Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertace. Abonnementspreis vom 24./11, bis 1 /12. 90 Goldpfennig. Einzelnummer: 15 Soldpsennig. Amtliches Kreisblatt für den Stadtkreis Lüdenscheid. K&a. Amtlicher Anzeiger für den Kreis Altena.## Ferniprecher: 98.— Telegramm-Küresse: Zeitung. Die 1 mm Zeile oder deren Raum kostet 10 Goldpfennig. Familien=Anzeigen und Stellengesuche 6 Goldpfennig. Auswärtige 12 Goldpfennige, Behörden u. Finanz 50% Aufschlag. Reklamen 50 Goldpfennig Nr. 190. Druck und Verlas von Karl Salle. Cüdenscheid. Friedrichstraße 91.— Verantwortlicher Redakteur: Wilh. Lehder, Lüdenscheid. Montag, I. Vetgecber 900. Rcd. Johagung Neueste vom Tage. Die Vollsitzung des Reichstages, in der sich das Kabinett Marx vorstellen wird, findet am morgigen Dienstag statt. Dos neue Kabinett wird ein Ermächtigungsgesetz vorlegen, das sich als ausgesprochenes Notgesetz kennzeichnet. Der Reichswährungskommissar stellt in Abrede, daß ihm die Präsidentschaft der Reichsbank angetragen worden sei. Nach einer Besprechung der maßgebenden Kreise im Reichsministerium für Ernährung sollen die Fleischpreise erheblich herabgesetzt werden. In Hamburg sind, ebenso wie schon in Berlin, unter dem Einfluß der Renteumark und des übrigen wertbeständigen Geldes die Lebensmittelpreise stark gefallen. General von Sceckt fordert vom„Vorwärts“ Unterlagen für die Meldung rechtswidrigen Vorgehens der Reichswehrleute gegen die sächsische Bevölkerung. Devisen unverändert. Englische Sensationsmeldung. London, 1. Dez. Reuter erfährt, daß die Mitteilung, die dem General Bingham, dem britischen Vertreter in der Militärkontroll= kommission, zugeschrieben wird, wonach die Entwaffnung Deutschlands bereits seit einigen Monaten vollendet sei, in gut unterrichteten Kreisen nicht für richtig gehalten werde. Diese Meldung stehe im Widerspruch mit aus Deutschland über diese Frage empfangenen Berichten. Sie stehe außerdem vollkommen im Widerspruch mit der jüngsten Note des Botschafterrats an die deutsche Regierung, die deutlich zu erkennen gegeben habe, daß eine Anzahl militärischer Bestimmungen des Versailler Vertrages nicht zur Zusriedenheit der Verbündeten ausgeführt worden sei. Es sei bekannt, daß die Uebungen von Mannschaften fortdauernd stattfänden und daß die Versuche, Deutschland zu veranlassen, die Rekrutierungslisten vorzulegen, ohne Erfolg geblieben seien. Uebrigens glaube man in Kreisen, die gut mit der Lage in Deutschland bekannt seien, daß Deutschland gegenwärtig nicht imstande sein würde, die große Zahl Mannschaften, die eingeübt würde, mit ausreichender Artillcrie zu versehen, nachdem die Franzosen das wichtigste Industriegebiet besetzt hätten. Anderseits sei auch bekannt, daß zwischen Krupp und Rußland sowie Schweden enge Beziehungen bestünden. Man glaube ferner, daß die Fabrikation von Gewehren in Thüringen eifrig fortgesetzt werde. Dies alles werde nicht als eine Bedrohung, aber als eine mögliche Gefahr aufgefaßt. Auf eine Nachfrage im Ministerium des Auswärtigen erfolgte die Mitteilung, daß diesem Bericht des Reuterschen Bureaus keinerlei amtliches Ansehen beigemessen werden solle. Während Reuter halbamtlich aus Paris meldet, französische politische Kreise seien durch die obige Reutermeldung günstig beeinflußt worden, nimmt in London kaum ein Blatt von der Veröffentlichung Notiz, nachdem das britische Auswärtige Amt ihr jeden amtlichen Charakter abgestritten hat. Die Zeitungen beschränken sich in der Hauptsache darauf, die Mitteilung des Auswärtigen Amtes zu veröffentlichen. Der Daily Expreß verlangt an vorderster Stelle Mitteilung der Quelle, aus der diese„inspirierte desavouierte Meldung“ stammt und erklärt, die Reutermeldung scheine alle Elemente der Propaganda an sich zu haben. Angesichts der Wirkung, die eine solche Mitteilung haben könne, sei das britische Publikum berechtigt zu fordern, daß die Agentur ihre Quelle enthülle. Eine einflußreiche militärische Persönlichkeit erklärte einem Vertreter des Daily Expreß, das ganze schmecke nach französischer Propaganda. Neue Unruhen. Die kommunistischen Demonstrationen in Leipzig. 3. Dezbr. Ueber die kommunistischen Demonstrationen in Leipzig veröffentlicht die Polizeidirektion einen amtlichen Bericht, in dem es unter anderem heißt: Nach dem Vorbild ihrer Berliner Genossen scheinen nunmehr auch die Kommunisten in Leipzig die Demonstrationen in Sachsen nachzuahmen. Bereits am Freitag abend kam es in den westlichen Stadtteilen und in der Gegend des Zoologischen Gartens zu kleineren Umzügen. Am Sonnabend versuchten etwa 100 kommunistische junge Personen auf dem Reichsgerichtsplatz eine Versammlung abzuhalten. Sie wurden von der Polizei daran gehindert. In den Nachmittagsstunden ereigneten sich in den Vororten Ueberfälle größerer und kleinerer Trupps, die sich in der 4. Stunde nach der Stadt zu bewegten. am ausgang des Petersteinweges versuchten Polizeibeamte, sie zu zerstreuen. Dabei kam es zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf 4 Polizeibeamte mit sogenannten Totschlägern verwundet wurden. Bei zweien dieser Beamten sind die Verwundungen erheblich. Auf den Promenaden vereinigten sich die Demonstranten mit zwei anderen vorübermarschierenden Zügen und versuchten, dort eine Versammlung abzuhalten. Sofort eingesetzte starke Kräfte der Pelizei haben diese Absicht vereitelt und die Versammlung zerstreut. Dabei ist von dem Gummiknüppel Gebrauch gemacht worden. Nach einem energischen Angriff der Landespolizei haben sich weitere Ansammlungen nicht mehr gebildet. Das Polizeipräsidlum macht darauf aufmerksam, daß jede Ansammlung unter freiem Himmel verboten ist, und daß gegen alle Uebertreter dieses Verbotes mit aller Energie vorgegangen wird. Berheante Zossilangen i Nullegeviel. Morgen Regierungserklärung.— 54stündige Arbeitswoche. Frage der Ruhrräumung. Paris, 1. Dezbr. Seit einigen Tagen werden in der anglebelgischen Presse Meldungen verbreitet, wonach die Rückkehr zur „unsichtbaren“. Besetzung des Ruhrgebietes bevorsteht. Hier werden diese Nachrichten als verfrüht bezeichnet, da man erklürt, daß erst nach Inkrafttreten der letzthin geregelten Wirtschaftsabschlüsse ein Abbau der Besatzung geplant werde.— Es wird hinzugefügt, daß die Bildung einer starken Berliner Regierung, die im unbesetzten Deutschland unbestreitbar Herrin der Lage sei, eine weitere und nicht minder wichtige Voraussetzung für die teilweise Räumung bedeutet.— Die Zurückziehung der Besatzungstruppen soll nach gewissen Informationen, sobald die Frage spruchreif ist, in der Form erfolgen, daß das französische Hauptquartier von Düsseldorf nach Mainz zurückkehrt und das belgische seinen Standort von Sterkrade wieder nach Düsseldorf verlegt.— Die fortschreitende Räumung soll weiter in drei Abständen erfolgen. Als Aufmarschpunkt für die interalliierten Truppenkörper werden die Städte Dortmund, Gelsenkirchen und Essen genannt. Besonderen Nachdruck legt man hier auf die Feststellung, daß der Truppen= und Zollkordon um das Ruhrgebiet herum selbstverständlich nicht aufgehoben werde.— Die Brüsseler Berichte lassen erkennen, daß die Initiative zu einem Meinungsaustausch über die Räumungsfrage ven der belgischen Regierung ergriffen werde. General Degoutte sell, laut Etoile Belge. sich bereits für eine gradweise Räumung ausgesprochen, gleichzeitig aber die Frage der Sicherung der frankobelgischen Truppen aufgeworfen haben.