Nr. 130. Abonnementspreis pr. Quartal M..50. Insertionspreis die einfache Spaltenzeile oder deren Raum (Erstes Blatt.) Dienstag den 7. Juni 1898. 15 Pfennig. 5 — 85. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonnund Festtage. Druck und Verlag: Gustav Butz in Hagen. Fernsprecher Nr. 39. Die agrarische Gefahr. Noch niemals hat der Wahlkampf in so hervorragendem Maße unter dem Zeichen des Agrariertums und der Abwehr gegen dieses gestanden als diesmal. Noch niemals freilich hat auch, darüber darf man sich keiner Täuschung hingeben, das Agrariertum sich in einer so günstigen Position gegenüber der Regierung und den meisten Parteien befunden wie diesmal. Es ist von Interesse, die Frage aufzuwersen, ob denn die Agrarier Regierungspartei sind oder nicht. Aber so interessant es ist, diese Frage aufzuwerfen, so schwierig ist es, sie zu beantworten. Die Regierung ist zuweilen, wenn auch freilich zumeist recht zaghaft, den maßlosen Forderungen des Agrariertums entgegengetreten. Die Regierung hat sich gegen den Antrag Kanitz und gegen die Abschaffung der Goldwährung erklärt. Aber nach jeder Abwehr des extremen Agrariertums hat die Regierung diesem die Hand wieder weit entgegengestreckt und es dadurch aufs Neue ermutigt, die Forderungen, welche soeben erst verworfen wurden, alsbald wieder zu erheben. Diese Taktik hat allenthalben die leicht begreifliche Besorgnis hervorgerufen, daß der Widerstand der Regierung gegen die extremen Ziele der Agrarier nicht von ewiger Dauer sein könnte. Und diese Besorgnis ist um so berechtigter, als eine Schwenkung zum Agrariertum innerhalb der leitenden Kreise ohne weiteres auch mit unbewaffnetem Auge wahrzunehmen ist. Auf der schiefen Ebene der Nachgiebigkeit gegen das Agrariertum wird es aber schwer sein, einen Halt zu finden, wenn erst einmal die„kleinen Mittel“ ernstlich durch die„großen Mittel" abgelöst werden sollen. Und als kleine Mittel pflegen die Agrarier alles zu erachten, was sie erreicht haben und in absehbarer Zeit erreichen können. Aber wenn im gewöhnlichen Leben viele Wenig ein Viel machen, so gilt dieser Grundsatz für die agrarische Moral nicht. Alles was die Agrarier erreicht haben, hat ihre Begehrlichkeit nicht gemindert, sondern nach dem Satze, daß der Appetit beim Essen komme, nur noch vergrößert. Alle Konzessionen der Regierung werden das Agrariertum niemals bestimmen können, von ihren extremen Forderungen der großen Mittel abzugehen. Das aber ist der schwerwiegende und folgenschwere Fehler der Regierung, daß sie ihre Augen bewußt oder unbewußt vor der Erkenntnis verschloß, daß diese Bestrebungen und Endziele der Agrarier mit dem Wesen des modernen Staats unverträglich sind, daß sie sich gegen unsere bestebende Wirtschaftsordnung richten und daß sie mithin auf einen wirtschaftspolitischen Umsturz hinauskommen Die Ziele der Agrarier gehen eingestandenermaßen dahin, unser bewährtes Münzsystem zu beseitigen und unser Land in schwere finanzpolitische Wieren zu stürzen, wie sie einzelne andere Staaten zu ihrem schweren, nie wieder völlig gut zu machenden Schaden erjahren haben. Die Ziele der Agrarier gehen ferner dahin, den Preis des Getreides auf eine übermäßige Höhe zu schrauben, um dem Großgrundbesitzer eine Rente zu sichern, welche ihm jederzeit ein sorgloses und genußreiches Dasein zu sichern vermag. Dieses Ziel bedeutet aber die unrechtmäßige Begünstigung Weniger auf Kosten. der großen Masse des Volkes. Es ist wiederholt, unter anderm auch durch den Reichskanzler Fürsten Hohenlohe, festgestellt worden, daß nur ein kleiner Teil der Landwirtschaft in der Lage ist, Getreide zu verkaufen, während die überwiegende Masse der Landwirte nur so viel Getreide baut, wie sie für den eigenen Bedarf und die Saat gebrauchen, ja zum Teil sogar für die Saat noch Getreide dazu kaufen muß. Was die Bündler fordern, stellt also lediglich eine auf Kosten der Masse der Verbraucher den größeren Besitzern zu gewährende Rente dar, bei der der gesamte Bauernstand leer ausginge und die kleinsten Besitzer sogar noch geschädigt würden. Die Ziele der Agrarier gehen endlich dahin, durch die Herbeiführung eines vertraglosen Zustandes gegenüber den anderen Staaten Industrie und Handel lahm zu legen, um so die Rückkehr zu dem erträumten„reinen Agrarsteats bexbeizuführen. Nicht als ob die Agrarier idealistiiche Schwärmer seien. Aber das letzte Ziel der phantastischen agrarischen Weltanschauung geht dahin, mit der Rückkehr zum„Agrarstaat“ auch zu den politischen und wirtschaftlichen Institutionen früherer, längst überwundener Zeiten zurückzukehren und hiermit dem Großgrundbesitz wieder die frühere herrschende Stellung zurückzuerobern. Das hervorstehendste Moment der diesmaligen Wahlbewegung liegt darin, daß die Regierung sich der Gefahr, die von dem extremen Agrariertum droht, entweder nicht bewußt ist, oder sich dieser Erkenntnis absichtlich verschließt. Selbst die maßlosen Augriffe, welche die politische Vertretung des Agrariertums, der Bund der Landwirte, gegen die Regierung gerichtet hat, hat diese nicht gehindert, nach wie vor mit dem Agrariertum offen zu liebängeln. Und so ergiebt sich die merkwürdige Thatsache, daß eine Partei, welche, wie kaum eine zweite den rücksichtslosen Kampf gegen die Regierung proklamiert hat, sich trotzdem der teils versteckten, teils offenen Unterstützung eben dieser Regierung erfreut. Im August v. J. hat das amtliche Organ des Bundes der Landwirte erklärt, daß„der große Bund auf den lauten Ruf des Pächters Ruprecht=Ransern zu Beginn des Jahres 1893 gebildet worden" sei. Der „zündende Ruf von Ransern“ lautete:„Ich schlage nichts mehr und nichts weniger vor, als daß wir unter die Sozialdemokraten gehen und ernstlich gegen die Regierung Frout machen, ihr zeigen, daß wir nicht gewillt sind, uns weiter so schlecht behandeln zu lassen...... Wir müssen schreien, daß es das ganze Land hört, wir müssen schreien, daß es bis in die Parlamentssäle und Ministerien dringt, wir müssen schreien, daß es bis an die Stufen des Thrones vernommen wird.“ Am 24. März 1894 erklärte im Organ des Bundes der Landwirte ein Einsender, daß der deutsche Landwirt jetzt geneigt sei, „den Kaiser als seinen politischen Gegner anzusehen", und auf der berühmten Bündlerversammlung im Zirkus Busch sprach Herr v. Diest=Daber das große Wort:„Die Minister können uns sonst was!“ Auf alle diese maßlosen Anfeindungen hat die Regierung nur eine schwächliche oder gar keine Abwehr gefunden und sie hat der Hoffnung nicht entsagt, mit dem Bündlertum „einen schönen Bund zu flechten.“ Um so mehr wird es Sache des Volkes sein, sich dieser immanenten Gefahr, die unserer wirtschaftlichen und politischen Entwicklung von dem Agrariertum droht, eingedenk zu sein und dieser Erkenntnis durch die Stimmabgabe am 16. Juni den entsprechenden Ausdruck zu geben. Der spanisch=amerikanische Krieg. * London, 5. Juni.(Meldung des„Reuterschen Bureaus“.) Nach einer Privatdepesche, datiert vom 3. d. M. in Sicht von Sautiago, soll die spanische Flotte in Santiago vollständig blockiert und zur Ohnmacht verurteilt sein. Die in den Grund gebohrte„Merrimac“, heißt es in der Depesche, versperre vollständig die Ein= und Ausfahrt des Hafens. Schon vor mehreren Tagen sei von Admiral Sampson der Entschluß gefaßt worden, die„Merrimac in den Grund zu bohren, weil es ihm unmöglich geschienen habe, die spanische Flotte auf andere Weise zu fassen. Auf die Aufforderung Sampsons, daß Freiwillige sich melden möchten, hätten Lieutenant Hobson und sieben Mann sich zu der That erboten und Donnerstag abend habe die „Merrimac“, die so von Torpedos umgeben worden sei, daß man letztere habe von der Brücke aus zum explodieren bringen können, in der Nähe der„New York“ Stellung genommen. Freitag um 3 Uhr morgens sei die„Merrimac“ langsam gegen die Küste bin vorgegangen. Aus einem Schuß von Fort Morro aus hätten die Amerikaner erkannt, daß die„Merrimac“ von den Spaniern bemerkt worden sei. Auch die anderen Batterien hätten nun das Feuer eröffnet, daß aber die Amerikaner nicht hätten erwidern können, weil sie befürchten mußten, daß ihre Geschosse die Mannschaft der„Merrimac treffen könnten. Die„Merrimac“ sei dann von Lieutenant Hobson mit Absicht, also nicht von den Spaniern, in der Nähe des Forts Estrella in den Grund gebohrt worden. Der Plan sei geglückt und die Hafeneinfahrt vollständig gesperrt. Die Spanier konnten das Wrack unter dem Feuer der amerikanischen Schiffe nicht sprengen. Man wisse, daß die spanischen Schiffe„Cristobal Colon“,„Maria Teresa“,„Vizcay!" und„Almirante Oquendo“ sich im Hafen von Santiago befänden, und man glaube, daß noch andere Schiffe, viel leicht Torpedoboote, dort seien Die Mannschaft der „Merrimac“ habe die Absicht gehabt, sich in einem Boote, welches die„Merrimac“ im Schlepptau hatte, zu retten: es sei aber nicht gewiß, ob sie sich des Bootes habe bedienen können. Jedenfalls sei kein Mann umgekommen, sondern alle seien von den Spaniern gefangen genommen worden. * Madrid, 5. Juni. Der feindliche Angriff auf Sautiago de Cuba ist abgeschlagen worden. Die Forts sind etwas beschädigt, aber nicht bedeutend. Hier herrscht große Befriedigung wegen der moralischen Wirkung des Sieges. Der Kriegsminister warnt vor übetriebener Freude. Die„Merrimac“ war wahrscheinlich sehr beladen, offenbar in der Absicht, die Hafeneinfahrt zu versperren; sie liegt im Kanal, verhindert aber nicht ganz die Schifffahrt. Nach einer anderen Ansicht wollte die „Merrimac" durch Schleppanker die Drähte der Minen und Torpedos zerstören. General Blanco schickt Verstärkungen nach Santiago. In einem anderen Telegramm aus Madrid von gestern heißt es, der Marineminister halte es für wahrscheinlich, daß dem amerikanischen Kriegsschiff„Baltimore“ vor Manila ein ähnliches Unglück zugestoßen sei, wie der„Maine“ vor Habana. * Madrid, 6. Juni. Dem„Imparcial“ wird aus Santiago de Kuba gemeldet: Das aus 20 Schiffen bestehende amerikanische Geschwader begann am Samstag abend 10 Uhr das Bombardement wieder; dasselbe dauerte 45 Minuten, doch erreichten die Geschosse die Batterien nicht, welche deshalb auch gar nicht antworteten. * Madrid, 5. Juni. Der Marineminister hat die Anordnung in Erinnerung gebracht, nach welcher Mitteilungen über die Bewegungen der Geschwader untersagt sind.— Der Ministerrat beschäftigte sich heute mit den Kriegsangelegenheiten, besonders mit der Lage des amerikanischen Geschwaders, die infolge von Krankheiten unter den Mannschaften nicht sehr gut sein soll. Der Minister der Auswärtigen Angelegenheiten brachte eine Reihe von Mitteilungen zur Kenntnis des Ministerrates. die den Mächten unterbreitet werden sollen, weil sich aus ihnen angeblich eine Verletzung des Völkerrechts seitens der Amerikaner ergiebt. Der Kriegsminister teilte mit, er habe in Manila angefragt, ob sich die Nachricht von einer Explosion auf dem amerikanischen Panzerschiffe Baltimore, die von„Lloyds Bureau in London verbreitet worden sei, bestätige. * New=York, 5. Juni. Nach einem Telegramm des „Evening=Journal“ von Cav Haitien wurde während der ganzen Nacht vom Sonnabend zum Sonntag eine Schlacht bei Santiago erwartet. Seitens der Spanier wurden zahlreiche Truppen nach der Küste gesandt, um eine Landung der Amerikaner zu verhindern. Dem Vernehmen nach landen die amerikanischen Kriegsschiffe eine große Streitmacht und zahlreiche Geschütze in Punta Cabrera, einige Meilen vom Hafen von Santiago entfernt. * New=York. 6. Juni. Nach einer dem Evening Journal“ aus Kingston zugegangenen Depesche vom heutigen Tage hätten die Amerikaner bei Punta Cabrera westlich Santiago de Kuba mindestens 5000 Mann gelandet. Dieselben hätten sich mit etwa 3000 Aufständischen unter Garcia vereinigt. Es wird behauptet, daß die Amerikaner nur geringen Schwierigkeiten bei der Landuna begegneten, während welcher Admiral Sampson die Gehölze am Lande durch die Kanonenbote unter Feuer gehalten habe. Auch einige große Belagerungsgeschütze wären mit gelandet worden. * New=York, 6. Juni. Nach einer aus Kingstown hier eingegangenen Meldung hat das amerikanische Schlachtschiff„Oregon einen spanischen Torpedobotzerstörer, bei dem Versuche, in den Hafen von Santiago einzulaufen, in den Grund gebohrt. Es wird ferner gemeldet, daß alle an Bord des Torpedobotzerstörers Befindlichen umgekommen seien. Es sei ungewiß, ob es der„Terror" oder der Furor gewesen. Der„Oregon“ habe ein langgeformtes Bot die Küste entlang fahren sehen und durch Signale zum Anhalten aufgefordert. Als die Signale nicht in der richtigen Weise beantwortet wurden, habe die„Oregon“ auf den Torpedobotjäger eine 13 Zoll=Granate abgefeuert, die ihn in der Mitte des Rumpfes traf. * Habana, 5. Juni. Ein Befehl des Generals Blanco untersagt den auswärtigen Zeitungskorrespondenten den Aufenthalt auf Kuba. Diejenigen Korrespondenten, welche diesen Befehl übertreten, sollen als Spione angesehen und dem Militärstrafgesetz gemäß abgeurteilt werden. * Washington, 6. Juni. An das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten in London ist ein Brief des Lieutenants Carranza, datiert aus Montreal oom 26. Mai, im Wortlaut durch Kabeltelegramm übermittelt worden, welcher an den Admiral Inay in Madrid gerichtet ist und eine genaue Kenntnis der Bewegungen der Amerikaner zur See zeigt. Derselbe beweist in den Augen der Amerikaner, daß Carranza in den Vereinigten Staaten eine Spionage=Organisation eingerichtet habe. Carranza giebt zu, der Verfasser des Briefes zu sein, bestreitet aber, sich der Spionage schuldig gemacht zu haben Deutsches Reich. * Berlin, 6. Juni. Der Kaiser machte auch am Sonntag Mittag wieder von Swinemünde aus an Bord der„Iduna“ eine Segelfahrt in der Ahlbecker Bucht und fuhr am Montag Vormittag an Bord des Divisionsboots „D 3“ nach Stettin. Der Kaiser besichtigte zunächst die Werft des„Vulkau", nahm dann auf dem Kasernenhof die Parade über das 2. pommersche Grenadierregiment ab und fuhr nachmittags nach Berlin zurück. — Beim Empfang des neuen chinesischen Gesandten in Berlin am Pfingstmontag hat der Kaiser nach der„Nordd. Allg. Ztg. auf die„alte traditionelle Freundschaft" zwischen Deutschland und China verwiesen und die Mitteilung erhalten, daß der Kaiser von China ihm die erste Stufe der ersten Klasse des Doppelten Drachenordens verliehen habe. Dem Empfang im Neuen Palais in Potsdam wohnte der Staatssekretär des Auswärtigen bei. Der chinesische Gesandte verlas ein für diese Audienz extra zugegangenes Telegramm des Kaisers von China„de dato 4. Tag IV. Mondes XXIV. Jahres Kwang Sü, auf deutsch 26. Mai 1898. Der Anfang des Telegramms lautet:„Der Große Kaiser des Tatsing Reiches bietet dem Großen Deutschen Kaiser den freundschaftlichsten Gruß. Anläßlich des Besuches Eurer Majestät Erlauchten Bruders in China haben Wir Uns bestrebt, Unsere aufrichtigsten Gefühle der Freundschaft an den Tag zu legen, und ist dadurch beiden Reichen die gleiche und die freudigste Genugtbuung geworden. Uns bewußt des großen Auseinandergehens des Ceremoniells von China und Europa, konnten Wir nicht umhin, darüber besorgt zu sein, daß der Geist und der Buchstabe des Ceremoniells nicht vollkommen harmonieren könnten. Nichtsdestoweniger haben Ew. Majestät telegraphisch Uns Allerhöchstderen Anerkennung dafür zugehen zu lassen und Uns Allerhöchstderen Orden vom Schwarzen Adler zu verleihen geruht als ein Zeichen der Befestigung gegenseitiger Freundschaft und guter Beziehungen. Als Erwiderung habe der Kaiser von China dem deutschen Kaiser den„Doppelten Drachen=Orden und zwar die Erste Stufe der Ersten Klasse desselben,„zum Zeichen der beiderseitigen Freundschaft, damit das Schöne des Friedens zwischen Unseren beiden Reichen immer mehr an den Tag trete. Nach dem offiziösen Bericht der„Nordd. Allg. Ztg. nahm darauf Kaiser Wilhelm Veranlassung,„sich für die ihm durch Verleihung der höchsten chinesischen Ordensauszeichnung erwiesene Aufmerksamkeit erkenntlich zu zeigen, äußerte wiederholt seine volle Befriedigung über den Verlauf, den der Besuch des Prinzen Heinrich in China genommen, und gedachte in besonders dankbaren Worten der Liebenswürdigkeit, welche die KaiserinMutter von China seinem Bruder habe erweisen wollen. Er hoffe zuversichtlich, so betonte er,„auf den Fortbestand der alten, traditionellen Freundschaft zwischen Deutschland und China, welche durch die jüngsten Abmachungen eine neue Kräftigung erfahren habe. Bei Erwägung des beiderseitigen Interesses an der Erhaltung Sierra=Nevada de St. Reise=Erinnerung von Konsul Paul F. Hillmann. (Nachdruck verboten.) Santa Marta, die älteste spanische Niederlassung und seiner Zett der bedeutendste Hafen an der Columbianischen Küste, liegt am Fuße des Sierra=Nevada de St. Marta, einem Höhezuge, der nicht nur vollständig getrennt ist von den Cordillieren, sondern auch in der Gebirgsformation von letzteren abweicht und deren höchste Gipfel das ganze Jahr hindurch mit Schnee bedeckt sind. Santa Marta ist heute eine kleine Stadt von einigen tausend Einwohnern und von vollständiger Bedeutungslosigkeit für den einstmals so ausgedehnten Handel mit überseeischen Ländern, der sich gänzlich nach Barranyuilla, an den Ufern der Magdalena, gezogen hat. Jedoch scheint es, und zwar erst seit einigen Jahren, daß die Stadt noch einmal einen Aufschwung nehmen könnte, als Ausfuhrhafen einheimischer Produkte. Dreißig bis vierzig Kilometer von der Küste am Rio Frio sind einige Bananen=Pflanzungen entstanden, die mit dem Hafen durch Eisenbahn verbunden, in den Sommermonaten wöchentlich eine Dampferladung Bananen und im Winter alle 14 Tage eine solche nach New=York verschicken. Sodann haben sich seit einigen Jahren in den Ausläufern der Sierra=Nevada einige unternehmende NordAmerikaner und Franzosen angesiedelt, um daselbst Kaffee, Zucker und Cacao zu pflanzen.