der deutschsprachigen Presse.V. Börhe Aderscheis. ar am 9 Fehren. 78000 51000 10500 29500 12000 29900 19500 70000 68000 40500 23000 88600 34750 72000 88750 24000 175000 24500 160000 515000 85000 45000 — 10 Uhr. indon 135000 chweiz 5500 Fodiruer 864 G 11027.50 1518,79 5182,80 523807 7393,44 746,97 1343,37 130328.0 27889.50 1719.20 5263,13 4335.94 39.47 837,09 180 0/811 1,125 1,125 1,125 .81 .81 20.48 .20 .81 .81 .85 85,01 081 f Devisenverkäufe den Stand der t machte sich eine en geltend. Die n gleichem Maße nzelnen Papieren 0 bis zum Teil kten waren keine d. Norddeutsche sankaktien hielten sellschaft verloren igen der Devisen äßigung bildeten waren die Kurse danleihe stiegen in etwas höher. t im allgemeinen Imfang. e neuer Brotm Februar am 15. D E F H. 19 8 T. R 0 Qu Sp. 22 S Sch St, W 3. drschatsamt. ntmachung. iter. Archttekten nternehmer werordert. Anträge ischussung von suten unter AnBaustellen und nenden Wohnorläufig ohne e Unterlagen 5s. Mts. beim nt einzureichen. Magistrat. Handelsregister ist heute die delsgesellschaft E. Schröder d eingetragen, Sanuar 1923 at Persönlich sellschafter sind ite Rcharb& der in Lüden15, uar 1923. imtsgertat. Sohnung sagen 8 5 Simmern, msarde, elektr. Nebenräumen en. D gegen eine gleichn-2 Zimmer übenscheid. an Knaden, gustastr. 45 II. Tachweis von bilen esseln Roren tern ngleis Provision. I. G. m. d.., Rengelstr. 6. betten Kinderbetten. atal. 99 5 frei Sahl(Tbdr.) Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Der Preis beträgt monatlich 2000 Mk. frei Haus, und 1800 Mk. für Abholer. Einzelnummer 100 Mk. Amtliches Kreisblatt für den Stadtkreis Lüdenscheid. K&. Amtlicher Anzeiger für den Kreis Altena.##&am Druck und Verlag von Karl Fernsprecher: 98.— Telegramm-Adresse: Zeitung. Nr. 18. Gelsce Blel. Verantwortlicher Redakteur: Otto Scaar, Lüdenscheid. Mitwoch, 14. Febenar 1923. Die 1 mm Zeile oder deren Raum koftet 50 Mk., auswärts 60 Mk. Behörden 75 Mk. Reklamen 200 Mk. Jeder Rabatt fällt bei Konkursen gerichtlicher Beitreibung der Gedühren fort. Pc. Jochngung. Das Neueste vom Tage. In einer Besprechung der leitenden Stellen in Hamm waren alle Teilsehraef über den Rusgang des Kampfes im Ruhrgebiet Oplimistischer Auffassung. Die Zahl der bisher im altbesetzten Gebiet unter Ausschluß des widerrechtlich besetzten Gebiets von Düsseldorf und Duisburg ausgswpiesenen Personen beträgt nunmehr 278. Im neubesetzten Gebiet dürfte die Zahl noch höher sein. Die Franzosen gegen immer mehr dazu über, alle Personenzüge anzuhalten und zu untersuchen. Auf der Strecke Kanale nicht gu einige Züge, die die französischen Haltesignate nicht sofort beachteten, beschossen. In Essen spitzt sich die Lage immer mehr zu. Die Franzosen drohen mit der Abschneidung des elektrischen Lichts iche eane ssre, Stadt, wenn der Widerstand in den Hotels Vom französischen Kriegsgericht in Bredener wurden ghöchersandes und hoben Geld sheget. ramösische Besehle zu Gefängnis und hohen Gelostrafen verurteilt. Der Ausschuß des Reichswirtschaftsrates nahm die Aufhebung der allgemeinen Auskunftspflicht der Banken git.14 gegen. 3, die Streichung der Kundenlisten mit 19 gegen und die Aufhevung des Depotzwangs für alle Wertpapiere mit 13 gegen 11 Stimmen an. Die englische Thronrede, mit der gestern das Parlament eröffnet wurde,„bedauert lebhaft", daß es nicht möglich war, zu einem allgemeinen Uebereinkommen in der Reparationsfrage zu kommen. Die englische Regierung sei nicht imstande, an den Operationen teilzunehmen, sie handle aber so, daß sie die Schwierigkeiten der Alliierten nicht vermehre. Dollarfrühnotierung 24800. Schwach die Hauptsache vergessen. —. Gewiß liegt es in der Natur der Sache, daß im Auzenblick das Auge des deutschen Volkes, das Auge der ganzen Welt, auf das Ruhrgebiet gerichtet ist, auf den für ewige Zeiten denkwürdigen Kampf, der dort zwischen einem waffenlosen und einem mit den unerhörtesten Gewaltmitteln ausgerüsteten Gegner ausgefochten wird. Vergessen wir aber nicht, daß dieser Kampf nicht allein um das Ruhrgebiet, nicht allein um den Besitz von Kohle und Stahl, nicht allein um die materiellen Güter der deutschen Industrie geht. Wir wissen, daß die augenblicklichen französischen Machthaber und ihre Hintermänner, das„Comite des forges“, mit dem Besitz des Ruhrgebietes die wirtschaftliche und damit auch die politische Hegemonie in Europa erstreben. Was aber mit dieser Hegemonie erreicht werden soll, ist einzig und allein die politische Machterweiterung Frankreichs über das gesamte Rheingebiet, die von je das Ziel französischer Machthaber gewesen ist. Angesichts des gewaltigen Kampfes, der sich im Ruhrgebiet abspielt, wird unser Auge allzuleicht abgelenkt von dem heimlichen Wühlen der französischen Agenten im besetzten Gebiet. Wer die Arbeit dieser Agenten und jener Leute, die in ihrem Auftrage stehen, seit Angebinn der Besetzung verfolgt hat, erkennt, daß die französische Politik die Ablenkung der Aufmerksamkeit der Welt auf das Ruhrgebiet benutzt, um einen großen Schritt in ihrem Bestreben, das Rheinland vom übrigen Deutschland abzutrennen, vorwärts zu kommen. Die von den Agenten der Franzosen seit Jahr und Tag gepredigte und geforderte Ausweisung deutscher Beamter ist in erschreckender Weise zur Tatsache geworden. Die Gerechtsame der Interalliierten Rheinlandkommission, die zurzeit nur noch eine französisch=belgische ist, sind widerrechtlich in einem Maße ausgedehnt worden, daß die Souveränität des Deutschen Peiches in deru, besetzten Gebiet tatsächlich in Frage gestellt ist. als Lettes fehlt noch die ebenfalls von den Agenten Frankreichs immer wieder geforderte Zollinie zwischen dem besetzten Gebiet und dem übrigen Deutschland, um die Abtrennung des Rheinlandes Pscers, den Um eine juri####ründung dafür wird es dem in Rechtsbeugung und Rechtsveroretung geübten Lenker der französischen Politik nicht verlezen sein. Au die Bglf,„Die gae ziblisserte Welt, die seinerzeit der Verkündigung Wilsvus, daß kein Volk mehr gegen seinen Willen von seinen Stammesbrüdern losgelöst werden darf, zujubelte? Es ist kaum anzunehmen, daß diese Welt für eine solche Verhöhnung jener Verkündigung andere Worte und Taten aufbringen wird, wie jetzt gegenüber dem unerhörten Rechts= und Vertragsbruch Frankreichs im Ruhrgebiet. Die französischen Politiker werden aber dafür sorgen, daß der Protest der Rheinlande verfälscht der Welt übermittelt wird, sie werden dafür sorgen, daß einland die freie und offene Sprache unterbunden wird durch die Mittel französischer Militärgewalt. Worauf Frankreichs Maßnehmen hinausgehen, ist aus den Erfahrungen deutlich erkennbar: Die deutsche Bevölkerung mürbe zu machen und im Rheinsand eine morali'sche Wüste aufzurichten, die keinen Boden mehr für irgendwelche Protestregungen ausweist. Darum ist es die doppelte Pflicht des deutschen Volkes. das frei und offen sprechen kann, gerade heute die Machenschaften der Franzosen am Rhein aufzudecken und Gemstpallas un Genden. Aus wahr Ziel der Kumsbtischer Die„Berschächte Weelllöde in Geutirgeviel. Gewalttätigkeiten überall. Die Franzosen beschießen Personenzüge. Alle Züge werden angehalten und revidiert. Elberfeld, 13. Febr.