E der deutschsprachigen Presse.V. gegen den Aane den Beiohumethchte n, während aus d. I. wirh im Ende des vorhe eiten auf 24 bie niger. Es wird des Beschäftigungeiben des Dollars ren sein dürste. 93 aosgen. 10d 10 hlossen ein Festset gunggrnöglichteit. J im allgemeinen keing Fegrunrihen duch ien kommen in zienviel ausländisch sehr verschieden e Börse. hanten und Banhuch rienversammlung 5 sittag 2½ Uhr en 10 Freitag keine ehr zu besuchen vu# und Freitagen stan u erteilen. 9. fitzner's„Der arnBeifall bei der Erh öste, Interesse woah Aufführung für Ho. schmittagsauffübrung ig statt, und begiung holung des u des Bühnenvollz 0 aufmann nutzung seiner zentrat r Filiale u übergehmen, uu ren. Offerten untan Hamburg 1. ete laufend Older Wurst= undg hmparen und reuunh efl. sowie Speise Käseusw. an Vers nur gegen Vorkase Carl Grube Oldenburg H. O. Hackodistr 8. bidwerte geschützte Gedlungen wirkung durch ntbüro Köchling, Hagen I. W. oncordlastr. 7 nsprecher 3436. 11214 1" 12•18“ °11“ 14%4 8°27• —„* Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertate. Abennementsoreis vom 24/11, bis 1 /12 70 Goldpfennige. Einzelnummer: 15 Goldpfennige Amtliches Kreisblatt für den Stadtkreis Lüdenscheid. K&a. Amtlicher Anzeiger für den Kreis Altena.# Fernsprecher: 98.— Telegramm-Küresse: Zeitung. Die 1 mm Zeile oder deren Raum kostet 10 Goldpfennige Familien=Anzeigen und Stellengesuche 6 Goldpfennige, Auswärtige 12 Goldpseunige, Behörden u Finanz 50% Aufschlag. Reklamen50 Goldpfennige Druck und Verlag von Karl Salfe. Lüdenscheid. Friedrichstraße 91.— Verantwortlicher Redakteur: Wilh. Lehder, Lüdenscheid. Das Neueste vom Tage. Der deutsche Geschäftsträger in Paris, Botschafterrat von wird heute vom Ministerpräsidenten Poincare empfangen werden. Ebenso wird der deutsche Geschäftsträger in Brüssel vom Minister des Aeußeren Jaspar empfangen. Die Reichsminister haben angesichts der Notlage des Reiches einstimmig beschlossen, für die Wintermonate auf die ihnen zustehende Aufwandsentschädigung zu verzichten. Die Geschäfte des Ministeriums für die besetzten Gebiete wird auch weiter Reichsminister Dr. Höfle führen. Eine Besetzung der planmäßigen Staatssekretärsstelle ist einstweilen noch nicht beabsichitgt. Durch ein Eingreifen des Reichsarbeitsministers in Verbindung mit dem Reichskommissar Mehlich ist es gelungen, im Ruhrgebiet eine Verständigung über die Arbeitszeit herbeizuführen, die von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist. Der Reichstag wird am kommenden Dienstag einen Kandidaten für das Amt des Reichsbankpräsidenten vorschlagen. Die preußische Regierung hat den Währungskommissar Dr. Schacht in Vorschlag gebracht. An Monsignore Testa in Essen hat der Reichskanzler ein Schreiben gerichtet, in dem er ihm für seine segensreiche Tätigkeit zugunsten der schwerbedrängten Bevölkerung des besetzten Gebietes namens der deutschen Reichsregierung den wärmsten Dank ausspricht. Eine Kundgebung der pfälzischen bürgerlichen Parteien besagt: Die bürgerlichen Parteien der Pfalz lehnen die unter Mißachtung der staatsbürgerlichen Rechte und unter Unterdrückung der öffentlichen Meinung den Pfälzern aufgezwungene Gewaltherrschaft der Sevaratisten unter schärfstem Protest ab. — — Deutsche Finanzpolitik in englischem Urteil Der Berliner Berichterstatter des„Daily Telegraph“ schreibt zu dem Steigen der Mark im Auslande, unter den Finanzmännern der Entente herrsche in Berlin die Ueberzeugung, daß der Währungskommissar Dr. Schacht ein kompliziertes finanzielles Ziel aubet Sact Hem Scharfinn und auch erfolgreich anstrebe. Ran e, daß Dr. Schacht auf die automatische Stabilisierung der Mark im Verhältnis von einer Goldmark zu einer Billion Papierhinziele, indem gx. Bedingungen schaffe, unter denen der Hauastrecht erhalte. Abaeseben e eimn solches Verhältuis zusreaht exgalge, aogesehen von der unmittelbaren Wirkung des Steigens der zrark, nämlich der Ermutigung des deutschen Volkes durch Herabsetzung der Preise, habe diese Taktik eine weitere sehr heilsame Wirkung gehabt. Größere und kleinere Hamsterer, die so Vier, Ssemspne ftnggen däten, die Mark zu schwächen, indem sie Furcht zu empfinden.u Pährungen umsetzten, begännen Furchr zu empfinoen. Ihr Schatz trage nicht nur keine Zinsen, sondern sei jetzt auch von der Entwertung bedroht. Wenn die Mark im Auslande steige, so könne sie auch in Deutschland steigen, und wenn sie sich zu lange an ihren Besitz klammerten, so könnten sie mehr verlieren als die Zinsen, auf die sie jetzt verzichteten. gedessen begännen diese Leute bereits, ihre auswärtigen Banknoten herauszugeben und sie in Goldmark oder in Goldanunzutgischen, Der Berichterstatter erlärt weiter, Dr. Schacht heabe niemals überstürzt gehandelt, und bisher hätten die erzielten vollauf die vorsichtige Ueberlegung seiner Maßnahmen echtfertigt, Seine bisherigen Erfolge in der Wiederherstellung es Haupterfordernisses für eine Rückkehr zur finanziellen Gesundung, nämlich des Vertrauens des deutschen Volkes zu seiner eigenen Wähung, seien erstaunlich gewesen. ai ten kennen, die in Frage kommen für die Leitung der englischen Geschicke, glauben wir allerdings nicht, daß sie nach dem Ruhm geizen werden, Teilhaber des französischen Raubzuges gegen die deutsche Wirtschaft zu sein und damit den französischen Impericlismus, der sich anschickt, nach der militärischen Vorherrschaft in Europa nun auch die wirtschaftliche Vorherrschaft über Erz, Kohle und Eisen dauernd zu etablieren, demütig den Steigbügel zu halten. Beginn deutsch=franzbsischer Verhandlungen. Poincares Geneigtheit.— Eine Wirtschaftsform für Staatsbetriebe. Regelung von Arbeitszeiten. Englands künftige Stellung in der Ruhrfrage. Die Haltung der französischen Militärs. und Telegramng Stimmuus auf diese Dinge vorzubereiten, beabsichtiak wier Li. Resetung dnisch=vorden, wonach angeblich bearsichtigr ware, die Besatzung unsichtbar zu machen, zu verringern und die Leiden des Ruhrlandes zu vermindern. Leider ist die englische Presse zum Teil auf diese französische Darstellung hereingefallen. Bekanntlich hat sich an der Ruhr nichts geändert, gegenüber allen Erklärungen von französisch=offiziöser Seite 5hs5t, die eiue Tatsache, daß die französischen Miltärs das entSeeidengg, ggart in der französischen Politik mitzusprechen haben. Satar#emsps“, dr nur immer von dem Einfluß des Herrn von wirzt, pricht. sei, vielleicht auch einmal daran erinnert, daß die Militärs in Frankreich gar keinen Hehl daraus machen, daß sie die ganze Frage der Besetzung des Ruhrgebietes als militärische ansehen und daraus die Konsequenzen in einer Weise ziehen, die wir nicht näher darzulegen brauchen. Aber der Sinn der franzssischen Agitation ist jedenfalls klar. Es soll so hingestellt werden. als wenn an der Ruhr Frieden und Freundschaft herrsche, und indem man die moralischen Bedenken Englands dadurch zu zerstreuen sucht, lädt man es gleichzeitig ein, an dem französischen Raub teilzunehmen. Dabei ist bis jetzt in bezug auf die Rückkehr der Gefangenen, die Heimkehr der Ausgewiesenen, äußerst wenig erreicht, und die französische Brutalität gegenüber diesen Menschen feiert nach wie vor Orgien. . Wir hab n einen Gesamtüberblick über den Ausfall der englischen Wahlen, aber es läßt sich noch nicht übersehen, wie die künftige englische Regierung gestaltet sein wird. Es ird hier ebenso wie in anderen Ländern weniger auf die Parteien ankommen, als auf die Persönlichkeiten. Soweit wird die PersönlichkeiAnbahnung der Besprechungen. Paris, 14. Dez. Ueber den bevorstehenden deutschen Schritt in Paris sind verschiedene Lesarten im Gange. Die französische öffentliche Meinung beschäftigt sich indessen lebhaft mit den deutschen Absichten, die sie gerechterweise nur billigen kann. Man gibt hier zu, daß Deutschland nach der endgültigen Einstellung des passiven Widerstandes, den Frankreich selber verkündet hat, ein Recht darauf habe, Verhandlungen mit der französischen Regierung zur Lösung des Ruhrproblems zu verlangen. Die wichtigste Frage für Deutschland ist im Augenblick die seines Staatshaushaltes. Man kann nicht warten mit der Lösung dieser Frage, bis die Sachverständigenausschüsse der Reparationskommission zusammengetreten sind und ihr Studium beendet haben. Das deutsche Budget muß nicht nur äußeren, sondern auch aus inneren Gründen zur Ordnung kommen. Deutschland braucht deshalb so schnell wie möglich ausländische Anleihen. Das ist der sachliche Grund dafür, daß die deutsche Regierung gerade jetzt die Verhandlungen mit Frankreich sucht. Die deutschen Unterhändler sind mit ihren Anleihegesuchen in Amerika wie auch in England immer wieder auf die Frage gestoßen, wie weit die Rhein= und Ruhrerlasse in den deutschen Staatshaushalt einzubeziehen sind, und diese Frage ist es, die jetzt vor allem ihre Lösung finden muß. Amerika und England verlangen, daß Deutschland mit Frankreich sich darüber einige. Wenn England unter anderen Umständen eine Vermittlerrolle spielen konnte, so ist es jetzt durch seine eigene politisch verworrene Lage daran gehindert. Amerika will nicht vermitteln. Deutschland muß sich also allein zu helfen suchen. So faßt man hier die Situation auf die umso kritischer geworden ist, seitdem das Projekt einer von Berlin unabhängigen Emissionsbank für das Rheinland, zur Verhandlung steht. Mit dem angekündigten Schritt hat Deutschland sich zugleich an die gesamte Oeffentlichkeit gewandt, offenbar im Bewußtsein, daß die Verhandlungen in Paris als sehr schwierig und in ihrem Erfolg sogar als fragwürdig anzusehen sind. * Der angekündigte diplomatische Schritt, den die deutsche Regierung am Quai’Orsay unternehmen läßt, wird morgen stattfinden. Der deutsche Geschäftsträger, Herr von Hoesch, hat die Nachricht erhalten, daß er morgen vormittag um ½10 Uhr von Herrn Poincare empfangen wird. * Wie der„Temps“ gestern abend mitteilt, wurde bereits vor einigen Tagen von der Reichsregierung durch den Berliner französischen Botschafter ein Schritt unternommen. Herr De Margerie sei benachrichtigt worden, daß der neue Kanzler mit der französischen Regierung über die Ruhr, Reparations= und Rheinlandsfrage eine Aussprache herbeizuführen beabsichtige. Aus diesem Grunde habe der für heute angekündigte Schritt des hiesigen deutschen Geschäftsträgers in Paris keine große Ueberraschung ausgelöst. Poincares Zustimmung. Paris, 14. Dez.„Daily Mail“ ist am Quai'Orsay dahin unterrichtet werden, daß Poincare den deutschen Vorschlag nicht ablehnen wird.