Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. Sörfe Büdenscheld, derfolgend. Zahlen zII am 9. Juli 1600000 650000 225000 660000 276000 1500000 1800000 500000 265000 2375000 450000 2900000 2810000 300000 910000 505000 3900000 1950000 2300000 450000 b. Jel 1 Beies 50 90 50 50 00 00 00 00 00 00 00 50 64 50 7518250 9048,00 3017550 32518.50 49323.50 5133.00 7970.00 552125.00 186967.00 32080.00 32080 00 26566.50 264.66 5654.50 Volksbücherei. Monat Junt wurden Städt. Volksbücherei eßlich 399 Jugendn 3 0 0 3 B ü c h e r a u s n gegen 4340 im „Monat des VorDie Leserzahl 1589 rjahre 1480. hochgebautes Fahrrad reilauf, zu kaufen karko Dinowitz, oogenzahmete I. Käge 18 Pig, per Pfund Ik. Tllalter St. ca. d. 18000 Mk., rote ormkäse St 4½ St. 1 Postkolli, Pld. ., 9 Pfd. Margarine, racht, sehr schöne Tagespreis, alles höne Ware. Nicht des nehme 2 Tage npfang, auch ange. .retour, Versand nahme. Preise sind ohne weitere UnBei Preisände ritt billigster TagesHraft. lehncke, Eutis .) Gegr. 168. Relchscten ratzen, Kinderbetten iv., Katal. 99 5 fne elfabrik Sahl(Thür.) sen Sie u verkaufen, bas nicht mehr ver ist, ein anderer gebrauchen kann en Sie ein kleines in der weitver Lübenscheider dem heliebten dlatt in Stabt und uf. Der Erfolg be aus. „** „ Areisolanf für den Stadtkreis Lüdenscheid. song Sit en ben Aum un Gesiungun eod ur.. K& Amilicher Hnzeiger für den Kreis Altena.### Lur sez-628. Ppar, 8400 f. mg, Veiuge m 15a2 uudant uiuni un Kontusn euicht Pernsprcher: 98.— Eieganzgarur: Leitse n, 1 Saun Sahpritan, u. Gasihn brt“ Druch und Veriaa von Kan Salle, Cüdenscheid, Frespchipab- 81.— Vrpertporicher Betsbter Ferniprecher: 98.— Telegramm-Hareile: Zeilung. 1916 Nr. 160 Druck und Verlag von Karl Salle. Ludenicheid. Priedrichitraße 91.— verantwortlicher kedakteur: Otto Scaar. Lüdenscheid. Freitag, 13. Juli 1923. .80 .8 116 .19 0/81 1 96.42 120 0/81 0 .81 85.04 081 Die 1 mm Zeile oder deren Raum kostet 500 Mr., Familien=Anzeigen und Stellengesuche 300 Mk. Behörden 750 Ml. Auswärtige 600 M. Reklamen 2400 M. Jeder Rabatt sällt bei Konkursen, gerichtlicher Reitreibung her######ahen dart Pecd. Johagng. Leipziger Herbstvoraussichtlich die esse zusammengefaßt geschlossenen Textiliilmesse werden e# nen benötigten Masen Messe zusammen umrre tag, 16. Juli 1923. bs 5½ Uhr in der Concordia: ul-Versammlun gges=Orbnung: resbericht. enbericht. standswahl. iterprogramm. schiebenes. Der Vorstand. Das Neueste vom Tage. Do: Dag Für g. Stzueniniterium beschloß, den 11. Augut, den .#####er Versugung, als Nationalfeiertag des deutschen Volkes würdig zu begehen. Die Feier soll mit einem Rhein= und Ruhrtag verbunden werden. Infolge der immer mehr zunehmenden Besetzungen von Reichsbankstellen und des Raubes der dort lagernden Gelder macht sich im Ruhrgebiete eine große Zahlungsmittelknappheit bemetcher, Die. grobe, Schwierigkeiten in der Lohnzahlung verursacht. Die Firma Krupp und andere haben, um Löhne aus. zahlen zu können, Notgeld herausgegeben. Die Vertreter der katholischen Arbeitervereine überreichten in Essen dem päpstlichen Delegaten Testa ein Schreiben an den Papst, in dem diesem für seine Bemühungen gedankt und der Wunsch ausgesprochen wird, daß die Kurse auch weiterhin jeden Versuch zur endgültigen Befriedigung Europas unternehmen müsse. Monsignore Testa zeigte für die Darlegungen großes Interesse. Im englischen Unterhause sprach Baldwin und gab die lange erwartete Erklärung zur Ruhrfrage ab. Wegen der in Paris herrschenden großen Hitze ist die große Parade in Longehampe zum Nationalfest am 14. Juli abgesagt worden. Amtlicher Dollarkurs 12. Juli: 187463. Das deutsche Tagebuch. Von unserm Berliner Vertreter. Man hat eingetragen: Der Reichstag ist in die Sommerferien gegangen. Man hat dahinter vermerkt: Sein Wirken während der vergangenen Monate hat keinerlei Erleichterung, keine Wendung zum Bessern gebracht. Man man verzeichnet vielleicht noch, je nachdem man einer Partei angehört: Die Deutschnationalen wollten durch eine tatkräftige Politik, die sie förderten, das Ansehen des Reiches. heben, den Erfolg an der Ruhr beschleunigen; in der Innenpolitik durch Maßnahmen die Teuerung eindämmen, Wälle gegen die neue Markverschlechterung aufrichten, die Zukunft durchsichtiger gestalten. Und die Deutsche Volkspartei: Sie soollte im Grunde dasselbe) wird man eintragen: Die Erstarkung der Einheitsfront, den Zusammenschluß der Regierungsparteien, die Regierung festigen. Sie wollte auch, just wie die Deutschnationalen die deutsche Wirtschaftslage verbessern und den Markkurs heben. Aber ihr Streben sah anders aus, wich von den Deutschnationalen ab. Und wie immer, werden die harmlosen Parteigänger im Lande, im Grunde nicht genau wissen, welches nun die tatsachlichen Forderungen der Volkspartei waren. Stresemann sagt: Man dürfe die Ziele nicht auf dem Tafelbrett tragen. Aus vielen Reden ist hierwit nur ein Facit gezogen. Aber selbstverständlich wollte die Volkspartei den Aufstieg aus der Niederrung, eine Erklärung der Verhältnisse. Der Demokrat wird schwören: Seine Partei allein hätte das Allheilmittel gesucht und auch empfohlen. Genau wird, er nicht angeben können, was. Aber alles in der deutschen Politik läuft auf die gleichen Fragen hinaus. Alle Parteien doktern ja an ihnen herum, streben nur auf anderen Wegen zum Ziel. Die eine ist dabei offen und sagt, wohin sie will, die andere meidet die Offenheit und sucht Kompromisse, denn wenn mehrere auf einem Bege gehen, soll es sich, nach alten Erfahrungen, besser gehen. Tus Zentrum? An der Spitze wird der Parteimann eintragen, es wollte den Ausgleich im Innern, wollte(und hier kehren die gleichen Angaben mit anderen Worten wieder, die wir bei den Deutschnationalen finden). Auch der Sozialdemokrat wollte das gleich, man im Tagebuch des Ueberzeugten lesen. Gewiß, alle Parteien hatten das Ziel, im Innern mögliche Geschlossenheit zu zeigen, und wenn einmal eine Entgleisung kam, suchte man sie verund Geschlossenheit müssen der Ausdruck der deutschen Politik sein, denn nur unter diesem Zeichen Par. 5geu berhaupt Aussicht, Erfolge zu bringen. Und weil io die uan##r##enn auch auf verschiedenen Wegen, sich immer doch hinZiele fortführen Funen sie eher bolle den Wiox, VePrtagese gerichte domen, vertunnten ste. Wer sollte den Mut aufbringen, eine Regierung zu die, mannhaft ihre Ziele vertrat wie diese und wer wollte die Verantwortung dafür übernehmen, daß hinter der neuen Regierung auch der Parteikonzern marschiertes even Rtegterung I.„Das Tagebuch ist nicht ergiebig. Es mag viele Dinge geben, die Sonderwünsche der Parteien waren, aber sie verschwanden, versanken in der Zeit, waren Nichtigkeiten vor der einen und größ##u. Frage: Wie soll die Zukunft gezimmert werdens., Wie wird Deutschland seine hoffentlich letzte und größte Prüfung überstehen? Und aus dem Parteileben richteten sich denn auch die Gedanken stets mehr nach außen, als nach innen. Gewiß, auch im Innern schlummern Gefahren: Arbeitslosigkeit, Ueberteuerung, Verfall der Wirtschaft völlige Zerrüttung der Finanzen, Aufruhr, Ausschreitungen, Hunger, Elend usw. Aber alles dies hängt von der Lölung der außenpolitischen Schwierigkeiten, von der endlichen Klärung des Reparationsproblems, von der Räumung des Ruhrgeetes ab. Kein Wunder, wenn man daher nicht den Finger an #ie Bunde im Innern legte, sondern die Ursache der Krankheit, .7 Keim zu zerstören suchte. Darin allein sieht man die Rettugg. 5# an ist inzwischen, bei der Unversöhnlichkeit der Franzssen vavon überzeugt, daß allein von England der Retter kommen kann. Enafars##lb, steht täglich im deutschen Tagebuch: England sagt, #an denkt, England und immer wieder Enaland. Und in den Leutschland hoft, daß Grasa.