— Wie das genannte Blatt weiler mitteilt, wird die loyale Ausführung des Düsseldorfer Abkommens durch die Industriellen für die Herabsetzung des interalliierten Truppenbestandes entscheidende Bedeutung gewinnen. Zur Milderung der Ruhrbesetzung. Paris, 1. Dez. Eine Brüsseler Meldung des„Temps" besagt, daß die belgische Regierung sich zu einer Milderung der Ruhrbesetzung erst verstehe, sobald bestimmte Anzeichen dafür vorhanden sind, daß die Arbeitstätigkeit sich nicht verringern würde. Unter dieser Veraussetzung gedenke das Brüsseler Kabinett, die Mannschaften aus den Fabriken und Gruben und einer Reihe von Schienensträngen zurückzuziehen. Diese Abteilungen sollten zu ihren an der Ruhr stationierten Truppenkörpern zurückkehren und die alliierten Streitkräfte nach der vollzogenen Umgruppierung nur noch auf die wichtigsten Punkte zur Aufrechterhaltung des Militärkerdons verteilt werden. Grubenindustrie ausmachen, unterschrieben worden. Man erwartet, daß sämtliche Ruhrindustriellen vor Mitte nächster Woche Abschlusse tätigen werden. neue Regierung. Morgen Regierungserklärung. Berlin, 1. Dezbr. Die nächste Plenarsitzung des Reichstages ist nunmehr endgültig auf Dienstag nachmittag 3 Uhr anberaumt worden. Auf der Tagesordnung steht die Entgegennahme einer Regierungserklärung. Die Einbringung des Ermächtigungsgesetzes. Berlin, 3. Dezbr. Wie die TU. erfährt, hat das Reichskabinett in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, dem Reichstag in seiner ersten Sitzung am Dienstag den 4. d. M. ein Ermächtigungsgesetz vorzulegen, durch das die Reichsregierung die Vollmacht erhält, Maßnahmen zu treffen, die im Hinblick auf die Not des Volkes und des Reiches notwendig und dringend sind. Die Geltungsdauer des Gesetzes, das sich als ein ausgesprochenes Notgesetz charakterisiert, soll auf kurze Zeit beschränkt werden. Münchener Pressestimmen. Der„Bayrische Courier“ schreibt zur Bildung der neuen Reichsregierung, daß das Kabinett Marx eine Regierung mit wechselnden Mehrheiten sei und nach Lage der Dinge als völlig unmöglich bezeichnet werden müsse. Die„Münchener Zeitung“ sagt: Es ist ein Verlegenheitsund Uebergangskabinett, dem niemand eine lange Lebensdauer, niemand eine bahnbrechende Reformarbeit und niemand die Rettung Deutschlands zutraut. Es handelt sich wieder um den stets mißlungenen Versuch mit unzulänglichen Mitteln und Methoden eine ungeheure Arbeit zu bewältigen. Stellung der Demokraten und Deutschnationalen. Berlin, 1. Dezbr. Im Reichstag tagten heute mittag nur die Demokraten und die Deutschnationalen. Die Demokraten bezeichneten als ihren Fraktionsredner für die Dienstagssitzung des Reichstages den Abg. Haas, der die Zustimmung der Fraktion zu dem neuen Kabinett aussprechen wird. Die Deutschnationale Fraktin beschloß, sich vorläufig abwartend zu verhalten und erst das Programm der neuen Reichsregierung abzuwarten. Besuch bei den Ruhrgefangenen. Berlin, 2. Dezbr. Halbamtlich wird mitgeteilt: Im besonderen Auftrag des Auswärtigen Amts hat ein höherer Beamter der deutschen Putschaft in Paris im Einverständnis mit der französischen Regierung die im Gefängnis in St. Martin=de=Re befindlichen deutschen Ruhrgefangenen besucht. Es befinden sich dort: Hans Stach, Hans Sadowski, Alois Alfred Becker, Geurg Werner, Gerrg Zimmermann, Gustav von Oettinger, Hugo Klivper, Willi Ziegler, Ernst Kosch, Paul Brauer, Parl Georges, Willi Karl Dreyer, Karl Frey, Georg Gruber, Max Hahme, Richard Lauth, Friedrich Maurer, Paul Sasse, Alfred Schneider, Heinrich Kunz, Adam Breitenbach, Adam Siegler, Paul Leers, Hans Gottfried, Wilhelm Diel, Ernst Schade, Johann Schwingen und Franz Reynicke. Soweit die Adressen der Angehörigen festzustellen waren, sind diese von dem Ergebnis des Besuchs unmittelbar benachrichtigt worden. Angehörige, denen bisher keine Nachricht zugegangen ist, werden gut tun, ihre Anschrift unverzüglich dem Auswärtigen Amt, Berlin W S, Wilhelmstraße 75, mitzuteilen. Die Bemühungen des Papstes. Köln, 1. Dezbr. Wie von zuständiger kirchlicher Seite mitgeteilt wird, sind die fortgesetzten Bemühungen des päpstlichen Delegaten Monsignore Testa, sowie des Kardinals Schulte darauf gerichtet, die französischen und belgischen Besatzungsbehörden zur Zurücknahme oder wenigstens Milderung der während des passiven Widerstandes verhängten Strafen und Maßnahmen, Gefängnis, Ausweisung usw. zu bewegen. Monsignore Testa konnte gestern dem Kardinal mitteilen, daß in einer großen Anzahl von Fällen der gewünscht: Erfolg bereits erzielt wurde, und daß für die nächste Zukunft noch weitere Strafaufhebungen erwartet werden. Die Familien der„Begnadigten“ sind von Monsignore Testa bereits anterrichtet worden. Neue Abschlüsse mit den Ruhrindustriellen Paris, 1. Dezbr. Aus Brüssel wird eine längere Note mitgeteilt, in der von zahlreichen Abschlüssen zwischen der Lizenzausfertigungsstelle in Koblenz und deutschen Industriellen und Kaufleuten die Rede ist. Zum Schluß heißt es in der Note: Die Beschlüsse bedeuten einen Fortschritt in der Verwirklichung unserer Pfänderpolitik und sind ein Anzeichen für die Unterwerfung Deutschlands und seine Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen der Besatzung. Zur Neubelebung der wirtschaftlichen Tätigkeit und der Wiederaufnahme der Geschäfte. Nach Ansicht hiesiger Kreise soll diese Note auch einen Abbau der Ruhrbesetzung vorbereiten. Paris, 1. Dezbr. Nach einer Havasmeldung ius Düsselderf wurden gestern mit deutschen Industriellen, die ungefähr 21 Prozent der Kohlenproduktion des Ruhrbeckens barstellen, Sonderabschlüsse getätigt. Insgesamt sind bisher zwischen den Besatzungsindustriekonzernen Verträge, die 35 Verszent der Französische Anerkennung für Herrn Marx. Paris, 1. Dezbr. Die heutigen Berichte der französischen Korespondenten verraten deutlich das Bestreben, dem neuen Kanzler Marr in Frankreich einen guten Ruf zu verschaffen. Der Korespondent des„Echo de Paris" führt aus: Marx erfreut sich im Reiche großer persönlicher Achtung und Beliebtheit. Als Chef der katholischen Zentrumsfraktion hat er bei sämtlichen Kreisen ine persönliche Rolle gespielt. Er wird seinen Einfluß mit großem Takte ausüben. Marx, der rheinischen Ursprungs ist, hat auch die beso dere Geistesverfassung der Menschen, die aus diesem Gebiet tamrten. Von den Katholiken, bei denen er viel vermöge, sei der ieue Kanzler wegen seiner sprachlichen Gewandtheit stets mit grozem Interesse angehört worden. Marx sei im übrigen bescheiden n“ zurückhaltend und mache einen loyalen Eindruck. Der Korespondent kennt den Kanzler persönlich und ist der festen Ansicht, saß er sein Amt lediglich aus Pflichtgefühl übernommen habe. Des beiteren wird betont, daß Marx seines persönlichen Wesens wegen surch die Kürze seiner Rede auszeichne. In Pariser politischen kreisen steht man dem neuen Kanzler einstweilen abwartend entsegen und erwartet mit Spannung den Beweis seiner persönlichen Initiative. Die Frage des Achtstundentages. Essen, 30. Nov. Die führenden Vertreter des Deutschen Geverkschaftsringes haben zu der stark umstrittenen Frage der Beeititzung des Achtstundentages eingehend Stellung genommen. Sie nd durchaus einverstanden, daß die Steigerung der Produktion ie wesentlichste Voraussetzung der Wirtschaft sei, nicht aber, daß iese Produktionssteigerung durch Verlängerung der Arbeitszeit ereicht werden könnte. Es wird daher grundsätzlich am Achtstunsentag festgehalten, nicht aber an seiner schematischen Anwendung. die Führerschaft des Ringes sei sich mit der gesamten Arbeiterchaft darin einig, daß im Rahmen des Vorgesagten alle Opfer geracht werden müssen, um die Notlage von Land und Volk zu indern. Diese Opfer zu bringen würden aber die Arbeitnehmer olange ablehnen müssen, wie sie berechtigterweise die Auffassung aben könnten, daß der Nutzerfolg der Produktionssteigerung nicht er Volksgesamtheit zugute käme. Voraussetzung sei infolgedessen, aß den Arbeitnehmern die Möglichkeit gegeben werde, an der bestaltung der Wirtschaft unseres ganzen Staates vositiv als Verreter der Arbeitskraft mitzuwirken. 