(Drahtmeld.) Ueber die Betriebslage im besetzten Gebiete wird uns mitgeteilt: Seit gestern nachmittag 5 Uhr werden auf allen Kontcollstellen die metallurgischen Erzeugnisse aus dem besetzten Gebiete nicht mehr durchgelassen. Seit heute vormittag werden auch an einzelnen Stellen keine Lebensmittel mehr aus dem besetzten Gebiete hevausgelassen. Gestern nachmittag wurden die Personen= und Schnellzüge der Strecke Unna—Hagen auf offener Strecke bei Hengstey festgehalten und revidiert. Die ersten Züge, die von dieser neuen Maßnahme nicht unterrichtet waren und den Haltesignalen der Franzosen nicht folgten, wurden beschossen. Alle Personenzüge werden seitdem dert reyidiert. Auf der militarisierten Strecke ist der Verkehr nur schwach. Auf der Strecke Aachen—Bue, verkehrten nach jeder Richtung nur fünf=Züge, und zwar sehr unregelmäßig. Eine Anzahl Beamten wurde verhaftet. setzt wurde. Außer dem bereits bekannten ist als neu zu melden, daß der französische Major heute morgen von der Stadt die Zahlung von 100 Millionen Mark gefordert hat als Sühne für den Zwischenfall mit den beiden Gendarmerieoffizieren. Als dies von der Stadt abgelehnt wurde, erfolgten die bereits gemeldeten Verhaftungen. Die Stadtverordnetenversammlung nahm einen scharfen Einspruch gegen die Verhaftungen und vor allem auch gegen die schweren Mißhandlungen an, denen die Schutzpolizeibeamten ausgesetzt waren, und beschloß, morgen eine Abordnung zu General Degoutte nach Düsseldorf zu entsenden, um wegen der Freilassung der Verhafteten zu verhandeln. Gegen 4 Uhr nachmittags ist die gesamte französische Besatzung wieder aus Gelsenkirchen abgerückt. Die öffentlichen Gebäude sind wieder geräumt worden mit Ausnahme der schon früher hier gewesenen Besatzung. Die Leiden der Stadt Essen. Wichsende Erregung Im Bezirke der Reichsbahndirektion Frankfurt haben die Franzosen gestern in Weersdorf Packwagen und Postwagen eines Personenzuges untersucht und alle Pakete weggenommen. Seit gestern nachmittag ist jeder Güterverkehr auf den Bahnen und Straßen zum unbesetzten Gebiete gesperrt. Im Bezirk Mainz wurde der Betrieb auf einigen linksrheinischen Strecken von Alzey aus wiederaufgenommen. Im Bezirke Karlsruhe ist die Lage unverändert. Der Güterverkehr aus der Pfalz ist eingestellt. Im Bezirke Trier versuchen die Franzosen noch immer, wenigstens einen kleinen Militärbetrieb einzurichten, bisher allerdings mit wenig Erfolg. Weygand soll die Ruhraktion leiten. Paris, 13. Febr.(wb.) Newyork Herald berichtet, in gutunterrichteten Kreisen sei gestern abend mitgeteilt worden, General Weygand solle persönlich die Leitung der Armee im Ruhrgebiete übernehmen. General Degoutte solle binnen kurzem nach Mainz zurückkehren, um das Kommando über die Besatzungstruppen, im Rheinlande weiterauführen. Gegen die Bestellung von Manguin zum Leiter der Maßnahmen im Ruhrgebiet hätten die Engländer Einwendungen erhoben. Sofort nach dem Eintreffen Weygands im Ruhrgebiete werde eine intensive Tätigkeit wahrscheinlich einsetzen. Es verlaute, daß ihm ein gemischter französisch=belgischer Wirtschaftsausschuß beigegeben werden solle. Die Italiener hätten erklärt, sie wünschten nicht, in diesem Ausschuß vertreten zu sein, weil die Franzosen und Belgier gegen die Verwendung italienischer Arbeitsloser im Ruhrgebiet seien. Besetzung von Wesel und Emmerich. Wesel, 13. Febr.(Bl.) In Wesel und Emmerich wurden heute früh 7 Uhr 30 Minuten die Zollämter und Häfen durch je einen Offizier und ungefähr hundert Mann besetzt. Die Beamten der Zollämter in Wesel und Emmerich haben die Arbeit niedergelegt. Die Besetzung der Stadt Emmerich hat sich in Ruhe vollzogen. Im Zollamte Hafenkopf wurden alle Beamten gefragt, ob sie unter belgischer Kontrolle weiterarbeiten wollten. Als dies abgelehnt wurde, entfernte man alle dort beschäftigten 125 Beamten. Der französische Kommandant drohte an, daß Geißeln genommen werden würden, falls sich irgendwelche Zwischenfälle ereignen sollten. Auch in Wesel ging die Besetzung in Ruhe und ohne Zwischenfälle vor sich. Die Besetzung dieser beiden Städte zielt offenbar auf eine Kontrolle und möglicherweise Unterbindung des Grenzverkehrs hin. * Schwere Mißhandlungen deutscher Beamter in Gelsenkirchen. Dienstag früh wurde plötzlich die Stadt Gelsenkirchen von großen Teilen französischer Kavallerie, Insanterie und Tankgeschwadern besetzt. Die Hauptwache der Schutzpolizei wurde gewaltsam entwaffnet und die Schupobcamten in der erniedrigendsten und entehreddsten Weise durch die Straßen abgeführt. Hierbei wurden die Beamten mißhandelt, geschlagen, getreten, mußten Parademarsch machen, und es wurde alles getan, um sie in den Augen der Bürgerschaft lächerlich zu machen. Die Besetzung scheint auf den vorgestrigen Zwischenfall zurückzuführen zu sein, wobei ein deutscher Schupobeamter erschossen und zwei Franzosen verwundet wurden. Verhaftungen und Sühneforderung. Gelfenlirchen, 13. Febr.(wb.) Heute sind frlgende Personen verhaftet worden: Der Oberbürgermeister von Wedelstädt, der Bürgermeister Antoni, der Polizeipräsident Stieler, der Major der Schutzpolizei, Cuno, und der Vorstand der Reichsbank, Juri. Die Besatzungstruppen haben das Rathaus und das Postamt besetzt. Starke Truppen lagern in den Straßen. Die Gelsenkirchener Schutzpolizeibeamten sind restlos abgeführt worden, wohin ist unbekannt. Heute nachmittag teilte in einer außerordentlichen Stadtverordnetenversammlung der älteste Beigeordnete Baurat Arendt die Begleitumstände mit, unter denen die Stadt Gelsenkirchen heute beImmer brutaleres Auftreten der Franzosen. der Bevölkerung. Berlin, 14. Febr.(Drahtmeld.) Nach Blättermeldungen aus Essen spitzt sich dort die Lage infolge der Weigerung der Gastwirte und Kaufleute, an Angehörige der Besatzungstruppen nichts zu verkaufen, immer mehr zu. Divisionsgeneral Fournier richtete gestern an den Oberbürgermeister ein Schreiben, in dem er mitteilt, daß die Lokale, in denen Angehörige der Besatzungstruppen nicht bedient würden, nötigenfalls mit Gewalt geräumt werden würden. Im Hotel Kaiserhof, in dem die Industriekommission ihren Sitz hat, wurde gestern vormittag die Lichtzufuhr unterbrochen. Die Franzosen drohten darauf mit der Abschneidung der Stromzufuhr für die ganze Stadt, wenn das Licht im Kaiserhof bis 6 Uhr abends nicht wieder funktioniere. Um 6 Uhr hatte aber der Kaiserhof noch kein Licht. Eiln französisches Truppenkommando, das in das städtische Elektrizitätswerk eindringen wollte, mußte unverrichteten Sache wieder abziehen, weil es verschlossene Tore fand. Infolge des Beschlusses der Essener Hotel= und Gasthausbesitzer, wegen der Lebensmittelknappheit den Franzosen keine Speisen zu verabreichen, wurde außer dem Handelshof und dem Kaiserhof auch das evangelische Gesellenhaus geschlossen. Die Gäste wurden durch französische Offiziere aus dem Gesellenhause getrieben, worauf der Wirt sein Lokal schloß. Das gleiche Schicksal erlitt die Wirtschaft des Hauptbahnhofes. Vor dem Hotel„Handelshof“, wo die Franzosen unter Führung von Offizieren die Gäste und das gesamte Personal aus dem Hotel heraustrieben, kam es zu sehr erregten Zwischenfällen. Die vor dem Hotel versammelte Menschenmenge wurde von den Offizieren mit Reitpeitsche mißhandelt. Der Platz vor dem Hotel wurde von den Franzosen umstellt. Vor dem Hotel sind französische Doppelposten aufgestellt, die das Betreten des Hotels verhindern. Vor dem Postamt sind gleischfalls infolge der immer mehr steigenden Erregung der Bevölkerung gegenüber den französischen Besatzungstruppen die Posten verstärkt worden und ein Maschinengewehr aufgestellt. Die Bahnhofshalle wurde im Laufe des gestrigen Tages von den Besatzungstruppen zwei Mal geräumt. Bei einem Zwischenfall in den Abendstunden wurde der Polizeiwachtmeister Görlich ohne jeden Grund von den Franzosen schwer mißhandelt und in den Postkeller geworfen, wo er sich zurzeit noch befindet. Wie weiter mitgeteilt wird, wurden auch die Zivilisten von den französischen Offizieren blindlings mit der Reitpeitsche bearbeitet. Der von den Franzosen durch Gewaltmaßnahmen stark eingeschränkte Telegrammverkehr ist im Laufe des gestrigen Tages gänzlich zum Stillstand gekommen, indem die letzte StromzuführungsIeitung unterchnden muiche Gestern nachmittag gegen 4 Uhr erschien im hiesigen Geschäftshaus der Cantinental Hannover eine Gruppe von drei französischen Offizieren und mehreren Soldaten. Sie verlangten Pneumatik. Auf die Frage ach der Bezahlung klopfte ein französischer Offizier an seine Pistole und sagte: Hier ist Geld. Die Geschäftsführer Steck und Lampmann wurden verhaftet nud nach Bredeney gebracht. Einer der beiden Verhafteten wurde vor seiner Abführung in seinem Geschäftshause blutig geschlagen und mißhandelt. Besatzungsjustiz. Brutale Massenbestrafungen deutscher Beamter. Essen, 13. Febr.