußen vor der Haustür der Hund. Es ist nicht unser Hund, und ich will nicht leiden, daß er in die Küche komme. Es ist der Hund vom Gut. Meist kündet er Besuch, aber er macht auch seinen Privatabstecher, wenn jemand vom Gut vorbeigeht, der uns nichts will. Jedenfalls kratzt er die frischgebohnte Tür zuschanden. Weit und breit sah ich niemand; den Hund wies ich weg. Gutmütig trollte er heim. Mich aber faszinierte ein erdigmodriger, ganz weicher, laulichter Ruch der schwebenden Luft, wie ich ion nie erlebt bis zu dieser Stunde. Moos, ein faulendes Scheit im Erdreich, an dem die Würmer sich ringeln, Nadelwaldboden, ein Brunnengrund, im Keller die Champignonecke: in solcher Atmosphäre schien mein Leib sein Gewicht zu verlieren, bewegte sich leicht und frei. Treud teilte mein Verwundern. Wir streiften die Schuhe über, Mantel und Schal, und schlüpften hinaus. In milchiger Dämmerung schwammen die Zweisensterfronten der Vorstadthäuschen, die sich ins platte Land verlieren. Durchs Gewirr der Krautgärten, an Müllhäufen vorbei, deren Unrat der Sturm weithin verstreut, stapften wir, von irgend einer rätselhaften Unruhe getrieben, durch die fallende Dämmerung, bachentland, über die morsche Brücke, im Bellen eines Hoshundes hinauf zum trotzig eigenbrötlerischen Eigentum des Bauern, zwischen Weidengrund und schwarzer Erde, da erschreckte uns die lautlos uns überholende Gestalt eines alten Mannes, der wie unser eigner Schatten jäh vor uns aufsprang, Von Richard Euringer und eilig weiterstrebte, nur einmal uns das weißbärtige Gesicht zuwendend, das einem Seemann eher zugehören mochte als einem Bauern. Ein paar zwinkernde Augen, ein paar ironisch=nackte Lippen traten mir ins Bewußtsein, Mütze, Halstuch, derbe Bluse, vorgebeugter Oberkörper, und ein weitausholender Schritt in lautlos gesetztem Holzschuh. Betroffen verhielten wir den Schritt, betroffen wie Liebesleute, die keine Zeugen wünschen. Treud klagte plötzlich über Schwüle, nestelte den Hals frei, entblößte den Kopf, strich mit dem Taschentuche sich die Stirn..:„Mein Gott, hör!“ sagte sie, halb belustigt, halb erschrocken,„mein Haar knistert!“ „... elektrisch! Ich bitte Dich, Mijntreud, sieh Dir doch den Mann an dort vor uns...“ „Was? Was denn?“ Aengstlich faßt sie meinen Arm. „Nichts. Mir war, er trüge ein Licht. Vielleicht eine glimmende Pfeife, deren schwacher Enbekannte Schönheit Gestfalens # 7 SA 7 Schein seinen Kopf umrandet, vielleicht ein Windlicht vor der ab gewandten Brust. Komm! Komm! Um Weihnachten hätten wir gesagt: Der heilige Knechtl, nun wissen wirs besser, ganz alltäglich und banal: Elektrizität. Er geht in einer Gloriole von.. Das letzte Wort sprach ich nicht aus. Es sagte sich selbst! Ich habe sowas nicht erlebt, soviel ich lebte in wechselvollem Leben: vor mir barst der Himmel in einer einzigen zermalmenden Detonation. Taumelnd in violettem Blendlicht riß ich mein Weib zurück. Minutenlang zitterten uns die Kniee, wurden wir nicht mächtig unserer Augen. Sinnlos tasteten wir uns ab, eins das andere, unwissend, was geschehen, unbegreifend, erschüttert und seltsam erlöst dennoch. Dann schrie das Hirn um Deutung. Blitzschlag? Ahnung trieb uns vorwärts. Unerträglich dies Dunkel geblendeten Augenlichts! Da stieß der Fuß an den Mann... Erschlagen? Vom Blitz erschlagen!! Zwischen Rain und Acker lag er, breit, schwer, ausgestreckt wie ein Warnmal oder Wegweiser, den der Sturm entwurzelt. In die Furche gesunken der Kopf. „Gib acht! Gib acht!“ wimmerte Treud aus irgend einer abergläubischen Beklemmung. Aber die Toten sind träge. Er litt es, daß ich mein Ohr legte an die ausgeblasene Brust, in der kein Fünkchen mehr flackert, kein Puls schlag pocht... Aber... was ist dies sickernde Wispern, dies geisternde Picken, dies verlende Ticken einer letzten Lebensregung!? Ticken... Die Uhr. Ueberlebendes Leben. Besinnlich stütz ich in die Hand den Kopf. Sie haben ihn ausgestellt, sie haben ihn be graben, den fremden Mann, den keiner kennt in der ganzen Gegend. Es muß ein Ausländer gewesen sein. Ein Holländer höchstwahrschein lich. Die Kommission ging so klug von der Stätte, als sie gekommen war. Er trug nichts bei sich als ein phantastisch=rotgeblümtes Schnupftuch und die goldene Uhr. Eine sehr alte, sehr solide, sehr wertvolle Uhr. Zwei Generationen hat sie hinter sich. Soviel steht fest Sie hat den Vater überlebt. Nun überlebt sie den Sohn. Sonderbar. Oder ist das gar nicht so sonderbar? Du ziehst sie auf mit dem feinen goldenen Schlüsselchen, und sie läuft. Rein mechanisch, ohne viel Wesens und Wichtigtuerei... In der ganzen Stadt haben sie den Blitz gesehen und, was kaum zu glauben ist, gehört Wir haben nichts gehört und kaum gesehen Wir sahen einen Mann und ahnten nicht, daß ein Herz schlug in seiner Brust. Und als es zu schlagen aufgehört, da hörten wir die Uhr. Eine ganz ganz feine, sinnreich simple Mechanik. Es hat nichts weiter auf sich. Das Herz bleib stehn, die Uhr tickt fort. Wir wollen schlafen gehn. Das Denken macht so dumm. Der Mond hat einen Hof. Nun bekommen wir Frost. Träum nicht bang, Mijntreude!... Gut Nacht! M ehrüden, Wir setzen heute mit einem Bilde des Chorgestühls aus der Schloßkirche zu Cappenberg unseren Fotowettbewerb fort, das von Fritz Körner. Dortmund-Derne, stammt. Diese Aufnahme vermittelt ein hervorragendes westfülisches Kunstwerk, das nur wenige kennen und unseren Lesern zeigt, wie vielfältig gerade die unbekannten Kostbarkeiten der engeren Heimat sind. M nsnnnnninneririirrirntiniittinrierirnininiirrrnn Richard Euringer „Wir Dichter arbeiten mit“ Don Richard Euringer Das Problem der Arbeitsbeschaffung ist das Problem der Mitarbeit: auch für den Künstler, für ihn erst recht. Die Zeit ist vorüber, da er als fünftes Rad am Wagen, als überflüssig, als ein Narr auf eigene Faust verstanden und mißverstanden wurde, unnütz für jede rechte Arbeit. Gilt sein Werk nun wieder als Arbeit, als Leistung für das große Ganze, ja als notwendige Leistung im Leben und Weben des Organismus, so wird die Frage der Arbeitsbeschaffung zur Frage der Mitarbeits=Beschaffung. Man sieht: wer vom Einzelmenschlein ausgeht, der könnte den Künstler auch heut sich noch denken als die in sich geschlossene Kraft ohne Amt und ohne Wirkung. Wer vom Volk als der Einheit ausgeht, ordnet den Künstler organisch ein, den Einsamen in die Werkgemeinschaft. Sprechen wir hier nur vom Schrifttum und der Mitarbeit an der Zeitung, so müssen wir offen zugestehen, daß das, was sich Mitarbeit nennt, vielfach noch ein konfuses Zufallsergebnis wilder Angebote ist. Die Möglichkeit echter Mitarbeit setzt erfahrungsgemäß voraus erstens gemeinsame Weltanschauung. Zweitens eindeutige Charaktere, die nur das tun, wozu sie Beruf und Vermögen spüren, Drittens den Mann mit dem klaren Wollen, also mit dem klaren Ziel, der seine Mitarbeiter einsetzt, anregt, aber auch zurechtrückt, wenn sie das Leistungsziel verlassen. Viertens Arbeit auf lange Sicht, die nicht plötzlich in Hast verfällt, dann wieder abschweift von Name zu Name; denn nur so wird der Mitarbeiter über seinem eigenen Planen das gemeinsame mit halten können. Fünftens also Treue, Beschränkung auf die Mannschaft der Männer, die allmählich