Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. —* Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Der Preis beträgt monatlich 8000 Mk. frei Haus, und 7500 Ml. für Abholer. Einzelnummer 300 Mk. Amtliches Kreisblatt für den Stadtkreis Lüdenscheid. K&ae Amtlicher Anzeiger für den Kreis Altena.# Fernsprecher: 98.— Telegramm=Adrelle: Zeitung. Druck und Verlag von Karl Salle. Cüdenscheid. Friedrichstraße 91.— Verantwortlicher Redakteur: Otto Scaar. Cüdenscheid. 300 Mk., Familien=Anzeigen und Stellengesuche 200 Mk. Behörden 500 Mk. Auswärtige 400 M. Reklamen 1600“ Jeder Rabatt fällt bei Konkursen, gericht. licher Beitreibung der Gebähren fort Nr. 148. Aooston i. Jel 9sd. Vch. Jchagung Neueste vom Tage. Nach der Boss. Ztg. ist das Gnadengesuch für den zum Tode verurteilten Görges dem Revisionsgericht in Düsseldorf überreicht worden. Dem Gesuch waren Schreiben des Vaters und des Bruders Görges beigelegt. Die Rheinlandkommission hat die Anwendung der neuen Devisenordnung auf das Rheinland verboten. Im belgischen Landtag kam es gestern zu einer großen Kundgebung gegen die französische Gewaltpolitik. Als gestern vom Hauptpostamte in Düsseldorf 900 Millionen Mark an die Reichsbank abgeliefert werden sollten, wurden dieselben von der französischen Besatzungsbehörde geraubt. In Dresden ist der auf allen deutschen Bühnen bekannte Baritonist Karl Scheidemantel einem Herzschlag erlegen. Der päpstliche Delegat, Monsignore Testa, übermittelte dem Ruhrgebiet eine Spende von 500 000 Lire für Wohltätigkeitszwecke. Nach dem gegenwärtigen Devisenstande ist das eine Schenkung von über 2 Milliarden Mark. Ferner ließ der Papst dem Rektor der Münchener Universität durch Nunzius Paccelli 50 000 Lire für die Studentenhilfe überweisen. Als Ministerpräsident Pasitsch um 1 Uhr nachmittags das Skuptschinagebäude in Belgrad verließ, gab der Bankbeamte Mihailo 4 Revolverschüsse„gegen Pasitsch ab, ohne zu treffen. Ueber das Motiv zur Tat ist bisher nichts bekannt. Amtlicher Dollarkurs 27. Juni: 153333. Der neuen Währung entgegen. Von unserm Berliner Vertreter. Wir geben die Ausführungen wieder, ohne ; damit unsere Uebereinstimmung mit ihnen zu bekunden. Unter den heutigen Verhältnissen ist ober die Erörterung der Frage auch von dieser Seite aus recht belangreich. Die Berliner Regierung bemüht sich, die Mark zu stützen. Die neuen Maßnahmen haben für den Augenblick scheinbar den Erfolg, daß die großen Devisenschwankungen aufgehört haben. Die Beunruhigung, die durch die Notierungen des jetzt stillgelegten freien Devisenhandels geschaffen wurden, haben aufgehört. Der Dollar ist seit einigen Tagen in Berlin nicht mehr Tagesgespräch. Indessen: Man kann nun nicht annehmen, daß tatsächlich eine Stabilisierung der Mark möglich sein wird. Selbst wenn die Ausführungsbestimmungen, die zu den neuen Devisen=Verordnungen noch zu erwarten sind, einschneidende Wirkung zeitigen, wird doch nach und nach, bei dem großen Devisenbedarf der deutschen Industrie und des Reiches selbst, die Nachfrage auch beim amtlichen Devisenverkehr so groß sein, daß, wenn auch nicht die Berliner Devisenstelle, so doch die ausländischen Börsen wieder mit einer Markflaue kommen und nach und nach die deutsche Mark auf den Stand bringen, den sie leider schon gehabt hat. Auffällig ist jedenfalls, daß schon jetzt die Berliner amtlichen Notierungen immer etwas über den Newyorker Schlußkurs liegen. In der breiteren Masse wird man das nicht verstehen. Man vergaß zu leicht und glaubt, daß behördliche Maßnahmen immer Erfolg haben müssen. Die Markstützung kann aber in Deutschland nicht von dauerndem Erfolg sein, denn alles spricht dagegen. Und wenn verständige Kreise jetzt schon der Mark ein baldiges Ende prophezeien, so meinen sie es wohl nicht schlecht mit uns, sie sehen vielmehr die Dinge, wie sie wirklich liegen. Die Inflation, die in der Hauptsache jede Markstabilisierung unmöglich macht, schreitet mit schnellen Schritten fort. Die Billionen fliegen aus der Maschine, müssen in den Verkehe gebracht werden, weil das Reich keine anderen Mittel beschaffen kann, um die hohen Beamtengehälter zu bezahlen, um Devisen für die notwendige Einfuhr von Lebensmitteln und Kohlen zu kaufen. Und schließlich fließen die Zehn= und Hunderttausender; naufhörlich in das Danaidenfaß, dessen Boden so bald nicht geschlossen wird, in das Ruhrgebiet. Dort wird seit kurzer Zeit überhaupt nicht mehr gearbeitet. Die Bergwerke fördern nicht mehr, die Fabriken stehen zum größten Teil still. Es wird also nicht einmal mehr produziert, um es den Franzosen zur Beute zu überlassen, damit es später verrechnet werden könnte. Abertausende von Hände ruhen. Der Lohn aber wird weiter gezahlt. Denn das ist die Bedingung, die ollein den Frieden im Ruhrgebiet aufrecht erhält. Bkllienen werden demnach ausgegeben, ohne daß das Reich einen Gegenwert an geleisteter Arbeit hat. Schwerer schädigt uns die Untätigkeit der Hunderttausende, die früher die Diamanten aus der Erde holten, als der dauernde Notendruck. Aber alle Momente sprechen zusammen, wenn man an die Markwährung und ihre Erhaltung denkt. Die Flucht aus der Mark ist heute nicht mehr möglich, indem man sich den Devisen zuwendet, aber wir kommen in Deutschland, eben weil kein Vertrauen zu der Mark besteht, doch zu einer Goldwährung, die neben der Papiermark zunächst einher laufen wird. Die Arbeiter verlangen bekanntlich wertbeständige Löhne. Sie wollen ihr Einkommen der Entwertung anpassen. Wenn sie auch mit Papiermark bezahlt werden müssen, so lernen sie doch in einer anderen Währung rechnen. Und wenn sich auch Widerstände zeigen, so liegt heute doch schon fest, daß schließlich ein Gesetz, für das schon heute eine Mehrheit im Reichstag vorhanden ist, die wertbeständigen Löhne schaffen wird. Schließlich wird man in Deutschland von der Papiermark überschwemmt und doch nach anderen Begriffen rechnen. Das heißt aber mit anderen Worten, die Mark zu einem Scheindasein verurteilen. Und aus diesem Scheindasein wird sie, wie erfahrene Finanzleute meinen, nur erlöst werden können, wenn Deutschland sich schließlich doch entschließt, die Mark als Währung fallen zu lassen und eine neue Währung einzuführen. Denn eine Mark, die von so vielen Seiten bekämpft wird und als Rechnungsbasis nicht angesehen wird, hat selbstverständlich ihren inneren Wert verloren. Es gibt vielleicht nur noch wenige Optimisten in Deutschland, die diese Entwickelung nicht sehen wollen. Wenn die Regierung erklärt, sie wolle alles tuen, um unsere alte und gute Mark zu erhalten, so kann sie doch nicht das Versprechen geben, daß sie in der Lage ist, tatsächlich den weiteren Verfall der Mark aufzuhalten. Auch sie wird sich auf kurz oder lang den ehernen Tatsachen beugen müssen. Die Lasten, die Deutschland zu tragen hat, verurteilen es, das ärmste Land zu werden. Und die Armut drückt sich aus in der Währung der Landes. Wenn alle Kreise, wie jetzt die Arbeiter als erste offen und rückhaltlos aus der Markwährung fliehen, so ist nicht zu verlangen, daß es zu einer Besserung der Mark kommt. Man braucht keine Ziffern zu nennen. An Rußland hat man ja ein Beispiel, wie tief eine Währung sinken kann. Deutschland geht, nach allem, was es erlebt und von der Zukunft zu erwarten hat, den gleichen Weg. Die Mark wird der Ballast sein, die Goldrechnung der einzig feststehende Begriff, den man nuch nicht zu langer Zeit in Deutschland kennen muß. Und wie das Papier heißt, wie es geartet, wie es garantiert und ausgestaltet wird, das einmal anstelle der Mark treten dürfte, als Vermittler zwischen der armen Paipermark und der Goldrechnung, das freilich, weiß heute noch niemand. Jeder jedoch, der später nicht zu den Armen zählen möchte, stellt sich heute schon darauf ein, indem er sich zu wirklichen Werten rettet, die einmal nicht der Einziehung unterliegen werden. Ein Aufruf des Oberpräsidenten. „Bringt Sonne in die Gefangenenzelle!