=di.se Eintragungen zu Hoffnungen. vimmt“ Täglich##s#rgland nunmehr einen Sonderschritt unterumt. Täglich diese Hoffnung. Und täglich trägt man nach neuen Meldungen ein, was England tun werde. Freilich das große Fraszeichen, wird nie vergesen. Der Deutsche ist Pessimist geworden. Kurz and gut: Den Reichstag und die Parteipolitik Wessnngeneui lönnten aber nicht mehr auf die und merin mir Höffnungen machen. gchenskerier„.d so vorschtig find, dennoch brauchen wir dieses Levenselexter, brauchen die Tröstung: es werde doch von dieser nicht heute, so morgen, ein Schritt unternommen, der wirksam allem deutschen Unheil begegnen könnte. Bleiben wir beim Tagebuch, so finden wir täglich auch die Sirtraguns, daß der, deutsche Widerstand ungeschwächt sei. Und den swesche Sass trifst zu. Man kann nicht genug darauf hinwei. Lasten und Beschwerden, welche Mühsal und Gewalttitzskeiten, die Ruhrbewohner auf sich nehmen, ertragen, um endvinariez“ werden, Deutsche im deutschen Reich. Und die Froni um ihnen, die gewiß vielfach schon in Gefahr stand, zertrümmerr zu werden, ist heute wieder hart und fest. Es gibt keinen Deutschen, der seine Stimme erhebt und einen Abbau der Ruhrverteidigung fordert. Jeder weiß: sie ist notwendig. Und Volk und Regierung sind sich eins. Werden wir durch England wieder getäuscht, so dauert dennoch dieser Widerstand fort, solange fort, bis wir entweder allein Sieger werden oder in Ehren untergehen. Und welche Maßnahmen auch in Paris beschlossen werden. Ueber diese Kraft im deutschen Volke, über diesen ungebeugten Willen sollte man sich nicht hinwegtäuschen. Die englische Errtärung im Anterhäuse. England will antworten. London, 12. Juli. Im Unterhause teilte Baldwin mit, Großbritannien habe die Alliierten dahin informiert, daß es bereit kei, die Verantwortung für die Vorbereitung eines Entwurfes der Antdear sgsonzieherg deutsche Rote zu übernehmen. Die Antwort sole gen, Aegzigr en, zur Kommentierung unterbreitet werden. Baldwin Jummar'e Hoffnung aus, daß man hinsichtlich der Form dieser Antwort zu einer Einigung gelange. Die in der deutschen Note Hürsten nicht sanarsert een oder nicht. Baldwin ging nachdrücklich auf die wirtschaftlichen und anderen Gefahren der jetzigen Lage ein und erklärte, eine Ruhrbesetzung für unbestimmte Dauer für eine recht bedenkliche Erscheinung, wofür sobald wie möglich ein ehrenhafter Abschluß gefunden werden müßte. ** G Teudon, 12. Juli.„In Erwartung der wichtigen Erklärung Baldwins war das Unterhaus mit seinen Tribünen dicht besetzt. In der Diplomatenloge waren zahlreiche Botschafter und Gesandte äösische Botschater Grat St Fesetelo ua; Schamer und der französische Botschafter Graf St. Aulaire. Der Premierminister verlas eine Erklärung in Erwiderung auf eine Anfrage des Führers der Opposition Ramsey Macdonald. Seine Ausführungen wurden häusig durch lebhafte Aeußerungen der Zustimmung und Hört! Hört! besonders von Seiten der Oppositionspartei unterstrichen. Seine Schlußworte, daß die britischen Vorschläge kein anderes Ziel verhlsten als die Wiederherstellung Europas, ernteten ftürmischen Baldwin sagte u..: Wir sind fest überzeugt, daß Methoden, die zum Ruin Deutschlands führen können, für England, für seine Alliierten und für ganz Europa verhängnisvoll sein werden. Wir haben von Anfang an klar gemacht, daß unserer Ansicht nach die Besetzung des Ruhrgebietes nicht geeignet ist, den höchsten Betrag an Reparationen für die Verbündeten einzubringen.(Beifall.) Im Januar haben wir in Paris ein Angebot gemacht, das wir als eine sehr großmütige Regelung betrachteten, um etwas zu verhindern, was wir für eine Wirtschaftskatastrophe hielten. Dieses Angebot wurde von unseren Verbündeten verworfen, und seitdem haben wir beiseite gestanden, beseelt von dem Geiste aufrichtiger Loyalität für die Allianz, die unseres Erachtens die Hauptsicherheit für den europäischen Frieden war und ist. Viele der damals vorausgesehenen Folgen treten heute in die Erscheinung. Die Verbündeten erhalten weniger an Reparationen. Das, was sie erhalten, wird eingetrieben um den Preis der zunehmenden Zerrüttung des deutschen Wirtschaftssystems mit der Aussicht auf den vollständigen Zusammenbruch dieses Systems in der Zukunft.(Hört! Hört!) Die Einwohner der betreffenden Gebiete sind in vielen Fällen schweren Leiden unterworfen, und es besteht ernste Besorgnis einer Lebensmittelknappheit. In dem Maße, in dem die produktiven Kräfte Deutschlands erschöpft werden, schwinden die Wiederherstellung seines Kredites und die Bezahlung seiner Schulden in eine ungewisse Zukunft. Den Preis für diesen Stand der Dinge bezahlt jedes europäische Land, ein Land mit Sinken seiner Wechselkurse, ein anderes mit der Abnahme seines Handels, ein drittes mit zunehmender Arbeitslosigkeit. Es ist keine Uebertreibung, wenn man sagt, daß die Wiederherstellung der Welt in Gefahr ist, und daß der Friede, für den so große Opfer gebracht worden sind, auf dem Spiele steht. Nachdem Baldwin seine Rede beendet hatte, sprach Ramsay Macdonald die Hoffnung aus, daß die Bemühungen des Ersten Ministers von Erfolg gekrönt sein möchten, und stellte mehrere ergänzende Anfragen, die der Erste Minister wie folgt beantwortete: Die Angelegenheit der Antwort auf die deutsche Note werde sofort in Angriff genommen werden. Was die Erörterung im Unterhause angehe. so hoffe er, daß sich dazu die Gelegenheit bei der 2. Lesung der Consolidated Fons Bill finden werde. Eine dritte Anfrage Macdonalds, ob die Regierung beabsichtige, ihre Antwort den Vereinigten Staaten auf jeden Fall zur Information zu übersenden, bat Baldwin, auf morgen zu vertagen. Die Erklärung im Oberhause. London, 12. Juli. Im Oberhause richtete Viscount Grey eine Anfrage an den Staatssekretär des Aeußeren über die europäische Politik der Regierung, worauf Curzon die gleiche Erklärung verlas, die Baldwin im Unterhause abgegeben hatte. Die Mitglieder des Oberhauses nahmen sie mit großem Beifall auf. Hierauf ergriff Viscount Grey das Wort zu längeren Ausführungen, in denen er u. a. zur Frage der Sicherheit Frankreichs bemerkte, die von Frankreich gebrauchte Methode der Besetzung des Ruhrgebietes sei nicht geeignet, das erstrebte Ziel zu erreichen, sondern geeignet, das gerade Gegenteil zustande zu bringen. Die Lehren der Vergangenheit zeigten, daß Militarismus keiner Nation und keiner Gruppe von Nationen Sicherheit bringe. Der Versuch Sicherheit auf Kosten anderer Nationen zu erhalten, habe stets mit einem Mißerfolge geendet. Beneschs Besuch in London. : London, 12. Juli. Sämtliche Blätter beschäftigen sich ausführlich mit der Anwesenheit des tschechoslowakischen Außenministers Dr. Benesch in London, der sie im Zusammenhung mit der Reparationskrise große Bedeutung beilegen.— Der diplomatische Korrespondent der Westminster Gazette schreibt, Benesch habe in Paris sein Bestes getan, um die starre Auffassung Poincares zu ändern und habe sich gestern abend in London bemüht, eine Annäherung des britischen Standpunktes an den französischen zu ermöglichen.— Dem Berichterstatter des Daily Telegraph gegenits„Venesch, man, dürfe nicht übersehen, daß der demokratische Gedanke in Deutschland immer mehr geschwächt würde und daß die Alliierten doch gerade ein Interesse an seiner Stärke hätten. Die Tschechoslowakei betrachte jede Stärkung der Reaktion in der europäischen Politik mit Sorgen. Sie wünsche den wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschlands. Dieser könne jedoch nur durch eine vernünftige Lösung des Reparationsproblems erreicht werden. Benesch betonte die Notwendigkeit des Zusammenhaltens Englands und Frankreichs und erklärte weiter, die innere Lage Deutschlands sei so verzweifelt geworden, daß es sich nicht erhalten könne, ohne von einem geeinigten Europa unterstützt zu werden. Der Korrespondent des Reuterbüros hatte ebenfalls eine Unterredung mit Benesch, der diesem erklärte, die Reparationsfrage gehe nicht nur Frankreich und England an. sondern berühre indirekt ganz Europa einschließlich der Tschechoslowakei. In Paris und London habe er den aufrichtigen Wunsch festgestellt, die vorhandenen Schwierigkeiten zu überwinden und eine Regelung der Reparationsfrage zu erreichen. Im allgemeinen herrsche die Ansicht vor, daß der Wiederaufbau Europas nur durch die Zusammenarbeit aller Länder erreicht werden kann. Die Tschechoslowakei wünsche aufrichtig ein Abkommen, denn sie leide genau so wie England und Frankreich unter der gegenwärtigen Lage. Benesch glaube, daß die Alltierten zu einem Abkommen gelangen würden, nicht nur in ihrem eigenen Interese, sondern auch in dem Deuischlands. Rüstungsdebatte in Englaud. London, 12. Juli. Im Oberhaus kam es gestern ibend zu einer Erörterung über die Frage der Rüstungen. Lord Salisbury reklärte, die Regierung sei von der Gefählichkeit des Rüstungswettbewerbes überzeugt. Bei der Vergrößerung der Luftstreitkräfte habe sich die Regierung keiner Uebertreibung schuldig gemacht; der einzige Vorwurf, der ihr gemacht werden könne, daß sie nicht weit genug gegangen sei. Die britische Regierung wünsche ein Abkommen über die Luftrüstungen nach dem Vorbilde des Washingtoner Vertrages zu erreichen. Sie werde sich bemühen, diese#olitik durchzuführen, sobald die Lage Europas etwas weniger gespannt sei. Vorläufig seien entsprechende Feststellungen zwecklos und würden sicherlich mißverstanden. Lord Grey bezeichnete die Neigung zur Rückkehr des alten Wettrüstens als besorgniserregend, gebe aber zu, daß die Regierung die Luftstreitkräfte habe vermehren müssen, denn England sei besonders gefährdet, da seine lebenswichtigsten Zentren durch die Luft besser zu erreichen seien, als es bei den Ländern des Kontinents der Fall sei. Wenn das Land schutzlos solchen Angriffen ausgesetzt werde, so sei eine Revolution sicher. Der Wettbewerb zwischen den beiden stärksten Mächten in der Luft, zwischen England und Frankreich, die während des Krieges treue Alliierte gewesen seien, bedeute kein günstiges Zeichen für die Zukunft. Eine Lage wie 1914. London, 12. Juli. Daily Harald, veröffentlicht eine Zuschrift des Parlamentsmitgliedes Thomas, in der dieser sagt, die gegenwärtige Lage habe große Aehnlichkeit mit der im Juli 1914, nur, daß sie gegenwärtig klarer sei. Die Regierung müsse zu Frankreich sagen, es habe einen Fehler gemacht und die Politik der von K Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. ihm verfolgten blinden, wahnsinnigen Rechte müsse zu einer Litastrophe führen; sie dürse nicht weiter fortgeführt werden. Frankriech müsse erlauben, daß die deutsche Zahlungsfähigkeit von einer malen Körperschaft festgestellt wird und es muß ihm die Möglichkeit gegeben werden, die Schulden zu bezahlen. Die Stellungnahme Amerikas. London, 12. Juli. Reuter berichtet aus Newyork, die Blätter zeigen das allergrößte Interesse für die bevorstehenden ministeriellen Erklärungen in London über die Ruhrfrage.