zusammenwächst, auch menschlich, zu der Kameradschaft, wenn nicht das Gesamtkunstwerk, so doch das Gemeinwerk erwächst. Es ließe sich freilich noch vieles sagen. Ich will mich hier jedoch darauf beschränken, festzustellen, daß ich solche Werkgemeinschaft im jungen Reich erwachsen sehe, als Ausdrua einer Weltanschauung, die sie eigentlich erst ermöglicht. So also weiter in Kameradschaft! IIm 3) Von HEINZ STEGUWEII Verlegt bei Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. Der erste Schritt, den ich, der Morgenwäsche wegen, denn ich war immer ein sauberer Patron, zum Ufer tun wollte, wurde gebremst. So jäh, als hätte ich barfuß auf elektrischen Draht getreten: O ihr unsichtbaren Sterne, ich sah euch! O ihr Geigen am Himmel, dieses Tandaradei! O ihr Düfte des Paradieses, eure ambrosische Köstlichkeit! Im Vertrauen: Zehn Schritt vor mir badete ein Mädchen im Geplätscher der Almar! Jetzt erst, da ich aus dem hohen Gras gestiegen war, erstarrend, als hätte ich Krampfadern, konnte ich das Mirakel bestaunen. Süßspeise nach dem Sauerbraten. Und da ich nie ein Vegetarier war, ergriff ich weder die Flucht, noch deckte ich die Hand übers Auge. Wer so kühn war, hier zu baden, der mußte gefaßt sein, daß man mit ihm um die Wette schwamm. Die Kleider hingen am Busch, die Schuhe standen im Moos, das Schilfrohr bog sich unterm Linnen. Da sank ich in die Knie. Da legte ich mich bäuchlings hin und spähte: Das Mädchen, blühend wie Susanna, badete mit einer Hingabe an die Einsamkeit, daß man fromm wurde. Ein Händeklatschen? Ein Jodler? Ein neckender Zuruf? O, es wäre schänderisch und entweihend gewesen. Nein, stille sein, die Natur bewundern. Und so andächtig bleiben, als brüte dort eine Ente im Binsicht. Immer noch blies Herr Severin Bastian seine Trompete. Nur leiser und müder, eine Lunge ist ja kein Orgelbalg. Dann, als das Lied verstummte, so daß man das Zirpen der Grillen und das Getrommel der Hummeln hören konnte, kroch ich zurück, Zug um Zug, mit aufgestemmtem Ellenbogen, so, als müsse ich Deckung suchen. Im nächsten Gebüsch stand ich auf, sachte, daß die Zweige nicht knickten, und warf dann alles von mir, was von dieser Welt war: Klamotten, Hemd und Stiefel. Eine Schwimmhose trug ich sommers immer in der Tasche, also band ich sie dorthin, wo es sich gehörte. Ein Hüpfen noch ins Freie, ein Laufen und Rennen im Schutz der Sträucher— und kopfüber sprang ich ins Gurgeln des Flusses. Ein Hecht war in die Bucht geraten, und der Goldfisch, ach, die Forelle floh entsetzt zu den Felsen! Nicht, als ob das Mädchen geschrien hätte, vielleicht war es der Stimme nicht mächtig. Es schwamm nur, einen Arm über den anderen schwingend, hastig zur Mitte, wo ein Stein voll Moos und Algen die Strömung pflügte. Da rief ich: „Woher kommen Sie? Ich dachte, ich wäre allein—?“ Die Nymphe kroch auf den Felsen, das war nicht leicht, Hände und Füße glitten aus auf dem Schlick. Nun sah ich den ganzen Menschen! Und das tropfende Badezeug, ein Gewebe von azurner Farbe, umspannte die feinen Maße der Schöpfung. Darüber viel Sonne, nicht warm mehr, sondern heiß. Ich aber war seit Tagen unrasiert— ein Glück, daß ich mich schämen konnte. „Kind, warum so ängstlich? Das Wasser ist gefährlicher als ich!“— Ich blieb, zehn Stöße weit, im Strude stehen. Die Almar war kein Amazonas, sie strömte wohl, doch war sie kein Strom von Tiefe und rücksichtsloser Gewalt. Sie tat nur so. Das Mädchen wischte sich Tropfen von den Wimpern, versuchte ein Lächeln:„Ist man nirgendwo sicher? Der Trompetenbläser war schon lästig, und nun kommen Sie—?“ „Nicht böse sein, Mädchen, das Wasser hat Raum genug!“ „Sind Sie Kommilitone——?“ Das schlug mir ins Gebein. Wenn ich abwinkte, wurde ich kaum freundlicher begrüßt als beim welschenden Trompetenbauer. Also biß auf den Nagel: „Gewiß bin ich—— wie sagten Sie?“ „Kommilitone—?“ „Jawohl, genau das!“ Ich dachte: Wer eine Schwimmhose trägt, kann sich als Schah von Persien ausgeben, doch war ich bescheiden genug, es beim Kommilitonen bewenden zu lassen. Gott hatte mir eine gute Haltung geschenkt, auch eine Umgangssprache von artigem Ausdruck— das Erbe der Mutter, die einmal gute Tage gesehen. Dann hatte das Schicksal mit dem Hammer draufgeschlagen, als ich noch Amboß war. Indessen:„Wollen wir um die Wette schwimmen, Fräulein..., wie heißen Sie?“ „Jorinde!“ „Ist das ein Vorname oder...?“ Wie sie vom Felsen kippte vor Lachen. Und wie ich ihr hals, daß sie wieder thronte. Mit der Behendigkeit eines Salamanders war ich zur Stelle gewesen. „Natürlich ist das ein Vorname, alles andere geht Sie nichts an.— Und wie heißen Sie?“ „Johannes!“ Sie krähte wieder auf: „Johannes hatte keinen Bart!“ Ich fühlte meine Stoppeln, als wären sie ein Kaktusbeet. Jorinde„befreite mich vom Unbehagen:„Na ja, Kommilitone, Geld haben wir alle nicht, wir Studierenden von heute!“ Da wußte ich, was ein Kommilitone sei. Ein Studiker. Sah ich noch so aus? Als Dreiunddreißiger? Als Frontschwein? Gott erhalte die Schwimmhosen, man ist glatter in der Haut als im Kamisol. Mochte ich jetzt zwanzig sein, der Rest lag drüben im Gebüsch. „Wollen wir also um die Wette—?“ Ich hatte kühn gefragt, ohne inne zu werden, daß Jorinde mich mit liebevollen Blicken maß. Aus ihrer Gummikappe lugte eine Flocke Blondheit, das Gesicht war leicht gebräunt, um die Lippen zuckte eine Milde, als habe das Fräulein die Absicht, einmal Mutter zu werden im Leben. Und diese Pupille! Zum Lesen. Ein Märchenbuch. Jorinde! Da mein Kopf heiß wurde, fragte ich nochmals:„Wollen wir um die Wette—?“ Nach einer beklemmenden Pause sprach Jorinde, etwas heiser mit der Stimme: „Gut, Herr Johannes. Um die Wette. Aber stromab!"— „Nein, meine Liebe, stromauf! Das ist zeitgerechter, außerdem denke. ich mir etwas dabei!"— Die Studentin zählte bis drei, schwamm los, ich folgte langsam und gönnte ihr den Vorsprung. Ich mußte ihr dieses Geschenk machen, weil ich kein anderes hatte. Und ich brannte darauf, dem Mädchen gut zu sein. Welch süßes Obst— Johannes Leinen aber litt Hunger.— Das Quälende schlug ich von mir wie einen fetten Brummer. Also schwamm ich, kämpfend, rudernd, um mich schlagend; und da ich trotzdem im Nachteil blieb, denn Jorinde war die Schwester aller Forellen, demütigte ich mich bis zum Karpfen, der sich als behutsamer Einsiedler durchs Wasser murkste. „Gewonnen!“ schrie Jorinde, als sie mitten im Fluß eine Insel fand, auf deren Sand sie sich ausstreckte und sonnte. Bald war ich am Ziel, ließ mich gleichermaßen von der Hitze des Mittags trocknen. Zwei Seehunde. Nur nicht so traurig.— Oh, ich ahnte nicht, daß das ewig lauernde Verhängnis schon hinter der Hecke lag: Das nahe Seidelburg war eine Universitätsstadt, durfte es mich wundern, wenn am Ufer plötzlich ein Student stand? Zackig mit Mütze und Band? Mein Kommilitone! Er schwenkte den Spazierstock, er winkte mit dem Badezeug, er legte die Hand als Schalltrichter um den Mund: „Jorinde——!“ Das Mädchen schreckte auf, spähte, schlug in die Pfötchen: Da, der Horst Tiburtius!“ Und schrie die eifrige Frage hinterher:„Bestanden—?