(wb.) Gestern wurden vom französischen Polizeigericht in Bredeney Oberpost ekretär Jansen vom Postamt Wülfrath zu zwei Monaten Gejängnis und 100000 Mark Geldstrafe wegen Arbeitsverweigerung und Aufwiegelung der Bevölkerung verurteilt, Postschaffner Hasper vom gleichen Postamt zu acht Tagen Gefängnis wegen Arbeitsverweigerung. Bevor sie nach Essen ins französische Untersuchungsgefängnis gebracht wurden, hatten sich beide Beamte bereits neun Tage in Einzelhaft im Strafgefängnis Düsseldorf=Derendorf befunden. Polizeiwachtmeister Klimeck aus Oberhausen wurde gestern zu einem Monat Gefängnis und 200000 Mark Ge'dstrafe verurteilt, weil er entsprechend den Befehlen der vorgesetzten Behörde eine Menschenansammlung zerstreut hatte, die von Franzosen Suppe gereicht erhielten. Polizeihauptmann Worm aus Oberhausen wurde wegen angeblicher Grußverweigerung zu einem Monat Gefängnis und 200000 Mark=Geldstrafe verurteilt.. Worm hatte den französischen Offizier erst im letzten Augenblick gesehen, als dieser Hand an * uA Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. ihn legte und ihn verhaften wollte. Er hat sich nach der Begründung dadurch vergangen, daß er sich nicht sofort in kameradschaftlicher Weise entschuldigt hat, daß er den Offizier nicht bemerkt und sogleich gegrüßt habe. Elf weitere Beamte wurden zu je acht Tagen Gefängnis und 100000 Mark Geldstrafe verurteilt wegen Grußverweigerung. Kriminalbeamter Driesch aus Essen wurde zu acht Tagen Gefängnis verurteilt, weil er sich erlaubt hatte, drei Zivilpersonen, die sich nachher als Franzosen entpuppten, nach Namen und Wohnung zu fragen, ohne sich dabei sofort als Kriminalbeamter auszuweisen. „Ernstliche Besorgnisse“ in London. England verlangt Klarheit. Die Londoner„Times“ führt offiziös aus, daß es hohe Zeit sei, daß die französische Regierung die Ziele der Ruhraktion klar und ausdrücklich angebe, schon, um den Verdacht zu zerstreuen, sie erstrebe die Ablösung des Ruhrgebietes, die Entfesselung einer neuen Revolution und die Zerschlagung Deutschlands in unabhängige Staaten. Die ganze Lage beunruhige England tiefstens, aber für eine Intervention fehlten noch nötige Daten, da England weder wisse, was Frankreich wolle noch was Deutschland vorschlage. ngland sei direkt an dem Ergebnis des Kompfes im Ruhrgebiet interessiert. Wenn der Kampf weitergehe mit dem Ergebnis daß Frankreich geschwächt werde und Deutschland in den wirtschaftlichen Abgrund stürzt, in dem Rußland und ein beträchtlicher Teil Mitteleuropas bereits liegen, so müsse der Untergang Europas unvermeidlich auch auf die Wirtschaft Englands zurückwirken. Frankreich habe sich entschlossen, in dieser Frage allein zu handeln, während England jede Rücksicht auf die Bedürfnisse Frankreichs ausübe, kann es nicht die Tatsoche außer acht lassen, daß es selbst seine Roparationsforderung habe, und es könne nicht leichtsinnig beiseite stehen, wenn Frankreich die Hoffnung auf den europäischen Frieden gefährde. England habe dim Krieg nicht vergessen und es beabsichtige auch nicht, Deutschland von seinen Reparationsverpflichtungen zu befreien. Der Plan, der von der britischen Regierung in Paris unterbreitet worden sei, hätte in Einzelheiten abgeändert werden können. Im wisentlichen sei es sedoch ein Plan gewesen der Deutschland in den Stand setzen sollte, größere Beträge zu bezahlen und gleichzeitig die Bezahlung zu erzwingen. Alle Aussichten für diesen Plan seien jetzt durch die Ergebnisse der französischen Aktion gefährdet. Im gegenwärtigen Augenblick sei keine Grundlage für eine Intervention in diesem Kampfe vorhanden. Man wisse nicht, was die Franzosen wollten und was die Deutschen vorsch'ügen. Die Fragen verursachten aber ernstliche Besorgnisse. Das englische Auswärtige Amt widerspricht allen Gerüchten über ein unmittelbar bevorstehendes Eingreifen Englands. Abgeordnetenkreisen herrscht trotzdem die Ansicht vor, daß es nicht mehr lange verschoben werden könne. Der sehr ministeielle„Daily Telegraph“ erklärt, die Regierung müsse mit dem Parlament erwägen, ob der Augenblick fü, ein Eingreifen noch nicht gekommen sei, und wiederholt die Frage der„Times“ nach Frankreichs wirklichen Zielen. Die„ernstlichen Besorgnisse“ sind zu verstehen, denn es geht für England um mehr als nur um Reparationen. Allerlei vom Tage. Optimismus an den leitenden Stellen. Nach einer„Vorwärts"=Meldung haben die Vertreter der Behörden, der Industrie und des Handels aus dem Ruhrgebiete in Hamm Besprechungen über die allgemeine Lage geführt. Insbesondere wurden die Sperrmaßnahmen der Besatzung für Kohlen und metallurgische Produkte erörtert. Alle Teilnehmer waren über den Ausgang des gegenwärtigen Kampfes optimistischer Auffassung. Kohlenpreise. Berliner Blätter weisen darauf hin, daß die am 15. Februar eintretenda Erhöhung der Gütertarife um 100 Prozent eine abermalige Verteuerung der Hausbrandkohle zur Folge haben werde. Es sei damit zu rechnen, daß am Samstag der Zentner Briketts auf etwa 7000 Mark und der Zentner Steinkohle und Koks 12 bis 15000 Mark kosten würde. Schiedsspruch im Buchdruckgewerbe. Für das Buchdruckgawerbe wurde gestern ein Schiedsspruch gefällt, der für die Zeit von 19. Februar bis 3. März einen Spitzenwochenlohn von 57·000 Mark vorsieht. Bis zum 20. Februar ist außerdem eine einmalige Wirtschaftsbeihilfe in Höhe eines Sechstels des Tariflohnes der laufenden Woche zu zahlen. Infolge dieser Lohnerhöhung und weiterer Materialpreissteigerung wird vom 19. Februar ab eine Erhöhung der Druckpreise um 75 Prozent eintreten. Lebenskrisen. Roman von H. Teichert. — Nachdruck verboten. 1. Fauchend und schnaubend hielt der Stettiner Zug nahe der pommmerschen Kleinstadt G. vor dem stattlichen Stationsgebäude, dem man sein nicht allzu langes Dasein von der blanken Front ablesen konnte. Der junge Mann, der schon seit geraumer Zeit an einem geöffneten Fenster der zweiten Klasse gestanden, beugte sich weit vor und überschaute den Bahnsteig. Einen Augenblick wanderten seine Blicka prüfend umher, dann blieben sie an einer jungen Dame haften, die aufmerksam die Fenster der dritten Wagenklasse musterte. Ueber des jungen Mannes Gesicht glitt ein verständnisvolles Lächeln; er trat vom Fenster zurück, griff nach seinem eleganten Handgepäck und stand im nächsten Augenblick vor der Wartenden, die gerade mit trübseliger Miene den Rückzug antreten wollte. „Guten Tag, Annie,“ sagte er munter, umfaßte die kleine, zierliche Person und drückte ihr einen herzhaften Kuß auf den Mund. „Du sichst wohl schlecht? Ich beobachte dich schon eine ganze Weile und dachte, ob das Kind denn nicht endlich einmal zu mir hernucken wird.“ Das Mädchen war vor Freude rot geworden.„Bist du's wirklich, Herbert? Ich weiß nicht, ob ich dich'eich erkannt hätte, wenn du nicht auf mich zugekommen wärst, so stattlich und...“ „Hübsch hättest du mich dir gar nicht vorgestellt, willst du sagen,“ unterbrach er sie lachend. „Hübsch? Nein,“ erwiderte sie freimütig,„so gut aussehend, — so großstädtisch— kurz anders, als ich dich im Gedächtnis hatte, meinte ich.“ „Und in der zweiten Klasse suchtest du mich natürlich auch nicht?“ Sie schüttelte den Kopf. „Sicher nicht, so vornehm fahren wir nicht.“ „Scht einer das Küken, so klein, so niedlich und vernünftig! Aber soge, bist du allein gekommen? Was macht's Mutterl? Wollte sie mich nicht abholen?“ Mutter ist um diese Zeit immer sehr beschäftigt, und dann wollte sie dich auch lieber zu Hause begrüßen— nach so langer Zeit, Herbert! Sie weint auch so leicht und hier vor so vielen Leuten... Warum soll man ihnen ein Schauspiel geben!“ Blinde Zerstörungswut. Aachen, 13. Febr. Die Belgier sind davei, alle oberirdischen Telephonleitungen zu zerschneiden, sodaß Aachen vollständig abgeschnitten ist. Gegen 4 Uhr nachmittags war bereits die Verbindung mit Holland und Düsseldorf unterbunden. Gewalt gegen die Rheinisch=Westfälische Zeitung. Gestern mittag erschien im Verlagsgebäude der Rheinisch=Westfälischen Zeitung in Essen unter Führung von drei französischen Ofsizieren eine starke Truppenabteilung. Zwei Offiziere teilten dem Verlagsdirektor mit, daß das Blatt auf vierzehn Tage verboten sei und daß wahrend dieser Zeit eine französische Truppenwache im Gebäude verbleiben werde. Vor der Ryeinisch=Westfälischen Zeitung ist ein Doppelposten aufgezogen. Wie das„Berl. Tagebl.