W — Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse e. V. 1 eeppark. erein, Lüdenscheid. wierböse. ca. 10 Uhr. London 98250 Schweiz 3880 4. April Geld Bries 1914 899020 1 118045 0 3822.04 4040 08 562150 112 57694 03 108015 0s 98395 38 20 2118534 137844 3909.75 3273.09 3098 6 69906 04 827925 1174 55 3802 95 4019 92 5593.58 574.06 1054.85 97904.62 21079,66 1371 56 3890 25 3226.91 29.87 625.93 Börse. stärktem Maße Nachfraindevisen hervor. Da Verfügung stellte, wietz Veränderungen auf. Kurse nennen. Inl. Weizen 50 bis 5200 D. ausl. Haser 47—480 00, Mixed=Mais 46—470 30, Weizenmebl 70—750 0 Die Preise versteben rei ab Dortmund. Aufgetrieben waren: 1 iege. Der Handel in Gras zl. gestrichen, 2. 2000 00 00, S. 1000000—130000 t; Rinder: 1. Qual geth 1 700000, 4. 1000000 iemarkt war der Handel 110—160000, 160—200 ri bezahlt. Realgymnasiun 1) rden die Suppenkrätes als treue Freundin sen Tropfen gibt sie d# faden Soßen einen aber ausdrücklich Nachbarschaft Mittelstadt. Sonntag, den 8. Gpa torgens 10 Uhr eneral-Versamming ei Dahlmann. Beittag Mr. 3000.—. Der Vorstand. Preiniing Feuerwehn Lüdenschels Die diesjährige Flühahr Aen Rund idet am Samstag, April, abends 87 0 Kaiserhof statt. Der Vorstand und das Kommando. Sdech Palast lagen i. V Vornehmste Clein-Kunst-Bühne Vestdeutschlands# istreten nur allerersth instler, bei 14 täge Programmwechsel. Metallbetten. ihlmatraten, Kinderbet an Priv., Katal. 99 0 enmühelfabrik Sohl(HIF Aahten Laus U bere techn. Lehranet Saatstorumissu. Aemneinde 10 ubr: Setliechtert. Uhr: Kindergottesdienr Pfr. Graunt „ I n„ Giersg ruces ee m] Amtliches Kreisblatt für den Stadtkreis Lüdenscheid. 1s30 Ss- Hasltzäggnn Bu: 160 „ us ustge Soo mi a.# Smttichon Vr„„ Pudn Bche u. Sutz #n brchugumer 8öch ir Abela. K& Auftlichel Razeiger für den Kreis Altena.# p; Sapieie 100 2. Aelanen 300 u.) Jeder Nabatt fällt bei Konkursen, gericht. n PP., AA Ametiches Kreisckält für den Staatkreis züdenscheid. * a Amtticher Anzeigen für den Kreis Aitena. F* Ferniprecher: VS.— Celegramm-Karelle: Zeitung. Die 1 mm Zeile oder deren Naum-h80 Mk., Familien=Anzeigen und Stellengesuche 60 Mk. Behörden 120 Mi. Auswärtige 100 M. Reklamen 300 M. Jeder Rabatt fällt bei Konkursen, gerichtlicher Beitreibung der Gedühren fort. Neueste vom Tage. ##pie Reise Loucheurs nach London wird in englischen politischen Kreisen aufgefaßt als ein Anzeichen französischer lflosigkeit gegenüber der Ruhrfrage und als ein Wunsch, Englands Mitwirkung zu gewinnen. #oucheur hat angeblich den Eindruck mit nach Frankreich genommen, daß jenseits des Kanals ein wirklich guter Wille herrsche, zu einem Ausgleich des englischen und des französischen Standpunktes zu kommen. Die gesamten Truppenbewegungen im Bezirk Elberfeld deuten auf eine vollkommene Abschnürung des englischen Brückenkopfes Köln hin. In Barmen wurden vier Franzosen, die sich in die Stadt verirrt hatten, festgenommen und der Besatzungsbehörde wieder ausgeliefert. In der Nähe der Stadt nahm ein französischer Flieger eine viertelstündige Notlandung vor. #In Aplerbeck, Scharnhorst, Hengstey usw. findet seit einigen Tagen eine Briefkontrolle statt. Viele Briefe an Behörden und besonders auch an die Regierung Arnsberg sind von den Franzosen geraubt worden. Am 1. April haben die Franzosen sogar in Aplerbeck=Süd einen ganzen Postwagen zurückbehalten. heutige Dollarfrühnotierung 21050. Still Der zweite Akt von Lausanne. Von unserem außenpolitischen Mitarbeiter. Die Türken haben also richtig gerechnet, als sie die Friedensverhandlungen in Lausanne zu Bruch gehen ließen, ohne sich vor den Drohungen von dem Wiederanfang der Feindseligkeiten zu hinchten. Sie haben neue Vorschläge erhalten, die für sie doch vesentlich günstiger sind und haben sich daraufhin zu weiteren Verhandlungen bereit erklärt, die um die Mitte April wieder in Lausanne einsetzen sollen. Was dabei herauskommt, muß abgewartet verden; wir Deutsche aber werden gut tun, Lausanne nicht aus mnserem Gesichtswinkel zu verlieren, denn der Ausgang dieser Differenz wird nicht lediglich Streitfragen regulieren, die irgendwo in der Peripherie Europas zum Austrag kommen, die also für uns, ge unser Lebensinteresse im Ruhrgebiet konzentriert ist, von untergeordneten Bedeutung sein könnten; nein, die Verflechtung hrae cähshen Interessen ist nun einmal so eng, daß ein schr von Kleinasien an den Rhein führt und daß für unsere erne Zukunft viel davon abhängt, wie die Türken weiter takKurz gesagt wäre es für uns das Beste, wenn in LauDa Diolemasite masiane a gid Auszleich gefunden wücde. dann von einem Druck befreit, der schon seit auf hr lastet und hätte Zeit, ihre Aufmerksankeit ausWließlich auf Teutschland zu konzentrieren. Aber die Türken wiswien iscan. benso gut und werden die Schwierigkeiten zu Enentemschte Hesehen ud Tachrakion für die großen man einmal zurückblickt, so hat sich seit dem Zusammennugnnsden arie Kische Front in Kleinasien ein starker Umschvung Ennen uund Sapi deute ganz anders austreten Ainpelg hachfeobrende. Iuternationaliserung KonstanEingrisfe— Fhrer mgtieng derartige Uhrigang.. ztten Würde nicht zu vereinbaren seien: bemanda P, e. Peasctrafiserung die enzlischen Liberalen Proganda für die Neutrauisierung der Rheinlande machen, uns also Zingungen aufzwingen wollen, die sie den Türken gegmüber ansgen Fät zu erhalten wagen. Mit den Griechen sind eigentichem Shzi, auch die Franzosen— allerdings nur auf diplomalan wag Sbiet— die Leidtragenden gewesen. Als Franklin Bouil7. Apgaro ging und seinen Sondervertrag mit Kemal Pascha Paris eigentlich alle Trümpfe in der Hand. Man Feschichr vorsiaer von d er den frunzösischen Hieb Mit einer Brutalität, die freilich nur der sas srrz, Politik möglich war, hat er Griechenland fallen lassen, ien zugrismeg eigenen Blut den englischen Krieg gegen die Türdie Frius, und eine Annäherung an die Angora=Türken erreicht, zeinen gnt eich vollkommen kalt stellte. Denn was Frankreich aus Erole„Verträten herausholte, waren wirtschaftliche Vorteile, was zen zuu“ erster Linie retten mußte, waren die politischen Greneinz znd nach den neuesten Abmachungen mit der Entente ist jetzt zum ZZweiteilung durchgeführt, daß in Lausanne im wesentlichen üchen#r die neuen Grenzen beraten wird, während dig wirtschaftmächteagen aus Sonderverhandlungen mit den einzelnen Großden grz. a#tschoben worden sind. Geographisch aber ist England das Fur““ soweit entgegengekommen, daß eigentlich nur noch über # mon ochggbiet von Mossul kleinere Differenzen bestehen, sonst berden uud gnis. Der volitische Frieden könnte also geschlossen sie das gm, dann wäre die Türkei in der angenehmen Lage, daß sionen##rttrennen der Ententestaaten unn die türkischen Konzes. den.3079 abzuwarten imstande wäre, um schließlich demjenigen tschlag zu geben, der am meisten zu biesen hat. ihm anle##, England. Frankreich steht also vor der Gesahr, daß lich deraug 2 wbieder davon schwinmen; deswegen wicd es vermutLäng un binarbeiten, die Verhandlungen in Lausanne in die gegen Engzchen, schon um hier noch eine Karte zu haben, dis es besehen. gland an der Ruhr ausspielen kann; oder anders herum nn die Zuggkürdnise, die es in Kleinesten maht. Zch ven England in Deutschland bezahlen zu lassen. An dem großen Umschwung der englischen Politik freilich wird auch Poincare kaum mehr etwas ändern können; England, das sich auf einen Kampf gegen die Türkei eingestellt hatte, hat sich jetzt umgeschaltet und wechselt hinüber in die Rolle eines Beschützers der Türkei. Das ist sehr klug, denn mit den Mohammedanern im Bunde wird das britische Weltreich seine gefährdeten Positionen aus dem Wege nach Indien am leichtesten verteidigen können. Allerdings ist damit verbunden auch eine grundlegende Aenderung in seiner Haltung gegenüber den früheren türkischen Besitzungen. England, das in Konstantinopel als Freund und Bundesgenosse sitzt, kann nicht gleichzeitig in Aegypten als Gewaltherrscher auftreten, es wird also in Kairo eine vollkommene Kursschwenkung vornehmen müssen. Die ersten Anfänge auf dem Personalgebiet sind bereits gemacht, und allzu lange wird es wohl kaum dauern, bis die Selbswerwaltung Aegyptans ganz andere Formen annimmt. Ist es aber erst einmal soweit, dann wird sich das mohammedanische Selbstbewußtsein über Aegypten hinaus in ganz Nordafrika bemerkbar machen und eine starke Beunruhigung in die französischen Besitzungen hineintragen. Hier liegt das Kriterium für den Frontwechsel Englands: daß Frankreich für Tunis und Marokko zu fürchten hat, wenn erst einmal Aegypten sich der Stellung einer selbstverwalteten englischen Kolonie angenähert hat. Und so ergibt sich die merkwürdige Folgerung, daß früher oder später aus Konstantinopel heraus schwere Differenzen zwischen England und Frankreich entstehen müssen, die zur Sprengung der Entente führen. Aber leider, das ist eine Entwicklung, die viel Zeit, vielleicht Jahrzehnte erfordert. Für uns selbst werden wir daraus nichts zu erhoffen haben, denn solange können wir nicht warten. Frautreichs Nachetrieg gegen deutsches Teben. Soeben ist die dritte der auf Verlangen des Reichstages vom Reichsschatzministerium vorgelegten Denkschriften über die Kosten der Rheinlandbesetzung, militärischen Sanktionen usw. erschienen. Die Rechnung für die Zeit seit dem Waffenstillstand bis Ende 1922 ergibt Gesamtausgaben von 4½ Milliarden Goldmark allein für Besatzungskosten im Kalenderfahr 1922 rund 64 Milliarden Papiermark. Die Markentwertung, der Einbruch ins Ruhrgebiet im Januar hat die Lasten und Leiden verhundertfacht. In einer Zeit, wo 12 Millionen Deutsche keinen Augenblick ihres Lebens sicher sind und die furchtbarsten Schrecken des Krieges weit überboten sehen, weil niemand sie schützen kann, haben Opfer an Geld und Gut als nebensächlich zu gelten. Aber es muß doch festgestellt werden, daß diese ungeheueren Milliardenbeträge völlig unproduktiv verausgabt werden. Das kann nur den Sinn und Zweck habemn, daß der wirtschaftliche Wiederaufbau, der in Deutschland im Gegensatz zu Frankreich kraftvoll begonnen hatte, zerschlagen werden soll. Deutschland ist aber auch volkreicher als Frankreich, und die schweren Verluste an Land und Leuten im Westen, Norden und Osten des Reichs haben seine Volkskraft nicht brechen können. Deshalb wird nach der von Clemenceau ausgegebenen Parole„20 Millionen Deutsche zuviel!