“ Der Studio, der also Horst Tiburtius hieß, bejahte mit jubelnden Gebärden, die einem Keulenschwinger nicht unähnlich waren. Mir behagte das Spiel mitnichten, zumal der Nebenbuhler in den Busch kroch, um, gleich mir, alles abzuschälen, was von dieser Welt war. Und meine Geistesgegenwart war völlig abwesend, als ich sah, wie Horst Tiburtius wieder auftauchte, in der Faust meine armseligen Klamotten schwingend samt Hemd und Hut: „Jorinde, hier hat ein Landstreicher die Wäsche gewechselt!“ Mir wurde der Gaumen trocken. Und der Unterkiefer blieb vollends stehen, als Jorinde mit einem scharfen Pfui den Wegwurf der Sachen forderte:„Voll Dreck und Läuse! Nicht wahr, Herr Johannes—?“ „Selbstverständlich, zarte Jorinde!“ Ich konnte nicht die Bremse ziehen. Ich durfte keinen Zuruf der Verhinderung wagen. Mein Hemd starrte vor Sauberkeit, mein Herz schlug verliebt— außerdem war ich Kommilitone Nein, das Wetter bedrückte mich trotz Sonne und paradiesischer Glut. Jorinde sprach wenig, sie wartete auf den Freund, der, wie sie mit erregter Stimme gestand, sein Physikum gemacht habe. „Ja, den Horst, den müssen Sie näher kennenlernen!“ Ich lernte ihn näher kennen. Ich Zaungast und Mauerblümchen. Denn der Kerl stand bald in der Schwimmhose am Ufer, vergnügte sich damit, meine letzte Habe mit einem Jauchzer übermütiger Verzückung in den Fluß zu schleudern, der die teuren Armseligkeiten davonschleppte; zuerst das Hemd, dann Hose und Galoschen, während mein kalkiger Hut auf den Wellen tanzte wie ein Schifflein kindlichen Vergnügens. Wehe, der Hut war noch lange zu sehen, während Hose und Hemd bald von der Feuchte des Strudels vollgesogen und eingeschluckt wurden. Ich betrachtete meine Schwimmhose: Wie sollte das noch enden? Dann spannte ich den Bizeps an: Würde der mir helfen?— (Fortsetzung folgt.) ZKI 2 ORIGINALROMAN VON HERMANN LIENHART Urheberschutz der Stuttgarter Romanzentrale C. Ackermann, Stuttgart Originalzeichnungen: Sprick. Als der Alte eintrat, schwiegen sie auf einmal, warfen die Becher fort, daß der edle Wein über die kostbaren Felle floß und sprangen auf. In aller Augen lag spannende Erwartung. Minco zog das Kuvert aus seiner Tasche, und reichte es einem Manne von ausgesprochen jüdischem Aussehen. Er war sehr häßlich, hatte das Gesicht voller Pockennarben und sein ganzes Wesen war in dieser Umgebung das eines Anführers. Dieser Mann war David Kippewasser, der im Gegensatz zu der kriechenden Freundlichkeit, die er Pugatschow gegenüber bewiesen, nun von einer brutalen Grobheit war. Er riß dem Alten das Kuvert fast aus der Hand, er brach die Siegel und überflog das Schreiben mit kritischen Blicken. Niemand sprach ein Wort. Der Alte stand da, schielte mit listigen Aeuglein zu Kippewasser hinüber und drehte verlegen seine Mütze in der Hand. „Es ist gut, Minco“, sagte der Jude und steckte das Schreiben achtlos in die Tasche. Die übrigen Banditen sahen ihren Führer fragend an. Kippewasser setzte sich auf ein Fell und starrte vor sich hin. Immer noch herrschte eine beklemmende Stille. Alle fühlten, daß etwas Besonderes im Anzug war, daß sich irgend etwas ereignen würde, das hart an aller Leben griff. Diese Banditen, so roh sie auch gegen andere waren... in dem Moment, da es sich um ihr eigenes kostbares Leben handelte, waren sie wie Nuchen Adatzki von einer ausgesprochenen Feigheit. Abermals tappte sich jemand durch den Gang. Er war mit dem Auto gekommen, das er irgendwo im Walde versteckt hatte. Er war von hoher, schlanker Gestalt, hatte kühne, blitzende Augen. Aber in dem Moment, da er nun in den Bereich des Lichtes trat, trug er eine Halbmaske. „Der Chef“, murmelten die Banditen und wichen unwillkürlich etwas zurück. Nun standen sie dicht zusammengedrängt im Hintergrund der Höhle. Nur David Kippewasser war auf seinem Fell sitzengeblieben. Es war, als bohrten sich die Augen dieser beiden Männer wie die zweier Todfeinde ineinander. Der mit„Chef“ Bezeichnete schien ein noch junger Mann zu sein. Wie er so dastand, ein vitch.“ Bild voll Kraft und Elastizität, glich er einer Statue. Die verschränkten Arme waren in allen Muskeln angespannt. Ein brillantenbesetzter Revolver blitzte in seinem Gürtel. Im übrigen war der Fremde mit ausgesuchter Eleganz gekleidet. „Hast Du das Schreiben erhalten, David?“ Kippewasser schnellte auf einmal von seinem Sitz hoch, kam mit gespreizten Fingern auf den Chef zu.„Ich habe alles gelesen... aber ... das werde ich nicht tun! Ich töte Sa watschenko nicht!“ Die Augen des Maskierten funkelten wie zwei Degenklingen.„Du weigerst Dich also!“ Der Jude trat einen Schritt vor.„Befiehl uns, ganz Kischinew in Brand zu stecken, wir gehorchen. Aber diesen Mord... nein das ist eine Gemeinheit!“ Der„Chef“ spielte bezeichnend mit seinem Revolver, sagte nochmals scharf:„Du weigerst Dich, David?“ „Ja— ich weigere mich! Ich gehe auch nicht mehr zu Pugatschow. Er hat Voroi getötet ... im Auftrage von Wassiljew.“ „Warum lebt er noch?“ „Warum...?“ Die Banditen sahen sich einander an und grinsten. Einer sagte:„Das ist gefährlicher als einen ganzen Gutshof zu plündern. Was siljew liebt Tatjana Sawatschenko.“ „Eben darum muß er sterben. In dieser Nacht. Und Kippewasser wird es tun. Hast Du Dich nicht bei Voroi gerühmt, Du wolltest ihm das Geschäft abnehmen? Es gibt für uns nur einen Weg: entweder wir lösen unsere Organisation auf, oder... Wassiljew lebt morgen nicht mehr!“ „Ich... tue es“, sagte Kippewasser.„Das tue ich, aber das andere nicht.“ Der„Chef“ lächelte, sah auf Minco, der unter dem Blick des Maskierten zusammenschauerte. Es war, als flüsterte er ihm zu: erst Wassiljew... dann Kippewasser.„Wo sind die andern?“ fragte er. „Drüben.“ Kippewasser deutete in der Richtung nach dem anderen Ufer. „Wir werden einige Tage aussetzen“, sagte der Maskierte.„Erst Wassiljew, dann PetroDie Banditen schoben ein Bein vor, krauten sich den Bart— schwiegen. Mincos Gesicht war unbeweglich. Er hing wie hypnotisiert an den Augen des Banditenchefs. Der Befehl sämmerte in seinem Hirn:„Kippewasser!... Kippewasser!“ Der Jude stand unschlüssig. Da sagte der Chef:„Ich ziehe den heutigen Befehl zurück. Erst Wassiljew!“ Ein Zittern lief über die kräftige Gestalt Kippewassers. Sein Kopf sank herab, schlaff waren seine Arme. In seinen Augen lag ausgesprochenes Entsetzen. Dann fuhr er auf einmal hoch und packte Minco am Hals.„Du! Du!... Was verschweigst Du mir?“ Minco fiel in die Knie, sein Gesicht wurde blau. Niemand der Banditen rührte sich. Auch der„Chef" nicht. Plötzlich ließ Kippewasser den Alten fahren und rannte durch den Gang davon. 6 (811 Kinpewasser schnellte auf einmal von seinem Sitz hoch, kam mit gespreizten Fingern auf den Chef zu.„ien habe alles gelesen... aber... das werde ich nicht tun! Ich töte Sawatschenko nicht!“ Das Gesicht des Maskierten war unheim lich. Die sichtbare Partie schien wie aus Stein gemeißelt. Auf einmal brach er in ein gellendes Hohngelächter aus, das schauerlich in der Wölbung widerhallte. Niemand der Banditen wagte sich zu rühren. „Natascha Petrowna ist heute wahnsinnig geworden. Kippewasser wird es morgen auch sein.“ Minco rieb sich den schmerzenden Hals, hob das Messer auf, das dem Juden entfallen war, steckte es ein und schlich davon. Haß funkelte in seinen Augen— Haß und Gier. „Ihr bleibt hier, bis ich Euch rufe“, sagte der Maskierte, zog seine Brieftasche und reichte jedem eine Tausend=Lei=Note.