S S S Su2 3E 95 Es 8—8 S 8. 02 5• 9 S 3a8 S 98 8. S3.T 80 8 * S• .##. S 9 9. Nr. 237. 22 9 G S 9SS 8 9. e 2 2 * 2 * 2* 2 8 es:* * · 5= *—.— 2 * s. e Sg#g enrSan ———-—-.— ZSESTMUE Sieg S 5se 9#.2 5S.9. AS 7— * —. ** 7— — — Pr3 95 Ve S920 SPA9T *.. g. S O8. 3367—* A SS.A“ SagnS2n • E 0 88 5 8 85— 0 *S S an S Stäg „.* 6 Sener S 8.* S: S8— S.—S S S.90 Stn BENEN 5 S.#n 72. □—•—.5 S 519 8 . 82 S 2 .— „*" * * — 2."„ 3Sn Abonnementspreis pr. Quartal M..50. Insertionspreis die einfache Spaltenzeile oder deren Raum 15 Pfennig. K 1o Zollverhandlungen (Erstes Blatt.) Donnerstag den 8. Oktober 1896. Rußland. Die kürzlich seitens der russischen Zollverwaltung erfolgten Aenderungen in der Tarifierung einer kleinen Zahl von Waren, welche vorzugsweise aus Deutschland importiert werden, sollte, wie das nachgerade auch seiten der Petersburger Presse zugestanden wird, eine Art Ve warnung für die deutsche Regierung sein, auf dem Wege der Benachteiligung der russischen Landwirtschaft, auf den sie sich durch die Agrarier hat drängen lassen, weiterzugehen Auf diesen Zusammenhang weist schon die Thatsache hin, daß während zwischen den Regierungen über der Lederzoll u. dal. verhindelt wird, russisch#rseits ein Mitglied der Veterinärkommission nach der preußische Grenze entsandt ist um Untersuchungen über die Ursachen des Verbots der Einfuhr von frischem Schweinefleisch anzustellen. Mit einem Worte: Rußland ist nicht gesonnen, der allmählichen vollständigen Sperrung der deutschen Grenze für alle Artikel, deren Einfuhr den deutsche Agrariern mit Recht oder mit Unrecht unbequem ist, mit unterschlagenen Armen zuzusehen. Untere agrarische Presse versichert, der deutsche Viehstand sei nur gegen Senchengefahr geschützt, wenn jede Einfuhr ausgeschlossen ist und ihre Hintermänner werden dieses Ziel auf die eine oder andere Weise, wenn auch nur schrittweise erreichen. Natürlich bedarf man eines Vorwandes und den liefert die augebliche Gefahr der Seucheneinschleppung. In Rußland hat man diese Begründung längst als das erkannt, was sie in der That ist. Wie sollte man auch in Petersburg dazu kommen, diesen Vorwand ernst zu nehmen, da ganz offenkundig die Agrarier selbst eingestehen, daß sie an die„Seuchengefahr" selbst nicht glauben. Man hat neuerdings die Zahl der nach den Schlachthäusern Oberschlesiens zur sofortigen Ausschlachtung zugelassenen russischen Schweine um etwa ein Drittel herabgesetzt. Es gehen also wöchentlich etwa 1300 lebende Schweine aus Russisch=Polen ein. Weshalb tritt bei der Einfuhr von 1300 Schweinen keine Seuchengefahr ein, wohl aber bei einer solchen von 1400 und mehr? Darauf weiß niemand eine Antwort. Im Grunde genommen hat die„Deutsche Tagesztg. Recht, wenn sie meint, mit der „Seuchengefahr“ könne man den Russen nur imponieren, wenn die Grenze ganz geschlossen würde. Daß dieses d. ist, hat ja der landwirtschaftliche Minister seiner Zeit im Herrenhause mit aller wünschenswerten Offenheit zugestanden. Man will nur die Arbeiter des oberschlesiichen Industriebezirks allmählich des billigen russischen Schigiuefleisches, gutzöhnen. Genau so steht es mit dem Gerodt der Einfühl#rischen Schweinefleisches aus RußReich„Fuerdingg wird nur gar gekochtes Schweine steisch und ausgeschmolzenes Schweinejett zugelassen, weil ... es in der Bekanntmachung der RegierungsBenorven heißt— nur durch längere Einwirkung vorhandenen Soie in dem Fleisch geschlachteter Schweine Sem##rreger von Schweinekrankheiten unschädlich nemnan werden. Aber das Fleisch der in den Schlachthäusern Oberschlesiens geschlachteten russischen Schweine darf in rohem Zustande in den Verkehr gebracht werden! — Gegen die von der russischen Regierung angeordnete Bastseitar Teichiaxesgar... daden der Zitzssent der Centratveroano deutscher Industrieller Auswärtige Amt gerichtet, in denen schoben werden und daß die Zurücknahme der dem Sinne der Vertrags=Verhandlungen widersprechenden Bestimmungen über die Tarifierung gewisser Waren erfolge. Die Forderung ist in dem Umfange, in dem sie gestellt ist, gewiß vollkommen gerechtfertigt. Aber was will man entgegnen, wenn die russische Regierung den Spieß umdreht und unn auch ihrerseits verlangt, daß bezüglich der Vieheinfuhr die zur Zeit des Vertragsabschlusses maßgebende Praxis nicht zu Ungunsten Rußlands verschoben werde, so lange nicht nachgewiesen ist, daß diese Verschiebung durch die erhöhte Seuchengefahr gerechtfertigt ist? Weshalb=soll das, was der deutschen Industrie Recht ist, der russischen Landwirtschaft Unrecht sein? Unser Garten im Oktober. Von Heinrich Frhr. v. Schilling. 0 Die Opposition gegen das Wenn dem Reichstage nach Ablauf der Verlagung der Gesetzentwurf, betr. die Organisation des Handwerks, zugehl, so wird er sich in einer eigentümlichen Situation befinden. Bei Beginn der Session ist ihm bereits ein dieselbe Frage betreffender Gesetzentwurf vorgelegt worden. der die Errichtung von Handwerkerkammern in Vorschlag brachte mit der Begründung, daß das Handwerk in weiten Teilen des Reiches einer geordneten Vertretung entbehre und daß, soweit eine solche in den Innungen und sonstigen freien Vertretungen vorhanden sei, das Gesamtbild desjenigen, was dem Handwerk not thue, nur die Auffassung einer Minderheit wiedergebe. Es müsse aber Wert darauf gelegt werden, daß diese Frage einer Erörterung möglichst aller Kreise der Beteiligten unterzogen würde; die Errichtung obtigatorischer Handwerkskammern solle diese Lücke ausfüllen. Der Reichstag hat die Vorlage an eine Kommission verhaunt die in die Beratung derselben über m. J suicht eingetreten ist. Konservative, Centrum und Amtsemiten verlangten die Vorlegung eines Gesetzentwurfs über die lokale Organisation des Handwerks als Unterbau für die Errichtung der Handwerkskammern weil sie entschlossen waren, die Handwerker, die den Innungen nicht beigetreten sind, mundtot zu machen. Dieselbe preußische Regierung, welche das Handwerkskammergesetz beantragt hatte, halte unn ein ZwangsJunungsgesetz dem Bundesrat vorgelegt. Seltsamerweise ist bisher nichts darüber bekannt geworden, ob der erste Gesetzentwurf zurückgezogen werden soll oder nicht: mit anderen Worten, ob die Regierungen jetzt der Ansicht sind, daß eine Anhörung der neun Zehntel aller Handwerker, welche den Innungen nicht angehören, überflüssig oder, entbehrlich, ist, oder ob etwa die auf Grund des harns„ Entwutse zu errichtenden Haudwerkskammern Die Aufverfung dieser zweiten Eutwurf zu beraten. Frage seitens der„Hamburger eeri### bat die zünftlerischen Kreise in eine nicht geringe enfregung versetzt, zu der doch gar kein Anlaß Mundesraen.s; wie sie behaupten, festsltände, daß der .. IXeveal mit der Annahme des Zwangsinnungsgesetzes rückziehung des Handwerkskammergesetzes beschließen ürde. Das Organ des Bundes der Landwirte hat es inbesraf Biegu auls der Mananon###: vurückziehung nicht beschließen sollte, dieses Vorsehen seine Spitze„gegen die preußische Regierung und denjenigen Willen richten“ würde,„der die Annahme des jetzigen Entwurfs im preußischen Staatsministerium durchgesetzt hat.“ Die Entscheidung des Bundesrats, fährt die„Dtsche. Tagesztg.“ fort, wird also von einer sehr starken politischen Bedeutung sein. in Preußen allem Anschein nach die von uns deutlich Helere Ie, Sesch,., eigeaie, ben aus Fhale wird d. Vorlage ignoriere Daß hier die gestimmt hat, als„Rebeuregierung" gestimmt..... kregierung" bezeichnet wird, läuft auf einen Vermiy hinaus, diese Minister in einen Gegendes Gesetzentwurfs im Staatsministerium Mit der Haust“ durchgesetzt hat. Mit der Konurmerung dieses Dilemmas wird die Frage e een#iF Sinne der Zünftler entschieden werden onnen. Der Bundesrat wird sich der Wahrnehmung nicht verschließen können, daß sein Eintreten für die Zwangsinnungen die Regierung in einen scharfen Gegensatz zu sämtlichen liberalen Parteien setzen wird. Nach dem Beschlusse des nationalliberalen Parteitags kann man sich nicht dabei beruhigen, daß die Oppo ition auf die Freisinnigen und Socialdemokraten beschränkt sei. Die gesamte Linke des Reichstag bis in die freikonservative Partei hinein wird dem Zwangsorganisationsgesetz schon in der Fassung der preußischen Vorlage, geschweige denn mit den„Verbesserungen“ der Iunungskouferenz entschlossen Widerstand ung gekennzeichnete„Ner.nregierung In dem„zu Falle Handweikkorgamsationsporlage arheitet, so ro der Bundesral bei seiner Entscheidung uber die ee rea konnen.“ voltischen Folgen wobl nicht #i Minorität der Minister, welche im die Zünftler, Agrarier und Antisemiten hat Deutsches Reich. 7. Oktober. Unter dem Vorsitz des Kaisers Sitzung des gmt 10 Uhr in Hubertusstock eine ranbisch“ rourats stattgefunden, der vom Kaiser au der Sitzung, deigen. d die Telluehner auch der Reichsschatzsekretär wsty gehörte, nach Erledigung der Staatsgeschättsgoch zum Diner befohlen waren, ihre Rückehr also Ergebnis der Verhauden kann über das sein Nur sche nichts Näheres bekannt Conpertiein fenzustehen, daß auch die Frage der ng der vierprozentigen Konsols erörtert und entschieden worden ist.(S. Telegramm.) Aus Anlaß der Erörterungen über die Handsinnige Ztg, Peonadigungsrechts erinnert die„Freieit des Gahorgn, daß wahrend der kurzen Regierungsder schär# Friedrich Fürst Bismarck in ##r mminigten Weise die Verantwortlichkeit der Minener für die Ausübung des Begnadi gunesrechts zur Geltung gebracht hat. Kaiser Generah wolle nach seiner Throubesteigung eine Begnadiguus ggrößtem Umfange, Fürst Bismarck wider#eack, De wurde hin und her verhandelt, so daß der „#stisminister Friedberg zu uuserem Gewährsmann ts noch niemals habe er in betreff der Formulierung eines Gnavenans soviel Schwierigkeiten kennen gelernt, wie in diesem Falle. Es sei ferner daran erinnert, daß Kaiser Friedrich auch den 73jährigen Zeughausstürmer von 1848, den Lientenant Techow, der nach 36jihriger Abwesenheit aus Australien nach Deutschland zurückkehren wollte, zu begnadigen beabsichtigte. Die Begnadigung mußte unterbleiben, weil der Kriegsminister aus der Entscheidung eine Kabinettsfrage machte. var iu.%62 Garde=Pionier=Bataillon zählte bisi5 scompagnien statt vier. Die eine Kompagnie, die bisher als Versuchskompagnie angesehen wurde, ist jetzt als Telegraphen-Versuchskompagnie zur Militär=Telegraphenschnie übergetreten. Diese Neuerung ist durch die Fortschritte im Militär=Telegraphenwesen notwendig geworden. — Die Aufbesserung der Beamtenbesolzuugen ggfordert nach einer Mitteilung, welche die zu gusch. ung. Zig. aus Berlin erhält, den Betrag von # Millionen Mk.(Darin ist wohl, meint die„Freis. Zeitung, der Gesamtbedarf für das Reich und Preußen begriffen.) — Die Reichstagsersatzwahl in Gießen ist uf den 5. November anberaumt worden. amm„Der südwestdeutsche Parteitag der Freinunigen Volkspartei, welcher vor einigen Monaten für den 18. Oktober in Mainz anberaumt war, ist auf das nächste Frühjahr verschoben worden in Anbetracht der bessischen Landtagswahlen und der Reichstagsersatzwahl in Mainz, welche gegenwärtig das öffentliche Interesse in ester Reihe in Anspruch nehmen. — Die offiziellen Berichte über den national beralen Parteitag sind, wie die„Nationalzta.“ hervorhebt, sehr mangelhaft. Sie geben auch kein Bild von einer lebhaften Auseinandersetzung, die zwischen dem Abg. Professor Paasche und dem Chefredacteur der „Nationalztg. Herrn Koebner stattfand. Dieses Blatt berichtet darüber:„Paasche hatte als Referent über den die Landwirtschaft betreffenden Vorstandsantrag die Geulminanten Augriff gegen den Leiter ser 83. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonnund Festtage. Druck und Verlag: Gustav Dutz in Hagen. Fernsprecher Nr. 39. die Berechtigung der Entrüstung des Herrn Paasche, indem er feststellte, daß in der„Nationalzt.“ ledi lich Vorwürfe politischer, niemals persönlicher Art erhoben worden seien. Paasche benntzte sein Schlußwort als Referent, um in größter Erregung nach überaus schwacher Verteidigung des Zuckersteuergesetzes(er führte den Preisfall hauptsächlich auf die Börsenspekulation zurück, die alles entschuldigen muß) die Augriffe auf Koebner zu wiederholen, der in einer persönlichen Bemerkung gegenüber Paasche und den ihn unterstützenden von Eynern und Friedberg das Verhalten der„Nationalzeitung" nachdrücklich vertrat. ..— Gegen Zwangsinnungen hat sich Fürst Dismarck erklärt. Der„Hamb. Korr. erinnert daran, daß Fürst Bismarck im April vorigen Jahres bei dem Gratulationsempfang der Innungen klipp und klar erklärt hat: Wir können Zwangsinnungen heut zu Tage nicht mehr in die Wirklichkeit bringen. 7.# Durch die Zeitungen geht eine von uns unerwähnt gelusfene Nachricht, im juristischen Assessorexamen sei eine Neuerung dahin eingeführt, daß in die den Examinatoren hingelegten Zettel der Stand des Vaters des die Religion und die etwaige Eigenschaft als Reservelientenaut aufgenommen würden. Die Nachricht entbehrt, nach der„N. A. Ztg.“ jeder Begründung. In der großen Staatsprüfung wird seit Jahren vor jedem Examinator ein Papierstreifen aufgestellt, der die Namen der zu demselben Prüfungstermin geladenen Kandidaten und die Namen der Oberlandesgerichtsbezirke enthält, denen die Kandidaten angehören. Eine Angabe über die Studienzeit und über die Universitäten, auf denen die Kandidaten studiert haben, hat der Papierstreifen in den letzten zwanzig Jahren niemals enthalten. Ebenso wenig enthält der Streifen gegenwärtig eine solche Angabe. Auch hat in neuerer oder neuester Zeit keinerlei Erweiterung der Angaben stattgefunden, für deren Aufnahme der Papierstreifen bisher bestimmt war. und an der Wirtschaftspolitik hat. Herr Kocbner keichstagsfraktion derselben überhaupt geübt chrottfliute der Südti## und Italiener schwer getroffen, mden Boden mit seinem Herzblut tränkte, dann, roh nes Federkleids beraubt, noch roher in die prasselnde anne wanderte, über der stechend schwarze Angen lüstern Aie PPorrspench Toch mit (Nachdruck verboten.) Die Nester der Paus= und Vorfschwalben sind leer. „Sie sind fort!