— Dem äußeren Anschein nach können die Bedingungen, die der Kaffee= oder ZuckerPflanzer an Land und klimatische Verhältnisse zu stellen hat, nicht bessere sein, als es dort der Fall ist. Man erhält den Boden, durchweg Urwald, von der Regierung angewiesen und hat nur die Vermessungs= und Eintragungskosten 2c., die etwa einen Dollar Papier, M. 1,60 cirka nach deutschem Gelde pro Hektar ausmachen, zu zahlen. Der Boden hat eine Humusschicht von einem stellenweise bis zu 1½ Meter Tiefe. Während es neun Monate im Jahre täglich, gewöhnlich nachmittags einige Stunden regnet, befördert in der übrigen Zeit warmer Sonnenschein das Wachstum und Gedeihen der Pflanzen. Auch sind die nördlichen Abhänge der Sierra=Nevada vor heftigen Winden, die den Kaffeeaupflanzungen verderblich werden können, geschützt, und findet man in den Wäldern stellenweise tausende wilder Kaffee= und Cacaobäume. Dies alles zusammen genommen giebt gewiß ein gutes Pehultat, doch ob damit auch die Qualität des angebauten Kuffres ubereinstimmen wird, muß die Zukunft lehren, da die erste kleine Ernte erst nach drei bis vier Jahren erfolgt. —. Was die Transportverhältnisse aubelangt, so kann mnun sie nur günstige neunen, obgleich bisher Wege noch nicht angelegt worden sind, und die alten Indianerpfade noch benutzt werden; da aber die bis jetzt bestehenden fünf bis sechs Pflanzungen nur etwa sechs bis sieben Stunden von dem Hafen St. Marta entfernt liegen, so dürften sie wohl vorderhand noch dem Zwecke genügen. Es werden ausschließlich Maultiere zum Verkehr zwischen der Küste und dem Innern verwandt, da die zum Teil äußerst schwierigen und gefährlichen Wege hohe Anforderungen an die Ausdauer, Intelligenz und Ruhe der Reit= und Transporttiere stellen, die jedoch das Maultier sämtlich in sich vereint. Ich habe auf dem Rücken dieser Tiere Moräste durchquert, in denen das Manktier bis zu den Gürten mit allen Vieren zugleich in den Schlamm einsank und durch den es sich, ohne die geringste Anstrengung zu zeigen, langsam und mit vieler Mühe hindurch arbeitete. Sie klettern mit einer Sicherheit Berge hinauf und herunter, die der der Ziege nicht viel nachsteht, und sind die Wege durch Regen aufgeweicht, sehr glatt und abschüssig, so setzt sich das Maultier hin und läßt sich den Berg herunterrutschen, die beiden Vorderbeine dabei als Steuer benutzend. Häufig glaubte ich bei diesen Gelegenheiten, wenn der Weg scharfe Kurven machte, daß wir geraden Wegs in den Abgrund hineinsteuern würden, die manchmal tausend Fuß und mehr tief sind; jedoch ist es selten, daß das Maultier einen Fehitritt macht, sofern man es gänzlich sich selbst überläßt.— Leider hat der Reisende auch mancherlei Plagen in diesen Wäldern auszustehen, von denen die der Mosquitos und des Séjen obenan steht.— Während die Mosquitos den Menschen in der Nachtzeit peinigen wird man von den Sejen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang in Schwärmen zu tausenden überfallen, und trotzdem letztere nur etwa ein Drittel so groß ist, wie die Mosquitos, so ist ihr Stich doch ungleich schmerzhafter und hinterläßt ein Pünktchen geronnenen Blutes unter der Haut, das zuerst rot, und nach ein bis zwei Tagen schwarz gefärbt ist.— So kommt es, daß bei denen, die den Boden bearbeiten, die Hände mehr schwarz wie weiß erscheinen, besonders da dies Insekt Vorliebe dicht über dem Erdboden, etwa bis zu einem halben Meter Höhe aufhält. Sodann tritt auch der Nigoa oder Sandfloh vereinzelt auf, und ist er von dort wohl nur durch Haustiere, Hunde 2c. in die Wälder verschleppt worden. Der Nigoa nistet sich gewöhnlich unter der Haut der Fußsohle, oder zwischen den Zehen ein, um dort seine Eier zu legen und kann er unter Umständen indirekt gefährlich werden. Die Eingeborenen sagen, man solle drei Tage nach Entfernung des Eiersäckchens nicht baden, da durch den Schmutz des Wassers leicht Entzündungen entstehen, die durch hinzutreten des Starrkrampses den Tod verursachen.— Kurze Zeit vor meiner Ankunft in Barranquilla war ein junger deutscher auf diese Weise gestorben; er hatte sich eine Nigora aus dem Fuß entfernen lassen, achtete der kleinen Wunde aber nicht, beteiligte sich abends in einer Gesellschaft am Tanze und nahm am folgenden Morgen ein Bad. Die Wunde hatte sich wahrscheinlich durch das Reiben des Strumpfes beim Tanze entzündet, dann trat Starrkrampf ein und am folgenden Tage war er tot.— Während man sich vor den Mosquitos und Séjen nicht zu retten weiß, kommt es jedoch seltener vor, daß man von Skorpionen gestochen wird. Dieselben werden bis zu 10 Centimeter lang und sind braun=schwarz gefärbt, im Gegensatz zu dem an einigen Plätzen Mexikos vorkommenden kleineren grauen Skorpion, dessen Gift ungleich stärker wirkt.— Sie leben in den Dächern der Hütten, wo sie zwischen den Palmblättern ihr Nest haben, auch findet man sie häufig zwischen fäulendem Holz und verdorrten Blättern der Palmen. Mir sind unzählige Fälle bekannt, daß Leute vou Skorpionen gestochen, wohl einige Stunden an Kopfschmerz, Schwindel und Anschwellung der Zunge gelitten, aber niemals daß dieselben daran gestorben wären und kann ich dies durch persönliche Erfahrung bestätigen. In den meisten Fällen nimmt man soviel Alkohol in Form von Rum oder Cognak zu sich, bis man die Wirkung desselben verspürt, und somit das Gegengift die Wirkung des tierischen Giftes aufgeboben hat. Es scheint aber auch dies nicht unbedingt notwendig zu sein, da mir eine Dame erzählte, sie hätte, als sie von einem Skorpion gestochen worden sei, gar nichts dagegen gethan, und wäre auch so, allerdings nach längerer Zeit der Schwindel und Kopfschmerz vorübergegangen.— Der Skorpion geht nicht zum Angriff über, vorausgesetzt, daß man ihn nicht reizt, und habe ich mir häufig Skorpione über die Hände und Arme laufen lassen, ohne daß ich gestochen worden wäre; sobald man den Skorpion jedoch aufaßt, oder mit einem Gegenstande berührt, gebraucht er unsehlbar seinen Stachel.— Mehr noch als vor dem Skorvion muß man sich vor dem, Hundert=Fuß in Acht nehmen, da dessen Gift stärker wirkt als das des Skorpions, jedoch ist der Stich auch dieser Tiere nicht tötlich. Der Hundert=Fuß wird bis zu 20 cm. lang und daumendick, er ist braun gefärbt und seine Füße stehen in einem Abstande von ungefähr 1½ cm. auseinander; an diesen Füßen befindet sich je ein kurzer spitzer Stachel, die sämtlich das Gift in die Wunde leiten. Den Aufenthaltsort hat er mit dem Skorpion gemein. Seltener ist eine kleine Eidechsenart, die angreift, ohne vorher gereizt worden zu sein, und deren Biß tötlich ist, falls man nicht starke Gegenmittel zur Hand hat. Unter den vielen Schlangen, die in der Sierra Nevada vorkommen, sind die Boca dorade und die Korallen=Schlange zu den am häufigsten vorkommenden zu zählen. Beide Arten werden bis zu einem Meter lang und ist ihr Biß unbedingt tötlich, sofern man nicht sofort Gegenmittel zur Anwendung bringt.— Ein Columbianer hat vor etwa einem Jahre ein Gegenmittel gegen den Biß dieser Schlangen ersunden, welches er Euphorbina nennt, und das die Wirkung des Giftes aufheben soll, wenn es kurze Zeit nach erfolgtem Biß in die Wunde gebracht und innerlich eingegeben wird. Ich hatte Gelegenheit, Beobachtungen beizuwohnen, die der Erfinder damit anstellte. Er ließ u. a. zwei Hunde von derselben Schlange beißen. von denen der eine kurze Zeit darauf verendete, während der andere, den er mit dem Gegeugift behandelt hatte, nach einigen Stunden die Folgen die Giftes überwand. Wie sehr Verwundungen dieser Schlangen von den Eingeborenen gefürchtet werden, geht daraus hervor, daß sie vorziehen, sich die Wunde durch glühende Kohlen auszubrennen, als sich den Folgen einer Vergiftung auszusetzen. Es fallen trotzdem jährlich Menschen den Bissen giftiger Schlangen zum Opfer, und thut man deshalb gut, nie ohne das eine oder andere Gegengift eine längere Reise in diesen Ländern zu unternehmen. Wirkungslos ist jedes Gegengift den Bissen der Cobra de Capello, oder Brillenschlange, die in Afrika und Indien häufig vorkommt, der Klapperschlange und überhaupt jeder größeren Giftschlange gegenüber, zum mindesten kann man nicht mit Bestimmtheit darauf rechnen, daß die angewandten Mittel von Erfolg begleitet sind. Die Brillenschlange diente vor einiger Zeit zwei englischen Offizieren in Indien als Mittel zum Zweck. Besagte Offiziere hatten Streit mit einander bekommen, und wollten diesen durch ein Duell schlichten, da jedoch ein nach civilisierter Manier ausgesochtenes Duell in der englischen Armee bei ihren Mitgliedern streng bestraft wird, so kamen sie auf folgende Idee: Sie beschlossen, sich mit einer ausgewachsenen Brillenschlange zusammen in ein vollständig dunktes Zimmer einschließen zu lassen und sich hierin so lange aufzuhalten, bis der eine oder andere gebissen wäre. Thatsächlich wurde dies auch ausgeführt, und der Zweck insofern erreicht, als einer der beiden Offiziere kurze Zeit, nachdem er gebissen war, starb. Völlig unschädlich ist die im Innern Columbiens häufig vorkommende Riesenschlange und wird sie sogar nicht sehr selten als Haustier gehalten. So z. B. in Brasilien, wo sie vielfach in Lagerhäuser 2c. eingesperrt wird, um Mäuse zu fangen. Als ich einst in der Hütte eines Eingeborenen einkehrte, um mir ein Glas Milch zu erbitten, sah ich, wie eine etwa 12 Fuß, lange6 dieser Gattung aus dem Dach an der wand der Hütte herunterkroch; im Begriff sie durch eine Revolverkugel unschädlich zu machen, wurde ich von der Frau, die inzwischen zurückgekehrt war, davon abgehalten, mit dem Bemerken, daß die Schlange ein alter Mitbewohner des Hauses wäre, und schon seit Jahren ihr Lager in dem Dache der Wohnung hätte. Mittlerweile hi#kte sie sich der Mitte des Raumes genähert, woselbst das klenneste, etwa vierjährige Kind der Frau auf der Erde saß und aus einem hölzernen Gefäß Milch trank; es blieb dabe so ruhig, als ob das Reptil eine Katze oder ein kleiner Hund sei, goß etwas Milch in eine Bodenvertiefung dicht neben — guter Beziehungen hob er hervor, daß die in China tebenden weutschen zu ihrem Teil an der Wohlfahrt des großen Reiches mitwirkter gierauf, dem besonderen Sa empfehlen möchte. hält es für erforderlich, Die„Nordd. Allg. Ztg.“ die Nachricht des Pariser„Figas anzler. Fürst Hohenlohe#—4.1 sarts aufhätt) aus Gesundheitsrucksichten seine Entlassung zu nehmen beabsichtige, als jeder Begründung entbehrend zu bezeichnen. figaro“, daß der Reichs(der sich zur Zeit in Zur Reichstagswahl. * Hagen, 7. Juni. Die gestrige freisinnige Wählerversammlung in Hasperbach war wie alle voraufgegangenen Versammlungen im Wahlbezirk Haspe gut besucht und nahm einen ausgezeichneten Verlauf. Herr Parteisekretär Schöler ließ es sich angelegen sein, den am vorigen Samstag von dem nationalliberalen Landtagsabgeordneten Herrn Dr. Beumer in Haspe gehaltenen Vortrag an der Hand der darüber in der nationalliberalen Presse erschienenen Berichte einer gründlichen Kritik zu unterziehen. Redner legte dar, daß, wenn sich die deutsche Ausfuhr seit 1879 erheblich gehoben habe, dies nicht gepolitik haben Im Uebrigen haben man gar keinen Grund auf die Entwickelung besonders stolz zu sein. Es sei zu berücksichtigen, daß die Bevölkerung seit 1879 um nahezu 10 Millionen Köpfe zugenommen habe, wodurch ja allein eine Steigerung der inländischen Produktion um annähernd 25 pCt. bewirkt sei. Ziehe man außerdem die seit 1879 unermüdlich fortgeschrittene Entwickelung in der Vervollkommnung der technischen Hülfskräfte, Maschinen u. s. w. in Betracht, so könne man sich ziffermäßig ausrechnen, daß von einem besonderen„Aufschwung", d. h. von einer„Förderung“ der deutschen Konkurrenzverhältnisse gegenüber dem Ausland durch unsere Schutzzollpolitik nicht die Rede sein könne. Außerdem ist bekanntlich die deutsche Ausfuhr gerade unter den seit 1892 bestehenden Handelsverträgen von 3100 auf 3800, d. h. um 700 Millionen Mark gestiegen während von 1879 bis 1892, in einem mehr als zweimal so langen Zeitraum, die Steigerung nur 300 Millionen Mk., von 2800 auf 3100 Millionen Mk., beträgt. Die Versammlung zollte den Ausführungen des Redners lebhaften Beifall. Herr Carl Schmale wies in einem zündenden Schlußwort auf die Bedeutung der bevorstehenden Wahlen und auf die Notwendigkeit rühriger Wahlarbeit hin und schloß die Versammlung mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Eugen Richter. * Aus dem Wahlkreise Altena=Iserlohn, 7. Juni. Der eigentliche Wahlkampf wurde seitens der freisinnigen Volkspartei am vergangenen Donnerstag mit einer sehr gut besuchten Versammlung in Schalksmühle eröffnet, wo Herr Redakteur Hartenfels=Hagen einen ca. 1½ stündigen Vortrag über die Arbeiten des letzten Reichstages und die Aufgaben des neuen hielt. Unter großem Beifall legte Redner die Ziele und die Haltung der freisinnigen Volkspartei dar, wobei interessante Streiflichter auf die übrigen Parteien fielen. In der unbeschränkten, angebotenen Diskussion wandten sich einige von Lüdenscheid gekommenen socialdemokratische Redner gegen den Referenten, erfuhren aber eine derartige Abfuhr, daß sie auf eine Weiterführung der Diskussion verzichteten. * Werdohl, 7. Juni. Im Wolff'schen Saale fand gestern Abend eine ungemein stark besuchte politische Versammlung statt. Wohl über 500 Personen hatten sich eingefunden, um den 1½stündigen Vortrag des Herrn Redacteurs Hartenfels=Hagen zu hören, der nach einem Referate über das vom alten Reichstage Geleistete sich über die dem neuen Reichstag bevorstehende Arbeit verbreitete. Redner warnte sodann vor Beamten=Kandldaturen, wie eine solche von nationalliberaler Seite im Wahlkreise Altena=Iserlohn aufgestellt sei. Unter großem Beifall kritisierte Redner die nationalliberale und socialdemokratische Partei und schloß mit einer Aufforderung zur Wiederwahl Lenzmanns. In der unbeschränkten Diskussion suchte der socialistische Reichstagskandidat für den Wahlkreis, Herr Gewehr, die gegen seine Partei erhobenen Vorwürfe zu widerlegen, womit er jedoch sehr wenig Glück hatte, da der Referent in der Lage war, auch diese Behauptungen als unhaltbar darzulegen. Gegen Trotz der auch hier angebotenen unbeschränkten Diskussion wurde seitens der anwesenden nationalliberalen Gegner eine solche nicht beliebt, worauf die Versammlung mit einem brausenden Hoch auf Herrn Lenzmann gee. An den Vortrag schloß sich die G schlossen wurde. En den Vorktag solog fich die Gründung eines freistunigen Wahlvereins, dem sofort ca. 30 Personen beitraten. * Das Koalitionsrecht der Beamten scheint neuen Bedrohungen ausgesetzt zu sein. Das socialdemokratische Parteiorgan ist in die Lage, folgenden vertraulichen Ministerialerlaß an der Regierungspräsidenten zu veröffentlichen: Vertraulich. Berlin, den 10. Januar 1898. Es ist uns erwünscht, darüber unterrichtet zu werden, ob und inwieweit unmittelbare Staatsbeamte unseres gemeinschaftlichen Ressorts und der Verwaltung des Innern an Fachvereinen(Vereinigungen bestimmter Beamtenkategorien, MilitäranwärterVereine und dergleichen) sowie an Fachzeitschriften, insbesondere an solchen beteiligt sind, die den Zweck haben, die dienstlichen Interessen der Verbandsmitglieder durch Vertretung vor den vorgesetzten Behörden und gesetzgebenden Körperschaften wahrzunehmen und Wünsche oder Forderungen der beteiligten Beamtenschaft der vorgesetzten Behörde oder der königlichen Staatsregierung gegenüber zu verfechten. Wir ersuchen deshalb um eine tbunlichst baldige vertrauliche Aeußerung, event. unter genauer Bezeichnung der betreffenden Vereine und Zeitschriften. Der Finanzminister. Der Minister des Innern. gez. v. Miquel. gez. v. d. Recke. Wenn man sich erinnert, wie in der letzten Session des Abgeordnetenhauses vom Regierungstische gegen die Petitionen der Beamten Front gemacht wurde und wie insbesondere Herr v. Miquel wiederholt die Notwendigkeit betonte, gewissen Agitationen in Beamtenkreisen im Interesse der Aufrechterhaltung der Disziplin energisch entgegenzutreten, so wird man über Sinn und Zweck des mitgeteilten Ministerialerlasses keinen Zweifel hegen können. Die Veröffentlichung dürfte nicht ohne Einfluß auf die Wahlabstimmung der Beamten bleiben. * Die Nationalliberalen Berlins haben nach einem Telegramm der Münchener„Neuesten Nachr.“ am Freitag durch einen Parteirat beschlossen, auf eine Aufstellung eigener Kandidaten oder Zählkandidaten zu verzichten und gleich im ersten Wahlgang für die Kandidaten der Freisinnigen Volkspartei einzutreten. * In Friedeberg=Arnswalde haben die Konservativen 1892 die Wahl Ahlwardts berbeigeführt. Jetzt suchen sie mit aller Kraft Ahlwardt wieder aus dem Kreise berauszubringen. Ein Flugblatt der Konservativen, welches zur Wahl des Gegenkandidaten Ring auffordert, lautet am Schlusse:„Unser Wahlkreis würde sich selbst lächerlich machen, falls er Ablwardt jetzt noch nach alledem wieder wählen wollte.“ Das Flugblatt trägt die Ueberschrift:„Weshalb wird Ahlwardt ausgelacht?“ Da ist von den„Akten" Ahlwardts ebenso wie von seinem„Ehrgefühl“ und von verschiedenen Urteilen von antisemitischer Seite über Ahlwardts sittliche Qualifikation die Rede. Industrie, Handel und Verkehr. * Bericht der Essener Getreide=Börse vom 6. Juni 1898. — Nicht amtlich!— Besuch; befriedigend. Tendenz: ruhig. Umsätze:schn Weizen(inländ.) 