— Der Washingtoner Korrespondent des Newyork Herald erklärte, Staatssekretär Hugverfolge die Ereignisse in London genau und habe den Botschafter in London, Harvey, von dessen Sommerresidenz zu sich begemiser Richtene Poltik sich „ krir zung entwickeln werde, werde es vielleicht dazu commen, vuß die amerikanische Regierung Baldwins Vorschläge aktiv unterstützen wird. „Mark und Franken.“ Berlin, 12. Juli. In einem„Mark und Franken" überschriebenen Leitaufsatz eines hamburgischen Zeitungskorrespondenten, der von einem angesehenen Mitgliede der führenden Wirtschaftskreise Hamburgs stammt, heißt es: Frankreich wisse genau, daß die Mark trotz ihrer Schwäche dem Franken überlegen sei, wenn Deutschland sich in dem zähen Abwehrkampfe nicht zermürben lasse. Das Vorgehen Frankreichs sei von der inneren Angst und dem Bewußtsein diktiert, daß der französische Bankerott eher hereinbrechen könnte, als der deutsche. Den Franzosen sei es klar, daß es sich um einen Ringkampf zwischen Mark und Franken handelt. Sie gingen immer unverhüllter dazu über, die Maßnahmen der Reichsregierung zum Schutze der Währung zu durchkreuzen, ja sie scheuten nicht einmal vor Falschmünzerei zurück. Wir schlagen, so schreibt das Blatt, der Reichsregierung allen Ernstes vor, sich für den begangenen Milliardenraub und für die Falschmünzerei schadlos zu halten, indem sie in großem Umfange französische Banknoten herausgibt. Als Umrechnungskurs hätte dabei der Markstand gegenüber dem Franken vor dem Ruhreinbruch zu dienen. Politische Rundschau. Das Urteil im Beleidigungsprozeß des Generals Watter. Berlin, 11. Juli. In dem Prozeß, den der General von Watter gegen den Redakteur des Vorwärts“, Schiff, angestrengt hatte, #urde heute das Urteil verkündet. Die Berufung des Angeklagten Schiff wurde verworfen. Die Kosten des Verfahrens wurden ihm zugesprochen. In der Urteilsbegründung heißt es, der Artikel des„Vorwärts“ enthalte zwei objektive ehrenkränkende Behauptungen, die geeignet seien, den Privatkläger herabzuwürdigen. Das Gericht erkenne jedoch nicht auf Freiheitsstrafe, da eine ehrwidrige Gesinnung des Angeklagten nicht vorgelegen habe. " Fälschung des Gasparri=Telegramms. Berlin, 11. Juli. Der„Deutschen Tageszeitung" wird aus München gemeldet: In München, wo von jeher gute Beziehungen zu vatikanischen Kreisen bestehen, wird die Möglichkeit einer Fälschung des Gasparri=Telegramms besprochen. Das Beiwort„Verbrecherische Sabotage“ sei bei der Erwähnung der Sabotage überhaupt nicht im Originaltelegramm enthalten, das überdies nur eine geheime Dienstanweisung an den Nuntius und nicht zur Veröffentlichung bestimmt gewesen wäre. Das Wort„Verbrecherisch“ sei durch Paleologue, den Leiter des Auslandsdienstes des frangösischen Auswärtigen Amtes, wahrscheinlich hineingeschmuggelt worden. Er hat schon des öfteren derartige Stücke geliefert. Don Sturzos Rücktritt. Rom, 11. Juli. Don Sturzo hat sein Amt als politischer Sekretär der Volkspartei niedergelegt. Sein Rücktritt wurde seit langem erwartet. Er hatte es abgelehnt, mit der fascistischen Regierung irgendein Kompromiß zu schließen und bekämpfte dos Gesetz über die Wahlreform. Dabei setzte er sich aber in Widerspruch zum Vatikan, der mit seiner Haltung nicht einverstanden war. Seine unnachgiebige Haltung gegenüber der gegenwärtigen Regierung machte seine Stellung allmählich unhaltbar, und darauf ist auch der jetzt erfolgte Rücktritt zurückzuführen. Die Volksvartei dürfte sich in der Zukunft der Regierung mehr nähern, als dies in letzter Zeit der Fall war. Rom, 11. Juli. Nach weitverbreiteter Auffassung braucht Don Sturzos Rücktritt nicht zu bedeuten, daß die Popolaren ihre Opposition gegen die fascistische Wahlreform aufgeben. Vielmehr zog Don Sturzo als Priester unwillkürlich den Vatikan ins politisch: Spiel, so daß durch seinen Rücktritt die Popolarenpartei mehr Freiheit in der Opposition gewänne. Diese Auffassung findet eine Stütze in den Parteikundgebungen aus Anlaß des Rücktritts, die die Fortsetzung des Kampfes für die Verhältniswahl und gegen die Regierungsvorlage ansagen. Chronik der Gewalt. Münster, 12. Juli. Die von den Franzosen militarisierte Strecke Buer=Süd=Bismarck ist für holländische Kohlentransporte und deutsche Lebensmitteltransporte freigegeben worden.— In Remscheid wurde der Polizeimajor Flöther und der Beigeordnete Turnellen aus unbekannten Gründen von den Franzosen verhaftet. Am 11. Juli wurde in Buer der Vorsitzende der Zentrumspartei, Studienrat Meier, von den Belgiern verhaftet.— In Wattenscheid wurden wiederum 19 Eisenbahner mit Familie ausgewiesen, desgleichen in den letzten Tagen in Wanne gegen 60 Eisenbahner mit Familie.— Am 11. Juli versuchten 5 französische Soldaten und zwei Zollbeamte im unbesetzten Lüttringhausen bei Remscheid durchzukommen und Räubereien vorzunehmen. Hieran wurden sie aber von Schutzpolizei verhindert, in Haft genommen und abends in Elberfeld ins besetzte Gebiet abgeschoben.— In Velbert wurde die Gießeri Hohage wegen angeblichen„Schmuggels" von den Franzosen geschlossen.— Am 11. Juli besetzten die Einbruchstruppen die Zeche Hugo bei Buer. Münster, 12. Juli. In die Ortschaft Westen drangen etwa 20 Franzosen ein, um angeblich von Remscheid herausgeschmuggelte Waren zu„beschlagnahmen“. Der leitende französische Kapitän feuerte auf die Zivilbevölkerung, ohne jemand zu treffen.— Durch Errichtung weiterer Schießplätze für die französischen Truppen wird die Bewegungsfreiheit des Ruhrgebietes immer weiter eingeschränkt. In Essen, Dortmund und anderen Städten sind täglich zahlreiche Gärten und Spielplätze in weitem Umkreise abgesperrt, weil die Franzosen dort Schießübungen vornehmen. Essen, 12. Juli. Am Bahnhof Katernberg wurde heute abend ein deutscher Bürger, der sich unvorsichtigerweise den Bahnhofsanlagen genähert hatte, von den Franzosen niedergeschossen.— Vor dem Kriegsgericht in Duisburg wurden zahlreiche Fälle gegen Automobilbesitzer verhandelt, die ohne die erforderlichen Ausweise im Brückenkopf Duisburg angetroffen worden waren. Die Angeklagten wurden zu Geldstrafen zwischen 500 000 und 2 Millionen Mark verurteilt. Außerdem wurde gegen den Beigeordneten der Stadt Mörs, Dr. Kaschade, wegen Ungehorsams verhandelt. Er hatte ein requiriertes Auto, in dem sein eigener Vorgesetzter und Bürgermeister ausgewiesen werden sollte, nicht geliefert. In einem Briefe an den Kommandanten hatte er auf die peinliche Lage hingewiesen und daraufhin geglaubt, daß der Befehl stillschweigend zurückgenommen worden sei. Das Urteil lautete auf 100000 Mark Geldstrafe. Frankfurt a.., 12. Juli. Wie die Frankfurter Zeitung aus Mannheim meldet, besetzten die Franzosen heute morgen 5 Uhr die Postdirektion und das Telegraphenamt in Speyer. Paris, 12. Juli. Nach einer Havasmeldung aus Koblenz hat der Delegierte der Rheinlandskommission in Neuwied gestern 420 Millionen„beschlagnahmen“ lassen, die aus der Ruhrhilfe stammen und angeblich für die Arbeiter einer Fabrik bestimmt waren. fiel, entwickelte sich ein kurzes Feuergefecht, bei dem auf beiden Seiten etwa 12 Schüsse abgegeben wurden. Das Fuhrwerk entkam ins besetzte Gebiet. Nach Angabe von Augenzeugen sind dre Belgier verwundet worden. Eine Halbjahres=Bilanz. Berlin, 11. Juli. Nach Angaben von unterrichteter Seite liegt im Ruhrgebiete, das nun volle sechs Monate widerrechtlich besetzt ist, eine Armee von 87000 Mann aller Gattungen, davon 30 000 Franzosen und 7000 Belgier. Im altbesetzten Gebiete stehen außerdem 97000 Franzosen und 17·000 Belgier. Ferner sind in das Ruhrgebiet 10.000 französische und 1000 belgische Euenbahner entsandt worden. Durch die Besatzungstruppen vüß: n bis Anfang Juli 92 Personen ihr Leben ein. Die Besatzung trieb in dieser Zeit 75714 Personen von Haus und Hof, dacuntter 71215 Aus. gewiesene. Der Erfolg der französisch=belgischen Besetzung steht zu dem militärischen Aufwand in keinem Verhältuls, denn vom 17. Januar bis zum 11. Juli sind für Frankreich und Belgien insgesamt nur 478 700 To. Kohle und 415 200 Tr..ks aus dem Ruhrgebiet abgefahren