“ erfährt, ist in den nächsten Tagen eine teilweise Aufhebung des Tanzverbotes zu erwarten. Die Behörden sind dabei dem Wunscha der Saalbesitzer, Gastwirte und Kellnerschaft nachgekommen. Das Beamtenstreikrecht. Die jüngste Tagung des Bundesausschusses des Allgemeinen Beamtenbundes hat sich mit einem Referat des Dr. Potthof über „Altes und neues Beamtenrecht, Koalitions= und Streikrecht der Beamten" beschäftigt. Der letzte Teil des Themas wird mit Recht als für den gegenwärtigen Augenblick höchst ungeeignet angesehen werden können. Heute, wo es gilt, dem Feinde eine Einheitsfront in jeder Beziehung entgegenzustellen, ist kein Platz für Debatten über die Kampfesart, die man gegeneinander beabsichtigt. Es ist doch nötig, einmal wenigstens den Burgfrieden zu wahren. Der Aufbau des nquen Beamtendienstrechtes auf„soziale Demokratie", wie Dr. Potthof es fordert, ist ein höchst dehnbarer Begriff. Die besönderen Anstellungsbedingungen des Berufsbeamtentums, die besonderen Beamtengesetze will er nicht angetastet wissen, dennoch aber die demokratische Neuordnung des Beamtenrechts organisch in das allgemeine Arbeitsrecht eingliedern. Nur eine kleine Gruppe sogenannter Hoheitsbeamter soll von dem neuen einheitlichen Beamtenrecht ausgeschlossen bleiben. Und schließlich lehnt Dr. Potthof die„Vogel Strauß=Politik“ in der Frage des Beamtenstreikrechts ab. Darin wird man ihm recht geben müssen, allerdings nicht in seinem Sinne. Es muß nämlich offen erklärt werden, daß der Beamte als ganz besonderer Art von Arbeitnehmer, ganz abgesehen von den besonderen Vergünstigungen, die er vor anderen Arbeitnehmern voraus hat, der Allgemeinheit, dem Staate, Pflichten schuldet, die von Beamtenstreikrecht und dgl. himmelweit entfernt sind. Helft dem Ruhrgebiet. Die Handelskammer schreibt uns: Von Tag zu Tag mehren sich die Klagen, daß Firmen des unbesetzten Gebietes durch rigoroses oder ängstliches Verhalten gagenüber Firmen des neubesetzten Gebietes letzteren die Kraft zum Widerstande schwächen. Aus Handel und Industrie wird bitter darüber geklagt, daß viele Großhändler und Industrielle im unbesetzten Gebiet ihre Zahlungsbedingungm ungeheuer erschwert haben. Man fordert Vorauszahlungen, wo sie bisher nicht üblich waren, man verweigert Schecks auf Banken im neubesetzten Gebiet, man nimmt Klauseln in die Lieferungsbedingungen auf, evtl. zu zahlender Zoll gehe zu Lasten der Firmen im Ruhrgebiet und dergleichen mehr. Das Ruhrgebiet arbeitet unter Anspannung aller Nervenkraft, um auf Schritt und Tritt den Franzosen Widerstand zu leisten und produktiv und lebensfähig zu bleiben. Es muß darum aber auch von den Firmen des unbesetzten Gebietes, die diese Sonderleistung nicht zu tragen haben, auf das entschiedenste gefordert werden, daß sie alles das tun, was den Kampf, der zum Wohle des ganzen Deutschlands geführt wird, stärken kann, statt daß sie die Erschwernisse, die die Verhältnisse bringen, zu Lasten des Ruhrgebiets gehen lassen. In nachdrücklischster Weise werden die Firmen des unbesetzten Gebietes auf diese Gesichtspunkte hingewiesen, che sich die Empörung im Ruhrbezirk weitere Bahnen bricht. Ebenso wird angelegentlichst auf Firmen, Behörden und sonstige Erteiler von Aufträgen hingewirkt, daß sie in gleicher Weise wie bisher, wenn es geht noch stärker, die Firmen des neubesetzten Gebietes mit Aufträgen versehen. Die Kohlenlage ist naturgemäß sehr gut. Die Verkehrslage war vorübergehend tagsweise schwierig, ist im allgemeinen aber dennoch's durchaus normal für den Abtransport aller der Güter. die keine Kohlen sind, anzusehen. Es bestehen also gar keine besonderen Schwierigkeiten, für die Firmen des Ruhrgebiets zu liefern, und sollten vorübergehend Schwierigkeiten sein, so ist es nationale Pflicht aller Firmen im unbesetzten Gebiet, auch hieran so wenig wie möglich Anstoß zu nehmen und keine Lieferungsverzögerungen geduldig zu tragen. Einstweilen kommen aber wie gesagt auch sie noch keineswegs in Frage. Helft dem Ruhrgebiet in seinem Kampf! „Hast recht, Kind, nur keine Rührszenen. Aber das gemästete Kalb habt ihr doch für den verlorenen Sohn geschlachtet?“ Sie sah zu ihm auf, über das junge, fast noch kindliche Gesicht flog ein Schatten. „Immer noch deine alte Spottlust, Herbert? Ich meine, heute, in dieser Stunde! Du hast die Mutter so lange nicht gesehen und findest den Vater nicht mehr...“ „Kind, Kind, nur nicht sentimental werden! Ich habe mir acht Jahre lang den Wind der großen, weiten Welt um die Nase gehen lassen, nachdem man mir die Heimat genommen— das macht hart. Aber wozu in der ersten Viertelstunde unseres Wiedersehens alte Geschichten aufwärmen, Kleines? Ich freue mich, daß ich wieder einmal bei euch sein kann und warde meine Vagabunden=Gewohnheiten und Ideen im Zaum halten, so lange ich euer Gast bin. Warum kam Lisa nicht mit?" „Lisa ist mit ihrem Bräutigam nach Groß=Dahmen gefahren, sie kommen heute abend zurück. Schwager Hans hat dort eine alte Tante sie kann nicht zur Hochzeit kommen, und da sind die Brautleute zu ihr hinausgefahren.“ „Schadet nichts. Kleines! Nett, daß du gekommen bist, du stehst mir ja durch deine lieben Briefe am nächsten. Hast du mir eigentlich immer heimlich geschrieben, oder wußte die Mutter darum?“ „Mutter wußte es, aber der Vater...“ „War ein Despot, der an dem, was er für richtig hielt, nicht zu rütteln gestattete.“ Die Worte kamen hart über seine Lippen. „Nicht. nicht, Herbert, er ist tot, und zuletzt war er doch andern Sinnes geworden; Mutter wird dir viel zu erzählen haben. Sei recht lieb zu ihr und schmähe den Vater nicht, sie hat ja so manches von ihm ertragen müssen, aber sie hat ihn doch lieb gehabt. Wir wollen die kurze Zeit, die du uns schenkst, recht fröhlich sein. Willst du, Herbert?“ Sie hielt ihm schüchtern die Hand hin. Er griff schnell danach und drückte sie. „Was du für ein gutes Dieng bist, Aennchen, schon dir zu Liebe soll kein Mißklang die Freudentage stören.“ Sie segten den Weg nach der Stadt zu Fuß zurück; Herbert hatte darum gebeten, da er den Hotelwagen nicht mit verschiedenen Musterreisenden teilen mochte. Verwundert schaute er sich um, die kleine Stadt hatte sich, sett er sie zum letzten Male gesehen, wohl info'ge ihres Anschlusses an das Bahnnetz bedeutend herausgemacht. Stadt und Land. Lüdenscheid, 14. Februar. Einheitliche Bezeichnung für das neu besetzte Gebiet. Eine einheitliche amtliche Bezeichnung ist für das neu besetzte Gebiet eingeführt worden. Das jetzt von den Franzosen und Belgiern neu besetzte Gebiet soll künftig im amtlichen Verkehr stets als„Einbruchsgebiet" bezeichnet werden. Dieselbe Bezeichnung ist auch für das sogenannte Sanktionsgebiet Düsseldorf und Duisburg=Ruhrort anzuwenden. Berufswahl. Am vergangenen Freitag sprach Dr. Weber vom Landesberufsamt Münster in der Aula des Roalgymnasiums vor den zahlreich erschienenen Betriebsräten über die Notwendigkeit der Berücksichtigung der geistigen und körperlichen Fähigkeiten der. Kinder bei der Berufswahl. Jeder Mensch, so führte er aus, hat besondere Fähigkeiten, die auf die Eignung für einen bestimmten Beruf hinweisen, und nur in diesem Beruf kann er' mit seinem Können wertvolle Arbeit leisten. Verfehlt der Mensch den Beruf, so liegen seine besten Kräfte, die ihn zur Ausübung des Berufes befähigten, brach, in dem verfehlten Beruf aber wird er nur minderwertige Arbeit leisten können. Unzufriedenheit, Arbeitsunlust und schlechte Bezahlung werden die Folge sein. Der Redner wies an mehreren treffenden Beispielen nach, daß jeder Beruf seine besonderen Forderungen an die geistigen und körperlichen Fähigkeiten der Kinder stellt. Bei der Berusswahl muß es die Aufgabe sein, die