EA der deutschsprachigen Presse.V. n Brief 51829 00 6717.00 20651.50 22356.00 34085.00 3429.00 5764.50 609019.0 1303250 8020.00 23358.50 18627.00 177,45 3739.50 1914 1/### □ □91 .125 .125 .125 081 81 20.43 499 81 81 81 85.05 □ 91 delt über sung des MarkDevisengeschöst lich zurück und Niveau zeite Ansicht über ie Unsicherheit ckhaltung beoblichen Schwantückschläge etwa n die Verände. er Bulkan verProzent. Auch Hamburg Södsich dann aber ktr. Werte anin konnten sich Teil behaupten. rozent. Reichs000 angesichts Von den Konird an deutsche st, um dessen Material soll, tement in Watehenden Weltsehr eingehend Ausland, die Betriebskapital, zahl, die Verintwortung emIndustriebund, Praschin den 29. Juni bs 6½ Uhr im okal der Kasse, 8 ordentliche =Orbnung: über das Gehr 1922: e und Abnahme resrechnung für der Rechnungsn. schluß an diese ndet die Ausg der Freiwillidenkasse statt. heid, . Juni 1923. Vorstand , Vorsitzender. Reschet Hofe. den 24. 6, nach3 Uhr Versammlug des Konsumna der Beiträge. hezahlung entnehr. er Vorstand. Gaschek newald. Versammlung des Herrn E. inntag den 24 gens 10 Uhr. =Ordnung: der Betträge. er Vorstand. e. 6. m. b. E. enscheid. Versapaslung ag, 29. Juni, hr im Geschäftspperstr. 43, wozu eder Frerunblchh sind. Orbnung: sbericht. 9 des Geschäfts* Vorstand: ius Seal,„sweigg well überzählig. v. Zu ertragen Hutoost. ua 81. —* Escheist Gzlch uit Gusaches dr 1 Amiliches Kreisblatt für den Stadtkreis Lüdenscheid.(Pr3 am Zeit ader dern Raum ienet Seum unid Feletegg Ammeriches Kreisbialt für den Stautkreis Luckenlcheid. 150 MI, Zeunisendnusegen une Stelen. un Gerdeuhee 85ch Gr. 1 K 4e Amilichel Anzeiger für den Kreis mitena.&.(Jede Radakt zut bei gthzien, grset Eiegannarie: Seiteng am Peiendug ir Salühm ien Amtisches Kreisstatt Tür den Rautkreis Lüdenscheid. K a Amrtiche. Anzeiger für den Kreis Kitena. K; — Ferniprecher: 98— Telegram-Udreise: Zeitung. Druck und Verlag von Karl Saffe. Cüdenscheid. Friedrichstraße 91.— Verantwortlicher Redakteur: Otto Scaar. Cüdenscheid. Die 1 cym Zeile oder deren Raum tonet 150 MI., Familien=Anzeigen und Stellengesuche 100 Mk. Behörden 250 M. Auswärtige 200 M. Reklamen 800 M. Jeder Rabatt fällt bei Konkursen, gerichtlicher Beitreidung der Gedühren fort Nr. 143. Das Neueste vom Tage. Die Revision des zum Tode verurteilten Landwirtschaftslehrers Goerges ist vom französischen Revisionsgericht verworfen worden! Nach dem Vorwärts beabsichtigt Regierungspräsident Grützner bei der englischen Regierung einen Schritt für deren Unterstützung eines Begnadigungsaktes im Falle Gberges zu tun. Der Reichspräsident hat der Schillerstiftung in Weimar und dem Wohlfahrtswerk für deutsche Schriftsteller und Schriftstellerinnen eine Spende von einer Million Mark überwiesen. Dr. Stresemann sprach in Hildesheim über das Ruhrrproblem und sagte u..: Deutschland muß sich von dem Glauben frei machen, daß nach dem Einfall der Franzosen ins Ruhrgebiet die Welt auf unserer Seite sei. Das Ausland betrachter die Ruhrfrage von seinem Interessenstandpunkt aus und stellt sich ein auf die Folgen für die deutsche Volkswirtschaft. Die vierte Versammlung des Völkerbundes wird am 3. September vormittags in Genf zusammentreten. Sie wird die Maßnahmen zur Kenntnis nehmen, die zur Ausführung der Beschlüsse der vorhergehenden Versammlung angeordnet wurden, besonders hinsichtlich der Beschränkungen der Rüstungen, der Sklaverei und des kanadischen Vorschlages auf gewisse Aenderungen des Vertrages. Der Londoner Berichterstatter des Echo de Paris meldet, man spräche von einer offiziellen Reise der Führer der englischen Arbeiterpartei nach dem Ruhrgebiete. Diese beabsichtigten, nach ihrer Rückkehr einen offiziellen Bericht über die Lage zu erstatten. Der päpstliche Delegat für das Ruhrgebiet, Msgr. Testa, ist vor einigen Tagen wieder in Essen eingetroffen. Heutige Dollarfrühnotierung 136000 Ruhig. Zum Marksturz. Die Pariser Blätter befassen sich mit dem Marksturz. Eines davon, im übrigen durchschnittlich gemäßigter als die andern, vergießt dabei einige Krodokilstränen und meint, die Lage habe etwas Tragisches an sich. Das Organ Loucheurs steüt gemeinsam mit andern Blättern die Frage auf, die man in Paris ruhig der deutschen Regierung überlassen möge, ob nämlich bei der katastrophalen Währungsentwicklung die Aufrechterhaltung des rassiven Widerstandes weiter möglich wäre. Diese förmliche Frage deutet schon allein darauf hin, daß man in Paris mindestens über einen Teil der Ursachen des Marksturzes recht gut Bescheid weiß. Haben doch die Franzosen durch die zahlreichen Beschlagnahmen bei deutichen Bankfilialen, durch schwere Kontributionen, die sie den verschiedenen Gemeinden auferlegten, und schließlich durch die Geldstrafen, die ihre Kriegsgerichte verhängten, sehr hohe Beträge in Papiermark in die Hand bekommen, während entsprechende Verwendung an den ausländischen Finanzzentralen ein Ueberangebot von Papiermark erzeugt haben muß. Nachdem in Berlin ein leichter Rückschlag eingetreten war, haben vielleicht die Beratungen des Reichskanzlers mit den Banken am Dienstag vormittag den Bessinn e# er neuen Markstützungsaktion eingeleitet, die freilich nicht so reichliche Mittel zur Verfügung haben wird, wie die erste, aber immerhin imstande sein kann, den Sturz der Mark in grundlose Tiefe zu verhüten. Vielleicht wird man auch in Paris, wenn die erste Schadenfreude über das deutsche Währungselend verrauscht ist, noch dankbar sein für jede Maßnahme, die in Berlin den Murksturz aufhält; denn wie die Dinge liegen, hat der von Paris ebgeschnellte Pfeil zwar das erste Ziel, aber gleichzeitig auch den Schützen getroffen. Englische Bläter heben hervor, daß die Demoralisation der Börsenkreise, wie man in England nach solidem Kaufmannsgeist die Flucht vor der Währung des eigenen Landes nennt, auch Paris, Brüssel, Bukarest und Warschau ergriffen habe. In der Tat muß schon die Lektüre der Berliner Devisenkurse zeigen, daß die Währungen Frankreichs, Belgiens und insbesondere Polens bei weitem nicht in dem Maße gestiegen sind, wie die Mark fiel, bei weitem nicht in dem Maße, als der Dollar, das englische Pfund und sogar die österreichische Krone an Papiermarkwert gewannen. Insbesondere die stürmische Nachfrage nicht etwa in Berlin, sondern in der belgischen und französischen Hauptstadt, nach dem englischen Pfund ist in diesem Zusammenhang bedeutungsvoll, zunächst bedeutsam als Symptom für die volle Gesundung der englischen Währung, die in den ersten Jahren nach dem Kriege ein empfindliches Disagio gegenüber dem Dollar und den besten neutralen Währungen hatte. Mehr und mehr tritt in Europa das Pfund als gleichberechtigte Hauptvaluta nach dem Dollar auf. Man klammert sich an die englische Währung als an etwas Stabiles. Das ist vielleicht ein Zeichen von den Verhältnissen in Eurcpa gegenüber der augenblicklichen englischen Politik, die aus dem englischen Gesichtspunkt heraus Europa geschäftlich und daher vorher auch politisch stabilisieren will. Die Rückwirkungen des Marksturzes auf die Länder, die Deutschland feindlich gesinnt und politisch vom Vernichtungsgeist gegenüber Deutschland erfüllt sind, beweisen wieder einmal, daß in der heutigen Zeit gewisse überalte Methoden der Politik nicht mehr ohne Schaden für alle andern Länder wöglich sind. Auch ein militärischer und politischer Sieg im alten Sinn ist für den Sieger selbst gefährlich, sobald er auf einem wirtschaftlichen Isolierschemel steht. Auf einem solchen steht überhaupt kein europäischer Staat. Die Politik Poincares, welche die alten Methoden etwa der napoleonischen Zeit in einer wirtschaftlich ganz anders gearteten Epoche anwendet, ist früher oder später zum Scheitern verurteilt. Je später dies der Fall ist, desto schwerer Holslagt fl. Juesl s. sind die wirtschaftlichen Rückschläge auch für Frankreich. Man ist es seit einem Jahre schon fast müde geworden, diese Binsenwahrheit zu predigen. Konservative englische Blätter greifen sie aber aus Anlaß des Marksturzes auf und zeigen, daß England nach wie vor zäher auf der alten Einstellung beharrt, die es in Cannes und Genua nicht durchsetzen konnte, damit aber den wirtschaftlichen Leuten des neuen englischen Kabinetts nicht als erledigt gilt. * „Entspannung!“ Unter dieser Ueberschrift schreibt die Vossische Zeitung: Die Folgen des Marksturzes haben in den letzten Wochen das Deutsche Stadtvolk auf eine schwere Belastungsprobe gestellt. Man kann heute sagen: daß die hreiten Massen der Bevölkerung, namentlich die Arbeiterschaft, diese Probe mit bewunderungswürdiger SelbstPch. Johggong beherrschung überstanden haben. Die Lohnbewegung ist zwar noch nicht beigelegt, aber sie ist in friedliche Bahnen gelenkt. Die Regierung und ein erheblicher Teil der Arbeitgeber sind bereit, die Löhne den Preisen anzupassen. Auch der Untersnchungsausschuß der Reichsregierung wird energischer als bisher gegen die DevisenSpekulation vorgehen als bisher, und dadurch eine Entspannung bewirken. Die Verhandlungen über Maßnahmen zur Verhinderung des weiteren Marksturzes werden voraussichtlich noch im Lause dieser Woche zu Ende geführt werden und unmittelbar darauf soll dann eine Verordnung erlassen werden. Auch im Ruhrgebiet scheint die innenpolitische Spannung der letzten Wochen beseitigt zu sein. Die Arbeiter sind fest entschlossen, den passiven Widerstand in seiner bisherigen Form weiter zu führen und die deutsche Abwehrfront nach wie vor unerschütterlich zu halten. Schärfster und bäuernder Wiverstand! Eine Erklärung der christlichen Gewerkschaften. Köln, 21. Juni. Die Christlichen Gewerkschaften des altbesetzten Gebietes haben in einer Stadt des unbesetzten Gebietes angesichts der entscheidenden Bedeutung der gesamten politischen Lage erneut Stellung zu den vorherrschenden Fragen des Tages genommen. Gegenüber