„Die andern liefern die Ware an die bewußte Stelle ab und halten sich dann hier zur Verfügung. Es steht ein entscheidender Schlag bevor.“ Wiederum sprach niemand von den Banditen ein Wort. Der Maskierte wandte sich jetzt dem Ausgang der Höhle zu. Und es war tatsächlich so, wie wenn sich ein Tierbändiger langsam aus dem Raubtierkäfig zurückzieht. Die Augen des Inheimlichen hielten jeden einzelnen im Bann. Sein hypnotischer Befehl lautete:„Hierbleiben und gehorchen!“ Nur Sascha Pankowicz knurrte wie ein gereizter Tiger. Er war neben David Kippewasser der Gefährlichste der Bande. Und der Wissende. „Habt Ihr gehört——— Ihr habt hier= zubleiben!“, sagte der Maskierte noch einmal und verschwand in dem Gang. Sascha sprang, kaum daß er fort war, auf. „Er wird uns alle— einer nach dem andern— umbringen lassen und sich dann brüsten:„Seht — ich habe die Bande vernichtet!... Idioten, seht Ihr das nicht ein?“ Die andern grinsten ihn nur blöde an. „Teufel!“, knurrte Pankowicz,„Ihr seid Feiglinge! Alle miteinander! Ich wette meinen Kopf, daß David Kippewasser nicht wieder kommt!“ Trotzdem die anderen Banditen ihm innerlich recht gaben, wagten sie doch nicht, ein unehrerbietiges Wort gegen den„Chef" zu sagen.——— 13. Kapitel. Gregor Wassiljew bewohnte ein kleines Häuschen fast am Ende der Stadt. Es war ein Erbteil seiner verstorbenen Mutter, die hier etwas Landwirtschaft getrieben hatte. Hinter dem Häuschen lag ein bescheidener Garten, in dem nur noch ein Ziegenstall an die einstigen Zeiten erinnerte. Der Vater war von Komitatschis erschossen worden, und so kam es, daß Gregor schon sehr früh einen glühenden Haß gegen alles, was Verbrechen hieß, empfand. Das brachte ihn später zur Polizei, wo er jahrelang die untergeordneten Stellen innehatte, bis ihn der Fall Rawin an die Oberfläche trieb und ihm den Posten eines Inspek tors einbrachte. An dem Abend ging er ganz allein, inner lich sehr befriedigt, seinem Heim zu. Der Tag hatte ihn wieder um ein gutes Stück vorwärts gebracht. Aber er ließ sich Zeit. In diesem Fall konnte er nicht vorsichtig genug vorgehen Das Programn., das er sich gemacht, war eine laufende Kette von sich verschiebenden Ereignissen, die wie Zahnräder ineinandergriffen Löste er ein Glied aus dieser Kette, so stürzte der ganze Aufbau in sich zusammen und er mußte wieder von vorne anfangen. Die Geg schwer, fast überhaupt nicht zu fassen dar Er wartete darauf, daß sich eine große Sache vorbereitete, bei der er die ganze Bande auf einmal beisammen hatte. Es war hier draußen so finster, als schreite er über flaches Feld. Die letzte Laterne hatte er in der Temesvarer Straße hinter sich geassen. Von da bis zu seinem Häuschen war mmerhin noch ein Weg von einer halben Stunde. Gregor Wassiljew tauchte in diese Finsternis mit dem bestimmten Empfinden, daß ihm jemand folge. Er hörte einen schweren Schritt. Der Mann schien auf einem Bein zu zinken, auf jeden Fall schleifte er es nach, denn er trat immer besonders fest auf, wenn er ein Bein vorsetzte. Wassiljew schätzte den Abstand ein nach dem Klang der Schritte. Hier draußen wohnte niemand mehr, sein Haus war das etzte, und der Mann, der ihm folgte, konnte also keine guten Absichten haben. Wassiljew war ganz ruhig. Er sagte sich, daß ihn, wenn er nun angegriffen wurde, nur seine Geistesgegenwart retten konnte. Allerdings konnte der Mann auch schießen. Ein Schuß hier draußen würde kaum auffallen, ja, er würde überhaupt nicht gehört werden. Eine Weile schritt er so weiter. Sein Haus konnte er noch nicht sehen. Vor ihm war eine gähnende Finsternis. Und hinter ihm drein kamen die tappenden Schritte. Die Nacht verschluckte alles. Wassiljew ließ sich auf einmal fallen, links in den Straßengraben— lautlos mit zusammengebissenen Zähnen, rollte ein Stück weiter und blieb liegen. Der Mann schritt weiter, hatte nichts gemerkt oder tat so, als ob er nichts merke. Nun war Wassiljew hinter ihm, spannte den Hahn seines Revolvers und schlich sich auf den Zehenspitzen hinter dem Mann her. Nun war nur noch der Schritt dieses nächtlichen Wanderers zu hören. Er schritt unentwegt weiter, als habe er noch einige Stunden zu gehen, als ginge ihn Wassiljew überhaupt nichts an. Da blieb der Mann stehen. Ein gespenstischer Schatten tauchte auf... das Haus. Der Inspektor blieb hinter einem Baum stehen, hörte den Mann das Haus betreten. Das war alles so selbstverständlich, daß Wassiljew sich gar nicht wunderte. Er stand nur und lauschte. Ein schwacher Lichtschein huschte durch das Haus, leise, tastende Schritte kamen die Treppe hinunter. Oben war sein Schlafzimmer. Was der Mann dort oben suchte, wußte er nicht. Er hätte jetzt hinein in das Haus können, den Mann zu verhaften. Er unterließ es. Es war ihm wichtiger, festzustellen, was der Geheimnisvolle in dem Haus zu suchen hatte. Er mußte doch damit rechnen, daß Wassiljew, den er ja verfolgt hatte, draußen auf ihn wartete. (Fortsetzung folgt.) Minnmmmmmmmmmmmmmmmm ner, mit denen er zu tun hatte, waren sehr Teopold kauft einen Tuftballon Eine lustige Tiebesgeschichte]# Von Diemar Moering Es gab Augenblicke, in denen Leopold sonst etwas darum gegeben haben würde, wenn er Mirabel gar nicht erst kennengelernt hätte.— Das war auch der Grund, aus dem er eine entscheidende Aussprache immer und immer wieder hinausschob. Ihre Beziehungen zueinander waren bis zu dem Punkte gediehen, wo man den wilden Entschluß faßt, sich entweder ein für allemal zu trennen oder ein für allemal und auf Biegen und Brechen beieinander zu bleiben. Und Leopold wußte nicht, wie er sich verhalten sollte. Natürlich liebte er Mirabel, ganz gehörig sogar, aber konnte er es wagen, darüber hinauszugehen und sie seinem Leben als festen Bestandteil. einzuordnen? Eignete sie sich überhaupt dafür? Für Ordnung, feste Bestandteile und dergleichen? An Leopolds Herzen nagten Kummer und Zweifel. Schließlich war Mirabel genau das Gegenteil seiner selbst, und diese Tatsache war offenbar auch der Grund seiner Neigung zu ihr. Leopold war korrekt, ernst, ein bißchen schwerfällig und alles in allem ein höchst vernünftiger Mensch mit gezügeltem Temperament. Mirabel aber sah scheinbar ihre eigentliche Lebensaufgabe darin, die braven Einwohner der Stadt durch alles, was sie sagte und tat, in fröhlicher Ungebundenheit vor den Kopf zu stoßen, eine schlechte Erziehung zu heucheln und sich in den Ruf einer halbwegs verkommenen„Person" zu begeben. Dabei war sie die Tochter eines höchst achtbaren Studienrats aus München und im Grunde genommen nichts weniger als leichtfertig oder oberflächlich. Aber die ein wenig steife Gemessenheit des Lebens dieser Stadt im Norden empörte ihre bewegliche Natur und ihre Jugend machte sie ungebärdig wie ein Füllen. Sie lebte erst seit drei Monaten in der Stadt und war eigentlich nur dorthin gekommen, um in der landschaftlich reizvollen Gegend ein wenig herumzupinseln. Will sagen: sie malte, und dabei hatte Leopold sie getroffen und, da er ein Bildernarr war, sich ihr enger angeschlossen. Zu eng, wie er später zu seinem Schrecken bemerkte. So eng jedenfalls, daß er nun vor einer Entscheidung stand, zu der er nicht den Mut fand, gleichviel, wie sie auch ausfallen mochte. Als sie einander zum siebenunddreißigsten mal trafen und Leopold seiner Freundin zum siebenunddreißigstenmal als ritterliche Auf merksamkeit ein paar Blumen mitbrachte, er klärte ihm Mirabel rundweg, er überbiete sich ihr gegenüber in jener Langeweile, durch die sich alle Menschen dieser Gegend auszuzeichnen schienen. Er dürfe ihr ruhig einmal etwas anderes verehren. Leopold war nie auf den Gedanken geommen, etwas anderes als Blumen als geeigneten Gegenstand für den Ausdruck einer gewissen Verehrung zu betrachten. Also ragte er zu einem Drittel erstaunt, zum zweiten belustigt und zum dritten geärgert:„Ja, was denn, zum Beispiel?