54stündige Arbeitswoche für Staatsangestellte. Berlin, 1. Dezbr. Wie der Telegrapfen=Union zu der Vielung„Die beabsichtigte Einführung der zehnstündigen Arbeitszeit ür Beamte" berichtigend mitgsteilt wird, handelt es sich hier nicht m einn Vorschlag des Reichsministeriums des Innern, sondern im einen Auftrag des Reichskabinetts an dieses Ministerium, Ver Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. Staatsangestellten demnächst dem Kabinett zu unterbreiten. Dabei wird nicht etwa an eine zehnstündige Arbeitszeit ohne Pause, sondern an die 5tstündige Arbeitswoche gedacht. Preisbildung. Herabsetzung der Fleischpreise. Berlin, 1. Dezbr. Im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft fand am 30. November mit Vertreter des Fleischergewerbes eine Besprechung wegen Herabsetzung der Fleischpreise statt. Die Beteiligten wurden aufgefordert, die gegenwärtigen Preise unverzüglich herabzusetzen und für die Zukunft auf der Grundlage der tatsächlichen Gestehungskosten und unter Einrechnung eines Gewinnzuschlags, der den im Frieden für die Gewichtseinheit gehabten Verdienst keinesfalls überschreiten darf, die Preise in Goldmark neufestzusetzen. Solange diese Umstellung auf die von allen Risiikozuschlägen freizuhaltenden Goldmarkpreise nicht erfolgt ist, ist bei Zahlung in wertbeständigen Zahlungsmitteln (Rentenmark, Goldanleihe) ein entsprechender Nachlaß(Rabatt) von den im übrigen erheblich herabzusetzenden Paviermarkpreisen zu gewähren. Die Vertreter des Fleischergewerbes sagten zu, daß sie in ihren Kreisen auf die Einhaltung dieser Richtlinien hinwirken werden. Erfolgt die Herabsetzung nicht oder nicht in genügendem Maße, dann ist es Aufgabe der Preisprüfungsstellen und der Polizeibehörden, mit allem Nachdruck einzugreifen. Das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft wird in ähnlicher Weise arch mit anderen Preisen des Nahrungsmittelgewerbes und Handels ins Benehmen treten, um eine allgemeine Senkung der hehen Lebensmittelpreise zu erzielen. Preissturz in Hamburg. Hamburg 2. Dezbr. Unter dem Einfluß der verschwindenden Papiermark hat seit gestern in Hamburg eine scharf rückläufige Bewegung der Preise für Lebensmittel, Bedarfsartikel usw. eingesetzt. Der Rückgang beträgt durchschnittlich 50 Prozent. Restaurationen, Hotels usw. ermäßigten ihre Preise ebenfalls bis um 50 Prozent. Auch die Hamburger Straßenbahn=Gesellschaft setzt ihre Preise von heete um 33 ein Drittel Prozent herab. Politische Rundschau. Dr. Schacht bleibt Währungskommissar. Berlin,?. Dezbr. Gegenüber anderweitigen Meldungen teilt der Reichswährungskommissar Dr. Schacht mit, daß ihm von keiner Seite jemals das Amt des Reichsbankpräsidenten zugesichert oder in Aussicht gestellt sei, daß er vielmehr das Amt des Reichswährungskommissars in jeder Beziehung vorbehaltlich angenommen habe Seeckt gegen„Vorwärts“. Berlin, 2. Dezbr. Der„Vorwärts“ veröffentlicht einen Brief des Generals v. Seeckt vom 1.12., worin die Unterlagen gefordert werden für die wiederholte Meldung des„Vorwärts“ über Verhaftungen von Mitgliedern der Reichswehr in Sachsen, die sich Angriffe gegen die Bevölkerung zu schulden kommen ließen. Diese Meldung wird für unwahr erklärt und eine Frist zum 3. ds. Mts. geserzt, andernfalls die Mittel des Belagerungszustandes zur Verwendung kämen. Der„Vorwärts“ lehnt in seiner Antwort vem 1.!2. die Angabe seiner Gewährsmänner ab. Wie man uns demütigt! Paris, 1 Dezbr. In der Note, die gestern abend namens der Botschafterkonferenz Herrn v. Hoesch überreicht wurde, tuird der Berliner Regierung mitgeteilt, daß sie sich zur Regelung des Leipziger Zwischenfalles an die interalliierte Kontrollkommission in Berlin zu wenden habe. Sie müsse dieser Kommission den Ausdruck des Bedauerns unter noch festzusetzenden Bedingungen aussprechen. Andererseits erwartet die Botschafterkonferenz, daß die deutsche Regierung unverzüglich gegen die Schuldigen oder Verantwortlichen die notwendigen Strafmaßnahmen wie sie gleichfalls von der Kommission mitgeteilt würden, ergreife. Der englische Wahlkampf. London, 1. Dez. Der Wahlfeldzug wird mit aller Erbitterung im ganzen Lande fortgesetzt. Man hat berechnet, daß die Kandidaten der einzelnen Parteien täglich 6500 Ansprachen halten. Gestern nachmittag erklärte Lord Birkenhead in Asthon und UnterVerlorenes Paradies. Roman von B. Riedel=Ahrens. Amer. Copyright 1913 by Greiner u. Comp. Berlin W. 30. 18— Nachbruck verboten „Doch, doch— dieses einzige und letzte Mal, wo ich den garten Punkt zwischen uns berühre, sei mir noch ein Wort gestattet— durch die Umstände wurde es uns so nahe gelegt. Ich war eitel, leichtlebig, und bin es zum Teil noch heute, aber was dein reines Wesen auf mich ausgestrahlt, ließ mich doch schon nachgerade zu einiger Erkenntnis kommen. Und nun bedenke, sollte ich, welche die Vorsehung mit allem überschüttet hat, was die irdische Vollkommenheit zu geben vermag, dir, Maria, dir das Glück, das du so sehr verdienst, zu trüben wagen? Nein, wenn das geschähe, wäre ich wert, daß dein Fluch die Verworfene träfe.“ In diesem Augenblick wurde die Gittertür am Eingang des Parkes geöfsnet, und Anneliese, welche der Amtsratstochter in Elmsbeck eine Malstunde gegeben, trat mit allen Zeichen starker Erregung auf dem erhitzten Gesichte näher. „Ich wollte zu dir, Simona, und finde nun auch Maria hier, welch ein Glück! Denkt nur, was passiert ist,“ begann sie atemlos, „dort hinten am Waldsaum auf der großen Düne war Kramer und noch zwei andere Arbeiter damit beschäftigt, die neulich vom Blitz getroffene alte Buche zu fällen; der Baum jedoch sinkt früher, als sie berechnet haben, zur Seite und streifte Kramer, der nicht mehr schnell genug ausweichen kann, so heftig am Arm, daß er eine große Wunde davonträgt und nun ohnmächtig daliegt, was aber das schlimmste ist, keiner von beiden Aerzten im Flecken ist habhaft zu werden! Du kannst doch verbinden, Maria, bitte, hilf dem armen Menschen schnell— Simona gibt uns das Notwendige aus ihrer Hausapotheke.“ Maria zeigte sich sofort bereit, und schon wenige Minuten später eilte sie, mit dem Nötigen ausgerüstet, von Anneliefe und Holger begleitet, dem Platze zu, wo der Verwundete lag; die Kameraden hatten ihm den Rock schon ausgezogen, und Holger schauderte beim Anblick des blutgetränkten Hemdärmels; als aber Maria, die keine Sekunde ihre Geistesgegenwart verlor, nachdem sie niedergekniet, die klaffende Fleischwunde bloßlegte, um sie zuerst mit dem bereits vorhandenen Wasser zu reinigen, überfiel ihn fast ein Schwindel und er bewunderte die Ruhe und Standhaftigkeit seiner Braut. Das würde Simona nie getan haben, so wie Maria gab es doch keine Zweite! Und sein Herz erschloß sich ihr von neuem vilI warmer Junigkeit. Mit gewandten Händen legte sie d inach ebense schnell wie geschickt den Verband an, worauf es nur noch geringer Mühe bedurfte, den jungen Arbeiter, der einigemale aufgestöhnt, aus seiner Ohnmacht zu wecken. „Schon alles in Ordnung, Kramer, nur ein kleiner Unsall,“ sprach sie tröstend auf ihn ein,„ein paar Wochen der Ruhe, und Line im Verlause einer längeren Rede, daß England vorläufig auf die französische Politik eingehen müsse und mun erst unter dieser Voraussetzung eine Besserung in Europa erwarten könne. Dieselbe wäre in den nächsten 4 bis 5 Jahren zu erwarten. Lord Birkenhead fügte hinzu, daß England während dieser Zeit keine Konkurrenz gegen Deutschland anstrengen würde. Bradbury über die Reparationskommission. London, 1 Dezbr. Die Blätter veröffentlichen die Aeußerungen, die Sir John Bradbury gestern abend nach Beendigung der Sitzung im Hotel Astoria gemacht hat. Der englische Delegierte warnte davor, die Beschlüsse der Reparationskommission zu überschätzen und sie als endgültige Anerkennung des französischen oder des britischen Standpunktes aufzufassen. Die erzielte Verständigung müsse vielmehr lediglich als ein erster Schritt betrachtet werden. Die Mitglieder der Reparationskommission hätten es vorzogen, die schwierigsten Hindernisse zu umgehen, anstatt sie zu überwinden. Auf jeden Fall hätten sie die Erreichung der Verständigung gewünscht, die vielleicht das Vorspiel zu einer endgültigen Annäherung bedeutet hätte. Die Lage in Deutschland, so fuhr Bradbury fort, scheint sehr bedenklich zu sein. Die dringendste Frage sei in diesem Augenblick, die Wiederherstellung des deutschen Budgets und die Befestigung der deutschen Währung zu studieren. Aus diesem Grunde habe man beschlossen, zwei Ausschüsse zu bilden. Samstag stattgefundenen neuen Besprechung zu erwarten sei Frauzesische Banken, nicht die französische Regierung, werden sich mit 30 Prozent beteiligen. Ein Geschäft sei dies vorläufig nicht, da für eine Reihe von Jahren die Dividende auf 6 Prozent begrenzt sei und serst darüber hinausgegangen werden dürfe, wenn der Reservefonds die Hälfte des Kapitals(25 Millionen Goldmark, erreicht habe. Deutscherseits sei an einer Beteiligung von 55 Prozent festgehalten worden. Die Unterlage der auszugebenden.sd. mark bildet ein reiner Goldbestand. Es ist somit eine Valuta geschaffen, die an innerer Güte nichts zu wünschen übrig läßt. Die französische Genehmigung dürfte in den nächsten Tagen erteilt werden und der Gründung kann nichts mehr im Wege stehen. Immerhin wird es noch 6 bis 8 Tage dauern, bis die Goldmark in den Verkehr gelangt. Den vorhandenen Bedarf in wertbeständigem Gelde zu befriedigen, dürfte nicht möglich sein. Vor übertriebenen Hoffnungen ist daher zu warnen. Allerlei vom Rentenmark im Bankverkehr. Berlin, 3 Dezbr. Die Fertigstellung der Rentenmark ist so weit vorgeschritten, daß von jetzt ab Stücke auch durch den Weg übe: Banken und Bankfirmen bezogen werden können. Bayern und die Hypotheken=Aufwertung. München, 1. Dez. Der Ständige Ausschuß des Bayrischen Landtages hat gestern einen Antrag angenommen, der sieh gegen die Vermögensvernichtungen durch die Kündigung der Hypthekenpfandbriefe befaßt. In der Aussprache wurde auf das Urteil des Reichsgerichts hingewiesen, wonach es gegen Treu und Glauben verstoße, wenn in Goldmark aufgenommene Hypotheken in Papiermark zurückgczahlt werden. Blutige Demonstrationen in Mülheim. Mülheim(Ruhr), 3. Dezbr. Zwischen Demonstranten und der Polizei kam es zu Zusammenstößen, wobei ein 21 Jahre alter Bergmann tödlich und ein 19jähriger Arbeiter schwer verletzt wurde. Das Ende des Verräters Matthes. Koblenz, 1. Dezbr. Wie die„Frankfurter Ztg.