den mit allen Mitteln betriebenen Versuchen der französischen Regierung, das besetzte Gebiet staatsrechtlich vom Deutschen Reiche zu trennen, diess Gebiet politisch, militärisch und wirtschaftlich vollkommen zu beherrschen und damit das ganze übrige Deutschland unter seine dauernde Botmäßigkeit zu bringen, sowie gegenüber der Forderung der französischen Regierung nach Aufgabe des passiven Widerstandes, d. h. nach bedingungsloser Kapitulation erklären die Christlichen Gewerkschaften folgendes: Jeder Versuch, uns vom Reiche zu trennen und uns eine andere staatsrechtliche Form aufzunötigen oder unsere Eisenbahnen und Polizei unter fremde Oberhoheit zu stellen, wird unseren schärfsten und dauernden Widerstand finden. Wir nehmen das von den Siegerstaaten seinerzeit feierlich verkündete Selbstbestimmungsrecht der Völker auch für uns in Anspruch. Eine Aufgabe des passiven Widerstandes im Sinne der französischen Forderung kann für uns nicht in Frage kommen. Wir sind nicht gewillt, durch bedingungslose Aufgabe des passiven Widerstandes Verrat zu üben an all den vielen Tausenden von Ausgewiesenen und von Herd und Heim vertriebenen und in den Gefängnissen schmachtenden Brüdern und Schwestern. Wir fordern die Wiederherstellung der persönlichen, staatsbürgerlichen und rechtlichen Sicherheiten und Freiheiten der Bewohner des französisch und belgisch besetzten Gebietes und die Einstellung der brutalen militärischen Gewaltherrschaft. An die Kulturnationen der ganzen Erde aber richten die 500000 christlich organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen des besetzten Gebietes die ernste Frage: Wie lang noch wollt ihr tatenlos zusehen, wie die friedliche Bevölkerung eines hochkultivierten europäischen Landes von weißen und farbigen Soldaten auf das schlimmste in seiner Menschenwürde mißhandelt wird? Die brutale Vergewaltigung des Rechtes, wie sie zurzeit in Rheinland und Westfalen von fremden Machthabern Tag für Tag ausgeübt wird, muß eines Tages zu einem schrecklichen Erwachen für ganz Europa führen. Unentwegtes Zusammenhalten! Dortmund, 21. Juni. Die organisierten Arbeiter, Angestellten und Beamten Groß=Dortmunds erlassen folgende Kundgebung: „Infolge der Besetzung sämtlicher Bahnhöfe einschließlich Werkstätten ist der Personen= und Frachtgüterverkehr durch die EEisenbahn völlig lahmgelegt. Weitere Leiden und. Beschwernisse sind dadurch über uns hereingebrochen. In Zukunft sill den Eisenbahnern mit Ausweisung gedroht werden, wenn sie nicht gewillt sind, für die französische Regie zu arbeiten. Es wird den deutschen Arbeitern zugemutet, ihren deutschen Volksgenossen in den Rücken zu fallen und ihr Deutschtum zu verleugnen, unbekümmert um den geleisteten Diensteid. Die organisierten Arbeiter, Angestellten und Beamten nehmen an dem Schicksal der Eisenbahner innigsten Anteil und versichern sie ihrer tatkräftigsten Hilfe und brüderlichen Unterstützung. Unsere Mitbürger dürfen versichert sein, daß von seiten der berufenen Stellen alles geschieht, um auch der neuen Schwierigkeiten Herr zu werden. Es gilt auch in dieser Stunde schwersten Leidens, Ruhe und Besonnenheit zu bewahren. Allen Gerüchten gegenüber ist äußerste Vorsicht geboten. Seid vorsichtig bei Gesprächen und habt Vertrauen zu euren Organisationen.“ Akte gemeiner Willkür. Essen, 19. Juni. Der Kommandierende General Degoutte hat eine Reihe weiterer Verfügungen erlassen. Eine Verfügung ordnet an, daß sämtliche Kraftfahrzeugbesitzer sich bei den Besetzungsbehörden Erlaubnisscheine ausstellen lassen müssen. Bei Zuwiderhandlungen sollen schwere Strafen verhängt und außerdem sollen die Gefährte beschlagnahmt werden. Durch eine weitere Verfügung wird der Verkehr von Lastkraftwagen zwischen dem Einbruchsgebiet und den der Gerichtsbarkeit der Rheinlandkommission unterstellten Gebieten geregelt. Die Verordnung 47 betrifft die Sperrung von Roh=, Halb= und Fertigprodukten, die von Hüttenwerken verjenigen Gesellschaften oder Konzerne hergestellt sind, welche die Kohlensteuer an die Franzosen nicht bezahlt haben. Auch diese Verfügung sieht für Zuwiderhandlungen hohe Gefängnis= und Geldstrafen vor. Duisburg, 18. Juni. Aus einem an die Besetzungsbehörde gerichteten Einspruch der Leitung und des Betriebsrats des Postamts Duisburg=Ruhrort geht hervor, daß auf diesem Postamt am 14. Juni belgische Polizeibeamte 25 Stück abzutragende Telegramme beschlagnahmt haben. Weil in Groß=Duisburg jede telegraphische Verbindung fehlt, waren die Telegramme auf dem Wege der Postbeförderung dem Postamt zugegangen. Mit dem Einspruch gegen diesen Eingriff in den Dienstbetrieb ersuchen Leitung und Betriebsrat um Herausgabe der Telegramme. Trier, 19. Juni. Am 15. Juni wurden aus dem Trierer Bezirk im ganzen 192 Familien ausgewiesen, davon allein aus Gerolstein 171 Familien. Bei der Ausweisung der übrigen Familien aus Trier selbst entstand auf der Paulinenstraße ein Auflauf vieler Leute, die von den Ausgewiesenen Abschied nehmen wollten. Auf Befehl des leitenden Offiziers wurden diese Leute in rohester Weise von Marokkanern mit Kolbenschlägen auseinandergejagt, undere, die vor ihren Haustüren und aus den Fenstern der Erdgeschosse die Ausweisungen beobachten.wollten, wurden gleichfalls durch Kolbenschläge mißhandelt, die, die sich an den Fenstern der oberen Stockwerke zeigten, wurden mit Schußwaffen bedroht und mußten von den Fenstern zurücktreten. Die Räuber an der Arbeit. Münster, 21. Juni. In der Amtskasse in Rauxel„beschlagnahmten" die Franzosen gegen Quittung 7650000 Mark. In Lennep ist heute morgen eine Kompanie Infanterie und eine Schwadron Kavallerie eingerückt, um die der Stadt auferlegte Kontribution von 50 Millionen Mark gewaltsam einzutreiben. Bisher sind ihnen in der Stadtkasse eine Million Mark in die Hände gefallen. Die Requisitionen dauern an. In Wattenscheid het der französische Kommandant mehrere Wirtschaften wegen Alkoholausschankes an französische Soldaten geschlossen. Verkehrslage. Der Bahnhof Dortmund=Süd und der Bahnhof Eving sind von den Franzosen geräumt und zur Wiederaufnahme des Betriebes durch deutsches Personal zur Verfügung gestellt worden. Die Freigabe einer Reihe weiterer, dicht an der militarisierten Strecke gelegenen Bahnhöfe bei Dortmund, Hörde=Hacheney und Obereving ist in den nächsten Tagen zu erwarten. Durch die Freigabe des Verkehrs wird die Lebensmittelversorgung wesentlich erleichtert werden. Der Reichsbahndirektion Essen ist von französischer Seite eine Mitteilung zugegangen, daß die französischen Lebensmittelzüge gegen Bezahlung an die Regie bis zum Dortmunder Hauptbahnhof fahren würden. Die Strecke Dortmund=Ost—Eving ist durch Aufstellen eines Vrellblockes für den Zugverkehr gesperrt. Bei der Besetzung des Bahnhofes=Süd sind den Franzosen 25 Lokomotiven in die Hände gefallen. Alle Packwagen wurden ausgeräumt, und aufgefundene Kleidungsstücke werden von den Franzosen benutzt. Besetzungslage. Der Stab der 3. Division mit Einschluß des Gerichtes und der Inhaftierten ist im Laufe des gestrigen Tages von Kastrop nach Dortmund übergesiedelt. Moderne Wegelagerer. Münster, 21. Juni. Wie aus dem Ruhrgebiet gemeldet wird, wird die Paßkontrolle im Verkehr zwischen dem besetzten und unbesetzten Gebiet von Tag zu Tag schärfer gehandhabt. Außer den Chausseen sind jetzt auch die bedeutenderen Landwege mit Drahtverhauen versperrt, auch auf den Feldwegen sind Maschinengewehre aufgestellt und in den Wäldern streifen Patrouillen. Wenn jemand beim Versuch betroffen wird, die Grenze außerhalb der Kontrollpunkte zu überschreiten, so wird er von berittenen Truppen verfolgt. Auch die Lebensmitteltransporte werden in zunehmendem Maße an der Grenze festgehalten. Die Kontrolle der Fuhrwerke wird von Tag ab strenger. Selbst Wagen mit kleinen Kehlenmengen werden weggenommen. In Essen blieb heute nieder der Milchtransport aus. *„ Zur Versorgung des Ruhrgebiets. Elberfeld, 21. Juni. Die Eisenbahn hat ab 21. Juni die Annahme von Lebensmitteln nach allen Stationen des Nuhrgebietes ohne jede Einschränkung wieder freigegeben. Soweit die Lebensmittel für nicht mehr erreichbare Bahnhöfe des Bezirkes Essen bestimmt sind, werden sie eisenbahnseitig bestimmten Ersatzbahnhöfen zugeleitet und von dort mit anderen Beförderungsmitteln den Bestimmungsorten zugeführt. Fer Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. Ehrentafel deutscher Männer. Andernach, 17. Juni. Der Bürgermeister von Andernach=Land tungsachilte gist verhaftet worden. Ferner wurde der VerwalLungsgehiise Schüler in Flammersfeld festgenommen. blenz, 18. Juni. Aus dem besetzten Gebiet sind ausgewiesen worden die Oberregierungsräte Loebe, Schoepper, PreBerchhsnoe Lendarmerie b. Prann in Speier, Rechtsonwolt Reichhost Vierter Hoscgeverbandes Kunziuger, tungsrat Leschorn, die Mitglieder des Reichepr fuß, Ooter des Mohnuggants Hon Pern, Stadtbaurat Kalb" Teiter des Wohnungsamts Lem, Staatsanwalt Schleipp, Tverregierungsrat Mötziger, Major a. D. Reuß in Landau, Regierungsrat Frisch, Kommerzienrat Liesenberg, Ingenieur Heimder Oltretär der christlichen Gewerkschaften Ohliger in Neu155 Amisrichter Krauß in Bergzavern, Bürgermeister Herz in einbuch. Mannhaftes Verhalten der Telegraphenbeamten in Dortmund. G. Zestmund, 21. Juni. Aus einer unklaren Wendung eines durch die Frangosen Telegraphenantes in Dortnund aegen uch, Egtnehmen Beteiligte einen unbeabsichtigten Vosetgreu, dag bei de wird daher großes Gewicht darauf gelegt, Veamten sich in.