“ Münster, 27. Juni. Der Oberpräsident Gronowski hat an die Regierungspräsidenten, Landräte und Oberbürgermeister der Provinz Westfalen einen Aufruf gerichtet, in dem es heißt: In französisch=belgischer Gefangenschaft schmachten viele Hunderte deutscher Staatsbürger aus allen Schichten und Ständen der Bevölkerung, weil sie das Vaterland über ihre persönliche Freiheit gestellt haben. Nach den mir zugegangenen Nachrichten tragen diese Männer aufrechten Hauptes die Leiden der Gefangenschaft und erwarten, daß ihre Opfer nicht vergeblich gebracht werden. Dieses mutige Verhalten unserer Volksgenossen verdient nicht nur Anerkennung, sondern auch Ermunterung. Jede Nachricht aus der Heimat ist für die Gefangenen der einzige Sonnenstrahl in der Gefangenenzelle. Es ist daher für alle Behörden Pflicht der Dankbarkeit, an die Gefangenen zu schreiben oder wenigstens zu veranlassen, daß die befreundeten Mitmenschen schreiben. Die Briefe müssen kurz abgefaßt, lateinisch geschrieben und dürfen keinen politischen Inhalt haben. Dennoch wird jede Zeile von den Gefangenen als Wohltat empfunden. Die Zahl der Ausgewiesenen steigt täglich. Vereinzelte Beschwerden veranlassen mich, darauf hinzuweisen, daß die Ausgewiesenen von allen Dienststellen im unbesetzten Teil der Provinz Westfalen die größtmöglichste Rücksichtnahme bekunden werden müssen; vor allem darf es nicht vorkommen, daß Hilfesuchende von einer Dienststelle zur anderen geschickt werden, ohne daß ihnen in entsprechender Weise geholfen wird. Dadurch entsteht Mißmut und Verärgerung und es könnte in solchen Fällen der Vorwurf entstehen, daß die Dienststellen im unbesetzten Gebiet für die Leiden und Bedürfnisse der Ausgewiesenen nicht das notwendige Verständnis haben. Das kann und muß vermieden werden. Alle Dienststellen und Beamten haben die Pflicht, allen Ausgewiesenen mit freundlichem Wohlwollen die erbetene Hilfe angedeihen lassen. Zum Schluß spricht der Oberpräsident die Erwartung aus, daß nicht nur die Behörden selbst der Angelegenheit wärmstes Interesse entgegenbringen, sondern auch in jeder Weise darauf hinwirken, daß alle in Betracht kommenden amtlichen und nichtamtlichen Stellen alles tun, was in ihren Kräften steht, um das schwere Los der Gefangenen und Ausgewiesenen zu erleichtern. Wie Bayern denkt. Eine Kundgebung im Landtag. München, 27. Juni. Der bayrische Ministerpräsident Dr. v. Knilling hielt heute im Landtage gelegentlich der Beratung des Etats des Ministeriums des Auswärtigen eine groß angelegte, außenpolitisch bedeutsame Rede, in der er namentlich die Ruhraktion und die Piele der französischen Politik behandelte. Was an Rhein und Ruhr geschieht, ist eine Verwirklichung des Rheinlandprogramms von 1919, mit dem die Franzosen nach Versailles kamen, das sie aber damals nicht zu verwirklichen vermochten. Die Reparationsfrage wäre längst erledigt, wenn es Frankreich wirklich ernstlich um ihre Erledigung zu tun wäre. Beim Rhein= und Ruhrproblem handelt es sich nicht nur um eine deutsche, sondern um eine europäische und eine Weltfrage. Frankreich hat den Weltkrieg von 1914 verschuldet durch seine Jahrhunderte alte Rheinpolitik, und es führt auch heute Krieg, um seine alten Ziele zu verwirklichen. Alle Kreise des deutschen Volkes erwarten zuversichtlich, daß die Reichsregierung in der Schuldfrage zur Offensive übergeht. Nur unter dem Druck der Hungerblockade ist die Schuldlüge erpreßt worden. Diese auf unsittlichem Zwang beruhende Unterschrift muß heute jeder gerecht Denkende als null und nichtig erklären. Es war eine ungeheuerliche Irreführung der Weltmeinung, wenn behauptet wurde, Deutschland trage die Schuld am Kriege. Wir bitten nicht um Mitleid, wir fordern Gerechtigkeit. Der passive Widerstand ist elementar mit Naturgewalt aus der Seele des Volkes gewachsen und wird von allen seinen Kreisen getragen. Er konnte nicht von der Regierung befohlen werden, er kann auch nicht ganz oder nur teilweise abbefohlen werden. Der Ministerpräsident gedachte in Treue der unter der Fremdherrschaft leidenden Brüder und Schwestern und sagte weiter: Deutsches Land und deutsche Souveränität dürfen nie und nimmer zum Gegenstande diplomatischer Verhandlungen und Kompensationen gemacht werden. Solange Frankreich am Rhein steht, gibt es für Europa keinen Frieden. Eine Reichsregierung, die den berechtigten Lebensnotwendigkeiten der Länder gebührend Rechnung trägt, die eine zielbewußte, von nationaler Würde getragene Reichspolitik als ihre Aufgabe betrachtet, wird Bayern in treuer Gefolgschaft auf ihrer Seite haben. Die gegenwärtige Reichsregierung kann das Vertrauen beanspruchen, daß sie diesen Erfordernissen gerecht wird. Gerüchte von einer auch nur vorübergehenden Verstimmung zwischen der Reichsregierung und der bayrischen Regierung aus diesem Anlaß sind haltlose Erfindungen. Wie auch die Würfel über das deutsche Memorandum schließlich fallen mögen, dessen müssen wir uns bewußt sein, daß gerade jetzt unsere Widerstandskraft nicht erlahmen darf. Das Luft=Wettrüsten. Die englische Luftrüstung. London, 27. Juni. Mit Bezug auf die gestrige Unterhauserklärung des Premierministers über die Flottenpolitik der Regierung betont Westminster Gazette, England müsse sich vor Luftangriffen schützen. Baldwin tue, wenn er die Vermehrung der britischen Luftmacht gegenüber den Gefahren, die England bedrohen, anstrebt, nur das, was England von jedem Premierminister erwarten müßte. Der ganze Zweck dieser Vermehrung der britischen Luftstreitkräfte sei, wie der Luftfahrtminister in Beantwortung einer Anfrage erklärte, Heimatschutz und nichts anderes. Die Times erklärt, das Wettrennen in den Luftrüstungen zwischen Frankreich und Großbritannien würde von wirtschaftlichen Gesichtspunkten aus verhängnisvoll sein. Paris, 26. Juni. Zu den Erklärungen des englischen Ministerpräsidenten über die Luftschiffahrt schreibt die Chicago Tribune: Trotz des erhöhten englischen Luftprogramms wird Frankreich der unbestrittene Herr der Luft bleiben. Seine Ueberlegenheit wird nicht in der Tatsache liegen, daß die französische Armee 1620 nach dem Kriege erbaute Flugzeuge im Dienst habe, sondern darin, daß Frankreich 5 bis 10mal größere Aufwendungen für die Militärluftfahrt machen kann, als Großbritannien und die Vereinigten Staaten. Paris, 27. Juni. Zur Verstärkung der englischen Luftflotte schreibt Echo de Paris es wolle die Hypothese nicht kritisieren, welche England gegen Frankreich vorgebracht habe. Jede Nation habe das Recht, ihr Verteidigungsproblem zu lösen, ohne auf die Theorie der Nachbarn Rücksicht zu nehmen. Frankreich sei der Ansicht, daß die für ein Menschenalter in Versailler aufgestellte Ordnung mit Hilfe der Gewalt aufrecht erhalten werden müsse. Das Blatt sieht Klagen voraus, es werde Engländer geben. die erklären, die Verantwortung für die militärischen Ausgaben fielen auf Frankreich zurück, das von Rüstungstollheit befallen sei. Ein wenig mehr Nachdenken würde aber zu der Erkenntnis führen, daß die französischen Rüstungen nur im Verhältnis zu der deutschen Gefahr(!) stünden und daß eine feste Garantie gegen ein eventuelles Wiederaufleben notwendig sei. Frankreichs Luftrüstungen im englischen Urteil. Der Manchester Guardian schreibt, seit zwei Jahren habe natür: lich beträchtliche Besorgnis wegen der überwältigenden Ueberlegenheit der französischen Luftstreitkräfte bestanden. Diese Vergleiche seien unvermeidlich. Sie bedeuteten sicher keinerlei Feindschaft gegenüber Frankreich, noch irgendein Bestreben. Frankreich zum Schreckensgespenst des Augenblicks zu machen. Das britische Volk vergegenwärtige sich jedoch, wie verwundbar ein engbevölkertes Industrieland, dessen Großstädte den Schlüssel seiner Eristenz bildeten, durch Angriffe aus der Luft sei. Im Star heißt es, nur ein Tor werde jetzt noch glauben, daß man durch Vermehrung der Rüstungen die Friedensaussichten vergrößert. Den Schlüssel zur Lage bilde Frankreich, das seine Luftstreitkräfte in ungeheuerm Maße vergrößere. Ende des Jahres 1925 werde es ungefähr 2000 Flugzeuge besitzen. Gegen wen werde diese riesige Streitkraft vorbereitet? Es könne nicht gegen Teutschland sein, da dieses entwaffnet sei. Frantreich lönne Ein FI. Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. spruch erheben, soviel es wolle, aber da Deutschland nicht in Betracht komme, bleibe nur noch England als möglicher Feind. Das Blatt fragt, ob es nicht unglaublich sei, daß im Jahre 1923, vier Jahre nach dem Friedensvertrag, der Verbündete Englands im dem und für den England geblutet habe, England durch die Bedrohung dieser vor seiner Türe sich vollziehenden Rüstungen zwinge, seine bereits geschwächten Hilfsquellen noch weiter zu schwächen. Es sei die Pflicht der britischen Regierung, diese Bedrohung zur Kenntnis zu nehmen. Die Verantwortung dafür trage hne jeden Zweifel Frankreich. " Das ist die Begründung für die gestern gemeldete Absicht der miglander, iyre Luftflotte nun erheblich zu verstärken. „Abrüshung!“ Das amerikanische Marineamt hat beschlossen, den Kongeeß um die Ermächtigung zu ersuchen, acht neue Kreuzer zu bauen, ferner vier Kanonenboote und drei Unterseekrenzer. Die Kreuzer werden mit Rücksicht auf die Abmachungen von Washington weniger als 10000 Tonnen Wasserverdrängung haben. Die Kanonenboote sind für den Kontrolldienst auf den chinesischen Flüssen bestimmt. Der papierene Vertrag. .. Paris, 25. Juni. Die„Humanite“ weist auf das kürzlich im unterhaus von Lord Salisbury vorgelegte Projekt einer englischen Flottenbasis in Singapore hin. In diesem sei eine Verletzung des Washingtoner Vertrages zu erblicken. Japan habe seine Befürchtungen nach dieser Richtung hin bereits ausgesprochen. Damit falle der Zeit nach auch die Verhandlung über die Frage von Tanger zusammen in der Frankreich England gegenübertrete, insofern es, um die Herrschaft Englands über die Meerengen von Gibraltar einzuschränken, die absolute Souveränität des Sultans von Marokko über Tanger verlange. Auch darin liege ein Beitrag zur Erkenntnis, wie wenig der Vertrag von Washington gehalten werde. Von der Ruhrfront. Wachsende Unverschämtheit! Münster, 27. Juni. Bei der Hohensyburg im unbesetzten Gebiet verhafteten die Franzosen unter starkem militärischen Aufgebot den Polizeiwachtmeister Dickmann aus Boele aus einer Hochzeitsgesellschaft heraus wegen eines kurz vorher angeblich erfolgten Anschlages auf französische Soldaten, auf die aus dem unbesetzten Gebiet heraus geschossen worden sein sollte, nachdem sie vorher in ausgeschwärmter Schützenlinie den Wald vergeblich nach dem mutmaßlichen Täter durchsucht hatten. Eschweiler, 26. Juni. Heute vormittag erschienen Beauftragte der Besatzungsbehörde bei der hiesigen Stadtverwaltung, besetzten die Eingänge sowie die Telephonzentrale und„beschlagnahmten bei der Stadtverwaltung 8 Millionen Mark und von der Erwerbslosenfürsorge eine Anzahl von Akten. Mordtaten! Zwei Opfer. .