Fähigkeiten der Kinder genau zu erkennon, um sich in den rechten Beruf hineinzuführen. Gelangt das Kind in den Beruf, auf den seine Fähigkeiten eingestellt sind, so wird es, da es erkennt, daß es seiner Arbeit ganz und gar gewachsen ist, bald Neigung für diesen Beruf verspüren, und die Folge werden innere Befriedigung, Arbeitsfreudigkeit, Wertarbeit und guter Lohn sein. Wie gelangt man dazu, die Fähigkeiten genau zu erkennen? Der Lehrer hat reichlich Gelegenheit, im Laufe der Zeit die geistigen Fähigkeiten der Kinder zu erkennen, der Arzt wird die körperlichen Fähigkeiten feststellen. In letzter Zeit ist man dazu übergegangen, mit Hilfe psychotechnischer Apparate die Berufseignung der Kinder festzustellen. Diese Methode steht aber noch in den Anfängen und wird erst im Laufe der nächsten Jahre überall ihre Anwendung finden können. Jedenfalls ist es die Pflicht der Eltern, die Bestrebungen in Bezug auf die Berufseignungsfeststellung zu unterstützen zum Besten ihrer Kinder. Um einer Aufdeckung weiterer Diebstähle vorzubeugen, ließ der Schachtelarbeiter, der in der vorigen Woche des Diebstahls von Pappdeckel überführt wurde, noch 16 Pack Pappdeckel durch ein Fuhrwerk bei dem Eigentümer, seinem bisherigen Arbeitgeber, anfahren. Auch diesen Deckel hatte er nach und nach aus dem Lagerraum gestohlen und bei einem Verwandten untergestellt. Der Wert beläuft sich auf insgesamt 600000 Mark. Ein Liebhaber als Schwindler. Ein junger Bursche ließ sich von einem jungen Mädchen Schmucksachen in größerem Werte geben; er schwindelte ihr vor, er wolle die Schmucksachen ihres ungeahnten Wertes wegen von einem Sachverständigen prüfen lassen und sie dann von ihr kaufen. Er verschwand mit den Sachen; erst die Polizei konnte ihn wieder auffinden und sperrte ihn ein. Die Schmucksachen hatte er für seine eigene Tasche verkauft. Angezeigt wurden drei Betrunkene wegen nächtlicher Ruhestörung, zwei Wirte wegen Uebertretung der Polizeistunde. Drei strafunmündige Schüler stahlen von dem Hofe eines Hufschmiedes Eisenschrot.— 12 Obdachlose meldeten sich bei der Polizei.— In einem Fabrikteiche in der Schlittenbach wurde ein durch einen Stein beschwertes Bündel mit Bett=, Leib= und Kinderwäsche gefunden. Weiterhin wurden zwei Aluminiumblöck und Bargeld gefunden. hk. Fristverlängerung für Steuererklärungen. Mit Rücksicht auf den Gesetzentwurf über die Berücksichtigung der Geldentwertung in den Steuergesetzen, der zurzeit im Steuerausschuß des Reichstages beraten wird und der einige Vorschriften enthält, die noch auf die Veranlagung zur Einkommensteuer für das Kalenderjahr 1922 und auf die Veranlagung zur Vermögenssteuer Anwendung finden sollen, werden die Einkommen= und Vermögenssteuererklärungsvordrucke im allgemeinen noch nicht zugestellt werden. Soweit ausnahmsweise in einzelnen Finanzamtsbezirken die Steuererklärungsvordrucke schon zugestellt sind, braucht die Steuererklärung nicht eher abgegeben zu werden, bis den Steuerpflichtigen ein Merkblatt zugeht, das sie über die für die bevorstehende Veranlagung wichtigsten Aenderungen aufklärt. Lenne=Vollmegan. Durch Beschluß des Gauturnrates, findet der diesjährige Gauturntag am übernächsten Sonntag auf der Burg in Altena statt. * Plettenberg, 13. Februar. Ein typisches Beispiel einer verkommenen Jugend ist der Schüler Walter M. Neun „Ihr werdet hier noch Großstädter, Annie! Ich hätte nicht gedacht, daß unser altes Nest einen solchen Aufschwung nehmen würde.“ „Ja, und es wird höchste Zeit, daß wieder ein Mann bei und ins Geschäft kommt. Mit den Oberkellnern hat Mutter schrecklich viel Aerger.“ „Ihr helft ihr doch?“ „Gewiß, besonders Lisa.“ „Und dus „Ich auch— aber ich bin doch recht froh, daß Mutter das Hotel dem jungen Paar abgibt und für sich und mich das Häuschen in den Anlagen gekauft hat. Ich habe mich immer danach gesehnt, in einem kleinen, ruhigen Hause zu leben, um mehr meinen Neigungen nachgehen zu können.“ „Und welcher Art sind die?“ fragte der Bruder lächelnd. „Vor allen Dingen lese ich schrecklich gern. So habe ich kürzlich eine Feuilleion von einem gewissen Herbert Behrens gelesen. gennst du den Verfasser zufällig?“ fügte sie schalkhaft hinzu. Er sah sie verblüfft an. „Annie, wie kommst du zu meiner Zeitung?“ „Sehr einfach, wir lassen sie uns jede Woche schicken, die Helm und ich.“ „Schon lange?“ „Seit du sie redigierst.“ „Und die Helmi? Wer ist das?“ „Meine beste Freundin. Du kennst die Familie nicht, sie leben erst seit drei Jahren hier.“ „Und ich bildete mir ein, ihr lebtet hier in ungestörtester Weltabgeschiedenheit und kümmerte euch um nichts, was draußen voreeht!“ Annie kräuselte spöttisch die Lippen. „Ja, die Berliner bilden sich gar zu gern ein, daß Kleinstädter einen kleinen Gesichtskrais haben müssen.“ „Nun, ich bin kein Berliner, und doch frappiert mich beinArt mehr, als ich sagen kann. In unserem Vaterhause herrschten so schlicht bürzerliche Anschauungen und Begriffe...“ „Auch jotzt noch.“ unterbrach sie ihn,„das hindert mich aber nicht, selbständig zu denken, und daß ich das gelernt habe, verdanke ich zumeist der Helmi.“ „Diese Helmi muß ja aus ganz besonderem Stoff sein, da machst mich so neugierig, daß ich dich am liebsten bäte, unsere Bekanntschaft jetzt gleich zu vermitteln.“ ##le hat der 12jähri #von 25000 Marks Mit dem Erlös ##ule lief er fort, w die Nächte in einen Idenlogte uis dem Leserkreise er französische Einf gaftlichen Folgen wie Grundsätze mann Die Unvernunft #lands durch diese Pr #. Aber auf zwei und hingewiesen wor Eine von den vibestand bekanntlich #rismus die große W werde, während ingsprämie des deut uns die Ersparung! verträglichen Lasten # seiner Teuerung u * Schmach und Schan ##amten durch den Ehlter Milliarden un #ffung der Monarchi #n, daß der Kaiser d koste(eine Summe, Polk zurückfloß). 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Der erste ist wirtschaftlicher Eine von den vielen Begründungen zur Abschaffung des bestand bekanntlich in dem Wort, daß durch die Kosten des rismus die große Masse des Volkes in unerträglicher Weise werde, während Bismarck diese Kosten die Lebensveruugsprämie des deutschen Volkes nannte. Heute sehen wir, Ans die Ersparung der Prämie, die Beseitigung der angeberträglichen Lasten eingebrecht hat. Nicht nur den Einfall # seiner Teuerung und Not, seinen Geld= und Sachverlusten, * Schmach und Schande hätte uns unser Heer erspart, sondern #amten durch den Versailler Vertrag erzwungenen Verlust #ihlter Milliarden und ungezählter Gebrauchsgegenstände. Die ##ifung der Monarchie ist seiner Zeit auch damit begründet #n, daß der Kaiser dem deutschen Voke jährlich 20 Millionen koste(eine Summe, die nebenbei gesagt fast gänzlich wieder Polk zurückfloß). Aber wie berechnet worden ist, haben die ster= und Soldatenräte der Revolution in neun Monaten nngsweise dem dautschen Volke eine solche Summe gekostet, daß #ns damit 1800 Jahre einen Kaiser hätten halten können. lich ist's auch mit den Folgen, die die Abschaffung des Heeres gebracht hat. Wie groß die Verluste gewesen sind und noch perden, wird niemals festgestellt werden können: daß aber die in für die Unterhaltung unseres Heeres ein Nichts gewesen egen die durch die Fortjagung entstandenen Verluste, ist ganz gellos, und hierauf kann nisht oft genug hingewiesen werden. Der zweite Punkt, der ebenfalls immer wiederholter Hinweibenötigt, ist politischer Natur. Seit altersher ist es eine hauung der Sozialdemokratie, daß die monarchische Staatsform Vertreterin angreifender Politik sei und ersetzt werden müsse die demokratische Staatsform, die die Voraussetzung sei für Ab#ung der Heere, Weltfrieden und allgemeine Völkerverbrü#ng. Diese Anschauung geht aber aus völkerpsychologischer Ur#losigkeit und weltfremder Ideologie hervor, sonst hätten die #reter dieser Anschauung aus der Geschichte etwas anderes lermüssen. Das beweist die Geschichte des demokratischen Rom, in Frankreich und England des größten Raubstaates aller Zeiferner die Geschichte des früheren