worden, d. h. knapp das Do####e desen was Deutschland im Laufe der Ruhrbesetzung in den ersten 10 Tagen des Januars freiwillig geliefert hat. Urteil amerikanischer Augenzeugen. London, 11. Juli. Das große Publikum hier hat noch kaum eine Ahnung davon, wie die„ritterlichen" Franzosen und die „edlen“ Belgier im Ruhrgebiet hausen; seitdem die Sache aber selbst der hiesigen Regierung offenbar zu bunt zu werden anfängt, mehren sich doch auch in der Presse aufklärende Stimmen. Zwei davon verdienen besondere Beachtung, weil sie beide von angesehenen Amerikanern ausgehen, die berichten, was sie mit eigenen Augen gesehen haben und die selbst Lord Rothermere und Lady Bathurst nicht„prodeutscher“ Werbearbeit beschuldigen können, oowohl sie in dieser Beziehung zu jeder Torheit fähig sind. Bedeutsam ist, daß die beiden Berichte, die ganz unabhängig voneinander aufgestellt wurden, in den zwei Punkten vollkommen übereinstimmen, daß die Ruhrbevölkerung im Frieden ungleich Schwereres zu dulden hat, als die belgische jemals mitten im Krieg, und daß ihr Wille ungebrochen ist, nie unter französischen und belgischen Bajonetten Sklavenarbeit zu leisten. Der bekannte Amerikaner Pierrepont Noyes, der Amerika längere Zeit in der Rheinlandkommission vertrat, kann das in einem Bericht über seine Erfahrungen im Ruhrgebiet, den er dem Outlook aus Koblenz schickte, nicht genug betonen. Nicht anders erging es Sherwood Eddy, einem bekannten amerikanischen Philanthropen, der eben aus dem Ruhrgebiet eingetroffen ist und nun im Manchester Guardian ausführlich beschreibt, wie dort der französische Militarismus Amok läuft. Er beteuert immer wieder, daß er ein Feund und Bewunderer der Franzosen sei, aber die Brutalitäten, die er am Rhein und an der Ruhr erlebt habe, zwängen ihn gleichsam gegen seinen Willen, Zeugnis gegen sie abzulegen; er denke mit Schaudern an die furchtbare Vergeltung, die sie einst treffen werde Feuergefecht mit belgischen Dieben. Dortmund, 11. Juli. Gestern nachmittag zwischen 5 und 6 Uhr verlangten fünf belgische Soldaten, die sich mit einem Fuhrwerk im unbesetzten Gebiet anscheinend verfahren hatten, in Wulfen von einem Gastwirt Getränke und Zigarren. Als ihnen dies verweigert wurde, entwendeten sie eine Kiste Zigarren und fuhren weiter. Fünf hiervon benachrichtigte Schupobeamte versuchten, sie auf offener Landstraße anzuhalten. Als dabei seitens der Belgier ein Schuß Stadt und Land. Lüdenscheid, 13. Juli. Feuerwehr und Sanitätskolonne. Am vorletzten Sonntag Mittag bewegte sich ein imposanter Zug vom Grünewald her die Stadt herauf und zwar zogen die Freiw. Feuerwehr mit Spritzen, Schlauchwagen und Leitern und die Freiw. Sanitätskolonne vom Roten Kreuz mit Tragbahren, Verbandskästen und Sauerstoffapparat wieder in ihre Depots. Beide Vereinigungen hatten am Waldschlößchen eine gemeinsame Uebung abgehalten. Es wurde angenommen, im Waldschlößchen wäre Feuer ausgebrochen und war deshalb die Feuerwehr schnellstens ausgerückt, um das Feuer zu löschen und die in Lebensgefahr befindlichen Bewohner der oberen Stockwerke mittelst Rettungsleiter und Rettungssack zu bergen. Bei all diesen Arbeiten sollten, nun Verletzungen und Rauchvergiftungen vorgekommen sein und wurde die Freiw. Sanitätskolonne vom Roten Kreuz zur Hilfeleistung alarmiert, von der dann auch bereits nach ca. 40 Minuten eine Abteilung mit Verbandskasten und Tragbahren eintraf. Ueber den Ozean. Kriminal=Roman von Erich Ebenstein. Copyright 1915 by Greiner u. Comp., Berlin W 30. 20..— Nachdruck verdoten „Sehen Sie zu, wie groß der Schaden ist, Wattmann. Hoffentlich sind nur ein paar Schotten beschädigt!“ Während er dies sprach, hatte er bereits durch einen Griff den Hebel in Bewegung gesetzt, der sämtliche Schottentüren zugleich abschloß. Aber die Registriertafel, die diese vollzogene Tatsache automatisch zu verzeichnen hatte, rührte sich nicht. Trux erblaßte. Funktionierte nur der Kontrollapparat nicht oder— schlossen die Schotten nicht? In fliegender Eile übergab er seinen Posten dem Offizier und eilte hinab. Am Maschinenraum kam ihm schon der Zimmermann entgegen. 9— „Wasser im Raum, Kapitän! Entweder schließen die Schotten nicht oder der Eisberg hat die ganze Flanke des Schiffes aufgerissen!“ Trux schickte Leute an die Pumpen und stürzte in die Telegraphenabteilung. „Signalisieren Sie sofort nach allen Richtungen, daß wir Hilfe brauchen!“ Dann begab er sich in den Kartenraum, um die Lage des Schiffes genau zu bestimmen. Die Position war 41:46 Nord, 50:14 West. Er teilte es durch den Fernsprecher Buller mit. Während durch kurze und lange Blitze, Morsepunkte und =Strichey von der Marconistation aus nach allen Himmelsrichtungen um Hilfe gerufen ward, häuften sich draußen die Unglücksbotschaften. Im Maschinenraum ist Wasser. Im Postraum schwimmen Pakete und Postsäcke plötzlich in einer langsam, aber von allen Seiten eindringenden, leise gurgelnden Flut. Die erschreckten Prstleute müssen die Flucht nach höher gelegenen Regionen antreten. Buller, der bleich, aber ruhig bei seinem Hebel sitzt, einzig erfüllt von dem Gedanken, daß er allein momentan die Verbindung zwischen dem gefährdeten Schiff und der Welt bildet, aus der vielleicht noch Hilfe kommen kann, erhält den Auftrag: Geben Sie Notsignale. Wir sinken. An Auspumpen des Wassers ist nicht zu denken.“ Von Minute zu Minute wird er informiert über die immer bedroblicher werdende Lage. Unablässig blitzt er sein„S O“, die Formel für Schiffe in schwerer Not, hinaus in die Nacht. Der Kapitän gibt den Befehl:„Boote klar machen!“ Plötzlich steht Mr. Cartergin vor ihm. Blaß, schlotternd, verstört. Das Konzert ist in seinen Hauptnummern vorüber, aber das Orchester hat noch einige Stücke abzuspielen. Ein Zufall hat Cartergin aus dem Saal herausgeführt, wo er alles auf den Beinen findet, Raketen steigen sieht und den Befehl hört:„Boote klar machen!“ „Was ist geschehen?“ stammelte er, den Arm des Kapitäns mit dranzsfhasten Keiss rfassend „Zusammenstoß mit einem Eisberg. Wir sinken. Ich lasse die Boote klaar machen. Sorgen Sie dafür, daß unter den Passagieren keine Panik entsteht“, antwortet Trux ruhig und sachlich. Dann macht er sich los von Cartergins Hand und eilt auf seinen Posten. Kein Wort des Vorwurfs ist über seine Lippen gekommen. Wozu auch? Was können Vorwürfe jetzt noch helfen? Cartergin steht einen Augenblick wie vor den Kovf geschlagen. Dann eilte er zurück in den Konzertsaal, drängt sich rücksichtslos bis zum Dirigenten vor und flüstert ihm zu:„Wir hatten einen Unfall. Trachten Sie, daß niemand vorzeitig beunruhigt wird. Lassen Sie spielen— ohne Pause— gleichgültig, was!“ Im nächsten Augenblick war er wieder verschwunden und draußen am Bootsdeck, wo eben die ersten Rettungsboote niedergelassen und ihre Führer bestimmt werden. Buller hatte die erste Antwort auf seine Notsignale erhalten. Sie kommt vom„Capo“, der sich etwa 80 Seemeilen entfernt befindet und signalisiert:„Komme mit Volldampf!“ Das kann immerhin vier bis fünf Stunden dauern. Wird er noch rechtzeitig da sein? Buller zerbricht sich darüber nicht den Kopf. Er tut seine Pflicht. Das ist alles, was er noch tun kann. Der dritte Offizier, der vorne am Bug beschäftigt ist, steht plötzlich die Lichter eines Schiffes auftauchen. „Schiff in Sicht. Kann höchstens fünf Meilen entfernt sein", meldet er dem Kapitän, und wie ein Aufatmen geht es durch die Mannschaft. Rakete steigt nach Rakete. Elektrische Morsesignale werden gegeben:„Kommt sofort, wir sinken!" Aber das Schiff antwortet nicht. Es kommt auch nicht näher, sondern hält nach Norden ab. Seine Lichter werden schwächer, verschwinden wieder in der Nacht. Vierzehntes Kapitel. Unter den Passagieren ahnt man noch nichts von der Gefahr. Die Musikkapelle spielt unentwegt weiter. Ein Teil der Herren sitzt im Rauchsalon und spielt Karten. Sie haben wohl einen leichten Stoß verspürt, messen ihm aber keine Bedeutung bei und machen sogar Witze darüber. Unter ihnen befindet sich Gringoir. Sein Neffe sitzt nebenan im Konzertsaal zwischen den beiden jüngeren Schwestern Lyon. Da fälltr wie ein Blitz in beide Räume der Ruf:„Alle Passagiere an Deck!