“ an der Zerstörung deutscher Volkskraft planmäßig weiter gearbeitet. Die Denkschrift berichtet über die Beschlagnahme von 176 Fabriken, deren Arbeiter brotlos wurden, und von rund 1000 Hektar besten Ackerlandes für neue Flugplätze, das so der Ausnutzung für die deutsche Volksernährung entzogen wurde. Weiterhin müssen Lebens= und Futtermittel in großem Umfange geliefert, Wohnungen ungeachtet der erdrückenden Wohnungsnot weit hinaus über den angemessenen Bedarf bereitgestellt werden. So hat z. B. eine Industriestadt, in der die Zahl der Wohnungslosen 7200 beträgt, eine Besatzung von 6500 Mann erhalten und für diese außer den vorhandenen und neuerbauten Kasernen, Lagern usw. 901 Wohnräume in Privathäusern, 3700 Räume in Bürgerquartieren, Hotels usw., mehrere Schulen, Fabriken, Geschäftslokale und Wirtschaften freimachen müssen. So im Rheinland. An der Ruhr sind die schwersten Mordverbrechen, die entsetzlichsten, zum Himmel schreienden Mißhandlungen an der Tagesordnung. In der ganzen Kulturwelt aber regt sich krine Hand, kaum eine Stimme zum Schutze deutschen Lebens, das schon in Strömen Blutes dahingeflossen ist. Im 20. christlichen Jahrhundert kann ein christlicher Staat, der vermöge seiner militärischen Stärke niemandien zu fürchten hat, ungestraft Wehrlose hinmorden, Unschuldige bis aufs Blut martern und foltern, ein ganzes Volk zur Verzweiflung treiben! Das deutsche Volk hat im Weltkriege in Not und Tod Opfer und Leiden aus sich genommen wie nie ein Volk zuvor. Noch schwerer ist die ihm jetzt auferlegte Prüfung. Es gibt nur eins, das sie ertragen und überstehen läßt; es ist das Beispiel der Männer ander Ruhr, Männer aus allen Schichten und Berufen, die vor keinem Opfer, nicht vor dem des eigenen Lebens zurückschrecken, um das Ganze zu retten. Vorbildliche, erhebende, in ihrer Selbstverständlichkeit erschütternde Treue kämpft dort den Kampf aus Leben und Tod für die Zukunft der Nation, für den Bestand des Reichs. Einen solchen Kampf hat es nicht gegeben, solange die Welt steht. Deutsche Menschen sind es, die das vollbringen. Wieder dürfen wir bei allem Schmerz und Herzeleid mit Stolz sagen: Deutschland in der Welt voran mit seiner Willenskraft und Geistesstärke trotz allem, was geschehen, trotz aller Not, die noch bevorstcht! * Die Denkschrift kennzeichnet die Verarmung Deutschlands unter anderem durch so bezeichnende Ziffern wie den Rückgang des Kartoffelverbrauches, der 1914 700 Kilogramm auf den Kopf der Bevölkerung betrug und heute nur 340 Kilogramm beträgt. Sehr bezeichnend für die Verarmung ist auch folgendes: Während nach dem Kursstand vom 31. Dezember 1913, das damals 17,4 Milliarden Mark betragende Kapital der deutschen AktienGesellschaften mit 31,2 Milliarden Goldmark bewertet wurde, repräsentierte die Summe allen Akiten Ende Dezember 1922 nur noch einen Vermögenswert von.9 Milliarden Goldmark. Und der Bestand der deutschen Sparkassen an Einlagen ist von 19,7 Milligrden Goldmark Ende 1913 auf 0,75 Milliarden Goldmark im Juli 1922 zurückgegangen. Durch eingehende statistische Ziffern wird dann über die Ausgaben des Reiches Rechenschaft abgelegt, wobei festgestellt wird, daß im Jahro 1922 69 Prozent der Ausgaben durch die Ausführung des Vertrages von Versailles nötig wurden. Der Rückgang des deutschen Eisenhandels wird in eingehenden Ziffern dargelegt, wonach die Einfuhr dem Werte nach um 45 Prozent, die Ausfuhr um 62 Prozent zurückgegangen ist, zumal keine Ware in Deutschland die Friedensausfuhr wieder erreicht hat, und der Menge nach fast ebensoviel Waren als Zwangslieferungen über die Grenze gehen wie im normalen Handelsverkehr. In diesem Teil greift die Denkschrift über die deutschen Verhältnisse hinaus und behandelt den Produktionsrückgang in der ganzen Welt. Dabei stellt sich heraus, daß sogar die Vereinigten Staaten auf einigen Gebieten einen Produktionsverlust von über 50 Prozent im Jahre 1921 gegenüber dem Jahre 1913 gehabt haben, so vor allem bei Kupfer, Zink. Die Denkschrift, die dann noch das Problem der Arbeitslosigkeit und den Rückgang des allgemeinen Welthandels behandelt, gibt zum erstenmal ein Bild der deutschen Wirtschaft, das von der Scheinblüte der Papiermarkwvirtschaft befreit ist. Daß dieses Deutschland den Vertrag von Versailles nicht erfüllen kann, kann aus Grund dieser Denkschrift selbst derjenige einsehen, der über absolut keine Voraussetzungen des Verständnisses verfügt. Zoacheurs Londoner unterredungen. Fühler in London und Rom. Ueber Louch#urs Unterredung mit Bonar Law und dem Schatzkanzler Baldwin wird strengstes Stillschweigen bewahrt. Es kann aber nicht länger bestritten werden, daß Louchers Sendung die Zustimmung Poincaxes und damit mindestens einen halbamtlichen Charakter hat. Nach der Aushorchung Englands wird Loucheur nach Italien gehen. Die Sendung wird aufgesaßt als ein Anzeichen französischer Hilflosigkeit gegenüber der Ruhrfrage und als ein daraus sich ergebender Wunsch, Englands Mitwirkung zu gewinnen. Als ein Vertreter von Havas Loucheur befragte, ob der Inhalt des Wiederherstellungsplanes in allen Punkten mit dem Gedanken Loutchers übereinstimme, erklärte dioser, die in diesem Plane enthaltenen Ansichten könnten nicht so aufgefaßt werden, als ob sie die seinigen genau wiedergäben. In den Londoner amtlichen Kreisen erklärt man sich von dem in Frage kommenden Plan nicht sehr befriedigt und es heißt. in Washington werde man nicht dafür zu haben sein, daß England und Frankreich ihre Verpflichtungon an die Vereinigten Staaten auf Deutschland abwälzten. In gewissen englischen Kreisen behauptet man, Bonar Law sei in mehreren Punkten mit Loucheur nicht einverstanden. Man betont auch, daß der Gedanke einer rheinischen Republik in England nicht günstig aufgenommen werden könne. Die Pariser„Journee Industrielle" schreibt, die Industri. könne nicht den Seifenblasen nachlaufen, die bekannte Abendblätter Tag um Tag auffliegen ließen, um dem französischen Volk eine glänzende Zukunft vorauszusagen, wenn es nur gelinge, durch einen immer stärker werdenden Druck Deutschland zur Verzweiftung und zur Kapitulation zu treiben. Loucheur sei zu geschickt und zu intelligent, als daß er sich nach London begeben hätte, ohne vorher Poincare zu verständigen. Der Quai’Orsay hätte ihn ohne Mühe von seiner Reise abhalten oder ihn veranlassen können, inkoanito zu reisen. Wenn aber der Qugi’Orsay ohne Vorbehalt die Reise gebilligt habe, dann sei es natürlich bedauerlich, wenn man die Verhandlungen Loucheurs mit maßgebenden englischen Periönlichkeiten in plumper Weise durch alle halbamtlichen Blätter verleugnen lasse. * Die Berliner Berichterstatter der wichtigsten Londoner Blätter, wie Times, Daily Telegraph, heben in ihren Telegrammen hervor, daß der gestern veröffentlichte, Loucheur zugeschriebene Plan in Deutschland ungünstig aufgenommen worden sei und in den meisten Fällen rundweg verworfen werde. Zum Beweis dafür werden die ablehnenden Stimmen der rechtsstehenden sowie libemaler Berliner Blätter angeführt. Der Spplonntische Bericht * Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. erstatter der Westminster Gazette, der den Besuch Loucheurs auf eine mögliche Neuorientierung, der französischen Politik und auf den Wunsch Frankreichs zurückführt, von neuem mit England bei der Regelung des Ruhrproblems zusammenwirken, betont, die deutsche Regierung habe den Argwohn, daß der Plan Loucheurs nichts als eine Falle sei, um das Rheinland unter französischer Kontrolle zu halten, und wolle daher von einer Neutralisierung und Internationalisierung des Rheinlandes oder einer Ueberwachung durch den Völkerbund, der als unter französischem Einfluß stehend angesehen werde, nichts wissen. Sie sei jedoch bereit Garantien dafür zu geben, daß weder die Eisenbahnen noch die Fabriken für militärische Zwecke gebraucht würden, vorausgesetzt, daß Frankreich ähnliche Garantien auf seiner Seite der Grenze gebe. Da Frankreich nichts Derartiges tun wolle, scheine der Loucheursche Plan die Frage nicht vorwärts zu bringen. Lloyd George sei jedoch unzweifelhaft„von der Idee gebissen“, daß eine Art Entmilitarisierung im Rheinland und im Ruhrgebiet durchgeführt werden könne, die der französischen Forderung nach Sicherheit Genüge tun könne. Man werde wohl darüber in der nahen Zukunft mehr hören, wenn Lloyd George die Möglichkeit habe, eine neue Rede über die Ruhrfrage im Unterhause zu halten. Die Lage an der Ruhr. Abriegelung des Kölner Brückenkopfes. Die Straße Wermelskirchen=Scheideweg nach Krehwinkel Brücke ist durch Kavallarie besetzt. Die Straße ist aufgerissen und für jeden Verkehr gesperrt. In Hückeswagen sind die Straßen mehrere Meter breit ebenfalls aufgerissen, Baumstämme eingerammt und jeder Verkehr gesperrt. Hiermit wären die letzten Zugangsstraßen zum Kölner Brückenkopfe geschlossen.— Die gesamten Truppenbewegungen im Bezirk Elberfeld deuten auf eine vollkommene Abschnürung des englischen Brückenkopfes Köln hin. Der französische Orientierungsposten an der Straßenecke Schwerter= und Eckeseyerstraße in Hagen hat sich einen Stuhl auf den Bürgersteig gestellt und versieht seinen Dienst sitzend. Französischer Hohn. Die Stadtverwaltung Essen hat in einem Protest an die französische Besetzungsbehörde gefordert, daß der blutige Zwischenfall in den Kruppwerken strengstens untersucht und die Bestrafung der Schuldigen herbeigeführt würde. Der General Jacquemot antwortet jetzt, die Strafmaßnahmen seien bereits im Gange. Er habe bereits eine gewisse Anzahl von Kruppdirektoren verhaften lassen. (!) Er mache ferner den Oberbürgermeister der Stadt Essen für die Aufrechterhaltung der Ordnung bei dem Begräbnis verantwortlich, obwohl doch auf französischen Befehl auch der letzte Schutzpolizeibeamte Essen verassen mußte und die Stadt seit dieser Zeit ohne jeden polizeilichen Schutz ist. Zwei Milliarden geraubt. Mülheim, 6. April.(wb.) Am Freitag morgen kurz nach 11 Uhr wurde das Druckereigebäude der Druckerei Ernst Marks, das zur Zeit für die Reichsbank Reichsbanknoten herstellt, von der französischen Besatzung umstellt und besetzt. Die Druckplatten und das Papier für die Noten wurden beschlagnahmt. Der Geschäftsführer der Firma wurde verhaftet. Reichsbankdirektor Schmidt von der hiesigen Reichsbankstelle wurde festgehalten und erst später wieder freigelassen. Gegen 7½ Uhr rückten die Besatzungstruppen wieder ab. Den Franzosen fielen, soweit bisher bekannt, zwei Milliarden in die Hände, davon 1½ Milliarden fertiges Parier. Neue Schandtaten Schwarzer. Aus Speyer wird gemeldet: Ein besonders krasser Fall einer Vergewaltigung durch einen Marokkaner wird jetzt bekannt. Als abends gegen 7 Uhr 15 Minuten ein Postbeamter mit seiner Frau und seinem neunjährigen Kinde von einem Spaziergang nach Haus gingen, wurden sie beim Wasserturm, also ganz in der Nähe der Stadt von Marokkanern angehalten. Ein Marokkaner zwang mit vorgehaltenem Seitengewehr die Frau, ihm willfährig zu sein und vergewaltigte sie in der brutalsten Weise in Gegenwart ihres Mannes und ihres Kindes. Der Marokkaner mißhandelte die Frau durch Faustschläge ins Gesicht. Dem Mann wurde seine Barschaft in Höhe von 6000 Mark abgenommen. In Königswinter haben die Franzosen das Postamt besetzt und geschlossen, angeblich wegen Verweigerung der Herstellung telephonischer Verbindung. Postdirektor Hardt wurde verhaftet und fortgebracht; wohin ist unbekannt. In Andernach wurden eine Anzahl Bürger verhaftet, darunter die Postsekretäre Viktor Blankenburg. Roman von Willy Scharkau. Nachbruck verdoten. (Fortsetzung aus dem 2. Blatt.) Blankenburg betonte das ich ziemlich scharf, so daß sie achselzuckend erwiderte: „Haben Sie überlegt, welches die Folgen sein werden, wenn ich dieses Opfer brächte? Heutzutage, wo alles in die Zeitungen kommt, wird man sich eine Burgweih nicht entgehen lassen. Die Zeitschriften werden durch ihre Photographen eine Menge Aufnahmen machen lassen, mein Name wird neben dem Ihren genannt werden, und man wird fragen: Was soll das heißen? Mit welchem Recht, unter welchem Titel ist diese Frau zugegen?“ Ein heißer Blick traf ihn— aber Blankenburg schwieg und lächelte still vor sich hin. Schon wieder eine, die ihn heiraten wollte! Markwürdig, daß die meisten Frauen seiner Bekanntschaft gerade ihn zu diesem Experiment aussuchten! Erst auf seiner letzten Reise war er mit knapper Not einer Australerin entgangen, die mehr werden wollte als eine angenehme Reisebekanntschaft. Wenn er nur wüßte, wie diese Frau auf solche Ideen kam Nia hatte er auch nur in Gedanken eine wärmere Annäherung versucht, nie darüber nachgedacht, ob sie ihm vielleicht mehr werden könnte, als eine gute Bekannte? Er plauderte gern nit ihr, promeniert neben ihr und hatte seinen Platz an der Tafel gern an ihrer Seite— und daraus zog sie den Trugschluß, er wolle sie heiraten. Ein fast feindlicher Blick aus seinen stahlharten Augen traf Frau von Lutz, so daß sie unwillkürlich zusammenzuckte. War sie zu deutlich gewesen? Manche Männer lieben das nicht, sie wollen eine Festung erobern. die Widerstand leistet. Schon einmal war ihr ein Liebhaber aus dem Garn geschlüpft, weil sie zu deutlich gewesen, aber das war vor Jahren, als sie noch ein dummes Dina war. Das geschah nicht wieder. Und ruhig,'s hätten ihre Worte gar keinen tieferen Sinn gehabt, meinte sie: „Das würde mich natürlich nicht abhalten, Ihnen den Gefallen zu tun. Aber Sie wissen doch, daß ich meine Schwester Ada in diesen Tagen arwarte. Ich kann weder unhöflich gegen sie sein, noch sie einfach hier ihrem Schicksal überlassen.