“ Herwaltat der Franzosen die deutschen Zeict haben.m Umfange mannhaft und pflichtgetren geFranzösische Provokationsmethoden. In welch wohlüberlegter und raffinierter Weise die franGhrer Ausweisungspelisr handhaben, geht aus einem amtlich beglaubigten Bericht eines Polizeibeamten in einem Ort des Niehervor. Der Beamte sagt aus, daß er, als er sich guif seinem Dienstposten befand, den Beerhas sem hoherau scher Sutareisenbahner und eines Deutichen ## die mit ihm ein Gespräch anknüpften. Im Verlauf bieses Gespräches habe dann der eine Franzose den Beamten Seite 20000 Mark Bes=om mitgetelt, es seien von französischer wenn diese durch Anrempelung fir Eisenbahner ausgesett worden, Wenn viere burch Aurempelung usw. einen deutschen Polizei= oder Kriminalheamten zu Aeußerungen oder Taten veranlassen würden. . d i e A u s w e i s u n g d i e s e r B e a m t e n b e g r ü n d e t w e r d e n k ö n n t e. ##iger Vorfall ist typisch für das gegenwärtig im besetzten Geviel herrschende französische Gewaltsystem. Rohe Brutalität Fese Fesce Sostemig in muit tiiscder Hinterlist, sa die Erbärmlichir. 2i. so groß, daß sich sogar, wie der Fall zeigt, mancher Franzose weigert, es mitzumachen. Eine Mahnung des Auslandes. nuischen Hatiec don dut Poineare kn London ebenso wie dem engPoruchrtagster in Paris gegenüber seinem„Erstaunen“ dardaß seine Forderung, Deutschland müsse den passiven Widerstand ausgeven, in England auf eine so starke Ablehnung gestoßen sei. Denn es gäbe„große Kreise“ in Deutschrund selbst, die mit der Beendigung dieses Widerstandes durchaus einverstanden seien. ## Peincare hat nicht ganz unrecht. Allerdings er übertreibt. „ geot leider; allerdings wäre man versucht zu sagen: natürluch— soiche Deutsche. Man weiß, wo sie zu finden sind. Dort, wo man auch während des Weltkrieges gegen den deutschen Widerstand schrieb und hetzte. Vom sicheren Port aus, nämlich in Bern. Jetzt aber sitzen diese Leute friedlich in Deutschland. Oder in Italien.„Da ihnen der Staat das Eigentum— als Dank für lätige Mithilfe im Dienst der Entente— nicht liquidierte. Unweit von ihrem früheren Sitz, von dem aus sie die GiftUeber den Ozean. Kriminal=Roman von Erich Ebenstein. * Copyright 1915 by Greiner u. Comp., Berlin W 30. 2— Nachdruck verdoten. „Nur unser Vorrecht, Baron! Warum sollen wir nicht manchmal sein, was man uns so oft nur andichtets Darf ich's wissen?“ „Sie müssen es sogar wissen! Aber— hat Ihr Gemahl Ihnen gestern abend nichts erzählt?“ „Nein. Ich glaube übrigens, ich schlief schon, als er sich endlich entschloß, zu Bett zu gehen. Nun, was— ah, gottlob, da ist Bernhard endlich!" unterbrach sie sich. Ihr scharfer Blick hatte auf der Landstraße das mit Pfeilgeschwindigkeit auf sie zugleitende Zweirad des Doktors erkannt. „Nun heißt's noch ein Viertelstündchen warten mit allen Geständnissen, bis wir gegessen haben, lieber Baron! Sie leisten uns natürlich Gesellschaft, bekommen zum Trost eine Zigarette und eine Tasse schwarzen Kaffe und dürfen auf Serenas Platz sitzen!" Frau Marianne sprach rasch und fröhlich, wie es ihr Art war. Dabei grüßte ihr klarer Blick bereits freudig den Gatten, denn obwohl sie schon zweiundzwanzig Jahre verheiratet waren, hatten sie sich in ihre harmonischen Ehe immer noch eine gewisse ideale Liebe bewahrt, wie sie bei Ehepaaren, die keine eigenen Kinder besitzen, nicht selten ist. Serena, eine entfernte Verwandte ihres Mannes, war nämlich nur an Kindesstatt von dem Ehepaar Hellkreut angenommen worden, wenn sie auch geliebt und erzogen wurde wie eine leibliche Tochter. Dr. Bernhard Hellkreut war inzwischen an der Gartenpforte angelangt und vom Rad gesprungen. Seine Hünengestalt mit dem ernsten sonnverbrannten Gesicht, das schwarzes Haupt= und Barthaar umrahmte, paßte sehr gut zu der blonden Walkürenerscheinung Frau Mariannes, in deren fröhlichem Gesicht immer tausend lustige Kobolde ihr Spiel trieben. Eben diese sonnige Heiterkeit, die von einem bisher durch keinen Schatten getrübten Lebensglück sprach, heiterte auch sonst den Ernst in Hellkreuts Zügen auf. Aber heute blieben sie ernst und waren sogar, wie Frau Marianne auf den ersten Blick merkte, tief erregt bis zur Verstörtheit. „Armer Berni,“ sagte sie mitleidig, nachdem ihr Mann sie und Spannberg zerstreut begrüßt hatte,„wie erschöpft du aussiehst! Steht es denn schlimm mit Graf Andreas?“ „Er ist tot,“ antwortete Hellkreut dumpf und fuhr gleich darauf, ohne Frau Mariannes erschreckten Ausruf zu beachten, mit unruhig spähendem Blick fort:„Aber wo ist Serenak Warum ist sie nicht hier bei Euch?“ „Serena?“. Frau Marianne starrte ihren Gatten verwundert an.„Aber du weißt doch— Fina meldete es doch beim FrühDie bedrängten Eisenbahner. Gesenlirchen, 21. Juni. Am Lokomotivschuppen auf dem Bahnhofe Gelsenkirchen stieß am 10. Juni ein von Essen kommender Regiepersonenzug mit einem von Gelsenkirchen abgehenden Motorkleinwagen zusammen. Dieser geriet in Brand. Zwei Militärpersonen sollen dabei schwer verletzt worden sein. #„8Aln, 21. Juni. In Düren holen die Franzosen die aus ihren Wohnungen verdrängten Eisenbahner seit gestern früh 5 Uhr aus ihren Wohnungen heraus und treiben sie zum Bahnhof, anscheinend um sie auszuweisen. In Linz wurden am 19. Juni 29 Eisenbahner mit ihren Familien ausgewiesen. Die Möbel dürfen mitgenommen werden. In Koblenz wurden Schaffner Ph. Mouler und Oberschaffner Orth ausgewiesen. pfeile gegen Deutschland abschossen, in Genf, erscheint das überaus franzosenfreundliche Journal de Geneve, oft genug der geistige Abladeplatz für jene, die nur der Geburt nach Deutsche sind. Und sogar dieses Blatt schreibt jetzt: „Von Deutschland die Einstellung des Widerstandes verlangen, heißt nicht nur, ihm Erniedrigung zufügen, sondern es heißt, ihm die stärksten Waffen rauben. Denn wenn erst einmal das Ruhrgebiet zum Gehorsam verurteilt ist, dann werden die besetzenden Mächte über alle die Quellen des dortigen Reichtums verfügen und ihre Ansprüche um so mehr steigern. Kann man also wirklich von Deutschland eine derartige Maßnahme verlangen?“ Sogar dies Blatt— und manches andere— im Ausland merkt und weiß, worauf es ankommt. Mancher Deutsche nicht. Merkt nicht, daß er den Franzosen in die Hände arbeitet, wenn er fünf Minuten zu früh die Waffen an die Wand stellt. Schon einmal taten wir es. Ist's den Deutschen zuzutrauen, daß sie es — ein zweites Mal tun? Französische Stimmen. Paris, 21. Juni. Der Vollzugsausschuß der Radikalen Partei nahm gestern abend eine Entschließung an, in der die der Partei angehörenden Minister, Kolonialminister Sarrant, der Minister für soziale Fürsorge Strauß und Unterstaatssekretär Paul Laffont, aufgefordert werden, ihre Mitarbeit in einem Kabinett nicht fortzusetzen, dem die traditionellen Gegner der Republik einmütig ihre Stimme gewähren. Die Entschließung fordert ferner diejenigen Parteimitglieder, die bei der letzten Abstimmung nicht gegen die Regierung Poincare gestimmt haben, auf, die Parteidisziplin zu respektieren. Paris, 21. Juni. Die Liga für Menschenrechte veranstaltete gestern abend eine Kundgebung gegen die Ruhrbesetzung, wobei als Redner der liberale Abgeordnete Bouisson und die sozialistischen Abgeordneten Noutet, Cincent und Auriol auftraten. Letzterer bezeichnete die Besetzung des Ruhrgebiets als einen Friedhof des Friedens und als den Friedhof der Reparationszahlungen. Außerdem sprach noch der elsässische Sozialist Grumbach. Die englischen Lebensinteressen. Paris, 20. Juni. Der Londoner Berichterstatter der Ere Nauvelle glaubt in der Lage zu sein, die Politik des Kabinetts Baldwin in der Wiederherstellungsfrage und hinsichtlich der Ruhr mit folgenden drei Sätzen zu umschreiben: 1. Keine britische Regierung kann den Vorschlägen Poincares in bezug auf die Ruhrbesetzung zustimmen. 2. Eine Billigung der Ruhrpolitik oder ein Schritt bei der deutschen Regierung, um die Beendigung des passiven Widerstandes zu erzielen, ist gerade heraus, unmöglich. Es ist viel wahrscheinlicher, daß die britische Regierung als Preis für ein Einverständnis ein Zurückkehren zur unsichtbaren Besetzung verlangen wird, die zu Beginn der Unternehmung in Aussicht genommen war. 3. Stanley Baldwin wird das Unmöglichste versuchen, um ein Einverständnis zu erzielen. Er wird bereit sein, große sinanzielle Opfer zuzugestehen; aber wenn die Politik Poincares oder seines Nachfolgers sich nicht ändert, ist es sicher, daß binnen kurzem eine vollkommene Neuorientierung in der Außenpolitik Englands erfolgt. Diese Meinung stützt sich auf zwei unbestreitbare Tatsachen: 1. daß man in Handels= und Industriekreisen davon überzeugt ist, daß die Wiederherstellung der europäischen Märkte für die britische Industrie und den britischen Handel notwendig erscheint, 2. daß im Unterhause die Mehrheit der Konservativen und die gesamte Opposition darin einig sind, die Ruhrpolitik zu verurteilen. Wenn der Versuch Baldwins, eine Einigung zwischen Frankreich und England herbeizuführen, nicht gelingt, dann werde keine weitere Anstrengung hierzu unternommen werden. Der Berichterstatter John M. Silver fügt dem hinzu: „Sagen wir also gerade heraus: die Politik Poincares schädigt die Lebensinteressen Großbritanniens. Nach dieser Richtung ist die öffentliche Meinung in England mit einigen Ausnahmen der extremen Rechten fast einstimmig.— Das ist eine Tatsache, auf die man in Frankreich nicht genügend Rücksicht nimmt und die die große französische Presse sich wohl hütet festzustellen.