“ plätschert leise der Hofbrunnen, der ihnen so manches mal das Schlummerlied gesungen, in heißen Sommertagen sie mit kühlem Trunk erquickt.„Sie Mischnichsten trcumerisch aus dem warmen Micchblehstau, und große, nachdenkliche Angen richten sich nach den verlassenen Riststellen an der Decke des Futterdiese Augen, daß Schwalbenmütterchen, das treusorgende, mit den Seinen— die unermüdlichen Vertilger der qualbringenden Bremsen und Fliegen— im Schrotfliute der Süidtiroler une“ durch die mörderische fre.ten sein. wanderte, über der stechend schwarze Angen lüstern Garwerden lauerten?! Und es versprach doch mit Gattenhecke leise erg.Pruhlug wiederzuechren, wernn die ergennte, und im Beet am fröhlich erwachten Bienenstand die Narzissen und ersten Tulpen geworsen, die unverweilt g.“to berwind knarrend berunnach dem fernen Süden schautl schmätichen.re GartenrotRotebichen zricht dem mit den noch nicht abgezogenen Ktoilihlhen vinden im Haselbusch, vielleicht in kürzester Frist ein ähnliches Geschick droht. Noch schallt vergnügt und sorglos sein:„Huid huid dädä!“ von der spalierbedeckteu Maner, vom Giebel des Gartenhäuschens: es will ren Zulvermeister Herbst noch eine Weile in Allee, Park und Garten hautieren sehen, will dem letzten Stechmücken=, Fliegen= und Bremsenpack das Leben sauer machen, und mig von den reifenden Hollunderbeeren hiuterm Hause naschen. Und es muß doch auch noch Zeuge sein, daß das letzte Obst glücklich eingeheimst, daß auch die reiche Last an Trauben im Weingarten doch noch einigermaßen Reife gefunden! Dann sagt es seiner Heimstätte Wisiearzunge Stare vom Anstanrnnde verschwunden, ehe die ersten Plänkler drr kommenden Krammetsvögel— die wohlbeleibten Wachholverdrosseln— durch die Alleebäume jagen. m sich an den roten Korallen der Vogelbeeren gütlich zu thun, ist es in einer kühlen Nacht vielleicht zugleich mit Wanderflügen der Feld= und Heidelerchen, abgezogen. . Und am kalten nebeligen Morgen liegen dann auf ern Gartenwegen, und schwimmen auf dem Wasser des Brunnentrogs, Tausende von Abschiedsgrüßen an Garten, Haus und seine Bewohner: derselbe Wind, der es davon trug, hat sie im bunten Durcheinander von seiner tranten Birke, von seiner Eberesche, von seinem Ahorn hernieder gewirbelt— schwefelgelb, brennendrot und goldfarben! .. Dann stannt der alte Brunnen, murmelt träumerisch seine Herbstweisen: „Der Wind geht über's Stoppelfeld, Hat einen rauhen Gruß vermeld't Vom düstern Herbst, dem Nebelmann, Der alle Tage regnen kann. Ein guter Färber ist er zwar, Versteht sein Handwerk auf ein Haar: Er särbt an Baum und Heckenzann Das grüne Laub gelb, rot und brann. Doch bald gefällt's ihm selber nicht, Weil frisches Leben da gebricht! Er jagt im Sturm die Blätter fort, Von Baum zu Baum, von Ort zu Ort.“ „Ig!“ sagte die große ernste Kreuzspinne aus ihrem Rep.„und hast du dir ein solches buntes Herzblatt schon einmal näher angesehen?": Nimm so ein Blatt, das er verweht Und lies was drauf geschrieben steht: „Was blüht und glänzt, vergeht im Herbst! Mach', daß dn ew'ges Leben erbst!“ Im Garten nebenan, da ist man offenbar, trotz Herbst und Dräuen hartherzigen Nachtreifs, keineswegs solch elegischer Stimmung. Blickt auch das fahle Laub der Obstbäume düster, und mahnen die noch stehenden rostigen Buschbohnen, die zerfressenen Kohlblätter an Vergänglichkeit und Tod, so können sich doch unsere Angen, gar beim freundlichen Blick der Herbstsonne, an einer wirklich brennenden Farbenpracht des letzten Blumenflors weiden! Am Prunk solch gesättigter Farben, wie sie der Wonnemonat in dieser Masse nicht aufzuweisen vermag. Sieh nur die entzückende, jugendfrische Pracht des Blüten Meeres der Herbstastern; gefüllte, ungesüllte, hohe, niedere! Vom schneeigen Weiß, durch alle zartesten Abtönungen des Rot, bis zum tiefsten Violet; dazwischen die goldgelben Blütenpolster der ungefüllten! Darüber ragt ein Trupp riesiger Sonnenblumen, an denen schon Kohlmeischen herumklettern, die Sonnenreife zu inspizieren! Daueben stehen die üppigsten Winterastern in dicken Büschen aufgebunden. Hier ganze Wäldchen hoher kerzengerader lieblichst blühender Balsaminen; so jungfräulich schön— und so leichtsinnig, denn der erste Nachtfrost raubt ihnen Schönheit und Leben, auch ihren Kapnzinergefährten, die in schreiendem Gelbrot über den dunklen Bux lachen, und als kleinblütige gelbe Kletterer ein paar hochstämmige Rosen fast zu ersticken drohen, so daß deren letzte königliche Blüte aus dem Gewirre sich kaum zum Lichte erheben kann. Jungfernangen, Ringelblumen, später Phlox, Verbenen, Zinnien, und die gewaltigen blumenüberladenen Büsche der Georginien wetteifern im des Zuckersteuergesetzes an der Wiederkehr der Ueberausländisch ud e n. Preisfall und an der Erböhung der Meinneischen ausfuhlpcämien nach. Sodann bestritt Oesterreich. Budapest, 7. Oktober. Das Amtsblatt veröffentlicht, ein Handschreiben des Königs, durch welches der meichstag auf den 23. November einberufen wird.— Ferner veröffentlicht das Amtsblatt eine Verordnung des Ministers des Innern, welche die Reichstagswahlen auf die Zeit vom 28. Oktober bis zum 6. November an beraumt. Spanien. * Madrid, 7. Oktober. Das Mitglied des Obersten Gerichtshofes Pontoja ist unter der Anschuldigung, in den Philippinen=Aufstand verwickelt zu sein, verhaftet worden. Großbritannien. London, 7. Oktober. Der„Standard" bespricht den Empfang des Kaisers von Rußland in Paris und sagt, die wachsende Vertraulichkeit zwischen Frankreich und Rußland werde von England mit Gleichmut bedie feste Zuversicht herrsche, ungestört bleiben werde, so Hoffnung hegen. daß der europäische Friede könne England gleiche frohe bunten Farbenspiel. zue een Iu hohen an Stäben prunkenden Gladiolen Legsszäigern sich ein wenig, ganz in der Nähe öce zu siesen S910tgroßen Plattr un sich gelegentlich mit den unauständig müssen diet:0vsen des biederen Weißkohls unterhalten zu d auf ung so viel von Schweinefleisch kräumten und, Ahlund schworen, der beide unsterblich besungen trot IFherzs Ihnen etwa diese Ehre zu teil geworden wichtigen. Deult man üiberhaupt Ihre bören sie einngl.iugen, wie bei der Metzelsuppe!? D Auch unser edles Sauerkrant, Wir sollens nicht vergessen; Ein Deutscher hats zuerst gebaut, Drum ists ein deutsches Essen. Wenn solch ein Fleischchen, weiß und mild, Im Krante liegt, das ist ein Bild Wie Venus in den Rosen!" zI freilich!“ lachte die alte Garteulise, die eben in Garten getreten war.„Morgen hoble ich euch ein Und du, roter Schwertel, blühe ab, muß enere und die T ahlien=Knouen bald herausnehmen. Dann steckte sie ihr Blautoblkommst nie in Sand gesteckt,(r u den lustigen Keller, strunkabwärts cet; schig guch Petersilienwurzel, Mohrrüben und chühte ich, nachdem ihr geputzt, hübsch Sand— Wurzelkrone nach außen— in Daneben schlage ich die Schwarzwurzeln gitz auch Bleichsellerie, Endivien und Knollengiest bleiben“ Merreitig und der olle kleine auf einem schon; noch vorläufig sitven.“ Dann säet sie Feldsalot wr e a stellten Beete noch Spinat und dis mauche Jobann“ aus Umgraben geht und freigewordene Beete tüchtig Stalldünger und gewordeng Schließlich schneiden beide das bürr" etwas rostige Spargelkrant hart am Boden wandert sofort in die dampfende Waschküche, um unter dem Kessel von„Rike“ in einem wahren Höllensener zu verprasseln. Indessen sind in der warmen Sonne noch zahlreiche Liienen vom nahen Stande zugeflogen, um vom reichen in den 6 noch Blütenstaub einzuheimsen. Honig, der in den Ointenkelchen nur noch sehr spärlich vorhanden, brauchen sie keinen mehr einzutragen: der kluge Imker hit ihnen genügend solchen zur Spätherbst= und Winterspeise im Stock gelassen. Aber bei einem reizenden himmelblanen Blütenstern, da können sie nicht vorüberziehen, ohne einen kurzen süßen Trunk zu thnn; es ist der biedere, reich honigspendende Boretsch, der stachelbaarige Würzer unseres Salates, der, verloren und vergessen, auf den Rabatten und Schuttplätzen bis tief in den Frost blüht. Sein allerliebstes Blütchen war einst mehr gefeiert wie heute, was wir schon aus seinem mittslalterlichen Salateccke Vorkeller ine Pyramiden auf. und Kohlraben Blumenkohl. Konstantinopel, 5. Oktober. Zwischen dem allmächtigen Kammerherrn des Sultans, Izzet Bey, und den aus dem Auslande stammenden Paschas, welche die Thatbestandes der Renkontre statt. Wie die„Frkf. Ztg.“ autheutisch srfährz#polte Jzzet Bey der Kommission ein Schriftstück erschieven, in dem für die türkische Polizei Partei genommen wird. Kamphoevner Pascha, der Präsident der„Keunission, verweigerte die Entgegennahme des Sche#mnaus mit den Worten:„Ich habe vor Seiner Simmelssterumie„Augenzier“,„Herzblümlein“,„Blauer Limmtonern“,„Liebäugelein“ erraten können. Bei Gastmählern warf man die blauen Sterne in die Weinpokale, um Uus Werz der Trinker zu erfreuen. Daher wohl auch der Spruch der alten Aerzte:„Ego Borago, gaudia ringer i# 8o!“.„Ich, der Voretsch, bin stets ein FreudenWenn das Sprüchlein längst im Lärm der Zeiten verklungen: die Honigbiene hat es niemals vergessen. Verschiedenes. ..* Hermann Sudermann hatte am Sonnabend mit seinen dreiaktigen Dramen„Teja",„Fritzchen" und„Das Ewig:Männliche“ im Deutschen Theater zu Berlin einen undenrittenen Erfolg. Das„Berl. Tagebl.“ schreibt über die Novitäten:„Teza“ ist ein gut geglückter, litterarisch aber nicht erfreulicher Versuch Sudermanns, uns einmal gothisch, zu kommen und mit Felix Dahn um den altbenischen Eichenkranz zu ringen, eine heroische Pose, die auch durch eine sehr hübsche Liebesscene zwischen„Romeo und Julie bei den Gothen" über das Theatralische nicht hinausgelangt. In„Fritzchen“ ist Sudermann seinem bisherigen Wege treu geblieben; er hat an dem Duellzwang der Offiziere eine neue packende Seite aufgefunden und mit leisem Gebrauch starker Mittel eine ergreifende Handlung aufgebaut; es ist dramati ches Leben darin, wie in den besten Scenen von„Heimat“. In dem gereimten Spiele„Das Ewig-Männliche“ aber ist der Dichter über sich selbst hinausgelangt; er hat da ein ganz kleines phantastisches Lustspiel geschrieben, das länger leben wird als seine realistischen Dramen; nicht weil diese zu wahr, sondern weil sie nicht wahr genug sind.— In Wien, wo die Stücke gleichzeitig zum ersten Male in Sceue gingen, erzielte„Fritzchen“ den größten Erfolg. Die übrigen Stücke weniger. Es ist also dies Mal gerade umgekehrt: u Berlin gefiel die Schmetterlingsschlacht nicht, dageger Wien sehr, in Wien gefallen die drei Einakter nicht unter dem nicht glücklich gewählten Namen:„Morituri“ zusguguengefaßt, haben in Berlin aber unbestrittenen Berliner Verein für Feuerbestattung satte an die Subkommission, die zur ber die Erhaltung einiger Bauten im Treptower Ausein Austellungsgebaände gerichtet, es miöge seiben. Mit Rsasakt. als urnenballte erhalten mufaht varauf, daß die Urnenhalle des Vereins auf vem Gemeindefriedhofe zu Friedrichsberg ahezu besetzt ist, hat die Kommission gestattet, daß das Columbarium— vorbehaltlich des jederzeitigen Widerrufs— erhalten bleiben darf. Es wurde dabei Sicsie gaugc, daß auch in den Parkanlagen anderer Mausol— Vruenhallen, ja sogar Kapellen mit Särgen Aansviern) besänden, ohne daß das lustwandelnde Publikum daran Anstoß nähme. 7 Maiestät dem,„Sultan die Ordre empfangen, die Wahrbeit und nichts als diese zu suchen. Hatte die Polizei nurecht, sie bestraft werden.“ Jszet Bey verlangte trotzdem zurück, wo sie den Besuch der Präsidentin und der Madame zu, daß seine Akte unterschrieben werde. Carnor empfiug. Später erwiderte die Zarin den Besuch lieb jedoch standhaft und auch der von Madame gaure im Elysée. so soll sie bestraft werden. unter Drohworten. Lamphgevner blieb jedoch Franzose Lecoque Pascha stellte sich auf Kamphoevners Seite. Die anderen Mitglieder der Kommission verhielten sich reserviert, doch dürfte der Vorfall Iszets Stellung stark erschüttern.— Der armenische Katholikos Khrimian richtete heute an die Armenier einen Hirtenbrief, indem er sich folgendermaßen ausdrückte: „Armenier! Wenn Ihr Euere Interessen schützen wollt, bleibt den Ottomanen treu; jede gegenteilige Absicht muß unbedingt Folgen nach sich ziehen, von denen Ihr mehr als die Ottomanen betroffen werdet. Wollt Ihr in Ruhe und Frieden leben, so werdet Ihr niemals eine bessere Regierung als die ottomanische finden können.“— Dem türkischen Oppositionsblatt„Malumat“, das in der vorigen Woche von Konstantinopel nach Philippopel übergesiedelt war, ist wegen seiner Angriffe gegen die russische Botschaft der Postdebit für die Türkei entzogen worden. iserin, nahm an dem Empfang im Elysée nicht Teil, sonvern fuhr um 3½ Uhr in die Botschaft und vom Präsidenten Faure n d e s r u s s i s c h e n K a i s e * Konstantinopel, 7. Oktbr.(Meldung des Wiener K. K. Telegraphen=Korrespondenz=Bureaus.) Das von den Regierungen der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Spanien, Holland und Griechenland ausgesprochene Verlangen je eines Stationsschiffes wurde gon.