“ Blankenburg machte zwar eine zustimmende Verbuugung, aber das Bild, das er sich nach Emmis Schilderungen von Ada Hammer= schlag gemacht, war ein solches, daß er meinte, sie würde weder ihre Schwester für unhöflich halten noch sich allein in BadenBaden fürchten. Das tut eine junge Dame nicht, die allein alle Goethe und Lehmann, Oberst a. D. Fischer und der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei, Bayrhoeffer. In Neuwied wurde Bürgermeister Dr. Geppert verhaftet und mit Familie ausgewiesen, weil er den Befehlen der Besetzungsbehörde aktiven Widerstand entgegengesetzt habe. Drakonische Strafen. Bürgermeister Schaefer aus Essen wurde von der Revisionsinstanz zu drei Jahren Gefängnis und 6 Millionen Mark Geldstrafe verurteilt. Das erste Urteil lautete auf 2 Jahre Gefängnis und 5 Millionen Mark Geldstrafe. In der gestrigen Nachmittagssitzung wurde gegen den Syndikus der Essener Handelskammer Guyenz vor der Revisionsinstanz verhandelt. Das erste Urteil war wegen eines Formfehlers aufgehoben und zur weiteren Verhand ung nach Recklinghausen verwiesen worden. Infolge der glänzenden Verteidigung ermäßigte das Gericht die Strafe von 2 Jahren auf 6 Monate Gesängnis und von 8 Millionen auf 800000 Mark Geldstrafe. Polizeikommissar Reimann von Hörde wurde vom französischen Polizeikriegsgericht in Witten zu zehn Monaten Gefängnis und einer Million Mark Geldstrafe verurteilt, weil er die von den Franzosen geforderten Listen der ihm nicht unterstehenden Kriminalpolizei nicht an die Besetzungsbehörden ausgeliefert hat, und der Vorsteher der Reichsbanknebenstelle Reichsbankrat Rauschke zu sechs Monaten Gefängnis und 500000 Mark Geldstrafe, weil er einen französischen Anrchlag abgerissen und einen französischen Posten bedroht haben soll. Die standhaften Eisenbahner. Aus Mainz wird gemeldet: Der französische Befehl an die Eisenbahner, die Arbeit bei Strafe der Ausweisung sofort wieder aufzunehmen, wurde durch ein Plakat beantwortet, das diese Aufforverung unvevingt ablehnt und in dem es heißt daß ## nehmen,.. ach ein Plakat beantwortet, das diese Auf(Bllung undrolugraotehne und in ven es heißr, Laß jeder ein Schurke sei, der dem Befehl Folge leistet. Wie verlautet, hat sich auch niemand bei den Franzosen zur Arbeit eingestellt. Die aus ihren Dienstwohnungen vertriebenen Eisenbahnbeamten wurden zur Meldung vor die französische Behörde geladen, sind jedoch nicht erschienen, so daß man sehen kann, daß hier wie an anderen Orten die Eisenbahner geschlossen den französischen Maßnahmen gegenüberstehen. Nachdem die französische Aufforderung an die deutschen Eisenbahner, ihren Dienst unter französischem Befehl zu versehen, erfolgtos geblieven ist, scheint die Besatzungsbehörde durch Massenausweisungen einen Druck auf die Beamten ausüben zu wollen. So wurden vorgestorn aus der Pfalz etwa 60 Beamte ausgewiesen. Die Franzosen sind auch dazu übergegangen, die Ausweisungen #. weitere Begründung vorzunehmen, so daß die Ausgewiesenen en-schriftliche Begründung mehr erhalten, sondern lediglich die Mitleilung, daß sie ausgewiesen werden, weil sie Eisenbahner ind. Die Ausweisungen erstrecken sich auf alle Familienangehörigen. Ein neuer Plan zum Kohlenraub. Operationen großen Stils. Die Pariser Liberte glaubt zu wissen, daß Operationen größeren Stils zur Beschlagnahme von Kohlen im Ruhrgebiet geplant sind. Bei Krupp, Thyssen und Stinnes beispielsweise sollen Beschlagnahmen erfolgen, die aufgeschoben seien infolge der Zwischenfälle auf den Kruppschen Werken. Das Blatt will ferner wissen, daß zu Beginn der kommenden Woche diese Maßnahmen durchgeführt werden würden, und es sei wahrscheinlich, daß die neue Reise des Ministers Le Trocquer in das Ruhrgebiet den Zweck habe, die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen. Es sei auch nicht zweifelhaft, daß im Laufe der Konferenz, die am Samstag in Düsseldorf tage, Vorsichtsmaßnahmen beschlossen würden, die sich nach den Erfahrungen bei Krupp als notwendig erwiesen. Wenn in Zukunft durch die französischen Truppen Wirtschaftsmissionen in die Fabriken geschickt werden würden, werde man größere Abteilungen mit Maschinengewehren entsenden. So komme man nach und nach in die entscheidende Phase, wobei sicher die Operationen, die man jetzt versuchen werde, das erwünschte Ergebnis haben würden. Wenn man die Kohlen von den Halden wegfahre, habe Deutschland die Partie endgültig verloren, und in kürzester Zeit würden die verschwommenen Gerüchte über Verhandlungen eine glaubhaftere Form annehmen. Der Wunsch ist auch hier der Vater des Gedankens. Die Entdeutschung des Memellandes. Während in Paris über das Memelstatut beraten wich,### von dem deutsch=litauischen Landesdirektorium ausgearbeitet wurd, hat die litauische Regierung zu einem neuen Schlage gegen das Deutschtum im Memelland angesetzt. Obwohl der Entwurf##. Statuts in der Sprachenfrage die einzig mögliche Lösung vorsieht die es für das zu 85 Prozent deutsche Memelland geben kann, näm. lich Zuerkennung der gleichen Rechte sowohl der deutschen wie d, litauischen Sprache, beabsichtigt man in Kowno, in allernächste, Zeit die litauische Sprache in den Schulen in der Unter= und Oberstufe als Vortragssprache einzuführen und als Gerichtssprachlitauisch neben dem Deutschen zuzulassen um in zwei Jahren ersterallein als Amtssprache zu bestimmen. Ferner soll in den nächsten Jahren die Dienstpflicht für die litauische Armee ohne Unterschied der Nationalität im Memelgebiet durchgeführt werden. Auch Absicht widerspricht dem Entwurf des Memelstatuts, das die Ein führung der Dienstpflicht abhängig macht von der Zustimmung der Volksvertretung, wozu eine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist. Eist eine Bewogung im Gange, um die Vermittlung des Botschafter. rats gegen diese offenkundige Verletzung der dem Memelgebiet gesicherten Autonomie zu erhalten. Stadt und Land. Lüdenscheid, 7. April. Tennisturniere besucht, allein die Pyramide von Gizeh und den Montblanc ersteigt und im Jahre höchstens zwei oder drei Monate lang auf der in Posen gelegenen Heimatscholle lebt. allein fahren,“ sagte er nach kurzem Nachdenken. „Aber schließlich fürchte ich mich nicht vor der Ebernburg, ich werde ja nicht den Rest meiner Tage dort zubringen. Und schön muß sie wirklich geworden sein. Ich werde Ihnen einige faßte in die Seitentasche seines weißen Jacketts und holte eine Anzahl von Bildern hervor, die Frau Emmi mit Erstaunen betrachtete. Das sah ja wirklich ganz so aus, als müßte einer der alten Eber aus dem Tor heraustreten. Und das Innere, wie das alles zusammen und zu dem Aeußeren paßte. Diese uralten Schränke und Truhen, diese Tische und schweren Sassel, diese Wandleuchter. Humpen und Becher! Und Frau Emmi ärgerte sich über sich selbst, daß sie die Bitte Blankenburgs abgeschlagen hatte. „Ist das alles für Sie angefertigt?“ „Aber ich bitte Sie— nicht ein Stück außer denen, die in en für meinen Privatgebrauch bestimmten Räumen stehen! Das alte Gerümpel ist mir zu unbequem, würde auch nicht zu meinen anderen Sammlungen passen.“ „So haben Sie alles gesammest?“ „Schmitz und ich. Uebrigens hat schon mein Vater damit begonnen, alles aufzukaufen, was alt, schön und wertvoll war, und wir sind nur seine Schüler geworden. Ich bin wirklich erstaunt, wie nett alles gemacht ist.“ „Sie kennen Ihr Eigentum garnicht?“ „So gut wie garnicht. Seit fünf Jahren habe ich es nicht gesehen, habe mir durch mein Fernbleiben fast die Feindschaft meines Schmitz zugezogen, blieb aber fest.“ Blankenburg stand auf, ließ aber die Bilder in Frau Emmis Hand. genau wußte er, daß es nur eines Wortes von ihm bedürfe, sie zum Mitkommen zu bewegen, aber er bachte nicht daran, Das hätte ihr die Ueberzeugung beigebracht, seine Absichten wären mit der ihren identisch. Nein, eine Frau ohne Herz und Gemüt zu heiraten, das hielt er für die Hölle auf Erden. Wenn schon geheiratet werden sollte, dann mußte die Frau doch einiga Eigenschaften mehr in die Ehe bringen, als Frau von Lutz besaß, die höchstens zu einem Flirt geeignet schien. Frau Emmi aber wartete mit geradezu fieberhafter Spannung darauf, daß er noch ein Wort sagte, sie würde ja uabedingt undtkommen. Die Wirkung der Kohlenpreissenkung auf die Tarife der stiz tischen Werke. Die Stadt Berlin hat mit Rücksicht auf die in zwischen eingetretene Kohlenpreisermäßigung mit Wirkung von der April=Bestandaufnahme ab die Werktartfe folgendermaßen## setzt: Gas: 1 Kubikmeter 650 Mark, elektrischer Strom: 1 Kilowattstunde 1050 Mark. Wasser: 1 Kubikmeter 360 Mark. Die Ermäßigung ist in diesem Umfange vorgenommen worden, obgleich nur die in Deutschland gewonnenen Kohlen im Preise herabgesetzt worden sind. Bei ausländischen Kohlen, auf die die Berliner Werte zu einem erheblichen Teile angewiesen sind, und den sonstigen Unkosten, wie Löhnen und Gehältern, ist bisher ein Abbau nicht eingetreten.— Auch die städtischen Werke Lüdenscheids werden hoffentlich bald mit dem Abbau beginnen. Hier betragen die Preiße zurzeit noch für Strom 1350, Gas 950, Wasser 470 Mark. Kein Abbau der hohen Gütertarife. Ein allgemeiner Abbau der hohen Gütertarife ist vorläufig nicht beabsichtigt. Höchstens wird das Reichsverkohrsministerium in eine Prüfung eintreten, ob einzelne Sonder= und Spezialtarife ermäßigt werden können. Eist natürlich notig, daß die amtlichen Verwaltungen mit guten Beispiel vorangehen, damit ein Abbau der Preise gerade für die am nötigsten gebrauchten Lebensmittel und Gegenstände eingeleitet werden kann. • Butterpreise infolge Lieferung an die Frauzosen? Der wieder bis auf 10000 Mark pro Pfund und darüber hinaufgeschnellte Butterpreis hat großes Erstaunen wachgerufen. Ein Berliner Blatt macht jetzt darauf aufmerksam, daß Aufkäufer vielfach auf dem Lande herumreiseun und bis zu 2000 Mark über den amtlich festgestellten Preis für das Pfund bieten. Es bestehe der dringende Verdacht, daß größere Buttermengen andauernd an die franzosischen Besatzungstruppen im Ruhrgebiet verschoben werden. Ob das sich wirklich so verhält, bedarf sicher einer behördlichen Aufklärung, zumal sich im Augenblick eine sonst stichhaltige Erklärung für die Teuernng nicht finden läßt. Druckaufträge an Zeitungsdruckereien. Um die ständig wachsende Notlage der Presse lindern zu helfen, hat der preußische Minister des Innern eine Verfügung herausgegeben, die dem Amtlichen preußischen Pressedienst zufoige nachstehenden Wortlaut hat: „Für die Erhaltung der Lebensfähigkeit der Presse, namentlich auch der unterstützungswürdigen Provinzpesse, die ein wertvolles Kulturgut darstellt, ist es neben den sonstigen Maßnahmen zur Linderung der Notlage des deutschen Zeitungsgewerbes erwünscht, die Zeitungsdruckereien möglichst mit staatlichen und kommunalen Druckaufträgen zu bedenken, soweit in der Vergebung der Staatsaufträge freie Hand gegeben ist, insbesondere staatliche Druckereien nicht vorhanden sind. Gestohlen wurden aus einer Baubude ein Bleirohr mit Wasserhahn und von der Straße ein Handwagen.— Sechs halbwüchsige Burschen wurden wegen Fußballspielens angezeigt. Die wiederholten Verbote des Grundstücksbesitzers beachteten sie nicht.— Wegen Uebertretung der Gewerbe= und Straßenpolizeivorschriften wurden fünf Personen angezeigt.— In Schutzhaft mußte ein sinnlos Betrunkener genommen werden.