(Köln. Ztg.) Ausland und Ruhrspende. Berlin, 20. Juni. An weiteren Ruhrspenden sind eingegangen: Aus Columbien bisher etwa 5600 Goldpesos(5200 Dollar) von denen allein die deutsche Antioquiabank 1500 Goldpesos, den größten Teil des Restbetrages die deutsche Kolonie in Barranquilla gestiftet haben; von den Deutschen in Triest als dritte Rate 2000 Lire; aus Cavalla(Griechenland) als Ergebnis einer Sammlung bisher 1000 Drachmen, ausSaloniki weitere 619 Drachstück— sie ist für den ganzen Tag nach Draisberg zu Wegerers.. Ein Stöhnen, das tief und qualvoll aus Hellkreuts Brust kam, ließ sie erschrocken verstummen. In jähem Strom schoß ihm das Blut ins Gesicht bis in die Haarwurzeln und das Weiße des Auges, um dann ebenso jäh einer kalkigen Blässe zu weichen. Der starke Mann taumelte plötzlich. Seine Hand ließ das Rad fahren, das klirrend zu Boden fiel, und tastete an der Brust herum, während es sich mühsam von seinen Lippen rang:„Sie — ist— nicht dort! Und meine letzte Hoffnung war—— oh, Gott und ich muß... muß...! Ihre ganze Zukunft hängt Wieder taumelte er ein paar Schritte vorwärts, stierte seine Frau fremd an und stürzte plötzlich wie eine Eiche, die der Blitzstrahl getroffen, vornüber zu Boden. Er war nicht hart gefallen. Auf dem weichen Rasen neben dem Weg lag sein mächtiger Körper ohne jede Verletzung. Aber als sie ihn umwendeten, sahen sie, daß seine Züge verzerrt, der Blick gebrochen und verglast war. Zitternd an allen Gliedern war Frau Marianne neben ihm in die Knie gesunken, sein Haupt in ihren Schoß bettend, während Spannberg in fliegender Hast um Hilfe ins Haus eilte. # Dr Helkreut war nicht tot. Sie trugen ihn hinauf in sein luftiges Schlafzimmer, das voll Nachmittagssonne war, und betteten ihn auf sein Lager. Der Kutscher raste mit dem Wagen nach der Stadt zu einem Arzt. Inzwischen kam wieder Leben in eines der verglasten Augen. Freilich nur ein namenlos qualvolles Leben, das sich verzweifelt verständlich zu machen suchte und es doch nicht vermochte. Denn die rechte Körperseite war gänzlich gelähmt und die Zunge konnte nur lallende Laute formen. Aber das linke Auge, in dem aller Wille und alles Bewußtsein sich zu einer wilden Flamme verdichtet hatten, sprach unaufhörlich— nein, es schrie, tobte, brüllte, rang um die Herrschaft über den schon halb erstorbenen Leib. der nicht mehr gehorchen konnte... Frau Marianne und Spannberg, die beide erschüttert daneben standen, mußten es endlich begreifen: der Sterbende wollte ihnen durchaus noch etwas sagen und litt namenlos unter der Unmöglichkeit sich zu offenbaren. Marianne flog an den Schreibtisch, um Papier und Bleistift zu holen. Der Kranke atmete röchelnd auf, die Verzweiflung in seinem Auge beruhigte sich etwas. Aber es erwies sich als ganz unmöglich, den kalten toten Fingern der Rechten auch nur die leiseste Bewegung abzunötigen. Sie konnten den Stift nicht einmal halten. Wieder ein tiefes qualvolles Stöhnen— dann blickte das Auge gebieterisch auf die Linke. Sanf legte Frau Marianne die auch schon kühlen halbsteifen men und 1 Dollar; aus Gothenburg als Ergebnis der dortigen Sammlung weitere 2615 Kronen und 1323000 Mark; aus Christiania von norwegischen Freunden weitere 100 Kronen; aus Innsbruck weitere 20 Millionen Kronen und 2000 Mark, aus Kowno weitere 125 amerikanische Dollar und von der Partei der Deutschen Litauens 2 Millionen Mark. Berlin, 20. Juni. Die Deutschen Tokios haben im Yurakuzotheater zwei Wohltätigkeitsabende für die Deutsche Kinderhilfe veranstaltet, die einen Reinertrag von über 4000 Yen ergeben haben. Dr. med. Renval in Helsingfors spendete 1 Million Mark für die Deutsche Pathologische Gesellschaft. Goerges zum Tode verurteilt! Düsseldorf, 21. Juni. Das französische Divisionsgericht hat heute den Antrag auf Revision des gegen den Landwirtschafts. lehrer Goerges erlassenen Urteils des Mainzer Kriegsgerichtes verworfen und dadurch das Todesurteil bestätigt. Düsseldorf, 21. Juni. Der Landwirtschaftslehrer Georg Paul Görges war am 13. ds. vom Kriegsgericht in Mainz wegen Sabotage zum Tode verurteilt worden, er war bekanntlich nach dem Legen einer Sprengladung abgefaßt worden. Die Ladung selbst war nicht zur Entzündung gekommen. In der heutigen Verhandlung vor dem Revisionsgerichte unter dem Vorsitze des General Rampon machte Rechtsanwalt Dr. Grimm aus Essen gegen die Gültigkeit des Verfahrens folgendes geltend: Das Gericht sei für einen preußischen Staatsangehörigen unzuständig gewesen. Die Verordnung über die Bestrafung von Sabotageakten sei rechtsungültig. Das Verfahren des französischen Kriegsgerichtes sei nur im Kriegsfalle gültig. Die Tat selbst falle unter die Zuständigkeit eines anderen französischen Kriegsgerichtes, die Frage nach den mildernden Umständen usw. fehle im Urteile. Das Urteil berichte nichts über die Vernehmung von drei Zeugen. Die Rheinlandskommission sei beim Erlaß der Verordnung nicht richtig besetzt gewesen. Der französische Berichterstatter widersprach den von der Verteidigung geltend gemachten Revisionsgründen. Er führte aus, daß die Ordonnanzen der Rheinlandskommission Gesetzeskraft hätten, denen alle im besetzten Gebiete wohnenden Personen unterworfen seien. Ueber die Zuständigkeit des Gerichtes entscheide allein der General der Rheinarmee, der den Fall Görges dem Kriegsgerichte zugewiesen habe. Hinsichtlich der Zeugen sei keine Verfahrensvorschrift bekannt, und die Frage nach mildernden Umständen müsse nur in bestimmten Fällen gestellt werden. Hierauf ergriff Rechtsanwalt Grimm noch einmal das Wort und sagte, daß er sich mit der Mehrheit des ganzen Volkes in der Verurteilung der Sabotageakte einig wisse, trotzdem könne er den Beweggrund der Saboteure verstehen. Daraufhin erwiderte der französische Regierungskommissar, daß es sich um Verbrechen handle, die die Strenge des Gesetzes nach sich ziehen müßten, da sie das Leben vieler Zivilisten gefährdeten. Die Entscheidung des Revisionsgerichtes folgte dem Antrage des französischen Regierungskommissars und verwarf das Rechtsmittel der Revision der Anklage. Görges wohnte dem Verfahren nicht bei, da in der Revisionsinstanz nicht noch einmal über die Schuldfrage verhandelt wird, sondern nur darüber, ob das Verfahren vor dem Kriegsgerichte in Mainz Mängel aufzuweisen habe. Allerlei vom Tage. Steuern und Goldwert. Berlin, 21. Juni. Im Steuerausschuß des Reichstages hob in der weiteren Aussprache der Finanzminister die schon mehrjach betonte unbedingte Notwendigkeit hervor, die noch nach festen Sätzen erhobene Verbrauchssteuer dem verminderten und schwankenden Geldwert anzupassen, so die Biersteuer, die Zündwarensteuer, die Leuchtmittelsteuer, die Zucker=, Salz= und Spielkartensteuer, bei denen die Erträge hinter der allgemeinen Geldentwertung und den Verwaltungskosten weit zurückgeblieben seien. Belgiens Verzicht auf deutsches Vermögen. Berlin, 20. Juni. Gegenüber der Annahme, daß der Verzicht Belgiens auf Maßnahmen aus Paragraph 18 der Anlage 2 Teil 8 des Versailler Vertrags in einer Form erfolgt sei, die für heutsche Geschäftsleute keine sichere Gewähr biete, bringt die belgische Gesandtschaft zur Kenntnis, daß die Verzichtleistung sich auf die deutschen Vermögenswerte bezieht, die sich in Belgien, in seinen Kolonien oder in den von ihm verwalteten Ländern befinden. Die Gesandtschaft versichert ausdrücklich, daß die durch die belgische Finger um den Bleistift und schob das Papier darunter zurecht. Schweißperlen standen auf der Stirn des Sterbenden— ist es schon Todesschweiß oder nur die Anstrengung? dachte Marianne Hellkreut mit zuckenden Lippen und folgte mit den Augen den mühsamen Anstrengungen, Worte auf das Papier zu bringen. Aber plötzlich fuhr sie mit einem Aufschrei empor. Der Bleistift war der Hand ihres Mannes entfallen und rollte zu Boden. Ein Zucken ging durch den Leib des Hünen, ein Strecken— noch einmal suchte sein Auge sie in brennender Qual und zugleich mit seltsam eindringlicher, ernster Mahnung, dann breitete sich wachsartige Blässe über sein Antlitz, der röchelnde Atem verstummte, es wurde so still im Gemach, daß man das Ticken der Schreibtischuhr nie eine schmerzhafte Störung empfand. Frau Marianne war lautlos am Bett in die Knie gesunken und hatte das Antlitz auf die erkaltende Hand des Toten gepreßt. Baron Spannberg war in stummer Ergriffenheit ans Fenster getreten. Nach einer Weile trat er leise an das Bett zurück und griff nach dem Zettel. Es standen nur drei Worte darauf, mühsam in fahrigen Buchstaben, aber deutlich lesbar: „Serena.. die Papiere—“ Stumm legte er mit einem fragenden Blick das Blatt vor Frau Marianne hin. Sie warf nur einen gleichgültigen Blick darauf und sah Spannberg dann mit tränenüberströmtem Antlitz an. „Nicht jetzt— ich kann an nichts denken als an ihn. Und daß ich ihn verloren habe— der mein ganzes Glück auf Erden war!" Da schlich er schweigend hinaus. Er begriff, diese Stunde gehörte der Gattin allein. Zweites Kapitel. Frau Marianne saß noch ganz verstört und gebrochen in einem Winkel ihres Wohnzimmer, das die Morgensonne mit goldenem Licht erfüllte. Ihr Kopf war leer. Sie konnte nicht denken. Fina, die alte treue Magd, die seit ihrer Verheiratung bei ihr diente, hatte sie mit sanftem Zuspruch herübergeführt, nachdem sie die ganze Nacht allein bei ihrem geliebten Toten verbracht und im Geist noch einmal alle die glücklichen Jahre durchlebt hatte, die sie gemeinsam verbracht hatten. Ach, es waren wirklich nur Jahre des Glücks gewesen, durch kein Unglück verdüstert, keinen Schatten getrübt. Nun hatte sie nichts mehr drüben bei ihm zu tun. Die Außenwelt ergriff Besitz von dem Toten... Unten vor dem Hause stand ein Wagen der Draisberger Bestattungsanstalt, und schwarzgekleidete Männer schleppten polternd alferlei Zeug die Treppe hinauf, um den Katafalk zu errichten. Blumen wurden gesandt, Leute kamen und gingen, Freunde wollten ihre Teilnahme bezeigen, aber Fina wies sie alle kurz ab. (Fortsetzung folzt.) Ecklärung gemeinte eeinerlei Beschlagna Bremen, 21. J Werft des Stettiner goppelschrauben= P deutsche Lloyd die Anzahl von Presset aus Bayern, zu ei Dampfer München gitt heute seine ers Dei Danzig, 21. Ji sien Nachrichten au schlossen, vorläufig vorzunehmen. Sän handels entzogen. Ein Bern, 21. Jun Düsseldorf über die mund ist bei dem hält die unterschrift tritischen Abend sp. lung über den Verl bei der französische schaft in Paris vor verlangt und Schal Vom Rechtsau wurf über wertbestd sieht vor, daß eine werden kann, daß d Geldsumme durch d Menge von Roggen der Preis einer bes Waren oder Leistur Auf Antrag D aufgenommen, daß, gungen, die vor den sind, Teilschuldverst sichert werden solle darein willigen kani Reallasten durch we Erh Die Dienstagamtengehälter sind ben vom Reichsfina ren bereits nach et sationen hatten eine rungszuschlages um hatten sich ferner schläge von 60 auf auf 37,5 Prozent e sonderzuschläge nach sollten. Von der K betroffen werden, n Als Ausgleich hierft zulage auf 80 000 chende Erhöhung de rung hat sämtliche men. Infolgedessen ven 2900 Prozent a Mark auf 64.000 M für alle Ortsklassen. sich von 75 Proz. a auf 457 Proz., von von 450 auf 910 Pr Proz., von 675 auf auf 2287 Proz., von Die Kinderzulage e allgemeinen prozentt zent wie überhaupt ten 102,6 Prozent sell auf dem schnellf Zu de Der A keit an den mehr als: tung, daß: kan benach hat sich jetz liegenden T nicht ersicht ordentlich h vom März zum Opfer Auch d vie zedoch reichten.