“ aus zuverlässiger Quelle erfährt ist Matthes, der Führer der Sonderbündler, im Koblenzer Schloß vorgestern abend auf Veranlassung der französischen Schloßwache gezwungen worden, seinem Posten als Chef der provisorischen Regierung zu entsagen. Außerdem wurden zwei sogenannte Minister verhaftet. Viele von den Sonderbündlern ziehen sich zurück, da die französische Unterstützung, die pro Tag 10 Francs beträgt, auszubleiben beginnt. Zollfreie Durchfahrt. Paris, 2. Dezbr. Die Blätter melden aus Koblenz, daß die Interalliierte Rheinlandkommission von gestern ab die aus dem unbesetzten deutschen Gebiet nach dem Auslande gehenden Waren wie im internationalen Transitverkehr von Abgaben und Lizenz befreit. Kleine Nachrichten. Madrid, 30. Nov. Das spanische Königspaar kommt heute auf der Rückreise von Italien von Calma nach Barcelona und Saragossu. Zur Rückkehr nach Madrid, die am 4. Dezember erfelgen wird, wird ein glänzender Empfang vorbereitet. München, 30. Nov. Wie die„Münchener Neuesten Nachrichten“ melden wird der italienische Außenhandelskongreß über die Verwertung der Telephon= und Telegraphenverbindungen von Triest nach Süddeutschland beraten und sich für eine direkte Verbindung zwischen München und Triest aussprechen. Newyork, 1. Dezbr. Wie aus San Francisko gemeldet wird, ist bei einer Filmaufnahme in San Antonio der bekannte amerikanische Filmstar Martha Mansfield bei lebendigem Leibe verbrannt. Während der Aufnahme fingen ihre Kleider Feuer, die Flammen töteten sie, ehe Rettung zur Stelle war. Tokio, 1. Dezbr. Die japanische Regierung veröffentlicht nunmehr die amtliche Verlustziffer der letzten Erdbebenkatastrophe. Danach wurden getötet 99375, verletzt 113071 und vermißt 43890 Menschen, welche letztere höchstwahrscheinlich getötet sein dürften. Rio de Jeneiro, 1. Dezbr. Der Senat hat einen Gesetzentwurf über die Verlegung o auptstadt nach Gowaz angenommen. Die Auslandhilfe. " Köln, 30. Nov. Das Schwedische Rote Kreuz erwägt zur Zeit eine neue Hilfsaktion zur Bekämpfung der Not in Deutschland. Im Laufe des Jahres sind bereits 380000 Kronen für diesen Zweck aufgewendet worden. Reichskanzler Dr. Stresemann hat in einem Schreiben an den Präsidenten des Roten Kreuzes in Schweden erneut den wärmsten Dank des deutschen Velkes ausgesprochen. Berlin. 30. Nov. Dem Kardinal und Erzbischof in Köln sine von den Bischöfen in Fünfkirchen und Vaza 3 500000 ung. Kronen zur Linderung der deutschen Not zur Verfügung„estellt werden. — Aus Sammlungen in Wien zur Linderung der Not und zur Speisung von Kindern sind weitere 5959.000 österreichische Kronen eingegangen.— Von der chilenischen Dichterin Gabriele Mistral ist in mexikanischen Schulen zur Linderung der Not der deutschen Kinder eine Sammlung veranstaltet worden, deren Ergebnis von 1317,38 amerikanische Doll. seiner Bestimmung zugeführt worden — Für die gleichen Zwecke haben der Kaufmann Stellmann in Triest 200 italienische Lire und James Flügel in Baltimore 500 Billionen Mark gestiftet. Prag, 30. Nov. Die deutschen bürgerlichen Parteien veröffentlichen in der Presse gemeinsame Aufrufe zur Einleitung einer großzügigen Hilfsaktion für Deutschland. Die Organisation der Hilfe soll von einer Zentralstelle durchgeführt werden. Stadt und Land. Lüdenscheid, 3. Dezember. Zur Streitlage. Nachdem seitens der Arbeitnehmer der Schiedsspruch des Reichskommissars abgelehnt worden ist, fand eine Abstimmung über Abbruch oder Fortsetzung des Streiks statt. Wie zurerlassig verlautet, sollen sich dabei zirka 7000 Stimmen für Fortsetzung des Streiks ausgesprochen haben, während nur zirka 400 dagegen woren. Der Streik geht demnach weiter. Die Rheinlandfrage. Die Rheinische Goldnotenbank. Köln, 2. Dez. In der gestrigen Sitzung der Handelskammer machte Geheimrat Louis Hagen Mitteilungen über den Stand der seit mehreren Wochen von Volksvertretern und hervorragenden Industriellen der besetzten Gebiete geführten Verhandlungen über die Gründung einer Goldnotenbank. Eine stillschweigende Genehmigung der Reichsregierung ist jetzt vorhanden. Nach der französischen Seite steht man unmittelbar vor dem Abschluß, der von einer am Wir erhelten dazu noch folgende Mitteilung des ArbeitgeberVereins: Am 30. 11. hatte der Reichs= und Staatskommissar die Parteien vor ein Schiedsgericht geladen. In diesem saßen außer dem Vertreter des Reichs= und Staatskommissars je 2 Beisitzer der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Der von diesem Gericht gefällte Spruch sah eine Erhöhung der Goldlöhne um 5 Prozent und außerdem eine 30prozentige Zulage bei Papiermarkzahlung vor. Der Spitzenlohn für die letzte und vorletzte Woche stellte sich damit auf 546 Milliarden Mark für die Stunde in Gruppe A, der des ungelernten Arbeiters in Gruppe D auf 410 Milliarden.— Die Sie werden Ihre Arbeit wieder aufnehmen können. Und fürchten Sie nichts,„morgen gehe ich zu Ihrer Frau und den Kindern, Ihnen wird gehelfen werden.“ Während die Aufmerksamkeit der übrigen noch auf den Vorgang gerichtet war, bemerkte Anneliese tiefer unten am Strande Fried Westermann an der Seite eines andern Herrn langsam daherschlendern, indem sie mit einem Gefühl des Unbehagens den Schauspieler Schirmer erkannte; zufällig hatte sie erfahren, daß er sich zur Erholung ein paar Monate bei seiner Schwester in Elmsbeck aufhalte. Es gab ihr einen Stich; natürlich erzählte er jetzt von der Bekanntschaft mit ihr, und Fried Westermann würde erfahren, daß sie ein Jahr am Theater gewesen. Traurig; immer wieder tauchte dieser Irrtum der Vergangenheit vor ihr auf. wo sie es am wenigsten vermutete— wie ein Schreckgespenst, das sie erbarmungslos verfolgte. er denn; an Fried Westermanns Meinung lag ihr ja doch im Grunde nichts. Jetzt hatte dieser sie hier oben stehen sehen und kam herauf, zu ihrer Erleichterung der Andere sich verabschiedete, um die Richtung nach dem Städtchen einzuschlagen. Sie ging ihm eine Strecke entgegen und musterte unwillkürlich seine Züge, ob heute weniger Ehrerbietung, als bisher auf ihnen lag; doch war das nicht der Fall; vergnügt, sie zu sehen, grüßte Fried mit der gewohnten Zuvorkommenheit und Hochachtung. ge„Hier ist wohl ein Unglück passierts“ erkundigte er sich teil„Ja; ein Holzfäller, der eine Frau und vier kleine Kinder zu ernähren hat, ist durch Verwundung auf Wochen hinaus brotles geworden.“ Fried griff in die Tasche und wurde dunkelrot, als er bemerkte, sein Portemonnaie vergessen zu haben. vein Söenan da nicht heilfen— leider habe ich gegenwärtig en Geld dei mir—“ „Kramer ist kein Bettler,“ entgegnete Anneliese unwillig,„der sich ohne weitcres von einem Wildfremden ein paar Groschen in die Hand drücken läßt, das ist ein anständiger Mann, der beanspruchen darf, daß ihm die Hilfe nicht zu einer Demütigung werde, das Geben ist eben eine Kunst, die auch erlernt sein will!" Er merkte ihre Absicht, ihn zu kränken, doch von diesem Mädchen hätte er sich noch viel bösere Sachen sagen lassen, ohne ihr zu zürnen; er konnte das einfach nicht. „Ließe sich denn diese Kunst nicht lernen? Ich habe den besten Willen dazu.“ „Sie ist leicht,“ erklärte Anneliese, die das Gespräch nur fortsetzte, um Kramer die voraussichtliche Unterstützung zuzuwenden, sobald man aus einem Herzen voll echter Menschenliebe gibt; um den Armen und Elenden geben zu lernen, muß man bei meiner Cousine Maria in die Schule gehen, die versteht es.