— Im Fundamt wurde eine Trödlerwage abgegeben. Volksbegehr. Nach einer ministeriellen Verfügung soll, wie amtlich mitgeteilt wird, in der Zeit vom 18. April bis 1. Mai ein Blitzartig jagten sich die Gedanken in dem kleinen Blondkopf. Ada konnte und mußte es gleich sein, ob sie direkt hierher kam oder mit dem Umweg über die Ehrenburg. Sie sollte auh hinkommen, sich mit dem Baumeister beschäftigen, man würde nach dem Feste auf der Burg zusammenbleiben, und diese wenigen Taxe mußten und würden genügen, ihr den Sieg zu verschaffen. Es lohnte sich wirklich, diesen Mann zu gewinnen. Wie reih mußte er sein, wenn er sich die Marotte leisten konnte, eine solche Burg neu zu erbauen, ohne sie eigentlich auch nur anzusehen. Aber das eine Wort wurde nicht gesprochen. Zornig stampft die junge Frau mit dem kleinen Fuß auf den Teppich, als sih die Tür hinter Blankenburg geschlossen hatte. Sie ging langsam im Zimmer auf und ab, dann blieb sie ver dem Spiegel stehen und blickte hinein. Was sie da sah, war alles hübsch und es gefiel ihm wohl, aber er war eine herbe Natur. Was hatte er ihr nicht alles erzählt in den vierzehn Tage ihrer Bekanntschaft, und eigentlich kaum einmal hatte die Frou in diesen Erzählungen eine wichtige Rolle gespielt. Doch— einmal. Es war in Japan gewesen— und er hatt“ mit einer Begeisterung von der kleinen Musme mit dem poetischen Namen Pfirsichblüte erzählt, daß sie über ihn erstaunte. Aber das war nur für Augenblicke, dann war er wieder verschlossen gewesen. Trotz seiner Reisen war er naiv, und es stieß ihn wenigstens für den Augenblick zurück, daß sie ihre Karten zu früh aufgedeckt. Ei hatte eben viel mehr von der amerikanischen Härte seiner Mutte geerbt als vom Vater. Und dann, der harte Blick, den sie in einem Moment aufs“ fangen,— angst konnte ihr werden. Es war doch vielleicht gidaß keine Entscheidung gefallen war, denn Blankenburg war sicher ein anderer Mann als Fritz Eberhard, vor dem sie keine Fucch zu haben brauchte. Sie ging wieder zu dem Schaukelstuhl, auf dem die Bildes lagen, die sie aufhob und noch einmal ansah. Sie würde ihn doch nehmen trotz dieser harten Augen— sichet sie würde es tun. Es war zu dumm, daß Fritz Eberhard nicht hier war, daß sie ihn hätte gegen Blankenburg ausspielen können Die Eifersucht bringt die Männer leicht zu Entschlüssen, die ohne eine solche Veitsche vielleicht niemals fassen. Frau von Lutz klingalte nach ihrer Zose, um sich zum Dileankleiden zu lassen. Mia erkannte auf den ersten Blick, daß be# Barometer der Laune ihrer Herrin auf Sturm stand. Weshalb— das brauchte ihr niemand zu sagen, einen so n“ chen, schönen und feinen Mann, wie dieser Blankenburg es so#tließ sich keine gern aus dem Netze gehen. (Fortsetzung folzt.) er Reichsb ##t einen Antri ##er Reichsmini ud zwar zu Si Seg #ngenr mehr als Auschen c Termin eingehal Vorarbeiten zu Die Deutsa für ihre Mitgli nerstag, den 12 narckgeden Festrede halten Religiose I Acheres ist aus zu ersehen. Ve 10¼ und Die Gebüh ung des Reich in Eibe erbe außerhalb des D (in teuren Ort (7900 Mark) 1 Die Schli Buchhandel m hinaufgesetzt. 2 der Buchbindert haltungsindex. 8 * Hagen, hauptzollamtes nach schwerem leitete er das h Pflichttreue. * Dertmuder Handwerks die Sommermor deutsche Handw stande komme durch eine Lot Mark, deren beantragt wurd verfolgt, durch zu unterstützen, Anfertignug de licher und mün einer Lotterie: bleibenden kurz in Frage gestel * Bochum, — oder: Es Vor einiger Ze Anschlagtafeln, auf denen ein das ganz einem chen angehörte. wunder,“ so wi einer Schaubud In Scharen str Schaustellern H daß Lionella ei die Zuschauerr objekt ward beFell wie ein e gemacht. Und abnormes Mäd hen an den Fi Das Löwenfell untersuchte, als des Mädchens allen Vieren b hatten sich jetz verantworten. Geldstrafe veru so daß Lionella kleiden wird 4 Fortratt gelern * Gelsenkir hier, das als herrschaft in R entwendet und wohnten. Bei stieg bei Verwa ten Ostertag fes den im Gepäck " Buer, 4. Schignemilinc Straßenbahnane bald nach E * Buer, 6 Kleinkinde ganze Re So können die * D ü l m e n, dahin ergänzt geistiger U aen in der Ir Gerzten als ur " Düfseld Rlsedaßer Wugen der Sti geriet unter de ##; M. Glad „ohrfarge. 0 lagten zu 3 J selbst zugestand weiteren namh kemellandes. gagungsverfahren für ein Volksbezehr durchgeführt werden. beraten wicc% geichsbund für Siedlung und Pachtung in Berlin das“ Antrag auf Zulassung dieses Volksbegehrs gestellt und ut beluten witd, das ausgearbeitet wurde. „Schlage gegm das h. oep Entwurf da# liche Lösung vorsieht. ind geben kann, der deutschen wie der wno, in allernächste, in der Unter= und d als Gerichtssprache n zwei Jahren erstere r soll in den nächsten mee ohne Unterschied werden. Auch diese statuts, das die Ein der Zustimmung der it erforderlich ist. Etlung des Botschafter. dem Memelgebiet zu. nd. eid, 7. April. die Tarife der städ. Rücksicht auf die in mit Wirkung von der olgendermaßen festgecher Strom: 1 Kilo. 360 Mark. Die Ernen worden, obgleich im Preise herabgesetzt ie die Berliner Werke ind den sonstigen Unein Abbau nicht einenscheids werden hofbetragen die Preiße er 470 Mark. n allgemeiner Abbau zabsichtigt. Höchstens Prüfung eintreten, ob werden können. Ez daltungen mit gutem Preise gerade für die Zegenstände eingeleitet erung an die Frauto Pfund und darüber inen wachgerufen. Ein daß Aufkäufer vielfach Mark über den amtEs bestehe der drinidauernd an die franrschoben werden. Ob hördlichen Aufklärung, ige Erklärung für die Um die ständig wachit der preußische Mijeben, die dem Amtenden Wortlaut hat: r Presse, namentlich die ein wertvoln sonstigen Maßnahen Zeitungsgewerbes mit staatlichen und i, soweit in der Veren ist, insbesonder Bleirohr mit WasserSechs halbwüchsige ezeigt. Die wie achteten sie nicht.— d Straßenpolizeivor- In Schutzhaft rden.— Im FundVerfügung soll, wie lpril bis 1. Mai ein dem kleinen Blondob sie direkt hierher rg. 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Der vom Sichsbund vorgeschlagene Gesetzentwurf hat folgenden Sinn: Wer as zwei Ackernahrungen besitzt(eine Ackernahrung sind bei Edem Boden 50 Morgen, bei schlechtem 200 Morgen), soll ein Drit1 des überschüssigen Bodens unentgeltlich abtreten, Ed zwar zu Siedlungszwecken. Das abgetretene Land ##m für diesen Zweck verpachtet werden. Wenn bei diesem Volks#gehr mehr als ein Zehntel der bei den letzten Reichs= und Land##swahlen abgegebenen Stimmen abgeben werden, muß der geichstag sich mit diesem Gesetz befassen. Ob dar oben angegebene gemin eingehalten werden kann, steht noch nicht fest, da noch viele Vorarbeiten zu erledigen sind. Die Deutsche Volkspartei, Ortsgruppe Lüdenscheid veranstaltet gr ihre Mitglieder und deren Angehörige am kommenden Dongrstag, dey 12. April, abends in der„Erholung“ eine Bisgedenkfeier bei der Lic. Pfarrer Graebke die Festrede halten wird. Den musikalischen Teil bestreitet die städzube Kapelle. Näheres bringt die Anzeige zu Beginn nächster Religiose Jugendwochen veranstaltet die kathol. Kirchengemeinde gcheres ist aus der Anzeige in vorliegender Nunmer der Zeitung ersehen. Vorbereitende Vorträge finden am morzigen SonnM 10¼ und 11¼ Uhr statt. Die Gebühren der Gerichtsvollzieher sind nach einer Verordung des Reichsjustizministers um das Fünffache der bisheriSätze erhöht worden. Für die Rechtsanwäste, die Termine aßerhalb des Wohnortes wahrnehmen, sind in Zukunft 12 500 Mk. in teuren Orten 15.500 Mars) Tagegelder und 3800 Mark (7900 Mark) Uebernachtungsgelder zuständig. Die Schlüsselzahl des Börsenvereins für den deutschen Buchhandel wurde mit Wirkung vom 3. April von 2000 auf 2500 hinaufgesetzt. Diese neuerliche Erhöhung erklärt sich aus dem Steigen der Buchbindertarife und aus dem weiteren Anziehen des LebensSlunssinper. und Rheinland. * Hagen, 6. April. Zollrat Knolle, der Vorsteher des hauptzollamtes Hagen, ist gestern im Allgemeinen Krankenhause nach schwerem Leiden verschieden. Elf Jahre, seit April 1912, leitete er das hiesige umfangreiche Amt mit Umsicht, Tatkraft und Pflichttreue. * Tertmund, 6. April. In der gestrigen Vollversammlung der Handwerkskammer Dortmund wurde mitgeteilt, daß die für die Sommermonate in Dortmund geplante Ausstellung für das deutsche Handwerk wahrscheinlich infolge der Besetzung nicht zustande komme. Die Finanzierung der Ausstellung war geplant durch eine Lotterie mit einem Spielkapital von 500 Millionen Mark, deren Genehmigung beim Wohlfahrtsminister in Berlin beantragt wurde. Mit dieser Lotterie wurde gleichzeitig der Zweck verfolgt, durch die Besetzung in Not geratene Handwerkerfamilien zu unterstützen, und den handwerklichen Betrieben Arbeit durch die Anfertignug der Gewinne zuzuführen. Trotz wiederholter schriftlicher und mündlicher Verhandlungen ist bisher die Genehmigung einer Lotterie nicht erfolgt, so daß außerdem infolge der noch verbleibenden kurzen Zeit die gründliche Vorbereitung der Ausstellung in Frage gestellt ist. * Bochum, 6. April.„Lionella“, das Löwenweib — oder: Es ist nichts so dumm, es findet doch sein Publikum. Vor einiger Zeit sah man(auch in Lüdenscheid, d. Red.) an allen Anschlagtafeln, an Zäunen und Ecken große, buntfarbige Plakate, auf denen ein Wesen, auf allen Vieren stehend, abgebildet war, das ganz einem Löwen glich, bis auf das Gesicht, das einem Mädhen angehörte.„Halb Löwin, halb Mensch— das größte Naturwunder,“ so wurde„Lionella, das Löwenweib“, angepriesen. In einer Schaubude hinter dem„Bergmannsheil" war es ausgestellt. In Scharen strömten die Neugierigen herbei und als sie von den Schaustellern Heldt und Hebt in marktschreierischen Worten hörten, daß Lionella eine Löwin sei mit einem Mädchenkopf, da füllten sich die Zuschauerräume in der Bude und das unglückselige Schauobjekt ward beaugapfelt und kritisch gemustert. Ja, es trug ein Fell wie ein echter Löwe, die Hinterbeine waren täuschend„echt“ gemacht. Und doch war alles Schwindel! Lionella ist ein abnormes Mädchen, das sechs Finger an jeder Hand und acht Zehen an den Füßen hat, aber sonst ein wirkliches Menschenkind ist. Das Löwenfell entpuppte sich, als die Polizei die Sache näher untersuchte, als eine raffiniert gearbeitete Perücke, die den Körper des Mädchens bedeckte, daß sich, um der Löwin zu gleichen, auf allen Vieren bewegen mußte. Die Schausteller Heldt und Hebt hatten sich jetzt vor dem Schöffengericht wegen Betruges zu verantworten. Held wurde zu 50000 Mark, Hebt zu 25000 Mark Geldstrafe verurteilt. Das Löwenfell wird gerichtlich eingezogen, so daß Lionella sich ein Frauenkostüm beschaffen muß, daß sie besser kleiden wird als die Perücke. Inzwsichen wird sie wohl den Fortratt gelernt und das Aufrechtgehen sich angewöhnt haben! * Gelsenkirchen, 6. April. Das Dienstmädchen Martha S. von hier, das als besondere Perle galt, hatte seinen Dienstherrschaft in Remscheid einen Geldbetrag von 15 Millionen Mark entwendet und war nach Gelsenkirchen gefahren, wo seine Eltern pohnten. Bei diesen hielt sich die Diebin aber nicht auf, sondern stieg bei Verwandten ab, wo sie von der Kriminalpolizei am zweiken Ostertag festgenommen wurde. Ueber 10 Millionen Mark wurden im Gepäck des Mädchens gefunden und beschlagnahmt. * Buer, 4. April. Das 2½ Jahre alte Töchterchen des Wirts Schwanewilms im Stadtteil Resse rannte vor einen fahrenden Straßenbahnwagen und erlitt so schwere Verletzungen, daß es bald nach Einlieferung ins Krankenhaus starb. * Buer, 6. April. Die Franzosen haben nunmehr auch die Kleinkinderschule in der Gustavstraße besetzt. Dadurch wird eine ganze Reihe von sozialen Einrichtungen unwirksam gemacht. So können die kleinen Kinder nicht gespeist werden. * Dülmen, 6. April. Die von hier verbreitete Meldung muß bahin ergänzt werden, daß Studienrat Dr. Giese seine Tat in Leistiger Umnachtung beging. G. befindet sich seit 14 Taden in der Irrenanstalt Mariental bei Münster und ist von den Aerzten als unheilbar geisteskrank erklärt worden. Dune Disseldorf, 6. April. Mit dem Leden bezahlte ein edorfer den Versuch, auf einen in voller Fahrt befindlichen gr der Straßenbahn zu springen. Er kam dabei zu Fall und wiler unter den Anhängewagen, der ihm den Kopf abriß. „“.=Gladbuch, 6. April. Wegen Mißbrauch der ErwverbsOsenfürsorge verurteilte das hiesige Schöffengericht einen Angesorts. zu 3 Jahren Zuchthaus. Der Mann hatte neben der ihm feion zugestandenen Unterstützung auf einen falschen Namen einen beiteren namhaften Betrag erhoben. Aus aller Welt. in.