“ Mirabel sann einen Augenblick nach. Da ihre Augen aber gerade auf einen Mann fielen, der Luftballons zum Verkauf feilbot, und da sie sich gerade in einer jener Launen befand, in der sie diesen schwerfälligen Burschen Leopold am liebsten auf den Kopf gestellt hätte, so erwiderte sie rasch:„Also, einen Luftballon! Einen runden roten Luftballon! Geh, Leo, dort drüben der Mann hat welche! Kauf mir einen!“ Leopold, der korrekte, ernste und durchaus vernünftige Leopold war verblüfft. Einen Luftballon! Ja, war denn das mit seiner Würde vereinbar? Den letzten Luftballon, erinnerte er sich, mochte er als Siebenjähriger in der Hand gehalten haben. Doch dann waren die Jahre gefolgt, in denen man, zum Manne reifend, sich über ein Ding wie einen Luftballon weit erhaben dünkt. Und jetzt: er war Assessor am hiesigen Amtsgericht, er war dreißig Jahre alt, ein gesetzter Mann! Ein Luftballon— welch Einfall! Es gab Dinge, die ein Mann grundsätzlich nicht in die Hand nimmt! Schließlich hatte man nicht einmal Fasching! „Unmöglich!“ schnaufte er entschlossen. „Aber Leo! Wo ich dich darum bitte! Zwanzig Pfennig! Einen netten, runden Luft ballon!" Er wurde ernstlich ärgerlich.„Laß deine Albernheiten!“ knurrte er.„Was sollen die Leute von uns denken?“ Sie machte erstaunte Augen:„Nun? Was denn?“ Ja, was? Was, zum Teufel? Er dachte darüber nach, was wohl Menschen von einem jungen Paar denken konnten, das mit einem Luftballon durch die Straßen schlenderte. Sie konnten alle nur ein und dasselbe denken! „Sie werden denken, wir beide seien mit einander verheiratet und hätten den Luftballon für unser... für unser... nun ja, eben ge kauft!“, stotterte er. „Ach“, erwiderte sie,„und das wäre dir wohl furchtbar unangenehm, wie? Ganz verflucht peinlich! Wenn die Leute dächten, wir beide...“ „Also, hör schon auf!“ stöhnte Leopold und ging zu dem Mann mit den Ballons. Mit welch vertraulichem Grinsen ihm der Kerl schon entgegenblickte! Natürlich dachte er sich sein Teil! Am liebsten hätte Leopold ihm eins unter die Nase gegeben! Er reichte Mirabel den Ballon, um ihn so chnell wie möglich los zu werden. Aber sie trat lächelnd einen Schritt zurück:„Nein! Ich habe schon beide Hände voll! Die Tasche und die Blumen! Gelt, Leo, du trägst den Ballon gern für mich?“ Er kochte. Sie spazierten durch den Park. Mirabel schwatzte munter darauf los. Sie war am Vormittag in einem benachbarten Dorf gewesen und hatte dort skizziert. Leopold hörte nur mit halbem Ohr auf sie. In steinernem Schweigen schritt er neben ihr her, ein leidender Sebastian unter den Pfeilen der heiter wohlwollenden Blicke, mit denen ihn die Vorübergehenden bedachten. Zum Teufel, merkte Mirabel denn gar nicht, wie sie ihn vor der Oef1 Zeichnung: W. Hermeling. Altes Stadttor In Meersburg(Bodensee) fentlichkeit blamierte? Und nun schlug sie gar vor, in diesem Aufzug in ein Café zu gehen! Aber Leopold war jetzt fest entschlossen, bis zum unerbittlichen Ende durchzuhalten. Und das, schwor er sich, war das Ende! Natürlich richteten sich sofort alle Augen auf sie, sobald sie eintraten. Selbst der Kellner zeigte ein impertinentes Lächeln, als er die Bestellung entgegennahm. Leopold zitterte vor Wut. Machte sich denn dieses Mädchen nicht das geringste aus all dem Aufsehen, das sie hervorriefen? Schwatzte und schwatzte, als wäre es allein auf der Welt! Leopold starrte verdrossen in seine Tasse. „Ich glaube, Leo, der Ballon belästigt dich!“, sagte Mirabel. Großartig! Fiel ihr das tatsächlich auf? Er gab keine Antwort. „Ich mag nicht, daß er dich stört!“, fuhr Mirabel auf.„Wir werden ihn beiseite schaffen, ja?“ Er blickte sie mißtrauisch an. Ihre Augen lächelten voller Spott. Mein Gott, welche Teufelei hatte sie nun schon wieder vor? „So ein lieber dicker Ballon!“ alberte sie und zog die rote Kugel dicht zu sich heran. „Und muß nun sterben!“ Und ehe es Leopold noch verhindern konnte, stieß sie ihn gegen seine brennende Zigarette. Es gab einen lauten Knall. Zwei ältere Damen schrien entsetzt auf. Leopold zuckte wie unter einem Hieb zusammen. Die Aufmerksamkeit des ganzen Cafés konzentrierte sich auf den Tisch, an dem er mit Mirabel saß. „So“, sagte sie fröhlich,„jetzt ist er fort!“ Leopold starrte sie mit hervorquellenden Augen an.„Du!“, würgte er,„du...!“ Er würgte und schnappte nach Luft, weil der Luftballon in Wirklichkeit gar nicht fort war, wie Mirabel behauptete, sondern ihm jetzt in der Gurgel saß, fest im Halse wie ein Angelhaken! Sein Gesicht lief blau an.„Zahlen!", winkte er dem Kellner zu, der ihren Tisch wie ein knurrendes Raubtier umkreiste. Und dann sprang er auf und schob Mirabel vor sich her zur Tür des Cafés hinaus. Er wollte ihr draußen noch sagen, daß er jetzt, nach diesem unerhörten Vorfall, fertig mit ihr sei, unwiderruflich fertig, aber er brachte keinen Ton über die Lippen. Und um zu vermeiden, daß er sie schließlich ohrfeigte, ließ er sie einfach stehen und rannte davon. Er wollte sie nie wiedersehen! Aber am Aberd darauf stürmte er in ihr Zimmer. Sie empfing ihn, als sei nicht das geringste zwischen ihnen vorgefallen. „Jetzt ist die Bombe geplatzt!“ schrie Leopold. „Welche Bombe? Aa,, du meinst den Luftballon?“ „Die Bombe! Man hat uns gesehen!“ „Natürlich hat man uns gesehen! Es saßen a eine Menge Menschen im Café und ich habe nicht bemerkt, daß sie blind waren, also—“ „So höre doch!“, rief Leopold,„ausgerechnet mein Vorgesetzter, der Amtsgerichtsrat, hat gestern im Lokal gesessen. Er hat mir heute vormittag Vorhaltungen gemacht wegen meines schlechten Umgangs. Meine Karriere—“ „Karriere? Schlechter Umgang?“ Mirabel lachte hell auf.„Nun und?“ „Und, eh... ja nun, was blieb mir anderes übrig, ich habe, eh, ich habe ihm erklärt, du seist meine Verlobte!“ „Wie?“ „Meine Verlobte, zum Donnerwetter!“ „Ich? Verlobt? Mit dir? Ja, sag einmal, bist du verrückt geworden? Ohne mich nach meiner Meinung zu fragen? Das ist doch... Sie hatte die Fäuste in die Hüften gestemmt und fauchte ihn an. Da gab es einen Knacks in Leopold.„Meinung?“, schrie er sie an.„Den Teufel frage ich nach deiner Meinung! Deine Meinung stört mich nicht im geringsten! Mich kümmert überhaupt keine Meinung, ich mache, was mir paßt, verstanden?!“ Sie atmete tief auf und blickte ihn aus strahlenden Augen an.„Endlich!“, sagte sie. „Endlich!