“ „O, ich bin gelehrig, wenn Sie die Güte haben wollten, mir anzedeuten, Fräulein—“ Um sie nicht zu reizen, vermied Fried Westermann, ihren Vornamen auszusprechen, und sie anders anzureden, widerstrebte ihm. „Ich begleite Maria zuweilen auf ihren Wegen,“ antwortete Anneliese,„und sah es; sie fragte nicht, wie es die Geistlichen und Ortsmissionarinnen zu machen pflegen, ob der Bedürftige es auch verdient oder durch eine tadellose Vergangenheit sich der armseligen Gabe würdig erweise, als ob es zu dem Almosen, das seinen Hunger aus ein paar Tage stillt, auch noch besonderer Würdigkeit bedürfe! Sie zieht auch nicht durch salbungsvolle Mahnreden eine Schranke zwischen sich und die Beklagenswerten, um ihnen die Bitterkeit des Gnadengeschenkes recht zu Gemüte zu führen; Maria kommt, fragt nicht, und weiß dann so zartsinnig ihre kleinen Geschenke anzubringen und begegnet den Leuten, als ob es ihre mittellosen Schwestern und Brüder wären, so daß sie nicht nur keine Beschämung empfinden, sondern sie als einen Engel segnen, den ihnen die Vorsehung gesandt.“ Fried lächelte glückselig. „Gut, ich werde mich bemühen, es ebenso zu machen, und persönlich zu diesen Kramers gehen, denen zu helfen ich mir in den Kopf gesetzt habe; werden Sie dann vielleicht ein ganz klein bißchen milder über mich denken, als zuvor?“ Sie waren den Hügel hinabgeschritten, und als Anneliese, nach der Gruppe sich umblickend, bemerkte, daß man den Verwundeten in einen Tragkorb bettete, um ihn nach seiner Wohnung zu schaffen, setzte sie zu Frieds heimlicher Genugtuung den Weg an seiner Seite fort. „Wozu soll ich versuchen, anders zu denken, Herr Westermann, da es ja doch zu nichts führen kann?" „Zu nichts führen?“ wiederholte er fassungslos.„Da bin ich aber doch wirklich anderer Meinung. Ich weiß wohl. daß Ihr Vorurteil gegen mich leider allzu gerechtfertigt ist, aber der Mensch ändert sich; für die meisten kommt doch sicherlich früher oder später eine Stunde, wo man einsieht, ein recht miserabler Kerl gewesen zu sein, und so ist es mir ergangen von dem Tage en, als ich zum ersten Male im Hause meines Onkels mit Ihnen sprach.“ „Er weiß noch nichts,“ dachte Anneliese,„aber da er mit Schirmer verkehrt, wird er unvermeidlich bald alles erfahren,— und mich nicht mehr ansehen; oder vielleicht dann erst recht! „Und weil Sie Gefallen an meiner Art und Weise fanden,“ erwiderte sie voll Bitterkeit, die er nicht verstand,„beschlossen Sie, sich mir zu nähern, ohne zu bedenken, daß ich möglicherweise durchaus nicht damit einverstanden sein dürfte!" Fried war von dieser unerwarteten Wendung der Dinge s# verblüfft, daß er keine Worte fand. „Und ich bin nicht damit einverstanden,“ fuhr Anneliese, unentwegt ihrem Herzen Luft machend, fort,„ich bin ein anstäncheitgeber hoben Liadung schwerer 2 seder einzustellen, Uitern schon seit la wie streikenden Arb #wohl gerade ihre #ien und ein Sekt rhiedsspruch gestim Froeitgeber haben a #twortungg liegt n und den Arveitnehn Die Abschiedsfe itern Abend im vo #en morgen auf Ei Vertragsloser## ### der durch die Ze Eerzte Deutschlands Krankenkassen zum 1 #rtragslose Zustand nse mitgeteilt, daß uich für ihre Kasse, Londerer Vereinba Peise fortbestehe. Ribatt bei Ren git Rentenmark Ra Erstanden worden, nie Mitteilung ist se gen Geschäfte, ####ng mit wertbes Sähren, auch gehalt Rentenmark erfolgt. * Die geschäftstüc Gei bis vier Tagen #n Postschalter eine Sante erklärte, daß des Aufdrucks zu ver warden Marke“ koste ichlich zur Freimac wie Post. angeblichz Milliarden bezah #en Wert entsprecher it dem Geschäftsm ###gen Barzahlung h sich mit einem Vier Mitnahme von #ung vom 25. Oktol ###ert worden, daß Bildmark oder der ohne besondere Gene ben dürfen. en Die Gestaltung sen: Der Uebergang bri gt für die Post sonders starke Mehr freimarken auf Gol mrechnungski iltigen sind. die Wechselstempelsungsart voraussicht den weite Kreise, be vertbeständigen Frei einzukaufen, wei Post und das Wart durch die Umr Mehrarbeit entsteher birg und=verrechnu barsten und stärksten die Post vermittelt: rags= Postscheck=(Ze sterium hat umfangr Inforderungen zu ge verkehr wieder in gla en und die Tarife entbehrlichen Ki den Post betrie beiter für ihre Aufge nit technischen Hilfs nüistet. Zur Bewält diges Mädchen, Herr beug Ihrer Launen as eindringlichste, m „Aber um Gott„was tat ich, um da nehr, als meine Si unge den, und ist wert rauben zu wo zee? Sie bezw a# ehrlichsten von de neig nich bemühen, n ber uis zu erwerben Lowegung. I. Doch Anneliese, Ahn erfüllt, glaubte, *„Ich kenne Ihre sund wiederhole, was Asich in mir. Sie sind enen, wo sie erschein myerr Westermann. I sich vornehmer dü zler mehr im Besi ####e, wie ich denke, nu en lassen.“ An Simonas Vi ##bo die Pappeln, der cc einenr von schrät W. Biegung #.„Hier trennen wi „värts; adien, Hei etessen Sie die Famil Elegenheit mehr, dar Sprachs. verbeug lach Lindenheim zu. #iegte sich ein so steche lich Unglaublich. ung #h ein so erbärmlich #tegen mich und weiß1 einem Punkt hat ien, doch die Lieb ###0 nicht damit erwerb Jache. Und sie soll #ime Kugel oder Ann #####r konnte sich neben den 2 ser schritt, entschloss ## den glanzend sch 4* auf dem niederg Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. irten sei Frauverden sich mit äufig nicht, da rozent begrenzt rfe, wenn der ien Goldmark, g von 55 Projebenden.sd. t eine Valuta en übrig läßt. ten Tagen ern Wege stehen. die Goldmark in wertbestänin. Vor über.“ aus zuverSonderbündler, ssung der franosten als Chef n wurden zwei Sonderbündlern je pro Tag blenz, daß die die aus dem henden Waren en und Lizenz uz erwägt zur ot in Deutsch0 Kronen für dr. Stresemann Roten Kreuzes in Velkes ausf in Köln sine 0 ung. Kronen estellt werden. Not und zur reichische Kroabriele Mistral der deutschen Ergebnis von eführt worden inn Stellmann in Baltimore sarteien veröfinleitung einer ganisation der Dezember. r der Schiedssand eine Abks statt. Wie Stimmen für end nur zirka 3 Arbeitgeberissar die Paren außer dem isitzer der Arricht gefällte Prozent und kzahlung vor. lte sich damit e A, der des rden.— Die wollten, mir rmann, ihren , w i d e r s t r e b t e „“ antwortete heistlichen und iftige es auch ich der armAlmosen, das onderer Würsvolle Mahniswerten, um 1 Gemüte zu so zartsinnig Leuten, als 1, so daß sie Is einen Enhen, und permir in den nz klein bißIs Anneliese, den VerwunWohnung zu den Weg an Westermann, „Da bin ich hl. daß Ihr r der Mensch r oder später sterl gewesen en, als ich nen sprach. * da er mit erfahren,— st recht! eise fanden,“ schlossen Sie, weise durchztgeber haben den Spruch angenommen und sich nach UeberEnhung schwerer Bedenken auch bereit erklärt, sämtliche Arbeiter lher einzustellen, obschon die Firmen eine große Anzahl von Ar“, schon seit langem nur mit Notstandsarbeiten beschäftigten. E zreikenden Arbeitnehmer haben den Schiedsspruch abgelehnt, Kaahl gerade ihre Vertreter im Schiedsgericht(ein Sekretär der und ein Sekretär der christlichen Gewerkschaften) für den Eiedsspruch gestimmt hatten. Der Streik dauert also fort. Die #eitgeber haben alles getan, ihn zu Ende zu bringen. Die VerLtwortung liegt nunmehr ausschließlich bei den Gewerkschaften uod den Arbeitnehmern. die Abschiedsfeier für den scheidenden Herrn W. Winter fand iern Abend im vollbesetzten Saale Crummenerl statt. Wir kom## morgen auf Einzelheiten zurück. Vertragsloser Zustand zwischen Aerzten und Krankenkassen. der durch die Zeitung gehenden Notiz, wonach der Verband der #erzte Deutschlands in Leipzig die bestehenden Verträge mit den #ankenkassen zum 1. Dezember aufgekündigt habe und damit der ##ragslose Zustand einträge, wird uns von der Barmer ErsatzEie mitgeteilt, daß die Aufkündigung für die Ersatzkassen, also ### für ihre Kasse, nicht zuträfe, vielmehr nach wie vor auf Grund Lionderer Vereinbarungen das Vertragsverhältnis in seitheriger Peise fortbestehe.— Psbatt bei Rentenmark. Unsere Mitteilung, daß bei Zahlung Ei Rentenmark Rabatt bewilligt werden müsse, ist vielfach mißLrstanden worden, wie Anfragen aus dem Leserkreise bekunden. ie Mitteilung ist selbstverständlich so zu verstehen, daß diejeninen Geschäfte, welche bekannt geben, daß sie bei ###ng mit wertbeständigem Geld oder Devisen einen Rabatt gebähren, auch gehalten sind, diesen zu geben, wenn Zahlung Rentenmark erfolgt. Die geschäftstüchtige Reichspost. Uns wird geschrieb n: Vor #ei bis vier Tagen kauften wir für unseren regelmäßigen Bedarf #n Postschalter einere größere Menge Briefmarken. Der Schalter##ante erklärte, daß die Marken mit dem vierfachen Werte #.s Aufdrucks zu verwerten und zu bezahlen seien. Eine„20 Mil#arden Marke“ kostete also 80 Milliarden und genügte auch tat#ichlich zur Freimachung eines einfachen Briefes. Heute erklärt chie Post. angeblich zufolge höherer Anordnung, daß die z. B. mit Milliarden bezahlte Briefmarke über 20 Milliarden nur noch #en Wert entsprechend ihrem Aufdruck habe.