„Homme Libre“ schreibt: Die deutsche Regierung zisse bereits, daß Frankreich die Verhandlungen annehme. Vor dem Eintritt in die Verhandlungen wird Herr Poincare mit den Alliierten, besonders mit England Fühlung nehmen. Poincare mill außerdem gelegentlich der Rhein=Ruhrverhandlungen auch das Kontroll= und Sicherheitsproblem wieder aufrollen und seine Forderungen bekanntgeben. Die französischen Industriellen begünstigen die Aussprache zwischen Poincare und Berlin, und in diesen Kreisin glaubt man, daß das deutsch=französische Duell ein unerwartet schnelles Ende finden werde. Die Presse zum deutschen Schritt. Paris, 14. Dez. Die Pariser Morgenblätter kündigen in großer Aufmachung an, daß deutsch=französische Verhandlungen unmittelbar bevorstehen. Ueber die Vorgeschichte der deutsch=französischen Fühlungnahme verlautet, daß Reichskanzler Marx durch Vermittlung des norwegischen Gesandten einen direkten Meinungsaustausch zwischen Deutschland und Frankreich vorgeschlagen habe. Seydoux ist darauf ersucht worden, die französischen Forderungen, die übrigens gemäßigt sein würden, aufzusetzen. Englische Spannung. London, 14. Dez. Im Mittelpunkte des öffentlichen Interesses steht die morgige Zusammenkunft zwischen dem deutschen Geschäftsträger in Paris und Poincare Während in unterrichteten Kreisen die Ansicht herrscht, daß es sich bei den Erörterungen zwischen dem französischen Ministerpräsidenten und dem deutschen Geschäftsträger in der Hauptsache um urheinische Fragen handelt, scheint die Presse der Ansicht zu sein, daß es sich um die ersten direkten Verhandlungen in den Reparations= und Ruhrfragen zwischen Berlin und Paris handelt.„Star“ sieht darin eine starke Hoffnung für Europa. Gesellschaftssorm für Staatsbetriebe. Berlin, 15. Dez. Am 13. Dezember wurde, wie der„Amtliche preußische Pressedienst“ meldet, im Ministerium für Handel und Gewerbe zu Berlin die preußische Bergwerks= und HüttenAkt.=Ges. gegründet. Nach dem Vertrag mit dem preußischen Staat sollen beginnend am 1. Januar 1924 nach und nach sämtliche staatlichen Bergwerke, Hütten und Salinen in die neue Aktiengesellschaft übernommen werden. Die Uebernahme beginnt mit dem Oberharzer Berg= und Hüttenwerk. Damit ist für die fiskalischen Bergwerke eine Betriebsform gefunden, bei der sie ohne Zerschlagung der auf historischer Entwicklung beruhenden Einheitlichkeit der staatlichen Bergwerke und ohne Einbeziehung privatwirtschaftlicher Interessen von allen bureaukratischen Hemmnissen freigemacht und zur rationellsten Ausgestaltung geführt werden können. Einigung im Ruhrgebiet über die Rechel-ce. Berlin, 15. Dez. Durch ein Eingreifen des Reichsarbeitsministers in Verbindung mit dem Reichskommissar Mehlich ist es gelungen, wie im Bergbau so auch in der Eisen= und Stahlindustrie im Ruhrgebiet eine Verständigung über die Arbeitszeit herbeizuführen, die von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist. Mit Rücksicht auf die Notlage der ganzen deutschen Wirtschaft und die Belastung des Ruhrgebietes durch das Micum=Abkommen ist vorübergehend eine Verlängerung der Arbeitszeit vereinbart und gleichzeitig eine Reihe von sozialpolitischen Verbesserungen eingeführt worden. In den Betrieben, in denen bereits vor und während des Krieges weniger als 10 Stunden gearbeitet wurde, soll diese Arbeitszeit weiter gelten. Die 24stündige Wechselschicht an Sonntagen wird abgeschafft. Den Schwerarbeitern beigegebene Reservearbeiter sollen so verwendet werden, daß die Schwerarbeiter tatsächlich nicht mehr als 54 Stunden in der Woche arbeiten. Für alle übrigen Arbeiter ist die Wochenarbeitszeit auf 59, für die Arbeiter in der weiterverarbeitenden Industrie auf 57½ Stunden festgesetzt und zwar so, daß ein freier halber Samstag den Arbeitern gesichert bleibt. Auch über eine Reihe anderer tariflicher Streitpunkte wurde eine Einigung erzielt.— Nachdem durch diese Vereinbarungen die Möglichkeit zu vermehrter und verbilligter Erzeugung von Kohle und Eisen gegeben ist, ist zu hoffen, daß sich bald eine belebende Wirkung bei allen übrigen Industrien ergeben wird. Zum Beamtenabbau. Die 54=Stundenwoche für die Beamten. Berlin, 15. Dez. Die Arbeitszeit für die Beamten wurde durch Kabinettsbeschluß auf 54 Stunden wöchentlich festgesetzt. Massenentlassungen von Telegraphenarbeitern. Berlin, 15. Dez. Halbamtlich wird mitgeteilt: Mit Rücksicht auf die schwere Notlage des Reiches, die eine starke Einschränkung der Bautätigkeit erfordert, sieht sich die Reichspostverwaltung genötigt, die Zahl der Telegraphenarbeiter um 25 Prozent zu verringern. Zur Beamten=Entlassung. Berlin, 15. Dez. Der Berliner Lokalanzeiger teilt mit: Zu dem Beamtenabbau sind unzutreffende Nachrichten in die Oeffentlichkeit gelangt. Wenn davon gesprochen wird, daß 25 Prozent der Beamten entlassen werden sollen, ist dies unzutreffend. Wir erfahren, daß es sich nur um 15 Prozent handelt, die in drei Staffeln zu je 5 Prozent entlassen werden sollen. Rücktritt der sächsischen" Regierung Dresden, 14. Dez. Im Laufe der heutigen Landtagssitzung verlas Präsident Bünger einen eingegangenen Antrag der demokratischen Partei, demzufolge durch die sozialdemokratische Fraktion die von den Demokraten verlangten Verhandlungen über die Stellung des Ministers Liebmann abgelehnt worden seien, und daß die demokratische Fraktion nicht mehr in der Lage ist, das Kabinett Fellisch zu unterstützen. Sie stellt den Antrag:„Das Kabinett hat nicht das Vertrauen des Landtages.“ Ministerpräsiden: Fellisch erklärte hierzu: Als die gegenwärtige Regierung gebildet wurde und ich mit den Stimmen der Demokraten und der Sozialdemokraten zum Ministerpräsidenten gewählt wurde, habe ich bereits den Herren der demokratischen Fraktion gegenüber meine Auffassung dahin zur Kenntnis gebracht, daß, wenn es der demokratischen Fraktion unmöglich würde, mir weiter Vertrauen im Sinne der Verfassung zu schenken, die Neubildung des Kabinetts WI. Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. unbedingt notwendig sei. Deshalb bin ich der Auffassung, daß dieser Moment jetzt eingetreten ist und lege mein Amt in die Hände des Landtages zurück. Die Mitglieder des Kabinetts werden jedoch ihre Geschäfte bis zur Neubildung der Regierung weiterführen. Reichskanzler und Presse. Berlin, 14. Dez. Heute abend fand im Sitzungssaale des preußischen Landtages eine vom Berliner Bezirksverband des Reichsverbandes der deutschen Presse einberufene zahlreich besuchte Versammlung statt, zu der auch eine Reihe namhafter Vertreter des Parlamentslebens erschienen war. Zur Erörterung stand das Thema:„Schicksalsfragen der Presse". Reichskanzler Marx und Reichstagspräsident Loebe schilderten in eindrucksvollen Worten die wichtigen Aufgaben der Presse in jeder Beziehung zu Staat, Politik, Parlament und Volk. Der Reichskanzler, der den Vertretern der Presse in ihrem Kampfe um ihre soziale Stellung volle Unterstützung zusagte, machte die Mitteilung, daß im Ministerium des Innern der Entwurf zu einem Journalistengesetz vorliegt, das die rechtliche, politische und soziale Stellung der Journalisten regeln solle. Chefredakteur Ackermann sprach eingehend über die aus der allgemeinen Verelendung Deutschlands hervorgegangenen schwere soziale Beeinträchtigung des Journalistenstandes. Die Ausführungen sämtlicher Redner waren, trotzdem sie in vieler Hinsicht der Notlage der Journalisten galten, von einer idealen Auffassung der erzieherischen Aufgaben der Presse und von warmer Anerkennung ihrer unter dem jetzigen schweren materiellen Druck erfolgenden Leistungen beseelt. Tudendorff über die Münchener Schießerei München, 14. Dezbr. Der Rechtsbeistand General Ludendorffs gibt auf die Erklärungen Kahrs und Hitlers folgende Erwiderung ab: 1. General Ludendorff ist genau so von der Tat Hitlers überrascht worden wie die Herren Kahr, Lossow und Seißer. Er hat genau wie diese Herren ohne Zwang auf die Frage Hitlers geantwortet, daß er der Sache zur Verfügung stehe, wenn die Tat einmal geschehen sei. 2. Dem General Ludendorff haben die Herren Kahr, Lossow und Seißer niemals ihr Wort gehalten. Er ist aber bis zum Freitag, 9. November, durch die Handlungen und Aeußerungen in seinem Glauben bestärkt worden, daß die Herren zu ihrem Wort stünden. 3. General Ludendorff hat nach Auftauchen der Gerüchte über eine Abschwenkung von Reichswehr und Polizei am Freitagmorgen die Weisung gegeben, daß bei einem Zusammenstoß der Kampfbund nicht schießen solle, während der Reichswehr morgens um 10 Uhr der Befehl gegeben worden ist, bei einem Zusammenstoß sofort zu schießen. Beim Abmarsch der Hitlertruppen aus dem Bürgerbräukeller hat Ludendorff sofort den Befehl zum Entladen gegeben, was auch befolgt wurde. Es ist unwahr, daß der erste Schuß aus der Reihe der Hitlerleute abgegeben worden ist. Sie befanden sich mit umgehängtem Gewehr in Bewegung, als der Feuerüberfall auf sie seitens der Reichswehr blitzartig einsetzte. Reichswehr und Polizei haben sofort das Feuer auf den Zug eröffnet, in dessen erster Reihe sich General Ludendorff befand. Parlamentsabbau in Württemberg. Stuttgart, 14. Dezbr. Der württembergische Landtag hat gestern nach längerer Pause seine Plenarsitzungen wieder aufgenommen. In der Eröffnungsrede teilt Staatspräsident Dr. Hieber die Einbringung eines Gesetzentwurfes mit, wonach die württembergischen Landtagsabgeordneten um ein Drittel, also von jetzt 100 auf rund 70 vermindert werden sollen. Griechisch=albanische Spannung. Athen, 14. Dez. Die griechische Regierung veröffentlicht nachstehende Note: Die griechische Regierung hat, nachdem das offizielle albanische Pressebureau eine Broschüre hinsichtlich der Verbrechen von Cacavia veröffentlicht hat, die schwere Beschimpfung des griechischen Volkes und seiner Armee enthält, ihrem Gesandten in Duracco Anweisung gegeben, von der albanischen Regierung einen Widerruf dieser Veröffentlichung in einem offiziellen Kommunique zu verlangen und darauf zu bestehen, daß dieses dem Pressebureau mitgeteilt wird. Da die Antwort der albanischen Regierung nicht befriedigend war, hat der griechische Gesandte Duracco verlassen und nur einen Sekretär zurückgelassen Verlorenes Paradies. 98 Roman von B. Riedel=Ahrens. Nachdrus#—#eten. Nachbruck verbosen „Geistig hochstehende Menschen, zu denen Sie gehören, gnädige Frau, haben überall das Vorrecht, ohne Maske einherzugehen.“ „Und doch ist es klug, sie zuweilen zu tragen,“ entgegnete Simona mit feinem Lächeln, während sie ihm von den zierlichen Brötchen anbot,„besonders sind wir Frauen unter uns dazu gezwungen, leider! Meine arme Leisering ist oft so kleinlich, mit Wber, Piene, die ihre Abneigung gegen mich nur schlecht verhüllt, kenne fir mich eine Schwärmerin, weil ich die Alltäglichkeit nicht mag, ich aber sage: man soll mir meine Träume lassen! die gitliche Phantaße doch uudne Irdische klammern, wenn Die gotttlcht hantaste doch meiner Seele Flügel leiht, sie in das Reich der Harmonie zu tragen!" Selsvergessen in ihren Anblick versunken, hatte Holger Storm ..