# 80 geschicht Jahre 1669, Catania mi einem Ausb 100000 M 1792, 1819 Aetna. 187 metern Län aller andere 9 Juli 189 Orte Bocell vom 28. Druhig. Vordringen haben. De stattete den siun Besuck Huldig cb. Er stif v. Berlin, 21. Jun .; erfahren, vom A zgischen Regierung g. Reichspräsidenter mmeilnahme des der der dortigen irk; aus Chrien; aus Innsk, aus Kowno rtei der Deutim Yurakuzokinderhilfe verergeben haben. Mark für die teilt! divisionsgericht andwirtschaftssgerichtes vergt. ehrer Georg icht in Mainz dar bekanntlich den. Die Lan der heutigen Vorsitze des aus Essen geDas Gericht indig gewesen. tten sei rechtsrichtes sei nur die Zuständigfrage nach den Urteil berichte e Rheinlandshtig besetzt gevon der Verr führte aus, setzeskraft hätnen unterworitscheide allein dem Kriegssei keine Verenden UmstänHierauf ernd sagte, daß rurteilung der weggrund der zösische Regieie die Strenge n vieler Ziviserichtes folgte und verwarf wohnte dem t noch einmal ; d a r ü b e r, o b Kängel aufzusichstages hob chon mehrjach nach festen und schwanZündwaren= SpielkartenGeldentwer= n seien. der Verzicht lage 2 Teil 8 e für deutsche belgische Geauf die deutseinen Koloefinden. Die die belgische ter zurecht. benden— ist hte Marianne Augen den bringen. :. Der Bleite zu Boden. #ecken— noch zugleich mit e sich wachserstummte, es schreibtischuhr enie gesunken loten gepreßt. ans Fenster tt zurück und ihrigen Buchlatt vor Frau Blick darauf tlitz an. n ihn. Und c auf Erden e Stunde gehen in einem nit goldenem denken. itung bei ihr nachdem sie erbracht und rchlebt hatte, wesen, durch Die AußenEcklärung gemeinten Vermögenswerte deutscher Staatsangehörigen zeinerlei Beschlagnahmegefahr zu befürchten haben. Zuwachs der Handelsflotte. Bremen, 21. Juni. Anläßlich der Indienststellung des auf der Ferft des Stettiner Vulkans in Bredow bei Stettin neuerbauten goppelschrauben=Personendampfers„München“ hatte der Norddeutsche Lloyd die Spitzen der Bremer Behörden und eine große Anzahl von Pressevertretern aus dem ganzen Reiche, vornehmlich aus Bayern, zu einer Besichtigung des Schiffes eingeladen. Der Hampfer München soll zwischen Bremen und Newyork verkehren, er gitt heute seine erste Reise von Bremerhaven an. Devisenhandel in Polen verboten. Danzig, 21. Juni. Nach einer Meldung der Danziger Neuezen Nachrichten aus Warschau hat der Warschauer Börsenrat beschlossen, vorläufig keine Notierungen für Valuten und Devisen vorzunehmen. Sämtlichen Banken wurde das Recht des Devisenhandels entzogen. Eine schweizerische Sühneforderung. Bern, 21. Juni. Der erste Bericht des Schweizer Konsuls in Düsseldorf über die Erschießung des Schweizers Schlee in Dirtmund ist bei dem politischen Departement eingetroffen. Er enthält die unterschriftliche Bestätigung der Dame, mit der Schlec am tritischen Abend spazieren ging zu der bereits bekannten Darstellung über den Verlauf der Dinge. Das politische Departement ist bei der französischen Regierung durch Vermittlung der Gesandtschaft in Paris vorstellig geworden und hat strenge Untersuchung verlangt und Schadenersatzforderung gestellt. Wertbeständige Hypotheken. Vom Rechtsausschuß des Reichstages wurde der Gesetzentwurf über wertbeständige Hypotheken angenommen. Der Entwurf sieht vor, daß eine Hypothek oder Rechenschuld in der Weise bestellt werden kann, daß die Höhe der aus dem Grundstück zu zahlenden Geldsumme durch den amtlich festgesetzten Preis einer bestimmten Menge von Roggen, Weizen oder Feingold bestimmt wird. Auch der Preis einer bestimmten Menge von Kohle, Kali oder anderen Waren oder Leistungen soll als Maßstab zugelassen werden. Auf Antrag Dr. Düringers(D..) wurde die Bestimmung aufgenommen, daß, wenn nach dem Inhalt von Zeichnungsbedingungen, die vor dem Inkrafttreten des Gesetzes ausgegeben worden sind, Teilschuldverschreibungen durch wertbeständige Reallasten gesichert werden sollen, der für die Gläubiger gestellte Treuhänder darein willigen kann, daß die Sicherung statt durch wertbeständige Reallasten durch wertbeständige Hypotheken erfolgt. Die neuen Beamtenbezüge. Erhöhung um 102,6 Prozent. Die Dienstag=Verhandlungen über die Neuregelung der Beamtengehälter sind unter Vorsitz des Ministerialdirektors v. Schlieben vom Reichsfinanzministerium ziemlich glatt verlaufen und waren bereits nach etwa fünfstündiger Dauer beendet. Die Organisationen hatten eine Erhöhung des allgemeinen prozentualen Teuerungszuschlages um 3100 Prozent auf 6000 Prozent verlangt. Sie hatten sich ferner mit einer Kürzung der höchsten Ortssonderzuschläge von 60 auf 50 Prozent, von 50 auf 42,5 Prozent, von 40 auf 37,5 Prozent einverstanden erklärt, während die übrigen Ortssonderzuschläge nach dem Wunsche der Verbände ungekürzt bleiben sollten. Von der Kürzung sollten nur die Orte im besetzten Gebiet betroffen werden, wo die Zuschläge bisher besonders hoch waren. Als Ausgleich hierfür verlangten sie eine Erhöhung der Besatzungszulage auf 80000 Mark in allen Ortsklassen, ferner eine entsprechende Erhöhung der Frauenzulage auf 64000 Mark. Die Regierung hat sämtliche Forderungen der Spitzenverbände voll angenommen. Infolgedessen erhöht sich ab 16. Juni der Teuerungszuschlag ven 2900 Prozent auf 6000 Prozent, die Frauenzulage von 32.000 Mark auf 64000 Mark und die Besatzungszulage auf 80000 Mark für alle Ortsklassen. Die bisherigen Ortssonderzuschläge erhöhen sich von 75 Proz. auf 153 Proz., von 150 auf 306 Proz., von 225 auf 457 Proz., von 300 auf 610 Proz., von 375 auf 763 Proz., von 450 auf 910 Proz., von 525 auf 1067 Proz., von 600 auf 1220 Proz., von 675 auf 1373 Proz., von 750 auf 1528 Proz., von 1125 auf 2287 Proz., von 1500 auf 2746 Proz., von 1800 auf 3050 Proz. Die Kinderzulage erhöht sich automatisch durch die Erhöhung des allgemeinen prozentualen Teuerungszuschlages um rund 102,6 Prazent wie überhaupt die Aufbesserung der Gesamtbezüge der Beamten 102,6 Prozent beträgt. Die Auszahlung der neuen Bezüge sell auf dem schnellsten Wege erfolgen. Der Atna in Tätigkeit. Zu den gemeldeten Ausbrüchen des Aetna wird geschrieben Der Aetna hatte in den letzten Monaten eine erhöhte Tätig keit an den Tag gelegt. Schon Anfang Mai hatte der Lavastron . als 3 Kilometer zurückgelegt, und es bestand die Befürch „ daß neue Eruptionen zu einer Katastrophe für die dem Vulvenachbarten Ortschaften führen könnten. Diese Befürchtun hat sich jetzt als berechtigt erwiesen, und wenn auch aus den vorliegenden Telegrammen die Größe des angerichteten Schadens noch nicht ersichtlich ist, so muß doch angenommen werden, daß er außerordentlich hoch ist. Der Ausbruch scheint in seinem Umfange den vom März des Jahres 1910 zu gleichen, dem mehrere Ortschaften zum Opfer fielen. Auch die Jahre 1911 und 1914 brachten größere Eruptionen, ihren Auswirkungen an die von 1910 nicht heran90 gesg„Von den früheren Ausbrüchen des Aetna sind ungefähr — geschihtlich bekannt. Einer der folgenschwersten war der im Jahre 1669, wobei die Stadt Nicolosi völlig einstürzte. 1693 wurde Catania mit 40 anderen Ortschaften durch ein Erdbeben, das von g3gg 8113 bruch des Aetna begleitet war, in Trümmer gelegt, und büßten dabei ihr Leben ein. In den Jahren 1792, 1819 und 1843 erfolgten ebenfalls schwere Ausbrüche des Aetna. 1874 öffnete sich am Nordhang eine Spalte von 5 Kilometern Länge und einer Breite von 60 Metern. Der bedeutendste 9 I. andereg Ausbrüche des vorigen Jahrhunderts war der vom #.##.###, wobei die Lava im Laufe eines Monats bis an die dam###cco, Nicolosi und Pedara gelangte. Bei dem Erdbeben ##### L8. Bezember 1908, das Messina zerstörte, blieb der Aetna „Rom, 21. Juni. Die Lavamassen haben bei ihrem weiteren ###ringen eine Reihe weiterer ländlicher Gehöfte unter sich bekatter,#.Der König traf gestern im gefährdeten Gebiete ein und einen wesug. dem Ausbruch des Aetna betroffenen Ortschaften im Sernzuch ab. Die Bevölkerung, der er Mut zusprach, bereitete ##trigungen. Am Abend reiste der König wieder nach Rom " Er stiftete für die Geschädigten 50000 Lire. Deutsche Höflichkeit. #. Berlin, 21. Juni. Der deutsche Botschafter in Rom ist, wie erfahren, vom Auswärtigen Amte beauftragt worden, der itaz.