— Was würde wihl bit dem Geschäftsmann geschehen, der, sagen wir mal, Guticheine #gen Barzahlung herausgibt und diese nach einigen Tagen nur nich mit einem Viertel des Gestehungspreises einlösen wollte? Mitnahme von 500 Goldmark ins Ausland. Durch Verordung vom 25. Oktober 1923 ist das Kapitalfluchtgesetz dahin ge###ert worden, daß fortan Beträge im Werte von höchstens 500 Bildmark oder der entsprechende Wert in ausländiicher Währung ohne besondere Genehmigung mit in das Ausland genommen weren dürfen. Die Gestaltung des Postbetriebes. Amtlich wird uns geschrieben: Der Uebergang von der Papier= zur Gold= und Rentenmark bri gt für die Post bei der Vielseitigkeit ihres Betriebes eine be#orders starke Mehrbelastung. Vom 1. Dezember ab lauten die Freimarken auf Goldwerte, die beim Verkaufe mit dem Umrechnungskurs der Steuermark zu vervielFiltigen sind. Für die Versicherungs= und Steuermarken, die Wechselstempel= und statistischen Marken wird diese Verrechungsart voraussichtlich in Kürze erfolgen. Wahrscheinlich werben weite Kreise, besonders die Geschäftswelt, dazu übergehen, die ertbeständigen Freimarken wieder wie früher in größeren Menben einzukaufen, weil sie sich dadurch die häufigen Wege nach der Post und das Warten am Postschalter eintreten dürfte, so wird soch durch die Umrechnung der Werte gegen bisher eine gewisse Mehrarbeit entstehen. Sie beeinflußt neben der Gebührenerhebirg und=verrechnung alle Dienstzweige der Post, am unmittelarsten und stärksten den ganzen umfangreichen Geldverkehr, den die Post vermittelt: den Postanweisungs=, Nachnahme=, Postaufstrags= Postscheck=(Zahlkarten=)verkehr usw. Das Reichspostministeruum hat umfangreiche Vorsorge getroffen, um den gesteigerten Anforderungen zu genügen und gleichzeitig auch den Postschalterverkehr wieder in glattere Bahnen zu lenken; die Betriebsvorschrif#en und die Tarife werden soweit tunlich vereinfacht, alle irgendentbehrlichen Kräfte werden aus dem Postverwaltungsdienst ##n den Post betrieb überführt. Die Schalterbeamten werden weiter für ihre Aufgaben besonders und gründlich unterwiesen und mit technischen Hilfsmitteln(Schlüsseln, Hilfstafeln usw.) ausgekistet. Zur Bewältigung des stärkeren und vielseitigen Verkehrs diges Mädchen, Herr Westermann, das nicht gewillt ist, als Spielbeug Ihrer Launen zu dienen, und deshalb ersuche ich Sie auf pas eindringlichste, mich von nun an in Ruhe zu lassen.“ „Aber um Gotteswillen,“ stotterte Fried, blaß vor Entsetzen, was tat ich, um das von Ihnen zu verdienen? Kann ich denn mehr, als meine Sünden eingestehen und geloben, ein Anderer ## werden, und ist es da nicht hart von Ihnen, mir jede Hoffgtung rauben zu wollen, diejenige zu gewinnen, der ich so viel uterdanke? Sie bezweifeln doch nicht etwa, daß meine Absichten ehrlichsten von der Welt sind? Mein Gott, ich will ja nichts, #l; mich bemühen, nach und nach vielleicht ein klein bißchen Zu#nigeng zu erwerben———“ Seipe Stimme versagte vor innerer ewegung. # Doch Anneliese, von einem unüberwindlichen Mißtrauen gegen „ erfüllt, glaubte, er heuchele geschickt, um sie zu täuschen. 4.„Ich kenne Ihre Absichten nicht, sie sind mir auch gleichgültig, fund wiederhole, was ich schon einmal zu Ihnen gesagt,— Sie irren 9 in mir. Sie sind einer von den sieggewohnten jungen Herren, ##en, wo sie erscheinen, gleich alles zu Füßen liegt, aber ich nicht, derr Westermann. Ich verabscheue das Geld und finde die Leute, ###e sich vornehmer dünken, als die anderen, nur weil sie ein paar ####ler mehr im Besitz haben, einfach unausstehlich. Nun nissen ien sasie n 2 dene, nun werden Sie mich hoffentlich fortan in 4. An Simonas Villa vorbeigehend, hatten sie die Allee erreicht, vie Pappeln, deren glänzende Blätter im abendlichen Winde #lisierten, schon schräge Schatten warfen, und nun stand Anneliese u# iner Biegung der einsam sich weiterschlängelnden Chaussee „Hier trennen wir uns wohl, ich möchte nämlich etwas rascher kvärts; adieu, Herr Westermann. Nur eins noch: Bitte, verElen Sie die Familie Kramer nicht, wir haben jedenfalls keine ## klegenheit mehr, darüber zu sprechen. Sprachs. verbeugte sich leicht und ging mit raschen Schritten lach Lindenheim zu. Fried starrte ihr nach, und in seiner Brust Ne sich ein so stechendes Wehgefühl, daß er leise aufstöhnte. 1. Unglaublich, unglaublich, ihm das! Oder war er denn wirkein so erbärmliches Subjekt? Sie hat das unselige Vorurteil inen mich und weiß nicht, was für ein Los ich ihr bereiten würde! einem Punkt hat sie ja recht: alles habe ich mir bis jetzt keufen sich rsche docn.d Liebe und Achtung dieses seltenen Mädchens kann erwerben, folglich ist das Geld nur eine jämmerliche ##... Und sie soll dennoch an mich glauben lernen— entweder e Rugel oder Anneliese van Geertz wird mein.— #.# Er konnte sich schwer von ihrem Anblick trennen, wie sie unisch neben den Baumstämmen im abendlichen Sonnenschein sgei Schritt, entschlossen, zielbewußt: jetzt passierte sie die Brücke duch—, glänzend schimmernden kleinen Bach und war gleich da* au, dem niedergehenden Wege verschwunden. ist das Offenhalten von Schaltern in weiterem Umfange, die praktische Verteilung der Leistungen und die deutliche Bezeichnung der Schalter angeordnet. Den größeren Geschäften wird im eigenen und im allgemeinen Interesse dringend nahegelegt, ihre Einkäufe an Wertzeichen und ihre Auflieferungen in Zeiten schwächeren Verkehrs zu besorgen. Abnahme der Bevölkerungsvermehrung um die Hälfte? Ein Rückgang der natürlichen Vermehrung der Bevölkerung auf die Hälfte ist das Ergebnis der jetzt vorliegenden Berechnung des Geburtenüberschusses und der Sterblichkeit vom 1. Viertel dieses Jahres im Deutschen Reich. Auf das Jahr berechnet würde er kaum 400 000 ausmachen gegenüber rund 800 000 vor dem Kriege. Berlin hatte im 1. Viertel d. Is. sogar einen Ueberschuß der Sterbesälle um 3855. Hamburg hatte nur noch einen geringen Geburtenüberschuß von etwa 450 Personen. Gebiete, wie Oberschlesien, Pommern, Westfalen, Bayern, Oldenburg zeichneten sich früher durch einen verhältnismäßig großen Ueberschuß an Geburten aus. Auch sie weisen einen nicht unerheblichen Rückgang des natürlichen Wachstums der Bevölkerung auf. Der Geburtenüberschuß hatte im ganzen Reich im 1. Viertel 1922 102 065 betragen, im 1. Vierteljahre 1923 nur noch 98 884. Dabei war die Sterblichkeit sogar etwas zurückgegangen, von 18,5 auf 17,3 von je 1000 Einwohrern, während der Geburtenüberschuß von.1 auf 6,5 zurückging. Ungültige Guldenscheine. An verschiedenen Orten Deutschlands ist das Gerücht aufgetaucht, daß die holländischen 1= und 2½=Guldenscheine mit dem 31. Dezember d. I. ihre Gültigkeit verlören. Da diese Geldscheine besonders gerne dazu benutzt werden, um kleine Unterstützungsbeträge nach Deutschland zu senden und infolgedessen in erster Linie in Händen der wenig bemittelten Bevölkerungskreise sind, machen sich gewissenlose Elemente dieses Gerücht zunutze, um den Besitzern ihre Guldenscheine zu einem unterwertigen Kurse abzujagen. Demgegenüber sei darauf hingewiesen, daß sich die Verordnung des niederländischen Finanzministeiiums vom 12. November d. J. lediglich auf die ältere Ausgabe der Silberbuns von 1 und 2½ Gulden bezieht, die schon seit dem 31. Dezember 1922 außer Kurs gesetzt sind und deren Gültigkeit mit dem Ende dieses Jahres abläuft. Die Anzahl der in Deutschland befindlichen Exemplare dieser Silberbons dürfte verschwindend gering sein. Die übrigen 1 und 2½ Guldenscheine behalten nach wie vor ihre Gültigkeit. Steuerkalender. Aufheben. Ausschneiden. (aufgestellt von der Handelskammer zu Lüdenscheid.) Reichssteuer=Termine im Dezember 1923: 1. 12. 23: Landabgabe, 4. Rate(Finanzkasse). 1. 12. 23: Abschlagszahlung Umsatzsteuer für Novemberumsatz. Gleichzeitig Voranmeldung über die Höhe des Umsatzes.(Finanzkasse.) Beträge, die bis zum 7. 12. nicht eingehen, werden aufgewertet. Lohnabzug und Arbeitgeberabgabe wie bisher unverzüglich nach jeder Lohnzahlung.