22.00—22 75., Weizen(fremder) 24.00—25.00 M. Roggen(inländ.) 15.25—16.25., Roggen(fremder) 16.25—17.25., Haser(inländ.) 00.00—00.00., Haser(fremder) 16.00—18.00., Buchweizen 16.50—00.00., Futtergerste 11.50—00.00., Mais 10.00—12.50 ., Weizenvorschuß 31.00—32.50., Roggenvorschuß 22.50—23.50., Weizenkleie.00—.70., Rüböl inkl. Faß 00.00—00.00 M.— Alles per 100 Kilogramm frachtparität Essen exklusive Sack bei Abnahme von Doppelladungen. 11¼ Uhr wurde auch diese Versammlung mit einem Hoch die ein anwesenden solches ausauf Lenzmann geschlossen, während Socialdemokraten auf ihren Kandidaten brachten. * Lüdenscheid, 7. Juni. Am vergangenen Samstag Abend hielt Herr Rechtsanwalt Lenzmann in der Mertens'schen Halle einen Vortrag vor einem dichtgefüllten Saale. Der bisherige Abgeordnete legte in zweistündiger Rede einen genauen Rechenschafsbericht ab, aus dem hervorging, daß Herr Leuzmann die Sache des Volkes vertreteu hat nach seinen besten Kräften. Nach dem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag sprach der socialdemokratische Kandidat Herr Gewehr gegen die freisinnige! Volkspartei, erfuhr jedoch von Herrn Lenzmann eine gründliche Widerlegung, worauf die Versammlung mit einem Hoch auf Herrn Lenzmann geschlossen wurde. * In Meinerzhagen sprach Herr Redakteur Hartenjels am Samstag Abend ebenfalls bei sehr gutem BeJungen. * Neuß, 6. Juni.(Fruchtbörse.] Neuer Weizen kleiner M. 24.— do. engl. 1. Qual. M. 23,40, 2. Qual. M. 22,90 neuer Roggen. 1. Qual. M. 17.—, 2. Qual. M. 16,50 per 100 Ko., Hafer 1. Qual., 17,50, 2. Qual M.—.—, neuer Hafer M.—.— per 100 Ko., Kartoffeln per 50 Ko. M. 2,60 bis.20, Heu per 50 Ko. M. 2,50 bis.50, Luzernerheu per 50 Ko. M. 3,70, Maschinenstroh per 500 Ko. M. 20.— Flegeldrusch per 500 Ko. M. 22.—, Butter per Ko. M. 1,90, Eier per Schock(60 St.) M. 3,90, Naps Qual. 1, 00,00, 2. Qual. M. 00,00 per 100 Ko., Aveel(Rübsen) 1. Qual. M. 00,00, 2. Qual. M. 00.00 per Ko., Rüböl per 100 Ko. in Partien von 100 Ctr.(ohne Faß) M. 53.—, Rüböl per 100 Kilo saßweise(ohne Faß)., 54.50, gereinigtes Oel per 100 Ko. M..— höher als Rüböl, Preßkuchen per 1000 Ko. M. 96.— Weizenvorschuß 00 per 100 Ko. M.—.—, Kleien per 50 Kilo M..80. * Magdeburg, 6. Juni. Zuckerbericht. Kornzucker exkl. 88pCt. Rendement 10.60—10,90. Nachprodukte exkl. 75 pEt. Rendement .10—8,70. Ruhig. Brodraffinade I. 24,00. Brodraffinade II. 23.75. Gem. Brodraffinade mit Faß 24.00—24,25. Gem. Melis I. mit Faß 23.82½. Stetig. Rohzucker I. Produkt Transito f. a. B. Hamburg pr. pr. Juni 9,77½ Gd., 9,80 Br., pr. Juli 9,82½ Gd., 9,85 Br., pr. August .90 Gd.,.92½ Br., pr. September 9,92½ Gd., 9,97½ Br., pr. OktoberDezember 9,70 Gd., 9,72½ Br. Ruhig. * Hamburg, 5. Juni. Kassee good average Santos pr. September 31¼, pr. März 32¼. Ruhig. * Hamburg, 6. Juni. Zuckermarkt. Rüben=Zucker 1. Produkt Basis 88% Rendement neue Usance frei an Bord Hamburg pr. Juni 9,75, pr. August 9,99½, pr. Oktober=Dezember 9,70. Behauptet. * Hamburg, 6. Juni. Petroleum unverändert, Standard white loko 5,85 Br. * Bremen, 6. Juni. Raffiniertes Petroleum.(Offizielle Notierung der Bremer Petroleum=Börse.) Loke 6,05 Br. * Amsterdam, 6. Juni. Juva=Kassee gooc ordinary 33¾. * Paris, 6. Juni. Rohzucker ruhig, 88% loko 30 à 30½, Weißer Zucker behauptet, Nr. 3, pr. 100 Kilogramm pr. Juni 31 7/8, pr. Juli 32½, pr. Juli=August 32⅛, pr. Oktober=Januar 31 3/8. * Havre, 6. Juni. Kaffee good average Santos pr. Juni 36,75, pr. September 37,25, pr. Dezember 37,75. Behauptet. * Glasgow, 6. Juni. Roheisen. Mized numbers warrants 46 fh. ½ d. Warrants Middlesborough III. 40 fh. ½ d. * New=York, 6. Juni. Anfangskurse. Weizen pr. September 81 ⅜/8. Mais pr. September 38⅛. Kursbericht der Berliner Börse vom 6. Juni. mitgeteilt von der Bergisch=Märkischen Bank, Hagen. 3½% Deutsche Reichsanleihe 1% 3 ½% Preus. Consols 3 ½% Rhein. Provinzial=Oblig. 3½% Dortm. Stadtanl. 3½% Elbers.„ 3½% Hagener 4% Westf. Psanddriefe 4% Rhein.=Wesisäl. Rente 3½% be. Oesterr. 4½ Süber=Rente " 4% Gold=Rente Ungar. 4 ½% Eisend.=Goldauk. „ 4½% Gold=Invest=Anl. Ruff. 4% Anleihe v. 1894 Chines. 5% Anleihe v. 1896 Italien. 5% Rente Mexie. 6% Anl. v. 1892 New=Yorker 6% Stadt män. 4% v. 1896 „ 5% sund Pumko Deut. Grundschuldsr. 374% Psanddr. unkdb. d. 1906 Gothaer%8 VI. Psandör. unkdb. bis 1900 Hamburg 4%„„* Preuß. 4% Central„„ Rhein.=Wesif. 4%„„ 1905 „„ 3½%„" 1904 Wesideutsche 4%„„ 1904 „ 4% Il. kundb. " 8½% unkdb. bis 1905 103.— 96.20 102.90 96.60 100.50 102. 108.10 101. 103.20 101.40 100.75 101.50 99.20 92.30 98.20 106.20 93.30 101.30 99.60 100.50 100.20 101.20 102.80 99.30 102.75 101.— 100.50 Ang. D. Kleinbahnges. Nl. 143.50 Dortm.=Ensched. Eisenb. Akt. 187.10 „„„ St.=Prior. 181.10 Perg.=Märk. 3½%, Eisenb. Prt. 99.75 Dorim.=Gronauer 3 1/8% 100.10 ang.=Dombr. 4½(62 Prtort. Mosco=Rsüsan 4 „. Smolensk 5% Warschau=Wien 4% Italien 3% gar. Anatol.(gar.) Transvaal 4% 5% Gng enürd. Berl Berliner Handelsges. Deutsche## Discontoges. Dortm. Bankverein Dresdner Bank Essener Creditanstalt Schaafshaus. Bankverein 4% Oblig. .105 Algem. Eletrie. 4% O91 Elberf. 4 ½/% Farbens.(rab. Hagen. Textil Oblig.(rzb. 105) Krupp. 4% Anl. Wesifäl. Draht(108) 4½ Oblig. Ak.=Ges. f. Montan=Industrie Aceumulatoren=Fabrik Akt. Baroper Walzwerk Bochumer Gußstahl Dortm. Union St.=Pri. Gelsenkirchener Berzw. Gußstahlwerk Witten Hagener Gußstahl Harpener Bergbau Hoerder Vorzugs=Akt. Lonise Tiesban Akt. „„ St.=Pr. Märk. Maschinenb.=Anft. Pluto Aktien Schalker Gruh. Aktien Unna Lindenbrauerei Wissener St.=Pri. on.30 58.25 97.10 163.75 167.30 199.30 200.30 131.90 162.— 143.— 149.50 102.107.50 101.60 102.30 103.60 132.— 177.75 149.— 229.40 102.75 182.50 202.25 140.10 188.70 148.75 70.— 106. 152.25 332.25 358.162.50 166.— Tendenz: Still. Fonds- und Aktien=Börse. * Berlin, 6. Juni. Die heutige Börse eröffnete in weniger fester Haltung und mit zumeist wenig veränderten, zum teil etwas niedrigeren Kursen auf spekulativem Gebiet. Die von den westlichen Plätzen vorliegenden Tendenzmeldungen lauteten ziemlich günstig, ohne besondere Anregung darzubieten; aus Wien lagen schwache Meldungen vor. Hier entwickelte sich das Geschäft im allgemeinen ruhig und bei vorherrschender Neigung zu Realisierungen gaben die Kurse zumeist noch etwas nach. Der Börsenschluß blieb ruhig. Der Kapitalsmarkt erwies sich ziemlich fest und ruhig für heimische solide Anlagen; Reichs=Anleihen und Konsols fast unverändert. Fremde, festen Zins tragende Papiere waren behauptet; Italiener und Spanier etwas anziehend, Mexikaner schwächer. Der Privatdiskont wurde mit 3 3/8 pCt. notiert. Auf internationalem Gebiet waren Oesterreichische Kreditaktien etwas nachgebend, Franzosen und Lombarden fest, italienische Bahnen etwas anziehend. Inländische Eisenbahnaktien wenig verändort und ruhig, DortmundGronau fester. Bankaktien in den Kassawerten ziemlich fest und ruhig: die speku lativen Devisen zum teil abgeschwächt. Berliner Handelsgesellschafts Anteile und Aktien der Dresdner Bank fest. Industriepapiere zum teil nachgebend, besonders Montanwerte. Schiffsnachrichten. Kaiserliche Marine. Laut telegraphischer Meldung an das Ober=Kommando der Marine ist die Kaiserin Augusta“, Kommandant Kapitän zur See Koellner, am 5. Juni von Kiautschau nach Nagasakt in See gegangen. Norddeutscher Lloyd. „Kaiser Wilhelm II.“, am 4. Juni, 5 Uhr nachmittags von New=Nork nach Genua abgegangen.„Prinz Heinrich“, am 5. Juni er angerommen 10 Uhr vormittags auf der Weser angekommen. Hamburg=Amerika=Linie. „Galicia" und Balesia“, beide von Hamburg kommend, ersterer am Sonnabend, letzterer Sonntag in St. Thomas angekommen. „Asturia“, am Sonntag in Penang angekommen. Westfälisch=Rheinisches. Hagen, 7. Juni.[Einen hocherfreulichen Beschluß] hat gestern in vertraulicher Sitzung das Stadtverordneten=Kollegium gefaßt. Einstimmig wurde beschlossen, einen im Besitz von Johann Caspar Harkort, Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht, befindlichen aldkompler im Umfange von rund 300 Hektar nebst dem als beliebter Ausflugsort den Hagenern wohlbekannten Forsthaus und allem Zubehör zum Preise von 375000 M. für die Stadt zu erwerben. Die Uebernahme erfolgt bereits am 1. Juli d. I. Wir stehen nicht an, die Stadt zu diesem Erwerb zu beglückwünschen, den sie in erster Linie den eifrigen Bemühungen des Herrn Oberbürgermeister Prentzel um das Zustandekommen des schon seit längerer Zeit erwogenen Projekts zu danken hat. Hagen, 7. Juni.[In der Waldlust) beginnen morgen, Mittwoch nachmittag 4 Uhr wieder die beim hiesigen Publikum so beliebten Gartenconcerte. Da die Witterung nunmehr dauernd herrlich zu werden scheint, ist es in der That ein Hochgenuß für alle Naturfreunde, in der herrlich gelegenen Waldlust einen Nachmittag oder A# 1 auch die Abendstunden zu verbringen, da gleichzeitig augVorsorge getroffen ist, daß die Besucher alle Bequemlichkeiten vorfinden. Besuchern, die nicht das Concert besuchen wollen, ist Gelegenheit geboten, auf dem der Waldlust gegenüber liegenden Plateau sich an der herrlichen Natur zu erfreuen. Wir weisen auf das morgen stattfindende erste Concert empfehlend hin. * Hagen, 7. Juni.[Zauber=Vorstellung.] Morgen Abend 8 Uhr findet in der Trepper'schen Tonhalle eine Wiederholung der am Sonntag stattgehabten Vorstellung des italienischen Künstlers Colonello statt. Da der„Magier" bei seinem vorgestrigen Auftreten für seine geradezu verblüffenden Kunststücke großen Beifall fand, anderseits diese Vorstellungen auch in anderen Städten stets ein zahlreiches Publikum gefunden haben, dürfte auch die morgige Vorstellung einen sehr guten Besuch aufzuweisen haben und weisen wir alle Freunde solcher interessanten Darbietungen auf diese letzte Vorstellung empfehlend hin. O Hagen, 7. Juni.[Prämiiert.] Bei dem am Sonntag, den 5. Juli, stattgefundenen Gaufest in Hamm erhielt der Radfahrer=Verein Stahlrad Hagen im Corsofahren den zehnten Preis beim Konkurrieren von ca. 25 Vereinen. Der noch junge Verein feiert am 10. Juli sein erstes Stiftungsfest, verbunden mit Bannerweihe, Preiscorso und diversen Rennen. 8 Hagen, 7. Juni.[Das Märkische LehrerGesangfest] wird in diesem Jahre am 6. und 7. Juli in Soest abgehalten. Die zu diesem Zwecke erforderlichen Hauptproben unter Leitung des Königl. Musikdirektors Herrn Knabe aus Soest haben bereits begonnen. Morgen findet eine solche im Restaurant Klein(Körnerstraße) statt. Die Proben in Hagen hatten sich stets einer großen Teilnehmerzahl zu erfreuen, so daß zu erwarten steht, daß auch die morgige gut besucht werden wird. O Hagen, 7. Juni.[Behufs Gründung einer Vereinigung ebemaliger Jäger und Schützen fanden sich heute im Wintergarten des Herrn G. Schäfer eine ansehnliche Menge Angehörigen dieser Truppengattungen ein. Nachdem vom Einberufer der Versammlung der Zweck und die Gründe für eine derartige Vereinigung klar gelegt, wurde die Gründung einer Vereinigung ehemaliger Jager und Schützen für Hagen und Umgegend beschlossen. Die vom Einberufer vorgelegten Satzungen wurden mit kleinen Abänderungen genehmigt und der Vorstand gewählt. Die nächste Versammlung soll am Samstag den 18. Juni stattfinden und wird Näheres noch bekannt gegeben. np Hagen, 7. Juni.[Das Auer=Patent ist in Rußland für null und nichtig erklärt wordenl, und zwar vom St. Petersburger Bezirksgericht. Dasselbe würdigte, wie das Bureau für den Handelsverkehr mit Rußland, A. M. Epstein=Elberseld" erfährt, gelegentlich eines Prozesses die Ausführungen der Gegenpartei, daß der Absatz 5 des§ 197 des russischen Patentgesetzes vorliege, wonach ein Patent erlischt, sobald sich in der Folge erweist, daß die bei der Anmeldung des Patentes eingereichte Beschreibung unvollständig ist, wenn darin wesentliche Bestandteile des Fabrikats verheimlicht oder wenn bei der Herstellung des patentierten Gegenstandes wesentliche Abweichungen oder Vervollkommnungen vorgenommen wurden. Hagen, 7. Juni.[Vom Blitz erschlagen) wurde bei dem gestrigen Gewitter die in ihrem Garten beschäftigte Frau eines Fabrikarbeiters auf dem Berghofe. Dieser schon an sich bedauernswerte Unglücksfall ist um so trauriger, als vor einigen Wochen der Mann in der Fabrik schwer verletzt wurde. Den Tod der treuen Mutter beweinen außer dem Gatten sieben unmündige Kinder. O Halden, 7. Juni.[Brieftauben=Verein.] Am Sonntag den 6. Juni gründete sich hier ein Brieftauben=Verein unter dem Namen„Columbia“. Als Vereinslokal wurde Haus Halden gewählt. Der junge Verein gedenkt anfangs August seine ersten Wettflüge zu veranstalten. Wir wünschen dem Verein ein kräftiges Blühen und Gut Flug. * Herdecke, 5. Juni.[Stiftung.] Gestern wurden zum ersten Male die Zinsen aus der Speyerschen Stiftung an verschämte Arme gemäß den Beschlüssen der Stadtvertretung durch die Armendeputation verteilt. = Wetter, 8. Juli.[Harkortbergfest.] In der heutigen Sitzung des Ausschusses ist beschlossen worden, das Bergfest am Sonntag den 14. August hier abzuhalten. Turner mögen sich wegen Freiquartiere 2c. an Herrn Rothof, Königstraße 31, wenden. 8 Gevelsberg. 6. Juni.[Eine aufregende Scene] spielte sich gestern Abend vor der Holzschraubenfabrik in Milspe ab. Gegen 1 Uhr nachts bemerkte der Polizeibeamte Hanke mehrere Personen auf der Straße vor dem Oberhoff'schen Hause laut skandalierend. Nachdem derselbe vergeblich zur Ruhe aufgefordert hatte, hielt er eine Person fest, um den Namen festzustellen. Während diese Person eine andere mit den Worten:„Franz, wie heiße ich anrief, erhielt der Beamte einen Stockhieb über den Kopf. Dies war das Allarmsignal für die 4 andern Personen, welche denn auch mit zerbrochenen Gläsern, Steinen und Stöcken über den Polizeibeamten herfielen. In dieser hart bedrängten Lage zog der Beamte den Säbel und suchte die Hiebe und Würfe abzuwehren. In dem Ringen, welches hierauf entstand, kam der Beamte zu Fall und wurde im Gesicht arg zugerichtet. In dieser sich und blieb dann ruhig neben der Schlange sitzen, bis diese ihr Mahl verzehrt und wieder in das Dach zurückgekehrt war.— Da Schlangen sehr die Wärme lieben, so findet man sie häufig in Betten, oder unter Fellen, die zum Nachtlager dienen, was allerdings weniger angenehm ist. Auch an vierfüßigen Raubtieren jehlt es nicht, und sind sowohl der Jaguar wie der Leopard und Puma in der Sierra=Nevada heimisch. Es vergeht selten ein Abend, an dem man nicht das Miauen des Letzteren dicht bei den Ranchos vernimmt. Das Puma ist ganz ungefährlich und greift niemals den Menschen an; auch der Leopard und Jaguar, hier Tiger genannt, greisen nur in seltenen Fällen den Menschen an, sofern sie nicht gereizt oder sehr hungrig sind. Der amerikanische Tiger wird in der Sierra=Nevada mit Hunden gejagt, die ihn solange beschäftigen, bis der Jäger herangekommen ist. Die Dreistigkeit dieser Tiere ist manchmal erstaunlich, so wurde mir z. B. während meines dortigen Aufenthaltes die Nachricht überbracht, daß ein Tiger in der vorgehenden Nacht aus der Küche der Plantage Minca das frisch geschlachtete Fleisch eines Ochsen herausgeholt habe. Das Haus ist von dem Aufseher dieser Pflanzung und dessen Familie bewohnt. Nun war allerdings das Eindringen in die Küche nicht sehr schwierig, da sie zu ebener Erde lag 355 au Phekonnte Luxusgegenstände sind.— Wil Boden bestimmt,. ansiedeln und bat den vorerst eine Steste“ bebauen beabsichtigt, so sucht #r Pchen, wisl schläaf k auf der er sich sein Haus exrichten will, schlugt vas nötige Holz für die Wände, bekleidet dieselben hierauf mit einer Lehmschicht, wobei er große Oeffnungen für Fenster und Thüren läßt, dann wird das Dach aus getrockneten Palmblättern schindelartig gelegt, darüber gebaut und der Fußboden festgestampft. Ist der betreffende nun noch besonders prachtliebend, so verhängt er Thür und Fenster mit altem Segeltuch und, so er verheiratet ist, sieht man auch himmelblauen oder rosageblümten Musselin im Winde wehen.— So führen die Ansiedler in diesen Wäldern ein, wenn guch abgeschlossenes, so doch nicht eintöniges und durch manches Abenteuer gewürztes Leben. Mögen einst die hte ihrer Arbeit im Verhältnis stehen zu den mancher intbehrungen die sie sich jetzt noch aufzuerlegen gesüch zwungen sind. Kunst, Wissenschaft und Leben. 6 Wieviel wiegt eine Fliege? Nicht mehr als 35 Milligramm beträgt im Durchschnitt das Gewicht dieser Insekten, so daß also erst 28 Fliegen zusammen ein Gramm wiegen. Auf ein Gewicht von einem Pfund kommen daber 14000 Fliegen. Das Bein einer Fliege wiegt nur 09 Milligramm, ein Flügel 2,5 Milligramm. Derartige Wägungen können natürlich nur mit den feinsten Instrumenten vorgenommen werden, wie sie das Normalaichungsamt zu Berlin besitzt. Die große Hebelwage dieses Instituts ist ein Wunderwerk der Mechanik. Sie markiert bereits das minimale Gewicht von 9/100 Milligramm; so viel würde ungefähr der zehnte Teil eines Fliegenbeines wiegen. Aber selbst wenn auf jeder Seite der Wage ein Zentner liegt, würde eine einzige Stubenfliege, die sich auf eine Seite setzte, die Wage zum Ausschlag bringen. * Der Schnelligkeitsrekord der Sonne. Ein holländischer Gelehrter hat die Schnelligkeit gemessen, mit welcher die Sonne sich fortbewegt und die Erde durch die Räume des Unendlichen schleppt. Dieser Astronom— Professor Kapteyn in Amsterdam— bat ausgerechnet, daß wir alle— Sonne, Erde, Planeten, Trabanten u. s. w.