#en Regierung anläßlich der Aetnakatastrophe das Beileid ##eichspräsidenten und der Reichsregierung sowie die warme eeilnahme des deutschen Volkes auszusprechen. Die Gegen=Forderungen der Beraubten! #. Zu der von uns gestern gebrachten Nachricht über Beratun## orderungen schreibt der„Tag“: Englar; geldung muß gerade in diesem Augenblick, wo Poincare im., für einen Waffenstillstand nach französischen Wünschen eayrgeviete einfangen will, sehr bedenklich stimmen und als politisch unklug angesprochen werden. Wenn jetzt ein„Waffenstillstand" geschlossen wird, der die Forderungen der Sozialdemokratischen Parlamentsdienstes erfüllt— so wird damit ein Zustand geschaffen, wie ihn sich gerade Poincare wünscht und mit seinem widerrechtlichen Einbruch einführen wollte: das Ruhrgebiet produzierte und seine Produktion unterstände der Kontrolle und den Befehlen der französischen Ingenieure. Ein solcher„Waffenstillstand“ würde den vollkommensten Sieg Poincares, die vollkommene Niederlage der Deutschen bedeuten. Was ist dagegen das deutsche Programm, das von der Arbeiterschaft des Ruhrgebiets, von den freien Gewerkschaften, von der sozialdemokratischen Presse, von den sozialdemokratischen Abgeordneten im Reichstage und im Landtage vertreten wird? Keine Ruhrarbeit unter französischen Bajonetten! Daran muß festgehalten werden, solange überhaupt eine französische Besatzung existiert. Nach Poincares Wunsch sollte die Besatzung „unsichtbar" bleiben, die Produktion weitergehen, aber von den französischen Ingenieuren überwacht, d. h. nach französisch=belgischen Gesichtspunkten, also im französisch=belgischen Interesse, unbekümmert um die deutschen Writschaftsbelange verteilt werden. Ein solches Regime hieße den Ruhrarbeiter dem französischen Diktator ausliefern. Diesem französischen Begehr würde ein„Waffenstillstand“ im Sinne der obigen Forderung Vorschub leisten. In diesem Zusammenhange sei denn doch Mitteilung von einem Ausspruch gemacht, den ein hochstehender neutraler Diplomat vor einigen Tagen getan hat: „Ich verstehe nicht,“ so hat sich dieser geäußert,„daß es in Deutschland Leute gibt, die eine Verständigung mit Frankreich für möglich halten, die von einem„Waffenstillstand“ im Ruhrgebiet sprechen können. Wie kann man so kurzsichtig sein, nicht zu sehen, daß man damit das letzte, das einzige Bollwerk Deutschlands zerstörte? Daß man beim Abbau des passiven Widerstandes, der sich, einmal eingestellt, nie wiederherstellen lasse, den französischen Militarismus zum unbedingten Gebieter im Ruhrgebiet und damit in Deutschland machen würde?" Sollten die Kreise des Sozialdemokratischen Parlamentsdienstes nicht sehen, was jedem unbefangenen Beobachter größte Selbstverständlichkeit ist? Stadt und Land. Lüdenscheid, 22. Juni. „Sommeraufang" steht heute auf dem Kalender, aber leider ist er auch nur auf dem Kalender zu finden. Wenn die Regenfälle der letzten Tage etwas weniger ergiebig waren, so wird das Versäumte heute schon nachgeholt! Wir werden nach dem Varometerstand weiterhin mit„Uebergangstagen“ rechnen müssen! Kinderhilfe. Folgendes Telegramm ging heute beim Gesundheitsamt ein:„Kindertransport 11 Uhr vormittags wohlbehalten in Berlin eingetroffen.“ Wir hoffen, das dies den Eltern eine Freude und Beruhigung sein wird. Warnung! Im Wittener Gefängnis befinden sich 5 Damen aus der Bielefelder Gegend, die in Hengstey festgenommen wurden, weil sie auf dem Personalausweis kein Visum hatten. Sie kamen aus dem unbesetzten Gebiet und wollten weiter in das unbesetzte. Dieser Vorfall ist insofern charakteristisch, als bisher von den Franzosen bekannt gegeben wurde, daß nur zur Einreise vom unbesetzten ins besetzte Gebiet und zur Ausreise aus dem besetzten ins unbesetzte in Hengstey außer dem Personalausweis ein Visum verlangt würde. Also Vorsicht! Die Preise, welche der Kath. Männerchor auf dem Sängerwettstreit in Attendorn errang, sind einige Tage in einem Schaufenster der Fa. J. B. Strodel, Wilhelmstraße, ausgestellt. Es sind Gegenstände, welche erheblichen Kunst= und Materialwert darstellen und weit über das Maß der bei solchen Gelegenheiten üblichen Sachen hinausragen. Schlechte Honigernte. In eine schlimme Lage sind die Bienenzüchter durch die andauernde naßkalte Witterung versetzt worden; sie vernichtet vielfach ganze Bienenstände vollständig. Ein großer Prozentsatz der Völker war schon dem ungünstigsten Vorfrühling zum Opfer gefallen. Jetzt ruht der Brutansatz sost gänzlich, wodurch die Stämme von Tag zu Tag ärmer an Volk werden. Statt die Honigschleuder zu drehen, muß der Imker im Juni, der Haupttrachtzeit, die Futterapparate in Gebrauch nehmen, um seine Lieblinge, trotz der reichen Blütenfelder, vor dem Hungertode zu bewahren. Die Hoffnung auf eine mittelmäßige Honigernte bedeutet aber auch einen großen Schaden für die Allgemeinheit und besonders für die Kranken, denn für sie ist der Honig ein unersetzliches Heilmittel. Zur Brennstoffnot. Am Donnerstag und Freitag letzter Woche fanden unter reger Beteiligung zwei Vorträge über rationelle Wärmewirtschaft bei Zentralheizungen im Kaisersaal zu Hagen statt. Eine große Zuhörerschaft war aus den Kreisen der Heizer und aufsichtsführenden Personen von Behörden, Privaten und anderen Interessenten aus der Stadt und von auswärts zusammengekommen. Veranstaltet wurden die Vorträge von der Kohlenwirtschaftsstelle Hagen in Verbindung mit dem Verbande der Zentralheizungsindustrie Berlin, welche letzterer den Redner in der Person des Dipl.=Ing. Arend gestellt hatte. Dieser verstand es am Donnerstag in zweistündiger Rede die Zuhörer durch seinen logisch aufgebauten, anschaulichen und packenden Vortrag so zu fesseln, daß die Hörer bis zum Schlusse trotz der vorgeschrittenen Zeit mit gespannter Aufmerksamkeit den Darlegungen folgten. Ausgebend von den Brennstoffen und den Vorgängen bei der Verbrennung ging der Redner über zu der Bedienung der Heizungsanlugen, wies hier auf die richtige Stückgröße(eines Hühnereis) und auf einen möglichst trockenen Zustand, den die Brennstoffe haben sollen, hin. Angesichts der herrschenden Koksnot— es fehlt überall Hüttenkoks— wurde auch auf die Versendung minderwertiger Brennstoffe in dafür gebauten Feuerungen sowohl, wie auch in den von Haus aus für Koks eingerichteten Heizkesseln hingewiesen. Oeftere Reinigung ist hierbei geboten. Die Auslese der brennbaren Bestandteile aus Rückständen ist für einen sparsamen Betrieb unerläßlich. Ein stoßweises oder absatzweises Heizen setzt den Brennstoffverbrauch bedeutend herunter. Es wurde noch auf sparsame Bauausführung und Benutzung der Räume mit Rücksicht auf wärmewirtschaftlichen Betrieb aufmerksam gemacht, und hierbei Einzelheiten(einfache Fenster, Doppelfenster, Heizkörperverkleidungen) gestreift. Das schweizerische Visum. Das schweizerische Konsulat in Düsseldorf, Benratherstraße 29, teilt mit, daß die Einholung des Visums schriftlich erfolgen kann. Außer Reisepaß mit Vermerk des Finanzamtes ist ein Nachweis über den Zweck der Reise beizufügen. Die Gebühren werden durch Nachnahme erhoben. Die Millionenspende der deutschen reisenden Kaufleute für Rhein und Ruhr, die vom Verband reisender Kaufleute Deutschlands, Leipzig angeregt worden ist, hat bisher einen Betrag von über 10 Millionen Mark ergeben. Der für das Deutiche Volksopfer bestimmte Teil ist an dieses abgeführt worden, während eine Anzahl größerer Spenden ausdrücklich für die not leidenden Mitglieder im besetzten und Einbruchsgebiet bestimmt worden ist. Außer den an den Verband abgeführten Beträgen, sind von vielen Sektionen auch namhafte Summen an die heimischen Sammelstellen abgeführt worden. Die Sammlung wird fortgesetzt, damit dem Deutschen Volksopfer weitere Beträge zugeführt werden können und die eigene Unterstützungstätigkeit des Verbandes keine Unterbrechung erleidet. Spenden werden auf das Postscheckkonto des Verbandes reisender Kaufleute Deutschlands, Leipzig., 9100 erMikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. Dem Magistrat ging in der Angelegenheit des Boykottbeschlusses folgende Eingabe zu, die uns von befreundeter Seite leider etwas spät zugestellt worden ist: Die nichtsozialistischen Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung bitten den Magistrat, dem Boykottbeschluß der letzten Stadtverordnetenversammlung gegen den Lüdenscheider Generalanzeiger nicht beizutreten aus folgenden Gründen: 1. Da sich die nichtsozialistischen Blätter mit denk Generalanzeiger solidarisch erklärt haben, ist die tatsächliche Aufhebung der Oeffentlichkeit der Stadtverordnetenversammlung die Folge, insofern, als die Berichterstattung nahezu fortfällt, und der Fundamentalgrundsatz der Städteordnung— öffentliche Verhandlung und Berichterstattung— aufgehoben ist. Erst recht ist dies wider den Geist der neuen Zeit, der unter allen Umständen die freie Kritik fordert. 2. Die Kritik des Generalanzeigers ist durch die Antwort des Herrn Dr. Gudewill mehr wie ausgeglichen, weshalb die Boykottierung moralisch wie rechtlich unhaltbar geworden ist. 3. Der Generalanzeiger ist das weitverbreitetste Blatt am Orte, somit bliebe ein starker Teil der Bevölkerung ohne jede öffentliche Verbindung mit seiner Behörde. Es erscheint als ein Unding, diesen Mangel durch Aushängen im Rathause usw. beseitigen zu wollen. 