# Forelle im Milchtopf. Eine große Ueberraschung gab es Homburg v. d. H. dieser Tage in einer Lehrerfamilie. Als serganden erg.. für die Kinder bestimmte Mich von ihrer LieWehrheim i. T. empfing, fand sie darin eine muntere Hrs Zentimeter lange Forelle umherschwimmen. Die Soche tägliun, aur aic)t folgende Aufklärung finden: Die Milchfrau muß um 3i“ einem sorellenreichen Taunusbächlein vorüber. Da nu i veese schöne Frühlingszeit auch die Fischlein im Sonnenglanze An unsere Postbezieher Zerholt die Bite und Mahnung, die noch rückständigen Bezugsgebühren(Nachzahlungen) für vergangene Monate umgehend auf unser Postscheckkonto Dortmund 3719 zu überweisen. Verlag der Lüdenscheider Zeitung. spielen und auch gar Sprünge aus den klaren Fluten machen, ist es gar nicht unmöglich, daß auch so ein fürwitziges Forellenbaby zu weit gesprungen ist und in die Milchkanne der Wehrheimerin hüpfte. Die Polizei ist mit der weiteren Aufklärung des Falles beschäftigt und wird auch ein Gutachten naturwissenschaftlicher Sachverständiger einholen, ob eine Forelle solche Sprünge machen kann. Die Milchfrau behauptet es. Der falsche Assesser. Die Rolle eines Gerichtsassessors und Dr. jur. sowie„Syndikus bei großen Firmen“ hatte der frühere Handlungsgehilfe Max Knöffel lange Zeit mit großem Erfolge durchgeführt. Mittwoch aber hatte er sich vor der Berliner Strafkammer wegen Betruges, Betrugsversuches in sieben Fällen und Urkundenfälschung in drei Fällen zu verantworten. Der Angeklagte hatte das Gymnasium bis Sekunda besucht und war dann in kaufmännische Lehre gekommen. In den Jahren 1913=14 hatte er Kreditschwindeleien begangen und war mit Gefängnis bestraft worden. Während des Krieges erlitt er einen Bauchschuß. Im Lazarett kam er auf den Gedanken, eine größere Rolle spielen zu wollen. Er machte sich zum Dr. jur. und Gerichtsassessor. Gleichzeitig wurde aus dem Sohn eines Küsters der Sohn eines Oberkonsistorialrates und er gab an, daß er mit der Tochter eines höheren Offiziers verheiratet sei. Auf Grund seiner gefälschten Zeugnisse gelang es ihm, eine Anstellung als juristischer Mitarbeiter bei Siemens=Schuckert in Berlin zu erhalten. Diese Stellung füllte er auch zur großen Zufriedenheit aus, so daß er glänzende Zeugnisse und Anerkennungsschreiben erhielt. Während des großen Streiks bei der Schichau=Werft 1920 war er für den Vorband der Metallindustriellen Beisitzer des Schiedsgerichtes im Reichsarbeitsministerium. Es wurde ihm noch jetzt von Zeugen die größte Anerkennung für seine Tätigkeit gezollt. Mit seinen guten Empfehlungen bekam er dann eine Anstellung als Syndikus bei dem Eschweiler Bergwerks=Verein. Nun aber regte sich bei ihm wieder sein verbrecherischer Trieb, und er fälsschte verschiedene Schecks, die er aber immer rechtzeitig einlöste. Als jedoch eines Tages die Deckung nicht rechtzeitig herbeigaschafft werden konnte, führte das zu seiner Entlassung. Nach seiner Entlassung verübte er noch verschiedene Kreditschwindeleien unter der Vorspiegelung, daß er noch Syndikus des Eschweiler Bergwerks=Vereins sei. Der Angeklagte gab die Fälschungen unumwunden zu, behauptet aber, daß er niemand habe schädigen wollen. Das Gericht billigte dem Angeklagten mildornde Umstände zu und verurteilte ihn nur zu einem Jahr Gefänanis.# Minen Gei. Prinz Sigismund von Preußen, ein Soyn des Prinzen Heinrich von Preußen, hat die Vertretung einer Hamburger Kaffeefirma in Südamerika übernommen. Er hat, nachdem er sich einige Monate in Südamerika eingelebt hat, seine Frau, eine geb. Prinzessin von Sachsen=Altenburg, nachkommen lassen. „Huchrkreun. Dem Ruhrabenteuer der Franzosen fehlt ein eigenartiges Satyrspiel nicht. In der Deputiertenkammer ist von einer Anzahl Abgeordneter eine Entschließung eingebracht worden, durch die die Regierung des Herrn Poincare aufgefordert wird, ein besonderes Abzeichen für die Soldaten zu schaffen, die seit dem 11. Januar d. J. bei der Besetzung des Ruhrgebietes mitwirken. Auch die freiwilligen Eisenbahner will man auf diese Weise vaterländischer Anerkennung teilhaftig werden lassen. Die Möglichkeit, daß Herr Poincare sich die eigenartige Entschließung bei dem nationalistischen Kammerklüngel bestellt hat, bleibe dahingestellt. Zutreffen könnte sie schon, denn warum sollte der geflissentlich in den Bahnen der Geistesrichtung Napoleons I. wandelnde Ministerpräsident nicht auch die Stiftung des „Kreuzes der Ehrenlegion“ durch den Korsen nachäffen wollen? Die Heldentaten der französischen Ruhrkämpfer sind freilich grundverschieden von denen der Soldaten des großen Napoleons. Jene sind aus. schließlich Brutalitäten gegen eine wehrlose deutsche Bevölkerung. Sie mit dem Ehrenkreuz zu belohnen, würde dem gesunden Menschenverstand verletzendster Hohn erscheinen, wenn nicht die Vermutung sich aufdrängte, daß durch die Schaffung des„Ruhrkreuzes“ auf die Eitelkeit der Besatzungssoldaten spekuliert, ihre„Stimmung“, die sich schon in Auflehnungen und Desertionen kund getan hat, gehoben werden soll. Jedenfalls hat es den Reiz der Neuheit, daß Drangsalierungen, Mißhandlungen, Ausplünderungen eines wehrlosen Nachbarvolkes der Auszeichnung durch einen Orden, zu dauerndem Gedenken, gewürdigt werden sollen. Dem normalen Empfinden liegt ein Gefühl der Scham über solche Verwendungsart schwer bewaffneter Soldaten näher. Indessen, auf eine Blamage mehr kommt es dem Frankreich Poincares nicht an. Literarisches. Das soeben erschienene Aprilheft der Favovit=Monatsschrift Kleid und Heim aus dem Kleid und Heim=Verlag Dresden=N. 8, bringt allerlei Neues in Frühjahrsmoden und zwar, wie es dem launischen April entspricht eine Auswahl von Mänteln, Umhängen, Jackenkeidern für Straße und Sport, geschmackvolle Damenkleider fürs Haus und für die Straße, neue Blusen, Röcke und reizende Kinderkleidung. Eine Seite ist den neuartigen buntbestickten Nesselkleidern gewidmet, andere zeigen neue Kragen= und Aermelgarnituren, den modernen Quastenschmuck und verschiedene Arten von Kleiderausschnitten. Handarbeiten liebende Daman werden reiche Anregung zur Betätigung finden durch die abgebildeten neuen Kissen in Loch= und Ausschnittstickerei, Filet= und Tülldurchzug. Der Unterhaltungsteil enthält den Anfang des fesselnden Romans Sonnenfinsternis v. Else Stieler=Marshall, dem sich eine Anzahl kleiner Aufsätze verschiedenartigen erzieherischen und hauswirtschaftlichen Inhalts anschließen. Preis des Aprilheftes 800 Mark. Zu beziehen durch alle Favorit=Schnittmuster=Verkaufsstellen und durch die Buchhandlungen. Eingesandt. Die hohen Gasrechnungen. Auch mir sei noch ein Schlußwort gestattet: Die Gaswerksdirektion ergeht sich abermals in schönen Redewendungen, denen sie tatsächliches nicht beigibt. Sie macht nicht im geringsten den Versuch, meine Angaben zu entkräften, im Januar=Februar ds. Is. habe ein Apparat zur genauen Feststellung des tägkichen Heizwertes gefehlt. Meine Ansicht ist also auch da bestätigt. Was demnach von der„Betonung“, daß hier ein Gas abgegeben wird, dessen Heizwert nirgendwo anders übertroffen wird" zu halten ist, mag sich jeder selbst vorstellen. Wenn ständige Zunahme von Gasabnehmern zu verzeichnen ist, so ist das bei den Wohnungs= und Heizstoffverhältnissen der jetzigen Zeit begreiflich. Die neuen Abnehmer werden schon belehrt werden, wenn sie die erste Gasrechnung bekommen. Wie dagegen alte, erfahrene Gasverbraucher über die Gaslieferung denken, darüber hätte sich die Gasdirektion in der Aussprache nach den Vorträgen über die verschiedenen„Sparkocher für Kohle etc.“ informieren können, die kürz'ich hier stattfanden. Und dann noch etwas aus der Praxis des Gasverbrauchs. Der Gaskocher ist doch ein sog. Bunsenbrenner. In ihm felbst soll Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. die Mischung von Gas und Luft hergestellt werden, die verbrannt wird. Dazu besitzt der Gasherd Luftöffnungen. Wenn das Gas gut ist, also seinen richtigen Heizwert hat, dann sollen diese Oeffnungen vollständigoffen sein. Im Januar=Februar mußten sie dagegen ganz geschlossen werden, und selbst dann brannte der Gasherd nur mühsam! Das beweist praktisch die Richtigkeit des von mir hinsichtlich der Heizkraft des Gases Gesagten. Was daraus folgt, dürfte jedem klar sein. Damit erübrigt sich auch ein weiteres Eingehen auf den Gaspreis. Ich habe den Gasverbrauch seit einiger Zeit zanz eingestellt, überlasse nun die weitere Beurteilung der Sache andern. G. F. Handel und Die Lohnstabilisierungsfrage. In den nächsten Tagen werden zwischen der Regierung und den Gewerkschaftsorganisationen Besprechungen stattfinden über die Frage, ob die Gehälter und Löhne für April erhöht werden müssen. Unabhängig von dem Ausgang dieser Verhandlungen werden die Gewerkschaften Mitte des Monats im Reichsarbeitsministerium mit den Spitzenverbänden der deutschen Industrie zusammentreten, um festzustellen, ob unter den gegenwärtigen Verhältnissen eine Lohnstabilisierung durchführbar sein wird. Von Gewerkschaftsseite wird erklärt, daß die Reichs= und Staatsarbeiter heute vielfach besser bezahlt seien als die entsprechenden Arbeitergruppen in der Privatindustrie. Aus diesem Grund wird eine Angleichung des Einkommens der Privatarbeiter an die Reichsarbeiterlöhne gewünscht. Berliner Wertpapier=Börse Mitgeteilt vom Barmer Bank=Verein, Lüdenscheid. Geld=, Wechsel= und Warenmarkt. Mitgeteilt vom Barmer Bank=Verein, Lüdenscheid. Am 5. April keine Wertpapierbörse. Devisenverkehr: Heute vormittag ca. 10 Uhr. Holland 8270, Amerika 21050 London 98250 Paris nicht not. Brüssel nicht not. Schweiz 3860 Tendenz: Still. Das Stimmungsbild der Börse. Bei einem Teil des Publikums haben die am Mittwoch erzielten hohen Kursgewinne Realisationsneigung hervorgerufen, sodaß bei den Banken überwiegend Verkaufsaufträge vorlagen. Die Börsenspekulation nahm die angebotene Ware aber nur zu wesentlich niedrigeren Kursen auf, sodaß heute die vorgestern erzielten hohen Kursgewinne verloren gingen. Die Einbußen waren ziemlich gleichmäßig. Industrie=, Bank= und Schiffahrts=Aktien erreichten Rückgänge von —6000%, verschiedene auch darüber. Bei Berliner Handels=Anleihen, Harpener, Riebeck=Montan, Hammersen je 10000 bei Otavi, Stöhr und Hamburg Süd je 15000%. Auch für ausländische Renten überwog die Realisationsneigung, sodaß auch hier zum Teil erheblich Kursrückgänge zu verzeichnen waren. Dagegen behaupteten heimische Renten ihren Kursstand. In der ersten Börsenstunde kam die rückläufige Bewegung zum Stillstand und bei ruhigerem Geschäft konnten viele Einbußen wieder eingeholt werden. Bei den zu Einheitskursen gehandelten Industriewerten überwog die Verkaufsneigung sodaß auch hier die Kursrückgänge in der Mehrzahl waren. Am Devisenmarkte ist bei wenig veränderten Notierungen Geschäftsstille vorherrschend. Berlin, 6. April. Der Produktenmarkt war fest. Weizen dauernd knapp, Mühlen bezahlen höhere Forderungen, da Mehl rege gefragt. Roggen hatte lebhafteres Geschäft infolge von Nachfrage für private Interessenten und anscheinend für die.=G. Gerste hatte gutes Futtergeschäft. Mais in prompter Ware gesucht, auch sonst befestigt. Weizen 51—52000, Roggen 43.500 bis 44000, Hafer 37—38 500, Mais 45000, dsgl. Hamburg 41000. Rauhfutter. Großhandelspreise für 50 kg. ab mark. Stationen: Drahtgepr. Roggen= und Weizenstroh 13 500—15 500, dsgl. Haferstroh 10—12 000, dsgl. Gerstenstroh 10 500—11 500, Roggenlangstroh 14—15 000, bindfadengepr. Roggen= und Weizenstroh 13 500—14 500, loses Krummstroh 8500—12 500, Häcksel 18= bis 19.000 handelsübl. Heu 13—15000, gutes Heu 15—17000. — Raps 85—90000, Rapskuchen 31—32000 Mark. Kartoffelnotierung: Speisekartoffeln, weiße und rote 1800, gelbfleischige 2100 Mark. Wetterstation Lüdenscheid Realgymnasium (Specht, Hochstr. 71) Vonperahen: höchste+147° niedrigste:+.90 2.A Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. Die slückliche Geburt eines gesunden Jungen zeigen in dankbarer Freude an Eusen Steckel und Frau Friedel ged. Clever. Beim Nachfüllen von MAGGE Würze achte man darauf, daß die Würze aus Maggl’s großer Originalflasche gefüllt wird; denn in diesen Flaschen dart gesetzlich nichts anderes als MAGGl: Würze fellgehalten werden. Nach 6½ monatlicher Tätiskeit im städt. Krankenhause München-Schwabing und nach mehrmenatlicher Vertretertätiskeit in der Praxis meines versterbenen Paters habe ich mich als praktischer niedergelassen. Lüdenscheid, den 5. Npril 1923. Dr. med. Otto Klingenheben. Sonder=Angebot! Nontmachung. Mit Wirkung vom 1. April d. Is. haben die Kohlenpreise eine Ermäßigung erfahren zwar um 122075,— mt. je 10 k. Bei dem sich alsdann ergebenden Gesamtbrennstoffwerte beirdal der.