“ Blick in die Welt Das Herz rechts und der Blinddarm links Nachdem vor einiger Zeit aus Ungarn von einem Arzt berichtet wurde, der bei einem Maurer den außergewöhnlichen Fall feststellte, daß das Herz auf der rechten Seite der Brust saß, wird jetzt aus Brünn ein noch weit interessanterer Fall gemeldet. Ein 6jähriger Knabe wurde mit Bauchschmerzen und Fieber ins Krankenhaus eingeliefert. Man vermutete Blinddarmentzündung, aber der Knabe klagte über Schmerzen an der linken Seite. Die Röntgenuntersuchung ergab, daß tatsächlich der ganze Darm umgelagert war, der Blinddarm mit dem Wurmfortsatz links lag. Nun wurde man auf diesen Patienten besonders aufmerksam und machte von seinen ganzen inneren Organen Röntgenaufnahmen. Dabei entdeckte man, daß sich das Herz rechts, und die Leber links befanden. M Nachdenkliches a— bar— bre— de— de— denz— e= e— 01— graU— gus— hel— i— kra—le — 1ns— man—men— ne— pe— F1— rich — 10— 10S— 80— spen— ter— tes— tu— ul. Aus diesen 30 Silben sind 12 Wörter zu bilden, deren Anfangs- und Endbuchstaben, beides in der Wortfolge gelesen, ein nachdenklich stimmendes Wort ergeben.(ch ist ein Buchstabe.) Bedeutung der Wörter: 1. poln. Festungsstadt, 2. Muse, 3. deutsche Hansa-Stadt, 4. der altgriechische Liebesgott, 5. abessinischer Herrschertitel, 6. die Muttergottes, 7. männl. Vorname, 8. Gabe, 9. altgriechischer Philosoph, 10. mittelalterliche Waffe, 11. Behältnis, 12. Erzählungsform. (Lösung in der morgigen Folge) * Auflösung aus der gestrigen Folge Italien-Abessinlen NACHhut boA FRlseur KAste WEller mosEN DIEle GROSsist SENne Rômer nurMI teSCHEN taTRA kaDI Tiger leO ahNEN. Nach Afrika weisen die großen römischen Traditionen! A Kunst und Wissenschaft Ein großes Erlebnis Die Neuinszenlerung des„Prinz von Homburg“ in Bochum in Immer wieder, wenn wir vor diesen echtesten Feuerbränden deutscher Dichtkunst, im Banne der Sprachgewalt und des Feueratems der Seele Heinrichs von Kleists erschüttert und in allen Tiefen und Höhen unseres Herzens beglückt stehen, wird uns von Mal zu Mal mit wachsender Bedeutung und lebendigerem Buwußtsein klar, wie sehr erst heute Kleist in das Begreifen und den Herzschlag unserer Zeit hineinwächst. Von Mal zu Mal wird uns mit beseligenderer Kraft bewußt, daß da Menschenalter vor uns in eines deutschen Mannes Seele und Hirn Funken glühten und sich zu Bränden inwendig verzehrender Glut und Leidenschaft entfachten, die aus einer lodernden Flamme gleichen Gefühls, gleicher Inbrunst, gleicher Gläubigkeit und Opferseligkeit heute wie ein Zeichen des ewigen Deutschtums emporstiebend aus jener Zeit herüberleuchten.„Prinz von Homburg", wie vielen von uns noch in kaum erbrochenen Kinderherzen früher Jugend Traum unseres Wesens und kommenden Jünglings= und Mannestums, wie sehr vermagst du alle Schranken überlegener Erfahrung, die man sich mühsam um jeglichen Ausbruch der Begeisterung so gerne aufrichtet, niederzureißen und nur mehr Entzücken und die Gewalt eines großen erschütternden Erlebens in unsere Herzen zu senken! Wie stehen wir heute vor dir, Heinrich von Kleist, vorweg vor deinem Homburg und seinem großen Lehrmeister dem deutschen Kurfürsten, wie spüren wir dein Herz und deine Seele und den Glauben an Sein und Wesen unseres Volkes und seiner Sendung vor der Welt in dieser deiner Dichtung! Und immer klarer und froher können wir dort, wo ehrfürchtig und inbrünstig vor dem Altar deiner Kunst gehuldigt wird, von unserem Antlitz alle Verzagnis und alle Not abtun, die außer und in uns um Form nach einer neuen befreienden deutschen Kunst ringt, die Ausdruaunseres Suchens und Wollens werden soll! Du ragst in unsere Zeit hinein nicht nur mit dem verträumten seliges Lächeln des ewigen Deutschen, der seinen Sternen nachhängt, sondern auch mit Härte und Zucht des preußischen Soldaten, der sie erringt, durch die Gesetze, die er in sich selber ge gen sie errichtet. Kehren wir in die Bezirke sachlicher Betrach tung zurück, aus der uns diese Stunden des neuen Bochumer„Homburg“ rissen,— Gott sei bedankt mit eherner Gewalt rissen,— und bekennen wir uns zu diesem Abend als einem Geschenk, das uns noch lange unvergessen im Herzen brennen wird. Wir haben den jungen Schauspieler des Bochumer Theaters Horst Casvar in einer bisher einzig aufsteigenden Linie in einer Reihe großer und Befähigungsbeweis erbringender Rollen gesehen. Seine Leistung als Prinz vom Homburg schließt sich dieser Reihe würdig an. Er hat in seinem Spiel die Inbrunst und Gläubigkeit der Ju gend und damit den Weg mitten in den reinsten und geläutertsten Kleist. Wir möchten gerade, weil wir hier eine überragende Begabung des deutschen Schauspielerachwuchses mit tiefer Beglückung aufbrechen sehen, dennoch ein Wort des Einwandes gegen einen Teil seiner Homburg=Darstellung erheben. Dort, wo Homburg unter dem gebietenden Hunger nach Leben und der Gier nach leiblicher Errettung in den Staub der Entwürdigung sinkt, entgleitet Caspar die Zucht einer weisen Mäßigung. Die Verzweiflung selbst hat im Schauspielerischen klare Grenzen und ein notwendiges Maß. Wer sie überschreitet, gerät in die Gefahr, die Verzweiflung und den Schmerz zur Hysterie zu verflachen und ihr die innere Wahrhaftigkeit und Anteilnahme zu rauben. Caspar hat an manchen Augenblicken dieses Abends diese Grenzen etwas überschritten. Wenn auch darum— trotzdem dar es damit nicht gerechtfertigt werden— um so klarer, um so strahlender und ergreifenderer die Stunde der Wandlung und Läuterung emporwächst. Hier, vor allem in der großen Stunde seines Bekennt nis zum Tod ist Caspar ein hinreißender Verkün der Kleists. Mit welcher Ruhe und aus der Frei heit einer geläuterten Seele strahlt diese Sprache empor! Welch Gefäß des Lebens wird sie hier! Hier wird der Laut und Rhythmus dieser Worte zu einer Kraft, die hemmungslos über uns hin strömt und uns gänzlich entrückt. Das Schöne und Einzigartige dieses Abends aber war Gestalt und Formung der Umwelt Homburgs. Gerhard Meinecke als Kurfürst stand da, ein eherner Block adeligen Preußentums, ein Vater und König, sparsam in jedem Mittel, das seine Darstellung umschloß und dennoch ein Mensch, der alles die Knie zwang. Ernst Holznagel muß gleich neben ihm genannt werden als der alte Reiterobrist Kottwitz. Welche Gestalt biedersten, treuherzigsten saudegentums, ein Kerl und ein Kind und ein Soldat, der aus seinem Herzen keine Mördergrube machte. Hilde Ebert sprang als Natalie allzu unvermittelt und darum etwas verwunderlich von weiblicher Sanftmut und Schüchternheit in die Rolle der Entschlossenen und Leidenschaftlichen. Dennoch hier voll überzeugender Klarheit, vor allem in der Sprache und eine profilgemeißelte Gestalt in ihrer großen Szene mit dem Kurfürsten. Den Feldmarchall Dörfling spielte Fritz Brand in korrekter Härte. Willi Busch als Graf Hohenzollern, Adele Schönfeld als Kurfürstin und in den übrigen Rollen Willi Schröder, Heinz Holthuysen, Curt Bartz und ein Großteil des übrigen harmonisch eingespielten Bochumer Ensembles gaben den kriegerischen und freundschaftlich bewegten Rahmen, der von einer beispielgebenden Geschlossenheit und Atmosphäre preußischer Prägung war. Dr. Sala L4 din Schmitts Spielleitung trat vor der Kraft der schauspielerischen Leistung bewußt ganz zurück, ohne die Zügel allzu locker zu lassen. Die Sprache war deutlich und herrlich in den Mittelpunkt von allem gestellt, Bewegung und alles Aeußerliche in die notwendigen Grenzen