— uns in nord=nordöstlicher Richtung mit einer Geschwindigkeit von 60000000 Meter fortbewegen. Das Gestirn, zu welchem wir mit dieser wahnsinnigen Geschwindigkeit hintreiben, soll die Vega sein, die zum Sternbilde der Leier gehört. Diese Vega ist ein Stern, der gerade tausendmal größer und leuchtender ist als die Sonne, die doch auch ganz stattliche Dimensionen und eine ziemlich bedeutende Leuchtkraft hat. Nach dem holländischen Rechenmeister würden wir also der Vega jährlich ca. 120 Millionen Meilen näher kommen. Aber die Leser können rubig sein— bevor die Erde der Vega als reife Frucht . ven Schooß fällt, werden noch einige Jahrtausende vergehen. Wir werden es also kaum erleben. .* Das Ende der Blondinen. Ein englischer Poysiolog soll bei seinen Forschungen entdeckt haben, daß die blonden Menschen allmählich aussterben.„Blauäugig und blondlockig wird, so meint der Gelehrte, in zwei von 100 Blondinen nur 55 beiraten, dagegen von Brünetten 79, und schon auf diese Weise muß der blonde Typus allmählich zurückgehen. Die Zahlen müssen umsomehr auffallen, als England bisher als die Heimat der blonden Schönheiten galt, und schon heute stellt sich das Verhältnis der Brünetten zu den Blondinen wie drei zu zwei. Auch in Dänemark und Schweden findet man das Abnehmen des blonden Haares. Deutschland soll, mit Ausnahme von Norwegen und Schweden, noch die meisten blonden Männer und Frauen in Europa aufDiese Feststellung bezieht sich aber Norden Deutschlands. Wie bei Schulkindern in Deutschland jezeigt haben, ist der überwiegende Teil ####### blond, aber in auffallender Weise dunkelt das Haar oeim männlichen Geschlecht nach, so daß blonde Knaben sich oft in brünette Männer verwandeln. Die Frauen legen mehr Wert auf die Erhaltung ihres ursprünglichen Blonds, und bald wird es ihnen wie den auf die Germaninnen neidischen Römerinnen ergehen, die durch Beizen ihres Kopfschmuckes ihn bleichten. zuweisen haben. nur auf den Untersuchungen und Oesterreich der Schulkinder w Wie unsere Schönen lachen sollen. Selten weiß eine Frau, wie sehr sie ihre Gesichtszüge, und seien diese noch so schön, oft entstellt, wenn sie nicht sorgfältig auf die Art und Weise ihres Lachens achtet. Ein bekannter englischer Schauspieler erklärt— wie man berichtet— daß ihm stets ein Schander über den Rücken laufe, wenn im Vergleich zu dem allerdings einstudierten, aber überaus melodischen reizenden Lachen seiner Kolleginnen das unschöne Gelächter irgend einer anderen Dame an sein Ohr tönt. In den meisten Fällen ist dieses— nach der Ansicht des sensitiven Mimen— nur ein disharmonisches Gemisch von Kreischen, Kichern, Prusten und Stöhnen. Ein feinmoduliertes Lochen kennzeichnet die wohlerzogene„Dame“ ebenso, wie mäßig lautes Sprechen und Vermeidung jeglicher unnötigen Gesten und sonstigen Verdrehungen, wie auch das Wiegen des Oberkörpers beim Erzählen, das leider sehr viele Frauen an sich haben. Doch diese zuletzt angeführten Eigenschaften wirken nicht annäbernd so abstoßend, wie ein überlautes, nicht selten wieherndes Lachen aus schönem Frauenmunde. Es gehört nur wenig Uebung und ein kleines Maß von Selbstbeherrschung dazu, um sich jenes melodische Lachen anzueignen, das wie gart abgestimmte Silberglöachen, oder wie tiefe, weiche Molltdne von schönen Mädchenlippen klingen muß. Dann giebt es zwei Arten des Lachens— das eine, zu dem man sich nur aus Höflichkeit zwingt, das andere, in das man aus wirklich herzlichem Bedürfnis ausbricht. Bei dem ersteren, das man als hörbares Lächeln bezeichnen könnte, dürsen die Lippen nicht gestreckt, sondern nur wenig geöffnet werden, so daß man die Zähne hindurchschimmern sieht. Das Lachen selbst muß kurz, leise und sympathisch klingen. Sobald die betieffende Schöne sich aber thatsächlich über ein drolliges Vorkommnis oder eine lustige Erzählung amüsiert, kann der Kopf grazibs in den Nacken geworfen, der Mund geöffnet, aber nicht zu sehr in die Breite gezogen und die Augen ein wenig geschlossen werden. Das ziemlich auhaltende Lachen muß halblaut und melodiös sein und allmählich leiser werdend ausklingen. Es soll den Hörer an das lustige Geplätscher ein Waidbaches erinnern, aber nicht an das Triumphgeheul eines Indianers. kurze„Höflichkeitslachen“ muß— wie sich der ideal veranlagte Sohn Albions sehr'poetisch auszudrücken weiß—— dem eigenartig süßen Anfangstriller des Spottvocels gleichen, wenn es mit unwiderstehlichem Zauber auf das zartbesaitete Herz oder vielmehr Gehör des Mannes wirken soll. 6 Die Shakespeare=Bacon=Frage. Die alte Shakespeare=Bacon=Frage wurde kürzlich von einem Engländer in neue Beleuchtung gerückt. Er sucht, wie er sagt, schon seit langen Jahren die richtige Lösung des großen Problems. Eigentlich hat jede der Parteien recht: die Baconfreunde haben recht, wenn sie behaupten, daß die Werke Shakespeare's und die Werke Bacon's aus derselben Feder stammen: und die Shakespearefreunde, wenn sie behaupten, daß Shakespeare die Stücke Bacons geschrieben habe. Die Sache liegt nämlich so: Bacon hat nicht die Werke Shakespeare's geschrieben, sondern Shakespeare hat die Werke Bacon's geschrieben. Bacon war klug genug, um das Genie Shakespeare's anzuerkennen, und gemein geuug, um dieses Genie zum Schreiben von Werken zu veranlassen, die er als seine eigenen Werke ausgab, um alle Ehren einheimsen zu können. Er bezahlte Shakespeare erst dafür, daß er jene Werke schrieb, und dann dafür, daß er Schweigen bewahrte. Deshalb brauchte Bacon auch immer Geld. Bacon sei überdies immer so mit Geschäften überhäuft gewesen, daß selbst die Baconfreunde nicht imstande sind, anzugeben, wann er Zeit gehabt haben soll, die Werke Shakespeare's zu schreiben; er hatte ja nicht einmal Zeit, seine eigenen Werke zu schreiben. Andererseits ist es uns zum großen Teile unklar, wie peare seine Zeit angewandt hat, und die Kritiker ber die sonderbarsten Vermutun hal Je# ben darübe. Die sonde, balsten Vermutungen aufgestellt. Jetzt wissen wir, was Stakespeare in seinen vielen nisvouen weußestunden getrieben hat: er schrieb geheimBacon. verzweifelten Lage macht frei, griff nach dem in und schoß auf den au Kaiser, gebürtig aus Bei verstarb. Ein anderer den Hals zuschnürte, wur schossen. Als die Arbeiter flohen sie unter Zurückl in der Richtung nach plizen, welche hierselbst Oberschieften gebürtig si Polizeibeamten und G Thatorte zugeführt. c Gevelsberg, 7. verhältnisse) sollen er erfahren. Bekanntlich he in dieser Sache einen Se nachdem unser Stadtveror zuletzt in Arusberg vor Erfolg zu verzeichnen. Arbeiten begonnen werd Seite des Bahnhofes ei saal zu errichten, sodaß feld 2c. fahren will, nich ungünstigem Wetter die sreiem Himmel zu erwa vor Eintritt des Winter * Iserlohn, 4. Iu nachmittag die Sitzung eine eigentümliche Weise. Gasfabrik waren Streit Gasdirektor Grob in teilnahm, der anwesen schlichten sich bemühte. junge Mann zum Fernf Gasfabrik erfreut und Neuheit ausübt, um Pr nun die Worte wie A gehört worden sein, der leuchtungskommission, ge der Gasfabrik zueilen. bereits wieder beruhigt zu befürchten. § Witten, 6. J Messerhelden überfielen aus Krone und verletz mißhandelt hatten, durch gefährlich. Hoffentlich Strafe nicht entgehen. welche in dem Besitz ei dieser an die Gemeinden Die Straße wird dan Zustand gebracht werd wird diese Aufbesserun Mittel dafür bewilligte * Solingen, 5. Regenschirm.]„Pol einem größeren Geschäft Regenschirm, weil die stehenden Schirm nicht war mit 98 Pf. ausgez Manne, der etwas von denselben zu erstehen be zweimal in den Laden, Schirm, an welchem die (im Einkauf kostet ein Heute morgen einer Herzlähmung Schwager, Onkel v d Gus im Alter von 39 J Er ruhe in Fr D Jellinghausen Die Beerdigur in Vörde statt. Am 5. Juni langem, schwerem, unser langjähriger Gusta im Alter von 43 J Wir verlieren Mitglied unseres Ehren halten. Möge ihm die Hagen-Eilpe, Am 30. Mai Berufs und starb der Köni Priedric Neben dem, ein von allen Vo tüchtiger und pf wir in demselbel Kollogen, dem werden. Herdecke-Vo Die W der Welheache In meinem Neubau unmittelbarer Nähe Hauptstraße gelegen u. Kreuzpunkt von 46 ein große Ladenlo für jede Branche geoder ohne Wohnung oder Novbr. zu vermi Gefl. Offert. unt.( die Exp. d. Ztg, erbet 2 anständige Leute Zimmer vollr Zu erfr. in der Er verzweifelten Lage machte sich der Beamte die linke Hand frei, griff nach dem in der Tasche befindlichen Revolver und schoß auf den auf ihm knieenden Arbeiter Paul Kaiser, gebürtig aus Beuthen, welcher nach etwa 5 Min. verstarb. Ein anderer Arbeiter, welcher dem Beamten den Hals zuschnürte, wurde von letzterem in die Hand geschossen. Als die Arbeiter die Folgen des Schusses bemerkten, flohen sie unter Zurücklassung ihres toten Landsmannes in der Richtung nach Gevelsberg davon. Die 4 Komplizen, welche hierselbst in der Hause wohnen und aus Oberschlesien gebürtig sind, wurden heute morgen von Polizeibeamten und Gensdarmen verhaftet und dem Thatorte zugefübrt.„ Gunf fupifeg, Me# c Gevelsberg, 7. Juni. lansele Gaynhofsverhältnisse) sollen endlich eine Wendung zum Besseren erfahren. Bekanntlich hat es langer Mühen bedurft, um in dieser Sache einen Schritt vorwärts zu kommen. Erst nachdem unser Stadtverordneten=Kollegium in Elberfeld und zuletzt in Arusberg vorstellig wurde, haben wir einen Ersolg zu verzeichnen. Binnen kurzem soll nun mit den Arbeiten begonnen werden, um auch auf der nördlichen Seite des Bahnhofes ein Stationsgebäude nebst Wartesaal zu errichten, sodaß das Publikum, das nach Elberfeld 2c. fahren will, nicht mehr gezwungen ist, selbst bei ungünstigem Wetter die Ankunft genannter Züge unter sreiem Himmel zu erwarten. Das Gebände soll bereits vor Eintritt des Winters dem Betrieb übergeben werden. * Iserlohn, 4. Juni.[Gesprengt] wurde gestern nachmittag die Sitzung der Beleuchtungskommission auf eine eigentümliche Weise. Unter den Arbeiter der städtischen Gasfabrik waren Streitigkeiten ausgebrochen, die, da der Gasdirektor Grob in der Sitzung auf dem Rathause teilnahm, der anwesende Bureaubeamte vergeblich zu schlichten sich bemühte. In seiner Hülflosigkeit greift der junge Mann zum Fernsprecher, dessen sich jetzt auch die Gasfabrik erfreut und jedenfalls noch den Reiz der Neuheit ausübt, um Polizei anzurufen. Hierbei müssen nun die Worte wie Aufruhr, Revolte oder dergleichen gehört worden sein, denn kurz darauf sah man die Beleuchtungskommission, gefolgt von zwei Polizeisergeanten, der Gasfabrik zueilen. Hier hatten sich die Gemüter bereits wieder beruhigt und eine Gefahr war nicht mehr am Witten, 6. Juni.[Verschiedenes.] Robe Messerhelden überfielen gestern den Glasbläser Brinkmann aus Krone und verletzten ihn, nachdem sie ihn schwer mißhandelt hatten, durch einen Stich in den Kopf lebensgefährlich. Hoffentlich werden die Thäter der gerechten Strafe nicht entgehen.— Die Landstraße Wetter=Witten, welche in dem Besitz einer Aktiengesellschaft ist, wird von dieser an die Gemeinden, durch die sie führt, abgetreten. Die Straße wird dann wohl wieder in einen besseren Zustand gebracht werden. Soweit sie in Witten liegt, wird diese Aufbesserung, da die Stadtverordneten die Mittel dafür bewilligten, schon bald erfolgen. * Solingen, 5. Juni.[Der beschlagnahmte Regenschirm.] Polizeilich beschlagnahmt wurde in einem größeren Geschäft ein im Schaufenster ausgestellter Regenschirm, weil die betreffende Firma den im Fenster stehenden Schirm nicht herausgeben wollte. Der Schirm war mit 98 Pf. ausgezeichnet und erschien einem jungen Manne, der etwas von Schirmen kennt, so billig, daß er denselben zu erstehen beschloß. Gesagt, gethan, er ging zweimal in den Laden, doch wurde ihm bedeutet, daß der Schirm, an welchem die Firma noch so und soviel zulege (im Einkauf kostet ein solches Exemplar 1,80.), aus dem Schaufenster nicht herausgegeben werde. Nachdem polizeiliche Hülfe nichts fruchtete, wurde der Schirm beschlagnahmt und mitgenommen. Die Sache, welche natürlich viel von sich reden macht, wird wohl ein gerichtliches Nachspiel haben, da hier Vorspiegelung falscher Thatsachen bezw. unlauterer Wettbewerb in Frage kommen dürfte. * Fischeln, 4. Juni.[Aufregende Vorfälle.] In der Schumacher'schen Kesselschmiede kam es gestern durch das brutale Auftreten von vier Arbeitern zu aufregenden Vorfällen. Am Morgen kamen zunächst zwei angetrunkene Arbeiter ins Comptoir und verlangten mehr Lohn; man sagte ihnen, sie sollten, wenn sie nüchtern seien, wiederkommen, dann könne man mit ihnen vernünftig reden. Statt daß sie diesen guten Ratschlag befolgten, wurde der Prinzipal noch bedroht und angegriffen. Nachmittags kamen sie in Gesellschaft von zwei Kollegen wieder und versuchten abermals einzudringen. Da man die drohende Haltung der vier, die Arbeiter Gabriel, Leim, Buchlot und Herrhart zeitig gewahrte, verriegelte man die Thüren. Diese vermochten aber der Gewalt der Genannten nicht Widerstand zu leisten, sie wurden alsbald gesprengt, wobei die Riegel und Thürschlösser zertrümmert wurden. Als Waffen führten sie Roststäbe, Eisenstangen u. s. w. bei sich, mit welchen Instrumenten die Thürfüllungen und Feusterscheiben im Comptoir eingeschlagen wurden. Nunmehr machten die Unholde Miene, die Angestellten anzugreifen, jedoch ergriffen diese durch die Fenster die Flucht und entgingen so schweren Mißhandlungen. Nur einer der Angestellten erhielt Verletzungen an der Hand. In einem der Comptoirräume wurden die Tintenfässer über die Papiere ausgegossen und auch Sachen zertrümmert. Von Krefeld wurden einige Polizeibeamte herbeigerufen, die die Uebelthüter festnahmen. Unter vieler Mühe wurden sie nach Krefeld gebracht. * Bonn, 4. Juni.(Zum Unfall des Dampfers „Humboldt“.] Der Unfall des Dampfers„Humboldt", der am Pfingstmontag in das Gerüst der Rheinbrücke hineinfuhr, hat zur Folge, daß vom Oberpräsidenten der Rheinprovinz eine Verordnung erlassen wird, wonach thalwärts fahrende Schiffe zur Vermeidung ähnlicher Unfälle die Landung bis auf Weiteres durch Aufdrehen bewirken müssen. * Schüttorf. 4. Juni.[Große Steuerdefraudationen.] Die„Schütt. Ztg. schreibt: Der Inhaber der Margarinefabrik und Molkerei, Wilh. Edel, meldete sich Ende voriger Woche beim Landrat in Bentheim wegen begangener Steuer=Hinterziehung. In unterrichteten Kreisen will man wissen, daß die Defraudation schon 6 Jahre besteht und wird die jährlich der Steuer entzogene Summe mit 25000 M. genannt; dies würde für 6 Jahre die Summe von 150000 M. ergeben. ist von bleibendem Wert und verdient von jedem In ihren Kunstbeilagen Aufsat in ern, Inlrrnsr Gebildeten gelesen zu werden. In, toren„ansill Gebildeten geiesen zu werden. In bringt das herrliche Blatt wieder Ausgezeichnetes. neuer Roman,„Allerlei Menschen", von Emil Peschkau scheint, nach dem Anfange zu urteilen, eine sehr wertvolle Bereicherung unserer modernen belletristischen Literatur zu bilden. Jäger dürfte besonders der prächtige„Jagdausflug nach Norwegen“ von Frhr. von Dincklage fesseln. Ueberaus reich ist wieder das Zick=Zack bedacht. * Der spanisch=amerikanische Krieg zieht jetzt die Augen der ganzen civilisierten Welt auf sich und da dürfte eine sachverständige Beurteilung der nordamerikanischen Kriegsmarine aus der Feder des als Militärund Marineschriftsteller geschätzten Generallieutenants z. D Fr. Freiherrn von Dincklage=Campe, die wir in dem soeben ausgegebenen Heft 24 der bekannten großen illustrierten Familienzeitschrift„Für Alle Welt"(Deutsches Verlagshaus Bong& Co., Berlin W. Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pf.) finden, allgemeines Interesse erregen. Dasselbe Heft enthält aber auch noch, neben zwei packenden großen Romanen,„Schloß Hohenthurm“ von B. Corony und„Auf der Landstraße von Jenny Hirsch, die kriminalistische Skizze„Ein Stündchen auf dem Alexanderplatz“, deren Verfasser ein ehemaliger höherer Polizeibeamter ist, eine mit zahlreichen vielfarbigen Illustrationen geschmückte Schilderung des Parkes von Wörlitz aus der Feder von Bruno Schippang und eine lange Reihe von Abhandlungen über für Haushalt, Sport und die Industrie hochwichtige neue Erfindungen und technische Verbesserungen und viele andere Mitteilungen mehr, die zumeist durch Illustrationen erläutert sind. Außer diesen zeichnerischen Darbietungen glänzt dieses Heft noch durch einen überaus künstlerischen Illustrationsschmuck in Buntund Schwarzdruck. Litterarisches. *„Zur Wiederherstellung antiker Bild werke. Eine Umfrage bei Anatomen und Künstlern“ lautet der Titel eines längeren, hoch interessanten Aussatzes in dem soeben berausgegebenen Heft XX der„Modernen Kunst“.(Verlag von Rich. Bong, Berlin W. 57, Leipzig, Wien, Stuttgart. Preis 60 Pfg.). Auf Veranlassung der Redaction des trefflichen, meisterlich illustrierten Weltblattes haben hervorragende Angtomen und Künstler, wie Prof. Dr. Hans Virchow, Geh. Rat Prof. Dr. Hasse, Prof. Josef von Kopf, Prof. Rudolf Maison, Albert Manthe usw. ihre Ansichten hinsichtlich der Möglichkeit und Nützlichkeit, Torsen antiker Bildwerke wiederherzustellen, eingehend entwickelt. Der Letzte Nachrichten. W Osnabrück, 6. Juni. In der Ortschaft Hagen bei Georgs=Marienhütte fand in dem Beckmannschen Gasthause, in welchem anläßlich des Ausstandes vier Gensdarmen provisorisch stationiert sind, eine Explosion einer Dynamitpatrone statt, welche auf ein Fenster gelegt war. Ein Teil der Mauer, sowie das Fenster sind zerstört. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen. Der Thäter ist bisher noch nicht entdeckt. W Brüssel, 5. Juni. Die Wahlen zu den Provinzialräten haben sich in größter Ruhe vollzogen. In den Provinzen Antwerpen, Namur, Limburg, Luxemburg und in beiden Flandern behalten die Katholiken eine starke Mehrheit. In der Provinz Brabant verliert die katholische Minderheit mehrere Sitze an Socialisten oder Liberale. In Brüssel findet Stichwahl zwischen drei Liberale und zwei Katholiken bezw. einem Socialisten statt. In Hennegan verlieren die Liberalen acht Sitze zu gunsten der Socialisten. In Enghien gewinnen die Liberalen zwei Sitze. In der Provinz Lüttich scheinen die Socialisten an Terrain verloren zu haben. In den flandrischen Provinzen wurden mehrere christliche Demokraten, die gegen Katholiken aufgestellt waren, nicht W London, 5. Juni. Im Hyde=Park wurde beute unter freiem Himmel ein Gottesdienst zum Gedächtnis Gladstones abgehalten. Vor einer großen Menschenmenge hielten Geistliche und Parlamentsmitglieder dem Verstorbenen ehrende Ansprachen, worauf die ganze Versammlung die Lieblingschoräle Gladstones sang. Nach dem Gottesdienst wurde beschlossen, der Witlve Gladstones eine Beileidsbezeugung zu übermitteln. W Konstantinopel, 6. Juni.(Meldung des Wiener K. K. Telegr.=Korresp.=Bureaus.) Die Delegierten für die Räumung Thessaliens meldeten hierher, daß die letzten drei türkischen Bataillone heute Volo verlassen haben. Durch Fernsprecher gemeldet: * Brüssel, 7. Juni. Im Vorstadt=Theater „An der Lecht“ wurde bei der Aufführung eines Militärstückes aus scharf geladenen Flinten geschossen. Ein Zuschauer wurde getötet, mehrere verwundet. Es wird vermutet, daß ein Racheakt eines entlassenen Statisten vorliegt. * Belfast, 7. Juni. Anläßlich einer Prozession der irischen Nationalisten griffen mehrere Tausend derselben die Polizei an. Letztere wurde überwältigt und flüchtete in die Kaserne zurück. Die Oranaisten rissen das Straßenpflaster auf, um die Steine als Wurfgeschosse zu benutzen. Dragoner und Infanterie stellten die Ruhe wieder ber. 20 Verhaftungen wurden vorgenommen. Die Stimmung der Orangisten ist äußerst erbittert. * Hongkong, 7. Juni. Das englische Kanonenboot„Swift“, welches hier von Manilla eingetroffen ist, bringt die Meldung, die Aufständischen hätten die Eisenbahn außerhalb der Stadt aufgerissen und sich auf Meilen Manilla genähert. Ein spanisches Regiment habe gemeutert und seine Offiziere erschossen. Im Kampfe der Aufständischen mit den Spaniern seien 1000 Aufständische gefallen. Die Amerikaner unterstützen die Rebellen durch Schnellseuergeschütze. Priester, welche von den Aufständischen gefangen gehalten werden, werden von diesen furchtbar mißhandelt. Die Bewohner Manillas britischer Nation bleiben in der Stadt, während sich die anderen Ausländer auf die fremden Schiffe begeben haben. * New=York, 7. Juni. Eine Depesche aus Kap Haitien von gestern meldet: Die Beschießung Santiagos und die Landung amerikanischer Truppen in der Nähe der Stadt dauert an. Wetterbericht. Wetterbericht vom 6. Juni, abends 11¾ Uhr: Das ganze nördliche Europa wird von einem Hochdruckgebiete eingenommen, während im Westen eine tiefere Depression lagert und über Westdeutschland eine flache Teildepression sich befindet. In Deutschland herrscht vorwiegend heiteres, warmes Wetter, stellenweise kommen Gewitterbildungen und Regenfälle vor.„ Voraussichtliche Witterung am 8. Juni. Etwas kühleres, meist wolkiges bis trübes Wetter mit Regen. Stellenweise Gewitter. Verantwortl. f. d. polit. u. allgem. Teil Carl Maron, für den provinziellen Teil Carl Hartensels, für die Anzeigen G. E. Krüner, sämtlich in Hagen. Der Kgl. Kammerjäger Clemens Schön trifft, wie aus dem Inseratenteil zu ersehen, dieser Tage hier ein, und machen wir Interessenten, welche viel von Ratten, Mäusen, Kakerlacken u. s. w. behelligt werden, darauf aufmerksam. Demselben stehen Original=Atteste aus fast allen Städten zur Verfügung. 1 Todes-Anzeige. Heute morgen 8 Uhr entschlief sanft und ruhig an einer Herzlähmung mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager, Onkel und Neffe der Brennereileiter Gustat-Naters im Alter von 39 Jahren. Er ruhe in Frieden! Die trauernden Hinterbliebenen. Jellinghausen b. Vörde, den 6. Juni 1898. Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 5½ Uhr in Vörde statt. K Nachruf. Am 5. Juni cr., morgens 4 Uhr, verschied nach langem, schwerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden unser langjähriger Kollege Gustav Wegernen im Alter von 43 Jahren. Wir verlieren in dem Dahingeschiedenen ein treues Mitglied unseres Vereins und werden sein Andenken in Ehren halten. Möge ihm die Erde leicht sein! Der Eilper Schleiferverein. Hagen-Eilxe, den 7. Juni 1898. Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme, welche uns von Freunden u. Bekannten anlässlich des uns so schwer betroffenen Verlustes zu teil geworden, sagen wir hiermit allen herzlichen Dank. Familie A. Wahn. Belanntmachung. Wegen Ausführung von Pflasterungsarbeiten wird die Jägerstraße zwischen Eilper= und Breddestraße bis auf Weiteres für jeglichen Fuhrverkehr gesperrt. Hagen, den 6. Juni 1898. Die Polizeiverwaltung. Agr. Kammerjager Cl. Schon aus Dulsburg trifft dieser Tage hier ein, und werden Interessenten gebeten, etwaige Anliegen nebst Adressen-Angaben schriftlich postlagernd zu richten. Original-Zeugnisse der Firma Gebr. Stollwerck in Köln, sowie verschiedener Kgl. Gefängnis=Inspektionen u. s. w. ist derselbe in der Lage, jederzeit vorlegen zu können. 12266 Achtung! Der zur radikalen Bei Schwaben, Kakerlacken, zo Artilgung von anzeu hinlängliAchtung atten, Mäusen, bekannte Nachruf. Am 30. Mai ds. Js. verunglückte inmitten seines Berufs und starb infolge dessen am 2. Juni ds. Js. der Königliche Eisenbahn-Wagenmeister Prieurien-Senlundermann. Neben dem, dass der so plötzlich Dahingeschiedene ein von allen Vorgesetzten u. Mitbeamten geschätzter, tüchtiger und pflichtgetreuer Beamter war, verlieren wir in demselben einen uns stets lieben und treuen Kollogen, dem wir ein ewiges Andenken bewahren werden. Herdecke-Vorhalle, den 6. Juni 1898. Die Wagen- und Hülfswagenmeister der Station Herdecke-Vorhalle. Zwungsversteigrrung. Mittwoch den 8. Juni er. werde ich in meinem Pfandlokal beim Wirt Lindemann zu Wetter die dort hingeschaffte öffentlich meistbietend gegen gleich bare Zahlung versteigern. Romberg, Gerichtsvollzieher, Hagen, Hochstr. 107. 13279 In der Nähe von Hagen wird von einem pens. Beamten mit Frau und erwachs. Tochter eine Parterre=Wohnung, bestehend aus 2 Stuben, 1 gr. u. 1 kl. Kammer, sowie Küche und einem kl. Garten per. 1. Oktbr. od. früh. zu mieten gesucht. Ausf. 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J. diese Straße 55a, insoweit als dieselbe Boeler Gebiet(Flur 16, Parzellen Nr. 142, 105/76, 106/76 und 151/77 und Flur 18 Nr. 18) durchschneidet, festgesetzt. Der die vorbezeichnete Straße 55a veranschanlichende Plan liegt vom 7. d. Mts. ab 4 Wochen lang im Amtshause zu Altenhagen, Zimmer Nr. 7, zur Einsicht offen. Während dieser Zeit können Einwendungen erhoben werden. Altenhagen, den 6. Juni 1898. Boele, den 6. Juni 1898. Der Gemeindevorsteher: Der Gemeindevorsteher: Wortmann. Bracht. Dullenbreiter, Presser, Aogenter, Gabelnsetzer, Biegern. Härter, Schleifer gesucht. Wohnung von 3 oder 4 Zimmern und Stallung sowie hartenland wird evtl. gestellt. Winkhaus, Hassel& Co., Delstern. 12250 Einige tüchtige erfahrene Schrosser für dauernde Arbeit gesucht. 12227 Funcke& Hueck. Suche per sofort einen erfahr. Hammerschmieb □. A1 ii T. 2L Das Beste Ofener Bitterwasser. 3 Formet, 1 Former=Lehrling geucht von Emil Helkenberg, Tempergießerei in Voerde i. 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Haldenerstr., Haldenerweg, Arndtstr, Kurzestr., Lützowstr., Hügelstr., Rosenstr. und Rosengarten, Hagenerheide, Berghof, Fleyerweg. Srehinnige Volnspartei. Dessenlliche „ in denen Herr Parteisekretär Hermann Schöler Holllischr Börtragt halten wird, finden statt in: Eilpe am Dienstag den 7. Juni, abends 8½ Uhr, Zu diesen Versammlungen werden alle Wähler des Wahlkreises Hagen=Schwelm hiermit freundlichst eingeladen. Das Kreis=Wahlkomitee der Freisinnigen Volkspartei. Versammlung am Mittwoch, 8. Juni 1898, 5a 8 Uhr, abehbe 8 im Lokale des Herrn Franz Menn, Rembergstr. 9. Wahl=Bezirk. ve Pi. 188. 11557 Italienische Schaumweine. Spumante’ltalia pr. Fl..00 Spumante’Asti pr. Fl..50 Bei Abnahme von 10 Fl. 5 Pfg. pr. Fl. billiger. Robert Schmidt, Kirchstrasse 15. Zulbusten u. Noulaben liefert in bestbewährter Konstruktion mit langjähriger Garantie billigst die 7888 Düsseldorfer Jalousiefabrik H. Müller Söhne. he: Das malerischr u. romant. Westsaten Dienstag, den 7 ds. 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Durch die Zeitunge daß der Abgeordnete L Vergebens gegen§ 6 de unlautern Wettbewerbs weil er von einem bekan behauptet hatte, jemand Mark gekauft, aber nach einem kleinern Geschäfte Mark erhalte, habe er de gezahlten Preis sich hera war in einer Versammli leuten gemacht worden, Warenhäuser und Baza Der genannte Abgeordn hauptung nicht beweisen, hauptete vielmehr, die angegebenen Preise sei i Diese Verurteilung, sein soll, erregte einige nicht von einem Konkurre nicht von einem Gewerb ist aber keine Voraussetzt für die Strafbarkeit, we wider besseres Wissen daß die herabsetzende Bebewerbs“ gemacht ist, ein oder eines fremden Ges kann man sehr wohl der gethan ist, um die War schäften herabzusetzen, da bewerbes der letztern 4 auch den Standpunkt v ratungen über eine vo empfundene Erscheinung Zweck des Wettbewe bei litterarischen, wissen Instruments), künstlerise der kritisierte Gegenstau glichen wird. Auch we besprochenen Gegenstand doch nur ausnahmsweise Zwecke der Kritik zugl verfolgen. Es kommt zwar, wie Finger in meint, auf den Haupt; weiter, es müsse die Gunsten eines oder mehre sichtigt sein. Letzierer An steller, welche das Gesetz Entscheidung des Kamme des Reichsgerichts kann gegensehen. Die bäufigste Art d der unwahren Reklame, Er ist, weil er von erfa den meisten Fällen als harmloser als die zweite welche direkt den Konkt weder„über die Ware oder„über die Person Geschäfts Behauptungen verbreitet, welche geeigne oder den Kredit des In gegen unwahre und ne alle„Erwerbsgeschäfte“. geschäfte jeder Art, nick werksbetriebe, sondern des Apothekers, der Heilk Aerzte. Eine Geschäfts Die Ausübung von Kl hierher, insoweit sie alt Die unwahren Be Geschäftsbetrieb betreffe Tharakter haben. Verbot das Konkurrenzgeschäft 11 Die Erber Roman „Ich beabsichtige au und Boden Deines Vet „sondern logiere berei „Warskaja" im goldene „Was veranlaßt meinen Anordnungen e Sie warf den Hut das volle Haar mit beid werde es ihm unerträgl „Wozu all das Fr. Bedarf es einer Erklärt selbst, warum ich kam. gut! Ich bin da, weil als dort, wo Du bist. werden muß, wenn es! weil ich Dich eben so w und Wasser. Als Du liebt mich nicht mehr". Stunden, wo etwas in es ist nicht wahr, es ist sein soll! Ich glaube: so gewaltigen Leidensche glauben. Der Druck fi Last der Sorgen, der C an allem Schuld und di was ich Günther war in den Hintergrund. innerung nicht sein. Er wie glücklich wir waren meiner Seite verlebte.“ in meiner Einsamkeit. Himmel und Hölle sich ich ihnen getrotzt und d denn in solcher Ungewi zu leben, hätte meinen bin ich da und fordere Gesicht, daß Du mich n den Mut dazu hast!“ Günther hatte ihn und Zaghaftigkeit kam nach Worten, die nicht sollten, was er sich offe endlich:„Du forderst die ich doch bereits vor glaubte. Deine Rechte und bleibst meine Geme und es liegt mir fern, Lereinigt, zerreißen zu Deine angenblickliche R 1 Nr. 130. Abonnementspreis pr. Quartal M..50. Insertionspreis die einfache Spaltenzeile oder deren Raum (Zweites Blatt.) Dienstag den 7. Juni 1898. 15 Pfennig. ** 85. Jahrgang. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonnund Festtage. Druck und Verlag: Gustav Butz in Hagen. Fernsprecher Nr. 39. Herabsetzung des Konkurrenzgeschäfts. Von Dr. jur. W. Brandis, Berlin. Nachdruck verboten. Durch die Zeitungen ging unlängst die Mitteilung, daß der Abgeordnete Liebermann v. Sonnenberg wegen Vergebens gegen§ 6 des Gesetzes zur Bekämpfung des unlautern Wettbewerbs zu Schadenersatz verurteilt sei, weil er von einem bekannten großen Warenhause in Berlin behauptet hatte, jemand habe dort einen Teppich für 40 Mark gekauft, aber nachdem er sich überzeugt, daß er in einem kleinern Geschäfte einen gleichen Teppich für 20 Mark erhalte, habe er den Teppich zurückgetragen und den gezahlten Preis sich herausgeben lassen. Diese Behauptung war in einer Versammlung von Handwerkern und Kaufleuten gemacht worden, in welcher der Schutz gegen Warenhäuser und Bazare auf der Tagesordnung stand. Der genannte Abgeordnete konnte vor Gericht seine Behauptung nicht beweisen, das angegriffene Warenhaus behauptete vielmehr, die Rückgabe eines Teppichs zu dem angegebenen Preise sei überhaupt nicht erfolgt. Diese Verurteilung, gegen welche Berufung eingelegt sein soll, erregte einiges Aufsehen, weil die Aeußerung nicht von einem Konkurrenten des Warenhauses, überhaupt nicht von einem Gewerbtreibenden, ausgegangen ist. Dies ist aber keine Voraussetzung für die Haftpflicht, auch nicht für die Strafbarkeit, welche eintritt, wenn die Aeußerung wider besseres Wissen gethan ist. Es genügt vielmehr, daß die herabsetzende Behauptung„zum Zwecke des Wettbewerbs“ gemacht ist, einerlei, ob zum Zwecke des eignen oder eines fremden Geschäfts. In dem erwähnten Falle kann man sehr wohl der Ansicht sein, daß die Aeußerung gethan ist, um die Warenhäuser gegenüber kleinern Geschäften herabzusetzen, daß sie also den Zwecken des Wettbewerbes der letztern Geschäfte dient. Man kann aber auch den Standpunkt vertreten, daß bei derartigen Beratungen über eine von mancher Seite als Uebelstand empfundene Erscheinung unseres Erwerbslebens nicht der Zweck des Wettbewerbes obwaltet, ebensowenig wie bei litterarischen, wissenschaftlichen(z. B. eines ärztlichen Instruments), künstlerischen Besprechungen, bei denen oft der kritisierte Gegenstand getadelt und mit andern verglichen wird. Auch wenn hier falsche Eigenschaften dem besprochenen Gegenstand zugeschrieben werden, so wird man doch nur ausnahmsweise sagen können, daß sie neben dem Zwecke der Kritik zugleich auch den des Wettbewerbes verfolgen. Es kommt auf den einzelnen Fall an, und zwar, wie Finger in seinem Kommentar zu dem Gesetz meint, auf den Hauptzweck. Der genannte Autor sagt weiter, es müsse die Förderung des Wettbewerbes zu Gunsten eines oder mehrerer bestimmten Geschäfte beabsichtigt sein. Letzierer Ansicht sind auch die andern Schriftsteller, welche das Gesetz erläutert haben. Der ergehenden Entscheidung des Kammergerichts und wahrscheinlich auch des Reichsgerichts kann man hiernach mit Interesse entgegensehen. Die bäufigste Art des unlautern Wettbewerbs ist die der unwahren Reklame, der sogenannte Reklameschwindel. Er ist, weil er von erfahrenen Leuten von vornherein in den meisten Fällen als solcher erkannt wird im ganzen harmloser als die zweite Art des unlautern Wettbewerbes, welche direkt den Konkurrenten angreift, indem sie entweder„über die Waren oder gewerblichen Leistungen“ oder„über die Person des Inhabers oder Leiters des Geschäfts Behauptungen thatsächlicher Arl ausstellt oder verbreitet, welche geeignet sind, den Betrieb des Geschäfts oder den Kredit des Inhabers zu schädigen". Den Schutz gegen unwahre und nachteilige Behauptungen genießen alle„Erwerbsgeschäfte". Darunter fallen nicht nur Handelsgeschäfte jeder Art, nicht nur alle Fabriks= und Handwerksbetriebe, sondern auch die gewerblichen Leistungen des Apothekers, der Heilkünstler und auch der approbierten Aerzte. Eine Geschäftseinrichtung ist nicht erforderlich. Die Ausübung von Kunst und Wissenschaft gehört nur hierher, insoweit sie als Erwerbsgeschäft betrieben wird. „„ Die unwahren Behauptungen können lediglich den Geschaftsbetrieb betreffen, aber auch einen persönlichen Tharakter haben. Verboten ist die unwahre Behauptung, das Konkurrenzgeschäft sei nicht leistungsfähig, es könne keinen großen oder eiligen Auftrag ausführen; es habe veraltete Maschinen oder Werkzeuge; es sei in der Auflösung begriffen; ein Brand habe einen Teil der Gebäude zerstört; die hätten einen Streik begonnen oder beabsichtigen einen solchen; es zahle schlechte Löhne, es wechsele oft mit den Leuten; die Leute seien nicht recht eingeübt. Auch ganz allgemeine Behauptungen jemandes, wie z..: er liefere billiger als alle andern, er allein habe die neuesten Maschinen und Werkzeuge, seine Fabrikate seien die einzigen, welche prämiiert seien, können für die Erwerbsgenossen, besonders diejenigen am nämlichen Orte, sehr wohl verletzend sein. Die Warnung jemandes, sein Geschäft nicht mit einem andern zu verwechseln, ist in dieser Form keine Herabsetzung der Leistung des andern, kann es aber leicht durch irgend welchen tadelnden Zusatz werden. Zu den persönlichen Herabsetzungen gehören z. B. Behauptungen wie: Der Konkurrent führe ein Wirtshausleben, er vernachlässige sein Geschäft; er sei wegen Eigentumsvergehens bestraft; er habe nichts gelernt, sei es in kaufmännischer oder technischer Beziehung; er überlasse alles seinen Leuten, da er kränklich sei; er solle sich in Zahlungsschwierigkeiten befinden; er sorge ungenügend für seine Arbeiter, woraus man folgern kann, daß auch diese schlecht arbeiten und bald streiken. Alle diese persönlichen Behauptungen sind unzulässig nicht nur, wenn sie sich gegen den Inhaber selbst richten, sondern auch, wenn sie den Leiter des Geschäfts betreffen. Wer eine derartige Behauptung gethan hat, kann ohne weiteres verklagt werden, und ist es dann seine Sache, zu beweisen, daß seine Behauptung wahr ist. Kann er dies nicht, so wird er zum Schadenersatz bezw. Strafe verurteilt. Zuständig für die Klage auf Schadenersatz ist, wenn man den Schaden auf weniger als 300 M. berechnet, das Amtsgericht, sonst die Kammer für Handelssachen beim Landgericht. Kann man dem Gegner nachweisen, daß die Behauptung wider besseres Wissen geschehen ist, so gehört die Sache vor die Strafkammer des Landgerichts. Aber auch, wenn der Behauptende beweisen kann, daß die von ihm behauptete Thatsache wahr ist, so kann er trotzdem bestraft werden wegen Beleidigung, wenn aus der Form oder der Art seiner Aeußerung die Absicht der Beleidigung hervorgeht.