“ Wie Cartergin, so bleiben auch hier alle diese Hunderte von Menschen einen Augenblick stumm und regungslos. Was soll dies bedeuten? Ist etwas geschehen? Bah— kann diesem prächtigen, mit allen Vorsichtsmaßregeln ausgestatteten Schiff denn überhaupt etwas geschehen? Viele sind trotzdem bleich geworden. In manchen Gesichtern liest man nur Neugierde, als die Leute nun den Ausgängen zueilen. Auf andern ein sorgloses Lächeln Aber draußen verschwindet es jäh. Man sieht die unaufhörlich aufsteigenden Raketen, die bleichen ernsten Gesichter der versammelten Mannschaft. Die herabgelassenen Rettungsboote. Und das Deck liegt nicht mehr wagerecht. Das ganze Schiff scheint sich nach links gesenkt zu haben. Die Maschinen arbeiten nicht mehr. An einigen Stellen sind die Planken geöffnet und Treppen niedergelassen. An ihnen steht je ein Offizier in seinen Mantel gehüllt mit todernstem Gesicht, die rechte Hand in der Manteltasche. Dort soll ausgebootet werden. Vom Hinterdeck, wo man gleichfalls bereits damit begann, drang wirres Geschrei, Fluchen, Heulen, Weinen herüber. Und nun sah man plötzlich: Die„Queen Mary" stand bereits bis unter das vierte Deck unter Wasser. Da wich der lähmende Bann, der alle umfangen hielt. Man drängt zu den Booten. Nicht wild und schreiend, wie dort am Zwischendeck, aber doch in Todesangst. Man war sich bewußt, daß es um Leben und Tod ging. Aber man wußte auch, daß eine Panik alles nur schlimmer machen würde, und daß man, wenn nie, so jetzt die Pflicht hatte, durch Ruhe und Besonnenheit seine Würde als gesitteter Mensch zu wahren. Nur wenige machten Ausnahmen. Ein paar Frauen, die Weinkrämpfe bekamen; Männer, die sich brutal vordrängten, um in die Boote zu kommen, obwohl der Kapitän mit lauter Stimme verkündet hatte:„Frauen und Kinder voran!“ Dann fuhr die Hand des Offiziers blitzschnell aus der Tasche und hielt ihnen den Revolver entgegen. Daß es keine lecre Drohung war, bewiesen einige Schüsse, die jetzt von den Zwischendecks herüberklangen. Da wichen sie zurück. Trur sucht zu beruhigen, wo er kann. Niemand soll Angst haben. Dort steht Mr. Hall und verteilt Rettungsgürtel. Jedes Boot wird mit tüchtigen Ruderern bemannt, ist mit allem Nötigen versehen und bekommt einen der Navigation kundigen Führer. Wenn alle Frauen und Kinder untergebracht sind, kommen die Männer an die Reihe. Die amerikanische Küste ist nicht mehr so fern, daß sie im schlimmsten Fall nicht erreicht werden könnte. Aber es ist ja Hilfe unterwegs. Der ganze Ozean ringsum sei bereits avisiert, und jedes Schiff auf hundert Meilen in der Runde eile bereits zur Rettung herbei. Und die Musik spielte immer noch. Spielte heitere Weisen. Das und die Worte des Kapitäns beruhigte viele. Die Ausbootung begann in verhältnismäßiger Ruhe. Gringoir, der unter den ersten brutal anstürmenden Männern gewesen war und von Mr. Austen mit dem Revolver zurückgetrieben werden mußte, eilte in die Kajüte und kehrte gleich darauf mit seiner Reisetasche zurück. Seine scharfen hellen Augen überflogen die Situation. Das erste Boot, das Mr. Austen führen sollte, war beinahe voll. Als letzter wollte eben Mr. Cartergin einsteigen. Gringoir flog auf ihn zu und faßte ihn beim Aermel. „Nehmen Sie mich mit, Sir“, flüsterte er ihm zu,„ich war in meiner Jugend Seemann und kann rudern wie ein Vollmatrose! Cartergin warf einen Blick auf das mit Frauen und Kin dern gefüllte Boot, das nur sechs Ruderer hatte. Dann schob er, Austen einen gebieterischen Blick zuwerfend, Gringoir auf die Treppe und folgte ihm hastig. „Wo ist Ihr Neffe?“ fragte er, als das Boot abstieß, leise. „Sie haben ihn zurückgelassen?“ (Fortsetzung folgt.) wurden en. 10 Ver bei Rauchvergiftur von dem aufsichts eine Kritik fand #itäter dienen sollte. Die beiderseitige 1 auch bei Ernstfälle Feuerwehr als auch Bei dieser Gelegen daß die Mitgliede legen wir schon a ggend ans Herz, de dieselben lebensfäl tark in Anspruch ungen an dieselbe h wendigkeit, für beid dieselben mit allen ilen Fällen sofort Besonders bei der eigenen Mittelne hat, ist eine Ernei erst notwendig. 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Eine alleine Kritik fand statt, die zur Belehrung aller anwesenden Die beiderseitige Uebung erfolgte schnell und auch bei Ernstfällen sich die gesamte Bürgerschaft sowohl auf Feuerwehr als auch auf die Sanitätskolonne verlassen kann. Bei dieser Gelegenheit soll nochmals darauf hingewiesen werdaß die Mitglieder beider Vereinigungen ehrenamtlich wirken legen wir schon aus diesem Grunde der ganzen Bürgerschaft gend ans Herz, doch durch freiw. Spenden dafür zu sorgen, dieselben lebensfähig bleiben. Die Stadt ist ohnehin schon mtark in Anspruch genommen, daß man sich scheut, mit Forungen an dieselbe heranzutreten und doch ist es eine dringende wendigkeit, für beide Körperschaften einzutreten und zu sorgen, dieselben mit allen modernen Ausrüstungen versehen sind, um allen Fällen sofort hilfreiche Hand bieten zu können. Besonders bei der Sanitätskolonne, die doch vor ca. 1 Jahre eigenen Mitteln ein Depot in Krankenpflegeartikeln eingerich hat, ist eine Erneuerung und Vervollständigung der Bestände #erst notwendig. Auf Anordnung der Aerzte und Hebammen eden kostenlos verliehen und abgegeben beim Kolonnenführer Köllenbach Obertinsbergerstr. 18: Gummiluftringe, Gummiverlagen, Steckbecken, Urinflaschen, Fieberthermometer etc. und notwendig sich diese Einrichtung gezeigt hat, beweist schon die ühr als 100malige Inanspruchnahme der verschiedenen Gegende in einem Jahre. Minderbemittelte Leute sind heute gar nicht in der Lage, sich echen wie Luftringe usw. anzuschaffen, um ihre kranken Angewigen Linderung zu verschaffen und so hat die Einrichtung der unitätskolonne sich das Recht erwirkt, weiter bestehen zu müssen # weiter ausgebaut zu werden, während die gesamte Einwohnergaft aber auch die Pflicht hat, finanziell die Sache zu unterstützen. # wäre noch so manches anzuschaffen, zum Wohle der Allgemein##t, aber die Mittel fehlen dazu. Vielleicht genügt dieser Hinweis, um manchen zu einer Spende genannte Zwecke zu veranlassen und nimmt die Städt. Sparse Ueberweisungen sowohl für die Feuerwehr als auch für die #nitätskolonne entgegen. Es wird noch ausdrücklich vermerkt, af die gespendeten Beträge restlos für die vorher erwähnten #ecke und Ausbau der Krankepflegemittel=Verleihanstalt benutzt ##erden sollen, wofür sich die Vorstände verbürgen. An die Wandervögel! Die Reichsbahndirektion schreibt uns: Mit Eintritt der wärmen Jahreszeit nehmen erfahrungsgemäß die Ausflüge der Wandergel, Jugendvereine usw. stark zu. Bei Benutzung der Eisenbahnen es notwendig, daß sich auch die Jugend den allgemeinen Anordungen der Eisenbahnorgane anpaßt So ist es im allgemeinen nteresse erforderlich, daß in und an den Zügen kein unnötiger firm durch lautes Singen und Musizieren verursacht wird. WeiterIn ist beim Betreten der Züge auf die anderen Mitreisenden entprechende Rücksicht zu nehmen, da z. B. durch gewaltsames Drängen #ezw. Anspringen auf in Fahrt befindliche Züge Personen tödlich verletzt wurden. Ferner ist unbedingt zu beachten, daß die von den Wandergruppen mitgeführten Fahnen beim Betreten von Bahngende, Bahnhöfen und Zügen eingerollt werden müssen. Es besteht wust leicht die Gefahr, daß diese Fahnen mit den für die Eisenbahn vorgeschriebenen Signalen verwechselt und so unter Umständen Eisenbahnunfälle bezw. Betriebsstörungen herbeigeführt werden. * Neue Kanfart. Daß Eier nach Gewicht, d. h. nicht nach der Schwere des einzelnen Stückes sondern als Menge, also. 1 Pfund ier, gekauft werden, ist nichts neues; das geschah vor dem Kriege n einigen Teilen unseres Vaterlandes allgemein. Aber, daß Salatöpfe nach Grwicht verkauft werden, dürfte bis jetzt noch nicht der Fall gewesen sein. Es geschieht aber nunmehr, und auch in Lüdenscheid sich diese neue Verkaufsort beliebt zu machen, nachdem auch indere Gemüse noch Gewicht verkauft werden. Der neue Posttarif hat im Reichstagsausschuß Annahme hefunden. Vom 1. August ab kostet danach eine Fer postkarte 400 Mark Porto, ein Brief 10 0 Mark. Ausland: Postkarte 1800 M. und Brief 3000 Mark. Eine genauere Aufstellung lassen wir in einigen Tagen folgen. Vom Wohnungsamt. Nach einer Rundverfügung des Reichs ubeitsministers ist eine Erhöhung der in den Reichs= und Landesbesetzen vorgesehenen Geldstrafen erfolgt. Ein Vergehen gegen die auf Grund der Wohnungsmangelverordnung erlassenen Anordnungen kann hiernach mit Geldstrafe von mindestens 1000 Mark bis zu 10 Rillionen Mark oder mit Haft geahndet werden. Beruht das Verhehen auf Gewinnsucht, so kann die Geldstrafe auf 100 Millionen Nark erhöht werden. Tennisturnier. Die beiden hiesigen Tennisvereine spielen am Samstag und Sonntag gegen einen Barmer Club, sodaß wir das in Lüdenscheid seltene Erlebnis eines Tennisturniers haben. Abreise zum Turnfest München. Die Lüdenscheider Turner, die sich am Münchener deutschen Turnfest beteiligen, fahren heute abend um 6 Uhr mit dem 6 Uhr=Zuge der K. A. E. nach Altena, vo sie den Sonderzug nach München erreichen. Biele Turner aus dem besetzten Gebiete waren gestern abend als Gäste in unserer Stadt, um heute von hier aus die Abreise nach München in Gemeinschaft mit den Lüdenscheider Turnern zu unternehmen. Trotz der strengen Verkehrssperre hatten es die Mustigen gewagt, aus den abgeschnittenen Gebieten zu entkommen, selbst auf die Gefahr hin, nach der Rückkehr von den landfremden Gewalthabern ausgewiesen zu werden. Ein Druckfehler hat sich in der vorgestern veröffentlichten Anzeige betr. die Satzung zwecks Heranziehung der Arbeitgeber zum Bohnungsbau eingeschlichen. Im Absatz 