„ Köln, 27. Juni. Nach einer Meldung der Rheinisch=Westfärischen Zeitung aus Buer wurde gestern nachmittag am alten Rathaus auf der Treppe zur Sparkasse der Zechenbote Prinzen von einem belgischen Offizier erschossen. Prinzen ist zuerst von dem Offizier gestoßen worden und soll sich dies in energischen Worten haben. Prinzen ist Schwerkriegsbeschädigter und Vater neschmitag. Horstemscher wurde wolte, erschasen, ein Mann, der in das berschlosene Gebäude „Geuug der Toten!“ ung der Taten Iuui.„Vier Deutsche getötet, drei verletzt. Gedas Pakrzebiet icr für gd Ruhrgebiet“, schreibt die Humanite, das Rührgeviet F. für Poincare ein Kampf um Gut und Wertgegenstände. Man übt schärfsten Druck auf das Ruhrgebiet aus, vamit es irgend einen Ertrag liefere so wie man eine Frucht prest gnggeren Saft auszudrücken. Man behandelt eine friedMan dark, fihzuf wie eine leblose Masse, die keine Sele birgt. e Fur fuhrt Humanite weiter aus, nicht zugeben, daß eine #siche bevöckerung mißhandelt und der Soldateska preisgegeben #eio, die auf sie schieg: wie auf Freiwild. Am Sonntag hätten sich in Buer furchtbare Vorgänge abgespielt. Die Liberte nimmt zu den Buer=Morden unter der Ueberschrift„Die Belgier waren erbost“ Stellung. Die Ansicht der Liberte sei, so sagt Humanite, je weniger Deutsche übrig bleiben, desto besser, aber diese Barbarei werde auch gemäßigteren Leuten als den Kommunisten zuwider sein. Aus angeblich unsichtbarer Besatzung gehe ein wirklicher Kriegszustand hervor. Werde die öffentliche Meinung noch länger stumm bleiben und sich nicht empören, daß Menschen getreten würden, damit die Herren der Industrie und Bankwelt ihre Geschäfte machen?... Französische Mordbrenner im unbesetzten Gebiet. Die„Zeit" berichtet: Die Franzosen gehen in der Organisierung der Hungersnot in Deutschland einen Schritt weiter. Sie neymen scheinbar nicht an, daß die Mordbrennereien im Einbruchsgebiet den deutschen Widerstand in genügend kurzer Zeit zermürben werden, und verlegen deshalb ihre Tätigkeit auch in das Hinterland des Einbruchsgebietes. In der Provinz Hannover sind in den letzten Wochen eine Anzahl Feldscheunen mit Erntevorräten in Flammen aufgegangen, ohne daß es gelungen war, die Brandstifter, deren Beweggründe unerklärlich schienen, zu fassen. Auf dem Rittergute Kronsberg bei Laatzen war, wie die„R. Berl. Ztg.“ berichtet, ebenfalls eine große Feldscheune niedergebrannt worden. Die Gutsverwaltung stellte darauf Posten aus, und diesen gelang es, zwei Burschen zu fassen, die wahrscheinlich die Absicht hatten, einen zweiten Brand anzulegen. Bei der Verhaftung machte der eine einen Fluchtversuch. Er wurde aber durch zwei Schüsse eines Landjägers gestellt. Beide Personen hatten falsche Ausweispapiere bei sich. Die Papiere des einen Verbrechers lauteten auf russische Nationalität. In ein scharfes Verhör genommne, gestand dieser„Russe“ ein, daß er Franzose sei. Er teilte mit, daß vor kurzem im Auftrage seiner Regierung zehn Männer nach Deutschland abgeschoben worden seien mit dem Befehl, die deutsche Landwirtschaft durch Einäschern von Feldscheunen und anderen landwirtschaftlich wichtigen Anlagen zu schädigen. In der Aussage dieses Franzosen liegt also der unwiderlegliche Beweis für den großangelegten französischen Plan, der zur Aushungerung Deutschlands und zur Kapitulation gegenüber dem Ruhreinbruch führen soll. Der Abwehrwille der christlichen Gewerkschaften. Essen, 26. Juni. Die Vertreter aller Verbände des Deutschen Gewerkschaftsbundes aus dem Einbruchgebiet haben am 23. Juni erneut Stellung genommen zu der durch den Einbruch in das Ruhrgebiet und den damit in engstem Zusammenhang stehenden französischen Vernichtungs= und Eroberungsplänen geschaffenen Lage. Sie erklären in vollster Einmütigkeit in ihrer Entschließung: 1. Ein Aufgeben des passiven Widerstandes, der wirksamsten moralischen Waffe unserer schwerbedrängten Volksgenossen, kann erst dann in Frage kommen, wenn der Druck der fremden Miliwalt von uns genommen und eine annehmbare, unsere Gleichberechtigung anerkennende Verhandlungs= und Verständigungsgrundlage gesichert ist. 2. Den von der fremden Willkür durch Verurteilungen, Ausweisungen und sonstige Schikanen betroffenen Volksuingehörigen gehört unser herzlichstes Mitgefühl und unsere wärmste Sympathie. Wir werden alles tun, um ihr Los nach Kräften zu erleichtern. Vor allem werden wir den passiven Widerstand nicht eher aufgeben, bis das an ihnen verübte brutale Unrecht wieder rückgängig gemacht ist. 3. Durch die Lahmlegung fast des ganzen Eisenbahnwesens im innern Industriegebiet gestaltet sich die Ernährungslage für dieses Gebiet täglich gefahrdrohender. Nur nach Ueberwindung ungeheurer Schwierigkeiten und unter Aufbietung aller Kräfte ist der Zusammenbruch der Ernährungswirtschaft bisher verhütet worden. Dank der bisherigen Bemühungen für die Ernährung verantwortlichen Stellen vor allem der Konsumgenossenschaften, ist die Ernährung für eine gewisse Zeit noch gesichert. Aber die Not ist in schnellem Anwachsen und wir fragen: Wo bleibt die Stimme des Weltgerichtes zu der Tatsache, daß die französischen Gewaltpolitiker Millionen von friedlichen Menschen dsi. Hunger entgegentreiben zur Erreichung ihrer verderblichen 4. Eine„Rheinlandfrage" im Sinne irgendeiner Aenderung der gegenwärtigen Verhältnisse der Rheinlande zum Reich und zu Preußen existiert für uns nicht. Mit unseren linksrheinischen Brüdern werden wir jedem Versuch, einer anderen Gestaltung der jetzigen staatsrechtlichen Form wie auch der Unterstellung der Eisenbahn und der Polizei unter fremde Oberhoheit schärfsten und dauernden Widerstand entgegensetzen. Der Kampf gegen Preußen ist nichts weiter als der Kampf gegen die deutsche Ein. heit und gegen das stärkste Bollwerk dieser Einheit. In Treue stehen wir fest zu Volk und Vaterlund. Wir werden kein Opfer scheuen im Kampfe für Leben und Freiheit unseres Volkes.“ Rheinland, sei auf der Hut! Paris, 26. Juni. Dr. Dorten hielt heute in Paris einen Vorvor dem sogenannten Komitee Depleyx, worauf folgender Beschluß gefaßt wurde: Die Mitgliedre des Komitees Depleyx hörten den Vortrag Dr. Dortens über die Rheinlande mit Ergriffenheit (1) an, und beantragten ihren Präsidenten bei Poincare darauf zu dringen, ohne neues Zögern die Maßnahmen zu ergreifen, damit die Rheinlande ihre Unabhängigkeit vom Reiche proklamieren .„„Andererseits sollten die französischen Truppen im besetzten Gevier die preußischen Beamten nicht mehr verteidigen und sie sollen dem Führer der Unabhängigkeit der Rheinland völlige Freiheit lassen.(!) Endlich läßt der hochverräterische ehemalige Staatsanwalt die Maske fallen. Nachdem durch die Indiskretion des englischen„Observer“ die wahren Pläne Dortens im einzelnen bekanntgeworden sind und vor allem seine engen Beziehungen, die er gemäß dem Bericht des englischen Blattes mit den französischen Besatzungsbehörden gehabt hat, konnte er, von seinem Standpunkt aus gesehen, nichts Klügeres tun, als schleunigst nach Paris zu fahren und offen die Karten aufzudecken. Dorten war schon des öfteren unseres Wissen in Paris, doch nie konnte man ihm irgend welche Einzelheiten der Verhandlungsgegenstände nachweisen, da alles natürlich strengst geheim gehalten wurde. Heute wird zum ersten Male, nachdem das Geheimnis seiner separatistischen Pläne nachgerade ein offenes ist, sogar ein offizieller Bericht französischerseits ausgegeben. Frankreich stellt sich also voll und ganz hinter Dorten. Seien wir auf der Hut. Der preußische Innenminister Severing hat gestern auf dem Provinziallandtag in Elberfeld scharfe Worte der Abwehr gegen die dre französischen Anvexionspolitik in die Hände arbeitenden Separatisten gefunden. Von heute ab sehen wir wenigstens klar! Gegenüber dieser offiziellen Unterstützung Dortens von seiten Frankreichs heißt es doppelt auf der Hut sein. nimmt das Wort. Rom, 27. Juni. Der Papst hat an den Kardinalstaatssekretär ein Schreiben gerichtet, in dem er auf seine wiederholten Versuche zur Herstellung des Friedens der Welt und Europas hinweist. Er könne der Lage nicht gleichgültig gegenüber bleiben. Diejenigen, die Geschicke der Völker in der Hand haben, bitte er inständig, Reparationen im Geiste des Christentums zu fordern, die das