%5, Pforte mit der Begründung abgelehnt, daß bieses mecht nur den Signatarmächten des Berliner VerWögssezuge gestern abgehaltener ordentlicher ## und der gestrige außerordentliche Ministerrat berieten üver eine etwaige Koufiskation der Güter der iu das Ausland emigrierten Armenier. Inzwischen zingesteiste Uuschreibung der armenischen Liegenschaften * Havanna, zwei Gefechte 6. Oktober. General Bernal hatte #####echte mit den Aufständischen. In dem ersten standen ihm 3000 Mann zu Fuß und 800 Berittene gegenüber. Die Aufständischen verloren 80 Tote, die Spanier 12 Tote und 92 Verwundete, darunter 4 Offiziere. An dem zweiten Gefecht waren 700 Aufständische bewelche 100 Tote und 200 Verwundete verloren, während die Spanier nur 18 Tote, darunter 2 Offiziere und 174 Verwundete, darunter 9 Offiziere, hatten. Das Zarenpaar in Frankreich. Die Trinksprüche im Elysée können an der ruhigen Betrachtung der Ereignisse von Paris nichts Guchernz Es erscheint ziemlich überflüssig, in eine Untermihung vurüber einzutreten, ob die vom Präsidenten liches Gözhus unzscheg; gebrauchten Ausdrücke ein wirknihes Bunomo umschreiben oder ein weniger enges Verdes Feilärns au deteg Daß in der gehobenen Stiumung den ofziellen Triuss Seine ein wärmerer Ton auch in #ten Trinksprüchen werde angeschlagen werden, war so stcher zu erwarten, daß das Gegenteil ein gewisses gerechtfertigt hätte. Diese Trinksprüche sind peit hedegtungspoller gls die Begrüßungsansprachen, die in Cheroburg gewechsett wurden. Ob sie aber den Erandere Frage. Herre Faure ich eine hat im Elysée zwar das won I Acsgig,„vernieden, dagegen sprach er wiederholt .“ gegenseiligen Ver.. gemeinsamen„Bauden“, „gegenggegen Bectrauen, von der„Aufrichtigkeit vom der Gefnate Frankreichs. Der Zar aber begus, sich wie die V is asfenschenighchesehige zeichnen, und die wortreichen Faure'schen Anspielungen Phrase ab, daß„die Beständigkeit isch=russischen Freundschaft" nur den„glücklichsten Einfluß" ausüben werden. Nach den Aeußerungen der Pariser Blätter zu urteilen, ist man in Paris mit den im gewechselten Reden nicht nur sehr zufrieden, sondern vielfach geradezu entzückt. Wieviel man dabei auf Rechnnng der Feststimmung zu setzen hat, die ja Alles in rosigem Lichte siebt, mag dahin gestellt bleiben. Jedenfalls bringen uns Deutschen die gewechselten Reden nichts Neues, nichts Ueberraschendes, selbst wenn sie wirklich die ausschweifende Deutung vertragen sollten, die ihnen von den Parisern unterlegt wird. Das russisch=französische Einverständnis, wie man es auch nennen und mit welchen Worten man es auch seiern mag, ist für uns längst eine Thatsache, mit der wir rechnen und auf die wir uns eingerichtet haben. Und darum brauchen wir uns wie durch die Feste, so auch durch die Reden in Paris unsere Ruhe nicht stören zu lassen. Ueber den weiteren Verlauf der Festlichkeiten solgende telegraphische Meldungen vor: Die Ankunft des Kaisers von Rußland und seines Gefolges vor dem ElyséePalaste erfolgte um 3 Uhr 20 Minuten. Präsident Faure, von seinem militärischen Hause umgeben, erwartete den Kaiser auf der Höhe der Freitreppe. Die beiden Staatshäupter wechselten freundschaftlichen Händedruck und begaben sich sodann nach dem Salon, wo sie in einer 20 Minuten dauernden privaten Unterredung verweilten. Der Präsident geleitete sodann den Kaiser nach einem andern Saale, wo er ihm die Minister vorstellte, Hierauf begaben sich der Kaiser, Präsident Faure, die Weinier und das beiderseitige Gefolge nach dem großen Festsaale wo der Empfang der Senatoren und Deputierten stattfand. Diese, mehr als 500 Paris, 6. Oktober. Das seiner Gemahlin zu Ehren des russischen Kaiserlysée gegebene Festmahl umsaßte 225 Gedecke. Die Ehrentafel zu 18 Gedecken war von anderen Tischen durch zwei aus La France-Rosen Laubgewinden gebildete Säulen getrennt. An der Mitte der, Tafel saßen der Kaiser und Präsident Faure. Die Kaiserin hatte neben dem Präsidenten Platz genommen, Die Saiserin hatte ef adie Gemablin des Präsidenten. Die Kunserin dalle eine biaue Seidenrobe gewählt und trug ein Diadem und ein Kollier aus Brillanten. Madame Faure war gleichfalls in blauer Toilette erschienen. Ihr zur Rechten saß der Senatspräsident Loubet, zur Linken der Kaiserin der Präsident der Deputiertenkammer Brisson. Auk. der Tafel wechselten Frucht= und Blumenkörbe von .ene Schönheit mit verschiedenen massiv silbernen Tafelaufsatzen und 16 Gruppen aus Sevres=Biscuit ab, welche Jagdstücke darstellten. Der mit Gobelins prächtig erhelit. Die Teselmuuste 20 mchtigen Kronleuchtern republieaitne ausgefübrt. * Paris. 6. Oktober. Die Cirkulation an den Boulevards in der Nähe des Opernplatzes und in den Seitenstraßen der Avenne de’Opéra ist numöglich geworden. Das Gedränge ist vielfach geradezu lebensgefährlich und es sind mehrfache Unfälle vorgekommen. Die Beleuchtung der großen Boulevards mit elektrischen Arsogen an wpelchen buntfarbige, Glühlichter enthaltende Gie##e Traubenfornz, hängen, bietet ein anmutiges Bulo. Einen herrlichen Anblick gewährt der Place de la Concorde, welcher mit Hunderten von Strahlenkränzen beleuchtet ist. Ein glänzendes Schauspiel bildet auch der Tracadero, dessen Conturen, durch Flommenlinien markirt sind und das Feuerwerr auf orm Eifelturm. 11.8 Paris, 6. Oktober. Der Kaiser von Rußland 8. beute Nachmittag dem Präsidenten des Senats Ministerpräsidenten Méline und dem Minister des Newski=Ordens überreichen. .Paris, 7. Oktober. Heute vormittag besichtigte das Zarenpaar zunächst mit dem Präsidenten Faure die und begab sich dann nach dem Bzp gllaste, wo es von dem Justizminister, der von den Mitglievern des Appell- und des Kassationshofes umngeben war, empfangen wurden und dann nach der „Sgiute Shapelle“ des Justizvalastes, wo der Unterrichtsmininer die Herrschaften empfing. Später wurde das Pantheo# besichtigt. Nach Besichtigung der Fresken, weiche die Wände des Monumentalbaues zieren, stieg das Kaiserpaar zu den Gewölben hinab, wo es einen Augenblia vor dem Grabmal Carnots verweilte. einen goldenen Kranz, der auf das Grab Carnot's niedergelegt werden soll. Um 11½ Uhr traf das Kaiserpaar im Invaliden= Roposegnz f.4h der Besichtigung des Grabdenkmals 80##ons., vor welchem der Kaiser, einen Augenblick stin verweitte, stieg der Kaiser allein mit dem General Billot und einigen Offizieren in die Krypta. Mittags kehrte das Kaiserpaar nach der russischen Botschaft zurück. ,„ Paris, 7. Oktober. Der Kaiser von Rußland empfing gestern nachmittag um 5 Uhr den Minister des Auswärtigen Hanotaur in besonderer Andienz, welche, bis nach 6 Uhr dauerte. ix hatte gestern auch mit dem Leiter des russischen Ministeriums des Auswärtigen Staatssekretär Schischkin eine längere Unterredung im Auswärtigen Amt. .# Paris, 7. Oktober. Um 2½ Uhr nachmittags vertleßen der Kaiser und die Kaiserin von Rußland das russische Botschaftspalais, um der Feier der Grundsteinlegung der Brücke„Alexander III.“ beizuwehnen. Auf der ganzen von dem Kaiserpaar durchfahrenen Strecke wurde dasselbe von einer großen Volksmenge begeistert begrüßt. Die Feier nahm einen glänzenden Verlauf; eine Ode auf Kaiser Nikolaus, von Heredia gedichtet, wurde von dem Schauspieler Monnet Union Frankreichs zu kitten. und Rußlands in dauerhafter Weise 8. Oktober.[Der Mäunergesa in Westfalia=Wehringhausen] feiert am nächsterz„Sonntag im Saale des Herrn I. Möllenberg Stistungsest. Das bewährter Vereine sein diesjähriges Perle aus dem Sasthgupbatig Prograum entbält manche Perte und vem kostbären Schatze des deutschen Chorliedes. aes tomnt uichze uaren Schaze des denichen Choriedes. wachte sanz“ nur, daß beliebte Volkslied zu vollem Rrihte, sonvern auch die Meister neuerer Zeit, als Schwarz, Zöllner, Rosenstengel u. a. werden in ihren sroblgelungenen Schöpfungen entsprechend gewürdigt. „steht zu hoffen, daß der Verein Westfalia, der sich menh den übrigen mitwirkenden Vereinen mit beharrlichem Eifer und auerkennenswertem Erfolge der Pflege d deutschen Liedes stets hingegeben hat, seinen guten Ruf durch vorzügliche ist darum nur zu empfeblen. Uor beeiunenden Concerts gearbeitet, Tabaksbäume, Gebinde 2c., ausgestellt von den Herren Buchholz, Siegmund, Uhrmann jr., Müller und Föllenbach; Feld= und Gartenfrüchte in riesigen Dimensionen, ausgestellt von den Herren Viebahn, Th. Huckleubroich, Esken jr., Kuckelmann, Striewisch und Prsckuaun; einen Rosinenbaum gezogen von Frau von Herrie(egre.e Sorten künstlichen Dünger, ausgestellt ser E. Hackenberg: ein Kunstwerk von Schwarzwoutvernyr, ausgestellt von Herrn Theodor Hassel, eine Nieseuhretzel, ausgestellt von Herrn Konrad Hesse. Die boligaten Kornbrantweine von Herren F. W. Post=Eilpe zuohe aue her. Schulte deren Güte die Herren Aussteller auch zi####ten schätzen gelernt haben, feblten auch nicht, auch die Drognerie des Herrn Willy Huckleubroich war vertreten; ebenso Geflügel und Riesenkaninchen, von Herren Sondermann und Feldhaus ausgestellt. Spülsteine und X,.Hagen, 8. Oktoher,(Erlaßdes evangelisch Ober=irchenrates.] Im Anschluß an die am Ern von dem Schauspieler vorgetragen, und junge Mädchen überreichten der Kaiserin, feirbliebender Instrumenk, m einer nemen Eanttiene eine Blumen in einer Vase aus ziseliertem Silber. fruhigere Stimmung auszubreiten, muß bald als mißglückt sevangelischen state ürr Girchenkasschlus an die am Erntebankfeste stattgefundene Kirchenrouette empfiehlt der Oberkirchenrat den Gemeinden der preußischen Landeskirche in den neun älteren Provinzen die alle zwei Jahre stattfindende Hauskollekte aufs dringendste. Im Jahre 1892 hat diese die Höhe von 274 771 Mk. erreicht, 1894 aber Saig 3ßs 903 Mit., so daß eine Mindereinnahme von zu verzeichnen ist. Aus den räumlich weit ausgedeyuren Gemeinden der Westpreußischen, Posenschen und Schlesischen Diaspora mußten viele Bittgesuche ungehört bleiben. Der Oberkirchenrat hegt deshalb die Hoffnung, iß die diesmalige Kollekte diesen erheblichen Ausfall reichlich decken möge. ? Hagen, 8. Oktober.[Concert.] Nachdem die ersten, Herbststimmung bringenden Schüttelwinde programmmäßig durch die Bäume gefahren sind, steht die musikalische Welt unter dem Zeichen der Wiedereröffnung der Concertsäle. Es ist das eine von künstlerisch angelegten Menschen gern begrüßte Zeit, die am Gewirr des Alltagslebens kein Genüge finden und die gern auf ein Stündchen in Polyhymnias Hallen Erdenlast und=Sorge vergessen. Die Hauptschlachten werden freilich erst später geschlagen, wenn die Winternachtigallen das Podium betreten. Was die städtische Kapelle in den MittwochConcerten bietet, sind mehr Vorgefechte, die aber doch schon die Sicherheit der Truppen im Feuer, ihre stramme Disziplin erkennen lassen. Herr Kapellmeister Schmitt schien zu wissen, daß es damit gut bestellt sei, denn das sorgfältig gewählte Programm zeichnete sich durch eine Anzahl von recht schwierigen Stücken aus, die sauberstes Zusammenspiel voraussetzen. Das gilt gleich von der zweiten Nummer, der Ouverture zu den„Menschenaltern“ von Lachner, die kein Menschenalter überleben dürfte. Das wallet und woget alles recht bewegt durcheinander, aber an rein musikalischen Gedanken ist außer einem lieblichen. mit weichem Ton geblasenen Klarinetten=Solo nur Spärliches produziert und allzu groß ist die Phantasiekraft Lachners im farbengebenden Klangwesen auch nicht. Darini ist ihm Herr Stierlin ganz entschieden überlegen, über dessen einaktige Oper„Zamora“ eine Phantasie vorgetragen wurde. Stierlin war bis zum vorigen Jahre serienser Baß am Magdeburger Stadttheater, wo Zamora auch die erste Aufführung erlebte, der nur wenige folgten. Ein Musikdrama in einem Akt, wer erinnerte sich da nicht der„Cavalleria rusticana!“ Wenn Herr Stierlin nur nicht so viel daran gedacht hätte,— es wäre seiner Oper besser gewesen. So aber hat er seine Bekanntschaft mit Santuzza, Lola, dem biederen Fuhrmann Alfio und dem leichtsinnigen Turiddu, dazu benutzt, die sich gegenseitig Betrügenden noch einmal zu betrügen, indem er ihnen ihre kostbarsten Gedanken— sagen wir— entlehnt hat. Abgesehen von dieser geringen Originalität der Erfindung der Hauptthemen läßt sich nicht abstreiten, daß Herr Stierlin die Mache versteht. Mit Glockenklang, Panken, Becken und Trompetenschall ist nicht gespart worden, es ist eine überaus erregte Tonsprache; unbändig stürmen die Instrumente dahin, verwegene Klangeffekte aller Art schlagen an unser Ohr und der schüchterne Versuch einiger friedliehender Instrumente in einer Aeinen Cantilene eine „wahren Pesd=sn lenbroich zund Buchholz je ein Sortiment Gartengeräte, Uhrmann ir. ein lebendes Schwein, Felohaus eine altdentsche Bieruhle, Kuckelmann ein Körbchen Bauernstunten, Feuband 0 schweren Geschwister Tässenbach u Dauu 2 Flaschen Coonac, Geschwister Follenbach eine Uhr, Georg Müller ein Säutlsche Genannten Salzwedel, Bröckmann, Hackenberg, Hesse, F. W. Post, Kasp. Schulte, Böse, Hassel, Esken jr. erhielten die silberne bezw. bronzene Medaille. Für sonstige Unterhaltung war, wie man nicht anders gewöhnt, in bester Weise gesorgt. Darstellung lebender Bilder, Theateraufführungen, Gesang und Tanz wechselten mit einander ab. Leider zu früh schwanden die* beim Altdeutschen Club nicht mancher herrlichen Stunden dahin und wir glauben, wenn ht. mancher durch den Kitttelzwang am Erscheinen verhindert wäre, der Schulte'sche Saal würde die Festgäste nicht mehr fassen. Dem Altdeutschen Club sei aber an dieser Stelle alle Anerkennung zu teil, er möge fernerhin blühen und gedeihen. .„M Haspe, 7. Oktober.[Straßenbahn— Unrart.] Seit heute Morgen wird an der Gleislegung am Hasperbruch weiter gearbeitet; dem Vernehmen nach soll die elektrische Bahn, die bis Gevelsberg weitergeführt werden wird, noch im November cr. bis in Haspe(bis Hotel Lehn) in Betrieb kommen.— Beim Schlachten eines Stückes Vieh in der Rosenkranz'schen Metzgerei passierte einem Metzgerlehrling das Unglück, daß das Messer seiner Hand entfiel, und ihm ein Bein arg verletzte. Dasselbe muß die Ader getroffen haben, denn bei Eintreffen ärztlicher Hülfe war starker Blutverlust eingetreten. Er wurde in's Krankenhaus geschafft. * Wetter, 8. Oktober.[Der Turnverein Harkort] feierte am vergangenen Sonntage sein diesjähriges Rekruten=Abschiedskränzchen, das einen sehr schönen Verlauf nahm. Es gelangten abwechselnd zur Aufführung: Aufmarsch und Stabübungen, Gesangreigen, lebende Bilder in schöner Reihenfolge, Pyramiden, humoristische Duetts. Herr Lehrer Kebbe hielt eine kernige Ansprache, dieselbe endete mit einem dreifachen Gut Heil auf die scheidenden Genossen. .