5 muß es statt 70.000 Nark heißen: 90 000 Mark. Fahrkarten für die Rückfahrt. Während des starken Sommerkeiseverkehrs kommt es zuweilen vor, daß ein Zug infolge großen Andranges am Schalter versäumt wird; im Fernverkehr hat sich Allerdings allgemein der Brauch eingebürgert, die Fahrkarten bekeits vor dem Antritt der Reise in einem Reisebüro zu beschaffen, seit etwa einem Jahr auch Fahrkarten vierter Klasse ausgegeben perden. Im Nahverkehr jedoch empfiehlt es sich dringend, Fahrarten für die Rückfahrt gleich bei der Hinfahrt zu lösen, damit zweimaliges Warten am Schalter vermieden wird! die zur Kückfahrt gültigen Karten werden durch einen besonderen Vermerk „Rückfahrt“ gekennzeichnet; man muß also am Schalter ausdrückuch Karten zur Rückfahrt verlangen. Im Fernverkehr ist zu beichten, daß diese Rückfahrkarten nur vier Tage gelten, den Löisstag eingerechnet; wird eine solche Fahrkarte während ihrer tugigen Gultigkeitsdauer nicht benutzt, so muß ein Erstattungsintrag an das zuständige Eisenbahnverkehrsamt gerichtet werden. Brandgefahr in den Wäldern. Durch die gegenwärtige TrokEnheit besteht eine erhöhte Gefahr für unsere Wälder durch Brände. Ziese entstehen vielfach durch achtloses Fortwerfen noch glimmenStreichhölzer oder brennender Reste von Zigarren usw. Das Zauhen„in Waldungen und auf Heidegrundstücken ist verboten Inowerhandelnde sind neben der eintretenden empfindlichen BeFafung auch schadenersatzpflichtig. Auch das Feueranzünden und tokochen im Walde oder in gefährlicher Nähe desselben ist verdie Täter werden mit schweren Strafen belegt. Möge in jeder, dem unsere Waldungen lieb sind, und der sie zur Erholung aufsucht, mit dazu beitrogen, daß sie im allgemeinen gesund heitlichen Interesse erhalten bleiben. Postbestimmungen für Ferienreisende. Die Reichspostverwaltung hat besondere Einrichtungen getroffen, um die Nachsendung aller Postsendungen an den Urlaubsort sicherzustellen; es genügt vor der Abreise einen„Nachsendungsantrag“ auszufüllen und ihn dem Briefträger zu übergeben oder der Bestellpostanstalt einzusenden. Die Nachsendung geschieht im allgemeinen kostenlos; nur für Stadtbriefe, die im Fernverkehr nachgeschickt werden, wird die Nachgebühr erhoben, ebenso für Telegramme, die auf dem Drahtwege nachgesandt werden sollen; für die Ueberweisung einer durch die Post bezogenen Zeitung ist eine besondere Ueberweisungsgebühr zu entrichten. Wird die Nachsendung— etwa bei Wanderfahrten und Reisen mit wechselndem Aufenthalt— als„postlagernde Sendung“ gewünscht, so ist zu beachten, daß beim Abheben für jede Sendung eine Postlagergebühr von 20 M. zu zahlen ist.— Zur Ausweisleistung gegenüber dem Postboten oder beim Abheben von Sendungen am Postschalter empfiehlt sich die Beschaffung„Postausweiskarte“, die von dem Bestellpostamt des Heimatsortes(Lichtbildausweis und ein Lichtbild mitnehmen!) gegen Gebühr ausgestellt wird; sie gilt seit entiger Zeit auch in fast allen dem Weltpostverein angehörenden Ländern.— Wer größere Geldbeträge auf die Reise nicht mitnehmen will, wird sich zweckmäßig, sofern er über ein Postscheckkonto verfügt, einen„Postkreditbrief" ausstellen lassen, gegen dessen Vorweisung er bei jeder deutschen Postanstalt im Rahmen seines Guthabens jeden beliebigen Betrag abheben kann. — Fernsprechteilnehmer können während der Zeit ihrer Abwesenheit ihren Fernsprechanschluß sperren lassen; das Vermittlungsamt gibt auf besonderen Antrag jedem Anrufenden die Auskunft:„der Teilnehmer wünscht nicht angerufen zu werden“, sodaß es Unbefugten unmöglich ist, die Abwesenheit eines Wohnungsinhabers durch Anruf festzustellen. Die neuen Schöffen= und Geschworenen=Urlisten sollen nun das Licht der Welt erblicken. Das Gesetz ist zwar noch nicht verabschiedet, aber der Entwurf ist da, der die bisherigen Vorschriften über die alljährliche Aufstellung und Auslegung der Urlisten dahin erweitert, daß in einer von der Landesjustizverwaltung im voraus bestimmten Reihenfolge in die Urliste für das einzelne Jahr ein nach den Anfangsbuchstaben der Namen oder der Straßen oder nach beiden Gesichtspunkten beschränkter Teil der Personen aufzunehmen ist, die zum Schöffenamt berufen werden können. Die Urliste soll mindestens die sechsfache Zahl der auszuwählenden Personen umfassen. Die Reihenfolge darf erst geändert werden, wenn alle Anfangsbuchstaben durchlaufen worden sind. Wie der Minister des Innern hierzu mitteilt, ist zu erwarten, daß die Aenderung in den nächsten Wochen in Kraft tritt, so daß die Erleichterung noch für dieses Jahr nutzbar wird. In den großen Gemeinden, wo eine Beschränkung der Urliste Bedürfnis ist, muß vom Magistrat beim zuständigen Landgerichtspräsidenten beantragt werden, welche der vorgeschlagenen Reihenfolgen der Urliste zugrunde gelegt werEisenbahner als Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft. Die Beamten der Reichsbahn, die zu preußischen Hilfspolizeibeamten bestellt sind oder in Zukunft bestellt werden, und denen von der Reichsbahnverwaltung die Bezeichnung„Eisenbahnfahndungsbeamte“ beigelegt wird, werden für den Bereich des ihnen als Hilfspolizeibeamten zugewiesenen Dienstbezirks und für die Dauer ihres Amtes als Eisenbahnfahndungsbeamte zu Hilfsbeamten der Staatsanwalt bestellt. Westfalen und Hohenlimburg, 12. Juli. Die nur etwa 15000 Einwohner zählende Stadt Hohenlimburg erhielt— gleichermaßen ein Zeichen für die rapide Geldentwertung und die Notlage selbst der kleinen Städte— von den Stadtverordneten die Genehmigung zur Ausnahme von Anleihen bis zu 400 und bis zu 600 Millionen Mark zur Schaffung weiterer Betriebsmittel für die Stadtkasse. Von der Möhnetalsperre, 12. Juli. Ein junger Mann aus Hüsten verschwand am Sonntag beim Baden hilferufend im Möhnesee und ertrank. Ein zur Hilfe herbeieilendes Boot schlug um, die drei Insassen fielen ins Wasser. Zwei konnten gerettet werden, während der Dritte ertrank. Der ertrunkene 27jährige Hüstener stand nahe vor seiner Hochzeit. Unna, 12. Juli. Heute morgen gegen 7 Uhr unternahm eine französische Offizierspatrouille von der Kontrollstation DortmundBrackel aus einen Vorstoß in das unbesetzte Gebiet bis zum Bahnhof Wickere=Asseln, in welchem in diesem Augenblick gerade der Personenzug aus Soest eingelaufen war. Ein Telegraphenmeister der von den Franzosen bereits früher aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen worden war, und den die Franzosen für einen Herrn der Eisenbahndirektion hielten, mußte seinen Personalausweis vorzeigen, nach dessen Prüfung der Beamte wieder entlassen wurde. Gegen 8½ Uhr rückten die Franzosen wieder nach Brackel ab. Wissen, 10. Juli. Daß selbst französischen Soldaten der maßlose Terror gegen die Bevölkerung an Rhein und Ruhr zum Ekel wird, ist eine bekannte Tatsache. Zahlreiche Soldaten haben sich deshalb dieser Hölle— wie sie sagen— durch die Fahnenflucht entzogen. So kam gestern ein französischer Soldat in Zivilkleidern in Wissen an, der in Koblenz desertiert, und den weiten Weg von dort nach hier zu Fuß zurückgelegt hatte. Brilon, 10. Juli. Eine Schreckenskunde durcheilte am Spätnachmittag vorgestern die Straßen der Stadt. Man hatte den Landwirt Joseph Brambring, mit dem Beinamen Pummellange, tot in seiner Wohnung aufgefunden und man nahm zuerst an, ein Herzschlag habe seinem Leben ein Ende gesetzt. Ein herbeigerufener Arzt stellte jedoch fest, daß an dem Getöteten ein ganz scheußliches Verbrechen verübt worden war. Die Leiche wies Verstümmelungen auf, die auf einen bestialischen Racheakt schließen lassen. Wer der Täter ist, konnte noch nicht festgestellt werden. Die Leiche wurde sofort von der Polizeibehörde beschlagnahmt und in die Leichenhalle geschafft, wo alsbald die Gerichtskommission erschien und den Tatbestand feststellte. Unbegreiflich bei der ganzen Sache ist, daß die Nachbarn nicht das geringste gehört haben. Auch von den Angehörigen will niemand etwas gesehen oder gehört haben. Die sofort mit allem Nachdruck vorgenommene Untersuchung- wird hoffentlich Licht in die ganze Angelegenheit bringen Münster, 10. Juli. Die Monstranzdiebstahlaffäre beschäftigt die bekanntesten deutschen Detektive. Die bisherigen Feststellungen sollen Spuren ergeben haben, die darauf schließen lassen, daß ein Teil der Beute nach Holland verschoben ist. Der Kunstwert der geraubten Monstranz ist nicht sehr erheblich, dagegen ist der Material= wert unschätzbar. Die 9 Pfund schwere aus Dukatengold bestehende Monstranz war in brasilianischen Diamantrosen inkrustiert. An der Lunula befanden sich einige besonders kostbare mehrere karatschwere Brillanten. In dem die Monstranz krönenden Kruzisix befand sich der berühmte Riesenrubin von selten schöner Farbe, dessen Wert kaum zu schätzen ist, da Rubinen in dieser Größe in der Taubenblutfarbe kaum angeboten werden und auf dem Juwelmarkte nicht erhältlich sind. Die übrigen Goldschmiedearbeiten des berühmten Domschatzes waren der Oeffentlichkeit seit Jahren nicht zugänglich. Es handelt sich meist um hervorragende romanische Gold= und Silberarbeiten, darunter die einzigartigen 12 Apostelfiguren in Triebarbeit, ein Tragaltar mit Grubenschmelz, sowie ein prachtvolles Prozessionskreuz mit herrlicher Filigranarbeit und kostbaren antiken Gemmen. Bochum, 10. Juli. Die Bettler scheinen bei der heutigen Zeit nicht immer mit den Almosen zufrieden zu sein. Auf der Friedrichstraße wurde folgender Vorfall bemerkt: Von vorübergehenden Herren wurden einem Bettler Geldscheine gereicht. Plötzlich ergriff er mit wütender Gebärde einen Zwanzigmarkschein, den er mit den Worten:„Das hat doch keinen Zweck!