Leben der Völker nicht beunruhigen und nicht neue schwere Schäden nach sich ziehen. Man möge von dem Gegner, der guten Willens sei, Reparationen zu leisten, nicht mehr fordern, als er zu leisten vermag, ohne seine Quellen und seine Produktion zu vernichten und damit auch die Gläubiger mit dem Ruin auszuliefern und damit schließlich einen sozialen Umsturz mit unabsehbaren Folgen herbeizuführen, die nicht nur den Frieden Europas, sondern auch der ganzen Welt in ein neues Verderben stürzen würden. Ueber den Ozean. Kriminal=Roman von Erich Ebenstein. Copyright 1915 by Greiner u. Comp., Berlin W 30. London, 27. Juni. Der Präsident des Verbandes britischer Handelskammern Arthur sagte gestern in einer Rede, die wichtigste Frage des Augenblicks sei die Frage der Wiederherstellung und die Ruhrbesetzung. Wenn der Premierminister Baldwin erklärte, diese Fragen von dem Standpunkt eines Geschäftsmannes aus lösen zu wollen, könne man ihm jede Unterstützung gewähren. Geistlichteit..... Nachdruc verdoten oegav sich direkt von der Grabkapelle weg an den Eingang des Kirchhofes, wo man einen zweiten Leichenzug ru erwarten hatte: Doktor Hellkreut. Viele, die zund portrefflichen Menschen,. vn ihm aufrichtig betrauerten, sosten #. geistlichen Herren. umer innen auch Baron Spannberg. Und uis Frau Marianne aus dem Trauerwagen stieg und sich auschickte, er birzu und bot ihr den Arm wie ein Sohn, in dieser stummen ritterlichen Huldigung des z. ene Aitlllichen Galtigung des jungen Mannes eine Antwort auf das Gerede, das Serenas Namen und ihre Beziehungen zu Spannberg böswillig umschwirrte. „Es war wie ein Bekenntnis: das Geschehene hat nicht das minveste geändert an meinen Absichten oder Beziehungen zu SeStille Tage folgten den beiden Begräbnisen. In Fraenessarshunge ate Komtesse krank infolge all der Auf gungen. die das Haus verkaufen und nach Draisbeig ziehen wollte, packte. Spannberg aber verbrachte die Tage in rastter mernk ließ sich vorderhand iu sehr eebeionisvol und Juliekdem Vegräbnis kam er doch Sudlig an dritten nach der Begrüßung under Flüchtlinge nun nicht mehr habhaft werden.“ Spannberg hatte sich in einen Stuhl geworfen und das Gesicht mit der Hand bedeckt.„Weiter“, sagte er rauh.„Was haben Sie sonst noch herausgebracht?“ „Vor allem, daß dieser Greiner ein sehr geriebener Schurke st und äußerst zielbewußt vorging. Es war ihm mindestens ebensoviel daran gelegen, sich Fräulein Hellkreut zu bemächtigen, wie in Losenegg den Mord zu begehen. A propos, haben Sie von der Witwe des Arztes etwas über Serena Hellkreuts Herkunft ervre=Rein. Sie weis nichts: 48 4 „Und die Papiere, die der Sterbende erwähnt?“ sucht. „Sind unauffindbar. Wir haben alles vergeblich darnach durchschen verschwande: Fragel“ das sie tatsächlich mit biesem WenG# Spannberg, der immer noch nicht alle Hoffnung in dieser nichlung aufgegeben hatte, gepreßt. er#Lst Zaran ist nicht zu zweifeln. Die Sache war von Greiner berens feit längerer Zeit vorbereitet. Er hat vor zwei Wochen u. der. Kreisstadt einen Männeranzug, Stiefel, Krawatten und enständ, andere zur Toilette eines jungen Mannes gehörige Gegenstande gerauft. Dinge, die offenbar für Fräulein Hellkreut beSsehsebnishri,denn e wurden in Größe und Weite für einen etwa gergehnführigen jungen Mann bestellt Unmöglich! Sie wollen doch nicht behaupten, daß Fräulein Hellkreut in Männerkleidern.. usche bir Wssen Julspektor Wenk „Leider kann ich daran absolut nicht zweifeln. Er wird sie überredet haben, daß die Flucht so unauffälliger bewerkstelligt werden kann. In der Tat gewann er dadurch einen hübschen Vorsprung. Denn die Behörde sprach in ihren Laufzetteln und Depeschen immer nur von einem älteren Mann und einer jungen Dame. Nun allerdings beeilt sie sich, durch die Tagesblätter ihren Fehler gut zu machen, aber ich fürchte sehr, in Europa werden wir . Hm, wer weißk Vielleicht ist es Greiner gelungen, sich in #en Besitz zu setzen? Umsonst verbarg er sich gewiß nicht in der Buschmuyle und strich nachts um das Doktorhaus.“ „Woher wissen Sie, daß er dies tat?“ „Der kleine bucklige Jakob, den Hellkreuts aus Mitleid ins Haus nahmen und der besonders an Fräulein Hellkreut mit großer Ergebenheit zu hängen scheint, hat es mir verraten.“ „Ja, der junge ginge durchs Feuer für sie“, nickte Spannberg. „Aber er ist ein Halbkretin und seine Aussagen—“ „Oh, er ist lange nicht so dumm, wie er aussieht, kann ich Ihnen sagen! Man muß ihn nur erst zutraulich machen, um ihn zum Sprechen zu bringen. Er hat manches beobachtet, was ehne ihn sonst wohl verborgen geblieben wäre. So z.., daß Greiner, seinen offiziellen Urlaub angetreten hatte, jeden Abend zws, Dunketoerden das Doktorhaus umschlich in der deutlichen Absicht, sich an Fräulein Hellkreut heran zu machen, wenn sie allein war in jenen Tagen jedoch erst am zweiundzwanzigsten Mai der Fall, wo Doktor Hellkreut, nachdem er eine lange Garten blieh= Tochter gehabt, schlasen ging, während se „Also doch! Genau wie wir vermuteten!" „So! Sie ahnten es bereits? Auch daß sie nachher eine mindestens ebenso lange Unterredung mit Greiner hatte?“ „Ja. Aber berichten sie weiter.“ „Jakob, der wie ein treuer Hund im Gebüsch lag und über seiner angebeteten Herrin wachte, sagt, Fräulein Hellkreut wäre vann gegen elf Uhr ins Haus gegangen, das sie hintei sich verschloß. Da er annahm, sie habe sich zu Bett begeben, suchte auch er seine Lagerstätte im Kuhstall auf. Aber kurz nach Mittemnacht nurde er hon Fräulein Helltreut wieder geweckt. Sie übergab ihm ein Briescher. mn dem Auftrag, es in die Buschmühle zu tragen und nur Herrn Greiner persönlich zu übergeben. Zuch dürfe keine Menschenseele darum erfahren. In der Tat hat es mich vier Muhe gerostet, diese Dinge aus dem Jungen herauszubringen. Aber sie entsprechen bestimmt der Wahrheit, denn der Kammerdiener Matthias auf Losenegg hat mir berichtet, daß Doktor Hellnächsten Tag, als er Greiners Zimmer durchsuchte, im Waschbecken ein zusammengeballtes Billett entdeckte, dessen Anblick ihn furchtbar erschreckte. Matthias sah auch, daß auf dem Kuvert zwei Buchstaben in Golddruck waren: S. H. Dies war offenbar das Billett, das Jakob zur Buschmühle brachte. Ich habe mich informiert, daß Fräulein Hellkreuts Briefpapier durchweg mit solchen Goldbuchstaben gezeichnet ist.“ „Aber wie um Gottes willen erklären Sie sich Greiners Sorg= losigkeit? Warum vernichtete er das Billett nicht? Warum ließ er Gift und Injektionsspritze zurück?“ e# Letzteres tat er in der sorglosen Ueberzeugung, daß ihre Entbeilung iym keinesfall mehr schaden könne. Nahm er sie mit sich, würden sie ein Beweisstück gegen ihn gebildet haben. So zeugten sie nur gegen den„Sekretär Georg Greiner“, der nach vollbrachter Tat eine fiktive Person geworden war. Sie können ganz ruhig sein, daß Sie den Mann, wo immer Sie ihm begegnen, nicht mehr erkennen würden— außer an seinen vier Backzähnen links, die mit Goldkronen versehen sind. Das ist aber auch das einzige, was er nicht an sich verändern konnte.“ „Und das Billett?“ „Halte ich für einen recht feinen und geschickten Sthachzug, wie der Mann denn überhaupt sehr gerieben zu sein scheint! Er wollte wohl, daß man es finde. Einmal würde man ihn dann in Dumenbegleitung suchen und, wie er richtig vermutete, die Verfolgung in diesem Sinn einleiten. Dann aber sollte es auch der ganzen Sache den Anstrich eines Liebeshandels geben— falls man ihn dennoch ergriff. Er konnte dann den Mord einfach ableugnen und alle Geheimtuerei, Verkleidung und Flucht damit erklären. Offenbar enthielt ja jenes Billett Fräulein Hellkreuts Einwilligung zu der Reise ins Blaue!" Spannberg fuhr auf. „Herr! Wollen Sie behaupten, daß Fräulein Hellkreut— die, wie ich Ihnen im Vertrauen sagte, meine Braut ist— mit diesem Menschen—“ „Durchaus nicht", unterbrach ihn der Inspektor trocken.„Sie brauchen sich gar nicht aufzuregen, Herr Baron. Ich weiß ganz gut, daß die junge Dame bis zum Abend des 22. Mai mit Greiner keine andern Worte sprach als etwa Guten Tag oder Guten Abend, wenn sie ihm bei ihren Besuchen auf Losenegg zufällig begegnete. Darüber habe ich mich sehr eingehend erkundigt. Ob er sie liebt, ist eine andere Sache, die sich erst später klären wird, wenn wir beide haben. Jedenfalls lockte er sie unter irgend welchen Vorspiegelungen mit sich und jedenfalls müssen seine Gründe für Fräulein Hellkreut schwerwiegend und überzeugend gewesen sein. Ich habe varüber so meine eigenen Gedanken, die ich aber vorläufig für mich behalten will.