„Ich wollte, es wäre mir vergönnt,“ entgegnete er düster mit seiner tlangvollen Stimme, die leise bebte,„einen Blick in die verborgenen Tiefen Ihres Innern zu werfen; jeden Tag erscheinen Sie mir anders und entdecke ich neue Seiten, so daß ich immer wesa gepgrnt auf das nächste Erscheinen bin und vermute, nie. mals.., ven wahren Grund gelangen zu können.“ ## Sehr richtig,“ erwiderte sie lachend,„das Allerletzte und — ich, möchte es das„Weibsgeheimnis“ nennen, erschließt sich Memaes vor dem Mann, und nur unter den Evastöchtern errät es zuweilen eine bei der anderen.“ Holger Storm strich nervös den Schnurrbart mit der Linken. Aus seiner Varsahast, das gPeib“ volständig zu kennen“ Aus feiner Zurüahaltung und den tiefen Augen brach zuGlutstrom und ließ jene dumpfe Schwüle zwischen ihnen erstehen, die das Pochen, hes Herzens beschleunigte. ich Ihnen den Grund Ixes Irrtums nennen, Herr „Ich bitte darum!“ „Weil Sie nur ein einziges Weib vollkommen kennen lernten, und das ist Maria, Ihre Braut; sie aber ist eine von den Aseresenen, den. Pionieren unseres kommenden Geschlechtes, mithin nicht die Frau der Gegenwart, sondern nur eine einzige Seite aus dem großen Buche der Weibnatur. Indem Sie Marias reine wissen Sie sehr wenig von unserem wahren Ich den Trhumer in mir Pruu Maria ist es nicht gegeben, ##ner. mit zu wecken und auch nicht“— er stockte— die groge Bridenschaft; was sie erweckte waren nur irrende Flammen, Gengen secher Feuerbrände, die ich in rreinem Als ihm diese unbedachten Worte entfallen, wagte Holger Rücktritt des polnischen Kabinetts. Warschau, 15. Dez. Das polnische Kabinett Witos hat seine Demission eingereicht, da es wegen der Durchführung der Agrarreform seine Mehrheit verloren hatte. Ein Vorstoß der englischen Arbeiterpartei. London, 13. Dezbr. Auf der heutigen Konferenz des Vollzugsausschusses der Arbeiterpartei und des Generalrats des Gewerkschaftskongresses wurden zwei Entschließungen angenommen. In der ersten Entschließung wird Vertrauen zu Ramsay Macdonald ausgedrückt. In der zweiten wird angesichts der Verwunderung der Regierung über die überwältigende Stimmenmehrheit der Wähler und angesichts der erklärten Absicht der Regierung, dem neuen Parlament nicht vor dem 8. Januar gegenüberzutreten um eine sofortige öffentliche Mitteilung der Regierungspläne zwecks angemessener wirksamer Behandlung der hochernsten Arbeiterprobleme ersucht.„Star“ nennt diese zweite Entschließung den ersten Schuß, der seit den Wahlen auf die Baldwin=Regierung abgefeuert werde. Evening News“ zufolge verdichtete sich die Erwartung konservativer Kreise, daß die Regierung innerhalb einer Woche nach dem Zusammentrit des Unterhauses nicht mehr im Amt sein werde, zur Gewißheit. Zum Aufstand in Mexiko. Allerlei vom Tage. Papst=Schenkung für Berliner Kinder. Berlin, 14. Dezbr. Der Papst hat der Gräfin Thiele=Winckler, die in Berlin eine umfassende Hilfsaktion für die notleidenden Volksschichten in die Wege leitet, als der Vorsitzenden des Ausschusses, für ihre Zwecke die Gabe von 10000 Lire überweisen lassen. Im Begleitschreiten heißt es, daß der Papst mit der größten Erschütterung von dem Aufruf Kenntnis genommen habe, der die furchtbare Not in Berlin schildere.— Die öffentlichen Speisungen beginnen heute. Die Durchführung des Hilfswerks selbst ist für mehrere Monate gesichert. Dreizehn Pfennige für einen Nachmittag Sticken! is der Fichtelgebirgsgegend richtet ein Lehrer einen erschütternden Hilfeschrei an mildtätige Menschen. Er hat zwei Dutzend hungernder Schulkinder, die nach ihrer Schule mit ihren Müttern sich ihre Augen und ihre Finger wund und die Lunge schwindsüchtig sticken— für dreizehn Pfennig täglich! Viele von ihnen haben den Vater verloren und Hunger und Kälte tearten auf sie daheim. Für sie gibt es keine Quäkerspeisungen wie für die Stadtkinder, und eines der Mädel wußte auf seine Frage nicht zu sagen, wie lange es kein Brot gegessen hätte— von Fett gar nicht zu reden. Für diese Aermsten der Armen erbittet er sich wenigstens eine Weihnachtsgabe.— Wir entnehmen diese Mitteilung einer auswärtigen Zeitung, die leider vergißt, Namen und Wohnort des Bittstellers anzugeben. Sollten uns Zuwendungen gemacht werden, so werden wir sie gleichwohl an die richtige Adresse gelangen lassen können. Ein Deutscher unter Anklage des Raubes. Madrid, 14. Dezbr. Gestern wurde ein Deutscher namens Wollmann, festgenommen. Er wird beschuldigt, die Krone des Mutkergottesbilbes in Coradonga, das einen Wert von 3 Millionen Pesetas darstellt, geraubt zu haben. Wollmann ist geständig und hat den Ort bezeichnet, wo er die Juwelen aus der Krone versteckt hat. Weitere Einschränkung der Einwanderung. Newyork, 12. Dez. Der Unterstaatssekretär für Arbeiterfragen hat in einer Konferenz betreffend die Einwanderung weitere Beschränkungen der Einwanderung vorgeschlagen. Er habe erklärt, der Mangel an Arbeitskräften, der vor einigen Monaten geherrscht habe, sei in Arbeitslosigkeit umgewandelt, die möglicherweise drohenden Umfang annehmen könne. nicht, die junge Frau anzusehen; als er es aber dennoch tat, begegnete er ihrem klaren Blick, in dem ein abweisendes Befremden lag. „Es scheint, als ob Sie noch recht viel von uns lernen könnten, Herr Storm, so will ich Ihnen denn bekennen, daß eine Frau meiner Art sich von dem, was der Mann die große Leidenschaft nennt, sehr oft nur abgestoßen fühlt.“ ist unmöglich,“ stieß Holger Storm hingerissen aus,„ich wüßte keine auf der Welt, die so geschaffen wäre, eine große, Tod und Leben besiegende Liebe einzuflößen, wie Sie und deshalb... „Und deshalb,“ unterbrach sie ihn,„denken Sie, auch ich müßte derselben fähig sein. Das ist ein Irrtum, in welchem Sie befangen sind, Herr Storm.“ „Guten Morgen!“ ließ sich hier plötzlich die verbindliche Stimme Fräulein von Leiserings vernehmen, während sie im Rahmen der offenen Tür erschien und natürlich schon eine Weile lauschend hinter den Portieren gestanden hatte,„die Herrschaften sind ja schon beim Kaffe! Verzeihung für die Störung, gnädige Frau, aber ich ahnte wirklich nicht, daß Sie heute so ungewöhnlich früh aufgestanden sind.“ „Die Sonne hat mich geweckt,“ entgegnete Simona kühl. Holger, der nur stumm gegrüßt hatte, stand auf, um an seine Arbeit zu gehen. ..„Es wird wohl weniger die Sonne als der Stern am Künsttermmmel gewesen sein, was sie so früh aus den Federn lockte,“ dachte Fräulein Agnes mit heimlicher Schadenfreude. Es entging ihr doch nicht, ein Gespräch gestört zu haben, das man in ihrer Gegenwart nicht fortsetzen wollte, und das Spuren starker, seeErregtheit, besonders bei Holger Storm zurückgelassen. „Schändlich! Ist es jetzt noch nicht zu einer Erklärung zwischen ihnen gekommen, so geschieht es zweifellos das nächste Mal; so müßte nur die Madonna einmal ihren Herrn Bräutigam sehen!"— Kleine Nachrichten. Das Ergebnis der Straßensammlung in Madrid am Donnerstag zugunsten mittelloser deutscher Studenten beträgt 35 000 PeseDer Betrag wird der Zentrale der ausländischen Studentenhilfe in München überwiesen werden. In anderen spanischen Universitäten werden ähnliche Sammlungen veranstaltet. .. Paxis, 14. Dez. Der amerikanische Flieger Sperry ist mit reinem Flugapparat 5 Meilen von Rye ins Meer gestürzt. London, 14. Dez. Lord Gouglas ist wegen Beschimpfung Churchilis zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Wien, 14. Dez. Die Assistenten sämtlicher Hochschulen sind heute zum Protest gegen die nach ihrer Meinung ungenügende Besoldung in den Streik getreten. Warschau, 15. Dez. Am 12. Dezember nahm der Seim das Gesetz über die zweijährige Dienstzeit in der Armee an. Münster, 15. Dez. In München sind ein Student und ein Buchdrucker wegen Teilnahme an dem Anschlag gegen das Redaktions= und Druckereigebäude der Münsterischen sozialdemokratischen Zeitung„Volkswille" festgenommen und nach Münster übergeführt worden, beide sind geständig. Washington, 14. Dez. Die mexikanische Gesandtschaft teilt mit: Die mexikanische Regierung sei mit Ausnahme von kleineren Gebietsteilen von Vera Cruz und Jalisco Herrin über das ganze Land. Die Truppen Obregans hätten bereits mit den Aufständischen Fühlung genommen und es sei eine entscheidende Schlacht zu erwarten. London, 14. Dez. Reuter meldet aus Juarez: Nach einer halbamtlichen Meldung ist es bei Okatan zur ersten Schlacht zwischen den Regierungstruppen und den Aufständischen gekommen. Die Regierungsstreitkräfte haben gesiegt. Aus dem besetzten Gebiete. Menschlichkeit der Unmenschen. Essen, 14. Dez. Heute wurde im französischen Hauptquartier dem Delegierten des deutschen Roten Kreuzes für das Ruhrgebiet, Hestrick, eine offizielle Verfügung des Generals Degoutte übergeben. Darin hat General Degoutte verfügt, daß in der Zeit vom 23. Dezember bis 3. Januar 1924 den Familien der Verurteilten zum Besuch ihrer Angehörigen in den verschiedensten Gefängnissen des Ruhrgebietes und in den Gefängnissen von Zweibrücken alle Erleichterungen zu gewähren sind, und daß den Verurteilten bei dieser Gelegenheit Liebesgaben und Weihnachtsgeschenke überreicht werden dürfen. Der Besuch kann in dieser Zeit jeden Nachmittag stattfinden. Zugkontrolle und Paketabfertigung. Dortmund, 14. Dez. In den nächsten Tagen wird die Zugkontrolle der Personenzüge in Scharnhorst und Brakel ihr Ende nehmen. Die Kontrolle wird dann auf dem Hauptbahnhof Dortmund und auf dem Bahnhof Dortmund=Süd stattfinden. Dadurch kommt der oft stundenlange Aufenthalt auf der Fahrt in Wegfall. Die Züge werden wieder fahrplanmäßig verkehren.