demokratischen Frankreich, hes— was allerdings in sozialdemokratischen Lohrbüchern nicht — alsbald nach der Revolution von 1789 ein Vo'ksheer aufse und damit jenen Militarismus begründete, den die SozialLokratie immer als eine Schöpfung der Monarchien hinstellt; endbeweist auch die jüngste Geschichte der stark gewordenen demoischen Republik von Nordamerika. die durchaus auf Herrschaft estellt ist, daß jene Anschauung der Sozialdemokratie falsch ist. in aber noch ein schlagender Beweis aus der Gegenwart zur erlegung jener Anschauung nötig war, dann ist er nunmehr ht durch den Ruhreinfall der demokratischen Republik Frankdas nach der Fortwerfung der Waffen durch den dumnen hen Michel nichts Eiligeres zu tun hatte, als das stärkste Heer Wilt aufzustellen. Und deshalb sei diese Seite an dem spritAlen Einfall des Einfalls ins Ruhrgebiet immer wieder ins Sächtnis gerufen. u# An der augenblicklichen deutschen Regierung vermissen wir das be, daß sie auf die genannten und alle andern aus dem Einfall sziehenden realpolitischen Fo'gen nicht genügend hinweist. Sie ste tausende und aber tausende von erlesenen Geistern und Reddurch das Land senden und in großen Volksversammlungen sch das lebendige Wort an Hand von Tatsachenbeweisen die hehRedensarten weltfremder Ideologie zergliedern. Niemals war Augenblick so günstig, niemals war das Tatsachenmaterial so Endig im Bewußtsein des Volkes wie jetzt. Irrlehren bekämpfen st nicht die Rechte des Volkes antasten. Wir fürchten, daß trotz #r bösen Erfahrungen seit 1918 viele Deutsche die Franzosen ner noch nicht kennen und glauben, je schlechter ihnen der Ruhrfll bekäme, um so eher würden sie abziehen. Das halten wir ganz und gar falsch; je böser es den Franzosen geht, um so ür werden sie ihre Wut an dem wehrlosen deutschen Volke ausen und sich für alle Schädigungen, die sie erfahren, an uns dlos halten. Und das wird so lange dauern, bis auch der mste deutsche Michel einsieht daß es gegen Gewalt letzten Endes einzigstes Mittel nur— Gewalt gibt. Westfalen und Rheinland. * Hagen, 13. Frbruar. Die„H. Ztg.“ schreibt:„Sowas gab's doch früher nicht! Das lästige Steuermarkenkleben ruht seit Wochen, da an keinem der Postämter Marken zu haben sind. Geht man nun zum Finanzamt, um seine Steuern in bar abzuladen, so wird man ab gewiesen. Was soll der bedrängte Steuerzahler nun tun? * Schwelm, 13. Februar. Der 16 Jahre alte Wilhelm Breuning aus der Prinzenstraße hat sich am Samstag das Leben genommen. Der Junge war in den Keller geschickt worden, um dort Kohlen zu holen. Als er nach einiger Zeit nicht wiederkam, sah man nach ihm und fand ihn im Keller erhängt vor. Die Gründe für die unselige Tat kennt man nicht. * Essen, 13. Febr. In Dahlhausen ist ein Bergmann wegen der Aeußerung, mit 50 Mann räume er Dahlhausen, zu 20 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Zwei Polizeibeamte aus Kastrop wurden wegen Grußverweigerung zu je fünf Tagen Gefängnis verurteilt.7 44 2 * Buer, 12. Febr. Auf dem Bahnhof Recklinghausen=Ost standen 4 Waggons Mehl die für die Stadt Buer bestimmt waren und von den Franzosen festgehalten wurden. Nach eindringlicher Vorstellung der Stadtverwaltung bei dem französischen General wurden diese Wagen freigegeben. Die untergeordneten französischen Stellen weigerten sich jedoch, dem Befehl des Generals nachzukommen, bevor die deutschen Eisenbahner nicht die gewünschten Rangierungen vorgenommen hätten. Auf die selbstverständliche Weigerung der Eisenbahner hin, wurden die Wagen festgehalten. Erst nach nochmaliger persönlicher Vorstellung des Vertreters der Stadt, wurde die bedingungslose Uebergabe der Wagen verfügt. Diese trafen nunmehr nach mehrtägiger Irrfahrt auf dem Bahnhof BuerSüid ein.„„„„ 6 te b“ * Oberhausen, 13. Febr. Ein velgischer Sowar verlangte in der Nacht vom Samstag zum Sonntag nach 1 Uhr in der Wirtschaft Vierhaus im Stadtteil Lirich Schnavs. Der Wirt lehnte das Verlangen mit Rücksicht auf die Polizeistunde und des Schnapsausschankverbots der Besatzungsbehörde ab. Hierauf drang der Soldat in einen Nebenraum, in dem eine geschlossene Veranstaltung der städtischen freiwilligen Feuerwehr war, ein und gab aus seinem Gewehr einen Schuß ab, durch den ein Feuerwehrmann verletzt wurde. Hierauf entwaffneten die Feuerwehrleute den Soldaten und gaben dem Schießhelden einen ganz gehörigen Denkzettel. * Mainz, 13. Februar. Im nahen Bischofsheim sperrten die Franzosen den Oberbahnmeister Bückert, einen der tüchtigsten Beamten, drei Tage in seine Wohnung ein und hielten ihn hier unter strengster militärischer Bedeckung fest. Gestern früh ist der alte Herr infolge der allgemeinen Aufregung einem Herzschlage erlegen. Aus Mainz wird berichtet: Neun Lohnauszahler wurden heute durch Franzosen festgenommen; eine halbe Million Lohngelder wurden ihnen abgenommen. In Zweibrücken haben die Franzosen das Gefängnis geräumt, weil sie es für ihre Zwecke brauchten. Die Gefangenen wurden von ihnen freigelassen. Verräter. * Duisburg, 14. Februar.(T.) Da die Besetzungsbehörde bisher mit der Inbetriebsetzung der besetzten Bahnhöfe nicht vorangekommen ist, sucht sie sich die Hilfe deutscher Eisenbahner zu sichern. Zu diesem Zweck bietet sie hohe Tagelöhne an, die bis zu 40000 Mark steigen. Bisher haben sich nur ganz wenige Arbeiter bereit gefunden, sich den hohen Lohn zu verdienen, durchweg sind es entlassene Eisenbahnarbeiter, die sich schwere Vergehen haben zuschulden kommen lassen. Die Gewerkschaften haben bei ihrer Ablehnung, die Arbeit nicht wieder aufzunehmen, bis die Besetzungstruppen entfernt sind, die Massen noch geschlossen hinter sich. „Deutscher Franzose“. * Essen, 12. Febr.(RWZ.) Ein sehr sonderbarer„Deutscher“ ist der hiesige Kriminalkommissar Klöres. Dieser Mann hilt es nicht unter seiner Würde, Handlangerdienste für die Franzosen und Franzosenfreunde zu tirn. Das beweist folgender Vorfall: 's ein Essener Herr von bekanntem Namen das Lokal des Herrn Heinrichs, den„Kleinen Adler“, mit den Worten betreten wollte: „Das ist ja das Franzosenlokal", stürzte ihm Klöres entgegen und rief mehrere Male:„Ich bin Franzose.“ Ich lasse Sie verhaften.“ Er ließ den Herrn dann durch einen Schupobeamten, dem er sich als Kriminalkommissar ausgab, festnehmen und zur Bahnhofswache führen. Hier gab der Kriminalkommissar dem Festgenommenen, einem früheren aktiven Offizier, politischen Elementarunterricht. Seine Anpöbelungen ergingen sich in die Bemerkungen:„Sie scheinen wohl auch den Rechtsparteien anzugehören; Sie sind wohl Monarchist. Wie können Sie als früherer Offizier die Leute zum Aufruhr reizen? Ich könnte Sie hier die ganze Nacht festsetzen usw.“ Außerdem bezeichnete er die Zeitungsnotizen über dos Verhalten des Wirts des Kleinen Adlers als Schwindel. Der Essener Herr wurde schließlich von den Schupobeamten, die ihre Aufgabe in einer anderen Weise auffaßten, entlassen. Sie lachte vergnügt auf.„Gedulde dich, lieber Bruder, du nist sie schon noch kennen, sie kommt natürlich zur Hochzeit.“ Herbert Behrens hatte den breitrandigen Strohhut abgenomund wischte sich den verlenden Schweiß von der Stirn. Es er eine Stirn, hochgcwölbt bis unter die kurzgeschorenen Haare; ge, graue Augen und eine scharf gebogene Nase gaben dem Kopf ds Charaktervolles, während der zu volle Mund mit dem blonSchnurrbart auf Sinnlichkeit und Genußsucht schließen ließ, der die Lippen umspielende sarkastische Zug von eitler Ueber#ung Zeugnis ablegte .„Scheußlich heiß! Auch’ne Idde, bei sollcher Temperatur Hochzu machen.“ Sie bogen um den großen Kirchplatz und standen nach ein Schritten vor einem ansehnlichen Gebäude, das in goldenen ttern die Inschrift„Deutsches Haus“ trug. „Mutter erwartet uns gewiß schon mit dem Wazen,“ flüsterte Annie zu. ! Da gewahrte Herbert die alte Frau; sie stand am Fenster der hnstube, im dunk'en Kleide und der blauleinenen Küchenschürze, ### E sie so hundertmal hatte stehen sehen, wenn er verspätet " der Schule kam— unab’ässig die Straße entlang schauend, als Eine sie ihn mit ihren sorgenvollen Blicken herbeizaubern, um vor des Vaters Donnerwetter zu bewahren. Da war es wieder liebe, gute Gesicht mit den treuen Augen, die so viel Tränen ihn geweint, und nun nickte sie dem Sohne zu und drückte echzeitig das Taschentuch an die Augen.