“ vor den Augen der Passanten zerriß und die Fetzen auf den Bürgersteig warf. Bielefeld, 10. Juli. Die neue Mode eines großen Teils der männlichen Jugend, die Kopfhaare so lang wachsen zu lassen, wie sie wollen, und sich dadurch einen Simsonschopf anzulegen, hat vor einigen Tagen einen eigenartigen Unfall gezeitigt. Ein Bäckergeselle geriet beim Vornüberneigen mit seinem Kopfhaar in das Getriebe einer Bäckereimaschine, wobei ihm ein Teil der Kopfhaut abgerissen wurde. Der Verunglückte wurde dem Krankenhause der Anstalt Bethel zugeführt. Höhscheid, 11. Juli. Zu einer wilden Verbrecherjagd kam es dieser Tage in Höhscheid. Ein lange gesuchter Einbrecher wurde von einem Kriminalbeamten gestellt. Er setzte der Verhaftung heftigen Widerstand entgegen. Bei der sich entwickelnden Schlägeret stürzte der Beamte und erlitt einen schweren Beinbruch, sodaß er ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Der Verbrecher jedoch entkam. Neuwied, 12. Juli. Laut„Neuw. Ztg.“ traf in Rhens der deutsche Jagdhüter den französischen Beamten im Jagdrevier und gab auf ihnen einen Schuß ab, an dessen Folgen der Verletzte in der folgenden Nacht starb. Bonn, 12. Juli. Geheimrat Moritz Ritter, der Nestor der Bonner Universität, feierte am 7. Juli ein seltenes Doppeljubiläum die 50. Wiederkehr des Tages der Ernennung zum ordentlichen Professor für Geschichte, sowie die 50jährige Zugehörigkeit zum Lehrkörper der Bonner Universität. Er ist bereits 83 Jahre alt und seit 10 Jahren im Ruhestande. Hindenburgworte in Goslar. Richt verzagen. Feldmarschall v. Hindenburg, der sich zum Deutschen Kriegertage nach Goslar begeben hatte, wurde von der Stadtbevölkerung Goslars und den Stadtbehörden überaus herzlich aufgenommen und begrüßt. Vor dem„Achtermann“ hielt Oberbürgermeister Klinge eine kurze Begrüßungsansprache, auf die der Feldmarschall mit folgenden Worten antwortete: „Ich freue mich, daß ich wieder in der alten deutschen Stadt weilen darf, die ich noch von früher her kenne. Zwanzig Jahre sind es her, daß ich damals als kommandierender General in Goslar die Truppen besichtigte. Ich freue mich, die alte Gesinnung hier wiederzufinden. Wir wollen nicht verzagen trotz allem: Gott wird uns vorwärts helfen und uns nicht verlassen, das ist meine feste Ueberzeugung! Und wenn wir uns heute ganz der Freube hingeben, so wollen wir doch immer eingedenk bleiben, daß wir ohne die alten deutschen Tugenden: Treue, Pflichtgefühl, Arbeitsamkeit, Ehrbarkeit nicht vorwärts kommen; aber wir werden vorwärts kommen! Wenn mir in meiner Tätigkeit Erfolge beschieden waren, so danke ich diese allein dem unvergleichlichen deutschen Heer, das uns heute zwar zerschmettert ist, das uns aber einmal wiedererstehen wird!“ Später besuchte Hindenburg das Goslaer Rathaus, wo er in Erwiderung auf die Begrüßungsworte des Oberbürgermeisters u. a. antwortete:„Auf mich blickt hier herab eine starke deutsche Geschichte, und es ist klar, daß in einem alten Soldatenherzen die Hoffnung aufkeimen muß, daß diese Zeit wiederkehre. Das wird mit Gott der Fall sein, wenn das deutsche Volk sich besinnt und sich bemüht, den alten Platz wieder einzunehmen, den es wieder einnehmen muß, weil es ohne diesen Platz nicht bestehen kann. Und darum erlaube ich mir, getrost in die Zukunft zu blicken Meine Verdienste sind gering. Ich habe nur meine Pflicht getan Meine Erfolge verdanke ich dem Geiste, der in meiner Truppe zu finden war und der auch in der jungen Truppe einmal wiedergefunden werden wird. Das sind die Empfindungen, die ich in diesem Augenblicke hier hege. Ich weiß, die Herren werden jeder an seiner Stelle, ohne Rücksicht auf die Parteien, dahin wirken, daß diese Wünsche in Erfüllung-=hen und unser Vaterland den Platz einnimmt, der ihm zukommts. dem übrigen Reiche. Lüneburg, 10. Juli. Ein zum Schützenfeste hier unwesender Zirkusbesitzer mußte nach Schluß des Festes plötzlich nach Berlin fahren. Er übergab seinem Gehilfen eine Million Mark, um die Verladung des Wohnwagens und Pferdes nach Potsdam zu besorgen. Kaum war der Besitzer abgereist, als der Gehilfe, Pferd, Wagen, zwei Fahrräder und einen großen Teil des Inhalts des Wagens verkaufte. Käufer waren teils hiesige Einwohner, teils ein Karusselbesitzer. Mit dem Rest der Sachen reiste der Gehilfe, der 35 Jahre alte Artist Anton Schmitt, in Begleitung eines Mädchens ab und konnte noch nicht wieder gefaßt werden. Im Wagen befanden sich auch etwa 1½ Millionen Mark bares Geld, die Schmitt auch mitgenommen hat. Der Gesamtwert der gestohlenen und unterschlagenen Sachen beträgt rund eine Milliarde Mark. Die hier und an den Karusselbesitzer verkauften Sachen konnten beschlagnahmt und dem Zirkusbesitzer wieder zugestellt werden mit Ausnahme des Pferdes, das inzwischen geschlachtet worden war. Delmenhorst, 12. Juli. In dem herrlichen Laubwalde Hasbruch bei Delmenhorst ist dieser Tage eine der tausendjährigen Eichen niedergebrannt. Mitglieder eines Turnvereins hatten trotz des angeschlagenen Verbots die„dicke Eiche" bestiegen und oben Zigaretten geraucht. Vermutlich hat einer in achtloser Weise den Rest seiner Zigarette fortgeworfen und dadurch den Baum in Brand gesetzt. Nach einer halben Stunde brannte der Baum von oben bis unten. Erst nach mehrstündigem Brande war die Eiche soweit ausgebrannt, daß sie direkt über der Erde abbrach und mit dickem Funkensprühen zu Boden stürzte. Dillenburg, 10. Juli. In der Dillzeitung veröffentlicht ein Wilh. Hentz=Haiger reumütig folgendes:„Ich habe die Witwe Heckenroth in Haiger„Satan“ genannt. Dies nehme ich zurück, da Satan ein Geistwesen ist und sie trägt Menschenhaut.“. Eine heitere Reuemütigkeit. Vor dem Strafrichter dürfte Hentz mit dieser Berichtigung nicht weit kommen, den aus ihr ist nicht zu ersehen, daß ihn die Beleidigung reut. Im Gegenteil, er macht sie jetzt erst recht öffentlich. Berlin, 10. Juli. Heute nacht überfielen Unbekannte in der Kantstraße einen 37jährigen Kaufmann, um ihn zu berauben. Als der Angegriffene sich kräftig wehrte, wurde er durch Messerstiche wehrlos gemacht und einer großen Menge Silber, die er von einer Edelmetallankaufsstelle mitgebracht hatte, beraubt. Die Täter entsoreh. Frankfurt, 10. Juli. Zum ersten Male seines Bestehens erschien gestern im Schlachthof das Marktgericht. In zwei Fällen wurden Strafen wegen Preissteigerung verhängt. Für den zu teuren Verkauf eines Bullen wurde 1 Million Mark und wegen eines Kalbes 600000 Mark Strafen verhängt. Der Auftrieb war groß und die Preise sehr hoch. Frankfurt a.., 10. Juli. Vorige Woche wurde aus dem Main, nahe der Untermainbrücke, die Leiche eines etwa 30 Jahre alten Mannes geborgen, dessen linke Hand mit starken Bindfäden verschnürt war. Die Verschnürung ließ darauf schließen, daß entweder ein Gegenstand oder vielleicht auch eine Person daran knüpft war. Die zunächst unbekannte Persönlichkeit wurde jetzt, wie man aus Homburg berichtet, als die eines jungen Homburgers von den Angehörigen anerkannt. Zur Feststellung der Todesursache — es ist gewaltsamer Tod durch andere Hand nicht ausgeschlossen — wurde die Leiche zur Sezierung durch die Staatsanwaltschaft * s19u1A Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. Ueber den Besund der Untersuchung verlautet beschlagnahmt. nichts . Torgan, 12. Juli. In Rosenfeld bei Torgau ist. die Familie des Forstmeisters Wachendorff von einem tragischen Geschick ereilt werin in Paster der Aufsicht der Mutter, die eine gute Schwimic,#oeten beide Kinder in einer Buhne der Elbe. Plotznch wurbe eines der Kinder vom Strom erfaßt und mit fortgerissen. Die Mutter warf sich sofort in die Fluten und es gelang ige, vus gefährdete Kind zu erreichen und ziemlich das nahe Ufer zu gewinnen. In demselben Augenblick ereilte sie ein Herzschlag. Mutter und Kind versanken von neuem in den Fluten. Die Leichen wurden noch am gleichen Tage gefunden. Letzte Nachrichten. Der Nationalfeiertag. solgende Verorbnung: Das preubische Statzminsterium erläßt Gebäude der Selbsimere aintiche statlichen Dienstgebäude sowie die Reichs= und 9.... per haben am 11. August in den eines Oberpräsdiung slagone. An alen Orten, die Sitz haben die Vorstände zzene“ Regierung oder eines Landrates find die Vorstunve