“ „Und was soll nun geschehen? Haben Sie schon einen Plank Sie sagten vorhin, in Europa würde man Greiners schwerlich mehr habhaft werden! „Ja. Denn ich kalkuliere so: Entweder ist er mit der jungen Dame damals sofort abgereist, dann schwimmt er nun seit drei Tagen bereits auf dem Ozean. Oder er war schlau, wartete irgendwo in sicherer Verborgenheit, bis der erste Sturm vorüber ist, und schifft sich jetzt erst ein—“ (Fortsetzung folzt.) Gleiwitz, 26. witz Reichstagspi über die Leiden in der wir uns b welle noch versch Ruhrbesetzung zu und eine Erschüt beigeführt häte. richtet sein müsse durch Erfassungd herzustellen. Der zu bilden und Vorlage im Reich sitzenden um das zu erhöhen. Keine 6 Hannover, 2 der hannoversche sorium der deutsc zeitung“ folgende und Graf von Be „Die unterze men Kenntnis vo Innern, nach wel antrages ihm un mung die ersten werden. Die Ve nister der Ansich Abwehrkampfes gebiet eine Volks mung im Septem der Herr Reichsn trages für unzulä trauensmänner, o chen, sich veranlaß zurückzuziehen. S Schreiben des He Antrag zu gegebe (gez.) Graf von 1 Das Direktor dazu bestätigend, Zeit erneuern we „Hetze gegen Volksstimme die Pressevereins und gegen einen Sozia gerlichen Journali nach den Wünsche den meisten Fällen hängig sind, mit e Aber man erinnert in Hagen monatela Wochen verboten u der Presseverein Pressefrechheit für der sozialistischenIllustration zu der Wort„Pressefrechhe Bürgermeicher treten. Die Strompr wie eine Anzeige Die Sachbezü amtes in vorliegen Fernsprechgeb sprechgebühr höht. Vom gleich einen Hauptanschl gespräch kostet dani einer öffentlichen Höhere Meistb postminister dem„ durch Aenderung ab der Meistbetrag Mark und der M phische Zahlungsan erhöht. Die Verke die Ueberschreitung der neu festgesetztei liche Ueberweisung Deutsches Tu schuß des 13. Deut verein„Jahn“ hi von dem Verein a ßungsabend auf de samten Zuschauerm Vereine der Deutso es für den Verein schönes Zeugnis do nerschaft das Könn gen dem Verein, a Sonderriege hohe nicht versagt sein, de guten Ruf als Tur , Keine R Pfahrtsminister hin, daß die zenmarktpreis weder volksw se auf lan eine landwirt wenig Roggen .. Auf dem sufsstände fü hncbl das wuggon Gemi innerhalb der korden war. schienen warei ##e Ware im #gen, alsob vum Troste di . Rotgemei sbend hielt in denscheid und ung zur Grür s# Finkbei scheittes, der der deutschsprachigen Presse.V. Tatsache, daß die jedlichen Menschen ihrer verderblichen ideiner Aenderung e zum Reich und en linksrheinischen nderen Gestaltung Unterstellung der verhoheit schärfsten er Kampf gegen die deutsche EinEinheit. Vaterlund. Wir eben und Freiheit. Hut! Paris einen Vorauf folgender Bees Depleyx hörten mit Ergriffenheit Poincare darauf zu ergreifen, da. eiche proklamieren ruppen im besetzverteidigen und Rheinland völlige Staatsanwalt die s englischen„Obbekanntgeworden ie er gemäß dem schen Besatzungsindpunkt aus geParis zu fohren schon des öfteren hm irgend welche isen, da alles nawird zum ersten chen Pläne nachsicht französischerund ganz hinter he Innenminister. Elberfeld scharfe nvexionspolitik in n heute ab sehen len Unterstützung uf der Hut sein. sort. inalstaatssekretär rholten Versuche pas hinweist. Er sen. Diejenigen, er inständig, Re, die das Leben re Schäden nach sten Willens sei, r zu leisten veri vernichten und efern und damit Folgen herheiondern auch der en. dandes britischer se, die wichtigste rherstellung und aldwin erklärte, iftsmannes aus gewähren. s war offenbar Ich habe mich rrchweg mit solGreiners Sorg= Warum ließ zung, daß ihre ahm er sie mit ei haben. So , d e r n a c h v o l l sie können ganz begegnen, nicht ackzähnen links, ich das, einzige, ten Schachzug. n scheint! Er m ihn dann in nete, die Verte es auch der — falls man fach ableugnen damit erklären. 3 Einwilligung ellkreut— die, s- mit dietrocken.„Sie sch weiß ganz Rai mit Greig oder Guten senegg zufällig rkundigt. Ob r klären wird, irgend welchen e Gründe für gewesen sein. aber vorläueinen Blank hwerlich mehr eit der jungen nun seit drei hartete irgendrüber ist, und folgt.) Schuß auf ein MadSchuß in di.-ar. m#rc: Dann traf er sich mit einem in die rechte Schläfe. Der Mann war sofort tot. Das Mädchen wurde in ein Krankenhaus gebracht. Das in Königswinter gelegene bekannte Gasthaus Matterner Hof, ein Schlemmerlokal, ist vollständig abgebrannt. Das Feuer ist durch Kurzschluß entstanden. Der Gasthof war vorwiegend im Besitz belgischen Kapitals. Rhein. Provinzial=Landtag. Barmen, 26. Juni. Der Abg. Haas=Köln(Soz.) machte Allerlei vom Tage. Ein Block der Besitzlosen. Gleiwitz, 26. Juni. Am Sonntag Vormittag sprach in Gleiwitz Reichstagspräsident Loebe vor einer großen Zuhörerschaft über die Leiden Deutschlands. Er schilderte die ernste Situation, in der wir uns befinden und die durch die eingetretene Teuerungswelle noch verschärft worden ist. Der Redner kam dann auf die Ruhrbesetzung zu sprechen, die eine Zerrüttung unseres finanziellen und eine Erschütterung des gesamten wirtschaftlichen Lebens herbeigeführt häte. Die Politik der nächsten Zeit werde darauf gerichtet sein müssen, durch scharfen Ausbau der Besitzsteuer und durch Erfassung der Sachwerte das Gleichgewicht im Staate wieder herzustellen. Der Redner fordert auf, einen Block der Besitzlosen zu bilden und schlug vor, zur beschleunigten Durchführnn; eine Vorlage im Reichstage einzubringen, die Einkommensteuer der Besitzenden um das 25fache, die Körperschaftssteuer um das 35fache zu erhöhen. Keine Abstimmung über Hannover. Hannover, 26. Juni. Unter der Ueberschrift„Vom Termin der hannoverschen Volksabstimmung" veröffentlicht das Direksorium der deutsch=hannoverschen Partei in der„Hannov. Landeszeitung“ folgendes Schreiben der Reichstagsabgeordneten Alpers und Graf von Bernstorff an den Reichsminister des Innern: „Die unterzeichneten Vertrauensmänner der Antragsteller nehmen Kenntnis von der Mitteilung des Herrn Reichsministers des erinnert, daß für die Aschenurnen, die nicht in Erbbegräbn Iunern, nach welcher eine weitere Zurücktellung des Abstimmungs= 1 beigesetzt werden, auf dem Kommunalfriedhof ein=n, Jaln antrages ihm unzuläsig erscheint und nunmehr für die Abstim= angelegt ist, in dem die Urnen eine würdige S könnung die ersen Sonntage des Septenber in Aussicht genommen I Anmelbungen nehmen uunen ene wordig, Stät snden gomen. I. Hannorerz Vr. Joni. Im Balde bei Lohug fand wons in werden. Die Vertrauensmänner sind mit dem Hern Reichsmi Dr. Meese Ingthefer Magrs.K.: nic Sanitätsrot beiterin dieles Jahres die entleibete Leiche einer volnischen Ar nister, der Ansicht, daß die wünschenswerte Geschlossenheit des gegen.dakteur Bartsch ent, veiterig, die dort ermordet worden war. Der Täter, ebenfalls ein eansrange, enen den Gstach Kratzche inr dans Kache.— Hut Aaus. 2u. u. u. u„ Suu gebiet eine Volksabstimmung zurzeit noch verbietet. Eine Abstim= Juni, abends.: mung im September ist aus praktischen Gründen unmöglich Da Ladenscheid die up wird im Saale des Hotels„Zur Post“ in ter Herr Reichsminister aber eine weitere Zurückst llung des An gucrgscheid„die„Liga zum Schutze der deutschen Kultur“ einen tages für iunzzläksig guachtat k.=han, 5##utang#i#. Mer Lichtbilder=Vortrag veranstalten, zu dem sie als Redner einen Mann gewonnen hat, der nur der Gewalt weichend sein mehrjähriges Arbeitsfeld an der Ruhr verlassen mußte. Herr Schriftsteller Hanns Trautner aus Bochum, der Land und Leute, die in Lüdenscheid nicht angebracht da die überwiegende Mehehelt der sch deser Lage Juut. Aus derz Veinzferdinanstraße iptelte Bürgerschaft in den Nachbarschaften für die Berdigung bestens sunger Mann gab aus einem Revolber versergt set. Die Nachbarschasten bmnen aber nur etwa bis zu cHen ab, der dieses in die Bahe troet. a u en 8. der Höhe an Kosten einer Beerdigung im Stadtgebiet auf. Den zweiten.... 91 Hinterbliebenen derjenigen Verstorbenen, die die Feuerbestattung angeordnet haben, bleibt aber die Sorge für die den Betrag der Nachbarschaften übersteigenden Mehrkosten, das sind die Transportkosten nach Delstern und die Kosten für die Einäscherung und die Nebenkosten für Orgelspiel usw. Für diese Mehrkosten tritt die Notgemeinschaft ein. Es kam nach Durchberatung der Satzungen Sründzng der Rotgemeinschaft mit sofortigem Inkraftireten. Die weyrronen werden für jeden Sterbefall umgelegt. Um aber g1gg###pen, 26. Juni., Der Abg. Haas= Köln(Soz.) einen Grundstock zu schaffen, hat jedes der Notgemeinschaft beitre= folgende bemerkenswerte Ausführungen: Der Friedensvertrag bilde tende Mitglied 10.000 Mark, evtl. in 2 Raten einzuzahlen. Es die Grundlage unserer Not, und der Ruhreinbruch habe die Rot für die Fälle, in denen eine eiter.,perschlimmert. Die Schreckensherrschaft des französischen Nachbarschaft nicht in Frage kommt, die Besorgung der zur Be menschengusc erinnere an frühere Jahrhunderte. Es werde ein stattung notwendigen Schritte einer besonderen Persönlichkeit, vor= Menschengeschlecht vergehen, ehe die Saat des Hasses verschwinden voraussichtlich einem Schreiner zu übertragen. Sämtliche Anwe= werde. Für die Rheinländer gebe es keine Rheinlandfrage. Sie senden, mit einer Ausnahme, wo bereits eine andere Vericherung verlangten ebenfalls das Selbstbestimmungsrecht der Völker für sich in Frage kommt, 18 Personen, traten der Notgemeinschaft bei und wollten keine Unterstellung unter den Völkerbund. Die rheinische unter Zahlung des vollen Betrages. Die Mitgliederzahl hat sich Bevölkerung sei in der Frage der Beibehaltung des passiven Widerin letzter Zeit ziemlich gehoben. Sie-beträgt z. Zt. über 180. Die nicht in der Versammlung anwesenden Mitglieder merden in diesen Tagen durch Rundschreiben zum Beitritt zur Notgemeinschaft aufgefordert werden. Es sei bei dieser Gelegenheit daran erinnert, daß für die Aschenurnen, die nicht in Erbbegräbnissen standes zu 99 v. H. einig. Abg. Haas beendete seine Ausführungen mit nochmaliger scharfer Betonung des unerschütterlichen Festhaltens der Rheinländer am Deutschtum. Aus dem übrigen Reiche. * Hannover, 27. Juni. Im Walde bei Loburg fand man im ArPole, Jarigyn, hatte sich jetzt vor dem Schwurgericht in Magdeburg zu verantworten. Die Ermordete war seine Geliebte gewesen. Er hatte sie beseitigt, weil er ihrer überdrüssig geworden war und eine andere Polin heiraten wollte. Die Kleider der Ermordeten hatte er seiner neuen Geliebten geschenkt. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten des Mordes schuldig. Er wurde demnach zum Tode verurteilt. Hannover, 27. Juni. Trautner aus Bochum, der Land und Leute, die### Haxnover, 27. Juni. Wie ein Detektivbureau mitteilt, ist Arbeit und die Not, den unbeugsamen Willen und die Gefahren1 Dienstag in aller Frühe zwischen Ahlem und Letter, 300 Meter an der Ruhr kennen gelernt hat, schildert, wie aus zahlreichen Zei. südwestlich der Kanalbrücke bei Letter, die Leiche einer männlichen tungsberichten Westdeutschlands hervorgeht, diese zeitgemäße Frage Person aufgefunden worden. Der Kopf war völlig vom Rumpfe mit überzeugender Kraft und zeigt eine reiche Auswahl, von Licht= abgetrennt und fehlte am Fundorte; es fehlten außerdem die Stiebildern, die uns den empörenden und widerrechtlichen Einbruch#el, die Hose und sämtliche Anhaltspunkte(Papiere usw.), die in friedliches Land vor Augen führen. Der Redner steht frei über auf eine Personenfeststellung Bezug haben können. allen Partei= und Klassen=Gegensätzen und greift mutig die Fäul=]„“ Wittenberge, 26. Juni. Bei einer geselligen Zusammennis und den Irrtum unserer Zeit und Gesellschaft an, getragen kunft zwischen verschiedenen Stadträten der Stadt Wittenberge im von reinem vaterländischen Geist, dessen Wurzel die Opferfreudig= hiesigen Ratskeller, wurde die Polizeistunde überschritten. Als keit des Einzelnen für die gerechte Sache seines Volkes ist. Damit ein Polizeibetriebsassistent kam, um sich nach der Ursache der Podient der Vortrag voll und ganz den Zielen der„Kultur=Liga“, liseistundenüberschreitung zu erkundigen, wurde er zu einem Schopeingeladen. Dabei nahm der erste Bürgermeister der Stadt Wittenberge die Dienstwaffe des Polizisten zur Hand und besichtigte sie. Bei der Rückgabe der Pistole ging ein Schuß los, der den Stadtrat Lehmann so schwer traf, daß er seinen Verletzungen erlag.„Die Sache ist der Staatsanwalt übergeben worden. München, 26. Juni. Der Tatbestand bei der Ermordung des Studenten Baur, der am 23. Juni innerhalb Breising mit einer Schußwunde im Kopf als Leiche aus der Isar gezogen wurde, klärt sich auf. Die Nachforschungen der Münchener Polizeidirektion führten am 25. Juni zur Festnahme des Studenten der Forstwirtschaft Zwengauer aus Geroldswind in Bayern. Dieser gestand, die es sich seit 1918 zur vornehmsten Aufgabe gemacht hat, in praktischer Arbeit und Vortragstätigkeit zum Wohle des arbeite iden Volkes, hineinzuleuchten in die Nacht der Unkenntnis und Vereingenommenheit aller Schichten und Bekenntnisse. und Rheinland. „..* Hagen, 27. Juni.„Schutz gegen den Milliarden=Raub“. Unter dieser Ueberschrift bringt die„Hagener Zeitung“ eine längere Untersuchung der Mittel, die angewendet werden könnten, um die Franzosen am Raub unseres Geldes zu hindern. Damit wäre dann ein Mittel geschaffen, um auch die Einwirkung der Franzosen den ihm wohlbekannten Baur in der Nacht auf den 19. Februar auf den Stand der Mark zu brechen. Schließlich meint die„Ztg.“ in der Widenmayerstraße in München erschossen und die Leiche in die Isar geworfen zu haben. Die Beweggründe der Tat bebürfen noch der Aufklärung. Warschau, 27. Juni. nach Krakau abgereist. Das rumänische Königspaar ist gestern trages für unzulässig erachtet, so sehen die unterzeichnetn Vertrauensmänner, ohne diese Rechtsauffassung sich zu eigen zu machen, sich veranlaßt, hiermit ihren Antrag vom 18. Dezember 1922 zurückzuziehen. Sie behalten sich entsprechend der Anheimgabe im Schreiben des Herrn Reichsministers vom 3. Mai d. J. vor. den Antrag zu gegebener Zeit erneut einzubringen.(gez.) Alpers. (gez.) Graf von Bernstorff. Das Direktorium der deutsch=hannoverschen Partei bemerkt dazu bestätigend, daß es den Abstimmungsantrag zu gegebener Zeit erneuern werde. Stadt und Land. Lüdenscheid, 28. Juni. „Hetze gegen den sozialistischen Bürgermeister" überschreibt die Volksstimme die gestern auch von uns gebrachte Erklärung des Pressevereins und fügt dann an deren Schluß hinzu:„Wenn es zegen einen Sozialisten zu hetzen gilt, dann sind die Herren bürgerlichen Journalisten, die in ihrem eigenen Betriebe sich lediglich nach den Wünschen ihrer„Arbeitgeber“ zu richten haben, die in den meisten Fällen wieder von kapitalistischen Hintermännern abhängig sind, mit einem vernichtenden Urteil schnell bei der Hand. Aber man erinnert sich, daß vor einigen Jahren die„Volksstimme“ in Hagen monatelang unter Vorzensur stand, daß sie mehrmals auf Wochen verboten worden ist. Man hat nichts davon gehört, daß der Presseverein damals für die Pressefreiheit eingetreten ist. Pressefrechheit für die bürgerlichen Presseorgane. Unterdrückung der sozialistischen— so meinen es die Herren!“ Damit ist die Illustration zu dem von der„Volksstimme" wiederholt beliebten Wort„Pressefrechheit“ gegeben. * Bürgermeister Dr. Gudewill hat einen Stägigen Urlaub angetreten. Die Strompreise sind vom Elektr. Werk neu festgesetzt worden, wie eine Anzeige heute mitteilt. Die Sachbezüge erfahren nach Mitteilung des Versicherungsamtes in vorliegender Nummer eine Erhöhung im Wertansatz. Fernsprechgebühren. Vom 1. Juli ab werden die Fernsprechgebühren auf das Fünffache der bisherigen Sätze erhöht. Vom gleichen Tage ab beträgt mithin die Jahresgebühr für einen Hauptanschluß in Lüdenscheid 84.000 Mark. Ein Ortsgespräch kostet dann 150 Mark vom Teilnehmer und 300 Mark von einer öffentlichen Sprechstelle aus.: Höhere Meistbeträge im Postzahlungsverkehr. Wie der Reichspostminister dem„Manufakturist“ auf seine Eingabe mitteilt, wird durch Aenderung der Postscheckordnung mit Wirkung vom 1. Juli ab der Meistbetrag für Postschecks von 1000 000 auf 10000000 Hhsck, Pohhorngsapisteistras für telegrapbische Zahllarten, telegrg; der Vorrat noch größer gewesen zu sein, denn die herumliegenden Sazungsgwpenungen von 200000 Mark auf 1000000 D.(Plascherben deuten darauf hin, daß die Spizbuben dort asters an seinem Sese„. her. Fetslveher, und seder Turner kam erhöht. Die Verkehrsanstalten sind angewiesen worden, schen jezt 1 Kraftproben angestellt und die entleerten Flaschen„der Einfachheit Anordng de tragen, wenn sich alle den die Ueberschreitung der zur Zeit, geltenden Meistbeträge innerhalb halber zertrümmert haben.1 fügen. Mze ar und namentlich des Ordnungsausschusses neu festgesetzten Grenzen nicht zu beanstanden. Für gewöhn Witten, 26. Juni. Auf der Landstraße bei Kirchlinde ver in Gra# der: gom Wettergott erwarten, daß er statt des„Grau liche Ueberweisungen ist kein Meistbetrag festgesetzt. suchte ein 24jähriger holländischer Stodent aus Amsterdam seine Bläue am ar... oy..—d Monate die lichte Helle„uind I. Deutsches Turnsek in München. Vom Veranstaltungsaus. Gellebte, eine Verkäaferin aus Amsterdam, mit der er sich auf schuß des 13. Deutschen Turnfestes„München 1923 ist dem Turn= Vergnügungsreise befand, in einem Anfall von Raserei mit einem verein„Jahn“ hier ein ehrenvoller Auftrag zuteil geworden. Die Revolver zu erschießen. Er verletzte sie an der Schulter, schlug Verein angemeldete Sondervorführung soll am Begrü= dann mit einem Spazierstock auf sie ein und brachte ihr eine schwere zungsabend auf der Bühne in, der großen Festhalle vor der ge Kopfwunde bei. Von Autofahrern wurde die Schwerverletzte auf samten Zuschauermenge vorgeführt werden. Da nur einige wenige der Landstraße vorgefunden. Der Täter entfloh, vereine der Deutschen Turnerschaft hierfür vorgesehen werden, ist“ Holzen, 26. Juni. Französische Schandtat. Vor einigen ## für den Verein wie für unsere Lüdenscheider Turnerschaft ein Tagen wurde abends gegen 8 Uhr ein hier wohnendes Dienstmädschönes Zeugnis dafür, wie sehr die Leitung der Deutschen Tr, chen auf dem Nachhausewege bei der Waldung des Gutsbesitzers Ketels von zwei gut deutsch sprechenden Franzosen(Alpenjägern) überfallen und vergewaltigt. Die schändlichen Verbrecher hielten den Mund mit einem Tuche zu und rissen dem armen Mädchen die Kleider vom Leibe. Leider konnten die Verbrecher n4ch Frer, Ziprtat entkommerz, Das Mädchen mußte sich in drzt. liche Behandlung begeben. Die zuständigen Behörden haben alles veranlaßt, um auch diese neue Schandtat zur Kenntnis derjenigen allen Ernstes:„Das Allereinfachste wäre freilich, Frankreich amtlich anzukündigen, daß wir fortan soviel französische Frank drucken würden, wie uns von den Franzosen Mark geraubt werden.