* Werdohl, 7. Oktober.[Unfall.] Ueber einen unfall, der sich vor kurzer Zeit auf der Chaussee zwischen Augusteuthal und Versevörde ereignet, berichtet die Direktion Lrr Kreis Altenaer Schmalspurbahn gegenüber der etwaigen Annahme, als ob die Bahn damit im Zusammenhange stehe:„Der Lokomotivführer des Zuges 24 hatte im Anschlußgereise bei Blechhammer zu rangieren, wobei er etwa 200 Meter entfernt ein Fuhrwerk in der Fahrrichtung des Zuges bemerkte. Der Führer wanderte auscheinend betrunken hinterher. Nachdem der Zug sich weiterbewegt bemerkte der Lokomotivführer in der Kurve vor Kleinhammer dasselbe Fuhrwerk in gleicher Entfernung vor si#.fahrzi, der Führer jetzt hinter der Karre auf der Ehäussee liegend, weder Fuhrwerk noch Führer dem Geleise zu nahe. Der Lokomotivführer sah sich jedoch veranlaßt den Zug zum Stehen zu bringen. Der Bahnarzt, der zufällig im Zuge war, konstatierte den Tod der Person, bei der er einstweilen verblieb. liegen * Paris, 7. Oktober. Wie die Blätter berichten, machte der Empfang in Paris auf das russische Kaiserpaar einen tiefen Eineruck. Besonders die Kaiserin äußerte sich enthusiastisch und voll Entzücken. Der Kaiser bemerkte gegenüber dem Präsidenten Faure und den ihm vorgestellten politischen Persönlichkeiten, er werde niemals diesen Tag vergessen. „Von„den gestern vorgekommenen Unfällen verliefen 3 totlich. Unter den 3 Toten befindet sich der Rentier Marsaue, welcher durch den Hufschlag eines Kürassierpferdes getötet, und ein Lampenanzünder, welcher bei der Vorbereitung der Illumination auf dem Gitter des Tuileriengartens aufgespießt wurde. aufgegeben werden. Man empfängt namentlich im ersten Teil der Phantasie den Eindruck, als hätte der Komponist in einen mit allen nur denkbaren Farben angefüllten Topf gegriffen und dann munter darauf los gepinselt. Und was herauskam, das ist ein Nebeneinander schreiendster Farben ohne künstlerische Vermittelung, nichts Einheitliches und kein Ruhepunkt fürs Ange. Von abgeklärter Kunst kann also in Zamora keine Rede sein.— als Concertstück gelegentlich wiederholt ∆ Plettenberg, 6. Oktober.[Feuerwehrfest.] Am verflossenen Sonntage feierte die hiesige Feuerwehr das Fest ihres 10jährigen Bestehens. Nach Beendigung der Uebungen überreichte der Hauptmann der Wehr, Herr Stadtsekretär Hermes, den Mitgliedern, welche seit Gründung der Wehr derselben angehören, im Namen der Stadt, eine eigens dazu gestistete Medaille. Seine Rede sit einem Hoch auf den Kaiser. Das Ehrenmitglied, Herr Wuppermann, feierte in einer späteren Rede die so ausgezeichneten Mitglieder, die er den jünneren Mitgliedern als Vorbild hinstellte. aehrige P, ber. Die Blätter besprechen die hentigen Festlichtenen.„Soleil“ spricht den Wunsch aus, daß dem unvergeßlichen Tage weitere Tage der Eintracht folgen mögen, und daß man, wenn in Zukunft Streitigkeiten entstehen sollten, sich des Besuches Desjenigen erinnern möge, dem sein Vater in seinen letzten Verfügungen auempfahl, unser Freund zu bleiben.— „Intransigean!“ sagt, nicht die offizielle Welt sei es, sondern das Volk der Straße, welches Rußland mit Hoffnungs= und Symvathie=Rufen be a gertstück gelegentlich wiederholt zu werden, das Dortwe:#„ wollen wir geiten lassen. Herr Kapellmeister Schmitt 1# Torimund, 7. Oklober.[Der Verein der hatte sich der Novität liebevoll angenommen. Er schwang) derzte im Regierungsbezirke Arnsberg) hielt seinen Dirigentenstab darüber mit Energie, wußte die gestern Nachmittag unter Vorsitz des Geheimen SanitätsKapelle wohl zusammenzuhalten, straff zu rhythmisieren rats Herrn Dr. Morsbach von hier eine Generalversammsäutlich Gesellschafts=Anzug mit ihren Ordens= sei es mesches de3 dieses Volk zbzeichen. Die früheren Ministerpräsidenten und Minister## es, weiches den Bünduisvertrag unterzeichnet habe und ves unswärtigen waren in der Mitte aufgestellt. In 1 Bexzu verteidigen wissen werde, falls die Regierungen zu mitten tiesen eindrucksvollen Stillschweigens ergriff Veitatern an den Bündnissen werden sollten.—„Peuple Präsident Faure das Wort. Er drückte seine Genug= steben, Jollten z“ wo wir nicht mehr allein daKaiser die Mitglieder des Parlaments heit ig seuten wir nus fragen, weshalt unsere Verlassenen. Der Kaiser erwiderte, er freues###### lange andauerte, und bann müssen wir das Gegenium ittos. Kau.(E agis. M:.,, fleil tynn von dem, was unsere Isolierung verursachte. ihnung aus, dem Ke porstellen zu können. Der Kaiser erwiderte, er freue sich seinerseits, sich inmitten der Ecwählten der Nation zu befinden. Hierauf trat der Präsident des Senats, Loubet, vor und nannte nacheinander die Namen zahlreicher Senatoren; der Kaiser unteryielt sich einige Augenblicke mit diesen, namentlich mit Freycinet. Alsdann stellte der Kammerpräsident Brisson eine Anzahl Deputierter vor, mit welchen, der Kaiser einige Worte wechselte. An den übrigeg#####ig und Deputierten gingen der Kaiser und Prusient Faure grüßend vornver. In anderen Sälen waren der Erzbischof von Paris, Kardinal Richard, die Generäle und hohen Beamten versammelt, welche durch verschiedene Minister vorgestellt wurden. Um 4 Uhr verließ der Kaiser den Elysée=Palast. Bei der Ankunft wie bei der Abfahrt wurde der Kaiser von der Menge begeistert begrüßt. Im Verlaufe der Empfänge im Elysée wandte sich der Kaiser nach der„Agence Havas“ an Ribot mit den Worten:„Sie waren im Jahre 1891 Minister?“ als sich vetbot zum Zeichen der Bestätigung verneigte, br, der. Kaiser fort:„Das waren die Keimel“ Dingen#derte:„Es war der Anfang großer „enge, worauf der Kaiser lächelnd entgegnete:„Ganz Den Kriegs= und Marineminister Constant „Wie lange sind Sie Minister gewesen?“— „Jahr, Majestät,“ war die Antwort.— „#Paris, 7. Oktober. Der„Figaro“ sagt bei Beder gestern ausgetauschten Trinksprüche: „Die Verträge, welche diese entscheidenden Worte beweisen, sind also nunmehr ausgetauscht und werden sich billiger Weise ergänzen durch die prächtige Truppenschau in Chälons. Aber diese Worte genügen für heute und sie beweisen, daß Frankreich und Europa auf den Frieden zählen können.“ Das„Journal“ erklärt, der Trinkspruch des Zaren im de selbst den nurehjasten Gem##terg SiElysée werde getonr den unruhtusten Gemurern ihre Sicher= Concert einen durchaus günstigen Eindruck, so daß des Garen ir vr:„Paertsessg 5t:„Die Sprache aus vollster Ueberzeugnug den fleißigen„Besuch dev Huren ist von einer Art, weiche das lebhafteste Vertrauen für die Zukunft erweckt.“ Der„Matin“ sagt: „Franrreich ist keineswegs angriffslustig, beklagt ab immer noch im Stillen die Verluste des veklagt aber Jahres 1870. und das richtige Verhältnis zwischen den einzelnen Orchestergruppen, namentlich zwischen den Holz= und Blechbläsern herzustellen. Täuscht uns nicht alles, wird Herrn Schmitts Kapelle in diesem Winter auf der Höhe ihrer alten Leistungsfähigkeit stehen. Es wurde durchweg rein gespielt, mit großem edlen Ton und beherzten Aufassen der gestellten Aufgabe, es wehte überhaupt ein frischer Zug durch das Orchester. Zu wünschen wäre, daß es so bliebe und nur in durchsichtiger und feiner Nuancierung manchmal noch etwas nachgeholt würde. Daß der Concertmeister mit einem Solo gestern Abend nicht hervortrat, ist freilich kein gutes Zeichen, wohl aber das Auftreten des Herrn Grote, eines bewährten Cellisten, der der Kapelle schon gute Dienste getbau hat. Er spielte mit sauberem, klangreichen Ton eine herzlich unbedeutende Rhapsodie von Piatti und wußte sich damit durch den geschmackvollen, von künstlerischen Intelligenz zeugenden Vortrag allgemeine Anerkennung zu verschaffen. Nicht ganz so glücklich war Herr Nel, der aus der engbegrenzten Flötenlitteratur eine schwierige melancholische Phantasie von Reichert gewählt hatte. Wir möchten den jungen Künstler jedoch ermutigen zum Zwecke weiteren solistischen Auftretens ferner fleißig an seiner Vervollkommnung zu arbeiten, damit der schon vorhandene tüchtige Fonds an Können voll ausgenutzt wird. Im ganzen also machte das erste Abonnementswir igung den fleißigen Besuch der folgenden Veranstaltungen nur empfehlen können. Wir meinen, über dem Neuen, was uns geboten wird und das in seiner Art auch ganz lobwürdig ist, darf unser Publikum seines Kapellmeister Schmitt nicht vergessen, der in krosfe de Bhasdhalses nist Moschnid iut ergaseueigo ratlosem Sleis io viel schine Stunden uns geboten. Zar dittert der Welt seinen Willen. Also sind auch wir 5g d u iederspde:(der Gesangverein 0 zu dem Glauben berechtigt, daß unsere hearüindet.: Fir.0 923=.; Pertrg ugl, wird am kommenden Sorichtig!“ fragte er: „Dreseinhalb S „Ob, bemertte sprüche kon. nete begennberen AnMiehr iur erie Nachbarn nicht gas deutlich ertennen sieh, mit einem schalthasten Lächeln, lbessehe als eine Wechsels franghschen Gps,Jaß er mit der Häusiokeit des unvestimntes E ###riner Ministerien bekannt ist,„dreieinhalb Blätter in den „Siécle“ hebt hervor, daß beide Trinksprüche die Dieser Austausch uns vereinen.“ ei ein Beweis 9 einerz gewiß voroer studierten Wendung sei ein Beweis, baß zwischen ven beiven Regierungen mehr eine natürliche Sympathie, und mehr als ein Einvernehmen.— Allgemein erblicken die den Arinksprüchen den Beiness dafülr ist za bemerkenswers. F*.*.# den Trinksprüchen„prn Beweis dafür, daß in dauer.“ Lograg“““ ist ja eine förmliche der That ein unbedingtes Einvernehmen zwischen urgeois und namentlich mit Duputz den beiden Regierungen besteht. * Paris, 7. Oktober.(Meldung der„Agence Havas“.) In unterrichteten Kreisen versichert man, daß der Kaiser von Rußland sich im vertraulichen Verkehre sehr. gerührt zeigte und seine ganze Genugthuung über bie so glänzenden, Pariser Festlichkeiten und den so Barmen und zualeich so würdigen Empfang seie e schwierigen Bevölkerung nung, daß o glänzenden, Pariser Festlichkeiten und den so ind zuglug so fnleinen, Englung seitens der ing äußerte. Man ist in diesen Kreisen der Meidiese Feste sicher dazu beitragen werden, die Oberagener Stegen tranzt wird am kommenden Sonntag im Saale des Herrn L. Heimbeck ein Concert veranstalten. Der Verein, der sich eines sehr guten Rufes erfreut, hat auch dieses Mal alles aufgeboten, um den Zuhörern recht genußreiche Stunden zu bereiten. Ein Blick auf das gutgewählte Programm zeigt uns, daß neben dem Kunstlied auch das Volkslied in liebevolle Pflege genommen worden ist. Der instrumentale Teil wird von dem städtischen Orchester aus Dortmund ausgeführt. Wer die Leistungen des Vereins bei früheren Concerten kennen gelernt hat, wird auch gewiß jetzt nicht versäumen, seinen Gesängen zu lauschen. Während des Balles werden noch verschiedene humoristische Vorträge aufgeführt. O Altenhagen, 8. Oktober.[Bauernfest.] Am vergangenen Sonnabend beging der„Altdeutsche Club“ hier, die Feier seines 10jährigen Bestehens und veranstaltete dabei nach althergebrachter Weise wieder das bekannte Bauernfest. Gleich beim Eintritt in den Schulte'schen Saal wurde unser Auge überrascht durch die sehr schön arrangierte Ausstellung. Da sah man z. B. künstlerisch hergestellte Blumentische. Blumenständer in Baumform lung ab. Zunächst erfolgte die Vorwahl von Mitgliedern zur Aerztekammer für den Bezirk. Es wurden folgende erren genannt: Morsbach=Dortmund, Schaberg=Hagen, Nieden=Bochum, Borberg=Hamm, Löbker=Bochum, GersteinDortmund, Tütel=Schwerte, Helmann=Siegen, StäpsDortmund, Büren=Iserlohn, Schuckmann=Gesecke, RoseMenden, Brickenstein=Witten, Hagemann=Dortmund, Grütner=Gelsenkirchen, Hopp=Attendorn, Ries=Altena, Linxper=Gelsenkirchezz Hammacher=Camen, Hilbeck=Lippstadt, Friebrichs=Unna, Wellebaum= Siegen, Schulte=Hörde, Reschop=Annen und Michels=Hattingen. Zu dem Punkte Vereinsangelegenheiten konnte der Vorsitzende mitteilen, daß seit der letzten General=Versammlung erfreulicherweise kein Mitglied gestorben ist. Im nächsten Jahre findet in Moskau der internationale ärztliche Kongreß statt, zu dem jetzt schon eingeladen wird mit dem Bemerken, daß denselben auch jüdische Aerzte ungehindert besuchen dürfen, während sonst Angehörigen jüdischen Glaubens der Eintritt in das russische Reich erschwert wird. Es folgten dann Vorträge. Deu ersten hielt Herr Dr. Hansberg von hier über die Behandlung des Kehlkopfkrebses. Aus den Ausführungen des Herrn Redners ging hervor, daß auf diesem Gebiete der ärztlichen Kunst in neuerer Zeit ganz erhebliche Fortschritte zu verzeichnen und zahlreiche erfolgreiche Heilungen erzielt worden sind. Der Herr Redner stellte, nachdem er die einzelnen Operationsmethoden besprochen und auf die Vorteile einzelner hingewiesen hatte, im Verein mit Herrn Dr. Heugesbach mehrere Personen vor, die durch operativen Eingriff von der abscheulichen Krankheit, der unser lieber Kaiser Friedrich erlag, geheilt worden sind und zwar dauernd. Der eine Herr hatte sich schon vor 6½ Jahren der Operation unterworfen, es hat sich aber bis jetzt kein Rezidiv gezeigt. Die operativen Eingriffe geschahen durch Herrn Dr. Gerstein. Herr Professor Dr. Löbker vom Krankenhause„Bergmanusheil" in Bochum sprach dann über Indikationen zur Behandlung der Gallenstein=Erkrankungen. Der Herr Redner betonte von voruherein, daß er kein Anhänger der jenigen Schule sei, die nach festgestellter Diagnose soforr zu einem blutigen Eingriffe schreite. Er bedauert daß an den Universitäten nicht genügend Gelegenheit geboten werde, die Krankheit und deren Verlauf an lebenden Personen zur Anschauung zu bringen. Der Herr Redner gab aus dem Schatze seiner reichen Erfahrung eine Reihe von Winken, wie der Arzt zu verfahren habe, wenn er bei dem Patienten die Diagnose auf Gallensteinerkennung festgestellt hat. Es ist hier nicht der Ort, um auf diese Ausführungen des näheren einzugeben, erwähnt sei jedoch, daß auch Herr Professor Dr. Löbker die Einschnürung des Zwerchsells für eine der Mitursachen der Krankheit hält. Mögen die Damen sich vor allzu starkem Einschnüren hüten. Die Krankheit selbst zeigt sich meist an mit Schüttelfrost, Druck in der Gegend der Gallenblase, Erbrechen. Manche Erkrankungen sind mie einzigen, wenn auch schweren Anfälle beendet: in solchen Fällen ist eine pöllige Heilung Fälle, bleiben Le Sache schon verd Operationen an liefen nur einz nebenherging. W schmerzhaften Kr. die Galle zum o gehört, den Kran eiweißhaltige Sp Mahlzeiten keine ist die englische 9 verzehren. Der! an, die auf die G beliebte Geben vo helfen, aber viel wie er in mehrer abgehenden verme die sich im Körpe dem Olivenöl ge wurde, wie auch und der Dank der * Dortmun ausgebrochen Johann Tillmann polizeilichen Bem freiem Fuß unde des schlauen Kund der alle Schlupsw Im übrigen bilde das Gespräch hi Sagenkreis ist ber Hannes Tillmann soll. So erscheit berichten weiß, in nehmer Gentlema bezahlt aus vollen geheimnisvoll wiel tionsfeld war in nördliche Stadtteil gleiche Stadtvierte Gestern soll er sich usw. der stannende bei er erklärte, es verlassen, aber fat In einer der genan zwei Polizeibeamt brecher wirklich u bald die Tage geze denen Freiheit er Schlupswinkel bei bergen pflegt, wes entdecken und desse wird der„Rh.