verwiesen, und so der Dichtung eine verklärte Huldigung getan, die diesen Abend wunderbar überstrahlte, Die Bühnenbilder von Dr. Mänz waren zu ehr der strengen und klaren Atmosphäre Brandenburgs entzogen. Ihre gewölbte Pracht lastete über dem Abend, ohne allerdings seine Harmonie stören zu können. Wir können auch nach diesem Abend nur wieder einmal die Stimme erheben zu dem elementarenRuf: Spielt Kleist in Deutschland, heute, wo ein Geist in uns umgeht und unsere Herzen aufrührt! Labt euch neben allen Versuchen und allem Ringen um eine Erneuerung des deutschen Theaters an seinen Quellen und seinen Flammen, die allein der Ursprung dessen sind und sein werden, was wir vom deutschen Theater der Zukunft aus unserem heutigen Wesen heraus erwarten. Kurt ZIescl. Horst Caspar in seiner großartigen Leistung als Prinz von Homburg in der Bochumer Neuinszenierung Zeichnung: Sprick „Wielant der Schmied“ in Köln Erstaufführung des dramatischen Gedichts von Eberhard König Die späte Ehre, die dem jetzt 65jährigen Dichter Eberhard nonia im Kölner Schau spielhaus mit der Erstaufführung seines urmythischer Lebendigkeit, Welt= und Zeitentrücktheit vollen, schon vor 25 Jahren vollendeten dramatischen Ge dichts„Wielant der Schmied" zuteil wurde hat als abzutragender Dank zu gelten, den wir dem Autor für seine über die Schnellebigkeit der Tage bewahrte Treue zum herrlichen Sagengut des germanischen Erbes schulden. Des ältesten Sagenliedes vom Wieland hat er sich in einer unbestrittenen ehrfürchtigen Weise umformend angenommen. Jene Erzählung aus der Vorzeit der Geburt der arischen Rasse, die von drei Brüdern erzählt, welche sich drei Schwanjungfrauen, verschlagen an die wilden Küsten Britanniens, erwählten und um ihrer Liebe willen in Schuld und Leid verstrickt wurden ist allein auf die Gestalt Wielands vereinfacht Auch er erwählt von den schweifenden Seelen eine Schwanhilt, nimmt ihr Schleier und Ring, Em bleme ihrer göttlichen Verzauberung, und lebt mit ihr im Glück, bis des Königs Neidings Tochter Bathilt und Truchseß Gram sich mit der List der Tiefe in den Besitz des zauberischen Ringes setzen und, das Glück der beiden zerstörend, die Macht über die Welt dem Neiding bringen. Wielands Leidensweg beginnt; schuldlos in Schuld verstrickt bis über die Verklärung von Liebe und Haß hinaus verkörpert er, mit den Mächten über und auf der Erde gleich brüderlich verbunden, die urgermanische Form des deutschen Gemüts, das seine geistige Gestaltung in der Erlösung von seelischem und körperlichem Leid durch die Erkenntnis seines göttlichen Urprungs erfährt. Die Kölner Aufführung unter Dornseiffs Leitung unterstrich allerdings in starker Weise die Wortgewalt der gebundenen Sprache nach dem unwirklich Pathetischen hin, überdenkend, daß der beondere Stoff besondere unwirkliche und zeitentrückte Darstellung erfordere. Wir hätten einige Streichungen für ratsam gehalten, um die Länge des Abends zu verkürzen und den Kern vom Unwesentlichen zu trennen. Der Achtungserfolg eines mitgehenden Publikums würde dann eine Vertiefung mehr erfahren haben, wenn überdies das oft wahlfrei sich entaltende, eine Bändigung in Gestik und Laut, viel eher benötigende Schauspielertum in den Rollen des ugendlich=männlichen Wielant und des schwächlichalternden Neiding von einer dem Gehalt des Werkes schädlichen Unnatürlichkeit frei gewesen wäre. So spielte sich vor den gespenstisch=düsteren, ahnungsvoll vom Glanz der Mythe durchzuckten Bühnenbildern Alf Björns die Sage zeitentrückt von der Seele des erlebnisbereiten Zuschauers eher weg, als in sie hinein, obwohl die Lichtgestalt, die in ihrem Mittelpunkt als Inbegriff des Reinen, Toren und Erwählten steht, durch Ernst Wilhelm Borchert letzten Endes ihre Kraft auch unter dem Pathos behielt. Von gebändigter, triebstarker Erdhaftigkeit und nornenhafter Ueberdunklung war dagegen Dorothea Neffs Gestalt der Bathilt, scharf und gemäßigt kontrastiert gegen die zarte Blondheit der kindlichen Schwanhilt Gerda Maria Ternos. Josef Keims König Neiding war ein zu zerrissenes Bild greisenhafter Schwäche, ein zu vielgestaltig sich auslebendes Talent, um den Charakter der Rolle prägnant zu erklären; der Gestalt des Truchsesses Gram gab Rudolf Wittgen dumpfe Züge der Verzweiflung und der verzehrenden Eifersucht. Das Gedicht konnte, und das ist das wesentliche Moment, nachdem, wie so vieles vom gleichen Autor, die Macht der System=Theaterherrscher seinem Werk die Anerkennung versagte, eine Lebensfähigkeit beweisen, die dem Alternden eine Genugtuung für erlittene Unbill und eine Bestätigung seiner Berufung zum Bewahrer deutschen Geisteslebens sein mag. H. B. (Schluß des redaktionellen Teils) 20 Jahre jünger Erlepäng gibt grauen Haaren Jugendfarbe wieder, ist wasserhell. Unscädlich. 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Ergeben in Gottes heiligem Willen entschlief heute morgen um 6 Uhr meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Hukkebrinker geb. Mentges. Sie starb nach langem, schwerem Leiden. versehen mit den heiligen Sterbesakramenten im Alter von 50 Jahren. In tiefer Trauer: Famille Heinrich Hukkebrinker Lansendreer. Frechen. Crey. Steele. Essen, Bochum, Lintfort. Utrecht, Osterfeld, Buschhausen, den 20. Januar 1936. Das feierliche Seelenamt ist am Donnerstag, dem 23. Januar 1936, morgens 8.45 Uhr, in der Sankt-Laurentiuskirche in Essen-Steele. Anschließend findet die Beerdigung vom Eingang der Kirche aus statt. Nachruf! Am 18. Januar 1936 starb unerwartet nach kurzer, schwerer Krankheit der Schreinergehilfe Herr Adolf Braun Die Stadtverwaltung verliert in dem Verstorbenen einen gewissenhaften und freuen Mitarbeiter, dem sie stets treues Andenken bewahren wird. Hagen, den 20. Januar 1936. Der Oberbürgermeister: Vetter. Nachruf! In den ersten Stunden des 19. Januar verschied schnell und unerwartet unser Parteigenosse, Blockleiter der politischen Leitung und Zellenamtsleiter der NSV Adolf Braun Ein aufrichtiger Kämpfer ist von uns gegangen. Als sein Führer 1933 zur Volkswohlfahrt und zum Winterhilfswerk rief, stellte er sich in vorderster Reihe. Vorbildlich erfüllte er seine Pflicht bis er zuletzt mit dem Gruß auf seinen Führer die Welt verlassen mußte. Sein Andenken wird bei uns fortleben als Nationalsozialist, der bis zum letzten Atemzuge dem Führer die Treue hielt. Heil Hitler! ger.: Mimberg, Kreisamteleiter der NSV. gez.: Tophoven, Ortsgruppenleiter der NSDAP und Ortsgruppenamtsleiter der NSV. Zur Beerdigung des Verblichenen treten wir restlos am Mittwoch, dem 22. d. M., nachmitlags 3¼ Uhr, an der Andachtskapelle des Rembergfriedhofes an. Amtswaller in Uniform. Es braucht wohl nicht erwähnt zu werden, daß die Beteiligung Ehrenpflicht ist. Für die vielen Beweise innigster Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen sprechen wir allen, besonders Herrn Pastor Rehling für die trostreichen Worte am Grabe. sowie dem christlichen Verein junger Männer. dem Posaunenchor. Führer und Gefolgschaft der Firma Halbach& Möller und dem Postsportverein für die große Liebe, die unserem Heinz während der Krankheit erwiesen wurde, auf diesem Wege unseren tiefempfundenen Dank am. Hagen, den 21. Januar 1936. Augustastraße 