— Die Zollabfertigung der aus dem besetzten Gebiet hinausgehenden und in das besetzte Gebiet eingeführten Pakete soll in nächster Zeit nicht mehr in Düsseldorf, sondern unmittelbar am Bestimmungsort bezw. Ausgangsort erfolgen. Vor dem französischen Kriegsgericht. Düsseldorf, 13. Dezbr. Das französische Kriegsgericht wird am nächsten Montag gegen eine große Anzahl von Polizeibeamten wegen der Vorgänge am blutigen„rheinischen Sonntag“ der Sonderbündler am 30. September verhandeln. Diese Vorgänge hatten den Anstoß zur Auflösung der Düsseldorfer Grünen Polizei durch die französische Besetzungsbehörde gegeben. Mehr als 30 Polizeibeamte werden vor das französische Kriegsgericht gestellt. In Haft sind noch acht Offiziere und 24 Beamte der Grünen Polizei; außerdem haben sich Beamte der Blauen Polizei zu verantworten. Die Verteidigung der Angeklagten wird zunächst gegen die Zuständigkeit des Gerichts Einspruch erheben. Die Durchführung dieses Prozesses dürfte die ganze Woche vor Weihnachten in Anspruch nehmen. Micum gegen Kohlensyndikat. Brüssel, 14. Dezbr. Der belgischen Telegraphenagentur zufolge hat das Kohlensyndikat des Ruhrgebietes, welches zu Beginn der Ruhrbesetzung nach Hamburg übergesiedelt war, durch einen seiner Direktoren den Wunsch ausgesprochen, mit ihm die Fühlungnahme wieder aufzunehmen und es von neuem die zur Zeit von der Besatzungsbehörde bewohnten Räume wieder beziehen zu lassen. Die Micum hat diese Bitte abgeschlagen. Italien verlangt Teilnahme am Micumvertrag. Brüssel, 14. Dez. Zwei italienische Ingenieure, die von ihrer Regierung mit Vollmachten ausgestattet sind, haben sich gestern mit französischen und belgischen Vertretern der Micum in Düsseldorf ins Benehmen gesetzt und verlangten eine Beteiligung Italiens Eine halbe Stunde später befand Simona sich in ihrem Ankleidezimmer allein, nachdem sie Franzeska hinausgeschickt, um ungestört zu denken; sie wollte über sich selbst und ihre Empfindungen ins Klare kommen, und doch war es unmöglich. Was bedeutete dieser jähe Wechsel der Stimmungen von düsterer Schwermut zu hellem Jubel; liebte sie Holger Storm' Eine innere Stimme antwortete: Nein! Und doch: hatte sie ihn nicht vorhin mit Bewußtsein getäuscht, als sie behauptete, keiner großen Leidenschaft fähig zu sein? Torheit! Wenn es ihr nur gelänge, nicht mehr an ihn zu denken! Das würde sicher geschehen, sobald seine Arbeiten beendet waren und sie nicht mehr sähe. Denn er war gebunden; Is war Sie löste, vor dem Spiegel stehend, ihr Haar, um es zu ordnen, bis die welligen Massen niederfielen, und ließ den Blick träumerisch auf der Gestalt voll jugendlicher Frische ruhen, welche das Glas zurückgab, und während sie es betrachteten, füllten sich die Augen mit Tränen, die langsam über die Wangen rollten. „Für die Knospe, die den Wurm im Herzen trägt, gibt es kein Erblühen mehr und keine Frucht.“ „Und doch ist das Leben in seiner Frühlingszeit so wunderbar schön!“ Das Tagewerk ist vollendet, Holger Storm hat rastlos geschafft; jetzt packt er Pinsel und Palette zusammen, um sein Wort einzulssen und Maria aufzusuchen. Den ganzen Tag hat die Sonne heiß auf Irvingsburg geschienen, und auch jetzt noch sendet sie, über dem Meere stehend, die schrägen Strahlen mit goldigen Tönen durch die offenen Fenster und Türen in das Innere des Schlößchens. Eben ging er auf den sandigen Weg zum Parktor hin, als er noch einen letzten Blick zum Erker hinaufwirft, wo Simona um diese Zeit zu weilen pflegt; dort oben stand sie und nickte ihm grüßend zu. Umflossen vom abendlichen Sonnenschein erscheint ihr rötliches Seidenkleid wie aus den Farben des Morgenrots gewebt; den Gürtel schmücken die bevorzugten weißen Rosen, und einem scherzhaften Einfall nachgebend, nimmt sie eine der Blumen und wirft sie ihm hinab, „Auf Wiedersehen! Die Rose bringen Sie Maria als Gruß von mir.“ Holger erglühte; er nahm die Rose vom Boden und preßte sie an seine Lippen; will sie ihn wahnsinnig machen mit ihrer bezaubernden Liebenswürdigkeit. K ines Wortes mächtig, zog er nur dankend den Hut und ging der Richtung nach dem Tore zu— als er aufblickend Anneliese vor sich sah; diese hatte schon beim Eintritt das Ganze übersehen und welch ein Anblick bot sich ihr dar! Auf dem sammetartigen Rasenplatz blühten in illen Farben leuchtend die seltensten Rosen in verschwenderischer Pracht, wohin das Auge schweifte. Sie begrenzten die Wege, kletterten am Hause empor und bildeten einen lebendigen Rahmen um Stmona, welche eben dem Verlobten Marias eine Rose zu Füßen warf, die er aufhob und küßte. Anneliese war mit bösen Gefühlen für Holger und Simona hergekommen, und was sie jetzt gesehen, trug nicht dazu bei, sie zu besänftigen; und ihr Herz schwoll so in Bitterkeit, daß sie. Holgers Gruß und Anrede kalt wie eine Fremde erwidernd, an ihm vorbeischritt, auf Simona zu, die ihr entgegenkam. „Das ist hübsch, Anneliese, daß du kommst, ich hätte dich ohnedies, wenn nicht noch heute Abend, so doch morgen überrescht! Eine Sending von reizenden Kleiderstoffen und anderen Sachen, die ich für dich und Angela bestellte, ist nämlich eingetroffen. Außerdem gibt es zum Abendbrot dein Lieblingsgericht,— Himbeer= grütze mit Sahne, und ich freue mich, sie mit dir teilen zu dürfen.“ ##n kürzlich mit deu “ Die französisch der Italiener güt er Micum zustehend werden, wovon 5 e Die Sond Sonde Gelsenkirchen, 13. T aversammlung der #etwa 1500 Persone chästsführer der hief Jahre alter Herr m Uchten nichts Neues. An wollte lediglich„al die Zukunft des Ge die Mahnung a Eelegen und sich nicht Etwas Positives verlassen werden, der ##onnen werden. Wei #n Sonderbündlerorge gas Lokol war vo zzeründler beschlagt Seya! Paris, 15. Dez. A ## Düsseldorf mitteilt, mit der provisorisch französischen Behör erdacht, an dem Ueber Frankfurt(Main), Burde(man spricht vo wiese Personen werden s untersuchen wird, ##n entstammen, oder o wie sich in deren Reihe 8 Verbl Berlin, 14. Dez. 68 Pfennige. Auch Untergegangen. So zu #steten heute im Großl Bufuhren aus dem Ar nichsten Tage eine Ver ensmittelmarkt gingen leischsorten blieben m einer Billion. 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Sonderbündler im Ruhrgebiet. Gelsenkirchen, 13. Dezbr. Am 12. Dezember fand eine Propaaversammlung der Sonderbündler hier statt. Der Saal war ## ztwa 1500 Personen besetzt. Die Stimmung war lau. Der ##haftsführer der hiesigen Sonderbündlerorganisation, ein etwa *zahre alter Herr mit Namen Meier, und ein anderer Redner “ n i c h t s N e u e s. E i n P r o g r a m m w u r d e n i c h t e n t w i c k e l t. glte lediglich„als Mensch zum Menschen“ darüber sprechen, die Zukunft des Gebiets sich gestalten würde. Immer wieder #e die Mahnung an die Arbeiterschaft gerichtet, in Ruhe zu Elegen und sich nicht von Berlin verkaufen und versklaven zu Etwas Positives kam dabei nicht heraus. Tumulte sollten #erlassen werden, der Sieg soll durch die Waffen des Geistes Shonnen werden. Weiter behauptete der Vorsitzende, daß die hie#., Sonderbündlerorganisation von den Franzosen unabhängig das Lokal war von den Franzosen für die Versammlung der Underbündler beschlagnahmt worden. Separatistische Straßenräuber. Paris, 15. Dez. Wie der Korrespondent des„Petit Parisien“ Düsseldorf mitteilt, sind zahlreiche Personen aus Bad Ems, mit der provisorischen Regierung in Verbindung stehen, von . französischen Behörde festgenommen worden. Sie stehen im verdacht, an dem Ueberfall auf den Marktransport der Reichsbank * Frankfurt(Main), bei der eine ungeheure Summe geraubt Burde(man spricht von 200 Millionen Frc.), beteiligt zu sein. iese Personen werden demnächst vor ein Gericht gestellt werden, z untersuchen wird, ob die Räuber tatsächlich Separatistenkreientstammen, oder ob es sich um lichtscheue Elemente handelt, e sch in deren Reihen eingeschlichen haben. Wirtschaftsfragen. Verbilligung der Lebensmittel. Berlin, 14. Dez. In Berlin beträgt der Brotpreis von heute 68 Pfennige. Auch Fettwaren sind um einige Pfennige hermntergegangen. So zum Beispiel Schmalz um 4 Pfennige. Eier bsteten heute im Großhandel 11,70 Mark das Schock. Da größere Zufuhren aus dem Auslande bevorstehen, erwartet man für die sächsten Tage eine Verbilligung der Obstpreise. Am Berliner Leinsmittelmarkt gingen heute die Fleischpreise herunter. Einzelne kleischsorten blieben mit 750 Milliarden zum ersten Male unter iner Billion. Die Preise für Fette hielten sich auf dem gestrigen weau; Fische stellten sich gegen gestern etwas billiger. Der verhinderte Preisabbau. Berlin, 14. Dezbr. Nach dem amtlichen preußischen Pressehienst war das Staatsministerium in seiner vorgestrigen Sitzung er Auffassung daß die Beamtengehälter bei einer Besserung der Staatsfinanzen generell aufgebessert werden müßten. Der Präsihent des Landespolizeiamts veröffentlicht eine Anweisung an die andespolizeiverwaltungen über die Goldmarkberechnung und die iste der Erzeuger=, Groß= und Kleinhandelspreise aus der Vorriegszeit für die wichtigsten Gegenstände des täglichen Bedarf. die Polizeiverwaltungen werden erneut zu rücksichtslosem Einschreiin gegen alle Wucherfälle aufgefordert. Der bisherige Presiabbau u noch ganz unzulänglich. Dem Landespolizeiamt sei bekannt, daß Zeile des Handels bereits wieder eine Heraufsetzung ihrer schon we.: über dem Friedenspreis liegenden Preise vornehmen, d. h. jeden Preisabbau sabotieren. Die Mietervereine rühren sich. Berlin, 14. Dezbr. Der Bund der deutschen Mietervereine in Dresden hat nach einer Meldung des Berliner Lokalanzeigers beschlossen, Telegramme an den Reichspräsidenten, den ReichskanzVler, den Reichsarbeitsminister und den Reichsfinanzminister, sowie an den Ueberwachungsausschuß des Reichstags zu richten, in welschem mitgeteilt wird, daß der Bundesvorstand beauftragt worden sei, sofort ein Volksbegehren einzuleiten, falls das Reichsmietengesetz aufgehoben und Goldmieten eingeführt werden würden. Stadt und Land. Lüdenscheid, 15. Dezember. Reisen auf Apzahlung. Um weiteren Kreisen Gelegenheit zu geben, für später aus. zuführende Reisen das Fahrgeld nach und nach anzusammeln oder eine Sommerreise gewissermaßen auf Abschlag zu kaufen, führt die Teichsbahn am 17. Dezember 1923 wertbeständige Wertzeichen über beträge von 2 und 5 Goldmark ein. Diese werden an sämtlichen Fahrkarten= und Gepäckschaltern der Reichsbahn bei der Lösung von Fahrkarten aller Art an Zahlungsstatt angenommen, also z. B. auch zu Feriensonderzügen, Jugendfahrten und sonstigen Fahrten, str die Fahrpreisermäßigung besteht, ebenso bei Lösung von Zeitarten, Fahrscheinheften usw., und zwar auch im Verkehr mit Pribatbahnen und mit dem Auslande. Die Wertzeichen werden in Form von Edmonsonschen Fahrkarten— die über 2 Goldmark laukenden in grüner, die über 5 Goldmark lautenden in gelber Farbe — mit nachstehendem Aufdruck aufgelegt: Deutsche Reichsbahn. Altig bis 31. Dezember 1924. Diese Karte wird mit 2 Goldnark an allen Kassen der Deutschen Reichsbahn beim Lösen von Fahrkarten und Abfertigung von Gepäck in Zahlung genommen. kein gesetzliches Zahlungsmittel. Keine Einlösung in bar. Die Einrichtung von Geldwertkarten an Stelle von z. B. Kilometerscheinen ist gewählt, um auch die Benutzung bei Fahrten mit Preisermäßigung und die Gepäckabfertigung ohne weiteres zu ermöglichen. * Jubiläum. Heute kann Herr Max Kamper, der Inhader der gleichnamigen Firma, den Tag begehen, an dem er vor 25 Jahren hier in Lüdenscheid in seinen Wirkungskreis eingetreken ist. Der Zufall wollte es, daß er der 25. Jubilar in seiner Firma wurde. Im kleinen Kreise wurde des Tages gedacht und em Jubilar die herzlichsten Glückwünsche seitens seiner Angestellen und Arbeiter ausgesprochen. Auch wir wünschen Herrn Kam##und seiner Firma eine weitere glückliche und segensreiche ZuAbschiedskonzert. Am Sonntag, 23. Dezember, abends 8 Uhr adt der Pianist Rudolf Prinz im großen Saale der ErZJung sein Abschiedskonzert. Mitwirkend ist die Gesangsabteilung #-Rasensportvereins Höh“ unter Leitung ihres Dirigenten Herrn wilhelm Silla. Ebenfalls hat sich Herr Musikdirektor H. Neumann in liebenswürdiger Weise bereit erklärt, in seiner bei##### als Konzertsänger(Bariton) mitzuwirken und wird ### bieser Gelegenheit 2 Baßarien aus kleinen Oratorien sowie wirkungsvolle Löwe=Balladen singen. „Ich danke bestens,“ erwiderte Anneliese,„ich habe eben erst Pegessen; ich warte, bis du fertig bist, weil ich dir wichtiges zu sagen habe.