=We des Tillmann gefäl * Minden, Porta=Feier wie folgt festgesetz der Auffahrt zum gewiesenen Plätze des Kaisers und auf dem Deukmals die Civil= und A Provinzial=Verbau liegenden Jakobsbe durch den Mindene Liedertafeln. 3. A Vorsitzenden des P falen, königl. wirkl der Fest=Hymne 8 —. In das Genoss Märkischer Sped beschränkter HaftpfliNach vol mögens ist di Hagen, den 30. 19160 Samstag, 10.L vormittags. werde ich zu W und Stelle beim Wilhelm Knott 3 Bet stellen, 2 Konsole, 1 Sofa richte, 1 Küchen schrank, 1 Regul mit Zubehör, 21 u. s. w. öffentlich meistbiete zahlung versteiger: Hagen, 8. 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Er bet genügend o deren Verzu bringen. einer reichen Arzt zu verDiagnose auf sier nicht der einzugeben, Dr. Löbker Mitursachen vor allzu lbst zeigt sich Gegend der in sind mit : in solchen Fällen ist eine Kur in Karlsbad oder Vichy geeiqnet, völlige Heilung zu bringen, zeigen sich aber wiederholte Fälle, bleiben Leberschwellungen 2c. zurück, dann ist die Sache schon verdächtig. Der Herr Redner hat bereits 90 Operationen an Gallenstein ausgeführt; ungünstig verliefen nur einzelne Fälle, wo Erkrankung an Krebs nebenherging. Was die Mittel zur Heilung der furchtbar schmerzhaften Krankheit aubetrifft, so gilt es namentlich, die Galle zum ordentlichen Abfluß zu bringen. Hierzu gehört, den Kranken ordentlich kräftig zu ernähren durch eiweißhaltige Speisen. Es sind zwischen den einzelnen Mahlzeiten keine zu großen Pausen zu machen; am besten ist die englische Manier, gleich beim Kaffee einige Eier zu verzehren. Der Herr Redner gab auch noch einige Salze an, die auf die Gallenabsonderung einwirken können. Das beliebte Geben von Olivenöl möge vielleicht ein wenig helfen, aber vielfach werde der Kranke getäuscht, denn, wie er in mehreren Fällen festgestellt habe, waren die abgehenden vermeintlichen Gallensteine nichts als— Seife, die sich im Körper durch verschiedene Einwirkungen aus dem Olivenöl gebildet hatte.— Dem Herrn Redner wurde, wie auch Herrn Dr. Hansberg, lebhafter Beifall und der Dank der Versammlung zuteil. * Dortmund, 7. Oktbr.[Aus dem Gefäugnis ausgebrochen] ist bekanntlich der berüchtigte Verbrecher Johann Tillmanns am Sonntag nachmittag. Trotz aller polizeilichen Bemühungen befindet sich T. immer noch auf freiem Fuß und es scheint auch nicht gelingen zu wollen, des schlauen Kunden, der mit allen Hunden gehetzt ist und der alle Schlupfwinkel kennt, wieder dingfest zu machen. Im übrigen bildet die Flucht des Verbrechers fortgesetzt das Gespräch hinter den Biertischen und ein ganzer Sagenkreis ist bereits von den Thaten entstanden, welche Hannes Tillmann nach seiner Flucht hier ausgeübt haben soll. So erscheint er, wie die geschwätzige Fama zu berichten weiß, in den besuchtesten Wirtschaften als vornehmer Gentlemann, trinkt rasch ein paar Glas Bier, bezahlt aus vollem Beutel und verschwindet dann ebenso geheimnisvoll wieder wie er gekommen ist. Sein Overationsfeld war in der Vergangenheit fast ausschließlich der nördliche Stadtteil, und auch augenblicklich ist es das greiche Smotviertel, das er mit seiner Gegenwart beehrt. Gestern soll er sich auf der Schützenstraße, der Treibstraße usw. der stannenden Bewohnerschaft vorgestellt haben, wobei er erklärte, es falle ihm gar nicht ein, Dortmund zu verlassen, aber fangen ließe er sich von der Polizei nicht. In einer der genannten Straßen soll Tillmann sogar von zwei Polizeibeamten verfolgt worden sein. Ist der Verbrecher wirklich noch in Dortmund, so werden dennoch bald die Tage gezählt sein, in denen er sich noch der goldenen Freiheit erfreut, denn auch der Polizei sind die Schlupswinkel bekannt, in der das Gesindel sich zu verbergen pflegt, weshalb sie bald die Fährte des Flüchtigen und dessen Verhaftung herbeiführen dürfte. Es wird der„Hy.=Westf. Ztg. noch mitgeteilt, daß die Frau des Tillmann gefänglich eingezogen worden sei. Kortarstesers Otoder.[Das Programm der wie folat festgesetzt wordenetod ist uummehr defiuitiv wie fige fentgeser Herden, 1. Nachmittags ½2 Uhr Ende und Einnahme der ander Aufjahrt zum Benkmalsplatze 1ns gewiesenen Plätze. 2. Nachmittags ½3 Uhr Eintreffen des Kaisers und Königs und der Kaiserin und Königin auf dem Deukmalsplatze, Empfang der Majestäten durch Propinzialeiu Militärbebörden und die Vertreter des bandes, Kanonendonner vom gegenüberliegenden Jakobsberge.— Vortrag der Begrüßungs=Hymne durch den Mindener Männer=Gesangverein und benachbarte Liedertafeln. 3. Ansprache au Ihre Majestäten durch den Vorsitzenden des Provinzial=Landtages der Provinz Westwirkl. geh. Rat Herrn v. Oheimb. 4. Vortrag Fest=Hymne zum Gedächtnisse Kaiser Wilhelms des Großen durch den Mindener Männer=Gesang=Verein und benachbarte Liedertafeln. Hoch auf den Kaiser und König und die Kaiserin und Königin, ausgebracht von dem Herrn Vorsitzenden des Provinziallandtages, Gesang des„Heil Dir im Siegerkranz", Kanonendonner. Besichtigung des Denkmals durch Ihre Majestäten unter der Huldigung von 600 bis 700 westfälischen Posannenbläsern(!) 5. Festtrunk und event. Vorstellung in dem für Ihre Majestäten errichteten Pavillon. 6. Nachmittags 4 Uhr Rückfahrt des Kaisers und des Königs und der Kaiserin und Königin nach Bahnhof Minden. 7. Nachmittags 4¼ Uhr Abfahrt vom Denkmal=Platze zum Gasthof„Kaiserhof“ in Porta. Um 5 Uhr Festessen. Aufhebung der Tafel um 8 Uhr. * Solingen, 7. Oktober.[Die Zunahme der Meineidel ist ein recht betrübendes Zeichen der Zeit. In der letzten Sitzung des Schöffengerichts in Solingen mußte ein Zeuge unter dem dringenden Verdachte des Meineides an Gerichtsstelle verhaftet und in Untersuchung abgeführt werden. Er war nachts mißhandelt worden und bezeichnete in der Sitzung einen Husschmied bestimmt als den Thäter, während er zu einem anderen Manne sich geäußert hatte, als ob er den Thäter nicht kenne, aber den Hufschmied als solchen hereinfallen lassen werde, denn der habe Geld geung und könne ihn dafür bezahlen. Zwar stellte der Mißhandelte dies ganz entschieden in Abrede, aber da auch noch andere gravierende Momente gegen ihn sprachen, entschloß sich das Gericht zur Verhaftung. * Essen, 6. Oktober.[Und ich hab, sie ja nur— Die heutige Strafkammer verurteilte laut„Rh.=W. Ztg.“ den Tagelohner August Düllmann aus Hattingen zu 4 Monaten Gefängnis, weil er am 29. August ds. Is. zu Holthausen die taubstumme Margaretha Meyer gegen ihren Willen an sich gezogen und geküßt hatte und durch diese Handlung das Mädchen thätlich beleidigte. Krefeld, 7. Oktober.[Seines Amtes enthoben worden ist im Grenzort Orsey der Bürgermeister Posthoff, gegen den das Diszipliuarverfahren eingeleitet ist. Der„Kref. Ztg. telephonierte[Herrn Posthoff von Berlin, er habe eine Audienz beim Oberhofmarschall(?) nachgesucht und sich über die gegen ihn eingeleitete Untersuchung informiert. Daraus geht hervor, daß Landrat von Laer den Intentionen des Oberpräsidenten, des Ministers des Junern, sowie des Vertreters des Regierungspräsidenten, Oberregierungsrat Weyler(2) entgegengehandelt habe. Die Maßnahmen des Bürgermeisters Posthoff ständen vollständig auf dem Boden des Gesetzes. Das Disziplinarverfahren werde eingestellt werden. * Herdorf, 6. Oktbr.[Ein herbes Mißgeschick widerfuhr der Familie des Bergmanns Wilh. Röder von hier. Eine Tochter derselben war mit Nachbarskindern hat sich, wie die Aufschrift zeigt, der Banknote getrennt. Auf der Vorderseite saust gnfZum Lebewohl nimm meines Herzens „Adien Roti in süße Harmonie.“ Auf der Rücku Siedersehen. Geh' fort und kehre mit tauseno beiner Brüder!“ Man sieht, die aus unserm materialistischen ZeitGegenstarsd ihr nur einen würdigen Geschichte ist weniger Eine andere Tausenduarkscheing peetisch, aber auch einigermaßen Eine Frau kam gestern Abend in einen Zeus in der.dbestraße und fragte, ob man ihr Tausendmaric wohnenden Hotelbesitzer Noack einen bedauerte, niche.. De Spezereibändler einer Weile sprach die augenebmen Lage zu sein. Nach 50 M. Kleingeld if Frau wieder vor und bat um der die Sumnne au einige Stunden für den Hotelbesitzer, gerade noch zum Herausgeben brauche. Spezereihäußsurde ihr ausgehändigt. Später kam dem er eine mißtranische Regung, er wendete sich elbesitzer und erfuhr, daß er einer Hochstaplerin ins Garn gegangen war. Handel und Verkehr. leum, Histiele Otoder. Rassiniertes PetroBürse) Rekaur Vtierung der Bremer Petroleum= Volse., Beyauptet. Loko 6,80 Br. Antwerpen, 7. Oktober. Petrolenmmarkt. (Schlußbericht.) Raffiniertes Type weiß loko 18½ bez. und pr. Januar 19 Br. Fest.“ dr. Rovbr.=Dezdbr. 18°4 Br., bers worranis 45 kh. 3 h. essen. Mired aufs Feld gegangen, um Kartoffelstroh zu verbrennen, Kleider des Mädchens Feuer fingen. Im Nu # 2 l. 2as, Genossenschaftsregister ist heute bei Nr. 13(Bergisch beschriur g, 5g Haseh, Zigebecen eligetagen: agen den 30 Sentender der Liauidatoren erloschen. Hagen, den K. Stpiemter 1896. 19160 Königliches Amtsgericht. wobei die Kleider des M stand das Kind in Flammen, die Gespielinnen konnten vor Schreck keine Hülfe leisten, und so verbrannte das Kind in entsetzlicher Weise. Trotz schneller ärztlicher Hülfe ertag es seinen Qualen. * Aachen, 5. Oktober.[Christlich=socialer Textilarbeiter=Verband.] In einer unter Ausschluß der Socialdemokratie erfolgten, schwach besuchten Weberversammlung wurde ein christlich=socialer Textilarbeiter=Verband gegründet, der die Besserung der Wohnungs- und Lohnverhältnisse, Einsetzung einer Streikkommission sowie Errichtung eines Gewerbegerichts und einer Krankenkasse erstrebt. Die Versammlung protestierte Zwpeitubhshssente. ar Sraiuffurt a.., 6. Oktbr.[Zwei Tansend.=Geschichten], die inhaltlich recht verhier jetzt die Runde. Ein Schein ist mit dichterischen Widmungen in handschriftlichen Randglossen Verschiedenes. Gug Aluszeichnung. Auf der Internationalen ModeAndsteuung zu Berlin ist der bekannten Verlagsfirma John Heury Schwerin, Berlin, für ihre vorzüglichen Erzeugnisse als„Große Modenwelt",„Mode und Haus“. „Kindergarderobe“, 2c., die goldene Medaille durch Ehrendiplom zuerkannt worden. * Nansen. Die Nachricht mehrerer Blätter, daß Ransen in der nächsten Woche nach Hamburg kommen werde, ist, wie der„Hamburgische Correspondent“ aus zuverlässiger Quelle erfährt, unrichtig. Nausen ist bis Weihnachten mit der Abfassung seines Nordpolwerkes vollauf beschäftigt und beabsichtigt erst im Frühjahre nach Hamburg zu kommen. Letzte Nachrichten. W Cronberg i. Tannus, 7. Oktober. Der König von Griechenland trifft morgen zu einem zweitägigen Besuche bei der Kaiserin Friedrich hier ein. W Thorn, 7. Oktober. Das hiesige Schwurgericht verhandelte vorgestern und gestern zum dritten Male in „Dlugimoster Mordangelegenheit gegen den Steumacher Kopistecki. Die Schuldfrage wurde verneint und Kopistecki freigesprochen. Derselbe war im Jahre 1893 zu lebenslänglichem Zuchthause verurteilt worden, da er gemeinsam mit dem 1894 hingerichteten Kaethner Malinowski der 1892 erfolgten Ermordung des Baron Goltz und des Hilfsjägers Kath schuldig befunden worden war. Nachdem Malinowski vor der Hinrichtung Kopistecki als unschuldig bezeichnet hatte, war 1896 im Wiederaufnahmeverfahren gegen letzteren verhandelt worden; die Geschworenen hatten nun abermals das Schuldig ausgesprochen, der Gerichtshof aber einen Rechtsirrtum zu Ungunsten des Angeklagten angenommen und die Angelegenheit an das jetzige Schwurgericht verwiesen. Zwangsversteigerung. 10. Oktbr. 1896, vormittags 10 Uhr, werde ich zu Wetter an Ort und Stelle beim Möbelhändler Wilhelm Knott 3 Bet stellen, 2 Vertikows. 1 Konsole, 1 Sofa, Tische, 1 Anrichte, 1 Küchenschrank, 1 Pultschrank, 1 Regulateur, 1 Ofen mit Zubehör, 21 Rahmenleisten u. s. w. öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern. Hagen, 8. Oktober 1896. 19181 Pistor, Gerichtsvollzieher. Zwangsverkauf. Samstag, 10. 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Wie die„Neue Züricher Zeitung“ meldet, fand Kapellmeister Dr. Fritz Hegar vorgestern in einem alten Faszikel aus der Zeit von Richard Wagner's Züricher Aufenthalte eine bis jetzt unbekannte und unveröffentlichte Komposilion, betitelt „Zweite Concertonverture“ aus Wagner's erster Pariser Zeit. Das Werk, welches aus der ersten Schaffeusperiode Wagners vor„Rienzi“ zu stammen scheint, wurde vorgestern probeweise vom Züricher Touhallenorchester gespielt. W Cherbourg, 7. Oktober. Zu Ehren der hier weilenden russischen Offiziere wurde gestern abend eine Galavorstellung im hiesigen Theater gegeben, bei welcher das Publikum den russischen Offizieren eine Huldigung darbrachte. W Tours, 7. Oktober. General Trochn ist gestorben. W Simla, 7. Oktober.