20. Familie Heinrich Kruse. Für die uns beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme sagen wir unseren herzlichen Dank! Dortmund. im Januar 1936. Schwanenstraße 35. Elisabeth Hemeler geb. Wagener. Herbert Hemeier. C Die Verlobung unserer einzigen Tochter Lieselotte mit Horrn Dr. med. Hans Lennemann geben wir bekannt Gustar Bergunde u. Frau Elle geb. Rabe Dortmund, Im Grubenfeld 8 Im Januar 1936. Ihre Verlobung zeigen an: Lieselotte Bergunde Hans Lennemann Dortmund-Derne Körtingsweg 11 Statt besonderer Anzeige Nur Arbeit war. Dein Leben Du dachtest nie an Dich. Nur für die Deinen streben, War Deine höchste Pflicht! Am Sonntag, dem 19. Januar 1936. morgens 1 Uhr. verstarb plötzlich und unerwartet nach kurzem, schwerem. mit großer Geduld ertragenem Leiden mein treuer Lebenskamerad, unser herzensguter Vater. Schwiegervater, Bruder. Schwager und Onkel Adolf Braun im Alter von 49 Jahren. In tiefer Trauer: Martha Braun geb. Schäfer Martha Schröder geb. Braun Hans Braun „ August Schröder Lotti Linden. Hagen(Langestraße 42), den 19. Januar 1936. Die Trauerfeier findet am Mittwoch, dem 22. Januar 1936. nachmittags 16 Uhr. in der Kapelle des RembergFriedhofes statt. Anschließend Beerdigung. Sollte jemand aus Versehen keine Nachricht erhalten haben, so diene diese als solche. Ein treues Mutterherz hat aufgehört zu schlagen. Heute abend 9 Uhr entschlief sanft und gottergeben nach kurzem Leiden unsere herzensgute. treusorgende Mutter. Schwiegermutter, Großmutter. Schwester Schwägerin und Tante Frau Witwe Sophie Meier geb. Schnittger im Alter von fast 84 Jahren. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelmine Klausmann geb. Meier Johanna Nahrgang geb. Meier Friedrich Meier Auguste Ortmann geb. Meier Wilhelm Nahrgang Grete Meier geb. Winkelmann und Enkelkinder. Wattenscheld. Dortmund-Menglinghausen. Alswede, Nebraska-City(U. S. A.), Holsterhausen, Herne. Dortmund-Kruckel, den 18. Januar 1936. Die Beerdigung findet statt am Mittwoch, dem 22. Januar 1936. nachmittags 4½ Uhr vom Trauerhause, Hüllerstraße 105. Hausandacht ½ Stunde vorher. Am Samstag verschied nach langer, schwerer Krankheit unser Gefolgschaftsmitglied, der Vorarbeiter Peter Möller Der Verstorbene hat seit nahezu 20 Jahren seine Arbeitskraft in unermüdlicher Pflichterfüllung in den Dienst unserer Gesellschaft gestellt. Er war ein in jeder Hinsicht zuverlässiger, überaus fleilliger Arbeiter und uns allen ein guter Arbeitskamerad, dessen frühen Tod wir aufrichtig bedauern. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Bochum. den 20. Januar 1936. Führer und Gefolgschaft der Westfalia-Dinnendahl-Gröppel Aktiengesellschaft Werk Westfalia. Statt jeder besonderen Anzeige! Am Sonntagabend um 9.30 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden meine liebe, treusorgende Frau, meine herzensgute Mutter. unsere liebe Schwester, Schwägerin, Tante und Cousine Frau Minna Hundertmark geb. Dierks im Alter von 50 Jahren. In tiefer Trauer: Karl Hundertmark Elfriede Hundertmark. Dortmund, den 20. Januar 1936. Liboristraße 9. Die Beerdigung findet statt: Donnerstag mittag 12 Uhr vom Trauerhause aus zum Körner Friedhof Wir bitten, von Beileidsbesuchen Abstand zu nehmen. Die Liebe höret nimmer auf. Gestern abend gegen 11 Uhr verschied plötzlich und unerwartet infolge Unglücksfalles mein lieber unvergeßlicher Mann, der gute Vater unseres Kindes, mein lieber Schwiegersohn. Bruder. Schwager und Onkel Bernhard Kleine im blühenden Alter von fast 30 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Erna Kleine geb. Heckel Egbert Kleine Wickede(Ruhr). Soest i. W.. Grandweg 36. Rüthen, Siegen und Düsseldorf, den 18. Januar 1936. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 22. Januar. nachmittags 3 Uhr von der Leichenhalle des Osthofenfriedhofes in Soest aus statt. Trauerfeier ¼ Stunde vorher. Nach einem arbeitsreichen Leben sahm am Sonntagabend 7 Uhr der Allmächtige meinen herzensguten und nur der Pflicht lebenden Mann, unseren immer treusorgenden Vater und Großvater, den Kaufmann Wilhelm Biederbeck im Alter von 71 Jahren zu sich in die Ewigkeit. Treue zur Familie und zum Vaterland war stets sein oberstes Gebot. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: Hedwig Biederbeck geb. Brinkmann Dr.-Ing. Heinz Biederbeck Margarete Langhoff geb. Biederbeck Dr. Heinrich Langhoff Erna Biederbeck geb. Weckmann und Enkelkinder. Dortmund-Hörde, Wellinghoferstr. 56. Schwerte und Oberhausen(Rhld.), den 19. Januar 1936. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 23. Januar. nachmittags 4 Uhr. vom Trauerhause aus statt. Trauerfeier ½ Stunde vorher. Von Beileidsbesuchen bitten wir Ab. stand zu nehmen. Statt besonderer Anzeigel Sonntag morgen, verschied plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, mein lieber Vater, unser guter Sohn. Schwiegersohn, Bruder. Schwager und Onkel Willi Kauermann Im Alter von 32 Jahren. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen Hagen-Vorhalle, den 19. Januar 1936. Die Beerdigung findet am Mittwoch dem 22. Januar 1936. nachmittags 3½ Uhr vom Sterbehause, Reichsbahnstraße 19. aus statt. Trauerfeier ½ Stunde vorher. Nachruf! Am Sonntag wurde durch die Folgen einer schweren Krankheit unser Freund und Arbeitskamerad Friedrich Soltmanousky Gevelsberg, plötzlich unserer Mitte entrissen. Trauernd stehen wir an der Bahre dieses Mitarbeiters, dessen stilles, vorbildliches Wesen ihm ein ehrendes Gedenken bei uns allen gesichert hat. Milspe, 20. Januar 1936. Führer und Gefolgschaft der Firma J. D. Brackelsberg Nachruf! Am 18. d. M. verschied nach längerem Leiden der frühere Gemeindevorsteher der Gemeinde Hewingsen Bauer Bernhard Sörries gt. Trockels im 78. Lebensjahre. Ueber 27 Jahre hat derselbe an der Spitze der Gemeinde gestanden und gehörte während dieser Zeit der Amtsversammlung und dem Schulvorstand des Schulverbandes Günne-Hewingsen als Mitglie an. Die von ihm bekleideten Aemter hat er stets in tréuer und uneigennütziger Weise zum Besten der Gemeinde, des Amts- und Schulverbandes verwaltet. Wir werden dem Verstorbenen ein dauerndes Andenken bewahren. den 20. Januar 1936. Körbecke. Hewingsen Namens der Amtsverwaltung Körbeche und des Schulvorstandes Günne Borries, Amtsbürgermeister. Namens der Gemeinde Hewingsen Humpert, I. Beigeordneter. Sie fühlen slch vom ersten Tage derin wohl— ale eind fußgerecht, bequem, preiswert und schön: IMINOEE Westenhellweg 47 Aufgebot. Die Ebe wollen miteinander eingeben: 1. der Modellschreiner Anton Stean Roschkowfki, wohnbaft in Dommund, Feldberrnstraße 55; 2. die Anna Adam czak, ohne Beruf, wohnhaft in Gelsenkirchen, Kronprinzenstraße 25. vordem in's-Gravenhage. Gelsenkirchen, am 20. Januar 1936. Der Standesbeamte. Kleiner Anzeigenmarkt. Gelegenheitsanzeigen nient ge schäftlicher Art, wie Kaulangelwie, Kaufgesuche, Vermietungen Miet gesuche, Tauschverkehr und ahn liche— ein- und zweispallig bis 100 mm Höhe— kosten In dieser Rubrik nur 15 Pfg. e Millimeter u. erscheinen in der Gesamtauflage Groß., leer. Zim. im Norden an Einzelpers., sich. Mietzahl., z. vermiet. Pr. 15 Mk. Off. u. A. 3740 an WeZ. Dim. Schön möbliert. 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