(Finanzkasse.) Dezember=Termine für Abgaben in Lüdenscheid=Stadt: vom 5. bis 11. 12. 23: Gemeinde=Grund= und Gebäudesteuer, Gewerbesteuer, Betriebssteuer; u. z. Goldsteuerbeträge — errechnet nach den für April, Mai und Juni 1923 angesetzten Papiermarkbeträge.—(Stadthauptkasse) Dezember=Termine für Abgaben in Lüdenscheid=Land: bis zum 10. 12. 23: Gemeinde=Grund= und Gewerbesteuer; u. z. das 16 200000 000fache des vorjährigen Steuerbetrages.— Gemeindekasse. Stadt und Land Lüdenscheid: bis zum 8. 12. 23: Grund=Vermögenssteuer für die Monate November und Dezember 1923 nach einem Kurse vun 300 Milliarden für 1 Goldmark; nach dem S. tritt ein höherer Kurs in Kraft. Stadthauptkasse bezw. Gemeindekasse. Bei Bezahlung möglichst die frühen Morgenstunden benutzen; bei Ueberweisung zur Vermeidung von Weiterungen genaue Angabe der Buchungsmerkmale! Porto=Sätze am 1. Dezember. (Fortsetzung) Auslandgebühren. Die Auslandsgebühren betragen vom 1. Dezember 1923 an: Rentenpfe. 20 15 30 15 25 15 für Postkarten jedoch nach Ungarn und Tschechoslowakei für Briefe bis 20 Gramm jede weiteren 20 Gramm(Meistgewicht 2 Kilo) jedoch nach Ungarn u. Tschechoslowakei bis 20 Gr. jede weiteren 20 Gramm für Drucksachen für je 50 Gramm für Geschäftspapiere für je 50 Gramm mindestens für Warenproben für je 50 Gramm mindestens Eilzustellgebühr für Briessendungen Einschreibgebühr Rückscheingebühr Vorzeigegebühr für Nachnahmen auf Briefsendungen(vom sender zu entrichten) Gewichtsgebühr für Wertkästchen für je 50 Gramm mindestets (dazu Einschreibgebühr von 30 Rentenpfennig) Versicherungsgebühr für Wertbriefe und Wertkästchen für je 300 Rentenmark Nachnahmegebühren für Pakete 50 Rentenpfennig für je 50 Rentenmark des Nachnahmebetrags. 5 5 30 5 10 60 30 30 5 10 60 50 Westfalen und Gevelsberg, 30. Nov.(Zu tollen Auftritten) kam es am Sonntag, den 26. August, auf dem Wege zwischen hier und Silschede. Der Kaufmann Karl W. aus Hagen besaß einen Ausweis des Spinnageabwehrkommandos und eine Schußwaffe. In einer Wirtschaft in Silschede verdächtigte W. einen angetrunkenen Gast der Spionage, nahm ihn fest, wozu er gar nicht berechtigt war, und führte ihn nach hier vor. Unterwegs mißhandelte er den Mann, und als ihn Spaziergänger daran hindern wollten, ließ er sie sich mit vorgehaltener Waffe an die Telegraph stangen stellen und schoß mehrfach in den Wald. Schließlich brachte er die ganze Gesellschaft zur hiesigen Wache. Gelegentlich hat W. auch Pässe geprüst. In Hagen nahm man ihm Ausweis und Waffe ab, und das Hagener Schöffengericht verurteilte den sonderbaren Heiligen zu einem Monat Gefängnis. Nur der offenbar vorhandene Erregungszustand schützte W. vor höherer Strafe. Schwerte, 30. Nov.(Schweres Autounglück.) Auf der Landstraße zwischen Ergste und hier ereignete sich ein schweres Automobilunglück. Ein mit mehreren Personen besetztes Auto der Eisenindustrie, welches auf der Rückfahrt nach hier begriffen war, geriet auf der infolge des Regens schlüpfrig gewordenen Straße ins Gleiten und rannte mit voller Wucht gegen einen Baum, wobei es sich überschlug und die Insassen des Wagens unter sich begrub. Von den letzteren wurde der Ingenieur Berg, ein jungverheirateter Mana, sofort getötet. der Ingenieur Leineweber erlitt schwere Knochenbrüche, während die übrigen und der Fahrer mit leichteren Verletzungen davonkamen. Der Wagen wurde teilweise zerträmmert.„„„„ Laasphe, 30. Nov.(Verhaftet und erhangt.] Vin der Polizei wurd; hier ein Landwirt aus Sterzhausen verhaftet, weil er ein an Rotlauf krepiertes Schwein im Auftrage des Besitzers, eines reichen Bauern aus dem gleichen Orte, zwecks Verkaufs ins Siegerland schaffen wollte. Aus Furcht der der verdienten Strafe machte der Mann in der Nacht in seiner Zelle seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Münster. 30. Nov.(Entgleisung eines Personenzuges.) Im Nebel stieß auf dem hiesigen Güterbahnhof ein von Coesfeld kommender Personenzug auf eine Leerfahrt, webei brei Wagen des Verionenzuges entgleisten und sechs Reisende, der Lokomitiv= und Zugführer sowie drei Schaffner verletzt wurden. Der Zugführer mußte aus den Trümmern der zusammengestoßenen Wagen herausgeschlagen werden. Köln, 28. Nov.(Die Notgeld=Not.) Recht üble Folgen hat die Notgeldwirtschaft für den Vieheinkauf auf dem Kölner Viehmarkt. Die Viehkommissionäre nahmen das Notgeld der Stadt Köln nicht in Zahlung. Die getätigten Vieheinkäufe mußten daher rückgängig gemacht werden und viele Metzger blieben daher ohne Großvieh und Schweine. Duisburg, 28. Nov.(Ein Mittagessen für 10 Goldpfennige.) In Duisburg hat die Stabtverwaltung mit Rücksicht auf die herrschende Notlage Volksspeisungen und Wärmehallen eingerichtet. Das Mittagessen wird gegen Zahlung von 10. Goldpfennigen abgegeben. Als die drei zu dem Verwundeten eilten, war Simona in gedrückter Stimmung zurückgeblieben; sie mußte fortwährend in Maria und deren Verlobten denken, und dabei überkam sie eine sonderbare, witternde Empfindung, als ob sie nach langer Schwüle das ferne Brausen eines hereinbrechenden Sturmes vernehme. (Fortsetzung folgt.) Kleine Zeitung. Drabtlose Verbindung mit Nordpolforschern. Der Nordpolferscher Mac Milan, der sich gegenwärtig 700 Meilen vom Nordvol entfernt befindet, hat, wie aus Prince Rupert(englisch Columbia) gemeldet wird, mit den Haway=Inseln, die 5000 Meilen von ihm entfernt sind, auf drahtlosem Wege sprechen können. Er erhält täglich Radio=Zeitungsmeldungen aus Oxford und aus Nauen. Ferner hört er täglich Meldungen aus Holland, Mexiko, Frankreich, Italien, Spanien, Japan und Norwegen. Mac Milan und seine Begleiter fühlen sich glücklich, in stetem Verkehr mi: der übrigen Welt zu sein. Flugzeug und Seefischerei. Das Flugzeug erobert sich immer weitere Anwendungsgebiete; in der letzten Zeit wurde es sogar dazu benutzt, um geographisch noch unbekannte Länderstriche wie die Sahara zu erforschen. In der Hochseefischerei dient es neuerdings dazu, festzustellen, wo die großen Herings= und Sardinenschwärme sich jeweils aufhalten, und jüngst findet es auch in der Jagd auf Seehunde vorteilhaft Verwendung. Diese Seetiere sind nur während einer kurzen Spanne Zeit zu erjagen, wenn sie Frühjahr in großen Massen auf den einhertreibenden Eisschollen sich lagern. Nach Verlauf von wenigen Wochen tauchen sie ins offene Meer und sind dann nicht mehr zu fangen. Hat der Jäger in dieser kurzen Zeit keine Beute gemacht, so kann er 12 Monate warten, bis wieder die Jagd aufgeht. Nun ist es natürlich für die Schiffe keine leichte Sache, in dem weiten Meer die Stellen aufzufinden, wo die Seehunde lagern. Anders liegen die Verhältnisse für einen Beobachter im Flugzeug, der bei hellem Wetter in einer Höhe von etwa 2000 Meter beispielsweise noch in 50 km. Entfernung ein schwimmenges Uboot zu erkennen vermig, also auch größere Gruppen sich lagernder Seehunde entdecken kann. Eine in diesem Frühjahre für den Seehundfang ausgerüstete Expedition machte zum ersten Male den Versuch, mit 2 Flugzeugen zusammenzuarbeiten. Es gelang innerhalb weniger Wochen, eine Fläche von 20 000 Quadratmeilen auf das Vorhandensein großer SeehundLagerstätten abzusuchen und riesige Beute zu machen. Die Flieger riefen, sobald sie größere Massen Seehunde sichteten, die Schiffe durch Funkspruch zur Stelle, und dann begann das Töten der Tiere, die nicht den geringsten Versuch, zu entkommen, machten. An einem einzigen Tage konnten, wie aus englischen Berichten hervorgeht, innerhalb 24 Stunden 110000 Seehunde erlegt werden. Ein Land, das nichts von Frauenrechten weiß. Während in den meisten Ländern die Frauen heute schon so ziemlich die Gleichberechtigung mit dem Manne errungen haben, sind viele Gebiete, in denen der Islam herrscht, in dieser Beziehung noch sehr rückständig, und am schlimmsten scheint es in Persien zu sein. Wenigstens geht dies aus den Schilderungen von Frau C. Colliver Rice, die jahrelang in Persien gelebt hat, in ihrem Buch„Persische Frauen und ihre Schicksale“ hervor. Die Persierin hat keinen Schutz in ihrer Ehe. Die Scheidung macht dem Mann nicht mehr Beschwerden, als wenn er einen Dienstboten entläßt. Diese Behandlung der Frau wird durch den Koran geheiligt. Man beruft sich auf das Beispiel des Enkelsohns des Propheten, der„hundert Frauen heiratete und sich von ihnen wieder trennte", und führt das Wort Mohammeds an, der, als er gefragt wurde, warum die meisten Bewohner der Hölle Frauen seien, erwiderte:„weil sie undankbar gegen ihre Männer sind und nicht die Rechte des Gatten anerkennen.