(Meldung des„Reuter'schen Bureau'.") In Bombay sind seit dem 2. Oktober 97 Erkrankungen an der Beulenpest und 76 Todesfälle vorgekommen. Ueber Aden und; die egyptischen Häfen ist die Quarantäne verhängt. W Jacksonville, 7. Oktober. Der Demokrat Bloxham wurde zum Gonverneur von Florida gewählt. Die gezählten Stimmen der beiden Parteien stehen zu einander in einem ähnlichen Verhältnis, wie im Jahre 1892. W Lima, 6. Oktober.(Meldung des„Reuterschen Bureau'"). Die Telegraphenverbindung mit Guayaquil ist infolge einer surchtbaren Feuersbrunst unterbrochen die halbe Stadt soll zerstört sein. Telegramm. * Berlin, 7. Oktober. Sicherem Vernehmen nach wird den parlamentarischen Körperschaften in der bevorstehenden Session wegen Konvertierung der°igen Reichs= und preußischen Staats=Anleihen in 3½°ige eine Vorlage gemacht werden. Verantwortlicher Redacteur: Carl Maron in Hagen. Für die Anzeigen verantwortlich: G. E. Krüner in Hagen. Wünschen Sie köstliches Dessert, Sandtorten, Festkuchen? Dies läßt sich am besten durch Brown& Polson's Mondamin herstellen. Dasselbe besitzt einen eigenen Wohlgeschmack und fördert durch seine Entölung bedeutend die Verdaulichkeit der Speisen. 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Ortsverbandsversammlung im Lokale des Herrn C. Ernenputsch, Hagen, Mittelstraße. Allseitiges pünktliches Erscheinen erwünscht Der Ausschuss. Gasthof z. Meidenbusch. Täglich großes CONCERT. 5 Damen, 3 Herren. Sonntags und Dienstags morgens von 11—1 Uhr: Gala-Matinee bei freiem Entree. 18651 C. Droullier. Kaufm. Bildgs.=Verein. Freitag, d. 9. Oktober: Vereinsabend. 1. Stellungnahme gegenüberden seitens des Verbandes gemachten Abänderungs=Vorschlägen zu dem Entwurf eines neuen Handels=Gesetzbuches(6. Titel des ersten Buches.) 2. Wahl eines Delegierten für den am Sonntag, den 11. Oktober in Elberfeld stattfindenden außerordentlichen Verbandstag. 19147 Mosikalische Gesellschaft „Bardia“ Vereinslokal C. Sieper, Kölnerstr. 3. General=Versammlung am Samstag, 10. Okt. 1896. 19087 Der Vorstand. NB. Musikalischgebildete Herren sind willkommen. Barmer Stadttheater. Direktion: E. M. Mauthner. Samstag den 10. Oktober: Anfang 7½ Uhr. Volkstümliche Klassiker=Vorstellung zu ermäßigten Preisen. Maria Stuart. Trauerspiel in 5 Akten von Fr von Schiller. Sonntag den 11. Oktober: Ausang 7 Uhr. Novität Zum 1. Male. Cirkusleute. Komödie in 3 Akten von Fr. von Schönthan. Bei meiner Abreise nach Münster sage ich allen Freunden und Bekannten ein herzliches Lebewohl. 19158 Friedrich Rieland. 1 Sprungherd und 1 Sänlcnofen beide gut erhalten, billig zu verkaufen.„ 19169 Frau Dr. Borberg, Herdecke. Goldene Damenuhr m. Kette verloren. Wiederbringer erhält gute Belohnung. Böhmerstr. 10. 19148 Frau Lauterbach. Hagener Brodfabrik. Aunäbrod vösige 6. Nr. 237. (Zweites Blatt.) Donnerstag den 8. Oktober 1896. De E H. be * Abonnementspreis pr. Quartal M..50. Insertionsprei gehört N einfache Spaltenzeile oder deren Raum 15 Pfennig. an, bel helfen wie## abgelk“ die(:*. Hagen, 8. Oktober.[Billige Fahrpreise fü kronke Reisende.] Bekanntlich wird mittellosen Personen zum Zweck der Aufnahme in öffentliche Kliniker Anle Fahrpreisermäßigung(Fahrt in dritter Klasse aller Züge zzum Militärfahrpreis) gewährt. In neuester Zeit ist unn, wie wiederholt erinnert wird, diese wohlwollende Bestimmung, die auf allen deutschen Bahnen gilt, dabin ausgedehnt worden, daß die Ermäßigung nicht nur für die einmalige Aufnahme in öffentliche Kliniken, sondern „ auch dann gewährt wird, wenn eine öffentliche Klinik von einem darin Behande ten zur Vollendung des Heilverfahrens nach ärztlicher Weisung wiederholt aufgesucht werden muß. Das Gleiche gilt für die notwendige Begleitung der kranken Reisenden. * Iserlohn, 7. Oktober.[Forbes.— Ehrung.] Der durch den Alexianer=Prozeß in weitesten Kreisen bekannt gewordene Kaplan Forbes, der seit seiner Befreiung auis der Aachener Anstalt bei Herrn Mellage hier ein Unterkommen gefunden hatte, verließ am 27. August ds. Is. in Begleitung des Herrn Mellage unsere Stadt und begab sich nach Lille(Hauptort im französischen Departement Nord), wo er bei dem Pfarrer an der Kirche Saint Madelaine Aufname fand. Am 1. v. Mts. las Herr Forbes seit langer Zeit wieder zum ersten Male die hl. Messe Nach Erfüllung der nötigen Formalitäten mit seinem Bischof will er sich noch geraume Zeit in ein dortiges Kloster zurückziehen. Ueber seinen Aufenthalt und die Aufnahme, die Herr Kaplin Forbes bei seinen Amtsbrüdern in Lille fand, spricht er sich, dem„Iserl. Kreisanzeiger“ zufolge, äußerst lobend aus.— Den Verfassern der plattdeutschen Iserlohner Chronik, den Herren. C. Hüter und W. Uhlmann=Bixterheide ist durch Bürgermeister Fritsche im Namen der Stadt Anerkennung und Dank für die für unsere vaterländische Geschichte wertvolle Arbeit ausgesprochen worden. * Dortmund, 6. Oktober.[Der Anlage eines Elektrizitätswerkes) stimmten die Stadtverordneten in ihrer letzten Sitzung zu und bewilligten dafür 236000 M. Die Arbeiten des Werkes sollen so gefördert werden, daß es gleichzeitig mit dem Dortmunder Hasen in Betrieb gesetzt werden kann. Es ist angenommen, daß das Werk eine jährliche Einnahme von 670000 M. bringen wird, bei einer Ausgabe von 470000., so daß ein Reinüberschuß von 200000 M. erzielt würde. Für den innern Stadtteil kommt zunächst eine Lichtabgabe, dagegen für den außerhalb liegenden Teil eine Licht- und Kraftabgabe in Betracht. Beide lassen sich bei richtiger Disposition vorzüglich ergänzen, wenn für den außerhalb liegenden Teil, der Eutfernungen wegen Hochspannung— Drehstrom—. für den inneren Teil dagegen Niederspannung— Gleichstrom— verwendet wird. Beide Stromarten sollen auf einer Station, unter einer gemeinschaftlichen Betriebsführung erzeugt werden. Die Hauptstation wird der Ztg.“ zufolge auf dem städtischen Grundstücke an der Weißenburgerstraße errichtet. Nebenstationen kommen auf die städtischen Grundstücke an der Pottgasse und an bisherige städtische Kommission soll als Verwaltungsdeputation gemäß§ 59 der Städteordnung eingesetzt werden. Bei der Beratung über die Errichtung des Lichtwerkes spielte sich übrigens eine überaus heitere Scene ab. Zwischen der Stadt und der Gasanstalt besteht ein Zwist wegen der Privilegien der letzteren betreffs der Straßen=Beleuchtung. Eine Einigung hatte bisber nicht erzielt werden können und es trat der denkwürdige Fall ein, daß bei der Beratung über die Fundierung des städtischen Elektrizitätswerkes, dessen Gründung der Gasanstalt trotz der 18½ pCt., die sie heuer zu verteilen in der Lage ist, Kopfschmerzen macht, sich die Thür öffnet und herein mit bedächtigem Schritt ein— Gerichtsvollzieher tritt, dem Oberbürgermeister durch Ueberreichung der Klageschrift den Streit ansagt und lautlos wieder ab durch die Mitte geht.— Dieses seltene Schauspiel, das den Reiz des Komischen nicht entbehrte, entfesselte ringsum die größte Heiterkeit. * Bochum, 6. Oktober.[Eine Explosion schlagender Wetter) ereignete sich auf Zeche Friederika bei Wiemelhausen im Flötz Finefrau, wo zwei brave Knappen thätig waren. Einer konnte sich noch retten, 83. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonnund Festtage. Druck und Verlag: Gustav Butz in Hagen. Fernsprecher Nr. 39. geein der im In während dessen Kamerad, der Hauer Wohl aus Bochum, zweifelsohne diesem größten Beramannsfeinde zum Opfer gefallen ist; denn obschon die Belegschaft unter der größten Lebensgefahr alles aufbot. W. beizukommen, so lang dies leider nicht, da die starken Nachschwaden Erreichen des Flötzes vereitelten. Der Gerettete, übrigens schwere Brandwunden erlitten hat, wurde „Bergmannsbeil“ untergebracht. * Hattingen, 6. Oktober.[Unterschlagung.] unserer Stadt ist ein früher in guten Verhältnissen lebender Bürger, der aber in letzter Zeit etwas herabgekommen war und sich durch einige Agenturen ernährte, wegen Unterschlagungen zum Schaden einer Tabakfirma verhaftet worden. „* Soest, 6. Oktober.[Ein Schwindel eigener urt wird jetzt häufig im östlichen Westfalen verübt. Am Bahnhof wird ein Mann aus dem Arbeiterstande bei Ankunft des Zuges von ein oder zwei Männern gefragt, ob er Arbeit haben wolle; er könne an einem Vieh- und Pserde=Handel teilnehmen und bekomme festen Lohn und Gewinnanteil. Ist der Gefragte bereit, so wird in der nächsten Wirtschaft sogleich die nächste Tour verabredet. Der Geprellte bekommt den Auftrag, in einem anderen Orte ein Stück Vieh oder Pferd abzuholen, und dabei einen Wechsel in Zahlung zu geben; der Wechsel wird mit Bleistift und recht ungeschickt gleich geschrieben und mitgegeben usw.“„Der Sicherheit halber“ werden aber dem Beauftragten Koffer, Uhr und Geld zur Aufbewahrung abgenommen; auch muß er zuweilen die nötige Fahrkarte für die erste Diensttour noch selbst bezahlen. Selbstverständlich gehen dem Betrogenen bald die Angen auf. Den Schauplatz wechseln die Betrüger begreiflicherweise rasch. * Münster, 6. Oktober.[Bewilligung.] Die Stadtverordneten bewilligten einstimmig 800000 M. und nötigenfalls eine noch höhere Summe für den Hafenbau zum Dortmund=Emshäfen=Kanal. Im Herbst wird der Plan endgültig festgestellt. * Herford, 7. Oktober.[Stöcker!] Die„Herf..“ berichtet aus Herford, 5. Oktober:„Die Vertrauensmänner der christlich=konservativen Partei aus dem Wahlkreis Herford=Halle waren heute im Vereinshause versammelt, um sich mit dem Hosprediger a. D. Stöcker auseinanderzusetzen. Ueber das Resultat der von ca. 80 Herren, worunter sehr viele Geistliche, besuchten Versammlung vermögen wir natürlich nichts mitzuteilen, da dieselbe eine geheime war. Wie uns mitgeteilt wird, hatte Herr Stöcker erst, heahsichtigt, am Nachmittag noch eine öffentliche chrinlich=sociale Versammlung abzuhalten, doch hat er nachher davon abgesehen.“— Hiernach scheint Herr Stöcker nicht gerade gut abgeschnitten zu haben, sonst würde er es sicherlich sich nicht versagt haben, sein Lob den Leutchen zu verkünden. Sterblichen„der Verstand stille stehen" kann. Ein hiesiner Bürger ließ sich von einer als gut bekannten Iserlohner Quelle 20 Flaschen Berliner Weißbier kommen. Noch hat er die letzte Flasche nicht verzehrt, da wird seine Freude an, dem schönen Tropfen in etwa getrübt durch das Erscheinen eines städtischen Beamten, der ihn daran erinnert, daß er für das eingeführte Bier die Biersteuer im Betrage von— 4 Pfg. zu entrichten bis dato vergessen habe. Um weiteren Plackereien zu entgehen, will unser Weißbierfreund dem Beamten gleich die 4 Pfg. einhändigen. eit geschlt, der Beamte ist zur Annahme nicht verechtigt und zudem müssen auch vorher noch zwei Formulare prompt ausgefüllt werden, die auf dem Rathause zu haben sind. Der„Steuerdefraudaut“ will es jetzt auf Pfändung ankommen lassen. * Elberfeld, 6. Oktober.[Straßenbahn— Zum Fall Kirberg.] Auf der Stadt=Südbahn werden in einiger Zeit Schaffner angestellt und der-Minutenbetrieb eingeführt werden.— Zum Fall Kirberg veröffentlicht Herr Dr. Schröder hierselbst in einem hiesigen Blatte eine Anzeige, worin er bescheinigt, daß Kirberg an den Folgen eines am 7. September eingetretenen Gehirnschlagflusses gestorben ist. Die Gerüchte über den Selbstmord des Börsenspielers sind dadurch widerlegt. * Solingen, 6. Oktbr.(Für ungültig erklärt] worden ist bekanntlich vom zuständigen Gericht das in Bochum bestehende Ortsstatut, das den Grundbesitzern die Kosten der Straßenreinigung auferlegt. Die Grundbesitzer erhalten die für 1894/95 gezahlten Straßenreinigungs=Gebühren zurück. Eine ähnliche Sache nun, die eventuell bis zum Oberverwaltungsgericht in Berlin durchgeführt werden soll, hat der hiesige Haus= und Grundbesitzer=Verein gegen die Stadt Solingen eingeleitet. Im Winter 1895/96 wurde hier ein Ortsstatut erlassen, nach welchem den Hausbesitzern die Kosten für die Eisund Schneeabfuhr von den Fahrdämmen 2c. auferlegt wurden. Da einzelne Mitglieder des Hans= und Grundbesitzer=Vereins 10, 20, ja 50 M. an Abgabe entrichten mußten, ohne daß der Fahrdamm auch nur gereinigt worden war, so beschloß der erwähnte Verein, dessen Vorsitzender Herr Rechtsanwalt Dr. Nolst hierselbst ist, nun gegen die Stadt Solingen vorzugehen und die Klage eines seiner Mitglieder zu der seinen zu machen. Herr Rechtsanwalt Dr. Nolst hatte vorher erläutert, daß die Erhebung der betreffenden Abgaben den gesetzlichen Bestimmungen zuwider laufe. Aus Westfalen, 6. Oktober.[Den Schnaps kasinos,] die so viel zur Sittenverderbnis beitragen, da sie der Völlerei in unerhörter Weise Vorschub leisten, die letzte Novelle zur Gewerbeordnung der Lebensnerv abgeschnitten, indem bestimmt wird, daß sie gleich wie Gast= und Schenkwirte der Konzession bedürfen, und daß diese Konzessionen nur unter der Voraussetzung Die vorstebend Hantadn Messin angebentete Bestimmung findet auch Anare i bereits bestehenden Schnaps=Kasinos, auch 1. Mai 1889 in das Gen.d Veuossenschaftsgesetzes vom Mmtsgerichta eingeineuschaftsregister des zuständigen umsgerichts eingerragen sind. Die Gesetzesnovelle ermächtigt aber ferner die Landesregierungen, diese Bestimmungen auch auf andere Vereine auszudehnen, deren Hauptzweck ein ganz anderer ist, als der der Erwerbsund Wirtschaftsgenossenschaften, wie etwa der Gesang= und Turnvereine, welche in ihren in nicht konzessionierten Wirtshäusern liegenden Vereinslokalen den Ausschank von Getränken unternehmen wollen. Diese Beschränkungen finden sämtlich auch dann Anwendung, wenn der Betrieb auf den Kreis der Mitglieder beschränkt bleibt.— Das letztere ist aber, unserer Ansicht nach, weit über das Ziel, das erreicht werden sollte, hinausgeschossen. Die Red. * Barmen, 7. Oktober.