— Um Herberts Mund zuckte es von verhaltener Rührung; er die Schwester hinter sich und eilte mit beflügelten Schritten * Stufen hinauf. Nun er die Mutter vor sich sah. so grau geeiden, so zitternd vor Glück, ihren Einzigen umarmen zu können, Pfühlte er, daß es ein Band gibt auf der Welt, unzerreißbar selbst dem größten Spötter— das Band, das Mutter und Kind einander fesselt.—— Sie hatte ihn nach dem Mittagessen selbst in sein Zimmer— bestes Gastzimmer— geführt. habe dir alles so gemacht, wie du es gern hast, mein Pinge,“ sagte sie geschäftig.„hoffentlich fühlst du dich recht wohl Vaterhause und bereust nicht, daß du gekommen bist. Die üchen Zigaretten hat dir Aennchen hingestellt, sie hat gleich bei #un Ankunft bemerkt, daß du keine Zigarren rauchst, und schnell geschick. Aennchen scheint ein klugeo Ding zu sein, Mutter?“ Frau Behrens nickte gedankenvoll. „Ja, das weiß Gott, wo die das her hat! Sie ist mir manchmal schon ein bischen zu klug. Viel zur Arbeit ist sie nicht zu gebrauchen, sie hat ewig die Nase in den Büchern, und wenn nicht, dann steckt sie mit ihrer Helmi zusammen, das ist auch so eine! Aber trotzdem ist sie ein gutes Kind, unsere Annie, und ich lasse ihr den Willen— sie hat solide Grundsätze. Um sie ist mir nicht bange. „Aber um mich, Mutterchen— sag's mal aufrichtig.“ Er hatte die kleine Frau umgefaßt und zog sie auf einen Stuhl nieder. Sie sah ihn treuherzig an. „Ja, Herbert, die Sorge um dich bin ich noch immer nicht losgeworden und werde sie nicht loswerden, bis ich die Ueberzeugung gewonnen habe, daß du nun endlich einen Beruf gefunden hast, dem du treu bseiben wirst.“ Herbert war vor der Mutter stehen geblieben und zwirbelte seinen Schnurrbart, um den Mund lag schon wieder die alte Spottlust. „Du meinst, weil ich schon so oft umgesattelt bin, ist mir nicht recht zu trauen?“ Sie nickte. „Durchgemacht habe ich allerdings das Menschenmöglichste. Vom Abiturienten zum Studiosus philologige, von da zur Juristerei— alles nur semesterweise und dann der Sprung zum Mimen! Das hat mir vor acht Jahren beim Vater den Hals gebrochen! Bei Gott. Mutter, wenn ich meine jetzigen Erfahrungen gehabt hätte, wär’s nicht geschehen, ich war trotz meiner zweiundzwanzig Jahre damals ein ganz unreifer Mensch, ein übersoannter Patron und Heißsporn. Ich dachte mir's erhaben,'s Schausvieler ein freier Mann zu sein!“ Er lachte höhnisch auf.„Schöne Freiheit das! Härter im Joch als der unterste Arbeiter ist man in dieser freien Kunst und noch dazu ich, der nicht das geringste Talent zum Mimen hatte! Der Vater hätte nicht so streng mit mir zu verfahren brauchen— aber er konnte ja nicht ahnen, daß ich mich durch diesen Schritt selbst schwor gestraft hatte und in Hunger und Entbehrung fühnen mußte, was sch mir in einer verrückten Anwandlung eingebrockt hatte. Von Schmiere zu Schmiere bin ich in den vaar Jahren durch die halbe Welt gekommen und würde wohl heute noch so vegotieren, wenn du nicht nach des Vaters Tode. — Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. Werkleute der Roten Erde! Wir haben gedarbt und haben geschafft Jahre um Jahre— mit letzter Kraft. Jetzt kommen sie an, Kanonen, Soldaten: Wollen wir unser Land verraten? Wir werden es nicht, Kameraden! Kommen wir müde vom Werke, vom Schacht, Schen wir die Komödie der Macht, Das trübe Funkeln von Bajonetten. Sie klirren und drohen, die Sklavenketten— Wir beugen uns nicht, Kameraden! Wir führen den Hammer und sind ohne Wehr. Was will der fremden Eroberer Heer? Konnten sie nicht den duldenden Massen Den schweren Frieden der Armut lassen? Sie zwingen uns nicht, Kameraden! Frieden und Freiheit und ehrliche Pflicht Und das tägliche Brot— mehr wollten wir nicht. Merkt auf, Werkleute in Hütten und Zechen: Wenn wir uns jetzt biegen— sie werden uns brechen! Wir halten uns brav, Kameraden! Und geht man noch schärfer mit uns ins Gericht—. Wir halten die Treue und breichen sie nicht. Die Arbeit beugt sich nicht fremden So'daten! Das Reich verraten? Das Land verraten? Wir werden es nicht, Kameraden! Neue Steuerermäßigungen. Eine Verdreifachung der Sätze vorgeschlagen. Dem Reichsrat ist der Entwurf einer Verördnung über Aenderung der Sätze für Steuerabzüge mit dem Ersuchen zugegangen, dem Entwurf zuzustimmen. In der Begründung heißt es: Durch das Gesetz vom 23. Dezember 1922 sind mit Wirkung vom 1. Januar 1923 ab die beim Steuerabzug zu berücksichtigenden Ermäßigungen für den Steuerpflichtigen, seine Ehefrau, die minderjährigen Kinder und zur Abgeltung der Werbungskosten neu festgesetzt worden. Wenn auch bei Festsetzung dieser Ermäßigungen mit sich weiter erhöhenden Preisverhältnissen gerechnet worden ist, so haben sich doch infolge des französisch=belgischen Einmarsches in das Ruhrgebiet die Preisverhältnisse in der zweiten Hälfte des Monats Januar so gestaltet, daß schon jetzt mindestens mit einer Verdoppelung des Arbeitslohnes gegenüber Anfang Januar und nach Aeußerung von Sachverständigen für den Monat März jedenfalls mit einer Verdreifachung der Löhne zu rechnen ist. Unter diesen Umständen können die in der Dezember=Novelle vorgesehenen Ermäßigungen nicht mehr beibehalten werden. Eine Neufestsetzung der Ermäßigungen bereits vom 1. Februar 1923 ab ist aus technischen Gründen nicht durchführbar. Deshalb sollen die neuen Ermäßigungen nach dem vorliegenden Entwurf erst mit Wirkung vom 1. März 1923 ab in Kraft treten. Gleichzeitig sollen mit Rücksicht darauf, daß sich aus den jetzt geltenden Ermäßigungen beim Steuerabzug im Monat Februar Härten erzeben, die letzten sechs vollen Arbeitstage im Monat Februar vom Steuerabzug freiglicssen werden. Die in der Freilassung vom Steuerabzuge liegende Vergünstigun soll endgültig nur denjenigen Lohnsteuerpflichtigen zugute commen, deren gesamtes steuerbares Ein“ mmen die Grenze nicht übersteigt, bis zu der bei der Veranlagung für das Kalenderjahr 1923 ein Steuersatz von 10 v. H. erhoben wird. Was sodann die Ncufestsetzung der Ermäßigungen anlangt, sollen die Ermäßigungen für den Steuerpflichtigen selbst, für seine Ehefrau und für seine minderjährigen Kinder vom 1. März 1923 ab gegenüber der Dezembernovelle verdreifacht werden. Dabei ist der veraussichtlichen Entwickelungen der Preisverhältnisse sowie der Löhne und Gehälter nach diesem Zeitpunkt Rechnung getragen. Auch bei den Werbungskosten wird eine Erhöhung auf das Dreifache vorgeschlagen. Nach dem Entwurf würden also künftig für den Steuerpflichtigen und seine Ehefrau monatlich je 600 Mark, für jedes minderjährige, zu seiner Haushaltung gehörige Kind monatlich 3000 Mk. und für Werbungskosten ebenfalls monatlich 3000 Mark frei bleiben. Damit würde der Steuerabzug bei einem verheirateten Steuerpflichtigen mit zwei minderfjährigen Kindorn, der einen Arbeitslohn von 250000 Mark im Monat März bezieht, 25000— (600 und 600 und 3000 und 3000 und 3000 gleich) 10 200 gleich 14800 Mark betragen und daher eine steuerliche Belastung des Arbeitslohns von nicht ganz 6 v. H. ergeben. Stellt man demgegenüber, daß der Durchschnittsarbeitslohn eines gelernten Arbeiters nech den Feststellungen des Statistischen Reichsamts im Monat August 1922 rund 9200 Mark betragen hat, so woren bei einem Steuerpflichtigen mit demselben Familienstand im August 1922 920—(40 und 40 und 80 und 80 und 90 gleich 330) gleich 590 Mark einzubehalten. Die prozentuale Belastung hat demnach im Monat August 1922 6,4 v. H. betragen. „Das ging nicht von mir aus, Herbert,“ unterbrach sie ihn ernst,„der Vater selbst hat ein paar Tage vor seinem Hinscheiden die zwanzigtausend Mark, die in sicheren Aktien angelegt waren, für dich bestimmt.„Ueber den Tod hinaus soll er mir nicht grollen,“ sagte er,„und vielleicht bin ich auch zu hart gewesen. Damit wird es ihm vielleicht gelingen, einen soliden Weg einzuschlagen.