“ Hagen, 27. Juni. Eine Explosion entstand in einem der größeren städtischen Kanäle dadurch, daß auf einem benachbarten Fabrikgrundstück in den Hoffinkkasten unzulässigerweise explosionsfähige Stoffe— in diesem Falle Lack und Benzin— eingeschüttet worden waren. Nur der Geistesgegenwart des betroffenen Arbeiters, der sich, an Kleidungsstücken brennend, in die trübe Kanalflut warf, ist es zu verdanken, daß nicht schwerstes Unheil geschah. Es muß auf das Dringendste davor gewarnt werden, Benzin, Lacke oder andere brennbare oder explosionsfähige Stoffe den Kanälen zuzuführen, wie es auch durch Polizeiverordnung verboten ist. Zuwiderhandlungen können zu schwersten Schadenersatzansprüchen führen. ..* Hohenlimburg, 26. Juni. Auf dem Wege am ef###nierten Kirchhofe hierselbst wurde durch den Sohn des Friedhofswärters ein Diebeslager aufgedeckt. Aus einem dort lagernden Wasserrohre konnten nicht weniger als 15 Flaschen guten Weines hervorgezogen werden, die nach angestellten Ermittelungen bei dem letzten Einbruch in der Villa Röhr gestohlen worden sind. Anfänglich scheint der Vorrat noch größer gewesen zu sein, denn die herumliegenden uund Sport. Bezirksturnfest. Am kommenden Sonntag begeht der 1. Bezirk des Lenne=Volme=Gaues der D. T. sein 7. Bezirksturnfest. Die Bezirksleitung wie auch die verschiedensten Ausschüsse des festgebenden Lüdenscheider Turn= und Sportvereins von 1861 haben bereits ihre vorbereitenden Arbeiten durchgeführt. Danach steht ein guter Verlauf des Festes zu erhoffen. Ein Kommers am Sonnabend in der Erholung soll des Festes Auftakt sein. Die turnerischen Veranstaltungen finden Sonntags aus dem Schützenplatz und in der großen Halle statt. Die Wettkämpfe der männlichen Turner beginnen 6 Uhr morgens. Um 9 Uhr treten die Wetturnerinnen an. Der Beginn des Alterswettkampfes ist auf 10 Uhr festgesetzt. Dem Festzug, der sich vom Karlsplatz zur Schützenhalle bewegt, folgen die allgemeinen Freiübungen. Weiter umfaßt der turnerische des„Nachmittags,„Sondervorführungen, Staffettenlauf und der Verkündigung der Sieger um 6 Uhr wird das Fest beschlossen. Jeder Festteilnehmer und jeder Turner kann „Heugnis bafur, wie sehr die Leilung der Deutschen Turnerschaft das Können der Turner Lüdenscheids einschätzt.— Mögen dem Verein, an dessen finanzielle Kraft die Entsendung der Sonderriege hohe Anforderungen stellt, die notwendigen Mittel nicht versagt sein, damit Lüdenscheid auch in München wieder seinen guten Ruf als Turnerstadt bewahrt. Keine Roggenpacht für Kleingärten. Der preußische Wohlbrau“ per letzten Wochen und Monate die lichte Helle und einer##r am Himmelszelt aufspannt und damit eine der ersten Voruussetzungen zum guten Gelingen des Festes bietet, so wird auch von allen Festteilnehmern, Zuschauern wie Turnern erwartet, daß um einen würdigen und schönen Verlauf des Festes bemühen. Der gute Ruf und Klang der alten Turnerstadt auf des Berges Höhen muß sich auch zu dieser Veranstaltung wieder bewähren. Dieses Treffen der Turnerinnen und Turner aus unsern heimatlichen Bergen und Tälern zu frohem Kampf und Spiel muß ein würdiger Auftakt im kleinen Rahmen sein zur großen Heerschau, zu der die deutsche Turnerschaft Jahns Jünger und Jüngerinnen im nächsten Monat nach München zusammen gerufen hat. Ist der Himmel der Turnerei am Sonntag hold, so darf mit einer großen Beteiligung aus dem Bezirk und darüber hinaus, von nah und fern gerechnet werden. Der Festplan ist aus den Anzeigen und Aushängen ersichtlich. wod. Li. dah die Fessetzung der Pocht für Kleingkrten nach den Rog, sn friediches Land eingefallenen freond uhmreichen Teaten der beder Pefseiegricht igathast ist. Eine solche Pachtbemestung Jsei tralen Auslande kandzutun, an ewdtischen Aeilitäkrzs dem veuS Sspegie, 72., Junz. Ein Zusammenstoß zwischen Kommuni. sten und Polizei entstand am Sonntagabend auf dem Lichtenplatz. An einem von Ronsdorf kommenden Zug von Kommunisten fuhr sin. seres, Polizeiauto vorbei. Dabei wurde ein Bassant leicht gestreift, worauf die Menge den Autoführer und seinen Begleiter mehrere Schreckschüsse ab, worauf herbeieilende Schupo den Führer befreite. * Ohligs, 27. Juni. An einem Hause in Weyer trat abends gegen 10.30 Uhr ein Mann an die Haustür heran und klingelte. Angeblich wollte er Briefe abgeben. Das anwesende 14jährige war allein zu Hause, es öffnete aber nicht. Als das Mädchen nicht öffnen wollte, sondern den Mann bat, ihm die hase,#e samzrschaftlich noch sozial gerecht und möglich. Sie #ne auf landwirtschaftliche Grundstücke. Kleingärten seien aber #ne landwirtschaftlichen Grundstücke, da sie keinen oder doch nur wenig Roggen hervorbrächten. gestrigen Wochenmarkte waren die sämtlichen Verszufsktände für Gemüse mit wenigen Ausnahmen völlig leer, da spohl das Gemüse der Düsseldorfer Großhändler als auch ein Waggon Gemüse eines hiesigen Großhändlers auf der Eisenbahn Enerhalb der Besatzungszone von den Franzosen beschlagnahmt rden war. Die Landwirte, welche mit ihren Erzeugnissen er[ienen waren, wurden vom Publikum geradezu gestürmt, so daß Haem gnte„Augenblick vergriffen war.— So schreibt man aus und F. 4419 dasselbe Bild, wie in Lüdenscheid, das mag denen #.Der Fußballwettlampf, den Lüdenscheid 1. gestern Abend am Waldschlößchen gegen„Pfalz“=Ludwigshafen ausfocht, brachte Lüdenscheid eine Niederlage von:0. Aus aller Welt. Ein tolles Verbrecherkunststück. Der unter dem Spitznamen Staatsanwalt König bekannte Ein= und Ausbrecher Robert Lange hatte am 15. v. Mts. seine langjährige Freiheitsstrafen wieder abgekürzt, indem er aus dem Gefängnis in Senneburg entwich. Kaum ist er in Berlin wieder untergetaucht, da macht er wiederum von sich reden. Lange hatte die Bekanntschaft der Besitzerin des Volksgartens in der Roederstraße zu Lichtenberg gemacht und stand im Begriff, sich mit ihr zu verloben. Um sich die Möbelausstattung und den Festbraten zu verschaffen, verband er sich mit dem ebenfalls bekannten Zuchthäusler Karl Schohr. Am 13. d. M. hielt ein Möu2 2. au0 dasselbe Bild, wie in Ladenscheld, das mag denen Briese durchs Gittersensn an dat, ihm die 1 hesennten Zuchthzusler, Karl Schohr. Am 13. d. N. hielt ein Mön Trose dienen, die sonst auf Hagener Verhältnisse schwören.s volver und zielte auf das Mädchen. Dieses sief kerut 3 auch Kigen gu en vor dem Hazse Ahlandstraße 124. In einem oüngagengr. Serdatgmne Spsgen, golver und zielte auf vas Maochen. Dieses lief fort, worauf auch stigen Augenblick schwang sich Lange auf maochen. Bieser deg fort, worauf auch z zur Grindung einer Rotgemeinschaft Stadibau Strasenbahnleitung Die drei Bfede uhrmert gegen die Gend bielt im Ralhaurse Ver=scerat um Dlenstag der Mann verschwand. Losch=ir. 1,„=Tathause der Verein für Feuerbesatung für Lö.: Düfeldors, 25. 7sceid und Umaegend eine außerordentliche Mitgliederversammstigen Augenblick schwang sich Lange auf den Bock und jagte davon. Im Volksgarten wurde der Wagen sofort entladen. Die Besitzerin des Volksgartens kaufte die Möbelstücke für zwei Millionen Pork von Lange. Da die Gesellschaft für das Verlobungsfest auch einen Braten brauchte, so wurde eins der beiden Pferde abges hlachtet. Inzwischen war ein Kriminalkommissar den Dieben auf die Spur gekommen. F su.* Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. Großer Silberdiebstahl. Nachts wurde auf Schloß Neetzow bei Jarmen ein Einbruchsdiebstahl verübt. Den Tätern sind Silbergegenstände im Werte von rund 150 Millionen Mark in die Hände gefallen. Die Täter haben einen Fensterrahmen ausgebohrt und durch das dadurch entstandene Loch den Riegel geöffnet. Die gestohlenen Sachen tragen das Wappen der Cruse=Neetzow(3 Bäume mit der Krone darüber) und zum Teil der Familie von Heyde (eine Mauer mit Krone darüber). Im Jahre 1916 war der Landwehrmann Franklin Leutheuaus Katzberg, der dem Landwehrregiment Nr. 32 angehörte, in Galizien in russische Kriegsgefangenschaft geraten. Ein Brief von ihm kam im gleichen Jahre in der Heimat an, seitdem hörten die Angehörigen nichts wieder von ihm. Im vorigen Jahre wurde i gerichtlich für tot erklärt. Seine Ehefrau gab ihren Wohnsig in Katzberg auf und wollte sich in Hämmern vor acht Tagen von neuem verheiraten. Einige Tage vor der geplanten Hochzeit traf ein Brief des lange Vermißten aus Rußland in Katzberg ein, in dem er schreibt, daß er noch immer die Heimkehr ersehnt; er bittet, ihm dazu behilflich zu sein. Es sollen nun Schritte eingeleitet werden, um ihm die Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen. Die Hochzeit der Gattin konnte unter diesen Umständen natürlich nicht stattfinden. Der Ministerpräsident ohne Kragen. Eine originelle äußere Erscheinung ist der polnische Ministerpräsident Witos, der Führer der polgischen Bauernpartei. Er war im Anfang des Jahres 1920 schon einmal Ministerpräsident, als die Bolschewistenarmee in Polen einfiel. Witos hat eine gute Erziehung genossen und ist auch ein kluger