— zut für 106 frei Krast. Gesamtpreis für eine Kw.-Std. 166 mnk. bei.40 Mt. Grundpreis 1100.—"".37„„ 1071.—"" 0,34„ 1008.—„" 0,32„„„ 945.—"".30„ Hagen i.., den 6. April 1923. Kommunales Elektrizitätswerk Mark Aktien=Gesellschaft. Stoffe, Herren= und Kinder=Anzüge, Herren=, Damen= und Kinder=Wäsche, Herren=Socken, Damen= und KinderStrümpfe, besonders billig. Hemdentuch, Nessel, Slauell u. SckürzenStoffe, Damen=Schürzen 9000, 10800, 11500, extra groß 16000 Mk. Mädchen= und Knaben=Sckürzen, preiswerte blaulein. Arbeits=Anzüge In extra guten Qualitäten. 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Februar 1923 bei dem Eisenbahnbauverein eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht in Brügge(Westf.) eingetragen worden: Der Bahn hofsvorsteher August Kersten ist aus dem Vorstande ausgeschieben. Für lihn ist der Oberbahnhoft= vorsteher Karl Teetzen in Brügge in den Vorstand gewählt. Lüdenscheid, den 8. April 1923. Das Amtsgericht. Wer ist Hersteller von Manik. Polier-Deckel, Pastadosen u. Puderdosen? Es handelt sich um größere. Aufträge. Angebote unter., Z. 1191 an die Geschäftsstelle dieses Bl. erbeten. Vernickelte Vorschlüsse für Sockenhalter mit Satindreieck in größeren Posten zu kaufen gesucht. Angeb. für Lagerware mit Muster und Preis unter L. Z. 1192 an die Geschäftsstelle ds. Bl. Holsteinische Käse-Fabrik Käse- und Bukter=Versandhaus versendet in Postkolli franko ohne weitere Unkosten per Nachnahme: Sick. ca. 8 Pfd v. Pfd.4 2800— Holländer Käse.„„ 15„„„„ 2800— la allerseinhe ein Magerkde) billiosten Tooesoreisg Welteret-Tafelbuter num Etligsten Taglepeeie. 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Der Amtmann. in das Genossenschaft. ster No. 31 ist am 23. rruar 1923 bei dem enbahnbauverein eingejene Genossenschaft mit hränkter Haftpflicht in gge(Westf.) eingeen worden: Der Bahn worsteher Augus sten ist aus dem Vorde ausgeschieden. Für ist der Oberbahnhoft= teher Karl Teetzen in igge in den Vorstand äblt.— übenscheld. den 8. April 1923. Das Amtsgericht. ür den hiesigen Güterhof wird per sofort ein üger, energischer Umladeiternehmer He. ewerber wollen sich melden bei der Getsstelle des Lüdender FuhrunternehVerein, Bahnhofe 26 nige Arbeiter leichte Arbeit sofort bt. Herzog& Berges Altroggenrahmede. suche für meinen zur weiteren AusLehrstelle iem großen Koloniab Delikatessen=Geschäft 5 unter L. I. 1193 e Geschäftest. d. Bl. hupo=Beamter sucht övl. Zimmer chst mit Morgen Angebote unter 1194 an die Gestelle be. Bl. Ver prägt spenbesteue? r Fabrikraum zu ung von 2 Friktions lpressen gesucht. eorg Schmidt, scheid, Sauerfelder 2. 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Auch das von Dr. Grimm verfaßte Gutachten wurde in einigen Zeitungen mehr oder weniger abgedruckt. Es gibt keine deutsch=freundlichen Zeitungen hier, mit Ausnahme der deutschgedruckten, wie z. B. die„Staatszeitung". Einige englischen Zeitungen heißen das Ruhrabenteuer sogar gut, andere mißbilligen es, enthalten sich aber einer Kritik Frankreichs und vermeiden deutsch=freundliche Aeußerungen. Nur die unabhängige „Newyork American" bringt verdammende Artikel. Die großen Zeitungen sind Organe des Großkapitals, und dessen Interessen liegen bei ihren Schuldnern. Deutschland schuldet Amerika nichts und daher wird auch nichts geschehen, um Deutschland beizustehen. Man muß sich in Deutschland klarmachen, daß Amerika noch viel weniger als England Einspruch erheben wird. Die Regierung mißbilligt das Vorgehen der Franzosen, wird aber nichts tun, sondern nur auf amerikanische Interessen bedacht sein. Selbst die große Protest=Versammlung am 22. Februar hat nichts genutzt. Dortsprachen Senatoren und der Oberbürgermeister von Newyork, jedoch wird dann das Meiste in den Zeitungen unterdrückt. Ein Herr der„Staatszeitung" erklärte mir, daß man es jedem Deutschen mit aller Offenheit klarmachen soll, daß alle Hoffnung auf ein Eingreifen Amerikas eitler Wahn ist, da täglich Briefe von Deutschland einlaufen, die noch immer auf die Hilfe Amerikas rechnen. Derselbe Herr erklärte mir, Amerika wäre nie gegen Deutschland in den Krieg gezogen, hätte Deutschland statt die Alliierten 2000000 000 Dollar geschuldet, d. h. vor dem Kriege. Dann hätte die Möglichkeit bestanden, daß Amerika Deutschlands Sache ergriffen hätte. Das Großkapital sei die einzige Macht in den Vereinigten Staaten. Das amerikanische Volk hat weniger als in irgend einem anderen Lande, Einfluß auf diese politischen Fragen. Mindestens 75 Prozent des Volkes verdammen den französischen Kurs. Proteste über Proteste laufen in Washington ein, ohne Erfolg, da stets die Antwort des Auswärtigen Amtes ablehnend ist. Wie ja auch bekannt, war das amerikanische Volk mit großer Mehrheit gegen einen Krieg mit Deutschland. In Finanzkreisen glaubt man die Lösung nur in einem Zukammenschluß der deutschen und französischen Schwerindustrie und des Großkapitals der beiden Länder zu sehen, nachdem Frankreich sch von der Nutzlosigkeit der Ruhr-Invasion überzeugt und einen ausweg für den Rückzug gefunden hat. Das Deutsch=Amerikanertum wurde während des Krieges ganz unterdrückt, und der politische Einfluß ist jetzt noch sehr gering. Die Deutsch=Amerikaner haben sich seit dem letzten Jahr in der Steuben Society zusammengefunden, und die Mitglicderzahl ist schon weit über eine Million angewachsen. Mit der Zeit wird der Einfluß wieder sehr bedeutend werden. Leider hilft dies jetzt noch nicht in Deutschlands großer Not. Die Liebe zum alten Vaterlande ist mehr als je vorhanden, aber machtlos, etwas zu tun, mit Ausnahme von Sendungen von Lebensmitteln, was auch reichlich geschicht. Möchte Deutschland bald frei werden und die Völker Vernunft annehmen, denn meiner Ansicht nach kann es nur besser werden, wenn die Unruhe in den Völkern der Entente den Machthabern gefährlich wird, und diese durch klarsehende Männer ersetzt werden. Ich habe Ihnen das Vorstehende mitgeteilt, um Ihnen eine Idee zu geben, wie man die deutsche Lage hier ansieht.“ Viktor Blankenburg. Roman von Willy Scharbau. 2— Nachdruck verdoten. Freilich kleidete ihn dieser Anzug ausgezeichnet, das dunkelsraune Gesicht und der schneeige Anzug schienen raffiniert zueinander abgetönt. Der ganze Mann sah überhaupt immer aus, als mache er raffiniert Toilette. Das dunkelblonde Haar hing etwas wirr über die Stirn; das Gesicht war glatt rasiert. Die scharfbeschnittene Nase, das starke Kinn ließen auf Willenskraft und Hartsäckigkeit schließen, und der Blick der stahlblauen Augen machte den Frauen das Herz in der Brust lebhafter klopfen. „Danke, schlecht,“ antwortete sie auf seine Fraze.„Ich langweile mich ganz schrecklich!“ „Ich langweile mich niemals,“ meinte er und blickte scharf auf den weiß beschuhten Fuß, der auf dem Tabouret ruhte. „Ja, das sind auch Sie, Mister Blankenburg.“ „Ich habe Sie schon einmal gebeten, gnädige Frau, Sie möchten mich nicht Mister anreden. Sie wissen jedenfalls, daß ich nicht gur vom Vater her, sondern auch durch meine Erziehung ein Deutwher bin, wenngleich ich gern amerikanischer Bürger bin und bleibe.“ „Verzeihung, ich will's gewiß nicht wieder tun.“ Sie sah ihn an und lachte, so daß die Grübchen auf ihren Wangen und dem runden Kinn zum Vorschein kamen. Tann bückte de sich ein wenig vornüber und schob den Rock über den Schuh. „Weshalb betrachten Sie so ernsthaft meinen Schuh?“ ###„Weil ich den Anblick sehr schön finde, und wail ich mir das nehme, alles Schöne zu betrachten. Sie sollten mir solchen Enblick nicht entziehen.“ "„Aber ich bitte doch, lieber Bob— ach so, pardon. Ich weiß sa, daß Sie es unangenehm empfinden, wenn man Sie Bob nennt; ich werde also von jetzt an Herr Viktor sagen.“ Der Mann sah die neben ihm Sitzende scharf an und mußte n. Sie machte ihm starke Avancen, aber er war en solche vewühgt „Sazen Sie, was Sie wollen, nennen Sie mih, wie Sie vollen, aus Ihrem Munde klingt jeder Name wie Musik.“ Frau Emmi fühlte, daß ihr Herz lebhafter zu kopfen begann. ebuen#Augen der beiden trafen sich für einen Augenblick, und ruvus verwirrt klappte Emmi den Roman zu, der noch immer auf hhrem Schoße sag. „Weshalb schickten Sie mir eigentlich die Rosen dort?“ fragke Aufgaben des deutschen Bildungswesens. Programmatische Erklärungen des Kultusministers. Im Hauptausschuß des preußischen Landtages nahm bei Beratung des Kultusetats Minister Dr. Boelitz das Wort, um einen Ueberblick über den Gesamtetat und die besonderen Aufgaben seines Ministeriums zu geben. Auf die Frage, ob sich nennensweite Ersparnisse auf dem Gebiet des Bildungswesens machen ließen, antMinister, daß unsere wissenschaftlichen Anstalten kaum Möglichkeiten zur Sparsamkeit böten. Hier müsse die Höhe unseres Kulturgehalts gesteigert werden. Auf einem Gebiet könne vielleicht gespart werden: In neuen Plänen und Projekten müßten wir als armes Volk uns bescheiden lernen. Der großangelegte Grundriß der Einheitsschule müsse immer wieder repidiert und auf seine Vereinfachungsmöglichkeit geprüft werden. Es handle sich darum, die denkbar klarste Form der Einheitsschule zu erfassen. Die Einheitsschule darf nicht eine Schule der Vereinerleiung sein, sondern muß zu einer Schule der besseren Begabung werden. In diesem Zusammenhang ging der Minister auf die Reform der Lehrerbildung ein, die nicht nur eine Reform der Bildung der Lehrer an Volks= und Mittelschulen, sondern auch für die Lehrer an höheren Schulen sei. Es sei die nächste und dringendste Aufgabe, die das Ministerium beschäftigte. Die dahingehenden Vorschläge würden bald das Staatsministerium beschäftigen. Trotz der finanziellen Not sei in den letzten 1½ Jahren ein planmäßiger Aufbau des Schulwesens geschaffen worden. Der preußische Staat habe die Verpflichtung, gerade in den Grenzgebieten in erster Linie für die Wiedergutmachung der Kriegsschäden einzutreten und für die dort so schwer hineingezogenen Schulen zu sorgen. Der Minister entwickelte sodann ein Bild der Neugestaltung des gesamSchulwesens. Vom 1. April ds. Is. ab seien in Preußen 70 Aufbauschulen vorhanden, von deren Bewährung er sich außerordentlich viel verspreche. Die Erziehung zur Staatsgesinnung müsse im Vordergrund der Unterweisung der Jugend stehen. Dem Geschichtsunterricht, der staatsbürgerlichen Unterweisung müsse auch der Raum im Unterricht zugeteilt werden, der seiner Bedeutung entspreche, und die Lehrerschaft müsse in der Gesamterfassung ihres Berufes und ihrer Einstellung der führende Träzer dieses Staatsgedankens sein. Westfälischer Provinzialausschuß für die Am Mittwoch tagte in Münster unter dem Vorsitz des Oberpräsidenten der Provinzialausschuß der Ruhrhilfe. Aus der ganzen Provinz waren Delegierte erschienen, um den Bericht zu hören, aber auch um Mittel und Wege zu suchen für eine weitere erfolgreiche und praktische Werbe= und Sammelarbeit. In einem kurzen Vortrage gab der Oberpräsident einen Uebeblick über den Stand der Ruhrhilfe und die Opfergesinnung, die wieder geweckt worden ist. Viele Menschen haben ihre eigenen Sorgen vergessen und helfen nach Kräften den bedrängten Nächsten. Auch die Behörden sind bemüht, der Ruhrbevölkerung die Lasten und Leiden erträglich zu mathen. Nachdem endlich Klarheit über die Organisation, Zuständigkeit und Verteilung geschaffen worden ist, könne der Ausschuß seine Tätigkeit antreten. Die in Westfalen aufgebrachten Mittel bleiben restlos in der Provinz. Selbstverständlich reichen bei der starken Inanspruchnahme die vorhandenen Mittel bei weitem nicht aus und deshalb müssen neue große Opfer, sowohl von der Provinz Westfalen als auch von den anderen Teilen des Reichos aufgebracht werden. Neue Aufrufe werden erscheinen, Sammellisten kommen in Umlauf, und vaterländische Kundgebungen werden die Gebefreudigkeit erhöhen. In jeder Stadt und Gemeinde werden Ausschüsse gebildet, die die Durchführung der Sammlungen übernommen haben. In einigen Kreisen und Städten, z. B. in Minden, Bielefe'd, Herford, Wiedenbrück und anderen, ist bis jetzt ganz bedeutendes geleistet worden. Ein Wetteifer setzt ein, um durch Opfersinn und Arbeit an der Ruhrhilfe mitzuhelfen. Die Verteilung erfolgt in den einzelnen Gemeinden des besetzten Gebietes unter der Ausicht der aus allen Volkskreisen zusammenAusschüsse. Diese Aussicht und die Behörden verbürgen, daß nicht eine einzige Papiermark für andere Zwecke als zur Unterstützung, solcher Kreise, die wirklich Not leiden, verbraucht wird. Alle Arbeiten von Behörden und Privatpersonen werden ehrenamtlisch, also unentgestlich geleistet. Irgendwelche Anschaffungen sind nicht erfolgt, weder Klubsessel noch Schreibfedern. Vor wilden Sammlungen sei dringend gewarnt. Schwindler und Tagediebe nützten die Gebefreudigkeit für ihre Zwecke aus. Die Ruhrhilfe sie dann und schlug plötzlich die Augen voll zu ihm auf. „Weil ich Sie gut stimmen wollte.