[Der Segen inbirekter Steuern.] Der Schematismus der Bureaukratie fördert dann und wann Blüten zu Tage, bei denen gewöhnlichen Düsseldors, 6. Oktober.[Handelsminister Brefeld— Was ein Häfchen werden will.] Handelsminister Brefeld wird nicht, wie man annahm, der Enthüllung des Kaiser=Denkmals beiwohnen, sondern wahrscheinlich erst am 24. Oktober hier sich einfinden, um an der feierlichen Eröffnung der Anla der Kunstakademie sowie an der Einweihung des Central=Gewerbe=Museums teilzunehmen. Das letztere stellt sich als ein wahrer Prachtbau dar, der in unmittelbarer Nähe der Kunsthalle am Friedrichsplatz gelegen ist. Es ist übrigens möglich, daß der Tag der zweiten Feier noch hinausgeschoben wird.— Der erst 17 Jahre alte Quirin Esser aus Nievenheim erschien heute als Angeklagter vor der Strafkammer. Der Bursche war auf dem Bürgermeisteramte thätig, wurde aber vor einiger Zeit entlassen. Quirin begab sich nun eines Tages in ein Nachbarsdorf, wartete dort die Nacht ab und stahl einer Witwe eine Kuh aus dem Stall, die er dann nach Köln trieb. Dort wurde der Junge verhaftet. Für diesen Diebstahl und weil er auch im Bürgermeisteramt 30 Mark gestohlen hat, wurde Esser heute zu 8 Monaten Gejängnis verurteilt. Essen, 5. Oktober.[Verhaftung.] Der Polizei gelang es gestern, hier einen der Einbrecher zu ermitteln, welche vor einigen Tagen in Werden einen größeren Uhrenund Golddiebstahl ausgeführt haben. Man nahm ihn fest, als er die gestohlenen Sachen zum Verkauf aubot. * Essen, 6. Oktober.[Gartenland an kleine Leute] will die Stadtverwaltung verpachten. In zahlreichen Städten, namentlich Mitteldeutschlands, besteht nämlich seit Jahrzehnten schon, teils von Privaten, teils von Vereinigungen ins Leben gerufen, die Einrichtung, größere Areale zu parzellieren, die Parzellen einzufriedigen und sie an Gartenfreunde zu mäßigen Preisen zu vermieten. In Leipzig, wo diese Einrichtung besonders zur 37) Klippen Roman von E. Halden. hatte nichts unterlassen wollen, ohwohl ihm bei der Heftigkeit des Falls von vorn herein jede Möglichkeit der Rettung ausgeschlossen schien. Das Kind litt furchtbar, und doch wollte die Mutter nicht von ihm weichen, sich auch nicht einige Minuten der Erholung gönnen. Erst als alles vorbei war, kostete es Mühe, sie von der kleinen Leiche zu trennen. Ihr Gemahl schlang den Arm um sie, um sie mit sanfter Gewalt fortzuführen; da durchrann ihren Körper ein schanderndes Beben, und sie wandte sich zum ersten Male von ihm ab. Er verstand ihre Empfindung.„Willst Du mir nun doch Deine Liebe entziehen, Melanie?" fragte er traurig.„Werden wir dies neue Leid nicht mehr zusammen tragen?“ Sie faßte sich gewaltsam, aber sie bat doch:„Laß mich jetzt, ich muß allein sein, ich kann jetzt selbst Dich nicht sehen.“ So schleppte sie sich, von Erna unterstützt, deren Beistand sie nicht zurückwies, auf ihr Zimmer, und da mußte sie auch diese verlassen. Sie verriegelie die Thür und nun gab sie sich ihrem Schmerze, ihrer Verzweiflung hin. Sie klagte sich laut an als die Mörderin ihres Kindes. Weshalb war sie nicht von Albrecht geflohen, wie es ihr erster Antrieb gewesen war, warum hatte sie den Knaben wollen aufwachsen lassen als den Erben von Wildburg, in Schuld und Sünde? Mußte er nicht damit die furchtbare Verheißung auf sich nehmen, die das Forterben des Fluches bis in die dritte und vierte Generation ausspricht? Er war dem Tode verfallen, weil er der Sohn seiner Eltern war, und alle Qual, in der sein junges Leben geendet, war eine Strafe für diese. So verabscheute sie sich selbst, so granste ihr vor ihrem Gatten. Sie hätte es laut in die Welt hinausschreien mögen, daß sie Schuldige und Sünder waren und daß das schuldlose Kind für seine Eltern gebüßt hatte. Allmählich beruhigte sich der wilde Schmerz der Mutter und ging in eine dumpfe Starrheit über, der sie nichts entreißen konnte. Sie verschmähte jede Nahrung, sie fand keinen Schlaf, sie weinte keine Thräue mehr, sie sprach auch kein Wort. Der Freiherr wurde von der Sorge um seine Gattin so mitgenommen, daß für den Augenblick der Schmerz über den Verlust seines Sohnes zurücktrat, und wenn es noch etwas gab, was seinen Kummer verschärfen konnte, so war es das aus Schreck und Furcht gemischte Benehmen, das Melanie ihm gegenüber einschlug. Erna hatte die kleine Leiche, die in ihrem letzten Bettchen lag, mit Blumen geschmückt; jede Spur des Leidens war aus den kindlich reinen Zügen entwichen, es schien auf; schon am zweiten Tage war jede Hoffnung friedlich zu schlummern. Sie führte unn Melanie zu dem Die Operation, zu welcher der Professor seine Zussucht Sarge und diese stand lange schweigend davor, in stiller Betrachtung versunken. Endlich löste sich eine Thräne von Erna ging still beseligt davon, Melanie ertappte sich sogar darauf, daß sie ein fröhliches Liedchen trällerte, als sie durch den langen Korridor zu den Gemächern ihrer Kinder schritt, um, wie sie stets that, ehe sie ihr Lager aufsuchte, sich an den Bettchen der Kleinen von ihrem Befinden zu überzeugen. 18 Edith ruhte still und friedlich in ruhigem Schlummer, ihr rieiner Bruder aber, der im Nebenzimmer unter der Hut seiner Wärterin schlief, lag mit brennenden Wangen, starren, weit geöffneten Augen da und seine Stimme hatte einen heisern, schrecklichen Klang. Entsetzt beugte sich die Mutter über das Kind; ihr Ruf weckte die fest schlafende Dienerin, die erschreckt in die Höhe fuhr und sich entschuldigte, weil der Kleine ihr nur leicht erkältet erschienen war, als sie ihn zur Ruhe legte. Ohne auf ihre Beteuerungen zu achten, befahl die Baronin, ihr einen Löffel zu geben. Als sie damit den Mund öffnete, sah sie all ihre Befürchtungen bestätigt, es handelte sich um Diphtheritis, und das ernste Gesicht des hinzugerufenen Professors zeigte ihr zur Genüge an, wie sehr ihr Liebling gefährdet war, noch ehe seine Worte eine vorsächztise Bestätigung ihrer angstvollen Frage ansgeMelanie sank wie vernichtet auf einen Stuhl. dürsen mir pnädige Frau“, redete ihr der Arzt zu,„noch hoffen, daß wir das Kind glücklich durchbringen.“ rang die Häude uer Verzweiflung den Kopf und sie,„der Fluch saster wird sterben, ich weiß es“, schluchzte fallen, mein armer Sohzstaver auf ihm, er ist ihm versein, ihr Trost zu, Fand ueben ihr, ohne im Stande zu selbst von der Wahrheit....“.“ mehr als sie kam sich wie der Mörder des gr. Parte überzeugt und er er sich mutlos und unthätig: Ader während bald aus der Tiefe ihres Kummerg rasste sich die Mutter noch etwas für ibren Liebling zu thun gab 99“: ihn pfiegen, seine Pein lindern konnte, dacht sich selbt und ibren Schnerz, sondern nur gabe. Vergebens suchten der Professor und sie zu bewegen, sich selbst Schonung angedeihen Melante achtete kaum auf sie; sie wäre um keinen Preis au:„won gm zweiten Tage mar ionde Haeckbrer nder Macht nahm. Blüte gelangte, nennt man sie nach ihrem Begründer „Schrebergärten“ und dieser Name hat auch anderwärts vielfach Aufnahme gefunden. Solche Gärten will also auch, wie gesagt, Essen einrichten. Der Stadtgärtner hat zu diesem Zwecke sich die entsprechenden Einrichtungen in Leipzig und Dresden angesehen und unter seiner bewährten Leitung wird hier die Ausführung erfolgen. Zunächst werden das Altenberg'sche Gelände und ein Areal im Segerothviertel zu Schrebergärten umgewandelt und dann soll noch ein Areal im Südviertel an die Reihe kommen. Es kann wohl kein Zweifel sein, meinen die„E. N..“, daß diese Neueinrichtung, welcher der Stadt keinerlei Lasten auferlegt, ihren gartenbaufreundlichen, nicht grundbesitzenden Bürgern aber willkommene Gelegenheit zu gesunder Beschäftigung im Freien gewährt, mit freudigem Beifall begrüßt werden wird. * Krefeld, 6 Oktober.[Die Türme der Josefskirche] sollen im nächsten Frühjahr mit einem Kostenaufwand von 90000 M. ausgebaut werden. 60000 M. hat dazu der St. Josefs-Kirchenbau=Verein durch Ausgabe von Schuldscheinen zu 500 M. in der Pfarre beschafft. Diese Summe wurde im vorigen Jahr dem Pfarrer als Geschenk zu seinem Jubiläum überwiesen. * Köln, 5. Oktober.[Ein Zeitbild.] Das Hemd vom Leibe verkaufte dieser Tage ein Arbeiter auf dem Buttermarkt. Auf der Straße wurde man einig. Der Arbeiter zog das bunte Hemd aus und verabfolgte es dem Käufer für 80 Pfennig. Dann ging man mit in ein Wirtshaus, wo der Erlös in Schnaps umgesetzt wurde. * Köln, 5. Oktober.[Beim XV. internationalen Radwettfahren) am Sonntag kam auch der Streit um die Meisterschaft Deutschlands auf dem Niederrad zwischen Arend=Hannover und Jörns=Kaiserslautern zum Austrag. Beide hatten am 9. August bereits um die Meisterschaft gekämpft; das Rennen wur de aber heute erneuert, da Arend behauptete, der Sieger Jörns habe ihn im Entscheidungslauf behindert. Heute wurde Arend=Haunover Sieger, den man z. Z. den bedeutendsten deutschen Radfahrer nennen kann. Ueber das Rennen erfahren wir noch: Im Erstfahren wurden Sieger F. Fauré=Köln, Joh. Krausen=Köln und Karl Weber=Düsseldorf. Gust. SchöneBarmen, welcher sich im Vorlauf plazierte, konnte im Entscheidungslauf auf keinen Platz kommen, weil er eine Tourenmaschine fuhr. Der Belgier Hubert Houben, welcher im Frühjahr vorigen Jahres unbesiegbar war, dann aber die Herrschaft an seinen Landsmann R. Protin abtrat und schließlich vor einigen Wochen so schlecht war, daß er sich auf deutschen Bahnen nicht mal plazieren konnte, war heute der Held des Tages. Jörus und Alex Verheyen mußten sich im Hauptfahren, Vorgabe= und Mehrsitzfahren, vor ihm beugen. Im ersten Vorlauf des Hauptfahrens kamen drei Fahrer Fall und beim Vorgabefahren Jörns. Das Mehrsitzer=Vorgabefahren gab einen sehr harten Kampf zwischen den Paaren Houben=Fischer und Alex Verheyen=Jörns, erstere siegten. Jörus fuhr mit verbundenen Armen, sein Sturz hat somit keine bösartigen Folgen gehabt. Den dritten Platz belegte das Brüsseler Dreisitzerpaar Podevin=Flamand=Stendal. * Köln, 6. Oktober.[Gannerei.] In einem Cigarrenladen an der Breitenstraße kaufte ein Herr einige Cigarren und bezahlte mit einem Hundertmarkschein. Der Verkäufer nahm eine Cigarrettenschachtel hervor, in welcher das große Geld aufbewahrt wird. Aus dieser Schachtel nahm er 90 Mark in Gold und legte den Hundertmarkschein hinein, während er das Silbergeld der Thekenschublade entnahm. Gleich darauf erschienen zwei weitere Käufer und verlangten Cigarren. Nachdem diese bedient waren, merkte der Verkäufer erst, daß der erste Käufer und mit ihm die Cigarrettenschachtel verschwunden war. S de r, Schachte befanden, sich außer dem Hundertmarkschein noch 230 Mark in Gold. * Bonn, 5. Oktober.(Ein starker Zug Schneegäusel ist am 1. Oktober über die Sieggegend hin zum Süden geflogen. Es mochten ihrer 80 Stück sein, wie uns ein Jäger meldet, der die Zugvögel beobachtete. Bekanntlich sehen die Landleute in einem so frühen Zuge der nordischen Vögel zum Süden das sichere Zeichen eines frühen und harten Winter. ### Koblenz, 6. Oktober.[Das Denkmal] der Kaiserin Augusta ist überlebensgroß, in weißem karrarischen ihren brennenden Angen und rann langsam über ihre bleiche Wange; dann brach sie in lautes Weinen aus und warf Schalils verbarg, dessen Brust sie ihr „Verzeih mir, Albrecht, daß ich gegen Dich lieblos war," bat sie,„jetzt habe ich mich wieder zurechtgefunden. Aue meine Sorge und Angst um unsern Knaben sind beGostes Bufguu kein Fluch mehr treffen, er ist in Wieder öffnete sich die Gruft der Wildburgs, um den Erben des stolzen Besitzes aufzunehmen. Ein Flüstern ging durch die Menge, die von nah und fern herbeigeströmt war, teils um dem kleinen Sarge das letzte Geleit zu geben, teils um ihre Schaulust zu befriedigen, und alle die Worte, die leise und vorsichtig von Mund zu Mund schwirrten, drehten sich um die wunderbare und erschreckende Thatsache, daß der jedesmalige Erbe von Wildburg dem Unheil verfallen sei, das in der einen oder andern Gestalt auf ihn lauerte und ihn unwiderstehlich in seine Netze zog. Wenn der Freiherr, der ganz tiefgebengt, aber doch männlich gefaßt, hinter dem Sarge einherschritt, vorüberkam, so verstummte das Flüstern. Auf seiner Stirn las man deu nubeugsamen Willen, dem Schicksal zu trotzen, und voch zeigre sein Haar und der Bart, der in wenigen Tagen ergrant war, an, wie viel es ihm kostete, diese Selbstbeherrschung auszuüben. Die Baronin folgte mit Erna in einem geschlossenen Graste erreiche gasben v li d. als der Zug die Familienwesen Jhr. gu denn es war so sehr ihr Wunsch geman Jorenn. zu letzten Ruhestätte zu begleiten, daß Arm Ihrag Verlangen batte nachgeben müssen. Auf den Gemahls gelehnt, hörte sie die Worte des an, mit denen dieser die kleine Leiche einsegnete, ehe sie über die Schwelle des Gewölbes getragen wurde. In dem Augenblicke, wo sie selbst in die Gruft treten wollte, sank sie plötzlich um und ein Blutstrom qnoll aus ihrem Munde. Der Freiherr sing sie in seinen Armen auf. Bleich, mit geschlossenen Augen hielt er sie umfangen, während ihr warmes Blut seine Hände benetzte. Der Professor unterstützte ihn, vereint trugen sie die teure Last in das nächste Haus. Albrecht hoffte noch, glaubte an eine Ohnmacht, aber der Blick des Arztes konnte sich nicht täuschen, hier kam jede Hülfe zu spät. Achtzehntes Kapitel. " Noch immer kämpften Frühling und Winter um die Herrschaft. Der eisige Nordost, der wieder die Oberhand erlangt hatte, wurde jetzt durch den schnaubenden Sturm, der aus Südwest daher tobte, zurückgedrängt. Schwere Regenwolken sandten ihren Inhalt zur Erde hernieder, in den Lüften heulte und branste es, als stürmte der wilde Jäger auf seinen Wolkenmassen über die sich neigenden Wipfel der Bäume, von denen manch' alter Stamm der Wut des Orkaus zum Opfer siel. Erna verburg erschandernd ihr Autlitz an der Brust ihres Verlobten, von dessen Arm umfangen sie sich allein sicher fühlte; ihr Schmerz löste sich in lindernde Thränen auf und sie lauschte seinen tröstenden Worten und fühlte ihr Leid geringer werden, wenn sie ihm alles klagen durfte. „Wenn doch dieser entsetzliche Sturm aufhörte!