“ (Fortsetzung folgt.) Betrifft! Bezugsgeld bis Ende Dezember. Da in der Weihnachtswoche eine Bezugsgeld=Einziehung nicht durchführbar ist, muß diesmal zugleich mit dem Einziehen des Geldes für nächste Woche auch der Betrag für die übernächste Woche erhoben werden. Unsere Boten werden daher mit Ablauf dieser Woche Quittungen über 1,40 Mark(wertbeständig bezw. umgerechnet in Papiermark) vorzeigen. Wir bitten um sofortige Einlösung. Entgegenkommenderweise soll dieser Betrag dann über das vierte Wochenende hinaus als Bezahlung bis Monatsende, also insgesamt für die Zeit vom 16. bis 31. Dezember 1923 gelten. Weiteres Zeitungsgeld wird erst Anfang Januar 1924 erhoben. Lüdenscheider Zeitung. Polizeibericht vom 12. bis 14. Dezember. Aus einem Hausslur wurde ein Damenmantel und eine Damenjacke im Werte von 180 Goldmark, in einem anderen Falle ein Ueberzieher gestohlen. — Einem Lehrling entwendete man aus einer Brieftasche, die er in einem unverschlossenen Kleiderraum aufbewahrte, 20 Billionen Mark.— Ein Mieter geriet mit seinem Hausherrn in Streitigkeiten, im Laufe derer er sich des Hausfriedensbruchs schuldig machte.— Zwei Kohlendiebe wurden mit einer Beute von je einem Zentner auf der Straße angehalten; über die Herkunft der Kohlen war näheres nicht festzustellen.— Wegen Wuchers wurden angezeigt: 1 Landwirt und 1 Milchhändler(Milch), ein Händler(Rübenkraut), ein Gemüsehändler(Eier), eine Händlerin(Speck und Butter). Ferner wurden 3 auswärtige Lebensmittelgroßhändler wegen übermäßiger Preisforderung angezeigt.— Obdachlos waren 17 Personen.— Gefunden wurden eine Geldbörse mit einer Uhr, ein Handspiegel, Schlüssel. Richtpreise für Weihnachtsbäume. Die Preisprüfungsstelle hat folgende Richtpreise festgesetzt: für Bäume in Länge bis zu 1 m 80 Pfg., für Bäume über 1 m bis zu 1,50 m 120 Pfg., für Bäume über 1,50 bis zu 2 m 170 Pfg., für Bäume von über 2 m frei. Der Kleinverkaufspreis für Milch ist von heute ab einheitlich auf 25 Pfg. festgesetzt worden. Die Verordnung des Wehrkreiskommandos vom 27. Oktober 1923 ist aufgehoben. Verbotene Sammlungen. Ein Sonderfall gibt Veranlassung darauf hinzuweisen, daß das Einsammeln von Geldbeträgen ohne polizeiliche Erlaubnis und für verbotene Zwecke untersagt ist. der Stadt sind in den letzten Tagen 2 männliche Personen bemerkt worden, die sich in dieser Hinsicht strafbar machten. Rhein=Ruhr=Abgabe. Auf die Bekanntmachung des Finanzamts Lüdenscheid in der heutigen Nummer wird besonders hingewiesen. Wer nach dem im Oktober 1923 zugestellten Steuerbescheid 1922 zu 100000 Mark Einkommensteuer veranlagt ist, hat 50 Goldmark zu zahlen 200 Goldmark wären zu zahlen, wenn dieser Steuerpflichtige regelmäßig am 1. Mai Bilanz zieht. Ein Arzt, der nach 1 500 000 Mark Einkommen zu 315 000 Mark Einkommen= steuer veranlagt ist, hat 157,50 Goldmark zu zahlen. Ein Ingenieur einer Firma, dem bereits von den 1 500000 Mark 10 Prozent Steuer mit 150000 Mark einbehalten sind, würde von 315 000 weniger 150000 gleich 165000 Mark= Einkommensteuer 82,50 Goldmark zu zahlen haben. Ueber die Einkommensteuer= und Körverschaftssteuer=Vorauszahlung, die am 5. 1. 1924 fällig ist, werden noch Veröffentlichungen erfolgen. Steuerabzugszahl. Dem Reichsanzeiger zufolge beträgt die Verhältniszahl, mit der die Ermäßigungszahl beim Steuerabzug vom Arbeitslohn zu vervielfachen ist, für die Zeit vom 16. bis 22. Dezember einschließlich 650000. Weihnachtspakete nach dem besetzten Gebiet. Die vorgestern angekündigte besondere Regelung des Fest=Paketverkehrs haben wir nicht veröffentlicht, da inzwischen nach einer amtlichen Mitteilung der Köln. Ztg. bekannt geworden war, daß eine endgültige Entscheidung in der Frage noch nicht erfolgt sei. Meinerzhagen, 14. Dezbr.(Kohlendiebstahl.) Aus einem Kohlenwagen gestohlen wurden auf dem hiesigen Bahnhof etwa 20 Zentner Köhlen. Um bequemer abladen zu können, hatten sich die Diebe den Waggon bis zur Rampe geschoben. Eine Spur von den Spitzbuben hat man bisher noch nicht auffinden Buren. Ein Hilfernf des Handwerks. Seitens der Handwerkskammer zu Arnsberg ist den Tageszeitungen folgender Aufruf zugegangen, dem auch wir im Interesse der Erhaltung unseres selbständigen Mittelstandes gerne Aufnahme gewähren: An unsere Mitbürger in Stadt und Land! Unser Handwerkerstand, der noch immer ein fester Bestandteil unseres Bürgertums und unseres Staatswesens gewesen ist, droht in seinen weitesten Kreisen zu verelenden. Arbeitslosigkeit ist in zahlreichen Berufskreisen bereits eingekehrt, in anderen stehl sie unmittelbar bevor. Eine katastrophale Beschäftigungslosigkeit ist zu befürchten, wie sie das selbständige Handwerk und seine Hilfskräfte in den letzten Jahrzehnten noch nicht erlebt hat. Bereits mußten zahlreiche Gesellen und Lehrlinge wegen Arbeitsmangel entlassen werden..2... Vermestunten 6. Da die Reichs=, Staats= und stadtischen Verwaltungen dei Lage der Dinge allein nicht in der Lage sind, dieser nahenden Katastrophe abzuhelfen, so können nur die privaten Auftraggeber in dieser schwierigen Lage durch die Erteilung von Aufträgen AbWir wenden uns daher an Jeden in Stadt und Land, der in der Lage ist an unsere Handwerker Aufträge, und seien es selbst nur Reparaturen geringfügiger Art, zu erteilen. Unser Handwerkerstand wird für jeden Auftrag von Herzen dankbar sein. Wir werden in Verbindung mit den von uns vertretenen Innungen bemüht sein, die Preise angemessen zu gestalten und bitten nochmals dringend, uns in unsern Bestrebungen, Arbeit für unser Handwerk zu beschaffen, nachdrücklichst zu unterstützen. Schwerte, 12. Dezbr.(Neuzeitliche Kohlengru ben.) Die„Schwerter Zeitung" erzählt: Eine neue Kohlenzeche ist vor kurzem in nächster Nähe unserer Stadt, dicht am Schwerter Wald entstanden und gegenwärtig in vollem Betriebe. Betriebe. Bekanntlich wurde vor einigen Jahren die Zeche feld“ bei Hörde stillgelegt, da infolge der veralteten Einrichtungen sich der Betrieb nicht mehr lohnte, und die Gerechtsame von Bickefeld“ erwarb die Zeche„Admiral“ bei Wellinghofen. Einzelne der Kohlenfelder von„Bickefeld“ reichen in südwestlicher Richtung fast bis an unseren Stadtwald heran und auf diesem Gelände, insbesondere in nächster Nähe des Hochbassins bei Gockel ist die neue Zeche, die der Volksmund bereits„Stresemann=Zeche“ getauft hat, entstanden. Findige Köpfe unter der Einwohnerschaft gaben sich ans Buddeln, und der Erfolg war ein über alles Erwarten guter. Schon in 4 Meter Tiefe stieß man auf gute, brennbare Kohle und bald entstand auf dem Gelände ein„Schacht“ neben dem anderen, einige bereits über 50 Meter tief, und zahlreiche fleißige Hände sind mit der Förderung des kostbaren Brennstoffes beschäftigt. Mit den einfachsten Mitteln, mit Haspel und Eimer wird gefördert, aber das Geschäft lohnt sich, wie die zahlreichen großen und kleinen Fuhrwerke beweisen, die aus der näheren und weiteren Umgebung, aus allen Richtungen der Windrose herbeieilen, um entweder„Stresemann=Kohle“ zu kaufen oder gegen Kartoffeln, Tabak, Petroleum oder andere Waren einzutauschen. Gegenwärtig sind bereits 27 Schächte abgeteuft und es ist hochinteressant, sich das Leben und Treiben auf dem neuen Bergwerk anzusehen. Leider hat der Betrieb vor einiger Zeit auch schon zwei Todesopfer gefordert, indem zwei junge Leute infolge Zubruchgehens der Strecke verschüttet wurden. Remscheid, 12. Dezbr.(Umgruppierung bei den Franzosen.) In unserer Stadt werden weitere französische Truppen erwartet, und zwar sind zu diesem Zweck die Schule in der Nordstraße, zwei Bürgerquartiere und fünf Zimmer im Rathaus freigemacht worden! Einzelne französische Soldaten und Fahrzeuge mit Gepäck sind bereits eingetroffen. Auch 52 Mann Kavallerie sollen hierher kommen. Wie es heißt, wird die Lenneper Besatzung nach Remscheid verlegt, während in Lennep die Truppen aus Wipperfürth eingerückt sind. Wipperfürth erwartes Elberfeld, 12. Dezbr.(Ein Stadion) wird hier unterhalb des Zoologischen Gartens an der Wupper am Waldesrand errichtet. Es soll zwei große Fußballplätze, eine Laufbahn, eine Radrennbahn und Plätze für 40000 Zuschauer erhalten. Zur Durchführung des Planes, zu dem die Stadtverodnetenversammlung ihre Genehmigung erteilt hat, wurde eine Aktiengesellschaft gegründet, an der die Stadt und die Sport= und Spielvereine beteiligt sind. Mit den Arbeiten wird sofort begonnen werden. Velbert, 12. Dezbr.(Plünderungen.) Nach einer Erwerbslosenversammlung wurden hier heute Geschäfte geplündert. Daß dabei nicht lediglich Hunger die Triebfeder war, ergibt sich daraus, daß auch Liköre und Wein geraubt wurden. Im benachbarten Oefte war den Landwirten der Besuch Essener Erwerbslosen zugedacht. Der Selbstschutz trat jedoch erfolgreich in Tätigkeit, und die Burschen mußten das Feld räumen. An der Werdener Brücke gelang es, einen Teil der Plünderer festzunehmen. Es waren meist Schwerverbrecher. Briefe an die Lüdenscheider Zu„Eine Anfrage an die Sparkasse“ in Nr. 237 der Lüdenscheider Zeitung vom 8. 12. 23 schreiben uns die SparDie Einrichtung erfolgt ab 1. Oktober d. Is. auf Grund einer Vereinbarung mit der Deutschen Girozentrale in Berlin, die auch die Eindeckung in Goldanleihe vornahm. Später übernahmen es die Sparkassen für sich, Goldanleihe zu kaufen und stellten im Verhältnis der Zuteilung Goldsparbücher aus. Nachdem aber längere Zeit Goldanleihe oder Dollarschatzanweisungen nicht mehr zugeteilt wurden, mußte der Goldsparverkehr ruhen. Dann gelang die Vereinbarung mit einem Abnehmer der eingehenden Goldsparbeträge und so konnte der Goldsparverkehr wieder in Gang gebracht werden. Selbstverständlich mußten die Sparkassen dem Abnehmer Kündigungsfristen einräumen, damit er entsprechend disponieren konnte, was naturgemäß ebenfalls von den Sparkassen auf die Einzahler angewandt wurde. Den Sparkassen und ebenso den Abnehmern der eingehenden Goldsparbeträge konnte man doch nicht zumuten, die Kursverluste zu tragen, wenn keine Kündigungsfristen vereinbart wären und der Dollar noch weiter stieg. Der Goldsparverkehr sollte nicht zu Spekulationszwecken benutzt werden, wie mancher gern gesehen hätte. Man hätte dann sein flüssiges Geld zu der Sparkasse bringen und nach einigen Tagen, wenn es gerade paßte, nach dem erhöhten Kurs wieder abheben können. Wer war der Leidtragende? Doch nur die Sparkasse oder der Abnehmer. Bei den Goldsparkonten spielt es durchaus keine Rolle, daß wertbeständiges Geld genügend vorhanden ist, wie der Herr Einsender irrtümlich meint, denn es kommt nur auf die sichere Anlagemöglichkeit der eingehenden Goldsparbeträge an. Anders ist es natürlich mit einem Rentenmarkkonto. Da muß als Einlage Rentenmark eingezahlt werden, wohingegen bei den Goldsparkonten Papiermark in Zahlung genommen wurde. Aber auch bei Rentenmarkkonten muß eine gewisse Kündigungsfrist festgesetzt werden. Der Goldsparverkehr muß sich erst eingeführt haben, dann kann man erst sehen, wieweit bei den Kündigungsfristen Erleichterungen gehandhabt werden können. Eine Verkürzung der Kündigungsfristen ist bestimmt ins Auge gefaßt. Die Sparkassen der Stadt und des Amtes Lüdenscheid. Spiel und Fußball. Am Sonntag spielen am Waldschlößchen: Um 9 Uhr: Lüd. 61 3— Lüd. 61 5(Uebungsspiel). Um 10½ Uhr: Lüd. 61 4— Lüd. Grünewald 2. Um 1 Uhr: Serienspiel. Lüd. 61 2— Schalksmühle 1 Anschließend um 2½ Uhr: Lüd. 61 1.