— Ich komme nämlich mit einer Bitte zu Ihnen.“ „'so eine Art von Bestechung.“ „Meinetwegen— wenn die Blumen nur meinen Zwecken dienen.“ Frau von Lutz wurde ein wenig unruhig, denn dem Amerikaner war es zuzutrauen, daß er ohne irgendwelche Präliminarien das entscheidende Wort sprechen würde. „Sie könnten mich nämlich begleiten, Frau Emmi. Hier langweilem Sie sich doch nur, und selbst wenn Ihr Schwager wieder hierher kommen sollte, wird er der Rennen wegen wenig Zeit für Sie haben.“ Sie laschte gezwungen. „Ich— Sie beg'eiten? Aber lieber Viktor, das geht doch nicht. Drüben in Amerika denkt man ja freier, aber hier? Denken Sie nur, was die böse Walt sagen würde.“ „O je, als ob wir beide uns aus der bösen Welt etwas machten!“ Sie schüttelte den blonden Kopf. „Ich habe durchaus nicht die Absicht, Sie für alle Zeit zu entführen, ich werde Sie rechtzeitig wieder hier absetzn.“ Um den Mund der hübschen Frau zuckte es, die Worte berührten sie peinlich. „Sie müssen mir doch mindestens vorher sagen, wohin die Fahrt gehen soll, das muß ich unter allen Umständen vor einer Entscheidung wissen.“ „Versteht sich, aber dazu muß ich Ihnen vorher die Geschichte dieser Reise erzählen.“ Blankenburg stand auf, hoste vom Sosa ein Kissen, das er Frau von Lutz in den Nacken schob, so daß sie lachend fragte ob die Geschichte langweilig werden würde, da er ihr das Einschlafen so bequem als möglich machen wollte. „Habe ich Ihnen schon von der Ebernburg erzählt?“ „Noch nicht.“ „Also die Ebernburg war ein alter Kasten von einer Burg am Main, und jetzt ist sie ein neu renovierter Kasten. Die Rechnungen, die ich von Zeit zu Zeit bezahlen muß, erinnern mich einzig daran, daß ich in Deutschland Grundbesitzer bin, sonst würbe ich es total vergessen haben.“ Frau Emmi blickte zum Fenster hinüber und meinte: „Wenn der Kasten jetzt schön neu geworden ist, können Sie darf nicht mißbraucht werden, sie ist bestimmt, Armen zu helfen. Wer diesen Zeit= und Leidensgenossen des besetzten Gebietes helfen will, wer Kleinrentnern, Sozialrentnern und den Anstalten, die im Dienste der Nächstenlieba stehen, das Notwendigste zum Leben geben will, der muß die Ruhrhilfe stärken durch neue Opfer. Berliner Brief. Der Kampf um Groß=Berlin. Seit dem 27. April 920 besteht die durch Gesetz geschaffene Einheitsgemeinde Groß=Berlin, aber die drei Jahre, die seitdem verflossen sind, scheinen nicht dazu beigetragen zu haben, eine Basis zu schaffen, auf der für die Gesamtbevölkerung Berlins erfreuliche Arbeit geleistet wird. Jedenfalls hat das Riesenkind, das bei seiner Geburt von der Linken mit verdächtigem Beifall begrüßt wurde, nicht die Entwicklung genommen, die man hätte wünschen können. Was früher in einer Zweckgemeinschaft zweckentsprechend verwaltet wurde, sollte auf einmal von einem Tisch aus geregelt werden. Nun ist ohne Zweifel ein einziger grüner Tisch, von dem aus regiert wird, immer noch besser, als 20, die womöglich alle gegeneinander regieren. Aber es hat sich auch was von der Pechten seinerzeit schon betont wurde, herausgestellt, daß es unmöglich ist, eine derartige Riesenorganisation, wie sie Groß=Berlin mit seinen 20 Bezirken darstellt, von einer einzigm Stelle aus richtig zu leiten. Was in einer Gemeinde von 100000 Einwohnern leicht und richtig ist, ist in einer Stadt von 4 Millionen Unsinn. Dazu kommt, daß wir gerade in unserer Zeit die Betätigung des Heimatgefühls durch die Bevölkerung mehr denn je notwendig haben, daß aber die Freude an dieser Beschäftigung vorkümmern muß, wenn sie keine Möglichkeit der Auswirkung findet. Und das kann sie bei dem jetzigen System einfach nicht. Ueber kurz oder lang wird sich der preußische Landtag mit der Frage Groß=Berlin beschäftigen und diese Auseinandersetzung wirft bereits ihre Schatten in die Sitzungssäle des Berliner Rathauses. Daß die jetzigen Zustände nicht haltbar sind, darüber sind sich fast alle Fraktionen inRoten Hause in Berlin einig. Es ist wohl erklärlich, daß der Berliner Magistrat in seiner jetzigen Zusammensetzung mit sozialdemokratischer Mehrheit sich gegen eine grundlegende Aenderung des bisheriagen Zustandes sträubt, aber so wie jetzt kann und darf es nicht weitergehen und man kann wohl wünschen, daß der Landtag recht ba'd Gelegenheit finden mög; sich mit dieser Frage eingehend zu beskchäftigen. Man muß bei der Aenderung des Gesetzes GroßBerlin einen Ausgleich zwischen Zentralisaiion und Dezentralisation finden und eine Ueberspannung des Einheitsgedankens, der zum Schaden der Bevö'kerung ausläuft, verhindern. Dinn schließlich ist ja Berlin nicht irgendeine Großstadt, sondern die Hauptstadt des Deutschen Reiches. Aus aller Welt. Deutschlands Funkverkehr. Obgleich die drahtlose Telegraphie und Telephonie bei uns noch nicht den Aufschwung genommen hat wie in den angelsächsischen Ländern, so ist doch das innerdeutsche Funknetz nach dem Kriege in großzügiger Weise ausgebaut worden. Die Hauptfunkstelle ist jetzt die frühere militärische Station Königswusterhausen. Daß hier innerhalb weniger Jahre eine großartige Anlage geschaffen worden ist, zeht aus dem Urteil eines bekannten amerikanischen Fachmannes für drahtlose Telegraphie Lee de Fores hervor. Der Gesehrte äußerte sich nach einer Studienreise durch Deutschland folgendermaßen:„Ich war erstaunt, festzustellen, daß Deutschland uns in manscher Beziehung in der Entwicklung der drahtlosen Telegraphie überflügelt hat. Besonders erwähnenswert ist die Regierungsfunkstelle bei Königswusterhausen. Sie hat elt Sendeapparate, die gleichzeitig in Betrieb sind; etwas Achnliches gibt es in den Vereinigten Staaten nicht. Königswusterhausen hat zehn KW=Röhrnsender und ist die größte Röhrenstation der Welt, die größere und bessere Sender hat, als wir jemals in Amerika herzustellen vermochten, obwohl wir sie erfunden haben.“ Die Familiengruft des Ministers Freiherrn vom und zum Stein zu Frücht ist, wie erst jetzt festgestellt wurde, in der Zeit zwischen dem 7. und 14. März von Einbrechern erbrochen worden. Die Täter öffneten die Särge der Eltern. der Gattin und der Tochter des Ministers und durchwühlten die Knochenreste. Dagegen gesang es den Dieben nicht, den Sarg des Ministers zu öffnen. Soweit bis zur Stunde festgestellt werden konnte, entwendeten die Einbrecher nur fünf Messingeriffe. Auf die Ermittlung der Täten hat die Wiesbadener Oberstaatsanwaltschaft eine Belohnung von 100000 Mark ausgesetzt. ihn ja die blanke Burg nennen, Herr Blankenburg.“ „Schade, daß ich diesen Witz nicht bei einer Festrede verwenden kann, meine Gnädigste. Aber ich glaube nicht, daß der neue Kasten eine'anke Burg geworden ist. Die Ebernburg war dem Verderben geweiht, sie ging dem Verfall entgegen. Dem ist nun Einhalt getan und die Ebernburg ist möglichst so wiederhergestellt worden, wie sie auf alten Bildern zu schen war.“ „Das ist riesig interessant. Und nun wollen Sie mich auf diese Ihre Burg entführen?" „Haben Sie doch die Güte, mich zu Ende anzuhören, nachher dürfen Sie sich über mich lustig machen, soviel Ihnen beliebt. Also vor Jahren kam mein Vater einmal wieder nach Deutschland, der Zufall führte ihn in jene Gegend und auf die Ebernburg. Auf den ersten Blick sah er, daß sie dem Verderben geweiht war, wenn niemand eingriff. Er kaufte das alte Ding mit allem, was drum und dran hing, ließ die nötigsten Schutzbauten anlegen und setzte einen Wächter ein. Dann fuhr er wieder nach Amerika. Ich habe in Deutschland das Gymnasium und die Universität besucht, hätte mich also um die Ebernburg kümmern sollen, aber ich tat es nicht. Nur einmal, vor ungefähr fünf Jahren, besuchte ich mit einem Freunde— einem Architekten— von München aus die Burg. Freund Schmitz war Feuer und Flamme und beschwor mich, die Burg neu aufpolieren zu lassen. Er wollte sich gern der Mühe unterziehen. Ich tat ihm den Gefallen, ihn arbeiten zu lassen, und nun hat er mir nach fünf Jahren geschrieben, die Geschichte sei fertig, und am nächsten Sonntag solle die festliche Einweihung stattfinden.“ „Langsam beginne ich mich zur Erkenntnis durchzuringen.“ sagte Frau Emmi jetzt.„Ich soll das Kind wohl aus der Taufe heben?“ „Vielleicht ist der Ausdruck etwas deplaciert, aber dem Sinne nach haben Sie recht. Also Burgweih, wozu Freund Schmitz die ganze Gegend nebst den umliegenden Ortschaften eingeladen hat. Mhr weiß ich auch nicht, denn Schmitz ist ein sehr selbständiger Mann, der übrigens alles so ausgeführt haben wird, wie es den Bedürfnissen der lebenslustigen Anwohner gebührt.“ „Also Schützenfest. Lämmerhüpfen und Kirmes! Und Sie meinen, ich wärn die Frau mich dabei zu amüsieren?" „Amüsieren? Wer spricht denn davon? Nein. Gnädigste, ich verlange ein Opfer von Ihnen, sonst hätte ich nicht gebeten.“ (Fortsetzung imn 1. Blatt.) — Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. —— Aus der Landwirtschaft Der (Nachdruck verboken.) Häufig siehk man im Garten, in Gehölzgruppen #der an Wegrändern auf einem dürren Ast ein kleines graues Vögelchen sitzen, das plötzlich von seinem Sitz verabschießt, nach kurzem Fluge meist dorthin zurückkehrt, in der Regel mit einem Insekt im Schnabel. Es der graue Fliegenschnäpper(Muscicapa grisola.), einer unserer nützlichsten Gartenbewohner. Manche Imker sind ihm allerdings nicht ganz freundlich gesinnt, da er sh nicht scheut, auch einmal ein vorüberfliegendes Bienchen zu erhaschen. Wir vermögen ihn aber seines sonstigen großen Nutzens wegen deswegen doch nicht aus unserer Nähe zu verbannen, und halten es in dieser Beziehung mit unserem Altmeister Kuntzsch, der in seinen „Imkerfragen“ so urteilt: Was machen aber die wenigen Bienen aus, die er ab und zu erhascht, wo doch täglich kausend ausschlüpfende hinzukommen! So wollen wir dem munteren Gesellen gerne ein Plätzchen in unserem Garten gönnen. Der Fliegenschnäpper ist bei uns Sommergast; er kommt Ende April und verläßt uns Ende Septemper. Seinen Nistplatz sucht er sich an allen möglichen Orten: in Baumhöhlen, auf Balkenköpfen, Baumästen, im Gebüsch usw. Bei einigermaßen günstiger Jahreszeit brütet er bei uns zweimal, im Mai und im Juli. Man trifft ihn überall; er bevorzugt aber gerne die Nähe stehender Gewässer, weil sich hier ja besonders viele Fliegen, Mücken und andere Insekten aufhalten. Sehr zutraulich dem Menschen gegenüber, läßt er sich auch leicht im Zimmer halten und zähmen. Ein naher Verwandter des grauen Fliegenschnäppers ist der Trauer=Fliegenschnäpper(Muscicapa atricapilla.), ein auf der Oberseite schwarz, an Stirn und Unterseite weiß gefärbtes Vöglein. Er ist aber bei uns seltener als sein ärauer Bruder und bewohnt gerne Laubwaldungen. Er ist ein recht unverträglicher Geselle, der auf der Suche nach einem passenden Nistplatze nicht selten alle in der Nähe brütenden kleinen Höhlenbrüter vertreibt, bevor er sich selbst eine Wohnstätte wählt. In der Gefangenschaft wird er aber leicht zahm und gutraulich und deswegen gerne im Käfig gehalten. Auch er ist nur ein Sommergast bei uns und verläßt uns shon im Rugust oder September. Sch. Viehzucht. Eutergeschwülste bei Sauen nach dem Absatz der Ferkel. (Nachdruck verboten.) Schon mancher Schweinezüchter hat über einzelne harte Geschwülste im Euter der Sauen geklagt, wenn die Ferker nicht mehr