— Das französische Recht geht hierin weiter, als unser Gesetz, indem es für gleichgültig erklärt, ob die herabsetzende Behauptung wahr ist oder nicht. Jede, auch die wahre nachteilige Kritik über den Konkurrenten, sei es eine sachliche oder persönliche, wird, sofern sie zum Zwecke des Wettbewerbs ausgeübt wird, für unzulässig erklärt und verpflichtet zum Schadenersatz. Eine wichtige Ausnahme von der Haftung für unwahre nachteilige Behauptungen stellt das Gesetz auf dadurch, daß es seine Bestimmung nicht für anwendbar erklärt, wenn„der Mitteilende oder der Empfänger der Mitteilung an dieser ein berechtigtes Interesse hat". Hierdurch soll die geschäftliche Auskunft geschützt werden, einerlei, ob die Auskunft von einem Auskunftsbureau erteilt wird oder aus Gefälligkeit oder Freundschaft oder von Schutzvereinen zur Sicherung ihrer Mitglieder gegen Verluste. Wer um Auskunft nachsucht, um hiernach seine Geschäftsbeziehungen zu anderen zu regeln (das ist der Empfänger der Mitteilung), und wer eine solche Auskunft nach bestem Wissen erteilt, befindet sich in Wahrnehmung berechtigter Interessen. Es soll der Mitteilende nicht haftbar sein, wenn die Auskunft ungünstig lautet. Das Gesetz will eben nur solche unwahren Behauptungen treffen, die aus gedankenloser oder böser Absicht stammen und für die eine Entschuldigung nicht vorliegt. Die Ausnahme betrifft deshalb nicht nur die Auskunftserteilung, sondern auch jegliches berechtigtes Interesse des einen oder anderen Teils an der Mitreilung. In Fällen dieser Art bleibt es also bei der Vorschrift des § 187 des Reichsstrafgesetzbuchs, wonach nur, wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Thatsache behauptet und verbreitet, welche dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wegen verleumderischer Beleidigung zu Gefängnis, sowie zu einer Buße bis zu 6000 M. verurteilt werden kann. * Hagen, 7. Juni.[Wie der Staat zu seinem Gelde kommtl, ersehen wir, so schreibt die„Köln. Ztg. wieder einmal aus einem lehrreichen Brief= und PostAnweisungs=Wechsel. Ein Kölner Bürger erhält aus D. eine löblicherweise mit 10 Pfg. frankierte Aufforderung, an Fortschreibungs=Gebühr dort 10 Pfg. zu erlegen. Der Schuldner zahlte diese 10 Pfg. durch eine mit 25 Pfg.— denn das Bestellgeld darf nicht fehlen— frankierte Postanweisung ein. Die Kosten für die Einziehung des großartigen Objekts betragen also 45 Pfg., d. i. 450 Procent der Schuldsumme: davon hat der Gläubiger Staat 100, der Schuldner 350 Procent zu tragen. Freilich hatte der Schuldner die Sache billiger haben können, wenn er sich zu Fuß auf den Weg nach D. gemacht(hin und her ein anstandiger Tagesmarsch von 50 Kilometer) und seinen Nickel dort persönlich überreicht hätte. Der Staat aber hat opfern müssen. Dieses der Komik nicht entbehrende Vorkommnis ist ein neuer Beweis, daß endlich ein Weg gefunden werden muß, der es den Behörden ermöglicht, derartige sowohl dem Staat wie den Steuerzahlern nur Schaden bringende Geldansprüche niederzuschlagen. + Hagen, 7. Juni.[Deutsches Turnfest.] Auf die Eingabe des Ausschusses an das preußische Kultusministerium, betreffend eine Beurlaubung der nach Hamburg zum Deutschen Turnfest gehenden Lehrer derjenigen Provinzen, in denen die Schulferien später beginnen, ist vom Minister die Entscheidung eingegangen, daß eine allgemeine Beurlaubung nicht stattfinden könne, es vielmehr den zuständigen Behörden überlassen bleiben müsse, über etwaige Anträge von Lehrern in jedem einzelnen Falle zu entscheiden. * Iserlohn, 4. Juni.[Ehrenbürgerrecht.] Der Stadtverordnete Kommerzienrat Dr. Fleitmann Begründer der weitbekannten Nickelfabrik hierselbst, wurde in der heute stattgefundenen geheimen Stadtverordnetensitzung zum Ehrenbürger der Stadt Iserlohn ernannt. An der Sitzung nahmen von 27 Stadtverordneten 19 teil. Halver, 4. Juni.[Gemeinderatssitzung.] In der gestern stattgehabten Sitzung der Gemeinde=Vertretung wurde zunächst über den Antrag des katholischen Pfarrers Herrn Meyer in Breckerfeld auf Gewährung der Mittel zur Erteilung des katholischen Religionsunterrichtes am hiesigen Orte verhandelt. Die Zahl der katholischen Kinder hat in den letzten Jahren zugenommen, so daß dieselbe in der Volksschule des hiesigen Ortes 18 beträgt. Es wurden für die Erteilung des katholischen Religionsunterrichtes an dieselbe 200 M. bewilligt. Der katholische Lehrer von Breckerfeld wird an jedem Samstag nachmittag nach hier kommen, um in der hiesigen katholischen Kirche 2 Stunden Religionsunterricht zu erteilen. Auf Wunsch der Bewohner von Halverscheid wurde beschlossen, den Weg von Ostendorf nach Halverscheid aus der vierten in die dritte Klasse zu versetzen, dagegen wurde der Weg von Halverscheid mit der Halver Chaussee in die vierte Klasse versetzt.— Für das Kaiser WilhelmDenkmal auf der Hohensyburg wurde eine abermalige Beihülse von 100 M. bewilligt. Der folgende Punkt der Tagesordnung betraf die Regelung der Gehälter für die Lehrer an der Rektoratschule. Eine sehr lebhafte Besprechung rief die Frage wegen der Unterhaltung der Communalwege hervor, die seit dem 1. April d. J. auf den Communaleiat übernommen sind, während bisher den einzelnen Bürgern eine Wegestrecke zur Unterhaltung überwiesen war. In verschiedenen Bauerschaften ist bei der kürzlich stattgehabten Verdingung der Wege an Unternehmungslustige die Taxe wesentlich überschritten. Die Taxe selbst aber hatte bereits den für Unterhaltung der Wege in den Etat eingesetzten Betrag von 10000 M. um 2000 M. überschritten. Nach längerem lebhaften Gedankenaustausch wurde beschlossen, in den einzelnen Bauerschaften für die Unterhaltung der Wege nicht mehr wie die bei der Taxe sich ergebende Summe aufzuwenden. Schon in einer früheren Sitzung ist die obligatorische Fleischschau für alles in der Gemeinde geschlachtete Vieh im Prinzip beschlossen. Zur Ausführung dieses Beschlusses K K war Herr Tierarzt Engelhardt ersucht worden, entsprechende Vorschläge und Anträge zu machen. Es lagen nun die Anträge desselben vor. Der erste forderte das bisher von der Gemeinde bewilligte Fixum von 600 M. und außerdem für die Untersuchung eines Stückes Großvieh 2 M. und eines Stückes Kleinvieh 1.; der zweite Antrag forderte eine bestimmte Untersuchungsgebühr ohne Gewährung eines Fixume und der dritte Antrag Kilometer= gelder und die erstgenannten Untersuchungssätze. Das Kollegium entschied sich für den ersten Antrag, so daß also die Untersuchung eines Stückes Großvieh 2 M. und die eines Stückes Kleinvieh 1 M. kostet und außerdem dem Herrn Tierarzt Engelhardt seitens der Gemeinde ein Fixum von 600 M. gewährt wird. Voraussichtlich tritt die obligatorische Fleischschau im Monat Juli in Kraft. Ferner wurde beschlossen, die Bezirkshebammen bei der Alters= und Invaliditätsversicherung zu versichern, und war soll die Gemeinde die Hälfte der Beiträge zahlen. Endlich wurde noch eine Kommission gewählt, welche vor Beginn der Pflasterung der Straße in Schalksmühle die Sache noch einmal genau besichtigen soll. eid Lüdenscheid, 4. Juni.[Aus der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten=Versammlung] ist Folgendes hervorzuheben: Zur Begutachtung des Neubaues resp. Erweiterungsbaues des städtischen Schlachthauses wird eine Kommission eingesetzt, die aus je drei Mitgliedern des Magistrats, des StadtverordnetenKollegiums und der Schlachthausdeputation und außerdem aus zwei Metzgermeistern besteht. Aus dem Kollegium werden die Herren W. Gerhardi, Brune und Liemke in diese Kommission gewählt.— Sodann genebmigt das Kollegium die vom Magistrat mit zwei Bruchmeistern abgeschlossenen Verträge, die Vermietung der städtischen Steinbrüche auf der Höh betreffend, durch welche das Interesse der Stadt besser wie bisher gewahrt wird.— Ein projektierter Erweiterungsbau der Knapperschule, durch den drei neue Klassenzimmer geschaffen werden sollen, sowie der Ankauf eines Grundstücks zur Vergrößerung des Schulplatzes der genannten Schule wird gleichfalls genehmigt; die Gesamtkosten des Anbaues sind auf 21500 M. veranschlagt, für die Vergrößerung des Schulplatzes werden ca. 3300 M. erforderlich sein.— Ebenfalls bewilligt werden 5400 M. für den Ausbau der GoetheStraße.— Die aus dem Magistrat turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder W. Büren und F. Winkhaus werden wiedergewählt. * Witten, 5. Juni.[Ein netter Ehemann] scheint der Steinbrucharbeiter, der frühere Bruchmeister Theodor Auweiler von hier zu sein. Derselbe, ein durch Trunk sehr heruntergekommener, roher Mensch, mißhandelt seine Frau des öftern in der brutalsten Weise, sodaß sie mit ihren vier kleinen Kindern mehreremale bei ihrer Mutter Schutz suchen mußte. Vor einigen Tagen, als er wieder einmal betrunken nach Hause kam, wurde seine Frau wiederum von ihm erheblich geschlagen, so daß sie seit jenem Tage schwer erkrankt darnieder liegt. An ihrem Aufkommen wird gezweifelt. * Schwerte, 6. Juni.[Schwerte=Eckeseyer Aktienstraße.] Die Aktienstraße von Schwerte nach Hagen, die bekanntlich vor einiger Zeit Konkurs anmeldete, der aber gerichtlich nicht angenommen ist, scheint jetzt endlich einer besseren Zukunft entgegen zu sehen. Die Provinz bezw. der Kreis wird die Straße, die stellenweise vollständig ausgeleiert ist, übernehmen. Das Zahlen des Chausseegeldes, das nicht gering war, ist schon aufgehoben. Aus diesem Grunde wäre es doch wohl richtig, die Barrièren wegzunehmen, da durch dieselben aus alter Gewohnheit noch mancher Irrtum entstehen dürfte. ny Hattingen, 6. Juni.[Die Nebenverdienste der Schullehrer] fanden in der letzten Stadtverordnetensitzung gelegentlich der Regulierung der Lehrergehälter Mißbilligung. Nachdem eine Alterszulige von 160 M. für die Lehrer, von 110 M. für die Lehrerinnen festgesetzt, das Grundgehalt der Letzteren auch auf 1000 M. erhöht worden war, sprach ein Stadtverordneter unter Zustimmung eines großen Teils des Kollegiums die Erwartung aus, daß die Lehrer nunmehr Agenturen und sonstige gewerbliche Funktionen darangeben würden, damit endlich die Klage verhalle, welche der Handelsstand und andere erhöben, die in der 11 Die Erben von Waldheim. Roman von B. Corony. „Ich beabsichtige auch durchaus nicht, auf dem Grund und Boden Deines Vetters zu wohnen, erwiderte sie, „sondern logiere bereits seit gestern unter dem Namen „Warskaja" im goldenen Löwen.“ „Was veranlaßt Dich denn, meinem Willen und meinen Anordnungen entgegen zu handeln?" Sie warf den Hut auf den nächsten Stuhl und strich das volle Haar mit beiden Händen aus der Stirn, als werde es ihm unerträglich heiß. „Wozu all das Fragen und Hin= und Herreden? Bedarf es einer Erklärung? Du weißt so gut wie ich selbst, warum ich kam. Willst Du es aber hören— nun gut! Ich bin da, weil ich nirgend anders sein kann, als dort, wo Du bist. Weil ich umkomme, wahnsinnig werden muß, wenn es länger so fort geht. Ich bin da, weil ich Dich eben so wenig entbehren kann wie Luft und Wasser. Als Du gingst, da sagte ich mir:„Er liebt mich nicht mehr". Aber dann gab es doch wieder Stunden, wo etwas in meiner Seele aufschrie:„Nein, es ist nicht wahr, es ist unmöglich, daß alles zu Ende sein soll! Ich glaube nicht, daß jeder Funke einer einst so gewaltigen Leidenschaft verglüht ist, und will's nicht glauben. Der Druck finanziellen Zusammenbruchs, die Last der Sorgen, der Einfluß Leos und Nataliens sind an allem Schuld und drängen die Erinnerung an das, was ich Günther war und gab und noch geben will, in den Hintergrund. Aber erstorben kann diese Erinnerung nicht sein. Er kann doch nicht vergessen haben, wie glücklich wir waren, welche Zeit der Wonne er an meiner Seite verlebte.“ Es duldete mich nicht länger in meiner Einsamkeit. Ich mußte fort, und hätten Himmel und Hölle sich mir entgegengeworfen, so würde ich ihnen getrotzt und den Weg zu Dir gefunden haben, denn in solcher Ungewißheit, in solchen Zweifeln weiter zu leben, hätte meinen geistigen Tod bedeutet. Deshalb bin ich da und fordere Wahrheit von Dir. Sage mir ins Gesicht, daß Du mich nicht mehr liebst, sage es, wenn Du den Mut dazu hast!“ Günther hatte ihn nicht. Seine gewöhnliche Schwäche und Zaghaftigkeit kam noch einmal über ihn. Er suchte nach Worten, die nicht verletzen und doch ausdrücken sollten, was er sich offen zu sagen scheute, und erwiderte endlich:„Du forderst ungestüm Antwort auf Fragen, die ich doch bereits vor meiner Abreise erledigt zu haben glaubte. Deine Rechte bestreitet Dir niemand. Du bist und bleibst meine Gemahlin, die Gräfin v. Plankenstein, und es liegt mir fern, das Band, welches uns für immer vereinigt, zerreißen zu wollen. Gleichwohl muß ich auf Deine angenblickliche Rückkehr nach G:... dringen und zwar in unserm beiderseitigen Interesse. Die Ursachen, welche mir eine vorläufige Trennung als unerläßlich erscheinen lassen, legte ich Dir ja schon früher klar und brauche mithin nicht nochmals darauf zurückzukommen. Sind noch einige Jahre verflossen, dann hoffe ich wieder festen Fuß im Leben gefaßt zu haben und Dir eine neue Heimat, welche auf stärkeren Pfeilern erbaut sein soll, bieten zu können—“ „Nicht kühle Ausflüchte verlange ich zu hören, sondern die Wahrheit. Hast Du aufgehört, mich zu lieben?“ „Wenn Du unter„Liebe“ einen Zustand beständiger Exaltation verstehst, der Vernunft und Ueberlegung trübt, dann ja. Sei es denn offen ausgesprochen! Wir müssen die Zukunft mit nüchternen und scharfen Augen sehen, Sonja, und nicht mehr unter dem früheren Gesichtspunkt, der uns beide irre führte. So konnte es ja nicht fortgehen, die Reaktion mußte endlich eintreten.“ „Du warst immer ein Feind des Rechnens und Arbeitens, Günther,“ sagte sie mit seltsam lauerndem Blick, „und hieltest es nicht lange auf Warwitz aus. Dir war nur wohl, wenn wir beide uns mitten im Wirbel des großstädtischen Lebens befanden. Es ist doch ganz unmöglich, daß Du Dich hier behaglich fühlst.“ Sie sah in den einfach möblierten Zimmern umher und fuhr spöttisch lachend fort: „Ich möchte lieber gar kein Dach über dem Kopf haben, als in so simpel und spießbürgerlich eingerichteten Räumen leben. Wie ist Dir zu Mute, wenn Du das „Einst“ mit dem„Jetzt“ vergleichst?“ „Dann sage ich mir: Du hast die ungünstige Wendung Deiner Verhältnisse selbst verschuldet und mußt dem zwecklosen Schlaraffenleben das Dich so weit brachte, energisch den Krieg erklären. Trägheit und Sybaritismus haben Dich vergiftet, jetzt gilt es sie mit einem wirksamen Gegenmittel zu bekämpfen, wenn Du nicht gänzlich untergehen willst. Das ist's, Sonja, was ich mir in der ersten schweren, fast unerträglichen Zeit beständig wiederholte und ins Gedächtnis rief. Und diese Mahnung der zwingenden Notwendigkeit weckte endlich Kräfte in mir, von deren Vorhandensein ich bis dahin selbst nichts wußte, weil sie, von leichtsinniger Sorglosigkeit eingeschläfert, von üppiger Genußsucht überwuchert, sich nicht entfalten und Wurzel schlagen konnten.“ „Ja, die Genußsucht findet hier allerdings keinen fruchtbaren Boden und keine Nahrung,“ warf sie ironisch ein.„Dein Vetter hat sie in Belagerungszustand versetzt und entzieht ihr das Nötigste. Aber wer lange gehungert hat, verlangt nur um so gieriger nach einer reich besetzten Tafel. Du hast also neue Kräfte in Dir entdeckt und willst diese ausnützen, um das Verlorene wieder zu gewinnen?“ „So ist es,“ erwiderte er kurz, denn ihr Ton stieß ihn ab. „Gut, aber jeder venünftige Mensch, der das vorgestreckte Ziel auf zwei Wegen erreichen kann, von denen der eine beschwerlich und holperig, der andere glatt und eben ist, wird doch den letzteren wählen.“ „Was meinst Du?“ Sonja kauerte sich neben ihm nieder, wie es von jeher ihre Gewohnheit gewesen war, sah mit heißem, leuchtendem Blick empor und flüsterte:„Ich habe immer Deine Wünsche und Launen erfüllt und will's auch jetzt. Die Leute, welche nur nach dem Schein urteilten, die meine Heftigkeit und mein herrisches Wesen sahen, bildeten sich ein, ich führte das Scepter, aber sie irrten. Keiner weiß das besser wie Du. Ich wollte Dir ein frohes Leben schaffen und that alles für Dich, ist's nicht so? Trieb ich nicht den förmlichen Kultus mit Dir?“ „Ich wäre undankbar, wenn ich es leugnen wollte.“ Er zog sie gerührt an die Brust und küßte ihre Lippen, aber es geschah nicht mehr mit der früheren Leidenschaftlichkeit. Doch Sonja schlang die Arme um ihn und rief mit vor innerer Bewegung fast versagender Stimme: „Es gibt ja keine Worte, die ausdrücken können, wie ich Dich liebe, wie mein ganzes Sein mit Dir verwachsen ist, und deshalb muß ich niederreißen, was zwischen uns steht, deßhalb dulde ich nicht, daß man Dich mir entfremdet, deßhalb ringe ich wie eine Verzweifelte um das, was mir das Höchste ist und was ich nicht wissen kann. Du willst arbeiten, willst mir nichts verdanken, das Unabhängigkeitsfieber ist über Dich gekommen. Gut! so arbeite und quäle Dich! Millionäre und Fürsten sind in der groben Lodenjacke, mit Nägel beschlagenen Schuhen unter unsäglichen Strapazen bis zum Gipfel des Gletschers hinaufgestiegen oder haben als Jägers stundenlang im Schnee gekauert und ihrer verweichlichten Glieder nicht geschont. Du huldigst wieder einer anderen Art von Sport.