— V. f. B. Dortmund 97 Gauliga). Seit langer Zeit die erste Mannschaft aus dem dortigen Bezirk, welche hier in Lüdenscheid antritt. 1919 schlug die odige Mannschaft die damaligen V. f..er mit 9: 0. Lüd. muß sich also sehr anstrengen, um die damalige Niederlage wieder wett zu machen. Die Mannschaft trifft Samstag nachm. ½6 Uhr hier ein, um für einige Stunden die Beschwerden und Lasten des besetzten Gebietes zu vergessen. Spielbeginn aunkt 2½ Uhr am Sportplatz Waldschlößchen. Sonstige Spiele: Diplomserienspiele(Notspiele für den Uebergang) Rasenspielverein 1.— Tgm. Preußen 1. Vorholle 1.— Eckesey 1. Eilpe=Delstern 1.— Sportunion 1. Kabel 1.— Union Haspe 1. Altenhagen 1.— Rasenspielverein 2. Union Haspe 2.— Komet Dahl 1. Tgm. Preußen 2.— Boele 1. Sportunion 2.— Eilpe=Delstern 2. Eppenhausen 2.— 1860 2. Volmarstein 1.— Herdecke 1. Wengern 1.— Esborn 1. Bommern 1.— Vorhalle 2. T. u. Sp. V. Gevelsberg 2.— Oberbauer 1. Harkorten 1.— Vogelsang 1. Haspe 1.— Altenvörde 1. Lüd. 61 2.— Schalksmühle 1.(Happ Luv. Hoh.) Brügge 1.— Halver 1. Selbach( Lüd. Höh.) Breckerfeld 1.— Grünewald 2.(Plate Lüd. Höh.) Westf. Gevelsberg und Lüdenscheid Höh sind spielfrei. Berlin, 14. Dez.(Produktenmarkt.) Weizen: märk. 162—164, Roggen märk. 142,5—144, Gerste: Sommergerste 151 bis 155, Hafer märk. 125—128, pomm. 118—124, Weizenwehl 25.—23. Roggenmehl 24,5—26.5, Weizenkleie—7,25, Roggeml. i..75 vin 7, Raps 270—275, Viktoriaerbsen 44—48, kleine Speiseerbsen 25 bis 27, Peluschken 14—17, blaue Lupinen 15—20, gelbe Lupinet 16—22, Seradella 16,5—20, Rapskuchen 11,25—11,75, Trockenschnitzel 8, Kartoffelflocken 17—17,5. Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. aller Art ae Ses e eeeien e ene u. rsctrnstechur Sshein Gprer ar.(gple beien Gertaul vie: Kern, Gul Schrot, Sein, Heyein= Prugrstabgabe s5äg und Katsh: Veti 1 Draht= und Bleshpatete Gerisg Sr ie Tsteate loid ur uosien ae; Gsaus Aase adt. A ua u e erdiuue Auden, üche u un. ust hbschen eisengegertegpüichigen Besouenzsoggsen num Gaub Auud uur duete er benen etan i sucht Verbinl e ea e e gue e gen e se ien eieteun ur Wentdlche Handelegenslicheft n b hi guas. a. ur....8 a veranagen Eikonmensteuer 1022., Wenn derl Dielses Sustem scht tge Altena I. Mest.(Flitale ader Gristazlage) mit iost ir. Erfahrener, langjähriger Exporteur mit ausgebehnten Kontortäumen in bester Loge Hamburgs llegen,.80 bezo. 3 au Voraus“ ars veteanlaet v., Botdmark sür se 10 Wie benl Veranlagung 1922 ein J. Wen bersg. Wihes Sysiem slehr für 1. 7. 1022 zu Grunde, Deschöstsabschlußz vor demldte Versicherten sowohl se 1000— Hre zu gaf 1 e9“, lind.— Goldmark fürs glteis= und Geschlechtsanwälte, Angestells“Pen, Rwiner, Gerze, Rechis striassen, wie deien Einplichigen Sihreu; Deamte Fo. mit einem steuer Isufung nach dem Gebelt ein P15s Eitrommen 1922 von mehr als 1000000— lverbienste vor. Wne der nach sshzgn. Volbmark für ie 1000.—1, Mielbungen nach dem sselbenden Siotamngaber abselohbrien Cohnsteuer der=[Aebelsverdienst knd uns viriogniden Eincommenneuer 1922 zu zahlen. mit Wirkung vom 1. Dez. Dre der Fcpeshestschosten baben für se 1000—11273(merhalb acht Tagen Sesse—=#eicgaftsteuer 1921/22 ober 1922 zulzu machen. Später ein9 ür Se hrge, bei enemn Geichstasgug sohe den lansenden Rronat H).580 Golsimas lnichzt berücksichigt werden. der Seit namd Beschäftsabschlußz inl Arbeitgeber, welche und 9 ans Soihnate bei— 30 d. 1022. sdie Abschist der Bettrags giuera P g but iastechnung nicht ungebend properet, ehelchel Mädchen för, alle Arbeit. Ge## biit zum Koch.ege# vorhanden.Venler Nr 293. Zu kaufen gesucht eine neue ober gebrauchte Gewindeschneidemaschine Gefl. Angeb. mit Preisangabe an##. Jirma A. Wermekes, Brügge i. W. oder Niederlage) mit industriellen Unternehmungen zwecks Vertretung und Förderung berer überseeischen Interessen. Offerten erbeten unter H Sr 7055 an Nudolf Mosse, Hamburg 1. 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Lüdenscheider Zeitung. Samstag. 15. Dezember 1923 TASIER TRALIEN — biger Personenschtverkehr mit Dampfern. Aner erzügliche Unterund Verplegung inde aler Kloner * segepäcksicherung * Auskunft durch DEUTSCTUIR Vertretungen denscheid id Bochmann Easen: utscher. Lleft retung Landeishel. eonast n I. W ahmete Inst-Bühne Itschlands. nur allererste ei 14 tägigen mwechsel. eine rucksaches illigst durch Karl Sasst der Zeituns Die deutsche Kultur und Volksbildung in Gefalr: Nachfolgender Vortrag wurde vor der Lehrerschaft aller Schulattungen Lüdenscheids gehalten und fand die Billigung sämtlicher Lehrerorganisationen:„Philologenverein, Lüdenscheider Lehrerverzin, evang. Lehrerverein, evang. Lehrerinnenverein, kath. Lehrergerein, kath. Lehrerinnenverein, Lüdenscheider Berufsschullehrerverzin. Da er das Interesse der breitesten Oeffentlichkeit verdient, solgen wir dem Wunsche, den Vortrag in verkürzter Form zum Abdruck zu bringen: Die Reichspersonalabbauverordnung vom 27. 10. 23 verlangt den Abbau von 25 Prozent aller Beamten. Angestellte sowie nicht kestangestellte Beamte mit weniger als 10 Dienstjahren sollen entlassen, die übrigen in den einstweiligen Ruhestand mit einem Wartegeld in Höhe von 40 bis 80 Prozent des bisherigen Gehaltes gesetzt werden. Beamte und Anwärter dürfen bis 31. 3. 27 nicht nehr angestellt. die freiwerdenden Planstellen nicht mehr besetzt werden. Die Verordnung erfolgt auf Grund des Ermächtigungsgesetzes ohne Mitwirkung der Volksvertretung. Sie betrifft zunächst nur Reichsbehörden; doch verlangt§ 18 von den Ländern und Gemeinden die Durchführung entsprechender Bestimmungen. Um einen Druck auszuüben, verkürzt das Reich die Zuschüsse für Gehälter an Länder und Gemeinden. Damit droht die Anwendung der Abbauverordnung auf die Schule, und die Landesregierungen werden davon Gebrauch machen. Trotz einer Resolution, die der Reichstag bei der dritten Lesung des Ermächtigungsgesetzes angenommen hat und in der die Reichsregi rung ersucht wird, dafür zu sorgen, daß die Aufwendungen für die Pflege der Kultur, Volkswohlfahrt und Jugendpflege erst in letzter Linie den Rücksichten der Ersparnis unterworfen werden, plant die preußische Regierung, die A. V. im vollen Umfang der 25 Prozent auf die Schule anzuwenden und will zu diesem Zwecke auch den Gemeinden und anderen Schulunterhaltern weitgehende Freiheit im Abbau der von diesen unterhaltenen Schulen geben Die Verordnung ist einstweilen zurückgezogen worden, die Gefahr ist damit nicht beseitigt, denn den Finanztechnikern bleibt die Schule ein Unternehmen, das nichts einbringt. Die Schule wird also an ihren Abbau glauben müssen, wenn sich das deutsche Volk nicht dagegen wehrt. Welche Wirkung wird eine schematische Anwendung des Abbaugesetzes auf die Schule haben? 25 Prozent aller Lehrkräfte fallen aus! Das kann nur durchgeführt werden: 1. durch eine Verkürzung der Unterrichtszeit. Diese Maßnahme(in Preußen für die höhere Schule längst beschlossen) kann nur in beschränktem Umfange durchgefürht werden und bedarf, soll sie den Unterricht nicht zu schwer treffen, eine Umstellung der Lehrziele und Lehrpläne, d. h. einer völligen Schulreform. Deshalb darf dieser Weg nach dem ausdrücklichen Willen des preußischen Landtages für Sparmaßnahmen nicht in Betracht kommen. 2. So muß der Ausfall durch die überbleibenden Lehrkräfte gedeckt werden, d. h. mit einer Heraufsetzung der Wochenstundenzahl des Lehrers und bedeutender Erhöhung der Schülerzahl in den einzelnen Klassen. Arbeit am lebendigen, oft unruhig gärenden, jugendlichen Menschentum darf nicht mechanisch jeder Arbeit an sachlichen Dingen, sei es in Fabrik, Kontor oder Gelehrtenstube zleichgesetzt werden. Schon heute ist die preußische Lehrerschaft die am höchsten belastete in Europa: Der preußische Philogoge z. B. hat 24 Pflichtstunden. Diese Höhe wird sonst nirgend erreicht; selbst Oesterreich das unter der Zwangsverwaltung der Entente zu einem bedeutenden Beamtenabbau schreiten mußte, fordert von seinen Philogogen nur 20 Wochenstunden. Eine weitere erhebliche Steigerung der Wochenstundenzahl macht zunächst die von jedem Lehrer in seiner Bienstvorschrift geforderte geistige Weiterbildung unmöglich und wird die Schule allmählich zur geistigen Erstarrung führen. Eine weitere Folge wäre die Ueberarbeitung und geistige, seelische und körperliche Ueberanstrengung; schon heute nehmen Herz= und Nervenkrankheiten in bedenklichem Maße als Ursache für Dienstuntauglichkeit und Tod unter der Lehrerschaft zu. Das wird dann noch ganz anders kömmen. Anstelle einer Lehrerschaft, die mit begeisterter Liebe, verstebender Güte und treuem Bemühen die Jugend leitet, eine nervös überreizte, abgespannte, verbitterte. Die Jugend ist zu bedauern, die in solchen Schulen weiterlernen müßte. Das alles tritt in noch verstärktem Maße hervor, wenn auch die Klassenbesuchsziffer ins ungemessene gesteigert wird. Schon heute wird es in überfüllten Klassen dem gewissenhaften Lehrer schwer, jedem gerecht zu werden, und jeden nach seiner Eigenart zu fördern, wie er es verdient. Sehr bedenklich werden die Gesundheitsverhältnisse in den überfüllten Klassen werden, wo die Schüler dann eng zusammengedrängt sitzen müssen; denn der Bau größerer Klassenzimmer ist natürlich ausgeschlossen. Auch darüber müssen wir uns klar sein: die überfüllten Klassen werden Zucht und Disziplin umsomehr untergraben, als der durch die Ueberarbeitung des Lehrers öde und mechanisch gewordene Unterricht Herz und Seele der Kinder immer weniger fesseln wird. Schon heute zeigen die überfüllten Klassen bedenkliche Erscheinungen, und die Schulnot der Kriegsjahre hat in der Verwilderung der Jugend Spuren hinterlassen, die jeden schrecken müßten! All die hoffnungsvollen Ansätze einer neuen Erziehungskunst, gerade in der heutigen Zeit stürmisch begrüßt und gefordert, individuelle Behandlung, Unterrichtsdifferenzierung, Arbeitsschule, stärkere seelisch=sittliche Erziehung des Willens und Charakters