4 Die Fraktionen: Zentrumspartei. Demokratische Partei. Deutsche Volkspartei. und Rheinland. * Iserlohn, 21. Juni. Ein leckerer Unfall lockte Mittwoch nachmittag eine Reihe großer und kleiner Kinder auf der UnnaerEcke Wermingserstraße an. Dortselbst war einem Zuckerwarenhändler beim Transport von Bonbongläsern von seinem Wägelchen eine Büchse umgestürzt und der darin befindliche Inhalt hatte sich in einem langen Streifen über die Straße hin ergossen. Alsbald hatte sich eine Menge Liebhaber eingefunden, welche sich die gute Kaufgelegenheit nicht entgehen lassen wollten und die süße Ware mit den Händen von der Straße aufgriff. Hoffentlich ist der Genuß für die Leckermäuler„ungemischt" geblieben. * Hohenlimburg, 20. Juni. Die Firma Moritz Ribbert hierselbst wurde in den letzten Wochen durch eine Einbrecherbande erheblich bestohlen. Die Beute wanderte in die Hände von zahlreichen Hehlern, die in Hagen und Umgegend wohnen. Mit Hilfe der Hagener Polizei konnten nunmehr die Einbrecher nebst Hehler festgenommen werden. Waren im Werte von 7 bis 8 Millionen Mark wurden wieder herbeigeschafft und der Firma wieder ausgehändigt. Für diese Straftaten kommen über 20 Personen in Betracht. Die Firma Ribbert hatte für die Ergreifung der Täter 500000 Mark Belohnung ausgesetzt. * Menden, 21. Juni. Eine Million Mark für ein Fuder Heu. Bei dem Verkauf von Gras auf einer Fläche von 3½ Mergen wurden insgesamt 3½ Millionen Mark erzielt, so daß ein Fuder Heu, vorausgesetzt daß es eingebracht wird, eine Million Mark kostet. * Schwelm, 20. Juni. Die Westfälische Holzschraubenfabrik Gerdes u. Co. stiftete aus Anlaß ihres 50jährigen Bestehens 100 Millionen Mark für die Beamten und Arbeiter des Werkes. * Witten, 20. Juni. Der Sohn eines hiesigen Agenten tötete sich selbst, weil er es nicht ertragen konnte, daß sein Vater für einen ihm zur Last gelegten Jugendstreich als Geisel festgehalten wurde. Die Wiederfreigabe ist darauf erfolgt. * Dortmund, 19. Juni. Für die unschuldigen Opfer. Das deutsche Volksopfer hat durch Telegramm vom 16. Juni die Angehörigen der von französischen Patrouillen erschossenen deutschen Bürger und der Stadtverwaltung herzliche Teilnahme ausgesprochen und den Hinterbliebenen 30 Millionen Mark überwiesen. * Bochum, 20. Juni. Das Fehlen der Polizei macht sich von Tag zu Tag in erschreckender Weise bemerkbar. Kein Tag vergeht ohne größere Diebstähle. Nach langen Bemühungen ist es jetzt der Kriminalpolizei in Horst gelungen, die ledige Anna Mokowinski aua Graudenz festzunehmen. Sie führte ein Diebesglanzstück bei einer Bochumer Herrschaft aus, der sie in kurzer Zeit nicht weniger als 25 Anzüge(1) entwendete. Auch hat sie einer Essener Familie, wo sie in Diensten stand, erhebliche Mengen Kleidungsstücke gestohlen, die sie jedesmal bei Nacht und Nebel fortschaffte. * Bochuzr= 20. Juni. In der schupolosen Zeit muß ja bekanntlich die Feuerwehr den hiesigen Einwohnern manchen Liebesdienst erweisen. So wurde sie auch dieser Tage wieder zur Hattinger Straße alarmiert, wo eine dicke Rauchwolke aus dem Fenster quoll. Die Feuerwehr legte sich sofort ins Zeug, um dem Uebel abzuhelfen und mußte dabei die traurige Erfahrung machen, daß die Wohnung ohne Aufsicht war und ein auf dem Ofen stehender Topf mit Kakao brannte. Es ist doch schon weit gekommen, wenn die Feuerwehr anstatt der Hausfrau dafür sorgen muß, daß das Essen nicht anbrennt. * Marten, 20. Juni. Seit einiger Zeit wurde der jugendliche Arbeiter Bier, Karlstraße, gesucht, der es jedoch bisher verstand, sich der Verhaftung zu entziehen. Wie eine Katze erkletterte B. die Dächer der umliegenden Häuser, setzte sich in einen Schornstein und entzog sich auf diese Weise wiederholt der Verhaftung. Nach einer tagelangen Verfolgung ist es der Polizei gelungen, Bier, der mehrere Diebstähle auf dem Kerbholz hat, und der angeblich bei den Franzosen arbeitete, zu verhaften. Bei der Verhaftung brachte dieser saubere Geselle zum Ausdruck, daß ihn die Franzosen recht bald befreien würden. * Soest, 20. Juni. Für die neu zu besetzende Bürgermeisterstelle sind 67 Bewerbungen eingelaufen. U. a. bewirbt sich auch der frühere Bürgermeister ten Doorekat=Kolmann, der nach der Revolution abgesetzt wurde, um den Posten. Münster, 19. Juni. Dem„Münsterischen Anzeiger" zufolge wurde in Löningen bei der Abfuhr von Sand auf einer Parzelle ein Raudbau aus Feldsteinen von beträchtlichem Umfang gefunden, bei dem es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um eine Grabstätte unserer germanischen Vorfahren handelt. An einer Stelle befand sich ein Häufchen Kohle, und über dem Ganzen lagerte eine dicke Sandschicht. Die Ausgrabungen werden mit aller Sorgsalt fortgesetzt. * Wilnsdorf, 21. Juni. Bei der Neuverpachtung unserer Jagd, die bisher ein Fabrikant aus Lüdenscheid bejagte und einen sehr geringen Jahrespachtpreis zahlte, ist ein solcher von 30½ Millionen Mark für das erste Pachtjahr erzielt worden. Der Pachtpreis für die weiteren Pachtjahre ist nicht in Papiermark festgelegt, sondern soll mit Rücksicht auf den jedesmaligen Roggenpreis der Börse festgesetzt werden. Als glückliche Pächter sind bei dem starken Wettbewerb Siegerländer Herren hervorgegangen. * Köln, 19. Juni. Der Kaffeehausbesitzerverein hat die Kaffeehausmusiker ausgesperrt, weil die Musiker in zwei Lokalen wegen Lohnstreitigkeiten ihre Tätigkeit eingestellt haben. * Mainz, 14. Juni. Der rund 66 Hektar große Flugplatz bei Wackernheim(westlich Mainz) genügt der französischen Rheinarmee nicht mehr. G, soll bis zum 1. Januar 1924 auf die doppelte Größe erweitert werden. Das Gelände des bestehenden Flugplatzes wurde 1920 von den Franzosen beschlagnahmt und zwar handelte es sich um gutes ertragreiches Gelände. Gleiches Gelände soll setzt zur Erweiterung des Flugplatzes herangezogen werden. Die Erregung unter den Wackernheimer Landleuten ist groß. Für manchen von ihnen, der schon bei dem ersten Raub wirtschaftlich schmer betroffen wurde, ist die Wegnahme weiteren Geländes eine Existenzfrage. 8 11A Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. — Großer Industriepreis der Stadt Barmen. Die am nächsten Sonntag zum Austrag kommende große Fernfahrt verspricht schon jetzt ein Ereignis für Barmen zu werden. 165 Meldungen sind bis jetzt aus allen deutschen Gauen eingetroffen, und sind hierunter die Namen der besten Fahrer zu finden. Berlin, Aachen, Köln, Schweinfurt, Erfurt, Frankfurt a.., oon Essen, München, Düsseldorf sind vertreten. Die letzten vrei Ritomerer sollen auf der fertiggestellten Radrennbahn ausgefahren werden, und wird es hier zu interessanten Endkämpfen kommen.— Dieses Radrennen hat für Lüdenscheid insoweit Interesse, als die Strecke über Halver—Brügge—Meinerzhagen führt. Aus aller eigenartigen Betruges machte sich der Landwirt Max Schiffler aus dem weimarischen Orte Tonndorf bei Bad Berka beim Heuverkauf schuldig. An die Landesproduktenfirma Backhaus in Ersult lieferte Schiffler ein Fuder Heu. Beim Verwiegen verschwand er in diesem und wurde als Heu mitgewogen. Nach diesem Hokuspokus erschien das schlaue Bäuerlein wieder auf der Bildfläche. Da es das stattliche Gewicht von 1½ Zentner sein eigen nennt, wurde der Käufer um 790 Mark geschädigt. Nun hat noch vom Erforter Schskevverlos zurüickzuzachlen, sondern erWar. vom„Jariet Schoffengericht eine Geldstrafe von 200.000 mur der für je 150 Mark ein Tag Gefängnis gleichzustellen ist. #er Oeltod der Seevögel. Schon immer wurden von Seeund Bewoynern der Nordseeküste zahlreiche tote Seevögel Verbachtet, fur die man zunächst keine Erklärung hatte. Man fand auf hoher See zu hunderten tote Möven, Enten, Seetaucher und andere Wasservögel im Meer treibend. Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, daß der Tod auf eine merkwürdige Ursache zurückzufuhren war. Die Tiere waren gänzlich mit einer braunen sicht bezogen. Flügel und Schnabel waren mit einer dickflüssigen Oelmasse verklebt. Jetzt hat man festgestellt, daß die Seevögel sich auf die von Schiffen ausgelassenen Oelflecke setzen, die überall auf dem Meere schwimmen und so von diesem Oel umzogen werden, daß sie sich nicht mehr frei bewegen können und zu Grunde gehen müssen. . Wiederinbetriebsetzung eines alten Kohlenbergwerks. Die Staot Iimenau in Thüringen beschloß die Wiederinbetriebnahme des alten Kammerberger Steinkohlenbergwerks. Die Ausführung wird einem Konsortium unter Führung des Bergwerksbesitzers Reip aus Kirn übergeben. Man kalkuliert mit einer jährlichen Produktion von 20 000 Tonnen. Die Stadt erhält aus dem Reingewinn jährlich eine Summe von 450 Millionen Mark. Die Behandlung deutscher Männer im eigenen Vaterlande! Der„Deutschen Zeitung"(Nr. 254) wird geschrieben:„Wie streng die Haft ist, in der Korvettenkapitän Ehrhardt, früher Führer der Marine=Brigade, seit nunmehr sieben Monaten gehalten wird, ist bekannt. Seine Gesundheit ist dadurch schwer geschädigt. Damit nicht genug, wird nunmehr bereits mehrere Wochen vor den Verhandlungen die Verteidigung Ehrhardts aufs äußerste erschwert. Die Anklage wird durch Dr. Neumann als Dezernent beim Oberreichsanwalt gegen Kapitän Ehrhardt bearbeitet. Dieser hat seit fast 12 Wochen die Akten in den Händen und in ebensoviel Tagen soll nun der Verteidiger Ehrhardts die Verteidigung vorbereiten. Dabei darf der Verteidiger die Akten nur in einem Sekretariat in Leipzig einsehen, während der Abteilungsvorsteher Dr. Neunach Gutdünken und Bedarf in seiner Wohnung hat. Eine solche Beschränkung der Verteidigung schädigt den Angeklagten aufs schwerste. Ein Mann wie Ehrhardt hätte wohl eine andere Behandlung verdient. Es sei daran erinnert, daß er vor sieben Jahren in der Schlacht am Skagerrak seine Flotille gegen die englischen Schlachtschiffe führte, bis sein Führerboot entzweigeschossen wurde, daß er dann aufgefischt wurde und. auf einem anderen Torpedoboot den Angriff weiter leitete.— Hut ab vor ihm!