“ „Sei beruhigt, Muttel, jetzt bleibe ich bei der Stange, die Schriftstellerei sagt mir zu, ich finde Befriedigung in meiner Arbeit, und meine Existenz als Redakteur der neuen Welt und Teilhaber des Verlags ist eine gesicherte; umgesattelt wird jetzt nicht „Gott geb's! Und nun leg' dich schlafen.“ Sie ließ im Nebenzimmer, worin das Bett aufgedeckt stand, die Rouleaux herunter.„Du wirst müde sein. Willst du geweckt werdne, oder stehst du allein auf? Wir trinken doch soäter zusammen Kaffee?" „Natürlich, darauf freue ich mich. Schicke mir Aennchen, wenn es an der Zeit ist, ich schlafe so eine Art Schlaf der Gerechten, wenn ich weiß, daß ich's mir leisten kann.“ Er legte sich auf das Lager, das die Mutter ihm bereitet. „Es schläft sich mal wieder recht gut in der alten Heimar,“ dachte er und dehnte sich behaglich. Nach ein paar Stunden stand Annie vor Herberts Bett. „Aber du kannst schlafen!“ sagte sie lachend, als er sich endlich aufrichtete.„Geklopft, gerufen habe ich, alles umsonst, erst das Rütteln nützte. Nun spute dich und komm in die Fliederlaube, ich habe dort den Kaffeetisch herrichten lassen. Mutter wartet schon, und viel Zeit hat sie nicht.“ Sie verschwand schnell, und Herbert machte Toilette. Himmel, sind die hier aber in die Tretmühle des Lebens eingesperrt,“ überlegte er,„schauderhafter Gedanke, immer auf dem Posten sein zu müissen.., g Herfrnche 90287 Gemütlich saß sich's in der Fiieberta##be, der Kaffee war von höchstem Wohlgeschmack und wurde aus feinstem Porzellan getrunen. Als die Mutter wieder gegangen war, hob Annie an: „Jetzt zu wichtigerm Dingen! Ich werde dich in die Pilterbend=Unternehmmgen einweihen, du sollst mir helfen.“ Er seufzte komisch ernst„Also doch!“ (Fortsetzung folzt.) 2 16 11A Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse.V. Aus aller Welt. Hut und die Notbremse. Unsere augenblicklichen verKiegenen Vreisverhältnisse führen zu schnurrigen Dingen. Fährt da am Sonnteg auf der Strecke zum Deister(Hannseer) ein Herr in der standesgemäßen vierten Klasse, dem es in dem überfüllten ##.#„ wo er stehen muß, zu waym wird. Um sich etwas frische und en Ferschaffen, tit er auf. die Plattform des Wagens hinaus sen Hut. Der sunge Naumn ude dn der neckische Deisterwind überlegt: Ein neuer Hut kostet heute Liuxk, und der Schnupen, di# er bekommt, wenn er ohne Zieht er die Jatbreuse auch nicht gertng in Rechnung zu stellen. an Strafe abgeknöpt ade, bichd khri frelch ein erheblicher Vetrag der Hutman.— uer die Eisenbahn ist immer noch billiger E####pyer. Also entschließt er sich, die Rotbremse zu zieMann springt vom Wagen und läuft halten, dis er wiehderkonngoe.. Dus wich schon so lange sonst würde ja die EisenbahnverwalZug blieb ruhig so langne aus und beichch es dermn auch der seinen Hut wieder hate legen, bis der Mamn „emkens Eur wirten hatte und zurückkam. Zugführer und Schaffner Personalien zu Papier gab, gab Hempel dem Mädchen einen größeren Betrag. Als beide das Lokal verlassen wollten, um die Wohnung des Händsers aufzusuchen, brach dieser plötzlich bewußtlos zusammen und starb kurze Zeit darauf. Das Mädchen war indessen verschwunden, wurde aber bald darauf verhaftet. Die Mörderin, die ihrem Opfer etwa 200 000 Mark geraubt hat, ist eine schon mehrmals vorbestrafte Persönlich„ in ihrer Jugend in einer Fürsorzeanstalt gewesen und summne uus gutem Hause. Ihr Vater ist Rittergutsbesitzer, die Mutter schwere Morphinistin, durch deren Leichtsinn die Täterin und auch ihre Geschwister schon in frühen Jahren auf eine abschüssige Bahn getrieben worden sind. Sie leugnete zumächst hartnäckig jede Schuld. Schließlich konnte sie den Vorhaltungen des Kommissars nicht mehr standhalten und gab zu, in einer Apotheke eine wischung von Morphium und Opium geholt zu haben, die Likör gegossen habe. Roggen 59.000, Gerste 55—56000, Hafer 47—48000, Mais. tige Abladung Berlin 67000, Hamburg 65 000 Mark. Ausstellerandrang zur Leipziger Frühjahrsmesse. Wie fahren, sind bereits seit Wochen sämtliche Ausstellungsplätze in# Leipziger Meßhäusern und Hallen für die Frühjahrsmesse 1923## geben, u Einer, große Anzahl täglich nath einlaufender Anzg nicht nechr berich us alen Kreisen der Industrie kunmn 1. nia, nacht Krutsichtigt werden.9 sie in den Lit#r gegossen Aur. Untergang eines deutschen Dampfers. In der Nacht zum Souisches chompter... fim Meilen von Bergen, der wöft Mann und Zur uiter aus Curhaven. Die Mannschaft aus zloblf Mahin und der norwegische Lotse versuchten sich auf ein Floß zu retten.„Das Schiff sank sofort. Das Floß trieb sieben Stunven ung bis Rettung kam. Nur drei Mann waren noch am Leben. Unter den Ertrunkenen befindet sich der Lotse. und Warenmarkt. Mitgeteilt vom Barmer Bank=Verein, Lüdenscheid. Am 13. Februar keine Wertpapierbörse. Devisenverkehr: Heute vormittag ca. 10 Uhr. Holland 9800, Amerika 24800 London 116000 Paris nicht not. Brüssel nicht not. Schweiz 4600 Tendenz: Giftmord in einer Berliner Likörstube. Am Freitag mittag ist in Friedenau bei Berlin ein Giftmord verübt worden. Nauf Hempef aug ein der Abeinstraße wurcde der Buterhändler diese ihm in dem vesalih von seiner Vegleiterin durch Gift, das eese ihm in den Luwr mischte, getötet. Die Täterin, die Konsa Gentschow, floh nach dem Morde, konnte aber spät in den Abendstunden verhastet werden. Schon vor einigen Tagen Srichien uu der Likörstube ein funges Mädchen und klagte der Wiran die sie sich wenden geste. Die Wirtin acb ihr mehrere Adressen, Am Donnerstag ar eute, um eimn billiges Zinmer zu belonmen. erschten das junge Mädchen wieder und verstand ihr Klagen, das Mitleid der Wirtin zu erwecken. Am Hempel in das Tasar und au einem Tische aß, komn der Händler die er verdient habe. Er uum vie Gentschow ein, mit ihm den Amsterdam Prüsszl Christiania Kopenbagen Stockholm Rom Gulden Frank Krone Krone Krone finisch Mk. Lire Pid Sterl Dollar Frank Frank Peseta 100 Kr. Krone 10022 62 1508 71 5212.93 5230,87 7331 62 278.17 1336,05 129675.00 27630,75 1703.21 5212,93 4339.12 39.30 822,93 10977.38 1516,89 5238,07 5263,13 7300 38 731.83 1343.35 130325.00 27769 25 1716 79 523807 4360 88 39.50 827.07 10972.50 11027.50 1511.21 5137,12 5211.93 7356 56 743.13 1341 83 1518.79 5182,80 5238.07 739344 746,97 1343.37 130173.0130328.0 27730,50 27889 50 1710.71 5238.87 4364 08 39.27 832.99 1719.20 5263,13 4335.94 39.47 837.80 Stimmungsbild der Börse. Der Handel mit Devisen begann heute Vormittag sehr s d, da allgemeine Zurückhaltung herrschte und die Unf' a. Feähits,### von großen Geldsummen, Abend zu verbringen. Beide gingen in die Nebenstube und dort Nur 1 Tag! Nur 1Tag! Hanuberheraus mit Ihrem Altmateriat. Benötige dringend einen Posten Altmetalle und zahle trotz Vonarsiart Marktberichte. Depisenmart sod Pehre F Produktenmarkt war rchig, vom Scfartige Aobfeh.s teine Anregung vor, Inlandangebot blieb knapp, Hörlige Abnwung wegen Frachterhöhung zum 15. d. M. gefragt, esie ken wrichert. Aüher 610. beteiligten deutlich zu erkennen war. Anfangs wurden, wie ges# leicht befestigte Kurse genannt. Später erfuhren sie aber eine Aoschwächung, da von der Reichsbank wieder Abgaben gemacht den. Der Dollar wurde amtl. mit 27700 notiert. Späterhin; die Kurse wieder etwas an. Für Effekten herrschte keine Stimmung. Zinn, wie Teller, Kannen, Blerdeckel etc. Kilo... 5000 histor. Gegenstände bis Kllo b6 10000 Grammophonplatten, auch zerbr. 46 1000 Ferger für Kupfer, Messlng, Aluminlum, .„ Blei, Stanlol, konkurrenzlose Preise tur Badewannen u. Badeöfen, die höchsten Preise Ankauf von Fellen aller Art zun allerhöchsten Tagespreisen. Beginn des Ankaufs sofort bis morgen Donnerstag Abend 7 Uhr im Ratskeller in Lüdenscheid Ecke Herzogstrasse und Annengasse. Ware kann abgeholt werden. Postkarte oder vsonstige Nachricht genügt. Ausw. gefl. mitbr. Ankaufszentrale für Rohprodukte G. Brand, Frankfurt a. M. An unsere verehrliche Kundschaft! Eetanfhäustrie G. m. b. 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