sogen. Er hat mit Fett eingerieben und sich weiter nichts dabei gedacht. Zum Arzt zu schicken, schien ihm die Sache nicht wichtig genug. Es ist aber bei dem jetzigen wertvollen Stande der Schweinezucht wichtig genug, daß man weiß, wie man sich dabei zu verhalten hat. Es handelt sich in der Regel um Strahlenpilzgeschwülste (Actino mycose), seltener um Eutertuberkulose. Bei jener Erkrankung kann die Sau zur Zucht weiter behalten werden, bei letzterer nicht. Wie die Sau zu der Strahlenpilzerkrankung kommt? Man nimmt an, daß mit dem Streuen von Gerstenstroh dieser Pilz, der ja bekanntlich häufig in den Gerstengrannen(Kaff) vorkommt, mit in den Stall gerät und durch die Zitzenöffnung in die Euterdrüsen gelangt und dann seine unliebsame Wirkung entfaltet. Wenn jodhaltige Salben nicht helfen, muß der Schwamm, wie die Geschwulst gewöhnlich genannt wird, vom Fachmann oxstirpiert werden. Wer ängstlich ist, kann sie sitzen lassen; lebensgefährlich wird sie nicht, obwohl die betreffende Zitze taub wird. Tuberkulöse Euterdrüsen jedoch sind gewöhnlich ein Zeichen vom Vorhandensein weiterer Tuverrulbse innerer Organe bei derselben Sau und wird dieselbe eingehen, wenn sie nicht rechtzeitig geschlachtet wich. Ehlers. Kleintierzucht. Einige Ziegenkrankheiten und ihre Heilung. (Nachdruck verboten.) # Wenn in neuerer Zeit durch zweckmäßige Pflege und gutterung und zweckentsprechende Stallungen auch schon mancher Krankheit vorgebeugt wird, so sind gewisse Krankheiten, sei es aus Unwissenheit oder auch durch Bleichgültigkeit veranlaßt, doch noch recht häufig unter dem Ziegenvolk anzutreffen. Die am häufigsten auftretende Krankheitserscheinung ist wohl der Schnupfen. An sich recht unbedeutend und ungefährlich, kann verselbe doch, wenn unbeachtet gelassen, zu schwerem Siechtum führen. Der Schnupfen ist eine Erkältungskrankheit und tritt auf, wenn die Tiere plötzlichem Temperaturwechsel ausgesetzt werden, ebenso wenn die Stallungen undicht sino und so Zugluft entstehen lassen. Werden diese Urmöglichst bald gehaben, so verzieht sich die Krandheitserscheinung auch schon in den meisten Fällen nach wenig Tagen. Warme, zugfreie und trockene Stallungen heilen das Uebel.— Durch unrichtige und nachlässige Fütterung tritt nicht selten der Durchfall ein. Man bedenkt eben nicht, daß ein Tier nur durch gesunde Futtermittel gesund erhalten bleiben kann. Vielfach ist es warm gewordenes Grünfutter oder schlechtes Trinkwasser, aus Bequemlichkeit den Tieren vorgesetzt, welches den Durchfall herbeiführt. Tritt noch ungenügende, schlechte Einstreu hinzu, so wird das Uebel nur vergrößert. Ein Futterwechsel von nur einwandfreien Stoffen ist hier am Platz und bringt schon Heilung. Auch lasse man eine Zeitlang alles Grünfutter fort und reiche dafür gutes, trockenes Heu.— Außer diesen beiden meist selbstverschuldeten, leicht zu heilenden Krankheitserscheinungen tritt leider noch immer nicht so selten eine andere Krankheit auf, die man als unheilbar ansehen muß, nämlich die gefährliche Lungenfäule. Da dieselbe sehr ansteckend ist und sich auch vererbt, ist doppelte Vorsicht geboten. Hervorgerufen wird sie durch den sogenannten Lungenwurm. Namentlich solche Tiere, bei denen eine Lungenentzündung nur ungenügend verheilt ist, aber auch solche, bei denen man Schnupfen, Husten und andere Erkältungserscheinungen auf die leichte Achsel nimmt, sind besonders für diese Seuche empfänglich. Die Krankheitserscheinungen sind: kurzer, trockener Husten, Mattigkeit, mangelnde Freßlust, beschleunigter Atem und Schleimfluß aus der Nase. Ist Lungenfäule mit Sicherheit festgestellt, so sollte man das betreffende Tier sofort töten, da eine Heilung so gut wie ausgeschlossen ist. Der Stall muß dann natürlich gründlich desinfiziert werden.— Zum Schluß möchten wir noch eine Hautkrankheit nicht unerwähnt lassen, nämlich die Räude. Verursacht wird sie durch eine Milbe, die sich in die Haut des Tieres einbohrt und damit einen unerträglichen Juckreiz ausübt. Die durch unablässiges Scheuern und Reiben blutrünstigen und verkrusteten Stellen müssen zunächst durch Schmierseife aufgelöst werden. Darauf reibt man sie mit einer milbentötenden Salbe, die in den Apotheken erhältlich ist, mehrmals tüchtig ein, bis das Uebel verschwunden ist. Größte Reinlichkeit und Desinfektion muß auch hier einer Weiterverbreitung entgegenarbeiten. Sch. Feldwirtschaft. Vertilgung der Maulwurfsgrille. (Nachdruck verboten.) Aehnlich der Schermaus gräbt die Maulwurfsgrille oder Werre ihre Gänge im Garten und Feld und frißt die Wurzeln von Gräsern, Kraut und Holzpflanzen ab, wodurch sie bedeutenden Schaden anrichtet. Am schlimmsten ist ihr Schaden im Umkreis des Nestes, das durch die hingewelkten Pflanzen und die aufgeworfenen Gänge leicht aufzufinden ist. Bei vorsichtigem Nachgraben kann man das ganze Nest als faustgroßen Erdklumpen ausheben. Am besten wird dieser schlimme Schädling im Mai und Juni bekämpft, in welcher Zeit die Paarung stattfindet. Man gräbt Töpfe in den Boden ein, und zwar so tief, daß der obere Rand der Töpfe in die Höhe der ziemlich oberflächlichen Gänge der Werren zu liegen gedüngtes Land ist den Möhren nicht zuträglich, außerdem verlieren sie hier an Wohlgeschmack. Pastinaken. Auf tief bearbeitetem und stark, aber nicht frisch gedüngtem Boden werden die besten Erträge erzielt. Der Samen wird in 25 Zentimeter entfernte Reihen ausgesäet und die Pflanzen später auf 15 Zentimeter Abstand in der Reihe verzogen. Fleißiges Behacken darf nicht versäumt werden. Rettiche. Die Aussaat der Sommer=Rettiche erfolgt im März bis April auf einen lockeren, nahrhaften und kräftigen Boden nicht zu dicht und zu tief. In frischgedüngtem Boden gezogene Rettiche sind weniger angenehm im Geschmack. Die Aussaat geschieht am besten breitwürfig. Wo in Reihen gesäet wird, tut man in Abständen von je 10 bis 20 Zentimeter zwei bis drei Körner in ein Loch Schwarzwurzeln beanspruchen einen tief bearbeiteten, kräftigen, aber nicht frisch gedüngten Boden und eine warme, sonnige Lage. Der Same wird Anfang März in Reihen von je 20 Zentimeter Entfernung ausgesäet und die Pflanzen später in der Reihe auf 10 Zentimeter Abstand verzogen. Zum guten Gedeihen der Schwarzwurzeln ist weiterhin ein öfteres Behacken während des Sommers pötig. Speiserüben lieben einen lockeren, sandigen und gut, aber nicht frisch gedüngtem Boden. Die Aussaat erfolgt recht dünn; nach erfolgtem Aufgang werden die Pflanzen verzogen. Spinat. Die Aussaat kann bei mildem Wetter bereits ab Ende Februar in lockeren, frisch und kräftig gedüngten, etwas feuchten Boden erfolgen. Am besten wird man immer tun, wenn die Aussaat in Reihen, die 20 Zentimeter voneinander entfernt sind, geschieht. Zuckerwurzel. Frisch gedüngtes Land sagt ihr nicht zu, und in solchem Boden gezogene Zuckerwurzeln sind holzig und zeigen außerdem schwarze Flecken. Wie die Schwarzwurzel, verlangt auch die Zuckerwurzel einen tief bearbeiteten und kräftigen Boden, und sie wird besonders dort gut gedeihen, wo die betreffenden Beete außerdem noch eine sonnige Lage haben. Nach erfolgter Aussacch ist der Samen festzutreten; bis zum erfolgten Aufgehen sind die Beete feucht zu halten. Tort, wo die Pflanzen zu dicht stehen, werden sie auf je 15 Zentimeter Abstand dengagen. Zwiebeln werden in 3 bis 4 Zentimeter tiefe Rillen, die je 15 bis 20 Zentimeter voneinander entfernt sind, ausgesäet. Nach erfolgter Aussaat werden die Rillen mit Erde bedeckt und letztere fest angetreten. Herrscht trockenes Wetter vor, so ist die Saat bis zum Aufgang feucht zu halten. Das Land muß vor Winter bearbeitet sein. Rhabarber darf nicht blühen. (Nachdruck verboten.) Mancher Rhabarber zeigt im Frühjahr mehr Lust zum Blühen als zum Blättertreiben. Das ist gemeinhin ein Zeichen, daß der Boden zu arm an Nährstoffen ist, Gute Dienste tut in solchen Fällen durchdringende Bewässerung und wiederholter flüssiger Dungguß. Es ist gut, die Beete im Herbst mit Kuhdünger zu bedecken, doch muß das Herz der Pflanzen frei bleiben. Im Frühjahr wird der Dünger dann untergegraben. Sehr empfänglich ist der Rhabarber für die Beigabe von Hornspänen. H. H. kommt. Wenn nun die Tiere die Gänge passieren, fallen sie in die Töpfe und können dann an den steilen, glatten Wänden nicht mehr emporklettern. Man kann auch Wasser, dem man etwas Petroleum zusetzt, in die Gänge eingießen. Dann erscheinen die Tiere ganz erschöpft an der Oberfläche und können getötet werden. Im Juni kann man die Nester ausheben und die Eier, 200—300 an der Zahl, vernichten. Man findet die Gänge der Maulwurfsgrillen am besten nach einem leichten Regen oder starken Morgentau, da die rasch abgetrockneten Erdhäufchen sich dann vom feuchten Boden abheben. Wenn man dann mit dem Finger den Gängen nachspürt und nachgräbt, findet man bald auch das Nest und das Weibchen, das sich in der Nähe des Nestes aufhält und die Eier überwacht. Hauswirtschaftliches. Ein einfacher Filtrierapparat. (Nachdruck verboten.) Reines, einwandfreies Trinkwasser ist für die Gefundheit unumgänglich notwendig, sowohl für Menschen als auch für Tiere. Das beste Wasser ist natürlich das reine, klare Grund= oder Quellwasser. Leider ist solches aber nicht überall zu haben. Muß man mit Stauwasser oder Wasser aus Gräben, wie es in der Marsch durchweg der Fall ist, oder sonstigem unklaren Wasser fürlieb nehmen, so ist solches stets vor dem Gebrauch zu filtrieren, um alle unlöslichen Bestandteile zu entfernen. Filtern sind nun im Handel in verschiedener Form und Ausführung zu haben, durchweg aber auch teuer. Sehr gut kann Gartenbau. Welche Gemüse=Aussaaten können im März ins freie Land gemacht werden? (Nachdruck verboten.) Cichorienwurzel. Der Samen wird in Reihen, die je 30 Zentimeter voneinander entfernt sind, ausgesäet und die jungen Pflanzen später auf 15 Zentimeter Entfernung in der Reihe verzogen. Die jungen Blätter liefern einen zarten Salat. Erbsen. Wenn hier und da mit der Aussaat von Erbsen auch bereits im Februar begonnen wird, so erfolgt die Hauptaussaat doch im März. Sonnige Lage und ein lockerer und guter, aber nicht frisch gedüngter Boden sind die Voraussetzungen für eine befriedigende Ernte. Die Aussaat erfolgt in 5 Zentimeter tiefen Rillen, die je 40 Zentimeter voneinander entfernt sind. Die Rillen werden nach erfolgter Aussaat mit Erde bedeckt und diese alsdann fest angetreten. Kopfsalat liebt einen lockeren, guten und fetten Boden. Die Aussaat geschieht von März bis August in Zwischenräumen von 3 zu 3 Wochen, so daß man den ganzen Sommer über mit frischem Salat aufwarten kann. Schließlich achte man noch darauf, daß die Beete, auf denen Salat gebaut wird, möglichst sonnig liegen. Möhren. Die erste Aussaat erfolgt, je nachdem en die Witterung gestattet, Ende Februar oder Anfang März, Der Samen darf nicht zu dicht ausgesäet werden, da sonst anstatt der Möhren nur schwache Wurzeln geerntet werden. Die Aussaat in Reihen ermöglicht ein leichtes Reinhalten der Beete und ist daher immer vorzuziehen. Die Möhren lieben einen lockeren und tief bearbeiteten Boden. Frisch man sich auf folgende Weise helfen und eine brauchbare Filter selbst leicht und fast kostenlos herstellen: Eine Holzbütte bezw. eine durchgesägte Tonne versieht man nahe am Boden mit einem Ausflußhahn. Ungefähr in der Mitte des Gefäßes bringe man einen zweiten, vielfach durchlöcherten Boden an. Die obere Hälfte füllt man nun schichtweise mit grobem Kies, Holzkohle, feinem Kies und mit kleinen Steinen. Um ein Hindurchspülen von Kies und Sand zu verhindern, belegt man den durchlöcherten Mittelboden noch vorteilhaft mit einem feinen Siebgeflecht. Diese Filter bringt man nun unter die Pumpe bezw. den Wasserzufluß Es ist zu empfehlen, die Filter stets mit Wasser gefüllt zu halten, so daß, ohne erst unsiltriertes Wasser aufzugießen, am Abflußhahn ein Eimer reines, klares Wasser abgelassen werden kann. Nach jeder Entnahme ist wieder nachzupumpenbezw. nachzufüllen. Je nach dem Grade der Unreinhei des Wassers int die Filtrieranlage eine bis zweimal jährlich iu erneuern