Mann, hält aber darauf, seine bäuerliche Herkunft nicht zu verleugnen. Infolgedessen tritt er auch in seiner Ministerwürde als Bauer auf, d. h. er erscheint ohne Kragen und Kravatte. Seine faltigen Beinkleider stecken in Schaftstiefeln. Bei allen ist Witos im Parlament sehr angesehen. Er hat als Parlamentarier eine gute Schulung hinter sich, da er im alten Oesterreich als galizischer Abgeordneter tätig war. Löwen im Flugzeug. Auf dem Flugplatz von Brüssel wurden drei junge Löwen in ein Flugzeug geladen und durch die Luft nach Paris befördert. Es handelt sich um Tiere, die rechtzeitig auf dem berühmten Neuilly=Tiermarkt eintreffen sollten, der alljährlich im Juni stattfindet. Da der Tierhalter den Anschluß mit hatte, blieb nur die Luftpost als einzige Möglichkeit übrig. Ein mexikanisches Ehepaar, das sich besuchsweise in Berlin aufhält, wurde abends nach einem Besuch bei Bekannten in Charlottenburg auf dem Wege zur Bahn in der Berliner Straße plötzlich von vier Räubern angefallen. Da sich das Ehepaar nicht willenlos ergab, erhielt der Mann von den Verbrechern einen Messerstich am Hals, während die Frau durch einen Schlagring am Kopfe übel zugerichtet wurde. Als die Ueberfallenen mit letzter Kraft laut um Hilfe riefen, liefen die Verbrecher davon. Eine Verfolgung seitens der Passanten blieb leider erfolglos. Das Ehepaar wurde auf der Rettungsstelle verbunden. Vor einer ungeheuren Explosionsgefahr ist dieser Tage Liverpool im letzten Augenblick noch gerettet worden. Das englische Morineministerium hatte eine umfangreiche Sendung von PikrinSäure, die nach dem Hafen Portsmouth gehen sollte, über Liverpool verschickt. In Liverpool lag die Sendung vier Waggon stark mitten in den Bahnanlagen der Stadt. Die bekannte Säure ist eins der furchtbarsten Explosivmittel, die man sich denken kann. Das Unglück wollet es, daß ein Dampfkran, der in der Nähe arbeitete, umstürzte und sich quer über die vier Waggons legte. Die Heizvorrichtung des Dampfkranes wurde dabei unter die Waggons geschleudert und die brennenden Kohlen verbreiteten sofort ein Feuer, das an dem Boden und den Wänden der Waggons Nahrung fand. Ein Wächter, der in der Nähe beschäftig war, erkannte die furchtbare Gefahr und ging sofort mit zwei Arbeitern daran, das Feuer zu löschen. Die Arbeiter wußten nicht, um was es sich handelte, während der Wächter sein Leben tapfer aufs Spiel setzte. Es gelang, das Feuer zu löschen, ehe die Wände und der Boden der Waggons durchgebrannt waren. Die furchtbare Gefahr, in der Liverpool geschwebt hatte, kam der Bevölkerung erst nachträglich zum Bewußtsein. Wäre das Feuer nicht rechtzeitig geköscht worden, so wäre zweifellos ein großer Teil von Liverpool einer vielleicht noch nie erlebten Explosion zum Opfer gefallen. Die Bevölkerung von Liverpool ist empört über das Marineministerium, das in einer so leichtsinnigen Weise die Stadt einer so furchtbaren Gefahr ausgesetzt hat. Handel und Verbot des Handels mit Dollarschatzanweisungen an börsenfreien Tagen. Berlin, 27. Juni. Der Börsenvorstand hat gestern einen Beschluß gefaßt, wonach der Handel mit Dollarschatzanweisungen in den Börsenräumen an börsenfreien Tagen ebenso verboten ist, wie der Handel mit Effekten. Zuwiderhandlungen werden mit dem Ausschluß von der Börse bestraft. Hierdurch wird insofern Klarheit in der strittigen Frage geschaffen, als bisher die Meinung bestand, daß Dollarschatzanweisungen nicht zu den Effekten gehörten, auf die sich das Verbot beziehe. Hinsichtlich der Börsentage im Juli bleibt es nach den gestrigen Beschlüssen des Börsenvorstandes wie bisher. Es findet also am Montag, Mittwoch und Freitag Vollbörse statt. Erleichterungen in der Devisenverordnung. Berlin, 27. Juni. Der Reichswirtschaftsminister Dr. Becker erläßt die folgenden Ausführungsbestimmungen zur Verordnung über den Handel mit ausländischen Zahlungsmitteln zum Einheitskurse. § 1. In Fällen, in denen für ausländische Zahlungsmittel amtliche Kurse nicht notiert werden, können im Bedarfsfalle in der Presse regelmäßig Preise veröffentlicht werden, die von einem Ausschuß der Berliner Bedingungsgemeinschaft für den Wertonoierverkehr ermittelt werden. Diese Preise treten für Geschäfte in solchen Zahlungsmitteln an die Stelle der amtlichen Kurse im Sinne des Paragraphen 1 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 22. Juni 1923. Die veröffentlichten Preise gelten bei Abschlüssen in diesen Zahlungsmitteln als Höchst= und Mindestpreise. § 2. Ausländische Banknoten, Sorten und Papiergeld können auch über den in Paragraph 1 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 22. Juni d. J. festgesetzten Höchstbetrag hinaus von Dévisenbanken und Wechselstuben zu einem Preise unterhalb der letzten amtlichen Kurse oder der nach Paragraph 1 ermitteiten Preise erworben werden. § 3. Die Vorschriften der Verordnung finden auf Geschäfte, die mit der Devisenbeschaffungsstelle abgeschlossen werden, keine Anwendung. Die Devisenverordnung verboten. Paris, 27. Juni. Die Interalliierte Rheinlandkommission hat die Anwendung der Verordnung der Reichsregierung gegen die Devisenspekulation auf das Rheinland untersagt. Zuwiderhandlungen von Banken und Privaten dürfen von den deutschen Behörden nicht mit Strafe belegt werden. Devisenordnung im Rheinland. Berlin, 27. Juni. Die Besprechungen zwischen Handelskammern, Wirtschaftsvereinigungen etc. und Reichsregierung haben nunmehr zu einem vorläufigen Ergebnis dahin geführt, daß für das Rheinland eine Erleichterung der Verordnung geschaffen werden soll. Es wird eine Art Vorclearing des dort angemeldeten Devisenbedarfs und=angebots eingerichtet werden. Die überschießenden Spitzen sollen dann in Berlin bei der Reichsbank abgerechnet und gedeckt werden. An ihrem grundsätzlichen Standpunkt, daß der amtliche Berliner Kurs maßgebend sein soll, will jedoch die Regierung unter allen Umständen festhalten. Es bleibt nun abzuwarten, ob der Ausweg eine Besserung der augenblicklichen Lage herbeizuführen geeignet Ist. Berliner Wertpapier=Börse Mitgeteilt vom Barmer Bank=Verein, Lüdenscheib. Dollarschatzanweisungen 175000 Mark! In der derzeitigen Periode des katastrophenhaften Markverfalls und infolge davon die Anmaßung der Effektenkurse an diesen Zustand, erlebte die Berliner Börse heute einen neuen Rekordtag, weniger hinsichtlich des Geschäftsumfanges als im Ausmaß der Kurssteigerungen. Dollarschatzanweisungen, die jetzt als maßgebende Bewertung der Devisenpreise mit anzugeben sind, wurden bei der Festsetzung der amtlichen Kurse mit 175.000 bezahlt. Der Dollarkurs stellte sich bei nicht starker Abgabe der Reichsbank auf 153000. Die anderen Devisenpreise erhielten nur für einige Plätze 50 bis 75 Prozent zugeteilt. Im Effektenverkehr waren die Kurse sehr beträchtlich hoch. Besondere Erhöhungen erfuhren schwere Montanpapiere und die Spitzenpapiere bei Industrie=Bank und Schifffahrtsaktien um 200—700, für Bochumer Guß sogar 1000000, sonst durchschnittlich 30—100 Prozent und vereinzelt darüber. Verantwortlich i..: W. Lehder. Strompreise. Durch die Kohlenpreiserhöhung ab 25. Junl stellt sich der mittlere Kohlenpreis für Juni auf Mr. 4775 160 für 10 t frei Kraftwerke der Mark. Nach dem Niedersponnungstarif betragen die Preise für die Kilowattstunde dementsprechend ab 1. Juni: für Licht Mk. 3502, für Kraft 3502, 3240, 2977, 2802 und 2627 je nach Tarifstunde. Für Huni kann von nicht nach Zählern verrech neten Untermietern für eine täglich 1½ Stunde brennenbe 32 kerzige Lampe eine Pauschale von Mr. 7000 erhoben werden. Bekanntmachung. Gemäß§ 160 Abs. 2 d. R. V. O. und des § 1 Abs. 3 des Versicher.=Ges. f. Angestellte in der Fassung des Gesetzes vom 11. 11. 1922 (R. G. Bl. S. 849) wird der Wert der Sachbezüge für den Bezirk des Kreisversicherungsamtes Altena vom 2. Juli 1923 ab bis auf weiteres wie folgt festgesetzt: Bezeichnung der Sachbezüge Künnliche Weldl. Verscherte Versicherte und Lehrlinge ausschließlich(männl und weibl. Lehrlinge aller Berufe). Beim Nachweis erheblicher Mehr= oder Minderwerte in besonderen Fällen bleibt eine andere Festsetzung vorbehalten. Altena, den 25. Juni 1923. Der Vorsitzende des Versicherungsamtes: I. V. Potthof, Regierungsrat. Motto: Die Hälfte des Lebens verbringt der Kaufmann in seinem Büro, drum soll er es sich heimisch gestalten. Burschlrieritungen, moderne Briefablagen, Prwvatburos liefert preiswert Papierhaus Sasse Wilhelmstr. 20. Fernruf 1185. Fachmännische Vorschläge unverbindlich. Koncordlastr. 4. Wagner& Co. kaufen, wie schon bekannt, sämtliches Fire zisch und Zampen zu den Höchsten Tagespreisen; sowie Metalle das Kilo minbestens 2000 Mk. mehr wie jebe Konkurrenz. Wagner& Co., Honselerweg 32 a. Teleson 1153. Bevor Sie verkaufen, holen Sie doch unsere Preise ein. Deutsche Sprechmaschinen nur anerkannt beste Marken u. a. „Milophon“ (eigenes Fabrikat) „Resonaphon“ „Vox“ sowie Schallplatten von Grammophon, Parlophon und Vox, sind ohne, Kautzwang zu besichtigen. Schmitt-Piano G. 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