vieser Behörden sich mit den dortigen Vertretern anderer Behörden ins Benehmen zu setzen, um möglichst geneinsame Bestimmungen über eine würdige äußere Gestaltung der. Feier herbeizuführen. Zu den Feiern sind die Vertreter der hinzuzuziehen. Zur Teilnahme sind die Spitzen der Militärbehörden sowie der Organisationen der Arbeitgeber= und Armangen, der Beamsten zuladen. Ea wieh vr.. Augestelltenorgantisationen besonders eindem Festage beteiligen; dad se sich an sofern sie nicht durch dienstliche Obliegenheiten verhindert sind. wer Dienst wird wie an Sonntagen gereEin Raubmord. Berlin, 12. Juli. Heute vormittag wurde auf dem Lager##sb a255 Altmetallhändlers Förster die 35jährige Ehefrau Försters der Platzmeih Gspzsohnden. Der Täter ist. Kohf geshalten. Frau mit dem Veil den schen Bohnung dag.der, Tat versuchte der Mörder in der Försterdas borke:## ous Duensmädchen zu erwürgen und raubte sodann bahr in der Pabe Lspisohn wurde runn in der Nähe des Tatortes festgenommen, wohin er sich entweder unter unwiderstehlichem Zwange oder vielleicht in der Annahme, daß auch das Dienstmädchen tot sei, zurückbegeben hatte. Die tschechischen Truppenbewegungen. Prag, 12. Juli. Gegenüber Meldungen über Truppenbewegungen an der tschechoslowakischen Grenze erklärt das tschechische Pressebüro, die tschechoslowakische Militärverwaltung sehe es als überflüssig an, zu betonen, daß alle diese Meldungen jedweder realen Grundlage entbehrten und nur auf Grund der jährlichen veriehüschen, Frühjahrsübungen der zuständigen Grenzgarnisonen tmhtlich kombiniert werden. Es verstehe sich von selbst, daß das ueberschreiten der Grenze allen Angehörigen der tschechoslowakischen Armee verboten ist und daß die Schuldigen auch bei einer bloßen Unachtsamkeit zur Verantwortung gezogen werden. Ein Todesurteil. Paris, 12. Juli. Drei Soldaten des 26. Inf.=Reg. in Nancy, „in einem Zuge einen Artillerieoffizier überfallen und getötet hurten, wurden vom Kriegsgericht in Nancy zum Tode verurteilt. Eine Mahnung. Truppen verssentlicht De Fersder.2 erbeschlöhaber der alierten des Ericdenapertnd eine Veturung, daß nach der Rattfizierung der Friebensvertrages, voraussichtlich also in 6 Wochen, die Räumung eine völlendete Tatsache sein würde. Der General fordert Würde in diesem schwierigsten Aban se zurüchehalten u, damit die Türken eine gute dini worden heite nacht: Furst und die Fürsin Glustintant=Banser im Pette überfallen dre Kammerdiener und dem Chaufstablen Jumwes auec überwältigt und narkotisert. Die Räuber große Geldsumme. y. Milionen Litre, sowie eine unter den geraubten Juwelen befindet sich ein voleons gehört hat. Von den Dieben Hortense, der Schwester Ro. Zustand der Ueberfallenen ist bedenlich. dd d Spur Der Max hahr auceh schar gsmnächst in den Handel gebracht " an hut Auch schon einen schönen, fremden Namen für die Erfinvung gewählt, ohne den es ja heute nicht abgeht, und die neuen Briketts„Osmon“ getauft. Sie werden hergestellt aus geen ut betrichen Wue einen wroiben Teil des Wassergehaltes entzieht. Die Heizkraft soll außerordent. lich groß, und Rauch= und Geruchsbelästigung gänzlich ausge. gewisse Annehmnlichkeiten. 810 Binschtlich des Preila) 2 Wechsel= und Warenmarkt. Amtl. Berlin Austerdan Brüssel Christiania Kopenhagen Stockholm Helstagsers Rom London New Dork Paris. Schweiz Spanien Oesterreich Prag 11. Juli Geld Orief Seiher Frank Kroue Krone Krone finisch aul Lire Pld Sterl Dollar Frank Frank Peseta 100 g. Krone 72817.50 9326,50 30824,00 32518 50 7947600 5162,00 803950 8578500 1865320 11132 00 32518 50 26932 50 266 33 5665.50 73181.50 7340,50 30476,00 32681 50 49724 00 5188.00 8880 50 862150,0 187468.0 11188.00 32681.50 27067 50 267.67 5694.50 12. Juli Geld Brief 1914 77817,50 9326,50 30324 00 82817,50 49476,00 5662,00 8039.50 857850.00 186532,00 11132,00 32518.50 26932 50 256.33 5565,50 73182 50 9373.50 30476,00 32982.50 49774.00 5681.00 8080.50 862150.00 187463.00 11138.00 32681 50 27561.50 267,67 3694.50 1 081 .12 1/12 .12 .81 % 90/ 1. .81 9 85,0 08 Erscheint 13 Sen Der Preis betr frei Haus, und Glage! Verantwortlich i..: W. Lehder. Wetterstation Lüdenscheid Realgymnasium! Neue beschlossen, „Jawohl— Wege.,„Wies Ihr habt gleich bei der Verlobung schon nach einjähriger Ehe wieder auseinanderzugehen?“ — wir heiraten nur freibleibend!" Radtahrer-Verein„Süderland 1897“ Lödenscheid. un beutes Statt besonderer Anzeige. Heute morgen 4 Uhr entschlief sanft und gottergeben nach kurzer Krankheit, gestärkt durch die Hellsmittel der kathol. Kirche, Im Alter von 61 Jahren, meine liebe, gute Frau, unsere gute Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante er„„, Perneet en mit dem#m. Gt.Honstaot Frau Wilh. Höllermann Henriette geb. Luenen. Um stllle Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Lädenscheld, Hohenlimburg, Wattenscheid, Düsseldorf, Dortmund und Stettin, den 13. Juli 1923. Beerdigung findet Sonntag, den 15. Juli 1923, nachmittags 5½ Uhr vom Trauerhause Karlstraße 2 aus statt. wirche fädenscheic. morgen 7¼ Uh in der Plar. Beileldsbesuche dankend verbeten. verbünken mit den Ze. Sulltungslest am Sonntag, den 15. Juli 1923, auf der„Hohen Steinert“ unter Mitwirkung des Städtischen Orchesters unter persönlicher Leitung des Musikdirektors Herrn Kaus. Nachmittags 2½ Uhr: Großes Rasenradballspiel mit Konzert auf dem Bürgerschützenplatz, ausgeführt von den 6er Mannschaften Halver, Iserlohnerheide. 4 Uhr: Beginn des Saalsports, bestehend aus Kunstreigenfahren, Einzelkunstfahren und Radballspielen. Eintritt, zum Rasenradballsgiel 4000.— Mk. Kinder unter 14 jahren . Eintritt zu den Saalvorführungen: Numeriert 10000— Mk. und 6900.— duz Karte d.. A. Iim Vorverhaut 8000.— Mi. schäten Cas Brenzel u Vogerhauf sind zu haben in den GeSchäften Eart Biellzei, Knapperst., Hans Kayser, Kluserstr. und bei den aktiven Mitgliedern. Der Fest-Ausschuß Lüdenscheider Tennisverein ven 1899 Lüdenscheider Tennisgesellschaft von 1908 Sonnabendnachmittag und Sonntag gegen den Weppertalertenalsklob e.., Barmen. Auf den Plätzen im Stadtpark. Sonnabendabend 8 Uhr treffen sich sämtliche aktiven und passiven Mitglieder beider Vereine mit den Gästen im Parkhaus. Bekanntmachung. Dl, Hanbelskammer hat auf Grund bes§ 42 bes Hanbelskommeroezt au... Dris, für lbren die Herren Willp Schnepper und Sars amergeziek, die Herren Wilh Schnepper und Earl Schröder, beide zu Ludenscheid, als Guchsachverständige öffentlich angestellt und beeidigt. Beide Bücherrevisoren sind auch in das beim Landgericht in Hagen i. W. geführte Verzeichnis der im Allgemeinen beeidigten Sachverständigen als Buchsachverständige am 10. d. Mts. eingetragen. Lüdenscheid, 12. Juli 1923. Handelskammer zu Lädenscheid „.„Folte. Dr. D. Schmalenbach, Dorsigender. Synbikus. Sie sparen Geld wenn Sie sich unsere Vermittlung bei der Aufgabe von Anzeigen kür auswärtigsleituungen. Fachblätter und Zeitschriften bedienen. Die Rabatte bei größeren Aufträgen kommen Ihnen auch zu gute. Verlag der Lüdenseheider Zeitung Gemeinbestenerumigge 1923. Im Rechnungsjahr 1923 werden mit Zustimmung des Bezirksausschußes in der Stadtgemeinde Lüden scheld folgende Gemeindesteuern erhoben: 50% des gemeinen Wertes der Grundstücke und Gebäube, der Betriebssteuer, .600% der Prinzioalsätze nach der städt. Gewerbe steuerordnung. Die Kanalgebühr ist für 1923 auf 30% des Friedens=Feuerversicherungswertes der Gebäube festgesetzt. Lübenscheib, 12. 7. 1928 Magistrat. Techsikun Leuge CLippe Tennistournier Deutsche Firwa mit liederlassung in sucht für den Holländischen Markt Waren in Consignation zu übernehmen. Felaste Roterenzen. Postiach 64, Hagen i. W. Zur Selbstherstellung von Rundschreiben, Preislisten etc. ist der rotierende verviellaltiger„Roto“ der Beste. Pa. Referenzen. Unverbindliche Vorführung im Papierhaus Karl Sasse Fernrit 11s3.“ Höhere techn. Lehranstalt. Staatskommissar. Kirchl. Nachrichte Evang. Gemeinde Nahmede. Sonntag, 15. Juli 1923 10 Uhr: Gottesdienst 11¼ Uhr: Kindergottesdienst 8 Uhr: Bibelstunde Pfr. 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Das„Ber englischen Regie gen, die Repar völker zu lösen. win seine Gru chende Grundla frage erblicken z ob die erneut al schleunigung di Der„Vorn zu einem bedeut Ansicht des eng reich und Belgi in Deutschland vorläufig in der der angekündigt Kapitulation vo menbruch zu ve Berlin, 1. Deutsche Allgen bringt jedenfalls moralischer Bezi die deutsche Der triebenen Hoffni Die Deutsch englischen Bluff noch eine Rettur Der Lokal=Anze Ziel einig, nur In der tote Punkt über tödlichen Stagna werden. Daß Ba reich zusammenzt und rein englisch wundern. Ob ten wird, diesen Frage. Die„Kölr die heute soviel? und England, n wäre ein Unheil land, wenn die( einer offenen un ist niemals so gr England versucht zu entreißen, ohn Besitz aber eben ist, daß er es nidie Sprache der möglich sein. 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