anstelle der unserer Schule allzuoft vorgeworfenen einseitigen Betonung des Wissens: sie sind alle verloren! Ein ödes Pauk= und Drillsystem aus den schlimmsten Zeiten deutschen Vergangenheit, das wäre die Zukunft der deutschen Schule. Noch ein dritter Weg kommt in Betracht; er wird wohl in den meisten Fällen betreten werden: Abbau der Schulen. Die Zahl der unterrichtspflichtigen Kinder kann die Regierung nicht abbauen; sie werden nach den übrig bleibenden Schulen abfließen und dort eine Klassenüberfüllung herbeiführen. Oder. wenn man das nicht will, muß man die allgemeine Schulpflicht beseitigen,— und das wäre das Ende der deutschen Volksbildung. Wie man es auch dreht und wendet, immer doch ergibt sich eine Tatsache: Lehrerabbau ist Schulabbau und Herunterdrückung #serer,„ Volklsbildung. Schulabbau aber bedeutet weikere Entsittlichung, Entseelung, Entgeistigung und Verdummung unseres Volkes! Ein paar Jahre abgebauter Schule, überfüllte Klassen, überarbeiteter Lehrer—— dann wird man zur Einsicht kommen, was Fasn,#erbrochen! Und dann wird es für Jahre zu spät sein. oige der jahrelangen Sperrung des Lehrerberufs wird dann kein Nachwuchs mehr vorhanden sein. Er wird sich auch nicht, wie bei anderen Beamtengruppen rasch wieder beschaffen lassen, weil er eine jahrelange Berufsvorbildung nötig hat. Noch stets war deutscher Aufstieg an geistige und sittliche Erhebung des ganzen Volkes geknüpft; das ist heute nicht anders geworden. Nach der Zerschlagung staatlicher Macht, dem Nieder= gang der wirtschaftlichen Kräfte, der Erschöpfung der physischen Gesundheit ist die geistige und ittliche Kraft unseres Volkes der letzte Aktivposten, der uns aus dem Zusammenbruch noch geblieben. Wird auch er zerschlagen, dann ist alle Hoffnung auf einen Wiederaufstieg verloren. Nur eine gründliche Bildung des gesamten Volkes sichert uns die Qualitätsarbeit, die vor allem unsere Wirtschaft im Auslande wieder zur Geltung zu bringen vermag. Verkümmert die letzte Bildung und das letzte sittliche Wollen, das noch heute in unserem Volke lebendig ist und nach Pflege und Weiterbildung hungert, so wird die brutale, schrankenlose Selbstzucht Herr werden in deutschen Landen. Schulabbau ist Vollendung des Zusammenbruchs, Schulaufbau der erste Baustein zu neuem Leben Das wußte man vor mehr als hundert Jahren nach der Katastraphe von Jena. Das ausgesogene und zerschlagene Preußen mußte wahrlich genug abbauen; aber:„Was wir an physischen Kräften verloren haben, müssen wir an geistigen wiedergewinnen! Die neue Erziehung ist die Grundlage des Aufbaues“, so lehrten und forderten die Stein, die Fichte. Und man hatte den Mut zur Tat: Ueberall baute man ab, die Schule baute man auf, Volksschulen und Gymnasien entstanden neu, die Universität Berlin wurde gegründet. Der Erfolg: Eine geistige und sittliche Erhebung fast ohne Beispiel Der Franzose weiß, warum er im Elsaß die Schule mit Gewalt französisieren will, wenn auch, wie er cynisch genug zugibt, ein ganzes Geschlecht geistig daran zugrunde geht. Er weiß: mit der Schule zerbricht er die Grundlage des Wesens eines Volkes, zerstört die Quelle seines geistig=seelisch=sittlichen Daseins. Nicht umsonst überflutet er die besetzten Gebiete mit französischen Schulen— und wir Deutschen sollten mit unserem Schulabbau ihm in die Hände arbeiten? Einst galten wir als das Volk der Denker und Dichter: jetzt wird vielleicht einmal der heute noch verspottete Tipus„Raffke“ das Zukunftsbild des deutschen Menschen sein. Und was wird erreicht durch diesen Abbau, wo so gewaltige Werte unseres Volkes geopfert werden? Die Ausgaben Preußens für sein Bildungswesen betrugen 1913:.9 Prozent, 1922: 1 Prozent der gesamten Staatsausgaben, also hier schon ein starker Abbau. Eine weitere Verminderung um 25 Prozent würde kaum eine Ersparnis von ¼ Prozent des Etats bringen, zumal ja noch die zahllosen Wartegehälter, Abfindungssummen usw. für die zur Untätigkeit Verurteilten gezahlt werden müssen und für diese Ersparnis, die nur einen Tropfen auf den heißen Stein bildet, wirft man die deutsche Zukunft hin? Das ist ein frevelhaftes Spiel mit Deutschlands Jugend. Für diese dürftigen Ersparnisse vergeudet man wertvolle Kräfte des deutschen Volkes: Der ganze wirtschaftliche und geistige Aufwand für eine jahrelange Ausbildung der ausscheidenden Lehrer wird nicht verwendet, bleibt unproduktiv. So sieht der Lehrerabbau aus. So will ihn auch der Reichstag nicht. Aus seinen Verhandlungen geht deutlich seine Ansicht über den Abbau hervor, er wollte 1. Ausschaltung des Leerlaufs einzelner Verwaltungen und überflüssiger Behörden. Die Schule ist nicht überflüssig und nicht leergelaufen. Wo durch den Rückgang der Schulpflichtigen ein Abbau nötig ist, ist er meist schon erfolgt. Sollte er noch nicht überall durchgeführt sein, so wird sich hier die Schule nicht dagegen wehren, denn auch sie ist bereit zum Opfer! 2. Der Reichstag verlangt ferner die Sanierung unwirtschaftlicher Betriebe; auch dazu gehört die Schule nicht, denn sie darf nicht mit wirtschaftlichen Betrieben verglichen werden, deren Wirtschaftlichkeit an Einnahmen und Ausgaben errechnet werden kann: sie produziert nicht wirtschaftliche Werte, aber sie erzeugt produktive Kräfte in hohem Maße, deren Wert gar nicht gegen die Ausgaben für das Schulwesen abgewogen werden kann. 3. Das Hauptziel der Abbauverordnung ist die Beseitigung der Beamteninflation seit 1918. Die Schule ist kein„aufgeblähter Betrieb“. Gegen 1914 hat die Zahl der Volksschullehrer abgenommen, die der Lehrer an höheren Schulen um 19 Prozent zugenommen. Das ist gering im Vergleich zu der Zunahme der gesamten Reichs= und Landesbeamten um 49 Prozent. Gleichzeitig ist aber die Zahl der höheren Schüler um 22 Prozent gestiegen, so daß trotz Lehrervermehrung die Arbeitslast des einzelnen Lehrers gestiegen ist. Schon längst vor 1923 hat der Abbau der Schule begonnen, wirden Schulen und Klassen zusammengelegt, ganze Schulen aufgehoben. Die sachlichen Ausgaben(Geräte, Bücher, Anschauungsmittel) wurden so gewaltig eingeschränkt, daß in manchen Fächern ein wirklich sachgemäßer Unterricht nicht mehr erteilt werden kann. Die Ersparnis an Licht, Heizung, Reparaturen hat zu schweren Beeinträchtigungen des Unterrichts geführt(Kohlenferien), und oft das Maß des der Gesundheit Zuträglichen überschritten. Die Realgehälter sind im Oktober auf ein Viertel des Friedensgehaltes herabgesunken und werden auch nach der neuen Goldlöhneordnung nicht auf dieser Höhe bleiben. Jetzt sollen diese im Vergleich zu anderen Verwaltungen gemachten Ersparnisse nicht mitgerechnet werden; wie alle übrigen Behörden soll die Schule ein Abbau von 25 Prozent treffen. Die Schule soll weit über ihre Friedensverhältnisse hinaus belastet werden, während andere Behörden auch nach dem Abbau von 25 Prozent noch weniger als die alte Friedensbelastung zu tragen haben; durch unerträgliche Mehrbelastung des Lehrers glaubt man den Achtstundentag der unteren und mittleren Beamten ausgleichen zu können. Diese ungleiche Behandlung war sicher nicht der Wille des Reichstages, als er sein Ermächtigungsgesetz erließ. Die Schulnot und mangelnde Erziehung in der Kriegszeit hat eine Verwilderung der Jugend hervorgerufen, die sicher zu einem großen Teile an der Entsittlichung unserer heutigen Zeit Schuld ist. Daß diese besteht, hat die Regierung wohl erkannt; denn die richterlichen Beamten sind vom Abbau ausgeschlossen und nach dem preußischen Entwurf auch Polizei und Strafanstaltsbeamte. Auch das sind keine wirtschaftlichen und produktiven Behörden, und doch baut man sie nicht ab. Strafgewalt allein kann ein Volk nicht zu sittlicher Höhe bringen, das kann nur Erziehung. Wohl aber wird Abbau der Schule eine Steigerung der Verwilderung herbeiführen, daß vielleicht bald der Etat der Strafbehörden vermehrt werden müßte und dann vielleicht die kümmerlichen ErWenn schon Ausnahmen vom Abbau gestattet sind, so hat die Schule gemäß dem Willen und Wunsche des Reichstages bei ihrer sparnisse beim Schulabbau verschlänge. Gesteigerte, vertiefte und verinnerlichte Erziehungsarbeit vermöchte vielleicht eine solche sittliche Erneuerung erreichen, daß dann ein Abbau der Strafbehörden möglich würde zentralen Bedeutung für die ganze Volkskultur am ersten Anspruch darauf. Wir fassen zusammen 1. Der Schulabbau widerspricht dem ausdrücklichen Willen des Reichstages, denn er würde die Grundlagen für einen Wiederaufbau Deutschlands zerstören. 2. Er widerspricht dem Sinn des ganzen Abbauplanes und wäre eine schreiende Ungerechtigkeit gegen den Grundsatz gleicher Verteilung der Lasten. 3. Er bringt fast nichts ein im Vergleich zu der ung heuren D igendung von produktiven Kräften, die er mit sich führen würde. 4. Eine Befreiung der Schule von der Abbauverpflichtung miderspricht nicht dem Wortlaut und Sinn der Verordnung und findet in der Befreiung der richterlichen Beamten einen Präzedenzfall.4 Die deutsche Zukunft steht auf dem Spiel! Du, deutsches Volk, und vor allem Du, Elternschaft, hast jetzt das Wort! Der Zweck des Deutschen Rundsunks (von Handelssachverständigen Peter Weller, Lüdenscheid.) Der Deutsche Rundfunk fand bisher seine Verwendung für kriegerische Zwecke. Nachdem aber das Deutsche Reich seine überseeische Kabelverbindungen durch den Krieg verloren hatte, mußte rasch ein Ersatz geschaffen werden. Dieser bestand darin, daß heute zwei überseeische Funklinien zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten im besten Betriebe sind. Auf diesen wird der Telegrammverkehr mit Nordamerika und dem Zentralamerika abgewickelt. Eine weitere Funklinie ist mit Aegypten kürzlich eröffnet worden und eine weitere Verbindung mit Argentinien, an welche die übrigen Länder von Nordamerika angeschlossen sind, wird baldigst fertiggestellt sein. Ebenfalls sind die Verbindungen mit Großbritannien, Italien, Rußland, Spanien, Niederlande, Ungarn, Schweden, Rumänien und Bulgarien hergerichtet. Die nach dem Kriege innerhalb des Deutschen Reiches entstandene sonderbare Wirtschaftslage bedingte es, daß der ganze Wirtschaftsverkehr eine ungeahnte Schnelligkeit erfahren mußte. Daher wurde zunächst der Blitzfunkverkehr über ganz Deutschland eingerichtet, der trotz seiner ziemlich hohen Gebühren von der Industrie stark benutzt wird und durch seine gute Einnahmequelle seine Aufrechterhaltung gewährleistet Eine weitere gesunde Einrichtung ist diejenige des neuen drahtlos=telephonischen Wirtschaftsrundspruchs. Auf sunkentelegraphisch m Wege gehen jetzt aus allen Weltgegenden die Auslandsmeldungen an einer Sammelstelle in Berlin ein und werden dann durch drahtlose Telephonie sofort über das Deutsche Reich verbreitet, wogegen solche Nachrichten bisher erst durch die Nachrichtenbüros und der Banken etc. sowie