“ Der Islam ist ausgesprochen eine Welt des Mannes, und es wird ihm geradezu anbefohlen,„genau das Gegenteil von dem zu tun, was dir dein Weib rät". Die Frau wird nach den rungen der Verfasserin als ein notwendiges Uebel betrachtet.„Sie ist das vollständige Eigentum ihres Mannes, seine Sklavin, und er kann mit ihr tun, was ihm gefällt.“ Ich hörte einmal von dem Tode zweier Frauen eines versischen Großen an demselben Tage. Ich sprach mein Erstaunen darüber aus und fragte, an welcher Krankheit“= gelitten hätten; da sagte man mir, sie wären nicht krank gewesen, sondern man habe sie beiseite gebracht. Als ich darüber entsetzt war, sagte man mir ruhig:„Das ist bei uns Brauch. Sie waren und er konnte mit ihnen machen, was er wollte. Natürlich hat er sie nicht selbst getötet, sondern hat es durch einen anderen iu Die Führung des Haushalts ist in Persien nicht schwer. Ein „Aufräumen“ gibt es nicht. An Stelle von Schränken gibt es Fächer, die in die dicken Mauern eingelassen sind, an Stelle von Sofas und Stühlen Matratzen und Kissen. Besondere Schlafeimmer sind nicht vorhanden. Die Betten werden des nachts in die Räume gebracht und dann am Morgen wieder zusammengerollt und in einen Alkoven gestellt. Reiche und Arme eisen auf dem Boden sitzend; besondere Teller sind in den meisten Häusern nicht üblich; alles ißt aus derselben Schüssel. Auch Messer werden nicht verwendet, das Brot wird gebrochen, nicht geschnitten. Aberglauben ist unter der Frauenwelt sehr verbreitet. Vieles wird als„Seelenstoff“ zum Schutz gegen Dämonen oder den büsen Blick benutzt:„Ich sah eine Frau mit einem schweren Vorhängeschloß und zwei Schlüsseln, die sie um ihre Taille trug, in der Hoffnung, daß dadurch die Unfruchtbarkeit von ihr genimmen und sie Mutter eines Sohnes werden würde.“ Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. Gerichtszeitung. Der Mordprozeß Haas. a.., 28. Nov. Nach zehntägiger Verhandlung Surden dieienigen Angeklagten in dem Nordprozeß wegen megeung des Staatsanwalts Haas abgeurteilt, b 8 Siugessggser iu gr de Anzahl anderer ungellagter wird sich demnächst vor der Strafkammer Gre ighesgrgchen..... 21 angeklagten wurden sechs „regesbrochen. Von den übrigen 15 wurden 14 des schweren und Totschlags schuldig befanden Kände zugebiligt. Die Strafe gent. n. dei midernde um sechs Jahren Gefnen bewvegten sich zwischen zwei und sechs Fühlen Gefangnis bei 12 Angeklagten. Zwei wurden zu vier und einer zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. In dem Schlußwort des Staatsanwalts wurde vornehmlich betont, daß hinter ten richtig bezäiglich des Strafausmaßes zu refen; Perdonlichtet. men, venn sich Leute in die Masse begaben und ihre s uit Wer da mitlause, misse sich gefallen scsen, mit den einen Kamm geschoren zu werden. Wer sich in die Masse begebe, musse auch die Folgen tragen. Das Urteil im Plättnerprozeß. Frau freigesprochen. Die Strafen von 7 Monaten und 1 Jahr tersuchungshaft verbüßt in Anrechnung gebracht. aller Welt. ## Feuergefecht in einer Kirche. Aus Dessau wird gemeldet: Rurglich hut in der hiesigen Schloß= und Stadtkirche von St. Maries ein regelrechtes Feuergefecht zwischen Einbrechern und inen Zichzschimngen hat Lirche emeckt und war mit einitgen anderen Voitet. Viehseuchenpolizeiliche Bekanntmachung. Nachdem die Maul= und Klauenseuche unter dem Viehbestande der Witwe Berghaus in Eicken bei Othlinghausen erloschen ist, hebe ich die durch meine viehseuchenpolizeiliche Anordnung vom 11. Oktober d. Is. über die Ortschaft Eicken verhängte Sperre auf. Altena, den 29. November 1923. Der Landrat: Thomée. beamten in die Kirche, deren sämtliche Türen man aufgebrochen sand, eingedrungen. Dort wurden die Beamten sofort mit Revolverschüssen empfangen, die sie erwiderten. Es kam zu einer starken Schießerei, in deren Verlauf die beiden Einbrecher verwundet wurden, der eine am Kopf, der andere durch einen Schuß in den Arm und in die linke Körperseite. Die Verbrecher, die es wahrscheinlich auf die wertvollen Altargeräte und etwaige Pretiosen aus der Fürstengruft abgesehen hatten, flohen in diese Gruft, konnten dort aber von den Polizeibeamten überwältigt und festgenommen werden. Sund hag wie iu Schilling. Einen außerordentlichn englische Blätter berichten, ein Reisender bei einem Kunsthändler in Genf gemacht. Er fand dort unter allem möglichen Gerümpel ein kleines schmutziges Bild, das er für fünf Schilling kaufte. Er ließ das Gemälde sorgfältig reinigen, und Guide Benz man die Sionatur des großen italienischen Meisters Tutanchamous Grab geöffnet. Am 23. November ist, wie aus Sonigtichen Fen die„Grabkammer“ des ## onigs Tutanchamon geöffnet worden. Nach den Berichten der englischen Blätter hat man dabei die überraschende Entdeckung gemacht, daß auch diese Kammer noch nicht die eigentliche Ruhestätte des ägyptischen Königs ist, sondern vielmehr eine zweite Kammer, die in den nunmehr geöffneten Raum eingebaut ist. Der Raum, den man geöffnet hat, ist mit Kostbarkeiten aller Art gefüllt. Das prächtigste Stück, das man gefunden hat, ist eine Alabastervase mit silbernen und goldenen Beschlägen. Die Vase weist leider einen Sprung auf. Ferner sind aus Gold gearbeitete Figuren des Nilgottes in der Kammer gefunden worden und dann Anzahl von Jagdgerät und Waffen aus edlem Metall. Die Wände der Kammer sind vollkommen vergoldet und mit religiösen Inschriften bedeckt. Man steht nunmehr vor dem Geheimnis der eigentlichen Grabkammer, die noch nicht geöffnet worden ist. Das Tor dieser Kammer ist fest versiegelt und verschnürt. Das Siegel trügt das königliche Wappen. Es ist noch vollkommen unberührt, so daß man mit Sicherheit annehmen kann, daß das Innere der Grabkammer sich in dem Zustande befindet, in dem vor rund 3300 Jahren geschlossen und versiegelt worden ist. Ein neues Heilmittel gegen Lungenentzündung? In den Krankenhäusern Roms wird gegen Eiterkeime und deren Stoffwechselprodukte wirksames Mittel gebraucht, das von Dr. Tomarkin, dem Sohn des Berner Bakteriologen, entdeckt worden ist. Insbesondere soll sich das Präparat, das Antimikroben(d. v. etwa sovie wie Mikrobengift) genannt worden ist, bei Lungenentzündung bewähren. Es wird in zwei Stärken hergestellt, von denen die bei beginnender Entzündung, die andere in schweren Fällen mit drohender Herzschwäche Verwendung findet. Auch bei Kombinationen von Lungenentzündung und Tuberkulose ist angeblich eine günstige Wirkung beobachtet worden. Ob es sich bei diesem Antimicrobum um ein Serum oder ein anderes rein chemisches handelt, geht aus den bisher vorliegenden Mese hervor. In Berliner wissenschaftlichen Kreisen itt igg Nittel jedenfaus noch nicht bekannt.3 neg Alte Städtenamen in der Neuen Welt. Nach dem dtenamen in der Neuen Welt. Nach dem effi: amerikanischen Postverzeichnis sind die gebräuchlichsten Siad. namen in den Vereinigten Staaten die europäischen Hanpts.““ unen 18mal Baxis urd ebenso" c 4ptstähe Man zöhlt drücher enigten Staaten die europäischen Nan guhlt braben Lomat Paris und ebensd oft Genf; Persig#n 17mal, Moskau 12mal, Wien 11mal, Brüssel 2mal vertreten“ rend man den Namen Peking 6mal findet. Als hemerkensmen) Sehien, 2 Ttopien. Peur kas, 18 8 Die eben erschienenen Goldmunzen des Freistaates zu 100 bezw. 20 Kronen zeigen den einköpfigen Adler mit“ krone und Brustschild von Oesterreich mit der weißen Querkins auf rotem Felde, in den Krallen Sichel und Hammer, umher## publik Oesterreich. Die Rückseite trägt die Wertbezeichnung bezw. 20 Kronen in Lorbeerzweigen, umher die Angabe des Bocd, ußes 2552 Kronen= 1 Kilogramm Münzgold(900/1000 fei " neuen Goldmünzen werden nur gegen Hergabe des gleich, Quantums Goldes verabfolgt. Schon in den Jahren 1920.21 5. #.,##. Hauptmünzamt in Geld nahezu 100000 Stück zu und 1 Turaten und 929000 Maria=Theresiataler als Handesmünzen geschlagen. Herzliche Weihnachtsbitte der Krüppelanstalten Volmarstein in Westfalen.“ Es warten die Freunde vom Krüppelheim, gewiß schon längst auf den Weihnachtsreim. Hier kommt er. O leiht mir ein willig Ohr und stärkt mir den Mut, den ich beinah' verlor. Die Sorge ist heut' unser täglicher Gast. O helfet mir tragen die schwere Last! 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