“ „Was Du sagst, beweist mir, daß Du mich und meine Bestrebungen durchaus nicht versteht. Es handelt sich um kein Komödienspiel, sondern um tiefen Ernst,“ erwiderte Günther, sich aus ihren Armen befreiend. „Ach, meine es doch, wie Du willst. Ich gebe Dir ja nach, wie immer. Und weil ich mich wieder fügen, unterwerfen und Deiner Laune schmeicheln wollte, und Du erkennen solltest, daß ich nichts anderes bin, als die Vollstreckerin Deines Willens, arbeite ich auch. „Du?“ „Ja; an einer erträglichen Gestaltung unfrer Zukunft. Wir haben beide noch einige schöne Jahre der Jugend vor uns; sollen wir sie denn ungenützt verstreichen lassen? Sieh, das Alter und damit die innere Kälte, Erstarrung und Freudlosigkeit kommen so schnell. Man muß jeden Augenblick festhalten und jede Freudenblüte abpflücken, ehe sie welkt, jeden gefüllten Becher ausschlürfen, ebe sein Inhalt schal geworden oder verdünstet ist. Denkst Du nicht auch so?“ Sie hatte die Hände hinter seinem Hals verschlungen, ihr Herz pochte unruhig, aufgeregt an dem seinen, ihr Blick hing mit verzehrender Glut an ihm. Der süße Rausch, in den sie ihn stets zu versetzen wußte, hüllte auch jetzt wieder Günthers Sinne wie in feurigen Nebel, aber noch etwas anderes hatte Besitz von ihm ergriffen: die Erinnerung an Regina. Es war plötzlich, als sähe er ihr reines, keuiches Bild in weißem Schimmer aus purpurnen Wolken hervortreten und als blicke sie ihn traurig und warnend an. Da fand er die Kraft, den Zauber zu lösen und mit ruhigem Ton zu Sonja zu sagen:„Du schuldest mir noch die Antwort auf meine Frage. Wir verstehen uns offenbar nicht und doch ist es jetzt unerläßlich nötig, daß wir zur Klarheit über uusre Meinung und Absichten gelangen. Sie lachte wieder, aber es war ein seltsames, bitteres Lachen. „Dein Herz scheint zu einem Eisblock geworden zu sein, an dem man erfrieren kann. Reden wir also in ganz kühlem, geschäftsmäßigem Ton, da es keine Stunde wonnigen Selbstvergessens mehr für uns geben soll. Was wurde aus Dir gemacht, mein armer Günther? Ich glaube, sie haben die Seele in Dir totgeschlagen und Du bist nichts mehr als eine Maschine, welche von Leo und Natalie in Bewegung gesetzt wird.“ „Lassen wir das! Du behauptest, an unsrer Zukunft georbeitet zu haben. In wiefern?“ „Indem ich die ganze Zeit her in ununterbrochener mit Taute Varischkin blieb ihr nichts verKorrespondenz un Tame Enrischiin omd, ihr nichts derschwieg und mein Leid und meine Sehnsucht schilderte, da verstand sie mich endlich und wußte, was mir not that. Deshalb bietet sie Dir auf ihrem Gute dieselbe Stellung, welche Du hier einnimmst. Das heißt nur dem Wortlaut nach. Du wirst über 300 Seelen herrschen, Arbeit vollauf haben, aber nicht mehr in kahlen, unschönen Zimmern von einem kärglichen Gehalte leben. Wir beziehen die Räume des Herrenhauses, und ich kann Iwanowna Barischkin, obschon sie geizig und eigensinnig ist, um den Finger wickeln, wenn ich nicht mehr von ihrer Seite weiche, denn lieb gehabt hat sie mich immer. Wir werden den Winter in Moskau oder in St. Petersburg verleben und von neuem Lust und Freude mit vollen Zügen schlürfen. Ich mag nicht darben und entbehren, und Du sollst es nicht. Deshalb baute ich Tag und Nacht an einer Brücke, die uns aus diesem Elend hinaus und wieder zum Vollgenuß sorglosen Wohllebens führen wird. Siehl da ist der Brief. Lies! Du brauchst die goldene Frucht nur zu brechen.“ Plankenstein las und begann von neuem zu lesen, als er zu Ende war. Sonja betrachtete ihn mit unbeschreiblicher Spannung und wagte kaum zu atmen. (Fortsetzung folgt.) 84 A Rebenthätigkeit der Beamten, welche aus städtischen Mitteln besoldet würden, eine unberechtigte Konkurrenz erblickten. Juni.[Ueber die Pocken* R e c k l i n g h a u s e n, 3. J u n i.[ U e b e r d i e 9 erkrankungen) in Bruch meldet die„Rh.=W. Z. auf “ M i t t e i l u n g e n d a ß d i e E v i d e m i e seit von Gruno authentischer Mitlellungen, raß ri Extreinie ungefähr acht Tagen dort herrscht und wahrscheinlich Italienern eingeschleppt worden ist. Es sind bisher drei Erkrankungen in Bruch festgestellt und—5 Fälle in Köhlingbausen. Die Erkrankten liegen noch sämtlich in den dichtbewohnten Bergmannshäusern, da eine Isolierbaracke seitens des Kreises nicht vorgesehen ist. Es ist eine große Gefahr vorhanden, daß die Seuche noch an usdehnung gewinnt. Bisher ist esn Fall mit tötlichem Ausgang verlaufen. * Herford, 3. Juni.[Zur Hebung des Flachs aues.] Der früher in deu biesigen Bezirken blübende flachsauban liegt gegenwärtig sehr darnieder, obgleich alle Zedingungen für eine lohnende Flachsproduktion vorhanden sind. Um den Flachsanbau zu heben und zu fördern, soll jetzt eine Genossenschaft nach Sorauer Muster gegründet werden, welche auch den Flachsverkauf übernehmen wird. Für die Gründung der Genossenschaft bekundet auch die königliche Regierung großes Interesse.— Den Bau der Kreiskleinbahn wird hierselbst eine Genossenschaft m. b. H. übernehmen; als Haftsumme wurden zunächst 200000 Mk. festgesetzt. * Elberfeld, 6. Juni.[Feuer.] Durch den Feuermelder wurde heute vormittag gegen 10½ Uhr die Feuerwehr zur Neuenteicherstraße gerufen, wo in einer Wirtschaft ein Brand ausgebrochen war. Allem Anscheine nach muß das Feuer bereits zu früher Morgenstunde in einer Dachstube entstanden sein, genaues konnte noch nicht ermittelt werden. Als das Feuer von den Hausbewohnern entdeckt wurde, stand das ganze Dachgeschoß bereits in hellen Flammen, die mit rasender Geschwindigkeit auf die untere Etage übersprangen. Das Feuer richtete auch hier arge Verwüstungen an und brannte die ganze Etage fast vollständig leer. Nach Eintreffen der Wehr war der Brand schuell gelöscht. Was in dem alten Fachwerkhause vom Feuer verschont blieb, wurde durch das Wasser arg beschädigt, so daß die Decken fast vollständig eingestürzt Der Brandschaden ist ziemlich bedeutend sind. randschaden ist giemlich Erbentene. * Düsseldorf, 4. Juni.[Ein bemerkenswerter Beleidigungsprozeß] wurde heute an der Strafkammer hier verhandelt. Zu Nutz und Frommen aller derer, die auf Anwaltsbülse angewiesen sind, sei eine kurze Bemerkung vorhergeschickt. Die Fälle, in denen eine Prozeßpartei, weil sie unterlegen ist, ihrem Anwalt die Schuld dafür aufbürdet, sind Legion; nicht viel weniger zahlreich sind die Fälle, in denen solche Anwälte der Pflichtvergessenheit und Nachlässigkeit bezichtigt werden. So hatte auch der gewerblose Bernhard A. hier an die Anwaltskammer eine schriftliche Beschwerde gegen den Rechtsanwalt Justizrat H. gerichtet, in der er diesen der Pflichtvergessenheit bezichtigte. Daraufhin wurde gegen A. die Beleidigungsklage erhoben; die Verhandlung endete mit der Verurteilung des A. zu 150 M. Geldbuße. Der Fall mag hitzigen Prozeßhanseln zur Warnung dienen. * Essen, 4. Juni.[Im Umbau des Hauptbahnhofes] hat die verflossene Nacht ein überaus wichtiges Ereignis gebracht: In emsiger Arbeit sind die Weichen= und Auschlußverbindungen hergestellt worden, um die Steeler Personenzugsgeleise, welche im Straßenniveau liegen, abzubinden und die Linie über die vorher schon vorbereiteten neuen Geleise längs der Nordseite des Rangierbahnhofes von der Frillendorfer Brücke bis fast zur Einmündung der Düsseldorfer Linie abzuleiten. Die Steeler Züge fahren nunmehr also über die Brücke und die Geleisanlagen im Straßenniveau, welche seit Anfang P5ohohof Jabre, ungefähr so lange als der Berg.=Märk. Bahnhe, besteht, in Betrieb waren, werden nunmehr beseitigt. Der Wegeschrankenposten an jener in mehrfacher Hinsicht nicht ungefährlichen Stelle ist seit heute früh bereits eingezogen. Von den Bewohnern des ganzen östlich der Bahn gelegenen Stadtteiles wird diese Verkehrsverbesserung mit großer Freude begrüßt werden. Aber auch für die ganze Stadt ist dieses in aller Stille vollzogene Ereignis bedeutungsvoll, bildet es doch den ersten Merkstein in den erheblichen Verkehrsverbesserungen, welche die begonnene Umwälzung der Bahnhofsverhältnisse der Stadt bringen soll. * Ruhrort, 3. Juni.[Appetitliches Wasser.) in der„Ruhrort. Ztg. lesen wir:„Unser Wasserleitungslutegelaufbewahrungsinstitutsvorsteher hat wieder eine Vermehrung seiner reichassortierten Sammlung zu verzeichnen. Ein neuer Leitungsblutegel ist eingeschickt worden, entpuppte sich zwar bei genauer Besichtigung als Teil eines harmlosen Regenwürmchens, ist aber trotzdem eine recht ekelhafte Beigabe zu dem ziemlich teuer von auswärts bezogenen Leitungswasser. Gezapft wurde das „Würmchen im Hause Viktoriastraße Nr. 5 und zwar im zweiten Stock. Für die Verteidiger der Theorie, nach welcher die Blutegel immer von außen her an die Leitungskrähne gelangen, sei bemerkt, daß es einem Regenwurm im Traume nicht einfällt, bis zum zweiten Stocke emporzuklettern, um boshafter Weise in die Leitungskrähne zu kriechen. Bekanntlich versteht ein Regenwurm ebensowenig über Treppen zu klettern wie zu fliegen. Wir wollen noch hinzufügen, daß dies bereits der zweite Fall ist, wo lebende Wesen im Leitungswasser konstatiert wurden, welches aus Meiderich bezogen wird. Die Duisburger Wasserleitung muß also vom Vorrecht abstehen, allein mit unangenehmen Beigaben aufwarten zu können. * Kempen, 4. Juni.[Ein Beleidigungsprozeß. Mul. Rbrimerrr. G,, Mag„ getting. Ktringl. itte November v. Is. erschienen im„Kemp. Kreisbl.“ und im„Kemp. Volksfr. Artilel, in welchen von einer „grausamen Freiheitsberaubung, einer schaudervollen Entdeckung die Rede war. Der in guten Verhältnissen lebende Sparkassenrendant Stickelbrucks aus Vorst bei Krefeld habe seinen geistesschwachen, 58jährigen Bruder in einem kleinen Stalle ohne Lichtzutritt, mit einer kleinen Thür zum Hineinkriechen, ohne Bett ja sogar ohne Stroh gleich einem Tier Jahre lang eingesperrt gehalten. Der Unglückliche habe das Sprechen ganz verlernt, Kopf= und Barthaare seien verwildert, die Augen hätten sich nur langsam wieder an das Tageslicht gewöhnen können. Der Inhalt, dieser Artikel ist fast durch alle deutschen Zeitungen gegangen und hat nach der Darstellung bei den Lesern berechtigten Abscheu hervorgerufen. Der so schwer angeschuldigte Rendant Ew. Stickelbrucks aus Vorst hat nun gegen den verantwortlichen Redakteur des„Kempener Kreisblatts“, Müller, und den des Kempener Volksfreundes", Wesers, Privatklage wegen Beleidigung angestrengt. In der heutigen Schöffengerichtssitzung, in welcher Termin zur Urteilsverkündung in der Sache anberaumt war, stellte sich der Sachverhalt jedoch wesentlich anders heraus. Der Bürgermeister von Vorst, Seulen, bekundete, daß der geisteskranke, bisweilen tobsüchtige Albin Stickelbrucks, zweimal bei den Alexianern und ein drittes Mal in Grafenberg bei Düsseldorf interniert gewesen sei. Später sei er allerdings in einem Bretterverschlage im Hause seines Bruders untergebracht worden. Der Bürgermeister habe jedoch niemals Veranlassung zu einem polizeilichen Einschreiten gefunden. Das Zeugnis des Sachverständigen Dr. med. Mockenhaupt geht auch im Wesentlichen dahin, daß der Kranke eine ausreichende Ernährung gehabt haben müsse. Der Raum, indem der Kranke untergebracht gewesen sei, habe das Bild einer praktisch eingerichteten Irrenzelle geboten. Der Oberwachtmeister Leusenthin, der eine Untersuchung auf die Meldung des Gendarmen Gehm aus St. Tönis in Gegenwart des Bürgermeisters des Ortes und des Gendarmen Dahmen angestellt hatte, bekundete allerdings, daß es in der Zelle so dunkel gewesen sei, daß Dahmen bald über den Geisteskranken gefallen sei. Einzelne Ritzen zwischen den Brettern seien verstopft und zugeklebt und die Kleidung ekelerregend gewesen. Die Aussagen der meisten anderen Zeugen sind dagegen gleichsfalls günstig für den Privatkläger. Die Vertreter des letzteren, die Rechtsanwälte Floeth und Deswatines aus Krefeld beantragen gegen die beiden Redakteure Müller und Wesers Gefängnisstrafe und Zahlung einer Buße von mindestens je 500 M. Rechtsanwalt Floeth hatte ferner Publikationsbefugnis in allen deutschen Blättern beantragt. Das Urteil lautete gegen beide Redakteure auf eine Geldstrafe von je 100 M. Der Schleiferlehrling Fr. D. in Haspe holte, nachdem er seinen Dienst beim Kaufmann R. bereits aufgegeben hatte, eines Tages eine Postanweisung desselben über 21 Mk. von der Post ab, indem er im Namen seines früheren Dienstherrn quittierte. Er wird dafür mit 1 Woche Gefängnis bestraft. Der Kaufmann C. Sch. und der Bäcker W. H. aus Haspe stehen wegen Verleitung zum Meineide unter AnErsterem wird außerdem zur Last gelegt, den Mutternschmied M. zu Harkorten wissentlich falsch des Meineides beschuldigt zu haben. M. betrieb in Haspe einen Handel in Trompeten und war Sch. seiner Zeit bei ihm angestellt. In dieser Zeit entwendete Sch. dem M. einen Wechsel, den er in seinem Interesse verwandte. Wegen Urkundenfälschung und Hausfriedensbruch erhielt er im August v. J. eine mehrmonatliche Gefängnisstrafe. Diese Strafe gab den beiden Angeklagten Veranlassung, auf den etwas beschränkten Arbeiter R. dahin einzuwirken, daß er aussagen solle. M. habe dem Sch. jenen Wechsel übergeben. Sch. wird beider Strafthaten für überführt erachtet und zu 1 Jahr 1 Monat Zuchthaus verurteilt. Gegen H. kann die Schuld nicht festgestellt werden und erfolgt seine Freisprechung. Dem M. wird die Publikationsbefugnis zugesprochen. Der bereits wegen Unterschlagung mit 50 Mk. Geldstrafe vorbestrafte Kaufmann P. L. von hier hat im versangenen Winter einen Wechsel über 250 Mk. mit dem Accept des Fuhrunternehmers Chr. Kl., eines Freundes seines Vaters. gefälscht, wofür ihm unter Annahme mildernder Umstände 6 Wochen Gefängnis zudiktiert werden. Wegen Jagdvergehens haben sich die Fabrikarbeiter C.., C. z. N. und F. H. aus Oege bei Hohenlimburg zu verantworten. Am Sonntag den 16. Januar cr., vormittags gegen 11 Uhr, hörte der Jagdaufseher v. d. H. im Amerwalde zu Oege einen Schuß fallen und gleich darauf einen Teckel laut jagen. Als er auf die Schußstelle zuging, sah er drei Männer stehen, von denen einer im Walde verschwand. Die anderen beiden, die als A. und H. festgestellt sind, weigerten dem Förster gegenüber, der in der Nähe der Leute eine geladene Stockflinte an einem Strauch stehen sah und solche konfiszierte, ihre Namen zu nennen. A. und H. wollen den dritten Mann, den sie aus ihrer Flasche haben trinken lassen, nicht gekannt haben, bestreiten aber, daß es z. N.— der zweite Angeklagte— gewesen ist. Wem die konfiszierte Flinte gehört, hat nicht ermittelt werden können. Der Hund gehörte einem Freunde der drei Angeklagten, dem Zeugen D. der verdächtiger Weise— vielleicht ist er der dritte Mann gewesen— sein Zeugnis verweigert. Das Gericht erachtet den zweiten Angeklagten z. N. nicht für mitbeteiligt und überführt und spricht ihn kostenlos frei, hält die anderen beiden aber für schuldig, erkennt jedoch nur auf eine Geldstrafe von je 60 Mk., ev. 20 Tage Gefängnis. Eine Sache mußte vertagt werden, in einer anderen wurde die Berufung der nicht erschienenen Angeklagten als unbegründet verworfen. 3. In das Kurakorium der höheren Mädchenschule wurden für die Zeit bis Ende März 1904 die Herren; Theodor August Harhaus und Karl Maria Weber gewählt. 4. Für das Unfall=Schiedsgericht der westfälischen * Essen, 4. Juni. Entwichener Verbrecher.] 500 Mark Belohnung setzt der Erste Staatsanwalt aus auf die Ergreifung des in der Nacht vom 13. zum 14. Mai aus dem hiesigen Gerichtsgesäugnisse entwichenen Hugo Winter, angeblich geboren am 2. Februar 1865 zu Chicago, 1,56 Meter groß, mit blondem Haar, blondem Schnurrbart, grauen Augen, schadhaften Zähnen, mittlerer Statur, deutsch, französisch und englisch sprechend, der wegen mehrerer schweren Diebstähle, sowie wegen versuchten vorsätzlichen Totschlags in drei Fällen hier in Untersuchungshaft war; ein besonderes Kennzeichen ist eine wahrscheilich von einem Säbelhieb herrührende Narbe auf der Stirn. Aus dem Gerichtssaal. * Hagen, 4. Juni.[Strafkammer.] Wie ander** Zeit vielsach vorgekommen, stel wärts in letzter Jeit vielfach vorgerommen, steht auch hier heute ein Schutzmann wegen Mißhandlung unter Anklage. In der Nacht zum 14. September v. J. standen auf dem Bürgersteige an der Kölnerstraße drei Schutzleute, der Schutzmann F. S. von Altenbagen und zwei Schutzleute von Hagen, im Gespräch, als der Geschäftsreisende Fr. Th. aus Lippspringe mit einem Bekannten des Weges kam und den Schutzmann S. unabsichtlich mit seinem Musterkoffer streifte. Als Th. auf eine jedenfalls nicht höfliche Bemerkung äußerte, das sind Hagener Schutzleute, wurde er von S. 10—15 Mal geohrfeigt, und als Th. dann sagte, „arretieren Sie mich doch, wenn ich was gemacht habe, zog der schneidige Schutzmann vom Leder und hieb mit seinem Säbel—8 Mal auf den Mann ein. Angeklagter wird zu 4 Wochen Gesängnis verurteilt. über die Stadtverordneten=Sitzung am 2. Mai 1898. Anwesend waren die Herren: Ernst Bechem, Ernst Bettermann Friedrich Beyersmann, August Bisterfeld, Friedrich Clever, Wilhelm Dickhut, Wilhelm Fischer, Jalius Funcke sen., August Gottlieb, Eduard Hegenscheid, Carl Heier, Julius Krautmacher Louis Kruse, August Lorenz Gustav Neveling, Carl Post, Friedrich Wilhelm Post, Carl Proll, Wilhelm Schauhoff, Dr. med. Schnettler, Gustav Schnöring, Friedrich Schramm, Eduard Schulte, Justizrat Dr. Schultz, Kommerzienrat Schwemann, Hermann Spelsberg, Theodor Springmann, Gustav Tesche, August Voß, Fritz Wolff. Nicht anwesend waren die Herren: Wilh. Altenloh, Carl Becher, Theodor August Harhaus, Rechtsanwalt und Notar Dr. Lohmann, Friedrich Reininghaus, Richard Vollmann, sämtlich entschuldigt. Zur Tagesordnung wurde verhandelt wie folgt: 1a) Die Festsetzung von Vorgartenlinien vor der Besitzung der Firma Funcke& Hueck, Körnerstr. 