“ seufzte sie.„Es ist mir ein furchtbarer Gedanke, daß wir in schützenden Mauern geborgen, einer bei dem andern sind, während die arme Melanie allein in der dunkeln Erde, umtost von dem Orkan ruht! Sie war so sauft und gut, so schreckhaft und sie hing so an der Schönheit der Erde, und nun ist alles für sie beendet, sie ist von allem, was sie liebte, geschieden.“ „Mir hat es den Eindruck gemacht, als ob Deine Schwägerin viel Seelenschmerz erfahren hätte,“ sagte der Professor ernst,„sie war mehr Heldin, als man es nach ihrem zarten Aeußern geglaubt hälte.“ „In den letzten Monaten ist sie mir oft recht rätselhaft gewesen," bekannte Erna.„Ich versuchte sie zur Mitteilung zu veranlassen, aber da sie mir ihr Gertranen nicht freiwillig schenkte, so mochte ich nicht in sie dringen. Schon lange hat das Unglück schwer auf unserm Hause gelastet, ein unbekanntes unbegreifliches Etwas, wie eine drohende Gewitterwolke, die den vernichtenden Blitz in sich trägt, am Horizont emporsteigt und endlich das tetzte Stückchen blauen Himmel, der noch tröstend herabschaute, überzieht. O, ich fürchte mich, Karl; die Angst, mit der die arme Melanie oft um ihre Kinder gezittert hat, möchte „Set nicht thöricht, mein süßes Lieb,“ sagte der Mann ernst und fest,„auch wir werden vom Unglück nicht verschont bleiben, denn kein Menschenlos bleibt ungetrübt. wir wollen es fest und mutig tragen, wenn es an uns herantritt, aber nicht wollen wir von nutzloser Sorge und banger Furcht die guten Tage uns trüben lassen, nicht durch düsteres Grübeln und Sinnen die schweren Stunden noch bitterer machen. Klar und offen blicken wir aus der Gegenwart zurück auf unser vergangenes Leben, und mutig, und voll Hoffnung wollen wir unserer gemeinsamen Zukunft entgegengehen. In unserer Liebe werden wir einen Schatz finden, der uns alle Tage reicher macht!“ „Der arme Albrecht!“ sagte Erna wieder. Gerade weil ich ein solches Glück gefunden habe, kann ich so recht mit ihm seinen Verlust fühlen. Wenn er mir nur gestattete, mehr um ihn zu sein; daß er so stumm und allein bleibt, macht mich doppelt um ihn besorgt. Ich will es aber doch noch wagen, an seine Thür zu klopfen, ehe ich zur Ruhe gehe. (Fortsetzung folgt.) 149 — Marmor ausgeführt worden. Die Kaiserin ist sitzend dargestellt, den Oberkörper ein wenig vorgebengt, das Haupt mit einem Diadem geschmückt, von dem ein Schleier in reichem Faltenwurf herabwallt. Die schwere Schleppe des Mantels, die den Unterkörper und den in antiken Formen gehaltenen Lehnstuhl bedeckt, zeigt in ihrem breiten Saum ein mit gekrönten Adlern geziertes Muster. Die Auffassung der hohen Frau ist eine überaus glückliche und zutreffende. Mit antiker Ruhe und Hoheit der Gesamthaltung verbindet sich im einzelnen eine realistische Behandlung des Indibiduellen und Charakteristischen der Persönlichkeit; niemand, der diese Statue erblickt, wird auch nur einen Augenblick zweifeln, daß er einer erlauchten Fürstin gegenübersteht; wer aber die Gesichtszüge betrachtet erkennt alsbald, daß diese Fürstin eine ebenso geistvolle als hochherzige und gütige Frau war. Und so wie die Gesichtszüge das innere Wesen der hohen fürstlichen Frau getreulich wiedergeben, so ist ihre äußere Haltung in wunderbarer Treue getroffen. Trefflich hat der Bildhauer ihre Eigenart angedeutet, indem er die Kaiserin darstellt, die Rechte auf die Armlehne des Stuhles legend, während die Linke den Schleier erfassend, sich leise erhebt, als ob die hohe Frau sich auschicke, dem Worte, das sie zu sprechen gedenke, durch eine anmutige Bewegung einen größeren Nachdruck zu verleihen. Daß die Ausführung des Werkes in technischer Hinsicht auf der Höhe der Vollendung steht, bedarf kaum der besonderen Erwähnung. Aachen, 5. Oktober.[Christlich=socialer Textilarbeiter=Verband.] In einer unter Ausschluß der Socialdemokraten tagenden, schwach besuchten Weberversammlung wurde ein christlich=socialer Textilarbeiterverband gegründet, der die Besserung der Wohnungs= und Lohnverhältnisse, Einsetzung einer Streikkommission sowie Errichtung eines Gewerbegerichts und einer Krankenkasse erstrebt. Die Versammlung protestierte unter vereinzeltem Widerspruch gegen die Einführung des Zweistuhlsystems. * Wiesbaden, 5. Oktober.[Eine Falschmünzer Werkstatt] wurde hier entdeckt, in der die Polizei Werkzeuge zur Aufertigung falscher Zweimarkstücke sowie einen Vorrat gefälschten Geldes vorfand. Zwei der Falschmünzer sind verhaftet. Die in Mainz und Frankfurt a. M. umlaufenden falschen Geldstücke scheinen von diesen Falschmünzern herzurühren. * Homburg v. d. Höhe, 5. Oktober.[ZarenBesuch.] Wie die„Kreiszeitung für den Obertannus= kreis“ meldet, wird der Kaiser von Rußland gelegentlich seines Besuches bei der Kaiserin Friedrich auf Schloß Friedrichshof auch nach Homburg kommen, um hier die Grundsteinlegung der neuen russischen Kirche in den Anlagen an der Kaiser Friedrich=Promenade zu vollziehen. Der feierliche Akt dürfte am 18. Oktober stattfinden. Zur Apotheken=Frage. Zu der Notiz unseres Berliner+==Mitarbeiters über die Apotheken=Frage in Nr. 230 der Hag. Ztg. erhalten wir von Herrn Apotheker Dr. Schultz in Herdecke nachfolgende Zuschrift, die wir mit einigen Bemerkungen unserseits und unter Vorbehalt einer weiteren Widerlegung ganz zum Abdruck bringen, obwohl darin mehrfach Behauptungen zurückgewiesen werden, die von uns gar nicht aufgestellt sind. Herr Dr. Schultz schreibt: Die Aeußerung des Herrn Kultusministers Dr. Bosse ist durchaus unrichtig wiedergegeben; dieselbe lautete nicht auf himmelschreiende Zustände des Apothekenwesens, was leicht den Anschein erwecken könnte, es seien die Zustände in der Apotheke derartige, daß es für den Kranken gewagt sei, seine Medikamente derselben zu entnehmen, sondern Herr Minister Dr. Bosse erklärte:„er wolle eine verständige Ordnung in die geradezu himmelschreiende Unordnung(der gesetzlichen Bestimmungen über das Apothekenwesen) hineinbringen;“ denn die revidierte Apotheker= ordnung vom 1. Oktober 1801 mit all ihren Zusätzen und Einschränkungen hat sich wiederholt als recht veraltet und unübersichtlich erwiesen, so daß wir Apotheker selbst es sehnlichst wünschen, wenn eine Neuordnung der Apothekengesetze herbeigeführt wird. Der Herr Minister erklärt dann weiter in derselben Reichstagssitzung vom 4. März 1895:„Ich bin mit den letzten Worten des Herrn Abgeordneten Dr. Jernsalem ganz einverstanden und unser Urteil über die Ehrenhaftigkeit des Standes der Apotheker deckt sich vollständig. Ich glaube hiermit zur Genüge dargethau zu haben, daß die„himmelschreienden“ Zustände nicht in der Apotheke, was man aus oben erwähnten Artikel dieser Zeitung leicht hätte annehmen können, sondern in der Apothekengesetzgebung zu suchen sind.(In unserer Notiz hieß es: der Kultusminister Dr. Bosse habe im März v. J. im Abgeordnetenhause ausgeführt,„daß die Zustände auf dem Gebiete des Apothekenwesens himmelschreiende geworden seien". Wir können uns nicht denken, daß jemand diese Wendung so aufgefaßt hat, als sollten dadurch die Zustände„in den Apotheken" als derartige bezeichnet werden, daß es für den Kranken gewagt sei, seine Medikamente denselben zu entnehmen. Jedenfalls hat uns nichts ferner gelegen, als eine solche Auslegung, vielmehr haben auch wir das Wort„himmelschreiend“ nur auf die„gesetzlichen Bestimmungen" über das Avothekenwesen bezogen. Die Red.) Was nun die Steigerung der Preise der Apotheken betrifft, die wiederholt in dieser Zeitung unter dem Titel: „Ein gutes Geschäft“ Erwähnung fanden, so sei darauf folgendes erwidert: Es heißt zunächst in dem bereits erwähnten Artikel in Nr. 230: es ist unzweifelhaft, daß die hohen Monopolwerte der Apotheken vom Publikum, den Kranken und deren Familien verzinst werden müssen; es liegt daher im Interesse des Publikums, wenn die Zahl der Apotheken vermehrt und auf diese Weise eine Ermäßigung der Preise der Arzneimittel erzielt wird. Diese Aeußerung ist fast naiv zu nennen und man sieht, wic wenig vertraut der Schreiber des Artikels mit der gesetzlichen Führung der Apotheke ist und es sei mir daher ein Wort der Aufklärung gestattet. Für Preußen sowohl, wie für alle übrigen Bundesstaaten existiert eine gesetzliche Arzneitaxe, die alle Jahre neu zusammengestellt wird und sich nach den Preisen richtet, zu denen die Arzueistoffe vom Apotheker eingekauft werden, so daß z. B. Perubalsam in einem Jahre teuerer sein kann, wie im anderen. Der Kultusminister Dr. Bosse erläßt daher alljährlich eine Bekanntmachung, die in Bezug auf die für das Jahr 1896 gültige Arzueitaxe folgendermaßen lautet: „Die in den Einkaufspreisen mehrerer Drogen und Chemikalien eingetretenen Veränderungen haben eine entsprechende Umarbeitung der bisher geltenden Arzneitaxe erforderlich gemacht. Die allgemeinen Bestimmungen sind unverändert geblieben. Die abgerundete Arzneitaxe tritt mit dem 1. Januar 1896 in Kraft. Berlin, den 14. Dezember 1895. Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal=Angelegenheiten: Bosse.“ Nach obiger Taxe die Arzneien zu berechnen ist jeder Apotheker verpflichtet und wird Ueberschreiten der Taxe nach§ 148, Nr. 8 der Gewerbeordnung vom 1. Juli 1883 mit 50 Thaler eventuell mit Gefängnis bis zu 4 Wochen bestraft. Zudem wird jede Apotheke alle drei Jahre mindestens einmal von einer Kommission, an deren Spitze der Regierungs=Medizinalrat steht, und alle Jahre einmal vom zuständigen Kreisphysikus revidiert, die sich überzeugen, daß die Apotheke und der Betrieb in derselben den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Daß der Apotheker, selbst wenn er die Apotheke zu einem horrenden Preise gekauft hat, bei Anfertigung der Rezepte das Publikum nicht übervorteilen kann, wird aus obigem jedem einleuchten. Was nun aber die dem freien Verkehr überlassenen Drogen betrifft, die in Drogengeschäften und Kaufläden ebenfalls geführt werden, so würde der Apotheker nicht für einen Pfennig verkaufen, wenn er teurer wäre, ohne etwas besseres zu liefern, als die Konkurrenz. (Die Annahme des Herrn Dr. Schultz, daß dem Schreiber der Notiz die Existenz einer amtlichen Arzneitaxe unbekannt sei, ist durchaus willkürlich; offene Thüren aber stößt der Herr ein mit seiner Ausführung, daß jeder Apotheker an diese Taxe gebunden sei, das Publikum also nicht überrorteilen könne. Ein solcher Vorwurf ist den Apothekern unseres Wissens noch von keiner Seite gemacht worden und speziell in unserm Artikel ist davon mit keiner Silbe die Rede; dasselbe gilt von dem DrogenVerkauf. Die Red.) Wenn nun aber sogar behauptet wird durch eine Vermehrung der Apotheken würde eine Ermäßigung der Preise der Arzueien erzielt, so sei darauf erwidert, daß der Staat ja heute schon jeden Tag die Mittel dazu in der Hand hat, indem die Arzueitaxe ermäßigt wird ohne die Apotheken zu vermehren, während eine Vermehrung der Apotheken absolut noch keine billigeren Arzneipreise mit sich bringen würde, wenn die heutige Taxe bestehen bleibt und wird diese ermäßigt, so wird die Existenz der vielen kleinen Landapotheken in Frage gestellt.(Einen unmittelbaren Einfluß würde natürlich die Vermehrung der Apotheken auf die Preise der Arzneimittel nicht ausüben, wohl aber indirekt insofern, als durch die dann eintretende Verminderung des Umsatzes der einzelnen Apotheken der Kaufpreis sinken würde und infolgedessen einer Ermäßigung der Arzueitaxe näher getreten werden könnte, die jetzt durch das Vorhandensein der hohen Monopolwerte thatsächlich verhindert wird. Ob durch eine solche Ermäßigung wirklich die Existenz vieler klei erer Land apotheken in Frage gestellt würde, mag sehr dahingestellt sein; in dem Erlaß des Kultusministers heißt es übrigens ausdrücklich, daß auf die bestehenden Apotheken billige Rücksicht zu nehmen sein wird. Daß die Vermehrung der Apotheken zur Herabminderung der vielfach sehr hohen Apothekenpreise dienen soll, wird in dem Erlaß des Ministers ausdrücklich betont. Die Red.) Wird also eine Apotheke teuer bezahlt, so geschieht dies ohne jede Schädigung des arzneibedürftigen Publikums, die hohen Monopolwerte können dem arzneibedürftigen Publikum ganz gleichgültig sein, denn es bezieht heute teilweise seine Arzneien, trotz der hohen Apothekenpreise billiger, wie vor 10 Jahren. Ein Interesse an dem Preis der Apotheke haben nur die Gläubiger der Apothekenbesitzer, sie würden mit dem Besitzer den alleinigen Schaden tragen, falls er die Apotheke zu teuer gekauft hat und nicht bestehen kann. Die hohen Monopolwerte erklären sich nur(? Red.) aus dem niedrigen Geldwerte und der Steigerung in Hausund Grundbesitz, so wurde z. B. vor weniger Zeit in Essen ein Haus, was im Jahre 1862 30000 Mk. kostete heute für 230000 Mk. auf Abbruch verkauft, und die hohe Miete die der Restaurateur eines bekannten Bahnhofs gegenüber der früheren dem Staate zahlen muß, wird allen Lesern noch genügend bekannt sein. Daß bei dieser allgemeinen Steigerung auch die Apotheken in die Höhe gingen ist doch nur zu selbstverständlich. Herdecke, den 4. Oktober 1896. Dr. R. Schultz, Apotheker. Verantwortlicher Redacteur: Carl Maron in Hagen. Für die Anzeigen verantwortlich: G. E. Krüner in Hagen. Eine mit Dampfmaschine, Kessel und Transmissionen ist in Gevelsberg zu mieten oder zu kaufen. 8998 Näheres in d. Exp. d. Ztg. Eine gut gehende Wirtschaft (möglichst volle Konzession) für hier oder auswärts von einem zahlungsfähigen Wirt pr. sofort oder später zu mieten gesucht. Offerten unter V 18917 an die Exp. d. 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