durch Telegramme oder den Fernsprecher weiter vermittelt werden konnten, was teilweise zu großen Verzögerungen führte. Hierdurch wurde an manchen Plätzen der Handel oft sehr benachteiligt, weil die Interessenten zu spät in den Besitz der Handelsnachrichten kamen. Heute werden diese Uebelstände beseitigt dadurch, daß man sich in den Besitz eines Empfangsapparates des Rundfunks setzt. Es liegt also außer Zweifel, daß der Deutsche Rundfunk der gesamten notleidenden deutschen Wirtschaft erhebliche Vorteile bieten wird, indem diese Einrichtung, die aus der früher rein militärischen Funktelegraphie entstanden ist, dem ganzen Deutschen Reiche umfangreiche wirtschaftliche Nachrichtenmittel auf dem schnellsten Wege besorgt. Die zahlreichen Versuche in den letzten Monaten haben zu dem Ergebnis geführt, daß in dem angewendeten Rundfunkbereich die Empfangswellen verschwindend geringen Störungen ausgesetzt waren, sodaß schon im Anfangsstadium erwiesen ist und also damit gerechnet werden kann, daß ein ziemlich störungsfreier Rundfunk von den Sendestationen ausgehen kann. Ebenso übt die Vielseitigkeit des Rundfunks zu einander in deren Anwendung fast gar keinen Einfluß aus, und die befürchteten Störungen sind kaum bemerkenswert. Der Rundfunk ist im Auslande bereits soweit ausgebaut, daß sogar Predigten drahtlos gegeben werden. Es werden nämlich seil einiger Zeit an den Straßenecken Bostons von einer fahrbaren Kirche aus drahtlose Predigten an eine so zahlreiche Zuhörerschaft verbreitet, wie sie ein Straßenprediger wohl noch nie aufzuweisen gehabt hat. Der Prediger verließt seine Predigt vor dem Mikrophon. Eine Anzahl Chorsänger und Sängerinnen treten vor und nach den Predigten auf und der Gesang wie die Predigten sind in mehreren Kirchen wie auch in Wohnhäusern gleichzeitig gut hörbar. Die Abhaltung solcher Gottesdienste ist gerade in den Vereinigten Staaten außerordentlich wertvoll, da die räumliche Ausdehnung des Landes einen Mangel an Kirchen zeigt, und auch die häufig weit von einander entfernt wohnenden Siedler unter den früheren Verhältnissen nur selten Gelegenheit hatten, einem Gottesdienst beizuwohnen. Hieraus läßt sich erkennen, welche große Annehmlichkeiten der nun auch in Deutschland neu eingerichtete Rundfunk mit mancherlei Verbesserungen zu bieten vermag. Briefe an die Lüdenscheider Zeitung. Das hiesige Ortskartell des Deutschen Beamtenbundes hat zu der neuen Gehaltsregelung folgende Entschließung gefaßt: 1. Mit Bestürzung hat die Lüdenscheider Beamtenschaft von der neuen Gehaltsregelung Kenntnis genommen. Mit der Hälfte der Friedensbezüge soll sie die auf das 1,5—2fache gestiegenen Kosten der Lebenshaltung bestreiten. Das bedeutet die Herabsetzung der Lebenshaltung auf ein Drittel der Friedenshöhe. Schon die Friedensgehälter gewährten nur das Mindestmaß des Lebensnotwendigen, die jetzigen Gehälter reichen, besonders in den unteren und mittleren Gruppen, nicht mehr zum nackten Leben hin. Die Beamten wissen, daß die wirtschaftliche Note die schärfste Einschränkung der öffentlichen Ausgaben erfordert, und daß sie an den schweren Opfern, ohne die eine Gesundung Deutschlands nicht möglich ist, mitzutragen haben. Diese Opfer sind aber nur dann erträglich, wenn sie noch die Möglichkeit zum Leben lassen und auf allen Schultern gleichmäßig lasten. Heute mehr denn je können die öffentlichen Aufgaben nur von einer lebens= und leistungsfähigen, arbeitsfreudigen und moralisch gesunden Beamtenschaft erfüllt werden. Noch steckt ein gesunder Kern in dem bewährten Berufsbeamtentum, das Pflichten und Opfer zu tragen fähig und willens ist. Um so schwerer aber sind die Gefahren, die ihm durch die neuen Gehaltsregelung drohen. 2. An die Leitung des Beamtenbundes richten wir daher folgende Forderungen: a) Reichsregierung und Reichstag sind auf die Unhaltbarkeit der neuen Gehaltsregelung und auf die drohenden Gefahren für die Unversehrtheit des Berufsbeamtentums und für den öffentlichen Dienst mit Nachdruck hinzuweisen. b) Alle durchführbaren Maßnahmen sind zu fördern, die eine Herabsetzung der öffentlichen Ausgaben und eine Steigerung der öffentlichen Einnahmen ermöglichen, insbesondere durch Vereinfachung der Gesetzgebung und Verwaltung und durch weitestgehende Ausschöpfung der vorhandenen Steuerkräfte. e) Von Regierung und Wirtschaft ist die schnelle und rücksichtslose Durchführung aller Maßnahmen zu fordern, die zur Gesundung unserer Währung und zur Verbilligung der Lebenshaltung führen. Die unzulängliche Besoldung zwingt die Beamtenschaft zur verstärkten wirtschaftlichen Selbsthilfe, sie ist mit allen Mitteln zu fördern. d) Die engste Zusammenschließung des gesamten Berufsbeamtentums zu einer lückenlosen Front ist zu seiner Selbsterhaltung und zur Sicherung des öffentlichen Dienstes notwendig. Nur sie ermöglicht es, den drohenden Gefahren mit Ruhe und Entschlossenheit entgegenzutreten. Die Graten von Aerucen. Roman von A. Ostland. (47. Fortsetzung.) reilich kann ich nicht offen und frei hervortreten,“ fuhr Fritz Wentheim fort, „um dir zu helfen. Aber ich kann dir doch heimlich eine Stütze sein, ich kann dich liebhaben. Und— wer weiß— vielleicht kann ich dir auch noch einmal wirklich nützlich sein!“ Er hatte ihre Hand nicht losgelassen und das Mädchen neben sich auf das Sofa gezogen. Sie hörte den Klang voll tiefer Zärtlichkeit in seiner Stimme und neigte sich auf seine Hand, einen heißen Kuß darauf pressend. Denn ganz unbestimmt und dennoch deutlich fühlte sie es, daß da viel Liebe war trotz aller Fehler und Schwächen, die dieser Charakter vielleicht barg, und daß eine so reine und starke Liebe etwas Großes und Entsühnendes war. „Ich verrate dich nie, nie!" beteuerte sie immer aufs neue, während blitzende Tränen über ihr zartes Gesichtchen rannen.„Gott hat dich mir gesandt zum Trost in dieser schweren Zeit. Und wenn Georgs Unschuld und die meinige erst erwiesen ist, wenn alles klar und offen zutage liegt, dann— dann, lieber Vater, darf ich es ihm doch auch sagen, daß wir uns gefunden haben? Ja, er wird dich nicht verraten!" —„Darüber sprechen wir dann," unterbrach Fritz Wentheim sie hastig,„aber für jetzt schweige auch zu ihm! Vielleicht kommt einmal die Zeit, wo wir sprechen dürfen. Jetzt wäre es für dich und mich nur mit Unheil verbunden. Wirst du immer, immer daran denken, Liebling? Versprichst du es mir?" % habe es dir längst versprochen!“ J. Sei in diese großen, ernsten Mädchenaugen, dir sovlel ulter aussahen, als das junge Gesichtchen, und er war beruhigt.“ #„VZein, nein! Hilda hatte doch auch viel von den Fleyveus: Und die verrieten nichts, sie hatten eiserne sdex, frrte um Wentheims schmalen Mund das suil nebeneinander unguu oden sie eine ganze Welle dieser Minuten. und genosen den desen Frieden hob leise rasselnd aus zum Schlage. hilda erhob sich zögernd. „Ich muß fort!“ sagte sie unschlüssig, und die diesem Weg durch go die vellemmende Furcht vor Giofen—.g bura, den nächtlichen Forst. (Nachdmun verboten.) „Ich lasse dich jetzt nicht allein gehen,“ sagte Wentheim:„ich begleite dich! Ich hatte grenzenlose Angst, als ich dich erwartete; aber da ich deinen Weg nicht kannte, konnte ich dich nicht abholen. Jetzt aber bringe ich dich bis in die Nähe des Schlosses——“ #### unterbrach sich jäh und horchte. Ein tiefes Erblassen nef über seine Züge. Von draußen herein drang ein Geräusch. Es war, als wenn jemand gegen die Haustür klopfte. Auch Hilda hörte es jetzt. Und nun vernahm sie auch einen Schrei: Gruich Pcent.„MRach aufl Rasch! Ich bin es: Elich Günther! Schneu, um Himmels willen, schnell!“ Sie war schon zum zweiten Ausgang gelaufen und drehte den Schlüssel herum. —„Da— da mußt du hinaus!“ flüsterte sie hastig. „Nur schnell! Es ist Erich, ich kenne seine Stimme. Der tut mir nichts. Ich muß eine Ausrede ersinnen, irgend etwas wird mir einfallen! Nun geh rasch— geh!“ ##. lind dich soll ich allein lassen? Dich den Anschüldigungen und Verdächtigungen preisgeben? Kind, ist das möglich?“ Fritz Wentheim stand noch unschlüssig. Seine Hände flogen in einer ungeheuren Aufregung, sein Fuß zögerte noch auf der Schwelle. Mit einem Blick voll tiefster Liebe und Besorgnis umfaßte er die Gestalt des Mädchens. Aber Hilda drängte ihn fast mit Gewalt hinaus. „Hier— durch den Gang rechts kommst du direkt in den Schuppen und zu deinem Automobil. Fahre fort, so schnell du kannst! Erich wird an mich glauben, auch wenn der Schein gegen mich ist! Und verlasse dich darauf: kein Wort kommt über meine Lippen! Ich verrate dich nie! Tiercgafe#. Wir beide, du und ich, wir gehören zusummen. über nun geh! Nun geh!“ gestoßenen Worte.— die bastig und leis dervorAber er sah die Liebe in ihren schönen Augen, diese reine, unschuldige Kindesliebe, und er sah den Oeschichen eme „Leb' wohl!“ dour glitt der goch eine letzte, flüchtige Umarmung, vann glelt der Mann wie ein Schatten durch den Gang, und eine Sekunde später siel mit leisem Knacken die Schuppentür hinter ihm ins Schloß. weiter Ferne— traf ihr Ohr. und 9on 416 # Mit einem tiefen Aufatmen wandte das Mädchen Erich mußte ihr Hiersein zurüich. Larauf auch noch den zurück. Nicht Erichs Gesicht blickte ihr aus der gäbnenDaniel Steamana, tor half der alten Frau, welche, keinen Worte. wenigen Stufen er aber dachte, das sunge Mädchen e Seaeger ich oar volonnen verloren; und er wollte hören, muste er dies wissen! witrde. um Georgs wiltlen Forsthaus umgehender gope: dem Duntel der das #, antgzebenben Grbusche auftauchen s hiliter iym die Baronin, da war nur die große Und Hilda Wentheim fühlte alle diese fragend strengen Augen auf sich gerichtet. Sie stand allein inmitten des Reumes und sie wußte es: allen diesen Menschen Schuldige, eine Verworsene.— galt de als eine de vumn: Jimmels willen, was solle dieser Stunde hierber? Wer war dier bei Dottor Stegmann räusperte sich. „Fräulein Wentheim,“ sagte er schark. ich mn# Ihnen zu Hilfe kommen!“ des alten Manneg, welcher sie früher Baronin und die Aerzte würden Graf Hugo die Feigen, Dener zählen kaun. den Worten eines leichtstnng Mädchens weit eher, als ich r den und Agenbaten hast aute Sie die Worte eschetuggg„und lügen. viel zu hart= unterbrach Hüda den alten S bin keins von beiden.: Numn achlet mal bekam dieses Gesicht einen Schimmer von Weichheit. dann, aber nun lassen Sie mich au, Auda; toote e das Türchen ossen, und die Hunde müssn gespert worden sein, denn man hörte sie „ele brache. einmat hier nachzuseben. dn elsamen Gedanten, Verghaus von der Bahn zurig. Rechnung: Sie glaubten das Schloß für heute für die Familie Freydeck, die Barovit erg S ige eng ene bies dr es se changes anednen. Wie alsen auf die Seite sener stellen, welche über das Hau den Namen der Freydecks neue Schmach bringen wollen, Unglück, welches ihn (Fortsetzung folgt.)