27 wurde, dem Vorschlage der Bankommission entsprechend, genehmigt, ) d e s g l e i c h e n d i e F e s t s e t z u n g v o n B a u f l u c h t l i n i e n für die Bachstraße unterhalb der Webringhauserstraße, c) desgleichen die anderweite Feststellung der Baufluchtlinien des Geländes südlich und nördlich der Arndtstraße, d) desgleichen die anderweite Feststellung der Baufluchtlinien der Sunderlohstraße. 2. Die Versammlung genehmigte auf Antrag der Baukommission die Abtrennung des Schulhofes der Königlichen Maschinenbauschule von demjenigen der Realschul, sowie die Errichtung eines Abortgebäudes für die Königliche Maschinenbauschule und bewilligte die erforderlichen Mittel mit 1600 M. für die Hofabtrennung und 4200 M. für das Abortgebände. 4. Für das Unfall=Schiedsgericht der westfälischen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft wurden für die Zeit bis Ende März 1902 aus dem Stande der Arbeitnehmer gewählt: a) Herr Karl Rafflenbeul als Beisitzer, b)„ Heinrich Humpert als Stellvertreter, c)„ Karl Feldhaus„„ 5. Die Ratbausneubau=Prozektstucke wurden von dem Herrn Stadtbaumeister Nath ausführlich vorgetragen und darauf einstimmig genehmigt, dabei sprach die Versammlung dem Herrn Stadtbaumeister wie der Baukommission für das wohlgelungene Werk ihren Dank aus. 6. Der Erlaß des Herrn Kultusministers, betr. Gewährung von Staatszuschüssen zur Durchführung des Nachtrages zum Normalbesoldungsetat für die böheren Schulen, wurde mitgeteilt. Es wurde beschlossen, zu beantragen, daß als Staatszuschuß a) für das Realgymnasium und Gymnasium zu den seither gewährten 10000 M. weitere 10000., im ganzen also 20000., 9 für die Realschule zu den seither gewährten 6600 M. weitere 6600., im ganzen also 13 200 M. bewilligt werden möchten. 7. Die Versammlung bewilligte dem Herrn Hauptlehrer Schoene, welcher an dem vom 22. August bis 1. Oktober d. J. in Hannover abzuhaltenden Kursus im Zeichnen teilnehmen wird, zu diesem Zwecke, neben dem vom Staate dafür gewährten Tagegelde von fünf Mark, einen städtischen Tagegeldzuschuß von fünf Mark. Herr Friedrich Wilhelm Post gab anheim, künftig darauf hinzuwirken, daß jüngere Lehrer auf eigene Kosten sich an solchen Fortbildungskursen beteiligen; es erscheine das umsomehr angemessen, als für den Unterricht im Zeichnen, den die dafür weiter ausgebildeten Lehrer an der Handwerkerfortbildungsschule erteilen, eine besondere Vergütung gewährt werde. Der Vorsitzende erwiderte, daß er aus dieser Anregung Veranlassung nehmen werde, in dieser Beziehung mit den Herren Schulinspektoren in Verbindung treten. 8. Aus der vertraulichen Sitzung ist Folgendes mitzuteilen. I. Von der Erbreiterung des Fahrdammes der Wehringhauserstraße zwischen der Schwenke und der Neuen Friedrichstraße wurde Abstand genommen, weil eine Verständigung mit den Auliegern nicht zu erzielen gewesen ist. II. Ein Angebot der Westfalia=Brauerei(C. Andreas) zu Haspe: a) das der Stadt gehörende Hotel Kreker auf 13 Jahre für jährlich 4750 M. zu pachten und b) das dem Rathausbauplatze benachbarte, von Herrn Andreas erworbene frühere Fülling'sche Besitztum für 38000 M. an die Stadt zu veräußern, wurde von der Versammlung unter der Bedingung genehmigt, daß Herr Andreas sich verpflichte, nach Ablauf von zehn Jahren der Stadt auf Verlangen einen Teil des Hotelgartens für eine etwa dann beabsichtigte Erweiterung des Rathauses unentgeltlich abzutreten. Herr Andreas hat inzwischen diese Bedingung angenommen. Hagen, 23. Mai 1898. Der Oberbürgermeister: Preuzel. *„Ostasiatische Küstenfahrten" betitelt sich ein angenscheinlich der Feder eines Kundigen entstammender, 1 reich mit Illustrationen versehener Bericht, welcher zumteil Orte in China behandelt, die durch die Reise des Prinzen Heinrich von Preußen in den Vordergrund des allgemeinen Interesses gerückt sind. Den fesselnden Aufsatz veröffentlicht in ihrem neuesten Hefte die allbeliebte illustrierte Familienzeitschrift„Zur Guten Stunde"(Berlin W. 57, Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pf.). Auch in seinen übrigen Darbietungen bringt das Heft viel interessantes, so einen Aussatz über die spanische Königsfamilie, Bilder aus dem spanisch=amerikanischen Kriege, eine Schilderung des bekannten Badeortes Driburg i. Westf, einen populärwissenschaftlichen Aufsatz über Asbest in seiner wissenschaftlichen Verwendung usw. Daran schließen sich die beiden laufenden Romane, die sich in aufsteigender Spannung entwickeln, eine Humoreske von Julius Lohmeyer, sowie in der Gratisbeilage„Illustrierte Klassikerbibliothek“ die Fortsetzung von Bulwers berühmten Roman„Die letzten Tage von Pompeji“. Die Abteilung„Für unsere Frauen“ erfreut wieder durch ihre Fülle von praktischen Winken aus allen Gebieten der Hauswirtschaft, Gesundheitspflege usw. Dem Hefte liegt außerdem eine Komposition„Eine Rheinfahrt" des Dresdener Komponisten und Musikschriftstellers Heinrich Platzbecker bei, welche von„Zur Guten Stunde“ in ihrem Preisausschreiben für Deutsche Hausmusik preisgekrönt worden ist. Zwungsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die im Grundbuche von Hagen Band 15, Blatt 9, auf den Namen des Kaufmanns Philipp Sommer zu Hagen eingetragenen Grundstücke Flur 39, Nr. 62 und 63 der Steuergemeinde Hagen am 17. Juni 1898, vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht an Gerichtsstelle Zimmer 27 versteigert werden. Die Grundstücke sind mit einer Fläche von 0,2,46 Hektar mit 1887 Mk. Nutzungswert zur Gebäudesteuer veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchblatts, etwaige Abschätzungen und andere die Grundstücke betreffende Nach isungen, sowie besondere Kaufbedingungen können in der Gerichtsreiberei III eingesehen werden. Alle Realberechtigten werden aufgefordert, die nicht von selbst uuf den Ersteher übergehenden Ansprüche, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grundbuche zur Zeit der Eintragung des Verderartige Forngen oder , spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, falls der betreibende Gläubiger widerspricht, dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt werden und bei Verteilung des Kaufgeldes gegen die berückachtigten Ansprüche im Range zurücktreten. Diejenigen, welche das Eigentum der Grundstücke beanspruchen werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die ellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nach erEinst folgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt. Das Urteil über die Erteilung des Zuschlags wird am 23. Juni 1898, vormittags 11½ Uhr, an Gerichtsstelle verkündet werden. Hagen, den 15. April 1898. 9857 Königliches Amtsgericht. Etas Vertauf! Samstag den 11. Juni er., nachm. von 4 Uhr an, wird der erste Grasschnitt von 20 Morgen Wiese, sowie 4 Morgen Klee auf der Heide an Ort und Stelle öffentlich meistbietend zum Verkauf ausgesetzt. 12050 Lllder den 3. Juni 1808. bbertsche Guts MNierterk. Inlsverwaltung. Ein sehr gutgehendes, alt renommiertes Hotel mit Aestaurant in einer Nachbarstadt, ist wegen Alters d des Besitzers vorgerückten zu verkaufen. Reflektanten müssen 15—20000 Mk. eigenes Kapital haben und wollen sich unter W 12165 bei der Exp. d. Zig. schriftl. melden. Wirtschaft in Dortmund. 2 Wirtschaften in Dortmund unter günstigen Bedingungen zu verkaufen, eine für 95000 Mk. mit 15—20000 Ml. Anzahlung. Verbrauch pro Monat: Bier 40 Hekto, Branntwein 5 Hekto neben Miete 1200.; eine für 85000 Mk., Anzahlung 5000 Mk., Verbrauch: Bier 18—20 Hekto, Branntwein 10 Hekto neben Miete 700 M. Uebernahme kann jederzeit erfolgen. 11990 Wilh. Ley, Dortmund, Immobiliengesch., Hubertsgasse 5. Caffkeese 5„ heilbar. Das von Frau Wwe. B. Richter hier, Elberfelderstraße 12, bisher von mir gemietete Wöhnhank mit Ladenlokal ist wegen Geschäftsaufgabe p. 15. Oktbr. event. später anderweit zu vermieten event. auch zu kaufen. 151 Hagen. I. W. Tinner. In einer mittl. im Aufblüben befindl. Stadt zwischen Hagen u. Barmen ist an einer der Hauptstraßen derselben ein großes, der Neuzeit entsprechendes 11821 Labenlolat per 1. November d. J. zu vermieten; am besten geeignet für Klempner oder Kupferschmiede, da am Platze bisher nur ein einziges derartiges Geschäft existiert. Wo, zu erf. in der Exp. d. Z. 5 Zimmer, 1 Bade= und 1 Bodenzimmer, 3. Etage, für 1. August zu verm. 1 Parterre von 4 ept. 5 Zimm., 1 Badezimmer für sofort zu vermieten, passend für Bureau. J. L. Krebeck, 12020 Nordstr. 12. Guter Lehmschnit frei abzugeben. 11973 Lomberg, Schwenke. 57 Elberfelderstr. 57 empfiehlt: (Briefabdruck) I. Brief. .=Nr. 74374 E. 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Der Zetttel darf kein äußeres Kennzeichen haben und muß so zusammengefaltet sein, daß der Name äußerlich nicht sichtbar ist, widrigenfalls der Stimmzettel als ungültig zurückgewiesen wird. Die Stimmzettel sind außerhalb der Wahllokale mit dem Namen des zu Kandidaten zu versehen, auch sind gedruckte Stimmzettel zulässig.— Ungültig sind: 1. Stimmzettel, welche nicht von weißem Papier oder welche mit einem äußeren Kennzeichen versehen sind; 2. Stimmzettel, welche keinen oder keinen lesbaren Namen enthalten; Stimmzettel, aus welchen die Person des Gewählten nicht unzweifelheft zu erkennen ist; 4. Stimmzettel, auf welchen mehr als ein Name oder der Name einer nicht wählbaren Person verzeichnet ist; 5. Stimmzettel, welche einen Protest oder Vorbehalt enthalten, Im Wahllokale dürfen während der Wahlhandlung weder Diskussionen stattfinden noch Ansprachen gehalten oder Beschlüsse gefaßt werden.— Abwesende Wähler können in keiner Weise durch Stellvertreter oder sonst an der Wayl teunehmen. Altenhagen, den 26. Mai 1898. Der Amtmann: Wortmann. Reisender gesucht. Ein altes bergisches Eisenwaren=Engros=Geschäft sucht zum baldigsten Eintritt einen tüchtigen Reisenden. Derselbe muß schon mit Erfolg in genannter Branche gereist haben. Offerten unter C 11820 an die Exv. d. Ztg. erbeten. Wegen plötzlicher Erkrankung meines Commis findet ein jüngerer Ladengehülfe sofortige Stellung in meinem Kolonialwarengeschäft, 12057 Friedr. Kirstein, Ludenscheid. Ein junger tüchtiger Büchbinvergehurse sofort gesucht. 12208 Carl Neukirchen, Gevelsberg. Solide Anstreichergehülfen sucht L. Brust, 12045 Wetter=Ruhr. gesucht. 11988 Anstreicher Panl Weinberg. Gevelsberg=Hause. 2 Anstreichergehütfen auf sofort gesucht. 12019 C. Stracke, Wehringhauserstr. 48. Ein tüchtiger, nüchterner Nruschinenschmird, der nach Zeichnung arbeiten kann, gegen guten Lohn gesucht. Schriftliche Angebote mit Lohnansprüchen erbeten 12065 Westfälische Drahtindustrie, Hamm i. 29. 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Nr. 97 bis zum Schluß Gemeinde Delstern „ Eppenhausen : Fley Halden „ Herbeck „ Holthausen " Vorhalle 3290 252 2676 1490 3160 1751 1270 345 513 230 805 2524 Wabllokals Bezeichnung des Wablvorstebers Evangelische Schule zu Altenhagen Wirtschaft Karl Schulte zu Altenhagen Wirtschaft Johann Kramer zu Eckesey Wirtschaft Haardt zu Cabel Neue katholische Schule zu Boele Evangelische Schule zu Delstern Evangelische Schule zu Epvenhausen Wirtschaft Witwe Timmerbeil zu Fley Evangelische Schule zu Halden Renteistube zu Herbeck Wirtschaft Karl Sengstmann zu Holtbausen Gemeindehaus zu Vorhalle Lehrer Sälter(Kaufmann W. Gelberg. Hauptlehrer Andres Bauunternehmer W. Ebbinghaus jr. Fabrikant Karl Steinhaus Ziegeleibesitzer Heinrich Fischer Gemeindevorsteher F. Killing Gemeindevorsteher Ed. Risse Gemeindevorsteher Fischer Gemeindevorsteher Schnöring Stellvertr. Gem=Vorst. P. C. Redlinghaus Kaufmann Engelhardt Stellvertreters Bauunternehmer Otto Neuhaus. Werkmeister F. Fischer. Ziegeleibesitzer C. Kramberg. Kaufmann FritzKösterjr. Steinbruchbesitzer Langenohl. Fabrikant Trepper. Fabrikant W. Böcker. Gutsbesitzer C. Lippmann. Verwalter Dahlmann. stellv. Gem.=Vorst. Preußer. Direktor Nöh. Immobilien und Maschinen Mk. 189 260.23 Mobilar„ 4089.14 Kassen=Konto„ 1283.96 Saldo=Verlust"„ 19916.67 Mr. 214500.— Hagen, den 4. Juni 1898. Der Vorstand der Hagener Badeanstalt 12209 Aktiengesellschaft. Kaufmann R. Hülsberg eines Abgeordneten für den Reichstag Aktien=Kapitgal. Stat Mk. 105000.— Darlehn der Stadt„ 35000.— Darlehn der städt. Sparkasse„ 74.500.— Mk. 214500.— ...: ton v. Kauden, nagen I.., Mittelstrasse Pfd. R 00 9 00 99 3. 11805 50 Pfg. 65 sowie 00 *0 99 90 *0 9 75 60 60 Schinken, Beef. * 1 * 1 Prima gesalz. Speck fett oder mager geräuch. Speck„„„„„ trockene Plockwurst p. Psd. 85, 90 u. 95 „ Mettwurst... p. Pfd. 75 frische Fleischwurst... trockne geräucherte Blutwurst Pöckelfleisch ohne Knochen prima westfälische und amerikanische Rollschinken u. Blasenschinken u. 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Abgrenzung Hagenerstraße von Haus=Nr. 98 bis Schluß und Bredderstraße und Askerstraße ganz Hagenerstraße von Haus=Nr. 1 bis inkl. 95, Kölnerstraße, Lietherweg, Brüder=, Schul=, Linden=, Grünthaler= und Bahnhofstraße, Mühlenweg, Milsverstraße und Wasserstraße ganz Mittel=, Kloster=, Wittenerstraße, Heide=, Milskotter=, Fever=, Teich-, Klosterholz=, Hoch=, Sudfelder=, Süd=, Nord-, Brunnenstraße und Mylinghauserweg ganz Haßlinghauser= Rosendahler=, Elberfelder=, Schulten=, Lindengraben=, Kamp=, Winkel=, Kreuzweg=, Ober= u. Unterbrackenstraße ganz Bezeichnung des Wahllokals Wahlvorstehers Stellvertreters Wirtschaft von Witwe Friedr. Denninghoff Saal des Gasthofs zur Hause Saal der Restauration von Fr. Würpel Saal der Wirtschaft ..Westermann Fabrikant Wilh. Drevermann Beigeordneter Ludwig Rüggeberg fabrikant Zilh. Carl Schürhoff Beigeordneter Herm. Vorländer Fabrikant Wilh. Kottenhoff Fabrikant Wilh. Schmitz Wirt Louis Schulte Kaufmann Wilh. Eicken Nr. Des Wahlbezirks Abgrenzung Bezeichnung des Seel.19h0 Wahllokals Wahlvorstehers Stellvertreters Tächlige Mauter und Handlanger gesucht von 11631 Carl Boecker, Bangeschäft, Hohenlimburg. Maurer u. Handlänger SePe zugstchbe. Bahnhofsplatz, Bahnhof= Graben=,[3420 Sck Grün=, Hardt=, Karwegstraße, Kirchplatz, Kölner=, Linden=, Mittel=, Romberg=, Tillmann= u. Waldstraße. sach=, Damm=, Friedrichstraße, Gellenkamp, Herstert=, Hörden=, Jägerstraße, Kettelbach, Köcking=, Luisen=,„Pfadstraße, Piepenstöcken, Roland=, Schul-, Vörder= u. Vollbrinkstraße. Berlinerstraße, Gelling, Hallestraße, Hammer=, Heubingstraße, Hülschederweg, eutntraße, Kurze,„Leimstraße, Markstein, drebsieperweg, droverberg Tücking=, u. Wilhelmstraße. Früherer Gemeindebezirk Westerbauer,[3227/Schule Steunert. Hausnummer—260. 3306 3428 schule in der Rittelstraße. Schule Hasperbach. Schule Hasperbruch. Kaufmann Karl Lausberg, Kölnerstr. 26. Kaufmann Ed. Eppmann, Börderstr. 43. Kaufmann Otto Ackermann, Kölnerstr. 49. Fabrikant W. 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Bei dieses Schriftstück auch lassen wir dasselbe hie Euer Hochwohlgebo gefällige Schreiben vo erwidern, daß meines Parteien über ihre Wahlen nicht zweifelha Die socialdemok nur selbst in der Oeffe Partei bekannt, sonder solche, da ihre ausgesp der bestehenden Staats des Privateigentums u terroristischen Beschrän Arbeiter bestehen. Es verständnis, auf politi auf Mangel an Mut mancher Seite nicht er wird. Die bürgerliche gewillt sind, die bestehe erhalten, haben demger gegenüber wie gegen si erhaltung die Verpflick Wahlkampf und ihre der Wahl socialdeme schaftlich entgegenzutre Fraktionsrücksichten h# stellen oder aufrecht er Kandidaten der bürger oder vereiteln, laufen Bewegung mittelbar z land vor schweren int will, sollte deshalb se Abneigungen der vorn ordnen: der geschlos den revolutionär Zum Wohle aller der nächste Reichstag welche bereit ist, die unserer Erwerbsständ Zwecke muß er der R der Vorbereitung un Fragen des internati entschlossen sein, die und zwar besonders de unzweifelhaft am me der Landwirtschaft un teilsfreien, durch Lehrn nicht beeinflußten Pr. teresse der Arbeiterbe formalen Verbesserung baues der Arbeiter=V därfen. Sollte keine einem Kandidate welcher diese Ge sollte jedenfalls werden, welcher gegenübersteht. Bei der Wichtigk scheidung darf keins urne fehlen, um du bürgerlichen Pflichtf liche Wohl der staatli einzutreten. Mit ausgezeichneter Daß„Notable“ Bismarckblattes nicht Socialdemokratie geger haben, ist so überrasche den Grafen Posadows Arbeit sehen wird. Grafen Posadowsky al weil die Parteien. weisungen nicht erst weil sie das Gewichte demokratie noch verst Einmischung der Re bedenklich, weil, was der andern binig se heute in der Form Socialdemokratie bei morgen das Centrum dem Freisinn nicht erst Partei nicht gegen sich nicht anderen Partei Indessen der Brief seiner früheren Ankünd dem Schlaf aufrüttel! bedurfte einer solchen nicht geschlafen. Sie kämpft, ehe Graf Pr bahn eingetreten wai genug hervorgehoben, lichste Nahrung aus di den Politik ziehe. hervorhebt, namentlick Grafen Posadowsky n zoll, desgleichen über Stimmen können nicht die Umsturzvorlage und Schon die Rechtsprecht der Socialdemokratie Die Frage, ob die läuft heutzutage aufe alles darauf an, was „Heugabelsinn der nicht mehr revolution Bestrebungen aber ei Staatsordnung und Das hat sie mit and falls, wie der Ant pläne, die wirtsch wollen. Die Aeußer die Schädlichkeit hoff kommen zutreffend. A purteien darnach? 2 nicht in die Hände wenn die Freisiuni der Socialdemokrati gegenwärtig