“ Die Sowjetregierung, die alle Kräfte des Landes zur Wiederherstellung der schwer erschütterten Ordnung mobil zu machen sucht, hat nun auch die Hilfe der Katzenwelt angerufen. Das Handelskommissariat hat einen Aufruf erlassen, demzufolge es 10 000 Katzen kaufen will. Dieses Katzenheer soll ausgesandt werden, um die Ueberfülle der Feldmäuse im Donbecken siegreich zu bekämpfen. Das Bureau wird von Leuten gestürmt, die ihre Katzen zum Verkauf anboten, und die Zahl der Mausefänger, die zur Verfügung gestellt werden, übertraf weit die angegebene. Russischer Hausbrand. In der„Times" berichtet einer, der monatelang in Rußland weilte, über das wahre Gesicht des Sowjetstaates. Recht bemerkenswert sind seine Angaben iber die Art, wie man in Rußland das Alkoholverbot übertritt. Der Reiche kann sich in Moskau und den anderen russischen Städten an Weinen und Likören leisten, was er will. Niemand kümmert sich um das Verbot. Der Arme aber ist auf das angewiesen, was man im Volksmunde den Hausbrand nennt, das Sonrognonka(das selbst destillierte). Dieses Gebräu schmeckt scheußlich, wird aber in Massen verbraucht und ist so stark, daß es jeden umwirft, der nicht daran gewohnt ist. Die Sowjetregierung hat alles mögliche versucht, um diesen Hausbrand zu bekämpfen. Vergebens! Der echte Wodka wird auch noch viel getrunken. Er wird aber nur noch in England und Lettland fabriziert. und von dort über die Grenze geschmuggelt. Verkauft wird er nur gegen Gold= und Silbermünzen, deren der russische Bauer noch manche hat. Der Schmuggel über die Grenze ist das einfachste Ding der Welt. Man braucht der Grenzwache nur einen Freitrunk in Wodka zu geben. Dann ist wenn die Schmuggelware kommt, keiner mehr nüchtern genug, um Dienst zu tun. Der gefährlichste Punkt über dem i. In der französischen Stadt Lyon ist kürzlich ein Flieger abgestürzt, weil er den Punkt über das i setzen wollte. Diese Behauptung mag etwas verwunderlich klingen, stimmt aber vollkommen. Dieser Flieger beschäftigte sich nämlich namentlchi mit der in Frankreich sehr verbreiteten Luftreklame. Die Flieger verwenden dazu ein Rauchpulver, mit dem sie Buchstaben in der Luft ziehen. Der betreffende Flieger halte die Aufgabe, den Namen einer Lyoner Seidenfirma in die Lust zu malen. Das gelang ihm auch ganz gut. Es ergaben sich aber Schwierigkeiten, als er den Punkt über ein i setzen wollte. Wahrscheinlich ging er dabei etwas unvorsichtig zu Werke, denn plötzlich stürzte das Flugzeug ab und der Flieger liegt heute mit lebensgefährlicher Verwundung im Krankenhaus. Funkenstation auf Nowaja Semlja. Die russische Regierung läßt demnächst auf Nowaja Semlja an der Matotschkinstraße, die diese langgestreckte Insel in zwei Hälften teilt, eine Funkenstation errichten, die mit der Station in Archangel, sowie mit den andern auf der Murmanküste, am Karischen Meer und den benachbarten Geoieten schon vorhandenen Funkenstationen eine Verbindung unterhalten und ebenso wie diese besonders den Schiffahrtsverhältnissen im Karischen Meer ihre Aufmerksamkeit zuwenden soll. Seit den letzten Jahrzehnten fahren häufig Schiffe zum Ob und Jenissei, und für solche Fahrzeuge ist es wichtig, rechtzeitig zu erfahren, wie die Eisverhältnisse im Karischen Meer und den Nachbargebieten sind. Die neue Station soll gleichzeitig wissenschaftlichen Zwecken dienen, indem dort vier Wissenschaftsmänner fortlaufend meteorologische, geologische und zoologische Arbeiten ausführen. Handel und hk. Frachtberechnung für Kleineisenwaren. Am 1. Juni d. J. sind in der Tarifstelle„Eisen und Stahl, Eisen= und Stahlwarender Gütereinteilung des deutschen Eisenbahn=Gütertarifs, Teil 1 Abteilung B, erhebliche Aenderungen eingetreten, die u. a. auch für Erzeugnisse der Kleineisenindustrie im Stückgut= und Wagen, ladungsversand Frachtermäßigungen gebracht haben. Im einzelnen wird auf den Nachtrag B, der am 1. Juni d. J. herausgegeben worden ist, verwiesen. Zum Teil sind die von der Ermäßigung betroffenen Erzeugnisse in der Gütereinreilung namentlich aufgeführt. Um in den Genuß der Frachtermäßigung zu kommen, ist es unbe. dingt erforderlich, daß die Absender die tarifmäßige Bezeichnung im Frachtbrief als Inhaltsangaben angeben, da nach den Bestimmungen der Eisenbahn=Verkehrsordnung die Frachtbriefangaben für die Frachtberechnung allein maßgebend ist. Zweckmäßiger Weise werden zur Bezeichnung Güter im Frachtbriefe Gummistempel verwandt.— Näheres kann an den Güterabfertigungen und bei der Handelskammer erfahren werden. Geld=, Wechsel= und Warenmarkt. Mitgeteilt vom Barmer Bank=Verein, Lüdenscheid. Devisenverkehr: Heute vormittag en. 10 Uhr. Holland 53500, Amerika 136000 London 630000 Italien 6200 Schweiz 24400 Tendenz: Ruhig. Briefkasten. Frl. Fr. Heedf. Bitte, sprechen Sie gelegentlich noch einmal bei uns vor. Wenn möglich Manuskript mitbringen. D. Red. Stimmungsbild der Börse. Die Ungewißheit bezüglich der Maßnahmen zur Stützung der Markwährung wirkte auf das Geschäft am Devisenmarkte lähmend ein. Bei allgemeiner Zurückhaltung fanden nur wenige Umsätze statt. Die Tendenz war aber im Allgemeinen ziemlich fest. Verantwortlich i..: W. Lehden Wetterstation Lüdenscheid (Specht, Hochstr. 71) I höchste+.80 Temperatur: niedrigste+ 4,10 Bekanntmachung. Nach der Ferienordnung des Herrn Ministers der geistlichen und Unterrichts=Angelegenheiten vom 6. November 1913 und mit besonderer Ermächtigung der Regierung in Arnsberg bestimme ich im Einvernehmen mit den Herrn Kreisschulräten und nach Anhörung der Schulverbände für alle Volksschulen des Kreises, mit Ausnahme der Städte Altena und Plettenberg, sowie für die Rektoratschulen in Halver, Schalksmühle und Werdohl Die Hauptferien werden in Sommer= und Herbstferien eingeteilt. Die Sommerferien beginnen in allen Gemeinden des Kreises mit Ausnahme der Gemeinden Meinerzhagen und Valbert, am Donnerstag, den 2. August 1923(Schluß des Unterrichts am 1. August) und enden am Mittwoch, den 22. August 1923(Beginn des Unterrichts Donnerstag, den 23 August 1923.) In den Gemeinden Meinerzhagen und Valber beginnen die Ferien am Montag, den 9. Juli 1923(Schluß des Unterrichts am 7. Juli 1928) und enden am Sonnabend, den 28. Juli 1923. (Beginn des Unterrichts am Montag, den 30. Juli 1923.) Die Herbstferien werde ich später festsetzen. Altena, den 20. Juni 1923. Der Landrat: Thomée. Deutsche Sprechmaschinen nur anerkannt beste Marken u. a. „Milophon“ (eigenes Fabrikat) „Resonaphon“ „Vox“ sowie Schallplatten von Grammophon, Parlophon und Vox, sind ohne Kautzwang zu besichtigen. Schmitt-Piano V. G. Hagen In Westfalen Elbertelderstraße 69. Telefon 2253. Zur Selbstherstellung von Rundschreiben, Preislisten ekc. ist der rotierende Vervielfältiger„Roto“ der Beste. Pa. Referenzen. Unverbindliche Vorführung im apierhaus Karl Sasse Piheimstr. 20 Fernruf 1185. Verein für Feuerbestattung. Donnerstag, den 26. Juni, abends 8½ Uhr, im Stadtverordnetensitzungssaal, Rathaus, Zimmer 16 Außeroibentliche Versammllung. Tages Ordnung: Gründung einer Rotgemeinschaft zur Sicherstellung der Mehrkosten bei der Einäscherung Alle Mitglieder werden gebeten zu erscheinen. Der Vorstand. W K tS S K SEIFENPULVER K Totensrau son Austragen der Zeitung sofort gesucht. Lüdenscheider Zeitung. SCHRETBUASCHINEN stets auf Lager. PAPIBRHAUS SASSR Haben En etwas zu verkaufen, dat für Sie nicht mehr verwendbar ist, ein anderei aber noch gebrauchen kann dann geben Sie ein kleinet Inserat in der weitver breiteten Lübenscheiber Zamss dem dellebter ilienblatt in Stabt unt Land, auf. Der Erfose bleibt nicht aus. G. Frormann, Hagen i. W. Fernsprecher 1234 u. 4221 kauft und bittet um Angebot in: Rerlischrett, Spalie, Gtbeisen, alle Sorten Altmetalle. 2 Nannen für galv. Anstalt —1,5 m lang, neu oder gebraucht, mit oder ohne Trommel, Kklichspfesse-To-Ge mmn Spindel sowie einige Schraubstöcke gebraucht, jedoch gut erhalten zu kaufen ges. von Korff und Thomas Schloß- und Metallwarenfabrik Meschede I. W. Selbständig arbeitender unverheir. Stempelmacher sofort für dauernd gesucht. von Korss& Thomas Schloß= u. MetallwarenFabrik Meschebe i. W. Leichter zu kaufen gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle ds. Bl. Sonntag abend im Case M. Covercoat verwechs. lt. Die in Frage kommende Person wird höfl. gebeten, sofort ihre Adresse abzugeben bei Cafe Biededach Werdohlerstr. * Piano gebraucht gegen Kasse (—4½ Million. eotl. mehr) zu kaufen gesucht Angedote mit Preis und Beschreidung unt 4350 a; die Geschst. Der Durchschnittsgaspreis für Juni beträgt 2000 Mk. je chm und der Wasserpreis für das Vierteljahr April, Mai. Juni 900 Mk. je chm. Lübenscheld, 19. 6. 1923. Der Magistrat. Sohnungsbauabgabe 1923. Gemäß Beschluß der städtischen Vertretungen werden mit Genehmigung der Aufsichtsbehörde an Wohnungsbauabgabe erhoben: vom 1. Januar ab der Pflichtzuschlag und vom 1. Mai ab ein Mehrzuschlag von 333% des Pflichtzuschlages. Der Magistrat. Die für die Bauernschaften Mintenbeck und Wenninghausen als Armenpfleger neugewählten Herren Karl Buschhaus aus Ahelle und Ernst Winter aus Loh wurben in ihr Amt eingeführt. Lüdenscheid, den 21. Juni 1923. Der Amtmann. Habe laufend guten Saul-, Bunge u. Weisskall abzugeben. Waggon bezug 10 T. 3 Mll., Kleinverkauf 100 be 32000 Mk. ab Statiol Kalkwerke zum Hohle; Fernruf 908 Lüdenscheid Mühlenrahmeder Kalkwerke. Grlöserkirche: 8½ Uhr: Pfr. Störmer 10 Uhr: Pfr. Barthold Mittwoch, den 27. 6. abend 8½ Uhr: Abendmahl: Pfr. PetersekChristuskirche: 9½ Uhr: Pfr. Petersen. Avang. Gemeinde Rahmeb“. Sonntag, 24. Juni 1923 10 Uhr: Gottesdienst 11¼ Uhr: Erscheint t5 Son Der Preis bet frei Haus, un Glaget In Recklinghau von einem Wigen der Bor Strafmaßn Nach Pariser## gebrochen. Die Kölnische anleihe, un gen sicher Mit Rücksicht a bahntarife und Volks Brandenbu sien, die 8 richt am 3 Gemäl Amtlic Von Gewiß, nna dern hat dauer deutschen Mark wollte abwarten den Maßnahmer Dollaraufstieg b die Regierung, die Industrie lassen wollen. verfall unberech nichts geschehen Kreisen die Anf Stufe. Da schl und die christlials Führer eine Daraus wu getrommelt. N was. Für erste drückte den Kur drücken, denn er sich der Berlinschen lange kein denn das hat i Newyorker Börs wie die Berline Eine auffä geschäftler. Sie vor Verhandlun über Maßnahme Berliner Spekul lichst schnell aus aufgenommen, d etwas verlieren zumeist auch mit trachten, ihr Ve der sich zeigte,# jetzt die Devisen Es werden reits von einen lassen waren, vo ler, den man so mingeschäfte eilt und gaben gewi und in der Oeff mingeschäften ei mingeschäft festg durch eine dauer entlasten Inde nichts nützen. ben, denn wir fürs erste mit Inanspruchnahm leicht mit neuen Devisenmarkt men lassen und solche Unsicherhe gierung werden vorläufig noch Inzwischen ebenfalls in der sioggeben, und Vesserung der Faktoren zusamn Aber leider eine Preisrückbil eiee bätten sie werden zähe dene Zeit im Ge mente vor, die si benshaltung stem höhung der Koh Und wieder ist e beden Preisabbar